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Full text of "Flora fossilis Arctica = Die fossile Flora der Polarländer ..."

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von 



Dr. Oswald Heer, 

Professor am Polytechnikum und an der Universität Zürich. 



Sechster Band. 



1. Abtheilung 
enthaltend: 



\ 



JL. Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 
2. Nachträge zur fossilen Flora Grönlands. 
-3. Beiträge zur miocenen Flora von Nord-Canada. 
.4. Untersuchung über fossile Hölzer aus der arctischen Zone, von Dr. Carl 

Schröter , Docent am Polytechnikum und Assistent am botanischen 

Laboratorium in Zürich. 



Mit 21 Tafeln. 



Zürich. 

Verlag von J. Wurster & Comp 

1880. 



Vorwort. • 



^Ich habe vier Abhandlungen zu einer ersten Abtheilung des VI. Bandes der Flora 
arcTica zusammengefasst und übergebe dieselbe schon jetzt den Freunden der fossilen Flora 
der Polarländer, da die Herausgabe des ganzen Bandes sich voraussichtlich noch längere 
Zeit verziehen wird. Die vorliegende Abtheilung enthält: • 

1. Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens, welche auch in den «Memoires de l'Academie 
Imp. des sciences de St. Petersbourg», VIP Serie T. XXVII, Nr. 10 erschienen sind. Es 
hat Herr R. Maak vor zwei Jahren eine grosse Zahl von Jura-Pflanzen bei Ust Balei 
gesammelt, welche mir zur Untersuchung übergeben wurden. Die Mehrzahl der Arten 
stimmt allerdings mit den in den frühern Bänden beschriebenen überein ; doch begegnet uns 
in der MAAx'schen Sammlung immerhin eine Zahl von neuen Arten und die Kenntniss der 
bekannten wird durch Erweiterung des Formenkreises ihrer Blattorgane und bei mehreren 
Arten auch durch den Nachweis der Blüthen und Früchte erweitert, wodurch wir über die 
nordasiatische Jura-Flora wichtige neue Aufschlüsse erhalten haben. 

2. Nachträge zur fossilen Flora Grönlands; auch erschienen In den «Kongl. 
Svenska Vetenskaps-Akademiens Handlingar» , Bandet 18. Nr. 2. Enthalten Pflanzen der 
Kreide und der miocenen Flora Grönlands, welche Prof. Nordenskiöld und Dr. Nauckhopp 
nach Stockholm gebracht hatten. 

3. Beiträge zur miocenen Flora von Nord-Canada. Nach vieljährigen Be- 
mühungen des Herrn Rob. H. Scott, F. R. S., ist eine Sammlung von fossilen Pflanzen 
vom Mackenzie, nahe der Stelle, wo der Bärenseefluss in denselben einmündet, nach London 
gekommen und mir' zur Untersuchung übergeben worden. Das Resultat derselben enthält 
diese Abhandlung. i 

4. Untersuchung über fossile Hölzer aus der aretischen Zone von 
Dr. Carl Schröter. Bei den fossilen Blättern von Mackenzie lagen verkieselte Hölzer. 



Diese hat Herr Dr. Schrceter einer genauen mikroskopischen Untersuchung unterworfen 
und gezeigt, dass sie zu Sequoia, Ginkgo und Platanus gehören. Die Durstellung derselben 
bildet den zweiten Theil seiner Abhandlung, der erste Theil ist der Untersuchung eines 
fossilen Holzes gewidmet, welches der Eismeerfahrer Nils Johnsen von Tromsuo im Jahre 1S71 
auf dem Johnsenberg in König Karlsland (Gilesland der Schweden, Wichc-land der Engländer) 
gefunden hatte. Es ist diess der einzige Pfianzenrest , welcher von dieser äusserst schwer 
zugänglichen Insel bislang nach Europa gekommen ist. Er zeigt uns, dass zur Miocenzeit ein 
der sibirischen Lärche sehr nahe verwandtes Nadelholz diese vom Nordpol nur 1 1 Breite- 
grade entfernte Insel bewohnt hat, während das benachbarte Spitzbergen von einer reichen 
Waldnora bekleidet war. 

r^Zürich, im November 1880. 

Dr. Oswald Heer. 



MEMOIRES 



DE 



L'ACADEMIE IMPERIALE DES SCIENCES DE ST.-PETERSBOURG, Vir SERIE. 

Tome XIVII, W 10. 

MCHTEÄGE 

ZUR 

JUKA-FLORA SIBIRIEN; 

GEGRÜNDET 

1 auf die von Heben RICHARD MAAK 

IM UST-BALEI GESAMMELTEM PFLANZEN. 

VON 

I>x\ Oswald Heer, Firofi 



Mit Tafeln. 



(Lu le 15 janvier 1880.) 



i 



St.-PETERSBOUEG, 1880. 

Commissionnaires de l'Academie Imperiale des sciences: 
ä St.-Petersbourg: ä Riga: ä Leipzig: - 

MM Eggers et C">. . M< N> K el M> Vosg Sortimeüt (G> Haessel). 

et J. Glasounof; K ' 

Prix: I Rbl. 30 Kop. = 4 Mk. 30 Pf. 



Nachträge zur Jura -Flora Sibiriens. 



X. A.llg'era.eixies. 

In meinen Beiträgen zur Jura-Flora Ostsibiriens und des Amurlandes habe ich Ust-Balei 
an der Angara als den wichtigsten Fundort von Jura-Pflanzen Sibiriens bezeichnet und die Lage- 
rungsverhältnisse dieser Pflanzen, ihren Charakter und Verbreitung ausführlich besprochen. 
Seither (im Sommer 1878) hat Herr Richard Maack an derselben Stelle eine grosse Masse 
von Pflanzen gesammelt und dieselben nach St. Petersburg gebracht. Eine Auswahl der- 
selben wurde mir von Herrn Akademiker Fr. Schmidt zur Untersuchung zugesandt, deren 
Resultat ich hier mittheile. 

Die neue Sammlung des Herrn Maack enthält im Ganzen etwa 40 Pflanzen- Arten. 
Von diesen sind 1 5 Arten neu für Ust-Balei, so dass die Zahl der Arten für Ust-Balei nun 
auf 63 gestiegen ist. Von diesen 15 Arten sind 5 von anderwärts bekannt: die Baier a pul- 
chella wurde am Amur und an der Bureja, bei Ajakit am Eismeer und auf der Insel Andö 
(Norwegen) gefunden; die Baiera palmata am Amur, die Baiera angusülöba in Ajakit, die 
Cyathea Tchihatchevi Schmalh. in Kusnezk und im Petschora-Lande und Pinus prodromus 
am Cap Boheman in Spitzbergen. Zehn Arten sind als neu zu bezeichnen. Von diesen 
dürften zwei Blüthenstände , die ich noch nicht in befriedigender Weise zu deuten ver- 
mochte, das meiste Interesse beanspruchen; aber auch die Zapfen der neuen Gattung 
Schidolepium und die mancherlei neuen Aufschlüsse, die wir über die Gattungen Phyllotheca, 
Gintyo, Czekanowskia , Baiera und Leptostrobus erhalten, erweitern unsere Kenntnisse der 
Jura-Flora. Beachtenswerth ist, dass die Sammlung des Herrn Maack zahlreiche Blüthen- 
kätzchen von Baiera und Ginkgo enthält; es müssen daher die ausgebeuteten Schichten zur 
Zeit der Blüthe dieser Bäume abgelagert worden sein. 

Die von mir bearbeiteten Fundstätten von Braun-Jura-Pflanzen Ostsibiriens und des 
Amurlaudes haben bis jetzt (nach Abzug von 3 Samaropsis- Arten, die wir mit Leptostrobus 
vereinigen,) 100 Arten ergeben. Dazu kommen 27 neue Arten, welche Herr Prof. Schmal- 

ilemoiroä de l'Acad. Imp. des scieoces, Vllme Serie. 1 



HAROLD B.LEE LIBRARY 

BRIGHAM YOUNG UNIVERSi7> 

PROVO. UTAH 



2 Prof. Dr. Oswald Heer. 

hausen neuerdings aus dem Kohlenbecken von Kusnezk am Altai und von der untern Tun- 
. guska beschrieben hat, 1 ) so dass wir gegenwärtig für Sibirien 127 Arten von Jura-Pflan- 
zen erhalten. 

Das Kohlenbecken von Kusnezk liegt am Nordabhang des Altai, unter 54° n. Br. 
Die Kohlenflotze sind von Sandsteinen und Thonen umgeben und nehmen einen grossen 
Flächenraum zwischen dem Alatau- Gebirge im Osten und dem Salair im Westen ein/ 
Schmalhausen hat aus demselben '20 Arten beschrieben. Von diesen sind uns folgende 
aus dem Gouv. von Irkutsk bekannt: 

Asplenium wJdtUense Brgn. sp., Aspl PetruscMnense Hr., Aspl argutidum Hr., Gyathea 
Tchihatchewi Schmalh., Podozamites lanceolatus var. Eichwaldi Schimp., Gingko sibirica 
Hr.?, Phoenicopsis angustifolia Hr., Czekanowskia rigida Hr., Cyclopitys Nordenskiöldi Hr. 
sp. und Samaropsis parvula Hr. 

Dazu kommt noch Gingko digitata Brgn. sp.^ eine Art, die uns aus Süd-Russland, aus 
Spitzbergen und Yorkshire in England, aber auch, in der Varietät integriuscida, von Ajakit 
am Eismeer bekannt ist. 

i Von den andern Arten treten drei (Phyllotlieca deliquescens Goepp. sp., Pecopteris 
reeta Schmalh. und Eliiptozamites Goepperti Schmalh.) auch an der untern Tunguska auf 
und ist zu vermuthen, dass sie auch an den Zwischenstationen sich finden lassen. Die wich- 
tigste Art ist die Eliiptozamites y welche durch ihre grossen lederartigen Blattfiedern, die von 
sehr dicht stehenden, feinen, vielfach verästelten Längsnerven durchzogen sind, sich aus- 
zeichnet. Ihre systematische Stellung ist aber noch zweifelhaft, da nicht ganz sicher, dass 
die Blätter (oder Fiedern) an einer gemeinsamen Spindel befestigt sind. Sie haben eine 
grosse ' Ähnlichkeit mit Cordaites und wurden von Goepp ert und Geinitz als Noeggera- 
thien-BY&tter beschrieben. 

Die Kohlen und Graphit führenden Lager an der untern Tunguska erstrecken sich 
über ein grosses Areal, dessen Mittelpunkt bei etwa 65° n. Br. liegt. Sie sind eruptiven 
Gesteinen untergeordnet, welche in einer Ausdehnung von fast 5% Breitengraden und 18% 
Längengraden auftreten. Die meisten Pflanzen wurden von Czekanowski an der Tschen- 
kokta und an der Ssuka gesammelt. Prof. Schmal hausen hat 26 Arten beschrieben. Von 
diesen sind uns fünf aus dem Gouv. Irkutsk bekannt, nämlich: 

Asplenium whitbiense Brgn. sp., Aspl. PetruscMnense Hr., 'Czekanoivskia rigida Hr., Phoeni- 
copsis angustifolia Hr. und Gyclopitys Nordenskiöldi Hr. 

Drei Arten hat Schmalhausen auch von Kusnezk nachgewiesen. 18 Arten sind bis- 
lang nur von der Tunguska bekannt. Da darunter vier Meerespflanzen sind, haben wir es 
mit einer Strandbildung zu thun. Unter den 22 Landpflanzen sind die Equisetaceen zahl- 



1) Joh. Schmalhausen Beiträge zur Jura-Flora Russlands. Memoires de l'Acad. Imp. des Sciences 
de St. Petershourg. VII. Se>. Tome XXVII. 4. 1879. 



Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 3 

reich vertreten, indem ausser einem Equisetum (E. GzekanowsUi Schmalh.) noch vier 
Arten Phyllotheca erscheinen, 'von denen die Pli. deliquescens in Ssuka die dominirende 
Pflanze ist. Daneben sind es aber auch hier die Farn, die Cycadeen und die Nadelhölzer 
und unter diesen voraus die Gingko-artigen Bäume, welche die Pflanzendecke gebildet 
haben. Doch ist es sehr ' auffallend , dass von den in Ust-Balei so häufigen Baiera- und 
Gingko-Arten keine einzige an der Tunguska gefunden wurde und die beiden Gingko-Arten, 
welche Schmalhausen beschrieben hat, so sehr von den Arten von Ust-Balei und Ajakit 
abweichen, dass ihre Zugehörigkeit zu dieser Gattung noch nicht ganz gesichert ist. 

Prof. Schmalhausen hat auch im Petschoralande bei G4° 50' n. Br. die Jura-For- 
mation nachgewiesen. Am westlichen Abhang des nördlichen Uralgebirges ist im Bereiche 
der Flüsse Ussa und Schtschugor ein Schichtensystem verbreitet, das Pflanzenreste und 
Kohlenlager einschliesst. Schmalhausen hat sechs Pflanzenarten beschrieben, von denen 
drei (Asplenimn whitbiense Brgn. spec. var., Aspl. Petruschinense Hr. und Cyatlica Tcldha- 
tchewi Schmalh. var.) zu bekannten in Sibirien weit verbreiteten Jura-Pflanzen gehören, 
eine (die ffliiptozamites Goepperti) auch am Altai und der untern Tunguska vorkommt, zwei 
aber (Phyllotheca striata und Bhipidopsis ginglcoides Schmalh.) dem Petschoralande eigen- 
tümlich sind. Von besonderem Interesse ist die RliipidopsisJ eine Conifere, die mit Gingko 
sehr nahe verwandt, aber noch grössere, (bis Fusslange) handförmig zertheilte Blätter hatte,, 
mit kleinen seitlichen Blattsegmenten. 

Meine frühern Arbeiten über die Jura- Flora des Amur-Landes, des Gouvernements 
Irkutsk und des Gebietes der Lena suchten ein Bild der Jura-Flora dieses grossen Landes 
zu entwerfen, durch die Abhandlung des Herrn Schmalhausen erweitert sich unser Blick, 
indem uns auch vom Altai, von der untern Tunguska und dem Petschora-Lande eine Zahl 
von Jura-Pflanzen vorgeführt werden, so dass wir jetzt von mehreren, weit auseinander lie- 
genden Punkten des grossen Ländergebietes Nordasiens eine Zahl von Hauptpflanzen-Typen 
der Jura-Zeit kennen und durch sie einen Einblick in die Pflanzendecke erhalten, welche 
damals über diese Gegenden ausgebreitet war. Wir wissen aber aus den von Prof. J. J. 
Rein in Japan entdeckten und von Dr. Geyler bearbeiteten Pflanzen weiter, dass damals 
auch dort die Flora denselben Charakter gehabt hat. Unter den zwölf von Dr. Geyler 
beschriebenen Pflanzenarten l ) erblicken wir vier Arten , die uns aus Ostsibirien und vom 
Amurland bekannt sind , nämlich : 



1) Dr. Geyler über fossile Pflanzen aus der 
Jura-Formation Japans. Palaeontograzihica. N. F. IV. 5. 
Die Pflanzen wurden von Prof. Rein im obern Thale 
des Tetorigawa der Provinz Kaga, in der Landschaft 
Hokurokado auf der Hauptinsel Honsbiu (Nippon) gesam- 
melt. Geyler zählt 5 mit dem Amurland und Sibirien 
gemeinsame Arten, allein sein Podozamites ensiformis 



gehört nach meinem Dafürhalten zu P. temtestriatus 
Geyl. und weicht von meinem P. ensiformis durch die 
andere Form der Fiedern und die viel zahlreichern, am 
Grund nicht gabelig getheilten Längsnerven ab. P. en- 
siformis hat nur 10—13 Längsnerven, das japanische 
Blatt aber 20-22. , 



.« 



4 Pbof. De. Oswald Heee. 

Adiantites amurensis Hr., Asplenium argutulwn Hr., Podozamites lanceolatus Li ndl. sp. in 
verschiedenen Formen und Gingko sibirica Hr. 

Der zierliche Podozamites Beinii Geyl. hat in Spitzbergen in dem P. pulchellus Hr. 
eine nahe verwandte Art und die Thyrsopteris elongata Geyl. stellt eine Farngattung dar, 
welche in Sibirien und am Amur reich vertreten war. 

Die Vergleichung der Jura-Flora Sibiriens mit derjenigen anderer Länder hat uns 
schon früher ergeben (vgl. Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 14.), dass sie mit der- 
jenigen des Braun-Jura von Yorkshire in England am meisten Uebereinstimmung zeige. 
Diess wird durch die neueste Untersuchung von Dr. A. Nathorst bestätigt. Derselbe hat 
letzten Sommer diese Flora theils in den englischen Museen, theils in Scarborough, der 
wichtigsten Fundstätte englischer Oolith-Pflanzen, untersucht und hatte die grosse Freund- 
lichkeit, mir das Resultat dieser Studien, soweit es auf die sibirische Flora Bezug hat, 
mitzutheilen. Er hat im englischen Oolith folgende Arten, die mit sibirischen überein- 
stimmen, oder doch sehr nahe verwandt sind, beobachtet: 

1 . Thyrsopteris Murrayana Brgn. sp. Die Fiederchen sind auch bei den englischen Exem- 
plaren nicht so deutlich gestielt wie in Brongniarts Figuren; sie sind mit einem breitern 
Theil des Grundes angeheftet. 

2. Thyrsopteris Maackiana Hr. ist bei Saltwick (im Unter-Oolith, der unmittelbar dem 
Lias aufliegt) die häufigste Form. Einige Exemplare haben schmalere Fiederchen und 
ähneln der Sphenopteris thulensis Hr. (Fl. arctica IV. Spitzbergen Taf. VI. Fig. 7. b. c.) 

3. Sphenopteris baicalensis Hr. scheint der Sph. socialis Phil. (Geology Yorkshire 
coast 3. edit. p. 214.) nahe zu stehen. 

4. Sphenopteris Trautscholdi Hr. scheint auch in England vorzukommen. Da indessen 
nur kleine Bruchstücke gefunden wurden, bleibt .diese Bestimmung unsicher. Nathorst 
ist geneigt die Sphenopteris arguta Lindl. (Foss. Fl. III. Taf. 168) hierher zu rechnen; 
aber auch die Sph. cysteoides Lindl. (Foss. Fl. III. Taf. 176. A.) hat ähnlich gebildete 
Fiederchen. « 

5. Dicksonia concinna Hr. Dr. Nathorst fand im Museum von Cambridge im Thon- 
eisenstein eine Farnform, welche in der Stellung der Fiedern und der Form der Fiederchen 
sehr an die D. concinna erinnert. Die Nervatur ist indessen nicht erhalten. 

6. Dicksonia clavipes Hr. Ich habe schon früher auf die grosse Aehnlichkeit dieses 
Farn's mit Sphenopteris nephrocarpa Bunbury aufmerksam gemacht (vgl. Beiträge zur 
Jura-Flora S. 33.), ihn aber getrennt, da die Stiele am Grunde mehr zusammengezogen 
und die Spindel nicht geflügelt ist. Nathorst aber, der das Original in England gesehen 






Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 5 

hat, ist geneigt , sie zu vereinigen ; N wir hätten dann die Art als Bicksonia nephrocarpa 
Bunb. spec. zu bezeichnen. 

7. Asplenium whitbiense Brgn. Die sibirische Pflanze stimmt sehr wohl mit der engli- 
schen überein, nur hat diese öfter etwas grössere Fiederchen. 

8. Asplenium petruschinense Hr. Bei Scarborough. 

9. Asplenium argutulum Hr. Kommt auch in England vor; die Exemplare stimmen nach 
Nathorst vollkommen mit der Form von Tapka überein; die Pecopteris arguta Lindl. ist 
aber nach Nathorst ganz verschieden und gehöre wahrscheinlich zu Bicksonia. Die Sori 
sind immer concav und sitzen am Rande. 

10. Nilssonia orientalis Hr. Dr. Nathorst fand in Scarborough eine Art, welche mit 
der N. orientalis, sehr nahe verwandt ist, ja wahrscheinlich zu derselben gehört. Die Blät- 
ter sind theils unzertheilt, theils in wenige Lappen gespalten; die Nerven sind äusserst fein 
und 'dicht zusammengestellt; das Parenchym zwischen denselben ist nicht aufgetrieben (N. 
taeniopterides Nath.). 

11. Podozamites lanceolatus Lindl. spec. Dr. Nathorst sah in Scarborough von dieser 
Art ein schönes gefiedertes Blatt, das zur Varietät minor gehört. Die Fiedern haben 
eine Länge von 4 Cm. bei 4 — 5 Mm. Breite. Dieselbe Form hat er nebst den P. lanceola- 
tus genuinus und intermedius auch im Raet Schönens nachgewiesen (Flora von Bjuf. S. 74.). 
Nach Feistmantel kommt diese Art auch in Jabalpur vor. 

12. Anomozamites Lindleyanus Schimp. Bei den Blättern, die Nathorst in Scarborough 
sah, sind die Blattlappen relativ etwas länger und die dazwischen liegenden Buchten etwas 
schmäler, als bei den Blättern der Tapka. Die Grösse der Lappen variirt übrigens sehr 
und Nathorst zieht auch die Taeniopteris major Lindl. und T. minor Lindl. zu die- 
ser Art. 

13. ßaiera angustiloba Hr. In einem neuen pflanzenführenden Lager von Scarborough, 
welches zu oberst liegt, entdeckte Nathorst eine Baiera, welche nahe an die vorliegende 
Art sicli anschliesst, bei der aber die Theilung der Lappen etwas höher oben stattfindet. 

14. Gingko Huttoni Stbg. spec. mit mehr. getheilten und etwas schmälern Lappen. 

15. Gingko digitata Brgn. sp. 

Von dieser Art fand Nathorst in Scarborough Uebergänge zu G. integriuscula Hr., 
bei welcher das halbkreisrunde Blatt fast ganzrandig ist und nur ein paar ganz seichte Ein- 
schnitte hat. Wir haben daher G. integriuscula als eine Varietät der G. digitata zu betrach- 
ten, um so mehr, da auch bei der lebenden Art (G. biloba), ausser den zweilappigen Blät- 
tern, fast ganzrandige und auf der andern Seite an Wasserschossen tief handschnittige 
Blätter vorkommen. 



6 Peof. Dr. Oswald Heek. 

Von Gingko fand Nathorst in Scarborough ein männliches Amentum mit schön er- 
haltenen Anthcren, deren drei an der Spitze des Fadens sitzen. 

16. Czekanowskia setacea Hr. Nathorst hat schöne Exemplare mit Kurzzweigen und 
deutlichen Niederblättern in Gristhorpe gefunden; ferner erhielt er in Scarborough einige 
Bruchstücke mit getheilteu Blättern, welche mit der G rigida Hr. übereinstimmen. 

Solenites Murray ana Li ndl. (Fossile Flora II. S. 105. Taf. 121.), welche in der 
Gristhorpe-Bai bei Scarborough häufig vorkommt, wurde von Nathorst auch in Claughton 
massenhaft gefunden. Sie bildet da sogar kleine Kohlenstreifen und liegt meist büschel- 
förmig beisammen, doch hat Nathorst keine Niederblätter aufgefunden und die Blätter, 
welche sonst denen, der Czekanowskia rigida sehr ähnlich sehen, scheinen unverästelt zu 
sein, daher sie nicht zu dieser Art gebracht werden können und- eher zu Leptostrobus an- 
gustifolia gehören dürften. 

In Berücksichtigung der grossen Entfernung der englischen Fundstätten von denen 
Ostsibiriens ist die Zahl der gemeinsamen Arten sehr beträchtlich und lässt nicht zweifeln, 
dass die Ablagerungen, welche diese Pflanzen einschliessen, demselben Zeitalter angehören. 



XU. Beselxreibiaiio- der .Ajr ten, / 

Filices. 

1. Thyrsopteris Murrayana Brgn. sp. Taf I. Fig. 1. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 30. Taf. I. 4. IL 1—4. VIII. 11. b. 
Ein sehr schön erhaltenes Stück (Fig. 1.) zeigt uns die fertilen Fiedern; zahlreiche 
runde Becherchen stehen in Aehren, die traubenförmig zusammengestellt sind. 

2. Thyrsopteris Maackiana Hr. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 31. Taf. I. 1—3. IL 5. 6. 
Mehrere wohl erhaltene Fiedern von Ust-Balei liegen nahe beisammen. Die kleinen, 
kurzen Fiederchen sind 3 — 5-lappig; das kurze Stielchen, an dem sie befestigt sind, ist 
etwas an der Spindel decurrirend. Ein von Dr. A. Nathorst im Unter-Oolith von Salt- 
wick gefundenes und mir mitgetheiltes Stück stimmt völlig mit der sibirischen Pflanze 
überein. " 

3. Sphenopteris amissa Hr. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 35. Taf. IL 14. 
Die 2 neu in Ust-Balei gefundenen Stücke sind nicht vollständiger, als die früher dar- 



Nachträge zur Jura -Flora Sibiriens. 7 

gestellten; es sind je 2 Fiederchen gegenständig und am Grunde verbunden; sie sind ei- 
förmig und vorn stumpf gezahnt. 

4-. Adiantites spec. Taf. I. Fig. 2., zweimal vergrössert 2. b. 

Das Fig. 2. dargestellte Fragment von Ust-Balei ist zur sichern Bestimmung zu un- 
vollständig erhalten. An der dünnen, etwas gebogenen Spindel sitzen die zarten Fieder- 
chen, welche fiederspaltig gelappt sind, ob aber diese Lappen ganzrandig oder weiter ge- 
lappt oder gezahnt, ist nicht zu ermitteln. Die Secundarnerven sind gabiig getheilt. 

5. Asplenium whitbiense Brgn. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens. S. 94. Taf. XVI. 8. XX. 1. 6. XXI. 3. 4. XXII. 4. g. g. c. 

• Schmalhausen 1. c. S. 17. Taf. IL 2—10. 
Älethopteris whitbyensis Feistmantel Flora of Kach S. 22. Taf. III. 1 — 4. XII. 3. 

Flora of Jabalpur S. 27. 

Zwei Blattstücke von Ust-Balei. 

Feistmantel zieht für diesen Farn die ältere Bezeichnung Älethopteris vor, da ich 
aber nachgewiesen habe, dass die Bildung der Fruchthäufchen ihn zu Asplenium {Dipla- 
ziwm) weist und dies auch durch Schmalhausen (1. c. S. 19.), der ein fertiles Blatt 
aufgefunden hat, bestätigt wird, muss er dieser Gattung einverleibt werden. 

6. Cyathea Tchihatchewi Schmalh. Taf. I. Fig. 3. 

C. fronde bipinnata, pinnis elongatis, lanceolatis, rhachi anguste marginata; pinnulis 
patentibus leniter sursum curvatis, oblongo-lanceolatis, apice acuminatis, margine crenatis, 
5 — 7 m. m. latis, 10 — 19 m. m. longis, nervo primario tenui, nervis secundariis sub an- 
gulo acuto egredientibus, dichotomis vel furca'tis; pinnulis fertilibus revolutis, soris sub 
crenulis ad angulos nervillorum impositis. 

Schmalhausen Beiträge zur Jura-Flora Russlands. S. 24. 48. Taf. IL 12. III. 1—6. VIII. 2, 

- Ust-Balei, 

Herr Prof. Schmalhausen hat viel vollständiger erhaltene Wedelstücke von Kusnezk 
in Westsibirien erhalten und in seiner Abhandlung über die Jura-Flora von Kusnezk abge- 
bildet und beschrieben. Er rechnet dazu auch die Splienopteris anthriscifolia Goepp. und 
Sph. imbricata Goeppert in Tchihatcheffs voyage dans 1' Altai S. '387. Taf. 28 und 29. 
Ist ähnlich dem Asplenium distans Hr. (Beiträge zur Jura-Flora S. 97), die Fiederchen 
haben dieselbe Form, sind aber am Rande mit stumpfen Kerbzähnen versehen. Diese stum- 
pfen Zähne unterscheiden die Art auch von der Pecopteris denticulata Brongn. (Neuropteris 
ligata Lindl. Foss. Fl. I. Taf. LXIX.) 



8 ' Peof. Dr. Oswald Heer. 

Von Ust-Balei liegt zwar nur ein Fetzen der Fieder vor, dieser ist aber sehr schön 
erhalten. Die Fiederchen sind fast gegenständig; am Grund am breitesten und die Ecken 
etwas abgerundet. Die ganz flachen , aber breiten Zähne sind stumpf, in jeden läuft ein 
sehr schwacher Secundarnerv. Dieser ist zunächst in zwei Gabeln gespalten; der untere 
Gabelast bleibt meist einfach, während der obere nochmals in 2 Aeste getheilt ist. Dieselbe 
Nervation zeigen auch einige von Schmalhausen abgebildete Blattfiedern, so Taf. III. 
Fig. 1. und 5b., während bei den meisten die Secundarnerven zweimal gabiig getheilt sind 
und jeder Gabelast sich weiter in zwei Aeste thcilt. Nach Schmalhausen sind die Fie- 
derchen zu untcrst verbunden, während sie bei dem Exemplar von Ust-Balei frei sind; in- 
dessen sehen wir aus den schönen, von Schmalhausen auf Taf. II. 12. und III. 1. abge- 
bildeten Wedelstücken, dass auch bei diesen die äussern Fiederchen frei werden. 

Schmalhausen hat auf Taf. III. Fig. 2 seiner Abhandlung- ein Wedelstück abgebil- 
det, das wahrscheinlich fertile Fiederchen besitzt. Sie sind stark gewölbt und am Bande 
etwas eingerollt; zwischen der Gabelung derNervillen ist eine Vertiefung, in welcher wahr- 
scheinlich ein Sorus gesessen hat, der aber nicht erhalten ist. Darauf und auf die Form 
und Nervation des Laubes sich stützend, bringt Schmalhausen diesen Farn zu Cyatlwa 
und erinnert an die G. medullaris Sw. aus Neuseeland. 

7. Protorhipis reniformis Hr. Taf. I. Fig. 4. a. 

Pr. fronde reniformi, integerrima, 2 Cm. lata, nervis obsoletis, soris rotundatis. 

Auf derselben Steinplatte mit den Fruchtzapfen von Kaidacarpum sibiricum, Blättern 
von Czekanowskia setacea und Baier a longifolia liegt ein nierenförmiges kleines Blatt, das 
in der Form so sehr mit dem der Protorhipis asarifolia Zigno (Fl. foss. Oolith. S. 180. Taf. 
IX. Fig. 2.) übereinkommt, dass es wohl demselben Genus zuzutheilen ist, obwol allerdings 
die verwischte Nervation eine ganz sichere Bestimmung nicht zulässt. Das Blatt ist ganz- 
randig, nierenförmig und hat eine Breite von 2 Cm. bei einer Länge von 12 Mm. Mit der 
Loupe bemerkt man einige sehr zarte von der Insertionsstelle auslaufende Nerven, welche 
verästelt zu sein scheinen; sie verbindende Aederchen, wie dies bei Protorhipis angegeben 
wird, sind nicht zu sehen. 

Auf der Mitte der Blattfläche haben wir einige (3 deutliche) kreisrunde Eindrücke, 
welche wahrscheinlich von den Fruchthäufchen herrühren. 

Es hat Dr. Nathorst 2 Arten von Protorhipis (Pr. crenata und Pr. integrifolid) aus 
dem Baet von Bjuf beschrieben (On> Floran i Skanes kolförande Bildningar. 1 Fl. vidBjuf. 

Stockholm 1879 p. 57.); welche aber von der sibirischen Art sehr abweichen. 

i 

Lycopodiaceae. 

8. Lycopodites tenerrimus Hr. 

Beiträge zur Jura-Fora S. 42. Taf. XV. 1. 2 — 8. 
Die neue Sammlung enthält mehrere ziemlich grosse Stücke von Ust-Balei, welche 



Nachtrage zur Jura-Flora Sibiriens. 9 

mit dem auf Taf. XV. 5. abgebildeten übereinstimmen. Die dünnen Zweige sind dicht mit 
zarten, abstehenden Blättern besetzt. Früchte, sind nicht erhalten. 



Episelaceac. 

9. Phyllotheca sibirica Hr. Taf. I. Fig. 5. G. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibir. Fl. aret. IV. S. 43. Taf. IV. 1 — 7. Boiträge zur foss. Fl. Sibir. Fl. aret, 

V. S. 5. Taf. IL 1—4. 

Bei Taf. I Fig. 5. haben wir ein ziemlich langes, zusammengekrümmtes Stengclstück 
mit etwa 12 Mm. langen Gliedern, die mit Blattscheiden bekleidet, welche in die borsten- 
förmigen Blätter auslaufen. Unter den Knoten sind auch hier die kleinen runden Sclieibchen 
in regelmässigen Abständen. Neben dem Stengel liegen zwei Aehren, welche wahrschein- 
lich dieser Art angehören. Die kleinere hat einen dünnen Stiel, ist 14 Mm. lang, bei 6 Mm. 
Breite; sie besteht aus zahlreichen schwarzen Schuppen, die aber So dicht übereinander 
liegen, dass ihre Form nicht zu erkennen ist. Die zweite hat einen dickern nackten Stiel und 
eine Breite von 7 Mm.; da sie vorn abgebrochen, ist ihre Länge nicht zu bestimmen. Die 
Schuppen liegen auch dicht übereinander, doch sehen wir wenigstens bei ein paar Stücken, 
dass sie auswärts schildförmig verbreitert sind, ohne dass die- Form des Receptaculums 
näher zu bestimmen ist. Ausser diesen zwei bei den Stengeln von Phyllotheca liegenden 
Aehren, sind noch mehrere in der Sammlung, welche hierher zu gehören scheinen, aber die 
Bildung der Receptacula nicht erkennen lassen. Sie ähneln sehr den Kätzchen von Baiera, 
sind aber kleiner, namentlich schmäler. 

Durch diese Fruchtähren schliesst sich unsere Pflanze nahe an Equisetum an; würde 
freilich im Stand dieser Fruchtähren sehr abweichen, wenn sie an den Scheibchen befestigt 
' gew^c -ui, W as freilich nicht wahrscheinlich ist. 

Von einem viel dickern Stengel ist ein Durchschnitt in Fig. 6 dargestellt; er ist von 
einem Kranz von Blättern umgeben, die einen deutlichen Mittelnerv haben. 

Schmalhausen hat in seiner Abhandlung über die Jura-Pflanzen Russlands fünf neue 
Phyllotheca- Arten beschrieben, und von einer, der Ph. deliquescens Gocpp. sp., auch den 
Fruchtstand dargestellt. Es stehen hier, wie bei Equisetum, zahlreiche schildförmige Recep- 
tacula in einer Aehre, sie werden aber durch 2 — 3 Wirtel steriler Blätter unterbrochen, 
so dass hier gleichsam mehrere, durch Blattscheiden getrennte Aehren übereinander stehen. 
Es ist dies ein Fruchtstand, welcher den Uebergang vom Fruchtstand der Eguiseien zu 
dem der Calamiteen vermittelt, bei welchen fertile und sterile Wirtel alterniren. Bis jetzt 
ist nur bei Phyllotheca deliquescens ein so eigentümlicher Fruchtstand bekannt; bei Phyl- 
lotheca sibirica ist die -Aehre durch keine sterilen Wirtel unterbrochen, diese Art schliesst 

Muiiiunna du l'Aoad. Iiup, doa scieneou, Yiiuiu Siiriu, 2 



10 Prof. Dr. Oswald Heer, 

sich dalier näher an Equisetum an. Wie sicli die andern Arten in dieser Beziehung verhal- 
ten , ist noch nicht bekannt. Nehmen wir zum Hauptmerkmal für Ph/jlloihcca die am 
Grunde zu einer Scheide verbundenen, weiter oben auseinanderlaufenden und ausgebrei- 
teten Blätter so werden wir die Ph. sibirica mit der Ph dclußicsccns zu derselben bringen 
können, sie stellen aber zwei verschiedene Typen dar, die mit der Zeit wohl auch genc- 
risch zu trennen sind. 



Cycadaccac. 

10. Cycadites (?) planicosta Hr. Taf. VII. Fig. 12&. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 44. Tal'. IV. 16. 

Ust-Balei, auf derselben Steinplatte mit den Blättern von Leptostrobus. Das Fig. 126 
abgebildete Blattstück stimmt ganz mit dem schon früher dargestellten übercin , doch 
hat es nur 4 Mm. Breite; der Mittelnerv ist breit und flach, seitliche Nerven sind nicht 
zu erkennen. 

11. Podozamites gramineus Hr. Taf. I. Fig. Sa. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 46. Taf. IV. 13. Beiträge zur foss. Flora Sibiriens S. 21. Taf. VI. 1—3. 

Eine 3 Mm. breite und 10 Cm. lange Blattfieder, die auswärts allmälig verschmälert ist. 
Sie hat 5 sehr zarte Längsnerven. 

12. Podozamites (?) tricostatus Hr. Taf. I. Fig. 7. 

P. foliolis angustis, linearibus, tricostatis, interstitiis subtilissime striatis. 

Ust-Balei. Ein 83 Mm. langes, aber am Grunde abgebrochenes, 3 Mm. breites 
lincarisches Blatt, das von drei scharfen Längsrippen durchzogen ist, die bis in die Blatt- 
spitze laufen. Die Furchen zwischen denselben haben 2 — 3 , äusserst zarte Längs - 
streifen. Fig. Tb vergrössert. 

Hat die Grösse der Blattficdern des P. gramineus Hr. (Beiträge zur Jura-Flora S. 46 
und zur fossilen Flora Sibiriens S. 21), das Blatt ist aber vorn weniger zugespitzt und durch 
die 3 Längsrippen und die Zwischenstreifen ausgezeichnet, welche die systematische Stel- 
lung des Blattes bei Podozamites zweifelhaft machen. 

13. Zamiostrobus spec. Taf. I. Fig. 9. 

Fig. 9. dürfte die grosse Fruchtschuppe eines Cycadeenzapfens darstellen. Sie war 



Nachtkäge zur Jura-Flora Sibiriens. 1 1 

holzig, wie die dicke Kohlenrinde zeigt, schildförmig, stark gewölbt, mit einem dicken, 2 Cm. 
langen Stiel; auf der Unterseite zur Aufnahme von zwei Samen ausgebuchtet! Die schild- 
förmige Partie hat eine Höhe von 12 Mm. und eine Breite von 23 Mm. 



Coiiifcrae. 
Taxineae. 

14. Baiera longifolia Pom. sp. Taf. I. Fig. 10a. IIa. Taf.II. Fig. 4a— b. IV. 1. 2. V. Ib. 3/;.c. 

Heer, Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 52. Taf. VII. 2. 3. VIII. IX. 1—11. X. G. 7. XV. 11k 

Saporta. Flore jurassique III. S. 279. Taf. CLIX. 1. 2. 

Zahlreiche Blätter von. Ust-Balei in verschiedenen Formen und Grössen. 



a. Blatt in 4 Lappen getheilt. Taf. IV. Fig. la. 

Die Lappen haben 5 — 7 Mm. Breite. 

Unmittelbar neben dem Blatt liegt ein männliches Blüthenkätzchen, mit etwa G im 
Kreis gestellten Staubbeuteln, Taf. IV. Ib. Ein ähnliches Blüthenkätzchen liegt auch Taf.II. 
Fig. Ab. neben Blattresten der B. longifolia, Fig. 4a. Wahrscheinlich gehört auch Taf. II. 
Fig. 6 hierher. Das Blatt ist in 4 ungleich lange Lappen getheilt, ihre Vereinigung am 
Grund ist aber nicht zu sehen; die zwei etwas weiter abstehenden Blattlappen gehören wahr- 
scheinlich einem zweiten Blatte an. 

Neben demselben liegt der Same. Der eiförmige Kern hat 12 Mm. Länge und 7 Mm. 
' Breite; er ist von einer 3 Mm. breiten gelbgefärbten ganz platten Zone umgeben, die von 
der fleischigen äussern Partie des Samens herrühren dürfte. 



b. Blatt in 5 Lappen getheilt. Taf. V. Fig. 1. b mit Gingko lepida. 

Das Blatt ist zweimal gabiig getheilt, der linksseitige Lappen allein ist nochmals in 
2 Lappen getheilt, während die 3 andern ungetheilt bleiben, daher im Ganzen 5 Lappen 
entstehen. Das Blatt sitzt an einem dicken, etwas warzigen Zweig. 



c. Blatt mit 6 Lappen. Taf. II. Fig. 5. 

Ein schönes grosses Blatt, das ganz dieselbe Gabeltheilung zeigt, wie ich sie in den 
Beiträgen S. 56 beschrieben und Taf. IX. 2. 4. 6 und VII. 2 abgebildet habe. Die Blatt- 

'2* 



12 Prof. Dr. Oswald Heer 



läppen haben eine Breite von 7 — 8 Mm. Bei einem Blatte erreichen sie aber selbst 10 Mm. 
Breite. Ausser den parallelen deutlichen Längsnerven sind noch viel zartere Zwischennerven. 
Diese grossen Blätter haben einige Aehnlichkeit mit den Blättern der Schizaea elcgans Sw., 
die aber lange Stiele, vorn unregelmässig gespaltene Lappen und viel stärkere Nerven be- 
sitzen. 

Die Sammlung des Herrn Maack enthält zahlreiche Blüthenkätzchen, von denen meh- 
rere mit dem auf Taf. IX. 10 meiner Beiträge abgebildeten übereinstimmen. Die auf 
Taf. II. Fig. 4Z>. und Taf. IV. Ib. abgebildeten liegen auf denselben Steinplatten mit den 
Blättern der Baicra longifolia. Zahlreicher sind aber grössere Blüthenkätzchen mit dichter 
gedrängten Blümchen, wie das auf Taf. IX. Fig. 1 1 der Beiträge zur Jura-Flora Sibiriens 
abgebildete. Die Kätzchen sind gestielt, 20 — 25 Mm. lang, länglich oval, in der Mitte 
7 — 9 Mm. breit; die Staubgefässe so dicht zusammengedrängt, dass sie sich theilweise 
decken; in der Regel sieht man nur kleine, rundliche Eindrücke, die dicht beisammenstehen 
und von den im Kreise gestellten Pollensäcken herrühren. 

Bei Taf. IV. Fig. 2 ist ein Same von 14 Mm. Länge und 8 Mm. Breite; er hat eine 
scharfe, schmale Mittelkante, welche der Kante des Steines entspricht. Ist ganz ähnlich dem 
auf Taf. IX. Fig. 1 der Beiträge zur Jura-Flora abgebildeten Samen. Taf. I. Fig. 10Z> 
dürfte ein junger, noch nicht völlig ausgewachsener Same sein, der neben dem Blatte der 
Baiera liegt; er ist an einem ziemlich dicken Stiel befestigt. 

15. Baiera Czekanowskiana Hr. Taf. I. Fig. 12. Taf. II. Fig. 1—3. III. 4—8. 

B.foliisbreviterpetiolatis, dichotome laciniatis, segmentis4 — 81inearibus, 3 — 4 Mm. 
latis, exterioribus apicem versus angustioribus, apice acuminatis. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 56. Taf. X. 1- — 5. VII. 1. 

Die neue Sammlung enthält mehrere Blätter dieser Art, welche demnach in Ust-Balei 
weniger selten war, als ich früher annahm. Die Lappen des Blattes sind von derselben 
Breite, wie bei den früher dargestellten Exemplaren, so bei Taf. III. Fig. 5 und Taf. II. 
Fig. 1. 

Es zeigt die Art dieselbe Lappenbildung wie die B. longifolia sie hat. 



a. Das Blatt in 4 Lappen getheilt. 

Taf. II. Fig. 1 ist in vier Lappen gespalten, welche eine Breite von 3 Mm. haben. 
Der vierte rechtsseitige Blattlappen ist zu äusserst nochmals in zwei ganz kurze Aeste 
getheilt. >: . . • . 



Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 1 3 



b. Das Blatt mit 6 Lappen. Taf. I. Fig. 12. Taf. III. Fig. 4. 5. 

Das Blatt Fig. 5 ist nahe dem Grunde zunächst in 2 Lappen getheilt und dann noch- 
mals in 2 gespalten, von diesen ist je der äussere Ast vorn nochmals in 2 Aeste getheilt, 
während' der innere ungetheilt bleibt; so dass wir dann aussen 6 Aeste erhalten. Es ist 
also genau dieselbe Lappenbildung, wie wir sie bei der vorigen Art bei c. haben. Dasselbe 
gilt von den auf Taf. I. Fig. 12 und Taf. III. 4 abgebildeten Blättern. 



c. Das Blatt mit 8 Lappen. Taf. II. Fig. 2. 

Bei Taf. II. Fig. 2 ist das Blatt tief unten in 2 Lappen getheilt, jeder dann bald noch- 
mals gespalten, die beiden äussern Aeste gabeln sich ungefähr in derselben Höhe nochmals, 
während die innern erst höher oben sich nochmals spalten; im Ganzen bekommen wir aussen 
8 schmale Aeste; von denen der äusserste auf der rechten Seite nochmals in zwei ganz 
kleine Lappen sich theilt. 

Neben dem Blatt bemerken wir ein mit Blattnarben besetztes Zweigstück, welches 
wahrscheinlich einen Kurzzweig darstellt (Fig. 2 c) und weiter oben sind Reste eines 
Samens, Fig. 2b. 

Bei Taf. III. Fig. 6 haben wir sogar 10 Blattlappen so neben einander gestellt, dass 
sie zu einem Blatte zu gehören scheinen. Da indessen die Basis nicht erhalten ist und daher 
nicht ermittelt werden kann, ob sie wirklich einem Blatte angehört haben, bleibt die Sache 
zweifelhaft. Die Blattlappen haben bei demselben eine Breite von 3 — 4 Mm. Neben den- 
selben liegt ein derber Stiel, der aber nicht diesem Blatte angehört hat. 

Ein Blüthenstand stimmt ganz mit dem in den Beiträgen zur Jura-Flora Ostsibiriens 
Taf. X. 5 abgebildeten überein. An einer ziemlich starken Spindel stehen spiralig angeord- 
net zahlreiche und dicht beisammen stehende, dünne Fäden von 3 Mm. Länge, jeder trägt 
eine Rosette von Blättchen, deren Zahl schwer zu bestimmen ist, da sie theilweise über 
einander liegen und sich decken; es scheinen 6 zu sein. Ich betrachte sie als in Wirtel ge- 
stellte Pollensäcke. Der die Staubgefässe tragende Theil des Kätzchens hat eine Länge von 
15 Mm. und eine Breite von 8 Mm. 

Taf. IL Fig. 3 haben wir unmittelbar neben dem Blatte die Reste eines Samens, der 
wahrscheinlich zur vorliegenden Art gehört. Besser erhalten ist der Same Taf. III. Fig. S. 
Er ist am Grund zugerundet und vorn zugespitzt; 13 Mm. lang und 7 Mm. breit. Er 
stimmt mit dem Taf. X. Fig. 4L der Beiträge zur -Jura-Flora abgebildeten Samen 
überein. 

Taf. II. Fig. 1 liegen fünf etwas kleinere Samen derselben Art bei dem Blatte der 
Baiera Qzekanowskiana. 



14 Prof. Dr. Oswald Heer, 



16. Baiera angustiloba Hr. Taf. III. Fig. 1—3. 

B. foliis petiolatis, profunde dichotoine-laciniatis, segmentis4 — 10, angustc linearibus, 
2 — 2% mm. latis, apice angustatis, nervis longitudinalibus 3 — 4. 

Heer, Beiträge zur foss. Flora Sibiriens. Fl. foss. aret. V. S. 24. Taf. VII. 2. 

Diese früher nur von Ajakit bekannte Art wurde von Hrn. Maack in einer Zahl von 
Blättern in Ust-Balei gefunden. Sie steht der B. Czelcanoivskiana sehr nahe, unterscheidet 
sich aber durch die sehr schmale, schon tief unten gabiig getheilte Blattbasis, die schmä- 
lern Blattlappcn, die am Grunde nicht verbreitert, sondern zuweilen gegcntheils etwas ver- 
schmälert sind und schon von Grund aus weiter auseinander laufen und die geringere Zahl 
von Längsnerven. Von der ebenfalls nahe verwandten B. Münsteriana Pr. sp. unterscheidet 
sie sich durch die weniger starke Zertheilung der Blattspreite und die viel längeren Blatt- 
lappen. 

In der Lappenbildung stimmt sie im Uebrigen mit der B. Csekanoivskiana und B. lon- 
gifolia überein. Wir können folgende Formen unterscheiden: 



a. Blatt in 4 Lappen getheilt. 

Taf. III. Fig. 3 liegen zwei Blätter neben einander und waren wahrscheinlich an dem- 
selben Kurzzweige befestigt. Der rechtsseitige ist an dem keilförmig verschmälerten Grunde 
in zwei Lappen getheilt und jeder weiter oben wieder in zwei, die sehr lang und schmal 
sind (2 Mm.) und unverästelt bleiben; von den Längsnerven treten 2, 3 bis 4 etwas deut- 
licher hervor. . 

b. Blatt in 6 Lappen getheilt. Taf. III. Fig. 2. 

Das Blatt Fig. 2 ist zunächst dem Grund in 2 Lappen gespalten und bald darauf noch- 
mals in zwei getheilt; von diesen Lappen ist jeder äussere vorn nochmals in zwei Aeste ge- 
spalten, während der innere ungetheilt bleibt, so dass wir dann aussen 6 Lappen erhalten. 
Es ist also dieselbe Lappenbildung wie wir sie bei der B. longifolia bei c. und bei Csel;a- 
nowslciana bei b. beschrieben haben. Die Blattlappen haben nur eine Breite von 1 */ 2 — 2 l / 2 Mm., 
sind an der Stelle, wo die Gabelung stattfindet, etwas verbreitert, weiter unten aber schmäler; 
die Aeste sehr lang. 

Es liegen bei Fig. 2 zwei Blätter neben einander, welche dieselbe Lappenbildung be- 
sitzen und wahrscheinlich an demselben "Kurzzweige befestigt waren. 



Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 1 5 



c. Blatt in 8 Lappen gespalten. Taf. III. Fig. 1. 

Bei Taf. III. Fig. 1 haben wir zwei Blätter neben einander, von denen das eine 
in 8 Lappen getlicilt ist. Es zeigt eine dreimalige gabclige Theilung, die erste am Grunde, 
die zweite 5 Mm. höher oben, die dritte um 20 — 30 Mm. noch höher hinauf. Die Blatt- 
lappen sind sehr lang, bei nur 2 Mm. Breite, und sind gegen den Grund zu etwas ver- 
schmälert. 



d. Blatt aussen mit 10 Lappen. Beiträge zur Jura-Flora. S. 24. Taf. VII. 2. 

Hierher gehört das Blatt von Ajakit. Die Blattlappen haben dieselbe Breite und Ner- 
vatur, wie bei den Blättern von Ust-Balei, nur liegen die Gabelungen am Grunde des Blattes 
näher beisammen; bei den Blättern von Ust divergireu sie stärker. 

17. Baiera pulchella Hr. Taf. IV. Fig. 3. 4. 

Heer, Beitrüge zur Jura-Flora S. 114. Beiträge zur foss. Flora Sibiriens. Fl. aret. V. S. 24. Taf. VII. 1 

Von dieser Art, die uns früher nur aus dem Amurland und von Ajakit bekannt war, 
wurde ein Blattfetzen und ein vollständig erhaltenes Blatt von Hrn. Maack in Ust-Balei ge- 
funden. Der Blattfetzen ist nur in der unteren Hälfte des Blattes erhalten (Fig. 4). Es ist 
am Grund keilförmig verschmälert und über demselben in zwei Lappen getheilt, die aus- 
wärts stark sich verbreitern und von zahlreichen, ziemlich stark vortretenden Längsnerven 
durchzogen sind. 

Neben demselben liegt das Blatt der B. longifolia. Vortrefflich erhalten ist Taf. IV. 
Fig. 3. Das Blatt hat eine Länge von 68 Mm., ist am Grund keilförmig verschmälert, in 
zwei Lappen gespalten, die in der Mitte 7 Mm. Breite haben* und vorn ganz stumpf sich 
zurunden. Jeder ist von 6 — 7 deutlichem Längsnerven durchzogen, während die Zwischen- 
nerven verwischt sind. 

1 8. Baiera palmata Hr. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 115. Taf. XXVIII. 2a. d. 

Ust-Balei. Es liegt zwar nur ein Blattfetzen vor, der aber mit dem früher vom. 
Obern Amur abgebildeten übereinstimmt. Das 22 Mm. breite Blattstück ist gegen den 
Grund keilförmig verschmälert und von zahlreichen, fächerförmig sich ausbreitenden Ner- 
ven durchzogen. ■■ ... ' 



16 Pbof. Dr. Oswald Heeb 



1 9. Gingko flabcllata Hr. Taf. IV. Fig. 7a. 

Beiträge zur Jura-Fiora S. 60. Taf. VII. 10. XIII. 3. 4. 

Ein paar Blätter von Ust-Balci, welche mit dem auf Taf. XIII. 3 der Beiträge abge- 
bildeten Blatte übereinstimmen. 

20. Gingko pusilla Hr. Taf. IV. Fig. 8. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 61. Tai". IX. 5. 10. XIII. 5. VII. 0. 
Ein kleines kurzgcsticltes Blatt von Ust-Balci, das am Grund in 6 Lappen gespalten 
ist, die zwei untersten Lappen scheinen unzerthcilt zu sein, sind aber vorn abgebroehen, 
die übrigen sind vorn in 2 Lappen gespalten; sie besitzen 4 Längsnerven. In den Beiträgen 
(S. Gl) steht aus Verschen pedunciilo brevi, statt petiolo brevi. 

21. Gingko sibirica Hr. Taf. IV. Fig. 13. Taf. V. Fig. 5—8. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 61. Taf. VII 5. b. IX. 6. XI. 
Gcylcr, fossile Pflanzen der Jura-Formation Japans. Palacontogr. N. F.1V. 221. Taf. XXXI. 6. 

Schmalkausen, 1. c. S. 34. 

Ausser den Blättern enthält die Sammlung auch männliche Blüthenkätzchen und Sa- 
men. Die Blüthenstände stimmen mit den schon früher abgebildeten überein (Beiträge zur 
Jura-Flora Taf. XI. 16. 9 — 12). Die Staubgefässe stehen in einer ziemlich dichten Aehrc 
und haben 3 Mm. lange Filamente, welche 2 — 3 Pollensäcke tragen. 

Als Samen dieser Art haben wir die Taf. V. Fig. 6 — 8 abgebildeten zu betrachten, 
da sie mit den schon in den Beiträgen Taf. XL 13 — 16 dargestellten übereinkommen. Es 
sind glatte, stark gewölbte Nüsschen, welche von der Stcinschale herrühren. Taf. V. Fig. 8 
ist wahrscheinlich ein noch unentwickelter, und seitlich am Stiel befestigter Same. Taf. V. 
Fig. 1 2 gehört wohl einer anderen Gingko - Art an. Er liegt neben einem Blattrest von 
Gingko lepida. Der Same hat zwar dieselbe Grösse; er hat eine Länge von 9 Mm. und 
grösste Breite Von 6 Mm., er hat aber einen längern Schnabel und ist am Grund stumpfer 
, zugerundet. Dazu gehört auch der in den Beiträgen zur Jura- Flora Taf. XL Fig. 1 5 abge- 
bildete Same. Ob Same von G. lepida? 

Bei Taf. IV. Fig. 13 sitzen zwei Samen am Ende des dünnen Stieles befestigt; sie laufen 
in rechtem Winkel von demselben aus, wie bei Gingko biloba, sind aber stark zusammenge- 
drückt. Der Fruchtstiel ist nicht in seiner ganzen Länge erhalten, wohl aber ist dies bei Taf. V. 
Fig. 5 der Fall. Hier sind die Samen abgefallen, es müssen aber auch zwei vorhanden und an 
einem kurzen Stiele befestigt gewesen sein. Solche Fruchtstiele habe ich schon in den Bei- 
trägen zur Jura-Flora Sibiriens, Taf. X. Fig. 86 und Taf. IV. 1 46 abgebildet. Da bei diesen 
die Samen an kurzen Stielen befestigt, bei Fig. 13. .Taf. IV aber sitzend sind, gehören sie 
wohl nicht zu G. sibirica, sondern einer andern Art; vielleicht zu G. lepida. 



Nachteäge zun Juka-Floka Sibiriens. 1 7 

Einen grossen Ast mit Kurzzweigen , die ganz mit Blattnarben bedeckt sind , hat 
Schmalhausen (1. c. Taf. IV. 6) abgebildet; gehört ohne Zweifel zu Ginlcgo, doch lässt 
sich die Art nicht bestimmen. 

22. Ginkgo lepida Hr. Taf. IV. Fig. Ib. ü — 12. Taf. V. \a. 2. 3a. 4. 

UoitrUgo zur Jura-Flora S. G2. Tai'. Xll.'Vll. 7. 

Die neue Sammlung enthält zahlreiche Stücke und zwar 1 '»lütter und männliche Blü- 
thenkätzchen. 

Bei mehreren Blättern sind die Stiele vollständig erhalten. Bei Fig. 2. Taf. V. hat 
derselbe 7 Cm. Länge; bei Fig.. \a. hat er 4 Cm. Länge; er ist sehr dünn und überall 
gleich dick. Bei Fig. 3. ist ein sehr schön erhaltenes Blatt abgebildet, das mit Baiera lon- 
gifolia und Czekanowskia setacea auf derselben Steinplatte liegt. Es ist tief unten in zwei 
Lappen gespalten, welche noch dreimal in Lappen sich theilen; im Ganzen sind aussen 
14 Lappen; sie sind schmal und vorn zugespitzt. 

Ein sehr kleines Blatt, das in den schmalen vorn zugespitzten Lappen zu G. lepida 
stimmt, ist auf Taf. IV. Fig. Ib. dargestellt. -Es liegt neben einem Blatt der G. fldbellata. 

Ein noch zweifelhaftes Blattstück habe ich Taf. V. Fig. 4. (schwach vergrössert 4.1.) 
abgebildet. Es dürfte ein junges, noch unentwickeltes Blatt sein. Es ist zunächst in 3 Lap- 
pen gespalten , die nochmals in 2 Lappen getheilt sind. Diese sind wahrscheinlich einge- 
rollt, wie diess auch in den Knospen der lebenden Gingko der Fall ist. Es sind diese nach 
Trecul (Ann. des sciences natur. XX. Taf. XXV. Fig. 180—182.) auf Taf. V. Fig. 9— 11. 
dargestellt. Es liegt dieses auffallende Blatt mit zahlreichen Blättern der Gzekanoiuskia se- 
tacea auf derselben Steinplatte. 

Als männliche Blüthenkätzchen betrachte die Taf. IV. Fig. 9 — 12. dargestellten Blü- 
thenstände. Es spricht dafür, dass bei zwei Steinplatten (Fig. 9. und 11.) unmittelbar neben 
dem Blüthenstand das Blatt von G. lepida liegt und dass bei einem - dritten (Fig. 10.) das 
Blatt auf der Rückseite derselben Steinplatte sich findet. Weiter kann dafür angeführt 
werden, dass dieser Blüthenstand demjenigen der G. sibirica sehr nahe steht, einer Art, die 
auch in der Blattform nahe an die G. lepida sich anschliesst. Unterscheidet sich von dem 
Blüthenstand der Sibirica vornehmlich durch die viel längere und schlankere Spiudel und 
die längern Filamente. 

Die Spindel ist dünn, lang, und hin und her gebogen. Bei Fig. 12. ist sie etwa 65 Mm. 
lang, bei Fig. 10. aber sogar 85 Mm., und hier ist die untere Partie des Stieles ziemlich- 
dick. Die Filamente haben bei Fig. 11. eine Länge von 4 l / 2 — 5 Mm., bei Fig. 12. von 
4 Mm. Die Pollensäcke sind grossentheils zerstört, doch stellenweise durch 2 — 3 wagrecht 
abstehende Wärzchen angezeigt. 

Alemoires de l'Acad. Imp. des sciences, Vlline Serie. 3 



18 Prof. Dr. Oswald Heer, 

23. Ginkgo concinna Hr. 

Ein Blatt, ähnlich dem Taf. XIII. Fig. 7. der Beitrüge zur Jura-Flora abgebildeten 
Blatte von Ust-Balei. Die Blattlappcn haben eine Breite von 2 — 3 Mm. 

24. Ginkgo grandiflora Hr. Taf. VI. Fig. 1 — 6. 

Der Blüthenstand hat eine Länge von wenigstens 1 1 Cm. Der Stiel hat am Grunde 
eine Breite von 3 — 4 Mm. Bei Fig. 1. hat der nackte Stiel eine Länge von 4 Cm. Die 
' Achse an welcher die Blüthentheile befestigt sind, ist auch sehr stark (3 — 4 Mm. breit 
und sehr dicht mit Blüthenorganen besetzt, welche ich für nakte Staubgefässe halte. Die 
Staubgefässe haben eine Länge von 5 — 6 Mm. An ihrer Spitze steht ein Wirtcl von 2— 
3 Pollensäcken. Dieselben sind grossentheils zerstört, nur an wenigen Stellen sind sie mehr 
oder weniger erhalten. Sie haben eine Länge von etwa 3 Mm. Eine Spalte ist nicht wahr- 
zunehmen. Bei Fig. 1. ist der Stiel- in seiner ganzen Länge erhalten, ebenso bei Fig. 6. 
Das vollständigste Stück stellt Fig. 4. dar; die Pollensäcke sind aber stark zerdrückt und 
undeutlich. 

Es ist dieser Blüthenstand viel grösser als bei G. sibirica und G. lepida, hat nament- 
lich eine viel stärkere, längere Spindel und grössere Staubgefässe. Es kann sogar in Frage 
kommen, ob derselbe zu Gingko und überhaupt in diese Pflanzengruppe gehöre. Die grosse 
Achnlichkeit mit den Kätzchen von Gingko sibirica und G. lepida macht es indessen sehr 
wahrscheinlich , dass dieses Amentum zu dieser oder doch einer nahe verwandten Gattung 
gehöre und dass daher die schwarzen Knöpfchen an der Spitze der Fäden die Pollcnsäckc 
darstellen. Es kann dafür auch angeführt werden , dass an der Spitze eines Kätzchens auf 
den Pollensäcken kleine , kugelige Körnchen liegen , welche von Pollen herzurühren 
" scheinen. Ob dieser Blüthenstand zu einer auf die Blätter gegründeten Gingko- Art gehöre 
und zu welcher, ist zur Zeit nicht zu bestimmen. 

Die Sammlung des Herrn Maak enthält 7 Blüthenstände dieser Art. 

.25. Czekanowskia setacea Hr. Taf. I. Fig. 11&. c. V. 3d. VI. 13—16. 

Die Sammlung des Herrn Maak enthält zahlreiche Blattbüschel der G. setacea, welche 
stellenweise in grösserer Zahl beisammen liegen und vortrefflich erhalten sind. Auch bei 
diesen Blättern kommen häufig die früher beschriebenen Anschwellungen . vor, welche ich 
als Pilzbildung betrachte. Bei Taf. VI. Fig. 15. haben wir die Blätter noch an den Zweigen 
befestigt. Ein 4 Mm. dicker Ast, theilt sich in zwei Zweige, von denen jeder an der Spitze 
einen Blattbüschel trug; leider ist dieses wichtige Stück stark zerdrückt und die Blätter 
grossentheils zerstört; doch sieht man, dass unzweifelhaft mehrere borstenformige Blätter 
in einem Büschel beisammen standen, dessen Niederblätter aber nicht erhalten sind. Von 
demselben Ast geht tiefer unten ein Fruchtstand aus. An einer 2 Mm. breiten Spindel sind 



Nachträge zun Jura-Flora Sibiriens. -. 10 

die gestielten Samen traubenförmig gestellt, wie bei der Czekan. rigida (cf. Flora aretica 
IV. Taf. XXI. 8a.). Sie sind stark zerdrückt, daher ihre Form schwer zu bestimmen; doch 
sieht man, dass sie kurz oval ..und meist einzeln am Stiel befestigt sind; an einer Stelle in- 
dessen sind zwei, in der Mitte verbundene Samen angedeutet. Deckblätter sind nicht zu 
sehen, auch keine Becherchen am Grund der Samen. Die Stiele sind nach vorn gekrümmt 
wie bei dem CarpolitJies Bulunensis Hr. (Flora aret. V. Taf. IV. Fig. 17), der wahrschein- 
lich zu Czekanowskia gehört. Die Form und Grösse der an den Stielen befestigten Körper- 
chen von Taf. VI. Fig. 15. stimmt zu den Samen, welche ich schon früher zu Czekan. seta- 
cea gezogen habe (Beiträge zur Jura-Flora Taf. X. Fig. 11.). Auch Maak's Sammlung ent- 
hält zahlreiche solche losgetrennten Samen von denen auf Taf. I. Fig. IIb. c. einige neben 
den Blättern liegende dargestellt sind. Sie haben eine Länge von 5 Mm., sind eiförmig, am 
einen Ende stumpf zugerundet, am andern zugespitzt, doch mit sehr kurzer Spitze. Wo 
die Kohlenrinde erhalten, ist sie dick und wo sie abgefallen, hat sie einen tiefen Eindruck 
zurückgelassen, was eine holzige Samenschale anzeigt; die Samen liegen einzeln und sind 
auf beiden Seiten gleich gerundet, es werden daher bei diesen nicht 2 zu 2 der Länge nach 
beisammen gestanden haben, was bei andern der Fall war. Bei der G. setacea standen daher 
die Samen theils einzeln, theils je zu zwei an einem Stiele. 

Taf. VI. Fig. 14. (zweimal vergrössert 146.) halte ich für die jungen Samen dieser 
Art, welche jo zu 2 beisammen stehen. Sie haben nur eine Länge von ?> Mm. bei 2 U / A Mm 
Breite. 

Die Taf. VI. Fig. 13 und 16 mit Blattnarbcn besetzten Aststücke, welche neben den 
Blättern der Czekan. setacea liegen, gehören wahrscheinlich zu dieser Art. 

26. Czekanowskia rigida Hr. Taf. VI. Fig. 7—12. 

Schmalhausen, Beiträge zur Jura-Flora Russlands. S. 30. 80. 

Bei Taf. VI. Fig 7. haben wir die. männlichen Blüthen der G. rigida. An einer ziem- 
lich starken Spindel sind unten zahlreiche Staubgefässe befestigt, welche freilich grossen- 
theils zersötrt sind; doch sind wenigstens einige der rechten Seite erhalten; der Faden hat 
eine Länge von 5 Mm. und ist oben nach vorn gekrümmt und hier nur mit einem Polensack 
versehen, der in fast rechtem Winkel vom Faden absteht ; weiter oben sind an derselben 
Achse Blätter befestigt, welche die Breite, Streifung, und gabelige Theilung der Czekan. ri- 
gida zeigen, von solcher Art auch neben dem Blüthenstand mehrere Bläter liegen; es ge- 
hört daher dieser Blüthenstand zu Czekanowskia rigida und zeigt die Eigentümlichkeit, 
dass an derselben Spindel unten die Staubgefässe, weiter oben aber Blätter stehen, die nicht 
büschelförmig beisammen sitzen, wie an den Kurzzweigen der Czekanowskien. 

Ich habe schon früher von Ust Balei. einen Blüthenstand abgebildet (Beiträge zur 
fossil. Flora Sibiriens, V/Band der Flora aretica S. 7. Taf. I. 18.), der durch die oben 
nach vorn gekrümmten und meist einbeuteligen Staubgefässe von Ginkgo abweicht und habe 

■ " - 3* 



20 Prof. Dr. Oswald Heer, 

damals die Vermuthung ausgesprochen, dass er zu Czekanoivskia gehöre. Diess wird nun 
durch das Taf. VI Fig. 7. abgebildete Stück bestätigt, indem wir bei diesem dieselbe Bil- 
dung der Staubgefässe haben. Freilich weicht es sehr durch die Blätter ab, welche die Spitze 
des Blüthenstandes einnehmen, während diese bei dem früher dargestellten fehlen. Vielleicht 
ist dies aber ein Species-Unterschied und der früher abgebildete Blüthenstand wäre zu G. 
setacea zu bringen, während der Fig. 7 abgebildete unzweifelhaft zu G rigida gehört, oder 
es stellt letzterer eine Abnormität dar, bei der die obere Hälfte der Blüthenspindel statt 
der Staubgefässe Blätter trug. Er würde daher in das Kapitel der Durchwachsungen ge- 
hören. Solche Durchwachsungen kommen zuweilen bei den Zapfen der Coniferen vor, so 
bei Cri/ptomeria und Cuninghamia. Graf Saporta hat von der Cuningh. sinensis einen Zapfen 
abgebildet, der an der Spitze einen beblätterten Zweig trägt. (Flore jurassique III., Taf. 
147., Fig 2., S. 174.) Jedenfalls zeigt der Blüthenstand der Gzekanoivsläa rigida, dass die 
Achse, an welcher die Staubblätter befestigt sind, einem Zweige entspricht. 

Auf Taf. VI. Fig. 10. haben wir auf einer Steinplatte von der Kaja zahlreiche Blätter 
der G. rigida und daneben mehrere Samen, welche mit den auf Taf. XXI., Fig. 8. a. 
der Beiträge zur Jura Flora abgebildeten und sicher zu Czekanoiuskia rigida- gehörenden 
Samen vom Amur übereinstimmen. Dasselbe gilt von den Taf. VI., Fig. 8. und 9. von Ust 
Balei abgebildeten Samen, von denen je zwei beisammen liegen. 

Mit diesen stimmen die Samen, welche Herr Schmalhausen zu Gzekanoivshia zuziehen, 
geneigt ist, nicht überein. Die von ihm auf Taf. V. Fig. 7. a — f seiner Abhandlung abgebil- 
deten Körper scheinen mir kleine Fruchtzapfen einer Cupressinee zu sein, bei welcher sechs 
Zapfenschuppen in einem Wirtel stehen, wie bei Actinostrobus. Taf. V. Fig. 6. (der Same) 
und Fig. 8. seiner Abhandlung gehören wahrscheinlich zu Baiera. Die Mittelkante (im 
Abdruck Furche) rührt von der Kante der Samenschale her; je nach der Lage des Sa- 
mens werden wir die Kante in der Mitte oder am Rande haben. 

Bei Taf. VI. Fig. 11. haben wir neben Blättern der C. rigida einen Ast mit einem 
Zweiglein, der dicht mit Blattnarben besetzt ist. Es müssen hier die Blätter sehr dicht 
beisammen gestanden haben, ohne dass sie aber einen von Niederblättern umgebenen Büschel 
bildeten, daher neben diesen Kurzzweigen nach längere vorkamen, an welchen die Blätter 
auseinander gerückt und in einer Spirale standen, wie dies auch bei der lebenden Ginkgo 
biloba vorkommt. Vielleicht gehört aber dieser Ast zu Ginkgo und nicht zu Czckanowskia, 
deren Blätter dabei liegen. 

Variet. b. Die Blattlappen sind auswärts etwas verbreitert. Taf. VI., Fig. 12. Ein 
zweimal gabelig getheiltes Blatt hat unten nur eine Breite von y 2 Mm. während die Aeste 
über 1 Mm. Breite erreichen. Mehrere solcher, aber zum Theil zerstörter Blätter stehen in 
einem Büschel und werden von Niederblättern umgeben. 



Nachträge zub Jura-Flora Sibiriens. 21 

27. Czekanowskia palmatisecta Hr. Taf. IV. Fig. 5.6. 

C. -foliis palmatisectis, segmentis dichotome furcatis, linearibus, 1 — 2 Mm. latis, apice 
acuminatis. 

Ust ßalei. 

Ist ähnlich der C. rigida, unterscheidet sich aber durch das am Grund bandförmig 
zertheilte Blatt. Fig. 5. ist am Grund in 7 Lappen gespalten, von welchen der mittlere 
breiter ist als die seitlichen; er hat 3 Mm. Breite, während die seitlichen nur iy 2 Mm. und 
ist weiter oben in 2 lange Gabeläste gespalten, von denen jeder 2 Mm. Breite hat. Kleiner 
ist Fig. 6., aber ebenfalls beinahe zum Grund gespalten, so dass die Hauptlappen am Grund 
verbunden sind; jeder ist vorn in zwei Gabeläste gespalten. 

Sehr ähnlich ist die TricJiopitys lachiiata Sap. (Flore jurass. III. S. 2G6 , Taf. 
155., Fig. 3. 4.) Das Blatt ist aber hier am Grund nur in zwei Lappen gctheilt, von denen 
dann jeder weiter sich gabelig spaltet. Es fehlt ferner der Blattstiel welcher für Trichopi- 
tys bezeichnend ist. 

28. Antholithes Schmidtianus Hr. Taf. IX. Fig. 3—5. 

Der Fig. 3. abgebildete Blüthenstand hat eine Länge von liy 2 Cm. Der Stiel hat 
eine Länge von 3 — 4 Cm. und eine Dicke von 2 Mm. Da wo die Blüthenorgane tragende 
Spindel beginnt, ist diese viel dünner und steht im fast rechten Winkel von dem Stiele 
ab ; der Blüthenstand war daher wahrscheinlich an einem senkrecht oder doch steil aufstei- 
genden Zweig befestigt. Die Spindel ist dicht mit Staubgefässen besetzt, welche spiralig 
um die Achse stehen. An der Spitze der Achse liegen sie dicht übereinander und sind sehr un- 
deutlich, stark nach vorn gerichtet; auch etwas tiefer unten entspringen sie in spitzigem 
Winkel, während die näher der Basis in fasst rechtem Winkel auslaufen. Die Staubfäden 
sind auswärts etwas verdickt und tragen 3 — 4 in einen Wirtel gestellte Pollensäcke, welche 
um einen kreisförmigen hellerfarbigen Mittelpunkt herumstehen. DieSäcke sind länglich oval 
am Grund verbunden und etwa 3 Mm. lang. In solcher. Weise glaube ich die an die 
Spindel befestigten Organe deuten zu sollen. Es könnten aber auch kleine Blüthen sein. 
In diesem Falle wäre der etwas verdickte Stiel als ein unterständiger Fruchtknoten zu deuten 
und die 3 — 4 Blättchen würden einen oberständigen, ausgebreiteten Kelch (oder perigonium) \ 
darstellen, wofür die kleine Vertiefung in der Mitte angeführt werden kann. Es würden 
dann unter den Monocotyledonen die Dioscore en und unter den Dicotyledonen die Santa- 
laceen in Betracht kommen. Gegen eine solche Deutung spricht aber, dass die Blüthen- 
achse am Grunde mit einem Gelenk versehen war, der Blüthenstand also ein Kätzchen 
darstellt, das nach dem Verblühen abfiel. Dann ist keine Spur eines Griffels innerhalb des 
vermeintlichen Kelches zu sehen, auch keine an demselben befestigten Staubgefässe. Es ist 



! 
. i 
1 



22 Prof. Dr. Oswald Heer, 

daher wahrscheinlicher, dass dieser Blüthenstand einer Conifere angehöre und ein männli- 
ches Kätzchen darstelle, das dicht mit Staubgefässen besetzt war, deren Faden nach 
oben etwas verdickt und an der Spitze mit 3 — 4 Pollensäcken besetzt vor, oder auch in 
ein 3—4 lappiges Connectiv sich ausbreitete. — Es kann dafür auch die Aehnlichkeit 
mit dem Amentum von Ginlcgo grandiflora angeführt werden, wieder Umstand dass in Ust 
Balei zahlreiche, durch anderweitige Organe dokumentirte Coniferen vorkommen, während von 
Dioscoreenundvon Dicotyledoncn daselbst bislang keine Spur gefunden wurde. Welchem Genus 
freilich dieser Blüthenstand zuzutheilen sei, ist zur Zeit nicht möglich festzustellen. Von 
den fünf Gattungen der Salisburieen, die uns im Gouv. Irkutsk begegnen, kennen wir die 
männlichen Blüthen von drei (Baiera, Ginkgo und Czetomoiusläd), von zwei aber (Phoeni- 
copsis und Trichopitys) sind sie uns noch unbekannt. Vielleicht dass der fragliche A.Schmidti- 
anus einer dieser beiden Gattungen angehört; namentlich kann Phoenicopsis in Frage 
kommen, welche Gattung eine grosse Verbreitung hatte. Freilich könnte dann das auf Taf. 
VII. Fig. G. b. der Beiträge zur fossilen Flora Sibirienus (FL arct. T. V.) dargestellte Ge- 
bilde nicht zu Phoenicopsis gehören. ' 

Fig. 4. stellt ein zweites Exemplar dar; hat auch einen langen dicken Stiel und eine 
dicht mit Staubgefässen besetzte Spindel ; die Pollensäcke sind aber grossentheils zerstört. 
Auch hier ist die Spindel, da wo sie in den Stiel übergeht, wie gekniet. Fig. 5. stellt die Spitze 
eines Blüthenkätzchens dar. 

s 

29. Antholithes paniculatus Hr. Taf. IX. Fig. la. 2. 

Wenn schon bei dem vorigen Blüthenstand es zweifelhaft bleibt, ob er von einem jNa- 
delholz herzuleiten sei, ist das in noch höherm Grade bei den Taf. IX., Fig. 1. aund2. dar- 
gestellten der Fall. Doch sieht derselbe dem Vorigen so ähnlich, dass er wahrscheinlich 
demselben Genus angehört. Rechnen wir ihn zu den Coniferen, haben wir anzunehmen, dass 
die Staubfaden gabelig getheilt sind, wie dies bei den Pandaneen und manchen Euphor- 
biaceen, so bei Ricinus, aber auch bei Gorylus, Betula u. a. m. vorkommt. 

Die Blüthenspindel ist gestreift, von derselben gehen Aestchen aus, die in eine Gabel 
getheilt sind; nur die obersten sind einfach. Diese Aestchen, die ich als Staubfaden be- 
trachte, (die aber auch Blumenstiele sein könnten,) sind oben in ein kelchartiges Connectivum 
erweitert, das in drei, seltener in 4 Lappen gespalten ist (vcrgrössert Fig. 2. b. c.) Die 
Lappen sind schmal und in einem Fall (Fig. 2. b.) läuft eine ziemlich scharfe Rippe vom 
Stiel bis zur Spitze des Lappens hinaus. 

Da bei Fandanus die Staubfaden verästelt sind, glaubte ich früher diesen Blüthen- 
stand, von welchem ich in meinen Beiträgen zur Jura Flora Taf. XV,, Fig. 9. a. die Abbil- 
dung eines freilich nur unvollständig erhaltenen Exemplares gegeben habe, der Gattung 
Kaidacarpum zuweisen zu können. Das viel besser erhaltene Stück, das Taf. IX. Fig. 2. 
-dargestellt, macht aber diese Deutung sehr unwahrscheinlich, da bei Pandanus die Staub- 



Nachträge zur Jura- Flora Sibiriens. 23 

beutel eine andere Form und Stellung haben. Beachtenswerth ist immerhin, dass auf einer 
Steinplatte derselbe Blüthenstand neben dem Blatte des Kaiilacarpum liegt (cf. Tai". IX. 
Fig. 1. a.) . . , 

Taxodiaccao. 
Leptostrobus Hr. 

Strobili stipitati, longissimi, squamis laxe imbricatis, basi angustatis, margine supe- 
riore crenulatis. 

Semina ad basim squamarum gemina, inversa, alata. 

Folia acerosa, ramo abbreviato fasciculata. 

Es wurde die Gattung auf die Zapfen gegründet, welche ich in den Beiträgen zur Jura- 
Flora Ostsibiriens (S. 72.) beschrieben habe. Die neue Sammlung des Herrn Maak enthält 
zahlreiche solche Zapfen. Bei drei Zapfen (Taf. VII., Fig2. 3.4.) liegen mehrere Samen der 
Samaropsis rotundata bei und zum Theil auf den Zapfenschuppen, so das wir kaum daran 
zweifeln können, dass diese Samen zu Leptostrobus gehören. Dickleinen ovalen Körperchcn, 
die ich früher zu dieser Gattung gezogen habe, stellen wahrscheinlich nur die Samenkernc 
dar, bei denen der Flügel abgefallen ist, daher ich früher die Samen als flügellos be- 
zeichnete. 

Als Blätter dieser Gattung betrachte die Taf. VII., Fig. 10 — 12 dargestellten Nadeln. 
Sie stehen wie bei Larix und Cedrus, büschelweise am Ende von Kurzzweigen und sind von 
beträchtlicher Länge. 

30. Leptostrobus laxiflora Hr. Taf. VII. Fig. 1 — 5. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 72. Taf. XIII. 10—13. XV. 91. 

Zahlreiche Zapfen deren Länge variirt. Fig. 1. ist 6y 2 Cm. lang. Der Stiel hat 2 Cm. 
Länge, ist am Grund angeschwollen, an der Seite mit einigen kleinen, angedrückten, schuppen- 
förmigen Blättchen besetzt ; die Zapfenschuppen stehen ziemlich locker beisammen; sie haben 
7 — 8 Mm. Länge, sind vorn nur schwach gekerbt und flach gedrückt. Bei einem zweiten 
Exemplar ist der Stiel 3 Cm. lang, die kleinen Deckblätter stehen weit auseinander ; bei 
einem dritten ist die Spindel nur 1 Mm. dick, die Zapfenschuppen weit von einandar abste- 
hend, vorn mit 3 bis 5 kurzen stumpfen Lappen und auf dem Rücken mit auseinander ge- 
henden seichten Furchen. 

Am wichtigsten sind die zwei Fig. 2. und 4. abgebildeten Zapfenreste, da sie uns auch 
die Samen erkennen lassen. Bei Fig. 2. haben wir zwischen den Blattnadeln, welche wahr- 
scheinlich unserer Art angehören die Spitze eines Zapfens. Die Spindel ist stellenweise 



24 Pkof. De. Oswald Heer, 

durch die Zapfenschuppen verdeckt, die vorn in 3 stumpfe Lappen auslaufen. Bei diesen 
Zapfcnschuppen u. z. Th. auf ihnen aufliegend haben wir die Samen, welche ich als Sama- 
ropsis rotundata beschrieben habe. Der ausgerandete Theil des Flügels und die dickere Partie 
des Kernes liegen oben, die Spitze des Kernes gegen die Basis der Schuppe ; der Same ist 
daher umgewendet, wie bei Pinus und Yoltzia und dass je zwei solcher Samen unter einer 
Schuppe liegen, sehen wir aus den beiden Höhlen, welche die Schuppen besitzen. Die Flügel 
werden sich theilweise gedeckt haben. Aehnlich verhält sich Fig. 4. wo auch der geflügelte 
Same neben den Schuppen liegt. Hier haben wir einen kurzen, am Grund angeschwollenen 
und von Niederblättern bekleideten Stiel. Bei Fig. 3. haben wir neben den Zapfenschuppen 
und Blattresten zweigeflügelte Samen.' . 

Die von. mir früher unter dem Namen Samaropsis rotundata beschriebenen Samen, 
welche in Ust Balei sehr häufig sind und die ich schon damals als Nadelholz-Samen bezeich- 
nete, sind daher mit Leptostroous laxiflora zu , vereinigen. Aber auch die Samaropsis cau- 
data dürfte zu dieser Art gehören und die keimenden Samen derselben darstellen. Die 
Samaropsis minuta ist vielleicht mit dem Lept. crassipes zu verbinden. 



31. Leptostrobus crassipes Hr. Taf. VII. Fig. 7. VIII. Fig. 1. 2. 3. 4. 5. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 73. Taf. XIII. 14. 

Früher war die Art nur von der Kajamündung bekannt; die Sammlung des Herrn 
Maak enthält aber zahlreiche Zapfen von Ust Balei. Bei Taf. VIII., Fig. 2. haben wir den 
am Grund zugerundeten, 9 Mm. breiten und 18 Mm. langen Stiel, der mit angedrückten 
Niederblättern bekleidet. Die Zapfenschuppen stehen dicht beisammen, so dass sie einen, 
wenn auch schmalen, doch geschlossenen Zapfen bilden. Sie sind vorn stumpf zugerundet, 
ganz undeutlich gekerbt, am Rücken flach gedrückt. Der erhaltene Theil des Zapfens ist 85 
Mm. lang. 

Von einem zweiten Zapfen (Taf. VIII., Fig. 1.) ist ein 70 Mm. langes Stück erhalten; 

es hat eine Breite von 15 Mm. und besteht aus 7 — 8 Mm. breiten Schuppen, die vorn 

- nicht gelappt und sehr schwach gekerbt sind; wo er am besten erhalten ist, sieht man eine 

Reihe von kleinen Grübchen, die durch schwache Rippeu von einander getrennt sind. Beim 

Zapfen liegt eine Nadel von 2 Mm. Breite und 85 Mm. Länge, die von 3 — 4 feinen Längs- 

v streifen durchzogen ist. 

Ein dritter Zapfen (Taf. VIII., Fig. 5.) ist nur 50 Mm. lang, wobei 10 Mm. auf den 

Stiel fallen, der 7 Mm. Dicke hat ; die Zapfenschuppen sind vorn in drei gerundete kurzeLappen 

. getheilt, welche indessen nur bei ein paar Stücken deutlich hervortreten. Auch bei diesem 

Zapfen liegt ein 2 Mm. breites Blatt. Aehnliche Zapfen sind Taf. VII., Fig. 7. und VIII. 

4. bei welchen die Schuppen dicht zusammen schliessen. 

Bei einem weiteren 45. Mm> langen Zapfen ist der dicke Stiel sehr kurz und dicht mit 
Niederblättern bekleidet. 



Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. 25 

Das auffallendste Stück ist in Taf. VIII. , Fig. 3 abgebildet. Obwohl Basis und Spitze 
fehlen, hat es doch eine Länge von 105 Mm., bei einer Breite von 20 Mm. Der plattge- 
drückte, aber im Leben wahrscheinlich cylindrisebe Zapfen war daher sehr lang und schmal. 
Die Zapfenschuppen haben eine Länge von 9 — 12 Mm. und zeigen dieselbe Breite. Sie 
sind gegen den Grund verschmälert und vorn gerundet, nur sehr schwach gekerbt; platt 
gedrückt und am Rücken mit feinen strahlenförmig verlaufenden Streifen. Neben dem 
Zapfen liegen Blattreste von Ginkgo lepicla (Fig. 3. b.), von Czclcanoiüsltia säacea (3. e.) 
Baiera longifolia (3. e.) und einzelne Früchte von Kaidacarpum (3. d.) 

Aehnelt den Zapfen, weichein der Jura Flora Ostsibiriens S. 47. als Androströbus Sibi- 
riens beschrieben sind. Bei diesen sind aber die Schuppen meist sechseckig und gegen die 
Basis nicht verschmälert. (Taf. IV., Fig. 14., 15.) Immerhin ist die Bestimmung dieser Zap- 
fen als männliche Blüthenstände von Cycadeen zweifelhaft geworden. 

32. Leptostrobus mlcrolepis Hr. Taf. VII. Fig. 6. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 74. Taf. XIII. 15. XV. 9b. 

Das Fig. 6. dargestellte Stück ist von derKajamündung. An einerdünnen Spindel sindklei- 
ne Zapfenschuppen, die aber grossentheils zerstört sind und ihre Form schwer erkennen lassen, 
doch sieht man bei ein paar Stücken, dass sie vorn drei kurze stumpfe Lappen haben. Bei 
einer einzelnen Zapfenschuppe von Ust Balei ist der Rand zugerundet und nicht 'gelappt. 

Bei einem stark zerdrückten Zapfen von Ust Balei, ist der Stiel mit Niederblättern 
besetzt, wie bei L. laxiflora, die Zapfenschuppen sind undeutlich und so gestellt, dass sie 
kaum zusammenschliessen. 

33. Leptostrobus rigida Hr. Taf. VII. Fig. 11—12. VIII. Ib. 5b. 

L. foliis fasciculatis, acerosis, basi ineurvatis, linearibus, 2 mm. latis, valde elongatis, 
binerviis. 

Es liegen mehrere Blattbüschel vor, welche an Kurzzweigen befestigt sind. Diese 
Blätter sind bei 3 Blattbüscheln am Grunde stark umgebogen, wie geknickt; sie stehen 
dicht beisammen, bei Taf. VII. Fig. 11. haben wir 6 Blätter in einem Büschel, zwei davon 
laufen am Grunde zusammen, auch bei Fig. 12. haben wir dieselbe Bildung. Sie müssen 
sehr lang gewesen sein, denn bei Fig. 11. erreichen sie eine Länge von 10y„ Cm. und sind 
doch nicht in der ganzen Länge erhalten. Die Breite beträgt 2 Mm. Sie haben keinen Mit- 
telnerv, wohl aber zwei deutliche Längsstreifen, welche eine flache mittlere Partie des 
Blattes einschliessen. Bei einigen Blättern sieht man in dieser noch einige sehr feine Strei- 
fen, die aber ganz verwischt sind (Fig. IIb. und c. vergrössert)., 

Bei einem Exemplar haben wir am Blatte ganz ähnliche Anschwellungen, wie bei Gze- 
kanowsUa, welche wahrscheinlich auch von Pilzen herrühren. 

Die Blätter stimmen in der büscheligen Stellung, wie in ihrer Form mit den Blättern 

Memoires da l'Acad. Imp. des sciences, Vllme Serie. 4 



2G Prof. Dr. Oswald Hebe. 

übereih, welche Schenk zu Schizolepis Braunii gebracht hat (cf. seine Flora der Grenz- 
schichten p. 179. Taf. XLIV. Fig. 1. 2.), unterscheiden sich aber durch die Nervation, 
indem sie keinen Mittelnerv haben. Siegehören daher nicht zu dieser Gattung, wogegen, 
sie wahrscheinlich mit Leptostrobus zu vereinigen sind, welche Gattung in dieselbe Familie wie 
Schizolepis gehört. Es spricht dafür namentlich der Umstand, dass wir öfter diese Blätter 
in der unmittelbaren Nähe der Zapfen von Leptostrobus- finden (vgl. Taf. VII. Fig. 2. 3. 
Taf. VIII. Fig. 1. und 5.). In zwei Fällen liegen die breiten Blätter bei den Zapfen von 
Leptostrobus laxiflorus, in zwei andern aber, bei denen von Leptostr. crassipes (VIII. 1. und 
5b.); es ist daher noch nicht zu entscheiden, zu welcher Art sie zu bringen sind. Es ist 
wahrscheinlich, dass die breitern Blätter zu einer, die schmälern (L. cmgusüfolia) aber zu 
der andern Art gehören. Wir sind genöthigt sie mit besondern Namen zu belegen, bis durch 
neue glückliche Funde die Sache sich aufklärt. 

34. Leptostrobus angustifolia Hr. Taf. VII. Fig. 8— 10. * 

L. foliis fasciculatis, acerosis, basi ineurvatis, linearibus, 1 mm. latis, binerviis. 

Ust-Balei. 

Die steifen, linienförmigen Blätter, sind nur halb so breit als bei der vorigen Art, aber 
in gleicher Weise büschelförmig zusammengestellt und am Grund umgebogen und zu je 2 
und 2 genähert. Bei Fig. 10a.' stehen 4 Blätter in einem Büschel, bei Fig. 8. aber 9 und 
bei Fig. 9. deren 7. Sie sind einfach, unzertheilt und von zwei zarten Längsnerven durch- 
zogen (Fig. 10c. vergrössert). 

Die Blätter sind sehr ähnlich denen der Czelcanowsläa rigida, aber immer unverästelt 
und am Grund umgebogen. Da Solenites Murrayana Lindl. (Fossil. Flora IL S. 105. 
Taf. 121.) ähnliche steife und unverästelte linienförmige Blätter hat, gehört sie vielleicht 
zur vorliegenden Art. 

Bei Taf. VII. Fig. 8. liegen bei Z>. mehrere Samen, die mit denen der Czelcanowslda 
setacea übereinstimmen. ...'.■-■ .... 



Schidolepium Hr. 

Strobilus cylindricus; squamae imbricatae, membranaceae, planae, palniatifidae, basi 
attenuatae. 

Es sind cylindrische, 25—30 Mm. lange Zapfen, die von zahlreichen, dicht ziegel- 
dachig übereinander liegenden Schuppen gebildet werden. Die untersten Schuppen sind 
ei-lanzettlich und ganzrandig, dje weiter oben folgenden aber handförmig gelappt. Die Zahl 



Nachträge zur Juea-Flora Sibiriens. 27 

der Lappen ist nicht constant und scheint- vou 3 — 7 zu variiren. Die Schuppe ist flach und 
rippenlos. Die untern unzertheilten Schuppen sind wohl Deckblätter in deren Achsel die 
gelappten Fruchtblätter sitzen, doch ist auffallend, dass in der obern Partie des Zapfens 
diese Deckblätter fehlen. 

Aehnliche Zapfen mit gelappten Schuppen haben wir bei Schizolepis, Ghcirolepis, Palissya 
und Swedenhorgia. Bei Schizolepis sind aber die Schuppen in nur zwei Lappen gespalten, bei 
Cheirolepis sind sie ' kreisrund und fünflappig (selten dreilappig) mit ungleich grossen 
Lappen, bei Palissya hat die Schuppe eine Kückenkante und läuft in eine Spitze aus und 
bei Swedenhorgia ist dieselbe am Grund in einen dünnen Stiel verschmälert und hat scharf 
zugespitzte Lappen. 

35. Schidolepium gracile Hr. Taf. VIII. Fig. 5—12. 

Die Fig. 5 — 12 dargestellten Zapfen waren im Leben sehr wahrscheinlich cylindrisch 
oder cylindrisch-spindclförmig. Sie tragen zweierlei Schuppen, die einen sind hellbraun ge- 
färbt und unzertheilt, während die andern bandförmig gelappt sind. Die erstem stellen wohl 
die Deckblätter, die letztern aber die Fruchtblätter dar. Die erstem sind deutlich am Grunde 
des Zapfens; sie sind elliptisch, vorn zugespitzt; 4 — 5 Mm. lang; über sie ragen die gelapp- 
ten Fruchtblätter hervor, die eine dunklere Farbe haben. In der. obern Partie des Zapfens 
fehlen die Deckblätter und wir sehen nur gelappte Zapfenschuppen. Ob diese frei oder mit 
den Deckblättern verwachsen, ist nicht zu entscheiden. Am besten erhalten sind die Zapfen- 
schuppen bei Fig. 6. (vergrössert Fig. 6. &.). Sie haben hier eine Länge von 4 Mm., bei 
3V2 Mm. Breite, sie sind fingerförmig gelappt, mit 3 — 6 Lappen, diese sind vorn nicht in 
eine Spitze auslaufend und haben keinen Mittelnerv. Bei Fig. 7—9 (Fig. 10 vergrössert) 
sind die Lappen der Schuppe zugespitzt. Die Zapfen sind so stark zusammengedrückt, dass 
die mittlem Schuppen ganz undeutlich sind. Neben dem Zapfen Fig. 12. haben wir eine 
lange, dünne Nadel (von schwach 1 Mm. Breite), welche von zwei Längsstreifen durchzogen 
ist. (Fig. 12. b. vergrössert.) Sie stimmt zu Leptostrobus angustifolia. 

Samen sind keine zu bemerken und würden die Deckblätter fehlen könnte es sich fragen, 
ob diese Zapfen nicht männliche Kätzchen ssien und in diesem Falle zu Leptostrobus 
gehören. 

Abictiiicac. 

1 ■ ■■•■ 

36. Pinus prodromus Hr. Taf. VII. Fig. 12c. 

N Beiträge zur fossil. Flora Spitzbergens S. 45. Taf. VII. 7a. X. 11 — 14. 
• Saporta. Flore jurassique III. Taf. LXI. 

Es liegen drei Nadeln auf derselben Steinplatte mit einem Blattbüschel von Leptostro- 

.'■ 4* 



28 ^ Prof. Dr. Oswald Heer, 

bus und einer Blattfieder von Cycadites planicosta. Sie haben eine Breite von 1 Mm. und 
eines besitzt eine Länge von 10 Cm. Der Mittelnerv ist deutlich. 

37. Pinus Nordensköldi Hr. Taf. I. Fig. Sb. vergrössert 6&. Taf. IX. Fig. 3b. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibir. S. 76. 
Saporta Flore jurassique III. Taf. LXII. 1 — 5. 

Ein paar Nadeln von Ust Balei mit deutlichem Mittelnerv. Bei Fig. 8 bb. haben wir 
feine Querrunzeln. 

Prof. Schmalhausen hat nachgewiesen (1. c. S. 40.) dass die von mir unter obigem 
Namen beschriebenen Blätter an den Zweigen wirteiförmig befestigt waren, was bei Pinus 
nie vorkommt, wohl aber bei der japanischen Gattung Sciaäopüys. Er hat daher die Art 
mit Recht von Pinus getrennt und zu einer besonderen Gattung, die er Cydopitys nennt, 
erhobeu. Sie schliesst sich zunächst an Sciadopitys an, hat steife, linienförmige, von einem 
starken Mittelnerv durchzogene, fein querrunzelige, wirtelständige Blätter. . 

38. Elatides ovalis Hr. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 77. Taf. XIV. 2. 
Saporta Flore jurassique III. Taf. LX. 10. 11. 

Ein Zapfen von 26 Mm. Länge und 14 Mm. Breite. Die Schuppen sind schwarz, etwas 
gewölbt und von der schon früher beschriebenen Form. 

39. Elatides Brandtiana Hr. Taf. VIII. Fig. 16. 17. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens S. 78. Taf. XIV. 3. 4. 

Die Sammlung enthält mehrere Stücke dieser Art, welche mit den schon früher Fig. 
3 und 3 b. abgebildeten übereinstimmen. Am besten erhalten ist der Taf. VIII. Fig. 16. 
dargestellte Zapfen, der in der Mitte breiter ist, als die übrigen. Er hat 31 Mm. Länge 
bei 14 Mm. Breite. Die obern Zapfenschuppen laufen in Spitzen aus. 

Kleiner ist Fig. 17. und hat auch kleinere Schuppen. Es ist dies vielleicht ein männli- 
ches Kätzchen. • 



Gnetaceae. 

40. Ephedrites antiquus Hr. Taf. VIII. Fig. 13—15. 

Beiträge zur Jura-Flora S. 82. 
Fig. 13. haben wir einen gegliederten und fein gestreiften Zweig von beträchtlicher 



Nachträge zue Jura -Flora Sibiriens. 29 

Länge und Fig. 14. die zwei beisammen stehenden, vorn in eine feine Spitze auslaufenden 
Samen, die ganz mit den in den Beiträgen Taf. XIV. Fig. 7. abgebildeten übereinstimmen. 
Dazu kommen mehrere Blättchen, die ich für Deckblätter dieser Pflanze halte. Taf. VIII. 
Fig. 15. stimmt ganz zu dem Deckblatt, das ich in den Beiträgen zur Jura-Flora Taf. VIII. 
Fig. 24. abgebildet habe. Kleiner ist Fig. 15&. 



Pandaueac. 

41. Kaidacarpum sibiricum Hr. Taf. I. Fig. Ab. Taf. IX. Fig. Ib. 6a. 

Beiträge zur Jura-Flora Ostsibiriens Fl. arct. IV. S. 84. Taf. XV. 9— Iß. 

Die neue Sammlung enthält mehrere Zapfen, welche mit den früher abgebildeten über- 
einstimmen. Der am besten erhaltene hat 37 Mm. Länge, bei 17 Mm. Breite; die Früchte 
schliessen am Rande zusammen und ihr Schild zeigt die früher beschriebene Beschaffenheit 
(Taf. I. Fig. Ab). Grösser ist der Taf. IX. Fig. 6a. abgebildete Fruchtzapfen; er hat eine 
Länge von 36 Mm. und eine Breite von 25 Mm.; die Zapfenschilder sind aber grossentheils 
zerdrückt. 

Zu dieser Art gehört wahrscheinlich das Taf. IX. Fig. 1&. abgebildete Blattstück; es 
liegt mit den Blättern der Baiera longifolia, Gzekanowshia setacea und Antliolit. paniculatus 
auf derselben Steinplatte. Das Blatt hat eine Breite von 28 Mm. und ist von 3 stärkern 
Längsnerven durchzogen; jedes interstitium hat 10 — 12 feine parallele Längsnerven, die 
stellenweise verwischt sind. Es ist ohne Zweifel sehr lang und parallelseitig gewesen. Der 
Rand ist ohne Stacheln. Es ist ohne Zweifel das Blatt einer monocotyledonisclien Pflanze und ge- 
hört wahrscheinlich mit den Pandaneen-Früchten zu einer Art. Die Pandaneen haben ähn- 
liche, lange, parallelseitige Blätter, die von zahlreichen Längsnerven durchzogen sind. Frei- 
lich ist der Rand und zuweilen auch die Mittelrippe hier in der Regel mit Stächelchen be- 
setzt, von denen das fossile Blatt aber keine Spur zeigt. Indessen giebt es auch ein paar 
lebende Pandanus- Arten, bei denen die Blätter unbewehrt sind (P. inermis Roxb. und 
P. laevis Rumpf), daher der Mangel an Stacheln das Blatt keineswegs von den Pandaneen 
ausschliesst. 

Ein anderer Blattfetzen ist 12 Cm. lang, aber stark zerdrückt und thcilweise ver- 
schoben; dabei liegen Fruchtschilder von Kaidacarpum. , 

Nach Dr. Nathorst kommen in Stonesfield (England) ganz ähnliche Blätter vor. Er 
theilte mir die Zeichnung eines solchen mit, das die Spitze des Blattes darstellt. Sie ist 
.18 Cm. lang, hat unten 34 Mm. Breite und läuft ganz allmählig in die Spitze aus. Ein 
zweites Stück ist aus der Blattbasis. Diese umfasste den Stengel, ist da 29 Mm. breit, nach 
oben verbreitert sich das Blatt und erreicht bei 20 Cm. Länge eine Breite von 42 Mm. 



30 Prof. Dr. Oswald Heer, 

Das Blatt ist von zahlreichen feinen Längsnerven durchzogen, welche alle gleich stark zu 
sein scheinen, wodurch sich das Blatt von dem sibirischen unterscheidet. 

Dr. Nathorst hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Fruchtzapfen von Hc- 
losis und vou Rhopalocnema denen vou Kaidacarpum sibiricum sehr ähnlich sehen und ist 
daher geneigt diese Pflanze zu den Balanophoreen zu stellen, welche Familie er auch an- 
derweitig in der Jura-Flora nachgewiesen hat. Bei der lldosis guyanensis Rieh, und Bho- 
palocnemis plialloides Jungh. sind die Blüthenspindeln von schildförmigen, 6-eckigen Deck- 
blättern bedeckt unter welchen die weiblichen Blüthen und später die Früchte sitzen, und 
diese Deckblätter haben in der That eine auffallende Aehnlichkeit mit den sechseckigen 
Scheibchen von Kaidacarpum. Sie haben auch eine runde centrale Partie, welche von klei- 
nen Randfeldern umgeben ist. Der in den Beiträgen zur Jura-Flora Ostsibiriens auf 
Taf. XV. Fig. 13. abgebildete Fruchtstand zeigt uns aber, dass bei diesem die Scheibchen 
die Aussenfläcke eines festen, holzigen Körperchens bilden, wie bei Pandanus und dass sie 
nicht schildförmig sind, wie bei den Balanophoreen. Die Körperchen schliessen an der Seite 
aneinander und lassen keine Höhlungen erkennen, wo die Samen liegen müssten, wenn wir es 
mit einer Balanophoree zu thun hätten; auch spricht der dünne, nackte Stiel gegen eine 
Balanophoree. Fig. 13 und 14 scheinen mir daher zu den Pandaneen und nicht zu den 
Balanophoreen zu gehören. Dagegen kann in Frage kommen, ob nicht die auf Taf. XV. 
Fig. 10. 11. 12. 14. 15. und 16. und die in der vorliegenden Abhandlung auf Taf. I. 
Fig. 46. und Taf. IX. Fig. 6. abgebildeten Stücke von dieser Art zu trennen und zu einer 
besondern, den Balanophoreen einzureihenden Gattung zu erheben seien. Es kann dafür an- 
geführt werden, dass bei Taf. XV. 13. die Scheibchen nicht die sechseckige Form. haben 
und dass die Randfelder, die bei den andern Stücken um das centrale Feld stehen, fehlen. 
Auch ist es auffallend, dass bei diesen die Scheibchen immer von der obern Seite vorliegen, 
der holzige Körper also in dem Steine liegen müsste, was schwer verständlich ist. Bei Hc- 
losis und PJiopalocnemis lösen sich die sechseckigen, gefelderten Deckblätter leicht von der 
Spindel los und bleiben auch dann noch zu mehreren vereinigt. Dasselbe mag bei der fos- 
silen Pflanze der Fall gewesen sein und dies mag erklären, dass einzelne Schilder oder auch 
Gruppen von Schildern häufig in Ust-Balei vorkommen. Es sprechen daher in der That be- 
achtenswerthe Gründe dafür, dass wir bis jetzt zwei verschiedene Pflanzen unter Kaidacar- 
pum sibiricum aufgeführt haben, von denen die auf Taf. XV. Fig. 13 der Beiträge zur Jura- 
Flora abgebildete (wozu wahrscheinlich das auf Taf. IX. 1&.. dargestellte Blatt gehört), diesen 
Namen zu behalten hat, während die andern wahrscheinlich eine andere, zu den Balanopho- 
reen gehörende Gattung bilden, für welche Dr. Nathorst den Namen Helosidopsis vorschlägt. — 
Man stellt gegenwärtig die Balanophoreen gewöhnlich zu den apetalen Dicotyledonen. 
Dieselben weichen aber, nebst den Rafflesiaceen, durch den viel einfachem Blütlienbau? 
namentlich den Embryo, der nur aus einem Zellkörperchen besteht und keine Cotyledonen 
besitzt und das sehr einfach gebildete Ei (das zuweilen sogar nur aus einer Zelle gebildet ist) 
sehr von denselben ab und dürften mit der Gruppe der Spadicifloren unter den Mono- 



Nachträge zun Jura -Flora Sibirien«. 31 

cotylcdonen viel näher verwandt sein. Endlicher betrachtete sie als ein Zwischenglied 
zwischen den Phanerogamcn und Cryp togainen. 

42. Dubia. 

Taf. IX. Fig. 9. (vergrössert 9&.) stellt ein Deckblatt dar von 8 Mm. Länge und 
7 Mm. grösster Breite. Es ist kurz eiförmig, am Grund zugerundet und vorn ziemlich spitz. 
Von der Mitte des Grundes gehen 5 Rippen aus, die auseinander laufen und nach oben sich 
verdicken; sie enden plötzlich in der Mitte des Blättchens. 

Bei Taf. IX. Fig. 7. (vergrössert 7b.) haben wir ein ovales, 6 Mm. langes und 3V 2 Mm. 
breites Körperchen, das wahrscheinlich als Same zu deuten ist. Es ist von 3 gebogenen, 
ziemlich scharfen Rippen durchzogen. 

Taf. IX. Fig. 8. (vergrössert 8b.) ein ovales, 4 Mm. langes und 2 Mm. breites Frücht- 
chen oder Same. Ist an einem kurzen Stiele befestigt und von mehreren Längsrunzeln durch- 
zogen. 

Aehnelt den Körperchen, die Graf Saporta als nackte Samen zu Baier a Münsteriana zieht 
(cf. Saporta Flore jurass. Taf. XXVIII. 4.), und stellt vielleicht den jungen Samen einer 
Baicra dar. 



v 



32 



Prof. Dr. Oswald Heer, 



Erklärung der Tafeln. 



Taf. I. 

Fig. 1. Thyrsopteris Murrayana Brgn. sp. Fertile 
Fieder. 

Fig. 2. Adiantites spec. 2b. vergrössert. 

Fig. 3. Cyathea Tchibatchewi Schmalh. 3b. ver- 
grössert. 

Fig. 4a. Protorhipis reniformis Hr. Ab. Kaidacar- 
pum sibiricum'Hr. 4c. Czekanowskia setaceaHr. 

Fig. 5. Pbyllotbeca sibirica Hr. 5a. Stengel, hb. c. 
Frucbtähre. 

Fig. 6. Pbyllotbeca sibirica Hr.; ausgebreiteter Blatt- 
wirtel. 

Fig. 7. Podozamites tricostatus Hr. 7b. ein Blatt- 
stück vergrüssert. 

Fig. 8a. Podozamites gramincus Hr. 8b. Cyclopitys 
Nordcnskiöldi Hr. spec. 8bb. Blattstück ver- 
grössert. 8c. Blätter von Lcptostrobus. 

Fig. 9. Zamiostrobus spec. 

Fig. 10a. Baiera longifolia Pom. spec. 10&. junger 
Same. 

Fig. IIa. Baiera longifolia Pom. spec. 11&. Samen 
von Czekanowskia setacea. 11c. Blattreste. 

Fig. 12. Baiera Czekanowskiana Hr. 

Taf. IL 

Fig. la. Baiera Czekanowskiana Hr. Blatt. Ib. Samen. 
Fig. 2. Baiera Czekanowskiana Hr. 2a. Blatt. 2b. 

Samenrest. 2c. Zweigstück. 
Fig. 3. Baiera Czekanowskiana Hr. 3a. Blatt. 3b. 

Samen. 
Fig. 4a. Baiera longifolia Pom. sp. Ab. Blütben- 

kätzeben. 4c. Same. 4ä\ Pinus-Nadeln? dd. 

vergrössert. 
Eig. 5. Baiera longifolia Pom. spec. 
Fig. 6. Baiera longifolia Pom. spec. 6a, Blatt. 

ßb. Same. 



Taf. III. 

Fig. 1. 2. 3, Baiera angustiloba Hr. 

Fig. 4 — 7. Baiera Czekanowskiana Hr. Blätter. 

Fig. 8. Same. % 

Taf. IV. 

Fig. 1. Baiera longifolia Brongn. la. Blatt. Ib. 
Blütbenkätzchen. 

Fig. 2. Samen. 

Fig. 3. 4, Baiera pulcbella Hr. 

Fig. 5. 6. Baiera palmatisecta Hr. 

Fig. 7a. Ginkgo flabcllata Hr. 7b. G. lepida Hr. 

Fig. 8. Ginkgo pusilla Hr. 

Fig. 9. 10. 1 1. Ginkgo lepida Hr. a. Blätter, b. Männ- 
liche Blütbcn; ebenso Fig. 12. 

Fig. 13. Giukgo sibirica Hr. Samen. 



Taf. V. 

Fig. la. Ginkgo lepida Hr. a. Blatt. Ib. Baiera lon- 
gifolia Pom. spec. 

Fig. 2. Ginkgo lepida Hr. 

Fig. 3a. Ginkgo lepida Hr. 3b. c. Baiera longifolia 
Pom. spec. d. Czekanowskia setacea. 

Fig. 4. Ginkgo lepida Hr. junges Blatt? Ab. ver- 
grössert. 

Fig. 5. Fruchtstiel von Ginkgo. 

Fig. 6. 7. 8. Ginkgo sibirica Hr. Samen. 

Fig. 9. 10. 11. Ginkgo biloba L.; cingcrollto junge 
Blätter. 

Fig. 12. Same von Ginkgo. 



Taf. VI. 

Fig. 1 — 6. Ginkgo grandifiora Hr. 

Fig. 7. Czekanowskia rigida Hr. Männlicher Blü- 



'Nachteäge zue Juea-Floea Sibiriens. 



33 



thcnstand und Blätter. 76. Pollensack schwach 
vergrössert. 

Fig. 8. 9. Czekanowskia rigida Hr. Samen. 

Fig. 10. Czekanowskia rigida Blätter und Samen. 
Fig. 11. Zweig und Blätter. Fig. 12. Blatt 
mit auswärts etwas verbreiterten Lappen. 

Fig. 13. Czekanowskia setacea. Blätter und Zweig. 
Fig. 14. j ungar Same. 146. vergrössert. 

Fig. 15. Czekanowskia setacea Hr. Zweig mit Blät- 
tern und Fruchtstand. 

Fig. IG. Blatt- und Ast-Reste. 

Taf. VII. 

Fig. 1—5. Leptostrobus laxiflora Hr. 1. Zapfen. 

2a. b. Zapfen mit den Samen (Samaropsis). 

c. Blätter. Fig. 3a. Zapfen. 3b. Samen. 3c. 

Blatt. Fig. 4. Zapfen mit den Samen. 
Fig. 5. Zapfen von Kaja. 
Fig. 6. Leptostrobus microlcpis Hr. Kaja. 
Fig. 7. Leptostrobus crassipes Hr. 
Fig. 8a. 9. 10a. Blätter von Leptostrobus angusti- 

folia Hr. 8b. Samen von Czekanowskia? 106. 

Same von Ginkgo. 10c. Blattstück vergrössert. 
Fig. 11. 12a. Leptostrobus rigida Hr. 
Fig. 126. Cycadites planicosta Hr. 
Fig. 12c. Pinus prodromus Hr. 



Taf. VIII. 

Fig. 1 — 3. Leptostrobus crassipes Hr. \a. Zapfen. 
16. Blatt. 2. Zapfen. 3a. Zapfen. 36. Ginkgo 
lepida Hr. 3c. Czekanowskia setacea Hr. 3d. 
Kaidacarpum sibiricum Hr. 3c. Baiera lon- 
gifolia. 

Fig. 4. Leptostrobus crassipes Hr. Zapfen. 

Fig. 5a. Leptostrobus crassipes Hr. Zapfen; 56. Blatt. 

Fig. G— 12. Scbidolepium gracile Hr. G6. 10. ver- 
grössert. Fig. 12. neben dem Zapfen die Nadel 
von Leptostrobus angustifolia. 126. vergrössert. 

Fig. 13 — 15. Epbedrites antiquus Hr. 13. Zweig 
. 14. Zwei Samen. 15. 156. Deckblätter. 

Fig. 16. 17. Elatides Brandtiana Hr. 

Taf. IX. 

Fig. la. Antholitcs paniculatus II r. 16. Blatt von 
Kaidacarpum sibiricum Hr.? c. Baiera longi- 
folia Pom. sp. d. Czekanowskia setacea II r. 

Fig. 2. Antholithes paniculatus Hr. 26. c. vergrös- 
sert. 

Fig. 3. 4. 5. Antholithes Schmidtianus Hr. 

Fig. 6a. Kaidacarpum sibiricum Hr. 66. Baiera Cze- 
kanowskiana Hr. 

Fig. 7. 8. Samen. 

Fig. 9. Deckblatt. 96. vergrössert. 



34 



Peof. Dr. Oswald Heer. Nachteäge zun Jura -Flora Sibiriens. 



Index. 



Adiantites spcc 7 

Antholithcs paniculatus Hr 22 

» Scbmidtianus Hr 21 

Asplenium wbitbiense Brgn. spec 7 

Baiera angustiloba Hr 14 

» Ozekanowskiana Hr. 12 

»• longifolia Pom. spec 11 

» palmata Hr 15 

» pulchella Hr. • . 15 

Cyatbea Tcbibatcbewi Scbmalb 7 

Cycadites planicosta Hr 10 

Cyclopitys Nordenskiöldi Hr. spec 28 

Czekanowskia palmatisecta Hr 21 

» rigida Hr. 19 

» setacea Hr 18 

Elatides Brandtiana Hr. . 28 

» ovalis 28 

Ephedrites autiquus Hr 28 

Ginkgo concinna Hr 18 

» grandiflora Hr. ...... . 18 

• » flabellata Hr 16 

» lepida Hr 17 



pag. 

Ginkgo pusilla Hr , ItJ 

» sibirica Hr 1 (J 

Kaidacarpum sibiricura Hr 29 

Leptostrobus angustifolia Hr 20 

» crassipes Hr ^ 24 

», laxiflora Hr 23 

» microlepis Hr 25 

» rigida Hr 25 

Lycopodites tenerrimus Hr 8 

Phyllotbeca sibirica Hr , 9 

Pinus Nordenskiöldi Hr 28 

» prodromus Hr 27 

Podozamites gramineus Hr 10 

» tricostatus Hr 10 

Protorhipis reniformis Hr 8 

Samaropsis rotundata Hr 24 

Schidolepium gracile Hr 27 

Spbenopteris amissa Hr 6 

Tbyrsopteris Maakiana Hr 6 

» Murrayana Hr 6 

Zainiostrobus spec 10 



ooj^o 



KONGL. SVENSKA VETENSKAPS-AKADEMIENS HANDLINGAR. Bandet 18. ,:o 2. 



NACHTRÄGE 



/AIR 



FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS 



VON 



Dr. OSWALD HEER Prof. 



MIT 6 TAFELN ABBILDUNGEN. 



AN DIE KONIGL. SCHWED. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN EINGEREICHT D. 21 FEBRUAR 1SS0. 



STOCKHOLM, 1880. 

KONGL. liOKTKYCKKKIET, 
P. A. KORSTEDT & SÖNER. 



I. ABTHEILUNG. 

Kreide-Pflanzen von Pattorfik. 

Dw Nauckhoff brachte im Herbste 1871 eine Zahl Pflanzen-Versteinerungen von 
Pattorfik nach Stockholm, welche mir zur Untersuchung übergeben wurden. Schon 
früher hatte Prof. Nokdenskiöld an derselben Stelle, die auf der Nordseite der Halbinsel 
Noursoak (bei 70° 42" n. Br.) liegt, 'gesammelt und in meiner Kreide-Flora der arc- 
tischen Zone habe ich von derselben 27 Arten beschrieben. ') Die Mehrzahl der von 
Dr. Nauckhoff heimgebrachten Pflanzen stimmt mit diesen überein; wir fanden unter 
denselben: Gleichenia Giesekiana, Gl. Zippei, Gl. longipennis, Gl. comptoniaefolia, Gl. 
Nordenskiöldi, Pecopteris Bolbroeana, Equisetum amissum, Frenelopsis Hoheneggeri, 
Sequoia Reichenbachi, S. ambigua, S. rigida, S. Smittiana und Cyparissidium gracile. 
Dazu kommt die Torrcya pai vifolia und Pecopteris Andersoniana, die uns früher nur 
von Akrusak bekannt waren und 3 neue Arten, so dass die Zahl der uns jetzt von Pattor- 
fik bekannten Arten 32 beträgt. Sie gehören der unteren Kreide (dem Urgon) an. 

Wir haben folgende Arten näher zu besprechen: 

1. Asplenium Naucklioffianum Hb. Taf. I. Fig. 9 — 12, (vergrössert 11. 12). 

A. fron de bipinnata (?), pinnis ambitu oblongis, rhachi tenu,i, pinnulis dense ap- 
proximatis, alternis, oblongis, apice obtusiusculis, pinnatifidis, laciniis bilobis, nervis 
seeundariis furcatis. 

Pattorfik. 

Fig. 10 stellt wahrscheinlich die zwei Fiedern eines doppelt gefiederten Blattes 
dar, doch ist die gemeinsame Spindel nicht erhalten. Die Spindel der Blattfieder ist 
dünn und dicht mit Fiederchen besetzt, welche an den Rändern sich berühren oder 
über einander greifen. Die Fiederchen sitzen mit einer breiten Basis an der Spindel 
fest, sind länglich und vorn ziemlich stumpf zugerundet; sie sind fiederschnittig, die 
Einschnitte reichen bis fast zur Mitte des Fiederchens; die Lappen sind vorn in zwei 
kurze, ziemlich stumpfe Lappen gespalten, nur die obersten Lappen und öfter auch der 
unterste sind ganz, unzertheilt. Der Mittelnerv, welcher jedes Fiederchen durchzieht, 
ist ziemlich zart und sendet auf jeder Seite 7 bis 8 Secundarnerven aus, von welchen 
die 5 bis 6 ersten je in eine Gabel sich theilen, die in den Lappen des Fiederchens 
ausläuft; aber auch die obersten unzertheilten Lappen erhalten einen in je 2 Gabeläste 
getheilten Secundarnerv (Fig. 11. 12 vergrössert). , 

Die ganze Oberfläche der Fieder erscheint unter der Loupe äusserst fein punktirt 
und erhält davon ein chagrinirtes Aussehen. Aehnelt dem Asplenium (Diplazium) 
carpophorum Sap. von Sezanne (Flore de Sezanne p. 320. Taf. II. Fig. 5); die Fieder- 

') K. Vetensk.-Akad. Handlingar. Bd. 12. N:o 6, und Flora fossüis aretica III. 1875. 



4 0. HEER, NACHTKÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

chen haben hier dieselbe Form und sind auch fiederschnittig und die Secundarnerven 
in eine Gabel gespalten, die Lappen sind aber unzertheilt und einzelne Secundarnerven 
sind nederig. Saporta vergleicht das A. carpophorum mit dem A. senatum M. von 
Guadeloupe. 

2. Aspidium ursinum Hr.? Taf. I. Fig. 8, vergrössert 8. b. 

A. fremde pinnata, pinnulis discretis, oblongis, basi angustatis, apice obtusiusculis, 
crenatis, inferioribus pinnatifidis, nervis seeundariis subtilissimis. 

Aspidium ursinum Hr.? Flora foss. aret. IL 8 — 462. Taf. XXXIX. 6. a. 

Pattorhk? 

Es liegt nur ein kleines Wedelstück vor. Die Fiederchen stehen ziemlich weit 
aus einander, sind 8^- mm. lang und 41 «mm. breit, am Grund keilförmig verschmälert, 
länglich oval, vorn ziemlich stumpf, am Rand gekerbt, die Kerbzähne gross und stumpf; 
bei den untersten Fiederchen sind die ersten Einschnitte tiefer und die Fieder wird 
liederschnittig. Die Nervatur ist sehr zart, von dem Mittelnerv gehen äusserst feine 
Secundarnerven in spitzen Winkeln aus, ob dieselben weiter veraestelt, ist nicht ganz 
sicher zu ermitteln; bei den untern schient diess der Fall zu sein. 

Ist so ähnlich dem Aspidium ursinum von Kudliset dass es wahrscheinlich zu der- 
selben Art gehört, doch ist es zu unvollständig erhalten zur sichern Bestimmung, wie . 
auch das Stück von Kudliset nur ein kleines Brüchstück des Wedels darstellt. Es kann 
da in Frage kommen, ob die Stelle in Kudliset wo es gefunden wurde, nicht der Kreide an- 
gehört *), wie anderseits ob das Stück von Nauckhoff wirklich von Pattorfik stamme; 
es ist das Gestein etwas verchieden, zwar auch ein grauer, aber hellerer und mehr 
sandiger Schiefer als die übrigen Stücke. 

3. Pecopteris (Polypodium ?) Andersoniana Hr. Taf. I. Fig. 10. b. Taf. IL Fig. 5 — 9. 

Heer S. Vet.-Akad. Handlingar. B. 12. N. 6. 

Fl. foss. aretica III. Kreideflora S. 41. Taf. III. Fig. 7. 

Pattorfik. 

Bei einem Wedelstück, von dem Taf. IL Fig. 8 eine kleine Partie zweimal ver- 
grössert dargestellt ist, haben die Fiederchen 6 mm. Länge; sie sind am Grunde zuge- 
rundet und die katadrome Seite etwas grösser, daher fast geehrt; von dem Mittelnerv 
des Fiederchens gehen jederseits 5 — 6 Seitennerven aus, von denen jeder in eine ein- 
fache Gabel getheilt ist, nach vorn folgt meistens noch ein einfacher Nerv. Die Fieder- 
chen sind frei. 

Während bei dem beschriebenen Stück die Fiederchen etwas grösser sind, als bei 
dem früher publicirten (Flora foss. aret. III. S. 41) sind bei einem andern auf dem- 
selben Steine liegenden Wedel die Fiederchen gegentheils kleiner; ebenso bei mehreren 
weitern Wedelstücken von Pattorfik, welche die Nervation und auch die Sori sehr schön 
erhalten haben. Sie sind Taf. IL Fig. 5 und 6 (vergrössert Fig. 9), dargestellt. Die 
Fiederchen haben hier meist nur eine Länge von 4 mm. bei 2 mm. Breite, sind zwar 
dicht gestellt, doch frei und am Grund zugerundet, zuweilen auch auf der katadro- 
men Seite fast etwas geöhrt; sie haben jederseits 3 — 4 in eine einfache Gabel ge- 

] ) Die dortigen Sandsteine sind theils Cenoman, theils Miocen (cf. Fl. aret. III. Vorrede V — VI). 



KOXGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDLINGAR. BAND. 13. N:G 2. 5 

theilte Secundarnerven, auf welche noch ein einfacher Nerv folgt. Diese Nerven sind 
sehr deutlich. Bei mehreren Blattstücken treten die Sori als 2 Reihen kleiner Wärzchen 
auf; sie sitzen auf dem obern Gabelast und sind kreisrund, ungefähr in der Mitte 
zwischen Mittelnerv und Rand. 

Ist zwar sehr ähnlich Gleichenia Zippei und longipennis, .aber durch die freien, am 
Grunde zugerundeten Fiederchen, die deutlicher vortretende Nervatur und die viel klei- 
nern Sori zu unterscheiden. Die sehr deutlich vortretenden Secundarnerven unterschei- 
den die Art von der Gleichenia thulensis, die auch freie, aber längere Fiederchen hat. 

Die runden, gewölbten Sori, die auf einem Gabelast des Secundarnervs sitzen, 
erinnern lebhaft an Polypodium, bei welcher Gattung wir bei Eu-Polypodium eine ganz 
gleiche Stellung der Sori finden (cf. Hookkr und Baker Synopsis Filicum Taf. V. Fig. 
48. a. b. c). Es dürfte daher unsere Art zu Polypodium gehören. 

,4. Pecopteris Bolbroeana Hr.? Taf. II. Fig. 4. Fl. foss. arct. III. S. 4L Taf. III. Fig. 
6. Pattorfik. 

Ein sehr stark zerdrückter und kaum erkennbarer Blattrest, der wahrscheinlich 
die Blattspitze von P. Bolbroeana darstellt. Es sind mehrere breite Fiederchen nahe 
beisammen; sie sind ticdersehnittig, die Lappen viel kleiner als bei dem in der Fl. arct. 
III. Fig. 6. dargestellten Stück, aber von derselben Form und die Seitennerven sind 
auch theils einfach, theils gabelig getheilt. Ersteres stellt eine Blattüeder mit grössern 
Lappen dar und stammt wahrscheinlich aus einer tiefern Partie des Wedels. 

5. Gleiclienia optabilis Hr. Taf. I. Fig. 13, vergrössert 13. b. 

Gl. pinnis elongatis, linearibus, pinnulis horizontalibus, late ovatis, apice obtusis, 
nervis secundariis obsoletis, simplicibus (?), soris solitariis magnis. 

Pattorfik. 

Es liegt zwar nur ein stark zerdrückter Blattfetzen vor, der aber unverkennbar 
einer Gleichenia und zwar aus der Abtheilung Eugleichenia angehört, indem jedes 
Fiederchen nur Einen, aber sehr grossen Sorus besitzt, der in Form und Stellung- 
ganz zu den lebenden Arten stimmt, unter welchen die Gl. polypodioides Sm. voraus 
in Betracht kommt. Von den Eugleichenien, welche ich im IILten Bande der Flora arctica 
beschrieben habe, unterscheidet sich die Art, durch die beträchtlich grössern Fiederchen 
und die Stellung des Sorus. 

Die Fiederchen haben eine Länge von 3s mm., bei einer Breite von 3 mm., sie 
sind am Grunde am breitesten und nach vorn verschmälert, aber ziemlich stumpf; der 
Mittelnerv ist hier und da angedeutet, doch sehr schwach und die Seitennerven sind 
verwischt, nur an ein paar Stellen sind Andeutungen derselben, die es wahrscheinlich 
machen, dass sie einfach, unverästelt sind. Der Sorus ist kreisrund und hat einen 
Durchmesser von H mm. Er reicht von der Blattmitte bis zum obern Rande des 
Fiederchens; bildet einen tiefen Eindruck mit einem centralen Wärzchen. 

Natliorstia Hr. 

Frons pinnata, coriacea; pinnulaB liberae, sessiles, elongataä, integerrimae, nervo 
medio valido, nervis secundariis subtilissimis, angulo recto vel subrecto egredientibus, 



6 0. HEER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

numerosis, simplicibus vel furcatis. Sori globosi vel oblongo-ovales, biseriales, nervo 
medio valde approximati, a margine remoti; sporangia pauca in or.bem disposita. 

Die Blätter sind gefiedert, mit freien, dicht stehenden, sitzenden langen und 
schmalen Fiederchen, die lederartig gewesen sein müssen, da sie einen tiefen Eindrück 
hinterliessen. Vielleicht sind aber diese Blätter nur die Fiedern eines doppelt gefiederten 
Blattes. Die Secundarnerven sind bei den fertilen Blättern ganz verwischt, nur durch 
sehr schwache Querlinien hier und da angedeutet; bei einigen sterilen Fiederchen der 
N. firma sind sie indessen sehr wohl erhalten (cf. Flora foss. arctica III. Kreidefiora 
Taf. XII. Fig. 1. 2). Von dem starken Mittelnerv laufen sehr zarte Seitennerven in 
rechtem oder fast rechtem 'Winkel aus, die meistens in eine Gabel sich theilen, doch 
zum Theil auch einfach bleiben. 

Die Fruchthäufchen bilden stark hervortretende Wärzchen, müssen daher stark 
gewölbt gewesen sein; bei N. angustifolia sind sie kreisrund und scheinen nur aus sechs 
in Kreis gestellten Sporangien zu bestehen (Taf. I. Fig. 6. b), bei N. firma aber sind 
sie länglichoval; doch erhalten wir über ihre Bildung keine nähern Aufschlüsse. Bei 
beiden Arten stehen die Sori in zwei Reihen und sind dem Mittelnerv sehr genähert, an 
denselben sich anlehnend, dagegen sind sie vom Rande ziemlich weit entfernt. 

Ich hatte früher die N. firma zu Danaeites gebracht. Goeppert hat diese Gattung 
auf ein Kohlen-Farn gegründet (Systema Filic. fossil. S. 380. Taf. XIX) mit kleinen 
Fiedersegmenten, von denen jedes eine doppelte Reihe von getrennten, ovalen Frücht- 
häufchen trägt. Ettingsiiausen hat diesen Namen auf einen Kreide-Farn von Aachen 
angewendet. Unsere Grönlander-Farn weichen aber durch die vom Rand entfernten 
Früchthäufchen sehr von Danaeites ab. Bei dem Kreidefarn von Aachen bilden die 
Sori (wenn man wenigstens die Querbänder so nennen darf) breite Streifen, die von 
der Mittelrippe bis nahe zum Rande reichen; wir müssen daher die Grönländer-Farn 
von dieser Gattung trennen. Die systematische Stellung der neuen Gattung, auf welche 
ich den Namen des trefflichen Phyto-Pala3ontologen Dr. Alfr. Nathorst übertragen 
habe, ist noch zweifelhaft. Die lederartige Beschaffenheit der freien Blattfiedern, die 
Nervation und auch die ovalen parallel gestellten Fruchthäufchen der N. firma sprechen 
für die Marattiaceen, doch bleibt diese Verwandschaft zweifelhaft, so lange der Bau der 
Sori nicht ermittelt ist. Wenn bei N. angustifolia die kreisrunden Sori wirklich nur 
aus 6 in Kreis um eine kreisrunde centrale Höhle gestellten Sporangien bestehen, wäre 
die Gattung mit Kaulfussia zu vergleichen, bei welcher mehrere Fruchtkapseln kreis- 
förmig um eine centrale Höhle herumgestellt sind. Freilich ist bei dieser Gattuno- die 
Zertheilung des Laubes, die Nervation und die Stellung der Fruchthäufchen sehr ver- 
schieden, daher eine nähere Beziehung zu derselben nicht besteht. 

Unter den fossilen Gattungen kann auch Laccopteris Presl in Betracht kommen, 
bei welcher Gattung die runden Fruchthäufchen in 2 Reihen stehen und aus einio-en 
kreisförmig um eine Höhle stehenden Sporangien gebildet sind; bei Laccopteris sind 
aber die Wedel handförmig getheilt, die Fiedern fiedertheilig und die Segmente am 
Grunde verbunden, während bei Nathorstia die Fiederchen frei an der Spindel sitzen. 
Auch die Nervation ist verschieden. Noch mehr weicht in der Nervation Microdictyon 
Sap. ab, welche Gattung- sonst eine ähnliche Stellung der Sori zeigt. 



KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDLINGAR. BAND. 18. N:0 2. 7 

6. Nathorstia angustifolia Hr. Taf. I. Fig. 1 — 6 (restaurirt 6. c). 

N. pinnulis angustis, linearibus, apicem versus attenuatis, soris globosis. 
Pattor fik'. 

Fiedern lederartig, linienförmig, vorn allmählig verschmälert und zugespitzt, 
ganzrandig, mit starkem Mittelnerv, Secundarnerven ganz verwischt, nur bei guter Be- 
leuchtung sieht man mit der Loupe hier und da Andeutungen von horizontalen äusserst 
zarten Linien zwischen den Soris, von denen aber nicht ganz sicher ist, ob sie von den 
Nerven herrühren. 

Die Sori sind kreisrund, haben etwas mehr als 1 mm. im Durchmesser, so dass 
je 4 Sori auf o mm. gehen. Sie sind stark gewölbt und in der Mitte mit einem run- 
den Eindruck versehen. Sie bilden auf jeder Fiedcr zwei eng an die Mittelrippe sich 
anschliessende Reihen, welche auf jeder Blatthälfte nur etwa bis zur Mitte der Blatt- 
spreite liinausreichen. Bei einigen dieser Soris sind mit der Loupe kleine in Kreis ge- 
stellte Wärzchen zu sehen, welche von den Sporangien herrühren müssen, welche wie 
bei Kaulfussia gestellt sind; wahrscheinlich sind es 6, die so im Kreis um eine mittlere 
Höhle herumstehen. (Fig. 6. b. vergrössert). 

Aus Fig. 3 und 5 sehen wir, dass die Fiederchen an einer gemeinsamen, ziemlich 
starken Spindel befestigt sind; es sind also folia pinnata. Die Fiederchen sind ganz 
frei, sitzend, am Grund zugerundet und nur in der Mitte, nicht in der ganzen Breite 
angeheftet. Bei Fig. 4 haben wir ein gegen den Grund etwas verschmälertes und ge- 
stieltes Fiederchen, wir haben dieses wohl als ein Endfiederchen zu betrachten (ein fo- 
liolum terminale). 

Die Fiederchen haben dieselbe Grösse und Form wie bei Laccopteris Dunkeri 
Schenk (die Flora der nordwestdeutschen Wealdenformation Taf. VJII. Fig. 3 — 5), sind 
aber am Grunde frei, nicht unter sich verbunden, wie bei Laccopteris Dunkeri. 

7. Natliorstia firma Hr. Taf. I. Fig. 7 (restaurirt). 

N. pinnulis lineari-oblongis, basi rotundatis, apicem versus attenuatis; soris 
oblongis, horizontalibus, parallelis. 

Danaeites firmus. Heer Flora fossil, aretica. I. S. 81. Taf. XLIV. Fig. 20 — 22. 
III. S. 56. Taf. IX. 1. a. XII. 1. 2. 

KOME. 

Unterscheidet sich von der vorigen Art, durch die breiteren Blattfiedern und die 
länglich ovalen Fruchthäufchen. | 

i 

8. Frenelopsis Holieiieggeri Schenk. Taf. IL Fig. 1 — 3. 

Die Sammlung des Herrn Nauckhoff enthält eine Zahl von Zweigen dieser Art; 
meist sind es lange, dünne, ruthenförmige, gegliederte Zweige, wie Fig. 1 einen solchen 
darstellt; sie sind deutlich gestreift und zeigen hier und da an den Gelenken Spuren 
kleiner schuppenförmiger Blätter. Bei Fig. 1 hat der Zweig eine Dicke von 3 — 4 mm., 
die untern Glieder sind etwa 2 Cm. lang, die obern kürzer; sie sind von 5 — 6 Längs- 
streifen durchzogen. Bei Fig. 3 haben wir einen 11 mm. dicken Ast, von welchem 



8 0. HEER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

zahlreiche, dicht beisammenstehende und nur 2 mm. dicke Zweige auslaufen; sie sind 
urthenförmig, nicht weiter verzweigt und undeutlich gegliedert. Ahnlich ist Fig. 2. 

9. Carpolithes. » 

Taf. II. Fig. 10 und 11 stellen kleine einsamige Früchte dar, welche von Glu- 
maceen herrühren dürften. 

Fig. 10 (zweimal vergrössert 10. b) ist eiförmig, 3^. mm. lang und 2\ mm. breit, 
glatt, mit einem eiförmigen Samen. Es liegen zwei solcher Früchte wohl zufällig bei- 
sammen. 

Fig. 11 (zweimal vergrössert 11. b) ist 11 mm. lang, bei 5 mm. Breite; kurz oval, 
am Grund zugerundet, vorn aber in einen spitzigen Schnabel verlängert. Der einge- 
schlossene Samen ist eiförmig. 

II. ABTHEILUNG. , 
Miocene-Pflanzen aus Grönland. 

Ausser den Kreide-Pflanzen hat Dr. Nauckhoff von seiner Reise nach Grönland 
vom Jahre 1871 eine Zahl von miocenen Versteinerungen nach Stockholm gebracht. 
Er hat dieselben nicht selbst gesammelt, sondern in Godhavn einem Eskimo abgekauft, 
welcher als Fundort Atanekerdluk bezeichnete. Sie liegen jedoch in einem ganz andern 
Gestein, als die uns von früherher von da bekannten Pflanzen. Diese sind in einem 
schweren, rothbraunen, harten, derben Siderit, jene in einem braunen feinen Thon. Da 
dieser in Platten spaltet, sind die Pflanzen auf denselben ausgebreitet und schön er- 
halten. Sie haben eine braunschwarze Farbe und heben sich von dem hellbraunen Gestein 
scharf ab. Sie müssen in einem sehr ruhigen Niederschlag von feinem Schlamm ab- 
gelagert worden sein. 

Von den 12 Arten, welche diese Sammlung enthält, sind 6 Arten nicht in den 
Sideriten von Atanekerdluk gefunden worden und 5 davon für die arctische Flora neu. 
Eine Art (Ceanothus denticulatus) ist überhaupt neu ; 4 sind mir aus dem Unter-Miocen 
Europas bekannt, nemlich: Laurus primigenia, L. Reussii, Iuglans Heerii und Celastrus 
Dianae: eine Art, Magnolia Nordenskiöldi, war uns früher nur aus Spitzbergen bekannt; 
mit den Sideriten von Atanekerdluk gemeinsam sind; Pteris oeningensis, Biota borealis, 
Taxodium distichum miocenum, Myrica borealis, Diospyros brachysepala und Fagus 
Deucalionis. Da diese nur die Hälfte der Arten ausmachen, werden die braunen Thone 
an einer andern Stelle anstehen und wie ich vermuthe, einen etwas tiefern Horizont 
einnehmen. 

Von Pflanzen der Siderite von Atanekerdluk hat Prof. Nordenskiöld eine grosse 



o' 



Sammlung nach Stockholm gebracht und mir den grössern Theil derselben zur Be- 
stimmung zugesandt. Die meisten sind bekannt und haben uns keine neuen Aufschlüsse 
gebracht; zwei Arten aber (Hex dura und Peucedanites Nordenskiöldi) sind neu und 
drei Arten (Quercus pseudocastanea, Celastrus Bruckmanni und Rhamnus rectinervis) 
waren uns noch nicht aus der miocenen Flora der arctischen Zone bekannt. Wir er- 
halten daher für diese aus Grönland 10 neue Arten und die Gesammtzahl der miocenen 



KONGL SV. VET. AKADEMIENS HANDLINGAR. BAND. 18. N:0 2. 9 

arctischen Pflanzen steigt damit auf 377 Arten 1 ). Wir beschränken uns bei Besprechung 
dieser Pflanzen auf die Arten, welche für die arctische Flora neu sind oder doch unsere 
Kenntniss derselben erweitern. 

1. Pteris ooningensis Ung. Taf. III. Fig. 1—4. 8. b. 

Heer Flora tert. Helvet. I. S. 39. III. 154. Flora foss.. arct. I. S. 87. 

Im braunen Thon. 

Fijr. 1 stellt die gewöhnliche Form dieser Art dar, mit kleinen Blattücderchen, 
sehr ähnlich den auf Taf. CXIV. Fig. 5 der Flora helvet. dargestellten Wedelstück en. 
Grösser sind Fig. 2, 3, 4 und 8 b., welche aber doch wohl zu derselben Art gehören. 
Die am Grunde verbundenen Fiederchen sind vorn verschmälert, ganzrandig und die 
Tertiärnerven sind gabelig getheilt. Sie ähneln sehr denen der Pt. incequalis Hb., die 
Fiederchen sind aber beiderseits gleich. 



o J 



2. Biota foorealis Hit. Taf. III. Fig. 5, vergrössert 5 b. 

Flora foss. arct. III. Nachträge zur miocen. Flora Grönlands. S. 7. Taf. I. Fig. 
13—29. 

Im braunen Thon. 

Ein überaus zierlicher Zweig mit alternierenden Astchen, wie bei Biota und Thuja; 
das mittlere Blättchen kaum merklich über die beiden gegenständigen, seitlichen, sichel- 
förmig gekrümmten und vorn zugespitzten Blätter hinausragend oder gleich lang, mit 
einer deutlichen, gegen die Spitze zu, sich verstärkenden Mittelkante versehen. 

3. Taxodium disticlium mioceuuni Hr. 

Im braunen Thon; ein paar Zweiglein mit schmalen Blättern. 

4. Carex Spec? Taf. III. Fig. 17. 

Im Siderit von Atanekerdluk. 

Fig. 17 sind mehrere, in einen Kreis gestellte Früchte; sie sind oval, 2i — 3 mm. 
lang und U mm. breit. Sie sind hohl und mit einer dicken Rinde versehen. Ist 
vielleicht der Durchschnitt einer Aehre von Carex (C. nouarsoakensis?). Die centrale 
Achse, an der die Früchte befestigt waren, ist zerstört und an ihrer Stelle ein Loch. 

1 

5. Populus aretica Hr. Taf. IV. Fig. 1. | 

Siderit von Atanekerdluk. 

Fig. 1 stellt ein schönes, langgestieltes Blatt dar ,mit einem langen Stiel und 
einer eiförmigen Blattspreite, auf welcher die Nerven sich verbreiten und in starken Bo- 
gen sich verbinden. Der Rand ist mit groben, stumpfen Zähnen besetzt. 



l ) Anmerk. In dem Vevzeichniss der miocenen Pflanzen der Polarländer, das ich im dritten Bande der 
Flora fossilis aretica veröffentlicht habe, habe ich 353 Arten aufgeführt, seither kamen dazu 10 neue 
Arten aus dem Grinellland, 4 von der Lena und nun 10 nachträglich aus Grönland. 

K. Vet. Akad. Ilandl. B. 18. N:o 2. 2 



10 0. HEER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

6. Myrica borealis Hr. Taf. III. Fig. 7. 

Flora foss. arctica I. S. 102. Taf. XL VII. Fig. 10. 

Im braunen Thon. 

Das Blatt ist vollständiger erhalten, als das mir früher von Atanekerdluk zuge- 
kommene. Es ist gegen den Grund allmälig verschmälert und der Rand ist mit wenigen, 
weit auseinander stehenden, stumpfen Zähnen besetzt. Die zarten Secundarnerven sind 
weit auseinander stehend und dem Rande genähert. 

Ein zweites Blatt ist viel grösser, hat aber auch weit aus einander stehende, 
stumpfe Zähne. 

7. Fagus Deucalionis Ung. Taf. IV. Fig. 2, 3. 

Fig. 2 stellt ein fast vollständig erhaltenes Blatt aus dem Siderit von Atane- 
kerdluk dar, welches sich durch seine Verschmälerun«; am Blatt^rund auszeichnet. Das 
Blatt ist elliptisch und hat jederseits 10 Secundarnerven; der Rand ist ganz und hat 
nur in der obern Hälfte sehr kleine, einfache Zähne. 

Fig. 3 stellt ein kleineres Blatt derselben Stelle dar. Der kurze Stiel ist erhalten; 
der Rand auf der rechten Seite etwas um£ebosren. Es scheinen s;anz kleine Zähne 
da zu sein. Secundarnerven sind auf jeder Seite neun. 

Aus dem braunen Thon ist ein Blatt da mit strammen, parallelen Seitennerven. 



8. Castanea Ungeri Hr. Taf. IV. Fig. 10. 

Die Siderite von Atanekerdluk enthalten auch in Nordenskiölds Sammlung mehrere 
Blattreste dieser Art. ' Bei Taf. IV. Fig. 10 haben wir ein Blatt dessen Nervation und 
Bezahnung sehr schön erhalten ist. 

Ueber diese Art, die K. von Ettingshausen irriger Weise mit der C. atavia Ung. 
zusammengestellt hat, ist zu vergleichen: Flora foss. arctica V. Flora von Sachalin S. 
37, ferner über die miocenen Kastanienbäume in den Verhandl. der Geolog. Reichs- 
Anstalt 1875. S. 93, und Aufgaben der Phyto-Palrcontologie; Vierteljahrsschrift der 
Zürcher naturforsch. Gesellsch. von 1879. S. 238. 

9. Quercus grönlandica Hr. Taf. IV. Fig. 5. 

Flora foss. arctica I. p. 108. Taf. VIII. Fig. 8. Taf. X. 3. 4. XI. 4. XLVII. 1. 
Bd. II. Spitzbergen. S. 56. Taf. XII. 1 — 4. Grönland. S. 471. 

Siderit von Atanekerdluk. 

Ausser zahlreichen kleinern Blattfetzen enthält die Sammlung ein grosses Blatt, 
das auf Taf. IV. Fig. 5 dargestellt ist. Die Zähne sind zwar grossentheils zerstört, die 
Nervation ist aber vortrefflich erhalten. Unterscheidet sich von den grossen Blättern 
der Castanea Un^eri durch die weiter aus einanderstchenden Secundarnerven und die 
srössern Zähne. 



'ö 



10. Quercus Olafseni Hr. Taf. IV. Fig. 9. 

Hr Flora foss. arct. I. p. 109. Taf. X. 5. XL 7—11. XXVI. 6. XLVI. 10. Bd 
IL Greenland Taf. XLVI. Fig. 2. 

Siderit von Atanekerdluk. 



KONGL. SV. VET. AKADEMIENS IIANDLINGAli. BAND. 18. N:0 2. 11 

Mehrere Blattstücke von verschiedener Grösse. Taf. IV. Fig. 9. zeigt uns, wie 
auch das Taf. XLVI. Fig. 2 der Grönlander-Flora abgebildete Blatt, die wohl 
erhaltene Basis. Wir sehen daraus, dass das Blatt am untersten Grund in den Stiel 
verschmälert ist. Dadurch unterscheidet sich daselbe von A. diplodon Saporta (Gelin- 
den S. od.), das unterhalb der Mitte am breitesten und am Grund zugerundet ist. Sonst 
steht es allerdings dieser Art, wie Saporta hervorgehoben hat, sehr nahe. 

Die Quercus Steenstruppiana Hit unterscheidet sich durch die viel festern, leder- 
artigen Blätter von der Q. Olafsem, wie die kleinern, schärfern Zähne, die alle fast 
gleich gross sind. Die Q. densiflora Hook, aus Californien dürfte dieser am nächsten 
verwandt sein. 

11.. Quercus Lyell! Hit. Taf. IV. Fig. 6—8. 

Heer Flora of Bovey Tracey. S. 40. Taf. XII. 2—9. XIII. 1-4. XIV. 12 b. 
XV. 1, 2. XVII. 4, 5. 

Flora foss. aretica I. S. 108. Taf. XL VII. 9. II. Vol. Fl. of Greenland. S. 471. 
Taf. XLVI. 3. 

Siderit von Atanekerdluk. 

Fig. 7 stellt die obere Partie, Fig. . 8 die Basis des Blattes dar; es ist fast leder- 
artig, der Rand wellig gebogen, vorn in eine schmale Spitze auslaufend. Die feinere 
Nervatur ist unter der Loupe zu sehen und stellt ein sehr feines Netzwerk dar, welches 
die Felder ausfüllt (Fig. 7 b). 

Ein breiteres, vorn weniger verschmälertes Blattstück ist in Fig. 6 abgebildet. Es 
hat einen stark welligen Rand. 

12. Quorcus pseudocastanoa Goeit.? Taf. IV. Fig. 4. 

Heeh Fl. foss. aret. II. Fl. Alaskana S. 32. Taf. VI. 3, 5. 

Das Fig. 4 abgebildete Blattstück stimmt wohl zu den Blättern von Alaska, da 
aber dasselbe sehr unvollständig ist, bleibt die Bestimmung zweifelhaft. Es ist das 
Blatt in tiefe Lappen gespalten; die Lappen sind lanzettlich, ganzrandig und von einem 
Mittelnerv durchzogen. 

13. Platanus Guillelmae Goepp. 

Siderit von Atanekerdluk. 

Zahlreiche, doch fragment. Blattstücke, welche durch die steiler aufsteigenden 
Secundarnerven von Quercus platania sich unterscheiden. 

Zwei Blattfetzen scheinen nicht gelappt zu sein, doch' fehlt die Basis und über- 
haupt die untere Hälfte, so dass vielleicht in der untern Partie doch eine Lappenbild 
verhanden war. Die weit auseinander stehenden See. Nerven laufen in spitzen 
Winkeln aus und sind stark nach vorn gerichtet. Die Zähne stehen wenig hervor, sind 
aber etwas nach vorn gebogen; in dieselben laufen Secundar- und Tertiärnerven aus. 



12 OSW. IIKER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

14. Laurus primigeiiia Ung. Taf. III. Fig. 8 — 13. 

L. foliis subcoriaceis, lanceolatis, acuminatis, integerrimis, nervo primario valido, 
nervis secundariis utrinque 8 — 9, tenuibus, sparsis, sub angulo acuto egredientibus, arcuatis. 

Unger foss. Flora von Sotzka S. 38. Taf. 19. Fig. 1 — 4. Heer Flora tert. Helv. 
II. p. 77. III. p. 184. Lignite of ßovey Tracey p. 44. Ueber die Braunkohlen des 
Zsily-Thales. Mittheil, aus dem Jahrbuch der k. ungar. geolog. Anstalt IL 1872. S. 16. 
Taf. III. 4 — 6. Ettingsiiausen Flora von Bilin IL p. 4. Sismonda terr. tert. de Pie- 
mont p. 50. Saporta etudes I. 210. Taf. VI. s. IL p. 89. Taf. III. 8. III. p. 75. 

Im braunen Thon. 

Das Taf. III. Fig. 8 abgebildete Blatt ist sehr ähnlich den von Ungkr in seiner 
Flora von Sotzka dargestellten. Es ist nicht lederartig, indem es eine zwar schwarz- 
braune, doch ziemlich dünne Kinde auf dem Stein bildet. Es ist lanzettlich, nach vorn 
allmälig verschmälert, auch am Grund verschmälert. Von dem ziemlich starken Mittel- 
nerv entspringen in spitzen Winkeln zarte, weit auseinander stehende Secundarnerven, 
welche in starken Bogen und nahe am Rande sich fortziehend nach vorn verlaufen und 
sich vorn verbinden. Von ihnen gehen zarte Nervillen in rechtem Winkel aus. 
Breitere Blattstücke sind Fig. 11 und 12 und etwas näher beisammen stehende Nerven 
haben Fig. 9 und 10. 

Ein ziemlich vollständiges Blatt ist in der Sammlung, die Nordenskiöld nach 
Stockholm brachte und das als von Atanekerdluk stammend, bezeichnet ist (Fig. 13). 
Das Gestein ist aber ganz verschieden von dem Eisenstein von Atanekerdluk und der- 
selbe braune, feine Thon, in dem die Blätter des llrrn Nauckiioee liegen, daher offenbar 
von derselben Lokalität. Ist diese in Atanekerdluk muss es eine andere Schicht sein, 
als die der Eisensteine. ( 

Das Blatt ist am Grund in den 8 mm: langen Stiel verschmälert, hat eine grösste 
Breite von 22 mm., in spitzen Winkeln entspringende, in starken Bogen sich ver- 
bindende Secundarnerven, welche hier und da sich verästeln und ein grobmaschiges, 
unregelmässiges, grossentheils verwischtes Netzwerk bilden; ein feineres Netzwerk fehlt. 

Es hat schon K. v. Ettingsiiausen seine Zweifel ausgesprochen, dass dieses Blatt 
zu Laurus gehöre und in der That spricht der lange Blattstiel, die nicht lederartige 
Beschaffenheit des Blattes und der Mangel des feinen Netzwerkes nicht nur gegen 
Laurus, sondern überhaupt eine Laurinee. Es scheint das Blatt eher zu Andromeda 
zu gehören. 

15. Laurus ßeussii Ettingii. Taf. III. Fig. 14. 

L. foliis breviter petiolatis, coriaeeis, lanceolatis 1 vel oblongis, basi obtusiusculis, 
margine undulatis, nervis seeundariis sparsis, sub angulo 50 — 60° egredientibus, nervillis 
tenuissimis, angulo recto affixis. 

Ettingshausen Flora von Bilin II Theil. S. 5. Taf. XXXI. 5. 11. 

Im braunen Thon. 

Von der vorigen Art durch die mehr lederartige Beschaffenheit des Blattes und 
die in weniger spitzen Winkeln auslaufenden und weniger nach vorn gebogenen Secundar- 
nerven verschieden. 



KONGL. SV. VET. AKADEMIENS IIANDLINGAR. BAND. 18. NIO 2. 13 

16. Diospyros brachysepala A. Braun. Taf. III. Fig. 15. 16. 

Heeh Flora foss. arct. Lp. 117. 

Im braunen Thon. 

Fig. 15 stellt die Basis eines ziemlich breiten Blattes dar, schmäler ist Fig. 16, 
und gehört zur Form die als D. longifolia bezeichnet wurde. Diosp. lotoides Ung. ist 
kaum davon zu trennen. 

17. Fraxinus dcnticulata He. Taf. VI. Fig. 9. 

Flora foss. arct. I. S. 118. Taf. XVI. 4. XL VII. 2. 
Sidcrit von Atanekerdluk. 

Das Blatt ist grösser und breiter als die früher abgebildeten, stimmt aber in der 
Bezahnung und Nervatur mit denselben überein; es muss eine grösste Breite von 4 Cm. 
gehabt haben, doch ist nur eine Seite erhalten. 

18. Pcuccdanites Nordcnskiöldi Hr. Taf. VI. Fig. 7, vergrössert 7 b. 

P. mericarpiis complanatis, orbiculatis, 6 mm. longis, quinque costatis, striatis. 

Mit einem Blattfetzen der Castanea Ungeri auf demselben Stein von Atanekerdluk. 
Das kreisförmige Fruchtstück ist platt, 6 mm. lang und ebenso breit; 2 feine nahe bei- 
sammen stehende Linien laufen über die Mitte und bilden so eine Mittelfurche, zu jeder 
Seite derselben haben wir zwei Bogenlinien, welche gegen Spitze und Basis convergiren. 
Diese Linien bilden scharf ausgedrückte Streifen. Wahrscheinlich lie^t die Frucht im 
Abdruck vor, daher die Streifen Rippen entsprechen. Eine ähnliche Berippung haben 
wir bei den Peucedaneen, deren Carpellen auch platt sind. Wir haben 3 Rückenrippen 
und jederseitz eine Randrippe, die den Flügelrand .abgrenzt. 

19. Magnolia Nordenskiöldi Hr. Taf. V. Fig. 10. 

Heer Beiträge zur foss. Flora Spitzbergens p. 82. Taf. XXI. 3. XXX. 1. 
Im braunen Thon. 

Ein grosses Blatt, dessen Rand aber zerstört, daher es nicht mit Sicherheit zu 
bestimmen ist. So weit es erhalten stimmt es wohl zu den Blättern von Spitzbergen. 
Es hat weit aus einander stehende Secundarnerven, die theils gegenständig, theils al- 
ternierend sind; sie senden zahlreiche Nervillen aus, die in fast rechten Winkeln aus- 
laufen, und zu einem weiten Maschennetz sich verbinden.' , 



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20. Nordenskiöldia borealis Hr. Taf. VI. Fig. 8. 

Eine wohl erhaltene Frucht aus dem Siderit, stimmend mit Fl. foss. arct. I. Taf. 
XL VII. Fig. 5. f., die ich früher irrig zu Diospyros gebracht hatte und mit Vol. IL 
Spitzbergen Taf. VII. Fig. 8. Es sind aber 13 Fruchtblätter in einen Kreis gestellt, von 
denen 3 kleiner sind als die übrigen. In der Mitte ist die Frucht eingedrückt. 



I 

14 OSW. 11EEU, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

21. Pterospermitos spectabilis Hit. Taf. VI. Fig. 10. 

Heer Fl. foss. arct. IL Grrecnland S. 480. Taf. XLIII. 15. b. L1I1. 1—4. 

Mehrere unvollständige Blattstücke im Eisenstein von Atanekerdluk. 

Var. foiiis dentatis. 

Das Taf. VI. Fig. 10 abgebildete Blatt stimmt in der Form und Nervation so- 
wohl mit Pterospermit. spectabilis, namentl. Taf. LIII. 2 und 3 überein, dass ich es 
nicht von dieser Art trennen mag, obwohl am Kunde des Blattes einzelne Zähne stehen, 
welche dem Pterosp. spectabilis fehlen. Der Rand ist freilich grossentheils zerstört, 
doch an der rechten Seite an einer Stelle erhalten und hier sehen wir, dass am Aus- 
lauf der Tertiärnerven stumpfe, durch eine weite seichte Bucht von einander getrennte 
Zähne sitzen. Von dem Mittelncrv gehen ziemlich oberhalb der Basis zwei grosse ge- 
genständige Secundarnerven aus, welche auf der untern Seite starke, randlau (ige Tertiär- 
nerven aussenden; unterhalb dieser grossen Seitennerven haben wir, wie bei Credneria, 
mehrere zartere, kürzere, in weniger spitzen Winkeln entspringende Secundarnerven. 

Von Pterosp. dentatus H. unterscheidet sich das Blatt, durch seine nicht schild- 
förmige Basis. 

22. Celastrus Diana) Hr. Taf. III. Fig. 6. a. 

Q. foiiis membranaeeis, ellipticis, petiolatis, remote dentatis, nervis seeundariis 
distantibus, sub angulo semirecto orientibus, camptodromis, valde curvatis, apice 
rarnosis. 

Heer miocene baltische Flora p. 44. Taf. X. Fig. 11. XII. Fig. 28. 

Im braunen Thon. 

Ist ähnlich der Quercus pseudo-Alnus Ettingsii. Bilin p. 59, aber das Blatt ist 
nicht lederartig und die Zähne sind nicht in eine dornige Spitze auslaufend. Es stimmt 
dasselbe, so weit es erhalten ist mit dem Blatt des Samlandes. Es hat dieselbe Form, 
ist auch am Grund ungezähnt dann aber mit einfachen, kleinen Zähnen besetzt und zeigt 
dieselbe Nervation. 

Das Blatt hat einen ziemlich langen Stiel, ist am Rand mit weit auseinander 
stehenden, kleinen Zähnen besetzt. Von dem starken Mittelnerv entspringen mehrere, 
weit auseinander stehende Secundarnerven in halbrechtem Winkel; sie sind stark ge- 
krümmt und nach vorn gebogen, auswärts verästelt, die Aste in Bogen sich verbindend 
und einzelne in die Zähne auslaufend. In die breiten Felder gehen zartere Zwischen- 
nerven, die in einem weiten Maschenwerk sich auflösen. 

23. Celastrus Bruckmanni Al. Braun. Taf. VI. Fig. 5. 

C. foiiis subcoriaeeis, breviter petiolatis, ovalibus, apice obtusis, integerrimis, basi 
paulo attenuatis, nervis seeundariis utrinque 3 — 5, arcuatis, camptodromis. 

Heer Flora tert. Helvet, III. S. 69. Taf. CXXI. Fig. 27—38. 

Im Eisenstein von Atanekerdluk. 

Ein fast vollständig erhaltenes Blatt, das in der Form und Nervatur ganz mit 
denen Oeningens überein stimmt. Das Blättchen ist braun, glänzend glatt, von 



KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDLINGAR. BAND. 18. N:0 2. 15 

ziemlich derber Beschaffenheit, ganzrandig und jederseits mit 5 bogenläufigcn Secundar- 
nerven versehen,-. 

24. Hex dura Hr. Taf. VI. Fig. 6. 

I. foliis firmis, coriaeeis, oblongo-lanceolatis, apice acuminatis, basi rotundatis, 
lateribus uni-dentatis; nervo primario debili, nervis seeundariis subtilissimis, dietyo- 
dromis. 

Im Siderit von Atanckcrdluk. 

Ein derb lederartiges Blatt, das vorn in eine schmale Spitze ausläuft, die freilich 
vorn abgebrochen ist; am Grund ist es stumpf zugerundet, an der Seite nur mit einem 
Zahn versehen. Dieser Zahn ist gross, hervortretend und scharf zugespitzt, aber ohne 
Stachel. Der Mittelnerv ist auffallend dünn und zwar auch an der Basis; die Secundar- 
nerven stehen weit aus einander, sind äusserst zart, hin und her gebogen, schon nahe 
der Blattmitte durch grosse, zarte Bogen verbunden, ein Ast läuft in den Zahn hinaus; 
die Felder sind mit einem feinen Netzwerk ausgefüllt, das unter der Loupe sehr deut- 
lich wahrnehmbar ist (Fig. 6. b. vergrössert). 

Hat die derbe, lederartige Strucktur des Blattes von Hex aquifolium L. und ver- 
wandten und dieselben zarten durch viele Schlingen verbundenen Seitennerven. Bei I. Aqui- 
folium hat der Blattrand in der Regel viele Zähne, doch ist ihre Zahl sehr variabel und 
zuweilen zind nur 1 — 2 Zähne vorhanden, oder wird das Blatt auch völlig £ - anzrandi<r. Es 
unterscheidet sich das fossile Blatt aber von dem lebenden, dass der Zahn nicht in einen 
Stachel auslauft, dass es vorn in eine Spitze ausgezogen und dass die Secundarnerven 
weiter auseinander stehen. Die I. Studeri De la H. hat viel grössere, lappenförmige Zähne. 

Die Hex reticulata Hr. (Flora foss. aret. I. S. 124) scheint unserer Art nahe zu 
stehen, da aber die obere Partie dieses Blattes noch nicht bekannt ist, bleibt es zweifel- 
haft, ob es auch in eine schmale Spitze ausgezogen war; die untere erhaltene Partie 
unterscheidet sich von der I. dura durch die viel dichter beisammen stehenden Se- 
cundarnerven und die grösseren Maschen des feinen Netzwerkes. 

25. Rliainmis rectinervis Hr. Taf. VI. Fig. 4. 

Rh. foliis ellipticis, integerrimis vel apice denticulatis; nervis seeundariis utrinque 
8 — 12, angulo peracuto egredientibus, apice camptodromis, nervillis subparallelis. 

Heer Flora tert. Helvetia3 III. S. 80. Taf. CXXVJ Fig. 2—6. 

Im Siderit von Atanekerdluk. 

Stimmt sehr wohl mit den ganzrandigen Blättern dieser Art aus der Schweizer 
Molasse (Monod) überein. Die eine Blatthälfte ist vollständig erhalten; das Blatt ist 
gegen den Grund allmälig verschmälert und vorn in eine schmale, lange Spitze aus- 
laufend. Der Rand ist ungezähnt; die Secund. Nerven entspringen in spitzen Winkeln, 
und laufen fast gerade bis gegen den Rand, wo sie sich in Bogen verbinden. Es sind 
jederseits 11, wozu noch ein paar sehr kurze, in der Blattspitze kommen. 



16 OSW. HEER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

26. Rhanmns Eridani Ung. 

Flora foss. arct. I. S. 123. 153. 

Ein fast ganzes Blatt aus dem Siderit, doch fehlt die Spitze, daher auf der linken 
Seite nur 7 Seeund. Nerven zu zählen sind. 

27. Ceanotlms dcnticiilatus Hr. Taf. V. Fi«-. 1. 

C. foliis lanceolatis, basi attenuatis, tripli-nerviis, argute denticulatis. 

Im braunen Thon. 

Es ist nur die untere Blatthälfte erhalten. Sie ist gegen die Basis hin allmälig 
verschmälert. Der Rand ist mit sehr kleinen, aber scharfen, gleich starken Zähnen 
besetzt. Der ziemlich starke Mittelnerv sendet oberhalb der Basis in sehr spitzem 
Winkel jederseits einen starken, spitzwärts gebogenen Seitennerv aus, die weiter oben 
folgenden sind kürzer und in weniger spitzen Winkeln entspringend. 

28. Rlius bella Hr. Taf. VI. Fig. 1. 

On the Foss. Flora of N. Greenland. Fl. foss. arct. II. S. 482. Taf. LVI. 3—5. 

Bei dem Taf. VI. Fig. 1 abgebildeten Stück liegen 2 Blattfiedern so beisammen, 
dass sie offenbar an einem gemeinsamen Blattstiel befestigt waren und auf der Rück- 
seite desselben Steines sind 2 ganz so gestellte Blattfiedern; doch lassen auch diese 
Stücke nicht entscheiden ob das Blatt gefiedert oder aber ein fol. palmatum trifolio- 
latum war. 

Die Fiedern stimmen ganz mit den früher beschriebenen überein. Sie scheinen 
eine ziemlich derbe Beschaffenheit gehabt zu haben; sind gegen beide Enden gleich- 
massig verschmälert und haben sehr zarte, bogenlaufige Secundarnerven. Der Rand 
ist ungezahnt. 

29. Iuglans Heerii Ettingsii. Taf. V. Fig. 2—9. 

I. foliolis lineari-lanceolatis, petiolatis, serratis, nervo medio valido, nervis se- 
eundariis valde camptodromis, ramosis. 

K. von Ettingshausen Flora von Tokay. S. 35. Heer Flora tert. Helvet. III. 
S. 93. Taf. XCIX. 23. CXXXI. 8—17. Flora baltica. S. 47. Taf. XI. 14. 15. XII. 1. a. b. 

Im braunen Thon. 

Die Sammlung enthält mehrere Blattstücke, die grossentheils die Spitze des Blattes 
darstellen (Fig. 5 — 9), aber auch aus der Blattmitte stammen (Fig. 3, 4) und auf grosse 
Blattfiedern schliessen lassen. Vorn laufen sie in eine lange schmale Spitze aus; der 
Rand ist mit stumpfen Zähnen besetzt, die sich aber in der verschmälerten, obern Partie 
verlieren. Die Secundarnerven sind stark gebogen und bilden nahe dem Rande grosse 

Bogen. 

i 

30. Prunns Scottii Hr. Taf. VI. Fig. 2. 3. 

Flora foss arct. I. p. 126. Taf. VIII. Fig. 7. 

Zwei Blattstücke von Atanekerdluk; Fig. 2, ist grossentheils und die linke Seite 
vollständig erhalten. Das Blatt ist lederartig, gegen den Grund, wie die Spitze allmälig 



KONGL. SV. VET. AKADEMIENS IIANDLINGAR. BAND. 18. N:0 2. 



17 



verschmälert, am Rande mit kleinen, gleich grossen Zähnen besezt. Die Secundar- 
nerven zwar deutlich, aber nur schwach hervortretend ebenso die Nervillcn, welche ein 
mit der Loupe sichtbares polygones Netzwerk bilden. 

Ist sehr ähnlich der Prunus serrulata Hr. mioc. Flor, der Insel Sachalin. S. 54. 
Taf. XIV. 8, bei welcher aber das Blatt am Grunde viel wenigerstark verschmälert ist. 

31. Crataegus antiqua Hr. Taf. VI. Fig. 11, 12. 

Hr FL foss. aret. I. S. 125. Taf. L. Fig. 1, 2. III. Nachträge S. 25. 

Es fehlt zwar bei den Taf. VI. Fig. 11, 12 abgebildeten Blättern die Basis; der 
erhaltene Theil stimmt aber wohl mit Cr. antiqua überein. Die weit auseinander ste- 
henden See. Nerven sind steil nach vorn gerichtet, und randlau fig. Der Rand ist 
grossentheils zerstört, doch sind wenigstens einige Zähne erhalten, in welche die Nerven 
auslaufen. 






K. Vot. Akad. Handl. i». IS. N.o -'. 



O 



BEITRÄGE 



ZUR 



MIOCENEN FLORA VON NORD-CANAM. 



Mit .'l Tafol». 



=-$«= 



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I 



ZÜRICH. 

Verlag von J. Würster & C IE - 

1880. 



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■ 16 OSW. HEER, NACHTRÄGE ZUR FOSSILEN FLORA GRÖNLANDS. 

26. Rhaümus Eritlani Ung. 

Flora foss. arct. I. S. 123. 153. 

Ein fast ganzes Blatt aus dem Siderit, doch fehlt die Spitze, daher auf der linken 
Seite nur 7'Seeund. Nerven zu zählen sind. 

27. Ceanotlius donticulatus Hr. Taf. V. Fi<r. 1. 

C. foliis lanceolatis, basi attenuatis, tripli-nerviis, argutc denticulatis. 

Im braunen Thon. 

Es ist nur die untere Blatthälftc erhalten. Sie ist £C"-cn die Basis hin allmälig 

Do o 

verschmälert. Der Rand ist mit sehr kleinen, aber scharfen, gleich starken Zähnen 
besetzt. Der ziemlich starke Mittelnerv sendet oberhalb der Basis in sehr spitzem 
Winkel jederseits einen starken, spitzwärts gebogenen Seitennerv aus, die weiter oben 
folgenden sind kürzer und in weniger spitzen Winkeln entspringend. 

28. ßhus bella Hr. Taf. VI. Fig. 1. 

Ori the Foss. Flora of N. Greenland. Fl. foss. arct. II. S. 482. Taf. LVI. 3—5. 

Bei dem Taf. VI. Fig. 1 abgebildeten Stück liegen 2 Blattfedern so beisammen, 
dass sie offenbar an einem gemeinsamen Blattstiel befestigt waren und auf der Rück- 
seite desselben Steines sind 2 ganz so gestellte Blattfiedern; doch lassen auch diese 
Stücke nicht entscheiden ob das Blatt gefiedert oder aber ein fol. palmatum trifolio- 
latum war. 

Die Fiedern stimmen ganz mit den früher beschriebenen überein. Sie scheinen 
eine ziemlich derbe Beschaffenheit gehabt zu haben; sind gegen beide Enden gleich- 
massig verschmälert und haben sehr zarte, bogenlaufige Secundarnerven. Der Rand 
ist ungezahnt. 

29. Iuglans Heerii Ettingsii. Taf. V. Fig. 2—9. 

I. foliolis lineari-lanceolatis, petiolatis, serratis, nervo medio valido, nervis se- 
eundariis valde camptodromis, ramosis. 

K. von Ettingshausen Flora von Tokay. S. 35. Heer Flora, tert. Helvet. III. 
S. 93. Taf. XCIX. 23. CXXXI. 8—17. Flora baltica. S. 47. Taf. XI. 14. 15. XII. l.a.b. 

Im braunen Thon. 

Die Sammlung enthält mehrere Blattstücke, die grossentheils die Spitze des Blattes 
darstellen (Fig. 5 — 9), aber auch aus der Blattmitte stammen (Fig. 3, 4) und auf grosse 
Blattfiedern schliessen lassen. Vorn laufen sie in eine lange schmale Spitze aus; der 
Rand ist mit stumpfen Zähnen besetzt, die sich aber in der verschmälerten, obern Partie 
verlieren. Die Secundarnerven sind stark gebogen und bilden nahe dem Rande grosse 
Bogen. , 

30. Prunus Scottii Hr. Taf. VI. Fig. 2. 3. ! 

Flora foss arct. I. p. 126. Taf. VIII. Fig. 7. 

Zwei Blattstücke von Atanekerdluk. Fig. 2, ist grossentheils und die linke Seite 
vollständig erhalten. Das Blatt ist lederartig, gegen den Grund, wie die Spitze allmälig 



Zur miocenen Flora vom Nord-Canada, 



Im ersten Bande der Flora fossilis arctica habe ich (S. 135) die Pflanzen-Versteinerungen 
beschrieben, welche Dr. Richardson am Mackenzie zwischen dem Fort Norman und dem 
Bärenseefluss, bei 65° n. Br., entdeckt hat. Die von ihm 1848 nach London gebrachte 
Sammlung enthält 17 Arten, von denen 14 eine genauere Bestimmung zuliessen. Auf S. 25 
sind die Lagerungsverhältnisse dieser Pflanzen nach Richakdson's Angaben besprochen. Da 
es sehr wünschbar war, von dieser Stelle ein reicheres Material zu erhalten, wurde zu 
diesem Zwecke durch die Verwendung des Herrn Robert H. Scott, Direktor der meteorolog. 
Anstalt in London, und des Herrn Dr. John Rae, von der königl. Gesellschaft der Wissen- 
schaften eine Summe ausgesetzt. Herr W. Hardisty, der Oberaufseher der Hudsonbai-Com- 
pagnie, hatte die Güte, sich der Sache anzunehmen und auf seine Veranlassung hin wurden 
wiederholt in jener weit abgelegenen und schwer zugänglichen Gegend fossile Pflanzen 
gesammelt. Leider giengen sie unterwegs verloren und erst im vorigen Herbst gelangte 
eine Kiste mit solchen an Hrn. Rae nach London, welche mir von Hrn. Scott zur Unter- 
suchung übergeben wurde. Sie enthielt ausser verkieselten Hölzern, die von Hrn. Carl 
Sciirceter bearbeitet wurden, eine Zahl von Blättern, die theils in einem weichen, weissen, 
theils in einem gelblich weissen, harten, gebrannten Thon liegen, welche Gesteinsarten ganz 
zu denjenigen stimmen, in welchen Richardson's Pflanzen eingebettet und auf S. 25 der 
Flora arctica beschrieben sind. Da von den 14 Pflanzenarten, die sie enthalten, 7 auch 
in der RicHARDSON'schen Sammlung sind, kommen diese Stücke ohne Zweifel von derselben 
Stelle. Dasselbe gilt von einer kleinen Sendung, welche Herr' Scott von dem R. Rev. 
W. C. Bompas, Lord-Bischof von Athahasca, erhalten hat. , 

Fügen wir die neu aufgefundenen Arten zu den von früher bekannten hinzu, erhalten 
wir 23 Arten. Von diesen sind 6 Arten im Miocen Europa's weit verbreitet, nämlich: 
Taxodium distichum miocenum, Glyptostrobus Ungeri, Sequoia Langsdorfii, Corylus M'Quarrii, 
^atanus aceroides und Juglans acuminata. 



m 



4 0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 

Keine einzige Art findet sich in Europa im Eocen. 

Mit der Braunkohlenbildung von Alaska theilt unsere Flora G Arten, nämlich: Taxodium 
distichum, Glyptostrobus Ungeri, Scquoia Langsdorfii, Corylus M'Quarrii, Juglans acuminata, 
und Vibiirnnm Nordenskiöldi und mit der mioconon Flora von Sachalin das Taxodium, den 
Glyptostrobus, die Scquoia, die Jlasclnuss, die liauninuss, den Ephim, die Quercua Ülafseni 
und Maguolia Nordenskiöldi, also 8 Arten. 

Eine ebenso nahe Beziehung zeigt unsere Flora zur miocenen aretischen * ; sie theilt mit 
Grönland 18 Arten, mit Spitzbergen 14, mit dem Griimeliiand 5 und mit Island 4. 

Schwieriger ist die Feststellung der Verhältnisse unserer Flora zu derjenigen Amerika's. 

In Ganada sind unter dem 49. Parallel in drei Gegenden tertiäre Pflanzen gefunden 
worden, nämlich erstens in einem hellgrauen oder braunen Schiefer von Porcupinc Creek, 
zweitens im Thal des Milkriver, in der Nachbarschaft der Waldberge (Woody mountains), und 
drittens in einem dunkelgrauen Schiefer des Great Valley. 

Prof. Dawson. 2 bestimmte aus der Porcupinegruppe : Onoclea sensibilis L., Davallia 
tenuifolia Sw. und Glyptostrobus europaeus Br. sp., Sequoia Langsdorfii Br. sp., Thuja inter- 
rupta Newb., Phragmites sp., Scirpus sp., Populus Richardsoni Hr., Corylus rostrata 
Ait., C. americana Walt., Diospyros sp., ßhamnus concinnus Newb., Carya antiquorum 
Newb., Juglans cinerea?, Viburnum pubescens Pursh. ; aus der Great Valley-Gruppe: 
Physagenia Parlatorii Hr., Salix Rseana Hr.?, Rhamnus sp. ; und aus dem Thal des Milk- 
river südlich der Waldberge: Lemna scutata Daws. , Sapindus affinis Newb., Aesculus 
antiquus Daws. und Trapa borealis Hr.? 

Die meisten Arten haben daher die Porcupine Creek- Schiefer geliefert. Von den 15 
Arten, die Prof. Dawson aufführt, sind 6 noch lebend (sie sind gesperrt gedruckt) und eine 
derselben (die Onoclea) wurde auch in den miocenen Tuffen der Insel Mull in Schottland 
und in dem miocenen Kalk von Fort Union 3 gefunden. Die Sequoia, Gtyptostrobus und 



1 Dass die tertiäre aretische Flora dem Miocen angehöre, glaube ich früher in unzweifelhafter Weise nachgewiesen 
zu haben. Vergl. Uebersicht der miocenen aretischen Flora im III. Bande der Flora fossilis aretica, die miocene 
Flora des Grinnelllandes im V. Bande S. 9 und im Ausland Jan. 1879. Ich will die auf ein langjähriges Studium 
gegründeten Beweise, denen nur vage Behauptungen gegenübergestellt wurden, nicht wiederholen. Nur will ich hier 
noch darauf aufmerksam machen, dass zur miocenen Zeit auf der nördlichen Hcmispluere in Irland, Schottland, 
Island und Grönland gewaltige vulkanische Eruptionen statt fanden und dass in allen diesen Ländern in den 
vulkanischen Tuffen und Basalten fossile Pflanzen, und zwar überall miocene Arten, liegen. Aber auch in der 
Auvergne, in der Eifel, auf Madeira und anderseits in Nordamerika (vgl. King, Systematic Geology. S. 454) fanden 
nicht zur eocenen, sondern erst zur miocenen und der darauf folgenden Zeit vulkanische Ausbrüche statt. Das 
Vorkommen der Pflanzen in den vulkanischen Tuffen und Basalten von Island und Grönland bestätigt daher das 
miocene Alter derselben. 

* Vgl. Beport on the geology and resources of the region in the vicinity of the forty-neinth Parallel, from 
the lake of the woods to the rocky mountains ; by G. M. Dawson. Montreal 1875, S. 328. 

8 Vgl. Newjjerry notes on the latter extinet Floras of North Amerika, S. 41 . 



0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 5 

Populus sind weit verbreitete miocene Bäume. Obwolü keine einzige der angeführten Arten 
bis jetzt irgendwo in eocenen Ablagerungen gefunden wurde, mehr als l /a der Arten sogar 
noch lebend vorkommt, während im europäischen Eoccn keine einzige Art in die jetzige 
Schöpfung sicli fortsetzt, bringt Prof. Dawson diese Porcupine Creck-Gruppe zum Untereocen 
und rechnet dazu auch unsere Flora von Mackenzic, die zwei Arten mit derselben gemeinsam 

i 

hat. Zu dieser so auffallenden irrthümlichen Zusammenstellung wurde er durch einige 
Thierreste verreitet, welche man keineswegs bei den Pflanzen, sondern nur in derselben 
Gegend gefunden hat. Es wurden nämlich im Milkrivcrthal einige schlecht erhaltene Frag- 
mente von Fischen, Schildkröten und Sauriern entdeckt, von welchen die letztern nach Cope 
zu den Dinosauriern gehören, die Schildkröten mit Emys und Trionyx verwandt sind, die 
Fische aber die Gattung Clastes repräsentiren, die vom Eocen an bis in die jetzige Schöpfung 
reicht. Cope ist geneigt, diese Ablagerung zur obersten Kreide zu rechnen, während Dawson 
sie in's Untereocen stellt. ' Allein diese Vertebratenreste sind nicht aus dem Pflanzenbett 
von Porcupine Creek und gehören sehr wahrscheinlich einem viel tiefern Horizonte an, da 
sie an der untersten Basis der Lignitformation im Milkriverthale gefunden wurden. Jeden- 
falls haben die Pflanzen von Porcupine Creek einen miocenen Charakter und die Mehrzahl 
der Arten stimmt mit miocenen und lebenden überein, während ■ von den Vertebraten des 
Milkriver keine einzige Species an einer andern Stelle im Eocen oder in der Kreide nach- 
gewiesen ist und nur zum selben Genus gehörende Arten in Betracht kommen. Vielleicht 
sind auch diese Knochenreste aus einer altern Formation zusammengeschwemmt, da sie in 
einem sandigen Thon, der viele Gerolle einschliesst, liegen. 

Das Milkriverthal ist etwa 30 Meilen von Porcupine Creek entfernt; ein Zusammenhang 
der Schichten ist in einer Gegend, wo grosse Verschiebungen stattgefunden, das Aussehen 
der Gesteine grossem Wechsel unterworfen und die Schichtenfolge nur an wenigen Orten 
aulgeschlossen ist, nicht .nachweisbar; die Pflanzen erscheinen am Milkriver in der untern 
Abtheilung der tertiären Ablagerung (vgl. Dawson 1. c. S. 04), während sie im Porcupine 
Creek aus dem höchsten Bett der Lignite-Series stammen 1 . Da unter den wenigen bis jetzt 
bestimmten Arten 2 des Milkrivcrthales die Lemna scutata Daw, sich findet, welche aucli in 
der ersten Lignitstufe von Point of Rocks auftritt, gehört dieses Pflanzenlager der Woody 
Mountains vielleicht der eocenen Zeit an. 



1 G. M. Dawson sagt (1. c. S. 152): The highest beds of the lignite Tertiary series, in the vicinity of the -i9 
parallel, are probably those which oeeur about P orcupine and Pyrainid Creek and the great valley, and highlands 
South of the Missouri Coteau; and I am inclined to believe that if there is any difference of horizon among the 
beds of these localities, those of the first mentioned may somewhat overlie the others. 

* Die Trapa-Frucht, welche Prof. Dawson auf Taf. XVI, Fig. 10 als Tr. borealis Hr.? abgebildet hat, kann 
nicht zu dieser Art gehören; sie ist viel kleiner, hat anders gebildete und mehr aufgerichtete Stacheln. 



6 0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 

Die Pflanzen der miocenen lacustren Sandsteinbildung von britisch Columbien sind nocli 
wenig bekannt. Unter den Arten, welche mir von der Barr ard- Bucht an der Lea-Bai bekannt 
geworden sind 1 , finden sich keine Arten des Mackcnzie, wogegen mir von Van Couvcr Zweige 
der Sequöia Langsdorfii zugekommen sind; sie liegen in einem bräunlich grauen Sandstein, 
dessen geologisches Alter zweifelhaft ist. 

Ueber die fossile Flora der Vereinigten Staaten haben wir von Prof. Lesquereux die 
wichtigsten Aufschlüsse erhalten. In seinem grossen Werk über die tertiäre Flora dieses 
Landes 2 bringt er dieselbe in vier Gruppen, von denen er die unterste dem Unter-Eocen, 
die zweite dem Oberocen, die dritte und vierte aber dem Mittel- und Ober-Miocen Europas gleich- 
stellt. Auch Prof. King scheidet in seinem grossen und prächtigen Werke über die Geologie des 
vierzigsten Parallcls 3 die tertiären Ablagerungen der westlichen Territorien in eine Reihe von 
Gruppen (in 6), welche, wie er nachweist, zum Theil ungleichförmig übereinander gelagert sind. 
Er stellt aber die unterste Abtheilung, die unter dem Namen der Laramie-Gruppe bekannt ist, 
zur Kreide und erneuert den Streit, welcher seit längerer Zeit über das geologische Alter 
derselben geführt wird. Es sind alle darüber einverstanden, dass diese Laramie-Gruppe, 
welche im Gebiete von Cheyenne bis zum Salzsee und Utah eine grosse Verbreitung hat, 
unmittelbar auf der Foxhill Series, welche der obersten Kreide angehört, aufruhe. Während 
die Kreideberge, und zwar auch noch die Foxhill, eine marine Bildung sind und aus einer 
Zeit herrühren, wo Ost- und West-Amerika durch ein grosses, das Mississippibecken erfüllendes 
Meer getrennt waren, zeigen die Laramie-Ablagerungen durch die Thiere hie und da eine 
Brackwasser- und durch die grossen, weit verbreiteten Kohlenlager und die reiche Flora 
eine Süsswasserbildung. Es . muss daher nach der Foxhillbildung eine grosse aber langsame 



1 Vgl. Heer, Ueber einige fossile Pflanzen von Van Couver und britisch Columbien. (Denkschriften der Schweiz, 
naturforsch. Gesellschaft. 1867). Es kommen in Van Couver mehrere tausend Fuss mächtige Ablagerungen vor, 
welche aus Sandsteinen, Conglomeraten, Schiefern und Kohlenschichten bestehen, deren Bildung sehr lange Zeit 
in Anspruch genommen haben muss. Die marinen Ablagerungen, welche Kreide-Thiere einschliessen, werden zur 
Kreide gerechnet, die Pflanzen aber, die in den Kohlenschichten vorkommen, haben tertiären Charakter. Es darf 
die Vermuthung ausgesprochen werden, dass hier ein ähnliches Verhältniss vorliege, wie in Petitcceur in der 
Tarentaise. Hier ist eine unzweifelhafte Carbon-Flora von Lias-Schiefem mit Belemniten umgeben, daher Ei.ie de 
Beaumont, Sismonda und andere ausgezeichnete Geologen behaupteten, dass diese Carbon-Flora dem Lias angehöre. 
Erst nach vieljährigem Streit wurde dieser Irrthum überwunden und nachgewiesen, dass die Kohlen-Flora durch 
Ueberwerfung oder Verschiebung der Schichten zwischen die Liaslager gekommen ist. Die fossilen Pflanzen, welche, 
wie manche Geologen (so Prof. Stevenson) behaupten, keinerlei Werth für die Bestimmung der geologischen Horizonte 
haben sollen, haben hier den Ausschlag gegeben. Es müssen in Van Couver noch viel genauere Untersuchungen 
über die Lagerungsverhältnisse der Pflanzen angestellt werden, als diess bis jetzt der Fall war, ehe die Sache als 
entschieden betrachtet werden kann; um so mehr, da auf der benachbarten Charlotteninsel eine wirkliche Kreide- 
Flora (mit Cycadeen) vorzukommen scheint. 

* Lesquereux, Contribution of the Fossil Flora of the Western Territories. The Tertiary Flora. Washington 
1878. Vgl. auch Lesquereux, The lignite formation and its fossil Flora; im Annual report of the Unit, states geo!. 
Survey für das Jahr 1873 und für 1874. 

3 Ct.auence King, Report of the geological exploration of the fortieth Parallel. I. Systematic Geology. S. 359 iT 



0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 7 

und oline gewaltsame Störungen vor sich gegangene Veränderung in der Gestaltung des Landes 
stattgefunden haben. Diese spricht sich denn auch unverkennbar in der Pflanzenwelt aus, 
welche die Laramie-Ablagerungen einschliessen. Es ist eine reiche Flora, die aus Palmen, 
Nadelhölzern und Laubbäumen besteht; sie stimmt in keiner einzigen Art mit der Kreide- 
Flora überein, wogegen eine Zahl von Arten, auch in den unmittelbar darauf folgenden, 
unzweifelhaft tertiären Ablagerungen erscheinen und manche Arten überdiess aus dem euro- 
päischen Tertiär bekannt sind. Darauf sich stützend und da auch unter den Mollusken 
einige tertiäre Arten auftreten (so der Viviparus trochiformis), hat Lesquereux, wie mir 
scheint, mit vollem Recht die Laramie-Gruppe dem Tertiär eingereiht 1 . Gegen diese Annahme 
scheint aber das Vorkommen eines Sauriers in Black Buttes zu sprechen, Derselbe (Aga- 
thaumas sylvestris) gehört nach Pro£ Cope zur Gruppe der Dinosaurier 2 und da das Dogma 
aufgestellt wurde, dass die Dinosaurier mit der Kreide verschwunden seien, musste nicht 
nur Black Buttes, sondern die ganze Laramie-Gruppe der Kreide eingereiht werden. Dieser 
Saurier ist aber bis jetzt nur an dieser Stelle gefunden worden, man kann ihn also keines- 
wegs als Kreide-Species erklären, sondern daraus nur den Schluss ziehen, dass man bis jetzt 
irrthümlicherweise die Dinosaurier schon in der Kreide aussterben liess, während sie sich 
erlaubt haben, auch im Tertiär noch einen Sprossen zu treiben und in dieser Beziehung- 
andere Sauriergruppen (so die Crocodile) nachzuahmen, die auch in verschiedenen Perioden 
erscheinen. Der Agathaumas von Black Buttes beweist daher keineswegs, dass dort eine 
Tertiär-Flora zu gleicher Zeit mit einer Kreide-Fauna gelebt habe, wie Prof. Cofe diess 
behauptet (1. c. S. 442), denn ein einzelnes Thier macht so wenig eine Fauna aus, als eine 
Pflanzenart eine Flora. Wir können daher Hrn. King nicht beistimmen, wenn er, mit Cope 
und Maksh, die Laramie-Gruppe zur Kreide bringt. Es kommt dabei noch in Betracht, 
dass in Black Buttes unmittelbar über dem Bett, das den Agathaumas enthält, eine Fels- 
schicht auftritt, in welcher ein Fisch (Clastes), 4 Schildkröten (Emys megaulax, E. pachy- 
lomus, E. euthnetus und Trionyx Scutum antiquum), ein Alligator (A. heterodon) und ein 
Säugethier (Orohippus vasacciensis) gefunden wurden; Thiere, welche unzweifelhaft tertiär 
sind, und zwar sind Emys, Trionyx und Alligator sogar noch lebende Gattungen. 

In der Laramie-Gruppe sind bis jetzt noch keine Säugethiere gefunden worden; unmittelbar 
darauf folgt aber die V er millon- Gruppe von King, welche zahlreiche Säugethiere enthält und 
zwar Carnivoren, Ungulaten und Tillodontien. Nach Marsh erscheinen selbst die Affen in 



1 Auch Dr. White, welcher im Auftrage der Geolog. Survey diese Gegenden bereiste, um die Beziehungen 
in den Lagerungsverhältnissen der verschiedenen Theile der Rocky mountains festzustellen, ist geneigt, die Grenze 
zwischen Kreide und Tertiär unter der Lamarie-Gruppe zu ziehen. Vgl. Remarks upon the Laramie Group. Bulletin 
of the United States geol. Survey. Vol. IV. S. 865. 

2 Vgl. Prof. CorE im Annual report of the United States geol. Survey. Washington. 1S74. S. 444. 



g 0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 

mehreren Gattungen. Sie lassen kaum zweifeln, dass die Säugethiere schon zur Zeit der 
Laramie-Bildung vorhanden gewesen und sie werden wahrscheinlich noch in derselben 
aufgefunden werden. In Frankreich sind in den untereocenen Sauden von Bracheux und den 
Conglomeraten von Cerny mehrere Vertebraten gefunden worden, die zu Gattungen gehören, 
welche aus der Laramie-Gruppe bekannt sind (Clastes, Champsosaurus, Campscmys und Myle- 
doptus), an derselben Stelle kommen auch Säugethiere vor, wogegen die DinosaurierAmerika's 
fehlen. Die gemeinsamen Gattungen von Fischen, Schildkröten und Sauriern sprechen aber 
dafür, dass die Laramie-Gruppe dem Tertiär einzureihen ist. Ueberdiess haben wir zur Fest- 
stellung des Synchronismus die gesammte organische Natur zu berücksichtigen und es ist 
eine Verkennung der Stellung, welche die Pflanzen und Thiere im ganzen Entwicklungsprozess 
der Natur einnehmen, wenn man beider Feststellung der Chronologie der Natur die Pflanzen- 
welt ausschliessen und das ganze System nur auf einzelne Thierklassen aufbauen will. 

Da Herr King, die grosse Arbeit von Lesquereux über die fossilen Pflanzen ignorirend, 
die Laramie-Gruppe zur Kreide rechnet, hat diess die weitere Folge, dass die darauf liegende 
Vermillon-Gruppe zum Unter-Eocen, die Greenriver-Gruppe zum Mittel- und die Bridger- 
Gruppe zum Ober-Eocen gezählt und nur die White River-Gruppe als Miocen betrachtet 
wird. Er beruft sich dabei auf die Säugcthicrfauna, welche in diesen tertiären Ablagerungen 
in einem grossen Reichthum von Arten auftritt und in den untern Abtheilungen als Eocen 
betrachtet wird. Jedoch ist dabei zu berücksichtigen, dass die Vergleichungspunkte mit 
der eocenen Fauna Europa's sehr unsicher sind; nicht nur sind alle Arten, sondern auch 
die meisten Genera in der Vermillon-, Green River- und Bridger-Gruppe von denen des eocenen 
Europa verschieden. Die Pakeotherien, Lophiodon, Anoplotherien und ITyopotamiden , die im 
Eocen Europa's eine so grosse Rolle spielen, vermissen wir in Nordamerika gänzlich. Die Säuge- 
thier-Fauna erscheint daselbst durchgehends in ganz eigenthümlichen, Europa fremden Arten 
und meist auch aus eigenthümlichen Gattungen 1 und nur die Familien sind theilweisc gemeinsam. 

In den Bridgers beds bemerken wir 5 Affenarten, 7 Raubthiere, G Insectivoren, 
3 Chenopteren, 6 Dinocerata, 7 Hufthiere, 6 Nager und 4 Tillodontia. Auch die Vögel, 
Saurier, Schildkröten und Fische erscheinen grossentheils in andern Gattungen als die eocenen 
Europa's. Erst mit der White River- Gruppe, welche auch King zum Miocen (Lesquereux 
zum Ober-Miocen) rechnet, begegnen uns mit Anchitherium, Rhinoceros, Tapir, Cervus, 
Machoirodus, Amphicyon, Canis, Felis und Hyamodon europäische miocene Gattungen und 
zwar solche, die dem Ober-Miocen angehören. Ebenso treffen wir im Pliocen Amerika's, 
das in weiter Verbreitung die miocenen Ablagerungen unmittelbar deckt, pliocene europäische 



1 Voq den 12 Gattungen, welche King (Syst. Geolog. S. 376) aus der Vermillion-Gruppe anführt, ist nur eine 
(Coryphodon) in Europa und hier nur in einer einzigen seltenen Art vertreten. 



0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 9 

Siiugcthier-Gattungcn (so Hippotherium, Bison, Eleplias, Mastodon, Castor, Lepus, Hystrix) und 
im Diluvium mehrere übereinstimmende Arten, so das Mammuth 1 , den Moschusochscn, das Ken, 
Elen und Pferd. Wenn wir also von oben nach unten steigen, können wir die diluvialen, pliocenen 
und obermiocenen Bildungen Amerika's und Europa's nach der gleichartigen Säugethier-Fauna, 
als in denselben grossen Zeitabschnitten entstanden, betrachten; wie wir aber tiefer hinab- 
steigen, folgen im System King's sogleich die eocenen Bildungen und es müsste daher. in diesem 
Theile Amerika's das Mittel- und Unter-Miocen (mit dem Oligocen der norddeutschen Geologen) 
fehlen. Prof. Cope stellt in seiner Abhandlung «Relations of the horizonts of extinet Verte- 
brata of Europe and North Amerika 2 » die White River Serics dem Oligocen Europa's gegen- 
über, aber von den von ihm selbst als mit Europa gemeinsam angegebenen Gattungen finden 
sich die meisten auch in unserer Molasse (so Didelphys, Ilysenodon, Amphicyon, Pahicochocrus) 
oder kommen in selbst noch jüngeren Bildungen vor (so Canis und Machserodus), so dass auch 
die Säugethier-Fauna des White River Gebietes eher dem Miocen Europa's entspricht. 

Da die marinen Mollusken, welche für die Feststellung der geologischen Horizonte so 
wichtig sind, in diesem Gebiete Amerika's fehlen und die Säugethier-Fauna der untern Ab- 
theilungen von der tertiären Europa's ganz verschieden ist, also kein Zusammenhang zwischen 
denselben bestanden haben kann, haben wir auch die Pflanzenwelt' zu berathen, die damals 
diese Gegenden bekleidet hat und an zahlreichen Stellen in die Felsen eingebettet wurde. 
Diese zeigt nun am Rock Creek, Carbon, Washakie, Fort Fettermann, dann am Green River 
und Barrel's spring eine Zahl von miocenen Arten. Diese machen es sehr wahrscheinlich, 
dass auch in diesem Theile Amerika's die mittel- und untermiocenen Bildungen vorkommen 
und den Uebergang zum Eocen vermitteln. Wenn die Laramie-Gruppe eocen ist,, kann 
die darüber liegende Vermillon-Gruppe nicht unterstes Eocen sein, sondern wird eine höhere 
Stufe des Eocen einnehmen, die Green River- und Bridger-Gruppe aber dürften zum Oligocen 
gehören, womit auch die Thatsache stimmt, dass in demselben die am höchsten organisirte 
Thiergruppe, die der Affen, in 5 Arten und 3 Gattungen vorkommt, während aus Europa 
nur eine eocene Affenart bekannt ist. Diese Affenarten setzen eine lange Entwicklung des 
Säugethier-Typus voraus, welche während der Eocenzeit vor sich gegangen sein muss. Wir 
haben es wohl einer irrigen Correlation der amerikanischen und europäischen Tertiärformationen 
zuzuschreiben, dass manche Paläontologen (so der hochverdiente Prof. Marsh 3 ) zu der Ansicht 



1 Das Mammuth war über ganz Nordamerika, von der Eschscholzbai bis zum Isthmus von Darien verbreitet. 
Vgl. W. Boyd Dawkins, On the ränge of the Mammuth in space and time. Quart. Journ. of the geol. soc. XXXV. 
S. 145. 1879. 

8 Unit. States geol. Survey. F. V. Hayden. Vol. V. n<> 1. 1871). 

3 Vgl. 0. G. Marsh, Introduction and succession of Vertebrate life in Amerika. 1877. S. 2-i. In ähnlicher Weise 
hat sich auch Prof. E. D. CorE ausgesprochen. Die tertiären Ablagerungen decken in Nordamerika ein ungeheures 
Areal und bei allem Eifer, den die amerikanischen Geologen und Paläontologen auf deren Untersuchung verwendet 



10 0. Heer, beitrage zur miocenen flora vok kord-canada. 

kamen, dass die Sängethier-Fauna Amerika's derjenigen Europa's vorausgeeilt sei, so dass 
dort in altern Formationen die Typen auftreten, welche in Europa erst später erscheinen. 
Da in Europa vom Carbon bis zur Jetztzeit Festland bestand, haben die Bedingungen *zum 
Landleben immer bestanden und es ist nicht einzusehen, warum hier die Entwicklung der 
organischen Natur in anderer Weise und nach andern Gesetzen sollte erfolgt sein, als in 
Amerika. 

Kehren wir nach dieser etwas langen Abschweifung zu unsern Mackenzie-Pflanzen zurück. 
Diese Abschweifung war nothwendig, um die Gründe anzugeben, warum ich meiner Vcr- 
gleichung der Floren die Einthcilung der tertiären Formationen Nordamerika^ von Lesquereux 
und nicht die von King zu Grunde lege. Wir haben am Mackcnzic 7 Arten, welche auch 
in der Tertiär-Flora der Vereinigten Staaten angegeben werden, nämlich: 

1. Taxodium distichum miocenum; Evanstone, Carbon, Fort Fettermann, Elko. 

2. Scquoia Langsdorfii : ist häufig im Ober-Miocen von Florissant, aber auch in Black 
Buttes wurden einzelne Blättchen gefunden, deren Bestimmung aber nicht genügend gesichert 
ist. Da indessen eine sehr ähnliche Art (S. Smittiana Hr.) schon in der untern Kreide vor- 
kommt, und in Van Couver die S. Langsdorfii in einer Ablagerung erscheint, die vielleicht 
eocen ist, ist die Art wahrscheinlich nicht auf die miocene Zeit beschränkt. 



3. Glyptostrolms Ungeri Hr.; Fort Union 1 und Birch-Bai am Fräser Fluss. 

4. Corylus M'Quarrii; Fort Union, Carbon, Wyoming und Washakie. 

5. Populus Ricliardsoni; Elko am White River. 

G. Populus aretica; Troublesome Creek, Carbon, Green River Station. 

7. Platamis aceroides; Carbon und Washakie. 

Von diesen Arten kommen alle in miocenen Ablagerungen vor, Nr. 2 aber vielleicht 
zugleich auch im Eocen und Nrn. 1 und 6 zugleich im Obereocen oder Oligocen. Auch 
die Vergleichung mit der tertiären Flora der Vereinigten Staaten weist daher die weissen 
Thone des Mackenzie ins Miocen und keineswegs ins Eocen, wie Herr Dawson irrthümlicher 
Weise behauptet hat. So gering auch die bis jetzt bekannte Zahl der Arten ist, ist doch 
nicht zu verkennen, dass diese Flora einen Theil des Pflanzenteppiches bildet, welcher zur 
untermiocenen Zeit über die aretische Zone von Europa, Amerika und Asien verbreitet war. 



haben, konnten in den wenigen Jahren unmöglich alle Räthsel gelöst werden. Eine genaue Feststellung der Hori- 
zonte, in welchen die Pflanzen- und Thier-Versteinerungen vorkommen und ihre sorgfältige Vergleichung wird 
hoffentlich mit der Zeit eine Uebereinstimmung herbeiführen. 

1 In Fort Union am obern Missuri ist eine reiche Flora gefunden worden, welche nach Dr. Newbeuky einen 
miocenen Charakter hat. Sie liegt in einem höhern Horizont als die dort stark entwickelte Laramie-Gruppe, daher 
diese Flora von Meek und Kino (Systematic Geology S. 409) zum Miocen gerechnet wird. 



0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 



11 



Von dieser Flora reicht l i* der Arten bis nach Mittel-Europa hinab ; aber auch in Amerika 
haben wir in Alaska und am Oregon und in den weit ausgebreiteten westlichen Territorien 
zahlreiche Pfianzenformen, die mit den nordischen übereinstimmen und den Zusammenhang 
dieser Flora beurkunden. In Asien geben uns die miocene Flora von Sachalin und die freilich 
noch spärlichen Tertiär-Pflanzen des Amurlandes und Sibiriens wenigstens einige Kunde 
von dem Aussehen der Pflanzenwelt dieser Länder in jener Zeit und erzählen uns, dass 
manche Nadelholz- und Laub-Bäume über alle diese Länder verbreitet waren und den 
Zusammenhang dieser Flora in nämlicher "Weise beurkunden, wie die Föhren und die Fichten, 
die Pappeln und die Linden in der jetzigen Schöpfung. 

Uebersicht der Arten und ihre Verbreitung; im Miocen. 





Amerika 


Alaska 


Europa 


Asien 
Sachalin 


Grönland 


Grinnell- 
land 


Spitz- 
Island 
bergen 


1. Xylomites borealis Hr. . . 

2. Glyptostrobus Ungeri Hr. . . 

3. Sequoia Langsdorfii Brgn. sp. 

4. Taxodium disticlium miocenum 

5. Smiiax Franklin! Hr. . . . 
0. Populus arctica Hr. 

7. P. Richardsoni Hr 

8. P. Hookeri Hr 

9. Salix Rseana Hr 

10. Betula macropliylla Gp. sp. . 

11. Corylus M'Quarrii Forb. sp. . 

12. Quercus Olafseni Hr. . . . 

13. Platanus aceroides Gp. . . 

14. Juglans acuniinata A. Br.. . 

15. Viburnuui Nordenskiöldi Hr. . 

16. Hedera M'Clurii Hr. ... 

17. Magnolia Nordenskiöldi Hr. . 

18. Pterospermites spectabilis Hr. 

19. Pt. dentatus Hr 

20. Tilia Malmgreni Hr. . . . 

21. Pbyllites aceroides Hr. . . 

22. Antholithes amissus Hr. . . 

23. Caqiolithes seminulum Hr. 


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12 0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 

Beschreibung der Arten. 

1. Xylomites borealis Hr. Taf. IL Fig. 1. 

X. peritheciis planis orbiculatis, l 1 /* — 2 mm. latis, congregatis, disco rimosis. 

Auf dem Blatt des Pterospermites spectabilis. Auf dem Blatte sitzen zahlreiche, meist 
haufenweise zusammengruppirte Pilze; sie sind kreisrund, haben IV2 bis 2 mm. im Durch- 
messer und bilden ziemlich flache Wärzchen, die auf den Nervillen sitzen. Sie treten aus 
der Blattfläche durch einen flachen Wall wenig hervor und haben in der Mitte einen, zwei 
oder auch drei (Fig. 1 b vergrössert) Eindrücke. 

Ist ähnlich dem Xylomites varius Hr. und X. Liquidambaris Ettingsh. 

2. Taxodium disticlmm miocenum. 

Heer, miocenc baltische Flora S. 18. Flora foss. aretica V. S. 23. Lesqueeeux 
contributions to the Fossil Flora of the western Territories. The Tertiary Flora. S. 73. 
Taf. VI. 12—14. 

In der Sendung des Lord-Bischofs von Athahaska sind ein paar wohl erhaltene Zweige, 
welche diesem weit verbreiteten Baume angehören. Sie stimmen ganz überein mit den 
Zweigen, die ich in meiner Flora aretica* von Alaska, Grönland, Grinnellland und Spitzbergen 
abgebildet habe. 

3. Glyptostrolms Ungeri Hr. Taf. I. Fig. 4—6. 

Heer Flora tert. Helvet. I. S. 52. Flora foss. aret. III. Nachträge zur miocen Flora 
Grönlands S. 15. Taf. I. Fig. 12. IV. Beiträge zur fossilen Flora Spitzbergens S. 58. Taf. XL 
2 — 8. XII. 1. XXXI. 6 b. 

Ich habe in meiner tertiären Flora der Schweiz den Glyptostrobus mit abstehenden 
Blättern als Glypt. Ungeri beschrieben, später aber diese Art mit dem Glypt. europieus 
Brgn. vereinigt, so im ersten Bande der Flora foss. aretica, wo ich auf S. 135 und Taf. 
XXI 10 — 12 einige Zweiglein vom Bärenseefluss dargestellt habe. Eine weitere Unter- 
suchung hat aber ergeben, dass der Glypt. Ungeri eine eigene Art bilde, wie ich in den 
Beiträgen zur fossilen Flora Spitzbergens (Fl. aret. S. 58) ausführlicher nachgewiesen habe. 
Früher sah ich vom Bärenseefluss nur Zweige mit abstehenden Blättern, sprach aber die 
Vermuthung aus (Fl. aret. I, S. 135), dass später solche mit angedrückten Blättern gefunden 
werden. In der That enthält die neue Sendung solche Zweige (Fig. 5 und 6) mit ganz dicht 
angedrückten Blättern, die ganz mit denen vom Hohen Rhonen und Spitzbergen überein- 
stimmen. Die Blätter sind auch mit einer Mittellinie versehen. Bei Fig. 6 sind die Blätter 
am Grund des Zweiges kurz, angedrückt, dann aber werden sie länger und sind etwas 



0. Heer, beitrage zur miocknen flora von nord-canada. 1 3 

abstellend. Noch mehr ist diess der Fall bei Fig. 4. Die ziemlich langen, schmalen Blätter 
sind am Grund decurrirend und mit deutlichem Mittelnerv versehen. 

4. Scouoia Langsdorfli Brgn. sp. Taf. I. Fig. 2 a. 7. 

Flora foss. aretica I. S. 90, 132, 136. II. Grönland S. 464. III. Miocene Flora der 
aret. Zone S. 14. IV. Beiträge zur foss. Flora Spitzbergens S. 59. 

Es ist diess im weichen wie im gebrannten Thon das häufigste Nadelholz, von dem 
ein/eine Zweigreste neben den Laubblättern liegen. Wir haben sie schon früher von dieser 
Stelle beschrieben (Fl. aret. I, S. 136); auch die Stücke der neuen Sammlung stimmen 
vollständig mit denen Grönlands und Spitzbergens überein. Die schief über das Zweiglein 
laufenden, von den Blättern ausgehenden Streifen lassen auch unvollständig erhaltene Zweig- 
stücke von Taxodium unterscheiden (Fig. 7 c vergrössert). 

Die von Newbkrry beschriebenen (Notes S. 46) und abgebildeten Zweige (illustrations 
Taf. XI. Fig. 4) können nicht zu unserer Art gehören, da die Blätter mit breiter Basis 
am Zweig herunterlaufen und zum Thcil untereinander am Grunde verschmelzen. Dagegen 
stellt Fig. 9 der illustrations unzweifelhaft einen Sequoia-Zapfen dar, der wahrscheinlich zu 

5. Langsdorfii gehört. 






5. Populus aretica Hr. Taf. I. Fig. 2 c. IL Fig. 6 und 7. 
Flora foss. aretica I. S. 100, 137, 1 58. IL S. 55, 468. III. S. 20. IV. S. 69. V. Grinnell- 

land S. 30. Sachalin S. 26. Beiträge S. 4. 

Von dieser in der aretischen Zone weit verbreiteten Art habe ich schon früher ein paar 
Blätter vom Mackenzie (Fl. aret. I, S. 137) beschrieben; auch die neue Sendung enthält 
dieselbe sowohl in dem weichen, wie im gebrannten Thon und zwar theils kleine, ganz- 
randige (Fig. 2 c. Taf. I) und buchtig gezahnte Blätter (Fig. 6, Taf. II), theils auch 
ansehnlich grosse Blätter, deren Band aber nicht erhalten ist. 

6. Populus Ricliardsoni Hr. Taf. I. Fig. 2 d, 3. \' 

\ Flora foss. aretica I. S. 98, 137, 158. IL 54. IV. 68. (Y. 49. Populus Nebras- 
censis Newherry; Illustration of cretac. and Tcrtiary plants of the western Tcrritorics. Taf. 
XII, Fig. 4, 5. 

Ich sah früher nur kleine Blattfetzen von dieser der Zitterpappel sehr nahe stehenden 
Art vom Mackenzie (Flora aretica I, Taf. XXIII, Fig. 2 a, 3), grössere Stücke enthält die 
neue Sendung, obwohl auch diese keine ganzen Blätter uns vorführt. Fig. 2 d stellt die 
obere Hälfte eines Blattes dar, dessen Nervation wohl erhalten ist. Die seitlichen Nerven 
sind stark hin- und hergebogen, verästelt, und verbinden sich in der schon früher für diese 



14 0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 

Art bezeichneten Weise zu einem weitmaschigen Netzwerk. Der Hand ist grossentheils 
zerstört, doch sind einzelne Zähne erhalten, welche gross und stumpf lieh zugorundet sind. 
Dieselbe Nervation und Bezahnung hat der in Fig. 3 dargestellte Blattrest. 

7. Betula macrophylla Grcpp. sp. Taf. II. Fig. 3 — 5. 

Heer Flora foss. aretica I. S. 14G. Taf. XXV. 11—19. IL Spitzbergen S. 56. 
Taf. XI, 7 und IV. S. 71. Taf. XXVIII 6 a. Alnus macropliylla Gcepp. Flora von Schossnitz 
S. 12. 

Im weichen Thon. Fig. 4 ist nur der schwache Abdruck der obern Hälfte des Blattes, 
der aber in der Richtung der weit auseinander stehenden vorn verästelten Secundarnerven 
mit der Betula macrophylla übereinstimmt und durch die weiter von einander entfernten 
Seitennerven von der verwandten B. prisca sich unterscheidet. Der Rand ist grossentheils 
zerstört und nur an ein paar Stellen sind die Zähne angedeutet, in welche die Seitennerven 
hinauslaufen. 

Besser, obwohl auch nur im Abdruck erhalten, ist Fig. 3, welche ein 'sehr grosses 
Blatt darstellt. Es ist grösser als die von Schossnitz und Island abgebildeten Blätter, stimmt 
aber so gut mit Fig. 4 überein, dass es derselben Art zugehören muss, um so mehr, da 
auch in Spitzbergen ein Blatt gefunden wurde, das ganz dieselbe Grösse hat (Fl. aret. IV. 
Taf. XXVIII. 6 a). Von der Betula grandifolia Ett. unterscheidet es sich durch die grössern 
Zähne und die weiter auseinander stehenden untern Secundarnerven und die zahlreichern 
Tertiärnerven. Die Secundarnerven entspringen in spitzigem Winkel, sind stark nach vorn 
gerichtet und stehen weit auseinander. Die untern haben mehrere randläufigc Tertiärnerven. 
Die Zähne sind zwar grossentheils zerstört, doch sind einige deutlich erhalten. Sie sind 
scharf geschnitten, die am Ende der Secundarnerven stehenden treten etwas mehr hervor, 
sind aber in eine weniger lange Spitze ausgezogen als beim Isländer Blatt. Das feine 
Netzwerk ist verwischt. 

Taf. II, Fig. 5 stellt ein Stück Birkenrinde dar, die mit zahlreichen, rundlichen Lenti- 
cellen besetzt ist, welche aber kleiner sind als bei der Rinde der B. prisca. Ich habe schon 
früher ein Rindenstück mit solchen kleinern Warzen vom Bärenseefiuss abgebildet (Flora 
aret. I. Taf. XXIII. Fig. 10) und daraus auf die Anwesenheit einer Birke an dieser Stelle 
geschlossen. Die daselbst aufgefundenen Blätter zeigen, dass diese Rinde wahrscheinlich 
von der Betula macrophylla herrührt. i 

8. Corylus M'Quarrii Fori), spec. Taf. I. Fig. 1,2 b. 

Heer Flora foss. aretica I. S. 104, 138, 149, 159. II. Flora alask. S. 29. Spitz- 
bergen S. 56. Flora von Grönland S. 469. III. Nachträge zur miocenen Flora Grönlands 



0. Heer, beitrage zur miocenen flora von nord-canada. 15 

S. 14, 17. IV. Beiträge zur fossilen Flora Spitzbergens S. 72. V. Flora von Sachalin 

S. 35. Grhmellland S. 33. 

Im gebrannten und im weichen Thon. Die auf Taf. I, Fig. 1 und 2 b abgebildeten 

Blattstücke stimmen mit" den schon früher von dieser Stelle abgebildeten Blättern überein. 

Bei Fig. 1 ist die scharfe doppelte Bezahnung wenigstens an einer Stelle erhalten, während 

der Band bei dem grössern Fig. 2 b abgebildeten Blatte fehlt. 

v 

ü. Platanus aceroides Guipp. . Taf. III. Fig. 6. . 

Flora foss. aretica I. 'S. 111, 138, 150, 159. II. Grönlands. 473. Spitzbergen 
S. 57. IV. Spitzbergen S. 76. 

Es liegen nur einige Blattfetzen vor und auch die von Dr. Rictiardson heimgebrachte 
Sammlung enthält nur unvollständige Blattstücke (cf. Flora aret. I. S. 138, Taf. XXI 17 b, 
XXIII Fig. 2 b, 4). Ein Stück (Fig. G) zeigt uns, dass das Blatt gross gewesen und drei 
sehr starke Ilauptnerven hat und dass von dem mittlem Nerv starke Secundarnerven in 
weiten Abständen auslaufen. Soweit das Blatt erhalten ist, stimmt es wohl zu Platanus 
aceroides Gaipp. Der Fig. 6 b abgebildete Blattrest ist aus der Sammlung des Lord 
Bischofs. Die Nervation ist ziemlich wohl erhalten, aber der Rand fehlt gänzlich. Unter 
den fossilen Hölzern von Mackenzie stimmt ein Stück in seinem Bau ganz zu Platanus, wie 
die Untersuchung des Hrn. C. Schrgeter gezeigt hat, daher die Platane nicht nur durch 
die Blätter, sondern auch durch das Holz am Mackenzie nachgewiesen ist. 

10. Juglans acuminata Alex. Br. Taf. I. Fig. 2 c. 

Heer Flora tert. Helvet. III. S. 88. Flora foss. alaskana S. 38. Miocene Flora von 
Sachalin S. 41. 

Nur der schwache Abdruck einer Blattfieder im weichen Thon. Stimmt in 
Form und Richtung der Secundarnerven sehr wohl zu dem Blatt von Sachalin, das in der 
Flora von Sachalin Taf. X, Fig. 11 abgebildet ist. 

11. Vibumum Nordenskiuldi Hr. Taf. I. Fig. 8. i 

Heer Flora Alaskana. Flora foss. aretica IL S. 36. Taf.i III. Fig. 13. IV. S. 77. 

Taf. XV. 5 a. XVIII. 7. XXIII. 4 b. XXIX. 5. V. Flora des Grinnelllandes S. 36. 

Taf. VII. Fig. 5—7. 

i 
Im gebrannten Thon. Das Fig. 8 abgebildete Blatt stimmt in Form und Nervation mit 

der vorliegenden Art überein. Es ist am Grunde herzförmig ausgerandet; der Rand ist mit 

kleinen, ziemlich stumpfen, aber zum Theil verwischten Zähnen besetzt. Von dem Mittelnerv ' 

entspringen zunächst am Blattgrund zwei gegenständige Secundarnerven in weitem Winkel; sie 



IG 0. Heer, beitrage zur jiiocenen flora von nord-canada. 

sind wenig nach vorn gerichtet und senden auswärts mehrere Tertiärnerven aus, die in die Zähne 
ausmünden; weiter oben folgen alternierende, in spitzen Winkeln entspringende Secundar- 
nerven, die aussen verästelt sind. Die Felder sind mit zum Theil durchgehenden, zum 
Thcil in Gabeln gctheilten Nervillen durchzogen. Punkte sind in den Feldern nicht zu sehen. 



12. Ilcdera M'Clurii Hr. Taf. III. Fig. 5. 

Flora foss. arctica I. S. 11!), .138. II. Spitzbergen S. GO. Grönland S. 47G. IV. 
Spitzbergen S. 78. V. Sachalin S. 44. 

Im gebrannten Thon. Ich habe schon im ersten Bande der Flora arctica ein fast 
vollständiges Blatt dieser Art vom Bärenscefluss abgebildet (Taf. XXI, Fig. 17 a); die neue 
Sendung enthält nur zwei Blattfetzen, die aber in der Verschlingung der Nervillen und der 
starken Zertheüung der Hauptnerven das Hedcra-Blatt anzeigen. Beide besitzen an einer 
Stelle einen hervortretenden Zahn. 

13. Magnolia Nordcnskiöldi Hr. Taf. III. Fig. 1. 

Heer Beitrüge zur fossilen Flora Spitzbergens. Flora aret. IV. S. 82. Taf. XXI. 
Fig. 3. XXX. Fig. 1. Flora von Sachalin. Flora aret. V. S. 4G. Taf. III. 2 b. XII. 2. 
Nachträge zur fossilen Flora Grönlands. Flora aret. VI. S. 13. Taf. V. 10. 

Im harten Thon, bei dem Blatt liegen Zweigreste der Sequoia Langsdorfii. 
Taf. III, Fig. 1 stellt mir einen Fetzen des grossen Blattes dar, indem Basis, Spitze 
und Rand fehlen und doch hat dieser Blattrest eine Länge von 16 cm. und in der Mitte 
die linke Seite eine Breite von G5 mm., daher die ganze Breite 13 cm. betrug. Das Blatt 
muss daher aine sehr beträchtliche Grösse gehabt haben. Es stimmt in dieser Grösse, in 
den starken und weit auseinander stehenden und in spitzen Winkeln entspringenden, stark 
nach vorn geneigten und mit starken Tertiärnerven versehenen Secundarnerven, wie in der 
Bildung des Netzwerkes, mit den Blättern von Spitzbergen und Grönland überein. 

Der Mittelnerv ist sehr stark; die Secundarnerven entspringen in spitzigem Winkel 
und stehen sehr weit auseinander. Da die Blattbasis fehlt, ist nicht zu sehen, ob dort 
welche mehr genähert standen. Von den Seitennerven laufen starke Tertiärnerven in spitzem 
Winkel aus, sie sind aber auch weit auseinanderstehend. Die Nervillen sind an ihnen und 
den Secundarnerven in rechten Winkeln angesetzt und bilden ein polygoncs Netzwerk. 

Bei der Magnolia ovalis Lesq. vom Mississippi (Trans. Americ. Phil. soc. XIII. PI. 
XXI. Fig. 3) haben wir auch weit auseinander stehende Scitenncrvcn, welche aber viel 
weniger steil aufsteigen und daher weniger nach vorn gebogen sind. 



0. HeKR, BEITRÄGK ZUR MI0CENEN FLORA VON NORD-CANADA. 17 

14. Pterospermites spectaMlis Hr. Taf. II. Fig. 1, 2. 

Heer, Od the Fossil Flora of North Greenland. Flora foss. arctica II. S. 480. Taf. XLIII. 
Fig. 15 b. LIil. 1 — 4. Nachträge zur fossilen Flora Grönlands. Flora foss. arctica VI. S. 14. 
Taf. VI. 10. 

Im harten Thon. Das Taf. II, Fig. 1 abgebildete Blatt stimmt in der Nervation 
sehr wohl mit dem Taf. LIII 3 der Grönland-Flora dargestellten Blatt überein. Es muss 
ein grosses Blatt gewesen sein, das am Grund herzförmig ausgerandet und einen etwas 
wellig gebogenen Rand hatte; an einer Stelle tritt der Rand bei der Ausmündung der Seiten- 
nerven in ganz stumpfen, schwachen Zähnen hervor. Die Secundarnerven stehen weit aus- 
einander und besitzen zahlreiche, randläufige Tertiärnerven. Die Felder sind mit einem 
deutlichen polygonen Netzwerk ausgefüllt. 

Fig. 2 stellt die obere Hälfte desselben Blattes dar. Es muss dieses Blatt eine Breite 
von 13 cm. gehabt haben. Der Rand ist ungezahnt, nur etwas wellig gebogen. Die weit 
auseinander stehenden, meist alternierenden Seitennerven sind randläufig; die untern senden 
starke Tertiärnerven aus, welche auch bis zum Rande laufen. Die Felder sind mit einem 
grossmaschigen Netzwerk ausgefüllt. 

Ist von Pt. integrifolius und dentatus durch die am Grunde nicht schildförmigen Blätter 
verschieden. Die unter dem Namen von Pterospermites, Credncria, Protophyllum und 
Grewiopsis beschriebenen Blätter gehören sehr wahrscheinlich derselben Plianzengruppe an, 
doch ist ihre systematische Stellung noch zweifelhaft. 

15. Tilia Malmgreni Hr. Taf. III. Fig. 2, 3. . 

Flora foss. arctica I. S. 160. Taf. XXXIII Fossile Flora Spitzbergens. Flora aret. 

IV. S. 84. Taf. XIX, 18. XXX, 4, 5. Vol. V. Grinnellland S. 37. Taf. IX. 7, 8. 
Im weichen Thon mit Sequoia Langsdorfii. Es ist nur der Abdruck einiger 

Blattfetzen erhalten, der aber wohl zu den Blättern von Spitzbergen und Grinnelland stimmt. 
Das Fig. 2 abgebildete Blatt ist tief herzförmig ausgerandet, der Rand grossentheils verwischt, 
doch sieht man an einer Stelle, dass er gezahnt war und dass die Nerven in diese Zähne hinaus- 
laufen. Es entspringen auf der rechten Seite 3, auf der linken 2 Hauptnerven vom Blatt- 
grunde. Der zweite Nerv ist stark gebogen und sendet mehrere Secundarnerven nach dem 
Rande aus. Der Blattstiel ist dünn und hat eine Länge von 7 ; cm. Bei Fig. 3 ist der 
Blattrand zerstört und auch die Basis des Blattes nicht erhalten.; 

Die sehr ähnliche miocene Linde von Sachalin (T. Sachalinensis Hr. Flora foss. arctica 

V, S. 47) hat steiler aufsteigende seitliche Hauptnerven, dagegen dürfte die Tilia antiqua 
Newb. (Notes S. 52, illustrations Taf. XVI, Fig. 1, 2) kaum von der vorliegenden Art 
verschieden sein. 



UNTERSUCHUNG 



über 



Fossile Hölzer aus der arctischen Zone 



von 



C. SCHRCETER, 

Assistent und Privatdocent am eido. Polytechnicum in Zürich. 



Mit 3 lithographirten Tafeln. 



\ 

i 



ZÜRICH. 

Verlag von J. Wurster & C IE - 
1880 



I. Fossiles Holz von König-Karl-Land 

(früher Giles-Land). 



(Taf. I, Fig. 1—8.) 

Im Frühjahr 1880 übergab mir Herr Prof. Heer sechs von Fuess in Berlin hergestellte 
Dünnschliffe eines fossilen Holzes zur Untersuchung, das er im Jahr 1872 von Hrn. Forst- 
meister Norman in Tromsoc in Begleit folgender Zeilen zugeschickt erhalten hatte (ich über- 
setze das lateinische Original): 

« . . . Beiliegend finden Sie eine fossile Pflanze, welche ein norwegischer Eismeerfahrer, 
Nils Johnsen aus Tromsce, auf der Nordost-Spitze der arctischen Insel «Giles-Land» am 
Abhang eines Berges gefunden hat (ca. 79° KV n. Br.), den ich Johnsen-Berg genannt habe. 
. . . Einige Gesteine wurden an demselben Orte gesammelt, z. Th. thonige von hellgrauer 
Farbe und mit wechselndem Kalkgehalt, z. Th. quarzige. . . . Ich bitte Sie, dieses Fossil 
untersuchen und bestimmen zu wollen, das aus einem so viel besprochenen und so lange 
vergeblich erstrebten Lande stammt, welches dieses Jahr zum ersten Male eines Menschen 
Fuss betreten hat Norman, Forstmeister in Tromsce.» 

Prof. Mohn in Christiania hat in Petermann's geographischen Mittheilungen (1873 p. 121) 
einen Aufsatz über besagte Insel veröffentlicht, in welchem er aus allen bisherigen Angaben 
über dieselbe ihre Karte wenigstens provisorisch entwarf (Taf. 7). Sie liegt östlich von 
Spitzbergen unter 79° n. Br. und erstreckt sich von ca. 26° bis ca. 32° ö. L. (von Greenwich). 
Mohn weist nach, dass der Name «Giles-» oder «Gillis-Land» fälschlich auf diese Insel 
angewendet wurde und giebt ihr den Namen «König-Karl-Land», nach Karl XV. von 
Schweden (ebenso hatte es 1870 Petermann benannt, aber zu Ehren des Königs von 
Würtemberg). Gesehen hatte man dieses Land wahrscheinlich schon anno 1617 und seither 
zu wiederholten Malen, betreten aber hat es als Erster der Finder unseres Fossils, der 
Kapitän Nils Johnsen. Ueber die Natur der Insel weiss Mohn natürlich nur wenig zu 
berichten; er zählt 16 dort gesehene Thierspecies auf, erwähnt das Vorkommen phanero- 
gamischer Gewächse («Gras» und wahrscheinlich Silene acaulis) und einige Flechten. In 
geologischer Hinsicht ist das hier zu besprechende Holz das einzige Bekannte; wir werden 
sehen, dass seine Bestimmung uns über das geologische Alter der Fundstelle einen ziemlich 
•sicheren Aufschluss gibt. 



4 C. Schröter, Untersuchung über fossile Hölzer aus der arctischen zone. 

Aeusseres des Holzes. 

(Beschreibung nach Zeichnung und Angaben von Hrn. Prof. Heer, da das Stück selbst 
längst wieder zurückgeschickt war.) 

Das Fossil stellt ein halbcylindrisches Stamm- oder Aststück von 7, 5 cm Länge und 
von ca. 2 cm Radius dar; die Oberfläche erscheint durch die zum Theil angeschnittenen 
Jahrringe längsgestreift (Fig. 1 a, Taf. I). Auf den Endflächen (Fig. 1 b) lassen sich die engen 
Jahrringe schon deutlich unterscheiden und zählen (s. unten). Die Farbe des verkiesclten Holzes 
war ein dunkles Braun, von der noch gut erhaltenen organischen Substanz herrührend; die 
wenigen Spalten und die Zelllumina sind mit durchsichtiger Versteinerungsmasse ausgefüllt. 

Mikroskopischer Bau des Holzes. 

1. QucrscMiff. 

Die beiden Querschliffe (die von derselben Stelle des Holzes stammen) sind von ungefähr 
trapezoidischer Form; sie enthalten an der einen schmalen Kante einen Theil des Marks 
(Fig. 1 m); der von diesem aus bis an den entferntosten Punkt des Schnittes gezogene Jladiufl 

mkäi JÖJiüii: Auf den ersten iüiCk lügst sieh diu Geiii/ofen* Natur des iiokm an dem 

Mangel der Gefässe und den einfachen Markstrahlen erkennen. Im Holz lassen sich mit 
wechselnder Schärfe 37 Jahrringe zählen; im Mittel besitzt also der Jahrring eine Breite 
von 0,5i mm - Diese ausserordentliche Enge der Jahrringe ist freilich zum Theil zurück- 
zuführen auf eine gewaltsame Zusammenpressung durch einen in radialer Richtung wirkenden 
Druck : es sind nur etwa 5 Jahrringe in ihrer ursprünglichen Breite erhalten, während bei 
den übrigen die Zellen meist bis zum Verschwinden der Lumina zusammengepresst sind. 

Die intact gebliebenen Jahrringe 17 — 20 (Fig. 1, Taf. I) zeigen eine Erhaltung, die 
nichts zu wünschen übrig lässt. Der Querschnitt der Zellen ist quadratisch oder oblong, 
sie sind streng in radiale Reihen geordnet, das Lumen ist mit farbloser oder bräunlich 
gefärbter Versteinerungsmasse ausgefüllt. Die Wände sind braun oder schwarz gefärbt und 
lassen sehr deutlich die Intercellularsubstanz, die Secundär- und Tertiärmembran unterscheiden, 
die oft genug ihre verschiedene chemische Beschaffenheit durch eine Verschiedenheit der 
Färbung documentiren (die IL Membran schwärzer als die, III. und die Intercellularsubstanz). 
Meist ist ihr Zusammenhang etwas gelockert ; es treten zwischen den einzelnen Zellen Spalten 
auf, wobei die Intercellularsubstanz gewöhnlich von der einen der sich trennenden Zellen 
mitgenommen wird, so dass die Spalte auf der einen Seite von der Intercellularsubstanz, auf der 
andern von der Secundärmembran der Nachbarzellen begrenzt wird (s. Fig. 2 a bei s, Taf. I). . 



C. SCHIUETKR, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 5 

An andern Stellen, besonders im Herbstholz, fliessen dagegen die dicken Membranen der 
Nachbarzcllen zu einer homogenen braunschwarzen Masse zusammen, in der die von dem 
schmalen Streifen der Tcrtiilrmembran umgebenen Lumina als Löcher erscheinen (s. Fig. 2 a, 
bei h). An wieder andern Stellen endlich sind oft mitten zwischen gut erhaltenen Zellen 
ganze Zellenzüge bis auf eine unregelmässig contourirte schwarze Masse gänzlich zerstört; 
gar nicht selten finden sich in der Umgebung dieser Zerstörungsheerde Zellengruppen von 
der eben erwähnten Ausbildung (mit schwarzen, zusammenfliessenden Wänden) und sind sogar 
durch Uebergänge mit ihnen verbunden. Dieses Verhalten lässt eine gleiche Ursache beider 
Erscheinungen vermuthen, wahrscheinlich ist es die Einwirkung chemischer Agentien, vielleicht 
von Schwefelsäure 1 . 

Der Druck, dem das Holz unterworfen gewesen sein muss, macht sich an vielen, sonst 
intacten Jahrringen nur in dem wegen der geringeren Wanddicke und grösserem Durchmesser 
seiner Zellen weniger resistenten Frühlingsholze geltend; die Zellen sind dort in einer Weise 
zusammengedrückt, wie es Fig. 2 b bei f zeigt. In andern Jahrringen dehnt sich dieselbe 
Wirkung über die ganze Breite aus; einige wenige sind auf der einen Seite intact, auf der 
andern zusammengedrückt. 

Auch wenn wir die gewaltsame Zusammenpressung in Abrechnung bringen, bleibt das 
Holz ein sehr dichtgewachsenes; von den intacten Jahrringen zeigt der engste 0, 3 , der 
weiteste erst 2 mm Breite. Die zwei weitesten Jahrringe 17 und 18 geben uns zugleich 
ein Mittel an die Hand, den Betrag der Zusammenpressung wenigstens annähernd zu 
bestimmen: sie sind es nämlich, die, auf der einen Seite (rechts, Fig. 1) intact, nach der 
andern zu mehr und mehr zusammengedrückt werden; der eine wird dabei von 2 mm auf 0, 5 , 
der andere von 1, 5 mm auf 0, 3 mm reducirt, also auf l /* resp. */* der ursprünglichen Breite. 
Berechnen wir darnach die durchschnittliche Breite aller alterirten Jahrringe vor dem 
Druck, so kommen wir nur auf 1, S8 mm. 

Die intacten Jahrringe sind meist äussert scharf von einander abgesetzt; die 1 — 2 
innersten Reihen von Frühlingsholzzellen sind nämlich sehr weitlumig (von quadratischem 
Querschnitt oder selbst in radialer Richtung breiter als in tangentialer) und dadurch nicht 
nur von den stark verdickten und englumigen Herbstholzzellen des vorangehenden Jahrringes, 
sondern oft genug auch von den folgenden Zellreihen desselben Jahrringes deutlich abgesetzt, 
so dass sie bei schwacher Vergrößerung und durchfallendem Licht als helle Linien förmlich 
aufleuchten. (Fig. 2 bei f; hier ist es nur 1 Reihe.) 

Die Anordnung der Holzzellen zu radialen Reihen ist ausserordentlich regelmässig. 



1 Siehe Kraus, Mikroskopische Untersuchung über den Bau lebender und vorweltlicher Nadelhölzer in Würzb. 
naturwissenschaftl. Zeitschrift V, p. 185. 



6 • C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCIIEN ZONE. 

Die Dimensionen der Holzzellen sind folgende (Mittelzahlen aus je 10 Messungen): 

Frühlingsholz (die 2 ersten Reihen) 

Durchmesser in radialer Richtung . 0,033 mm, 

„ „ tangentaler „ . 0,017 mm, 

Wanddicke 0,0027 — 0,oo45 mm. 

Herbstholzzellen 

Durchmesser in radialer Richtung . 0,012 mm, 

„ „ tangentaler „ . 0,017 mm, 

Wanddicke ' 0,0045— 0, og 8 mm. 

Die Markstrahlen sind ziemlich häufig (im Mittel je 1 auf 8 radiale Reihen von 
Holzzellen) und ausnahmslos einschichtig; ihre Breite beträgt im Durchschnitt 0, 02 i mm, im 
Maximum 0,02 s mm. 

Zusammengesetzte Harzgänge kommen vor (Fig. 3, und die schwarzen Punkte in Fig. 1) 
und fallen auf durch ihre eigenthümliche Anordnung. Sie finden sich fast nur in den IS 
innersten Jahrringen, im Ganzen etwa 35, in den 2 breiten Jahrringen 17 und 18 allein 
etwa 17. Ausserhalb derselben scheinen sie ganz zu fehlen, nur 2 — 3 Lücken zweifelhaften 
Ursprungs finden sich in den äussersten Jahrringen. Sie sind sehr breit: 0,n 2 mm ist der 
mittlere Durchmesser aller sicher als Harzgänge zu deutenden Lücken. Sie entsprechen meist 
4 — 6 Reihen von Holzzellen. Innerhalb der einzelnen Jahrringe sind sie ganz regellos zerstreut. 
Ihre eigenthümliche Vertheilung und abnorme Grösse könnte zu der Vermuthung führen, 
ob wir es hier nicht vielleicht mit Hohlräumen anderer Natur, etwa durch Insektenfrass 
oder Einwirkung auflösender Agentien auf die Versteinerungssubstanz entstanden, zu thun 
haben. Ein Blick auf den Radialschliff (Fig. 3 a) beweist uns aber die Richtigkeit der 
Deutung als Harzgänge. Der genau longitudinal verlaufende Canal ist nämlich ausgekleidet 
von den schwach verdickten parenehymatischen (harzführenden) Zellen, die für diese Kategorie 
von Intercellularräumen charakteristisch sind. Sie zeigen an manchen Stellen Poren, aber 
nie eine beträchtliche Wanddicke. Dass sie ferner nicht zu jenen Harzgängen gehören, 
welche durch Verharzung von Zellengängen eines Markflecks entstehen (bei Weisstanne und 
Ceder nachgewiesen von Hartig, Bot. Ztg. 1848, bei Pinus Pichta und cephalonica von 
Kraus, 1. c. p. 166), ergiebt sich sofort aus dein Fehlen der charakteristischen Markflecken- 
zellen in ihrer Umgebung (wie überhaupt). 

Einfache Harzbehälter (Harzzellen, Holzparenchym) finden sich ziemlich häufig, besonders 
im Herbstholz, wo sie oft nesterweise bei einander liegen (s. Fig. 2 b). In dem Bau und 
der Dicke der Wand unterscheiden sie sich kaum von den übrigen Herbstholzzellen (es ist 
diess eine Ausnahme von dem gewöhnlichen Verhalten der Harzzellen, s. Kraus 1. c, p. 160), 



C. SdlRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 7 

wohl aber durch den Inhalt, einen das Lumen nie ganz ausfüllenden kohlschwarzen, rund- 
lichen oder elliptischen Klumpen von Harz. Nicht selten zeigt derselbe in der Mitte eine 
Höhlung, ein Beweis, dass er ursprünglich als Wandbeleg ausgebildet war, wie man es ja 
in den Harzzellen lebender Coniferen oft genug sieht. Auch in der Nähe der Harzgänge 
linden sich einzelne Harzzellen (und endlich in der Nähe des Marks, wie wir beim Radial- 
schliff sehen werden). 

2. RadialscIilifF. 

Die Holzzellen sind 2 — 2,2 mm lang; die Wand zeigt überall (auch im Frühjahrsholz) 
eine sehr feine, spiraligc, links-wendige Streifung. (Die von Kraus 1 erwähnte reclitsläufige 
Streifung in Folge Faltung der Tertiärmembran konnte ich dagegen mit Sicherheit nicht 
nachweisen.) Die radialen Längswände sind mit Ausnahme des Herbstholzes mit behöften 
Tüpfeln versehen ; dieselben stehen meist nur in einer Reihe, sind spärlich, meist von einander 
entfernt und erheblich schmäler als die Wand selbst. Nur auf den sehr weitlumigen Frühlings- 
holzzellen der ersten 2 — 3 Reihen eines Jahrringes stehen sie hin und wieder (ich zälüte 
im Ganzen 8 Fälle) zweireihig und zwar allermeist mit Altern anz der benachbarten Poren 
(Fig. 5); nur in einem Fall kam auch Opposition vor, immerhin gemischt mit Alternanz 
und Uebergangsstellungen (Fig. 6). Der äussere Hof der Poren ist 0, oo bis 0,<us mm im 
Durchmesser, kreisrund oder elliptisch (letzteres besonders bei zweireihiger Stellung), der innere 
Hof hat einen Durchmesser von 0,002 bis 0, o4 mm und ist meist in der Richtung der spiraligen 
Streifung etwas breitgezogen 2 . 

Die Markstrahlen sind zahlreich, aus 1 — 18 über einander liegenden Zellreihen 
bestellend; die radial gestreckten Zellen durch 1 — 3 kleine Poren mit je einer anstossenden 
Holzzelle verbunden. Die Poren sind ausnahmlos einfach und meist rundlich (Fig. 4); nur 
im Herbstholz werden sie oft etwas länglich in der Richtung der dort etwas stärker aus- 
geprägten spiraligen Streifung der Membran der Holzzelle. Die horizontalen und tangentalen 
Wände zwischen den Markstrahlzellen erscheinen (wo sie überhaupt gut genug erhalten sind) 
ebenfalls von einfachen Poren durchbrochen. 

Das Aussehen der Harzgänge wurde schon bei der Besprechung des Querschnittes erwähnt. 

Die Harzzellen sind auf unsern Schliffen ziemlich spärlich (was bei ihrer unregelmässigen 
Vertheilung ganz zufällig ist) und zwar in der Nähe des Marks und der Harzgänge und 
im Herbstholz zu finden; sie sind leicht zu erkennen an der Fächerung durch horizontale 
Querwände und an den dunkeln Harztropfen in den sie zusammensetzenden Zellen (Fig. 7). 



1 L. c. p. 156. Ich fand die dort erwähnte Faltung der Tertiärmembran besonders bei Larix davurica 
sehr schön ausgeprägt. 

* lieber das Verhalten der Membran im polarisirten Licht s. den 2. Theil dieser Untersuchung. 



8 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

In den unmittelbar dem Marke angrenzenden Partieen sind deutlich die Spiralgefässe 
des primären Holzes zu erkennen. 

3. Tangciitalschlift'. 

Die Holzzellen zeigen hier wegen der grossen Zahl der Markstrahlen, denen sie aus- 
weichen, einen ziemlich gcschlängcltcn Verlauf. Die tangcntalcn Wände derselben zeigen 
nur sehr spärliche Tüpfel, die spiraligc Streifung ist fast überall deutlich. (Fig. 8.) 

Die Markstrahlen zeigen ihre normale Spindclform; sie bauen sich aus 1—18 über 
einander liegenden Zellen von rundlichem Querschnitt auf und sind ausnahmslos einfach 
und ohne eingeschlossene Harzgänge. 



Bestimmung des Holzes. 

Aus den wichtigern der bisherigen Untersuchungen über fossile Nadel-Hölzer (von Hautig, 
Mohl, Schacht, Gceppert, Cramer, Kraus, Schenk, Conwentz) geht für die Bestimmung 
derselben folgendes hervor: 

Alle relativen Merkmale (grössere oder geringere Weite der Jahrringe, Dicke der Zell- 
häute, Grösse, Grössen- und Zahlenverhältnisse der einzelnen Elemente, Anzahl der die 
Markstrahlen aufbauenden Zellreihen etc.) sind zur Bestimmung erst in letzter Linie zu 
verwenden, weil oft in einem und demselben Baume wechselnd. Mit Hülfe der absoluten 
Merkmale aber (Vorkommen oder Fehlen einzelner Elemente, Bau der Holzzellwand, 
Anordnung und Bau der Tüpfel auf dieser und der Markstrahlzellwand etc.) lassen sich 
sämmtliche lebenden Coniferen nach dem Holz in 5 wohlunterschiedene Gruppen bringen, 
von denen aber keine mit einer der heutigen Gattungen zusammenfällt: alle enthalten deren 
mehrere (wenn die Sectionen von Pinus L. als selbständige Gattungen bezeichnet werden, 
wie wir es in dieser Eintheilung nach dem Holz thun werden). 

Wir können diese 5 Gruppen mit den ihnen entsprechenden Gattungen etwa folgender- 
massen übersichtlich zusammenstellen (nach Kraus 1. c. und eigenen Untersuchungen). 

I. Ohne zusammengesetzte Plarzgänge (oder solche nur ausnahmsweise in Markfieckcn 

vorkommend). 

i 

A. Harzzellen fehlend (oder sein* spärlich), 
a) Holzzellen ohne Spiralfasern: 
1. Araucarox}'lon Kr., Tüpfel, wenn einreihig, gedrängt, wenn zweireihig, alter- 
nirend. Radiale Markstrahlzellwände mit 2 bis 10 Poren pro Holzzelle 



C. SCHßCETEß, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

(untersucht bei Ar. Cunninghami, Cookii, excclsa, brasiliana, 
Dammara orientalis und australis 1 ). 

Araucaria, 

Dammara. 

2. Ccdroxylon Kr., Tüpfel einreihig, selten zweireihig und dann opponirt 2 . 
Radiale Markstrahlzclhvändc mit 1 — 4 Poren pro Ilolzzelle (nach Kkaus). 

Abics (ausgenommen A. Wcbbiana Lindl. und Pindrow :j Spach), 
Cedrus, 
Tsuga*. 
ß) Holzzellen mit Spiralfasern (neben den Tüpfeln). 

3. Taxoxylon, 

•Taxus, 
Cephalotaxus, 
Torreya. 
B. Harzzellcn reichlich: 

4. Cupressoxylon, 

Cupressacecn, 
Podocarpecn, 
Phyllocladus, 
Saxogothrca, 

i 

Salisburya, 

Cryptomeria, \ 

Taxodium, 

Glyptostrobus, 

Scquoia, 

Cunninghamia, 

Abi es Webbiana 5 Lindl. 



1 Demnach ist es unwahrscheinlich, dass Pinites latiporosus Cr. (Heer fl. foss. aret. I p. 176) zu 
Araucaroxylon gehört, wie Kraus (Schimper, Traite de Pal. veg. II p. 381) annimmt. Die grossen ausnahmslos 
einzeln (pro Holzzelle) stehenden Markstrahlporen lassen ihn, zusammengehalten mit dem Fehlen der Harzgänge 
und Harzzellen, wohl am natürlichsten bei Cedroxylon unterbringen. , 

8 Kraus (1. c. p. 173) führt unter dieser Gruppe auch Picea jezoensis S. e. Z. auf, bei der ich stets Harz- 
gänge fand; die Vcrmuthung einer Verwechslung Avird bestätigt durch den Umstand, dass dieselbe Pflanze unter dem 
Synonym Pinus Menziesii Kl. et K, auch unter Pityoxylon figurirt, wohin sie wirklich gehört. 

8 Für Abies Webbiana konnte ich das von Kraus entdeckte, für die Abiesgruppe bis jetzt einzig ciastehende 
Vorkommen zahlreicher Harzzellen bestätigen. — Abies Pindrow soll Harzgänge besitzen, was ich leider nicht 
nachuntersuchen konnte. 

* Kraus giebt für Tsuga Douglasii Harzgänge an; ich fand bei T. canadensis, dumosa undDouglasii 
keine solchen. 

5 s. Anm. 2. 

2 



10 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

II. Mit Harzgängen (die lebenden hieher gehörigen Coniferen ausnahmslos 1 auch mit 
zusammengesetzten harzgangführ enden Markstrahlen). 
5 Pityoxylon Kr. 

1. Unterform: Markstrahlenzellen auf den radialen Längswänden nur mit 
kleinen Poren, ohne zackige Verdickungen in den äussersten B.eihen: 

Picea, 

Larix, 

Pinus longifolia 2 Roxb., 

Abies Pindrow Spach. 

2. Unterform: Markstrahlzellen mit wenigen grossen (Ei-) Poren, aber ohne 
zackige Verdickungen der äussersten Reihen: 

Pinus Cembra L., 
„ Strobus L., 
„ Pinea L., 
„ Lambertiana DougL, 
„ canariensis Ch. Sm., 
„ halepensis Sm., 
„ pauciflora Sieb. e. Zucc. 

3. Unterform: Mit Eiporen und zackigen Verdickungen 3 : 

Pinus silvestris L., 

„ Pumilio Hke., 

„ uncinata Hain., 

„ Massoniana Lamb., 

„ brutia Ten., 

„ abchasica Fisch., 

„ maritima Lamb., 

„ palustris Sol., 



') Nur bei Larix davurica vermochte ich keine zu entdecken; ich konnte allerdings nur einjähriges Zweiglein 
untersuchen, so dass die Möglichkeit nicht ausgeschlossen bleibt, dass in altern Exemplaren sich welche einstellen. 

2 ) Kraus hat diese schon von Ggeppert (Monogr. d. fossilen Conif. p. 29) als Ausnahme von den echten Pinus- 
Arten betrachtete Species nicht angeführt; sie zeigt entschieden den Bau dieser Untergruppe, wie übrigens auch 
Merklin fand (Palaeodendrologicum Rossicum p. 4A, Anm. 2). Pinus palustris Ait. dagegen, die Güsppert ebenfalls 
hieher rechnet und die Merkxin nicht untersuchen konnte, hat deutliche zackige Verdickungen in den äussern Mark- 
strahlreihen, gehört also zu Untergruppe 3 (Kraus I. c. p. 179). Bei P. Laricio dagegen, die Kraus hieher rechnet, 
fand ich (an der f. austriaca u. Poiretiana) ebenfalls zackige Verdickungen und rechne sie also vorläufig zu 
Untergruppe 3; dass ich bei Tsuga Douglasii, die Kraus ebenfalls hieher rechnet, keine Harzgänge fand, habe 
ich oben schon bemerkt. 

3 ) Die Angaben von Gceppert (Monogr. d. foss. Conif. p. 51 u. 52) kann ich hier nicht benutzen, da er Unter- 
form 2 und 3 nicht unterscheidet. 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 1 1 

Pinus ponderosa Dougl , 
„ Pinaster. Sol., 
. „ Laricioaustriaca Endl. (s. p. 10 Anm. 2 am Schluss). 
„ „ Poiretiana Ant. (s. p. 10 Anm. 2 am Schluss). 

„ Taeda L. 1 , 
„ pontica C. Roch. 1 , 
„ densiflora Sieb. e. Zucc. 1 , 
Sciadopitys verticillata. 
Nur fossil bekannte Gattungen sind AporoxylonUng. (Holzzellen ohne Tüpfel), Proto- 
pitys Goepp. (Holzzellen Treppengefäss-ähnlich ; Harzzellen), Pissade ndron Endl. (wie 
Araucaroxylon, aber Markstrahlen mehrreihig). Fügen wir endlich noch hinzu, dass das 
Wurzelholz vom Stammholz sich unterscheidet (nachMoiiL) durch engere Jahrringe, öfteres Fehlen 
der Mittelschicht derselben und weite Frühjahrsholzzellen mit oft zweireihig gestellten Tüpfeln. 
Halten wir uns also streng an die oben gegebene Regel der alleinigen Benutzung der 
absoluten Merkmale, so können wir ein fossiles Holz nur dann einer der oben genannten 
Gattungen zuweisen, wenn es 

zu einem der nur fossil vorkommenden Genera gehört, 

oder die Structur der 2. Untergruppe von Pityoxylon Kr. hat (denn dort ist nur 

die Gattung Pinus Lk. vertreten), 
oder zu Salisburya, Glyptostrobus oder Phyllocladus gerechnet werden kann 
(welche 3 Gattungen nach Kraus innerhalb Cupressoxylon gut charaktcrisirt 
sind; auch Sequoia ist hier zu nennen, s. den 2. Theil dieser Untersuchung), 
oder endlich mit irgend einer lebenden Species so nahe übereinstimmt, dass wir es 
zu oder in die Nähe derselben stellen müssen. 
Etwas anderes ist es freilich, wenn wir, wie ich es bei der Benennung unseres Fossils 
thun will, Pinus (resp. Pinites) im Sinne Linne°s fassen, d. h. alle Abietaceen dazu 
rechnen (die Gattungen: Picea, Larix, Cedrus, Abies, Pinus, Pseudolarix und Tsuga); 
dann können wir alle Coniferenhölzer, welche die Structur von Cedroxylon oder Pity- 
oxylon Kr. haben, hieher ziehen (nur in der 3. Untergruppe von Pityoxylon wäre noch 
Sciadopitys zu vergleichen). , 

Gehen wir nach diesen einleitenden Bemerkungen zur Bestimmung unseres Holzes über. 

Dass das Holz einem Stamm und nicht einer Wurzel angehört^ geht aus der Anwesenheit 

eines deutlichen Markes, an welches sich das gefässführende primäre Holz anscliliesst, zur 

Evidenz hervor, obwohl die Enge der Jahrringe, der rasche Uebergang vom Frühlingsholz 



1 P. pontica hat je eine grosse Eipore pro Holzzelle; Taeda und densiflora 2— 4 grosse Poren. 



12 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

zum Herbstholz (Fehlen der Mittelschicht) und die öfters vorkommende Zweireihigkeit der Tüpfel 
auf den weiten Frühjahrsholzzellen zum Bau der Wurzel nicht schlecht stimmen würden. 

Das Vorkommen zusammengesetzter Harzgänge reiht es unter Pityoxylon, die kleinen 
Markstrahlporen und das Fehlen der zackigen Verdickungen unter dessen 1. Gruppe, wo 
sich Picea, Larix, Pinus longifolia und Abies Pindrow finden, so dass wir es 
unbedenklich unter Pinus L. einreihen dürfen. Von lebenden Coniferen stehen ihm am 
nächsten die Larix- Arten und zwar: 

1. Durch das zerstreute Vorkommen der Harzgänge (ich fand bei Pinus [Larix] 
europaea L. auf einem Stammausschnitt mit 36 Jahrringen 4 ganz ohne Harzgänge, 6 mit 
1 — 2, 1 mit 26, 1 mit 30, die übrigen mit 8 — 12 Harzgängen; auf dem Querschnitt eines 
5jährigen Zweiges von Pinus [LarixJ leptolepis 1 Jahrring mit 9, 1 mit 3 und 3 ohne 
Harzgänge). 

2. Durch das ziemlich häufige Vorkommen von Harzzellen, die sich von allen Abic- 
taceen am häufigsten bei den Lärchen finden (ausgenommen Pinus [Abies] Webbiana, die 
aber keine Harzgänge führt). Bei Pinus (Larix) davurica finden sich Harzzellen in grosser 
Menge, bei P. (L.) europaea, leptolepis und americana in geringerer Zahl, überall aber 
in derselben Vertheilung wie bei unserem Holz : in der Nähe des Marks und der Harzgänge 
und im Herbstholz. 

3. Durch das Auftreten zweireihig gestellter Tüpfel auf den Frühlingsholzzellen und die 
Alternanz derselben, die ich von lebenden Abietaceen nur bei Lärchen fand. 

Trotzdem können wir unser Holz zu keiner jetzt lebenden Larix- Species stellen, denn 
es unterscheidet sich von allen durch das Fehlen der zusammengesetzten, Harzgang führenden 
Markstrahlen, ausgenommen vielleicht P. (L.) davurica (s. oben). Dass dieses Felden nur ein 
scheinbares, nur Folge der Untersuchung eines zu kleinen Stückes sei, ist nicht wahrscheinlich, 
denn ich fand bei den darnach untersuchten lebenden Lärchen (ausser P. [L.] davurica) auf je 
60 bis 100 Markstrahlen einen zusammengesetzten, bei dem Fossil dagegen auf ca. 1000 
untersuchte Markstrahlen keinen mit Harzgang. Dieses Merkmal trennt das Holz über- 
haupt von allen lebenden Coniferen und findet sich nur bei einigen fossilen wieder, auf die 
ich später zurückkomme. Sollte sich jedoch das Fehlen der horizontalen Harzgänge bei 
Pinus (Larix) davurica bestätigen, so würde unser Holz dieser Species ausserordentlich 
nahe stehen; ausser den schon oben als allen Lärchen gemeinsam angeführten Merkmalen 
käme als übereinstimmend mit P. (L.) davurica noch hinzu: 

1. Die sehr starke Verdickung der Herbstholzzeilwände; 

2. die grosse Weite der Frühlingsholzzellen ; 

3. das öftere Fehlen der Mittelschicht; 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 13 

i 

4. die zahlreichen Poren auf den tangentalen Querwänden zwischen den Mark- 
strahlzellen. 

Die einzigen Unterschiede fände ich dann in 

1. der Häufigkeit der Tangentialtüpfel an den Holzzellen bei P. (L.) davurica, während 
sie hei unserem Holz sehr spärlich sind; 

2. der öfteren Anwesenheit eines Innern spaltenförmigen Hofes bei den Poren zwischen 
Markstrahlzellwand und Radialwand der Holzzellen, welche Poren ich beim Fossil 
immer einfach fand; 

3. der sehr deutlich ausgebildeten rechtsläufigen spiraligen Faltung der Tertiär- 
membran der Herbstholzzellen bei P. (L.) davurica, die ich bei unserem Holz nicht 
nachzuweisen vermochte (freilich vielleicht nur in Folge ungenügender Erhaltung); 

4. der geringern Höhe der Markstrahlen bei P. (L.) davurica (nur 1 — 6 übereinander- 
liegende Zellreihen), 

welche Verschiedenheiten immerhin genügend sind, um eine speeifische Trennung zu recht- 
fertigen. 

Von fossilen Nadelhölzern kommen nach dem oben Gesagten nur die in die Gruppe 
Pityoxylon, Untergruppe 1, gehörenden in Betracht. Von diesen unterscheiden sich von 
unserm Holz: 

Pinites Sandbergeri Kr. (Würzb. nat. Ztschr. VI p. 68) durch zusammengesetzte 
Markstrahlen, einreihige Poren und zahlreiche Harzgänge. 

Peuce eggensis "With (Int. Struct. of fossil plants p. 71) durch die eigenthümlichen 
«rows of flattened tubes» (Lindl. foss. flora of great Britain I Taf. 30). 

Pinites succinifer Goepp. e. Ber. (Organ. Ueberreste des Bernsteins p. Gl und 91, 
Tab. I, Fig. 1—19, Tab. II, Fig. 1 — 10) durch zusammengesetzte Markstrahlen und einreihige 
Poren. Ilarzzellen erwähnt Goeppert zwar weder in der ausführlichen Beschreibung p. GO, 
noch in der kurzen Diagnose p. 91, bildet aber auf Tab. II, Fig. 3 bei c eine solche ab und 
nennt sie in der Beschreibung der Abbildungen « Bernsteinbehälter » ; Fig. 4 (welche einen 
Harzgang darstellt) nennt er einen grössern Harzbehälter, wonach er also den Unterschied 
zwischen einfachen und zusammengesetzten Harzbehältern hier noch nicht macht. Uebrigens 
scheint auch das Fehlen der Haizzellen auf den Querschnitt Tab. II, Fig. 1 ihre relative 

Seltenheit anzudeuten. 

i 

Pinites Protolarix Goepp (G. e. Ber. organ. Ueberr. d. B.'p. 90, Tab. II, Fig. 9—13) 
= Peuce pannonica Ung. (Chloris.protagaea p. 37), = Cupressoxylon Protolarix Kr. 
(in Schimp., Paleont. veget. II, p. 376) durch zusammengesetzte Markstrahlen. In allen 
andern Punkten zeigt diese Species mit unserem Holz grosse Uebereinstimmung, da aber die 



14 C. SCHÄCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

zusammengesetzten Markstrahlen «nicht eben selten» sind, müssen wir die beiden doch aus- 
sehender halten. In keinem Falle aber darf dieser Pinit zu Cupressoxylon gestellt werden, 
wie Kraus es thut, da er ja zum Mindesten horizontale Harzgänge enthält (der Ausdruck 
Unger's 1. c: «duetus resiniferi pauci» kann sich eben so gut auf Harzzellen beziehen) und 
nur wenige Harzzellen. 

Peucc resinosa Ung. (1. c. p. 38) durch zusammengesetzte Markstrahlen und häufige 
Harzgänge. 

Pinites silesiacus Goepp. (Monogr. der foss. Conif. p. 221) durch zusammengesetzte 
Markstrahlen. 

Pinites Pachtanus Merkl. (Pal. ross. p. 50) durch zusammengesetzte Markstrahlen, 
durch die Vertheilung' der Harzgänge (nur im Herbstholz) und das Fehlen der Harzzellen. 
Dieser letztere Umstand macht auch die von Merklin betonte Verwandtschaft mit Larix 
etwas zweifelhaft, mit der das Holz allerdings sonst gut übereinstimmt. 

Pinites Mac Clurii Cramer (Heer, fl. aret. 1. p. 170, Taf. XXXV, Fig. 1, Taf. 
XXXVI, Fig. 1 — 5) durch zusammengesetzte Markstrahlen und Fehlen der Harzzellen. 

Alle bisher genannten Species hatten zusammengesetzte Markstrahlen ; die noch folgenden 
dagegen stimmen im ausschliesslichen Vorkommen einfacher Markstrahlen, neben verticalen 
Harzgängeii, mit unserem Fossil überein, also in demjenigen Merkmal, durch welches es sich 
von vielleicht allen lebenden Coniferen unterscheidet. 

Pinites ponderosus Goepp. (Mon. p. 216, Tab. 33, Fig. 1 — 4) wird von Kraus 
(Würzb. Ztschr. V. p. 185) für ein durch Quellung der Holzwände in Folge der Einwirkung 
von H2SO4 verändertes Stück Holz einer andern Species erklärt, die aber ohne Unter- 
suchung der Originalstücke nicht zu ermitteln sei. Nach der Diagnose und den Abbildungen 
Gceppert's unterscheidet sich dieses Holz von dem unsrigen (abgesehen von den dicken Wänden) 
nur durch die Einreihigkeit und Grösse der Poren und stimmt sonst nicht schlecht mit ihm 
überein. Jedenfalls gehört es zur Gruppe der Lärchen. 

Pinites Schenkii Kr. (1. c. p. 196, Tab. V, Fig. 8 — 11) unterscheidet sich von dem 
Fossil von Giles-Land durch die Anordnung der einfachen sowie der sehr zahlreichen zusammen- 
gesetzten Harzgänge zu concentrischen Kreisen, muss aber doch auch zu Larix gezogen 
werden. 

Pinites caulopteroides Goepp. (Mon. p. 213, Tab. XXXI, Fig. 2 — 6) unterscheidet sich 
nach Diagnose und Abbildung Gceppert's nur durch dünnwandige Holzelemente und einreihige 
Poren; bei .der schlechten Erhaltung des beschriebenen Stückes aber, die eine vollständige 
Untersuchung unmöglich machte, wage ich es jedoch nicht, die Identität beider Hölzer als 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 15 

gesichert anzunehmen. Jedenfalls aber erlaubt uns diese Analogie, P. cauloptcro'ides G. 
ebenfalls zu Larix zu stellen. 

Peuce austriaca Ung. (Chloris prot. p. 70, Taf. XIX, Fig. 1—8, Pinus Ungeri 
Heer) wird von ihrem Autor ebenfalls zu Larix gestellt, während Heer, wie mir scheint 
mit Hecht, die Zapfen für diejenigen einer Fichte erklärt. Das Holz, das nach Unger's 
Aussage zu den Zapfen gehören soll, unterscheidet sich sowohl vom Lärchen- als Fichten- 
holz durch das Fehlen der zusammengesetzten Harzgefässe (wie übrigens auch Pinites 
paueiporosus Cram., den Heer in Flora fossilis aretica 2. Bd., mioc. Flora v. Spitzb. 
p. 44 hieher stellt), so dass wohl seine Zugehörigkeit zu jenen sicheren Rothtannenzapfen 
der Pinus Ungeri in Zweifel gezogen werden muss. 

Wir sind also nicht im Stande, unser Holz mit irgend einer lebenden oder fossilen 
Species mit Sicherheit zu identificiren. Um dieser Thatsache einen Ausdruck zu verleihen, 
aber auch nur in diesem Sinne und ohne über den wirklichen Specieswerth des Fossils damit 
etwas präjudiciren zu wollen, bezeichne ich dasselbe mit einem Speciesnamen und zwar, dem 
Entdecker zu Ehren, als 

Pinus (Larix) Johnseni Schroeter n. sp. P. stratis conccntricis distinetissimis 
angustis 0, 5 — 2mm latis, cellulis prosenehymatosis zonse interioris leptotichis amplissimis, versus 
annuli limitem aut sensim aut ssepius abrupte angustioribus et paehytichis, poris uno-, raro bise- 
rialibus et tunc alternantibus (vel rarissime oppositis), radiis medullaribus crebris simplieibus 
e cellulis 1 — 18 superpositis formatis, duetus resiniferos nullibi includentibus, duetibus resiniferis 
compositis magnis paucis irregulariter sparsis, simplieibus crebris ad annulorum limites, ad 
duetus resiniferos compositos et ad medullam. 

Als nächste Verwandte dieser provisorischen Species (möglicherweise mit ihr zu einer 
der lebenden Pinus [Larix] davurica nahe verwandten natürlichen Art zu vereinigen) sind zu 
bezeichnen: Pinites Schenkii Kr. und Pinites cauloptero'ides Gr., beide ebenfalls als 
Lärchen zu bezeichnen. Entferntere Verwandte sind Pinites Protolarix Gocpp. , P. resinosus 
Goepp. und Pachtanus Mcrkl. 

Es bleibt uns noch übrig, aus unserem Fossil, dem einzigen von König-Karl-Land 
bekannten, womöglich einen Schluss auf das Alter der Formation zu ziehen, der es entstammt. 
Die am selben Ort gesammelten Steine liefern uns hiefür keinen Anhaltspunkt; wir können 
also nur das geologische Alter der nächsten Verwandten unserer Species benutzen. Die 
oben angeführten sind alle tertiär; dasselbe gilt auch von den drei einzigen noch übrigen fossilen 
Lärchen, die nach Zapfen aufgestellt wurden: Larix franeofurtensis Ludw. , gracilis L. 
und sphaeroides L. (alle drei aus dem mittleren Miocen bei Frankfurt). Da also die 
Gruppe der Lärchen überhaupt erst im Tertiären auftritt, ist ein höheres Alter unserer 



10 C. SCHRÖTER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

Specics sehr unwahrscheinlich; da sie aber mit keiner lebenden Spccies zu identificiren ist, 
kann auch kein geringeres Alter angenommen werden und so müssen wir denn mit aller 
Wahrscheinlichkeit das unsere Species führende Terrain auf König-Karl-Land zur Tertiär- 
Formation rechnen. 



IL Fossile Hölzer vom Mackenziefluss 

(Nord-Canada). 

(Taf. I, Fig. 9 und 10, Taf. II und III.). 

In Folgendem ist das Resultat der Untersuchung und Bestimmung fossiler Hölzer aus 
der von Hrn. Prof. Heer (Flora aretica 1, p. 2, und im 6. Bd.: Beiträge zur mioc. Flora 
von Nord-Canada) erwähnten miocenen Fundstelle am Mackenziefluss in Nord-Canada (65 ° 
nördl. Br.) enthalten, die mir Herr Prof. Heer übermittelte. Es sind bis jetzt durch die Unter- 
suchungen Heer's 23 Pflanzenarten von dort bekannt, von denen für unsere Zwecke (als 
möglicherweise zu den Hölzern gehörig) folgende in Betracht kommen: 

Nadelhölzer: Glytostrobus Ungeri Hr. 

Sequoia Langsdorfii Brgn. spec. 
Taxodium distichum miocenum Hr. 

Laubhölzer: Populus 3 spec. Juglans acuminata A. Br. 

Salix Raeana Hr. Vibumum Nordenskiöldi Hr. 

B e t u 1 a m a c r o p h y 1 1 a G p. PI e d e r a M ' C 1 u r i i Hr. 

Corylus M'Quarri Fls. Magnolia Nordenskiöldi Hr. 

Quercus Olafseni Hr. Pter ospermites 2 spec. 

Platanus aceroides Gp. Tilia Malmgreni Hr. 

Das mir vorliegende Material bestellt aus 7 grössern und kleinem Stücken (Nr. 1 — 7), 
von denen schon nach dem Aeusseren ohne Weiteres Nr. 1 und 3, dann 4, 5, G 
und 7 als zusammengehörig betrachtet werden müssen, so dass wir also drei Species zu 
untersuchen haben (nämlich Nr. 1 und 3, Nr. 2 und Nr. 4 — 7). Ich liess mir in dem 
bekannten Berliner Atelier von R. Fuess von jeder derselben die nöthigen Schliffe in den 
3 Richtungen herstellen und will gleich hier bemerken, dass die Präparate vorzüglich aus- 
geführt waren. 



C. SCHRCETEK, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ABCTISCHEN ZONE. 17 

1. Sequoia canadensis Sehr. n. sp. (Nr. i u. 3). 

a. Aeusseres. 

(Taf. IL, Fig. 11—21 und Taf. III, Fig. 22— 2G.) 

Nr. 1 ist ein parallelopipcdisches Stamm- oder Astfragment (Höhe IG cm, grösster 
Durchmesser 6 cm, kleinster 4 cm). Die ganze Oberfläche ist von einer weisslichen Rinde 
von ca. 0, 2 5 mm Dicke bedeckt, das Innere überall tiefschwarz und glanzlos. Splitter dieser 
schwarzen Masse verbreiten beim Erhitzen einen empyreumatischen Geruch und färben sich 
rasch weiss; das schwarze Pigment ist also organischer Natur, ist Kohle. Es mag somit 
mit unserem Holz dieselbe Bcwandtniss haben, wie mit den von Conwentz S. IG und 17 
seiner Dissertation beschriebenen; es war schon in Braunkohle umgewandelt, als es ver- 
steinert wurde 1 . Die weisse Färbung der obengenannten Verwitterungsrinde beruht demnach 
auf einer Wegführung des Pigments, wahrscheinlich durch das umspülende Wasser. — 
Das Versteinerungsmittcl ist Hornstein, der auch die wenigen vorhandenen Spalten mit seiner 
graulich-trüben Masse ausfüllt. Die Längsflächen zeigen ringsherum eine parallel ihrer 
Längsausdehnung laufende Cannelirung, den treppenartig auf der Tangental- und Radialfläche 
gebrochenen Jahrringen entsprechend. Auf den Endflächen (die Querschnitten durch das 
Holz entsprechen) verlaufen, etwas geschlängelt und einander ziemlich« parallel, oina Anzahl 
verschieden gefärbter Bänder von ca. 0, x bis 1 mm Breite. Die hellsten (weiss gefärbten) 
entsprechen dem sehr dichten Herbstholz, etwas grauliche den durch Druck verzerrten 
Partieen des Frühlingsholzes und schwärzlich gefärbte den intacten Theilen des letzteren. 



1 Dafür spricht auch das optische Verhalten, das Herr Prof. Cramer die Güte hatte zu untersuchen. Im 
polarisirten Licht erwies sich die Versteinerungsmasse überall doppcltbrechend und zwar aus zahllosen, an Orientirung 
und Grösse verschiedenen Krystallindividuen bestehend. Die Tüpfel zeigten dagegen nirgends das charakteristische 
Kreuz (s. Cramer, Vierteljahrsschr. der nat. Ges. in Zur., 8. Nov. 1869), ein Beweis, dass die Membran die Molecular- 
struclur verloren hat, die ihre Doppelbrechung bewirkte: vermuthlich besteht sie jetzt aus einem kohlenstoffreichen 
Kohlenwasserstoff. Dass die optische Indifferenz der Tüpfel keine bloss scheinbare, nicht etwa Folge der Ueber- 
tönung durch die Wirkung des Versteinerungsmaterials ist, wird dadurch bewiesen, dass die Tüpfel eines frischen 
Sequoia-Radialschnittes durch die Combination mit einem unserem Versteinerungsmaterial an optischer Wirkung 
gleichkommenden Medium (C h a r a zeilhaut) ihr Kreuz nicht verloren. Interessant ist die Beobachtung, dass bei 
andern Hölzern aus dem Tertiären (Pinus Mac Clurii Hr., Cupressinoxylon pulebrum, -polyommaLum, 
-dubium, -aequalc, -Brcvcrni, Betula Mac Clintocki Hr. s. Crameu in Hebe's flora foss. aret. 1. p. 1G7 ff.), 
die mit Eisenoxyd imprägnirt waren und aus denen sich durch Auflösung desselben die Membran frei präpariren Hess, 
dieselbe ihre doppeltbrechenden Eigenschaften beibehalten hat. Auch eine trockene DesLillation bis zu intensiver 
Bräunung hebt die Doppeltbrechung nicht auf, sondern schwächt sie bloss etwas ab. 'Die Radialschnitte des von Sachs 
(Arbeiten des bot. Instituts in Würzb., II. Bd. p. 205, Anm. 2) erwähnten verzinnten Tannen-Holzes zeigten nach 
Entfernung des Zinns durch Lösungsmittel das normale Verhalten im polarisirten Licht, nur waren die Additions- und 
Subtractionswirkungen etwas schwächer, in demselben Sinne, in welchem auch die vorübergehende Erwärmung auf 
doppeltbrechende Krystalle wirkt. Ebenso verhielten sich zwischen 2 Gläschen bis zur Bräunung erhitzte Radialschnitte 
von Sequoia gigantea. 

Auch bei Pinus Johnseni m. waren die Membranen optisch indifferent geworden. 

3 



18 0. SCURCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

Die Färbungen gehen seitlich allmälig in einander über, auch keilt sicli manchmal ein Band 
völlig aus. Auf einer über die ganze Endfläche verlaufenden Strecke sind sämmtliche Bänder 
längs einer ungefähr unter rechtem Winkel sie schneidenden welligen Linie an einander um 
ca. 1 mm verschoben, eine Erscheinung, deren Erklärung wir der mikroskopischen Unter- 
suchung überlassen wollen (Fig. 9, Taf. I). 

Schon mit einer guten Loupe lassen sich auf den Querflächen die Zellen deutlich 
erkennen; ihre Membranen erscheinen weiss gefärbt, ein Umstand, der uns die Verschiedenheit 
der Färbungen der obenerwähnten Bänder erklärt. Im Herbstholz überwiegen die dicken 
Membranen die dunklere Färbung der engern Lumina, daher die weisse Farbe der Herbst- 
holzbänder. Im intacten (nicht durch Druck alterirten) Theile des Frühlingsholzes dagegen 
dominiren die dunkel erscheinenden Lumina, sie erscheinen also schwärzlich; die zusammen- 
gepressten Partien des Frühlingsholzes halten in ihrer Färbung die Mitte zwischen beiden. 
— Dass die an und für sich farblose Ausfüllungsmasse der Zelllumina dunkel erscheint, 
rührt davon her, dass die schwarze Farbe der innern Masse durchscheint. 

Schon mit der Loupe lässt sich am Fehlen der Gefässe und der Breite der Herbst- 
holzzone die Coniferennatur des Holzes erkennen. Diese spricht sich auch in der noch im 
fossilen Zustand sehr deutlichen Spaltbarkeit desselben in tangentaler und radialer Richtung aus. 
Dass das Stück von einem sehr dicken Baum herstammen muss, geht aus dem beinahe 
geraden Verlauf der Jahrringe (abgesehen von kleinen wellenförmigen Aus- und Einbiegungen) 
hervor. 

Nr. 3 ist Nr. 1 sehr ähnlich, nur etwas grösser und am einen Ende an Dicke zunehmend. 
Der dieser Dickezunahme folgende Faserverlauf deutet darauf hin, dass ihre Ursache im 
Holzbau (nicht zufälliger Zuhobelung) des Stückes liegt; vermuthlich haben wir es hier mit 
einem Fragment der Basalpartie eines dicken Astes zu thun. Die Oberfläche ist zum Theil 
durch Eisenoxyd rothbraun gefärbt, sonst stimmt das Stück vollkommen mit Nr. 1 überein. 

b. Mikroskopische Untersuchung 

1. Querscliliff. I 

Auf den mir vorliegenden zwei Qucrschliilcn (Fig. 0, Taf. I) zähle ich je 5 vollständige 
und 2 unvollständige Jahrringe von einer durchschnittlichen Breite von 2, 8 mm. Diese Zahl 
bezeichnet aber nicht ihre ursprüngliche Ausdehnung, denn alle sind partieenweise zusammen- 
gepresst durch einen radial schief gerichteten Druck. Derselbe hat die verschiedenen Elemente 
entsprechend ihrer ungleichen Resistenzfähigkeit verschieden getroffen: das stark verdickte 
Herbstholz (H. Fig. 9) leistete ihm erfolgreichen Widerstand und ist überall ganz intact. 



C. SCHRGETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 19 

Anders das aus relativ dünnwandigen und weitlumigen Zellen bestehende Frühlingsliolz 
(F. Fig. 9), es gab dem Druck auf tangental verlaufenden bandartigen Stellen nach, auf 
welchen denn auch die ursprünglich polygonalen Zelllumina auf schmale, gleichgerichtete 
Bander zusammengepresst und die Markstrahlcn in derselben Richtung vom radialen Verlauf 
abgelenkt sind (Fig. i) bei b). Innerhalb eines Jahrrings linden sich 2 — 1 solcher verzerrter 
Bänder; die Richtung der Ablenkung der Markstrahlcn wechselt von Band zu Band, sie 
weichen bald nach links, bald nach rechts aus; zwischen den Bändern verlaufen Stellen von 
guter Erhaltung der ursprünglichen Structur in wechselnder Breite (Fig. 9 bei a). Die 
letzteren erscheinen hier, auf dem durch die schwarzgefärbte Innenmasse dargestellten Quer- 
schliff, am hellsten, weil die Membranen schwarz, die Lumina farblos sind; die Bänder der 
verzerrten Stellen erscheinen der Abnahme der Lumina halber dunkler und das Ilerbstholz 
endlich beinahe schwarz, wenigstens unmittelbar an der Jahresgrenze; die Färbungen sind 
hier also gerade umgekehrt, wie auf der weissen Verwitterungsrinde. 

Die Erhaltung der Structur an den intacten Stellen ist eine vorzügliche: Die Zellwände, 
schwarzbraun bis schwarz gefärbt, lassen an vielen Stellen die Tüpfel ganz deutlich erkennen 
(Fig. 12 und 13, Taf. II). Das Lumen ist mit meist völlig durchsichtiger (selten bräunlich 
gefärbter) Versteinerungsmasse ausgefüllt, deren Vorhandensein oft erst bei Anwendung polari- 
sirten Lichtes mit Sicherheit constatirt werden kann. 

Die Zellen des Frühlingsholzes haben polvgonalen Querschnitt (etwas radial gestreckt), 
sind sehr weitlumig (radialer Durchmesser = 0, ß 8 mm, tangentaler Durchmesser == 0, 4 mm) 
und von geringer Wanddicke (0,oo7 mm, alle Zahlen im Mittel aus je 10 Messungen). Sie 
bilden ein weitmaschiges Netz, das die Anordnung der Elemente in radiale Reihen nicht 
immer deutlich hervortreten lässt (Fig. 11, Taf. II). 

Der Uebergang zum Herbstholz ist ein ganz allmähliger; der Querschnitt nähert sich 
zunächst mehr und mehr einem Quadrat und zugleich wird die Anordnung in radiale Reihen 
schärfer ausgeprägt; dann geht das Quadrat in ein tangental breitgezogenes Rechteck über, 
unter stetiger Zunahme der Wanddicke, so dass an der äussersten Grenze des Jahrrings 
schliesslich das Lumen ganz verschwindet (Fig. 11 bei H). Dimensionen der Herbstholz- 
zellen: radialer Durchmesser = 0, i mm, tangentaler Durchmesser = 0, 28 mm, Wanddicke 
= 0,oi mm. i 

Die Markstrahlen sind ausserordentlich häufig, im Durchschnitt kommt auf je 4 Radial- 
reihen von Holzzellen 1 Markstrahl (die Breite desselben beträgt im Durchschnitt 0, 2 mi 
(Fig. 11). Sie zeigen in Folge der Alteration durch Druck einen geschlängelten Verlauf 
und sind als breite schwarze Striche leicht zu erkennen. Die dunkle Farbe ist zum Theil 
eine Folge der starken Verdickung ihrer radial senkrechten Wände, zum Theil bedingt durch 



20 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ABCTISCHEN ZONE. 

das Vorhandensein ihrer horizontalen Scheidewände. Auf den letzteren finden sich äusserst 
selten kleine einfache Poren. 

Die Gesannntlänge eines Markstrahls innerhalb eines Jahrringes bietet uns ein bequemes 
Mittel zur Feststellung der ursprünglichen Breite des letzteren. Ich fand bei einem jetzt 3 mm 
breiten Jahrring die Radialausdehnung eines Markstrahls = 3, 86 4 mm, der Betrag der 
Zusammenpressung macht also ca. V* der ursprünglichen Breite aus. 

Harzzellen sind sehr häufig in der dem Herbstholz unmittelbar vorausgehenden Region, 
aber nicht in allen Jahrringen in gleichem Masse. Sie sind schon bei ganz schwacher 
Vergrösserung als dunkle Punkte zu erkennen, indem ihr Lumen meist total durch schwarz 
gefärbtes Harz ausgefüllt ist. Ihre Wandest etwas schwächer verdickt als die der Holz- 
zellen (Fig. 11, Taf. II). Der Radialschnitt wird uns lehren, dass ausser den echten 
(gefächerten) Harzzellen auch gewöhnliche, ungctheilte und mit Hoftüpfeln versehene Holz- 
zellen mit reichlichem Harzinhalt sich finden. Auf dem Querschnitt sind diese letzteren nur 
im Frühjahrsholz durch die Tüpfel von den echten Harzzellen zu unterscheiden; sie führen 
dort das Harz immer als unr.egelmässig nach innen ausgezackten Wandbeleg (Fig. 13, Zelle h). 
In der üebergangszone dagegen, wo die Tüpfel fehlen, kann mit Sicherheit der Unterschied 
nicht festgehalten werden, da ja auch echte Harzzellen oft nur wandständiges Harz führen 
(Fig. 12, Zellen h). 

Endlich sei noch eines dritten Modus des Auftretens von Harz Erwähnung gethan. 
Nicht selten zeigen Zellen des Frühlingsholzes und der Uebergangsschicht rings um das 
Lumen, der Wand meist dicht anliegend, einen Wandbeleg von hellbraun gefärbtem Harz, 
der nach innen meist ganz scharf abgegrenzt (Fig. 12 bei s)' und mit dem schwarzen 
ausgefressenen Harzbeleg der harzführenden Holzzellen gar nicht zu verwechseln ist. Der 
Radialschliff wird uns zeigen, dass diese Erscheinung mit der Bildung von Harz-Scheide- 
wänden in sonst harzfreien Zellen zusammenhängt. Oberhalb und unterhalb der Scheidewand 
zieht sich das Harz capillarisch mehr oder weniger weit an den longitudinalen Holzzell- 
wänden hinauf (Fig. 23, Taf. III). Umfasst nun ein Querschliff das Stück a b c d oder 
e f g h, Fig. 23, so erscheint die Mitte der Zelle hell, ihr Lumen umgeben von einem 
bräunlichen Hof, der nach innen sich scharf abgrenzt, also das oben erwähnte Verhalten. 
Schliesst aber der Schnitt die Harzquerwand mit ein (c d e f, Fig. 23), so erscheint das 

ganze Lumen dunkel, aber immerhin der Rand desselben am dunkelsten, weil dort die Harz- 

i 
schiebt am dicksten ist (Fig. 12 s', Taf. II). 

Es bleibt uns noch jene oben erwähnte eigenthümliche wellige Verwerfungslinie zu 
besprechen übrig (Fig. 9, Taf. I, VV). Denkt man sich längs derselben den Schliff in zwei 
Stücke getrennt, so dass die Wellenlinie den einen freien Rand der Trennungsstücke bilden 



C. SCHKCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZEIi AUS DER ARCTISCHEX ZONE. 21 

würde, so läuft in beiden Hälften, wie man sich leicht überzeugt, das Herbstholz in die 
ausspringenden Winkel der Wellenlinie aus, das Frühlingsholz ist in stark einspringendem 
Winkel verbogen. Man hat sich das Zustandekommen dieser Anordnung wohl so zu denken: 
das Holz erhielt in noch weichem, unpetriiieirtom oder halbpctrin'cirtem Zustand an jener 
Stelle eine radial verlaufende Spalte; auf der Trennungsiläche verschoben sich die Spaltungs- 
stücke so weit, bis das Herbstholz jeder Seite neben dein Frühlingsholz der andern lag. 
Nun wurden die Stücke durch einen Druck, der eine gewisse tangcntal gerichtete Componentc 
besass (wahrscheinlich dieselbe radial schiefe Pressung, welche die Verzerrung des Frühlings- 
holzes bewirkte), gegen einander gepresst, dadurch das resistente Herbstholz einer jeden 
Seite in das nachgebende Frühiingsholz der andern hineingedrückt und so entstand die 
Wellenlinie. 

2. Radialscliliff. 

Die theilweise Verzerrung des Frühlingsholzes macht einen Radialscliliff, der sich über 
einen ganzen Jahrring erstreckt, zur Unmöglichkeit; nur das Herbstholz und die intacten 
Partieen des Frühlingsholzes zeigen die radialen Flächen. Wo dagegen der Schliff eines 
jener schiefgezerrten Bänder trifft, ist er mehr oder weniger tangental, denn dort schneidet 
er die Markstrahlen unter einem dem Rechten mehr oder weniger genäherten Winkel. Wir 
betrachten zunächst die genau radialen Partieen (Fig. 18, Taf II, und 22, Taf. III). 

Die Holzzellen sind im Mittel 4, 9 mm. lang, an den Enden quer abgestutzt (Fig. 22). 
Ihre Radialwände führen mit Ausnahme nur der alleräussersten Herbstholzzellen behöfte Tüpfel, 
die im Frühiingsholz meist zweireihig, selten ein- oder dreireihig angeordnet sind, im Herbst- 
holz dagegen ausnahmslos einreihig. Der äussere Contour hat in Frühiingsholz einen Durch- 
messer von 0,oi9 mm, im Herbstholz von 0,oos mm, der innere 0,oo4 mm resp. 0, o2 mm. 
Der innere Contour ist im Frühiingsholz immer kreisrund, im Herbstholz dagegen schmal 
spaltcnförmig und zwar beinahe parallel der Längswand der Zelle, so dass er einer ungemein 
steilen Spirale entspricht (Fig. 18). Der äussere Contour ist überall kreisrund. Die zwei- 
reihigen Tüpfel sind einander immer opponirt, nicht selten paarweise durch zwei Linien ver- 
bunden (Fig. 18). ! 

Die Färbung des Hoftüpfels ist eine ziemlich manigfaltige. Bezeichnen wir den innern 
Kreis als Porus, den Raum zwischen innerem und äusserem Contour als Hofraum, so kommen 
folgende Varianten vor: Der Hofraum ist entweder gleichgefärbt wie die übrige Membran 
der Holzzelle, oder er ist dunkler in allen möglichen Schattirungen ; der Porus farblos oder 
wenigstens heller gefärbt als der Hofraum. 

Werfen wir behufs Erklärung dieser verschiedenen Fälle einen Blick auf den Querschnitt 
durch den Hoftüpfel, wie ihn uns Fig. 20 und 21, Taf. H, zeigen. Das den Porus bleibend 



22 C. Schröter. Untersuchung über fossile hölzer aus der arctischen zone. 

verschliessende Häutchen (dessen Existenz heute wohl Niemand mehr läugnen wird) ist hier 
noch mit aller Schärfe zu seilen (bei m). Es verschlicsst deckeiförmig die Iuncnmündung des 
einen Forns, indem es sich mit seinem linsenförmig verdickten Mittelstück dicht vor die Oeffnung 
legt. Die jedenfalls sehr dünne Randpartic ist nicht sichtbar, weil zu fest der Innenwand des 
Tüpfelraums anliegend. Setzen wir noch hinzu, dass unsere Radial-Schliffe so dünn sind, dass sie 
nur eine Querwand zwischen zwei Holzzellen enthalten und von dieser sogar nicht selten die 
eine Hälfte weggeschliffen ist, so haben wir die nöthigen Daten, um den Wechsel der Färbung 
des Hoftüpfels verstehen zu können. 

Beginnen wir mit dem Perus : Farblos ist derselbe, wenn wir nur die eine Hälfte des Hof- 
tüpfels erhalten haben, und zwar diejenige, welche nicht das den Porus verschliessende 
Häutchen besitzt. Gefärbt (hellbraun) erscheint der Porus dann, wenn entweder nur der 
geschlossene noch vorhanden, oder der Tüpfel ganz erhalten ist. Im letzteren Fall können 
wir immerhin bei starker Vergrösserung durch genaue Einstellung auf den einen und andern 
Porus desselben Hoftüpfels uns überzeugen, dass die Färbung nur von dem einen herrührt; 
noch besser gelingt diess, wenn die beiden Oeffnungen sich nicht vollkommen decken (Fig. 26, 
Taf. Hl). Die verschiedene Färbung der Räume a, b, c und d erklärt sich leicht, wenn 
man sich daran erinnert, dass die Färbung bedingt wird: 

in a durch die obere + untere den Tüpfelraum bildende Membran, 

in b durch die untere Membran H- das den Porus verschliessende Häutchen, 

in c durch das Häutchen allein, 

in d durch die obere Membran allein. 

Dass der gefärbte Porus unter allen Umständen heller erscheint als der Hofraum, ist 
die einfache Folge davon, dass das ihn verschliessende Membranstück eben eine geringere 
Verdickung zeigt, als die den Hofraum bedeckende Membran (Fig. 20 und 21, Taf. 11, 
s. auch die Erklärung der Figuren). 

Die mit der übrigen Holzzellmcmbran übereinstimmende Färbung des Hofraums bedarf 
keiner besondern Erklärung, wohl aber die dunklere Färbung desselben. 

Die Uebereinstimmung dieser dunkeln Färbung des Hofraumes mit derjenigen des Harz- 
belegs harzhaltiger Holzzellen, seine vielfach ganz analoge Zerklüftung durch sicli kreuzende 
Spalten und endlich sein beinahe ausschliessliches Auftreten in harzhaltigen Holzzellen lassen 
mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Harzausfüllung des Tüpfelraums als Ursache der dunklern 
Färbung erkennen. Diese Thatsachc lehrt uns weiter eine auffallende netzförmige Zeichnung 
und dunkle Contouren vieler Hofräume verstehen, wie sie Fig. 14 — 17, Taf. II, abgebildet 
sind. Beträgt der Gehalt an Harz nur ein Minimum, so wird sich dasselbe, als flüssiger 
Körper, capillarisch in dem engsten Theile desselben anhäufen, also rings an seiner Peripherie. 



C. SCEIUETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISGILEN ZONE. 2o 

Aus solcher, auf einen peripherischen Ring beschränkten Harzausfüllung erklärt sicli der 
dicke, schwarze, stellenweise durch Zusammenziehen beim Austrocknen unterbrochene Contour 
mancher Hoftüpfel (Fig. 14). Ist die Menge des Harzes eine etwas grössere, so dass es 
über die Innenwand des Tüpfelraums sich hinzieht, aber doch nicht genügend, um ihn nach 
dem Austrocknen ganz zu füllen, so wird es zu einem Netzwerk aus Harzresten zusammen- 
schrumpfen, das sich an den peripherischen Belag anschliesst. Es entstehen so Bilder wie 
Fig. 15 und 16, wo das feinere Netzwerk den geschrumpften Harzbelag der Aussenfläche 
(vom Innern des Tüpfelraums aus als Aussenfläche benannt) der Membran darstellt, der sich 
über dem Raum des Tüpfels von den viel kräftigeren Linien des im Tüpfelraum enthaltenen 
Harzes leicht unterscheiden lässt. 

Hoftüpfel vom Aussehen der Figur 16 könnten freilich Bedenken erregen gegen die 
Richtigkeit der eben gegebenen Erklärung, weil hier der äussere Contour des Netzwerks 
über den Tüpfelhof weit hinausgreift und es eher den Anschein hat, als ob das Harz dem 
Tüpfel auflagere, nicht eingelagert sei. Gegen diese Annahme spricht aber einerseits die 
leicht zu machende Wahrnehmung, dass auch in solchen Fällen beim Wechsel der Einstellung 
des Mikroskops zuerst der eine Porus, dann die Harzlinien und zuletzt der andere Perus 
deutlich wird, anderseits die sonstige vollkommene Uebereinstimmung mit den eben besprochenen 
Fällen, in denen die Einlagerung in den Tüpfelraum als erwiesen betrachtet werden kann. Wir 
können solche (übrigens relativ seltene) Vorkommnisse vielleicht am naturgemässesten so erklären, 
dass hier eine Lockerung der Wände der Nachbarzcllcn stattgefunden habe und das Harz 
von der Peripherie des Tüpfclraumcs aus, seiner ursprünglichen Grenze, in die Lücke gedrungen 
sei, um dort sein Netzwerk zu bilden. In der That sieht man auf manchen Querschnitts- 
ansichten von Hoftüpfcln (auf den Tangentialschliff) das Harz von der Grenze des Tüpfel- 
raums als schwarze Masse sich zwischen die Membranen der Nachbarzcllen hineinziehen 
(Fig. 20 bei h). 

Wird die Harzmenge endlich noch bedeutender, so gelangen wir nach Durchlaufung 
einiger Zwischenstufen (Fig. 17) endlich zu dem Fall, von dem wir ausgegangen sind, zur 
vollständigen Ausfüllung des Tüpfclraums (Fig. 18), abgesehen von den Zerklüftungsspalten und 
dem Räume des Porenkanals, der beinahe ausnahmslos frei bleibt, j Fügen wir endlich noch 
hinzu, dass in allen Figuren, mit der oben erklärten Ausnahme, die ! äussere Bcgrenzungslinie 
des Harzes, sei es nur als blosser Contour oder als Netzwerk entwickelt, eine glatte, scharfe 
ist, entsprechend seiner Begrenzung durch den Tüpfelraum, während die innere Begrenzungs- 
linie unregelmässige Aus- und Einbuchtungen zeigt. Diese Thatsache lässt die Annahme einer 
den Tüpfel bedeckenden (nicht ausfüllenden) Harzmasse unzulässig erscheinen, da nicht ein- 
zusehen wäre, warum sich das Harz denn so genau dem Tüpfelcontour anschmiegen sollte. 



24 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN /ONE. 

Die spiralige Streifung der Holzzellmembran ist im Herbstholz meistens ziemlich deutlich, 
aber auffallenderweise sind es hier Hache Spiralen, während die inneren Contouren der Herbst- 
holztüpfel durch ihre Stellung (s. oben) eine Streifung mit steilen Spiralwindungen erwarten 
Hess, von der aber keine Spur zu entdecken ist. Es scheinen also hier zwei verschiedene 
Streifensysteme vorzukommen, wie sie ja auch an recenten Hölzern vielfach nachgewiesen sind. 

Harzzellen sind zahlreich vorhanden, besonders in der Mittelschicht und im Herbstholz ; 
ihre Querwände stehen sehr nahe bei einander (Gliederzellen im Durchschnitt 0, 1C mm lang) 
und markiren nicht selten Einschnürungen der Zelle (Fig. 18 bei p). Der Inhalt besteht 
aus compacten Harzmasseu, die Wand zeigt behöfte Tüpfel von derselben Grösse und Bildung 
wie die radialen der Markstrablen. 

Mit diesen echten Harzzellen (gefächerten Holzzellen, Holzparcnchym) dürfen nicht ver- 
wechselt werden die noch häufiger auftretenden harzführenden Holzzellen, die sicli von normalen 
nur durch den Harzgehalt unterscheiden. Sie erscheinen besonders reichlich im Frühlingsholz und 
sind an dem meist tiefschwarzen, durch zahlreiche sich kreuzende [Spalten in scharf begrenzte 
Stücke zerklüfteten Inhalt leicht erkenntlich (Fig. 18 bei h), der nach dem beim Querschnitt 
Gesagten einem Wandbelcg von Harz entspricht. Diese Zellen sind es besonders, wie schon 
oben bemerkt, bei denen der äussere Hofraum des Tüpfels dunkler als die Membran gefärbt 
erscheint. Interessant ist ferner, dass der Ilarzbcleg den Perus des Hoftüpfels frei lässt, 
was man am besten dort sieht, wo die Wand selbst wcggcschliifcn ist und nur das Harz 
noch das Zelllumen überspannt (Fig. 24, Taf. III). 

Eine weitere Erscheinung, die zu Verwechslungen mit Harzzellen führen könnte, ist 
das Auftreten von scheinbaren Querwänden in harzfreien, behöft getüpfelten Holzzellen. Bei 
genauerer Betrachtung geben sich diese Pseudowände als quer über die Zelle gespannte, 
an den Wänden meist nach Art eines flüssigen Körpers capillarisch sich hinaufziehende Platten 
zu erkennen, die wahrscheinlich aus Harz bestehen (Fig. 23, s. Kraus 1. c. p. 157). 

Die Markstrahlen zeigen einen ganz constanten und ungemein characteristischcn Bau. 
Sie setzen sich meist aus einer sehr grossen Zahl übereinanderliegender Zellreihen zusammen, 
die aus ungemein niedrigen (im Durchschuitt 0,022 mm hohen, also wenig höher als die Breite 
des Tüpfclhofs der Holzzcllen) und radial langgestreckten Zellen bestehen. Eine Markstrahl- 
zelle läuft sowohl im Frühlings- als im Herbstholz über 4—5 Holzzellen weg, ihre durch- 
schnittliche Länge beträgt also im ersteren 0, 2 7 bis 0,34 mm, im letzteren 0, 4 bis 0, 05 mm. 
Die radialen Längswände sind überall mit behöften Tüpfeln besetzt, die ebenso constant nur 
in einer horizontalen Reihe pro Markstrahlzelle angeordnet sind und zwar zu 1 — 4 pro 
Holzzelle, also zu 4 — 20 auf eine Markstrahlzelle (Fig. 18). Der innere Contour des 
Tüpfels ist entweder ganz rund oder (häufiger) spaltenförmig und dann schiefgestellt. Die 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZKR AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 25 

tangentalcn Wände sind durchaus porenlos, die horizontalen äusserst selten mit einfachen 
Poren versehen. Als Curiosum sei erwähnt, dass in den Markstrahlzellen (übrigens auch 
Holzzellen) nicht selten die braun gefärbten, doppelt contourirten, verzweigten und septirten 
Fäden eines fossilen Pilznryceliums vorkommen (Fig. 1 8 bei M). Aehnliches hat schon Unger 
gesehen und als Nyctomyces antediluvianus Ung. beschrieben; (Chlor, prot. p. 3, Taf. I, 
Fig. 3 a b); das Auftreten dieses Pilzes lässt vermuthen, dass das Holz vor dem Versteinern 
in beginnender Vermoderung begriffen war. 

An diesem Ort sei es mir gestattet, einige Bemerkungen über den Bau der radialen 
Markstrahlzcllwand einzuschalten, da einige meiner Beobachtungen hierüber mit den Angaben 
Anderer im Widerspruch stehen. Kraus sagt hierüber in seinen «Mikroskopischen Unter- 
suchungen über den Bau lebender und vorweltlicher Nadelhölzer)» (1. c. p. 170): «Die radialen 
senkrechten Wände (der Markstrahlen) zeigen bei allen Cupressacecn, vielen Abicsarten, 
Podocarpeen, -bei Sequoia, Cunninghamia, Phyllocladus, Saxegotluea, Salisburya 
u. A., kurz, bei allen Coniferen mit zerstreutem Holzparenchym (wenige Ausnahmen) eine 
ausserordentliche Gleichheit der Bildung; sie sind mit 1,2, 4 bis 6 Poren versehen, die zu 2 bis 4 
auf eine Holzzellbreite kommen. Ihre Form ist rundlich oder oval, mitunter länglich, im All- 
gemeinen im Herbstholz mehr länglich werdend Bei einigen Abietaceen ohne Harzgänge 

(Pin us bals., canad., Cedrus) und bei allen mit Harzgängen versehenen zeigen die untere und 
obere Strahlzelle nicht Poren, sondern wirkliche Tüpfel, mit linsenförmigem Ptaum zwischen 
den Porenkanälen» . 

In der Erklärung der Tafel heisst es dann bei Fig. 9 (radialer Längsschnitt von Pinites 
Schenkii): «Die Markstrahlzellen zeigen bald runde, bald spaltenförmige Poren, je nachdem 
der Schnitt, dünner oder dicker, den Spaltenporus der Holzzelle mitzeigt oder nicht.» 

Halten wir diese beiden Stellen zusammen, so ergiebt sich folgendes als die Anschauung 
des Verfassers über den radialen Markstrahlporus : Auf den mittleren Zellreihen der Mark- 
strahlen besitzt die Wand der Markstrahlzellen selbst ausnahmslos einfache Poren; es 
kann sich mit diesen combiniren je ein einfacher Porus der anstossenden Holzzellwand, 
so dass auf der Flächenansicht das Aussehen eines behöften Tüpfels zu Stande kommt, 
der aber von den «(wirklichen Tüpfeln, mit linsenförmigem Raum zwischen den Porenkanälen» 
grundverschieden ist. 

Bei allen von mir daraufhin untersuchten Hölzern (Cryptomerja elegans und japonica, 
Cupress. semp., Ginkgo biloba, Juniperus comm. und Sabina, Sequoia gig. und 
semper., Taxodium dist. und mucron., Libocedrus decurrens, Glyptostrobus hetero- 
p.hyllus, Thuja occ. , Biota or., Chamsecyp. Lawsoniana, Cunninghamia sinensis, 
Callitris quadrivalvis) fand ich sämmtliche radialen Markstrahltüpfel behöft ; der äussere 



26 C. SCHSCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

Contour ist meist kleiner als der Radialtüpfel der Holzzellen und rund oder etwas elliptisch, 
der innere sehr verschieden : bald überall spaltenförmig und schief gestellt, bald im Frühjahr 
rundlich, im Herbstholz spaltenförmig; oft an Umfang nur wenig kleiner als der äussere 
Contour, bei spaltenförmiger Ausbildung bald denselben tangirend (Fig. 31 und 32, Taf. III), 
bald weit über ihn hinaus schwanzförmig verlängert. Ohne Ausnahme ist der innere Contour 
deutlicher, schärfer ausgeprägt, der äussere stets schwächer, oft nur als zarte Linie angedeutet, 
so dass er leicht übersehen wird. Feine Tangentialschnitte (Fig. 30) ergaben, dass der 
Porus nur der Holzzellwand angehört und der Hälfte eines behöften Tüpfels entspricht; 
die breite Trichteröffnung sitzt der Strahlzellwand auf, ist aber stets noch durch ein mehr 
oder weniger sich in dieselbe hineinwölbendes Häutchen (Intercellularsubstanz) verschlossen 
und von der Strahlzellwand getrennt. Diese letztere ist auf ihrem radial-senkrechten Verlauf 
gewöhnlich schwächer verdickt als auf dem horizontalen, aber stets gleichmässig dick, ohne 
Porus (bei den Araucariaceen kommt dagegen wahrscheinlich poröse Verdickung der Strahl- 
zellwand vor, was ich aus Mangel an geeignetem Material bis jetzt nicht sicher zu entscheiden 
vermochte). 

Ist diese Darstellung richtig, so muss die isolirte Markstrahlzellwand sich tüpfellos 
erweisen. Auf Präparaten wie Fig. 32 (durch Zerzupfen eines macerirten Padialschnittes 
hergestellt) war diess in der That auch der Fall. Ebenso bestätigen analog behandelte 
Tangental-Schnitte unsere Auffassung (Fig. 33, links die isolirte Holzzellwand, rechts die 
Markstrahlzellen). — Soviel über den Bau des Markstrahltüpfels (es soll hier natürlich 
keine erschöpfende Darstellung dieser Frage gegeben werden; ich berücksichtige nur die 
Hölzer, die meinem Fossil am nächsten stehen). 

Zu bemerken ist noch, dass die horizontalen Markstrahlwände dort, wo sie über die 
Scheidewände der Holzzellen laufen, stärker verdickt sind (Fig. 18). Ob auch die Holz- 
zellwände (genauer: die tangentalen Scheidewände) bei Berührung mit Markstrahlen dicker 
werden (wie für C.oniferen allgemein angegeben .wird), diese Frage glaube ich nach den 
wenigen zu ihrer Entscheidung brauchbaren Stellen verneinen zu müssen. Dass die meisten 
Markstrahlen dazu keinen Anhaltspunkt lieferten, hatte seinen Grund in Folgendem: Die 
Schliffe waren so dünn, dass die Dicke kaum die tangentale Breite eines Markstrahls betrug. 
War also ein solcher durch den Schnitt getroffen, so blieb für die unter resp. über dem- 
selben weglaufenden Holzzellen so wenig Raum, dass allermeist nur die Radialwand derselben 
vorhanden war und diese sogar oft angeschliffen. So war also die senkrecht zum Markstrahl 
auf diesen stossendc tangentale Scheidewand der Holzzellcn entfernt und damit auch jeder 
Anhaltspunkt, um ihre Dicke zu beurtheilen. Gewöhnlich war von diesen tangentalen Scheide- 
wänden auf ihren die Markstrahlen tangirenden Partieen nur der schmale schwarze Streifen 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 27 

der Intercellularsubstanz zu sehen, die äussern Contouren dagegen kaum angedeutet oder 
ganz verschwommen (Fig. 18). 

Ueber den näheren Bau des behöften Markstrahltüpfels geben solche Stellen wenigstens 
eine Andeutung, wo der Markstrahl im Schliff sich auskeilt, so dass die Markstrahlzcllwand 
weggeschliffen und die ihr anliegende Holzzellwand frei wird. Es bleibt nämlich an den 
dünnsten Partiecn solcher Stellen, wo wir also sicher nur noch die dem Lumen der Holzzellc 
zugekehrte Seite von deren Wand sehen, zuletzt nur noch der innere Contour (Fig. 18 bei c) 
übrig, der also sicher der Holzzellwand angehört (Kraus' Beobachtungen stimmen darin mit 
den meinigen, in Bezug auf den Hof dagegen nicht, s. oben). 

3. Tangentalscliliff. 

Ich benutzte zum Studium der tangentalen Ansicht die tangentalen Partieen meiner 
Radialschliffe, weil ihre Richtung genauer war, als die der als Tangentalschliffe hergestellten 
Präparate. Die Bilder waren ganz brauchbar, freilich nur für die Markstrahlen und den 
Schnitt durch die radialen Frühlingsholzzellwände ; die tangentalen Wände waren nicht zu 
sehen, weil in Folge der Verzerrung der betreffenden Stellen nicht mehr tangental ver- 
laufend. Ebensowenig konnte ich das Herbstholz in der tangentalen Ansicht studiren, und 
muss also die Frage nach dem Vorkommen von Tangentialtüpfeln unentschieden lassen. 

Die Markstrahlen sind einreihig, in ganz seltenen Fällen auf kurze Strecken zweireihig 
und fallen besonders auf durch ihre enorme Höhe, die im Maximum bis zu 7G übereinander- 
liegende Zellreihen beträgt (Fig. 25, Taf. III), im Minimum 2. Von 25 nebeneinanderliegenden 
Strahlen betrug der Durchschnitt 14 Zellreihen; 17 davon zählten unter 30, 8 über 30, 
darunter 4 über 50 Zellreihen. 

Ueber den Bau des behöften Markstrahltüpfels gaben mir leider meine Schliffe, weil 
zu dick, keine ganz befriedigende Auskunft. Soviel lässt sich mit Sicherheit aus denselben 
erkennen: die Wand der Markstrahlzelle selbst zeigt keine Poren, ist überall ganz gleich- 
massig und zwar ziemlich stark verdickt; wenigstens war an allen genau tangentalen Stellen 
der innere Contour der Zellwand ein continuirlicher, von der dünnen, scharf abgegrenzten 
Tertiärmembran ausgekleidet (Fig. 19, Taf. II). Wäre wirklich eine poröse Verdickung liier 
vorhanden, so müsste bei der grossen Häufigkeit der Markstrahlpoi;en und der grossen Zahl 
der untersuchten Zellen sicher einige Male der Porus vom Schliff getroffen worden sein, so 
dass das Fehlen auf unsern Schliffen nicht vom Mangel an geeigneten Stellen herrührt. Da 
wir oben den innern Contour des Markstrahltüpfels der Holzzellwand vindicirten und die 
Markstrahlzeilwand überhaupt keine Poren zeigt, so müssen wir schliessen, dass der ganze 



28 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

IToftüpfel der Holzzellwand angehört, eine Erscheinung, die mit meinen Beobachtungen an 
lebenden Coniferen in voller Uebereinstimmung steht (s. oben). 



c. Bestimmung des Holzes. 

Unter den 5 Typen, die Kraus für die Bestimmung der Coniferenhölzer aufgestellt hat, 
stimmt am besten mit unserem Holz der Typus Crupressoxylon. Kraus charakterisirt 
denselben folgendermassen (in Schimp., Paleont. veget. II, p. 374): Lignum stratis concentricis 
distinetis, angustis; cellulis prosenehymatosis porosis, poris magnis, rotundis, uni, vel pluri- 
serialibus, oppositis; cellulis resiniferis creberrimis, duetibus resiniferis nullis; radiis medul- 
laribus simplieibus. 

Die einzige Differenz unseres Objectes mit dieser Diagnose liegt in der Weite der 
Jahrringe, die man nicht wohl als «angusti» bezeichnen kann (bei ca. 4 mm Breite): ein 
ganz irrelevanter Unterschied bei einem Merkmal, das das allervariabelste ist. 

Von der Gruppe Cedroxylon differirt das Fossil durch die zahlreichen Harzzellen, 
von Araucaroxylon durch die Opposition der zweireihigen Tüpfel, von Taxoxylon durch 
das Fehlen der Spiralstreifung, von Pityoxylon durch das Fehlen der zusammengesetzten 
Harzgänge. Die vorwiegend zweireihige Tüpfelstellung könnte auf die Vermuthung führen, 
es möchte einer Wurzel entstammen ; dagegen spricht aber der so allmälige Uebergang vom 
Frühlings- zum Herbstholz, so dass wohl die Stammnatur nicht zu bezweifeln ist. 

Als besonders charakteristisch möchte ich für unser Holz den Bau der Markstrahlen, ihre 
enorme Höhe, die ganz constante Stellung ihrer stets behöften Radialtüpfel in einer Horizontal- 
reihe pro Markstrahlzelle betonen, in zweiter Linie dann auch die Zweireihigkeit der Radial- 
tüpfel der Holzzellen. 

Ich fand, wie schon oben bemerkt, bei allen darauf untersuchten Coniferen aus der 
Gruppe Cupressoxylon die Markstrahltüpfel stets behöft und zwar gehört der Hoftüpfel 
überall der Holzz eil wand an, während die Markstrahlzeil wand unbetüpfelt ist. üeberall 
aber standen die Tüpfel in mehreren Horizontalreihen auf einer Markstrahlzelle, mit einziger 
Ausnahme von Sequoia gigantea. Diese Species nähert sich gerade in den oben als 
besonders charakteristisch betonten Merkmalen unserem Holz am meisten von allen zu 
Cupressoxylon gehörigen, die ich untersuchen konnte (und die alle dahin gehörigen 
Gattungen repräsentiren). Was zunächst die Höhe der Markstrahlen betrifft, so giebt 
Merklin 1—35 Zellreihen für Sequoia gig. an, letzteres die höchste Zahl, die ich für 
lebende Coniferen aus eigenen und anderen Beobachtungen kenne. Die Radialtüpfel der 
Holzzcllcn sind in alten Stämmen (und hier haben wir es ja zweifelsohne mit einem solchen 



• C. SCHiUETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 29 

zu tlmn) im Frühlingsliolz stets zweireihig gestellt. Conwentz (Jahrbuch f. Mineralogie 1879, 
p. 810) führt allerdings für Sequoia gig. einreihig gestellte Holzzelltüpfcl und niedrige Mark- 
strahlen an und ich habe an jungen Zweigen dasselbe gefunden; Meeklin aber konnte einen über 
1000 Jahre alten Stamm untersuchen und fand dort die Holzzelltüpfel zweireihig und die Mark- 
strahlen hoch. Ebenso zeigt Sequoia sempervirens (nach Conwentz' Ausgaben, einem niem- 
als 1000jährigen Stamm entnommen) bis 30 Zellreihen übereinander. 

In der Anordnung der Markstrahltüpfel ist die Uebereinstimmung keine ganz vollständige. 
Merklin giebt für beide Arten an, dass die Markstrahltüpfel in den mittleren Zellreihen 
in mehreren, in den äussern dagegen nur in einer Horizontalreihe stehen. Da ich aber 
wenigstens bei Sequoia gigantea (hier allein konnte ich das Holz eines alten Stammes 
untersuchen) in den höhern Markstrahlen in der Mehrzahl der Fälle das Gegentheil constatirte 
(innere Markstrahlzellreihcn mit 1, äussere mit 2 — 3 Horizontalreihen von Tüpfeln) und 
niemals in den äussern Zcllreihen einreihige Tüpfel fand, muss ich jene Merklin 'sehe Angabe 
für einen Lapsus pennsc halten; dafür spricht auch der Umstand, dass Cupr essin oxylon 
Fritzscheanum, das Merklin der Sequoia gig. sehr nahe stellt, ein mit meinen Beob- 
achtungen übereinstimmendes Verhalten der Markstrahltüpfel zeigt. — Sequoia sempervirens 
steht in diesem Tunkt unserem Fossil nicht so nahe als Sequoia gigantea, denn sie zeigt 
in jungen und alten Stämmen 2 — 3 Horizontalreihen von Markstrahltüpfeln. 

Suchen wir die durch die charakteristischsten absoluten Merkmale vermittelte Annäherung 
unseres Holzes an Sequoia gigantea durch Vergleichung des übrigen Baues in helleres 
Licht zu setzen. Es stehen mir hiefür Präparate zu Gebote, die mir Hr. Prof. Gramer 
gütigst überliess und die von, einem alten Sequoia-Stamm aus Californien herrühren. Der 
Querschnitt zeigt einen Jahrring von 3 mm Breite, also nur etwas geringer als bei dem 
Fossil. Der Uebergang vom Frühlings- zum Herbstholz, die grosse Anzahl, Vertheilung und 
Dünnwandigkeit der Harzzellen ist ganz analog wie bei unserem Holz. Der einzige Unter- 
schied besteht in dem Fehlen der harzführenden Holzzellen bei Sequoia gigantea (was 
mit dem geringeren Alter des Holzes zusammenhängen kann) und den etwas geringeren 
Dimensionen der Elementen (radialer Durchmesser der Frühlingsholzzellen z. B. nur 0,037 mm). 

Auf dem Puadialschnitt stimmen die Hölzer überein in der queren Abstutzung der Holz- 
zell-Enden (in Prof. Cramer's Abhandlung über fossile Hölzer in Heer ? s flora aretica I, p. 173 
sind aus Versehen die Holzzellen von Sequoia gigantea radial statt tangental zugespitzt 
genannt), in der Zweireihigkeit der Tüpfel derselben, in dem Bau der Markstrahl tüpfel und 
in der Stellung derselben wenigstens in den mittleren Markstrahlzellreihcn. Sie diiferiren 
in der Länge der Harzzellglieder (bei Sequoia doppelt so lang als beim Fossil) und in der 
zweireihigen Stellung der Markstrahltüpfel der äussersten Reihen. Dass bei Sequoia im 



30 C. SCHllCETER, UNTERSUCHUNG ÜBEB FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHKN ZONE. 

Herbstholz Tangentialtüpfel auf den Holzzellen sich finden, die im Radialschnitt ihre Quer- 
schnitte sehr deutlich zeigen, kann ich nicht mit Sicherheit als Unterschied anführen, da 
mir keine Tangentialansicht des Herbstholzes meines Fossils zu Gebote stand und auf dem 
Radialschnitt die Tangentialtüpfel wegen der ausserordentlichen Kleinheit des Tüpfelraums 
leicht übersehen werden können. 

Auf dem Tangentalschnitt erscheint besonders der Bau der hier im Querschnitt erscheinenden 
Radialtüpfel der Holzzellen ganz übereinstimmend; nur findet sich bei Sequoia nicht selten das 
den Tüpfel verschliesscnde Häutchen über die Mitte des Tüpfelraumes ausgespannt, während 
es im Fossil stets dem einen Porus anliegt. Die Markstrahlen erscheinen allerdings auf 
meinen Schnitten im Maximum nur 11 Zellreihen hoch, was aber mit dem nicht so hohen 
Alter derselben zusammenhängen mag; Merklin hat ja bei seinem 1000jährigen Stamm 
bis 35 Zellreihen beobachtet. 

Die Uebcreinstimmung in allen wichtigen und den meisten der weniger wichtigen Merk- 
male ist also eine so vollständige, dass wir unser Fossil mit grösster "Wahrscheinlichkeit 
zur Gattung Sequoia stellen dürfen. 

Das Genus Taxodium, welches Conwentz in seinem Holzbau mit Sequoia sempervirens 
zusammenstellt, fand ich von derselben in beiden Species (distichum Rieh, und mucronatum 
Ten.) durch ungemein stark ausgeprägte Spiralstreifung der Herbstholzzellen und dem- 
entsprechend lang schwanzförmig ausgezogenen inneren Tüpfelcontour der betreffenden Holz- 
zellen- und Markstrahltüpfel unterschieden, Tax. distichum ausserdem noch durch die stark 
poröse Verdickung der Harzzellquerwand. Sequoia sempervirens, die ja früher zu Taxodium 
gestellt wurde, stimmt auch im Holz besser mit Sequoia gig. , als den Taxodien überein. 

Halten wir unter den bis jetzt bekannten tertiären Hölzern aus der Gruppe Cupres- 
soxylon Umschau, so finden wir am nächsten mit unserem Fossil verwandt: Cuppressi- 
noxylon Fritzscheanum Merkl. (Palaeodendr. rossicum p. 67) und C. sequoianum Merkl. 
(1. c. p. 65). Beide Species rechnet der Autor zu Sequoia und bemerkt dazu (p. 75), 
dass er sie nur durch ganz geringfügige Merkmale von Sequoia gigantea unterscheiden 
könne. In der That sind die Unterscheidungsmerkmale so irrelevant, dass die Vermuthung 
gerechtfertigt erscheint, diese beiden Hölzer (denn auch untereinander sind sie kaum ver- 
schieden) möchten als Wurzelholz (s. Kraus in Schimper's j Traite II, p. 376) zu Sequoia 
Sternbergi Gcepp., der tertiären Vorläuferin von Sequoia gigantea, gehören. Von 
unserem Fossil unterscheiden sie sich beide durch die zweireihige Stellung der Markstrahl- 
tüpfel in der untersten und obersten Zellreihe eines Strahls (während bei unserem Holz die 
Tüpfel überall nur 1 Horizontalreihe bilden) und die geringere Maximalhöhe der Markstrahlen 
(nur bis 40 Zellen). Der plötzliche, unvermittelte Uebergang vom Frühlingsholz zum 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 31 

Herbstholz lässt die beiden MiäRKLiN'schen Species als Wurzelholz erkennen, kann aber keinen 
specinschen Unterschied mit unserem Holz begründen. Die eben angeführten Merkmale 
scheinen mir bei ihrer Constanz hinreichend, um unser Fossil aus der unmittelbaren Nähe 
von Sequoia gigantea zu rücken und einen specinschen Unterschied von ihr und den beiden 
russischen Hölzern zu begründen. 

• Von den auch am Mackenzie, in denselben Schichten gefundenen Coniferen Sequoia 
Langsdorfii Hr., Taxodium distichum miocenum Hr. und Glyptostrobus Ungeri Hr. 
ist unser Holz ebenfalls zu trennen. Glyptostrobus kann wegen seiner total verschieden 
gebauten radialen Markstrahlwand (grosse zwei- bis dreireihige Tüpfel) gar nicht in Betracht 
kommen; Taxodium distichum ist verschieden, besonders durch die starke Tüpfelung der 
Uarzzellqucrwändc und Sequoia Langsdorfii ist als Vorläuferin von Sequoia sempervirens 
noch weiter von unserem Fossil entfernt als Sequoia gigantea. Ich vermuthe daher die 
Identität des Holzes mit einer andern der bis jetzt bekannten vierzehn tertiären Sequoien und 
gebe ihm, bis diese Identität vielleicht einmal festgestellt sein wird, den provisorischen Namen 
„Sequoia camulensis Schröter n. sp." 

S. stratis conccntricis- distinetissimis ca 3 — 4 mm latis, cellulis zomo intcrioris leptotichis, 
ad strati limitem sensim angustioribus et paehytichis, poris magnis rotundis biserialibus, 
rarius uni, vel triserialibus, radiis medullaribus numerosis uniserialibus e cellulis 2 — 76 super- 
positis formatis, poris earum in unam semper seriem horizontalem juxtapositis, duetibus 
resiniferis compositis nullis, simplieibus crebris, cellulis quoque prosenehymatosis haud raro 
resinam includentibus. 

Ausser den schon angeführten 2 MERKLiN'schen Arten scheinen mir die folgenden mit 
dieser Species mehr oder weniger nahe verwandt zu sein: 

Cupressoxylon multiradiatum .Goapp. (Monogr. der foss. Conif. p. 200, Taf. 25, 
• Fig. 6 — 7), welches bis sechszigreihige Markstrahlen, aber nur einreihige Holzzelltüpfel besitzt. 
Die Markstrahlporen scheinen mir nach der wenigsagenden Figur 6 von Goepfert einreihig 
zu sein, aber da in der Diagnose davon nichts erwähnt ist, kann es zufällig sein. 

Die ÜNGER'schen Species C. affine (Chloris protogaea, p. 36) und Hcedlianum (p. 37) 
nähern sich, soweit die kurze Diagnose zu urtheilen erlaubt, unserem Holz ebenfalls; da aber 
keine Abbildungen vorhanden sind, ist hierüber kein definitives Urtheil möglich. 

Cupr. polyommatum Cram. (Heer fl. foss. aretica I, p. 172), welches der Autor 
neben Cupr. Fritz scheanum Merkl. und damit auch neben unsere Species stellt, scheint 
mir wegen der stets in mehreren Horizontalreihen stehenden Markstrahltüpfel und der 
relativ .niedrigen Markstrahlen (2 — 26 Zellreihen) aus dieser Gruppe von Arten ausgeschlossen 
werden zu müssen. 



32 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

Von den von Dawson (Report on the Geology und Resources of tlie Region in tlie Vicinity 
of tlie 49 th Parallel, Appendix A, p. 331) erwähnten, ebenfalls tertiären Coniferenhölzem 
scheint mir Cupressoxylon Spec. a durch die zweireihigen Poren und die zahlreichen 
(many) Markstrahlzellreihen am nächsten mit unserem Holz verwandt, wie es denn auch 
Dawson mit Sequoia sempervirens vergleicht. Die zusammengesetzten harzführenden Mark- 
strahlen, die Dawson freilich mit ? anführt, würden allerdings schlecht damit stimmen, das 
Holz würde wegen derselben überhaupt dem Typus Pityoxylon zugezählt werden müssen. 



2. Ginkgo sp. (Nr. 4-7), 

a. Aeusseres. 

Die vier Stücke 4 — 7 sind parallelopipedisch begrenzte Stamm- oder Astfragmente, deren 
Holznatur sich nur auf der bald feinfaserigen, bald grob cannelirten Längsstreifung der 
Längsflächen und den wirtelig stehenden Astansätzen des Stückes Nr. 5 zu erkennen giebt; 
von Jahrringen ist auf den natürlichen Endflächen gar nichts zu sehen, auf frischen Quer- 
bruchflächen kaum eine Andeutung. Die radialen Längsbruchflächen lassen dagegen die 
Markstrahlen deutlich erkennen; die Spaltbarkeit des Holzes ist spurweise erhalten. Das 
Versteinerungsmaterial ist ein von Eisenoxyd stark durchsetzter Hornstein (Eisenkiesel). An 
einer Stelle, einem einspringenden Winkel des Stückes Nr. 4, sind noch deutliche, kohlschwarze 
und leicht zerbröckelnde Rindenfragmente vorhanden, welche eine Zerklüftung in rechtwinklige 
Täfelchen (ca. 1 mm dick) durch sich kreuzende Längs- und Querspalten zeigen. 

b. Mikroskopische Untersuchung und Bestimmung. 

Der Erhaltungszustand dieses Fossils ist der ungünstigste von allen hier besprochenen. 
Die Zellwände erscheinen als braun pigmentirte, mehr oder weniger scharf contourirte Linien, 
welche Kreise, Rechtecke oder Polygone umschreiben (Fig. 28, Taf. III). Das Lumen der 
Zellen ist ausgefüllt mit krystallisirter Versteinerungsmasse (Quarz), was sich an den ein 
Netzwerk aus geraden Linien bildenden Trennungsflächen der Krystallindividuen und an dem 
Verhalten im polarisirten Licht erkennen lässt. Die manchmal sehr beträchtlichen Zwischen- 
räume zwischen diesen Zellcontoureu sind ebenfalls meist mit krystallisirter Masse ausgefüllt; 
diese letztere ist jedoch meist in der Mitte von einer dünnen, oft unterbrochenen schwarzen 
Linie durchsetzt, die dort, wo sie mit andern ihresgleichen zusammentrifft, knotig anschwillt 
(Fig. 28, linke Hälfte der Figur vollständig ausgeführt, und Fig. 29, stärker vergrössert). 



C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCIIEN ZONE. 33 

An noch schlechter erhaltenen Stellen findet man die durchweg krystallisirte Versteinerungs- 
masse nur noch von dem weitmaschigen Netz dieser eben erwähnten schwarzen Linien 
durchzogen. 

Wie haben wir nun diese Bilder zu verstehen? Ich glaube sie aus der Annahme erklären 
zu können, dass das Holz in schon verrottetem Zustand in das kicselsäurchaltigc Wasser 
gerieth, das seine Versteinerung bewirkte. Diejenigen Stellen, wo nur noch ein weitmaschiges 
Netz schwarzer Linien die Holzstructur andeutet, betrachte ich als versteinerte « Weissfäule » 
(s. Kraus 1. c, p. 182), wo schon vor der Versteinerung die ganze Membran bis auf die 
Intercellularsubstanz (eben jene schwarzen Linien) verschwunden war. Wo wir dagegen inner- 
halb der Maschen dieses Liniennetzes noch die braunen Contouren der Cellulosewände finden 
(immer aber getrennt von der Intercellularsubstanz durch eine Schicht krystallisirter Ver- 
steinerungsmasse), bleibt uns nichts anderes übrig, als die Annahme eines Auskrystallisirens 
von Quarz zwischen Intercellularsubstanz und innerster Membranschicht (Tertiärmembran) 
nach vorausgegangener Wegführung der verrotteten Secundärmembran. Die zahlreichen 
Uebergänge zwischen deutlicher Ausbildung dieser innern braunen Zellcontour und völligem 
Fehlen derselben mögen theils ursprünglicher Natur sein, von dem Zustand des Holzes vor 
der Versteinerung her datiren (und zwar dort, wo diese braunen Stellen die Krystallisation 
nicht beeinflussen), theils einer nachträglichen Wegführung des Pigmentes entsprechen (dort, 
wo an den gefärbten oder mehr oder weniger entfärbten Stellen eine andere Anordnung der 
Versteinerungsmasse herrscht). 

Auch hier sind, wie bei Nr. 2, die Structurverhältnisse der Membran total verwischt, 
wir müssen uns also zur Bestimmung der gröbern Merkmale allein bedienen, die uns glück- 
licherweise auch hier einen relativ sichern Anhaltspunkt bieten. 

Der Querschnitt (Fig. 28, Taf. III) zeigt uns typische Nadelholzstructur : Jahrringe 
ziemlich scharf abgesetzt, Uebergang vom Frühlings- zum Herbstholz ein sehr allmähliger, 
Gefässe vollständig fehlend. Ueber das Mass der Verdickung der Zellwand ist hier sehr 
schwer zu urtheilen, da ja ein Theil derselben durch krystallisirte Substanz ersetzt ist, die 
einen grössern oder kleinern Kaum einnehmen kann als die von ihr vertretene Cellulose. 
Ebensowenig möchte ich über das Vorhandensein oder Fehlen von Harzzellen ein Urtheil 
fällen: die allerdings zahlreich vorhandenen, mit brauner Masse ausgefüllten Zellen können 
diese Färbung ebensogut eingedrungenem Eisenoxyd als einer Harzfi|llung verdanken. Harz- 
gänge fehlen dagegen sicher. 

Die Markstrahlen fallen sofort auf durch ihre enorme Breite (0,04 — 0, 05 mm), die nicht 
selten der von zwei Radialreihen von Holzzellen gleichkommt. Freilich müssen wir auch hier 
möglicherweise ein von der krystallisirten Schicht herstammendes Plus in Abzug bringen; 



34 0. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

aber auch so ist die Breite eine ausser gewöhnliche. Die radiale Streckung der Zellen ist 
keine bedeutende; sie zeigen oft quadratischen oder nur wenig radial verlängerten Umriss. 

Noch charakteristischer sind die Markstrahlen auf dem Tangentialschnitt gebaut, wo 
sie aus sehr weitlumigen Zellen von kreisrundem oder gar quergezogenem Querschnitt 
zusammengesetzt erscheinen (s. Fig. 27, Taf. 111) und zwar aus 2 — 16 übereinanderliegenden. 

Derartige breite Markstrahlen aus Zellen von kugliger und ellipsoidischer Form (vergl. 
Quer- und Tangentalschnitt) sind charakteristisch nur für die recente Gattung Ginkgo und 
die fossile Physematopitys Goopp. ' Kraus (Schimp., Traite d. p. c. II, p. 377) zieht die 
letztere zu seiner Gruppe Cuppressoxylon, bemerkt aber ausdrücklich, dass sich das für 
sie charakteristische Merkmal nur bei der heutigen Gattung Ginkgo finde. Die Zusammen- 
gehörigkeit dieser beiden Genera ist also so sicher, als sie es der Natur der Sache nach 
sein kann und es scheint mir desshalb kein Grund vorhanden zu sein, die Physematopitis 
salisburyo'ides Goepp. nicht direkt als Ginkgo zu bezeichnen. Mit demselben Piecht kann 
aber auch unser Holz zu Ginkgo gestellt werden, denn es stimmt ja in dem Hauptmerkmal 
dieser Gattung mit ihr überein. Auch die pakcontologischen Thatsachen lassen sich mit 
dieser Auffassung sehr wohl vereinigen. Im Tertiären ist aus der im Jura aus sechs, in der 
Kreide aus zwei Gattungen bestehenden Gruppe der ginkgoartigen Bäume nur noch Ginkgo 
selbst und die nur fossil bekannte Gattung Feildenia erhalten (Heer «Zur Geschichte der 
ginkgoartigen Bäume in Engler's Jahrbüchern, 1. Bd., 1. Heft, p. 1). Die letztere schliesst 
sich aber durch ihre meist ungetheilten linealen Blätter, wie Heer 1. c. p. 7 bemerkt, sehr 
nahe an die Sect. Nageia der Gattung Podocarpus an, so dass wir vermuthen dürfen, 
dass sie auch im Holzbau wesentliche Differenzen von Ginkgo aufweise. 

Ich bezeichne also das vorliegende Holz als Ginkgo sp. ; der Mangel der feinern 
Structurverhältnisse verbietet von selbst eine Ermittlung der speeifischen Beziehungen zu 
Physematopitys salisburyoides Goepp. und der lebenden Ginkgo biloba L. fil. , den 
einzigen Species dieser Gattung, deren Holzbau bekannt ist. Dagegen lässt das miocene 
Vorkommen unseres Ginkgo-Holzes die Vermuthung zu, dass es vielleicht zu Ginkgo 
adiantio'ides Ung. , dem weitestverbreiteten Ginkgo desMiocens (Grönland, Italien, Sachalin) 
gehören möchte. Dem amerikanischen Continent fehlt er' allerdings bis jetzt, aber sein 
Vorkommen in Grönland (Atanekerdluk, 70° n. Br.) und auf der Insel Salachin (ca. 50° n. Br.) 
unter ähnlichen Breiten wie hier (65° n. Br.) Hesse sein Auftreten an dieser zwischen jenen 
beiden gelegenen Station nicht auffallend erscheinen. 






C. Schröter, Untersuchung über fossile hölzer aus der arctischen zone. 35 

3. Platanus aceroides Gp. 

a. Aeusseres. 

Nr. 2 ist ein ungefähr cylindrisches Stück mit mehreren tiefen Längsfurchen (Länge 12 cm, 
mittlerer Durchmesser 4 cm). Das Versteinerungsmittel ist auch hier Harnstein ; die Ober- 
fläche ist bis auf 1 mm Tiefe durch Eisenoxyd rothbraun gefärbt. Frische Querbruchflächen 
zeigen eine grauliche Färbung und splittrigcn Bruch; von einer Holzspaltbarkeit ist nichts 
mehr zu erkennen, ebensowenig von Jahrringen. 

[ "b. Mikroskopische Untersuchung und Bestimmung. 

Die Erhaltung der Structur ist hier eine viel unvollkommenere als bei der Sequoia 
canadensis. Von der organischen Substanz selbst ist gar nichts mehr vorhanden, nirgends 
eine Spur von brauner Färbung. Trotzdem ist das Netzwerk der Holzzellen und Gefässe 
(wir haben es nämlich hier mit einem Laubholz zu thun) an vielen Stellen sehr deutlich, 
indem die an Stelle der Wände vorhandene homogene Versteinerungsmasse sich scharf abhebt von 
der aus zahllosen durch feine Linien getrennten Krystallindividuen bestehenden Ausfüllungsmasse 
der Lumina. So lässt sich der gröbere Bau unseres Holzes, Natur, Zahl, Vertheilung und 
Dimensionsverhältnisse seiner Elemente noch wohl erkennen und, wie sich bald zeigen wird, 
mit Erfolg zur Bestimmung verwenden, während allerdings die feinere Wandstructur nicht 
mehr zu erkennen ist. 

Der Querschnitt (Fig. 10, Taf. I) zeigt uns in den schmalen, ziemlich scharf abgesetzten 
Jahrringen sehr zahlreiche, ziemlich grosse Gefässe von ziemlich gleichförmiger Vertheilung 
über die ganze Breite des Jahrrings. Sie stehen meist einzeln, seltener zu 2 — 3 tangental 
oder radial nebeneinander und nehmen gegen das Herbstholz an Grösse und Zahl etwas ab. 
Die Markstrahlen sind aus 3 — 15 tangental nebeneinanderliegenden Schichten zusammen- 
gesetzt und ziemlich zahlreich; an der Grenze zweier Jahrringe verbreitern sie sich etwas. 

Auf dem tangentalen Schnitt erscheinen die Markstrahlen breit spindelförmig, in der 
Mitte stark ausgebaucht, ein Mauerwerk aus Zellen kreisrunden Querschnitts. 

Unter den oben von derselben Fundstelle angegebenen Hölzern stimmt mit unserem 

Holz in allen wesentlichen Punkten überein die Gattung Platanus. Die Zahl, relative 

l 

Grösse, Vertheilung und Anordnung der Gefässe, die breiten (auch bis zu 15 Schichten), 
zahlreichen Markstrahlen mit dem rundlichen Querschnitt ihrer Zellen in der Tangental- 
ansicht: alles das finden wir in ganz analoger Weise bei Platanus occidentalis wieder. 
Derselbe unterscheidet sich nur durch die weniger stark ausgebauchte Form der Markstrahlen 



3G C. SCHIUETEß, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCIIEN ZONE. 

auf dem Tangentalschnitt und durch die weitern Jahrringe, beides Unterschiede, die kaum 
einem generischen Unterschied entsprechen. Wir können also mit grösster Wahrscheinlichkeit 
unser Holz zu dem an derselben Stelle gefundenen Platanus acero'ides Gp. rechnen und 
es dementsprechend benennen. Von einer Diagnose muss ich jedoch absehen, der unvoll- 
ständigen Erhaltung wegen. 

Schliesslich habe ich noch die angenehme Pflicht zu erfüllen, den Herren Professoren 
Cramer und Heer für die werthvolle Unterstützung, die sie mir bei dieser Arbeit ang< lien 
Hessen, meinen herzlichsten Dank auszusprechen. 



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C. SCHRÖTER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 37 



Erklärung der Abbildungen. 

(Fig. 10, 11, 20, 21, 22, 27 und 28 mit einer Oberhäuser'schcn Camera lucida gezeichnet, die übrigen 

von freier Hand; die Vcrgrösserung überall angegeben.) 



Tafel I. 

Fig. 1 — 8 Pinus (Larix) Johnson! Schrtr. 

1. Querschnitt. 

la. Ansicht des Stückes in natürlicher Grösse. 
Ib. Endfläche desselben in natürlicher Grösse. 

2. Ein Theil des Querschnitts stärker vergrössert; bei F die weiten Frühlingsholzzellen; bei F' die- 
selben durch Druck etwas verändert. 

2a. Stück des Herbstholzes im Querschnitt; bei s eine Spalte zwischen zwei Zellen, bei h Zusammen- 
flüssen der Membranen. 

2b. Stück des Herbstholzes im Querschnitt; mit zahlreichen Harzzellen (H) ; bei m ein Markstrahl, 
bei f die schief gepressten Frühlingsholzzellen. 

3. Ein Harzgang im Querschnitt. 

4. Ein Theil des Radialschnitts (Markstrahl). 

5. Frühjahrsholzzelle mit zweireihigen alternirenden Tüpfeln. 

6. Frühjahrsholzzellen mit zweireihigen opponirten Tüpfeln. 

7. Harzzelle im Längsschnitt; die schwarzen Massen sind fossiles Harz. 

8. Tangentalschnitt. 

Fig. 9 Sequoia canadensis Schrtr. Querschnitt; bei W die Verwerfungslinie; F Frühlingsholz, a dessen 

intacte, b dessen durch' Druck verzerrte Partien ; H Herbstholz. 
Fig. 10 Platanus aceroides Gpp. im Querschnitt. 

Tafel IL 

Fig. 11 — 21 Sequoia canadensis Schrtr. 

11. Querschnitt. HH Herbstholz, F Frühlingsholz, z. Th. verzerrt; die schwarzen Punkte in der 
Uebergangsschicht bedeuten Harzzellen. 

1 2. Theil des Querschnitts stärker vergrössert (aus der Uebergangsschicht) ; h h Harzzellen (die eine 
vielleicht auch eine harzgefüllte Holzzelle); s u. s' Harzquerwände in Holzzellen. 

13. Theil des Querschnitts stärker vergrössert (aus dem Frühlingsholz); die Hoftüpfel sind deutlich 
erkennbar; m ein Markstrahl, h eine harzhaltige Holzzelle. 

14 — 17. Radialtüpfel von Holzzellen mit harzhaltigem Tüpfolraum (s. den Text). 

18. Radialschnitt in starker Vergrösserung; H eine harzführende Holzzeile; M Pilzmycelium in einer 
Markstrahlzelle; P eine Harzzelle. 

19. Markstrahl im Tangentialschnitt (nebst anliegender Holzzellmembran). 

20. Radialtüpfel im Querschnitt (aus dem Tangentalschnitt entnommen); m die den einen Porus 
verschliessende Membran; h das zwischen die Nachbarzellen eingedrungene Harz. 



38 C. SCHRCETER, UNTERSUCHUNG ÜBER FOSSILE HÖLZER AUS DER ARCTISCHEN ZONE. 

21. Radialtüpfel im Querschnitt (aus dem Tangentalschnitt entnommen); m die den einen Porus 
verschliessende Membran; der Tüpfelraum ist hier dunkel gehalten, weil der Schnitt seine untere 
Grenze noch enthält. 

Tafel III. 

Fig. 22 — 26 Sequoia canadensis Schrtr. 

22. Radialschnitt (Uebersichtsbild). 

23. Holzzelle mit Harzquerwand. 

24. Ilarzbelag einer harzführenden Holzzelle; die Holzzellwand selber ist weggeschliffen ; man erkennt 
im Harz den freigelassenen Porus der Tüpfel. 

25. Tangentalschnitt (Mark strahlen sehr hoch). 

26. Schematisches Bild eines Hoftüpfels in schiefer Stellung ; a ist am dunkelsten gefärbt, dann folgt b, 
dann d, c ist am hellsten (s. den Text). 

Fig. 27 — 29 Ginkgo sp. 

27. Tangentalschnitt, mit den rundlichen Markstrahlzcllcn. 

28. Querschnitt, Markstrahlen sehr breit ; Holzzelllumina durch krystallisirte Substanz ausgefüllt, ebenso 
manchmal der Zwischenraum zwischen den Zellen (die eingeklammerte Partie der Figur ist allein 
völlig ausgeführt, mit Angabe auch des Krystallnetzes der Zwischenräume. 

29. Theil des Querschnitts stärker vergrössert; I die Intercellularsubstanz ; II die durch krystallisirte 
Substanz ersetzte Secundärmembran; III die Tertiärmerabran. 

Fig. 30 — 33 Sequoia sempervirens Endl. (halbschematisch). 

30 Markstrahl im Tangentalschnitt nebst begleitenden Holzzellwänden (die Markstrahlzeilwände selbst 
sind porenlos, die Holzzellwand führt einen trichterförmig nach innen erweiterten Porus). 

31. Markstrahl in der Radialansicht (seine Poren erscheinen behöft). 

32. Markstrahl in der Radialansicht nach der Maceration ; links von der Linie a b ist die Markstrahl- 
zellwand isolirt und erscheint porenlos, rechts ist die tangirende Holzzelle noch vorhanden 
und zeigt ihre behöften Poren. 

33. Markstrahl in der Tangentalansicht nach Maceration und Zerzupfen (s. Text). 



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O.Heer. Najchlräffe zur Jura-Flora Sibiriens. Tai" II. 




Fig 1.-3. Baiera Czekanowskiana. 4-.-6..B. loiifl-ifolia. 



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O.IIeer. Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. Tai? lli. 




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Fi<r. 1.2.3. Baiera an<rustiloba. 4-8.Baiera Czekanowskiana 



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O.fleci: Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. Taf.IV. 




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Jfom.de l'Acadimpfdes sciences de SlPetcrsbour^VlLSerie. 



O.Heer. Nachträß'e zur .Iura -Flora. Sibiriens. Taf. V. 




Y'm La. 2. 3.a. i Cjiivkff-o lepida. 5.-8. G. sibirioa. Lb. 3. b.c. Baiera longifolia. 3. d. Czekanowskia setacea. 9.-11. Ginko-o biloba. 



Mem.de 1 'Acad.lmpvdes scicnoesde S!Pctersboura"VILSeric 



O.Heer. Nacn.träe*e zur Jura- Flora Sibiriens. Taf. VI. 




Wurster, Randeg-ger 3t C° Wir.torthur: 



Fig. 1.-6. Ginkgo grandiflora. 7.-12. CzekauowsMa runda. 13.-16. C. setaeea. 



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Mem.de VAcad.lmp des sciences de SrPetersboursj YlLSerie. 



O.Heer. Nachträge /ur Jura-Flora Sibiriens. Taf. VII. 




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Fig: l.-o.Leptostrobus IaxiOora.6. L.microlepis. 7. L.crassipes. 8.9.10. L'.angustifolia. IL12.L. ri^ida. 12. b. Cycadites planicosta. 

12.c. Pinus prodromus. 



Mcm.de 1'Acad.lmp. des sciences de Sifeterstaurw-VUSeri 



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O.fleeK Nachlräffe zur Jura-Flora Sibiriens. Tai '.VHI. 




Wurslöf, Kuitdoi for ft C*' Wuiteritii 



Fi« 1.-5. Leptostrobus crassipes.' 6.-12. Schidolepium gracile. 13.-15. Ephedrins anüquus. 16.17. Elatides Brandtiana. 



Mem.de L'Acad.Iinp . des sciencesdeS.Pet0rsbour«VILSerie. 



O.Heer. Nachträge zur Jura-Flora Sibiriens. Tai'. IX. 



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"Wurswr. RandfirFor fit C p "Autor thur 



.lia l.a.2. Anmolithes paräculaüis. l."b.6.a.Eaidacarpum sfoiricum. l.c.Baiera longifolia. G.b. B. Czekanowskiana. l.d.Czekanowskia 



setacea 3.-5. Antholillies Schmidtianus. 



tCVetfinsk.Acad.HandLBaniiaN?2. 



O.Reer, Nachträge zur (JbssiLFlora Grönlands. Tai". I. 








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'Warster.Handsgg« fcC' Vfintarüuii 



Fig. l.-6.Nathorstia anomsüfblia. 7. N. firma.8.Aspidium ursinum. 9.-12. Asplenium Naiikhoffian.um.l0.b.TecopLeris Ande 

13. üleichenia optabüis. 



rsoiua.na. 



KAVlensk.Acad.llimai.Kand.l&N?2. 



O.lleen Nachlräpe zur fossil. Flora Grönlands. Ta£ II. 




Wursur. Kandcrrw &C° Winlcrthur 



Fisr. L-3.Frenelopsis Hoheneggeri. 4. Pecopteris Bolbroeana. 5.-9. P. Andersoniana. 



k r .V C lonsk.Acaa.IIaji(ll.Ban(liaN 2. 



O.ileer. Nachträo-e zur lossil.Flora Grönlands. Taf. 111. 

O 




Fig.l,4.8.b.Pteris oemngensis.B.Biota Wealis. 6.b. Juglans Heerii. 6.a. Celastrua Dlanae. 7. Myrica borealis. 8.-13. Laurus 

primurenia. liL.Reussü. 15.16. Diospjros brachysepalaJ7. Carex. 



K.Vetensk.Acad.Haj\dJ.Baiidl8.N?2. 



O.IIeer. Nachträge zur fossiü'lora Grönlands. Ta£ IV. 




Wurster. Kaj>deg-g6r a.C° Vdnurthur. 



Fig. l.Populus arctica.2.3.ragms Deucalionis. 4. ßuercus pseudocastanea. 5. g, grönlandica. 6.-8. g. Lyelli. 9. 0. Olafseni. 

10.Castan.ea Ungeri.- 



k'.Vctensk. Acad. llandl.Band MT.2. 



O.Heer. Nachträge zur fossiLFlora Grönlands. Taf! V. 




"Wurster, Kajiö«(rrer &.C VinwJiur 



Fig. l.Ceanothus denticulaUis. 2.-9.Jug , läns-.Heer.ii EtL. 10. Magnolia Nordenskiöldi. 



OelenskAcadJandl.Band 18.N?2. 



O.ilcer. Nachträge zur fossil. Flora Gronlands-Tai? VI. 




Fig. l.Rhus bella.2. 3. Prunus ScpUii. <k Rhamnus recünervis. 5.Ce]astrus Bruciciuanni. 6. Hex dura. 7. Peucedanites Nordenskiöldi 
8. Nordenskiöldiabcrealis. 9. Fraxinus denticulata. 10. Pterospermiles spectabilis.il. 12. Crataegus anuqua. 



MACKENZIE. 



Tai". 




Wursuir. Kom Jcjjcr &l''WinUru>u/. 



Fig. 1. 2. Corylus M' ßuarrii. 2.c.?opulus arctica. 2.d.3. P. Richardsom. 2 a. 7. Secpoia Langscloriii. 4-6. Glyptostrobus Ungeri. 8.Yiburnura 

Nor'denskiöldi. 2.e. Juglans acxmunata.' . 



MACKKNZIE. 



Tai: II. 




Wurstor. R anderer 8t.C? Winter thui: 



Fig. 1.2. Plerospermitjes spectabilis. 3.-5. Betula macrophylla. 6. 7. Populus arctica.. 



MACKENZIE. 



Ti.r.m. 




V/'orsler. Süviogs-er 4.0° m '.'■'. 



Fig. l.Magnolia Nordenskiöldi. 2.3.Tilia Mabngreni. 4. 5. HederaM' Clurii. 6.Plaianus accroides. 



Taf. 



I. 



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Wurster FiaiuMfer * C* \V>>a<>lt.hi] 



J'ijS. 1-8. .Fjnus iLarix) Johnseni Schröter. Fig. 9. Secjuoia caiiadensis Schröter. Fi6. 10 Platanus aeeroides Cpp 



Taf. H. 




Wur«tex, Aanda^trr i C* . WintertHur. 



Sequoia canadensis Schröter. 



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Fig. 22- 26. Secpoia canadensis Schröter. 27- 29 Ginkgo spec. 30 - 33 Sequoia sempervirens Endl. 



BRIGHAM YOUNG UNIVERSITY 




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