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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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A^sl05A J^^u^./rrr 




l^aröartr College ILihraro 



DENMAN W, ROSS, 

OF CAMBRIDGE, 
Received löjanuary, 1888. 



FONTES RERll AVSTRUCARIl 



(ESTEBREICHISGHB 6ESCHIGHTS-QDBUBH 



HERAUSGEGEBEN 

VON DKR 

HISTORISCHEN COMMISSION 

DER 

KAISERUCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN 



ERSTE ABTHEFLÜNG: 

SCRIPTORES 

I. BAHD 

JOH. TICHTEL — S. v. HERBERSTEIN — J. CÜSPINIAN 
G. KIRCHMAm 



WIEN 

AUS DER KAISERL. KÖNIGL. HOF- UND STAATSDRUCKEREI 
MDCCCLV 






o 



JOHANNES TICHTEL'S TAGEBUCH 



MCCCCLXXVn BIS MCCCCXCV 



SIGMUNDS VON HERBERSTEIN SELBSTBIOGRAPHIE 



MCOCCLXrXVI BIS MDUII 



JOHANNES CUSPmiAN'S TAGEBUCH 



MDII BIS MDXXVll 



GEORG KIRCHMAIR'S DENKWÜRDIGKEITEN 



MUXIX BIS MDLIII 

15-11 -\SS3 



HERAUSGEGEBEN 



TH. G. VON KARAJAN 



WIEN 

AUS DER KAISERL. KÖNIGL. HOF- UND STAATSDBUCKEEEI 
MDCCCLV 



4^t^i^^^^^s^- 



J^iLsK'5.1 



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^^^^yi^yyia 



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^2 



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Die hier zum ersten Male yoUstandig yerSffentlichten vier 
QaeUensehriften umfassen einen Zeitraum von sechsundsieben- 
zig Jahren. Allerdings nicht viel mehr als ein Menschenalter, 
gerade aber ein solches, das in einen der dunkelsten Abschnitte 
unserer Geschichte föllt. Denn es ist bekannt, dass die Zeiten 
Maximilians I. und Ferdinands I. , besonders da wo sie in ein- 
ander fibei^ehen, wo die Knotenpuncte liegen zum Verständ- 
nisse alles Folgenden, an gleichzeitigen heimischen Geschicht- 
schreibern mehr als dürftig zu nennen sind, was auch für eine 
reiche FfiUe Yon Acten und Urkunden unsere Archive bergen 
mögen. Aber mit diesen allein kann sich nur begnügen , wem 
Geschichte nicht mehr ist, als trockene Au&äUung und Anein- 
anderreihung belegter Thatsachen, wer keinen Sinn hat für das 
Gewicht und die frische, bunte Färbung der jedesmaligen Zeit- 
«ttsichten, für den geistigen, häufig fieberhaften Pulsschlag der 
bewegenden Ideen, die der Vergangenheit nicht weniger zu 
schaffen gaben, als sie es der Gegenwart thun. Diese aber 
sind in trockenen Geschäftsschriften höchstens in ihren Folgen 
bemerkbar, während sie oft in den iinbedeutendsten Geschicht- 
schreibern klar zu Tage liegen, namentlich in jenen ihrer Schrif- 
ten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. 

Und gerade solcher Art sind die hier gelieferten. Wo 
finden sich sonst so bedenkliche Äusserungen über Friedrich III«, 



■•? 



VI 



Mathias Corvin und Maximilian I. wie in Tichters taglichen Auf- 
zeichnungen , oder bei Kirchmair über die Behandlung Luther's, 
über Maximilian I. und Karl V., über die spanische Wirthschaft 
in Tirol 1523? Äusserungen wie die Herberstein*s über seine 
Standesgenossen, dieser über den Regenten 1514, der Lands- 
knechte über Maximilian L, dieses letzteren über sein Verhält- 
niss zu jenen und über seine Kriegführung? u. s. w. Solche 
Dinge wagte Niemand in Schriften niederzulegen, die in die 
Öffentlichkeit treten sollten. Darin aber liegt gerade der Haupt- 
werth unserer hier erscheinenden Quellen, denn als schul- 
gerechte Geschichtsbücher wird sie Niemand ausbieten , keiner 
hinnehmen wollen. Cuspinian*s Tagebuch namentlich ist so wort- 
karg wie ein Kalender und dennoch muss ihm für die Durch* 
Ordnung der dort nach Tag und Stunde aufgezeichneten Staats- 
verhandlungen entschiedene Bedeutung zuerkannt werden. 

Hier nur noch Weniges über die Überlieferung und bis- 
herige Veroifentlichung unserer Quellen. 

Nr^J^-JKchtel's Tagebuch, 1477 bis 1495, war bis- 
her nur zum Theile in A. Rauch's Scriptores rerum austriaca- 
rum 2, 533 bis 563 veröffentlicht. Weniger die Lese- und 
Druckfehler, als die absichtlichen Auslassungen dieser Ausgabe 
sind es, die sie in wissenschaftlicher Beziehung vSUig ungenü- 
gend erscheinen lassen. Diese letzteren gehen so weit, dass 
sich der Umfang jener früheren Ausgabe zur vorliegenden ver- 
hält wie 2 zu 5. Rauch liess nämlich eine Abschrift abdrucken, 
welche ein Wiener Gelehrter, Namens Hieronymus Weinhofer, 
von einer Abschrift des Gustos der k. k. Hofbibliothek Joseph 
Benedict Heyrenbach genommen hatte. Wer von beiden, Hey- 
renbach oder Weinhofer, die Auswahl der zu druckenden Stellen 
traf, kann ich nicht entscheiden, weil mir keine dieser Abschrif- 
ten vorliegt. Auch das wäre möglich, dass Rauch selbst strich, 
was ihm minder anziehend schien. Dadurch aber hat die ganze 



VII 



Besehaffenheit dieser Quelle eine völlig reraDderte Gestalt 
erhalten. Denn jeder musste nun glauben, Tiehtel habe bei 
seinen Aufzeichnungen mehr oder minder wissenschaftliche oder 
wenigstens überwiegend geschichtliehe Zwecke gehabt, und an 
unsere Quelle einen ganz andern Maassftab legen , als er gethan 
hatte, wenn sie ihm in ihrer ursprunglichen Gestalt bekannt 
geworden wäre. Die von Rauch mitgetheilten Auszöge nämlich 
sind einer höchst monotonen täglichen Aufzählung aller Ein- 
nahmen unseres Arztes entnommen. Dazwischen finden sich die 
wunderlichsten und unbedeutendsten Dinge eingetragen , z. B. 
der Ankauf, das Anlegen eines neuen Rockes, die Krankheiten 
seiner Kinder und Gattin, die Preise der Lebensmittel, die klein- 
sten Geschenke, die er von seinen Kunden erhielt. Fahrten in 
die Umgebungen Wiens, das Beziehen einer neuen Stube u. s. w. 
Alles das habe ich gewissenhaft beibehalten, denn es schien 
mir einen lehrreichen Einblick in das Alltagsleben jener bedräng- 
ten Tage zu gewähren, und ist, wie ich schon oben bemerkte, 
nothwendig zur Erkenntniss der Natur unserer Quelle. Diese 
war aber ganz und gar nicht für die Öifentliehkeit bestimmt. Das 
lehrt schon das Material der Handschrift. Denn Tiehtel wählte 
sich zu seinen Aufzeichnungen nicht einmal besondere oder 
auch nur bewegliche Blätter, sondern trug sie mit kleiner, sehr 
stark gekärzter Schrift in die Vorstichblätter und- Pergament- 
streifen eines Grossfdliobandes ein, der den Text enthielt, aber 
welchen er damals an der Wiener Hochschule Vorlesungen hielt, 
nämlich das dritte Buch von Avicennas Canon. Am Ende des- 
selben findet sich die gedruckte Angabe: 

^Expliciunt capitula libri tertii canonum | Auiceiie. die. 

XXin. decembris. Anno Dni. Mcccclxxij | .' 
Eine Hand des fünfzehnten Jahrhunderts schrieb hinzu: 
Impressio paduana.' Hain beschreibt diese Ausgabe unter 
Nr. 2213 ausführlicher. 



VIII 



Auf das erste bedruckte Blatt setzte Tichtel mit eigener 
Hand: 

^Hie liber est emptus tribus florenis vngaricis per ma- 
gistrum ioannem tichtel ex grein medicine | baccalario 
in studio Viennensi Anno domini 1475 in anno Jubileo 
deo sit gloria in excelsis | .' 
Auf das letzte: 

'Emptus hie liber est per Doctorem Tichtel ex greynia | 
pro tribus ducatis | .' 
Der ganze Band ist übrigens mit eigenhändigen Rand- 
glossen TichteUs übersäet, die sich aber nur auf den Text 
Avicennas beziehen. 

Wie eine spätere Aufschrift des Buches lehrt: 

'Collegii societatis Jesv Vienn^B Catalogo | inscriptus 

1662 1 ; 

gelangte dasselbe in die Bibliothek des Jesuiten-Collegiums zu 
Wien und von da, wie sieh vermuthen lässt, mit vielen anderen 
Büchern dieser Sammlung, nach Aufhebung des Ordens, in die 
k. k. Hofbibliothek, wo seine anziehende Beigabe dem scharfen 
Blicke Heyrenbach's nicht entging, ihn zur mühsamen Abschrift- 
nähme einlud, und wo der Band noch bis zur Stunde unter den 
Incunabeln mit der Bezeichnung III. A. 5. verwahrt wird. 

Bei der mir obliegenden Beschreibung der reichen Incuna- 
bel- Sammlung der k. k. Hofbibliothek gelangte auch dieser 
Band in meine Hände und liess mich allmählich die Quelle von 
Rauch's Veröffentlichung wiedererkennen. Nun wusste ich mit 
einem Male, wo sich Heyrenbach's Original befand, denn Rauch 
ander angeführten Stelle 2,532 berichtet nur, dassHeyrenbach's 
Abschrift nach dessen Tode in die k. k. Hofbibliothek gelangte. 

Das Original füllt folgende Blätter des Bandes: an der 
Vorderseite desselben einen 14 Zoll langen, 6 ZoU breiten 
Pergamentstreifen und ein Papierblatt von gleicher Höhe, aber 



IX 



10 Zollen Breite; auf der Rückseite des Bandes die zweite 
Seite des letzten bedruckten Blattes der Incunabel, 14 Zolle 
hoch, 10 Zolle breit, und darnach noch zwei gleich grosse 
Blätter. Über die später noch hinzugefundenen beiden kleineren 
Blättehen sehe man unten S. 61 und 62. 

In meiner Ausgabe habe ich das Original möglichst getreu 
wiederzugeben gesucht und nur Folgendes, ausser der Beilage 
auf S. 65 und 66, hinzugef&gt oder geändert. Nämlich vor 
Allem zum leichtem Verständnisse die Satz- und Rede-Zeichen 
und an den Beginn der Sätze grosse Buchstaben, da im Originale 
alles ohne gehörige Sonderung wirr an einander gereiht ist 
Freilich musste ich mich dabei oft für eine oder die andere 
Trennung und Zutheilung entscheiden, will aber hoffen, wenig- 
stens in den meisten Fällen das richtige getroffen zu haben. 
Alles unverändert in wirrer Folge zu lassen, wäre freilich 
bequemer gewesen, kaum aber zu verantworten. Ich muss daher 
in dieser Hinsicht alle Verantwortlichkeit auf mich nehmen, so 
wie auch dafür , den oft verzweifelt unklar geschriebenen Text 
auch fiberall richtig gelesen zu haben. Völlig Unleserliches oder 
Fehlendes habe ich, wenn ich es nicht ergänzen wollte oder 
konnte, durch Puncte bezeichnet. 

Das hier von der Behandlung des Tichterschen Textes 
Gesagte gilt zum Theile auch von den übrigen , obwohl keiner 
an die Sorglosigkeit dieser Aufzeichnungen reicht. 

Über die Persönlichkeit TichteFs weiss ich nicht viel mehr, 
ab er uns selbst erzählt und ich in den Anmerkungen gelegent- 
lich zu erläutern gesucht habe. 

Nr. U^JMe Selbstbiographie SigmundsFreiherrn 
von IfSrberstein» die Jahre 1486 bis 1553 umfassend, in 
mancher Beziehung von grosser Bedeutung, überall anziehend 
und lebensfrisch, erscheint hier zum ersten Male, wie sie der 
Verfasser schrieb, vollständig mitgetheilt aus der Originalhand- 



Schrift des k. k. geheimen Haus-, Hof- und Staats-Archives. Diese 
Handschrift mit besonderer Sorgfalt und wie der Einband und 
die zahbreichen eigenhändigen Zusätze des Verfassers schlies- 
sen lassen, für die Familie selbst geschrieben, führt den Faden 
der Erzählung um volle acht Jahre weiter, als der durch M. 6. 
Kovachich gelieferte Abdruck, aus einer ebenfalls mit Ver- 
besserungen von Herberstein*s Hand versehenen Abschrift 
der ungrischen Landesbibliothek, jetzt 'National -Museum' zu 
Pesth, in dem nicht eben häufig vorkommenden Buche: Sammlung 
kleiner noch ungedruckter Stücke aus der ungarischen Ge- 
schichte. Ofen 1805. 8. S. 111 bis 276. Dieser vermag zudem 
wegen des Mangels gehöriger Interpunction, hie und da völliger 
UnVerständlichkeit des Textes, besonders aber wegen des 
Abganges einer ganzen Reihe eigenhändiger Zusätze des Ver- 
fassers, sämmtlicher Geschäftsstücke und Instructionen, endlich 
aller und jeder Erläuterungden Ansprüchen der heutigen Wissen- 
schaft nicht mehr zu genügen. Ich hielt es also für gerathen, auch 
diese Quelle in ihrer Vollständigkeit zum Gemeingiite zu machen 
und nahm desshalb auch keinen Anstand, jenen kleinen Theil 
derselben» welchen bereits vor mir Chmel im ersten Hefte seines 
habsburgischen Archives, Wien 1846. 8. S. 2 bis 65, aus 
unserer Handschrift mitgetheilt hat, hier zu wiederholen. Um 
endlich alles zusammen gehörige bei einander zu haben, setze ich 
auch noch einen Zusatz aus Kovachich's Ausgabe S. 273 hie- 
her, der den Schluss jener kürzeren Abfassung unserer Lebens- 
beschreibung bildet. In dem Exemplare des k. k. geheimen 
Haus- Archives wurde er begreiflicherweise weggelassen, weil die 
dort gegebene ausführlichere Bearbeitung, wie schon erwähnt, 
den Faden der Erzählung weiter fiihrt. Er gehört zu Seite 366, 
Zeile 21 unseres Textes, und zwar hinter das Wort 'dennckhen . 
Ton Hoff zu Marhem gen Olmutz ist ein guter weeg. 
Von Hoff gen Reickerstorff V4 nneil, gen Altulos ^/^ meil. 



XI 



Dombstat 1 meil, Geb 2 meil, Tulem 1 meil, Olmutz 
1 meil/ 

'Nach aller weisen antzeigen so khumen selten on sondere 
grosse Mae und Arbeit vO Eem und belonungen. Dartzue so 
bleiben die Emsigen Dienst , Vleiss und Arbeit nit unbelandt, 
also das die Eer jederzeit als ein mitgeferdt neben der mue 
and Arbeit lauft, Des mir (Got dem Ewigen sey lob und 
danckh) zimlichermassen mitgetaillt. Hab den Muesgang 
geflohen , all erliche Arbait willig und gern angenommen , die 
GeselsehafFlen, so mich zu unnutzen freuden und übrigem 
trinkhen getzogen, geschiehen und so vil mir immer muglichen 
gemitten; meinem Herrn mit gantzem Vleis gedient und so oft 
mir muglichen gewest mich (also) erzaigt ; des so Ich erlernt mich 
nit geschambt, sondern noch fiir und an mer begert zu lernen. 
Aus dem mir die Gnaden von Got und meinem Herrn eruolgt, 
das Ich meinem Namen und Geschlecht zu Er und nutz gelebt. 
Der halben hab Ich solche meine Reisen, dienst und Belonungen 
zum taill hieyor beschrieben, das meine Nachkhumen meines 
Namens und Geschlechts sich auch wolten in Arbait und Dienste, 
und in kain muesgang, übrige Geselschaft ergeben, und 
gedenckhen , das Inen durch die erhohung unsers Geschlechts 
aufgelegt ist eben das, so Ich und meine Gebrueder treulichen, 
Vleissigliclien und mit grosser begierdt gethan haben ; und das 
sy sich des Tittel lind Stands nit benugen lassen , dann die 
geben nichts gen Küchel noch Keller, sondern wo nit ain 
vleissig^ embsig und arbaitsam Gemuet darbey wirdet, mer zu 
verderben und zu schänden reichen. Als dann ain Zeit herumb 
gesehen, das etliche von alten, Eerlichen und allermeist Herren 
geschlacht dahin gedigen sein, das Sy weder bey Irm leben 
oder nach Irem absterben nit haben gehabt oder verlassen , da 
mit Ire glaubiger betten mugen bezalt werden, darumb dan Ire 
Namen und guetter offenlichen an gerichts Heusern und Kirch* 



XII 



tuern angeschlagen sein worden, des pillichen ein gantzes 
Geschlecht schmerzen soll. Vor dem zu verhuetten eriner und 
bit Ich alle meine Nachkhumen meines Namens , wellen sich 
des Muesgangs, der übrigen Geselschaft entschlachen; Im 
Herren und Landsftirsten, oder wo Sy mugen, mitEern treulichen 
dienen; nit mer Klaider, Pferdt und ander Ausgaben auf sich 
legen, weder Sy mit Irm Guet wol erraichen mugen; auf den 
Hermstandt annders nicht passieren^ dan das Sy umb ain tridt 
furpas geschritten sein; und wo ainer derhalben, mit wassachen 
das sey, mer auf sich l^et, dann Er wol vermag, das Ihme, 
und dem gantzen Namen mer spot, und schaden daraus ervolgt, 
weder Er Eern mag erraichen. Wer da spardt wen er hat, der 
nimbt wan Er bedarf. So ist viel pesser Ich verlass meinen 
Weinden vil meines Guets ; dan das Ich in meinen tagen mangeln 
soll. Darumben haltendt das Eur zusamen, suecht und erdient 
mit Eern, Vleiss, Arbait und Mue merers, das Rat Ich euch 
treulichen. 

Zu dem allem haben mich mein lieber Vater, und noch 
mer mein treuer lieber eltister Brueder Herr Jörg gewiesen, 
und wegweiss geben. Nicht minder sein des auch gros Ursacher 
meine zwen Gebrueder Herr Hanns und Herr Wilhalm, die mir 
so treu , freuntlich und bruederlich gewest , das Ich nit allain 
kain sorg meines Guets Irenthalben gehabt, sonder das Ich 
warhaftiglichen gewist und befunden, das Sy des Irigen, wo Ich 
des mir begerdt, betten willig und gern mitgetaillt. Dieselb 
Ainigkait auch bracht hat, das wir in seh warn offen kriegen 
mit unserm Guet, auch in vil Rechten gegen Cristen und Juden 
gestanden, alles fiberwunden, und der merer taill aus uns 
Iglicher mer einkhumens, weder unser Vatter gehabt, erobert. 
Es hat nie kain Mensch zwischen unser gehandlt, weder in tail- 
lungen noch Ichtem andern. So hat Herr Jörg etliche Haubt- 
mannschafften und auch die Oberste der fünf Nideroster- 



xin 



reichisehen Lande bey Kayser Maximilian und Khunig Ferdi- 
nanden gehandlt, der Paum Aufruer in Steyr und Grain 
fnrderlielien getempft, des nit on sorg und grosser Beschwarung 
zugangen; Herr Hanns g^eichwol den khriegen wider Turckhen, 
Hungern und Venediger Nachgetzogen ; Herr Wilhalm dem 
Romischen Kayser Carl dem fünften an der fiberfardt aus den 
Niderland in Hispanien gedient, und nach andern Kriegsfibungen 
der Romischen, Hungerischen und Behamischen Ehunigin Rat und 
Oberster Stallmaister yil Jar gewest und noch; Hern Jorgens Sun 
Her Joi^ ist mit mir durch das gantz Wallischland, und dan in 
Hispanien und in die Niderlandt geraist, bei der Schlacht in 
Maylandt des 1522. Jars gewest, dan des Romischen Ehunigs Rat 
und Landesrerweser in Steyr yetzo ist; Herr Rueprecht, auch 
Herrn Joi^ens meines Brueder Sun, der Haubtmanschafft über 
Khunig Ferdinandes Kriegs Volckh Oberster gewest, gleichwol 
im dreissigisten Jar seines Alters gestorben; Herr Günther 
dem kriegen lang nachgetzogen, zu Tokhay in Hungern 
erschossen ; Herr Jörg Andre sein Brueder hat bey dem Herre 
Ton Roys im Niderlanndt lang gedient, den sein Herr in vil 
gefarlichen raisen zu der Veinde Heer gebraucht und gleicher- 
massen in seiner Jugendt gestorben; Herr Jörg Sigmundt ist 
numals im thuen, Verhoff, Er hab die Vermanung zuuor 
emphangen, dan Er sich vast darnach rieht; Dann Herrn 
Hansen Sunn Herr Caspar ist nunmals der Romischen Khunigen 
fnrschneider und wol gebraucht, zimlichen yermondt. Verhoff 
werde sich taglichen mer darnach richten ; sein Brueder Herr 
Cristoff hat geuolgt, sich in Arbait und Dienste ergeben, 
gleichwol under Ofen durch die Turckhen neben vil andern 
Eerlichen Rittersleuten pliben; den dritten Brueder Herrn 
Sigmunden hab Ich dahin bracht, das der wol gelernt gewest, 
drey gnetter Sprach gekundt, sich in Dienst geben mit Kayser 
Carin dis iliiij Jahrs in Frankreich getzogen, darnach als frid 



XIV 



zwischen des Kayser und Khunig zu Frankreich gemacht« hat 
er den Dienst bey dem Cardinal von Lutringen, damit Er der 
Sprachen pasz geuebt war worden, angenomen, gleichwol auch 
gestorben. Die allso auf treue underweisung sich in Dienste 
und Arbait ergeben. Die andern wil Ich nochmahls auf die 
hievor geschriebenen Exempeln vermondt haben, deren aller 
fuestapfen nach zu tretten, und dann Gott pitten das Er Ihnen 
sein Gnad und Barmherzikait mittaillen welle*. 

Ich habe den TextHerberstein's wie jenen TichteFs behan- 
delt, nur mit dem Unterschiede, dass ich hier eine ganze Reihe 
eigenhändiger sogenannter 'Marginalien' Herberstein*s weglassen 
musste. Damit verhält sich's nun folgendermassen. Die Hand- 
schrift des k. k. geh. Archives ist in ganz kleinem Quartformate 
von einer zierlichen Kanzleihand weitläufig geschrieben. Herber- 
stein hat nun zur leichteren Auffindung der durchwegs deutsch 
geschriebenen Namen dieselben- eigenhändig am Rande wieder- 
holt und wo sie ihm verfehlt schienen oder einer Erläuterung 
bedürftig sie in abweichender Gestalt hingesetzt. Im Drucke 
nun, der oft mehrere Zeilen der Handschrift in eine einzige 
zusammenfasst, blieb für all diese, oft die Namen geradezu nur 
wiederholenden Marginalien kein Raum mehr, auch wäre ihre 
Anhäufung statt die Übersicht zu erleichtem geradezu ins Gegen- 
theil umgeschlagen. Ich Hess daher im Drucke alle jene Margi- 
nalien weg , aus denen nichts zu lernen war und bewahrte aus 
ihnen nur alles vom Texte abweichende, ihn ergänzende 
oder berichtigende , wie ich selbstversföndlich alle eigentiicheo 
Zusätze Herberstein's gewissenhaft beibehielt und durch ein 
beigesetztes (H) als vom Verfasser herrührend bezeichnete. 

Über die Persönlichkeit Herberstein's verweise ich im 
Allgemeinen auf das bekannte Buch Adelung*s. 

Nr^Jttl^i»— Das Tagebuch Johannes Cuspinian*s, 
1502 ms 1527, erscheint hier iiberhaupt zum ersten Male 



XV 



gedruckt. Wir verdanken die Erhaltung desselben dem schon 
oben erwähnten Gustos der Hofbibliothek Joseph Benedict 
Heyrenbach. Denn er war es, der die Abschrift fertigte, welche 
in der Handschrift Nr. 7417^ der k. k. Hofbibliothek uns 
Cuspinian*s zwar nur sehr kurzes, aber nichts destoweniger 
wichtiges Tagebuch bewahrt hat. Wo das Original desselben 
sich dermal befinde, ob es überhaupt noch erhalten sei, 
vermag ich nicht anzugeben. Unter den Handschriften 
der Hofbibliothek befindet sich dasselbe nicht. Heyrenbach*s 
Abschrift, verlässlich und deutlich geschrieben, wie alles was 
von seiner Hand herrfihrt, füllt zehn Papier-Blätter in Quarto, 
und wurde schon im Jahre 1840 von Chmel in seinem Werke: 
Die Handschriften der k. k. Hofbibliothek u. s. w. Wien 8^. 
und zwar 1, 473 unter Nr. LXXII beschrieben. 

Personliches über Cuspinian findet sich in Nie GerbeFs 
Lebendesseiben, vor dessen Werke: 'De Cssaribus et Imperato- 
ribus. Francofurti 1540, fol. auf Blatt 'A bis AUj/ und vor den 
späteren Ausgaben desselben Werkes, z. B. ibid. 1601 Fol. 

NrM3L--ßeorg Kirchmair*s Denkwürdigkeiten 
seiner Zeit, 1519 bis 1553, waren wie Nr. I und H bisher 
nur auszugsweise veröffentlicht und zwar in einem Buche, 
das nichts weniger als zu den verbreiteten gehört, ich meine in 
F. A. Sinnacher's Beiträgen zur Geschichte des Bisthumes Sähen 
(Brixen). Brixen 1821 bis 1837, 8^ 9 Bde., und zwar im 
Bande 7 desselben. Einen andern aber auch nur geringen Theil 
der anziehenden Original-Handschrift, Pap. 4^. 88 beschr. Blttr., 
welche in dem Augustiner Chorherren-Stifte Neustift bei Brixen 
aufbewahrt wird, veröffentlichte P. Theodor Mairhofer, Mitglied 
dieses Stiftes und Gymnasial-Professor, in einem Programme des 
dortigen Gymnasiums unter der Überschrift : 'Tirols Antheil am 
Venedigschen Kriege Maximilians I.* Brixen 1852 8^ Auch diese 
Schrift durfte aber nur sehr wenig ausserhalb Tirols verbreitet 



XVI 



worden «ein, und Kirchmair's Anfzeichnongen verdienten es 
doch gar sehr. Demselben Professor verdankt die gelehrte 
Welt auch die hier gelieferte Ausgabe/ denn er war es, der 
unterm 31. Juli 1853 an die kais. Akademie der Wissen- 
schaften eine sorgfaltige Abschrift der Originalaufzeichnungen 
Kirchmair's im Archive seines Stiftes und zwar zur Aufnahme 
in die 'Fontes' der historischen Commission einsandte. Ich 
hatte damals schon vor, die erste Abtheilung dieses Sammel- 
werkes endlich mit Nr. I bis III zu eröffnen, als mir die hier 
angeschlossene Quelle als eine willkommene Bereicherung 
und Ergänzung in die Hände gelangte. Ich kannte sie allerdings 
.frfiher schon aus der Handschrift, welche das k. k. geheime 
Haus-, Hof- und Staats- Archiv davon bewahrt, doch wusste 
ich nicht wo sich das Original derselben befand und schien 
mir die wenig sorgfaltig genommene Abschrift desselben nicht 
sehr lockend.. Ohne langes Bedenken schrieb ich daher an 
Professor Manrhofer und lud ihn ein, mir seine sorgfaltige 
Abschrift des Originals zur Herausgabe in den Fontes zu fiber- 
lassen. Er war es zufrieden und schickte mir zu dem eine 
Reihe von Nachweisungen über die Person Eirchmair's, die ich 
unten auszugsweise mittheile. Sie sind dem Stiftsarchive ent- 
nommen. Er sandte mir zugleich eine doppelte Abbildung des 
Wappens der Kbrchmair von Ragen ein, nämlich sowohl des älteren 
wie des jüngeren derselben, ferner eine Beschreibung des Ansitzes 
Ragen und einen sorgfaltig ausgearbeiteten Stammbaum der 
Familie. Ich nehme Anstand, das alles hier des Breiten mitzu- 
theilen und auszubeuten, weil ich glaube, dass sich das besser 
für eine besondere Abhandlung, vielleicht in unserem 'Archive 
zur Kenntniss österreichischer Geschichtsquellen' eignet, wozu 
ich Herrn Professor Mairhofer hiedurch auffordere. Er deutete 
mir zudem selbst in seinem Schreiben an^ dass er noch gar 
manches zur Erläuterung und Bereicherung unserer Quelle 



XVII 



beizübriogeD yermoge. Alles das wird sich am bezeichneten 
Orte viel ausfuhrlicher und zweckmassiger abmachen lassen, 
als hier^ wo nur die nothwendigsten Angaben Platz finden sollen. 

Georg Kirchmair gehörte einer alten und angesehenen 
Familie Tirols an. Er war ein Sohn Christian Kirchmair's zu 
Ragen aus dessen erster Ehe mit Anna einer geborenen Gott- 
fried. Sein Geburtsjahr ist aller Wahrscheinlichkeit nach 1 48 1 , 
wenigstens lässt dies eine eigenhändige Notiz Georgs schliessen, 
die er einem Urbar im Stiftsarchive und zwar zum Jahre 1481 
einzeichnete. Dort nämlich nennt er dieses Jahr das für ihn 
wichtigste 'daz er kent\ 'aber noch wichtiger sei ains, daz er 
nicht kent\ womit er naturlich sein Sterbejahr meinte. Den 
ersten Unterricht erhielt Georg im väterlichen Hause, in dem der 
Vater 'strenges Regiment' übte. Im zweiten Jahrzehent seines 
Lebens mag Georg nach Brixen in die Schule gekommen sein, 
welche unter Nicolaus von Cusa's Oberleitung dem tirolischen 
Adel als Yorbereitungsschule für die höheren Studien diente. 
Wo er diese zurücklegte, ist dermal nicht zu ermitteln, ja 
es fehlen alle weiteren Nachweisungen über dessen Leben bis 
zum Jahre 1 51 7, in wel(5hem sich die nächste Spur Georgs wieder 
verfolgen lässt. Damals erscheint er bereits als vereheligt mit 
Barbara Soll von Teisseck und als Ökonomie-Verwalter des 
Klosters Neustift zu Brunecken. Nach zwei Jahren schon hatte 
sich Kirchmair die Zufriedenheit des Stiftes in seiner Stellung 
in solchem Grade erworben, dass ihn der neu erwählte Probst 
desselben, Augustin Bosch, im Jahre 1519 als Stifts-Amtmann 
nach Hause berief. 

Freudig bezog Georg mit seiner Familie das nur wenige 
Schritte vom Stifte entfernte Amtmann- oder Hofrichter-Haus. 
Doch sollte er da gar bald nichts weniger als wonnige Tage 
verleben. Allerlei Unfälle, Überschwemmung und Brand, bilde- 
ten gleichsam den Eingang zu noch viel schrecklicheren 

Fontes. VIII b 



xvm 



Bedrängnissen durch den Bauern- Aufruhr, der am 12. Mai 152S 
die Plünderung des Stiftes auf Anrathen eines Brixener Bür- 
gers Peter Lanz ins Werk setzte. Fünf Abgesandte aus dem 
wilden Haufen drangen ins friedliche Gotteshaus und forderten 
5000 fl. Brandschatzung. Der Probst war früher entflohen, und 
nun gings über den Amtmann her. Doch der liess sich so 
schnell nicht einschüchtern, trat unter die ungestümen Drän- 
ger, sagte so viel Geld sei nicht im Entferntesten vorhanden, 
und bot sich zur Bekräftigung seiner Aussage als Geisel an. 
Da zieht der Haufe plötzlich unter Drohungen ab und Kirch- 
mair benutzt die Augenblicke, um mit den wenigen zurück- 
gebliebenen Chorherren alle werthvolleu Kirchenparamente 
zu vergraben und an verborgenen Orten unterzubringen. Dies 
gethan, entflieht alles bis auf den Dechant, den Kellermeister, 
unsern Georg und ein paar Knechte. 

Zwischen 5 und 6 des Abends kehrt der trunkene Haufe 
wieder, dringt in die Kirche, erbricht die Thüren des Heilig- 
thums, besetzt die Kornkammern und den Keller, durchsucht 
die Gemächer des Probstes, der Chorherren, der Handwerks- 
leute, bis herab zu den Stuben der Knechte. Eine Stunde vor 
Mitternacht entflieht endlich auch der Dechant mit den noch 
Übrigen, und Kirchmair bleibt allein zurück bei den von Wein 
triefenden Kanibalen. 

Sein besonderes Augenmerk war auf die Rettung der 
Urbarial-Bücher gerichtet, denen die Bauern, längst aller und 
jeder Abgaben überdrüssig, besonders Vernichtung geschworen 
hatten. Schon beim Beginne des Sturmes auf das Kloster hatte 
Georg den grossen Unrathcanal des Stiftes durch seine Knechte 
mit Stroh auf eine gewisse Höhe anfüllen lassen, als nun die 
Bedränger wüthend die verhassten Bücher zur Rachenahme 
forderten, da tritt Kirchmair unter sie und lässt die ungefügen 
Folianten vor ihren Augen vermeintlich in den Unrath werfen. 



XIX 



zur ewigen Vertilgung, wie sie meinen, denn in ihrer Trunken- 
heit wie im Dunkel der Nacht bemerken sie die rettende Stroh- 
lage nicht. So gelang es dem treuen Diener, diese für den 
Besitzstand seiner Herrschaft so wichtigen Bucher zu retten. 

Fünf Tage lang verweilten die rohen Dranger in den 
Mauern des Stiftes, bß endlich der herzogliche Hauptmann zu 
Brixen, Herr Anton von Brandis, mit 600 Reitern zum Ent- 
sätze heranrückte. 

Im Auftrage des Frohstes fertigte nun Kirchmair ein 
genaues Verzeichniss des ganzen Schadens an, den das Stift, 
wehrlos wie es war, durch die aufruhrerischen Vorgange im 
Lande erlitten hatte, und leitete es mit einem Entschädigungs- 
Gesuche an das 'Regiment' zu Innsbruck. Er hatte die Freude, 
seine Bemühung von günstigem Erfolge gekrönt zu sehen. 

Bei Gelegenheit dieser Verhandlungen mit dem Frohste 
sandte Georg eine ziemlich ausführliche Schilderung des sitt- 
lichen Zustandes seines Stiftes während dieser. Bedrängnisse 
an denselben, die hier, da sie von Kirchmair's eigener Hand her- 
rührt und ganz seinen Charakter trägt, ans Licht treten mag. 
Sie lautet : 

'Ehrwürdiger gnädiger Her etc. Ee mir daz schreiben von 

Eur gnaden zuekomen, hab ich kein Ruh mugen bahn pey 

den frawen, sonnder Ordnung geben, daz die Frofantmaiste- 

rey gen Mülpach abgevertiget ist. Die Hern hab ich herab in 

daz Konfent getaidingt, da sy doch dennocht ain priesterlich 

Loben fueren vnd aine guete Comodität haben zum gotsdienst. 

Richte auch imer mer bettgwandt zue, bit- vnd bettlweiss, daz 

ich sy wider in Ir zell bring; darzue her Sebastian vnd her 

Stephan trewlich hellfen. Die täglich horas, prim, tertz, sext, 

non, vnnser frowen Mess, hab ich erbettelt vnnd erbethen. 

Etliche sind willig, etliche vnwillig, wofür man muess vergnue- 

get haben. Wir haben für war an Essen vnd tringken von 

b* 



XX 



gots gnaden kainen mangl, aber der gotsdienst ist kalt, mit 
dem Mundt vnd nicht von Willigkeit des Herzens^ Die Metten 
komt hernach. Ich hab genueg gesagt, daz mit vollen Kann- 
deln, auch spatzieren, Missiggang nicht ale ding aussgericht 
sind ; aber waz ich sage, pring ich mer zu Ungunst. Ich pitt got 
alle Tage vnnd nacht, daz er Eur gnadenn herein kumen last. 
Wird man den fleis des Gottsdienst mit Vass von Hof schaffen 
muessen, wirts nit wol sten (?). Ich bitt, Eur Gnaden wellen sy 
auch zum gottsdienst, zucht vnnd Erbarkait ermanen. Sy may- 
nen sunst mir lieg sovil an irer Geistlichkait, vnd werden sy 
nit volgen, so werden sy ainen bekumen, der Inen nit in daz 
gotshauss, sondern herauss raten wirdt. Ich ess alle tag mit 
Inen im Reiicktorium. Jeder hat ain Trunkl Wein. Ich hab 
weder Triinkgschir noch Löffl, arme Tischtücher vnnd hölzerne 
Schussl. Ich hab Herrn Sebastian die 53 fl. geben wollen, 
aber nachdem es jetzt nit wol guet ist mit gelt vmbgen, man 
maynt ohnedaz es sey noch voll gelts in allen Mauren in der 
Newenstift, so hat er mir daz gelassen. Heute hab ich daz heu 
in Sehalders selbs lassen mehen, aber ich sorg, man wird es 
stehlen. Es ist noch kain gotsfurcht im Volk, man hats mir im 
tapfern Gaissmayrischen Regiment auf der Würzen wellen ver- 
kaufen. Der Eysackfurst Michl Gaissmair ist nämlich jetzt in 
Innsbruck; will sich mit Eur Gnad vmbs Sigl vertragen. Bitt 
Eur gnad wellen mir schreiben, wie man In empfangen sint. 
Bruder Peter ist am Soldner zu Bruneck, ich wolt er war ain 
Graf vnnd halb mer. Frater Paulus ist ain Krieger zu Botzen 
hör ich. Aber ich dengke es werde ain Ordnung werden, daz 
sy Eur Gnaden als Prälaten folgen muessen oder im Land nit 
gelitten werden. Das Placitum von 1523 ist alles zerbrochen 
gewesen, wol 30 Blätter daraus gerissen, doch ist es ganntz 
vnnd gar zusamen kumen. So ist auch das alte rechte Urbar 
gantz unbemacklet wider in mein Gewalt kumen'. 



XXI 

lo den hierauf folgenden friedlicheren Zeiten lebte Kirch- 
mair ganz seinem Berufe als Amtmann und beschäftigte sich 
in freien Stunden aus besonderer Liebe mit der Ordnung des 
Stifts -Archiyes und der Ergänzung der im Bauern -Aufrühre 
geraubten oder zerstörten Urkunden über die Besitz?erhalt- 
nisse seines Stiftes. Er brachte alle wichtigeren Urkunden in 
getreuen Abschriften in zwei FoliobSnde zusammen, jeden bei 
500 Blatter stark. Der erste derselben, heute noch der 'Kirch- 
mair genannt, beginnt folgendermassen : 

'Hiernach sind verzaichnet etwoviel brief, die in dieses 
pnech abgeschrieben sind, nit das darumb rerstanden vnnd 
gedacht werde, das alle hier Inn geschrieben brief noch ganntz 
vnnd besigelt vorhannden seyen. Layder man findet sy nymmer 
alle : dann sy sind in dem funnffzehnhundertisten vnd funff vnd 
zwaintzigisten Jar in der empörung, da man daz gotshans wider 
alle pilligkait Tberfallen vnd geplündert hat, zerrissen vnd ver- 
tragen worden. Aber umb desselben willen sinnd dennocht die 
abschriften in diesem puech nit valsch. Etlich brief sind vor- 
handen vnnd vberpliben; Etlich brief sind widerumb verneuert 
vnnd sein yetz wider guet. Etlich sind nit muglich wider auf- 
zurichten, dann Ire sigler gestorben. Doch ist derselbigen 
Copey zu guettem bericht hier Inn begriffen. Aber es gilt hie 
sueehens vnnd aines grossen vleiss, sunst wurt man lang nit 
gewar werden, zu woy dieses puech vnnd ain Yeder brief darinn 
begriffen nutz ist. Joerg Kirchmair v. Ragen'. 

Der zweite Band enthalt auf dem ersten Blatte folgende 
von Georgs Hand geschriebene Verse: 

'Wer da suecbt, on zweyfl er findt, 
Darumb die puecher erdacht sindt; 

Vnd ob man es nit pald finden kan, 
so sol man nit vom sueeben lan. 

Dan wer verhart, thuet nit verwinden, 
der thuet zu letseht doch etwas vinden\ 



xxn 



Die* Zeiten» wie schon bemerkt, besserten sich allmählich 
und Kirchmair hatte die Freude nach Ableben seines Gönners, 
Probst Augustin, der am 2. November 1527 heimgegangen 
war, den Wohlstand seines Stiftes unter den folgenden beiden 
Prälaten Ulrich und Hieronymus I. immer mehr und mehr zu- 
nehmen zu sehen. Das Stift konnte sogar schon in wenigen 
Jahren durch kluge Wirthschaft dem durch die Zeitläufe in 
arge Geldklemme gerathenen Landesfarsten wiederholt mit nicht 
unbedeutenden Darlehensummen beistehen und zugleich den 
Besitzstand nicht unbeträchtlich vermehren. 

Es musste dem treuen Diener dieses Wiederaufblfihen 
der geliebten Körperschaft doppelt erfreulich scheinen, weil 
er das Bewusstsein in sich trug, dazu nach seinen besten 
Kräften beigetragen zu haben. 

So rückte der Abend seines Lebens heran und Kirchmair 
fühlte endlich, dass seine sinkenden Kräfte den vermehrten 
Geschäften nicht mehr gewachsen waren. Er bat daher um 
einen treuen Gehfilfen und erhielt ihn in der Person seines 
Sohnes Christian, der aber seinem geliebten Vater nur kurze 
Zeit zur Seite stehen sollte, denn Georg starb nur zu bald, nach 
kurzem aber schmerzlichem Krankenlager, drei und siebenzig 
Jahre alt im Jahre 1554. Monat und Tag nannte wohl ein 
seine Verdienste ehrendes Denkmal, das sein Stift ihm ohne 
Zweifel wird gesetzt haben. Dermal ist aber ein solches nicht mehr 
vorhanden. Sicher theilte es mit einer ganzen Beihe von 
Denkmälern der Stiftskirche gleiches Schicksal, die zur 
Zeit des Umbaues derselben, 1730 bis 1737, spurlos ver- 
schwanden. 

Mehr noch aber als durch ein Denkmal ehrte das Stift 
seinen Wohlthäter durch die freiwillig eingegangene feierliche 
Verpflichtung, aus den Nachkommen desselben, jedem der 
Priester würde den 'titulus mensae' zu gewähren, 'ne claris- 



XXIII 



simus Iudex Georgius Kirchmair umquam Collegii neocellensis 
Capitolo memoria exciderif. 

Dass Georg seine Denkwürdigkeiten noch über den 
12. September 1553 hinaus fortsetzen wollte, lehrt S. 534 
Zeik 15 unseres Druckes. Der Tod bat ihn daran verhindert 
Seine Hittheilungen sind allenthalben von wohlthuender Wärme 
und Anschaulichkeit durchdrungen. Oberall erkennt man den 
wahrheitsliebenden Mann, dem das Wohl seines Vaterlandes, 
das Gedeihen seines Stiftes, die Erfüllung seiner Pflichten 
über Alles ging. 



Ich habe in den unsere vier Quellen begleitenden Anmer- 
kungen zu erläutern gesucht , was mir einer Erläuterung 
bedürftig schien und ich zu erklären verstand. Das Register 
hab ich selbst ausgearbeitet. Es dient neben den Anmerkun- 
gen zum Theile als Commentar zu den im Texte unvollständig 
oder entstellt vorkommenden Namen. Wusste ich die jetzigen 
Bezeichnungen der Orte, so habe ich auch diese eingetragen. 
Bei einigen während des Druckes hinzugefugten Anmerkungen 
schien Vervollständigung und Berichtigung nothig, die dann 
im Register ihren Platz fand. Ich muss desshalb um Entschul- 
digung bitten, es war aber bei meinen wirklich gehäuften 
Geschäften, ohne den Druck noch mehr zu verzogern, un- 
möglich, überall gleich das rechte zu treffen , und auch jetzt 
noch wird manches zu berichtigen bleiben. Wer aber alles 
vollenden will, wird mit nichts fertig. 

Wien, am 29. August 1855. 



Th. (lg. TOI RaraJM. 



LIES: S. 20, Z. 6 ?. o. superbum. 
^ 48 ^ 19 ^ „ Sit. 
„ 65 n n „ n Conrado. 
„71 ^ 23 « „ Schreiber, 
n 86 ft S „ „ demnach. 
„103 „ 29 „ „ Yertrfige. Khaiser mit. 
„ 105 „ 19 „ „ Abwerti. 

„ 107 „13 „ „ Am 17 drey geen Hörn. Dafür ist in der vorausge- 
henden Zeile: drey geen zu tilgen. 
„ 133 „ 6 „ „ noch danoocht Die Anmerkung entßllU dadurch. 
„137 „ 18 „ „ G. Vogt 

„ 224 „ 14 „ „ von Bejer; Printz von Yisiran; Conto de Gauer de etc. 
„ 17, Anmerkung^) Zeile 1 li<'s: Achtel. 

„ » » 6 „ Weinbuch. 

„131 „ ») „ 1 „ Sigmund 1. 

„358 r, *) „ 1 „ Albrecht erster Herzog von Preussen. 



I. 



° TAGEBUCH 



DE8 



WIENER ARZTES JOHANNES TICHTEL 



AUS 



DEN JAHREN i477 — i49ß. 



Foatet.yiIL 



1477. 



14T7. 

(Pag. 1.) Item quarta feria post epifanie domini» 8. jan. 
Anno domini 1477, Jacobus pepert plebanus in fancto 
loeo dedit unum florenum yngariealero. Item sexta 
feria post epifanie eadem ebdomade Dominus Her- i^o.jui. 
mannus dedit unum florenum vngaricalem ^. 

Item fabato post epifanie prepofitus ex Neu- ii.jan. 
burga clauftrali 3 flo. rng. Ex parte Dorothee Kchu* 
Digfpergerin monialis ibidem. 

Et alias ufque hodie yj fz. d. Item 3 fl. ante georgii u. apr. 
1 flor. renensem Lempekin. Item ufque georgii circa xi fz. d. in mi- 
nuta pecunia. Item in yigilia afcenfionis dedit mihi pernharduf Balffen- 4. maj. 
reitter rnum flor. vng. Item in minuta pecunia hactenuf circa xij fz. d. 
tem in die penthecoftes vnum florenum vngaricalem a dorothea preu- 25. mig. 
enrin. Item in minuta pecunia hactenuf circa septem fz. d. Item 3 feria 
ante corporis xpi, hoc eil die Erafmi martiris, duos flor. ungar., dedit 3. jun. 
pernhardusWolfTenreitter. Item minuta pecunia hactenus 4 fz. 7 d. ; 
et quidam calceator par ynum rubeorum calceorum. 

Item hactenus ufque ad feftum vdalrici 3 ^ d. in 4. jui. 
minutapecunia. Item secunda feria post Vdalrici vnum flor. yngar. 7. j«i. 
a quodam ciue de praga, in brahio ante caftrum eberßarff a racenif ») 
uulnerato» afmatic». Item in minuta pecunia hactenus 4 fz. d. cum 
dimidio. Item quarta feria ante margarethe magnum florenum vnga- 9. jai. 
ricalem a domina Holenprunnerin. Item quinta feria ante margarethe 10. jui. 
vnum flor. renenfem a domino de Zelking. Item hactenus in minuta 
pecunia 84 d. Item eodem die a quodam domino Conrado, quafl afma- 
tieo, ö2 d. Item in die Jacobj apostoli Dedit quidam monacus de 25. jui. 
monaco ynum flor. renenfem. Item hactenus in minuta pecunia 9 fz. 



*) Mit gesperrter Schrift gedroektes in der Handschrift rotk. 

*) Offenbar sind Ratzen (Rasoiani) vom Heere Mathias Corrins gemeint 



^ 1477. 

xj. d. Item eodem die 3 fz. d. a quodam egidio hundt, ftipendiario. 
Item in die panthaleonif Tnum flor. yngaricalem de caftellano in 
28. jui. pokflyefz roölhamer. Item bactenus in minuta peeunia 7 fz. d., preter 
2 d. Item in Vigilia fteffani prothomartirif Iftius 
1. aug. noftre ciuitatis biennenfis» patroni eximij, Vnum 
plauftrun^ lignorum a carnifice Scbonher. Hactenus 
in minuta peeunia vj. fz. 13. d. 

Summa 11 flor. vngar. 3 flor. renenfes 3 8^ d. Deus bene vertat. 



Item in vigilia gloriofe rirginif marie alTumptionis rnum flor. 

14. aug. vngar. cum vno pari cirotecarum contextarum subtilillime a quodam 
egregio viro, magiftro petro HaniffogU de zwetll. Item hactenuf in 
minuta peeunia 13. fz. d. Item hactenuf ufque ad feriam quintam ante 

21. aug. bartbolomei» — in qua quidem feria quinta primam meam difputationem 
ordinariam in medicina feci, — recepi 6 fz. d. et 17 d. Item bactenus 
ufque ad diem exaltationis fancte crucis non plus quam vnam libram 

14. sept. d. et 12 d. et vnum magnum panem fimilagineum a quadam piftricct 
quem panem ideo bic pofui, quia tunc panif bienne carior nobif erat 
quam peeunia, propter obfidionem ciuitatif biennenßf» incipientem a 
vigilia affumptionis marie (lä, auguat), et confirmatam poftridie 
bartbolomei (25. auguat), per lucrationem pontif medii in bardea, a 
rege Vngarie matbia. Quam quidem obfldionem quamdiu paciemur 
deus nouit! Item bactenuf ufque ad matbei fex folidos d.; item duof 
1. aug. magnof panes filigineos: item octo denariata fimilaginea, quorum 
quodlibet decem babebat latones, a quodam magiftro flgifmundo 
Frofcbell ex grein» cooperatori ad fanctum mihaelem bienne. Quorum 
quatuor, dum minftem germano meo, magistro bartbolomeo Tichtell 
ex grein, tbeologie licenciato» collegij ducalis feniori coUegiato, hujus 
ahne nostre vniuerfitatis Rectori» per quendam famulum meum ioannem 
Andree ex grein, sibi in via sunt receptiper ftipendiatos. Item unam 
quartam vine lini, coloris lazurej pro femorali. Hactenus ufque ad 
feftum fanctorum, et martirum et medicorum, cofme et damiani, S fz. d. 

27. sept. Hactenus ufque ad Francifci 4 fz. 23 d. et propinam de fcroffa, 

4. oct. cum quodam pane ümilagineo valore decem d. Item bactenus quatuor 

fz. d. ufque colomanni, noftre nationif patroni, et 30 Auiculas ex noua 

13. oct. ciqitate, putridas tamen, propter nuncii tarditatem ex noua civitate 

18. oct. buc. Item ufque ad luce, medici, S fz. d. Item duof cuneof 



1477. 



5 



pamf , yalore 20 d. Hactenus oTque ad YrAile, 86 d. Item zi. oct. 
unus florenus renenfls, roUsus mihi de noua eiuitate, pridie 
Trfule» per Titrieuro ecelesie ibidem cum duobus quarfalibus 
agni et oeto panibus nmilagineif. Noftri enim eo die muita ex nora 
civitate per vim efculenta adduxerunt Hactenus ufque ad omnium 
ranctorum 3 fz. d. 11 d. Hactenus ufque ad diem fabatinum ante mar- i. nor. 
tini 3 fz. d. et 6 d., tarnen unum panem farine volatüif ex quadam 8. nor. 
molitrice, raiore 20 d. Item hactenus ufque ad diem fabathi post mar- 18. nor. 
tini 7 fz. d. 4 d. et unum flor. renensem ab ipfo Wolffgango Hollen- 
prunner, nomine yidue dietzin» consanguinee prepofiti pofonienßs. 
Item a magiftro Andrea Rofmulner ex Rufpach, collegiato in burfa rofe, 
ynum panem fimilagineum raiore 16 d. Item hactenus fex fz. d. cum 
dimidio fz. d. Item rnum panem fimilagineum, yalore 16 den.» a quo- 
dam apötecario Laurencio » ex parte iudicij yrine filij fui » yfque ad 
fabathum diem ante Katherine yirginis. Item hactenus ufque ad yigi- tz, nor. 
liam Andree apoftoli unam libram d. et 18 d. Item unum panem, ya- 29. nor. 
lore 6 d., a domino Vdalrico Rafz. Item a domino fubcantore, Thoma 
Krenzpek ex prope grein, duas auef, yalore 18 d. Item ynam auem a 
magistro fteffano ex bienna, yalore 8 d. Item duas aues a mathia 
appotecario, yalore 14 d. Item hactenus ufque ad Nicolai duof florenos «. dec. 
ungaricales, quorum ynus 

mihi dabatur ab IngeUletter, alter a focio fuo fwerdt- 
yel, ut diligentior essem. Item ynum renenfem a jam dicto fwertyel, 
nomine cujusdam georgii infirmi. Verum in minuta pecunia yij fz. d. 
Item hactenus ufque ad feftum lucie, oblidione ciuitatis biennenfis 13. dec. 
adhuc dnrante, ynum panem fimilagineum, yalore 20 d. Item femorale 
unum. Item in minuta pecunia duas libras d. et tres fz. et 1 3 d. Item hac- 
tenus ufque ad diem 16 mends decembris exclufiue 64 d. et quatuor 16. dec. 
paruos panes ex fanctae dorothee bienne conuentu, quorum dominorum 
factusfum medicus, per ipforum preces yictus et amicitiam, quam erga 
eos gero.Qui quidem 1 6°'dies jam jam nominatus dies eft, in quo Anno do- 
mini 1476, in ecclesia fancti (leffani hie bienne, et licenciam et inßgnia 
doctoralia recepi a magiAro pangratio Kreiczer ex traifmaur, patre et 
genitore magiftri ChrUloferi, doctoris medicine et lectoris in eadem, 
preceptoris mei adamandi. 14 libras, tref florenos ungaricales, tres 
renenfes. Tota fumma 27 libras, 14 florenos yngaricales, 6 renenfes. 
(Pag. 2.) Item Anno dni. 1477, die 16' menfis decembris — qui 
dies eft initinm et primus fecund! anni doctoratus mei, quia anno dni. 



6 1477 et 1478. 

1476 in eo die infignia doctoralia recepi, per quem annam lucratas 
fum per practicam bienne ea , que a tergo iÜüus carte funt (ignata» 
de quibus deus fit benedictus. — anoo aatem isto» a die 16 menfis 
20. dec. deeembris ufque ad Yigiliam faneti Thome apostoli ynum florenum 
Yngaricalem a quodam baccalario blafio Eogelftetter. Item S fz. d. 
fine 2 d. Quo quidero die, videlicet 16 decembris, ego, pro tune fa- 
eultatis medicine decanus, legere ineepi 3"*" librum canonis Au (icenne). 
27. dec. Item hactenus ufque ad diem ioannis euangelifte 10 fz. d. et 7 d. Item 
a vitrico ecclesie ex nova ciritate ynam gaiiinam et medium agnum. 
27. dec. Id quo quidem die, videlicet ioannis euangelifte, preterito anno pri* 
mam vrinam habui in practica. Obfidio civitatis biennenfis finita eft in 
vigilia thome apostoli (20. dec.'). De quo domino deo gracie fint 
immortales, quod Vngarus ille nihil in civitate biennenfi obtinuit; imo, 
quod neque fepes fuburbiorum agredi aufus eft, quamvis in orbe ter- 
rarum princeps et rex fit bellicofifllmus. Ouravit antem obfidio ebdo- 
1478. madibus decem et octo. Item hactenus ufque ad octauam ioannis euan- 
3. Jan. gelifte, anno domini 1478, 17 fz. d. 12 d. Item unum florenum vnga- 
rialem ab Auguftino pottenftayner, vitrico ecclesie ad novam civitatem. 
Item hactenus ufque ad diem fabathi post erhardi (10. jänner) 
8. Jan. 15 fz. et 10 d. Item in die erhardi, hora fexta, mortuus eft ante rae- 
ridiem Excellentifiimus vir, ciuis biennenfis, artium et medicine doctor, 
facultatis nostre medicine fenior, magifter pangracius Kreiczer ex 
traifmaur^ cujus anima deo viuat in eternum. Vale itaque , optime mi 
pater, in pace, qui mihi pacis ofculum et infignia doctoralia dedifti, et 
17. Jan. in baccalarium medicine creafti! Item ufque ad antonii vnum florenum 
24. Jan. vngaricalcm et düas libras d. Item vfque ad vigiliam pauli vnum flo- 
renum vngaricalem a capitaneo regis Vngarie in fortalitiis cum ponte 
22. Jan. medio 9- I^G"^ ^^'^^ 14 fz. d.et 14 d. Item in die vincentii feci con- 
gregationem pro computo et legendis ftatutis et pro multis articulls 
de duobus protervis doctoribus ioanne grul ex felfgenftat et georgio 
fchebell. Item hactenus duos florenos vngaricales abAguftino poten- 
ftayner, vitrico ecciefie in noua ciuitate. Item vnum a capitaneo forta- 
litii medii pontis, dicto peni bemifchs; et in minuta pecunia duas libras 
31. Jan. d. et 40 d. ufque fabatho ante efto mihi, uel ante purißcationis, in die, 
2. febr. qui erat secunda fcria post efto mihi. Item ufque poftridie dorothee» 



^) Soll wohl heissen: ^in fortalitiis circa poDiem medium,*' worunter die 
Taber aa der mittleren Donaubrucke xu verstehen sind. 



1478. • 

preter 21 d.» tres libras d. Item afque ad YalentiDi, qui füit Tabatho 14. febr. 
ante ReminUeere, tres fl^ d. et 4 fz. d. Item oTque ad profeftum petri 
ad rincula a fteffano Heyner rnum flor. romanum , et preter 26 d. tu febr. 
qnatuor libras d. Item nfque ad fabathum ante letare duos flor. vnga- ts. febr. 
rieales, tres libras, 5 h. 7 d. Item ufque fabatbo ante Judica duos 7. n«rt 
flor. vngaricales et nnuro renenfem et quinque libras et laus deo. Item 
ufque fabatbo ante palmarum tres libras d. et 6 fz. et IS d. Item 14. nart 
ufque ad diem benedicti, qui fuit in yigilia pafee» tredeeim fz. d. et 21. mart 
12 d. Item ufque fabatbo post pafce 17 fz. d. Item ufque pridie am- 28. mart. 
brofii tres S* d, 4 fz. 18 d. Sabatho ufque ante tibureii vnum florenum 3. aprO. 
mgariealem, quatuor libras d. 74 d. Item fabatbo post Tibureii duos 11. et is. apr. 
flor. mgaricales» quatuor libras d. 67 d. Item ad georgii, qui fiiit u. aprU. 
sexta feria ante afcenfionif, duos flor. mgar. et duos flor. renenfes et 
quatuor libras d. Item ufque poftridie pbilippi et iaeobi duos floren. 2. rntj. 
ungaricales et duas libras d. et 27 d. Item ufque ad vigiliam pentbe- 0. mij. 
eoftes tres florenos yngaricales et tres tt den. Item ufque fabatbo ante 
corporis chrifti duos flor. mg. ab episcopo forlivienfl, Alexandro 16. m^. 
legato. Item alias duos Vngaricales flor. et vnam libram d. et S fz. et 
iS d. Item a predicto episcopo, forliujenfi legato, duos florenos vnga- 
ricales. Item a monaßerio fancte dorothee, quia eorum medicus fui, 
duos flor. yngaricales. Item usque fabathum post corporis christi 23. mig. 
unum flor. yngar. et noyem fz. d. Item fabatbo ufque post octavam so. mig. 
corporis cbristi duos flor. yngaricales, duas libras d., qainqne fz. d. 
Item ufque ad erafmi , in quo iyi ad termas ^ , tres flor. yngaricales, 3. juo. 
ynam libram, 6 fz. 14 d. Veni die barnabe. Item ufque fabatbo post ü. juo. 
yiti tres flor. yngaricales , duas libras d., 47 d. Item ufque fabatbo 20. jan. 
ante petri et pauli duos flor. yngaricales, quos dedit legatus supra- 27. juu. 
nominatus. Et Hc ab eo habui noyem flor. yngaricales et 12 fz. d. et 6 d. 
Item ufque ad Vdalrici 1 flor. yngaricalem, duas libr. d., 6 fz. 27 d* 4. jui. 
Item ufque fabatbo ante margaretbam unum flor. yngar. et duas libras ü* jui. 
d. et 2 d. Item ufque fabatbo post diyiGonem apostolorum duas libras is. jui. 
d., quinque fz. 26 d. Item ufque ad iaeobi duas libras d. 78 d. Item 25. jui. 
usque fabatbo ante ftefiani ynam libram fex fz. 3 d. Item fabatbo ante i- eng- 
laurencium ufque ynum flor. yngaricalem et duas libras d., preter ^- «ug. 



^) D. L nach Baden, 5 Stunden ?on Wien. Vergleiche die Anmerkung Eum 
30. Sept. 1478. 



8 1478 et 1479. 

15. AQ^. 19 d. Item ufque ad affuroptionem Marie TDum flor. yngaricalem, 
22, aug. duodecim fz. d. 13 d. Item fabatho ante bartholomei duas libras 4 d. 

29. aug. Item fabatho post Auguttini duas libras 4 fz., ynum flor. yngaricalem. 

5. et 12. sept. Item ufque fabatho post Egidi duas libras d. 3 fz. 17 d. Item fabatho 

19. sept. ante tempora 12 fz. d. Item ufque fabatho ante mathei ynum flor. 

26. sept. yngaricalem, 14 fz. d., preter 1 d. Item fabatho ante mihaelis 10 fz. 

30. sept. 17 d. Item die iheronimi iui ad balneum naturale 9- Habuiitaque ufque 
17. oct. ad fabathum ante luce duas libras d. cum tertia dimidia. Item ufque 

24. oct. fabatho ante Simonis et iude unam libram 24 d. Item ufque fabatho 

31. oct yel yigilia omnium fanctorum 11 fz. d. 7. d. et unum flor. renenfem. 

Summa 1' talenta, 46 yngaricales flor., renenfes flor. 4 et 13 fz. 27 d. 

7. nov. Item ufque fabatho ante martini 14 fz. 22 d. Item ufque fabatho post 

14. noT. martini ynum flor. yngaricalem, 13 fz. 5 d. Item ufque fabatho ante 

21. noY. katherine ynum flor. yngaricalem et ynam libram d. preter 6 d. Item 

25. noT. ufque fabatho ante Andree quinque fz. et quinque d. Laus deo 1 Item 

5. dec. fabatho ante Nicolai duos flor. yngaricales duas libras d. et 12 d. Item 

12. dec. ufque fabatho ante Lucie duas libras d. et 29 d. Item ufque ad pri- 

mum diem exclufiye anni tertii mei doctoratus in medicina, id est 

16. dec. ufque ad 16 decembris excIuHye, decem folidos d. IS d. Deo laudes 

Hut immortales Amen! Summa secundi anni mei doctoratus preter 
propinas eft: flor. yngaricales 60, libre 112, denarii 79, Renenfes 
flor. 4. 
16. — 26. dec. Item a 16 die decembris ufque fabatho ante Thome 

1479. apostoli4fz. 12d. Item ufque fteSani unum flor. yngar., zwitarin, 
2. Jan. 9 fz. 6 d. Item ufque fabatho post circumcifionem ynum flor. renen- 
9. Jan. fem et 14 fz. 20 d. Item ufque fabatho post erhardi fiorenum renen- 
16. Jan. fem 11 fz. 12 d. Item ufque fabatho ante Antonii duos florenos ynga- 
ricales, quos dedit conyentus ad 1 S. Dorotheam. Item alias 14 fz. 4 d. 
23. Jan. Item ufque fabatho ante pauli ynum florenum yngaricalem, planer, 
30. Jan. IS fz. 8 d. Item ufque fabatho ante purificationis ynum flor. yngari- 

6. febr. calcm, planer, 2 libras 3 fz. 9 d. Sabatho post purificationis IS fz. 

13. febr. 14 d. Item Sabatho ante Valentini 14 fz. preter 1 d. Item ufque fa- 
27. febr. batho post Mathic ynam libram 19 d. Fui in termis. Item ufque faba- 

6. et 13. mart. tho ante gregorü 13 fz. 14 d. Item fabatho post gregorii 13 fz. 16 d. 



^) D. i. Baden bei Wien. Yergl. oben S. 7 unterm 3. Juni 1478, und unten 
unterm 27. Febr. 1479, 11. Febr. 1480, 23. Mai 1481 und 16. Mai 1484. 



uro et 1480. tf 

Item fabatho ante annonciationem duas Ubras d. 21 d. Item fabatho 2o. mart. 
post annuneiationem duas libras preter 12 d. Item fabatho ante Am- 27. mart. 
brofii ynam libram, a tiboltim. Alias vero 20 fz. et 20 d. Item faba- 3. apr. 
tho ante tiburtii 13 Tz. 25 d. Item fabatho post tiburtii 12 fz.» preter lo. et 17. apr. 
6 d. Item die tiburtij nupd. Item Sabatho» qui fuit georgii 12 fz. 15 d. 14. et u. apr. 
Item fabatho philippi vnam flor. renenfem, 3 libras d. 40 d. Item i. mu* 
ofque fabatho post floriani florenos yngarieales quatuor a doctore Har- 8. miu. 
tung. Kem unum yngaricalem. Item 3 libras d. 4 fz. 18 d. Item ofque 
fabatho ante afcenfionem 3 libras d. 6 fz. d. Item fabatho ante yrbani is., tt. mig. 
13 fz. Item fabatho post yrbani 11 fz. 13 d. Item fabatho bonifacij 29. miu., s.jun. 
ynum flor. yngaricalem, duas libras d. Item ufque fabatho post cor- i2. jun. 
poris Christi tres flor. yngar. 12 fz., 17 d. Item fabatho post yiti duos 19. jan. 
flor. yngar., duas libras 6 fz. 9 d Item fabatho post baptifte tres 2«. jim. 
libras d., preter 9 d. Item ufque fabathum ante Vdalrici 20 fz. 8 d., 8. jui. 
duos flor. yngarieales. Sabatho ante Margarethe duas Hb., ynum flor. lo. jui. 
yngaricalem. Item fabatho post diyisionem apoftolorum 19 fz. d. 17. jui. 
Sabatho ante jacobi duas libras d., 34 d. Sabatho ante fteffani 12 fz. d. 24. et 3i. joi. 
Sabatho post fteffani ynum flor. yngaricalem, 2 libras denariorum, 24 d. 7. an^. 
Sabatho ante alTumplionis 7 fz. d. Item Sabatho ante bartholomei ynum 14. et 2i. aug. 
flor. yngaricalem 13 fz. Sabatho post bartholomei 17 fz. Sabatho post 28. au^., 4. spt. 
Egidj 18 fz. Item Sabatho ante tempora 2 libras denariorum. Sabatho ii. sept 
ante Hathaei 22 fz. Sabatho post mathaei ^ mihaelis 6 fz. d.^ Luce is., 25., 29. sept. 
2 libras denariorum, Mathei S talenta. In fine 7 flor. yngarieales, is. oct 
8 libras, preter 33. 

(Päg. 3.) Item a 16 die decembris Anni domini 1479 ad ^^* ^^* 
1 6 Januarii 4 flor. yngarieales, älteres renenfes^ feptem libras d. Annus •) ^g • 
domini 1480, quem deus nos in fua gratia et gloria faciat termi- 
nare *). Item Anno domini 1480, Sabatho ante purificationis, 4 libras 29. jan. 
d. 1 d. 4 flor. yngarieales. Scolaftice tres florenos yngarieales, 20 fz. d. lo. febr. 
Eo ad termas fequenti die, id eft feria sexta ante cinerum. Feria u. febr. 
quarta ante gregorii 4 libras d. 44 d. ynum florenum yngaricalem. 8. mart. 
In yigilia Annunciatiom's Marie 4 libras d. ynum flor. renenfem. Item 24. mart. 
sexta aprilis, yel quinta feria post pafca, quatuor libras d. 22 d. duos «. apr. 



^) Hier sind entweder etliche Worte, wenn nicht lieber Ziffern, in der Feder 

gehlieben» oder es ist «mihaelis'' zu streichen. 
') „Anni'' die Handschrift 
') „terminari'' die Handschrift 



10 1480. 

u. apr. flor. yngaricales. Georgii unum flor. yngaricalem, 1 flor. renensem 

5. maj. quatuor librasd., 3S d. Item gothardi, in quo die dux georgius de 

bauaria pro feudo reeipiendo biennam intravit, 4 libras d. 6 d. Item 

13. miu'. Servatii vnum flor. vngaricalem, duas libras d., 32 d. Item oetava Ter* 

20. m^'. vati], qui fuit vigilia penthecostes, 2 libras, 10 d. Item postridie Vr- 

26. maj. 1. jun. bani 2 übras d. 8 d. Nicomedis» id est corporis ebristi, duas libras 

d., 1 flor. renenfem, 30 d. Item 20. Item pridie bonifacii» hoc eft 

4. jun. 4 die JUDÜ, in quo natus est filius meus primogenitusLeopoldu«, bora 

seeunda, Minute tertio, post meridiem, et fuit dies folis infra oetavas 

corporis chrifti, 10 fz. 4 d. In die bonifacij baptizatus. Sabatho ante 

Yiti duos florenos renenfes ab Holaprunnerin morbillata. Et ynum 

florenum Vngaricalem a guidein leczelterin^ et vndecim fz. d. et 26 d. 

Yiti unam libram, 4 d. 

In octava Yiti vel achacii 3 libras d. 26 d. Petri et pauli 

13 fz. d., ynum florenum yngaricaiem Huebfchreiberin. Item 

Ydalrici unam libram d., preter 4d. Item in profefto Margaretbe 10 £z. 

d., finitur puerperium. Item diyisionis apostoiorum, que fuit die fabatbi» 

et fuit ultima dies sex feptimaniarum puerperii uxoris mee, ynum flor. 

yngaricaiem a domino paulo plebano ad S. Martinum in neuburga. 

Item 7 fz. d. Magdalene 11 fz. 10 d., flor. 1 renenfem. Anne libram 

unam d., 4. d. Sabatho ante ftefiani duos florenos a fpiczbeklin, 

5 fz. d. Laurentii 20 fz. 12 d. Bartholomei tres libras d.» preter 

2 denarios. Tertia feria ante Egidii tres florenos ungaricales, prukner 

drukfacz^ presbiter ex tulna. Item tres libras d., preter 7 d. Item Yi- 

3. sept. gilia natiyitatis marie 1 flor. yngaricaiem, 1 flor. renenfem, duas libras, 

u. sept. d.4fz. d. 13d. Item crucis facerdos malhinger 1 flor. yngar., 2 libras, 

20. sept. 16 d. In yigilia mathaei duos flor. yngar. Kramer. Item tres flor. 

yngar. dominus iohannes plankenftainerus ex tulna, duas libras d. 17 d. 

27. sept. Martirum fanctorum Cofme et damiani ynum flor. yngar. greiczenftain, 
duas libras d. 5 fz. 10 d. Iteiü seeunda feria ante colomanni duos flor. 

0. oct. yngaricales, Salomon ex egenburga. Fiereklin duas libras d. 16 d. 
16. oct Galli duos florenos yngaricales, Salomon. Item ynum florenum ynga- 

28. oct. ricalem, fiereklin, ynam libram d. 13 d. Simonis et iude, apostolorum 
meorum, ynum flor. yngaricaiem, Heblicher. Item vnum florenum Yn- 

11. noT. garicalem, Huncz haymer, ydropisia. Item 14 fz. d. Martini unum flor. 

yngaricaiem, fiereklin, duas libras d. 46 d. Eo die postprandium38, 

25. nov. item decem yrnas mufti, Hynderpach. Katherine tres libras d., unum d. 

30. nov. Andree 2 libras, 68 d. Item ufque ad finem Anni doctoratus mei. 





5. jun. 




10. jun. 




15. jun. 


22. 


et 29. jun. 


4. 


et 12. jul. 




15. jul. 


22. 


et 26. jul. 




29. jul. 


10. 


et 24. ang. 




30. aug. 



i480 et 1481. 1 1 

videlicet 16 diem decembris, unum flor. yngar^ duas Kbras d., 33 d. 16. dec. 
Lausdeo! 



IHC. A 16 decembris ufque Silveftri 2 libras 6 Ts. d. 8 d. An- i48i. 
tonii UQum flor. yngaricalem. DomiDUS Albertus unam flor. rngariealem. 17. jan. 
Jacoba 3 libras, 66 d. Pauli unum florenum yngaricalem, miles Aych- vi. jan. 
perger, eompater meus. Item 3 libras d. 36 d. Apolonie unum flore- 9. febr. 
num uDgaricalem, gneiftlin. Item 4 libras denariorum. Matbie u. febr. 
unum flor. yngaricalem. Itemtres libras d. 10 d. Gregorii, nix ingens, 12. mart. 
3 iibras d. 16 d. Item benedicti 2 florenos yngaricales,Heytel,13(k. d. 2i. mart. 
8. d. Prima aprilis» id eft Letare» duas libras d., unum flor. renen- i. apr. 
fem, Sniczerin. Tiburcij et in yigilia palmarum 4 libras d. 12 d. u. apr. 
Georgii 10 (z. 24 d. fuit tertia feria in pafcalibus. In profefto pan- u. apr. 
cratü, quod fuit altera dies flebotomie mee, ynum florenum yngarica- ii. maj. 
lern, Angrerin. Item quinque libras d. 4fz, d. 26 d. In profefto Helene, 22. miü- 
id est 22 Haji, ynum florenum yngaricalem, ynum renenfem, 6 libras d. 
Laus crucifixo! Sequenti post Helene 6 fz. 21 d. Vado hodie 23. miu- 
termas yersus. Vnde yeni in yigilia afcensionis. Item Bonifacii, die 30. mfy. 
quinta Junij, quo baptizabatur anno preterito fliius meus Leopoidus, 5. jun. 
Vnum florenum Yngaricalem, duas libras d. minus 13 d. Item ufque 
ad 10. Junij, qui fuit dies pentecoftes, in quo die postmeridiem hora 10. jun. 
oetaya, duas libras d. quinque d. Item 21. Junij, qui fuit corporis 21. jun. 
Christi, tres libras d. 42 d. Petri et pauli 3 libras d. , ynum florenum 29. jun. 
renenfem, balneatrix de ftain. Margarethe ynum flor. yngaricalem, 13. jni. 
mulbangerin, -ynum renenfem, Kremfer, due libre d. 4 fz. 1 1 d. Mag- 22. jui. 
dalene duas libras d. 98 d. Stephani ynum flor. yngaricalem, auriga 2. aug. 
quartanaicus, duas libras d. 7 fz, d. Laurencij ynum florenum yngari- 10. aug. 
calem. Item quatuor yngaricales, mulbangnerin. Item ynum florenum 
renenfem, Pifcator. Item duas libras d., preter 3 denarios. Afsump- 15. aug. 
tionis gloriofe yirginis et matris duas libras d. 42 d. Bartholomei 24. aug. 
ynum florenum yngaricalem, prepofitus neunburgenfis, tres libras d. 
6 fz. d. Auguftiui duas libras d. 94 d. Item quinta feria post Augu- 28. aug. 
ftinitertiam feci difputationem ordinariam, 30 Augusti. Item ufque ad 30. aug. 
natiyitatis marie quatuor libras d. 3 fz. 13 d. Item crucis ynum flor. s. et 14. sept. 
yngaricalem, magister ydalricus. Item ynum flor. yngaricalem, Slefita 
rauendt. Item ?num flor. renenfem, flefita reuendt. duas libras d. 1 1 d. 
Item Mathei 1 flor. renenfem, balneator, 1 flor. renenfem, Stadler, 21. sept. 



12 1481 et 1482. 

1 flor. renenfem, cliens tortuofus, 1 flor. renenfem, dominus albertos 
magnus. Duas libr. d. 6 d. et modium flliginis a milite aichperger. 

27. sept. Item Cofme et damiani martirum duas libras d., Tex fz. 2S d. Colo- 
13. et 18. oct. manni quinque libras d. 28 d. Luce hiftoriographi, evangelifte et me- 

diei, vnum flor. renenfem, Kehunternpavm , duas libras d. 28 d. 

28. oct. Simonis et iude, apoftolorum meorum, tres libras d. 12 d. Item fequenti 
2. uov. post animarum quatuor libr. d. 28 d. Intravi majorem inferiorem 

ftubam propter invalefeentiam peftilentie, que tertia egidi (28. aug.) 
ineepit. Deus fua gracia nos cußodiat! Amen. Fiat tua voluntas, 

19. nor. domine! Item EHzabet duos flor. yngaricales, de campo liliorum. Item 
vnum flor. vngaricalem, Haynfchuefter. Item vnum renenfem , fcriba 

23. nov. cellerarij imperatoris» feptem libras d. 4 d. Clementis quinque flor. 
vngar., frater iohannes fubprior mellicenfis. Vnum Haynfchuefter 
vngaricalem, vnum renenfem quidam nobilis in taymprofthoff 9» vnam 

4. dec. libram d. 6 fz. 12 d. Barbare vnum renenfem, dominus de polham. 
Item vnum vngaricalem, plebanus in peternel. Item quatuor libras d. 

16. dec. Item ufque 16 diem decembris exelufive tres florenos vngaricales, 
Conventus ad S. dorotheam. Jacob wegxler vnum flor. vngaricalem. 
Scriba comitis Hugonis vnum flor. vngaricalem. Vxor Krapner 1 flor. 
renenfem. Item fex libras d. 69 d. Et ex magna dei gratia finitus est 
feliciter quintus annus mei doctoratus, et per confequens primum 
luftrum, de quo quinque Christi vulneribus laus fit et gloria in excelfis. 
IHC. Incipiamus in nomine iefu crucifixi primum annum luftri fecundi, 
hoc eft Anni fexti noftri dectoratus. Quem deus pro fu9 mifericordia 

1482. feliciter vivere concedat. 
1. Jan. Anno nativitatis domini 1482, prima Jannuarij; vnum flor. 

vngaricalem, Krapner. Vnum flor. vngaricalem, Kcbersperger, marcus. 
Vnum flor. renenfem, famulus olim doctoris Härtung. Item octo li- 
bras d. 63 d. Puer circumcife, meimiferere! Hunc annum pro tua volun- 

16. Jan. täte et gloria verte! Item ufque ad 16 Januarij, id est profeftum antonii, 
vnum florenum vngaricale, leprofus. Item vnum florenum vngaricalem, 
Krapner. Item vnum flor. vngaricalem, famulus ymagicide. Item 

10. Jan. 6 libras d., preter lö d. Item pauli vnum florenum ungaricalem, famulus 
imagicide. Duos florenos renenfes, Thomas mercator quidam. Vnum 



^) D. i. „Tuomprobsthof^. Jetzt Nr. 891 in der Singerstrasse und auf dem 
Franciscaaerplatze. 



1482. 13 

florenum renenfem, quidam dominus lobannes octenarius '). Item qaa- 
tuor libras d. 83 d. Item pridie dorothee, id est Agathe, ynum flor. 5. febr. 
YDgariealem, quidam Tutor. Vnum renenfem florenum quidam dominus 
woirgangus»officialis ipsius Heller. Item tres libras d. fex fz. quinqued. 
Item ufque ad kathedre petri ynum flor. renenfem , Hollaprunner. 22. febr. 
Vnum yngaricalem florenum quidam filius Leonardus ipsius gold. Item 
Tex libras d. 46 d. Item eo die, kathedre petri, tres Tz. d. 29 d. Item 
ynum florenum renenfem ab ipso domino Anbaldo in Auftria. Et eo 
die ante medium noctis, hora feptima, in caftro Vienne, preftiti iura- 
mentum Inyietiflimo imperatori Friderico, duci auftrie, fuper lecturam 
in medieina ftudii Viennenfls, quam mihi ea nocte manu propria eon- 
tulit graciofe. Quam quidem lecturam refignayit propter me in manus 
Imperatoris Yenerabilis et egregius Vir magifter Chriftoferus Kchrei- 
czer, pater et preeeptor, director mihi Angularis. Quibus graeie fint 
immortales. Amen. Gracia fpiritus fancti me adiuyet! Sine enim fuo 
munimine nihil eft in homine. Laus tibi, Christo, rex eterne gloriel 
Presentes autem in confilio fuere Vifealis et multi alii de confiliariis. 
Item eardinalis Hefler, Vifealis barbatus , qui proponebat yerba iura- 
menti. Et ego barbatus affumpfl. Extenfis brachio et digitis porrexit 
manum imperator, cum acceffifsem fuam maieftatem cefaream, et cum 
abfcefsissem, tenendo fortiter manum meam et conquaciendo. Soli- 
eitatormeus fuit lobannes Wemfelfer, adolefcens profecto bone indolis. 
Quam quidem lecturam yoluit cefarea majestas mihi conferre, secunda 
feria post Scholastice. Ea tarnen conditione, quod esset confensus et ü- tthr, 
yoluntas doctorum facultatis medicine. Qui quidem doctores omnes 
concordi yoce in meam perfonam confenferunt, et eis placui, et dede- 
runt mihi fub figillo facultatis literas confensus et promotionis ad 
cefaream majeftatem. Quas litteras legit imperator fequenti nocte, et 
fibi placuerunt, et folicitatori meo refpondit, quod Obi placerem, et 
yellet ex me habere juramentum, quando proxime habitura esset fua 
cesarea majestas condlium, quod habuit in die kathedre petri ad ^- f^^r. 
noctem. Amen, Amen, deo laudes! 

Item ufque ad octayam diem Martii tres libras d. 13 d. In quo -^* mart. 
quidem octayo die martii, qui iuit fexta feria ante gregorii, natus est 



^) Eigentlich „oetoniariu8'< „octuraarlas^ i^Presbyteri, CaDODicis et Gapellanis 
iDferiores id Ecclesia S. Stephan! Viennensis in Austria.^ Yergl. Du Gange 
Gloss. unter ^Oetornarius.** 



14 



1482. 



mihi fecandogeDitus filius gregorius, hora prima de mane, post medium 
noctis, minuto fere tertio. Eo die, hora quarta post meridiem, bapti- 
zatus, videlicet fexta feria« Compater baptifans eft magifter flgismun- 
dusfrofehel ex grein, octenarius ad fanctam ftepbanamVienne. Levans 
compater: Wilhelmus Aicfaperger, miles; alter leyans etmanutenens: 
magifter Thomas Vienner ex Neuburga forend , collegiatus collegii 
civium ad sanctum Jacobum Vienne, confefTor. Commatrix: relieta 
Chriftoferi de potendarfT, vidua derota et honeftiCFima. Qui gregorius 
21. apr. deo in gloriam et proximi edificationem Yiv(at)! Item in octavo Ti- 
burcii, in cujus craftino electus fum in decanum, unum floremim unga- 
1. miu. ricalem. Item tres iibras d. 66 d. Item prima maij 3 libras d. S8 d. 

4. jun. Yrbani 5 Item quarta Junij , qui est natalis primogeniti fiüi 

mei Leopoldi unum flor. renensem, tres libras d., 4 fs. d. 16 d. Item 

24. jun., 4. jui. Waptifte 1 ior. renenfem, 6 libras d. 6 fz. d. Vlrici (p^ff- ^0 

13. jui. Margarethe quatuor libras d. 24 d. Item fabatho ante Magda- 
20. jui. lene quinque florenos renenfes. Item unumflorenum 

25. jui. uugaricalem. Item fex libras d. 60 d. Jaeobi 4 renenfes, 

26. jui. 41ibr.d. 7 d. Anne tres ungaricales florenos, duos renenfes, item unum 

renenfem florenum, unam libram d., preter unum d. Item (tadler duos 
florenos renenfes. Item 2 libras d. 12 d. A quoquidem ftadler, infecto 
miferabiliter, ego fui infectus et peftilentus apoßema. In collo, in 
finiftra parte, tumor magnus per totam finifti'am mediam partem colli, 
et finißri brachii, et colli poft nucham, et in toto dorfo ufque ad ein-* 
gulum. Vicit natura, in feptima aperiendo apoftema per fputum faniei, 
quod duravit tribus ebdomadibus, in quibus nihil exspui nifi faniem et 
flegma. Tandem et aperto aposftemate fluxit ex duabus aperturis, 

13. oct. ufque in hodiernum diem cbolomanni. Et fic durayit undecim ebdo- 
madibus, in quibus nihil practicavi, niß amicis et eonfvetis, ex quibus 
lucratus fum ufque hodie, fcilicet colomanni, 2 florenos ungaricales, 
2 renenfes, 3 libras d. 4 fz. 9 d. Et eo die refignavi decanatum in 
facultate medicine. Sit deus benedictus, quod fpeciali fua gratia me 

28. oct. vita fungere voluit diutius. Utinam meliorel Simonis et iude fluxit 
adhuc apoftema. Et flc a prineipio egritudinis ufque ßmonis et iudae 
funt 13 ebdomadae, et quod Zizimus, magni turci Ottomani filius, iter 
cepit ad rhodum ex cilicia. Item Monafterium neuburge clauftralis 
dederunt 3S urnas optimi mufti. Dominus gallus , canonicus ibidem, 
plebanus ad sanctum Martinum ibidem, quatuor urnas. Dominus Nico- 
laus, plebanus in fancto loco, octo urnas mufti. Plebanus fub calro 



1482 et 1483. IS 

monte» magifter petrus de Hafelpaeh» norem urnas mufti optimi. 
Plebanus in fuffring quatuor urnas muAi. Prepofitus ad sanctam Do- 
rotheam fex libras d. Quorum predictorum omnium medicus fui. Item 
haetenns ufque, videiicet flmonis et iude, 2 florenos renenfes, fex 
libras d., preter 7 d. Laus deo omni potenti t Item Martini 1 florenum ii. hot. 
renenfem, S libras d. 79 denarios. Katherine unum florenum renen- 25. noT. 
fem, 4 talenta, 16 denarios. Et in imediato die fequenti post Eliza- zo. nor. 
beth cautrizatos adualiter fum circa locum apoftematis peftilentie, et 
die Katherine non cum tenta, fed flne tenta, pofuit cyrurgus cuplam. 
Item Barbare unum florenum ungaricalem, unum renenfem, duas libras d. 4. dec. 
1 d. Item ufque ad 16 diem decembris excIuTiye tres libras d. is. dec. 
preter 14 d. Sic finitus est cum gracia dei sextus docto- 
ratus mei annus. Tum itaque omnipotens, deus, qui ex 
maxima tua et speciali gracia yita complere mibihunc 
annum dedisti, si dignabaris ex magna me pestilencie 
egritudine» tamquam mortuum et vere femimortuum, 
liberare et viTificare, mihi repetere ritam digneris, 
oro melior fit illa priorel IHC Hinc omnem presentem» 
huc refer exitum. Incipiamus itaque in nomine ejus, qui fanarit 
onmes, Annum feptimum doctoratus, cujus principium deus bonum 
annuat, medium melius faeiat, et optime feliciterque terminetur. 1483. 
Amen. Anno itaque domini 1483» pridie epiphanie domini, quatuor 5. jan. 
flor. ungaricales, unum renenfem, 4 libras d., 6 d. Item Yincentii 23. Jan. 
duos florenos renenfes, quinque libras d. Item fequenti die post Vin- 23. jao. 
eentii, qui erat quinta feria ante Pauli, 6 fz. d. 3 d. Et eodem die emi 
domum magistri iobannis de feligensfat in Weihenpurk, ex opposito 
fancti Jheronimi, yel domus de plaben Illingen 9* pi'o ducentos et 



*) liD Grondbuche des Wiener Magistrates, Buch der Kaufe E. 141, findet sich 
unterm 3. Februar 1483 folgende Gewere: ,,Maister Ranns Tichtel, lerer 
der Erceney, tnd Margreth, sein Hausfraw, Haben Empfangen nuoE md 
gwer ains Hawss, gelegen in der Weichnpurgk, hie Eunagst weilent Hern 
Absolan Tnczinger selign Haws an ain tail, vnd an dem andern zunagst dem 
6«ssl, do maa lue der Himlporten get, als des von dem Ersamen, Hoch- 
gelerten Maister HtBsen Ton der Seiingstat, lerer der obgenanten Erczney, 
Tmb ij* md Lxii gülden Tngr., mit kauf an Sy komen ist, rt litra sonst, 
actum an Montag nach vnser liebn frawntag der Lichtmess anno zc. 83\ 

Das Haus ist wahrscheinlieh das jetzt mit derNumer 919 bezeichnete 
tm Franeiscanerplatze. 



16 1483. 

octuaginta florenos ungaricales , et domine uxori ejus duos florenos 

pro bibalibus 9* Det deus oro, ut sub fuis divinis preceptis me meam- 

1. febr. que familiam regam. Amen. Item ufque ad yigiliam purifieationis unum 

florenum ungariealem, quatuor florenos renenfes, duas libras d. Item 

7. febr. fequenti die post Dorothee, in quadam fexta feria, media bora ante ter- 

tiam post meridiem, folvi medietatem pretii pro domo a felingftat 
empta, et tunc in librum fundi feripti fumus, ego (et) uxor mea mar- 
garetha, als gefamter bant reebt ift. Pro literis et aliis dedi tres libras 
et dimidiam, et 9 d. Et ufque in eum ex practica babui 3 libras, 3 h. 

10. febr. d. 12 d. Item die fcbolaftice tenui actum cuidam licentiato in med!- 
cina, fcilicet magistro iobanni pilgram ex enczefdarff majori. Etinügnia 
doctoralia (ibi tradidi, qui ultra piretum et cyrotecas dedit mibi decem 
florenos ungaricales. 

17. febr. Item ufquc fequenti post Juliane duas libras d., unum florenum 

8. mart. ungaricalem» tres flofenos renenfes. Item octava martü^quiestfequens 

dies post thomae de Aquino, qui dies eft natalis gregorii filii mei ticbtel» 
in quo annum nunc egit , babui ex pratica quinque libras d. 4 fz. d. 
12. mart. IS d. Item benedicti unum florenum ungaricalem, 4 libras d. 2 d* 
Eo die propinavit mibi quidam paciens duas menfuras farine electe 
pro fimilagineis , et qußdam mulier ex zwetl duo octalia fegiminis *), 
que ideo fignavi bic, quia funt munera jam preftantifCma. Sumus enim 
jaro hie Vienne quodammodo in obfidione pofiti. Nibil alimentorum 
nobis adduci permittitur, niff quod aliquando furtim yel yi apportatur. 
Sed quid inter tantos ! Et revera alteram jam a matbia rege ungarico 
obsidionem patimur, a tempore quo Humburgum *) captum eft et in 
' manus regis ri acceptum. Statim enim post deditionem Hamburkch 
yerfus nos duxit exercitus, et loca circa Viennam occupans, nihil ufque 
modo adduci finit Dura res nobis cariftia^ peftis» gwerre! Quamris 



*) D. i. «Leitkoof.« 

') »Segimeo'' soyiel wie ^saginien,'' welches Schmali bedeutete. Man ver- 
gleiche die Stellen bei Du Cange Gloss. 6, 22, b. 

') D. i. Heimburg an der Donau. Obige Form erinnert an die beliebte 
Ableitung ron den Hünen, Hiunen. Diese hat aber keine geschichtliche 
Berechtigung, denn die urkundlich fiberwiegende Form des Namens ist 
„Heiroburc'' ^Heiroenburc.'' Auch in den Nibelungen, 1316, 1 der dritten 
Ausgabe Lachmann's begegnet sie. Die gleich in den nftchsten Zeilen 
TichtFs erscheinende Form „Hamburkch** schliesst sich, den landes- 
fiblichen Wechsel von ei mit a erwogen, der urkundlichen Form an. 



1483. 17 

peftis declinare jam videator» Ted cariftia, gwerre augentar. Item 
afqoe in die coene domini unam libram d. 6 fz. d. 24 d. Item in 27. mart. 
magna fexta feria transtoli me ad domom meam, quam emi, post pran- 28. Bart, 
dium hora prima» de mane prios fumpto facramento. Et in rigilia pafce 29. mart 
ipae dominus georgius eyeinger et dominus iohannes gradner» barones, 
Tulnerati in capite» dederunt mihi decem fiorenos renenfes, et post 
prandium qnidam cifis unum fiorenum renenfem et 14 d. Tiburei tres li. apr. 
fiorenos renenfes, quinque libras d. 4 tz. et agnellum. Item ufque 
georgii unum renenCran» tres libras d. 4 fz. 14 d. Anulum aureum cum 24. apr. 
zaphiro, ralentem 9 fiorenos ungaricales. Item unam margaritam, 
Talentem unum fiorenum ungaricalem. Crucis unum fiorenum ungari- 8. dmü. 
caiem, duos renenTes» tres libras d. 6 Ix. 16 d. Item zway fpenferl. 
Item ein aynrufligs fueder hey 9* AfcenConis unum fior. ungaricalem» s. biu'. 
unam libram d. 25 d. md ain lunglpratten *). Item pentheeoftes is. auu. 
unum fiorenum ungaricalem» tres libras d. 3 fz. 3 d.» plauftrum ligno- 
rum» duodecim latos piperis. Item quarta Junii» que eftnatalisprimo- 4. jnn. 
geniti mei leopoldi» unum fiorenum ungaricalem» unum fiorenmn renen- 
fem» quinque libras den.» quinque (z* S d. et unam quartam zinziberis 
Drupizati *) et item unam quartam. Viti tres fiorenos renenfes 15. jon. 
12 £z. 22 d. Item eodem etiam die unum fiorenum ungaricalem et 
56 d. Item eo die fex fz. 22 d. Item Vidtationis marie unum flore- 2. jai. 
num renenfem» quinque libras d. 3 (z. 9 d. et porcellum. Hargarethe 13. jui. 
tres "libras d. 31 d. Perdix, 4 libre efocis» octaya rirolii ^) pro- 



') Eine einspfinnige Fahre HeD. Schroeüer bair. Wbeb. 3, 137. 

*) In Wien so viel wie LendenbrateD. 

*) In Zacker gekoebten Ingwers. 

^) leh yerraathe: Ein Aehtl Rainfal d. i. ein Achtel Eimer des anter dem 
Namen nvinam rifoliam" bekannten Weines ron Proseeco im Gebiete von 
Triest. Scbmeller bair. Wörterb. 3, 95 nennt ihn »^Wein yon Rivoglio in 
Istrien«" In Istrien gibt es aber kein „Riroglio.*' Auch Johannes Rasch» 
ein Diener des Schottenklosters zu Wien, erwähnt dieses Weines in 
seinem Weinbrach, Bf flachen (1583), 4., Blatt 48^ mit folgenden Worten: 
„Der Rainfall ist allweg der best. Vor allen sQssen weinen gwest.** (Jeher 
das Mass» die oben erwähnte „octava," ist sa vergleichen Stephan Sixsey s, 
Unter-OesterreichischerLand-Compass. Wienn 1673, 4., nndzwarS. 46: 
„ein Emmer hat vier Yiertlen, ein Viertl swey Achtl oder Staaffen» 
ein Staaffen hat fQnff Aechtring md ein Seitl, hat also ein Vierti 
sehen ein halbe Aechtring, ein halb Emmer aber 21 , ein gantzer Emmer 
42Aeehtring.« 

Fontes. Tin. 2 



18 1483. 

pine. Magnas predas a yicinis Vienna adyexit Ti, ferro et igne» jam 
per octo dies quotidie. Cum nihil nobis adducitur alimenti, vi nos 

17. jsiii. apportamus. Similis predoni facta est Vienna ! Alexii unum fiorenum 
ungaricalem » duas iibras d. minus 1 1 d. Eo die venit petrus pum, 
ftipendiatus et reiiqui, et civitatenfes, trieentos fere currus frumento 

28. joUi. oneratos addueentes. Die pantlialeonis , hoc est secunda feria post 
Jacobi, in qua jam hodie agitur annus quo peltem habere incepi, et 
gratia dei ex ea mifericorditer liberatus, habui tres Iibras d., tres fz. 

5. raff. 13 d. ynd ain tafchenmefler mefsing» dedit Laibacher. Marie nivis 
10. aug. mane fatis forte frigus, 4 Iibras d. 4 d. Laurencii duos florenos 
16. Mg. renenfes, duas Iibras d. 92 d. Sequenti post afumpcionis roarie , qui 

erat dies rochi in quo agitur annus quo apoftema peftilentie in collo 
23. «Hg. mihi aperiebatur, duas Iibras d. 6 fz. d. 8 d. 9 panes. In vigilia Bar- 
tholomei quatuor flor. ungaricales, ab eyczingerin, fupra fcripti domini 
georgii muliere, et unum cafeum yalore medii floreni ungaricalis. 
Item quatuor Iibras d. ex ftipendio, propter lecturam, pro media An- 
garia anno domini 1482. Et funt primi denarii, quos nomine ftipendii 
lecturae accepi. Item tres Iibras d. 3 fz. d. 24 d.» panes septnn. Item 
eo tempore: ain meczen haberen ymb Ixxx d. kcharen ymb 3 (z., 
1. sept waiez ymb 4 fz., mel peitlocz <) ymb S fz. Egidi unum florenum unga- 
ricalem, quatuor Iibras d. S fz. 23 d., panes yalore 70 d. Item perdix. 
2. et 3. sept. Item fcrophula. Item eo die 11 ab axelpek. Duobus fequentibus post 

6. sept Egidii unum florenum ungaricalem, 1 libram 34 d. Sabatho antenati- 

yitatis marie unam libram d. 3 fz. In quo die iyi ad altenburg, ad 

molaticam *) comitiffam de pofing, que ex gratia dei fanata. In die 

21. oct yrfule reyeni, portans mecum quadraginta florenos ungaricales» item 

28. oct. propinas, yaieutes florenum unum et medium. Item Simonis et iude, 

apoftolorum meorüm, 3 florenos renenses, unum ungaricalem, unam 

libram d., quinque folidos, 13 d. Ciyitas Viennenfis yindemiayit, quia 

fecit huldam et treugas pro 3 millibus florenorum ungaricalium ad 

13. oct 7 ebdomadas, que incipiebant octayo die ante Urfule. Item fequentibus 

post Simonis et iude tres florenos renenfes 68 (d.). Item fequenti 

unum florenum ungaricalem, 5 fz. 18 d. et panem 20 denariorum; 



^) D. i. gebeuteltes, dureh den Muhlbeutel vod den Kleien gesondertes, somit 

feineres Mehl, in Oesterreich noch jetzt Beutelmehl genannt 
*) Wahrscheinlich an einer Gebfthrroutter-Mole leidend. 



1483 et 1484. 1^ 

daas eetayas optimi yini et duos panes, qiiorani quilibet valet 24 d. 
Item feqaenti post Leonard! fex fiorenos renenfes, prepolitns ad fane* 7. mot. 
tarn Derotheam. Item unam fiorenum reneofem 10 fz. d. Item pre- 
pofitns neoenbm^enfis triginta qoatuor yrnas mofti pro falario meo 
annuali. Gratie fint tibi et glorie omnipoteiis» pro me passe deus ! Amen. 
Seqnenti post martini tres florenos renenTes» duas libras denariorum. 12. mot. 
Hizabeth tres renenfes, nnam libram d. 31 d. Qninque nmas yini 19. nor. 
fambucini ^), Hemel. Andree tres florenos nngarieales. Nicolai renen- so. iioT.,6.dec. 
fem unum, duas libras d. 9 d., duos caseos, duas urnas mufti et lato- 
nan faffarani. Item tres libras denariorum, ludwerger. Ufque ad 
finem anni feptimi mei doctoratus, preter 10 d., quatuor libras dena- 
riorum tibi domine fempiterne laus honor et 

gloria fonper! Amen. fl. 57 ungaricales , 44 Renenfes, libras 58, 
5 Cb. 23 in dono. Ifta folum in pecunia. 

(Paff. S.) IHC, a qno omne felix eft prineipium, et per feliciora 
media ad felieiflimum finem folet perrenire. Incipit itaque in ejus 
benedicti nominis honorem annus mei doctoratus oetarus, 16 die 16. dec. 
decembris 1483, a quo die, ufque pridie epiphanie domini anni 1484 1434. 
deus dedit in practica lucrari : primo a bolfgango grafenberder, domino 5. jan. 
in ebergefling, duos florenos ungaricales, quinque trutas, careum 
unum, aucam unam, fafianum *) unum. Item duos florenos renenfes. 



^) Hollwiderwein. J. Coler in seiner Oecononia oder Haathnch, Wittenberg 
1600^ 4., und iwar Tbeil 2, Blti K. ? erso, beschreibt die Bereitung des- 
selben folgendermassen: „Ebenso (wie den Rosenwein) machet man auch 
den Hollunderwein, wenn man die Blüthe abbricht, ynd ddrret sie in der 
Luilt, ynd henget sie in die Lufft, das sie nicht schimlicht werden, bis in 
den Herbst, rnd thue den Baissen Most in ein Fass, vnd lass ihn gehren, 
n»d wenn er in der gehrung ist , so hange die Blumen in das Pass, oder 
schütte sie drein, so wird der Wein gar köstlich und gut.** 

»Dieser Hollunderwein ist gut ror den Geschwulst und Wassersucht, 
öffnet die yerstopffung der Leber, Miltz vnd Nieren, yertreibt febriii) ter- 
tianam, stercket den Bfagen, vnd reiniget alle MelanchoUsehe FUfsse.^ 

') Der Oesterreichisdie Landherr von Hohberg in seinem „ Adeligen Land- 
lebeB,'« Nirnberg 1701, M., und zwar Bd. 2, 780, sagt yom Phasane: 
„Er ist yor diesem in unseren Lftndem ganti unbekannt und fremd gewesen, 
jRmnehr aber ist er allealhalben in Oeaterreieh und sonderlieh in Böhmen 
md Milien in allen Auen bekamt.^ Dem echeiBt unser Tiehtel su wider- 
spreeben. In Frankreieh, wie die Stellen bei Du Cange Glots. t. ?. lehren, 
war dieser Vogel noch frfiber bekannt.. 



20 



1484. 



duas libras denarionim. Et fuit ftipendium medium propter leeturam, 
pro angaria media 1482, a quadragefima ad pentecostem. Itempanem 
fimilagineum, yalore 40 d., paryos panes 13. Item florenum ungari- 
calem unam, florenum renenfem unum, quatuor libras d. 46 d. et eaput 
vituli. Item ad fefta natalia omoes apoteearii medicinarum pro folito 
more mihi propinas dederunt, preter infirmum bemhardinum et fuper-* 
eum perenhardum, qui ductus eft invidia erga me, propterea, quod 
eum non mecum reeepi ad curam comitiffe de poOng, quorum comitum 
prius femper ut plurimum fuit apotecarius. 

%%. jAD. Item ufque ad Yiocentii duos florenos renenfes , fex libras d^ 

fafianum yalore 60 d., panes panros cirea 20. Quo die dedi nonaginta 
libras d. et 3 fz. d., ultimam yidelieet folutionem ipsi doetori iohanni 
falingllat, qui redidit mihi literas debiti et impignorationis domus^ 
(guas) ex libro fundi fecit deleri. Item moniales ad sanctum Ihero- 
nimum fareimina, aCsaturam nuehe etc. Ot et panes valore 80 d. Item 
3. febr. die BlafUunum florenum renenfem, tres libras denarionim, preter 13 d. 
Item noYum annum ex monialibus ad coeli portam : iocalia, etiam pro 
uxore et pueris Leopolde et georgio. Item tres bacculos ^) uvarum 
terre «postre paffarum '). Item fportam pl^nam pirorum. Item et 
unam gallinam yiyam cum oyo , quod inter portandum ad biennam 
peperit in (ilya Viennenfium, yalentem quadraginta d. Tali enim pretio 
gallina emebatur, et oyum pro duobus d. Mulier autem portans per 
fQyam yiennenfem ab aliis comitibus acriter fuit increpata propter 
clamorem galline post partum oyum, timebant enim ipsorum prodi- 

16. febr. tionem per clamorem. Item ufque iuliane unum florenum renenfem, 
duas libras d„ S d., portionem urfi, metretam raparum, pedem porci. 
Item longum panem fimilagineum, yalore 40 d. Item placentam, panes 

19. Jan. paryos 9. Sex diebus ante conyersionem pauli ciyitas pruk auff der 

25. Jan. leitay obfidetur^ Item pauli Viennenfes mittunt yiyoä nuntios ad 



^) Schopf- oder Kamm-Braten. Du Gange unter ^nncba.*' 

*) Du Gange Glosa. 8. y. weist ,,Baeca8'' als eine breitere Gattimg yon Flnss- 
schiffen nach.' Baceulus wftre demnach ein Ueineres Schiff dieser Art, in 
Oesterreich ZflUe genannt. 

') 9>Wenn man die weinber in einen warmen offen iegt md dert sj darinn, die 
heissen zno latein ^Vaa passa," das seind gerdsst weinber.** .Konrads yon 
Megenberg Buch der Natur, Augsburg bei Bftmler 1481, foL, im Ab- 
schnitte „Yon den Weinreben" auf Blatt 187^. 



i484. 21 

cesarem ingrecz, utrefpondeat cefar literis a GiTitate Viennenfi mifsis 
circa martini. (Hirabile, qQod sie cefar curat de Vienna, ot ejus 
literas jn 13 ebdomadibus non admittat!) Item oetava marci, hoc s, mart 
est die thome aquinatis» qui natalif eft filii mei gregorii, quatuor 
libras d. S8 d., tres aves. Quarta marcii inimiei ducentos et amplius 4. mu-t. 
homines, dorfo commeftibilia huc portantes. captiuayenint, et ne dum 
illos, sed et 14 equites nostros et pedites 36, qui obriaro portantibus 
auxiliando egrefli funt. Item cefar refpondit literis, et nuneii vene- 
runt parum fpei afferentes. Cefar ex grecz versus lincz dirigit iter, 
et fua chunigundis filia. Pruk fuper leita regem mathiam dominum 
affumunt, die mathiae (25. febr.), verum caftrum civitatis usque 
hodie fibi refiftit. Emi mediam metretam ordei pro quinque d. et 4 tz. d., 
oetavam metrete piforum pro 45, duas metretas avene pro medio 
floreno ungaricali, octavam metrete milii pro 32 d., fimiliter et griefz. 
Octavam canapis pro 22 d. Hodie tamen, fcilicet die thome aquinatis, 7. mart 
fere centum perfone, dorfo ferentes victoalia, trans danubium venerunt 
Item fequenti post thome theologie doctor magifter bartholomaeus s. mart 
tichtel, eeclesie eathedralis viennenfis canonicus, incepit legere in 
theologia, accepta lectura ab imperatore. Pridie gregorii pape caftrum 11. nart 
in pruk auff der Leyttav vi capitur. Die gregorii cepi ex parte lecture 12. mart. 
mee in medicina octo libras d. pro angaria a fefto pentecoftes ad crucis 
anni 1482. Filia Imperatoris, ut fupra fcripfi <)> f^ habet, fed hodie, 
hoc eft die Benedicti, (in quo) *) nuncius ex grecz venit, de certo 21. man. 
dieens, adhuc imperatorem in grecz effe. Item die Benedicti habui 
duas libras d. 69 d., et ex propina medium octauale griefz et triginta 
pira ex regula nomen aeeipiencia *). Et, male multum ! in vigilia 
benedicti, que erat fabatho ante benedicti et oculi, una metreta tritiei 20. mart. 
Visa est emi pro una libra d. Caulis caput imperialis, quod aliquando emi 
potuit pro obulo, emptum eft pro d. Quinque immo fexRape oblonge, que 
empte funt aliquando pro obulo, emuntur pro 7 d. Item fequenti post 
benedicti emi metretam plenam panis , infud et madefaeti in aqua 22. mart 



^) Hier fehlt offenbar die Angabe des ADfenthiltsortes. Verrouthen Iftstt sieh 

„Lincii.^ 
^) Ist wohl KU streichen. 
') Anf der Tafel Bischofs Rupert Ton Strassburg erscheinen im Jahre 1449 

als Descrt „Regeis -Biem.*' Man sehe die Aufzählung lA Schilter*s The- 

sanros 3, 69. 



22 1484. 

danubii, pro qaatuor d. Tiennenfibu.s quia ifii in neunburga claustrali, 
cum bambardis Tagittando ad navem plenain panibus buG ire Tolentem, 

28. mari. deftruxerunt. Item ufque ad 28 marci» in quo agitur annus, quod banc 
domum intravi, in quo die preterito anno fuit magna fexta feria, hoc 

15. apr. yero anno fuit letare, fepfem Tz. d. 9 d. Item ufque ad diem coene 
domini, qui fuit quinta feria post tiburtii, duas libras d. 4 fz. 8 d. et 

11. apr. unam anguillam yalentem 20 d. Item die palmarum aput mautaren, 
ex opposito ftain, oetingenti invasi sunt in quadam insula danubii. A 
militibus regis trieentis fugati noftri, fubmerfi multi, interfecti molti, 
capti fere centum et quinquaginta. Ex ftipendiatis noftre civitatis 
Yiennenfis 49. Difcamus itaque fefta diligentius obfervare ! Item 

13. apr. tertia feria post palmarum emi decem metretas frumenti pro feptem 
libris d. et media libra d. Item quatuor metretas farine cribrate pro 
tribus libris et media. Item quatuor pro tribus libris d. FnH enim 
mihi nulla fpes de conducendo comitatu nayium oneratamm viotualibus 
ex kchrems ad Viennam, prefertim fupradictis octingentis Aigatis et 
fparsis- In quibus frumenti fatis habebo ufque ad tempus, in quo nobis 
fubvenire auxiliis fuis vult Imperator. Nuntii enim yiui ex Vienna ad 
grecz miffi, dominica ante Invocavit (28. febr.) venientes dicebant, 
caefarem dixifse: „quod ufque ad pentecoftes refiflerent r^i, tunc 
auxilio venire vellet*' Item dedit Privilegium Yiennenfibus, quod ipsi 
(int liberi ab omnibus taxationibus vinorum, quo vellent ad Bavariam 
ducere infra hinc et feftum pentecoftes (ß.ßini), fic tarnen quod 
inimicis non grande commodum ex vinis cedat. Inimici voluerunt 
habere de vase fex libras d. et dimidiam et 24 d. Hodie iterum cefari 
nunciatum est, an fibi placeat? Sed nee hodie refponfum habemus ! 
iam dimidium temporis privilegii transivit quanta fatuitas et cecitas ! 
Nemo potest in aquis- descendere, quomodo ergo afcendet? Dare 
licentiam loquendi elingui, et tempus licentie, etiam si loqui posset, 
4. apr. negligere et impedire I Dominica Judica exercitus regis, capto et habito 
ftemelftarir, ipso relicto, caftra metati funt prope neuburgam forenfem 

15. apr. usque ftokarau. Item in coena domini obfidetur caftrum in calvo 

monte, et hora secunda post meridiem lucratum est. Et post, in dua- 
bus fequentibus horis, duo apad danubium fub calvo monte fortalicia. 

16. apr. Item in magna fexta feria , mane hora quinta , fit ingens in civitate 

rumor de venturis navibus ex ftain et khrembs. Et eas hora fexta 
vidimus ingentoß , plenas victualium , bellicum ad modum preparatas, 
„mit erkcher, thueren vnd auswerffund wer,** quales danubius nun- 



1484. 23 

quam portavit, cum panneryf et armatis. Hiram noyitatem oculi nostii 
admirabantur. Et cum exercitum regis fupra neuburgam forenfem ^ 
tres dicte naves pertranflrent, innumeris machinis fagitate funt, quibus 
mortui funt e veftigio numj^ro decem , quorum feptem corpora jacere 
yidi, lacerata miserabiliter, hie per medium, hie detruncatis pedibus, 
hie mauibus, hie ano. Quibus tota ciritas magna« exequiaa, secunda 19. apr. 
feria post pafee, fecit, quales vife sunt numquam ad S. Stephanum. 
Que quidem naves littora non liquissent» fl que acta erant in caivo 
monte fcinfsent. Immo dum ad calyum montem yeniflent, applicare 
yolu^unt, et nifi dominus deus euftos fuisset, tam prope eas perdif- 
femus. Lachrimas emiflsses, fi fanguinem humanum tam late in parie- 
tibus nayium et teetis, et portiones carnium humanarum fparsas tam 
habnndanter yidisses! Verum hec infortunia prima nayis sustinuit, 
fequens fere nihil. In yigilia pasee exercitus regis a danubio ad ciyi- 17. apr. 
tatem neuburge forensis castra posuit, et secunda feria post pafce 19. apr. 
machinis eam eiyitatem cepit demolire, et quidem die noctuque. Nos 
^lim hie Vienne tonitrua machinarum perfaciie audiyimus fere femper. 
Item ufque georgii quinque f. d. IS d. Item quamdam anguillam 24. apr. 
valentem 20 d. Item pellem rubram (?) yalore 60. Item ufque 
fextam feriam, que fiiit fequens dies post iohannis ante portam latinam, 7. mai. 
duos fl. renenfes ex fchrat, regis yngarie capto, qui fiiit capitaneus in 
caftro in ciyitate prukch fupra leytta. Item unus fi. renenfis, due 
libre d., quinque f. 8 d. Eo die yenere nayes undecim magno, immo 
alique, et major pars ita grandes, quales non funt yife fupra danubium. 
Omnes egregie munite et ad bellum ordinate, mit „tueren wer,*^ ficut 
fuperiores quatuor. In magna fexta feria et he nayes, etn innumeros 
paffe fint („yonXIII pefeczung, da fuer fi faren haben mueffen^) ictus 
bambardarum, unus tamen tantum in mautaren, et alter in neunburga, 
ietu est interfectus. De quo laus deo I Vidirous eas nayes, fexta feria, 
feptima Mayi, usque noctem post meridiem hora octaya, magna cum 7. mai. 
exultatione et plausu totius nostre civitatis Viennensis, afferrentes de 
frumento mer den taufent mutt, mer den zway taufent feitten fweinens, 
mel, finalcz, pratt ynd fleifz, fine numero et alia yite necefsaria. 
Bened ictus dominus deus, cujus misericordia est fupra 
nos! Sequenti die, yidelicet Sabatho, yenit huc duodecima 8. mai. 

nayis, que ex comeatu predicto nayium yn Holenburg relicta mansit, 
quia terram in danubio 4angens ftetit ibidem, yenitque majori admira- 
tione, preteromniumfpem, maximis multis tentata ictibus, et inimicorum 



24 1484. 

nayibus quinque ufque ad calyum montem persecuta. Secunda feria^ 

10. mtl. immediate fequenti, in ecclesia S. Stephan! dicte deo funt gratie de 

illa mifericordia. Ingens populus inoffertorio ofGcii de trinitate faneta. 

Qua secunda feria, hora feptima, inimici fturmam fecerunt in civitatem 

neuburge forensis, fed multum lesi. Coaeti etiam de muro ciritatis, 

quam (L quem) nunc confcenderant» funt terga dare. Item usque 

16. mai. fequcnti post fophie» que erat dies dominica» duas libras d. 5 f. 13 d., 

panes magnos tres ex neuburga, parvos tres ex neuburga. Item unum 

magnum et placentam , ralentem quadraginta octo d. Item mediam 

malwafie. Ea nocte Wulffendarffer, eapitaneus Cefaris, post libera- 

tionem caftri (nove civitatis) ^ ex obfidione, irit ad padam, ciri- 

tatem termarum, cum fere octingentis. Et vi ingrediens , padanos 

depredat et captiyat, et ne ineenderet domos magnam ex padanis 

accepit pecuniam. Et Hc recefsit ad novam civitatem. Rerenit, secunda 

31. mai. fcria ante penthecostes, cum 300 equitibus et 300 peditibus, vadens 

2. joD. quarta feria ante penthecostes ad tulnam, inde iturus yersus neubur- 

gam forensem cum exercitu, qui ex patria mea fupra Anafum congre- 

gatur, ut exercitus regis Ungariae circa neuburgam forensem obsessam 

depellantur. Dens det ita fieri ! Item ufque fextam feriam ante pen- 

4. jua. thecoftes, id est quarta junii/natalis primogeniti iilii mei Leopoldi, 

quatuor florenos ungaricales, renenfes tres, libras d. 3, octo d.» par- 

vum panem et maximum. Eo die indui tunicam novam et capucium, 

yalore undecim florenorum ungaricalium. (p. 6.) Item usque ad diem 

15. Jon. Yiti, diem inquam toti Austrie deflendam <), duos florenos ungari- 

cales a prepofito S. dorothee. In yigiüa Viti iterum duos florenos un- 

garicaies a molatica gruenpekchin. Item unam libram d. 90 d. Item 

29. jun. ufque ad petri & pauli tres florenos renenfes, tres libras d., ein ftrich 

mells. Quo quidem die filius gregorius in mortem fere infirmabatur. 

2. jui. Item yifitationis marie unum florenum ungaricalem & medium ab 

examinato ad licentiatum in medicina , magistro Ulrico ex neuburga 



^) Die ErgSnzuog ist dorch das Folgende gesichert, lässt sie sieh auch nicht 
' aus unseren bisherigen Quellen festigen. Diese sind aber auch in hohem 
Grade mangelhaft zu nennen. 

^) Diese merkwürdige Stelle lehrt uns , dass durch mehr als zwei Jahrhun- 
derte der Jahrestag der Schlacht an der Leita dem Gestenreicher ein 
Tag der Trauer blieb. Ein ehrenvolles Zeugniss för das Herrscherhaus 
der Babenberger! 



1484. 



25 



clauArali. Item usque margarethe duos florenos ungaricales» duas 13. jui. 
libras d. 7 f. 12 d.» agnellum nignim. 0! io hoc die moritur filius 
gregorius! Dolcis mi puerl Item ufque ad diem inyeiitionis fte- 2. aig. 
phani, noftre ciyitatis advocati apud altifsimum, feptan 
libras denariorum , duos florenos ungarieales , plures parros panes 
Talorequadragintadenariorom. Item osque undecimam aogusti, que fiiit ii. aug. 
dies quarte ferie» immediate Laureneij diem fequens, in qao hora 
quinta de mane» quartale unius höre ante fextam» ex dei gratia nasci- 
tor Cosmas, filius meua tertius, etbaptizatur eo die hora tertia post 
m^idiem, duos florenos ungarieales, tres libras d., unum florenum 
renenfem, quatuor f. denariorum. Super quibus benedictus fit deus 
gloriofus in exceUis. Amen. Item usque bartholomei duos florenos u. aog. 
ungarieales, quinque libras d., quatuor f., duos denarios. Debilis fui 
eo die. Deus nobifcum! Amen. Amen. Item uTque fabatho ante natiyita- 4. tept 
tis gloriofe Tirginis marie, cui me commendo, 4 libras d. quadraginta 
denarios, unum florenum renenfem, duos magnos eafeos, et unum et alte- 
rum dimidium paruos. Item duos cacabos viridi yitreatos pro ortulis ^). 
Quo die iui ad neuburgam clauftralem, yoeatus per prepofitum ibidem. 
Deus iter felicitet! Amen. Reveni ex gratia dei letus, illefus, quinta 
feria post natiyitatis marie^ (que fit benedicta !) portans meeum octo 9. sept. 
florenos renenfes» fex fz. d., feapham segis *), duof eafeos, decem 
panes dominorum danonicorum,perdicem, leporem, flabellum ex pennis 
pauonis, Antilucem '), Sudatorium. Benedictus deus gloriofiis! In 
yigilia quoque natiyitatis marie, (7. sept)y circa horam yesperis, yidi 
neuburgensesforenfes,tunc obfefsos, exire ciyitatem neuburge forenfis, 
(me exeunte in neunburga clauftrali), cum tribus'cumulis et tribus pan- 
neriis. Et irruerunt in exercitum regis, cireupn circa per totam ciuitatem 
currentes, miferabiliter inyicem confligentes. Hoc fepe fepius nunc 
fecerunt Eo die ynus eciam ex capitaneis regis bombarda interfectus 
et alii multi. Item yfque in vigiiiam mathei tres fl. yngaricales, quin- zo. sept 
que libras d. , quinque fis. d. , 6 d. , rubeum coreum pro calceis, item 
eafeolum. Durat nunc obfidio ciyitatis neunburge forensis ultra yiginti 
duas ebdomadas. Que quidem ciyitas neuburga forenfis. Anno domini 



^) Grfin gltsirte BlumeDi5pfe. 

') 1. segetis, nach Du Cange Gloss. 6, 161 b. Nr. 2. „Granum quod inoleDdum 

defertur.« 
') Wohl ein Lichtschirm. 



26 



1484. 



1477 in die mathei, fefe regi Yngarie, eandem obfidenti, dederat. 

27. sept. Item ufque ad diem fanctoruni martirum Cofme & damiani fex 
libras d., unum fl. yngaricalem, vnum reneofem, 22 d. Lucios tres et 

4. oct piscem a menijs (?) nomen aeeipiens. Item ufqae ad octauam fane- 
torum colmae & damiani ynum flor. yngaricalem , fex libras d. , preter 
20 d. Item manutergium pulcrum per dominam monialium in nen- 
burga clauftrali. Item cafeum ex dono graffenwerder de ebergefling. 
Item pulcerrimum pergameneum libellum orationum» propinatum a 
domino Wolfgango rietentaler, canonico in neuburga clauftrali» yalen- 
1. oct, tem 2 fl. yngaricales. Item prima octobris 1484 omnes yinee per 
pruinam in botris fnnt anibilate» ac ß botri elTent elixate. Fuit enim 

2S. eept. dies frigidifsima, ufque ad glaces fpiflionis ynius digiti. Sequenti post 
cofme perit melior pars ciuitatis neuburge clauftralis per ignem , et 

11. oc(. eciam arx eiusdem. Secunda feria ante cholomanni prima nix cum 

magno frigore. Iterum yinee frigore periclitate. Item ufque in diem 

12. oct. maximiliani» uel in profefto fancti cholomanni, tres fl. yngaricales, 

1 fl. renenfem, fz., fex libras d., 69 d. et cafeum cruciferum. Laudes 

IS. oct. domino iefu chrifto fi(n)t fempiteme! Amen. Item ufque luce, & euan- 

gelifte et medici, duos fl. yngaricales, ynum renenfem 12 fz. 9 d., 

13. oct. rephain. Item die cholomanni tercia iam yice eligor in decanum facul- 
23. oct. tatis medieine. Item ufque ad diem feuerini, id est 22 octobris, habui 

ex quodam ciye ydropico ynum fl. renenfem et ynum ciphum argen- 
teum, deauratum intus et extra, habentem neuem fere latones. Alias 
ex quodam famulo cuiusdam fabri mundatorium dencium et lingue, 
argenteum, deauratum, fuprafcriptio: „cafpar Walthafar melhart,** fi- 
ne quinta latonis 1 latonem ponderans. Alias ynam libram denariorum, 

10. oc(. 64 denarios. Item dominica ante Cholomanni Cefar ex grecz iuit ad 
prouinciam fupra Anafum, patriam meam. Ibidem de amouenda obd- 
dione ciuitatis noui triticiburgi ^ difpofiturus. Que quidem ciuitas, 
iam fefTa per yiginti feptem ebdomadas obfidione, ßne fale, corio, 
lignis, nutare yidetur et deficere. Yindemias noftras Viennenfes nemo 
curat. Raptim furtimque importamus hoc qualecunque ex yineis prope 
ciuitatem. Cum tarnen difpendio yindemiantium, fepUIime abductorum, 
yirorum et mulierum, cum quibus inimici yineas et nostras et fuas coli- 

2s. oct. gunt, laidt ynd pottingen mit moft zuhakcht. Item Simonis et Jude, 



^) Das ist Korneuborg. 



1484. 



27 



apoftolorom meorum* ynom fiorenum yngarieaiem, doos renenTes, duas 
libras denarionim. Item cafeum vniiin geimnicalem (?) ex capris. 
Item qaataor libras denariorum, 9 denarios ufque martini. Item in ii. nav. 
qnarta feria poft omnium fanetormn thobias, cäpitaneus regia, magnum 3. dot. 
damnum feeit in rindemiatores , bambardarios nostros captiuando, 
ecelesias in Aterkohring» ecciesias dieo fancti lanperti et fancti Wol- 
fangi, facramentom eiiciendo, comburendo. Fugam enim noftri ad' eaa 
dedere» et cum prior arderet» aquam ex baptinerio » ex ruis, ex yrina 
colligentes, jgnem extinxerunt. Item cnriam ipsius marottinger, ciois 
Viennenfis, eeiam igni dedenint. Poft quem diem tota rindemia caflata 
eft^etceflamus. Nunc 25Tngaricales, 22 renenfes, SSIibras 
denariorum,20denarios ab i]lorigno«(/eA/(}*Summaindo- 
mino TngaricaIes86,Renenre873,librasdenariorum 178, 
nifi omnia in pecunia,non rebus, Summa 400 talenta, 10 talenta, 
fine KO denariis. Item ufque ad Aduentum domini tres libras denariorum, 
Tnum fiorenum vngaricalem, 3B denarios et rephain. Item die Katbe- Vi, nov. 
rine venit rex Vngarie in propria perfona ad exercitum ante neunbur- 
gam forenfem, et fexta feria, que fuit dies immediate fequens diem 26. nov. 
Katherine, jpfe per danubiuro congelatum iuit ad neunburgam elau- 
stralem. Et die dominieo, in aduentu domini dominica prima, mint 2S. nov. 
tbobiam, yt eapitaneum puerchardum chienberger, militem in ciuitate 
neuburge forenfis, feriofe alloqueretur, ut fe in dedieionero regis daret, 
uel rex Teilet omnem rim fine mifericordia ipfis impendere, fine omni 
graeia futura. Item fequenti poft Andree compaetatum i. dec. 
eft inter kehienberger et regem rngarie de (o acres 
milites, etnos miferos auftrales!) deditione ciuitatis 
neunburge forenfis. Et in profesto barbare rex intra- 3. dec. 
uit predietam ciuitatem. Die vero barbare yidimus 4. dec. 
exercitum regis renientem in bardeam noftre ciuitatis 
per danubium congelatum, hora nona de mane, et ante 
primam eiusdem diei poftmeridiem pudendam dedi- 
cionem in duobus fortalicijs eitra danubium, vnum ad 
ponfem medium, alterum pey dem neyn pruch, hoceft 
alueum factum per riiennenfes et completum die marci 
1483, fecerunt Fortalicium rero tertium tranf danu- 
bium adbuc fweyucer cäpitaneus tenet, quod tamen 
inimici, poft vefperam in die barbare, fortiter inbel- 
laueruttt, fed fruftra. Et multis interfectis, ea nocte 



28 1484 et 1485. 

recefferunt ex bardea, fortalicijs prius cum militibus 
yngaricalibas optime conftipatis et firmatis. Eaque 
nocte hij, qui fuere in. fortalicio „Symanyn flaut** 
fugam fine yi dedere, relictis rebus omnibus in for- 
talicio, nuUo yifo inimico, Alfo das der chunig ayn 
teber mer gebungen hatt, den er hatt geweft. Item 

«. dec. ufqüe Nicolai ynumflorenum renenfem, duas libras denariorum, 7 fz. 

7, dec. denariorum, repphain. Tercia die poft barbare reuerfi funt, 

qui fugam dederant ex fortalicio fimaning. Lucie 

13. dec depredatur grinczing et yicini eorum et neuburgenfes. 

6. dec. In feste Nicolai prouifum eft in necefsarijs fortalicium 

10. dec. in lupo prope pontem. Feria fexta ante Lucie in cre- 

pufculo rex prouidit duobus fortalicijs in bardea in 

multis neceffarijs in propria perfona. Venerunt circa bos 

dies duo prefbiteri, a cefare multas fpes nos adiuuandi in fcriptis et 

yerbis apportantes. De facto expectamus ! Qui quidem facerdotes fpem 

hanc bodie in confulatu, ' prefentibus confulibus et nominatis yiennen- 

ßbus, promiferunt. Hecque cum fcriberem , yenerunt ex La ad yien- 

18. dec. nam, hora tercia, quarta feria poß Lucie, 15 Decembris, ducenti 

equites, tricenti bambardarij feiaginta baliftarij. Vfque ad eum diem 

tres libras denariorum minus 7 denarijs, rukpratten, fwaifburft, prat- 

wuerft, propina . . laus deo omnipotent!, cuius mifericordiam cantem 

iuetemum: amen! amen! cum meo filiolo gregorio. Inidipfum. (?) 

Sicque cum laude dei finem accepit annus doctoratus mei octauus. 

16. dec. Dens craftino die 16. Decembris det felix principium noni! 

IHC. Hinc omne principium et exitus omnis buc eft referendus. 

Incipit ergo in benedicti dei nomine annus doctoratus mei nonus, quem 

deus pro fua mifericordia et remiffiori ira fuper hanc ciuitatem yien- 

^^g nenfem feliciter terminare dignetur. Amen. A 16 ergo decembris 

5. jin. 1484, ufque in yigiliam epiphanie anni 148S, duof florenos yngari- 
cales, ynum renenfem, 10 grofsos bohemicales, 83denarios, ain ftricb 
mei, quinque propina de mactata fue, repphain, 3 Koppayn, de apro 
filuefti'i magnum fruftum. Benedictus deus ! pleni fint ceii et terra 
gloria fua ! Inidipfum. (?) Et tres libras detiariorum. Iftis diebus facta 
funt multa et mira in hac ciuitate. Danubius, fortiflime et diu conge- 
latus, foluitur in yigiiia thome apoftoli (20. dec. 1989.). Mutatur 
confulatus et in numero augetur. Innouatur modus electorum et electio 
ofBcialium. Rem yidiffes inauditam, per yifcalem mifliiro huc ad Vien- 



im 29 

nun^ fere defieientem auctoritate Imperatoris» cuius auctoritate Yienna 
nouam faciem accepit. Longa e&ent rerba, eciam 11 per compendium 
fcriberentur. Item ufque Antonij tres floreDOS yngaricales, vouin 17. jan. 
reoenfem, onam libram denariorum, 6 fz., 25 denarios, propina : fau- 
geflecht 9. Ex domo Sancti iheronimj magnus panis Hmilagineus. 
Item fexta feria poft pauIi duas libras denarionim, 7 denarios, rnua 
paruus paniC qui olimyno denario, iam quatuor yenditur. Item 10 oua, 
ynum yalet tres denarios. Ea die • fcilicet 6 feria poft pauli , rex %s, j«d. 
vngarietres exercitus poAiit ante yiennam. Hora quidem 12' machinis 
et bambardifl in cinitatem et fubm*bia minatmr, fagittauit. Eaque noete 
aput nouum alueum fortalieiam incepit (pag. 7) edificare, noftris tum 
fagittis ex bambardis ferpentibus fruftra .renitentibus , cum tamen 
morte multorum laboraneium aput fortalicium. Prius exercitus aput 
„hunczmul,*' alter ad Tanctum bartholomeum, tereius in Wering, ufque 
fere ad danubium. Eo die mittitur ad cefarem nuneius : geir. Premiili 
funt plures. Vifcalis eo die mane fpeificat ciuitatem in confulatu de 
meiioracione in 14 diebus. Item dominiea fequenti, que fuit Septua- so. jan. 
gefima, duos florenos renenfes. Item precedenti quinta feria ynum t9, jan. 
florenum yngarical^n et medium a magistro friderico grefler» quem 
ad licenciam pridie prefentaueram. Examinayimus ad gradum liceucie 
in medicina. Item fequenti poft fcolaftice ynam libram denariorum» 11. febr. 
26 denarios. Multi a cefare yenere nuncii, a nobis mi(Ti, non nifl 
yerbalem fpem afferentes» yerum firma fpe res expeetamus. Perfecta 
funt: fortalicium „pey dem neupruch** et pons fere; item fortalicium 
„auff dem fpercbenpubl;** item fortalicium in gumppendarff. 

Mirabiles» die yafchangi 15. februarij» litere 15. febr. 
cefaream per maieftatem ex Lintz agathe A9iie,(5.febr.) 
nobis Viennenfibus attulere eonfolationem, narrantes 
prineipis Maximilinni noftri adyentum propediem, 
inFrankfordia iam exiftentis cum electoribus imperij. 
Haetenus ynum florenum yngaricalem, 4foIidos, 14 denarios. Die 
dnerom rex Mathias Vngarie cum octingentis equitibus iuit de exercitu 16. febr. 
»zyrering*^ ad neyburgam forenfem, ybi expectatus fuit a legacione 
jmperatoris turcormn, larga munera regi Vngarie oblatura» decem 



>) Gewiss mclits ab Lunge, Leber und Gekröse eines Schweines. Vergleiche 
,,Iiigeschlechi<* und „EingesChlacht,'' bei Schmeller bair. Wb. 3, 427- 



30 im 

camelis uel drumedarijf adducta. Eoque die Cineroin, ad noctem hora 
fere nooa, magiater ciaium, dominoa ftephanus en, exrait cum quin- 
gentis equitibus verfus nouam ciuitatem» Lintz yfque oefarjeam petendo 
maieftatem, eidem neceCTaria huic ciuitati declafando, confcriptum 
populum huius ciuitatis, et cibum» et euacüatas burfaa iam 
fere per triennium! Hunc et fuos comitea dens concomiteturl 
Haetenus tres florenos renenfes a prepofito sanete dorothee» 

23. febr. item 41 denarios. Item ufque in yigiliam mathie apoftoli 3 folidoa 
denariorum, 6 denarios, vnum florenum renenfem, a prepofito sancte 
dorothee. Item vnum yngaricalem, banf rerber. Item eo die yenere 
nouitates, ducem Sigismundum in atbafi mortuom ^). Item Maximi- 
lianum electum in regem, romanorum. Item eo die exioit edictum 
ciuitatis, quod nullus, fub pena y talentorum, yendat pifces in foro 

26. febr. pifcium. Res tres mirabiies ! Item fabato ante reminifcere ynum flo« 
renmn yngaricalem, hanf y erber, 4 folidos denariorum« Item dnos 
florenos yngaricales a doctore ioanne pilgram ex enczefdarff maiori, 

1«. mart. cuius medicus fui, ipfo manico et paralitico exiftente. Item 16. marci, 
que fuit quarta feria poft letare, ynnm florenum yngaricalem, zwitarin. 
Item y^or magiftri ciuium panes, yalore 40 denariorom. Item 9 fz. 
denariornm, 3 denarios. Et eo die fuit edipzatus fol integraliter. Quam 
yidi, bora precedenti eclipfln fui confeflus. Eo die inyeni florenum 
yngaricalem. Eo die maxima machinarum yi rex yngarie demolitus eil 
fortalicium aput lupum prope medium pontem, et in dedicionem coegit 
pridie, ineipiens circa meridiem. Hodieante meridiem yi obtinuit, inye- 
niens quatuor oneratas frumentis et alimentis naues, nobif adducendas, 
quas quidem naues cum alimentis yidimus quidem, fed non guftauimus, 
quia de predicto fortalicio ad nos duci non poterant pre inimicorum 
potencia. Eoque mane in crepufculo quatuor ftipendiarios bobemos 
hereticos , homicidas , qui ipforum capitaneum eciam hereticum occi- 
derunt, iudex ciuitatis decapitari fecit per quintum ex ipforum focijs» 
qui propterea iiberatus fuit a morte. Non enim üctorem babuimys, 
Eoque die ad noctem, yerfus mediam noctem, ex noua ciuitate yenere 



^) War aber eine falsche Nachricht; denn Sigismund mit dem Beinamen der 
- Reiche, seiner vielen Besitzungen an der Etsch wegen oben ^^Sigismundua 

m athas!^ genannt, starb erst am 4. Min 1496. Vide Herrgottes Monmn. 

T. IV, P. 1. S. a09 mid «10. 



1485. 31 

eentum eqoites et xl currus cum aUmentis» KO boues« Decima septima it. mart 
rero ouurci idem rex ineepit iterain de noao edificare fortaliciuin in 
wardee, in loeo qai wolgari lingua dieitur »ym hongynden art.** Eoque 
die ad noctem obfedit eaftrum eberfdarff, fagittando tota noete. Et 

18. mard, que fuit fexta feria poft letare» id fibi datum eft per ridaam 18. mart 
et reUetani yiti de Ebersdarff circa meridiem. Nos autem eo die» 
ridelicet 18. marci, ante decimam cum ftipendiarijs noftris et fapra- 
dietia eqnitibas tentanimus impedire Edificacionem fortalicij »ym 
hangiinden art,** et gladio cecidere ex inimicis fexaginta. Capti autem 

fönt dacenti et mdecim, Yulnerati 23, quomm uulnera ego ligari vidi 
et nüferieordia motos non paraa. Scbaafil, Krampen und bayn, als yn 
dy tuna? gwarffenl gloria in omnibus flt deo! Item 17. marei aput 17. mart 
edificacionem fortalicij »ym hangerart^ ex turri, qui nomen babet ex 
caftore, globo bambarde in latere regis mgarie interfectus eft quidam 
nobilis capitaneua, nomine permencco. Supradicti autem equites cen- 
tmn, peraeta inpedicione fortalicij» e ueftigio aput portam fancti Nicolai 
exi(e)re» deeem equites regis ceperunt, et duos currus, ducentes 
radorem mille florenörum. Tandem 19. marei fortalicij noui edificacio 19. mart 
igai datur ufque in terram. Item fabatbo ante pafce 13 fcbillingos %, apr. 
xi denarios, panem ralore 40 denariorum. Item 4 panes Talentes 24. 
Item ynum florenum renenfem» jtem Youm rngariealem. Eo die, mane 
bora prima, renit cum eentum equitibus magifter ciuium infperate» 
fme inimicorum lefione yeniens a cefare, paucas afferens confolaciones 
reales, verbales credo multas. De maximiliano: propriam eius maxi- 
milkni manum, venturi cum alijs principibus Imperij. Dens det nobis 
faam pacem, faciat mundus fieut Tohierit! Amen. Item ufque ad 

19. aprilis vnum florenum vngaricalem, vnam libram denariorum, 19. apr. 
3 (z., 9 denarios. Eo die noftri vi adduxerunt, furfum ab art, tres 
naues travnales frumentorum et fiarine, fumma 14 mutt. Noftri cum 
inimicis, ab bora quarta mane ufque ad octauam, certare aput naues, 
ufque ad Viennam. Cecidere ex inimicis longo plures quam eentum, 

en noftris vnus tantum. Rex Yngarie a longo eonfpiciens, yadum quod- 
dam Yolens tranfire ynacum equo, merfus eft in danubium, fed tarnen 
releuatus, eaftrum eberftarff bene madefactus petiuit. Poftridie forta- 20. apr. 
lidum prope fanctum paulum et fanctum marcum ineepit edificare, 
penes danubium. Item ufque georgij 1 florenum renenfem, 82 denarios. 
£0 die rex yngarie exercitum pofuit ad fanctum marcum. De 
aduentu maximiUani defperatur, et de omni oeforis auxilio. Tantum 



32 1485. 

5. mig. habemus fpei qoantum eommederel Item fequenti poft floriani ex 
practica habui nouem fz. denariorum. Item ex ftipendio lecture daos 
florenos renenfes, propter (quod) angariam amii domini 1482, a cracis 
ad aduentum domini. famem magnam! Hodie in domo mea earnes 
equinas comedimus. Yaccarum caro iam non eft confueta, bouina modo 
non reperitar. Libra carnis raecine 14 denariis renditur, eqiiine fex 
denarijs, vituline quadraginta denarijs! Gallina pro tribus folidis, 
ouum pro quinque denarijs • metreta auene 4 fchillingos denariorum, 
metreta farine cum furfuribus 14 fcbillingos denariorum. Longum 
effet omnium precia confcribere. 

4. m^u*. Eo die floriani, in ejus bonorem, ad eius ymaginem, bec metra 

compofui: 

Auftria fuperior, floriani fangaine fdix. 

Et ciuitas ÄDDaAim, hac femper ymagine gaude. 

Eoque die floriani ad noctem rinculis datur et captiuatur anti- 
quus magifter eiuium huius ciuitatis, laurencius Haym, miles auratus. 
Camerarius ciuitatis Tenkcb etiam yinculatus ferro fuit ante 10 dies 
(24i. apr.). Ambo a ciuitate ifta, propter malam traetacionem rerüm 
8. miy. ciuitatis in annis precedentibus in fuis officijs. Dominica ante afcen- 
ßonem domini, ad noctem fere, tota ciuitas, mulieres, monacbi et mo- 
niales, fuere aput rubeam turrim, expectantes tres nauef, venturas in 
danubio, afferentes in faccis farinam, littora petiture in medio forta- 
liciorum, fcilicet lanteber et aluei noui marci ^). Sed frullra tota nocte 
expectantes, nemo venit. Verum circa medium noctis clamor factus 
eft, naues venilTe. Occurrunt omnes, Ted fruftra ufque ad ripam 
danubij. Vltimus labor bic fuit. Pro alimentis defperati itaque ciues 
cogitant, quid et qualiter cum rege tractent, et fit conclufio prima 

10. m^i, fuper tractatu de ciuitatis dedicione. Sequenti die, tercia feria, con- 

clufio predicta deuoluitur ad prefidem ciuitatis, yifcalem imperij, qui 
graui animo audiuit. Eaque nocte iterum, ficut precedenti, expecta- 

11. m%). uimus naues, fed gratis. Tandem in vigilia afcenConis decapitatur 

tbomas tenkcb, ciuis in vienna , et camerarius olim et judex ciuitatis, 

12. mig. propter furtum, quodfecit ciuitati. Die afcenOonis, poft nonas, maxima 

fit congregatio eiuium, que numquam fuit, vnanimiter petentes presidem, 
ut paciscatur cum rege de liberacione ciuitatis ex tanta fame. Sed 



<) Der Taber bei der „Anlende,*' und jener am Neubruche zu St Marx. 



14Stt. 



33 



reiiiiit conftanter, cooaicia aliquando ciaibos dicens, et ipG fibi: „Quia 
princeps nofter» FVidericos Imperator fereniflimus, nihil fuffragii et 
auxilij foeit eiaitati.'' Et in loeo» in qnem naues renturas fperaoimus» 
rex fortaHciom incepit confbmere» tertia feria ante afcenflonis. Item lo. mi^*. 
feria fexta pofl afcenflonis, mane poft mediom, hora prima, rex ex 13. mij. 
quatuor mondi partibus magnos per bambardas lapides in eiuitatem 
fagittat In quatuor loeis sturmam in fepibus faeit fuburbij. In fuburbio 
tarnen fancti Nicolai rictoriam habuit. Sequenti die, fabbatho fcilicet, 14. mi^* 
in quo ftrit eoniunctio felis et lune, fub coniunctione congregata rni« 
uerfitas fcribit litteras ad regem pro faluo conductu aliquibus de yni- 
uerfltate ; ut ipfl cum aliis prelatis et clero orent regem et placent 
animum iratum eius in eiuitatem. Die afcenflonis miles Hayn, olim iz. mig. 
magister ciuium , ad domum furum ducitur, infra decimam et vndeci- 
mam ante medium noctis, ut ad cordas tractetur ^), Hactenus in prac- 
tica 7 fchilliqpos denariorum, 1 i denarios. Nostri legati die dominico is. miu- 
erant et placare animum eius incipiunt et ut det ciuibus terminum ad 
mittendum nuncios ad jmperatorem. Sed fruftra. Eo die , et tercia 
finria, et quinta feria laborauerunt , verum inducias predictis feptem 
diebus dedit rex ciuitati , in quibus a bello celTatum eft. Hactenus in 
practica xi fchillingos denariorum, unum florennm ungaricalem, qua- 
tuor libras camis yaccine et quartam partem ex ubere yaccino, a 
domina de pottendarff. Empta fuit Tacca 14 florenis yngaricalibus, 
roetreta farine communis cum furfuribus duobus florenis renenflbus. 
Ipfa vero quinta feria ad noctem omnis in armis fuit ciuitas in fepibus lo. miu'. 
fabyrbij, non aliud cogitantes , quam quod rex ftuermam ea nocte fit 
facturus. Omhis homo yiriliter ea nocte et animofe hoc idem expectauit, 
ymo et deflderauit. Mane facto, hora quinta , congregatur yniuerfltas. 2o. mig. 
Venit ad eam magifter ciuium et multi ciues, apportantes multos arti- 
eulos in cedula confcriptos, dicentes nobis , quid eis addere uel ex 
eis deponere yellemus. Continebant autem condiciones , fub quibus 
noflram eiuitatem Yiennenfem, fame compulfam, regi darent. Refpon- 
fum fuit eis : bene elTe compofltos, et eis placere, et eis, fcilicet ciuibus. 



^) Das ist am „geseilt^ su werden. „Domus furum^ das alte „Deuphaus'' lag 
in der «Rauhensteingatae,*^ nicht „Himroelpfortgasse^ wie es allenthalben 
beisst, und trSgt jetst die Nummer 933. Vergl. Scblager*s Wiener Skiszen, 
4, 181. 

Fontes VIII. 3 



• 34 im. 

21. nm'. affiftere perfonaliter« Et ia Tigilia penthecoRes cum eifdem exeunt 

articulis ad regem , cum quo tractauerunt tota die ufqae ad noctem. 

23. mfu*. Secunda feria in feßibus iterum exeunt ciues ^i eoncludunt, eiuitatem 

effe regia, H imperator eam non defenderit, et intromittere eum velint 
in Tigilia .corporis chrifti (l.jun,), Huius tractatus littere a eiuitate 

22. miy. mittuutur ad jmperatorem » die penthecostes hora seouada. Liltere, 

jnquam, plene lacrimarum, cefareamque maieAatem fere ralediceyitefl. 
Vale itaque mi cefar! qui omnibus auftrie prindpibua tua negligencia 
et pecuniarum amore magnam maculam inieciflL Paolfti noA Terbia, 

24. mij. Don fequentibus fignis. Hactenu^ in profesto yrbani unam libram dena- 
27. m^j. riorum, 23 denarios. Sexta feria ante corporis cbrifti cefarei officiales 

Yiennam exeunt, arce claufa relicta, quam aperuerunt ciuef^ ut mnn- 

25. mig. dareturpro rege Vngarie. Sabbatbo, in quo die hora decima intrauit 

Yiennam dux ioannes, filius regis matbie yngarie, primo ad eceleOam, 
tandem yn das praghauGs, tandem ad balneum, propter quod 
est ingreflfus, et alij quam plurimi. Iterumque ad caßra fua ante 

29. miy. occafum folis rediere. Hactenus dominica trinitatis 6 fchillingos 

deaaciorum 12 denarios. Item ufque fecundam feriam 

6. Jon. poft corporis Cbrifti, que fuit fequenti poft bonifacii, tres übras dena- 
riorum« unum florenum yngaricalem» tres fchillingos, feptem deoarios, 
panes sine numero. In quo predioto ciuitas Vienivenfis iurauit regi, et 

K. Jon. Aio filio, et regno Vngarie, et eorum fequacibus fidelitatem. Bonifadj 

1. Jon. intrat eiuitatem regina, rex in vigilia corporis Cbrifti (cum} octo 
milibus hominum electorum, tribus exercitibus, non in omnibus bene 
.rounitis. Predictisque diebus mittuntur littere a rege ad totam austriam, 
ut lue ad feftum iohannis baptifte (29.jmn.) compareant omnes et 
perfonaliter. lUC. 

(p^8.) ^Imponit finem fapiens et rebus honeftis.* 

14. juo. Post oaptam Yiennam, in vigilia riti, babui ex practica quatuor 

libras denariorum, tres fchillingos denariorum , mum florenum vnga* 

22. jDD. ricalem. Achacij vnum florenum vngaricalem, duas libras denariorum, 
tres fchillingos, viginti denarios. Quo die achacii congregatis omnibus 
yniuerfitatis lectoribus retulit magifter ille, quem habuimus in muta ybs 9» 



>) Die Wiener UnirersHftt hatte damals aus der Mauth zu fps jährlich 800 
Pfunde Pfennige zu beziehen. Yergl. den im Sinne des Testamentes H. 
Albreebts lU. abgefassten Stiftbrief H. Wilhelms, dto. Wien am 4. Juli 
140S, in R. Kink*s Geschichte d. Univers. I, 2, 30 mit 1, 1, 137. 



±4»%. 35 

qooddomitttts dixerit Imperator: »oullum fe nobis Toluere de preteritis 
ftipeadiif Teile» G oboiam regi TDiuerfitas dedUTet in introit« huius 
chiitatis.*' Die feptem dorDiieneium dias libras denariorum» et rex 27. joi. 
Viigarie tulnam eaptam intrat Et reuereadus pater, compater meus ad 
eedoMMi iUuoi meiun, prepoßtas ia neubarga clauftralj , mortem obijt, 
iaannea HechteL Sub quo canoiiizatiis eft Leopoldas, auftrie marcbie» 
die trium regom (6. j^fu) 148K. Margarethe trea florenos yngaricalea» 13. jui. 
ex ^bufl Yiuia ftut a laonaAerio fanete dorothee. Item qualuor libras 
deaarioriiBi. Item Tnum Ciogulum a prepofito farichtenauer Werdenfl. 
Item rmirn cafeum, eingulum» videlicet vnus fiorenus renenfis, cafeus 
riginti denarü. Item vifitacionis marie vnum florenum vngariealem z. jm. 
ex diiobus waccalariaBdis in medioina examinati» et promotis. Item 
quinta feria poat margarethe ex leetura duas libras denariorum, fex 14. jui. 
denarios» ia angariam a crucis ad lacie amni dominl 1482. It^m 
feqnentipoftmagdalene trea libras denarioram^rnam florenum renenfem. 23. jui. 
Eo die incepi dueillare ^ vas rini 42 rrnarum, pro 14 denarijs rnam 
oetauam, quod emi 1482 i& vindemijs eiusdem anni ex ealuo monte. 
Dens bene faueat oro! Ebibitur feria Texta poltiacobi. Recepi libram, 20. jui. 
80 deoarios.Ufquead illum diem quinque libras denariorum et paruum 
equom ex prepofito werdenfi farichtnaur. Laas deo. Item ufque ad 
YigUiam laurencij quinqoe libras denariorum» vnum florenum renenfem. 9. aug. 
Ib qua yigilia Laurencij termaf petiui et reueni fabatho ante bartho* 20. aug. 
lomei. Haboi interea vnum florenum renenfem» 13 fchillingos. In 
proüesto Auguftinj tres florenos vngaricales, vnum florenum renenfem» 27. aug. 
quatnor Ubras denariorum» 74 deaarioa. Ipfo die Auguftini tres libras 28. aug. 
denariorum 9 45 denarios. In profesto Egidj tres libras denariorum» 3i. aug. 
duos florenos vngaricales. Eo die ablactatus eft filius meus Cofmas 
tiebtel» qut eo die egit ynum aaaum» tres ebdomadas. Dens benedietus 
pveeibos fancti egidj patroni in grein» patria mea» fit nobis pröpieius 
et benignus I bncte Egidi» lactatos cerua» tu ablactatum refoue 



>) Dtft iM: anMpfem D« Cange Glese. 3, 11 htt «edseillare.«' Verg). ibid. 
% 947 »Ducillus,'' welches den Zapfen des Fasses bedeotet» „dueilla,<< wie 
man sieht, im Allgemeinen eine Quantität Wein, ein Fass im Allgemeinen» 
welche erst durch den Beisatz des Preises näher bestimmt wird. Auch die 
späteren Stellen, zum 7. März, 30. Juli und 9. Sept. 1487, geben keine be- 
atiramte Awlnuift, sondern lassen „docilla'' nur ris „Gebande« im All- 
gemeinen erkeanen. 

3* 



36 1485. 

cofroaml Eodem die mum florenum yngaricalem , youm florenam 

renenfem, quinque fchiilingos denariorum, undecim denarios. Bene- 

4. tept. dictus deus ! Dominica poft Egidj quatuor libros denariorum , tres 

7. sept. fchiilingos denariorum. Item ofqoe ad vigiliam natiuitatis gloriofe rir- 

ginis marie vnum üorenum r^nenfero» daas libras denariorum, quatuor 

fchiilingos , undecim denarios et camifellam pulcram a domina de 

.14. sept puechaym. Item exaltacionis fancte Cr u eis tres libras denariorum, 

16. sept feptem fchiilingos, quatuor denarios. Item die eufemie duaf libras 

denariorum et medium florenum yngaricalem a ioanne nerman, arcium 
magiftro, eo die ad gradum baccalareatus in medicina admiffo, et 
examinato» et promoto. Eoque die Imperatoris turcorum legati intra- 
uerunt, yidendi gracia, eccieflam fancti ftephani^ qui ante tres dies 
huc Teuere, midi ad regem mathiam yngarie, qui tunc fuit in eaftris 
18. sept. ad nouam ciuitatem obfidendam. Dominica poft eufemie moritur iohan- 
nes fleber, ciuis Viennenfis, euius fiUam duxi et habeo quod deus 

27. sept Toluerit! Die fanctorum martirum Cosme et dam iani quinque 

libras denariorum, vnum florenum renenfem, KO denarios. Eo die, 
hora octauamane,milites jmperatoris ruunt in obfldentes caftrum grueb, 
prope melicum. Capti, interfecti funt multi milites regis. Verum eo 
die regis yngarie militef, refurgentes predictos imperatoris milites in 

8. oct caftro, circumdederunt obfidione potenti. Item ufque fabatho ante 

Cholomanni quatuor florenos yngaricales , quatuor libras denariorum, 
K7 denarios, uxore mea in termif decimum diem nunc agente. Bene- 

28. sept dictus rex regum ! Die wenczeflai magifter iohannes newman ex 

yienna determinauit , deditque mihi duof florenos renenfes. Item 

13. oct Colomanni quatuor libras denarioruni, preter octo denarijs. Quo die 

reuenit uxor mea ex termis. Antiquum caftrum wald fturma lucratum. 

17. oct Item pridie luce euangelifte yenit yerus rumor, quod obfefli in gnieb 

dederint fe regi. Canitur »te laudamus deum !**, ignis incenditur, 
omnes campane pulfantur. Euere autem dediti mille et trecenti. Die 

18. oct luce rex a non iuratif ciuibus recipit iuramentum in curia prepofiti, 

hora decima mane. Eo die in practica feptem fchiilingos denariorum, 
14 denarios. Item eo die a doctore Chreicznach, Nicoiao, yiro egregio, 
21. oct. tres libras denariorum. Vrfiile monafterlum S. dorothee fex libras 
23. oct denariorum. Dominica ante Hmonis et Jude, apoftolorum meorum, 
unam libram denariorum, fex fchiilingos, neuem denarios. In quo die 
yidimus in yiennam adduci captos in grueb cum pompa, et neuem 
currus plenos armis ipforum. Res mifera, in arcem olim jmperatoris 



1485. 37 

et dueis Aaßrie fabditos doci Auftrie per regem mgarie in eandero 
eapthiof dueere! Quamdiu eftu negligeos dux Auftrie? 

Enibefeere, embefeere et miferere pauperum tuomm! 

Item 24. oetobris, io hac eifioiani dictione Ve, Rex et deminas u. oct 
Dofter Mathias ridendi gracia yenit ad reliquias sancti Stephan! Vienne. 
Et interea cadit grando et nix prima haius anni. Talifque nix ea fuit 
noete, nt faliees mihi laniaret et omnes fere arbores in orto meo ad 
terram traheret. In yigilia martini tres libras denariorum» tres fchil- lo. oov. 
lingofl, 20 denarios. Et monaßerium in neuburga claaftrali mam Kar- 
ratam mufti, propterea, quod eorum roedicus verus. Preterito anno 
nihil dedernnt, fed adhuc obligantur. Item yfque ad diem Sancti 
Leopol di, Aoftrie marhionis, (Benedictus deus in fua deifica maie- 1$. bot. 
ftate! Hoc anno Auftria, uel fedes prineipum Auftrie (per) principem 
terrenum coacta, declinat turbata. Et leta quidem fanetum iftum Leo- 
poldnrn aflumit Auftrie principem. Non potuit Auftrie fedes elTe Tub 
dominio Imperij et habere hune fanetum eius principem? Hoc anno ab 
Imperio eecidit primo» alias ante numquam. Hoc anno habet principem 
fanctom primo, alias ante numquam. Quid, o bone deus, fecerunt in 
te Imperium et princeps Auftrie quod fub manibus eorum hie fanctus 
non fiierit eanonifatus?) quinque libras denariorum a monafterio fancte 
dorothee. Alias duof florenos renenfes, duas libras denariorum, 78 de- 
narios. Clementif duof florenos renenfes, duas libras denariorum. Eo 23. nor. 
die fiima de morte fratris regine, cardinalis cuiufdam 9* Andree vnum 
florenuro renenfem, quatuor fchillingos denariorum. Item ufque ad 
octauam co'ncepcionis virginis, gloriofe concepte fine originali, duof 15. dec. 
florenos renenfes, duas libras denariorum, fex fchillingos denariorum. 
Quo die fepelitur yereflaus de xernaho, fabatho poft concepcionis 10. dec. 
deeollatus, ea hora, qua rex mathias exiuit ciuitatem vngariam verfus, 
ftetit fupra terram ad feptimum diem poft decollacionem , vixit eciam 
loquens tribus horis. Et Hc flnitur ex dei maxima gracia annus doc- le. dec. 
toratus mei nonus. Vtinam in eius anni predicti tribulacionibus 
vitam meam melioraffem, in laudem dei et faneti Leopoldi, auftrie 



*) Johannes, Statthalter Ton Tarent, Cardinal und Erzbischof Ton Tarceto, 
ist gemeint, gestorben den 17. October 148$. Er war ein Sohn Ferdi- 
nands I. Ton Neapel, dadurch Bruder Alphons 11. und Beatnce*s, der 
Geraahlia Matthias Corvios» 



38 1485 et 1486. 

markionis. Jesus xpc. Hinc omne prindphiin. Hue refer exitom. In 
cuius benedicta nomine incipit annus mei doetoratus decimus, quem 
deus pro fua pietate et mifericordia bene vertat. Et maximiliani adaen- 
tum, deos det, pacienter expeetemus, qni amleus non uenit defideratus, 

21. dec. iam inimicum venire timemus. Item tbome 13 fchillingos denariormn. 

24. dec. Item in vigilia natiuitatis a monafterio sancte dorothee 12 fchillingos. 

13. dec. Pro angaria lucie aliaf duof florenos vngaricales, fex fchillingos» 

12 denarios. Benedictus deus omnipotens iefus chrifitas amen. In 
31. dec. vigilia circumcifionis duof florenos vngaricales, unam libram denario- 
^^.^jan. ^^^f ^ fchillingos, 16 denarios. Erhardi quatuor libras denarionim, 

14. Jan. 4 fchillingos denariorum. Item fabatho ante Antonij quatuor libras 
10.. Jan. denariorum, vnnm florenum renenfem» 23 denarios. Pauli tres libras 

denariorum, tres fchillingos, feptem denarios. Dies gruppt 9> ventus» 

nubes. Aqua clara »). 1486 circa epiphanie habui carbunculum jn 

3. febr. latcrc finiftro. Item BlaQ vnum florenum vngaricalem, tres libras 

19. febr. denariorum. Reminifcere unum florenum renenfem, quatuor libras 

denariorum, 12 fchillingos ex sancte dorothee monafterio. Item tres 

2. mart. fchilUngos donariorum. Item Salus populi duos florenos vngaricales, 

tres libras denariorum, 50 denarios, plaußrum lignorum, genter *), 
medium pannum. Exdomino plebanoexcaftenjntegrumpannum.Cüftfm} 
explebano magiftro Erafmo in weis. Quem pannum attulit rwelantin. Eo 
die finem habui egritudinis. Meus tanabefchel incipiente dominiea 

3. mart ocüH ^) (26. febr.). Sabatho ante floriani venam dorfi(?). Item fexta 
10. mart feria post letare quatuor libras denariorum, 28 denarios. Eo die fui 

confeffus antiquo confeffori meo, magiftro flgismundo frofehel ex grein, 
21. mart compatri meo et amico dilecto. Item benedicti duof florenos vnga- 
ricales, quinque libras denariorum, quinque fchillingos denariorum, 
quinque denarios. Item tres florenos, duos denarios. Item caponem 
et gallinam. Item eo die benedicti recepi ftipendium meum angarie, 
2. apr. a crucis ad lucie 82. Item 42 denarios eo die. Item in ootaua pafce. 



^) „Gruppt^ so Fiel wie „graupet^ d. i. hagelig. Wie das Folgende lehrt ein 
trüber Tag voll Hagel und Wind. Ueber „grauppen" für hageln vergl. 
Schmeller bair. Wb. 2, 116. 

') Soll wohl die Beobachtung am Wasserglase angeben. 

*) Das sind Balken, welche nach der Rundung der Ffisser gehöhlt diesen als 
Unterlage dienen. Vergl. Schmeller 1. ci 2, 88. 

^) Darunter wohl £0 verstehen: „6nem habuit aegritudinis.'' 



1486. 



39 



in dedieacione eceleße ßincti ftephani, tres libras denariorum, tres 
fehillingos denariorum. Monftrate funt eo die prima vice reliquie m 
noua altana lapidea, nondum plene eompleta 9- Tiburcii qaataor flo- 14. apr. 
reoos renenfes, goatner libras denariorum et qainque rehillingos. Eo 
die iui ad S. Leopoldum. Item gotthardj miim florenom renenfem, 5. miö. 
TiiQin florennm vngariealem, qnatuor libras denariorum, feptem fehil- 
lingos denariorum. Renenit ?xor mea, pregnans feptimo menfe, ex 
terauf pridie pbilippi. Item vnum florenum vngariealem, 74 denarios so. apr. 
doroinica ante penthecoftes. Quo die ego et primogenitus meus iuimus 7. miu*. 
ad termas. Dens iter hoc felicitet oro. Reueni, (quatuor fiorenos in 
feftiuitatibus pentheeoltes) faluus. Deo gracias. Quo die primum 14. mig. 
publicum officium in Yienna et neuburga claustraii cantatum est in 
eeclesiis de sancto Leopolde. De qua re iterum atque iterum gracie 
immortales ab omnibus dicantur. Amen. In practica habui X fi. d. 17d. 
Dominica post penthecoftes 12 fa. a monafterio S. dorottee. Item zu m^j. 
alias 3 fz. d. Item fabatho post corporis Christi iui ad SanctumLeo- 27. mig. 
poldum cum filio meo Leopolde. Habui 14 fz. d. Item ufque secunda 
feria ante Viti quinque libras d. 12 d. Quo die natus est mihi quartus 12. jan. 
filins Lucas. Deo gracias et iterum deo gracias. Qui quamuis partu 17. jun. 
non normali partus, illefus foit. Moritur Lucas secunda feria post yiti 19. jun. 
ad nutum dei. Item feptem dormientium unum florenum renenfem, 27. jan. 
tres libras d. 10 d. Item diuifione apoftolorum tres florenos renenfes, is. jui. 

3 libr. d. 3 fx. d. Jacobi ynum fl. renenfem, 3 iibr. d. AflBre fui ad 25. jai. 7.au^. 
Sanetum Leopoldum, ynum fl. mgaricalem, duos renenfes, tres libras d., 

18 d. Item Tiburcij die» videlicet natalif cofme filij mei, 1 fl. li. tag. 
renenfem, 1 libr. d. 3 (z. d. 12 d. Bertholomei 3 fl. mgaricales, 

4 libr. d. Aegidi vnum fi. vngariealem, tres renenfes, quinque libras d. 1. sept. 
Item fequenti post mathei fedecem fi. vngaricales ex lectura in medi- zz. sept 
cina. Quos dedit .Vngarie rex mathias, qui feliciter viuat in eterna 
patria. Aliaf in practica quinque libras d. 7 fz. d. Laus Christo Jefu. 
Amen. Secunda feria post mihaelis duos florenos Vngaricales. Item 2. oct. 
duof renenfes a conventu 8. dorothee. Item yj eilen lindifch tuech *) 



') D. i. im sogeaannten rHeilthumsstuhle.** 

*) „Liodisch, lundisch Tuech** auch „Schep tuech** genannt, war ein feines 
Toeh, das von London in Sduffen nach Hamburg und andern SetsUdten 
gelangte. Es war auch in Baiern bekannt. Yergl. die Belegsttlkn bei 
Schmeller l. c. 2, 480. 



*0 1486 et 1487. 

a kchranperger. Item 1 libram d. 3 fz« 12 d. Laus ei, qui 
fanat omnes ! Item eadem 2^' feria ynum florenum vngaricalem, K4 d. 
27. oct Item pridie Simonis et iude duos fl. mgarieales et tres libras d. Item 
pridie luee monafteria nowborgenfia 9 dedenint mihi in folario tri- 
ginta quinque Vrnas mufti. Item aliaf ex donis predicti monallerii 
15. oct. quinque vrnas mufti. Item domjnica ante luee ego et rxor emimus 
u. oct. yineam dietam „tuerefl am nufperg** pro 80 libras d. Item pridie 
erifpini emimus vineam paruam pro fedeeim libr. d., ein leytel hunder- 
halb der heyling (tat Deus bene faneat 

15. Qor. Item ufque ad diem festum, ymo folemnem, et primo nobif feM- 

uari indietum per Tedem apoftolieam, SANCTI LEOPOLDI Auftrie 
marehionir, vnum florenum yngaricalem, duas libras d., tres fz. d. 
. Item a magiftro petro ekehl ex haflpach, theologie baccalaureo for- 
mato , amico meo fingulari , duas yrnas mufti. Item ex quodam alio 
facerdote duas yrnas mufti. Laus deo et fancto leopoldo. Amen. Ad 
euius feftum comparaui mihi tunieam rubeam, fchamloteam, pellibus 
25. noT. madrufijs fubductam» eonftantem circiter florenos viginti. In Katherine 
yirginis fefto yeni ex neynburga. Duos florenos yngaricales, duos 

16. dec. renenfes» fex Tz. d., ynam libram d. Item ufque 16. deeembris ynum 

florenum yngariealem, ynum renenfem, quinque libras d. 3 fz. K d. Et 
flc finita funt ex dei gracia doctoratus mei luftra duo , id est anni 
deeem. Pro quo, hone deus, pleni sint cell et terra gloria tua! 
1487. IHC XRC, in euius nomine fuper benedieto annum fue natiuitatis 1487 
incipiamus. Qui fua gracia et mifericordia concefsit finire priorem, 
concedat .... fuam . . . niam feliciter iqeipere, tranfire et terminare 
6. Jan. in fuam glorjam. Amen. Item ufque epiphanie quinque libras d.« 
6 fz. 6 d. Vnum fl. yngaricalem, duas libras ex (mona)Rer\o Sanete 

22. Jan. dorothoe. Vincencij ynum florenum yngariealem, ynum renenfem, tres 

23. Jan. libras d., 24 d. Item 23. Januarii exiui ad termas fulphureas, yltima 
31. Jan. eiusdem reueni ab eif. Inter balneandum (grticia) regis dedit mihi 

in ftipendio lecture in peeunia fex florenos yngaricales. Item alias in 
u. febr. practica 7 fz. d., ynd ayn mader palkch. Mathie quatuor florenos Yn- 
garicales , duof Renenfes 50 d. Ex foldwein in neuburga 



^) Nimlich das Cborherrnstift selbst, dtan jenes der regulirten Chorfrauen 
bei Maris Magdalena. Vielleicht auch das Kloster der beschuhten Augustiner 
daselbst. 



1487. 



41 



dneillam <) Texaginta librarumd.» thomede aquino. Item anunciatioais 7., 25. mart. 

marie duos florenos Renenfes , angaria eineram ex 

Item alias ynom florenum renenfem, item ynum yngaricalem et fedecim 
libras d., 3 (x. 17 d. Laus ehrifto ihn. Item floriani 1 florenum 4. mi^- 
TDgarieaiem« 6 renenfes, 18 libras d. Laos ehrifto. CP^- ^0 ^^^^ 
usqae ad yrbani habui ex practica ynum mag^um florenum« ponderan- u. m^. 
tem tres florenos yngaricales. Item aliaf quinque florenos Tugarica- 
les, duos renenfes et fedecim libras d. Deo fit gloria. Amen. Item 
ufque ad Yiti duof florenos Yngaricales, duos florenos renenfes, ynde- 15. jno. 
eim libras d., 3 tz,, 23 d. Lauf deo. Item ufque ioannif baptifte tres n. jao. 
florenos yngaricales» fex libras d., K fz. d. Laus tibi chrifte. Item 
margarethe quatuor florenos yngaricales, vnum florenum renenfem« 19. jni. 
octo libras d. , 70 d. Benedictus iefus christus. Interea noua ciuitas 
pactata eft cum rege mathia, eam obfidente. «Si dominus Imperator 
uel fui, non yenerit in auxilium ipsis , infra ViOtationem marie usque t. jui. 
ad fequentem diem post ^ümptionis marie, tunc yelit fe dare in manus 15. ang. 
r^s mathie. ** pudendam Imperatoris defidiam ! Magisque pudenda 
nostra peccata, propter que talia in hac patria patimuri Mifericordia 
maxima, maxima ! Videamus an yeniat et liberet eam. 

In profeßo margarethe fchadwien yi aregecapitur. Die margarethe I8. jai. 
graffenekcher bambarda interficitur ab Vngaris Eoque die inyitatus 19. jm. 
incidi in diflenteriam, a qua liberatuf fum dei gracia magdalene. n. jui. 
Qttoofque habui in practica 4 libras d. Laus deo. Item ufque ad diem 1. aug^. 
Sancti petri ad Vincula neuem libras d. , duos florenos yngaricales, 
ynum renenfem. Et secunda feria precedente exhauftum eft mihi yas so. jai. 
yini de quinto anno, fdlicet 1482, empti. Ex quo habui circa feptua- 
ginta libras d., ducillam pro 16 *). Gloria in excelsis deo. 

Laurencii tres florenos Yngaricales, octo libras d., duof renenfes. 10. wg. 
Laos deo omnipotenti. Item fexta feria poft afl'umpcionis marie Rex 17. aug. 
yngarie mathias in manus fuas yi , fame accepit nouam ciuitatem. 
maria! Interea habui tres florenos Yngaricales, duos renenfes, feptem 
libras d. 6 fz. x. d. Deus miferere nobis. Item fequenti post natiui- 9. sept. 
tatifl marie duciliam *), yas yini pro fedecim, habui. Ex eodem 



') Vergleiche oben die Anmerkang zum tB, Juli 1485. 
*) Vergleiehe oben die Anmerkung xum 23. Juli 1485. 
') Yergl. oben com 23. Jnli 1485. 



42 1487. 

37 libras d., alias ex phictica tres florenos vngaricales» vnum renen^ 
fem, decem libras d.» 4 fz. d. Gloria patri et filio &e. Item fecuodt 

24. sept feria ante diem Cofme et damiani , martirum et medioorum , quinque 
florenos Yngarieales, duof renenfes. Aeooventu. S. dorotfaee 8 libras d. 

13. oct 74 d. Gloria patri. Item die Saneti Colomanni martiris, bnias mifere 
noftre patrie patroni digoiffimi, ynmn florenum renenfero, nooem 
libras d. Item ynam karrataro Mufti ex nerbarga clauftrali, quam 
couTentus debebat mihi, eorum medico Anno domini 1484, in quo ad 
hanc eiuitatem nihil ex locif remocioribur in^oducere potuimus. Item 
ex domino eelerario, pro propina, feptem rmas mulli. Gloriofus et 
benedictus deus, propieius efto nobis peceatoribus. Item predieto die 

22. oct. vnum florenum yngariealem ad fero. Item die fequenti poft rrfule 

Ynum florenum renenfem, 6 fz. d., 16 d. Item eo die a rege noftro 
fereniffimo, pro ftipendio lecture in medicina, decem florenos yngari- 
cales 4 fz. 26 d. Benedictus deus in omnibus operibus Alis. Amen. 

30. oct. Item pridie Tigilie omnium fanctorum ex caluo monte conuentus bot- 
burgenfis, pro hoc anno mihi eius medico, pro ftipendio mittit mam 
karratam mufti et tres yrnas. Benedictus deus et Sanctus Leopoldus. 

11. nov. Item alias quinque libras d. 14 d. Item Martini quinque libras d. 27 d., 
tres vmas mufti a ciue heyndl. Laus deo fancti martini , conpatriote 

15. Qov. fancti L e p 1 d i , cuius feftiim fequenti qmnta feria peragemus votiae. 

23. noT. Item Clementis tres florenos Vngaricales, quinque libras d., 28 d. 
20. noT. Tertia feria ante Clementis Incipiunt 9 trenge plenarie fex hebdoma- 

darum inter imperatorem et regem yngarie. Deus benedictus felicitet 
30. BOT. omnia. Amen. Item Andree, hora undecima circa meridiero, nafdtur 
mihi filius quintus. Hora quarta diei eiusdem baptizatur per magiftrum 
chori, dominum Leonardum. Leuantes: Doctor Andreas ex pottenpmn, 
Vniuerfitatis Vicecancellarius, canonicus ad S..Stephanum, theologie 
doctor. Item quidam ciuis biennenfis, Sitaver, et domina de potten* 
darffl Vocatusque est Andreas. Qui deo viuat in gloriam et proximi 
confolacionem, fi deo placuerit. Qui fit benedictus femper. Amen. 
Item hactenus Vnum florenum Vngaricalem, 1 florenum .renenfem, 

16. dec. quatuor libras d., K fz. d. Item ufque ad sedecimum diem decend>ris 

exclufive duos florenos renenfes, feptem libras d. 4 fz., 7 d. Sicque ex 
dei omnipotentis gracia et immenfa mifericordia finitur annus mei 



^) „Incipit^ die Handschrift. 



1487 et 1488. 43 

doctoratus yndedmns, et Indpit deo bene fauente annus duodeeimoa, 
quem deos glorioTus Toper Cemperqne benedictas in Tni Dominis gloriam 
et proximi Ttilitatem et confolationefn finat feliciter pertranfire. Amen. 
Amen. Amen. IHC. IHC. Hinc omne prineipium , hoc refer exitam. 
Item ufqoe ad thome apoftoli duas Kbras d. a conrentu ad S. doro- 21. dec. 
theam. Aliaf ynom florenum renenfem , 8 libr. d., 3 fi., 9 d. Bene- 
dicamns domino. In Vigilia thome rumor erat de eonclufa iam pace 20. dec. 
tnter ceTarem et regem Yngarie , per doeem Albertom et reg^n Vn- 
garie in markeherftarff» in medio melici et ciYitatis S. ypoliti ^» ufqoe 
ad saneti egidij feflum , interea finaliter et integraltter concludenda. 
Amen, bone ihefu» Amen. „Mifericordias domini in eternum^ eantabo 
pfahno 88. Anno 88. Snb anno itaque 88* ufque ad diem faneti An- - 1493. 
tonii neuem libras d.» 7 fz. d., 4 d. et ynum florenum renenfem. Et 17. jan. 
iterum alterum In profesto Antonij ex prepofito ad S. dorotheam, pro I6. jan. 
nouo Anno. Item in profefto uel vigilia epiphanie iui ad termas. 5. jan. 
Reueni tertia feria ante Antonii. Laus deo eiusque genetrici, yirgini is. jan. 
marie. Amen. Amen. 

Item dominus georgius, magifter georgius gundel» frater matris 
Txoris mee, filie (leberin, dono mihi dedit vnum peecarium ofeulatum, 
ponderans riginti quatuor marcas argenti, intra deauratis ofeulis» extra 
vero Omnibus veftibus »). Velit deus , ut ex fua paraliO dextro latere 
liberetur. Item ufque ad pauIi quinque libras d., S fz. d. In quo die 25. jan. 
pauIi dietatum et eonelufuni eft per doctorem medieine iohannem ex 
feligenftat, quod ego, ut fenior lector» legam hora feeunda et magifter 
georgius fehebl hora duodecima » quamuis fenior doetor. Laus tibi 
bone ihefu. Et fequenti post pauIi incepi legere hora seeunda. Deus 26. jao. 
bene legere mihi coneedat Amen. Item ufqne ad 13 februarii, in 13. febr. 
profesto Valentini, qua die iui ad S. Leopoldum cum afSne meo ma- 
gistro georgio gundel et ralentini reuenimus, et ferrea eiuitas et 14. febr. 
caftrum farichtenftain in manus regis Yngarie traditur» Ynum florenum 
rngaricalem, ynum florenum renenfem, decem libras d. Laus deo et 



Ueber diese Verhandhing ist su vergleichen J. F. Keibliager*s Geächicbte 

Melks, 1, 681, Anmerk. Nr. 4. 
^ Das ist ein 24 Mark schwerer silbenker Becher mit SchnSbelchen, welche 

innen Tergoldet waren, wie die Verxieningen ode^ Verkleidungen der 

Aussensette. 



44 



1488. 



28. febr. Sancto Leopoldo. Amen. Item ufque quinta feria post mathie vnum 
florenum renenfem, tres libras d., fex fz. d. Item eo die examinatus 
e(t magister martinus ftainpeifz ex Vienna et promotus, a qao habui 
25.feb.,-3. märt medium florenum yngaricalem. Item inira oetaaas. mathie apostoli 
Mathias rex yngarie dedit pro (tipendiatis lectoribus yniuerfitati^ Yien- 
nenGs mille libras d. Ex quibus ego ioannes tiehtel habui et reeepi 
quadraginta libras d. Item tune temporis, pro angaria cinerum, ex 
conventu S. dorothee dußs libras d. Dominus ihefus ehriftus predicto 
regi liberaliter donare dignetur fuam graciam et nobis fuis fubditis. 

18. mart. Amen. Item ufque ad diem fequentem post gerdrudis duos florenos 
yngaricales ab haflerin. Item duos a lukehner ex medling, item oeto 

18. mart. llbras d. et 32 d. Item eo die, fcilicet fequenti post gerdrudis» duas 
libras d. ex magiftro ftephano ex patauia » qui eo die examinatus fuit 
et promotus. Pro qua pecunia emi coclear rnum argenteum, ponde- 
rans tres latones et mediam. Benedictus deus et mater eins virgo 

11. apr. maria. Amen. Item ufque ad quintam feriam infra octauas pafce« 
12 libras d. Eo die ineepit frigus et ventus. Item proclamatum eft, 
ut treuge inter imperatorem et regem Vngarie ufque ad diem Egidi 
(1, sept) prolongerentur, ea condicione, qua ftabant ad Maij finem, 
an fcilicet cefar pactata per ducem albertum faxonie Yelit tenere et 
affirmare. Item interea vox erat et rumor et fama , maximilianum, 
friderici cefaris filium, in regem romanorum electum, eflfe detentum 
et captum a ciuibus de brugis in flandria, -et philipum, primogenitum 
maximiliani, mortuum ^). Deus pro fua misericordia agat. Amen. Deo 

20. apr. gracias, deo gracias ! Dominica ante georgii ynum florenum yngari- 
calem, fex libras d., 4 fz. d. Eo die rumor fuit , quod rex mathias 
preparet se ad iter faciendum cum exercitu ad flefiam. Deus det nobis 
fuam graciam, et fit flbi gloria. Amen. Item quinque fz. eodem. Item 

27. apr. ufque dominica post georgi 1 libram d. et decem florenos yngaricales, 

ex uxore ipsius hemerici fpan in pofonio, ad quam iui secunda feria 

21. et 26. apr. ante gcorgü, et fabatho post georgii reyeni. Item predicta dominica 

per bullam pape Innocencii , iam kathedram petri tenentis, publicata 

eft adminiftracio noftri epifcopatus Viennenlls folemniter. Laus deo 



^) Ersteres war Lichtmesse 1488 geschehen, letzteres nur ein falsches Ge- 
rücht, denn Philipp starb erst achtzehn Jahre darnach, am 25. September 
1506 in Spanien zu Borges. 



1488. *S 

ihesa christo. Item inveneionis crucis duofflorenos vogaricales, tres 8. miü- 
florenos renenfes, yndecim libras d. Laus et gloria in ligno yineente. 
Amen. Item secunda feria ante Afeenfionis, que foit dies pangraeii, n, mig. 
doos florenos yngaricales, decem libras d. Gloria (it patri et filio et 
fancto fpiritui. Amen. Item dominiea ante penthecostes doodecim is. m^j. 
florenos renenfes , ex bafler capitaneo in neuburga. Item alias ex 
eine ibidem lindmair 1 florenum renenfem. Item fex libras d. Gloria 
laus et honor ibefu chrifto» deo omnipotenti. Amen. Amen. Item 
quarta feria ante penthecoftes 1 florenum yngaricalem, unam libramd. 2i. miu* 
Iterum atque iterum deo gracias. Item in vigilia corporis chrifti tres 4. jno. 
florenos yngaricales» tres florenos renenres, decem libras d., duos fz. 
Et fom folutus in angaria ad fanetam dorotbeam. Item eo die exhauftum • 
eft mibi ras rini» quod habui ex neuburga pro folario meo. Ex quo habui 
quinquaginta libras d. Laus omnipotenti deo et fancto Leopolde. Amen. 
In octaua corporis chrifti Teptem libras d., 80 d. Genitori» genitoque iz.jw. 
procedenti ab rtroque Laus quam maxima. Amen. 

Item yltima Junij , id est secunda feria ante visitationis marie so. Jqb. 
gloriofe , quo die iui ad S. Leopoldum, vnum florenum vngaricalem, 
duos florenos renenfes, decem libras d. Laus ei» qui facit fterilem 
matrem. Amen. Item in rigilia rifitationis unum florenum renenfem. i. jui. 
Et in die yifltationis quatuor florenos rngaricales a pofpier. Laus vir- 2. jui. 
gini gloriofe. In profefto Kiliani mag^us ignis oritur post ecclesiam 7. jai. 
fancti pangracij 9* Exuritur turris ad fcotos, cecidere campane &c. 
Item magdalene duos florenos renenfes, feptem libras d., 60 d. In ».jui. 
rigilia magdalene ad patibulum muratum de nouo in monte yiennenll 
tres fufpenduntur *). Maximilianus circa feftum afcenfionis ex captivi- 21. jai. 
täte liberatus eft, ciuesque de brugis yeniam petiverunt in colonia ex 
eefare, patre eins, et gracinm obtinuerunt. Ciues vero de gundauo 
obfidentur per cefarem fridericum et imperium, vna cum Maximiliane. 
Incepit obfidio gundauorum presente eefare et rege maximiliano 
corporis christi (S. jun.). Item die Jacobi vnum florenum renenfem, 25. jui. 



*) Die Häuser in der Mitte der jettigen Naglergasse heissen auf A. Hirsch- 
fogers Plan von 1547 „Hinter St Pongres.'' 

*) J. E. Schlager weist in den Wiener Skissen 4, 154 schon zum Jahre 1362 
die U5h6 des Wienerberges als RichtstStte nach. Desshalb auch der 
Ausdruck „muratum de no?Oy^ welcher übrigens schliessen ISsst, dass 
auch der frflhere Galgen auf einer gemauerten Erhöhung stand. 



46 i489 

u. jai. vnam libram d. Item in vigilia Jacobi minor venit de venieutibuB 

turcis per croaciam ftiriamque fupieriorenu Et non looge anteactis 

diebtts boemi heretici fere duos exercitus. mathie in flefia vicerunt, 

profugarunt. Yideamus boni quid fiet I Dif&eile erit et turcos et bereticos 

et Imperium habere pro inimicis. Magna mibi tarnen eft tCpes), omnia 

cedere in magnam mathie regis gloriam et yictoriam. Amen bone iefn. 

26. jui. Amen. Item Anne quinque fz. d. Laus cbrifto. 

1. aug. Item prima augufti, in qua feci penoltimam lectionem in aphoris* 

mis, quos legere incepi Martini 1487, tredecim libras d«, quideeim d« 

11. aug. Laus cbrifto iefu. Item requenti post Laurenoii duof fiorenos ynga* 

4. aug. ricales, fex quatuor Iz. d. Item fequenti post Ilephani incepi 

14. aug. legere libros prognofticorum. Item in vigilia afumptionis Marie vnam 

libram d., 8 d. Et hodie agitur vicefimus quintus annus adyentus mei 

ad ftudium Viennenfe, fcilicet 1463. Laus gloriofifljrao deo et fue 

14. augv matri marie. Amen. Item quarta post Laureocij vnum florenum, 

quinque libras d., duos florenos renenfes, 2$ d. Quo die iui ad neu- 

1. sept burgam. Egidi octo libras d., vnum florenum renenfem. Ad marie 

17. sept. gloriam. Item die lamperti duodecim \(ibra9d.), vnum florenum 

vngaricalem. Quo die iterum condufa eft pax inter baronef auftrie 

fupra anafum» item ftirie, item earintbie et regem mgarie» ufque ad 

20. sept. Vrbani (2S. tnai.). Lauf cbrifto. Item Tabatho, id est vigilia matfaei, 

obiit magifter georgius gundel, afBnis meus carifllmus» Tepultus in noua 

21. sepL cinitate aput fuum altare. Tandem diemathei iui ad (termas)^ vocatus 

a regtna, que erat in termis &c. Hactenus duos florenos- vngaricales, 
unuro renenfem, tres libras d., 75 d. Gloria, lauf et bonor tibi Gt rex 
cbrifte. Miferere noftri! Monafterium (Sancte Boro) theo dedit pro 
14. sept. 12. oct. angaria crucis duas libras d. Item die Maximiliani, martiris huius terre 
gloriofi, tres florenos renenfes, octo libras d. Laus cbrifto, corone 

21. oct. martiris et Amen. Vrfule tres libras d., triginta octo 

Yrnaf mufti, ex monafterio in neuburga. Laus deo» ihefu cbrifto, fem* 
per benedicto. (jp^* ^^0 

30. oct. Item in profefto fancti Boifgangi fex libras d. Quo die magifter 

iohannes nerman ex Vienna a facultate medicine admifsus est, con- 
Gorditer ab omnibus doctoribus eiusdem, äd examen pro gradu licencie 
in medieina. Super quo benedictus fit deus in fecila feeultonmL Amen. 

8. noT. Amen. Et fiibato, que fiiit octaua omnium fenctorum. examinatus et pro- 
motus. Qui dedit mihi ij florenos yngaricales, pro quibus emi coclear 
argenteum. Alias ex practica duof florenos renenfes» 2 libras d. Item 



1488 tt 1489. 



47 



^ mmatlario camfitilionuD duts TeaOas fegiminis, quatuor cafeos. 
Benedietus deus in feeula fecoWnun. Amen. Item in vigilia martmi lo. nor. 
petkii termas* Reoem feqaenti poat «ttiDari. Item j talentum. Laus 17. no?. 
Christo, Item Andrea, quo die reeeffit doetor gregorius Kuntftokh, so. nor. 
meeom anno domini 1476promotus, portans mihi muneria (sie) ?alore 
deeem dneatorum« AHaf tref Ubrar d. ex praetica. Ad marie gloriam. 
Amen. Item Coioqicionif virginif gioriofeqne matris Vnum florenum s. dec. 
YBgaricalem» dnos florenos renenfes» doas Ubraf d. Eoqne die tota 
Vniuerntas fnit com rege Boßro mathia, qui ex fua innata clemencia 
ad ornntm oaftram Yoliutatem annuit, et exaudiuit defiderata ab vni^ 
nerfitate. Laos deob yirgini denique marie. Amen. Eoque die rendidi 
Tina pro fexaginta libris d. Item ex quodam yafe 18 libras d. Item 
ofi]ue ad 16. decembris, qui dief eft principium tercii decimi Anni 16. dee. 
mei doctoratus, in quo felix princqMum fequatur ex dei omnipotentis 
gracia et miTericordia» bonum medium» finis laudabilifl Amen, tres 
libras d. Laus tibi mittendo et milsuro» qui ?enit Amen. IHC. Hinc 
omne principium» huo refer exitum, qui nt benedietus in feeula fecu- 
loram! Hactenus in praetica ex domina de pottendarff vnum quadran- 
gulam eburneum mire preeioaitatis ^), in die natali domini pro nouo 25. dec. 
anno. Sed deo iubente die ioaanil^ bor» nona mane, migrauit ut bona 27. dec. 
ehrilliana ad dominum. Que mihi commater fiiit ad quinque filios. 
Viuat deo in etemum! Amen. Alias duas libras d. Thome can* 29. de«. 
tuarienfis ex monafterio S. dorothee. Aliaf ?nam libram et 6 (z. d. 
Quo die ego et Txor fcripti fumus in Itbrum Aindi» pro medio iugere 
Vinee in Wering, quam propinauit nobis Martha, ridua conradi apo- 
teearij. Que quidem martha eo die nouicia ex monaflerio S. iheronimi 
exuut. bone ihefu, fac secondum tuam magnam misericordiam , ut 
hunc annum in felici tuo benedieto nomine felidter terminemus, tibi 
ad gloriam» proximi edifieationem! Amen. Amen. Item Sabatho post 14S9. 
^phanie iui in curru ad neuburgam forenfem, ad defponTacionem lo. jan. 
eonfanguinee mee» vidoe ipfius lorifman, ciuis ibidem. Item in prac- 
tica nnum florenum renenrem» quinque libras d.» 12 d. Laus tibi 
ekriAe. Item Aga&e rndeeim libras d.» tres fz., 14 d.» ?num flore- 5. febr. 
MMD Tngariealem» rmim reneufem. Benedietus dominus» deus nofter 
ihefus chriftus. Amen. Apolonie pin ich nucz ynd gwer chommen ains ^- f<Bbr. 



^) leh Terroutbe : ein viereckiges SchniUwerk aus Elfenbein. 



48 



1489. 



halben Jeiich Weingarten zu fandt Veit. Am fadern Bolkchenfperg» 

gechauflFt odenweifz ^^ ^cht talente d. Ad dei et marie gloriam. 

1. maH. Item dominica efto mihi, que Aiit prima marci, vnam fiorenom renen- 

fem, neuem libras d., 36 d. Gloria tibi domine. Amen. Item ad an- 

4. mart. gariam cinerum, a conventu S. dorothee, duafiibras d. Item aliaf 
11. mart. ad profeftum Taneti gregorii quatuor libras d., 20 d., 6 fz. d. Bene- 

dictum sit dulce nomen domini noftri ihefu chriftil Amen. Item 
1. apr. ufque ad primam Aprilif duof florenos yngaricales, Tndecim libraf d.» 

15. mtrt. 8 fz., 6 d. Quo die fum eonfeffus. Dominica riminifcere rex iuit per 

16. mart. aquas ad Vngariam, littora linquens seeunda feria post reminifcere, in 

meridie, ma cum regina. Dens det feliciter pergant. Amen. Sanctus, 

fanetus, fanetus deus fabaoth, fis benedictus. Amen. Item in vigilia 
18. apr. pafee feptem libras d., et eo accepi eukariftiam. Laus, honor chrifto 

vendito et fine caufa prodito, paflb mortem pro populo in afpero pati- 
3. mig. bulo. Deus miferere mihi peccatoril Amen. Amen. Item erueis decem 

libras d., rnum florenum renenfem. Gloria patri et filio et fpiritui 
7. miu*. faneto. Amen. Item fequenti post ioannis ante portam Regia maieftas 

dedit lectoribus füpendium, videlicet quingentos florenos. Ex quibus 

ego habui viginti florenos yngaricales. Benedictus fit nofter rex, cuius 

gloria hie in terris et in celif femper magnificetur. Amen. Amen. 

Alias ex practica ynum florenum vngaricalem , ynum florenum renen- 
22. mig. fem et quinque libras d. Item fexta feria ante Vrbani ynum florenum 

yngaricalem, tres florenos renenfes, quatuordecem libras d., 4fz., 
25. miy. 24 d. Beucdicte fis ihefu chrifte. Amen. Item Vrbani tres libras d., 
20. miu'. xl. d. Iterum atque iterum laus deo. Amen. Item sexta feria post 

Afcenfionis tres libras d. Bone ihefu accipe laudef femper. Item 

5. juD. 29. maij iui ad termas. Bonifacii feliciter reueni. • In practica habui 

6 fz. d. Benedictus dominus deus nofter ihefus chriftus. Amen. 

16. jun. Item poftridie Viti fex libras d. Item duas ex monafterio S. Do* 

rothee. Eoque die fub me determinauit Magifter martinus Aaynpeüz 

ex Vienna. Deo gracias ago. Ex ftaynpeis , eadem die post yefperas, 

ynum florenum yngaricalem. Laus domino noftro ihefu ehrifto. Amen. 

7. jui. Item in profefto kiliani ynum florenum yngaricalem, unum florenum 

lo.jui. renenfem, octo libras d., 66 d. Tercio die minui pultam finiftram. 



^) Das heisst: der Weingarten war yer&det, angepflegt und ist desshalb als 
.oede** yerSussert worden. 



148». *9 

timens babandaneiam fanguinis , et bene ex dei graeia (quainuif malo 
leonis afcendente) contulit 9* Benedietus ihefus ebriftus, falus noftra. 
Amen. Item magdalene vnum fiorenura renenfem» fex libras d., 7 d. 22. juL 
Item a magiftro mihaele, baccalaureando in medicina, examinato in 
profefto braxedis, qoinque fz. d.« x. d. Benedietus deus. Amen. Amen. 20. joi. 
(Die nächsten beiden Warte mit grOner Tinte.) Ihrima Augufti 1. ang. 
unnm florenummgaricalem» unnm florenum renenfem, quatuor libras d., 
Septem d: Laus cbrifto » domino noflro. Item Affre tres libras d.» 7. aog. 
3 (z. d. Laus tibi chriAe et matri tue marie. Amen. Item Aflump- 15. aag. 
eionis virginis gloriofe unum florenum renenfem, tres libras d., 68 d. 
Laus yirgini gloriofe» aflumpte fuper tronof angelorum. Amen. Aue 
maria &e. Quo die obiit dominus Bartholomeus Seyberfpekch, eon- 
fanguineus meus » yicarius in loftarff, Hngularif beate virginis glori- 
fieator, qui annuatim per totum fuum faeerdocium vouit beate marie 
orare eurfum. Quapropter et eum bonorifieat, et eiusdem diei fefto in 
auroracelos feeit vifitare et afeendere. Laus fit gloriofe yirgini» que 
laudantes eam glorificat. Amen. In octaua affumpeionis ynum florenum 22. aug. 
renenfem, fex libras d. Laudem tibi et matri dico, rtinam in eternum die» 
turus. Amen. DecoUationis ioannis duosflorenos yngaricales,tres libr. d. 20. aug. 
Laus tibi chrifte, rex eterne glorie. Amen. Amen. Quo die exhaulhim 
eft Tinum ex neuburga, a dominis canonicis pro ftipendio ex anno 
domini 1487, pro anHo 1484. Ex quo vino babui 56 talenta d. Laus 
chrilto. Sabatbo ante natiuitatis marie tres florenos vngaricales, $. sept. 
quinque libras d. Item heri emi domum in Weinhaufz pro quatuor 4. aept. 
libris d. et Ix d. Laus, gloria, honor tibi fit rex ihefu ebrifte. Sabatbo 12. sept. 
post natiuitatis marie vnum florenum vngariealem, vnum florenum 
renenfem libras denariorum quatuor, et quatuor fz. d., et 14d. Bene- 
dietus dominus deus nofter ihefus ebriftus. Amen. Eaque die fabatina 12. 8«pt. 
inferiptus fum una cum vxore mea pro domo in Weinhaufz, quam emi 
quarta feptembris. Gloria patri et filio et fpiritui faneto. Amen. Amen. 



^) Das heisst: Hchtel liess sich am Pulse des linken Annes zur Ader, um den 
Ueberfluss des Blutes abzuleiten, und es gelang durch die Gnade Gottes, 
obwohl die üble Zeit des aufsteigenden Ldwen bereits vorhanden war. 
„Vnd sonderlich sol man sich der Artzney md des Aderlassens, in subjectis 
Leoni membris, enthalten , wenn der Mond in Leone ist** warnt Heister 
Johannes Coler in seinem „stets werenden Calender.* Wittenberg 1600, 
4., S. 133. Dies ist aber im Juli der Fall. 

Foates. VIH. 4 . 



50 1489. 

19. sept. Sabatho ante Maihei decem florenos Tngaricales ex quodam ciue 

ex brunna. Item dnos florenos renenfes, duas iibras d., 6 fz. d., 26 d. 

26. sept. Gloria tibi benedicte domine ihefu. Sabatho in profefto Coline et Da- 

miani („Cosme** grün f^Dafniani*^ roth)^ et martirum et medicorum, 

duas Iibras d. ex conventu S. Dorothee. Item anum florenum Tnga- 

ricalem» unum floreniim renenfenit duas Iibras denariorum, xl. d. 

3. oct. Laus trino et vno. Amen. Sabatho ante franeifei ynum fiprenum m- 

10. oct gariealem , duaf Iibras d. Deo graeias. Item Sabatho ante eolomanni 

martiris, in außria glorioO, unam libram d. Gloria tibi domine fiat, 

u. oct. fiat. Item Sabatho post Yrfule ynum florenum renenfem, tres Iibras d., 

18. oct. 4 fz. d. Item ad feftum luce 37 vrnas mufti boni ex monafteriis do- 

minorum et dominarum in neunburga. Laudef innumere tibi Hut deua 

27. sept. et fanete Leopolde. Amen. Item in fefto cofme et damiani inferiptus 

Tum in librum fundi» ego et yxor, pro vinea in peezelfiarff» ^yn der 
Wiegen, zu nagft eines Weingarten» der da haift der kallenperger.'' 
In alio latere gundel. Pro qua dedi xl Iibras d» et 12 Tz. yxori glaez. 
Et hoc anno habui exeadem vinea 17 yrnas mufti. Laus deo. In eadem 
vinea indieata (l indicatum) eft mihi circa Sittauer (d) compatre 
meo torcular venale» quod emi ab eo pro sex lib. d. Et reliqua pro 
eiusdem reformacione addidi, ut fumma conftaret torcularis ad decem 

7. noT. Iibras d. Iterum atque iterum laus deo. Item Sabatho ante martini 
12. Dov. tres Iibras d.» 45 d. Laus» virtus deo omnipotenti. Amen. In profefto 

briccij unam libram d., 59 d. Quo die emi vineam rafenpuchel pro 
18. noT. 36 libris d. Et in die briccij ego et vxor in librum fimdi infcripti. 
21. nor. Laus, gloria deo femper. Amen. Item Sabatho poft Sancti Leopoldi 

unam libram d., 6 fz., 22 d. Gloria patri et filio et fpiritui fancto. Amen. 

28. nov. Sabatho ante adventum domini noftri ihefu chrifti, qui fit benedictus» 

Amen, duas Iibras d., 2 fz., 4 d. Eo die danubij inundacio maxima. 
5. dec. Item Sabatho ante Nicolai duas Iibras d. Laus chrifto. Item feftum 

8. dec. concepcionis marieinceptum est in Vienna celebrari hoc anno, jubente 

hoc episcopo Yrbano, huius noftri episcopatus adminiftratore. (Der 
voranstehende Satz grösser und mit grüner Tinte geschrieben.) 
21. dec. Item thome vnam libram d, , 7 d. Laus tibi bone hefu. Amen. Item 
ufque ad finem Anni precedentis fex florenos vngaricales, et cociear 
argenteum ex ptifica trevin. Item ex magiftro Vdabrico ftädelmair ex 
Vienna tres florenos Vngaricales, Item ex doctore Andrea Voberger 
ex Vienna vnum florenum vngaricalem, ex vefte , mihi data in incep- 
cione et recepcione infignium, tamquam altero patri. Reliquos feptem 



1489 et 1490. 51 

mihi adhuc obligatur, ut habet fua recognicio >). Item alias quatuor 

libras d. Honor, laus et graeianim actio tibi fit ihefu chrifte. Amen. 

Finitus est ergo Annos doetoratus mei tredecimus. Incipit in nomine 

iheAi« benedietj» IHC. (grün) in eternum. Amen, annus 14. Tu, qni 

es, ut dixisti , alpha et o , bene termina et bene incipe in t«i nominis 

gloriam Annum fequentem. Amen. Haetenus in practica Vnum flore- 

num yngaricalem a ftedehnair et duas libras d. Laus puero ihefu, iam 

nato. Item Valentini 12 fz. d., xi d. Honor tibi fit ihefu. Inidipfum. 25. dec. 

Item xi Januarij mirai florenum renenfem pro nouo Anno ex mona- 149Q 

fterio S. dorothee, et par cultellorum, et aflaturas^ et farcimina porci. 7. et 11. jtD. 

Item Tnum florenum ungaricalem ex ßedelmair. Alias tres libras d., 

36 d. Benedictus deus , docens in templo. Amen. Antonii quinque 17. jan. 

libras d. Laus chrifto. Item fequenti fancfe prifce ynam libram d. is. jaa. 

Gloria altillimo. Eo die magifter mihael determinat, ego y^ro iui ad 

neuburgam, ad Hendlin. Item pauli ynum florenum yngaricalem , et 25. jm. 

tres libras d., 34 d. Laus enixe filij ihefu, qui fit benedictus. Amen. 

Item fequenti post pauli , qui fuit Anniuerfarius recepcionis infignium ze. jan. 

doctoralium in medicina doctoris iohannis neuman, recepi yeftem 

rubeam de fcharlaco. Benedictus deus. Eoque die quoque feci pactum 

pro yineis Liechtel et grebel, pro trecentis libris d. bone ihefu, 

felicita fecundum tuam immenfam mifericordiam, pro tui nominis 

gloria. Amen. Item fabatho ante purificacionis ynum florenum ynga- so. jan. 

ricalem, duos florenos renenfes, due libre d., 28 d. Gloria in excellis 

deo. Amen. Item fabatho post purificacionis ynum florenum yngari- 6. febr. 

calem, ynum florenum renenfem, quatuor libras d. Gloria deo. Item 

fabatho in profefto Valentini tres florenos renenfes, quatuor libras d., 13. febr. 

4 fz. 22 d. Gloria deo. Amen. Item fabatho ante kathedre petri tres 20. febr. 

florenos renenfes, quinque libras d. Laus deo. Amen. Item Mathie 24. febr. 

quatuor florenos renenfes, tres libras d. Laus tibi dulcis ihefu. Amen. 

Amen. Quarta feria post Inyocauit Salarium duarum librarum ex 3. mart. 

(monaste)T\o S. dorothee. Aliaf duos florenos renenfes, quatuor 

libras d., 4 fz. Omnipotent! deo fit gloria in fecula. Amen. Oculi unum 14. man. 

florenum renenfem, quatuor libras d. Laus deo. Item ufque ad (pr) 

imam Marcij ynum florenum renenfem, vnum yngaricalem, fex libras d. 1. mart. 

Eo die quoque fum confessus. Laus tibi ihefu dilectifsime. Amen. 

Item dominica palmarum, post meridiem (hor)ik quinta, Yngarie rex 4. apr. 



^) Das heisst: Wie dessen schriftliche Schuld-Erkeanuags-Urkande lautet 

4* 



52 1490. 

mathias letaliter infirmatus est, et mortuus ex ea egritudine mifera- 

biliter, (ioe teßamento, (ine facramentis. Ramores no 

7. apr. mortis multiplices. In rigilia cene domini« in nocte, in danubio duci- 
13. apr. tur, ut dicunt, corpus ad yngariam, et in feftiuitatibus (pasc)e. Tertia 

feria pompam funeralem cum veretro vacuo fecimus et exequias 

bienne. Sed regina non fequebatur yeretrum, Ted (solum) dux ioanncs. 

Nullum pannerium, nullus tubicen, ut mos huius patrie habet, yisus et 

auditus est. Dens nostri omnium (miserere). Amen. Vfque ad pro- 
30. apr. feftum philippi et iacobi tres florenos yngaricales, octo libras d., 62 d. 

Laus tibi ihefu chriße, benedicte in fecula. Amen. (Pa)(ce igms 
11. — 13. apr. magnus in Yienna. Item per Maijum tres florenos mgaricales, quin- 

que renenfes, riginti libras d. Gloria fummo ihefu chrifto in fecula. 
23. miu'. Die dominica ante (penthecosiea que f)\ixi 23. Maij, mane hora fere 

fexta, quarta parte höre ante fextam, nafcitur Anna, filia mea prima. 
1. jui. Gloria et iterum gloria altiflimo. (bem usque) primam Julij quinque 

florenos rngaricales, 14 libras d., tres florenos renenfes. Gloria altif- 

1. aug. simo. Amen, Item ad primam Augufti duos florenos yngaricales» 

2. aug. undecim libraa d« Gloria deo (pag. 11). Item secunda Augusti 

confessus sum, ad graciam iubilei, hora media post primam post 
merediem, (Magistro Sigismundo) Froschel ex grein, octonario, 
compatri meo et patri amando. Et pro parentibus impofui (dimidiatn 
libram denariorum, et pro domino) Bartholomeo Seyberfpekch, 
defunctis, dimidiam libram d., et pro confefllonali pro me et Txori 
80 d. Item pro confefllonali, pro tribus filiis, Leopolde, colma, 
andrea et Glia Anna, 80 d. Predictoque die vifitaui feptem ecclefias: 
S. petri, item crucis, item marie maioris, S. Laurencg, item latera- 
nensem, item S^baftiani, item S. Pauli 9* luit mecum filius mens 
primogenitus Leopoldus. Yxor impofuit pro fe duas libras d., pro eins 
patre mortuo dimidiam libram d., pro eins priore marito, georgio 
silberprenner, dimidiam libram d. Ego pro me duas libras d., pro 
parentibus dimidiam libram d., pro domino Bartholomeo Seyberfpek 
dimidiam libram d. Dominus deus fua mifericordia nos fuaque pietate 



') Es sind folgende Kirchen der Stadt and Vorstädte gemeint: S. Peter and 
die Minoritenkirche an den gleichnamigen PUtzen der innem Stadt , die 
Schottenkirche auf der Freiong, S. Laurenz auf dem alten Fleischmarkt, 
S. Dorothea in der gleichnamigen Strasse, S. Sebastian und Rochus auf 
der Landstrasse, endlich S, Paul in Erdberg. 



1490. 53 

refpiciat. Sibi in gloriam» nobis in graciam. Amen. Amen. Et in pacem 
temporalem pro nutu dei mifericordis. Deo (int gracie iromortales 
pro tali magna, ymo maxima gracia , in terris noftris nunquam uifa. 
Amen. Amen. Sed quia populi princeps eft ad populi bonitatem, itaque, 
cum yniuerfus populus mundatus fuisset in quadragesima, abftulit in 
die palmarum regem mathiam» cuius corpus et anima^juo perrenerit 
nefcitur. Item mundatus est secundo hoc tempore jubileo. Quapropter 
dedit populo deus omnipotens fua gracia iuftillimum, caftiffimum, 
ftrenuiflimum , bellicofifTimum Maximilianum , Maximilianum, Maximi- 
lianum^ (dieser Name ist einmal schwarz, einmal roth und ein» 
mal grün geschrieben ; das nächste Mal aber schwarz mit nochmal 
so grosser Schrift) Maximilianum, Romanorum Regem Vngarieque, 
quamuis inrite, secundum eiusdem regni indpientiam (von Roma^ 
norum bis hieher roth geschrieben und grün unterstrichen). Pro 
cuius parte tota yniuerfitas Viennenfis concorditer conclufit , ipsum 
iure optimo Regem esse Vngarie. Qui misit fuos oratores decanum 
brixienfem (et) Comitem de Anhaldt, in yigilia Laurencij Viennam 9. ang. 
hora quarta intrantes , die Laurencij hora octaua Viennam poftulantes lo. aug^. 
regi maximiliano. Ciues vero prefertim de comunitate deliberantes, 
concluferunt aflirmatiuam : ,,quod Teilent hora prima.** Tandem hora 
terciadictiT oratoribus concorditer dicunt : ^h velle jurare regi quan- 
docunque Tenerit.*' Yenit autem 19. AuguTti, in die Sancti ludowici, lo. ang. 
ciuitatis murum intrans in occafu folis, cum quatuor milibus hominum 
magnifice ex nora ciuitate. In quam ingreflTus est in octaua laurencij, 17. ang. 
hora quarta. Jurauerunt autem Viennenfes nedum Maximiliane, fed et 
Imperatori friderico fereniflimo. (An den Rand des Blattes über 
quer geschrieben: Jurant in yigilia Bartholomei, terciale post octa- 23. aug. 
uam mane, Viennenfes.) Arx yero yngaris munita renuit. Quapropter 
maximilianus machinis bellicis, mirabile dictu« in 24 horis ita demolitus 
est, üt flurme fit preparata. Incipiendo dominica ante Egidi, post ao. aug. 
yefperas hora fexta, et cum fturme fe fuifcum militibuTpararet, dede- 
runt fe Vngari in fuam graciam, centum et 24, quof in yigilia Egidi ai. aag. 
in turrim Mcherherthuernn** deponi iuffit, hora octaua. Gloria altiTHmo 
regi, qui fit benedictus in fecula. Amen. Hactenus in practica per 
Auguftum quatuor florenos Vngaricales, duof renenfes, fedecem librasd. 
Et ex quodam medicinebaccalaureo, examinato et admisso, et promoto, 
decem d. 5 fz. in yigilia Egidi, hora fecunda. Lauf tibi doinine , mi 
ihefu chrifte, qui Auguftum ita letifice et gaudiofe fecifti peragere. 



54 



1490. 



29. aog. Item domimca ante Egidi Auctoritate papali solutum eft juramentum 
omniumÄuftralium» factum regi mathie, tamquam bello iniuUto exactum, 
f. sepf. fub pena excomunicacionis contradicentibus. Item in die Egidi incepi 
ducillare vas vini 32 vrnarum et femis, pro viginti. Quod rinum emi 
Anno domini 1487, yrnam pro 5 fz.» ymo minori precio, ex neuburga» 
ex Tinea domini erbardi plebani in meydiing, ex vinea fua pueebperg» 
ex qua babui, preter yngeltum, 7^ libras d. Dolo aliquaflibras perdidi. 
Item per feptembrem babui duos florenos mgarieales tres 

16. sept. renenfes. Item duas libras ex monasterio S. Dorothee. Item eupbemie 

ex examinato ad lieeneiam in medicina» Magistro martino Stainpeifex 
Vienna» vnum florenum yngaricalem et medium, et ex comuni practica 
14 libras d. Item ex compatre meo, Magistro tboma Vienner, cano- 
nico ad S. Stephanum, tapetam fuper menfam et piretum, et quatuor 
9. sept facileta. Item fequenti post natiuitatis capitur ciuitas ad S. Leopoldum, 

17. sept.^ neuburga, prius bene machinis demolita, a maximiliano. Tandem fexta 

feria, in Angaria lamperti fcilicet, maximilianus cum magno exercitu 
personaliter, Yngariam perGdam yerfus, iter cepit et post captum gunf 

28. sept. et fupronium in Yigilia micbaelis ad dietam reuerfus. Cui obuiauit 

dux georgius de bauaria, qui paucis diebus ante Viennam in aquis 
venerat, cum octingentis equitibus et curribus centum et yiginti. Item 
19. sept. dominica post crucis Bladislaus rex boemie, vasallus perfidus Imperii, 
coronatus est. Duxitque, prob dedecus! relictam matbieVngarie regis, 
fratre fuo Alberto contra eum tunc ducente magnum exercitum in 
yngaros, bladidao adherentes, prefertim in episcopos, qui bladiflaum 
elegerunt, interyeniente aftucia relicte regine mathie, beatricis nomine. 
Sic fere femper magna mundi difturbia per feminam oriri folent. Timeo 
beatricem in infelicem verti et in damnatricem. Adherent maximiliano 
ex epifcopis: quinqueeclefieniis. De epifcopo coUacenTi dubitatur. 
Adberet Wayvoda moldauenOs, Dux laurencius, dominus regni bofne. 
Item ipse de elderpach et multi alii nobiles feculares. Ymo ciuitates 
libere, yocate ad recuf, sed non audite in yotis, non refutant maximi- 
lianum, fed ad fe exTpectant. Item tbobias cum exercitu aput herczo- 

29. sept. burgam, hodie in die mibaelis, obfefsum fortalicium aynädt recipit in 

fuas manus. Item exercitus aput fortalicium fupra fluuium anafum, 
dictum ernfthoffen, a baronibus supra anafum fortiter obfidetur« For- 
talicium in reyCTenftain captum nunc eft, et Vngari ex eo fugam dede- 
runt. Item fortalic^im in Hollenburg bodie noftrum est, per yiam 
concordie, item ftain et caftrum eins fcilicet arx; item aliud caftrum 



1490. 55 

prope krembs, item maataren paucis diebus ante natiuitatis raarie 
(circ. 8. 9ept) per milites dictos lanczkchneeht. Verum caftrura et 
arx in prukeh fupra leytam et caftrum geczendarff yna ti ftuerme 
capiuntur, per lanczkneeht et boemos aliquos » in profefto ludobici 
(18, augJ). Item ciuitas ad S. Hipolitum fequenti post lamperti 
{18, sept.) ad manus roaximiliani thobias reeepit. Sed quid multa? 
Ita miferabiliter fieut rane in paueo tempore Yngari funt ex auflria 
eiectL Ferrea ciuitas iam obHdetur per exercitum maximiliani. Deo 
omnipotenti fint gracie, glorie in feeula feeulorum. (Von hier an bis 
^ettnso** mit grüner Tinie, mit Ausnahme desNamens Elizabeth wel* 
eher gelb geschrieben iatj und der Worte »Item quarta feria ante^, 
die imY schwarzer Tinte nachgetragen sind.) Item per octobrem 
tres florenos renenfes, feptem libras d. Item galli 40 vrnas mufti ex le. oct. 
monafterio neunburgenll. Laus tibi domine. Item per nouembrem 
onum florenum mgaricalem» tres renenfes, oeto libras d. Item quarta 
feria ante Eiizabet maximilianus gladio cepit albam regalem, plurimo 17. nov. 
Tanguine effuTo. Item ufque ad fedeeimam diem decembris, qui dief is. dec. 
inieium anni doctoratus mei in medieina eompleti funt. Ergo ex dei 
gracia anni decimi quarti. Ineipit ergo in g\o(rioso nomine ihesu) 
annus doctoratus mei quindecimus. Quem annum in feeula feeulorum 
benedictus deus concedat feliciter in ria mandatorum fuorum mihi ter- 
minare. Amen. Hactenus in practica tres florenos renenfes, fex 
libras d. Laus, gloria altUfimo ihefu, domino noftro, cui in euum ytinam 
fim dictus. Sanctus» fanctus, fanctus. Amen. (Von hier an habe ich 
einiges, dasjet%t in der Handschrift fehlte tu Rauchs Zeit aber 
noch vorhanden war, aus dessen Abdruck ergänzt Man kann 
es an der stehenden Schrift zwischen den tUammern erkennen, 
während von mir Ergänztes überall durch liegende Schrat 
bezeichnet wurde.) [Hijs diebus fama] fuit, Yngaros se congregare 
contra maximilianum , quapropter heri, in octaua concepeionis marie, 15. dec. 
habita et celebrata est procefsio ad monafterium S. J[heronimi pro 
yictoria» que] non nifi ex Deo. Tu ergo» bone ihefu, non ducibus 
Auftrie, nee nobif, fed Imperio tuo da gloriam. lAe romanorum rex 
tuuf 9 ^^ Omnibus regibus terre. Non flbi ergo, fed 



') Da Rauch den Text Tichters nur auszugsweise mittheilte, erkISren sich 
die hier noch gebliebenen Lücken Ton selbst. Man sieht zugleich, wie 
solche halbe Mittheilungen auch nur halben Nutzen gewähren. 



56 1490 et 1491. 

nomini tuo da gloriam, qui iterum atque iterum fls benedictas in fecula 

23. dec. feculorum Item quinta feria ante natale chrifti reuenit 

rex maximilianus in nouam cioitatem, locnm suum natiuum. Ibidemque 

25. dec. ex rege [Anglie» per medium oratorum Änglie Regis], in die natalis 
chrifti aecepit veftem focietatis et literas (igillatas perpetue pacis ^- 

27. dec. Laus ihefu chrifto. Die [Joannis venit ad Viennam fero ante Teptimam.] 

(pag. 12. )[^ Pr]incipium referre exitum. Quia ipfe ihefus 

eft alpha et o. Cui fit honor» laus et gloria in fempiterna fecula. Amen. 
Amen pro a et noftra miferia de Annum nouum, 

1491. nonageßmum primum, feliciter incipere et terminare in fui nominis 
gloriam. Amen. fiat. Amen. Hactenus tres fiorenos renenfes, fex 
libras d. Quarta feria ante ßlueftri (29, dec. 1^90) regi maximi- 
liano yeniunt litere de Alberto duce faxonie, obfidente ciuitatem brugis. 
quod dederit fe in obedienciam maximiliani, adiuncta damnacione 
centum et quinquaginta millium florenorum ^). Item dictis diebus 
tractatur de pace inter Bladislaum regem boemie et maximilianum de 
et fuper regno mgarie pofTidendo et regnando et regendo. Dens det 

31. Jan. faluum finem. Amen. Amen. Item ufque ad ultimam Januarii decem 
fiorenos renenfes» quindecim libras denariorum, 5 fz. 4 d. Gloria 
excelfo domino noftro ihefu chrifto, una cum patre et fancto fpiritu in 
et 31. Jan. fecula bonedicto. Erhardi vifa eft cometa. Vltima Januarij laxenburg 
dat fe ia manus maximiliani, et post paucos dies merchenftain flmiliter. 
Amen. Item per februarium ynum florenum yngaricalem, quatuor 
fiorenos renenfes, septem libras d. Item duas libras ex fancte dorothee 
monafterio, et 6 fz. 18 d. Laus deo altifsimo. Item per Marciumduos 
fiorenos yngaricales, octo fiorenos renenfes, quindecim libras d.» cen- 

31. mart. tumd.,qui finitur in cenadomini hodie. Dens det ut fuum paffionis tem- 
pus cum deyocione celebremus. Qui passus est pro nobis pecatoribus 
parcat pecatis nostris secundum magnam misericordiam fuam, orante 
pro nobis yirgine matre maria. Amen. Item per aprilem quatuor 
fiorenos yngaricales, unum renenfem, yiginti quatuor libras d. Item 
duos fiorenos yngaricales, quinque libras d.» 80 d. Laus deo quam 
maximo in fecula feculorum. Amen. 

^) Wie man aus Heuter rer. austr. libb.XY und zwar in dessen Opera. Loyanii. 

1649. 2, 106'* sieht, die Abzeichen des 1350 gestifteten Hosenband- oder 

S. Georgs-Ordens. Der Vertrag dtto. Oking 12. Dec. 1490, mit Heinrich VII. 

wird gemeint sein. Georgisch Regesta. 2, 1367 Nr. 48. 
') Dies war am 6. December 1490 geschehen. Yergl. das Regest. Nr. 1479 

bei Lichnowsky» Bd. 8, S. DCLXXUI. 



1491. 



57 



Per Maium ufque ad yrbani feptem florenos yngaricales» quiode- 25. maj. 
eim renenfes, 21 libras d., 4 fz. d. Gloria altiCsimo. Amen. 21. Maij 21. mivj. 
ablaetator filia mea Anna. Item ad finem maij duos florenos rngari- 
eales, quinque libras d., fex fz. d. Laus tibi quam optime ihefu, marie 
filio. Benedietaque fit fancta trinitas. Amen. Amen. 

Per Junium yndeeim florenos mgaricales, oeto florenos renenfes, jun. 
trig^nta doas libras d. Laus, honor et gloria omnipotenti domino ihefu 
ehrilto. Amen. Item per Julhim quatuor florenos yngaricales , duo- jui. 
deeim renenfes florenos, duodecim libras d.» 6 fz.» 26 d. Laus tibi 
deo gloriofo in exeelfis. Amen. Item per Augustum fex florenos »ug. 
Yngaricales et ynum vng^ricalem ponderatum rnum et alterum dimi- 
dium, quos habui ex doctore ehreuznach, compatri meo ad lueam. 
Item neuem florenos renenfes et duodeeem libras d. Gloria in excelfls 
deo. Amen. Amen. Item Albam r egalem cepit Maximilianus 17. 17. nov. 
nonembris» quam perdidit 29. Julij. Item per Septembrem tre- sept 
deeem libras d., tres florenos renenfes. Gloria in exeelfis deo, aceu- 
ratissime humanum genus diligenti et amanti. Amen Amen. Item 
per oetobrem ynum florenum yngaricalem, quatuor renenfes, oeto ort. 
libras d. Laus tibi ebriße, omnium fanctorum merces eopiofiHima. 
Item in profefto, yigilia S. Simonis et Jude, ego emi bibliam et doctor n. oct. 
Bartfaolomeus duxit yxorem Gliam trey. Quibus fit falus, pax et caritaf, 
bic et in etemum femper. Amen. Amen. 

Item quartanouembris recepi 32 yrnas mufti ex roonafierijs fancti 4. oor. 
Leopold! ex neuburga elauftrali. Gloria tibi domine. Amen. Item 
fequenti post martini in bienna prociamata eft pax, pax, pax (einmal 12. nov. 
schwarzj einmal grün und einmal roth geschrieben) inter prin- 
eipes litigantes pro Vngaria. 

De quo deo omnipotenti et beate marie yirgini et omnibus fanctis, 
qui earo paeem nobis exorauerunt. Amen. Amen. 

Andree quindecim libras d. Benedictus dominus deus nofier. 30. nov. 
Amen. Item ad fedecimum decembris duaf libraf d., 4 fz., 26 d. is. dec. 
Nunc ineipit annus doctoratus mei in medicina fedecimus, eompletis 
nunc ex optimitate dei luftris tribus. Pro qua gracia gloria fit deo 
immortali. Amen. Amen. 

-|Wt|^ Maria Hinc omne principium, buc refer exitum. Finitus 

(pi) <»Mh) ®®* annus. Ineipit in dei nominis gloriam nonage- 

simus fecundus per decembrem, ergo a 16eiu8dem. In practica habui 

tres yngaricales, quatuor renenfes florenos» Septem libras d., 74 d. 



58 



1491 et 1492. 



25. dec. Grates nunc omnes reddamus domino deo, qui fua natiuitate nof liberat 

de dyaboliea potestate. Nunc oportet ut canamus cum Angelis: 

„Semper, Temper, femper gloria in excelGs deo." „Sit tibi maieftas» 

laus, fama, potentia, virtus» imperiuml^ refonet fpiritus omnis. Amen. 

1492. Noßros ut dirigat grefTus in limite pacis, in yiam mandatorum fuorum. 

Jan. Fiat, fiat, bone ibefu, a & et o. Item per Januarium quindecim 
florenos renenres, duo de viginti libras d.» Atz., 15 d. Gloria tibi 
domine. Quibus diebus fama fuit facinoris turpifsimi regis francie circa 
fponfam et filiam maximiliani regis romanorum 9* ^^^ februarium 
17. florenos renenfes» 32 libras d. Deo gracias, deo gracias. Item vnum 
7. mart. rencnfem. Die cinerum iurat regnum Yngarie ducibus Auftrie fideli- 
tatem, fub condicione, (i rex bladiflaus decefserit flne legiptimis here- 
dibus *). Item per Marcium octo florenos yngaricales, trefrenenfes, 
21. mart. 17 Hbras d., 5 fz., 9 d. Gloria deo. Item benedicti fufpenditur con- 
radus. Petitus pro anatbomia a medids, in curru ductus ad domum 
medicorum, rifus eß opera vite demonftrare, adiutus per medicos 

apr. faluus factus eft >). Laus deo. Per Aprilem duos florenos vngaricales, 
octo renenfes, 21 libras d, Laus crucifixo et refurgenti domino. Item 

mig. per Mayum fex florenos renenfes, 26 libras d. jGloria in exceUis deo. 
Amen. Item per Maium vnum florenum vngaricalem, vndecim renen- 
res, 18 libras d., 60 d. Gloria deo. Hijs predictis diebus con- 
gregatus eft exercitus in lecbreld, 16 milia yirorum 
ex Imperio electifsimor um. Quorfum nefcitur^). Item 



') Ueber die Entführung der Herzogin Anna durch Konig Karl VIIT. vergl. die 
bei Lichnowsky 8, 170 angeführten Quellen. Wegen der der Tochter Maxi- 
milians Margare tha zugefügten Schmach, ebenda und S. 168. 

') Die Consensual-Urkunden der Stände des Reiches zu den Erbfertrags- 
Stipulationen des Pressburger Friedens yom 7. Nofember 1491, neun an 
der Zahl, und ausgefertigt unterm 7. März 1492, sind jetzt veröffentlicht in 
dem Archive der bist. Commission der kais. Akademie der Wissenschaften, 
Bd. 3, S. 511 bis 528, unter Nr. LXXXIV bis XCIII, und zwar durch das 
corresp. Mitglied derselben Fr. Firnhaber, dessen Erörterungen S. 379 bis 
391 ebenda über dieselben zu vergleichen sind. 

') Er wurde ^von zwei Doctoren durch einen an beiden Cephalicis gemachten 
Aderlass und andere Mittel wieder belebt.^ A. E. v. Rosas kurzg, Gesch. 
der Wiener Hochschule, 1, 165. 

^) Es war Kriegsvolk des schwäbischen Bundes, das sich gegen Herzog 
Albrecht von Baiem sammelte. Vergl. P. v. Stetten*s Gesch. ?. Augsborg, 
1, 234. 



1492. 



59 



quarta Jung daDtur ex cefare ad imperium litere, ut fequenti post sie- 4. jan. 
phani (3. aug.) fint in annis personaliter eontra Regem francie» 
propter raptom fponfe regis romanorum et eriroen lefe maieftatis in 
imperium ^). Item hijs diebus redijt ad imperium Ratifbona, que de- 
fecerat imperium '), aflomens albertum dneem bauarie. Laus deo. 
Item per Junium tredecem florenos renenfes, 18 libras d. Laus optimo jod. 
cbrifto. Amen. Item per Julium oeto (?) renenfes, 21 iibras d. jui. 
Gloria in exceifis deo. Amen. Item per Auguftum quatuor florenos aug. 
mgaricales a nouo doctore mibade. Sixti pape tres florenos 6. w^^. 
renenfes, 22 libras d. Decus et gloria Deo alti&imo. Amen. Item 
per feptembrem unum florenum mgaricalem , oeto florenos renenfes, «ept. 
14 libras d., SO d. Ex cefare pro angaria crucis oeto libras d. Sancti- u. M|»t. 
fieetur nomen domini noflri ihefu cbrifU» Amen. Per octobrem triginta oct. 
duas Trnas mufti ex monafterijs neuburge. De quo gloria omnipotenti 
et faneto Leopolde. Amen. Valor enim earum erat 32 florenorum vnga- 
riealium ymmo amplior. Item per nouembrem unum florenum mga- »«t. 
ricalem, oeto renenfes, 19 libras d., crocum pro libra d. Gloria tibi, 
qui folus Jura monarebie primi potentis habes, ibefu ebrifte. Amen. 
Amen. 30 talenta, 6 fx. IHC. In boe nomine falutari dei completus 
eft annus doctoratus mei 16. In cuius nomine incipit deeimus septimus» I6. dec 
qui fit benedietus« In fua pietate dignetur mihi bomuncioni, peeatori 
non paruo» largiri miferieordiam» mirericordiaro, mifericordiam ! Amen. 
Amen.Hactenus in practica per medium deeembrisvnum florenum mgari- iS- dec. 
calem» quatuor renenfes, vndecim libras d., 22 d. Gloria omnipotenti 
deo. Amen. Hactenus per alteram decembris medietatem oeto florenos si. dec. 
renenfes a cefare in ftipendio. Item aliaf quatuor renenfes. Item 
7 libras d. Gloria cbrifto ihefu. (Von hier bis ^^oracione** alles grün.) 
Itaque, ihefu chrifte, inchoandum Annum tua gracia incipere, dirigere, 
finire dignerif. Amen. Marie matris oracione. Et fuus filius benedictus 
fit in eternum et nomen dulcis ihefus. 93 (diese Zahl roih). Nomen 
adhuc ihefus in celis, terrif et abiflls cuncta genuflectunt, tentacio 



^) Die Urkiinde scbebt bisher nicht gedruckt lu sein. Sie fehlt in den Re- 
gesten £ti Lichnowskyt wie in Maller*s Reiehstagstheatrom, in welchem 
1, 157 nur das Verlangen des Kaisers am Reichshölfe gegen Karl Vlll. auf 
dem Reichs-Con?ente 10 Cobleni erseheint. 

*) ^lmperium^ ist wohl zu streichen. 



60 1492 ei 1493. 

Jan. diffugit omnis. Item per Januarium habui ex practica deeem florenos 

11. Jan. renenfes a domina druxfleczin in fteez, ad quam iui sexta feria ante 

17. Jan. Antonii. Antonij reueni. Item vnum florennm vngaricalem pro nouo 

anno a prepofito S. dorothee. Aliaf vnum florenum yngaricalem, item 

tres renenfes, item fedecem libras d. 3 fz., 14 d* Gloria, laus, honor 

febr. nt tibi bone ihefu, Amen. Item per februarium tres florenos ynga- 
ricales, tres renenfes, decem et nouem libras d., 80 d. Bone ibefu, 

rnart. laus tibi ctcma. Amen. Item per Marcium duof florenos renenfes, 
unum florenum rngariealem, undecim libras d. a magiftro et medieine 
doctore Stainpeif, pro iure paterno. Item octo libras d. ftipendii ex 
cefare. Gloria tibi femper domine. Item nouem libras d., 3 fz. 

apr. Item per Aprilem tres florenos vngaricales, duos renenfes 15 libras d., 

mig. 3 fz. d. Gloria, lauf fit deo. Amen. Item per Maium unum florenum 
vngaricalem, duos renenfes, • . • • libras d., 4 fz. d. Gloria deo noftro 

7. mig. ihefu chrifto. Amen. Item gloriofa victoria tertia feria rogacionum 
juD. füpra teya <)• Laudetur deus. Amen. Per Junium duodecim libras d. 

8. jun. Lauf, honor, gloria tibi fit deus omnipotens. Item 8* Junij, mane 
jui. hora quinta, deponitur pes finifter cefari. Per iulium unum florenum 

vngaricalem, unum florenum renenfem, decem libras d. Lauf tibi ihefu 
chrifte, fili dei. Amen. Item ex cefare pro angaria penthecoflies octo 
libras d. Gloria deo. Per Auguftum fex florenos renenfes, undecim 

19. ang. libras d. His diebus Augufti, die XIX. Augufti post Auguftum 
primum maximus Augustus et cefar fridericus tercius 
obijt meridiem, infra octauaf Affumpcionis in 

28. ang. Hucz. Sepultus Vicune, die Auguftini, fepultura prin- 

cipum Auftrie. RegnavitAutem Annis S3 et medio. Gloria 

in excelfisdeo, quod tam religiöse, tam devote mortuus 

sept. eft. Item per feptembrem fex florenos vngaricales, nouem renenfes. 



^org^l* ^^^ Bericht eines Augenzeugen über diesen Sieg der landesfiirstli- 
chen Söldner über die böhmischen und mfthrischen Räuber oberhalb Thayaim 
V. 0. M. B., nächst Waidhofen an der Thaya , in Linck*s Annales Clara- 
vallenses. 2, 311. Dieses Gesindel, Ueberbleibsei der Soldner Matthias 
Corvins in Oesterreich, welche die alte Uebersetzung der Kaisergeschi übte 
Cuspinians Fon 1541, Theil 2, 110 bezeichnend „kriegsgurglen" nennt, ^die 
viel mehr mdrder zu nennen waren (sonst hiessen sie sich selbst den 
schwartzen hauffen)*'_hau8te fürchterlich, namentlich im nördlichen Theile 
des Herzogthums. 



1493 ei 1494. 



61 



13 talenta, 4 fz. d„ 22 d. Laus chrifto, domino noftro. Amen. Item 

per oetobrem quinque florenos renenfes, libras d.» 31 d. Die oct 

dyonifij Romanorum rex maximilianus, flne tubif et timpaDif, yeftitus 9. oct. 
Digro, yenit Yiemnam infra duodeeimam et primam. [Die yero] 9 
MaiimiliaDi ipse Maximilianus, infra undeeimam et duodeeimam» exiuit 12. oct 
Viennam contra tur cos. Dens det g^aciam. Amen. Item per nouem- 

brem 1 pbuntner» quinque talenta, 3 (z., 14 d. Gloria chrifto bot. 

femper. Amen. Lini yenit rex Viennam » quo die oracionero feci ad 26. nor. 

monacenfes decembrif tref florenos renenfes ex balczhoffer» et 

ynum ex abbate campililiorum. Item treflibraf d. Ex dei gracia finitu$ I6. dec. 
[eft anous doctoratus] mei decimus septimus. (^Dfu folgende bU 
»feliciter*" grün.) Incipit itaque ex dei gracia, bone ibefu, feliciter 

decimus octauus aria gloria tibi domine, ihefu cbrifte. 1404. 

Amen. Item ufque ad circumcifionis quinque libras d., 4 fz. Sicque 1. jtn. 

finitus eft dei gracia nunc benedictus in eternum nomine 

IHC annus 1494, quem deus bene yertat cum gracia in laudem. .... 
ferratur. Amen. Amen, ihefus maria. Item fequenti post circumci- 2. jtn. 

fionis a comite thoma de pofing 17 libras unum 

florenum renenfem, quindecim libras d. Item a ruelantin septem ta- 

lenta d. Gloria deo. Item per februarium octo florenos renenfes, febr. 

noyem libras d. Lauf cbrifto renenfes. . • • libr. d. item 

ftukch leinbat, Welhifcb. Item ex mufto a neuburga quadraginta 

quinque florenos renenfes. Gloria cbrifto ibefu 

Dorothee 21 r. 



Hiemit enden die Aufzeichnungen TichtetM in dem in der 
Einleitung unserer Sammlung näher bezeichneten alten Drucke. 
80 viel hatte ich vor vier Jahren aus den engbeschriebenen Vbr- 
stichbWttem dieses Bandes sorg fältig wieder zu geben versucht. 
Ich prüfte damals auch den übrigen Inhalt des Bandes^ der 
allenthalben mit Randglossen von TichteVs Hand bedeckt war. 
Nirgends wollten sich aber noch weitere geschichtliche Auf" 
Zeichnungen finden lassen^ die Glossen galten nur dem Avicenna. 



') Aus Rauches Abdruck ergänsi, so wie das uoieo Folgeode, swiseben Klammern 
in Steheoder Schrift Erseheioende. 



62 

Und doch enthielt der Band wirklich noch ein ganzes Blatt 
eines älteren Tagebuches^ das aber nur der Zufall konnte auf" 
finden lassen. Als nämlich kurze Zeit nach meinem Abgange 
von der HofbibKothek der sehr schadhafte Einband dieses in^ 
cunabels durch einen neuen^ ihn zugleich vor Motten schützen^ 
den, ersetzt wurde, zeigten sich an der inneren Wand des vor» 
deren Deckels, unter der Verkleidung desselben, ein grösserer 
und ein kleinerer beschriebener Papier streifen, dessen Inhalt 
wie Aufzeichnungsart unwillkürlich auf unseren IHchtel wiesen. 
Der Scriptor der Hofbibliothek Ernst Birk war so gütig, mir 
diesen Fund mitzutheüen , wofür ich ihm hiemii schuldigen 
Dank sage. 

Das grössere Blatt, 10% Zoll hoch und bei 9 Zoll breii, 
zeigte sich als ein Bruchstück eines Tage- oder Rechnungs' 
Buches, unserem eben mitgetheilten ähnlich ;das kleinere, 3 Zoll 
breit, bei 2 Zoll hoch , enthielt den Schluss eines Briefes , den 
kaum jemand Tichteln absprechen wird, der den zweiten, von 
mir unien aus einer anderen Handschrift angeschlossenen gelesen 
hat. 

Es musste mir vor Allem darum zu thun sein, das hierfol» 
gende Bruchstück eines zweiten, durch Format und Papier 
wesentlich verschiedenen Tagebuches einem bestimmten Jahre 
zuweisen zu können, weil dadurch erst dessen Daten an Be^ 
deutung gewinnen. Eine Jahreszahl war nirgends zu entdecken. 
Ich hatte daher nach anderen Anhaltspuncten zu sehen, die zum 
Glücke sich finden Hessen. 

Es ist nämlich erstens aus der letzten Zeile der Stirnseite 
des Blattes zu entnehmen, dass in dem Jahre seiner Aufzeich^ 
nung der 2. December auf einen Mittwoch fiel, was im Umkreise 
der Jahrzehente des Tichtelschen Tagebuches nur in den Jahren 
1972, li78, li95 und 1506 der Fall war. Einem dieser 
vier Jahre wird es also mit vieler Wahrscheinlichkeit, so war 
von vorne herein anzunehmen, zuzutheilen sein. Da aber zwei» 
tens auf derselben Seite des Blattes der Verwandte unseres 
Tichtel, der Vicar zu Loosdorf, Bartholomaeus Seybersbeck, 
als noch lebend erscheint, während der 15. August 1989 
unseres oben mitgetheilten Tagebuches dessen Ableben meldet, 
so lässt dies scUiessen, dass unser Blatt weder dem Jahre 



im. 63 

li9S noch irgend einem epäteren angehören könne. Da femer 
drittens die Einnahmen des Jahres 1478» von Tichtels eigener 
Hand verzeichnet^ bereits in obigem Tagebuch enthalten sind^ so 
entfalltauch dieses Jahr ^ und es bleibt nur noch 1912 als mög- 
lieh über. An ein früheres Jahr aber %u denken^ verbietet die 
Wahrnehmung, dass Tichtel, wie unser Blatt entnehmen lässt, 
bereits ausübender Arzt, n^enn auch noch nicht ^Doctor^ war, 
was er erst durch die Verleihung der Lehrkanzel an der Vni" 
versität, also ganz richtig «a docendo**, und zwar, wie er selbst 
erzählt, unterm 16. December 1977 wurde. 

l. 

(f 1\) ctam 

8. vici 

ftuli cum rubeis rappis. 

Item die Bartholomei ynum par 24. aug. 

cultelorum a prefecto ex tulnerfeld. 
Item poftridie Bartholomei» in qua die fuit 25. aug. 

Vocacio omnium faeerdotum ad biennam» yj pullos 

per dominum figifmundum rud» canonicum in balthauflen. 
Item plebanus Ituk fleifs iij gallinas. 
Item quidam rufticus ij •gal- (sie) pullos. 

Item Scbedlin dimidium lat croci, in yigilia Egidii. 3j. «ug. 

Item micbelin» circa Laurencium appotecarium» cafeum B \, 5. gept. 

fabatho poft Egidi. 
Dominica autem natiuitatis Conradus appoteearius in curia 8. »ept. 

prepofiti zway rebheyner. 
Item yigilia natiuitatis marie par cultellorum 7. sept. 

de Waidhoffen» per flekell, canonicum biennenfem. 
Eialtacionis crucis Fridericus Raufcher 14. ^pt. 

magnam falis cuppam, cum parua rota 

fignatam» habente in fe crucem. 
Item pridie lamperti egregium et magnum par 16. sept. 

cultellorum» Krefliing, prefectus in klingberg 

prope grein. 



6* 14TÄ. 

12. oct. Item Vigilia colomani dominus Bartholomeus 

Seyberrpek» conTobrinus meus, propinauit 
mihi Tnum pannum lineum, Herbein. 

Item duos pannof lineof, ruphn. Item 
duodeeim difcos ftanneos et tres 
fcutellaf ftänneas paruas cum referuaeulo 
coreo. 

Item plebanus ftukfleyfs rnam aucam. 

Item quidam quatuor aues. 

Item quedam domina poma et pira. 

Item quedam domina ex buda ein par guidein spreyrs. 

Item dominus Lampertus duos cafeos. 

Item magifter Ludobicus Keboltrer ynum 
luceum fatis magnum. 
7. noT. Item quidam faeerdos in curia melicenfl, fabatho 
ante martini» quinque lueeos. 

12. nor. plebanus ftukfleifs ynum gibifs, fequenti post martini. 

13. nor. Item fexta feria poft martini Certell ynum plauftrum 

lignorum falicum, yalore 60 den. 
Item Aurifaber noftre domus S centring fleifcs. 
Item quedam Inftitrix duas Ylnas panni Italici, 
2. dec. quarta feria ante barbare» Id eft feeunda decembris. 
(fol. 1\) Item die 

a raufeber prepof . ... 
s. dec. Item In yigilia Nieolaj 

auche et pedef ynius apre. 
Item maifter Hanfs, mal er yon Werd, 
tres Aues ynum fafianum. Item iij tall. 
hyet ich mueffen ymb ein glafz geben, 
hat er mir gefchenkt. Item 
Quidam faeerdos propetraifmawrjlotum 
faffran. 
Item 



1478. 

n. 

Irapieit eiaes Iriefes Tlektelt. 

firis adf 9 carmina et orationem eo libencius 

(perlegi), quod et inter difficiles res mihi follacio fuit. 
(Ceterum) inter ref a me lectas nouitatem pre fe 
(ferun)t ingenuam. Sed ubi deuf uolet hee 
. . . . .ira fallt» et ubi mendofus fatis emen- 
(dab)itur orbis. Literas yestras emendare non 
(p)otui» quippe ex immundo fpecalo nemo purgabitur. 
Val. 



65 



Bii trief «ehters ai ieirad Celles dto. Wiei, littweeh dei 6. febriar 

14f 8. Ai9 der laidsehrift der k. k. lefbibliethek. Neie Nuer S448. 

Yergl. Wieier Jakrbb. d. LUeratir Id. 4S, 142 ud IH ff. 

Pro domino Conrado, Amico fuo. 

(foL 2U*.) Joannes Tichtl, Artis mediee et liberalium doetor» 

amico fuo Conradi Celti protutio» poete Laureato, Alma 

noriimglorie et yirohumanissimo doctoque Salutem plurimam dieit. Cum 

ex Yienna nuper iuifses» subtristis mihi animus fuit, ita 

ut etiam me tue Yaledictioni fubtraxifsem. Timui enim 

mihi, qui yir effe debeam, de lachrimis emittendis. Nee 

abs re. Fortuna namque tam uariä, quod tibi contrarij, yt non reuenire 



^) Ist wahrscheinlich niemand anderer, als der von Denis in den Merkwürdig- 
keiten der Garellischen Bibliothek S. 71 aufgefOhrte Dichter, dessen unter 
dem Titel : Fratris Ade Genueosis carminibus edita Passio D. N. J. Ch. 
S. 1. e. a. 4®. Denis, 1. c. S. IZ erwfthnt Dadurch erklärt sich auch , wie 
diese Gedichte unserem Tichtei in seinen Leiden Trost gewährten. Dus 
übrigens „ade* nichts Anderes ist, als ein gesuchter Genitiv von „Adam," 
braucht wohl nicht erinnert zu werden. 

Pontes. VIII. S 



66 UTA. 

pofTes, moliri poflet, in animo yerfabar. Nee me mea 

fefellit opinio. Non enim (ine caufa tarn tarde ad nos 

puerum tuum Nicolaum miflfti. Nee hiis eontentus ultra 

fpem» quam nobis cum eodem promififti, addidifti, non uenire, 

decima fere fcribens» nam ßne doctorum literis ad te datis venire 

Teile. Doetori fteber literas dedifti» me neglecto. Quid 

(foL 29 ,) ßbi Tue Iitereyoluerint,me fugit. Si collegium difeipulorum 

tuorum congregatum fuilTet» forte ex illo literas babuifses. 

Quid flniftri in re fit, nefeio. Sed pro te caufas fingam. 

Turper annum a nobis conductus, deerefeentibus diebus inieium faeere 

noiuifti. Nos tamen, terentiano confilio ducti, debitum a te 

et promifTum doctrina amieis (?) etiam ydibus deeembris accepifsemus. 

Sed et proBcientibus diebus tardus in boc fuisti. Speraui . 

tamen omnino, quod principium Arietis non efses omifsurus in 

tua doctrina, in quo et mos eft fcolaribus feolas petere, 

ymo retentoribus. Sed uideo, dolenter quidefti, nunc omnia 

negleetum iri, et te non nifi ad kalendas greeas aduenturum. 

Tu tamen dignitatis tue fidei nobis date et pollicite confulere 

debebas. Sed quidem ,,precio parata yincitur preeio fides** tragieus 

inquit Seneca. Plura fcribere de multis et de ipfo doetifsimo 

mathematico Joanne ex eperies, qui mihi in tua abfentia 

plurimam confolationem interea dedit, non pofTum. Sie enim grauatur 

animus, cujus grauati animi tu causa es. Datum ex Yienna, die 

Dorothee 93. Ex tuo neglecto difcipulo Joanne 

tiehtl. Tu quidem uale, et quidem feliciter, mei aliquantum 

memor. 



n. 



SELBST-BIOGRAPHIE 



SIEGMVNDS FREIHERRN VON HERBERSTEIN. 



1486—1553. 



69 



(BL 1\) Alle menschen sollen billichen dermassen 
auf erden leben, damit sy mugen ynnd sollen Raittung 
geben Ires thuns ynnd wesens, damit man mQg spre- 
chen, das ainer gelebt habe. Das hat mich bewegt» 
sölichmein Raittung meines lebenns zu beschreiben. 
Ob yemandt, ynnd sonnderlichen meines namens, 
ichtes daraus nemen wolte, dem nachzuuolgen, oder 
merers ynnd Eerlichers fQr sieh zu nemen, ynnd nach 
seinem thQn den nachkhomenden ein pessere anwei- 
sung zu geben 9- 

Erstlichen khan ich nit ynnderlassen , meine Eerliche Yor- 
elltem zw erzellen, yon denen ich mein anfanng genomen. Den EUtern 
yon Herberstain find ich, das der Herr Ott genannt was. Der hat ain 
Gemahel gehabt, Matz oder Machtild genennt. leres geschlächts hab 
ich nit gefunden. 

Von Herrn Otten ist gebom Herr Gedrg. Der bette Alhain «) 
Freinpergerin. Von dem Herrn Georgen ist gebom Herr Ott. Dem 
ist yermähellt gewest Elizabeth, Herrn Hannsen yon Hollnegg 
tochter. 

Von dem Herrn Otten ist gebom Herr Anndre. Sein Gemahel 
was Vrsule, Herrn Hannsen yon TeufTenpach Tochter. 

(BL 1^,) Von Herrn Anndreen ist Herr Lienbardt gebom. Sein 
Gemahel was Barbara , Herrn Niclasen Burggrauen zu Luenntz ynnd 
zum Lueg tochter. Dauon bin ich ynnd neben mir Herr Georg ynnd 
Herr Hanns, yor, ynnd Herr Wilhalbm nach mir gebom. Die all hab 
ich nit darumb herzue beschriben , das ich mich des Adels yon der 



^) Mit dorcfaschassener Schrift Gedrucktes ist im Originale ans grösserer, 

sogenannter CanxeUei-Schrift. 
^) Wohl aus AIcuina, d. i. abd. AIahwinj4 = templi amica entstanden. 



70 1486—1495. 

I geburt so h'och Ruemen wollte. Dann der lob des Adls ist nuer deren, 
die dem namen vnnd Adelichen herkhomen im thun rnnd. leben sieh 
vergleichen. Darumb ^ ain Jegelieher, ob der gleich yon Adelichem 
Stamen herkhombt, sich selbs Edl macht, das ist mit seinem thun 
ynnd wesen sich dermassen, alls Adelichen geburt, hallt *). 

Hein Vatter hat von Khaiser Friderichen dem dritten Adlsperg 
ynnd Wippach am Kharst gehalltenn. Bin daselbstn zw Wippach ge- 

1486. born, wie ich von meinen EUtem bericht bin worden, im 1486. Jar, 
am abent oder nahendt vor bartholomey. Daselbstn bin ich der zeyt 
nach meinem Alter zw Schnell gelassen worden. Wie ich auch in 

r '^' meiner khindthait vasst khranckh bin gewest, hat mein Mueter Iren 
trost zw dem Höchsten geseczt,' vnd mich Khirchferten oder Wal- 
farten geen Laret oder Racanat <) versprochen. Dahin ich dann woU 
Junger geraist mit meinem Bruedern, Herrn Hannsen. Seib also zw 
(Bl. 3^9 Laran in Tsterreich ^) auff das Mör gesessen, geen Ancona 
gefaren, vnnd soliche walfart verriebt. Vnnd denselben weeg wider 
auff Ancona, vnnd von dannen auf Laran genomen. 

Da zw Wippach hab ich Teutsch vnnd Windisch, baid Sprachen 
gelernnet. Die Windisch hat mir vill muee in meiner Jugenndt ge- 
macht. Vill zuenamen muessen hören: „Sclaf,** „Khadrotz^ vond 
dergleichen, Dannocht hat mich niembt von der Sprach abtreiben 
mugen, des mir hernach in vill sachen genutzt hat. 

Vngeuärlich im Achten Jar meines Allters hat mich mein lieber 
Vatter geen Gurckh in Khärndten, zw Herrn Wilhalbmen Weltzer, 
alls Thumbbrobst daselbstn, der auch von ainer von Herberstain 
geboren was, geschigkht, der aus seiner angebornner tugent vill des 
. Adels in derselben Jugennt- erzogen, zw schuel geen , auch Ime zu 
^ Tisch dienen lassen, damit man baide die Lernung vnnd die Hofzucht 

bekhomen hat. Seines gleichenns in allen Eerlichen sachen hab ich 
zw mein zeiten khain vber Ine gesehen. Das möcht nun im 1495. 



*) „Dammb aich^ die Handschrift. 

«) „hallten'^ die Ha. 

') Das ist Loreto und weatlich davon, etwa eine halbe Stunde entfernt, Recanati, 

beides in der Delegazion Macerata des Kirchenstaates. 
*) Das ist Lorano am Meerbusen ?on Fiume, südwestlich Ton dieser Stadt. 

Lorano hiess zu den Zeiten der Römer der vielen Lorbeerbiume wegen 

„Laura^. 



1497— 180«. 71 

gewest sein, das ich sterbenns halber» widerumb geen Wippach 
gesehigkht bin worden <), 

(Bl. 2^9 Im ain Tausent rier hundert ynnd Siben ynnd neun- 
tzigisten bin ich von meinem lieben Bruedern» Herrn Georgen, f auf f penWien(H 
die Schuel, aus beueleh meines Vattern, gefuert worden. Im 99. bin 
ich auf der Vniuersitet oder hohen Schuel eingeschriben worden« 
alls der gebrauch ist. Dazumal Rector was Maister Oswald Beikher- ^ ^ 
storffer <). Im 1502. Jar bin ich Baccalaureus, wie mans nennt, wor- 
den. Dazumal was* Rector Doctor Hanns Khaltenmarkhter ^). Die zeyt 
bin ich bey Sanndt Steffan in der Schuel gewest. Maister Paul 
Rockhner was Schuelmaister, Maister Georg Rätznperger sein gehilff. 
Der hat die maist Arbeit mit der Lernung gehabt. Bin allsdann mer 
dann zway Jar, in dem namen der lernung, zu Wienn beliben, vnnd 
aus meiner maister zucht ynnd gewallt khomen. Wollt Got das ich 
nit so frey gelassen wSr worden , ich bette vill merers gelernet. Der 
Almechtig welle mit gnaden meinen lieben Vattern, auch meinen 
Zucht ynnd Schuelmaistern, lerer treue, die sy an mir gethan haben, 
reichlichen begaben. Sy haben ye treulichen an mir gethan I 

Der Schuel halben muest ich aber yon den yngeschikhten yill LtUieinSpoM 
Spotwort anhören. Nennten mich ain Doctor, Waclaureum, Vossn 9» ^ 
Schreiber, Schueler. Die mich (Bl. 3*.) ain Doctor nennten, den 
gab ich Anntwurt: „mir wäre laid, das ich khainer war, das ich aber 
was gelernnet, ynnd pass dann der Schreiben ynnd merers khund 
dann er, ymb souil deucht ich mich pesser sein.** Söliches mir bey 
den yerstäandigen yill Ruembs bracht hat. 



^) «1495. Hoc anno Ines igwintria cnientissima toto aevieni orbe atrayit mor- 
talea et ubi incipiebat durabat mensibua tribus. Urbe qua regnabat primo 
et tertio mense rariuB, medio yero grassatur aeerbius, et annis hüs in 
tribus consimiliter. Et nunc hie, jam alibi seviebat, et ai quem pertransisset 
locum, post aliquot tempua ad conyicinas repedabat percuciendo urbes.^ 
Annales Mellicensea. Perts, Monnm. SS. T. 9, 526. Es war die Luatseuche, 
in Deutschland „die boea blättern,'' „das lembt der glid,'' „malzei'' u. s. w. 
genannt Vergl. Fr. Sehnurrer's Chronik der Seuchen. 2, 46. 

^) Mit (H) ist im Abdrucke alles bezeichnet, was Herberstein eigenhfindig bei- 
geffigt hat 

') „D. Oswaldus Ludorici ex Weiekersdorf* nennt ihn Lochers Spec. acad. 
S. 17 und 19. 

*) Nach Locher, S. 20, war Kaltenroarckter im Jahre 1501 Rector. 

^) Vergl. Da Gange, Gloss. unter Vassus und zwar 6, 143. sp. c. 



72 1502-1505. 

Im funffzehenhundert ynnd sechsten Jar fuert Khaiser Maximilian 

1506. den khrieg geen Hungern , nachdem Khunig Wladislaus aine aus 

Franckhreich genomen hefte. Dieselb geperte hieuor ain Tochter. Da 

ward ain hanndlung fSrgenomen , das die Hungern den Khaiser ynnd 

seine Erben, wider Ire gegebne yerträg, von der Erbschafft des Khu- 

nigreichs stossen weiten. Alls man im khrieg yor prespurg lag , ist 

f viasit (H.) dem Khunig f sein Sun Ludwig geborn. Mit dem griff man wider zw 

ainem frid. Mein Treuer ynnd yerständiger Brueder, Herr Georg, 

Erste namb mich yon Wienn, rüsst mich mit fönff seiner phärdten, mit denen 

Rostigung (H.) ich in ainer Ersamen landtschafft in Steyer Russtigung, die sy Kay. 

Maj. in khrieg schickhten, ynnder herrn Hannsen yon Reyhenburg, 

herizog wiihaim haubtman, gcdicundt hab. Mein Brueder schickht mich darnach an 

TonGuUchwaso. des Khaisers Hoff, ettliche seine sachen zw Soliicitiern , allermaist 

Teidhauptm.(H.) jg^unab, (BL 3^.) das ich mich des Hoffswesen erlernnen ynnd die 

leuth erkhennen soll. Hab lani^ dem Hoff nachgeraist. Dann wider 

haim khomen, meinem lieben Vatter in seinen Rechtfuerungen, die er 

yor dem filrstlichen Cammergericht zw der Newstat, auch im Lanndts- 

rechten in Steyer gefuert, gehilfflich gewest. Vnnd warden mir alle 

dieselben RechtfQerungen ybergeben. 

Im ain tausent fünffhundert ynnd achten ward zwischen Khaiser 
Maximilian ynd den Venedigern khrieg. Sy ybereylten Gortz , Triest, 
Mitterburg ^, Sannd Yeyt am Phlaumb ^), ynnd was Innhalb der 
Wälder am Carst, Ysterreich ynnd Fryaul der Khaiser bette. Darunder 
6. Janj. v^s auch Adlspcrg, das muesten sy wider geben, nachdem ain An- 
venedigerNamen stanudt wardt enzwischcn betaidingt. Vnnd nach beschlus des An- 
G^Kx^^^tet^To ^*^"^"^^ betten sy dasselb eingenomen. Vnnder denen was auch 
sios 17 (H.) ' Marnfells *), meines Vatter Schloss, das mein Brueder Herr Hanns der- 
selben zeyt Innhette. Der was gedrungen sich zw ergeben, weill er 
in Isterreich sass, ynnd alles ymb Ine in der Veindt Hennde was. Sy 
fieibs erben (H.) gaben aber allein Ime ynd sein Manndlichen f dasselb Schlos. 

Im funfzehenhundert ynnd Neunten schikht mich mein Vatter 
geen Venedig, zu hanndlen, damit (BL 4^^ sölich Schlos nit allain 



^) D. i. Pisino in Istrien. 

*) D. i. Fiume. 

3) D. i. Gemona in Friaul. 

*) Siehe die Anmerkung zu Mamfels auf der folgenden Seite. 



1509. 



73 



meinem Brueder, sonder meinem Vatter vnnd seinen Erben yolgte. 

Derselben zeyt, als am yierzehennden Marty, yerprann das Zeugbaus» 

des sy Arsenal nennen zw Venedig. Der Kbaiser yertrueg sieb mit 

Kbunig Ludwigen zw Frannekbreieh, damit der wider die Venediger 

den kbrieg annamb. Das macbte sy lerr. Derbalben ward mir von 

ainem Erlicben Man der bescbaid , es wäre souil zu tbun , das icb 

gewislicben khain Anntwurt erlanngen wurde. Mit dem zobe icb 

widerumb heimb. Palld damaeb scblueg der Franzoss die Venediger 18. Miy. (h.) 

sebwfirlieb. Auff solicb erscbreekben baben sie yasst alle Fleggen 

im Lannd yerlassen: Bressa, Fern, Viueentz, Padua 9» Görtz» Triesf» Gorts 3i. Miy. 

Mitterburg ynnd was sy dem Kbaiser bieuon genomen betten. Mitter- ^"'^ 

bürg stelten sy meinem obgemelten Brueder in des Kbaisers namen 

zue. Die funff Niederösterreiebisebe Lannde sebigkbten dem Kbaiser Nideroeterreichi- 

ansebenlicbe Russtung, dergleicben zuuor ynnd bemacb nit geseben ^^^ nwüguDg. 

, . , ^ ,, , . , , _ Die sleyrerische 

ist worden. In der yon Steyer anzall bm icb aucb gewest, ynnder ^^ytter ugo vast 
Herrn Hannsen yon Reibenburg Haubtmanscbafft. Mit derselbigen tin Manat zue 
Rfisstigung zobe man fflr (BL 4*.) Sibidat «) ynnd Weyden, die wider Liibach,d.khm. 

" *^ ^ -^ ^ ^ nerische tzugen 
fup Neamarkhtl, 

Am 27. July rucbtn wir für die weydn. \ ***• ^® "^" 

A/v . n . 1 ^1 . X •eben MontToI- 

Am 30. gewanen wir Rosatz das Closter «). j ^^on nennen 

Am 2. Augusti stürmten wir yergebns Cibidad. [ Tettn ain Tnna- 

Am 3. Sept. gewanen wir Tulmein *). )(H.) «»«> «t«»-™- («0 

Am 26. Octob. bab den micbel Markes de Grauisis geslagen. 
Am 8. Nouember gewanen Venediger wider Raspurg *). 
Am 6. für Marnfels *) getzogen, Nicbts gescbaffn. 



^) D. 1. Breacia, Verona, Vicenza und Padua. Nach diesem letzteren Namen 
und vor dem darauffolgenden Görtz standen in der HS. noch Teruis und 
Weyden, d. i. Treviso und Udine. Beide Namen sind aber, wahrscheinlich 
durch Herberstein, durchstrichen. 

^) D. i. Cividale, nordöstlich von Palma nuova am Nadisone. Hiess unter den 
Römern Forum Julii, im Mittelalter Civitas Austriae. 

') D. i. Rosazzo zwischen Ci?idale und Cormons, zu H*8 Zeiten eine Benedic- 
tiner-Abtei, welche schon 1132 urkundlich erscheint. 

^) D. i. Tolmezzo am Tagliamento. Zu H*8. Zeit im Besitze des Patriarchats 
TOD Aqufleja. 

^) D. i. Raspo, nördlich yon Pinguente in Istrien. 

*) D. i. Marenfels bei Lupoglayo in Istrien, nftchst Colmo und Dolegna?a8, am 
sOdwestlichen Abhänge des sogenannten Tschitschenbodens. Eine mächtige 
Burg, abgebildet in Valvasors Ehre des Herzogthums Crain, 3, 355. 



74 1JM)9. 

Im Juiio. (H.) abgefallen warn. War grosse yngewönndliehe Hytz. Mein Vatter 
Ruffl mich darzne mit Siben phärdten , vnd darzue mit ainem Wagen 
wollgespannt. Vill khnecht vnnd annder fiellen Ton Pbärdten» Hytz 
halben, das machte Ir trinckhen, des sy bei allen pächern ynnd PrQnnen 
phlegten. Vasst yill Ross seindt verfüettert worden , dann man den 
Habern, des wir gewont sein gewest, nit haben mögen. Zw dem, das 
Ir vill soliche khnecht gehabt haben, die sy mer fiir lere gesellen, 
dann diener gehallten. Vnnd weder Herr noch khecht lerer Phärdt 
geacht. Got lob I mir hat die Hytz khain beschwärnus geben, hab auch 
zw Pf&rt nit getrunckhen. Das ain Wagenphärdt.hab ich verlassen. 
Ich hab neben vnnd mit meinen dienern die gezellt auf vnnd abge- 
zogen, dergleichen die Pärn aufgericht 9» damit die vberigen diener 
dester zeitlicher vmb die fuetterung gesehen, vnnd dann den Phärdten 
lere recht thun mögen. Alls der Lanndtschafflen diennst verriebt 
was, zohe ich in Isterreich zu meinem Brueder, weill er etwas 
schwach was, damit er den Luflft möchte verkhern. Vnnd er zohe in 
1509. (H.) das Lannd zu Crain. (Bl. 5*.^ In dem so zeucht Hertzog Erich von 
Die Ton steyr Braunschweyg, Oberster Veldhaubtman, für Neuhaus ^ vnnd Raspurg, 
Schikhtenierra- jj^ ^^ gewau. Hey croberung Raspurg bin ich auch gewest Darnach 
HMan^^BruedTr ^^ al>*ug bin ich in Khaiserlichen dienst angenomen worden. Innhallt 

bernGeorgen,die der Copoy: 

ortflekhenjnwin. Wir Erich von gottcs gnaden Hertzog zw Braunschweig vnnd 

Derwhikht^mich Luncuburg, Romischcr Kay. Maj. etc. Oberster Velldhaubtman der 
in Maerbarg *) Niderösterreichischeu Lannde etc. Bekhennen, das wir vnnsern be- 
mit i3pfertn,3a gQ|,ujg,.jj Ueben Sigmunden von Herberstain mit Acht gerussten 
"**^ (R) Phärdten in Kay. Maj. diennsten aufgenomen vnnd bestellt haben, 
wissenntlich in Krafft des bri^ffs. Also, das er seiner Kay. Maj. vnnd 
Vnns, alls seiner Maj. Obersten Veldhaubtman, oder wem sein Kay. Maj. 
oder wir an seiner Maj. stat zuegeben werden, mit solichen Acht ge- 
russten Phärdten, biss auff seiner Kay. Maj. oder vnnser wolgefallen, 
getreulichen dienen, damit gehorsam vnnd gewärtig sein, vnnd alles 
das thun, das ain getreuer diener seinem Herrn vnnd Haubtman schuldig 
ist wider menigclich, niemandts ausgenomen, inmassen er vnns dann 



*) Das sind die Barren oder Wannen, in welche den Pferden das Fatter 

geschüttet wird. 
*) Castel nuoTO, nördlich von Raspe in Istrien. 
') Marburg, die Kreisstadt an der Drau. 



1K0»-1510. 



76 



dannnb gelobt hat. Dargegen sollen wir in mit dem Soldt ynnd scha- 
den hallten, in massen wir es mit anndern geraisigen, so wir (Bl. S^J) 
jetzt khortzlichen gleieherweiss in Kay. Maj. dienst aufgenomen 
haben, halten werden. Alles on genärde. Mit yrkhundt dits brieffs, 
mit Tnnser hanndt vnndterschriben ynnd fnrgetruckhtem ynnserm pedt- 
schadt verfertigt Beschehen im Feld zw Grftdiseh 9> ^^ vierten tag 
des monats Oetobris, Anno etc. im Neunten. 
Hertzog Erich. 

WAtsch. 

Darnach yersamblet sich Michel Markes de Grauisis, ynnd zohe 
zwischen Rasparg ynnd Marnfells yber die Butzkha ynd f, namb ain tptyntkbsXH.) 
grosse anzall yiechs ymb Khesta ynnd Veprinetz, des die aus Ister- 
reich hinüber geflehnet betten. Am widerzug hab ich meine ynnd 1509. (h.) 
annder Leut aufbracht, und die am Mittersjiill >) in die Flucht bracht, im 26. oct (H). 
alles yiech erhalten. 

Im Nouembry am funfften zugen die Yenediger f&r Raspurg 
ynnd gewanen dasselb den nagsten tag. Damach zugen sy fllr mich e. Nou«mb. 
geen Marnfells, weiten mich mit Hultzen Pfichsen schreckhen, tai- Mtmfeis beie- 
dlngten den ganntzen tag, ynnd den anndern auf Mittag. Alls sy aber ^^^^' 



Als ich dem Michel Markhesn das yiech abgedrungen , ynd der 
seinigen etliche gefangn, die ich nit all im sloss behalten mögen, hab 
'die ausser lands zw meinen freunden ynd yerwandtn geschikht, das 
also, wie mich die yeint belegerten, nit mer dann drei gesunter khnecht 
im haus gehabt. Mich allain meiner ynderthanen, die mein brueder 
woll gehaltn, getrost, die sich auch treulich ertzaigtn. (H.) 



^) Gradisch am Karst, eine Viertelstunde von Wippaeh entfernt 
') Also xwischen Marenfels bei Lupoglavo und Raspo fiber die Gebirge Utzka 
und Paynak nach Veprinaz, nördlich von Lovrano, westlich von Volosca» 
ganz nahe am Meerbusen von Fiume. Das Utzka-Gebirge reichte bis zum 
Schlosse Marenfels, vergl. Valvasor 1. c. 3, 355 a. Unter dem Berge Papak 
wird woM der auf der österr. General-Stabs-Karte, westlich von Marenfels 
erscheinende Berg Planik zu verstehen sein, welcher wie die Utzka demsel- 
ben Gebirgs-Systeme des Tsehitsehen-Bodens angehört. Unter Khesta ist 
Castus, nordwestlich von Fiume, östlich von Veprinaz, zu verstehen. 
') Vielleicht Colmo, wenn man dies fOr Colmeizo gelten llsst. 



76 1510. 

nichts khunden ertaidingen , zohen sy widenimb ab. Dann auch Ir 

Vorhaben was fiir Ferrär zu ziehen, Alls auch geschach. 

Das ist nun im (BL 6".^ Ain LanndtschaiR in Steyer schickht abermals ain ^} 

1510. (H.) Russtigung dem Khaiser auf Görtz, in abwesen des Obersten Veld- 

haubtmans. Mein Brueder Herr Georg was Haubtman. Zw dem khamb 

ich geen Görtz. Da ward ain Anschlag auf Grfidisch gemacht, dasselb 

Paul Ratnperger abzueillcn, das aber nit eruolgte. Dazumal ward Pauli von Rottnperg 

1510. erschossen, der zuuor vill tag ganntz schwärmüetig gewest ist. Vnnd 

u y »m • i . nachdem er ainer Lanndtschaffi gellt bette, zw bezallung der diennst- 

leüt, vnnd er alls ein khriegsman sich am Raiten nit verstüennde, des 

abennts alls wir auf bemelte Rais aufzugen, bat er mich, „ob er nit 

widerkhäroe, ich soll mir sein Raittung lassen beuolhen sein.*' Nach 

solichem schickht mich mein brueder geen Grätz vmb gellt, vnnd hab 

also das Khriegsvolkh zallt vnnd die Raittung gehalten, die mir ain 

schwäre Arbait gab, weill ich hieuor auch khain Raittung gethon noch 

gesehen hette. 

Das ist noch im Hcmach hat aiu Lanndtschain in Steyer widerumb ain Anzall 

1509. geschehn. Rhricgsvolkh mit meinem Brueder geschikht, Görtz, Triest vnnd Mit- 

Ain Rais was angeschlagen für Alban >), vnnd kham an den tag 
in der wochen, daran aller Khinndlstag gewest was. (D.i. 23. bis 
29. December 1509 y der 25. zahlte aber schonzum Jahre 1510.) 
Eshueb Sich ain red, welches fueglicher war, denselben tag mit dem 
ausszug oder mit dem angrif zumeiden? (Des Christfestes wegen.) 
Ward beschlossen mit dem ausszug. 

Als das Viech angeschlagen was , dem laffen .die aus der Stat 
nach, da wir aus der Halt prachen, vnnd verrenntn Inen den weg. Die 
flohen in ain Khirchen. Die Chrabatten sagtn von guetten gefanngen, 
„ob Ich wolt, die Khirchen war Pald zuerobern.'' Denen sagt ich: 
„Ich riete man liess vnnsers Herrn Haus vnbetruebt, (Gott werd) vnns 
in annder weeg erstattn.** Dem volgten Sy auch, vnnd ist vnnsyeder 
Zeit glükhlichen ergangen. 



^) „schickht mich abermals in ain^ die Hs. mitdurchstricheDem „mich^ und „in". 
^) Albona im sOdlichen Theile Istriens, unweit des Hafens Rabacz und des 

Arsa-Fiusses nahe dem Ufer des Canale di Farasina, welcher die Insel 

Oherso vom festen Lande trennt. 



1510. 77 

terburg zubesetzea. Hat mir m Ai BrQeder zwelf phärdt ynnd riertzig 

Fueskhnecht» damit Mitterburg zubesetzen» zuegeordnet. Bio allso zw 

Blitterburg beliben (BL 6\Jf alls luog die besoldung gewert hat 

Bald darnach wie ich abgezogen bin, hat ein Venedigischer , mit na- 

men Damian dfi Tarsia, ain Völckhle yersamblet, vnnd ist auf die Tfiber 

oder Castelle geen Mitterburg gehdrig gezogen » der etliche einge- 

nomen. Derhalben schreibt mir der verwallter der HaubtmanschaSl 

Mitterburg, Andre Wlasitz, ain Allter Crabatischer diennstman, mit 

soliehem anzaigen: f ^ich solle zu dem Hertzogen geen Gdrtz reitten» j-oer Damian de 

die geuärlichait mnd ynuersehenhait der Stat vnnd Schlos anzaigen» Tarsia hette mit 

damit er ftrsehung thöte." Derhalben ich mich mit meinem Brueder, ***"**! ^®"»"" 

^ lung Rakhl vnd 

der widerkhomen was, beredte. Vnnd weill ich wisste, das der ver- Borban ') einge- 
walter dem Stat- vnnd diennstvolckh ganntz widerwärtig was, darumb nomen,vndname 
niembt bey Ime bleiben würde, bin ich Yon Marnfells hinabirezoffen, 1'° ^^*®* ^^,^^ 

^ , , . © © » xaber oachein- 

das YÖlckhle zw erhallten. Ich wisste auch woU, das ich mit meinem ander ein , vnd 

Ritt nach Gdrtz in solicher Eill nichts verrichten wurde, vnnd mir nit t»««« ^^^ "»»t«»-- 

loblich, (80 ich) von veinden vmb mer volckh (wie man sagt) Raison ^*"*^* ^*^ 

sollt Ich nam den weeg von Marnfells vber den hohen Perg zu fuess 

ab mit Zwelf Pferdtn. Der Lucas Vladeschitz, — ain eerlicher Chra- 

bat, hat Sich vil bey vnns zu Marnfels enthalten — zoch mit mir. 

Ich erhiczt mich im Harnasch am geen. Als Ich zu der ebne khäm 

gerittn, was ain frischer luflFl, dauon, vnnd das Ich pald gesülzt Mör- 

visch geessen hette, ist mir in der nacht so wee worden, das Ich mich 

des lebens nahe verwegen hette. Des bekhumert mich am Höchstn, das 

Ich sorgte, man möchte gedacht haben. Ich were von angesicht der 

veindt in solche sorg vnnd khrankhait gefallen. Got gab gnad. Wie 

ich khamb, fragt mich der verwallter: warumb ich khomen wfir? 

Alls er verstuennd,das ich bey Ime bleiben wollte, sagte er mir grossen 

(BL 7\) dannkh. Alls ich meine Ross morgns wollt wider von mir 

schickhen, khumbt verwallter wider. Sagt: »Ir habt nur ain grossen 

diennst thon, das ir khomen seyt. Ir thuet mir aber hinwider ain 

grosse beschwärdt, das Ir Eure Ross verschickhen wollt. Darumb 

wellen die Crabaten auch mit allen Iren Rossen hinwegkh.** Sagt: 



^) Barbona liegt nahe an der Ausmüadung des Arsa-Flusses in dem Canale 
dell* Arsa, sfidweatlich von Albona. Zu bestimmen, welcher Ort unter dem 
Namen Rakhl gemeint sei, muss ieh Andern überlassen. 



78 



1510. 



„ich bette das danimben fOrgenome^ weill wir khain Fiirtrung haben 
werden. So die belegerang ain khlaine weill weren sollt. Vnnd das 
menigclichen wisse» das ich hie will beleiben ynnd mich da finden 
lassen will. Das soll aber anndern khain rrsach zum abzug geben. 
Will meine phärdt auch da behallten. ** Damach khamen die Crabaten» 
Dnncouiiz. (H.) — aluDunkhoftitz was Haubtman, — Sagten: »sy warn nit trabm 
^y (das ist fueskhnecht), das sy die Mauer selten verhüetten» Sonnder im 

Veld wäre Ir ambt zuhanndlen.** Die ich aber mit dem trost» alls bette 
der Hertzog mir in mein Hanndt gelobt» eillennd zu khomen ynnd 
vnns zw enntsetzen» erhallten» vnnd dannocht bewegt, das sy lere 
phärdt mit wenig Iren khnechten auch von sich geschikht haben. Die 
veindt Eyllten ynns zue. Der verwallter wesste den ynwillen wider 
sich, khamb ynnd erböte sich, mir allen gwallt zw ybergeben. Den 
ich aber nit annemen, sonnder neben (BL 7K) Ime was ich yerstQend 
thun wellen. Die yeindt schössen ain gross ort der Mauer, da der 
Traid Cassten gestannden. Wir pauttn enntgegen, dermassen , so die 
Mauer gefallen ist, das werch so guet da alls die Mauer gestannden. 
Man fiell an ainem Suntag aus der Stat» erstachen etliche Puxenmai- 
ster, nach demselben seind die Veind in der nacht abgezogen. Der 
Hertzog khamb dannocht hintz auff der Schilhertäber 9» ^^^^ U^^ 
das Aufpot geen. Alls ich dahin kham. Setzte mich an sein seitten^ 
da doch Eerlicher Allter drey ilitter warn: Herr Wernhardin yon 
i und Hans von Rau^^ch vuud Herr Hainrich yon Elach f. Der Hertzog legt mir für, 
Nenhans. (H.) ynnd spricht: „du hast es woll yerdienndtl*' Mag ain Eerliebender 
gedennkhen, ob mir das nit woU gethan hat. Derhalben namb ich ain 
yrkhundt solicher meiner diennst halben yon dem Hertzogen, wie 
hernachuolgt : . 

Wir Erich» yon Gottes genaden Hertzog zw Braunschweig ynnd 
Lunenburg, Rö. Kay. Maj. Obrister Velldhaubtman der Nideröster- 
reichischen Lannde etc. Bekhennen mit disem offen brieue» das ynnser 
besonnder lieber Sigmund yon (BL 8*.) Herberstai'n in R5. Kay. Maj. 
Diennst mit ainer anzall phärdt aufgenomen ist worden, nach lautt 
seines bestalbrieffs, Ime darumben geben» sich redlich ynnd woll bis 
auf den heuttigen tag gehalten hat. Darfür yersprechen wir Ime» in 



1) Der „Schilhertäber'' lag in Crain im Poikthale, an der Strasse tod Laibach 
nach Flame, nördlich yon Sagurie, sfidlich yon Adelsberg. 



1513- iK14. 



79 



Crafil dits brieffs, an atat vnnd in namen berorter Kay. Maj.» seiner 
diennst halben zalhafit zemaeben. Auch was er mit der obbenannten 
Anzall phärdt» so er bisher gehabt hat, hinfür diennen werd» daselb 
frid zostellen, doch biss auf ?nnsers widerruffen Tnnd rerrern be- 
schaidt Mit vrkhund ditz brieffs » auch ynnsers Hanndtzaichen ynnd 
zw Rugkh f&rgetrdckhten Secret. Datum zw Schilcherperg am vierten 
tag des monats Marty» Anno Dominj etc. decimo. 

Uertzog Erich etc. 

Nach solichem zohe ich wider anheimbs. Nit lanng darnach 
Starb mein lieber Vatter zw Grfitz, im 1 Sil Jar. Darnach beualhen Mein Täter stfirb 
meine lieben gd)raeder mir alle Wierdtschafflen, die ich nach treuem ^^^^* (^O 
Terricht, ob ^ ^^^ gleichwoll nit Till darzue khundt hab. 

Im 1S13. Jar Ritt ich abermalls an Khaiser Maximilian Hof ge- 
schikhet» ynnd yerharrt bis in das vierzehend. Im abzug zw Wienn 
beualch der Khaiser mir» meinem Bruedern Herrn Geoi^en zusagen, 
CBL ^.)d9LS er etliche hundert Steyerischephärdt vnnd fQnffzehenhun- 
dert khaecht aufneme» dann sein Maj. wolte seine treue in Maran *) bele- 
gerte diennstleut nit veriassen , die so lanng her so redlichen sich 
geballten — das waren teutsch vnnd Märherisch khnecht — „vnnd 
solt ain Lannd darumb versetzt werden.** Die Reytter vnnd Khnecht 
warden beschriben. Der Khaiser lies mit meinem Brueder zw Veld- 
khirch» ein meill vnnder Grätz, dahin sein Maj. khomen was, vnnd 
sich zw Mittag in Ruee gab, vmb sein Haubtmansbesoldung hanndlen. 
Mein Brueder wollt nichts begern. Setzt soliches seiner Maj. zw Irem 
gefallen, „was Ime fürgeschlagen das nämb er an**. Dann Spricht 
Maister Hanns Renner, der gehainmisten Secretarj ainer: „sein Maj. 
wollt» das ich auch mit dem Volckh zug.^ Des ich mich on all weiter 
begern bewilligte. Darauff spricht Renner; „mit dergleichen leuten 
war guet zu hanndlen." Der Khaiser kham genCili, vmb den Sibenn- Kayserkhamgen 
den Juny, vnnd zohe gar geen Laibach, der mainung vnnd namen, Laibach, (h.) 
Alls wellt sein Maj. selbs hinein ziehen. Wir verrichten des Khaiser 
willen , zugen den Veindten zue. Ich fuert den Streitfan. Sy wichen speysang Maran 
. vnnd Hessen vnns Speyssen *). In dem was die zeyt aus. Also zugen (h ) 



^) „Terricht hab ob'' die Hs. mit durehttrichenem „hab.'^ 

") Marano am linken Ufer des Tagliamento, westlich Ton Aquileja. 

') Das heisst: den festen Punet Marano mit Proviant verseheA. 



80 1514. 

Herr Hanns von Auersperg » der die Oberst Veldhaubtmanschafil hat 
verwalten, auch die Khärnerische Reyter, vnnd mein Brueder (BL 9*.) 
mit seiner Person ab. Vnnd Graf Nielas yon Salbm, den die Venediger 
^den Haubtman mit der Eisnen hanndt^ nennten, ward zw obersten 
Haubtman verordennt Vnnd mir warden Sechsvnndachtzig Steyerische 
phärdt beuolhen, ynnd beliben bey dem Grauen. Mein Jüngster 
Brueder, Herr Wilhalbm, belib auch bey mir. Die yeindt haben sich 
zustundan, nach beschehner Speisung, für den Tham, daran man in 
Maran vnnd sonnsten von andern orten nindert khomen mag, gelegert 
Damit ward die Stat vnnd das ganntz khriegsvolckh, alls ob sy gar an 
der Stat gelegen warn, belegert. Der Graf, alls ein erfarnner, wol- 
geuebter Haubtman, namb den Zug wider die Veindt. Vnnd haben die 
am zweimen July des 1S14. Jars geschlagen, den Zwan ^ Victurin, 
■obersten der Venediger Haubtman, gefanngen, Ir geschütz genomen, 
fuesTolckh auch vill gefanngen. Naehmalls ward ynnser zeyt, wie wir 
bestellt waren, aus. Wir erboten vnns, allain ymb Flösse Vnndter- 
halltung oder Profanndt bei dem Grauen zubleiben. So aber der 
khains bewilligt, zugen wir mit vnser Passporten, hie nachgestellt, 
zu Haus : 

Wir Nidas Graue zu Salbm, Römischer Kay. Maj. Obrister Veld- 
haubtman in Fryaul, Bekhennen, dasSigmundt von Herberstain, Haubt=- 
man vber die Steyeriscben Reitter, mit Sechsvnndachtzig gerussten 
phärdten in Kay. Maj. diennste Alhie ein monat ianng, auf herm 
Hannsen von Auersperg zuesagen für den monat Solid, sy vor auf- 
gang desselben monat zubezallen, gedienndt, vnnd dasselb monat, 
heut dato ausganngen, vnnd nit mer dan vier gülden Reinisch in 
Soldin — ye für ain gülden funflvnnd Sibentzig Soldin angeschlagen 
— auf ein phärdt emphanngen vnnd bezallt sein. (BL 9*.JDieweil sy 
aber furter Irer bezallung halben von Rö. Kay. Maj. khain beschaidt ge- 
habt, haben der obgemellt von Herberstain vnnd sein geseischafft 
an vnns begert. Inen desshalben ain khundtschafft vnnd Passbrief zu- 
geben. Vnnd dieweil sy Ir zeit ausgediendt, auch redlich vnnd wol- 
gehallten haben, Geben wir Inen samentlich vnnd sonnderlich dise 
khundtschafft vnnd Passbrief, Gebiettenndt in namen R5. Kay. Maj. 
allen vnnd yeden, denen diser Passbrief fürkhumbt, das Ir die obge- 



<) D. i. GiovaDiii. 



1B14. 81 

schiibnen StejerischcD Reyter» wo die an Eur rerwesungen ynnd 
Pässen khomen worden» allennthalben frej ynnd sicher anhaimb 
ziehen ynnd Passiern lasset. Des wellen wir vnns , in namen Eege- 
melter Rd. Kay, Maj.» zothun bey Eueh allen vnnd yeden versehen. 
Geben zu Gradisch am letzten tag July. Anno etc. decimo Qnarto. 1514. 

Steffan Aigner. 

Hier findet sich auf einem besondem Blatte Kaiser Maximilians Bild- 
Diss, radirt von Angnstin HirschTogel, eingeschaltet, in kreisrunder 
Form, mit der Umschrift: Maximilianos. Roma. bnp. Archidni. Anstriae. 
Aetatis sne. LV. 

(BL 10\) Ich bin nit flinff tag anhaimbs gewest, Schigkht die 
Kay. Maj. mir ain beuelch» laut also: 

Maximilian, von gottes gnaden erweiter Römischer 

khaiser etc. 

Getreuer lieber. Wir emphelhen dier mit Ernnst, das du dich, 
angesicht dits ynnsers brieffs, zw vnns an vnnsem Hof verfQgest, vnnd 
mit dier deines Brueders Raittung, des Emphanngs vnnd Ausgabs, 
mitbringest. So wellen wir solich Emphang vnnd Ausgab besichtigen. 
Vnnd so wir darfon erfinden, das wir deinem Brueder der Reytter 
halb etwas zuthun schuldig sein, AUsdann dir soliches Enntrichten 
vnnd zwfriden stellen. Daran thuest du vnnser Ernnstliche mainung. 
Geben in vnnser Stat Gmunden, am dreyzehenden tag Augusty. Anno 
etc. decimo Quarte. Ynnsers Reichs im Neunvnndzwaintzigisten Jare. 
Per Regem proprium. 

Comissio Cesaree Maj. propria: 
H. Vinsterwald. 
Vnnserm getreuen, lieben 
Sigmunden von Herberstain. 

Alls ich geen Innsprugg an Hoff khamb , ward ich mit gnaden zu Ritter go- 
emphanngen. Schlueg mich auch (BL 10^.)^ Herrn Hannsen Apfaltrar »<•«:»• O«-) 
vber die Schützen , vnnd Herrn Hanns Wolffen von Emershofen vber 
die fueskhnecht haubtieut, zw Ritter, am Sechs vnndzwaintzigisten 
Septembris. Vnnd nach Kay. Maj. beuelch ward mit mir gehanndlt, 
seiner Kay. Maj. am Hof zudienen, weite mich zw Commissionen 
brauchen. Des ich mich bewilligte. Vnnd dazumall hab ich nit gewist, 
FoBt4M. nii. 6 






82 1514. 

was der Commissariea Ambt oder thun wäre. Man fragte : „was ich 
aia Jar begerte.*" Sagt : y,Ich khuade nichts begern, dann ich wesste 
nit, was ich verdienen khundt.^ Warden mir dreyhundert gülden fur- 
geschkgen, die ich Annamb. Darüber ward mir ein bestalbrief gefer- 
tigt» laut also : 

Wir Maximilian» Ton gottes genaden Erweiter Römischer Khaiser» 
zw allen Zeiten merer des Reichs, in Germanien, zw Hungern, Dalma- 
tien, Croatien etc. Khünig, Ertzhertzog zw Österreich ^ Herzog zw 
B&rgundy, zw Brabannt ?nnd Pballtzgraue etc. Bekhenien, das wir 
vnnsern getreuen, lieben Sigmunden von Herberstain zw vnnserm 
dienner, vnns an vnnserm Hof mit dreyen Phärden zudienen , aufge- 
nomen vnnd bestellt haben. Dergestallt, das er vnns an vnnserm Hof, 
wie annder vnnser Hofgesinnd, getreulich diene, auch in vnsern dieniv* 
sten vnnd geschäilten, dahin wir Ine dann (Bl. IV.) ye zw Zeiten 
schigkhen vnnd brauchen werden, sich in solichem gehorsamblich 
erzaig, dem nachkhome vnnd voUennd. So sagen wir Ime dagegen 
fQr solich sein diennst, in Crafft dits brieffs, hiemit zue , das wir Ime 
alle Jar Järlich, bis auff vnnser widerrueffen, an vnnserem Hoff drey- 
hundert gülden Reinisch geben vnnd raichen lassen wellen. On 
geuärde. Mit vrkhundt diss brieffs. Geben in vnnser Stat Inns- 
prugg, am Anndern tag Octobris, Anno etc. decimo Quarte. Vnnserer 
Reiche : des Römischen im Neunvnndzwaintzigisten, vnnd des Hunge- 
rischen im iUnffvnndzwaintzigisten Jare. 
Per Regem proprium. 

Commissio Cesaree Maj. propria: 

Sernteiner. 
Rc«*^. M. Püchler. 

Woiff von Win- ^i^ ^^^'^ anhaimbs erlaubt. Alls ich wider kbanb, hiellt man mir 

dUchgnitx, ain die Ratsptlipht f&r, vnnd Setzt mich in Hoffrat, am dreyzebennden 
Decembris. 



crlicher Land 



Als der Khaiser bey aim halben Jar zu Innsprugkh gelegen was» 

vnnd verrukhen wolt» da was der Prauch, das man das Hofgesiiiad 

ituseeaprochen. angesprochen, f vnnd die wiert mit der Zeit bezalt hat. Als man oiit 

(H.) den Wiertn vnnd Hofgesinndt gehanndlt, bin ich auch im Finanz Rat* 



1»i5. 



83 



Zusamenkunnfft der Khaiser vnnd Khunig zu Wienn. mtn, hielt suttes 

tUI geselschafft. 

Im IKlS.khamen zw Khaiser Maximilian geen Wienn: Viadislaus sprach sw mir: 
KhOnig zw Hungern vnnd (Bl. IP.) Behaim, Ludwig sein Son, auch »DwUmmbstnit 
gekhröttter Khunig, mnd Sigmund Khunig zw Polin. Beschlossen *^^^g^^ ^^i*lJ^ 
dazumal lere freundtschafflen , vnnd das Khunig Ludwig des Khaiser Rayser Rat!« 
Enigkhie» Khiinigin Maria, vnnd aber des Khunig Vladislaj tochter staendnitainJar 
Anna des Khaisers Enigkhle Carolus oder Ferdinandus, oder aber der "^p^Jn^Wo. ch.) 
Khaiser selbs Eelichen nemen sollen. Dazumal khamen dem Khaiser 
zw Eern vnnd diennst vill fursten. Vnnder denen Hertzog Cristoff 
von Braunsehweig, Ertzbischoue zu Bremen. Dem ward ich durch den 
Khaiser zuegeordnet, mein Aufseben aufsein gnad zu allen notdurflten 
zu haben. Wie auch anndern Forsten gleichermassen solich personen 
zuegeordennt gewest sein. 

Raiss zw dem Ertzbischoue zw Saltzburg. 

Von Wienn aus schickht die Kay. Maj« mich vnnd Herrn Niclasen 
Ziegler, Obristen Hof-Secretary, zw dem Ertzbischoue zw Saltzburg. 



80 man ytzo Camer Rat nennt, verordent gewest. Vnndter dem Hof- 

gesinnd waren eüiche, die Inen nichts gefallen Hessen, vnndter dem 

Zechen f retten, wenig dientn. Den erlaubt der Khaiser anhaimbs, f tu. (h.) 

hinczt man S j wider wurde berueffen. Wie Es Sieh so zuetragen hat, 

das Ich auf ain Zeit zu Grüitz neben Herrn Hannsen von Stubenberg 

in ainem Wiertshaus geessen, vnnd vom Hofwesen geredt. Er ver- 

mainte: „khain Eerlich man bette daselbstn Platz. ** Ich sagte: „wo 

ich zu diennst khame, verhofil mich daselbst zuerhalten. "* Derzue 

sprach er: „Ja du nftmst ainen Kharnier 9 &" Arm, als ain Schreiber !** 

Darüber sagt ich : „schämbte mich nit aines Römischen Khaiser f sein. *^ f Schreiber, (h ) 

Nun kham ich an Hof, vnnd nit wie ain Schreiber. Eben der Zeit was 

dem durch mich vnnd annder anhaimbs von Hof erlaubt. 



^) Camiera, Camiero, Camiere, Foggia di tasca, propria de* cacciatori, per 
riporri la preda. Yocabulario della Cmsca. Firenxe 1729. 1, 572. Also eine 
anbäDgende Tasche für das Schreibgerftthe. 

6« 



84 



1515. 



Den fanndea wir zw Mautterdorf im Lungaw. Nach Verrichtung 
ynnsers beuelchs, namen wir den weeg nach Innspragg, da wir auch 
den Khaiser fannden. Ich ward widerumben am fQnfiten Octobris, 
neben Herrn MelichiernPfintzing, geen Saltzburg zw dem Ertzbischoue 
mnd Capitl abgefertigt. Alles (BL 12\) den Cardinall vnnd Bischoue 
zw Gurgkh, Herrn Matheusen Lanngen, Coadiutorj da zw Saltzburg, 
belanngendt. 

Raiss geen Vlbm. 

Alls ich zum annder mal von Saltzburg geen Innsprugg kham, 
ward der Khaiser nach Vlbm verrugkht. Den Hofrat sambt Hofmaister 
ynnd Hof Canntzler zw Innsprugg gelassen. Da Seilen genöttig sachen 
fOr, derhalben schickhten Hofmaister» Canntzler vnnd Hofräte mit 
solichen sachen zw dem Khaiser, am Neunten Nouembris 15. ., Graf 
Hoyrn von Mannsfeld ynnd mich. Die Regierung zw Innsprugg 
fHuiirichn.(H.) schickhten den Lannd Comenthur .n.f von Khnoring vnnd Herrn 
Carln Trappen auff Pisein ^), vnnd erraichten den Khaiser zw Vlbm. 

Am 9. Nov. (H.) Geen Aychstet. 

Von Vlbm aus schickht mich der Khaiser, am 21. Nouembris, 
geen Aichstetzw dem Bischoue. Was dn wolgelerter, Eerlicher, 
alter Herr, den der Khaiser geen Osterreich zuschigkhen begerte, des 
geschlächts von der Eyb. Dazumal warden die Aidgenossen in Mail- 
lanndt geschlagen, die dem Kaiser dazumal gedienndt. Sagt der Bi- 
schoue: „wiewol die Aydgenossen dem Khaiser yetzmalls gedienndt 
betten, dannocht soll ainer zwo nacht vngeschlaffen ligen, (Bl. IZ^.) 
Ee ainer das nützte möcht finden , wann sy gesigt betten , oder das 
die geschlagen sein! Dann selten die gesygt haben, sy wären so 
stoltz worden, das niemanndts mit Inen vberain khumen khOnnen.^ 
Von Aystet, so an der Altmül ligt, bin ich nach Neuburg an der Thu- 
naw, auf Augspurg vnnd fuessen, da ich den Khaiser fanndt, 
geraist. 



*) D. i. Pisino oder Mitterburg in Istrien. 



1615-^1516. 85 

Zw flertzog Ludwigen vnnd der Lanndtschafft i n im Dec. 8. (h.) 
Bajra, die zw Lanndtshuet ainen Lanndtag hielten. 

Zu Fuessen was bey dem Khaiser Hertzog Wilhalbm Yon Bayrn. 
Vnnd nachdem Hertzog Albreeht in Bairn in seinem Testament ver- 
ordennt hatte, das albeg der Elltiste Son Hertzog in Bayrn ynnd die 
Anndern Grauen genennt vnnd sein sollen , derhalben auch ain zwi- 
tracht zwischen den zweyen gebruedern, Hertzog Wilhalbm vnnd 
Hertzog Ludwigen, entstuenndt, ynnd die gebrueder nit woll beyein- 
annder warn. Hertzog Ludwig bette Lanndtshuet in seinem gwallt. 
Darumb schickht der Khaiser Herrn Hieronimus von Stauffen » Frey- 
herm zw Emfells, vnnd Herrn zw Valckbenstain, Hertzog Wilhalbms 
Hofmaister, vnnd mich, bey ainer Lanndtschaift, die da zw Lanndts- 
huet versamblt was, Hertzog Wilbalbmen seines Ausbleibenns zw 
enntschuldigen. (BL 13*.) Man hiellt mich Eerlichen vnnd woU. 
Herr Hieronimus was vasst verhasst, der dann zw letzt, alls die zwen 
Brueder sich verainigten, ennthaubt ward, vmb das er solicher Vnai- 
nigkhait ain vrsacher was , wann er ainem yegclichen von dem ann- 
dern vill zuegesagt bette. Von Lanndtshuet Ritt ich geen Munichen 
daselbstn ich Hertzog Wilhalbm mein ausrichtung enntdeckhte. Vnnd 
von dann geen Augspurg, da ich den Khaiser fannd. 

Die Raiss in Denmarckht vnnd zw etlichen Chur vnnd 
furssten am weeg. 1S16. 

Cristiern Khunig in Denmarckht bette zw Gemahel Elizabeth, 
Khunig Philips in Hispanien, Ertzhertzogen zw Osterreich tochter, 
bey der er sich nit gebOrlichen hielt, von wegen ainer seiner zuuor 
jerwanndten. Darumb sich dann Khaiser Maximilian, alls Anherr, 
vnnd Ertzhertzog Carl printz in Hispanien, alls Brueder der Khunigin, 
sieh enntschlossen, Ire potschafften zusennden. Darzue ich dann von 
dem Khaiser verordennt was» mit nachuolgunder Instruction: 

Maximilian, von gottes genaden erweiter Römischer 

Khaiser etc. 

Instruction, was vnnser getreuer, lieber (^J3. 13^.) Sigmund 
von Herberstain» vnnser Rat, mit dem Durchleuchtigen Cristiern 



86 1516. 

Khunig zw Denmarckh, viinserm lieben Son , Okaim , Brueder vnnd 
Fürsten, von vnnsern wegen hanndlen vnnd ausrichten soll. 

Anfenngclich seiner lieb sagen vnnser Bruederlieh vnnd vätterlich 
lieb Tnnd freundtschaiil. 

Vnnd demnaeh erzellen, das vnns glaubliehen anlanng, wie der- 
selb vnnser Sun sein Alte Puelsehafit, die er vor seiner Heurat gehabt, 
noch bei Im offennlich hellt, vnnd lass sy Regieren. Dieweil nu soliches 
ain vngeschickhter, vnredlicher hanndl, der im nit Eerlich vnnd vnns 
vnnd vnnserm Son Ertzhertzog Karin von Österreich, printzen zu 
Hispanien, vnnd allen vnsern freundten nit leidlich wäre, vnnd vnns 
alls dem Vater, der des Suns Eer lieb hette, gebürte, darinn zuhannd- 
len, damit sölich vnredlieh , vngeschickht vnnd vnkhunigclich wesen 
abgestellt würde. Demnach so sey an denselben vnnsern Sun, den 
Khunig von Denmarckh, vnnser vätterlich, freundtlichs vnnd Ernnst- 
lichs begern vnnd bitt, sein lieb welle sich der gemellten seiner Puel- 
schaiil genntzlich (Bl. H\) enntschlahen, vnnd die von im thun, 
vnnd widerumb inHolannd zw Irem Vatter oder Freundten schickhen ^). 
Vnnd ob der gemelt Khunig anzaigen würde, das er dieselb sein Puel- 
sehafit verlassen, vnnd ainem in seinen Khünigreichen verheuratten 
wollt, SqU der gemellt vnnser Rat seiner lieb dagegen sagen, das wir 
vnnd vnnser freundtschaff't des in khainen weeg zufrieden sein werden, 
sonnder Ine auf das Höchst ermonen, Sy widerumb haimbzuschickhen 
vnnd sy daselbs verheuratten zu lassen. Dann wir wol gedenckhen, 
khönden, wo sy in seinen Lannden belibe. So möchte sich die Alt lieb 
leichtlich widerumb ernewem. Damit so würde die letzt Irrung vill 
pöser, dann die erst. Vnnd das sein lieb hierinn Got zuuor, vnnd 
darnach sein Eer vnnd vnns vnnd all vnnser vnnd sein freundtschafit 
hierinn bedennckh, vnnd sich hallt, wie Ime alls ainem Cristennlichen 
Khunig woU gehurt vnnd zuesteet. Dagegen wellen wir im auch 
destlieber thun vnnd beweisen alle vätterliche vnnd Bruederliche lieb, 
trew vnnd freundtschafit. 

Der gemellt vnnser Rat soll auch seiner lieb anzaigen, das er 
von vnns in beuelch hab, (BL i4^.^bey seiner lieb zubleiben, vnnd 



^) Es ist bekannt, dass ^dat Duiveke,*' das TSubchen, so Amsterdam 1488 
geboren war ?od Sigbritte Wylms , einer Sehenkwirihin. Sie zählte also 
damals acht und zwanzig Jahre. 



1516. 87 

von dannen khaineswegs zuuerruckhen , bis er sehe» das sy hinwegg 
ynnd haimbgechickht sey. 

Verrer so soll der gemellt Tnnser Rat ynnserm lieben Oheim» 
Charf&rsten, Rat Tond Stathallter, Hertzog Frideriehen zw Sachssen 
diese ynnser Instraetion sehen lassen, rnnd sein lieb bitten, das er 
auch ain Potsefaafil zw dem rorgenannten ynnserm Sun, dem Khunig 
von Denmarckh, mit im schickhen, vnnd gleieherweis bitten ynnd be- 
gern welle, sölicb sein yngötlich, ynkfaOnigclich wesen abzustellen« 
ynnd die Puelscbaft yon im zuthnn. 

Wir versehen ynns auch, der gemelt ynnser Sun, Ertzhertzog 
Kharl, werde desshalben auch sein Potschafft zum Khunig von Den- 
marckh schigkhen. Dieselb , mit sambt des gemelten ynnsers lieben 
Oheim ynnd ChurfOrsten Hertzog Friderichs Potschafit, sol derselb 
ynnser Rat auch zw sich nemen , ynnd dise mainung samenntlich mit 
dem Khunig hanndlen. 

Vnnd söliches alles sol der gemelt ynnser Rat an allen ortten 
mit guetem yleys hanndlen, (BL 15'.) vnnd was im allenthalben 
begegennt vnns wider berichten. Daran thuet er vnnser ernnstliche 
mainung. Geben in ynnser vnnd des Reichs Stat Augspurg, am Siben- 
zehennden tag January. Anno etc. decimo Sexto, ynnsers Reichs des 
Römischen im dreissigisten Jare. 



Per Regem proprium. 



Ad mandatum dominj 

Imperatoris proprium ; 

U. Sernteiner. 



January. 

Am letzten bin ich zw Augspurg ausgeritten geen pibrach, Schlos 
ynnd Stat, weliche der Kbaiser von den Marschalchen von Poppen- 
haim erkhaufft. Drey meill. 

Dann geen Hochstetten an der Thunaw, dem Phaltzgrauen ge- Febr. i (h.) 
hörig, das Graf Hang von Hontfort in verwalltung bette , mit dem ich 
auch Credenntz vnnd beuelch hette zuhanndlen. Ich fände den aber 
nit da. Zwo meil. 

Darnach geen Schwabischen oder Thunawwerdt, ain Reichsstat. z, (h.) 

Vier Meill. Dann geen Monhaim, ist wider Phaltzgräuisch. Vnnd zw- 



88 1516. 

nächst vor (BL 15^,) Werdt wonndt der Phaltzgrauisch glaitsman. 
Zwo meill. 
Febr. 3. (H.) GecD Weissenburg im Norca 9» ^iQ Reichsstat. Daselbstn ymb 

beglaitten die von Poppenhaim. Drey meill. Von dann sein funff meill 
geen Sehwabach, der Marggrauen zw Brandenburg. Die beglaitten 
mich hintzt an Nürnberg. 
4. (H.) Nürnberg, dieReichsstat vnnd vasst die Reichiste vnnd geschickh- 

test, von Schwabach zwo meil. Da bin ich den Vaschanng beliben, 
da mir auch, von Kay. Maj. etc. wegen, vill Eeren bewisen vnd dar- 
zue von sonndern personen guete freundtschaift erzaigt. 

7. (H.) Von dannen geen Pairstorf vier meill. Darnach durch Vorcham 

8. (H.) vnnd Bamberg vber den Maen geen Radistorf, Darumb souerr die tag- 

reiss genomen, damit ich aus den sorgilichen Reittern ^ khumen. 
Siben meill. 

An dem flum Maen hebt sich der Hertzogen von Sachssen Lannd 

9. (H.) an. Vnnd von Radlstorff geen Khoburg, Schlos vnnd Stat, vier meil 

Furter geen Ebenthall zwo meil. Vnnd vier durch den ThOringerwalld 

10. (H) geen Grafentall in Thüringen. 

Von Grafentall, des den Marschalchen zw Poppenhaim zuegehört, 

11. (H.) geen Sallfelldt, ligt an der Saal, drey meill. Da befanndt ich ain 

grosse Veränderung (Bl. 16'.) der Speis vnnd des Lanndteswesen. 

12. (H.) Darnach geen Jen, ain Stätl^ auch an der Saal, ftinf meil. Von dannen 

13. (H.) Raist man neben der Neuburg, dem Stiiil an der Saal. Ich aber geen 

V^eissenfells, ligt im Osterlanndt, ain schön Schlos vnnd gueter fleggen, 

14. (H.) sechs meil. Geen Leiptzig, die Haubstat in Osterland Meichssen, 

fünff meil. Da Schiede Hanns von Perlips, des Churfursten zw 
Sachssen Rat vnd Dienner, von mir, der gar von Augspurg mit mir 
khomen was. Der ritt den nechsten nach Turga *). 

15. (H.) Ich namb mein weeg nach Hai in Sachssen, da der Churfurst von 

Mentz, alls Ertzbischoue zw Magdenburg, Hoff hiellt, Marggraf 



^) D. i. Nordgau. 

*) Das sind Wegelagerer und vom Ritterstande solche, die ihre Fehden gegen 

einzelne Stfidte auf eigene Faust hin schlichteten. Man vergl. Götzens Ton 

Berlichingen Selbstbiographie, Ausgabe Steigerwaids, S. 136 ff. und 

Ranke*s Gesch. d. Reform. 3. Ausg. 1, 156 ff. 
') D. i. Torgau an der Elbe, 5 Meilen von Leipzig. Es ist derselbe Hanns von 

Berlepsch, der filnf Jahre spftter Lutbern auf die Wartburg geleitete. 



1M6. 



89 



Albrecht ?on Brandenburg. Ich was zw len krannckh ynnd mocht nit 
f&r der f&rsten» mein werbang anzubringen. Darumb warn zw mir in 
mein Herberg die Räte geschickht, solicfa mein Werbung anzuhdren. 
Graf pott von Stolbiirg, Hofmaister; Herr Leuinus von yeldhaim» 
Thuembbrobst zw Hildeshaim, Stathallter zw Halberstat, vnnd Doctor 
N. Zoeh, Canntzler. Des anndern tags pessert sich mein sach, muest 
mit dem ChurfÖrsten essen. Setzt mich an die Obriste Stell, Hess mir 
fürstlichen Credenntzen. 

(Bl 16K) Hall hat ain sch5n Schlos ynndguete Stat, ligt an 
der Sali. Darjnnen sein prunnen, die man tag ynnd nacht schöpift, 
ynnd Salltz daraus Seudt, das man, mangl halb des Holltz, vill mit Stro 
sieden muess. So hat es sein zeyt im Jar, das die prfln ybersich 
steigen, ynnd durch die Stat ansrinnen. Daher yon Leyptzig sein 
f&nff meill. 

Geen Piterfeld, ain beschlossnes Flegkhle Sächsisch, ligt an der Febr. is. (h.) 
Mulla, drei meil. Darnach geen Turga, Sechs meil. Ligt an der Elb, 
da der ChurfÖrst yon Sachssen Hof hiellt, bey dem ich auch mein wer- Der churfürst 
bung yerrichte. Schickht auch ainen Jungen Dennen, Michel Raid, ,**'^. "****"**" 

9 o ' In seinem tzimer, 

mit mir zw dem Khunig, der dann seiner Schwester Sun ist ^* seut mich gar 

Zoch also nach Wittenberg, ynnd ward im Schlos behaust ynnd whent zw seiner 

Eerlich gehallten. Fünff meil. Da was ain Schöne khirchen im Schlos ^**"*"^ ^"V 

^ Lieas mir in 

erpauen , mit yill zierlichen Silber zw Gottes ynnd der Heiligen Eer meiner Herberg 
berait, yill Altar in der khirchen mit Costlichem gemäll ynnd allen fnrstiichn wtr- 
Ornaten geziert. Von yil frembden Lannden bracht man Hailtumb ^^' ^ '^ 
dar. Die gelertisten ynnd Eerlichisten in Teutschen Lannden warden 23. (h.) 
daher beruefll ynnd bestellt, die man Reichlich in dem Stiffl yersach. 
Wie palld aber hat es sich yerkherdt, ynnd daaelbsten angefanngen! 

(Bl. 17*.) Von Wittemberg aus zoch ich yber den Fläming. Ist ^^- ("•) 
die gegönnt also genannt. Da stossen yill Gränitzen zue, darmit man 
ymb souil dester mer aufsehenns bedarff. Namb ain glaitsman, so ich 
doch in allen der yon Sachssen Lannd khain gebraucht. Der fuert mich 
geen Treupretzkhen *) in des Marggrauen yon Brandenburg, des 
ChurfDrsten, Lanndt. Es bekhamb mir auch ain glaitsman des yon 



^) König Cbmtian II. von Dfinemark, aus dem Haase Oldenburg» war ein Sohn 
König Johannes und Christinas , einer Tochter des Churfarsten Ernst zu 
Sachsen. 

*) D. i. Treuenbrietsen. 



90 



1516. 



Brandenburg , der fuert etlieh khauffleut ain anndere strass naeh 

Wittemberg. Die Pursten sein so Terglicben» das der SScbsiseh geen 

Febr. 26. (H.) Treupetzkhcn , vnnd der Marggräfisch geen Wittenberg beglaitten. 

Vier Meyl. Geen Brandenburg in die Haubtstat» ligt an der Hafl, Rindt 

27. (H.) durch die Stat, funff meill. Vnnd geen Ratna *) vier meil. Darnach 

28. (H.) geen Tangermundt drey meil. Vnnd daselbstn zuuor vber die Elb 

29. (H.) gefaren Nach Standl *), ain meill, ynnd fuert geen Osterburg drey 

meill. Da fanndt ich den Churftirsten , der am widerhaimbzug was. 
Marcy 1. (H.) Mit dem ich wider geen Tangermundt raisen muest. Daselbsten be- 
hiellt mich im Schloss. Nach meiner Werbung namb ich den weeg 
Der Mar- 3. (H.) auf Werben fünf meil. (BU 17^.) Des morgenns» nahenndt vor der 
graffhori gtat, schifft ich widcr vber die Elb. Zw nechst darob feilt die Hafl 

hejseia ^^ ^^^ ^^^' ^^^ "^^^" oberhalb ligt der Stifft Haflburg. Darnach zoch 

der rat- 4. (H.) ich ZWO meill durch Welschnackh *), vnnd zwo meill geen Perlaperg» 
te. Er alles Brandenburgisch. 

'«"nein^ Darnach khamb ich in das Fursstenthumb Meckheinburg, in die 

tisch, 6. (H.) Stat Parcham, f&nff meill. Vnnd aber fQnfr meill geen Schwerin, ain 
Setzt mich an ein jgtat an aioem See, der vier meil lanng vnnd ain meill prait sein soll 
vierschriedtvon '^*** **" Schloss im See, darein man nach ainer lanngeu Pruggen 
sich. Gieichwou zcucht. Hertzog Hainrich von Meckhelnburg wonnte da, vnnd hört 
beym essd sass mich in der Stat. Die Förssten schreiben sich Grauen da zw Schwerin. 
IC a *»n»«»n«r £g j^jj «g^^ Schwerin khamb, auf ein meil, sähe ein Schlos, nit son- 

linkenSejtQ.(H.) ^ 

ders erpawen, das Meckhelnburg genannt ist. Von dannen geen der 



Am Raisen von Osterburg nach Tangermund Spricht der Chur- 
fürst zw mir: „Warumb der Khaiser seine SQn vnnd Enenckhl nit 
zw sich name, damit sy sich des Teutschen wesen vnndernamen? 
Dann so der Kaiser sturb , damit man wider ain Römischen Khunig 
bette. Es wäre sonnst niembt im Reich darzue.** Dargegen sprach 
Ich: «was geet meinem genedigisten Churftirsten zw Brandenburg 
ab?"* Sagt er: „Es ist vnnser khainer im Reich, der die Possten 
vnnd Jägerey oder Valckhnerey wie der Khaiser vnnderhallten 
möchte.** 



1) Rathenow an der Ha fei. 

*) Stendal. 

*) WiUnack, nördlich von Werben. 



isie. 



91 



Wbmar, vier meill, ain schöne, wolerpante Stat, ligt hart am M5er, ^- ^•^^y- 
das man -derorten die See haisst. Da was Hertzog Albrecht yon g^|^"*|! voikher 
Mftekheinburg, dann die Stat auch Ir, der Brueder, ist. Da yerricht obotritorum ge- 
ich mein letzten beneich bey den Tentschen FQrssten. weit«ein.Erp«uet 

(Bl. 18*.) Darnach loch ich geen GrotmSU drey meill. Ist ^^^ ""^ ' 

^ -^ o y ^ nom, grauen toh 

auch noch Meekhelnburgisch. swerde. (h.) 

Am funffzehennden Marty, was der Palmabennt, khamb ich geen Maroy 14. (h.) 
Labegkh» filnff meill» ain Reichsstat, die auch Reich ist. Da belib ich 
die heilig Zeit. Da khamb zw mir ain Pot aus Brabannt, bracht die 
Zeittung des Khunig Ferdinanden in Hispanien todt *). Zobe dann mit 
mir in Denmarckht. 

In Osterfeyrtagen zoch ich aus Lubegkh geen der Neustat, ge- rs. (h.) 

hört demHertzogthumbHollnstain, vier meill, schlecht die See hinzue *) 
Albo das man yber ain Pruggen hinein muess. Daselbstn hat der 
Haubtman ain Römischen Cortisan vberab in das wasser geworffen ^). 
Darumb ward in der Stat khain Gottesdienst, allain in ainem Frauen 
Closter, mit versperrter thur. Vnnd dann geen heiligen Hafen , auch ^6. (h.) 

yier meill, ligt hart an der See, ain offner fleggen. 

Am achtvnndzwaintzigisten Marty bin ich daselbstn zw heiligen 
Hafen auif die See. gesessen mit zwayen schiffen. (BL 18^,) In dem 
ainen waren die Pfaftrdt von Lannd gefaren. Der Windt sterckht sich 
seer. Das Schiff^ mit den Phärden fuer huntzt in Lollanndt, die 
Innsel ^). Ich muest mit meinem Schiff in der Innsel Femern bleiben. 



^ J6tst GrevisinahleD, swisehen Wismar und Lübeck. 

') FerdioandV., derKatholiiche, starb im 64. Jahre seines Alters, am 23. Jftaner 
1516, zu Madrigalejo. Die Todesnac bricht hatte also bis Lübeck acht 
Wochea gebraacht. 

') Neustadt, nördlich Ton TraTemflnde, mit einer Rhede. 

^) Zum Jahre 1508 begegnet ein pfipstlicher Legat, Namens Raimundus zu 
Labeck. Archiv f. Staats- und Kircben-Gesch. Schleswigs, Holsteins u. s. w. 
2, 564. Zum Jahre 1516 selbst ein zweiter, Namens Johannes Angelus Ar- 
cimboldus, dessen Unter-CommissSr Antonius getödtet und „in einem Sod 
in der Dankwartsgruben^ aufgefunden wurde. J. R. Becker, Gesch. von 
Lübeck 1, 499. Doch wird letzteres von Lübeck gemeldet. Über eine Töd- 
tung eines ^römischen Cortisans*^ zu Neustadt konnte ich keine Spur auf- 
finden. Vielleicht ist in den „Nordalbingischen Studien'' , die mir dermal 
nicht zur Hand sind, Aufschluss zu finden. 

^) D. i. Laaland, nördlich von Femern. 



92 1516. 

drey meill. Da standen wir aus, gienngen auf drey Yiertl weegs geen 
Peterstorff. Da assen wir bei dem Pharrer. Nit ferr von dem Dorff 
ligt ain Schlos vnnd SUütl, genannt Porgkh. Wir sein desselben tag 
wider zw ynnsern Schiffen khomen. Dar Innen ?ber nacht gelegen. 
Zw Mitternacht Rieht sich der Windt zw vnnserm gefallen» vnnd fuern 
Marcy 29. (H.) hin gegen Lollanndt. Mochtn doch nit anfarn, do man gemainigclichen 
Anfert, muessten zw Reby aussteen ^» i^^ ^^^ dorff» ynd ain halbe 
meill im gewässer vnnd wässerigen Sanndt geen. Das Mör was abge- 
loffen. Darnach durchrit ich Lollanndt, vier meill, vnnd khamb an die. 
Innsel Falster genannt. Dar Inn ligt Neuckhoping, Schloss mnd Stat. 
Die zwo Inseln schaidt das Möer. Ist nit Prait, nahenndt wie ain zimb- 
lieh gross fliessenndt wasser. Ich khamb 

Hier findet sich auf einem besondem Blatte des Kdnigs von Dänemark 
Bildniss eingeschaltet, in Zirkelform mit der Umschrift: ^Cristernus 
Rex Danie et Norvegie.** 

(Bl. 19*.^ denselben tag hinüber, aber meine phärdt nit, ymb das das 

Mör abgeloffen war, vnnddie phärdt khunden nit in die Schiff abtretten. 

Zw Neuckhoping war die Khunigin etwas wenigs vor mir ankho- 

men. So fannd Ich da Hertzog Carls von Burgundy PottschaiR, Monsor 

de Bulon vnnd Maister Jan Penning von Amsterdam. Die Khunigin 

schickht zw stundt an Ire Hofmaister ynnd den Khuchlmaister, Hess 

mich empfahen. 

Lies mich diesmal Den aundem tag darnach khamb der Khunig auch dar. Schickht 

fragn,ob ich offne mir sein Camerdieuner Anthony, geselschafflt zulaisten, huntzt ich 

audienU oder jn ^^„^^j^^t würde. 
g^h. begerte.(H.) 

Apriiis 1. (H.) Am ersten tag Apriliis ward ich berueffen , vnnd durch den 

Canntzler, in das parfuesser Closter, das zwnächst meiner Herberg, 
f gefüert vuud der Khunig von Schlos dahin khomen was, f. 

Der Khunig hört mich steennder. Als ich die Scharffen wort 
muesst aussprechen, las ich die ab ainerZetl, damit ich nit zuuil, noch 
zw wenig redte. Dazumal; vnnd alls der Credenntzbrief gelesen ward, 
Schloss der Khunig die Henndt, Sach oflfl ?ber sich. (Bl. 19^.) Des 
f Karl. (H.) Printzeu in Hispanien mnd Hertzogen f zw Burgundy potschafilen 
Stunden mir an der Seitten, vnnd Sprachen : „was ich geworben, das 
wäre Ires Herrn auch gleichermassen begern.*' 



^} Rodby an der nördlichen Küste Laalands. 



1516. 



93 



Der Khunig namb im ain bedacht zw Antworten» Hess mich wider 
3SW Herberg beglaitten. Nach tisch ward ich zw der Khünigin gefuert. 
Die was auf Niderlendisch ynnd noch Cläglich beclaidt 9* ^^^^ ge- 
sagtem grues vberanntwort ich den Credenntzbrief vnnd die Ver- 
Eemog. Mnest mich zw der Khünigin nidersetzen auf ain Khuss am 
Fletz,des ich nicht gewonndt was. DieNiderlenndischen Rätekhnieeten 
vor der Khnnigin, vnnd Retten der sachen halben, darumb wir gesanndt 
warn. Damach ich wider aus dem Schlos zw Herberg Eerlichen be- 
glaitt. Da waren auch bey Sechzehen Frauen vnnd Junckhfrawen, 
alle weiss» falb. Aber khaine die mit der Khünigin darkhomen was« 

Alls wir wider zw Hanndlungen beruefft warn , Eruolgt vnns ain 
Anntwort, die zweiflich geacht ward. Darumb verneutten wir die auf 
Tnnsem mnd dem Pessten yer(J7/. SO^^stanndt. mit frag: „ob es 
die mainung wäre?** Da es aber nit was. Sagt ich von ynnser aller 
wegen : „der Anntwort yersähen sich der Khaiser, noch der Printz in 
Hispanien khainsweegs. Ire Maj. etc. würden ?nns des auch nit glau- 
ben, das sein Khunigcliche gnad sein gewissen vnd die gebot gottes, 
sein Eer, die Cristlich Ordnung, die freundtschaSt ringer achtet, dann 
ain gemain weib ! Darumb begereten wir der Anntwort. Wo wir ye 
khain aunder gehaben möchten , vnns die in schriffl ynnder des Khu- 
nigs Innsigl zugeben.** Er wolte aber nit. Liess sagen : „Es wäre der 
brauch nit, den Pötten, so mit Credenntzbriefen hanndleten, die Annt- 
wort in schriflft zugeben.^ Was wir Termonten, half nichts, belibe 
rngeuärlichen bey dem : „Wollt sich Khunigclichen hallten, wie auch 
sein yater ynnd voruordern. " Der Khünigin Hofmaister, Herr Albrecht 
Gibs, yerEerte mir ain Henngst yon des Khünigs wegen, sambt dem 
Sattl. Daran was ain gerädt *) vnnd yon Messing ain frauen Pilld, 
das khert die Press, darinn ain Herz lag etc. Da erkhanndt ich Seuerin 
Nortwed >), des Khunigs Haubtman am Moer, der all sein thun in 

Ich was bey ainem pfarrer glosiert. Aisdan jr die yon hoiTgesint 
mit mir geessn, fragtn sy mein wierdt: „warumen Er nit mit mir 



Wegen des Ablebens K. Ferdinands des Katholischen von Spanien , ihres 

Grossyaters yon mütterlicher Seite. 
*) D. i. ^gereite'' =s Reitzeug. 
') Severin Norby ist gemeint, der Feind der Hansestädte, der endlich im Heere 

Karls y. vor Florenz 1530 erschossen wurde. 



94 1516. 

Teuffels namen (Bl. 2(f'.) thette, yddcI hernach vill Wunders gestifit, 
zwietzt in die Mosqua mit seiner geselschafft sich gethan, mnd durch 
Khaiser Carln daselbstn wider erbeten, vnnd vor Florennti er- 
schossen ist. 

Am zehennden Aprilh's sein wir von Neuckhoping rerruckht. 

Zwo mein am Lannd geraist, dann zw Schiff ain meill in Sialannd, 

Roppnhafn. (u.) die lunsel, dar Inn Khoppenhagen , die Khönigclich Haubtstat, Itgt. 

warnburg. (H.) Mit beschwärlichcm wind gefarn vnnd in ainem Schloss Warrenburg 
gehaust 9- ^^^ ^^S^» ^i^ i° dasselb Innder Schloss, alls auch in das 
Schloss Gera, khain Khunig thur khumen, darunib ist heruor ain Zim- 
mer für die Khunig zuegericht. Man sagt auch das in ainem Schlos, 
Sunderpurgkh genannt, in ainem Zimer ain Jungkhfraw gesehen wierdt, 
mit Pursten vnnd Petten ^). Darain tarff niemanndt geen. Soll aines 

Apriiis 11. (H.) Khuuigs Tochtcr sein, die sich selbs erstochen. Des anndern tags 
Raisten wir vier meill in ain Stat genannt Nestnigkh *). kt ein 

Soiin C^l- 21".) schöne, guete Stat, mit ?il khirchen. Ist nit ymbgemaurt. 

auch 12. (H.) Von daunen aber ain tagrais, vier meill, geen Anndershoff, ain Closter 

'^*^ Sanndt Johanns Orden Ton Rodis ^. Dann aber zwo meil am Lannd 

Closter -^ 

sein, in *^' ("'^ geen Corscc *), Ist ain Schlos ynnd Stat. Da sassen wir wider zw 
igiichem Schiff Yund fucrcu vier meill aus Sialanndt in die Innsel Fun. Haben 

sich ain ^lj ^i^erwärtigs windt gehabt Khamen dann mit muee vnnd sorgen 

zw ge- ^»*»"»'&- geen Neuburg, ain Schloss vnnd Stat. Da beliben wir vber nacht Im 
seuter C^') schloss da zaigct man den Gessten ain Hörn, des soll ain Ediman, 
stond selbs g^^annt Saltzer, dem Teufel ab dem Khopf gerissen haben. Mich 



lateinisch redte?** Sagt: „Ich rette oberlendisch Latein, das 
verstuende er nit**. (H.) 



^) Wohl Wordingborg, die Burg Waldeinars, am sfidliehen Ufer Seelands. 

^) D. i. mit einer anhängenden Börse, fOr*s UebeÜihoch, und mit dem Rosen- 
kranze. „Über Bürsten f. cassidile, bursa siehe Schmeller I. c. 1, 202 ; über 
Betten f. Rosenkranz ebenda 1, 217. Noch bis zur Stunde heisst ein Haus 
in Wien, Nr. 1146 am Kohhnarkt, an dessen Ecke ein goldener Rosenkranz 
als Haasschild zu sehen ist, „zur Betten.*^ 

') Vielleicht Nest?ed, nordwestlich Ton Wordingborg ? 

^) Anderskow bei Slagelse. 

^) Korsor an der Sfidwestküste Seelands, Nyborg auf der Insel Ffinen 
gegenOber. 



1K16. »5 

daucht dasseib aio khuehorn. Von dannea khamen wir vier meill ge- i4.(h.) 
raist am Lannd geen Ottnsee, ain gar wolerpaute Stat mit schönen 
khirehen. Da ist auch ein Bisstumb. Dar Innen wonte des Khunigs 
Muetter. Lag khrannckh, liess mns flir sich khomen, ligennde im 
Pett. Da namen auch die Burgundischen Pötten drey Jungkhfrauen 
mit sieh, die mit der (Bl. 2P.) Jungen Khunigin in das Khünigreich 
khomen warn. Die verschickht der Kbunig, ymb das sy ye vill Redten 
Ton seiner ynschickhlichait 9- Damach Raisten wir aber vier meil Apriiu le. (h.) 
geen Assens, ain khlain Stätl an der See *). Vnnd morgenns sassen 
. wir wider xw Schuf, foern aber mit grossen Sorgen vnnd geßir zwo 
meil vber. Khamen in SonnderJuchtlanndt, ynnd muesten yier meil 
am Lannd raisen hintz geen Oplro >), ain Schloss. Ein khlaines Phärdt 
hat ich bei mir im Schiff» die anndern khamen erst den andern tag 17. (h.) 
nach mns. Von Oplro Raisten wir mer yier meil in ain Stat, Fiens- ig. (h.) 
borg. Ist zimblich weil erpaut, hat ain Schloss hoch an ainem Perg 
ob der Stat. Wir zugen des anndern Morgenns nach Schleswickh, to. (h.) 
ain zimbliche Stat vnnd Herzogthumb. Da wonndt auch der Bischof 
der Stat, ynnd ist ain alH Herzogthumb. 

Juchtlannd ist das man yor Zeiten Lateinisch Cymbricam Cher- 
sonesum gehaissen. (BL 22'.) Vnnd ist gethaillt. Das thail, so an 
das Herzogthumb Schleswigkh stosst, wierdt sonnder Juchtlannd 
genennt. 

Wie man yon Schleswigkh ain khlain weeg furter Raist khumbt 
man zw dem Schloss, Cotrop genannt, da der Hertzog gemainigcli- 
chen hoff hielU. Geet die Strassen nahent am thor hin, ist Scheind- 
lich erpaut gewest. Nahenndt daselbstn geet ain graben Denenwerch oennenberch. 
genannt, ain Lanndtgeschaidt zwischen Sunder Juchtlanndt ynnd Holn- C^) 

stain. Vnnd dann zoben wir drey meil geen Rensperg, ain khlain 21. (h.) 
StäLtle, hat der Khunig für sich geballten. An dem Ritt sein wir nuer 
ain meil neben Dietmars hingeraist, da die Friesischen Paurn sein, 
ynnd khainem Herrn gehorsamen. In dem Stfttl sache ich aines Brie- 
stershoehzeyt seiner Ersten Mess. Der nimbt sein Muetter, Schwester, 
oder ein anndere nächste freundtin mit der Rechten hanndt ynnd her- 
nach die annder freundtsehafft ynnd geladnen» alle mal zway mitein- 



^) D. i. des Dfiyecke wegen. 
*) Am, UeiDeD Belt. 
') Apeorade. 



96 



1516. 



annder. Geen ain gassen auf, die annder ab» (Bl. 22\J mit Pfeiffern 
Tnnd Drumelsehlahern, oder wo sy annders nit haben, mit ainem 
Pegkh, darauff gesehlagen. 

22. Abermals fttnff meil geen Nenmünster, ain khlains Stätle. 
Nemnfinster top HOntzt her Yon Flonsswerg ist es haidig, Vasst hoert vnnd mösig, 
dert^Tnatt* fH ) ^^^^S erpaut, gehört dem Hertzogen zw Hollnstain. Wiewol die 

gebiet der fursstenthumber Schleswigkh vnnd Holnstain gethaillt, 

23. (H.) So nennt man doeh gemainclich mit ainem Namen geen Holnstain 

gehörig. Des morgens naeh Seeperg >), ain Schloss an ainer 

sigbergrechtge- Höhe, das man der orten fiir seer vesst acht. Ain Stätl darunder, 

nent. (H.) j^ ^j^ beherbergten. Wir sein allain das Schlos zu sehen dahin 

geßert, ist nit der neehste vnnser weeg gewest. Wur haben den- 

noeht ynnser gellt gezollt, sein drey meill geraist. Da feilt 

die Trafl, das wasser so fQr Lubegg fleüsst, in die See. Von 

dann sein yier meill geen Lubegkh. Vnnd wir Raissten nach 

Hainburch. (H.) Hamberg, ain schöne Stat, Siben meil. Wir betten yon Neu- 

24. (H.) münster nit mer dann (Bl. 23*.) Acht meil dahin gehabt. Dise 

Stat ligt an der Elb. Dasselb wasser Rindt durch die Stat, vnnd 
khomen yUI Schif mit den Seglen aus der See dahin mit khauff- 
manschaflften. Fleust nach Achzehen meil von der Stat in die 
See. Wachst vnnd feilt von Sechs zw Sechs Stunden wie die 
See oder das Mör. Die Stat ist etlichermassen dem Hertzogen zw 
Hollnstain verwandt. Wann der dar khumbt, hallten den etliche 
tag vnnd nacht Cosstfrey, mnd thun im ain yerEerung. Sy Ruemen 
sich, ein Reichs Stat sein, gleichwol ist das ganntz FOrsstenthumb 



Kunig Cristiern oberkham Stockhobn» die haupstat jn Schwedn, 
hielt ain grosse maltzeit vnd pot *) bey 70 personen enthauptn. 
In der wochn Allerheyligen tag, im 1520 Jar. Darumb das Land 
wider von Ime abgefallen. Vnd den Dennen solhs yerkhundt, vnd 
dergleichen gewamet. Die Dennen rittn an etlichn ortn zwsamen. 
Das macht dem Khunig ain graus, derhalben das reich verlassn, 
daraus getzogn. Sein kunigin nachgeuolgt. (H.) 



') Segeberg. 

*) »pakl*' die Handsehrifl. 



1516. 97 

HoUstain lehen vom Römischen Reich. Das Pier» so man da Prent, HoUnsuin. (h.) 

ist in grossem Ruef vnnd werdt, allenthalben, da man von dem 

gueten Pier waiss zusagen. Alls Lubegkh mit dem khrieg gegen. 

Denmarckht yill Zeit gestannden, ist des khauffs handlung rill 

daher khomen, vnnd die Stat aufgenomen. Alda verliessen wir 

das dennisch gebiet gar. Der guet Khunig hat khlaine Acht seiner 

gneten freundt, treuer Vermonung, sein selbst vnnd gottes gebot 

Dammb ist es Ime auch also erganngen. Er zohe jn Schweden, 

drang sy, das (BL 23^.) sy sich ergaben, da er aber dasselb 

Reich Tberkhamb, da verlur er nit allain dasselb, Sonnder auch 

damit Denmarckh mnd Nortweden. Vnnd zwletzt gefanngen. Also 

das seiner erlösung khain Hoffnung ist. Des Khfinigs Anherr Cri- 

stianus, oder Cristiernus, ist ain Graf von Oldnburg gewest, vnnd 

zw khunig erwellt. Verliess zwen Sun: Hannsen, des Khfinigs 

Tatter, vnnd Friderichen, Hertzogen zw Hollnstain. 

Von Hamburg furn wir nach der Elb ab, fünff meil, in 
ain Stätl , genannt Stad ^ gehört dem Ertzbischouen zw Premen. sud. 26. (h.) 
Vnnd fnrtbas Ritten wir drey meil geen Veerden, ain Schlos vnnd veerdo. 27, (h.) 
Stalle, da der Ertzbischoue von Premen gemainigdichen Hoff 
hiellt. Alda schieden die Burgundischen Rftte von mir nach Premen. 
Ich belib ettlich tag da Rastundt. Am Ersten May fuerten mich 
des Ertzbischoue leuth geen Befarn ^). Da was ein grosse 
Versamblung des volckhs , alls bey ainer KUrchfardt. Dann da 
stundt. (BL 29\) ain gross Creutz, das soll vill wunderzaichen 
gethon haben. 

Am dritten May Ruckht Ich fiinff meill geen Rotenburg *), 3. (h.) 
ain fleggen vnnd Schloss, dem Stifft Vierden zuegehörig. Denselben 
Stiffl bette auch der Ertzbischoue von Premen, der was Hertzog 
Cristoff von Braunschweig. Den anndern tag Rit ich drey meil vierden. 4. (H.) 
geen Vierden in die Stat, ligt nahenndt an der Weeser. 

Darnach khamb ich geen Eesl *), vier meill, ligt an ainem Eesi. 5. (h.) 
wasser genannt die Alder. Die fleusst für Zell, da die Hertzogen 
von Lunenburg Hof hallten. Das Dorff gehört denselben Furssten, 
ligt vier meill von Zell. 



^) Be?erstedt, westlieh Ton BremerTdrde. 
•) An der Wümme. 

*) Egsel, zwischen Niemburg und Celle an der Aller. 
Fontes. VI!!. 



98 



iSi«. 



Newstat 9> Schlos vnnd Stat, Hertzog Erichs von Braun- 
schweig, drey meill von EesI» ligt an der Leen. Die fleusst aus 
dena Hartz, neben Gorslar, durch den StiSt Hildeshaim, vnnd mnder 
EesI in die Alder. ler Fürst was wenig Tor mein aus Frieslannd 
daselbstn zw seiner Geroahel khomen. Hielt mich (BL 2ä^.) 
f&rstlichen, liess mich ain meil geen der Pluemnaw *), ain Schlos 
alls sein Mairhof, nahenndt bey dem Stätle Wundtstorff, fuern. 
Aber zwo meil geen Honofer, ain yesstes Stätle, gehört auch 
denen Fürsten von Braunschweig. Sy lassen aber auch Ire Herrn 
mit ainer mass ynnd Anzall yolckhs ein. • Ligt auch an der Leen. 
Dasselb Lannd nennt man Desterleen, von dem Perg Dester vnnd 
dem Wasser Leen. 

HUde8ham.9.(H.) Gecu Hildeshaimb sein dann drey meill, ain schöne Stat. Da 

ist auch ain Bisthumb. Der Bischof was ain gebornner Hertzog 
von Laubnburg >). Von dann sein ßinff meill geen Embigkh, da 
man das beruembtist Pier in Teutschen Lannd Prent. 

Gorslar. 10. (H.) Gccn Gorslar, ain Stätle wol erpauen, khamb ich am zehenn- 

den May. Was der Phingstabennt. Sein Sechs meill. Da nahenndt 
an der Stat ist ain Silber Pergkhwerch, ligt am Harts. Da am 
heilligen (BL 25*,) Phingstag hab ich vill mir frembds ge- 
schmugkhs an frawen vnnd Junckhfrauen gesehen. Auch wie 
Khunigcliche Cronen an den Junckhfrauen. 
Haibersut. 12. Nach Halbcrstet sein Sechs meil. Ist ain Stat .vnnd Bistumb, 

(H) da Herr Leuinus von Veldhaim Stathalter des Ertzbischo^fs zw 
Meetz vnnd Maidenburg gewest, wie oben gesagt. Der hiellt 
mich Eerlichen vnnd woll. 

stasfurt. i4.(H.) Aber vier meil geen Stasfurt ^), ain Stätle, darinn vill Adls 

wonndt. Haben ain Saltzsieden, gehört dem Ertzbisthumb Maid- 
burg, ligt vier meill dauon. Von Stasfurt, reittenndt auf zwo meill, 
khumbt man geen KhaliT »), ain Stätle vnnd ain Burgkh darinn, 
des Ertzbischoue zw Magdeburg. Da Reitt man vber die Saall. 
Vnnd dann fürter zwo Meill geritten, khamb ich an die Elb. Fuer 



* ) Neustadt an der Leioe. 

^) Sudlich von Neustadt, nördlich von Wunsdorf. 

') Johann IV. Herzog ?on Sachsen-Lauenburg, resignirte 1527. 

^) Bei Änhalt-Bemburg. 

^) Kalbe, nördlich ?on Bemburg. 



1516. 



99 



da vber. Ain yiertl weegs ob dem Vrfar ist Barben <), ain Stätl 

der Grauen *). Ain wftlbische meill ob demselben Stätl feit die Sal 

in die Elb. Pald khamb ich geen Zerbst» rait aller saeben fünff Cserbit. 15. (h.) 

meill. Gehört dem Gefürsten Grauen von (BL 2S^J Anhallt. 

Ich khundt khain Herberg haben, yederman was nach Irem brauch 

aus ymb Mayen. Am Donnerstag nach Phingsten, mit ainem fanen 

in ainer gassen» nennt man die Pruechgassen, hengt man ain Vnn- 

darmans Hemet auf *). Daselbstn feilt die Mulla in die Elb &c. 

Geen Wittenberg khamb Ich den Sechzehenden May. Sechs Wittnberg. I6. 
meill. Was der Abennt der Heiligen Driualtigkhait. Da fannd ^"'^ 

ich den Churfursten von Sachssen ^). Da Enntdeckht ich seiner 
gnaden, was ich gehanndelt, vnnd was mir begegnet wä^. Muest 
bey der Vesper vnnd morgenns bey dem Ambt vnnd Predig blei- 
ben. Hiellt mich gar woll mit grossen! genedigem erbieten. Das 
ist die Haubtstat der Sachsischen Chur. Von dannen Bit Ich geen 
EiUnburg, Schloss vnnd Stat an der Mulla, Sechs meill. Ligt Eyiinbar?. 19. 
nuer bey vier Meilln in Meissen. Von Eillnburg sein zwo meil ^"'^ 

geen der Aich, ain schöne khirchen Anthonier Ordens. Vnnd dann 
geen Alltenburg, noch yier meill, Schloss mnd Stat. Von dann Aitiiburg.2o.(H. 
geen Zwickha vier meil, ain schöns (BL 26".) Stätle. Belib da czwicka.2i.(H. 
am Gotzleichnambstag. Das Stätle ist mit dem Perkhwerch am 
Sehreckhenperg aufgewachssen, ligt an der Molda. Die solt 
Heissen vnnd Voitlannd schaiden. Demselben nach wäre Zwickhaw 
in Meissen. Damach geen Plaw, ain Stat vnnd Schloss, vier pua. 23. (h.) 
meill. Huntzt her yon Wittenberg aus ist alles des fOrsten Yon 
Sachssen ynnd Margf grauen zw Meissen. f Land, (h.) 

Zum Hoff, ain Stätle, ligt an der Saal, Marggräuisch , drey Hoff. 24. (h.) 
meil Ton Plaw. Gehört nunmalls den Marggrauen yon Branden- 
burg zw Anspach. Vnnd geen Parreydt Sechs meill, Schloss vnnd Parreit. 25 (h. 
Stat Entzwischen ist ain Schloss, Pernegg genannt, am Maen, ÄmeiiTonhoff 
der noch vasst khlain daselbstn ist. Khumbt aus dem Khienperg, 



») Barby. 

•) Yon Bemburg. 

*) In welcher Beziehang das ausgehfingte KleidungsstQck zur Laubeinkleidung 
des Pfingstfestes oder den sonstigen Festlichkeiten des Sommer-Eintrittes 
stehe , will ich nicht entscheiden. In Grimms Mythologie , 2. Ausgabe, 
S. 744—749 wird diese Sitte nicht erwfihnt. 

*) Friedrich der Weise, f 5. Mai 1525. 

7» 



100 1516. 

nimbt seinen yrsprung zwo meil oberhalb Pernegg *). Dann Reyt 
man drey meilU ist ain fleggen vnnd hoch darob ain Schloss, 
Pottnsuin. 26. Potfaistain genannt. Von Hoff huntzt beer ist alles Marggräuiseh. 
^"*) Darnach sein noch drey meill geen Grafenberg, ain gueter 

flegg* Gehört ainem Borger zw (Bl. 26^) Nfimberg, ist yon 
der Cron Behaim zw Lehen. 
Nürnberg. 27. Nfirnb^g ligt vier meil danon. Von der Stat findt man vill 

^"•^ geschriben. Die Pegnitz Rindt dardorch. 
juniua. (H.) ^m Sechsten Juny Bit ich geen Schwabach, zwo meill, dann 

Schwabach. 6. j o » » 

(H.) geen Weissenburg im Norckha, funff meill. Vnnd furter geen 

arg. . Thunaüwerdt. funff meill. Damach geen Augspurg, Sechs meill, 

Au**»"u7**9 m^ *"* Lech. Den ganntzen weeg hab ich verriebt, das mich niembt 

gerechtfertigt oder angesprochen hat, ausserhalb des glaitsman am 

Fläming. Des sich Ir rill der Ennden bekhanndte verwundert 

haben. 

Landsperg. 10. Gocn Lanudsporg, Sechs meill, ligt am Lech, ist Bayrisch. 

Pernpeurn.il. Dann geen PemPeurn *)j ain markht des Bischof von Augspurg, 

Fueasn. (H.) vier meill, Vnnd für Fuessen, auch des Bischofs, vnnd geen Tan- 

Tanhaim.i2.(H.) haim »), ist Tirolisch, vier meill. 

Daselbstn zw Tanhaim khamb ich wider zw dem Khaiser. 

Den Anndern tag. Buckht sein (BL 27\) Maj. geen Imb- 

13. Juni, stat, drey meil, gehört dem Grauen von Montfort. Ain Stätte, 

darob ligt das Schlos Bottenfells ^). An der Baiss hört der Khaiser 

mein Aasriehtung. Von Imbstatt Bitt der Khaiser den anndern tag 

auff Botnfels, dem Grauen zw Eeren. Belib etlich Stundt vnnd 

spült mit des Grauen Hausfraw vnnd Tochter. Balthasar Meichsner 

vnnd ich spillten auch mit. Das Nachtmall namb der Khaiser im 

Schloss. Ich ward verordennt, die zwo Gräuin zw dem Tisch zu 

hellen vnnd mit dem anndern Frauenzinmier zw essen. Nach dem 

staaffn. 14. (H.) Nachtmal vemickht sein Maj. geen Stauffen, ain meill. Gehört 

Wangen. 15.(H.) auch Graf Haugn von Montfort. Dann geen Wangen , zwo meill, 

ain Beichsstdtl. Von dannen vber die Hier, die schaidt Schwaben 

Tetnam. 16. (H ) vnnd Alga , gceu Tethnam, ain Stätl, gehört dem Grauen 



^) „Zwo meil oberhalb Pernegg Dimbt seinen rrsprung'' die Handschrift. 

*) Südlich ?on Schongau am Lech. 

') Zwischen Rentte und Immenstadt. 

*) Vergl. unten zum 2. November 1516, S. 105. Anmerkung *). 



1516. 



101 



TOD Hontfort. Stuenndt sein Maj. ab. Besoecht auch denselben 
Grauen Vlriehen» ynnd Ritt dannocbt denselben tag geen Puechorn, 
ain Reiehstätle. Daruor ligt ain Franen Closter, Lebntall, baide 
am Podnsee. 

(BL 2T.) Vber den Podnsee fuer der Khaiser geen Cost- Cottoiu. 17.(h.) 
nitz. Halt man zwo meiU daran man fünf ganntzer Stundt, mit ^ ; , 
guetem Wetter mnd mit zwen mnd dreissig starekhen Ruedern, 
gefarn ist. Die Phftrdt warn geen Pregnitz besebieden. Das was n. joni. 
am Sibenzehenden Juny. 

Am Acbtmndzwaintzigisten tag ward ich geen Vberlingen vWriio^M. 2s. 
zw Kay. Maj. eruordert , vnnd da mit anndem weitter abge- ^"-^ 

fertigt. 

Potschafft in die Aidgenosschaft. 

1516. 

Am Neunvnndzwaintzigisten Jnny warden Herr Wolff Ton Khlin- 29. (h.) 
genberg, Lannd Chnmentheur zw der Mannaw , Herr Wilhalbm von 
Reichenpach vnnd ich in PotschaSt zw den fttnff örtem der Aidgenos- 
schafft gefertigt. Vnnd faern nach dem See denselben tag geen Arbon« 
funff meil ^ gehört dem Bischof zw Costnitz. Den (BL 28*.) ann- 
dem tag geen Raschach <)» ain meil, da fanden wir die Gesanndten. Raschach. so. 
Sy verhörten , fertigten ynns gar Palld. Also das wir denselben tag 
wider geen Lanngnarg *) fuern. Ist ain Schloss vnnd Stätl der 
Grauen von Monntfort. Wir muesten Windtshalben dahin» sein zwo Jaiiut. (h.) 
meil. Des tags darnach geen Puechorn, ain meil. Da was der Khaiser. puechorn.i.(H.) 
Vnnd muesten mit seiner Maj. wider geen Langn Arga, ynnd dann 
noch ain meil geen Linda, ain Reichstättl am See» vnnder dem Oster- 
reichischen schiermb. 

Zw Lynnda» am dritten July» fertigt der Khaiser Herrn Wilhalbm 3. Jnii. 
von Reichenpach ynnd mich wider ab, nach Zfirch. Vimd Ritten vber 
diezway wasser Arga vnnd Schussa. Khamenzwo meill geen Puechorn, 
dann zwo meill geen Morsperg >), ain Schlos vnnd Stätl des Bischoffs 



*) Rohrsehach. 

^) Bei Friedrichshafen am Bodensee. 

') Nörsbnrg am Bodensee. 



102 



1516. 



zw Costnitz« Da fuern wir vber den See, ain halbe meil, vnnd noch 
ein halb Ritten wir geen Costnitz. Da fannden wir Herrn Haugen von 
Lanndaberg, Bisehoue zw Costnitz, der auch ain Comissarj was. Mit 
dem Ritten (BL 28^,) wir yon Costnitz ain halbe meil, vnnd khamen 
in den Wald, genannt Schwaderloch. Vnnd fürpas ein meil an ain 
Pach, genant die Teur, nahennd bey Frawnfeld, vnnd noch zwo meil 
geen Winterthuer. Das Lannd haisst man in Tui^. Darnach geen 

Tesa. 5. (H.) Tcss, ain gross Frauen Closter , da vill leut zuegeriten sindt. Darob 
ligt das Schloss vnnd Grafschafft Khiburg. Huntzt her Rait man von 

Czurch. 6 (H.) Costnitz funf meil. Den anndem tag zwo meil geen Zürch, ain schöne 
Stat. Dardurch Rindt die Limackh, so aus dem See, hart an der Stat 
ligenndt, fleust. Da yerrichten wir souil wir mochten in vier tagen. 
Das volkch was der Zeit so Andechtig, alls ye ains in Teutschen 
Lannden. Der brauch was, das der Burgermaister, gerichtsdiener 
vnnd gemaine Weiber mit den Gesanndten assen. Darzue annder 
Person, wer zw dem Tisch möcht, der offt nit ain guet wort von vnn- 
serm Khaiser die ganntz malzeit geredt hat. Sonnsten ist vnns ge- 
bfirliche Eer vnnd (BL 29"} gueter willen erzaigt. Von dann Ritten 

Te»8.ii.i2.(H.) wir wider nach Tess vnnd Costnitz. Ich verliess Herrn Wilhalbm 
daselbstn, vnnd Raiste nach Morsperg, vnnd noch zwo meill geen 

Marchdorff. 14. Harckhdorf , ligt in Lintzkha » des Bischoffs zw Costnitz. Dann 
^ '^ durch Rauenspurg, ain Reichsstat an der Schussa gelegen. Zwnächst 
darob ligt das Schloss, die Lanndtvoggtey in Schwaben, Österrei- 
chisch. Vor der Stat ligt Weingarten, das Reich Closter. Vnnd also 
Leokhirch. 15. funff meil gcraist geen Leokhirch an der Eytra *) , ain Reichsstätl. 
^ '^ Nachmails geen Khembten, ain Reichs Stat an der Hier im Alga, funff 
meill. Vnnd geen Nesslwanng >), zwo meil, ain marckht des Bischofs 

Fronu. 16. (H.) zw Augspurg. Vnnd noch ein meill geen Fronta ^), ain Dorff an der 

vuit. 17. (H.) Vulss, die von Thanham herfleusst. Darnach Rit ich durch Vulss, 

ain khlainen fleggen, geen Fuessen,.ain meil. Ein schönes Stätl, 

auch wolerpauts schloss des Bischofs zw Augspurg, da ich den 

Khaiser fanndt. 



^) Markdorf, nordöstlich von Mdrsburg. Der Linzgau zwischen dem Tburgau 

und Rhfitigau um Pfullendorf und Linz. 
') D. i. Leutkirch, nordöstlich von Ravensburg. 
^) Nordwestlich von Füssen. 
^) Zwischen Nesselwang und Vils. 



1516. 103 

Den anndern tag, den 20. July darnach » (BL 29^.) muest ich 18. (h.) 
hmwider. Rit den tag Sechs meill geen Khembten. Darin durch Isna 
ynnd Wangen genn Tetnam 9 » Sechs meil. Fuert ain meil geen 19. (h.) 
Pueehem» vnnd in ainen grossen marckht Hagena ^), das von Costnitz 
drey meill» ynnd geen Costnitz. Da biendlen *) der von Reichenpach 2o. (h.) 
mnd ieh mit dem Bisehoue ynnd Capitl, der Abbtey halben in der 
Reichenaw. Des anndern tags Ritten wir baid geen Frauenfeld, zwo 21. (u) 
meill. Geen Wintertheur zwo, vnnd geen Zürch drey meill, bann- 22. (h.) 
delten Sechs tag. Darnach wider geen Frauenfeld. Vnnd dann geen 28. (h.) 
Costnitz. Hab etlich wochen daselbstn müessen auf beschaidt 29. (h.) 
wartten. 

(Hier folgen 3 leere BUtter.) 

(BL 33*.) Die Raiss zw Kbunig Sigmund in Polin, 
Grosfürssten in Litten, ynnd zw dem Grosfürsten in 

die Mosqua. 

Khaiser Maximilian Stuennd ain guete Zeyt mit Kbunig Sig- 
munden zw Polin in Widerwillen, wie man sagt beurat halben. Dann 
der Kbunig yermäbellt sich mit Graf Steffanos im Zips tochter. Der- 
selben Brueder, Graf Hanns, ward durch sein mueter, die aid ge- 
bornne Hertzogin von Teschen gewest, ain Sinreiche Fraw, dahin 
gewisen, nach der Hungerischen Cron zutrachten. Die zobe an sich 
die ansehnlichste yom Adl in allen Spanscbafflen , mit Prouisionen 
vnnd Artgolascb, das ist Jar oder Diennstgellt. Vnnd der Kbunig 
Viadislaus on Erben was, ynnd alls derselbe Khinder yberkhamb, 
tracht er, Graf Hanns, ymb des Khünigs tochter. Vnnd weil 
die zwen Kbunig zw Hungern ynnd Polin leiblich BrQeder warn, 
hat Khaiser Maximilian gedacht, Kbunig Sigmund würde seinem 
Schwager Graf Hannsen zw seinem fumemen beftirdern, das dann 
wider die Ver träge , die der Khaisermit Hungern (^BL 33^.^ 
bette, der Erbschaift oder Succession halben zum Khunigreich 
Hungern, wäre. 



') D. i. durch Isni und Wangen nach Tettntng. 
') Hagnau bei Mdrsburg am Bodensee. 

') Die Handschrift hat 'binden*. Zu vergleichen ist unten S. 126. Auch die 
Pesther Handschrift hat »hiendl«^. Kovachieh I. c. S. 134. 



104 1516. 

Derhalben schickht der Khaiser zw Basilio , dem Grosf&rstei^ 
in die Mosqua» der dann ein Eewiger Veindt der Khunig xw PoUn 
vnnd GrosfOrsten in Lytten ist. Macht mit dem Freundtschafft So 
stuende auch der Hochmaister in Preussen, der auch rast ein 
Khunigcliche macht hette, hart wider den Khunig zw Polin. Des 
alles dem Khunig auch nit wol gefiell, dann er was zw kbriegen 
nit genaigt. Suecht nuer Ruee vnnd iTrid. Also ward dvrch ril 
hanndlungen die Sachen dahin gedigen, das Khaiser Maximilianns 
Enigkhle» Khunig Philips aus Hispanien Sun ainer» des Khünigs 
Vladislay tochter, vnnd herwider desselben (Sun), Khunigs 
Philipps tochter Eelichen nemen sollen. Darumb auch baid gebrue- 
der, Vladislaus sambt seinem Sun, der auch numalls zw Khunig 
gecrönndt was , vnnd der Tochter , auch Khunig Sigmund geen 
Wienn zw dem Khaiser khamen, sich da (BL 3^'.) miteinander 
verainigten, yerbunden, die Heuratn beschlossen, vnnd die Tochter 
dem Khaiser in Sanndt Steffan khirchen offennlich , an stat seiner 
Enengkhle ains, vermähelt ward. Dermassen: .wo derselben khai- 
ner , die nSime , soll der Khaiser die beschlaffen mnd behallten, 
wie zum tail in derselben Zusamenkhunffl angeruert ist worden. 
Daselbstn hat der Khaiser dem Khunig zw Polin bewilligt, sein 
Potschafft zw dem Grosfürsten in die Mosqua zuschigkhen, ynnd 
vmb frid zuhanndlen. Darzue ward fürgenomen: Herr Cristoff 
Bischoue zw Laybach &c. Mir ward beuolhen, die Sachen zw 
Solicitiern, Alls ich dann mit allem rleys thäte. Vnnd aber der 
Bischoff so lanng damit ymbgienng, veränndert der Khaiser sein 
gemuet, vnnd legt solich Purd auff mich ynnd Petem Mraxj, seiner 
Maj. Phleger zw Günnss. Der was gleichwol dem Bischoue auch 
zuegeordnet ynnd darumb geen Crackhaw yerritten. Vnnd alls sich 
die sach yerzohe, khert wider anhaimbs. Ich khunde auch nit so 
Palldt (Bl 3V.) fertig werden. Der Khaiser zohe yon Augspurg 
hinwegkh. 
20. Ociobep. Am zwaintzigisten Octobris des funfzehenhundert ynnd Sech- 

zehennden Jars muest ich dem nachuolgen. Liess doch die maisten 
Phärdt ynnd Dienner zw Augspurg. Vnnd Ich erhub mich am yierten 
tag hinach geen Eyrstorff, ain dorff, Siben meil. Geen Fuessen, funff 
meil. Da Errit ich den Khaiser. Darnach Raist der Khaiser geen 
Reytta, ynnder Ernburger Clausen, zwo meil. Geen Thonhaim, drey 
meil. Geen Fluechenstain , ain Schloss des Bischofs yon Augspurg. 



1516. 



105 



Das Hofgesindt lag zw Santhofen ^)j drey meill. Am anndern tag 2. Norember. 
Nottembr durch Imbstat Da stiindt der Khaiser, dem Grauen zwEem, 
ab YQBd sprach Ime Tmid seiner Gemahel zue. Sy khamen ab dem 
Schloss herab *). Vnnd Ritt darnach geen Stauffen, drey meil. Geen 
Pregnitz am Podnsee» drey meil. Geen Lynnda, ain meil. Geen Vber- 
lingen, fünff meil. Geen Saknasweyl» ain Reich Closter» (Bl. SS"".) 
ain meil. Herwider durch Yberling^ vnnd geen Costnitz, zwo meill. 
Vnnd dann geen Zell am Vnndersee, zwo meil. Ligt im Hegaw» des 
sich bey Costnitz an der Reinpruggen anhebt Darnach geen Enngen, 
drey meil, der Grauen Yon Lupfen. Da hebt sich an die Grafschaffl 
Parr. Vnnd dann fttr Islingen, Furstenberg» vnnd vber die Thunaw 
geen Hufingen» Schlos vnnd Stat deren von Scheinberg» zwo meill. 
Vnnd haist die gegent „yor dem walld.** Ain halbe meill dauon ent- 
springt die Tunaw. Von dann geen der Newstat, ain marckht» ist 
Österreichisch» vor dem Schwartzwald. Vnnd durch den Wald » zwo 
meill» ain pöser weeg. Zw ainem Wiertshaus» genannt im Himelreich» 
Tnnd dann wider drey meil geen Freyburg in Breyskhaw» Österrei- 
chisch. Raint an die Marggrafschaffl Baden. Darnach geen Preysach 
am Rein» österreichisch» ynnd dann rber den Rhein. Ahwertz ist das 
Lannd Elsas. Das ober wirdt genannt Sunckha. Zoch nahenndt neben 
Kulmar» ain Reichs Stat» geen Perckham» zwo meil, ain (BL 3S^.) 
Stätl österreichisch. Dabey nahenndt ligen Schlos Rapoldstain vnnd 
Stfttl Rapersweil *). Da Rindt die 111 durch das Lannd ab. Geen 
Obernehnam *) fiir Sletstat. Neben hin ligt auch Sannd Otilia Perg. 
Vnnd sein auch f&r hochKhunigsperg ^) gezogen» drey meil. Der. 
Khaiser zoch geen Neuweiler •)» Sechs meil. Darnach geen Inweiler ')» 



^) Das ist Sonthofen tn der Dler, sfidlich von Immenstadt. Das Schloss Flue- 
ehenstem mag an einem der Gebirgsabhinge um die Ostrach zu suchen sein. 
Auf unseren Karten erscheint es nicht mehr. 

^) Hugo Graf von Montfort der Ältere und dessen Gemahlin , eine geb. 
GrSfin V. Bitsch. J. N. t. Vanotti Gesch. d. Gfn. v. Montfort u. Werden- 
berg S. 147. Die oben S. 100 erwähnte zweite Gräfin wird wahrscheinlich 
Apolofiia, €remahlin Johanns des älteren t. Montfort, sein. 

*) Ribeauviller, südwestlich yon Schietstadt. 

^) D. i. Ober-Enheim, sudwestlich ?on Strassburg. 

') Hohen-Kinsberg» westlich von Schietstadt. 

*) Neuviller, westlieh von Hagenau. 

^} Ingweiller, nordwestlich von Neuviller. 



106 



1516. 



ain meil, ynnd geen Hagenaw zwo meil. Ich aber Ritt von Obernehnam 
geen Strasburg, vier meil, die schön ynnd mächtige Stat zubesehen. 
Da Rindt ain Armb vom Rein durch die Stat ynni zw nächst der 
Stat khomen die zway wasser 111 rnnd die Freys zusamen. Vnnd 
von Straspurg geen Hagenaw vier meill. Da zw Hagenaw ist die 
Lanndvogtey in Vnnder Elsass. Der Khaiser lihe am tag Sanndt 
Catrein dem Abbt von Weissenburg im Elsass. An Sanndt Andreas 
LeboLutriag. tag, lihe dcs Hcrtzogeu von Lotringen Räten, alls gewalttragern. 
^ '^ Dergleichen dem Bischof zw Metz. Am Achten Decembris schwuer 
der Khaiser die Püntnuss mit Khunig (Bl. 36\) Carln in Hispa- 
nien vnnd mit dem KhOnig Hainrichen in Enngellanndt, zw der whör 
wider menigclichen. 

14. December. Am vierzehenndcn Decembris hat sein Maj. mich abgefertigt in 

Polin vnnd Mosqua. Vnnd hintzt am Rein drey meil geritten. Da vber- 
gefarn. vnnd dann wider ain meil geriten geen Rastat, in der Marg- 
grauen zw Baden Liannd. Geen Erlingen zwo, vnnd aber zwo geen 
Pfortzach. Dann noch aines thaills der Marggrauen Lannd. Darnach 
in Wirtenberg, geen Constat an Neckher, vnnd noch ain meill geen 
Eslingen, ain Reichstat. Nach dem Neckher vber sich zwo meil, vnnd 
der linckhen hanndt zue nach der Fils geen Gepingen. Vnnd fürt noch 
ain meill ist es noch Wirtenbergerisch , vnnd aber ain meill geen 
Geislingen. Darob ligt ain Schlos helfenstain , die Grafschaft, deren 
von Vlbm gebiet. Vnnd noch drey meill in die Stat VIbm an der 
Thunaw, ain habhaffte Reichsstat. 

Dann fllr Gunsperg geen Burgaw, Schlos (iS/. 36^.) vnnd Stat, 
die Marggrafschaft mit dem eigenthumb Österreichisch, des Bischoffs 
zw Augspurg PhanndtschaiR. Darnach geen Augspurg. Da fannd ich 
Hannsen Dantiscum, Doctor, des Khunig zw Polin Secretarj vnnd Soli- 
citator; den Gregor Demetry Sagrewskhy, des Moscouitter Poten ; 
Crisostomum Columnum, der Hertzogin von Maylannd vnnd Bary 
Gesanndten; Hannsen vom Tbury, der mir alls ein Ausgeber zuege- 
ordennt was ; vnnd Georgen Raumschüssl, der mit mir an die Mos- 
couittisch Granizen Raison solt, dann er erst heraus was khomen. 
Zw Augspurg bin ich mit den obgenannten allen, ausserhalb des 

27. December. Polnischen Gesanndten, am 27 tag vorritten. Vber den Lech, ain 
meil, Geen Fridberg, ain Stätl Bayrisch. Den 28 tag vier geen lu- 

28—31. Decem. derstorf. Am 29. nach Freising vber die Amber , vier meil. Am 30. 
geen Lanndtshuet, vier, den 31. geen Genckhofen vier meil. 



1517. 



107 



(Bl. 37\) 1517. 



Am Ersten January geen Pharrkirchen, drey meil. den anndern i. Jiaoer. 
geen Schärding am Tn, vier. Ist hintzther alles Bayrisch. 

Osterreich. 

Den Dritten geen Enngelhartz Zell, drey meill, in Osterreich ob 3. 
der Enns, an der Thuna. Den 5. vier meil ab geen Aschach. Den s. 
Sechsten tag drei geen Lintz in die Haubtstat. Am ZwelSten vber die 6. u. is. Jinner. 
Pruggen geen Galneukhirchen, ain meil. Aber aine geen Pregarten. 
Den 13, zwo meil geen PierPach. Den 14. aine geen Khflnigs- i3. a.u. n 
wisen. Den 15. zwo geen Arbaspach, aine geen Rapoldstain. Den 15. 
16 aine geen Zwetl, ain Stfttle in Österreich ynnder der Ennss. le. ^ 

drey geen Von dann ain meil geen Rastenberg, oder Rastenfeld ^). 
Am 17. Hörn, vnnd am 18. tag flinff meil geen Retz, alles öster- 17. a.i8. ^ 
reichisch. 

Den 19. zwo meill geen Znämb <) in Märhem. Vber die Teya. 19. 
Dasselb wasser ist der merer thaill des Geschaidt zwischen Öster- 
reich ynnd Märhern. Doch an etlichen orten hat Österreich (BL3V.) 
hinüber. Aber an anndern orten hat Märhern herwider Scbloss vnnd 
fleggen. Da erinnderte ich mich meines mitverwonndten absterben *). 
Ich was ferr von dem Khaiser, vnnd schickbt derhalben geen Wienn 
zw dem Regiment rmb rat: „ob ich allain die Raiss verrichten soll?** 
Mir ward geanntwort: „sy wessten mein beuelch nit. Darumb wissen 
sy mir auch nit zuraten.** IchRaiste in gottes namenhin, vnndRuckhte 
am 24 tag geen Wolfarnitz ^), drey meil. Den 2S. geen Prun, drey n.u.zs. „ 
meil. Entzwischen rindt die Igla bey prelas ^). Dann geen Wischa *), 
nennt man Märherisch Wischoua, drey meill. Hierinn bey Wischa 
muess ich auch mein Vnscbigkhlichait bekhennen. Ich bracht meinem 



^) Rastenberg, Herrschaft und Schloss, Rastenfeld der dazu gehörige Markt- 
flecken mit einer Pfarre, am Kampflusse. 

') D. i. Znaim. 

') Nftmlich Peter Mraxi*8, der zu Znaim gestorben war. Vergl. Fr. Adelungs, 
Herberstein S. 50. 

^) Wolframitz, nordöstlich ron Znaim. 

*) Pralitz. 

•) Wiachaa. 



108 1517. 

Veter Georgen RaumsehOssl ain starckhen trunekh. Der Hertzogio 
von Bary gesanndter, ain allter» Eerlicher Briester, so mit zoch, 
hette den brauch, was er fttr sonnder nambhaffls in ainer Her- 
berg sach oder erinnderte» Nach dem schrieb er sein Reymb, 
an die Wanndt. Darumb schrib (Bl. 38^.) er dazumal: ^Talern 
te presta, qualis haberj yelis.** Das ist teutsch: „Hallt dich 
dermassen, darfttr dw gehallten willt werden. ** Er erzOrnndt 
mich dazumal damit. Aber Palld hab ich mich erinndert, das er 
Recht vnnd ich Vnrecht was. Darumb danckht ich Ime von Hertzen, 

ts, jinner. Yund daunckb im noch darumb. Am 28. geen ProRonitz ^ > zwo 
mein, ynnd geen Olmflntz, zwo meill. Da fieüsst die march 
für. Das sein die drey haubtstet in Märhern: Olmüntz, Prfln ynnd 
Znämb. 

Von Wischa ist auch ain nächner weeg nach Olmüntz, auif Grä- 
litz. Den zeucht man aber wann es wol truckhen ist. Sein gleich Tier 
meill, aber khlainer vnnd Ebner. 

30. Januer. Am drcissigisten von Olmüntz durch Vistriza *) Raist ich drey 

meil durch Holtz vnnd Zimbliche Hoch. Geen Leipnickh, drey meill. 
Ist ein New erpaut Stätle, des Herrn von Pernstain, ynnd hoch gegen 
yber Helffenstain *), bemellts Herrn. Dann fürt auff Annderthalbe 
meill geen Weissenkhirchen, das man Märherisch nennt: Hranitza, 
Schloss ynnd Stat Pernstaineriseh. (BL 3^J In dem Tall fleust 
Wetzwa. Aber fürbas Annderthalbe meill geen Titzschein, Märherisch 
Itzin genannt ^), ain Stätle ynnd hoch am Perg ain yesst Sehloss der 
Herrn yon Scheretin. Darnach sein yier meil geen der Ostra , Mär- 
herisch Ostraua, des Bischoffs yon Ohnüntz Stätle. Ligt hart am 
wasser, mit dem Namen aber Märherisch : Ostrawitza. Feit ain meil 
ynnder dem Stätl in die Oder bey RotPer»). Da Enndet sich 
Märhern. 



*) Prosnitz auf halbem Wege von Wischau nach Oimätz. 

^) GrosS'Wisternitz, östlich von Olroutz. 

•) Am jenseitigen Ufer des Beczwa-Flusses. 

*) Alt-Titschein, mithrisch Stary-Giczin. Das befestigte Schloss war damals 
im Besitze Victorins von Zierotin, aufweichen es von seinen Bi-üdern Georg, 
Bartholomäus und Bernhard durch Kauf oder Erbschaft gelangt war. Vergl. 
Wolny, die Markgrafschaft Mähren. 1, 37. 

*) Beim Dorfe Priwoz. 



1517. 109 

Sopalld man yber die Praggen khumbt ist man in der Schlesien 
Dann auf ein grosse meil khumbt man zw ainem Schlechten Cioster 
oder Abbtey, genannt Orlo. Hat gleichwoll grosse Obrigkhait vber 
vill Clöster, ynnd gar in Polin. Da ynndemamen sich etliche, ain 
Salltz Sieden aufzurichten. Der ainer ward Paldt ermördt. Also ist es 
ansteen beliben. 

Februarij. 

Den andern tag furbass. Ain meil geen Freystätl, dem Hertzogen t. Febmar. 
von Teschen gehörig. Ob dem Stätl, (Bl. 39* ^) zwo meil gegen 
dem gepfirg» ligt Teschen das ffirsstenthumb. Da feilt herab das 
Wasser die Elsa, ?nnd feilt zw Oderburg in die Oder. Von Freystätl 
sein zwo meil in der Nesse, Pöser weeg, geen Schwartzenwasser, das 
man Märherisch oder Polinisch Strumen nenndt. Am dritten tag aber s. ^ 
zwo meill geen der Pless, ain Schloss ynnd Stfttl. Wierdt ein Fürs- 
stenthumb genennt, Märherisch oder Polnisch Pczina. Die Turso 
haben des von Hertzog Casimiem Ton Teschen eriihaufiL Dann so 
Raist man noch zwo meill, das merer thaill im Wald rnnd Sanndt, 
khumbt man zw der Pruggen vber die Weyxl. Da schaiden sich die '^«» poinischn 
Schlesien. Der thaill disshalb gehört zw Behaim , der thaill Jenbalb gr«n»crckh. (h.) 
gehört geen Polin. Die Weyxel nennt man Polnisch Visla. Enntspringt 
bey dem Geptirg, so Hungern ynnd Schlesien thaillt, zwo meil yon 
Teschen, gleich souerr yon Freystfttl. Die Elsa, dauon oben gesagt, 
entspringt ain halbe meill daruon. Ist gleichwoll ein Perg ennt- 
zwischen. 

Polnisch. 

Darnach ist noch ain meill geen Auschwitz, auch ein solich 
Fflrsstenthumb, des man PoUnisch (Bl 39^.) Oschwentzin nennt. 
Ee man hintzue khumbt, aufiT ain Wälbische meill, khumbt aber vom 
GepQrg ain zimblich wasser, genannt Szola. Nit ferr von dem Stätl 
feilt dasselb wasser in die Weyxel. Von Auschwitz ist ain Strassen 
nach Craekhaw. Reit man bey ainer wälhischen meill vom Stätl yber 
die Pruggen an der Weixl. Ob derselben Pruggen, vngeuärlichen 
zwen hanndt POxenschuss, fleusst das wasser Premsa in die Weixl. 
Die ist das gemerckh an derselben seitten zwischen den zwayen thailn 
der Schlesien, vasst Acht meil yber sich. Damach Reit man nahenndt 
dritthalbe meill ynuder das Schloss, Lipouetz genannt. Das ist der 



110 1517. 

Geistlichen Fennekhnuss. Darunder sein woll Poilnisehe herbergen. 
Von dann sein f&nff meill geen Crackhaw. 

Die annder Strass von Auschwitz auf Satur ^. Da Rindt die 
Skaua. Ist auch dergleichen Förstenthumber eins» Schlesisch. Zwo 
meil. Vnnd thaillt sich wider die strass. Man ferdt ain meiU darunder 
vber die Weixl, Oder Raist nach demselben Lannd gar ab. Denselben 
(BL 40'.) Hertzog zw Satur hat Lorenntz Miescowskhy erstochen *)• 
Hat vill Jar nach diser meiner Raiss gelebt, on allen scheuch ge- 
wanndlt. 

Craccaw, die Haubtstat in Polin, ligt an der Weyil. Ich fannd 
den Khtknig daselbsten nit *). Herr Hanns Bonar, der des Khflnigs 
geliebter diener was, hiellt mich woll. Gab mir treuen Rat, das ich mein 
Wagen rerliess, Vnnd ROsst mich auf Schlitten. Er yermiet mirainen ^) 
mit zwayen Phärdten, der mein Schlitten fuert. Hintzt geen der Wilde 
Rait man hundert vnnd zwaintzig meill. Vmb Acht Pollnisch gülden, 
fueter vnnd mall. Mein wälhischer geferte het annderstwo Rat. Legt 
sein wagen auf den Schlitten, vnnd liess ain wälhischen khnecht fuem. 
Ee wann er aus derStatkhamb, warffin dreymall ymb. Darumb muest 
ich Ine in meinen Schlitten nemen. 
11. Februar. Am Aindlifitcu February yerruckhte Ich aus Crackhaw geen 

Prostouitz, vier meill. Geen Wislitz Sechs meil, geen Schidlow fiinff, 
(Bl. 90^.) geen Oppatow Sechs, geen Sauichost yier meil ^). Da 
fert man vber die Weixl. Damach geen Vrsendorff •), fQnff, vnnd 
Siben meill geen Lublin. Ain gemaurt Stätle, dahin etliche mall im 
Jar aus der TQrggey, Mosqua vnnd anndern vill orten grosse 
Khauffmanschafft bracht vnnd besuecht wierdet. Acht meill geen 
Kotzkho''), die Raiss vber den Viepers fluss. Aber Acht geen 
Meseritz ^). Noch sein zwo meill furauss an ain Pächl, die Littisch 
Gränitzen. 



*) D. i. Zator. 

*) Herzog Johanoes, -{-17. September 1513. 

') Sigmund I. befand sich damals zu Wilna. Adelung I. c. 52. 

^) D. i. einen Kutscher. 

^) Jetzt : Proszowice, Wislika, Szydlow, Opatow, Zawichost. 

•) Urzedow. 

^) Kock. 

•) Miedzyrzyc. 



i517. 



Litten. 



111 



Von dem Pächel vnnd Gränitzen sein noch Sechs meill geen 
Melniekh, ain Schloss vnnd etliche Heuser. Darunder ain wasser 
BOh 9 genannt. Aber Acht meill geen Bielskho *), ain Schloss mnd 
gemaurter flegkh. Vier meill geen Nareff *), ain geroaurter flegkh. 
Das wasser hat auch den namen, fleusst aus ainem grossen gemöss 
rnnd See *) gegen dem Preüssischen M5er. Darnach Acht f 



-|- Hier ist in der Handschrift ein besonderes Blatt eingeschaltet mit 
dem Bildnisse des Königs Sigismund ?on Polen , in zirkelrunder Form , mit 
der Umschrift: Sigismundus Primus. Rex Polonie Magnus. Dux Lituanie. Aetatis 
sue XXXIXX. 

Auf der Rückseite dieses Blattes ist von der Hand Herbersteins 
geschrieben : 

Isabelia De Aragonia, Ducissa Mediolanj Barijque etc. Tibi 
Magnifico domino Sigismundo De Herberstain» amico nostro Dilectis- 
simo Salutem. Decet munificos principes , non modo hijs , a qnibus 
aliquid seruicij acceperunt, sed Ulis eciam, a quibus accipiendum 
sperant, se gratos et liberales exhibere. Ea propter, cum Intellexerim, 
Te» prefatum dominum Sigismnindum , A Cesarea Ma^ oratorem ad 
Seren"""" Regem polonie destinatum, Inter Cetera mandata Dlud etiam 
ex benignitate eiusdem Mai^ non In vltimis habuisse, rt cum eo 
ipso Seren"^ polonie rege conjugium Illustr""' Domine Bone, filie 
dilectissime nostre, tractare debeatis, quamquam pro certo scimus, 
TOS ex bonitate yestra» Et ex eiusdem Ces. Mai^ Jussu, omnia 
diligenter et studlosissime esse tractaturos» Tarnen, yt nos grate 
principis fungamur officio, et yos tanto alacrius huius predicti 
connubij tractandi et conficiendi suscipiatis, 
Vobis sponte et ex mera nostra liberalitate , (st) talem operam 
cum ipso Rege adhibueritis, yt ipsum connubium Inter prefatum 
regem Polonie Et filiam nostram certum et indubitatum sorciatur 
effectum. In premium yestre opere ac studij Et nostre erga yos 



Der Bug. 

^) Bjelsk. 

') Nordöstlich ?on Bjelsk. 

^) Die ungeheueren SGmpfe um Pinsk. 



112 i517. 

(BL 4i'.^ meill ain walld, ist khain Haus an der Strass, geen 
Grincky ^), ligt vor dem walld, ain fleggen. Daher schiekht der 
Khunig seine Leuth , mich in sein Cossten anzunemen. Nenndt man 
den Gesandten Pristaw, alls ein zuegeordneter, der ymb Herberg rnnd 
alle notduriR zusehen vnnd zuschaffen hat. 

Von dannen nach Grodno sein Sechs meill. Ist ain zimbliche 
Stat nach der Lanndart, ynnd ain Schloss. Ich ward in den Hoff 
gelegt, darinn Herr Jan Sauersinskhy durch Hertzog Micheln Linskhy 
erschlagen was *). Da Rindt das wasser die Mümel *)» nach Teut- 
scher sprach, Dan. Die Rindt durch Preyssen ah. Litisch nent mans 
Nemen ^). Mag woll Lateinisch der Cronon ') sein. Nahenndt sich mit 
27. Februar. Groduo oder Crodno vergleichet •). Den 27 geen Preuolkha "^) den 
2B. Febmar. 28. geen Meretz ^). Von dann zwo meill geen Prelay *), den ersten 
Marty. 



beneuolencie ac gratitudinis Signum, fiorenos Rhenenses mille 
Tobis , Tel alteri yestro nomine legitime comparenti , Venecijs, rel 
Rome Ad vestram electionem persoluendos (destinavimus). In 
cuius rej certitudinem et Cautelam presens nostrum Albaranum ^*) 
fieri fecimus, nostro sigillo et manus subscripcione munitum, pro 
amplissima quoque caucione valiturum. Datum In ciuitate nostra Barij\ 
25 octobris M. D. XVj. Isabella de Aragonia manu propria. 



^) Krynki, nordöstlich von Bjelostok, «Qdlich tod Grodno. 

*) Michael Glinsky, ein Abkömmling der alten russischen Herzoge, erschlug 
den Woy woden von Troki, Johannes Zabrzezinsky, im Jahre i 507. S. Sta- 
nisl. Samicii Annales Polen, zu diesem Jahre bei Dlugos Histor. Poloniae. 
FVancof, 1711. Fol. 2. i«Ot. 

>) Memel. 

*) Niemen. 

*) Chronus. 

•) Die Handschrift hat: „vergleichen**. 

'') Przywalka am Niemen. 

^) Merecz, am Einflüsse des gleichnamigen Flusses in den Niemen. 

*) Przelaje, nordöstlich von Merecz am gleichnamigen Flusse. 
^®) So viel wie Anweisung. Vergl. Du Gange unter Albaranum. Dass übrigens 
diese Anweisung Herber stein schon nach Linz geschickt worden war, be- 
hauptet Adelung a. a. 0. S. 55. 



1517. 



113 



Martius. 

(BL 4P.) Darnach den anndern nnATmeillgeenVolkonickh^). 
Den dritten rier geen Rudniekhy •), vnnd den vierten tag aber 
Yier. 

Ee wann ich geen der Wild *) khamb, Emphiengen mich des 
Khunigs Haubtieute vnnd R&te, die mir auf ein halbe meiilenntgegen 
geschiekht worden, mit zierlichen werten, sezten mich in des Khunigs 
Schlitten, wot geziert mit gülden rnnd Sametten Stügkhen. Schöne 
Henngst die zohen. Der Hertzogin Gesanndter Sass auch im Schlitten, 
gegen mir vber. Vill Eerlicher Personen stunden an den Khueffen, 
den Schlitten zuhallten, alls ob der Khunig selbst darinn Aier. Des 
tags daruor khame ain TArggische Potschafit. Für der Herberg faert 
man mich hin, mnd dann in mein Erliche Herberg, darinn mir aRe 
notdurffl herrlichen zueberait was. Der Vice Cantzlervon Polin, Herr 
Peter Tomitzkhy, derselben zeit Bischoue zu Premisl, ward zw stun- 
den mich zwempbahen geschigkht. Ich wardPalldgebdrt, (BL 42^,). 
Auch bald abgefertigt, in die Mosqua zuraisen, ain friden Tersuechen 
zumachen. Dann des Khfinigs hefirat halben mit der Hertzogin von 
Maillannd vnnd Bary, Bona genannt, ward da bewilligt. Der Khünig 
Hess mir in seiner gegenwurt sagen; „Hett sich ain mall bewilligt vnnd 
ergeben, nach des Khaiser Rat sich zu beheurattn, darbey belibe sein Maj. 
nochmalls.^ Mir sein vill verEerungen durch die Littischen Herrn be- 
schehen. Am AindlefRen ist mir vergundt worden zw den obersten ii. 
des moscouiters, Jan Zeladin ^) vnnd zwayen anndern gefanngen, die 
am Achten tag Septembris im 1K14 Jar bey Orsa nidergelegen vnnd 
geschlagen worden , zugeen , vnnd sy zutr5sten vnnd anzusprechen, 
weill ich zw Irem Herrn gezogen. Lihe Inen zwaintzig gülden. Am 
vierzehennden Marty bin ich wider von der Wild verruckht. Da ver- 14. 
liess ich Crisostomum Columnum, der Hertzogin von Bary Gesanndten. 
Die erste tagraiss geen Nementzin ^), vier meill. Den fQnffzehenden ts. 
(BL 42^.) geen Sumtraua, Acht meill. Den tag vber das wasser 



'j Olkeniki, ebenfalls am Merecz. 
') Rudniki, sOdlich ?on Wilna. 
») D. i. Wilna. 
^) Iwtn Tscheltdin. 
^) Neinenezin an der Wilna. 
Föntet. VlII. 



114 1517. 

Schamena 9 gezogen. Aber Sechs meill geen Dissa oder Disla » ligt 
an ainem See desselben namens >), yier meill geen Drisset *). An 
dem ort khamb der Moscouitisch Pot wider zw mir, den ich zw Gradno 
mOest nach beuelch des Khunigs verlassen. Vnnd Georg Raumschüssl 
hat sich da auch wider zw Rugkh gewenndt. Darnach zugen wir 
geen Brasslaw *), vier meill, an ainem See Nauer genannt, ainer meill 
lanng. Aber funfif meill geen Dedina &), dann Siben meil geen 
. Dryssa •). Ee wann wir daher khomen, sein wir zw Wetta auf dem 
Fluss, den die Leyfflennder Duna, aber die Lytten Dwina nennen, 
der dann yberfrorn was, gefaren. Dann die Strassen im winter darOber 
gepanndt was. Vnnd allso Sechzehen meill daran gefarn. Das Eyss 
begab sich nahenndt fauU zu werden. Ich schickhte mein Littischen 
Khochzw ainem Haus, nahenndt am Gestatt, vmb den weeg (BL ^3".) 
zufragen, weill sich die Strassen thaillte. Der iiell nahenndt bey dem 
Gestatt ein, das der mit müee vnnd Arbait widerbracht was. An ainem 
ort fannden wir, das das Eyss gar hin, ynnd das wasser ganntz Ploss 
was. Allain die Strassen, so weit die Schlitten begriffen, also erhert- 
net, noch hiellt bey vier oder fllnff Schriet lanng. Darüber wir nit mit 
khlainen sorgen vnnd grauss mit souil Schlittnen vnnd Pbfirden 
khamen..Es ist auch nit lanngst daruor, das etlich hundert Mosco- 
uitter allso an demselben wasser winter Zeiten geraist, mit denen 
das Eyss Prochen, vnnd ertrunkhen sein. 
Auff der Dwina. ^^^ Dryssa Scchs mcil geen Doporoskhy, vnnd dann Sechs 

(H.) geen Polotzkho '). 



Zw Polotzko bin ich am 24. Marcij gewest, daselbstn aus ge- 
schribn. Bin dahin am 21. khomen. So Rait man von Polotzkho gen 
Velikj lukj ») 36 meil, nach Opotzko •) 26 meil. (H.) 



') Weder den Ort Sunitraut noch den Fluss Schamena vermag ich zu deuten. 

^) Einen See Disna finde ich sudlich ?on Danaburg. 

») Vielleicht Dreswjaty? 

^) Sfidöstlich Yon Dunaburg. 

A) Dedma, östlich ?on Braslaw. 

*) Drissa, an der Dwina, nordöstlich von Dedina. 

') Polock. 

^) Wohl Ljucin, nördlich yon Drissa* 

*) Opocska, nördlich Ton Polock. 



iB17. 



115 



Polotzkho ist ain Yaiuodschafil, Schlos rnnd Stat am Pacb Po- 
lotzkha. Wie der Lanodtabrauefa ist alles von Holltz. Man Rait in der 
gemain von der Wild bieher f&nfflzig meili. Es sein rasst yill See 
ynnd Gemöss (BL i^.) Enntzwischen, das man also vmbziehen, 
vnnd nit den geraden weeg halten mag. Etlich yermain, es wäre sonnst 
nindert sonerr. Ligt an dem wasser derDuna oder Dwina. Darbey feilt 
der Pacb Polotzkha ein. Das flefisst fttr Dunenburg in Ley fflanndt, vnnd 
nabenndt bey Ryg, der Haubtstat, in das Teutseb M5er. Von dannen 
auss was es allenntbaiben msicber , weil der offen kbrieg zwischen 
Lytten ynnd Mosqua schwebte, yrob souil schlechter warn die Herbergen. 

Von Polotzkho acht man geen Harbsle 9» ^^ wenig leuth 
wonndten» sein grosse wälder, vier meill. Geen Milenckhy, ain vischer 
Hauss. Ee ich daher khamb, verliess mich der Ldttisch Glaidtsman. 
An den orten warn die leath baiden herrn gehuldigt. Es ist zw der 
msicherhait ganntz Pöser weeg hintzt her gewest Grosse wftlder, 
Till See ynnd gemöss. An der Plosse g^os scbneewftden rnnd 
tieffe löcber darinn. Darnach geen Nischa *), bey ainem See, auch 
allso genannt, ynnd yier meill (BL ü*.) geen Qaadasen. Den tag 
auch yber ain See gezogen. Danndrey meill in ain Paurnhoff. Daselbstn 
hin bracht man Speis ynnd trannckh yon den Moscouittischen fleggen. 
Der Pot, so mit mir zoch, het nun fUrgeschickht. Ich hab khain Grä- 
nitzen an den orten zw der Zeit mich da erlernen mugen. Jegclicher 
beglaittsman hat seinem Herrn zuegelegt.- Wir Raisten noch ain meill 
fürbas. Da kharoen wir geen Korsola, ist on widerred Moskouisch 
gewest. Vnnd yber zway wasser gezogen. Das ainhaisst Velikhareka, 
(souil geredt alls : das gross wasser), das dann nit ferr yon dann sein 
yrsprung hat, das annder wasser haisst Ostemitza. Damach wider 
zwo meil geen Opotzkho. Ain Schloss auf ainem hohen PQhel, gerat 
wie ein KhegU gespitzt, darunder ain grosser flegkhen, sy haissen es 
ain Stat. Da Rindt auch dieVelikarekha Aer. Die Pruggen, darüber 
wir geriten sein, ligt hart am wasser ynnd Schwimbt. Ist an baiden 



^) Von hier ab mass ich die Nachweisung der einselnea, besonders kleineren 
Orte bis Moskau anderen überlassen. Unsere deutschen Karten reichen zur 
Bestimmung derselben nicht aus, und die grosse Karte des rassischen Ge- 
neralstabes gibt die Namen mit russischer Schrift, in welche die Schreibung 
Herbersteins nmiusetzen, oder Tielmehr umzurathen, ich nicht im Stande bin. 

') Nischa, auf halbem Wege zwischen Polock und Opocka. 

8* 



116 J547. 

gestatten angeheflt. Von dann geen Yoronetz ^, acht meil, ain Stat 
vnnd yessten {BL 44^^ an ainem wasser, genannt Sbreth. Vnnd 
ynnder der ressten khumbt ain annder wasser, Yoronetz genannt, 
fallen gleich daselbstn znsamen, Ynnd auf ein halbe meill ynnder dem 
Stfttl in die Yelikarekha. Aber f&nf meil geen Fiburg, ynnd drithalbe 
meil geen Yolodimeretz, ain Stätl ynnd yessten. Ynnd wider drey 
meil in ain Paiimhoff, genannt Brod. 

Aprillis. 

Am Ersten Aprillis geen Parcho *), ain Stätl» darinn ein gemaurt 
Schloss, Seehsthalbe meill» ligt an dem wasser Scholona *). Ee wir 
daselbstn hinkhamen, maesten wir yberdas wasser Yssa Prugkhnen ^). 
Dasselb felldt auch in die Scholona. Aber funff meill geen Opockha, 
ain dorff bej äinem Oden Schloss , an der Scholona. Daselbstn feilt 
auch das wasser Yidocha ein. Darnach funff meil ynnd yber Siben 
PScher geen Reisch &), ain (Bt. US\) dorff. Aber funff meil in ain 
dorff Dherenbutig. Ain halbe meill neben dem dorff rint Pscfiega in 
die Scholona. Darüber sein wir in ainer ZQlln gefarn. Bei dem dorff 
Rindt Strupin in die Pschega. Ynnd noch yber yier Pächer geraist, 
die all in die Scholona fallen. Aber in aines Paurn hoff, haidt Sotoky «), 
funff meill. Ynnd dann yier geen Grossneugarten. An dem tag zehen 
Pächer yberzogen. Es ist an den orten yon Natur wässerig, gem5sig, 
ynnd sonnderlichen zw der Zeit was es beschwärlichen zuraisen, 
dann der Schnee was im zerschmeltzen. 

Newgarten das gross ist yor Zeiten der Reyssischen Fürsten 
gesäss ynnd Haubtstat gewest. Es was ain gar yasst grosse Stat, aber 
nit mit gemeflr oder Gräbnen ymbfanngen. Die was yor etlichen Jaren 
ausprunnen, das sy nit so gross zw mein Zeiten gewest. Ain halbe 



^) IV^oronicz, nördlich von Opocka, am Zusammenflusse zweier Flusse , num- 

lieh des Soret und Voronez. 
*) Porebow. 
<) Fluss Szelon. 

^) Der Fluss Uza, der oberhalb Porehow in den Szelon Allt 
^) Raiey bei Solcy, westlieh vom llmen-See. 
*) Sutoki, dermal letzte Poststation vor Nowgorod, welches H. durch Gross- 

Neugarten bezeichnet 



1517. 



117 



meil oberthalb ^) ist ain grosser See» genannt Dmen oder Hmer. Aus 
dem fleusst ain gross wasser durch (Bl. 95^.) die Stat» genennt 
Yolchow. Vnnd nit gar seer rnnderhalb feilt das in ain noch grossem 
See, wie man sagt, Seehtzig meil! lanng, wierdt Ladoga genennt. Aus 
demselben See fleusst ain wasser, genannt Neua. Fleusst khaumb 
swo oder drey meill, ynnd fleusst in das M5er *), Das Leyflannd ynnd 
dieselben des Moseouitter anrainunde Lannd Yon Schweden schaidet, 
bey ainer Stat Oreschackh, nach Moscouittischer sprach. Aber Leyf- 
lendisch Nittenburg genennt wirdt *). Von den Seen rnnd wassern 
haben nit yill geschriben. Die Stat wierd Moscouittisch genant Noui- 
gorod. Auf teutsch ausgelegt haist es Neustat oder Neuschloss. Da- 
selbsten haben die Teutschen khauffleut Ire leger ynnd ain khirchen, 
der R5mischen gehorsame. Die erbatten yon mir mein Schlitten, den 
ich yon Augspurg aus gefuert ynnd dahin bracht. Setzten den in Ir 
khirchen zw ainer gedSchtnuss. Da liess man mich sehen ain kupfe- 
rene khirchthur, die aus Grieehenlanndt solte gebracht sein worden 
(BL 46".^ Yor yiU hundert Jaren, Alls man aus derselben gegenndt 
gezogen, ynnd ain Stat, die sy Corsun nennen, belegert, Siben Jar 
aushüben, ynnd Ire weiber sich der nit mer getrösst ynnd Ire khnecht 
genomen. Alls aber die aus Griechenlannd widerkhomen, setzten sich 
die khnecht wider Ire herrn, ynnd sehluegen sy ain mall. Darnach 
gid) ainer ain Rat, sy selten nit Schwerter, sonnder nuer PrQgl nemen 
ynnd gegen Iren khneehten ziehen, so wurden sy an die Allt diennst- 
berkhait gedennckhen, ynnd khnechtaforcht wierd sy angeen. Das 
dann also erganngen. Die khnecht auf ain ort geflohen, sich da he- 
uesstnet ynnd gew5ret Das auf heüttigen tag die khneehtsstat oder 
Schloss genennt wierdet,Chlopigorod. Ligt bey yiertzig meill disshalb 
der Mosqua. Aa demselbnn ort ist der grosst maigkht ynnd Hannd- 
lung des ganntzen Moscouittischen gebiets, yon manicherlay Nationen : 
Schweden, Nortweden, Leyfi'lennder, Tartem, wilde Lapen, ynnd aus 
den Lannden, da des Prots noch gellts khain gebrauch ist. Danunb 
auch bey dem gemainen man das GoUd in khainer Acht- (BL ^6^.) 
perkhait, Sonnder alles aufi" den Stich ynnd Tauseh: Gemachte 



^) Das ist sddlieh. 

'} NSrolich den fiDoischen Meerbusen. 

') Das ist Schlfisselburg am Ausflusse der Newa aus dem Ladoga-See. 



118 i5ir 

Paurn Claider, Hembder» Schuech, Messer» nadl, faden, löffl» huet, 
Spiegl» GOrtelo. Ynnd vmb dergleichen Gattung findt man z5bU 
Mäder, Hftrmbl ynnd vecb in geringem khauff. Ich muest meine phftrdt 
ynnd das maist Gesindt da zue Gross Newgarten verlassen, ynnd an 
den Posst Pbärdten Reiten. Den Ersten tag yier meill geen Brodnitz ^ 
Alls wir auff ainer wisen Renndten, so feilt mein Lyttische" Pueb, der 
mir mein Gepmigkh fuert, mit seinem Phärdtle, Also das der Pueb 
ynnder dem Phärdt lag. Vnnd das Phftrdtle ybergab sieb yber den 
Kbopff ynnd mitganntzem leib, das es wider auf die fuess khamb. 
Sass ain weill auf den Hindern fuessen wie ain hundt, ynnd fiell auff 
khain seitten. Der khnab stundt auff ynnd hannekh etwas wenigs. 
Ynnd nuer wider auff, das nahenndt ynglaublieb ist. Ynnd Ritten den 
ganntzen tag neben dem wasser, Msta (BL 47'.^ genannt, ist Schiff- 
reich. Enntspringt aus ainem See , der haist Sambstin. Dann yber 
Sechs meill geen Seitzkhow >), yber ain wasser, haist Nischa. Ynnd 
aber Siben meill geen Harostzy *), yber ain wasser Kalacha ^). ynnd 
Siben meill geen Oreat Rechelwitzkha *), an dem wasser Palamit *). 
Ynnd den tag yber Acht Pacher ynnd ainen See. Neben der Strassen 
was auch ain See ^). Den tag bin ich auff das Sechste phärdt khumen. 
Dann an den Posthöfen, die man Jama nennt, bringt man nahenndt 
dreymall souil Phärdt, alls man der bedarff. Nimbt yegclicher weliches 
er will. Fmdt gleich so Palld ain Pöses, alls ain guetes. YtTann aines 
postrerer gwait Phärdt nimmer mag, nimbt ainem Jegclichen, der im begegnet, sem 
("•) Phärdt, souer derselb nit auch in des Furssten diennst auff der Posst 
Reyt. Oder der Ynit dem mfieden Phärdt Reyt zw den nech- 
sten Heusem, nimbt ain Phärdt, wo er ains findt, Reyt darauff 
auf den nagsten Posthof. Ist allennthalben (BL 47*.^ yer- 
ordnet, wie es damit gehallten wierdet. Jegclicher mQess sein selb 
Satl ynnd Zämb haben. Mit dem besattelt ynnd zämbt er alle phärdt, 
ynnd so Palld man an Posthof khumbt, nimbt Jeglicher sein Sattl 
ynnd Zämb, lässt das Phärdt geen. So sein Personen yerordennt, die 



*) Bronnicy, erste Poststation yod Nowgorod in sfiddstlieher Richtung. 

*) Zaicowa, zweite Poststation. 

') Krestcy, dritte Poststation. 

^) Der Flnss Chalowa. 

^) Jacelobicy, fttnfle Poststation ron Nowgorod. 

*) Der Fluss Polomed. 

^) Bei der Poststation Rachino. 



i517. 



119 



treibenns aüff ain Schnee oder anndern Platz. Wisehpelln denen zue. 
So legen mnd waltzen sich etlich mall, darnach treibt er die in ain 
liren Stall, darinn muessen sy vngessen bleiben, hintztsyeriLhuellen, 
als warn sy nie geritten worden. Dann so gibt man den ain Hey 
abzttPeissen» ynnd treibt die geen wasser. Vnnd darnach gibt man 
den Ir gewonndlich notdarfFt. Ynnder souil Phftrdten ist khein Galligs 
gesehen worden. 

Am Kharfreitag Yber drey See. Der ain, Yolday <), ainer meill lo. AprU. 
Prait, zwayer lanng. Der annder, Lutinitz, ist nit gross. Der dritte 
Ihedra genannt, daran ligt das Dorff desselben namens, sein Acht 
meil *). Es (Bl. 98*.) ist ain mnede ynnd sorgcliche tagrais 
gewest Die Strassen sein vber das Eiss triben gewest, vnnd 
das Eiss marb. Das wasser stundt mer dann Spanntieff darob. 
Von dann geen Choytiloua *). Ynnd Siben geen Yolotzackh ^). Yber 
^ay wasser, Schlingoa vnnd Snay ^), die Rinnen zusammen, Ynnd 
dann in die Msta, dieselb in die Yolga. Zw Yolotzagkh belib ich den 
Ostertag (den 12. April), ynnd was mit denen zw khirchen. Sy 
haben Ir geweichtes in der khirchen geessen, steenndt nach dem 
Ambt. 

Yon dann Raisten wir Siben meill , vber ain wasser Tfertza •), 
geen Yedra Pasta ^), wider zw dem wasser. Ynnd aber Siben meill 
geen Daorsagkh «), ain Stätl an der Tfertza. Zwo meil an das wasser 
Schegima, vnnd wider vber Ossega mit ainem fluss vbergefarn , vnnd 
also den tag gerasst. Da sassen wir in ain Schiffel, vnnd fuern nach 
der Tfertza ab, Siben meil geen Medna *), zw dem fruemal. Ynnd 
dann wider Siben meil in das gross wasser, genannt Yolga , das man 



^) Neben der Stadt Wtidti, welche ganz nahe bei der sechsten Poststation 
Zimogorje liegt. 

') Jetzt die siebente Posistation von Nowgorod, Jedrowo. 

') Chotilowo, achte Poststation. 

*) WysK. Woloczök, neunte Station. 

^) Die Flüsse Szlina und Cna , ersterer von Westen , letzterer von Süden 
kommend. 

•) Der Fluss Twerca. 

') Wydropusk, zehnte Poststation. 

») Tonok, eilfte Station. 

') Mjednoje, zwölfte Station. Der Fluss macht eine grosse doppelte Krüm- 
mung, daher die Ifingere Fahrt. 



120 



i5i7. 



sonasten Rha nenndt, Geen Tfer oder Olfer i). Tfer (Bl. 98^.) isl 
ain Nambhafln: Furstenthumb gewest, vnnd noch. Aber ist alles d^s 
Grossf&rsten in der Mosqua. Es ist gleicbwol nuer ain bultzeii schldss 
Ynnd Till Heuser an baiden Gestatten. Da standen aucb etliche grosse 
schiflf, mit den mau ab in das Möer, das die Moscouitter Chualinskho^ 
lateinisch Caspium oder Hircanum nennen, mit khauffinanswaar auch 
herwider aufschifft. 

Des morgenns sassen wir in ain grosser Schiff, woUtea etliche 
meill abwertz nach der Volga faren, vnnd ain nah enndt der P5sen 
Strassen nach suechen. Dann da was alles Eys yerrannea. AUs wir 
auf ein halbe meill gefam betten, fannden wir yill Eys an baiden Ge- 
statten ligen. Vnnd dann ain khlains furbas an ein Reyd *), da ersahen 
wir woU spat, das an demselben ort das Eyss noch gar vbergestossen 
was. Da hueb sich ain Arbait, damit wir mit . dem Schiff durch die 
grossen Eysschielln ains nach dem anndem ledigten vnnd hin Rinnen 
Hessen, (bis wir) zw dem Gestat khamen. Giengen darnach zw ainem 
Paumhaus, ynnd beliben, hintzt man etliche Paurn Ross brachte. Vnnd 
(BL M\J Ritten allsdann in ain Closter, Sanndt Ilia. Da beliben wir, 
hintzt der Gesanndt Pot von dem nächsten Posthoff phärdt brachte. 
Der Pristaw, das ist der mir zuegeordnet was auff den weeg mit der 
Prouiandt ynnd annder notdurfit zuuersehen, schueff mit den Munichen 
alls mit anndem gemainen Leuten. Wann sy das nit gleich sustundt 
thetten, zaigt Inen droenndt mit der Gaisel den Straich, so war es 
palld gethon. Alle Munich derselben orten sein Sanndt Rasilius Orden 
in schwartz, darumb nennt man sy nit Münich, sonnder dietzerntzj, 
das ist „die Schwartzen.** Sy Essen nimmer khain fleisch. Man nimbt 
khain Jungen in das Closter. Von dem Closter drey meill geen Ge- 
rodin s), ain Stätl an der Volga. Aber drey meill an ain schiffi*eich 
wasser, Schosa ^) genannt, darüber wir gefarn. Vnnd wider drey 
meill geen Dschoma, ain Jama oder Postboff, vnnd Sechs meill geen 
Klyn ^), ain Stätl an dem wasser Januga. Aber Sechs geen Pieschackh, 



') Twer, an der Mündung der Twerca in die Wolga, dreizehnte Station. 

') Das ist: Windung des Flusses. 

^) Gorodaja, vierzehnte Poststation tou Nowgorod. 

*) Der Fluss Szosza, von Westen nach Osten seinen Lauf nehmend. 

^) Klin, sechzehnte Station. 



1517. 



121 



ain Jama, vnnd wider Secha geen Sehorna 0> ^^ aiaem wasser mit 
gleichem namen. Vnnd dann drey meil in dieMosqua. Aprilisam 18. 
(BL 99*.) Der mir enntgegen gesehigkht ward, auch mein 
zoegeordennter , den sy Prystaff haissen. der mir alle notdorfll ver- TWmophe con- 
sehueff zageben, durch den ich auch alle meine aacben m5cht an •uatiaoiitz.(H.) 
Forsten begern, alls verhdr vnnd dergleichen gemain sacben» der 
bracht mir zway Ross enntgegen, die mir der Fflrsst schennckhte. 

Mir ward ain Öd Haus eingeben, darein bracht man erst Penngkb, < 
Tisch ynnd Schliemb für die fennster *). Das Haus was nach Irer ge- 
legenhait guet. Da stellt man mir ainen Schreiber fiir, der mir alle 
tag mein Speiss ynnd Tranngkh hat bringen lassen. Nftmblichen ain 
gross Stugkh Rindtfleiseh, ain Stuckh spegkh, ain lebendig Schoff, 
ain lebendigen mnd ain Todten Hasen, Sechs lebenndiger Hfiener, 
khraut, Gerssten, Khäss. Salltz aber in der wochen ain mall. Allso 
auch Pheffer ynnd Saffrian gantz genueg. Das alles, so man tfiglichen 
bracht, wierdt auff ainem Wagen, wie sy die haben, gefueri An 
yischtfigen haben sy mir Todte yisch (bracht) ynmd yill grosser, in 
luflt on Salltz geselchte Staer ») (BL 50^.). Dann ain khändelein mit 
pranndtem Wein, den sy yeder Zeyt am tisch yor dem Essen trinckhen. 
Auflf ainem anndern wagen dreyerlay gueten Meth vnnd zwayerlay 
Pier. Das ain ist woll sfless. 

Sy stellten mir leuth in das Haus, die man alls Edl hellt, das sy 
mich ynnd das Haus yerwardten ynnd yerwachten, ynnd Recht zusagen, 
zuuerhQetten, damit niembt zw mir oder yon mir, on Ir yorwissen, 
gienng. Dann annder, die das Haus sperrten, kherrten, haitzten. Aber 
annder im Stall, ynnd annder zw Holltz hagkhen ynnd in der khuchel 
zuhelffen. - 

Was ich sonnst mit mir hab gebracht, das hab ich gehabt, Alls 
Pethgewanndt, Trinckhgeschierr vnnd dergleichen. Fuetter vnnd alle 
notdurffl zw den phärdten hat man mir auch ain vberfluss geben. Alls 
ich ain mall lebenndig yisch khauifte, darumb zürnten sy, alls wäre 



^) Vielleieht: CMmaja grjtz, letzte PostsUtioD vor Moskau. 

*) Wahrscheinlich eine Art dann gegerbter Haut, um in den Fenstern das Gla» 
KU ersetzen. Vergl. Sfftmeller bair. Wh. 3, 449. 

') Aeipenser sturio Linn., jene Art Störe, die unter dem Namen Hausen bekannt 
sind und im caspischen Meere , in der Wolga und anderen Flössen Russ- 
lands Torkommen. 



122 1517. 

es Irem fÜrsteD schmftcfalich, rund gaben mir f&ro lebendig yisch 
für mich. 

Alls mir anzaigt wardt, mein beuelch zw verrichten, khamb 
des Abennts der Tolmätsch (Bl. ßO\), vnnd spricht: „morgen 

Gregor istumen. wierst do fUr dcQ Herren khomen.** Morgenns zeitlichen khumbt er 
0<') wider ynnd sagt: „dw wierst heut für den Herrn.*" Zum dritten 

^i.apriUs. (H.) khumbt er etwas vor denen» die mich beglaitten» ynnd sagt; „es 
khomen grosse leuth, vmb dich zubeglaitten. Dw muest Inen auch 
Eer beweisen vnnd Enntgegen geen.^ Monndt» mich zuberaitten 
Ynnd zufUrdern. Dann so khomen etliche wolbeclaidte mit Till mit- 
lauffennden dienern geritten, ynnd alls die abstunden, yermonndt 
mich der Tulmfitsch on ynnderlass, denen enn^egen zugeen, alles 
Iren herrn zw Eern. Das ich dennocht mit massen thet, damit 
meinem Herrn auch was yorbehallten. Die Stiegen all haben ain 
absatz, da man die Gesst emphficht ynnd wider hin beglaitt Liess 
die etwas herauff Pass tretten, da ich Inen enntgegen khamb. Den- 
selben tag wierdet ab dem Harckht gebotten, alle Läden zusperren, 
ynnd treibt das Volckh alles yon dem Margkht, damit das zw dem 
Schloss lauffen ynnd den (BL Sl\) Pötten sehen sollen, damit 
auch ain gross Volckh yon dem Pötten gesehen würde. Alls dann 
ain gross Volckh da zuelauffl, Allso das man wider yon einannder 
treiben mues, damit man Platz habe, zu reitten, ist alles mit weissen 
heubtern, Ire Huetl, die sy Kolpackh nennen. Selten ist ain Phafi 
zwischen Inen, die nit weisse hüetl tragen. 

Alls man in das Schlos khumbt, (soll billichen ain Stätl 
haissen, ist yrobgemaurt), khumbt man yon ainem zw dem anndem 
Volckh. Jeder Zeyt pesser bekhlaidt. Nfichner hin zw der Stiegen 
stunden die frembden diennstleut. Litten ynnd annder, die betten 
nit weisse hüetl, sonnder wie ain Jegclicher ains mit sich 
bracht hat 

Zw der Stiegen wollten mich die Dienner, so meines phärdts 
wartetten, nit gar hinzue lassen Reitten, dann soliches allein dem 
Grosfiirsten gebürdt. Ich aber wollt des nit versteen, dranng das 
Phärdt so nahenndt Ich möcht zw der Stiegen. Dann fQerten sy 
mich auff neben Sanndt Michaels khirchen, ist gar an der Stiegen. 
Wie die den Absatz hat, geet (BL Sl*.) die thür in die khir- 
chen. Alls wir yber den Absatz gienngen, khamen mir zwen aus 
des fürsten Rat enntgegen. Pötten mir die hanndt, vnnd Khüssten 



1517. 



123 



mich. Dieselben zween gienngen neben mir, die anndern, so mich 

aus der Herberg beglaitt hetten , tratten hinder sich ynnd gienngen 

mns nacb. So wir aber gar vber die Stiegen khamen, ynnd nach- 

neten zw den Zimmern, gienngen aber zwen annder, oberr 

dann die nächsten, emphienngen mich wie die anndem. Die nächsten 

aber tratten hinder sich. Auff demselben platz stunden vnnd sassen 

die Edelleuth vnnd derselben khinder in gueten Duehern Claidern. 

Rdert sich khain mennsch mit Eererbiettung, noch in annder weeg. 

Dann geet man in das erste Zimmer, sein in Seiden ynnd gülden 

stuckhen bekhiaidte leuth. Vnnd aber in das annder Zimer. Das ist 

nun das nächste yor des itirssten Stuben. Sein die Jungen herzogen 

Camer-, Tisch-, ynnd annder des (Ürsten Dienner. Aber pass beclaidt, 

mit Perb ynnd anndem geschmuckhen an Iren Kolpagkhen. Dann 

so geet (BL 52^.) ^ ^^^ '^^ d>^ Stuben, darinn der Grossfttrst sitzt» 

ymb ain Spann höher wann die anndem , so auch darinn sitzen. Es 

sassen zwen seiner Brfleder, der ain an der rechten, der annder an 

der linckhen hanndt Darzue aines Tarterischen Khunigs Sun, der Georg, symeon, 

getaufll was, mnd het des Grosfursten Schwester zw ainem Weib. '**^*'- ("•) 

Der Sass nach dem Brueder, zw der Rechten hanndt. Sonnsten sassen 

yill hertzogen, dann die Rfitt ynnd Ambtieutte, Rundt herumb in der 

Stuben. Die all stunden auff, wie ich hinein gienng, ausserhalb des 

f&rssten seiner gebrQeder ynnd seines Schwager. 

Alk ich nun , nach gebflrlieher erzaigter Eererbiettung , hintzt 
zw dem fürssten trette, stundt ain Schamel, aUs Annderthalbe Spann 
hoch yon der Erden. Ward mit Tepich bedeckht Da zaigt mir der 
Grosfttrst selbst mit der hanndt, ynnd spricht: „Daher stee, neben den 
Schämeln.*" Alls ich den grues anhueb zusagen. So palld ich den 
Maximilian nennte, steet der itirst auff, ynnd tritt yber das Schämel, 
(Bl. ß2\) so er ynnder sein Fuessen bette, ynnd spricht: „wie 
gesundt ist ynnser Braeder Maximilian, Erwellier Römischer Khaiser 
ynnd höchster Kbunig?"* Alls ich den gesundten gelassen anzaigte. 
Setzt sich dann wider nider, ynnd hört den grues gar aus. Vnnd ich 



Zwischen S. ^i^ u. 52* ist ein Blatt eingeschaltet, auf welchem desGross- 
ffirsten Bildniss in der beschriebenen Stellung in Kupfer radirt erscheint, 
und zwar ebenfalls ?on Aug» Hirschvogels Hand. Das Bild trägt die Jahr- 
zabl 1547. 



124 



1517. 



yberaDiitwort den Credentzbrieff. Dann so spricht er: ^gib n^ dein 
hanndt. Wie gesundt bist du geraisst?^ Darzue so geburdt sich zu 
sprechen, nach Irem gebrauch : »Aus Barmherzigkhait Gottes ynnd 
deiner gnaden gesundt. Got geb . das dein gnad lanng in gesunadt 
seye.*" Dann haist er mich sitzen. Palld darnach Ruefit er dem Tul- 
mätsch Tnnd sagt Ime was haimbliches. Der spricht dann zw mir in 
gehaimb; »was ich zusagen hab, das mug ich thun.*" Also stundt ich 
auff, ynnd sagte mein Werbung. Liess mich stäts steen. Der Tulmfitseh 
namb vb^r zway oder drey wort nit an zw Tuhnätschen. Darnach 
muest ich wider sitzen. Spricht der furast: „Sigmundt. dw wierst 
mein Prot mit mir (BL 53*.) Essen. Etlich warn verordennt, die 
meinen Vettern vom Thurn auch zum Tisch lueden. Nachmalis liess 
mir der f&rst durch den Tulmätsch sagen» in ain annder Zimmer zu 
geen. Alls wir darkhamen, warn aber annder verordennt, die meine 
Diener zw Tisch lueden. In dem warn die Taffelln bedeckht, ynnd 
das Essen berait, ynnd mir eruordert. Der fürst sass, seine Brüeder 
ynnd Schwäger , auch die Rftt» wie die im Rat gesessen warn. AUain« 
das die Rät gegeneinannder sassen, ynnd die gebrueder souer yom 
Fürssten» alls er ain woll erraichen möcht. 

Gegen dem flirssten yber stundt auch ain lannge Tafel. Die ward 
für mich ynnd meine leuth geornndt. Doch das albeg ain Moscouitter 
gegen der ynnsem ainem ybersass. Mein Vetter muest auch nit gar 
an mich» sonnder etwas hindan sitzen. Auffden Tischen stunden albeg 
zw yiem etliche güldene geschierr. Darinn Essich» Pfeffer ynndSaltz» 
die on ynnderlass am tisch steen. Der först ynnd die anndern all 
sassen wie (BL 53K) ich hinein gienng. Jederman» ausserhalb des 
Fürsten ynnd seiner Brueder ynnd Schwäger» stunden auff. Der filrst 
zaigt mir selbst mit der hanndt» wo ich sitzen soll. Vnnd dann muest 
ich mich gegen dem f&rsten» ynnd hernach allen denen» so aufge- 
stannden warn» mit dem khopff naigen ynnd dannckh sagen. Dann so 
Ruefft der Forst dem Tischdiener» ynnd gibt Ime drey Schnitten prots» 
die nach lenngs geschnitten yor sein etliche lagen. Gibt die dem auff 
die flach hanndt» Beuilcht Ime die »,dem Sigmunden» ynnsers Brue- 
ders Maximilian» Erwellten Rdmischen Khaiser ynnd höchsten Khü- 
nigs Pötten zugeben. ** Der geet zw mir» ynnd Ruefft dem Tulmätsch» 
der on ynnderlass yer dem Tisch steet, vnnd spricht lautt: »,Sig- 
mundt» der Gross herr Basilius» Khünig vnnd herr aller Reussen» vnnd 
GrosfQrst» thuet dier die gnad» vnnd schiekht dier das Prot von seinem 



1517. 125 

Tisch.*" Soliches mueat derTuImatschallea nachreden. So (Bl. ßi\) 
nfanb ich das Prot, legs fQr mich nider, mnd naig mich gegen dem 
f&rssten ynnd anndem allen, die mit mir aufstanden, damit imdanckhen. 
Allsdann bracht man die Speyss. Etliche gepratne Schwanen, der 
man zwen oder drey fiir den ftirssten setzte. Darein stach er, vil- 
leicht znuersuechen, welicher der mörber wfir. Dann schueff er wider 
aufzuheben, ynnd gienngen alle damit zw derThQr hinauss. Daselbstn 
hat man die zerlegt, ynnd alle mall zwen flflgel ynnd zway Diebel ^) 
in ain khlain SchQssel gelegt. Der hat man yill bracht, fllr den 
Fflrssten f&nff oder Sechs gesetzt. Damach fQr die Brueder, Rftt, 
ynnd dann für mich. Was die Khryppen *) ynnd Stoss *) gewest, 
hat man anndem, so auch in der Stuben sassen, f&rgesetzt. 

Der Airst Isst ye ain Pissen auss ainer Schfissel, Gibts aUsdann 
seiner Bmeder ainem oder Schwager, auch seiner obersten Rfiten, 
ynnd dann zw mir geschickht, wie yor mit dem Prot. Dergleichen 
ymbschickhung ist Ir f Ä/. 54^.) yillen (?) gewest Also hat yeder- 
man muessen aufsteen, den anndem zw Eera, das ich ganntz mfiedt 
mnd machtloss in Khnyen bin worden. Es werdte in yier oder flinff 
Stundt 

So dann das mall ein Ennde het, Hess man mich aufsteen. Zaigt 
der Fürst mit der hanndt, das ich mein weeg nemen solle. Vnnd ward 
mit denen, so mich brachten, wider haimb beglaidt. Vnnd dann bracht 
man yOl trannckh ynnd Silber-Assach *). Da setzten sy sich zw mir, 
ynnd wollten mich gar antrinckhen. WiewoU ich zuuill bette trun- 
gkhen» doch noch bey der yernunffl. Alls ich Inen sagt: „ich m5cht 
furwar nit mer, wftre ganntz foll**, so yeriiessen sy mich. 

Nachmails ward die hanndlung, frids halben mit dem Khunig zw 
Polin. Sy wollten khainsweegs auff ain dritte stat schigkhen, sonnder 
sprachen: „Schigkht der Khünig zw mnss ymb frydt, als yor be- 
schehen, so wellen wir mit Ime den frid, wie sich ynns gefuegt.^ 
Muest zw dem KhOnig schigkhen, damit er sein Potscbaffl schigkhte. 
(BL 55*.) Das thet der Kht&nig, Aber gleich damit sein höer auff 
ainer anndem Strassen in das Lannd. Darumb sy yasst mit mir 



*) Schenkel. 
*) Brustbein. 
*) Steiss. 

^) So Tiel wie Silbergeschirr. Deutsches Wörterbuch der Brfider Grimm. 
1. 587. 



126 1517. 

hiendlen. Das h5er zoch spat an, riebt nichtes auss. AIIso beschlossen 
wir auch mit dem friden nichts. Hab allso offl, sambt den Littiseben 
Pottschaflften ynnd sonnst, mit den ftirsten geessen. 
18. Mai. Mir ward ains Abennts» den Achzebennden May, angesagt, ich 

soll morgen mit dem f&rsten auff das gejädt. Man schickbt morgenns 
bey yiertzig Phärden mit etlichen Eerlicben Personen, die mich yber 
das wasser die Mosqua, daran ain Prugkh ligt oder schwimbt, hintzt 
zw dem Fürsten belaiten. Ich muest woll herdan absteen, vnnd hin 
zw dem Furssten geen. Der sass auf ainem schönen Tfirggischen 
Phärdt, sy nennen die Argamackhen, ynnd Peut mir die hanndt 
Spricht: „wir sein auf ynnsem lust herauszogen, ynnd dich eruor- 
dert, das du auch mit ynns frdlich seyest, ynnd ynnsem Brueder 
Maximilian, Erwellten Römischen Khaiser (B/. J5^) ynnd höchsten 
Khünig, sagen magst, das du mit ynns an ynnsem freyden gewest 
seyest. Sytz auff.^ Nachmalis Ruefft er mich wider ynnd spricht: 
«wir haben den gebrauch, wann wir dermassen zw ynnserm lust khu- 
men, das auch die gueten leuth hundt an Ire henndt nemen ynnd 
hetzen mit.^ Da stunden zwen JSger khnecht, yegclicher mit ainem 
hundt, damit sy hetzen, die nennen sy Curtzen. Hie bey ynns haisst 
man sy Türggische hundt. Mit Rauhen Schwftntzen. Die baid muesten 
auf mich wartten. Vnnd spricht: „Da nymb die zwen hundt. Reyt 
mit mir.^ Die erzellung, das auch die gueten leuth die hundt zw 
Iren hannden nemen, ist darumb beschehen, das bey Inen khain Eer- 
lich man khain hundt mit Plosser hanndt anrOert. Ich was angestellt 
da die meisten Hasen lanffen sollen. Es sein khlaine Schüchl 9» ^^^ 
ain halbe ynnd ganntze meil yon der Stat, da ist die Hasen hetz 
allennthalben hemmb. Zw dem so Erzeucht man yill Hasen in den 
gärtnen (0/. J6*.) ynnd in Heusern. Die bringt man in Seckhen dar, 
wiewoll yasst yill Hasen sich derselben ort ennthalten, dann gar 



Herrn Hansn yon Thurn schickht ich, am Erstn den 28. Aprilis, 

Zum andern mall am 23. July, 

Zum dritn mit der potschafil auss der Mosqua am 20.Nouember. (H.) 



^) Einzeln stehende Stucke Waldes. Schmeller 3» 315. 



1517. 



127 



khainem menschen erhobt ist der orten zw hetzen. So dann das 
geJftd angienng» Namb ich den ain hnndt mit dem Strickh. So khamb 
dann ain Hftsle gegen mir geloffen So schreit Jederman. ich soll 
hetzen, des ich nitthfitte. Sy fl*agten mich: «wanimh ich nit hetzte ?*" 
Den gab ich zw Anntwort : „Ich wisste das bey meinem Herrn nit 
zQueranntworten, das ich den Armen gesellen» dem souil hundt nach- 
eiltn, so ynnder Augen hetzen soUt!^ das sy yasst lachten. So mir 
aber ain Hass zuthaill wardt » dem Hess ich ain gueten yorsprung, 
dann erst hetzt ich nach. Hab gleichwoll derselben wenig gefanngen. 
Die hnndt harren nit in die weyt. Wann dann ain Hass gefanngen 
ward» so schrieen sy all: »,0 ho ! ho ! ho!** alls hette man ain grossen 
Hierschen gefeilt. Der warn (Bl.S6^.) nnnyill gefanngen. Bracht(^ 
die znsamen in dreyHauffen.^ Man fragt mich: »»wieuil der wäm?^ Ich 
sagte : „mer dann Tausennt.** Das gefiell in woll. Ir sein aber nit 
drey hnndert gewest Es warn auch des Grosfürsten drey gebrueder 
am geJaid: Demetry» Anndre ynnd Semen» das ist Simeon» Recht 
genennt 

Da hab ich yasst schöne Argamackische ' phärdt gesehen» ir 
yiertzig oder funflzig. Darnach yill Gerfalckhen 9# die sy »»kretzet** 
haissen» schon ynnd gros. Wie sy sagen» so fahen sy Schwanen dar- 
mit. Ich habs aber nit helffen fahen. Nachdem Rit der Grosftirst zw 
ainem hohen hOltzen Thurn» der ain halbe Teutsche meill yon der 
Mosqua ist» da waren grosse gezollt aufgeschlagen» ynnd namen da 
dasfruemallmitder Ceremoniwie yorsteet. Darnach liess mich wider 
haimb wie heraus beglaitten. 

An ynnser frauen schiedung tag (15. Augunt) begert ich in 
die gross khirchen» zw dem Gottsdienst. Das ward mir yergundt. Der 
Grosf&rst (BL 57\) stuenndt hinder der thür» die yon seinem pallast 
hinein geet» ynnd laindt sich mit dem Rflckhen an die maur» ynnd mit 
der ain Axel an ainen Stab» den sy Possoch nennen» der oben ain 
Creutz oder ain khrump ^) hat. Vor sein stuenndt ain dienner» der 
hette sein Ermbl ftlr die Finger zogen» ynnd hiellt dem Forsten sein 



^) Friseh's deutsch. Ut. Wörterb. 1, 347, Spalte o, leitet den Namen ?on 
geren => rerlangen ab und stellt daselbst unter Geir-falk die verschiedenen 
▼ersuchten Ableitungen des Wortes zusammen. 

*) So fiel wie Krtapen =» KrOmmung. Schmeller 2, 386. 



128 1517. 

Hüetl» das sy Kholpackh nennen. Die Räte stuennden an den Seilln 
in der khirchen. Man hat khain Stuel in Iren khirchen. Der Ertz- 
bischoff stundt mitten in der khirchen auf ainer Pün. Der hette auch 
ain Stab, darauf Er sieh mit der ain Axel lainte. Sein huettl ist nichts 
den Tnnsem Bischofhuetten gleich. Es ist ain hohes Heubl» darauff 
etliche Pildel yon goUd vnnd Seiden gehefil. Vnnden herurab ist es 
mit HärmbI prftmbt» alls zwayer Zwerchfinger Prait. Zierliche Ornat, 
gleich auch die Leuitten oder khirchdienner. Man hette die khirchen 
bestrftet mit grossen groben Essten. Alls der E^tzbisehoff, (den sy 
Metropolitn nennen), gegen dem Chor gienng, Muest er die fuess in 
den lanngen Claidern hoch (BL S7^.) aufbeben, damit Er rber die 
grossen Esste tradt. Darnach wider aus dem Chor gienng die Brie- 
sterschaffl wollgeziert mit Iren Ornaten durch das khlain thurl, an 
der seitten des Chor, mit der Process heraus, ynnd truegen etliche 
Pildnussen gehefift rnnd gemallt, Alls saundt Peter, Sanndt Nicla, ain 
ErtzEnngl. Dargegen Seilen die leuth mit den Hiem auf die &d, 
Schrieen vnnd waindten vnnd Petteten, erzaigten grosse Andacht. 
Damach trueg man die Pateen, auff des Diacon Haubt, mit dem Prot, 
so verwanndelt solt werden, vnnd binden nach den Khelch mit wein. 
Das haben sy auch also geerdt, alls war es verwandlt, vnnd sindt allso 
herab, vnnd dann in mitten der khirchen wider auf, vnnd durch die 
thflr in Chor ganngen, vnnd das Ambt gehallten. Es ist khain khir- 
chen, die mer dann ain Alltar het. In khainer khirchen bellt man im 
tag mer dann ain Mess. Khain khirchen ist on ain Briester , khain 
Briester ist on ein Diacon, vnnd list khainer khain Mess oder anndern 
Gotsdiennst in der khirchen , es sey dann der Diacon darbey. Khain 
Briester (BL 58',) oder Munich verriebt sein aufgeseczt gebet on 
ain Pildnuss. 

Khainer wierdt zw Diacon geweiht. Er hab dann aine zw Weib 
fUrgenomen, vnnd nimbt die sambt der Weich. Wo aber die filrger 
nomen Praut nyt ain es gueten geruechs ist. So gibt der Bischoff dem 
die nit, sonnder ain anndere, die ain gueten namen hat. Vnnd dann 
gibt er sy zusamen, vnnd weiht den. 

Der Grossfiirst hat weitte Lannd vnnd gebiet. Von dann geen 
Grossneungarten Rait man hundert vnnd zwaintzig meill. Von dann 
geen Pleskhow funfRzig vnnd noch mer meilln hintzt an die Leyff- 
lenndische Gränitzen. Aber von der Hosqua geradt in mitte nacht 
geet das gebiet mer dann drey hundert meiln an das gefrorn oder 



1517. 129 

Eysig H5er. Durch das Lannd, Dwina genannt » Nach dem grossen 
wasser. So daselbstn durch das Lannd in das Eisig Möer Rindt. Vnnd 
haist darumb Eisig, dieweill ynsSglich vill ynnd grosse flQss darein 
Rinnen» die bringen nach der Zeyt vill Eyss mit sich. (BL S8^,) 
Das bleibt lanng der orten. Dann zwischen Mittemacht vnnd aufganng 
der Sonnen Rait man nit nach den Meilin, So khan man nit annders» 
dann nach den Tagraisen Raitten. Durch die wälder vnnd im Summer 
mues man nach den pächern ab ynnd wider auffarn, ynnd ye die 
Schiff] yber Lannd auf ain halbe oder ganntze meili ziehen. Durch 
das gross Permia ^ , ynnd yber ain gross wasser ynnd GepQrg » die 
baide sy petzora nennen , ist yill mer dann vierhundert meill dahin 
zuraitten. Vnnd dann khumbt man zu den Jugritzen. Das sollen die 
rechten Hungern sein » dauon sy Iren yrsprung haben. Vnnd dann 
furaus zw dem grossen Chan von Cathaia. Chan ist nach derselben 
Lanndtsort sprach ain Khfinig genennt. Herab bass gegen dem Auff*- 
gaang ist ain Lannd» genannt yiatka *)» das ist in seer grosser wild- 
nuss. Raint an etliche Tartern: Tumenskhy, Schibansky vnnd 
Casantzkhy etc. 

Dann gerad in Aufganng der Sonnen fliessen die wasser ab. 
Volga vnnd Mosqua (?) khumbt (BL SO"".) darein för Casan» ist aim 
Tarterischen Khunig *). Rait man von der ^osqua hundert vnnd 
Sibentzig meill. Darnach gegen dem Mittentag ist nit vill vber Sechs 
ynnd dreissig meill bewonndts Lannd zw dem fursstenthumb Resan ^). 
Ist noch Reissisch. Darnach geet vber den Nambhafllen fluss Tanais ^ 
das willd velld» darinn niembt Heuslichen wonndt» hintzt an Asoph, 
dem TQrggen Zinsspar. Die Stat am Tanais, den die Moscouitter Don 
vnnd die Tattern Edl nennen, nahenndt da der in das gemöss, Meottis 
genannt, feilt, vnnd herumb pass geen Precop die Tartarey. 

Aber nachner gegen dem Niderganng ist ain Lannd, genannt 
Seuera, dem GrosfÜrsfen zuegehörig, vnnd Raint auch an die Wilden 



^) £in ehemaliges Herzogihum an der Grenze ?on Sibirien, die jetzige Provinz 

Permi en im asiatischen Russland. 
*) Die jetzige Prorinz Wifitka oder Wiäzk. 
') ^ist ain Tarterisclier Khunig'' die Handschrift. 
*) Das Gourerneroent Rjfisan mit der Hauptstadt gleiches Namens am Flusse 

Oka. 
^) Das ist der Don und die kalmückischen Steppen. 
Fontes. VIII. 9 



130 



i517. 



relder. Von der Mosqua an dieselb Gränitzen bey hundert vnnd 
Seehtzig meillu. Dann noch vesster gegen dem Niderganng ist das 
wasser Boristhenes Lateinisch, Aber Reissisch Dnieper genannt. Ain 
ferren weeg yber sich, die Gränitz zwischen Moseouitter vnnd Lytten, 
hintzt an Dobrowna 0- D^^ Schloss nahenndt ob Orssa. Von dann 
geen Polotzkho (Bl. 59^,), ist auch Lyttisch, an dem wasser Duina, 
dauon yorgeschriben ist. Vnnd dann mit Leyflanndt nach der 
lennge. etc. 

Am abennt Symonis ?nnd Jude (37. October) was ich mit den 
Lytten am morgenns zu hanndlen geen hof eruordert. Was yasst 
Nass ynnd khotig. Alls wir wider zw Herberg Ritten , was so hart 
gefrorn, das wir ganntz truckhen betten zureitten. 

Belib allso in der Stat Mosqua Ainynnddreiasig wochen. Fertigt 
mich woll ab mit Zobelln, Härmln, Schonberg*), Costlichen geselchten 
yischen, Beluga genant, Rossen, Schlitten. Muest mein weeg auf 
Schmolenskho nemen. Meine phärdt zugen yon Grossnewgarten hinder 
sich durch Leyfflanndt, ynnd khamen geen der Willd zw mir. Mein 
weeg aus Mosqua was nach Mosaysco *)» Achzehen meill; geen der 
Viesma*), Sechsynndzwaintzig; geen Drohabusch») am Nyeper, Ach- 
zehen, ynnd geen Smolenskho, Achzehen. Noch füren zwelf meill, ist die 
Gränitz an ainem Fach. Da lagen wir die annder Nacht ynnder dem 
Himmel (BL 60""), in grossem Schnee ynnd Khellten. Der Fach 
bette khain Eyss, alls wir Abennts khamen, am morgenns füert ich 
all mein Schlitten yber das Eyss. doch nuer mit den Leuten, die Ross 
trib man an ainer Clingen <) yber, do das wasser nit gar yberfrom 
was. Hintzt her hat man mich aus Smolenskho mer dann mit zwey 
hundert phärdten beglaitt. etc. 

Darnach zoch ich Acht meill geen Dobrowna in Litten, ynnd yier 
geen Orssa. (Die baide ligen am Nieper. Zwischen den zwayen 
fleggen ist die Schlacht, wie die Moseouitter erlegt sein, am Achten 



Dubrowna am Dniepr im GourernemeDt Mohilew, nieht weit ¥on Ortht, am 

nämlichen Flusse gelegen. 
'^) Vielleicht Felle von Wieseln. Yergl. Schmeüer 1. e. 3, 369. 
^) Mozaisk, vierte Poststation von Moskau. 
^) Wiazma, achte Poststation. 
^) Drogobus, die eilfte Poststation. 
') Eine enge Schlucht, ein schmaler, tiefer Graben. Sehmeiler t, 359. 



1517etlM8. 131 

tag Septembris 1514. Jar, geballten) ^^^ dannen geen Borisow, 
an dem wasser Beresina. Dann am 15. geen Bielsko. Am 16. geen 
Crastinowsky; den 17. geen Marcbouo; am 18. geen Desebinawo. 
An dem Neunzebenden Decembris geen der Wildt *) » da ieb meiner 
Pbftrdt erwart bab. Der KbQnig was yerrugkbt etc. 

Am dreissigisten tag geen Trockby »), vier meill von der Wildt, 
Allain die Auroxen in dem Tbiergarten zubeseben. Da lued (BL 6&.) 
micb der Voiuode, Herr Gregor Radonil *), ynd Ass mit dem Scbeacb- 
met, dem Tateriscben Kbonig Sauolsky »)» der da Enntballten ward. 

1518. 

January. 

Am Anndern geen Moroscbopi; Am vierten geen Grodno; Am 
f&nfilen geen Grinkj •); Am 6. geen Narew; Bielsko; Briesti; Lamass. 
Geen Partzow in Polin; Labiin; Vrsendorff; Sandomier; Polonitxa; 
Newstat-Gortzin. Den 24. geen Prostouitz, vnnd am fünff vnnd zwain- 
tzigisten January geen Crackbaw. Da bat micb der KbQnig wol ge- 
ballten vnnd Eerlicben abgefertigt. Von der Mosqua bintzt Crackbaw 
bin icb auff kbain Boss kbomen. Am Secbsten febmary zocb ieb noch 
mit allen meinen Scblitten, die icb zw der Mosqua aufinerte, vnnder 
das Scbloss Lipouetz ; Auscbwytz ; (Bl, 6V,) Pless ; Scbwartzwasser ; 
FreystAtl; Ostra ; Titzein; Weissenkbircben; Lipnickb. Alls icb auf 
Andertbalbe meill Yon Obnuntz kbamb, Enntgegnet mir ain wolbe- 
zecbter. Der vnndterstuenndt sieb selb dritter meine leutb zuscblaben. 
Ime ward sein tbaill 9* Darumb ich vill muee zw Olmuntz bette. 



D. i. die Schlacht swisehen Cztr Basih'us und König Sigmund II. von Polen. 

») WUno. 

») N. Troki, westlich ron Wilno. 

^) D. i. Radsiril. Adelung S. 98. 

^) D. i. dem ehemaligen Chan der Sawolskischen, d. i. jenseits der Wolga 
wohnenden Tartaren. Adelung S. 99. 

*) Krynki, sfidlich ?on Grodno. Von da nach Narew am gleichnamigen Flusse, 
nach Bielsk, Brest, Lomazy, Parczow, Lublin, Urzedow, Sandomirz, Pole- 
niec, Nowemiasto Korczin, Proszowice and Krakau» alles in sfldwestlicher 
Richtung ron Krynki. 

^) Nicolaus Tschaplitz ron Altendorf, ein mfthrischer Edelmann, der, als er 
durchaus nicht weichen wollte, ron einem aus Herbersteins Gefolge mit der 
Armbrust rom Pferde geschossen wurde. Adelung 1. c. S. 101. 

9* 



132 1518. 

AUain ymb der Moscouittischen Potschaflft» die ich mit mir fürte» mit 
denen muest ich sicher Raisen. Rit also mit glaidt, das ich hart vber- 
khamb, nach Wischa vier meill. Wistemitz fünf meil, mnd Niools- 
purg ain meill. Ist noch Märherisch» Wiewol das vber die Teya gegen 
Österreich ligt. Von dann geen Histelbach drey meih Tnnd geen 
Wienn Sechs meill» dahin ich am Zwaintzigisten January khomen 
bin. Meine Schlitten mit mir auB der Mosqua darbracht. 

Derselben Zeyt was es nit gar sicher in Österreich ynnd den 
anligunden Lannden zuraisen. Von Niclspurg hintzt geen Wienn Riten 
nebenher etliche verdachte Personen. Zw Wienn merckht man die 
auch in etlichen (BL 61^.) Heusem. Darumb ich aber in die New- 
stat ?nnd auch für Neunkhireben mit sicherhait geraist bin. Zw 
Schadwienn beualch ich die Thor am Marckht zuschliessen. Mit dem 
laMarcio. (H.) khamb ich in das Gepürg» vnnd zohe nach Muerzueschlag, Prugkh 
an der Muer, Leobm, Mauterdorff, Rottenman, Schladning. Vnnd dann 
in des von Saltzburg Latmd : Rastat, Weruen» Saltzburg, Vdhingen. 
Durch das Bayrlanndt: Albersham vnnd Rosenham. Damach in die 
Grafschafil TyroU» nach dem Yn,auff Khuefstain, Rotenburg» Schwatz, 
Hall im Yntall. Vnnd am zwenvnndzwaintzigisten Marty geen Inns* 
prugg, da der Khaiser dazumal was. Nach Verneroung der Werbung 
27. Marcj. (H.) an dem Palmabennt het der Khaiser die Potschafil gern zw khirchen 
gehabt» damit sy die Ceremonien gesehen betten. Aber der Bischof 
zw Brychssen, ainer von Schrouenstain» dazumal zw Innsprugg» 
khundt das bey sich vnnd seinen Riten nit fiaden^ das die alls Sds- 
maticj in die khirchen sollen gelassen werden. Darumb (BL 62''.) 
zohe der Khaiser geen Hall» vnnd beualch mir die PottschaflRen auch 
dahin zubringen. Damit die in seiner Maj. Capellen bey dem Gotts- 
diennst warn. Die Cantrey sanng mit halber Stimb» des Inen ganntz 
angenämb was zuhören. 

Die Moscouittische Raiss nutzt mir höchlich^ dann mein ausrich- 
tung vnnd anzaigen der frembden Nation sitten» wesen vnnd Ceremo- 
nien waren dem Khaiser angenämb, Allso das Herr Matheus» Cardinal 
zw Saltzburg, darnach zw mir sprach: «Ich wäre in grossen gnaden. 
Er wollte mir weeg vnnd weiss geben ^ damit ich in soltcher gnad 
bleiben möchte. ** Setzt mich Ime an sein Rechte hanndt, sagt: „wollt 
mein gueter freundt sein.** Mir ward auch die PhlegClam «) dasmalls 



*) Bei Schottwien um Fasse des Semroering. 



ISIS. 



133 



gegeben. Ich muesste wider geea Hungern» ward allso zw Innsprugg 
abgefertigt, den zwaintzigisten Aprillis» sambt der Moscouittischen 20. Aprii. 
Potschafft, mit der ich naeb dem In ynnd dann der Tbunaw ab 
bintzt geen Wienn gefarn, vnnd die daselbstn gelassen. 

Vnnd wiewol die Moscouitter sieb der Weiber (Bl 62K) 
wenig acbten, dannoebt *) yergundt der Pot seinen leuten zw den 
gemainen diernen, die dem Hoff naebraisten, bey tag vnnd nacbt 
zugeen. Das aber daromb, damit sy m5cbten Poxenmaister erfragen. 
Vnnd erfragten aneb fhnff derselben Person« die sy bestellten» vnnd 
scbickbten die nacb Lnbegg, damit sy nacb der See bin geen 
Reff *) in Leyflanndt fuem, von dannen in das Moscouitter Lanndt. 
Vnnder denen was ainer, den beredt sein Brueder, der zuuor in 
der Mosqua aueb ain Puxenmaister was» ynnd yasst woll gebalten. 
Noeb traebtet er dauon ynnd ist enntrunnen, das docb wenigen 
zw tbaill ist worden, damit er denselben» alls zu glauben ist» 
dahin bracbte ynnd sieb seiner widerkbunfft nit derffle besorgen. 
Der Pott braebt guete gesebribene glaidt. Dieselben sein wider in 
Teutscbe Lannd kbomen» Aber die Puienmaister nit, ausserhalb 
aines» der war Erplindt 

(Hier folgen zwei leere Blfttter Fol. 63 und 64.) 

(BL 6S\) Raiss in Hungern. 

Dieweil ich mit der Moseouittiscben Pottsehafft durch das 
Lannd Steyr» Saltzburg ynnd Bayrn Raiste, ynnd zw Innsprugg 
yerharrte» zobe des Khunigs zw Polin Praut» Bona» Hertzogin zw 
Mailanndt ynnd zw Bary» durch Crain» Steyer» Österreich» ynnd 
fort durch Märhern. Marggraf Casimirus yon Brandenburg was 
durch den Khaiser auff die Hochzeyt geomndt. Mit dem zoben 
auch die gemainclichen in Hungern geschickht sein worden. Die 
Hungern aber betten ain Rackhusch yersamblt» zw Ofen. Der 
baimblich Anschlag was: Nachdem der Khunig Jung etc.» ainen 
Gubernator zusetzen. Das sollte Graf Hanns yon Zyps sein ge- 
west. Dem aber furzukhomen» schickht der Khaiser» alls ain Mit- 
gerhab» neben dem Khunig zw Polin, sein PotschalR: Herrn Veiten 



^) „Noch dannocht*' die Handschrift. 
«) Reral. 



134 



1518. 



Strein, Herrn zw Schwarzenaw , mich, ynod VIrichen Pernegger 
zw Khonig Ludwigen in Hungern. (Bl. 65^.) Ich vnnd Pernegger 
20. April, schieden von Innspnigg am zwaintzigisten Aprillis. Fuern allso sambt 
der Moscouittischen Potschafft ab geen Wienn , da wir ynnsem mit- 
yerwonndten fannden» ynnd mit ynns namen. Füem auf Cotschy- 
wägnen, die man allso nennt, nach ainem Dorffbey zehen meilln diss- 
halb Ofen, die mit dreyen phftrdten neben einannder lauffenndt ge- 
ftiert werden. Ynnd derselben zeyt khain Eisen oder gar wenig daran 
was. Fuern yier Personen sambt dem Fuerman , ynnd lauffen in tag 
ynnd nacht yon Ofen geen Wienn. Sein wol gemessner zwo ynnd 
dreissig meilln. Ynnd fuettern doch alle mall nach fttnff oder Sechs 
meillen. Ynnd zw Rah, am mittl des weegs, namen sy anndere Phftrdt. 
Ynnd ist ain gar bequeme fiter, das ainer sein Pett. Claider, Speiss 
ynnd trannckh, des man der Ennden notdurfftig, mit fuern mag. Khain 
schwäre fuer thun sy nit 

(Bl. 66'.) Da zw Ofen hiellt man ain Rackhusch, das ist ain 

yersamblung alls ain Lannd oder Reichstag. Allso genannt yon ainem 

Platz nahenndt bey Pescht, So gegen Ofen yber ligt, da man gemai- 

fDerstiad. (H.) nigclicheu die ycrsamblung d 8 A dels f gehallten, ynnderdemHimel. 

Derselb platz hiess Rackhusch 9« 

Der Babst schigkht ainen mflnich, prediger ordenns, Brueder 
Niclas, ain Edlman aus Meissen, gebornner Schonberger. Yom Khunig 
zw Polin was herr Anndre Tantzinskhy, der nachmalls durch mein 
befurderung mit allen seines Namens Gegräuet ward, ynnd ain Brobst 
Carnocowsky mit Ime. Wir, die Khaiserischen ynnd Polnischen, 
hiendln ain sach ynnd yertreulich. Der Bäbstisch erzaigt sich so guet, 
das wir Achteten, Got bette den gesanndt. Er hiendl ynnsere sachen 
Pass, dann ynnsere Herrn , ynnd wir gedacht betten oder hanndlen 
khündten. Zwletzt sagtn: „Er bette die sachen nach ynnserm willen 
beschlossen.** Ynnd was doch das widerspill. Alls nfimblichen 
(BL 66^.)^ bot er die sachen dahin bracht, das sein Herr ain Haubt- 
man in Hungern setzen wollt, der Ime ynnd sonnst niembt gelobt ynnd 
yerpunden sein sold, des wider ynnsere beuelch was. Er torste ynns 
allen ynnder Augen sagen : « wir betten das mit Ime allso beschlossen, ** 
Ynnd alls wir guetlichen yerwandten: „das er sich des ennthiellt 
zureden , dann wo wir das gethon , betten wir wider ynnser beuelch, 

<) Rikos. 



1S18. 135 

Aid vnnd phlichten gethan. So sein wir noch nit von sinnen khomen, 
das wir ain soliehes thun solten.** Er was so torst vnnd verharrt, 
daromb ich Ime sagte: „solt sieh Pass bedennckhen was er Redte» 
dann so wir ynnser selbst nit versehonndten, ymb das wir zw baiden 
thailln so grosser vnnd mfiehtiger herm Potsehafilen warn, Ime wurde 
ain billiehe Anntwort eroollgen.** 

Dem Khaiser was asuuor geschriben, das sich der Brueder Nicias 
so woll hielit. Darumb der Khaiser mit demselben brieff vor villen 
Leuten sprach: „Da hab ich khundtschaffl , (BL 67".) das der 
Hunich fnimb ist, Tor dem man mich aus Rom gewarnnet hat.** Alls 
aber die nachhanndlung zw dem Khaiser khamb , sprach der Khaiser 
wider: ,»Der Munich ist, wie er mir zuuor aus Rom geschriben ist 
worden.*' Des Munichs hanndlung khamb in khain volzug. Es ward 
auch khain Gubemator ftirgenomen. 

Ach Gottl was grosses wesenns vnnd Pomp, oder ob man die 
wahrhait dörfile sagen, grosser Hochfart dazumall in Hungern gesehen 
was. Das maiste von den Bischouen , vnnd gleichwoll auch von ett- 
lichen weltlichen Ambtleutten. Wie sy mit grosser Anzall der Phärdt, 
gerttsst vnnd Hussarisch, mit Silber ynnd Gold geziert» da eingeritten 
sein! Wie Ire Trumetter zw den Malzeiten in allen Gassen gehört 
sein worden ! Wie grosmechtige Panckhet vnnd Mallzeit sy gehallten ! 
Ire rill dienner da woll geclaidt gestannden. Mit yill vnnd grossen 
Hauffen sy geen hof ynnd vber die gassen ganngen, oder geritten. 
(BL 67^) Ir Khunig ofil nit gehabt sein notdurffti Wann die Pot- 
schaSlen sollten mit khlainer verEerung abgefertigt werden, hat man 
erst mit Wuecher soliehes muessen aufbringen ynnd aufschwern. Es 
hette ein soliche gestallt, alls sollte Es nit lanng geweren. 

Wie Ich wider khamb zw dem Khaiser geen Augspurg, do dann 
der letst Reichstag durch sein Maj. gehallten ward , gleichwoll von 

Am 6. Decembris 15S6, ynd am 4. aprilis 1557, hat mir Don 
Diego Lasso gesagt: „Der herr Nicias von Schonberg, Ertzbischolff 
zu Capua, hat dem Neu Erweitem Pabst Paulo dem (IV.) die vnder- 
weisunggebn: „Soll vast redn. Damit die Cristn furstn einig sein 
soldin. Aber alln yleiss haben» die In Zwitracht zu erhalten. Derglei- 
chen ymb haltung des Concils, aber khaumb gestatn. Soll sich auff 
khain parthej seczn. So wurde er ain mitler, Dan sein sachn schafTn. 
Von dem wurd sein macht vnd hohait wagsn.** (H.) 



136 i518. 

seines Enengkhlen Hertzog Carln, Khunig in Hispanien, wegen, den 
zw Römischen Khunig zw erwellen. So khamb doch Hertzog Virichs 
zw Wirtemberg Sachen, Alls Ludwig von Uuetten erschossen vnnd 
gehennckht ward, da zuhanndlen. Der Hertzog ward in die Acht 
erkhanndt. Durch den Khaiser selbs, am Rathaus zwAugspurg, dabey 
Ich mit anndern seiner Maj. Räten auch gesessen bin. Ain Bischof 
von Refl, gebornner von Plannckherfeld, bracht dem Ertzbischof zw 
Mentz ain gnad von Rom. Die verpot der Khaiser dun^ mich, die zw 
öfihen ynnd zuuerkhflnden. Da khamb auch Marthin (^BL 68*.) 
Luther auff glaidt, ynnd zoch auch sicher wider haimb. Ich ward 
krannckh, vnnd lag im HoUtz Guaiacano ^), yasst der Ersten ainer, 
vnnder Ir yier oder flinffen. Die Ertzney ward erst in brauch khomen. 
Der Khaiser zoch dann geen Innsprugg. Daselbst hin khamb ich am 
Ersten Nouembris. Von dann zoch der Khaiser geen Wells, Inns Land 
ob der Enns. Dahin warn eruordert Die, so auf beger der Lanndt- 
schafilen zw Hofräten aufgenomen selten werden. Der Khaiser wardt 
schwach, Ee wann Er geen Wells khamb. 

Raiss geen Saltzburg mit nachuolgender Instruction: 

Maximilian, yon gottes genaden Erwellter Römischer Khaiser. 

Instruction auff ynnsern getreuen, lieben Sigmunden yon 
Herberstain, vnnsem Rat, was (BL 68^,) Er yon ynnsern wegen 
hanndlen ynnd ausrichten soll. 

Er soll yon stundan ziehen zw ynnserm lieben Freundt ynnd 
furssten, dem Cardinall yon Gurckh, ynnd seiner lieb anzaigen: 
Nachdem wir yernemen , das sein lieb in den Irrungen, so sich zwi- 
schen ynnserm Fürsten, dem Ertzbischoue zw Saltzburg, Auch Techannt 
ynnd Cappitl daselbs hallten, zw guetlicher handlung ainen tag ange- 
setzt. So haben wir nit ynnderlassen wollen, zw Fürderung guetlicher 
hinlegung solicher Zwispallt, ainen ynnsern Rat sambt seiner Lieb 
ynnd derselben Räten zw den Sachen zuschigkhen , ynnd allso obge- 
nannten yon Herberstain darzue yerordennt. 

Der soll auf den angesetzten tag ynnserm Furssten dem Ertz- 
bischof, Auch Techannt ynnd CapitI, ynnd darzue dem Ausschuss yon 



^) Das heisst: erkrankte an der Lnstsenche, gegen welche man lignnm guaiaci 
zu verordnen begann. 



1518. 



137 



gemainer Lanndtschafil Sallfzburg Yonsere Credenntzbrief yberannt- 
Worten. Darauff ynnser gnad rnnd alles guet sagen. 

(BL 69''.) Vnnd darnach mit sambt dem Cardinall, oder seinen 
geordennten Räten die Irrungen zwischen dem Bischof vnnd Capitl, 
Tnnd nämblieh was hieuor darinn gehanndelt, vnnd wie sy noch 
heuttigs tags gestallt ynnd gelegen sein , yememen. Vnnd aaf Tor- 
beschehen handlungen» zw guetlicher, yolkhomner hinlegung. Austrag 
▼und Ruee aller derselben Irrungen» mit gebürb'chem Reden ynnd 
Persuasion in rnnserm namen das Pesst ynnd nutzist zuhanndlen mnd 
zuschliessen yerhelffen. 

Sich auch sonderlich solicher hanndlung zuuor mit dem Cardi- 
nall ynnd seinen Räten yergleichen, ynnd sich nach derselben ynnder- 
rieht hallten. Das ist ynnser Ernnstliche mainung. 

Geben zw Vockhlaprugkh am xyj tag Nouembris, Anno etc. im 
Achzehennden, ynnsers Reichs im dreyynnddreissigisten Jare. 

Per Regem Proprium. Commissio Cesaree 

Maj. Propria. 
Y. Vogt. 

(BL 69K) Matheus» yon gottes genaden Cardinal yon Gurckh, 
Coadiutor des Stiffts Saltzburg, Legat in Germanien. 

Vnnsern günstlichen grues zuuor. Edler» Ernuester ynnd hoch- 
gderter» besonnder lieber. Vnnsere Räte, so wir in der jetzigen 
hanndlung zw Saltzburg gehabt, wie Ir wisst, haben ynns für ynnd 
(br schrifiUich bericht Eurs hohen» grossen ynnd getreuen yleiss» so 
Ir jetzt alls Kay. Maj. Gesanndter» in der hanndlung zwischen ynn- 
serm lieben herrn ynnd Vatter, dem Ertzbischof zw Saltzburg, ynnd 
dem Capitl daselbs gethan» ynnd an Euch nichts Erwinden haben 
lasst. Des sagen wir Euch hohen, genedigen dannckh. Mit Erbiet- 
tung» des khunfftigclich auch gern ymb Euch zubeschulden. In massen 
Euch dann obgedachte ynnsere Räte, yon ynnsern wegen, weitter 
anzaigen werden. Die wellet also yernemen, ynnd Euch alles gueten 
zw ynnss yersehen. Datum Muldorff am 28 tag des monats Nouembris. 
Anno etc. im Achzehenden. 

Dem Edlen, Ernuessten ynnd hochgelerten, ynnsern besonnder 
lieben Sigmunden yon Herberstain, Ritter ynnd R5. Kay. Maj. etc. 
Rate. 



138 1518. 

(Bl. 70\) Ain Hoffrat, als ain Steyrer. 

Vnnser freundtschafil ynnd besonnder gaetwillig dieiinst zuuor. 
Lieber Herr Sigmund, Euch ist moerporgen, das die R5. Kay. Maj., 
vnnser Allergenedigister Herr, enntschiossen ist, ainen geordenten 
Hoffrate zuhallten, darinn ynnder anndem ein Steyrer sein soll. Nun 
haben wir Euch Irer Kay. Maj. etc. neben anndem angezeigt, ynnd 
sonnderlich gebeten. Euch f^r annder darfilr anzenemen. Alls dann 
Ir Kay. Maj. ainer Lanndtschafft ynnder annderm genedigclich zu^e- 
schriben, ynnd in Euch bewilligt haben, etc. Ist ynnser freundtlich 
ynnd yleissig bitten, wellet Euch der Sachen nit setzen, noch widern, 
sonnder guetwillig darinn beweisen, auch ainer Lanndtschafft sachen, 
ob die, (allsdann zw zelten beschehen möchte), an Euch lanngen 
wurden, souil Euch geburet, mit dem Pessten befurdern ynnd be- 
uolhen haben, Alls sich dann dieselb Lanndtschafft freundtlich zw 
Euch yersiecht. Vnnd nämblich wellet die Kay. Maj. monen, das Re- 
giment geen Bruckh an die Muer zulegen, wie sich dann Ir Kay. Maj., 
nach lauft der Jungst aufgerichten (BL '70^.) Libell, genedigclich 
bewilligt haben. Dann wo das nit beschdhe, war zubesorgen, es 
möchte Ir Kay. Maj. an der anndern bezallung des bewilligten hilff- 
gellts Irrung ynnd nachtaill bringen. Item die Kay. Maj. begert 
zuwissen, wer die Comissarien sein, so yon denen Ausschüssen, zw 
Valuierung der Einreissennden Müntz gegen der österreichischen 
furgenomen worden. Darauff wellet Irer Kay. Maj. anzaigen, derselben 
Comissarien sein yon der Grafschafft TyroU Acht erkhiesC. Nämblich : 
Vnnser genediger herryon Trienndt, Dechanndt yonBrichssen,Lanndt- 
hofmaister, Lanndtshaubtman ynnd annder. Ynnd demnach Ir Maj. 
anhallten, damit solich yaluierung der MQntz mit dem furderlichisten 
beschehe. 

Item die Kay. Maj. ist enntschiossen , das die , so yon Irer Kay. 
Maj. Phanndtschafflen haben, auch schuldig sein sollen yon denselben 
Iren Phanndtschafften, neben denen Lanndtleuten, gleichmfissig ROss- 
tung, alls yon zway hundert Phundt gellts ain Raisig Phftrdt ynnd zwen 
fuess khnecht zuhallten etc. Darinn wollet Ir Kay. Maj. (Bl 71'.) 
auch ermonen ynnd bitten, mit dennselben Phandtschafftern gene- 
digclich zuhanndlen, damit es zw seiner Zeyt an berurter ROsstung 
khain mangl noch Zerrüttung bringe, wie Ir dann soliches alles zuthun 
woU wisst. Warinn Euch dieselb Lanndtschafft hinwiderumb freundt- 



1518. 



139 



schafft, gueten willen ynnd diennst beweisen khOnden, des werdet Ir 
sonnder Zweifl auch muertzigen sein. Ynnd wir wellen das allzeyt 
fireundtlich, willig Tiind gern verdienen, ynnd allzeyt thun was Euch 
liebet. Datum Grätz, Mittichenns nach sanndt Liucas, des heiligen 
Euangelisten, tag. Anno etc. im Achzehenden. 

N. die Herrn vnnd Lanndtleut in Steyer, yetzo alhie bey 

dem Hofthaiding yersambellt. 
Dem Edlen, Gestrenngen Ritter, Herrn Sigmunden von Herber- 
stain, R5. Kay. Maj. etc. Rate, ynnserm besonndem lieben ynnd gueten 
freunde. 



(BL 71K) Maximilian, yon go tt es genadenE. Romischer 

Khaiser. 

Getreuer lieber. Auff dein schreiben, darinn du ynns mit etwas 
beschwfirung anzaigst. Wie dier vnnser Lanndtschafll Steyr geschri- 
ben, das sy dich vnns zw ainem Hoffrat angezaigt, vnnd wir dasselb 
bewilligt, darauft' sy an dich begert haben, soliches anzunemen, Geben 
wir dier zuuersteen , das es nit die mainung hat, Alls ob dw deines 
diennsts bey vnns vnnd in ynnserm Rat enntsetzt sein sollest, Sonnder 
wo dw ynns yon ainer Lanndtschaffl gleich nit angezaigt wärest, dw 
wie Yorhere beliben. Aber, alls ynns yegclich Lanndt etlich Rftt, die 
ynnser Lanndtleut sein sollen, angezaigt haben, daraus wir yon yedem 
Landt ain Person in ynnsern Hofrat furzenemen bewilligt, ynnd dann 
die Steyrer dich ynnder annderm Nominiert, So haben wir dich fikr 
annder gekhiesst, damit der Steyrer stat zw ersetzen, ynnd allso dier 
zw Eern ynnd gnaden. Das wollten wir dier nit yerhallten. 

(Bl. 72*.^ Verrer Emphelhen wir dier Ernnstlich, das dw dich 
an deinem zug zw ynns herab geen Lynntz ynnder wegen zw ynnserm 
lieben freundt ynnd f&rsten, dem Cardinal yon Gurckh , geen Müldorf 
fQegest, Also, das dw auff den Neunzehennden tag dits Monats dsiselbs 
seyest, ynnd an ynnser stat, neben ynnd mit sambt seinen Räten ynnd 
yerordennten, zw guetlicher hinlegung der Irrungen zwischen dem 
Ertzbischoffe yon Salltzburg ynnd Dechanndt ynnd CapitI daselbs zw 
hanndlen yerhelffest Wir fertigen dier auch darauff ain Instruction 
ynnd notwenndig Credenntzbrief, die dw bey dem Cardinal finden 
wierdest. Das wollten wir dier nit yerhallten. Vnnd dw thuest daran 



140 



1518. 



vnnser Ernostliche maiaung. Geben zw Khuefstain, am Neunten tag 
Nouembris. Anno etc. im xviij ynnsers Reichs im jinif Jare. 

Vnnserm getreuen, lieben Sigmunden yon Herberstain» 

ynnserm Rate. 



Daher gen weis 
wardn beschiedn, 
die den hoffrat 
hettn solin be- 
sitzn von Reichs 
wegn. 

Herr PauJs von 
ObersUin, probst 
zw Wien. 

Doctor 

Lamperter , 
von Osterreich. 
Herr Cristoffvon 
Ludmostorff, 
von Steyr. 
Herr Sigmund 
von Herberstain, 
von Kharntn. 
Herr Philips von 
Wixnstain , 
von Crain. 
Herr Peter bi- 
schouezwTriest. 

Ob der Enns : 
Graff Georg von 
Scbaunburg. 

Von TypoU : 
Herr Oswald von 
wolkhnstain. 
Herr Jörg von 

Freundsperg, 

von vordern 
Landn desha.lb 
Rheins. * 

Herr walthasar 
brobst zw wait- 
khirch , enthalb 
Rheins. 

Herr Symon 

Sigmund von 

PfOerdt. 



(Bl 72^ Dieae ganze Seite von Herbet$iein9 Hand,) Am 
Erstn Jeners hat der Kayser noch die Englisch potschafit gehört 
Am Neintn Sich mit dem Sacrament versehn. 
Am tzehnden sein Testament yerzeichent. Die nacht darnach 
wollgewest. 

Am Aindlefflen gar schwach, vnd nimer zeichnen mugn. Die 
Yolgund nacht, gegn dem zwelfften tag, zwischn dreien ynd riem , In 
got Terschiedn. 

Am Sechtzenden tag habn die Nachyolgenden die ieich gen 
khirchen getragn : 

Graff Georg von Scbaunburg. 
Graff .... yon Westerburg. 
Graff Georg von Helfnstain. 
Herr Jan von Caniza. 
^^err Osswald vpn Wolkhnstain. 

Herr Schenckh Philips von Limpurg, Semperfrej. 
Herr Cristoff von Ludmostorff. 
^Herr Georg yon Freundsperg. 
Herr Symon Sigmund von Pfierd. 
Herr Wolff Jorger, Landshauptm. ob der Ens. 
Herr Georg von Emershofn, Stalmaster. 
'Herr Veyt von Thurn. 
^ Herr Sigmund von Herberstain. 
Herr Frantz von Khastlalt 
Hanns Meixner, Furschneyder. 
Casper vnd gregor Rauser. 
Zwen Hessn. 

Herr Andre yo(|t Liechtnstain, von Tyrol. 
Herr Tilman von premen. 
Herr Symon von Pfierdt vnd Her Jörg von Freuntsperg wordn 
furgenomen, die beglaittung zu verordnen. Tailtn die klainater zw 
tragn. Steyr, Karntn vnd Crain nichts verordent Das widersprach ich, 
derhalben wardn die, ausser des schwerdt, alle auff die paar gelegt. 



1519. 141 

1519, 

(BL 73*,) Khaiser Haiiinilian hat im verganngenen Jar den 
Reichstag sw Augspurg gehallten. Zoche darnach geen Ynnsprugkh 
wider, dann an aller Seeintag den anndern tag Nouembris ward etwas 
schwach worden. Ich khanib gleichwoU geen Innspmgkh, aber gienng 
nicht geen hof, sonnder zw Strasswalhen errith Ich sein Mt. Gienng 
ich neben der SenniRen vnnd yerricht mein sach. Da sähe Ich sein 
Mt. schwach, die Augen warden alls gelb zu sehen. Da sein Mt geen 
Wells khamb» ward ye lennger ye schwecher, ynnd am zwelfilen tag 
Jenners» ymb die dritt stundt Tor tags, Todts yerschiden. Des Leych 
Ich neben anndern hab geholffen in die khirchen zw tragen. Got 
waiss, das mir mein hertz ynnd Leyb beschwort was ! Da warde auch 
ain Zwisth yon w^en der Clainater, alls Cron, Zepter ynnd apfil zu- 
tragen. Nachdem yon den fQnflf Lannden Personen eruordert worden, 
den hofirat zu besetzen, ain yegclichs (BL 73^.) Lannd wollt auch 
das seynig haben. Alls man sich aber nit khundt yergleiehen , ward 
färgenomen, das die drey Claynater auff die Paar gelegt ynnd getra- 
gen worden. Allain der hofraarschalch Herr Lieuihardt Rauber trueg 
das Schwerdt in der Schayden ynnder dem armb. 

Seift Mt het ain Testament yerhssen, darinn ynnder anndern 
yerordennt das die Regiment in Lannden in iren wesen ynnd wierden 
bleiben ynnd regieren sollen wieuor, hintzt der Fürssten ynnd Erben 
znekhiinft. Man fuerdt die Leich auff Wienn ynnd in die Newstat zw 
der grebnus. 

Nach solichem Absterben hat yegclichs Lannd flir sich selbs 
Lanndtag gehallten, ynnd flirtraehtung gethon, wie.sy beleiben 
möchten, hintzt an der Erbf&rssten ankhunffl ynnd nach yedes Lanndts 
freyhaitten. Österreich hat sich aller Forstlichen hohait, daneben 
peindlichem gericht Einnemung alles Camerguets, MOntzen, (BL 7i\) 
Enntsetzung der ambtleftth, auch des Regiments (angenumen), darein 
aber etüiche Grauen, Uerm, Rytter ynnd Edl, auch die Neustetter 
Burger nit bewilligen wellen, ynnd sich also gezwayet. Doch der 
roerer thaill dem neuen wesen anhengig beliben. 

Die yon Steyer haben iren Lanndtag palld nach Lieehtmessen 
gehallten, ynnd bedacht, (alls yielleicht auch Khärnner ynnd Crainer), 
das sy kb»nem herm schuldig sein die gehorsamb zuschwören , der 



142 



1519. 



Fürsst hab Inen dann zuuor geschworen. Haben das Regiment vnnd 
Testament in dem Fall auch nit angenomen, aber in khain Einkhomen 
griffen, khainen Ambtman yeränndert. Alle Gericht sein stil gestann- 
den, sy haben aber beschlossen , innhallt der yerzaichnuss wie volgt. 

Erstlich ist beratschlagt: denen von Österreich zuschreiben, ob 
Inen gemaint wftr, das sich die Niderösterreichische. Lannd durch Ir 
AusschOss f&rderlich zusaroen thfttten, in (Bl. IW',) abwesen der 
jungen FOrssten vnnd biss auff Ir zuekhunfft» von ainer Regierung zw 
hanndlen, damit dieselben jungen Forsten bei denen Lannden ynnd 
hinwiderumb die Lannd bey Iren fOrsstlichen Gnaden beleiben möch- 
ten. Darneben ain Potschafft zw denselben ynnseru jungen Fürsten 
fürzenemen etc. Wie dann das schreiben ynnd Instruction, desshalb 
aufgericht, mit mererm Innhallt ausweisen* 

Ist beratschlagt: dem Regiment diso anntwort zugeben ynnd in 
gemain zustellen, wie dann die in schrifilen yerfasst 

Anntwort an das Regiment zw Wienn. 

Wolgebomn Herrn, Edl, gestrenng, hochgelert, yesst, besonnder 
lieb herm ynnd guet freundt. Euch sein ynnser freundtlich willig 
diennst zuuor. 

Wir haben Eur schreiben ynnd Instruction, ynns durch die 
Edlen, yessten (BL 7ß\) Liennharden yon Ernnaw, Vitzdomb in 
Steyr, Hainrichen yon Traupitz ynnd Cristoffen yon Waydeckh fürge- 
hallten, irer Innhallt yemomen, ynnd sagen Euch des getreuen, 
freundtlichen anzaigenns besonnder freundlichen ynnd yleissigen 
dannckh, mit Erbietung : was ynnsern genedigisten Hermen, denen 
jungen Fürsten, Khunig Carolen ynnd Khunig Ferdinannden , ynnser 
genedigisten Herren, ynnd Lannden ynnd Leutten zw wollfart ynnd 
guetem khomen soll, das wir vnns des allzeyt mit dem höchsten be- 
fleissen ynnd darinn an ynns nichts erwinden lassen wellen , alls wir 
dann soliches noch zw yerganngen Lanndtag bedacht, auch yetzo 
abermalls darumben yersambleth ynnd in hanndlung sein, die ange- 
zaigten ynnd anndern notdurfflen, souil ynns gehurt, mit dem pessten 
zuberatschlagen ynnd zuschliessen. Ynnd so aber soliches ausser der 
anndern Lannd (BL 75^.^ zuethun nit woll erschieslich sein khan, 
haben wir ainer Lanndtschaft in Österreich geschriben, auch yetzo 
den anndern Erblannden , auff mainung, das ynns f&r guet ansfthe. 



1519. 143 

dasselb der Lanndyersamblung durch Ir ausschüss fiirzunemen, in 
zuuersicht, sy werden es nit abschlagen. Ob es aber ye nit stat haben 
wollte, des wir ynns nit versehen, wellen wir demnach f&rnemen ynnd 
hanndlen, das wir benannten ynnsern genedigisten herrn aus rnnder- 
thftniger gehorsanib rnnd Lannden Tnnd Leutten su thun schuldig 
sein. Wollten wü* Euch freundflicher gueter mainung ynnd zw allem 
Pessten nit yerhallten. 

Ynnd ob die yon Österreich sich yetzberflrter besamblung nit 
einlassen wollten, nichts weniger will fiir guet angesehen sein, das 
sich die drey Lannd miteinander bereden, ynnd der notdurffl yon 
obermellten Artickln (BL 16*,) ratschlagen ynnd schliessen, auch 
die yom Lannd ob der Enns zw sich beschreiben. 

Es will yon noten sein, dem Lanndtshaubtman ynnd yerweser zw 
täglichen f&rfallenden Sachen. LanndrSite zuezeordnen, mit beuelch 
oder gwallt, wie die Jungst yerordennten gehabt haben. Ynnd sein 
dissmalls Argenomen: Herr Georg yon Herberstain, Walthasar 
Gleyntzer, Yitzdomb yonLeybnitz, Cristoff yon Räckhnitz, Wolffganng 
yon Sauraw, ynnd ainer oder zwen yon Stetten. Die mügen auch den 
Yitzdomb alhie zu sich eruordern, ynnd ob not sein will auch die 
hernach benennten herrn ynnd Lanndtleut oder etlich aus Inen. Oder 
ob die sach so gros, noch annder mer, oder ain ganntze Lanndtschafll 
zw sich beschreiben. (Bl. 76^.) Ynnd nftmblieh für zuereyttenndt 
Lanndtrftte seindt benennt: Bischoue zw Segkhaw, herr Cristoff 
Rauber, Yalltin Abbt zw Sanndt Lamprecht, Graf Georg yon Montfort, 
Herr Erhardt yon Polhaim, Herr Caspar yon Stubenberg, Herr Hanns 
yon Reychenburg, Herr Georg Winckhler , Herr Wilhalbm Schrott, 
Herr Rueprecht Weltzer, Thoman yon Mosshaimb, Cristoff yon Min- 
dorff, Erasm yon Sauraw, Marschalch, Bemhart Stadler, Lassla yon 
Ratmanstorff, Achatz Schrott, Georg Tryebnegkh, (BL IT.) Bern- 
hardt Hertzenkhrafit, Hanns Hofman, ynnd drey yon Stetten. 

Tetz obbenannten Lanndrftten, wann die in hanndlung sein, oder 
sy auff Emorderung ankhomen, solle für Lfiferung gegeben werden: 
auff ain Phftrdt ain wochen zway Phundt Phening, bringt ainen tag 
sibenzehen khreutzer. 

Ynnd s5lich Lyferung soll gegeben werden dem Bischoff zw 
Seggaw auff siben Phftrdt, ainem Prelaten ynnd Herrn auff fünff 
Phftrdt, ainem Ritter auf Wer Phftrdt ynnd ainem Ediman auf drey 
Phftrdt. 



144 



1519. 



Es ist auch dauon geredt, das solich Lifergellt diser zeyt halbs 
von der Fürssten Cammerguet, vnnd halbs yon wegen gemainer 
Lanndtschafil bezallt soll werden. Doch nit aus gereehtigkhait, sonn- 
der denen (Bl. 77^J jungen Fürssten zw rnnderthenigem gefallen, 
vnnd ainer Lanndsehaft an Iren freyhaiten ynuergriffen. Der ?origen 
Lanndräte Zerung soll auch, wie yetz yernomen, bezallt werden. 
Hannsen Hofraans Zerung, yon wegen der Sylberlosung beschehen, 
soll ain Lanndtschafil bezallen, vnnd zw seiner zeyt den jungen Für- 
sten anzaigen ynnd abziehen. Von wegen der Ausstftnndt , so bisher 
ynbezallt sein , soll meniglich souil der alhie ynnd noch nit bezallt 
haben ermanet ynnd gewarnnet sein , das solich ausstänndt ynuerzo- 
genlich bezallt werden. Welicher aber darüber yerzuge, dem wurde 
man durch Phendtung oder einziehung seiner güetter zw sdlicher 
bezallung bringen müessen. Weliche aber schuldig vnnd yetzo nicht 
alhie wären, den soll geschriben werden , sich yetzberürter massen 
in bezallung zu schickhen. 

(BL 78*.) Die Rüsstung, dauon zu Ynnsprugkh beschlossen ist, 
soll ynuerzogenlich ausgericht, ausgeschriben ynnd geballten werden. 
Nftmblich yon zwayhundert Phundt Phennig ain Raysig Phdrdt ynnd 
zwen Fuesskhnecht. 

Vnnd soll mem'gclich mit solicher Rüstung, wie Inen zuege- 
schriben wirdet, all stundt gefasst ynnd geschickht sein. Also wann 
der Lanndtshaubtman ynnd sein zuegeordennt ainem oder mer 
eruordern , das sy yon stundan ankhomen ynnd in albeg gehorsamb 
sein. 

Ob sich aber zuetrueg, das ain Zug oder Vberfall beschehen 
wollte, ynnd yetzermellte Rüsstung, den yeinden widerstanndt zu- 
thun zu schwach oder nit f&rträglich wären , so soll ynnd mag der 
Lanndtshaubtman sambt seinen Zuegeordennten , wie sy für guet an- 
sehen will , aufbietten nach gelegenhait der sachen. Vnnd wo es die 
notdurfil eruordert, so sollen die yon der (Bl. 78*.^Ritterschaffl ynnd 
Adl in aigner Person zueziehen , ynnd die yon Prelaten ynnd Stetten 
die Iren schickhen, in massen die Ynnspmggerischen Libell aus- 
weisen. 

Die Mussterung soll durch den Lanndtshaubtman ynnd sein zue- 
geordennt bestellt werden , im Jar ains oder zwier zuhallten, ynnd 
ob es die notduHFt eruordert, Viertlmaister furzunemen, ynnd ymb 
ainen zimblichen Solid mit Inen abzubrechen. 



1519. 145 

Welicher an der Mussterung nit woll gerüsst erschine oder 
auabeleib» dem soll die Rüstung benomen oder aufgebebt, ynnd ainem 
anndem zuegestellt werden. 

Item von der Jungen Fürsten Remanentz soll gleichmässig Rüss- 
tung geballten werden, wie dann in berürten Libellen dauon be- 
schlossen ist. 

Der Lanndtsbaubtman vnnd sein zuegeordennt sollen allzeyt 
goet kbundtschafft ballten an den orten» davon bescbedigung zu sor- 
gen sein. 

(BL 19^.) Ob ainem Lanndtman oder sonnderen Personen ynn- 
dert Ton anndem schaden zuegefliegt wurde» ynnd solicher schaden 
an frischer that nit möchte gerochen werden» so soll der » so schaden 
emphanngen» Terror on willen ynnd wissen des Lanndtsbauhtmans 
ynnd seiner zuegeordennten kbainerlay Räch noch that f&memen» bey 
yenneidung schwerer yngnad ynnd straff. 

Ynnd namblich sollen all hftsslich ynnd ynainig sachen zwischen 
denen Herrn ynndLanndleuten ynnd anndern Inwonern diser zeyt aller- 
ding angestellt sein ynnd yermitten bleiben ; welicher aber solichen an- 
stanndt ye nit leiden wollte» so soll der Lanndtsbaubtman sambt seinen 
zuegeordennten auff sein anrueffen die Partheyen für sich eruordern, 
sy gegeneinannder yerhören» ynnd flirter solich ynainigkhait guetlich 
hinlegen. Wo es aber nit stat bet» ynnd die sachen nit ßr das Lanndts- 
recbt gehörten» (Bl 79K) f&rter der Herrn ynnd Lanndtleut ainen zu 
sich eryordern» ynnd allsdann darinn erkhenhen lassen« wie sich 
gebflrt. Ynnd was also erkbenndt wierdet» das soll on mittl yngewai« 
gert yolnzogen ynnd yon khainem thaill abgeschlagen werden. Alles 
bey yermeidung scbwftrer yngnad ynnd straff. 

Zw Ausschflssen» so neben ynnd mit der anndern Lannd Aus- 
schüssen yon gueter Regierung» auch wie man ain Potschafll zw den 
Jungen Fürsten schickben soll» banndien ynnd schliessen sollen, seindt 
färgenomen : 

Abbt zw Sanndt Lamprecht» Graf Georg yon Montfort» 
Herr Lienhardt yon Harrach» yerweser» Herr Hanns yon Reyhenburg» 
Herr Wilhalbm Schrott» Herr Sigmundt yon Herberstain» Wal- 
thasarGleyntzer, Yitzdomb yon Leybnitz» yon Stetten ainer oder 
zwen. 

(Bl 80*.) Ynnd soll ain gwallt aufgericht werden» das sy 
samenntlicb» oder der merer thaill aus Inen neben anndern der Lannd 
FoBte«. yni. 10 



146 



1510. 



Ausschüssen hanndlen rnnd schliessen sollen , wie man guet recht 
vnnd Regierung aufrichten vnnd hallten welle. 

Item wie es mit der Jungen Fürsten Cammergut steen» vnnd 
wemb man das beuelhen soll. 

Item wie die PotschaiRen zw denen Jungen Fürsten abgefertigt 
werden sollen. 

Item ob denen Lannden durch (oder) ^) annder widerwftrtig- 
khait» angriff oder einzug begegnen wurden» wie ains dem anndem 
zw hilff khumen, vnnd wess sy sich gegeneinander vertrösten sollen. 

Item wie es mit dem Eer oder hilffgeUt, ynnd von wegen der 
Silberlosung gehallten soll werden. 

Item der Lanndtshaubtman sambt denen yerordennten sollen in 
der Fürssten Zeughaus Püchssen, Puluer vnnd annders he'(BLSQ^.) 
steUen, damit, so es die notdurflR eruordert, daran khain manngl 
erscheine. 

Die Gewüllt auff die yerordennten sollen aufgerichtynnd bestellt 
werden durch den Brobst zw Seggaw, Herrn Wolffen yon Stubmberg, 
Herrn Philippen yon Trautmanstorff, Wolffen von Weyssenegkh ynnd 
die Stat Grätz. Alle Pass , Reyterey ynnd ynnderhalltung dersdben 
sollen hinfQron ganntzlich yermitten bleiben , wie dann die yor aus- 
ganngnen Generali clarlich anzaigen, welicher aber dieselben aus- 
ganngen generali in ainem oder mer articln yberfuer, der soll durch 
den Lanndtshaubtman ynnd sein zuegeorndt fürgeuordert, gehört ynnd 
nach gelegenhait der sachen on alle gnad gestrafft werden. 

Nachdem aus dem gejaid etwo vill Widerwillen (Bl. 81 'y^ 
khrieg, ynainigkhait ynnd aufruer ersteen möchte» ynnd namblich zu 
sorgen sein will, wo das Rotwylld gejagt wurde, möchten die Jungen 
Fürsten gedennekhen, es beschfihe Inen zu uerachtung, ynnd yielleicht 
dardurch gegen <lem ganntzen Lannde ein yngnad ynnd Widerwillen 
fQrnemen, ynnd soliches alles zuuerhüetten , ist der Herrn yon Aus- 
schuss besonnder yleissig ynnd freundtlich ermanen ynnd bitten , ein 
Ersame Lanndtschafft welle mit dem gejaid diser zeyt geduld tragen, 
ynnd das in Ruee ansteen lassen, biss inndert der Jungen Fürsten 
ainer zw Lannd khumb , oder aber ein Regiment in denen Lannden 
aufgericht wurde. Das wierdet on allen zweifl derselben Lanndtschafft 



*) Ist wohl zu streichen. 



1519. i4T 

bey den Jungen Fürsten «w grossem Rnemb gedeihen, jnnd sy die 
Forsten herwiderumb mit gnaden ^khennen, rnnd menigclieh dest 
pesser in ainigkhait sein mugen. Dann so ainer jagen , wurde der 
annder yermainen, es beschäch auff seinen gründen oder auff seinem 
(Bl. 81*.) gejaid etc., vnnd allso durchauss zwischen den Lannden 
khain guete ainigkhait besfeen mugen. Dem allen nach gar yüI pesser 
sein will, solich gejayd diser zeyt zw ynnderlassen. Ist auch bewil- 
ligt, bis auff die ausschüss aller Erblannd, die sollen Terror dauon rat- 
schlagen, wie es damit gehallten soll werden. 

Zw Potschafil zw den Jungen Fürsten seindt fürgenomen : Herr 
Sigmund yon Herberstain ynnd Hanns Hofman. 

Darauff Credenntz an yeden Fürsten, sonnderlich aqch an Frauen 
Margaretn. 

Denen von Tyroll ires anzaigenns ireundtlichen dannckh ze- 
sehreiben, mit yermeldung, was sonnst allhie im Lanndtag beschlossen 
ist. Nftmblich besamblnng der Lanndaussehuss, ynnd was alda durch 
die Ausschüss Airgenomen wurde, sy weitter zw erinndern. Das auch 
(BL 82\) für guet angesehen sey, das sy Ir ausschüss auch darzue 
yerordennten, ynnd so yon denen yon Österreich, denen man desshalb 
geschrjben, anntwort herwider khftme, wolte man Inen den Tag ynnd 
maistat solicher besamblung ynuerkhündet nit lassen , mit bitt ynnd 
beger, soliches den yorderen Landen , so Inen anhenngig sein , auch 
zuuerkhünden. 

Eben gleich solle denen yon Khftrnndten ynnd Crain auch ge- 
schriben werden. 

Darneben wollt auch für guet angesehen sein, ynnser genedigist 
Herrn, die Jungen Fürsten ynnder anndern zw ersuechen ynnd zuuer- 
monen, mit Inen den Venedigern einen enntlichen frid zu beschliessen, 
das auch Ir Kw. gnaden bey denen anliegennden Khunigreichen, 
alls Hungern, Behaimb ynnd Polin, yon brüederlicher ainigkhait 
zw tractieren oder zu hanndlen bedennckhen ynnd fttmemen, wie 
dann weillend die Kay. Mt. hochloblicher Gedftchtnuss gethon 
haben. 

(BL 82^.) Dem Ertzbischoue zw Saltzburg zuezeschreiben, 
nachdem sem Fürstlich gnaden nicht das wenigist in disen Lannden 
hab, ynnd sich ain Lanndsehafft albeg bey seinen ffirstl. gnaden sonn- 
der genaden ynnd genaigten willenns yersehen haben ynnd noch, das 
sein Fürstl. gnad, wo es die notdurfft eruorderen wurde, genedigclich 

10» 



148 



1519. 



vnnd getreulich zw ainer LanndtschaflFt steen, ynnd sy mit Rat» hilff 
rnnd beystanndt nicht yerlassen welle. 

Das Lanndtsrecht zubesitzen khan diser zeyt in Rat nit befunden 
werden, doch sollen die Ausschuss aller Lannde daruon ratschlagen, 
ob weeg gefunden wurden, damit das Recht wieuor aufgericht vnnd 
besessen werden möeht« oder, wo es Ar guet angesehen wurde, die 
Jungen Fürsten deshalb zubesuechen. 

Dem Canntzler vnnd Herrn Gabriellen Vogt, von wegen der 
hanndlung zw Ynnsprugkh f&rgenomen , zugeben f&r Eerung zway- 
(Bl. 83'.^ hundert Phundt Phening, mit bitt vnnd beger, nachdem sy 
mit disem Lannd gegen der anndern Lanndt sachen zu raitten die 
wenigist müee gehabt haben, das sy daran guetlich zufriden sein. 

Schreybern zu Trinckhgellt vier vnnd zwaintzig Phundt 
Phening. 

Der Tui^gen halb sollen auch aller Lannd Ausschuss berat- 
schlagen, wie man Inen begegnen, vnnd weitter Einzug verbfiett wer- 
den mögen. Vnnd soll roitler zeyt dem Weychsiberger geschriben 
werden, für sich selbst bei dem Raan zw erkhunden, was hilff die 
Räbstlich Heilligkhait vnnd Venediger thun wollten, vnnd was auff 
dise Lannde gefielle, damit, ob vielleicht bey denen Ausschflssen hilff 
befunden wurde, allsdann ein Lanndtschafft ganntz begierig vnnd ge- 
naigt wäre, das man sich darnach zurichten hette. 

(BL 83^.) Der Lanndtshaubtman vnnd verordennt sollen Ord- 
nung f&rnemen, damit von dem Camerguet Raittung gehallten werde. 

Von wegen der Tausent gülden, so Vitzdomb zw Wells aufbracht 
soll haben, vnnd das Schmutzer begert bey der Mautt zw Rotenman 
zubleiben, soll dem Lanndtshaubtman vnnd verordennten beuolhen 
werden, nämblich das Vitzdomb yetzo geduld hab, in ansehung das 
khain gellt vorhannden sey; wo Er aber soliches nicht thun möchte, 
so wollte man Ime ee von hunderten jarlich filnff gülden zynnss 
geben. 

Des Obristen Veldhaubtmanns halben ist beratschlagt, das sich 
die Ausschflss, so die zusamen khomen , aines obristen Velldhaubt- 
manns verainen vnnd vergleichen sollen. 

Der Personen halben, so in das Regiment verordennt sollen wer- 
den, ist beratschlagt (Bl 89*,) : Herr Wilhalbm Schrot vnnd zw bne 
Hanns Hofman . Souer aber derselbig in Hispanien geschickht wurde, soll 
Lassla von Ratmanstorff an sein stat geschickht vnnd verordennt werden. 



1M9. 



149 



Der Provisiooer halben ist beratschlagt» das der Herr Haubtman 
mit sambt seinen zuegeordennten sy mit Iren verschreibongen emor- 
dem, ynnd was darinnen abzustellen ynnd yncosstenns yerhüett mag 
werden, soll besehehen. 

Den Comissarien an den Ortflegkhen im FryauII aaff Ir schrei- 
ben anzuzaigen, ainer Lanndtschafft Rat sey, das sy in albeg guet 
Ordnung ynad f&rsehung thun , dieselben Ortflegkhen vor yerrätterey 
mnd annder geuftriichait mit höchstem vleiss zu verhOetten, vnnd ob 
gleich ein fürschlag beschfthe, sollen sy alls die getreuen (Bl. 8V.J 
mü guetem widerstanndt die flegkhen hallten. So werden die Lannd 
yetzo durch Ir Ausschuss ain besamblung hallten, ynnd in dem ynnd 
anndem besehlieslich hanndlen, yngezweiffellt, wo es daran khamb, 
sy wurden sy mit hilff ynnd rettung nicht yerlassen. 

Schlädning halben ist beratschlagt, man soll sich erkhunden 
wie ynnd was massen sich der Perckhrichter gehallten, auch die 
Raittung yon Ime angenomen , ynnd souer Er ynfttrmblich erfunden 
wurde, ainen anndern an sein stat zusetzen. 

Der Irrung der dreyer Lannd halben jst beratschlagt, das die 
Sachen iren anstanndt hab, biss die Lannd durch Ir Ausschuss zu- 
samen khomen. 

Valltein yon Mann ynnd Aygners Raittung halben ist berat- 
schlagt, das die Irer Raittung halben mit fQrsehrifft an das Regiment 
zw YnnsprugUi yersehen werden, damit daselbs (BL 8S*.) mit 
Inen, alls da man der Sachen wissen hat, raytt ynnd beschliesse. 

Hit denen, so yerschiner zeyt yiertlmaister gewesen sein, soll 
geraitt werden , das sy dissmalls in ansehung der manigfeltigen Aus- 
gab gedulld tragen. 

Der Lanndtshaubtman ynnd yerordennten sollen dem Schrann- 
schreiber, Weisspoten ynnd Payrstorffer auff ir eingelegt Supplication 
ynnd anzaigen, ainem jeden nach gestallt der Sachen, zufriden stellen, 
wie sy zuthun wissen. 

Der RQsstung halben ist fürgenomen, das die yom adl, denen 
solich Rfisstung aufgelegt ist^ in aigner Person auf sein ynnd zue- 
ziehen sollen, oder aber, wo Ir ainer oder mer selbst darzue nit ge- 
schickht waren, so sollen dieselben annder yom Adl, so dan geschickht 
sein, an Ir stat stellen; ob auch ainer ynnder den anndern nit sein 
wollte, so mag (Bl.SS^.) er selbst in aigner PersOn mit seiner ROsstung 
zueziehen, doch das Er soliches yetzo alhie den yerordennten anzaige. 



180 isi». 

Von wegen der Mfintz sollen der Lannd Ansschuss ratachlagen» 
damit ein yede Müntz nach irem werdt geschfttzt werde, ynnd namb- 
lieh sollen die Neuen Sehweitzeriseheu Khreutzer» so yetzo in das 
Lannd khomen, hinf&ron nach Sanndt Georgentag sehierist nicht mer 
genomen werden, dann zw dreyen Phening. 

Mit dem Rüden vnnd Hertzenkhraffl sollen reyten die vier , so 
dem Lanndtshaubtman zuegeordennt sein, Tnnd Polhaim mnd Mar- 
schalch. 

Von wegen der Freyhait sollen anzaigen annemen: Brobst zw 
Polan, Balthasar Gleynntzer, Woll^ng von Sauraw vnnd Lassla Ton 
Ratmanstorff, Abbt im Neuenperg. 

(BL 86',) Auff des Stainpeiss Supplication , belanngendt das 
Sehloss Pernegkh am Uartperg, desshalb er nach weillennd Kay. Mt. 
absterben zw der behuet hilff ynnd färsehung begert, ist durch die 
Herrn vom Ausschuss auff dem Lianndtag nach Liechtmess Anno im 
xvü^^", beratschlagt, Ime anzuzaigen, woll zuhallten. Das ist Ime dem 
Stainpeiss also zw abschied zugeben. 

Der Supplication halben, so von denen Ortflegkhen dits FOrssten- 
thumbs Steyer fürbracht, ynnd xlarinn mit geschOtz ynnd Robat zw 
den gebenen hilff ynnd färsehung begern^ ist beratschlagt, den Par- 
theyen anzuzaigen, das sy geduld tragen, dann es werden khurtzlich 
yon allen Lannden Ausschuss zusamen khomen, so der Lannd obligen 
ynnd notdurfft in solichem ynnd aundem fiirnemen ynnd betrachten 
sollen. Doch sy auch selbs in albeg guet hauswiert sein ynnd guete 
f&rsehung thun. (BL 86^.) Wo aber mitler zeyt ainicherlay Einzug 
oder Empörung (iQrfiellen, werde sy ain Lanndtsehafft mit rat, hilff 
ynnd rettung nicht yerlassen. Die yon Stetten mügen auch die yom 
Adel ynnd ire ynndersässen ymb Geschütz ynnd Robat mitlerzeyt bit- 
lich ersuechen. Sey man yngezweiflt, sy werden guete hilff ynnd 
nachtparschaflt befinden. 

Dann auff die Supplication des Stainpeiss, das Sehloss Pemegkh 
am Hartperg betreffenndt, darinnen er zw behuet, hilff ynnd fiirsehung 
begert, ist beratschlagt, Ime anzuzaigen, dieweil man hör, das er 
gerechtigkhait auff ain behabt Recht zw dem Sehloss zu haben yer- 
maindt, sey er die'behuettung Lannden ynnd Leuten auch Ime selbst 
zw guet zuthun schuldig , ynnd wo Er in ansefaung der notdurfil auff 
gebew des Sehloss was anlegt, wisse Er sieh aUs ein innhaber gegen 
den Erben darinn woll zu hallten. 



151». 151 

(Bl. 87\) Auf den brief , so von den TestameDtarien ainer 
Lanndtschaft vorgebenlich zuegeschickht, ist beratschlagt» dieweill die 
Testamentarii khainen Poten mit solichem brief , der ymb Anntwort 
angebauten, geschickht, Sy auch mit namen nit ynnderschriben« dess- 
halben man nit waiss , wer sy sein oder wo sy zabesuechen wären, 
"so sey nicht vonnöten, Inen ainieherlay Anntwort diser zeyt zugeben. 

Die Herrn wollt auch flir guet ansehen, das denen von TyroU 
geschriben wurd , das die Posst herabgelegt vnnd der cossten halb 
auff sy, ynnd der annder halb thaill auff die herindern Lannd geraitt 
mnd gelegt, damit ditz Lannd Irer, auch sy derherinderenhanndlung 
fürderlich Tnnderricht emphahen möchten. 

Nachdem der gefanngen, mit namen Sperckh, auff ettlich be- 
khenndt, die dann durch den Lanndtshaobtmann eraordert (BL 87^,) 
ynnd zum thaill erschinen, denselben angezaigt, das sy sich zw disem 
Lanndtag flir ain Lanndtschafffc stellen sollen, weliche dann da wären, 
das sy alda ainer Lanndtschafil erkhanndtnusß geduldetn; weliche 
aber nicht erscheinen , das dieselben nochmallen fltr den Lanndts- 
haubtman vnnd den grossen ausschuss eruordert wurden, ynnd der- 
selben erkhanndtnuss geduldeten. 

Der yerbottnen Wein halben ist beratschlagt, denen zu schrei- 
ben, so derselben ort sitzen, das sy die Wein nach hdchstem irem 
yermugen, alls sy dann das inen selbs ynnd gemainer Lanndtschafft 
zuthun schuldig sein, ynnd nämblich solichWein sambt Ross ynnd 
wagen zunemen ynndersteen. 

Dessgleichen: weliche yber ynnd wider ainer Ijanndtschafflt 
jungst yerwilligung, belanngenndt das gejaid, yerbrochen haben, die 
sollen desshalben der Herrn ynnd Lanndtleut Erkhanndtnuss gedulden. 

(Bl 88 leer.) 



(BL 89^.) Instruction, was die Edlen Gestrenngen yessten: lo. Febr. 
Herr Sigmund yon Herberstain ynnd Hanns Hofman yon wegen ge- 
mainer Lanndtschafil in Steyer bey den Durchleuchtigisten, gros- 
mächtigen Fürsten ynnd Herren, Herrn Carolen ynnd Herrn Ferdi- 
nannden gebruedem, der hispanischen Reich Khunigen, Ertzhertzogen 
zw Österreich, Hertzogen zw Steyer, zw Burgundy, zw Brabannt 
ynnd Phalltzgrauen etc., ynnsern genedigisten Hermen, werben ynnd 
hanndlen sollen. 



1Ö2 1519. 

Erstlichen , nach vberanntwortang der Credenntz Iren Kw. gna- 
den, ainer Lanndtschafft tnnderthenig gehorsamb ynnd willig diennst 
sagen. 

Vnnd furter Iren Ku. gnaden mit sonndern elSglichen gebärden 
ynnd werten anzaigen, Iren Kn. gnaden sey vnnuerporgen der laidig 
ynnd betrfleblich Todtfall, so 6ot der Almeehtig an des Allerdurch- 
(Bl. 89*.^ leucbtigisten, grosmfiebtigisten Fürsten Tnnd Herrn, Herrn 
Maximilian Römischen Khaisers, Irer Ku. gnaden Een ynnd Vatters, 
ynnsers allergenedigisten Herrn, hochlöblicher gedächtnus, Person 
laider yerhengt hat, den billich alle Cristenhait, alls den Todtfall Ires 
allergetreuisten, gQetigisten Regierer, haubt ynnd yorfechter bewai- 
nen, auch hertzlichen beclagen soll; noch yill mer dises ynnd annder 
Ir Mt. Erblannd, dann sein Kay. Mt. durch seiner Mt. hohe ynnd zu 
reden ybermennschliche Weisshait, Mannhait, Sterckh ynndTugenndt, 
mit Irguetigenynnd gerechten Regierung nicht allain das Römisch Reich 
bey dem löblichen Haus Österreich erhallten, sonnder auch dasselb 
Haus Österreich dermassen erhebt ynnd erweittert, also das sich 
seiner Mt. Regierung ynnd gwallt (BL 90\) yon ainem mör an das 
annder raichet ynnd erstreckht, ynnd die mächtigisten Khunig ynnd 
Fürsten darob ain Erschreckhen , enntsetzen ynnd yerwunderung 
haben; darzue mit seiner Mt. Manhait ynnd Sig Hungern Venedig etc. 
mit yill glückhlichen Streitten ynnd Sigen bezwungen ynnd seinem 
willen gewalltig gemacht, ynnd allso dardurch seiner Mt. Erblannd in 
Ruee ynnd frid gesetzt, ynnd darinn behallten hat; Vnnd yber das 
auch den graussamen Tyrannischen, ynnsers heilligen Cristenlichen 
glaubenns ynersettigten Erbfeindt, den Turggen, nicht allain begert 
zuzaumen ynnd zustillen, sonnder denselben gar zuuertreiben , ynnd 
damit die ganutz Cristenhait zu berueeigen in embssiger ynnd stfitter 
Arbayt ynnd yebung gewesen ist ; 

(Bl. 90^.) So aber nun der almeehtig Got disem Lannd, ja 
auch aller Cristenhait, solichen Iren getreuisten Herrn Vatter ynnd 
beschirmer aus seinen götlichen willen mit dem Todt abwegkh geno- 
men, so hab das Lannd in solichem laydigen, betrueblichen fall nicht 
annder ergetzlichait, dann das Ir Kay. Mt. ain solich cristennlich, 
yemunfftig ynnd andächtig Enndt genomen, dergleichen khaumb mer 
yon ainem mennschen erhört oder gesehen worden ist. 

Vnnd das Ir Mt. den Lanriden zw höchstem trost hindter Ir yer- 
lassen hat die benannten Irer Mt. Enickhl, die durchleuchtigisten 



1519. 153 

Ffiresten mnd Herrn, Herrn Carolen rnnd Herrn Ferdinanden, der 
hispanischen Reich Khonigen, Ertzhertzogen zw Österreich, Hertzo- 
gen zw (BL 9VJ) Stey er mnd Burgundy etc. , die bayd das Lannd 
nach Irem gebrauch vnnd heerkhomen für Ir genedigist ynnd recht 
natflriich Erbherrn mnd Lanndtsf&rsten erkhenndt : der ainer, nfimblich 
KhnnigCarl,yber das Ine der almechtig mit weisshait, yernunffl, mannhait 
mnd Tagennden yber annder mennschen begabt, hat die hispanischen 
Reich glQckhlichen eingenoroen , ynnd allda mit gerechtister Regie- 
rung mnd höchster lieb mnd gehorsamb seiner Ku. gnaden ynnder- 
thonen herrscht ynnd regiert, darzue den benannten Tyrannischen 
cristenlichen Pluets Erbfeinden, den Hay den mnd Turggen, mit etli- 
chen glQckhsaligen Streytten obgesigt, mnd allso sein ersts Ritter- 
spillalls ein gprosser, khunfftiger Vorfechter ynnd beschirmer cristenn- 
lichs glaubenns wider die, (Bi 9V.J mnd desselben malls glQckh- 
lieh eerlich mnd sftligdich bewart, geOebet ynnd.yolbracht. 

Ebengleich seiner Ku. gnaden Brueder, Khunig Ferdinandus, 
mit allen Tugennden wie seiner gnaden Brueder yon dem Almechti- 
gen fllrgesehen sein, allsdann alle anzaigen aines jungen gerechtisten, 
redlichisten mnd mannlichisten Fürsten f&rgeben mnd erscheinen. 
Vnnd dieweil nun ainErsameLanndtschaffltdisezwendurchleuchtigist 
Fürsten f&r Ir recht natürlich Erbherrn, wie obuermellt ist, erkhenndt, 
auch Yon Irer gnaden loblichen yoruordem allzeyt mit sennfRmuetiger 
gerechter milder Regierung gehallten; auch bey Iren freyhaiten mnd 
allten herkhomen genedigclich gelassen sein, darzue ein (^BL 92*,) 
Ersaaie Lanndtschaflft ynnd Ir yoruordem bey Irer gnaden yoruordem 
sich allzeit mit darstreckhung Ires leibs mnd guets mnd Pluetyer- 
giessung alls die getreuen mnderthonen gehallten, erzaigt mnd zwen 
grosmSchtig Fürsten, nftmblich Khunig Adolffen, des Römischen Reichs 
Regierer, mnd Khunig Otockharn yon Behaimb in Velldstreitten zu- 
uberwinden ynnd zw Todt zw erschlahen yerholffen haben , sollen 
die gesanndten Ir Jedes gnaden mit aller ynnderthenigkhait bitten, 
das sy baid, oder Ir ainer, wie sy sich dann desselben bruederlichen 
woll zuuerainen wissen ynnd wellen , in dieses Lannd auffs furder- 
lichist yerfuegen, das jhen , so Irer gnaden yoruordem gethon ynnd 
des Lanndes freyhait ausweisen, f&rnemen mnd (Bl. 9V.) thun, so 
sey ain Ersame Latindtschafit yrbittig, Iren Ku. gnaden Ir schuldige 
Phlicht ynnd alle gehorsamb» wie yon Allter herkhomen ist, zu thun 
ynnd zw erzaigen. 



184 



1519. 



Verrer sollen die gesanndten Iren Ku. gnaden ftrbringen: wie- 
woll mitler zayt, bis auff Irer gnaden zuekhunfil, diaes ynnd anndere 
Lannd guet Regierang « Ordnung, yerainigung ynnd gegenw^» das 
alles die gesanndten, wie es gehanndlt ist, anzaigen sollen, wid^ 
menigclieb, der sj yberziehen, beschedigen oder yon Iren Ku. gna- 
den, darbey sy sieb dann hanndtzuhaben nach Irem höebsten yer- 
mugen Ires leibs ynnd guets ganntzes willenns ynnd färsatz sein, 
dringen wollt, so muessten sy doeb aus der nabendt des mergemellten 
grossen, ersehreckhlicben yeinnd, der TOrggen, so dann Irer Ku. 
gnaden Erblannden yon seinen Lannden in zwayen (Bl. 93*,) tagen 
erraieben mugen, aueb disem ynnd andern Lannden in yersebiner 
zeyt etwo yill graussamer besebedigung mit beraubung mordt, Pranndt 
ynnd hinfilrung etwo yill Tausent mennseben zuegefuegt bat, darzue 
aueb aus geuerlichkbait darinnen yon den anligennden Lannden, alls 
Hungern, Bebaim, Venedig, Scbweytzer ynnd anndern begegnen 
möcbten, in grosser sorgfeltigkbait steen, das^ aueb das Lannd des 
Reebtenns, so d^nn in Iren gnaden abwesen ansteen mueste, nicbt 
enntperen kbundt ; 

Vnndaus erzeilten yrsaeben, nicbt allain diser ynnd annder Ir 
gnaden Erblannd, sonnder aueb des ganntzen eristenlicben glaubenns 
notdurfil ynnd nutz eraiscbt ynnd eruordert, das der obangezaigten 
Kbunig ainer oder bayd sieb auff das peldist in dises oder anndere 
österreiebisebe Lannd yerf&egen, ynnd darinn Ir loblieb Regierung 
ynnd bofballtung yolfuern; 

(BL 93^.) Darauff sollen die gesanndten Ir Ku. gnaden aber- 
malls auffs diemuetigist bitten , das sy solicbes wie vermellt getreu- 
lieb zu tbun geruecben, ynnd dises Lannd in Ir gnaden scboez ynnd 
sebiermb ballten ynnd genedigclicb beuolben baben, so wellen ain 
Ersame Lanndtsebafft zw Iren Ku. gnaden, alls Iren genedigen Erb- 
herrn, getreulieb, yngespart Irs leib ynnd guets, wie yon allter ber- 
kbomen ist, setzen, ynnd solicbes alles ymb Ir Ku. gnaden in aller 
ynndertbanigkbait geflissen sein zuuerdienen. 

Item ob sieb zuetrueg, das die gesanndten zw Kbunig Ferdi- 
nannden ee, alls zw Kbunig Carln kbomen, allsdann sieb mit pessten 
yleis bey Kbunig Carlen sambt anudern, wie sieb dann zuetragen 
wierdt, enntscbuldigen, ynnd nämblicb anzaigen ,* das dieses Lannd 
bayd Fürsten, dem allten berkbomen nacb, für Ir Erbberrn erkhenndt 
ynnd desshalb sy baid ersuecht. 



1519. 188 

(BL 94'.^ Item ob sieh auch zuetrueg, das die gesaondten zw 
der aliten Khunigin Ton Hispanien» der jungen Forsten muetter, auch 
zw Irer Schwester» firauen Margarethen, khomen, sollen sy denselben 
Iren genedigisten Frauen» nach yberanntwortung Ires Credentzbrieffs, 
Ir Tunderthänig diennst sagen» ynnd bitten» ain Lanndtschafil bey 
Iren genaden SQnen mnd Brueder genedigclich beuolhen zu haben» 
wie dann sy die gesanndten zu thun woll wissen. 

Item wo sich auch fiieglichkhait zuetragen wurd, den Lanndt- 
sehafllen der Hispanischen Khunigreich, auch der Burgundischen 
Lannden, der LanndtschaiH in Steyer guetwilligkhait vnnd freundtlich 
naigung ynnd beuelhung f&rzubringen. 

Dessgleichen auch die FOrssten am weeg hinab, vmb furderung 
ynnd belaittung, wo es stat hat, zw ersuechen, ynnd die Lanndtschafil 
Iren f&rstlichen gnaden der Türggen halb zubeuelhen. 

(BL 94\) Wo sich auch die gesanndten diss Lanndts mit den 
anndern Lannden , der Potschafft oder Werbung halb , nicht khundt 
yergleichen, allsdann desselben den Khunigen ynnder anndern fQr 
yrsach erzellen, das die Lannd mit den rechtlichen hanndlungei, 
gebreuchenynndfreyhaitten aneinannder nicht gleich, sonnder ynnder- 
schidlich sdn. 

Die gesanndten sollen auch in khain weeg noch weiss, yon wegen 
ainer Ersamen Lanndtschafil, nichts annders hanndlen, dann was dies 
Instruction yermag ynnd innhellt. 

Sy sollen auch bey den Khunigen oder Iren Rftten, we- 
der in selb , Iren ireundten , noch yemanndts annderen nichts 
hanndlen oder sollicitiern zw aigen Eeren oder nutz, in khainem 
weeg. 

Ob sich aber begab, das sy durch die Khunig oder Ire Rfit, oder 
annder in disen sachen ymbRat ersuecht werden, oder sich yemanndts 
derselben mit Inen in disputatz (BL 9S\) einlassen wurd, so sollen 
sy yon ainer Lanndtschafil wegen allen Rat ynnd disputation, ausge* 
nomen diser Instruction innhallt, yermeiden, aber fQr sich selbs mugen 
sy Ir guetbeduackhen ynnd dasjhenig, das sy für ynnser genedig 
herm ynnd auch Lannd ynnd Leuth das nutzlichist ynnd fruchtbarist 
ansiecht, woll anzaigen. 

Item die Jungen Fürsten zuermonen, das sy ainen dreisiigisten, 
wie sich dann ainem solichen hochlobliehen Fürsten gezimbt, yer- 
ordnen zu hallten. 



156 



1519. 



Item die gesanndten mugen auch bey Khunig Ferdinanden Ires 
zugs tnnd belaittung halben hanndien. 

Item die gesanndten sollen auch, so es stat haben mag» Iren Ku. 
gnaden anzaigen : damit dises vnnd annder Irer gnaden Lannd dest 
pass in frid ynnd ruee beleiben möchten, wollt ain Ersame Lanndt- 
schafil fbr guet ansehen , (BL 9SK) das Ir Ku. gn.» souer es Irer 
gnaden gelegenhait war, mit den Venedigern ain beständigen frid 
annfimen. 

Das auch Ir Kw. gn. den Khunigen zw Hungern, Behaim nmd 
Polin, alls Irer gnaden gesippte freundt, durch Potschafft oder sehriff- 
ten ersuechet, damit sy mit Iren gnaden ynnd Irer gnaden Lannden 
ynnd Leuten in gueter ynnd freundtlicher Nachperschaffl beliben. 

Soliches alles ynnd Jedes sollen die gesanndten bey baiden 
KhOnigen mit dem allerpessten yleys werben, hanndien ynnd sollici- 
tiern, wie sy dann zu thun wissen, ynnd sieh yertreulich zw Inen zu- 
yersehen ist. 

Datum Grätz, Phintztag Scolastice, den zehennden tag Februarii, 
Anno etc. im Neunzehennden. 

(Die alte Seitensihlong fpraft hier toi B1. 9V>, a«f BI. 100«.) 

(Bl. lOO^J Articcl, in Crafft der Instruction zu 

hanndien. 

Nachdem die Potschafilen, so zw ynnsem genedigisten Herren 
Khunig Carlen ynnd Ertzhertzog Ferdinannden f&rgenomen, so lanng 
anhaimbs aufgezogen ynnd nit abgefertigt sein, ynnd sich mitler zeyt 
ettlich Sachen yerftnndert, haben die Verordennten in Steyer Iren 
gesanndten zw yoriger Instruction dise nachuolgende Articl aufge- 
zaichenndt ynnd beuolhen zu hanndien: 

Item nachdem Inen die Instruction, so sy haben, zuegibt, den 
Ersten Articl Irer Werbung mit wortten auszubraitten, wo Inen nun 
mitler zeyt die mär khämen, das Got welle, das ynnser genedigister 
Herr Khunig Carl zw Römischen Khunig erwellt war , so sollen Herr 
Sigmundt ynnd Hofman mit den anndern gesiinndten daruon ratschla- 
gen, damit sy dasselb auch mit frolockhung (Bl, 100^,) in Irer Wer- 
bung ausstreichen. 

FOr das annder so sindt etlich Articl, die darauff gestellt sein, 
so es stat haben khan, dieselben anzuzaigen, alls: mit dem Vice Re 
zuhanndlen, dessgleichen mit den Khunigen zw Hungern ynnd Polen, 



im. 157 

sollen ynnser gesaDodten mit denanndem daruon hanndlen» souil der- 
selben nach gelegenhait der saehen nicht not thäte anzubringen» ob 
dieselben ynnderlassen wurden. 

Ffir das dritt wollt den Ausschuss itir guet ansehen» das ynnser 
gesanndt mit der anndern Lannd gesanndten daruon redten» damit 
der Articll» belanngenndt die Vinantzen vnnd Procureyen» der Ku. 
Mt. allain durch wenig Personen oder in schriflK anbracht wurdt 

FOr das yierdt sollen gedachter Herr Sigmundt ynnd Hanns Hof- 
roan Ku. Mt. (BL 101*.) anzaigen» wie ynns angelanngt sey» alls 
soll ditz Lannd in Ir Ku. Mt. tragen sein 9» das sy POndtnuss wider 
Ir Ht. gemacht haben sollten» ynnd darauff Ir pesste enntschuldigung 
tbun» ynnderthenigist bittenndt» das Ir Mt. soKchem khainen glau- 
ben geb. 

Auch sollen die gesanndten sich selbst oder ain Ersame Lanndt- 
schafll» wo sy yon anndern Yemanndt solich beschuldigung hörten» 
mit pesstem yleys enntschuldigen. 

Zum FQnfilen sollen die Gesanndten dises Lannd gegen ynnsem 
genedigisten herrn enntschuldigen, das sy so lanng mit solicher Pot- 
schaflft yerzogen haben. Vnnd nämblich anzaigen» das soliches darumb 
beschehen sey » damit die Lannd Ir Ku. Mt. Irer Mt. zw sonndern 
Eern samentlich besuechten. So haben sy auch auff der yon Tyroll 
beschaid gewart» welichen weeg sy ziehen sollen. Derselb bschaid 
sey Inen aber nicht worden » desshalb sich die sach so lanng yer- 
harrt hat. 

(Bl. 101^.) Zum Sechsten sollen sy Ku. Mt. anzaigen» das die 
Lannd auch ain Potscbaffl zw Khunig Ferdinannden» nachdem sy baid 
Förssten f&r Ir Erbherrn erkhennen» geschigkht haben , damit sein 
Ku. Ht. des auch wissen hab. 

Item so yon den Gesanndten begert wurde» yrsach anzuzaigen» 
warumb sich die Lanndsclmfft des Cammerguets ynnderstannden hab, 
sollen sy anzaigen, nachdem etwo yill trefflicher anstossennder Lannd, 
ynnd nSmblich der Turgkh in solichem laidigen Fall zu besorgen» 
auch wenig yorrat zw dem khrieg yerhannden» ynnd nSmblich in dem 
Zeughaus zw Grätz khaumb sechtzig Cennten Puluers gewest sein» wo 
auch ein zug beschehen» so war yon noten gewest» das yon der Ffirst^ 



') „tragen sein''» so viel wie denoneirt Bein. Sehmeller I. e. 1» 48%. 



158 m». 

wegen erstlieh ain yoickh aufgenomen war worden, dann wo soliches 
nit beschehen, mdclit die LanndtsehaflR aueh dest minder darzne thon 
haben, (Bl. 102*,) rnnd allso daraus ain mwiderbringlieher scha- 
den erstannden sein. 

So m5cht anch das Chammergnet sonnst vemickht sein worden, 
das ynnsern genedigisten Herrn aueh zw nachtaill geraicht, ynnd ain 
Lanndtschafft, vmb das sy nit selbs darein gesehen, in yngnaden 
fassen hetten mügen, wie dann soliches alles die benannten Herr Sig- 
mundt vnnd Hofman mit grundt anzuzaigen, fiirzubringen mnd zu 
hanndlen wissen. 

Aus solichen mnd anndern beweglichen yrsachen haben die 
Lanndtschafflt das Camerguet arrestirt, doch nuerauffKw. Mt. yerrem 
beschaid. 

Item die gesanndten dieses Lanndts sollen sich auch in anndem 
hanndlungen, ausserhalb der Artid so in der gemainen Instruction 
oder in Irer sonndern Instruction begriffen, neben den gesanndten 
(^Bl, 102^.) der anndern Lannd in yeranntwortung khainswegs ein- 
lassen. 

Ob auch sonnst die sachen etwo hitziger anzogen wollten wer- 
den, Ires theills darein nit yerhenngen. 

Item die gesanndten dises Lanndts sollen auch nicht gestatten, 
das ainer Burgersstanndts red, ee sollen ynnsere gesanndten sambt 
Khärnndten ynnd Crain ain sonndere Werbung thun. 

Die obangezaigten Articll all ynnd Jed sollen die gesanndten mit 
pesstem yleys erwegen, sich darinn der anndern Lannd guetbe- 
dunckhen erkhundigen, ynnd, souil denen sachen diennstlich ynnd die 
notdurfil eruordern mill, mit grundt anzaigen ynnd Erbringen, wie 
sy dann zu thun wissen. 

(BL 103'.) Herrn Sigmunden yon Herberstain ynnd 
Hannsen Hofmanns zw Gruenpühl phlicht. 

Auff gemainer Lanndtschafft in Steyer fürnemen in jungst ge- 
balltem Lanndtag nach Lichtmess, in sachen belanngenndt die Pot- 
schaiR, so desselben malb zw ynnsern genedigisten Erbherrn ynnd 
Lanndtsfilrsten erkhiest ynnd benennt worden, beschehen, auch nach- 
malls durch der österreichischen Lannde ausschuss zw Prugg in 
gemain yon neuem ratifieiert haben, sein die gestrenngen, Edlen, 



1519. 



1S9 



yessten Herr Sigmund tod Herberstain mnd Hanns Hofman zum 
GrfienpQhl, alls jetzgedachter LaondtscbaiR gesanndt, mit gelübd 
yerstrickbt, nfimblich das sy bey den Forsten nichts annders hanndlen 
weUen» dann was Inen die Instruetion, Inen dessbalb (Bl. 109.) 
gegeben» auflegt. Das haben sy auch allso mit mundt ynnd hanndt 
angelobt mnd vergriffen, doch haben sy ettlicher Articl halben erleut- 
terung gebeten,« wie dann dieselben articU, sambt der anntwort 
darauff^ von dem ausschass gemainer Lanndtschaffit gethon ynnd geben, 
hernach yolgen : 



Erstlich lautten der gesanndten fQrgelegt Articcl 

also: 

Item erstlich, das man ynnss yerfertigt yberanntwort , was 
wir geloben sollen ynnd werden, das wellen wir hinwider auch 
geben. 

Item wie man sich mit dem Lanndt ob der Ennss halHen soll im 
Stanndt? 

Item ob ainer oder baid gefanngen, geschätzt ynnd beraubt 
worden, wie man ynnss ledigen, ynnd ob man ynns oder ynnsem Er- 
ben söliches widergellten welle? 

Item nachdem wir allen ynnsem Nutz mnderlassen muessen zu 
hanndlen, ynnd niemandts (B/. 10^'*,) waiss, wie lanng wir darinn 
steen muessen, ynnd in sorgclicher Rabs, zuuor des Suraers yetzundt, 
der grossen hytz halben, so daselbst ist, ziehen sollen etc. was man 
mnss ymb yonser muee ynnd sorgfeltigkhait thun welle? 

Wir haben hincztheer nun gewarrt, sollen wir noch lennger 
warten? Ist ynns schwir, damit ain mass in demselben gehallten 
werde. 

Item damit man mnss anzaig, mit wieuil Phärden wir reitten 
sollen. Zwelffe Juat man ynns zugesagt, machten wir noch zway oder 
drey gehaben. 

Item das man ynns gebe, das sich ainer khlaidte mnd rüsste; 
auch ain formb angezaigt werde der Claider. 

Item was man sonnst ausser der Reytelaider haben muess, mnd 
die dag, aNs gewondlich, yon den Fürsten abgenomen wierdt, wie 
man sich dann khlaiden soll? 



160 iKio. 

(BL 109*.) Item ob der FQrst aines oder des anndem zw 
dieoner begerte» oder annder begern thSte, ob wir soliches nit torsten 
annemen vond vnnser begern dargegen tbun? 

Item ob sonnst yemanndts was von ynns haben wollte oder be- 
gerte, ob wir nit hergegen auch bitten törsten? 

Item nachdem vill gesst» alls wir yernemen, ainen rberlauffen, 
will man ain mass darinn setzen, steet bey den herro. 

Item nachdem gross gesehray ist, wie das brief nach Kay. Mt 
abganng gefertigt sein, nun hab Ich der ainen; souerr soliches den 
herren gefeilt dem Lanndtsf&rsten anzuzaigen , damit mir auch khain 
yngnad daraus enntstQende. 

So lautt der Herrn vom Ausschuss anntwort, auffyetz- 
ermellt articl beratschlagt. Auch wie hernach yolgt: 

(BL 10S\) Auff den Ersten articll will man Irem begern stat 
thun ynnd Ir Erbieten annemen. 

Auff den anndern articll soll Herrn Wilhalbmen Schroten be- 
uolhen werden, zw Brugg mit den gesanndten von den anndern 
Lannden zu hanndlen, ob man weeg finden m5cht, damit die sach 
dissmalls zu Ruee, doch on des Lannd yerkhlainung, gestellt wurde. 
Wo aber das nicht beschuhe, sollen die gesanndten ynnderweegen 
gleicherweiss yleys haben, ynnd auff die mainung, wo die yon Öster- 
reich ynnder der Enns auch darein bewilligen wollten , das die ge- 
sanndten all durcheinannder stQennden. Vnnd das man in den Reden 
oder schrifilen die Lannd nicht sonnderlich nacheinannder, sonnder 
samentlich die Niderösterreichischen Lannde nennet. 

Wo sy auch ynnderwegen zu den Fürsten khämen, die in zw 
khirchen oder anndern Ennden stanndt geben wollten, das sy dann 
nicht geen khirchen gienngen, sonnder der (BL 106*,) Fürsten 
marschalchen oder hofmaistern die Irrung in gehaimb anzaigten. 

Vnnd wann sy nun zw ynnsern genedigisten Jui^gen Herrn kho- 
men, soliches auch Iren Marschalchen, Hofmaistern oder wem es sich 
dann fuegen wollt, anzaigen ynnd befleissen, damit khain stanndt 
gegeben werde. 

Wo aber die yon Österreich in soliches nicht bewilligen, ynnd 
die yom Lannd ob der Ennss ye den yorstanndt haben wollten, so 
selten sy ynnser Gesanndten sambt jdenen yonKhftmndten ynnd Crain 



1519. Ißl 

soonderlich Tor oder nachziehen, rnnd so sy .zw vnnsern genedigi- 
sten herrn khomen, auOs furderlichist den officiern , bey welichen es 
fueg hat, anzeigen, vnnd begern, sy sonnderlich sambt den yon 
Kh^rnndten rnnd Crain zuhdren. Wo auch dieselben vnnser genedi- 
gist herrn den vom Lannd ob der Ennss, alls ainem sonndern Lanndt, 
den Stanndt vor den von Steyer geben wollten, (Bl. 106*.) es wfir 
im Rat oder zw khirchen, darinn sollten die Gesanndten khainsweg^ 
bewilligen, sonnder ee ausgeen. 

Aber khainen enntlichen Enntschidt sollen die gesanndten anne- 
men noch eingeen. 

Auff den dritten articl, wo sy gefanngen wurden, sey billich das 
man sy ledig, aber sollen sich in khain weiss merckhen lassen, das in 
ain LanndschaflR für fennckhnuss stee, sonnder sich selbs oder Ir 
freundt ledigen , auch was in genomen in oder Iren Erben wider 
bezallen. 

Auff deu vierten articl sollen sy zu ainer Lanndtschafil setzen, 
wierdt on zweifl Ir muee, arbait» versaumbnuss vnnd vleys erkhennen 
vnnd sy Erberlich zufridenatellen. 

Auff den ninfften Articl wierdet man von Brugkh aus denen von 
Tyroll schreiben. Desselben besehaidts muessen sy erwarten. 

Auff den Sechsten articl will man Herrn Sigmunden sechs, dem 
Uofman filnff, (Bl. 106^.) vnnd Ir jedem ain Dross-ross hallten. 
Wo sy aber in Hispanien noch ains Boss oder mer zw dem Dross 
notdurfftig wurden, mögen sy khauffen, doch ain Lanndtschafil souil 
muglich vor vberigem vnchossten verhüetten. 

Auff den Sibennden articl soll Herr Wilhalbm Schrot zw Brugkh 
mit den gesanndten der anndern Lannd des formbs der claidung sich 
erinndern. Allsdann will man in geben, damit sy sich vnnd Ir dienner 
khlaiden. 

Auff den achten articl will nicht dafür angesehen werde» , das 
not thue, vill seydener Clayder hinab zu fuern, sonnder in clag clay- 
dem zugeen. Wo in aber die clag abgenomen wurde, mugen sy sich 
wie die anndern gesanndten hallten. 

Auff den Neunten articl will sich Inen khain mass zu geben 
föegen, sonnder sollen bey dem Puechstaben bleiben. Aber der Herrn 
guetbedunckhen ist, wo dergleich beger in (BL 107".) sybeschähe, 
das sy Ir gethon Phlicht anzaigten mit Erbiettung, so sy haimb vnnd 
Irer Potscbafft zw Ennd khomen, das sy allsdann in Irer Mt. diennst 

Fontes. VIII. 11 



162 



1519. 



wider kheren wollten. Dessgleichen, wo die Fürsten sy etwo in Pot- 
schafiten oder annder Ennden brauchen wollten, mochten sy solich Ir 
gethon Phlicht auch anzaigen ; vnnd wo sy darüber begert wurden, 
m&chten sy sich allsdann brauchen lassen, doch darumb nicht begern 
noch soUicitiern. 

Auff den zehennden Articl khan man Inen auch khain mass geben, 
sonnder sollen sich darinn treulich vnnd yngeuärlich hallten. 

Auff den Aindiifften Articl khan man Inen auch khain mass setzen, 
dann es will von nöten sein , das sy zw zeyten die Personen , der sy 
zugeniessen wissen, zw gasst laden. So khunnen sy die, so zw Inen 
khomen, auch nit ausjagen , darinn wissen sy ain Lanndtschafft woll 
Tor Yberigem ynchossten zuuerhüetten. 

(Bl. 107\) Aber ffir guet wurde angesehen, das die gesannd- 
ten all, oder doch etlicher Lannd, miteinannder ässen. Damit möchten 
sich die Gesanndten eerlicher vnnd on grossen ynchossten hallten. 

Auff den zwelfften ArticU khan man Herrn Sigmunden khain 
sonndere Erlaubnuss thun, aber der Herrn guetbedunckhen war , das 
herr Sigmundt soliches den gesanndteu der anndern Lannd anzaigte, 
vnnd mit derselben Rat die sach an den Khunig gelanngen liess, doch 
darinn nichts begert noch soUicitiert. 

Des zw vrkhundt sindt zwo schrifften in gleicher lautt aufge- 
richt, die ain durch den ausschuss, Ton wegen gemainer Lanndtschafft, 
den zwayen gesanndten, ynnd die annder durch die gesanndten hin- 
widerumb dem ausschuss, mit Iren Petschafften yerfertigt, zuegestellt. 
Beschehen zw Gratz, am Phintztag nach Fioriani Anno etc. xyiiijten. 

(Bl. 108^.) Die Lannd hetten sich durch Ire schreiben ver- 
glichen ynnd yerainigt zw Bruckh an der Muer erschinen, ynnd Oculy 
beschlossen im 1S19. 

Von Österreich: 

Abbt Sigmund yon Melckh; 

HerrHannss yonPuechaimyonGellerstorff,Erbdruchsass in Österreich ; 

Herr Hanns Matzacher, Ritter; 

Doctor Mert Sibenburger, Bürger zu Wienn. 

Von Steyer: 
Abbt Valltein yon Sanndt Lamprecht; 
Herr Liennhardt yon Harrach, Lanndtsyerweser ; 



1519. 163 

Herr Cristoff Herr ron Schfirffenberg; 

Herr Hanns von Reiehenburg; 

(Bl 108".) Herr Wilhalbm Sehrot; 

Herr Sigmundt von Herberstain; 

Walthasar Gleynntzer, Vitzdomb zw Leybnitz ; 

Wolffganng Sehrot, Liceneiat, Burger zu Grfitz; 

Dector , Statriehter zw Leobm. 

Von Khärnndten: 

Abbt Ylrich von Sanndt Paulis ; 

Veyt Weltzer, Lanndtsyerweser; 

Franntz von Thannhausen» Haubtman ?nnd Vitzdomb zw Friesaeh; 

Philips von Wixenstain. 

Stainpeckh» Burger zw Sännet Veyt. 

Von Crain vnnd Carst: 

Herr Wernhardin von Raunach ; 
(BL i09*.9 Paulis Rasp; 
Felitzian von Petschach. 

Vom Lannd ob der Enns: 

Herr Hanns Herr von SchärSenberg; 
Caspar Schallnberger. 

So khamen von dem Regiment vnnd Ausschus aus 

Tyroll: 

Herr Hainrich von Khnoringen, Lannd Comentheur an der Etsch 

vnnd im GepQrg ; 
Herr Oswold Freyherr von Wolckhenstain; 
Doctor Jacob Frannckhfiirter, von des Regimennts wegen* 

Von dem Niderösterreichischen Regiment: 
Herr Sigmund Weltzer. 

Von der Parthey, so bey dem Regimennt zw Oster- 
reich beliben: 

(Bl. 109^.) Herr Ruedolph Herr von Hohenfeldt; 
Doctor Johann Khauffman. 



164 



1519. 



Von Khaiser Maximilians Testamentarien khamen: 

Herr Johann Geymaif, Hochmaister Sanndt Georgenns Orden; 
Herr Liennhardt Rauber Freyherr zw Planekhenstain , etwo Hofmar- 
sehalch. 

Da zw Prugg warn etliche Articl beschlossen , wie die Lannd 
miteinannder hintzt der Fürssten zaekhunfR beleiben möchten. Vnnd 
haben sich für ains enntschlossen , Ire Potschafilen zw Khunig Carln 
in Hispanien zu schicJchen, darumb ward ain Instruction in gemain 
gestellt. 

Dergleichen zw Ertzhertzog Ferdinannden , hochgedachts Khu- 
nig Carls Brueder, der numalls in den Niderlannden ankhoroen was. 
Dahin ward verordennt (BL 110'.) Herr Georg Winckhier, der 
auch an derselben Raiss gestorben ist, vnnd Doctor Virich von 
Lappitz. 

Die ausserhalb der Tyroller seindt nit im beschlus der Sachen 
gewest, noch im Rat genomen worden. 

(Bl. 110^.) Instruction» was die Gesanndten der fQnnflTNider- 
österreichischen Lannde bey den durchleuchtigisten , cristennlichen, 
grosmächtigisten Fürsten vnnd Herrn , Herrn Carolen , der Hispani- 
schen Reich, baider SicilieUt zw Hierusalem KhOnig vnnd Herrn Fer- 
dinannden, gebruedern, Ertzhertzogen zw Österreich, Hertzogen zw 
Burgundy, zw Brabannt vnnd Phalczgrauen etc. bayden oder Ir yedem 
besonnder werben, handien vnnd ausrichten soll. 

Erstlich sollen sy, nach vberanntwortung Irer Credenntzbrief, 
Irer Ku. Mt. etc. vnnd fürstlichen gnaden Ir, der benannten Lanndt- 
schaiFten, vnnderthenigist , gehorsarob, schuldig ynnd willig dienst 
sagen. 

Vnnd verrer anzaigen, Ir Ku. Mt. vnnd fürstlichen gnaden sey 
Tnuerborgen, das Got der Almechtig vber weillenndt den allerdurch- 
leuchtigisten, grosmächtigisten Fürsten vnnd Herren, Herrn Maximi- 
lian, Römischen Khaiser , Irer Ku. Mt. ynnd fürstlichen gnaden Een 
ynnd Vatter, ynnsern allergenedigisten Herrn, hochloblicher gedecht- 
nuss (Bl. 111'.), der zeitliche Tod layder verhenngt hat, ynnd so 
aber dieselb Kay. Mt. yon anfanng Irer Mt. Regierung bis in Iren Tod 
die Lannd in guetem frid ynnd Ruee behallten, auch das heillig Reich 
ynnd das löblich haus Österreich durch sein alls ybermennschlich 



1519. 



165 



schickUichait« vieis mnd muee dermassen erweittert Yond regiert, 
das Er oit allain sein Tond yetzbenannta Reichs rerwonndten ynad 
rnnderthonen in gehorsamb, frid ynnd Ruee behallten, sonnder auch 
annder grosmfichf ig Khünig, Fürsten rnnd Potentaten durch sein vnnd 
seiner Mt. ynnderthonen darstreckhung Leibs vnnd guets zw seiner 
Mt willen ynnd billicher forcht bezwangen, ynnd sonnderlich ia 
grosser, yleissigen yebung ynnd hanndlung gewesen ist, dem Tyran- 
nischen erschreckhenlichen ynnd graussamen ynnsers heilligen, cri- 
stenlichen glaubenns eewigen Erbfeind, den Turggen, zuuertreiben, 
auszutilgen ynnd allso die ganntz Cristenhait in eewig Ruee, frid ynnd 
ainigkhait zu setzen, dem (BL IIP.) allen nach nit allain seiner 
Kay* Mt. gelassen Erblannd ynnd das heilig Reich , sonnder billioh 
die ganntz Cristenhait seiner Kay. Mt. , alls Iren getreuisten Herren 
Vatters yorgeer ynnd beschiermers todtlichen abganngs mit dem 
höchsten belaidigen, bewainen, beschmertzen, beclagen ynnd zuuoran 
der lieben Seel, der Got der abnechtig die eewige ireid ynnd salig- 
khait barmhertzigclich mitzuthaillen geruech, mit embssigem ftrbete 
in eewig zeyt nimmer vergessen wellen, noch sollen. 

Vnnd dieweil sich jetz angezaigter, betrüeblicher fallye also be- 
geben ynnd laider ynwiderbringlich ist, auch die Lannd sich nun der 
benaEnten ynnserer genedigisten Herren ynnd Lanndtsflirsten mit dem 
hdchsten zw erfreyen ynnd billich zu getrosten haben, angesehen das 
der ain, benenntlich Khunig Carl, yber das, das Er von Got dem Al- 
mechtigen mit yernunfil, weisshait, mannhait ynnd anndern Tugenn- 
den vor anndern begabt ist, (BL 112\) niünblich die Hispaniscbea 
Reich glöckhlich eingenomen, ynnd alda in ansehung seiner gerechfen 
ynnd gueten Regierung von sdner Ku. Mt. ynnderthonen mit dem 
höchsten geliebt, bey Inen alle gehorsamb erlanngt, ynnd daselbst mit 
gewalltiger hannd herrschet ynnd regiert, darzue den benannten« 
cristenliehes pluets eewigen Erbfeinden, den Turggen, dessgleicben 
den Hayden in etlichen Streitten glQckhlich obgesigt, ynnd also sein 
erstes Ritterspill alls ein grosser, khunffliger yorfechter ynnd be- 
schirmer der ganntzen Cristenhait wider derselben Veindt in seiiier 
Jugennt glQckhlich , eerlich ynnd säligclich geOebt , bewart ynnd 
yolbracht hat; 

Ebengleich (^an) seiner Ku. Mt. Brueder, Khunig ynnd Ertzhertzog 
Ferdinanden, alls eines jungen Fürsten, all yetzbemellt Tugenndt 
ynnd Mannhait niildigclich erscheinen; 



166 



1519. 



Demnach sich die berürten Lanndtschaffien (BL 112^.) ober- 
mellter baider ynnser genedigen Herrn nit vnbillich hoch ynnd gros 
erfreyen, vnnd sy flir Ir recht, natürlich Erbherrn vnnd Lanndtsftir- 
sten wie obsteet erkhennen. 

Vnnd dieweil die Lannd ?on Irer Ku. Mt. ynnd fürstlichen gna- 
den voruordern, hochloblicher gedSchtnuss, etwo lanng her mit sennffl- 
müetiger, gerechter vnnd milder Regierung genedigclich fürgesehen; 

Auch sy die Lannd hinwiderumb, sambt Iren yorelltern, bey Irer 
Ku. Mt. ynnd fürstlichen gnaden yoruordern, mit darstreckhung Irer 
leib ynnd guetter, sambt manigfeltigen Pluetyergiessen, alls die ge- 
treuen ynnderthonen beliben, des auch nun furon, wie Ir Vorelltem 
gethon, ganntz ynnderthenigclich genaigt sein, will sy die Lannd 
nichts begierlicher, frölicher, loblicher noch nutzlicher ansehen, dann 
dieselben ynnser genedigen Herrn bey Inen zu haben , wie dann soll- 
ches nit allain fBL 113^.) diser Lannd, sonnder auch der ganntzen 
Cristenhait obligen ynnd not merckhlich eruordert. 

Dann wiewoll die Lannd biss auflf Ir Ku. Mt. ynnd Fürstl. gnaden 
zuekhunfft gegen menigclich, wer sy yon Ir Ku. Mt. ynnd fCürstl. 
gnaden zudringen oder sonnst zubelestigen oder zw yberziehen yer- 
maint, guet Ordnung ynnd gegenwör , wie das die gesanndten anzu- 
zaigen wissen, f&rgenomen, ynnd sich nach Iren höchsten yermugen 
dabey hanndtzuhaben willenns sein, yedoch khunnen noch mögen 
solich Ordnung ynnd gegenwdr wider die obgenannten Tirannischen 
feindt, die Turggen, so dann mit Iren behausungen ynnd haimbge- 
sässen denen Lannden so nahenndt khomen, das sy Irer Ku. Mt. ynnd 
fürstlichen gnaden Erblannd albegen in zwayen Tagen erraichen 
mugen, auch disen Lannden mit Raub, Pranndt, hinfürung yill Tau- 
sennt mennschen ynnd in annder weeg ynsaglich , merckhlich ynnd 
ynwiderCiB/. ii3^Jbringlich nachtaill, schaden ynnd yerderbung 
zuegefuegt haben, zw ainem Tapffern widerstanndt nit sonnders er- 
schieslich sein, noch gegen Ir, der Turggen, grossen macht sonnder 
frucht bringen, darzue muessen die Lannd yon Hungern, Behamen, 
Venedigern, Schweitzern ynnd anndern des hauss Österreich wider- 
wärtigen sonnst annder täglich aufruer, empörung, einzug ynnd yber- 
fall besorgen. 

Vnnd auff das alles sollen die gesanndten mit yleiss anzaigen, 
der Lannde ynnderthenigist, diemuetigist ynnd höchstes yleiss bitten 
sey, das sich die benannten baid ynnser genedig Herrn, oder doch Ir 



1M9. 



167 



ainer , wie sy sich dann des zwischen Inen rnnd selbs bruederlich 
rnnd woH zuuergleichen wissen, in dise Lannd verfuegen, ynnd 
dasjben , so Ir Ku. Mt. ?nnd f&rstl. gnaden Yoruordern genedigclich 
gethon, auch der Lannd freyhaiten ausCA/. ii4*.^weisen» genedigc- 
lich f&rnemen ynnd handien wellen. So sein die LanndschaiTten hin- 
widerumb yrbittig vnnd willig, Ir Ku. Mt. ynnd f&rstl. gnaden die 
Phlicht ynnd alle gehorsamb, wie sy des schuldig ynnd yon allter her- 
khomen zuthun, abennalls mit dem höchsten bittendt, Ir Ku. Mt. ynnd 
fürstlich gnaden wellen sich der yetzberflrten zuekhunffl ynuerzogen- 
lich ynnd genedigclich enntschliessen, ynnd die LanndtschafRen in 
jetzermelltem Irem hochyleissigen bitten ynnd begem genedigclich 
zu erhören nit yerzeihen, ynnd sy alb^en in genedigen beschütz, 
schiermb ynnd beuelch haben ynnd nit yerlassen. Das wellen sy in 
aller ynnderthenigen gehorsamb ynnd willigen diennstberkhait ynge*- 
spart leibs ynnd guets, alzeit geflissen, willig ynnd gern yerdienen. 

Ynnd nachdem dise obermellte Werbung on zweifl in der oiTenn- 
lich, yor yill yolckhs, beschehen muess, soll denen gesanndten 
(BL llä^,) yergonndt ynnd zuegeben sein, solich Werbung mit 
anndern gegrundten zierlichen Reden fUrzuziehen ynnd auszustrei- 
chen, wie sy sich dann des ynnder weegs miteinannder woU ynnder- 
reden ynnd yergleichen mugen. 

Item ob sich zuetragen wurd , das die gesanndten ee zw Ertz- 
hertzog Ferdinanden alls zw Khunig Carl khumen wurden, so sollen 
sy obgemelte Werbung an sein filrstliche gnaden thun, mit yermel- 
dung, nachdem seiner förstl. gnaden Brueder Khunig Carl der Ellter 
sey, welle sich gebürn, sein Ku. Mt. mit dem furderlichsten zu besue- 
chen ynnd zu bitten, das sich sein Ku. Mt., alls der Ellter, selbst zu denen 
Lanndenyerfueg, oder aber Ine Ertzhertzog Ferdinanndenmitgenueg- 
samen gwallt heraus yerordnen welle , ynnd furter also mit dem fur- 
derlichisten Iren abschied zw Khunig Carolen nemen. 

Ynnd, so sy zw Khunig Carolen khomen, so sollen sy seiner Ku.Mt« 
anzaigen (Bl. 115''.), wie sy bey Ertzhertzog Ferdinanndeu gewe- 
sen sein, ynnd wiewoll sy sein Ku. Mt., alls den EUtern, ee sollen 
ersuecht haben, yedoch, dieweill sy des weegs so nahenndt khomen, 
hab sich nicht gebQren wellen, sein fürstlich gnaden nit zu besue- 
chen, oder desshalb yon Inen baiden yngnad zu besorgen, dann die 
Lanndtschafften erkhennen sy baid, nach Irem der Lanndt rechten 
gebrauch, fQr Ir naturlich recht Erbherrn ynnd LanndtsfQrsten, wieuor 



168 



1S19. 



bittenndt, sein Ku. Mt. wellen das also getreuer mainung im pessten yer- 
steen ?nnddesshalb khainerlay yngnadfiimemen, wie dann die gesannd- 
ten solich Enntschuldigung auch mit dem Pessten ftirzutragen wissen. 

Verrer» so es stat haben khan , sollen die Potsehafflen yetzbe- 
nannten vnnsern gnädigisten Herren Khunig Carolen anzaigen, wie 
inbenannter Kay. Mt. leben an Irer (BL 115K) Mt. hof, bey etlichen 
Irer Mt. Camerdiennern , Secretarten vnnd Officiern , die Finanntzen 
ynnd Procureyen so gros vnnd gar vberhanndt genomen haben, das 
nit allain Ir Kay. Mt. an Irer Kay. Mt. Camerguet, sonnder auch die 
Lannd darunder in mei*ckhlich abfall ynnd yerderben khomen ynnd 
ganntz erschöpfft, auch sonnder zweifi derselben Finantzer noch etlich 
in hanndlung ynnd yebung sein» sich bey Irer Kay. Mt. auch einzu- 
dringen ynnd in solichen Iren yorigen Finanntzen ynnd Procureyen 
zu beharren, das dann^ souerr sy es erlanngten, Irer Ku. Mt. ynnd 
derselben Lannden nit allain nachtaillig, sonnder auch hoch ytind 
gross schedlich ynnd ganntz yerderblich sein wurde. Vnnd demnach 
abermalls zu bitten , das Ir Ku. Mt. an Irer Mt. etc. hof ynnd Regie- 
rungen solichen Finantzen ynnd Procureyen nicht stat geben, noch 
gedulden, wie dann (Bl, IW.) Ir Ku. Mt., alls die Lannde yerhoffen, 
on das sonnder zweifl genedigclich genaigt ynnd abzustellen wissen. 

Item anzuzaigen, wie die Lanndtscbaffien angelanngt sey, alls sollen 
nach abganng der Kay. Mt. Sigill, Secret, Cotschet ynnd Signet yer- 
pedtschallR, ynnd nachmalls widerumb eröffnet, ynnd etwo mer brief 
damit yerfertigt sein. Aber was brief das gewest, wie damit ge- 
hanndlt, oder wo die Clainat, auch die schlflssl zw der Schatzcamer 
ynnd anndern gehaimen sachen hinkhomen oder yerwart , sey denen 
Lanndtschaiften yerporgen, ynnd zu fiirchten, es möchte Irer Ku. Mt. 
ynnd Lannden ynnd Leuten khunfftigclich daraus grosser nachtail 
ynnd schaden erwachssen. Es haben auch die Ausschüss zw Brugg 
desshalb herrn Liennharden Rauber (Bl 116^,), alls Hoimarschalch, 
angeredt, aber darinnen khainen beschaid yon Ime gehaben mugen, 
allain das Er auf die anndern sein mityerwonndt gewaigert hat. 

Item zu bitten, das die Ku. Mt. dem Vice Re in Neapolis ernnst- 
lich schreib ynnd beuelch, ob den Lannden ain Not furfiell, ynnd sy 
Ine ymb hilff ersuechen wurden, das er allsdann mit solicher hilff 
zeitlich ynnd ansehenlich ankhome, ynnd sy in nöten nit yerlasse. 

Item nachdem die Turggen, wie yernomen, nuer zwo tagraiss in 
dise Lannd haben, auch yetzo in Empörung sein, darzue der Baan yon 



1519. 



169 



Crabaten den Lannden zueschreibt, alls auch sonnst wissenntlich ist, 
wo man Ime nicht zw hilff khome, so sey Ime ynmuglich das Lannd 
Crabaten (BL 11*7\) vor Inen, den Turggen, zu erhallten. So be- 
dnrffen auch die Ortfleggen in Friaul, so ?on den Österreichischen 
Lannden bisher mit der Jurisdiction mnd Obrigkhait yersehen wor- 
den, ainer grossen merckhlichen behuet, mnd das Camerguet ist 
sonnst mit anndern merckhlichen ausgaben derroassen beschwärt ynnd 
Terphenndt, das diser zeit nicht woll muglich, dieselben Ortflegkhen 
danion zw mnderhallten. Vnnd demnach abermalls zu bitten, das Ir 
Ku. Mt benannten Vice Re in Neapolis beuelch geben oder sonnst 
genedig fQrsehung thun , damit jetzermellt ortflegkhen rnnderhallten 
Ynnd nämblich die Lannd von den Turggen enntschQtt vnnd verkchert 
werden, biss Ir Ku. Mt. zw Lannd khumen; vnnd furter bey Bftbst- 
licher Heyligkhait vnnd allen cristenlichen Khunig, (BL IIV.) For- 
sten vnnd Potentaten vmb ain gemaine austrfigliche Expedition wider 
dieselben Turggen, vnnd zw aufenthallt der Cristenhait, fruchtberlich 
hanndlen mug. 

Item damit die Lannd in dest merern frid vnnd Ruee bleiben 
möchten, wollte die Lanndtschaflten für guet ansehen, das Ir Ku. Mt, 
souer es inndert mit flieg beschehen khundte, mit den Yenedigern 
ain beständigen frid annSmen; auch die Khunig zw Hungern. Behaim 
vnnd Polin, alls Irer Mt. gesippt freundt, durch Potschafilen oder 
schrifilen ersuechet, mit Irer Mt. vnnd derselben Lannden vnnd 
Leuten in gueter vnnd freundtlicher nachtperschaffl zu bleiben; das 
auch die Heuret, noch in Kay. Mi leben mit der jungen Khunigin 
von Hungern beschlossen, vnnd darumben die von Österreich vnnder 
vnnd ob der Ennss (BL 118*.) hoch verschriben sein, mit dem 
furderlichisten volzogen werde. 

Item anzuzaigen, wie die Lanndtschafften von wegen der sorg- 
feltigkhait, die sy von Iren anstossern vnnd des haus Osterreich wi- 
derwärtigen, wie vernomen, zu besorgen haben, vnnd aus anndern 
merckhlichen vrsachen bewegt sein , das sy Jedes Lannd fttr sich 
selbs von stundan, nach obberflrtem vill laidigen fall gedachter Kay^ 
Mt. Todlichen abganng, Ordnung förgenomen, aufgericht vnnd furter 
durch schrifilen, hin vnnd wider beschehen, vergleicht sein, sy durch 
Ir aussehuss zw Brugkh an der Huer zu besamblen, vnnd allda ain- 
helligclich miteinannder fürzunemen, zu hanndlen vnnd zu schliessen, 
damit die benannten vnnser genedigist Herrn bey denen Lannden, 



170 



1519. 



ynnd hinwiderumb die Lannd bey Ku. Mt. (BL 118^) ynnd f&rsüichen 
gnaden beleiben möchten. Auch Ir Mt vnnd ftlrstl. gnaden derselben 
hanndlung aller, dabey dann die Lannd bis auffir Ku. Mt. vnnd ßirst- 
lichen gnaden zuekhuniR zu beharren willenns sein , vnnd wie Inen, 
den gesanndten, der sachen aller Abschrifft hieneben zuegestellt wor- 
den, nach lenngs vnnd aigenntlich berichten, in vnndertheniger hoffnung, 
Ir Ku. Mt. ynnd fürstlich gnaden werden daran genedig gefallen tragen. 

Item ob sich zuctrug, das die gesanndten zw der allten Khuni- 
gin von Hispania, der Jungen Fürsten Muetter, auch Irer Schwester 
vnnd Frauen Margaretn khämen, so sollen sy denselben Iren gene- 
digisten frauen, nach vberanntwortung Irer Credenntzbrief, der Lanndt- 
schafften vnndertheaig willig diennst sagen, MitbeclagungCJ8/. 119\) 
des obberürten vill laidigen falls, Bittenndt, sy die Lanndtschafilen 
Irer fürstlichen gnaden Sunen , gebruedem vnnd Neuen genedigclich 
zu beuelhen vmid mit gnaden zu befurdern. 

Dessgleichen sollen sy baider Fürsten Räten vnnd den Lannd- 
schafilen in Hispanien vnnd Burgundi, wo sich das mit fueg zuetrug, 
diser Lanndtschafilen guetwilligkhait vnnd freundtschafil anzaigen ^, 
vnnd bitten, sy bey benamiten vnnsem genedigisten Herrn vnnder- 
thenigclich zu beuelhen vnnd guetwillig zu befurdern. 

Item die Fürssten vnnder weegen, wo es mit fueg beschehen khan, 
vmb furderung vnnd beglaittung zw ersuechen, vnnd darnebeR Iren 
fürstlichen gnaden die Lanndtschafften der Turggen halb zubeuelhen. 

Item die gesanndten sollen in khainen weeg noch weiss von we- 
gen der Lanndt^i?/. ii9^.^schafften annders hanndlen, dann was Inen 
dise Instruction auflegt vnnd in sich hellt. 

Vnnd nämblich bey den Khünigen vnnd Iren Räten, bey glauben, 
Eern vnnd Trauen, weder Inen selbs, Iren freunden, noch yemandts 
anndern zw aigen Deren oder nutz nichts sollicitiern noch hanndlen, 
in khain weiss. 

Item ob sy durch die Khunig, Ir Räte oder annder in obberürten 
Sachen vmb Rate ersuechen, oder sich yemanndts mit Inen in dispu- 
tation einlassen wurde , so sollen sy von wegen den Lanndtschafften 
allen Hate vnnd disputation gänntzlich vermeiden, vnndallain auff diser 
Instruction beharren. Aber fiir sich selbs mugen sy Ir guetbedunckhen 
vnnd das jhen, so sy für die benannten vnnser genedigist Herrn vnnd 



^) ^anzuzaigen^ die Handschrift. 



1K19. 



171 



far Lannd rnnd Leute am (Bl. 120^.) nutslichisten vnnd frucht- 
baristen ansiecht, woU anzaigen. 

Soliches alles obbeschribenns sollen die Gesanodten obangezaigter 
mainong mit dem allerpessten yleys werben banndien ynnd soUicitiern, 
wie sy dann zu thun wissen , mnd sich die Lanndtschafflen ganntz 
- Tertreulich zw Inen versehen. Datum Brugkh an der Muer etc. 

(Bl. 120". leer.) 

(Bl. 121\) Der FOnff Niderdsterreicbischen Ge- 
sanndten zw Villach Zusamenkhunfft ynnd Raiss in 

Hispanien. 

Der fiinff Niederösterreichischen Lannde Gesanndten, gleichwoU 
auch die Tyrollischen , betten den zwaintzigisten tag Juny benennt 
gehabt, in Yillaeh zusamen zu khomen, ynnd Iren weeg durch Italiam 
geen NeapoHs, ynnd yon dannen in Hispanien zenemen. Dahin dann 
die österreichischen, Steyrer, Khärner ynnd Crainer khamen. — Die 
Tom Lannd ob der Enns schriben ynnd baten: „nit zu uerargen, das 
ire Gesanndten nit sogleich obbestimbten tag, sy wurden aber palld 
khumen."^ Die Tyrolischcn schriben ynnd begerten : „zuuerharren,hintzt 
die waall aines Römischen KhQnigs ybergienng, damit man sich dester 
statlieher khundte in allen sachen richten. So khunden ire Gesanndten 
auch nit so palld fertig werden"^. 

Die yon Österreich ynnd Khärnner warn in ainer herberg, auch 
gleich gekhlaidt, die Crainer khamen yor ynnser, die suchten ynns, 
die yon Steyr, haimb, aber die Khftmner nit, in der (Bl 12V.) 
Lannd wir doch alls gest khomen warn. Sy empoten, etlich mall zw 
ynns zu khomen, geschach aber nit. Also hat es sich da angefanngen, 
ynnd yasst an der gantzen Rais ynnd hanndlung derroassen yoUenndt. 

Wir schickhten ain Poten zw dem Statthallter oder Locote- 
nenten der Venediger, geen der Weydn, ymb glait. Vnnd mitler weill 
Hessen wir ynns alle gleich lannge Clagkhlaider, mit khappen auffdie 
achsin, machen. 

Allsdann die yon Österreich begertn sich mit ynns zu bereden, 
ynnd wir zusamen gienngen, wardt gehanndlt, wer die Werbung thun 
soll. Gienng der Ratschlag auff herrn Micheln yon Eytzing, der sich 
darzue selbs nit tauglich erkhenndte. Gienng die Stimb auf Doctor 
Hertn, des wir yon Steyer innhallt ynnsers beuelchs nit khunden 
zuegeben , das ainer minder Stanndts , dann ain Ediman , yor ainem 



172 



1519. 



solichen herrn ynnd von solichen Lannden die Werbung thun sollt. 
Wir hetten auch den austruekhten beuelch» die Werbung Teutsch zu 
thun. Wiewiol Ich das nie gelobt, vond Ir der Lanndtschafil nit thorst 
hart widerfechten, (BL 122\) damit Ich nit verdacht wurde, soli- 
ches von meintwegen, alls ain Lateiner, thftte. Hit dem hueb sieh der 
erst zannckh ynnd ynwill zwischen vnnser. 

25. Juni. Am f&nff ynnd zwaintzigisten , nachdem die vom Lannd ob der 

Enns so lanng nit khomen, yerruckhten wir geen der khlain Teryis, 
vier mein. Ynnd wie woll wir beschlossen hetten, ain gemain Furier 
zu hallten, damit wir Jeder zeyt beyeinannder beliben , so ward doch 
mir ynnd meinem gesellen khaineherberg beschaiden. Muesten lanng 
auif der gassen hallten, hintzt wir vnnderkhamen. Das war der 
Sambstag nach gotzleichnambstag. 

26. Juni. Am Sechs vnnd zwaintzigisten, Suntags, namen wir das Früe- 

mall mit den Meichsnern. Die hetten die ambter des aufschlags da- 
selbst. Gaben vnns nit allain zw essen , sonnder auch zu tringkhen 
genueg, dermassen, das etlich in die wasser fiellen. Dann wir ritten 
gegen der Pantafl ^), ist ain marckht, dardurch rindt der pach Felaeh, 
ynnd schaidt Khärndten vom Fryaul oder dem Venedigischen. Sein 
zwo meill. Vnnd fiirter ist ain meill an der Venediger Clausen *), vnnd 
noch ain meill in marckht Feiach >) , da wir vbernacht beliben. Es 
was durch etliche geredt vnnd treuer mainnng angezaigt: „wann man 
in (BL 122''.) Potschafft zuge, soll man sich annderst vnnd tapffrer 
hallten*". Dargegen was die Anntwort: „so man vber die Pruggen (ich 
achtet an der Pantafl) khame, dann wollt man sich recht hallten'*. Aber 
dieselb Pruggen haben wir nit finden khttnnen. 

27. Juni. Am Siben vnnd zwaintzigisten durch Peischldorff ^). Zwischen 

Klamaun ^) vnnd dem Perg Soph •), dazumall ward ain grosser Regn, 



^) Pontebba, hart an der Grenze des Venezianischen. 

^) Chiusa, südlich von Pöntebba. Der Zug der Gesandtschaft geht durch das 

Thal Valle di Ferro, längs der Fella. 
') Wahrscheinlich Villa nova, sudwestlich von Ohiusa. 
^) D. i. Venzone am Tagliamento. Vergl. M. ZeiJler*s Teutsches ßeyssbuch. 

Strassburg 1632. Fol. und zwar Bd. 2, 367. 
^) Gemona, südöstlich von der Poststation Ospedaletto. 
') Die Erhöhung bei Osoppo am Tagliamento. Vergl. Th. Mairhofer Tirols An- 

theil am Venedigischen Krieg Maximilians. Brixen 1852. S. 27 und Note 19 

auf S. 28. 



1819. 173 

das wir darch die Fächer nit mochten. Muesten verharrn » hiatzt die 
yerlieffen. Das ist der Perg» danror Khaiser Maximilians yolckh so 
lanng gelegen ist» mnd ain Theil geeu Pordnaw ^ vermckht was, 
durch Bartholomeo Alyian geschlagen, dardurch Soph verlassen, auch 
das GeschQtz in das wasser gesennckht Dieselb niderlag, wie khlain 
die was, bracht den Khaiser ymb sein glüekhliche taiding, die be- 
schr3>en aber nit gefertigt was, dann die Yenediger auff die Verrich- 
tung Ires haubtmanns mit der fertigang verzogen haben, vnnd nach- 
malls nimmer in soliche hanndlungen geen wellen. Wir sein densel- 
ben tag geen Sanndt Daniel *) woll nass khomen, vier meill. 

Am Neun vnnd zwaintzigisten ritten wir ain meill, khamen geen 29. Jam*. 
Spenberg oder Spilberg >), (BL 12S*.) man nennts bayderlay, liegt 
an dem wasser Tulment genannt, vnnd dann fiirt geen Zizeil.an der tziueui. (h.) 
Ldguentz ^). 

Am Neunvnndzwaintzigisten geen Khflniglan ^), seind drey meill. 
Am dreissigisten zugen wir vber zway wasser, die wir vberAiern, 30. Juni. 

das ain genannt Piana, das annder •), vnnd khamen dann geen 

Gros Teruis ''), zwo meill. Ain schöne Stat, dardurch ain fliessenndt 
wasser «) vill mOlln treibt, dauon die Yenediger das maiste mulberch 
haben. Ist österreichisch gewest, den Yenedigern auff ein zickhtag •) 
verphenndt, dermassen, wann man die auff benenntem tag, ee wann 
man Maria den Ennglischen grues, das Aue Maria, leydten wurde, nit 
löse, so dann soll' Inen die Stat vnabgelöst bleiben. Darumb haben 
sy auff gemeltem tag das Aue Maria zw mittag leydten lassen, vnnd die 
Stat behallten. 

Da khamb vnns ain khuniglicher beuelch, also lauttenndt : 

„Carolus, Dei gracia Rex Hispaniarum, utriusque Siciliae et 
„Hierusalem etc. etc. Archidux Austrie, Dux Burgundi^, Brabanci^ et 



^) Pordeoone. 
') San Daniele. 

') Spilimbergo, sfidwestlieh Ton San Daniele aro rechten Ufer des Flasses. 
^) D. i. Sacile am Flusse Livenza , etwa fdnf Meilen südwestlich von Spilim- 
bergo. 
^) Conegliano. 
') Piaresella. 
') Treviso. 
») Der Fluss Sile. 
^) D« i. auf Termin. Vergl. die Naehweisungen bei Schmeller 1. c. 4, 224. 



174 



1519. 



„Comes Flandri^, Tirolis etc. etc. Honorabiles etfidelesDobisdilecti. 
^Intelleximus (BL 123^.), tum ex Illu. Don Raymundo de Cordoua, 
„Vice Rege nostro Neapolitano, tum ex aliorum litteris, Vos huc a 
„statibus prouincie et Principatus nostri Austrie ad nos transmissos. 
^Et licet Vos libenter, tanquam fideles et dileetos subditos nostros» 
^uideremus, tarnen» cum iter ad Hispaniam longum, difBcile et inco- 
„modum sit, et nos deo duce propediem in Germaniam venire statui- 
„mu«, Hortamur uos ut nisi magna et ingens necessitas esset» non huc 
„ad nos accedere» et tam laboriosum et periculosum iter suscipere» 
„sed ad uestros reuerti debeatis. Et siquid uobis Nobiscum agendum 
. »,et tractandum est» pro eo ad Consilium nostrum supremum et priua- 
„tum» et quod usque in aduentum nostrum ad gubernacionem prouin- 
„ciarum nostrarum Austrie deputauimus» adeatis et recurratis» quia a 
„Nobis amplam comissionem habent» interim omnia agendi et per- 
»,tractandi» que pro bono» comodo et quiete dictarum prouinciarum 
„nostrarum et illorum subditorum fieri poterunt» (BL 12 ii'.) Quo- 
„niam in eo facturi estis expressam uoluntatem nostram. Datum in 
18. Mti „ciuitate nostra Barchinona» Die xYÜi. Mensis Haji» Anno domini. 
„M. D. Decimo Nono. 

„Carolns (m. p.) »,Ad mandatum Catholicae 

„Honorabilibus» fidelibus» nobis dilectis Majestatis proprium 

»»Oratoribus» ad nos a Ducatu nostro J. Sannart (m. p.) 

»»Stirie transmissis.^ 
Wir raisten aber nuer filr» ynuerhindert desselben von dann zu 
raison. Ward bedacht» Eernthalben hintzt geen Haisters ^ zureitten» 
Aber vnnser mitgesanndten yersachen sich mit wagnen. Alls wir 
morgenns mitziehen wollen» alls sich auch geburdt» fuem die hin. 
Wir betten ynns des» vnnd sonnderliehen mit den wägnen» nit ver- 
sehen, darumb hüben wir binden» hintzt wir auch ain wagn vberkho- 
men. Die Phärdt Hessen wir all daselbstn zw Teruis. 
1. Jau. Den Ersten tag July» alls wir geen Masters vnnd/jB/. 12V.) 

geen Margera ^)» da man auff das mör sitzt» khomen» fuem die gleich 
hin. Wier rueflften denen » damit wir miteinannder in die ansechlich 
Stat einkhämen» man wollt vnns aber nit h5rn. Die Herschafil daselbstn 
schickhten ansechliche Personen, vnns auff dem Mör zw emphahen» 



^) Mestre, südlich von Treviso. 
*) Das berühmte Fort Malgliera. 



1519. 



175 



weül wir aber so zerstraet fuern , haben sy nit gewisst , weliche sy 
ansprechen selten. Also sein wir in ain gemaine herberg eingezogen, 
daselbstn wir all zusamen khamen. Da fannden vnns die von der 
Stat, so gegen vnns gesanndt worden. Enntschuldigeten sich: »dassy 
mns nit betten ausser der Stat betretten vnnd Iren beuelch yerricht*'. 
Mit mererm anzaigen : „der Fürst rnnd ganntzer Senat betten vnnser 
ankhunfil erinndert vnnd erfreyt *)> darumb sy auch souerr vnns 
enntgegen verordennt gewest zw empbahen , vnnd in die Stat zu be- 
glaitten, dann die Stat bette Jederzeit gross aufsehen, lieb vnnd 
freundtschaffl für all annder Nationen mit den Teutschen, vnnd sonn- 
derlichen mit dem haus von Österreich. Besonnders auch yetzo den 
Khünig Carl in Hispanien gros vor äugen haben*' etc. mit vill zierli- 
chem vnnd merern werten. Begertn auch wir sollen in (BL 125''.) 
ain annders haus, das vnns verordennt was^ mit Inen ziehen <). 
Darüber wir mit geburlicher Anntwort Inen begegneten, vnnd zugen 
auch mit Inen in das verordennt haus , das gegen dem Fflrstlicben 
Palast vnnd Sanndt Marxen Platz vber, neben Sanndt Georgen ala 
Judea gelegen was. WoU vnnd zierlich versehen, mit petten, zimem, 
auch schönen gärtnen. Gleicbwoll mit der khuchl khunden wir fneg- 
lichen auff so khurtze zeyt vnns nit einrichten, darumb haben wir in 
der gemainen herberg die malzeytten genomen, vnnd zw nacht in 
demselben haus gelegen. Den anndem tag schickhten die herrschafit 
in die gemain vnnser herberg: khapauner, huener, Tauben, Haluasier t. Jvii. 
vnnd Muscatell ain zimbliche Anzall. Desselben tags khamen die vom 
Lannd ob der Enns : herr Hanns von Starhenberg vnnd Lazarus Aspan. 
Am dritten tag, was Sonntag, khamen ansechliche Personen, die vnns 
f&r den Fürsten vnnd seine gemaine oder ordennliche Rftte fuertn. 3. jaii. 
Alls wir für den Fürsten khamen, Leonardus Laureanus, ain seer 
allter man, der numalls sein speys von ainem weyb wie ein khind 
namb, Hess sich aufheben, damit er vnns steendt emphienng. Liess 
vnns (Bl. 125^.) neben sich nidersitzen, auff yegclicher seitten 
funff. Darnach bin ich aufgestannden vnnd für denHertzogengetretten, 
vngeuarlichen die mainung geredt: „Nachdem wir vnnsern allerliebsten 
herm vnnd vatter, Khaiser Maximilian, verlorn haben, so sein wir 
am zug, suechennd den herm, den vnns der almSchtige durch seinen 



*) D. i. erfragt. 

•) »mit Inen zu ziehen*" die Handschrift. 



176 



1519. 



aiprn, dem wir nachraisen,^ zaigen vnnd geben wierdet So dann 
Ynnsere heirn vnnd freundt, Ton denen wir gesanndt sein, yeder 
zeyt ynnd lannge Jar gnete freundtschafil vnnd nachperschafft mit 
der durchleuehtigen herrschafTt gehallten» in demselben vertrauen 
sy vnns disen weeg zenemen beuolhen» Bittenndt ynns noch fQro 
in Irem gebiett yergunnen, vnnsern weeg zuuerriehten. Vnnd 
dannckhten der Eem, vnns hintzt beer erzaigt, wollten ynns der 
bey Kw. Ht. ynnd bei den Lannden berüemen. Sonnder zweifl 
wurden sein Kw. Mt. zw sonnderm gefallen annemen, die Lannd, 
dauon wir gesehigkht sein, das in gleichem ynnd mererm wider^ 
gellten.^ Der Fürst gab Anntwort, dermassen, das Ich den nit hab 
yersteen mugen, so gar schwärlichen ynnd unuernfimblich. er redte. 
Aber das was die mainung, das er auch (BL 126''.) die lanng- 
wierig freundtschafft mit den Teutschen erzeilt, ynnd wie sy Khü- 
nig Carlen gross yor äugen hetten. Bedannckht sich ynnsers er- 
bittens, ynnd hatte, ynnsern herrn Khünig soliches mit dem besstea 
anzuzaigen. Alls wir yom Fürsten abgiengen, tratt ainer am geen 
zw mir ynnd spricht: „Ir seyt ynns all lieb, aber dw der liebste. ** 
Darnach fuert man ynns in Sanndt Harxkhirchen. Im Sagrer da 
zaigt man ynns yill der costlichen Clainater manicherlay. 

Am yierten fuertn sy ynns gegen Irem Zeughauss, das sy 
den Arzanall nennen. Daraus zog man drey gross Galeen mit 
4. Juli, grossem geschray ynnd Ceremonien woUberaidt. Ersahen dann das 
ganntz Arzonal, ynnd gaben ynns yon eingemachten ynnd zuckher- 
ten dingen zu essen, darzue cosstliche trannckh. Weill wir allso 
in der Stat hin ynnd wider zw Schiff gefuert, sein ynns Eerliche 
personen zuegeordennt gewest, ynnder denen ir zwen Nicolaus 
Venereus ynnd Hieronimus Teyla petra 9 warn. Khamen an mein 
seitten, mit denen Ich yill zureden ynnd zu fragen gehabt. Die 
anndern nachneten sich souil Immer muglich, das sy ynnser 
(BL 126'^.) gespräch yernemen möchten. Dann die anndern meine 
mitgesanndten redt khainer mit Inen sonnders, ynnd Ich sagte Inen 
frembde sachen aus Polin, Litten ynnd Mosqua. Desselben tags 
namen wir allso yrlaub ynnd ynnsern Abschied, 
js. u. G. Juli. Am ßinfflten khaufft yegclicher was er bedorffl. Am sechsten 

alls wir yerruckhen wollten, khamb vnns die zeittung, das ynnser 



^) Nicola Veniero und Giroiamo Tagliapietra. 



• 151». 177 

Erbherr Khflnig Carl zw Römischem Khönig erwellt w*as. Alk gros 
TDns des zw freiden khamb, souill anndem zw laide. Woltemis auch 
rill in Venedig nit glauben. 

Alls wir hieuor beschlossen betten» in die grossen Stet samennt- 
liehen ynnd miteinannder einzuziehen, des doch zw Venedig nit ge- 
hallten, ynnd gleicbermassen daraus ziehenndt. Hanns Silberberger 
wollt je voran, darfur wir Ine yleissig hatten, aber Er mnd Doctor 
Mert zugen dahin^ Er bet ain Tammftst khaufll, den namen Ime die 
Schergen zw Padua, weill er khain zaichen verhannden, des er den 
zw Venedig yermaut bette. Muest zw rill Personen oder Ambtieuten 
mit den Schergen hin vnnd wider lauffen, ee wann Er (Bl. 127''.) 
den Tammast wider yberkbamb. Das was gleichwoU ainer Potschafil 
ziiuill. Alls wir wider aus Venedig ynnd yber das M5r kharoen, seind 
wir nach dem fliessennden wasser der Brenta vber sich gefaren. Dann 

schlecht man sich aoff dieLinckh hanndt in ain Pach genennt 

daran ist ain schliessen, darein man die Schiff zeucht, vnnd schleuss 
dann zue. So dann wachst das wasser ynnd hebt das Schiff yber 
sich, damit es dem rechten pach gleich khurobt, ynnd nach demselben 
Airauff gar geen Padua gezogen wierdt. 

Daselbstn zw Padua sein wir Eerlichen emphanngen , ynnd in 
ynnser herberg gef&ert worden. Dann der Potestat mit seinen haubt- 
teilten ynns enntgegen khomen, ynnd ynns allso emphanngen ynnd zw 
der herberg beglaitt. Sich erbotlen, alls morgen ynns die Stat zu- 
zaigen, wir aber sein morgenns yerrugkht. Hat ynns lerer haubtieuth 
ainer das glaith hinaus geben , dann ynnsere Phärdt haben wir aus 
Teruis, da sy so lanng wir zw Venedig warn gewest sein, dahin be- 
sehaiden gehabt. 

Am Sibennden zugen wir bey yier meillen, (Bl. 12V.) khamen an 7. juu. 
ein See, der sich yon der Etz yersambelli Ritten ain gueten weeg 
neben demselben, ynnd khamen dann an die Etsch, fuem yber ynnd 
dann geen Rudigo <), das man Lateinisch nennt Rodagium, ist etwo 
der yon Ferrär gewest. Der Potestat daselbstn hiess Johannes de 
Corneliis. Wir schickhten auch yon dan zw dem hertzogen zu Ferr jr 
ymb glaidt, der ynns sein schreiben scbickht, wie hernach yolgt, dar- 
zue ein Edlman, der mit ynns hintz geen Ferner geriten ist. 



*) RoTigo. 

Fontes. VIII. 4^ 



178 1519. • 

^Magnifici Domini Oratores» amici mei honorandi. Accepi iiteras 
„uestras, quibus a me petitis, at per Jurisdielionem meam iter factori 
^tnto ac libere traiisire possitis» et quoniam Ego Catholice Majestatis, 
„ad quam uos missi estis* sum seruitor ohseruantissimas, uobis eius- 
^dem subditis non possem quiequam negare. Mitto igitur ad uos rnum 
„ex tabellariis meis, qui vobis erit dux itineris » et jnssu meo carabit, 
^ut per omaes passus et loca dictionis meae (Bl. 128^.) Übet yohis 
„pateat transitus. Si qaicquam e»t aliud» qnod ego animoniak aestro- 
„rum gratia et pro commodo uestro possim ef&cere » me , at predicte 
MCatbolice Majestatis seruitorem et amieum uestrum decet« faeilem 
wimienietis, et uobis ex animo me offero et eommendo. Ferrariae yii 
»Julii M. D. xviiii. 

„Magnifieis Dominis, Oratoribus ^Catholici Regis domlDi uestri 

„Inferioris Austrie Principatuum, ^Serritor et Amicus uester: AI- 

^Amicis meis honorandis.*' ^fonsus Dax Ferrariae^ m. p. 

s. Juli. Den Achten namen wir ynnsern weeg, zugen auffain halbe meil)» 

kbamen aber auff ain armb der Etc, fuern vber, dann warn wir in des 
von Ferrir Lannd oder gebiet. So wir vierthalb meiil geriten betten» 
khamen wir an ain armb des fluss Phad » Lateinisch Padus genannt, 
fuern da vber vnnd dann noch ain halbe meill geriten, khamen wir in 
die sch^n ansechliebe Stat Ferir. (BL 128^.) Der hertzog hiess 
Alfonsus, sein gemahel was etwo vor zehen tagen gestorben, des 
Babst Alexanndor Tochter 9* Damit enntschuldigt er sich gegen 
vnns, vnnd schickht doch dreissig glesener Anngster maluasier vnnd 
weins eingeflochteo, auff ainer Stanngen, die Ir zwen truegen , mit 
grossem erbieten Tnnd anzaigen , er hette sein gross aufsehen auf 
Khünig Carlen. Alls wir aber in vnnserm dannckhsagen mnd erbieten 
soliches vnnserm herm KhQnig Carlen, Erwelltem Römischen Khönig, 
anzezaigen erbuten, ynnd in also nennten, da Erstumbten die Pötten ' 
darob, dann Ir herr Francösischer Parthey war. Des Fürsten Brueder 
Hipolitus, ain Cardinall, hat den Venedigern im 1610 ain grossen 
schaden thon auff dem Pfad, dann sy wider Ferdr ausgezogen warn. 
Vier meil. 

9. Ja]!. Am Neunten, so palld wir aus der Stat Ferär khamen , rouesten 

wider yber den Phad, der gar an der Stat hinrindt Zugen drithalbe 



^) Lucreiia Borgia, als deren Todesjahr gewöhnlich 1520 angegeben wird. 



1519. 179 

meil geen SaimdtProsp^o» ain Sehloss, darbey ain gross wiertshauss» 
darinn wir die nacht beliben. 

Am zehenden geen Bononia^ ain schöne» grosse Stat, dem Babst lo. juu. 
za^eh5rig, darinn ain yniu^sitet Da beliben wir am tag. Ain Bi- 
schoff» des Babst (Bl. 129*.) Statthaliter» yereerdt mns auch mit 
Mardpänen ynnd etlichen Anngstem mit wein. 

Am zwelfllen tag ritten wir bey acht wälhiseh meilln in n. jaii. 
ainem schonen Tall» das yberig muesten wir alles geen Perg airff* 
reitten» in ain khlains flegkhle Lugian «) genannt, ligt hoch am 
perg sechzehn meill wUhisch. 

Am dreyzehennden Tierzehen wftlhisch meill ligt Florentiola *) i3. jnji. 
ynnd weitter zehen wälhisch meill geen Starperia >). Am yier- i4. JqIi. 
zehennden dann geen Florenntz» die mächtig Stat» yierzehen wti- 
hisch meill. Man sagt das diser Stat Ordnung ynnd Regiment» 
nach allter erfarnner leuth mainung» nie yber sibenzehen Jar ge- 
wert. Hat sich Jeder zeyt yerftnndert» ynnd auch guet Französisch. 
In der Stat wonndte derselb zeyt der Cardinall» so nachmalls 
Bd^st Clemens genannt ward *). Bey dem was auch Bnieder Niclas 
Schöfiberger» Prediger Ordenns Munich. Der yerornndte ain Teut- 
sehen» der sich zw ynns thette. Der fragt mich: „ob ich densel- 
ben nit khente?'' Damach sagt er: „wdre zw mir khomen, het 
(BL 129^.) aber sorg» Ich würde Ine» alls ein armen mttnich» Bit 
zw guet nemen.*' Das ist der Munich» so hieuor zw Hungern ge- 
West» dauon ich gesagt hab. Der Cardinall schiekht ain Bischoff 
zw ynns in ynnser herberg ynnd löst ynns aus» glekhwoll warn 
ynnsere mitgesanndten die merern yerritten. 

Von dannen haben wir den weeg auff Senis ^)» Yiterb yud 
geen Rom genomen. Daselbstn wir des erweltn *) Khayser pot- 
schafft fannden» der ynns für den Babst Leo bracht» dem wir nach 
gebrauch die Fuess gekhOsst haben. Herwider der Babst ynnser 
yegclichen mit baiden hennden bey dem haubt genomen, ynnd 



^) D. i. LojtBO, zwei Poststationen südlich von Bologna. 

') Firenzuola, ao den nördlichen Abhftngen des Apennins. 

') Scarperia an den sadlichen Abhftngeb des Apennins. 

^) Cardinal Julius von Medici, nachmals 1823 Papst Clemens YH. 

*) D- i. Siena. 

') Gebessert aus ^khunfftigen.** 

12* 



180 1M9. 

darauff gekhüsst. Vor dem Ich aach khnieendt die mainung geredt: 
„das wir an dem Zug zw ynnserm naturlichen Erbherrn zugen» vnnd 
so ynns der weeg hieheer getragen, haben wir seiner heilligkhait Fuess 
zu khüssen b^ert, ynnd die Lannd» dauon wir gesanndt, auch rnns 
selbs seiner heyligkhaitzubeuelhen^.Alis der Doctor SibenbOrger die 
Fuess gekhüsst, zohe sich mit dem leib herdan, so Ine aber derBabst 
beym haubt zw sieh zohe, wollt er gehorsamb laisten, Eyllt wider 
hinzue, mnd siqasi (Bl. 130*.) den Babst woU an die Nasen. 

Da zw Rom seind auch zwen gebrij^eder , Harggrauen zu Bran- 
denburg, in des Babsts diennsten gewest, Hanns Albrecht ynnd Garn- 
precht Daselbstn auch bey den Fuggerischen , ynnd zuuor bey den 
Khaiserischen ynnd anndern orten, haben ynnser ettlich wol geessen, 
auch getrunckhen. des auch ettlich gepttesst haben. Möcht woll sagen. 
Ich wäre zw Rom gewest, ynnd hette Rom nit gesehen, nachdem Ich 
mich nit wollte erhitzen, aoff gehabte khrannckhait, dann Ich nuer 
aus der holtz Ertzney ^ mich auff die Raiss begeben hab. 
3. Aug. Am dritten Augusty sein wir yon Rom gezogen geen Billetri *), 

darnach geen Sermoneta >). Warden der Vngnad ynnd Lazarus Aspan 
khrannckh, die namen Iren weeg nach Caieta ^), am nächsten zw dem 
Mör, damit sy geen Neapolis gefaren sein. Wir annder zugen nach 
Piperno, Tarracen ^), das gehört noch dem Babstumb zue. Aber zw- 
nächst daruor ist ain Thurn, gehört in das Khunigreieh Neapolis. 
Darnach geen Fundy , ain Stätte , gehört dazumal Signor Prospero 
Colona, ynnd durch Mola geen Traiect *), ist ain Schlos, darinn 
Signor Ascanio, gemeüts herrn Prospero Colona Sun , krannckh lag. 
Nichts minder hiellt ynns bey sich im Schloss zwen (BL i30*.) tag 
ganntz fürstlichen woll. Darunder fleust das wasser Garlian ^), latei- 
(ionMinnsFerdi- nisch Ligeris. An dem wasser hat Ferdinannd Khunig zw Hispanien 
dnbi."(HO ^^' ^^^^^ s®^"* haubtman, den man nennte Gran Capitan, die Franzosen 



^) D. i. LigDuro Guajaci. 
«) Velletri. 



*) Sermoaeta, £wei Posten sfidSstlich yon Velletri, in der Nfthe der Ponlhii- 

sehen SQmpfe. 
4) Gaeta. 

^) Piperno, eine Post von Sermoneta ; Terraeina swei. 
•) Pondi. Mola, Traetto. 
^) Garigliano. 



1519. 



181 



TDiid Sohweytser gar aus dem Lannd geschlagai <), darzue Khaiaer 
MaxiniiliaQ etliche hundert Teutseher Lanndtskhneoht Ton Triest aus 
auff Schiff geechiekht hette. Damach khamen wir geen Suessa >), 
ain Stfttle, geh5rt des yets gemellten Gran Capitanns Erben. Daselbst 
was ein Hispanier haobtman » der namb ynns zw sich in das Schlos* 
hat ynns gar mennschlichen ynnd wolgehallten. Da was auch inynnser 
geselschafil gleich der hochberuembte» gelerte mann Augustinus 
Nyphus *)> mit dem Ich khundtschaffl gemacht, ynnd yillerlay Reden 
miteinander gehabt Furtan khamen wir geen Capua , da fleusst der 
Vultumus. 

Am zehennden Augusty sein wir zu Neapolis eingeriten. Der lo. Aug. 
Vicere schickht ynns enntgegen grosse ansehenliche herm » ynnder 
denen warnSignorFabricioColona» ain allter grosser herr{^B/. 13 V.) 
ynnd Haubtman, der yill redlicher sachen seine tag yerricht hat. Vnad 
Ferdinandus Danalus, Marggraf zw Pisearia *), nit allt, aber ain hoch- 
beruembter haubtman» der aus yorigen ynnd hernach yolbrachten 
Sachen dermassenyetzo benennt wierdt, alls sollt nach den Römischen Ferdinandus d«- 
seines gleichenns hintzther nit gewest sein. Durch seine anschleg viaius Marchio 
ynnd thun bt Franciscus Khflnig in Frannckhreich yor Pauia geschia- ?*»«««•»«• (H) 
gen ynnd gefanngen worden *). Der khamb an mein seitten, mich am 
hineinziehen hintzt in die herberg zubeglaitten. Sagt ynnder annderm : 
„wann er zehen Tauseunt üan hette» halb Teutsch halb Hispanier» 
so wollt er mit zwelff oder funfzeben tausennt Mannen ainer Nation 
die Schlacht annemen."* Etwo drey Stundt yor ynnser ankhunfil ist 
Lazarus Aspan gestorben. Wir betten muee mit der Geistlichait, der 
grebnuss halben» dann die der haubtkhirchen weiten den haben. Wir 
beglaitteten die Leych zw der nacht» nach Irem brauch» in das Pre- 
diger Closter. 

Des morgenns khamen wir für den Vicere» der sich nit minder ii. Aug. 
mit seinem Pracht hiellt» dann wie ain Khunig. Seine zu^eordennte 
Rftt sassen auch darbey. Nach tisch ward ain Gestftch (BL 13V.) 



Den 28. April 1503. 
*) Sessi. 

') Der berühmte Philosoph Agoatino Nifo, geb. 1473, gest 1538. 

*) Ferd. d*AvaIo8» Marchese di Pescana, der berOhmte Feldhaupimann 

Karl V. 
») 1525. 



1 82 1519. 

rher die Plannckbeii. Des Hector» Grauen Montis Leoats, des Vicere 
iD Sieilia, Sun» herr Camillos, hieilt das Gestfieh auff sein oossten, dem 
KhQnig in Hispanien ynnd erwelltem Romischen Khunig ynnd khunff- 
tigem Khaiser zw Eern. Ain grosse Pön ward aufgerieht, darauff der 
Vicere, sambt seinen zuegeordneten Rfitn ynnd yilleai Fraaenzimmer, 
ynnd wir auch mit warn. Der Vicere, aneh sein Gemahel, betten lere 
Sessel ynnd Sitzstat ynnder annderm alls Kbünig ynnd KbQnigin. 
Vnnder souii Frauen was des Vicere die scbönste» doch all gemaldt. 
Des anndern tags sein wir zw der hertzogin yon Maillanndt ynnd Bary 
khomen, der Khflnigin Bona zw Polin Mueter, die wir auch baimb- 
suecht 
13. Aug. Am dreyzehennden tag hat ynns der Vicere morgenns ynnd 

Abennts in des Kbünigs lustgarten, do dann schöne lustige prQn ennt- 
springen ynnd ain schön lusthaus ist, zw gast gehabt, ynnd Eys zw 
khuellung der Wein flirbracht, das dann zw der zeyt der orten 
frembd was. 
1$. Aug. Am ftinffiiehennden hat ynns H. Spinelly graf Coreaty f , der 

t herr Spinou jem Khaiscr Maximilian (JB/.ldS*.^ lanng m Khriegssichengediemit, 

gra na !.( .) ^^^j^ j^^ ^^^ Malzcyt gehabt, 

16. Aog. Am Sechzehennden der SignorFabricius Colona. Darbey ich die 

besste ynnd Eerlichiste malzeyt geessen. Hat ynns in ainem haus ynd 
gwelb, das woll tieflf der bytz halben gewest, bey sich gehabt. Dana 
so hat der Vicere ynns geschickht: sechs yass wein, yier khelber, 
zwelff castraun ynnd etliche yill hnener. Die hertzogin: yier yass wein, 
yier khelber, zehen castraun, hundert huener, yiertzig harnen ynnd 
Schulltern, zwaintzig grosser Scatln mit confect, zwaintzig gros, 
lanng, weiss wachssene Duplier oder tortzn, wir nennens Windt- 
liechter, ynnd ein grossen Permasankhfiss. Signor Fabridus Colona 
schickht ynns auch yon KhSsen, Schultern, huennern ynnd wiscotn, 
ynnd ain yassl mit Senifi^ alles zw notdurfft auff das Schiff. 

Das Lannd möcht woll das Irdisch Paradeys haissen, so oosstlich 
ynnd guet es ist. Ich hab mich ebn wie zw Rom nit thurn in die bytz 
ergeben, die anndern seind zw etlichen haisswellenden Prunnen ynnd 
anndern seitzamen dingen zueganngen ynnd besehen. Im Schlos, das 
man (Bl. 132^.) das New Schlos nennt, darinn dann der Vicere 
wonndt, haben wir ain Stainene khugl in dem eeren oder khupfferen 
thor sehen steckhen, die dazumalls, alls die Franzosen dasselb Sehloss 
inngehabt, aber die Hispanier, so gar hinzue khomen warn, ynnd am 



1519. 



183 



thor arbeitteto, hat bmq aus dem Schlosa durch das tbor in die Hispa- 
nier geschossen, Tuod ist die khogl im thor beiibeD, dasdenFraiu&oaeD 
ain Foreht Tond auzaigeu bracht, kbain giflkh dazumall su haben. 

Mit dem Patron des SchiSs rertruegen wir tods. Muesten Ime pict mH dem pa- 
dreyhundert ducatee geben, danue yergunnen, khaufimansc^aft ynnd ^^^ ^** '^^'^*- 
leuth darein nach seinem gefallen ze nemen , auch in Sardinieo rier- 
zehen tag zu bleiben, sein waar zu nerftndera. Etliche der ynnsern 
fuerten phärdt zw schiff. Ich khains. Die man nit feert, die rerkhauff- 
tei wir wolL Vnnsar seindt wenig gesundt beliben, rill gneter dienner 
Tnnd khneeht, alls wir noch da warn, nftmbliehen Sigmund Leyninger 
ynnd annder seind gestorben, die anndem in Spitalln beliben, mnd 
hernach auch gestorben. Man name ynnser khneeht willig ynnd gern 
in die Spitäll, die gar woU yersehen sein. (BL 133*.) 

Yngmid ynnd Aursperger muesten aich khrancfchajthalben da- 
selbstn bleiben. *^ *"• ^^^^ 

Am letzten Augusty zw nacht gieni^n wir zw Schiff. Der windt || ^„^ 
yerännder t sich, das wir wider zw herberg khamen. Aber morgenns, 
am Ersten Septembris, sein wir im namen gottes hin {^aren. Vnnser i. sept. 
Nikff ward Sanndt Nicia genennt. So fnem noch zwo Nanen aoeb mit, 
ynnd khmiden den ganntzen tag auch nacht das Lannd nit yerlieren. 
Am anndem ynnd dritten tag haben wir gar sennfflen windt ynnd ye %. «. 8. sept 
gar kbain gehabt, das man an dem mör Calma haist, ynnd ist yasst 
haiss auff den mör, so es also Calma ist Die Schiff steen still; wann 
man ain Federte fallen lasst, so feilt es geradt nider, das sich auff 
kbain seydten wenndt 

Am yierten tag khamb ain Sdiiffl mit sechs Rnedem zw ynns, 4. sept 
sagt : „er war ain Genneeser kbauSman*'. Man achtet in aber für ain 
Speher. Den namb man in ynnser Schiff, ymb das dassdb mit leyten 
ynnd annd^rm woU yersehen was. Dann schifll er wider hin zw seinen 
ScUffen, die wir nit sahen. 

Am fänfflten tag, alls sich mit aui^ng der (BL 133K) Sonnen s. sept. 
jeder zeyt der windt yerinadert, sahen die pueben yon dem khorb 
des grossen Seglpaumb etliche Schiff herfaren, die schriom: „Fela 
Fela!^ das ist »Segl Segll^ Alls die zu sehen, warn yier Nanen, zwo 
Galea ynnd zwo Fustn <), die strackhs gegen ynns fuern. Wir rOssten 



^) D. i. Reno- oder Kaper-Schiffe. 



184 



1519. 



vnns zw der wör aller sacben. Alls wir so nahenndt zusamen khamen, 
begerten wir ain zaicben nach der Schiffleutb monier» obs freundt 
oder Veindt warn. 8j wollten aber kbain zaichen geben, darnmb so 
namb die kblainer mnser Naf den weeg gegen Inen, vnnd kbert das 
binderthail gegen den Veindtn, do dann das gesebfitz ligt, wollt 
schiessen. Gleichwoll Hess sieh der anndem Nafaine auch hergegen, 
doch wenndetn sich alle znmal rnnd fuernhinder mns hin, wollten gar 
khain zaichen geben, noch reden. 

6. Sept. Am sechsten tag enntstuenndt ain gar graussamer windt, der die 

maisten im Schiff erkhrennckhte. Man sach die Insel Sardinia, wir 
warn aber weyt hinder sich geschlagen, vnnd prachen der rordw 

7. Sept. Seglpaumb ynnd der khlain ob dem haubtsegl. Am Sibennden tag 

khamen wir wider hin zw der Innsl, allso das wir ain trost betten, in 
ainer khlainen weill in Port zw Calaris 9» der haubstat, (Bl. 139*.) 
zukhomen. So erhueb sich widerumb ain wQetennder windt, das wir 
ferr von der Stat die S^l all ablassen muesten vnnd die annckhem 
s. Sept. (H.) werffen. Die zway Schiff, vnnsere mitgeuerten, anckherten auch ober- 
halb Tnns. Dem khlainem hat der angkher nit recht eingriffen, vnnd 
der windt hat das Schiff so gewaltig triben, das das Sayl am anngkher 
brach. Muest sich in freyem winndt ergeben , spanndt die Segl auff, 
vnnd khumbt die nacht geen Panormo *), die Stat in Sicilien. Dem 
anndem Schiff brach gleichermassen das Saill am angkher , warffen 
den anndern anngkher, ynnd beliben also hofften an anckhem. Am 
achten tag starb dem von Starhenberg ain Ediman Fanstorffer. Den 
panndt man an ein pret ynnd warff den inns mör. Der schwamb zwier 
oder dreymall ymb das Schiff, mit dem khopff ybersich, alls sy sagtn. 
Ich habs nit gesehen. Ain mor, des Patron diener ainer, fiell yom 
Schiff inns m5er. Man eyllt zw dem khlainen Schiffl, so am grossen 
Schiff hienng, er khnndt der hilff nit erwarten ynnd ertranngkh. Die 
Raubschiff, so mit Segl ynnd Ruedern fam, haben sich oft der Enndeo, 
do wir annckherten, ymbgethon, darumb sich etlich seer forchten. 
ii. Sept. (^^' i^^^O Darum fuern am aindlifflten tag, was der Suntag, herr 
Michel yon Eytzing, Starhenberg, Doctor ynnd mit Inen herr Nicias 
yom Thurn, der für sich selbs mit ist gezogen, mit yiU anndem leyten 



*) Cagliari. 
*) Palermo. 



1519. 1 8S 

in dem Schiffl , das man im grossen Sehif mit ynnd damit zw lannd 
fert» damit sy am Lannd geen Calaris rber ain hochs gepfirg giean- 
^ gen. Wer sy gesehen hat, ist geflohen, habens fttr mdrrauber geaeht. 
An demselben tag hat sieh der windt geändert. Wir sein gefaren, 
das wir die Stat gesehen , ynnd yber zwo wftlhisch meill darzoe nit 
gehabt haben. Khonden doch nit hinein, muesten wider an ainem 
Spytz des Erdtriehs oder gepOrgs angkhern, ynnd daselbstn yber 
nacht bleiben. Morgenns, alls sich der windt gemainclichea yeränn- it, sept. 
dort, sein wir wider hin ynnd her gefaren, khnndten yor Vesper zeyt 
nit hinein. Alls wir hinein khomen , ynnd yom Schiff an das Lannd 
tretten, ynnd in die Stat gaongen, so rejrtten ynnsere mitgeferten yon 
ainem anndem thor in die Stat. Dann der Vicere sehickht Inen ainen 
Ertzbischoff, auch sein Sun ynnd annder mer e^lich leoth, sambt 
ettliehen Rossen, darauff sy sassen, ynnd beglaitt sy eerlich in die 
Herberg. Warumben aber Ich nit aach (Bl. 13S*.) zw Lannd ge- 
fam bin, ist die yrsach: Ich wisste, wann man allso austritt, so will 
Jederman mitfam, so gesehiecht offt, das man darmit ertringkht. Alls 
Ich noch acht, wftr Ich darein gesessen, es warn yill mer darein ge- 
tretten, ynnd betten ynnsgetrenckht, dann die wellen gienngen starckb. 
Herr Hanns Hofiman war schwach in Lennden, den behiellt Ich aoch, 
der one das ye mit wollt. Schnitzpftmer onnd Silberberger beliben 
aach allso im Schiff. Die yber lannd seind beschwerlichen ganngen, 
nicht zw Essen gefanden. Man hat sy in leren Claidern nit khenndt, 
daramb man sy nuer geflohen hat. Nach dreyen tagen khamb ynnser le. sept. 
mitgefert, das khlainer Schiff, des den anngkher yerlassen het, ynnd 
in Sicilien geen Panormo was geworffen. Der Vicere Angelas de yice Re. (h.) 
Villailona, ain eerlicher man, hat sich gar woll allennthalben gegen 
ysns gehallten, mit beglaitten, laden zw khirchen ynnd Tischen. Ofil 
wilprät geschigkht, seinen Son alle tag zw ynns, sehen lassen, ob wir 
was bedörfften. Da war auch herr Michell Mains regent daselbstn, 
ain gelerter man, der mit mir yill khundtschafflt ynnd gesprftchs bette. 
Gab mir auch ain puech: „der Grauen yon Barsalona her ynd nach- 
khomen.«" (Bl 13S\) — Alls die tag, wie mit dem Patron des 
Schiffs betaidingt was, die er daselbstn bleiben möcht, yerschinen, 
ynnd zway anndere Schiff hiniuern, warn etliche aus ynns, die auch 
farn wollten. Der Patron sagte: „es gäbs die zeyt nit. Wollt man 
dann ye faren, so welle er das yor dem Vicere bezeugen, das wider 
sein Rat ynnd willen er faren muess."" Ist also yerbliben, bintzt auff 



186 



1519. 



26.sept. (H.) dea Seehs ynnd swaintiigisten tag, gienngen wir nachts zw Schiff. 
Morgens inern wir hin aus dem Port Muesten denselben tag her- 
wider in Port, beliben da hintzt den anndern tag Octobris. In mittler 
zeyt khamen des Khaisers Armada, alls bey Sibentzig Sdiiffen. die 
khamen nit hinzue, sonnder angkherten ferr hindan, also das wir die 
Segipaumb sehen mochten, nach der lenngs, als wäre ain zäun da- 
selbstn gesetzt. Heffin drey tag daselbstn. Die betten in beuelch, 
geen Sicilia zu faren, anff weittern beuelch zuwarten. Die fuer alls- 
dann fär Gerbes in Africam 9* ^i^id der Khayser gewann denBselben 
«eggen. 
2. oct An demselben anndern tag Octobris , war Suntag , giengen wir 

aus caiarb ge- in ain Capcllcn, ausser der Stat, haisst nach Irer Sprach »zw ynnser 
schifft (H.) Frauen vom gueten windt**, hörten da mess, gienngen zw (BL 136\) 
Schiff ynnd fiiem hin. Alls wir auff drey Teutseh meill mgeuarüeh 
gefaren sein, fannden wir die zway Schiff, so vor mnser ausgefaret 
waren, am anckher hefflen, an dem ort, das sy nennen „Cauo de 
am 8. ug. (H.) Puia^ *). Daselbstu muestn wir acht tag auf windt warten. Die weill 
tnieg man frisch wasser ynnd holtz in das Schiff. Da starb auch ain 
Hispanier, den begrueb man bey ainem 5den khirchlein, des die mom 
entert haben. Am zehenndoi tag erzaigt sich ain windt, vnnd fuem 
Ton dann gegen dem abennt. Muesten wider gegen dem Lannd zw 
ainer Innsl, haisst sannd Petters Innsl >), neben der roten Innsl, sein 
5d ynnd vnbesetzt Die seindt yngeuärlichen hundert wälhisch meill 
yon der Stat Calaris. GleichwoU haben wir nit geanngkhert, sonnder 
von Sand peters lauicften hin vnnd wider die ganntz nacht. Vnnd den aindleSlen tag, 
iDsi an 11. (u.) hintzt woll gegen dem abennt, da khamb ain windt, mit dem haben 
wir ynns in das hoch m5er gelassen. Da gegneten ynns wie ain gross 
höer der yisch, die man Delphin nennt, die lassen sich halb über das 
mder auff, ynnd mit dem khopff wider ynnder sich, ynnd dem 
Schwanntz yber das wasser. Des emphienngen (BL 136^.) die 
Schiffleut ain trost, dann sy sagten: „wfir ain zaichen, das der windt 
nach ynns sein wierdt.^ Die Delphin khamen yederzeyt gegen dem 
windt. Alls wir den geraden weeg nach Barsalona namen , ynnd der 



*) Die Insel Jerbi ao der Küste von Tonis. 

*) Capo di Pula, an der weaftlichen Seite des Golfo di Cagliari. 

') Isola di San Pietro^ an der Westküste Sardiniens. 



1519. «C^g 

wind stündlich sich sterckhte» gienngen die Schf 
die SefaiffUiarten, raittetn aus > wienil sy stunde 
aiaer Stundt gefaren warn» mnd wo sieh der wiv 
in wienil Stunden sj geen Barsalona khomen wnrdeti.-^ 
in soliehem wtlettennden m5er den fOrgenomnen weeg nit yoln»^^ 
sollen» dam enzwischen warn etliche Velsen in möer, die man in der 
nacht nit sehen khond. Zw dem so hat Barsalona khatn port, sonnder 
ain Sanndt» da man zw gleichem windt, aber sonnsten nit anngkhem 
mag« — Dammb wenndten sy das Schiff gegen der Innsl Hinorica, 
wollten da in die Port fam. Alls wir aber nahenndt hinzue khamen» 
da bedacht sich ainer mnd sagt: ^der Port wftre enng» mnd der 
windt gros, darzue die nacht finster, mOchten ee daselbsten dann 
hemor not leiden. ** Derhalben ward beschlossen» heruorzubleiben 
mnd die S^ln abzulassen. Das geschaeh aber spat Also das Schiff 
was im ganng, der windt tribs mit (Bl 137\) gwallt, das was am 
zwelfften tag Octobris mnd zwo stundt in der nacht. Hiamen zu !»• oct 
dem Lannd, das bette ain hohen gerad abgesehifften Velsen, da was 
Jammer ynnd Not, rillmer yon den Schiffleuten, dann ron anndem, 
weliche Wlleicht die geferlichkhait pass rerstannden betten. Yegcli- 
eher bewarb sich rmb ain hollts oder pret, zugen sich ab, richten 
sich zu schwimen. Da was khain gehorsamb, was man ruefflte ynnd 
thftte. Da sach man das möer, so die welln zw dem Vells gienngen, 
aines grossen Thurn hoch auflauffen, mnd dann herabfallen. So die 
wellen wider hinwegg sich Hessen, sähe man grosse Stain im wasser 
ligen. Da gienng es an ain betten mnd khirchfart rersprechen! Ain 
hispam'scher haubtman, Sancte Crueis genannt, der stuennd zw hin- 
derst auf dem Schiff, das sy nennen Pupa, der het auff den windt sein 
aufmerckhen, der liess auch denselben hindersten Segl aufspannen 
mnd sehreyt: „Via**, das ist gerad aus, „mit dem Teman!** das ist 
der SchlQssl oder Laydtrueder, damit man das Schef wenndt, wohin 
man will. Mit dem sein wir wieder mn dem Lanndt md der geuer- 
Uchkhait (BL 13V.) khomen, wie menigclichen das geurtaillt, mit 
khaines mennschen vernunfft noch schickhlichait, sonnder aus götli- 
eben gnaden mnd ftirbit vnnser lieben frauen, dahin sich vill ver- 
sprochen, Iren Tempel zw Monserat zu besuechen, soliehem gewissen 
vngifickh enntganngen sein. Der Eewige Got sey gelobt in Eewig- 
khaitl Ich mit meinem ainigen Vetter, herrn Georgen« beliben in 
mnserm Chäroerle, sahen die Weonde mnd Stain an, khunden nit 



l^ 



1510. 



26. Sept. (H.> schwimen, beualhen nins 6ot dem herrn. Dieselb nacht beliben wir 
zwischen den zwayen Innselh, Minorica vnnd Maiorica, liessen das 
Schiff Twaggeb« Die Segln warden .all abgelassen. Morgenns » den 

13. Ocu dreyzehennden tag, fuern wir zw der Innsl Maiorica» in ainem grossen 

Port bey der Stat Alcudi. Da khomen zwen perg von der Stat her 
vnnd machen ain beschlus , das rill hundert Schiff darinn mochten 
steen ^. In die Stat wollt man niembt lassen. Die so heraus khamen 
wollten nit, das die ynns^n nahenndt zw Inen khämen» Sy sorgten 
den Sterb » so in Hispanien etlicher orten gestorben hat *). Was sy 
rerkhaufften, setzten das nider, ynnd das gellt, so man daromb gab, 
(BL 138^.) namen sy erst, wann ynnser Leuth ferr hindan gienngen. 
Das gellt legten sy zaaor in Essich, Ee sy das in Ir henndt namen. 
Ynnser Patron wollt ain brieff zw seinem Brueder schickhen , den 
wollten sy nit annemen annderst, dann das Er den angab, vnnd der 
brieff in der Stat geschriben wurde. Dann namen sy ynnd schiekhten 
f rastctn. (H.) den hin. Wir raiseten f da ain ganntzen tag auff die gehabt freyd. 

14. Oct. Den anndern tag fuern wir wider nach Barsalona. Der windt het 

sich etwas gemildert. Sopalld wir aber wider in das hoch m5er 
khamen, da erzaigt sich der himel alls ein yeindt. Die Pueben im 
Schiff stigen gemaindich auff in die khörb des Mas, oder Segipaumb, 
die Ersahen die Stat oder das Lannd darbey , die schriern „Terra 
Terra!** das Lannd oder Stat. Sy yermainten es wftrn noch flinff 
teutseh meill zw der Stat. Vnnd alls es zw der Nacht nahenndte, was 
die sorg wieuor bey der nacht, da zu faren ynnd hinzuezekhumen. 
Man liess die Segln widerumb fallen , das Schiff allso wagkhln. In 
der Nacht da wflettet der windt alls yor nie. Die Schiffleuth gienn- 
gen aber zusamen, beratschlagten, es war khain annders, wir muesten 
dem windt nachschiffen, darzue das Schiff ringem. (BL 138^.) Der 
Patron fragte: ,»ob man Ine on schaden hallten wollt, so möcht er 
das Schiff ringern.*' Etliche der ynnsem bewilligten söliches palld. 
Ich wollte nichts bewilligen, Ich wisste, das Ime sein leben alls lieb 
alls mir war. Darnach warff er aus: allte yerrote püxen, abgenützte 
schwäre Sayll, das SchiffI, so man im grossen Schiff fuert, Tartzn, 



^) Die beiden Höhen Capo del Pinar und Capo Faruch sind wahrscheinlich 

gemeint, welche den Hafen von AIcudia schliessen. 
*) Vielleicht die Pocken, welche die Spanier um diese Zeit aus Westindien in 

die Heimath gebracht hatten. Yergl. Schnurrer^s Gesch. d. Seuchen, 2, 66. 



i»iö. 189 

die am wdtter lanng her yerdorben miid nit schwftr warn» ain palln 
mit hyttn ynnd ain grossen maspaumb, den er auff der ain Seitten des 
Schiffs mit fuerte. Zerhaekhte den zw dreyen Stugkhen, mnd warff 
die auch hinaus, die ynns schaden am schiff thetten» dieweill wir die 
Segl nit auffgezogen hetten» stiessen on Tniiderlos mit den Thnnnen 
oder wellen das Schiff. Da zfindet man die weissen duplier, so ynns 
die hertzogin von Maillanndt in Neapolis geben het, mnd tmeg man 
ain Crucifix herumb, alls wfire es am Sterben. Dann so faem wir mit 
rollen Segln nach Africa» wie der windt gienng. Vnnd betten wir die 
bmsl Ibitza 9 ^^ antroffen , so betten wir muessea in Afriea faren. 
6ot gab gnad, khamen geen Ibitza. Alls wir neben dem Lannd hin- 
fnem, (BL 139* J) hetten nahenndt ain Stain troffen. Ist nit dreyer 
Spann neben hin geiaren, dann Tor den Tonnen haben die Schiffleuth 
den nit gesehen. Seind allso in ain öden port eingeflohen» mnd ain 
tag mnd nacht darinn beliben. Die Schiffleuth habenns aosgerait, 
das wir in sibenzehen Stunden zwayhundert mnd dreissig wilhisch 
meiU gefaren sein. Horgenns fuem wir aus dem 5den port zw der 
Stat, die den namen der Innsl hat. Daselbstn trattn wir aus» mnd 
muesten flinff tag da bleiben. Wir hetten nit gar yberige notdurfffc» 
dann des Khaiser Armada» so geen Gerwes geschifft» hat zw nacht 
daselbstn bey ainer öden Innsl» Frumentera *)» zuegelenndt mnd ett- 
liehe tag daselbstn stil gelegen. Ain Munich der mindern Brueder 
fuer auch mit» der gienng daselbstn zw der Oeistliehait» zaigte an, 
wie der Hispanier» so zw Sardinia gestorben» on geschafft yerganngen 
wäre» darumb gehörte sein yerlassen g^etder Cruciata» (also nennen 
sy die Römisch gnad). Darumb man mnser Schiff wollte pannen» 
wein die Hispanischen haubtleut sölich guet nit dargeben wollten» 
dann der abgestorben hat ain Testament gethon. Allain das man dem 
Munieh dauon nichts geben wollt, so rieht er ain solich Spill an» das 
die zwen haubtleuth» (Bh 139*.) Sancte Crucis ynnd Carantza» mit 
ainem Secretary yon der Cruciata zw werten khomen. In dem so 
khumbt der möerrichter mit ainer rottigen khetten» weit mnser khlain 
Schifflcy darinn man yom Lanndt in das gross Schittffert)^ yerhefflten» 
dann wir an demselben zw Schiff faren wollten. Dem grifherr Nicias 



^) Iriza, die nördliche der Pityasen. 
*) Fonnentera. 



190 



1510. 



Tom Thurn in die khetten. Palld rerluer sich alles Volekh Tnnd eil- 
lennd herwider mit plossen wörn» dem vom Thurn zue; dann die 
Hispanier wissten die monier» hetten sieh in das SehiffI gemteht» 
fiiem zum Schiff. Der vom Thurn stuennd wie ain Rys ynnder den 
Leutten. Sy wollten khurtz, er soll weichen, er aher nit, zuckht auch 
nit. Weerdte ain guete weill. Der ynnsem war khainer darbey , 
ausserhalb mein ynnd meines jungen Vettern herrn Georgenns. Ich 
wisste nit was zu thun war. Den schlahen zu lassen on mein bey- 
stanndt, deicht Ich mir schimpflich ; hette ich dann mich hinzue drun- 
gen» war alls khain hilfl^ sonnder mer des Voickhs enntzundung. So 
namb ich mir fOr ynnd gienng neben Inen. Redt Hispanisch, wftlhisch 
▼nnd Lateinisch durcheinannder » auff die mainung: ,,wir haben 
geacht, weiU wir ain herrn hetten, wir khämen in sicherhait. So well 
(BL l(tO\) man ynns morden !** Dfe Leut yerstuennden mich nit» 
ynnd wollten die seltzamb sprach hörn. Ynnd gienng damit yön herrn 
Niciasen yil yoickhs» yerliessen Ine ynnd gienngen mir nach. Mit dem 
khamb der yom Thurn aus der not. Palld so khamen die Hispanier 
wider woll gerüsst, wollten vnns helffen » es war aber yill zw spat 
gewest. Darnach khamb auch des Vicere verwallter, sambt der ann- 
dem ynnser geselschaffl herab , dann das Stfttle ligt auff ainer höhe 
ynnd seind yasst yill geistliche darinnen » allso ward allennÜialben 
still. In der Innsl hab ich die schönisten ynnd pessten margrant ^) 
gesehen ynnd geessen. Darinn ist auch ain See , mitten im ertrich, 
der macht oder gibt Saltz» wie man an etlichen anndern orten das 
möer Saltz macht, darzue hat man zeyt im Jar. Moes yederman dar- 
zue, das dieselb zeyt nit yersaumbt werde. Wir fannden da ain Schiff» 
das hat Saltz geladen ynnd geen Ancona gefuert, dabey wir brief 
geschickht» die seind zw Sannd Veyt am Phlaumb *) geanntwort wor- 
den. Nach den i&nff tagen sein wir zw Schiff ganngen, was gueter 
windt So palld wir aber hinaus auff das möer khomen , ward gleich 
wie yor wuettenndt. Wir sahen bey acht Schiffen, die sich auch yon 
anndern orten hinaus (BL läO^J) gelassen hetten. Dieselben ynnd 
wir muesten in Maiorica zw der Stat desselben namens fam ynnd 
aber aussteen» acht tag da bleiben. Es seind in denselben yill Schiff 



*) Das sind GranatSpfel, malum granttuin. Schmeller 1. e. 2, 616. 
*) Flame. 



an dieseib Iimsl khomen mit z^rochen Siglpämen, etliche on 
Segl, Ton ettiehen leuth ausgefallen • ains gar yerdorben. Ea was 
ain graussamb wesen. Da khamen aaeh zw mos die Regennten 
ynnd Räte» betten all rotte lannge Röekh an mit khappen, wie 
mans auff den hohen schnelln tregt» mit hftrmelin gefuettert Ist 
ain sehdne Stat Von dann gab mns 6ot sein gnad, das wir am 
ersten Nouembris hinfoern mnd khamen am dritten geea Barsalona. i. «. 3. Nor. 

Zw Barsalona ist khain port oder Hafen, wie die Niderlennder 
Tnnd Dennen sprechen» sonnder nuer ain Sannd mnd seicht. Wir 
khnnden auch mit dem khlain SchiflTlein nit zw Lanndt» das wir 
betten mögen aostretten. Die SeUffkhnecht truegen Tnns auff treu 
Ruggen hinaus auff die trOgkhen. Das mOer schlug noch fttr hin- 
aus an der Seiche. Wir zogen in ain herberg. — Khunig Carl» 
der Erwellt Römisch Khunig rnnd khunfitiger (Bl. 141\) Khaiser» 
was Sterbs halben tiit in der Stat» sonnder bey annderthalb teut- 
scher meill dauon» in ainem Flegkhen» genannt Molin de Re» souil 
geredt alls des Khnnigs mQll. Erbaten wir herrn Nielasen yom 
Thum» dahin zuraisen ynnd ymb ain stundt ynnd tag zw erinn- 
dern» wann wir mdchten oder sollten khomen. Dazumal ist &t 
gefragt worden» in was sprach wir ynnser Werbungen wurden? 
Palld darnach khamb dem Doctor ain schreiben yon Maximiliano 
Transilnano» des Khunigs Secretary» alls sey Jederman zuwider» 
in annder sprach dann in Liatein zu werben. Darüber ist in der 
mer befunden 0» der Doctor soll Lateinisch die Werbung thun. 
Wir fannden selbs, das Teutsch zw werben nit fueglich gewest» 
allain das wir ynnserm beuelch nachkhomen muesten. Gaben söli- 
ches auch nach. Nichts minder zw merer ynnser Enntschuldigung 
g^en ynnsern herrn ynnd freundten» schriben wir marggraf 
Hannsen yon Brandenburg derhalben auch. Darüber gab ynns sein 
gnad gleichmässige anntwort. So khunden wir wider der anndern 
aller mainung» weill sy den Doctor auch fttr geschigkht darzue 
erkbanndten» in dem fall auch nit streben. (BL UV.) Allso yber 
alle yorgethone beschlfls» das man sich ainer Copey yergleichen 
ynnd die zuuor hörn soll» den Doctor des» so er sich das zw 
Wienn beschlossen beruembt» ynersehen reden lassen. 



^) Das heisst darob StiBimenmelirheit beschlossen worden. 



192 



4519. 



5. Not. Am fQnSlen tag Nouembris schickht die Khay. Mt Graf Wolffen 

Ton Montfort, den Brobst Ton Cassl rnnd Methenoj '^ ^^^ ^^^^ 
Hess ynns genedigeliehen emphahen. Sein Mt betten sieb vnnser 
numals verwegen. Dann etlicbe Sebiff nacb mns zw Neapolis aus- 
gefaren, vnnd zw Barsalona ankbomen warn. Am seebsten tag be- 
glaitten ynns die drey berm zw Kay. Mt. geen Molin de re. Man 
beriebt mns des Kbaisers willen, weill der braucb in Hispanien 
war, seiner Mt. bennde zw kbdssen, das wir vnos aueb damaeb 
riebten sollen. Sein Mt wurde aber sein bannd abzieben ynnd nit 
lassen kbflssen. Vnnd alls wir für sein Mt etc. kbamen, stuenndt 
auiT, pot ynns die banndt steenndt, vnnd alls wir die khüssen 
wollten, bat sein Mt die bannd abzogen. Darnacb setzt sieb der 
Kbaiser nider. Da baeb Doctor Mert an sein Werbung zu thun. 
Er bet sein bar mit (BL 142\) ainer gestrickbten bauben ein- 
gepunden gebabt, die Im das balb baubt kbaumb ymbgeben. Darzue 
bat er kbain mass gewisst zu ballten, bat sieb puckbt oder ge- 
naigt zw ynzeiten, vnnd wann er sieb naigen bat sollen, ynnder- 
lassen, vnnd das maiste bat er im grundt mnser Instruction nichts 
gemäss geredt vnnd vnnder annderm den Kbaiser ermonndt : «die 
Teutscbe lannd zu beballten, mnd seinem Brueder die Hispani- 
scben zu lassen, oder sein Mt. soll die Hispaniscben beballten ynnd 
die Teutscben seinem Brueder lassen. ** Wie das geredt ward, 
stuend Maximilian Transiluan neben dem Hofiman, alls sein Scbuel- 
gesell, der spricbt das mal auff ain annder: „das ist nit guet ynnd 
Jederman redet warrlicben scbimpflicben daruon.*" 

(Zwischen Bl. 141* und 142* befindet sich ein Bildniss in zirkelninder Form 
Ton A. Hirsch yogeFs Hand rtdirt, mit der Umschrifl: CAROLVS QyiNTYS 
ROMANORVM IMPERATOR. AETATIS SVAE XXXn.) 



') Einer der Hofedelleute des Kaisers. Ich finde ihn in. dem von Bucholtz, 
Gesch. Ferd.I., 3,700 abgedruckten Verzeichnisse des Gefolges Karls Y. auf 
dem Zuge nach Worms 1521, als 'Metheney* bezeichnet. Vehse, Gesch. d. 
Ost. Hofes 2, 67 nennt ihn 'Uieronymus von M eteney*, wfthrend er den oben 
erscheinenden 'Wolffen von Montfort*, den ich bei Bucholtz ohne Taof- 
namen als ' Der Graf von Montfort* finde, ebenda S. 55 'Graf Wilhelm 
von Montfort* nennt. Wer unter dem Probaten von Cassel zu verstehen sei, 
wird sich schwer entscheiden lassen , da bei 'Cassel* wohl an 'CasteP zu 
denken ist, mit diesem Namen allein aber ohne nShere Bezeichnung bei der 
grossen Anzahl ebenso benannter Orte in den Niederlanden wie in Spanien 
nicht wohl mit Bestimmtheit etwas zu entscheiden ist. 



Ial9. 193 

Der Canntzler gab Anntwort: „das die Khay. Mt. mos geue- 
digclichen ynnd gern gesehen» vnnd der Lannd gehorsambs ersüe- 
chen mit gnaden yernomen. Sein Mt. vnnd derselben Brueder sein 
zwo Person» aber im gemueth ains vnnd ynzertheillt. Wellen sich 
woll vergleichen^, vngeuärlichen die mainung. Neben mnd vor 
dem Khaiser stuennden rill fQrsten, grauen vnnd Herrn in grosser 
anxall. Allain (BL li2^.) der Ertzbischoue ron Saragossa sass 
auff ainem nidern Stuell, nachdem er auch aines Khunigs San war. 
Sein Werbung hette ain yngereiaibten anfanng, hebt an: „Primum 
omnium**. Gab dem khaiser khain hohem Titl, dann «lilustrissime**, 
der vill ringem Personen an den orten g^eben wirdt. Hat die 
Lannd nacheinannder genennt, wider den lauttern puechstaben der 
Instructien. So hat er des Khaisers Titl vnnd Khunigreich nit 
nacheinannder, wie die steen, ausgesprochen. Nennt Neapolis neben 
baiden Sleilien, setzt Burgundy für Österreich. Gab des Khaisers 
Brueder gleich den Tittl Illastrissime, wie dem Khaiser, vnnd gibt 
dem Khaiser mass, wie er mit seinem Brueder thaillen soll! 

Alls wir von dem Khaiser, gienngen wir in Marggraf Hannsen 
von Brandenburg herberg* der hiellt vnns zw gast. Zügen dann 
wider geen Barsalona, da khumbt der von Starhenberg zw ynns 
vnnd spricht: „Ich bitt Euch ymb Gottes willen, wellet die Sachen, 
des Doctor Red halben, nit weitter ausbreitten. Es ist an dem zw 
Till, das annder Leuth souil dauon reden. ** 

Wir khunden vnns nit vergleichen, vnnsem f&rtrag in ainer 
Schrift fiirzubringen. Darumb, (BL liß*".) so wir furkhamen, da 
legt der Doctor die hanndlungen von Irenntwegen ein. 

In mitler zeyt so khamen auch der Vngnad vnnd der von 
Aursperg an der Post von Neapolis, vnnd wir warden in ain 
schon, gross dorff, Martorell <)> genannt, glosiert, ain meill vom 
Khaiser. 

Am Neunten tag desselben monats warden wir widerumb 9. Nov. 
eruordert. Do legt Sibenbörger ein dieselb Schrifilen in Teutsch 
vnnd Latein. Daneben die Libell von Prugg, die Ordnung der Lannd, 
vnnd waiss nit was alles. Starhenberger legt auch seines Lanndts 



Ost. o. d. en«. 



Osterreich ob der Enns Ordnung ein. Wir muesten zw ainer (h.) 



*) Zwei PosUlationen nordwestlich von Bareelona. 
Fontes. VIII. 13 



194 



1519. 



Enntschuldigung die nachuolgennd Red thun, mit zimblichen Titln 
derRädt: 

„Das Försstenthumb Steyer ist mit khainem khriegs- oder 
»waffen-zwanng durch die Fürsten erobert, auch nicht aus ainicheriay 
»forcht» sonnder aus Lieb» frey vnnd mit eerlieher, gueter mainung 
„sich der Kay. Mt. voruordern ynnderworffen , nämblichen dem R5- 
„mischen Khunig Ruedolff, Grauen zw Habsburg. Vnnd hat sieh 
„darüber alzeyt bey denselben vnnd aHen seinen nachkhomen hintzt 
„auff (BL 1^3^.) heuttigen tag getreulichen gehallten, ynnd nit 
»khlaine diennst gethon. Sy haben sich des khriegs wider Khunig 
„Ottockhar von Bchalm thörn vnndersteen, den fodt geschlagen, ynad 
„Irem herrn den Syg gegeben. Dergleichen dem Rdmischen KhQnIg 
„Adolffen in offnem Streyt obgesigt, vnnd den enntleibt. Dergleichen 
„Sachen seindt vill mer, die wir vnnderlassen, das wir ganntz Histo- 
„rien zw erzellen nicht geachl mugen werden. Dann wie hoch 
„dasselb Lannd weillennd baid Khaiser, Friderich der dritt vood 
„Maximilian, hoehloblicher gedechtuus, geacht vnnd Ir vertrauen io es 
„gesetzt haben, soll die Kay. Ht. vnnd Eur gnaden von anndern ver- 
„nemen, damit wir nicht verdacht sein, vnnserm Vatterlanndt zuuill 
„zuzumessen.^ 

„Nach abganng weillenndt Khaiser Maximilians, ist dassdb 
„Lannd warrlich mit grossem layd belestigt gewesen, vnnd in solichem 
„layd wider getrost, das seiner Mt. durch den zeytiichen todt nichts 
„vblszuegefuegt ist, dann er ist derroassen gestorben, das Er ewigc- 
„lichen leben wierdet. Doch ist das der höchst trost gewesen, 
„(Bl 1M\) das tugenntlich wesen vnnd gueter Ruemb Irer rechten 
„Erbherrn vnnd LanndtsfQrsten, die dermassen erscheinen, das sy 
„nit allain Iren vorelltern nachschlahen , sonnder mit allen tugennden 
„die hoch vbertreffen wellen. . Vmb desswillen dasselb Lannd alle 
„widerwftrtigkhaitvmb Iren willen zw vbersteen nit scheucht Darumb 
„so haben sy, die Lanndleuth, Inen ain grosse purd aufgeladen, des 
„sy sich vnnderstannden haben nach Iren vermugen vor menigclich 
„zw erhallten, auch in Ruee vnnd frid zu stellen. In solichem ist 
„Inen wider ain grosse beschwärd vnnd betruebnus zuegestannden, 
„do sy bericht seind worden , wie etlich der K-ay. Mt. sy angetragen 
„haben, alls sollen sy mit etlichen anndern Lannden pflndtnuss vnnd 
„verainigung wider Ir Mt. gemacht haben, das sy alls ein Jeden 
„frumben, dem man die gueten vnnd getreuen sachen zum pdsisten 



liJio. 195 

«auslegt, warrlich hart beiaidigt. So haben sy sieh doch getrösst, die 

„Kay. Mt wäre der angebomnen, mitsamb 9 guette vnnd aller 

„annder Tugennden» alls von Natur Tond nach (BL 144^9 Iren vor- 

„berm, das sy on genuegsamb erkhanndtnus nit lid^lieh glaubte. 

«Wir wollten gern von dem ynuersehambten antrager rememen, aus 

«was Trsaeh das Lannd solicbes gehanndelt solt haben » vnnd auff 

«was trost? Ob yielleieht ein mitsamer» guettiger, weiser ynndgros- 

«mdehtiger Ftlrst vnnd herre sey, weder vnnserer? Oder ainer der 

«von hdhem, Edlem vnnd mitsamem gepiQet gebom? Sagt derselb 

«Nain, alls er sagen muess, so muesten wir vnsinnig sein , das wir 

«die freyhait verlassen, vnnd die diennstberkhait darf&r annemen 

«weiten, das doch khain vemunfftig mennseh thuet. Wolte got, das 

«der oder dieselben enntgegen wfim , so weiten wir mer red mit Ime 

«daruon haben. Vnnser volckh ist nit begierig neuer ding, will nit 

«all tag ein Neuen herm, vnnderballten nit Partheyen, hanndlen nit 

«in winckUn, Ir hanndlung ist offennlich vnnd bestänndlich. Alles 

«das sy nach Khaiser Maximilian ableiben gehanndlt, versehen wir 

«vnns solicbes alles der Khays. Mt. zw hannden khomen sein. Darumb 

«mag sich der unwarhafil antrager woll (BL 1^S\) beschämen! 

«Vnnser bith ist mit aller vnnderthenigkhait: die kays. Mt. welle 

«solicbes nit glauben den vngegrundten leuten, dann in warheit wier- 

«det das widerspill befunden. Niembt gedennckh, das man so vnuer- 

«stinndig der Fürsten Natur sey, die do so guet ist, alls sich gehört, 

«das guet zu belonen, vnnd das vbl zu straffen, vnnd sonnderlich 

«Jetzo mit Irer grossen macht.*« 

„Zum anndem, warumben sy Ire poten nit vor zw Kay. Mt. etc. 
«geschigkht haben, sein die vrsachen : Sy haben dieselben Ir poten 
«nach Khaiser Maximilians absterben, zw nechsten Liechtmessen 
«darnach, aller sachen berait gehabt, vermainten aber Iren Lanndts- 
«färsten eerlicher sein, das die Lannd allmiteinander schickhten. 
«Also zw Prugg an der Muer haben sich die Lannd desselben ver- 
«gleieht, m der vassten. Darnach aber warteten sy auff der von Tyrol 
«anatwort, die do anzaigten, sy betten den Khastlalter*) zw Kay. Mt. 
«gesehickht, sich zw erkhundigen, wo man Ir Mt. finden vnnd welichen 



') Das ist 'mietsam* => aflfabilis. Schmeller I. c. 2, 650. 
') Wahrscheinlich Francesco, den letzten seines Stammes, aus dem Ritter- 
geschlechte der Castellalto in Valsugana. 

13* 



106 1510. 

^weeg man nemen vnnd ziehen soll. Do aber lanng khain anntwort 
„khamb, (BL l^S^.) schiekhten die Lannd vnns im Monat Junio 
„aufi. Seindt durch wälsehlannd in Neapolis gezogen, am ersten tag 
^Septembris auff das Mder gesessen , vnnd also hintzt her durch die 
^vngestöemigkhait darauff gehalten worden.^ 

^Die LanndtschaSt in Steyer hat trostlichen gehofft, die Ku.Mt. 
n wurde zw Römischem Khunig vnnd Khaiser erwellt, Alls wir dann, 
,,durch das wälhisch Lanndt ziehenndt, mit vnmasslichen freiden be- 
^schehen vernomen haben» Darumb auch vnns beuolhen, daswir,mit- 
„ sambt erbiettung Irer gehorsamen, getreuen, vnnderthanigen ynnd wil- 
«ligen diennsten, vnns an Irerstat bey der Kay. Mt erfrejen sollen ; 
„darzueauch IrMt. mitgeburlichenTittln, alls einen wolwierdigen Römi- 
„schen Khunig vnnd Khaiser, zieren, eeren vnnd nennen sollen; vnnd 
,«das (är das allerhöchst vnnd vordristes zubitten , damit sein Mt die 
„Lanndtschaffl mit dem Durchleuchtigisten angesicht palld erfreyen 
„vnnd zw Inen khomen, fiir weliches Inen nichts liebers noch ange- 
„nämers beschehen (BL 1^6".) oder zusteen möcht. Dann so haben 
„sy vnns khainen beuelch geben, lerer Mt. ein mass zw setzen, wem 
„Ir Mt. Hispanien geben oder beuelhen soll, noch auch annder Irer 
„Mt. Lannde. Vnnd was wir allso in beuelch gehabt, haben wir in 
„ain Teutsche sehrifft verfasst. Aber, so es Icirer Mt. allso gefeilig 
„gewest, aus villeicht billich, das man Lateinisch die sachen hat 
„fiirbringen sollen, ist die sachen ainem anndern on vnnsem willen 
„beuolhen worden. Wir haben des, so Er geredt hat, khaines nie 
„gesehen noch gehört, aber wir haben auff etliche anzaigen, der Kay. 
„Mt. beuelch nach, muessen dabey steen vnnd beleiben. So dann 
„inndert geirrt ist worden, die Kay. Mt welle soliohes dem Lanndt 
„Steyer nicht zucmessen , dann es on vnnser Schuld ist. E. Gnaden 
„bitten wir mit dem höchsten, wellen vnns bey Kay. Mt. vnnd auch 
„bey Euch selbs damit enntschuldigen.** 

„Vnnd, alls vor angezaigt ist, was dises Lannd nach ableiben 
„Khaiser Maximilians gehandlt hat, dasselb alzeyt auff disen hof ge- 
„schigkht (BL 1U6K) worden, ye auff Neapolis, ye auffs Niderlannd 
„vnnd durch anndere Lannd. Wo dann dasselb yetzmalls nicht ver- 
„hannden ist, so geben wir dasselb nochmalls hiemit in Teutsch vnnd 
„Latein. Nit das die Latein alle wort nach der lenngs innhellt, sonnder 
„die mainung begreiffenndt; dann die khurtz der zeyt vnnd mein 
„kklainer vcrstanndt khunden es nit palld ausrichten. In der Teutsch 



iH19. 



197 



„findt man deo grundt, die Latein, ob Icht darinn geirrt war, soll dem 
^Lannd khainen naehti machen. Vnnd das zw dem vordem: was das 
„Lannd gehanndit hat» wierdet dasselb filr sich on annder Lannd hilff 
M?eranotworten, wierdet anch anndem Lannden Ir hanndlungen nit 
„helffen yeranntworten. Das ist dammb geredt, das Kay. Mt. sehe, 
„in was pOndtnnss das Lannd mit den anndern stee.** 

Der Doctor schwig vnnd redet khain wort zw sdlicher Ennt- 
schuldignng. 

Dann von wegen Silberbergers, legt Er die Lanndtsordnung 
in Khimndten ein, Teutsch. Schnitzenpämer legt nichts ein , redet 
aoefa zw khainer sachen. 

(BL 197\) Mereurinns Gatinaria, Gross Canntzler, der her- fDesCroscanu- 
nach ain Cardinal worden, ain weiser vnd hochberuembter man, namb iergespraeh(H > 
midi zw Molin de Re an einem tag, alls wir täglichen von vnnser 
herberg zmn diennst geriten , vnnd alls der Khaiser mit dem palln 
spillte, zw sich in den inndern garten, darinn anch anndere Khaiser- 
liehe Rftte nmbgienngen, auff ain sonndern Platz vnnd spricht latei- 
nisch dise mainung: (1) „Ir Teutschen sacht gern, das vnnser Khaiser 
»Ear hlingerin (das was Khunig Vladislay zw Hungern vnnd Behaim 
„Tochter) Beliehen näme. Ir sollt aber wissen, das der Khunig von 
„Frannckhreicfa vorhat, alls sollt der Khaiser innhallt aines Vertrags 
„sein Tochter nemen, dabin doch der Khaiser nit verpunden ist. So 
„erbeuth sich der KhQnig in Enngellandt vill gellts zw seiner Tochter 
„zQgeben,daniaeh auch der Khunig in Portugal, gleichermassen mit an- 
„btettongvill gellts, dem Khaiser zw seiner Tochter zugeben. Weillabcr 
„der Khaiser mit frid hiheer in Hispanien khomen, vill mächtiger Khü- 
„nigreich on alle Schwerdtschleg vnnd Pluetvergiessen eingenomen 
„hat, so ist man noch (BL197\) zw khainem khrieg gefasst. Darumb 
„mnes man die Nachbarn in guetem willen vnnd hoffnung erhallten, 
„damit man wider mit frid in Teutsche Lannd khome, vnnd daselbst n 
„den fuess vestne. Sodann wierdt sich der Khaiser seiner heurath 
„enntschliessen. Wann sich aber der Khaiser yetzo enntschlnss, so 
„möcht sein Mt. der dreyer ainen zw vnwillen bewegen. Der Khunig 
„zw FraneUireich, auch EnngeHanndt, wo sein Mt. am vber- 
„farn an ier gebieth ains khSme, durch vngewitter oder annderer 
„vrsachen, so stuennde der Khaiser in grosser gefar. Portugall 
„mochte in abwesen des Khaisers vill vnruhe in Hispanien 
„machen.*' — 



198 



1519. 



(2) Dann so sagt der herr Gross Canntzler: „man redte yiH vom 
Khaiser» das der lanng vnnd vill schlieff. Dem war nit allso. Gleieh- 
woU rietten die Ärtzte , lanng im peth zu rhuen , schlieff aber nit. 
Das wäre die Ordnung: was gros, wichtige Sachen warn, die beualeh 
sein Mt. etlichen seinen Räten, der zeyt so sein Mt. rhuete zu berat- 
schlagen. So dann was darinnen gehanndit, gienngen sy zw dem 
Khaiser für das peth ynnd zaigten dasselb an. Wie dann (Bl. läS*.) 
gar neulichen ain groswichtige sachen dermassen furbracht ward» so 
zweiflig, darymb der Rat auff zwen weg bedacht ward, darüber der 
Khaiser sprach: „den ain weeg mag ich nit annemen, bin mit gellt 
„darzue nit gefasst, den anndern will vnnd mag Ich mit Eem vnnd 
,,gueter gewissen auch nit nachgeen, sonnder will ain drittel f&r 
»mich nemen^ ynnd zaigte denselben den Räten an. Darüber die 
Räte yasst all zäherten, ymb das sy, alls allt erfarn ynnd geuebte, des, 
so der Jung, nit haben khQnnen Buden**. Vnnd sägte ron grossem 
weisthumb, damit Got den Khaiser begabt bette. 

(3) Zum dritten khamb er auff den herm yon Tzeyerss <). Das 
die Teutschen denselben beschuldigt, alls wäre er guet französisch. 
Enntschuldigt den ynnd spricht: ,»wann dem also war, das der yon 
tzieyerss dem Franzosen mer dann dem Khaiser gunte, wer wollt Ime 
gewert haben , das Er den Khaiser dem Franzosen in seine faenndt 
nit geben bette, so doch der Khaiser so lanng zeyt in seinen hennden 
allain gewest ist. Aber daher fleusst die yrsach, warumb ain solicher 
verdacht oder mainung auff Ine (BL li&J istkhomen: Khaiser 
Maximilian hat ain eewige Räch wider Frannckhreich getragen , vmb 
das sy Ime sein versprochne gemahel, die hertzogin aus Britania, 
genomen, vnnd haben Ime sein Tochter, fraw Margareth, die dem 
Khunig Carl in Frannckhreich vermahellt, vnnd Ime gleichwoU noch 
nit manpar haimbzufiiren gegeben war, wider haimbgeschickbt. 
Darumb suecht der Khaiser für vnnd ain vrsach vnd we^, sich an 
den Franzosen zu rechen vnnd die zu bekhriegen. Der herr von 
Tzeyerss, alls ein hochweiser, dem nit vill leut diser zeyt mit ver- 
nunfft gleichten, zw dem so hat er vill freundt vnnd guetter, alls woU 
vnnder dem Franzosen, alls vnnder dem Khaiser, mit denen Er den Khrieg 
alls imer muglich verhindert; vnnd ob er ye nit annders gemögt, so 



*) Wilhelm von Croi, Herr von Chievres. Ver^l. Bänke, Deutsche Gesch. im 
Zcifalt d. Ref. 3. Ausg. 1, 355. 



1^19. 



199 



hat er doch vleiss filrkherdt, den khrieg aus seioem Vatterlanndt ui ain 
aonder Lannd zolennden, dann er woll gewisst, was der khrieg mit 
sieb bringt. Derhalben hat man gesagt» der von Tzieyerss muge nit 
leiden, das (Bl. 199'.) der Franzoss vertrieben werd.** Der Fran- 
zoss sey aber ein grossmftchtiger KhQnig, ist nit so zunertreiben. 

Mit dem muesten wir zum diennst, weUl der Khaiser vom Spill 
gienng. 

Am funffvnndzwaintzigisten tag warden wir wider geuordert. 25. Nov. 
AUso hiellt vnns der Canntzler ein mainung vor in gegenwurt des 
Cardinak von Tortosa» des Schiefers, Bischoffs Mota, herm Carln 
von Lanoy, Winckhefall Stalmaister» N. TechanndtvonPisanntz, herr 
Johann Hannort *) vnnd Maximilians f Secretary, die dann alle in f TransUann.CH ) 
der schriffl, die vnns im beschluss geanntwort ward» begriffen ist. 
Nftmblichen : «die Kay. Mt haben der Lannde mundtlich vnnd schrifft- 
lich anbringen vemomen» darüber sein Kay. Mt von sein selbs, auch 
seiner Mt Brueders wegen» auffall vnnd Jegclich derselben anbringen 
diser anntwort enntschlossen wie volgt: 

»»Erstlichen» das seiner Mt» alls allergenedigister herr, der 
Poten ankhunffl genedigclich angenfimb ist, vnnd sy alls seiner Mt. 
liebe vnnd (BL 199^.) getreue vnnderthon gern gesehen, alls auch 
sein Mt Inen soliches hieuor erclärt haben.** 

«Zum anndem» so sey Ir Mt. volkhomenlich erinndert aller 
schrifilen vnnd Ordnungen» auch Instructionen» durch sy fbrgebracht, 
aus denen khlftrlichen angezaigt war durch die Lanndtschafiten, (wie) 
nach des Khaisers abganng durch dieselben Lanndtschaflflen be- 
schlossen, gesetzt vnnd geordent worden » das dieselben Lannd biss 
zw ankhunffl lerer herrn, oder Ir aines» in guetem frid vnnd Ruee 
sicher erballten möchten werden. Vnnd wiewoll sein Mt nit zweifln, 
soliches alles zw guetem Ennde vnnd rechter trew gehanndit, vnnd 
soliches durch sy aus rechter Innigkhait der Trew vnd gehorsame, 
die sy jeder zeyt gegen Iren herren gewonent zu haben, — begerenndt 
lerer herm Nutz vnnd aufnemen vnnd derselben Lannde sicherhait — 
das also die Kay. Mt. solich hanndlung zum pessten anzunemen acht. 
Aber säliger achtet sein Mt., das man in die Einkhomen, Oberkhaiten, 
Hochaiten vnnd anudere Recht der Regalien, Iren f&rsteu vnnd herrn 



*) Haiinart, ainer ?on den Rithen des Kaisers in deutsehen Angelegenheilen. 
Ranke I.e. 2, 101. 



200 



1519. 



zuegebörig, (BL 150^.) on derselben Irer forsten vnnd beim wissen 
die bennd khainesweegs angelegt bette; aaeb die Ordnung des 
Regiments, ron weillennd Kay. Mt. gesetzt, vnnd durcb sein Testa- 
mennt bestätt, aus ettlieber derselben aigner gwallt nit yeränndert. 
Dann ob gleicb was vnloblicbs oder Straffwierdigs, wider etliebe des 
Regiments Räte befunden, möebt gesagt werden, so bat docb nie- 
roanndt gebflrt, Ime selbs Reebt zu sprceben, sonnder soll zw den 
Obrem angetragen sein worden, vnnd sein Kay. Mt. sambt Irem 
Brueder ersuecbt baben , die betten zw abwendung des Posen Ir bilff 
bewisen. Niebts minder getrost sieb sein Mt. der treue Irer vnnder- 
tbonen, vnnd vermaint von den gescbicbten niebts zw vrtbaillen, noch 
zw widertreiben, bintzt sein Mt. Ir Enntscbuldigung v5lligclicben 
vemomen babe. Darumb sein Mt. die zwitraebt auff ain anndere zeyt 
vnnd zw seiner Mt. ankbunfil anzustellen enntschlossen, allsdann das 
(zu) tbun, welicbes ainer gueten (BL 150^.) Regierung vnnd zw 
Ruee den Lannden nutzlicb angesehen wierdt.^ 

„Zum dritten, nachdem sein Mt. vnnd derselben durchleucbti- 
gister Brueder aus Eehafilen geschäflnen bintzt her verbindert, lere 
Österreichische Lännder zu besuechen ; auch sein Mt. noch nit so 
palld wierdt mögen zw denselben sich nächnen, noch auch dermassen, 
wie sein Mt. begierig War, derselben Lannd Regierung obzuligen; 
vnnd khainsweegs flir billich angesehen wierdt, die phlicbt vnnd den 
ayd der gehorsamb lennger anzustellen: darumb so ist von seiner 
Mt., auch derselben Brueders w^gen, der gwallt geben worden Ett- 
lichen itirsten vnnd grosses ansebens männem , die da in abwesen 
vnnd bintzt zw seiner Mt. ankbunfR die oberste Regierung aller 
seiner Mt. Lännder (füeren)^ von allen vnnderthonen in seiner Mt. 
namen die Erbphlicht vnnd den ayd der gehorsame annemen, vnnd 
zw der Lännder vnnd vnnderthonen Rhuee, frid vnnd gueter Regie- 
rung fQrsebung zu thun. Alles zw sainer Mt. glQgkhsäliger ankbunfil, 
die, wills got, auff Jüngsten Frueling khunfflig sein wierdt.*" 

(BL ISl'.) „Zum Vierten, so seyKay.Mt den gesanndten ge- 
ncdigcliehen wider anbaimbs zuraisen zw vergunnen bedacht, also 
das yegclicher mit kbayserlicber gnad vnnd guete in sein vatter- 
lanndt mug widerkhern, denen, dauon sy geschickht, zw erzellen 
seiner Mt. gemueth vnnd furnemen, also, das sy vnnd die ann- 
dern all sich dermassen schickben, dem obersten Regiment, durch 
sein Mt. vnnd derselben Brueder geordennt vnnd gesetzt, die 



1519. 201 

pblicht viind gehorsamb nach der gewonhait zuthun , vnnd dem- 
selben Regiment, bintzt zw seiner Ht. ankbunfft, geborsarob laisten, 
rnnd was durcb dasselb erkhenndt oder beuolben wierdt, alls lanng 
seiner Mt. ab wesenbait werdte, erfüllen vnnd ballten. Mit anzaigen, 
das sein Mt. will in dem gwallt, dem obersten Regiment gegeben, 
der Lannd Freyhaiten zu ballten, vnnd in seiner Ht. aueb leres 
Bnieders namen zu bestfitten ; alls aucb sein Mt. zw derselben an- 
kbunSt selbe bestatten ynnd ballten will. Vnnd will mitier zeyt acbt 
baben, mit der (BL 15 P.) Lannd Naebbarn frid zuballten, ynnd die 
Lannd in frid vnnd Ruee zw erballten. Vnnd ob yemandt ainicberlay 
kbrieg wider die .ffteren wollt, will sein Mt. Iren vnndertbonen ge- 
bnrlicbe besebutzung vnnd bilff verordnen. Was auebinden Lannden 
nicbt reehtlicb oder biliicb gebanndit war worden , will sein Mt. zw 
derselben ankhunflft mit guetem rat reformiern, vnnd den Lannden mit 
dem pessten beraten, seine vnndertbonen mit seiner sflessen gegen- 
wertigkbait trösten vnnd denselben alles das eruolgen lassen, das 
ainem Jegclieben pessten ßrsten gebürt zu tbun.** 

„Zum Amfilen vnnd letzten : Nacbdem die Statballter, Regennten 
vnnd Rfite, die sein Mt. zw dem obersten Regiment der Lennder ver- 
ordent, im tbun sein, die Lännder zu besueeben vnnd die Erbpbliebt 
von denen anzenemen, vnnd alles annders zutbun, das zw frid, ruee 
vnnd gneter Regierung gebflrt förzenemen, nacb vermug des gwallts 
Inen derbalben gegeben, vnnd die Pottn von ferre wegen des weegs 
nit mugen so (BL 152'.) palld dorten sein, der Ku. Mt. gemQetb 
den Lannden anzuzaigen, vnnd den Statballter Regennten vnnd Räten 
beystanndt zu tbun, begert vnnd beuilcbt sein Kay. Mt., damit die 
potten aus scbuldiger pbliebt, damit sy seiner Mt. verpunden sein, 
von stundan durcb die posst solicb seiner Mt. anntwort in die Lannd 
durcb Ire brieff verkbünden , vnnd das sölicbes alles seiner Mt. mit 
gueter wissenbait vnnd enntschlieslicben willen sey. Das sy aucb die, 
von denen sy gescbickbt sein , mit Iren briefen ernnstlicb bewegen, 
das sy demselben obristem Regiment beystänndig vnnd geborsamb 
sein, vnnd auif den gwallt. Inen gegeben, die Erbpbliebt tbun; vnnd 
annders, das Inen durcb dasselb Regimennt aufgelegt wierdet, vol- 
zieben, zw der Lannd pessten Ruee vnnd sicberbait, alls sieb sein 
Mt. des in der gesanndten treue vnnd geborsamb versiebt, denen aucb 
sein Mt. vnnd derselben Brueder vmb Irer trew willen yederzeyt 
allergenedigiste berrn sein wellen.** 



202 



1M9. 



(BL 152^.) Über soliches gienngen wir in ain Camer, xw 
nächst bey den Räten, da wollten sich die anndem all darüber be- 
dennckben vnnd dieselb Anntwort in scbrifil begeren. Wiewoll es on 
ynnsem willen was, lennger euuerziehen, doch liess mans geschehen. 
Do zaigten vnns die Rät an, Sy woUtens an Kay. Mt. bringen. Hetten 
wir dann mer zu handien , so solten wiers thnn. Dann Ir Mt. werde 
palld von hin , wollt ynns doch Ter hie abfertigen. Do wollten die 
anndem nuer Eylen, ynnd redten lanng von ainer aintrSchtigen Annt- 
wort. Wir lagen an dem, das wir die drey Artiel yeranntworten 
weiten. Es thäte Ir Jedweder was er wollte. Do spricht Starhen- 
berger zw mir Sigmunden: „Er wollte yon mir wissen, warumben 
Ich nit neben Inen steen wollt? Ob sy nit frumb oder sonst mir nit 
guet genueg wären?'' Darzue Ich sprach: »das mich sein nit iuste,^ 
vnnd wolt mich nit weiter mit der Red gegen im einlassen. Trat 
herdan von Inen, liess sy reden. Da protestierten sy wider mich 
zwischen Inen, da Ich von in (BL 153.*) getretten war etc. etc. 
Ich hab nit darauff gemerckht. Dannocht hanndleten etlich zwischen 
ynnser, das wir vnns des yergleichten, das wir anzaigen liessen in 
der gemain, wir hetten allen ynnsem beuelch, den wir ron den 
Lannden gehabt hetten, f&rbracht, ynnd hetten nit in beuelch» aini- 
cherlay yon wegen der Lannd zuueranntworten oder zw disputiera. 
Aber was ynns furkhtimbt, wellen wiers gem an die Lannd bringen. 
Wir behiellten unns aber beuor, ynnser anntwort auf die drey Artiel 
zuthun. 

Do dann Troian yon Auersperg, alls yor tlbeg bey ynns in allen 
hanndlungen beliben, ynnd mit ynns ainträehtigclich yon w^^n der 
von Crain gehanndlt hat, (hersuetrat), do muest auch sein gesell 
herzue. Es khamen auch die Khämner ynnd baten ynns gleichmäslich 
yon Iren wegen zu hanndlen. Do zaigten wir den Räten an, was die 
drey Lannd gehanndlt haben : „Das haben sy daramb gethon, die- 
weill Ire fUrsten souer von Inen sein gewest, vnnd damit sy die 
Lannd erhallten, vnnd in frid vnnd ainigkhait behallten möchten, hintzt 
sy, dieselben Ire f&rssten, (BL 15^.) besuechen vnnd erraichen 
khQnden, alls frumben vnnd getreuen vnnderthonen woU gezimbt hat, 
fbr menigclich, hintzt auf zuekhunfft vnnd weitterer flQrsehung der 
Fürsten. Vnnd haben niembt enntsetzt, vnnd sich nichts vnnderwun- 
den für sich selbs vnnd das in nit gebflrt bette. Vnnd wiewoll wir 
hierinn khain beuelch haben, die Lannd zuueranntworten, dammb 



1519. 



203 



wellen wirs mit khurtzen wortten beschliessen. Sy werdenns der- 
massen anzaigen, das die Kay. Ht. etc. mit äugen sehen vnnd mit den 
bennden greifen wierdt, das sy nit annderst, dann alls den frumben 
ynnd getreuen woll gezimbt gehanndit haben. Vnns hat dennocht für 
ynns selbs gezimen wellen, soliches Kay. Ht. anzuzaigen.** 

„Zum anndern, von wegen der zwitracht mit dem Regiment etc. 
die drew Lannd haben vnns nicht beuolhen» Ichtes wider das Regi- 
ment zuclagen. Sy sein guete freundt miteinannder, hallten gemain- 
schaffl mit freundtlichen Reden ynnd sehreiben, ynnd fOeren khain 
clag wider sy. Versehen ynns die yom (BL 15^'^,) R^iment clagen 
wider ynns auch nichts; wo sy es aber gethon betten, des wir nit 
boffien, so patten wir vmb Copeyen, die wir ynnsern berren ynnd 
freunden haimbbringen mugen.** 

,»Auff den dritten Artid sollen E. gnaden wissen, das ynnsbaiden 
der Kay. Mt. beuelch ynnd schreiben zuekhumen ist, zw Tarfiss 9 
in Venediger herrscbafll, mit dem Innhallt : «dieweil der weeg sorge- 
lieh ynnd weyt sey, mugen wir wider haimb kberen ynnd all sachen« 
die der Lanndtschafft f&rfallen, mflg man bey den Commissarien 
suechen mit mererm Innballf Dasselb schreiben wir mit aller Er- 
wird ynnd diemuet emphangen, aber dieweill ynns angesehen hat, 
das dermassen mit den Comissarien zu hanndlen den Lannden schwär 
ynnd wider Ir freyhait, allt herkhomen ynnd gewonhaiten wäre, 
haben wir ynnsern angefanngnen weeg yolzogen. Soliches sagen wir 
nit, das die Lannd dieselben Comissarien nit annemen werden, sonn- 
der ynns däucht soliches nuer, alls wir die Sachen yetzmalls erwogen. 
Will aber ye die Kay Mt, das wir (Bl 1S9\) innhallt des Ersten 
begeren schreiben, so sein wir die gehorsamen.^ 

Auff soliches sagten die Österreicher durch den Doctor : „die 
drey Lannd haben Ire besonndere Regiment gehabt ynnd Ire haubt- 
leut, ynnd haben nichts bey disem Regiment zuthun gehabt, dann was 
durch Appellation an sy gefallen ist."* Starhenberg sagt: „seinem 
Vatterlanndt sey umb dergleichen sachen nicht wissenndt gewest, 
darumb ist Ime hierinn khainerlay beuelch gegeben worden. ** 

Auff soliches Hess man ynns herdan tretten. Do ynnderredten 
sich die Rät palld, ynnd ruefften ynns yon den dreyen Lannden wider 



*) Treviso. 



204 



1519. 



zw sich, ynnd mnesten zw in nider sitzen. Also spricht der Canntzler : 
,,Eure Anntwort gefeilt den herrnen gar woll. Wellenns auch Kay. 
^,Mt. anzaigen. Dann des schreibenns halben ist allain darumb , das 
,,Ir Euern herren mnd freunden anzaiget, wie genedigclich Euch 
^Euer herr rnnd Lanndtsf&rst emphangen, gehört vnnd mit Euch ge* 
Mhanndit, damit (^BL 15ß\) die Lannd des Forsten genad mnd guete 
,,erkhennen, ynnd dester begierlicher sein, gehorsamb zu laisten; 
Mvnnd damit sy den Commissarien anhenngig, beystSnndig nind ge- 
„horsamb sein, hintzt auff der Kay. Mt. zuekhunffit.*" Darüber sagten : 
„wir wollten gern schreiben , damit die Lannd den Commissarien 
hilfflich vnnd beystänndig sein. Aber ynns deucht vill fruchtberlicher, 
mit Tu'nser gegenwurtigkhait soliches anzutragen, bittundt vnnss ynnd 
die brief , so man die haben will, auff ain tag abzufertigen. Wollten 
wir eylln, alls yill ynns muglich wfir, ynnd dann gegen wurtigclich 
hanndlen, alls yill an ynns wfir ynnd wir yerstuennden, das Kay. Mt. 
auch Lannden ynnd Leuten zw guet khomen m5cht.** Darfiber namen 
in die Rät ain bedacht, mit Kay. Mt. weitter dartnn zu hanndlen. 

Bischoff Mota vnnd Hannort warden zw den yon Österreich ge- 
schickht. Die hanndletn auch in demselben gemach mit Inen, 
steender. 
27. Not. Am Sibenvundzwaintzigistcn tag berufft ynns baid ynnd den 

yon Auersperg der Gross (Bl. 155^.) Canntzler, mit Im zw dem 
fruemall, ynnd darnach f&ert Er ynns in sein Cammer, fragt: „wes 
wir ynns entschlossen betten des schreibenns halben?^ Do wir Ime 
erzellten, warumb ynns schwfir war in solichem zu schreiben, (ynnd 
ynnder yill anndern yrsachen erclärten wir im den articl ynnser frey- 
hait, das ynns ain Fürst zuuor schweren mueste etc.). Darüber 
spricht: „Er h5rte solichen Discurs oder Erleutterung yasst geren'', 
ynnd schwuer darüber: „der Khaiser war des nie bericht worden. 
Hette man aber soliches yor gewisst. Es wfir warlichen khain solicher 
beschaid ausganngen. Des sollen wir enntlich glauben, dann Irer 
Mt. gemüeth wfir enntlich nit, Irer Vor Elltem brief zuuernichten, 
sonnder ee zw bekhrefftigen ynnd zu meren.** 

Vnndter anndern bracht wir in darzue, das er vnns anzaigte, 
wie die Lannd in Kay. Mt. tragen wfirn worden , wie man dann soli- 
ches in der schrifft aigenntlich hat. Vnnd ist khain ynnderschaid in 
den Lannden gehallten noch benennt worden. Vnnd Ober dieselben 
Articl (BL 156",) noch, das darzue (ynns) die Potschafllen yon den 



1519. 



ao5 



Launden all in Kay. Mt. etc. Cossten gesehickht waren vnnd zugen. 
Er bekhanndt auch zum thaill, das man gehanndit hat» das ynns der 
Khaiser nit soll für sich gelassen vnnd nit gehört haben. Vnnd spricht 
darüber: »glaubt warlich, bette der Khaiser des manns » (yermaint 
den Sibenburger), gemueth gewisst. Er bette in nit ftlr sich gelassen."" 
Mit Till anndem Reden. Wir zaigten an den grundt des Cosstens der 
Raiss, daneben eontschuldigten die Lannd Ton Articl zw articU alls 
viU muglich war. Daneben sagten: „ Betten wir allain den Yon Aurs- 
perg bey vnns gehabt, dem spot mit dem Doctor wollten wir allen 
fOrkhomen sein. Allain khunden wiers nit thun, so betten wir sonnst 
kbain hilff oder beystennder.*' 

Alls wir aber wider zw herberg zugen, namen wir das wort 
gross zw hertzen, das rnnser Khaiser ymb solich vnnser freybait nicht 
gewisst hat, vnnd wir sollen schreiben, das man den Commissarien 
gehorsamb sein sollt. Ynnd dachten, wo rnnsem freybaiten nit ge- 
mäss gefaanndlet, wurde man nit gern den die Phlicht thun. Dachten 
(BL 156^.) auffall weeg. Doch machten wir ain Copey, so maus 
ye haben wollt , damit wir nit lennger aufgezogen ynnd in vncossten 
gelait wurden. Dieseib Copey wir den von Kbämndten zuschickten 
zu beschaid. So begerten sy mein Sigmunden. So spricht Yngnad: 
„Herberstainer, Ir habt ain Red yor den Räten thon des Regiments 
„halben. Das hab Ich nicht yerstannden, aber sider bericht worden. 
„Nun gestee Ich, noch mein gesell. Euch khainesweegs, das wir Euch 
„ainicherlay des Regiments halben beyolhen haben zureden **. Mit den 
oder dergleichen ynnd yill Worten. Dagegen Ich Ime gesagt: „es war mein Erste am- 
nun zum anndern mall , das mir soliches yon im beschäch. Muest es ^^^' ^"'^ 
auff sein geburliche zeyt steen lassen. Wolle aber sehen, das Ich der 
hagkhen ain Still mocht finden. Ich welle sy gern bereden yor den 
Räten, das Ir mainung, wie Ichs angezaigt hab, des Regiments halben 
nit dermassen sey. Aber das sy mich erbeten haben, ynnd Ich ann- 
ders yon Irenntwegen gehanndlet soll haben, wollen wir es auffein 
anndere zeyt anstellen auszutragen.*" Vnnd gienng yon in aus. Do 
khamb Silberberger (BL 151^) hernach in mein Camer, ynnd zaigt suberbergerent- 
mir an, wie Starhenberger ynnd die anndern zw Inen gesagt betten: »chwJdigtdenVn- 
„Ich soll den Räten angezaigt haben, wie das Regiment alzeyt woll ^"* * 
gehandlt bette; wurde sich mit warhait nimer annders befinden, oder 
dergleichen. Das war die yrsach solicher Red die Vngnad thon bette." mein andre ani- 
Daruber sagt Ich zw Ime: „wann ich es dermassen geredt bette, su wurt. (h.) 



206 i5i9. 

maess leb selbs sagen» das Ich vnrecht getbon, dann sy betten mirs nit 
beuolben. Wann mich aber ye ainer zw ainem Lugner machen will, so 
sagt im trutzlicben binwider von mir: «wer es dermassen von mir 
redt» der lugs in balls, alls ein verlogner man!** Mit dem belieb es 
allso, ward nichts mer daraus.^ 
10. Dec. Am zehennden tag Decembris ist vnns ain schrifil zuegestellt 

vnnd vnns nit mer worden» dann ainst zu lesen. Da namens die Öster- 
reicher wider. Nun ward es spat am tag vnnd ritten damit in vnnser 
herberg. Am morgenns frue warden wir beschiden, anntwort darauff 
zu geben. 

Allso bewegten wir am maisten des Canntzlers Red, das Er 
sagte: „wo Kay. Mt. vmb vnnsere freihalten gewisst, bette warrlich 
khain solichen beuelch (Bl IST.) ausgeen lassen.* Hetten grosse 
sorg, es wurde vielleicht vnnsern freihaiteii gemäss nit gehanndlt. 
Darumb suechten wir all vrsach , damit wir solich schreiben zu thun 
vmbgeen möchten. Do es aber ye nit annders sein khunde, do schri- 
ben wir an die drey Lannd. Woll zaigt mir der Canntzler ainst her- 
nach grOndtlicben an, wie die Comissarien alles das thun wurden, das 
der Fürst thun soll. Do deucht vnns woll, es möchte dermassen, wie 
beschehen ist, gehanndlt werden. 

Wir warden, nachdem wir vnns bewilligten, woll dreymall getagt 
zw der Abfertigung. Am letzten fuert man vnns in des Khaisers 
garten, dabey ist ain zimer bey der Erden, warden darein gelassen 
vnnd beruefil fbr Kay. Mt. Vnnd hette Jbey sich den von Schifers, 
Phaltzgrauen, Marggrauen von Brandenburg, Canntzler vnnd annder 
vill Forsten, Grauen vnnd Herren. Allso redt Canntzler: „Die Kay.Mt. 
hette alzeit sonnder gross vertrauen zw den Lannden gehabt, vnnd 
sich nie annders zw Inen versehen, dann aller Trew vnnd gehorsamb. 
Will sich des noch vngezweiflt versehen. So sollen sich die Lannd 
binwider nichts annders zw seiner Mt. vnnd Irem Brueder, dann aller 
(BL ISS^J) gnaden versehen. Sy mit aller Irer macht schOtzen, 
schirmen, bey Recht vnnd frid zuhallten, Ire freybaiten nit zw schwe- 
chen, sonnder hanndthaben vnnd zu meren, vnnd alles des bey gueten» 
frumben Forsten zu hoffen vnnd gewarten ist. Zw dem begerte Ir 
Kay. Mt. mit ganntzem Ernnst beuelhenndt, das die Lannd Irem 
begeren , so vnns in schrift anntwortsweiss durch Ir Rät zuegestellt 
sey, hintzt auff seiner Mt. etc. vnnd leres Brueders zuekhuniR nach- 
khomen vnnd volziehen. Soliches alles sollen wir Jegclicher denen. 



1519. 



207 



dauon er geschickht ist, anzaigen, daneben Irer Mt. genad vnnd alles 
guets zoesagen.** Die Kay. Mt. spricht selbs: „Ich yersiech mich, 
Ir werdet alls vnnser getrew ynnderthon bey ynns beleiben. Ich will 
allzeyt Ear genediger Khunig sein vnnd will palld zw Euch khomen.** 
Alls wir herdan trattn, zu bereden was wir wollten anntworten, 
da baten sy mich soliche anntwort zugeben, das Ich mich lanng setzte 
vnnd sprach: ,,wer zuuor geredt hat, der rede noch.^ So spricht der 
Silberberger : „Ich bitt dich vmb gottes f, thue vnns die Schanndt f willen, (h.) 
„nit auff, das wir so lanng verziehen, der Khaiser siecht vnnsere 
„(BL 158^,) hanndlung**, alls auch der Khaiser vnnd alle beystSnn- 
der gesehen haben, dann das zimmer war woll enng. Auff das namb 
Ichs an , vnnd gaben auff des Canntzler Red widerumben in Latein 
anntwurt, die mainung: „die Kay. Mt. solle khainen zweifl haben, die 
Lannd werden, nichts minder dann vor ye, sonnder mer mit vnnd bey 
Irer Mt. etc. treulichen thun, vngespart leibs vnnd guets. Wir wellen 
auch Irer Mt etc. beuelch treulichen ausrichten, vnnd soll Ir Mt. etc. 
warbafftigclich wissen, das die Lannd dasjhenig betrachten vnndalzeyt 
hanndlen werden, das Irer Mt. etc. Lannden vnnd Leutten das Eer- 
licbist vnnd nutzist sein wierdet Wo aber die Lannd annders in Ir 
Mt. getragen wurden, alls vor beschehen ist, welle dem khain glauben 
geben , hintzt auf grundtlichs vnnd warhafflig^eriaren. So dann Ir 
Mt. befindet, das woll vnnd treulich gehanndlt ist, welle Irs genedigc- 
lich gefallen lassen , wo es aber von Yemanndt vbl gehandlt wurd, 
so ist E. Mt. etc. herr vnnd Lanndtsfttrst, mugen straffen nach Irem 
gefallen.^ 

(BL 159*.) Auff seiner Mt etc. seibs Red gaben wir f in + ich von vnser 
Teutsch anntwort: „Sein Mt solle khain försorg tragen, nachdem •"^''^^^m (h.) 
wir aln genedigen frumben herm, so gezimbt sich gar woll, das der- 
selb herr auch getreu vnnd frumb vnnderthonen habe, die werde Ir 
Mt also zw aller zeyt in den Landen befinden. Seiner genedigisten 
Vertröstung vnnd Irer zuekhunffl wellen wir in khurtz gewarten, Got 
dem almächtigen mit höchster diemut bitten, das er sein Mt. mit ge- 
sonndt, freiden vnnd gelucksaligkhait furderlich zw vnns belaytt vnnd 
bring, vnnd wellen allso die Lannd vnnd vnns Irer Kay. Mt alls 
vnnserm allergenedigisten rechten herm vnnd Lanndtsftlrsten vnnder- 
thäm'gclichen beuelhenn.^ 

Mit dem khert sich Ir Mt. wider zw den Räten vnnd redte frö- 
lichen mit Inen. Vnnd darnach erlaubt vnns Ir Mt. also mit gnaden 



208 im 

anhaimbs zu ziehen. Vnnd noch ainest khert sich Ir Mt. etc. zw dem 
Canntzler, beuilcht Im: „vnns dannckh zu sagen, der muee vnnd 
grossen geferlichait» die wir von Irer Mt etc. (BL 159^.) wegen 
vberstannden hetten, mit erbietten wo Ir Mt. inndert von vnns ange- 
lanngt wurde, welle soliches gegen Jegclichen mit gnaden erkhennen.'' 
Darüber wir, alls sich gebflrt, dannckhsagten. Hit dem pote vnns Ir 
Mt. Ir hannd, vnnd schiden von dann. 

Gleich alls die Kay. Mt. anhueb zu reden, do khert sieh Herr 
Michel Eytzinger gegen Marggrauen von Brandenburg vnnd padt den, 
das er die Kay. Mt etc. hätte von seins Suns wegen, den Er mit im 
herein geftiert hat, vnnd vnnderredte gleich dem Khaiser. Nachmails 
khnyet er für Ir Mt vnnd' bat von wegen seines Suns, der also ange- 
nomen ward. Nachdem so es mallzeyt ward, fuert man vnns zw dem 
von Schiffers, der vnns dann allzwsambt dem Phaltzgrauen , Bischoff 
Mota, ain anndern Marggrauen vnnd sonnst etlich grauen vnnd gros- 
mächtig herm geladen bette, vnnd vnns warrlich Eerlich gehallten, 
darzue mit freiden das (BL 160'' J mall verzerten. Damach fuert 
Er vnns in sein Camer, da pat er vnns durch herrn Paulsen von Ar- 
mastorff: »wir sollen vnns alls getrew, frumb vnnderthonen hallten, 
gegen Kay. Mt, mit anzaigen der Tugenndt vnnd grossen guete 
vnnsers Fürstenns. Nämblich, begerte der Kay. Mt. beuelch vnnd 
begeren, den Comissarien die phlicht zu thun, wie dann die schrifft 
vermag, so welle Er allzeyt beflissen sein, die Lannd zubefurdern bey 
Kay. Mt.", mit vill zierlichen werten. 

Dagegen wir seiner gnaden dannckhsagten mit verhaissen: 
MSoUches alles mit dem treulichisten an die Lannd zubringen, vnnd 
gebeten, welle vnnseren höchsten Trost, die Kay. Mt., Ime beuolhen 
lassen sein. Ynnd wir Erfreyten vnns sein genaden zw erkhennen 
vnnd souill genedige Vertröstung zw emphahen, dieweil sein gnad nit 
annders alls Kay. Mt. etc. annder Vatter war, vnnd das sein gnad die 
Lannd auch beuolhen (BL 160^.) welle haben, vnnd den, die sich 
allso mit vngrundt mit antragen der Lannd zuekhauffen wellen, der 
warrlich khainer seinem herrn trew ist, der zwischen sein vnnd der 
vnnderthon zwitracht säet glauben geben. So werden sich vngezweiflet 
die Lannd gegen seiner gnaden hallten , daran sy on zweifl genedigs 
gefallen tragen werden. ** Vnnd allso nach vill Reden schieden wir ab. 

Zum letzten warden vnns die brief, an die Lannd lauttundt, zw- 
sambt ainem schwartzen Samat,yegclichem zw ainemRockh, geanntwort. 



\" 



1519. 209 

Vnns ward aia Furier zuegeordennt, der vnns durch das Lannd 
hintzt au die gränitzen fuerte ynnd frey hiellt , damit man ynns in 
Steten der Maut halben nit ymbzogen hat, alls gewonhait ist , das nit 
YiU anndern mer besehehen. 

Es ward auch emnstlich beuolhen» das man ynns die zway yesste 
guete Schloss Parpiniam vnnd Salsa 9 ^^^ ^H^Q haimblichen wören 
weisen, zaigen ynnd durchfOren soll. 

(BL 161\) Joannes, yon Gots genaden Marggraue zu 
Brandenburg etc. 

Vnnsern gunstlichen gruess zuuor. Edlen, Ersamen, Lieben 
Besondern. Wir haben Eur schreiben emphangen ynnd des Inhalt 
yemumen, ynnd Ir solt Euch genntzlich zu ynns yersehen, das wir 
der alten freundtschaßl halben, damit ynnsere yorfordern dem lob- 
lichen hauss yon Österreich yerwanndt sein , Euch geren das besst, 
ynnd, das wir yermainen Euch eerlichen zu sein ynd R5. Khey. 
Mt. etc. ynnserm Allei^enedigisten Herrn gefellig, raten weiten. Vnnd 
demnach war ynnser Rat ynd guetbedunkhen, das Ir Eur Red zu 
Latain thet, ynd wenig ynnderschaid machet wer die thuen soll, souer 
solich person ynnder Euch darzue geschickht war. Wan es iat an 
dem hoff der gebrauch, das Teutsch, Wallisch, Frantzösisch , Enge- 
lisch Potschafft Jedlicher sein Red zu Latein (BL 161^.) thuet, ynnd 
solches noch zumal inn Teutsch nit gehdrt ist Dann sein Khey. 
Mt. etc. ynd alle sein treffenliche Rätt sein der sprach gar nichts be- 
richt. Aber dieweil an heut Khey. Mt. zu Euch den Graffen yon Mont- 
fort, Brobst yon Cassel ynd Meteney, Euch morgen hieheer zu fueren, 
geschikht hat, solt Ir in allem dem, so Euch zufellt, Ir guetbedun- 
khen ynd Rat haben, wann es sein tapfer, erlich leut, die dises hoffs 
gebreuch wol geyebt sein , ynd werden Euch gewislich treulich ynd 
was Euch eerlich sein wirdet rathen. Aber ains weiten wir Euch 
freundlicher maynung nit yerhalten, das Ir mit allem yleiss yerhQetet, 
damit zwischen Euch, weder solcher Oration oder Red, weder der 
Stftnndt halben khain ynwil, gespen ynd zwitracht zwischen Euch 



^) Die Yesten zu Perpignan und Salces in der Grafsehafl Roussillon, welche 

damals lu Spaaieo gehörte. 
Fontes, yill. 14 



210 181». 

erwacbsse , wann solich wurde Khey. Mt. vas&t wider sein ; mecbt 
auch nit allain Euch, {BL 162"*.) sonnder der ganntzen Lanndsehaffit 
zu schymbpf ynnd naebtail raiehen. Vnd hiemit wel wir auch ain 
schreiben, so vnns in sunderhait berr SigmundtTon Herberstaio ynd 
Hanns Hoffman getban, verandtwurt vnd gemaint baben. Welten wir 
Eueb genediger ynnd freundlicber maynung nit yerbalten. Datum zu 
Molin de Rey, am 5. tag Nouembris, Anno etc. im 19» die Erst stundt 
in der Nacbt. 

H. M. zu Brandenbui^ etc. 
Den Edlen ynnd Ersamen, ynnsern lieben, besondern N. ynnd N., 
den Gesanndtben zw Rö. Kbey. Mt. etc. yon denn Niderösterreicbi- 
scben Lannden samentlicb ynnd sonnderlich. 

(Bl. 162^.) Doctoris Martini Transyluani Oratio ad Carolum 
Hispaniarum et eleetum Romanorum Regem, futurum Imperatorem, 
Barcbinone. 1519. 

,,Primum omnium, Illustrissime Princeps, ac MagnificeRex Carole, 
Prouinciae Austriae, Styriae, Carinthiae et Camiolae,quarum nos Ora- 
tores ad tuam Majestatem agimus , salotem optant sempitemam tibi 
tuisque, tanquam gloriosissimo Hispaniarum et Neapolis, tum et Jeru- 
salem et Siciliae utriusque Regi, Ducique Burgundiae ac Austriae, 
felicissimo, inuictissimo, oflferentes se in tuae majestatis iussa promp- 
tissimos. Atque utinam in bonore (?) rerum statu tua Sanctissima 
Majestas nobis adeunda fuerit, nostra studia, opera, ofßcia offerenda, 
animique nostri , tum in Diuum Maximilianum , Optimum Imperatorem, 
tum in tuam sacratissimam Maiestatem (BL 163*,) declarandi, ac 
non tanto, tam communi omnium luctu. Quem si atre, si lugubres 
yestes, quantus omnium pectore conceptus est satis testari possent, 
neminem futurum crediderim, qui bos nostros babitus aut mirari, aut 
ridere yelit. Quandoquidem sciunt tuam Majestatem non latere , que- 
madmodum paulo antea magnanimus Imperator Maximilianus,^Princeps 
optimus et uictoriosissimus, deque Republica Cbristiana summe meri- 
tus, tuae Maiestatis fratrisque Ferdinandi Principis ülustrissimi pater- 
nus auus, immo yero et parens, ita deo, cuius secreta sunt consilia, 
destinante, ex humanis cesserit et fato paruerit suo, quod cum aliae 
Romani Imperii Ciyitates juge dolere, et lachrjrmis necdum desinen- 
tibus defleant, suis prouincialibus maximedeflendum, nemo (BL 163\) 
est, qui non facili coniectura intelligat. Crede igitur, Princeps maxime 



1519. 



211 



et Inuicte Rex Carole, nulluni a morie magnanimi aui tui per multos 
menses diem transiisse, quo non sununo cum desiderio et anxiis suBpi- 
riis immature mortis seuitiam tota Austria cum gemitu luxerit. Nam 
dum yita manebat, ea modern tione in Austria usus est, ut suis cum 
primis pacem et concordiam, mox dignitati et maiestati suae gloriam 
et splendorem, in Imperii tractandis rebus magnanimis nunquam non 
comparauerit mitis in subditos, clemens in poenitentes, in omnes yero 
humanissimus, iustissimus, modestissimusque. Addo, quod supra 
omnem administrande Justiciae diligentiam sne (?), maximas guber- 
nandarum Prouinciarum suarum, ipsiusque Imperii Romani, labores. 
Illud demum, (Bl. 16ii\) .magna tocius Christianitatis expeetatione, 
moUtus est, publice Principiim Germaniae Conuentu indicto, ut atrox^ 
ut nulUs conditionibus domabilis hostis, immanis Tburca, deserere 
Europam, et suis armorum insultibus contra Christianos tandem impo- 
nere modum fuerit coactus. Quae res ut sola in causa est, ut prouin- 
ciarum suarum Austriae coloni nunquam suam mortem non possint 
non aeerbis et magnis lacbrymis prosequi. Dens optimus maximus, in 
cuius manu tota mortalitatis ratio est, frequentissimae memoriae mag- 
num et Inuictissimum Maximilianum Caesarem, ut bic gloria, ita alio 
in seculo pace et perennitate felicitatis donare velit, quod unice, se- 
cundum Nepotum suorum salutem, tota Australium terra non inter- 
missis precibus erat. (BL 16 V".) Habuimus tamen, lUustrissime et 
potentissime Romanorum Rex Carole, in tante nunc susceptae calami- 
tatis molestia, quod nobis semper ab intime merore et despondendo, 
ut sie dicam, animo, animum reuocarit. Nam cum illum amissum seuero 
fato omnino uoluerimus Tiuere, id nos solabatur, quod sciebamus, 
magne stirpis sue Nepotes superesse. Non aetate tantum, sed et vir- 
tute omnifaria florentissimos, et auitos Austriae Principes, dementia, 
magnanimitate, modestia, prudentia magnificentiaque ad unguem refe- 
rentes. Quibus opulentissima Hispaniarum Regna uel seorsum moueri 
illicique poterant, ut tuam Maiestatem Regia sede et apice Domini sui 
dignarentur. Verum enim est, quod sapientes tradidere, illustrem 
indolem maximarum uirtutom indicem esse. (BL 165'.) Quapropter 
maxima spe rapimur, futurum aliquando, ut Maiestas tua in Turcas, 
maxime Prouintiae Austriae formidabiles bestes , ea arma conuertas, 
quae tibi, ceu beredi rirtutum, diuus Caesar Haximilianus tractanda 
reliquit. Quis ambiget, singulari quodam fato factum , ut tanta moles, 
tarn perpetuus labor in eos annos, in eas yires incumberet, quibus non 

14* 



2 I 2 1519. 

adeo magno sudore sustineri possit? Denique ea est tocius Cbristiani- 
tatis de tua Majestate spes, super quod tot clarissima et florentissima 
Regna te sibi, ambabus quod aiunt manibus, Regem suseeperunt Ro- 
man! Imperii, quo Christianae Reipublieae incolumitas fulta esse non 
immerito existimari potest. Huius, inquam, habenae tuae saeratissimae 
Maiestati traetande (Bl. 16S^,) eommissae sunt! Quod equidem 
yerbis consequi nulio paeto queam, quo gaudio, quanta laetieia nos, 
tuarum prouinciarum Incolas, expleuerit, quum nos earundem nomine 
non solum tuae Maiestati, uerumetiamrniuersae Reipublieae Christianae 
gratulemur, et iuste quidem gaudemus. Nam Maiestatem tuam, una cum 
iliustrissimo principe domino Ferdinando-, pro ueris nostris et cum 
natura, tum etiam Dei prouidentia nobis destinatis Principibus domi- 
nisque agnoscimus, recipimus et exosculamur ! Imo, ut nostri sitis, 
certatim omnes contendimus, nostro Oratorio munere ea maxima causa 
ad tuam Maiestatem ordinato. Cumque constet, omnes nostros pro- 
yinciarum Austriae cultores optimis, clementibus, justissimisque et 
generosissimis Principibus suis omni loco, omni tempore, (BL 166"^.) 
ad singulos etiam nutus, non rerum tantum suarum dispendio, yerum 
etiam yitae et partim periculo et sanguinis fusi exemplis promtissime 
affuisse, conandum erit nobis, ut posteritatis syncero testimonio in 
tua Haiestate colenda, in fratre Ferdinando, Principe nostro iliustris- 
simo, tractando, omni tempore, studio, oflGcio, obseruantia nostra ante- 
cessores nostros non aequasse solum , sed superasse merito ludicari 
possimus. Cum firma iam apud omnes sit sententia, nil esse, quod 
yestri causa subituri non simus. Tanta illa nobis faelicitas eyeniat, 
ut in terris nostris , imo verum yestris , utrumque haberemus regna- 
torem, quod incredibili desiderio ab omnibus expetitur! Quod si, ut 
speramus, fieri non dubium est, in incrementum, ornamentum et salo- 
tem, non prouinciarum solum Austriae et Regnorum, (BL 166^.) que 
tuae Maiestati subsunt, yerum etiam Christianitati uniyersae futurum 
esse. Eam ob rem , Princeps felicissime et magnanime Rex Carole, 
non temere, ut ante quoque indicabam, prouincialium tuorum id supre- 
mum desiderium est, ut utrumque yideant Principem, Carolum inquam 
illum et Ferdinandum, Principes suos, et, si pro affectu rationem 
dicere liceat, suissimos, quos nusquam gentium esse malint, quam 
apud se,ut, quanta omnium expectatio, quod officium, quae obseruantia 
foret, coram liceat experiri; aut, si ea ipsis beatitudo ex sententia 
contingere non potest, saltem alterum excipere et coram yenerari 



1519. 213 

liceai Qaod fiet quando rebus omnibus fraterne coinpositis» Hispaniae 
Ferdinandus preficiatur» res Austriae suae Carole proyidente; aut 
(Bl 167\) Austriacis regnis reddatur Ferdinandus, maxima 
Hispaniarum regna interim rooderante Carole. Vtnim futurum sit» 
res gratissima et longe omnium utilissima prouincialibus foret, quum 
pro incredibili in suum sanguinem amore» materno desiderio rapta» 
utrumque, orpfaana iam facta Austria, alere et yenerari malet. 

Talern yoluntatem erga Dlustrissimos Principes speramus pro- 
batam iri» cum a Maiestate tua, tum etiam a Ferdinando fratre. 
Principe Illustrissimo colendissirooque. Tantum, maxime Imperator, 
a nostris prouincialibus mandatum est, quod tuae serenissimae 
Maiestati palam exponeremus. Quicquid autem id est, quod remotis 
arbitris agendum erit, faoc, ubi tua Maiestas iusserit, absolue- 
mus. Dixi."" 



(Bl. 167^') Edler, gestrenger, freundlicfaer lieber berr. Mein 
freundlicb willig diennst sein Eucfa zuuor berait. leb bab Eur 
scbreiben, mir yon Barcelona aus getfaon, yernomen, ynd wie war- 
lich die Redt, yon Eurm mitgesellen bescfaeben, etwas ynformblicb 
gewesen ist, seit doeb Ir oder die andern nit yermainen, das Eucb 
desbalben sein Rö. Kay. Mt. etc. einig yngnad zumesse. Wan sein 
Mt. etc. woll gedenkben mag, das solcbes nit ausser ganntzer 
Lanndtscbaffl beuelcb , sonnder aus Unerfarenbait der person 
(geschehen). Demnacb nit not ist, das Ir Eucb dieselb so gros- 
licb zu bertzen nemen sollt Nicbts dest minder bab Ich Eur endt- 
scbuldigung meinem herrn yon Cbieuers antzaigt, ynd bat darob 
ein genedig gefallen gehabt. (BL IßS'.) Ist der sach wol yon 
Eucb zu friden. Weiter, so yermain Ich, muget wol gehen Mons- 
serat, ynnser firawen baimbsuchen, wan Khunig. Mt. wierdt Euch 
noch nit, inderthalben yier oder fünff tag, eruordern. Ynd biemit 
was Eucb lieb ynnd diennst. Datum zu Holin de Re, am 13. No* 
uembris. Als Ir geen Monsserat reyt, mugt im durchreytten mein 
gasst sein, ynd yerguet haben, was wir hie yberkbumen mugen, 

Ewer williger Joann Hannardt. 

Dem Edlen ynnd gestrengen herrn, herrn Sigmunden yon Her- 
berstain, des Fürstentbumbs Steyr potschaflft etc. 



214 im. 

(BL 168^.) Caesaris responsum Oratoribus Inferiorum Prouin- 
ciarum Austriae. Circa expeditionem Dratoruin, a Prouinciis inferioris 
Austriae transmissorum, Maiestas Caesarea et Catfaolica, suo ac Sere- 
nissimi Ferdinand! fratris eins nomine, sub quorum Dominio huiosmodi 
Prouinciae sunt constitutae, super omnibus et singulis per ipsos Ora- 
tores, tum yerbo, tum seripto exhibitis ac propositis, ita respondendum 
decreuit, prout sequitur: 

In primis, quod sua Maiestas, tamquam Dominus gratiosissimus» 
gratum faabuit et acceptum aduentum ipsorum Oratorom , et eos yelut 
charissimos et fideles subditos suos libenter yidit, prout etiam in eorum 
primo adyentu. 

Secundo, quod sua Maiestas plene informata fuit de omnibus 
scripturis et ordinationibus ac instructionibus per eos exfaibitis. Ex 
quibus clare (Bl. 169*.) ostenditur, quicquid per easdem pronineias 
post Diui Caesaris obitum decretum, statutum seu ordinatum fuerit, 
ut ipsae Prouinciae usque ad adyentom Dominorum suorum, seu 
alteruis eorum, in bona pace, quiete et tranquiilitate tute conseruari 
possent. Et licet non ambigat sua Maiestas, baec omnia ad bonos 
fines et bono zelo gesta, eaque sie per eos fuisse tentata, ipsa uera 
fidelitate, synceritate et obseruantia , quam semper ad suos Dominos 
habere consueuerunt ipsi subditi, tanquam cupientes ipsorum Domi- 
norum commodum et augmentum, ac earundem prouinciarum securi- 
tatem, ita ut ipsa Maiestas Cesarea buiusmodi gesta in meliorem 
partem summenda censeat: sanctius tamen putasset, si ad redditus, 
prouentus, juris^S/. i69\^dictionem, superioritatem, aliaque Jura 
Regalia, ad eorum Principes et Dominos pertinentia, iis inconsultis, 
nequaquam manus apposuissent, nee formam Regiminis, a quondam 
Maiestate Caesarea felicis memoriae constituti, ac eins testamento 
approbati, propria quorumdam ex eis authoritate immutassent Quan- 
doquidefn etiam, si quid reprefaensione , seu punitione dignum in ali- 
quos ipsius Regiminis Consiliarios deprehensum dicatur, nemini con- 
gruebat, sibi ipsi Jus dicere, sed ad superiores prius recurrendum 
fuisse. Priusquam erat consulenda Majestas ipsa Caesarea et Catho- 
lica, una cum fratre, pro oportuno remedio, qui debitum praesidium 
malorum auersioni praebuissent. Confisa (BL HO*".) nihilominus 
sua Maiestas de ipsorum subditorum fidelitate, nil ex buiusmodi gestis 
eorum prius damnandum seu retractandum censuit, quam plene eorum 
excusationes audierit. Verum huius rei disceptationem in aliud tempus. 



1519. 215 

et usque ad ipsius Maiestatis aduentum suspendendum seu differendum 
decreuit» tunc factura, quod bono Regimini et tranquillitati ipsarum 
prouineiaram conuenire videbitur. 

TertiOy cum sua Haiestas, eiusque serenissimas frater Ferdinan- 
dus, aliis urgentioribus negotiis praepediti, non potuerint usquequaque 
huiusmodi prooincias suas Austriae yisitare, nee adhuc Maiestas ipsa 
tam cito, ad ipsas prouincias proficisci valeat, nee eo quo cuperet 
affectu ipsarum prouinciarum Regimini (Bl. 170^.) intendere, mini- 
meque nideatur, homagium ae iuramentum fidelitatis, a subditis omni 
iure praest^ndum » diutius diiTerri debere , data est potestas » parte 
suae Maiestatis et serenissimi fratris» nonnuliis Prineipibus ac sum- 
mae autboritatis viris, qui, durante suae Maiestatis absentia, usque ad 
ipsum aduentum supremum obtineant gubernium omnium prouinciarum 
suarum, ab omnibusque subditis dicto nomine faomagium ac fidelitatis 
juramentum exigant et recipiant, et ipsarum Prouinciarum quieti et 
seeuritati, ac bono regimini oportune consulant et prouideant, usque 
ad iam dictum suae Maiestatis aduentum, qui» altissimo fauente, in 
vere proxime futurus est. 

Quarte Maiestas sua eisdem oratoribus (BL 11 V.) gratam 
lieentiam ad patriam redeundi concedendam censuit, ut cum suae 
Maiestatis gratia et benignitate, unusquisque ipsorum in suam pro- 
uittciam, yaleat remeare, referendo bis, a quibus missi sunt » eiusdem 
Maiestatis mentem et propositum, ita se ipsos ac alios omnes dispo- 
nendo, ut buiusmodi supremo gubernio , per suam Maiestatem et fra- 
trem ordinato ac instituto , fidelitatis iuramentum simul et bomagium 
solito möre praestent, ac eidem gubernio usque ad aduentum suae 
Maiestatis pareant et obediant, et quicquid per eos decretum fuerit» 
buiusmodi absentia durante impleant et obseruent; iis etiam signifi- 
cando» quod Maiestas sua intendit, reciproce ipsorum subditorum pri- 
uilegia, libertates et immunitates (BL 17 V.) per ipsum summum 
gubernium obseruari, ac nomine suae Maiestatis ac fratris confirmari, 
in yim potestatis, eis ad id attributae, prout etiam ipsamet Maiestas 
in suo proximo adrentu confirmabit et approbabit , curabitque interim 
cum yicinis ipsarum prouinciarum pacem habere, ac ipsas patrias in 
pace et tranquillitate firmare. Et si quispiam in ipsas patrias inuasio- 
nem faceret, aut bellum moueret, omnem praestabit operam sua 
Maiestas, ut eisdem subditis pro eorum tutela debitae praestentur 
suppetiae. Quicquid etiam minus recte in ipsis prouinciis gestum 



216 JM9. 

fuerit, eadem Maiestas in dicto eius aduentu bono eonsilio refonnabit, 
ac commodo et utilitati ipsarum prouinciarum optime consulet, sub- 
ditos (Bl. 172*^.) sua 'dulci praesentia consolando, eaque omnia eis 
exhibendo, quae cuiquam optimo Principi eonuenire noscuntur. 

Quinto et ultimo » cum iam Locumtenentes , Regentes et consi- 
liarii suae Maiestatis, qui ad ipsum supremum gubernium ipsarum 
Prouinciarum sunt destinati, sint in procinctu, dictas prouincias uisi- 
tandi, iuramentaque fidelitatis recipiendi, ac alia, quae bono regimini 
et tranquillitati conueniunt, disponendi, iuxta formam potestatis eis 
attributae; et quoniam non possunt ipsi, Oratores, ob longam locorum 
distantiam, ibidem in tempore adesse, ac praemissa, ut decet, referre, 
eisdemque Locumtenentibus , Regentibus et Consiliaris dicti supremi 
gubernii assistere» (Bl. 172^.) cupit et mandat Maiestas sua, qua- 
tenus ipsi Oratores , pro eo fidelitatis debito , quo eidem Maiestati 
obstringuntur, ex nunc per Postas hane suae Maiestatis responsionem 
transmittant, suisque litteris eiusdem Maiestatis meutern significent, 
Eaque omnia de eius certa scientia meraque et deiiberata yoluntate 
procedere, Eisdem literis borlantes eos , a quibus missi sunt, quate- 
nus ipsi supremo Regimini , nomine eiusdem Caesareae et Catbolicae 
Majestatis ac serenissimi fratris sui, Principum et Dominorum suorum, 
assistant; faueant et pareant, ac eorum nomine et in yim potestatis 
eis concessae homagium ac fidelitatis iuramentum exhibeant et 
praestent^ ac alia exequantur, quae per dictos Commissarios eisdem 
iniuncta {ue(Bl. 173\)v\nU pro bono ipsarum prouinciarum Regimine, 
quiete et tranquillitate, et prout eadem Maiestas in ipsorum oratorum 
fide ac legalitate confidit, quibus etiam pro ipsius fidelitatis merito 
Maiestas ipsa et serenissilnus Ferdinandus frater semper se gratiosos 
Dominos exhibere curabunt etc. 



(BL 173''.) Carolus etc. Erwirdigen, Ersamen, Geistlichen, 
Andechtigen, Edlen ynd lieben getreuen. Vnser getrew lieben Sig- 
mundt von Herberstain, Ritter, vnd Johan Hoflinan, Euer Gesandten, 
sein sambt andern vnserer Nid erösterreichischen FQrstentbumb ynd 
Lannde botschafflen zu ynns khomen, EurCredenntzbriefyberantwort, 
ynd in deren khraflft die Lanndts Ordnungen, so Ir nach absterben 
des Allerdurchieuchtigisten Fürsten , Herrn Maximilian Erwö. R5m. 
Khey. etc., ynnsers lieben herrn ynd anherm, aufgerichtyndgmacht; 



i»l9. 217 

auch weiter Ir werbuDg ynd ander furbringen anzaigt. Vnd nachdem 
Sf Yon Enr, des Fürstenthambs Steyr, wegen, als ynserm loblichen 
hauss Österreich zuegeordennt, daaon wir vnsern raterlichen ynd 
n9itaT(BL IT^f'.^lichen Stammen bringen, getreuen mnderthanen 
erschinen sein, haben wir sy geren gesehen, mit freiden emphangen, 
vnnd mit sonnderm yleiss ynd embsigkheit genedigclich yernomen. 
Auch Inen darauf, ynd nemlich wie es hinfUran in dem FQrstenthumb 
Steyr ?nd anndem ynsem österreichischen Lannden biss auf ynnser 
persöndlicb zukhunffl , -die dann mit hilff de» almechtigen gar khurz- 
lich sein wirdt, gehalten werden soll, genedige anndtwort ynd be- 
schaidt geben, wie Ir yon Inen yernemben werdt. Begeren darauf an 
Euch mit yleiss, ernnstlich beuelhendt, Ir wellet yorgenanten Eurn 
Gesanndten irs antzaigen auf ditzmal glauben geben, ynsern beuelch 
yoltziehen ynd nachkhomen, ynd Euch des gar nit widern noch setzen, 
sonnder in dem nind allen (Bl. i74^) andern filrfallenden sachen 
guetwillig, gehorsamblich ertzaigen ynd beweisen , als wir ynns des 
ynd alles guetten zu Euch yngezweiuelt yersehen. So wellen wir ynd 
der durchleuchtig FQrst Herr Ferdinandt, Infenndt zu Hispanien, Ertz- 
hertzog in Österreich etc. ynnser freundlicher lieber brueder, her- 
widerumb Euch alwegen sanentlich ynnd Jeden insonnderhayt, alls 
ynnser lieb ynnd -getrew ynderthanen , in genedigen beuelch haben, 
desselben ynsers FOrstenthumbs ynd Lanndes Regierung, zu handt- 
habung fryden ynd rechtens, «deiTDassen ordnen ynd bestellen, auch 
sonnst ob Ehch halten, schützen ynd schirmen , damit Ir ain ruebig 
leben fueren , ynd yon menigclich ynbeschwerdt ynd ynbeschediget 
beleiben sollet. Daran thuet Ir ynnser emnstliche may-^B/. 17 5\) 
nung. Geben zu Molin de Re, am sibentzehennden tag des Monats 
Decembris, anno doroini im fQnffzehenhundert ynnd neuntzehennden, 
ynnserer Reich des Römischen im Ersten, ynnd der anndem aller im 
yierdten Jaren. 

Ann die Stenndt des Fürstenthumb Steyr etc. 



(BL 115^,) Carolus, Diyina fauente dementia electus Roma- 
norum Rex, futurus Imperator, semper Augustus, ac Hispaniarum, 
utriusque Siciliae et Hierusalem etc. Rex, Archidux Austriae etc. 
Serenissimo ac Potentissimo Principi, Domino, Francisco Regi 
Franciae etc., fratri nostro clarissimo, salutero et fraterni amoris 



218 1519. 

continuum increroentom; ac uniTersis et singulis Principibus» eccle- 
siastieis et secularibus, Archiepiscopis, Episcopis, Ducibus, Marchio- 
nibus» Comitibus, Baronibos, Capitaneis Urbium et Arcium Praefectu» 
Gubernatoribus et Yicedominis, Judieibus, Rectoribus, Burgmagistris, 
Consulibus» Ciuibus et aliis quibuseonque Officialibus, et nobis ac 
sacro Imperio mediate yel immediate, ac quaeunque ratione subditis 
et fidelibus, dilectis, cuiuscunque Status gradus et dignitatis (Bl. 1 76' J 
existant, ad quos presentes peryenerint, gratiam nostram cesaream 
et omne bonum. Cum inpresentiarum Germaniam reuertantur fideles 
nobis. dilecti: Sigismundus de Herberstain, Eques aureae militiae» et 
Joannes Hoff man , Oratores Ducatus nostri Styriae ; et Ulis cupiamus 
iter tutum et securum ubique patere, rogamus Serenita tem Vestram 
et Yos suprascriptos hortamur omnes, subditis vero distriete preci* 
piendo mandamus, quatenus, sub poena indignationis nostrae et aliis, 
arbitrio nostroimponendis, predictos Oratores die noetuque tute, libere 
et secure per omnia et quaecuoque loca terrestria et aquatiea cum 
equis, mulis onerariis et pecuniis et aliis rebus suis omnibus , absque 
alicuius oneris realis yel personaIisCtmpotthone)ire, redire, stare et 
morari permittatis et ab aliis permitti faciatis, (Bl. 176^.) facturi 
in eo nobis rem gratam , subditi vero nostri in eo expressam yolun- 
tatem nostram executuri. Harum testimonio literarum, mi^nu nostra 
subscriptarum et sigilli nostri a tergo manimine roboratarum. Datum 
(in) Molendino Regio, die xyii Mensis Decembris, anno Domini Hille- 
simo Quingentesime Decimo nono, Regnorum nostrorum Romani, ac 
Electionis Imperii primo, aliorum yero omnium Quarte. 

Ad mandatum Caesareae et 
Carolus m. p. Catholicae Maiestatis proprium : 

Joann. Hannardt m. p. 

(BL 177*.^ Zug aus Hispanien. 

19. Dec. Am Neunzehennden Deeember zogen wir aus zw Martorell, ain 

flegkben ligt bey ainer Teutschen meill für Molin de Re hinaus , da 
wir die zeyt her gelegen sein. Khamen geen Roekha ^ sechs meil, 



^) Lo Raco, etwas nordöstlich von Martore! an der Poststrasse, welche m 
einiger Entfernung von der Meereskfiste nach Norden führt. Die n&chsten 
beiden Orte heissen jetzt St. Seloni und Ostalrich , zwei Poststationen ; 
Gerona liegt am Flosse Ter, nördlich ron Ostalrich. 



1519. 21» 

Salsalona vier meill, Castelrickb zwo meill ynd io die Stat Gerona» 
lateiniseh Gerundia. Daselbstn khamb der Patron, der ynns vber m5er 
gefuert bette, Ynnd Tordert des, so er zw ringerang des Scbiffs aus 
bat werffen lassen, das Ime dann Ir etlieb ynnd die maisten haben 
bewilligt zu bezallen. Zw dem so bat Er Ir ettlieben fuetter auff lere 
phärdt, so man ybergefiiert, gelihen. Der yon Eytzing ynnd Doctor 
gaben dem guete wort, zw Hitternacbt raisten sy binwegkb. Mor- 
gens frue kbamb der Patron zw ynns, beclagt sieb des. leb sagt: 
„bete Ime niebts zuegesagt, so bet Er mir niebts geliben.* Gienng 
also mit gaetem willen yon ynns hin. Alls wir desselben morgenns 
yon Gerona (Bl. IIT.) yerruckbten, auffain halbe meill an ainer 
stainen pruggen, fannden wir berrn Hannsen yon Starbenberg zwi- 
seben yill Leuten, die mit Irer w5r da warn. Hiellten den auff yon 
geriebts wegen. Ich wollt mich sein nit annemen, sy Hessen mich 
auch vngeirrt reiten. Die anndem aber redten souil mit denen, das 
sy auch den yon Starbenberg Hessen, ynnd stellten die sacben auff 
das nacbtleger. Zu Vogaros *), ain kblains Stfttle, beliben wir yber 
Nacht. Dabin khamen auch yiertzig pbftrdt, die hertzog Fridericb 
Phaltzgraf , der das Decret der bewUligung des Römischen Kbunigs 
detn Khaiser brachte, wider zw ruckb schickbte. Am morgenns wollt 
man die Stattbor nit öilhen ynnd sagten: „der Patron bette ynns yer- 
boten.** Wir warn in zwayen berbergen. Die Kharnerischen wollten, 
wir soUtcfn zusamen kbomen, yon sacben zu reden, sagt: „Ich bette 
khain banndlung, darumb Ich Rats bederffte. Wer meines Rats he* 
dorflfl, der wurde woU zw mir kbomen.*' Also khamen die österrei- 
chischen in ynnser berberg, do niembt khain rat wisste, wie d^n zw 
tbun war. Schickht Ich zw dem Richter (BL 178^.) mit anzaigen: 
„wir wftrn des Römischen ynnd Hispanischen Kbünigs poten, begerten 
das Er mit ettlieben seinen Ratsfreunden ynnd Irem Notary, das ist 
der Statschreiber, zw ynns kblUne.^ Das geschach. Also sprach Ich 
Ine an : „warumb Er ynns, alls khünigdiche Poten , thörste mit soli- 
chen schannden yersperrt hallten?^ Dargegen sprach er: „Ich bin 
hie Khunig.*' Darüber Enntdeckht Ich mein haubt, puckht mich gegen 
Ime, ynnd sprach : y,So seystu Khunig gegruesst!", ynnd sprach dem 
Notary zue, bey sein ambtsphlichten , das er mir ain öder mer 



^) Wohl Figueras, swei Poststationen nördlich von Gerona. 



220 1519. 

Instrument machte ynnd bezeugte» das sich der ain Khflnig offennli- 
chen genennt hette. Vnnd namb den Khunigclichen Passbrieff aus dem 
Puesen, ynd liess den offennlichen verlesen, dann so sprich ich: „In 
craift des beuelchs, so gebiett Ich dier» bey yerlierung deines leibs 
vnnd gnets, das du demselben gehorsamb thuest, ynnd nit weitter 
aufhaltest !** Palld gienngn die zusamen ynnd erschrackhen darob» 
hatten : „ym gottes willen, weill sy armb leuth wären , betten khain 
Doctor bey sich, wir sollen Ir ain fallt ansehen ynnd in gottes namen 
(Bl. nS^.) hinziehen. So wir geen Parpinian khftmen, da warn yiU 
Doctores, do wurde man wissen was zu thun sey.** Damit erledigt 
Ich die leuth. 

Da zw Yogaros soll sich anfahen Russilian. Von dann zwo 
meill ist lunckhera ynnd drey meill geen Bolen 9 » das alles ligt in 
Russilian. 

Vnnser ettlich yerriten ynns in ein Stat auff die recht hanndt» 
24. Dec. haist Elna *), darinn ain Bistumb. Da warn wir am heilligen weinacht 
abennt khomen ynnd geen Metten ganngen. Da ist der brauch, wann 
ainer gespümder in die khirchen geet, so lauffen die Puebm zue ynnd 
gürten dem die Sporn ab, alls dem Doctor geschach. 
Pipioitn. (H.) ^m Weihnachttag ritten wir geen Parpinian. Den nächsten tag 

' darnach muesten wir wider Ar recht mit dem patron. Die yon der 
Stat schickhten ansechliche ynnd wolgeschiekhte auss Irem mittl, 
bittenndt: „nit f&r ybl zu haben, dann ir freyhaiten wären also, das 
sy dem Khünig sein guet aufhiellten, wo yemanndts yrob schulden 
clagte. Wir sollen ynns nit beschwärn, Air sy zu khumen''. Das thetten 
wir ynnd warden Ich sambt Doctor (BL 179''.) Sibenbflrger erbetten 
auflfdie Stat, da sy gemainclich das Recht hallten, zu khumen. Da 
setzten sy ynns am höchsten. War ymb liechtzeyt zw abennt Wir 
warn ledig alls die Gesanndten. Wollt Er ynns sprach nit erlassen. 
«Möcht die bey ynnserm ordenlichen gericht ersuechen.^ „Im 
geschach doch nit aller sachen recht Er hette auch was darge- 
lihen, blib auch ynbezallt.^ Am wider haimb geen spricht: „Er hette 
sich des yber die gehabt freundtschaffl gegen mir nit yersehen.** 



^) Die Poststation La Jungnera diesseits der PyrenSen, Bouloo, erste Post- 
station jenseits derselben. 
*) D. i. Eine, nahe am Flösse la Tech. 



1510—1520. 221 

Darwider sagt Ime: „Ich bette mieh yill minder des zw im versehen, 
das Er mich gleich mit den anndern zw Yogaros yerboten ynnd jetzo 
jn Recht haissen khomen» so Ich Ime doch nie nichts schuldig worden, 
noch yerhaissen, ynnd mich jeder zeyt erboten, on alles rechtnen mit 
Ime zu uergleichen. Wo Er yermaint, das Ich Ime schuldig wäre, het 
Er mich yon den anndern ausgesundert, so het Ich nit yrsach gehabt, 
wider Ine zu hanndlen. Die sachen wfiren Ime dermassen gewisslichen 
nit eruolgt.*^ 

Damach zogen wir geen Salsass, das yesste Schloss an der 
gränitzen, das man ynns inwendig ynnd auswendig allenthalben durch- 
sehen liess. 

(Bl. 179\) Frannckhreich. 

Lanngedockh. 

Darnach khamen wir in Frannckhreich geen Narbona, ain woll 
yestes Stätle. Da klaidtn wir ynnss, dann ynnsere dienner betten an 
der Raiss ynnd sonnderlich in Schiffen ire Claider gar abtragen. 

1520. 

Am ersten January zugen wir yon Narbona. Fuern yber ain i.JSmier. 
Wasser, Andy genannt, ynnd dann geen Posiess 9 ^in ^^^^ * ^^' 
meUI. Aber yber ain wasser, Eraw, ynnd geen Lupian *) yier, geen 
Honpolier fönff , geen Juns acht ») ,. geen Ayinian yber den Khanen Jom wirdi Nj- 
oder Rhodanum, gehört dem Babst zue, siben ; geen Carpentras yier, "**• ?«>«iit (h.) 
geen Malcena ^) drey. Damach yber ain wasser, hat ain seer hohe 
Pmgkh ^), zwo meill. Daselbstn soll sich das Delphinat anfahen. 
Ynnd dann geen Boes *) ain meill, durch yill selb gewachsnen La- 
uenndl. Dann wider yber ain hohen Perg mit Lauenndl geen Fopera, 
sechs meill, geen Tolar sechs meill, geen Zorses yier meil, geen 



^) Über die Aude nach Beziers. 

*) D. i. fiber den Fluss Herault nach Lonpian, einem Flecken nftchst der Post- 

atation Mese, 3 Posten sfidwestlich ron Montpellier. 
•) Nimes. 

*) Malaucenne, nördlich von Carpentras. 
^) Wahrscheinlich über die Onyese. 
*) LeBuis. 



_J 



222 



1520. 



Ambron Tier meill, ain Bistumb Eberden, geen Brianzon sechs meSll, 
an den Perg mons geneuer *)• 

14. jsoner. Am TJerzehennden ain meill in das dorff» da die Paurn mit 

khlainen Scblitlein geriebt sein» die Leuth oder herrn yber die gross 
böcb ynnd stiekhel abzufuern. 

Ainer zeuebt den Strickb oder Scbliten , der annder steet zwi- 
schen Khueffen, die Ime gar ynnder die yecbsen geen» der dritt hellt 
den Scbliten binden an ynnd farn gerad ab» alls ab ainem Stickbein *) 
dach. 

.Sonnst geet der weeg der stickbl halben hin ynnd wider» das 
man lanngsam hinabkhumbt» sein dann zwo meill geen sanndt 
Susanna »). (Bl. 180''.) 

15. Jinner. Am funffzcbenden in des bertzogen yon Sopboy Lanndt, in ain 

Stätl^ Szussa ^) genannt» sechs meill. Das Lannd nennt man Piomont. 
Wellen nit walhen genennt werden. Da khumbt auch die annder 
Strassen aus Frannckhenreich yber den Perg mons Senif ^). darnach 
geen Viliana *) , ligt am mitterspill zwischen Maylanndt ynnd Genua. 
Darnach geen Riuola» Thurin» yber den Phad oder Padum. Man zeuebt 
zwischen zwayer (BL 180''.) gepflrg bintzt geen Scbaba ^). Das ain 
geet nach der rechten banndt durch das ganntz wälbiscb Lannd » das 
annder lässt sich neben dem wälhischen Lannd ab. An der linckhen 
seitten yon Scbaba» auff drey wälbiscb meill» ist Riuola. Da taillen 
sich die Strassen nach Maillannd ynnd Genua. Darnach yon Sefaabay 
drey meil geen Ciliana &), Sanndt German *) » sibenzeben wälbiscb 
sarniu fl. (H.) m^iH Bersce am Saruum das wasser <<»). Hintzther Sopfadyer ynnd 
Piemontisch lannd. 



^) Die Orte bis an den Berg Mont Geftivre bei Brianzon heiasen jetzt: Orpierre 
am Flusse Joyan ; Tallard an der Durance ; Chorges auf der Höhe des C 
des Chabriers; Eiubrun abermals an der Durance. 

») D. i. steil. Schmeller 3, 611. 

') Cesanne an der Doire. 

^) Susa, ebenfalls an der Doire. 

^) Mont Cents. 

*) D. i. Ayigliana, zwischen Suza und Rivoli. 

'') Chivasso, nahe am Zusammenflusse des Orco und Po. 

^) Cigliano, jenseits der Doire, nordöstlich yon ChiTasso. 

') S. Germano, zwischen Cigliano und Yercelli. 
^^) Kann nur Yercelli an der Sesia gemeint sein. 



1520. 223 

Am aiD ynd zwaintzigisten in Maylännder gebiet geen Nauaria 9» %i* ifinner. 
ain Stat. Geen Bulfalor *), ynnd dann fert man am wasser geen May- 
lanndt. Da zw Nauaria khamen zw ynnss eerliche personen in rnnser 
herberg, brachten ain pollniscben brieff mit sich , zw ainer yrsach» 
damit sy mit ynns zw Red khftmen. Fragten : «ob yemanndt wftr, der 
Inen den lesen khundt? Ain freundt het den heraus geschriben.^ 
Darnach fragten sy: „ob frid oder khrieg werde?** Sagt ich Inen: 
„es wftm zwen grosmächtig herrn, Ir Jegclicher bedSchte des ann- 
dern macht, darumb tröstetn wir mns des fridenns.** Sy sprachen: 
(BL 181*.) „ain grosser thaill des wftlhiscben Lanndts war mit 
mennschen pluet begossen, der yberig thaill muest auch begossen 
werden."" Zw dem sagt Ich: »wens Inst, der mags yersuechen. Wierdt 
seins gleichens finden. ** Dieselb zeyt het der Franzoss Maillanndt 
ynnd dieselb Stat innen. 

Am filnffynndzwaintzigisten geen Cassan *), zehen wftlhisch 25.JiDDer. 
meill an der Ada. Hintzt beer ist es Maillendisch. Geen Cucaia ^) 
flinff ynnd zwaintzig meill; f&r Bressa zwelff meill, ist Venedigisch. 
Geen Pontz a San Marco , geen Piskhera am Gardsee ») flinffzehen 
meill wälhisch. Vnnd auff die Ferner baidt, geen Fem fUnfF meill *). 
Ain mächtige Stat, die Etz rindt dardurch. Da assen wir das frue- 
malU ynnd fürt geen Monte Bello zwaintzig meill. Ettliehe zugen nach 
Innsprugg, Ich ynnd annder, alls nämblich Steyrer, Khärnner ynnd 
Crainer, nach Vincentz, zehen meil, ynnd Citadel deBelun. Am letzten 31. Jinner. 
January yberritten wir die Brenta ynnd zugen geen Lubodina ^). Am 
Ersten February geen KhQniglon, sechs meil, yber den Platen oder i.Febr. 
Placentz ') ynnd geen Ciceill (BL ISV,) zehen meil, an der Lin- 
guentz. Creen Spenberg oder Spilberg an der Tulment, zwaintzig 
meil, f&r Sanndt Daniel. Zwischen Asoph ynnd Clamaun, durch 
Feischeldorff, geen Villach, zwaintzig meil wälhisch. Am yierten 4. Febr. 
erraichten wir wider Khärnndten. Got sey lob ynnd Eer eewigclichen! 



*) Noyara. 

') Buffalora, jenseits des Ticino. 

') CasssDO, Dordöstlieh von Mailand an der Adda. 

^) Coccaglio fiber dem Oglio, westlich yon Bresoia. 

^) Ponte S. Marco und Peschiera. 

') D. i. die Ebene um Verona und Verona selbst 

^) Lofadina, iwischen Treyiso und Conegliano. 

^ D. i. der Fluss Piave. 



224 



1520. 



An sannd Anndrestag, das ist der letzte Nouembris, 
hiellt der KhOnig Carl den hochzeitliehen tag seines 
Orden, des gülden Vlies zw Molin de Re in Cathalonia. 

Sein Maj. beruefil alle Brueder des Ordenns morgenns zeitlich 
in Ir Camer. Alls dann zeyt was zw khirchen , gienngen zwen ynnd 
zwen die Jungern des Ordenns aus des KhOnigs Camer an den platz , 
da zw der Mess zuegerieht was. Dem KhQnig was sein Stanndt Eer- 
lich zuegerieht. Annder Stüel warden (Bl. 182\) nach der lenng 
zuegerieht. Zw nächst an Khunig stuennd herr Wilhalbm von Croy 
Harggraf von Schiefers, alls der Elltiste des Ordenns. Darnach Don 
Emannel etc.; Phaltzgraf Friderich; Marggraf Hanns yon Branden- 
burg; Graf yon Porsenna; Don Carl von Lanoy; Winckhelfal, Stall- 
maister; Hertzog von Alba; Don Contestabel von Castilia; Hertzog 
vonVesero; Printz von Visiran; Conto de Gauer; de Vienes; Adrianus 
de Croj; Signor de Baray. Auff der anndern seitten stunden : Cardinal 
Ton Tortosa, der nachmalls Babst Adrianus was. Des Babsts Nunetius, 
ain Ertzbischoff. 

Der Bischoff yon Terra firma Sanng das Ambt. Alls dann zeyt 
was zw dem Opfern, Stuenden alle Ordenns Brueder, auch der Car- 
f dientn. (H.) dinal ynnd Potschafflt, aus Iren Stüelln, deuttenf dem Khünig geen 
Opffer. Dem Khönig legt man ain khüss, darauff (BL 182\) er 
khniett. Legt sein Opffer in ain Schössl. Der Bischoue gab im die 
Paten zukhüssen, ynnd bestrich Ime seine Augen damit. Darnach, alls 
der Khünig in sein Stuel getretten, Tratten auch die Ordenns Brfleder 
Jegclicher in sein Stanndt. So khumbt der Erhalld 9» beruefft allmall 
zwen, die Elitern. Die gienngen geen Opffer, thetten wie der Khönig. 
Nach denen aber zwen, die Elltern, ynnd allso nacheinannder alls yill 
der warn. 

Ain getaufiler Jud, wollgelerter Briester, thet die Predig. Vnnder 
anndern sagt er, wie Hertzog Philips yon Burgundy disen Orden 
sanndt Anndres gestifflt bette , ynnd Philipp auff. Kriechisch hiesse 
'Streitpar , ynnd Anndreas 'Manndlich oder khreffltig.^ Er yermonndt 
den Khönig nicht nach der Eisnen oder Silbern Cron, sonnder nuer 
nach der golden Cron, Das ist der Römischen, trachten. 



^) Das ist der Herold. 



im, 22S 

(Bl. 183^.) Nach dem Gotsdiennst gienng der Khunig wider- 
umb in sein Camer, Palld darnach. zw Tisch. Da sassen die Ordenns 
Braeder, wie die nach der Ordnung inderkhirchenf gestannden f bey dermets. 
sein. Nach dem Tisch gienngen die all znsamen in Rat, was des ^"^ 

Ordenns notdurffl bdangte zubetrachten. 

Zw Vesper zeyt gienng der Khunig mit sein Ordenns BrOedem 
widerumb zw dem gotsdiennst Nach der Vesper hiellt man Vigilien 
den abgestorbnen Brfiedem. 

Nach dem allem khamb der Khunig an den Sali, da sein Maj. 
Yuns zuuor gehört bette, ynnd hört auch der ChurfÜrsten im Ro. Reich 
PotschaiR, Hertzog Fridrichen Phalltzgrauen, herm Paulsen yon Ar- 
mastorff ynnd Doctor . . . .Der Phaltzgraf sagt den diennst oder grues, 
wie man spricht, finincesisch. Damach das ybrig der Doctor Latei- 
nisch. Die Substanntz was, das sy das (Bl. ISS''.) decret (allso nennt 
man die Wall aines Romischen Khunigs ynnd khunfftigen Khaisers) 
der Ku. Maj. bracht ynnd yberanntwort. 



Zu Aragon in Hyspanien, 
wan die ainen Khunig weelen. 
So spreehn Sy zw demselben : 
^ Wir, die so guet sein als ler, Brwellen euch zw Khunig, der ler 
nit besser seydt dan wier.** (H.) 



(Hier folgt nach einem leeren Blatte das radirte Bildniss König Lud- 
wigs Ton Ungern und Böhmen in kreismnder Form mit der Umschrift: 
Ludorieus Hung. et Bohemtae. Rex. Aetatis Sitae XX.) 

(Bl. 185',) Geen Hungern. 

Desselben Jars im Julio zw dem Khunig Ludwigen geen Hungern 
durch die obersten des Erwellten Römischen KhOnigs vnnd khOnff- 
tigen Khaisers Comissarien oder Regennten geschickht. Nachdem der 
Khunig in Behaimb raisen wollt, wichtige sachen zuhanndlen, sambt 
herm Jan JJräii, dahin dann des Khönigs zw Polin PottschalRen auch 
derhalben geschickht warn, ynnd hienndlen da zw Prespurg gar in 
September. Wir betten auch in beuelch, dem Khunig anzuzaigen, das 
Khönig Carl auss Hispanien am Ersten Juny im Niderlanndt ankho- 
men was. 

Fontes. VIII. 15 



226 mo. 

Lanndtagzw Closterneuburg. 

Im September ward ain Lanndtag in Österreich geen Closter 
Neuburg, auff Michaelis, ausgesehriben. Dahin warden Comissarien 
verordennt: Graf Sigmundt von Hagg, Kay. Maj. (BL 18S^.) Camer- 
riehter, Herr Wilhalbm Schrot vnnd Ich. Da wollten etliche weise 
herrn mich nit zuelassen , ain Comissary sein , der saehen halben in 
Hispanien verloffen, des sy mit spot muesten absteen. Vnnd war her- 
nach das Erschreckhlich gericht nit rber sy erganngen. So hette Ich 
mir doch fQrgenomen, wider dieselben zuhahdlen. 

Kharl, von gottes genaden Erwellter Römischer^ Khflnig, zw 
allen Zeiten merer des Reichs , zw Hispanien , baider Sicilien 
vnnd Hierusalem etc. Khünig, Ertzhertzog zw Österreich etc. 
Instruction. Auff den Edlen vnnd vnnser getrew, lieb Sig- 
munden Grauen zum Hag, vnnsern KhOnigclichen Camer Richter, 
Wilhelbmeo Schroten vnnd Sigmunden von Herberstain etc. ynnser 
Räte. Was sy mit den Stännden gemeiner Lanndtschafilk ynnsers 
Fürstenthumbs Osterreich vnnder der Ennss auflf yetz khünfftigem 
Lanndtag 9 Michaelis zw Closter Neuburg, hanndlen vnnd ausrichten 
sollen. 

Sy sollen Inen, nach Vberanntworttung vnnsers Credenntzbrieffs, 
vnnser gnad vnnd alles guets (^Bl. 186*.) sagen ; darnach erzellen, 
das wir bericht sein. Was gestallt vnnser Stathallter vnnd Regennten 
der obristen Regierung aller vnnser Österreichischen Lannd auff 
Jüngst gehallten Lanndtag zw Closter Neuburg gemaine Lanndtschafft 
angesuecht: Etlich aus Inen geen Augspurg zufertigen , der Lannd 
Regiment, auch gemainer Lannd vnnd sonnderer Stannd beschwärun- 
gen halben, hanndlung mit Inen zuhallten. 

Vnnd wie darauff ain Lanndtschafft die Iren geen Augspurg ge- 
schickht haben, die sein durch vnnser öbrist Statthallter anfenngclich 
erinndert vnnser genedigen betrachtung der geprechen, so vnnsern 
Erblichen Lannden vnnd Leuten an Regierung, Rechten vnnd friden 
anligen möchten, dieselben genedigclich vnnd gebfirlich zw erstatten, 
vnnd damit vnnser Erblannd vnnser vill vnnd mächtigen geschafft nit 
Enntgellten, noch derhalben verabsaumbt worden, wie wir darumb die 
berört Obrist Regierung vnnd Stathalterey vber vnnser Österreichi- 
sche Lannde förgenomen vnnd gesetzt Dieselben vnnser Obrist Stat- 
halter (Bl, 186''.) haben darauff nit allain die Gesanndten von 



mo, 227 

Osterreich« Sonnder auch die von den anndern Niderösterreichischeo 
Lannden vmb Ir Rat vnnd guetbedunckhen» ainer Regierung halben, 
vnnd daneben gemainer LanndschaflFt ynnd sonnderer Stannde be- 
schwärungen einzulegen angesuecht, die auch in schriiRen von Inen 
emphanngen vnnd vernomen, sambt anndern hanndlungen, so sy zw 
Augspui^ mit Inen geuebt» nach Innhallt vnnd vermugen der schrifllen 
vnnd Absehaidt» so die Gesanndten von vnnsern Obristen Stafhalltern 
gehabt haben. Solicher vnnser Obristen Stathallter hanndlung aller 
tragen wir ein genedigs benüegen vnnd gefallen. 

Vnnd haben darauff vnnsere Obrist Stathallter yetzo von Augs- 
purg zw vnns auff vnnsere khünigclich Chrönung geuordert, Nit 
allain derselben vnnser Chrdnung beyzusein» Sonnder auch der mai- 
nung, das wir vnnser vnnd aller vnnser Lannd vnnd Leuth treffenn- 
lich, notdörfllig Sachen mit Inen bedennckhen vnnd Ratschlagen. 
Vnnd nämblich vnns mit sambt Inen in (BL 187'.) allen der Ge- 
sanndten Ratschlegen eigennÜich ersehen vnnd erfaren, vnnd daraulT 
verordnen wellen, ain Regierung, (die ob Got will vnns vnnd vnnsern 
Lannden vnnd Leuten fruchtbar» Eerlich, alnsehenlich vnnd nOtzIich 
sein sol), furderlich aufzerichten vnnd den Lannden zuuerkhunden. 

Demnach sollen vnnsere Räte an gemaine Lanndtschaffl von 
vnnsern wegen Ernnstlich begeren , Sy wellen der berOrten vnnser 
Obristen Stathallter hanndlungen vnnd filmemen ains Regiments 
halben guet versteen , Auch aufrichtung desselben Regiments gehor- 
samblich erwarten, vnnd, so es Inen zu erkhennen geben vnnd ver- 
khQndt wierdet, dasselb benuegig vnd zu fridn annemen ^). 

. Verrer sein wir bericht. Wie die Gesanndten von Österreich an 
vnnser Obrist Stathallter geworben haben. Miller Zeyt, biss ain Re- 
giment aufgericht wurd, den Lanndtmarschalch • sambt dem Vnnder- 
Harscbalch vnnd von yeglichem Stanndt ain Person , zw Ime zuuer- 
orduen, vnnd dieselben zimblich zw vnnderhallten, die in täglichen 
zuefallennden notdurfflen vnnd Sachen hanndlen, fursehung vnnd 
ausrichtung thun möchten. 

(BL 18T.) Daneben auch den Burgermaistem, Richtern vnnd 
Räten der Stet vnnd Märckht Pan vnnd Acht zuuerleihen , vmb vill 
vbls, so vorhannden vnnd täglich zusorgen ist, zw Rechtfertigen vnnd 
auszureitten. 



')• Die letzten sechs Worte von Herberstein*8 Hand hinzugefügt. 

15« 



228 1520. 

Wiewoll nu vnnser Obrist Stathaliter für billich vnnd not bedacht, 
das niitler zeyt, bis ain Regiment aufgerieht, yemannd yerordennt 
werd, der in täglichen zuefallennden notdurillen ynnd saehen einsehen 
hab, hanndel ynnd Fürsehung thue. So haben sy doch die roitl Re- 
gierung durch den Lanndtmarschalch , ynnd die zuegeordennten 
Lanndtleut in dem formb, wie die Gesanndten begert, aus yrsachen 
gewaigert. 

Vnnd, nachdem sy in Crafft ynnsers gewallts die R^erung nach 
dem JOngsten Lanndtag zw Closter Neuburg ad sich selbs genomen» 
So haben sy zw solicfier mitl Regierung yon ynnsern wegen an Ir 
stat yerordennt ynnsern Khünigclichen Camer Richter: Graf Sigmunden 
yom Hag, ynnsern Lanndmarschalch : Caspam yon VolckherstoriT, 
ynnd ynnsern Haubtman zw Haimburg: Wilhelbmen (BL 18S^.) 
yon Zelckhing. Das ynns auch wolgefallet. 

Darauff sollen ynnser obgenannt Räte ynnd Comissarien an ain 
Lanndtschafit Emnstlich begern , das sy der genannten Personen zw 
der mitl Regierung, bis ain Regiment aufgericht wierdet, yon ynnsern 
wegen ynnd anstat ynnser öbristen Stathaliter guetlich benuegig sein, 
ynnd Inen in allen hftnndeln ynnd Sachen gehorsamb ynnd gueten 
willen beweisen, nach yermfigen ynnser Instruction ynnd gehorsamb 
brieffs, so sy yon ynns haben. 

Dann antreffenndt Pan ynnd Acht, den Stetten ynnd M&rckhten 
zuleihen. Wie ynnsere obriste Stathaliter dasselb fQr notdurfflig ynnd 
billich angesehen haben. Also lassen wir ynns soliches auch gefallen. 
Nämblich: Das Burgermaister ynnd Rate, wie gewonhait ynnd yon 
AUten herkhomen ist, yon neuem gekhiesst, Confirmiert ynnd die 
Ausschuss abgethon werden. Vnnd so das beschehen ist, ynnd die 
Stet erscheinen ynnd gesehen werden, das sy Ir ordennliche Obrig- 
khait in gehorsamb erkhennen,. AUsdann wellen wir yerordnen. Inen 
Pan ynnd Acht (BL 188^.) von ynnsern wegen zuleihen. Dann auflf 
Burgermaister, Rat ynnd gemain, wie die mit den Ausschfissen neben 
dem Rat ain zeitheer gewest, ynnd noch sein, war ynns, Pan ynnd 
Acht zuleihen, beschwärlich ynnd geufirlich. 

So dann solich wesen der Ausschuss yngewon ynnd wider ynns, 
alls herrn ynnd LanndtfÜrsten , Auch wider Allte Statuta, darzue 
scheinparlich wider guet sitten ynnd gemainen nutz ist, 

So sollen ynnser obgenannt Räte ynnd Comissarien nit allain 
denen yon Wienn, Sonnder auch gemainer Lanndtschafft yon ynnsern 



1520. ii9 

wegen Ernnstlieh ansagen vnnd benelhen» das sy Ir wesen der Lannd 
Räte Tnnd Anssehusst Nftmblieh die bisheer Ton ainer Lanndtschafft 
w^en gewest. Auch die, so von dem Jüngsten Lanndtag dem Lanndt* 
marschalch zuegeordennt sein » desgleichen die yon der Stat Wienn 
Tnnd andern Stetten, souer das aof ynnser Obristen Stathallter hannd- 
long ynnd beueleh noch nit beschehen wftr, Ton stundan ynnd gänntz- 
Ueh Terlassen Tnnd abthun, Tnnd Tunser Obrist (Bl. 189\) Stat- 
hallter an Tnnser Stat, auch die obgenannten personen , so sy darzue 
T^rordennt haben, in der Regierung nit Irren, noch Terhindem, Tnnd 
sich nit Termessen, der Regierung oder mitl Regierung, noch annderer 
Sachen halben, weitter aus aignem gwallt zuhanndlen oder mass 
darinnen furzenemen, sonnder soliches alles vnnss, dem das alls 
R^erendem herrn Tnnd Lanndtsftlrsten zuesteet Tnnd gehurt, Tnnd 
Tnnsem Obristen Stathalltem an Tnnser stat, in CrafilTnnsers gwallts, 
gehorsamblieh Tnnd treulich haimbsetzen. 

Weitter, alls die Gesanndten ainer Lanndtschafft au Tnnser 
Obrist Stathalter fürsehung des Lanndts Rechten begeil, das dann 
Tnnser Obrist Stathallter för not angesehen haben. Desgleichen wir 
auch billich bedennckben, ain Lanndtschafft wie anndere' Tnnsere 
Lannd Damit zw f&rsehen, darauff* haben Tnnser Obrist Stathallter, 
Lanndtmarschalch Tnnd Tunder Marschalch, auch die Lannd-Räte an 
Tnnser stat, wie soliches Tnns alls herrn Tnnd Lanndtsftlrsten gebort 
Tnnd Ton allter herkhomen ist, filrgenomen (Bl 189^.) Tnnd aufge* 
rieht. Vnnd so balld die Torgesefariben Tnnser begern Tnnd beuelch, 
sambt anndem mainnngen, so durch Tnnser Obrist Stathallter mit den 
Gesanndten gehanndlt sein, Ton ainer Lanndtschafft angenomen, Tnnd 
nemblich die AusschQss abgethon werden, Allsdann sollen Tnnser 
Obrist Stathallter Ton stundan das Lanndtsrecht dffnen. 

Dann, alls die Gesanndten an Tnnser Obrist Stathallter begert 
haben, den gerichten auff dem Lannd Pan Tnnd Acht Tber das pluet 
zuleiben, das werden Tnnser Obrist Stathallter durch Tnnsem Lanndt- 
marschalch Terordnen, 

So lanng, bis Tnnsern Lanndleuten die Lehen gelihen werden, 
doch solicher gestallt, das alle Lanndrichter bey gedachtem Lanndt- 
marschalch erscheinen Tnnd Ime gebfirlich Ayd thun, das Er auch 
daneben ainer yeden erlern Tnnd aufsehe, damit Er ains soKchen 
Torstanndts Tnnd Erberkhait, dardurch das Recht mit Ime filrsehen, 
ynnd wo Er an ainem oder mer mangl finden würd, das er denselben 



23(r 



1520. 



waigepQ viind veränndern mag. Dessgleichen soll£r 2iixchfBl.t90*.) 
den Lanndleuten auflegen, damit sy die Lanndgericht zu yeder Zeyt 
mit Erbern, verstänndigen beysitzern vnnd yrtlsprechern besetzen. 

Item, alls die Gesanndten vnnder annderm weitter aft vnnser 
Obrist Stathallter begert, gemainer Lanndtscbaffl Ire freyhaiten vnrid 
Priuilegien zw Confirmiern , Darauflf sieh vnnser Obrist Stathallter 
bewilligt haben, so sy Ire priuilegien vnnd freyhaiten fürbringen, <ias 
die (wie Inen durch Marggraf Cassimiren nach yermögen ynnserer 
Obristen Stathallter Instruction zuegesagt. Auch yon weillenndt vnn- 
serm lieben herrn vnnd Anherren Khaiser Maximilian beschehen ist) 
Confirmiert vnnd bestätt werden sollen. 

Darüber aber die Gesanndten ainer General Confirroation, biss 
ainer Lanndtschafil Priuilegien vnnd freyhaiten stattlich fQrbracht 
werden möchten, begert haben, die soll ainer LanndtschaiR, ob Ir 
gemaint ist, in gebarlichem formb, wie vnnser Obrist Stathallter den 
Gesanndten abschrifft vbergeben haben, gefertigt werden. 

(Bl. 190^,) Desgleichen soll gemainer Lanndtschafil, ob Ir 
gemaint ist, ain vrlaubbrief Irer Lehen, biss sy zw leihen beruefft 
werden in zimblichem formb, wi<e die Gesanndten des auch ein Copey 
emphanngen haben, gefertigt werden. 

Item, berürenndt gemainer Lanndtschaflft vnnd sonndrerStennde 
eingelegt beschwärungen : Wiewol vnnser Obrist Stathalter der Zeyt, 
alls sy mit den Gesanndten zw Augspurg in hanndlung gestannden 
sein, Sölich besch wärungen ersehen vnnd zum thaill geratschlagt. 
So haben sy doch dieselben von Irem aufbruch, annderer vnnser 
genötigen obligennden geschafft halben, nit zw Ennd hanndlen mugen, 
desshalben sy die mit Inen zw vnnss bringen, Alls auch die notdurfR, 
etlicher Articl halben, dieselben mit vnnserm wissen vnnd willen 
abzuschaiden, eruordern möcht. Demnach sollen vnnser obgenannt 
Räte vnnd Commissarien an gemaine Lanndtscbaffl begem, damit sy 
solicher notdörfftiger zeyt vnnd weill , biss vnnser Obrist Stathallter 
wider von vnnss (BL 19V,) abgefertigt werden vnnd darauff in 
denen vnnd annderer Lannd beschwärungen gebürlich erledigung 
vnnd beschaid thun mögen, guetwillig geduld tragen. 

Das alles sollen vnnser Räte vnnd *Comissarien mit gemainer 
Lanndtschafft mit Pesstem vleiss hanndlen vnnd ausrichten. Sonnder- 
lich auch die Gesanndten , so bey vnnsern Obristen Stathalltern zw 
Augspurg gewest vnnd anhaimb zogen sein, anreden, wie sy von 



1520. 



231 



Tiinsern Christen Stathalltern zw Augspurg angesuecht sein. Alle 
hanndlung mit getreuem vleiss an gemaine Lanndtsehafft ynnd die 
von Wienn zubringen, zuitirdern ynnd zuhelffen» dens^ben gehor- 
samblich zugeleben, nachzukhomen ynnd der zwfriden zu sein. 

Vnnd was Inen in dem allem zw Anntwurt oder in annder weeg 
begegnet, vnns des förderlich berichten. Daran thun sy ynnser Ernnst- 
iiehe mainung. Geben am Achtzehennden tag des monats Septembris. 
Anno etc. im zwaintzigisten, Vnnserer Reiche des Römischen im 
Anndern, (Bl. 19 P,} vnnd aller annderer im f&nfften Jare. 

Comissio Domini Regia in Consilio supremo. 

Carl, von gottes genaden Erwellter Römischer KhOnig, zw allen 
Zeiten merer des Reichs, zw Hispanien, Sieilien ynnd Hierusalem etc. 
Khunig, Ertzherzog zw Österreich etc. 

Getreuer lieber. Wir haben dich auff nächst khunflfligen Lannd- 
tag» Montags nach Michaelis, in ynnserm Fürsstenthumb Osterreich 
ynnder der Enns, zw Closter Neuburg, neben anndern zw Comissa- 
rien, mit gemainer Lanndtsehafft zuhanndlen yerordennt, Innhallt 
ynnser Instruction, so wir Euch zueschickhen werden. Vnnd Em- 
phelhen dler mit Emnst, das dw auf den gemellten Lanndtag ain 
Raiss thuest, ynnd mit sambt anndern, Innhallt ynnser Instruction, zu- 
hanndlen yerhelfiest. Doch nachmalls yon stundan wideruhib in dein 
Legation zw ynnserm Rrueder dem Khflnig yon Hungern ziehest. 
Daran thuest dw ynnser Ernnstliche mainung. Geben am zwelfften 
tag (^BL 192'.) Septembris, Anno etc. im zwaintzigisten. Vnnserer 
Reich des Römischen im anndern, ynnd der andern aller im ftinfilen 
Jare. 

Comissio Dominj Regis in Consilio supremo. 
Vnnserm getreuen, lieben Sigmunden yon Herberstain, ynnserm 
Rate. 

Carl etc. 

Edlen ynnd lieben getreuen. Alls wir Euc auff nechster Posst 
ynnser Instruction zw dem yetz khunfftigen Lanndtag, Michaelis, mit 
gemainer Lanndtsehafft zw Osterreich zuhanndlen, zuegeschickht, 
vnnd Euch'vnnder annderm in derselben Instruction, auch in ainem 
sonndern schreiben, daneben escbaid gethon haben, aufrichtung des 



232 



U20. 



Lanndts Rechten kalben, Darauff fuegen wir Euch zunernemen, das 
wir der Personen des Lanndtsreehten enntsehlossen sein. Vnnd 
n&mblich zw ynserm Lanndtmarschaleh : Casparn von Volckhers- 
torff; mnd zw beysitzern : vom Stanndt der herm : Ruedolffen von 
Höhenfelld; Wilhalbmen von (Bl. 192\J Zelekhing vnnd Cristoffen 
von Puechaim. Vnnd vom Stanndt d^ Ritterschaffl: Doctorn Simon 
Geym, Ambrosien Wisanndt vnnd poppenperger. Riss auff vnnser, 
oder vnserer Stathallter vnnd Regennlen vnnser obristen Regie-. 
rung wolgefallen. Vnnd weiter Ordnung ftirgenomen, vnnd vnnser 
Lanndtsreeht damit besetzt vnnd aufgericht haben wellen, wie wir 
dann soliches den Stennden der LanndtschaflFt hiemit durch vnnsern 
offen brief verkhünden, dessgleichen auch daneben die ftirgenomen 
P^sonen beschreilien* Doch ausserhalb ains vnndermarsehalchs, 
des wir auss vrsachen noch nit enntsehlossen sein. Aber desselben 
in khQrtz beschaid thun wellen. 

Sölieh brief schickhen wir hiemit zw Euren hannden, Solicher 
mainung, souerr die Lanndtschafft der hanndlung, so vnnser obrist 
Stathallter zw Augspurg mit Iren Gesanndten geüebt, vnnd die 
wir durch Euch in vnnser Instruction auff disem Lanndtag an sy 
gesueeht haben, Nftmblich aufrichtung ains Regiments, auch der 
mitln Regierung, dessgleichen des (BL 193^.) Lanndtsreehten 
halben, vnnd alle Ausschfiss abzuthun, zw fnden vnnd benüegig 
annemen, die bewilligen vnnd allso vor vnns vnnd vns^n Obristen 
Stathalltem an vnnser stat gehorsamb beweisen. So Emphelhen wir 
Euch Emnstlich, das Ir gemainer Lanndtschafft den offen brief 
der Lanndtsreehten halben, dessgleichen den Reysitzernire brief 
vberantwortet. Vnnd du Graf Sigmund von dem Lanndtmarschaleh 
vnnd beysitzern hanndtgelübt an Ayd stat nemest, das Lanndts- 
reeht aufrichtig vnnd treulich zuhanndlen, gleichs gericht vnnd 
Recht zufuem, vnnd nit anzusehen weder Parthey, gunst, freundt- 
schafil noch feindtschaffl, mueth noch gab, noch khain annder 
Sachen, sonnder das Götlich Recht. 

Wo aber die Lanndtschafft die obberürten hanndlung vnnd 
mainungen nit annemen, sonnder waigem wflrden, AUsdann die 
brief der Lanndtsreehten halben vnnd aufrichtung desselben bis 
auff (BL 193^.) weittem vnnscäm beschaid verhalltet vnnd an- 
stellet. Daran thu^ Ir vnnser ErnnsÜiche mainung. Geben am 
Ain vnnd zwaintzigisten tag Septembris, Anno etc* Im zwain- 



1520. 



233 



tzigisten. Vimser Reich des Rdmischeii im aondero, Tood aller 
anndern im ftofflen. 

Comissio Dominj Regia io Consilio Supremo. 
Dem Edlen ynod vonsera lieben, getreuen Sigmunden Grauen 
zum Hag, Tunserm Khfinigeliehen Camer Richter, Wühaibmen 
Schroten vnnd Sigmunden von Herberstain, vnnsern Rfiten. 

(Das letzte Drittheil dieser Seite ist leer gelassen, dann folgt :) 

{Bl. 1 99'.) Rftmiseher ynnd Hispanischer Ku. Maj. etc. Comissarj, 
gflnstig, lieb herm vnnd auch guet freundt. Nachdem Ir Ton gemellter 
Ku. Maj. Obristen Comissarj, Tunser genedigisten vnnd genedigen 
herm ynnd flreundt, auff disen Lanndtag mit ainer Ersamen Lanndt- 
schafil, so hie besambiet, zuhanndlen rerordnet , ynnd wir zum thaill 
yersteen , das Herr Sigmund *) Herberstain neben Euch in solicher 
hanndlung f&rgenomen sein mdchte *), dann in solichen sachen ynnd 
hanndlung aus yiU yrsachen ynnd geschieht durch in beganngen zu 
haben, ynnd wir yon ynnsem Gesanndten , so in Hispanien gewesen, 
bericht zugedulden ynns ganntz beschwärlich ynnd ynleidltch. Damit 
aber Ku. Maj., oder derselbigen Maj. Obrist Commissary etc. mainung 
ynnd f&memen nit yerhindert, disem Lanndtag ynnser Beschwerung 
halben khain Zerrütlichait zuegefttegt, Wellen wir ditzmalls (BL 1 94^^ 
ynnser sprflch, beschwftrung ynnd yordrung gegen gedachtem Her- 
berstain zw gebürlicher zeyt, wie sich zimbt, zw ersuechen gemellt 
yorbehallten ynnd angestellt haben. Das wir hiemit allso bezeugen 
ynnd Protestiern, Euch ynnser günstig lieb herm ynnd guet freundt 
bittenndt, solicher meldung ynnd Protestation Ingedennckh zu sein, 
wann wir dieselben ynnser Eehafll nach Euch im Pessten nit haben 
khOnnen yerhallten. 

Die Vier Stenndt ainer Ersamen Lanndtschafft in Osterreich 
ynnder der Enns, So yetzundt hie yersamblet sindt. 

Am Mitwochen zwischen Acht ynnd Neun Vhrn haben Herr Caspar 3. ocuber. 
yon Volckherstorff ynnd herr Wilhalbm yon Zelckhing die schrifil 



^) Zwischen 'Sigmund* und 'Herbersteia' steht ein durchstrichenes 'von*. 
') Hier muss nothwendig einiges fehl^, denn das Folgende ist in dieser Ver- 
bindung nieht xu verstehen. 



234 



1520. 



Graf Sigmunden vom Hag vnnd herr Wilhalbm Schrotten zw Closter 
Neuburg in des Grauen Zimmer im Closter vberannti^ort» (BL 19S\) 
den Dritten tag Oetobris im fUnffzebenhundert vnnd zwaintzigisten 
Jar : 

Wolgebornner Graf, Gestrennger Herr, Römischer vnnd Hispa- 
nischer Ku. Maj. etc. Rät ynnd Comissary. Auff die zetl. Euch durch 
den Lanndtmarschalch an gesstern vberanntwort rnnd mir zuge- 
stellt, khan Ich nach aller gelegenhait hintzt her nit finden, das 
soliche ynzeitige vnnd ynbedachte Hanndlung gegen mir; des Rö- 
mbchen Khunigs Rat ynnd Commissary, her gesanndt, durch ain 
gemaine Lanndtschaffl f&rgenomen vnnd geOebt sein sollt Welich 
aber das thon haben, die hallten sich gleich Iren Gesanndten. Wie 
die Iren Khttnig vnnd Lanndtsf&rsten in Hispanien geEert» Also 
thun sy seiner Maj. Gesanndten alhie. Soliches setz Ich derselben 
Irer Maj. haimb, Bittenndt Ir wellet dasselb derselben» auch dem 
Obristen Regimennt, wie es gehanndlt ist, anzaigen. 

(BL 19ß^.) Was aber Ich, alls ain Gesanndter von Steyer, 
an der Rayss in Hispanien gehanndlt, schamb Ich mich nicht. Mag 
alle gebürliche Recht darumb leiden. Hab mich gehallten alls ein 
frumber, nach beuelch meiner herrn. Wierdt khainer mit grundt 
der warhait annders fQrbringen mügen. Dieweill aber ain Lanndt- 
schaffl mir mein Namen vnnd Titl in Irer vberanntworten zetl 
gemindert vnnd ausgethon haben. Ritt Ich soliches zugedennckhen. 
Will auch darOber bedacht sein zw seiner zeyt, wie sich dann 
gebürt, meiner Eern notdurfil nach. Darinn Aber yetzmalls will 
mir, alls einem Gesanndten, nit gebOm mer zuhanndlen. 

Sigmund von Herberstain Ritter etc. 

AUerdurchleuchtigister, Grossmächtigister Khunig, Allergene - 
digister Herr. Mit aller Vnderthenigkhait thun wir E. Ku. Maj. etc. 
(BL 196\) zu wissen, das wir gehorsamblich auff die Beuelch 
1. October. vnnd Instruction , vnns zuekhomen , am Monntag nach Michaelis 
geen Closter Neuburg khomen. Den Lanndtag besueeht, vnnd den 
2 0.3. , Erchtag da gewart. Am Mitwochen, alls die Lanndtschaffl, souil 
der darkhamb versamblt, -Haben wir nach ynnserm Pessten ver- 
steen vnnd getreuisten vieiss gehanndlt. Darüber vnns ain Annt- 
wort in schriffi zuegestellt, die wir E. Ku. Maj. hier Inngeschlossen 
zueschickhen. Alls wir aber von dem leczten Articl, in der 



1520. 



235 



Instruction gestellt, khain meldung in der Anntwort befannden, 
Haben wir ainer Lanndtschafft, auch Iren Gesanndten, so wider Ton 
Augspurg anhaimbs khomen sein, angeredt: „Ob sy demselben 
Articl volg • thon betten ?** Darüber sagten die Gesanndten : „sy 
betten solicbes vor, dieweil kbain Lanndtschaift versambelt was, nicbt 
thun mögen. Aber yetxmalls betten sy es nach dem Puechstaben 
alles vollbracht, vnnd war dem allen, (Bl. 196}) Innhallt der ge- 
gebnen Anntwort, rolg gethon.„ 

Dieweiil wir dann khain lautter wissen gehabt haben, was soli- 
cbes alles sy in beuelch gehabt, haben wir doch vernomen, das den 
von Wienn durch sy geboten soll sein, das Hanndtsgrauen Ambt 
abzutrotten. Haben darnach gefragt : „ob demselben auch gelebt 
war?*' Dargegen zaigten die von Wienn an: „wie sy das Ambt 
eingenomen, nach Innhalt Irer freyhait vnnd alltem herkhomen. 
Hiellten das nit mit gwallt. Sy betten aber von gemainen Stennden 
atn fürschrifft erlanngt. Verhofilen soliches bey E. Maj. zu erlanngen. 
Wo nit, so wellen sy desselben absteen." Zaigfen wir in Rats weiss 
vnnd Treuer mainung an: „das sy allain dem, das nit in gescbfiffl wftr, 
durch Ire Gesanndten Volg thetten.*' Zw dem Sagt auch der Lanndt- 
marschalch: „Nachdem sich die von Wienn yetzo vor vnnser so 
gehorsamb erzaigten, wollt in gebflm anzuzaigen. Wie Er auff E. Maj. 
vnnd der Obristen Stathallter (Bl. 197\} Beuelch Emnstlicb mit 
in gehanndit, vnnd beuolben, soliches Ambt abzutretten.*" Das sy aber 
nie haben thun wollen. Herr Hanns von Puechaim erzeilte: „wie 
Er vnnd annder AussehQss oder verordennt solich Ambt dem Rinner 
betten eingeanntwort, vnnd nachmalls auffE. Ku. Maj. etc. beuelch, 
auff filrbitt E. Ku. Maj. Schwester, ainem anndern zuegestellt. Vnnd 
die von Wienn betten soliches nit mit gwallt Innen.*' Die von der 
Ritterschafil haben vnns offennlich angesagt: „nachdem sy hörten, 
das dickhermalls mit den von Wienn verschafft sey, dasselb Ambt 
abzutrotten, vnnd yetzmalls aber durch vnns erinndert worden. So 
wellen sy sich derhalben nichts mer darumb bekhumern , vnnd den 
von Wienn khainerlay beystanndt darinnen thun.** Dawider aber 
herr Hanns von Puechaim sagt: „Es werde niembt widersprechen 
mögen , das Inen das Ambt durch aller Stfinndt Ausschuss oder ver- 
ordennt (Bl. 19T.) eingeanntwort sey.** HerEnntgegen sagen 
die von der Ritterschafft: „dieweil sich Rinner hat boren lassen: 
„wer Im das Ambt welle nemen, da mOessen wir vor aneinannder 



236 



1520. 



Stechen. (H.) durch die meuUer stehen!^ vnnd dergleichen, darumb wellen sy der 
Sachen mOessig geen.*< 

Do wir nun yernomen« das ain Lanndtschafil allen Articln volg 
gethon» haben wir Inen E. Maj. offen brief der Lanndtsrechten, 
auch den Beysitzern» so da gewest, Ire brief yberanntwort. An 
demselben sy vnnderthenig gefallen tragen, Allain das mndter- 
raarschalch vnnd Lanndtschreiber nit benennt sein, On das die 
Recht Iren Ganng nit haben mügen, Bitten sy mit aller vnnder- 
thenigkhait: ,,sy darinn mit gnaden zubedennckhen.*' 

Eurer Ku. Maj. etc. khünnen wir auch nit yerhallten, das am 
Erchtag zw vnns Commissarien, Nftmblich mir Sigmunden Grauen 
zum Hag ynnd mir Wilhalbmen (Bl. 198^.) Schrot, khumen sein: 
Herr Caspar von Volkherstorff, Lanndtmarschalch in Osterreich, 
ynnd herr Wilhalbm yon Zeickhing, Haubtman zw Hainburg , ynnd 
zaigten ynns an: „wie ain Lanndtschafft yernomen biet, harr Sig- 
mund yon Herberstain, sollt neben ynns auch in der Legation 
yerordennt sein. Das beschwärt ain Lanndtschafft nit kUain. Wären 
auch desshalben Ton Inen tw ynns gesanndt, vnns anzuzaigen, 
das sy herm Sigmunden yon Herberstam khainsweegs gedulden 
möchten, dann Er solt auff dem we^ in Hispania Ire Gesanndten 
hoch geschwächt ynnd verletzt haben. Wollten derhalben mit Ime 
nichts zuthun haben. Ja auch in sQjieher Legation nicht leiden, 
noch boren.** Vnnd baten ynns darauff: ^wir sollten mittl suechen, 
damit Er sich solicher L^ation enntschlüeg. On das betten sy 
fUrsorg, Es wOrden yon der Lanndtschafft die maisten yom Laond- 
tag hinwegkh Reyten.'' 

(Bl, 19&'.) Darauff zaigten wir Inen an: „E. Ku. Maj. 
betten herrn Sigmunden von Herberstain neben ynnser zuhannd- 
len verordnet Demnach war vnnser Rat vnnd guetbedunckhen : 
Nachdem der von Herberstain auff beuelch vnnd nit von selbs 
wegen alda wäre, sy bedächten, was vngnad In daran stQenden, 
wo sy etwas vnbedächtlichs anfienngen. Liessen in den beuelch 
neben vnnser auswarten, vnnd ob sy menicherlay beschwär 
zw Ime hietten. So möchten sy in vor seinem ordennlichen 
gericht darumben besuechen,^ Also haben die Lanndtschafft ain 
schrifil eingelegt. Desgleichen hat der von Herberstain auch 
ain schriffl eingelegt, weliche oben nach lenngs geschrieben 
steen. 



1520. 237 

Vnns hat auch der Hochwierdig FQrst, sanndt Georgenns Orden 
hoehmaister, Herr Hanns Geyman gebeten anznzaigen : »Wie Ime in 
etlichen briefen hincztheer sein gebOrlicher Tyttl, der Im durch 
weillennd (Bl. 199*.) Kay. Maj. hochloblicher gedSchtnus gegeben 
ist, nit Kuegeschriben sein soH, das er mit beschwSrd annimbt Ver- 
maindt auch soliehes E. Maj. zw naehtails Raichen.** 

Eur Ku. Maj. mit allet vnnderthfinigkhait bitten wir: WeHe 
solieh mnser hanndlung ynnd anzaigen genedigclichen annemen. 
Hetten wirs Pass yerstannden » So betten wirs gern wellen Pesser 
hanndlen. Vnnd wellen mns in aller rnnderthenigister gehorsamb 
E. Maj. beuolhen haben. Geben zw Wienn etc. 

AUergenedigister Khaiser. Mein ganntz gehorsamb mnd vnnder- 
thenigist diennst seindt E. Maj. mit ganntzeu Treuen allzeyt berait. 
Alls mir E. Maj. beuelcb zuekhomen ist, das Ich mich auff den Lannd- 
tag Michaelis geen Closter Neuburg yerfüegen soll , vnnd dann zw 
stundt wider in mein Legation (BL 199\) geen Hungern, Bin ich 
gehorsamblich erschinen. Doch so hab Ich E. Maj. Obristen Stat- 
halltern vnnd Regennten angezaigt , das Ich zuuor in Hungern Absol- 
uiert bin gewest. 

Herwider ist E. Ku. Maj. beuelcb mir zuekhomen, das Ich in 
den Sachen, die fraw Ton Weyspriach betreffenndt, mit anndern bey 
Kunigclicher Wierd in Hungern hanndlen soll. Bin abermalls gehor- 
samb, wo nuer die anndern auch mitziehen, dasselb zuuolziehen. 

Alls Ich aber geen Closter Neuburg bin khomen, mit sambt der 
anndern E« Maj. Comissarien , haben etlich aus der LanndtschaiR, 
die herm Micheln ron Eytzing ynnd Doctor Merten Sibenbflrger an- 
henngig, befreundt ynnd yerwonndt seindt, die anndern etlich bewegt, 
in ainer Räch gegen mir zw erzaigen. Bin der Zuuersicht, Graf 
Sigmund yom (BL 200*,) Hag ynnd herr Wilhalbm Schrot zaigen 
E. Maj. die sachen auch an. 

Vnnd die sachen fliessen her yon der Raiss, Alls wir yon den 
Lannden zw E. Maj. in Hispanien geschickht worden. Wie sich die- 
selben, der Österreicher Poten, am Ein ynnd Auszug gehallten, wierdt 
E. Maj. noch woll Innen. Wie sich aber Sibenbürger gegen E. Maj. 
gehallten, glaub Ich gänntzlich E. Maj. ynnd Ir R&t haben dasselb in 
frischer ged&chtnuss. Wie sy auch E. Maj. beuelcb ynnd annders 
yon E. Maj. zuckhuniR ynnd anndern der gemain geteutscht ynnd 
förbracht haben; Wie auch die Österreicher, nämblich Ir Anhennger, 



238 i520. 

E. Maj. beuelhen gehorsamb sein gewest Wo soliches Eur Maj. 
verporgen ist, verhoff die werd doch dasseib palld Inen. 

Hetten mir E. Ku. Maj. getreuisten vnnderthonen« die von Stejer, 
beuolben, oder Ich (Bl. 200^.) aus aigem willen thun het wellen, 
in Irem fiirnemen volg zuthun, het sy nit gestrafit vmb Ir vnschiekh- 
lich wesen. So wären sy mein guet freundt beliben. Hab doch s5liehes 
im Pessten thon. Nachdem sy zw E. Maj. Potsehafilen warn, das sy 
sich annders dann dahaimb Im Weinschennckhen vnnder den Hauern 
vnnd in Trinckhstüben hiellten. 

Eur Kay. Maj. welle genedigclich gedennckhen der Österreicher 
Allt vnnd New hanndlung, ynnd das sy Inen auch wellen E. M. mass 
setzen mit den Räten ynnd Poten zw in zuschickhen, was doch soli- 
ches auff Imetregt, vnnd nicht gedennckhen, das ein ganntze Lanndt- 
schafft veraintlich. Ja auch nicht die, so am Lanndtag warn, soliches 
fürgenomen, gethon vnnd gehanndlt. 

Das sy mir aber meinen Namen gemindert vnnd ausgethon, die- 
weil mir soliches in E. Maj. beuelhen vnnd diennsten beschehen ist, 
(BL 20V.) Bitt ich cliemuetigclich Eurer Maj. Rat vnnd hilff'. Wolle 
mit Inen verschafften, mich wider zw Restituiern. Das will Ich mit 
aller vnnderthänigkhait befleissen sein zuuerdienen. 

Allerdurchleuchtigister, Grosmächtigister Khaiser, Allergenedi- 
gister herr. Nachdem Etlich von Osterreich vnnder der Ennss Ge- 
sanndten zw E. Kay. Maj. in Hispanien mermallen Sachen an mich 
gemueth, die mir nit beuolben sein gewest, vnnd Ich den Nit volg 
thon, darumb in Irrung vnnd Zwitracht miteinander khomen, vmb 
desswillen Jetzundt etlich derselben verwonndten vnnd anhennger 
hanndlung wider mich in nächst gehalltnem Lanndtag Michaelis zw 
Closter Neuburg in Österreich, darauff*Ich von E. Maj. zw Commissarj 
mit anndem verordennt was, fttrgenomen, der mainung mir ain spot 
darmit (BL 201^.) zuezefilegen. Bin der Zuuersicht, Graf Sigmundt 
vom Hag vnnd herr Wilhalbm Schrot, alls mein mitverornndt Com- 
missary auff demselben Lanndtag, haben E. Maj. der Sachen gründt- 
liehen bericht gethon durch ihren aignen brief, den sy darumb gefer- 
tigt haben. Weill dann Eben dieselben gesanndten , so in Hispanien 
gewesen, wider zw E. Maj. durch etlich Österreicher geschickht 
worden sein. Bin vngezweifelt sy werden noch merers dann Ire ver- 
wonndten und anhennger wider mich practiciern, vnnd allerlay 
hanndlung wider mich erdennckhen, ob sy mir vngnad bey E. Maj. etc. 



im 239 

machen möehten. Ich hoff aber E. Kay. Maj. mag woll durch annder 
derselben Personen » auch Irer yorClltem thun , herkhomen, wesen 
vnnd ftirnemen erinndert sein, was sy auch, sider sy bey E. Maj. in 
Hispanien gewesen , mit Iren verwonndten (BL 202*.) guets ge- 
hanndlt. Was gehorsamb sy E. Maj. erzaigt. Darumb Ich mich tröst 
E. Kay. Maj. werde in wider mich , auch in anndern Sachen dest- 
weniger glauben geben. Mit aller diemutigkhait bittundt, E. Kay. 
Maj.» alls sy das von angebornner Natur hat, welle denselben Leutten, 
hintzt auff genflgsame verhör, khain glauben geben. Ich hoff gftnntz- 
lich zw Got, wo es darzue khumbt das wir gegeneinannder verhört, 
werden E. Maj. befinden, das Ich mich gehallten vnnd gehanndit 
hab, als ein frumber vnnd aller mein Namen sich nie annders bey 
E. Maj. Voruordem gehallten, dann das sy hintzther vnnd Ich, alls 
der Jöngsten ainer, in Ire Diennst vnnd höchste Ambter begert vnnd 
eruordert sein worden. E. Maj. werden auch finden, wie sich annder 
Leuth gehallten, darumb vill POecher gedruckht vnnd geschriben 
vnnd noch in der mennschen (BL 202^.) gedächtnuss sein. Will 
mich allflo mit aller Vnnderthänigkhait derselben E. Maj. beuolhen 
haben. 

Von Lannckhowitz, den Achten Nouembris. 
Anno etc. im 20. 
Ersamen, Weisen Herrn. Allen den, die sich frundtlicher vnnd 
gebOrlichermassen gegen mir gebrauchen , Bin Ich berait widerumb 
rreundtliehen, gueten vnnd Nachtberlichen willen zubeweisen. Die- 
weill Ich in meiner Jugennt in die Stat Wienn gelassen und khumen 
bin , daselbs tugenndt vnnd guete sitten vnnd etwas der khunst ge- 
lernnet, vill guets dauon Emphanngen, dardurch Ich gross Eerlich 
Stänndt erlanngt, in den ansehenlichisten bündeln gebraucht, darumb 
Ich alzeyt der Stat Wienn dannckhbar gewest, allen Inwonern nach 
meinem vermugen geraten vnnd geholffen, vnnd bette das, gleich 
alls Phlichtig, (BL 203".) fQran albeg gern gethon. Aber am Jungst 
gehalltnem Lanndtag, Michaelis zw Cluster Neuburg, Ist ain hannd- 
lung durch etlich fiirgenomen gewest, des willenns, mich an meinen 
glimpffen vnnd Eern zubelaidigen. Nämblich mich bezigen etlicher 
Sachen vnnd hanndlungen, durch mich beganngen, dardurch ainer 
Ersamen Lanndtschafft khainesweegs well gebflrn , die Khaiserlichen 
beuelch von mir anzunemen oder zuhören. Mir auch mein Namen 
vnnd Titth vber mennschlich gedächtnuss gebraucht, den mir auch 



240 1520. 

Khaiser vnnd Khunig schreiben vnnd geben , zunündern ynnd auszu- 
thun vnnderstannden , was des in schlifft verfasst vnnd vberanntwort 
ist, gestellt in namen der vier Stenndt der Lahndtschafil in Öster- 
reich , alls vill der dasselb mall yersambelt warn , vnnd durch den 
Lanndtmarschalch (BL 203^.) den Khaiserlichen Comissarien, mein 
mitrerwonndten, tberanntwort. So Ich dann der sachen nachfrage 
befind Ich, das nicht aller der, die da versambelt waren, willen, zue- 
geben oder mainung sey gewesen, soliches derroassen mbillichen 
gegen mir zuhanndlen. Vnnd hab aus den dreyen Stennden, ynnd 
nicht die minderisten, die sich soliches nicht angenomen, noch an- 
nemen wellen. Vill wollen sich enntschuldigen vnnd sagen: „die 
gelerten haben sy darein geredt. ** Dieweill aberüiembt souill gelerter 
hat, dann Ir, vnnd seyt die fumembisten im Burger Stanndt» hab Ich 
in Rat gefunden. Euch auch darumb zu besuechen mnd darinn zu- 
uernemen : Ob Ir auch der mainung vnnd die vrsacher seyt gewest, 
wider alle Vemunfft mich vnuerhörten, on all Redlich vrsachen, zw 
(Bl 20ir.) Schimpfiern vnnd zuuerletzen. Dann Ich will mich gegen 
allen, die soliches wider mich gevebt vnnd des vrsacher sein, Alb 
einem frumben Ritter woU gezimbt, hallten. Dabey menigclich ab- 
nemen soll. Das mir solich vnbillich schimpfierung layd vnnd mein 
Eer lieb ist. Bitt desshalb Eur verschribne Anntwort etc. 

Die von Wienn haben sich hernach mit mir vertragen vnnd 
gesagt : „Die gemain Burgerschafll habe an dem khain schulld*', vnnd 
gebeten : „khainen vnwillen derhalben gegen Inen zutragen.^ Ynnd 
haben mir ain StOckh Tamaskh verEerdt. Weill dann die straff der- 
massen nach dem vrti gegen den vrsachem fürgenomen, hab Ich auch 
nicht weitter wider sy hanndlen wellen. 

(Bl. 204*.} Hochwirdiger Fürst, genediger Herr, Eerwirdigen, 
Wolgebornnen, Oestrenngen Herrn, Edlen, Vessten, Ersamen, weisen 
von den Stennden ditz Ertzhertzogthumb Osterreich. Alls Khaiser 
Carl, vnnser Allergenedigister Herr vnnd derselben zejrt LanndtsfQrst, 
weillennd Graf Sigmunden vom Hag, herm Wilhalbm Schroten vnnd 
mich auff den Lanndtag, zw Closter Neuburg gehallten, Verordennt 
vnnd geschickht, daselbst etlich mein missgünner souil gehanndlt, 
das mit gemellten meinen mitverordennten manicherlay meinethalben 
gehanndlt vnnd am letzten dahin bracht, das in namen der vier 
StSnndt der Lanndtschaffl, souil der dazumall versambellt, durch ain 
schriffl protestiert meiner gegenwürtigkhait , sich nicht begeben der 



im. 241 

hanndlung halben» die Ich gegen der Lanndschaffl Gesanndten in 
Hispanien (BL 205*,) beganngen oder geOebt soll haben. In welicher 
schrifilen mir auch mein gebürlieher Namb , wie Ich den mit meinen 
YorElltem weit yber mennschen gedennekhen herbraeht, von Khai- 
sem, KhQnigen, Fürsten ynnd yasst aller menigelieh also genennt 
ynd gebraucht, ausgewischt, abgethon ynnd yeränndert, Dargegen 
Ich mir yorbehallten, zw gebarlicher zeyt mein notdurffl darinn zu- 
hanndlen, — Dieweil dann die gemainschafil der mennschen khainer- 
lay anspruch abnimbt, allain die InJurj oder Eernhändl, — ynnd 
nachdem soliche Protestation beschehen , khan Ich nit woll annders 
abnemen. Ich sey ainer Lanndtschafft ettlicher Sachen angeben, durch 
mich gehanndlt, dardurch Ich pracht sollt werden, nicht Erberlich 
oder woll gehanndlet. Wann sonnst war khainer Protestation gegen 
mir not gewesen; 

(*£/. 20S^.) Do Ich aber der sachen nachganngen ynnd gefragt, 
hab Ich befunden yill yon den Stennden allennthalben , die mit mir 
geessen^ Trunckhen, hanndtgeboten, freundtlichen gehanndlt, geredt 
ynnd in annder weeg erkhundigt, das soliches alles der yon den 
Stennden, so dazumall yersambelt, willen ynnd mainung nit gewesen. 
Ynnd nachdem Ich, on Ruemb zureden, all mein tag warbafflig mit 
khainer Vnthat beschriern , sonnder neben anndern frumben meniges 
stanndts mein guet wesen herbracht, in zwayer Römischen Khaiser 
ynnd bey etlichen grossmechtigen KhQnigen , Churfürsten , Fürsten, 
Grauen, Herrn, Ritter ynnd khnechten , in Räten, Potschafflen, in 
schimpff ynnd Emnst gewest, gewonndt, gehanndlt, neben denen 
gestannden, (BL 206'.) gesessen, Alls Ich noch anheut, Wiewoll 
ynuerdiennter, dermassen gestellt. Wollt mir gar schwär sein, ain 
soliche hanndlung stilschweigenndt f&rzugeen. Möcht manicher Geist- 
lich, weltlich, Edl oder ynEdl gedennekhen, Ich bette yill arges ge- 
fhon, Darumb will mir yon nöten sein, zuwissen. Wer ynnd welich 
die sein , ynnd wie Ir namen haissen , ynnd warumb mir soliches die 
auff demselben Lanndtag zuegeffiegt? Bitt Ich darauff, ein Ersame 
Lanndtschafft welle alle die, so yormalls gemaint oder noch yer- 
mainen oder wissen, solich sachen wider mich darzubringen, das Ich 
nit wirdig sein soll, neben anndern in Kay. Haj. etc. oder förstl. 
durchl. beuelhen oder anndern Eerlichen sachen neben ynnd gegen 
{BL 206K) gueten Leuten zuhanndlen, Oder, das Ich den namen 
„von Herberstain** ynbillich hab ynnd mich des gebrauch; darzue 

Fontes. VIII. 16 



242 1520. 

yermügen» das der oder die Ir Namen rnnd mainung mir in schrifilen 
zuestellen. So waiss Ich vnnd will mich dermässen gegen denselben 
yeranntworten» daran all frnmben ein gefallen sollen haben. 

Wo aber khainer war, der sich des ynndersteen wollt, vnnd 
ainicberlay yormalls angezeigt war worden, Das meinen Eern ynnd 
glimpffen enntgegen sein möcht. Will Ich all menigclich gebeten 
haben, die Sachen darfiir erkhennen ynnd achten, mir ynuerletzlich, 
ynnd durch dieselben mir ynrecht beschehen sein. Yerhoff auch, mir 
werde billich abtrag darinn beschehen. Bitt auch desshalb forder- 
liche Anntwordt. 

(Fehlt die Seitenzahl.) Die yon Wienn hierlun ausgeschlossen. 
Mit den Ich, nach gelegenhait der Zeyt, mein hanndlung, wie sich 
gebürt, zuuerfüren yerhoff. 

Sigmund yon Herberstain Ritter etc. 

Disse schriift Ist durch herr Sigmunden yon Herberstain in dem 
Lanndtag, so zw der Newstat, auff Mittichen nach Erhardj des drey- 
ynndzwaintzigisten Jars , gehallten. Am Sambstag nach Anthonj , in 
besamblung der dreyer Stänndt, offennlich yerlesen worden. Aber 
derselben Zeyt yon niembt khain yermeldung oder Anntwort darauff 
geschehen. 

Am Erchtag, Sanndt Sebastiannstag <), hat herr Cristoff yon 
Puechaim, Verweser des Lanndtmarschalchambts in Österreich, in 
beywesen Herrn Pilgrambs (fehlt die Seitenzahl) yon Puechaim, 
auch herrn Hannsens von Puechaim zw Hörn ynnd herrn Manen 
Treytzsaurwein geredt in der Canntzley; „Es haben die yon der 
Lanndtschaffl Eur schrifR yemomen, ynnd waiss Euch niembt nichts 
zubezeihen. Vnnd ist beuolhen. Euch Eur schriffl wider zuezestellen. 
So Ir aber die nit habt wellen annemen , hab Ich die yberschriben 
ynnd zw den anndern sachen des Lanndtags gelegt.** Darzue Ich 
geredt: „hab es vmb desswillen hie ermellt, das Ich die Anntwort, 
in beywesen der zwayen herrn ynnd des yerwallter der Canntz- 
ley, yon Euch, alls yerweser des Marschalch Ambts, hör ynnd 
emphach** etc. 

So dann die maisten meine Widersacher, weliche dermässen 
wider mich gehanndlt ynnd die anndern daran beredt haben,^J?/. 207'',) 



Das ist 1523. 



i»ao. 243 

vmb Ir yerschullden am leben gestrafft seindt worden , ynnd die ybe- 
rigen mir durch den yerwallter des Lanndtmarschalchen Ambts selbs 
gesagt: „sy bezeihen mich nichts,*' hab Ich auch nicht weitter wider 
die yerfterten ynnd ynschaldigen banndien. Ja auch zw dem Anngst- 
lichen meiner widerwärtigen gericht zu Räch nit geen, noch zue- 
sehen wellen. 

^ (Folgt eine halbe leere Seite.) 

(BL 207\) Wir Carl etc. Embieten den Ersamen, Weisen, 
ynnsern besonndern lieben ynnd getreuen N., den Verwesern, Bür- 
germaistern ynnd Rats , auch den genannten yund ganntzer gemain 
ynnser Stat Wienn ynnser gnad ynnd alles guets. Wir haben Eur, 
der genannten, Waaln aina Burgermaister ynnd Rats herrn gemellter 
ynnser Stat Wienn ersehen , ynnd befinden Doctor Merten Siben- 
burger mit den maisten Stymen zw Burgermaister Erwellt, nachuol- 
gund die nachbestimbten Achzehen Person mit den merern waaln zw 
Rats herrn erkhorn, mit namen: Friderich Piesch, Mert Kheckh, 
Hannss Aynner, Hanns Eekhl, Virich Schwager, Wolfganng Khirch- 
hofen, Hanns Khachler, Hanns Huettstockher, Caspar Reytter, Steffan 
Sehlachindweyt, Wolfganng Schmidinger, Graf Fleischhackher, 
Hanns Een, Wolfganng Aslabin, Lorenntz Httttndorfer, Sigmund 
(BL 208*.) Stayner, Michel Winter ynnd Hannsen Schwartz, Müntz- 
maister. Vnnd wiewoll wir etlicher Personen, yerganngner hänndl 
halber, beschwärung tragen , die wir auch hiemit nit begeben haben, 
yedoch auff Eur geOebt Clag ynnd Vngeduld, Alls ob Euch bisheer 
Eur Waaln geftrlich oder ynnotdürfilig yerkhert sein sollen, ynnd 
ymb das wir yernemen ynnderfaren, wie Ir Euch, so wir Euch die 
Waal nach Eurm willen lassen, schickhen ynnd hallten werdet. So 
sein wir enntschlossen , Euch ditzmalls die obgeschriben Waal in 
nichten yerkhert zubewUligen ynnd zw Confirmiem. Das wir auch 
hiemit thun, in Crafil ditz brieffs. Darneben nennen ynnd setzen wir 
Euch zw ynnserm Richter ynnsern getreuen , lieben Laslaen Edlas- 
perger. Vnnd leihen Im ynnser Pau ynnd. Acht, yber das Pluet zu- 
richten. Alles dertioS(Bl 208^.)nuj\g ynnd Zuuersicht, Ir werdt 
ynnser , alls herrn ynnd LanndtsfÜrsten, hochait, fürstlich Obrigkhait 
ynnd aigenthumb, mer, dann nach abganng weillennd ynnsers lieben 
herrn ynnd Anherrn Khaiser Maximilians, loblicher gedächtnuss, 
beschehen sein m5cht, bedennckben ynnd yor Augen haben, ynnsern 

16* 



244 1520. 

Tnnd gemainer Stat nutz betrachten vnnd fördern , aigen nutz ynnd 
willen verlassen, auffrichtig, gleich gericht vnnd Recht, on alle Räch 
erganngner Sachen, auch guete, ordennliche, Ersaroe Policey fttrne- 
men ?nnd hallten, vnnd Euch alls ain ynnser naoibhaffte, beraembte 
Stat, anndern loblichen, ta ffern. Erbern Stetten vergleichen, dar- 
durch ynnser gefallen ynnd gnad zw Euch zubewegen vnnd zu mern, 
gemainer Stat zw mer Ruemb, aufnemen vnnd guetem zu furdern, 
ynnd vor Zerrüttung vnnd Abfall zviVier(Bl. 209". Jhüetien. Dann wo 
soliches nit beschäch, vnnd vnns in ynnser fürstliche hochhält, Ober- 
khaiten vnnd aigenthumb. Auch in ynnser Stat gemainen nutz weitter 
Besch wärung begegnen. Werden wir geursacht, nit allain In Eur 
Järlich Waaln, sonnder auch in annder weeg, der notdurfil nach, 
solicher gestallt einzusehen, einzugreifen vnnd zuhanndlen, dardurch 
die schuldigen erkhenndt, vnnd ynnser Stat Irenthalben dannocht an 
wirden bey vnns besteen wtlrd. Das wollten wir Euch zw genediger 
Warnung nit verhallten. Datum Wormbs, am Sibenvnndzwaintzigisten 
January. Anno etc. im Ainsvnndzwaintzigisten. 
(Etwa eioDrittel dieser Seite und die folgenden sieben Seiten sind unbeschrieben.) 

(Bl. 213\) Geen Hungern. 
' So bin Ich in Khay. Maj. namen zw Khünig Ludwigen geen 
Hungern, mit vnnd neben herrn Johann Schnaytpeckhen, österreichi- 
schen Canntzler, verordennt vnnd geschickht worden. Von wegen 
aines Angriff, der im Lannd ob der Ennss einem Behemischen Khauff- 
man geschach, darumb die Behemischen vnnd Märherischen droeten. 
Vnnd von wegen der Wamphy zw Niderlimbach 9 angriff, den sy in 
das Lannd Steyer gethon hetten. Der Schnaitpeckh khamb nit. Ich 
müest die Sachen verrichten. GleichwoU die von Steyer verrichten 
die Sachen selbs. Schluegen die Hungerischen, damit was diser 
Hanndl verriebt. 

Römischer vnnd Hispanischer Ku. Maj. etc. Stathallter 
ynnd Regennten Irer Maj. Obristen Regiments aller 
österreichischen Lannde. 



^) Das ist: Banfi de Als6-Lendva. Welche von den damals lebenden Brfidem, 
Johann V.i Jakob II. und Franz II. gemeint sind , hfilt schwer zu entschei- 
den. Ober den Einfall selbst yermocht ich dermal nichts aufzufinden. Vergl. 
über die Familie dieser reich begüterten Grafen C. Wagner*s Collect 
geneal. Poson. 1802, 8. 1, 9 — 26 und A. Lehotzky*s, Regni Huogariae Status 
et Ordines. Poson. 1796, 4. P. II, 40 ff. 



1520. 



245 



Besonnder lieber TDnd gueter /reundt. Wir haben dich mit 
sambtDoctor Johann Sehnaitpeckhen, Niderösterreichischen Canntzler» 
(Bl 213*.) in etwas benennter Ku. Maj. vnnd derselben Bnieder etc., 
ynnser Allergenedigistenvnnd lieben genedigisten Herrn, Aach Irer Maj. 
ynd fitrstl. gnad. Lannd ynnd Leutten treffennlichen geschafften zw der 
KhQnigclichen wierd zw Hungern zuziehen vnnd daselbst, Innhallt vnnser 
Instruction, zuhanndln förgenomen ynnd yerordennt. Vnnd ist darauff 
ynnser, in namen Irer Kw. Maj. ynnd gnaden, begern, mit Ernnst beuel- 
henndt,dw wellest dich zw stundanynnd on yerziehenmitfünffPhärdten 
berait machen ynnd in die Neuenstat zw bertirtem Schnait-Peckhen 
Reitten, daselbst dw ynnser Instruction obuermellt, darzue auch fänff- 
tzig gülden Reinisch auff dein Zerung finden wierdest. Vnnd ob dw 
hierüber merers notdürfftig oder ausgeben wurdest, desselben wellen 
wir dich yon Ku. Maj. wegen auch zuenntrichten yerordnen. Vnnd 
demnach ^</u)solicheRaiss nitwaigrest noch abschlahest. Daran thuest 
du Ku. Maj. ynnd derselben Brueder willen ynnd Ernnstliche mainung. 
Geben zw Augspurg, (Bl 21^*',) am Achtennden tag Juny. Anno etc. 
im Zwaintzigisten. 

Vnnserm besonndern lieben ynnd gueten freundt, Sigmunden 
yon Herberstain. 

In demselben Jar widerumb yon wegen der Frauen yon Weis- 
priach, die herr Juersickh Tarnickho im Lannd zw Osterreich ge- 
fanngen ynnd in Hungern geftiert hat, geen Hungern geschickht. Inn- 
hallt des beuelchs: 

Carolus. 

Getreuen, lieben. Wir haben auff weillenndt Vlrichen yon 
Weispriachs yerlassen Wittib ynnd Khinder freundtschafft ansuechen 
ynd begern ain Instruction auff den Erwirdigen ynnsern Fürsten, An- 
dächtigen ynnd ynnser lieb getreuen Johannsen Geyroan, hochmaister 
Sanndt Georgen Orden , Georgen yon Puechaim ynnd Euch baid ge- 
fertigt, was Ir samentlich mit der Khönigclichen wierde zw Hungern 
ynnd Behaimb hanndlen sollet, wie Ir yememen werdet. Vnnd ist 
darauff an Euch ynnser beuelch, das Ir also solich (Bl. 21^*.) sachen 
nach dem Pessten, Innhallt bemelter Instruction, an sein khünigcliche 
wirde bringen ynnd yerhelffen wellet, damit die fraw ynnd khind Irer 
Fennckhnuss also geledigt werden. Daran thuet Ir ynnser Ernnst- 
liche mainung. Geben am zwelfflten tag Septembris Anno etc. im 



246 1520. 

zwaintzigisten , rnnserer Reich des Römischen im anDdera vand der 

anndern im fünflfien. 

Ynnsern getreuen» lieben Johann Mraxy , ynnserm 
Phleger zu Drosendorff» ynnd Sigmunden yon Her- 
berstain, ynnsern Räten. 

Matheus, yon gottes gnaden Cardinal» Ertzbischoue zw 

Saltzburg. 

Vnnsern gunstlichen grues zuuor. Besonnder lieber. Wir haben 
dein schreiben, des Datum steet: am Sibenynndzwaintzigisten tag des 
monats Augusty, empbanngen» ynnd yill guets beriehts daraus yer- 
stannden. Ynnd dannckhen dier desselben deines anzaigenns, daran 
du dann rechts gethon hast. Vnnser mitStathallter haben d«s auch 
yon dier ain (Bl. 215*",) sonnders gefallen gehabt. Ynnd wir ynnd 
dieselben ynnser mitStathallter schreiben dier hieneben auff all Articl 
gueten beschaid» wie dw dann sehen wierdest. Wir begem auch an 
dich, das dw ynns hinfuron ofil schreibest, yon allem das sich zue- 
tragen wierdet. Dw machst ynns auch daneben dein aigen saehen 
ynnd was dier anügt auch zueschreiben. So wellen wir allzeit gern 
das Pesst Tür Dich yerheliTen ynnd genedigen beschaid darauff schrei- 
ben. Dessgleichen auch herr Jhan Mraxy, d^m wellest soUches yon 
ynns ansagen. Wollten wir dier genediger mainung nit yerhallten. 
Datum Augspurg, am dreyzehenndn tag des monats Septembris» 
Anno etc. im zwaintzigisten« 

Ynnserm besonndern lieben Sigmunden yon Her- 
berstain. Römischer ynnd Hispanischer Khw. 
Maj. etc. Rat. 

(BL 2iS\) 1521. 
Raiss zw Khay. Maj. etc. geen Wormbs. 

Der Erwellte Römische Khayser, Carl der Fönfft, Ist aus Hispa- 
nien geschifft ynnd in Niderlannden ankhomen Am Ersten Juny im 
1520., ynnd dann zw Ach gekhrönndt alls Römischer Khünig. Darnach 
hiellt den ersten Reichstag zw Wormbs. Daselbsthin bin Ich yon 
seiner Maj. eruordert. Darumb mich zw Lanngkhabitz in Steyer i)? ii^ 

*) Lankowitz im Grazer Kreise. Schloss und Amt war am 11. August 1511 
Georgen von Herberstein satzweise übergeben worden. Schmutz, Lex. ?. 
teierm 2> 368. 



1521. 



247 



den letzten tagen Janoary» erhebt. Den weeg genomen: vber die 
Alben nach Judenbnrg, Pels» vber den Tbanrn geen Rotenman, 
Schladning, Rastat, Saltzburg, Lofers, Sanndt Johanns, Wergl, Radn- 
burg *)> Schwatz, Innsprugg, Telfs, Reitta »), Khembten, Mämmingen, 
Vlm, yber die Thunaw, Gepingen, Esslingen, Constat, Maulprun, 
Speyer, yber den Rein, vnnd dann, an dem gesetzten tag Sanndt u. Febr. 
Mathias, geen Wormbs ankhomen. Die yrsach meiner eruorderung 
was,denTertrag, im leben Khaiser Maximilians aufgericht, zuuolziehen. 
Nämblichen hat Georg von Egg die Haubtmansehaflfl Gdrtz 

Martin Luther kham geen Wurmbs am Ertag ror Georgy 
(23. April), Am mitwoch (2i, April) ward er gehört. Am pflntz- 
tag (2S. April) sein antburt gebn. Am Freitag (26. April) wider 
Yerruckht. (H.) 

(Bl. 21 6^^ sollen Graf Hoyem von Mannsfeldt abgetretten haben, die 
soll dann herr Franntz Khastlallt yon des Grauenwegen mit ettlichen Con- 
ditionen Inngehabt, der yon Egg soll Tybein *) dargegen eingenomen 
haben. Hanns Hofer ffir Tybein dieGrafschafilMitterburg,ynnd Hanns yon 
der Dürr gegen Mitterburg Märnfells in Isterreich, das meiner gebrüeder 
ynndmein Erb was, darför ynns die Herrschaffl Neyperg in Steyer mit 
anndem gOettern in gleichem werdt Erblichen gegeben bette sollen 
werden. Die sachen hat sich lanng yerzogen. In mitler Zeyt bin Ich, 
alls der AUten Räte ainer, in des Reichs Camergericht gesetzt 
worden, neben anndern Räten, die gerichtlichen sachen helffen zwyrtln. 

Aus dem obengemellten yertrag ward nichts. Der Khaiser yer- 
ornndte mich zw ainem Lannd Rat im Fürstenthumb Steyer, gab mir 
den bestellbrieff; yerschueff mir mein Zerung zubezallen , ynnd ward 
damit gefertigt. 

Voigt der bestellbrief : 

(BL 216\) Wir Charl, von gottes genaden Erwellter Römi- 
scher Khaiser , zw allen zeiten merer des Reichs in Germanien ; zw 
Hispanien, baider Sicilien, Hierusalem, Hungern, Dalmatien,Croatien etc. 



^) D. i. Rattenberg. 
«) Reutte. 



*) DniDo. 



248 



1521. 



Khunig; Ertzbertzog zw Österreich» Hertzog zu Burgundy» zw Bra- 
bannt; Graue zw Habspurg, zw Flanndern vnnd TyroU etc. Bekhennen 
für ynns auch den Durchleucbtigeft Fürsten, Herrn Ferdinannden» 
Infannten zw Hispanien, Ertzhertzogen zw Osterreich» ynnsern lieben 
Brueder, in Crafft ynnsers yollkhomnen gwallts, so wir yon seiner 
lieb haben, das wir vnnsern getreuen, lieben Sigmunden von Herber- 
stain, ynnsern Rat, zw Tnnserm Lanndtrat in vnnserm ffirsstenthumb 
Steyer, an stat weillenndt Wolffganngen von Sauraw, mit hundert 
gülden Reinisch solldt vnnd dem gewonndlichen Lyfergellt, zw den 
Zeiten so Er gebraucht wierdet, wie annder ynnser Lannd Rät, auf- 
genomen ynnd geordennt haben , wissennlich mit disera brief. Also 
das er nun hinfür ynnser Lanndt Rat sein , sich alzeyt auflf ynnserer 
Haubtmans ynnd Vitzdombs eruordern in ynnsern (Bl, 211*,) 
Lanndts ynnd Cammerguets saehen ynnd geschäfllen willigelich brau- 
chen lassen, getreulich ynnd yleissigclich dienen, in albeg ynnsern 
Nutz ynnd frumben betrachten ynnd fördern, schaden ynnd nachtaiU 
warnnen ynnd wennden, ynnd alles das thun soll, das ain getreuer 
Rat ynnd dienner seinem herrn schuldig ist, alls Er ynns soliches 
gelobt hat. Treulich ynnd yngeuarlich. Bfit yrkhundt dits brieflfs. 
Geben in ynnser ynnd des Reichs Stat Wormbs, am Neunynndzwain- 
tzigisten tag des Monats Marty , Anno etc. im Ainyndzwaintzigisten, 
ynnserer Reiche : des Römischen im Anndern, ynnd aller anndern im 
Sechsten. Carolus. 

Ad Mandatum Caes. et Catholice Mai^. proprium : 

Max. Transiluan. 

Reg. M. PQchler. 

Reuers darauff: 

Bekhenn offennlich mit disem brieflf: Alls (BL 21T.) mich die 
bemellt Kay. Maj. für sich ynnd Irer Maj. Bruedern, Ertzhertzogen 
Ferdinanden, meiner genedigisten herrn, zw ainem Lanndtrat in Irer 
Maj. ynnd fürstl. gnad. Fürsstenthumb Steyer, ymb ain hundert gülden 
Järlichs soldts ynnd das gewonndlich Lyfergellt, zw den zeyten, 
wann Ich in Irer Maj. ynnd fürstlichen gnaden diennsten ynnd ge- 
schaßten gebraucht, wie dann anndern Irer Maj. ynnd gnaden Räten 
auch geben wierdet, aufgenomen ynnd bestellt hat. Das Ich darauflf 
Irer Kay. Maj. bey meinen Eern ynnd treuen, an Aydts Phlicht yer- 
sprochen ynnd zuegesagt hab, in Crafft ditz brieffs, mich alzeyt, so 



i5Äi. 249 

lanng ich in solicher besoldung bio» in Irer Maj. mnd fQrstL gnad. 
Lannd ynnd Cammergnetssacben ynnd geschtfilen willigclichen ge- 
brauchen lassen» vnnd auff den Haubtman ynnd Yitzdomb daselbst 
mein yleissig aufsehen haben» auff Ir eruordern geborsamblicb erschein» 
ynnd in albeg Irer Maj. ynnd ftirsti. gnad. , alls Regierennden herm 
in Steyer» nutz ynnd frumben betrachten ynnd f&rdern» schaden ynnd 
nachtaill warnnen» wennden. (Bl. 218*.) Vnnd sonnst alles das 
thun» das ain getreuer Rat ynnd dienner seiner herrn zuthun schuldig 
ynnd yerpunden ist. Treulich ynnd yngeuftrlich. Des zw yrkhundt etc. 

Derselben zeyt ward Ertzhertzog Ferdinannd» des Khaiser Brue- 
der, aus dem Niederlanndtberuefil» ynnd khamb geen Wormbs, do 
Ich mich seiner Durchleuchte alls meinem rechten natürlichen Erb- 
herrn ynnd Lanndtsftirsten» erzaigt ynnd beuolhen hab. Darnach 
namb ich mein weeg widerumb yon Wormbs» am Sibennden May. 7. Mai. 
Geen Agersham *) drey meill, geen Speyer drey, geen Prüssl ») 
drey» geen Pretta zwo» geen Knüttlingen ain halbe. Daselbstn 
sein yor gar wenig tagen etliche» auch des Khaiser dienner» gefanngen 
hingef&ert worden. Geen Yahingen *) drithalbe meill» geen Esslingen 
fQnff» geen Geislingen itinff, geen Burgaw ftinff» geen Augspurg fQnff» 
geen Innderstorff fiinff» geen Freysing drey» geen Lanndtshuet yier» 
geen Eggenfelden Sechs» geen Pockhingen f&nflflhalbe» geen Passaw 
drey» geen Aschaw ^) ftinff» geen Lynntz yier meill. 

(Bl. 218^.) Ich belib da» hintzt Ertzhertzog Ferdinannd khame» 
dann da wartettn seiner Durchl. Praut» KhQnigin yon Hungern Anna, 
ynnd Schwester KhQnigin Maria. AIlso hiellt sein Durchl. hochzeyt 
am Suntag der heilligen Driualtigkhait» das was der Sechsynnd- 
zwaintzigist tag May. Bin bey solicher hochzeyt auff mein selbst 26. Mai. 
Cossten beliben. Darnach namb Ich den weeg nach Steyer» yier meill» 
an Cassten ^) yier» in das Innder EisenArtzt sechs» geen Leobm yier» 
ynnd den nächsten weeg Sechs meill geen Grätz. 

Die nirstl. Durchl. hiellt ainen Lanndtag zw Persenpeug. Dahin 
waren baide Lanndt» Österreich ynnder ynnd ob der Enns, beschiden» 



^) Oggersheim. 

<) Bruchsal. 

•) Vachingen. 

^) Aschach. 

') Das ist Windisch-Garsteo. 



250 



1521. 



vrsach der widerspanigkhait in Österreich ynnd Wienn. Namb die 
Phlicht von denselben an ^. Darnach hiellt man den Lanndtag zw 
Grätz. Da schwuer der Lanndtsfurst der LanndschaiR. Damach 
schwuer ain LanndtschaflFt hinwider, nach alltem gebrauch etc. 

Nach dem Absterben Khaiser Maximilian ain yegclich Lanndt sein 
sonndere Ordnung fQrgenomen, vnnd hintzt der Forsten 

(Hier ist auf einem besondern Blatte das Bildniss des K. u. E. Ferdinand, 
in kreisrunder Form mit der Umschrift: Ferdinand. Ro. Hung. Et. Bo- 
hemie. Rex. Arehidux Austrie. Aetatis XXXX, eingelegt.) 

(Bl. 219"^.) ankhunfft gehallten. Hat ein Lanndtschafft in Steyerlrer 
hanndlung den Fürsten wellen berichten, vnnd mir nuer ain tag zuuor an- 
gesagt, solichen bericht offennlichen in Latein zuthun. D.esmirgleich- 
woll khurtz gnueg gewest. Hab dannocht dem Vatterlanndt soliches zw 
guet gethon, so guet Ich das gekhundt. Der Articl seindt vill gewest. 
Also das Ir etlich selbs vermainten. Es war zw lanng gewest. So ge- 
brauch Ich mich der ynnotdurfftigen wort nit. 

Die Raiss in das Niderlanndt. 

Der LanndtsfQrst Eyllte wider zw dem Khaiser in das Niderlanndt, 
sich der Erbschaiil zuuergleichen. Hat dem herrn von Simpy, dem 
Obristen Camerer oder Sumilier, mit mir hanndlen vnnd begern 
lassen. Ich solle seiner Dnrchl. dieselb Rayss dienen vnnd mitziehen. 
Das Ich mich gleichwoll bewilligt, mit bitt, „weill Ich in hanndlung 
stüenndt, {Bl. 219^.) mich zubeheuratten. Bäte Ich befiirderung, 
damit Ich ain Enndt darinn erlanngte.'' Das geschach, vnnd hab mich 
7. oct am vij. Octobris versprochen, vnnd zoch mit Am Achzehennden Octo- 
bris. Durch Khärnndten, do dann auch ain Lanndtag gehallten wardt, 
vnnd fürt auflF nach Innsprugkh, Vlbm, durch das Lannd Wirtemberg, 
das der Schwäbisch Pundt eingenomen vnnd dem Khaiser zuegestellt 
hette, vnnd nach Speyer, Wormbs, Menntz, Colin, auffTeurn«), Ach, 
Mastrich, Leuen, geen Prüssl vnnd darnach auch geen Gennt, vnnd 
30. Nor. wider nach Prüssl. Daselbstn, an sanndt Anndres tag, hiellt der 
Khaiser, mit seinen gebrüedern des Ordenns, des gülden Yliess, ain 



*) Das heisst: Hess sich huldigen. 
») Düren. 



1521. 



251 



hochzeitlichen tag. Ao der Raiss verglichen sich die gebruederKhaiser 
ynnd KhQnig Ir Erbschafil Bruederlich. 

Daselbstn erlanngt Ich Pesserung meines namens Wappen , zw 
gedachtnos der beschehen diennst ynnd anraitzung meinen nachkho- 
men, sich auch in diennste zw ergeben. Daher der Adl ynnd erhöhung 
der geschlächt bleibe» ynnd nit anhaimbs dem wollust obzuligen 
bleiben. 

(Bl. 220'.) Wir Kharl der FOnnfft. yon Gottes genaden Er- 
wellter Römischer Khaiser, zw allen zeitten merer des Reichs in 
Germanien, zw Hispanien, zw Castilien, zw Arragon» zw Leon, baider 
Sicilien, zw Hierusalem. zw Hungern, Dalmatien, zw Croatien, zw 
Nauarra, zw Granaten, zw Toleten, zw Yallenntz, zw Gallitien, Maio- 
ricarum, zw Hispalis, Sardinien, Cordubie, Corsice, Murcie, Giemis, 
Algaron, Algetzire, zw Gibraltaris ynnd der Insulen Canarie, auch der 
Insulen Indiarum ynnd Terrefirme, des Moers Oceany etc. ; Ertzher- 
tzog zw Osterreich, Hertzog zw Burgundy, zw Lottering, zw Bra- 
bandt, zw Steyer, Khftmndten, Crain, Lymburg, Lutzenburg, Geldern, 
Wtrtemberg, Calabrien, Athenarom, Neupatrien; Graf zw Flanndern, 
zw Habspurg, zw Tyroll, G5rtz, Barsilony, zw Arthoys ynnd Bur- 
gundy; Phaltzgraue zw Henigaw, zw Hollanndt, zw Seelanndt, zw 
Phiert, zw Khyburg, zw (BL 220^.) Namur, zw Rossilion, zw Ter- 
ritan ynnd Zutpffen; Lanndtgraue in Elsftss; Marggraue zw Burgaw, 
zw Cristanj, zw Gotzianj; ynnd des heilligen RSmischen Reichs Fürst 
zw Schwaben, zw Cathalonia, Asturia; Herr in Frieslannd, auff der 
Windischen march, zw Portenaw, zwBiscaia, zw Mouia, zw Salins, 
zw Tripoly ynnd zw Mecheln etc. : Bekhennen fiir ynns ynnd ynnser 
naehkhomen am Reiche, oflfennlich mit disem brief, ynnd thun khundt 
aller menigciich : Wiewol wir aus angebornner guete ynnd Khaiser- 
lichen mildigkhait alzeyt genaigt sein, allen ynnd Jegclichen nn em 
ynnd des Reichs, auch ynnser Erblichen FQrsstenthumb ynnd Lannde 
ynnderthonen ynnd getreuen Eere, aufnemen. Nutz ynnd Pesstes fiir- 
zuwennden ynnd zubetrachten, yedoch, so werden wir mer bewegt, 
die yon Adelichem, Erbern geschlächt herkhomen ynnd geborn, ynnd 
sich gegen ynns ynnd dem heilligen Reiche ynnd ynnserm (BL 22 V.) 
Haus Österreich in yleissiger diennstberkhait Embssig erzaigen, mit 
sonndern gnaden ynnd gezierd zw försehen. Wann wir nun guetli- 
eben angesehen ynnd betracht haben solich Adelich, Erber, redlich 
Wesen, darinn das geschlftcht yon Herberstain herkhomen ist. Auch 



252 



i52i. 



die geoemen diennste , so ynnser ynnd des Reichs lieben , getreuen 
Georg, Hanns, Sigmandt ynnd Wilhalbm gebrnedern , vnnd Wern- 
hardin yon Herberstain Geyettern , ynns ynnd dem heiliigen Reiche 
ynnd ynnserm Haus Osterreich, ynnd Insonnderhait yorgemelter Georg 
ynnd Sigmundt yon Herberstain weiilenndt dem Allerdurchleuchtigi- 
sten Khaiser Maximilian, ynnserm lieben Herrn ynnd Anherrn, löb- 
licher gedächtnus, alls Rats yerwonndten gedienndt, ynnd ihre diennst 
nit khlain ersprossen , sonnderlich so Georg yon Herberstain mer- 
mallen die yeldhaubtmanschaiRen in den Niderösterreichischen 
Lannden notdürfftigclichen yersehen, den yeinden roermallen abge- 
brochen, ynnd gemainer Pauersehafft (BL 22V.) Empörung durch 
sein schickhlichait ynnd Redlichait gedempfilt; dann Sigmund yon 
Herberstain, auch durch weiilenndt sein lieb, in treffennlichen sachen 
zw den KhCinigen: Dennenmarckht, Hungern, Polin ynnd demReussen 
in die Mosqua geschickht; zw dem das sy baid ynnser Rät sich auch 
in ynnsern diennsten, dergleichen Wilhalbm an ynnser yberfart aus 
Flanndern in Hispanien, ynnd Hanns ynnd Wernhardin gegen den 
TOrggen, Hungern, Venedigern ynnd anndern ynnsers lieben Anherrn 
Veindten, alls redlichen Ritterleuten woll gezimbt, alzeyt treulichen 
wolgehallten ynnd gethon, auch hinfüron thun sollen ynnd mugen ; 
Darumben so haben wir, alls Römischer Khaiser, aus yorgemelten 
ynnd anndern Redlichen ynnd bewegliehen Vrsachen, mit wolbedach- 
tem muete ynnd rechtem wissen denselben yon Herberstain gebröe- 
dern ynnd yettern, zw ergetzlichait (JBl. 222".) obangezaigter Irer 
getreuen diennst, ynnd damit sy ynnd Ire nachkhomen hinför dester 
mer geraitzt werden, darinnen zuuerharren , dise gnad ynnd freyhait 
gethon, auch gegonndt ynnd Erlaubt Also, das sy ynnd Ir Eelich 
leibs Erben, ynnd derselben Erbenns Erben in Eewig zeyt Ir Erblich 
Wappen ynnd clainat, das mit namen ist: ein Rotter Schild, darinn in 
mitten desselben ein weisser Sparr, den Spitz in mitten des obem 
thaill des Schilides kherenndt, ynnd auff dem Turniershelbm ein gul- 
din khron mit Rotter ynnd weisser helbmdeckhen , Enntspringenndt 
daraus ein Rote aufgethone flOg yon fünff Roten federn , in mitten 
derselben aber ain weisser Sparr, wie im Sehillt geschickht, nun 
hinfur wie hernachuolgt yeränndert , yerkhert ynnd gepessert haben, 
fueren ynnd gebrauchen mugen. Dergestallt : ainen ganntzen Rotten 
sehillt, quartiertweise abgethaillt. In dem obern yordern, auch ynn- 
dern hindern Rotten thaill, yber zwerehs, Ir yorbestimbt Erblich 



1521. 



253 



Wappen (BL 223\9 mit der weissen Sparrn; ynnd dann in dem 
obern hindern , auch ynndern vordem halben Roten thaill , nach der 
lenngs , ein gelbes oder Golldfarbes Schlos mit einer offnen Porten, 
ynnd in mitten desselben drey Sehiesloeher , ynnd in der hoch ein 
runden ymbganng mit Siben Zinnen, daraus dann drey Runde ThQrn- 
lein mit Zynnen enntspringen ; vnnd in dem anndern obern hindern 
auch ynndern yordern halben Roten thaill , in mitten yber Zwerchs, 
ein weissen strich, sieh mit der prait der anndern Jegclichen yer- 
gleichenndt; ynnd auff dem Schillt drey Turniershelbm , auff Jedem 
ein guldin Cron, enntspringenndt aus der mitler guldin Cron; ein 
Khaiserlich Prustpilldt mit ainem grawen bar ynnd grawem Pardt 
mnd ainer weissen Alb ynnd Rotter stoU, Enndris khreutzweise 
yber die Alb; ynnd dann ein Khaiserlichen Manntel, Rot ynnd 
golld gefärbt, daröber yornnen offen bekhlaidt habenndt; auff 
dem haubt ain Khaiserlich Cron ; ynnd in (BL 223"^.) der gerechten 
hanndt ein Khaiserlich Zepter; ynnd dann in der gelinckhen ein 
Mayestat Apfl mit ainem gülden Creutz; ynnd dann aus der yordern 
Cron ein Prustpilldt eines gewappneten geharneschten Khünigs mit 
Rotem bar mnd Part, habenndt auff dem haubt ein guldin Cron, ynnd 
in der gerechten hanndt ein Ploss Schwert; ynnd in der gelinckhen 
yier golden Zepter ;weitter aus der hindern gülden Cron ein Prustpilldt 
eines Reyssen oder Moscouitters mit ainem lanngen, färgespitzten 
grawen Part, habendt auff dem haubt ein hohes weiss hüettle, Col- 
packh genennt, ynnden Rundts herumb mit ainem Zobelin yberschlag, 
Präuinbt ynnd bekhlaidt; mit ainem weissen Claidt mit Enngen 
Ermbln; das goUer Rundt, hoch, auch yon Zobelln, ynnd nach der 
Prust ab mit Rotten khneiffeln, wie dann söliches der gebrauch bey 
Inen ist; habenndt an dem gerechten Armb hanngen ein Flössen 
Sllbel, ynnd in derselben gerechten hanndt, an dem yngenannten 
(BL 22 3\) finger, ein gelbe Gaisel; halltenndt auch in derselben 
gerechten hanndt drey gef&dert Rot , weiys vnnd gelb Pfeill mit ge- 
spitzten Eisen, ynnd in der gelinckhen hanndt ainen gelben hüemen» 
Tartarischen Pogen ; Inmassen dann solich Wappen ynnd Clainat in 
mitten diss gegenwurtigen ynnsers brieffs mit färben aigenntlichen 
ausgestrichen ynnd gemalet sein. Verrer gdnnen ynnd erlauben yyir 
Inen auch yon obberürter ynnser Khaiserlicher macht ynnd aus sonn- 
dern gnaden, das sy oder Ir yorgemellt Eelich leibs Erben , ynnd 
derselben Erbenns Erben in Eewig zeyt, die yorberQrten drey guldin 



254 1881. 

Tarnierhelbm mit Ireo zaegethoDen Clainaten auff soliehem Iren 
Wappen, oder ir Erblieh wappen, ye zw zelten gar zusamen, wie die 
sein, oder halb, oder etwan ainen daraas allaio, wie 8j des veriusst 
haben, f&ern vnnd gebrauchen , Auch mit soliehem Irem wappen all- 
zeyt all ynnd Jegclich offen mnd beschlossen brief, hanndtressten, 
Senndtbrief, annder brief (BL 22i\) Vnnd geschrifil, so yon Ir 
selbs oder annder wegen, vnnder Iren anhanngenden, oder aufge- 
truckhten Innsigin oder Pedtschafften, grosse^ mnd khlainen, aus- 
geen, vmb was sachen oder gegen wemb das ist oder sein mag, 
nichts noch niemanndt ausgenoroen, mit Rotten oder annderlay färb 
Wachs, nach Irem Erweüen, yersigeln, yerfertigen vnnd sich des 
allso gegen menigclichen , geistlichen ynnd welltlichen, zw allen 
Eeren ynnd wierden ynnd an allen Ennden yeben ynnd gebrauchen 
sollen ynnd mögen. Thun ynnd geben Inen solich obbestimbt gnad ynnd 
freyhait. Auch gönnen ynnd Erlauben Inen , nun hinfur solich yorbe- 
rurt Ir Wappen ynnd Clainat, wie obsteet, in aUen ynnd Jegclichen 
Eerlichen, Adelichen ynnd Ritterlichen sachen, hanndlungen ynnd ge- 
schafften, zw schimpff, zw Emnst, veränndert, yerkhert ynnd gepes- 
sert zuhaben, zuf&ren, zugeniessen, auch Ir Sigl ynnd Pedtschafften 
mit Roten oder annderm Wax, wie obsteet, zugebrauchen alls annder 
(Bl. 22^^.) ynnser ynnd des heilligen Reichs ynnd ynnser Erblichen 
Fürsstenthumbe ynnd Lannde yon Adl ynnd Rittersleuth ynnd ynnder- 
thonen soliches alles haben ynnd sich des gebrauchen ynnd gemessen 
yon Recht oder gewonhait yon allermenigclich ynuerhindert. Vnnd 
gebietten darauffallen ynnd Jegclichen Churfiirsten, Forsten, Geist- 
lichen ynnd Weltlichen, Prelaten, Grauen, Freyen, Herrn, Rittern, 
khnechten, haubtleuten, Vitzdumben, Vögten, Phlegern, Verwesern, 
Ambtleuten, Sehulthaissen, Burgermaistern, Richtern, Räten, Khunigen 
der Wappen, Eernholden, Perseuanten, Bürgern ynnd gemainden, 
ynnd sonnst allen anndem ynnsern ynnd des Reichs ynnd ynnser 
Erblichen Försstenthumb ynnd Lannde ynnderthonen ynnd getreuen, 
in was wierden, stants oder wesenns die sein , Emnstlich mit disem 
brief ynnd wellen, das sy Georgen, Hannsen, Sigmunden ynnd Wil- 
halbm (BL 225''.) gebrueder, ynnd Wemhardin yon Herberstain» 
geyettem, ynnd Ir Eelich leibs Erben ynnd derselben Erbenns 
Erben, in Eewig zeyt an den obbestimbten ynnsern Khaiser- 
lichen gnaden, Freyhaitten, gönnung ynnd erlaubnus der obge- 
nennten yerkherung, yerännderung ynnd Pesserung Irer Erbli- 



1521—1522. 



255 



eben Wappen mnd Clainat, Auch gebrauehnng Irer Sigl rnnd 
Pedtschafflen mit Rotem, vnnd annderm Wax nicht Irren, noch 
hindern, Sonnder sy der aller ynnd Jegclicher beruebliehen ynnd on 
Irrung gebrauchen, gemessen ynnd genntzlichen dabey bleiben 
lassen, ynnd sich des nit setzen, noch widern, auch dawider nit thun, 
noch Jemanndts annderm zuthun gestatten, in khain weise, aus lieb 
ainem Jegclichen sey ynnser ynnd des Reichs schwäre yngnad ynnd 
straff. Auch ein Peen, Nämblich yiertzig marckh löttigs goldts zuuer- 
meiden, die ain Jeder, so offt er fräuenlich hiewider thuet, halbs in 
ynnser ynnd des Reichs Chamer ynnd den anndern halben (Bl. 225^.) 
thaill dem obgenannten yon Herberstain, gebruedern ynnd yettem, 
ynnd Iren Eelichen leibs Erben ynnd derselben Erbenns Erben in 
Eewig zeyt, ynablässlich zubezallen yerfallen sein soll. Mit yrkhundt 
diss brieffs, besigellt mit ynnserm Khaiserlichen anhanngenden Inn- 
sigl. Geben in ynnser Stat Gennt in Flanndern, am yierten tag des 
monats January. Nach Christ], ynnsers lieben herrn, geburd: funff- 
zehenhundert ynnd im zwayynndzwaintzigisten , ynnserer Reich: des 
Römischen im dritten, ynnd aller anndern im Sechsten Jaren. 

Geen Nürnberg auf den Reichstage 

1522. 

Dieweill der Erwellte Khaiser zw Wormbs im Reichstag etliche 
des Reichs hanndlungen auff ainen Reichstag geen Nürnberg zuhand- 
len yerschoben. Auff denselben Reichstag schickht mich die Fürstl. 
Durcbl. in der yassten, damit Ich den Stanndt ynnd Session des Haus 
Osterreich (Bl. 226'.) yon seiner Durchl. wegen hallten soll. Alls 
Ich ain mall da in des Reichs yersambliing gesessen bin , khamb des 
Ertzbischoue zwSaltzburggesanndter ynndbegerte: „Ich soll mitime 
ain Session ymb die annder ymbwechsseln, damit seinem Herrn auch 
nichts an seinem Rechten genomen wurde**. Das Ich nitkhundt bewil- 
ligen. Darumb er in offner yersamblung Protestiert : „will Ime sein 
Session nit gelassen, das er in nichte, so da beschlossen, möchte 
bewilligen, noch yolziehen wollte.** Dargegen sagte : „Ich achtet ye 
nit f&r billich, wann ain Herr seinen diener zw sich an sein seitten 
Züge, das sich der diener soll yber den herrn ynndersteen zusetzen.** 
Der gesanndte Doctor gienng damit dauon. Ich bin am Achtynnd- 
zwaintzigisten Marty zw Prüssel ausgeriten. Im Mayo khamb mein 
Herr selhs zw dem Reichstag. 



256 



152%. 



Von Nttroberg namb die Försti. Dorchl. Iren weeg nach 
Escheo» TinekheUpfihel, Elbanogen, Gmündt, Scharndorff vnnd 
geen Stutgarten, dann dasselb Hertzogthumb Wirtenberg hat der 
Khaiser seinem Brneder geben. 

(BL 226^.) Zw der Hertzogin von Wirtemberg. 

Aus Stutgarten ward Ich zw Hertzog Ylrichs gemahel geen 
Aurach geschickht, Sy zuuermonen, sich an ein annder ort zuthun. 
t. Juni. Des sy aber nit thet. Das geschach am anndern Juny. 

Darnach zohe mein heer nach Vlbm, Tillingen, Nach Ingold- 
stat, Arnstorff, Regenspurg, Teckhendorff, Passaw ynnd der Thunaw 
ab in die Newstat. 

Zw Khttnig Ludwigen geen Prag. 

Aus der Newstat schickht mich sein Fürstl. Durchl. zw KhQ- 
18. (H.) nig Ludwigen gen Prag im Junio. 

Serenissime et excellentissime Princeps, Domine mi gratio- 
sissime. Reuertens ad Serenitatem Vestram D. Sigismundus Her- 
berstainer, eins Orator, referet singula, que acta sunt, et in quo 
statu sint negocia, circa que prudenter versatus est. Et Ideo 
literis meis non molestabo V. Seren**". De (BL 227\) bis autem 
que sequentur continuo monebo V. Seren*"", in cuius bonam gratiam 
me humillime comendo. Datum in Castro Pragae, 29. Juny, 
Anno 1S22. 

Eiusdem V. Seren***. 

Humilis Seruitor: 

Andreas Burgus. 
Seren"*, etc. Excellentissimo Principi et Domino, Domino: 
Ferdinando, Principi Hispaniarum, Archiduci Austrie etc., D. gra- 
tiosissimo. 

(Bl 227K) (Die Rückseite des Blattes ist leer.) 

(Ä/. 22»".) Das Gericht in der Newstat. 

1522. 

9. Aug. Alls der Ertzhertzog Ferdinand die f&nff Niderdsterreichische 

Lannd eingenomen, ynnd sich mit seinem Brueder, dem Römischen 



n%%. 



257 



Khaiser» der Erbschafflen gar yerglichen bette, yond die der Neuen 
Lanndordnung in Osterreich hart vmb Recht wider das AUt Regiment 
anruefften» ynnd aber der Ertzhertzog annder sacben znuor, die auch 
gen&tiger warn, rerricht bette, vnnd auff annder Zeyt wollt anstellen, 
die aber sagten: „wo sein Durch!, nit Recht ergeen Hess, werde 
khain gehorsamb haben ,*^ Darüber sagt sein Durchl.: «Ergo fiat 
Justicia.*^ Derbalben sein die nacbuolgunden Personen, so nit am hoff 
gewest, beschriben ynnd yon Iren berrn erbeten worden, das Gericht 
helffen zubesitzen. Ynnd ist das Gericht besetzt gewest, damit niembt 
ainem oder dem anndem theill yerwonndt wäre. Also ist in der New- 
stat in Österreich ein grosse Pön auf dem Platz aufgeschlagen wor- 
den, ynnd seindt am Rechten gesessen : 

Ferdinand, Ertzhertzog zw Osterreich; 

Petter, Bischof yon Triest, Gross Canntzler; 

Herr Anthonj yon Croy, Fürst zw Sympj, Ffirstl. Durchl. Oberster 
Camerer, oder wie man in auf (BL 22&.) Niderlenndiscb nennt: 
Oberster Sumilier; 

Doctor Hieronimus Ballus, Brobst zw Prespurg; 

Philipp Herr yon Hei weiss; 

Herr Hanns yon Bern , Pb leger zw Scherdingen , yon Hertzog 
Wilhalbmen erbetten; 

Herr Claudius Buthon, des Ertzhertzogen hofmaister; 

Herr Emericort, au^h ain Niderlenndischer Hof- 
maister; 

Doctor Hainrich Winckhelbofer, Cantzler zu Wiertenberg; 

Doctor Weissenfelder, Hertzog Wilhalbms yon Bayrn 

Rat; 

Herr Hanns, Jacob yon Lanndaw, Ritter, Lanndyogt zw Noilenburg ; 

Doctor Peter Paungartner, Hertzog Wilhalbms yon Bayrn Rat; 

Doctor Cristoff Scheurlein, yon Nürnberg geschigkht. 

Darbey sein auch die nachbemelte Seeretary gewest : 

Marx Treytsaurwein; 

Niclas Rabenhaubt yon Suche; 

Hanns öeder. 

Die Partheyen sindt offennlichen yerhört worden. (BL 229\) 
Des Regimennts sachen hat herr Hanns SchnayPegkh, Herr zw Schdn- 
khirchen, ynnd dem anndem thaill Doctor Victor Gamp gethon, ynnd geredt (u.) 
ist die nachuolgund yrtl erganngen : 

Fontes, yin. 17 



258 



1522. 



Der Durchleuchtigist, Grosmechtigist Fürst vnndherr, herrFer- 
dinannd, Printz in Hispanien, Ertzhertzog zw Österreich, Hertzog zw 
Burgundy etc.» ynnser genedigister herr, sambt seiner f&rstl. gnad. 
diser saehen halben sonnderlichen gesehwornnen Rätn ynnd ver- 
ordnet Beysitzer » haben in der saehen vnnd Rechtfertigung , so sy 
zwischen Ir furstl. gnad. lieben herrn vnnd Anherrn, Khaiser Maxi- 
milian, hochlöblicher ged&chtnass, Lanndthofmaister, Canntzler, Stat- 
hallter vnnd Regennten der Niderösterreichischen Lannde, vnnd denen 
von Stennden, so Inen beystänndig vnnd anhenngig gewest, alls Cla- 
ger an ainem, vnnd N., dem thaill der Lanndtschafft des Ertzhertzog- 
thumbs Osterreich vnnder der Ennss , so ain Neue Lanndtsordnung 
aufgericht vnnd derselben (Bl. 229^,) Anhanngs Anntwortes anndrs- 
taills gehallten, auf Clag, Anntwort, Red, widerred, verhorung der 
eingelegten schrifften, brief, aller in Recht eingebrachter vnnd 
geüebter hanndlung, beschehen Rechtsacz, genomen bedacht, vnnd 
genflegsamer gründtlicher erwegung aller saehen, gehabten zeitlichem 
vnnd treffennlichem Rat, mitvrtailerkhanndt: Das dem vorgemelten 
Regiment, nach Absterben weillendt Khaiser Maximilian etc., sich der 
Regierung, Verwaltung, Administration zw vnnderziehen vnnd zw 
vnnderfahen, auch denen, so dem Regiment anhenngig gewest, bey- 
zusteen, wol gezimbt hab; vnnd dasselbig, alls getrew diener vnnd 
vnnderthon, schuldig vnnd Phlichtig gewest, laut gedacht weillendt 
Khaiser Maximilians Libells zw Augspurg aufgericht, zw Innsprugg 
bestättigt, vnnd nach Vermügen Ir Maj. Testaments ; vnnd dem vor- 
gemellten thaill der Lanndtschaflft der vermainten Lanndtsordnung 
vnnd irm (BL 230''.) Anhanng die bedagten hanndlungen vnnd vn- 
gehorsamb mit khainem fueg gebürt. Vnnd Insonnderhait hab Inen 
sament vnnd sonnder nit gezimbt, sich gegen vorgenanntem, weillendt 
der Kay. Maj. verlassen Regiment, wider obberOert Libell Confirma- 
tion vnnd Testament in Vngehorsamb vnnd Auffruer zubegeben vnnd 
aufzuwerffen, die gemainden darwider zu erwegkhen, sonnder ver- 
samblung zumachen, Sy der Verwaltung vnnd Regierung zw ennt- 
setzen. Neue Lanndtsordnung aufzurichten, Kay. Maj. auch Ir fDrstl. 
gnad. Camerguet einzunemen vnnd die haimblichait Ires einkhomen 
zw erlemnen, auch Kay. Maj., vber seiner Maj. vilfeltigs eruordern, 
das Camerguet vorzuhallten, die Phleger vnnd Ambtleut in Aydts 
Phlicht zunemen, sich des Müntzhauss vnnd zu müntzen gewaltigclich zw 
vnndersteen, vnnd darzue vber gethoneverpot vber das Pluet zurichten. 



itin. 



259 



an Paan vnnd Acht zahanndleD » merj Impery sich einzulassen, 
(Bl. 230*.) des Regiments offennlich angeschlagen brief yilfeltig 
absureissen, ynnd Kay. Maj. brief» darinn Ire May. sy zw Erbhuldi- 
gung ermonndt vnnd eniordert, nit ausgeschickht» noch yerkhündt, 
weder solchen zuuerbieten 9» den Zeugmaister auszutreiben, vnnd 
der Artollorey sich zw vnnderwinden, vnnd in annder weeg on beuelch 
Tnnd sonnst, laut der Ciagen, dermassen zuhanndlen vnnderstannden 
Besonnder, das sy all sament vnnd sonnder damit ynrecht gethon vnnd 
misshanndelt haben. Desshalben sy in seiner fiürstl. gnad. straff vnnd 
Veen gefallen sein , ynnd sollen demnach die gedachten Anntworten 
den Torgenannten Clagem, die erloffen *) Cossten ynnd schaden, nach 
Ir fOrstl. gnad. mftssigung ynnd Tax, abzulegen, widerzukhern ynnd 
zobezallen schuldig, ynnd nicht dest minder seiner fQrstl. gnad. ynnd 
derselben Cammer Procurator all ynnd Jegclich sprüch diser Sachen 
halben, auch anforderung des Cammerguets ynnd annders yorbe- 
halltai sein. 

(Bl. 231*.) EröfEenndt zw der Neuenstat, am xxiij. tag July 23. juU. 
Anno etc. xxij. 

Nach der yerlesnea Vrtl Ist durch die ftlrstl. Durchl. die nach- 
uolgund mainung beuolhen worden anzuzaigen : 

Wiewol auf die yerbör ynnd yrtl, so yetz erganngen, der f&rstl. 
gnad. woll gebürt ynnd zuestuendt, gegen allen, so sich also firäfen- 
licb, muetwillig ynnd yngehorsamb erzaigt, auch sonnst schwärlichen 
wider Kay. May. ynnd Ir ftlrstl. gnad. gehanndelt, mit straff, wie 
billich yrtl ynnd Recht geben hat, zuuerfaren; dieweil aber ainem 
loblichen Fürsten wol ansteet, sich gegen seinen ynnderthonen der 
guetigkhait ynnd gnaden neben der gerechtigkhait zugebrauchen, 
Allsdann bey den loblichen herren ynnd Fürsten yon Osterreich albeg 
die sannfilmuetigkhait neben der mildigkhait stat gehabt; Demnach 
sein fttrstJ. gnad., alls ein genedigister Lanndtsflirst ynnd herr 
(BL 23V.) yon Österreich, seiner Voruordern fuessstapffen nach- 
uolgenndt, auss bewegennder güet sich auch gegen seinen ynnder- 
thonen in disem gegenwürtigen fall genedigclich finden lassen will; 
ynnd besonnder ingedennckhung, das sich sein fürstl. gnad. yersiecht. 



^) Srerkhfindt worden sollten umerbieten* die Handaebrift. 
*) 'erliiten* die Handschrift 

17' 



260 



1522. 



das ain grosser thaill der Anntworfer diser handlung auss Ainfallf» 
ynuerstanndt ynod durch annder P&ss Practigkhn verfllert worden sein, 
demnach aus oberzelltea yrsachen ynnd gOetiger beweglichait, Thuet 
hiemit sein fürstl. gnad. den Jetzgemölteh , die diser sachen nit 
Anfennger, yrsacher, beweger, aufrOrer» volzieher, noch hanndler 
gewest, sein f&rstliche begnadung, will sy derPeen ynnd straff, darein 
sy wiwol schwärlich gefallen, begeben, in genediger zuuersicht, sy 
werden sich fiiran woll. Redlich, aufrichtigdich ynnd getreulich gegen 
Iren herrn ynnd Lanndtsfdrsten hallten ynnd erzaigen, ynnd zu Zeit 
nit mer Temanndfs anndern dermassen ynnd so hoch , (BL 232\) 
alls beschehen ist, yerfören lassen, auch Ire khinder, freundt ynnd 
nachkhomen daran weisen, das sy sich ains Erbern, getreuen ynnd 
gehorsamen gemüets gegen Irem herren ynnd Lanndtsfhrsten ynnd 
fQrgesetzten obrigkhaiten befleissen, des sy dann Got ynnd Iren 
fdrssten yon Natur zuthun schuldig sein. Doch, damit das ybel nit 
yngestrafft beleihe , ynnd ye frombe aufrichtig ynnderthonen khQnff- 
tigclich sich yor solicher oder dergleichen yerf&erung hQetten , ynnd 
Inen weitter yon Jemanndts yrsach geben, die Posshait ausgetilgt 
werde, hat sein fQrstl. gnad., derselben Cammerprocurator wider die 
Jhenen, so diser hanndlunng ynnd zwitracht anfennger, beweger, yr- 
sacher, auffrürer, yolzieher ynnd hanndler gewest, nach Irem yer- 
dienen ynnd yerschulden, wie sich gebürt ynnd Recht ist, nach gele- 
genhait solicher misshanndlung, anndern zw Ebenpild zustraffen ynnd 
zuuerfaren (Bl, 232^.) yorbehallten. Das hat sein fiirstl. gnad. der- 
selben ynnderthonen lassen anzaigen, sein ftlrstl. gnad. begnadung so 
Inen in disem fall mittaillt, wissen zuhallten, ynnd sich hinf&ran be- 
dächtlicher ynnd gehorsamer zu erzaigen. 

Nach yerlesung gemelter schrifilen ynnd yrtl , dieweill nuer die 
Irrung, Zwitracht ynnd ynainigkhait , wie die ein Zeit beer zwischen 
beden thaillen gewesst, durch seiner flirstl. gnad. yetzige yerhdr ynnd 
yrtl abgelaindt, yergleicht, auch die selbs zwayung yeraint ynnd hin- 
gelegt werden , Demnach ist seiner gnad.,.bey yermeidung seiner 
förstl. gnad. yngnad ynnd straff, ernnstlicher beuelcb, das Jemanndts, 
wer der sey, ainicherlay disputation, noch sonnder Red diser hannd- 
lung halber hab, noch treib, ynnd khainer den anndern der sach hal- 
ben mit Schmachworten, noch in annder weeg, zwRed, noch Ynbil- 
lichait zuefueg, sonnder genntzlich (BL 233*.) hierinnen stilschweig 
ynnd der sachen mOessig gee, damit yillerlay neu aufruer, ynainigkhait 



im. 261 

Yond Widerwillen verhüettet vnnd vermitten bleib. Das ist sein förstl. 
gnad. ernnstliche mainung. 

Item nach yerlesung diser schrifften ynnd vrtl ist der fürsst in 
die Burg anhaimb geritten» ynnd yon stundan herauss gesanndt sein 
f&rstl. gnad. haubtman der Hartschier, mit sambt dem Pronossen» 
ynnd die nachuolgenden herm yom Adl ynnd Burger yon Wienn 
fennckhiich annemen lassen ynnd in die Burg füren. 

Mit namen: 

Herrn Michel yon Eytzingen» Hannsen yon Puechaim, Lanndt- 
herr» Doctor Mert Sibenbürger, hannsen Rinderer, Caspar Reytter, 
Harthin Flaschner, Steffan Schlachyntweit, hannss Schwartz, müntz- 
maister, Hannss Schmidtinger , Hannss Lüngel, Sigmundt Stainer, 
Friderich Pietsch. 

Item auf den Neundten tag Augustj, (Bi 233*.) in dem Jar 9. Aug. 
1522, Ist in der Newstat zw morgens ymb Siben Vhr herr hannss 
yon Puechaim ynnd herr Michel yon Eitzingen auss der Burg in der 
Newenstat auss Iren gefennckhnfissen an den marckht auf die Bruggen, pun. (u.) 
darauff yormalls der Ertzhertzog Ferdinandus die yerhör hat gehalten, 
offennlich fQr der Neuenstat gericht geßiert ynnd gestellt worden^ 
daselbs Ir yrgicht ynnd bekhanndtnuss, so sy bald obgemellt herren 
haben ynnderschriben, ist offennlichen yerlesen worden. 

Von Ersten : das herr Hanns yon Puechaim ynnd herr Michael 
yon Eitzingen zw Wienn in Irem hauss sich miteinannder yerpunden 
ynnd etlich zu Inen eruordert, daselbs beratschlagt, wider das Allt 
Regiment zuhanndlen, ynnd allso sich ynnderfanngen, den Vitzdomb 
zu Wienn zunötten, Inen anzuzaigen der fSrstL gnad. Järlich einkho- 
men; die Ambter enntsetzt ynnd die Ambtleut in gelObd genomen; 
der Kay. Maj. ynd förstl. gnad. Ir Cammerguet nit (BL 23^".) yolgen 
lassen wellen ; der Mflncz zu Wienn (^aich underatanden); sich ynnder- 
fanngen^yber das Pluet zurichten onPan ynnd Acht; der Kay. Maj. ynnd 
des Allten Regiments brief herab gerissen; sich in geschähen ynnd 
beuelhen ynnderschriben: „Das sey der Lanndts Räte ernnstliche mai- 
nung ; ^ ynnd weill sy yormalls herrn Georg yon Rottall ynnd herrn Johann 
SchnaitPegkh yom Allten Regiment nit haben leiden wellen in Räten 
alls beysitzer , so haben sy sich doch yetz an Inen ynnd an dem 
Allten Regiment gerochen, wellen die auch nit bey Inen sitzen lassen; 
den Zeugmaister hannsen Hessen enntsetzt, ymb das er Inen nit hat 
wellen schwören, ynnd an sein stat geordennt den Stargkhen; ynnd 



262 im. 

strein. (H.) hePF Veiten Steyrer zu Obristen Zeugmaister gesetzt» So des von 
Haselpach offner feindt ist gewesen; vnnd weiter vor ainer Lanndt- 
schafR offennlichen geredt : „des sehwärlich ain (Bl. 239^.) Lanndts- 
fllrst in das Lannd khomen werd;'' auch sich aller Arthollorey vnn- 
derzogen; der fllrstl. gnad. Cammerguet eingenomen, auch Ausgeben 
vnnd Ordnung darinn gemacht, das denen» so in Regierung seyen, 
täglichs geben werden soll zwaintzig khreutzer auff ain Phärdt» des 
sy allso eingenomen. Auff soliches vnnd dergeleichen meer verlesnen 
Vrgicht fraget sy der Richter: „ob sy die allso bekhanndten, wie 
verlesen war, vnnd sy mit Iren aignen hennden hettent vnnderschri- 
ben?" Da sagten sy: „Ja.** Darauff der Richter Maister Michel 
ZQchtiger eruordert, vnnd fragt in auff den Ayd der vrtaill auf Ir ver- 
lesen vnnd bekhanndt vrgicht. Auff soliches ist durch den Züchtiger 
zu Recht erkhenndt vnnd gesprochen worden : „das sy baid herren 
der förstl. gnad. leib vnnd guet verfallen seyen. Vnnd er soll sy mit 
Pluetiger hanndt Richten von dem leben zum Todt." Von (Bl. 23S\) 
stundan seindt sy herab von den Pünen auf den Platz geftlert, vnnd 
von Ersten herr Michel von Eytzingen, vnnd nachuolgundt herr Hannss 
von Puechaim vngepunden ennthaubt worden. Got welle den Seelen 
genedig vnnd Barmhertzig sein. Nachuolgundt hat man sy besungen, 
vnnd von dannen wegg gefQert, da sy Ir begrebnuss habenndt. 

Alls die geen Wienn bracht , sein die am Allten fleischmarkht, 
bey Sanndt Lorenncz auf den Wägnenvber nacht gelegen. Das voickh 
in der Stat ist ganntz verzagt vnnd still gewest, mit grossen sorgen 
vnnd Trauern. 

(Die Seite 235^ ist leer.) 



(Bl. 236\) Zw KhOnig Ludwigen geen Prag. 

9. Aog. Zw der Newstat ward Ich abgefertigt auff Cotschien Wägnen, 

f zwm andern, den Neunten Augusty. Zwayen f malln geen Prag, zw Khönig Lud- 
("0 ^gen. An der Raiss fiell Ich mir ein Achsl aus. Von Prag Rit Ich 
selbannder geen Lynntz, dann daselbstn hin khamb mein Herr, der. 
mainung, das der Khunig vnnd sein fürstl. DurchL zusamen sollen 
khomen sein. Vnnd von Lynntz auch ain mall geen Prag. Von Wienn 
nach Prag Raist man geen HoUaprun fiinff meill, geen Znftemb vier, 
geen Wiscowitz drey, geen Trewitz vier, geen Polin vier, geen 



1022^1523. 263 

Teutschen Prod zwo» geen Habern zwo, geeii Zaslaw drey, Kholen 
zwo, goen Pehemischen Brod zwo, vnnd geen Prag vier meill. 

Geen Nörlingen aaf den pundtstag. 

Von Lpntz bin Ich Eillenndt abgefertigt. Am Neunten September, 9. sept. 
geen Nördlingen auff den Pundtstag. Mein weeg genomen Nach 
Schärding, Pharrkhirchen, VilssPiburg, Mosperg, (Bl. 236*,) Inn- 
derstorff, Augspurg, Tonawwerd. Am yierzehennden desselbn monats 14. sept 
geen Nörlingen khoroen. Am Ainvnndzwaintzigisten wider yerritten zi. sept. 
nach Weerd, Augspurg, Prugkh, MQnchen, Ebersperg, Wasserburg, 
Stain, Wdgingen, Salitzburg, Galin, Werfen, Rastat, durch die Mänd- 
ling, Schläming, Auch AUt Iring. Trfiebn yber den Rottermanner- 
thaurn auff die vnnder zeyring, Weissenkhirchen, vber die Piber Albn 
geen Grueb 0* da Ich Hocbzeyt vnnd mein bey schlaff gehallten hab, 
Tnnd dann den weeg anff Grfttz rnnd in die Newstat genomen. 

In die Niderösterreichisch Regierung verordent. 

Die Niderösterreichisch Regierung was von Grätz in die New- 
stat gelegt, dann die von Wienn noch der Newen Ordnung halben in 
rngnaden warn. Bin Ich auch in die Regierung Terordent vnnd am 
zwenvnndzwaintzigisten Septembris in Diennst daselbsten ange- 22. sept. 
stannden. 

1523. 
(Bl. 237\) Geen Hunngern. 

Am fönff^nndzwaintzigisten February bin Ich auff Gotschien zw 25. Febr. 
Khunig Ludwigen geen Ofen geschickht. Mein weeg aus der Newstat 
nach Wienn, vnnd dann geen Prugg an der Leytta, Alltenburg, Rah, J^J ^der^'viw 
Khotzi ») vnnd geen Ofen. '""«^^^ ("•) i 



^) Vielleicht Grab, sädJich ron Weiz gelegen und zur Herrschaft Herberstain 

gehörig, ein ganz unbedeutender Ort. 
>) Koct. 



264 1523-1524. 

Ferdinannd, von gottes gnaden Printz rnnd Infannt 
in Hispanien» Ertzhertzog zu Osterreich, Hertzogzw 

Burgundj. 

Getreuer lieber. Nachdem yetzo Trium Regum ein Lanndtag in 
Hungern gehallten wierdet, haben wir dich auff solichen Lanndtag 
Yon ynnsern wegen zw erscheinen verordennt, ynnd darauff die bei- 
gelegten Instruction vnnd Credenntzen auff dich gestellt ynnd yerfer- 
tigt» wie dw sehen wierdest. Emphelben dier darauff mit sonnderm 
Emnst vnnd wellen , das dw dich zu stundan vnnd auff das Peldest 
erhebest, vnnd an den obbestimbten (£anfiAap9 ^A/.2d7\}yerfte- 
gest. Auch die Sachen dermassen, wie ynnser Instruction yermag, mit 
yleiss hanndlest, ynnd darinnen, in ansehungder khurtzen Zeyt, nit sau- 
mig erscheinest. Daran thuest du vnnser gefallen ynnd Ernnstliche 
mainung. Geben zw Nürnberg, den Aindlifften tag January, Anno etc. 
im dreyynndzwaintzigisten. 

Vnnserm getreuen , lieben Sigmunden yon Herberstain, 

ynnserm Rat. 

27. April. Am Sibenynndzwaintzigisten Aprillis widerumb nach Ofen zw 

dem KhOnig. Von der Newstat nach Wienn ynnd dann geen Prugg etc. 

22. Mai. Am zwenynndzwaintzigisten May Bin Ich wider in die Neustat 

khomen. 

In dem Jar hat Suleyman der Tfirgg Rodis eingenomen. 
1523 kham Khunig Ludwig zu Hungern gen Odenburg. Dahin 
khame auch Ertzhertzog Ferdinand, sambt seinem Gemachl. Darnach 
die baide Herrn tzugen in die Neustat, Im Monat October. Der Zusa- 
menkhunfft halben Ich yill Reittenns thuen müessen. 

1524. 

(Bl. 23»".) Geen Hall in Sachssen. 

24. Cot. Im October, den yierynndzwaintzigisten, muest Ich, wie mir an- 

gesagt ward, zw stundan aufsitzen. Namb mein weeg durch Bayrn 
auff Regenspurg ynnd NQrnberg, Babmberg, Khoburg, yber den ThQ- 
ringerwalld, Grauentall, Salfelld, Jenn der Sali nach durch die Neu- 
burg für Morsperg, geen Hall zw dem Churförssten (von) Menntz, 



15:^4—1525. 265 

Marggraf zw Brandenburg. Den weeg herwider, wie Ich den zuuor 
Terricht hab. 

1525. 

(9/. 238^.9 GeenHnnngern. 

Am dritten Marty bin Ich zw Khünig Ludwigen geen Hungern 
geschiekht, belanngendtf Graf Cristoffen von FrangePain Torhabenns a. BHn. 
halben. In dem Monat Eben der sachen halben hinwider. f FramtzotUche 

Am fünfflen Apriliis wider nach Hungern, auffb^er der Fugger. PHdrieim goq- 
Nachdem herr Alex. Thurso Irer sachen halben, die Arrennda belann- "^' ^nd (h.) 

am oapnlu aua- 

genndt, ftnnckhlichen angenomen wardt. Herr Steffan Pemphlinger getzogo. Am is. 
was auch mit geschigkht (h.) 

Daruor, am vierzehennden January, haben wir Neyperg, auch 
die zway Dörffer Samerckha vnnd Partin <) f&r vnnser aigen einge- 
nomen Tnnd Mamfells dargegen abgetretten. 

Franciscus, Khünig ron Frannckhreich, ward am fttnffVnndzwain- 
tzigisten January gefanngen. Des Jars die gross auflruer der Paum 
in Teutschen Lannden enntstannden. i8.Jaij die gross 

prunst zw Wieo. 
(H.) 

(BL 239^.) Raiss geen Hungern, Polin vnnd Mosqua. 

Nachdem Khaiser Maximilian, in der Zeyt des Widerwillens 
gegen Khünig zw Polin , sich mit dem Grosf&rsten in der Mosqua 
rerainiget mnd yerpunden hetfe, vnnd derselb FOrst vernamb. Wie 
Carolus , des Khaiser Maximilians Enenckhl, zw Römischem 
Khünig gekbrönnt rnnd zw Römischen Khaiser Erwellt, schickht 
seine Pötten gar in Hispanien, begert dieselb Verainigung zw 
Temeuen ynnd zw bestatten. Derhalben schickht Khaiser Carl 
Graf Leonnhardten von Nugaroll ynnd Ertzhertzog Ferdinanndt 
mich. Erstlich zw Khünig Ludwigen in Hungern, damit sein Maj. etc. 
die Sachen bey Khünig Sigmunden in Polin bef&rderte , das ain frid 
ynnd Ainigkhait zwischen seiner Maj. etc. ynnd dem Moscouitter 
mdcht gemacht werden. Wir sein am yierzehennden Decembris geen i4. oec. 



^) D. i. Samarko, windisch Samarkorje, and Hoden-, Gorne- und Spodni- 
Partin, zur Herrtchaft Gatenhag im Marbnrger Kreise gehörig, bei 
St. Leonhard. 



266 15^5—1526. 

Ofeo khoraeo. Warden Palld gefertigt, vond am ftinIReii January 
wider geen Wienn khomeo. 

1S26. 

11. janner. (Bl 239^,) Am AindliffleQ January bin Ich aus der Regierung 

in die Niderösterr^ichiseh Camer yerordennt worden. 

12. jfiiiner. Am zwelfften January Sein wir von Wienn nach Polin yerruckht. 

Ich hab mit mir gehabt : herrn Ruepreehten , meines Brueders Herrn 
Georgen Sun, Cristoffen RaumbschüssU Hanusen Wuechrer, Frantzen 
Vicin, Niclasen Strachwitz, Erasmen Pranntner ynnd Matbesen Zeller, 
ausserhalb der gemain khnecht. Ynnd zugen geen Vlrichskbirchen, 
drey meill, geen Mistelbach drey. 

Niclspurg, ligt in Härhern, drey meill. Geen Wisternitz an der 
Teya, ain meill. Schäraditz drey, Wischa zwo, Prostowitz zwo, 01- 
müntz zwo, das Bisthumb vnnd der Haubtstat aine im Marggrafthomb. 
Da fleusst die March für. Durch Stemberg geen Parn am EisenPerg- 
werch vier meill *)• 

Alls man yon Parn zwo meill zeueht, khumbt man wider an die 
March, ynnd ist der Ennde (Bl. 2W.) die Gränitz. Dann geen 
Jägerdorff, ist nun vber die March Schlesien drey meill , geen Lub- 
schitz ^) zwo , geen khlain Glog zwo , ynnd geen Cbrepitza *) zwo. 
Ynnd yber die Oder gezogen, ynnd geen Opl das Fürstenthumb kho- 
men, drey meill. Yon dann Raisennd khamen wir an das wasser Hal- 
ponndt^), was vasst ausgel offen, ynnd geen Rosenberg, das auch 
Oleschno genannt, Siben meill. 

Yon Rosenberg sein dritthalb meill geen der AUten Khrepitza *). 
Das ist nun Pollnisch. Yon dann geen Bresnitza *) fünff, ynnd geen 
Camesco ') funff, ynnd geen Petterkhaw ») yier. Wir namen yonsem 



^) Das ist Baehrn, nördlich von Olmutz, zor Herrschaflft Sternberg gehdrig. 
*) Leobschfltz. 



'} Krappitz an der Oder. 

^) Der Fluss Malapane. 

^) Alt-Rfepice an der Liszwarta. 

•) Brzeznica an der Warta. 

"^) Karaiensko, nordwestlich von Brzeznica. 

®) Piotrkow, nördlich von Karoiensko, 



152«. 



267 



weeg Dach Petterkhaw, Nachdem der Khünig seinLanndtda yersamblt 
het nach gewonhait. Aber vnns wardt gesagt , der Lanndtag wäre 
beschlossen, vnnd der Khunig zuge nach Crackhaw. So betten wir 
auch ynnsere Pötten vnnd brieff gesanndt. Warn derhalben geen 
Crackhaw beschieden» Tnnd zugen allso yonAlltenCrepitza geen CIo- 
butzkho 9» zwo meilK geen tzestochaw *) drey. Da ist ein Closter, 
(BL 2W*.) darinn ein MariaPilldt, dahin ein grosser Zuelauff vnnd 
sonnderlichen von den Reyssen. Darnach geen Scharckhy *), fhnff, 
geen Cremolow *) drey , geen Ilkhusch *) yier. Da ist ein gross 
Pley Pergwerch gewest. Vnnd noch fQnff meill geen Crackhaw. Dahin 
sein wir am anndern Febraary khomen. t. Febr. 

Man schiekhte Ynns niembt nach der gewonhait enntgegen. Man 
gab vnns khain Herberg, vnnd gestellten sich, alls wfirn wir nit an- 
genfimb Gesst. Die Moscouittischen Pötten , die aus Hispanien waren 
khomen, Ir zwen« Knes Iwan Posetzen Jaroslawsky ?nnd Semen Tro- 
phimor, Secretarj, zagen mit vnns. Villeicht was der verdacht , man 
bette ain Neuen vertrag mit dem Moscouitter einganngen. Alls wir 
fbr den Khunig am Achten Febraary khamen, vnnd wie vnns Annt- s. Febr. 
wort auiF vnnsere Werbung gegeben ward , gienngen scharife wort 
mit. Vnnder annderm die: „was haben Eure Herren mit dem Mosco- 
uitter? Ist er Ir Nachtpar oder freundt?^ Alls aber der Khunig 
(BL 29 1\) die Recht mainung vernamb, was Er linder. Vergundt 
vnns vnnser Raiss zuuolbringen, vnnd vmb das wir in der Herberg 
nach Irem brauch nit warn frey gehallten, schickht der Khunig vnnser 
JegcUchem fQnfftzig gülden in Müntz darfdr. 

Der Hertzogin zw Bary Gesanndter, so zuuor mit mir, in leben 
Khaiser Maximilian, der Heurath halben Irer Tochter Bona, zw dem 
Khunig hintz geen der Willd in Lytten gezogen ward , gab mir von 
seiner FOrsstin ainen Schuldbrieff vinb Tansent gülden, wann dieselb 
Heurath für sich gienng zubezallen. Denselben bfief gab Ich in des 
Khunigs Hannd , vnnd bat: „mein genedigister Herr zusein.^ Liess 



^) Klobacko an der Oxa. 

'} Czestochow an der Warta. 

*) Zarki, säddstlich ?on Czestochow. 

^} Kromolow, abermals südöstlich. 

^) Okuss, zwei Standen nordwestlich ron Krakaa. 



268 1526. 

mir sagen: «wann Ich herwider khämb» wollt mir aia genedige Annt- 
wort geben. *^ Alls auch geschach. Schickht mir die Tausennt gülden 
in guetem goldt. 

Ferdinannd von gottes genaden Printz vnnd Infannt 
in Hispanien, Ertzhertzog zw Österreich, Hertzog zw 

Burgundj. 

(Bl. 2^1*.) Getreuer Lieber. Dieweil ynnser Nider5sterrei- 
chische Rait Camer bey den grossen f&rfallennden sachen mit ^) ainer 
khlainen Anzall RSten versehen ist, vnnd wir in dein Person sonnd^ 
genedigs Vertrauen setzen. So haben wir dich zw ainem Raitt Rat 
auff dieselbig vnnser Camer fQrgenomen vnnd soliches anndern vnn- 
sern Rait Räten verkhündt. Hegern darauff an dich mit Emnst, dw 
wellest dich also soliches ynnsers diennsts beladen ; mit vnnd neben 
anndern ynnsern Räten ynnser Cammersachen , Innhallt ynnserer In- 
struction, mit Pesstem Vleiss Ratschlagen , hanndlen ynnd Tractiern 
yerhelffen. Daran thuest du ynnser Ernnstliche mainung. Geben zw 
Augspurg» am AindlefRen tag January. Anno etc. im Sechsynndzwain- 
tzigisten. 

Vnnserm getreuen , lieben Sigmunden yon Herberstain, 
Ritter, ynnserm Rat. 
!4. Febr. fßl. 292\) Am yierzchennden February zugen wir yon Crac- 

caw, ynnd was hintzt derselben zeyt schier khain Schnee, ynnd hueb 
erst an zuschneiben. Darumb RQstettn wir ynns auff Schlitten, zugen 
also geen der Newstat »), Cortzin »), 10 meil, geen Sandomiem *). 
Daher sein Achzehen meill. Vnnd geen Sauichost *) nach der Weixl 
ab. Daselbstn fuern wir yber ynnd yerliessen die Weixel an d^ 
Linckhen hanndt. Darnach geen Lublin, ain Stätle, darinn etliche 
grosse märckht Im Jar gehalten ynnd yon yilln Nationen besuecht 
werden, mit manicherlay waren« Aber Achzehen meill yon Sandomir. 
Von dann geen Partzow, ligt noch in Polin, Aber gar^ an der Gränitz. 



<) *oit mit* die Handschrift. 

*) Nowe Brzesko, erste Poststation nordöstlich ron Krakau. 

*) Koszyce, Eweite Poststation. 

*) Zandomirz an der Weichsel. 

^) Zawichost, am linken Ufer, etwa eine Stunde nördlich. 



1526. 269 

Füraus» nit gar ain WSlhische meilU Rindt ain PSchle, Jasonckha 
genannt, ist die Gränitz. Vnnd fhr aus geen Lamas ynnd geen 
Briesty 9 ^n dem wasser Buh, mnd feilt auch darein der Muchouetz. 
(BL 2^2^.) Fliessen gegen mitternaeht in die WeixI. Von Lublin 
hieheer seindt Sechzehen meill» ynnd yasst mittl zwischen Crackhaw 
ynnd der Willd. Von Briesty geen Camenetz •) , dann geen Schare- 
scheff ynnd Volkhouitza *), sein drey Tagreiss. Da thailln sich die 
Strassen. Die ain nach der Wilde , dahin Rait man Sibenynndzwain- 
tzig meiK die annder sein wir geraist Ynnd haben ynns yon Mitter- 
nacht gegen dem aufganng khert. 

Von Volkhouitza geen Solun, geen Slonin ^). Neben haben wir 
gesehen Nouogrodeckh » das der gross Vitold gepawen ^. Vnnd ist 
das Schloss öd. Dann geen Moschat, Zernig, Oberno, Otmüt, Ka- 
deyenow *) ynnd geen Miensco ''). Daher yon Briesty Rait man 
Sechtzig meill. Da heben sich die wasserflQss zw wenndten, ynnd 
lauffen all gegen dem Mitten tag in den Nieper oder Boristenem. Von 
hie aus Miensco Rait man geen der Willd Sibenynndzwaintzig meil. 
Ist nach der Lanndart ain grosse Stat ynnd Schloss. 

(BL 293^,) Von Miensco sein wir Achzehen ») meill geraist 
geen Borissow, ain Stat an dem wasser Beresina, den Ich hallt, der 
Rechte Boristenes sein, nach gelegenhait des Ptolomy beschreibung 
ynnd glaichait der Wörter. Dasselb wasser feilt in Boristenem oder 
Nieper ynnder Bobransco. 

Von Borisow sein wir nit den nachnern weeg gezogen, der 
grossen Wildnuss halben. Sonnder sein yiertzig meill hintzt geen 
Khnesackh *), Herberg halben, gezogen. Haben die Stat Mogilew 
yier meill an der Rechten Hanndt ligen lassen. Darnach khamen wir 
geen Schkhioff <«), ynnd fort sechs meill geen Orssa am Nieper ^9- 



^) Brzesc-Litewski bei der MaDdung des Macbawice id deo Bug. 
*) Kamieniec. 
») Wolkowisk. 

^) Slonim, etwas sfidöstlich ron Wolkowisk. 

^) Witold, als Christ Alexander, Grossherzog ron Litthaueo, gest. 1430. 
*) Kaydanow. 
7) Minsk. 

®) Soll wohl 'acht meil* beissen? 
*} Kniasyce, nordwestlich ron Mobilew. 
^^) Szklow, nördlich ron Mobilew. 
*0 Orsza. 



270 



ili2&. 



Daselbst vonder dem Sehloss ist ain sehmaller fürt durch das wasser» 
wer den nit Recht trifft dem helff Got! 

Von Orssa sein vier meül ybersich nach dem Wasser geep 
Dobrowna 0* Darzwischen Rindt ain Pächel, genannt Copriwoa. Alls 
die Schlacht im 1814. Jar, daselbst vnnd (BL 2^3^.) nahenndt 
bey der Orssa, zwischen des Khunigs zw Polin ynnd des Moseo- 
uitter beschehen , Ist der Fach mit leichen erfüllt, das der lanng nit 
Rinnen hat mugen, wie man sagt. 

Von Dobrowna sein noch Acht meill an die Gränitzen. Da haben 
wir ynnder dem Himel gehaust, in grossem Schnee* Nahenndt bey 
Tnnserm Leger was ein Pmggen, die liessen wir Pessern, damit wir 
morgen ybermdchten, ynnd gar geen Smolensco geraichten. Moi^enns 
aber schickht man ynns enntgegen mit anzaigen : »Es wäre ain an- 
sehenlieher Man ynns enntgegen geschickht, ynns zw Emphahea yniid 
beglaitten, ynnd wartet ynnser.^ Alls wir zw Ime khamen, hiellt Er 
in seinem Schlitten sitzenndt an der tribnern Strassen, Allso, das wir 
nach dem Emphahen neben Im hin durch den getrettnen Schnee 
faren muessten. Sein nit yber Annderthalbe Meill geraist, da wardt 
ynnss das Nachtleger ausgezaigt an ainem PCihel. Der beglaitts 
(BI. 2^^*".) Man belib in ainem nächsten Pöhel hindter ynnser, 
betten ain khlains Pächle enntzwischen. 

u. MSrz. Den anndern Tag luedt Er ynns zw Gaste, ynnd fueren auch nit 

yill yber ain meill. Das was am Sambstag yor dem Pallmtag, alles 
ynnder dem Himmel. 

2S. Mirz. Am Palmtag Luedt er seines Herrn Potschafil, die mit ynns 

zohe. Darumb beualhen wir ynnsern Leuten: »Wo sy ynns abermall 
so nahenndt das Leger «uszaigten, sollten sy nuer f&r auffarn.*' Das 
ward inen nit gestatt. Alls wir aber zw gedachtem Leger khamen, 
säumbten ynns nit lanng ynnd fuern furauss. Da hueb sich ain ge- 
leuff. Da Ritten sy hernach mit bitten ynnd dronussen: „ob ynns 
gezimbte in eines frembden Herrn Lanndt nach ynnserm willen zu- 
raisen?*^ Da enntgegen sagt Ich Inen: „Ires Herrn Poten haben nach 
Irem willen bey tag oder nacht in ynnserer Herrn Lanndt Raisen 
mugen. Darzue wären (Bl. 2U^^.) wir bey Leuten in Heosern ynnd 
nit bey willden Thiern in der Willdnus erzogen ynnd gewonndt zw 
herbergen.** Ynnd sein wider Iren willen gen Smolensco, den 2S. tag 

*) Dabrowna. 



1J5Ä6. 271 

Harty geraiat Glekhwoll hat man rnns nit in die Stat, sonnder woll 
herunden in gar schlechten Paurnheusern die nacht herbergen lassen. 
Von Dobrowna geen Smcrfensco sein zwaintzig meill. Vasst alles 
Walld Toa Linden. 

Smolensjco Ist ain ansehenlieh Fürsstenthumb, das der Gros- 
f&rst Basilius dem KhQnig Sigmunden zw Polin , alls Grosßirsten in 
Lytten , genomen. Ligt am Nieper. Alles hültzen. Vnnser Frauen 
khirchen darinn ist gemauert. Vill Oder gemeuer steen allennthalben 
in demselben Poden, da zuuor Clöster ynnd sonnder Zweifl ain grosses 
wesen daselbst ynd> gewest. Da sein wir zehen tag aufgebauten 
worden, ymb das wnr zw spat zuuoran geschickht, ynnser ankhunfft 
Terkhfindt. Dann soliches zw stundt in die Mosqua geschickht rouess 
werden Tnnd (B. 2(iS\) Besehaidt genomen, was mit den Gesannd- 
iesk znhansdlen sey. Zw dem so ist Eben der Schnee allennthalben 
zerganngen, die wasser rasst angeloffen, Darumb die Pötten nit so 
Palld hin rnnd wider khomen mugen. 

Am Vierten AprilKs sein wir Terruekht , ynnd den annd^n tag 4. April. 
khamen wir an ein khlain Pächle, das war aber gross angeloffen, ynnd 
wiewol man die Pruggen bat lassen Pessern, so hat das wasser stfits 
gewachssen ynnd die Pruggen gehebt. Die mit müee erhallten , das 
sy nit hingeschwumen , damit wir ynnser Sachen hinüber bringen 
nragen. Die Phfirdt sein durchgeschwembt. Der Paeh haist Vopetz. 
Alls Ich an der Pruggen gestannden ynnd die sachen geordnet, fiell 
der Graf mit seinem Phärdt mit den hindtern Fflessen in Pach , dann 
das Gestatt nit zusehen was. Ireanthalben wftr der Graf ertrungkhen. 

Auff ain halbe meill fiiro gezogen, sein wir aber zw ainem Pach 
khomen, genannt der mittl Vopetz. Daselbsten machten die Paurn 
(Bl. 2äS^.) Palld Widen ^ ^^>* ^^^ Pach, ynnd dann ain anndere 
Widen, daran henngten sy ein floss, den sy gleich gemacht betten, 
danmff Sechs oder Acht mennschen möchten yberfarn. 

Alls wir zehen meill geraist betten , khamen wir, do der Fluss 
Vopetz, yon der Piela her rinendt, in den Nieper felld, bey ainem 
Closter. Am morgenns früe fQert ein Armes Münichle den Grauen 



^) Das ftind Tloss-Widea', tos DammSyten gedrehte iossartige Holzgeflechie, 
zur leichteren Obersetzung auf und zum Theile in das Wasser gelegt. 
Vergl. Schmeller*s bair. Wörterbuch. 4, 31. 



272 



1K26. 



vnnd micb vber ain grosses gewisser» (dann der Nieper was seer 
ausgeloffen), hintzt wir wider zw der Strassen khamen , darein das 
Wasser nit schlahen möeht. Das Schiflfle mocht nit mer ertragen. Mit 
dem hat der Münich das maiste Gesindt ynnd Sftttl allso nacheinann- 
der yberbracht. Vnnsere Truhen ynnd Fftles ^ b^t man in ainem 
Schiff Tber sich geen Drogobusch *) mit Ruedcrn» schieben mnd 
ziehen bracht. Die Phärdt aber rouesten ainen anndern weeg , Allso» 
das sy drey mall yon ainem PQhel zw dem anndern schwimmen 
muesten. 

(BL 2M\) Dann widerumb zwo meill geraist » kham wir an 
ein pach» genannt Vssche» der hat ein erhobne Pruggen, darftber wir 
Zügen» mnd nach ainem lanngen Wissmadt » das alles Tberronnen 
was. Dann khamen wir an ein grossen Walldt» neben dem gienng 
die Strass» vnnd der Pach Rann dameben. Gab aber sooill wasser» 
das wir an der Strassen nicht möchten bleiben. Gaben mns in Wald» 
ynnd was yasst spat. Der Schoee was nahenndt khnietieff» ganntz 
waich» darzue das Erdrich darunder auch waich. So lagen yill grosse» 
dickhe Pämb» die AUters ynnd Windts halber gefallen waren» darüber 
wir dann muesten. Vnnd woll ferr in die nacht khamen ynnser Ettlich 
aus dem Walld an ein plosse. Da beliben wir die nacht , on alle 
namng. Etliche beliben im Walld» die erst am morgen zw mns 
khamen. Die zu^eordennten oder Pristauen betten ynns gar nahenndt 
zw Heusern mugen bringen» wo sy gewollt betten. Es Regnet auch 
khlain ynnd netzet woll. 

(BL 2M^.) Morgenns sein wir Palld wider an ein Wald kho- 
men» der nichts minder dann der nächste gewest. Blit dem sein wir 
gar geen Drogobusch khomen. Daher sein yon Smolensco Achzehen 
meill » mnd der merer thaill geprOgkht. Dieselb pruggen hat der 
Moscouitter lassen legen» Alls er selbst geen Smolensco gezogen» 
ynnd sein Volckh hin mnd wider geschickht hat. Drogobusch ligt 
am Nieper. Daselbst haben wir ain tag auff ynnsern Plunder gewart. 
Viesma *)» ain Stat» ligt auch am Nieper. Vnnd feldt daselbst das 



^) Das ftiod Felleisen , aus dem ital. Valigia entstellt» und in Herbersteins 

Schreibweise noch die Herleitung Terrathend. 
*) Doroghobush. 
*) Wiazroa. 



1K26. 273 

Wasser, auch Viesma genannt» im Nieper. Daher von Drogobusch 
sein auch Achzehen meill. Hintzt her khumen die schwären, geladen 
schiff. Vnnd nahenndt ynnder der Stat da Ladt Tnnd Enntladt man 
die. Von Smolensco hintzher haben wir Till geförlicher Raiss gethon, 
wie Temomen, ynnd vber souil iannge Pruggen, die an rill orten seer 
zerrütt vnnd die (Bl 24i7^.) Pämb ye gar weit yoneinannder gelegen, 
das nit woll glanblich], das die Phärdt dermassen darüber haben 
geen khnnnen, dann ye sein die Prugg holtzer in den wassern 
gelegen, ynnder ynnd ybersich, dann schrerobs ^ gelegen, 
darüber wir gerouest ynnd, 6ot lob, on allen schaden khomen. 
Bey der Viesma haben wir das gewisser, die holltzen ynnd 
Schnee erobert *), ynnd fürt ain Ebnen weeg, hintzt an die Mosqua 
geraist. 

Mosaysco *) ist aoch ain Stat, da der GrosfÜrst Jftrlichen sein 
lust mit Hetzen der Hasen hat, Sechsynndzwaintzig meil yon der 
Viesma. Das wasser die Mosqua Rindt nit ferr neben ab, dann die 
auch yier meill oberhalb Iren yrspmng hat Von dann s«n noch Ach- 
zehen meill geen der Mosqua in die Stat Dahin sein wir am Sechs- zs. Aprii. 
ynndzwaintzigisten Apriliis khomen. 

Mosqua, das Ftlrsstenthumb, Stat ynnd wasser aines namens, 
darinn der Grosfürst (Bl. 29T.) hoff hellt, darzue auch der Ertz- 
bischoff, den sy Metropolita nennen, ain grosses wesen. Die Stat ist 
weder mit grfthnen, zeyn oder gemeurn Eingefanngen. 

Der Grosfürst hat Ainynndzwaintzig Jar seines ynnderthon, 
genannt Juan Sapur, Tochter Salomea ^) Eelichen on khinder gehabt, 
dieselb Im Jenner yor ynnser ankhunfft in ain Closter gethon, 
ynndKnes Basily Linsky Tochter ^ genomen. Hat Ime im 1828 
Jar ain Sun Hannsen gebom , der nach dem Vatter das Regiment 
gehabt. 



') Das iftt sehrXge, sehief. Schmeller 3, 810. 

*) Das heisst: äberstanden. 

<) Moskaiek auf halbem Wege ron Wiaima naefa Moskau. 

*) Salomeh, die Tochter Jury Ssaburow*s, war mit dem GrossfQrsten Was- 

silii IV. Iwanowitsch bereits seit dem Jahre 1805 yerehlieht Yergl. Strahls 

Gesch. yon Rassland, t, 427 und 3, 39. 
*) Helena, die Nichte des bereits zwölf Jahre im Geftngnisse gehaltenen 

Knfisen Michael Glinski. Strahl, I. c. 3, 42. 
Fontes. TIH. Ig 



274 1526. 

Mit grossem Pracht Tnnd ansehen sein wir ain halbe meill von 
der Stat vber das wasser Emphanngen, auch mit Phärden ?erEerdt, 

2«. April, ynnd in ynnsere Herbergen beglaitt worden» Am SechsTnndzwaintxi- 
gisten Aprillis. 
i. Mai. Am Ersten May sein wir gehört ynnd bey dem Grosf&rsten zw 

18. Mai. Gast geballten worden. Am dreyzehennden haben wir ynnsere Poten 
aus zw dem Khünig in Polin gefertigt, (Bl. 2^8r,) mit Glaitbriefen, 
seine Pötten zuschickhen, frids halben zuhanndlen. Der Graf schickht 
Günthern yon Herberstain, Ich Hannsen Wuechrer. Die muesten geen 
Däntzkha ^ ziehen, dann der KhQnig daselbst hinkhamb, etlicher 
aufruer halben *). Namb die Stat gleich mit gwallt ein ynnd schlueg 
da Ir yill, ynnd die zwen auch, zw Ritter, Aber etlichen BQrgern die 
Khöpfab «). 

In roifler Zeyt warden wir zw dem Grosfttrsten auff die Hasen- 
hetz eruordert. Da was auch der yertriben Khünig yon Casan, 
Scheale ^) , den der Grosfttrst in grossen Eem hiellt. 

20. Juli. Am zwaintzigisten July khamb des Babsts Potschafit, Hanns 

Franciscus, Bischoue Schkharensis. 

23. jnti. Am dreyynndzwaintzigisten seind ynnsere zwen Poten wider 

yom Khünig zw Polin khomen, den sy zw Danntzkha fannden. 

20. Sept. Am zwaintzigisten Septembris ist der GrosfÜrst geen Mosaisco 

seinem lust nachgezogen. 

12. Oct. Am zwelfilen October sein wir aus der Mosqua (^BL 2^*.) 

geen Mosaysco werdts gezogen. Daselbsthin sein die Lyttischen 
Pötten: Herr Petter Schischkha, Vaiuoda zw Pletzkho, ynnd Michel 

K. Not. Bohusch, Schatzmaistcr in Lytten, khomen. Am fünfften Nouember 

s. Not. haben wir ainen fünflQärigen frid beschlossen. Am Achten die Lytter 
abgefertigt. Der GrosfQrst liess ynns anzaigen: „wie der Türgg in 
Hungern ynnd zw Ofen gewest. Also hat Er yon seinen Gränitzen 



^) Das ist Danzlg. 

*) Die Stadt hatte 1S25 gegen den Willen des Königs Sigismund 1. den neuen 

Glauben angenommen. 
*) Vierzehn der Anfuhrer wurden geköpft, die übrigen in die Verbannung 

geschickt. Solignac, Gesch. Pol. 2, 115. 
*) Scheale war durch den Czaren Basilius zum Könige der Rasanschen Tataren 

1520 eingesetzt worden. Er war grausam und wurde durch die Tataren, 

welche an seiner Statt Sapgerei zum Könige wählten, yertrieben. AUg. 

Weltgesch. Bd. XXIX. Gesch. Russl. herausg. v. Semler, Bd. I, 178 u. 179. 



1526. 275 

huQdtschafft, Aber wisste nit was der ansgericht hette. Damit wir 
YDns wissten mit ynnserm haimbzug zuhallten. *" 

Am AindlefilenNouember sein wir ausgezogen mit ainem grossen ii. not. 
sehneyben. Am vierzehennden geen der Viesma khomen. Am Siben- |^* ^^^* 
zehennden geen Drogobusch, Am Neunzehennden zw dem Closter 19. i^ov. 
SmeriLaInky. Denselben tag vber den Nieper gefam. Am zwaintzi- 20. Not. 
gisten zw der Khirchen Cosme vnnd Damianj. Am zwenrnndzwain- %%. nov. 
tzigisten sein wir geen Smolensco khamen. Am fiinff<-(^i3/. 299".) 25. Not. 
ynndzwaintzigisten ausgezogen ynnd vnnder dem Himell gelegen sambt 
den Sibenynndzwaintzigisten tag. 

In Litten. 

Am Achtynndzwaintzigisten khamen wir geen Dobrowna. Da zs. Not. 
erinnderten wir des Khünigs Ludwigen in Hungern niderlag ynnd 
Todt. Am dreissigisten geen der Orssa. Da Rueeten wir ain tag. 30. Not. 

Am anndem tag Decembris geen Drutzeekh 9 Acht meill. Den 2. Dee. 
dritten in ain Dorff» aber Acht meill. Den yierten geen Grodno , drey 
meill. Dann aber in ain Dorff» drey meill, ynnd fürt drey meill geen 
Borissaw *) an der Beresina. Am Sibennden tag geen Lochoseckh *), 7. Dec. 

Am Rande des Bltttes 248*. tod Herbersteins Hand: 
Ad Regem Polonie. 
Maiestatis V*^. Oratores : Magnificus Dominus Petrus Gisca Et 
dominus Bohusius, ThesarariuB, yiri optimi, A Magno Moscoicum Duce 
nunc expediti et dimissi» qui forte breui apud Mai^. V*^. apparebunt 
etemicabunt, qu^ et quomodo per eorum dominaciones et nos acta sunt 
et successerunt. Nos itaque de bis omnibus ad suas magnificencias 
remitentes, ysque Deo dante eos subsequemur» V^. Mai^^ Nos et nostra 
seruicia comendantes. Ex Mosaisco TNouembris 1526. 
Leonardus Comes Nugarolis Cesaris, 
Et Sigismundus ab Herberstain, Archiducis Austrie» 
Oratores. 



3. Dec. 

4. Dec. 



^) Druck, sudlich von der jetzigen Strasse von Smolensk nach Minsk. 

') Wieder an der dermaligen Strasse , wo diese durch die Berezina gekreuzt 

wird. 
*) H. verlfisst hier die jetzifre Strasse und zieht einen kürzeren Weg gegen 

Wilna, nach welchem er bei 

18* 



276 



1526. 



0. Dec. Acht ineiU. Dann annderthalbe in ain Dorff» vnnd fürt am Neunten 
geen Radechuosec ^i^^* I^^nn sein zwo meill geen Oasnosello *) 
▼nnd aber zwo geen Molodesch *), dahin wir des tags geraist. Am 

n. Dec. zweURen geen Creua, Sechs meill, ist ain Odts gemaurts Schloss bey 

13. Dec. (Bl. 2^9^.) dem fleggen. Am dreyzehennden geen Mednigkh, Siben 

meill. Ist auch ain gemaurts schloss, ganntz öd, bey dem fleggen. 

14. Dec. Vnnd den yierzehennden tag in die Wild , die Haubtstat in Lytten. 

Da Rindt ain gross wasser Tur, genannt Velia, khumbt in die MumbI, 
die für Cefno ^), so yierzehen am Lannd ynnd Achzehen meil am 
wasser yon der Wild ist, sein fluss nimbt. Vnnd ein khlain Pächle 
feilt daselbst ein, genannt Vilna, wie auch die Stat nach der Lanndt- 
sprach genennt wierdt. Da sein mir erinndert, das Khünig Ludwig 
in Hungern, am Neunynndzwaintzigisten Augusty, in der Hanndlung 
gegen dem TQrggen zw Mohatsch Todt beliben was vnnd mein Herr 
zw KhQnig in Behaim worden. 

Von der WHd geen Khönigsperg seind Sechtzig, geen Ruga 
ftlnfftzig,geen Khrowzway Hundert 9*S^^i^ der Lemberg hundert, geen 
Crackhaw hundert ynnd Neun , geen Warssa yierynndsechtzig , geen 
Däntzkha Achtzig meill, Teutsch. 

»7. Dec. (Bl. 2ßO\) Am Sibenynndzwaintzigisten sein wir zw der Wylld 

ausgezogen. Vier meil geen Rudincky •). Dann drey geen Volkha- 

29. Dec. mickh, da seindt zwen des Khflnigs Gejaidthoif. Den Neunynndzwain- 
tzigisten geen Meretz "^), Siben meill, ligt am wasser, das auch den 
namen hat. Damach geen Osze >), Sechs meill. 

31. Dec. Am letzten tag geenGrodno, ain grosse Lyttische Stat, zwo 

meill, ligt am wasser, das man Teutsch Muml, nach der Lanndtsprach 
Nemen, ynnd Lateinisch Cronon nennt. Fleusst in das Teutsch oder 
Preyssisch Möer, thaillt Preyssen yon Sameitten. 



') Radosikewicze wieder die jetzige Strasse von Minsk ntch Wilnt 

erreicht. 
*) Krasnoie. 
') Molodeczno. 

^) Kowno, an der Grenie des Königreichs Polen. 
^) Vor diesem Worte zeigt sich das Wort *zway* durchstrichen. 
*) Rudniki an der Mereczanka. 

^) Am Einflösse der Merecstnkt in die Memel, an der Grinze Polens. 
") Das ist Hoza, nördlich Ton Grodno. 



mr 277 

1527. 

Am Ersten Januarjr yon Grodno aus, Ist ain Ploss Lannd, Sechs i. Jinner. 
meil geen Grinckhy. Ist so khallt gewesen , dann der Windt scharff» 
ynnd den Schnee gehebt ynnd gewäet, das (Bl. 260*.) Ich nahenndt 
dardurch ymb mein Nasen khomen. war. Ainem des Grauen Phärdt 
seindt grosse Pietzen aus dem Geschrott 9 gefallen. Ainem Windt- 
spill, das foUe Tutten gehabt» dieselben Erschwartzt vnnd abgefallen. 
Ainem Han auff dem Wagen sein grosser Khamp dermassen Erfrorn» 
das er den Khopf henngen Hess» alls wollt Er sterben. Da Ime der 
aber abgeschnitten. Erhebt den khopff ynnd khräet zw stundan. Der 
Khamp was foUer Eiss. Muesten derhalben ain tag da bleiben, dann 
es betten sich etliche yerritten. Die khamen allso müede zw Herberg. 

Am dritten tag zwgen wir Acht meil, alles durch ain Wald, s.jinner. 
darinn dann khain Hauss an der Strassen, hintzt geen Nareff ^. Da 
Rindt auch ain wasser des namens. Ynnd den anndern tag yier meill 
geen Bielseo ^, ain guet Schloss neben dem flegkhen. Vnnd dann 
yier meill geen Milenetz, ain Dorff, ynnd drey oder 4 meill geen 
Mellnickh, ain Schloss bey dem flegkhen, (^Bl. 26V,) ligt am wasser 
Buh genannt. Vnnd Siben meill geen Lossitzy, ist die Grfinitz ^. 

Polin. 

Am Achten tag zugen wir in Polin Acht meill geen Lucow ^. 8. jinner. 
Ist ain Haubtmanschaffit, nach Irer sprach Starostey genannt, sollen 
drey Tausent Edln darunder sein. Dann Es sein etliche yill ddriTer, 
darInn khain Paur, sonnder Edl sesshaflt. Ligt am wasser Oxy 
genannt. Den anndern tag fiinfl^meil geen Oxj ^ ain fleggen an dem- 9. Jiooer. 
selben wasser. Am zehennden tag aber fOnff meil geen Stesitza ^. lo. Jinner. 



') Das ist Stücke aus dem Hodensacke (scrotum). 

*) SQdöstlich Ton Bialystock. 

') Bielsk, sfidlich tod Bialystock. 

*} Heutiiitage bildet der Bog die GrSnze« und Losice liegt schon im K5nig- 

reiche selbst, östlich von Siedice. 
^) Lnkow an der Zna. 
*) Okraeja an der Okrzeica. 
^) Stezyca an der Weichsel. 



278 



1527. 



11. jinner. Da fleusst das Wasser Viepers in die Weyxel 9* Den Aindlefflen sein 
wir vbep den Viepers vnnd Weixel fünf meil geen Suolena») gezogen. 
Dann aber fOnff meill geen Sanna >) » ynnd Sex meill geen Pelkhy , 
Sechs geen Schidlow ^), ain ymbgemaurts Stätle, fllniF meill geen 
Vislitza 5), (BL 261^.) auch ain vmbgemaurts Stätl, ligt vasst in 
ainem See. Dann geen Prostwitz ^, Sechs meill, ynnd geen Crackhaw 
yier meill. Da fannden wir den KhQnig, der ynnser hanndlung mit 
gnaden Annamb. 

81. Jinner, Am letzten Jannary sein wir yon Crackhaw ausgezogen, drey 

meill geen Cobilagora '*). 

1. Februar. Am Ersten February geen Ukhusch ^, zwo meill, geen Bensin *), 

ligt noch in Polin, fttnff meill. 

Schlesien. 

Ain yiertl meill ausserhalb Bensin Rindt ain wasser , genannt 
Pietza, da schaidt das Pollniseh ynnd Schlesisch gebiett, das geen 
Behem gehört. Vnnd dann geen Piestonetz oder Pielstouitza <<») fttnff 
meil, yier meill geen Kosslec ^9» ^^^ ymbgemaurt Stätle, ligt 
(Bl. 2S2\) an der Oder. Fönff meill geen Biela *«) ynnd Sechs 
geen der Neyss, ain guete wolerpaute Stat. Da wonen gemainclichen 
die Bischoue yon Breslaw. Dazumall ward Bischoff Jacob ^^, der 
ynns woll hiellt. 



^) Ist einirrthum, dieWieprz f&Ui etwa ein % Stunden sQddstlich ?onSteiyea 
in die Weichsel. 

') Zwolin, östlich ?on Radom. 

') Sienno, nördlich yon Opatow. 

*) Szydiow, sudwestlich von Opatow. 

*) Wislica an der Nidica, nordöstlich von Rrakau. 

*) Proszowice an der Szreniawa. 

') Nowa Gora? 

8) Okusz. 

') Bendzin an der Czarna Przemza. 

*®) Piskowice, auch Peiskretscham genannt an der Klodnitz, an deren Einmün- 
dung in die Oder die Festung. 
^0 Koselligt. 
^') Das ist ZOlz oder Biala. 
^*) Jacob von Salza. 



1527. 279 

Am Achten tag zug der Bischoff mit vnns aus geen Othmachaw ^t ^- Februar. 
auff ain Schloss» da wir das fruemali namcD. Ist ain meill, vnnd 
Raisten dennocht drey meill geen Wardt *). 

Behaim. 

Am Neunten tag khamen wir zw dem frueroall geen [Glatz » ain 9. Februar. 
schöner Grauen Sytz, Schlos ynnd Statte. Vnnd darnach geen Rana- 
ritz *) Tnnder dem HumI, ist alles vier meil vnnd ain halbe. Dann 
geen Jaromier, auch fünfilhalbe meill. Vnnd vier meil geen Bietschaw. 
Vnnd Tier meill geen Limburg ^) an der Elb, ain Khünigs Stat. 

Am dreyzehennden Sechs meill geen Prag, (BL 2ß2\) dem 13. Februar 
Khflnigclichen Stuell zw Beham , da wir ynnsern Erwellten Khünig 
fannden» der dann am yiervnndzwaintzigisten tag desselben monats 
gekhrönndt wardt. Den nächsten tag darnach die KhQnigin. 

Die Moscouittische Potschafil khame Palld hernach. Alls Ich 
denen Enntgegen Bit, aus beuelch, ynnd wir khamen, da sy die Stat 
ynnd Schloss woU sehen möchten, spricht der Oberste: «»das ist nit 
ain Schloss, das ist nit ain Stat» sonnder ein Khünigreichl Vnnd es 
ist was, ain s5lich Khünigreich on Pluetyergiessen zw yberkhomenl^ 

Mir ward driuacher Dannckh gegeben: ymb yerrichtung meines ^^,^^ ^^.„g^ 
gehabten beuelchs, meiner hanndlung ausser beuelchs, ynnd dann ,, ^*^,^/"?f" . 

^ , o ' khoecbt sein mit 

meines erbiettenns, noch wo not gewest zuraisen. mir geuogen: 

Nach abfertigung der Moscouittischen Potschafft ward mir Er- p^^b, 2^^ Her- 
laubt haimb zuziehen. Bin allso yon Prag geen Behemischen Brodt, ^®**^^^" * 
yon dann geen Khuttenberg, geen Habern ^), geen Teutschen Brodt scbnsi; 
ynnd Pollen •), ain Stätl, gezogen. HansWuechrar; 

Franz FiUien ; 
Nidns Stracb- 

(B1.2S3'.) Mar her n. *"*' 

Erasni Prantner; 
MaUies tzoller. 

Vnnd dann geen Znäemb. Mit craffa Nu- 

garolis izohe : 

Günther Freih. 

zw llerberstaio. 

^) Ottmachiu. ^"^ 

') Wartha an deo Ausläufen des Eulen-Gebirges. 

') Das ist Reinerz. 

^) Soll heissen Niroburg. 

^) Das ist Haber, zwischen Deutsch Brod und Czaslau. 

*) Poina, nordöstlich ron Iglau, nahe an der Grfinze Mfihrens. 



280 1527. 

Osterreich. 

Geen GuDderstorff, Gellerstorff ynnd geen Wienn khomen. 

Da bin Ich mer dann ain Monat krannckh im Holltz gelegen ^). 

In dem Jar bin Ich in die Niderösterreichisch Camer yerordennt. 

DieMtintzenzw Polin etc. 

Groschen die seindt nahenndt alls wie dieKhreutzer geschlagen. 
Der zwen machen ain groschen , dreissig der groschen ainen Zol- 
gulden «). 

Für ain gnlden Teutscher MQntz geben sy nuer Achtmndzwain- 
tzig Groschen. 

Für ain Hungerischen gold gülden gemainclichen f&nflPnind- 
yiertzig, hernach auch Achtmudyiertsig. 

(Bl. 233^.) Ain Marckh zellen sy Achtynndviertzig groschen. 
Ain Vierdung nennen sy ain Quart (zwelf groschen). 

Copa haissen sy Sechtzig groschen. Schilling gellten drey ain 
groschen khlaine Mflntz. 

Littisch 

Soll Pesser sein, ynnd geben nuer Viertzig groschen ymb ain 
Hungerischen gülden. 

Rubl nennen sy hundert Groschen, 
Copa Sechtzig etc. 

Moscouittisch. 

Denig seindt Ire Silbere Phening genennt. Der seindt hundert 
für ain Hungerischen gülden geschlagen. Doch so sein die gülden 
minder ynnd mer werdt 

Alltir Seindt Sechs Dengin ; 

GriiTna zwaintzig Dengin; 

Poltina hundert Dengin ; 

Rubl zwayhundert Dengen der Moscouittischen. fBL 239'.) 
Die Neugartner ynnd Riger Rubl sein mer Denngen. 



^) Dass hier lignum guaiaci und die Lustseuche gemeint ist, lernt man aus der 

oben S. 136 besprochenen Stelle. 
') D. i. Zahlgnlden. 



1527. 



281 



Ain Marekh Wiennisch gewicht macht Crackhauerischer drey- 
Tnndzwaiatzig Lot. Ain Phundt Wiennisch macht annderthalh Cra- 
ckhawisch minder zway Lot. 

Khan ig Ferdinanden swBehemH5erzugin Hungern. 

Im Julio, Nachdem dann Khflnig Ludwig iw Mohatz wider den 
TQrggen ymbkhumen» hat sich Graf Hanns in Zyps ^ mit dem Volckh, 
das Er alls Yaiuoda , den man sonnst gemainclich nennt Weyda , in 
Sibenhürgen ynnder Ime het, vnnd denen» die sein Muetter *) lannge Kuaig Ferdi- 
Jar mit Pronision vnnd in annder weeg ynnderhallten hat, aHes auff wien ausge- 
ainen solichen fall zugewarten» das dann alhie eruolgt. Wie Er des ^'^^: .. . 
KhQnig Ludwigs C5rpel geen Stuelweissenhurg (BL 2S9r.) begra- Hongern kho- 
ben, lassen zw Khfinig wellen ynnd Cr5nen, darhey aher weder des "9°J^„<jrn ein- 
Königs Witwe» noch auch der Grosgraf, die *) dann im fall des KhQ- genomeD, 
nigs abganng das Recht haben die besamblung yon wegen Erwellung |^' ^^^^* 
aines Khünigs zubeschreiben ynnd zuberueffen, gewest, ynnd also 21. sept M«r. 
ynordennlich gewellt. Aber dieselb KhOnigcIich Witbe ynnd Grosgraf S^rbn"^"'*^ ^^" 
haben Ertzhertzog Ferdinanden zw Österreich, in ansehen das sein zr.Eingedning- 
Gemahel des Khünig Eeliche Schwester ynnd Khflnig Vlasdlay J^^^Jj^^^r/n^ 
Tochter, Auch das die Allten Vertrag zwischen Hungern ynnd Khaiser Detueibn tag 
Friedrichs ynnd Khaiser Maximilians alls Ertzhertzogen zw Österreich FningepaD^^^^r- 
soliches mit sich bringen. Erwellt. Auff soliches sich hochgedachter '^^^"°- 
des Jars gekhrönter Khfinig zw Behaim ynnd Ertzhertzog zw öster- der Kuog ge- 
reich mit höeres Craffit erhebt. Marggraf Casimirus yon Brandenburg, ^"^*'. . .^ 
seiner Maj. etc. Vetter, alls Oberster Veldhaubtman in den letzten i6.yonWey88n- 
tagen des Monats zw Wienn ausgezogen. ^""^« ""^^O*"* 

Am Ersten Augusty ist sein Maj. etc. yber die (BL 255^.) 
Grftnitzen aus Osterreich in Hungern gezogen. An demselben tag 
gegen der Nacht ist seiner Maj. etc. "Ertzhertzog Maximilian gebom. 
Zohe nach Ofen. Das yerliess der Eingedrungen Khflnig Hanns. Nach 
Eroberung Ofen, des Khflnigclichen Stuells, zohe man geen Stuel- 
weissenhurg. Dahin dann auch sein Schwester KhQnigin Maria , des 



^) 'Vmbkhumen mnd Graf Hanns in Zyps hat mit dem* u. s. w. ohne 'sich* die 

Handschrift. 
') 'Hedwigis ex illastri Dnenm Tessinensiam sanguine: in lucem edita est 

patre Przemislao, Matre Anna Boleslai Docis Warsaviensis filia* C. Wagner 

Annales Sceposii 4, 26 zu ?ergleiehen mit 4, 33. 
') 'denen dann* die Handschrift. 



282 



1S27— 1528. 



t«.Dec. 1527 bis 
11. Jlnnerl$28. 



Khönig Ludwigs Witbe, ynnd seiuer Maj. etc. Gemahel khamen ynnd 
also baide Conleuth gekhrönndt. Darnach ward Graf Nicias von Salbm 
der Ellter mit vill Eerlichen Leuten ynnd ansechlichem Voickh nach 
Tockhey geschickht, dasselb zw erobern. Dahin khamen des Einge- 
drungen KhQnig Hannsen Leuth ynnd yberfielln Khünig Ferdinandus 
hier bey der Nacht mit Irm grossen schaden. Mit dem ward auch 
Tockhey aufgeben. 

Zw Prespurg ynnd Tyrna yerliess der KhQnig in besetzungen 
etlich wenig fuesskhnecht hinder sein, damit, wo der Veindt der 
orten was Hlrnemen würde, ain gegenwör wäre. Alis dann beschach. 
Vnnd des Yeindts leuth khamen (Bl. 255''.) geen Neytra ynnd Frey- 
stätl an der Wag, namen die ein. Herr Hanns Catzianer» <ler Theur 
Ritter, bewardt nit allain die zwen fleggen, sonnder zohe den Veinden 
ynnder Augen. Namb nit allain die zwen obgemellten flegkhen, 
sonnder yill annder mer, die des Eingedrungen' Khönigs Erbguetter 
warn. Soliche seine thatten waren angenfimb, vnnd erlanngt grossen 
Ruemb ynnd Lob. 

Bey allen den sachen bin Ich gleichwoll nit gewesen , dann Ich 
schwärlichen khrannckh lag. Vnnd das yerlanngen mir mein krannck- 
hait nit wenig beschwärt hat. 

Die Kü. Maj. etc. eruordert mich zw sich geen Graan. 

Aber im December bin Ich» nach eruorderung zw Wienn auff 
Cotsehien ausgezogen, geen Graan zw dem Khünig khomen, der Mos- 
couittischen Potschaflfl halben. Vnnd des tags (Bl 256'.) Alls Ich 
zw Graan yerrugkht, ist der Khünig auff das geJaid aines Auroxn, 
der aus dem Thiergarten khomen was, ausgezogen, ynnd allso an den 
Auroxen khomen ynnd dem so begierlich nachgehenngt. Das maist 
Gesindt khamb spat geen Graan. Niembt wesste wo der Khünig 
wäre, darumben gross Waynen, Ciagen ynnd Trauren hintzt zw Mit- 
ternacht, da der Khünig wider khomen was. 

CBl. 256.') 1528. 

Zw demKhüniginpolIngeenpeterkhaw. 

Zu Gran abgenertigt. (H.) 

Am Sechsvnndzwaintzigisten Decembris des Eingeennden Acht- 
ynndzwaintzigisten Jars Bin Ich zw Wienn ausgezogen ynnd am 



1528. 283 

aindleffiten January sambt herro Lorenntzen Brobst zw Stuelweissen- 
burg, den Ich zw OlmflDtz Tanndt, zw Petterkhaw einkhomen. Da- 
Selbsten khanib auch zw vnns Herr Georg Ton Loxaw» Secretarj, der 
ain zeyt lanng yon rnnserm KhQnig in Polin geschickht was. Da ward 
ain grosser Lanndtag oder Reichstag, dann der Platz ist darzue ver- 
omndt alls ein Mitterspill. Es waren auch da ankhomen Ton Khünig 
Hannsen» den man dazumal Janusch Weyda nennte» Potschaffiten : Herr 
Franciscus, gebornner Graf Ton Frangepan, genennt Ertzbischoue zw 
CoUitzan; ain ParAiesser MQnich Herr Steffan Prodericus, der dar- 
nach den Tittl des Bisturob Watzn gehabt» vnnd N. Valzekh» ein 
Edlman. 

(Bl. 2Ä7*.) Jegclicher thaill wollt seines Herrn sachen ver- 
fechten. Wir sagten ?on vnnsers Herrn gerechtigkhait. Die Anndem 
sagten von des Reichs beschOtzung mdglichait. In der gmain sagten 
Till ansechlicher Polin: *man vberkhSme die Reich seilten mit der 
gerechtigkhait^ Aber gemaindichen mit dem Schwerdt.^ Bin also 
Sechs Wochen daselbstn gewesen. Ich het ain sonndere Instruction 
mit dem KhQnig zuhanndlen» darumben meine mitgesanndten zornig 
warden. Alls der Brobst soliches dem Khünig Clagte» warde Ime zw 
Anntwort: 'sein Maj. bette mich in yill sachen bey dem KhQnig zw 
Polin gebraucht, das sein Maj. nit wollt» das yill darumb wissen 
sollen.^ Darüber khamb der Brobst zw mir» sagt mir soliches selbs, 
ynnd bat mich Ime zuuerzeihen. 

Am Ainvnndzwaintzigisten February sein wir daselbstn yerritten ^i. Ftbr. 
ynnd nach Crackhaw geraist ynnd yier Tag daselbstn still gelegen. 

Am dritten Marty geen der Pless khomen» (Bl 2S7K) da ynns s. Min. 
dann etUche leuth hintzt an die Weyxl Pruggen» wie sich die gepiet 
oder Grfinitzen schaiden» geschickht warn. Dann zwen Schlesisch 
Edimannen mit ynns Ritten , die zw Peterkhaw mit etlichen Polin zw 
nachts ain gefacht betten. Derhalben sy» annderst mit. ynns» nit gar 
sicher aus dem Lannd mochten. Am Aindleiften khamb Ich geen ii. Mirz. 
Wienn. " 

Das Ich mein weeg yon Petterkhaw nach Crackhaw namb » hat 
mich gewisslichen mein Enngl gef&ert» dann Niclas tzaple ^» dauon 



*) Nicolaus Tsehaplitz von Altendorf, der sehn Jahre vorher von* einem aus 
Herbersteins Gefolge war vom Pferde geschossen worden. Man sehe oben 
S. 131, Anmerkung 7. 



284 



1528. 



hieuor melduDg beschehen, hat mir an der Strassen, die Ich am 
nächsten geritten solle haben, mit seiner geselsehafilf&rgewart, sieh 
an mir znrechen. 

Wie Ich zw Wienn am Aindlefilen Marty einkhomen, hab Ich 
meines lieben ynnd Treuen Brueders» Herrn Geörgens ableiben mit 
grossem Layd yernomen, der zw Graan khrannckh worden ynnd zw 
Prugg an der Lejrtta gestorben rnnd begraben ligt. 
30. Mai. (BL 258*.) Am Phingst Abennt Bin Ich an derselben Hungri- 

schen khrannckhayt auch erlegen ynnd in grosser gefar meines 
lebenns gestannden. 

In dem Jar Ist Herr Hanns Catzianer zw Obristem Veldhaubt- 
man in Hungern flQrgenomen, zw Gran ausgeschickht, den Einge- 
drungen Khtinig Hannsen zusuechen. Vnnd hat den zw Sina >) 
antroffen ynnd geschlagen. Ja gar aus dem Lannd gejagt. Der dann 
in Polin zw Tarnaw etliche zeyt sich ennthallten ynnd das Hunger- 
lanndt yerlassen. 

In dem Jar hat mir der KhQnig die naehgeschribne gnad thon. 
Ich hab nit allain dem giiet, sonnder den Eern nach dienndt ynnd 
gesuecht. 

Vnserm lieben getreuen. (H.) 

4. December. WirFerdinaund, yon gottes genaden Khünig zw Hungern 

ynnd Behaimb« Infannt in Hispanien, Ertzhertzog zw Osterreich, 
Hertzog zw Burgundy ynnd Wirtemberg, Graue zw Tyroll , R5. Kay. 
Maj. im Reich Stathalter, (BL 238^.) Bekhennen für ynns ynnd 
ynnser Erben ynnd nachkhomen am Haus Osterreich offennlich mit 
disem briefe, das wir ynnsern getreuen lieben Hannsen Sigmunden, 
ynnserm Rat, Wilhalbmen, ynnser hertz liebsten Gemahel Stftblmai- 
ster ynnd ynnder Hofmaister, ynnd weillenndt Georgen, auch ynnsers 
Rats, Ires Brtieders gelassne Sfine: Georgen, Rueprechten, Gun- 
therm, ynnserm dienner Georg Anndre, bemellter ynnser Cremahel 
dienner, Ge5rg, Sigmundt gebrüedem ynnd Wernhardin yon Herber- 
stain, Irer aller Vetter, in betrachtung des AUten, Adelichen, Idbli- 
chen Herkhomens des geschlächts Herberstain , Auch ymb Irer aller 



*) SEina in der Aba-Ujrtrer Gespanschaft, Ewei Meilen unterhalb Kaschau, 
heutzutage ein Dorf in einer ausgedehnten Ebene. 



1528—1529. 285 

Redlichen ?nnd nQtzlichen diennst willen, so Ir voruordern am Haus 
Österreich in roenigfeltig weeg, in khriegslenffen vnnd sonnst in 
annder weeg getreulich vnnd vnuerdrossen gethon haben , tSglichs 
thun ynnd hieftir inkhünfftig zeyt woll (Bl. 259'*.) thun mdgen vnnd 
sollen , mit wolbedachtem roneth vnnd Rechtem wissen dise sonnder 
gnad Ynnd freyhait gethon ynnd gegeben , Thun ynnd geben Inen die 
auch hiemit wissennlich in Crafft ditz brieffs, AIlso, das wir vnnd 
vnnser nachkhomen am Haus Österreich Inen vnnd allen Iren Leibs 
Erben ynnd derselben Erbenns Erben Manndlichs stambs in Eewig 
Zeyt in Iren Tittl ynnd Vberschrifilen an ynnsern Hof ynnd annder 
Osterreichischen Regierungen Canntzleyen nun hinfüron ,,ynnsem 
lieben getreuen^ schreiben, ynnd sy also nennen ynnd haissen sollen 
ynnd wellen, ynnd sy diser ynnser gnad wie annder, die dergleichen 
massen yon ynns begnadt sein, geniessen ynnd freyen mögen yon 
menigclich ynuerhindert ynnd on geuftrd. Mit yrkhundt ditz brieffs, 
der geben ist in ynnser Stat Wienn, am yierten tag des Monats 
Decembris. Nach Christy, (^BL 259^.) ynnsers lieben Herrn geburde : 
fünffzehenhundert ynnd im Achtynndzwaintzigisten, ynnserer Reiche 
im dritten. 

(BL 260\) 1529. 

Nach der Wild inLitten, zw dem KhüniginPolln. 

Der glQckhsälig Türckhisch Khayser Suleyman zohe mit macht in 
Hungern ynnd nach Osterreich, darumb schickht mich mein Khünig 
zw dem Khttnig zw Polin. Vnnd bin am dritten tag Hornungs zw 3. Februar. 
Wienn ausgeriten. Nach VIrichskhirchen ^) drey , ynnd geen Neu- 
dorff>) fönffmeill. 

Marhern. 

Geen Scharadiss *) fünff, geen Prostonitz ^) yier, geen 
OhnQntz zwo, für Sternberg geen Peru «) fUnff, geen Hof ain meill. 



*) Nächst Wolkersdorf. 

') Östlich von Laa. 

') Scharatitz an der Littawa, sudöstlich rovi Brunn. 

*) Prosnitz, eine Poststation von OlmQtz. 

^) Baehrn. 



286 



1529. 



Schlesien. 



Geen Jägerdorff vier meill, geen Lubsehitz (BL 260^.) zwo, 
geen Khossl an der Oder vier, geen Tuschkhy ^ vier, geen Khe- 
seatin <) vier meill. 

Nid« feelt xw 
negst darpc^ lo n 1 1 

dieweixi. rolln. 

Von der Nea- 

5^efi*" ^'"*®^ Geen Tzestochow vier meill, geen Lellow Sechs, geen Wladislaw 

Von Tarnow Sibcn, geen Vislitza, ligt am wasser genannt' Nida, Sechs, geen der 

gen^ raccao ^ewstat Gortzin zwo. Die Stat ist auch an der Nida, zehen meill von 
Von der Neu- Crackhaw. Geen Schidlow ») filnff; geen Oppatow Sechs meill; geen 

can lomeii. Schnflelaw ^) am wasser Camena, gar ain wol Erpaut Schloss, zwo 

*thMa7*sibeckh" ™^*"* ^®®° Solctz, ain Schloss*, ligt an der Weyxel, daselbst vber* 

Der Ssinpetzbj. gefarn , Sechs meill. Geen Curow Siben meill. Enntzwischen ligt 

vonLubiin?. Vouolnitza, ain St&tl zwo meill. Geen Pretotzno fönff meill, ligt am 

Viepers. Geen Voiteskhow, ain dorff, drey, vnnd geen Luckhaw drey 

16.'^ von •»•»•• meill. Ist nuer ain Starostey oder Haubtmanschafft. Hat bey(B/. 261*.^ 
vonkunigsperg jrey Tauscnnt Edl vnnder seinem Gebiet. Vill dörflfer, die all nuer 

40. 

Von BrieaU iK. ^^^ Edlen besetzt sein. Geen Lositzy, alls man von Luckhow zwo 
Von Partiow 6 meill gcraist, ist die Littisch Granitzen. Siben meill. Soll die mitte 
des weegs sein zwischen Crackhaw vnnd der Wildt. 

Litten. 

Geen Melnickh, ain Schloss vnnd offen Stätle an dem wasser 
Buh genannt, vier meill. Geen Milezitz vier; geen Bielsco vier; geen 
Nareff, ligt am wasser auch Nareff genannt vnnd an ainem grossen 
Walld, vier meill. Geen Grinckhy zeucht man Acht meill von Nareff 
durch ain Walld. Geen Grodno, ain Schlos vnnd grosse offne Stat 
mit schon khirchen, ligt am wasser genannt der Nemen, Teutsch die 
Muml , Sechs meill. Geen Preuelkha , ain Stätl vnnd ain Khünigs- 
gejädthaus, auch an der Muml, vier meill. 



^) Toszek, auch Tost, nordöstlich von Kosel. 

>) Koschentin? 

') An der Czarna. 

*) D. i. Cmiclow an der Kamiena. 



1529. 287 

(Bl, 261^.) Geen Moretz, ligt am wasser auch Moretz genant, 
daselbst feilt sy in die Mumbl , vier meill. Geen Voyteuackhretzma» 
ain Ainschichtige Herberg wie ein grosser Edlmanshof , Siben meill. 
Geen Vacca, ain grosses Dorff, darinn die Tartern wonen, ligt am 
wasser Vacea genannt, fQnff meill. 

Den zwaintzigisten Marty geen der Wylid, die Haubtstat in zo.Uwz. 
Lytten. Da fleusst ain Schifreieh wasser nir» genannt Valia. Darein 
feilt der Fach Vilna, die dann baide zwelff meill vnnder der Wildt in 
die Muml fallen, zwo meill. 

Den Sibennden Aprillis von der Willdt geen Trockhy, sein zway 7. Apni. 
gemaurte Sehloss im See gelegen, sollen die Teutschen Ordenns aus 
Preyssen gepaut haben, vier, vnnd geen Voyteuaekhretzma fÜnlT 
meill. 

Von dannen nach Meretz, ain anndern weeg wider vor, Anndert- 
halbe meill geen Bobreskhj. (BL 262*.) Mer Annderthalb geen 
Voronow; mer Annderthalbe geen Prelay. Da khumbt man wider auff 
die gross Strassen. Von Meretz was das wasser seer gross. Muesten 
vber die Meretz faren geen Osse, ain flegkhen oder Stfttl am Nemen, 
grosser meilin, lautter Waildt, Siben. Geen Gredno zwo meill. Geen 
Grinckhy, NareiT, Bielsco, Melnickh, Lositzy wie vor. Von dann zwo 
meill an die Pollnisch Gränitz. Darnach Paldt ain dorff genannt 
Veselkha. Dann vber zwo meill ain dorff Trebeschow. Vnnd aber ain 
meill ist ain Dorff, gleich neben der Strassen, darinn alles Edlleuth 
wonen. Geen Luckhow, geen Pretotzno, da Rindt der Viepers vnnden 
fär, hat lannge Pruggen, zw vierzehen hundert Schrit, fQnff meil. 
Geen Vouolnitza Sechs , von dannen geen Opole drey , geen Soletz 
zwo, geen Samborsina Siben meill. Ligt an der Camena. 

Geen Oppatow, geen Schidlow, geen der Newstat Gortzin. Da 
zw der Newstat (Bl. 262^.) Ist mir gesagt vnnd durch den, so soli- 
ches zuegestannden, der on geuard daselbs hin khomen was, bezeugt, 
der hiess Piersinskhy, vnnd der Khünig vnnd bey drey Tausent menn- 
schen gesehen sollen haben, das der in den Nieper oder Boristhenes 
geharnischter von khnie auff alls ein Spiesser geriten, sein Phärdt 
trinckhen zulassen. Das sey mit Ime hurtig worden vnnd mitten hin- 
eingesprungen, den von sich geworffen. Darauff Er sich drey mall 
vber sich geschupfft, dann bedacht, so er drey mal khain hilff befun- 
den. Es wftr gethon. Sein Pratspiss abgegört, sich damit gegen dem 
wasser gesteurt, vnnd sein haubtharnasch oder Schallern auffgegürt. 



288 im. 

VOD sich geworffen» die aia hanndt fQr vnnd an auffreckhenndt gehabt» 
damit Er rodcht gesehen vnnd Ime geholffen werden. Vnnd also rnnder 
dem wasser zw dem gestatt» wie Er hineingeritten was, khomen. Der 
sagt mir: ^die Stiffl (BL 263''.) foU mit wasser warn Ime die 
beschwäristen/^ 
sworow. (H.) A>n meill Ennhalb der Newstat ist ain Sytz Schworow, dauon 

die Edlleuth haissen Sworowskhy. Geen Prostouitz Sechs meill. 
s. Apru. I^en Achtynndzwaintzigisten geen Crackhaw khomen , ?ier 

meill etc. 
15. Mai. ^^Q flinffzehennden May von Crackhaw ausgeritten, geen Lipo- 

uetz oder schier ain guete halbe meill darunder, beherbergt, fttnff 
meill. Geen Auschwitz , ain Schloss vnnd Stat, ligt gleichwoll in der 
Schlesien. Vnnd die daselbst sitzen , gebrauchen sich Schlesischer 
Recht Tnnd gewonhait Es gehdrt aber dem Khünig zw Polin zue. 
Oberthalb der Weixl Pruggen bey Auschwitz Rindt ain wasser in die 
Weil], genannt Preyssa. Schaidt das Polnbch vnndSchlesisch gebieth, 
nahenndt Acht meill yber sich, das ist auff die Rechte hanndt. Aber 
an der Linckhen geet das Polnisch noch ferr nach der Weixl 
vbersich. 

(BL 263^.) Geen der Pless, Polnisch Ptzina genannt, ist ain 
Schlos vnnd Stäti, ain färsstenthumb. Alls man von Auschwitz ain Püien- 
schuss geriten, khumbt man an die Ssola. Feilt nahenndt daselbsten 
in die Weyxel. Vnnd so man aber ain meill geriten ist, khumbt man 
an die Pruggen an der Weixl. Das ist auch die Gränitz zwischen der 
Polnischen ynnd Behemischen Schlesien. Drey meill. 

Geen Schwartzen wasser , das man Behemisch Strumen nenndt, 
Ist ain guette Herberg nach des Lanndts art, zwo meill. 

Geen Freystätl , daselbst hat der Hertzog von Teschen der zeyt 
hof gehallten, zwo meill. 

Die Elsa Rindt daselbst für ynnd Rindt zw Oderburg in die 
Oder. 

Märhern. 

(BL 264*.) Geen der Ostra, ligt hart an der GräniU. Das 
wasser, das daselbst fbr Rindt, ist die gränitz. Zwo meill. Uaist auch 
Ostra oder Ostraua. 

Geen Titzein, ain Stätl vnnd auff dem Perg ain schön Schloss, 
Behemisch nennt mans Ytzin, vier meill. 



iS29. 



289 



Mitten zwischen Ostra ynnd Tytzein ligt Peterswaiden» ain 
Schloss mit ainem Dorff. Die Edlleuth nennen sich dauon. 

Geen Weissenkhirchen, das man Behemisch nennt Hrauitza, ain 
guet Stätl mit ainem schloss. Da Rindt ain wasser genannt Wetzna. 
Von Tytzein ain meil. 

Geen Lypnickh, auch ain Stätle. Vnnd Enntgegen yber ligt am 
Perg das schloss Helffenstain. Die baide gehörn dem Hrn. Yon Pern* 
stain zue. 

Geen Olmuntz» ain Bissthumb » ain (Bl. 26V.) schöne resste 
Stat an der March, vier meill. Da Rindt die March ftir» dauon das 
Lannd Märhern den namen hat. 

Geen Wischa» ain schönes Stdtle. Sein zwo Strassen yon 
Olmüntz. Die ain geet auff Prostonitz » wann die Strassen tieff sein» 
die annder auff Hradeckh. Ligt Jegcliches zwo meill von Olmüntz» 
ynnd fürt geen Wiseha zwo meill. 

Geen Scharadetz zwo» geen gross Nenntzitz 9 zwo» geen Wister- 
nitz yber die Teya aine. Thuet filnff meill. 

Geen Neudorff in Österreich dritthalbe» geen Mistlbach zwo» 
geen Vlrichskhirchen drey. Geen Wienn» am ftinffynndzwaintzigisten 25. M«i. 
May, drey meil. 26. Mig. (h.) 

Aber in Polin. 

Im Junio den anndem tag Bin Ich wider (BL 265*.) an Hoff geen 2. joni. 
Lynntz eruordert. Von Wienn in Anntzespach fOnff» geen Sanndt Pöllten 
drey» geenMelckh drey» geen Anstetten filnff» auff den Strenpcrg zwo» 
geen Enns zwo , ynnd geen Lynntz drey meill. Vnnd daselbsten ab- 5. jau^. (h.) 
gefertigt in Polin. Vnnd zw Crackhaw yom zehennden July yillerlay %%, juny. (h.) 
Sachen daselbsten in abwesen des Khünigs gehanndlt. Der was aller- 
maist» ymb das der TOrggisch Khaiser im anzug gegen Hungern ynnd 
Österreich gewest» hinhinder in Lytten gezogen. Der Türgg namb 
Ofen widerumb ein» gab ynnserm khriegsyolckh sicherhait Ires lebenns. $. sept. (h.) 
Aber nit gehallten» Jämerlichen Ermördt. Prandt die Stat Ofen aus. 
Das Schlos belib doch ynuerwüest. Gab das dem Eingedrungen 

Zu Anfang der Seite 265*: 
14. Juny Ferdinandus ertzhertzog geborn. 
19. Kunig yon Lintz nach Regnspurg yerruckht. (H.) 



*) D. i. Gross-Niemtschits. 

Footes. VIII. 19 



3&0 1S29-1530. 

KhQnig wider. Setst den in den khünigellchen Stuel. Zobe für 
f 24. Sept. (H.) Wienn» belegert f da« drej Wochen» Tnndergrndis» zersprenngt das 
Gemeur. Torst doch nit Stfimen, dann Till Eerlich Ritterlich Per- 
sonen darinn waren ynnd gemames diennst rolckhs in yierzehen 
(BL 26S*,J Tausennt. Er muest yngethoner Sachen abziehen wider 
i4.octobn8.(H.) naeh Hungern ab, neben der Steyrmarch hin iw der Traa» ynnd da- 
selbsten yber wider nach Grieekischen Weiseenburg. 
12. oct Am zwelfflen Octobris bin Ich wider abgeuordert. Ynnd alls Ich 

25. Oct. am fÜnffVnndzwaintzigisten auff das Schlos zw Craekhaw geriten, von 
etlichen Herrn erlaub genomen» (Es warde a«ch dazumall des Khünigs 
Tochter 9 von des Eingedrungen ynnd ausgetribnen KbQnigs in Hon- 
gern Schwester gebom» in den Schloss.) AHs Ich wider am Herab 
Reitten was, fiel ain gross Zaegl drumb zwnftcbst hinder mein auff 
den weeg. Von der (ßder ist dasselb so hoch rbersicb nit getribea, 
j^««" »«^» ^<>'» Darumb glaub Ich, Es sey aus dem ScUsss geworffen etc. Am Neun- 
29. Oct. ynndzwaintzigisten bin kk ans Craekhaw yerritten. 
ouem ris^(^^) Am Ersten Docembr IS gee» Wienn khomen, das mir gegen 

der yorigen gestallt frembd anzoseken was. AUe yorstet, die nit yill 
minder geweet sein dann die Recht Sttt, warn all (Bl. 266'.) ge- 
schlaipfll ynnd ausgeprenndt, damit der Veindt sein bequemblicbait 
darinn nit haben möcht, ynnd aller maist, damit die Wöm in ainEnnge 
eingezogen worden. Darzue das Lanndt derselben Ennden alles 
dorch den yeindt yerprenndt ynnd seltoL yber aines Armbrust »ebuss 
weit, das nit ain Todt mennse^ Pbirdt, Schwein oder Khue gefanden 
gelegen. Von Wienn bintzl der Newslat ynnd neben ymb aliennthal- 
ben. Es ward Erbärmbbeh zoseken. 
ankuoien2S.No- Ritt daruaek Pald wider geen Ljnntz an Hof eruordert. Mein 

uembris. (H.) ^^^^ genomea geen Ckm ynnd diffoh da» HueftzthaH geen Pnigg 
an die Muer, geen Leobn ynnd kaide Eiseiärtzt, des yordern ynnd 
Am «chteo De- hindern Pergs* Geen AttnmarcUit, Losnstain, die Stat Steyr ynnd 

cembrisvonLintx 

verracUit. (H.) gCOA LjAntZ. 



(BL266\) 1530, 

Geen Rresslaw. 

KhOnig Sigmundt zw Pollti bemfleet sich alls ein Nachpar, Auch 
alls meines herrn gebomner freundt ynnd des Eingedrangen KbQnigs 



mzo. 



Z^i 



in Hangera Schwager» des Sebwester er erstlichen gebebt 9^ Aiiieti 

friden zwisehen den zwayen zubanndlen« Vnnd tuff desselben anstie- 

cben was zw solicber Hanndlung zeyt mnd Malstat g^en B^esslaw 

benennt^ dabin dann nambbafte Gesanndteii vererdennt warn. Aber 

Es kbamen allain : Biscboff Jacab zir Bresslaw# Herr Sigmtindt von 

Dietriehstain Ffeyberr^ leb mnd Doctor Beat Widnan« leb bin am 

Ersten Augusty zw Wienn ausgeriten. Naeb Misteibaeb Sechs» Wi* i. August. 

sternitz vier, Wiscba fünff, Olmöntz yier, geen Fern vier, gein Hoff 

aine, Jägerdorff zwo, Neustätl vier, Neyss drey, Grottko drey. Geen 

derOlla ») yie/t(Bl. 267\) vnnd geen Bresslaw vier meilK Verharrten 

da nlt lainng. Am ninffizebenndeB tag des monots schreibt der Kbflnig 

zw Pelfal an vnns die Gesanndteii , inii anzaigen vnnsers gegentbaills 

gesanndten : „wollten lit daher khomen, dann sy wä^n iw Olmflntz 

nit wM gehallten worden vnnd in sorgen gestamiden^ Vnnd der 

KbQnig Pate den tag geen Posen anff Michaelis zw vberlegen/* Sdliofaes 

schriben wir vnAserm Herrn. One das gaben wir khain Anntwort. 

Vnod wir sein am Sibenvnndzwaintaigistea wider von dann vorritten, 27. August 

vnnd vnnsern weeg genemen nach der OUa, Grotky *), Neyss vnnd 

vbw den ZuckhenmaiintI auff die WiMe grneb ^)^ OhnQntz^ Wiscba^ 

Nielsptirg, Wüfferstorff» Wolkherstorff vnnd Wienn. 

Raiss geen Posen. 

Auff solicb freundtlich bitt vnnd beger (BL 26T.) des KbQnigs 
zw Polin bewilligt meif» Herr deii tag aw Pes^ff an^uwemi^Df vnnd 
zubesnechen« Aber nit fridenns, sonnder Heurats halben. „Kbamen 
dann Inndert gleiohmftssig vnnd annemblicb mittl des fridenns^ wollt 
die aueb vernemen vnnd beuelcb g^ben, nach gelegenhait darauff 
zabanndlen.'' Derhalben Ich vnnd Doctor Beat Widman den Neun- 19. sept 
zehennden Septen^ris den weeg nach Bresslaw namen. Da wir auch 
den Bischof daselbsten fannden, mit dem wir geen Posen Raisten, 
vnnd am vierten Octebris hin khameb. 4. oct. 

Von Bresslaw durch Bruisehüz &) geen Traebenburg^i so man 
PoUnisch StrabctfkhA nennte sein Sechs meiU. Da#naeh seii^noob zwo 



^) Barbara, Tochter Stephans Grafen von der Zips, f 2. Ociober 1I>15 

>) Ohlan. 

*) Grottkau. 

*) Nieder-Wildgmb, IV4 Meile von FreudentlMK 

*) Prausnitz. 

19» 



292 1530. 

meill an das Pollnisch geen Schymonaw. Ynod fürt durch Ktzriuin ^ 
Sechs» geen Gorckha ^) drey, vnnd geen Posen yier. Thuet alles 
Ainrnndzwaintzig meill. 

Des Eingedrungen Khünigs Potschafflen khamen auch dar. Graf 
Franciscus Frangepan» (Bl. 268^.) Ertzbischoue zw Collitzan *), 
Herr Steffan Verwetzy, Canntzler» Herr Hieronimus Lasky vnnd N. 
Humaney. 

Mitler oder Ynnderhanndler« 

Von des Khünigs zw Polin wegen: die zwen Biscboue Herr 
Hanns Letalesky zw Posen vnnd Herr Anndre Cricius zw Polotzkho ; 
Herr Cristoff Schidlovetzkhy, Castellan zw Crackhaw» Oberster 
Canntzler in Polin etc.; Herr Anndre Tantzinsky» Vaiuoda zw 
Crackhaw; Herr Hanns Graf zw Tarnow» Oberster Veldhaubtman in 
Polin; Herr Lucas Graf zw Gorckhaw» Castellan zw Posen vnnd Velld- 
haubtman in gross Polin; Herr Hanns Kheymbsky, Oberster des Khü- 
nigs Secretary» ansechliche Personen. 

Von Hertzog Geörgenns ron Sachssen wegen » der die sachen 
am maisten getriben hat: Herr Johann Bischoue zw Meichssen; 
Doctor Simon Pistoris, Canntzler. Neben Ime allsCfi/. 268^,) Junger 
oder alls ain Secretary Cristoff Carlowitz. 



Am Rande der Seite 267* tod der Hand Herbersteins : 
Am 6. Nouembris gar spat khumbt herr Andre Tantzinskj, ain 
gros angesehner rnd auch ain weiser man» khumbt selb driter In 
mein herberg, darin ich ain tzimer in der Hohe gehabt, rnd Er 
schwars leibs gewest, hat khaim athns halbn redn mugen. Spricht: 
y,wir bahn offt yill ynd manigerlaj miteinander geredt, Ee wir aber 
Jetzoredn soUn, so schweign wir.** Nun macht man nit mit schweign, 
sonder mit redn frid. Er bäte mich auff morgn zw der CoUatzn , da 
Niembt , dann herr Hieronimus lashj bey ms sein soll. Ich kham , da 
ward beredt» das der Laskj soll zw meinem Herrn khomen» fridens 
halbn handb. 



M Wohl Kriewen an der Obra ? 
*) Vielleicht Gora an der Warta? 
*) D. i. Kolocsa. 



1530—1531. 293 

Wir beschlossen gleichwoll die Heurath zwischen Khünig Sig- 
mundts in Polin Sun rnnd meines Herrn Erstgebornnen Tochter Eli- 
sabeth, ynnd yerbriefflen solichen heschluss notdurfftigclichen. 

Fridenns halben haben wir Enntzwischen auch lanng gehanndlt. 
Aber nichts beschlossen. Dann des gegenthaill gesanndten brachten 
ain Vidimus aines TQrggischen brieffs » den der TQrggisch Khaiser 
Soleyman .dem Eingedrungen rnnd durch in Eingesetzten Khünig 
Johannsen geschriben bette» der mainung, das Er nit ainer hanndprait 
Erdtrichs Yom Hungerlanndt wollte gestatten zuuerthaidingen. 

Auff das sein wir am aindlifften Nouembris von Posen yerritten. ü- Nov. 
Am t&nffzehennden geen Bresslaw khomen , den von Dietrichstain da 15. Not. 
gefunden. Am letzten Nouembris wider zw Wienn einkhomen. 3o. Not. 



CBl.269\) 1531. 
Zw Freyhern bewilligt. 

Ferdinannd, Von gottes gnaden Römischer» zw Hunn- 
gern ynnd Behaim etc. Khünig. 

Lieber getreuer. Vnnser Rat ynnd Secretary Anndre Adler hat 
ynns die roainung» Welicher gestallt dw dich» dein Gebrüeder, 
geyetter ynnd namen Herberstain mit ainer freyhait zubegnaden ge- 
betten hast, ynnd wie ain brief yon ynns derhalben gefertigt werden 
möcht» angezaigt. Die haben wir yernomen ynnd gehört , ynnd warn 
woll mit gnaden genaigt, dier ynnd deinem Namen zw gueten soliche 
freyhait ynnd gnad zubeweisen. Wir bedennckhen aber genedigclich^ 
das soliches In etlich weeg beschwärlich ynnd Irrung bringen möeht. 
So finden wir» das solich ynnd dergleichen freyhait ynnd brief yon 
ynnsern Voruordern nicht gegeben noch gefertigt gewest sein. Die- 
weil wir aber dier ynnd deinem geschlacht mit gnaden genaigt» ynnd 
warinnen wir Euch mit gnaden erscheinen khünnen des genaigt 
(^BL 269^.) sein » Wo dw dich dann sambt demselben deinem ge- 
schlacht Freyen ynnd in den Freyherrn Stanndt erheben lassen willst. 
So wellen wir nit abschlaben , Sonnder genedigclich bewilligt haben 
dir soliches zw gnaden zuthun ynnd bemellter massen zw freyherrn 
zw erheben ynnd zumachen» solicher gestallt Wie yon weillenndt 
ynnserm Herrn ynnd Anherrn Khayser Maximilian Löblicher gedächtnuss 



894 1531. 

für sein miiderthonefi im braucb gekauten i3t- Pas wollten wir dier 
genediger rnaiaung nit ynaqgezaigt lassen. Geben in ynnser Stat 
Lynntz» den Achzebennden February Anno ete. im Ainynnddreissi- 
gisten. Vnnserer Reiche der Rdmiscben im Ersten rnnd der anndern 
aller im Fünfiten. 

Ynnserm lieben getreuen Sigmunden ven Herberstain, 
ynnserm Rat 

25. Mfirz. Am fttnffvnndzwaintzigisten Marty geen prQnn in Märbern zw 

Kü. Maj. auff denselbea (Bi 270*,} beuelch erhebt. Daselbstn in 

4. Apru. PoUq zuraisen abgefertigt. Am vierten Aprillis bin leb wider zw 

15. AprU. Wienn ankhomen. Den fünffzebennden mich nach Polin erhebt. Zw 
Freystätl in der Schlesien hat mich ain Pot erritten ynnd mit ainem 

u, April, beuelch abgeuordert. Am Sechsynndzwaintzigisten zwischen Stätz 
ynnd Neudorff mir wider ain Pot mit ainem beuelch zuekhomen , das 
Ich mit anndern in Hungern Raisen soll. Ynnd derhalben mich zu- 
stundan yon Wienn Erbebt. 

Anstanndtsbandtunng. 

6. Hai. Am Sechsten May aambt Herrn Wilhalbmen yon Rogendorff, 

Obristen Hofmaister ynnd Obristen Yeldbaubtman, Herrn Lienharden 
yon Fells» Hofmarschalcb , ynnd Ich zw RUndenpurg i) ankhomen. 
Daselbstn khamen auff ynnser glaitt, die yon Gran ausgeschigkht 
warn, (Bl. 270^,) zw ynns: Graf Pranntz yon Frangepan, Ertz- 
bischoue zw Collitzan; Herr Hieronimua Lasky ynnd Raskay Caspar, 
des Eingedrungen Khünig Hannsen Gesanndten. Reschlossen da ain 
Anstanodt mit etlichen ynnderschaiden. Etlich derselben waren an 
KhOnig zw Polin gestellt zuuergleichen. 

25. Mai. Am flinffnindzwaintzigisten khumht mir ain beuelch, das Ich 

eillenndt geen Polin Raisen mflest. 
14 'jani* ^^ Sechsten Juny zw Wienn ausgeritten. Am Yierzehennden 

geen Crackhaw khomen. Mir wardt auf mein beger Doctor Khneller 

26. Juni, nachgeschickht, ynnd hienndlen yor dem Khfinig am Sechsynndzwain- 

tzigisten. Wir baid sassen dem Khilnig zw der Rechten, Herr Hiera- 
nimus Lasky, des gegenthaill gesaandter, zw der Linckhen hanndt 



^) D. L YisegHid an 4er Denan. 



1531. 



295 



Der Herr Jeronimus Laskj was ain arbaitsam Man nit allain mit 
dem Leyb, sonnder auch mit seinem khopff» sueebt manicherlay weeg. 
Alls er dann rill grosser geßrlieher Rayss ron seines Herrn wegen 
thon bat on.glayt (BL 27 1\) sw dem TOrggen. Dann in Frannckh- 
reieb, zw yill Teutseben Fürssten. Zw Posen begert er an mich» Ime 
glait iw erlanngen, zw meinem Herrn zukhnmen, das nach Till hannd- 
Inngen beschacb. Vnnd wollte zway Olaitt haben, ain Lateinisch ynnd 
ain Teutscbes, das Ich Ime dann geen Crackhaw bracht Das Latei- 
nisch gab Er dem Khflnig zw Polin zubehallten, mit dem anndern 
Rit er mit mir. Ich Erbueb mich am Sibenaden July. Er khamb mir 7. juii. 
Palld nach. Der Weeg was nach Auschwitz, Pless, Freystätl, Ostr«, 
Titzein, Crembsier, Wiseba ynnd Prün, Bieless, Trigla 9» Potzateekb, 
Neubaus , ynnd am Vierynndzwaintzigisten geen Budweiss in Behaim u. Juii. 
zw dem KbOnig khomen. Alls Er sein Sachen da yerriefat hat , zoben 
wir bald miteinansder nach Kbrembs ynnd Wienn. Am fUnfilen Augusty 5. August. 
ist Er am wasser zw Wienn aus nach Ofen gefarm. 

Am Aindlefften bin Ich nach Clam, durch (Bl. 27 P.) Steyer 11. August. 
geen Pettau ynnd dann geen Wolfsporg zw meinen gflettern geraist 

leb bin wider an Hof eruordert ynnd iw Clam ansgeritten. Geen An Hoff gen in 
Kbruegla yier, geen Leobm Sechs, KhcichlwanDg yier, Yisebam p**"^^^* ^'^ 
ßnfl^ Schladning f&nfi; Sanndt Johanns an der Saltza fttnf, Khitzpflhl 
ftnff» Rottnburg f&nff, geen Imisprugg fllnff. Da ward kb Palld geen 
Pre^urg in Hang em wider abgefertigt. 

So dann der Arbait des Raysen seuill gewest, hab Ich dasselb 
meinem Namen ynnd zw Eeren yermaindt Darumben auch die naeh- 
uolgundt freybait genomen. 

Den Freyen. 

Wir Ferdinannd, yon gottes genaden Römischer KbOnig, 
zw allen Zeiten merer des Reichs, in Gennanien, zw Hungern, Behaim, 
Dalmi^n,! Croatien ynnd Sciauonien ete« Khtnig, Infamit in Hispa- 
nie», Ertzhertzog zw Österreich, Hertzog zw Burgundy, zw Brabannt 
IW Steyer, zw KhdmiMHeo, zw Crayn, (Bl. 373^.7 Marggraue zw 
Mftrhern, zw Lvtzenburg, in Ob^ ynnd nider SeUesien, zw Wirtem- 
berg ynnd Teekh Hertzog ete. Ffirst zw Sehwaben, Geffirster Graue 



V Iglao. 



296 



1531. 



zw Habspurg, zw TjroU, zw Pfierdt Khyburg vnnd zw Gdrtz etc., 
Lanndtgraue in Elsass, Marggraue des heilligen Rdmischen Reichs zw 
Burgaw, Ober rnnd Nider Lausnitz, Herr auff der Windischen Harch, 
zw Portnaw ynnd zw Salins. Bekhennen offennlich mit disem brief 
ynnd thun khundt aller menigclieh, das wir angesehen haben das 
Allt Adelich herkhomen des namens ynnd geschlächts der von Her- 
berstain, in ynnserm Herzogthamb Steyer gesessen. Auch die annemb- 
lichen, getreuen» nützlichen ynnd ansechlichen diennst, die yon dem- 
selben namen ynnd Stamen weillenndt ynnsern Voruordem Rdmischen 
Khaisern, KhOnigen ynnd Ertzhertzogen zw Osterreich, zw fridlichen 
ynnd ynfridlichen zeitten, in yilfeltig weeg erzaigt ynnd gethon sindt, 
ynnd Insonders (BL 272^.) ynnser lieber getreuer Sigmundt yon 
Herberstain, ynnser Rat, sich zw allen ynnsern diennsten, allzeyt 
willig, ynuerdrossenlich ynnd gehorsamblich gehallten, ynnd in meni- 
gen ferren, weitten ynnd sorgclichen Raison, in poUn, Lytten, Reussen 
ynnd Mosqua ynnd annder ort alls ynnser Potschaffl in treffennlichen 
ynnsern Hänndln ynnd geschafften Eerlich ynnd woU gedienndt, dauon 
wir billich bewegt sein. Ine ynnd sein geschlächt mit ynnser sonndem 
gnaden anzusehen ynnd mit freyhaitten zubegaben; Sodann auch nicht 
weniger sein Brueder Wilhalbm yon Herberstain, ynnser Rat, in 
ynnser ynnd ynnser freundtlichen liebsten Gemahel diennsten Alls 
derselben Oberster Stählmaister lannge Jai- gewesen; Auch Ir yetter 
Rueprecht yon Herberstain sich zw ynnsern diennsten in khriegs- 
leuffen in ynnsermKhünigreich Hungern alls ain Hauhtman treulichen 
gebrauchen lassen, sich darinnen allzeyt Eerlichen, aufrichtig 
(BL 373^9 ynnd Ritterlich gegen ynnsern Veindten gehallten; Sich 
auch hinfür nit weniger zw ynnsern diennsten gehorsamblich erbietten, 
auch woll thun mugen ynnd sollen. So haben darumben, ynnd das 
annder auch zw dergleichen Eerlichen Tatten geraitzt ynnd bewegt 
werden. Wir mit wolbedachtem muet, zeitigem Rat ynnd Rechtem 
wissen. Auch aus aigner bewegnus denselben yon Herberstain obge- 
nennt, auch anndern Iren Brüedern ynnd Vettern, Nämblichen : weil- 
lendt Leonharden yon Herberstain Sün Hannsen, Sigmunden, Wil- 
halbmen ynnd weillenndt Friderichen yon Herberstain Sun : Bemhar- 
din, Auch weillenndt Geörgn yon Herberstain, ynnsers Rats, Welicher 
zw erlanngung ynnsers Khünigreichs Hungern mit ynns darein geraist 
ynnd daselben in ynnsern diennsten abgeleibt, ynnd obgenennter 
Hannsen, Sigmunden ynnd Wilhalbmen Brueder gewest ist, gelassen 



1K31. 297 

Sünen: Georgen, Rueprechten, Georg Anndreeo rnnd Georg Sig- 
munden dise sonnder gnad gethon ynnd freyhait gegeben» das sy all 
ynnd Ir Eelich Leibs Erben vnnd derselben Erbenns Erben, ftir 
(BL 273^,) ynnd f&r zuraitten, zw sambt lerem vorigen zuenamen 
,,von Herberstain** Auch den Tittl haben sollen „die Freyen". Geben 
Inen auch soliche gnad vnnd freyhait von Römischer Khünigclicher 
machfyolkhomenhait. Auch alls Ertzhertzog rnnd Regierennder Herr 
ynnd Lanndtsfllrst ynnser Erblichen österreichischen fürsstenthumb 
ynnd Lannde , hiemit wissennlich ynnd in Craffl dits brieffs. Hainen 
ynnd wellen aus yetzbemellter ynnser Khünigclichen ynnd Lanndts- 
fiirstlichen macht, das nun hinf&ran die obbenannten : Hanns, Sigmündt, 
Wilhalbm, Bernhardin, Gedrg Rueprecht, Georg Anndre ynnd Georg 
Sigmündt yon Herberstain gebrfleder ynnd geyettem. Auch all Ir ynnd 
Ir Jegclichs Eelich leibs Erben ynnd derselben Erbenns Erben , f&r 
ynnd für zuraitten, zw sambt lerem zuenamen „yon Herberstain** 
Auch den Tittl „der Freyen** haben, ynnd ein Jegclieher yon Herber- 
stain „der frey" gehaissen, genennt ynnd Inen auch also aus ynnsern, 
ynnserer Erben ynnd nachkhomen Canntzleyen, auch sonnst yon 
(BL 21i*J) menigcllch, Geistlichs ynnd Weltlichs, hohes ynnd ni- 
ders Stanndts, Also der Tittl „Herberstain der Frey** oder „den 
Freyen** geschriben, gegeben ynnd sy allso genennt werden. Sy 
sollen auch darzue haben all ynnd Jegclich gnad, freyhait, Eere, wirde, 
yorthaill ynnd gerechtigkhait, in Geistlichen ynnd Welltlichen Sachen, 
Stannden , Wierden , Lehen ynnd Ambtern. Darzue wir sy dann also 
hiemit sonnderlich erbeben, wirdigen, begnaden ynnd freyen, die alle 
zuhaben, zw emphahen, zuleihen ynnd zugebrauchen, die annder 
ynnser ynnd des heilligen Römischen Reichs, Auch ynnserer Erblichen 
FOrsstenthumb ynnd Lannde ynnd ynnsers Haus Osterreich Freyherrn 
haben, sich der gebrauchen ynnd gemessen yon Recht oder gewon- 
hait ynnd sonndem ynnsern gnaden yon menigclich ynuerhindert, 
Vnnd gebietten darauff allen ynnd Jeden ChurfQrssten, Fürsten, Geist- 
lichen ynnd Welltlichen, Prelaten, Grauen, Freyen, Herrn, Rittern, 
khnechten, Lanndthaubtleutten , Lanndtmarschalchen , Canntzlern, 
Canntzley yerwalltern , yerwesern, Vitzdomben, yogten, Phlegern^ 
Burggrauen, Ambtleutten, Schulthaissen , Börgermaistern , Lanndt- 
richtern , Richtern , Bürgern , gemainden ynnd sonnst allen anndern 
ynnsern ynnd des (Bl 27U\J Reichs, auch ynnserer Khünigreich, 
Fürsstentbumb vnnd Lannde ynnderthonen ynnd getreuen , in was 



298 



1$31^1531 



wierden» Stanndt oder wesen die sein» von obbestimbter ynnser Kbfi- 
nigclichen ynnd Lanndtsftirstlichen macht Enmstlich TDDd yesstigclich 
mit disem brief mnd wellen, das sy die obgeoannten: Hannsen, Sig- 
munden» Wiihalbmen» Wernhardin» Georgen Ruepreebten» Ge5rg 
Anndreen ynnd Georg Sigmunden, Ir Eelicb leibs Erben ynnd der- 
selben Erbenns Erben, für ynnd f&r zuraitten, bey solieber ynnser 
gnad ynnd gegebnen Freyhait, Eeren, wirden, yortaill ynnd gerecb- 
tigkhait berueblich bleibe, der gemessen ynnd gebrauchen lassen, 
Sy auch also nennen, schreiben, Eeren, Achten ynnd hallten, daran 
nit Irren noch hindern ynnd dawider nit thun. Noch des yemanndts 
anndem zuthun gestatten, in khain weiss , Alls lieb ainem Jegdichen 
sey ynnser schwftre yngnad ynnd straff ynnd darzue ain peen, Nftmb- 
lich f&nflftzig Marekh I5ttigs golld, zuuermeiden, die ein Jeder, so offt 
Er fräfenlich hiewider thätte , ynns halb in ynnser Camer ynnd den 
anndem halben thaill den yorgemellten yon Herberstain (Bl. 27S*.) 
ynnd Iren Erben Eegemellt ynablöslich znbezallen yerfallen sein soll. 
Das mainen wir Ernnstlieh. Mit yrkhundt dits brieffs, besigellt mit 
ynnserm khOnigclichen anhanngenden losigl. Der geben ist in ynnser 
Stat Innspmgg, den Aefazehennden tag des Monats Nouembris, Nach 
Crbtj ynnsers lieben Herrn geburde im fünffiehenhundert ynnd Ain- 
ynnddreissigisten, ynnsearer Reich des Römischen im Eisten, des 
HuBgerischen im Fünnflften ynnd des Behamisehen im Sechsten 
Jaren. 

ngern. 
(H.) 

7. Dec. Am Sibensden Decembris bin Ich yon Innspmgg yerraekht, nach 

Schwatz, Elbmaw, Vnckhn. durch Saltzburg geen Hendorff, Yeckbla- 
pmgg, Marehtrennckb, Lynntz, Mathaosen ynnd nach der Thunaw ab 
16. Dec. Am Sechzehennden geen Wienn. 

1532. 

Die yrsaeh, wammb Ich sambt anndem in Hungern geschickht 
worden: die Hungern baider thaill ynnderthonen betten ynnder 
(BL 275^.) Inen selbst ain zusamrakhmifil beschlossen, Iren sachen 
Rat zusuechen, damit aber Pöss Practickhn yerbflett möchten werden, 
schickht man anseehKcfae Pötten daselbst hin. 
2, Jinner. ^^^ ^^^ ^^ Anndem Jannary sambt Herrn Harxen Beckh yon 

Jjeopoldstorff, Yitzdomb in Österreich, geen Prespurg khomen. 



im. 299 

Von des Babsts wegen khamb dar sein Nuncius Herr Yincenntz 
Pinpinella, Ertzbischoue Rosanensis. 

Von des Khaisers wegen khamb Graf Wolff Ton Monntfort. 

Wir all namen vnnsern weeg Yon Prespurg geen Hungerisehen 
Alltenburg, Das was am f&nfiten des monats. Alls ynns aber daselbsten 5. jinner. 
^uwbsen warde, das aus der ZusamenkhuniR nichts werden würde» 
sehen wir am Sibennden geen Prespurg vnnd am zehennden geen J- ]^^J^' 
Wienn^ 

Passaw. 

Mir kham^n drey beueloh nacheinannder zue, (BL 276\) Ee 
Ich geen Wienn ankhame» das Ich Eillenndt nach Passaw Raisen solle. 
Bin derhalben am Fünffynndzwaintzigisten zw Wienn ausgeritten nach 2$. jinner. 
Stookheraw, Khrembs» Spytz, Emerstorif, Persenpeug, Greyn, Mat- 
hausen» Lynntz. Zw Athenshaim^ ybergefarn» zw Aschach widw 
Tbergefam an Kasten rnnd geen Passaw. 

Am Ersten February bin Ich geen Passaw khomen vnnd da ge- 1. Febr. 
fiinden Herrn Weittich von Pernstain, der auch dahin mit mir be- 
schiden was. 

Von dem Römischen Khayser khamb dar: Herr Philips von 
Flerscham» Bisehoue zw Speyer. 

Von Hertzog Georgenns yon Sachssen wegen khamb: Herr 
Julius Phlueg, Ge5rg Tumerstat, Doctor, ynnd Cristoff Carlowitz. 

Daher sollen auch khumen sein: des Khflnig yon Polin ge- 
sanndten , Alls mitler » ynnd dann des Eingedrungen KhOnig Hannsen 
Leuth» yon ainem friden zuhanndlen. Alis aber derselb eingedrungen 
Khfinig yernamb, das der Türggisch Khaiser im anzug was nach 
Österreich y ward aus der Fridshanndhmg (BL 27 6\) nichts. Wir 
die benennten yerharrten das ganntze Monat daselbstn. 

Am Ersten Marty Bin Ich wider geen Wienn khomen. Da yer- 1. Mira. 
sambU sich meines Herrn Volckh ynnd Richtet sich zw der belege- 
rung. Vnnd was khain annderer gedannckhen» dann der Tfirgg wollte 
sich wider ymb Wienn annemen. Herr Hanns Catzianer hette die 
Oberst Veldhaubtmanschafft, schickht sich alls ein erfamner khriegs- 
man, hiellt guete Ordnung, zucht ynnd khundtschafft. Mir ist yill Ar- 
bait yederzeyt Inn ynnd ausser der Stat zuegestannden. 



^} Ottensheim, ly^ Heile ober I^inz an der Donau. 



300 im. 

Der Türgkh fQr Ofinnss. 

Im September hat der Türgkh gewisst» das der Römiseb Khayser 
in Teutschen Lannden gewest mit ansechlichem hispanischen ynnd 
Wälhischem khriegsYolckh» ynnd das Reich ist nan im anzug gewest. 
Sich flir Gönnss gelegert. Hat das mit gwallt nit gewunnen rber 
vil ge(BI. JJ77*.Jthone Stflrmb ynnd erfüllung der Graben» gleich- 
woll zwletzt betaidingt» Aber ynueränndert gelassen. 

Prespurg. 

2. Sept Den Anndern tag des Monats bin Ich geen Prespurg geschickht 

worden sambt herrn Erasm yon Obertzan, der Babstlichen Hussarn 
halben» die dazumall aufgenomen warden. 

Des Reichs Volckh khamb zeitlich^ legert sich bmhalb der 
Pruggen. 

In dem so zeucht der TOrgg yor GQnss ab» neben der Eisnen 
Stat» ynnd fQr die New^tat yber den Hartperg. 

Dem Törgkhen nachgezogen. 

8. Sept. Am Achten tag Ist Herr Hanns Catzianer mit Tausennt phärden 

des Reichs yolckh, das Ennhalb der Thunaw lag, ynnd mit ain Tau- 
sennt Hussärn ynnd bey zwayhundert Anndern Phärden (Bl. 21V.) 
aus Wienn dem TQrggen nachgezogen ynnd in die Newstat khomen. 

9. Sept. Den Neunten, Alls man Ratschlagte, Wollte der Backhy Pauli 

nit Ratten, dem Türggen am Fuess nachzuhenngen. Darumb zohen 
wir denselben tag geen Schadwienn. 

10. Sept. Den zehennden geen Khimberg. 

11. Sept. Den Aindlifflen geen Prugg. Da belib man auff morgen ymb 

zehen Vhr. 

12. sept Den zwelfften zugen wir ymb zehen Vhr yon Prugg, den ganntzen 

tag ynnd die ganntz Nacht, geen Grätz. Wir wissten nit annders,^ der 
Türgkh lag yor Grätz ; wir wollten in der Nacht mit gwallt hinein in 
die Stat. 

13. Sept. Den dreyzehennden khamen wir ymb f&nff yhr morgenns frue 

geen Grätz. Der Türgkh war des Tags daruor hinweg. Wir fuettertn 
die Phärdt, zugen yber zwo Stundt hinaus ynnd stiessen drey hallt, 
dann wir betten auch zway Fänndl khnecht am weeg zw ynns bracht. 
Die hallten warn zw nächst ynnder Strasganng. Der Niclas Ostrositz 



1K32. 301 

ward hin geschickht, die yeind zw Raitzen (BL 27 S'.) yond zw 
logkheo. Es wollt aber khainer khomen. Darumb bliben wir drey tag 
SEW Grätz» dann der Baekhy Pauli zoch des tags geen Wildan, vnnd 
stall sieh bey der Nacht nach dem gepürg geen Leybnitz zw den 
Schlossern. Daselbst fanndt Er fUnfftzig geringer ynnd gerasster 
Phfirdf. Die TOrggen lagen im Leybnitzer Yeld* Alls die am Hansteg 
yber die Sulbm ^ ^nnder die Puechl zogen *), hat er die hindersten 
angriffen ynnd yill khöpf, auch annders yon gueten Rossen ynnd gueten 
geschmeidt, mit sich geen Grätz bracht. 

Der TQrgg zoch auff Marpurg. Ynnd oberhalb prugkht Er yber 
die Traa, zohe wider durch das Windischlanndt ab geen Griechischen 
Weissenburg. Es sein der Tfirggen yill an der Traa ertrunckhen. 
Nachdem das Geschray ynnder sy khamb, wie die Irigen binden warn 
angriffen ynnd geschlagen worden, Eillenndt seer yberzukhumen. 

Den Sechzehennden zugen wir yon Grätz nach dem weeg , wie 16. Sept. 
der Türgg daselbst hin gezogen (Bl. 278^.) was. Man wisste auch, 
das der Tfirgkh ain grossen Hauffen hinder sein yerlassen bette, die 
durch das gepürg yon der Newstat in das Lanndt ob der Enns zugen, 
Allain darumb, das man yon derselben wegen Inen nit soll nachziehen. 
Sy yerhofften durch das Gepürg etwo ain Strassen zufinden in Steyer 
ynnd Khärndten zukhumen , das sy aber nit fannden. War alles be- 
setzt. Darumb muesten sy wider gegen der Newstat. Desshalben 
dann die Reichischen all herüber die Thunaw ynnd denen zuegezogen 
warn. Wir khamen den tag geen Gleysdorff den xyij^"' geen Gra- 17. Sept. 
fendorf. 

Den Achzehennden geen Neunkhirchen. Des Abennts ward Ich is. Sept 
wundt. In derselben Nacht khamen khundtschafflen : „Die yeindt 
warn yerhannden.^ Ist herr Hanns Catzianer in der Nacht aufge- 
wesen ynnd neben der Newstat auff die Luckhen *) ynnd gegen Yischa^) 
gezogen. 

Am Neunzehennden khamen die Türggen her nach dem gepürg 19. sept 
ynnd ynnsers Yolckhs (Bl, 279\) yill binden nach, das man nit 



^) Die Salm yereioigt sich unterhalb Leibnitz mit der Mur. 

'} Die windiscben Bühel, ein Gebirgszug sOdlich von Leibnitz, sind gemeint. 

*) Das sind die Yorstfidte, deren Neustadt damals yier hatte. Auch in Wien 

hiessen sie Lucken. 
^) Fitchau, nordwestlich von Neustadt am Abhänge des Gebirges. 



302 



lS3!^-iS33. 



woll wlsst obs freundt oder Veindt warn. Wie löÄn die Vetodt an- 
greiffen woIH, fiel ain grosser Nepl an. Mit dem sein sy fttrgeruckht. 
Sopalld der Nebl sieh »nfgesehwungen, da ist es yber das Stainfeldi 
anganngen. Also das der nit rill daaon kbomen sein, Ausserball^ 
Secbsbfmdert die sieb Obertbalb Neunkbircben f&rgestraifft kaben. 

23. Sept. Den dreyrnndzwainttigisten ist Kbaiser Carl vnnd sein Bmeder 

der Römisch Khfinrrg zw Wienii mit seinem Volckk ankhomen, im 
der Tfirgg gewisliehen geflohen hart. Da warn Bispanier, Itftlian^r^ 
Teutseher in grosser anzall. 

z$. Sept. Den FünfiVnndzwaintzigisten kfaamen wir auch geen Wieml. Da 

hueb sieh der Sterb. Dann da warn von allertay Nation >ill yolekha i 
Hangern, Behaim rnnd Hftrhern, auch Schlesier TOnd Lansnitzer. 
Warn all im Yelldt, nahenndt gegen Wienn^ Auch etlich hundert 
Poläggen. Nftmblichen Herr (Bl, 279^.) StSntzl Graf to» Tantzin, 
auf sein aigen Cossten, mit zway hundert Pbdrden. Der Romisch 
Khaiser sambt seinem Brueder. 

Ynnd des Kbaiser Hispanisch mmd ItiHaniseh Voickh namb Iren 
abzug rber den Semering durch Steyer ynnd Khlrnndl^ft in Italien. 
Etlich Italianer namen ain vrsach ainer ynbezallung halben. Rucklitetf 
flir gegen Italien. Verwüesten vin yolekh am Zug, khamen ynge^ 
schlagen durch. 

(BL280\) 1533. 

An Hof ynnd geen Saltzburg. 

Im January hat die Kü. Maj. mfch zw sich an Hof geen Inns«« 
prugg eruordert, InnbalK naebnolgunder zwayer sehreiben ynnd 
beuelch : 

Ferdinannd, yon gottes gnaden Römischer, auch zw Hungern 
ynnd Behaim etc. Khünig etc. 

Edler, lieber , getreuer. Ynns sein trefflieb saehen flQrgefallen, 
die wir zuhanndlen yorhaben, weliche auch fQrderung bedflrffen, dar- 
zue wir dich zugebrauchen ynnd hinein in Polin zuschickhen fürge- 
nomen. Ynnd darumben ist ynnser gnedigs begern an dich, mitfirrhist 
luuielbenndt, das dw dich zum aller f&rderlichisten erhebest ynnd zw 
ynns an ynnsern Hof hieheer oder wo wir sein werden yerfliegest, 
ynnd dein saehen zw s^Kefaer Raiss ynnd auf JN. 2S§K}h$iaiba auch 



1^33. 



303 



richtest» das dw ein weill vnnd Zeitlanng aus Tnad Ton haimb sein 
mOgsty dano sieh bemellt Tnnser sacbeo etwas yerzielieii m&chteD« 
Daran tbuest dw yniisern gefeiligen willen vnnd mainung. Geben in 
Ynnser Stat Ynnsprugkh, am Anndem January in dreyynnddreissigi- 2. jinner. 
sten. Vniserer Reicbe des Rdmiseken im Anndern, vnnd der Anndern 
im Sibeaden Jaren. 

Dem Edlen» moserm lieben, getreuen Sigmunden yon Herber- 
stain, dem Frejre», ynnserm Rat 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Diser tftg haben wir dich durch die 
Posst erinndert, das wir dich in Polin zw khflnigclicher wird daselbst 
zufertigen ynnd zugebraueben willenns gewest. Vnnd desshalb an 
dich begert, das dw dich damadi zw der Rayss auch anhaimbs richten 
ynnd forderlich zw ynns yerfilegen (BL 281\) sollest, des willenns 
ynnd gemüets wir dann noch sein. Vnnd weill dann dieselb sach, wie 
wir yetzo yerrer sehreiben emphanngeo, grosser Eyll ynnd fdrderung 
bedürflfen. So haben wir desshalb widerumb ain aigen Pötten zw dier 
schickben wellen. Vond ist nochmallen ynnser genedigs begem ynnd 
beudeh an dich, das du dich yon stundan erhebest ynnd zw yrots mit 
dem aller fihrdetUchisten hieher kbumest ynnd dich gar nit säumest. 
Auch anhoimbo dein sachen zw obbemellter Rayss ynnd sonnst dich 
selbst mit diemiem richtest, das dw dieselb on Hinderung yerbringen 
ynad die ausrichten »Ogst. Daran erzaigsl dw ynns gehorsambs ge- 
fallen ynnd ynnser mainung. Geben in ynnser Slat Tmisprugg, am 
Sechsten January, im dreyynnddreissigisten, ynnserer Reiche des R5- 6. Jinner. 
mischen im Anndern yrnkl der Amideni im Sibennden Jam. 

Dem Edlen, ynnserm Lieben, getreuen Sigmunden yon Herber" 
stain, dem fireyen, ynnserm Rat 

(BL 28V,} Darnach mir ahi Beuekh ymider Augen geschiekht, 
mit aniaigeB: „d»s sein liaj. etc. sich nach Osterreich durch Saltz- 
bürg zu ziehen erbebt, darumb wo mich derselb bduelch betritt, da- 
selbst soU kb seiner Haj. warten.^ Bin zw Lamigfchabita am Ainr 21. jinner. 
ynndzwaiatzlgisteii aosgeriten. Am Aobtynndzwaintzigisteß geeft Sdtz*' 28. janner. 
bürg* khooMii. H«b allso dasdbsten Irer Maj\ Erwart. 
Ferdinannd ete. 

BcHet , lieber, getremr. Wir yerkktaden «er gdnedigtlicl^ im 
wir ynns auflP yetzkhMienden Mitticb yon hie erheben ynnd auff 



304 



12(33. 



Osterreich zueziehen» ynnd Yonsern weeg auff Saltzbarg, Tnnd dar- 
nach Terrer auff Lynntz nemen wellen. Desshalben wellest dich , wo 
dich diser vnnser brief antrifft, daselbst Enntballten, ynnd vnnser Er- 
warten, damit dw der vergebeniiehen Raiss ynnd weegs yberhaben 
sein rougst. Wollten wir dier genedigclich nit yerhallten. Geben in 
27.Jinner. (Bl. 282\) ynnser Stat Ynnsprugg, den Sibenynndzwaintzigisten 
tag January, Anno etc. im dreyynnddreissigisten, Vnnserer Reiche des 
Römischen im Dritten ynnd der anndem im Sibennden. 

Dem Edlen» ynnserm Lieben, getreuen Sigmunden yon Herber- 
stain, dem freyen, ynnserm Rat. 

Geen Hunngern Fridts halben. 

1. Febr. Am Ersten tag February ist der Khfinig geen Saltzburg khomen. 

Von dannen hat sein Msg. etc. Herrn Sigmunden yon Dietrichstain 
ynnd mich abgefertigt. Sein am Anndem tag nach der Saltza, Ihn 
ynnd Thunaw ab, hintzt geen Prespurg gefarn. 

7. Febr. Den Sibennden ist der tag geen Alltenburg gesetzt, frid$ halben 

zuhanndlen. Alls sich aber der Sterb daselbst erhebt, sein des KhQnig 
(Bl. 282^. J HannsenLeuthgeenSanndt Marein in die Schutt geruckht. 
Zu denen aber herr Marx Beckh, Yitzdomb, Nach Ime herr Franntz 
yom Thurn geschigkht, damit sy geen Prespurg khämen. Darnach 
herr Hanns Catzianer ynnd Ich zw Inen auch derhalben gezogen. 
Nichts annders ausgericht, dann das Herr Hieronimus Lasky mit ynns 
khumen. Mit dem souil yber nacht gehanndlt, das Er gewilligt, mit 
seinen mityerwonndten zukhumen. Darumben Ich wider zw Inen ge- 
zogen, ynnd bewegt, das sy gewilligt zukhomen auff glaitt, das Inen 
dann geschigkht ward. Weliches Inen aber nit annemblich. Darumb 
herr Lasky wider khamb. Zohe yngethoner sacben hin. Darnach 
schrib der yon CoUitzan den Catzianer, bittundt, das Er zw Ime khärob. 
Das er gethon, ynnd haben sich des Glaidts in der Schott zw Pyskow 
yerglichen, ynnd miteinannder geen Prespurg khomen. Von Kw. Maj. 
etc. HoS (BL 283*.) waren Comissary benennt: Herr Sigmund yon 
Dietrichstain, Herr Hanns Catzianer, Ich ynnd Herr Marx Beckh, yitz- 
domb. Aus Hungern: Herr Alex. Turso, Stathallter, Thomas Bi- 
schoue zw Erla, Canntzler etc. ; Paulus Backhich. Aus Behaim : Herr 
Albrecht oder Woitich yon Pernstain; Herr Hanns Phlueg, Canntzler; 
Niclas Litoworsky. Aus Märhern: Herr Stänntzl, Bischoue zw 01- 
mOntz ; Herr Jan yon Khunabitz ynnd Wilhalbm Prosonowsky. Von 



1K33. 



305 



Khünig Hannsen wardeo: Herr Fraontz Graf vod FrangePan, Ertz- 
bischoue zw Colitzan; Herr Steffan Prodericos, Bischoue zw Sinichen; 
Herr Steffan Verwetz, Canntzler; vnnd Herr Hieronimus Lasky etc. 
Von der Kay. Maj. ward geschickht: Herr Johannes, Bischoue von 
Lunden, ynnd Cornelius Duplicius Seeperus. 

Alls wir lanng gehanndlt hetten , Schrib Hieronimus Sara , den 
mein Herr zw (BL 28^,) dem TQrggen geschickht : ,,hette ain 
gueten frid gemacht.** Sopalld das der gegenthaill vernarob, wollt nit 
weitter hanndlen, mnd also vngethoner verruckht am zehennden ^^j j^j^^ 
Marty. 

Geen Prag. 

Die Kü. Maj. hat mich an Hoff eruordert, Innhallt nachuolgundes 
beuelchs: 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Wir geben dir genedigclich zw 
erkhennen, das wir des Stritts vnnd Irrthumb halben zwischen vnnser 
auch ynnserer Lanndtschafft in Khärnndten, vnnd was demselben 
anhanngt, ynnd dem Eerwirdigen Weiganndt Bischouen zw Bamberg, 
ynnserm Fürsten ynnd (Bl. 28^*.) lieben Andächtigen, schwebenndt, 
gfletliche Hanndlung zubeschehen lassen, ynnd zw derselben etlich 
ynnser Rät zuuerordnen yerwilligt. Auch darzue ain Zeyt, Nämblich 
den Sibenzehennden tag Nouembris nächst khumendt, an ynnsern 
Hof, wo wir dazumal sein werden, angesetzt. Demnach haben wir 
dich JfÜr ainen neben anndern ynnserer Rät zw berürter güetlichen 
Handlung zugebrauchen ynnd zuuerordnen fürgenomen. Vnnd be- 
uelhen dier demnach, das dw dich auf obbestimbten Sibenzehennden 
Nouembris zw ynns an ynnsern Hoff, wo wir derselben Zeyt sein 
werden , gewisliehen yerfQegest, nit aussen bleibest, noch waigerung 
darinn gebrauchest ynnd dann zw deiner Ankhunfil yon ynns weitters 
berichts ynnd beschaidts gewartest. Daran erzaigst dw ynns gehor- 
sambs (^BL 28i^.J gefallen ynnd ynnser mainung. Geben in ynnser 
Stat Wienn, den Sechsynndzwaintzigisten July, Anno etc. im drey- 
ynnddreissigisten, ynnserer Reich des Römischen im dritten ynnd der 
anndern im Sibennden. 

Dem Edlen, ynnserm lieben, getreuen Sigmunden yon Herber- 
stain, dem freyen, ynnserm Rat. 

Fontes, yill. 20 



306 



1593. 



21. Nov. Vnnd sein Maj. ist geen Prag geraist vnnd Ich mit. Den xxj. No- 

22. Not. ucmbris geen Siedehdorff *) vnnd Stockher air vier meill. Den xiij. 

23. Nov. geen WulderstorflF«) drey meil. Den xxiij. geen Ret« zwo MeiH. 

Märhern. 

24. u. 25. Nov. Den xxiiij. far Znämb. Geen Wttdowftt ») fiinff meill. Den xxv. 

durch Igla vnnd vber die Märherisch Gränitz geen Piernitz *). Zw 
nächst (Bl 28S\) vor der Stat %la oder Trigla an der Pruggen 
ist die Gränitz. 

Beharo. 

26. u. 27. Nov. Den xxvj. geen Teutschen Prot. Den xxvij. geen Tzaslaw, da 

28. Nov. Schiskha ligt &). Den xxvüj. für Köln, Behamisch Coh'n, sm der Elb. 

29. Nov. Vnnd neben dem Khuttenperg geen Behemisch Brod. Den xxviiij. 

geen Prag. 

December. 

3. Dec. Den dritten tag December haben wir mit den Bambergischen 

angehebt zuhanndlen, der dann vill grosser hochait Im FOrsstenthumb 
Khämndten haben wollt, neben anndern Bischonen, Prelaten, Grafen 
vnnd herrn nit gleichmässig dem Lanndtsfth*sten ei^hennen vnnd mit- 
leiden. Darumb ward ain tag an KhünigcKchen Hof benennt, vnnd 
ward auch vertragen. 

Die Khünigclichen verordenten vom Hof: Herr Joseph von Lam- 
berg; Herr Gaudenntz (Bl. 285^,) von Modratz; Doctor Hanns 
Khneller. Annder Räte: Herr Erhard von Polham; Ich; vnnd herr 
Erasm von Trautmanstorff. 

Bambergerisch Gesanndten : Herr Caspar von Perg; WolflT 
Dietrich Marschalch von Poppenhafm, Thumbherr; Doctor Pauli 
Neydegger, Brobst ; vnnd Hanns Rabnstainer. 



^) Das ist Sierndorf, nordwestlich von Stockerau, das wohl voranstehen sollte. 

') Wullersdorf am Göllersbach. 

») Budwit«. 

*) Pirnits liegt südöstlich von Iglau und zwar in Mfihren, so dass sich schwer 

begreift, warum Herberstein zurück statt vorwärts geht. Vielleicht ist hier 

eine Namensverwechslung anzunehmen. 
*) Der Taboriten-Anführer Jobannes Äizka von l'rocnow, f 11. Oct. 1424, 

liegt in der Dechanteikirche zu S. Peter und Paul begralien. 



1533—1534. 



307 



V^ Khärimdten: Herr Horitz Weltzer; Augustin Paradeiser 
TBDd A4Midre tob Silberberg. Denen was zuegeben Joachim Mar- 
sebaleh zw Reieheoaw. 

1534, 

Beuelch an Hof. 

Am jMhenpdeB January hat die Kfl. Maj. zw Prag Herrn Ueon- lo. jinner. 
harden tob Vells» Hofmarschalch » berrn Gaudeotzen von Madnitseh, 
herrn Josephen Yon Lamberg, mich, berrn Wolffen Grftswein, berrn 
Achatzen Schrott (BL 286\) vnnd berrn Johann Zott, Alle Stet 
des Hoffs, der Regierungen vnnd aller Ausgaben Ordnung zugeben 
vnDd zusetzen Tcrordendt. Kj^-Vic! 

mit dem Petei 

Geen Lynntz auf den Lanndtag. Kh. Khegiowitz 

•' ^ auch mit den 

Den Ainrnndzwaintzigisten February Yon Prag nach Lynntz auff hind*L*'^.) ^^ 
den Lanndtag alls Comissary, sambt berrn Lassla von Prag, freyherrn 21. Febr. 
etc.» ynnd Georgen von Perekham gezogen. Geen Weneschaw fÖniT 
meill. 

Den zwenynndzwaintzigisten geen Melenitz drey, geen Täber 22. Febr. 
zwo» vnnd geen Zobesehlaw zwo meill. 

Den 23. geen Budweiss vier, geen Stainakbirchen aine« ynnd 23. Febr. 
geen Caplitz zwo meill. 

Den xxiiij. geen Niderbaidt aine, geen Oberbaidt ain halbe, geen u, Febr. 
LoBfeLdeo Annderthalbe, geen Wildperg Annderthalbe» ynnd geen 
Lynstc AnnderdMilbe meill. 

(BI. 286^.) Den anndern tag Marty yon Lintz gefarn , ynnd 2. MSrz. 
am Vierten geen Wienn kbomen. 4. Mirz. 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Wir haben neben der yeriibOndung dein 
ynnd deiner mit Comissarien ausrichtung bey dem Jüngst gehalltnen 
Lanndtag bey den Stennden ainer Ersamen Lanndtscbafil ob der 
Enns aus deinen Insonnderhait Eingelegten scbrifiten yerstannden, 
mit was beschwärung deins Leibs du zw Lynntz suikboioien bist, ynnd 
tragen deiner ^horsame genedigs wolgefallen. Wellen auch mus den 
durch dich eriellten yrsacben fcönfilrigenedigclioh bedacht sein, dein 
souil möglich ist mit beschwärlicben Raysen luueffSQhonen. Dann .^Us 

20 • 



308 1534. 

du meldest, wie dw in zwayen sachen hieuor an ynns Suppliciert, 
sindt ynnds dieselben hanndlungen bisher von ynosern Camer R&ten 
(BL 287"*.) nit furbracht worden. Wir wellen sy aber darurob an- 
sprechen vnnd Ordnung geben, das darinn zw f&rderlicher erledigung 
gehanndlt werde. Das wollten wir dier genediger mainung nit ver- 
hallten. Sehiekhen dier darauff deinem begern nach die Zeittungen 
aus Constantinopl vnnd Polin , weliche wir genedigclich vnnd gern 
gehört, widerumb zue. Geben zw Prag, den xj. Marty. Anno etc. im 
xxxiiij^^ vnnserer Reiche des Römischen im Vierten vnnd der Ann- 
dern im Achten. 

Dem Edlen , vnnserm lieben , getreuen Sigmunden von Herber- 
stain, dem freyen, vnnserm Rat. 

Wider von Wienn geen Prag. 

u. Mir*. Am Viervnndzwaintzigisten Ist mir der (BL 287^.) beuelch 

zuekhomen, in angesicht mich zw erheben. 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Ynns sein sonnder genötig sachen vnnd 
hanndlungen flirgefallen , darzue wir deiner person zuhaben vnnd zu- 
gebrauchen eillenndts bedürffen. Demnach auff das sonnder genedig 
vertrauen, so wir in dich setzen, Ist vnnser genedigs ansinnen vnnd 
begern hiemit, du wellest dich in angesicht ditz brieffs erheben vnnd 
auffs Ehest so dir möglich ist zw vnns alher verfliegen vnnd dein 
Sachen darnach richten, das dw ain Monat lanng von deinem Haus- 
wesen also aussein mögest vnnd hierauff khainsweegs aussenbleibest. 
Darauff wellen wir vnns genedigclich verlassen. Vnnd du thuest daran 
vnnsern Ernnstlichen vnnd gefeiligen willen vnnd mainung , g^en 
dier mit sondern gnaden zw erkhennen. Geben in vnnserm Schloss 
zw Prag, den Neunvnndzwaintzigisten (Bl. 288^.) tag Marty, 
Anno etc. im 34, vnnserer Reiche des Römischen im vierten vnnd 
der anndern im Achten. 

An herrn Sigmunden von Herberstaiu, den freyen etc. 
(0. u. 31. März. D^Q 30. vou Wienn geen Gunderstorff Sibeu meill. Den 31. 

geen Drosendorff fünf meill etc. 



1K34. 309 

Den Ersten Aprillis geen Neuhauss Siben , den anndern geen i. u. 2. Apn'i. 
tzobesslaw *) zwo, geen Täber zwo , geen Melentzin *) zwo meill. 
Den dritten geen Weneschaw ») drey. Vber das Holtz drey. 3. Aprii. 

Den vierten geen Prag, am Oster Äbennt, zwo meill etc. 4. April. 

Den Sechzehennden hat mir die Kü. Maj. etc. erlaubt. Bin wider le. Apn'i. 
geen Wienn gezogen. Am Ainvnndzwaintzigisten daselbst ankhomen. 21. Apni. 



Wider von Wienn geen Prag, Wirtemberg halben. 

Ferdinannd etc. 

Edler, Lieber, getreuer. Ynns sein trefflich vrsachen (^A/. 288\) 
vnnd geschafft f&rgefallen, Darumb wir dein Person bey vnns zum 
Eeisten zugebrauchen notdürfilig seyen. Demnach eropfelhen wir dier 
hiemit vnnd wellen^ das dw dich von stundan berait machest, vnnd 
damit dw dest Pelder von stat khomen mflgst , ongerüsst vnnd auffs 
geringest zw vnns alher zum allerfürderlichisten verfQegest, Allso 
gehorsamblich erscheinest, vnnd dich an solichen nichts Irren noch 
verhindern lassest. Darauff wollen wir vnns also genedigclich vnnd 
gewislich verlassen. Vnnd wiewoll wir des genedigen willenns seyen, 
fürohin dein mit vberigen Raison zuuerschonen , vnnd dich aber so 
khurtz vnnd offt nacheinannder eruordert. So wellest doch diser ge- 
genwärtigen eruordrung, in ansehung das es wie gemellt vnnser hohe 
notdurfil eraischt, khain beschwärung tragen. Das wellen wir gegen 
dier in gnaden erkhennen. Geben in vnnserm Schloss zw Prag, den 
ixiiij. Aprillis. Anno etc. im VierfÄ/. 289".^vnnddreissigisten, 
vnnserer Reiche des Römischen im vierten , vnnd der anndern im 
Achten. 

. An Herrn Sigmunden von Herberstaiu, den Freyen etc. 

Den Achtvnndzwaintzigisten von Wienn mit Herrn Philipsen 2S. ApHi. 
Preyner auff gar genedigs begern geen Hollaprun Siben meil. 

Den Ersten tag May geen Drosendorf durch Pulckha fQnff 1. Mai. 
meill. 



^) Sobieslaw an der Lnschniti* 
*) MilUehia. 
*) Beneschaa. 



310 1534. 



Behaim. 



2. Mai. Den anndern tag geen Slafnitz 9 drey roeitl. Ain meil geen 

Ruedolfs *). Geen Weidenschlag *) ain halbe, geen Kunsegkh ^) ain 
halbe, geen Hossasehlag *) ain halb , geen Neuhauss Annderthalbe 
meill. 

Da fannd Ich die Tyroller: Herrn Cristoflf Philipsen Granen yon 

Liechtenstain, Herrn Georgen yon Firman ynnd berrn Carlen 

(BL 289^,) Trappen. Mit dem sein wir geen Prag geraist. 

3. a. 4. Mai. Den dritten geen Täber yier meill. Den yierten geen Melentzin 

5. Mai. zwo, geen Weneschaw drey. Den Fünfflen geen Prag ftlnff meill. 

des Wirtenbergerischen khriegs halben. 

Die Rayss geen Gaelhausen. 

Auff den angesetzten tag durch Kü. Maj. etc. ynnd die Chwrf&r- 

10. Maj. (H.) sten, Montag nach Exaudy (18. Mai), Bin Ich den zehennden Maj zw 

Prag ausgeritten mit Herrn Johann yon Talhaim. Geen Weran •) 

drey, geen Pzrebrach ^) oder Petlern zwo, geen Czirrawetz *) aiu 

halbe meill. 

11. Mai. Den xj. geen Rockbentzan *) zwo, geen Pilsen zwo, geen Clo- 

deraw ^<^), ain Closter, zwo meill, zw nächst dabey ain Stätl. 

12. Mai. Den zwelfften neben der haidt ^0 zwo, ynnd geen Fraunperg >*) 

ain meill. Darnach yber den Walld zw Sanndt Cathreinkhirchel *'). 
Da Rindt ain wasser, die Rftchling. Yermainen (BL 290*.) die 
Teutschen sey die Gränitzen, Aber die Behaim wellenns füraus haben. 



<) D. i. Zlabings. 

*) Böhmisch-Rudoletz. 

») Wohl Wtlterschlag an der Thayt. 

*) Königsegg. 

*) Hosterschlag. 

•) Beraun. 

') SchebraL 

^) Czerhowitz, alles an der Prag-Pilsner Poststrasse. 

•) Rokitschan. 
<o) Kladraa. 

^*) Hayd, an der von Pilsen nach Baiem fahr e o4e a Peltst^tee. 
") Pfrauenberg. 
^') An derselben Strasse. 



1534. 



311 



Darnach geen Pleistain drithalbe, vnnd geen Vodra *)• ain Stätl • ain 
halbe meill. Nahenndt darbey ligt Leichtenberg, das Schloss, Lanndt- 
graffschafR. 

Den xiij. an die Sehmidhütfen zwo meill. Geea Werdenberg >)» 13. Mai. 
geen Hierschau zwo , geen Sulltzpach zwo meill. Da ist ein Costli- 
cher Prun. 

Den xiiij. geen Harsprugkh <) drey meiK ain Stätl, ist NQmber- i^- Mai. 
gisch. Geen Lauffen zwo, vnnd geen Nürnberg zwo meill. 

Den XY. geen Neustat, des Marggrauen Stätl, Sechs meill. Geen 12». Mai. 
Lenngenfeldt ^) aine, vnnd geen Ernsham &) zwo meill. 

Den XTJ. geen Khitzingen am Maen zwo meill , darnach durch i^* Mai. 
Iphofen •) geen Wirtzburg drey, geen Carlstat drey meill. 

Den xyij. geen Gmöndt, da die ain Sali in Maen feit, zwo. Geen i*^* Mai. 
Lorhaidt '') dritthalbe meill. Vber aiu holtz geen Pibergrundt ®) 
(Bl. 290^.) Annderthalbe, gepürgig. Geen Galhausen *) ain meill. 
Ist sich woll Tmbzusehen. Aber die gesellen waren all hey dem 
Lanndtgrauen in Wirtenberg, darumb wir auch vnangaritten durch- 
khamen. 

Namen der gesanndten zw Galhausen versamblt. 

M e n t z. 

Johann Yon Weschausen^ Doctor ynnd Canntzler; Wolf von 
Merlen, genannt Beham, Marschalch. 

Tryer. 
Doctor Johann von Ennstringen, Canntzler; Diettrich vonStain. 



^) D. ]. Vohenstraas. 

■) Wernberg. 

•) Bertbraek. 

♦) Langenfeld. 

^) Eioer^beim. 

*) Die Namen Kitzingen und Iphofen sind vertauscht. 

^) Lohr. 

^) Bieber. 

*) Gelnhausen. 



312 1534. 

Colin. 

Doctor Johann Grapicer, Schkholasfer zw Sanndt Gereon etc. 
Degerhart Hass, Doctor etc. 

(Bl 29V.) Phaltz. 

Herr Wolflf von Affenstain, Ritter; Wolff Khemrer von Wurmbs^ 
genannt Dalburg. 

Branndenburg. 

Melchior Barfuess» Chumentheur zw Qaanten, Sanndt Johanns- 
orden. 

Georg Ton Schiern. 

22. Hai. Den 22. von Galhausen rerritten geen Aschaburg ^) rier meill. 

Ain schdn Eben Lanndt, des von Mentz, ligt am Maen. 

23. Mai. ^^"^ ^3. geen Rotenpurch , des von Menntz gejadt-Haus. Yber 

den SPesshardt, dann geen Rotenfelss , ain Schlos vnnd Stat des von 
Wirtzburg, d rithalbe meill. 

Aschaburg ynnd Rotenfelss ligen am Maen. Vnnd zwischen der- 
selben ist der NambhaflR Walld ainer in Teutschen Lannden, Speshart 
genannt. Stosst an Ottnwaldt vnnd an die (BL 291K) grossen 
Wälder, die zwischen Gmundt vnnd Galhansen sein. 

24. Mai. Den 24. geen Wirtzburg vier, mnd geen Khitzingen drey meill. 

Alles am Maen. 

25. Mai. Den xxY. gccn Pernam ain meill mnd auf ain halbe meill. Ligt 

zw nächst neben der Strassen Iphofen. Dann geen Eurshaim ain halbe 
meill, gehört dem Schennckhen von Limburg, Semper Freyen. Geen 
Piber ain meill. Ist ain Stätl des von Wirtzburg. Geen Lanngenfeldt 
ain meill. Gehört ainem Edlman. Darzwischen ligt Schwartzperg, 
Schloss ynnd Stätl, den Freyherrn daselbst gehörig. Geen der Neu- 
stat aine, ynnd geen Emskhirchen ain meill. 
27. Mai. Den xryij. geen LauiTen zwo meill, Schloss ynnd Stat der yon 

Nflrnberg, die sy im Bayrischen khrieg erobert. Dises sambt Sultz- 
pach ynnd dem Schloss Rotenperg, das auflf ain meill dauon ligt, Soll 
Khaiser Carle der Vierte alls KhOnig yon Behaim (BL 292\) yon 



^) Aschi^ffenburg^. 



1K34. 313 . 

den Bayrischen Fflrssten ymb zway mal hundert Tausent gülden hun- 
gerisch ichauiR rnnd alles mit Behamischen groschen bezallt haben 
vnnd das Lannd hintzt an die Etsch. Ist ain Fach, Rindt durch die 
Newstat lennthalb Nürnberg fünff meill. Also steet es in ainem Puech 
zw Lauffen im Schloss verschrihen. Dasselb Schloss ligt im wasser, 
Ton Quaderstainen ynnd dickhen gemeurn. Soll derselb Khaiser zw 
ainem lust oder gejädthaus gepauen haben. Man siecht noch daselbst 
Sanndt Wenntzels Pildnus im Stain gehauen» Behamisch Schult vnnd 
helbm mit den Clainaten an Thorn ynnd gemeurn. Darzue aller 
FQrsstenthumb, der Geistlichen ynnd Weltlichen Herrn Yon Behaim 
in ainer Camer eingebaut. Khflnig Wenntzl soll das wider yerphenndt 
haben. Darnach sein geen Hiersprugkh zwo meill. 

Den xxyiij. geen Sultzpach drey meill, ynnd geen Hierschaw 28. Mai. 
yier meill. Ist alles Phaltzgrauisch etc. 

(Bl. 292^.) Den xxyiiij. für Vodras, Pleystain, ynnd das dorflf, 29. m!u. 
so zw nächst yor dem Walld ligt, Weydhausen genannt. Darnach ist 
ain khlaine halbe meill an dem Pach Rachling, dahin dann die Behaim 
yermainen zubeglaitten. Dann über ain halbe meill an den Pach, 
Pfrembt genannt, mitten im Walld, ynnd dann geen Fraunberg. 

Den 30. für Gloderaw geen Pilsen. Den 31. geen Pzrebrackh 3o. 11.31. Hai. 
oder Petlern. Die Raiss ist sorgdich durch die gegennden. Aber 
dazumall was alle Reyterey in Wirtenberg, dasselb zu erobern. 

Den Ersten Juny sein wir geen Prag wider ankhomen. Vnnd in 1. Junins. (h.) 
derselben Stundt was mir yerkhflndt Aber ain anndere Raiss zuthun. 

DieRaissaufSanntAnnaperginMeissen, Kha den ynnd 
sanndt Joachims Tal 1. 

Den Fünfflen tag hat die Kü. Maj. etc. herren (Bl. 293\) 5. Juni. 
Hannsen Phlueg ynnd mich abgefertigt. Vnnd allso yerruckht geen 
Slan 9 ▼ier meill, ain Stätl, gehört Kü. Haj. zue. 

Den Sechsten geen Laun drey meill, auch Stätl, ynnd geen 6. Juni. 
Kbumattaw'), ain Schloss ynnd Stätl des yon der Weitmfll, yier 
meill. Zwischen Laun ynnd Khumattaw Rindt die Eger. 



Schlan. 
*} Comrootan. 



314 



1534. 



7. juui. Den Sibennden vber das gepurg Tond Walder iwo meiU. Riudt 

ain kblains PächeK ist das geEnerckb zwiscben Bekaim jübA Meisseiu 
Darnach aber zwo meil rill gepOrgs geritten hintzt geen Sanndt 
AnnaPerg. Da fannden wir Hertzog Georgen von Saebssen. In wenig 
stunden kbamb der Cardinal von Mentz. CbnrfQrst Yon Saebssen lag 
am Puecboltz ^). Da ward des abgetrungnen Hertzogthumb Wirten* 
berg halben gebanndlt. 

17. jani. Den xTij. Sein wir vmb die zebennt Standt vor mittag nach 

beuelch geen Khaden *) ankboroen. Die Kü. Haj. etc. ist ain halbe 
stondt zunor eingeritten. Ynnd nadi gehallten (Bl. 293^.) Rat sein 
wir baid wider geen Presnitz ») rerritten. 

IS. Jani. Den xviij. sein wir wider auff Sanndt AnnaPerg khomen, ymb 

die Sibennd rbr vor mittag. Wir haben da das fruemall eingenomen, 
ynnd wider geen Khaden geritten. 

19. Jani. Den xvüij. sein die zwen vnnderhanndler Mentz ynnd Hertzog 

Georg zw Khaden eingeritten. 

20. Jani. Den zwaintzigisten der KhQnig Rat geballten. Im Rat waren : 

Cardinal yon Trienndt; herr Wilhalbm yon Rogendorff, Hofmaister; 
berr Hanns Hoiman ynnd Ich. Von Behemen: herr Stislaw yon der 
Leyp, Lanndhofinaister ; herr Jeroslaw yon Schellenberg, Camerer; 
herr Hanns Pflueg, Canntzler; Graf Albrecht Sehlickh, HofCamerer; 
Wolfhart Planckhner, ynnder Camrer; Peter Retzin, der Khflnigin 
ynnder Camerer etc. 
27. Juni. Den 27. Ist Hertzog Hanns Friderich ChurFürst zw Saebssen 

geen Khaden ankhomen. 

(Bl. 299*.) Die sachen Wirtemberg halben Ist da yerthaidingt 
worden. 

29. Joni. Den 29. ist die KO. Maj. yerriten, auch die Chur- ynnd Fürsten 

nach dem mall. Ynnd gleich yor dem Statthor haben sy sich geschai- 
det. Die Forsten all haben Iren weeg nach Sanndt AnnaPerg geno- 
men. Die Kü. Maj\ etc. aber in das Joacbimsthall. Dahin sein Vier 
meill. 

30. Juni. Den Dreissigisten der Khfinig wider nach Khaden etc. 



^) Buchholzy südlich ron Anntberg. 

*) Kaaden an der Eger, am Fusse des Ersgebirges, auch Cadan gnaiMU^. 

') Presnitz, jenseits des Erzgebirges, südöstlich 7on Annaberg. 



1S34. 



31S 



Am Ersten July ist die Kfi. Maj. wider naeh Prag gezogen. Vand i. joUus. (h.) 
drey (»eil von Kbaden ligt ain fein Stfttl, auck an der Eger» aber an 
der anndern seitten, haist Satz. Ist auch ain Khünigs Stat. Vnnd 
dann aber drey meill geen Lawn» ist aaeh an der Eger. 

Den anndern tag sein Maj. zum früeroall geen Slan, drey meill, t, Juii. 
geritten. Vnnd darnach rier meill gar geen Prag ete. 

Den 10. bin Ich Ton Prag geritten hintzt geen Weneschaw, 5 lo. JaU. 
roeBI. Herr Philip Preyner mit mir. 

(Bl. 294K) Den Aindlefilen geen Tftber, f&nff meill. n. JnU. 

Den lij. geen Neuhauss, vier meilU gros. Die herrn yon Neuhaus it. JnU. 
sein geborn von Rosenberg, Aber nach der Herrschaflft ist der Zuenamb 
veränndert. 

Den xiij. zw Slawnitz*geessen, rier meill. Vnnd dann noch drey 13. Juii. 
meill geriten geen Drosendorff. Aber ain guete halbe meill Ee man 
geen Drosendorff khumbt, oder ain khlaine , meilU ist ain dorff ge- 
nannt Lunden <}» gehört geen Drosendorff, vnnd zw nächst vor dem 
dorff ist ain gar khlains Pftchl die Gränitzen zwischen Österreich ynnd 
Märhern. Drosendorff ligt an der Teya in Österreich. 

Den Vierzehennden tag ain meill geen Gerass, ain Abbtey. Mer 14. Jaii. 
ain halbe meill geen Kockitz >), ain Sitzl in ainem Dorff. Vnnd dann 
geen Egenburg auch Annderthalbe meill. Da geessen. Damach Reit 
man zwo meill geen Weickherstorff, sein aber woll gross ynnd yer- 
geen sich fttr drey. Aber der weeg ist Eben. Darumb (Bl 295"*.) 
hallten die Fuerleuth dise Strassen von Wienn geen Drossendorff flir 
die Pesser. 

Den FOnffzehenden tag geen Stockheraw zwo gross meill. Vnnd is. jaii. 
dann geen Wienn drey meill gleichmässig. 

Raiss geen Schinta. 

Am Ersten tag September hat mir die KQ. Maj. etc. selbst, i. sept 
Abennts woU spat» beuolhen, morgenns Eillenndts geen Schinta zw 
dem Hongerisch^ Stathallter Graf Alexien Turso zuraisen. 

Am Anndern tag, morgens yor vier vm, der Khfinig nach mir 2. sept 
gesehickht, vnnd erzeilt, was Ich mit dem Turso hanndlen soll. In 



^) Laden, zwischen Fratting and Rabesreui 
') Goggitseh, tOdäeli voa GerM. 



316 



1534—1535. 



zwayen Stunden darnach bin Ich auff die Cotschien gesessen ynnd 
geen Prespurg zehen meill gefarn. Daselbst gef&ettert ynnd noch drey 
meill geen Wardtperg gefarn. 

3. Sept. Den dritten tag geen Schinta 9 ▼ier meill khomen. Ee der Turtzo 

aufgestannden was ynnd yor (Bl, 295^ J der Malzeyt mein beuelch 
yerricht, Anntwort Emphanngen , ynnd wider geen Prespurg gefarn. 

4. Sept. Am Vierten bin Ich wider geen Wienn khumen. Der Kfi. Maj. etc. 

mein Hanndlung ynnd ausrichtung angezaigt. Hat mit genedigen 
Worten gesagt: „woli ynnd weislich gehanndlt.** 

(Bl.296\) 1535. 

Hertzog Virich yon Wirtemberg 

Hat am dreyzehennden February dem Khaiser ynnd Khflnig 
khnieendt abgebetten Alles das Er wider Ire Majesteten gehanndit 
hette. 

AmNeundten Augusty das FOrsstenthumb Wirtemberg yon KhOnig 
Ferdinando, Alls Ertzhertzogen zw Osterreich in Wienn, Innhallt des 
yertrag zw Khaden aufgericht, emphanngen, dabey Ich auch 
gewest. 

Potschafften aus Polin. 

Im October sein yon Khflnig Sigmundt zw Polin zw der R5. Kfl. 
Maj. etc. geschigkht warden: Herr Stanislaus Tarlo, ain Thumbherr 
zw Crackhaw • ynnd Ludouicus Aliphius, der Khflnigin Bona Secre- 
tarius. Vnnd am Sechs ynnd Sibenynndzwaintzigisten Octobris sein 
sy nacheinannder khomen. (BL 296^.) Den baiden Ich Enntgegen 
geschickht ynnd Einbeglaitt hab. Die haben beuelch gehabt der heurat 
halben ynnd etlicher angriff, in der Schlesien beschehen, zuhanndlen. 
Mit denen, ausserhalb der offnen ynnd gar gehaim yerhörung, Ist 
Graf Leonhardt Nugarolis ynnd Ich yerornndt gewesen, mit denen 
zuhanndlen. 
6. Not. Am Sechsten Nouembris sein sy wider yerruckht ynnd durch 

mich ausbeglaitt. 



') Sempthe an der Waag, Ssered gegenQber, slar. Sfintawa. 



1536. 



317 



(Bl 291\) 1536. 

Geen Innspruckh. 
Die Kü. Maj. etc. eruordert mich an Hoff, Lautt des beuelchs : 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Alls wir dier yetzo Jüngst zw rnnserm 
Aufbruch zw Wienn zuuersteen geben , das wir in etlichen rnnsern 
Sachen, so vnns zuefallen, deiner Person an vnnserm Hofe notdürfilig 
sein werden, ynnd so rnns nun dieselben sachen numer allso fürge- 
fallen sein, Beuelhen wir dier mit Ernnst, das dw dich nach yber- 
anntwortung dits vnnsers brieffs ynuerzogenlich anhaimb Erhebest 
Tnnd den nächsten hieheer geen Innsprugkh an ynnsem Khflnigcli- 
chen Hof yerfüegest. Auch den Stat ynnd annders, was wir ynnserer 
Nider5sterreichischen Camer in schrifft zuuerfassen beuolhen, mit dir 
bringest. Wir (^BL 297*.) zaigen auch soliches ynnserer Nider- 
österreichischen Camer durch ynnser schreiben auch an. Mit beuelch, 
dich obangezaigter ynnserer notdurfft nach diser Zeyt yon der Camer 
ziehen zulassen , ynnd dier den Stat zuezestellen, oder ob derselb 
noch nit yerfasst ynnd aufgericht wäre, solichen Stat forderlich her- 
nach zufertigen. Das wollten wir dier nicht yerhallten. Vnnd daran 
beschiecht ynnser Ernnstlicher willen ynnd mainung. Geben in ynnser 
Stat Ynnsprugkh, den dritten tag February, Anno etc. im xxxyj**% 
ynnserer Reiche des Römischen im Sechsten, ynnd der anndern im 
zehennden. 

Dem Edlen, ynnserm lieben, getreuen Sigmunden yon Herber- 
stain, dem Freyen. 

Am Sechsten tag Marty bin Ich auff Kü. Maj. etc. Eruordern zw 6. MSrz. 
Wienn ausgeriten. Geen Stockheraw yier khlain meill. DenSibennden 7. Mir«, 
geen Stain Sechs, den Achten geen Persenpeug Acht, den Neunten s. n. 9. Min. 
(Bl. 298*.) zw Greyn geessen. Ynnd geen Enns auff das Nachtleger 
Siben meill. Den Zehenden 9 g^^n Marchtrennckh zw dem fruemall 
f&nff, Geen Lambach auf das nachtleger drey meill. Den Aindlefften ii. MSrx. 
geen Frannckhenmarckht zw morgenns yier, ynnd geen Strasswalhen 
zw Nacht zwo meill. Den Sechzehennden in die Elmau morgenns 16. Mirz. 



^) Die Handschrift hat 'Sibenndeo*. 



318 1K36-1S37. 

17. März. Arej, vnnd geen Wergl auffdie Nacht zwo meill. Den Sibenzehennden 

geen Innsprugkh Siben meill. 

Zw Innsprugkh beliben. Alle Ambter der oberösterreichischen 

Regierung ynnd Camer ynnderworffen» ybersehen ynnd yberlegt» damit 

Ordnung ynnd guete WhrtschaiR möcht f&rgenomen werden. 

28. Aug. Den 28. Augusty. Ist die Kü. Maj. wider yon Innsprugkh yer- 

stainach. (H.) ruckht geen Matram *) drey. 29. geen Stertzing yier, vnnd 30. geen 

31. Aug! Brychssen yier meill. Vnnd dann den 31. geen Putzen. Da hat die 

KQ. Maj. etc. ainen Lanndtag gehallten. 

(BL 298^.) Geen Trienndt. 

Damach zoeh die KG. Maj. etc. sambt seinem Gemahel von 
u.a. 12. Sept. Potzn den AindlifRen Septembris geen Sanndt Michael. Den zwelfftea 

18. Sept. geen Trienndt. Vnnd blib da hintzt den Achzehennden desselben 

19. Sept. monats. Vnnd yernickht desselben tags geen Tramin. Den 19. geen 
20.— 23. Sept. Kaltem, 20. geen Potzn, 22. geen Brixen, 23. geen BraunecUMn» 

^. u. 25. Sept. 24. geen Inichen, 25. geen Lüenntz, Traburg, Spitall ynnd ViUach. 
9. Oct Am Neunten Oetobris geen Sanndt Veyt in KhiU'nndten. Da hielU 

sein Maj. auch ain Lanndtag, vnnd dannen naeh Friesaeh» Judenburg. 

Der KhOnig zoch yber die Pyber Albm geen Greisenegg yimd auff 

TobI zw dem gejädthaiiss. Aber die Khünigin avff Khnitlfeldt, Letinn, 
15. Oct. Pmgkh ynnd Grätz. Am fttnffzehennden hiellt daselbsit auch au 

Lanndtag. 
5. Not. Am filnfflen Nonembris bin Ick wider geen Wienn khomen. 

(BL 299\) 1537. 

Alls der weit ynnd der Höfe lauff ynnd brauch ist, nit allain 
ymb geyttes willen des guefs« sonnder auch der Eern ynnd erhdhung 
willen des Namens ynnd Stanndts, wie dann gemaincliehen alle 
Herren, Grauen ynnd Fürsten durch Eerliche diennst den Khfinigen 
ynnd Khaisern aus nidern Stännden zw solicher Eere ynnd wirde 
erbdoht, hab Ich demselben weeg auch nacbganngen ynnd alUo ymb 
meiner «oh wären, sorgclichen diennst wiUen vnnd nit ymb gellt nack- 
uolgunde gnad mir ynnd meinem Namen 'Erworben. 



») Matrey. 



1B37. 



319 



Freyhern. (H.) 
WirFerdinannd, Von Gottes genadenR&miseher Khünig» zw 
allen eeiten merer des Reichs, in Grermanien , zw Hungern , Behatm, 
Daimatien, Croatien ynnd Sclauonien etc. Khßntg ; Infannt in Hispa- 
nien; E>tzheKzog zw Österreich; Hertzog zw Burgundy, zw 
(BL 299^ J Brabannt, zw Stey«r, zw KhÄrnndten, zw Crain; Marg- 
graue zw Md>rhem; zw Lntzenburg, in ober ynnd nider Schlesien, zw 
Wirtemberg ynnd Teckfaen Hertzog; Fürst zw Schwaben; 6e- 
fürsster Graue zw Habspurg, zw Tyroll» zw Phierdi, Khyburg ynnd zw 
65rtz etc. Lanndtgraue inElsass; Marggraue des heilligen Römischen 
Reichs rw Burgaw, ober ynnd nider Lansnitz; Herr auif der Windi- 
schen imarch» zw Portenaw ynnd zw Salins etc. Bekhennen offennKch 
mit di&em briefe ynnd thnn khundt allermenigelich : AHs wir yor 
etlich yerschinen Jaren die Edlen, ynnsere lieben, getreuen Sigmun- 
den, Wilhatlmien, Wernhardin, Georg, G«5rg Aflvndre, Georg Sig- 
mundt yntid weiNenndt Hannsen ynnd Rueprechten yon Herberstain, 
gebrOeder ynnd yetter, aus genuegsamen, beweglichen yrsachen, filr- 
nembKchymb Ires AUten Adelichen herkhomens ynnd geschläohts, auch 
Irer VorElltem ynnd Irer (Bl, 300^.) selbs sonndern schickhiichait 
angenemen , erschieslichen ynnd yngesparten yerdienenns ynnd wol- 
haltenns willen, mit dem Namen, das sy ynnd Ire Eeliche leibs Erben 
in Ewig zeyt „die yon Herberstain, die Freyen"* haissen ynnd sein 
sollen, ynnd darzue mit allen freyhaiten, gnaden ynnd Priuilegien, 
wie die annder ynnser ynnd des heilligen Reichs, Auch ynnser Erb- 
lichen Khttnigreich, FQrsstenthumb ynndLannde, auch ynnsers hauss 
Österreich freyherm haben, gleich ynnd gemäss begabt ynnd erhebt, 
nach lautt ynnd Innhallt ynnsers Khünigclichen brieffs , Inen darüber 
gegeben ynnd gefertigt, der am Datum steet ynnd ausganngen ist: 
„in ynnser Stat Ynnsprugkh, den Achzehennden tag des Monats No- 
uembris. Nach Christi ynnsers lieben herrn gebnrdt im flinffzehen- 
hundert ynnd Ainynnddreissigisten , ynnserer Reiche des Römischen 
im Ersten, des hungerischen ivtk filnSten ynnd des Behemischen im 
Sechsten Jaren ;** (BL 300^.) Das wir demnach weitter angesehen, 
wargenomen ynnd betracht haben der obgenannten yon Herberstain 
wolhallten ynnd yerdienen. So sy ynns siderher in yill weeg bewisen 
ynnd erzaigt haben, ynnd sich khünfiligclich noch mer gegen ynns 
gnetwillig erbietten, auch woll thim sollen ynnd mügen; Ynnd darumb 
mit wolbedachtem inueth, gnetem Rat ynnd rechtem wissen den 



320 



1537. 



genannten Yon Herberstain dise besonnder gnad gethon ynnd sy vnnd 
alle Ir Eeliche ieibs Erben ynnd derselben Erbenns Erben EewigcHch» 
Manns vnnd Frauen Person» zw Rechten Freyherrn ynnd Freyin 
declariert» erelärt ynnd benennt, declariern, Ercläm ynnd benennen 
sy also zw Freyherrn ynnd Freyin aus Rd. Kü. Maehtyolkhomenhait 
hiemit wissennlich in CraflUt diss brieffs. Vnnd mainen, ordnen» setzen 
ynnd wellen yon Jetzgeinellter ynnser khanigclichen macht, Das nun 
hinf&r die offtgenannten Sigmundt, Wilhalbm, (Bl. 30V.) Wern- 
hardin, Georg, Gedrg Anndre, Georg Sigmundt ynnd weillenndt 
Hannsen ynnd Rueprechten yon Herberstain gebrfieder ynnd yetter. 
Auch all Ir ynnd Ir yetweders Eelich Ieibs Erben ynnd derselben 
Erbenns Erben, fttr ynnd für in Eewig zeyt, Manns ynnd Frauenperson, 
Recht Freyherrn ynnd Freyfreulein gehaissen ynnd sein ynnd sich 
„die yon Herberstain, Freyherrn ynnd Freyin, ** haissen, nennen ynnd 
schreiben. Auch Inen derselb Tittl aus ynnsern Canntzleyen yon ynns 
ynnd ynnsern nachkhomen Romischen Khaisern, Khünigen ynnd Ertz- 
hertzogen zw Österreich also gegeben ynnd sonnst yon menigclichen 
dermassen gehaissen, geballten ynnd geacht werden; Ynnd solichem 
allem all ynnd Jegclich gnad, Eer, Stanndt, Freyhait ynnd Recht 
haben, sich der freyen ynnd gebrauchen, die wir Inen den Freyherrn 
gemäss in (^BL 30V.) obbemelltem ynnserm yorausganngen Priui* 
legium gegeben haben, in aller massen ynnd gestallt, Alls betten wir 
sy derselben zeyt mit ausgetruckhten Worten in dem gemelten Pri- 
uilegio „Freyberrh** benennt, freyen, gebrauchen ynnd gemessen, 
wie annder Freyherrn ynnd Freyin haben ynnd gebrauchen yon Recht 
oder gewonhait yon aller menigclich ynuerhindert. Vnnd gebieten 
darauif allen ynnd Jegclichen Churftlrsten, Fürsten, Geistlichen ynnd 
Welltlicheu Prelaten, Grauen, Freyen, Herrn, Rittern, khnechten, 
Lanndtshaubtleuten, Lanndtmarschalchen , Canntzlern, Canntzleyyer- 
walltern, Verwesern, Vitzdomben, Vögten, Phlegem, Burggrauen, 
Ambtieutten, Schultbaissen, Burgermaistern,LanndRicht6rn, Richtern, 
Burgern, gemainden ynnd sonnst allen anndern ynnsern ynnd des 
heilligen Reichs, Auch ynnserer Kbönigreich, (Bl. 302*.) Förssten- 
thumb ynnd Lannde ynnderthonen ynnd getreuen, in was wirden, 
Stanndts oder wesenns die sein, yon obbestimbter ynnser KhQnigcli- 
chen ynnd Lanndtsförstlichen macht Ernnstlich ynnd yesstigclich mit 
disem brief yund wellen, das sy die obgenannten Sigmunden, Wil- 
halbmen, Wernhardin, Georg, Georg Anndre, Georg Sigmunden ynnd 



1537. 321 

weillenndt Hannss ynnd Ruepreehten yon Herberstain gelassen SQn 
Tund Tochter rnnd Ir Eelich leibs Erbea ynnd derselben Erbenns 
Erben für ynnd für Eewigclich zuraitten , bey obbestimbter ynnser 
gnad» freyhait, Eern, wierd yortaill ynnd gereehtigkhait berublieh 
bleiben» der geniessen ynnd gebrauchen lassen» Sy auch fttr „Frey- 
herrn ynnd Freyin*< nennen» schreiben» Eern» Achten ynnd ballten» 
daran nicht Irren noch hindern ynnd darwider nit tbun» noch des ye- 
manndts annderm zulhun gestatten, (^BL 302^.) in khain weiss» Alls 
lieb ainem Jegclichen sey ynnser schwäre yngnad ynnd straff ynnd 
darzue die Peen» in obbemelltem ynnserm Priuilegy begriffen, zuuer- 
meiden. Das mainen wir Ernnstlich Mit Yrkhundt ditz brieffs, Besiglt 
mit ynnserm Khönigclichen anhanngunden Innsigl, der geben ist in 
ynnser Stat Wienn , den yienrnndzwaintzigisten tag des monats Ja- 
nuary » Nach Christy ynnsers lieben herm geburd ein Tausennt» 
fQnffhundert ynnd Sibenynnddreissigisten» Ynnserer Reiche des R5- 
mischen im Sibennden ynnd der anndem im Aindlefften Jarn. 

Zw dem Stathalter» Ertzbischoue ynnd Räten geen 

Hunngern. 

Den Fünffynndzwaintzigisten tag May Ist (Bl, 303*.) mir ain 25. Mai. 
Khünigclicher Beuelch yon Prag zuekhumen» das Ich mich geenPres- 
purg ynnd Tierna yerftlegen soll » den Stathallter ynnd Räte yon 9 
Hungern geen Prespurg zusamen zubringen. Bin dem nachkhomen» 
aber nichts ausgericht. Der Stathallter wollt dem Ertzbischof nit nach- 
ziehen; der Ertzbischof wollt nit geen Tierna yon wegen ainer Rumor, 
die sich zuuor wider die seinen daselbstn erhebt bette. Ich muest 
wider hinab» die zwen zuuergleichen. Ynnd den 29. May yon Wienn 29. Mai. 
geen Prespurg am wasser gefarn. Den anndern tag geen Tierna zw 3o. Mai. 
dem Stathallter khomen. Abermails yergebenns geraist» ynnd am 
xiij. Juny wider geen Wienn khomen. 13. Jani. 

Am Aindlifften July wider yon Wienn geen Prespurg geritten, ii. Joii. 
Den anndern geen Posing. Da mit etlichen der merem gehanndlt. 12. Juu. 
Am lyij. geen Sanndt Gedrgen ynnd (BL 303^.) geen Prespurg. 17. Jaii. 
Den 24. wider geen Sanndt Gedrgen. Ynnd abermalls da gehanndlt. 24. JuU. 
Ynnd die hochfart blib da in Irem wesen. Bin Am xxyiij. geen Pres- 28. juii. 
purg ynnd am dreissigisten geen Wienn khomen. so. juii. 



9 *geen Hangern' die Handschrift. 

Fontef. yUI. 21 



322 1S37— 1B39. 

14. Aog. Am yierzehennden Augasty durch ain sonndern beuelch in khriegs 

Rat yerordent. 



(Bl. 309ro 1538. 

Auf den tag geen Schielle, dahin sich die Hungern 
vertagt hetten. 

Die Hungern, so der Rö. Kö. Maj. vnnderthonen gewest, hetten 
sich zusamen betagt in ain Marckht, an der Wag ligenndt, Schelle 
genannt 9 » zwo meill vnnder Schinta. Dahin bin Ich yerordennt 
16. Aug. worden zuraisen. Bin am Sechzehennden Augusty zw Wienn ausge- 
22. Aug. zogen. Ynnd mit den Hungern gehanndlt. Den zwenrnndzwaintzigisten 
desselben monats wider zw Wienn ankhumen. Daselbstn zw Schelle 
sein die maisten khriegsieuth am wasser , genannt die Nassadisten, 
mit wonung gewest. Dahin bringt man die Schiff von der Thunaw 
ybersich mit Saltz ynnd annderer Waar. 

(B1.30UK) 1S39. 
In Polin. 

22. Aug. Ich bin wider in Polin zuziehen yerordennt. Ynnd den zwen- 

ynndzwaintzigisten Augusty yon Wienn aus den weeg auff Closter 
Neuburg genomen, daselbst ybergefarn, dann die gross Pruggen war 
zerbrochen, ynnd denselben tag geen Ladndorff*) geraist. Den 

23. Aug. anndern tag das fruemall genomen zw Wisternitz •) ynnd zw Schara- 

24. Aug. ditz *) yber Nacht beliben. Geen Wischa ynnd zw der Nacht geen 

Crembsier. Geen Wistritz ») zw dem fruemall , ynnd zw Nacht geen 
Tytzein •). Geen der Ostra ') zum fruemall, ynnd zw der Nacht geen 



^) Sellye, südlich von Sempthe an der Waag. 

») Bei Mistelbaeh V. U. M. B. 

') Unter- Wistritz bei Nioolsborg. 

^) Bei Obrowits, 4 Stunden von Brunn. 

») Gross-Wistritz bei Olmüt». 

•) Nen-Titschein. 

') Ostrau. 



1539-1540. 823 

Freystätl. Geen der Pless zw morgenns» ynnd zw Nacht geen 
Auschwitz. Morgenns zw dem Satur ^ (BL 305*,) ynnd zw der 
Nacht geen CracUuiw. Palld vor der Stat Satur «in wasser Scaua. 

Den Ersten tag Septembris bat die Kw. Maj. mich in meinem 
Abwesen in der Niderdsterreichisehen Camer den Obristen Rat 
Terordennt. 

D«n AindlifRen Septenbris bin Ich ¥om Khftnig zw Polin wideromb li- Sept. 
abgefertigt ron Crackbaw yerrittea geen Satur. Bjn Im SehloM be- 
haust worden durch herrn Seuerin Bonar. Geen der Plesa. Es ist 
yasst Pöss Regenwetter gewest yand die wasser angeloffen. Gees 
FreystitI ynnd da bleiben mOesAen Vngewitters halben. Geen der 
Ostra. Abermalis bleiben müessen. Geen Titzein; geen Olmöntz; gar 
bey der Naebt hinzue khoraen. Mue^t yor (BL 30S^.) der Stat 
bleiben. Geen Prostnitz zw dem fruemall ynnd g»eo Wiseha zw der 
Nacht Geen Scharaditz *); ynnd zw der Naebt geen Wisternitz. 
Geen Mistibach; geen Vlrichskhircbea ynnd den zwaintzigisteB tag so. Sept. 
geen Wienn etc. 

(Bl.306\) 1540. 

Zw dem Stathalter in Hunngern. 
Im Mayo Bin Ich geen Preipurg zw dem Stathailter in Hungern 
auff Kfi. Maj. etc. beuelch geraist» dreyer dörffer halben» herrn 
Uieronimus Laskby iw erlanngen. 

Geen Hunngern. 

Den Achzeheümden tag Juny Bin Idi aber geen Prespurg auf is. Joni. 
Kfi. Maj. etc. heuelch geraist » mit dem Stathailter ynnd anndern 
Räten zuhanndlen, der Yaiuoden in SibenbOrgen» auch des Perinj 
Petter halben etliche Verschreibungen aufzurichten. Am dreyynnd- w. J«»». 
zwaintzigisten widerkhomen. 

(Bl. 306^.) Aber geen Hunngern. 

Im Martio (?) widerumb zw Prespurg mit dem Stathailter ynnd 
Räten Etlicher Dörffer halben, dem Hieronimo Laskhy (behSrig?), 
gehanndlt. 



*j Zator. 

') SQdiich Ton Austerlitz. 

21 • 



324 1540. 

In Polin ynnd Lytten auf Wägnen geraist 

1. Sept. Ich bin am Ersten Septembris ew Wienn ausgeraist geen Yl- 

richskhirchen. Geen Neudorff zw dem fruemall, ynnd zw Nacht zw 

gros Nemtzitz ^ in Märhern. Geen Wischa ynnd yon dann geen 

Crembsier. Geen Titzein; geen Freystätl; geen der Pless; ynnd dann 

7. sept geen Auschwitz. Den Sibennden geen Crackhaw» ynnd mich da 

weitter zuegericht. 
10. Sept. Den zehennden yon Crackhaw ausgezogen nach der Wildt in 

Litten. Geen Khursitza *) Sibenthalbe meiil. 

(Bl 30T.) Von Khursitza geen der Newstat Gortzin »). viert- 
halbe meill. 

Von der Newstat geen Polonitza *). Da feeht man die Laxen. 
Das Pftchel, so da Rindt, haist tzema >)• Sechs meill. 

Von Polonitza geen Osseckh *), ain Stätl ynnd schöner Hof des 
Herrn yon Tornaw, da er dazumail was, zwo meill. Geen Pock- 
zweuitza "^), da sich der Sanndig tieff weeg Enndet, zwo meill. Geen 
Sandomier ^) , ain gemaurt Schlos ynnd die Stat mit gemeur yrab- 
fanngen, ain Vayuodschafft, zwo meill. Geen Souichost *)» ain Stätl» 
zwo meill. Da fert man yber die Weyxl. 

Von Sauichost geen Gostirada >*), ain dorff» zwo meill. Geen 
Vsrendow i<) ain beschlossen Stätl drey meill. Geen Lublin» ain 
zimblich guet StätU ymbgeroaurt ynnd mit gemaurten Heusern, ain 
Vayuodschafft, da grosse marckht gehallten werden yon (^Bl. 307*.) 
Reyssen, Moscouittern ynnd anndern yill Nationen. Siben meill. 

Von Lublin geen Partzow. Vnnd Eeman drey meill khomen , ist 
ain gar lannge Pruggen, ob Sechs Tausennt schrit yber ain gemöss. 
Neun meill. 



^) Gross-Niemtschitz an der Schwarza. 

^) Koszyce an der Szreniawa, nordöstlich von Krakau. 

«) An der Nida. 

*) Polaniec in der Nfihe der Weichsel. 

^) Die Czarna, ein Fluss. 

•) Osiek. 

') Koprzywnica an der Wrona. 

^ Zandoniirz an der Weichsel. 

•) Zawichost 

^*) Goscieradow, jenseits der Weichsel. 
*0 ürzedow. 



1540. 325 

Litten. 

Von Partzow ain khlains hinans Ist ain Pach, Jassoniea, die 
Gränitzen. Oeen Polobitza , nahenndt an der ianngen Pmggen » drey 
mein. Geen Rostowsze ; geen Pesitzateitz drey meill. Geen Briesty» 
ain Schloss ynnd grosse Lyttisehe Stat, ligt am wasser Buh genannt» 
Tier roeill. 

Von Briesty geen Camenetz, ain Schloss» darlnn ist ain geniaurter 
Runder Tburn, ynnd (Bl. 308*.) ain guette littiscbe Stat Von Ca- 
menetz aus sein zway wasser Osehna rnnd Veschna. FOnff meill. Von 
Camenetz geen Sclieresehowa, ain ganntzNewStätl, hatdieKhfinigin 
dasselb guet, (ist aines Edlmans Hof gewest,) Erkhanfil ynnd das 
Stfttl yon neuem Erbawen, fönff meill. 

Von Camenetz aus ist ain Waldt , zehen meill lanng ynnd das 
Stätl ist darlnn gepawen , darbey rindt aueb ain Paeb» Listoa. Rindt 
auch jfHr Camenetz. 

Von Scberesebowa geen Nouidwor fQnff; geen Porosona 9 zwo ; 
geen Volkbowitza *) yier meill. Die schönest berberg an dem weeg. 
Von Porosoua zeucht man nuer ybersich in die Hoch ynnd ist doch 
khain Perg. 

Von Volkhowitza geen Piesky *), ist ain schlecht StitI , ist ain 
Scbloss dabey, yier meil. Da Rindt ain zimblicb wasser, genannt 
Selua» kbumbt aus Wolin in Reissen ynnd feilt in Nemen. 

(Bl. 308^.) Von Piesky geen Moscu, ain Stätl, da Rindt der 
Nemen für» ain yasst schöne Pruggen, guet yon holtz, yber den Nemen, 
das Stfitle hat yon der Pruggen den namen, ain meill. Von Moscu 
oder Pruggen geen tzutziua drey; geen Basilisky drey; geen Radowj 
fttnff; geen Hestlitzkbain zwo; geen Rudnickj ^) fänflP; ynnd yon dann 
zw der Wildt yier meill. 

Die Hanndlung was nach Khünig Hannsen in Hungern Todt. 
Daselbstn mit KhOnig Sigmunden mein sach oder beueleh yerricht 
ynnd wider abgefertigt. 



*) Rosawa. 

•) Wolkowisk. 

*) Bielica am Niemen. 

^) Rudniki an der Mereczanka. 



326 IMO. 

5. Oct. Den FünSlen October von der Willd ausgezogen geen Rudnickj, 

vber nacht, vier meill. Zwischen Rudnickhy ynnd Radonj Rinnen die 
Meretz, Vischnitza ynnd Saltza. 

Von Rudnickhy geen Radonj Siben meill; darnach sein geen 
Yasilisky fttnff. Von dann geen tzutziua drey meill. Darnach 
{BL 309^.) geen Moscu ist die schön gross Pruggen vber den 
Nemen, oder wie es die Preyssen nennen die Muml. Drey meill. 

Von dann geen Piesky ain meill. Da ist ain Schloss bey mnd 
Rindt das wasser Selwa. Darnach geen Volkhouitza » ist ain guet 
Littisch StfitI» ain schöne herberg bey ainem Edlman, vier meill. 

Von dann geen Parosoua, ain Pollnischer wiert, yier meill. 

Darnach geen Nouidwor, ligt gar am Waldt, zwo meill. 

So man ausferdt khumbt man in Waldt auff lanngen Prüfen» 
nahenndt ain halbe meill. Dann im Wald ain ansechlicher Kretzin 
oder herberg. Hat holti mnd wasser genueg, das annder bring mit 
dier. Der Waldt haist Trosna, vierthalbe meill. 

(Bl. 309*.) Von dem geraöss Enntspringt der Nareff fluss etc. 
Rindt in Mittenacht. 

Darnach geen Schereschow» das Newstutl, so die Khfinigin im 
Wald angefanngen zu Pauen, Annderthalbe meill. 

Dariwischen Rinnen zway wasser, die Biela vnnd die Ilsna. 

Von Schereschow geen Camenetz fünff meill ; ligt nun ausser- 
halb des Waldts. 

Von Camenetz geen Briesty fiinff meill. 

Von Briesty geen Piestotzetz drey; yondann geen Laraasch zwo; 
ynnd geen Polowitz ain meill. So man yon Polowitz aus, zeucht man 
auch yber grosse Pruggen, ist ain gross gemoss, ynnd khumbt geen 
Partzow, drey meill. 

Polin. 

Die Stat Partzow ist eingefanngen mit kh\en(BL 310\)werg «). 
Ee man yon Litten in die Stat khumbt, Rindt das wasser Jassonicka. 
Ist die Littisch Gränitzen, ynnd Partzow ist in Polin. 

Von Partzow gen Polechowitza drey meill. Von dann geen Khien, 
so am Viepers ligt, drey. Darnach geen Lublin drey meill. 



^) Wohl Maaern aas Lehm. Vergl. Scbmeller 2, 357. 



154a. 327 

Lublin» ain Tmbgeinaarte Stat mit gemaurta Heusern, hat ain 
Schloss gegei der Stat yber auffainem sondern PQhel Da sein grosse 
märekht. 

Von Lublin geen Rabin zwo meill. Von dann geen Vrsendow, 
ain Eingefanges Stätl, das ain Thor gegen Lublin ist gemaurt» drey 
meill. Geen Sauichost, ligt das Schlos an der Weyxi am Lannd gegen 
Vrsendow, das Stätl mit ainem Cioster herüber an ainem Puhel, auch 
an iem(Bl. diO^^seiben wasser, fttnff meill. Geen Sandomier, ist 
ain zimblich erpaut ynnd gemaurt Schloss mit etlichen Zimern fQr 
den KhOnig, die Stat hat auch ain Maur, ligt an der Weixl, zwo meill. 
Von Sandomier geen Podkhzreeuitza zwo; geen Oseckh zwo meill; 
geen Polowitza am wasser tzerna (oder Schwartza) , bey dem Stätl 
fecht man zw seiner Zeyt die Laxen, zwo meill. 

Von Polouitza geen der Neustat Gortzin, ain gemaurt Schloss 
mnd zimbliche Stat, Sechs meill. 

Von der Neustat sein yill Khretzin hintzt geen Crackhaw , thuet 
zehen meil. Dahin bin Ich am Achzehennden Octobris khomen. is. Oct. 

Den Ainvnndzwaintzigisten zw Crackhaw ausgezogen vnnd zw 21. Oct 
Galitz bey dem herrn Seuerin Bonar beliben. Daselbst (BL 31 V.) 
hin herr Petter Khmita Sabinskhy, Vayuoda zw Crackhaw ynnd Gross- 
marschalch, zw dem fruemall khamb, sich yasst enntschuldigte, Weill 
Er all Sachen wider mein herrn gehanndlt. Annderthalbe meill. 

Darnach geen Satur, Schloss ynnd Stat, ligt yon Crackhaw 
zuraitten Sechs meill. Von dann geen Auschwitz zwo meill. 

Schlesien. 

Damach geen der Pless drey meill. An das Schwartzwasser 
zwo, vnnd geen Freystätl zwo meill. 

Märhern. 

Geen der Ostra zwo ; geen AlltendorflP Annderthalbe meill ; geen 
Peterswaiden (BL Sll^.J ain halbe; geen Sedlitz aine; geen Titzein 
ain meill. Von Titzein sein zwen weeg. Der Erst nach Olmüntz 
khumbtman geen Weissenkhirchen zwo meill, geen Lipnickh aine, 
dann geen Olmüntz drey meill. 

So man aber nach Cremsier zeucht, khumbt man geen Husta- 
petz 9» ist ain Stätl ynnd Edlmanns Sytz an ainem grossen Teicht, 



^) Hustopetseb. 



328 



1S40-1B41. 



ain meill ; von dann geen Kholitz ^) , ain khlain Stdtl mit ainem zer- 
rissnen Schloss , des von OlmOntz , ain (?) meiil. Darnach geen 
Wistritz»), ain Stätl ynnd Sehtos, Annderthalbe meill. Von dann 
geen Cremsier an der March dritthalbe meilK 

Von OlmQntz geen Prostowitz, ain New Stätl des Herrn von 
Bernstain, zwo ; geen Wischa zwo. Von Cremsier sein geen Wiscba 
auch vier. Wischa , ain guet Schloss ynnd Stätl des herm von 01- 
mtintz. Von dann geen Scharaditz zwo meill ; geen gross Nemtzitz 
zwo; geen Wistemitz an der Teya aine ; (Bl. 312*".) geen NewdorflF 
zwo; geen Mistlbach zwo; geen Vlrichskhirehen drey. Vnnd geen 
28. Oet. Wien, den 28. Octobris, khomen, drey meill. Denselben tag zw KO. 
Maj. in die Newstat gefaren. 

IndemJar hat sich das Erdtrich in Österreich, in Polin ynnd 
Lytten angezündt. Bin an yill orten durch die Pranndt geraist. Hat 
yngeuarlichen ain twerche hanndt ynnder sich geprenndt. 

Geen Rab zu dem Obersten. 

13. Dec. Den dreyzehennden Decembris hat mich die Kü. Maj. etc. durch 

Franntzen Vicin eruordert. Bin desselben tags von Wienn in die 
Newstat gefarn ynnd in der Nacht eingelassen worden. 

14. Dec. Den yierzehennden abgefertigt ynnd nach Prugkh, Alltenburg, 

geen Rab zw dem Obersten, {BL 312*.) herrn Leonharden von Vells. 
Dann der khrannckhait halben abziehen mueste, zuhanndlen , wie die 
Oberst haubtmanschaffl versehen werde. Zwen tag daselbst bliben 
ynnd wider in die Newstat gezogen. Vnnd darnach wider geen Wienn. 

(B1313\) 1541. 

An Hof. 

13. jsnner. Den drcyzehennden Januar}' bin Ich an hoff in die 

Newstat eruordert, der Saltz Staigerung ynnd annderer hanndlung 
halber. 



') KelUch an der Juchina. 
«) Bystmts. 



i84i. 329 

Geen Comorn 
zw dem Obersten. 

Im Februario Bin icb zw dem Obersten yelldhaubtman , herm 
Wilhalbmen tod Rogendorff» geen Comorn gesebickht worden. Am 
Acbtrnndzwaintzigisten ausgeraist zw Wienn ynnd zw vischamindt 2S. Febr. 
yber Nacht beliben. 

Am Ersten Marey geen Preinkhirehen. Dann geen Raekhendorff, i. Mirz. 
Sannd marein *). Am Anndern tag geen Heger *) vniid Comorn. 2. MSrx. 
Mein benelch yerrieht. Ynnder anndern beclagt sieh der Oberste : 
^Naehdem Er numaiis (BL 313^.) Allt, gftchzornig, vergessen, bey 
den khriegsleotten yerhasst ynnd zw solichen Sachen ganntz ynge- 
schickht, darumb begerte an mich, der Kü. Maj. etc. nochmalls soll* 
ches anzuzaigen. Zubitten Ine des Ambts zw erlassen. Er welle aber 
nichts minder im yeldt auff sein aigen Cossten bleiben, ainem Jegcii- 
chen Obersten gehorsambzulaisten, ailain ainen ausgenomen : Niciasen 
Jurischitz, mit dem Er aus yrsachen, die er mir nennte, f nichts fnent den ainen 
zuthun haben wollte.** Den Ftinfflen tag wider yon Comorn geen ^^^^ (h.) 
Meger ynnd Rackhendorff, Vischamindt, ynnd am Sibennden wider ^' ^^^' 
geen Wienn. 

Mit Graf Niciasen 
von Salbm zw dem Turso. 

Den dreyynndzwaintzigisten Aprillis hat mich die KQ. Maj. etc. 23. ApHi. 
Graf Niciasen yon Salbm znegeben, zw seinem Stief Schweher herm 
(BL 314*.) Alexy Turso, Stathallter in Hungern, seiner Gemahell 
Erbschafil halben zuhanndlen. Zw Schinta gehanndlt, das ganntz 
Monat ansbliben. 

In das Veidleger ynnder Ofen. 

Am Ersten Augusty hat mich die KO. Maj., neben der R5. Kay. i. Aog. 
May. etc. Orator herrn Johanns Thomas Picus * Grauen zw Mirandula, 

* Graf Galeotus zw Concordia hat seines yaters brueder Johan- 
nem Francisoum picum graffn zw Mirandula jn seinem haus yberfalln 



') Ragendorf am rechten, St. Maria, d. i. Somorja am linken Donanufer. 
*) Nagy-Megyer auf der grossen Schütt-Insel. 



330 iMi. 

in seiner KQ. Maj. Yeldleger, So ynnder Ofen an Sanndt Gotiiarts 
Perg ynnd im Cronfeldt gelegen, gesehickht, mit beueleh vnnd 
gwallt, mit Khönig hannsen Witwen ynnd Iren Räten in Ofen auff all 
Eerlicb ynnd zimblieh mittl zuhanndlen, damit der TOrgg, der nun 
sein beer gegen dem ynnsem gelegert ynnd Er mit seiner maebt 
bemacb Eilltn, nit in Ofen kbäme. Aber da wollte (BL 31ä^.) man 
nicbts boren. Reden, nocb banndien. Darumb wir baid yngetboner 
sacben abzieben muesten. 

Der Oberste wart mit ainer kbugl, so nunmalls anganngen ynnd 
müedt was, am Ärmb besebedigt, die Roren Proeben <)• Die Veindt 
naebneten sieb. Er ligenndt beelagf sieb wie yor seiner Ynsehiekh- 
licbait ynnd geprestang. „Also (spriebt Er) bringt micb mein berr 
ymb mein Eer, leib ynnd leben I** Hatte nocb ainem anndern an sein 
stat zusebickben. 

Abzug yon Cronfeld ynnd sannd Gotbartperg. 

Vnnser b5er wollt des Türckbiscben Kbaisers bör ankbunfR nit 
Erwarten. Namb den Abzug am Ainynndz waintzigisten , muest 
(J?/. 315'.) yber die Tbunaw. Das VnglQckb was mit gwallt da, der 
Windt bat yilmallen die Scbifpruggen zerrissen ynnd sein in sSlieben 
Abzug yberfallen worden. Vill gueter Leutb sambt allem gesebütz. 
des yill gewest, sambt Munition, Profanndt, Scbiffungen ynnd was zw 
solicbem notdurfltig im Leger ynnd zwPesst yerbannden, ain Vberfluss 
yerlom ynnd yerlassen. 

Daselbsten sein zwen meines namens beliben: berr Cristoff, 
meines Brueder berrn Hannsen Sun, ynnd berr Franntz, meines Vetter 
berm Wernbardins Sun. 

Raiss zw dem Türgkben. 

Der TOrggisch Kbaiser kbamb berzue ynnd legert sieb Oberbalb 
Ofen: ynnd weill alles yolckb, so yberbliben, in der flucbt, was 

ynd yor ainem Crueifix kbnieenden sambt desselben Sun Albertum 
Ermordt ynd die grafscbafft eingenomen. Der obn yermeldt Jobannes 
Tbomas picus graff yon Mirandula ynd eoncordia was des Albrecbtn 
brueder. (H.) 



^) D. 1. die Armrdhre. 



iMi. 331 

kbain (Bl. 815^.} annder g^dannekhen, dann derTQrggwürdseiüem 
8jg DOoh fOr aus yernickhen. Daramb bat die Kfi. liaj. etc. micb mit 
sonndern gnaden. Am SibenTnndzwaintzigisten Aagusty, zw der New-* n. Ang^. 
stat angesprocben, damit Ich die Raiss zw dem Tflrggen in PotschaiH- 
weiss annftme. Wiewoll es mir bescbwftrlicb, in solicber flacht mnd 
sorgen Weib, baab ynnd guet zuuerlassen ynnd meines leibs halben 
ganntz gefärlicb , zw dem das allennthalben hOfftig ^ gestorben , So 
bab Ich doch aus mein Treuen gegen meinem Herrn ynnd meines 
Vatterlanndts micb bewilligt» die Raiss zutbun. Die Kfl. Maj. nennt GraffNicUsoTon 
mir zwen» welieben Ich wollt zw ainem mhComissarien. Stellt mirs MarxnBekn ron 
in meinen willen. Allso bin Ich auff die Raiss khomen. LeopoidsUrff.^ 

Am dreissigisten Augutty bat die KbQ. Haj. mich zw Schadwienn so. Aug. 
gar abgefertigt. Am 31. bin leb geen Wienn khomen. si.Aug. 

(Bl. 316*.) Am anndern tag September Bin Ich yon 2. Sept. 
Wienn geen Prespurg am wasser gefarn, auff ainem Bregentin *), 
mit ainer Eerlichen geselschaffl yon Teutschen, Walhen, Bebamen 
ynnd Härbern. Da fannden wir Graf Niclasen yon Salbm. 

Am dritten tag bin Ich weitter yon Prespurg abgefarn bintzt 3- Sept 
Sannd Marein in die ScbQtt. Daselbst fannd Ich berrn Lienbarden 
yon Velss, der das zertrennte Voickb wider souil müglicb zusamen 
bracht. Wenig tag daruor was berr Wilhalbm yon Rogendorff da- 
Selbsten gestorben. Graf Nicias von Salbm khamb auff den Cotschien 
wägnen zw der Nacht hernach. Man schreibt berrn Wilhalbm yon 
Rogendorff scbftnndtlich nach, mit ganntzer ynwarhait. Er hat Treu- 
lieb ynnd frumbkhlich gehanndit, nach seinem Pessten yersteen. 

(Bl. 816*.) Am Vierten sein wir am Wasser ab, ynnd ynnder- 4. Sept. 
wegen die Wälhischen schiffung ankhumen, die zwRQckh aufzohen, 
dauon wir noch ein Bregantin namen ynnd fuern geen Comorn. 

Am Fünfiten fuern wir geen Graan. Da wartet ynnser des 5. Sept. 
Tflrgkben lebendigs glaitt, Cassum Beckh. Der gienng mit ynns am 
Sechsten tag in ynnser Schiff, fuern geen Plintenpurg »). Da namen 6. Sept 
wir auch ain Nassarn Schiff *) zw den anndern. Vnnd noch des tags 



^) D. i. htaflig ». sahlreieh. 

') Brigantina => ein leichtes, zweimaatigea Schiff. 

») Viseghid. 

*) Wachschiff. Yergl. Stephan Gerlachs Tagebach der tfirkischen Gesandt- 
schaft Kais. Maxiinih'an*s n. und Rudo1ph*s II. 1573 ff. FrkfH. a. M. 1674* 
Fol. S. 7 und 531. 



332 



1841. 



in des Tfirggen leger, was am Erichtag oder tzinsstag. Ee wann wir 
zw Lannd khomen» khumbt der TenUch Thulmatz. Thfirckhisch haist 
Dolmetsch Dragamen. Sein Namen was Machmut, (Der bt zw Wienn 
geborn, aines Khramer Sun, Jacoben yon Plbrach, (Bl. 317*,) Sein 
Tauffnamen was Sebold) in ainem khlain schifflein zw ynns, der ynns 
Jeder zeyt gedolmätscht hat. Redt ynnd erzaigt sich guet. Got wesste 
sein hertz. 

Desselben Abennts, was es etwas spat, aber nichts minder kha- 
men vnns enntgegen hintzt an das wasser der Zausch Bassa mit ann- 
dern vill Türggen. Man brachte vnns auch Phärdt, darauff wir in das 
Leger Ritten zw mnserm gezellt oder höer hatten, die Eerliehen 
aufgericht vnnd mit grossen Tebiehen das Erdtrieh bedeckht ynnd 
zuegericht was. Ain Pogenschuss yon des Russtam Bassa hotten, 
darzwischen nichts dann ain grosser Platz was. Wir speisten ynns 
desselben Nachts yon ynnsem Scbiffen. Vnnd der Russtam Bascha 
liess sich derhalben Enntschuldigen , weill man ynnser ankhunfit nit 
gewislichen gewisst bette. 
7. s«pt. (Bl. 317*.) Am Sibennden tag warn wir fdr den Rustam 

Bascha bracht, der auff ainem nidern Sessel sass ynnd gegen ynns 
aufgestannden, die hanndt Pote, dann ynns auch gleichmftssige Sessel 
oder Stfiel liess bringen. Hört ynns also sitzenndt Der Dolmetsch 
khniet neben ynns ynnd setzt sich dann auff seine f&ess nach Irer 
gewonhait. Der Rustam Bascha sprach: „wü* sollen Ime alle sachen 
anzaigen. Er wäre der Obreste herr.** Das wir dann thatten. Darnach 
muesten wir zw dem Mechmet Bascha , so ynnser Voickh yberfallen 
ynnd geschlagen, geen, den auch zuuerEern ynnd zubitten, das Peste 
zuhanndlen. 

Dann weitter zw dem Husram Bascha. Vnnd wieweit wir khain 
wissen gehabt, das Suleyman zw Bascha erhöcht ynnd zw Innhaber 
Ofen fQrgenomen , ynnd khain Eerung fUr in bracht betten , Nichts 
minder haben wir in auch besuecht. 

Vor ynnser ankhunflFt hat der Khaiser beuolhen, (BL 3 18*.) des 
Khünig hannsen khindt zw sich zubringen. Mit dem sein auch alle 
Räte, der Brueder Georg MQnich ^), ynnd annder mit khomen. 
Indem hat der Turgkh die Janitschärn zw der Stat geschickht, Alls 



^) Der Pauliner Eremit Georg Martinuzzi. 



1541. 333 

sollten sy das khindt Tnnd Räte vor ybl behfiettea. Alls die mit dem 
khiodt aus der Stat, gienngen die Jänitzarn hineia. Also ist Ofen ein- 
genomen. GleichwoU das khind ynnd Rate wider hinziehen lassen. 
Ausserhalb Valentin Tdreckh, den behiellt er verwarten. Also ist 
Ofen in des Torgkhen hanndt khomen. 

Am Achten tag warde vnns khürtzlich angesagt. Wir sollen för s. sept 
den Khaiser. Wir Ritten palld hin. Alls wir lanng dureh das hör 
zugen, khamen dann, da lannge zeylln Reitter hiellten an baiden 
seitten. Den thetten wir, nach des Tnlmätsch leer, mit naignng ynnser 
khöpf die Eer, vnnd sy dergleichen rnns herwider sittigclichen. Wir 
warn gefflrt zw ainem (Bl. 316^.) schönen gezellt, das stundt alls 
zwen hanndtpfichssen schuss Ton des Khaisers gezellt. Dazwischen 
auch khain anndere gezellt gesetzt was. Da stunden wir ab vnnd 
bliben mit ynnserm gesindt. 

Neben disem gezellt ward ain yasst gleichmassig nahenndt ?nnd 
neben dem ynnsern, dahin worden wir beruefft. Darinn warn: der 
Rustam Bascha, Mechmet Bascha ynnd Hechmet weg^, so auch 
ynnser Volckh am abzug hat helffen yberfallen. Sy sassen neben- 
einannder auff nidern Sesseln. Gegen dem Thor der Hütten, so man 
zw dem Khaiser gienng, Sassen zwen Oberste Richter woll hindan 
ynnd etwas hinder den Baschaen. Bey dem anndern thor, wie wir 
Einganngen sein, Sass ainer auf ainem yierfachen Tehich aufF der 
Erden. Ist der Canntzler gewest. Die stunden all gegen ynns auf. 
Dann warden ynns auch (BL 319*.) gleichmässige Sesseln bracht, 
ynnd sassen gegen den dreyen Baschaen yber. Redten allerlay. In 
dem bringt man noch ain sölichen Sessel, Setzt den zwischen ynnser 
ynnd den Bassa. Darüber deckht man ain weiss tuech, dann setzt 
man ain weittes Zinplat ynnd lannckhlets Prot, Rings neben dem 
RaniR des Plats herumb. Man gab den Bassaen ynnd ynns Jegclichem 
ain schön Tuech, yber die schoss zudeckhen , darzue Jegclichem ain 
Seruett, nit weiss, aber gleichwoU sauber. Dann so bracht man die 
Speiss in ainer Erden grüenen SchQssl, die setzt man in die mitt des 
Fiats. Daraus namb Jegclicher mit den fingern was er wollt. Wir 
brauchten khain messer. Es warn bey Acht oder Neun Rieht. Assen 
forderlichen hin. Zwletzt, da alle sachen aufgebebt waren, bracht 



*) D. i. Mechmet-Bey. 



334 



1S41. 



man Jegclichem ain khlainere schflssl Ton Erden mit Sflessem Wasser, 
(BL 319\) auff ainem Zyn alls ainem Tdller, sutrinekhen. Den 
zwayen Richtern was gleichermassen auff ainem Sessel die Speiss 
gegeben, auch dem Canntzler auff der Erden. Nach der Malieyt 
gienngen die drey Bassa zw dem Khaiser, Hessen ynns in der hütten. 
Dann warn wir auch beruefft» gienngen hin yber den Platz zwischen 
den hotten. An baiden seitten sassen ynnd stunden die Janitzarn 
ynnd annder, aines gemainen Pogen schuss weitt yon einaander, den 
wir auch Eer erzaigten, ynnd sy ynns herwider. Es khamb ye ainer 
gegen ynns, yermonendt mit der hanndt zaigenndt, Alls sollen wir 
förderliehen geen. Wir aber behiellten ynnsem zimblichen ganng. 
Khamen allso in die Erste des Khaisers hdrhütten, darinn seine Ver- 
schnittue stunden. Es was ain Tueeh in mitten durch dieselb hütten 
gezogen für den Pamb, Also das (BL 320*.) niembt durch die 
Hütten sehen m5cht Alls wir durch dieselb hütten khaoien, sein 
ettlich wenig Schritt (in die Hütten) 9 darinn der Khaiser was. 
Alls wir ynnder dieselb hütten khamen, fanden wir den Khaiser sitzen 
an ainem Stuel, den Ich Gk ain Petstat hallt der leange ynnd Praite 
nach. Ist gülden zusehen gewest. Vor sein stunden die zwea fiustam 
ynnd Machmet Bassa. Der dritte was yor nmser ausganngen. Es 
stunden noch Ir zwen, auff yegelicher seitten ainer, mit laimgen Ste- 
hern. Die zwen Bassa khamen ynnd namen den Grauen *) Jegclieher 
bey ainem Armb, ynnd f&erten den zw dem Khaiser, damit Er Ime die 
Recht hanndt, so Er am khnie hallten het, khüste. Mich hiellt man 
dieweill ynnder der Thur der hätten, hintzt der Graf khame. Dann 
föerten sy mich gleichermassen hin zw dem Khaiser, die haudt 
zukhüssen. 

(Bl. 320\) Alls wir da stunden, spricht 4er Khaiser •): „Was 
sagen sy? was wellen sy?** das getolmetscht der Rustam Bassa. 
Spricht: „sagt nun alles dem Khaiser, was Ir mir gesagt habt.^ Dann 
sagt Ich den grues. Darnach benennt leh die yerEerung, die stundt 
an der anndern hütten, das der Khaiser die sitzenadt mdcht seilen. 
Zum dritten erzeilt Ich die Sachen darumben wir geschiekht warn. 



^) Aas der Pestlier Handschrift ergfinzt. 

') N&mlich den Grafen Nicias Salm. 

') Diess und alles Folgende zu Rustem-Bascha. 



mi. 338 

Auff etliche meine Reden spricht der Khaiser : „Haben sy nit mein 
Bassa gesehen ?*" Zaigt mit der hanndt an Meehmet Sascha. So Ich 
darauff Anntwort gab, spricht der Khaiser: »»Haiss das steen lassen 
ynnd das sy fttrbas Reden. ** Nach Tolbrachter Red spricht der Khaiser: 
„Haben sy nicht mer?** Sagt Ich: „Yetzo nit mer."" AlUdann spricht 
der Khaiser: „Haiss geen.*' Mit de« wir ynnser Reuerentz thfttten 
vnnd zugen hin. 

(BL 321\) Am Nennten tag haben wir auch mit dem Russtam 9. sept. 
Bassa lan^g gehanndlt. 

Den Zebennden hat man ynns in vnnser hütten bracht yegclichem io- ^p^ 
zwen Türggisch Rockh ynnd fönff khiaine stückhl gemainer Seiden, 
vnnd Jegclichem Fflnff Tausenn t Asper, darzue etliche stQckhl geringer 
Seiden flir vnnsere leuth, so mit vnns gezogen sein. Desselben tags 
sein wir wider in den yerEerdten Türggischen Röckhen filr den 
Khaiser bracht, in massen wie ror, Allain das wir mit den Bassaen 
nit geessen haben, ynnd in der hatten, darein wir Erstlichen gefüert, 
mnesten lanng warten, hintzt der Khaiser geessen hette. Wir sahen 
in gnldea oder yergflUten schflssebi das Essen in die Hütten tragen. 
Ynnd alls wir darnach ynnder des Khaisers hotten khamen, ynnd 
der Graf hinzue geAlert, die hanndt gekhüsst, ynnd Ich hinaeh zw 
dem Khaiser khanA, (Bl. 321^.) Mocht Ich mich so tieff nit nider- 
lassen, damit Ich die hanndt het mtgen khQssen, ymb das mir zuuor 
ain grosser Weetagen in die Lenndt khumen was, darumb sprach Ich 
zw dem Rustam Bascha in Windischer sprach, (dann Er in derselben 
Zungen geborn was) : „Ymb gottes willen, hilf mir. Ich mag nit !^ 
Er thet mir khain hilff. Aber der Khaiser yerstundt das ynnd hebt 
sein hanndt nahenndt ain spann hoch yon dem khnie , damit Ich die 
mit dem mundt erraichen möcht. Das Ich Ime ye zw amer gOete ynnd 
Barmbhertzigkhait Raitten ynnd auslegen muess. 

Alls wir umn stunden, spricht der Khaiser: »Was sagen sy? 
was wellen sy?** darauff Ich Anntwort gab nit annderst, dann das wir 
ainer gueten Anntwort auff ynnsers herm Khünig begem gewartenndt 
sein. (Bl 322\) Darfiber spricht der Khaiser: „Haiss geen.'^ Mit 
dem schieden wir ab yon dem Khaiser ynnd in ynnser gezollt. 

Denselben tag liess ynns der Bassa durch das h5r fliern, ab ynnd 
neben der Thunaw, die schiffungen, die sy brachten ynnd die sy yon 
yuks erobert, sambt rill ynnsers genomen geschfltz zusehen, ynnd 
ganntz ynnder der Stat ynnd dem Schloss an dem Wasserthurn f&em. 



336 1S41. 

da Er dann auch stunde auff der Erden, vnnd Hess ain gross Allts 
stüekfa Füchsen mit ainem lanngen dickhen Puluersackh in den wasser- 
thurn ziehen, daran allain das khriegsyolckh zohe. Alls Er vnnss ma- 
nicherlay fragte ynnd schier wider lassen wollte, spricht Er Windisch 
zu mir: ,,Was hastu gesehen?* Sagt Ich: „Aines grossmechtigen 
herrn grosmächtigkhait.** Das Im seer woll gefiell. 

Darnach fürt man ynns wider durch das (BL 322*.) höer nach 
der lenng auff, ynnd dann yber ain hohen POhel, darauffich nit möcht 
meiner oben yermellten schwachhait halben Reitten, Aber der Graf 
mit der Geselschafft. Die haben in ainen anndem Poden auch ain 
grosses h5er gesehen. Darnach khamen wir zw etlichem seinem 
Yeldgeschütz. Das lanng ynnd geringist stundt zw Obrist gegen 
ynnsern Lanndt. 

11. Sept. Den Aindlefilen tag beruefft ynns aber der Rustam Bassa. Nach 

yill Reden hat Er zwen brief, in gülden säckhelln eingemacht nach 
Irer Art , daran Zettln stunden. Die besach Er , ynnd nimbt den ain 
nach der lenngs, druckht den an sein mundt ynnd dann an sein Thum- 
backh, ynnd Raicht den dem Grauen ynnd spricht: ^Gib den brief 
niembt dann deinem Khünig.*' Mit dem warn wir abgefertigt. 

(Bl. 828'.) Ynns war ain tzausch zuegeomndt, der für ynnd 
an bey ynns in ynnser hütten belib. Thet ynns khain beschwärdt. So 
bracht man ynns auch am morgenns, nachdem wir zw nachts khomen 
warn, ain yässl wein, etliche Casti*aun , Auch etlichs Rindtfleisch, 
darzue auch ettliche Zuckherhäet. So Assen auch annder Türggen, 
ynnser ynnd annder Dolmätsch täglich mit ynns. Warn gueter Ding. 
Aber des tags, alls wir morgenns yon dem Khaiser solten ynnsern 
Abschied nemen, khamen die ynns die speiss betten geben, begerten 
gellt, ymb das sy ynns gedienndt betten. Alls wir Inen das gaben, 
khamen darnach Nymmer, gaben ynns auch nichts mer. Wir haben 
yill leuten geben müessen, die ynuerschambt darumb angehallten 
haben. 

12 Se t ^^^ zwelfflen tag sein wir widerumb (BL 823*.) auff ynnsere 

Schif ganngen. Ynns niembt dann der tzausch ynnd der Dolmätsch 
beglaitt, ynnd allso ybersich gefarn. Den tag nit gar geen Plinten- 

13. Sept. purg raichen mügen. Aber am dreyzehennden daselbst ankhomen, 

ynnd furter geen Graan gefarn. 

14. Sept. -^™ Yierzehennden bin Ich auff ainem Nassade schiff, ynnd herr 

Anndre Graf zw Gorckha, des Khünigs zw Polin Potschafft, der auch 



im. 337 

daselbsfn im leger bey dem Törggen gewest, mit mir geen Comorn 
gefarn. 

Am Fünffzehennden auf Cotzien Wägnen geen Sammarein 15. sept. 
khomen, da Ich den Graf Anndreen gelassen. Graf Niclas ist fiiraus 
nach Prespurg gefarn. 

Den Seebzehennden hab Ich zw Prugkh an der Leytta geessen. 16. Sept. 
Da es dann gestorben bat *), yerhoiR leb ain Pesser leger zu haben, 
vnnd bin geen Trautmanstorff (Bl. 32i\) kbomen. Fanndt da herrn 
WoliTganngen Pranntner, hoehmaister Sanndt Georgen Ordenns; heiTn 
Wilbalbmen Ton Pueebaim, Lanndtmarsebaleh in Osterreich» vnnd 
sein Gemahel, der dann solicb herrschafit von dem hoehmaister Inn- 
gebabt hat Die Emphienngen mich woll. Blib yber nacht. Es warn 
bey zwaintzig Person aus dem Schloss gestorben. Nit vill weniger 
lagen noch khrannckh, des alles mir nit wissenndt was, hintzt mor- 
gens frue. Den Sibenzehennden fuer Ich geen der Newstat. Des tags 
ward die Fraw zw Trautmanstorff kbrannckh, baid herrn palld dar- 
nach. Dieselben zwen sein auch gestorben. Es starb desselben Nachts 
auch Yeyt von KhQnigsperg, Yerwallter der haubtmanschafft vnnd 
Schloss daselbstn zw der Newstat. Ich muest da bleiben, mein Cotschy 
mocht nit weitter. . Am Achzehennden (Bl. ^24^J wollt Ich zw is. Sept 
Neunkhirchen das frueraall nemen. Alls Ich zw der Herberg khamb, 
war ainer erkhrannckht, darumb Ich hinauss geen Glockhnitz fuer 
Tnnd dann geen Clam, da es allennthalben nahenndt ausgestorben 
hette. Blib zwen tag da , vnnd dann yber den Semring. Mocht nit 
Reitten, bin hart gefarn. Vnnser Ausgeber oder Schaffer , Balthasar 
Burger, starb an der Raiss zw Wienn, vnnd ain Canntzleyschreiber, 
der mir nachgezogen, starb zw Neunkhirchen. 

Am dreyvnndzwaintzigisten, an ainem freytag, geenGrätz kho- m. Sep» 
roen, da Ich ain khlaine sicherhait fannde. Vnnd bin allso die ganntz 
Raiss hin ynnd wider in grossem sterb gewest. Der Almechtige hat 
mir sein gnad mitgethaillt, ynnd hab allso zw Grätz wider ausgerasst, 
damit Ich hab mOgen Reitten, (Bl. 32S'.) ynnd Got Lob, die Sachen 
dermassen yerricht, das der TOrgkh dazumall khain weittern schaden 
gethon, des man sich ye nit yersehen het. 



^) Die Pest raffte in diesem Jabre fast ein Dritibeil der Bevdlkerun^ir Wiens 

hinweg. Mitterudorfer Historia univers. Yindob. 2, 162. 
Fontes, yill. 22 



338 



1542. 



(Bl.325\) 1542. 

Geen Comorn 
2W dem Marggrauen Halignan. 

28. Mirs. Am Achtynndzwaintzigisten tag Harty bin Ich sambt herrn Otten 

von Tischkha ynnd herrn Blasien khuen geen Comorn zw herr hanns 
Jacoben Medices» Marggrauen zw Malignan, Obristen des kbriegs- 
Yolckhs in Gran, ausgefam. 

(Bl 326".) In Honngern zw dem Tursso. 

30. AprU. Den 30^"" tag Apriiis Bin Ich zw dem Stathalter in Hungern, das 

tzypser haus belanngendt, geen Schinta gefam. 

(Bl. 326\) Befreyungfur veldtzug. 

Wir Ferdinannd, Von gottes genaden Römischer KhQnig, 
zw allen zeiten merer des Reichs; in Germanien, zw Hungern, Behaim, 
Dalmatien, Croatien vnnd Sclauonien etc. Khünig; Infannt in Hispa- 
nien ; Ertzhertzog zw Österreich ; hertzog zw Burgundy, zw Brabannt, 
zw Steyer, Khämndten, zw Crain, zw Lutzenburg, zw Wirtenberg, 
in Obern ynnd nidern Schlesien; Fürst zw Schwaben; Marggraf des 
heiiiigen Römischen Reich zw Burgaw, Märhern, Ober vnnd nider 
Lausnitz; Geßirster Graf zw Habspurg, zw Tyroll, zw Pbierdt, Khi- 
bürg vnnd zw Görtz ; Lanndtgraf in Elsass ; herr auif der Windischen 
march, zw Portenaw vnnd zw Salins etc. Bekhennen offennlich mit 
disem brief vnnd thun khundt ailermenigclich, das wir genedigclichen 
angesehen, wargenomen vnnd be(BI. 327^9tracht haben die Eer- 
liche, ansechliche, nützliche, getreue, vleissige diennst. So der Edl, 
vnnser lieber getreuer Sigmundt von Herberstain, freyherr etc., Tnnser 
Rat, weillenndt vnnserm lieben herrn vnnd Anherrn Khaiser Maximi- 
lian, löblicher gedächtnuss, dergleichen der yetzigen Rö. Kay. Maj. etc., 
vnnserm lieben Brueder vnnd herrn, vnns vnnd rnnserm löblichen 
Haus Osterreich gehorsamblich vnnd mit Pessten treuen erzaigt ynnd 
bewisen, ynnd furnemblich, das er sich Erstlichen bey ermelltem 
Khaiser Maximilian in den yeldtzOgen , so Ir Kay. Maj. etc. in Hun- 
gern, dergleichen auch gegen den Venedigern gethon, Jederzeyt 
Eerlich, Ritterlich ynnd wollgehallten; Auch sich yon Irer Kay. Maj. etc. 
alls derselben hofrat ynnd dienner in ansechlichen Legationen ynnd 



im. 339 

Potschafilen zw den KhQnigen von Hungern, Denmarckht» (BL 32V.) 
Polin, auch den GrosfQrsten in die Mosqua , dergleichen zw anndern 
Cburfilrssten Tnnd Fürsten des heilligen Römischen Reichs ynnd in die 
AydgnosschafR, Auch annderer ort, rnnd volgenndt nach absterben 
vnnsers lieben Anherrns Khaiser Maximilian neben anndern ynnserer 
Niderösterreichischen Lannde Gesaondten von ainer Ersamen Lanndt- 
schafft vnnsers FQrstenthumbs Steyer zw obgemelltem vnnserm lieben 
Brueder vnnd herrn, Khaiser Carln, in Legationweiss , auch guetwil- 
ligclieh sehickhen ynnd gebrauchen lassen, daneben Er neben anndern 
sein Raison auff Venedig, Rom , Neapolis , Tolgenndts vber Möer , da 
Er dann nicht mit khlainer geuerlichait leibs ynnd lebenns durch ynge- 
stflemigkhait des Mors auff Sardinia, Maiorica, Minorica ynnd ybitza 
geworffen, ynnd yon dannen in Hispanien (BL 328*.) ankhomen; 
Nachmallen wie wir ynns ynnser österreichischen Lannde Regierung 
ynnderfanngen ynnd angenomen , sich in ynnser diennst an ynnsern 
hof begeben ynnd mit ynns yill ansechlich Raison in die Niderlannd, 
Brabannt ynnd Flanndern, zw hochgemellter Kay. Maj. etc. ynnd sonnst 
yolbracht, ynnd nachgeenndts sich ynns zw ynnderthenigem gefallen 
in ynnsern Niderösterreichischen Lannden Alls ynnser Rat bey ynnser 
Regierung ynnd Camer daselbst in ynnsern hochwichtigen ynnd 
treifenlichen Sachen gehorsamblich gebrauchen lassen; Auchhiezwi- 
schen yill ansechlicher Raison ynnd Legationen zw den Khünigen in 
Hungern, Behaim, Polin, Lytten, Moscouia, Auch Churitlrsten ynnd 
Farssten des Reichs, ynnd fQrnemblichen Jungstiich (BL 328''.) 
nechstyerganngen Ainynndyiertzigisten Jar zw dem Turggischen 
Khaiser Suleyman, nach dem laidigen abzug ynnsers Cristlichen 
khriegsyolckhs, wie der Turgkh den KhQnigclichen Stuell, Schloss 
ynnd Stat Ofen eingenomen, on allen scheuch yorsteennder geuär- 
lichait gehorsamblich, guetwilligclich yolzogen ynnd yolbracht hat, 
ynnd noch täglichs thuet etc. ; Vnnd derhalben, in betrachtung solicher 
lanngwierigen, statten ynnd getreuen diennste, so gemellter yon Her- 
berstain angeregter massenweillenndtynnserm lieben Anherrn Khaiser 
Maximilian, dergleichen der yetzigen R5. Kay. Maj., ynns ynnd ynn- 
serm löblichen Haus Osterreich yon Jugennt auf ansechlich, nQtzlich 
ynnd mit getreuem, Embssigen yleis gethon hat, ynnd in solichen 
(BL 329''.) ynnsern ynnd ynnsers haus Österreich diennsten zw 
seinen yerlebten tagen khomen ynnd dermassen darinnen Eraltet, das 
Er yon wegen seiner Muee, Arbait ynnd schwären Raison dermassen 

22» 



340 



1542. 



mfled worden, das Er sich seiner gedSchtnuss, gesichts mnd gehörs 
zw mermallen vor ynnser beclagt, Haben wir bemellten Sigmunden 
von Herberstain, Freyherrn, alls ynnserm wollverdiennten, AlUen Rat 
▼nnd dienner, genedigeliehen bewilligt, zuegesagt ynnd versprochen, 
das wir Ine nan hinfliro zw khainem Velldzug noch ainichen weitten 
vnnd schwftren Raisen gebrauchen sollen noch wellen, auch Ime 
daneben dise sonndere gnad gethon vnnd Freyhait gegeben, Thun 
auch soliches hiemit wissentlich , in Craift ditz brieffs , das Er nun 
hinfliro weder von vnns noch yemanndt anndern mit (Bl. 329^,) 
ainichen beschw&rlichen Ämbtern: Alls yolziehungder geschdflft ynnd 
letzten willenns, Gerhabschafften vnnd dergleichen Sachen beschwort 
noch bedranngt werden soll, Sonnder yon solichen beschw&rden 
gänntzlichen Ennthebt ynnd Exempt sein. Vnnd wir sollen ynnd wellen 
ynns nun hinfliro an seinen Diennsten, das er ynns alls ynnser Rat 
bey ynnser Niderösterreichischen Camer diene, genedigeliehen be- 
nOegen lassen, Vnnd gebieten darauff allen ynnd Jeden, ynnsern ?nn- 
derthonen ynnd getreuen , Geistlichen ynnd Welltlichen, in was wir- 
den, stanndts oder wesenns die sein, Ernnstlich ynnd yessfigclieh mit 
disem brief, ynnd wellen, das sy bemellten yon Herberstain etc. bey 
diser ynnser begnadung ynnd Exemption berueblich beleihen lassen. 
Ine dawider nicht (Bl. 330*.) dringen noch beschwärn , noch des 
yemandt anndern zuthun gestatten , in khain weiss , alls lieb ainem 
yeden sey ynnser schwäre yngnad ynnd straff zuuermeiden. Das 
mainen wir Ernnstlich. Mit yrkhundt ditz brieffs, besigit mit ynnserm 
khönigclichen anhanngenden Innsigl , Der geben ist in ynnser Stat 
Wienn, den Sechzehennden tag des Monats Juny, Nach Christj ynnsers 
lieben herren geburd Tausennt Fflnffhundert ynnd im zwayynndyier- 
tzigisten, ynnserer Reiche des Römischen im ZweliRen ynnd der 
anndern im Sechzehennden. 
Ferdinannd. 

Ad mandatum Dominj Regis proprium. 
H. Weisperger. 
(Bl. 330^.) Die Raiss yon Wienn geen Craccaw, So 
Ich sambt herrn Adam Carl yon wegen yergleichung 
des tags ynnd maistat der Hochzeit, der Heurat ver- 
zieht ynnd annder notdurfftiger brief etc. 
20. Joni. Den zwaintzigisten tag Juny zw Wienn mit Kü. Maj. etc. aus- 

geritten. Die Muster des ReichskhriegsVoIckh gesehen, so zw nächst 



1542. 341 

Ennhalb der Thunaw Prugkhen gelegen» darüber Marggraf Joachim 
Yon Brandenburg, Cburf&rst, haubtman gewest. Darnach geen Woi- 
ckherstorff zw dem frustuckh geriten , rnnd zw Nacht zw Vlrichs- 
khirchen beliben. Geen Newdorf fttnfF meill , geen Scfaaraditz f&nff, 
geen Przeraw Sechs, geen Titzein flQnff , geen FreystatI Sechs meil. 
Geen Vota, ain Wirtshaus an der Weyxl, zwnächst disshalb der 
Pruggen, Sechs meill. (Bl. 38V.) Für Lipouetz auf ain Krätzin 
Tier meill. Den Achtynndzwaintzigisten in grossem gewftsser aus dem 23- Jum. 
Rechten weeg müessen, mit grosser Arbait vnnd beschwärd vber die 
khlainen Pfichel khumen geen Crackhaw; bey Sechs meilin geraist. 

Am widerzug yon Craccaw wasser halben. 

Den 20. tag July geenRabnstain, neben Ilkusch 9» ßlnff meill. Geen 20. juii. 
Wendin *), ist die Gränitz gegen Schlesien zw nächst vber den Pach 
aus, fünff meil. Damach geen Peutten in Schlesien, zwo meill; geen 
Leibitz ') drey. Damach geen Rudnitz ^) in das Closter drey meill. 
Geen Rotber '), ?asst Posen weeg, drey meill. Von Rotber soll Ich 
geen Troppa ynnd (BL 88V.) dann geen Olmflntz gerad gezogen 
sein. Aber sterbenns halb weichen müessen. Darnach geenHelschin <), 
des Swolsky Stfttl , drey meill. Ain halbe meill von dann Rindt ain 
Wasser Oponitza, das Blärherisch gemerckh. Geen Khünigsperg "^), 
des herrn hinckho yon Freydentall, Annderthalbe meill. Darnach geen 
Wagstat, herrn Wenntzls yon Fulnstain, haubtmans in Troppen 
khralss, Ain meill. Dann geen Fulneckh, herm Virichs tzetteritz, ain 
meill. Den Fünffynndzwaintzigisten für Weissenkhirchen geen Leip- 25. JuU. 
nickh yier meill. Den Sechsynndzwaintzigisten wollten wir nachta.Joit 
Przerow ^), Aber wassers halben muesten wir geen Cremsier ab, 
grosser meill zwo. Geen Wischa yier meill , geen Wisternitz (Ünff 



') Okuss, nordwestlich yod Knikau. 

*) Bendzin an der Czama Przemza. 

') Gleiwitz, südwestlich ron Beathen. 

^) D. i. Randen am Radabach, Cisterzienserkloster, gestiftet 1252 ron Hersog 

Wladislaw ?on Oppeln. 
^) Ratibor. 

*) HalUchin, nicht weit von der Oppa. 
"^) Königsberg, sfidlich ron Hultschin. 
*) Prerau. 



342 



1542. 



80. Jnu. meiU, geen Mistelbach rier meill. Dea dreissigisten geen Wieno 
Sechs meill etc. 

(BL 332*.) Weill dann Ich durch meine Hebe freundt so 
hoch Ersuecht worden, damit wir der herrschafften, der wir Innhaber 
alls ynnsers Erbenns sein , Namen ynnd Wappen vnns gebrauchen 
ynnd dauon schreiben mögen, vnnd die Raiss in polin verhannden, 
da dann auif rill Tittl ynnd Ambter gross geachtet wierdt, hab Ich 
nachuolgunde gnad abermalls erlanngt. 

Neyperg wappn. (H.) 

Wir Ferdinannd, yon Gottes gnaden Römischer Khü- 
nig, zw allen Zeiten merer des Reichs , in Germanien , zw Hungern, 
Behaim, Dalmatien, Croatien ynnd Sclaoonien etc. Khönig; Infannt in 
Hispanien; Ertzhertzog zw Osterreich ; Hertzog zw Burgundy, zw 
Brabannt, zw Steyer, zw Khärnndten, zw Crain, zw Lutzenborg, zw 
Wirtemberg, Ober ynnd Nider Schlesien; Färst zw Schwaben; 
(Bl 332^.) Harggraue des heilligen Römischen Reichs zw Bui^aw, 
Ober ynnd nider Lausnitz; Gefdrsster Graue zw Habspurg, zwTyroU; 
zw Phierdt, zw Khiburg ynnd zw Görtz; Lanndtgraue in Elsass; herr 
anif der Windischen march , zw portenaw ynnd zw Salins etc., Be- 
khennen offennlich mit disem brief ynnd thun khundt allermenigcli- 
chen: Das för ynns khomen sein die Edlen, ynnser liebe getreuen, 
Sigmundt ynnd Wilhalbm, gebrOeder, ynnd Ir Vetter Georg yon Her- 
berstain, Freyherrn, ynnsere Rät, ynnd gaben ynns ynnderthenigclich 
zw erkhennen. Wie der namen ynnd das geschieht der herrn yon 
Neyperg in ynnserm Fflrsstenthumb Steyer abganngen, ynnd dardureh 
derselben Wappen ynns alls herrn ynnd Lanndtsf^rsten ledig worden, 
ynnd dieweil die Herrschafil Neyperg numalls Erblichen leres na- 
mens yon (Bl. 333''.) Herberstain wäre, Ratten sy ynns diemQetigcIi- 
chen, Das wir Inen ynnd Iren gebrOedern ynnd Vettern des namens 
yon Herberstain ynnd allen derselben Erben solich Wappen aus gna- 
den zuuerleihen, dessgleichen auch den Tittl ynnd namen neben Her- 
berstain yon derselben herrschaift Neyperg ynnd darzne der herr- 
schafft Gutenhag, die dann auch Ires namens Erblich sein, sich zu- 
schreiben ynnd die zuhaben , zuuergünnen ynnd sy damit zubegaben 
genedigclich geruechten. 

Des haben wir angesehen die manigfeltigen , getreuen Diennst, 
so ynnss bemellter Sigmundt in yilfeltigen Raisen ynnd in ynnser 



1542. 343 

Niderösterreichischen Camer, ynnd Wilhalbm, alls vnnser liebsten 
Gemahel Stäbimaister, yond Georg, alls ynnser Lanndtsverweser in 
Steyer, tftglicheD, rngespart leibs mnd yermögenns, thoen (BL 333*.) 
ynnd beweisen. Auch hinfOro thun mügen ynnd sollen, ynnd darumb, 
auch yon sonndem gnaden wegen , ynnd aus Römischer Kü"* macht 
yolkhomenhait, mit wolbedachtem muet, guetem, zeitigem Rate, ynnd 
Rechtem wissen dise gnad gethon, ynnd den gemelten Sigmunden 
ynnd Wilhalbmen, gebrfledern, ynnd Georgen lerem Vettern yon 
Herberstain, Freyberrn, ynnsem Räten, ynnd allen ynnd Jegclichen 
des namens yon Herberstain, Manns ynnd Weibsgeschlächt, ynnd allen 
Iren Erben, solich der herrn yon Neidperg abgestorben wappen ynnd 
Clainat, N&mblichen : ain schwartzer Schillt, darinn ain weisser, auf- 
steigennder Wolf , mit yergQlIten Claen ynnd Roter, ausgeschlagner 
Zungen, ynnd auff dem Helbm ain gflldene KhQnigcliche Cron, daraus 
ain schwartze AdiersflOg ausgebraitt, mit gülden geflinder, in Formb 
(BL dSd''.^ der hertz gesprenngt ynnd geziert, genedigclich yer- 
lihen. Verliehen Inen die auehhiemit wissenntlieh, in Crafil ditz brieffs, 
Allso, das sy nun hinf&ro in Ewig Zeyt solich der herrn yon Nejrperg 
Wappen ynnd Clainat haben, fQern, ynnd sich deren in allen ynnd 
JegcHehen EerUehen ynnd Redlichen Sachen ynnd geschafften, zw 
schimpff ynnd Emnst, in Streitten, khempffen. Gestochen, Gefechten, 
Auf Paniern, gezellten. Aufschlagen, Innsigln, ynnd allen anndern 
Sachen, zw schimpff ynnd Ernnst, nach Iren notdurfiten, willen ynnd 
wolgefallen ftteren, sich deren freyen gebrauchen ynnd geniessen 
sollen ynnd mflgen. Des auch all ynnd Jed Mann ynnd Frauenge- 
schlächt des namens ynnd Stamen yon Herberstain, auch Ir aller 
Erben ynnd Erbenns Erben sich nun hinfQro in Eewig zeyt: »Frey- 
herrn ynnd Freyin zw Herberstain, Neyperg ynnd (BL 339:\) Gue- 
tenhag*' schreiben, nennen. Inen auch der Tittl aus ynnsem ynnd 
ynnserer Erben ynnd nachkhomen Römischen ynnd österreichischen 
Canntzleyen gegeben, ynnd yon menigclichen also genennt, gehaissen 
ynnd geschriben werden sollen, yon menigclichen ynuerhindert. Vnnd 
gebietten darauff allen ynnd Jegclichen CurfÜrsten , Fürsten, Geistli- 
chen ynnd welltlichen Prelaten, Grauen, Freyen, herrn, Rittern, 
khnechten, Lanndtshaubtieuten, Lanndtmarschalchen, haubtleuten, 
Vitzdomben, Vögten, Phlegern, Verwesern, Khündigem der Wappen, 
EemhoUden, Perseuannten, Schulthaissen, Burgermaistern, Richtern, 
Räten, Burgern, Gemainden ynnd sonnst allen anndern ynnsem ynnd 



344 



1542— 1Ö43. 



des heilligen Reichs, auch (31.335*".) annderer ynnser Khflaigreich, 
Fürsstenthumb vond Lannde ynnderthoaeD vond getreuen, in was 
wirden, Stanndt oder wesenns die sein, Ernnstlieh vnnd yestigclieh 
mit disem brief vnnd wellen, das sy gemelltn gebröeder vnnd vettern 
die von Herberstain vnnd all Ir Eelieh leibs Erben vnnd derselben 
Erbenns Erben die obgeschriben Wappen gerueblich gebrauchen, 
Sy auch bey vnnserer genedigen erlaubung vnnd vergonung des Na- 
mens vnd Tittls obgemellt vnuerhindert bleiben lassen, dawider nicht 
dringen noch beschwärn, noch des yemanndts annderm zuthun ge- 
statten, in khain weise, Alls lieb ainem Jeden sey vnnser schwäre 
vngnad vnnd straff vnnd darzue ain Peen, benanntlich fönfftzig Harckh 
löttiges golldts, zuuermeiden, die ain Jeder, so offt Er (BL 335^.) 
fräfenlich hie wider thette, vnns halben in vnnser Camer vnnd den 
anndern halben thaill obgemellten gebrQedern vnnd vettern Freyherrn 
von Herberstain Neydperg vnnd Guetenhag vnnd allen Irea Erben 
vnabl5slich zubezallen verfallen sein soll Ongeuarde. Mit vrkhundt 
ditz brieffs, besiglt mit vnnserm khunigclichen anhanngenden Innsigl. 
Der geben ist in vnnser Stat Wienn, den Fünffzehennden tag Decem- 
bris. Nach Christj vnnsers lieben herrn geburd filnffzehenhund^ 
vnnd im zwayvnndvierzigisten, Vnnserer Reiche des Römischen im 
Zwelfflen, vnnd der anndern im Sibenzehennden Jarn. 

(BL336\) 1543. 

Mit der Khünigin Elisabeth in Polin. 

Ist des Römischen, Hungerischen vnnd Behemischen KhOnigs, 
Ertzhertzogen zw Österreich etc. Tochter, Khünigin Elisabeth zw 

21. April. Irer hochzeyt von Wienn den Ainvnndzwaintzigisten Aprillis ausge- 

zogen. Vnnd Ich, alls derselben hofmaister. Mit der Römischen Khu- 

22. April, nigin geen Cornneuburg. Den anndern tag mit schwärem wainen ge- 

23. Aprii. schieden vnnd geen Mistlbach. Den dritten geen Wisternitz, den 
a4. u. 25. April, vierten geen Wischa , den fUnfften geen Olmflntz. Da sein des Khü- 

nigs von Polin Potschaffl Eerlich ankhomen, vnnd die Khünigin Em- 
phanngen, auch verEerdt etc. 

(BL 336\) Von Olmüntz geen Weissenkhirchen , Titzein, 
Ostra, Freystätl, Pless, Auschwitz vnnd geen Balytz, in des herrn 
Seuerin Bonar hültzen schön hauss, da auch die Khünigin mit des 



1543. 



345 



Khaisers Potschaift, Harggraf Georgen von Branndeaburg, deu zwayen 
Bisehoiien zw OlmOntz vand Bresslaw» dem Hertzog Friderich von 
Lygnitz dem JQngern, Yund Hertzog Hanosen Yon Munsterburg, sarobt 
seiner Fürstin vnnd allem Hofgesindt, mit Reittunden Behamen, 
Härhem , Shlesiern ynnd Hungern rber naeht beliben» behaust ynnd 
ynnderhallten worden. 

Am Fönfften tag Mayo zw Craekhaw eingezogen, am Sechsten 5. u. 6 Mai. 
gekhrönndt. Am Sibennden bey geschlaffen. 7. Mai. 

(Hier folg^ auf einem beeonderen Blatte das radierte BildnifsSigitmuDd's II. 
TOD Polen in kreisrunder Form mit der Umschrift: „Sigismondas 2. Rex 
Polonie Mag. Dux Lithuanie aetatis soe Xl**). 

(Bl. 337'.) Inuentary, was ynnser genedigiste Fraw 

KOnTgln^Elisabeth für Claidung, so Ir Kü. Maj. etc. zw 

derselben Raiss ynnd fertigung in Polin yon newem 

gemacht worden, mitgenomen. 

Schauben. 

Erstlieh ain Schauben yon guldem Tnech, mit Erhebten Silberen 
Rosen, mit Zobl ynnderfttettert. 

Her ain Schauben yon Rotem Carmasin-Samat, mit Zobl ynnder- 
füettert. 

Mer ain Schauben yon Silbrem Tuech, mit Zobl ynnderf&ettert. 

Mer ain Schauben yon Praunem Carmasin-Tamaschkh , mit Z5bl 
ynnderf&ettert. 

Mer ain Schauben Schwartz Atlassen, mit Mftder <) ynnder- 
faettert 

Mer ain Schwartz Taroaschkhene Nachtschauben, mit Zobl 
khelln *) ynnderfUettert. 

(BL 33T.) Ain Schauben mit Erbebtem golden Tuech , mit 
Härmbl ynnderf&ettert. 

Mer ain Praun Carmesin-Samatene Schauben, mit härmbl ynn- 
derf&ettert. 



^) D. i. Marderfellen. 

*) Wohl der zarteste Theil des Zobelfelles, jener um die Kehle. Vergl. 
Sehmeiler % 289. 



346 1543. 

Jängkher. 

Ain Jängkher yon Rotem Charmesin-Samat» mit ainem gestickh- 
ten Prärob Ton gOldem Tuech» allennthalben mit Perln ymblegt. 

Mer ain Ainfacher Jängkher von doppelten gülden Tuech , mit 
ainem gelben Poden vnnd Silbren Rosen. 

Her ain gfildener Jängger von doppelten gülden Tuech, aussen 
Rauch mit erhebten Pluemen, vnnd Inwendig mit ainem Praun Poden 

Mer ain Jängkher von Praunem Carmasin-Samat, mit ainem ge- 
styckhten Prämb von gQldem Tuech. 

(BL 338*.) Mer ain Jängger von Rotem Carmasin- Atlas, mit 
ainem gestickhten Prämb von vnntz-goldt etc. 

Her ajn Rot Carmasin-Samater Jängger mit gülden P&rtln, drey 
mall verprämbt. 

Mer ain Rot Carmasin-Samater Jängger mit Prajrten gestickhten 
Prämen von guldem Tuech. 

Mer ain praun Carmasin-Atlasser Jängger mit khleckhelten ^ 
golden Pertln, drey mall verprämbt. 

Mer ain Schwartz Samater Jängkher. 

Mer ain Schwartz Atlasser täglicher Jängger, mit schwartzem 
Samat verprämbt. 

Her ain Leberfarber Atlasser Jängger, mit Leberfarbem Samat, 
drey mall verprämbt, vnnd das Prämb mit gülden Schniem vmb- 
wunden. 

Mer ain Leberfarber Tamaschkhener (BL 338^.) täglicher 
Jängger, auch mit Leberfiarbem Samat verpraumbt. 

Mer ain vnausgemachter Leberfarber Tamaskhener Jängger. 

Enng R5ckh. 

Item ain ganntz guidiner Ennger Rockh , mit ainem Perl Prämb 
gestickht. 

Mer ain guidiner Ennger Rockh, mit ainem grfienen poden. Die 
Ermbl vnnd Prämb ausgeschnitten, vnnd das Prämb mit Silbrem Tuech 
vnnderfiiettert. 



*) So viel wie 'geklöppelt*. Yergl. Schmeller 2, 92. 



1543. 347 

Mer ain weissen. Erhebten, Silbren Enngen Rockh. Die Ermbln 
mit gülden Steiften gekhnüpfft. 

Mer ain Roten Carmasin-Samaten Enngen Rockh, mit ainem 
gestiekhten (BL 339\) Prämb von guldem Tuech. Die Ermbl mit 
gOUden khnöpffen zusamen khnQpfft. 

Her ain Praun Carmasin-Samaten lanngen Rockh. Die Ermbl 
vnnd Präro ausgeschniten ynnd mit gülden Tuech, so auff baid Seitten 
gerecht vnnderzogen. Mit drey Eggeten, geschmelczten khnöpffen 
khnüpfft. 

Mer ain Näglfarber, Tamaschkhener Ennger Rockh, durch aus 
mit ynntz-gold gestickht 

Mer ain Praun Tamaschgener Ober Rockh, mit Rauhem gollden 
Tuech, von Erhebten, Silbren Pluemen verprämbt. 

Mer ain Rot Carmasin-Tamaschkhener Ober Rockh. Die Ermbl 
rnnd Präm mit Rauhem Silbrem Tuech vnnderfiiettert ynnd darüber 
zerschniten, ynnd mit Silbren Pertln vmblegt, rnnd die Ermbl mit 
gülden khnöpffen gehefft. 

(BL 339^,) Mer ain schwartz Samater Rockh, mit gflldem 
Tuech, mit Esten verpraumbt. 

Mer ain Ascherfarber Ennger Rockh yon Atlass, mit guldem 
Tuech. Mit ainem Praunen Poden, mit geradten Strichen verpraumbt. 

Her ain leberfarber Atlasser Ennger Rockh, mit guldem Tuech 
verprämbt. 

Vnnder Röckh. 

Item ain guldener vnnder Rockh, von guldem Tuech mit ainem 
Praun Poden. 

Mer ain vnnder Rockh mit Rauchem gülden Tuech, mit erbebtem 
Silberem Prämen. 

Mer ain Silberer vnnderrockh. 

Her ain Praun Carmasin-Samater vnnder Rockh, mit ainem 
gestiekhten Prämb von göldem Tuech. 

Her ain Rot Carmasin-Samater vnnderrokh. (BL 3U0*.) Das 
Prämb ausgeschniten vnnd mit guldem Rauhen Tuech vnnderzogen. 

Her ain Praun Carmasin- Atlaser vnnderRockh. mit Silbrem 
Tuech spitzweiss verprämbt. 

Her ain Roter Atlasser vnnderrockh mit guldem Tuech, mit 
erhebten Silberen Rosen verpraumbt. 



348 



1543. 



Her ain Schwartz Samatter ynoder Rockh, mit dreyen Schwartzen 
Pertln rerprämbt. 

Mer ain Leberfarber Atlasser ynnder Rokh, mit Samat verprSmbt 
vnnd das Prämb mit gülden Schniern Tmbwonden. 

Mer ain Leberfarber Taroasebkhener ynnderrockb , mit Leber- 
farbem Samat verprämbt. 

Mer ain Schwartz Atlasser vnnderrockh» mit Schwartzem Samat 
verprämbt. 

(Bl.3M\) Wames. 

Itenj ain guldes Wammas von Rauhem guldem Tueeh, mit 
Erhebten gQlden Rosen mit Wälsteln. 

Mer ain gülden Wamas von gfildem Tuech, mit ainem Prauu 
Poden, mit schwartz geschmelczten Steflften khnupfll. 

Mer ain Silberen wamass, mit gfiUden Stefften khnOpffl. 

Mer ain Praun Carmasin-Tamasehkhe Wamass, mit güldem 
Tuech gestickht. 

Mer ain Plab gekhnQpffts wamas mit goldvnnd Silbern Stefften, 
Wftlhische Arbait. 

Mer ain Rot Carmasin-Samatin Wamass mit aufgeschnitnen Stern 
vnnd Rauchen (BL 3äl*,) gülden Tuech, mit Silbern, Erhebten 
Pluemen vnnderzogen vnnd mit Rot vnnd weiss geschmeltzten, gülden 
khnöpffen gehefll. 

Mer ain Praun Carmasin- Atlassen Wamass, mit Silbrem Tuech 
spitzweiss verprämbt. 

Mer ain Schwartz Samaten Wamass, mit Perl verprämbt. 

Mer ain Leberfarb Atlassen Wamass , mit Leberfarbem Samat 
mit gülden schnüem vmbwunden, verprämbt 

Mer ain Leberfarb Tamaskhen Wamass. 

Mer ain Schwartz Atlassen Wamass, mit Schwartzem Samath 
verprämbt etc. 

Pireth. 

Item zway Silbere Pireth mit Stefften, vnd das ain mit ainem 
geschmelczten Zaichen. 

(RL 3äl^.) Mer zway Rot Carmusin-Samate Pireth, auch mit 
gülden Stefften, vnnd das ain mit ainem geschmellezten Zaichen. 



1543. 



349 



Mer zway Leberfarbe Samate Piretb mit gflideo Steiften. Das 
ain mit ainem geschmelczten Zaiehen. 

Mer zway Scbwartz Samate Piretb mit Steiften. Das ain mit 
ainem gescbmelczten Zaieben. 

Mer ain Leberfarb Samaten Piretb. 

Mer ain Ascbefarb Samaten Piretb. 

Hernacb volgt was in der Kbünigin Silber-Camer, 
Capein, Kbuebin, Kbeller ynnd in anndere Officio 
gebörig gelassen wierdt. Nun Tolgt erstlicb die Silber- 
Camer: 

Silber-Camer. 

CBl 342«.9 Item in der Sylber Camer sein Erstlicb Secbs 
bocb, glat rergullt boipecber. Die wegen zw^aintzig Marckb , zway 
lot, drey Quintet. 

Item Tier vergüllt, glat Scballen. Die wegen zweliTMarckb, vier 
lot, zway Quintet, drey pbening. 

Item Tier weiss, glat Schallen. Die wegen Aindlif marckb, 
Aindlif lot, drey Pbening. 

Item Secbs gross Silbere Scbtissl. Die wegen AcbtvnndfQnftzig 
Marckb, Tierzeben Lot, zway Quintet. 

Item mittere Silber Scbüssln , weiss. Sein Secbzeben StOckb. 
Die wegen ZwayTnndSibentzig Marckb, füniTzeben Lot, drey Quintet. 

Item zwo kblainer Sort. Secbzeben weiss Silbren ScbOssl. Die 
wegen AcbtTnnddreissig marckb. Neun lot. 

Item zwo Tcrgtillt gross Scballen. Die (BL 392^.) wegen zwelff 
Marckb, Acbt lot, zway Quintet. 

Item ain gross weiss banndtpeckb Tnnd Kbanndl. Die wegen 
dreyzeben marckb, drey Lot 

Item mer die annder Sort. Acbt weiss Silbren ScbOssl. Die 
wegen Neunvnndilinfilzig Marckb, ain Lot, zway quintet. 

Item mer ain TergQllt giesspekb Tnnd Kbanndl. Wigt Fünff- 
zeben marckb, zway Quintet. 

Item Acbt weiss Silbren Leicbter. Die wegen SibenTundzwain- 
tzig marckb, ain Lot. 

Item Acbzeben weisse Täller. Die wegen AcbtTundzwaintzig 
marckb, dreyzeben Lot, drey Quintet. 



350 



1543. 



Item aber ain weiss Peekh Tnnd Khanndl. Wigt Neun Marckb» 
zehen Lot, ain quintet. 

Item Tier vergfillte Salltzfass mit teckhen. (BL 343\) Die 
wegen zehen marckh, Aindlif Lot, Zway Quintet 

Item yierynndzwaintzig weiss Silbren Ldffl. Die wegen drey- 
zehen Marckh, Acht Lot. Sambt zwelf Gäpeln. 

Item Sechs yergüUte teblet <)• Die wegen FfinflVnndf&nfilzig 
Marckh, rierzehen Lot, zwen Phening. 

Item zwo weiss Silber Flaschen. Die wegen zwaymndzwaintzig 
marekh, ain Lot, drey quintet. 

Silbergeschierr, in den Kheller gehörig. 

Erstlichen zwo Silbren yergüllt Schalln. Die wegen Sechs 
marckh, Zway Lot, ain Phening. 

Item zwo webs Silber flasehen. Die wegen Zwayvnndzwaintzig 
Marckh, ain Lot, drey quintet. 

(BL 3ä3\) Item zwo weiss Silbren Shalin. Die wegen Funff 
marckh. Neun Lot, ain Quintet, ain phening, ain haller. 

Item vier weiss Silber Khandlu. Die wegen Aindlif marckh. 
Acht Lot, zway quintet. 

Item zwen Silbren yergüllt tepletPecher. Die wegen Sechzehen 
marckh, ain Quintet, ain Phening. 

Item Sechs weiss , glat Hofpecher. Die wegen Aindlif Marckh, 
Sechs Lot, zway quintet. 

Item Acht Tfiecher, damit man das obgemellt Silber Seubert etc. 

Silbergeschier, in die Capein gehörig. 

Erstlich zwen gross Silbren Leichter. Die wegen zwelf marckh, 
vierzehen Lot, zwaj quintet. 

(BL 3^^".) Item ain Weichkhessl, ain Spreng Wadl, Ain 
Silberen Peckh, ain Ostia-POchssen, zway Opfferkhanndl vnnd ain 
glöckhl. Das alles wigt zwaintzig Marckh, Aindlif Lot, zway quintet. 

Item ain Silbren, vergQlIt Creutz oder Crueifix. Darzue gehörn 
noch zway Pilld. 

Item ain vergOlter Khelch. 



^) Tablette, Dressoir =3 Credenztischchen oder Platten zum Auftragen der 
Gerichte* 



1S43. 



351 



Messgwanndt ynnd annders, zw der Capellen gehörig. 

Erstlieh ain Rot Atlassen Messgwanndt, sambt der Albn, Stolln 
vnnd aller Zuegehdrung. 

Item ain Rot Atlasser Ffirhanog mit ainem gülden Chreutx eto. 

Item ain Rot Atlasser vmbhanng f&r den Altar. 

Item drey weisse» Leynene Altar Töeeher. 

(BL 3M^.) Item zway Neue, grosse Püecher, das ain mit 
Rotem Atlass yberzogen. 

Item ain Alltar-Stain. 

Item ain Rot Atksser grosser Tebieh» darauf die Khünigin 
khniet. 

Item zway Rote, Atlasse Khttss. 

Item ain Leynen weisser Chor Rokh. 

Item ain Rot Zentler Tueeh zw dem Pacem tragen. 

Item ain Agennt POeehl. 

Item ain khlainss Rot Pulpreth-Khüssl. 

Item ain Niderlenndische beschlagne Truhen, darein soliches 
alles gelegt wierdt. 

Tapetzerey. 

(BL 3^5''.) Erstlieh volgen die Seyden Tapetzerey: 

Item ain Himel Ton güldem Tueeh mit seinem Praunen poden 
ynnd Praunem Tamasekh, abgethaillt. 

Item darzue zway Stuckh, yedes ron Acht Plettern, auch ron 
gQldem Tueeh, mit seinem Praunen ynnd Roten Poden ynnd Rraunem 
Tamaskh, abgethaillt. 

Item mer zway Stuckh yon Sechs Plettern , wie obsteet. Auch 
mit Braunem Tamasehkh ynnd guldem Tueeh, abgethaillt. 

Item mer ain stuckh yon yier Plettern , auch wie obsteet Mit 
güldem Tueeh ynnd Braunem Tamaskh, abgethaillt. 

Item ain Tischtebich yon göldem Tueeh ynnd Braunem Tamaskh, 
abgethaillt. 

Item ain Himel yon guldem Tueeh, (BL 3ä5^.) Braunem ynnd 
Roten Samat, abgethaillt. 

Item mer ain Tisch Tebich yon Rotem Charmasin-Samat. 



352 1543. 

Item mer aiii Wannd Tebich, auch Pannkh vond Tisch Tebich, 
von Rot ynnd gelbem Atlass. Hellt alles Lxvj EIId. 

Item mer Aindlif Stuckh gross henng Tebich. Mit der Historj 
oder Figur von Romulo ynnd Reme. Alles Niderlenndische Arbait 

Item zwelff Stuckh derselben Sort gross behenng-Tebich oder 
Tapetzerey. Mit der History von dem Nabuchdonosor. 

Zw solichen Tapetzereyen sein beschlagen Truhen vier. 

Voigt das Leingewanndt, in die Silber Cammer 

gehörig: 

Erstlich fllr der Khünigin Tafel filnfVnndzwaintzig TischtQecher 
Ton Tamaskh^A/. 346*.^ Leinwath. Hat Jedes Vierihalbe Elln Bra- 
banndisch. Thuet Lxxxxj Elln. 

Item mer derselben Leiobat zwelff Tafante. Die ballten drey- 
zehen Elln, drey yiertl. 

Item von derselben Leinwath sein gemacht vierTundAchtzig 
Seruet. Die hallten ain hundert Brabanndisch Elln, zway viertl. 

Item von derselben Leinwath dreyzehen hanndtäecher. Die 
hallten Sibenvnnddreissig Brabanndisch Elln. 

Item mer Neun Tischtfiecher, von vierschiffligem 9 zwflich, f&r 
die Druchsässen. 

Item von demselben Zwilich hanndtflecher fQnfe vnnd ain Trubel 
darzue. 

Item ain Kborb, darinn man alle notdurift zw der Tafl tregt. 

Item Ton dem bemellten Zwillich Seruet. Sein in die Torigen 
84 Serueth gezellt. 

(Bl. 3U6^.) Item zw disem vorangezaigten Silbergeshierr, 
Leinbath vnnd annderm ist ain beschlagne Truhl yerhannden. 

Item vberzogne, mit Leder gefüetterte ynnd beschlagne Fueterall. 

Item ain Par Schneitmesser. 

Item ain Par Credenntzmesser, mit Silber beschlagen. 

Item zwo besehlagen Truhen, mit Leder yberzogen. 

Item ain Trubel zw dem Täller Prot ynnd ninff Par Pretl-Tftller, 
Protformb. 

Item ain PretI, die Credenntzmesser auszuputzen. 



^) D. i. aui vier Ffiden gewirkt. 



1543. 353 

Item ain Kbupferener khessl sambt zwayeu Khanndln, die Silber 
zu seubern gehörig. 

Item Sechs Töecher, darinn die Silber getragen, vnnd auff die 
Anrieht 

Item Sechs Elln Roten Taffant zw dem Prot tuech auf die Tafel. 

(Bl 3äl\) Item Sechzehen Elln Roten Taffat, den Druch- 
sässen die Speiss aufzutragen. 

Item ain Feill 9 zw dem Prot, besehiahen. 

Item mer zwen hQltzen Schlegl. 

Kheller. 

Voigt was in den Kheller gehörig: 

Item Vier Vass wein: ain Vass Reinwein, ain Vass Neekher wein, 
ain Vass Zernicol »), ain Vass Raifel »). 

Item zwo khupfferene mass mit hültzen Stilln, daran man den 
wein ausmisst, sambt zwayen Traehtem. 

Item zwen zinen kheller in Fuetteralln, ist in yedemyier Flaschen. 

Item ain Wein Parer *). 

Item zway Weinhändl ^). 

Item vier hültzen Fueterall zw den Glesern. 

(BL 3^7^.) Item ain Lagl, darinn noch ain wenig Huscatell. 

Item zwen Leichter. 

Zingeschierr rnd Tischgewanndt, in das Frauen 
Zimmer gehörig etc. 

Erstlich Fünffzehen gross ZinschOssln. 
Item zehen khlaine Salsen SchQssl. 
Item ain Fueteral mit zwelf Zintfillern. 



^) Ich vermuthe: ein Sieb (ital. Yaglio) zum Durchseihen der Brühen. Vergl. 

Brod, bei Schmeller 1, 253. 
^) D. i. griechischer Wein ron der Insel Cerigo im ArchipeUgus, damals den 

Venezianern gehörig. Durch diese ward der Wein in alle Welt verführt. 

Auch J. Rasch in seinem Weinhuche, München, 1S83, 4. Bl. 48*. spricht 

von griechischen Weinen. 
») Rainfal. Vergl. oben S. 17, Note *). 
^) Weinbohrer zum Öffnen der Spunde. 
^) Vielleicht 'Weinchandln* d. i. Kannen ? 
Fontes. YIII. 23 



3Ö4 1543. 

Item zwo gross khupfiere flaschen , deo wein aufzutragen. 
Item ain grosse khupfiere flaschen, zum Zinwaschen. 
Item ain Eisnen gluet khessl. 
Item ain gross Peckh sambt ainer grossen khanndl. 
Item drey khupfi'ere trag Schussln. 

Leingewanndt etc. 

Item FQnffzehen Tischtöecher, von viersebifftigem zwilch 
gemacht. 

(BL 3^8^.) Item zwelff hanndtQecher Ton obgemelter Leinwath. 

Item Neunzehen Serueth yon weisser Leinwath. 

Item yier trückher tüecher zw dem Zin ynnd annderm, von 
grosser Leinwath. 

Item zway fleischtOecher. 

Khuchengeschierr. 

Erstlich khuchengeschierr in derKhünigin» Auch der 
gesindt Khuchel. 

Item hoch Khupfere Khessl« so Inwendig verzindt, yienrnnd* 
zwaintzig. 

Item nider khessl, in beden khuchln Ftlnfiiehen. 

Item Vier verzinte khupfferene Runde Tftller. 

Item Acht verzinte khupfierene Multerl. 

Item Zehen gross vnnd khlain Eisnen Pfannen. 

(BL 348^^ Item zwo khupferene verzint gross Pratpfannen. 

Item gross vnnd khlain Eisenhafendeckhen Neun. 

Item zway khupfrene verzindte Seiehpföndti. 

Item vier Eisnen Pratschrägen. 

Item vier Feurhenngst. 

Item vier Eisnen Rost 

Item Eisnen Phannen vnnd schöpfl5ff1 Fünffzehen« 

Item zwen Eisnen Feurhäggen. 

Item zwen fleischhäggen. 

Item ain Torten Phann. 

Item zway hackhmesser. 

Item ain Ribeisen. 

Item ain Merser von messing sambt dem StossL 



1543. 



35$ 



Item ain Holahip Eisen *)• 

(Bl. 3ä9''.) Item durehschleg vier. 

Item Acht Eisnen Pratspiss. 

Item zw disem khuchlgeschierr gehörn zwo weissbeschlagen 
Truhen. 

Item noch sein verhannden Eingemacht WildPrät zway vässl. 

Eingemacht Zitronj ynnd annders in yier vässelln» grOen Pome- 
räntschen, Citronj, Ain goeter vnnd ain Wienner Pannbankhdss. 

Voigt die Munition» zw denWägnen vnnd in den Stal 

gehörig. 

Item Erstlich der KhQnigiu grosser khobl Wagen. Inwendig der 
Khoblwagen mit güldem Tuech» auswendig mit leder vberzogen» 
sambt seiner zuegehorung. 

Item darüber ain Wagndeckhen von Silbrem vnnd güldem 
tuech, gestickht. 

Item mer vber denselben khobl ain Rot Carmasin-Samatene 
Dekh. 

(BL 3i9^.) Item ftir denselben Wagen gehörn Acht weisse 
Ross, sambt Acht RotSamater beschlagnen vnnd vergüllten geschierrn» 
Sillen >) vnnd hinder gerathen *), aller Zuegehorung» Auch Acht 
beschlagne geschierr von Leder gemacht. 

Item ain Junckhfraw Khoblwagen sambt seiner Zuegehorung. 

Item darüber ain Rot Samatene vnnd ain Rot Lindische Wagen- 
deckh. 

Item für den angezaigten Junckhfraw Wagn gehörn Sechs weisse 
WagenPhärdt, ain Jedes mit seinem khumat, Selln vnnd Riembwerch, 
auch aller notdurlR. Alles mit messingen Pückhln beschlagen. 

Item dise WagenPhärdt haben vier wagenSätl. 

Item zwen Polster mit güldem Tuech vberzogen. 

Item mer ain Polster mit Rotem Samat vberzogen. 

Item mer zway Khüss mit Rotem Samat vberzogen. 



^) Zum Backen ob1atf5rniiger Kucheo, die znsaniBieDgerollt aufgetragen < 

werden. Vergl. Schmeller 2, 221. 
>) Di8 sind Sfittel, iUl. Seile. 
*) leh glaube Tbeile des Pferdegeachirres um die Croupe =» 'hindergrät* sind 

gemeint 

23» 



356 1543. 

(BL 350''.) Was meiner genedigisten Frauen zw Irer 
hochzeit yerEerdt worden, den vij. tag. Anno etc. 43. 

Der Jung Khünig aus polin. 

Hat nach dem Beyschlaff morgenns meiner genedigisten Frauen 
Elisabeth verEerdt wie hernach vollgt: 

Erstlich ain Praits hallsPanndt mit Siben Rossen, vnnd in Jeder 
in der mitt ain Schmarackh vnnd drey Rubin Tafel, mnd aussen 
ymbher an Jeder Rosen drey Rubin khorn. Thuet Siben Schmaral, 
Ainynndzwaintzig Diemat Tafel vnnd Ainvnndzwaintzig Rubin khorn 
ynnd Tafel, Neunvnndsechtzig Perlen, so in der mitt zwischen den 
Rosen oben vnnd ynnden sein ynnd daran hanngen. Vnnd an solichem 
hallsPanndt hanngt ain Clainat, ynnden mit ainem Schmaral ynnd 
oben mit ainem Diemat, mit ainem grossen anhanngunden PiernPerl. 

Mer ain hallsPanndt yon Ainynndzwaintzig (Bl. 350^.) ge- 
schmeltzten glidern, daran fQnff lanckhllate Diemat Tafel ynnd 
Sechs Rubin Tafel, ynnd zwischen Jedem zway Perl, thuet zwaintzig 
Perl. An solichem hallsPanndt hangt ain Clainat mit ainem schonen, 
grossen, geantteren ^ Sophier, ynnd oben ainer Rubinkhugl mit yier 
Perl, ynnd ynnden ainem anhanngunden Perl. 

Mer ain hallsPanndt yon dreissig gesehmeltzten glidern , darinn 
Siben Schmaral ynnd Siben Rubinkhorn, zway Perl, thuet Achtynnd- 
zwaintzig Perl. In der mitt soliches hallsPanndt Ist ain Diemat-Rosen, 
daran hanngt ain Clainat mit ainer Diemat-Rosen. Hat in der mitt ain 
khlains Schmaralle, darob ainen Rubin, darneben zway Perl , ynnden 
mit ainem Anhanngunden Perl. 

Mer yier Zimer «) schöner Schwartzer Zöbl. 

Mer ain Rauch doppl gQlden Tuech. 

Der alt Khünig hat darbey geschickht: 

(Bl. 351".) Erstlich ain Diemat-Pundt, steet frey in ainem 
Ring in krackn ») etc. 

Mer ain hallsPanndt wie ain khettn. Hat hohe, khlaine Diemat- 
tafel ynnd Pündtl , aujQT beden seitten yersetzt , ynnd Aindlif Rubin 



*) Fär 'geanterten*d. i. nachgemachten, also nnftchten. Vergl. Schinellerl,86. 

*) Das sind achtzig Paare. 

') Ich glaube, es ist zu lesen: 'im kragen* und darunter die Verzierung der 

Halsumkleidung zu Torsiehen, worauf auch gleich die folgende Zeile deutet, 

die diesen Theil der Bekleidung als Halsband auffasst. 



1543. 



357 



Tafel, auch auff beden seitten duppliert, vnnd zwajrvnndzwaintzig 
Perl, zway Ringl, ain glats rnnd ain Rauchs. An solichem hallss- 
Panndt hanngt ain Clainat mit ainer Diemat-Rosen , oben mit Zwayen 
khindln vnnd dreyen anhanngunden Perln. 

Item ain Khetten mit Schwartz geschmeltzten MQlstainen ynnd 
gerOndten yngeschmeltzten Ringen abthaillt, daran ain Diemat-Creutzl 
Ton Sechs stuckh, sambt vieren, ynnd ainem anhanngenden Perl. 

Von wegen ynnd in namen der Rö. Kay. Maj. etc. hat 
Marggraf Georg als potsehafft yererdt: 

Ain gross Clainat mit ainem Khaiserlichen (BL 3SP.) Adler 
mit zwayen khöpffen, aller yon Diemat, darob die Khaiserlieh Cron. 
Darinn sein ynnden ymbher yier Diemat ynnd yier Perl ; In der mitt 
ain Rubin khörnndl, darauff ain Diemat Gilig; an der seitten zway 
khlainer Schmaral. Das Dyadema ist yon khlainen Perlen. Soliche 
Cron hallten zway khindl. Ob der Cron ist ain gross Perl ynnd 
darauff ain Rubin Creutzl. Vnnd Jeder Adlers Schnabl hat anstat 
der Zungen ain Rubin khörnndl. Vnnd in der Prust des Adlers steet 
der Schult yon Österreich. An solichem Adler sein Rundt ymbher 
zehen Diemat Pöndtl. An dem hindersten thaill soliches Clainath sein 
zwo Seilin yon Diemant, Tlus ylti*a^ *) bedeuttendt. Vnnd im khranntz 
darumb drey Robin khorn. Zw ynndrist hanngt ain khlain golden 
Vliess. Ynnd solicher Adler hanngt an ainem gülden khetlein yon 
halb schwartz geschmeltzten MQlstain ynnd halb Rauch ynge- 
schmeltzten Ringen. Hat Siben lanngkhlete ynndermarch *), in der mitt 
Plaw geschmeltzt, ynnd zwischen Jedem ynndermarch xxyiiij Ring. 

(Bl. 352*.) Mer in ainer Spanischen Khetten ain khlainat mit 
ainer grossen, Costlichen Diemat Tafel ynnd oben ainer Rubin Tafel. 
Mit ainem anhanngunden grossen PiernPerl. 

KhflnigJanuschengelassne Wittib*) potsehafft. 
Vier yergulltKhöpff Sibenbörgerischer Arbait. Der grösser hat Khü- 
nigJanuschen Wappen, die anndern haben geschmeltzte Rote Erper ^). 



^) Wie bekannt, Karls Y. Wahlspruch. 

*) Grössere Glieder der Kette, die innerhalb gewisser Gränzen wiederkehrten. 

Vergl. Schmeller 2, 615. 
') Isabella,Witwe des Königs Johannes Zapolya,Tochter Sigismunds I. von Polen. 
*) Erdbeeren. 



358 



1543. 



Ain gülden Stuckh mit Erhebten Silbren khnöpffen. 

Ain khetten mit zwelf Lanngkhleten Vnndermarchen, Inwenndig 
mit glaten» Roten, geschmeltzten Seulln» rnnd zwischen Jedem yier 
schwartz gesehmeltzt vnnd drey vngesehmeltzten mülstainen. 

Ain geschmeltzte Pater Noster Ton Sibentzig khörnner rnnd 
Neun vnndermarchen. 

Des Chur forsten vonBrandenburgPotsehafft.Bischoue 

zw Libuss. 

Ain Clainat, in der mftt ain Sehmarackh, (Bl. 3S2^.) oben 
vnnd ynnden zwo Robin Tafl, zw beden seitten zwo Diemat Tafel mit 
Tier Perl ynnd ainem Anhanngunden Perl. 

Mer ain Pecher mit getribner Arbait vnnd mit Angesichtern in 
Perselin ^) geschniten, oben mit ainem Weibl, Temperantia*, hat ain 
schennckh khanndl ynnd Schallen in beden hennden. 

Mer ain güldens Stuckh mit Erhebten Pluemen. 

Seiner Churfürstl. gnaden Gemahel Potschafft, Graf Ton Stol- 
burg, ain khlainat. In der mitt ain Schmarackh ynnd vier Diemant- 
Tafln vnnd vier Perln an orten, an ainem anhanngunden Perl. 

Mer ain khopff mit Perselnan-Angesicht wie der Ober. 

Mer ain gOlden Stuckh wie das Ober. 

Des Phaltzgraf Churfürsten ») Potschafft. 

Ain gross Clainat mit Sanndt Georgen, (Bl. 353",) vmbher 
Sechs Diemat vnnd Sechs Rubin Rösl, oben mit ainer vnnd vnnden 
mit zwayen Diemat Rosen. Jede von fünff Diematen vnnd vnnden 
ainem, vnnd oben zwayen Robin khorn mit Ainvnndzwaintzig Perl. 

Der Hertzog aus Preissen*). 

Ain Prait gewundtne kheten vnnd daran ain Clainat. In der mitt 
ain Diemat Rosen mit ainem khlainen Robindl, In der mitt vmbher mit 
ainem Schmaral, vnnd aussen vmber dreyen Robin Tafl, oben zway 
Perl vnnd ainem anhanngunden runden Perl. 



^) Porcelaine ? Vergl. weiter unten 'Perselnan-Angesicht*. 

*) Ludwigs V. des Friedfertigen. 

') Joachim ü., CburfQrst von Brandenburg. 



1543. 



359 



Sambt dreyen grossen yergüllten khöpffen mit seiner ftirstl. 
gnaden Wappen. 

Marggraf Georg *)f(ir sieh selb s. 

Ain khetten yon vierfachen Ringen , halb glat ynnd halb Rauch, 
daran ain Clainat mit ainem Diemanten Moren , in der mitt ain khlain 
Rubin khreutzl vnnd Rösl, oben ainer Rubin khugl ynnd zwayen Robin 
Tafelln (Bl. 353''.) an beden seitten, ynnden mit ainer Diemat Tafel, 
ynnd aussen vmbher yier khlainer Schmarallen ynnd Sechs Perln, 
ynnd dreyen anhanngunden Perln. 

Mer yier gleich ybergüllt khdpfT mit seiner Hlrstl. gnaden 
Wappen. 

Mer ain gülden stuckh mit Erbebten Pluemen. 

Hertzog Ott Hainrich«) potsehafft. 

Ain grossen Sannd Georgen , durchaus sambt dem Sehwert yon 
Diemat. Oben beym halls ain Lilg ynnd khlains Rösl yon Diemant, 
ynnd sonnst ynnder den Armen ynnd Föessen Sechs Diemat Rosen, 
ynnd ainem khlainen Rosl yon Diemant, ynnd ainer grossen Pluemen 
yon Diemant beym gerechten khnie, ynnden mit drey anhanngunden 
Perlen. 

Hertzog Fridrich Phaltzgrauen ») potsehafft. 

(Bl. 33^*'.) Ain Clainat , in der mitt ain Diemat Tafel , oben 
ynnd zw beden seitten drey Robin Tafel, ynnd ynnden ain Rubin khorn, 
oben mit zwayen ynnd ynnden mit ainem anhanngunden Perl. 

Des Mfinichers^) gesanndter. 
Zwen Khöpff auch mit Erpem, Sibenbürgischer Arbait. 



^) Georg der Fromme, Markgraf zu Anspach, Oheim Joachims U. von Bran- 

denhurg. 
') Ott-Heinrich der Grossmüthige von der Pfalz, Herzog zu Neuburg und 

Sulzbach. 
') Friedrich U. der Weise, Oheim Ott-Heinrichs. 
^) D. i. Herzog Wilhelms lY. tod fiaiern-MOnchen. 



360 1K43. 

Des Petrowitz *) Gesanndter. 
Zwen KhöpjQT obangezaigter Arbaith. 

Die Stat Tfintzga«). 

Ain grossen Kbopff durchaus Ton getribner Arbait, oben mit der 
Judith auff dem Lydt >). 

Die Stat Craeeaw. 

Drey Khöpff mit Figuren von Tribner Arbait Der ain bat der 
Stat Wappen. 

Bischoue zw der Wyld. 

(Bl. 35a''.) Hat geschickht ain yergQlten kbopff mnd darinn 
hundert gülden hungeriseh in golld. 

Die Alt KhQnigin^). 

Am Phintztag den 13. May» Alls die AUt KhQnigin mein Frauen 
zw Gast gehallten. Nach Tisch, hat Ir Maj. ain hallssPanndt mit ange- 
henngten Clainat offennlichen geschennckht. Ist ob Tausennt gQlden 
geschätzt. 

Die Juden. 
Haben geschennckht ain yergüllten Kbopff. 

25. Mfti. (Bl 35 5*",) Am Fanffvnndzwaintzigisten tag wider yon Crackhaw 

yerruckbt mit den Hofmaisterin ynnd annderm FrauenZymmer , so 
4. Joni. wider zw Ruckh zobe, ynnd am vierten Juny wider geen Wienn 
khomen. 

Bin auch neben Marggraf Georgen yon Brandenburg, den obge- 
mellten zwayen Bischouen, ynnd Graf Niclas yon Salbm aller hannd- 
lung Comissarj gewest. 

(S. 3SS\ Ut leer.) 



^) Peter Raresch, seit 1541 zum zweiten Male Woywode der Moldau. Engel, 

Gesch. des ung. Reichs und seiner Nebenländer, lY, 2, 185. 
') D. i. Danzig, polnisch Gdansk, seit 1454 unter poln. Schutz. 
*) Auf dem Deckel. Schmeller %, 438. 
^) Bona, eine Tochter Gio?anni Galeazzo Sforzas, Herzogs ron Mailand. 



1543. 



361 



(Bl. 356\) Ferdinannd Btc. 

Edler, lieber, getreuer. Wiewoll wir dich, in ansehung, das du 
sonnst Ordinarie mit vnnsern treffennlichen gesehfifRen beladen bist, 
in ynnsern khriegs Rat daselbst iw Wienn zugebrauchen genedigc- 
lich gern rmbgeen wollten , Dieweill sich aber die leuifdes Turggen 
gewalltigen Anzugs vnnd täglicher herzuenachnung halben so be- 
schwärlichen erzaigen , das wir deiner Person diser Zeyt nit ver- 
schonen khünnen oder mügen, ynnd aber soliches allain aus sonnderm 
genedigen hohen Vertrauen beschiecht, ynnd wir nit zweifl setzen, 
wo dw dich bey den khriegshanndlungen gebrauchen lassest, das 
ynns, ynnsern Lannden ynnd Leuten yill nutzberkhait daraus eruolgen 
wierdet: So ist demnach an dich ynnser genedigs ansinnen ynnd 
begern, dw wellest dich sambt den anndern ynnsern yerordennten 
khriegs Räten, die flirfallennden khriegssachen (Bl. 3S6^.) zu- 
banndlen ynnd zuberatschlagen , ynnd alles das , so dem wesen zw 
gneten khomen mag, zubedennckhen ynnd zuuerordnen guetwillig 
vnnderfahen, ynnd hierInn in bedacht der obligunden Not ynnd gefer- 
lichait ynns zw ynnderthäniger gehorsamb dermassen hallten ynnd 
erzaigen, ynnd allennthalben das Pesst thun. wie dw dann bisher 
Jeder Zeit gehorsamblichfgethon, ynnd wir ynnss zw dir genedigc- 
lich yersehen ynnd verlassen. Auch soliches gegen dir mit sonndern 
gnaden erkhennen ynnd bedennckhen wellen. Geben auflf ynnserm 
KhOnigcIichen Schloss Prag, den ixyij. Juny. Anno etc. im XLiij, 
ynnserer Reich des Römischen im Dreyzehennden ynnd der anndern 
im Sibenzehennden. 

Allergenedigister Khünig etc. 

Eur Kw. Maj. beuelhen mir ganntz genedigclichen, das Ich 
sambt anndern E. Maj. yerordennten khriegs Räten die iUrfallennden 
(BL 357*.^ khriegssachen zuhanndlen ynnd zuberatschlagen, ynnd 
alles das , so dem wesen zw guetem khommen mag , zubedennckhen 
?nnd zuuerordnen mich guetwillig ynnderfahen soll etc. Allergene- 
digister Khünig, das Ich mit ganntzer begierdt ynnd treuen E. Maj. 
gedienndt, bezeug Ich mit Got. Getröste mich auch , E. Maj. haben 
des ein genedigs ynnd guets wissen. Hab khain Arbait noch geuär- 
lichait geschichen, wo Ich ainiche Hoffnung gehabt, was zuuerrichten. 
Yetzo bin Ich nach yill Raison ynnd mit yill Jam abgearbait , khan 



362 



1543. 



vnnd mag das nimmer thun wie vor; Danimb so verhoff Ich, E. Kö. 
Maj. werden das mit allen gnaden bedennckhen, mir solieh schwSr 
Pürden, darzue Ich vnteuglich rnnd ynuermuglich bin, nit auf- 
legen. Der Arbait ist mir gar zuvill. Alle stundt den ganntzen ta^ 
vnnd dann in der Nacht darzue khain Feyr zuhaben, des die Jüngern 
scheuhen vnnd sich des nit vnnderfahen wellen , wisst des in war- 
hait nit zuuerrichten. Darumb, (BL 35T.) so bitt Ich E. Kw. 
Maj. etc. ganntz diemüetigclichen , mich des khriegsRat vnnd der 
arbait, die Ich nit vermag, allergenedigist begeben. Wo aber 
E. Kw. Maj. meiner Armen diennst bedQrffen , die Ich mag oder hoff 
zuuerrichten. Bin Ich allzeit alls gehorsamer dienner willig. Das will 
Ich, vngespardt leibs vnnd guets, vmb E. Kw. Maj. ganntz vnnderthe- 
nigclichen verdienen etc. 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Wir haben dein schreiben • vnnderthe- 
nigiste enntschuldigung vnnd bitt, dich mit dem khriegs Rath nit zube- 
laden, sonnder desselben genedigclich zw erlassen, zw sonndern gnaden 
vemomen. Nun wären wir, in bedennckhung deiner fiirgewenndten 
ausgeftierten vrsachen, solichem deinem vnnderthenigem begem stat 
zuthun für vnns selbs genedigclich genaigt ; dieweill aber (BL 3S8\) 
die not, geßirlichait vnnd obligen so gross verhannden vnnd wir 
Erkhennen vnnd wissen, das dw vnns vnnd allem wesen in ange- 
zaigten Fall mit deiner Person vasst nutz vnnd dienstlich sein magst, 
darzue wir auch wie billich ein sonnder hochs vnnd genedigs ver- 
trauen zw dier stellen vnnd setzen, So khünnen vnnd mfigen wir nit 
vmbgeen, wie gern vnnd genedigclich wir esthetten, wo es die 
höchst vnnd vnuermeidlichist notdurffk nit dermassen eruorderte, 
vnnd auf disen leuffen vnnserer Lannd vnnd Leuth so grosses ver- 
derben stünde, dich zw angeregten khriegsRat genedigclich zuuer- 
ordnen vnnd zugebrauchen. Vnnd ist demnach an dich nochmallen 
vnnser genedigs ansinnen vnnd begern, dw wollest dich hierInn 
vnns, vnnsern Lannden vnnd Leuten, vnnd dir selbst zw guetem 
gehorsamblich einlassen, hallten vnnd erzaigen, vnnd dasjhenig, so 
dier an deinem leib zw erzeugen (Bl. SS&^.) müglich, thun, 
hanndlen vnnd verrichten helffen, vnnd dich das gar nicht waigern, 
wie wir vnns dann zw dier genedigclich versehen» vnnd soliches mit 
sonndern gnaden JederZeyt gegen dier zw erkhennen bey vnns in 



1543-1544. 



363 



khain vergessen khomen lassen wellen. Geben auff rnnserra khünigc- 
lichen Schloss Prag, den xiij. tag July, Anno etc. im XLiij**", vnnserer 
Reiche des Rdmisehen im xiij^'' vnnd der anndern im Sibenzehennden. 

Dem Edlen, vnnserm lieben, getreuen Sigmunden Freyherrn 
YOn Herberstain, Neidperg vnnd Guetenhag, vnnserm Rat 
vnnd Camerer. 

(Bl 3S9\) 1544. 

Hab Ich gleiehwoll khain Raiss gethon. Aber on vnnderloss vnnd 
täglichen in Camer- auch khriegssachen gehanndit. Wie auch zw 
Jeder zeyt aines Jegclichen Jars, wo Ich nit ausgeraist bin, von*der 
Kw. Maj. etc. vnnd sonnsten allerlay beuelch aufgelegt, Allso das mir 
nie khain feyer noch Ruee gelassen worden. 

Comissari an landtag zw Osterreich. (H.) 

Ferdinannd etc. 

Edler, lieber, getreuer. Nachdem viir auff den beschluss der 
ZusamenkhuniR-hanndlung der Stennde vnnserer Cron Behaim vnnd 
derselben Incorporierten Lannde, auch vnnserer Fünff Niderösterrei- 
chischen Lannde vnnd ftirstlichen Grafschaffl Görtz, auff den Fünffien 
tag nechstkhomenden Monats Marty Lanndtäg ausgeschriben, Haben 
wir (BL 359^.) aus genediger naigung, so wir zw deiner Person 
tragen, dich neben dem Ersamen, gelerten vnnd vnnsern lieben, ge- 
treuen Manen Beckhen von Leopoldstorff , Doctor, vnnserm Canntzler 
der Niderösterreiehischen Lannde, vnnd Cristoffen pollten , vnnserm 
Vitzdomb in Osterreich ynnder der Enns, vnnsern Räten, auf solichen 
tag zw vnnsern Comissarien fürgenomen, auch Instruction, Credenntz 
vnnd beuelch, so wir obgemeltem vnnserm Canntzler hieneben gene- 
digclichen vbersennden, auch dich vnnd sy stellen vnnd fertigen 
lassen. Vnnd dieweil nun vnns , vnnsern Lannden vnnd Leuten an 
disen Lanndtags-Hanndlungen , bey disen beschwärlichen , sorgcli- 
eben khriegsleuffen trefflich vnnd vill gelegen , So ist vnnser gene- 
digs begem an dich, du wellest, neben angeregten deinen Zuege- 
ordennten mitComissarien, den Stennden ainer Ersamen Lanndtschafft 
(Bl. 360*.) vnnser genedig vnnd notwenndigs begem lautt vnnserer 



364 



1544—1545. 



Instruction ftirbringen rnnd mit Rat rnnsera Christen Hofinaisters 
▼nnd Obersten Veldhaubtmans in Hangern, Leonharden Freyherm zw 
Vells etc., alle? das hanndlen ynnd befördern helffen, das zw erlann- 
gung vnnd volziehung vnnsers notwenndigen begerns die notdarflt 
eruordern wierdet. Das wellen wir in gnaden gegen dir erkhennen 
vnnd bedennckben, du thuest auch daran vnnsem Ernnstlichen willen 
vnnd mainung. Geben auiT vnnserm KhQnigclichen Schloss Prag, den 
Zwaintzigisten tag February , Anno etc. im Vierynndyiertzigisten, 
vnnserer Reich des Römischen im Vierzehennden vnnd der Anndern 
im Achzehennden etc. 

(S. 360'. ist leer.) 

(Bl.361\) 1545. 

Geen Crackhaw, 
dasheuratguetaufzuzellen. 

13. Febr. Am Dreyzehcnnden tag February zw Wienn ausgezogen. Nach 

Wisternitz in Märhern, nach Wischa, Cremsier, Keltz, neben Titzein 
geen Peterwaiden, durch Ostra, vnnd dann in die Schlesien geen 
Freystfttl , da Ich mein mitverwonndten , Doctor Hannsen Lanngen, 
fanndt, den Ich aus Kw. Maj. etc. beuelch dahin zw mir zukhomen 
beschiden bette. Dann geen der Pless, Auschwitz, fllr Leipnickh in 

26. Febr. ain dorf, Smerduntze genannt, vnnd am Seohsvnndzwaintzigisten 
geen Crackhaw. 

1. Min. Am Ersten tag Marty sein von dem Khfinig, der so schwach was, 

das Er khaumb so lanng im Sessel hüben hintzt wir gehört worden, 
Darnach von der Allten KhOnigin (empfangen worden). 

(BL 36 P.) Wir sein der heurat vnnd Verzicht brief palld 
verglichen gewest. Die sein geschriben vnnd zw dem Jangen Khflnig 
vnnd Khünigin in Litten an der Posst, die zuuerfertigen, geschickht 
worden. Der Pot khamb in zwelf tagen wider. Man Raitt von 
Crackhaw hintzt zw der Willd hundert vnnd zwaintzig meill. Der 
heuratbrief was vnnderschriben. Aber das Sigl aus nachlftssigkhait 
nit aufgetruckht, darumb muest der Pot hin wider. Khamb in sonil 
tagen wie vor wider, dann die Raison an ph&rdten, die man Padnoda 
haist, müessen die Stet, Märckht vnnd Dörffer dargeben. Ist gar ain 
grosse beschwärdt den Armen Vnnderthonen. 



1545. 365 

In mitler Zeyt haben wir vmb das gellt geschickht, des zw der 
Neyss in Schlesien lag, ynnd auff vnnsern beuelch gewart. Das 
khamb am heiligen OsterAbennt, das ist der dritte tag Apriliis gewest, 3. ApHi. 
geen Craekhaw etc. 

(BL 362"^,) Darnach haben wir das gellt lassen sehen, wegen 
mnd Zellen, zwayvnndfönfitzig Tausennt, etlich hundert hungerisch 
gülden in goUd. Etlich ynnd Sibentzig Tausennt, auch etlich hun- 
dert Taller. Das alles bracht hat: hundert Tausennt gülden hunge- 
risch in goldt. Das heuratguet dem Jungen Khünig Sigmunden zw 
seinem Gemahel, ynnsers herrn des Römischen Khünigs Tochter, 
Khünigin Elisabeth bezallt. 

Vnnd weill wir mit denen briefen ymbganngen, ynnd das gellt 
zw ynns zukbomen Eruordert, die Polnischen auch Enntgegen 
geschickht zubelaitten^ das allso in Iren hannden zuhaissen gewest 
ist, Zeittung khomen, das die Khünigin in Litten erkhrannckht, das 
ynns nit müglich gewest, das gellt lennger zuuerhallten, Alls wir das 
ybergeben ynnd yerritten, Ist die frumb Khünigin am Fflnffzehennden 15. Juni. 
Juny (Bl. 362^.) gestorben. Allso ist mit Irem Absterben.mer dann 
dreymalhundert Tausent gülden Reinisch oder PoUnisch in Polin 
beliben. 

Cosmas Giennger bette das gellt, der Khünigin heuratguet, in 
seiner Bewarung . Die brief, so derhalben gefertigt, bah Ich zw 
meinen hannden geuomen. Zwen brief khamen mir nit zuhannden, 
die zuegesagt warden zugeben. Das warn die zwengwallt, so der 
Jung Khünig seinem Vatter, Muetter ynnd zwayen anndern herrn 
gegeben bette, solich heuratguet zw empfahen. Die Allt Kunigin 
yermaint : „sy ynnd annder Comissarien bedörfilen derselben gwallt 
selbs. Wisste nit was sich mit der zeyt zuetragen mdchte.^' Dargegen 
sagt Ich: „weill Ir Maj. sorg auflf Iren Sun bette, ymb souill mer 
müest sich mein Herr yersorgen.** In Summa Ich hiellt ain yass mit 
gellt auff, hintzt mir die brief gegeben wurden. (BL 363''.) Das die 
Khünigin seer yerdross ynnd mir häfftige wort zw empott. Hinwider 
Ich sagte: „wann Ich Irer Maj. dienner war, wollt Irer Haj. notdurfft 
auch treulichen bedennckhen ynnd hanndlen. Wollt dann Ir Maj. mir 
ymb soliches yngenädig sein, war mir laid. Wann es aber allain ymb 
meine Treue diennst, wäre mir ymb souill dest Ringer. Müest des 
Got beuelhen.^^ Die gnad khamb aber wider. Nachdem Ich Irer Maj. 
aus Wienn derhalben geschriben bette. 



366 1545. 

Das alles geschach in ynnser herberg, des Hieronimus Khru^^U 
haus. In der Stuben liess Doctor Lanngus schreiben: 
Centum millia Dotis aureorum, 
Quos fert Pannonis ora leetiorum, 
Conclauj numerata sunt in isto. 
Hos Regina suo tulit marito, 
Diuum muneribus deeens ELISA. 

xi. April : Anno M.D.XLV. 
16. Juni. (BL 363\) Am Sechzehennden wider von Crackhaw Terruekht. 

Das erste naehtleger ynnder dem Lipnickh, Darnach geen der Plesa, 
u. Juni. Freystätl, Titzein, Cremsier, vnnd furtan allso. Am vierrnndzwain- 
tzigisten desselben monats geen Wienn khomen. 

Die brief der Niderösterreichischen Camer vbenumtwort, zw 
den anndern Schatzbriefen zulegen. 

Vnnd nachdem aber mein Arbait sich täglichen nuer gemert, 
Erstlichen vmb das Ich Allters halben beschwärdt, darnach die 
khriegs hanndlungen mir neben der Camroer aufgelegt, vnad annder 
in mindern sorgen, auch weniger Arbait, ain merere besoldung gehabt, 
des mir Eben halb schimpfflich, bab Ich soliches der Kw. M^j. mn- 
derthenigclichen angezaigt, mit bitt, mein darinn mit gnaden zube- 
dennckhen. Ist mir die nachuolgund gnad gegeben. 

(BL 36i\) 200 gülden. 

Wir Ferdinannd, von gottes genaden Römischer, auch zw 
Hungern vnnd Behaira etc. Khünig, Infannt in Hispanien ; Ertzhertzog 
zw Österreich, Hertzog zw Burgundy, zw Steyr, Khärnndten, Crain 
vnnd Wirtemberg; etc. Graue zw Tyroll etc. Bekhennen für ynns, 
vnnsere Erben vnnd nachkhomen offenulich mit disem brief vnnd tbun 
khundt menigclich. Das wir genedigciich angesehen, Erwegen vnnd 
bedacht haben die Eeriichen, aufrichtigen, vnuerdrossnen, auch lanng- 
wirigen, nutzlichen vnnd woll erschiesslichen Diennst, So der Edl, 
vnnser lieber getreuer Sigmundt Freyherr zw Herberstain , Neyperg 
vnnd Guetenhag, vnnser Rat vnnd Camerer, neben vnnd vor andern 
dises seines namens vnnd geschlächts deren von Herberstain, von 
jugennt auff noch weillenndt vnnserm lieben Anherrn, Khaiser Maxi- 
milian loblicher gedächtnuss, (Bl. 36^^.) vnnd dann siderher vnns 
in etlichen verbrachten Veldzögen, Auch vnnserer KhQnigreich vnnd 
Erblannde sachen vnnd obligunden geschftfflten, vnnd fürnemblich in 



1545. 367 

Eerlicher Verrichtung rnnd Volbringung viil ansechlicher, grosser 
yand geftriieher LegatioDen voDd Potschaflflen zw den maistön Po- 
tentaten der wellt, ynnd in allem annderm, so Ime von ynns auferlegt 
worden, vngespart seines Leibs vnnd guets, zw genedigistem vnn- 
serm gefallen erzaigt vnnd bewisen, Derhalben wir Ime dann auch 
mit sonndern gnaden genaigt, Vnnd darnach gedachtem Sigmunden 
Freyherrn zw Herberstain, Neidperg vnnd Guetenbag, zw etwas 
genedigister Ergetzlichait solicher seiner Eerlichen Diennste, aigner 
bewegnuss, vnnd (BL 365'.) damit Er seinen Stanndt in Numer 
erlanogtem Allter vmb souil statlicher erhallten vnnd hinbringen 
mflge. Auch anndere zw dergleichen VIeiss vnnd Dienstberkhait 
bewegt werden. Nun hinfCIron von einganng ditz gegenwärtigen Jars 
anzuraitten, Järlich vnnd Jedes Jar besonnder sein lebenlanng, sambt 
vnnd vber sein Ordinary besoldung, so er sonnst von vnns hat, zway 
hundert gQlden Reinischen MQntz, yeden gülden zw Sechtzig khreu- 
tzern oder fQnffzehen Patzen gerait, von vnnd aus der Remanentz 
oder Stat Steur, So vnns die Ersamen, Weisen, vnnsere besonndere 
lieben getreuen N. Rurgermaister vnnd Rate vnnser Stat Wienn Jär- 
lich vber den Nachlass , so wir Inen an solicher Remanentz auff ain 
bestimbte Zeyt zuthun bewilligt, vnnd vber das (Bl, 365^,) wir 
dem Edlen » vnnserm Rath vnnd lieben getreuen Vlrichen Cristoffen 
von Tschernahor, alls ain prouision darauff verschriben noch in 
vnnser Vitzdomb Ämbt in Osterreich vnnder der Enns albegen zw 
halben Jarsfiristen zuraichen schuldig sein , vnnd Jetzo zw ausganng 
ditz Jars widerumben von der Verweisung, so weillenndt Niciasen 
Rauber Wittib vnnd Erben darauff gehabt, ledig werden, eruolgen 
vnnd Raiehen zulassen genedigclich bewilligt, zuegesagt vnnd ver- 
sprochen haben. Rewilligen, zuesagen vnnd versprechen auch hiemit 
wissentlieh vnnd in Crafil ditz brieffs. Also das obgedachtem Sig- 
mnnden Freyherrn zw Herberstain angezaigte Prouision der zway 
hundert gülden Reinisch Nun hinfiiron, von Einganng ditz Jars anzu- 
raitten, (BL 366\) Järlich, sein lebenlanng, zw halben Jarsfristen 
aus obbestimbter Remanentz- vnnd Stat Steur der Stat Wienn durch 
gegenwärtige vnnd khOnfitige vnnsere RQrgermaister vnnd Räte daselbs 
gegen seinen Quittungen on abganng geraicht vnnd bezallt, vnnd 
dieselben Quittungen von vnnsern Vitzdomben in Österreich vnnder 
der Enns an Par gellts stat von denen von Wienn angenomen werden. 
Vnnd damit auch gedachter Freyherr von Herberstain diser zway 



368 



1545—1547. 



hundert gülden von dem yetzigen gegenwärtigen fQnCTynndviertzi- 
gisten Jar, Nachdeno obberoellte vnnsere gefeil der Remanentz- ynod 
Stat Steur erst mit ausganng desselben, Alls obsteet, ledig auch 
babhaflft. So haben wir gedachtem ynnserm Vitzdomb aufgelegt rnnd 
beuolhen, Das er (BL 366^.) Ine derselben von disem Jar von 
ynnsern Vitzdomb Ambts gefeilen enntrichten ynnd bezallen solle. 
Alles Innhallt ynnserer sonndern offnen brief ynnd beuelch, Ime der- 
halben an obgenannte yon Wienn, auch ynnsere Vitzdomb in Öster- 
reich ynnder der Enns an heut datto Insonnderhait hierüber gefertigt« 
genadigclich ynnd yngeuärlich. Mit yrkhundt ditz brieffs, Geben auff 
ynnserm Khünigclichen Schloss Prag, am Sechsyindzwaintzigistea 
tag des monats Augusty, Anno etc. im Hinfynndyiertzigisten, ynnserer 
Reiche des Römischen im Fünffzehennden ynnd der anndem im Neun- 
zehennden. 

(Die Seiten 367*. uod 367\ sind leer.) 

(BL 368^0 1547. 

Ist ain Jar, darinn yill geschichten, der gedftchtnus wierdig, sich 
zuegetragen haben. 

Die Römisch Khünigin Anna gestorben am Sibenynndzwaintzi- 
gisten January ; KhünigFranciscus zw Frannckhreich am letzten Marty 
gestorben. 

Khaiser Carl ynnd der Römisch Khünig Ferdinannd haben 
Hanns Friderichen Churfürsten zw Sachssen yber die Elb, bey 
Mülpach in Meissen geschlagen ynnd gefanngen am yierynndzwain- 
tzigisten Aprillis. Die Pessten beuesstigungen in Wirtenberg dem 
Khaiser yberanntwort am dreyynndzwaintzigisten May. 

Ich bin in gehaimen Sachen yon Kw. Maj. geen Güssing, zw 
herrn Franntzen Bothianj geschickht worden, am Neunzehennden 
Juny. 

(Bl. 368^,) Am Neunzehennden Juny Philips Lanndtgraf zw 
Hessen dem Khaiser den Fuessfall gethon ynnd angenomen worden. 

Petrus Aloysius Fernesius Hertzog zw Parma ynnd Placencia, 
des Bähst Paulj Sun, ymb seiner Tyranney willen durch die seinen 
zw Platzenz Todtgeschlagen Am zehennden September. 

(Die Seiten 369'. und 369^. sind leer.) 



1548—1550. 369 

CBl.370\) 1548. 

Ku: Sig: In poln tod. 
Maxmln Ku: zw Beb: Heyrat. (H.) 

Bin Ich nindert hin geraist. In meinem ordenlichen Diennst bey 
der Niderösterreichischen Camer beliben. Dem mit Embssigen yleys 
gewart, nit die tag. Ja die ordennlichen Stunden nit versaumbt. 

Am Ersten tag Aprillis Ist Khönig Sigmund, der Erste des na- 
mens, Khttnig in Polin, ain fridsamer, glückhsäiliger Khünig 
gestorben. 

Am Sibenzehennden desselben Monats hat sein Sun, Khünig 
Sigmund der annder, ain Wittib aus Lytten aus aliter Lyeb 
gemahelit ^). 

Ertzhertzog Maximilian hat im September den vierzehennden 
tag zw Valeodolit in Hispanien mit des Khaiser Charl des iRinfiten 
Tochter Maria beygeschlaffen. Desselben Jars zw Khfinig in Behaim 
Erwellt worden. 

(Die folgenden Seiten 370N 371' und 371** sind leer.) 

(Bl. 372^0 1550. 

1849, (H.) 

Gleichermassen in meinem ordennlichen Diennst beliben. 
Babst Paulus Starb dem Neunten Nouembris. 
(S. 372' ist leer.) 

(BL 373'*.) Khünig Sigmund Augustus zw Polhi hat, nach 
absterben der Edlen Khünigin Elisabeth, meines allergenedigisten 
herrn, des Römischen, hungerischen vnnd Behemischen Khünigs Fer- 
dinanden etc. Tochter, seiner Gemahel, alls des höchsten in der 
Cristenhait geschlächts, kheusch, tugenntlich, ynnd, ob was in dem 
mennschen heiligs mag befunden oder gesprochen werden, heilligen 
absterben, die gewiss nit aines gemain Natürlichen todts yerganngen 



^) Btrbtrt ron RtdzifiL 
Fontes. VUI. 24 



370 15!$0. 

ist, ain andere Littische Witwe, des Gescblächts Radouill , vill ann- 
derst weder die Elisabeth beschriben yimd genennt wierdet, rnnd alls 
man für gwiss bellt mit khönsten dahin gedrungen, wider seines 
Vatter vnnd muetter willen. Ja auch verbott, (BL 313''.) Eelichen 
genomen. Dessen seine vnnderthonen in grosse beschwärung ge- 
fallen, sich dermassen enntsetzt, das der Khünig sein khünigclich 
Ambt (nit) yerriehten mögen. Dann der hette auch dem Khünigreich 
Ir Priuilegien nit bekbrefiUgt ynnd stuennd in sorgen. Darumb dann 
seine poten zw dem Römischen Khflnig schickhte rmb Rat, auch: 
„ob Ichtes durch sein Jügenndt vnnd vnuerstanndt wider sein RS. 
Kw. Maj. etc. gehanndlt hette. Ine des zubegeben. Wollte fiiro thun 
alls ein Treuer Sun gesen seinem Vatter.** Vnnd alls hieuor mer 
danii ain gemainer tag zw Polin mit vill schmach-Reden rnnd schrUT- 
ten gehallten, zw letzt geen Peterkhaw auch ain Zusamenkhonfil 
beschriben. Der Khflnig Sigmund hat auch an Rö. Kw. Maj. etc. 
begert, seine potschafRen daselbsthin, wie dann hieuor bewilligt 
ward, zuschickhen. (BL 374\) Der Frumb, Christlich Khünig Fer- 
dinand sprach im Radt, mit hohem schwuer: „wolte dem Khfinig zw 

der vep^npi Polin fÜro nimmenner im Argen oder zw Räch gedennckhen. ** Bewilligt 
poUn. (H.) sein PotschafR dahin zusennden. Nun seindt etlich gewest, die ril- 
leicht die sachen treulichen gemaint haben , Allso das sy gern betten 
gesehen, hr Khünig hette die berüechte hingethon vnnd ain anndere 
genomen. Aber annder haben Iren försatz gehabt, ob derselben ainer 
oder lere khinder mit der hanndlung vnnder die Cron möchten kho- 
men. Die all haben yerhofil, der Römisch Khünig würde zw solicher 
Sachen, alls gerfichiger seiner lieben Tochter halben, wider den 
Khünig sein. Des sich aber yill antiders befunden hat. Sein 
Kw. Maj. etc. hat mit sonndern gnaden mich selbs angesprochen: 
„weill Ich in Polhi dermassen bekhanndt rnd angenämb, (BL 379^.) 
Wiewoll sein Maj. mein gern Terschonete, So begert sein Maj. doch, 
mich solicher Raiss, die seiner Msg. oblag, zw ynndersteen.** Also 
bin Ich dahin sambt Doctor Hannsen Lanugo, Kw. Maj. etc. Rat , ge- 
schickht worden. Vnnd in beuelch gehabt, dem Khünig sein sachen 
zum pessten zuhanndlen. Darumb wir ain offne Werbung vor allen 
Stennden thfitten, Darnach ain haimbliche an d^n Khünig, darbey 
niembt dann sein Canntzler, Bischoue zw Crackhaw gewest. Des so 

Mathiowskj. wir offennlichcn förbrachten gäbe lautter der Rö. Kw. Maj. etc. 
^"'^ mainung zuuersteen, die haimblich aber macht bey nilen ain 



1K50. 



371 



yerdacbt, Alls wfire es was merers ynnd zwischen den zwayen herrn 

Tertrealichers yerhannden. Die Rö. Kay. Maj. hat gleichennassen 

sein Potscbafil daselbstn bin yerordennt. Aber erkhrannckht, darnach 

ynns baiden in seiner Maj. namen (BL 37S\) die sachen auch 

zuhanndlen, lautt hernachnollgunder AbschrifR des Khaiserlichen 

beuelchs, aufgelegt, Alls wir auch das in seiner Maj. etc. namen yer- 

richt haben. Allso yerzweifelten Ir yill, ynnd khamb ainer nach dem 

andern, die gnad zusuechen. Vnnd ist allso KhQnig Sigmund durch 

den Römischen Khünig mit der Potschaflt ynnd hanndlung in sein 

rechten khQnigelichen gwalit wider gesetzt worden. Darumb dann 

KhQnig Sigmund in ynnser abfertigung mit aignem mundt dreymall 

gesagt: f „hab den Römischen Khünig sein 9 Rechten Treuen Yatter f „ich htb wider 

in seiner widerwertigkhait befunden. Welle das mit allem des Ime der nWeh darumb 

Got geben, hintzt an das hemet, neben seiner Maj. mit yergellten *enumen,*die 

wider darstreckhen.** Hat ynns auch khünigclichen abgefertigt. icb^eduidi^ciich 

Sich wider vber 

(BL 315*,) Carolus, Diuina fauente dementia mich erp«rbint 

n ¥ A A A In sölicher mei- 

nomanorum Imperator Augustus. ner widerwsr- 

tigkhait hab Ich 

Nobilis ac Honorabilis, Docte, fideles, dilecti. Cum nuper ad denRö. Rhunig 
designatnm a Ser^. Poloniae Rege, fratre et Consanguineo nostro me^nlm'viiter, 
char~*, diem Conuentus Procerum et Ordinum Regni Poloniae Lega- vaterblfurn- 
tos nostros ablegare constituissemus , et ad id munus Yenerabilem den, das ich 
Julium Episcopum Numburgensem , Pnncipem nostrum, Deuotiim, nit ver^eMen 
dilectum destinassemus, yna cum literis et mandatis ad eam causam danVhperkhaU 
opportunis, planeque persuasum haberemus, illum profectionem in *"J*' *?"''* u^' 
Poloniam iam tum suscepisse, tandem inopinato nobis ab illo adferuntur ime hinczt an 
literae, quibus exponit, se aduersa yaletudine impeditum (BL 3T6*J daraecsen". 
iter tam longum, tam modico temporis spacio conficere non posse, ac ^^ '^ 

proinde prouinciam iniunctam supplex deprecatur. Itaque, quum in 
hac angustia temporis neminem alium ab hac parte ilhuc ablegare 
commode possimus, qui Conuentui in tempore adsit, ne tamen ea» 
quae publici boni, praefati Ser*^ Regis et Regni causa procurare 
cupiebamus et cupimus, plane neglecta iacerent, yobis, quorum fidei 
et industriae band immerito haec et maiora credere non dubitamus. 



*) Herberstein hatte hier uod nach den rier folgenden Worten irrthümlich 
das richtige 'sein* und 'seiner' des Schreibers in 'mein' und 'meiner' 
yerflndert 

24* 



372 isso. 

hanc prouiDciam demandandam duximus, Hortamurque uos obnixe 
petentes, vi hoc munus nostro nomine suscipiatis ^ et litteras nostras, 
quas iam in Vestram Credentiam (Bl. 376^.) scribimus, qnasque 
antea dieto Episcopo Nuroburgensi ad praedictun) Ser""". Regem 
Poloniae Regnique Proeeres et status publice et priuatim dederamus, 
(quas omnes una cum mandatis ad eam rem necessarijs a praefato 
Ser'"''. fratre nostro, Romanorum etc. Rege, accipietis,) ijs, quibos 
inscriptae sunt, reddatis, et apud eos coniunctim et separatim omnia 
illa, quae praedietus Princeps noster Episcopus Numbuif^ensis factu- 
rus erat, nostro nomine publice ac priuatim proponatis, procuretis et 
conficiatis. In eo rem nobis adprime gratam facturi, quam omni gratia 
beneuolentiaque nostra agnoscere, pensareque studebimos. Datum in 
Oppido nostro Traiectus Mosae, die Quinto mensis Junij, Anno Domini 
Mill"'^ Quingent'"''. Quinquagesimo, Imperij nostri XXX"" et Regnorum 
nostrorum XXXV*". 

Carolus. 
Ad mandatum Caes. et Cath. Maj"'. proprium: 
Jo. Obernburger. 

(BL377\) Nobili ac Honorabili, Docto, nostris et Imperij 
Sacri fidelibus, dilectis : Sigismundo libero Baroni in Herberstain, in 
Neiperg et Guettenhag, Et Joanni Lange, Jurium Doctori, Ser"**. Fra- 
tris nostri, Romanorum etc. Regis Consiliarijs, et ad Poloniae Regnum 
Oratoribus, Dilectionis suae et nostris. 

4. JuU. (BL 377*.) Am Vierten July, als wir bayd gesanndte mit dem 

Herrn Samuel Bischoue zu Craccaw vnnd Herrn Hannsen Grauen zu 
Tarnaw, Casstellan zu Craccaw, als den vertrautistn des Khönigs 
Rätn, des Khayserlichen Beueihs halben, der vnns zuekhumen was, 
gehanndlt, hab derselben Zeit Ich nachuolgende maynung mit Inen 
geredt : 

„Vil reden lanngten mich an, als hette die Kü. wirde zu Polin 
begierd Vnnd yerlanngen , Sich mit R5. Kü. Maj. zusehen. Wo dem 
also, deuchte mich yasst am nuczlichistn sein, die Sachen, welche 
durch bayde Ire Maj^. sollen in Irer zusamenkhunfil gehanndlt wer- 
den, das dieselben durch Räte oder Potschafitn zuuor verglichen 



^} 'suscipere' die Handschrift 



1550. 373 

würden, damit in der Zusamenkhunfil khain Irrung derhalben fttrfielle, 
sonnder allain der besehluss daselbstn mit freuden verriebt möcht 
werden.** 

Dargegen ward geantwurt: ,,S5lche naygung vnnd begierde 
wäre vmb kbainer banndlung willen, sonnder aus lieb vnnd naigung 
Sich znersehen vnnd auch ainmai ausser Seines (BL 378*.) Reichs 
Zuraisen, wie auch noch der alt Khanig Sein Vater des bewilligt hett, 
aber die Mueter wolte das nie gestatten. ** 

Zum anndern sagt Ich : „Es wäre Lanndwissend, das zwischn 
Sun vnnd Mueter ain muetwillen oder misshellung wäre. Das möchte 
neben anndern sachen, so verhannden sein, dem Kbfinig zu ainem 
P5ssern aussgelegt werden, als ob Er mit der Mueter vnnd mit Sei- 
nen Ynnderthonen nit khünndte yergleichen. Solches möcht auch 
Seiner Kü. M. Schwestern, die noch vnuerheyrat wären, zu nachtail 
raichen. Dann die widerwärttigen yeder Zeit alles zum f blistn auss- 
iegen vnnd deuten. Vnnd solches gibt vrsach zu vil reden.** 

Darüber ward geantwurt: „Es wäre khain ynainigkhait zwischn 
Sun ynnd Mueter annderst, dann das die Mueter solchen gwalt wie 
vor in leben des alten Khünigs haben wolte. Der Khünig thäte Ir 
khain Irrung, aber annder mOgen Ir nit gstatten, in vil vorhabenden 
Sachen zuhandln.** 

(BL 378*.^ „So hat Sy vmb Ir heyrat vermächt das Herzog- 
thumb der Mas 0» (ist so gross als Behaim, gleichwol nit so gültig,} 
zudem hat Sy one das in Polin, auch Lithn vil einkhumbens vnnd 
Pfanndschafftn, des zway mal so vil ist als Ir vermächt bringt. Darinn 
geschiecht Ir khain Irrung.** 

„So bat Sy die Khlainater^) alle nach des altn Khü- 
nigs tod behalten, sonnderlichen auch die der Khünigin Barbara Irer 
Yoruordern gewest sein, welche der alt Khünig Seiner Tochter, die 
mit der Khünigin Barbara erzeugt ist, des Churftirsstn zu Brannden- 
burg Gmahel, zuegesagt hette, vnnd darfQr Neun Tausent gülden 
bezallen muess.** 

„So hat auch der Lessniskj, Khünig Ludwigs zu Hungern vnnd 
Behaim Camrer, nach Seines herm vnnd Khünigs tod ansehenliche 
khlainater, die Seines Khünigs gewest, geen Craccaw bracht. Wiewol 



^) Masofien. 

*) Hier eine Lücke id der Handschrift 



374 1580. 

solche khlainater der alt Khfinig rechtlichen xu Sich, (BL 319*^) 
als von Seines Brueders Sun verlassne nemen het mögen. So hat Er 
doch dem Lessniskj'ain gelt darfür geben. Dieselben khlainater bat 
der altt Khttnig Ir, der Mueter, auch geben. ** 

9,Es sein in ainer sonndern Truhen etliche khlainater, hoch- 
schätzige, gelegen, vnnd im schätz gestanden. Dieselb Truhen hat 
Sy in des Khünigs khrankhait erworben, fQr des Khönigs Pett zu- 
brinngen. Darauf Sy dann gemainclich neben Ime gesessen ist, daraus 
Sy mit der weyl vil heraus Zu Iren hannden bracht hat** 

Solche anzaigen sein geschehen auf die beschwer der Khünigin» 
als Nemblichen: „Das der KhQnig Irem hofgesinndt nit genedigclichen 
Zuesprache;** „Ire Poten würden langkhsam abgeferttigt;*' Vnnd „das 
der Khünig nach des alten tod Ir zu ynndterhalt Irer Tochter, Seiner 
Schwestern, nichts geben bette.*' 

(Die Seite 379** ist leer.) 

(BL380\) Die Raiss nach Peterkhaw. 
Mayo. 

21. Mai. Am Ainvnndzwaintzigisten zu Wienn ausgezogen mit dreyzehen 

Phördtn vnnd in zwayen Wfignen Siben Phärdtn. Geen Ylrichs- 
khirchen drey meill. 

22. Max. Am xxij. geen Mistlbach drey meill. 

23. Mai. Am xxiij. geen Auschwicz, das man nach der Lanndtsprach 

Hustapecz nennt, fttnff meill. 

24. Mai. Den viervnndzwaintzigisten geen Wischa yier meill. 

25. Mai. Den xxY., was der Phingstag, geen Olmüntz vier meill. 

26. Mai. Den xxvj. vber den Sauperg durch Peern geen Hof fUnff meill. 

27. Mai. Den xxrij. auf ain meill fär den Hof aus khumbt man auff ain 

Wasser, nennt (BL 380^.) man die khlain March, Morauitza. Ist 
die Gränifzen zwischen Märhern vnnd Schlesien. Vnnd fürt für 
JägerdorflT, Lubschitz, sein Shlesisch ftlnff meill. 

28. Mai. Den xxTÜj. fQr khlain Glog mnd durch Khrepitza 9- Daselbst 

vber die Oder, vnnd fürt geen Opl Siben meill. 

29. Mai. Den xxriiij. zwo meill für aus. Rindt ain wasser genannt Mal- 

ponndt*). Vnnd fttr aus geen Rosenberg, das man nach der 
Lanndtsprach Oleschno nennt, Siben meill. 



^) KrappiU. 
^) Malapane. 



iKfiia 



375 



Den 30. drey meiU geen AUten Khrepitza 0* Auff aia halbe meill 3o. Mai. 
berdUshalb fecht sich PoIIr ao. Da geessen, vnnd fürt noch drey meill 
an ein wasser» haisst Wartha» gibt vasst vill Khrepssen. Noch zwo 
roeiU geen Bresnitza ^). Da kharob zw mir Doctor Hanns Lanng, mein 
mit verordennter. Am tag still gelegen. Acht meill. 

(Bl.381\) Junio. 

Am Ersten geen Rostras >), ain schlecht Pollnisch Stätle, Siben i. Juni, 
meill. 

Am Anndern tag sein zwo meill geen Peterkhaw, rnnd ain halbe 2. Joni. 
meill dameben das Closter Vitow ^), alls vill alls Veyt genannt Darein 
sein wir gelosiert ynnd dm'ch herr Stanislaum Hosium, Bischoue zW 
Khelmsee^)» ynnd den Yayuodn Junirladislaniensem *) gefuert ynnd 
beglaitt worden. 

Am Sechsten sein wir für den Khfinig ynnd die Stennde zw «.JonL 
Peterkhaw durch die yorigen zwen beglaitt worden, ynnd haben 
ynnser Werbung gegen dem KhOnig auch den gemain Stennden 
verriebt. 

Am vüij*"". sein wir zw der KhOnigin Bona geen Gomolni "^), ist 9. Juni, 
ains Edlmanns Sytz, zwo meill vom Closter, darinn wir gewonndt 
haben, gezogen. Da auch (BL 38P.) vnnser offne Audientz gehabt. 
Neben Ir hindan sein auch Ire drey Töchter, so noch vnbeheurath, 
gesessen. Darzue wardt herr Martin Cromerus, Doctor, Kfinigclicher 
Secretary, der Anntwort gäbe, verordennt. 

Den 10. Sein wir wider bey dem Khfinig gewest. Vnnser gehaime lo. Joni. 
Audienntz gehabt, darbey ist niembt, ausserhalb des Bischof zw 
Crackhaw alls Canntzler, gewest. 

Den xiiij. Sein wir zw der Khflnigin auff Ir beger khomen, mit 14. Juni. 
Ir allain gehanndit 



^) Alt-Knepiee an der Liszwartt. 

*) Brzeznica. 

') Rozprza. 

^) Witow, sudöstlich vod Piotrkow. 

^) D. i. Colm SD der Weichsel. 

*) Jetst Inowraelaw im preussischen Regierungsbezirke Bromberg, damals 

Sitz eines Woywoden. 
^) Gomolin, westlieh fon Piotrkow. 



376 



1550. 



16. Juni. Den XTJ. ist Hertzog Niclas, des Geschlächts RadoyilU zw ynns 

in das Closter khomen. Mit Ime Khnes Olsehenskhy vnnd Dubro- 
witzkhy, Khnes Zwaraskhy. 

17. Juni. Den xvij. herr Anndre Graf zw Gorkha, Castellan Posnauiensis» 

vnnd Herr Marthin (BL 382**.) Zworowskhy» Palatinus Calisiensis, 
sein bey ynns gewest. 
20. Jani. Den 20. bat der Kbünig den Doetor Martinum Cromenim zw 

ynns gesehigkht: y,ob wir die Herberg yeränndern wollten? ** 

23. Juni. Den xxiij. Ist Doetor Lanngus zw dem Herrn Canntzler geriteo» 

etliche notdurfftige Sachen zuberatschlagen. 

24. Juni. Den xxiiij. sein wir beruefft ynnd beglaitt worden zw dem Kbü- 

nig. Mit dem geen Khirchen gezogen. In der khirchen sein wir yier 
Stöel ynnder dem KhQnig gestannden. Darnach das froemal mit 
genomen auff ainer lanngen Tafel. An dem obem ort sass der KhQ- 
nig, neben dem ynndersten ort wir baid. Das aber die Tafel oder 
Tisch so lanng gewest ynnd niembt mer alls man täglichen Phlegt 
daran gesessen, Ist die yrsach: (BL 382*,} Der KhQnig bette für- 
genomen den Ertzbischoue, Bischoue zw Crackhaw ynnd den Herrn 
oder Castellan zw Crackhaw auch zusetzen. So ist in des Khünigs 
Camer geredt worden : „Die anndern grossen herrn würden des ein 
grosse beschwärdt haben, das die alls yerachte ausgeschlossen warn.** 
Darüber hat der Khunig sich enntshiossen , alle Palatinos ynnd 
Castellanos herzuezesetzen. Der wurden aber zw yill sein, warde 
aber fürgenomen, allain die, denen der Tittl 'Magnifiej' geschriben 
ynnd gegeben würde, zusetzen. Aber die, so bestänndig bey dem 
Khünig seind beliben , wollten neben denen , die sich hinczther dem 
KhQnig widerseczt betten, nit sitzen. Mit dem sein sy all zusitzen 
erlassen worden. Der Khünig hat mir Erstlich für des Khaisers, zum 
anndern für des R5mischen Khünigs, ynnd zum dritten f&r des erwell- 
ten (BL 383",) KhQnig Maximilians gesundt zuegetrunckhen. Nach 
Tisch fertigt man des Turggen Potschafft ab. Darbey sein wir auch 
gewesen , neben dem KhQnig an der Rechten seitten gesessen. Dem 
TQrggen ward geanntwort: »Weyll der Türkhisch Khaiser sein 
Kü. Maj. zw ainem Sun anname. So näme auch der Khünig Ine zw 
ainem Vatter an ; wollte auch den beschlossnen frid sein lebenlanng 
hallten. Vnnd wünschte Ime yill glückh Jenhalb ferre, der Irrthumben 
halben, sein numalls Comissarien an die Gränitzen yerordennt. Nach- 
mails hat der Bischoue Canntzler ynns haimb Inns Closter sambt 



mo. 377 

dem Vayuoda yon Plotzkho beglaitt» ynod das Nachtmall mit ynns 
genomen. 

Am 30. sein wir aus dem Closter geen Peterkhaw in ynnser 30. Juni. 
Herberg gezogen, ynd daselbst zum Ennde beliben. 

(31.383^.) Julio. 

Am Anndem tag sein wir wider mit dem KhQnig zw khirchen %, juii. 
gewest, Aber ynnser Stfiell nit bedeckht. Ynnd das fruemall mit dem 
herrn Bisehoue yon Crackhaw genomen. 

Am yierten Sein ynns beuelch yon Kay. Maj. zuekhomen: ,,in 4. JoU. 
seiner Maj. namen, alls seine Poten» Nachdem seiner Maj. yerordenn- 
ter Gesanndter khrannckhait halber nit khomen mOgen, zuhanndlen.'' 
Das ynns dann die Kü. Maj. auch beuolhen hat. 

Darüber haben wir mit dem Herren Bisehoue ynnd Castelan zw 
Crackhaw gehanndlt, die sachen angezaigt» ynnd ymb Audientz yon 
des Khaisers wegen gebeten. 

Am Sechsten Ist der Khfinig auff bitt des Bisehoue yon der Khny 6. Jaii. 
anff desselben (BL 38i\) Schloss ains, zwo meill hindan gelegen, 
Volwors genannt, geritten, ynnd auff des Bisehoue bitt wir auch, ynnd 
mit dem Khünig geessen. Dazumall yill mit mir Teutsch geredt. Wie 
seine Leuth sagten, zwayen Jaren nit souil Teutsch geredt bette. 
Trannckh mir zue yon Ertzhertzog Ferdinannd wegen, zum anndem 
mall mir zw ainer erkhüelung. 

yij. Bin Ich allain zw der KhQnigin geraist» ettlicher sachen 7. Jnii. 
halben auff Ir beger. 

yiij. ist die KhQnigin aus Irem Leger nach der Mass hin geruckht. s. Juii. 

xiij. haben wir mit dem Herrn yon Crackhaw geessen. 13. Juü. 

xxij. hat ynns der KhQnig morgenns den Abschiedt in gemainer %2. juii. 
Versamblung gegeben. Zum Abennt ynns widereruordert, (BL 38^^.) 
Vnnd auff die gehaimen sachen, in beysein des Canntzlers ynnd 
Grauen yon Tarnow, herrn yon Crackhaw, auch Anntwort geben 
/ ynnd abgesehaiden. 

Am xxyiij. wie wir gleich aufsitzen wellen, Ist ynns ain Pot mit zs. Juh. 
khünigclichen beuelhen zuekhomen. Sein wir also gestifelt zw dem 
Khünig khomen. Gleichwoll in ainer halben Stundt die sachen yer- 
rieht yand dann yerruckht, durch Rostras geen Camensco *), yier meill. 



^) RaiDiensko. 



378 lölK). 

29. Juli. xxTiiij. geen Bressnitza. Da sein wir in des Khfinigs Schloss 

behaust ynod ynnderhallten worden. Da khame auch der herr Spi- 
teckh Yon Tornaw, gewe^ner Sehatzmaister vnnd numalls Vaiuoda 
zw Siratz, der soliche gOetter Innhat» zw vnns. Vnnd woll gehallten» 
vier meill. 

30. Juli. (Bl. 38ß\) Den 30. Alls wir zwo meill yerruckhten» khamen 

an das Wasser Wartha, vnnd fürt drey meill geen Allt Khrepieza. 
Sein aber im Schloss, das woll ^rpaut ist, bey dem fruemall beliben. 
Vnnd furter ist bey ainer halben meill die Schlesisch Gränitz, vnnd 
dritthalbe meill geen Oleschno oder Rosenberg. Acht meill. 

31. Juli. xxxj. Vber Malponndt geen Opl. Da schiedt Doctor Lanngus 

von mir nach der Neyss. vij meill. 

Augusto. 

1. August. Am Ersten beglaitt mich aus der Stat der baubtman desselben 

Fürsstenthumbs vnnd zw Rattbar, herr Jan Posadowskhy, der vnna 
sonnsten vill Eerungen von Yischen, Wein vand Habern geschickht 

2. August, hat, geen Lubschicz. Den anndern geen Hoff. (BL 385^.) Vom Hof 

sein mer weeg vber den Sauperg nach Olmüntz. Yetzmalls bin Ich 

ain gueten weeg gefdert worden, Nämblicben geen Reicherstorff, geen 

Alltenlob, Geen Dobmstat, geen Geh, geen Tüllen ^ ^nnd dann geen 

3., 4. August. Olmüntz fQnff meill. Den dritten geen OlmOntz, den vierten geen 

s., 6. August. Wischa. Den fönfflen geen Wisternitz , den Sechsten geen Vlrichs- 

7. August, khirchen, den Sibennden geen Wienn. 

Peterkhaw ligt von Crackhaw fünffvnndzwaintzig meill. Von 
Barsa in der Moss») xvij, voo Posen 26, von Bresslaw 30, von 
OppI 23 meill. Ain gar khlainer flegkhen, da man gemainclichen 
lannge Jar her gephlegt hat des KhQnigreichs versamblung zu haben. 
Aber Sumers Zeyten hat man in 85 Jaren, ausser diser versamblung, 
(Bl. 386\) khaine gehallten. So bat es khain fliessenndt wasser, 
vnnd weill souil volckhs so lanng beyeinannder gewest, hat es Jämer- 
lichen gestunckhen, dann alle haimbliche gemftch on alle grueben geen 
nuer Ploss in die H5f, GSssen vnnd Strassen. Die aussguss geen 



^) Die Orte helssen jetzt: Raigersdorf, Ali*Liebe, DomstadU, Giebau und 

DoUein. 
') D. i. MasoTien. 



1)^0. 



379 



aucli all in die H5f Tand flir die Thür. Darumb yasst besehwärlichen 
was, da zuharren. Darxue so seio die ersten tage des Julius mit vnge* 
wonndlicher grosser Hytz ersehinen, Allso das man die Py er, das 
gemain trannekb, allso Neue nach dem Freuen, in zwayen oder dreyen 
tagen austrinckhen mQessen, dardurch die leuth yasst durchbrQchig 
worden. Wo dann das Pyer lennger gehallten, ist es zw Essich 
worden, das dannocht yill Eerlioher leuth dermassen getrunkhen. 
Man hat gleichwoll Wein auch faill gehabt. Aber gemaine Wein. Der 
habern (BL 386\) ynnd Yisch sein gar yber die mass Theur gewest 
Ain mass so man yorhin ymb drey groschen geben, hat man ymb 
zwelff ynnd f&nffzehen annemen mQessen. Ain Garasyisch 9» seiner 
yordern Spann lanng, ymb ftinf groschen, ist mer dann zehen khreu- 
tzer. Got Im himel sey gelobt, das wir mit gnaden ynnd gesundt 
yon dannen khomen sein. 

Das Stuckh Preyssen, das zuuor dem Teutschen orden zuegeh5rt 
hat, ynnd die KhQnig zuuor yberkhomen. Haben noch Ir aigen Recht 
ynnd freyhait Was die Polin schliessen oder willigen, das yolziehen 
sy nit. Was der Khünig an sy begert, darüber hallten sy Ire sonn- 
dere Zusamenkhunfft. Wann sy dann lebt zugeben bewilligen, das 
legen sy allain auff die Waare, (BL 387'*.^ die aus dem Lanndt 
gef&ert wierdt, oder auff das trannckh. Also, das weder herr noch 
Paur darzue nichts bedarff zugeben. Zudem so haben sy khain Zoll 
noch Meutt im Lanndt, seindt darfSr gefreyt Zw Danntzkha*) ist 
numalls ain grosser gwerb. Man yeriüert alles Traydt, HoUtz, Aschen, 
Pech, ain schmier, so man daraus den Schaffen guet macht. Wachs, 
Honig, ynnd alles das aus Polin ynnd Lytten nach der Weyxl ynnd 
den wassern, so darein fliessen, dahin gebracht wierdet. Dargegen 
man yill Salltz, Trannckh, Tuech, fasstenspeiss ynnd manicherlay 
Waar aus Portugall Frannckbreich ynnd den Nider Teutschen Lann- 
den bringt Von dannen haben die Polin (BL 387^.) ynnd Lytten 
gellt ynnd Iren Reichtumb. So khumbt woll, das man da zw Dannczkha, 
in den woohen mch Martbiqj hinurab, ainer in die Tausent Siben 
hundert Oxen sohlecht, die man Einsalczt ynnd zw den schiffungen 
brauchen. Ain haring Thunnen gross Saltz bringt man dahin ymb 
zehen groschen. 



^) CypriBos oarassius, die Karausche, eine Art Karpfe. 
*) Dansig. 



380 



1S50. 



Das annder thaill an Preyssen» das am Jüngsten der Teotsch 
Orden noch Inngehabt vnnd Marggraf Albrecht von Brandenburg 
Hochroaister gewesen ist, Jeczo aber das Erblichen alls ain Herczog 
Innhat. Ist die Haubtstat Khönigsperg vnnd dem Pollnischen Khünig 
gehorsam vnnd verpunden , mit etlichen Phärdten dem Khfinig vmb 
sein besoldung zudienen. 

(Bl, 388*,) Vier meill von KhOnigsperg gegen Dannczkha ist 
ain gegennt genannt Sudan, werdt auch vier meill lanng. Nach der 
See oder Hör seindt etliche Dörffer, darinnen die Vnnderthonen Ir 
aigne sprach haben. Werden Sudauer genannt. Dieselben haben den 
Agstain, den man in Polin vnnd Preussen Pernstain nennt, zu vischen 
oder Tahen an denselben gestatten. Wann das M5r vngestQemb ist, aber 
allermaist vmb den 24. Augustj vnnd darnach, so treibt es den Agstain 
her. Die Paurn steen nakhenndt am Gestatt. Wann die Thunnen oder 
Wellen von M5r gegem Lanndt lauffen, so lauffen die Paurn enntgegen 
hinein, vnnd haben Irn ^ wie Vischpeern darzue gericht, vnnd fahen den 
schwimennden (Bl, 388^,) Agstain. Es geschiecht auch oiR, das 
ainer durch die Thunnen hingezuckht wierdt vnnd verdirbt. Man 
findt gleichwoll an anndern orten desselben Mors Je zu zeyten auch 
Agstain, Aber nindert souill alls da. Also ist noch in Zweifel woher 
der Agstain khumbt. Etlich vermainen, es sein Gumj oder Pech von 
Paumen. Dem ain glauben zugeben. So findt man in dem Agstain 
fliegen, Amassen, Spinnen, Khrötle vnnd dergleichen khlaine ding, 
das man vermaint, wanns von Pämen feilt vnnd der ains trifft, das 
muess also darinnen bleiben. 

Herwiderumben so vermainen annder, weill allain an den orten 
der Agstain allermassen gefanngen wierdt, (BL 389*.) wo der von 
Päumen khomen soll, würde an vill orten durch das M5r, so derselben 
Ennde weitt von ainem Lanndt zw dem anndern ist, ausgetragen, 
vnnd man möchte die Pftmb, dauon der fluss, erinndern, des doch nie 
khainer erinndert hat. Vnnd weill man in ainem See am Lanndt, 
bey ainer Kartuss nit ferr von Tanczkha, mit ainem Vischnetz gezo- 
gen, hat sich das Netz angehefil. Also das man des in die Ennge 
zusamengebracht vnnd starckh angezogen vnnd erledigt, hat man 
ain grosses stuckh Agstain im Netz gefunden. An ainem ort die 



^) D. i. GefSsse, gewöhnlich ein bestimmtes grösseres Maass, 40 Viertel u.dgl. 
innehaltend. Yergl. Sehmeller 1, 109. 



1550- i5M. 381 

gestallt gehabt, das tod ainem anndern stuckh abbroehen ist worden. 
Zw dem so hat mao derselben Ennde in ainem Ägkher auch ain 
stuckh gefunden» (BL 389^.) daraus man will achten. Er wächst 
an den orten im Erdtrich. 

Wann der Agstain schier khumen will» treibt der Windt mit 
dem Mör ain khraut, darhey man merckht ynnd waiss, das der khomen 
wierdt 

(Die Seiten 390* und 390^ sind leer.) 

(Bl.391\) 1551. 

Raiss yber die Teissa. 

Als sich Graf Hanns von Zips in das KQnichreich Hungern ein- 
getrungen, ynnd nachmals mit KOnig Ferdinannden, wölher dann 
rechter Künig in Hungern, in Crafft der alten yerträg ynnd als seiner 
gemahel Erbschafft, wölbe der negstn KOnig Vladiszlaus tochter ynnd 
Künig Ludwigen schwesster, rechtlich ynnd ordenlichen erwölt ynnd 
gekhrönt was, yertragen. Das Er, der König Hanns, den Kunigclichen 
stuel Ofen sambt SQbenbüergen ynnd den merern tail des Hunger- 
lannds Inngehabt, dann Er den Tüerggen zw seinem schutzherrn 
angenumben bette. So war doch in sdlhem Vertrag beshiossen, wann 
KOnig Hanns stürbe, das Königreich nicht auf seinn Sun, sonnder auf 
Künig Ferdinannden fallen solle. Der Künig Hanns starb. 22. July Sein Sun ist 

° o y geborn 7. July 

1640. Des Khinnds Räte ynnd Phleger, sambt der Muetter des i54o. (h.; 
Khinnds, stuenden des Vertrags ab, darumben belegert Sy Künig 
Ferdinand zw Ofen. Der Tüerggisch Khaiser kham denen zw hilff 
ynnd nam Ofn zw seinn hannden, ynnd schickht das khinnd mit der 
Muetter in Sibenbüergen. Hernach suecht der Tüergg weeg, wie Er 
auch Sibenbüergen in sein Hannd möcht bringen. So das bruedcr 
Georg Münich*)» Rischoue zw Wardein, als Schatzmaister ynnd 
Obrisster des Khinds Rat, des Töerggen yntrauen yernamb. Hat Er 
angefanngen mit Graf Niclasen yon Salm, als König Ferdinannds 
Obrissten yeldhaubtmann , zuhanndln, sonnderlich auch ymb das der 
Mönich mit der Königin Witwen, auch mit dem Fetter Petrowich, 



*) Der Pauliner-Mdneh Georg Martinuui, Bischof von Grosswardein, zuletzt 
Cardinal, ermordet am 16. Dee. 1551. 



382 isui. 

sich nicht vergleichen khnnnte» Er auch bey dem Töerggen khaines 
glaubens vandt trauens mer verhoffennt, das Er Schatzroaister auf 
den Vertrag, den noch sein herr selbe mit R5. Ki. Maj. etc. eingan- 
gen ynnd gemacht hat, geen wolt. Also das der Sun mit ainemFQersten- 
thumb yersehen, darauf Er ain Hertzog erhöcht sol werdei^. Sdlhen 
vertrag zuuollennden hat die Kw. Maj. etc. dem Herrn Thoman Na- 
dossdj, Graf zw Fagarass , herrn Anndre Bathorj etc., bayd Obrisste 
haubtleut in Hungern, ainer Jenndt, der annder disshalb der Tuenaw, 
ynnd mich verordeut. 

(Bl 391\) Der Herr Graf Themen Nadossdj ist zw Shinta 
ankhumen, do Ich sein erwart hab. Derselb sich gar wol ynnd 
freunndiich mit mir gehaltn hat* Dann der herr Anndreas Bathorj 
mich in seim Haus daselbst zw Bathor so Erlicb ynnd wol- 
gehaltn, das Ich Ime darumb billich dannckhpar sein mues. Des 
Ich auch zu gedechtnuss hieheer zustellen nit ynndterlassen 
mügen. 

Das Hungerlannd ist an Ime selbs so guet, das nicht wol ausge- 
sprochen mag werden. Darinn ist auch Sibenbüergen beschlossn. Es 
hat Gold, Silber, Khupher, Saltz, Viech, Traid, annder fruchten, 
yisch ynnd alle mennscbliche notdurflH, ynnd der ainn Reichlichen 
fberflus, des auch in yil Lannd von Inen yerfQert wirdet. Vnndter 
annderm ist wunnderbarlich , das in Hungerlannd etlich Prunn seinn, 
so Pald die wasser ann lufft khumen, erhertnen ynnd werden zw 
Stain. So ist ain wasser, daraus man Vitriol seut, das frisst das Eysn 
in wenig stunnden, ynnd legt man den SIem in das feur, wirdet 
khupher daraus. Es ist ain Prunn wie ain gemös, was daraus drinnckht, 
stierbt so Pald. Zu Ofn ist ain seer haisses wasser, Dennocht seinn 
yisch darinn. So ist ain gsaltzen wasser in SibenbQergen, seinn auch 
yisch darinn. Nabennd bey Freystätl an der waag, ain Claffler vom 
wasser, grebt man ein ynnd finndt ain gar haisses wasser. Da Paden 
sich die leut darinn. So Pald die waag auslaufft, so finnt man das 
warm wasser albeeg zu negst bey der waag. So Pald die waag wider 
in sein recht Rinnsail khumbt, finndet man in der weyt hindan das- 
selb nit. 

Teissa ist der berOembtest wasserFlus von Reichtumb derViscb, 
Dennocht hab Ich datzumal khainn sonnder guetn yisch daraus 
gehabt, vmb dass dermassen ausgeloffen, das wir nachennd ain yiertl 
ainer Teutschen meil bey Tokhey tberschiffen mflessen. 



im. 383 

Als auch dieselb Lanndart l^ber die Teissa so viechreich ist rnnd 
desselben vll aas dem Lanod getriben ynnd yerkhauffl wirdet. So 
hab Ich khain Ochssen fleisch daselbst geessen, dann man khainn 
Ochfsen, sunnder naer iung Viech als Tertzen *) schleckt. 

(Bl. 392\) Wanimben auch die Hungern gemainclichen Ire 
Hosen am fuestrit nit ganntz tragen, hab Ich befunnden, so Pald ain 
regen, wie ciain der ist, khumbt mnd netzt, so geenn Sy Parfuess 
ynnd straiffen die Hosn übersieh. Vnnd Wiewol 6y vil heut bey Inen 
haben , die man auch von Inen mit grosser menig verfQert, so seinn 
doch die schuech bey Inen nicht zubekhumen Tnnd seinn theur. 

Manicfaerlay sprachen seinn auch im Lannd. Als Hungerisch, 
darnach seinn Völckher die nennt man Cunany (so), reden nahent 
TaHarisch. Ain annder yoickh haist man Philistini, die man nach 
Irer selbstsprach Jass nennt*). 

Die Winndisch sprach besiezt ril des Lannds, vmb den Aus der 
Waag ynnd weit hinüber, bayder seyts. Darnach an der Saw, an der 
Traa die Khrabathen Siruen ynnd Ratzn. 

Die Teutsch Sprach Dergleichen an vil ortten des gepüergs, 
ynnd sunnderlichen in SibenbQergen. Die stet yasst all, ynnd werden 
daselbst Saehssen genatfint. 

Die ZSigkhln haben auch, ynnd wie Sy yermainn, die alt, ynuer- 
änndert hungerisch sprach. Die anndern Hungern haben Lateinische 
ynnd anndere der Nachparn wl^rtter eingemischt. 

So seinnd yil die man Wallachen nennt. Haben nahenndt ain 
Wftlhische Sprach, ynnd halten den Khriechischen Crisstn glauben. 

Das sich die Hungern im genickh, auch allenthalben so hoch 
Sehern, ist yon ainem Bfttzn, Raditz genannt, aufkhumen. Der hat 
yasst geraist, ynnd auch zw zeytn den freunntn als den yeintn bewi- 
sen*), nach seiner glegenhait. Die TQerggisch khappen oder das 



^) Das sind Ochsen, die als dreijährig Terschnitten werden. Sehmeiler 1, 4S8. 

*) D. i. Jazygier. 

') D. i. in Rechtsangelegenheiten Beistand geleistet , sie ror Gerieht vertre- 
ten. Je nachdem er nun, 'nach seiner glegenhait* d. h. befand er sich auf 
türkischem oder nichtturkischem Gebiete, Leote vor Gericht zn rertreten 
hatte, setzte er bald die tfirkische, bald die ungerisefae Kopfbedeckung 
auf. 'Mit seiner geselschaiR' d. h. mit denen, die sich ihm zur Rechtsver- 
tretnng anrertrauten , sieh ihm beigesellten. Nur so weiss ich mir diese 
sonst unrerständliche Stelle zu erklftren. 



384 15M. 

buDgerisch höeti, so Er das am Haubt, das annder im Paesea mit sei- 
ner geselschaSt getragen, aufgesetzt Sölbes ist nun in gemain auf 
den Adl vnnd dienstman kbomen. 

Die Herrn haben bieuor, wie aucb die TQerggen, khlaine sparn 
gefäert, ynd Ire Zisma, das seinn PössU) oder khlaine Stiflen, die 
an oder wenig f her das . . . gerainlt haben *). Nun aber föem Sy, 
das weder schuech noch Stifl (BL 392^.) genennt werden, seinn 
auch mit Eysn beschlagen, nit gar ainer twerchen hannd tber den 
Engkhl *), legen ynndter die Fersen ain kbugl Ton thuech gemacht, 
also, das ainer auf den Zehen mues geen, damit wirdt der man lenn- 
ger gesehen, ynnd darzue lannge vnnd Praite schwere sporn, so gar 
vnnütz. Also, wann ainer zw fuess kbumbt, wil Er Ton stat, so mues 
Er schuech ynnd Sparn von sich schlingen^), oder mues not leiden. 
Haben khain vrsach oder nutz, warumb Sy die also fQern, antzutzai- 
gen, allain, das Sy sprechen : „Nachdem der schuech eingepogen ist. 
Er stee vmb souil yesster im stegraif.** *) Des vermont gleich wol 
auf vnnser väter rüstigung, mit den lanngen spitzn an den Stifln, 
dartzue die Vberlange ynnd schwere Sporn. Die Stifl gar ynter die 
fem*) geraichen. In ainer flucht etliche, als Sy die spitz abhauen 
wollen, haben Sy die Zehen damit getroffen. Darnach seinn Sy selber 
rüsstigung abgestannden. 

König Mathias hat mit dem Römischen ynnd TQerggischen Kai- 
ser zuthuen gehabt. Auch mit denen Künigen zw Behaim ynnd Poln. 
Hat allen nachpaurn gnueg zuschaffen geben. Die geistlichen yer- 
mainten, das Inen auigelegt nicht zugeben, bewegten dem Babst der- 
halben ain Potschafft zuschickhen. Den beschied der König gen 
Tatta oder Tottes. Höret den an dem Tham des Teichts, do yil seines 
hofgesinnts zw bayder seyts gestanden, durch die der Bäbstisch geen 
muesst. Hört den steennden. Darnach sagt Ime: „Er solle dem Babst 



1) Kurse Stiefel, Bundstiefel. Schmeller 1, 211. 

*) Ich glaube, das in der Handschrift fehlende Wort ist zu ergfinzen 'die an 
oder wenig über das schinbain gerainlt haben.' Rainla => nfibem , an- 
schmiegen. Schmeller 3, 95. 

>) D. i. den Knöchel. Schmeller 1, 83. 

^) Wegwerfen, wegschleudern. Schmeller 3, 452. 

*) Im Steigbiegel. 

'} Eigentlich Achselhöhle, hier wohl die Kniehdhle. 



1551. 



385 



sagen. Er wer KOnig in Hungern, wesste sich'wol mit seinen ynndter- 
thonen zuhaltn. Der Babst sol Ine mit rue hanndlen lassen. Er w511 
Ime das Paternoster (so Er inn hennden hat, gros Yon holtz) wider 
haimbsehickhen, vnnd mit dem Pusigän oder Kholben hinachziehen.'' 
So hat man yil nambhailter Personen darinn gehabt, die grosse Sachen 
yerricht haben. KOnig Mathias ; Sein vatter Huniat Januseh, Guber- 
nator im Reich; Steffan Bätor, Weyda in SibenbOergen ; Khnesi 
Paul; Maior Raläss, der den TOerggen aus Idrundo in Neapolis ver- 
triben hat; Zwen gebrüeder, Rätzn, die Jäkhschitzen genannt, haben 
yil Sachen gethon, dem Kfinig Mathiasen widerwerttig. Als Er aber 
die zu sieh inn dienst bewegt, hat der ainn in Potschafil zum Töerg- 
gen geschickht. Als der vom Tfirggen abgeferttigt vnnd beglaitt 
worden, ist ainer bestelt gewest mit dem Zuesagen, Ime sol 
nichts darumb beschehen, hat dem am Reitn den Khoph abge- 
hauen. Damit aber des Potn leut vnnd Mitreiter sollen sehen, als 
were Es wider Iren willen geschehen, ist der Tatter zu stOckhen 
zerhaut worden. 

(ßl. 393''.) Die Hungern haben ainen solhen brauch, das, wo 
ainer ist on khinnder ynnd annder seiner negstn Erben, als Bröeder 
oder Brüeders khinnder, die auch Recht zu dem Altvatter vnnd Een- 
gflttern haben , seine gOetter on des Kflnigs bewilligung weder ver- 
setzen noch yerkhauffen tarf. Wo dann ainer ain guet, des Er Recht 
hat, ymb ain Summa gelts, wie gros die ist, versetzt oder verphenndt. 
So derselb stierbt, mögen seine Erben solhe göetter, mit vier g0lden 
vmb ainn Paurn zuraitten, wider lösen, so doch in ainem rechtge- 
schaffnen khauf viertzig gQlden vmb ainn Paurn geben wirdet; Es sey 
dann, wann ainer von Veintn gefanngen wer, oder im Recht vmb leib, 
Eer vnnd guet verurtit, zw seiner erledigung ain verpheniidung oder 
einsatz thätte. Sodann seinnd die Erben die völlig summa, so auf die 
gQetter aufgenumben, schuldig, völlig in der ablösung zubeczaln. 

Die Tagraisen von Wienn hinntzt geen Bathor. 

Am Neuntn tag Apriiis zu Wienn ansgetzogen gen Vischermind, 9. Apru. 
vier Meil, vnnd dann gen Pressburg Sechs Meyl. Vber die Thuenaw 
geschifft, von dann geen Wardperg, drey meil, vnnd geen Schinta 
drey meil. Da hab Ich Graf Thoman Nadassdj erwardt. Die waag 
was gros, das Ich ain meil disshalb Schinnta, in ainem Dorf, Wolffs- 
pnigg genannt, mit beschwerd vnd geuerlichait l^ber ainn arm der 

Fontes. Vül. 25 



386 



18M. 



waag mit clainen Vischer züln khumben» Darnach den merern tail 
hinntzt geen Schinta im wasser geritn bin. Zu Shinnta Dergleichen 
fber dj Recht waag» die sich auch daselbst zwayet vnnd taiUet, 
beschwerlichen VberkhQnnen. 

Von Schinta haben wir vnns gegen dem gepQerg an die linngkh 
hannd geschlagen, ymb des die Prugg zw Neytra Prochen was» vnnd 
khamen gen Topoltzaw 9 ^nf Meil. Dann gen Priuitza ')» ain Stätl 
ynndter dem Schloss Wonitz'). Von Wartperg hintztheer alles 
winndisch. 

Truckhenaw^), ain gross dorf, ist alles Teutsch, ynnd ?on dann 
zu Creitz^ seinn drey meil, ligt an der Gran. Nach der Gran auf, 
die auch seer gros was, geen Altnsol Raitt man zwo meil gar b5sen 
weeg , weil man im gepüerg bleyben mQessen vnnd durch die Graan 
nit gemQgt. 

Von altnsol ist ain Meyl zw dem Schloss Wiglitz *). Da namen 
wir das fruemal, vnnd zugen fort ain Meyl an den Perg, Hünich ge- 
nannt, der hieuor gar vnsicher gewest ist, weil Woso Mathias Murän 
Inngehabt. Dann fort in ain dorf genannt die Mautt f}, auch Winn- 
disch. Ist alles drey Meyl. 

Da zu Wiglitz hat mir der herr Nadasdj des Winndischn Lannds 
Wappen gezaigt, ist ain Mader. 

(BL 393^.J Gen Rimasambat^), ain grosser Marckht, den man 
nach dem wasser Rima, so da fürfieusst, also nennt. Aber auf Teutsch 
haisst maus Steffansdorf , vier Meil. Hintztheer yon den Teutschen 
dorf ist alles winndisch. 

Gen Edellin»), gehört dem Webekhen««) zue, des Sun vnns 
dann Mangis halb fiietterung geschickht, selbs Morgens im veld zw 



Nagy-Tapoicsdn. 

*) Privigye, auch an der Neutra. 

') Bajnocz, von den Deutschen Weinitz genannt, von den Sloyaken Bojnicse, 
jenseits der Neutra. 

*) In der Umgebung vermag ich keinen Ort dieses Namens zu entdecken. Viel- 
leicht ist Schwabendorf unterhalb Kremniti gemeint? 

*) Szent-Kereszi 

) Wegles, östlich von Altsohl an der Strasse nach Losoncz. 

') Vimosfalva, Poststation. 

>) Rima-Szombat, Poststation. 

•) Edeleny. 
^^) Franz oder Emerich Bebek de PeUöcz. Wagner Collect geaealog. 1, 64. 



mu 387 

mns khumen. Sechs Meyl. Ee wir daheer khamen, haben wir bey 
dem Soss Istwan, das ist Steffan Soss» das fruemal eingenamben. 

Sixe 9» Clin grosser Fleekhen, dem Herrn Pirini FerennUen ») 
ZaegehOrig, der ynns auch die notdurflfl, weil wir die nit gefbndeni 
zaegeschickht hat 

Darnach seinn wir ^ber ril gewässer vnnd Lackhen rnnd zway 
Wasser» Barsonetz») vnnd Harnat*), geraist. Zu Scherentze») bey 
der Abbtey das fruemal genumen» ynnd genTartzal, ain dorf ain 
Meil disshalb Tokhey, geraist. 

Von dann gen Toekhey, haben wir das fruemal mit Benedict 
Scheredj im Schioss geessen. Zuuor das Perkhwerch , Bolj Armeni» 
besehen. Vnnd wie wir in das Schlos schiffen mflessen, Also auch 
hinttber auf das annder Lannd, dann der Wodrockh vnnd Teissa, die 
bey dem Schioss zusamen khumen, gar weit ausgeloffen war. Da zw 
Tokhey ligt mein vetter herr Günther, meines eitern brueders Sun. 
Als der R5: Kü: Maj. etc. Yolckh dasselb Schlos belegert bette, ist 
Er als feendrich erschossen. 

Vnnd desselben tags noch geen Calw •), ain dorf, geraist Fünf 
Meil. Vnd der annder tag, ist der Sibeuundzwaintzigist Aprilis» 27. Aprii. 
geen Bathor, drey meil. 

Da zu Bathor bin Ich neben dem Graf Nadastj mit meiner Person 
im hof Erlich ynnd wol gehaltn mit aller notdurffl. Meinem gesinnd 
ist Speis ynnd trannckh in die Herberg geben worden. Der Herr 
Anndree Bathor ist gleichwol Bonauentura getauflFl worden. Aber den 
namen Anndree hat Er seines yatters halben angenumen. Das ge- 
schlecht ist in ainem grossen thuen ynnd Ruem gewest Der ain» 
herr Steffan, dises Anherrn brueder, was Ban in Sibenbüergen, yil 
redlicher Tatn gegen dem ThOerggen gethon , ligt da zw Bathor in 
ainem Parfuesser Closter, das Sy gestifft haben So hat des yetzigen 
Vatter ain gar schone khierchen daselbsten erpauen ynnd aller 
Sachen wol getziert. 



1) Ssiksso. 
*) Franz Ber^ni. 
*) Birsonyot. 
^) Hernad. 
*) Sserencse. 
•) Ntgy-KtUo. 

25^ 



388 1551. 

Daselbst zu Bathor bin Ich dreyundzwaintzig tag gelegen. Weil 
aber sich die Sachen mer zu Khrieg, weder zu göetlicher hanndlung 
ertzaigt. 

(BL 39^"".) Wiewol hieuor auch ainn sonndern vertrag durch 
die wittib mit Kü. Maj. etc. einganngen was^ ymb desswilleu der 
Schatzmaister embsig geschriben vnnd angehalten, damit die Kw. 
Maj. Ir khriegsuoickh in Sibenbüergen schickhen sol. Alsdann bsche- 
hen, Darumb so man sich weniger güetiicher hanndlung getrösst, hat 
mich die Kü. Maj. wider abgeuordert. 
18. Mai. Do Ich am Montag nach dem heilligen Phings^ag verruckhen 

(wolt)^ haben mich bayd herrn nicht lassen wollen, ymb das in 
Hunngern der gebrauch gehaltn wirdet, yeder Zeyt zu Phinngstn in 
ainem yedlichen dorff einen Künig zu wellen. Halten also die drey 
tag, Suntag, Montag vnnd Erichtag dj Ferj mit Irem Künig, ynnd wer 
durchraist der mues den Künig Eern vnnd mit Inen trinnckhen , das 
also vilmaln beschwerliche hanndlungen sich zuegetragen haben, 
Todschlag daraus eruolgt. Als zw derselben Zeyt ainem khaufinan 
ain hannd abgeschlagen worden. Darumb bin Ich erst am Mitwoch 
verruckht. 

20. Mai. Am zwaintzigissten tag May bin Ich von BSithor verruckht Hat 

mir der herr Graf Nadastj das gelaitt hintzt auf das nachtleger gen 
Niritas ^) geben, vier Meil. 

21. Mai. Den anndern tag zw Togkhey das fruemal im Gschloss geessen. 

Ist die Teissa gleich etwas khliener gewest. Doch gleich souerr wir 
vor Vber farn müessen, vnnd zum nachtleger geen Serenntze im dorf, 
do der Abbt wont, getzogen. Seinn Fünf Meil. 

22. Mai. Am Zweuundzwaintzigissten tag gen Sixo zum fruemal, vnnd zu 

der nacht gen Cosar^), ain dorf, darinnen ain schöner Edlsman hof, 
daselbst Ich behaust gewest bin. Fünf Meyl. 

23. Mai Am dreyundzwaintzigissten tag geen Rimasambat, gehört dem 

herrn Losehantzkhj zue, fünf Meil. 

24. Bfai. Den vierundzwaintzigissten tag in ain dorf, die Mautt genannt. 

Nahennd ain schlos dabey Deuin') genannt, gehört dem Balasn^). 



^) Nyiregyhaza, zwei Poststationen nordwestlich ?on Nyir-Bitor. 
') Kaza, zwischen Edeleny und Putnok. 
') Diveny, Yiiinosfalva gegenOber. 
*) Balassa. 



im, 389 

Des dorffs gehOrt ain tbail dem Loschantzkhj. Seinn bayd herrn 
im strit gewest, ainer des anndern leut gefanngen. Die Paurn 
haben in Iren heisern nit thQerffen beleihen. Ist gar winndiseh, vier 
Meli. 

Den FOnfbndswaintzigissten wider ^ber den Manieh vnnd geen ^s. M«i. 
Wigloss auf das Schlos zum fruemal. Vnnd fort gen Altnsol zum 
nachtleger drey Meil. 

Den Sechsund zwaintzigissten tag bin Ich gen Neuensol gefarn, ^- m«>- 
zwo Meyl. Daselbst die hämer vnnd die wereh besehen. Von den 
werchen vnnd Perekhwerchen were ain ganntz Pueeh zuschreiben. 
Vnnd zw der nacht wider gen Altnsol khumen. 

(BL 394^.) Den Sibenundzwaintzigissten tag nach der Graan 27. Mai. 
ab zum Vreitz, Zwo Meyl. 

Den Achtundzwaintzigisten tag gen sannt Benedictn^), ligtauch 28. Mai. 
an der Gran, Tier Meil. Ist ain beuesstnet Clostr vnnd vil Heuser 



Am Neunundzwaintzigissten tag gen Neutra, ist ain Pistumb, 29. Mai. 
drey Meil. 

Den Dreissigissten zu Schinta geessen ynnd gen Wartperg*) an 3o. Mai. 
das naehtleger, drey Meil. 

Am Ainunddreissigissten tag May gen Prespurg zum fruemal 3i. Mai. 
mad an das nachtleger gen Petemel, Sechs Meil. 

Am Erstn tag Juny gen Wienn, Siben Meil. *• ''»^'• 

Als der Obrisste sambt den zwayen herrn Commissarien in Sü- 
benbfiergen mit dem Khriegsuolckh khumben ynnd zuhanndln ange- 
fanngen, haben sich viilerlay Irthumb zuegetragen. Dessgleichen ain 
Zweifl ye auf die Kfinigin rnnd ye aber auf den Münich gefallen, als 
ob sich die Sachen nicht zw Rue woltn schickhen. Darnach dahin 
geratn, das die Königin dem Obrissten in K(l. Maj. namen dj Cron, 
die man für heillig helt, sambt dem Zepter ynnd was fQr ornat dartzue 
gehörig l^beranntwnrtt hat. 

Dieselb Cron ist hieuor, wie König Lassla damit in der wöegen 
nach seines yatters König Albrechtn, der am Sibenundzwaintzigissten 
tag Octobris im Viertzehenhunndert Neununddreissigissten Jar 



<) Szent-Benedek. 
*) Ssemptx. 



390 4551—4552. 

gestorben, am heilligen Phingstag darnach im Aintausent vierbunudert 
yiertzigissten Jar gecrdnt» ynnd desselben Jars die Cron sambt 
dem gecröntn, ymb das König Viadislaus aus Poln sich mit gwald 
eingedrungen hette, gen Österreich gebracht worden. Also ist die 
3. Sept. yetzo, am dritten tag Septembris des AinundfiinflEigissten Jars, wider 
geen Wienn zu Irem Rechtn , hieuor damit gecröntn Künig Ferdi- 
nannden bracht worden. 

(Die Seiten 395% 395\ 396% 396\ 397", 397^ sind leer.) 

(B1398'.) 1552. 

Rais in Polin. 

Auf Sannd Pauls bekherung tag hat der Khünig zu Polin ainen 
gemainen tag gen Peterkhaw aussgeschriben » wie dann der KhOnig 
daselbst hin ankhäme. 

Der Römisch etc. Khünig beuilcht, mich auf denselben tag vnnd 
Platz zubefilrdern, ynnd den weeg aufOppl nemen, „dahin werde 
Doctor Hanns Longus, Seiner Maj. Rat, mit Credentzen, Instruction, 
zo.Jinner. Yund was Ton notn sein wirdt ankhumen.*" Ich bin zu Wienn am 
zwainzigistn tag January aussgeriten nach Vlrichsskhirchen, Aspern, 
Wisternitz, durch Austerlitz, das man Merherisch Slathoua nennt, auf 
Olmitz. Durch Tulln, Geh oder Giba, Dombstat gen Hoff, Merherisch 
Dfortze genannt, l^ber die ciain March. Dasselb wasser der ennden 
ain Gränitzn zwischn Merhern ynnd Slesien, feit in die oder. Durch 
Beneschau, Liechtn (Bl. 398^.) oder Liechtenaw gen Jligerdorf, so 
man Merherisch Carnoie nennt. Hiefär rinnt das wasser Oppa ynnd 
fleust auch für Troppa, dauon dasselb Fürstenthumb den namen hat, 
ynnd Merherisch Oppaua genannt. Solch wasser feilt auch in die 
Oder, ynndterhalb der ciain March. 

Fürter den nächnern weeg neben Lupschitz hin gen 
ciain Glog, Olow genannt, ynnd dann gen Khrapitz, Crastouitz 

29. jinner. genannt. Da f ber die Oder ynnd am Neunynndzwainzigisten gen 

Oppi, Opelle genannt. Doctor Longus wenig stund nach mein da 
ankhumen. 

30. Jfioner. Den negstn tag darnach fber das wasser Malpontecz, ain halbe 
1. Febr. meil, ynnd gen Oleschno, sonnstn Rosenberg genannt. Am Erstn 

February gen alt Crepicza, ligt ain halbe meil Inner Polin, dann gen 



1552. 391 

ßresnicza. Zuuor f ber die Bartba das wasser. Darnach gen Camensco 
ynnd Rosprers. Am viertn gen Peterkhau. Sein wir Eerlichen durch 
ainn Bischoue vnnd ainn Veiuoda einbeglaidt. 

(BL 399\) Weil dann zwischn der Lanndtschafft, der welt- 
lichen wider die geistliche, ain Irrthumb enndtstannden , Nemblichen 
yrob das die geistlichen etlich vom Adl ftlr Heretikbn oder Kheczer 
mit Iren Vrtln , von wegen empfahung des Sacraments Tnndter bay- 
derlay gestalte vnnd fleischessens an yerpotnen tfigen , vnnd etlicher 
mer Articln halben erkhent betten, Vnnd aber die Polin in Iren Sta- 
tuten ain gesacz haben , noch Ton der Zeit Khünig Jagello, dieweyl 
Khayser Sigmund mit den Behamen khrieg bette des glanbens halben, 
M welcher dermassen für ainn Heretikh erkhennt, der wäre ymb leib, 
Eer, vnnd guet gesprochen,** Solches gericht vmb solche straff, wol- 
ten die weltlichen nit zuegeben, den geistlichen Zuesteen, sonnder 
wolten die Articl wissen , vmb welche ainer fQr ainn Heretikbn sol 
mQgen verurtailt werden. So hat die Lanndtschafft Tor erörterung 
dises strits khain anndere Hanndlung annemen (wollen), darumb hat 
Sich der Khünig (BL 399^.) gegen ynns enndschuldigen lassen, 
dann wir aller erst am zwelfftn tag mit ynnser Werbung ftlrkhumen 
ynnd gehört sein worden. Vnnser beger was. Sich mit ynns wider 
den gemain Christenlichen Veint zu yerainigen, mit allen yrsachen 
ynnd anzaigen, wie Es yncztheer damit gehanndlt, ynnd was daraus 
eruolgt ist, ynnd noch eruolgen wirdt, das alles Sy bekhennt haben 
also zu sein etc. Wiewol wir auch begert haben, ynnsere Werbung 
yor gemainer Lanndschafft, das ist yor den Lanndpotn zuthuen, des 
wir auch yertröst gewest. Aber die Lanndpotn wurden nit darzue 
beruefR, des Sy auch ain beschwerd gehabt haben. 

Die Lanndpotn seind die aus den Veiuodatn oder khraisen des 
Lannds geschikht werden, ymb das der gemain Ediman nit bedarf 
khumen. Vnnd der Khfinig ynndterhelt solche Potn. 

Am zwainzigistn Februaryschikht ynns der Khünig die yereerung, 20. pebr. 
ynnd worden eruor(Ä/. 400*.^dert ynns abzuferttigen mit der ynge- 
uerlichen maynung: „der Khünig wolte durch Sein aigne Potschafft 
den beschluss der Rö. Kü. Maj. zueschikhen.** 

Weyl wir aber noch mer Sachen zuhanndln im Beuelh betten, 
als Nemblichen die Slesischn, darzue aber der Bischoue yon Pressla 
auch yerordent, ynnd wir damit auf Sein ankhunfft gewartt, haben 
wir begert etliche Personen zuezuordnen, yon denselben sachen 



392 



IK^. 



21. Febr. (fl.) zuhanndln, des vnns bewilligt warde. So kbam der Bischof gleich 
darzue, vnnd etliche tag gehanndlt, auch etliche Articl oder Po8stD 
abgehanndlt. 

Wie der KhQnlg mir vnnd Doetor Longo die erste abuerttigang 
geben, am aussgeen spricht der Canczler in gehaim zu mir : ^Ir wer- 
den noch in sonnderhait mit Kö. Haj. zuhanndln berueift.*' Das aber 
nach yil vnnd oSl vermonen nit geschehen ist. Vnnd wie gar wol 
Sich der Khünig in iüngster vnnser PotschaSl gegen vnns mit fragen 
vmb R5: Kü: Maj. gesundt, auch vil reden vnnd erpieten dankhsagung 
erzaigt etc., so gar zuwider Sich yetzo gehalten, (Bl, ^OO^.) nie 
khain wort zu vnnser khainem geredt Also verkhem Sieh die leut 
sambt der Zeit! 

26. Febr. Am Sechssvundzwainczigistn tag hat vnns der Khflnig gar abge- 

27. Febr. fcrttigt. Am ncgstn tag darnach ist der Khünig nach Khrepitz zu 

Seiner Schwester, der KhOnigin von Hungern *)# die daselbstn , als 
Sy aus Hungern gen Craccaw, vnnd dann dahin ankhumen was. Nach- 
mals in das fürstenthumb OppI, so IremSun*) zuegetadingi<), ist 
verrukht. 

Wir bayd aber hüben noch zu Peterkhaw, hinezt man vnns vnn- 
sere abgehanndite sachen in schrifft zuestellet. 

Der Bischof von Pressla aber verrukht auch. In der 
Zeit des faschangs warden wir durch den ErtzBischoue, den 
Bischoue zu Craccaw, vnnd den Vaiuoden zu Craccaw auf Malzeitn 
geladen. Bey dem Grauen von Thornaw haben wir mer dann ain 



4. Mftrz. Am viertn Marcy sein wir verrukht. Man füert vnns ainn ann- 

dern weeg nach Camenecz, damit wir dem Khünig, der am widerzug 
was, nit begegnetn. 

(Bl. iOV.) Herczog Nicias Radiuil, des Khünig Schwager 
von der negstn gelobten Khünigin etc., zohe dem Khünig nach, ward 
zu Peterkhaw. Liess Sich enndshuldigen mit der eyl. Ist zu vnns nit 
khumen, auch am weeg neben abgezogen. In Summa: alle gstalt des 
Polnischn wesens gegen Rö. Kü. Maj. was verkhert. 



^) Elisabeth, Wittwe Johannes Zapolya*s. 

*) Johannes Sigisniund. 

>) 18. Juli 1551. Gebhardi, Reichtstinde, 3. 131. 



1552-1553. 



393 



Von Camenscu *). raistn wir wider auf Bressnicza vnnd Khre- 
picza. Des tags als wir dahin khamen, rerrukht die KhQnigin mit 
Irem Sun nach Rosenberg, dahin wir des anndern tags auch 
khamen. Am aehtn tag sein wir wenig stund nach der Khünigin 12. MSrz. 
gen Oppl khumen. Sy hat rnns einbelaitn ynnd morgens filr 
Sich khumen lassen , vnnd desselben tags noch verrukht. Ich nach 
Cropicz *) rnnd fQrter gen Wienn. Da am Sechzehennden tag 16. Mürz. 
ankhumen. 

Am Zwainzigistn smf KO. Maj. Beuelh gen Pressburg Terrukht, 2o. Mirz. 
die aussrichtung angezaig^, vnnd den zwenrnndzwainczigistn tag 22. Mür?.. 
wider auf Wienn. 

Die Raiss ist mir gar beschwerlich gewest, dann die weeg gar 
khattigTnnd wässerig am hin vnnd (BL 401^.) wider Ziehen gewest. 
Zudem in Peterkhaw. Der Winnter hat Sein natQrliche kheltn nit 
gehabt 



(Bl. 40^^9 Khünigin Katharina In Polin, zu der 
Hochtzeit, 1553. 

Ferdinand etc. 

Instruction Auf die Wolgebomnen md Edlen, ynsere lieben, ge- 
treuen Sigmunden Freyherrn zwHerberstain,Neyperg rnd Guettenhag, 



An der Rais sagt mir Graff bans von Tarnow: „das der Mosco- 
uiter khainen fridlichn anstand mit dem Khunig zw polin an- 
nemen wolte. Er gäbe Ime dan den Khunigclichn TitI, welchen 
Khayser Maximilian seinem vater geben bette, vnd villeicht Ich 
Ime den gebracht.*' Dem tzaigt ich vrsach an, das der khains 
wäre, dan ich hernach wider daselbstn geltest, aber dauon nichts 
gehandlt. (H.) 



*) 'Daroensco' die Handschrift. Kamiensko ist gemeint, sOdlieh von 

Piotrkow. 
*) Krappits an der Oder. 



394 



1553. 



Tnsern Camerer, ynnd mnserer geliebten Tochter KhODigin 
Katharina Obersten Hofbiaister, Bertholden von der Leyp auf 
Kmmenaw, mserer Cron Beham Erbmarsebaiekh , mnsem Mundt- 
flchenckhen, rnd Georgen auch Freyherrn zw Herberstain» Ney- 
perg ynd Guettenhag, vnnsern Lanndtsrerwesern vnnsers Forsten- 
thumbs Steyr, ynnd woU ernenter ynnserer geliebden Tochter 
Ynderhofmaister ynd Stfiblmaister, ynsere RSthe ynd Commissllrien, 
wie Sy sich sambt ynd sonderh'ch in nachuolgenden Iren Ambtern 
ynd Beueichen in dem Zog ynnd belaittung ynserer geliebten 
Tochter, Kbünigin Katharina, yon hieauss geen Craccaw halten 
sollen. 

(Bi M2K) Erstlich sollen ynnserer geliebten Töchter Hof- 
gesindt ynd Officier, in derselben Hofstat begriffen» auf Signuinden 
Freyherrn zw Herberstain» als obristen Hofmaister, ynnd nach Ime aof 
Georgen Freyherrn zw Herberstain, als Ynderhofmaister» ynd dann 
alle die, so aus ynserer Cron Beham ynd derselben Incorporirtea 
Lannden in disem Zag sein, ynnd ynder dem yon der Leip ziehen 
werden. Auf Ine yon der Leip Ir aufsehen haben, ynd Iren Beuelch, 
gepotten, ynnd yerpotten in allen gehorsamb sein. Ynnd was die 
anordnung des zugs betreffent ynd sonst Im Yeldt zuyerrichten sein 
wirdet, das soll der yon der Leip yerrichten ynnd darob sein, das 
der Zug ordenlich beschehe ynnd mir in demselben yon allen gehor- 
samb gelaist werden. 

Ynnd neben dem sollen mergemelte ynsere Comissarien in allem 
anndem, so flirfallen wiert, dauon hierInn khain antzaigen oder mei- 
dung beschiecht, nach Irem Rath ynd guet ansehen, wie es Jeder 
Zeyt die Notdurfft, ynd glegenhait erfordern wierdt, yerordnung 
(BL W3*.) ynnd fhrsehung thuen, wie Sy am pessten zuthuen 
werden wissen. An dem allem yerbringen Sy ynsem gnedigen 
gefelligen willen ynd Maynung, In sondern gnadn gegen Innen 
zuerkhennen. Geben in ynnser Stat Wienn, den zwelfften tag 
July, Ano etc. Im dreyyndfilnflftzigisten, ynserer Reiche des Romi- 
schen im dreyyndzwaintzigisten, ynd der andern im Sybenynnd- 
zwaintzigisten. 

Ferdinand etc. 

J. Jonas D. Ad mandatum Dominj Regis proprium: 

YiceCantzler. Larentz Saurer. 



18S3. 



305 



Ferdinand etc. 

Edler, lieber, getreuer. Wir haben dein schreyben aus OlmOtz 
Tom Zwaintzigisten ditz Laufenden Monats July emphangen, ynd 
daraus deinen bericht ynd antzaigen, was sich auf ynserer geliebden 
Tochter KhOnigin Katharina Jetzigen Raiss biss geen OlmQtz ynd 
daselbst zuegetragen, (Bl. 903^.) yernouien, nemen dasselb dein 
antzaigen ynd dein entschuldigung, das du ^na zuuor ynd ehe nichts 
gesehriben, yon dir zu gnaden an. Was sich dann weitter zuetragen 
ynd zueschreyben wirdig sein wirdet, das waist du yns auch hernach 
yederZeyt zuberichten. 

Dann das ynnser Rat, Doctor Johan Lang antzaigt, das Er khain 
Instruction hab, was Er in Poln thuen soll, haben wir Ime Mflndlich 
beuolben, yns seiner hieuor gehabten Beuelchs ynd Instruction ain 
Yertzaichnus zuezustellen. Demnach wollest Ime, das Ers thue, 
antzaigen. So wellen wir Ime nach Ersehung derselben yertzaichnus 
Instruction fertigen ynd zuekhumen lassen, wie wir Ime dann selbes 
hiemit auch zuschreiben. Das weiten wir dir zu genediger antwort 
nit pergen. Geben in ynser Stat Wienn, den 26. tag July, Anno etc. 
im 53., ynserer Reiche des Römischen Im 23isten ynd der andern im 
27isten. 

Ferdinand etc. 

J. Jonas. D. Ad mandatum Dominj Regis proprium: 

Vice Cantzler. Larentz Saurer. 



(BL äOir.) Auf der KhOnigin Khatharina zu poln 
Hochtzeyt, den 22. Juni 15S3. 

Oberster Hoffmeister: Herr Sigmund Freyherr zu Her- 
berstain; 

Camrer: Hanibal Caprianus, genennt Caualier; 

Stähl ynnd ynderhoffmaister: Herr Georg Freyherr zu Herber- 
stain etc., Lanndsyerweser zu Steyr; 

FQrschneider: Herr Georg Sigmund Freyherr zu Her- 
berstain; 

Schenckh : Herr Anthonj Graff yon Gesolde ; 

Silber Camerer : Christoff Diepolds-Khircher« 



396 15JJ3. 

Junckhfrauen: 

Julia Gräfin Ton Ladran; 
Clara Schmetkho witzin; 
Vrsula Flitzingerin; 
Maria Poglin; 
Poliexena Maraltingerin. 



397 



m. 

o 

TAGEBUCH 

JOHANNES CÜSPINIAN'S. 

1802—1627. 



1502—1505. 399 



MDIL 

8. Junii. Hoc die tanta est tempestas orta in Vngaria, quod 
multi homines in doroibus mersi, pecudes orones fere in campo extincte 
fulmine, agri et vinee ita depopulate, rt nosci facies nequeat, ita vites 
penitus excise, lapides mire magnitudinis lapsi. 

26. Augusti. Jui ad D. de Polhaim in thermas. 

MDIIL 

10. Martii. Ferdinahdus natus hora 9. m. S4. a. merid. 
15. Martii. Hae nocte circa XII. incidi in acutissimas febres. 
19. Martii. Mater roea mortaa. 

27. Martii. Liberatus sum. 

9. Maii. Pater mens mortuus. 
23. Junii. Imber ingens qai repleuit omnes vicos et plateas 
Vien^enses, maximus oroniuro, qui in memoria hominuro fuerunt. 
22. Septembris» Hora 16, Papa Senensis^ factus. 

7. Noaembris. Hora 7. mane nata est 6iia mea Anna. 

MDIV. 

MDV. 

14. Januarii. Mane hora 6** nascitur filius mens Sebastianos, 
quem Dens foueat et custodia t. Compatres mei fuerunt: Georgius de 
Neideck, Cancellarius Austrie et post Episcopus Tridentinus, Michael 
de Weitmul, Baro Morauie, et Domina Sebeckin. 

4. Februarii. In periculo vite constitutus cum D. Steber, in 
praro itinere de Znoym, ratione maximi turbinis et niuis et frigoris. 



^) Plus ni. ans dem Haute der Todetchini, geboren zu Siena, gestorben 
27 Tage nach aeioer Wahl, 10 oacb seiner Krönung. 



400 1505—1506. 

19.Maii. Hoc die dedi insignia Doctoralia Conrado Falconi et 
Vdalrico Lerm» aput Carmelitas Vienne *). 

25. Junii. Jui in legacione ad Lintz, in causa Vnluersitatis. 
7. Juli. Reuersus sum ex Linnczio. 

MDVL 

14. Januarii. Moritur Doctor Barthoiomeus Stäber. 

1. Februarii. Venu Rex Viennam. 

2. Februarii. Dixi orationem Regi, suscipiendo ipsum nomine 
Vniuersitatis. 

5. Februarii. Intra secundam et Sam noctis nascitur filia mea 
Johanna Agatha, quam de fönte baptismali ieuauit Sereniss. Rex Rom. 
Maximilianus, Episcopus Gurcen., Episcopus Trident., Episeopus 
Labacens., Sebeckin» Vxor Achacii de Neideck, yxor de Friding. 
Hanc Deus conseruet et custodia! 

15. Februarii. Hoc die translatus est Sanctus Leopoldus in 
Claustro Neoburgo per Regem Romanorum Max., Episcopum Salcz- 
purgen., Patauien., Legatum Apostolicum, Tridentinum, Gurceo., 
Labacen., Secouien., Ducem Juliacensem de Anhalt, et Prelatos 
tocius prouincie, magna cum pompa. 

31. Martii. Hoc die recessit a me Charissimus socer maus 
Vlricus Putsch ad Vallemarciam *). 
Mense Junio bellum Vngaricum. 
4. Julii. Incendium ville Ylrich. 

6. Julii. Nostri Legati ad Vngariam. 
10. Julii. Vngari ad nos ?eniunt. 

19. Julii. Pax facta est hora octaua in occasu solis. 
2. Augusti. Fugi pestem ex Vienna cum vxore et liberis. Habui 
pro viatico 163 fl. 

9. Augusti. Veui in Gmunden ad sororium. 

19. Augusti. Moritur Rex Polonie Alexander, frater R^s 
Vngarie etc., Dux Lituanie etc. 

20. Augusti. Moritur filiola mea Johanna charissima, cuius anima 
requiescat in pace; sepulta in Gmunden. 



M Warum nicht in der Domkirche, lernt man aus Mitterdorffer*8 Hist. unir. 

Yienn. 2, 70. Die niehtte Reise C*s besieht sieh wohl hierauf. 
>) Mfinthal. 



1506—1507. 401 

26. Augusti. Veni ad S. Wolffgangum. 

27. Augusti. Veni in Salczburgum. 
31. Augusti. Veni in Lunelaeuro. 

12. Septembris. Strasswalen. 

13. Septembris. ötingen. 

14. Septembris. Pleibsskirchen 9- 

16. Septembris. Mfildorff. 

18. Septembris. ötingen. 

19. Septembris. Lauffen. 

20. Septembris. Salczburg. 

21. Septembris. S. Jörgen. 

22. Septembris. Gmunden. 

25. Septembris. Moritur Rex Hispanie» Arehidux Austrie, Phi- 
lippus, filius Regis Maximilian! nostri. 

11. Oetobris. Nuneius ex Hispania: „Philippus Rex Castilie, 
Legionis, Hispanie etc.» filius Maximilian! Regis Romanorum moritur.^ 

17. Oetobris. Veni in Wildenstain. 

18. Oetobris. In Hallstat. 

22. Oetobris. Kirehperg. Venit socer in Gmunden. 
1. Nouembris. Kamer ad D. de Polbaim. 

5. Nouembris. Wartenberg. 

6. Nouembris. Pueham. 

7. Nouembris. Gmunden. 

13. Nouembris. Rex yenit in Gmunden. 

14. Nouembris. Hoe die, mane intra sextam et septimam, cum 
paucis Nobilibus et yenatoribus ascendit Rex altissimum montem 
Traunstein, et rediit sero hora septima. 

17. Nouembris. Abit ad S. Wolffgangum. 

23. Nouembris. Terre motus in Ried et Salisburgo auditus. 
22. Decembris. Veni Insprugk cum Rege. 

MD VII. Captus Ludouicus*). 



^) Pleiskirchen, 3 Standen von Alt9tüng, nördlich Ton Mfihldorf, fiber der 
Isen. 

*) Die Gefangennehmung Lodovico Sforza's durch Ludwig ID. ron Frank- 
reich? Wie kSme aber C. dazut sie diesem Jahre beizusetzen, da sie doch 
Freitag den 10. April 1500 statthatte? Ranke, Gesch. der rom. u. germ. 
Völker, 1, 165. 
Fontes. YUI. 26 



*02 iw»-iw)9. 

MDVIII. 

3. Febniarii. Celtes mortuu«. Ego dixi fiinebrem. 
19. Martii. Fseci principium io iectionem oratoriam. 

4. Aprilis. Intra horam tertiam et quartam borribiliter tre- 
menda morte periit Woifgangu« Gwerlich, snbitanea mprie ex 
leuacione magni ligai, sicut Milo JuriaeoDsulta« ooauoatiasiinus 
Germanie. 

27. Junii. Arx Kalenperg Ailinme tacla. Caue tibi Austria! 
6. Decembris. Mane, hora Tina paulo po$t, nsAus eßt mihi 
filias Leopoldus-Nicolaus-Crisostomas. Patrioi eraot: Vieedomi- 
nus Laurencius Sawrer, Dominus Commendator Doouis Sancte 
Eliaabedi. 

MDIX. 

14. Mail Rex Francie Ludouicui, qui federe Ponti6ci Julie, 
Maximiliano Cesari et Hispaniarum Regi tuoctus erat nam bij quatuor 
rndique cinxerunt obsidione Venetiarum domi«ium » voa strage fudit 
XV milia Venetorum» et obtLouit ipa#rum impedimeota et castra cum 
summa et cruentissima Yictoria. 

17. Maii. Mortuus insignis Chyrurgus firegorius de Narsia. Hoc 
die filius meus Sebastiaous foelix coofiraMtaa est per Epiacopum 
Segoensem Croatum *), Adduxit eum Gabriel Euboliua *), prtthono- 
tarius nostr^ rrbis Vienn» 'Magister Guetrater^ dictus* Uceotiatus 
Jaris. 

18. Auguati. Hac oacte ineendium ingens Vienne ortum, a media 
nocte in horam diei sextam durauit, cum oaaximo veaite. Quo abauropte 
sunt domus 100 pene, exeeUeBtea et magnifioe extroete, maximo inco- 
larumdamno. Et in testudi^e una aoiiem bomii^s, yaocedueetgalline 
XV fumo strangulate sunt. 

14. Septembris. Die exaltacionis Crucis, corruerunt et submerse 
sunt in ConstantinopoH VI nHia domonm, et Ires turres circa paiatium 
C^saris corruerunt. 



^) Jacob aa» dem Gescbleahte der Bluioli, Biachof von Zeogg ip Kupaüen, 
war daselbtt geboreo. Mta «ehe Ftrlatti, Illyr. Mcr. 4, 133\ 

*) Das Ut Gabriel Guetrater, StadUehreibar ron Wien. Lti, Vieaaa. Basil. 
itM, pag. 159. 



löio— IMI. 403 

MDX. 

14. Martii. Post d^cimam in nocte, hora paulo plus media, natus 
est filius meus Leopoidus Anastasius, ex fönte baptismatis leuatus per 
R. Patreoi Dominum Doctorem Juris Pontißeii Georgium Prenner, 
Officialem Patauiensem; Magistrum Bernardum Canonicum S. Stephan! ; 
Katharioam, yxorem Notarii eiuitatis. 

1. Mail. Cecinit primitias Prepositus noster. 
3. Maii. Moritur Doctor Fuxmagen. 

16. JuniL lui in legacione Cesaris ad Regem Yngarie. 
7. Julii. Hoc die Tatte, in oppido Yngarie» fuit dicatum a Julio 
Pontifice II. Yladislao Regi Yngarie pileum et ensis aureus, cum magna 
solemnitate et multis cerimonijs in Missa et cum benedictione Apo- 
stolica et plenariis Indulgentiis. Fuit autem Nuncius Apostolicus 
Simon, Modriensis Episcopus, qui prtus lectis literis Apostolicis cre- 
dencialibus, quibus etiam mistieacionem explicauit munerum pilei et 
ensis, dehinc habuit orationem breuem, qua obtulit munera. Erant 
autem presentes cum Rege et proceribus suis ac omnibus Episcopis 
oratores Cesaris, orator Regis Francie, oratores duo Regis Polonie, 
Orator Yenetus. Erat etiam preter Legatum predictum alius Legatus 
Apostolicus a latere, Achilles de Crassis. 

16. Nouembris. lui in Legatione ad Regem Hungarorum, pro 
faciendi) federe contra Yenetos et desponsanda filia Carole Archiduci 
Austrie et Burgundie, Nepoti Cesaris. 

MDXI. 

13. Januarii. Reuersus ex legatione a Rege Yngarie. 

26. Martii. Ein Erdbyden 3, 4 tag. 

22. Maii. Nata est mihi filia Helena Alexandra, hora sexta mane, 
minuto qyarto. Patrini fuerunt: Lorencius Sawrer, Yicedominus, yxor 
Doctoris Schrettel, Txor Notarii yrbis Yiennensis. 

30. Augusti. lui in legacione ad Regem Hungarie cum Comite 
Leonardo 9» in magnis negociis, et fecimus duplex matrimonjum Regis 
Ludouici et Ferdinandi Regis Castilie. 

3. Septembris. Yenimus Budam. 



Graf Leonhard von Nogarol. 

26* 



404 iKll — 15i3. 

K. Septembris. Dixi orationem coram Rege Hungarie et con- 
siliariis. 

9. Septembris. Comedimus cum Rege Hungarie in sua mensa. 

11. Septembris. Accepimus ab eodem responsum. 

10. Septembris. Comedimus cum Cardinali Arcbiepiseopo Stri- 
goniensi 9 et pacauimus eum cum C^sare. 

Sequenti die comedimus cum Quinqueecclesiensi *). Eodem die 
sumus magnifice donati. 

14. Septembris. Venimus Viennam. 

20. Octobris. Beyttenstein gewonnen von Kays. Mt. «) 

16. Decembris. Exiui adCesarem. 

23. Decembris. Veni ad Cesarem in Lyncz, alloquutus eum usque 
ad mediam noctem. 

MDXII. 

2. Januarii. Dedi iuramentum Cesari fidelitatis. 

18. Maii. Incendium Vienne. Toto mense per miuersam 
Austriam visa sunt incendia, que subornatis quibusdam a Venetis 
fuerunt facta. 

3. Septembris. Exiui ad Legacionem Regis Yngarie solus. 
9. Septembris. Habui audienciam benignam. 

17. Septembris. Reuersus sum Viennam cum feliei responso. 

15. Decembris. De sero hora sexta, nata est mihi filia Barbara 
Sophia, quam ex baptismo leuarunt Johannes ex Ducibus Lituanie, 
Prepositus Posnaniensis et Plocensis, Domina de Pucham, yxor 
Cancellarii Schneidpeck , Domina Deutphin , socrus Doctoris 
Stephani. 

MDXIIL 

26. Januarii. Exiui ad Budam in legacione Cesaris ad Regem 
Hungarie. 

28. Januarii. Veni Budam. 

30. Januarii. Habui audienciam. 



^) Thomas Bakdcs ab Erddd. 
*) Georg Sztfkmdry. 

') PodestagnossPeitlstein, ein festes Schloss, das den engen Pass bei Ampezso 
gegen Venedig beschfitzte. 



i513. *05 

15. Februarii. Habui responsionem ex Regia Maiestate et fui 
absolutus. 

16. Februarii. Noete renit mibi ooua posta a Cesare» maxime 
importaneie. 

18. Februarii. Fui auditus. 

21. Februarii. Mortuus Papa Julius 2dus. 

25. Februarii. Habui responsionem. 

27. Februarii. Reuersus Viennam. 

26. Maii. Corporis Christi. Seditio Studentum Vienn^. 
13. Junii. Exiui in legaeione ad Budam. 

17. Junii. Auditus sum a Rege Hungarie. 

28. Junii. Habui responsum. 
4. Julii. Reuersus Viennam. 
9. Julii. Scripsi Cesari. 

8. Augusti. lui ad Regem Hungarie in legaeione Cesaris. 
10. Augusti. Veni Budam. 

1 3. Augusti. Habui audientiam. 

19. Augusti. Habui responsionem. 
23. Augusti. Redii Wiennam. 

1. Septembris. Cbarissima mea Yxor Anna sumsit Corpus 
diuinum. 

7. Septembris. Sacro oleo inuneta. 

18. Septembris. Moritur de sero intra 8uam et 7mam. 

25. Septembris. Septimus celebratur^* 

10. Decembris. Exiui Viennam in legaeione ad Regem Hungarie, 
hora 6ta mane. 

12. Decembris. Veni Budam. 

14. Decembris. Habui audienciam et incepi secretiora. 

15. Decembris. Venit noua posta a C^sare ex Augusta. 

17. Decembris. Habui audienciam priuatam» de nocte hora sexta 
circa lucernas. 

18. Decembris. Mane iterum fui. 

21. Decembris. De sero fui cum Rege post quintam. 
23. Decembris. Abiit nuncius. 

26. Decembris. Venit N. nuncius. 



^) Das Todtenamt für die Dahingeschiedene. 



1513 — 1514. 

27. Decembris. Venit Orator Polonus, de sero hora sexta. 

31. Decembris. Fui cum Rege hora Kta et omnia concliuiiniis. 

MDXIV. 

3. Janaarii. Exiui Budam. 

6. Januarii. Veni Viennam. 

17. Januarii. Contraxi sponsalia cum altera rxore Agnete. 

25. Januarii. Celebraui nupcias, quibus interfirit etiam Marchio 
Brandeburgicus Georgius. 

30. Januarii. Venerunt litere a Cesare ad Regem. 

7. Februarii. Exiui in legatione ad Regem Hungarise cum 
D. Mraxki, Vicedominoque. 

10. Februarii. Habuimus audienciam priuatam. 
16. Februarii. Reuersus Viennam. 

27. Martii. Venerunt liter^ Cfsaree ad Regem Hungarfe, quas 
hodie misi per Gremperium. 

8. Apriiis. Superuenerunt alle Ktere Cesaree ad Regem 
Hungarie. 

10. Apriiis. Rex me suis literis yocauit Budam. 

11. Apriiis. Hodie exiui. 
13. Apriiis. Veni Budam. 

20. Apriiis. luit Rex ad Strigoniensem. 
2K. Apriiis. Reuersus sum hora 12. 

2. Haii. lui ad Cesarem. 

8. Mali. Cesar yenit Viennam. 

12. Haii. Seeutus sum Cesarem. 

21. Maii. Nuptias habuit filia mea. Isto mense surrexit quedam 
ineondita multitudo mstieorum, cruee signati, in Hungaria, et feeerunt 
inauditam crudelitatem. 

Mense Julio captus est Zeckel Georgius, capitaneus eruciatorum 
in Hungaria, et oeeisus. 

31. Augusti. Exiui in legatione ad Regem Hungarie. 
1. Septembris. Veni Budam hora 6ta. 

3. Septembris. Habui audiefteiaiii priuatam. 
20. Septembris. Data mihi responsio publica. 
2K. Septembris. Redii Viennam. 

23. Octobris. Exiui in legatione ad Regem Hungarie. 

26. Octobris. Veni Budam. 



1514--1815. 407 

30. Octobris. Habui audientiam. 
S. Nooembris. Fai cum Rege bora Vita. 

22. Nouembris. Habui responsum. 
30. Nouembris. Redii Yiennam. 

11. Deeembris. Exiui ad Cesarem in legatione Regis 
Hungarie, qui me pro suo oratore ysus est, licet sin Cesoris 
seniitor. 

23. Deeembris. Yeni ad Cesarem, loquutus cum D. Gurcensi. 
27. Deeembris. Cum Cesare omuia secreta peregi. 

MDXV. 

12. Januarii. Venit posta, que attulit mortem Regis Francie 
Ludouici', qui iBortoos est prima Januarii, Parisijs, in dolore 
capitis, post paucos dies cum habuisset miptias cum sonere Regis 
Anglie. 

24. Januarii. Redii. 

3. Februarii. hu in legatione ad Regem Hungarie. 

7. Februarii. Habui andientiaro. 

11. Februarii. Data f«it respoosio. 
17. Februarii. Redii Yiennam. 

27. Februarii. Juraui in Regimine hora Ima, min. 30, pro officio 
a Cesare mibi collato. 

22. Martii. lui Posonium ad Regem Hungarie, missus a Cardi- 
nale Gurcensi. 

24. Martii. Intrauit Rex Polonie. 

28. Mart. Intrauit Cardinalis Gurcensis Posonium. 

29. Mari Intrauit Cardinalis Strigoniensis. 

2. Aprilis. Cantata fuit Missa de Spiritu Sancto, et factum prn»» 
cipium tractatus cum duobus Regibos. 

12. Aprilis. Data responsio. 

13. Aprilis. Discessimus. 

11. Maii. lui cum D. Cardinali Gurcensi Posonium, ad Reges 
Hungarie et Polonie. 

20. Maii. Conclusa sunt omnia inter Cesarem et Reges Hungarie 
et Polonie, hora prima post prandium. 

6. Julü. Yenerunt oratores Regum Polonie et Hungarie. 

10. Julii. Cesar intrauit Yiennam. 

11. Julii. Cesar audiuit oratores. 



408 iM5--1516. 

13. Julii. Discessi a Cesare cum Archiepiscopo Premensi ^, 
Marchione Casimiro et D. de Rogendorff*), ad exeipiendum Regem 
Hungarie. 

16. Julii. Conuenerunt in campo, qui dieitur Hart, simul hora 
prima cireiter : Cesar, Rex Hungarie Vladlslaus, Rex Ludouicus, Rex 
Polonie Sigismundus et D. Anna filia Regis Hungarie. 

17. Julii. Intrauerunt Cesar et Reges Viennam, de nocte circa 
yesperam. 

18. Julii. Fuerunt simul in consilio: Cesar, tres R^es, duo 
Cardinales summi Pontificis , item Regis Hispanie oratores , Archi- 
episcopi, Episcopi, Principes Seculares et consiliarii eorundem 
cireiter 60. C^ sar loquebatur fere tota hora. 

22. Julii. Facta Sponsalia in templo S. Stephani. 

24. Julii. Simul cenarunt. 

25. Julii. Torneamentum. 
29. Julii. Discessit Cesar. 

31. Julii. Sequuti Reges ad Nouam ciuitatem. 

2. Augusti. Cesar accepit yeniam a Regibus. 

3. Augusti. Rex Hungarie a sua filia. 
6. Augusti. Rex Polonie discessit. 

MDXVI. 

Totus ille annus fuit fertilissimus et sanissimus ac teroperatus. 
Copia ingens yini et omnium frugum. Laus Deo. 

23. Januarü. Hoc die mortuus est Rex Arragonum et totius 
Hispanie Ferdinandus, qui instituit testamento heredem Archi- 
ducem Austrie Carolum, Pbilippi Regis filium, omnium suorum 
regnorum. 

13. Martii. Mortuus est Rex Hungarie et Robemie 
Yladislaus. 

12. Maii. Exiui in legacione ad Regem Ludouicum cum 

D. Preposito Neuburgensi, D. de Folckessdorfi* et D *) 

Hraxy. 



*) Das ist Christoph, Erzbischof tod Bremen. 
■) Wilhelm ron Rogendorf. 
') Zu ergänzen: 'Johanne'. 



1516 — 1517. 



409 



14. Maii. Vehimus Budam per aquam. 

16. Maii. Habaimus audienciam. 

17. Maii. Yocati ad consilium. 
2S. Maii. Fuimus in consilio. 
27. Maii. Venit orator Turcus. 

8. Junii. Habuimus responsionem bonam. 
12. Junii. Venimus Viennam cum salute. 
12. Julii. Mortuus est Prepositus raeuB Johannes Putsch. 
14. Augusti. Exiui Viennam cum D. Johanne Mraxy in legatione 
ad Regem Ludouicum Budam. 

17. Augusti. Venimus Budam. 

18. Augusti. Habuimus audientiam. 
21. Augusti. Data responsio. 

25. Augusti. Redii Viennam, post noctem mediam hora 
prima. 

MDXVII. 

14. Januarii. Emi domum contiguam a Domino Preposito 
S. Hyppoliti *). 

17. Januarii. Collimitius Rector. 

IK. Maii. lui in legatione ad Regem Ludouicum cum Andrea 
de Burgo et Johanne Mraxy. 

21. Maii. Habuimus primam audientiam. 
7. Junii. Redimus Viennam. 

24. Julii. Circa Xu. horam noctis mortua est mea charissima 
filiola Helena, quam cum multis laerimis sepeliui. 

9. Septembris. Cesar venu Viennam. 

3. Octobris. Exiui in legatione ad Regem Ludouicum cum 
D. Georgio de Seisenneck, Emerssdorf et Mraxy. 
7. Octobris. Ibi(?) venimus Budam. 

12. Octobris. Weiuoda intrauit castrum. 

15. Octobris. Habuimus audientiam. 



^) Za vergl. ist Kirchl. Topographie t. Ost 7, 158. 



410 1518. 

MDXVIIL 

14. Martii. Edui obuiam Regiae Polonie, D. Bonf , eum Vice- 
domino Austri^ ^ ad montes Stirie ysque. 

18. Martii. Venimus Viennam cum triumpho. 

24. Martii. Exiuimus Viennain cum Regina ac MarcbmMCtsimiro. 

29. Martii. Venimus CHomutium. 

30. Martii. Oratores Regis Felonie yenerunt, sBseipientes 
Reginam. 

6. Aprilis. Exiuimus Olomucium. 
IK. Aprilis. Intrauimus Crocouiam eum hieigni trinmpko. 
18. Aprilis. Coronatio Regine. 
20. Aprilis. Nupti^ Regis et Regiii^. 

17. Aprilis. Prima audientia nostra. 

18. Aprilis. Pransi sumus cum Rege et Regina vna mensa. 

24. Aprilis. Secunda audientia nostra. 

25. Aprilis. Pransi iterum cum Regina. 

28. Aprilis. Responsionem accepimus nostre legationis. 

10. Maii. Redimus ex Cracouia de nupciis Regis Polonie 
Sigismundi. 

31. Augusti. lui ad Regem Ludouicum in legatiene solus. 
12. Septembris. Reuersus ex legatione foeliciter. Düs gratiam. 
30. Septembris. Exiui cum D. Mraxy et Jodoco Oberweinmayr 

ad Regem Ludouicum et Conuentum Baciensem. 
8. Octobris. Venimus Baciam. 

11. Octobris. Habuimus audientiam. 

22. Octobris. Habuimus responsum. 

23. Octobris. Discessimus. 

26. Octobris. Venimus Budam. 

K. Nouembris. S. Emerici. Imposuimus Regi Ludouico ordinem 
aurei velleris cum magna solemnitate: D. Mraxy» ego et Salius, 
heroaldus Regis Catholici CarolL Et in prandio cum Rege trium- 
phauimus. 

7. Nouembris. Iterum pransi cum Rege. 
10. Nouembris. Reuersi Viennam. 



^) Laurenz Saurer. 



1519. 



411 



MDXIX. 

Hoc anno mortui sunt: Januario Maiimflianus Imperator; 
Februario Laurencius Episcopns Herbipolensis; Martio Emericus 
Patatinns Regni Hungarie; Maio Leonardus Archiepiscopns Salis- 
purgensis. 

12. Januarii. Imperator Cesar Maximilianus cum clade totius 
Christianitatis mortuus est, mane hora tercia in Welsa. 

28. Januarii. Delatum est corpus Cesaris Viennam et positum 
in templum (sie) S. Stepbani. Peracte exequi^ cum magna pompa, sed 
maioribus lachrymis et fletu inmenso. 

3. Februarii. Corpus Cesaris portatum ad Nouam ciuitatem, rbi 
est sepultus in Sacello S. Georgii in Castro cum solennis exequiis. 

2S. Martii. Venerunt mibi litere a Rege Carole 9 cum instruc- 
tione et aliis necessariis. 

4. Aprilis. Exiui cum D. Laurentio Sawrer, Vicedomino Anstrie, 
in legatione ad Regem Ludouicum Hungarie, nomine Serenissimi 
Catholiei Regis Caroli. 

8. Aprilis. Habuimus audientiam. 

13. Aprilis. Accepimus responsum. 

14. Aprilis« Pransi cum Rege. 

2. Mail. Reuersus sum Viennam. 

23. Maii. Yenit posta. 

24. Maii. Exiui Vienna. 

25. Maii. Veni Budam. 

26. Maii. Dedi obligacionem Vaciensi*). 
28. Mail. Dedi Quinqueecclesiensi *). 

1. Junii. Reuersus sum a Bnda cum Marchione Brandeburgensi 
Georgio» D. Andree de Burgo, qui iuerunt ad Francofordiam pro 
electione Regis Romanomm. 

28. Junii. Eleetus est Carolus Rex Hispaniarum in Regem Ro- 
manoram, horam circiter nonam in Franconofurt, et prociamatus. 



^) Karl y. ¥on SpanieD, dessen römische Königs wähl erst am 28. Juni erfolgte, 

ÜB KHhnmg a» t^ Oei«her. 
^) Ladislaus de Zalkan, Bischof Ton Waisea. 
') Georg Szikm^ry, Bischof ron Fflnfkirchen. 



412 1519 — 1520. 

DehiDC 3tia Julii hora quarta ad vesperas accepi postam de illa 
electioDe. Laus Deo. 

4^ Julii. Venit posta de electione Regis. 

6. Julii. Publicum gaudium cum igne et processione. 

9. Julii. Dedi fasciculum pro virgioe Barbara ad Imperatrieem 
iurato nuncio ex Insprug. 

Totus hie annus mestus est, et lugubrb fuit ac sediciosus, ob 
mortem nostri Diui Cesaris Maximiliani. 

MDXX. 

5. Februarii. Redierunt ex Hispaniis oratores Austrie a Cesare 
Carole. 

20. Mail. Bora quarta ante meridiem Carolus Hispania- 
rum Rex et Romaoorum Rex, f. Imper,^) e portu Coroneosi 
yela dedit ventis» et septimo die peruenit in Angliam ad 
Regem Henricum et suam materteram» cum quibus tridao 
mansit. 

I. Junii. Carolus Rex yenit in Selandiam ad Flissingen. 

8. Junii. Per postam Jacobi Fucari *) Vienne intelleximus aduen* 
tum Regis in Angliam. Episcopus Yiennensis fecit cantare : „Te Deum 
laudamus*". 

13. Junii. Publicum gaudium Vienne. 

16. Junii. Venerunt litere a Commissariis pro dieta celebranda 
in Nauburgo claustrali. 

. 18. Junii. Regentes in Noua ciuitate biduo triumpharunt, haben- 
tes literas a Dominis Commissariis. 

4. Julii. Dieta in Claustrali Nauburgo. Oratores : Marchio Casi- 
mirus Brandenburgensis, Comes de Ottingen, Waltasar Prepositus in 
Waltkircben et Thomas Fux. 

II. Julii. Homagium prestitum Vienne a ciuibus hora 2da, 
min. 23. 

19. Augusti. Sacellum meum est dedicatum a Reuerendissimo 
Episcopo Georgio Viennensi. 



*) Dm ist *fiitiira9 Imperator*, was er aber erst tm %Z, October wurde; die 

KaiserkrOnang erfolgte tm 24. Februar 1530. 
^ D. i. Fagger. 



1520-1521. 413 

23. Octobris. Coronatus est in Regem Romanomin Rex 
Hispaniarum Carolus et per BuUain Apostolicam declaratas Cesar 
Aquisgrani. 

Hie annus non minus quam Superior nobis fuit tristis ac cala- 
mitosus, ob mortem Cesaris, et quia priuati sumus Domino ac principe 
cum plebs maledicta seuiret. 

MDXXI. 

2. Martii. Emi per prelocucionem yillam Engerssdorflf 
hora 7ma *)• 

26. Maii. Intra 2dam et 3iam horas ingressus est Lyncium 
Archidux Austrie Ferdinandus, cum Cardinale Salczburgensi Matbeo, 
Duce Ludouico Bauarie» Episcopo Tridentino, et Andrea de Burgo» 
qui oratores erant Cesaris Caroii. Sequuti sunt hos tres fratres 
Marchiones Brandeburgenses Casimirus, Johannes et (jeorgius, qui 
una cum Ambrosio Sarckan agebat oratorem Regis Hungarie. Dehinc 
Dux Ernestus Bauarie, Episcopus Patauiensis, Episcopus Labacen- 
sis*), Chiemensis *)» Viennensis^). Episcopus Georgius Duci extra 
yrbem occurrit et erucem osculandam prebuit. Cardinalis >) Ferdi- 
nandum cum D. Anna» Regina Hungarie, copuiauit, et mane celebrauit 
officium. Nuptie triduo letissime acte sunt. 

3. Julii. Exiui Viennam cum yxore et liberis. 

6. Julii. Veni Grecz. 

7. Julii. Accessi Principem Ferdinandum. 

11. Julii. Prestiti iuramentum et confirmatus in officio. 

IK. Julii. Reeessit Princeps ex Grecz. 

17. Julii. Intraui domum conductitiam. 

26. Julii. Supplicationes factf contra Turcum. 



^) Wahrscheinlich Grofts-Engersdorf bei Wolkersdorf im V. U. M. B., denn 
Klein-Engersdorf bei Stammersdorf V. U. M.- B. besass damals und besitzt 
noch das Stift Kloster-Neuburg. An die Rotte Engersdorf bei ZeiUem 
im y. 0. W. W. ist wohl nicht zu denken, da der im Texte genannte Ort 
schon damals 'yilla* genannt wird. 

*) Christoph Reuber. 

') Berthold Pirstinger. 

^) Georg Von Slatkonia. 

*) NImlich Mathteus Lang, Erzbischof ron Salzburg. 



24. Septembris. Reuersos ex itinere Princeps intrauit Greez. 

22. Octobris. Princeps maoe ante sextam exiuil Grecs« qoi 
thezaurum per ynum diem ante premisit. 

4. Decembris. Coronatur Maria Regina Hungarie ab Episcopo 
Sagrabienfii Simone in Alba Regali, horaXI. ante meridiem; qoi eodem 
die cantauit primitias cum magna solennitate. 

17. Decembris. Venit Ferdinandus ad Carolum fratrem Cesarem 
in Gandauo. 

MDXXII. 

3. Februarii. Exiui Greez cum uxore et liberis. 

9. Februarii. Yeni Viennam in domum saluus cum omni familia. 
Lau« Oeo. 

24. Februarii. Exiui in legatione ad Regem Ludouicum Hungarie 
et Boemie cum Uagnifico Domino Ciriaco de Polbam. 

28. Februarii. Venimus Brunnam. 
9. Martü. Venit Rex Ludouicus cum Regina et omni curia sua 
Brunnam. Et die sequenti babuimun audientiam, ac pransi sumus cum 
Rege et Regina. 

12. Martü. Aceepimus Responsum et pransi sumus cum Regina 
et Rege. 

13. Martii. Jurauit Rex Morauis. 
16. Martii. Reuersi Viennam. 

12. Junii. Ferdinandus Princeps yenit in Nouam ciuitatem. 

8. Julii. Inceptum est iudieium inter antiquos et nouos regentes. 

28. Julii. Lata est senteotia pro antiquis et capti duo Barones 
et X eines, factionis Principes. 

9. Augusti. DecoUati Eyczinger et Pucbam- 

11. Augusti. DecoUati Sibenburger, Rumer, Presch, Schlain- 
dieweit, Scbwarcz, Leinbatter, Flaschner. 

16. Julii. Nominati 9 et Monetarii priuilegüs sunt suis exuti. 

MDXXIII. 

30. Mail. Sebastianus filius mens discessit Patauimn, usque 
intra horam primam et 2dam. Dens iter fortnnet. 

29. Nouembris. Terr^ motus cum tonitru et folmine. 



*) Das sind die 'Genannt«» *;ss Mitglieder des Gemeinderathes. 



iöÄ4 — 1525. 4iS 

MDXXIV. 

MDXXV. 

Totus aftQUfi borrfindiid, crucLeUg» seuus ac truculentus ex tumultu 
rusticorum» qui cesi» combusti et misere trueidati sunt. Fulminis ira 
vineta de»tnudt IneeodiiUB yrbem Viennam depopulauit Charitas et 
omnium rerum penuria. Pauci yiri boni euaserunt hunc annum, qoi 
noD sint lesi in fama, vel honore, vel corpore et temporalibus 
boois. Ego 0AAe3 iftcommoditates bonorum» firactione cruris, ineen- 
dio, fulmine» falsis ealumniis sum misere boc anno exceptu3» Deus 
Sit benedictus et refundat sua dementia, vi cognoseam verum Deum. 

12. Januarii. lui in legaeione cum Magno Magistro Prussie, 
Marcbione Alberto Brandeburgensi , nomine Arcbiducis Austrie 
Ferdinand!. 

2S. Januarii. Mortua est vxor Agnes in Noua ciuitate , et huc 
delata Yiennam» me existente Bude, Xr anno, quo die primum yiua 
est ingressa domum meam. Requiescat in pace. 
3. Februarii. Reuersus ex Buda domuro. 

18. Julii. Circiter duodecimam horam noctis ortum est 
Vienne incendium in domo Artalarie Principis, que vulgo dicitur 
domus Cilie, et tribus fere boris ignis borrendus debaccbatus 
yrbem pene mediam peragrauit, et absorpsit quadringentas et 
sedecim domos nobilissimas, templum Diui Michaelis, Monasterium 
Monialium, quod dicitur Celi porta, Cenobium Monialium ad*) 
S. Jacobum, et claustrum^) poenitentium Sororum apud S. Hiero- 
nymum, non sine horrenda ruina et euastatione vrbis. In hoc 
incendio domus quoque mea crudeliter arsit. Sex tecta, tegulis 
cooperta et vnum scandulis poenitus cum neuem pauimentis 
ornatissimis et non parua supellectili corruerunt, et quicquid 
apprebenderunt, absumserunt. Horreum preterea cum domo in 
suburbio oppletum frumentis et decima mea cum 80 yasis et 
alüs necessariis periit. Sic yno die plus quam in sex milibus 
iacturam passus sum. Deus retribuat et suppleat miseriam. Sit 
benedictus. 



*) 'quod' die Hand«chrift 
*) 'claustri' die HandBchrifl. 



416 1526 «-1527. 

MDXXVI. 

29. Augusti. Hoc die conflictus factus est ab Yngaris et Tut- 
eis, in quo Serenissimus et innocens Rex Ludouicus periit misere, 
et post in Oetobri tandem in laeu quodam repertus et Albe r^ali 
sepultus. 

15. Oetobris. Ferdinandus Dux Austrie venit Yiennam. 

MDXXVII. 

19. Januarii. Ferdinandus Rex iuit in Bohemiam ad coro- 
nationem. 



rv. 

GEORG mCHMAIR'S 

DENKWÜRDIGKEITEN SEINER ZEIT. 

1519—1553. 



FoDle*. rill. 27 



419 



Hierinn werden angezaigt vnnd vennergkht etlich 
geschichteDD, so pey den zeittn der Regierung des gros- 
machtigen Kayser Maximilians besehechen sein, auch er 
geübt hat. Wie Ir kay. Mt. verschiden, Vnnd wie mit 
praetig Der allerunüberwintlichist Karl kunig zu yspanien, 
kunig beder Sicilien vnnd Jerusalem, ertzhertzog zu Oster- 
reich, Hertzog zu Burgundi etc. vnd Fürstlicher Grave zu 
Tirol, zu Romischem Kunig erweit worden ; vnd was meins 
gedenngkns namhafts derselben zeyt beschechn ist. 

1519. 



27« 



420 



Ufota« am 12^* tag May 1S25 ist die Newenstifft vbenogen vnd gepluodert, 
zerissen, beraubt md rerderbt worden. Daaelbs hab ich das puech auch 
rerlorn gehebt, aber es ist mir darnach, den 19. Norembris anno ut supni, 
wider worden. 

Jörg Kirehmair ron Ragen» 
Klosterknechi 



421 



(Bl. i '.9 Mein grössfe freud war dizmals, so ich so genuegsam 
wäre, daz ich durch mein schreiben das wesen des Teurn kaysers 
Maximilian ain wenig (allain mir zur gedachtnuss) genueg kündet 
begreiffen. Ich wil als der Unwissend nit Reden von den thatn des 
grossen Allexanders, ich wil geschweigen der Sachen die priamus 
mith Hecfor vnd anndern seinen sunen zu Troia thet. Warumben wolt 
ich dan Reden ynd Meldung thuen von den streittunden Römern vnd 
von denen, die vor Chartago so manlich gestrittenn haben, Dero Namen 
alle zenenen alhie zu lang? In Valerio Maxime, Tito Liyio, Aquila 
volante ynnd an anndern ortten meer genuegsam begriiTen sein: 
Sonnder allein wil ich pleiben auf dem pfad des Wegs, der da tragt 
zu meinem ffirgenommen Werkh, Das ist zu der Hanndlung des Ege- 
melten Maximilians, so er pey der Zeit vnsers lebenns herlich volpracht 
hat. Ynd dieweil ich sein edl gemuet also hocherber erkenne, das 
Ime das Kautzen streichen oder schmaichln vber die Wahrhait nit 
gefeit. So ist mein fQrnemen, pei derWissenntlichen Warhait geweltigk- 
lich ze pleibn, vnd die zu lieb Nyemand yerben, oder mit getzierde mer 
dan war ist zuverpluemen. Dan wosolichs nachmals on grünt befunden 
wurde, so wäre es dem selb sacher, auch dem beschreiber hoch 
zuyerweisen ynd ganntz ynloblich. Es wäre auch on alle nott, Dan so 
ich gleichwol eben pey dem Rechten steig beleihe, ynd recht furmlich 
dayon schreiben wil, so ist onnott Icht zu dem lob ynd preiss bemelts 
herrn zu thuen. Vnd wiewol er ain Mentsch, kain gott, ynd nit yol- 
kumen gewesst ist, Ime doch, wie zum tail hernach yolgt, sein adl» 
herkhumen, tugent, gemuet, ynd aigen erworben Lob als Ainem 
Mentschen genueg. 

(Bl. 1\) Diser loblich Fürst Maximilian Ist durch sonnder 
Verfiiegung gots geborn Ain ertzhertzog zu osterreich, ynd pey denn 1459. 
Zeittn seines herrn Vaters, Kayser Fridrichs , die Niederlannd , ynd 
besonnders das hertzogthum Burgundi ersessen. In seinen Jungen 1477. 



422 1488—1491. 

tagn gar mennig Widerwärtigkeit erlittn, vnd vast frue angefanngen 
Kriegshanndel zuuben. Der gestalt, das ob seiner Mannheit gross ver- 
wundern, vnnd an seinen anschlegenn besonder Warkung gots befunden 

1488. ist. Doeb bat er seine lanndt wol Regiert, Desshalben er dann zu Prugg 
Inn flandern gefangen vnd belegrt worden ist. Aber durcb hilf seines 
Täters Frey erlöst. Welicbe gefanngknus Ime nit sebad, sonder grosse 
fQrsicbtigkait vnd der stat prugg ril rerderbens pracbt bat Dann er 
nacbmals Im Niderlanndt soliebe wunderlicb Krieg gefuert, daz be- 
scbiessen der stet, die Mörsser, md das scbanzen, Aucb das geschlächt 
der streitbaren lanntzknecbt erstlieh auf vnd also berfür pracbt bat. 
Vnnd naebdem er yil Mangueltig thatn vnd krieg gegen den yon geld- 
bern volpracbt, ynnd yil Erlitten gebebt bat, Ist er zu Romiscben Kunig 

i486, zu FranekfurtAinmuettigklieb Erweit, f&rgenommen vnd zu aeb gekrönt 
worden. Vnd nacbmals Im Reicb mit vleyss, fursebung gespurt wor- 
den, alle gepresten der Fürsten, alle Krieg zuwenden vleysigklich 
betracbt. Darob Menigklicb benuegt vnnd zu friden gestelt ist. Dem- 
nacb bat er sieb zu geroainem Nutz teutscber Lannd verhairat, sich 
beworben gegen der Krön (Bl. 2'.) Portugal (1. Frankreich), Ain 
frewelein zu elichen gemachel daselbs Erworben. Als aber dasselb 
durcb franckreich mit Eren Ime zuebelait vnnd geaigent worden, ist 
Ime soliebe seiner Maiestat gemachel durcb den pugltn Kunig Karl 

1491. zu franckreich Aufgehaltenn, vnnd mit Gewalt, wider got md Recht, 
genomen worden, Daz doch zu erparmen ist, dan es In solicher 
ynmentschlicher beschaidenbait beschechen ist, daz pillich gesprochen 
ward: «der allerkristenlichist Ist worden der aller unkristenlicbist!** 
Aus diser sach Ist gemainer Kristenhait yil vbls entstanden. Davon 
die hochgelerten beschreiber der geschiebten vil schreiben werden ; 
meiner vnwissenhait halben hie nit begriffen. Aber daz ist offenwar, 
daz doch dennacht der hochloblicb fürst ain Edle durchscheinende 

1477. hertzogin von Rurgund zu elichen gemachel behabt, Dapejr f&rstliche 
Kinder vberkomen, besonnder Ain Namhaften fQrsten, mit Namen 
Hertzog phillipp von Rurgund, der dann, als sich aucb wol gezimbt, 
durch den bemelten seinen kaysertichen Vater loblichen erzogene. 
Als aber muetter halben die burgundischen hertzogthumen an bemelten 
phillipen gevallen, vnd er seiner Jugent halben noch vnerzogen, hat 
sein vater, als ain getreuer gerhab, zu beschirmung vnd zu errettung 
derselbigen vil vnzalger Krieg erlitten, in aigner person gross arbait 
gethan. Da aber der Recht erb phillipus sovil erwachsen , bat er die 



1494—1496. *23 

Regierung selbs mit Hilf seiner Rät zu hannden empfangen ynnd aus- 1494. 
gericht. Der sich auch also herlich ynd wolgehalten, das darab sein 
vater ynentlich freud erlangt. Auch nit allain daselb 9» sonder sich an 
die Ennde des ertrichs sein loh also aussgehraittet, daz der selbig 
phillip des grossmechtigen Kunigs auss Ispanien tochter zu elichen 
sponss vnnd gemachl erworben. Nachdem (^^^ kurtzlich zwen erleucht 1496. 
fursten , Karolum vnnd Ferdinandum, elich auss der selbigen Kunigin 
geporn, darzu (Bl. 2''.) drey forstlich kunigktiche Xhchier {erlangt J, 
des dan alss guetlich zu gelauben ist, der loblichist Kayser Maximilian 
mit ersamer, Mentschlicher, yernunftiger freud ymgeben gewesst ist; 
Aber das ynstät wandlber glück» daz doch hie auf erd auss mächtiger 
yerordnung gottes niment In der yolkumenhait bestendig last, hat 
pald darnach den tod des obgenennten phillipen yerfueget. Also daz er 1506. 
{der) zeit In seinen jungen tagen sein natürlich schuld tods halben yer- 
gnueget, seine ftirstlich kinder ynerzogen hinter sein yerlassen, 
daz an allen zweifl dem Egemelten Maximiliano betruebnuss halben 
grossen schmertzen ynnd yerkurtzung seines lebenss pracht hat. — 
Dieses eyllends Tods yrsach war dem Venedigischen Comanen <) schuld 
zuegemessen. 60t weiss ! — Aber dise ding sind alle pey der wirdig- 
kaitt Kunigklicher Majestät, benennts Maximiliano, beschehen. Der 
Zeit er auch sich widerumben yerheyratt. Aine geborn des Hertzog- 1494. 
thums Mayland genomen , nach yerendung der erstem haussfrauen : 
dapey er aber keinen erben gehabt, auch yor Ime gestorben, Wiewol isii. 
er mitler Zeitt yon wegen ynnd zu Erlangung der kayserlichen krön 
zu Köln , zu augspurg, zu eostnitz etc. ynnd zu Trier (alda er den 
yngenetten Rogk cristi ynsers haylmachers, so mith yil anderm 
heilthumb so lang yerporgen gewessen ist. Erfunden yndt erhebt hat) 
yil Reichstag gehalten, Rat geschlagen, ynd hilfgelt hie im land ynnd 
an andern orten aufpracht hat, sich auch entlieh zu dem Rom-Zug 
geruest, Ynd wiewol er yormals In seinen Jungen tag yil In walisehen 
Landen gewesen, Huntz gen Pisa mit gueter Rüstigung, aber durch 1496. 
lystigkaitt ynd macht der Frantzosen yud Venediger, die Ime alzeit 
widerwärtig gewesen, yertrieben, demnach er dazmal gar hartt auss 
walischen land kumen. Also haben auch die baide geschlächt Ime 
seines Rom-Zugs nachmals Verhinderung zuegefueget. Dan nachdem 



'Derselb' die Handschrift. 

*) Nach dem ital. il comune, also hier die Republik. 



424 iKOO— 1K04. 

Mayland in der Frantzosen gewalt komen , ynd der hertzog daselbs 

1500. durch Verwilligung der' Schweitzer geyangen. Auch die Venediger tu 
yn^epurlich guetter besitzennde , Alles kurzlich (Bl. 3',) Erlanngt 
pey ynnserm gedenngkhn» besorgten die, wo der loblich flirst Maxi- 
milian mit seinem yolk ynd geschfitz In die walische landt käme. So 
wurde er sy der ynd yil anderer ybl gehandlter sachen straffen, auch 
den Frantzosen aus mayland yertreiben, nachdem doch diselbig stat 
on mitl zum Reich ynnd dessen Kamer ain gehörend ist, auch Ime 
gannz ynpillich seins gewalts gehorsam sein soll , dan er daz Mail- 
lendisch land mit niehte Rechtlich besitzet. So mag den bemelten 
frantzosen In mayland noch in Itallien Niemant leiden. Nachdem ist 
der Neid oder die sorg der yeintseligen Yenediger gegen dem ersamen 
roaximiliano so gross gewesen, daz sy ee den Frantzosen , Inen zo 
ewigen yerdejrben , In Italien peleiben lassen , dan daz sy denn Rom 
Zug, der Inen doch mer zu Eren dan schaden gediendt hiette, dem 
gemelth Romischen Kunig yergundt betten, ynangedeut, dayon lang 
ze schreiben war, was diselbig Yenediger mith dem firanntzosen Ime 
dem Romischen Kunig In schimpflichen spillen, Ludibilia genant, 
auch mit wortten ynd werkhen zuegefuegt. Jedoch auss den ob erzelten 
yrsachn ynd andern zugefallnen sachen yielle zwischen der aller Ein 
grosse yeintschaft. Ynd als aber der selbig loblich fürst, nachdem er 
zu Romischen Kayser erweit, als ein vast yil wissender Kriegsman, 
in ansehung seiner streittbaren yölkem, auch seins grossen geschOtz, 
sich mit gewalt ynderstuende, den Rom Zug anzefachen, oder doch 
ainss tails die walchen straffen , demnach er erstlich yngeyarlich Im 

1504. funfzehenhundertisten ynd yiertten Jar etlich hundert knecht etlich 
flecken ynd ortter zu besichten gegen den maylandisch lannd yber 
die gepirg geschickht, die Im on alle yrsach durch die Yenediger 
ernidergelegt, ainss tails gefangen ynd yerjagt worden, wiewol daz 
nit on willen ynd hilf der frantzosen beschechen ist. 

1499. Itz wil ich geschweigen des emsthaffYen Kriegs Im Engendein, 

darzu an allen prttn gegen den Schweitzern; Darzu etlich schlachten, 
aber mit klainem sig, sonst tails der yerachtung halben erlanngt; 

1504. Ynd wiewol der pairsch Krieg, darin sein Maiestat in aigner person 
gegen den pehem gefochten, ynd hart als ain strenger Ritter gestan- 
den; ynd auch der ernstlich hanndl mit Kopfstain, {BL 3^.) der 
grossen arbait ynd geschutz, auch der enthaubtung des pientzenawers 
ynd seiner geselschaft halben wol fQr Ettwaz tapferss ze schätzen 



1507. 



425 



ist; So seiD doch dieselbigen acta ynd Sachen gegen der Kriegsyebung, 
so in Italien beschechen ist, nit hoch aufmergkend, Dan, wie Yor 
gemeldt. Nachdem die venediger ye vber roenig ersam ersuechen in 
hertter Verstopfung yerhart, dardurch der loblich fürst auss ange- 
bomer tapferhaitt bewegt, sich pejr den ständen des Römischen 
Reichs, Kurfürsten, fursten ynd herrn, aach pey seinen erblanden 
zubewerben , Die Ime dann auf sein gegrünt ersuechen zu gueter 
mass hilf zubeweisen verwennet, die Im aber zum wenigen tail erlegt; 
Dann als er den krieg vnd den Eingang desselbigen durch das etsch- 
land anfieng, sein Artelerey kriegrustnng rnd Volk gen Trient ?nd 
ynnder die selbig stat hinab nach der etsch gelegt, auch ain veste 
pastey vnder dem schloss, Stain genannt, gemacht ward, huebe sich 
damit der renedigisch krieg im sibenden Jar der mindern Zall ge- i»07. 
waltig an. Der anzug des volks waz zu baider seittn ernstlich. Dann 
der egemelt Haximiiiano selbs, als ain yil kundiger Kriegshauptman, 
Ordnungen genuegsam verordnet, darzu auch tapfer leut. Dann der 
alt margrafT mit dreyen seinen sinen von Brandenburg, vnd sonderlich 
mit Casimirum den eltisten hie im Veld erschinen, so betten auch die 
fursten von Bairn ir volk, so waz hertzog Erich von Braunssweig 
auch im Lannd. Derzeit waz zu trient ain weiser pischoiT, Jörg von 
Neidegg, des weysshait vnd redsprache geschicklichait hoch gepraisst 
vnd beruembt gewesst ist. So waz auch herrn Lienharten zu Vels 
als lannd shauptman vi! bevolchen. Als die kuniglich Maiestat daz an 
disen orth nach aller notturft furgesehen haben vermaintt, erhueb 
sich dieselb Ins Pustertall, den Eingang auf venediger herschaft 
daselbs auch zu erfragen. Dieweil aber daselbs in Pustertal gehandlt, 
betten sich die Venedigischen sovil mit waischen vnd franzosischen 
Volk versehen, daz die vast ob funfzehen tausent stark erschinen, 
dann Inen der frantzoss mit grossem (BL 4^9 gunst zu hilf genaigt 
was. Auch in Irm veld der alt misser Zorzi Korner, providador, vnd 
der alt Capitanio Ir hauptmann^. So betten die bemelth Venediger 
auch nit vergessen, sonnder gegen den pustertal vnd friaul auch 
Ordnung fQrsehen, daselbs hin verordnet Bernardin de Val da mareng 
vnd Bartholome de Viana ?). Aber die am stain, vnndter triennt auf 



^) D. i. Giorgio Cornaro und der bejahrte Graf vod Pitigliano. 
') D. i. Bartolomeo d* Alriano. 



426 



1508. 



der Yenediger seitten, waren also gerust In sterckh vnd geschotz, 
daz sy daz bemelt rest schloss den stain gar nachnet gar zeschossen 
vnnd gewunnen betten. Aber die teutseben tettn solicb nianlicb wer, 
wiewol der wenig gewesst sein, daz sjr davon pillieben zu preiseu, 
aucb In disem land ain tapfer maur gewest sind. 

Als nu der last am stain ye in die leng yberband neroen rnd zu 
sebwftr werden wolt, vermainet sein Künigkliebe gnad, ain Volck 
dureb das pustertal binein zescbicken. Damit so massten aucb die 
yenediger zum tail Ir Kriegsvolck vom stain abyordern ynnd alda ber- 
legen. Schickt darauf yber daz gepirg, auf pleif zu Inss Cadober 9» 
ainen fast strengen Ritter, bern sixten trautsun mit yngeyarlicb dreut- 
zeben bundert, die tapferisten Knecbt, so die zu yinden warn, darunder 
yil edl ynd krieg (?) gewesen sind. Abör Jedocb mergkbt der merbenant 
maximiliano wol, daz dises Volck alles In die lenng nicbt Erscbiessen 
Mira 1508. wurd. Er bueb sieb yon disem lannd widerumben binaus Inss Reicb, 
sieb yerer ymb gelt ynd yoick zubewerben >). Dieweil warden die 
Jetzt gemelten Knecbt Im Cadober mit macbt yberzogen, ynd In 
ainem grossen scbnee ybereyllet. Vnd wiewol sy sieb lang Ritterlich 
gewert betten, warden sy docb zu letscbt auss der grossen Menig 
des yolcks der Venediger yast all erscblagen worden *). Des dan die 
berschaft yenedig sonder freud bätt, wiewol dapey aucb gesagt wor- 
den , die teutseben betten Ir manbait zu yil yertraut ynnd Irn yortl 
begeben. Nicbt dester weniger yebten die sieb, (BL 4*.^ die yene- 
digiscben baubtieut, mit gewalt die egemelt pastey ynter Triendt ynd 
daz scbloss Zugewinnen. Es erbueb sieb aucb der obgemelt Bartbo- 
lome del Viana mit seinem Volck, so er Im Cadober gebebt bet, ynd 
zocb Innss friaul, gewan daselbs görtz, tibein, etwo yil stet ynd 
scbl5sser, also daz er nacbnet daz ganz friaul zu seinem geborsam 
pracbt bett. Dieser Bartbolomeo bett grossen sig. Als dise ding 
beschacben ynd nu des Maximiliano Zuekunft nit zu erbarn waz, auch 
jederman wiewol in kurzer Zeit möed worden was, sieb aucb yon 
tag zu tag die macbt mindret, macbten die landesbern mit Hilf bem 



^) Piere di Cadore. Vergl. den Bericht bei Datt, de pace publica, S. 571, 

Sp. b. „an aynem Ort dess gepürgs, genant in Kodober''. 
*) Ranke, Gesch. der rom. u. gerro. Völker, S. 297, Note 2. 
*) Ebenda, S. 299. 



1K08. *27 

Paulsen von liechtenstain <), der in grossen Wesen derzeit waz , mit 
den Venedigischen ainen frid, mit klainem ynnserem Nutz, doch mere- 
ren schaden zuverhOten. Aber dieser frid ward on willen des Kunigs 
beschlossen*). Desshalben er nit lenger dan annderthalb Jar Tnge- 
yarlich gewert hat. Dann in der Zeit Rüstet sich Maximilian pass 
dan Tor, Doch mit diser beschaidenhaitt. Er Merckt gar wol, daz der 
frantzoss mitb der herschaft Venedig beschwarlich zu bekriegen war, 
Danimben er alle Sachen vnd vergangen sweherang oder ybels» so 
er empfangen hett, vallen Hess» mit dem bemelten Kunig von Frank- 
reich ainen gezwungen vertrag macht, welicher vertrag sich auf MCambray 
lang Zeit erblich in beschliessen versteen thet. Dessgleichen so ward 
auch die pabstlich heiligkait Julius der andere, auch bede Kunig 
Ispanien vnd englant darin begriffen. Damit aber, wiewol ich die 
brief nit gesehen hab, der obgemelt frantzoss dester stannthafter 
bestendig plibe» so ist Ime durch den Romischen Kunig Haylandt zu 
Rechten lehen geliehen vnd zuegestellt. Aber seiner (BL f .^Lehenns 
pflicht schier vergessen. Sunder durch disen Vertrag gemaindt, 
daz ganz Italia vnnder sich zepringen, vnnd wiewol in diser 
punttnuss zwischen der obgemelten herschaft aigentlich berett, daz 
.niemandt nicht, dan das so Ime von alter zuegehort vnd jretz in der 
Venediger gewalt, begern sol, daz aber zum tail vergessen. Vnd als 
nu die Venediger disen Contrackt Merkhten, vnd der obgemelt 
Frantzoss ain gross Volck vber die gepyrg in Italia pracht bette, Dess- 
gleichen die Spanier sich Rüsten, vnnd der Maximilian auch Anze- 
ziechen begunde, Erschrackn sy auch nit vnpillich. Doch betten sy 
noch zwen tapfer hauptleut. Wiewol die etwo gross vnainiss, wur- 
den sy doch alda ains tails Richtig. Ainer genant u Conto Capitiano *), 
vnd der obgemelt Bartholomeo de Viana, die sich auf besoldung der 
Venediger des Kriegs vnderviengen. So waz der zeit noch Miser 
Zorzi Korner providador. Die bestelten vastvil guets Kriegs Volks, 
in grosser menig vnnd anzal, zugen den franntzosen damit Engegen 



^) Damals Bischof Ton Trient. 

*) Nach Ranke a. a. 0., S. 302, und Lebret, SUatagetchichte Venedigs, 3,896, 

handelte Liechtenstein im Auftrage des Kaisers, an seiner Seite der Kanzler 

desselben, Cyprian ron Serentein. 
*) Das ist: II conte Pitigliand. Lebret a. a. 0., S. 904. 



428 



1508—1509. 



piss Imperidada <)» zwischen den Confinen Maylandt ynd lombardia. 
Alda sich der Venediger hauptleot tauten zu zwaien hauffen. Aber 
der obgemelt Bartholomio, der ein torsch. Rösch man waz. Als sy 
baid hauptleut auch noch zum tail der alten Veintschaft gedachten, 
ynd yngeyolgig anainander waren» Grif der obgemelt Bartholoroio 
fristlich die frantzosen an. Aber der Connto Capitiano, der on wissen 
des proyidador, der dazemal zu yer waz, yerhielt mit seinem yoickh, 
(BL S*.) schlueg nicht, desshalben derselbig Hauptman abzoch, aber 
der Bemelt Bartholomio ward gefangen*). Die franzosen erlangten 
alda gross Er, Wiewol gesagt ward. Wo baid hauptleitt angriffen, 
betten die frantzosen den widerstannd nit erleiden mugen. 

In der Zeit waz auch Maximilian mit seinen Redlichen lanntz- 
knecht ynd Raysigen Zeug auf die ortter ynd grenitzen des Walischen 
lannds kumen. So hett er auch etlich Volck In anzug Inss iriaul yer- 
ordnet, ynd nachdem die obgemelt Schlacht yerlorn ward, da name 
der frantzoss die landt, stett ynd marckh Enhalb der Etsch Ein. So 
ergab sich Rofreid, Peru*) etc., auch Padua, auch alle andre stett 
ynd fleck zu baiden seittn , dan allain terfis^) ward nit Eingenomen. 
Der Pabst yersaumbt sich auch nicht, Nam alles daz Ein, daz dan 
der Kirchen zuegehört. Von allen stettenn warden die schlüssl dem 
edlen Kunig maximiliano Entgegen getragen, der aber aus seiner 
saligen guettigkaitt dennocht niemant beschedigen Hess, sonnder 
hielt stark mit frid ob den Eingenomen stetten, yermainende sy mit 
guettigkait zu Ime zu lockn ynd zu ermanen. Daz aber alles durch 
die Walischn yeracht, Ime darumb yerschmachten, ynnd nachdem er 
wenig yolkhs, ain solich gross lannd zu bewaren, pey Ime bette, sy 
soyil zugericht, daz auf ain tag alle stet soltenn widerumben an die 
herschaft yallen, (Bl €",) 'Damit so möchten sy die Venediger den 
Kunig maximiliano mith seinem Volck wol Im lannd behalten'. Daz 
dan auch also beschach. Die stett yiellen yber ee gethan gelubd, Er 
ynd aid alle ymb yon der Kays. Mst. an die Venediger. Aber der 
kunigklich Maximiliano kam durch die hilf gots dennocht frey yon 



^) Das ist das Gebiet der Adda. 

*) In der Schlacht des 14. Mai 1509 bei Agnadello, auch das Treffen Ton 
Casciano, Ghiara d* Adda oder Yaila genannt. Lebret 3, 911. Ranke 310. 
•) D. i. Verona. 
*) Treviso. 



1510. 429 

Inen. Wiewol nit mit gewalt, sonder mit weyser, f&rsichtiger Weiss- 
hait Erlienge er durch die päss der laitter» Yaltzian ynd daz teutsch- 
lannd <) sein sieherhaitt. Aber seiner herrn warden yil zu Padua ynnd 
an andern orttn gefangen» vnd in sonders her Barthlme U. zu firmian, 
her melchior von MassmQnster, die lang zu Venedig gefangen lagen» 
Doch zu letscht auss in daz teutsch land wider der Yenediger 
willen kamen. Aber pey allem glQck in ynglück gewendt, plibe 
yedoch noch sovil trosts» Daz etlich hauffen Knecht gen Pem» Ee sy 
noch vmbgefallen was» In die stat kamen» die schloss» die vormals 
wol besetzt» noch pass befestigten» dardurch den Venedigern zum tail 
ir furnemen gemindert ynd den teutschen hilf Erzaigt ward. 

Im nagsten Jar darnach wurden in disem land vil lannttag ^^io. 
gehalten» steuren In disem Krieg vil gegeben» auch Volck aus disem 
Lannd gen Bern ynd anderswo gesehickht» ynd soyil gehanndlt» daz 
felters daz stätl» ymb seiner Hoffart ynd missethat» so sy das vergan- 
gen Jar gegen Kunigklich maiestat begangen hett» ganntz zerrbsen» 
zeschlaifft ynd alle mentschen darin erwürgt» verjagt vnd vmbpracht 
warden. So warden (Bl. &*,) auch vil stet des Jars widerumb Er- 
obert» geprantschatzt, die purger gehenngkht vnd Ertrenngkht» vnnd 
vil volckh erschlagen vnd verjagt. Dann kOrtzlich darnach (19, Febr. 
iSi2) vberfiellen die teutschen mith den irantzosen pey nachtlicher 
weil die machtig stat Pressa» Darin so vil mentschen erschlagen 
warden» das davon ze schreiben nit bequem ist. Dan wiewol die 
selbig machtig statt an leutten hochscheinnend» so ist doch die der- 
zeit nicht dester weniger oder minder mit guet hauffenlich belegt 
gewessen» vnd diser stat ist daz begegnet» daz nit vnpillich» daz 



*) „Dieci dodici strtte praticabili anche per caralli conducono ne* Sette- 
Comuni partendo dallo Stato Veneto. Tre oe abbiamo nel Canal di Brenta. 
La prima chiamata il Coreggio yiene della parte di Primolano; Taltra 
appellata la Scaletta incomincia alla PioTega, e portano ambedue in Enego. 
La teraa, meno ripida e disastrosa d* ogn* altra incomincia a Valstagna** 
v. 8. w. A. dal PoEso, Memorie istoriche dei Sette-Comoni. Vicenza, 1820. 
8r S. 251. Obige Stelle sagt uns also» Maximilian habe auf den beiden 
Wegen yon Piovega her und Ton Valstagna, bei Kirchmair fUlschlich 
Yaltzian geschrieben» durch die Sette-Comuni hindurch, die er ganz richtig 
'deutsches Land' nennt, sicheren Boden erreicht Vergl. auch J. Bergmann*8 
Abhandlung Aber die Sette-Comuni. Wiener Jahrbficher der Literatur» 
Bd. 120, AnzeigebUtt» S. 21. 



430 1509. 

gantz Italia ewigklich za hertzen ynd ewigen erschricken Demea sol. 
Darnach ist dise stat etiich zeit in der firantzosen der teatschen ynd 
Ispanier gewalt gewesen; doch im namen des Kaisers. In disen 
gethanen Handlangen yeriiessen die Venediger alle Ire flecken, stett 
ynd Schlosser, bevestigten Padua md Tervis» doch Padna zum mai- 
sten, ynd ynderstanden sich daneben aass Padaa dem Kayser schaden 
zuyerfuegen. Dardnrch alle die Puntherm yorgemelt sich yerainig- 
ten, ynd also flir Padua dasselbig zuerobem zu ziechen sich Ent- 
sept 1509. Schlüssen. Ynd wiewol ich den fiirschlag der stat Padua nit gesehen, 
so pin ich doch glaublich bericht, das in der ganzen Cristenhait nie 
kain solich tapfer Volk ynd geschQtz gesehen worden sey. Dan da 
sind erschinen die teutschen mit Irer manhaitt, (BL 7\y auch die 
franntzosen mit Irem Pracht, die Spanier mit Irem gewalt, der Pabst 
zuyor mit seinem allerschönisten Raisigen Zeug. Dessgleichen alle 
Potentaten des Walischen lannds mit allen dem, daz sy yermugt 
haben. Aber hinentgegen so ist auch wissend, daz die Venediger Ir 
Stadt Padua so wol besetzt ynd furgesehen haben, daz doch solichs 
auch nit pesser bette gesein mugen. Darumb die Egemelten herrn 
wol mer dan ain gantz Monat ymb die stat padua gezogen, Ee sy den 
fürschlag Erfunden haben, doch sich zuletsch in daz leger geschickhf, 
geschanntzt, ynd yon baiden taillen also geschossen, daz die Infi auf 
ynglaublich weitte daryon erhelt ynd daz ertrich Erpidmet hat, dar- 
durch die Maum an Padua zu guetter mass geprochen, ynd yil thum 
ynd heuser zerrissen sind. Vnd wäre Wunder yon disem hanndl der 
yor Padua beschechen ist zeschreiben, aber ich wils den hochweisen 
beyelchen. 

Da aber nu die Venediger yermerckhten, daz sy die stat Padua 
in die lennge nit erhalten mochten, erdachten sy den list, rueften 
die pabstlich heylikait als ain Vater der cristenhait an, pitten zu 
bedengken: „So sy aus Italia yertrieben wurden. So mechte doch 
Maximiliano daz auch nit behalten, auss yil yrsachen,** diesy erzelten. 
„So war dan nicht gewissers, dan daz der frantzoss Italia auch die 
gantz Romisch march also mit seiner aller yncristenlichisten (BL 7K) 
ynd ynmentschlichen handlung beschweren, betzwingen ^ynnd benot- 
tigen wurde, daz zum letschten alle walische fursten ynd Herrn seine 
Schglaffen sein muessten. So war auch jetzund offenwar, daz Maxi- 
milian auf die stat pem yon dem frantzosen gelt Entlehend hett Vnd 
ob Maximilian gleich wol Padua ynd daz gantz Italien erlangen ynd 



1509-1512. 4r31 

erobern wurde» doch zum letsehten solichs alles In der frantzosen 
gewalt mit gelt oder Krieg gestelt werden. Vnd wo das bescheehen 
wurd, so mug sein Heilikait wol gedengkhen vnd vermergkhn» daz 
der stuel zu Rom ain capplaney werden, auch alle Potentaten reracht, 
auch die Kirche gantz zerprochen sein muessten.** 

Durch solich ynd dergleichen hochverstendig furschlag ward die 
pabstlich hailikait bewegt» md schrib ins Veld für Padua der Kirchen 
hauptman, genant Signor Constantino» ain hertzog von Macedonia» 
daz der mit seinem Volck von stundan abzug. Do nu diser hauptman 
mit seinem Raisigen Zeug sich erhueb ynd ron dannen rugkhte, hette 
Maximilian guet zubedenngkhn» daz der frantzoss seinen vortail 
förpass suechen wurd» daz auch beschach; dan die ferraischen 
Puchsenmaister zu Er den frantzosen Ir geschutz in des Kaysers her 
gericht, ynd ron der stat maur gewendet betten. Ynd als diser list 
gemerckht ward» getorften die teutschen nit stürmen» wiewol die stat 
wol Zugewinnen gewessen war, (BL S*.) besorgende» wo sy Yolck 
am stürm yerlurn» so war dan der Franzoss zu starckh, ynd mdcht 
dem Kayser ain schmach erzaigt werden» dan die kayserlich maiestat 
selbs in Aigner Person alzeit im Veld yor Padua gelegen ist. So 
warden auch die Venediger durch den abzug des Romischen haupt- 
mans ynd durch das Missgetrauen der teutschen ynd frantzosen zum 
tail gesterckht. Desshalben yngesturmbt ynd die stat yngewunen 
zuge Jederman wider ab ; Des die Venediger wol pillich got lob ynd 9. Oot 1509. 
dannkh ze sagen haben. Docb war der abzug herlich ynd tapfer» dan 
es Raitt der obgemelt Maximilian zu Vintzentz Im stacht geliger so 
herlich ein» daz menigklich teutsch ynd ander nacionen dayon Ver- 
wunderung empfiengen. Vnd rugkhten damit alle partheien widerum- Apni i5io. 
ben auf Pern zue, das derselbigen Zeit dem loblichen fursten yon An- 
hold 9 ^Is Christen zu regieren beyolchen» ynd nachmals dem Weysen 
Bischof Jörgen zu Triendt zu regieren yndergeben was. Vnd als nu 
alle stett ynd örtter» aussgeschlossen Padua ynd Teryis» zum tail 
bezwungen» erobert ynd yersorgt, ynd darzu Pern yersorgt ynd 
besetzt ward» da ruckht Maximilian widerumb in das Teutschland. 

In derselben Zeit hette sich auch zu Rayenna» yon wegen des Aprfl 1512. 
Napolitanischen Königreichs^ auch anderer yrsach halben» ain Krieg 



Rudolf. 



432 1512— i513. 

zwischen dem Pabst Julio vnd den Spaniern erhebt, demnach yil 
KriegsTolckh ynd teutsche Knecht dem Papst zuezugen, dessgleichen 
auch etlich frantzosen. Was aber oder welicher gestalt yrsach zu 
disem Krieg geben, ist mir nye recht wissend gewesen; Dan soyU 

11. April 1512. daz dasclbs ain soliche treffenliche schlacht beschehen ist, dergleichen 
nye pey mentschen (Bl. 8^.) gedengken mer erhört ist Dan da ist 
Nyemand gewichen , sonder die Teatschen sind alda so stanthaft in 
geschütz vnnd gestftch gestanden, daz Ir gar yil vnd die pesten alda 
pliben ynd ymbkomen sind. Aber doch dennocht das Veld behalten. 
1S18. Im nachyolgenden Jar yiel der frantzoss gar ab yon dem Kayser, 

Jan^ isia. ward auch dazemal auss Italia yertriben ynd zu Mayland ain Junger 
hertzog^ durch den Kayser eingesetzt, der ain rechter Erb was. 
Di^er Kunig yon Frankreich ward auch durch die Kays. Mt., durch 
Luttringen ynd durch das Niderland mith dem Kunig auss Engellandt 
hart bekriegt. Doch nit lang, dan sich der Krieg gar pald widerum- 
ben In Italia richtet. Der dasigen Zeit betten die Venediger soyil 
gehanndelt, das Ir hauptman Signor Bartholomio wider ledig ward 
pey den frantzosen *) ynd kam mit ainem grossen yolck widerumb in 
Italia, bestritt yil stett ynd legeret sich auch ainsmals stark für Pem, 

Anfangs Mai schoss ynd sturmct alles ains tags, aber gewann nicht daran. Aber 
^^^^' sein behende listigkait wardt dennoch gelobt. Es yiel auch der zeit, 
p5ser bezallung halbn, ain tapfer hauptman genant Marcurius*) yom 
Kaiser zu den Venedigern. Doch kamen auss Ispanien yil guet 
kriegsleut daz Jar auch entgegen, ynd yice Rey^) ennthielt pem ynd 
besazt auch pressa. Wiewol zu bern der yon Rogendorf'), Signor 
Markantonio«), her Jörg yon Freuntsjierg, Castlalter ^), Ruedolf hall, 
stofl yon munichen, ynd darzu yil tapferer Kriegsleut waren. 

Als aber nach yergangenem Winter in Italia yast alle sachea 
stil wären, ynnd die sumerszeit eingieng, erhueb sich der obgemelt 



*) Mizimilitn Sforza, hielt seinen Einzug su Mailand am 15. December 1512. 
*) Er war am 14. Mai 1509 in der Schlacht Ton Agnadello gefangen genommen 

worden. Lebret 3, 911. 
«) Mercurio Bat? 

^) Das ist GonsaWo yon Cordova, Yice-Kdnig yon Neapel. 
*) Wilhelm Freiherr yon Rogendorf. 
*) Marcantonio Colonna. 
^) Christoph yon Castellalio, Oberster der Artillerie. 



1513. 



433 



Yicere mit seinem volk, auch her Jörg von freuntsberg mit den 

(BL 9^9 Teutschen, ynd zugen daz Italia durchaus für Padua» Eest» 

Muntzels 9» vnd piss an daz Mör gen Kiosa *) ; ynd daselbs dem mer 

nach ab piss gen Margera *). Schüssen daselbs yon Margera hinein 

gegen Venedig werts, das dennocht etlich kugl gar nach der stat 

Venedig genachent haben Ynd die Venediger gar ser erschrocken 

sein. Verprannten auch daselbs Margera md maisters^), zerrissen 

ynd zerprachen das alles. Dieweil hette sich der Egemelt Bartholomio, 

der yenedisch hauptman zu padua, yil yoickhes halben so wol yer- 

sehen, daz er mith dem paurn ynd Lanntyolck in die dreysig tausent 

man stark was. Hette darzu beyor ain guete wolerpauwen stat. So 

waren die Teutschen nit yber acht tausent starck, aber guet leut. Als 

nu die Walischen so starckh ynd der Teutschen so wenig waren^ 

yermaint Bartholomio sy gleich ainero Vassnacht spil zu yberwinden» 

berueft zu den freuden etlich junge herrn yon Venedig. Ee daz aber 

der Walisch hauptman seine Sachen gar gericht hette, waren die 

teutschen nachendt gen Vintzentz *) kommen, auch daneben yernomen 7. Oct. 1513. 

des walischen hauptmanns anschlag, damit Irn yortl gesuecht ynd also 

Ir fursehen gethan. Aber kurtz darnach warden die Walchen In 

grosser Anzal gesehen, in Maynung die teutschen anzegreiffen. Dess- 

halben yon baiden tailln nit gefeirt ward. Dan die teutschen der 

Rutschon mit seinen fannen, als ain Vendrich der Raysigen, desgleichen 

her Virich yon schellenberg, darzue alle andere, besonnders her Jörg 

yon freuntsperg, als der fuessknecht hauptman, griffen all fristlich 

ynd mit Manneshertzen die yeind an. Die Knecht schluegen mit den ^ 

Schlagschwertern ynd stachen mit (BL 9^,) den lengem spiessen so 

hartigklich, dessgleich der Raysig Zeug, daz die walchen disen 

Widerstannt kaineswegs in die lenng erleiden mochten. Hueben an 

die flucht zu Hilf zenemen, eylten damit der stat padua zue. Aber in 

der flucht warden die besten Kuriser yast alle gefangen, erstochen 

ynd erschlagen , ynd sonst yil yolks. Aber Ir Hauptman waz in der 

flucht nicht zu hindrist. Vnd damit dennocht nicht zelang Schreibens 



^) Das ist Montagnana. 

*| Chioggia. 

') Malghera. 

*) Mestre. 

*) Vicensa. 

Fontes. YUl. 28 



434 1514. 

halb mein Materi yerdro6sea werde, Ist nach obgemelter schlacht zu 
Vitzentz desselbigen wintters nicht sonders gehandlt, dann das paide 
beer In Iren Liegern yerharrten ynd Röstigung bedacht haben. Wie- 
woi demnach alzeit zu Peru ynd Bressa yil yolcks gehalten, ynd grosser 
costen dem Kayser aufgangen ist 

Es sein auch mitler Zeit gar seltzamer praktikn ynd Händl in 
mancherlay weysn gehandlt worden In bemelten Walischen lannd; 
Dayon guet ynd yil zeschreiben wfir, dan dennocht yil guet leut 
dazemal ymb Im Leib ynd guet körnen sind. 
1514. In Yolgender Zeit Erhueben sich yil gueter leut ynd sonderlieh 

die gueten Reitter ynd Raysigen yon Fern, ynd zugen ynten filr Villaeh 
ins friaul. Alda dan der obgemelt Her Jörg yon freuntsperg, Rutschen, 
ynd Lang Rayner, Jörg Potderl, Emser, schluedr, Marthein pfaff ynd 
yil gueter hauptleut knecht fuertten. So was auch mit etlichen Reut- 
tern ynd Knechten sonderlich yerhanden Ain Mandlicher graff cristoff 
yon Krabaten 9- Dessgleichen her hanss augspurger >), Auch ain bischof 
yon laybach *) ynd besonders Hannss Han, mith namhaften Personen. 
(Zu lang zu benennen). (Bi 10'.) Vnd als nu solich Yolck im Friaul 
hin und herr gezogen, yil fleck ynd stet erobert betten, ynd beson- 
ders die zwai yesta statlein gradisch ynd maran^), legten sy sich mit 
gantz gewaltigen hauffen fQr ain schloss. So auf dem perg sophi 
gelegen ist ^, so der selbigen Zeit Ine betten etlich geprueder, edle 
Walchen, genant die Ziprianer >). Vnd wiewol sich die zum ersten 
ergeben betten, so yermaintten doch die kayserischn, den Perg mit 
sambt den bab ynd guet, so darauf geflochtnet was, gewaltig zu 
gewinnen. Das aber nit beschach, wiewol yil yolcks, geschutz ynd 
auch gelts daselbs yerthan ward, auch dardurch yast gantz Italia 
yerlorn, Auss yrsachen, die hie nit not zu erzein sind. Aber das ist 
offenwar, das durch dises Leger Im friaul der pest häuf des Raysigen 
gezeugs Erlegt ynd gefangen gen Venedig gefuert. Dan als ains tags 
bemelter graf cristoff, Rutschen ynd ander die Maisten ynd pesten 



^) Graf Christoph von Frangipan, kaiserlicher Feldoberster in Friaul. 
') Hans von Auersperg, damals Landeshauptmann in Krain. 
') Sigmund von Lamherg. 
^) Gradisca und Marano. 
*) D. L Osoppo. 

*) Girolamo Conte di Savorgnano und dessen Brfider, wahrscbeinlieh auf 
Cypern begütert, wie manche Glieder des Adels der Republik. 



1515. 



435 



Ritter Inas Teld geritten waren» Erhueben sich die Maisten Reitter 
des yenedigischen Zeugs ynd erschluegen vnd viengen alda den 
pesten kern des Raysigen Zengs des kayserisehen haaffns vor vnd in 
der stat Porttenau 9* 

Diser verlust, der doch muetwillig, auss Verachtung beschach» 
gab dem Kaiser grossn nachtail Ynd den yenedigischen yil hertzens. 
Graf cristoff ward gefangen, ynd so hertigklich gehalten , das er zu- 
erparmen was. Zu letscht ward er zu behalten gen Maylandt gethan, 
daselbs er Im Zwainzigisten Jar der Mindern Zal (1S20) wunder- 
parlich ausskommen ist. Auf den Winter zuge jederman wider gen 
Perm ynd ward zum tail friaul besetzt ynd also verlassen. (BL 10^.) 
Aber innerhalb der Zeit bette der Kayser in disem Landt<) yil Lant- 
täg. Dises Landt muesst auch also zuhaissn teglich steurn ynd rays- 
sen, dardurch der ynwill gantz in die gemam gefallen was. Dennocht 
so was auch die beschwftrnuss so oft im Land der durchziehenden 
Kriegsleut halben, die mercklich schaden thetten, so Manigfaltig ynd 
yil das im lanndt dayc^n grosser yerdriess bekam. So sein auch diser 
Zeit schwäre Jar hie im lanndt, der frucht halben gewesen. Doch 
ynd wären die frucht so wol gewachsen als hoffart, Zuetrinken yber 
die mas, kostlich Klaidung, wol essen ynd trinken, So war es alhie 
ganz wol gestanden. Nach disem allen als nu die Yenediger ains tails 
den sig im friaul erlanugt betten» erhueben sy sich dess ynd machten 
nu von Newen mit dem Kunig von frankreich Puntnuss (dan, wie ir 
vor gebort habt, so ist Kunig von frankreich oft von der kayserlichen 
Hayestat gefallen). Darauf derselbig von frankreich yil geraissigs 
Zeugs zusammen pracht, den Venedigern zu hilf schickht; so betten 
die Venediger auch yil yoickhs zu fuess. Legten sich damit gewaltig 
fQr pressa. Auch für Peru, alda durch die teutsche Knecht starck 
gehalten ward. Wiewol zu Pressa nachmals etlieh Knecht gar ybl 
gehandlt haben, Dan sy yil Muetbilliger sachen gethan, die stat yber- 
geben ynd dergleichen hanndl geyebt, Wiewol sy sich entschuldigtn, 
sy betten solichs von Not ynd armuet wegen gethan, davon nit guet 
zu sehreiben ist. Jedoch als sich der gewalt in Italia also hoch 
gemert, vnd die (BL 1 VJ sachen nicht am pesten stunden, Rychtet 



9 Pordenone. 
«) D. i. in Tirol. 

28' 



436 1516. 

die kayserlich Mayestat soyii zue, damit ir Haiestat zu Em aufj^fisiü::. 
/ düng FuDffzehentausent Schweitzer In Itaiia zugen» auf Fern zue. So 

hett auch bemelter maximiiian yilgueter Landsknecht, auch darzue 
den alten Hauffn, Also daz Ir Ht. ob dreysig tausent man zu Ross yod 
fuess hett. Aber die Lantzknecht vnd Schweitzer kunnten sich in 
Ainigkait gegen ainander ganntz nicht yergieichen. Doch ais Kays. Mt 
M&rz. selbs ins yeld kam, ward wunderparlich ain Richtsal zwischen Ir 
gemacht. Als nu dises yoick in Itaiia kam ynd nach M&r Notturft 
gerust was, zugen die frantzosen auf Mayiannd ynd die Venediger auf 
Padua zue, sich daselbs zu ennthaiten. Aber Kays. Ht. als obrister 
Veldhauptman in aigner Person Eyllet dem frantzosen piss an den 
pass Crobatza^) yeintlich nach; aber Ee dises teutsch voickh für 
Maylland kam, betten die frantzosen die stat besetzt ynd werhaft 
befestiget. Aber nicht dest weniger zoch bemelter maximiiian herlich 
f&r Hayllandt, yermainende die stat zubelegern, zu beschiessen ynd 
Zugewinnen. Vnd als die Schweitzer disen ernst sachen, die doch 
Mayllandt yon Irs grossen nutz wegen nit lassen yerderben, hueben 
sy yillerlay Gattung^ an. Dapey zebedenngkhn ynd offenllieh zu mer- 
khen was, daz sy fttrpass nicht thuen würden, auch weder stürmen 
noch schlachen. Zugen auch yon tag zu tag ab. Erzaigten sich ganntz 
wider Kays. Ht Des aber Haximilian gantz erschrocken, dann damit 
sein macht in ainem (Bl, 11^0 frömbden Land ganntzlich gemindert. 
Vnd wiewol Haximilian den Schweitzern fünf gülden ynd den Lands- 
knechten nur yier gülden gab. Noch dennocht bestuende er mit den 
Schweitzern diso yerderbliche abentheur. So yiel auch der Zeit 
ganntz ynglücklich ain ynwill ynder den Landsknechten fQr, der 
bezallung halben. Verschmacht Inen auch, das die Schweitzer mer 
besoldet sein, dan sy. Auss den ynd andern yrsachen erhueb sich yil 
Widerwili ynnder den Knechten, also das bemelter Haximilian nach 
grosser Zerung ynd gelts Verschwendung nichts geschaffen, mit Hue 
ynd arbait wider In teutsch Lannd kam. Vnd als offenbar am tag, so 
ist sein Ht. yber die ynfuegsami9ten perg ynd weg Winterszeit, pey 
grossen, tieffen schnee gezogen, gemartert ynd peinlich danron kumen, 
ynd allen seinen Zeug hinder sein yerlassen muessen. Vnd wo got 
nit scheinparlich sein gnad mit Ime gewflrckht bette, so wäre nit wol 



^) Wahrscheinlich in der Gegend von Gavardo, nordöstlich von Brescia. 



1516. 



437 



muglich gewesen , Das sein Kunigklieh Mayestat darvon hett kumen 
mugen. Er wäre von den seynigeo zu lorfers *) gar nachent erschla- 
gen worden. Die In da schalten 'ain apfeikunig', 'ain stro Kunig' 
vnnd YÜ ander graussamlich vner vnd erschrockenlich «uevermuet- 
tung. Das es got in seinem Reich hett erparmen mugen. Er was yon 
menigkh'ch verlassen, sein her was weit yon Ime, so muesst er auch 
den veinden ynd den waiischen paurn in die hende! Also was sein weg 
geschickht. Vngeyarlich hundert Knecht auss disera lannd der grave- 
schaft (Bl 12\) Tirol hette er ain klaine Zeit pey Ime, die In des 
Wegs ainsthails belaitteten» die auch demach ymb derselbigen guet- 
that wiiien nit meer zu den Hauffen der teutschen Knecht kumen 
getorfen. Doch kam der teur fürst maximilian mit grosser mue, 
firoscht, arbeit zu Ross ynd fuess auf den perg des Nonns an der etsch 
aida sich Ir Mt. zu Rastn etlich Zeit enthielt. Aber nicht dester weni- 
ger so warn seine Rät, sein Zeug, der Hauff zu Ross ynd fuess noch 
in Ittalia mit grosser wagnuss. Vnd wie der maist tail aller Rustigung 
zergieng, zerprochen, zerrissen ynd yerloren ward, doch so kamen 
nit yil namhafter personen ymb ir leben. Dan dieweil die kays. Mt. 
selbs in aigner Person im ersten glid der Ordnung mit seinem lanngen 
spiess gestannden , Noch dennocht ist daz wandlbar gluck so ynbe- 
stenndig gewesen ynd disen Erschrockenlichen hanndl also gefuegt. 
Doch Ee Maximilian yon den teutschen auss walisch lannd gezogen, 
hat Ir. Mt. mit seinen aignen leuttn also geret, des Ich warhaft 
geschriftn gesehen: 'Ir lobsamen, starken» Manlichen teutschen! 
Wie sol ich mit euch reden, das mein Rede angenäm ynd yon euch 
aufgemerckht werde? Rede ich mit euch als eur erborner. Natur- 
licher herr, so ist mein Rede yilleicht nit Angenommen, noch pey 
euch lieplich zehören. Aber ich hab euch allen ynd iedem in sonn- 
ders mein gehör ynd das gemerckh meiner yerstenttnus alzeit willig 
mit getailt. Das thuend ietz auch gegen mir. Hörend mich, ir lieben 
teutsch§ii! Ir lieben, erkanntten, Ir yertrautteaLantzknecht! Ver- 
lierend nicht (Bl. 12^.) Eur herlich lob, daz do schwebt in asia 
ynd affirika, an mir Eurem herrn. Pin ich ietz eur Herr, so ist doch 



^) Wohl Lavis zwischen der Etsch und dem Avicio. Oberhalb Lavis zieht sich 
der Weg ins Yal di Nod, wfthrend die Anslftufe des Nonbergs an der Etsch 
hinziehen. 



438 1516, 

die herschaft gottes, md nicht mein. Weilet ir mein nicht yerscho- 
nen, so gedenngkht an die eere der teutschen nacion! Ir seit ja 
teutsoh , euch hab dan der iufl alhie in der Zeit der fünf Jar, so ir 
hie seit, walische hertzn ynd gemuet eingewärt! Gedenngkht, ^as 
ir lanzknecht ynd nit Schweitzer seit. Furchtennd doch gott ynnd das 
geschray, so in aller weit ynaufhorlich erhillen wurdet Ir mugt an 
mir ietz wol ynd ybl thuen. Aber ich erkenne Eurn grimen gegen 
mir nicht bestenndig; Dan was solt ich ie gegen euch yersehnlt 
haben? Pin ich nit der, der euch in Niderland gegen den hertxog 
yon gheldern yil gewins hab zuegefuegt? Habt ir dan yergessen, 
was ich euch an allen enden der weit hab angelegt. Also daz es 
ietz ganntz darzue komen ist, daz menigklich Euch haisst, nennt ynd 
berueft sein *meine sune' ? Welt ir mir das so hoch yerweisen, 
das ir eurem sold ain klain aufhaltn gethan habt? Es ist doch den- 
nocht nit meiner, sonnder andrer personen schuld, die ich zu 
benennen geschweige auss yrsach. Mag ich dan an allen orttn sein ? 
So habt ir desshalben auch pissher nit yil nott erlittn. Habt ir aber 
grosse gepresten gelitten, das Ist eurer tugent schuld. Dann jungst 
habt Ir Ain guette, Reiche stat yor eur gehebt, darin Ir wol etwas zu 
aufenthalt befunden bettet, aber Ir habt auss Eurer tugent die burger 
darin zedringen yermitten. Darymben ir hoch ze loben seitt ! Doch 
ietz gelanngt eur Nott, yon den walischen (Bl, 13*.) abgekert, mit 
hauffn, schreyen ynd ynfuer gewaltig an mich. Hab ich euch dan mer 
ybls erzeigt, dan die yon der stat pressa, die täglich eurss Sterbens 
begern? Ich lass es aber also guet sein. Das yerschulden ist yilleioht 
an mir, doch hab ichs ymb euch Ja nit yerdiendt. Ir secht, das ich zu 
Er der teutschen so gross gelt yerzogn , mein selbs leib auch nit 
gespart, sonder dargepottn. Ir wisst auch, wie ich durch die Schwei- 
tzer so hoch betrogen worden. Desshalben ich ditzmals an eur hilf 
hie nicht erlangt hab, dan yerschwendung grosser hauffen der Munti. 
Aber Ir, Ir lieben teutsche. Redlichen lanndsknecht ! bedenngkht 
die tapferhait eurer Hertzen. Nit seit ir die, die allein ymb gelt, 
sonnder ymb Er gestritten haben. Erkennend ir mieh, so wissl ir, 7a8 
ich nicht dan Eur getreuer Hauptman ynd fuerer, ynd nicht allain 
mein , sonnder eurer Ern hoch begierig pin. Ich pit euch, seit yest 
ynd manlich, behaltet euch selb ynd mir die machtig stat pressa. 
Wiewol ich ietx nit geld gemuntzt hab. Noch dennocht damit ir mich 
willig befindet, pin ich erputtig alle mein Credentz, silbergeschörr 



1516. 



439 



ynd Uainot euch darzegeben, pittend» in pesteo solichs zu Empfa- 
chen etc.' 

Vnd wiewol die Kays. Mt. dergleichen ynd yil schöner Rede gegen 
den Knechtn gethann, sind die doch nicht angendm gewesen» ynnd ist zu 
erparmen, das Ainmai dieteutschen so frayenh'ch anirem hermgehandlt 
haben» Das doch Vorher pey den teutschen yngewont gewesen ist. 

Also sich nu aber (BL 13\) die Sachen des kriegs halben auf 
der teutschen seitn ganntz ybl geschickht hett, das auch dieweil das 
Mayllanndisch lannd yerlassen ynd pressa yeriorn was. Begab sich 
doch, das die pesten Kriegsieut der teutschen all yerloren wurden, 24. Mai. 
ynd die so nach pliben kamen gen Bern. Der Zeit was signor Mark- 
antonio ain Colloneser ^) der obrist zu pern, Ain vast Redlicher Walch. 
Doch was sol ich lang yon disem schreiben ? Es kam darzue, das die 
Venediger ynd frantzosen soyil Volcks fQr Pern prachten, das die stat 
hart gedrunngen ynnd benottiget ward. Vnd wiewol die teutschen yest 
hielten, so ward doch zu letscht der Krieg aufgebebt, ynd die stat 
pern durch Kays. Mt. dem Kunig yon frankreich gegeben. Der die 
dan Kunig Karin yon Ispania, Jetz Romischen Kunig, ynd derselb den 
Venedigern wider geben solt. Beschach als ains tags , ynd was die 
stat Pern ains tags yierer herrn. Vnser Volck, die furstischen Knecht, 
zugen herauss. Vngeyarlich Lucio des 1516 Jars enndet sich diser 
grossmachtig Krieg (^9llt^^ den Venedigern. Doch pliben Kays. Mt. die umdenis.Dec. 
stat Rofreid, etlich stet ynd flecken am gartsee. Auch etwo zway guete 
stätlein Im friaul ynd etlich herschaften. Aber gar yast yil mer, dan sy 
wert, sint sy gestanden. Zu geschweigen wieyil gueter leut in disem Krieg 
ymbpracht, erstorben ynd yerdorben sind, der furwar on Zal sind. Vnd 
furwar ich glaub, das in dem sechzehn Jarigen Krieg, den (Bl. i4*.^ 
Hanibal mit den Römern gefuert hat, nit mer Volck erschlagen worden 
sey. 60t behuet yns hiefur yor ainen solichen Krieg l^Doch lass ichs 
dazmals also beruen. 

Also nu diser krieg sich also geschickht, ynnd mit klainem 
nutz der Kays. Mt. halben geendet hett. Also das seyner Maiestat 
Romzug, auch die erlangung der kayserlichen Krön so yast yerhindert 
ynnd ganntz ynerlanngt was, huebe Ir Maiestat an. Je lennger 
Je betruebter zewerden. Darzue so warn soyil ynruen in dem 1 

Reich, das Ir Mt. yberflissig yil zu schaffen hett, dieselbigen Krieg 



^) Das ist MarcantoDio Colonna. 



440 1516 lKi8. 

ynd Irrungen zuersetzen. Vnnd wiewol Ir Mt. yil zuthuen hette, so 
yergass doch Maxiraiiian nit seiner Anichel» beder Kunig Karlum ynd 
Ferdinandum, sonnder yerdaeht, die zu grossen Ern zubringen. Ver- 
flieget soyil , das Karoius yber Meer in Hispania , ynd Verdinandos 
herüber in die Niderland käme. Vnnd warden die grossen iannd 
Hispania, auch die Niderlannd Jedem herrn flu*deriich ynd pald gehor- 
sam, alles mit grossem glQckh, on ainicherlay Pluetyergiessen. Vnnd 
Ist dem fl*umen Maximilian on Zweifl sein ynglQck, so er in Italia 
gehebt, hiemit wol yergleicht worden. 

In diser Zeit erhueb sich auch ain wunderbarliche Zusamen 
Verfliegung. Dan Kays. Mt. , der Kunig yon Vngern ynd der Kunig 
17. Jaii ij$ij$. yon Polland kamen alle drey zu Wien mit gar herlichem pracht zu- 
samen. Vnnd yngezweifelt (BL 14*.) alda yil cristenliche saehen 
gehandlt , Doch ynnder Andern die heyratt abgerett zwischen Kunig 
Karls ynd des Kunigs yon Vngern tochter. Dieselbig des Kunigs yon 
Vngern oder Hungern thoehter, auch ain Schwester Kunig Karls, 
kamen bede gen Insprugg , alda sy yast yil Zeit pey dreuen Jaren 
haussten. Doch solt bemelts Kunig Karls Schwester, als man sagt, 
dem Kunig gen Hungarn gegeben werden. Solich ynnd dergleichen 
yil Sachen handelte die Kays. Mt., Doch zum letschten beschrieb Ir 
Mt. ainen Reichstag allen Kurfürsten ynd flirsten , ynnd als man yer- 
maindt, so hab Ir Mt. der Zeit gehandlt yon der künftigen Erwellung 
Jani.Octob.i5i8. aincs Romischon Kunigs. Vnnd dessmals was gar ain grosse Hanndlung 
ynnd Tagslaistung zu Äugspurg. Doch ist an Zweifl wissend , das Ir 
Kays. Mt. ain yast schöne lannge Rede zu den Kurflirsten gethan. Auf 
Maynung: 'als selten sy bedenncken, das er nu ain lange Zeit dem 
cristenlichen yoick , den KurfQrstn, fürstn ynd stännden des heiligen 
Reichs gedienndt, desshalben sein Mt. numals yermudet ynd eralten 
war, desshalben Ime hinflir die Kayserlich Krön zu Erlanngen auch nit 
muglich [zuerholen]. Darymb pätte er, das sy ainen seiner gefreu(n^t- 
ten, Kunig Karolum In Ispania, nach seinen Tod zu Romischen Kunig 
erweiten, ynnd Ine damit Erten, in ansehung ynd betrachtung, 
(BL 15"^,) das er yon wegen des heiligen Reichs nu nachennt alles 
sein yatterlich erb yersetzt ynd yerthan bette. Vnd wiewol er solichs 
auch zum tail mit gejaid, mit paissen ynd Erlichen freunden anworden 
bette, so wäre doch der maiste tail auf Ine, als auf ainen Erweiten 
Romischen Kayser gangen, ynd war guet wissend, wo er nit Romischer 
Kunig gewesen, war Ime in seinen erblanden kain solicher abfal ynd 



IS18-1519. 441 

Eingrif beschehenn. Sy solten auch bedenngkhn des heiligen Römi- 
schen Reichs vnnd der teutschen Er ynd nutz, ynd dapey erkennen, daz 
er Inen als Curfursten all Ir freihait gemert, pessert vnnd Nymandt 
yon den seynigen getriben'. Vnd als man glaublich sagt, so hab sein 
Kays. Mt. so weysslich nye gerett , als auf disem Reichstag. Nach 
Vollendung dises Reichstags zoch die Kays. Mt. Maximilian in dises 6. Octob. 
Land gen Insprugg zue. Aber zu Insprugg nit wol empfangen, ynd 
das aus der Vrsach. Als yor etlichen Jaren Ir Kays. Mt. auch zu 
Insprugg gelegen, ynd etwas in die yier und zwaintzig tausent gülden 
schuldig was worden, die dan Ir Mt. dem Regiment beyolchen zu 
bezallen hett. Das aber nit beschechen, dan fQrwar diser Zeit ist die 
finantz ynd geschicklichkait gelt zu yberkomen so geschwind gewesen, 
daz dayon zu schreiben ainem wenig wissenden nit wol muglich ist, 
(BL 15^.) Jedoch die schuld was den Armen leuttn den Wirten zu 
Insprugg ynbezalt, wiewol die Kays. Mt. nit änderst yermaind, dan 
es wäre lederman Entricht ynd benuegt. Darumben weiten auf 
dissmal die wirt zu Insprugg des Kaysers hofgesinde mit nichte 
einnemen. Inen wurd dan zuyor die alt schuld bezalt. Darab die 
Kays. Mt. ain gross Misfallen gewann Auf ain Regiment, auch auf die 
statleut zu Innsprugg, ynd bekumert sich seine Mt. diser schmach 
ynd hanndlung so ybl, das desshalben Ir Mt. In Krankheit zu Ratten- 
berg am In yiel. Vnd doch also krannckher rugkht sein Kays. Mt. das 
Lannd hinab piss gen Wels. Alda erkrannkht Ir Mt. erst gar ynd so 
fast, das desselbigen Legers Ir Mt. nit mer aufstuende, sonder bezallet 
alda Ir Mt. Naturlich schuld ynd schid yon disem Eilend salicklich, 
ynd starb am zwelften tag Januari des funSzehenhundertisten ynd 12. JSnner. 
Neunzehenden Jars, seines alters im Neunundfunftzigisten Jar. Ward 
darnach zu der Neustadt in osterreich begrabn. 60t well sein yner- 
schepflich Barmhertzigkaitt mittailn seiner seil 

Diser Maximilian ist ain yast frumer, erlicher man gewesen. 
Sich aller fQrstlich tugent geyebet In seiner Jugent, yil gross krieg 
erlitten, (BL 16'',) ynnd zwo elich firauen gehebt, die Aine ain geborne 
hertzoginn yon Burgundt, die andere ain hertzoginn yon Maylandt. Pey 
der yon Burgundt hat seine Kays. Mt. ainen sun , Kunig Phillips yon 
Castillia, Hertzog zu burgundt gehebt, ynd ain tochter, fraw Margreth. 
Aber pey der yon Mayllandt hat Ir Mt. kainen Erben gebebt. Von 
Jugent auf hat sein fürstlich gnad lust ynd lieb gehebt zu gejaid. 
Dan als pald Ime ertzhertzog Sigmund yon osterreich dises Lannd 



442 



1S19. 



pey lebentigen leib vbergab, hueb er an die Hirschen sonderlich zu 
befrieden, legt (auf) Jager, vorstknecbt, hund, ralckner, yalckn rod 
waidberg grossen costung. Aber doch ist nit ron Ime gebort, das er 
wider Ordnung Ain Junckfrau Irer em entsetzt; er ist Milt, keusch* 
sanfftmuettig, diemuettig rnd ganntz tugenntlich gewesen; ynnd ist 
vmb nichte zorniger worden, dan allain ymb wiltprats willen. Dess- 
halben hat er zu Zeittn vil nachred leiden muessen. Wiewol dennoch 
gar rast vil beschwarnus, der hirschen halben, fiirfiellen ; md erhneb 
sich im lannd der grareschafk Tirol, auch im Inthall, darumb gar ril 
Jamers. Dan als die Kays. Mt. , wie oben gesagt ist , ron Insprugg 
abschid , Liess Ir Mt. zu Regenten herrn micheln von Wolckennstain, 
Lanthofmaister, Herrn Jörgen von Firmian, Marschalckh, hem bansen 
Caspar von Laubenberg, Karin Trappn, herrn Wilhalm von Wolcken- 
stain, Jörgen Botschen, Herrn Sigmund ron Thnn, Docktor herrn 
Jeronimum Baidung. So was Johannes canntz (BL 16^.) Verwalter 
der Tirolischen Canntzley. Aber am hof pey Irer Mt. was der Mattheiss 
lanng, ain burger von augspurg, der sich aber also hielt mit seiner 
weyshaitt, das der Ton so nidern stanndt in kurtzn Jam aufkam, das 
der ain cardinal md jetz zu letscht darzu ertzbischof zu saltzburg 
worden. Diser man hat diser Zeit nicht minder gegolten, dan aristo- 
teles peym alexander oder hanibal pey denen von carthago. Er hat 
yast alle stannd der gewaltigkait getragen, rnd ist sich ab dem gltick 
hoch zuverwundern. — Her Ziprian von sarnthein was Romischer 
Kanntzler; Her Nicklas Ziegler hielt ain Canntzley, was ain mächtig 
yernunflflig Reich man. Maister hannss Renner, schürf, Vinsterwalder, 
KirchmQllner, Waynisy, Vnd noch yil secretari hett diser Zeit die 
Kays. Mt. Auf dise geschrifftweysen ist dem Kayser ain ynmässig 
gelt gangen. Man sol mir nit yerweisen , das ich in meiner yermer- 
ckung die secretari ynd Schreiber yorsetz ynd erst hernach die edlen 
Rät. Dan es ist auch also im Wesen gewesen, dan hirschen ynd 
Schreiber, Jäger, Valckner ynd bunde haben diser Zeit die pesten 
Vorstände ynd hilferzaigung gehebt. In suma aller pracht ynd alle 
macht an guet ynd gelt betten die seeretary , Dan ain jeder hett ain 
kayserliches secret, damit sy Im stadt erhaltn mochten. Aber her 
lienhart Rauber was hofmarschalck ; Ain graf yon Mansfelt trugksäss; 
Sigmund yon Dyettricfastain silberkammer; Der graf, Palbier, Oglein, 
Herbst, Matheis, Palbier, waren (Bl, i7'.^ seiner Ht. Kamerer; md 
wiewol das alles niderer gepnrt leut erkannt seynd» haben sy doch 



1519. 



443 



gross guet, auch yii gelaubens pey Kays. Mt. gehebt, vnd rast vil 
mer, dan hochgelert, bericht, weyss Männer. Obgemelter her Sigmund 
yon Dyettriehstain ist pey klainer Zeit von Ainem pförde zu yiertzigen 
aufgestiegen, rnnd eyllend ain rast grosser herr worden, wiewol er 
dapey klainer person was. Wie. diser Zeit alle Regiment vnd stannd 
besetzt gewesen sind , wayss ich nit. Aber das hab ich wol erlernt» 
das die Kays. Mt. wenig, oder also zehayssen gar nicht an lannden 
ynd leuttn yon Einkomen gehebt hat. Besonders ist offenbar, das in 
disem lannd alles daz, das gelt getragen hat, versetzt gewesst 
ist. Dan die fugger von augspurg haben das gross guet, daz auss dem 
perchwerch zu schwatz Jarlich gefallen ist, in Versatzung weyss Ine 
gehabt; daran sy Jarlich ob zwaymalhundert tausent gülden erlanngt 
haben. Daz Pfanhauss ist vast gar alles vertailt gewesen, also daz zu 
Hall Im Intal nicht dan darstreckung den Kaiser gepurt hat. Der Zol 
am lueg, Im Kuntersweg vnd zu hetzen ist der provisoren gewesen. 
Alle herschafften vnd gericht sind verpfenndt gewesen; vnd so ich in 
der Warhaitt Reden sol, so hab ich nit ain tapfer gericht Im ganntzen 
land, dan botzen, Rungelstain, Leuchtenburg, Laymburg, vnd daz gar 
nicht tragt befunden, das dem Kayser oder Landsfursten zuestunde. 
Herr Lienhart von Vels, was Lanndshauptman der etsch, hett auch 
etlich guet pfanttschafften. Aber herr Michel von Wolckenstain ob- 
gemelt hett diser Zeit (BL17^,) gross gelt vnd vil Schlosser, gericht 
vnd herschaften Inne. Er was ain kluger, weyser man. 

Als ich aber vor beschriben hab, das der hirschn halb vil Wider- 
fueg» In disem Lannd enntstuend nach absterben Kays. Mt. , Sol 
vermergkht werden. Als nu offenwar, vnd Kays. Mt. tod vnd laidig 
abgang verkündet ward, Erhueben sich die gemainen gerichtsleut 
wider ain Regiment in Vngehorsam, vnnd vnnderstuenden sich mit 
aller macht, die hirschen vnd des furstn gefreitt wiltpred ze Jagen, 
ze schiessen vnnd zuvertreiben. Vnnd damit ich kurtz davon schreib, 
so was in allen gerichten dises lanndes, auf allen verpottn gejaiden, 
vnd auf allen des fursten vischwaiden ain solich verderben, daz es 
wunderlich davon zeschreiben wäre. Dan nit allain die dreyssig oder 
viertzig jarigen Paurn jagten, luffen, vischten vnd viengen, sonnder 
es thetten auch die , die von alter vnd Jugent kaum geen kundten. 
Auch die frauen vnnd Megtten halfen, vnnd rietten zu Jagn vnd vischn. 
Vnd wider solich Lauffen vnd Jagn half kein schwäre des gepots, 
noch auch nit Ir selbs bewilligung. Darzu warden sovil seltzamer 



444 



1519. 



Rede wider die obrigkaitt gepraucht, das es zu yerwundern ist. Dan 
etlieh sagten: 'sy hetten jetz kain Lanndsfursten. Kunig Kari» ir 
Landsfurst, war in Ispania, war nit zu glauben, das er herkSro in dise 
iannd. Darumb so woiten sy sieh ainmal der besehwärung, so Ine 
Henigfeltig aufgelegt wäre, Enntledige'. Vnnderstuenden sich auch 
vber alle der Hersehaft gepott; Machten Lannttag, besamung, 
(BL 18*.) Conspiracion, entlich der Maynung, die Hirschen md wer 
darwider redet zuerwQrgen. 

Vnnd wiewol die herrn des Regiments der Zeit sich gern Tom 
Regement gethan hetten, so was doch der hanndl so eylend rnnd 
ynversunnen erganngen, auch der Lanndsfurst so weit, daz die mit nichte 
sich der Hanndlung entschlachen getorfen. BerueSlen dennocht ron 
allen stannden der grayeschafk Tirol leut des auschuss, hielten damit 
Rat auf dise Maynung: Zum ersten was zethuen warf. Damit in diser 
Irung die obrigkait dem Landsfursten nit gemindert wurde? Daz auch 
dapey die gemainen Landleut vnd gerichts Vnntterthanen nit gegen den 
stannden in aufruer erwuechsen? Diser Zeit was weyses Rats vast not. 
Dan als zu glauben vnnd yon yil alten geret, warde kain gedaehtnus 
so lanng, daz die ie solich ynainigkait alhie im landt gehört hetten. 

Nach langer Rat ersuechung warden etlieh im ausschuss der 
lanndtleut ausgeschossen , also das etlieh in das ober , etlieh in das 
ynnter Intal ziechen selten, ynd alda beschaid geben ynd nemen, 
damit aller yerstannd der yorig gehalten Lannttäg Recht in ain gemain 
gepildet wurdt. Dan Im Intal erhueb sich zum aller erstn der poch, 
der pomp ynnd die ybermuetigkait. Als aber die gesanntten. Nämlich 
der apt yon stambs 9« Jakob Kuen der Burgermaister yon Inspruck, 
ynd Jacob Contzet gen Imbst in das ober Intal bekomen, ynd alda Ir 
Werbung ynd beyelchung aussrichten ynd thuen wollten, (BL 18^.) 
do warden diselbigen gesannten in dem Hauss der Werbung, in dem 
sy stuenden, yon den gemainen pauerleuttn mit spiessen ynnd waffen 
also ymbgeben, das die gar kaum mit grosser not Irs lebenns errettung 
erlanngten. Vnnd begunden die paurn also zewuetten , das sy Ainen 
der nicht in der gesannten Rott geboret, genant hanss L5bl, darumb 
daz er ainss edlmans gestalt bette, piss auf den tod hart wund schlne- 
gen. Vnd wissten doch nit, warumb sy solich Romor gehebt hetten. 
Dan man wolt Inen zimlicher mass yergunnen ze jagen, auch daz syeh 

^) Bernhard I. 



1519. 



445 



auf dem seynigen ain Jeglicher wol der hirschen mit guettem Jageo 
ynd erweren möchte. Darzue so sollen sy Ire beschwarungen anzai- 
geo, darin man doch Miltlich Wendung thuen wolt. 

Aber der geriehtsleut Maynung vnd gesehray was nicht anders, 
dan das sy sagten : 'es war kein Landsfurst, so betten die herrn des 
Regiments Jetz kain gewalt mer. Darzu wären sy mit dem Kayser 
Tbl ymbganngen, der landsfurst hiet nicht Im Lannd. Man hielt Inen 
in allen Lanntlagen yil zuegesagt, aber nicht gehalten; so mochten 
vnd weiten sy das Willprddl mit nichle mer leiden. Sy betten auch 
guettea berichl, das die Kays. Ml. Ine das Wiltprad am Todtpetl 
geschaffen hiet. Aus denen vnd andern vrsacben weiten sy jelzmals 
ymb Nyemanls geschaft geben, sonder des (BL 19^*.) LandsfQrslen 
erwartten. Vnd wan der käme, so weiten sy hinwidrumb thuen was 
sy schuldig wftrn*. Vnd solich Ir furnemen erschall in dem ganntzen 
lannd. 

In dem ward doch die besamung der Kurfürsten gethan, die dan 3. jum*. 
zu Frankfurt zu samen kamen, vnd erweiten mit Rechter wal den 
allermechtigislen Kunig Karolum zu Ispanien, beder sicilien vnd Jeru- 
salem, der dan was Ain sun phillips vnd ain Nalurlichs Anichl Kayser 
Maximilians , (Alles herrn von osterreich vnd graven zu Tirol,) zu 
Ainem Römischen Kunig. Vnd die Wal ist beschechen an dem zwölften 
Tag Juny des 1S19 Jars. Wiewol es durch manigerlay Practickn gar 
nachent darzue komen war, das Kunig Franzisk von Frankreich erweit 
worden war. Aber die almachUgkail gols hat der Zeit scheinparlich 
gewurckht , Auf das die Romisch Krön nil von den Teulschen wurd 
aufgebebt. Vnnd wiewol dise erwellung aller teulschen nacion hoch 
zu Ern gedienet hat. Noch dannochl sind die gemainen geriehtsleut 
hie im lanndt der graveschaft Tirol also erherttert gewesen, daz sy 
desshalben nicht desler pass zu Rue vnnd friden gelracht haben. Sonnder 
vnd wiewol die im Intal ainss lails slil worden , So haben doch die 
gerichl slainacb, sterlzingen, Rodnegg, schonegg, gufidaun. Auch die 
Bischofischen von Brichsen desselbigen golzhaus leul gewaltigklich 
zusamen gesetzt, wider menigklich punlnus gemacht, vnnd mergklich 
gejaid vber vnnd wider alle bevelch gethann, auch vnglaublicbe Zalen 
der Hirsch vnd Thiere erlegt. Dan eben zu vnglQckh was das Jar 
am pirg (BL 19\) vnd pey der eben so grosser schnee, daz kain 
thier so stark was, es mussl erligen. Vnnd wer slraffs weyss ain worl 
darwider Redet, der muessl gross vnrechl haben, sich auch seines 



446 isao. 

lebenns darüber besorgen. Es kam auch desshalben darzu, das sonnder- 
iich die von Rodnegkh, desseibigen gerichts mderthao. Im Richter 
mit gewait verjagtenn ymb klainer yrsach willen. Dan als auf ain Zeit 
in solichem geschray ain paur am Meransen mit geladner puchso ynd 
prinenden Zuntstrick im marckht gewaltig vnd fraveiich, yber aussgan- 
gen gepott, zu Hulbach ymbgangen, desshaiben Ine Sigmund Hage- 
nawer ais Richter mit worttu straffen» des aber der paur nicht zeguet 
annemen wolt , sich on Not zu weer gesetzt, demnach Im bemelter 
Richter die puchsen genomen ?nnd damit ainen straich gegeben, Ymb 
desswillen wart ain solich lauffn rnnd In dem gantzen gericht aio 
Zusamenfuegen » das laut gesagt ward» daz schloss Rodnegkh solt 
gesturmlt werden. Aber ain frumer edlman, genant Sigmund Prandisser, 
waz derzeit pfleger zuRodnegg, der kunte mit diemuetynd geschickten, 
auch vberhörenden worttn sovil erholen» daz dennocht der hochmuet 
yermitten plib. Dennocht was es dazue komen» daz weder Richter, 
Schreiber noch gerichts Pot alda sein getorfn. Vnnd wiewol bemelts 
gericht Rodnegckh diser Zeit her Hichels yon Wolckenstain» des 
Mftchtigisten des Lanndes was» noch dannocht waz alda kain gerichtlich 
gepiettn» herschaft noch hanthabung. Vnnd dieweil nu disen» auch 
andern gerichtsleuttenkain ernstlicher widerstand begegnet» Erschiene 
Inen Ir Furnemen für guet in Irn äugen, ynd bedachten nit daz Ir 
erster angrif den lanndsfiirsten betreffend wurde. Erhueben sich Irs 
Wesen so hoch, ynd yermainten so gewaltig zesein» das sy auch die 
erbhuldigung (Bl. 20\) den gesannten des Landsfursten nicht 
thuen weiten. Ynd wiewol dannocht etliche gericht im lannd die huldi- 
gung, auf gros» yberflussig ersuechen ynd bewilligen» so man Inen 
hinentgegen thuen muesst» thetten» so weiten doch etlich gericht» ynd 
besonnders die am Eysackh, nichts Rechtmessigs annemen» sonder Irm 
gewait trauen» ynd yerharten alzeit darauf : 'als ob der Landsfurst nicht 
kftme ; alsdan so woltu sy Inen der Zins ynd steur» auch aller alten 
schulden abhelfen'. Wiewol ich auch dapey mues anzaigen» das den- 
nocht maniger fromer man in den gerichten befunden ward» dem solich 
hochmuet yast laid ynd wider was. Aber der p5sn waren derzeit 
soyil im lanndt» das sich die fromen yom adl nicht geregen oder 
emporn getorfn. Dan alda was kain yorecht» zucht» gotslieb» noch 
gehorsam mer. Auf Strassen ynd peyn stetten warden die Leut ersto- 
chen» erwürgt ynd erschlagen» ynd Nyemandt was mit dem Andern 
zu frid. Die edlen getrautten den Paurn nicht» die paurn den pfaffea 



15Ä0. 447 

ynd hanntberchern nicht. Es was ganntz kain Ordnung. Daraus bekami 
zum letschtn, das sich die gerichtsleut ailenthalben zusamen schluegen; 
ynd Punttnus mer dan ie machten. Vnd am pfingstmontag des 1620» 26. Mai. 
als gesagt wardt, soiten ob fünftausend Man zusamen komen seyn. 
Aber es wardt Tnderkomen» doch vngeyarlich achthundert stoltz Kna^ 
ben mit fQnf Vändlein kamen zusamen, ynd zugen yber des furstn yon 
brichsen ynd on seiner auch des Landfursten Rät willen, gewaltig 
in die stat brichsen. Das doch im Landt nit yil erhört was piss her. 
Aber des Zugs besorgten sich die geistlichen yast, ynd was etlich 
(BL 20''.) die gemain Rede, die stat brichsen, ynd besonnders die 
pfaffen heuser solt geplündert ynd durchloffen werden, das dan ir 
etlich yon dannen zogen ynd geflöchnet haben, ynd besonnders ain 
alter her, genant her Mathes hörn. Aber iedoch ist des Zugs, dieweil 
ir so wenig gewesen sind, besonnders nyemandt belaidigt worden. 
Aber yil gross geschray dem Lannd ynd ynnder den Personen yer- 
achtung bekam dayon. 

In der Zeit was yil Vnrue in dem teutschn lannd. Dann im oster- 
reich, Krain, Karnttn, steir, sunckaw, preyssgaw, hegaw, schwartz- 
wald waz auch dergleichen Irig wesen , doch nit so yast als hie. So 
ynnderstuende sich auch hertzog Virich yon Wirttenberg ynd grif 
yon stund an, nach absterben Kayser Blaximilians, daz Reich an. 
Verderbt Reutlingen, Dardurch ain grosser Krieg entstuende, dardurch 
die stännde des schwäbischen pundes denselbigen hertzogen mit 
schwären costen gar yom Lannd yertriben. Vnnd wardt dasselbig 
lannd zu letscht dem Romischen Kunig Karlo obgemelt yerkauft. Dan 
in abwesen seiner Mt. was obrister Orator in dem teutschen Lannd 
ain^, Maximilian yon sibenpergen genant, ain machtiger, yerstenndi- 
ger man, der erlanngt seinem herrn dem Romischen Kunig, diesen 
kauf, wiewol die Schweitzer darob ganntz kain gefallen betten. Als 
sich diese sachen also in dem teutschen Lannd begaben, die weil 
Richtet obgemelt Kunig Karl seine sachen in Ispanien weyslich. Recht» 
guet ynd wol , Zoch aueb gen sand Jacob in Galicien. Nam yrlaub 
yon seinen freunden ynndliebstenn, ynd richtet sich darnach (BL21\) 
zu der stat genant Krön 9 ^^^ berlicher schiffung zue, ynnd nam zu 20. Mai. 
hilf das gotlieh glückh, wagte sieb auf das Wilde meer, ynnd erlangt 
seligklich die enngelendische porttn, alda sein Maiestat ynd der Kunig 

*) D. i. Corunna. 



448 15Ä0. 

von engelandt gar yil cristenlich anscUeg md gesprech gehebt habeo. 
1. Juni. Aber enntlieh so ist die Kun. Ht. aa dem ersten tag des Monnats Juni 
des 1S20. Jars saligklichen zu der stat Flüssigen in Seelanndt, rmb 
Tier ur nach mittag, auf Ir Mt. aigen Lannd md ertrich ankörnen» ynd 
daselbs abgestanden. Got sey gelobt ewig amen! Durch dises wart 
in dem lanndt der Tirolischen Lanntschajft aines tails der Hochmuet 
gestillt. Doch weiten die gemainen, grobn leut solichs langzeit niclit 
gelauben, piss doch zum letschten, als die herrn freidenfeur ynd erlich 
freiden hielten» so begab sich rngevärde, das in der Zeit durch das 
Lannd Ton Napels her der Kun. Ht. gefuert wurden fünflhrndyiertzigk 
die schonisten pferde, die ye man gesach. Dardurch erschracken die 
Paurn » ynnd gelaubten zum tail. So zochen auch ril geruster ynd 
geputzter erlicher männer inss niderlannd» das alles der Zuekunft 
der Kun. Mt. gleich sach. Pald darauf was glaublich aussgerueft, wie 
die Kun. Ht. , auch der Kunig yon Engelandt pey ainander gewesen, 
ynnd yon yil guetten dingen, zu nutz cristennlicher Religion gehanndit. 
Doch ist dises nicht in disem lannd beschechen, darumb ich lang dayon 
zeschreiben yermeid. Aber in disem lannd ist des Jars ain wunderlich, 
thuer, häftig wetter gewesenn, yberauss grosser schnee. Also daz 
15. Juni, noch zu sannd yeitstag yon brichsen aus yil sehne gesechen worden 
ist. Hitz, gewässer, schaur ynnd yast grosse Windt sind erschinen. 
Dayon ain theurung (BL21^.) ynnd grosse Hungers Nott entstuende. 
Derzeit ist alle widerwartigkait wolfail gewesen. In disem Lannd was 
so grosse yntrew, aigner nutz, ynnddarzu haymlicher neid, dermass daz 
dayon zeschreiben nit guet ist. Ganntz kain guete muntz was derzeit 
yerhannden, an Wag ynnd mass grosser geprechen. Zu kainer bezallung 
noch pfannttung mocht Nyemannd komen, dan alda was kain gericht 
Zum allerhäftigisten sol auch yermergkht werden, das an sannd 
2S. Angust. augustinstag des 1S20. Jars ain solich graussam gewasser ynd sundt- 
flus komen, das dayon ain ganntze yerzagnus des yolcks enntstanden 
ist. Dan an allen ennden dises lannds ynmasslicher schad bescheehn. 
Alle weg, Steg ynd pruggn seind diser Zeit also yerderbt gewesen, 
daz in yil tagn Nyemant zu dem Andern hat komen mugen. Der Wein- 
poden zu botzn ist durch den eysack ganntz yberrunnen. So ist die 
talfer bey botzn so gross gewesen, daz die zwischen potzn ynd 



^) Ein Wildbach, der ans dem Samthai kommend sich onfera der Stadt io den 
Eisack ergiesst. 



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griess an sehaden nit weit genaeg gehebt hat. Die etsch in dem 
etschland ist zu allen pergen angangen. Vonn stertzingen ist ain 
solicher pach mit gewalt komen, daz alleprugn, auch die starckn 
weg ynd stainen gepeu nicht erschossen haben. Ist dem peysser, 
ainem wirt im Wiptal» nache mit hinfuerung seines hausses gangen. 
Vnnd wiewol pey dem gotzhaus Neuensiift ain so starckhe Prugken 
mit gehautten stuckn von lautter herten stainen , darzue ain schon, 
starck, wol erpaut hauss, dergleichen yetz auf disem pach nit gefun- 
den wurdet, gepaut vnd gestannden ist. So hat doch solich gewasser 
das alles zezerret, zerissen vnd in ainen schwung hingetragen. 
Darob sich alle mentschen gewundert haben, Wiewol dergleichen 
Wasser Nye Niemant so häftig oder starck Rinnende (BL 22\) 
gedacht oder gesechenn hat. Zu Brichsen hat dises Wasser geraicht 
piss zu der fleischpannk, die Pruggn daselbs hingetragen , ynd darzu 
das Neu starck des halbegkn haus ganntz zerrissen, zerbrochen vnd 
im grünt nidergeworffen, also daz kain Hauss-Rat hat mugen davon 
gebracht werden. Was sol ich sagen? Alle päch der teller sind also 
angelauffen, das davon vich vnd leut, heuser-stuck vnd allerlay 
gepew, ob funffmalhundert tausent gülden, wurden hingefuert, vnd in 
disem land verdorben sind. Got behuete vns hinftkr I Der Zeit ist in 
disem Lannd gross vnainigkait, theurung, gewasser, schawr, Tonner- 
schlag vnd alle verderbung vast wolfail vnd gemain gewesen. Got 
Schicks zum pestenn ! Der pach, so aus schalders 9 Iduft, ist in disem 
gewasser vber die mass erschrockenlich gewesen. Also daz tag vnd 
nacht etlich zeit nit vil Rue zu brichsen gewesen ist. Jung vnd alt 
ist gen Varn ^) geloffen, dan zu brichsen ist oift stürm