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Full text of "Fontes rerum Austriacarum. Österreichische Geschichtsquellen. Zweite Abtheilung, Diplomataria et acta"

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fÖarijarU College libraro 

FKOM 

DENMAN W. ROSS, 

OF CAMBRIDGE, 

Received i6 Jnnuary, i888. 



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im &ESCHICHTS-QDEI1LEN. 



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FONTES RERIl AGSTRUGAINE 



ffiSTBBREIGHISGHB 6ESGHIGHTS-Q0ELU!H 



HERAUSGEGEBEN 



HISTORISCHEN COMMISSION 



KAISERUCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN. 



ZWEITE ABTHEILUNG. 
DIPIiOIHATARIA ET ACTA. 

Z. BAND. 

URRUNDENBUCH DES STIFTES KLOSTERNEUBURG BIS ZUM ENDE DES 
XIV. JAHRHUNDERTS. 

I. TEEHi. 



AUS DER KAISERLICH-KÖNIGLICHEN HOF- UND STAATSDRUCKEREI. 
18S7. 



URKUNDENBUOH 



Dli^S 



STIFTES KLOSTERNEUBURG 



BIS ZUM 



ENDE DES VIERZEHNTEN JAHRHUNDERTS. 



BEARBEITET 



VOM WKlLAia» 



SB. HABTMAVH ^EIBIO, 

CHOBaBUlM VON KLOSIVUlEOBDSe. 

L thul. 



^««^.^I^^^^M- 



AUS DER KAISBRLICH-KÖNICLICHBN HOF- UNO 8TAAT80RUCKERBI. 

1887. 



-^M'ttr-r^^€lS^rW&- 



.^:-iz'^:05.h3 




Vorrede. 

Unser theures Vaterland hat ein gegründetes Recht, ron seinen 
geistliehen Körperschaften ganz vorzugUch die Forderung seiner 
Geschichte zu erwarten. 

Klosterneuburg hat sich in dieser Hinsicht nicht lässig 
erfinden lassen. Es hat den Forschungen des Melkers Hieronymus 
Pez bereitwillig seine Handschriftensammlung geöffnet, und 
nicht gering war die Ausbeute , welche dieser in seinen Scrip- 
tores Rerum Austriacarum niederlegte. Eben so bereitwillig 
wurden seinem Mitbruder Philibert Huber Abschriften der vor- 
zuglichsten stiftlichen Urkunden zur Verfügung gestellt« welche 
Bernhard Pez in seinem Codex dipiomatico-historico-epistolaris 
der Öffentlichkeit Gbergab. Hätte gegen Ende des vorigen 
Jahrhunderts dem Klosterneuburger Archivar Willibald Leyrer 
(siehe über ihn : Sitzungsberichte der phil.-hist. Classe, Bd. X, 
S. 464 ff.) ein glücklicherer Stern geleuchtet, er würde die vater- 
ländische Geschichte gewiss vielseitig bereichert haben. Dies 
günstige Loos war seinem Nachfolger Max Fischer beschie- 
den, welcher über Aufforderung der Regierung im Jahre 1815 
die schon von Leyrer im Grundrisse hinterlassene Geschichte 
Klostemeuburgs mit einem Urkundenbuche, welches eine Aus- 
wahl der Urkunden des Klosterneuburger Archivs enthalt, im 
Auftrage und auf Kosten des Stifts veröffentlichte. Als der 



VI 

vaterländischen Geschichte durch die Gründung der kais. Aka- 
demie der Wissenschaften und durch die rastlosen Bestrebungen 
ihrer historischen Commission neue Bahnen sich öffneten, ver- 
öffentlichte er in den von der bist. Commission herausgege- 
benen österreichischen Geschichtsquellen (Band IV) den Codex 
Traditionum unseres Stifts und lieferte damit einen wichtigen 
Beitrag zur älteren Geschichte Österreichs. Viel zu früh rief 
ihn der Herr von dem Schauplatze seiner Thätigkeit ! Er hinter- 
liess noch ein reiches Feld der Forschung in dem von ihm ver- 
walteten Archive, wie es Hr. Regierungsrath C h m e I in der Vor- 
rede zu dem ersten Bande der ,,Fontes^ richtig andeutete. Die 
Güte meines verstorbenen Herrn Prälaten Wilhelm hat mich 
in den Stand gesetzt , auf diesem Felde zu arbeiten ; bin ich 
auch nicht im Stande, den Geschiedenen zu ersetzen, ihm nach- 
zueifern ist mir doch vergönnt. 

Als Beweis meines aufrichtigen und thätigen Wollens in 
dieser Hinsicht lege ich dieses Urkundenbuch vor. Die Ansicht 
der Meister auf diesem Gebiete, dass eine eigentliche Geschichte 
des Vaterlandes desto eher der Verwirklichung entgegen 
schreite, nach je mehr Seiten hin die historische Forschung als 
eine geschlossene erscheint^ und die wohlwollende Aufmun- 
terung derselben Meister hat mich ermuthigt, den Versuch zu 
wagen, die historische Forschung bezuglich der Geschichte 
meines Hauses bis zu dem Jahre 1400 so weit als möglich 
abzuschliessen. Ob es mir wenigstens annäherungsweise gelun- 
gen, werden sie entscheiden. 

Ich habe alle Urkunden des Klosterneuburger Archivs 
durchgegangen, und nicht leicht dürfte eine für die Geschichte 
des Landes oder Hauses merkwürdige mir entgangen sein. 
Bei der Auswahl leitete mich die Ansicht, dass eine Geschichte 
nicht blos Schlachten und Friedensschlüsse und Herrscher- 
handlungen, sondern auch das eigentliche Leben im Volke, 



VII 

den Kern der Geschichte, aus dem sie recht eigentlich herror- 
geht, zu beräcksichtigen habe. 

Die Abschriften aus den Originalen habe ich selbst besorgt. 
Die meisten Urkunden sind noch im Originale Torhanden ; ein 
Vergleich mit den Copialbuchern des Archivs zeigte mir aber, 
dass auch ein nicht unbedeutender Theil blos durch diese 
letzteren erhalten worden, — Grund genug, auch sie in den 
Bereich meiner Forschungen einzubeziehen. Es sind folgende: 

Chartularium Archivi III. Eine Papierhandschrift in Folio 
Ton 150 Blattern; die ersten 12 sind durch Wasserbeschadi- 
gaog unlesbar, theilweise schon zerfallen. Das Chartular stammt 
aus dem 14. Jahrhundert; die letzte eingetragene Urkunde ist 
Tom Jahre 1374. 

Chartularium Archivi IV. Eine Papierhandschrift von 168 
Buttern» angelegt unter Propst Kolomann von Laa (1371 
bis 1394), im Grunde eine Abschrift des Vorigen mit einigen 
Urkunden, die in spateren Jahrhunderten erst hinzugefugt wur- 
den, doch wegen einzelner Randglossen der BerQcksichtigung 
würdig. 

Chartularium Archivi V. Eine Papierhandschrift aus dem 
XV. Jahrhundert von 58 Blättern; bis Blatt 20 gehen Urkun- 
den, welche die Herrschaft Atzenbruck betreffen, an welche sich 
andere des XIY. und XV. Jahrhunderts schliessen. 

Neben diesen Quellen konnte ich auch die Rechnungs- 
bueher, die fast von allen Amtern seit dem 14. Jahrhundert, 
wenn auch nicht für alle Jahre, sich vorfinden, nicht unberfick- 
sichtigt lassen. Ich benützte sie im Interesse meiner Aufgabe 
auszugsweise. Es sind folgende: 

A. 1. Registra perceptorum et expositorum cuiusdam hospita- 
iensis de anno 1317 usque ad annum 1320. Ibidem 
servicia Atznpruckh et Attenkrin anno 1493. 4. 



VIII 

A. 2. Perc^ptaet distributa prepositorum Coiomanni etGeorgii 
et aliorum officialium 1371 et, seqq. Schmalfolio. 

ß. Pereepta domini Cholomanni prepositi annodomini 1383 
qui se extendit ad annum 1 384. Schmales Riesenfolio. 

C. Pereepta ecclesie Newnburgensis tempore dni Coiomanni 
praepositi 1 387, qui extendit se ad annum 1 388. Schmal- 
folio. 

D. Registrum domini Prepositi. Anno domini 1393. Schma- 
les Riesenfolio. 

E. 1. Pereepta Ecclesie Newnburgensis temporibus domini 

Bartholomei Prepositi anno 1399 qui se extendit ad 
annum 1400. Schmalfolio. 

E. 2. Pereepta Ecclesie Newnburgensis temporibus domini 

Bartholomei Prepositi annis 1404 et 140S. Schmalfolio. 

F. Registrum perceptorum et expositorum cuiusdam Com- 
missionis Monasterii nostri Anno 1322 inclusive usque 
ad annum 1 328 Magistri hospitalis. Schmalfolio. 

6. Registrum Perceptorum et Expositorum Magistri hos- 
pitaUs. 4'. (Enthält die Jahre 1323 und 1324.) 

H. Registra fratris Petri Coquinarii nostri monasterii. 1317. 
1338. 1339. Schmales Kleinfolio. 

I. Registra pro coquina de annis 1324 1326, 1335, 
1336. Folio. . 

K. Registrum pro Coquina. 1340 seqq. 4^ 

L. Registra Perceptorum Serviciorum a villanis et vasallis 
nostris de anno 1339. Ibidem Waidtgelt. Schmales Klein- 
folio. 

M* Registra Pistrinariorum ab anno 1360 usque ad annum 
1447. Schmales Kleinfolio. 

N. Pereepta a Domino Cellerario pro cultura vinearum. 1321 
sqq. 4*. 

0. Pereepta a Domino Cellerario ad superiorem Cameram. 
Anno 1338. 4'. 



IX 

P. Distributa super Gultüram vioearum 1321 sqq. Kleines 

Schmalfolio. 
Q. Percepta et exposita rinearum 1333 sqq. Gross 4**. 
R. Registrum saper culturam vioearum in Calvo monte. 

Ibidem super coUeetionem frug^m Anno 1343. Sehmti- 

foUo. 
S. Registra de distributis Cammerariorum ei CeUerariomm 

Anno 1390—1398, 1402—1498. Schmalfolio. 
T. Registrum perceptorum et expositorum tempore Domini 

Petri Prepositi 1392 sqq. Schmalfolio. 
Das Klosterneuburger Archiv besitzt auch eines der 
ihesten Grundbücher im Lande (rom J. 1258), welches ruck- 
siehtlich der Verhaltnisse zwischen Herrschaft und Unterthanen 
bei einem so grossen Korper, wie Klosterneuburg, vielseitige 
Belehrung bietet. Ich habe es desshalb im Anhange Nr. 11 beige- 
fügt, und als weitere Beitrage zur Culturgeschichte theils aus Ar- 
ckiTschriften theils aus Handschriften der Bibliothek angereiht: 

1. Ordnung der Fischer und Schiffer zu Klosterneuburg. 
Anhang IIL 

2. Auszuge aus den gerichtlichen Verhandlungen über die 
durch Juden geschehene Verunehrung des heil. Sacra- 
mentes zu Komeuburg im J. 1305. Anhang VL 

3. Auszuge aus dem Ordo divini officii aus der Zeit des 
Propsts Bertold I. (1306—1317). Anhang VII. 

4. Auszuge aus dem ältesten Bergregister vom Jahre 1355. 
Anhang VID. 

5. Urfahrsrechte zu Klostemeuburg im 14. Jahrhundert 
Anhang X. 

6. Übersicht der laufenden Ausgaben des Pfisteramts vom 
14. Jahrhundert Anhang XII. 

7. Übersicht der Gaste des Stifts im XIV. Jahrhundert. 
Anhang XIII, XIV. 



8. Auszuge au8 den Rechnungsbuchern des XIV. Jahrhunderts. 
Anhang XV. 

9. Auszuge aus den ältesten Statuten des Stifts. Anhang XVL 
Vielseitige Aufklärungen und Winke in Bezug auf Ein- 
zelnheiten habe ich den hinterlassenen Schriften unseres ?er- 
dienten Archivars Leyr er zu rerdänken, was ich hier mit 
dankbarer Anerkennung ausspreche. 

Nussdorf, den 24. Januar 1854. 

Dr. Zeibig. 



Der rerdienstvolle Bearbeiter dieses Urkundenbuchs hat 
die Beendigung des Druckes nicht erlebt; er starb als Pfarrer 
zu Haselbach in Nieder-Österreich am 3. December 1 856. Vl^as 
er seinem um die Geschichte des Stifts rerdienten Ordens- 
bruder Maximilian Fischer nachrief, sprechen wir auch von ihm 
aus : ^Viel zu früh rief ihn ^er Herr vom Schauplatze seiner 
Thätigkeit.** 

Wien, den 17. Februar 1857. 

Die ReiactiM. 



DAS 

STIFT KLOSTERNEUBURG 



IN SEINEM 



IRNIREN MD ÄVSSEftEll LEHN 



BIS ZUM 



EKDE DES XIV. JAHEHUNDERTS. 



118 lintlTDIIC m BAS OIIDNBINBDCI DtS 8TIIT8. 



Ab Leopold IV. oach seiner VeroifthluDg mit Agnes, der Witwe des 
Herxogs ron Schwaben, Friedrich^s ?on Hohenstaufen (1. Hai 1106) 
seinen Wohnsitz ?on Melk naeh der 1101 b^onnenen Burg auf dem 
Kahlenberge verlegte , fand er am Fusse des (}ebirgs eine bedeu- 
tende Ansiedlung mit einer dem h. Martin geweihten Pfarrkirche ror. 
Ob auf derselben Stelle einst das römische Cetium gestanden , ob es 
das Burgum des h. Sererin gewesen und bei der Wiedererbauung 
dann Noroburgum (Neuburg) genannt worden, bleibt dahingestellt 9» 
jedenfalls war der Platz ?on den Römern bewohnt worden, daf&r 
sprechen die hier ausgegrabenen römischen Denkmale *). Der 



t) CtUet Anndet Aostrlae P. I. L. I. p. 41. Vlndobona Romana. Wien ITSS, pag. 10. 
Weisktfn, Topographie I. 107. — Dagegen Blomberger ArcUr 1S49. Bd. II. S. 353 ff. 
*) So bei den StifUbaae nnter Proptt Jakob III. Grabateine, swei Bnicbttficke einea 
Meilenzeigera , die tabalae boneatae mlaaionia (aiehe Jabrbficber der Llteratnr, S6. 
Band, Anzeigeblatt 8. 6t aqq.), ao die hiiifigen MfinsAinde, deren bedeutendater Im 
Jabre 1737 bei der Gelegenheit geachah, ala das GebSade der alten Camera anperior 
eingeriaaen worde. Der damalige Chorherr Benedict Prill hat ihn beachrieben, and ich 
laaae aeine Anfseichnong hier folgen. 

Nnmmi argentel Imperatorom Aagnatorum Saeculi I. II. et Hl. reperti anno 1787 tem- 
pore aedificU noatri noTO-ezatmctl praeaente D. Gregorlo Kasellck, Aedili noatro. Item 
D. Laarentio PreMler, Caraerario, aliiaque plariboa ocnlatia teatlboa in raae, qnod 
incnria operariomm confractnm eat, nnmmi autem exeerptl repoaitique ad Bibllotbecam. 
I. Nummna Cordli Meacennii Rufl Trlamrirf ez argento, modnii medil, tempore 
Caeaaria Angaati Imp. Romani, ex antiqaisaima familia Cordiornm, ope nummonm 
primo detecta, cama et raroa. 

A. RVFVS. IIIVIR. Dno capita galeata atelliaqne aignata Caatorla et Pollocia. 
R. HAN. CORDIYS. Dea moneta, Interdin Aequitaa Romania dicta, a genio in facie 
Telaia, mann dexlera bilancem, ainiatra haatam una com faaclbos conanlaribna 
gertana. 
U. Nommna Appii Clodii Macri, Propraetoria Afiricae, et argento, medil modntt, cnaua 
ad annnm V. C. S22, ab aera CbrUti SS, poat mortem C\, D. Neronia Aoguati 
imperante Sergio Snlpicio Galba. Arla In terria rara. 
A. Capat mnliebre apicia ornatom, NomidSae captae fertlUlatem ezprimena. 
H. P. CLODITS. M. F. Fignra mnliebrh coUo manibnsqne duas inter cofumnaa 
tornatilea ligata. 



XIV 

Wunsch» eine religiöse Genossenschaft als Pflanzscbule christlicher 



HI. Nommo« Vetpasiani, Imp. Rom. Aug., ex argento, medii moduli, Romae coaaa capta 

urbe Hierosolyma implelaqae prophetia Isaiae de ioterita Jodaeornoi ad anDuoi V. C. 

824, ab aera Christi 71, haad adeo obriu«. 

A. IMP. CAESAR. VESPASIANVS. AYG. Capnt laareatum. 

R. IVDAEA. Figura muliebria, urbem Hieroaolymam captam designans tedeosque ad 
erecturo tropaeum, pedibus manibusque ligata. 
iV. Nummus Flarii Vespaslani, Patris Titi, R. Imp., ex argeoto, medii raodali, tortita 

cum filio Tribunicia potestate, translatoque in templom Veneria sede caroli, raris- 

simus. 

A. IMP. F. CAB8. VESP. AV6. Caput laoreatom. 

B. TRI. PO. Dea Cybele cum patera sedeos in aella curull. 

V. Nummus «gusdem, titulo Augur, in nummis rarissimo, inaigniiua, ex arg. med. mod. 
Romae cuaus. 

A. IMP. CABS. VESP. AVG. P. M. Caput lanreatnm. 
A. AVGVR. TRI. POT. Vaaa pontificalia. 
VI. Nummus Titi Vespasiani ex argento, medii moduli, signatus Seleuoiae ad ostia Orontia 
anno V. C. 82S, Christi 75, Imp. VII. Consul. IV. Trib. Pot. IV., pott captam Hieroso- 
lymam IV., non adeo tritua. 

it IM. TITVS. CAES. VESPASIAN. AVG. P. M. Caput laareatum. 
A. TR. P. IV. IMPER. VIL COS. IV. P. P. Templum Jovis Capitolini fulmine super- 
posito. 
Vn. Nunmus duplex pelliculatus Nervae Tnyani UIpü Imp. Rom., ex. arg. medii moduli, 
cusns Romae a Senatu P. Q. R. anno V. C. 856 consulatu IV., Tribnnalu VI. 
devictis Germanis ac Daeis factaque expeditione in Parthos, unde et nomen Germ. 
Dac. Parth. Optimi obtinuit. Communis quidem, sed ob Vitium pelliculae aesti- 
maudus. 

A, IMP. CAES. NER. TRAIANO. OPTIHO. AVG. GERM. DAC. Caput laureatam. 
A. P. M. TR. P. COS. VL P.P. S.P. Q.R. Symbolum pads, figura muliebri expressum, 

CHI US laeva cornu copiae tenet. 
VUI. Nummus Hadri^i Imp. Aug. ex argento, medii moduli, in Africa cusus, tempore 
navigii Africani post secuud. advent. in U. Romam, rarissimus. 
A. HADRIANVS. AVG. COS. III. P. P. Caput laareatum. 
A. AFRICA. Africa muliebri vestitu exhibita, super caput ^us proboscides Elephantla, 

In manu sinistra cete, dextera Cancer, ad pedes ejus piscina piscibua repleta. 
IX. Nummus I. Faustiuae. Sen., uxoris Antonini Pii Imp. Aug., ex argento, medii 
moduli, aedificato illi templo in Tia sacra region. IV. delatisque Circensibus, post 
mortem suamanno imperii Antonini Pii 111. Romae cusus et rarus. Nummus U. 
c^usdem Augustae ex argento, medii moduli, facta ^us consecratione, Romae cusus 
et frequens. 

A. DIVA. FAVSTINA. PIA. Caput FausUnae Senioris tricatum. 
A. CONSECRATIO. Templum Faustinae honoribus post mortem aedificatum in Tia 

Sacra Regionis quartae Romae. 
it DIVA. FAVSTINA. Caput FausUnae turritum. 
A. AETERNITAS. AeterniUs globo et tcIo insignita. 
X. Nummus viliosus L. Aurelii Verl Imp. Aug. ex argento, med. moduli, monetarioram 
reterum culpa combinatus, in aversa parte quidem L. Verl genuinus, in adversa 
tarnen cum titulo M. Aurelii sui in Imperio collegae ejusque nummo aiferruminatua 



XV 

GesittuDg, wie zo Melk, in der Nfthe zu haben» ror Allem aber der 



atqoe a Maffeio et MediolMrbo oWenratat im Utolo P. M., qven L. Venu aunquan, 

ted MUM CoUflfa M. AareUua gesait, raras et Talde preÜoaoa. 

A. LY. AVREL. VERVS. AVG. IMP. Y. Capat laureatwD. 

Jt P. M. TB. P. XYll. COS. IlL PaUaa galeata, dexUra kasüun, twiatra elypeam 



XI. Naaimiu duplex FasatiMie SeHeria, Uxoris Antofewi Pii, tenpore eonaecrationia factae 
poat mortem ^oa, ad aBBom Chriatiaali 141. Imp. Aitoniai PiMlL, eaud poateroruai 
iMBoria Ai^ia, ex argeato, meditt iüaoria, Robum ciiaaa. 
A. DIYA. FAV8TINA. Capvt Paialiaae Aag«atae torrita». 
IL CONSBCRATIO. Paro, Juoaia ajabolui, Favatiaae inalfM. 
XU. NasBima Faaaiiiiae Joaioria, «xoria M. T. Aarelü Antoa., ex argeato, nedii moduli, 
Roaiae enmu^ calto Fortoaae teiaplo atqae CireeaailMia, ad dea{gBaa4ani t^n» fecin- 
dHatem, rariaaimoa. 

A. FAY8TINA. AYO. Capvt Fanatiaae leaatam. 

IL SABCYLI. FELICITAS. Templaai Fortaaae dnobaa tnm figoria eoUadeaUbua. 
XIU. Nwaaaa ü. ejaadeai, aatiapoeralla Aagaatia, ex argeato, laedii Bodnii, Rooiae eaaaa. 
Obriaa. 

A. FAYSTINA. AYG. Capat Faeatiaae Joaioria eaauilaBi. 

IL HILARITAS. Fecunditaa, aiaiatra coraa eopiae, dextra ranraai oleaatri teaeaa. 
XIY. Nuamoa Septimil Sereri Imp., ex argeato, medü aodeii, entua Rooiae tempore 
expedttioBia Britaaaieae Triboaato XYI. Coas. III. aaao U. 0. 001 , ab aert Chriati 
208, Imperii XI. Mooeta rariaaima. 
A. 8BYERYS. PIV8. AYG. Capat laoreatom. 
IL TR. P. XYI. COS. IlL P. P. Mara gradivoa. 
XY. Nammoa iijaaden, ex argeato, modoli BMdii« Romae coaaa obteato aomiae Partbicl 
Maximi poat derictom Baraeauam Atreaomm regem et Adiabeoeai captam oaa cum 
Cieaipboate, Partborom regia, occapala. Rariaaiaioa. 
A. SBYERY8. PIYS. AUG. Caput laoreatom. 
itf YICT. PART. X. Yietoria gradieaa, dextra corooam« aiaiatra palmarum 

ramum adfereaa. 
XYL Nummua Juliae Doouiae Aug., uxoria Sept Severi Imp. Rom., ex argeato, medü 
moduli, eoana Romae, tempore commonia laetitiae ob procreatoa duoa poeroa 
Aagoatoa CaraeaUam et Getam, ooa adeo commaaia. 
A. lYUA. AYGY8TA. Caput Juliae criapatum. 
IL HILARITAS. Feeuoditaa, aioiatra corao copiae, dextera ramum palmarum 

obloogum tenens; ex utraque pedum parte duo puerull Auguati , Carracalla et 

Geta, adataotea. 
XYIL Nummua Septioul Sereri Imp. Rom., ex argeato, • medium moduium excedeoa, 
fabricatuaa Laodicea Septimia, Colooia Romaoa ia Coeleayria, derieto Pesoeooio 
Nigro Aaao Y. C. 047, post Cbriatum oatum 104, Imperii IL, valde rarua et 
pretioaus. 

iL S. C. Caput laureatum. 
Bm L. I. ROM. Figura militaria baata cljpeoque armata aerpeotem peraequeaa, Mar- 

temque Sjrum exprimena, aut victoriam potiua Septioiü Sereri contra Peacen- 

ainum iu Coeleayria partam. 
XTin. Nummua Septimii Sereri Imp. Aug., ex argento, medü moduli, cuaua Romae facta 
ramiaaione tribnti Cartbaginieaaia. Obriua et tritua. 



XVI 

Eifer fiir die Ehre Gottes» der ihn bei alleo seinen Handlungen 



A. SBVERYS. PIVS. AVO. Cap«t lavrMtuii. 

H. IMDVLOENTU. AYGG. IN CARTE. Cybele leoni cmmaU iatidMt, tiiüttni 

teeptmm, dextra ftüman Joris eikibent. 
XIX. NiuDBUt JoUae Donnae Piae Augastae, ozorU IL Septioiü Ser. Imp., tz argento, 
medil moduli, oasus Romae, tempore reaedificati tempU Vettae, q«od mA Coomodo 
Imperatore exustwü est Rariiate et elegaatia iotigiiia. 
iL IVLU. AYGTSTA. Caput JsUae criapatmn. 
B» PIETAS. PVBLICA. Virgo Teatalit tiniitni Iiumi teaent) addezierafli igala toper 

altare ardens centtar. 
XX. Nommoi P. Septimii Getae Caesar., modoU iertii, ex argento eusiis, inilio belli 
britannici ad annoin V. C. 96S anno Consalatos tni II. Tribnnatos et Pontif. I., non 
ita obrius. 

A. P.SfiPTlMiVS. GETA. CAES. Caput GeUe iuTeniie. 
H. PO. M. T COS. IL Minerva galeata, dextera elTpena, sinfstra bastam ad 

pedes nsque protensam tenens. 
XXL Nnnunns CaracaUae Inip. Ang., cnsos Romae ex argento, medU modall, tempore 
expeditionis partbicae ad annoro V. C. 970, ab aera CbrisU 217., Triboaata XX. 
Consolattt IV., anno imper. YIL, quo Aiit oceisis a centorione Martiali prope 
Carras die S. Apriiis. Inter rariores nanerandus. 
A ANTONINYS. PIYS AYO. Capnt lanreatnm. 

A. YICT. PART. BIAX. Yictoria laureata cnnrens, slnistra ramum palmanm, dex- 
tera Uteras una cum sagitta porrigens. 
XXII. Nummns Septimii Getae Caesaris, nodnii minoris, ex argento , cusns pest Par- 
tbicum bellom, Tivente adbac parente Severo, dirisis a fratre Caracaila ProT. 
Orient., ante obtentvm tit. Inp. Rom., rarissimns. 

A P. SEPT. GB CAES. PON. Capnt Getae juTenis. 

R. PRINC. IVVENTVTIS. SUtva equestris Getae jnrenls, dextra sceptmm, sinUtra 

bastam pugilem gestans , a tropbaeo progreditur, qnod alia inter sina mili- 

taria omat Terminus Orientis dypeatus, pedibns manibusque truncatus. 

XXIII. Nummus Yalerii M. Aonii Acilii Triumviri (ex XXX Tyrannis tempore Galiieni 
laperatoris) contra Claudium in Dada insnrgentis ab eoderaqne occbi, anno 
Imperii sni L Rarissimus. 

A. SALV. — Caput Hygiaeae in Dacia cultae redimitnm. 

H. IIIVIR. VALE — . M. ACILIVS. Dea Hygiaea pileo tecta mann dextera pixidem 
una cum serpente tenens, sinistra columnae innixa. 

XXIV. Nummus Gordlani Pii Felicis Imp. Aug., ex argento, moduli miü<»'>*t Romae cusus, 
in memoriam publicae laeCitiae ob victoriam contra Sabinianum, Cartbagine ab 
Afrieanls Imperatorem appellatum, per Mauritaniae praefectum relatam, ad annum 
V. C. 903, ab aera CbrisH 240, anno Imperii sui II. Non multum obrius. 

A, IM. D. GORDIANVS. PIVS. PEL. AVG. Caput Gordlani radiatum. 

A. LAETITIA. AVG. N. Jupiter veste togata indutus , dextera pateram , sinistra 
bastam tenens, in sigaum noroiois Augusti conserrati. 
XXY. Nummns idem minoris moduli. 
XXYI. Nummus Marc! Antonii Gordlani Imp. Rom., ex argento , moduli nugoris , cusus 

tempore acclsmationis Imperstoriae ad annum Y. C. 991, ab aera Cbristi 23S, 

anno sui imperii primo. Non ita rulgaris. 

A. IMP. CAES. M. ANT. GORDIANVS. AVG. Caput Gordlani radiatum. 



XVII 

beseelte *) and sich in seinen reichen Schenkungen an die Gotteshftuser 
seines Landes ') durch seine ganze Lebenszeit aussprach» bewog ihn, 
auf der St. Martin zunächst gelegenen Anhohe eine kleine C o 1 1 e g i a t- 
kirehe sammt Wohnungen f&r weltliehe Chorherren zu erbauen, wel* 
ehe im J. 1108 schon eine Dotation erhielt*). Die Kirche stand an dem 
Platze dergegenwärtigen Stiftskirche, wurde 1110 in Bau genommen*) 
und der h. Maria geweiht Der erste Propst war Otto »), der erste 



A. CONCORDIA. AYG. Monificentia rette etolata indota tedent, deztera rnano 
pateram, sinistra corna copiae proteodeos. 
ZIVn. Namaiaa M. Antonii Gordiaoi HI. Imp. Aug., ex argeoto, modvli mijoria, coaus 

Boaiae distributo P. R. Congiario II., anno ImperU I., ad annam U. C. 992, ab 

aera Christi Z39, Liberallt typo lt., contribaente Miaitbeo tocero. Freqnena. 

A. IUP. CABS. M. ANT. G0RD1ANV8. AVO. Capat Gordiani radiatam. 

R, LIBERALITAS. AVG. IL Liberalität, tinittra oorna oopiae, deztera pittülam 

teneot. 
XniL Nammva M. J. Phüippi Imp. Aug. ex argento, aiedinm modalam ezcedent, in 

Syria eotnt ad aanam U. C. 998, pott Perticnm bellam deWcto Sapore Perta- 

mm rege, occitoqoe Gordiano Inp. Rom., anno regiminit toi primo, Contol. L 

Notae band mediocrit. 

A, UfP. M. ITL. PHIUPBYS. AVG. Capvt radiatam. 

Jt VICTORIA. AVG. Victoria gradient, dextera tertam, tinittra ramnm palma- 
rnm gettant. 
XZIX. Nammnt Pbilippi Sen. Imp. Rom. Aug., ex argento, medii modnli, catnt Romae 

pott reditnm a debellatit Carpit , ad annnm contulatnt tii III., filii rero sai 

Cont. IL, annum rero U. 0. iOOl et Liberal. Typ. III. Rarittimiit. 

A. IMP. M. IVL. PHILIPPVS. AVG. Caput PhiUppi radiatam. 

B. P. R. P. V. cos. III. P. P. Figura mallebrit togata, dextera daplicem 

lannua baculo nexum, tinittra comn copiae exhibent. 

XXX. Mammut Quintl Herennii fitrasci Mettii Decü, Filii Aug. Ifarci Cn. Mettii Q. 
Tr^'ani Decii Imp., ex argento, moduli medii, cutut in expeditione Gotbica 
com patre tutcepta, qua com Scjtbit pogna obiit ulerque Aaguttut Anno Xtti 
251., Imp. Filii L Patrit IIL In omni forma rarot. 
A, Q. HER. ETR. MES. DBCIVS. AVG. Caput radiatom. 
Jt PIETAS. AVGVSTORVM. Vata Pontificalia Romana. 
^) Anno MCVU. et tequentibut pü coiguget benefici fuenint in omnet fere pauperet 
et ruinotat Ecclettat per provinciam, ac egentet hominet commani rolnntate et 
ttadio benefaciendi. Pex bistoria t. Leop. pag. 50. — aNotificamot, quod Tenerandut 
princept, marchio Liupoldut, iniquitatem definibat tuit volensex- 
pelle re, invationet et rixat topire et ante omnia eccletiasDei tumma cautela 
ei totela munire«'. Urkunde B. Reginmar't von Patsau vom Jabre 1 135, bei Fiteber 
IL 120. 
') So gegen 8t Florian 1115, St. Nikolaut bei Patsau 1126, St. Peter in Salaburg 

liair, HeUigenkreoz 1134, MarU ZeU 1136. 
>) Cod. trad. n. 116. 

*) Chron. Reicbertb. bei Ludewig SS. RR. GG. IL 289. 

*) Ob der Proptt Otto firfiber Pfiirrer au St. Martin geweten, darüber gibt es blotte 
Aadeutangen, aber keine Tollgiltigen Beweise. 

b. 



XVIII 

Dechant Herbo (Erbo, Aribo von Buche). Die bekaimte Begabung 
war nicht bedeutend ^). Aber schon im J. 1114, u. z. am 12. Juni*), 
wurde auf dem von dem Grafen von Kling eingelösten Grunde der 
Grundstein zu der noch bestehenden Stiftskirche gelegt, u. z. durch 
den Propst Otto, da Leopold denselben zu legen in chrbtiicher Demuth 
sich standhaft weigerte >). Zugleich begann der Bau des Farstenhoft 
und des FrauenUosters, als dessen Stifterin der Tradition nach Agnes 
erscheint. Nach des ersten Vorstands Tode ernannte Leopold seinen 
drittgebornen Sohn Otto noch bei jungen Jahren *) zum Propste 
und Opold zum Vicar. Inzwischen mOssen die StiftseinkQnfte ge- 
wachsen sein, weil der ernannte Propst auf seine und des Stifts 
Kosten ^) zu weiterer Ausbildung sich nach Paris begab, woher er 
bei einem Besuche viele Reliquien *) in feierlicher Procession in 
seine Kirche brachte, ohne jedoch die Namen der Heiligen, denen sie 
angehörten, nennen zu wollen ^). 

Nach Otto 's Eintritt in den Cistercienser-Orden zu Horimund 
änderte sich die Sachlage. An die Stelle der weltlichen Chorherren 
traten in Folge der Berathung Leopold*s mit dem Erzbischofe Konrad 
von Salzburg und den Bischöfen Reginmar von Passau und Roman von 
Gurk regulirte Chorherren aus den Häusern Salzburg, Chiemsee 
und St. Nikolaus bei Passau (ein Wechsel, der in dieser Zeit häufig 
vorkömmt), unter dem von Chiemsee nach Klosterneuburg berufenen 
Propste Hartmann; gleichzeitig kamen Klosterfrauen nach St. Augu- 
stin's Regel. Nun häufen sich auch die Schenkungen durch die 
Edlen des Landes, welche Leopold*s und seiner Nachfolger <) frommer 

A) Fischer II. S. seqq. 

*) Continuatio Chron. Cltastron. prima ad h. a. bei Perts SS. XI. 009. Rikard*« Aogabe, 
zufolge welcher die Gmodsteinlegang^ am 12. Juli geschah, ist eben eine Angabe 
Rikard-Hanthaler's. 

') Ipse, ut erat vir pilssimns, omnino contrtdtxit, et hoc a clerloo debere fieri dlgnom 
et instum constanter affinnarit. Pertz, I. c. 

^) Cum adhac Scolaris esset. Perti, 1. c. 610. 

*) Ex propria camera et ex redditlbus eoolesite, cni preerat, datis ei 
stipendiis stodii causa misit enm Parisins. Pertx, I. c. 

*) Die Kistchen, in welchen Otto die Reliquien brachte, aind in niello gearbeitet, nnd 
werden noch in der Schatzkammer des Stifts aufbewahrt 

') Ut autem (reliquiae) eidem eccleslae perpetuo maoerent , nomen reliqnia|*nm , nt 
dicitnr, prodere noiuit. Pertz, I. c. Diese Reliquien sind gegenwirtig auf dem Kreuz- 
und Sebastian-Altare mit der Aufschrift: »Reliquiae incognitae* aufgestellt. Die Ordi- 
narien stellten regelmissig fBr dieselben Authentiken aus. 

*) Ich stelle hier die Schenkungen der österreichischen Fürsten, die im Cod. trad. 
enthalten sind, zusammen: 



in 

SoiD smii Wetteifer weekte. Auch Glieder des Stifls renDehrten die 
Begabung deaselben i)* 

Unter den Scfaenkungeo erscheiueo einzeloe von Personen 
ansgehend , velcbe Wallfahrten nacb Jerusalem *)» Compostella >), 
St Aegid *) unternehmen , und entweder ohne Bedingung oder mit 
der Claosel «fiHr den Fall ihres Niehtwiederkommens** dem Stifte 
Besitsimgen oder Geld und Naturaldienste luwenden. Losgekaufte 
Hdrige geben sieh in Leopold's Hand, um durch ihn dem Stifte über- 
geben la werden ») » andere lassen sieb ex roto zu einem jAbrlieben 
Gelddienste herbei*) oder übergeben sich selbst mit einem jährlichen 
Dienste ^), saweilen aus Dankbarkeit wegen Rettung aus Gefahr <). 
Auch kommen Schenkungen Tor gegen Aufnahme in die Verbrü- 
derung •), bei Gelegenheit von Begrabnissen <•)» Aufnahmen der 
Sl^hne oder Töchter in das Stift ^*) und Testamenten <>); weiters 



Leopold. IV. Cod. tnd. do. 15, 77, 80, 93, 119, 120, Ul, 123, 131, 148, 217, 

253, 458, 459, 479, 484, 663. 
Uopold IV. mK Agnee. lUd. an. 32, 86, 122, 201, M9, 252, 264, 461, 476. 
Leopold IV. mit seinem filteeten Sohoe Adalbert. Ibid. nn. 87, 88, 91, 221. 
Aipies. Ibid. HB. 159, 161, 179, 629, 639, 657, 660. 
Adalbert. n»id. nn. 40, 59, 187, 308, 482. 

Leopold V. n»id. DO. 178, 384, 432, 454, 460, 539, 612, 622, 635. 
Heiiirieh IL ud Tbeodort. Ibid. nn. 332, 506, 640. 
Otto, Propet, U>id. n. 245. 
HeiBriob von MödUof . 560, 681. 
GerUflY TOB B$bmen. 212. 

Aach Diener des beiligea Leopold betheiligen sich mit Schenkungen , so : 
Albertos, Marchionis ceilerarios. n. 81. 
Praepositos MarchioBls. n. 84. 
EheroUks pistor MarcUoBis. bb. 85, 140. 
AspiBos, capeUanas Marehionls. n. 597. 
>) So Opold. BB. 20—23, 117. Erbode Bache, b. 52. Hertwlk. b. 53. Adalbert n. 472. 
*) Cod. trad. nn. 274, 275, 314, 824, 396, 448, 449, 451, 452, 453, 472, 528, 538. 
*) Cod. trad. n. 176. 
«) Cod. trad. b. 408. 
>) Cod. trad. n. 108. 
•) Cod. trad. b. 255. 
') Cod. trad. bb. 776, 777. 
•) Cod. trad. a. 778. 
•) Ibid. B. 78, 94. 
!•) Ibid. nn. 95, 3U, 348, 376, 382, 387, 391, 392, 397, 4U, 429, 463, 510, 511, 

528, 551, 553, 560, 574, 583, 594, 602, 735, 741, 745, 747, 771. 
>^) Uiid. nn. 139, 290, 329, 334, 346, 362, 366, 370, 390, 401, 402, 421, 428, 436, 

525, 534, 537, 543, 565, 584, 603, 605, 737, 745, 774. 
») Uiid. nn. 16, 239, 375, 529. 

b* 



XX 

solche» welche nur, so laoge die Chorherren zu Klosterneuburg 
bestehen» Geltung haben 9* 

Im Laufe der Zeit ändert sich der Grund dieser Begabungen. 
Was frQher in remedium animae ohne auferlegte Verpflichtung dem 
Stifte zukam» wird späterhin als eigentliche auf Gegenleistungen 
beruhende Stiftung ausgesprochen. Fälle» wo dem Stifte aus Röck- 
sicht auf genossene Gunst und Liebesdienste eine Begabung zukömmt» 
gehören nun zu den Ausnahmen *). Auch kleinere Gaben (z. B. eines 
Choralbuchs» Rauchfasses» Kelchs) fallen in diese Zeit. Später er- 
scheinen entgeltliche Stiftungen. Personen geben GQter oder Ein- 
kaufte auf Leibrente hin » d. h. sie übergeben dieselben dem Stifte 
gegen eine bestimmte Leistung in Geld und Naturalien fiir ihre Lebens- 
dauer >): Bei einzelnen derselben wird fQrden Fall Vorsorge getroffen, 
wo die beanspruchten Leistungen den Werth der Gabe übertreffen. 

Diese Schenkungen setzten das Stift in den Stand» nicht blos die 
Stiftungszwecke umfassend zu erfQllen» sondern auch bei geregelter 
Wirthschaft und Sparsamkeit das Stammyermögen *) durch Kauf» 
Tausch und andere Verträge zu rermehren. 



^) Ibid. n. 03, Idem cmn d. 133. 

•) Urkunde: 300,331. 

*) Dag^egen Terleibt aocb das Stift acbon frfibseitig Gfilten alt Leibgtdioge. So 

Cod. trad. 117, 446, 595. 
*) Bis zur Mitte des 13. Jabrbanderts, wo 1258 das erste Orondbacb dureb Propst 
Nikolaos angelegt wurde, hatte das Stift nacb dem Zeugnisse des Codex tradi- 
tionnm Besitzungen und Dienste in folgenden Orten: 
Adelricbesdorf (eingegangen) 29. Alland 29. Ansidl 870. Anseris campus 112. 

Asparn 248. AUelsdorf? 251. 
Baden 88, 243. Banmgarten 603, 606. Beigartea 269. Bembardstbal 349. Bem- 

rent 382. Bierbaum 86, 220, 329. Bisamberg 324, 705, 775. Braunsdorf 735. 

Breitenfeld 362, 771. Breitensee 740. Bruderndorf 17, 107, 549, 579, 774. 

Brunn 155» 475, 570, 600. Bullendorf 523. Bnltendorf 27, 29, 288. 
Cbabisken? 306, 334. Cumpotingen 182. 
Diepersdorf 145. Dietersdorf 369. Ddbling 666. Domoelisdorf 626. Draseahofen 

759. Drdz 163. Durrenbaeb 424, 425, 430, 605, 738. 
Ebersdorf 188, 566, 770. Ebersdorf (Gross) 383, 755. Eckereichsdorf (eingegangen) 

375. Eggenburg 72, 213, 354, 355, 574, 612, 636. Eggendorf 737. Eipeltau 

454. Eisenhartsdorf (eingegangen) 436, 453. Emmersdorf. 349. Engel- 

gersene? 80. Enzersdorf am Gebirge 46, 611. Enzersdorf (Lang) 73, 233, 

452, 566, 790. Enzersfeld 482. Erdberg 290. Erla 362. 
Feibern 477. Feuersbrunn 39. Fischamend 314. Flandorf 360. Flinsbach 254. 
Gaindorf 453. Gainfahrn 155, 555, 558. Garmanns 548, 586, 591, 654. Gebneisdorf 

(eingegangen) 366, 499. Gebstorf ? 806. Gelantesdorf (Wielandsdorf?) 354. 

Gerrich? 470. Gnage 369, 427. GöUendorf 187. Graben 350. Grawam 597. 



XXI 



Zam Schotze der stiftlichen Besitzungen hatte Leopold, nach- 
dem er eine Zeit lang die Schirmrogtei selbst ausgefibt, seinem erst- 
gebomen Sohne Ad albert dieselbe in Bezug auf Klosterneuburg und 



Grinsing 202, 302, 321, 323, 435, 50S, 526, 662. GrosMa 225. Grab 290. 
Gontramsdorf 26, 83, 93, 133, 314, 382. 

Hadmaradorf (eingebogen) 13, 240. HageobniDB 360, 377. Hanfthal MisTeldi 26. 
Ilamiaiudorf 6, 123. Harraa 540. Hanakircben 263, 708. Heindorf 551. Hein- 
ricbsdorf 276, 595. HeUendorf 357, 620. Hexilsberg (eragegangen) 576, 577, 
580, 789. HieUing 74. Himberg 331, 511, 602. Höflein 448. Hörersdorf 20, 
189, 371, 562. Höfen 311. Hobenberg 353. Hollabrunn (Nieder) 19, 322, 401, 
402, 572, 670. Hom 589. Huttendorf 217, 370, 524, 546. 

Jedenspelgen 123, 327. Jedlersdorf 537, 681. 

Kablenberg 438, 518, 553, 683, 685, 763, 784. Kailendorf 371. Kamabninn 5, 11, 
369. Kattemborg 357, 522. KaUelsdorf 181. Kircbberg 406. Kirebbeim 285. 
Ririing 28, 239. Kollendorf 551, 583. Kdnigabmnn 377, 514. Königatetten 587. 
Krems 29, 42, 48, 58, 108, 365, 366, 367, 489, 622, 718. Krenienstein 378. 
Krenzstetten 1, 125, 530. Krottendorf 604. Kueftrn 368. 

Laa 508. Lanzendorf 525. Leesdorf 46. Leis 49, 358, 510, 534. Leopoldsdorf 441, 
U7, 575, 643. Loiben 86. Loibersdorf 100. LoidesUial 508. 

Mannswörtb 217. Martinsbrann 288. SL MargareUi 165, 186. Marqnartsdorf 358. 
Manstrenk 130, 434, 446. MeinharUdorf (bei Meidling) 349, 429, 431, 533, 
535. Heissling 212, 766. Meissau 124, 127, 199, 388. Melk 135. Messendorf 
312, 392. Mödling 67, 138, 176, 204, 318, 362, 468, 474, 541. MoUersdorf 
298. Makkeran 201, 552. 

Neoborg 86, 228. Neudorf 351, 747. Nensiedel 62, 405. Nonndorf 767. Nassdorf 
61, 314, 349, 352, 410, 435. NGUing 310. 

Ödenbrnnn (eingegangen) 211, 780. Öbling 211. Olbersdorf 687. Opoldsdorf 
(eingegangen) 293. Ottakrin 356. Ottenthal 477, 617, 665. 

Periugersdorf 525. Perschling 339. Peugen 152. Pfiiflstetten 16, 524, 550. Pira- 
wart 369, 454, 540, 635. Poisdorf 428. Poisbrunn 400. Poransdorf (einge- 
gangen) 374. Porz 165. Pottenbmnn 312, U9. Prinzendorf 69, 192, 421. 
Pfihra 123, 454. Pfirstendorf 67, 470, 524. Pusindorf 545. 

Radgoe Radechre (Radegund?) 706. Radendorf 385. Radelboven (eingegangen) 
149. Rassingdorf 303. Ratzelsdorf 463. Ravelsbacb 397. Reiohartsdorf 620. 
Reinoldsberg 205, 769. Reinprecbtspölla 680, 711. ReU 571. Retzbach 435. 
Richershofen 346. Richpotenbach 349. Riedentbal 795. Riekersdorf 121. Rit- 
tendorf (eingegangen) 16, 21, 75, 117, 118, 362, 557. Roggendorf 330, 335. 
231, U2, 560. Rohrawising 87. Rohrbach 377, 576. Röhrenbach 501. 
Rndbe 139. RnpertsUial 793. Rassbach 632, 741. RutUm (eingegangen) 793. 

Schiltem 47, 93, 133. Schimesdorf (eingegangen) 348, 401. Schleinz 396, 424, 
425, 738. Schwabdorf 564. Schwechat 60, 474. Schweinbart 61, 102, 169, 
328, 650. Seebach Rotenbucbin? 370. Seisersdorf 783. Siebenbirten 422. 
Siemdorf 603. Simonsfeld 12, 47. Sittendorf 345. Sievering 125. Spariwariseke ? 
195. Speising 344. Stallem 259, 364. Stein 726. Stetten 3. Stillfried 536. 
Stinkenbrann 307, 334, 567. Stockstall 333. Stnipfing 208, 482, 790. 

Tallem 261, 513. Techsdorf 325, 361. Tiemtal 540. Traiskirchen 46, 337, 444. 
Traanfeld 712. Trautmannsdorf 370. Tresdorf 325, 390, 391, 721. Taln 
543. 584, 606, 745. 



xxn 

alle anderen seinem Schirme unterstehenden Gotteshäuser Öster- 
reichs 9 übertragen, welcher denn auch in dieser Eigenschaft im 
Cod. trad. und im Todtenbuche (9. Norember) erscheint. Aber schon 
1137 bewilligt Papst InnocenzII. dem Stifte das Recht der freien 
Wahl, so wie der Entfernung des Schirmrogts, welcher jedoch nur 
aus der Familie des Stifters genommen werden soll *). Dem zufolge 
erscheinen auch Leopold V. *) und Heinrich Jasomirgott ^) 
in dieser Eigenschaft. Neben ihnen erscheinen auch Untenrögte 
(Subadvocati), wie 1117 Rudolf von Perge »), Adelram <), 1197 
H a d m a r yon K u n r i n g ^). Doch schon unter Heinrich Jasomirgott 
Hessen sich die Unteryögte yielfache Bedrückungen zu Schulden 
kommen ^), daher bestätigt er dem Stifte Klosterneuburg die freie 
Wahl derselben, um ähnlichen Übelständen vorzubeugen, und spricht 
sich gegen die erbliche Verleihung dieses Amts deutlieh aus *). 
Seit dem Beginne des 13. Jahrhunderts erscheint kein Schirmvogt 
mehr; die häufigen Streitigkeiten über Besitz werden, wo der gütliche 
Weg nicht ausreicht, auf dem Rechtswege ausgetragen <*). Die Stelle 



Utechdorf («iDgegan^B) 576, 577. 

Velm 191, 204, U5, 474, 543, 665, 582. Viehhöfen 365. 

WaULenatoii 201. Waltorskirchen 312. WaiUerg 361, 412. WeUendorf 239, 471. 
WeidUng4, 76, 77, 90, 136, 319, 367, 395, 408, 437, 443, 504, 683. Wei- 
kendorf 21. Weiasieri 442. Wenzertdorf 5. Wielandtdorf 149, 183, 402. 
Wiesendorf 413. Wilfersdorf (lUein) 111, 272, 498, 565. Wilhelmsdorf 610. 
Wilras 728. Wimmersdorf 159. Winden 370. Wolfsbacb 346. Wolfstbal 309, 
647. Wolkersdorf 387. Wullersdorf 148, 599. WArSach 421. 
Zebaldewinis (BaUweis?) 221. Zeilerndorf 596. Zemmendorf 473. Zohensvndorf 
(eingegangen) 362, 363, 761, 798. Zwentondorf 288, 345« 379, 436, 554. 
ZwdIAxing 129, 497, 620. 
^) Primogenitns enim Adalbertns nomine, adfocatos Niwenbargensis ecdesiae fkctos eet, 
et omniom clanstrorom ad adTocatiam marchionis pertinentinm. Perta, SS. XI. 
Contin« Claustron. prima. 
•) Fischer II. 136. 
S) Cod. trad. n. 186. 
«) Cod. trad. nn. 263, 306, 307. 
>) Cod. trad. nn. 18, 21, 23. 
•) Ibid. n. 64. 
Ibid. n. 450. 

•) Cf. Hnnd, MetropoL Salisb. II. 5. 
•) Fischer, I. c. 11. 149. 

iO) So Cod. trad. nn. 444, U7, 542, 565, 596, 599. So mit den Grafen ron Peilstoin 
(Fischer, 8. 158), mit Poppo ron Spangenberch (ib. 171), mit den Dominicanern 
(ib. 315), mit Niklas dem Esel (ib. 319) nnd den Angnstinern (ib. 320), wegen 
Rogelbnino (ib. 217, 2U, 225), Breitenweida (ib. 275), Tattendorf (ib. 276), 



xxm 

des Vogts yer^itt nun der Landmarschall (so ISOO» Urk. 74, Stefiein 
yon Heissaii). 

An der Spitze des Hauses stand der Propst, in Folge desPrivi- 
iegioms Ton Piq^t Innocenz II. (30. Nov. 1 1 37) aus der freien Wahl <) 
der Stiftscapitularen *) hervorgehend. Ober die Art und Weise der 
WaU ist ans den froheren Zeiten nichts bekannt; die aus späterer 
Zeit erhaltenen Wahlinstrumente *) zeigen, dass die Wahl unverweilt 
nach dem Tode eines jeweiligen Prälaten, gewöhnlich schon den 
nächsten Tag nach dem Ableben, vorgenommen wurde. Weder 
bisehöfliche, noch landesherrliche Commissäre hatten dabei zu thun. 
Erscheinen auch letztere, so treten sie nur in der Eigenschaft eigens 
geladener Zengen auf. Die Wahl selbst geschah von allen Glie- 
dern des Hauses (mit Ausnahme der Nichtprofessen) entweder 
anf dem Wege des Compromisses oder der Abstimmung. War die 
Wahl entschieden , so wurde der Gewählte gefragt , ob er die ihm 
zugefallene WOrde und BQrde Obemehmen wolle. Nach erfolgter 
Annahme wurde von den eigens berufenen und der Wahl beiwoh- 
nenden Notarien das Wahlinstrument aufgesetzt, welches, von allen 
Wählern unterschrieben ^), dem Passauer Bischöfe als Ordinarius 
übersendet wurde. Bald darauf begab sich der Neugewählte zu dem 
Bischöfe an den Ort, wo er sich gerade aufhielt, um die Bestätigung 
zu erlangen, wenn nicht (was als Ausnahme zu betrachten ist) der 
Bischof ihm die weite und kostspielige Reise erliess und die Prüfung 
und Bestätigung der Wahl einem Vertrauensmanne, meist dem Of6- 
cialen zu Wien, übertrug ^). Von einer eigentlichen Benediction 
erscheint eben so wenig eine Spur, als von einer landesherrlichen 
Bestätigung, wenn auch der Landesherr bei der Wahl selbst gegen- 



HMein (ib. 278). Siehe ferner die Urkunden dieses (Jrkundenbacbs nn. 132, 155, 
159, 169, tau 253, 252, 310, 312, 317, 345, 373, 388, 400, 471, 483, 520, 587. 

*) Obeonte ?ero te einsdem loci praeposito vel tnorom qnolibet sacoassorum nnUus 
intbi qnaUbet snrreptioEit astutia sea Tiolentia praeponatar, nisi quem fratres 
eoauBoni consensa, aut fhitnim pars consilü sanioris seoondam dei Umorem et 
beaii Aagustiai regniam prerlderint eligendiiin. Bei Fiseber, II. pag. 135. 

*) In den ersten ünf Jahrbnnderten kömmt die Verfinderong des Namens der Anf|§^om- 
menen bei der Einkleidung nieht ror , sie beginnt erst mit dem Jabre 1617. 

S) UrkwMle 171, 336, U7, 593. 

*) Die Formel ist: Ego N. N. prediete eleetioni iaterfai, et in Dominam N. N. eonsensi, 
et mann propria huic decreto subscribo. 

») So hei der Wabl des PropsU BartbolomSns 1399, Urkunde 594. 



XXIV 

wärtig war <). Für die BestätiguDg» so wie für die bei dieser 
Gelegenheit nöthigen Documente waren nicht unbedeutende Geld- 
summen auszulegen *)» die, wenn der Bischof nicht in der Nähe 
(z. B. auf seiner Herrschaft St Polten) sich befand, durch die Reise- 
kosten nach Passau oder Ebelsberg erhöht wurden. 

Der Propst hatte fiir seine Person gesonderte Einkünfte , dar- 
unter den Hof zu Riekersdorf *) und Gelddienste an mehreren 
Orten ^). Er stand an der Spitze der ganzen Verwaltung. In welchem 
Umfange er in dieselbe eingriff, hing jedoch von der Persönlichkeit 
ab. So erscheinen sämmtliche innere und äussere Angelegenheiten 
centralisirt in der Hand des ausgezeichneten Propsts Stephan von 
Sierndorf (1317 — 1 337) ^, aber auch unter Propst Rudwein 
von Knappen (1341) in der Hand des Oberkellerers Hartmann«). 
Die mit einzelnen Verwaltungszweigen betrauten Stiftsglieder legten 
im Anfange des 14. Jahrhunderts alle Quatember-Donnerstage« später 
am Jahresschlüsse (das Jahr Yom Zeitpunkte des Amtsantritts ge- 
rechnet), dem Propste Rechenschaft über die ihnen anyertrauten 
Geschäftszweige , und lieferten den Oberschuss in seine Hand aus, 
oder empfingen von ihm die Deckung eines allfälligen Abgangs. 
Der Propst selbst legte entweder dem Gesammtkapitel, oder den 
Ältesten und den gewählten Vertrauensmännern des Kapitels (certis 
deputatis) anfangs jeden Quatemberdonnerstag, später immer nach 
Verlauf eines Jahrs, den Wahltag als Ausgangspunkt gerechnet, eine 
vollständige, ins Einzelne gehende Rechnung. Für die Besorgung der 
laufenden Geschäfte und seiner Einkünfte hatte er einen Hofmeister 
(Magister curiae), meist ritterlichen Geschlechts, dessen Wirk- 
samkeit sich jedoch mit der Zeit dahin erweiterte , dass er in Streit- 
sachen zu Gerichte sass und mit den Beisitzern dieselben entschied^). 



^) So bei der Wahl des Propsts Rudwein von Knappen. Siebe Anbang Nr. XIII. ad 
annum 1336. 

*) Siebe die Anmerkungen sur Urkunde 447. 

') Er umfiisste 160 Joeh Ackerlands', 2 Wiesen , 3 Viertel Weingärten , ein Berg- 
recht von 3S Bimer^ and das ErtrSg^niss von 2 Bergtaidingen im Jahre. 

^) Anno 1339. Nota redditas praeposiU, de quibus Cellerarius nil pereipit De Chremsa, 
de Obrechsdorf, de WiJhalmsdorf, de Pogolcznewsidel, de Preitenweidaeh, de Öden- 
prunn, füesprunn, hadmarsdorf, paltramsdorf (B libro L.). 

^) Die kleine RIosterneuborger Chronik sagt von ihm ad annum 1334 „w was wol 
der nächst Stifter nach dem marggraven**. (Archiv VII. 232.) 

«) Siebe Urkunde 296. 

') Ausnahmsweise erscheint der Propst selbst als Gerichtsvorsitaender. Urkunde 267. 



XXV 

Besondere Verhftltnisse des Propsts waren jene zu den Zechen und 
den Klostemeuburger Schiffern und Fischern. Erstere, wenn sie 
an Kirchen bestanden, die zum Stiftspatronate gehörten, mussten zur 
GrOndnng sowohl, als zur Abänderung ihrer Statuten die Genehmigung 
des Prälaten einholen ^. Letztere ehrten den Prälaten als Vorstand 
der Innung, dem sie neben bestimmten persönlichen Leistungen auch 
Gelddienste schuldig waren *). 

Zufolge ihrer geistlichen Würde und weltlichen Stellung war das 
Ansehen Yon Klostemeuburgs Prälaten ein bedeutendes. Oft erscheinen 
sie im Gefolge der Herrscher, als Zeugen bei wichtigen B^^bungen und 
Frdbriefen*), auch als Gesandte in Landes- und anderen Angelegen- 
heiten *). 

Die Einkünfte des Stifts ») flössen theils aus den in eigener 

i) Stehe Urkande 378, 458. 

«) Siehe Anhasg Nr. m. IV. 

>) So, la eiir einige Falle •asafülireii, erteheiBt Propst Marqnard bei der Rlrchweilie 
SQ Patten (Hon. Boica IV. 415), 1158 als Zeuge lo einer Urkunde B. Konrad^s 
TOB Passan für Reichersberg (Hansis, Germ, saora I. 313), 1160 in einer Urkande 
de88eU>en fir Zistersdorf (Link, Annales ClaraoT. I. 177), 1181 bei der AnsTerti- 
gang des Schottner Stiftongsbriefs (Honnajr, Gesch. Wiens, Urknndenbach Nr. VII), 
in demselben Jahre in der Urkande des Passauer Bischofs fBr 8t. Polten (Alb. de 
Madcma, Hist Sanhipp. P. I, pag. 206, n. 39), 1162 in der Urkunde des Bischob 
Konrad Ton Passau fSr Waldhaosen (Rarz, Beitrfige, IV. Bd. Urkunden tou Waldhausen 
Nr. 6), 1163 bei der Stiftung Vorau's(Jul. Caesar. 1. 758). — So Propst Walter 1230 
als Zeuge der Ausgleichung zwischen Otakar tou Bdhmen und dem Prager Bisthum 
(Bocek, Cod. Diplom. Morariae II. 123, n. 120). — So Propst Ortolf 1365 im Stiabriefe 
fir st Stephan (Hormajr, I. c. n. 187), in der Bestitigungsurknnde H. Rudolfs IV. fOr 
Zwettt (Link, L c. 1. 777, col. 2), im Stiftnngsbriefe fär F6rstenfeld (Stejrer, col. 350), 
im FreiheiUbriefe Rudolfs IV. über die Zebente von 8t. Florian und St. Polten (ibid. col. 
346) und 1365 in der Stiftnngsurknnde der Wiener Hochschule (Hormayr, I.e. Nr. 146). 

^) So Propst Dietmar 1251, als Gesandter des Landes an Constantia tob Meissen 
(Homeck, c. 15. HaseU>ach bei Pez SS. ad h. a.). — 1343 ist Propst Ortolf zu- 
gleich mit dem Abte tob Heiligenkreuz Rerisor der Rechnungen des Hospitals 
St Mirten ror dem Widmerthor, ernannt vom H. Albrecht II. 

*) Die Gesammteinkönfte und Ausgaben sind nur ron den letzten Jahren des XIV. Jahr- 
hunderts aufbehalten and folgende : 
Im Jahre 1383: 2950 Ul. 77 den. Binkfinfte 2703 tal. 7 sol. 14 den. Ausgaben. 





1384: 2630Vt 


, 20 den. 










1385: 2806 V, 


» 




981 n 87 den. 


n 




1387: 2111 


n 49 den. 










1888: 2140 


» 7 sol. 4 den 




2493 , 48 den. 






1389: 2246 


• 30 den. 




2479 n 7 sol. 






1300: 3217 


, 24 den. 




3000 . 12 sol. 


2 den. 




1391: 2606 


, 7 sol. 




2846 n 7 sol. 


11 den. 




1392: 911 


n 69 den. 




1577 . 






1395: 999 


• 69 den. 






(B Uhro a) 



XXVI 

Regie betriebenen Wirtbschaftszweigen, theils aus den Abgaben der 
Unterthanen. 

Za den ersteren gehörten die dem Stifte eigen thQmUehen und 
Yon ihm selbst bewirthschafteten Heierhöfe und das Erträgniss der 
Weingärten. 

Meierhöfe besass das Stift neben dem dem Propste zugewiese- 
nen Riekersdorfer, und dem Harmannsdorfer, welcher dem Oberkellerer 
in partem saiarii zugewiesen war, zu Bierbaum, Kahlenberg, Pirawart, 
Rayeisbach, Entental und Höfen 9« ^i^ wurden in der Regel von 
Laien yerwaltet » nur ausnahmsweise erscheint in dieser Stellung eia 
Laienbruder *). Das Personale bestand aus einem Schaffer (yillicus), 
seinem Knecht (seryus yillici), dem Hirten (pastor), dann mehreren 
Mägden (worunter eine eigene ancilla ancai^um). Die eigene Regie 
wurde erleichtert durch die persönlichen Dienste, welche die Unter- 



1) Zo dietein letiteren worden auch die benaehbarten Zebente eingelieferi Im Jabre 
1S39 erscbeinea bier ala^Biiikfiiifte: 
SerTicmm 11 tal. 7 sol. 7 den. 
Eigene Feebtang 4 MqUi S Metien Korn. 
Zebent S • 10 « » 

Daron rerwendet: seminate sont 45 metr. 
TJllico 8 metr. 
labro 2 metr. 
Siligioia 5 mod. 6 metr. 

Dedme 4 mod. 3 metr. 
Verwendet : pro semine 1 mod. 

costodi in campo (dem Feldbnter) 7 metr. 
Ordei 3Vs niod. 3 metr. 

decime2Vft mod. et de Spilarn 2 mod. 
Verwendet : ?illico 8 metr. 

pro nntrimento X porcomm 2 mod. 4 metr. 
Avene: 10 mod. 2 metr. 

deoime 4 mod. 5 metr. et de Spilarn 2 mod. 
Verwendet: In messe pro pabnladone equoram 2 mod. 

pro nntrimento X porcomm 2 mod. 4 metr. 
pro pecndibns inrenibns -2 metr. (Liber L.) 
1378 (Liber A. 2), legt Bmder Ulricb der Lewbser, Scbaffer au Höfen, Reebnong. 
Es gebdrt dasn eine Stnterei in der An , die Rammerwiese und Haim wiese. 
Er liefert in die Stiftskficbe «gemestet swein, castrawn, lemper, cbelber 
Tnd spanverl*. In der Rechnung bemerkt er: »vil tir seint mir gestorben 
an die, die mir die wolf hingetragen babent*. Er zablt im Schnitte fSr das 
Schneiden eines Jenchart Weizen 40 den., Hafer 20 den. Beim Schnitthabn 
geht ein ganses Rind auf. 1339 erscheint pro rasura ovinm 12 den. 
») So 1284. Bruder Ulrich an Riekersdorf (Anhang N. V.) 1378. Bruder Ulrich der 
Lewbser zu Höfen (Liber A. 2). 



XXVII 

thaneD zu diesen Höfen zu leisten hatten. Nebst den Meierbdfen 
hatte das Stift auch ein eigenes Gestüt, anfangs in der Kahlenberg 
gegenober liegenden Au, später in Höfen. 

Was den Weinbau betrifft, war Kiosterneuburg und seine 
Umgebung schon von Natur aus fhr diesen Zweig der Landwirth- 
sebaft begünstigt, und die Einwohner folgten dem Winke der Natur. 
Grosse Strecken Landes, welche jetzt als spSirliehe Kleefelder, wenn 
nicht als Öden, erscheinen, waren damals zur Zeit der Weinlese über- 
säet mit fröhlichen Menschen, welche die Gaben des Lyäos lasen und 
heimf&hrten ; eine Erscheinung, die mit jedem Jahrhundert abnimmt» 
wie die b^flnstigenden Verhältnisse abnehmen. Das Stift widmete 
diesem Ertragszweige seine ToUe Thätigkeit und Geldkraft. Wenn 
wir die Urkunden der früheren Jahrhunderte durchgehen, finden wir 
das Augenmerk des Stifts fortan dahin gerichtet, in günstigen Lagen 
gelegene Weingärten an sich zu bringen, — ein Beweis, dass der 
Weinbau damals sich lohnte. 

Die Art und Weise des Betriebs ist unverändert geblieben. 
Cber je eine Anzahl Viertel war ein Weinzierl (vinitor) gesetzt, welcher 
die Bearbeitung zu besorgen und zu überwachen hatte 9* ^i^ begann 
im November mit dem Steckenziehen (extractio fustium), dem Kräften 
(opus hyemale), dem Gruben (fossatura) und dem Steinaustragen 
(stainvassen, collectiolapidum), — Arbeiten, die auch im Frühjahr er- 
scheinen. Im Februar und März erfolgte der Rebenschnitt (scissatura), 
und, sobald die Erde aufthaute, das Fastenhauen (prima rastratura), 
diesem folgte das Jathauen (secunda rastratura) und Steckenschlagen, 
welchem das Ausräumen der Fanggruben voranging. Im Juni kam das 
Aufl)inden (ligatura) an die Stecken mit Strohbändern (widen, glossae), 
im Juli das Bandhauen (tertia rastratura), im August das Wipfeln, 
Laubausbrocken, Einfrieden (opus frieden) mit Dornen (spinae, sepes 
spinarum), und Weichhauen (quarta rastratura). Arbeiten, auf keine 
bestimmte Zeit angewiesen, waren die Auspflasterung der Runsen 
und Herstellung der Fanggruben (foveae), beide durch die abschüssige. 



*) AMBahiiitweise erscheint die Hingabe eines Weingartens «nf HaUikta (Urk. 224). in 
diesem FeHe, se wie ancli, wem Wefngirten aof Leil>gedinge hingegeben werden, 
wurde die Brhaltang derselben in gmteai mitUeren BansUnde sichergestellt (Urk. 463). 
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts werden WeingKrlen in Bestandbau gegeben. So 
heiest es in der Rechnung vom Jahre 1399: Nota: Wolfhart rinitor convenit 
rineam Scfaeppei pro 9 tat. exceptis laboribus fossature et sdssature, 



XXVIII 



mitunter, wie in Weidling und Höflein, steile Lage der Weingärten 
geboten. Endlieh folgte, nach Verschiedenheit der Witterung im Sep- 
tember, October oder November <), die Lese (vindemia) *). Die bei den 



*) So war 1313 die Lese in KJosterneabarg za Martiai noch nicht beendet Sie war 
zugleich eine der reichsten nach Link Annales Claraerallenses l. 613 und 620. coL 
1. »ntrasis deficientibus mam vas Wni pro vase racao aeqnaliter traderetur*. 
*) Ich stelle hier Arbeitslöhne ond Ifaterialkosten des Weingartbaues aus den Rech- 
nungsbfichem (so weit möglich) zusammen: 
CoUector (Leser) per diem 1321, Id. — 1322, U d. — 1323, I d. und Brod. — 

1824. I d. — 133$, I d. — 1337, II d. — 138K, IV d. — 1386, lU d. 
Portitor (BuUentrSger) per diem 1321, 1335, U d. — 1322, UI d. — 1323, ^ (1 Vt) d- 

und Brod. 1324, Id. — 1371, IV d. — 1377, UI d. — 1386, IV d. 
Porrector (Binschlager) per diem 1321, ii^ (2Vs) ^* 
Calcans (MosUer) per diem 1321, 1335, II d. — 1322, Hl d. — 1323, ii (IV,) d. und 

Brod. — 1324, 1 d. — 1371, IV d. — 1377, III d. — 1385, V d. — 1386, IV d. 
PuUtor (Schneider) 1321, IV d. — 1384, V d. 
Gustos (Hüter) per noctera 1321, IV d. — 1371, VI d. — per diem 1321, U d. — 

1371, n d. 
Vinitor (Weinzieri) per diem 1377, 1386, V d. 
Ligator Tasomm (Binder) per diem 1321, XII d. 
Impositor (Rossmagen) 1378, 1386, VI d. — 1382, VlUd, 
Fossator (der kriftet oder grubt) 1321, 1341, IV d. 
PosUUns (Nachsteher in der Lese) 1321, 1371, IV d. — 1322, UI d. — 1323, 

V(lVs) d- und Brod. — 1324, U d. — 1385, V d. 
Rastrator (Hauer) 1386, V d. 
CoUector lapidum (Steinklanber) 1386, UI d. 
Murator (Maurer) 1386, X d. 
Pro Tectura 1321, X d. — 1385, XIV d. 
Pro XIV Tccturis spinanim ad opus frieden 1331, XLIV d. 
Pro mUIe stecken 1335, XLI d. 

Daran möge sich (ans eben diesen Quellen) eine Zusammenstellung der Zeit, 
wann die verschiedenen Weingartarbeiten in verschiedenen Jahren begannen, so 
wie des Ertrfignisses an Most reihen. 

Opus hyemalo 1333, 8 Not. — 1334, 8. Nov. — 1335, 13. Nov. 
Extractio fbstium 1321, 11. Febr. — 1331, 4. Febr. 
PnUUo 1321, 10. Febr. — 1331, 4. Febr. 
Prima rastratura 1335, 8. Mirz. — 1336, 1. Febr. 
Fossatura 1321, 10. April. — 1331, 11. Mirz. — 1333, 15. April. — 1334, 8. April. 

— 1335, 4. Mai. — 1336, 10. April. — 1341, 26. Mirz. 
Exstirpatnra, secunda rastratura, Jat 1321, 19. Mai. — 1331, 27. April. — 1333, 

10. Mai. - 1334, 23. Mai. — 1335, 29. Mai. — 1336, 15. Mai. — 1385, 7. MaL 
Ligatara 1821, 16. Juni. — 1831, 28. Mai. — 1341, 17. Juni. — 1385, 21« MaL 
Rastratora tertia 1321, 27. Juni. — 1331, 27. Juni. 
Tertium opus, rastratora quarta 1321, 14. Aognst — 1343, 30. Juli. -^ 1383, 4. 

August. — 1334, 4. August — 1335, 31. Juli. — 1385, 1. August 
Vindemia 1321, 25. Sept — 1322, 8. Oct — 1823, 28. Sept ^ 1324, 28. Sept — 

1334,6. Sept — 1385, 4. Oct — 1371, 17. Sept — 1877, 28. Sept — 1378, 

4. Oct — 1380, 8. Oct — 1384, 5. Sept — 1385, 20. Sept — 1386, 1. Oct 



XXIX 

Weingärten selbst gemostelten Trauben wurden als Maiseb in Laiden 
doreb eigene 9 ^^^^ aufgenommene ZOge nacb Hause gef&hrt, dort 
im Presshause (zunächst der Kirche und Obernkammer) auf den 
Stock aufgeschlagen » und der gewonnene Most durch Träger 
(portitores) in die verschiedenen Keller*) gebracht und eingefüllt*). 
Schon frQhzeitig waren grosse GebQnde im Gebrauche. 

Da sämmtliche Ämter des Stifts Weingärten besassen , wurde 
auch Ton allen der Wein vertrieben , und zwar entweder durch den 
Kleinschank (ducillatio) oder durch den Verkauf im Grossen. Dieses 
Ausscbanksrecht war den Ämtern von den Regenten bewilligt ^). 
Eben so hatten alle Stiftsdiener die Freiheit des Kleinschanks filr 
die im Eigenbau gewonnenen Weine , worüber oft mit der Stadt 
Streitigkeiten ausbrachen, die manchmal auf gütlichem Wege ausge- 
tragen wurden, manchmal aber durch richterliches Einschreiten bei- 
gelegt werden mussten. Der Ausschank im Kleinen geschah zu Kloster- 
oeuburg in den einzelnen Kellern *), dann in den Zehentkellern zu 
Heiligenstadt *) und Kahlenberg als Most (mustum), Heuriger (vinum 



Brtng der Lete: In KtUeoberg (!■ calro monte) i8S5, 67 Kur., 5 tero., 5 rase. — 
1375, 25 Karr., 6 tem., 6 ymq. — 1377, 42 Karr., 6 tem., 3 vaso. — 1394, 
122 Karr., Stern., 6 rase., 10 rrnae. — 1398, 3Vs*oli<l>Xarr.,5 tem., 5 vasc. 
In den Weingirten des OberkeUerert 1339, 18 Karr. 

In den WeingSrten an Rlostemeoborg 1398, 131 Karr, et duo maipia fasa et 
qoinqne rasa ad 40 rmas, et qoinqne ternarii. — 1383, 150 Karr. 

^) Die atifllicben Pferde bekommen wfihrend der Weinlese: eine peuemng an fetter. 

*) Es erscheinen: der grosse KeUer auf der Obemkammer (in superiori camera), und 
der kleine ebendaselbst, die Keller in der schuel, im siechhaws, im flelscbboff, im 
zyegelhoff (in curia laterum), in der Pfister (in pistrina), im newbewsel (in aova 
domo), an 8t Knnegond, im bolshoff (in curia lignorum), in dem Chyel, in dem 
Rosengarten, in der pasteyn, in dem gweUb vnder der puchkamer, dann der gast- 
keUer, der Speiskeller, der Refentkeller (cellare refeotorii) und der marchegker. 

'} Da der in stifUicben WeingSrten, welche in den besten Lagen gelegen waren, 
gewonnene Wein zu den edelsten GewJIchsen des Landes gehörte, wurden auch 
oft damit Geschenke gemacht (sogenannte Verehrungen); so z. B. 1353. Domino 
de Phannberg (dem Hofinarschall) 1 ras, plebano de s. Stephane (Leopold ron Sach- 
sengang) 1 ras. 

^) In dem Pririleginm der Herzoge Albrecbt II. und Otto rom 19. October 1335 (bei 
Fischer pag. 382) erscheinen als schank berechtigt: alle des Gotshaws aropt: die 
Probstey, daz Chelnampt, die Oberkammer, die nieder Chamer, daz Siechampt, 
die Gustrey , die Obla j , die Phistrey vnd daz Spitol. Nebstdem darf der Propst 
durch „seine Porger oder diener** jährlich 100 Aider in der Stadt ausschenken. 

*) Der KeUer, in welchem ausgeschenkt ward , wurde durch öffentlichen Ausruf 
bekannt gemacht, der Ausrufer erhielt 2 Denare. 

^ In Heiligenstadt waren 3 Keller : Cellare magaum, secundum cellare relro, tertium 
prope torcolar. 



XXX 

reoens) oder alter Wein (Tinum yetus). OlH-igens hatte das Stift 
auch noch in Ena ^ und Wien *) das Weinschanksreebt» doch mit 
bestimmter Quantität 

Der Verkauf im Grossen hatte seine Richtung nach Österreich ob 
der Ens, Baiern, Böhmen und Mähren. Von dort *) kamen die Käufer und 
erkauften den \¥ein von den einseinen Ämtern entweder gegen bare 
Zahlung oder auf Credit (in weichem Falle der Käufer zwei BOrgen 
zu stellen hatte) mit bestimmten Zahlungsterminen oder tauschweise 
gegen Tuch, Barchent, Wollenzeuge, Mehl, Weinstecken, Käse» 
Specereiwaaren etc. In den letzten Jahren des XTV. Jahrhunderts 
betrieb das Stift einen Weinhandel die Donau entlang bis hinauf 
nach Passau in eigener Regie. Der Wein wurde auf ein grosses 
stiftliches Schiff geladen, dieses mit Pferdekraft stromaufwärts 
geführt, und der Wein auf den einzelnen Stationen Krems, Stein, Ips, 
Mautem, Freistadt, Ens, Linz, Passau verkauft, worauf das Schiff, 
meist mit Salz und Binderholz befrachtet, zurQckkehrte, und der mit 
dem Handel Betraute dem Propste die Rechnung legte. Doch war 
dieser Handel im 14. Jahrhundert durch das Umgelt, in dem folgen- 
den durch AufscblSge und Mauthen sehr gedrückt ^). 

Nebstdem flössen dem Stifte Einkünfte aus dem ihm eigenthQm- 
lichen, aber oft bestrittenen Urfahrrechte^), welches bald in 
eigener Regie betrieben bald yerpachtet wurde, dann aus dem wichti- 
gen Wasserrechte auf der Donau*) zu. 



i) Za Eus in dem sUfUicken Hause für 15 Fuder, ertheilt durch H. Friedrich 
den Streitbaren, Id. MCrs 1221 (Fischer, pag. 185), beaUtigt dnrch E. Friedrich 
den Schönen U. JuU 1319 (Fischer, pag. 349). 

S) In Wien im Stiftshofe (vor dem SchottenUiore) für 40 Fuder, ertheilt tob dem 
Wiener Stadtrathe 13. Juli IZSS (Fischer, pag. 292), der EeUer hiess Margaretha- 
Keller. 

*) Stockerau, Komeuburg, Krems, Stein, Grein, Mauthausen, Bns, Linx, Freistadt, 
Bfferding, Hall, Aschach, Kremsmunster, Wallsee, Obemberg bei Passan, Passau, 
Regensburg, Rackendorf, Deckendorf, Landshut, München, ReioheohaU, SaUburg, 
Barghansen, Pilsen, Budweis, Brfinn, Liegnits. 

4) So erscheinen 1473 die Aufschlüge mi Klostemewnburg, HoUnburg, Tyemstain, Spics, 
Melkch, Ebersdorf, Sewsenstain, Sarningstain, Nehaim mit der bedeutenden Zahlung 
Ton 490 tal., 3 ss., 20 den. für 37 fuder, 4 dretling, 4 Anleg. Das ganse Rein- 
firtrigniss betrug 412 tal. 74 den. Im Jahre 1476 erscheinen neben den erst 
erwibnten noch AufscMige au »Achstain, Ainshaim, Ascbach, Newenhaws*. 

») Bei Fischer II. pag. 283, 403. 

•) BestfiUgt ron H. Rudolf UI. 13. JuU 1303 (Fischer, I. c. 324) innerhaU» der folgenden 
Grenzen: ^angefangen oberhalb Hoflein in derPassgrueb pei dem Pierpawm, rnd 



xxu 

Die zweite Art der Einkfinfte bestand aus den Gelddiensten <) 
ond Naturalleistungen der Unterthanen. 

Erstere wurden Yon den Grundstücken (Urbarlehen, Feldiehen 
Forstlehen, Holzlehen, Ortlehen *), Pnrehrechtachern, Hofstetachern, 
Wisachem), dann yon bestifteten und unbestifteten Hofstdtten (eurtes 
cum agris et sine agris) nach Verschiedenheit der Orte, des Bodens 
und sonstiger Verhältnisse in yerschiedener Höhe entrichtet. Neu- 
risse (Gereut, noralia) ») waren die erste Zeit befreit, in den fol- 
genden Jahren waren die Abgaben gering. Als EinZahlungstermine 
erscheinen die Tage der H. H. Michael, Georg, Martin , Margaretha, 
A^^d, Philipp, Kolomann (doch nur jenseits der Donau), Hippolyt 
(zu Pottenbrunn in der Nähe yon St. Polten), dann Maria Reini- 
gung und Geburt, und der Dreikönigstag. Manchmal war f&r den 
Fall saumseliger Zahlung nach der Verfallzeit eine Strafe fest- 
gestellt ^). 

Daneben erscheinen Ablait undAnlait(Ab- u. Anscbreibgebahren), 
wie natürlich, yerschieden nach Grösse der Besitzung. Einige Ortschaf- 
ten waren in dieser Hinsicht durch eine für alle Zeit yerringerte Geböhr 
yor andern beyorzugt^). Ferner kommen Malpfennige^), furgcding^). 



(h ratgegenvber lo der twarcien Stetteo Niderhalb Spilaren, nud nach beiden 
lauideD Zebil ab mcz an den mulgraben ob Brdpurckb, rnd da entgegen vber 
mcs an den drenaehen Pawmen Niderbalb Stadlaw — mit allem dem, was sieb 
darinnen macbet rnd ron Newndingen erbebt, es sein Aun, Grunnt, Schat oder 
Newscbnt. 
Anno ia74. Nota Serricia: Miebabelis 235 tal. 6 sei. 25 den. 

Martini, natiritatis et in carnispriTio 25 tal. S sol. 17 den. 
Georii 103 tal. 3 sol. 4 den. 
Reliqua 20 tal. 86 den. 
Declma presentis anni 270 tal. 
Summa 702 Ul. 55 den. (B libro L.) 
*) Diese ersebeinen an AUreicbsdorf nnd Götzendorf, und sablen im yerglelcbe mit 

den anderen die kleinste Summe. 
•) Cod. trad. 303, 553, Fiscber 11. 176, 305. 
^ So xn Ifieder-Hollabmnn 72 den. fSr jede yersiumniss. 
*) In Ha«eU>acb 30 den., in Bruderndorf 70 den.« in Ottentbai Vt P^^^* 

In Pirawart: iomentum post optimum. 
^) Ersebeinen ancb unter der Benennung Ess- oder Imbiss- Pfenninge , im Latein pro 
prandio (bei Kablenberg) , Ablösung eines bei Gelegenbeit der Taidinge beraa- 
tleUenden Mabls. 
') Wird im »Dienstbucb auf Rlostemenburg* rom Jabre 1401 erkISrt: Nota, den dinst 
Ton den bawssern an sand Görgentag, beist füergeding. 



xxxu 

pro pellieula ^ , Weggeld , Weidepfeunige *) , VogtpfeQDige <) 
vor. 

Die Naturalleistungen bestehen theils in Abgaben von 
Naturalien, theils in persönlichen Dienstleistungen. 

Zu den ersteren gehören : die Dienstkörner ^) von Weizen (siligo), 
Korn (tritieum), Gerste (ordeum)» Hafer (avena), *) Bohnen (fabae) ; 
der Blutsehent *) an Gänsen und Höhnern; andere Naturalien, 
namentlich Käse ^), Eier, Schafe ^), Schweine *), unter der Benen- 
nung Weisat (Küchendienst in der späteren Zeit genannt) <*) ; end- 
lich der Zehent von Getreide (bladum) und Wein, dann das Berg- 
recht. Der Getreidezehent war bedeutend und erstreckte sich auf die 
vier Getreidegattungen : Weizen, Korn, Gerste und Hafer. Er wurde 
entweder in natura genommen oder aber im Verpachtungswege hint- 
angegeben «^. Die Fruchte kamen in die stiftlichen Schöttkästen, 



^) Wird in einselnen Orten in natura eingeboben. 

*) Erscbeinen zo Sievering, Ottakrin, Rrizendorf, Grinzing, Öiting,- Bnzeradorf, aofkn 
Perg zu RIostemeuburg, für eine Gaiss, Kits, Kuh 4 — 8 den., für ein KaUi 2 — 6 den. 
In Tiemtal gibt jedes Ganzlehen dafür 3 Eise zu Pfingsten. 

*) So erscbeinen aucb Gelddienste von Mühlen , und seit Anfang des XlV. Jahrhun- 
derts Yon Badstuben, z. B. zu Pirawart neben einer Badstube mit jihrtich fixirtem 
Dienste efne andere »quae omni anno paciscit*. 

^) In dem Sltesten Urbar erscheint keine nJlhere Bestimmung des Getreidemasses 
(blos bei Talhairo kömmt der Ausdruck : n'n^qve mensure* Yor), obwohl gleich- 
zeitig (Rauch, SS. n.) ein St Pöltner, Kremser, Tulner und Wiener Getreidemass 
erwShnt wird. 

^) Die meisten Dienstkömer liefern Pirawart, Stoizendorf und Eipeltau. 

*) Liefert Wielandsdorf, sie gehören zur Eleemosyna Marchionis (Spende am Sterbe- 
tage des Stifters). 

^) Die Kise sind entweder Swaigchase (grosse Kfise) oder kleinere, bei beiden ist 
gewöhnlich der Werth festgesetzt. 

*) Bei den Schafen erscheinen als Abgabstermine Viti und Johannis BapUstae. Bei 
Harras heisst es „in messe", vermuthlich zur Ausspeise für die Feldarbeiter. 

*) Liefern Bruderndorf, Pirawart, Pfaffstetten. In dem letztern Orte lastet auf zwei 

Lehen eine besondere Abgabe von 30 den. „pro examinacione porcornm*. 
iO) Die gewöhnlichsten Abgabstermine sind die drei Hochzeiten (Hochfeste): Weihnach- 
ten, Ostern, Pfingsten; für die Huhner die Faschingstage (in carnispriTio) ; für 
die Kfise jenseits der Donau St. Aegidi. In den entfernteren Orten findet gewöhnlich 
eine Ablösung im Gelde Statt, nicht blos für die Naturalien, sondern auch für 
die Befreiung ron der Schuldigkeit, dieselben bis in das Stift zu führen (pro 
vectura). — Als besondere Abgaben erscheinen 1340: Eblinus in domo Neusidel, 
que quondam fuit Friderici Gausrab 1 libr. cere michahelis — Stephanus Cami/ex 
in strata silicum (Rieslinggasse) de iVt macello 1 rmam sepi — Dietmarus, gener 
Bertholdi, de macello in foro superiori tres assaturas tribus festis. 

11) Siehe Anhang Nr. XV. NN. 



XXXIII 

welche bei den einzelnen Wirtbschaftahöfen und der grösste bei der 
Stiftspfisterei sich befanden. Der grösste Tbeil ging flir den eigenen 
Gebrauch auf, der Hafer insbesondere reichte fQr den eigenen Bedarf 
nicht einmal aus, und der Ausfall musste durch Ankauf gedeckt 
werden. 

Der Weinzehent war ebenso bedeutend , doch minderte er sich 
im Laufe der Zeit durch den Umstand, dass das Stift fort und fort 
auf Vermehrung seines Weingartenbesitzes bedacht war, wo sodann 
TOD den erkauften Weingärten der Zehent hinwegfiel. Die Bemessung 
des Zehents geschah durch die sogenannte Beschreibung. Abge- 
sandte des Stifts (Zehentner, decimatores) 9 schätzten nach Been- 
digung der Weinlese den wirklichen Jahresertrag, und bemassen 
davon den Zehent. Zu diesem Behufe musste ihnen der Zutritt zu 
den Kellern der Zehentpflichtigen freistehen, was nattirlich nicht 
selten zu Widerstand und Reibungen Veranlassung gab , in welchem 
Falle die Landesflirsten <) und Herrschaftsbesitzer *) einzuschreiten 
sich gendthigt sahen. Zur Niederlage der Zehentweine jenseits des 
Kahlengebirgs (das untere Gebirg) waren die Keller zu Heiligenstadt 
und Kahlenberg bestimmt» die Qbrigen aus dem oberen Gebirge und 
Ton jenseits der Donau wurden in die Stiftskeller eingelagert. Zum 
Gberführen derselben hatten die Amtleute in einzelnen Ämtern den 
Wagen zu stellen. Die Oberfuhr der Weinladungen, so wie des 
Getreides und Heu*s Ober die Donau hatten die Klosterneuburger 
iSchiffer gegen eine bestimmte Entschädigung zu besorgen ^). 

Die persönlichen Leistungen der Unter thanen bestan- 
den in Hand- und Zugroboth ; so in der Stellung ron Mähern, Schnittern, 
Wandern (Gapler)»), Aufladern (Auffahrer) •), Pflügen zum Ackern^), 



*) Die Zehentner speisten wlhrend der Zeit ihrer Wirksamkeit stets an der Tafel des Prilaten. 

*) Das Still hatte das ReUerbeschaorecht zu Krixendorf nnd Klosterneuborg in Folge 
desFreiheitsbrie£i der Henoge Albrecht II. und Otto rom 19. October 133$ (Fischer, 
pag. 36Z)» und das Recht, allen aus den ihm xeheatpfllchtigen Weingirten nach 
Wien bestimmten Most zu beschreiben, durch einen Freiheitsbrief Herzogs AU>re€ht IH. 
▼om 1; October 1372 (Fischer, pag. 401), dann das ReUerbeschaurecht zu Nuss- 
dorf, Heiligenstadt, Grinzing, Sievering, Salmansdorf, Neustift nnd Ddbling durch 
den Freiheitsbrief H. Albrecht's 11. vom 1. Sept 1339 (Urkunde 2S3). 

*) So Agnes Ton Rosenberg zu Krizendorf (Urkunde 466). 

«) Siehe Anhang Nr. lU und IV. 

*) In Harmansdorf. 

*) In Riekersdorf, Haselbach, Harmansdorf, Nieder-HoUabrunn. 

') In Riekersdorf, Ottenthai, Weitendorf, Talhaim zum Frühlings- und Herbst-Anbau. 

c 



XXXIV 

Wagen zur Lese und Schnittieit und zum Überfahren des Getreides 
und Heu*s ^ nach Klostemeuburg oder in einen bestimmten Wirth- 
schaftshof, fQr welche Leistungen *) aber manchmal eine Ablösung 
stattfand *). Diese Einkünfte zu erhalten und zu rermehren, war 
stets die eifrige Sorge der Stiftsvorstände. Waren Gründe öde 
geworden, so suchten sie neue Ansiedler dahin zu ziehen; ebenso 
wurden, wo es thunlich, Rodungen (Gereut, Reutacher, Haidacher, 
noYalia) yorgenommen und fQr die erste Zeit gegen einen geringen 
Dienst verliehen *). 

Zur Entscheidung alirälliger Besitzstreitigkeiten, theilweise auch 
zur Einhebung von Gelddiensten waren die Tai dinge (placita) 
bestimmt , welche der Propst oder an seiner Stelle den Oberkellerer 
abhielt; hierbei wurden auch bestimmte Zahlungen entrichtet »). Ihre 
Zahl ist regelmässig drei *), ausnahmsweise erscheint nur ein 
Taiding des Jahrs ^). An einzelnen Orten mussten die Holden 
die Kosten der Mahlzeit tragen ^) ebenso die Kosten der Cber- 
nachtung (Nachtfelde) »). Auch erscheint eine Abgabe von Hafer 



^) Ib Riekersdorf einspiimige Wagen; in HaseU>ach, Nieder-HoUabrunn, Bmderndorf, 
OUenthal, Felbero, Weitendorf, Talhaim Toam bonam Tectnram. Eipeltao schickt 
Wagen zur Lese nach Kahlenberg. 

*) Vereint erscheinen diese Natoraliei standen in Pirawart Die Oanzleben- Besitzer 
müssen die Äcker des dortigen MaierboCs dreimal im Jahre ackern, die Fracht 
schneiden, einheimsen und in das Stift fTibren , die Hofstattbesitxer aber die Fracht 
schneiden, die Mandeln binden und aufstellen. Der ScbalTer hat die Aussaat, das Dre- 
schen und die Löhnung der Arbeiten xu besorgen. Bezüglich der Wiesen liegt den 
Lehenbesitsem das Mfihen und die ZufShrung in das Stift, den Hofstattbesitaern 
aber das Zusammentragen und Aufstellen des Ueu^s in Schober ob. rfebstdem 
erscheint in Pirawart auch eine nach auswirts zu leistende Gabe: jedes Lehen 
gibt nach Schweinbart S Metsen Hafer propter renacionem Inporum nach altem 
Brauch (ab antiquoj. Eine ihnliche Abgabe nach auswirts findet sich bei Eipeltao, 
dessen Bewohner f&r die Mauthfreiheit fiber die Donaubröcken dem Richter too 
Stadlau bestimmte Abgaben zu leisten haben. Siehe Urbar ron 125S bei Eipeltau. 

*) In Stannarsdorf mum panem et 2 den. flilcantibus foennm in obem wiss. It pro 
messoribus et aratris. In Felbem t den. pro messore. In Talhaim 6 den. pro mes- 
sore et falcatore foeni. In Eggenburg duo tagberch vel 4 den. 

^) So zu Riekersdorf im Jahre 1258 f&r IS Joch Reutacker 20 den. 

*) So zu Eipeltau: 4 den. et Tnum bonum pullum. 

*) Zu Stallern, Gerlos bei Götzendorf, Naschendorf, Pirawart, Harras, Eipeltau, Rin- 
gelsee, Hausbrunn, Wilbelmsdorf, Riekersdorf, Haselbach, Harmansdorf, Nieder- 
Hollabrunn, Bruderndorf, Peugs(aU, Trautendorf, Eberhartsdorf, Tiemtbal, Neusiedel, 
Tatiendorf, Hadwarsdorf, Pfaffstetten, Ottenthai, Bierbaum, Alreichsdorf, Stoizendorf. 

^) Zu Lang-Bnzersdorf. 

^) Zu Lang-Enzersdorf. 

*) Zu Haselbacb, Pirawart 



XXXV 

zur Schnittzeit an den Amtmann *) , welcher davon das Pferdefutter 
der propstlichen Boten zu besorgen hat. 

Die Unterthanen wurden, dem Sprichwort: „Unterm Krummstab 
ist gut wohnen" getreu, gut gehalten und väterlich behandelt <). 
Trafen sie Fehljahre oder verheerende Elementarereignisse, so 
konnten sie auf Freijahre oder Herabsetzung der Dienste mit Zuver- 
sieht rechnen *), auch wurden sie vor (remdherrschaftlichen Holden 
immer begOnstigt *)• 

Die stiftlichen Besitzungen waren in Rücksicht der Verwaltung 
in Ämter (officia) eingetheilt, deren Zahl nach Verschiedenheit 
der Verhältnisse wechselte ^). Die bedeutenderen Orte bildeten ein 
Amt für sich, anderen Ämtern waren viele Ortschaften , in denen die 
stiftlichen Einkünfte nur gering waren, zugetheilt. Die Verwaltung 
des Amts führte der Amtmann (Officialis). Als Besoldung hatten 
die Amtleute den Nutzgenuss bald grösserer bald kleinerer Grund- 
stöcke *), dann den Bezug von Ablait und Anlait, oder, wo dieselben 
bedeutend waren, einen bestimmten Theil dieser Gebühren. Wenige 
ausgenommen, waren sie auch von allen Leistungen an das Stift 
befreit, oder wo solche erscheinen, waren sie doch im Vergleiche 
zu denen der Holden sehr gering. In einzelnen Ämtern bezogen sie 
auch gegen die Verpflichtung, die nothwendigen Botengänge zu 
besorgen und die Verpflegung des Prälaten oder Oberkellerers auf 
sich zu nehmen, bestimmte nicht unbedeutende Naturalgiebigkeiten. 

Die Verwaltung aller nicht an besondere Ämter überwiesenen 
Einkünfte lag in der Hand des Oberkellerers (Obrister Chellerer, 
Obrister Chellner, Supremus Cellerarjus), welcher unstreitig nach dem 
Propste die einflussreichste Person des Stifts war. Er erscheint als 
natärlicher Stellvertreter des Prälaten nicht blos bei Taidingen, Ver- 
handlungen und Streitsachen, sondern auch an der Tafel des Prälaten, 
an welcher er immer speiste und in Abwesenheit des Propsts die 
Gäste bewirthete. 



1) Zm Riekersdorf, Eipeltaa und Meissau. 

*) So die EipelUaer 1266 (Fischer II. pag. 355) and 1278 (ih. 271). 

*) So die Untertbanen zu Strapfing 1275 (Fischer H. 260). 

^) So haben lt58 die Riekersdorfer, Harmansdorfer und Tresdorfer fireie Weide, wSh- 

read Aoswiriige ebendort Weidepfennige (denarii pascnales) entrichten mSsaen 
*) Siehe Anhang Nr. IX. 
*) Den besten Platx hatte der Amtmann von Eipeltau mit dem Genüsse von 1 V2 Leheo 

and 4 Hofstätten. 



XXXVI 

Für seine Unterkunft an einzelnen Orten, z. B.Enns, St Polten, 
war durch eigene Verträge, wie Ar die des Prälaten, gesorgt 9- Hielt 
er sieh in Wien auf, so wurden die Kosten ' seines Aufenthalts Ton 
dem Hofmeister der Propstei bestritten und der im Neuburgerhofe 
dotirte Caplan hatte vor ihm , wie vor dem Prälaten, Messe zu lesen. 
Wie seine Stellung, so waren auch seine Einkünfte bedeutend. Er 
besass einen eigenen Meierhof zu Harmansdorf zur Nutzniessung und 
bezog neben der Präbende eines Chorherrn die grösseren An- und 
Abschreibgebflhren von sänuntlichen Ämtern. Er führte ein eigenes 
Siegel, mit welchem er anstatt des Stifts Verträge besiegelte, und 
nahm auch von den unterthänigen Ortschaften die landesfQrstliche 
Steuer' ein, wenn eine solche von den Landständen bewilligt worden 
war. Diese einflussreiche Stellung, die umfassende Sachkenntnisse 
die er in derselben sich zu yerschaffen genöthigt war, und das 
darauf basirte Vertrauen der Mitbrüder erklären es auch, dass 
dieses Amt sich am häufigsten als der Durchgangsposten zur Prä- 
latur theils in Klosterneuburg selbst *), theils in anderen Stiften *) 
erwies. 

Wie der Oberkellerer in der Wirksamkeit nach aussen, so stand 
in der Wirksamkeit nach innen dem Propste zunächst der Stifts- 
dechant (Decanus). Er hatte für die Aufrechthaltung der klöster- 
lichen Disciplin im Stifte, so wie der Rechte der einzelnen Capitularen 
gegenüber dem Propste zu sorgen; desshalb wurde er auch nicht von 
diesem ernannt (was bei allen anderen Ämtern der Fall war), sondern 
von dem ganzen Kapitel gewählt Er war zugleich seit Propst 
Ortolf (13S3) Verweser der Einkünfte der sogenannten schönen 
oder marmorsteinernen Capelle (Capella speciosa sive marmorea 
s. Joannis Bapt.) und hatte zu diesem Ende einen eigenen Dechant- 
Schaffer an der Seite. Die bei dieser Capelle angestellten Capläne 
aus dem Weltpriesterstande waren ihm untergeben. Auch dieses Amt 
war in Folge des damit verbundenen Einflusses häufig ein Durch- 



i) Urkunde 126, 156. 

*) So 1394 I. Peter Lenhofer, 1409 Albert Stock, 1442 Simon I. im Thorm, 146S Johann 

HechU, 1465 Jakob I. Peperl, 1541 Wolfgang Haiden, 1616 Andreas Mosmfiller, 

1648 Bernhard II. Schmeding, 1749 Bertold H. Staudinger, 1766 GottlHed ron 

Roliemann, 1653 Adam II. Schreck. 
*) So Peter der Freiainger 1346 zu Seckan, Konrad Ramong 1366 so NenstUl in 

Tirol. 



XXXVII 

gangspankt zur Wärde des Propsts im eigenen *) oder einem aus- 
wärtigen <) Hause. 

An diese Würdenträger reiben sich der Spitalmeister, der Siech- 
meister, der Güster, der Oblaymeister, der Kämmerer, der Pfister, 
der Frauenpfleger, der Pädagog, der Caplan des Prälaten. 

Der Geist der Bruderiiebe, welchen dasChristenthum in den Herzen 
der Menschen weckt und pflegt, sprach sich neben vielen anderen dem 
religiösen Sinne entsprungenen Anstalten auch in der Errichtung der 
Hospitäler aus, welche insbesondere den Chorherrenstiften eigen 
waren *). Christen , welche ein frommer Drang zum h. Lande oder 
nach anderen durch die fromme Meinung der Christen geheiligten 
Orten trieb, wurden in diesen Hospitälern aufgenommen und liebevoll 
verpflegt; dortfanden sie, weonKrankheit im fremdenLande sie Aber- 
fiel, hilfreiche Bruderliebe, manchmal auch die letzte Ruhestätte. 
Längs des Strassenzugs zu Wasser und zu Lande entstanden diese 
frommen Anstalten. So auch zu Klosterneuburg an der Wasserstrasse 
der Donau auf dem Gipfel jener Anhöhe, welche den Wien zuge- 
kehrten Theil der Stadt trSgt. Der Anfang fällt mit der Gründung 
des Stifts zusammen, denn schon unter den weltlichen Chorherren 
erscheint ein Swarzo in dem Amte eines Hospitalar^ ^). Unter 
dem ersten Propste der regulirten Chorherren, Hartmann, zeigt 
sich der Fortbestand des Hospitals; der nach Jerusalem pilgernde 
Diaeon Adalbert schenkt zum Hospitale einen grossen Wein- 
garten ^). In dem dabei befindlichen Kirchlein war ein zu Ehren 
des h. Gotthart geweihter Altar *), später unter Propst Wernher 
erscheint ein anderer zu Ehren der h. Gertrud "^), von welchem die 



1) 1194 Radoif , 1371 RolomaDD ron Laa , 1399 BartholomKoa ron Bierbaom, 141S 
Georg L Mistuger, 1442 Simon I. im Tharm (frfiher Oberkellerer), 1551 Christof I. 
SUii, 1563 Leopold HiDtermajrer, 1616 Andreas Mosmuller (frfiher Oberkellerer), 
1675 Adam I. Scharrer, 1681 Sebastian Mayer, 1666 Christof U. HaUifti, 1707 Ernest 
Perger, 1782 Floridas Leb. 

S) So HeinHch (f 1164 zu Neustift), so Rudger, 1164 durch Hartmann (als Bischof 
Ton Brixen) als Propst nach Neustift berufen, aber in Folge des Todes Hartmann's 
(23. December) nicht zum Antritte seiner Würde gelangt, spiter Propst zu 
Klostemeuburg. 

') Constitationes Marbacenses %. CXXIII. bei Amort Vetus Disciplina Canon icorum 
Regularium pag. 422. 

^) Cod. trad. n. 51. 

») Cod. trad. n. 472. 

«) Cod. trad. n. 183. 

') Cod. trad. n.5d8. Spiter kam die Stiftung eines ewigen Lichts hinzu (Urk.277). 



XXXVIIl 

Kirche St. Gertraud genannt wurde. Die Wohlthätigkeit wendete sich 
frühzeitig und reichhaltig dem Hospitale ^ zu, wie die Begabungen 
im Saalbuche ausweisen*). Der als Spital meist er (Hospitalensis) 
aufgestellte Chorherr besorgte die Verwaltung der Einkünfte *}t 
welche mit der Zeit bedeutend wuchsen ^), gegen Rechnungslegung 
an den Propst. Er hatte filr den Gottesdienst in der Hospitalskirche zu 
sorgen ^) und das Recht, im Räume des Hospitals die Sacramente 
der Sterbenden auszuspenden, verbunden mit dem Begräbnissrechte 



^) Dm HospiUl besass seinen eigenen Stadel , Schuttkasten , Backofen , Refectoriam 
und Küche, und in dem mit Reisgeflecht eingezinnten Garten ein Hans. Das Per- 
sonale und die Besoldung im Jahre 1321 weiset das Rechnnngsbueh Signatur L- 
nach: Precium fbmilie domus. Anrige 7 sol. — Pistori 3 sol. — Procuratrici 3 
sol. — Respectrici 60 den. (halbjährig). Zur Spende des Markgrafen lieferte das 
Hospital 500 Brode, Z Schweine, 2 Ochsen, i$ Eimer Wein und 1 Pftmd Pfennige 
Geldes (Archiv, Band VII. pag. 296). Es trieb einen nicht unbedeutenden Weinbau 
nach Angabe des Rechnungsbuchs Signatur G.: Anno Dni 1324 provenerunt Tina 
subscripta ex parte hospitalis : 

In campo 3 vasa estimata ad 6 carr. cum carrata et ternario. 

In Rit 2 vasa estimata ad 5 carr. cum carrata et ternario. 

In Herphen 1 ras estimatum ad ISO vrnas cum carrata et ternario. 

In Selgeret carrata cum ternario. 

In Stainhaus 3 carr. cum ternario ex parte plagi. 

It. mum ternarium in Stainhaus ex parte Johannis In classe. 

In Prevngarten 3 Carr. 

In Margravio 5 ternarii. 

In Yeterlein 2 ternarii ex parte sifridi. 

In longa strata Carrata. Residua pars est impleta (Fullwein). 
In den Kellern des Hospitals kellerten auch andere Ämter die erfechsten Weine 
ein. So erscheinen (libro G.) anno 1324. Nota vina reposita ex parte prelature et 
aliarum oflicinarum : E Radekkario 12 karr. — Wiegen 5 karr. 4 tem. — Wazzer- 
Weingarten 2 karr. 1 tern. — Longa vinea 12 karr. — Geblinch 2 tem. adiunctis 10 
Trnis in Weingraben — Chrannest, dicta Oed, 4 tern. — de secunda vinea dicta Kroller 
3 tern. — A dominis de zedlicx 6 tern. quorum vnus est impletus. 
S) Cod Trad. n. 51, 163, 472, 576, 566, 601, 693. 
*) Die Einkünfte und Ausgaben von 1323 bis 1326 sind folgende (Liber F.). 

1323, Proventus 53 tal. 7 sol. 1 den. Exposita 46Vt ^1* ii ^«n* 

1324, „ 46Vs n 3 den. 

1325, n 82V, • 27 den. 

1326, , 57 , 3 sol. 3 den. 

1327, „ 51 ,, 76 den. 
1326, » ^Vs» 11 den. 

*) Siehe Anhang Nr. XV. litt V. 

^) St. Michaelstag war der dies dedicationis der Hospitalkirche. An den Bittagen , den 
Festen der Heiligen Gertraud, Michael, Jakob, Katharina und Kolomann sangen Stifts- 
herren daselbst das Matutinum und wurden von dem Hospitalar bewirthet. Als 
Unkosten bei solchen Bewirthungen erscheinen 1321 : 



46V, 


» 


11 den. 


53 


» 


13 den. 


56 


» 


35 den. 


52 


» 


35 den. 


46 


n 


11 den. 



XXXIX 

in der Kirche und dem die Kirche einscbliessenden Gottesacker. In 
der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundei*ts nahm die Zahl der zu yer- 
pflegenden Pilgrime ab. An ihre Stelle traten Arme, welche an be- 
stimmten Tagen ^ gespeiset wurden. Neben ihnen erscheinen bis 
zum Ende des ersten Viertels des 14. Jahrhunderts reisende Priester 
und fahrende Schöler als Gäste des Hospitals *), welches nun seine 
orsprQngliche Bestimmung verliert. Denn gegen Ende des 13. Jahr- 
hunderts hatte das Stift in dem Hospitale eine eigene Abtheilung zur 
Verpflegung kranker Stiftsglieder (Infirmaria) erbaut, denselben 
einen eigenen Siechmeister vorgesetzt *), auch zur Haltung des 
Gottesdiensts eine eigene Capelle zu Ehren der h. Barbara erbaut. 
Seit dieser Zeit war dieses Amt mit dem des Hospitalars vereinigt, 
bis in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die Benennung Ho- 
spitalar aufhört*) und blos der Siechmeister (Infirmarius) erscheint, 
aber auch die Infirmarie in ein innerhalb des Stifts befindliches 
Gebäude fibertragen wird &). Doch bleibt für die zunächststehende 
Verwaltungsperson der Ausdruck: Spital-Schaffer. In der Spitalkirche 
wurde bei besonderen Gelegenheiten feierlicher Gottesdienst unter 
Zuziehung der Stiftsherren gehalten, insbesoudere seit 139 1 die 
Octave des Frohnleichnamsfests feierlich begangen •). Auch Ablässe 



Nota Gertradis. Pro dominis. Primo pro 2 laceU 24 den. It. pro schiel 14 den. 
It pro carpione 10 den. It pro barbace 10 den. It pro nasen 8 den. lt. pro parvis 
piseibiu 6. den. It. pro cancris 2. den. It in fespere pro luceo 8 den. It. pro parvis 
piseibos 4 den. lt. pro Tino 18 den. Samma 3 soi. 13 den. Jt. in festo rogpacionum: 
Pro doininis. primo pro 2 pallis 6 den. pro carnibus Titulinis et Yaccinis 8 den. lt. pro 
2 assaturu 5 den. pro rino 6 den. summa 25 den. 

*) An folgenden Tagen: Weihnacht, Charfreitag, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, 
Pfingstsonntag, MariS Reinigung, Verkfindigung , Geburt und Himmelfahrt, Aller- 
heiligen, Johann d. TSufer, Magdalena und Katharina. 

*) So beispielsweise 1323: A Dominica Respice (12. Juni) usque ad nativitatem Domini 
habui 44 sacerdotes et 151 soolares. A nativitate Domini usque ad Johaonis B. 
(24. Juni) 1324 habui 20 sacerdotes et 30 scolares. 

*) Der erste urkundlich erscheinende Siechmeister istBertold im Jahre 1289 (Urk. 42). 

^) Der letzte urkundlich erscheinende Hospitalar ist Stephan 1309 (Urkunde 126). 

*) Über die Infirmarie sprechen die Statuten des 14. Jahrhunderts: Debet mansio 
infinnornm ac senum intra Claustrum Canonicorum esse, ubi suam aptissime pos- 
aunt tolerare imbecillitatem , quatenus ibidem et subsidiis ecclesiasticis, quibus indi- 
gent, et fratrum animi rinculis misericorditer sustententur , erga quos oportet, ut 
ceteri fratres magnam ezhibeant charitatem, scilicet ut eis compaciendo subreniant 
et assiduis risitaeionibusi 

*) siebe die Urkunden 557 und 558. Im 15. Jahrhundert erscheint bei dieser Procession 
regelmissig einer „mit der grossen Fiedel**. 



XL 

wurden der Hospitalkirche, welcher gegenüber die Infirnnarie-Capelle 
bald einging, ertheilt. 

Der Güster (Custos) hatte, wie aus einer Urkunde des Jahrs 
1344 klar erhellt 0> ^^^ Pfarrgeschäfte und zugleich alles zu 
besorgen, was die Kirche und die nothwendigen kirchlichen Geräth- 
Schäften, die ewigen Lichter etc. betraf. Er wohnte zufolge seines 
Amts, das ihn mit vielerlei Personen in noth wendige Verbindung 
brachte, ausserhalb des Stifts in dem Gusterhofe (curia custodis) *). 
Die Benennung „Pfarrer*" an die Stelle des Ausdrucks „Güster'' 
erscheint erst spät <). 

Der Oblaymeister (Oblajarius, Magister oblagiae) hatte die 
Verwaltung der zum Besten der Stiftsglieder gemachten Stiftungen, 
aus welchen die einzelnen Chorherren eine Verbesserung ihrer Prä- 
bende genossen , dann der zum Oblayamte gemachten Messen- und 
Jahrtagsstiftungen, welche theils durch Gelddienste theils durch Ze- 
hente sichergestellt waren. Er ftihrte ein eigenes Amtssiegel *). 
Die Oblay besass auch ein eigenes Haus (Oblayhaus) zu Klosterneu- 
burg, an den Grashofund die Judenschule angrenzend. In der ersten 
Hälfte des IS. Jahrhunderts ging das Amt ein und wurde dem Ober- 
kellerer zugetheilt ^). 

Der Kämmerer (Camerarius) war der Vorstand der sogenannten 
unteren Kammer (Camera inferior) •) und häu6g ein Laie'). Die 
Einkünfte dieses Amts waren gering »). Über ihre Verwendung 
ist nicht mit Sicherheit abzusprechen, da bis zu dem Ende des 
14. Jahrhunderts die Rechnungen dieses Amts sich nicht YorBnden. 
Die späteren Rechnungen weisen dem Kämmerer vorzüglich die 



^) In die pharr, die da haizzet die Gastrej (Urkande 310). 

S) Im Gusterhofe wurden auch manchmal fremde GSste bewirUiet Er stand (in Ver- 
bindung mit dem Schriftenthurme und der alten Kammer), wo der Eingang in das 
gegenwfirtige Stiftsgebfiude sich befindet. 

*) Erst 1515. Gerung, pharrer. 

*) Urkunde 503, 598. 

^) 1421 erscheint der Oberkellerer (nachmals Propst) Simon im Thurm als Verwalter 
der Obla^. 

*) Die obere Kammer (camera superior) stand unter dem Oberkellerer und war eigent- 
lich die judicielle Abthellung der Verwaltung, geführt von dem Stiftshofineister 
(spfiter Hofrichter genannt). 

7) Urkunde 303. 

") Anhang Nr. IV. Die dort erscheinende Camera nostra ist die Kammer (Binkfinfle) 
des Prälaten. 



XLI 

Erhaltung der Gebäude, die Ansehaffang der Kleider, die Auszahlung 
des Solds der Stiftsdienersehaft, so wie der auswärtigen Prftbenden 
XU« Von dem Stiftskftmnierer sind die Torkommenden Kämmerer des 
Propsts 9 wohl zu unterscheiden, welche Laien sind und zur Diener- 
schaft des Prälaten gehdren. 

Der Pfister (pistrinae praefeetus) *) hatte die Aufbewahrung 
und Verwendung des in dem stifUichen Schottkasten *) zusammen- 
geführten Getreids ^), dann die stiftliche Bäckerei und die Mfihlen 
anter sich. MQhlen besass das Stift zwei, eine am Lederbache 
wenige Schritte vor dem Einflüsse desselben in die Donau (molen- 
dlnum inferius), und eine Schifiinühle (molendinum superius), welche 
unterhalb der St. Martinskirche stand und mit dem festen Lande 
durch einen Steg verbunden war *). Gebacken *) wurden Brod 
und Laibein. Die Semmeln wurden von den Bäckern der Stadt 
bezogen, wie auch das Semmelmehl nicht selbst erzeugt, sondern 
erkauft wurde. Semmeln kamen überhaupt nur an den höchsten 
Festtagen und in beschränkter Zahl auf den Tisch. Neben dem ge- 
wöhnlichen Kornbrode wurde jedoch auch in der stifllichen Back- 
stube fhr die Tafel des Prälaten eine eigene Gattung Brod, unter 



1) Urkoode 83, 303. 

*) Neb«t des in dem Urkondenboche Torkommenden Pfistermeistern (siehe Register) 

erscheinen in den Reehnun^n: 1360 Eberhsrd, 1371, 1376 Johannes, 1383 Petrus. 
*) Der8en>e bestand ans drei Stockwerken, die als oberer, mitUerer nnd unterer Kasten 

eneheinen, nnd war, wie alle WIrthschaflsgebinde , mit eisernen Thiiren nnd 

Fessterliden gesichert 
^) Als Einkfinfte erscheinen! 

1371, 96 mod. tritici — 25Vs °*^ siliginis — 20 metr. canapi (hanf) de Gezen- 
dorf — 2Vs °*od. 8 metr. ordei — 140 mod. 25 metr. arene — nnd an Geld- 
dienst 144 libr. 59 den. 

1373, 184 mod. 14 metr. tritici -^ 20 mod. 4 metr. siliginis — 31 metr. fabarum — 
3 mod. 25 metr. ordei — 129 mod. 17 metr. avene. 

1374, 107 mod. 23 metr. tritici — 24 mod. 10 metr. siliginis — 1 12 mod. 11 metr. 
arene — 3 mod. ordei — 26 metr. fabarum. 

1375, 179 mod. 24 metr. tritici — 29 mod. 26 metr. siliginis — 148 mod. 14 metr. 
arene ~ 6 mod. 28 metr. ordei — 28 metr. fabarum. 

1380, 156 mod. minus 8 metr. tritici — 6 mod. 11 metr. tritici pro stewra — 
41 mod. 2 metr. siliginb — 4 mod. ordei — 156 mod. 14 metr. arene — 
2 mod. 25 metr. arene pro stewra. 
*) 1360 kömmt in den Rechnungen die Erneuerung dieses Stegs for: pro 2 arbori- 

bus Vs tal. 25 den. Carpentatori pro faciendo 21 den. 
*) Der älteste urkundlich bekannte stifUiche Bficker durfte der im Cod. Trad. n. 20 
ersebeinende „Brinricus, pistor canonicorum** sein. 



XLII 

der Benennung Pfefferbrod erzeugt. Der Pfister hatte ferner die 
Verpflegung der stiftliehen und Gastpferde mit Heu und Hafer 
zu besorgen 9 und den zu seinem Amte gehörigen Weingarten , die 
Rawberin genannt, zu verwalten. Ihm unterstand ein zahlreiches 
Personale»). Die Pfister waren Laien, erst 1414 unter Propst 
Albert erscheint in diesem Amte Stephan, Pfarrer in Steten, ein 
Weltpriester. 

Von dem Frauenpfleger (Custos dominarum) wird bei dem Chor- 
frauenstifte die Rede sein. 

Einen eigentlichen Kellermeister (Ceilarius) gab es nicht, da 
die Verwaltung der Weingärten nicht in einer Hand rereinigt war, 
sondern jedes Amt seine eigenen Weingärten und das Ausschanks- 
recht hatte *). Die vorkommende Benennung Chelnampt bezieht 
sich auf den Oberkellerer , die in Urkunden erscheinenden Cheller- 
maister und Chellerschreiber sind herzogliche Dienstleute. 

Nach dem Muster anderer Stifte bestand auch zuKlosterneuburg eine 
Stiftsschule unter der Leitung eines Chorherrn (Pädagogus). 
Die älteste Hinweisung^) darauf geschieht bei dem im Jahre 1216 be- 
richteten Tode des jungen Herzogs Leopold (VHI.), welcher dieSchulen 
zu Klosterneuburg besuchte und hier aus Mangel an Aufsicht von Seite 



^) über allef Dieae« uehe Anhang Nr. XH. 

*) Dii8 Perfonale and seine Besoldung erscheint in den Rechnungen, wie folgt: 
1360, Musarius pro ebdomada 42 den. 

Molendinator in superiori molendino per hebd. 24 den. 

Molendinator in inferiori molendino per hebd. 20Vs ^^^' 

Ambo pro caseo et Tino per hebd. 70 den. 

Pistores et famuli prebendarii per rnum mensem 17 sol. 27 den. 

Pistores pro vino per hebd. 4 den. 
1372, Nota famiila domus (halbjfihrig). 

Molendinatori V libr. 

lt. dnobus fiimulis V libr. 

It. aurige 12 sol. 

It. meissario 3 libr. minus 42 den. 

It hewpinter 5 sol. 6 den. 
*) Der ilteste mir bekannte Kellermeister aus den Chorherren ist 1509 Stephan Hügel- 
weit, so wie als Küchenmeister im gleichen Jahre Hieronjmus Ton München (de Monaco). 
«) Ob der im Cod. trad. n. 200 vorkommende Magister scholarum und der ibid. 
n. 767 erscheinende Poppo scholasticus Chorherren des Stifts gewesen , lisst sich 
aus der Urkunde nicht mit Bestimmtheit entnehmen; eben so wenig, ob der unter 
Propst Gottschalk aufgenommene Noviz Olricus Scolaris und der Cod. trad. n. 564 
erwähnte Sohn Ulrich's ron Ulrichskirchen »quem ad litteras posuimus* Schüler 
der Stiftsschule gewesen. 



xLni 

des Lehrers Ton einem Baume herab sieh zu Tode Gel. Allein die 
ganze Erzählung beruht auf Ortilo und den Klosterneuburger Tafeln» 
die einheimische Chronik weiss nichts davon , sie berichtet bios ein- 
fach den Tod des jungen Leopold. Ein sicherer Anhaltspunkt ist 
das orkundiiehe Erseheinen des Chorherrn Pabo (welcher spftter 
Propst des Stifts wurde) als Pftdagogus im Jahre 1260. Die letzten 
orkundlich erscheinenden Pädagogen <) sind Marquart und 
Bartholomäus, und zwar in einem und demselben Jahre, nämlich 
1341. Aber schon 1330 erscheint ein Magister Nicolaus, rector 
seolarum in Neuburga, bei der St Martinskirche in der untern Stadt*). 
Bald darauf wurde auch die obere Stadtschule in der Art vom Stifte 
getrennt , dass dieselbe nicht mehr Ton einem Stiftsgliede besorgt 
wurde; doch wurde die Schule vom Stifte aus erhalten, der 
Schulmeister (scolasticus) bezog Ton demselben Besoldung und Klei- 
dung und hatte die Wohnung im Stifte (bei der sogenannten Obern 
Kammer). Die Sorgfalt des Stifts fQr diese Schule beweiset der 
Umstand, dass sich das Stift von der Stadt bei Erbauung des BOrger- 
spitals einen eigenen Revers ausstellen lässt, bei dem Spitale nie- 
mals eine Schule anlegen zu wollen *). 

Der Caplan des Prälaten wurde Ton diesem aus den Chor- 
herren gewählt und begleitete ihn auf Reisen, um vor ihm die Messe zu 
lesen; rielleicht, dass er auch bei feierlichen Gelegenheiten das Amt 
eines Ceremoniärs versah. Doch scheint dies Amt blos von dem Willen 
des Prälaten abgehangen zu haben und kein fortbestehendes gewe- 
sen zu sein, da nur unter Propst Rudwein und Kolomann derlei 
Capläne erscheinen *). Bei der Capelle im Neuburgerhofe vor dem 
Schottenthore zu Wien war aber ein Caplan fundirt, welcher vor 
dem Propste oder Oberkellerer die Messe zu lesen hatte ^). Als 
TorQbergehende Erscheinung flndet sieh auch 1394 ein Caplan des 
Dechants vor •). 

In der Classe der Dienerschaft (familia) begegnen wir 
einem Speiser des Propsts (1362) ^), einem Küchenmeister 

IHe Reibe der bekannten Pidagogen siebe im Regieter. 

S) Urkonde 242. 

*) UrkoDde 910. 

*) Urkunde 296, 301, 475. 

*) Urkunde 363. 

*) Ann. cur Urkunde 572. 

Urkunde 415, 422. 



XLIV 

(1364) 0, Köchen (1384)»), stiftlichen Weinkellnern <). dann meh- 
reren anderen untergeordneten Dienern *). 

Was das Leben im Innern des Hauses betrifft, so. hatte schon 
der erste Propst der regulirten Chorherren Hartmann Statuten ent- 
worfen , welche in der Folgezeit den Bedürfnissen gemäss vermehrt 
und geändert wurden. In der ältesten Zeit erscheint noch ein ge- 
meinsames Schlafhaus (dormitorium), dessen letzte Spursich unter 
Propst Stephan von Sierndorf TorBndet 

Die K 1 e i d u n g der Chorherren war weiss, im Sommer aus Lein- 
wand, im Winter aus Tuch, welches theils aus dem Inlande (meist 
von Tuln) theils, besonders f&r Propst und Dechant, aus dem Auslande 
(Brügge, Löwen, Mastricht, Tournay, Cöln) kam. Zur Bestreitung 
der Kosten bestand eine eigene Stiftung &). Im kirchlichen Dienste 
trugen sie eine Cappa, gleich den Domherren an den Kathedralkirchen; 
die Cappa des Propsts war aus rothem Zendal gefertigt *). Als 
Fussbekleidung erscheinen Filzschuhe, mit Filz ausgefütterte Leder- 
schuhe und grosse lederne Stiefel. 

Die Kost wurde zweimal des Tags, Mittags und Abends, ge- 
meinschaftlich im Refectorium eingenommen. Sie bestand zum grossen 
Theile aus Fleischspeisen, manchmal von Gemüse unterbrochen ^). 
Alle Freitage und Samstage , dann durch die ganze Advents- und 
Fastenzeit (vom Aschermittwoche angefangen bis zum Ostersonntage) 
wurden blos Fastenspeisen genossen, auch an den in diese Zeit 
fallenden Sonn- und Feiertagen »). Jeder Chorherr hatte zu Tische 



1) Urkunde 424. 

*) Urkunde 359. 

S) Urkunde 389, 3S$. 

«) Siebe Anhang Nr. XV, UU. 

•) Urkunde 351. 

*) Die Dienerschaft war in Loden oder braunes Tuch gekleidet, welches 1377 von 

St Polten Ton einem gewissen Pöltinger und Blittlinger bexogen wird. 
') Manche Lebensmittel wurden mitunter weither besogen , so s. B. Fische und 

RSse von Kremsmunster, KSse von Gleink etc. 
^) Für die Fastenaeit wurden Hausen, marinirte Karpfen und Hechte, Hiringe, Reis, 

Rosinen, Feigen, Mandeln, öl etc. im Grossen angekauft unter der Benennung 

Quadragesimalia. Siehe Anhang Nr. XV, J. 

Die folgende Zusammenstellung der in den Kfichenamtsrechnungen dee 14. Jahr- 
hunderts Torkommenden Speisen dfirfte als ein Beitrag zur Culturgeschlchte nicht 

nnwiUkommen sein: 

Öphelgeheksuppen — Geheksuppen — Weinsuppen — Weinpersuppen mit Öpfel ^ 
Handelsupp mit Semel — Arbaixsuppen — ChXsprue. In der Stoppe fleckh — 
mylchil Wurste — Sweinen clan. 



XLV 



ein bestimmtes Ausmass von Wein^- An den hohen Festtagen (Hoch- 
seiten) wachs die Anzahl der Speisen und Ausmass und Qualität 



Rjitlleiseli — gersten mit Rjntlleitcli — LnogelprateB — Rocherpraten — Rock- 
pnten — g^oei Praten — Ryntfleisch in mIcx — Garibpraten — Liechtl. 

CMtrawafleisch la Baffeapratee — haberclMro mit oattrawafleitoh — Caftrawn 
pawch im sieden. 
: ChiU»eme ieber pachen — ChSlbrein faiz — Chllbrein chfos — Chelbreina ^pra- 
tee — Chalbfleiicb in ain ayprue — Awter (Kuheoter). 

Lemprein hawbt gepacben — Lembreios Id ain gutsei — Lembreins io firness — 
Lemberspaweb m praten. — Zicklein. 

Langelffloss — Gesnattel. 

Sweiaprateo — Spensan — leberwurst — pratwurst mit semff. 

Jonge bAiier — Gans gepraten — Tawben — GenscbrjUs — Enten (sebr selten) 
Chrnmbetr^el — Fasiane (sebr selten) — Rebb&ner — Perf ogel (Birkbfibner) 
— Y^gel gepraten — Sweinein wiltpret — Cblain rSgel — Hasen (sebr 
selten) — Haselbnner (pullus raselo) sebr selten. — Asperioli (nacb Du 
Gange Bichbömcben) -^ Ardea (die Zubereitung lelgt die Recbnung ron 
1395: pro canlibns et rosis et erdper ad ardeam 1 tal). 

Nnssmilicb mit semel — Cbrant mit wurst — Potingcbraut (eingesiaertes) — Lyenns 
gepraten — Ingemacbte Rüben mit cbren — Pfenigprein in milieb — Wurst 
anf grftn ebraut — Mawracben ^ Arbaiu mit dpbel — Reys mit mandel 
md bonig — Lins — &pbelgmas ~ Cbrant mit allen (Aal). 

Pacbblatter mit bonig — Lecelten — prante cbucbel aus semelmel — Strawben — 
Mawcbleln aus semel — fladen — nunnenfSnlein — pacben cbucben mit 
wetnper (Gugelbupf?). 

Pa^ne Spliel — gereste piem — gereste weiil — amerla et cerisa. 

Ajr in essig — Pacbne ajr — Ajr mit Opbel fnd bonig gefüllt — rerlorne ajr. 

Cbrewssen (Krebse) — Tuckentel. 

PachTiscb ~ Oftrrviscb ~ rbertruckbt becbt — gespreite becbtl — gesotten 
hecbU. 

Hirtng — Trawnfiseb — Pfrillen (beide werden massweise gekauft) — Torcben — 
hawsen — Ain — Scbil — Nasen — Karpfen — Stirl — Hatten mit dpbel — 
Perben — Zindl — Viseb in der Snlcs mit bonig, banfscbotten md ^pbel — 
Roben und cblain riscb darauf — ebraut mit Eriobriscb — Cbressling — 
Grandel (funduli). 

Besonders stark war in der Fastenseit der Yerbraucb ron HIringen und Kise, 
welcbe letstere, trots der Welen Oienstkise, noch in bedeutender Ansabl erkauft 
wurden. 

Als Gewürxe ersebeint Safran, Ingwer, Zimmt and Pfeffer. 
*) In der ersten Zeit litt das Stift grossen Mangel an Trinkwasser, bis demselben 

darcb eine im Wolfsgraben am Fasse des Leopoldsbergs aufgeftindene und in 

Röhren in das Stift geleitete ausgiebige Quelle abgeholfen wurde ; die erste Er- 

wibnang daron geschieht unter Propst Wernher II. (1192—1194), wo Wlkke- 

bert*s Witwe dem Stifte einen Weingarten schenkt: «ut per eandem rineam fons 

noster liberum babeat transmeatum" (Cod. trad. n. 409). Eine spStere Hand schrieb 

dazu als Randglosse: Gerort prunn (d. h. Wasserleitung in Röhren). Die nlcbste 

Erwibnnng geschiebt im 14. Jahrhundert, wo Bischof Bernhard von Passau 1306 

dem Stifte erlaubt, die Einkünfte einer dem stiftUchen Patronate unterstehenden 



XLVI 

des Weins ^ und an die Stelle des Brods traten Semmeln. Zur 
Erheiterung dienten an diesen Tagen häufig Musiker und Gaukler 
(fistulatores et joculatores) gegen Bezahlung, die auch manchmal 
von den Gliedern des hohen Adels, welche an solchen Tagen als 
Gäste erschienen, mitgebracht wurden *). An einzelnen bestimmten 
Tagen wurde in Folge eigener Stiftungen eine Aufbesserung an 
Kost und Wein (Pitanz, Propinacio) gegeben, deren Umfang 
gewöhnlich von dem Stifter genau bestimmt war »). 

Nebst Kost und Kleidung bezog jeder Chorherr monatlich eine 
bestimmte Summe Geldes, welche der Dechant doppelt erhielt ^). Kost, 
Kleidung und dieser Geldbetrag zusammengenommen wurde mit dem 
Ausdrucke Herrenp fr finde (praebenda dominorum) bezeichnet, und 
dieselbe auch Laien f&r treugeleistete Dienste, manchmal auch gegen 
Erlag einer bestimmten Summe oder Übergabe einer Realität entspre- 
chenden Werthes, auf lebenslang verliehen &). Nebstdem bestanden 
zwei Herrenpfrfinden , welche armen Leuten verliehen wurden und 
Praebendae Marchionis hiessen *). 

Kranke Glieder des Hauses wurden in das Siechhaus (Infirmaria) 
gebracht, welches, mit einer eigenen Capelle zu Ehren der heiligen 
Barbara versehen, in dem Hospitale, später innerhalb des Stiftsraums 
unter Aufsicht des Siechmeisters bestand. Von einem Arzte kommt in 
den stiftlichen Schriften keine Erwähnung vor. Die Gesundheits- 
pflege beschränkte sich auf Bad und Aderlass. 



Kirche sum Behafe der Hertiellimg dieser Wiseerieituog su beziehen (Urkonde 92), 
sa welchem Ende er noch spfiter (1313) eine Schenkung ron 130 Pftand hin- 
sufQgie (Todtenbuch des Stifts Rlosterneuburg, 28. Juli, in VII. Bande des Archivs). 
Verffl. auch : Kleine Klosterneubur^er Chronik ad annum 1330 und Anmerkung 8 
ebendaselbst. 

^) An der Tafel des Prilaten erscheint Reyfal, Malwasir und Museatell, ftunsdsischer 
Wein (Tinum gallicnm) und Bier (ceresivia), welches letztere su Schiffe aus Baiern 
hergeführt wird (1399 pro ma lagula Malwasir 7 flor. Liber E. L). 

*) So die Herren Ton Wallsee und Maidburg. 

*) So erhUt in Folge der Frohnleichnamsstiftung der Herzogin Elisabeth (1288) der 
celebrirende Priester mum bonum flsrculum de coquina praepositi et mediam prae- 
bendam boni rini de cellario praepositi in mane, et tantnmdem in resperis, am Tage 
der Altarweihe aber (in octara pascae) jeder Chorherr «mensuram boni vini et 
Tuam simulam panis (Fischer H, 289). 

«) Siehe Anhang Nr. XV, WW. 

A) So schon im Cod. trad. nn. 393, 578 und Urkunde 484, S14. 

•) Siehe Anhang Nr. XV, WW. 



xLvn 

BSder erscheinen erst in den letzten Decennien des 13. Jahr- 
hunderts. Anfangs wurden die Badstuben ausserhalb des Hauses fiir 
den Gebrauch der Chorherren gegen eine jährliche Zahlung, welche 
der Oberkellerer leistete, gemiethet. Zu Ende des 14. Jahrhunderts 
erseheint eine im Stifte selbst erbaute Badstube fQr den Gebrauch der 
Chorherren ^), ebenso eine Badstube des Prälaten. 

Der Ad erlas s (minutio) wurde zu bestinnnoten Zeiten des Jahrs 
Torgenommen. Da diejenigen, die sich ihm unterzogen (phlebotoni), 
durch 3 Tage in dem Siechhause bei besserer Verpflegung verweilten, 
war es durch die Nothwendigkeit , im Gottesdienste keine StOrung 
eintreten zu lassen, geboten, dass diese PräserratiT-Cur nicht von allen 
Stiftsgliedern zugleich, sondern abtheilungsweise gebraucht wurde. 

Als Arzneimittel erscheinen Salbei, Raute, Erdrauch, Rosen- 
blstter, Anis, KQmmel, Wachholder, Wegerich, Iriswurzeln, Süss- 
holzsaft etc., als Universalmittei Theriak (dryak) von Venedig*). 

Der Gottesdienst wurde mit grosser Feierlichkeit begangen*), 
besonders an den Gedftchtnisstagen der Weihe der Kirchen, Capellen 
und Altäre und an den Patrocinien, wo eigene Cantores aus den Stifts- 
herren erscheinen, welche die kirchlichen Tagzeiten dort beteten und 
dafür an der Tafel des Prälaten speisten (Jus cbori) ^) ; häufig war 
der Gottesdienst als ein feierlicher gestiftet *). Bei einzelnen Altären 



^) Im Jabre 1377 wurde die Budstobe im Herren- ond FraueDkloster g^ebaat Zur 
SrwinnBDg des WaMers dienten anch erhitzte Bachkieael , welche eigens gesam- 
melt wurden. 
*) 1395, pro colligenda salvia 6 den. 
1398, pro maria magdalenkrant 20 den. 
pro lekweiricio 12 den. 
pro anisio 12 den. 
pro canri 10 den. 
pro Janiperis 28 den. 
omb rejall 22 den. 
pro lilio conrallio 10 den. 
pro Roaen 32 den. 
pro plantagine 20 den. 
pro fnmna terrae et betoniea 32 den. 
S) Siebe Anbang Nr. TU und XVI. 
*) Siebe Anbang Nr. XIII. 1343, 2$. JSnner, 16. MSrz, 19. November, 7. December. 

— 1344, 3. .Virs, 19. and 30. NoTember, et saepius. 
*) Die Stiftung der Antiphone Speciosa (Urkunde 503), Salve Regina (Urkunde 533, 
539), des FrSbamts de Beata (Urkunde 508), des Dorotbeafests (Urkunde 
556), des Barbarafeste (Urkunde 351), des FrobnamU auf U. L. Fr. Altar (Ur- 
kunde 4U). 



xLvni 

erscheinen Stiftungen eines ewigen Lichts 9 (so wie auch bei der 
sogenannten Ewigenlicht-Säule auf dem Friedhofe). Auch feierliche 
Processionen sind nicht selten» werden mitunter gestiftet *), kommen 
aber auch von auswärts an bestimmten Tagen der Stiftskirche zuge«- 
zogen '). Zur Beförderung der Andacht dienen auch die Ablässe, 
welche das Stift ftlr die ihm unterstehenden Kirchen und Capellen in 
reicher-Fülle erhielt^). Auf die Ausschmückung des heiligen Grabs^) 
und die Feierlichkeit der Auferstehung *) wurde besondere Aufmerk- 
samkeit verwendet. Doch wurde der Gottesdienst nicht blos von den 
Chorherren gehalten, es erscheinen auch Weltpriester, welche, eigens 
fundirt, in den Capellen oder an bestimmten Altären die Messe lasen, 
aber auch mitunter verpflichtet waren, den Chordienst mitzumachen. 
Das Begräbnissrecht hatte schon Papst Eugen III. 1146 dem 
Stifte verliehen ?), und Österreichs Edle suchten und fanden, gleich dem 
Gründer Leopold und einigen seiner Nachkommen ^), in den Räumen des 
sogenannten Kapitelhauses und des Kreuzganges neben denPrdpsten*) 



A) Siehe im Register: Rlostemeubarg, Ewigee Licht 

*) So die YOD der Herzogin ElisabeUi (1288) gestiftete Frohnleichnamsproeesuon 
(Fischer II, 288) unddieFrohnleichoamsprocession im Hospitale in der Octarre dieses 
Festes (Urkonde 557, 558). 

S) Von Heiligenstsdt, Komeuburg, St Georg (Stadlau), Schrick, Zistersdorf, Mistel- 
baoh, st Agatha (Haasleuten), Wolkersdorf, Stockerau. Die Geistlichen, welche 
diese Processionen fOhrten, speisten regelmässig an der Tafel des Prilaten. 

*) Siehe im Register: Ablisse. 

B) Kleine Rlostemeuburger Chronik ad annum 1381 im VII. Bande des Archivs pag. 235. 
*) Rnrz: Österreich unter Herzog Albrecht IV., Band U. pag. 425. 

^) Fischer II, pag. 143. 

^) Siehe darüber Marquart Herrgott Taphographia. 

*) Die Begrfibnissstitten der Pröpste sind, so weit sie sich bestimmen lassen, folgende: 
Ad altare s. crucis: Marquardus I. (1226) — Christophorus I. Starl (1558). 
Ad aram novam (der von der Herzogen Elisabeth im Kapitelhause gestiftete Frohn- 

leichnams-Altar) : Pabo(1292). 
Ad aram s. Gregorii (bei der kleinen Kircbenthüre) : Conradus II. (1257) — Petrus I. 

Lenhofer (1399) — Bartholomaeu» de Bierbaum (1409). 
In capitolio circa marchionem : Bertoldus I. (1317) — Ortolfus de Wolkersdorf 

(1371) — Albertus Stock (1418) — Jacobus 1. Peperl (1509) — Leopoldus 

Hinterma^er (1577) — Bernardus II. Schmeding (1675). 
Ad aram s. Nicolai in capitolio: Nicolaus I. (1279) — Nicolaus II. Neithart 

(1336) — Georgius I. Müstinger (1442) — Simon IL Heindl (1465) — 

Joannes Hechtel (1485) — Georgius II. Hausmanstdtter (1541). 
In medio ecclessiae: Stephanus de Sierndorf (1335) — Colomannus de Laa (1394) — 

Bernardus I. Weis (1643). 
Ad aram s. Augustini (im Chore): Rudwtnus de Knappen (1349). 



XLfX 

ond Chorherren des Hauses 9 hfiuGg ihre letzte Ruhestfttte <). Als 
nScbste Folge hievon erscheinen Stiftungen von Jahrtagen (Anniversa- 
rien)«), die bald in eigenen Urkunden bei Lebzeiten, bald testamentarisch 
erscheinen ^), so wie Stiftungen eines ewigen Lichts bei dem Grabe *). 
Den Jahrtag Leopold^slV. gründete das Stift selbst in dankbarer Aner- 
kennung, und machte ihn im Geiste des Stifters und der damaligen Zeit 
zu einem Tage der Wohlthätigkeit durch die an demselben vertheilte 
Spende (Stipendium Marchionis) von Brod , Fleisch» Wein und Geld *). 
Doch beschränkt sich die dankbare Verehrung nicht blos darauf, 
sie zeigt sich auch in der reichen AussehmQckung und Beleuchtung 
des Grabes Leopold's ^, so wie in dem Streben» den gleichen Sinn 



la cboro: Wolf^n^nt Haidee (1581) — Christophonu U. Mathaei (1706) — 

CMparus ChriaUani (1584) — Thonas Ruef (1612). 

In aaceUo a. Afrae: Balthaaar Polsmann (1596) — Rudolfus U. Maller (1648) — 

Adamna L Scharrer (1681) — Sebastianua Mayer (1686) — Emestua Perser 

(1748) — Bertoldua U. SUudinger (1766) ~ Godefk-idas de Rollemann (177Z). 

In crypia a. SebaaUaoi, in carnario: Ambroaias Lorena (1781) — FJoridua Leb 

(1799) — Gaudentina Donkler (1829). 
lo aaceUo coemeterii: JacobuslII. Ruttenstock (1844) — Wilbelmns Sedlacsek (1853). 
^) Von Jahre 1393 findet aich eine Aufkelchnung ron Leiehenkosten ror (Lib. T.) : 
Pro aepultara Stephan! Tawsael. Pro offertorio 40 den. 

lt. fosaatori mortnorum 8 den. 
It. pro 31 misaia 3 sol. den. 
It. pro cera 3 aol. 8 den. 
It. eccIesiasUco ad pulsandum 60 den. 
II. pro Telamine (Überthon) fk-enalino 3 sol. 
It. ad larandum lectnm 32 den. 
It. custodi pro ornatn 6 sol. 
*) Siebe Anhang Nr. XII. 

*) Bei Einzelnen erscheint der Gebrauch der Opferpfennige , die wKhrend des Ann!» 
reraariums dargebracht werden; f3r diese, so wie fiir die Beleuchtung, sind 
eigene Bestimmungen getroffen. So erscheint: In anniTersario Colomanni prae- 
poaiti , und bei dem dea Ritters Michael Tnz : Pro offertorio 28 den. et de can- 
delis 56 den. 193. 
*) Siehe im Register: Jahrtage. 

^) So die Sliftnng der Herzogin Theodore 1226 (Fischer II, pag. 180), des Herzogs Bern- 
hard Ton Kirnten 1251 (ibid. pag. 211), der Willbirgis ron Kirling (cod. trad.n.771). 
*) Stehe Archiv f&r Kunde österreichischer Geschichtsquellen, Band VII, pag. 289. 
— 1360 erscheint in der Rechnung des Pfistermeisters Eberhard (lib JA.) : super 
piatationem marchionis in feste s. Martini (dieses Datum erscheint, weil an diesem 
Tage daa Brod gebacken wurde) 12 mod. siliginis. Zu der Spende Mmrd« auch 
der Bohnendienst Ton Wielandsdorf rerwendet. 
^) So erscheint zu diesem Ende eine Stiftung iita Cod. trad. n. 397, nt sepulchrum 
Marchionia in capitolio perpetualiter illuminari debeat Im Jahre 1373 und dem 
folgenden erscheint neben der Ausgabe f8r die Kerzen am Grabe Leopold's noch 
eine Besoldung für den «Incensor candelarum ad sepulchrum marchionis*. 

d 



weiter zu rerpflanzen. So ist eine der BedinguDgen, unter welchen 
die geistliche Verbrüderung mit Göttweih eingegangen wird, die 
Abhaltung des Jahrtags Leopold*s zu Göttweih. 

Die geistliche Wirksamkeit der Chorherren war anfangs 
eine beschränkte. Seelsorge übten sie nur an der Stiftskirche und der 
vor Gründung des Stifts schon bestandenen St. Martinskirche, welche 
Hartmann, der erste Begular-Propst, nur auf yielmals erneuerte Vor- 
stellung Leopold^s, dass damit rielen Verdriesslichkeiten vorgebeugt 
würde, übernahm. Bald darauf (1 139) überkam das Stift auch die Kirche 
Altenburg, bei Krems auf dem Berge liegend ^t durch K. Konrad ill. >), 
welche 1214 vom Bischöfe Manegold von Passau das Recht des 
pfarrlichen Gottesdiensts erhielt *). Propst Konrad I. überliess 
sie 1239 einem gewissen Irrfrid auf Lebenszeit^), welcher 1264 
als Passauer Domherr und Dechant in Krems aus Dankbarkeit gegen 
das Stift ^) demselben ein Haus zu Krems zunächst den Domini- 
canern schenkte. Papst Eugen UI. sicherte dem Stifte (1146) das 
Pfarrrecht in seinen schon bestehenden oder auf stiftlichem Grund 
und Boden zu errichtenden Kirchen*). Nach und nach bekam das 
Stift auch noch andere Pfarrkirchen und Capellen ^), welche von 



^) Die Einkünfte dieser Kirche werden im Rechnnn^sbache L. folgendermassen rer- 
leicbnet: Redditua cappelle in Altenburch. Serrici« in SUin et circa, Steitenpach, 
Reinapar, Mawtern, Tailant, Gneiasendorf, Tinea circa leproaos, harraa, Mamtala, 
warperch, Adenpronna, Stockatal, Lentenio, Choleadorf, Rechaendorf, droxs, Newn- 
dorf, Wühalmadorf — Jua cirile in ReGh?eld — Summa 11 tat. minua 12 den., in 
iare civili 6 aoiidoa, Caaei SS, Ovorum 200 minua 9 den., pullorum 20, anseres 
7, dazu Vinea prima in Altenburg, aecunda in vrgental pene destructa per aqne 
inyndacionem, tercia in Pirbowm, quarta circa danubium, quinta in chaerapaum. 

Die Einkünfte ron den um die Kirche liegenden Weingärten In Grieaperch, lintal, 
miy'ori et minori Rechv«ld wurden 1316 aufgenommen von „Dom. Thomaa Ulricua 
de Ratiabona, Duringua de Mewrling, Gebhardua de Rnberadorf, Fridericua hauzzo 
de Redeprunn, Gloriua filius Rügen de Chremaa, Ueinricua Trigant et Heinricu 
piacator, civea Steinenaea.* 

*) Fiacher II, 140. 

<) Fiacher H, 168. 

4) Ibid. 199. 

^) Mit Angabe der Ursache : ,a qua (eccleaia) recepi feodum peraonale*. Fiacher II, 253. 

') Sancimua eciam, vt in cappellta ftandatia rel fundandia in poaaeaaionibua reatria bbUus 
miniatret aine conceaaione reatra. Fiacher II, pag. 143. 

Komenburg (Fiacher II, 164, 365, 374, 37S, 409). 
Reinprechtspölla (ib. 166). 
Stockerau (ib. 172). 
KirUnger Capelle (ib. 175, 191). 



LI 

deiDselben eine Zeitlang mit Weltpriestero besetzt wurden , bis sieh 
das Stift endlich entschlos«» SMfUglieder cur Seelsorge aussusenden 
ond die Pfarren sieb incorporiren zu lassen <). 

Dass das Stift der Wissenschaft und ihrer Pflege nicht fremd 
geblieben, beweisen die ältesten Handschriften- Verzeichnisse *) der 
Bibliothek *}. Die Handschriften wurden grössentheils durch Kauf 
erworben; erst mit dem Ende des 14. Jahrhunderts erscheinen eigens 
Tom Stifte bezahlte und mit dem nöthigen Schreibmateriale versehene 
Abschreiber in den Stiftsrechnungen ^). Für die sorgfaltige Hut 
der Handschriften sorgen die Statuten des 14. Jahrhunderts ^). 



Heni^eastodt (ib. tOZ^ 203, 204, 215, 216, 231, 236, 327, 329). 
Höflein (ib. 205, 278). 
Suendorf (ib. 354, 355). 
Hittxing (ib. 226, 868). 
St Martin (ib. 327). 

Über aUe diese Pfarreo, so wie über Kableaberg, siebe Begister tub bac Toce. 
*) So Hdfleia 1399 darcb Papst BoniCu IX. der grossen Gastungskosten wegen. Die 
Kosten der Incorporimng erscbeinen Lib.fi. h »1399, pro incorporacione ecciesie 
in boflin 100 florenos*. 
*) Diese, so wie nibere Paten Ober die Bibliothek siebe in meiner Abbandlang «die Bib- 
liotbek des Stiftes Kloatemenburg** im Archire aar Kunde vaterl&ndis<*her Geschichts- 
qoeUen 1850, U. Band, 279 seqq. 
*) 1399, ersebeinen als jibrlicbe Einkünfte der Bibliothek in der Stadt Klosternen- 
bnrg (Lib. L.) : 

Serrieium librarie: Dietlo Scompeckb 13Vt ^^^' 
Cbnnrad Chlingel 18 den, 
HenricQs cascator 79 den. 
Ylricus babams de area 4 den. 
Vlricus piscator 1 tat. Hartini. 
^) 1398. Pro Ubris snper salfe regina 15 taL 
1402. Johanni scriptori pro pergameno 3 tal. 

lt. eidem pro precio de 30quintemis, de qualibetSO den., facit 10 tal. 
1405. Dno Nicoiao pro pergameno ad katbolicon novum 4 flor. &= 2Vt ^al* 1^ ^<d. 
1420. Scriptoribua. Item Johanni de Holkot 32 den. — It 28 den. 
It idem de libro divi patris (s. Augnstini) 60 den. 
It idem Vi tal. — It idem 14 den. 

It friderico de 22 sexternis raagnis, de 11 panris 2Vt ^^' 
Erharde, lt. 56 den. ~ It idem 63 deo. — Item idem Vt tal* i^ d^n* 
It idem de mandato domini decaui 70 den. — It idem 14 den. 
Pro papiro et pergameno. 

It rmb 7 grossen pncher per 40 facit 9 sol. 10 den. 
It 7 kleiner pnch per 14 den. facit 3 sol. 8 den. 
It 30 beut zw dem holkot per 13 facit 13 sol. 
*) De conserTseione et comodatione libromm 

Monasterii nostri dispendiis, qne 6X comodacione sen concessiope librorum plemmqae 
eontingnnt, preearere consnlcins intendentes, Conrenttiali oonsiUo (also fand 

d» 



LI! 

Auch die Zwillingsschwester der Wissenschaft, die Kunst, ging 
nicht leer aus. Zeugen dafür sind der Kreuzgang mit der Agnes- und 
Freisinger-Capelle, der Verduner Altar, das von Propst Stephan von 
Sierndorf angeschaffte Ciborium und die von ihm herrührende 
Patene *)• 



man die Angelegenheit wichtig genug, sie durch einen Kapitel-Beschluss zn erledig 
genl) doximus statuendum, vt nuUatenus libri concedantur extraneis, nisi meliorea 
tut aequiralentes, aut aliqualiter competens radinm ipsonim loco in libraria repona- 
tur. Fiat quoque de personis, quibua dicti libri fuerint comodati, et libronun 
nominibua aeu titulis memorialia acriptura, que in monasterio ad tempus restitu- 
cionia eorundem cum diligencia conserretur. Huiusmodi rero Hbrorum concesaionem 
et reaupacripcionem in presencia saltem aliqnorum firatrum lieri rolumua, ne per 
oblirionem aut errorem aliquatenua perdantur. Von einer Beschrinkung der Stifts- 
glieder findet sich keine Spur. 
1) Das von der kleinen Klosterneuburger Chronik (Archiv VIT, 231) ad annum 1324 
erwähnte, nun in der Schatzkammer aufbewahrte Ciborium ist von ihnlicher Arbeit, 
wie der Verduner Altar. Bs ruht auf Sfiulenbundeln, welche oben Laubwerk tragen, 
in der Mitte mit Tiereckigen Knöpfen geziert sind und aus einer achteckigen Basis 
emporsteigen. Auf dieser Basis sind die i evangelischen Thiere in Silber getrie- 
ben, und zwei Bildnisse (Propheten ?) mit Schriftrollen in den Hfinden angebracht. 
Auf der obern und untern HSlfte sind 8 Darstellungen, oben ans dem Leben Maria*8, 
onten ans der Leidensgeschichte Christi in Niello-Arbeit. Unter jeder Darstellung 
der untern Hälfte ist auch noch daa Bild eines Propheten (?) angebracht. Die 
Darstellungen sind folgende: 

1. Oben: Maria auf dem Sterbelager, umgeben von den Aposteln, vor dem Lager GoU 

Vater, Maria^s Seele in Kindesgestalt in den HSnden. 
Unten : Christus , das Haupt von einem Strahlenkranze , in dem ein Kreuz ist, 
umgeben, auf dem ölberge betend; ober ihm eine aus den Wolken reichende 
segnende Hand , rechts von ihm die schlafenden JQnger, vom Gestrfiuche 
fast verdeckt 

2. Oben : Maria zur Rechten des, wie auf der Patene, dargestellten Vaters sitzend, von 

oben bringt eine fliegende Taube eine Krone. 
Unten: Gefangennehmung Christi. In der Mitte Christus, links Jadas ihn küssend, 
rechts ein Geharnischter, der Christum ergreift, hinter Christus zwei Knechte 
mit emporgehobenen Armen und geballten Fiusten. An der linken Seite die 
Gruppe: Petrus das gezuckte Schwert in der emporgehobenen Rechten, mit 
der linken Hand Malchus bei den Haaren ergreifend. 

3. Oben: Maria vor einem Stuhle stehend, vor ihr der Engel Gabriel, eine Rolle mit 

den Worten AVE MARU in der Hand. . 
Unten : Christus vor Pilatus. Pilatus sitzend, die Krone auf dem Haupte, ein Lilien* 
scepter in der rechten Hand, zeigt mit der Linken auf den vor ihm stehen- 
den Heiland hin ; diesen hält ein Kriegsknecht, den Helm auf dem Haupte, eine 
Lanze in der Hand. Links steht ein Jude, den mittelalterlichen Spitzhut auf 
dem Haupte. 
4k Oben: Die Geburt Christi. Maria, das Kind in den Armen, auf einem Liegerbette, 
rechts der beilige Joseph auf einen Rruckenstock gelehnt ; oberhalb die Köpfe 
eines Ochsen und eines Esels. 



LIII 

Was dieStiftsgebftude betriflFt, lassen sich dieselben^ so weit 
die Nachrichten reichen , in folgender Weise reihen. Gegenüber der 
neoen 1288 Yon Herzog Albrecht I. erbauten Burg (jetzt die Schiess- 
stätte) lag die stiftliche Badstube» zwischen beiden ein befestigter 



Uaten ; Die GeiMelang CbrisU. Christnt iwischen zwei Geistleni an einen Pfahl gebunden. 

5. Oben: Maria siUend, mit dem Rinde in den Armen, welcbes mit beiden Binden in 

den Ton einem Weisen aas dem Mor|^enlande (welcher rechts kniet) Yor- 
gehaltenen Becher greift. Oberhalb der Stern. 
Unten: Die Doruenkrönung Christi. Dem sitzenden Christus drückt ein rechtsstehen- 
der Knecht die Dornenkrone mit einem Stabe auf das Haupt, während ein 
links stehender Jode, dem sein Spitxhut entfallen ist, ihn verlacht. 

6. Oben: Die zwei anderen W'eisen, Torwartsschreitend und nach links deutend. 
Unten : Christas das Kreuz tragend, rechts ein Knecht, der mit der linken Hand ihm 

das Kreuz aufladet und in der rechten Hand einen Hammer hSlt, links zwei 
weinende Frauen, woTon eine den Querbalken des Kreuzes stützt. 

7. Oben: Die Darstellung im Tempel. Maria stehend, das Kind in den Armen, links 

Anna, rechts Simeon, ober ihm eine Ampel. 
Unten : Christas am Kreuze, rechts Johannes, hinter ihm ein Jude, in der linken Hand 

eine herabhSngende Rolle haltend, mit der rechten auf das Krens deutend, 

links Maria Ton einer Frau unterstutzt. 
S. Oben: Maria Jesum, der an seiner rechten Hand einen Beutel hangen hat, führend, 

im Hintergründe ein blühender Baum, Ton welchem Maria einen Zweig in 

der linken Hand trägt. 
Unten: Die Abnahme Christi Tom Kreuze. Christas ruht in den Armen Joseph^s Ton 

Arimathia, die Ffisse sind noch angenagelt. Ein Knecht ist beschiftigt, den 

Nagel mit einer Zange herauszuziehen, ein anderer steht auf der Leiter und 

hilt t Nigel in der rechten Hand. 

Aof der Kehrseite der Basis ist in einer Ton einem rothen Rande eingeflissten 
Rundung ein schreitender Löwe mit heraushingender Zunge dargestellt, welcher 
die rechte Yordertatze auf zwei kleine Löwen ausgestreclit haL Im Hintergrande 
zwei Bäume. 

Die Patene Ton Silber, 6'/^ Zoll im Dnrchmesser. Auf der Fläche, wo die 
Hostie anfliegt, ist Christus dargestellt (vertieft) , das Haupt tou einem Strahlen- 
kreise, dessen Mitte ein Kreuz bildet, umgeben, sitzend, in der linken Hand ein Buch 
haltend, mit der rechten segnend. Vor ihm kniet Propst Stephan im geistlichen 
langen Kleide, auf dem Haupte die volle Tonsur. Er hält in der Rechten eine sich 
nach aufwärts schlängelnde Rolle mit der Aufschrift STEPHAN9 DE SYERNDORF. 
Um die ganze Darstellung laufen die Worte: ASPICE . PECCATOR . TVYS . HlC . 
RESID3 (et). MISERATOR. Am äussersten Rande der Patene sind die leoninischen Verse 
angebracht : CELESTIS . CENA . CVM . 8VMITVR . ISTA . PATEN A f . STBPHAN9. 
VT . DETVR . REQVIEf . QVISQVE . PRECETVR . f . Die Rückseite Ut in erhobener 
Arbeit. In demselben Räume, wie bei der vorigen Darstellung, erscheint Gott Vater 
sitzend, im langen Gewände , auf dem Haupte eine Ton einem Heiligenscheine, 
dessen Mitte ein Kreuz bildet, umgebene Krone, in der Linken einen Lilienscepter, 
mit der Rechten die neben ihm mit gefalteten Händen sitzende heilige Jungfrau 
krönend, welche einen Schleier trägt. Rechts und links Bäume. An dem äussersten 
Rande der Patene läuft die Inschrift herum : VIRGO . DEl . NATA . CORONARIS . 
ET . INVIOLATA . f . PERMANES . ET . PARIS . MISEROS . PRECIBV8 . TVEARIS. f 



LIV 

Thurm, welcher den Weg in die untere Stadt deckte (Hundskeh)e). 
An die Badstube schloss sich der Grashof (wo jetzt der grosse 
Schöttkasten steht), an diesen der Ziegelhof, welcher durch eine 
Mauer mit der Stirnseite der Kirche verbunden war. Der ßadstube 
gegenüber lag das Oblayhaus, rückwärts an die Juden-Synagoge 
stossend, daneben die alte Fürstenburg (wo nun das Kanzleigebäude 
steht), welche sich schon 1317 und 1329 im Zustande des Verfalls 
befand , mit der marmornen Johannes-Capelle (Capella speciosa) 
(jetzt ein Theil des Kalkhofs) ')• An diese schloss sich das später 
zur Obernkammer verwendete (rebäude mit dem Schriftenthurme 
(turris marmorea) und dem Gusterhofe *). Zwischen diesen 
Gebäuden und der Kirche lag der Friedhof (jetzt der Platz mit der 
Ewigenlicht-Säule). 

An den Ziegelhof schloss sich die Prälatur mit dem durch seinen 
schönen, noch bestehenden Erker gezierten Fürstensaale, welcher 
gegenüber die Obere-Kammer mit der Presse stand, an welche dann 
in der Richtung gegen den Leopoldsberg das Conventgebäude sich 



^) Sie wurde erbaat und bestiftet (Fischer U, 200) ron Herzog Leopold dem Glor- 
reichen und nach Angabe der kleinen Rlostemeubarger Chronik 1222, vernmthUch 
TOD Bischof Gebhard ron Passau, der sich damals in Österreich aufhielt (Pei, 
cod. dipl. II, 73) geweiht und kam 1259 durch K. Oiakar unter die Schirmvogtei der 
Landesfursten (Fischer II, 243). Herzog Albrecht I. vermehrte die Bestiftung durch 
einen Hof zu Ewendorf am 3. MSrz 1290 (Fischer, 1. c. 294) und sorgte auch am 12. Juni 
1291 für die bestfindige Erhaltung der farbigen Glasfenster (siehe hierüber auch 
im Register: Riosterneuburg, St. Johannes-Capelle, Glasamt — Fischer, 1. c. 303). 
Durch Schenkung der Herzoge Albrecht II. und Otto (17. Januar 1339, bei 
Fischer II, 363), bestfitigt durch Bischof Albert von Passau 1. December 1339 (bei 
Fbcher II, 366), kam sie, gegen Abtretung der Corporis-Christi-Capelle zu Kor- 
neuburg an die Augustiner daselbst, an das Stift, bei welchem sie fortan blieb, tod 
dem StifUdechant verwaltet, der Gottesdienst aber durch Weltpriester besorgt 
wurde. Im Jahre 17S7 am 5. September wurde sie auf Regierongsbefehl von dem 
Landdecbante Daschpöck gruber , einen Ex-Franciscaner , entweiht Die geisUiche 
Commission wollte sie zum Abbruche verkaufen! Hofrath Spörks verhioderte es 
auf die Bitte des Chorherrn Willibald Leyrer. Im Jahre 1799 am 29. Januar 
begann der Abbruch und die Abführung nach Laxenburg, wo sie als Schloss-Capelle 
in einer kunstlichen Ritterburg verwendet wurde. Beim Abbrechen zeigte es sich, 
dass der Eingang unter dem Chor eine offene Colonnade war (die spiter vermauert 
wurde), auch fand man einzelne Stucke geschmolzenen Zinns, von dem grossen 
Brande 1223 heri-fibrend. 

S) Im Jahre 1371 wurde der Gusterhof abgebrochen und von dem Materiale die Fried- 
hofinauer gebaut (kleine Klosterneuburger Chronik, Archiv VII, 23$), der neue 
Gusterhof wurde auf die Badstube aufgesetzt. 



LV 

schloss. Am Fusse der hier gegen die Donaa abdachenden Anhöhe 
war die Stiftspfisterei mit dem Klostergeßngnisse , in der GOlgnitz 
geoannt. Daran schloss sich , mit der Stirnseite in den Lederbach 
hineioreiehend, der PfisterbrQcke gegenüber , die StiflsmQhle ^* 

Gegenüber dem Schriftenthurme und Gasterhofe, durch den 
Einfahrtsweg geschieden, war das Frauenkloster, die dazu gehörige 
Kirche zur heiligen Magdalena, und daran stossend die St. Kuni- 
ganden-Capelle (gegen Ende des 14. Jahrhunderts der Wirthschafts- 
hof des Stifts, der bis dahin in dem Hospitale vor dem Wiener 
Thore gewesen). Gegenüber dem Frauenkloster lag die Schule und 
der alte Kremsmünsterhof <). 

Von diesen Gebäuden eingeschlossen lag die 1136 vollendete 
Stiftskirche*), gleich der früheren kleineren der heiligen Jungfrau 
geweiht, deren Altar den Chor der Geistlichen von dem Schiffe der 
Kirche abscbloss. Frühzeitig (1114) erscheint auch ein „altare s. 
crucis** *), an welchem die Verduner Altartafel angebracht war, 
laut der auf derselben angebrachten Aufschrift in der Nähe der 
Kanzel befindlich ^). Dieser, so wie der Altar des heiligen Mauritius, 
wurden 1187 II. Kai. Mart. von dem päpstlichen Nuntius Cardinal- 
Bischof von Ostia und Velletri, Theobald, geweiht *), nachdem er 
früher (1. Febr.) den Altar des heiligen Michael ^) geweiht hatte. 



1) Bei Banten kamen die Steine aat dem Brache za Höflein, der Kalk ron Rodaan, 
spiter Yon Nieder-Hollabrann und Rohrhach . Die WirthschafUgebiude hatten einen 
Anstrich von rother Farbe, eiserne Fensterladen und Tbfiren, und einen g^estampften 
Lehm-Estrich. Glasfenster waren da selten; noch 1339 kömmt eine Ausgabe Yort 
pro membrana ante fenestras. 

*) Im Jahre 1339 geschah eine darchgreifende Renovirung ron: stabulam, grana- 
rium, ortulns, coquina, cellare, infirmaria, stupa magna ; 1353: domus magistri 
enrie et atopa m^or in curia Wiennenai; 1374: commodum hospitum in curia 
Wiennenai , tectum super stabulnm , pons ante curiam ; 138K von der: Camera 
auperior. 

') Die ilteste Ansicht liefert Hergott nach einem Glaagemfilde in Heiligenkreuz (Mon. 
Aag. Dom. Austr. lU. Tab. III. n. 3). Der daselbst erscheinende Thurm über dem 
Chore wurde erst unter Propst Bernhard Weis 1634 abgetragen. Diese iilteste 
Ansicht ist jener der Kirche des heiligen Gangericus (Acta SS. mens. Augusti 
Tom. U, die 11. litt E) fihnlich. 

«) Cod. trad. n. 1Z4, 148, 149. 

*) Crncis ab altari de structura tabnlari 
Que prius anneia fuit, ambonique refleza- 

*) Chron. Claustron. bei Pez I, S. 448. 

Cf. cod. trad. n. 388. 



LVI 

In demselben Jahrhunderte erscheinen die Altftre des heih'gen Johannes 
des Täufers <), des heiligen Petrus *), des heiligen Aegyd ')» des 
heiligen Paneratius ^) , des heiligen Nieolaus im Kapitelhause '^). Im 
Jahre 1288 erscheint ein von der Herzogin Elisabeth neugebauter 
Altar des heiligen Frohnleichnams mit reicher Stiftung •), 1338 ein 
Altar ad spineam coronam, 1353 der allerheil. Dreieinigkeit), 1364 
der heiligen Dorothea ^}» 1385 eine Capelle des heiligen Thomas 
in der Prälatur *). An die Kirche schloss sich der Kreuzgang <<»)» 
die Begräbnissstätte der Chorherren und Edelgeschlechter mit der 
Agnes- und Freisinger-Capelle ^9 ^^^ ^^^ ^^^^" Kapitelhause, Leo- 
pold*s Ruhestätte. 

Die stiftlichen Obst- und Gemüse-Gärten waren in der dem Stifte 
gegenüberliegenden Au ^*), und im Auerfeld (da wo jetzt die soge- 
nannte Sauweide ist). 

Was die Verhältnisse des Stifts nach Aussen hin betrifft, 
kömmt, wie billig, das zu dem Mittelpuncte der Christenheit, zudem 
römischen Papste, dem StelWertreter Christi, zuerst in Betracht 
zu ziehen. Von dem Zeitpuncte an, wo Papst Innocenz II. über An- 
suchen des Markgrafen Leopold das Stift in den päpstlichen Schutz <>) 



1) Cod. trad. n. 395, >ill. 

>) Cod. trad. n. 97, 98, 99. 

') Cod. trad. n. 408. In einer eigenen Capelle an der Epbtelseite der Kirche, welche 
1275 unter der Benennung Capeila s. Spiritus erscheint (Urk. 25) und spiter die 
Gruft der Freisinger enthielt. 

*) Cod. trad. n. US. 

') Cod. trad. n. 397, 398, 420. Im Jahre 1326 erscheint dieses Kapitelhaus als Capella 
Marchionis (Urk. 226), zu welcher 1366 eine Kerzenstiftnng gemacht wird, um 
das Grab des Markgrafen zu beleuchten (Urkunde 432). 

•) Fischer II, 288. 

') Urkunde 351. 

8) Urkunde AU. 

•) Urkunde 525. 

^^) Erbaut Yon Propst Pabo, welcher unter anderem zu dem Baue auch 100 Pfund, 
die er 1291 von dem Ritter Ulrich von Krizendorf entgeltweise erhielt, verwendete 
(Fischer 11, 296). 
*^) Der Stiftungsbrief wurde erst 1401 ausgestellt (Fischer II, 428), also nach Voll- 
endung des Baues, denn die BaufGhrung erscheint in den Rechnungen vom Jahre 
1397. Siehe Anhang Nr. XY. ad hunc annum. 
^*) Hier hatte auch das Stift gegen Ende des, 14. Jahrhunderts SafrangSrten 
*■*} Dieser Schutz ist verschieden von einer Exemtion. Exemt war Klosterneuburg 
nie, wenn auch der Ausdruck in den Quittungen der pSpstlichen Einnehmer er- 
scheint. Schon Papst Innocenz II. sagt (30. Nov. 1137, bei Fischer 11, 135) bei 



LVII 

nabm (Pisa, 30. März 1134 und wiederholt Rom, 30. NoTember 
1137 <)> erfreute sich Klosterneuburg des Wohlwollens des obersten 
Vaters der Christenheit , welches sich in Bestätigungen der erhal- 
tenen Freiheiten *), in Ertheilungen neuer Rechte entweder unmittel- 
bar <) oder durch die Legaten^), und in anderen Gunstbezeugungen *) 



Gelegenheit, wo er dem Stifte die freie PrSlatenwahl bewilligt: Msalva nimiram 
dyoceMDi episcopi canooict iastitia et reverentia. Porro sacramenta ecclesiastica 
a dyoeeaano tnacipietis eptaeopo", and Bischof Reginbert ron Pasaau bemerkt ia aeiaer 
Bestitigungaarkuiide Tom Jahre 1139 (bei Fischer II, 13S) in dieser Hinsicht: »rt, 
qnamris ad Romanam sedem respiciant, merainerint tarnen pataviensi eplscopo, in 
cvios parochia positi sunt, debitam rererentiam, honorem, et obedientiam exhibere*. 
Dieses Verhiltniss blieb durch alle Zeiten. 

*) Als Zeichen dieses Schutzes, nicht aber der Exemtion (Cf. Mon. Boica I, 356, 368), 
bedang sich schon Papst Innocenz fl. 1137 die jihriiche Abgabe eines goldenen 
Byzantiners (Fischer 11, 136), welche auch, wenn gleich oft nach langen Zwi- 
scfaenriaraen, gefordert und entrichtet wurde (Urk. 10, 449, 467, Sil, 519, 545, 
576). Zum Behufe der Überbringung dieser Abgabe machte Brchembert der Ältere 
Yon Gars eine eigene Stiftung (cod. trad. n. 355). An diese bestimmte Jahres- 
Abgabe reihten sich zu yerschiedenen Zeiten andere an, so : zur Hilfe des h. Landes 
(Urkunde 46), die primi fructus (Urkunde 181, 451, 459), derZehent (Urkunde 461). 

*) Dnrch Eugen in. Viterbo 27. December 1146 (Fischer H, 142), Urban 111. Verona 
26. Mai 1187 (Fischer II, 161), MarUn IV. Rom 25. Februar 1282 (Fischer II, 282). 
Siehe ferner die Urkunden 175, 203, 207, 208, 210, 585 dieses Urkundenbuchs. 

*) Papst Innocenz VI. rerleiht dem Propste den Gebrauch der Infel, 8. April 1358 
(Flacher II, 382) und 18. Januar 1359 (Fischer II, 384). 

*) Der Cardinallegat Peter gibt den Chorherren das Recht, jede Pfarre zum Besten des 
Stifts anzunehmen ; dem Propste, sich des Krummstabs zu bedienen, geistliche Kleider 
zu weihen, Weiber, welche Kinder erdruckten, loszusprechen (Fischer II, 146, 147) ; 
Cardinal Guido bestütigt die Incorporirung der Pfarre Korneuburg , Klosterneuburg 
29. Juli 1349 (Fischer II, 374), Cardinal Pileus rerleiht dem Propste den Ge- 
brauch der Sandalien, Wien 20. Februar 1382 (Fbcher II, 405). 

^) Innocenz III. bestätigt dem Stifte die durch den Passauer Ordinarius geschehene 
Binrerleibung der Pfarre Stockerau, Rom 11. Mirz 1215 (Fischer II, 172); 
Honoritts III. bestellt drei Schiedsrichter in dem Streite über die Capelle zu 
Kierling 1223 (Fischer II, 175); Innocenz IV. befiehlt dem Bischöfe ron Freisingen 
wegen Zurückstellung des Orts Kogelbrunn einzuschreiten, Perugia 27. Juni 1252 
(Fischer II, 217); derselbe beAreit das Stift ron Prorisionen für geistliche Per- 
sonen, Assisi 1253 (Fischer II, 219, 220), und nimmt das Stift gegen Gewaltthi- 
tigkeiten des Königs ron Ungarn in Schutz, Assisi 27. Juni 1253 (Fischer U, 221) ; 
er fordert den Herzog ron Österreich auf, dem Stifte das Schloss Kahlenberg zurück- 
zugeben und zu sorgen, dass Heinrich ron Liechtenstein Kogelbrunn zurückgebe, 
Assisi 5. Juli 1253 (Fischer 223), wiederholt an König Wenzel und seinen Sohn 
OUkar (Fischer H, 224 , of. ibid. 225) : Alexander IV. bestätigt die gutliche Bei- 
legung des Streits zwischen dem Stifte und dem Pfarrer ron Heiligenstadt, wegen 
der dortigen Pfarre, Anagni 21. Norember 1255 (Fischer II, 232); Clemens V. beauf- 
tragt den Schottenabt wegen der dem Stifte entzogenen Besitzungen, Arignon 
23. Mai 1313 (Fischer II, 339) ; Urban VI. incorporirt dem Stifte die Pfarre 



Lvni 

aussprach. Auch zeichneten die Päpste im Laufe der Zeit Kloster- 
neuburgs Pröpste oft aus, indem sie ihnen im Namen und mit der 
Autorität des päpstlichen Stuhles Geschäfte übertrugen *). 

Das gleiche Verhältniss herrschte auch zwischen dem Stifte und 
dem Passauer Ordinarius; in dem ganzen Zeiträume findet sich 
auch nicht die Spur eines Zerwürfnisses. Klosterneuburg hielt treu, 
wie zu dem rechtmässigen Papste '), so auch stets zu dem Passauer 
Bischöfe, wenn er anders der Gemeinschaft mit dem Papste sich 
erfreute, und selbst widrige Verhältnisse waren nicht im Stande, 
dieses gottgeheiligte Band zu lösen. Aber das Stift erfuhr auch hin- 
wieder die unveränderte Liebe seiner Bischöfe, welche sich durch 
mannigfaltige Gunstbezeugungen und durch die rege, immer thätige 
Sorge filr das Wohl des Hauses darthat »). Bischöfliche Visitationen 



Korneuhurg dorch Georg ron Liechtenstein, Propst zu St Stephan, Wien 80. Joli 1386 
(Fischer II, 409) ; Bonifaz IX. incorporirt die Pfirre Höflein, Rom 2. Juni 1399 
(Fischer 11, 426). 

1) Gregor IX. trigt dem Propste aaf, einem gewissen Johann cur Erlangung der Olmfitxer 
PrSbende zu verhelfen, Rom 3. April 1228 (Fischer H, 184); Innocenz lY. ernennt 
1248 Propst Konrad zugleich mit dem Ton Ardagger zum Schutzer des Schottenabt« 
(Bftluze Miscell. Lib. Vll, pag.435, ed. Paris, de an. 1715); Urban V. ernennt Propst 
Ortolf zum Commissfir wegen der rothen Kleidung der Domherren zu St Stephan, 
1366 (Steyrer Col. 521). 

*) An Papst Alexander UI. Appendix Chron. Clanstron. ad annum 1165, bei Hansii I, 
324. Rlostemeuburg sandte seine zu weihenden Stiftsglieder 1168 an den mit 
dem rechtmissigen Papste in Verbindung stehenden Erzbisohof Konrad von Salzburg, 
da der Passauer Bischof Rupert auf Seite des Gegenpapsts Paschalis stand , in 
getreuer Befolgung des Ton Papst Innocenz II. in seinem BestStigungsbriefe 1187 
aasgesprochenen Grundsatzes : «Sacramenta ecciesiastica a dyocesauo suscipietis 
episcopo, siquidem catholicus fuerit, etgratiam atque communi- 
onem apostolicae sedis habuerit — alioquin catholicum, quemcumque 
malueriUs, adeatis antistitem*. — Im Jahre 1179 geschieht die Ordination schon 
wieder von dem Passauer Bischöfe Diepold zu Ens. Chron. Claustron. ad. h. a. 
bei Pez I. 447. 

*) B. Reginbert besUtigt die Privilegien 1139 (Fischer II, 138); Diepold nimmt das 
Stift gegen Angriffe der Grafen von Peilstein in Schutz (Fischer II, 158); Mane* 
goid vergleicht das Stift und den Pfarrer zu Leobendorf wegen Korneuburg 1212 
(Fischer n, 164), erhebt Reinprechtspölla zur eigenen Pftirre 1213 (Fischer II, 166) 
und erlaubt den pfarrlichen Gottesdienst in der Capelle zu Altenbnrg bei Krems 
1214 (Fischer II, 168); Rudger bestütigt, dass Heiligenstadt eine Filiale von St 
Martin ist, 1U3 (Fischer II, 202, cf. ibid. 215) ; Otto tritt als VermitUer in dem 
Streite um die Pfarre Heiligenstadt auf 1255 (Fischer II, 231); Bernhard bestütigt 
die Incorporation der Achatius-Capelle in der Hersogsburg zu Rlostemeuburg 1297 
(Fischer II, 310) , vermittelt den Streit mit den Dominicanern 1300 (Fischer II, 
315), incorporirt aufs Neue St Martin und Heiligenstadt 1307 (Fischer U, 827), 



ux 

treten nur ein, wenn es die Sachlage gebieterisch erheischt, und 
dann geht der ganze Eifer der Bischöfe dahin, die innere und äussere 
Wohlfahrt des Hauses zu heben *)• Neben den Wahltaxen bezogen 
die Bischöfe Ton dem Stifte auch das subsidium caritativum *). 

Das Verhältniss des Stifts zu anderen Hftusern desselben 
oder eines andern Ordens war ein geistiges, durch die mit ihnen ein- 
gegangene geistliche VerbrQderung*). Wo aber zeitliche Interessen 
sich berührten, wachten Klosterneuburgs Pröpste pAichtgetreu för 
die Anfrechthaltung der Rechte ihres Hauses ^). 

Was die Verhältnisse des Stifts gegenüber weltlichen Elementen 
betrifil, tritt in den Vordergrund das Verhältniss zu dem Lan- 
des fQrsten. Die Liebe, Yon welcher beseelt Leopold IV. das Stift 
gegründet, war als Erbe auf die nachfolgenden Babenberger Qber- 
gegangeo. Bestätigungen ^) und Vermehrungen *) der stiftlichen 
Begabungen und Gerechtsame durch Österreichs Herrscher (an welche 
kaiserliche Gnadenbriefe '') sich reihen) liefern den Beweis. In 



tritt als Ffirbitter wegen der bischöflichen Insignien bei Papst aemens V. «nf 1312 
(Fischer n, 338); Albert beslfiti^ die locorporimng der schönen Cspelle 1339 
(Fischer H, 366). 

Siebe such die Urkunden: 02, 93, 109, 114, 183, 216, 235, 286, 470, 493 
dieses Urkundenbnchs. 

1) Siehe die Urkunden: 78, 76, 198, 196, 206. 

^ So Bischof Albert ron Winckel 1878, 64 talenU. 

') Die chronologische ReHienfolge dieser YerbrfideniBgen ist folgende : Zwettl (Ur- 
kunde 129), Augostiner-Orden (Urkunde 174), deutscher Orden (Urkunde 188), 
Bertoldsgaden (Fischer II, 382) , Passsu (Urkunde 194 und Fischer II, 387), St. 
Florisn (Urkunde 487), Seckau (Urkunde 460), Neuzell (Urkunde 468), Vorau 
(Urkunde 478), RarthSnser-Orden (Urkunde 808), Karmeliter-Orden (Urkunde 827), 
GSttweih (Urkunde 883), Maaerbach (Urkunde 860), Gries (Urkunde 861), Wusch- 
mich«! (Urkunde 873), Herzogenburg (Urkunde 877), WitHngau (Urkunde 886). 

*) Gegenüber den Dominicanern (Fischer II, 318), Aagustinern (ib. 320), Kremsmfinster 
(Urkunde 102, 108, 106), Lilienfeld (Urkunde 78, 146), Bfisserinen zu Wien 
(Urkunde 111), Rochstift Passau (Urkunde 117), St Nicolaus bei Passau (Urkunde 
116), Frauenkloster zu Tuln (Urkunde 142). 

^ Durch Heinrich Jasomirgott, Wien 1162 (Fischer H, 148), durch Hersog Leopold VI., 
Wien 1182 (Fischer II, 189). 

*) Herzog Friedrich H. yerleibtdem Stifte das Weinschanksrecht zu Ens, Wien 13. Min 
1231 (Fischer H, 188). Siehe auch die Anmerkung 6 auf 8. XVIII. 

') König Ronrad III. schenkt dem Stifte die Kirche Altenburg bei Krems, Salsa 1139 
(Fischer II, 140), bestStigt die Stiftspririlegien, ertheilt das Recht der March- 
muth und der Dienstleistungen yon Seite der Holden, Regensburg 1147 (Fischer II, 
144) ; Bischof Bkbert yon Bamberg, Reicbsyerweser in Österreich, setzt das Stift in 
den Besits des yerlornen Kogelbmnn, Wien 1237 (Fischer II, 198) ; Kaiser Karl IV. 
bestitigt dem Stifte die Priyilegien, Wien 1366 (Fischer H, 891—397). 



LX 

gleicher Weise *) benahm sich Otakar s Politik gegen das Stift 
während seiner Herrschaft im Lande. Als an seine Stelle das Haus 
Habsburg kam, traten die ihm entsprossenen Herrscher ^) rQck- 
sichtlich des Verhältnisses zu dem Stifte in die Fussstapfen ihres 
grossen Ahnherrn '). Gleich den Babenbergern beehrten die 
Habsburger , umgeben yon ihren Landherren , das Stift häufig 
mit ihrer Gegenwart *), besonders an kirchlichen Festtagen. Auch 
wenn sie flir längere Zeit ihre Burg in Klosterneuburg bewohnten, 
speisten sie häufig im Stifte. Wenn sie in den benachbarten Auen 
und Forsten der Jagdlust pflogen 9» wurde von dem Stifte aus die 
Mahlzeit in den Wald gesendet, auch die Jägerpartei und Meute 



1) otakar bestötigt die Gerichtafreiheit des Stifts (Fischer II, 242), befreit die CapeUe 
8. Joannis Bapt von der SchirniTogtei der Castellane zu Kreazenstein 1259 (Fischer 
n, 243), bestatigrt dem Stifte den Besitz ron Kogelbrano 1261 (Fischer IT, 247 
und Urkunde 17) und die Wasserfreiheit bis Ens 1269 (Fischer II, 2^), so wie 
sammUiche Privilegien 1276 (Fischer H, 264). 

*) Herzog Albrecht I. schenkt der Capeila speciosa einen Bauernhof zu Ewendorf 
1290 (Fischer II, 294), gibt Stoizendorf und den Weingarten Filz dem Stifte m- 
rück 1295 (ib. 304). Herzog Rudolf III. bestätigt die Donaubesitzungen und Gerecht- 
same 1306 (ib. 323). K. Friedrich d. Schöne bestStigt die Donaumauthfreibeit und 
das Weinschanksrecht in Ens 1319 (ib. 348, 349). Herzog Albrecht II. und Otto bestS- 
tigen die Besitzungen und Gerechtsame 1330, ebenso die Weinschanks- und Zehent- 
Rechte 1335 (ib. 360—363), geben dem Stifte die Johannes-Capelle fSr die abge- 
tretene Frohnleichnams-Capelle zu Komenburg 1339 (ib. 363). Herzog Rudolf IT. 
bestätigt die Privilegien 1361 (ib. 386), befreit das jStift von der Ablösung der 
Grund- und Burgrechte zu Rlosterneuburg 1361 (ib. 388), schenkt dem Stifte 
die alte Burg am Anger (Urk. 423), bestStigt den Kauf eines Hofs zu Bierbaum 
1365 (Fischer II, 390). Herzog Albrecht III. ertheilt dem Stifte das Mostbeschrei- 
bungsrecht 1372 (ib. 401), gibt dem Stifte das Aufsichtsrecht über eine Messe 
im Tulner Frauenkloster (Urkunde 485), schirmt die von Propst Kolomann erkauf- 
ten Güter 1386 (Fischer II, 420) und die von Johann Bischof von Gurk, Vormund 
der Grafen von Görz, dem Stifte verliehenen Gülten 1388 (ib. 423). Siehe femer 
die Urkunden 183, 198, 283, 290, 310, 317, 380, 388, 397, 482, 494 dieses 
Urkundenbuchs. 

') König Rudolf erlässt dem Stifte auf 6 Jahre die jahrliche Zahlung von 75 fl. für 
das Vogteirecht 1280 (Fischer II, 277). 

«) Fontes IV, 191, n. VI. Siehe im Anhange Nr. Xlll. 1360, 20. October ist die Herzogin 
durch 3 Tage mit 260 Pferden im Stifte zu Gaste. 1371 betragen die Kosten der 
Bewirthung 71 tal. 5 sol. 27 den. Siehe Anhang Nr. XV, AA. 

^) Die Überlieferung, dass von der Race jener Hunde, welche den Schleier Agnesens 
auffanden, immer einige zur Erinnerung im Stifte gehalten wurden, entbehrt jedes 
historischen Grundes. In keiner einzigen Rechnung kommen dieselben vor, wohl 
aber des Herzogs Hunde, aber nur an den Tagen der herzoglichen Jagden, ein 
Beweis, dass das Stift auch für die Jagd der Herzoge keine eigens bestimmten 
Hunde erhielt. Dies geschah erst unter Maximilian I. , dessen darauf bezüglicher 
Befehl urkundlich vorliegt 



LXl 

rerpflegt ^* Auch wenn sie zu Klosterneuburg bei ihren Adeh'gen 
speisten , erfolgte häufig eine Zusendung von Speisen und Wein *). 
Wurde zu Klosterneuburg Hofiaidung gehalten , so wurden die Bei- 
sitzer Ton dem Stifte aufgenommen und verpflegt *), welches auch 
eigene Abgaben (Pelz und Filzschuhe) an den Hoiinarschall und 
Kämmerer zu entrichten hatte ^). 

Das Verhältniss des Stifts zur Stadt, in welcher dasselbe viele 
Gelddienste, Burgrechte und Zehente besass '), war im Ganzen 
kein freundliches. Seitdem Klostemeubug die Stadtrechte durch 
K. Rudolf und H. Albrecht I. erlaugt hatte, ging selten eine Gelegen- 



1) Siehe Anhang Nr. IHI. 1343, 4. October Daci ad silvam — 12. Juni 1337, ebenso 
1376 coena in insula (in der Au). Von dem erbeuteten Wild kamen mitunter 
Ehrengeschenke in das Stift, z. B. Geweibe erlegter Hirsche, ein Wildschweinkopf etc. 
Siehe Anhang Nr. XV, PP. 

*) Anhang Nr. X\{\. Regine missi pisces 1327 — duci Barariae 1366 — rinum duci 
ad Wehlnger. Anhang XV, LL. 

») Anhang, Nr. XV, LL. 

*) Siebe Anhang Nr. XV, ad annum 1374. 

^) Ein Verzeicbniss der dem Stifte gehörigen Dienste in der Stadt Rlostemeuburg vom 
Jahre 1339 (Lib. L) xeigt die Gassen und die merkwürdigeren Hausbesitzer: 

Servieia : ad s. Jacobum (wo früher das Frauenkloster, jetzt die Residenz der 
PP. Mechitaristen, noch gegenwartig JakobsTiertel) — In Chirichpach (von der 
Kirche gegen das Stift) — In superiori foro (oberer Platz) domini de zedlic — 
de strata silicum (KJesUnggasse) — In protstubengasse — In Walichgasse (hier eine 
Mühle) — circa Danubium (Wasserzeile, Hendlinus Judeus) — Circa s. Cunegunden 
(Magistra ad s. Kunegunden 20 den.) — In foro inferiori (unterer Stadtplatx. 
Hendlinus Judeus, zecha molendinatoruro, Pluema Judea, Zedlo Judeus) — In arta 
strata (Enggasse, Dominus de Sunnbercb) — Drischelgassen — In ampla strata 
(Weitgassen, domus zeche, Ton St. Martin niimlich) — In inferiori foro de macellis 
(14 Fleischbänke) — de doroiciliis pannificum (vereinigt an einem Platze). — 
Circa danubium (Gerbordus sluzzler, Jacobus sluzzler, Steuz Judeus, Musch Judeus, 
Nechel Judeus, Wisent super anger) — Vischlo de arboribus sub monte (am 
Fusse des Stifts gegen die Stadt) 6 den. — In hantschel — In foro superiori super 
monte (Eberhardus de Waltse 12 den. Wisent am Anger, frenczlo Judeus. Dni de 
chremsmünster 6 sol. 18 den. de domo oblaye 12 den.) — In superiori foro de 
macellis (20 Fleischbänke. Der Dienst gehört ad custodiam dominarum). — In 
superiori foro de domiciliis pannificum — In strata Carbonum (Kohlergasse) — Ante 
portam (vor dem Wiener Thor) — In strata hospitalis (Spitalgasse) — in Newsiedel 
(area ad zecham camarii) — In superiori insula (lauter Gürten) Clricus de Waldse, 
Eblinus vitriarius, Eblo vitriarius Vt tat. servivit, sed modo propter destruccionem 
aqne seryit 24 den. — In Chirchlinggassen — Am Gasteig — Retro Steinhaus circa 
medium balneum (Dni. de Altaich) — Vicus Tulluensis (Tullnergasse) — Wisento 
super anger de molendino retro newer (die Mühle am Wege nach Kierling). — De 
Mulwerd (Garten auf der Donauinsei) — Danawe (Rudolfus Officialis, Cristanus 
daviger, mehrere mit der Bezeichnung circa fontem) — De ortis inferioribus 
ante portam ciritatis (am Renninger). 



LXU 

heit unbenutzt vorüber, wo in Bezug auf Beeinträcbtigung stiftlieber 
Reebte irgend eine Aussieht auf Erfolg sieb zeigte. Insbesondere 
waren die gesonderte Geriebtsbarkeit und das Weinschanksreeht des 
Stifts sebr häufig die Veranlassung zu Reibungen» welche manchmal 



Ein Doch deotlicberes Bild der Stadt, ihrer Gassen und PIfitze mit BemerkaD^ 
der vorzüglichsten Hausbesitzer, gezogen aus dem Urbar von iS12, möge sich 
hier anschliessen. 

Schiefergasse (das Hans am Eck gehört dem U. L. Fr. Altar in der Schön capellen 
wohnt darin ein Capplan). 

Fleiscbpenkch pe^ dem Rathhaws (12 an der Zahl). 

Behawsongen an dem Groczen, so abgeprochen rnd Terpmnnen, vnd da jetzt 
das Rathaws vnd die protpenkch sten. 

An der zeil pergbalben die Rollergassen, ftilsinggaisen Tnd Kislinggassen (ihr 
Name stammt vielleicht von dem im cod. trad. n. 767 als Zeoge erscbeinenden 
Cbislinch). In der Kollergasse die Judenschul, der Wisent Stift im Spital, ein Haas 
genannt anf der Stieg. In der Fulsinggassen die weissen Prüder (Augnstiner) von 
Wien, die Zecb des h. Kreuz, Michel Tutz. 

Auf dem Anger (Stadtplatz) Ambrosi Wisent Wisent behawsuug bej der steinern 
pruck gelegen. 

Kislingg^assen (Johannesgasse). Caplan s. Katherina alter im Spital, Prediger- 
orden zu Wien und ein zweites Haus, genannt das Seelhaus — der Wisent Stift 
Altar Caplan auf der Hundskehl — Ambrosi Wisent auf der Hundskehl. 

Hundskohl under dem perg (der Burger spitalhaws). 

Am Lederpach (der Schneider Zech zu Klostemeuburg). 

An der zeil gegeniber. 

Kirchlinggasseu (Haus bei der Mühle dem Bnrgerspital gehörig, Ambrosy Wisent, 
die Griesmul). 

Weitgassen. 

An der zeil pergbalben (Abt und Convent zu Lambach, die Herrn von Altaich). 

In der Gaisluckhen — Hinder dem Dorf (beide bei dem heutigen Depot). — 
Bei St. Jacob in der Millgassen. (Wernhard Huber, Caplan des h. Kreuzaltar auf dem 
Karner — die Bruder der weltlichen Bruderschaft bei St Jacob, das Steinhaus.) 

Oberhalb St. Jacob bey dem Thor. (Die h. Zwelfpotenzech zu St. Martin.) 

Caplan der 11000 Maid Altar zu St Mertten. 

Kiswassergasse — Driscblergasse — Zeil nach der Thunaw (S Fischer and 
das Passauer Kapitel). 

Ennggassen (der Peckhen ifud Peckhenknecht Zech zu Klosterneuburg, dtto. 
Mess zu St Martin. Kremsmönsterhof). 

Gassei pej der phisterpruck (Lambach, Ulrich Eyzinger, Schergenstube, Prot- 
penck, 4 an der Zahl, eine dient 2 Loth Pfeffer). 

Gasse pey der mittem padstuben. — An der Zeil entgegenüber (3 FleischbSnke 
und die Badstube genannt die mittere, 7 FleischbSnke). 

Behawsungen entgegenüber pey dem Steg vnder dem Perg (Brücke bei der 
Fleischgasse) der purger Spital, 2 hauser peym steg. 

Ausser der Stadt Vor dem Thor — Auf der Prugkh — Vor der Stat auf dem 
Grabn — Newsidel (Stift — die Frauen von Passau — Frohnleichnamzech am Nensiedel 
^- Magdalena Georgerinn , Abtessinn zu Schlierbach — U. L. Fr. Zech am Neusiedel). 



LXUI 

erst durch das Eingreifen der LandeafQrsten beseitigt wurden. Diese 
Erfahrung erklärt es auch, warum das Stift bei allen Verhandlungen 
mit der Stadt so ungemein vorsichtig war und sich alles umständlich 
rerclausuliren liess *). 

Wie anderwärts, so war auch zu Klosterneuburg die Hospi* 
talität gross. In RQcksicfat darauf erfolgten auch so manche Schen- 
kungen und Begabungen ^). Wie die Herzoge, so sprachen auch der 
hohe Adel und Klerus und die landesherrlichen Beamten fleissig im 
Stifte ein >), während zugleich die wandernden Pilgrime und Arme 
draussen im Hospitale Yerpflegt wurden. An bestimmten Tagen 
wurden auch bestimmte Gäste geladen ^). Gäste, die Nachmittags 
sich einfanden, wurden mit einer Pitanz (propinatio) bewirthet &). 
Mancher der hohen Gäste brachte nebst seinem Gefolge auch 



Pljntg^tMeD (Propst zu St. Nicla bei PaMtu, Propst zu Tirnstain). 

Spital^sse — die ander Zeil nebea dem Spital , aaeh Walchgasae — Walch- 
faste dem Spital gegenüber, aneh rordere Walcbgasse (BGrgerzech auf dem Perg. 
Propst %n Klostemeubui^, Zedliz, Waldhausen). 

Am Rennioger md im Werd (Hofstitte und GSrten). 

Staingmeb (xuiicbst dem Sieobbaua« daselbtt ein stifU. Teicbl ood eine MfiUe 
des Ambrosy W^iseat). 

Ausser KoUergasseD — Tallnergassen. (Herren tod Passau, Sigmund Eysinge^). 

Prastergassea (darin schon Weingirten). 

Preingassen (Bnrgerzech auf dem Perg. — 6t Stepbansaltar in der marmornen 
KapeUe auf der Parkircben). 

Gasteig (zunfichst dem Paradeis Ton Neanburg gen Weidling wirts, Herrn 
Ton Perchtolsgaden). 
^) Siebe im Register : Klostemeuburg, Stadt, Borgerspital. 

*) So bestätigt Papst Innocenz III. 11. Mfirz 1215 dem Stifte die Pfarre Stockerau „10 
snbsidinm hospitalitatis** (Fischer 11,172); Bischof Bernhard Yon Passan iucorporirt 
8. April 1307 dem Stifte die Pfarren St Martin und Heiligenstjidt aufs Neue, und unter 
den Bedingungen ist auch die : ut Rector (ecclesiarum sc.) consuetam bospitalitatem 
obserret (Fischer li, 328). Siehe auch die Urkunden 2S3, 423 dieses Urkundenbuchs. 
') So erscheinen Otto und Albrecht von Wildnngsmauer 1360 fast alle Wochen als 
GSste. Einen ausfuhrlicheren Beweis des Gesagten liefert das Verzeichniss der 
Stiftsgiste im Anhange Nr. XV. 
*) 80 erscheinen regelmässig an Epiphanifi, Allerheiligen, Allerseelen, Weihnacht, 
Himmelfahrt, Ostern, Pfingsten, Marifi Geburt, Himmelfahrt und Reioigung: praedi- 
catores, augnstinenses, minores ; am letzten Sonntage des Jahrs und den 3 Faschings- 
tagen nobiles et milites e ciritate. (Wahrend des Zeitraums bis 1400 wohnten 
zu Klostemeuburg folgende Edelgeschlechter : Altensiaiuer , Eibenstainer, Frej- 
Singer, Harderer, Chrizendorfer, Muestinger, Plödi, Rietentaler, Stubiar, Steinhaus, 
Im Tor, Tos, Wisent, Wfirfel, Ymian, Schiver, Hutstoch, Eysenpeutel, Fioyt, Tudern 
Lauben, LUienvelder, Manseher, Siebenhos, Mozesperig.) 
>) Siehe Anhang Nr. XIH, 1342, 20. und 29. September; 1344, 2. Mirs; 1334, 28. Mfira. 



LXIV 

noch seinen Koch, seine Musiker und Possenreisser mit, die dann 
eigens mit einem Gratiale abgefertigt werden mussten ^. 

Zugleich mit dem Stifte und in Verbindung mit demselben ent- 
stand das Chorfrauenstift zur heiligen Magdalena. Wie 
Hartmann, der erste Regular-Propst, als Dechant in Salzburg ein derlei 
Frauenkloster nach der Sitte der Zeit eingefiihrt hatte '), so mag er 
auch in Klosterneuburg den Anlass, Leopold aber in Verbindung mit 
Agnes die Bestiftung gegeben haben *). Dass schon unter Hart- 
mann die Chorfrauen bestanden , beweisen Stellen seiner Biogra- 
phie^). Die ältesten bekannten Glieder dieses Frauenklosters stammten 
meist aus adeligen Häusern &); auch zogen sich einzelne edle 
Frauen bei besonderen Veranlassungen in dieses Kloster, als in ein 
sicheres und geheiligtes Asyl, zurück *). Ob die Klosterkirche 
schon bei der Gründung der heiligen Magdalena geweiht war, ist 
urkundlich nicht sicher zu stellen ; frühzeitig erscheint ein Altar zu 
Ehren des heiligen Apostels Andreas in derselben ^). Zugleich 
mit der Begabung des Stifts wuchs auch jene des unterstehenden 
Frauenklosters, doch sind der urkundlichen Belege nur wenige ^). 

1) siehe Anbang: Nr. XIII, 1342, 80. Angost. 

*) In SaUburg bieMen die Chorflrauen Dominae Katbedrales. Hansiz, Germ, sacra 0, 217. 

*) Auf den nocb erhalteoeo , nun in der Leopoldscapelie befiodlicben Glasfenstern des 

Kreuzgangs erscheint Agnes als Stifterin dargestellt, die Kirche des Frauen klosters 

in der Hand. Die Chorfrauen begingen anch nach Ausweis der Rechnungen ibreo 

Jahrtag, so wie den Leopold's. 

*) Pez, SS. RR. AA. I, 502: „Fratribus et sororibus (B.) praedlcabat — Rara 

erant fratribus cum sororibus salntationes et colloquia**. — Bei Gelegenheit seiner 

Berufting auf den bischöflichen Stuhl Ton Brixen: ,,Et ecce subito molesto rumore turbat« 

sunt gaudia, ft*atribns et sororibus contristatis pro ista insperata mntatione" I. c. 503. 

») Siehe Anhang Nr. XX. 

*) So Petrissa de Puchberg, während ihr Gatte Otto nach Jerusalem zog. Cod. trad. 

n. 453. 
^ Jutta von Gars gibt zu dem St. Andreas-Altare apud sorores, famulaa ad censum 
quinque denariorum. Cod. trad. Nr. 419. Der Tag des h. Andreas wurde auch 
fortan festlich begangen. 
>) Im Testamente Blanca's, der Tochter König Philipp^s IV. von Frankreich und Gemahlin 
Rudolfs III.: »Wir schaffen auch den Nunnen hincz leNewnburch frnf phunt Dat. 
an sant Mauriztag 1304*. 

1354. Nach dem Todtenbuche: 
8. Mai. Agnes filia Petri frisingarii, Magistri curie dedit II. libr. redd. dominis et 

dominabus. 
14. Juli. Agnes nxor freisingarii Petri, Magistri cnrie dedit mam libram red- 
dituuro Oblaye et mam dominabus. 
4. Norember. Petrus freysinganus Magister curie dedit Oblaye vnam libram 
reddituum et dominabus rnam. 



LXV 

Der Andrang za diesem Kloster mnss sehr stark gewesen sein» denn 
1253 sieht sieh Papst Innoeenz IV. reranlasst» die Anzahl der Chor- 
fraaen zu bestimmen ^)» wobei er zugleich die Befreiung von 
geistlichen Provisionen rerleiht *). Im Jahre 1307 befiehlt Bischof 
Bernhard von Passau dem Propste (unter dem die Nonnen seit der 
Gründung bis zum Aussterben standen) die strenge Aufrechthaltung 
d^ Clausur daselbst *), nachdem er schon früher (1301) durch 
seine Visitatoren Anordnungen erlassen» welche sich auf den Bau- 
stand der Gebäude, den Zutritt der Chorherren und weltlichen Frauen» 
die Tänze» die Erlaubniss des Ausgehens etc. bezogen^)» — Verord- 
nungen» welche Bischof Albert 1322 neben einigen verliehenen Erleich- 
terungen abänderte >). Er war es auch» welcher das aus der Zeit des 
Propstes Stephan von Sierndorf stammende Statut wegen der Beschrän- 
kung der Zahl auf 32 Glieder 1330 unter Androhung der Suspension 
neu einschärfte *). 

Unmittelbarer Vorstand des Klosters war der Propst, der einen 
seiner Chorherren zum Frauenpfleger (Custos dominarum) ^) er- 
nannte» welchem die Verrichtung des Gottesdiensts und die geist- 
liche Leitung der Frauen oblag. Sie wählten aus ihrer Mitte die 
Heisterin und Dechantin» welche beide der Bestätigung des Propsts 
unterlagen» und hatten ihre eigene Oblay ^ und Kammer *). 

In dem gleichen Verhältnisse der Unterordnung unter das Stif 
stand das von Propst Nicolaus i<>) am 28. Juni 1261 fQr 13 Nonnen 
gestiftete Chorfrauenstift zum heiligen Jakob in der untern 
Stadt Klosterneuburg, welches» mit der gewählten Meisterin an der 
Spitze» dem jeweiligen Pfarrer von St. Martin als geistlichem Leiter 
untergeben war ^*)- 



M Urkunde 8. 

*) Fischer II. 223. 

3) Urkunde 114. 

4) Urkunde 76. 
^) Urkunde 196. 
•) Urkunde 236. 

') Urkunde 42, 61, 87, 200, 296, 447. 
*) Cod. trad. n. 670 (Sub Dieterico praeposito). 

*) 1394 erscheint Marquard als Camerarius dominarum, 1297 huger ?on tiobaez. Die 
ferneren Einrichtungen und Schicksale wird eine Fortsetzung dieses Urkunden- 
buchs nachweisen. 
10) Fischer II, U6. 

^i) Siehe darüber die Urkunden 56, 277, 301, 318, 570 dieses Urkundenbuchs und 
die Anmerkungen zu denselben. 



I. 

Bin gemisser Albert Mchenkt dem Stifte Kloitemeuburg ein halbee Talent 
jdkrUdier Einkünfte «» Sehweinhtnrt. 

l^otam sit omnibus tarn presentibus» quam futuris» quod ego albertus 
emn oxore mea predicta delegayi super altare beate Marie in Newn- 
borch quoddam beneiicium meum in sweinwartt quod prius prestite- 
ram domino Wemhardo in eadem villa moranti sub iure, quod in 
Tulgari dicitur Purchrecht, hac condicione yidelicet, ut predietus Wern- 
hardus cum pueris suis annuatim persolyat diroidium talentum ecelesie 
Newnburgensi. Hoc factum est eoram domino meo Liupoldo duce 
Äustrie ei Styrie^ cujus sigillum appendimus ad corroboracionem 
ipsius rei, cuius eciam rei testes sunt Marchardus in Himperch, 
Imfridus, filius eins, Rudolfus in Potendorf, Heinrictis in Vlrichs- 
chirchen, Ortlibua in Winchel, Rudolfus mazo et Chunradus frater 
eiusy Viridis fuchsel, Heinrictis de Dahpach. Imfridus de 
Ylreichsch, Fridericus de Vlreich^ Ditricus de Winna, Amoldus 
fUus eius. 

Chart Arehiri III. fol. 62, «. 

Die Zeugen wei^n auf H. Leopold VI. (YII.) 1195—1230 hio. Die andern 
Begtbnngen so Schweinbart kommen im Cod. Tradit. Nr. 61, 102» 169, 328, 
eSOror. 

n. 

Bigckof IVemher von Gurk beneugt eine zwischen dem Kämmerer des 
Stiftes Gurk und Arnold Tobechwute von Creusnitz getroffene Übereinkunft, 

Üat. Stratsborg, 19. December 1195. 

In nomine Sancte et indiyidue Trinitatis. amen. Ego Wemherus 
Bei gracia Gurcensis Ecelesie Episcopus cunctis Dei famulantibus 
tamfiituris» quam presentibusseriem cniusdam negocii insinuo» qualiter 
Tidelieet Amoldus Tobeehazze de Craznitz ab Hainrico^ eiusdem 

Fontes. XIV. 1 



2 

Ecclesie iunc temporis camerario postulayit» vi sibi quaadam 
convencionem cum illo facere liceat, quod et factum est. Petiit itaque 
prefatus Arnoldus, yt agros quosdam» quos Officina camere in 
Craznüz habebat plenario ysui dod adiacentes tributario X. denario- 
rum singulis annis persolvendorum (iure) bominis penitus remoto sibi 
concederet, affirmans eciam quod parentes sui Eeclesie eosdem agros 
eontulerint» ob quorum et sui memoriam eadem bona in agricultura» 
edifieiis, silyarum custodia et quibuscumque posset toto nisu yelit 
augroentare, ea tarnen condicione, yt dum eunque censum illum annua- 
tim tribueret, nee predicto Camerario» nee uUi suecessori suo eum a 
predictis agris per sui solius yitam remoyere liceret» nisi forte qua- 
eunque oceasione censum suum subtrahere presumeret, post dissolu- 
cionem yero carnis sue, nee filü eins, nee eognati, nee ylli nepotes 
eadem bona yel ylla bona, que ipse adauxerit, hominis yel censuali 
iure yel quocunqtie modo appellare presumerent. Ego itaque seriatim, 
yt dictum est, hoc determinato rogatu ytriusque, scilicet Camerarii et 
prememorati Arnoldi, ob huius pacti certitudinem et litere confirma- 
cionem future hiemorie Sigillum meum impressi. Huius conyentionis 
testbs sunt hii : Gerungiis, filius ipsius Amoldi, Gvntherus, Hertwicus 
de Pisewich, HeinricuB Schikhe, Pilgerimus, Hertwicus frater eius 
et alii quam plures. Actum anno dominice incarnacionis M. C LXXXXV. 
Indic. XIII., Xim Kai. Januarii apui Strazburg feliciter. Anno elec- 
cionis et consecracionis mee primOy eo die, quo primUus prodngebar 
iturus in Marckiam. 

Aibaelirifl tob Haiais'« Eui in der 8aaal«a( d«a 6Attw«Uier Abt«« Mb^hs Klein. 

Da Wernher das Jahr 1195 als das erste Jahr seiner bischöflichen Wfirde 
bezeichnet, so irOrde er, wie das Chron. Salisb. ad annom 1104 richtif^ bemerkt, 
1194 yon der Propslei Rbstemenbiirgs tum bisehttflichen Stuhle yon Gark 
berufen worden sein, nicht im Jahre 1192, wie das Chronicon Aostrale ansettt. 
In eben demselben Jahre seiner Wahl schenkte Bischof Wemher dem Stifte io 
die Gasterei einen Weingarten. Cod. Tmd. fol. 89, Nr. 410. 

ffl. 

Profit WaUher von i^oitemi^hnrff verlMi Watther von Ottentkai ein 
Joch Ackerlandes »u Weidling. 

Dat. Klöstern, s. d. 

In nomine sancte et indiyidue trinitaife* amen. Notum sit Omnibus 
tarn presentibus, quam futuris, t]tK>d ego Waltkerue Ntp^burgensi^ 



preponiuM anm eenaeiisu tociujs coareotus pgnnii in Widmch eontineD- 
tem in Mensura quantitatem Tnius iugeris contuli domii^ WaUer0 de 
Vtental sab hae pensione, ut singulis annis in festo sancti Mychacbelis 
pro inre perchreeht persohat diraidium talentum et semel in anno 
intersit placito , qaod pro inre montis babetnr et debite decimabit. 
Quod si alieui maiori sive militi sive Clerico sive Colono eundem ugrum 
rendere Toluerit, noq permittimus, et ut hoc constaps permaneat» 
sigilli nostri appensione confirmamus. TeateM huk^s rei ^^^nt Henricus 
decanus, Wuento, Liviwinm, HenricuSp Cunradus, Hevhwrdtu, 
AlberOy Marquardua^ et alii quam plures. 

Orig. Pcrg. Ohae ln«ief«I. (Bep. Tel. Nr. 1, fol. 167.) 

Widnich ist das bei Rlostemeuburg gelegene DorfWeidling. Die Urkunde 
filllt in die Zeit von 1220—1223, in welcher Propst Walter dem Stifte vorstand. 
Ein Idangus de Ytintal erscheint in dem Cod. Tradit. Nr. 422, pag. 91. 

IV. 

Propst Konrad I, von Khstemeuhurg verhiket Otto von Ladendorf und 
oeiner €httm Adelheid einen Hof %u Krinendorf §dt Leihgedmge. 

1228. 

Notam Sit omnibus tarn presentlbus, quam futprUr quod ego 
Chunradus Neunburgenm eccleaie prepositus cttm consensu Ebronis 
decani et tocim CeipütUi contuli domino Ottoni de t^dendorf et 
Alkeidi uxori sue quaadam curiam aitam iuxta eanettm^ Martinum 
in Chrixendorf cum vjnea adiacente, quam curiam et vine^on .dominus 
Calocbus Dostjre ecclesie delegarit, tantvmadtermimm v^etttriußque, 
ita ut post obitum eorundem duorum predicta curia cum sibi annexa 
Tinea ad eccle&iam roTertatur. Preterea, quecipaque post ^mborum 
deeessum in curia supra dicta inTeuta fiierint, siye in mabilibus, siTe 
!■ qua icumque alia suppellectile, de quibus ipsi test;9n^entv.in non 
fecerint. in tsus ecelesie redigantur. Predjjetus TerQ 0,tto et uxor sua 
Albeidis cootulerunt ecclesie nos^tre quoijLdaj^ pre^ü^^o Uadmarsjtorf, 
qiia4 %Wfi temporis quidam coltmus Fridericu» i^p^^ne ^bi^it» ut 
postqii^m obJAri^t, idem prediuip ecclesie debeat deseryire. Huius 
rei ieetes stmi onmes damini de Convei^ et Ihmia^s Oriolfus de 
Buckerstorf 9 Jrenfridus de Vlreich^chirfik^^ Chnnrudue de Gra- 
zowe, HermannuB de Ladendorf, Amoldus de Buspach, Beinricus 
Cokener, Ckmrudus sa^Utarius de Ekerisdorf, Poto de Stetin, 



Liupoldus de Ladendorf, Alramus de Ladindorf, Heinricus de 
Buechersdorf 

E Cliftrtaliri« Arekin Mr. III, f«L 71, a. 

Dt bereits im folgenden Jahre derselbe Hof dem henogL Mandschenken 
Leopold rerliehen wird (Fischer 11, 183) , scheinen Otto und Adelheid von 
Ladendorf noch im Verlaufe des Jahres 1228 ?erstorben zu sein. Neben den im 
Cod. Trad. p. 70» Nr. 348 vorkommenden Otto mit den Sdhnen Adelram und 
Hugo, und den Verwandten Rudbert und Herwich erscheinen in der vorliegenden 
Urkunde als weitere Glieder dieses Edelgeschlechtes Herman und Leopold. 
Hadmarstorf ist Harmansdorf seitwirts Komeuburg. 



Propst Conrad L von Kloitemeuburg veriauieht mit dem Magister Heinrick 
zwei Lehen %u Himberg. 

Dat. 1229. 

NoYerit tarn presencium, quam futurorum etas fidelium, qaod ego 
Chunradus licet immeriius Niwüämrgensü prepositus de bona 
YoIuDtate et constaoti petieione fratrum omoium duo beneficia inparvo 
himperch sita, queprius possedit Marquardus elericusfrater domino- 
rum de hinperch, magistro Heinrico profesaione phisico contuli cum 
Omnibus adtinenciis diebus vüe sue possidenda ubieumque fuerit loco- 
rum, siye infra terminos terre, sive extra, prefatus vero magister hein- 
ricus, utpote vir providus in recompensationem predictorum beneficiorum 
ecciesie Niumburgensi post dies suos contulit benepcium süum m 
villa himperch cum suis adpendiciis, quod idem Heinricus emii a 
quodam nUlite chunrado nomine cum consensu heredum omninm 
eiusdem hoc excepto quod si forte ipse heinricus aliqnibus debitis 
fuerit obligatus» tunc de ysufructu illorum beneficiorum primi anni 
post obitum eius eadem debita persolvantur. Et ne hoc nostrum 
commune decretum euiquam yiolare liceat, aut infringere, Sigilli nostri 
et capituli appensione roborarimus in eternum. Testes huius rei sunt 
Cunradus prepodtm, Livtwinus decanus, heinricus abbas, Engü- 
bertus, Cunradus de milbach, Prunricus, Eberhardus, Heinricus de 
radin, Haimo, Cunradus de Gadin, Fridericus, Vlricus, Albertus, 
Rupertus, Diepoldus, WaÜherus, Heinricus, Cunradus, Livpoldus, 
Heinricus, Vhicus, Wemherus, Livtwinus, Hugo, Orto^us, pruno, 
Livpoldus, Levprandus Archidiaconus styrensis, Wolfhardus de 
himperch plebanus, Vlricus scriba, Otto magister cellarii, Wisinto 



oßleialü, Bemgerui, Wirinto de s. loeo et alii plores. Acti sunt heo 
anno domiDi M! CC! XIVIDL" 

OrifiMl Mf P«rfUiMl. 

Ist Pontes ly, 196 unTollifiiidig, (aiu Cbartnlar IL) abgednickt, der 
Abdroek bricht bei Heinrich von Radaan ab, wihreod das Original in den 
Kadifolgem ans im Ganzen eine Ansah! ?on 28 Chorherm (eine bedeutende Zahl) 
■aehweist 

VI. 

Der H^spitalar, Chorherr Heinrich van Radaun kam fit einen Weingarten 
von Poppe von Spanberg, 
Dai post. 1233. 
In nomine sanete et individue trinitatis. Amen. Ut ea, que apad 
homines gerantur» memoria commendentur» scriptis roborantur. Huius 
reigracia presenti pagina comendantur, Quod ego Henrums de Radwin 
et Canonictis domus Bande Marie in Neuburg et iUo tempore 
haspitaleneis etusdetn damus emi a Domino Popone de Spangenberch 
com eonsensu ux&ris eue Petriee et filie sue Cunegundis de Sabnich 
rineam saam iuxta predictam hospitale pro XIX tal. et V solid, dena- 
rioram. Huius rei teetes sunt Vdalricus Clericue eiusdem Popponis, 
Ortolfus de Bikeetarf, Reingerus de Hadmaretorf, Rudigerus de 
Aepem, Rapoto de Velben, Cunradus de Arensperch, Cunradus 
Ammamu hospitalis sit Dietricus obulus. Quicumqne contradicit 
buic pagine sit excomunicatus. Amen. 

E. proU«. PoltMMai. Cofia. 

Ist schon bei Fischer Nr. 193 aber onroUstiindtg abgedmcki Propst Balthasar 
Polimann mochte noch die Original-Urkunde ?or sich haben, daher ich die Ton 
ihm gemachte Abschrift hier gebe. 

vn. 

Ablaeebrief für die von den Greif eneieiner Edlen erhaute Katharina-CapeUe. 
Dat. apnd Wiennam 29. Juni 1250. 

Cunradus Dei graeia Prepoeitue Eceleeie sancti Cvidonis in 
Spira et Canonieue Magunünus, Apoe^olice eedis legatus^ Omnibus 
Christi fidelibost quibus bee littere fuerint ostense, Salutem in eterne 
beatitadinis inerementum. Ad honorem Domini nostri Jesu Christi et 
Gloriose genitrieis eius» nee non ob veneracionem meritorum beate 
Katerine virginis et martiris, habita super hoc eciam consideraeione 
nebiUe viri 0. de Grifenetein nobis cum instancia supplieantis. 



Omnibus in festo beste Katerine et ad diem dedicaeieiiis Capeile in 
eiusdem virginis honore dedicate derote conr<snientibus Quadraginta 
dies de iniuncta penüencia, auctoritate, qua fungimur, misericorditer 
relaxamus. Datum apud Wiennam III Kid. Julü anno Domini M^'CC^'L^ 

Orig. Pergam. (Rep. Vet. Lit. D. Nr. 5S, fol. 29.) 

Diese Urkunde zeigt uns, dass ein Glied des Edelgeschlechtes der Grei^en- 
steiner, welches bereit8imKlosterneuburgerCod.Tradit.p.2,Nr.8Torkommt, eine 
Capeile zu Ehren der h. Katharina erbaut habe. Es dürfte dies der in einer 
Urkunde vom Jahre 1255 als Zeuge vorkommende „Ortolfus de Griffenstein'' 
sein (Fischer II, 230). Wie aus einer spSter Torkommenden Urkunde rom 
Jahre 1267 sich ergibt, war diese Capeile in ihrem Hause zu Wien errichtet 
worden, und der Umstand, dass die diesftlligen Urkunden im Rlostemeuburger 
Archive verwahrt wurden, dürfte darauf hinweisen, dass die Besorgung des 
Gottesdienstes in dieser Capeile dem Stifte übertragen gewesen. — Der diese 
Urkunde (welche der älteste Ablassbrief des Klostemeuburger Archives ist) 
ausstellende p&pstliche Legat hielt sich noch im Jahre 1256 in Österreich auf 
(Duell. Excerpt Geneal. fol. 34, Nro. SO. — Hansn. Germ, sacra p. S88). — 
Das Siegel zeigt die Jimgfraa Maria, umgeben von 4 EAgelskdpfen (beinahe inü 
der bei Glafey Specim. Decad. Sigill. Tab. II, Fig. 8, ad pag; 2 vorkommenden 
Darstellung übereinstimmend). Unterhalb ein Canonicus im langen geistlichen 
Kleide, in der linken an der Brust angelegten Hand ein Buch haltend, die Bechte 
zum Segnen erhoben. An der Stelle, wo bei Glafey 1. c. pag. 1«^, S. Laur-entius 
steht, liest man hier Ave M-aria. Die Umschrift lautet: 

CUNO. 8. W1D0N18. SPraB. PPTU8. ET. CiN. MAOIVT. 

Vffl. 

Innoeeti» IV. hetehränckt die Aufnahme in doi Chorfrauen^SHft zur 
h. Magdalena »u KUetemeubkr§^ 

Dat. Assisi 1. JuK 1253. 
Innocencius episcopus servus seryorum Dei. Dilecto filioN. Pre- 
posito ecclesie sancte Marie in Nynmburch ordinis sancti Augustini 
Pataviensis diocesis salutem et apostolieam benedictionem. Dileetarum 
in Christo filiarum N. Magistre et conventus ecclesie sancte Marie 
de Nyumburch ordinis sähcti Augustini Pataviensis diocesis suppli- 
cacionibus inclinati, preseneium tibi auctoritate niandanrao, ^uatinus 
eiusdem ecclesie facultatibus protida deliberaoiöne pensatis , cerkun 
Canonicurumnwnerum au(^oritate apostolica stixtuas in eadem, eisdem 
Magistre ac conventui eadem auctoritate nichilominus concedendo, 
ut absque mandato sedis apostoliee specialis faciente de Statute et 
concessione huiusmodi mentionem, ad recipiendnm aliquam in<>anoni- 
cam Tel conrersam ultra numerum a te in eecleaia Ipsa statuendum 



Bon Taleant eoaretari» nisi adeo ipsios eeelesie impliari cootigerit 
facttltates, qood in ea persoaaruin numeriis esset merito ampliandus, 
aaetoritate ipsras Sedis in omoibas semper salva. Datam Asisij KL 
J«ilij Ponfifieatas noatri aano Vndeeiino. 

Orif . Perf . B«JU mM^iao 4«pema«t «•. (R*p. Tetaa Nr. 9, M. 2.) 

Der österr. Adel betrachtete (Ue Chorfrtuenklotter cur h. Magdalena nSchst 
dem Stifte als einen angenehmen Plats zur Versorgung seiner unanbringlichen 
Töchter, und drängte manchmal durch allerhand Mittel den Conrent zur Aufnahme 
derselben. Diesem Obelstande sollte diese gegenwSrtige Bulle , so wie die des- 
selben Papstes Ton demselben Datum (Fischer II, 223) abhelfen. 

IX. 

Heinrich van SeotHd mackt dem Stifte mehrere Schenkungen für 
erwieeene Freund$ehaft$dienite. 

Dai in Seveld. 1255. 

In nomine Patris et Filii et Spirkus saneti. amen. A memoria 
mortadkim geata laiu peterunt Tniyersa, ^e suo tempore future poete- 
ritati sub cyrografe nen firmantur. Huius rei graeia nos Heinricue 
de Sevelde^ nunieterialis Austrie per suecessiyam humane condicionis 
inpoteneiam nos scientes aliqnando morituros» tam presentibus quam 
fvtnris aignificamus per bec scripta , quod cum dominus Clumradu» 
ione memorie quondam renerabiUs preposiHis Neuenburgensis , et 
Tenm^abilinm (ratrum snoram Tnirersitas ab dileeeionem nostri ipsorum 
qau« liheralittttis graeia aliquam partem ecclesiasttci ornat^s, duas 
emppag videlicei, ialmaticam et subtile et totum prepartmientum 
ioeerdotale preter casulam et quitquit ad decorem altaris pertinet 
seiUcet purpuram et paUam et duo linteola parva cum duabus stolis 
iocerdotalibuB nobis pro tempore yite nostre concessissent et nos 
delectati habere illa ipsis denuo supplicassemus , quatenus euudem 
eeelesie nostre ad dies nostros, ut supra diximus , comodarent, ut 
eoram nobis dirina fierent in eodem, iidemque fratres nostre peticioni 
favorabiliter annuissent, yndenos digne ipsorum derocionirespondentes 
ierdam partem molemUni in Hederadorf, que nos contingit, ecdesie 
Neoenbnrgensi sioe omni contradiccione parentum nostrorum perpe- 
tualiter deleg^yimus libere possidendam. Insuper ut de reddicione 
pnedicti oraatos cerciores essedebeant nos defuncto» vineamnoatram 
iitam in Chalenperge dictam Gozroch ipsis per manum filie noatre 
domine AUteidie et dammi Rapoionis de Vulchenberch et demini 



8 

Hadmari de Werde taliter obligaviinus» vt dicta Tinea ab omni nostrd* 
rum parentum hereditate sit aliena» donec isti fratres suum ornatom 
vna cum nostro plenario integraliter se gaudeant accepisse. Qu«d si 
neglectum fuerit aut obmissum^ ipsi fratres predictam yineam in sua 
potestate tamdia retinebunt, quandiu ornatus sepe dictus ipsis integra- 
liter non reddatur. Si autem aliquis parentum nostrorum nos mortuo 
iustieiam habens in yinea premissa et ipsam Toluerit rehabere, assignet 
prefate ecclesie XX libras den. wienn. pro ornatu, et sie prefatam 
vineam possideat cum quiete. Si yero memorati frates nos adbuc vivente 
Tel non existente omatum suum cum plenario nostro integraliter reha- 
bebunt, Tinea nostra ipsis pro pignore deputata ad nos et nostros 
parentes libere roTertetur. Ut autem euncta, que premissa sunt, a 
partibus inTioIabiliter obserTentur, presentem literam nostri sigilli 
nostrorumque parentum sigillorum munimine confirmatam eidem 
ecclesie dari fecimns in signum cTidens et cautelam. Huius donacionis 
testes sunt, Dnus ülricus decanuSy dnus Vlricus de pavmburek, 
rf, Pabo^ d. OrtoJfuSy d. OttOy d. Otto hospüalariuSy d. Wernherus, 
d. Walthems, clerici d. Pilgrinus, d, Dietnutrus Merlo. D. Eainricus 
de Ruchendorf, d, Dietricus ofßciaüs, d. MarcharduSy d. Uainricus 
de Gawats milües, hainricm de MßUy Otto de harroz^ Ortolfus 
Levbaner, Gotfridus^Otto celler arius, herbordus, Ckunradus tvmhere 
serTi et alii quam plures. Datum in SeTelde anno domini M'^CC^LV*. 

E CkartaUrio Arobbi Nr. HI, foU 6S. 

Die Zeugen sind hier in „milites und senri" (armigeri) gescbieden. Der als 
Otto Cellertrius rorkommende Zeuge ist herzoglicher Diener, da der Kellermeister 
des Stiftes j^Rudigerus de Yienna*' hiess. 

X. 

Derpäpttliche Nuntiu$,Peter von Ponteeorvo quütirt über den empfangenen 
päpitlichen Ziiu von acht Jahren. 

Dat Klöstern. 18. April 1^56. 

Omnibus Christi fidelibus presentes literas inspecturis Petrus 
de Ponteeorvo Capelle domini pape clericus apostolice sedis nuncius 
salutem in Domino. UniTersitati Testre tenore presencium innoteseat, 
nos a Tenerabilibus patribus preposiio et conventu Newnburgensis 
Monasierii Patawiensis diocesis pro censu octo annorum proximo 
preteritorum, in quo dictum monasterium Romane ecclesie tenebatur, 
XXXIL soL breves wiettn. monete pro octo bitanciisaureis pro domini 



Pape Camera recepisse, canputatispro quoUbei denario aureo L. den. 
maneie supradicte, salyo tarnen, si dietam monasterium ad censDOi 
huiasmodi persolrendum pro majori yel minor! tempore teneatur» ut 
pro ipso romane eeclesie satisfaciat, sicut fuerit faciendum. In euius 
rei testimonium presentes literas nostri sigilli munimine fecimus 
roborari. Dat. XIV. Kai. Maii in eodem Monasterio Anno gracie 
H*CC*Lyi*. Pontifieatus domini Alexandri pape IUI!* anno secundo. 

E Cliartalarie ArekiTi III, fol. 11«, h. 

Ab Innoeeoz II. 1107 das Stift in pfipstliehen Schatz genommen, hatte er 
die Bedingung hinzugeffigt: Ad indlcium autem percepte huius & Romana eccleaia 
libertatis vnum Bizantinm nobis nostrisqoe succeasoribus annia aingulia peraol- 
Tetis. Vorliegende Ui^ande weist einen 8 jtthrigen Ausstand dieaer Zahlung nach, 
ind dient zugleich zur Bestimmung des Münzwerthes dieser Zeit 

XI. 

Pf9psi NieoloM* von Klostemeuhurg verleiht Bernhard von 8chweinbart 
zwei Lehen daeelbit 

Dai 26. Juli 1257. 

Nos Nicolaus dei grada prepositus in NuüUmrch presentibos 
profitemur, quod cam dominus Wernhardus de Swinwari Miles et 
posiea confraier noster eanstens in habitu seculari de duobm bene- 
ßeOs in Swinwari, nam in yno illoram beneficioram est domus sua ereeta, 
EL soKdos servici nostre Eeclesie multo tempore detinuisset, immo 
solyere eontumaeiter neglexisset adeo, quod penis infinitis accreseen- 
tibus per iostas questiones eadem beneficia nostre eeclesie yacayerint, 
DOS precibus dicti confratris nostri Wernhardi in suis extremis lacrima- 
biliter inclinati filio suo, damino Wemhardo^ per cuins manum 
yoluntariam nostre eeclesie idem frater Wernhardus Tineam dietam 
YiUz dedit in extremis constitutus, predicta duo beneficia iurisdjtioni 
Dostre diu adiydicata dedimus liberaliter iure purcbrecbt et suis 
heredibas in futurum, ita, quod coberedes sui nil iuris babeant in 
eisdem, idem Wernbardus et sui beredes nostre eeclesie seryient de 
ipsis beneficiis IX solides memoratos, qüos tamen ipsi domino Wem- 
hardo pro beneficio tantum contulimus personali, Super quo banc 
litteram prefato domino Wernhardo et suis beredibus pro testimonio 
fecimus exbiberi, promisit etiam se nobis et eeclesie nostre fidelitatem 
debitam senraturum. Testes sunt Dominus Ortolfus de Griffensteyn, 
D&minus Otto hospitalarius. Dominus Livpoldus plebanus de Sancto 



10 

hco^ Dmumis DUricm tfficialis et alii quam plores. Datum VIL Kl. 
Augusti Anno gratie M' CC LVII'. 

On^. P«rg. (Bepert. ?et. Nr. 1. foL 308.) 

Das Siegel , (welches sehen Nikoltns YorgSnger Konrad gehrauchte) findet 
sich bei Hantfaaler Recensus Arch. Campilil. Tab. XIY, Nr. 6 abgebildei — Der 
jüngere Bernhart Ton Schweinbart erseheint noch in einer andern Urkunde vom 
J. 1280 als Zeuge (Fischer 11, 281). 

xn, 

Nikolaui, Propst von Klostemeüburgt verleiht Heinrich von Stoizendorf da» 
verödete Qut %u Orawam gegen einen jährliehen Zins. 

Dat s. 1. 17. Mai 1258. 

Nos Nicolaus dei gracia Preposüus et Conventus in Newnburck 
presentibus profitemur, quod Henrico de Stoyczendorf predium 
nostrum in Grawam, quod mulio tempore in solitudinem est redachim, 
contulimas nomine Purchreefat, ita, quo4 de huiusmodi predio et de 
duobus urtuKs in Stoyzendorf nobis et ecciesie nostre tres solides 
denariorum in festo s. Michabelis aingulis annis solvat et post mortem 
dicti H. si absque tiberis decedat ad oAstrum monasterium predicta 
bona sine questiooe qualibet reyertantur. Super quo presentem literam 
nostris aigiUis roboratam .eidem H. pra te&timeoio feeimus exbiberi. 
Testes sunt D. Vlrieus de poumöerch , d. Ortolfus de griffensiey, 
d. Otto de Amsperg^ d. Wisetäo de sancto loco, d. Amoldus gener 
suust Dietricus filius eUisdem, d. Älbero de povmgarten, Piligrimus 
de Polan, Vrlengus de Egenbwrch civis et alii quam plores. Datum 
anno grade M* CC LVIU. XVI. Kl. Jumi. 

E CkartalacM Ar^hivi Nr. HI. fol. 5S, a. 

Über Grawarn siehe die meisterhafte Abhandlung FeiPs in Heider*s treffli- 
cher Monographie über die romanische Kirche zu Schdngrabem. Wie Grawarn 
an Klosterneuburg gekommen, berichtet der Cod. Trad. Nr. 597, pag. 135. 

Xffl. 

Propst Nikolaus von Klostemeuhurg verleiht Heinrieh von Stoizendorf 
den Hof daselbst. 

Datum s. I. 17. Juli 1258. 

Nos Nieolaus dei gracia Prepositus in Neumburch et Universum 
capitulum ibidem .presentibus .profitemur^ quod cum Heinricus de 
Stoizendorf haberet ins in Tilicacione in eadem yilla et super boe 



11 

sibi esset testunonium honestorum, Nos euodem H. ab eadem rilliea- 
eioae ad arbitriuin nostronim amoYimus tali modo» quod eidem H. 
tria beneficia cum curia contulimus tali pacto, quod de eisdem nisi 
Tnam libram in festo s. Georii nobis servire debeat aoDuatim et sui 
heredes quilibet nascituri. Et ut sibi baue graciam faceremus, HiUricum, 
qui eadem beneficia occopabat, cum decem talentis denarioram ab 
hainsmodi benefieüs separarit prefatos H. ad nostrum arbitrium, con- 
silium et mandatum. Super qio memorato H. hanc paginam pro 
testimonio dedimus evidenti. Testes sunt d. OU0 de hamsperge^ 
d. Otto hospüalariuSf d. Leupoldus de saucto loco^ d. WUetäo de 
t. loco, dinn. Amoldui gener suu$, d. AUero de Pavmgarieu 
et Älbero fiUus stnis» Vrlengus de Egenburch, PtUgrimui de Polan^ 
kermamnu9 de Stayzendorf %X alii quam plures. Dat. XVI Kai. Augosti 
Aano domini M'^ CC* LVUI^ 

OiurUtarfia Af^UH 111, f«l. IS. b. 

XIV. 

Da» Capitel der Lateran^Kirehe %u Rom empfiehU »einenCkorkerrmf Thomat, 

Epu9 Lavefl. 

Dat. Rom. 14. Juli 1250. 
VniTersis Christi fidelibus has litteras inspecturis Capitulum 
Saerosancte Lateranensis Eeclesie salutem in Domino sempiternam. 
Vestre Karitati yenerabilem patrem et Canonicum nostrum Dominum 
Thomam Episcopwn LaveUensem, quem pro negoeiis eeclesie nostre 
ad partes alemannie iransmittimus, recomendamus, yniversitatem 
restram karitatiue rogantes, quatenus, cum idem ad tos yenerit» ipsum 
ob reyerencian dicte^eelesie benigne -et «booesle» aiout^leoet, recipiatis 
sibi prestantes auxilium et fauorem. Datum Laterani 11. Idus Julii 
Pontificatus Domini Alexandri Pape IIII^. anno quinto. 

E ChtrtaUrio ArehiTi 1fr. III. fol. 75. 

Dieser empfohlene Bisehof Thomas erscheint im Klosterneuborger Todten- 
boehe am 3. December: Thomas epe. Larellensis Can. Later. eeclesie Fr. nr. 

XV. 

fUUkpre^kt^ Pfarrer \m KMenhtrg, verkavfi ein Vietü Weingtarten 

kekmfa Erhammmg des Gloekemttihlet. 

Dat. 8. 1. 19. Dec. 1260. 

Ego ^Reichprecht , dei munere et gracia meorum dommorum 

inNeunburehplebamis in Chalnpereh omnibus bane literam intuentibns 



12 

tam presentibus quam futuris notnm esse toIo tenore presenciam eviden- 
ter , Quod cum ecelesia in Chalnperch haberet quartale iugeris unius 
Yinee, quod cum omd diligeocia ad ipsius ecciesie utilitatem perfectum 
noQ possem redigere per culturaro, ecce de consüio et bona voluntaie 
tociusplebis ad dictam ecclesiam pertinentis euidam nomine Albrecht 
pro LX den. vendidi hoc pacto, ut de ipsa parte post annum futurum 
et deinceps mediam urnam annis singulis in yindemia de fructibos 
eiusdem servire debeat ecciesie antedicte. Sciendnm et qtiod eandem 
pecuniam de scitu et consiKo plebis universe consumpsi in opere 
campanistri ecciesie, sictäpaiet, Ne autem idem Alb. vel sui beredes» 
aut cuicumque yendiderit ad servicium memoratum tam a nobis, quam 
a nostris successoribus debeat in dicta vinea calumpniose in posteruro 
aggravari, presentem paginam domini mei NyeolaivenerabiHapreposüi 
Nevmburgensis, in cuius presencia et permissione factum est» sigillo 
roboratam sepefato Alb. dari impetrari in testimonium eridens et 
cautelam. Huius rei testes sunt : d. Ylricus decanus, d. AmolduSy 
d. Pabo senioTy d. Otto Cellerarius, d. Meinhardus, d. Pabo peda- 
gogus. Fr. Eberger ^ Hainricm ortulanus, Budgerus, Chonradus, 
Wemhardus, neucham, pemgems, chonradus murator et frater 
9UUS, Chonradus Eyrinch, Hainricusparvus, vlricus ztoischen wegen, 
Rudgerus frater suus. Datum Anno Domini M"CC*LX. XIV Kai. Januar. 

E Chtrtoltrio Arehiri Nr. III. fol. 77. 

Aus dieser Urkunde ergibt sich das PrSsentationsrecht für die Pfarre 
Rallenberg als dem Stifte zustehend. 

XVI. 

Alexander IV. bestätigt die PrivUegien des Stißes. 
Dat. Rom 17. April 1261. 

Alexander episcopus servus servorum Dei. Dilectis filiis N. 
Preposito et Capitulo Ecciesie Sancte Marie Nyemburgensis Ordinis 
sancti Augustini Patayiensis Diocesis Salutem et apostolicam benedicti- 
onem. Cum a nobis petitur, quod iustum et honestum est, tam vigor 
aequitatis, quam ordo exigit rationis, ut id per solicitudinem ofScii 
nostri ad debitum perducatur effectum. Ea propter düecti in Christo 
filii vestris iustis postulationibus grato concurrentes assensu omnes 
libertates et immunitates a Romanis Pontificibus Predecessoribus 
nostris Ecciesie yestre concessas» nee non libertates et exemptiones 
secularium exaetionum a Regibus et Priocipibus aliisque Christi 



13 

fideübas rationabiliter vobis »ut Ecdesie prefate indultas, sicut eas 
inste ae pacifiee obtinetis, Tobis ac per tos eidem eccieaie auctoritate 
Apostoliea confirmamus et presentb seripfi testimonio communimus. 
Noili ergo omnioo bominum liceat hane paginam nostre confirmationia 
iofringere Tel ei ausatemerariocontraire. Si quis autem hoc atteroptare 
presumpserit, indigoationem OmDipotentis Dei et beatoram Petri 
et Pauli apostolorum eins se noTerit iDCursuram. Datum Laierani 
XVL Kai. Mail Pontificatus ooatri aono septimo. 

Orig. Ptrf . Die Balle aa tiatr Sekaar Toa ratkfelker Seiit. (Pral. 1» Mr. it.) 

Wie Propst Nikolaus 1258 dorch die Anlage des Urbars und 1250 dureh 
die ErlftDgung des PriTÜegiums tod König Ottokar fQr die Rechte seines Stiftes 
besorgt war, so bemühte er sich auch um die Bestfttigung des Oberhauptes der 
(3mstenheit, welche ihm durch die gegenwirtige Bulle zu Thefl ward. 

xvn. 

ESnig Ott^kar btMtätiget dem Stifte de$9eH Ansprüche auf Kogelbrunru 
Dat. Klöstern. 2. Dec 126i. 

No8 Ottacherus deigracia dominus regni Boemie, Duo: Auatrie 
ä Stirie ac Marchio Moravie TniTersis presentem literam inspecturis 
tarn presentibas quam futuris notum fieri Tolumas eTidenter, quod 
reeepimus priTÜegium felicis memorie domini Hemrici quondam 
lUuMtrU Duck de Medlico super viUa in ChogeiprunneNeumburgensi 
Ecclesie ab ipso raeionabiliter delegata in hec Terba: (folgt die bei 
Bemb. Pez, Cod. dipl. bist, epist. II, 75 Torkommende Urkunde). 
Hanc paginam ne unquam possit inmutari confirmaTit predietus dux 
Hemricus de Medlico suo sigillo ad supradiete donacionis perpetuam 
firmitatem Anno Domini M. CC* XXXI. Indiccione lY» anno quo obiit 
Lupoides illostris dux Austrie. Nos Tero, qui ex pietate nobis celitus 
elara singulis sub nostro domino degeutibus in iure suo tenemur adesse 
et maxime, que cultum diTinum respieiunt, que pocius temporibus 
Dostris augeri Tolumus, quam minui» eandem donacionem» que rite 
facta est» prout nobis super hoc facta est plena fides, gratam et ratam 
habentes auctoritate presencium conflrmamus. Et ne imposterum de 
hoc possit aliqua dubietas exoriri» et supra dictum munasterium in 
possessione dicte Tille a quoquam molestari, presentem ipsi paginam 
porrig^mus nostri sigilli munimine insignitam. Testes sunt dominus 
Bruno Olcmueensis episcopus, dominus phylippus abbas Scotorum, 
Dominus Ortolfus abbas MedlieensiSf Dominus heltcicus, abbas 



14 

Chotwicetms, Magüter Gerhardus plebanus Wtennetms, Magüter 
Ämoldus pranotarius curie Chunrado notario plebano in KarpercK 
HeinricuB plebanus de prukka prelati et clerici. Item dominus ffetn- 
ficus de Liechtenstain, dominus Otto de Mysowe, dominus Otto de 
Haslove, dominus Chunradus de cekinge, dominus Cunradus dehint- 
pereh, dominus Otto camerarius de perchtoldestotf, dominus Chun- 
radus ysenpoutil, dominus Chadoldus de Wehinge, dominus ülricus 
de pilheltorf cum fratre suo domino Marcharto, dominus ülricus de 
Volfgerstorf, etfratersuus dominus Wemhardus, dominus Chunradus 
de Grifenstein ministeriales Austrie. Bertoldus Spismeister, Mar- 
chardus magister cellarii, dominus EngeldiecK Chunradus lonholcz, 
Marchardus tmbesehayden^ Dietricus ofj/iciaUs in Nemnburg^ Bude^ 
gerus de norcendorf milites, fraier (recte fridericus), ysenpeutil et 
Sifridus frater suus, Chonradus Sohonpucher cum, fratre Duringo. 
Ortolfusy Gerungus, ymianus, cholo, otto, philippus, frid. heinricus 
de stoicendorfy hermannus, pilgrimus, otto, Eberhardus , Rugerus, 
Wemhardus, Waltherus vicarius, {vitriariusj otto in foro et Chuno 
frater das Uagister monete, Heinricus. Eberhardus, Hugo fr. Rum- 
hardus dves in Neumburch et alii quam plures. Actum in "Wien 
anno Domini M* CC. LXI*" quarto nonas Decembris. 

Orif ImI aaf P«rg«ai«Bt. 

Ab roikgelben «eideaeB Fides hingt 4m bei Hsbar Tab. IV, ffr. !i abge- 
bildete Siegel. (Rep. Vet Nr. 80, fei. 172.) Merkwürdig ist, dass Ottokar 
an demselben Tage auch eine zweite Urkunde in derselben Angelegenheit 
(Fischer II, 247) ausstellte. 

XVffl. 

Comrad von Wti$erwtr^ vermacht dsm ßtifie einen We ingmi en 

%u Weiiling. 

Dat. Klöstern. 30. AprU 1262. 

Ego Chunradus de Weigencerch et uxor mea nomine Alheidis 
existentes in Niwenburgk vUra Danubium omnÜNia Chrisli fidelibtts 
presentem paginam inspicientibus publice profitemur. Quod vineam 
nostram sitam in Weydnigk iuxta ykeam, quo dicitur Wässer Wein-- 
garten post mortem nostram ecciesie sancte Marie in Newnburgk sine 
aliqua impedicione parentum nostrorum libere delegavimus isto modo : 
Tt si aliquis dictam ecclesiam post mortem nostram in eadem yinea 
temptaverit agravare, yinea nostra, quam aput memoratos fratres pro 
XX libris comparavirnos sita in Geswent adeos libere deaao revertatur. 



Yenim tarnen hoc adiangimos » qaiciimque nostrum prior decesserit, 
qaod superstes» qaamdiü rixerit, ipsam vineam possideat cum quiete 
aisi fot-te Dei instincta eam resignet domoi prelibate. Adiungimus 
eciam, si forte» quod absit, fortuna noyercante propter ineTitabilem 
pemiriam sepe dictam rineam nos obligare rel rendere oportebit, et 
poterimus hoc probare, quod nullos nobis pro tempore rite nostre 
ditbeat Tendendi, sive obligandi copiam denegare, dummodo post mortem 
otrius^ae ad sepefatam Eccleaiam rerertatur. Et ue ab aliquo nostrum, 
sire parentum nostrorum presens contraetus possit in irritum rerocari, 
presentem literam Domini Dürici offieialis, magistri moneium, et 
müeisnostri Wisinionis sigillorum monimineroboratam ipsis fhitribus 
damos in signum eridens et cautelam. Testes sunt Ihmimu DUricu$ 
aßiciaUs, dominus Wemhardus de Eyterbachy dominus Vlricus 
asinuSf Hainricus de Augia, Rudgerus magisier curie, Albertus 
Hof er, ReichberttLSy Wikardus sakhaher, Kunradus gener DrüeffSy 
Sifridus. Jubilate Datum in Neunburch per manum Domini Pabonis 
anno gracie M^ CG" LX* li'. 

0ri(. Pen. Die 8ler«l '«hlM. (Rep. Tri. Nr. 17, fei. US.) 

XK. 

Otto^ Konraä und Kuno, die Gebrüder hei den minnem Brüdern, geben 

einer ungenanten Chorfrau des MagdalenenJdosters nu Klostemeuhurg 

2 Tätenteiäkrlieker Einkünfte. 

Dat. 4. Mai 1262. 

Suboriri potest de gestis hominum multa calumpnia, si future 

Posterität] literis non ftrmentur, hutus rei gracia ego Otto de foro 

Judex et fratres mei Chtnradus Magister monete et Chvno cives 

Wiemenses nosse rolumns iitere tarn presentes quam futuros quoslibet 

inspeetores, quod nos communi consilio et farore, duorum talentorum 

red£tu8 in strata gladiatorum in Wienna cognate nostre domine 

N. ioidue Chunradi fiKi domini Johannis hone memorie ci?is 

nostre civitatis contulimus pleno iure Yolentes, nt ad claustrum 

donünarum in Newmburga^ ubi ipsam locayimus, sibi serviatur, 

quamdia Tita presens sibi a domino concedatur. Sane cum dominus 

Nicolaus venerabilis prepositus Newnburgensis suorumque fratrum 

coUegium Universum dictam cognatam nostram precum nostrarum 

instancia in claustrum dominarum suarum receperint, dantes ipsi 

prebendam unius domini in pane et vino et cibo coquine et vestes 

eonsuetas dominarum pro diebus termino vite sue, Nos huiusmodi 



16 

g^acie digna vicissitudine respondentes dictos redditus post obitum 
cognate nostre iam premisse ecciesie Newnburgensi sine omni 
contradiccione parentnm nostrorum perpetuo damus libere possidendas 
Yolentes animabus nostris et progenitorum nostrorum ex hoc YOtiyam 
memoriam eelebrari. In cuius rei certitudinem presentem paginam 
sigillo comunitatis et nostrorum sigillorum munimina pro confirmatione 
perpetua ytile duximus roborandam. Testes sunt dominus Otto filius 
heimonis, vnlhabnus scherant, vlricus, Chuno, Rudgertis fratres^ 
Leopoldus, vlricus de pülntdorf fratres, Leopoldus de hoctutrazze, 
Rudgerust Dlricus, PaUramuifratresdictideinfei^o *J, PaUrammus 
de dmiterio , et alii quam plures. Datum anno graeie M"* CC LXIP 
quarta nonas Man. 

E Chartalario Archiri Nr. III. fol. 71. 

XX. 

Paltram vom 8tephan$friedhofe reversirt dem Stifte den von dem Hofe %u 
Riedendorf jährlich %u reichenden Zins. 

Dat 1262. 

Ego PdUramue Civis Viennensis omnibus haue intuentibus 
litteram profiteor per presentes, quot aput Nycolaum yenerabilem 
prepositum totumque Capitulum Newmburgense curiam in Ryieten- 
dorf circa hintperch sitam, quam Ckunradus de sancto loco Yendi- 
derat ecciesie supradicte cum molendino adiacenti Sako iure quod 
molendinarius babuit in eodem» Quinquaginta Marcis argenti prompte 
peccunie comparaW micbi ac domine Perhte uxori tnee, nee noQ 
heredibus meis iure hereditario possidendam, de qua prefate ecciesie 
serYire teneor» yoI ad quemcumque predicta curia fuerit dcYoluta pro 
annuali serYicio» quod Purcbrecbt dicitur, medium talentum denariorum 
annis singulis in feste Sancti Micbahelis contradictione qualibet non 
obstante. In cuius rei testimonium presentem paginam prefato domino 
Nycolao nomine ecciesie Neuuburgensis assignaYi in CYidens testimo-» 
nium premissorum. 

Ori(. Perg . Dm 4reieeki(e Sieg«! »ii den fieterr. BuideMebild« weiU auf Paltrtn vor dem 
Stephaufriedhofe hia. (Repert. Yet. Nr. I. p. 834.) 

Die Lage Riedendorfs wird durch den Beisatz circa Hintperch bestimmt. 
Es ist dort zu suchen» wo gegenwärtig ein Haus genannt Riedenhaus und die 
sogenannte Kanzehnühle stehen. 



*) Am Holzmarkte. 



17 



XXI. 



AädkM von Bruim $ehenki der Kirche %u PassmanBdorf ein Lehen %m 

NemeiedeL 
Dat Paczmansdorf 8. Febr. 1207. 

Omnibus tarn presentibus quam fufuris , ad qaos presens scrip- 
tam peryenerit, ionotescat, quod ego Älheidis dicta de prumte dedi 
eceleeie sancH Martini in Paczmanstotf, in cuius gremio osm filü 
mei oäanis quandam de prunne felicie memorie reguieecunt^ in Nev- 
iUel laneum vnum r sol. anais singulis persoWentem pro remedio 
aBiroe mei filii memorati. Qui siqaidem laneus cum aliis bom's ad me 
ex oMu domine de Rorowe exstitit legitime devoltUus. In cuius rei 
testiffiooium predicte ecciesie dare curayi cum sigilli mei munimine 
presens scriptum cum testibus subnotatis. Heinrico nepote meo de 
prunne^ Heinrico miUte dicto pecus^ Älberone vier äuge, Ulrico 
glmse de Sieacz, Wemhardo, Ottone dicto pecus, wolframot Hein- 
rico Chebter et fraJtre eins MarquardOf Wolfgero et Wemhardo 
eUentibus in Paczmanstorf. Actum et datom in Paczmanstorf anno 
Dni M* CO LXVff VP. Mus Februarii, 

E Ckartalario Arehiri Nr. UI. fei. 79, «. 

XXII. 

Propst Nieolaus gibt Heinrinh von Stoizendorf ein Bergrecht und 
Besitzungen daselbst. 

Dat Klöstern. 6. Juni 1267. 
In nomine sancte et indiyidue trinitatis. amen. Nos Nycolaus dei 
gracia Prepoeitus totusque conventus Ecciesie Neumburgensis ad 
Doticiam tarn presencium quam futurorum yolumus perrenire, quod de 
eomnni eonsensu nostro Heinrico offidali de Stoyczendorf et suis 
heredibus ius monianum in monte Stoyczenperg tam de vineis, quam 
de agris cultis et incultis una cum quadam area et vinea Hiltrico 
quondam habente feodalUer contulimus possidenda. Item eidem dona- 
Timus cum iure purchreckt pomaria in Stoyczendorf plantaia de 
novo de nemore, quod vulgo weydech didtur, iuste ac racionabiliter 
ab hominibns ibidem redempta» ut nobis annuatim in feste scti Micha- 
helis pro censu xxxii denarios de eisdem solrere non obmittat. In 
biliös rei testimonium sibi dedimus presentem literam signatam sigillis 
Qostris in Signum eyidens et cautelam. Testes. D. Ortolfus decanus, 

FoBies. XIV. 2 



18 

d. Otto de Ämsperch Custos hospüalensis, D. Otto Celerarius^ D. 
WemheruSp D. Ulrictis de Netondorf, D. Hadmarus, D. Hütpran- 
du8y D. Pabo plebanus s. Martini, D. Chunradus de Wolfgerstorf^ 
D, Otto de PraunspercK D. Petruif Canonici Neumburgenses. PH- 
grimus de Polan, ürlerngus^ Wisento et Ott% de Egenpurch, Heinri- 
CU8 de SchonenpucK Wemhardus et alii quam plures. Datum Neum- 
bürge Anuo Domini M" CC» LXVIP, Indiccione X. VHP Idus Junii. 

E ChartiUrio AreUri III, ftl. 5S. 

Die anderweitig bekannten Diaeonen Jakob, Dietricb, Hugo, Pilgrim 
erscheinen nicht unter den Zeugen. Vielleicbt war schon damals der Gebrauch, 
bei wichtigen Angelegenheiten nur die ältesten 10 oder 12 Kapitularen beizu- 
ziehen. 

XXIII. 

Propst NieoloHs bezeugt den zunschen Pilgrim ven Reinpreehispölla und 
Heinrich von Stoizendorf eingegangenen Vergleich, 

Dat. 8. 1. 25. April 1268. 

Nos Nycolaus dei gracia Ecclesie Neumburgensis preposittcs 
ad noticiam tarn presencium quam futurorum Yolumus pervenire, quod 
omnis impeticio seu dissensio inter Pilgrimum de Polan^ et Heinri- 
cum ojficialem nostrum de Stoycxendorf ^vo quibusdam racionibus et 
questiooibus aliis quibuscunque exorta per arbitros, scilicet dominum 
Marquardum Magistrum Cellarii, Dietricum officialem nostrum ex 
vna parte, ac dominum Vlricum dictum de Ruehendorf ac Urleugum 
Judicem Egenburgensem ex altera parte sopita est taliter coram 
nobis, ut dictus Heinricu» de Stoyczendorf silvam quamdam süam 
infra Egenburch et Stoyczendorf de cetero debeat iure hereditario 
retinere, de qua solvet nostre ecclesie nomine census lx denarios 
annuatim. Item idem dabit in reeompensactonem dicte silve premisso 
Pilgrimo in proximo festo s. Michahelis sex talenta sub testimonio 
presencium literarum. Testes D. Ortolfus decanus, D, Otto custos, 
d. Otto Cellerarius, canonici Neumburgenses. D. J7. plebanus sancti 
loci. D, ßud, de Norcendorf. H. de Ow. Magister WaL vicarius, 
Cholo, Wernhardus et alii quam plures. Datum anno Domini W CC° 
LXVIIP Jndiccione XL Septimo kal. Maii. 

E CharlaUrio Arekin Ul, fol. S4. 



19 



XXIV. 

/•ftoNJi von Mertwang reversirt ein auf Leibgeding erhaltenet Fuder 
Zehenhoeim vom Eichberge hei Höflein, 

•Dat. Klöstern. U, Mfirz 1274. 
Ego Johannes de Merswanch tenore presencium profiteor, quod 
dnos meus Nycolaus Venerabüis preposittis Nevmburgensis totumque 
capitolam ibidem michi et domine Wilwirgi, uxori mee, dum ipse 
dominus prepositus ire deberet ad concüium generale*)^ in supe- 
riori motäe Äychperch prope hovelein unam carratam yini deeimalis 
in yindemiis tempore solummodo, quo ambo superyiximus, pro quatuor- 
decim libris denariorum yiennensium annis singnlis tradiderunt, 
quandocooque autem carratam integram habere non poterimus in monte 
supradieto, nobis supplebitur cum vino decimali in inferiori monte 
Äychperch, Insuper decimam yini de yinea nostra sita in Äychperch 
Qobis ad dies nostros yoce unanimi relaxarunt. Vt autem tarn carrata 
Tini predicta, quam eciam decima de yinea memorata post obitam 
nostrum ad Newnburgensem Ecclesiam redire debeat sine lite, presen- 
tem literam in signnm eyidens mei sigilli munimine consignayi. Huius 
rei testes sunt D. Heinricus plebanus sancH loci, D, VI, et D. Ch. de 
PHhidorf» D. Dietricus de Chriczendorf, Fridricus dictus Eysen- 
peuteU FZ. de Eysow, Mag, WaUherus vicarius (vUriarius) , Hein' 
ricus de Ow, Hermannus de Mukkerow, Heinricus et Perchtoldus de 
hovelein et multi alii. Datum iüNewnburch anno Domini M^^COLXXIY. 
IX KaL Aprilis. 

B Chartolario AreUri HI, fol. 64. «. «t yill, pag. 88. 

XXV. 

AkiUuArief für die heil. Geistcapelle in der Stiftekirche %u Kloetemeuhurg. 
Dat. Röna 25. August 1275. 

Johannes divina miseracume Ecelesie Chiemen»is Episcopus. 
TDiyersis Xsti fidelibus, ad quos peryenerit presens scriptum, salutem 
in omniuro saWatore. Pia mater ecciesia de filiomm suorum, quos 
sptritualiter genuit, salute sollicita, quibusdam illectiyis muneribus 
deyocionero ßdelium incitare consyeyit ad debiti famulatus honorem 



*) Lugdunense. 



20 

deo et sanctis edibus inpendendum, ut quanto frequencius ad eandem 
confluit et coneurrit populus ehristianus» tanto eelerius delietoruin 
suorum yeniam et gaudia consequi mereatur eterna. Nos igitur de 
omnipotentis dei miserieordia confisi yniyersis et singulis, qui deyo- 
cionis causa yere coniriti et confessi in festis quatuor beate Marie 
yirginis gloriose, yidelicet annunciacione, Assunripcione, nativitate, puri- 
ficacione , nee non dedicacione capelle et festivitate sancH apiritus 
ac beate Katherine yirginis et octaya festorum omnium predictorum 
Capellam in Nevnburch annexam choro beate virginis Marie ad 
sanctum spiritum nuncupatain accesserint, auetoritate nobis per dnum 
fratrem yenerabilem patrem ArchiepiseopumSalczburgensem comroissa 
nostraque propria Oetoginta dies criminalium peeeatorum et dueentos 
venialium singulis annis perpetuo yalituros misericorditer in domino 
relaxamus. Datum aput Ronnam Anno domini M''CC''LXX^ quinto. VIII. 
Kai. Septembris. 

Orig. Perg. Das orale Siegel in weiaaem Waefaa hiagt an einem Pergamentstreifei. Der Bisehof 
atehend, im Pontifieal-Gewande , in der Linken den Hirtenstab haltend , gibt mit der Beehten den 
Segen. Umackrtft: J0HI8. DEI. OBAC. EPI. CHYEMENSIS. 

Der Aussteller ist Johann von Enstal» später Bischof zu Gurk. 

XXVI. 

Profit Meolaus verkauft, durch die Noth gedrängt, einen Weingarten 
%u Nuudorfan den Landschreiher von Ofterreich, Mag, Konrad von Tulln* 
Dai Wien 12. Nbyember 1275. 
In Nomine sancte et indiyidue Trinitatis. Amen. Cum gestarum 
rerum series litteris inseritur, yniyerse ealumpnie preyenitur materia, 
ne prestetur litis oceasio sueeessori. Ea propter nos Nycolaus dei 
gracia preposUus, ülrictAS decanus et nos totus Conyentus elaustri 
siue ecclesie s. Marie in Neunburch seire yolumus preseneium quos- 
übet inspectores» quod de comuni eonsilio et ynanimi deliberacione 
ad precayendum indempnitati ecclesie nostre propter necessitatem 
tunc iminentem yineam nostraro dictam liihn wingarten in monie 
Nuzdorf siimtvim rey. Magiatro Chvnrado de Tulna tunc scribe et 
procuratori Äuetrie et uxori aue domine Byte ad dies yite ipsorum 
dedimus pro beneficio personali sub seryicio ynius yrne yini pro deci- 
ma et yna yrna yini pro iure montano annis singulis persolyendis, quia 
ipsam yineam a Judea dicta Drealina, cui per nos fuerat obligata, 
Idem mag. Cbynradus pro centum talentis denar. ysualis monete ex- 
solyit ad nostram instanciam et nostri beneplaciti et consilii yoluntatem. 



21 

donarimos dediinus, ef yendidimus eidem domino Chynrado et diie 
Byte uiori sue ac liberis ipsorum nunc in presenti habitis et in poste- 
rum habituris pro septuagin^a talentis denar. wienn. et aliis beneficiis 
nobis inpensis, que non tangirous» neque tangere volumus in hüs scrip- 
(is saivo tannen bene6eio personali in omnibas supra taeto, Ita Tt idem 
Chmradus et uxor eiusdem superios nominata ac eorundem liberi 
sapra dictam vineam sub iure, quod purehrecht dicitur, teneat sive 
teneant, possideat seu possideant perpetua firmitate, habeatque yel 
babeant in eadem yinea yendendi» obligandi et pro suo libito alienandi, 
b'beram faeultatem, dummodo fiat per manum magistri et procuratoris 
montis nostri, sicut in aliis yinearum nostrarun) montibus exigit ordo 
iaris. Addimus eeiam, quod primo post mortem Mag. Cbynradi et oxoris 
sae domine Eyte beredes ipsorum, ad quos memorata yinea fuerit 
deyolata, siye ejusdem vinee possessor alius qualiscunque ex tune 
et in antea pleno ac integraliter Jus montanum et decimas nobis sol- 
vent sicut solyere nobis eiusdem montis adiacentes yinee consueyerunt 
Hinc etiam alienationem, donationem et yendicionem fecimus ad nostre 
Ecclesie ytilitatem maiorem et commodum ampliorem. Promittimus, 
stataimus et obligamus eiusdem yinee nos et bona nostra esse perpe- 
tuos defiensores tarn ipsius Mag. Cbynradi , uxoris sue ac beredom 
ipsorum quameciam illins, cui eam dederint yel yendiderint de sua pro- 
pria yoluntate. Et yt huismodi yendicio et donacio perpetue robur fir- 
mitatis obtineant, presentem paginam nostrorum sigillorum appensione 
ac munimine roboratam fecimus roborari testibus, qui aderant, subno- 
tatb. Qui sunt hü. Onus P(ibo plebanus s. Martini, dnus Chvnradus 
de Wolpcerstoff, Canonici ecclesie nostre, frater henricus de spanne- 
hercK dnus henricus plebanus de sancto loco, dnus Hunlo de Tulna 
tunc index Wiennensis, dnus Ditricus de Chalnperge milites, Dnus 
henricus de emvels, Fridericus, Vlricus et Wigandus fratres de 
Ckrizendorf^ Fridericus de Moverbach, Cholo ojficialis noster, Wal- 
ther vitriarius. Ditricus et Wisinto fratres de Chalnperg. Otto 
Filius Domini ditrici de Chalnperge. Livpoldus in alta strata 
tunc Magister Wiennensis Monete, Chvnradus de Vrbesch , heimo 
phis quondam domini Ottonis, AmolduSf Johannes et Ditriais 
Notarii et quam plures alii fide digni. Dat. et actum in Wienna Anno 
domini M'^COLXX''. quinto pridie Idus Noyembris. 

Orig, Perg. Dit Siegel «bgeritseo. 

Diese Urkunde gibt Zeugniss von dem durch die Kriegsläufe herabge- 
kommenen finanziellen Zustande des Stiftes. Darauf weisen auch die den 



22 

Bewohnern des Ortes Struphing bewilligten 2 ganse und 4 halbe Freijahre, 
und der Verkauf der Mühle eu Elling an der Url an den Bürger Gottschalk 
Yon Ips (Fischer. 11. 260. 262.) Unter den angeführten Zeugen ist der 
Wiener Stadtricbter, Hunio Ton Tulln, der Mfinzmeister Leopold von der 
Hochstrasse, und Heimo Ottonis quondam filius herrorzuheben; so wie auch 
der Giasermeister Walther. Der gleichfalls als Zeuge vorkommende Pfarrer 
von St. Martin zu Klosterneuburg bt der Bruder des Propstes Nicolaus. 

Leopold von der Hochstrasse fehlt in dem Verzeichnisse der Mfinzmeister, 
bei Fischer Not. Urb. Vind. p. 67. , ebenso Hunlo Ton Tulln unter den Stadt- 
richtem ib. p. 123. 

XXVII. 

Vertrag ztoüehen Proptt Nieolaus und dem Marschall von Osterreich, 
Heinrich von Kuenring, Über die verpfändeten Güter %u 8toi%endorf und 
einen Weingarten auf dem KaMenherg. 
Dat Wien 25. Mfirz 1276. 
Id nomine sancte et indiyidue trinitatis. amen. Vniversis christi 
fidelibus presentem paginam audituris yel yisuris Heinricus de Chun- 
ring Marschalcus et Capitaneus Äustrie salutem in eo, qui est omni- 
um yera salus. Quod scripturarum confirmat auetoritas yeritati inimica 
obliyio et improborum improbitas non inGrmat. Singulorum igitur 
notieie inculcari yolentes tenore presencium protestamur, quod 9uper 
viginti beneficia in Stoyczendorf cum singulis attinenciis et super 
vineam dictam vulgariter vilcz in Chalnperge sUam domino Nycolao 
venerabili Neumburgenais ecclesie preposUo et eiusdem ecclesie 
conventui Centum Marcos argenti Wiennensis ponderis in die sancH 
Martini nunc venture finalüer persolvendas commutavitnus sub hac 
forma, ut, si predictus prepositus cum suo eonyentu memoratas centum 
marcas die preBxo nobis persolyerit, prelibata predia cum yinea abs- 
que contradiccione qualibet in ipsorum libere transeant potestatem; si 
yero huiusmodi solucio pretermissa fuerit yel neglecta , nos una cum 
dilecta uxore nostra domina Elizabeth et heredibus nobis succeden- 
tibus memorata beneficia cum antedicta yinea eo iure et titulo, quo ipsi 
domini, yidelicet prepositus et conyentus, tenuerunt hucusque, perpe- 
tuo tenebimur possidere. Vt autem singula que prediximus firmitatis 
robur obtineant, presentes literas fecimus conscribi, sigilii nostri muni- 
mine cum subnotatis testibus conmunitas. Datum in Wienna anno 
gracie M^'CC^LXXVI^. in die annunoiacionis yirginis gloriose. Testes 
sunt hii. Dominus Heinricus de Chunring senior. Dominus Heinri-- 
cus de hovnvelde. Dominus Vlricus de Chapelle, Dominus Wemhar- 



23 

dus de Ruspach, et dominus Otto frater suu8. Dominus Otto de 
Sazze. Dominus Dietmarus de hadmarstorf. Dominus Heinricus de 
hag. Domitms Albertus de pruchke. Dominus Marchardus Magister 
Cellarii. Dominus Dietricus de Chalnperge. Dominus Rugerus de 
Norczendorf, Vlricus de Chriczendorf et Fridericus frater suus, 
Chol de Nevmburch. Beinricus de Stoyczendorf. Otto de Eggen- 
burch et alii quam plares. 

Orif. P«rg. (R«p. Tet. Nr. 1, fol. 3t t.) 

An einem Pergimentstreifen hfingt ein Siegel ron derselben Art, wie 
Hadmar*s Ton Kuenring ad a. 1248; die Pferdedecke fehlt, das Haupt ist ent- 
bldsst, der Stab über die rechte Schulter gelehnt; im Mantel, mit dem Schwerte 
umgürtet, sitzt der Marschall zu Pferde. Umschrift: j* S. Heinrici Chunringii 
Karaehalei Anstrie. 

XXVIII. 

Prpptt Nieolaus verkauft, durch die Noth gedrängt, dem Comthur der 
deutschen Herren %u Wien, Ortolf, das Bergrecht von 2 V, Jochen %u 

Nussdorf. 
Anno 1276. 
Propter temporum mutabilitatem nee non rite hominum brevitatem 
dignum est, ut, que perpetua firmitate subsistere debent, scripture 
testimoQio atqae testium adminiculo ad perpetuam rei memoriam per- 
heoneatur. Eapropter nos Nycolaus dei gratia prepositus totumque 
eapitalum Elcclesie Newbargensis tarn presentibus quam futuris hanc 
litteram intuentibus eupimus fore notum, Quod nos vnanimi eonsilio 
ae favore fratri Ortolfo honorabili Commendatori domus Theutonice 
in WiennOs omnibus fratribns eiusdem domus ibidem perpetuo degen- 
tibas Jas montanum de duobus Jugeribus et dimidio rinearum nos 
coDtingentiam yendidimus pro Quadraginta Marcis argenti , Omneque 
ras» quod in eisdem WneiSt quas in subsequentibus, nostre ecclesie 
competere ridebatur, prediete domus fratribns tradidimus iibere in 
perpetoum possidendum. Vt autem nomina et situs yinearum aceurate 
cognosci raleant et diseerni, presenti pagina ipsas vineas nominatim 
enrayimus deelarare. In alten Vrfar duojugera, de quibus quinque 
Trne pro iure montane nostre ecclesie annis singulis solyebantur. In 
der Nidem Schöss medium iuger, de quo Dietmaro de sancto loco 
ma yrna et dimidia pro Jure montano tenebantur annis singulis exhi- 
bere, quod ins montanum ab eodem Dietmaro absolyimus Domini 
Dietrici de Kalnperg et aliorum probonim yirorum eonsilio mediante. 
De tercia Vinea, ({M^peyschl vulgariter dicitur, de qua ius montanum 



24 

nos minime contingebat, prenominati Domini atque fratres a nobis sal- 
tem decimas absolverunt. Et ne prelibati fratres Domus Theuthooice 
in^Wienna a Dobis yel nostris successoribus super iuribus per nos ipsis 
traditis imposterum valeant perturbari, Ipsis presens Instrumentum 
Sigillorum nostrorum munimine roboratum cum subnotatis testibus 
duximus assignandum in testimonium eyidens et eautelam. Testes sunt 
D. Vlrictis DecanuSf D. Otto Custos, D, WaUherua de Wienna^ D. 
Meynhardus, D. Pabo plebanus s, Martini, D, Conradtis dictus de 
Wolfkerstorff, D. Otto de Pratonsperg et Ceteri domini de Conventu. 
Dominus heinricm plebanus s. loci, frater heinricus de spanbergk, 
D. Dietmarus de Kalbegk, hermannus et Emestus filii hetzmannni, 
Kolo officialisy Magister WaUherus vitriarius, Heinricus Claviger 
cives Neuburgenses 9 dotninus Leopoldus de hochstrass, dominus 
Paltramus ante Cimiterium , Paltramus Vatzo cives Wiennenses et 
diu quam plurimi fide digni. Acta sunt hecanno domini M'^CC^LXXIV. 

Aas dem Sltesten Zehent-Buche sub Nr. 125, letzte Seite. Unter den 
Zeugen verdienen die zwei Paltrame yon Wien als zwei getrennte Personen her- 
Torgehoben zu werden. 

XXIX. 

Marquard von PiUichdorf verkauft an Dietrich von Kahlenberg CHÜten 

%u Ewnertdorf» 
Dat. s. 1. 25. M&rz 1277. 
In nomine sancte et individue trinitatis. amen. Ex quo euncta, 
que in tempore creata sunt, simul cum tempore transeunt et labuntur, 
humane siquidem memorie ab intuitu e?anescunt nisi iiterarum reme- 
düs sigillorumque roboracionibus , testium nee non confirmacionibus 
muniantur. Vniversis igitur ac singulis hanc literam inspecturis» lec- 
turis seu audituris sit manifestum, quod ego Marchardus de Pillech" 
dorfrnti cum meis heredibus libera ae soluta yoluntate, congrua con- 
Yenientique deliberacione Dietrico de ChaUenperge suisque heredibus 
ytriusque sexus nostros reddittis aut nostrum civile ius, quod in vulgo 
purchrecht nuncupatur, sitos in Enzenstorf, quod iacet sub monte, 
qui pössenberch dicitur, videlicet unam libram denariorum wien- 
nensium monete, XXVIII caseos, XIV pullos nee non X solidos 
ovorum vendidi, qui scilicet redditus annuatim pro tune temporis colo- 
nos per manus Reyerendi domini domini Chvnradi prepositi Ecclesie 
sancte Marie in NeumbUrga in predicto oppido constitutos seu stabilitos 
pleno iure, quemadmodum alia seryleia, obligantur, eidem dicto Diet- 



28 

rico de Challenperge suisqoe heredibus ministrari. Reyerendo eciam 
domino domino Chvnrado preposito narrate ecclesie non magis quam 
xii denarii ab hiis colonis prefatis iure sue collaciouis in festo sancti 
Georg! siDgulis annis tribuuntur. Hos quidem redditus dictos sepedicto 
Dietrico de Challenperge suisque heredibus pro ixxyi libris dena- 
rioram wiennensium duxi ad yeDdendum condiciooe tali, quod de hiis 
rti debeant Tendendo seilicet et obligando nee non omni infestacione 
postposita libere ac solute prout yolunt in vsus suos convertendo. In- 
saper omni proinpedimento domini cuiuscunque irel irioleneia quali- 
cnnque peeuniam aut redditus suprascriptos dieto Dietrico suisque 
heredibus resigno libere ac solute, pro quibus dumtaxat infestaeionis 
meis cum heredibus seeundum exigeneiam iuris nostre terre aut nostro- 
rum prineipum pro huiusmodi peeunia yidelicet, que purchrecht dicitur, 
me Obligo sine dolo responsurum. Et quod omnia supradicta inyiolabi- 
liter firma et rata permaneant, Dietrico sepedicto de Challenperg suiS' 
que heredibus in eyidens testimonium haue literam dedi meo appenso 
sigillo firmiter roboratam. Huius rei sunt testes Dominus Otto de hose- 
bncCj Dominus Vlricus de Pillechdorf, Dominus Chvnradus fraier 
suus» Dominus Wemhardus de Wolf eher storf^ Pemoldus de Celes- 
prunne, Pemoldus et Eberhardus filii sui et quamplures fide digni. 
Datum anno Domini M'^CC^'LXXVII'' in die annunciacionis beate et 
gloriose yirginis Marie. 

Orig. Perg. (Bep. Tet. Nr. 7, fol. 271.) 

Das dreieckige an einem Pergamentstreifen hangende Insiegei stimmt mit 
dem Jakob*s von Pillichsdorf bei Huber, Tab. IX, Nr. 9, überein. Die Besitzung 
in Enzersdorf hatten die Pillichsdorf er unter Propst Konrad an sich gebracht, 
weicher nach dem Jahre 1236 daselbst so wie zu Buchsendorf und Walpers- 
dorf neue Ansiedelungen angelegt hatte. Daher die Hinweisung auf ihn in 
dieser Urkunde. 

XXX. 

Das Stift verpachtet einem gewissen Walehun einen Baumgarten zu 

Klostemeuhurg, 
Dai 30. September 1277. 
Memoriter retinendum est et ytile sciendum, quod Walchuno et 
oxori sue ac liberis eorundem pomerium nostrum in insula situm a 
festo s. Mich, proxime preterito ysque ad decem annos locayimus tali 
pacto, ut infraeosdem deeem annos ad coquinam nostram annuatim 
X sol. denariorum duobus terminis, yidelieet in Carnispriyio y solides 
et in die s. Georgii y solides nomine census solyere teneatur. Insuper 



26 

dictum pqmerium in novis plantacionibus arborum ad estimacionem 
Ix denariorum, ita quod evidenter appareat , debeat reformare. Quod 
si non fecerit, statim a Jure suo cadet et pomerium ad vsus ecclesie 
revertetur. 

Facta est hee locacio Anno Domini M* CC* LXXVII. pridie KI. 
Oetobris. 

Alt dem Urbare tobh Jahre 1404. 

XXXI. 

Das Stift verpachtet dem Müller Bertold ein Haut und einen Baum- 
garten %u Klesterneuhurg, 
Dat. 6. October 1277. 
Notandum est et memorie comendandum, quod Perhtoldo malen- 
dinaiori et uxori sue et iiberis eorundem iocata est domus Niwarii 
cum pomario adiacenti a festo Michahelis preterito rsque ad deeem 
annos, ita vt singulis annis ad eoquinam nostram pro huiusmodi loca- 
cione quatuor libras denariorum duobus terminis, in Vaschanio yideli- 
cet duas libras et in festo s. Greorgii duas libras servire nomine cen- 
sus annis singulis teneatur. Insuper dictam domum emendare et po- 
merium novis plantacionibus arborum reformare ad consüivm duo- 
rumvirorum aparte nostra electorumtenebüur annuatim, quodsi 
ipse hoc non fecerit, continuo a suo iure cadet eteciam se de hiis 
Omnibus intromittet. Sciendum et, quod, si idem pre paupertate depres- 
sus vel infortunio aliquo preoccupatus predictum censum solyere non 
yaleret, facuUatem ipsi dedimust ins quod ipse a nobis obtinuü 
alicui viro fideli et sufficienti solvere dictum censum usque ad suum 
temUnum collocare. Facta est hec locacio Anno dominiM. CC** XXL VII. 
pridie Nonis Oetobris. 

XXXII. 

Sigfrid Leuhl, Wiener Bibrger, schenkt dem Stifte einen Wein- und Pfen- 

ningdienst %u Chrin%ing, 

Dat. s. 1. 7. Februar 128i. 

Ea, que geruntui* in tempore, ne per obliyionem transeant in errorem 

expedit vt literali seu testium memorie commendentur, hinc est, quod 

ego Sifridus dictus Leubel civis Wiennensis scire cupio presencium 

quoslibet inspectores, quod de consensu et bona voluntate Jetäe uxoris 

mee ac ommium heredum meorum tres vmas vini et tres denarios 

radone purchrecht singulis annis super vinea süa circa Grinczinge 



27 

m loco qui Cheswazzenzgrabe dicihir, quam Otto fiUus Gtmdlini ad 
presens possidet, in remedium et salutem anime mee et recampen- 
sacionem decime hucusque retente Newnburgensi eeclesie dono libere 
perpetuo possideodas. Et ne aliquis successorum meofum huiusmodi 
donaeionem infringere valeat in posterum, presencium cedulam volui 
sigilli roei munimine roborari. Hulus rei testes sunt fraier Dietricus 
de Colonia, Dominus Heinricus de Gotosvelde, Pilgrimus et Georgias 
chrigeler, leupoldus leubel, Ch. pollo, Otto sneczel, Heinricus chauf- 
man, Ch. CholbecK Jacobus notus cives Newnburgenses et alii quam 
plures fide digni. Datum WierniewoxiO Doraini M'^CC'^LXXX primo VII. 
Idas Februarii. 

Orif . Perg. Protoc. Hl, Nr. «58. 

Das Siegel ist dreieckig, zwei BSnder laufen in einen Winkel zusammen, wie 
bei Huber, Tab. XIV, Nr. 23. Im Felde erscheinen oben zwei Herzen, unten 
eines, die untere Spitze eines jeden ist gegen die untere Ecke des dreieckigen 
Wappenschildes gekehrt. Umschrift: f Seyfridi Lerblini. — SifridLeubl erscheint 
bald darauf 1287 als Magister Monetae (Linck. ad h. a.). 

XXXIIL 

Vlrieh und Dietrich, die Qehrüder von Wolkersdorf, verkaufen ihr Out %u 

Kogelhrunn an Hermann von Vlrtchnkirchen. 

Dat. Wien 23. April 1281 0- 

Nos Vlricus et DUtricus fraJtres de Wolfkersdorf i^nove presea- 
diim proGtemur, quod predium nostrum situm in Chogelprunne nos 
ex parte progenitorum nostrorum iure proprietario contingens dilecto 
pairuo nostro domino Hermanne dicto de Vlreichschirchen pro quin' 
dedm talentis denarionun tciennensium vendidimus ex consensu 
Tnaaimi iosto proprietatis titulo perpetuo possidendum, constituentes 
nos Tendicionis huiusmodi defensores legitimes et tutores contra im* 
petieiones, si que emerserint forsän aliquo unquam tempore in eandem. 
In euius rei testimonium presentem literam seribi feeimus et nostri 
sigilli munimine roborari. Testes sunt dominus Wemhardus deSwein- 
wart 9 dominus provnricus, dominus ülricus dictus pyrchan^ domi- 
nus Heinricus de Älberndorf miUtes, Vlricus de Chogelprunne et 
aUi quam plures fide digni. Datum et actum in Wienna anno domini 
M*CC*LXXX. primo. IX. Kai. Maii. 

Orig. Perg. Repert. Vet. N. 11. fol. 172. 



') Ergfinzt die Urkunde CHI bei Fischer. 



28 

Das kreisrunde Siegel hfingt an einem gelbrothen Seidenfaden, und wird 
durch eine senkrechte Linie in zwei Felder getheilt; im rechten drei dicke 
Streifen , welche nach oben mit der senkrechten einen spitzen Winkel bilden, 
im linken ein Wolf mit geöffnetem Rachen. Umschrift: f S. Ulrici de Wolhgers- 
torf (Hanthaler Recensus Tab. 49, Nr. 8). Vielleicht rührt yon diesem Hermann 
Ton Uirichskirchen die Benennung Hermannskogei her. 

XXXIV. 

Kuno, der Altmünzmeister von Wien , bezeugt, dost die Zehentfreiheit seiner 
Weingärten im Nuuherg nur für seine Lehenszeit Geltung habe. 

Dat. Wien 2. Januar 1282. 
Ego Chuno quondam Magister monete in Wienna tenore presen- 
ciam profiteor yniversis, quod dominus Pabo prepositus et Canonici 
ecclesie Neumburgensis sue liberalitatis gracia michi decimas vine- 
arum mearum in monte Nuzperch sitarum, videlicet Poparz vnum 
Juger continentis et yinee Wilchindi quartale habentis, pro termino 
rite mee favorabiliter relaxarunt. Ita ut post obitum meum quilibet 
possessor vinearum predictarum, sive mens heres fuerit, aut alienus, 
decimas ex ipsis vineis venientes debeat in posterum Ecclesie Neum- 
burgensi integraliter exbibere. Si rero prefate vinee alicui per me 
date sive vendite fuerint, ex tunc Decime proyenientes ex eisdem, con- 
tradiccione qualibet non obstante, ad Ecciesiam memoratam pleno iure 
reyertantur. In cuius rei testimonium presentem litteram meo Sigillo 
roboratam dnxi assignandam in testimonium et cautelam. Testes sunt 
D, Dietrictis de Calvo montey D, Chunradus frater suus, D, Vlricus 
de Chrizefidorf, D, Fridericus HutstocK D» Griffo de Wienna mili- 
tes. VlricuB' de Wienna, Cholo officialis in Newnburch et alii fide 
digni. Datum in Wienna anno domini M^^CC^^LXXXII" quarto Nonas 
Januarii. 

Oriff. Perg. Repert. Vet. Mr. IS. fol. 183. 

Das runde Siegel hSngt an einem Pergamentstreifen und zeigt in einem 
dreieckigen Schilde einen geflägelten Greifen. Umschrift: \ S. Chynonis Ciris 
. . .. sis. 

Dieser alte Münzmeister, den Laz. de famil.p. 135 yon den minnern Brüdern 
in Folge seines Wohnsitzes nennt, erscheint auch bei Linck ad anno 1268 und 
1274, Bern. Pez. Cod. Dipl. II. 118. 



29 
XXXV. 

DiepM van Baden emetiert den Verkauf einiger Wiesen bei Hadwarstorf 

an das Stift und verzichtet auffrüker vwhehaUene Reckte, 

Dat Klöstern. 29. Jan. 1282 0- 

Ego Dyepoldus de Padem ad noticiam presencium et futurorum 

eupio peryenire, quod, cum pascua quedam videlicet prata sita circa 

hadwarsdoff in loco qui dicitur zwischen gengen michi iusto pro- 

prietatis titulo attinencia dno Ottoni quondam Newnburgensis Ecclesie 

CeUerario de bona Yoluntate domine Chunegundis u^oris mee etfilie 

mee Reychkardis ae aliorum heredum meorum pro sex talentis dena- 

riorum wienneDsium yendidissem cum omnibus suis iuribus perpetuo 

possidenda, vectura solummodo decem et octo curruum semel in anno 

fenum per vnius raste viam ducencium michi specialiter reservata^ 

ipse dominus Otto de denariis predietis duo taienta tantummodo michi 

dedit, et quia de solucione residuorum denariorum, videlicet quatuor 

taleotorum, usque ad transaccionem octo annorum non fui aliqualiter 

expeditus, me de predietis pascuis intromittere cogitabam, quod intel- 

ligeos domintis Pabo venerabilis Newnburgensis prepositus et ad 

8uam presenciam me vocato per arbitraccionem ydoneorum yirorum 

tale inter ipsum et me medium est inyentum yt pro soluciooe antedicta 

neglecta ynum talentum denariorum acceptarem, quodque pro redemp- 

eione yecture prefate tria taienta denariorum finaliter michi daret, filia 

qnoque roea Reychkardis prefata sexaginta denarios recepit in signum 

renunciacionis tocius iui:is sibi in predietis yectura et pascuis conpe- 

tentis. In robur eciam yendicionis huiusmodi me cum filia sepe dicta 

eonstituo defensores legitimes ettutores, et nichilominus ad maiorem 

cautelam et firmitatem omnium premissorum presentem literam, eo 

quod sigillo proprio caream, sigillis yirorum nobilium dominorum 

0. de haslowe, iudicis provincialis Austrie^ H, de hovnveld et JET. de 

Schonnowe procurayi muniri testibus infra scriptis, qui sunt Rudgerus 

offidalis de Tetendorf ^ Myngoto iudex de Potendorf, Ekchardus de 

Walthersdorf Rudgerus vogler, Eberhardus ojßciali» de Pfafsteten, 

Leupoldus helndorfery ludwicus^ Ortolfus decimator, Otto iudex 

de Dreschirchen , dominus Fridericus de Erla miles, gebhardus 

not.yOrtilo de Neumdorfei alii pluriuii fide digni. Datum Newnburge 

anno Domini M^^CC'LXXXVI^. quarto Kai. Februarii. 

Orig. Perg. Repert. Yet. Mr. 1. fol. 28S. 

*) Bei Fisclier unyoIlstSndig. 



30 

Der Oberkellerer Otto, auf den 1277 Pabo folg^, hatte den Kauf 1274 
abgeschlossen, wfihrend Propst Nicolaus auf dem Concil zu Lyon war. 

XXXVI. 

Propst Paho heutätigt den unter seinem Vorgänger geschehenen Verkauf 
einer Mühle %u Pirawart an Wernhard von Sehweinbart. 
Dat Klosterneuburg 22. Nov. 1282. 
Nos Pabo dei gracia prepositus 9 totumque Collegium Ecclesie 
Nevmburgensis notum facimus yniyersis tarn presentibus, quam futu- 
ris quod cum Meinhardus dictus Rueppel ^Moiidimynolendinum süum 
in Pyrchenwart in parte ville inferiori temporibus domini Nycolai 
prepositi antecessoris nostri ad servicium sexaginta denariorum pro 
quatuordecim libris denariorum comparasset, et idem Molendinum 
cuidam disereto viro Wemhardo dicto deSweinwart rendidisset. Ecce 
idem Wernbardus ad nos veniens humiliter petivit et devote, quatenus 
sibi eandem empeionem nostris ae nostri Conventus litteris ad futurum 
periculum eritandum vellemus confirmare, nichilominus tamen decem 
libras denariorum proinde exhibebat. Nos yero ipsius precibus ineli- 
nati prefatum Molendinum sibi et uxori »ue domine Margarete ac 
ipsorum beredibus justo iure, quod Purchrecht dicitur, dedimus sive 
confirmavimus perpetuo possidendum. Ita tamen yt nobis censum pre- 
libatum, yidelicet sexaginta denarios, in festo sancti Miehahelis solyant 
annis singulis de eodem. Insuper idem Wernbardus et uxor sua domina 
Margareta sub obtentu Molendini prelibati flrmiter promiserunt, quod 
si eos, yel ipsorum heredes yendere contingeret Molendinum preliba- 
inm^ nulli advene aui extraneo dare debeant, sed tantwn nostris 
Colonis in Pyrchenwart constitutis. In huius rei testimonium dicto 
Wernbardo ac suis Heredibus hanc paginam dedimus sigilli nostri ac 
nostri Conyentus munimine roboratam. Testes sunt Domini HUtpran- 
dtis Decanus, Otto de Amsperg^ Minhardus, Otto Camerariua, Hen- 
ricu8 pedagogus, Merttoicus cuatos, Paulus Hospitalensis et ceteri 
Canonici Nevmburgenses, frater Uenricus de Spanneberch^ Z>. Fri- 
dericus Hutstock^ D. Wemhardus de Sweinwart, Z>. Albero de Pel^ 
lendorf Milites y Cholo officialisy Chunradus Chobech, chunradus 
filius suus, Rugerus notarius, Hugo, Wemhardus fraJtres de pellen^ 
dorft Crvndoldus officialis de Pyrchenwart^ Vlricus VillicuSf Vlricus 
sororius suus, Gundoldus, Henricus Hohenmorgen^ et alii quam plures 
fide digni. Datum et actum inNevmburch anno domini M''CC''LXXX^ 
secundo. In die Sancte Ceciiie yirginis. 

Ori^. Perg. Repcrt. Vet. Nr. 1, fol. S05. 



31 

Die beiden Siegel an weissrothen seidenen Fiden. Pabo's Siegel (das erste 
in rothem Wachs) ist fast dem bei Duellius Excerpt. Geneal. Tab. VI. Nr. 57. 
gleieh. Die Umschrift : -{* Pabonis Prepositi ecce Nirmburgensis. 

Der Torkonunende Otto Camerarius ist der in andern Urkunden vorkommende 
Chorherr Otto de Praunspereh, sein Yorgfinger war Chnnradus de Wolkersdorf, 
1272, der aueh noch 1276 in diesem Amte erscheint. 

xxxvn. 

Propst Pabo hesiätigt dem Wiener Bürger Ortolf Chrechsner die von Propst 

Nicolatis ertheilte Freiheit seines Grinzinger Weingartens. 

Dat. Wien 2. October 1283. 

Nos Pabo dei gracia Nevmburgensia Ecclesie preposiius ienore 
presentium protestamur, quod cum Ortolfu9 dictu$ Chrechsner civü 
WienneTisis et domina Perhta quondam tucor ipsius a iomino Nycolao 
Tenerabili Newnburgensi preposito felicis memorie banc habuerit gra- 
tiam suis postulantibus meritis, quod de Tinea sua sita in monte Rey- 
senperg (in Grinsing) neque ius montanum, neque decimana dare debe- 
ant temporibus rite sue, nos gratiam eandem domine Perhte uxori 
ipsius Ortolfi, quam postea superduxit, donarimus et sancimus» vt et 
ipsa de memorata yinea nee ius monfanum, nee decimam dare ad tem- 
pora vite sue similiter teneatur. Postquam autem ambo earnis exsol- 
Terint debitnm, ex tunc iam predictum ius montanum et deeima, quam 
etiam ipsa vinea ad Nevmburgensem ecelesiam sine impedimento quolt- 
bet pertinebunt. In euius rei testimonium presentem litteram per appen- 
stoBem nostri sigilli fecimus sigillari. Testes sunt Domini Otto de 
Amsperg, Otto de provnsperch Camerarius Canonici Newniburgen- 
sesj Domini Diettricm de Chalnperg , Fridericus Hutstok milites, 
Cholo ojpcialis et alii plurimi fide digni. Datum Wienne Anno Domini 
M"»Ce»LXXXin'. vi Nonnas Oetobris. 

0r!(. Vtrg. Bepert. Vet Nr. 20, M, 301. 

Das Siegel Pabo*s in rothem Wachs an einem Pergamentstreifen. 

xxxvni. 

Vergleich zwischen dem Stifte und dem (jhreifen von Wien über einen Hof 

in der Enggasse %u Klostemeuburg. 

Dat. Klostern. 1283. 

Ego Gryffh de Wienna presentibus et futoris cupio fore notum 

qood, cum inter honorabiles vires dominos Pabonem prepositum et 

totwn capitulum Newnburgensis Ecclesie ex parte voa» et dilectura 



32 

patrem meum dominum OHonem de furo felicis memorie et me ae 
meos coheredes ex altera mper curia quondam domini Reyngeri de 
hadmarsdorfsüa in arta strata questio aliquamdiu rerteretur» tandem 
inter ipsos et me de consilio virorum prudencium cessante omnioo 
questione predieta täte medium est inrentum de utriusque partis spon- 
tanea roluntate, quod ego dictam curiam cum areis ad ipsam perH- 
nentibus, sex solidos denariorum wiennensium minus quinque dena- 
riis annis (singulis) servientem , Ecclesie Netonburgensi absolute 
tradidi et dimisi perpetuo possidendam, ipsique prepositus et capi" 
tulum michi vnam libram denariorum de quodam prato infra Rye- 
czendorf et aychowe sito^ hospüali in Nevmburch annuatim servire 
debenti Septem solidos, perpetuo relaxarunt in concambium curie 
memorate, ita quod tantumodo triginta denarios in festo s. Micha- 
helis servire debeo annis singulis de eodem, et huius coneambii me 
constituo legitimum defensorem , daos nichilominus presentes literas 
in testimonium premissorum mei sigilli munimine communitas. Testes, 
de quorum consilio hec facta sunt, inferius adnotantur Z>. Dittricus 
de Chalnperge et Chvnradus frater ipsius, Vlrictus de Chriczendorf^ 
fridericus huistok milites, Cholo ofpcialis^ Viridis amwicmarcht, 
Vlricus filius ChvnoniSf Rugerus list^ Sifridus dehadmarsa, Otto 
chreucer et alii piurimi fide digni. Datum Newnburge Anno domini 
M-CC'LXXXin*. 

Orig. Ptrf . (Rep«rt. Vat. Nr. t. foL 28S.) 

Das an einem Pergamentatreifen hängende Inaiegel stimmt mit dem bei Han- 
thaler Reo. Tab. XXIII, n. 27 fiberein. Ober Griffo*8 Abstammung yergleiche 
Urkunde XIX. 

XXXIX. 

Agnes von Falkenberg und ihre Kinder verkaufen dem Stifte die Seherfing^ 
Badstube %u Klostemeuburg. 
Dat. Wien 12. December 1285. 

Quanto siudiosius ea, que fiunt inter homines, memorie commen- 
dantur, tanto minus scrupuli relinquetur postcris de eisdem. Nos igitur 
Agnes, Relicta Rapotonis de valchenbercK Hadmarus et Rapoto.filii 
nostri Margaretta relicta Ottonis de Sunnberck filia nostra etati pre- 
senti pariter et future cupimus fore notum, quod balnearem stubbam 
sitamin Nevmburch dictam scherfingspadstuben nobis iure proprietario 
attinentem de consensu omnium. qui ius hereditarium capere poterant 
in eadem» yendidimus honorabilibus yiris, Domino Paboni preposito 



33 

et toti coDTentui saocte Marie ibidem pro triginta et duabus libris 
denariorum Wieoneasiam simili iure libere et perpetuo possidendam, 
coDstitueDtes nos in solidum yendicionis huiusmodi juxta terre consue- 
tadinem veros et legitimos defensores, et non solum in robur flrmitatis 
perennis yendicionis eiusdem liUeras domini nostri Älberti illtutris 
ducis Austriep quo consenciente et in cuius presencia hec mntfactat 
obtinuimus speciales^ sed et quorundam dominorum nobilium infra 
scriptorum, qui similiter aderant, apponi sigilla procurayimus presen- 
tibus et appendi. Et licet nos Agnes et Margareta sigillis propriis 
careamtis, tarnen ipsos, prepositum et Conyentum» apposicione sigiUi 
fiüorum noBtrorum Hadmari et Rapotonis predictorum nomine 
nostro et ipsorum facta contentos esse yolumus in cautelam et testi- 
monium eyidenspremissorum. Testium autem nomina, et qui sua appen- 
derunt sigilla, sunt ista. Domini Otto deHaslowe, Hermanus de Wolf- 
gerstorff^ Albertus de puchaym, fridericus dapifer de Lengpach, 
Henricus de plench , Ottacharus castellanus in Greytschenstayn^ 
Ministeriales Austrie. Dittricus et Chvnradus fratres de Chalnperg, 
VlricusSpeysmagister, Cholo officialis de NevmburcK fridericus htU- 
stok milites, et alii plurimi fide digni. Actum et datum Wienne Anno 
domini Millesimo ducentesimo LXXX*" quinto Pridie Idus decembris. 

Orif. Per^. (bei Fischer aBTolUUidi;) (Repert. Yet. Nr. I. fol. 97.) 

An rothen, gelben und grünen Seidenscbnüren hftngen sechs Siegel ron- 
gelbem Wachs. Das erste ist jenes Otto*s ron Haslau, das zweite Hermann*s von 
Wolkersdorfy das dritte, des Truehsessen von Lengbach, ist rund, von grösse- 
rem Umfange ; auf dem dreieckigen Schilde steht ein Helm mit Ohren und R5r- 
aem eines Stiers geschmückt, das Feld zeigt zwei breite Bänder, welche sich 
gegenüber verlaufen. Das vierte Siegel, des Hadamar und Rapoto von Falken- 
berg, ist ein dreieckiger Schild, durch eine senkrechte Linie in zwei Theile 
getheilt, wie jenes Ulrich's von Puchberg bei Duellius Tab. lY, Nr. 29. Das fünfte 
Siegel, ein kleines rundes, Albert*8 von Puchheim, zeigt einen Helm, welcher 
auf jeder Seite mit einem aufrecht stehenden Flügel geschmückt ist, wie bei 
Haber Tab. DL, Nr. 12. Endlich das sechste Siegel, Heinrich*s von Plenk, gleicht 
jenem bei Duellius Tab. lY, Nr. 37, ausser dass in der obersten Reihe drei ganze 
Würfel stehen, in der mittleren ein ganzer zwischen zwei halbirten, in der unter- 
sten ein ganzer erscheint. 

XL. 

Herzog Alhreeht hestäiigt den obigen Verkauf, 
Dat. Wien 16. December 1285. 
Nos Albertus Dei gratia Dtuv austrie et Stirie, Dominus Car- 
niolCf Marchie ac portus naonis profitemur tenore presencium yni- 

FoatM. XIY. ^ 



34 

versorum noticia , ad quos presens scriptum perTeoerit, declarantes, 
quod Hadmarus et Rapoto filii quondam Rapotonis de Vdlkchenberch 
balnearem Stupam Newnburge süam, dictam scherphingpadstubeiu 
honorabili viro Paboni preposüo Newnburgensi et conventui ibidem 
pro trigiDta duabus libris denariorum Wienoensis monete yendideruat 
perpetuo possideadam» renunciantes omni nostri questmii et accioni, 
que sibi competunt ia eadem. In cuius rei testiiDonium has litteras 
scribi et sigilli nostri munimine fecimus roborari, testibus» qui pre- 
sentes aderant, annotatis, et hü sunt (dieselben , wie bei der yorher- 
gehenden Urkunde). Datum Wienne Anno Domini M*'CC•LXXXy^ 
XYII. Kai. Januarii. 

E ChartnUrio Arehiri CUutrooeob. Nr. 4. fol. 26, §. 2. 

XLI. 

Otto undHeimo, Brüder, Otto's von Neuhürg Söhne , bestätigen , dass ne 
eine Wiese %u Rieizendorf nur als Leibgedinge besitzet^ 
Dat. 8. ]. 12. Juli 1286. 
Cum res geste ex faeili per diuturnitatem temporis a memoria 
hominum dilabantur» necesse est eas scripturarum testimonio memorie 
bominum commendare. Hinc est quod nos Otto et Uaimo fratres^ 
cives WiennenseSf filii Ottonis Haimonis quondam civis wiennenna, 
scire volumus rniversos presencium inspectores tarn presentes quam 
futuros» nos comparasse apud venerabilem virum dominum Pabonem 
prepositum Nevmburgensis ecciesie de consensu toeius capituli ecele- 
sie Newnburgensis quoddam pratum iuxta villam Riczendorf situm, 
quod dicte ecciesie per mortem d. Ottonis PerchtoUstorf ministeri- 
alisAustrieceperat vacare, pro triginta libris denariorum wiennen- 
sis monete iure precario , quod vvlgariter nl^g^ding" dicitur, a 
nobis possidendum pro tempore tantummodo nostre vite ita tamen, 
quod quieunque nostrum prior decesserit ab hac vita , quod reliquus 
nostrum superstes idem pratum ad tempora sue rite debeat possidere. 
Postquam autem nos ambo fratres debitum camis exsolyerimus yniyerse, 
ex tunc memoratum pratum ad ecclesiam Newnburgensem sine omni 
contradiccione integre reyertatur. In cuius rei testimonium eidem 
domino P. et ecciesie Newnburgensi presentem literam dedimus sigil- 
lorum nostrorum robore conmunitam. Testes sunt domini Vlricus de 
Rüchendorf ^ Chvnradus de Praytenveld, Griffo^ Reinboto zeleub, 
Cholo officialis, Vlricus ante ecclesiam^ fridericus hutstochk milites. 



35 

Jacobus de hoya^ Chvnradus vrbetsch , Dtttricus de Calvo monie, 
Chvnradu» de Eslam, Hainricus de prayienveld, fridericus atadlo- 
wer» Vlricus de quinque ecclesiis, PkrolfM leublo, Etarchandus 
(Starchandiis) de Nutdorf ^ wemhardus schiver, Merboio et quam 
plores alii fide digni. Datum aono domini M^'CC^LXXXVI? IV. Idus Julii. 

Orig. Perf. (R^. V»t. Nr. S, fol. 225.) K% Par^MeiUtrtiftB hiafci dit k\t\—% Rud«ief«I 
in Mluie Otto*« Toa Ifeoborg. Otto ■•d Heimo, dtt Baader laafea ia eiat Eekt aaMaiaieB, wit kei 
HaWr Tab. XIT, Mr. 23, aad «iad nit drri ioi Dreieck gettelltea Rfttcbea fetchMQekt. 

Nach Lazius Rer. Vienn. L. IV, p* 136, hatte Otto ron Neuburg, der sich 
auch Otto Haimonis nannte und der Gründer der Wiener Salvators-Capelle ist, 
nebst diesen beiden Söhnen noch einen dritten, Namens Herrand. 

XLH. 

Statut det Klostemeuburger CapUeU über da$ Verbot de$ WürfeUpieU. 
Dat. Klostemeaburg 1289. 

In nomine domini. Amen. Nos Pabo dei gracia Nevmburgeneis 
ecclesie prepositus, Hiltprandus decarms vniversis fratribus eiusdem 
eeelesie presentibus et futuris salufem in domino sempiternam. Cum 
ex ludo taxtUorum muUa pericula proveniant animarunty rt sunt 
araricia» que radix est omnium yiciorum, cupiditates, mendaeia» frau- 
des, doli, yituperia, odia, dissensiones, lifigia, opprobria» inimicicie, 
detracciones et nonnumquam homicidia, scandala, rixe» furta; nos 
huitismodi pericula vitare voletites, nostrisque fratribus acfame eccle^ 
sie precavere, comunicato consilio frairum nostrorum ipsum ludum 
tamquam morbum pestiferum volumus de cetero a nostris subditis 
arcius evitari, firmiter siatuentes^ Yt qui de cetero inrentus fuerit de 
nostris fratribus cum layco rel clerico ludum huiusmodi exercere, ipso 
facto teneatur tres ferias sextas imediate subsequentes pro dicta culpa 
in pane et aqua in nostro refectorio sedens in terra humiliter abstinere. 
Assedentes et ipsi ludo et consencientes ac ipsum ludum quomodoli- 
bet instaurantes ynam feriam sextam proximam subsequentem similiter 
abstineant ieiunando. Et quicunque bane nostram institucionem trans- 
gressus fuerit et uon satisfecerit jejunando, illum ex nunc excommuni- 
eatum decernimus lata sentencia in hiis scriptis, ingressu ecclesie ipsi 
nihilominus interdicto, donec de culpa sua conpetenter satisfecerit et 
eondigne. Qui rero nee sie resipuerit » sed* nostre constitucionis pre- 
yaricator exstiterit , illum ysque ad ynum mensem a prebenda yini et 
prebenda coquine esse decernimus iam priyatum» salyis aliis peniten- 

3» 



36 

ciis, que obstinatis et inobedientibus sunt secundam rigorem regule 
Institute. Inhibemus eciam et sub pena exeommnnicacionis firmiter 
Yolumus observari, ut nullus decetero canonicorum nostrorum alteri 
fratri crimen obiieere vel improperare debeat manifeste sed si alter 
de boc crimine in yeritate constiterit» ille in nostra ac capituli tocius 
presencia fidueialiter manifestet« ac se ibidem illud, quod dicit, efferat 
probaturum» quod si non fecerit et in probacione defecerit, criminato- 
ris sentencia puniatur, et illum, quem diffamayerat, suo iuramento 
teneatur coram fratribus nicbilominus expurgare. Datum et actum in 
capitulo Newnburgensi Anno domini M"CC°LXXXIX? presentibus 
canonicis infra scriptis. Qui sunt Z). Hiltprandus decanus, Otto de 
Amsperg, Meinhardtis, Otto de prttnsperch, Hugo, Albertus custos 
dominarunty Hadmarua dictus asinus, Heinricus de pyela^ Ortolfus 
dictus prent eh Dittricus plebanus sancti Martini, Ortolfus filins 
Weychardi, Wysento, Paulus hospitalensis, Rudgerus magisterrefec- 
torii, Hertwicus custos^ Perchtoldus magister infirmarie, Stephanus, 
Magister Johannes, Jacobus, Heinricus de hovsek, Otto de leubs, her- 
bordus, Karulus, Albero de Gebneys, Albero de Sibenhirten sacerdo- 
tes, Otto pedagogus, Stephanus de Siedendorf, Perchtoldus de Alls, 
Eberhardus diaconi. 

Orig. Perg. (Rep. ?et. Nr. 1, fol. 85.) Pabo*s aad det Capitelt Siegel u eiaem Perganeiit- 
streifen. Der Propst ttegelt roth. 

Der vorkommende Albertus custos dominarum ist der älteste bekannte Biblio- 
thekar, der die Handschriften bald alsAIbertus Saxo de Hunoldesperch, bald wieder 
als Albertus Saxo Custos librorum et dominarum sigairte. Von den anderen vor- 
kommenden Chorherren erscheinen 4, Hadroanis Asinus, Bertholdus, Rudgerus 
und Stephan von Sierndorf spSter als Pröpste, und 2, Jakob und Eberhard» als 
Dechante des Stiftes. Ähnliche Beschlüsse fasste auch die Synode von St. Polten. 

XLIII. 

Theodorichi Bischof von Olmütz, dispensirt Wilhelm, den Sohn des Pfar^ 
rers Reicholf von Loa , von dem defectus natalium. 

Dat. Mödritz 9. März 1290. 

Th(eodoricus) episcopu^s Olomucensis dilecto in Christo WM- 
helmo Clericofilio domini Rycholfiplebani de Laa salutem in domino. 
Licet ad presentacionem domicelli de Dyax qui cognominatur pin- 
cema, anno preterito in ecclesia Dyax, in quam idem pincerna ius 
obtinet patronatus, te rectorem instituerimus et plebanum, quia tarnen 
ut percepimus, institucionis tempore defectum paciebaris natalium ex 



37 

saeerdote genitus et soluta, propter quod institucionem et confirma- 
eiooem nostram minus sofificieotem reputans ad apostolice sedis gre- 
miam recurristi et meruisti, ad omnes sacros ordines et ad beneficiom 
eciam cum cura ut promoyeri licite possis non obstante defectu pre- 
dicto eiusdem, apostolice sedis dispensacionis remedium reportare, 
propter quod humiliter petisti, per nos ratificari institucionem predic- 
tam. Nos igitur tuis peticionibus inclinati ac rolentes apostolicam 
graciam tibi reddere fructuosam^ institucionem nostram» que prius 
erat invalida ratificare, presentis scripti patrocinio corroboramus ean- 
dem ac innovamus et esse Yolumus perpetuo valituraro. In cuius rei 
testimonium sigilium nostrum presentibus est appensum. Datum in 
Uodricz Anno domini M'^CC^XC? VII Idus Marcii Indiccione tercia. 

E Chartolario ArckiTi CUutrM. Nr. UI, fol. 62, b. 

Dyax ist Tajaz in M&hren, Zntimer Kreises. 

XLIV. 

AhUuahrief fdr die Hörer der Predigten %u Klostemeuburg, 

Dat. Rom i. Sepi i290. 
Yniversis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis Petrus 
Arb&rensis ei Johatmititis Mokicensis miseracione divina Archiepis- 
eopi salatem sempiternam et fructuosam in domino karitatem. Gratum 
obsequiam et Deo pium tociens impendere opinamur, quociens mentes 
fidelium ad Karitatis et pietatis opera excitamus, et ad id , quod divine 
pagine recitatur eulogiis, paternis inductiouibus ammonemus. Cum 
itaque sacri Ewangelii testetur auctoritas, Non in solo pane yivit homo» 
sed in omni verbo» quod procedit ex ore dei. Cupientes populum dej 
io devocionem erigere^ et ad sermonem predicatoris veritatis audien- 
dum allicere, Omnibus vere penitentibus et confessis» qtU sermonem 
Disereti viri Pabonis PreposOi atd alicuius Canonicorum ecclesie 
in Nuenburch ordinis sancti Augustini Pataviensis diocesis populo 
dei propanendum audierint pia mente in ecciesia memoratu. Nos de 
omnipotentis dej misericordia et beatorum Petri et Pauli Äpostolorum 
eins auctoritate confisi singuli singulas dierum quadragenas de iniunc- 
tis sibi penitentiis, Dummodo consensus dioecesani ad id accesserUf 
in domino relaxamus. In cuius rei testimonium presens scriptum Sigil- 
lorum nostrorum munimine duximus roborandum. Datum apud Vrbem 
veterem Kl. Septembris Anno Domini Millesimo Ducentesimo Nona- 
gesimo, Pontificatus Domini Nicola] Pape Quarti Anno Tercio. 



38 

Orif. Perg. (Repert. Vet. Kr. 4, fol. 20.) Die oblongen Siegel hingen an parpurnea and gelben 
SeidentehnQren. Da« erste teigt unter einem gothiachen Überban die aeligate Jnngfraa mit dem Jean- 
binde, naterbalb bniet anbetend der Erzbiachof unbedeckten Haaptea mit dem Paatorale in der rechten 

Hand. Umschrift: S. iohanicii Dei 6 iepi Mnkissi Capadreie. Das iweitc zeigt den Erzbiachof 

sitzend auf dem biachöflichen Stahle. Umaehrift: S. Dopni Petri Arcbiepi Arborenaia. Beide En- 
bisohfife siegeln in rothem Wachs. 

Die Urkunde zeigt, dass Propst Pabo nicht blos, wie aus den früheren 
Urkunden erhellt, das zeitliche Wohl seines Hauses, sondern auch das ewige 
der Gläubigen im Auge behielt, und dasselbe durch die Predigt des Gottes- 
wortes zu befördern suchte. 

Auch kömmt hervorzuheben, dass die Erzbischöfe die Geltung des yer- 
liehenen Ablasses yon der Einwilligung des Diöcesanbischofes abhfingig machen« 
welcher , der katholischen Lehre getreu , sich nur auf die Nachlassung der 
zeitlichen Strafen erstreckt. 

XLV. 

Herzog Alhrecht verleiht den Weingarten Vil% dem Sigfrid von der 

HocJistrtisse als Lehen» 

Dat. Wien 15. März 1291. 

Nos Alberius dei gracia Dux Austrie et Stirie, Dominus Car- 
niole, Marchie ac portusnaonis publice profitentes yniversis ad quos 
presentes pervenerint declaramus, quod constitutus in nostra preseocia 
vir discretus Leupoldus de aUa platea civis noster Wiennensis vineam 
quandam dictam vilcz aitam in calvo monte qtiondam Hainrid de 
Chunring Marschalci Amtrie existentem et ab ipso Hainrico prop- 
ter demerita stia per sentenciam diffiniHvam ablatam coUaiamque 
eidem leupoldo et heredibus suis per serenissimum dominum et geni- 
torem nostrum Rudolfum Romanorum Regem semper Augustum 
titulo feodali ad manus nostras sponte et libere resignavit, petens 
humiliter, ut ipsam vineam Sifrido filio suo ac heredibus ipsius utri^ 
usque sexus conferre in feudum de nostra gracia dignaremur. Nos 
itaque memorati Leupoldi precibus favorabiliter inclinati predictam 
vineam antefato Sifrido et suis heredibus utriusque sexus contulimus 
et conferimus omni iure, quo teneri consuevit hactenus, possidendam. 
Eciam ut nulli hominum decimas aliquas seu pro iure montis aliquid 
ex eadem vinea iidem possessores vinee solvere teneantur. In cuius 
rei testimonium presentes conscribi et sigillo nostro fecimus commu- 
niri. Datum Wienne Anno Domini M'^CC;' nonagesimo primo Idus Marcii. 

Orig. Perg. (Repert. Tet. Nr. 19, fol. 177.) Siegel fehlt. Cfr. Fiacher pag. 273 et 304. 



39 



XLVI. 



AlsnUy Bischof von. Toredli, tfuUtirt über die bei Propst Paho auße^ 
wakrtm Summen de* %ur Hilfe des heil Landes ausgesekriekemen Zehenies. 

Dat. 8. 1. 18. Juni 1291. 

Nos Alyrtm dei et Apostolica graüa Episcoptis Torcellanus 
ac eollector decime terre sancte subndio deptäate per Alamaniam 
camtiitäus presentibus profitemur» quod venerabilis in Christo frater 
Dominus Piibo Nivwburgensis Ecclesie Preposüus Patavieusis Dioce- 
sis Pecuniam decime, quam aput ipsam deposueramus nomine Romane 
£<?elesie , tradidit et consignavit ad nostram repetitionem per nostras 
Utteras et sigillum, nostris certis nunciis ipsam pecuniam nostro 
nomine et de mandato nostro repetentibus rice nostra, videlicet hono- 
rabili wo Heinrico sacerdoH ordinis fratrum de domo Thevtunica 
m Wienna , ei Zaye nostro clerico et familiarit videlicet centum et 
deeem Ubras denariorum Wiennensium, quas recepimus a venerabili 
patre damino abbate choiuncensi. Item triginta libras denariorum 
Wiennensium , quas recepimus a preposito Ypolüensi. Item decem 
et noyem libras denar. Wiennensium, quas recepimus a preposito 
SancH Georgii in Herczogenburch. Item trigiota libras denar. Wien- 
nensium, quas recepimus a Tumpreposüo Pataviensis Ecclesie, que 
peeunia in summa ascendit vsque ad ducentas libras minus Vndecim 
libris^ de qua peeunia predictum dominum Pabonem Prepositum per 
hoc scriptum reddimus absolutum, facientes eidem testimonio presen- 
eium nostri Sigilli munimine signatarum de solucione eiusdem pecuuie 
finem et quietacionem et pactum de Vlterius non petendo, quam qui- 
dem pecuniam dicto frdtri Heinrico commisimus recipiendam, et 
Venetias sub nostris expensis et periculo in omnes casus fortuüos 
deducendam. Testes vero premissorum sunt: frater Heinricus dictus 
Manstoch, provincialis fratrum de domo Theutunica per Äustriam. 
Item fraier Vlricus, dictus Cholner eiusdem ordinis. Item Dominus 
Hütprandus Decanus, Dominus Otto de Provnsperch, Dominus Pau- 
lus CamerariuSy Dominus Hertwicus custos. Dominus Stephanus, 
Dominus Jacobus Hospitalensis, Canonici Niumburgensis Ecclesie. 
Item Hermanus Ymianus, Nicolaus dispensator, Vlricus de Ibsa, 
Hermanus de freisinge, Ditricus de Wienna, Otto de Ibsa^ Heiden- 
ricus Camerarius et plures alii fide digni. Actum et Datum Anno 



40 

Domini Millesimo Ducentesimo Nonagesimo Primo xiiii. Kai. Julj In 
die sanctorum maiürum Marc! et Marcelliaoi. 

Orip. Perff. (Repert Vct. Nr. 19, fol. 18.) 

Papst Nikolaus lY. hatte nach dem Verluste ron Ptolomais alles aufge- 
boten, die christlichen Fürsten zu einem neuen Kreuzzuge zu entflammen. 
Zur Aufbringung der Geldmittel sandte er eigene Sammler in die einzelnen 
Lande, nach Deutschland den Bischof von Torcelli, Alyron, der hier dem 
Propste Pabo den Empfang der bei ihm niedergelegten Sammelgelder bestfi- 
tiget, die sich auf die Summe von 189 Pfund belaufen. 

Von dem als Zeugen angeführten Chorherm Hartwich bewahrt die Biblio- 
thek einen Sammelband von Predigten mit der Anmerkung am Ende: Finis 
Sermonum collectorum per manus Hartwici Custodis ecclesie Nernburgensis 
Anno Domini M^'CC'LXXXXI. completus . est Über iste. 



XLVU. 

Leopold von der Hochsirasse und sein Sohn Sigfrid geben dem Stifte 
den Weingarten VHz. 

Dat s. 1. 12. Dec. 1291. 

Ne acta hominum de faeili a memoria dilabantur , conrenit ea 
literarum testimoDio perhennari. Huius rei gracia ego Leupoldus de 
alta strata civis Wiennensis vna cum filio meo Syfrido ad noticiam 
tarn presencium quam futurorum cupio pervenire , quod vineam die- 
tarn vilcz sitam in Calvo monte, quam a serenissimo domino Rudolfo 
quondam rege Romanorum ego Leupoldus recepi in feudum ei 
possedi titulo feudali et eciam a domino Hainrico de witra guondam 
Marschalco Amtrie prenotato titulo recepi in feudum et possedi, 
matura deliberacione prehabita dedi ecclesie Newnburgensi cedens 
et renuneians omni iuri, quod miebi ex predietis infeudacionibus sire 
alio quoeunque iuri in memorata vinea competebat, possessionique 
eiusdem yinee cedens et eam eidem ecclesie nunc resigno. Preterea 
ego Sifridu^s filius predicti Leupoldi renuncio omni iuri, quod in dicta 
vinea vilcz ex infeudacione domini nostri Alberti Illuatris Ducis 
Amtrie competebat et annuali servicio, quod de eadem yinea patri 
meo Leupoldo sepius notato annis singulis facere debuissem, prout in 
literis dicti domini nostri Alberti Illustris Ducis Austrie plenius 
est expressum. In cuius rei evidenciam et stabilitatem presentem 
literam sigillorum nostrorum munimine fecimus comuniri. Testes sunt 
d. Cholo offtcialis de Newnburga, Vlricus magister monete, Chvnra- 



41 

duspuüus, Leupoldus dictus Levb cives Wiennenses. Datum anno 
Domini M*COLXXXX primo pridie Idus Decembris. 

Orij. P«rj. (Repert. Vet. Nr. JO. M, 177.) 

Aus dieser und der Urkunde 45 scheint sich zu ergeben» dass weder 
Leopold Ton der Hochstrasse noch sein Sohn sich an dem Aufhihr gegen 
Herzog Albrecht bedeutend betheiligt hatten. Cfer. Hormayr Wien. Urkunden- 
buch XXUX. Anmerkung. Pabo selbst wird in der Urkunde nicht erwähnt, 
er war in diesem Jahre am 26. August verstorben (Necrol. Claustron.). Ulri- 
eus magister monetae ist yermuthlich der 1301 (Fischer Not.) erscheinende 
Ulrich der Fünfkirchner. Cfer. Urkunde 41. 



XLVIII. 

Die Söhne des Wiener Bürgers Ernst verkaufen dem Frauenklaster St 

Ma§ddUna vor dem SehoUenthor sechs Pfund Burgrecht auf einer Bad- 

stuhe vor dem Schottenthor, 

Dat s. I. 28. August 1292. 

Ich Jacob vnd ich Heinreich ^ hern Ernsten svncy burger ze 
Wienne wir vergehen offenlich, vnt tuen chunt allen den, die disen 
brief leseat, oder hoerent lesen, die nv lebent, vnt hernach chvnftich 
sint daz wir mit gvetem willen, vnt mit verdachten muet dem Chlos- 
ier, vnd den frowen von Sani Mareien Magdalen avzzerhalb der 
purchmawer vor Schotten pvritor ze Wienne auf der bastvben, dev 
auch vor demselben pvritor nahen bei der Nevmburgerhof gelegen 
ist^ da man vnser aller ierlich von dient Nevn phvnt ze rechten pvrch- 
rechte ze drin Zeiten in dem iar, als pvrchrechtes recht ist, vnt vier- 
zich phenninge an sant Mychhels tach ze rechten grvnt recht den 
Schotten. Derselben Nevn phvnt pvrchrechtes habe wier den vorge- 
nannten frowen gegeben ze chavffen sechs phvnt, der han ich Jacob 
TOD meinen tail verchavffet vierdhalp phvnt vmb fvnf vnt dreizzech 
phvnt wienner phenninge. So han ich Hainrich von meinen tail ver- 
chavffet drithalp phvnt vmb zwaintzich phvnt wienner phenninge. Vnt 
sein auch derselben phenninge schon vnt vollichleich gewert. Wier 
haben auch dasselbe Pvrchrecht den vorgenanien frowen gegeben 
ewichlich vnt gervechlich ze haben, vnt allen Iren frvm damit ze 
schaffen also beschaidenlichen , ob daz were , daz devselbe bastvbe 
verbrvnne, oder sust zestoeret wurde, oder von weihen Sachen daz 
were, daz si vngoltich wurde, so sol man in nicht endienen der vorge- 
nanten sechs phvnt vncze an die zeit, daz si wider bestiftet wurde. 



42 

Ynd wer auch daz daz der vorgenanten bastube nach der siiftuiige 
ynd si wider besfiftet wurde, des alten pyrehreebtes abgienge, vnt si 
Dicht mer dienent wurde, danne der sechs phrnt, de? die vorgenan- 
ten frowen angehorten, de? sol man in dannoch mit allen recht, swer 
dieselben bastuben hab in gewer oder in Gewalt aller ierchlich die- 
nen ze drin zeiten in dem iar, als Tollichlich, als ror, ynt doch also, 
daz man daz vorgenantn grvntrecht dem Chloster hincze den schotten 
immer ze seiner zeit vor dienen sol, ynd darnach den yorgenanten 
frowen daz ier pyrchrecht ze disen drin zeiten aller ierchlich ze Weih- 
nachten zwai phynt, ze sant Jörgen Messe zwai phynt, ynt an sant 
Michhels tach zwai phynt. Oych werde wier des yorgenanten pyreh- 
reebtes, daz wier den yorgenanten frowen ze chauffen haben gege- 
ben, rechte scherm ynt desselben schermes rehte gewern, als der 
stat recht ist fyev alle ansprach. Daz diesey rede, ynt diser chayf also 
stet sei, ynt immer yestichait hab , noch niemen hernach verwandelt, 
noch zebrochen werde, darvber gebe wier den yorgenanten frowen 
disen brief ze einem sichtigen yrchvnde diser sache, ynt bestetigen 
in den yersigelten mit des ersamen aptes, kern Wühälmes insigel 
von den Schotten ze Wtenne, der auch der yorgenanten bastyben 
rechter grvntherre ist, ynt auch mit ynser baider insigeln. Des sint 
gezeyge: Wemhari der Chrevtzer, chvnrat des alten Chastneres 
svn, Gozze der chramer^ brveder Heinrich^ brveder Dietmar p brveder 
Eber, die brveder von sant Marien Magdalen, Chvnrat der Witze» 
friderich der schotten amman, andre hem lambers svn, Altman 
der mimzerp vnd ander biderbe leyte genuege. Dieser cbayfT ist 
geschehen des iares, do von Christes gebuert sint gewesen Tausent 
Jar, zwaihyndert Jar, ynd In dem zwai ynd Neynzigisten Jar an sant 
AygusteiDCs tach. 

Orig. Prr^. (Rep. Vet. Nr. 14, fol. 242.) An einein Per^amentitreifen hingt das oblonge Siegel 
d«« Sehottenabu. Der Abt, in Pontificalien, steht, mit der Rechten segnend. Umschrift : S. Will- 
halmi Dei gratia Abbatis Eeolesie sancte Marie Seotoram in Wienna. Dann sind twei gans kleine 
Rnadsiegel, Ton sehr kanstToller Arbeit, in gelbem Wachs. S. Jaeobi filii Ernesti Ciris Wienneasis, 
ebenso: S. Heiorici filü Ernesti Ciris Wiennensis. In einem dreieckigen Schilde ist ein Band, wie bei 
Haber, Tab. IX, Nr. 16, Ober welches noch ein anderes gezahntes gelegt ist. 

Hier erscheint die erste urkundliche Erwähnung des RIosterneuburger Hofes 
vor dem Schottenthore. Da in dem von der Stadt Wien dem Stifte ertheilten 
Privilegium bezfiglich der Einfuhr und des Ausschankes der stiftlichen Weine 
vom Jahre 1288 (Fischer H. 29%) dieses Hofes keine Erwähnung geschieht, 
scheint das Stift erst nachher in den Besitz desselben gekommen zu sein. 



43 

Die enrShnte Badstube selbst sagte im Jahre 1424 Nikolaus ron Abstdorf 
als eine Brandstatt, Ton welcher ihm der jShrliche Zins unerschwinglich war, dem 
Fraoenkloster zurück (Rep. Vei Nr. 10, 11, fol. 241), worauf im folgenden Jahre 
Propst Georg von Klosterneuburg dieselbe Ton der Priorin Lucia erkaufte. 

Im Jahre 1463 erseheint nach stifllichen Urkunden (alte Kammerbriefe 
Nr. 17, pag. 23) das hier erwähnte Frauenkloster dem zu St. Jakob auf der 
Hölbea untergeordnet, denn in diesem Jahre bezeugt die Meisterin ron St. Maria 
Magdalena , Susanna Torlin, dass sie die Urkunde ausgestellt und besiegelt habe 
mit Einwilligung und YerstSndniss der obersten Meisterin Petronella Beckhiin 
and des ganzen Conventes von St. Jakob auf der Halben. Zu dieser Zeit waren 
beide mit Chorfrauen des heil. Augustin besetzt, erkannten den Propst von 
lüostemeuburg als ihren pater abbas, und wurden aueh 1438 durch den Kloster- 
neobarger Chorherrn Colomann Knapp von Uippleins, den Abgesandten der Salz- 
bnrg^schen Chorherrenstifte auf dem Basler Concile, über Auftrag des Ordinarius 
Ttsüirt 

Heinrich, Ditmar und Eberhard, die Brüder von St Maria Magdalena, waren 
die im Stifte unterhaltenen und zur Einsammlung des Almosens bestinunten 
Ordensgeistlichen, wie denn in Shnlieher Weise das Stift Klostemeuburg 1261 
den Nonnen bei St Jakob in der unteren Stadt einen Hof schenkt wofür sie den 
Bruder Sammler zu erhalten haben. 

XLIX. 

AblasMbrief des Brixner Bischofet Heinrich für die StiftMrche, 
Dat Klostemeuburg IS. Februar 1293. 
Heinricus dei et apostoUce sedis gracia Episcopus ecclesie 
Bruvinensis YDiversis Christi fidelibus ad quos presens scriptum per- 
Tenerit salutem in omnium saWatore. Pia mater ecclesia, etc. (wie in der 
Urkunde 2S). Volentes igitur donum dei, quod imnieriti suscepimus» 
secondum dei omnipotentis graciam derivare in quoslibet catholice 
fidei professores Omnibus rere penitentibus et de peccatis suis contri- 
tis et confessis qui in festivitatibus domini, yidelicet. Natiritatis. 
Resurreccionis. Ascensionis. et Pentecosten , ac in quatuor festivita- 
tibus beate yirginis gloriose, in die beati Augustini, nee non in Anni- 
Ta'sario dedicacionis Ecclesiam in Neumburch causa deyocionis 
aecesserint, vel eidem manum porrexerint adiutricem, Quadraginta 
dierum indulgentiam in domino misericorditer relaxamus» dumodo ad 
hoc dyoc. episcopi consensus accesserit et voluntas. Datum in Newm" 
burch Anno domini M"" CC. Nonagesimo Tercio XV. Kai. Marcii. 

Orif. Perg. Aa eiaem Pcrgameotstreifen hingt ein oblonge« Siegel ron gelbem Wach«. Der 
Bisehof» im Poatificalgewtnde, aitst aof einem Sessel, dessen Lehne beiderseits einen Handskopf als 
Sehmnck trigt, lad halt in der Linken den Hirtenslab, in der erhobenen Rechten ein ofenes Bneh. 
Vmsehrifl: S. HEIfRICl. DEI. GRATIA. EPI, BRIXINEN. 



44 



L. 



Otto, Hevnleins Sohn, von TuUn verkauft den Weingarten Ger zu iVii«f- 
dorf an Ulrich von Krizendorf. 

Dai Wien 25. Nov. 1293. 

Ich Ott herm hevnleim svn von Tuln vnd mein hau9vro\o 
vrow Reichcz tun chunt vnd veriehen allen den» di disen brief sehent 
oder horent lesen, daz wir einen Weingarten^ der haizzet der Ger 
vnd leü dcLCZ Nuzdorf vnd ist halbes ieuch vnd ist meiner hausYro- 
wen erbe gewesen, verchauft haben herm Vireichen von Chriczen- 
dorf des herczogen hofmaister von Oesterreich vnd seinem svne 
hem Vireichen vnd seines svnes hausvrowen vrown Reichczen vmb 
vir vnd dreizzig phvnt wienner phenning. Des chaufes ist scherme 
Worten ich Otto selbe und mein housvrow vrow Reichcze vnd mein 
swiger vrow Reichcze di Scheuchinne vnd mein Gesweinn baide 
her Vlreich vnd her Marchart vnd meiner housvrowen swester man 
Rudolf ^Iso beschaidenleich, ob der yorgenant her Vlrech der hof- 
maister des herczogen von Oesterreich vnd sein erben vmb den Wein- 
garten immerme angesprochen werden, swaz er des schaden nimt 
den schaden suln wir im ablegen. Vnd daz der chauf also stet beleihe, 
des gibe ich Otte disen gegenwertigen brief ze einem yrchvnd mit 
meinen insigel vnd mit meiner Gesweinn insigel hem Vlreichs vnd 
hem Marcharts der vorgenanten vnd mit meiner housvrowen swester 
man Rudolfs des vor genanten insigel versiget. Des istgezeuge her 
fridreich von Chriczendorf, des hofmaisters prüder^ her StarchanJt 
von Nuzdorf der Chelermaister, her Ortolf von der heUigenstat, 
her Chol der amman von Newnburch^ her friderich der hutstok, 
her Chvnrat der hormarchter, des herczogen huebmaister, hermann 
Imian von Newnburch^ Gerunch hem Choln svn, Jiicolaus von 
Newnburch vnd ander biderbe leut. Der brief ist gegeben ze Wienne 
an sant Katherine tag da von christes gehurt waren tausent zwai hun- 
dert Jar vnd in dem drein vnd Neunczigisten Jar. 

E ChartoUrio AreUn Claistroa. Nr. Ul. fol. 66, •. 

Hevnlein von Tulln ist identisch mit dem in der Urkunde 26 erseheinenden 
Hunlo de TuIIna, Iudex Wiennensis. 



45 



LI. 

Profit Hadmar verleiht Konrad dem Reuuen %u Kloetemeuhnrg ein 
halhee Lehen %u Treetorf, 
Dti f. 1. 1293. 
Wier Brobsi Hadmar ron Gotesgenaden vnd die samnvnge ze 
Nermburch tuQ chunt an disen brief • das ms her Alber von Puaen- 
berge bat aufgeben ein halben leben ze Trestorf rechtes aigens, vnd 
ist auch mser scherm Worten mit gutten Willen vber die Vorgenan- 
ten aigenschaft also alles aigens recht ist, so hab wier mit ynser 
samnvnge guten Willen daz vorgenant halbe lehen Chvnraten dem 
Revsen von Nevnburch verlihen ze rechten Pvrchrecht also, daz er 
TOS schol dienen dreizzich Wienner phenninge an Sand Mychahels 
taeh alle iar, vnd schol von vns niht beswart werden, weder mit fver, 
noch mit nacht selde, noch mit niht anders, vnd daz selbe halbe lehen 
schalle wier vnd vnser samnvnge, dev nv ist, oder nach chvmftich 
wiert, verantwurten an aller stat, also reht ist. Darvber zv einer 
YTchvnde hab wier dem vorgenanten Chvnraten diesen brief besigelt 
mit vnserm insigel. Des sint gezevge Her Nyclos, Her Chvl, ffriderich 
hvtstoch, her Wemhart Schiver, Her Pemhart vnd her Virich von 
Rizefidorft herman Ymian, Her Albreht der Sibenhoz, Her Ortwein, 
Ber Prehtel der Schreiber, Albreht des sibensvaen svn, Chvnrat von 
Mukerawe^ RvedolfzolU Livpolt vnder der Lavben, LivpoU schem, 
her herman vnd her prehtel der hvrrein. Daz ist geschehen, dv von 
Gotes pvrde waren Tausent jar vnd zwaihvndert jar vnd drev vnd 
Ne?nzich Jar. 

Ori^. Perg. (Rep. Vet. Nr. 2, fol. 293.) Ab «inem PerganenUtreifen hingt eis oblongct Siegel 
TM gelbem Waeh», in swei Felder getheilt. In oberes titsea xwei gekrfiaie Pertooea» ia laagea 
Gnriadem, a«f eiaem Throae» derea eine, aar Rechtea de« Beachaaera, ia ihrer Linkea eia Bach 
Ult «ad die Rechte aegaend erhebt; rielleieht ist diea der Erltfser, die andere die aeligate iaag- 
fraa Maria. Der Propat im Charkleid kaiet nad betet. Umaohrift: 8. Hadmari Prepoaiti ccoleaie 
Kerabargeaau. 

Das voriLommende halbe Lehen zu Tresdorf hatte Albert von Bisamberg im 
Torhergehenden Jahre von Leopold von Schrick erkauft. (Rep. Vet. Nr. 1, fol. 
293.) Cfer. Urkunde 66. 

Ob der hier zuerst vorkommende Propst Hadmar aus dem Gesehleehte der 
Esel schon im vorhergehenden Jahre, od^r erst in diesem Pabo*s Nachfolger 
geworden, Ifisst sich aus Mangel urkundlicher Nachrichten nicht feststellen. 



46 



LH. 



Der Pfarrer Friedrich von NiederhoUahrunn bestätigt ^ das$ den vom 

Diöeesanbischofe aufge$tellten Bedingungen wegen Ertheilung pfarrlieher 

Rechte für die Capelle %u Herzogbierbaum Genüge geschehen $eu 

Dai Hollabrunn 11. Febr. 1294. 

Ego Fridericus plebanus eccleaie in holabrunn inferioris tenore 
presencium confiteor et protestor, quod plebesani mei frequetäatäeg 
meam filialem ecclesiam in herczogpirbovm^ videlicet incole villa- 
rum herczogpirbovm, Ottendorf, Plintendorf et Nusche, omnia per-- 
fecerunt et compleverunt, que pro exempcione residencie sacerdotis 
et aepuUure mortuorum aliarvmque porreccionum sacramentorum 
ecclesie salvo jure eccleaie parochialis et plebani de holabrunn de 
instüuendo et destituendo sacerdote ibidem in episcopali privilegio 
coTttinentur, hoc est, quod quadraginta Septem libras wiennensium 
denariorum» in quibus pro exempcione tenebantur vice reddituum 
quatuor librarum post ineendium et fundalem destruccionem ecclesie 
parochialis reedificaeioni et materialibus impenderunt. Ita ut sicut mea 
pro incomputatis rebus sie eorum pro pretaxatis talentis parochiali doti 
impositis perpetua memoria habeatur. Item residuis yiginti tribus talen- 
tis wiennensibus, que in privilegio episcopali continentur, de sue deyo- 
cionis virtute necessitatem addentes comparaverunt integrum laneum 
situm in eadem villa herczogpirbovm apud Gerungum filium Leut- 
poldU ita quod dominus Gerhardm de Obersezze proprietatem fundi 
pro dote dedit super altare s. Johannia baptiste patroni ibidem 
et ipse Gerungus ius feodale super dictum altare similiter resignavit 
tali tamen condicione, ut ipse Gerungus omnes agros eiusdem lanei 
pro solucione civili , videlicet quatuordecim solidorum Wiennens. in 
die beati Georgii persolvendorum» iure hereditario possideat, et duo 
alii sub institucione et destitucione plebani de holabrunn qui pro tem- 
pore fuerint in eadem area residentes» sexaginta denar. wienn. in eodem 
termino persolvere teneantur. Et ius institucionis et destitucionis de 
agris duodecim et de area sex est condicione perpetuo institutum, ita 
quod michi et omnibus successoribus ius libertatis, quod in aliis doti- 
bus habemus» firmum et integrum remanebit. Insuper completis omni- 
bus supradictis dederunt michi decem libras Wienn. pro honore et 
commodo sibi facto, et comparaverunt ius clvile cuiusdam aree, euius 
tamen fundum et proprietatem quedam vidua nomine Reichcza beati 



47 

Johanoi Baptiste donavit pro residencia sacerdotis. Cuius et aree 
melioracioni duas libras denar. Wienn. impenderunt. Et cum omnibus 
supra dictis non solura favor, sed et Privilegium episeopale yigorem 
amministret, ne tarnen in dubium yeniant oronium coiidieionum comple- 
cio et proDiissionum solucio presentem literam ipsis trade pro testi- 
mooio sigilli mei munimine roborataro. Actum et datum in holabrtmn 
anno Domini M^'CC! nonagesinn) lY? in crastino scholastice yirginis. 

E ChartaUrio Arehivi CUastroBeob. Nr. HI, fol. 73. h. 

Die erwShnte bischofliche Bestfitigungsurkunde erscheint sub Nr. 54. 

LIII. 

Gerhard von Ohenezze und Tuta von Feld$her§ doHren die Capelle %u 
Herzogpierhaum, 

Dai 8. 1. 16. Febr. 1294. 
Nos GerharduB de Oberaezze et Tueta de Velisperch in hiis 
scriptis proUtendo et protestando pervenire volumus ad notieiam poste- 
rorum, quod nos quoddum lanium situm in herczogenpirbovm, 
jtto Gerungns filius LuUpoldi a nobis infeodahu fuerat, ipso yolun- 
tarie resignante et plebesanis de herczogpirbovm hoc circa ipsum 
eomparantibus a predicto Gerungo recepimus, et fundum ac proprie- 
tatem ipsius lanei ad precea et instanciam honorabilis viri domini 
Friderici plebani de holabrunn et plebesanorum ibidem pro remedio 
aniroaruiD nostrarum omniumque progenitoruro et successorum 
nostrorum super altare beati Johannis Baptiste patroni capelle in 
kerczogpirbovm pro dote libera donavimus propter deum ita ut 
nostri memoria ibidem yigente predictus Gerungus agros ipsius lanii 
pro quatnordecim solidis et duo eoloni in area residentes pro sexa- 
ginta denariis in die beati Georgii annuatim persolyendis iure emphi' 
tkevtico id est purchrecht tamquam alii dotarii ecclesie in holabrunn 
debeant cum suis heredibus possidere. Et ne imposterum ab aliquibus 
heredibas vel successoribus utriusque nostrum ipsius dotis possessio 
a predicta capella in herczogpirbovm abstrahi yel quoquo modo alie- 
Dtri yaleat yel iure adyocacie aliqualiter debeat pregrayari in nostre 
liberalis et libere donacionis testimonium et evidenciam presentem 
literam cum annotaeione testium inde conscribi fecimus et nostris ac 
ipsius domini fr. plebani sigillis iussimus comuniri. Testes sunt D. 
S^ridus plebanus de Ernspnmn , D. Hainricus prepositus de ah- 
sperget Dominus lazarus frater ibidem^ Magister Nycolaus iurista, 



48 

Pilgerimm et Wilhetmus dyaconi et Hainricus stibdyaconus, aliisque 
fidelibus christi. Datum anno Domini WCCt nonagesimo IVl In die 
beate virginis Juliane. 

Orig. Perg. (Repcrt. Vct. Nr. f. fol. 300 ; «ad Chart ArchiTi III, fol. 73, b.) Das Siegel Ger- 
hardts, rand. tob gelbem Waebs, leigt einen dreieekigen in swei Felder getheiltea Sehild; ist 
oberen Felde sind drei parallel laufende boriionCale Binder , das antere gleieht dem antercn bei 

Duellins Eic. Geneal. T. T. Mr. 46. Umschrirt: Sigillnm Gerhardi . Das Siegel Friedrieh*«, 

Ton rolhem Wachs, girieht gans jenem bei Daeliias T. UI, Nr. 25. Der Pfarrer betet einen stehenden 
Mann an, welcher in der Linken ein Bach halt, and mit der Rechten segnet. Umschrift: Sigillnm Fride- 
rici Plebani in Holabnrnna. Das Siegel Tota's von Feldsberg ist serbrochen and nur der Pergament- 
streifen vorhanden. 

Die unter den Zeugen vorkommenden Heinricus praepositus de Absperge 
und Lazarus frater ibidem sind Glieder des Stiftes Mondsee, dem Abtsberg 
zugehörte. (Pez Cod. dipl. P. II, p. 34.) 

UV. 

Wemhard, Bischof von Posmou, ertheili der CapeUe s, Johanni$ Baptistat 
%a Hemoghierhaum die Reckte einer Pfarrkirche. 
Dat. Wien 22. Febr. 1294. 
Wemhardus Deigraiia Pataviensis Episcopus Omnibus in per- 
petuum. Peticionibus , quas pro ecclesiarüm recipimus necessitate, 
tanto favorabiliores nos haberi convenit, quanto eas deyota petencium 
instaneia racionis fulcita tramite reddit exaudicionis gracia et promti- 
tudine digniores; maxime cum saluti conveniant animarum. Propter 
quod ad presencium et futurorum notieiam per barum continenciam 
literarum cupimus pervenire, quod cum capella in Herczogen-Pyr- 
bawm, que est filia Ecclesie Parochialis in Holabrunn, in diyinis et 
sacramentis ecclesiasticis graves et periculosos pateretur defectus ex 
eo, quod a parochiali ecclesia per nimiam remota distanciam residen- 
tem non habuerit saeerdotem, sed homines ipsius Ville ad parochialem 
ecclesiam pro ipsis diyinis et sacramentis ecclesiasticis recurrebant, 
procurantibus nobisque supplicantibus Friderico Plebano de Hola- 
brunn et predicte yille in Herczogen-Pyrbawm^ nee non yillarum in 
Ottendorffy Plintendorf ^i in nusch incolis, Placuit nobis consecrare 
predictam Capeilam in Herczogen Pyrbawm cum cimiterio adiacente 
et facere predictarum yillarum incolis graciam infrascriptam, yideli- 
cet: Quod dicta Capella in Herczog Pyrbawm ammodo perpetuo resi- 
dentem habeat sacerdotem» Quem Plebanus de Holabrunn, qui pro 
tempore fuerit, illic instituet et destituet quociens yiderit oportunum. 
Ipsam quoque Capeilam predictarum yillarum incole frequentabunt, 
qui eciam yna cum predicto sacerdote Plebano in Holabrunne tanquam 



49 

parochiani obedire per omnia teaebuntur. Sacerdos yero predictus 
ipsis ministrabit omnia ecclesiastica sacramenta, et in predicto eimi- 
terio eorain mortuos sepeliet, et omnia divina ipsis faciet excepio 
placüo ChristiamiaHs, quod ad mandatum Piebani de Hoiabrunn aput 
paroehum yisitabunt. In signum quoque mbieccionU bis in anno, id 
est in diePatroni et in anniTersarioDedieacionisdieparochialis ecciesie 
ipsam parochiam accedent processionaliter cum vexillo, et in vna festi- 
ritatam illarum Offerent cereum habentem XII. libras eere pro bene^ 
fieio vero htdusmodi graciarum illarum, quod a nobis et parochiali 
ecciesia prefatiincole eonsecuti exsistunt, edifieiis curie parochialis 
in Hoiabrunn proch dolor per ignem consumte XLVU. tal. denor. 
Wiennensium preter sumptos, quos memoratus Plebanus personaliter 
fecit, sepedicti incole impenderunt et nichilominus ipsi capelle in 
Herczogenpyrbawm comparayerunt in dotem duo talenta annuiorum 
redditonro, Tidelicet laneum Gerungi situm in eadem yilla Domino 
Gerhardo de Oberaezze et tuta eins uxore, a quibus memoratus 
Gerangus eundem laneum in feydum obtinebat, liberaliter donantibus 
proprietatem ipsius lanei Capelle predicte pro suorum remedio pecca- 
torom. Coroparaverunt quoque aream pro residencia sacerdotis , cuius 
proprietatem et fVndum quedam vidtta nomine Rihtza cognomine 
Wimszinna libere donarit Capelle predicte. Prefatus quoque Gerun-- 
gas agros prefati lanei, et aream ipsius lanei duo coloni, qui resident 
in eadem in emphiteosim possidebunt» et Gerungus de agris ipsis 
inn^ solides coloni vero predicti de area LI. denar. tenebuntur in 
feste beati Georii Sacerdoti sepedicto solyere annuatim. In quorum 
omnium testimonium presentes literas fieri iussimus et nostro sigillo 
moniri. Datum Wienne Anno domini Millessimo CC. Nonagesimo quarto» 
nn. Kl. Marcii. 

E CharUUri« Arehivi CUstroi. Nr. ▼. fol. 14. h. 

Bisehof Bernhard (von Prembach 1285—1313) von Passau hielt am 19. März 
die Synode zu St. Polten ab, von dort begab er sich noch laut dieser Urkunde 
(die mit den vorhergehenden in Verbindung zu setzen ist) zur Einweihung 
der Capelle nach Herzogenbierbaum, von dort nach Wien, woher die Urkunde 
datirt ist, von Wien nach Zwettl. (Linck Annales T. I. pag. 493. a.) 

SpSter erscheinen in den stifU. Urkunden als Pfarrer in Niederhollabrunn: 

1370. Ottokar der Tumayer. 

1388. 22. April. Hanns von Waidhofen. 



Fontes. XIV. 



50 

LV. 

Agnes und ihr Sohn Ulrich Feuchsner, willigen in die Übergabe eines 
Hofes »u Schleinz an das Stifi ein. 

Dat. 8. 1. 23. Febr. 1294. 

Ego Agnes mater ülrici dicti Feuchsner una cum eodetn meo 
filio profitemur pari consensu, quod cum discretus yir Heinricus de 
Sleuncz curiam quamdam aitam in Sleuncz a nobis in feodo habuerit 
ius proprietatis in eadem curia pro Septem libris denarior. wiennens. 
monete redemit et de nostro consensu proprietaiem eiusdem curie 
dedit libere ecclesie Neumburgenai et eandem curiam ab eadem 
ecclesia suscepit iure civilis quod purchrecht volgariter dicüur sub 
condicione tali, quod idem Hainricus vel quicunque fuerit eiusdem 
curie possessor in posterum debeat in festo beati Michahelis triginta 
denarios annis singulis deseryire. Insuper ego Agnes et filius meus 
prenominatus Vlricus constituimus nos et promittimus secundum 
comune ius terre eiusdem curie legittimos defensores. In cuius rei 
memoriam eidem ecclesie et cautelam presentem literam dedimus sigilio 
dicti filii mei Uiricii, cum proprio sigilio caream, communitam. Testes 
sunt domini Cholo officialis^ fridericus hutstoch, fridericus ante 
ecclesiam, Gebhardus de parsenprunne ^ Sighardus de petendorf 
milites. HainricuSy AlolduSf fridericus, fratres de parsenprunne et 
quam plurimi fide digni. Datum anno Domini M^^CC^^LXXXX quarto. 
VII Kai. Marcii. 

Orig. Perg. (R«p. Tet. Nr. l.fol.310. a. Chart. Arebiri lU. fol. 74. b.) Da< Siegel in rotbea 
Wach« ist dem bei Doellios Eieerp. Geoeal. T. V. Nr. 44 nageoieia ihalich. Die Umsehrin: S. 
Vlrioi 4ioti Feachtaer. 

LVI. 

Ablassbrief für das Chorfrauenstift ad s. Jaeobnm in der untern Stadt 

Klosterneuburg. 
Dat. Rom. 129K. 
Universis sancte matris ecclesie fidelibus , ad quos presentes 
littere pervenerint. Nos dei gratia petrus Arborensis Rogerus sancte 
Severine Archiepiscopi, franciscus terracensis Romanus Covemis, 
perronus larinenais, Ainnardus lucerie Maurus AmiliensiSf andreas 
liddensis, Sabbas militensis Jacobus treventinns, Ciprianus bonensis 
et Stephanus Opidensis Episcopi Salutem in domino sempiternam 
Licet is, de cuius munere ?enit, vt sibi a suis fidelibus digne ac lau- 



51 

dabiiiter senriatnr, de habundantia pietatis sne merita sQpplicain exce- 
densetvota, bene seryientibos multo maiora tribuat, quam yaleant 
promereri. Desiderantes tarnen reddere domino populum acceptabi- 
lern, fideles ehristi ad complaeendum ei, quasi quibusdam allectiyis 
mnneribus, indulgentiis videlicet et remissionibus minutarum, vt exinde 
reddantur gratie aptiores. Cupientes igitur, yt ecclesia in Neunburga 
paiaviensis diocesis, vbi congregatio dominarum deo devotarum 
existit, que ad honorem sive laudem beati Jacobi Äpostoli est fun- 
data, me de novo fundanda , coogruia honoribus frequentetur , et a 
eonetis Christi fidelibus jugiter yeneretur, omnibus yere penitentibus 
et confessis, qui causa deyotionis in festiyitatibus subseriptis , yideli- 
cet Natiyitatis domini , parasceyes , resurreetionis domini nostri Jesu 
Cbristi , tempore rogationum, Ascensionis, pentecostes, et in omnibus 
diebus dominicis et in omnibus festis beate Virginis Marie, et in festo 
kati Michaeli« archaogeli et beatorum Jobannis baptiste et eyange- 
liste, et in festis omoiiun apostolorum, beatorum Nicholai, laurentii 
et Martini , beatarum Marie Magdalene, Margarete et Cecilie, et in 
festo omnium sanctorum, et in omnibus dedieationibus prefate ecciesie, 
et per octayas predictarum festiyitatum Octayas habentfum, ad prefa- 
tarn eeclesiam accesserint, et ibidem diyinum officium, seu predicatio- 
nem dei, matris ejus ae aliorum sanctornm in festiyitatibus suprascrip- 
tis deyote audierint, yel qui prenotate ecclesie fabrice reparationi- 
dtf, »ubgteniationUnis , luminariis, Ubris^ vesHmenHs^ calicibuSf 
campams, aUarium omamentis, seu aliis necessariis manus porre- 
xerhä adjtdrices, vel quicquam facuUatum suarum in extremis 
eidem ecclesie legaverint, donavet*int, miserint, per se vel per alios 
eidem quocumque modo licito procuraverint , sive quocumque tem' 
pore anni aliquales oblationes eidem ecclesie prelibate Karitative 
contulerint» Nos de omnipotentis dei misericordia, gloriose semper 
rirginis Marie« beatorum petri et pauli apostolorum eins auctoritate 
eonfisi singuli XL dies de iniunctis sibi penitentiis, dummodo ad id 
diocesanus consenserii, misericorditer in domino relaxamus. In cuius 
rei testimonium presenti scripto Sigilla nostra apposuimus. Datum 
Rome Anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo quinto pontifi- 
catus domini bonifacii pape octayi anno primo. 

Abschrift aus dem Archive der Franziskaner-Provins, erwuhnt von Pater 
Placidus Herzog Cosmogr. Austr. Franc, p. 347. 



52 

Dass dieses 1261 durch Propst Nieolaus von Klosterneuburg gegründete 
Chorfrauenstift zu St. Jakob in der untern Stadt Klosterneuburg sich in dürfti- 
gen YermdgensumstSnden befand, bezeugt der Ausdruck: „sive de no?o fun- 
danda''. Die Bischöfe wollten also durch den ertheilten Ablass die Gl&ubigen 
zur Unterstützung dieses Stiftes aufmuntern. 



LVII. 

Vergleieh zwischen dem SHße Göttweig und dem SHfts$pitaU %u Kloster- 
neuburg iiher einige Weingärten. 

Dai Göttweig 24. Februar 1296. 

No8 Heinricus dei gratia Abbas Totusque Conventus fratram 
Mooasterii Chotwicensis Tenore presencium profitemur» et constare 
▼ehimus vniversis. Quod de vno iagere sito in fvndo Ecclesie Nevn- 
burgensis in ?inea dieta in dem weingraben versus longam rineam, 
quod emirous a disereto viro Gebhardo Notario tenemur quinque 
Trnas vini creseeotis ibidem tarn pro iure montane, quod in vulgari 
Perchreeht dicitur» quam pro declma persolvere annis singulis ad 
hospiiale Ecclesie Nevnburgetms, Et si servicium huiusmodi per 
duos annos continuos per nos neglectum^vel omissum fiierit quocumque 
modo, ipsum iuger ad memoratum hospitale Nevnburgense cum inte- 
gritate omnimoda deyolvetur. Vendendi vero et obligandi sepedictum 
iuger, sev in personas alias iure simili transferendi plenam facultatem 
habemus, dummodo per mannus Hospitalarii Neynburgensis, quicquid 
talium fecerimus, confirmetur. In euius rei testimonium evidens et cau- 
telam presentes literas dedimus Ecclesie Neynburgensi Sigillorum 
nostrorum impressionibus communitas. Huius rei testes sunt fratres 
nostri, Otto prior ^ Petrus Cantor^ Wichardus, Hdmwicus^ Chunra- 
dus, Eberhardus, Walckunus, Albero plebanus sancti viti, Helmvi- 
cus, Fridericus sacerdotes, Andreas et Cholomanus fratres de Steyn, 
Chunradus de humpach, Engelschalcus de fürt, Chunradus et Vlri- 
cm ibidem 9 et allii multi. Datum in Chotewico Anno domini M^CO 
Nonagesimo VI*? Mathie Apostoli. 

Orig. Perg. (Rep. Vei. Nr. 19. fol. 112.) Das Siegel de« Abtes ist bis aaf die Umsehrin: 
8. Heiariei Dei graeia Abbatis Kotwieeaaia, dem bei Haeber T. IX. n. 10 abgebildetea Siegel de« 
Abtes Petras gleich oad ia gelbem Waebs abgedHiekt. Das iweite aahaageade Siegel des Capitels 
liefert Haber Tab. K. d. U. Beide hiagea aa Pergameatstreifea. 



53 



Lvin. 



Wmlfmg von Triebntwmkel $ehenkt dem Stifte einen Jäkrliehen Odd»in$ 

%u Traiskirchen. 

Dai Klosterneoburg 15. April 1296. 

Ego Wtdfingus de Tribanswinchel significo tarn presentibus 

([uam futuris, quod pro salute anime mee et progenitorum meorum 

Weiehardtan de Dreachirchen a vinctdo proprietatis quo per me 

ligahis erai, gub hac forma reddidi liberum et eolutum, ut deinceps 

eccUsie sancte Marie in Neymburch annuatim in festo 8. Michahelis 

quinque denarios racione census solvere non ommiitai. Ne autem 

amodo dieta ecclesia Newnburgensis una cum prefato Weiehardo pro 

remissioQe proprietatis per me Tel per meos heredes nunc habitos yel 

IQ posterum babendos impugnentur, presentem literam mei sigilli 

munimine roborayi in testimonium et cautelam. Datum in Newnburch 

anno Domini M'CC^'XCVI^ Indiccioni nona XVIP Kai. Maii. 

Orig. Perp. (Rcp. Vet. Ifr. 3. fol. 337) and Chartaltriam Arehivi CUattron. III. fol. 63. b. 

Om Sie^l {■ gelbem Waebs biagt aa einem Pergameatstreifea. Et seigi ia einem dreieckigen 
ScbiMe swei Bogen (wie anf dem Siegel Onadaebar Werder't bei Dnellin« Ezo. Geaeal. T. XIII. n. 166) 
mit der Umtehrift: S. WlTigi de Tribanawiaebl. 

LIX. 

BadfnarM Amtmann %u Meidling^ Ulrich, bestätiget die Beilegung de$ 
Streites um den dortigen Meierhof auf dem Wege des Compromisses. 
Dat Wien 7. Mai 1296. 
Ich Virich herm Starchandes svn von Nuzdorf vergihe vnd 
tuen chunt allen den» die disen brief lesent oder borent lesen, di ny 
lebent ynd ber nach chunftich sint, daz ain chriech waz zwischen 
der erbem vrown vron Margreten vnd irem stief svn Seifriden 
paidenthalben vmb ir erbe gut, den selben chriech liezzen sie vnver- 
schaidenleichen mit guetem willen an alles geyerde an die erbern 
vier man, an Maister Dietreichen ze den zelten vnser genädigen 
vroum Schreiber vroum Elspeten der herczoginne in Österreich, an 
hem haymen, herm Otten mm zu Wienne, an herm Otten sein 
prveder, vnd an hem Chonraten den Huebmaister, Die babent ez 
also zwischen in yerscheiden, daz yrown Margret haben sol den hof 
ZV Mevrlinge mit alley dev ynd dar zv geboret, yersuecht oder vnver- 
suecht, iswi so ez benant ist. Ez bat auch ir stief syn Seifrit sich des 
selben bofes rechtes fuerzicht getan ynd ist auch seiner stief mueter 
yrown Margreten bestetiget mit meiner hant, wan ich amptman vnd 



54 

ph leger zu den zeüen waz von meines herren genaden^ Bropst 
Hadmares dez Gotshaus %e Newnburch vnser vrown. So habent 
ser beschaiden dem egenanten Seifriden irem stief sva zwene hofe 
ze Gvmpendoff auch mit alle dev rnd dar czv geboret, rersuecbt oder 
yaversuecht» swie so ez benant ist» also daz ir ietweders fuerbaz mit 
seinem erbe guet syI allen seinen frumen sebaifen, verebauffen» ver- 
seczen, vnd geben swem si wellen an allen irrefal vnd an alle anspraebe 
ynd aucb also mit angenomener rede, sweliehez daz ist vnder in 
paiden, daz die vorgesproeben sebiedvnge nicbt stet biet, oder die 
zebrecbe mit worten oder mit werieben, der sol geben ze vberweite 
den scbiedlevten byndert pbynt, ynd byndert pbynt, swer zu den 
selben zeiten riebter ist ze wienne. Daz disey sebiedynge fuerbaz 
stet beleibe , dar yber so gib icb yorgenanter VIrieb disen brief ze 
ainem offen yrcbynde ynd ze ainem waren gezeyge diser saebe yer- 
sigelten mit meinem imigel vnd mit der vorgenatiten hem haymen 
vnd hem Otten insigeln^ die diser sacke wäre geczevge sint mit 
iren insigeln. Vnt sint auch des gezevge her Chvnrat von praiten- 
velde^ her hainreich sein prüder ^ her Marquart von praunspach 
der Geveterly Maister perchtoU der schuczenmaister , fridreich der 
amman von Otackeringe, fridreich sein svn, Eber hinder dem neun- 
marchtCy Eber der amman auf der widerinnCy Hainreich der zypf 
Eberhart von Meuerlinge, Gundaker der Maurren prüder vnd ander 
frume levt genueeb , den disey saebe wol obont ist. Diser prief ist 
geben ze mennCt do yon christes gepvrte waren ergangen Tausent 
jar, zwai bundert iar in dem seebs ynd newnzigisten iar des naebsten 
Mentages naeb dem aufferte tage. 

Orig. P«rg. (Rep. Vei. Nr. 1. fol. Sil), aad CharUUr. Arohm Ul. fol. 89. b. Ulrieb'« 
Siegel sei^ ein too swci Biadeo darehsehBittenet dreieckige« Schild (t»*i wie bei Daellia« Ezc. 
Geoeal. T. XVI. o. 206), mit der Umtehrift: S. Vlriei Slii Staricbondis de Nvidorf. Die beiden 
Mdem anhügeodea Siegel «iad bereiU ad aaa. 1386 bctohriebea. 

LX. 

Qebhard der Jüngere von Klostemeuhurg, revernrt $eine Zehentpflicktig' 

keit dem Stifte Klosterneuhurg. 

Dat 7. März 1297. 

Ego Gebhardus Junior de Nevnburga vna cum vxore mea Kate- 
rina profiteor — qvod de vinea nostra sita in weingraben ^ videlicet 
medio iugere olim ad hospitale newnburgefisis ecclesie pertinente qua- 
tuor vrnas vini in eadem provenientes tam pro iure montis, quam pro 



55 

deeima eiusdem vinee tenemur annis singulis mi nistrare et si quoque 
modo dictam ministracionem per biennium solvere neglexerimus, 
totom ius nostrum nobis in dicta Tinea conpetens revertetur ad eccle- 
siam memoratam. Ceterum iuxta Privilegium ab ecelesia Newnburgensi 
nobis tradituin vineam sepe dictam obligandi, vendendi, alienandi et 
modo quolibet in ysus nostros eonvertendi» liberam tenebimus et tene- 
mos faeultatum saWo iure dicte eeelesie memoria to. In cuius rei testi- 
monium presentem litteram sigilli mei munimine roboravi. Huius rei 
testes sunt sub notati. Cholo ofpeihlis. Fridericm Huetstoch. Wem- 
harAis Bchiver milUes. Ruedwinus, hermannus ymian. Nycolaus 
camerarius. Gerungus filius ofßcialis et alii fide digni. Acta sunt 
hee anno domini M^'COLXXXXVII. in die sanctarum Perpetne et 
felicitatis. 

Orif. P«rg. Das raade, io ^Ibc« Wachs gedraekte Siegel hiagi ao eiaea PerganeaUlreifea . 
Die Figar ia dem dreieckigeo Schilde scheiat eia Och«rahaapl Torsaatellea. Umtchrift: SiOILLVM 
GEBRABDI NETBYRG. 

LXI. 

Propgt Hadmar bezeupet die geschehene Übergabe zweier Weingärten zu 

Klotiemeuhurg durch Mei$Ur Engelschalk, Passauer Domherrn und 

Pfarrer %u Hausleuihen, 

Dat. 31. October 1297. 
Wir Hadmar von gotes genaden Probat von Nevnburch tun 

chnnt daz Maister Engelschalch der Chorherre von Pasaow 

vnd Pharrer daiz rnnt Agthen Churlein dem Chraizer von 

Regenspurch vnd frowen Gerdrovten siner Hovsfrowen, Maister 
Engelschalchs Prüder Tochter ovfgegeben hat siner weingarteq 

zwen, der leit ainer in der zygelgmb der andere an dem 

Geswent mit zwaier Perchmaister haut — — Waltheres, 

des Valchenbergeres. Amman vnd Fridereiches des Lyebenbergers 

Amman Des ist gezivch her Ott der Dechent, her Rudger von 

Gabatz, der frowen Chamerer, her Perchtolt der Sychmaister, her 
Dietrich der Pharrer von sant Mertein, die Chorherren datz Nevn- 
burch Her Challioch der Verweser datz sant Aghten, her Walther 
der Pharrer von Otzeinstorf, her Fridrich der Hvtstoch, der Reiter 
(sie!). Fridel der Styerer, Virich der Swab, Perchtolt Charten 
Chnet. Weichart der Amman in der Weidnich. Dietmar der Chren, 
Gerlot der jung. Virich gerloter Aydem. Otte der HumheL Dietrich 
der Retzer vnd arider lert genüge. — — Gegeben nach Gotes 



56 

geburt Tvsent iar zwai hundert iar vnd slben vnd Nevntzich iar an 
aller hailigen Abunt. 

Ori;. Perg. in TabaUrio hospit. eivici VieBoeBtU. 

In dieser Urkunde geschieht zuerst die Erwähnung eines Amtmannes in 
Weidling. (In der Weidnieh.) 

St. Agatha ist die Pfarre Hausleuthen. V. U. M. B. 

LXII. 

Rever$ Otto des Schenken über den Weingarten, Schreiber genannt 
Dat Klosterneub. 21. September 1297. 

Ego Otto Pincema et Alheidis uxor mea significamus tarn pre- 
sentibus, quam futuris, quod ad instanciam petieionis nostre Dominus 
Hadmarus venerabilis preposüus et Conventus ecclesie Netonbur- 
gensis admiserunt, vt vineam nostram dictam Schreiher vna cum 
deeima et iure montano, quam possedimus a dicto domino preposito 
et Conventu iure proprio pro personis nostris solumodo, discreto viro 
Leopoldo elvi Wiennensi pro quadam Summa peccunie vendidimus 
iure Perehreeht taii eondicione niehilominus interposita» vt predieto 
iure montane et deeima, que ecclesie Newnburgensi ex huiusmodi 
alienacione vacare ceperat, de yinea nostra sita super Nuzpach, que 
vulgo Secz nominatur, Annis singulis tempore vindemiarum loco 
recompensacionis quamdiu vixerimus, Decimam et ius montanum eidem 
Ecclesie debeamus sine diminucione qualibet assignare. Alioquin in 
cultura ejusdem vinee impedire nos tenentur. Cum vero viam yniverse 
Carnis ingressi fuerimus, vinee prelibate, que Schreiber volgariter 
nuncupatur, Decimam vna cum iure montane sepe dicte ecclesie 
Newnburgensi annuatim persolvere non ommittat. Vt autem predicta 
robur obtineant firmitatis presentem literam nostris Sigillis confirraa- 
vimus in testimonium premissorum. Huius rei testes sunt Dominus 
Cliolo officialis, Dominus fridericm dictus Huetstoch^ dominus 
Pernkardus dictus Schiver, Dominus Hermanus Ymian milites, 
Rudgerus et Otto de sancto loco, et alii fide digni. Datum in Nevm- 
burgk Anno Domini M'^CC^XCVIK XI. Kalend. Octobris. 

B Chartolario Arohivi Nr. V. fol. 39. «. 

Leopold von der Hochstrasse hatte 1291 den Weingarten Vils dem Stifte 
zurückgestellt, zugleich mit seinem Sohne Siegfried, dem entgegen will der 
Propst ihm sich geföllig erweisen durch die an Otto den Schenken ertheilte 
Bewilligung, den Weingarten an Leopold verkaufen zu dürfen. 



57 



LXIIL 

Bernkart der Naiempedi gibt dem Stifte Gülten %u Hagenbrunn» 
Dat 8. I. 16. Febr. 1298. 

Ich Pemhart der Natempech, tvn chvnt allen den, di disen 
prief ansehent, daz ich ze hagenprunne gehabt han zwai lehen , die 
dienent vierczehen Schilling vnd von ainem accher acht phenninge* 
daz mein rechtes aygen ist gewesen, die selben aygenschaft ynd die- 
selben gult han ich aufgegeben dem erbern manne Probst Hadmam 
vnd der sammenunge des gotshausea ze Neunburch da ich daz 
wol getTQ mochte, ynd hat mir dar omb gegeben her fridreich der 
kuMoch achczehen phrnt wienner phenninge vnd pin auch warten 
des Probst rnd der sammenunge des gotshauses zu Nevnburch der 
Torgenanten aygenschaft vnd auch der gult rechter scherm, als aigens 
recht ist ynd auch des landes recht. Dar czy ist scherm warten mit 
sampt mir weyngand von Pabstorfvnd Dietmar von Rohrbach nach 
des Landes recht Daz disey rede furbaz stet beleihe ewichlichen, 
des gib ich Pemhart dem yorgenanten gotshaus ynd der sammenynge 
ze Neunburch disen prief yersigelt mit mainem insigel zy ainem 
rrehynde ynd zy ainer sicherhait für alle an sprach. Diser sache sint 
geezeyg her Chol der Ammany herr Ott der achench^ her wemhart 
der schiver, her herman ymian die Ritter , Gervnch hem Choln 
gm, Ditel der schiver, Chvnrat der hutstoch, vnd ander leutgenuech. 
Diser prief ist gegeben, do von christes gehurt was Tousent iar zwai 
hvndert iar ynd in dem achten vnd newnczigisten iar an dem nächsten 
Svnntag vor dem Aschtage. 

E Chartalario Arehin III. fei. 86. b. 

LXIV. 

Wemhart der Chamebrunner wiUigt in die Begabung Pemharte de$ 

Natempeken. 

Dat. 8. 1. 16. Febr. 1298. 

Ich Wemhart der Chemerprunner tuen allen den ehunt, die 
disen prief ansehent, daz Pemhart der Natempech dacz Hagen- 
pnmne hat gehabt zwai lehen, die sein recht aygen sint gewesen, die 
habent im gedient alle iar vierczehen Schilling phenning vnd von 
ainem accher acht phenning , zu der selben aygenschaft vnd zu der 



5« 

selben gult han ich rechtes gegehen %e reckten aygen nach vorge^ 
nanten Pemharta tode. Des selben rechtes han ich mich furgezicht 
getan vnd hat der Yorgenant Pernhart die vorgenanten aygenschaft 
rnd gult aufgegeben dem erbern manne Brobst Hadmam vnd der 
Sammunge des gotshaus ze Neunburch mit meinem guetleiehen willen. 
Daz daz furbaz stet beleihe so han ich dem erbern gotshaus vnd der 
Sammunge ze Neunburch gegeben disen prief mit meinem insigel für 
alle ansprach vnd wierd sein scherm für alle ansprach als aygens recht 
vnd landes recht ist. Des ist geczevg her Chol der ammafiy her Otto 
derschenchy her Wemhartder schivery herherman ymian, die Ritter, 
Gerunch hem Chvln svn, Dietreich der Bchiver^ Chvnrat der htästoch 
vnd ander leut genuech. Diser prief ist gegeben» do von christes gepurt 
was Tausent iar , zwai hvndert iar in dem achten vnd nevnczigisten 
iar an dem nächsten Svnntage vor dem Aschtage. 

E Chartalario Arehiri \\\. fol. 76. a. 

LXV. 

Wigand Ey$enpeutel verkauft dem Stifte PfenniggüUen zu Meeh$endorf. 
Dai Klostemeub. 24. Febr. 129^ 

Nos Wtga?idu8 dictm Eysenpeutel et Tuta uxor ipshis notum 
facimus vniversis, tarn futuris quam presentibus has literas inspecturis, 
quod no8 in quodam necesaitatis articulo poaiti redditus dimidii 
talenti et quinqtie denariorum nobis proprietatis titulo attinentea in 
villa Mdchsendorfy videlicet de duabus areis sexaginta denarios, de 
prato sexaginta denarios et de via, que viechtrift dicitur quinque 
denarios annuatim solvendos , honorabilibus et religiosis viris prepo- 
aito conventui et ecclesie Neunburgensi ordinia a. Auguatini Pata- 
vienaia dyoceaia pro quodam quantitate pecunie racionabiliter ven- 
didimua deliberacione concordi et vnamini voluntate eo proprietatis 
iure» quo nos redditus eosdero tenuimus possidendas, protestantes» 
nos predictam pecuniam percepisse et renunciantes pro nobis et 
nostris heredibus seu coheredibus in hiis scriptis redditibus memo- 
ratis» promittimus et tenemur antefatis preposito, conventui et ecclesie 
de evictione cavere iuxta tene consuetudinem in huiusmodi contrac- 
tibus approbatam. In cuius rei testimonium et cautelam hanc cartam 
conscribi et sigilli mei, videlicet Wigandi fecimus robore comuniri. 
Teatea sunt Otto pincema de Haslowe, Vlricus de Wolfgeradorf, 



59 

iuiex provincialüy Hemumus Marscalcu» de Landenperch^ Albertus 
de AläclU, Poppo de Libenberch et quam plures alii fide digni. Actum 
et datum Newnburge anno Domini M^^CC^^XCVIIP. in die Mathie 
apostoli. 

Orif. Pcrg. (Btp. Yet. Mr. 9. f*l. SIS), nmi Ckartalar. AreMri UL fol. 64. a. Dm kkbt 
m^ Siegel stigt eiaca Toa xwei gekrinaiiea Biadea getheiltea ^«ieakigea Schild mit d«r 
ÜMekrift: f 8. Wigaadi Ejscap«Tt«l. 

Die Bestätigung des Verkaufes des Gerichtes daselbst durch Herzog 
Albreeht ist bei Fischer 11. 312. abgedruckt. Schon früher hatte das Stift 
durch den Chorherm Paul 1296 zwei Lehen zu Mechsendorf an sich gebracht 
(L c IL 307.) Mechsendorf, im Col. Trad. 312 et 392. Ifassindorf, lag bei 
Poisdorf am Poisbache. , 

LXVL 

Propst Hadmar verleiht ein hdlhee Lehen %u Trettorf Hemrick dem 

Ro$enberger. 

Dat Klöstern. 2S. Mai 1298. 

Wir Bropet Hadmar van gotes genaden dacz Netmhurch tuen 
ebunt an disem prief die ny sint ynd hernach cbunfticb werdent, daz 
Alber von Päsenperge hat vns aufgegeben ain halbes Lehen %e 
rr^Ä^of/ rechtes aygens, ynd ist auch dar vmb ynser scherm worden 
mit guetem willen yber die yorgenanten aygenschaft, also alles aygens 
recht ist So hab wir mit ynser Samnynge gueter willen daz yor genant 
halb lehen, daz Chvnrat der Rem yor gehabt hat ze rechtem purch- 
recht, Hainreichen dem Rosenberger von Trestorft der iz redleichen 
Tod recht yon demselben Chynraten gechauft hat ze rechtem purch- 
recht also yerlihen, daz er ynseren gotshaus dienen schyl alle iar an 
sant Michelstag dreizzich wiener phenning ynd schyl auch yon yns 
nicht beswert werden mit filr mit nacht seid noch mit nicht anders» 
ynd das selb halb leben schul wir ynd ynser samnyng diy ny ist oder 
hernach cbunfticb wirt, yorantwurten an aller stat als recht ist. Dar 
yber ze ainer yrchynde hab wir dem yorgenanten Hainreichen disen 
prief g^eben yersigelt mit ynserm insigel. Dar zy so gestat wir des, 
daz derselb Hainreich daz yorgenant halb leben, swem im sein dürft 
gesehech, yerchayffen myge oder ain tail achkers da yon, doch also, 
daz ?nser dienst icht wert geminnert oder yersoymet, ynd daz selb 
leben syl er pawen, swa er hin welle. Daz Recht geh wir auch den, 
swer daz selb halb leben dacz im chauffet. Dez sint gezeug her 



60 

Nycolau8y her Chol der ammafiy her fridreich der hiäsioch, her 
herman ymian, her wemhart der schiver^ her Pemhart vnd her 
Virich von Riczendorf^ Albrecht der Sybenhos, Ortwein ^ Prechiel 
der Schreiher, Chvnrat von Muchkerowe, Levpoli vntter der louben^ 
herman hern Wisentes svn, Dietreich der vleischacher y Vir eich 
der leitgeby Seyfrit vnd sein svn Chvnrat herman hinter dem 
prunne, Eberger, wisentes svn, Hainrich der Chapeller, fridreich 
des huetstoch svn, herbort der heczlingsperger, Ott Ludweiges svn, 
Dietreich von Steten vnd ander leüt genuech. Diser prief ist gegeben 
dacz Nevnburchf da von Christes geburt waz Tausent zwai hyndbrt 
jar» Newnczig vnd acht iar an sant Vrbans tage. 

Orig. Perg. (Rep. ?et. Nr. III. fol. 293) aod Chartal. Areh. III. fol. 111. b. Das frfiher aeiioB 
enrihnte Siegel Hadnar's hangt an einem PergameaUtreifen. 

Das erwähnte Lehen war 1293 dem Albert Ton Bisamberg yerliehen 
worden. Siehe die Urkunde Nr. 51. 

LXVII. 

Die Brüder AUer, ülreieh und Wemhartt die Stretm von Sehwarzenattf 

bestätigen den durch ihre Mutier geschehenen Verkauf von Besitzungen 

%u Niederhollabrunn an Nielas den Esel, 

Dat s. I. 1298. 

Ich Alöer vnd ich Vlreich vnd ich Wemhart prueder genennet 
die Streumen von swarcznaw yerichen an disen prief, daz vnser 
mueter vroto Agnes mit aller vnser erben vnd mit vnserm gueten 
willen hat gegeben , swas sie aigens hat gehabt clacz dem Nidem 
holabrun ze veld oder ze dorf, Nyclan dem Esel zechauffen, daz 
des alten hern Sygloches svn vm ir habent gehabet, oder swer iz 
von ir hat, daz iz der von im emphohen sol ob er im sein gan vmb 
zehen phvnt wienner phenning vnd schul wir des scherm sein als 
landes recht ist, als man aygen schermen sol. Des geh wir im dem 
vorgenanten Nycla dem Esel disen prief ze einem vrchund. Der prief 
ist geschriben do von Christes gepurte war Tausent iar vnd zwai- 
hvndert iar vnd acht vnd newnczig iar, vnd sint des gezeug, die 
hie geschriben sint her Vlreich von Wolfgerstorf, her Dietreich sein 
prueder, her erchenberecht von goos, her Vlreich von Pylechdorf, 
Ott vnd ßadmar vnd weichard vnd Alber, die prueder von Otten- 
stain, wilhalm von Paumgarten vnd Chadolt sein pmeder, vnd ander 
genuech, die auch triwen wirdich sint. 



61 

Oriy. Ptrg. (Eep. Vet. Hr. 2. fol. 291) n^a Cli.rt. Arch. III. fol. 76. k. — Di« rside« 

Sief«I irr *-ei Brfidcr hiagea an PerffaneBUtreifen aad eathaltea iwei Biadeo jai dreieeki^ea 
S«kUde (ikalMk dem Sieg«! kei Daelliot Exe. 6ea. Tak. X. a. 108). Da« Sieg«! Udalriek't leift 
«Bca tekräglicfendca Sekild , auf daiaea okerer Edie ela mit des Baaek« geiierter Hein rakt. 
Die Umekrifl ist k«i alles dreien keaekidigt. 

Dieser Nydas der Esel ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Bmder 
des Propstes Hadmar. Ofir. Urkunde 72. 

LXVIIL 

ülridk, StarehancTM Sohn von Nmsdorf, verkauft dem Stifte Pfennig- 
gälten 9U Kloetemeuburg und Aipem. 

Dat. 6. Febr. 1300. 

Ich Vbrich kern Starchandes svn von Nuzdorfvnd mein Eavs^ 

vrowe ver Chvnegunt wir verichen — daz wir haben ver- 

chauffiet dem erberem Gotzhavse vnser vrowen datz Newnburch vnd 
auch der Sammenynge ynsers rechten aygens, daz vns angevallen ist 
Ton tmerem Sweher hem Levpolten von WuUzendorf vierdhalben 
Sehillinch geltes vnd zwen phenninge rechter phenninge geltes, der 
selben gälte der ligent sechzich phenninge auf einem pavngarten, 
vnd auf einem Weingarten datz Newmburch />ei Sande Merteiny vnd 
ligent siben vnde vierczich auf einer hohi'jiipei meiner Vrowen Sande 
Chvnegvnden vmbe vier phvnt phenninge an sechzieh phenninge vnd 
Nevn Schillinge geltes auf einem halben lehen datz Aspam bei 
Stadlawe vmbe ainlef phvnt vnd vmbe sechzich phenninge — 

so gib ich vorgenanter Virich disen prief zv einer sichtigen 

Vrehvnde versigelten mit meinem Insigel vnd mit meines Swechers 
Insigel Hern LevpoUs von WuUzendorf^ vnd mit den gezevgen, die 
hernach gescbriben stent. Daz ist Her fridrich der Huetstoch^ her 
Wemhart der Schifer, her Hermann Yndan, her Ortolf von der 
Heyligenstaty Buger von der Heiligemtat ^ Jans von Nwcdorf Wil- 
kalm der Weidhavser vnd ander biderber levt genuege. Diser prief 
ist gegeben, do von christes gepurt ist gewesen Tavsent iar , drev 
Hvndert iar des Sampcztages nach vnser vrowen tag der Liechtmesse. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 1. fol. 97). Ulrick*a Siegel ist kereiU ad aaa. 1296 kcackrieken. 
Daa Siegel Leopold*« ron Wilieadorf iat dem Toa Paul Redler (Duell. Ezeerpt. Oeaeal. Tak. V. 
B. 45) ikaliek. UMaekrift: 8. Lewpoldi de Wolsendorf. 

In dieser Urkunde geschieht die erste Erwähnung der Gapelle zur heil. 
Kimegund, welche von Dominikanern rersehen wurde (Fischer 11.315), und 
aaeh welcher die dahin einmündende Strasse in den alten Urbaren Chune- 
gradengassen heisst, so wie das dabei befindliche Haus Chunegmdenhof. 



62 

Ton der Capelle ist gegenwSrtig Dichts mehr zu sehen, an ihrer Stelle steht 
der Wirthschaftshof des Stiftes. 

Das Wort rehter pheoninge weiset, wie der Ausdruck bonorum denari- 
orum (Mon. Boic. DI. 286) auf eine damals eursirende leichtere Münze hin. 

LXIX. 

Bischof Bernhard von Patsau bestätiget die früher ertheilteti Ablässe 
unter Ertheilung eines neuen der Pfarrkirche 8t. Martin zu Kloster- 

neuburg. 

Dat Klostemeuburg 22. Juli 1300. 

Wemhardus dei gratia Ecclesie patavienais Episeopus Voi- 
versis Christi fidelibus salutem in domino sempiternam. Vt ecclesia 
sancH Martini prope Claustrum Nevnburch a christi fidelibus pie 
devocionis preconio frequentetur. Omnibus vere penitentibus et con- 
fessis, qui ad predictam Ecclesiam in anniversario dedicationis die, 
sey in die Patroni, sive in quatuor festivitatibus beate Marie causa 
de?ocionis eonfluxerint, Quadraginta dies de injuncta penitentia eis 
misericorditer in dumino relaxamus. Raieis habemus inmper omnes 
indulgenciaSt quas reverendi patres, domini Archiepiseopi et Episcopi 
predicte Eeclesie cumodo concesserunt confirmantes easdem in nomine 
domini in hiis scriptis. Datum Nevnburige anno domini M''CCC^ in 
die beate Marie Magdalene. 

Orif . Perg. (Rep. ?et. 1fr. 16. fol. 150.) Beraard bekasAte« St«^l in geIb«M Waehs kiagt «■ 
eiaen tob der Urkoade aelbtt ab^aehaitteoea PergaBieatotreifea. 

Da die früher von auswärtigen Kirchenhfiuptern ertheilten AbUsse an 
die Genehmigung des Diöcesanbischofes geknüpft waren, benützte das Stift 
die Anwesenheit des Btschofcs zu Klostemeuburg, diese Genehmigung zu 
erhalten. Am 23. Juli entscheidet er den Streit zwischen dem Stifte und den 
bei St. Kunegund hausenden Dominikanern (Fischer II. 315), am 30. Juli 
ist er bereits in Passau, woher er den Brüdern und Schwestern des Colle- 
giums zu St. Sakator bei Osterhofen neue Statuten übersendet (Hansits 
Germ, sacra. T. I. p. 446.) 

LXX. 

Ablassbrief für die Kirche St. Martin zu Klostemeuburg. 
Dat. Rom im Mfirz 1300. 

Universis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis. No» 
Landulphus BrixinenHSf frater Mawrus Ameliemis, Nieolaus 



63 

Botrontintts j Thomas Etesiensis *) , Stephantts Oppidensis, ftaier 
Symon Brugnatensis , Jacobus Castellanus ^ Nicolaus Caprüanus, 
frater Nicolaus Turtibulensis, frater Jacobus Calcedonensis, frater 
Monaldus civitatis Castellanensis et Fredericus Valnensis divina et 

apostolice sedis providencia Episcopi omnibas vere 

penitentibus et eonfessis , qui €ul ecclesiam beati Martini jtista 
Claustrum in Neunburch Pata?. dioe. in festo beati Martini, in sin- 
gulis festi Titatibus Beate Marie semper virginis, in festo omnium 
Apostolorum, in festo beati Bartholomei, beati Nicolai et beate Marie 
Magdaleoe, et in dedicacione ipsius ecciesie cum devocione acces- 
serint, annuatim, et manum porrexerint adiutricem vel quomodolibet 
de bonis ipsorum pro fabrica, luminaribus, structuris et aliis dicte 
ccelesie ornamentis dederint vel miserint» seu in extremis legaverint, 
ac omnibos qui missam publicam yel beate Marie semper Virginis 
aat verbum Christi predicare in ipsa ecclesia devote audierint, vel 
qui Rectori dicte ecciesie, dum corpus Christi ad infirmos porta- 

verit, devote fecerit comitatum quadraginta dies de injunctis 

eis peniteneiis SioguU nostrorum ad preces et iostantiam dilecti nobis 
in Christo Friderid Villiei loci ejusdem misericorditer in Domino 
relassamus. Dumroodo ad id Diocesani yoluntas accesserit et consen- 
sus. In cujus rei testimonium nostra sigilla duximus apponenda. Datum 
Rome Anno domini Millesimo Trecentesimo Mense Martii PontiGcatus 
Dominis Bonifacii Pape Octayi anno Sexto. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. 1fr. iS. fol. 149). Die obloBgen Siegel der Bitehfife, in roUiei Waehf 
gednekt, hingen nn weiat-rothen Sekniren in der Reihenfolge, wie der Text ihrer erwihat. Die 
MchruU neigt den Binehof «teheod , jene ron Drixen nnd Aaeln aiiten nntcr einein gethitehen 
Bogen, dnriber die heil. Jungfrau mit des Jesukinde. Der Bitehof Ton Valra kniet, etwu kleiner 
dargeetellt, in nntersten Theile des Siegels, in der Mitte itehen nnter xwei auf Siulen ruhenden 
Bogen swei mit Inngen Gewüidern bekleidete Peraonen, darihtr der gekrenxigte Heiland, xu seinen 
Seiten Maria und Johannes stehend. 

LXXI. 

Der Klosiemeuburger Stadtrichter Otto der Kreuzer, bezeuget den durch 
Kmtrad, den Altrickter van Triebensee geschehenen Verkauf seiner Besitzun- 
gen »u KUstemeuhurg an das Gotteshaus Zedlic, 

Dat. Klostemeabnrg, 22. Mai 1300. 

Ich Otto der Chrevtzer ze den Zeiten Rihter vnd der Rat gemain 
von der Stat ze Herzogen Nevmburck wir yeriehen daz her 



^) Recte: Esemiensis. 



64 

Chwirai der AÜrihter von Trebense mit yerdachten mut md mit 
grtem willen seine svnes kern Chvnrates ain hofstet ynd aioem Wein- 
garten» die da ligent an demNevaidel, vnd zwo hofstet, die da in di 
Yorgenanten hofstat gehorent vnd dient, verchovffet hat rmb Neynzich 
phynt an ain phvnt wienner phenning, der er reht ynd redleich gewert 
ist, dem Erbern herren Apt Haidenrichen vnd der Samnvng gemain 

des Goteshovses vnser vrowen da ze Zedlicz ynd hat — 

— oyfgegeben mit des Erbern Rüershant hem Vlreiches van Chriczen- 

dorf, der ze den Zeiten des herczogen amptman was Dayon 

haben wir geben disen prief versigelten mit ynser Stat 

Insigel. Diser prief ist gegeben ze Herczogen Nivmburch des nächsten 
Synnetages nach dem auffarttag ynsers herren. Nach Christes gebvrt 
in dem dreyzehenten hyndertisten Jar. 

Orig. Perg. (Rop. Not. Nr. 22. fol. 270.) Dat Sie^l ist bei Haathaler R«e. Dipl. Tab. XXVI. 
n. 8 abgebildet. 

Sowohl in der Urkunde, als auf dem Siegel erscheint die Benennung 
Herzogenneuburg, angenommen , weil Klosterneubnrg durch Herzog Albrechf s 
Gunst die Stadtrechte erhalten. (1298, $. Febr.) Otto der Kreuzer ist der 
erste urkundlich bekannte Stadtrichter. Derselbe bezeugt auch io einer 
zweiten Urkunde von demselben Datum, dass der Abt von Zedlitz den Wein- 
garten, die Rose in der Ried Weingraben, von Gundold, dem Sohne des 
Siteren Gundold, um 2$ Pfund Wiener Pfennige erkauft hatte. — Die hier 
voricommende Gasse am Neusiedel erscheint urkundlich schon im Cod. trad. 
n. 62 und 405, und im Jahre 1228 bei Fbcher H. 182. Nr. XXXVI. 

LXXIL 

Friedrieh von lAcktemtein verkauft dem SHfte Besitzungen zu Tresen' 

hofen, 

Dat Klöstern. 13. October 1300. 

Ich Friedreich von Liechtetisiain und ich ChvnigunJt sein haus- 
vrowe wir yerichen ynd tuen chunt allen den, die disen prief lesent 
oder horeiit lesen, die nu lebent ynd her nach chunftich sint daz wir 
mit gesampter hant ynd mit guetem willen ynd mit verdachtem muet 
ynd mit zeitigem rat vnser yreunde vnd auch mit ir aller willen yer- 
chauft haben ynsers rechten aygea3 ein leben ynd drei hofstet dacz 
Drayzzenhoven^ die gelten alle iar an sant Michels tag Dreiczehen 
Schilling wienner phenning vnd nicht anders. Daz selb yorgenant 
leben ynd drei hofstet hab wir gegeben ymb sechczeben phunt wien- 
ner phenning der wir recht ynd redleichen gewert sein, dem erbern 



05 

gotshaus Tnser rrown ynd der samnung ze Newnburch ledichleichen 
Tfld freyleichen ze haben vnd all iren fromen da mit zeschaffen, ver- 
ehaufen, uerseczen rnd geben, swem si wellen an allen irrsal. Vnd dar 
▼ber dureh pezzer sicherhait, so sezze wir ms, ich fridreich von 
iieckienstain vnd ich Chvnigunt sein hausvrowe vnd ich Weichart 
von Paumgarten vnd ich Agnes sein hausvrowe dem vorgenanteii 
Gotshaas vnser yrowen ynd der Samnvng dacz Newnburch vber daz 
Torgenaht leben vnd drei bofstet dacz Drayzzenhoven ze rechtem 
scherm myerscbaydenleich als aygens recht ist vnd des landes gewon- 
hait, vnd geben dar vber dem vorgenanten gotzhaus vnser vrowen 
dacz Newnbnrch vnd der samnvng disen prief za einem sichtigen 
vrchand vnd zu ainem offen geczeng vnd zu einer ewigen vestenung 
diser Sache versigelten Ich vorgenanter fridreich von Liechtenstain 
mit meinem Insigel vnd ich Weychart von Pavmgarten mit meinem 
insigel. Geczeug diser sache sint her Stephan von Meyssowe^ des 
Goishauses vogt^ her Chalhoch von Eberstorf der chamerer, her 
Marquart der MystelpecK her Vlreich von Wolfgerstorf der Lani- 
richter, her Vlreich von Terenberch, Vlreich von StigspercK Vlreich 
von Streitdorf 9 Othacher vnd Nyclaus die vier prueder vnd ander 
piderb leut genuech , den diesev sache wol chunt ist. Diser prief ist 
gegeben ze Newnburch an sant Cholnians tage nach Cbristes goburt 
Tausent iar vnd drev hundert iar. 

E ChartaUrio Arehiri Nr. III. fol. IIJ. «. 

DraiizenhoFen ist Trasenhofea V. U. M. B. an der Poststrasse hinter 
Poisdorf gegen die mfihrische Grenze. 

Stephan von Meissau erscheint hier zum ersten Male in der stiftlichen 
Urkunde als Vogt des Gotteshauses. 

Die als Zeugen aufgeführten Ulrich von Stigsperch, Ulrich von Streit- 
dorf^ Othacher vnd Nyclaus sind Brüder des Propstes Hadmar. (In Fischer 
D. 319.) 

Lxxin. 

Enui der Lederer ^ versettt Rudgem dem Stekkendorfer seine Mühle %u 

Klostemeuhurg. 

Dat s. I. 1300. 

Ich Ernst der Lederer vnd ich Geisel sein chvn wir vergehtn 
vnd tvn chunt allen leuten, daz wir vnser mule mU sampt dem haus 
in der Staingrvebe mit vnsers purchherren hant Probst Stephans 

FonUsf. XIV. ö 



6« 

ze Newnburch gesaczt haben Ruegem dem Stekkendorfer vnd sein 
erben für vierczehen march silbers vnd ain vierdunchf für igleich 
mareh zwen vnd sibenczig grozzer pehämischer phenning^ da Yon 
wir in dienen sullen alle iar anderthalb mareh silbers; vnd ob wir 
in zwain iaren daz selb purchreeht nicht I6sen vmb das yorgenant 
Silber oder ze losen haben, so sullen wir daz vorgenant purchreeht Ter- 
chauffen vnd sullen iz bestiften mit einem erbern mane , der vnserm 
egenanten herrn dem Probst mazzich sei mit dem alten dienste. Haben 
auch daz gelobt mit guetleichem willen, ob wir des nicht teten ynd 
daz yersaumpte so sol ynser herre der Probst oder sein anwalt daz 
purchreeht yerchauffen nacb der ymbsezzen rat ynd den yorgenanten 
Ruegem des silbers gar ynd genczlich weren. Das dis wandelung ynd 
der yorgedacht cbauf stet ynd ynzerbrochen beleih, dar ymb geben wir 
ynserm oft genanten herrn dem Probst disen prief zu einem yrchynde 
diser sache yersigelten mit des erbern mannes insigel Gebhartes von 
sant Mertein. Des ist geczeug Chvnnä der sybenhosy zv den Zeiten 
rieht er. Gerbort der slvzzler, Christan sein prtieder, der weigan 
von Christendorff Ott der hueter vnd ander erber leut genuech. Der 
prief ist geben ynd dicz geschehen, da yon Christes purd ergangen 
waren dreyczehen hyndert iar. 

E CkaHil. Arekiri Nr. HI. fol. SS. b. 

Die Urkunde selbst enthftlt einen Fehler des Abschreibers, da in ihr der 
Name des Propstes Stephan statt des richtigen Hadmar steht. Wahrschein- 
licher jedoch Hess der Abschreiber die Zehner der Jahreszahl aus, und die 
Urkunde dürfte in die Zeit nach 1319, wo Konrad der Sy benhos als Stadt- 
richter und Stephan als Propst erscheinen, fallen. 

LXXIV. 

Stefan von Meissau y Marschall von Österreich , revernrt dem Stifte die 
Zinspflichtigkeit eines von ihm erkauften Weingartens %u Kahlenberg. 

Dat Wien, 9. April 1301. 

Ich Stephan von Meysaw, Marachalich in Österreichs ich yer- 
gihe ynd tuen chunt alle den die disen prief ansehent ynd hörn lesen 
daz ich gechauft han den Weingarten, der da haizzet der Gaizz^ 
ruch wider hem haimen hem Otten sun ze Wien ynd sol den dienen 
dem Probst ynd der Samnyng ze Newnburch mit alle dem rechte, 
ynd iz yon gewonhait her ist chomen , ich ynd mein erben , ynd daz 
dise rod stet sei vnd ynczebrochen beleih, des gib ich disen prief zu 



67 

aioein geczeug Tod zu ainer steten vestnung dieser sache versigelt 
mit meinem insigel vnd ist der prief gegeben zu wienn an dem acht- 
onden tag nach Ostern, da von christes geburte waren ergangen 
Taosent iar, drevhandert iar in dem ersten iar darnach. 

Orig. Perg. (Rep. Tet. Nr. it. fol. 179) ni Chartil. Arehiri III. fol. 51. h. Da« aa eiafm 
Pcrgnacatatreifea haai(«Bde Sif^l iat bei Wirabrend CoHmI. p. 266 abgebildet, aar iat dort 
itatt dea Meiaaaaer Eiahora« eia Lftwe dargeatellt. 

Diese Urkunde zei((t auch, dass in der Reihe der Landmarschftlle Stefan 
Ton Meissan auf Herman von Landenberg folgt, nicht ihm vorangeht , wie 
Wannbrand pagina 287 , und Bemard Walther Consuetud. Austr. pag. 405 
angeben. 

LXXV. 

VigHaHonfbefimd der von Büchof Bemard von PoMau ernannten Visi- 

tatoren. 

Dat. Kloitem. 26. Mai 1301. 

In nomine Domini. Amen. Nos Christannus dei gracia Abbas 

Celle angelorum, Ekhardus in sancto ypolito et Ainivieus in aancto 

fiariano ecclesiarum preposiH, et Gerlacus plebanus de Dreachiri- 

chen^ inclyte Romanorum regine Capellanus a Reverendo patre 

damino Nostro Wemhero venerabili Paiavierm episcopo ad omnia 

monasieria sandorum Benedicti et Augustini ordinum infra Ana- 

ium constituta sibiqtie mbiecta Patviensis diocesis in officio inqui- 

sicionia sev visitacionis literatorie destinaü tradito nobis pleno man- 

dato et auctoritate integre reformandi» eorrigendi, deponendi, insti- 

tuend! et destituendi et generaliter omnia faciendi, que pro bono statu 

ecclesiarum predictarum et personarum statuenda yidererous iniunc- 

tum nobis inquisicionis ministeriumreverenter exequentes ad eccle- 

siam renimus Newnburgensem , vocatis itaque feria quinta proxima 

post festum Pentecostes Preposito, decano et conventu Newnburgen- 

sis ecciesie predicte ad nostram presenciam et eisdem*apparentibus 

coram nobis facta ipsis primum iurisdictionis nostre copia ab ipsis de 

dicenda nobis veritate super toto statu ecciesie sue predicte ac super 

infamia, qua dominus Hadmarus loco illius prepositus notatus fuerat 

aput bonos exegimus et recepimus a quolibet in specie iuramenti. 

Predictis itaque preposito, decano et conventu, sigillatim et in sequesto 

seeundnm formam iuris auditis, et dictis eorum in scripto redactis et 

diligenter examinatis tum ex deposicionibus eorundem tum ex notoria 



68 

infamia incontinencie prceedentis, tum eoiam ex spiritualium negli- 
gencia, qua ordo beati Augustini tarn in claustro canonicorum , quam 
in ecclesia sanctimonialium non roediocriter collapsus fuit, tum eciam 
ex dilapidacione amborum elaustrorum predictorum, quam oculis 
vidimus, manibus contrectavimus ita notoria est, quod nulla potest 
tergiversacione zelari, quem yisibiliter eitremam ruinam et irreeupe- 
rabilem iacturam minatur eeelesiis antedictis, invenimus dominum 
Ilndmarum prepositumfiewnburgensem antedictum ad gubernacionem 
Newnburgensis ecclesie insufTicientem et inhabilem ae inutilem et in 
spiritualibus et temporalibus negligentem, ae ex commisso periurio et 
uliis eausis coram nobis probatis prelacionis honore et officio indignum, 
maxime cum de emendaccione nulla spes esset : propter quod habito 
sapientum virorum consilio invocato dei nomine sana nos conseiencia 
perurgente, eundem dominum Hadmarum auctoritate, qua fungimus. 
prepositura Newnburgensis ecclesie privamus in biis seriptis, ipsum 
sentencialiter deponimus et absolvimus ab eadem absolventes Decanum 
et Conventum Newnburgensem et alios quoscunque sibi obligates et 
obnoxios a sua obediencia et mandantes eisdem, ut nullam ex nunc in 
antea respectum in spiritualibus et temporalibus habeant ad eundem, 
sed sibi per electionem canonicam provideant de preposito et prelato. 
Lata est hec sentencia Newnburge in choro presentibus decano et 
conventu Newnburgensi preposito predicto se per contumaciam absen- 
tante Anno Domini M'CCC'' primo feria sexta post festum penthecostes 
In quorum testimonium presentes dedimus literas nostris sigillis munitas. 

E ChartaUrio Arckm Ul. fbl. 60. b. ttmi Chartol. IV. fol. 57. 

Mit dieser Urkunde kommen die Urkanden bei Duellius Miscel. L. I. p. 435 
und Fischer II. p. 318 in Verbindung zu setsen. 

LXXVI. 

Statuten der von Bischof Wemhard on Paseau aufgehellten VüUatoren' 
Dat. Klostemeuburg 26. Mai 1301. 

Nos frater Christianus dictus Abbas in Cella Angelorum , Et 
Ekhardus et Annwicus dei gracia Sanctorum Ypoliti et Floriani 
Ecclesiarum Prepositi, et Gerlacus, plebanus de Dresschirchen 
Inclite Romanorum Regine Capellanns, Yisitatores sev inqtiisitores 
a Reve^'endo Patre et Domino Wertihardo, vencrabili Pataviensi 
Episcopo ad omnia moiiasteria sifhiecta Pataviensis Dyoeesis infra 



69 

Anasum eonstihäa Sanctorum Benedicti et AuffusHni ordinum celeb- 
rato in Gcelesia Nivnburgensi inquisicionis oificio et rimato diligenter 
statu eiusdem Ecciesie et persoiiarum, invenimus ipsaro in temporali- 
bus grariter collapsam et dissipatam , et in spiritualibus qaodam- 
modo deformatam. Intendentes igitur reformaoioni ejusdem de visceri- 
bu5 karitatis eausas, vnde perniciosa suborta fuerunt dispendia, primo 
daximus radicitus eyellendas et deinde fiiture salutis remedia statuenda 
religioni consona et ordiniperfectiva. Sane quia Nivnburgensis Eeclesia 
eflrenato numero evectionum et supersticiosa familia tarn prepositi, 
quam oflFieialium, qua ipsi non sine ambicionis nota baetinus sunt 
abusi, est quam plurimum onerata. Nos abusionem huiusmodi abolere 
Folentes, statuimus et in virtute sancte obedieneie mandamus, vt pre- 
positus Niwnburgensis sedeeim, Celerarius quatuor. Inferiores offlci- 
ales duorum Elquorum sev eveecionum numero stent eontenti. Preter- 
quam in evidentis neeessitatis artieulo, in qua eveceiones suas multi- 
plieent seeundum neeessitatis exigentiam ineumbentis. Verum quia ex 
negligeneia et diiaeione rationum res distrahuntur mobiles, et immo- 
biles ad ignoranciam devolvuntur, et prebetur male dispensandi facul- 
tas. Statuimus et districte mandamus, vt Prepositus Ni?nburgensis 
Qaater in anno suo conventui faciat, et a suis Ofliciaiibus exigat et 
recipiat raeiones, yidelicet Feria Quinta in quibuslib^t Quatuor tem- 
poribns omni anno. Prestitis vero raeionibus in Quatuor temporibus 
Peatecostes oflTicine statim vaccnt, de quibus sunt prestite raciones 
et oSicialis, qui racionem prestitit, se non iugerat oflFicine, donec Pre- 
positus de Conyentus Consilio ordinet de eisdem» circa quarum ordina- 
cionem turpia pacta intercedere probibemus, vt autem circa raciones 
veritas lueidius declaretur, statuimus et mandamus, Tt Prepositus et 
Conveutus omnia predia, decimas tam viui, quam bladi» ?ineas, jura Civi- 
lia et Montana» sev alia omnia bona et redditus Ecciesie sue de omnibus 
officinis registrare procurent, et registrum buiusmodi reponant in 
sacrarium fideliter custodiendum. Officiales vero registra sibi faciant 
specialia in sua potestate mansura , ad que complenda proxime nunc 
iostans festum beati Cholomanni pro termino peremptorio deputamus, 
quo elapso, si premissa omissa fuerint vel neglecta, eo ipso Prepo- 
situm et omnes officiales suspendimus a divinis, et suspensos volumus 
remanere, donec negligenciam huiusmodi suppleant cum effectu. Pre- 
terea quia laici oppido clerieis suntinfesti, et exstincta consciencie 
sue luce plerumque que sua sunt querunt, non que Christi. Statuimus 



70 

et precise mandamus, vt Prepositus Nivoburgensis illos dumtaxat con- 
siliariosrecipiat^etcoDsiliisinnitetareonim» quos sibi Decanus et Con- 
ventus corpore duxerit deputandos, proquorum fidei constancia pre- 
sumpcio bona facit, eo quod in negoeiis Prepositi res agitur eorundem» et 
quod ipsi in Christo cum Preposito constituunt corpus vnum. Volumus 
enim, vt omnia negocia Monasterii in Domo Prepositi et alibi perClericos 
et fratres Ecclesie procurentur. Si autero ipsi aliquando in suis agendis 
industriam necessariam habeant laicorum, sicut in videmiis, semper 
tamen ad Clericos tamquam ad principaliores, non ad laicos» respectus 
precipuus habeatur. Ceterum quia racioni credimus consonare, Tt sicut 
Ecciesia Nivnburgensis ceteras Ecdesias ordinis sanati Augustini pre- 
ceUitdiyiciis et bonore, sie regulari obseryancia cum odore et precooio 
bone fame precedat easdem. Volumus et districte mandamus, Tt abro- 
gatis Omnibus mensis omnium officinarum» preterquam inBrmarie, 
Decanus et Conyentus in Refectorio simul sedeant ad mensam» lectio* 
nem audiant, ordinem bene servent, nisi ad mensam Prepositi evocen- 
tur» vel aliquis in infirmaria voluerit refici ex causa» illud fiat de Decani 
licencia speciali, que licencia tociens petatur, quociens aliquis voluerit 
illa vti. In qua prestanda» vel non, Decanus exhibeat se discretum. 
Volumus eciam et mandamus sub virtute sancte obediencie et sub dis- 
ciplina sancte Regule, vt Jejunium in sextis feriis hactenus, vt intel- 
leximus,male servatum,et alia Jejunia» ab Ecciesia et ab ordine intro- 
ducta et conservata inviolabiliter observentur. Si autem iratribus in 
Refectorio extraordinarie esculentum» vel poculentum ministretur, 
illud Decano presentetur dividendum secundum ordinis instituta. Ita 
tamen, vt eedem speciales consolaciones, quas pro necessitate iratrum 
fieri permittimus, non in special!, sed in coquina communi debeant 
preparari. Item cum constantissimus in Christo pater Bonlfacius Papa 
Octavus inter cetera sub pena excommunicacionis, quam transgres- 
sores incidere voliiit ipso facto, duxerit statuendum, vt omnes religiös! 
quorumcunque ordinum evndem habitum deferant, quem solent in 
claustro gestare, statuimus sub premissa pena, vt Prepositus et omnes 
Canonici Nivmburgenses abrogatis scapularibus etpaliiis abusivis extra 
claustrum ordinatis Cappis incedant, pillea ampla et rotunda nigri tan- 
tum colorb sine qualibet zendat! furratura et alias abusiva delaturi. 
Omnes domi existentes in dormitorio simul dormiant, et nullus in 
Civitate pemoctare vel comedere audeat, vel ad nuptias tam domi, 
quam Wienne venire presumat, vel aliquam feminam in Civitate, vel 



71 

de Ssuictinibaialibas ad claastram audeat inWtare. NuUus eciam Clau- 
stram Sancthnonialium preterquam missam dicturus ibidem iotrare, 
▼el ad fenestram ibidem aeeedere presumat nisi ex honesta causa, 
persouis ydoneis sociatus. Item quia YDum coilegium diyerso jare 
eenseri oon debet, nee ad imparia judieatur, quos ydemptitas professio- 
ois et ordinis fratres faeit Statuimas, Yi oflficiales alios fratres sibi 
Don eonstitoant Capellanos. Ebdomadas suas per se inoflficient» et 
faeiant personaliter Yicea suas» nisi legitime impeditL Preterea statu- 
tam domini Hadmari quondam prepositi de Deeimis in saneto Loco 
juxta tenorem instrumenti inde eonfecti mandamus et yolumus inrio- 
bbiliter obsenrari. Yt autem fer?or karitatis in Ni?nburgensi accenda- 
tur eeelesia, et ad proximos se diffundat , precipue tamen ad compro- 
fessores ordinis sancjti Augustini. Hortamur prepositum, Deeanum et 
Conrentam, vt pro rata facultatum suarum Hospitalitate Intendant. 
Et ne Prepositos et Canonieos aliarum Ecelesiarum ejusdem ordinis 
sub annmiracione aliorum sub alienaeione quadam se transferre opor- 
teat eirca locum tam celebrem ad tabernas , adaptent illis speeialia 
eommoda et fratema, vt ex mutua pertractacione cousolidentur ad in- 
ricem ordinis membra» et personarum ministerio diverse Ecciesie 
familiaritatis yinculo colligentur. Item precipimus sub pena excom- 
municaeionis, vt Prepositus et Conventus in simul, vel divisim se sim- 
pKeiter, vel per suas literas pro extraneis non obligent sub vsuris ali- 
qualiter ad judeos. Item hortamur (et) monemus prepositum et Con- 
ventum eisdem niehilominus injungentes, vt reformacioni Ecciesie 
Sanctimonialum in Nivnburga tam in spiritualibus , quam in edificiis 
materialibus, quam eciam in redintegranda prebenda Sanctimonialibus, 
vt eedem proprium vetitum dimittere valeant, quantocius poterunt, 
cum effectn cogitent et intendant» edificia taliter instaurando , vt reli- 
giöse a secularibus feminis infra Claustrum cum eisdem abusive degen- 
tibus , suis comodis peuitus distinguantur. Ne ille per illas, quarum 
condiciones et consuetudines sunt dispares, onerentur, et ne in vllum 
casum in futurum aliqua secularis ad perpetuam mansionem ^) in eodem 
Claustro faciendam assumatur, sub anatbemate prohibemus. Item in 
virtttte sancte obediencie precipimus et mandamus, ne in Claustro 
Sanctimonialium nee per eas, nee per feminas seculares ibidem degen- 



^) Eine solche kommt unter der Beseichnung: Diemudis in Niwenburg 
manens bei Link Annal. Clarer. T. 1. p. 536. col. 2, vor. 



72 

tes, yel earum pedissequas Choree Gant, nee eisdem seealaribus femi- 
nis vel earum pedissequis extra Claustrum ad choreas vel alia specta- 
eula lieencia concedatur, cum ancillis Christi ibidem remanentibus ex 
hoc scandalum et in serricio dei tedium generetur. Innitentes eciaro 
mandato apostolico in corpore iuris clauso mandamus» eciam districte 
precipimus, yt idem Claustrum sanctimoniah'um in continua sit clausura. 
et quod Moniales nullas faeiant processiones consuetas hactinus ex 
eodem. Etnulli ex eis detur exeundi lieencia, nisi ex justa causa ad cer- 
tum tempus. Infra quod si non venerit yel si extra constituta habitum 
religionis non tulerit grayissimepuniatur. Hortamur insuper prepositum 
et Conyentum predictis, yt Conventum Sanctimonialium et ecclesiam 
aancti Jacobi Wienne subiectam eisdem ne ab ordine sancti Augustini 
decidat, per ynum de suis fratribus in confessionibus et aliis Juribus 
spiritualibus gubernent et precludant Monialibus ibidem illicitos exi- 
tus, quos plerumque faciunt ad amicos. Seryentque formam. quam 
supra de Monialibus Niynburgensibus duximus statuendam. Districte 
eciam precipirous, yt omnis familia inytilis et superflua tam in Domo 
prepositi et in ofTicinis interioribus et exterioribus omnibus modis 
precidatur, et nulla deinceps persona in Claustrum Canonicorum et 
Sanctimonialium aliquatinus assumatur, quoad ysque omnia debita 
fuerint persoluta, et ecciesia plenarie reformata. Et vt a premissorum 
obseryancia per ignoranciam nemo yaleat excusari. Precipimus sub 
yirtute sancte obediencie premissa omnia Sancte Regule scriptotenns 
annecti, et omni feria sexta Quorumlibet quatuor temporum Annis sin- 
gulis in Capitulo pronunciari. In quorum testimonium presentibus 
Sigilla nostra duximus appendenda. Datum et actum Nivnburgi Anno 
domini M*CCC primo feria sexta quatuor temporum Pentecostes. 

Orig. Perg. (Rep. ?et. ffr. t. fol. SS.) Oi« Siegel io gelbem Waehi hingea aa Pergameat- 
streifea. Daa erate mit der Umsehriri: S. Abbat!« de Cella Aageloram, ist dem bei Haber T. VI. 
D. 8 abgebildetea ihalich. Das tweite Ekhart*« fiadet «ich bei DBellios Exe. Geaeal. T. iV. a. 31. 
Aaf dem dritten steht der Abt mit bedecktem Haupte, in der Reebtea dea Hirteastab baltead. 

wahrend die liake der Brost aaliegt. Umscbrifti f S. — ei Prepositi «aacti Florian!. Das 

Tierte mit der Umschrift: f S. Oerlaei Plebaai de Dreschirchen, ist dem bei Haber T. XXXTII. 
a. 10 abgebildeten gleich, nar fehlt der gothisch« Cberba«. 

Die Urkunde zeigt, dass die Chorfrauen an den öffentlichen Processionea 
aich betheiligten, ein Gebrauch der in Frankreich bereits im 7. Jahrhundert 
bestand (Mabillon de Re dipl. L. VI. CharU VI. ad ann. 634. pag. 465). 
und sich in Klosterneuburg trotz dem vorliegenden Verbote bis ins 15. Jahr- 
hundert hinaus erhielt. Denn auf einem in Bezug auf die Klosterreform von 
von einem Chorherm (vielleicht Coloman Knapp) an den Propst in BriefTorm 
gerichteten Vorschlage, steht auswärts folgende Bemerkung. Consilium quod 



73 

dirigitor Domino preposito Nivmburgensi , und ?on Ionen der Anfang: In 
nomine Domini Amen. Thema tale est. quedam domus sanctimonialium ord. 
s. Aogustini Canonicorum regulariom sita penes Monasterium viroruro dicti 
ordinis ex antiqua eonsuetudine introduxit, vt in festo nativiUlis gloriose vir- 
ginis Marie dicti monasterii virorum (nostri videlicet) patrone liceat monia- 
libos diete domus processionaliter ire ad eeclesiam rirorum ordinis ejus- 
dem, et ibi dirinum officium deeantare, nunc queritur. Vtrum hoc licite possit 
etrtrum prepositus Monasterii Virorum hoc possit absque peccato tolerare, 
cum dicte moniales sub ipsius degant et maneant potestate. Et obmissis 
multis rerbis brerissime dico, quod moniales salva conseiencia exire non possint 
oec Dominus prepositus hoc poterit absque lesione conscieneie tolerare, nam 
lex canonica hoc probibet, racio hoc diswadet, omnisque sanctorum sentencia 
Uoetoram id vetat et declinat. Darauf folgt die Beweisfahrung im Einzelnen 
mit dem Schlüsse: et hee sint dicta Sentencia majorum semper salra. 

Die Urkunde zeigt uns auch zum ersten Male, dass das Kloster St Jakob 
10 Wien schon 1301 zu dem Stifte im VerhSltnisse der Unterordnung stand. 
Dase im folgenden Jahrhundert unter Propst Georg I. dies Verhfiltniss noch 
fortbestanden, ergibt sich aus einem an diesen Propst gerichteten Briefe eines 
gewissen Caspar, der mit Caspar Meiselstein, dem Lector des canonischen 
Rechtes an der Wiener Hochschule (Consp. hist. Vniv. See. 1. p. 101 und 
Scriptores Vniir. P. I. p. 90) wohl identisch sein dOrfte. Der Brief (mit grflnem 
Wachs p^esiegelt, das Siegel verwischt, scheint ein Hörn darzustellen) lautet : 
Mi pater reverende. Magister Nieolaus de DunckelspQcbel contulit mecum ex 
parte vestre benignitatb super solempnitate servanda in introitu ad religionem 
gracia probacionis tantum ex parte cujusdam virginis Tolentis vitam relig^o- 
sam probare in monasterio vestro sancti Jacobi Wyenne. Et atten- 
tis motivis conclusimus conswetudinem si qua esset circa hoc ab antiquo in- 
ducta, nunc omnimode observandam. Cuius motiva sunt, quod iura de hoc 
solempnitate varie locuntur etc. Doch scheint noch unter demselben Propste 
dieses VerhSItoiss aufgehört zu haben. Denn es erscheint bald (Script. Vni?. 
P. I. p. 145 uod 157) Thomas von Haselbach als Beichtvater bei St. Jakob, 
welcher Petronilla der Meisterinn von St. Jakob zu Wien des reg. Augustiner 
Chorberrenordens einen Trtctatus de venditione et emtione widmet. Diese 
Meisterinn Petronilla mit dem Zunamen Pöcklin erscheint in den stiftlichen 
Urkunden (Alte Kammerhriefe Rep. Nr. 10. p. 22) im Jahre 1439. Entweder 
war also St Jakob nicht mehr unter der Obsorge Klosterneuburgs, oder Hasel- 
bach nahm die Stelle eines Beichtvaters mit Bewilligung Georg I. ein. Im 
Jahre i49i aber stand schon St Jakob zugleich mit St Laurenz und Mag- 
daleoa unter der Aufsicht des Prfilaten von St Dorothe zu Wien. 



74 



LXXVII. 



Die bUchöftiehen Visilatoren bestätigen die dem Propste Hadmar bewil* 
ligten Leistungen^ 

Dat. St Andree 28. Mai 1301. 

Nos Christianus Abbas Celle Angelorum, Ekhardus sancti 
Ypoliti, Ainwicus sancti floriani Ecclesiarum Preposüi et Gerlacus 
Inclite Romanorum Regine Capellanus Inquisitores et visitatares 
a revereado patre et domino nostro Wernhardo j Pataviensi Episcopo 
ad omnes Ecclesias sanctorum Benedict! et Augustini ordinum sibi 
subieetas et infra Anasum eonstitutas in potestatis sue plenitudine 
destinati in hiis scriptis auctoritate qua fungimus cor^rmamus et rati- 
ficamus Domino Hadmaro Canonico Newnburgensi depositoper sen- 
tenciam aprepositura predicte Newnburgensis Ecclesie omnem gra^ 
ciam et provisionem, quam dilecti in Christo fratres domini Decanus 
et Conventus Newnburgensis eidem de pietatis sue gracia pro rite 
sue teroporibus concesserunt, prout in literis eorum inde confectis 
elarius dicitur contineri, Statuentes et mandantes, vt eadem gracia 
et proTisio sibi inYiolabiliter obserrentur. Datum in sancto Andrea 
anno Domini M*CCC'' primo Dominica Domine in tua. 

E CharUlario Arckiri IV. fol. 70. a. 

LXXVIIL 

Albero, Abt von Lüienfeld resermrt dem Stifte Klostemeuburg das Ommd- 
recht des von ihm erkauften Grundes zu Dietrichstoek, 

Dat. 8. l. 4. Juli 1301. 

Nos frater Albero dictus Abbas in Campoliliorum totusque 
conventus eiusdem loci constare cupimus vniYersis presentem paginam 
inspecturis, quod nos comparavimus laneum in Ditriches Stocke aput 
discretum virum Hainricum militem de Steinenshard de assensu et 
bona voluntate dominorum de Newnburga Ord. sancti Augustini» a 
quibus predictus miles ipsum laneum Emphitheosi, quod nos iure 
civili dicimus, possederat pleno iure, hiis tamen eondicionibus aposi- 
tis et adiectis, quod ipsi domini de Newnburga erunt iusti tuiores 
et destüutores, quod vulgariter Stifter vnd Storer dicitur , lanei 
supradicti. Nos vero nichil aliud preter simplicem censum in eodem 
laneo accepturos profitemur sive acturos nos, harum testimonio litera- 



75 

nim. CensQS vero talis est Annuatim solyeDtiir nostro monasterio duo 
modii, unas siliginis et alter ayene et denarii xxx. Quod si prefatus 
census non fuerit nostro monasterio loeo et tempore statuto solutus, 
predicti domini de Neumburga, qui plenam iurüdictionem lanei 
prenoiati teneni ei possident, colonwn^ qui ipsum incolit, ad census 
solueienem sictä suosproprios colanos modisy quibus poterunt, coar- 
tabuni. In euius rei testimonium presentibus uostrum sigillum duxi- 
rous apponenduro. Acta sunt hec anno domini M^'CCC' l** quarto nonas 
Julii. 

B Ckartilario Areblvi III. r«l. 84. h. 

Hanthaler erwihnt dieses Kaufes Fast. Oampil. T. ü. P. L p. 69. Dietrich- 
stock gehört m den zu Grunde gegangenen Ortschaften, die dahin früher 
gebörigea Wiesen wurden 1639 den Riedenthalern sugewiesen. Die Lage 
bestimmt das Grundbuch ?om Jahre 1512: Dietrichstok . Venedig genant, 
in hohenbarter pharr zwischen hohenbart und lesdorfer strass'stosst oben an 
die lantstrass. 

LXXIX. 

Hadmar von Aspem quUHrt dem Stifte den Empfang der von ihm dar- 
geliehenen 20 Muih Korn. 

Dai s. 1. 21. Sept 1301. 

Ego Hadmarus de Aspam notum esse rolo presencium inspec- 
toribus Tnirersis, quod ego in viginti modus tt*üiciper me in sub- 
sidium Newnburgensi ecclesie domino Hadmaro quondam ibidem 
PreposUo concessis, sum rite et integraliter expeditus, et cum literam 
super concessione huiusmodi in testimonium per dominum Hadmarum 
predictom miebi assignatam, cumsit perdita, non possim reddere^ 
aliqualiter eeclesie memorate, sibi presentes literas meo sigillo con- 
signatas prediete expedicionis seu persolucionis in testimonium assi- 
gnari, ne in posterum ex inventa forte litera eadem sepedicta ecciesia 
aliquales impeticiones Tel iniurias a me Tel a quibuslibet aliis paeiatur. 
Datum anno Domini M^^CCC^^primo in dies. Matheiapostolietewangeliste. 

E Chart. Arehiri lU. fol. 63. b. u4 Chtrt. IV. 61* a. 

Die Urkunde zeigt, dass Propst Rudger gleich beim Antritte seiner 
Würde besorgt war, die Schulden seines Vorgängers Hadmar abzustossen. 



76 



LXXX. 

Otto der Turs von Rauhenekk gibt dem Stifte Pfenniggülten «n Adel- 

riehsdorf. 

Dat. Wien 13. December 1301. 

Ich OHo der Tuers von Rawhenekke vnd ich Peierse sein 
hausvrowe vnd ich Otte ir paider 9vn wir verichen ynd tuen chunt 
allen den die disen prief lesent oder horent lesen, die nv lebent vnd 
hernach ehunflich sint, daz wir mit vnser erben gutem willen vnd 
gunst vnd mit verdachtem muete vnd mit gesampter hant zu der zeit, 
do wir iz wol getuen mochten, haben ledichleichen vnd vreyleichen 
vnd vnbetwungenleichen aufgegeben dem erbern herrn Brobst Rud- 
gern vnd der samnunge gemaine vnd dem gotshaus vnser vrowen da 
ze Newnburch vnsers rechten aygens zwai phunt wienner phenninge 
geUes auf zwain halben lehen da ze Alrichestorf mit allem dem 
nucz vnd recht als sie vnser vodern vnd auch wir in aygens gewer 
herprncht haben also, daz si damit all iren Trumen schaffen, verchauf- 
fen, verseczen vnd geben, swem si wellen an allen irresal vnd sein 
auch wir, ich Otto der Tuers vnd ich Peterse sein hausvrowe vnd 
ich Otte ir paider svn der vor genanter zwaier phunde geltes auf den 
zwain halben lehen da ze Alrichestorf vnsers hcrn Brobst Ruedgers 
vnd der samnvnge gemain vnd des Goteshauses vnser vrowen rechter 
gewer vnd scherm für alle anspräche, als aigens recht ist vnd des landes 
gewonhait ze Ostereiche, vnd geben in darüber disen prief zu ainen 
sichtigen vrchvnde, vnd ze ainem offen geczeuge vnd ze ainer ewigen 
vestnunge diser sache versigilten mit vnserm insigil vnd sint auch des 
geczeug her Fridrich der hutstoch von Newnburch, herr Wernhart 
der Schiver, her Vlreich des hofmaisters svn^ her herman ymian, 
her Ortolf von der heiligen stat, Gerung, hern Choln svn, Tazze 
sein prüder^ Ruedger von der heiligen stat, Jans von Nuzdorf vnd 
ander frume leut genueeh. Diser prief ist geben ze Wtenne, do von 
Christes gepurt waren ergangen drevezehen hvndert iar in dem ersten 
Jare an sant Lucien tage. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 5. fol. 309) aad Chartul. Archiri III. fo). 90. b. Das bleiae 
Siegel in gelbem Wachs an nnvm Pf rgameatstreifea hiogead , soigt dir üstcrr. Biade ia viam 
dreieekigeo Schilde mit der Umschrift: -f 8. Ottonis dicti Tors de RaTheaeeke (ihnlich dem bei 
Dnellias Excerpt. Gmeal. T. IX. n. 93 et 94). 

Adelrichesdorf, ein zu Grunde gegangener Ort bei Angern gegen Stillfried 
erscheint 1512 zum letzten Male urkundlich. 



77 



LXXXI. 



Sießiawu, des Kämmerers Heinrick van Klostemeuburg Sohn, iestirtüber 
teine Besitzungen %m Gwuten des Stiftet vor seiner Reise nach Rom. 

Dat 16. Jfiimer 1302. 

Ich Nycla kern Hainreiches stm des Chamerer von Neunburch 

Tergich daz ich dem erbern Gotshaus ze Neunburch meinen 

Weingarten ze haben nach meiner hausfrowen tod vem Alheiden 
gesehaffet han* des ist ein halbe Jeuch Tnd leit pei der Chamerpevnt^ 
den mein vater gechauffet hat, ?nd mir nach seinen tod ze tail ist 
gCTallen, da ich mit meiner Mueter getailet han. Darzu schaff ich den 
Vorgenanten Goteshaus ein haus, das leit auf dem Anger ze Neun- 
burch, daz ist meiner Mueter Leipgeding swanne der stürbet ?nd mein 
haasfrowe der Yorgenant, so schol dasselb haus des Yorgenanten 
Gotshaus sein, also bescheidenleich, oh ich tod lig auf dem Weg, da 
ich gegen Rom var, vnd nicht her wider chom, chom ich aber wider, 
80 sol iz mein sein, als e, daz dev red stet beleih vnd verbaz Tnze- 
brochen, gib ich disen brief yersigelt mit meinem Insigel. Diser red 
Tnd diz geschefles sint gezevg die erbern Ritter, her Fridreich der 
Huetgtoch, her Wemhart der Schiver, her Herman Ymian, Gerunch 
md Tazze hern Choln svn vnd Engeidich vnd Reinger vnd ander 
frrm Levt genuech. der brief ist gegeben, da nach Christes geburtte 
warn Tausent Jar, dreyhundert iar, darnach in dem andern iar des 
nechsten Eritages vor sand Peterstag, als er auf dem stuel ze Rom 
geseczet wart. 

Orig. Perg. (Orig. ProUe. t. Nr. 110). !■ Siegelfelde teigl sieh ein kleinri Gefii«. a«f 
velehem ei« ail Blvne» geflllter Korb steht. Cnsebrifl: f S. NieoUi de Newnbarg. 

LXXXII. 

Propst Rudger bestätiget den durch Heinrich den Schreiber geschehenen 
Kauf des Dienstes einer Mühle %u Nieder-Weidling. 

Dat. 8. I. 27. März 1302. 

Wir Ruger von gotes genaden Brobst ze Newnburch verichen 
vnd tvn chunt allen den , die disen prief ansehent oder horent Jesen 
die nv lebent vnd hernach chvnftich sint, daz der beschaiden mann 
Hainreich der Schreiber vnd sein chon vrow Jeutte recht vnd rede- 
leicb gechauffet habent vmb ir Ledichleich gvet ain phunt geltes vmb 



78 

zehen phont wienner phenning von Chunräten vfid von seiner chon 
Chvnegunden, ynd ist daz geschehen mit ir paider guetleichem willen, 
vnd daz selbe phunt geltes leit auf einer Mul in der nidem Weid- 
nich ynd der Yorgenant chauf ist gesehen mit solher beschaidenhait, 
daz der yorgenant Chunrat dem egenanten Hainreiehen aller iärleich 
daz yoi^eschriben phunt wienner phenning geben sol an sant Mer- 
teinstag, tuet er des nicht, so sol Hainreich der egenant des nächsten 
tags darnach zwischpilde dar anfslahen vnd sol das sten vierzehen 
tagcy ynd wert er in danne nicht, als purchrechtes recht ist, so sol 
Hainreich sich der mul ynderwinden ynd inne haben, yncz da^ er 
seines dienstes gewert wirt. Daryber ist auch mit rede beschaiden, 
oh von vngelüche der güsse die wür so gar hin breche, daz der 
vorgenant chvnrat oder swer siinne hat, nicht wider pringen mach, 
so sol der oft genant Hainreich sich der mul ynderwinden, ynd sol si 
wider pringen ynd wider slahen mit seinem guet ynd sol si inne haben 
für dasselbe guet, daz er darauf geleget hat, ynd für sein gulte ynd 
sol auch sei yerdienen als sie der oft genant Chunrat hat yerdienet. 
G&ldelin ynd den andern den man yon der mfil vnd yon der wür dienet 
aber ist mere an dem vorgedachten chauffe mit rede beschaiden, ob 
der yorgenant Chunrat dem egenanten Hainreichen ain phunt geltes 
geben wil an ainer andern stat, daz als gut ist oder pezzer, daz sol 
ligen an Hainreichs wal , ob ers tuen welle oder nicht Vnd daz die 
yorgenanten sachen furbaz stete beleihe ynd ynzebrochen, des geben 
wir dem oft genanten Hainreiehen vnd seiner chon vrown Jeutten 
ynd swem sis geben wellen, ze ainer yestenunge ynd ze ainem steten 
yrchunde disen prief mit vnserm insigel vnd mit vnsers amptmannes 
Gerunges insigel versigelten. Des sint geczeug Engelprecht der 
slüzzlery Gerbot vnd sein prüder Perchtold vnd Cristan, Fridereich 
Gauzrab, Weichart in der Weidnich, herman heczmann, Fridereich 
heczmannj vnd sein prüder herman, LeupoU vlschalch, Hainreich 
der pinter, Hainreich der phrevmler, Leuttcein der Schreiber vnd 
ander ersame leut, die da pei gewesen sint. Dicz ist geschehen ynd 
diser prief ist gegeben, do yon Christes gepurt ergangen waren Tau- 
sent iar, dreyhundert iar ynd in dem andern iar dar nach an sant 
Ruprechtes tag in der yasten. 

Orig. Perg. (Rep. Yel. Nr. 4. fol. 167) und Chartal. Arekiri \\\. fol. 81. a. Zwei Siegel aa 
eiaem PergameaUtreifen. Da« erite dei Propitea ist abgebildel bei Haathaler Reeeai. Arekif. 
Camptl. T. XIV. a. 3. Abweickead voa dea frfiherea PriUteaiiegela «teUt es da« Pfiagstfest vor, 
wahraebeialicb eiae Aadentoag, wie er ia der QaateBberwoohe de« Pfiagafeate« «ar Prilatar 



79 

bcrafra ww^tm, D«a ivcite kleine Siegel iet nn4, mmd seifigen Kepfeiee« Steiabeekei nit der 
rBMkrift: t S. Gerug BeTBknrga» Beide i» ^Ibeoi Weehs. 

LXXXIII. 

Propst Rudger bettätigt die durch seinen Vorgänger geschehene Verlei- 
hung einer Herberge an Hein%elein, den Kämmerer als Leibgedinge 
und erlaubt ihm, dieselbe zu verkaufen. 

Dat. 8. 1. 24. April 1302. 

Wir Ruger von gotes genaden Brobst ze Netcnburch^ tuen 
chunt allen den die disen prief lesent oder horent lesen daz di zwo 
swedern , di do hiezzen di schyemerinn vns ane iren testen Zeiten 
geschaft habent Udichleichen ain herwerge nahen pei sant Chvt^e' 
gunten, di selben herwerge di lech her Hadmar, do er herr ynd 
brobst was» heinzelein seinem Chamerer zu seinen tagen, demselben 
heinzelein hab wir nrr genad getan durch seine? dienst ynd durch 
sein gebet vnd haben im erlaubet mit gemainem willen ynsrer herren, 
daz er di selben herwerge hat yerchauft yer Gedrauten der Tuerchin 
ze reeht^Q purchrecht, ynd haben yns yerczigen alles des rechts, des 
wir hinez der yorgeschriben herwerge haben gehabt. Daz aber diselbe 
yrowe yer Gedräut die Türkin yoii yns ynd yon den, di nach yns 
ehunftich sint, an dem selben purchrecht an mye ynd an alle ansprach 
beleihe» so hab wir ir disen prief gegeben zu ainer sicherhait geye- 
Stent mit ynserm insigel. Des sint geezeug her Jacob der Techeni 
tnd all die Chorherren^ di zu der zeit gewesent sint ze Newnburchf 
her Fridreich der htästochy her Wemhart der schiver, her herman 
ymian, diritter^ Engeldiech von Maurbach^ Gerunchvnd Tazze 
hem Choln svne, herman von Freysing , Chvnrai hem Rudweins 
svn^ Alhart Seidel haberstrOy Ott von ypSf Ruedel von Grezz vnd 
ander frum leut, chnappen vnd purger, di do pei gewesen sint. 
Diser prief ist gegeben da yon Christes gepurte sint gewesen Tausent 
iar dreyhundert lar in dem andern iar an sant Gor gen tag. 

E Ckartnlario Arehiri Ol. fol- 81. a. 

In dieser Urkunde geschieht neaerdiogs Erwibnong Ton der Capelle zu 
St. Kunegund. Zugleich erscheint ein weltlicher Kämmerer des Stiftes Hein- 
zdeiu, gegen welche Yerwaltungsart die Decrete der Visitatoren sich aus- 
sprachen. Aber schon 1343 war das Kammeramt wieder in den Händen 
eines Laien. 



80 



LXXXIV. 



Ablassbrief des Piusauer Bischof es IVernhard für die St. KunigHnden* 
Capelle zu Klosterneuburg. 

Dat. Klosterneuburg 8. September 1302. 

Wernhardus Dei gracia Ecclesie Pataviemis episcopus Vniver- 
sis Christi fidelibus salutem in domino Jesu Christo, ad devocionis 
exercicia et karitatis opera quoslibet Christiane fidei professores indu- 
eere cupientes, omnibus yere penitentibus et confessis» qui ad capeU 
tarn beate Chvnigondis in Newnburga nostre Dioeesis in festo ipsius 
patrone, et in anniyersario Dedieacionis eiusdem die convenerint devo- 
cipnis causa, Quique pro releyacione defeetuum et necessitatum 
eiusdem Capelle manum adjutricem, quacumque vice porrexerint, 
Quadraginta dies de iniuncta penitencia roisericorditer in Domino 
relaxamus, Preterea auctoritate ordinaria ratas habemus et gratas 
omnes indulgeneias et gracias, quas reyerendi patres arehiepiscopi 
et episcopi prediete capelle frequentacioni et subsidiis eoncesserunt. 
Datum Newnburge Anno Domini M'^CCC'' seeundo in Natiritate yir- 
ginis gloriose presentibus Sigillo in testimonium roboratis. 

E Cbartalario Archin IV. fol. 14. a. 

Die Urkunde weiset die Anwesenheit des Dideesanbischofes Bernhard zu 
Klosterneuburg am Kirchenfeste der Stiftskirche (Maria Geburt) nach. — 
Dies ist auch der letzte der St Kunigunden-Capelle ertheilte Ablass, bald 
darauf zogen die Dominikaner von ihr hinweg, und die Stiftsgeistlicben besorg- 
ten den Gottesdienst an einzelnen bestimmten Tagen. Erst im Jahre 1342 
erscheint wieder ein eigener bei dieser Capelle angestellter Oapellan. 

LXXXV, 

Vergleich zwischen dem Stifte und dem Marschall von Österreich Stefan 
von Meissau über gegenseitige Oiebigkeiten, 

Dat. 8. I. 6. Dec. 1302. 

Ich Stephan von Meyssowe Marschalich in Osterreich vergich 
an disem prief allen den, di nv lebent vnd hernach chunftich sint, 
da% ich mich verrichtet han mü dem erbem manne hem Rugern 
detn Brobst vnd auch mit der samnvng des gotshauses ze Newn- 
burch vmb einen chriech, den ich gegen in het, als her nach geschri- 
ben stet Si gaben mir alle iar drev vazz weines, zwai von chalnperch. 



81 

md einen ron Weidnich für ainen Weingarten an dem flochpuchel. 
Da rerczech ich mich meines rechtes all ledichleich, nu han ich mich 
also mit in verricht als hie geschriben ist. Daz ich si der dreier 
razze begeben han vnd ledich lazzen han also mit beschaydenhait, 
swaz ich Weingarten han , da ich in von dienen solt perchrecht oder 
zehent, di habent si mir lazzen ledichleich vncz an meinen tot daz ich 
di haben sol. Des leit ein weingart zegrinczing ynd einer ze Toblich 
rod zwen ze Chirchüng di sint mein aygen vnd dienet zehent vnd 
nicht perchrecht, darnach der Gaizrvkke vnd ainer an dem chalen- 
perg ynd ainer an dem Nuzperg, di sint nicht mein aygen vnd dienent 
paide zehent ynd perchrecht. Das selbe perchrecht ynd di selben 
zehent, ynd als si yorgeschriben stent, die habent si mir lazzen an 
alle irresal ze meinen tagen, wer aber, daz ich der yorgenanten Wein- 
garten chainen hingab oder yerchaußet, so suln si ir recht yollichleich 
wider haben , als si ez e gehabt habent. Diweil aber ich leb , ynd die 
Weingarten han in meiner gewalt , so sol ich in dayon nicht dienen 
mit zehent, noch mit perchrecht, ynd nach meinem tod so suln meiney 
chint oder swer di yorgenanten Weingarten inne hat, dem gotshaus 
dienen zehent ynd perchrecht. Daz disy red stet beleih ynd furbaz 
immer ynzebrochen , des gib ich disen prief ze ainem yrchynt yersi- 
gelt mit meinem insigel. Diser sache sint geczeuge mein 9vn Vlreich 
von Meyssawey her Wulfinch von Sunneberchy her Hadmar von 
Sunneberch , sein svn hei^ chraft , her Ott der Chrieche von freit- 
scklam, her Hainreich der pharrer von Stecz, her fridreich der 
hutstoch^ her herman ymian, her Wemhart der Shifer, Gerunch 
vnd Tazze hem Choln svn, Engeldiech vnd Otto von Maurbach, 
Nycla der Chamerer ynd ander frum leut. Diser prief ist geben, da 
nach christes gehurtte waren tausent iar dreyhvndert iar, darnach in 
dem andern iar an sand Nyclas tag. 

e CbartQlario Arehiri III. fol. 98. ■. 

LXXXVI. 

Her%og Rudolfs Sehirmhrief des Gutes %u Hetzelsherg* 
Dai Wien 9. Februar 1303. 

Wir Rudolf yon Gotes gnaden Hertzog yan Osterich, vnd van 
Steyr, Herre yan Chrayn, yan der March, vnd van Portenawe verleben 
vnd tvn chynt allen den, di disen Brief sehent, oder horent lesen, Daz 

Fontes. XIV. 6 



82 

wir des gutes %e Hetzlesperg ein phvnt geltes, daz toii dem Goteshaus 
ze Nemburch Lehen ist, daz Vlreich Sibenhos ran Nernburch cbovft 
hat ymb aht phvnd wienner phenning, datz Elzbeten, Pemhartes 
Witewen van Naiembach vnd Ir Svn Vireichen rehter Schenne sein 
nach des Landes gewonhait in Osierich. Vnd darvber durch ir baider 
pet willen ze einer gehugnuzze geben wir disen brief yersigelt mit 
vnsern Insigel, der brief ist geben ze Wienne, da yan Christes geburd 
waren Tavsent Jar, Drev Hvndert Jar, dar nach in dem Dritten Jar, 
an dem Samstag nach ynser Vrowen Liechtmesse. 

Orig. Perg. (Rcp. Vrt. Nr. 1. fol. 295.) Rudolf« (bei Marqaarl Herrgott A«str. Mob. T. I. 
Tab. y. n. 4. abgebildet) Siegel hiagt an einem Pergameatitreifen. 

Unter Wemher 1. hatte Kunigund von Rohrbach dem Stifte swei Lehen 
zu Hecilsperge (welcher Ort am Fusse des Rreuzensteiner Schlosses in der 
NShe von Oberrohrbach stand und im 15. Jahrhunderte rerödet wurde) 
geschenkt Der davon entfallende Zins war im Verlaufe der Zeit mehreren 
zu Lehen verliehen worden, nun kaufte ihn Ulrich Siebenhas von Rloster- 
neuburg und Herzog Rudolf verschreibt sich in dieser Urkunde ihn im unge- 
störten Besitze schirmen zu wollen. 

LXXXVII. 

Das Klostemeuhurger Capitel stellt den Thatbestand des auf das Stift 
gemachten feindlichen Cberfdlles fest 

Dat. Klöstern. 25. Mai 1303. 

In nomine domini. Amen. Quia prudenter debemus casibus futu- 
ris occurrere, siquidem exempla presencia nos premonent in futurum, 
ad cautelam igitur futurorum et indempnitati nostre ecclesie preca- 
yendum Nos Jacobus Decanus, Ortolfus, Hainricus de piela, Theodo- 
ricus plebanus ecclesie sancti Martini^ Wisento, Paulus cellerarius, 
Perchtoldus Camerarius, Rugerus de Gobaisch, Hainricus de housek, 
Älbero^ Stephanus hospitalarius, Perchtoldus de alsy Eberhardus 
Custos^ Fridricus Custos sanctimonialium, Gerungus pedagogus, 
totusque Conventus ecclesie Newnburgensis Ordinis sancti Augustini 
Regularium Canonicorum patayiensis diocesis ynaminiter comuni con- 
silio concordique yoluntate* ac proposito inspectoribus presencium 
yniyersis notificamus protestamur, et protestacionem nostram patere 
cupimus per hoc scriptum: Quod Anno Domini M'CCC*" III. XVIII" Kai. 
Maji, yidelicet in die sanctorum Tiburcii et yaleriani hora sexta domi- 
nus Hadmarus dictus asinus quondam prepositus ecclesie Newn- 



83 

burgensU^ et Hainricus cananicus regnlaris ibidem yna cum suis 
eomplicibus laieis, scilicet Aomino Marquardo de Mistelbach, simulque 
aliis presentibus infra scriptis» qui huic faeto aderant« scilicet domino 
Nycolao, Vlrieo de Steigsperch, fratribus dicti domini Hadmari 
qnoDdam prepositi, et quodam dicto de EybenstaU et quodam dicto 
de Sibenhirten, Johanne de sancto loco, Ottone cognamento Chreu- 
ezer cum $uo filio Gebhardo et sociis predictorum in Ecclesiam Newn- 
bargeosem aaau temerario irruentibus manu armata, seilicet gladiis, 
laneiis, cuspidibus, et balistis in personam domini Rugeri prepositi in 
neiisa com quibusdaro fratribus seu eanonieis ac aliis yiris ydoneis 
ad praodendum consedentibus eyagina^s gladiis impegerunt, ipsumque 
dominum Rugervm prepositum minus honeste de mensa eiectum cum 
eeteris qui ibi aderant, yestibus eciam ipsius laniatis eo inyito in loco, 
obi ad prandendum cum aliis consederat, detinebant ipsamque stubam 
yiris arroatis cingeutes blasphemias amplissimas et contumelias irro- 
ganint eidem, clayes et ofiicinanim et res ecclesie, quas occupare 
poterant yiolenter a familia receperunt et nicbilominus dominum Had- 
maram predictum huius nefaude temeritatis capitaneum et auctorem 
in locaro domini Rugeri prepositi sepefati locayerunt pro sue libitu 
Tolantatis non sine multa iuris iniuria et contemptu ecclesiastice dis- 
cipiine. Preterea clayes cellariorum et granariorum suis elientibus et 
familiis commiserunt« qui more raptorum pocius, quam conseryatorum 
res eeclesie sine discrecione qualibet tamquam rapinam dissiparunt 
inter se quomodolibet dispensantes. Insuper hostium stube, in qua 
memoratum dominum Rugerum prepositum yiolenter detinebant tam 
impetoose cum custodibus obseryabant, ut nuiU.honestorum yirorum 
preter eorum singularem licenciam yel fayorem pateret aliqualiter 
aditus yel ingressus , immo paucis ad ipsum dominum prepositum de 
Ucencia predictorum malefactorum ingredientibus domum egressos 
?erbis contumeliosis et probris plurimis affecerunt. Sicque in istis 
maleficiis die integro perdurarunt, donec tandem nuncii lUmtris 
domme ducisae Austrie, scilicet Toczenpech et Chibergariiis, quia 
^ustris dominus dux Auatrie absens erat et ad sanctorum limina 
^rexerat gressus suos, nutu dei ad ipsius domini Rugeri prepositi 
liberacionem de Wienna celerius properantes cum honesta comitiya 
inelinata iam die omnino, hora scilicet completorii moti celo pietatis 
ex parte Iliustris domine ducisse predicte eundem Rugerum prepo- 
Bitum sine armis et sine impetu quolibet yerbotenus legacio peracta 

6» 



84 

de maleticorum manibus liberarunt. Verum quia ipsius prelati mioime 
interest iniuriam huiusmodi sibi et ecelesie illatam sie posse remittere, 
ne unde iura naseuntur inde nascatur iniuriarum oceasio, protestamus 
omnes et publice profitemur. quod sepe dictus dominus Hadmarus 
quondam Neionburgensis ecelesie preposüus per senteiiciam visita- 
torum, honorabilium virorum, videlieet fratris Cristani abbatis de 
Cella Angelorum, damifwrum venerabiUum Ekhardi et Anwici SancH 
ypoliti et sanctiflorianiecclesiarumprepositorum, et damini Gerlach 
Serenissime domine Romanorum regine CapeUani per Reverendvm 
dominum nostrum Wemhardum Pataviensis ecelesie Episcopum ad 
ecelesiam Newnburgensem ad yisitandum ibidem destinatorum per 
eosdem inquisicione ac yisitaeione diligeocius observata et eircum- 
staneiis quibuslibet hineinde consideratis et perspectis causis seu 
artieulis sue deposieionis et iuramento super boc ab uno quoque frat- 
rum seu Canonicorum singulatiter pro dicenda veritate prestito et 
reeepto, omnibus hiis conseriptis ae sie per omnia iuris ordine obser- 
vato est depositus a dignitate et oflficio prelature et ipsi dicti viri 
honorabiles scilicet visitatores memorati dominum Hadmarum sepe- 
fatum ab amministracione spiritualium seu procuracione teroporaliura 
penitus absolutum et liberum auetoritate ordinaria promulgarunt, Cano- 
nicos quoque et eonfiratres totumque Conrentum yna cum Sanetimoni- 
alibus a Yoto et ab obedieneia, qua sibi astrieti erant simili modo aue^ 
toritate ordinaria prociamarunt dantes nobis operaeionem liberam eli- 
gendi prelatum seu prepositum, qui pro utilitate nostre ecelesie, 
ad amministracionem spiritualium et dispensacionem temporalium 
ydoneus videretur. Nos igitur unanimiter in nostro capitolo invocata 
Spiritus sancti gracia missa dicta hora videlieet Tercia elegimus rite 
et legitime dominum Rugerum sepedictum in nostrum et ecelesie 
nostre dominum et prelatum» quem Reverendus in Christo Pater Domi- 
nus Wemhardtis, Paiaviensis episcopus sie electum rite et canonice 
confirmayit. Quo circa si dominus Hadmarus per se yel per alium 
aput sedem apostolicam yel alibi aliquid attemptayerit , procurayerit 
yel eciam literas impetrayerit, profitemur cum protestacione in hiis 
scriptis» quod hoc non est nee fuit nee erit de nostra scitu, benepia- 
cito yel consensu, quin imo sit et fiat pocius in nostrum et nostre ecelesie 
preiudicium non modicum et gravamen; cum ipse, yidelicet dominus 
Hadmarus per suos errores et negligencias quam plurimas et per 
dilapidacionem ecelesie, sicut yisitatores plenius conscripserunt et 



85 

sicat pafet luce clarius ex premissis , omni iuris benefici reddiderit 
se indignum. Insoper personis dictis et eeclesie nostre, cuias immuni- 
tatem yiolarit, satisfaccio condigna et eonpeteos nulla penitus nee per 
se nee suos aliqualiter est peracta. Facta est hec protestacio in nostra 
eccksia Newnburgemi Anno Domini M''CCC''1I1'' VIU* Kai. Junii pre- 
sentibus yiris suprascriptis et qaam pluribus aliis fide dignis ad hoc 
Tocatis. ad quorum notieiam eorum, que premissa sunt et erideneiam 
pleniorem sigilla, sei licet prepositi et capituli nostri presentibus sunt 
appensa. 

Orif. Perf. (Rep. Vet. N. S. fol. 85). und Chart. Arehm HI. fol. 61. a. Radgert nad det 
Gapitels Sifill. 

In der vorhergehenden Urkunde erscheint Rudolf noch in Wien (9. Febr.), 
hier heisst et am 15. April, daas er nach Rom abgereiset sei. Vielleicht 
hatte ihn sein Vater an Papst Bonifas VIU. abgesendet, um ihn aber seine 
Ansieht bezüglich der Thronbesteigung Ungems durch Karl von Sicilien ku 
unterrichten. Am Kreuxerhöhungstage (14. Sept.) desselben Jahres kam Kaiser 
Albrecht nach Österreich (Chron. Claustr. et Zwettl. ad h. a.), nachdem 
Rudolf schon früher xurückgekommen sein musste, denn am 1. Mai 1303 
ertheilt er schon an Lilienfeld einen Gunstbrief (Lichnowsky, Reg. Nr. 306). 

Zo der angeführten Urkunde kommt noch Fischer II, 319 einzubeziehen. 

In apStererZeit erscheint in stiftlichen Urkunden als Pfarrer zu Traiskirchen : 

1447. Freitag nach Allerheiligen. M. Symon von Aspam, Pfarrer zu 
Traiskirchen. 

LXXXVIII. 

Gerkart von Sebemlein verzichtet auf allen Anspruch auf das Gut %tt 

Breitenweida, 

Dat. 15. Juni 1303. 

Ich Gerchart von Sebenstain Mit Meinen Chinden vergich — 
— daz ich Meinen Herren den Probste von Nemburch ledich han 
lazzen der ansprach Mit guetleichen willen Der ich Hete ze sprechen 
wider daz gut ze Praitenweidech daz in gegeben hat Her Levtwein 
von Ebergosinfff Daz ich fvrbaz mit meinen chinden chain ansprach 
dorauf han. Daz daz stet weleib vnd Tnzebrochen, Dar vber gib ich 
disen brief Mit Meinen Insigel ynd mit disen Ceugen : Her Stephan 
von Meissaw, her Hadmar der Sunberger von Aspam vnd sein 
prveder her Hadmar Sunberger von Rcutchenla, Der brief ist gege- 
ben Do von Christes gebärt ist gewesen Drevzehenhundert iar in dem 
dritten iar darnach an sand Veitstag. 



86 

Or'tg. Perff. (Rep. Yet. Nr. t. fol. 316). Das dreieckige Siegel hingt an eiaen roa der Urkaade 
selbst abgesehDitteoen Pergameatstreifen, weiset einen aofrecht stehenden Wolf and die Unsehrift : 
f 8. Gerhardi de Sewenstaia. 

Praitenweidech ist Breitenweidt, V. U. M. B., ein hinter Gollersdorf gele- 
genes Pfarrdorf im Decanate Haasieuthen. 

LXXXIX. 

Ortolf und Heinrich^ die Azzenbrukker reversiren den Gelddienst det 

von ihnen %u Tautendorf erkauften Hauses^ und versprechen dem Stifte 

Gunst und Freundschaft. 

Dat. Klostern. 9. August 1303. 

Ich Ortolf vnd ich Hainreich brueder von Aczenbruk tuen chunt 
allen den, di disen prief hören oder lesen, di nv lebent vnd hernach 
chunflich sint, daz wir recht ynd redleich gechauffet habent under 
Leon von Tautendorf vnd wider sein mueter vrotoen Geiseln ir kauB 
%e Tautendorf mit allem dem recht, als si iz gehabt habent, also daz 
wir vnd alle ynser erben dazselbe haus ze rechtem purchrecht sullen 
haben von dem gotshaus ze Newnburch vnd suln alle iar an sant 
Michelstag da von dienen dreizzich phenning wienner munzze dem 
vorgenanten gotshaus. Vnd wan vns der erber man her Rudger der 
Probst mit sampt der samnung des vorgenanten gotshauses gvnstich 
sint gewesen an disem chauffe, so pintte wir vns dar zu, daz wir in 
fuederleich suln sein vnd gvetleich vnd üepleich handeln suln an 
allen iren gut, daz vns gelegen ist vnd an allen iren leiden, di vns 
gesezzen sint, also, daz wir den nimmer chain lau suln getven. 
Darnach ob wir nicht dienen di dreizzich phenning an dem vörgenan- 
ten tag, so sullen wir des andern tages darnach den dinst zwispilden, 
als purchrechtes recht ist in allem land. Daz dev red stete beleihe, 
vnd furbaz vnzerbrochen, geben wir disen prief mit vnsern insigeln 
versiegelt. Diser sache sint geczeug her fridereich der hutstoch, her 
herman ymian, her Wemhart der schiver^ wemhart von Vtendorf, 
Reinger, Engeldiech vnd Otte di zwen brueder von Maurpäch, 
Wisent von Egenburch vnd ander frum leut genuech. Diser prief ist 
gegeben ze Newnburch, da nach Christes geburt waren Tausent iar, 
drevhundert iar darnach in dem driten iar an sant Lorenczen abent. 

E Cltartalario ArebiTi Ilf. foL 67. a. 

Tautendorf liegt rechts der Poststrasse hinter Sieghardskirchen zwischen 
Diendorf und Reishof, ist ein Pfarrdorf von 400 Seelen. 



87 



XC. 



ülriek, der Allere von Rixendarf, ver9eM seinen Hof %u EupoUau und 
eme Donauined Lehmann dem Juden* 

Dat Wien 15. December 1303. 

Ich Vlreich der ali von Biczendorf Vergich ynd tuen chunt 

daz ich mit sambt meiner Channfrowen Mechihüden 

mit gesamter haut Ynd mit gunst ynd gutleichen willen aller ynser 

erben gesezet haben Lebmanne dem Juden ze Wiennet 

ynd seinen erben meinen bor, des anderthalb leben ist, ynd leit daz 
AlpUawe oyf des Gotshauses aigen yon Neynburch ynd allez daz, daz 
darzue gehöret, yon dem man alle iar dienet andertbalbe mutte Wai- 
les ynd zwelf Schilling phenning ynd Weisend, der ynser Perchrecht 
ist (?) yon dem yorgenanten Gotshaus, ynd darzue ein Werd der in 
der Tuenowe zwischen Ringleinae vnd sant Georgen gelegen ist, 
der oach ynser leben ist yon demselben gotsboys für funfzich phynt 
phenning Wienner mnnzze. Da von dem heutigen tag gesovch ovf" 
get auf ein isleich phvnt alle wochen aeches phenninge als Lange, 
ynz wir si paide hauptguetes ynd schaden gar gewert. Ynd ist dis 
sazunge geschehen mit der hant des Ersamen herren Brobst Rugers 
ton Newnburch der des yorgenanten boves rechter Perchberre ist, 
vnd oych des Werdes Lehenherre, also mit beschaidener red, ob so 
lange gesuech geht oyf den yorgenanten hof, ynd ouf den Werd, Vnz 
der paide nicht teurr sint, so sol Lebmann der Jud ynd seiner erben 
damit furbaz schaffen allen irfrum swi wellent Vnyerzigen des Gots- 
houses reht, als Verre, daz Si paide baupt guetes ynd gesueches gar 
dayon gewert werden. Vnd swaz in paide hoyptgutes ynd gesueches 
an dem hof ynd dem Werd abget, daz schule si haben oyf yns, ynd 
oyf andern ynsern giiet, daz Wir haben in dem Lande ze Osterreiche. 
Vnd sein auch wir, ich Vlreich der alt von Rizendorf vnd ich Mech- 
thiU sein hoysfrowe des vorgenanten hoves vnd Werdes, vnd alles 
des darzu geboret, Lebmannes des Juden vnd aller seiner erben, oder 
swem si den hof vnd dem Werde gebent , rehter gewer vnd scherm 
far alle anspräche, als sazunge reht ist vnd des Landes reht ist ze 
Osterreiche. Diser sache ze einen vrchund vnd ze einen gezevge, 
vnd ovch ze einer Vestnunge gib ich Vlreich der vorgenant Lebmanne 
vnd seiner erben diso brief mit meinen Insigel versig^lt. Diser brief 



88 

ist gegeben ze Wienn, da man sali nach Christes gepurte Dreuzehen- 
hundert iar, Darnach in dem dritten Jar des nahsten suntags nach 
sand Lucientag. 

Orig. Ptrg. (Protoe. III. Nr. 342.) Dai MehMekige Siegel etimBt betSgliob itu WappeM fast 
mit dem Herzog Wilhelm'« tob Baiera (Mob. Boiea T. TUl. T. II. a. 8) ibereia, aar daat die 
Weekea grSster sied. 

Die Urkande gibt einen Fingerzeig zur Bestimmung der Lage des ein- 
gegangenen Ortes Ringelsee. St. Georgen halte ich fSr Kagran, so benannt 
von dem Kirchenpatrone. Es dürfte daher Ringelsee in der Gegend der heuti- 
gen Eupoltauer ScbiffmOhlen gelegen gewesen sein. 

Zugleich enthält sie eine Andeutung über den damaligen Zinsfuss. Für 
die spätere Zeit enthalten die Satzbücher darüber reichere Ausbeute. 1398 
vom Pfunde 3 Denar, 1399 2 Denar, 1416 wieder drei Denar (welchen 
Zinsfuss auch Albert und Otto 1338 bestimmt hatten. Rauch SS. RR. AA. 
IV. p. 34). 1417 steht als gewöhnlicher Zinsfuss unter den Juden „alle wochen 
auf ein yedes Phund ze such III Helbling.'' (Lib. Fundi.) 

XCI. 

Propst Rudger steüt Heinrieh dem PpMermeiHer einen Panitkrief aus. 
Dat. 8. I. 21. Dec. 1303. 

Wir Rudger von gottes gnaden Probst ze Newnburch, Her 
Jacob der Techant vnd alle die gemain der herren da selben tun 
chunt allen den, di disen prief sehent oder horent lesen, daz wir 
vnserm diener Hainreichen Phistermaister vmb seinev dienst, dev 
er vns langev zeit enpoten hat^ Tiaben gegeben vncz an seinen tot 
ein ganczev herren phrvni von Chvchen, von Chasten, von Cheler, 
Auch hab wir im gelubt, daz wir in mit ynsern Chnappen chlaiden 
schullen gegen dem winter vnd gegen dem svmer, ynd die selben guet, 
di wir im haben getan auch darvmb, daz er lang an vnserm gotshaus 
herchomen ist, so hat er vns gegeben seinen Weingarten , der do leit 
an dem Yrbar , des ein gancz jeuch ist mit solcher beschaidenhait, 
daz er den selben Weingarten in gewer vnd in gewalt haben sol vncz 
an sein ende, vnd swan got vber in gepevt, daz wir in bestaten schul- 
ten vnd alles daz tuen sullen , daz wir tuen vnserm herren ainem aus 
vnserm convent. Dar vber so tuen wir chuiit, ob wir oder vnser noch- 
varen den vorgenanten Weingarten verchauflTen oder zu vremden ban- 
den pringen, daz sich seinev vreunt zu demselben Weingarten an aller 
vnser wider rede ziehen schullen, ist aver daz, daz der perchherre 
vns des selben Weingarten nicht engan, so sol man den selben wein- 



89 

garten verchauffen Tod an ander gut legen iz sei parchreeht oder 
perchrecht, Tnd su dem selben gut, ob wir iz von ynserm gotshaus 
enphremden dahabent seiner Trennt daz selb recht zn» daz si habent zu 
dem Yorgeschriben Weingarten. Daz aber diczegeschefte stet beleibe, 
des hab wir im « dem Yorgenanten Hainreichen disen prief gegeben 
mit msern insigeln gevestent. Di zeug, di dopei gewesen sint, daz 
sint di berren Jacob dertechenty her Hainreich vonPiela, her 
Dietreich der pharrer dacz sant Herten ^ her Ortolf, her Rudger 
von Gabasche t her Perchtold der Chamrer, her Hainreich von 
kousek, her Otto von — *)» '^ Stephan von Sirtulorf, her Eber- 
hart der custer, di chorhem von Newnburch, her fridrich der hut- 
itoch^ her Wemhart der schiver, her hemumn ymian, di Ritter ^ 
Niclo des herczogen chuchenmaister , Gerunch herr Choln svn, 
Engeldiech von Maurpachy Dietel des Schiver svn, herman von 
freising, ßeniger, Peter der chelerchnecht vnd ander trewe leut, di 
do pei gewesen sint. Diser prief ist gegeben do von Christes geburt 
ist gewesen Tousent Jar, drevhundert iar in dem dritten Jar an sant 
Thomas tag. 

E Cbartaltrio Arehi?i Ul. fol. 67. b, 

XCII. 

Biukof Wernhmrt von Pauüu bewilligt dem Stifte die Einkünfte der 
nädketen erledigten Pfttrre auf %wei Jahre %ur Errichtung einer Waseer- 

leitimg. 

Dat. St PöIUn 22. April 1304. 

Wemherus dei gracia Ecclesie Pataviensis Episcopus dilecto 
in Christo fratri domino Rudgero venerabili preposito et conventui 
Newnburgensis ecclesie salutem et sinceram in domino karitatem. Ad- 
Tertentes paterno^afTectu, onus hospitalitatis vobis incumbens et 
peeuniam quam patinimi ex defectu aque vobis summe necessarie, 
eonsiderantes et volentes necessitatem yestram quodamodo rele?are, 
aaetoritate ordinaria vobis indulgemus et donamus fructus vnius ecclesie 
Testre respicientis tos Jurepatronatus , quam proxime Tacare conti- 
gerit per biennium continue secutam, quod ex Ulis aque ductum in 
vestre saluHs remedium ad vestram ecclesiam pro vestro solacio et 



') Yermuthlich : Leubs. Siehe die Urkunde XLII. 



90 

superveniencium hospüum comodo dirigoHs, proviso quod propter 
hoc dicta ecciesia debitis obsequiis uon fraudetur. In cuius rei iesti- 
monium presentes damus literas nostro sigillo munitas. Datum in 
sancto ypolito Anno Domini M^'CCC'' quarto x. Kai. Mali. 

B Chtrttlario Arehiri ClMstron. m. Fol. 70. b. 

Bischof Wernhard Hess 68 aber nicht bei diesem Gunstbrief bewenden, 
sondern trug auch 1313 zur Errichtung der stiftlichen Wasserleitung 120 
Talente bei. Siehe Necrol. Claustron, 28. Juli und auch die folgende Urkunde. 

XCIII. 

Bischof W^mhari von PtuBau verleiht dem Stifte da$ Recht, die Pfarre 
HeUigenstadt nach dem Tode de$ Pfarrere Heinrich sofort m Besitz %h 

nehmen. 

Dat. Passau 10. Juli 1304. 

Wemhardus Dei Gracia Ecclesie Pataviensis Episcopus Diiecto 
in Christo fratri Domino Rudigero Venerahiü Preposüo. Jacobo 
Decano, eonimque successoribus et Conventui Newnburgensis Mona- 
sterii Salutem et sinceram in Domino Karitatem. Vestris et Ecclesie 
vestre peri<}|alis oecurrere et comoditati providere Paterna sollicitudine 
ciipientes Ecclesiam in sancto loco, in qua jus patronatus optinetis, 
de eonsensu Venerabiiis Capituii Patavlensis vestro Monasterio dona- 
vimus in spiritualibus et temporalibus per vnum de vestris iratribus 
gubernandum, quem quidem fratrem nobis et successoribus nostris 
ad curam eiusdem Ecclesie tenemiui presentare, prout in litteris 
exinde confectis nostro et Capituii nostri Sigillis communitis ciarius 
continetur. Volentes autem indempnitati ?estre vlterius providere, et 
caucius precavere, Damus yobis iicenciam in hiis scriptis apprehen- 
dendi possessionem ecclesie de sancto loco predicte, qtuindo Magistrum 
Heinricum plebanum ibidem cedere vel decedere contingat, et tan- 
dem Ecciesiam vaeare de iure pariter et de facto. Tt interim cogitare 
possitis, quem ex yobis ad eandem ecciesiam presentare velitis. In 
cuius rei testimonium presentes dedimus litteras nostro Sigillo muni- 
tas. Datum Patavie Anno Domini M^'CCC quarto VP Idus Julij. 

B ChartoUrio Arehiri Nr. IV. fei. 10. h. 

In der Urkunde vom 22« April 1304 hatte der Bischof die Incorporirung 
der Kirche in Aussicht gestellt, hier erfüllt er sein Versprechen durch die 
Einverleibung der Kirche zu Heiligenstadt. Diese hatte zwar ursprQnglich zum 
Stifte gehört, wie die Urkunden der Passauer Bischöfe Rudger 1243 und 



91 

Berthold 1253 klar aoMpreehen, wird aber hier neuerdings dem Stifte suge- 
theilt, weil dasselbe durch eingetretene widrige Verhftltnitse dieselbe ?erloren 
hatte. Es scheint dieser Verlust unter Heinrich, Pfarrer zu Heiligenstadt, dem 
Bruder des Propstes Nicolaus, eingetreten zu sein. 

XCIV. 

Der Bergmeiiter des Stifles Oerung bestätigt die durch Herbert von 

Wien erfolgte Vernetzung ieinet Weingartens %u KaUenberg an Schön- 

wann den Juden, 

Dat. 8. 1. 18. Nov. 1304. 
Ich Gerunch hem Choln svn^ Perchmaister des Gotsham ze 
Newnburch^ yergich offenleich vnd tuen chunt allen den, di disen prief 
lesent oder horent lesen, di nu lebent vnd hernach chunfUch sint, daz 
Herbort von Wien vnd sein Chon vrow Alheit gelten suln Schoen- 
mannen dem Juden vnd seiner Chon Racheln fvnfphunt wienner 
phenning^ di si in gelihen habent des nächsten Mittichen nach sant 
Herteins tag vnd von demselben tag gent alle wochen zu gesuech aut 
iegleich phont acht phenning wienner munzze, vnd fvr haubtguet vnd 
frrden gesuech der daraufgewachsen mach, haben si in rechte vnd red- 
leich mit gesampter hant, do si ez wohl getuen mochten ze phand 
gesaczi im Weingarten andern Chalnperge des ein halbcz ieuch ist vnd 
leit zwischen hern hermanes ymians Weingarten vnd des Howenvelder 
Weingarten vnd ist das geschehen mit meiner hant» wan ich des Wein- 
garten perchmaister pin, vnd mit aller ir erben guetlichem willen; 
Tod swas dem vorgenanten Juden an dem e geschrieben phande ab get» 
daz er hat auf Herwordes trewen vnd auf seiner hausvrowen trewen 
vnd auf alle dem, daz si habent in dem lande ze Osterreich. Vnd dar 
rber gib ich Gerunch dem oftgenanten Juden Schonman vnd seiner 
Chonn Racheln vnd ir paider erben ze vrchvnde vnd ze sicherhait 
disen prief mit meinem insigel versigelt. Diser sache sint gecceug 
her Perchiolt der Ober Chamerer, her Stephan von Syemdorf^ die 
erbem chorhem, Engelprecht der Süzhler^ Chvnrath, Rudwein, 
herman von freising, Jacob von der obern chamer, Lentwein der 
Schreiber vnd di Juden Gersau, chazday, ysaac, aaron vnd ander 
ersam leut di da pei gewesen sint. Dicz ist geschehen, vnd diser prief 
gegeben, do von christes gepurd ergangen waren Dreuzehen hvndert 
iar vnd in dem virten jar dar nach» des nächsten Mittichen nach sant 
Merteins tag. 

E ChtrtalaH« Arekiri Hl. fei. 86. b. 



92 

Die Urkunde zeigt uns Juden als Zeugen und einen gesteigerten judi- 
schen Zinsfuss, nämlich fOr ein Pfund wöchentlich 8 Denar. 

xcv. 

Chalhoeh von Eber$dorf, Kämmerer in Österreich, verleiht den Brüdern 
Konrad und Dietrich den Hutstoken ein Lehen zu PiUiehsdorf. 

Dat. Wien 1. Dec. 1304. 

Ich Chalhoeh von Eberstorf, Chammerer in Oesterreich, veri^he 
YDcl tuea chunt allen den, di .disen prief lesent oder horent lesen, di 
nv lebent vnd hernach chunftich sint daz ich mit meiner erben guetem 
willen ?nd gvnst, vnd mit verdachtem muete vnd auch ze der zeit, 
do ich iz wol getuen mochte, verlihen han den erbem leuten Chvn- 
raden dem hutstokke vnd seinem prueder Diethreichen vnd allen 
iren erben paide Svnen vnd Töchtern meines rechten anerstorben 
aigens ain lehen, daz do leit do ze Pilichdorf, daz mich recht vnd 
redeleich an erstorben ist von meinem prueder pischolf Chvnraden 
von Chiemesse, dem got gnade. Daz selbe lehen mit alle dev vnd 
darczu gehorent ze holcz, ze velde vnd ze dorf, iz sei gestift oder 
vngestift, versuecht oder vnversuecht swi so iz genant ist, daz han ich 
in verlihen ze rechten lehen mit allen dem rechte, als man leben 
leichen sol, ledichleichen vnd vreyleichen ze haben, vnd alle iren fro- 
men damit ze scbaiTen , verchauffen, verseczen vnd geben swem si 
wellen an alle irrsal. Vnd habent mir darvmb geben di vorgenanten 
Chvnrat vnd Dietreich zehen March lotiges silber vnd zwelif phvnt 
wienner phenning, der ich recht vnd redeleich gewert bin. Vnd dar 
vber durch bezzer sicherhait so secze ich vorgenanter Chalhoeh mich 
Chvnraden dem htästokke vnd seinem prueder Diethreiche vnd allen 
im erben paide svnen vnd thochtern vber daz vorgenantö lehen da 
ze Pilichdorf vnd vber allez daz darczu gebort ze velde, ze dorfe, 
swie do daz genant ist, ze rechten scherm für alle ansprach als lehens 
recht ist vnd des landes recht zu Osterreich, vnd gib in darvber disen 
prief ze ainem sichtigen vrchvnde vnd ze ainem offen geczeug vnd ze 
einer ewigen vestenunge diser sache versigelten mit meinem insigel. 
Vnd sint auch des geczeug, her Vlreich, her Dietreich vnd her Otte 
die prueder von Pilichdorf , her Fridereich der hutstokk von Newn-^ 
bürg, Sweicher von Engelprechtestorf Otte von ywanstaU Hainreich 
der Chamerer, Dietreich von Wolfgersdorf vnd ander frvme leut 



93 

genueeh. Diser priefist geben ze Wienne, davon Christes gepuri 
waren ergangen Dreuczehen hrndertt Jar in dem vierden iar darnach 
des nächsten Erichtages nach sant Andres tag. 

E Cbartaltri« Arekiri Ul. fei. 60. b. 

XCVI. 

Wnlfing von Trihuswinkel opfert neinen Leiheigetien, Konrad den Fech- 
ter, dem Stifte (nach seiner Loskaufung), mit einem Gelddienste. 
Dat. Wien 13. Dec. 1304. 
Ich Wulvnich von Tribanswinchel vergich vnd tuen chunt allen 
den di disen prief horent oder lesent, di nv lebent vnd hernach chvnf- 
tich sint , daz ich mü meiner hausvrowen vrowen Maczen goetem 
willen vnd auch mit aller meiner erben gvnst Chvnraden den rechter, 
der mein aigen getoesen ist, ledich vnd frei lazzen han vmb fvnf 
phuni phenning wienner munzz, di er mir gegeben hat, vnd han in 
geophert dem goishaus vnser vroton ze Nevmburch, also daz er alle 
iar ze sant Michels tag dar dienen sol vier phenning der vorgenanten 
mvnzz. Dar vber, ob der vorgenant Chvnrat, swenn er iz getuen mach, 
den vorgenanten dienst ab chauflen wil, des spl im der erber herre 
Brobst Rudger oder swer nach im brobst ist ze Newnburch vnd dev 
samnung gestatten vnd gönnen an alle widerred. Daz dev red also 
stet beleih vnd furbaz vnzebrochen, dar über gib ich disen prief ze 
einer sicherhait mit meinem insigl versigelt. Diser sache sint geczeug 
her Wemhart der Pharrer von Tribanswinchel, her Hainreich von 
SulcZy her friedreich der huetstoch, her Wemhart der Schiver, her 
herman ymian ze den zeiten richier ze Newnburch^ Wemhart der 
rieht er ze dreschirchen, preunreich vndpeter der amman vnd ander 
frvm leut genuech. Diser priefist gegeben ze Wienn, do nach Christes 
gepurt waren Tausent iar, drevhundert iar dar nach in dem vierden 
Jar an sant Lucien tag. 

E ChtrlaUrio Arehiri Hl. fol. 76. k. 

In dieser Urkunde erscheint Hermann Ymian zuerst als Stadtrichter von 
Klostemeuburg. 

XCVIL 

Otto von Wienerherherg stiftet für sieh und die Seinen einen ewigen 

Jahrtag zu Klostemeuburg» 

Dai Wien 6. Jänner 1305. 

Ich Ott von Wienner Herwerg hem Albrechtes des Stüchsen 

von Trantmanstorf Swester Sun vergich vnd tuen chunt daz 



94 

mein frowe, mein Mueter frowe Helena vnd mein brueder Hadmar 
vnd Weichart, die paid ze Nermburch begraben sint, ?nd auch ich 
mit gueten Willen meiner hausfrowen frowen Gerdrauten , herm 
Weicharts tochter von Planchenstain mit sam in — Vnser isleichez 
geschaflet vnd gegeben haben vnser rechtes aigens dem Erbern Gots- 
hai^ vnser frowen ze Newnburch sechs Schilling phenning geltes , di 
gelegen sint In dem dorf ze Harraz mit so getaner beschaidenhait, 
daz die Chorherren des vorgenanten Gotshauses ze Newnburch durch 
vnser sei hail, vnd auch Vnser Vordem alle lar des Phinztages 
in der Chotemper vor sand Michelstag vnser iartach schulen begen 
mit Vigilij vnd mit seimesse, geschvch aber, daz die vorgenanten 
Chorherren den Jartach nicht begiengen, als nun geschriben ist, so 
sol ich oder mein Hausfrowe dev vorgenant, oder mein nagst Erben 
sich der vorgenanten GQlt Vnderwinden an alle Widerred der vor- 
genanten Chorherren Vnd haben in dem reht, als ichs vnd mein Vordem 
gehabt haben. Auch sol ich des vorgenanten Gotshauses Vogt sein 
Vber die yorgenanten gult an allen nuz. Wann daz die Holden, auf 
den die gölt leit, mir alle iar dienen schullen an sand Michels tag 
zwelf phenning Wienner MQnzze ze gezugnusse, daz die vorgenant 
gQlt zue dem vorgenanten Gotshaus chomen sey von mir vnd von 
meinen Vordem. Darüber Luben auch wir an disem brieff Ich vnd 
mein hausfrowe frowe Gerdraut di Vorgenant, diselben gölt den vor- 
genanten Gotshaus ze schermen Diser sache ze einer sicher- 

hait gib ich disen brief mit meinen Insigel versigelt, Vnd durch pezzer 
Vestenung so hat der Erber herr, her Stephan von Meyssaxoe vnd 
mein Oheim, der vor genant her Albreht ir paid er insigel zu dem 
meinen an disen brief gehangen. Diser sache sint gezeuge der Erber 
herre herhaidenreichderPurchgrafvon Gors, demach her fridr eich 
der hutstoch, darnach during von Seveld, Gerunch hern Choln svn, 
Dietreich der Schiver vnd ander frum leut. Diser brief ist gegeben 
ze Wienne, da nach Christes geburtte waren Tausent iar, dreybundert 
iar, darnach in dem funiften iar an dem Perhtag. 

Orig. P«rg. (Prot. II. Nr. 45.) Das erste Siegel ist Stephan's ron Meissaa Reitersiegel. Das 
zweite seehseekige aeigt in einem dreieckiges Schilde eioen Widderkopf (wie bei DaelÜBa Exe. 
Gcneal. Tab. XIV. a. 172) mit der Umschrift: f 8. Alberti Stjphonis. Das dritte raade mit der 
Umschrift: f S. Ottoais de Wicaaer herberg, seigt eioea Biadeaschild, wie Locas Stfchso 1345. 
bei Dnellias 1. c. T. IX. a. 92. 



95 



XCVIII. 

Der Klostemenburger Stadirath bezeugt den durch Ulrich den SchOsling 
geschehenen Verkauf eine$ Weingartene %u Klostemeuhurg, 

Dat. Klostern. 4. April 1305. 

Ich herman ymian ze den Zeiten richtet vnd wir der Rat mit 
sampt der gemain der Stat ze herezogen Newnburch — daz der 
beschayden man Vlreich der Schvzlinch von Pazzow vnd »ein chonn 
vrow Leukart — ir Weingarten an dem Mittereke, des ein ieuch ist 
Tod leit zwischen Sighartes Weingarten von pazzow vnd zwischen 
der Nonnen Weingarten van Tuln recht vnd redleich ze chauffen 
habent gegeben hern Heinreichen von Veltsperch der nv ze Wien 
purger ist vnd seiner Chon vrowen Gerdruten vmh hundert phunt 
Tod Tmb sechs phont phenning wienner munzz — vnd die yorgenante 
Virich der Schvczlinch ?nd sein chyn vrow Leukart habent sich des 
Torgesehriben Weingarten rechte furzicht getan Tnd habent in auf 
gegeben, ynd herman von Freising der des yorgenanten Weingarten 
ze den zeiten perehmaister war an des gotshaus stat, haut in yerlihen 
kern Hainreichen dem yorgenanten. — Diez ist geschehen ynd diser 
prief ist gegeben do yon Christes gehurt ergangen warn Tansent iar, 
dreyhondert iar ynd in dem fmften Jar dar nach des nächsten Sunn- 
tages yor dem Palmtage in der yasten. 

E CkartaUrio Arekivi HI. f«!. 66. t. 

XCIX. 

Rmger von Nuudorf versetzt seinen Weingarten zu Nussdorf dem Propst 
Hudger, . seinem Bürgen, bei den Juden Abraham und Paltram von 

8t. Polten. 

Dai Nussdorf zu PfingsteD 1305. 

Ich Buger van Nuzdarf — daz der ersam herre her Buger der 
Brabst von Newnburch mein purgel ist worden hincz Abraham vnd 
PaUram den Juden ze sant Polten ymb yierczich phynt pbenning 
wienner muncze, di ich den selben Juden gelten sol — ynd für disel- 
ben phenning han ich mit gutem willen meiner hausvrow vrawn 
Agnesen dem yorgenanten herren Brabst Bugem ze phande geseczet 
meinen Weingarten an dem Nw^perg. das ist ein halbes loch. -— yer- 
sigelt mit meinem insigel ynd auch mit dem insigel hern Otten des 



96 

scheuchen, der des vorgenatUen Weingarten perchmaister ist — 
Diser sache sint geczeug her PerchtoU von Ah, Chorherr ze Neum- 
burchy Johans von Nuczdorf, Ruger von der heiligen stat, Durineh 
von Seveld, vnd Alhart von Chalnperg vnd Vir eich der Schreiber. 
Diser prief ist gegeben ze Nuzdorf da nach Christes gepurt waren 
ergangen Tausent iar drerhondert iar darnach in dem fymften iar in 
den veirtagen ze Phingsten. 

E Chartaltrio Arebiri III. fol. 85. b. 

C. 

Propst Rudger löset von Niclas dem Esel den Zehent von Sallmansdorf ein. 

Dat. Klostern. 31. Oct 1305. 

Ich Nycla der Esel mit sampt meiner Chonnen vrowen Eis- 
peten — daz der Ersam man her Rudger Rrobst ze Neumburch von 
vns geloset hat vmb achzich phvnt phenning wienner muuzze den 
zehent ze Sahnanstorf, der ynser paider leibgeding was tod dem 
Gotshaus ze Newnburch — Diser sache sint geczeug di ersamen 
herrn Stephan von Meyssowe, her Herman der Marschalch von 
Landenberch, her Weichart von dem Topeis, her Vlreich von dem 
Gereut, herfridreich der Hutstock, her Ortolfvon der heiligen »tat, 
her Vlreich von Riczendorf, her Wemhart der schiver , vnd her 
herman ymian ynd ander frum leut genuech. Diser prief ist gegeben 
ze Newnburch, da nach Christes gepurtte waren Tausent Jar drev- 
hundert iar dar nach in dem fvmften Jar an aller heiligen abent. 

E Chartvlario Arebiri III. fol. 76. b. 

Den Zehent zu Salmannsdorf hatte Propst Pabo 1279 an Henricus dictus 
Graecus de Als verliehen. 

ci. 

Niclas der Esel verset%t Manischen, dem Juden von Wien seine Besitzun- 
gen zu Baumgarten, 

Dat. Wien 15. JSnner 1306. 

Ich Nycla der Esel — daz ich gelten sol Maruschen dem Juden 
ze Wienne dreiczehen phrnt wienner phenning da von disem heutigen 
tage gesuech auf get auf iesleich phvnt sechs phenning alle wochen 
vnd han im da für ze phande geseczet alles mein guet, daz ich han 



97 

te pawmgwrten^ also beschaidenleich, daz ich nichtes nicht da mit 
ze schaffen haben sol weder mit dienst, noch mit steure noch 
mit ehainen Sachen, die weile ez des yorgenanten Manischen 
phant ist, ynd han in ze bezzer sicherbait ze samt mir gesaczet 
hem Chvnrat (i^n Chyburger — Mit den geczeugen , die her nach 
geschriben stent. Daz ist her Dietreich von Pilichdarf^ der Mar- 
schalch, her Oriolf von der heiligen stai* her Meinhart der pank 
Musch, Gersam, hdnel die Juden vnd ander frumer leut genuech. 
Diser prief ist gegeben ze Wienne, da ?on Christes geburtte waren 
ergangen DreTCzehenbrndert iar dar nach in dem sechsten iar an 
dem neunten tage nach dem Perichtage. 

E Ckartnltrio Clttstr*a««b. UI. fei. S5. a. 

cn. 

Äbt Friedrich von Kremsmünsier revernri der Johannisüapelle den 
jähHiek von dem neugekauften Hause %u Klosterneuhurg %u leistenden 

Oelddienst. 

Dat. Klostemenburg 7. MSra 130«. 

Nos Fridericus miseracione Divina Abbas, totusque Conventus 
monasterii in Chremsmänster ordinis Sancti Benedicti Profitemur 
unirersis presencium inspectoribus declarantes, quod nos apud 
Herrandum et Vlricum camifices in Neuburga Claustrali residentes 
domos et areas ipsorum sitas ibidem et positas prope macella, perti- 
nentesque dotis titulo Capelle marmoree Sancti Johannis Baptiste 
inibi, de beneplacito et consensu benivolo honesti Magistri Chvnradi 
eiusdem capelle rectoris rite et racionabiliter pro nobis et monasterio 
nostro data pecunia comparavimus nostris applicandas vsibus et jure 
emphitevtico, quod Purcbrecbt Tulgariter dicitur, Salyis dicte Capelle 
iuribus jurisdictionibus et honoribus pacifice possidendas, annuum 
censum, videlicet Septuagintadenarios Tsualis monete, in feste sancti 
Martini Episcopi memorate Capelle et suis rectoribus, qui pro tempore 
foerint, de predictis areis soluturi. Quo neglecto Statute termino penam 
debilam joxta ipsius Loci jura et servatam antiquitus consuetudinem 
statim incurrimus oecasione (excusatione ?) qualibet cessante et remota. 
In cujus rei memoriam et Cautelam has inde conscribi fecimus litteras, 
eiSigillarum nostrorum appensione muniri. Ego Magister Chunradus^ 
Rector Cappelle supradicte premissis consenciens recognoyi, Sigilli 

Fontes. XIV. 7 



98 

mei tesHmomo apposUo presentibus et appenso. Actum et datom 
Neunburge Anno Domini Millesimo trecentesimo sexto, Nonis Marcii. 

Orig. Perg. (Prot. 8. N. 9S.) Drei litngetde Siegel. Dt« ertlt ein orale« mit der 
Uauekrift : f 8. Friderici Abbatis MoBastcrii in CrentmTaater : der Abt im kirchliekeB Oraate, dea 
Stab ia der reebtea Haad, die Hake auf die Brost gelegt aa«l das Haopt lait eiaen Kippehea 
(aicbt mH der lafel) bedeekt» sitzt aaf dem Throasessel, aa dessea oberem Theile recht« der 
Kopf eiat« Hoade« , liaks der eiaes Schweioes herrorragt. Das zweite Siegel ist jeae« des Coa- 
reateSf eathaltea ia Hober Tab. XXYII. o. 1; aar liest maa hiater dem Kaieeadea: S. Agapitos 
Mr. Das dritte Siegel , kleiaer aod oral , ist jeaes Koorad*« aad zeigt deo heil. Johaaa dea 
Tiafer «tehead, ia der liakea Haad eia Lamm, roa ebem Kreise eiagesohlossea (wie bei Hobtr 
T. YIU. Nr. 4), ia rothem Wachs. 

Über die soostigeo Güter, welche Friedrich von KremsmüDster dasselbe 
Jahr seinem Stifte erwarb, yergl. Urknndenbuch für die Geschichte des 
BcDedictinerstiftes Kremsmunster, Wien 185!2, pag. 169 sqq. 

cm. 

Die Baumgariner gehen dem Stifte da$ Eigenthum einer GüUe %h 
Schimestorf. 

Dat. 8. 1. 12. März 1306. 

Wir Weychart von Pavmigarten mid ver preid vnser haus- 
vrowe vnd Hainreich vnd Fridrich vnd Hartneid — daz weychart 
der Erber man von Valchenstain mit frumer ieut gewizzen redleich 
vnd recht gechauft bat sechs Schillinge geltes ynsers aygens dacz 
Schimestorf ^n( einem halben lehen wiier Dietreichen denJeuchar- 
ten von Erpurch — Wir Weychart habent aufgeben die aygenschafl 
der Torgenannten sechs Schilling geltes wienner Munzze dacz 
Schirnestorf — vnser vrawen sand Marien der heiligen chuniginne 
vnd ir dienern der lobsamen samnvnge des chlosters ze Newnburch. 
— Di geczeug diser sache sint hie geschriben. her Hainreich der 
herre von Liechtenstain , her Chadolt von Patimigarten , her 
Willehalm vnd her ChadoU von ClemencZy her Chvnrat der 
hertnitf her Otte von Sweinwvrt, her Dietreich vnd Otte von 
Stözenhoven, Chvnrat der durst vnd Stephan ze valchenstain. 
Do daz geschehen ist, do sind ergangen von Christes geburd 
drewzehenhvndert Jar, dar nach in dem sechsten Jar an sand 
Gregorii tag. 

E Chartolario Claastroaeob. HI. fol. 110. a. 

Schimestorf, ein in der Pfarre Falkenstein gelegenes, nun eingegangenes 
Dorf. Cf. Cod. Trad. n. 348, 401. 



99 
CIV. 

Ulridk von Merketutein gibt dem Stifte einen Oelddiemt %u Nieder^ 

Hollabrunn. 
Dat. Klosterneuburg 11. Mai 1306. 
Ich Vlreich von Merchenstain — daz ich dem erbern Gotshaus 
mser vrown ze Newnburch durch got vnd durch meines vaters sei 
willen Ynd ander mein vordem gegeben han sechs vnd dreizzich 
phenning gulte auf acchern ynd auf wismat di gelegen sint ze Nidem 
Holabrunne, also daz man dem Yorgenanten gotshaus die vorge- 
nanten phenning alle iar ebichleich da von dienen sol, dar vmb daz 
man des vorgenanten meines vater sei vnd ander meiner vordem sei 
in dem vorgenanten gotshaus mit gebet gedenchen sol. Dar vber 
ze ainer stetichait gib ich disen prief mit meinem insigel versigelt. 
Diser prief ist gegeben ze Newnburch, da nach Christes gepurte 
waren Tausent iar drevhvndert iar dar nach in dem sechsten iar an 
dem auffart abent. 

B Ckarttlario Clavttroaeok. HI. fol. T5. b. 

CV. 

Propet Bertold bezeugt die durch Johann von NuMsdorf geschehene Sehen' 

kung eines Burgreehtes %u Ottakring an das Stift. 

Dat. Klostemeaburg 11. Juni 1306. 

Wir PerhtoU von Gotes genaden Brobst, Eberhart der Techant 

mit samt der Samnung der Chorherren zu Nevnburch Tuen chunt, 

vnd verichen daz Johannes von Nuzdorf vnd sein Chvn 

frowe Gerdraui gegeben habent durch ir sei hail nach ir 

paider Tod vnserm Gotshovs ires rehten Pvrchrechtes ze Otachring 
Drev phvnt phenninch gulte auf Holden vnd auf Weingarten, diman 
vns alle jar dienen sol an sand Merteins tag, dar zue dreizzich huener, 
der man alle jar zwelve dienet ze weichnachten Nevne ze Ostern, vnd 

Nevne ze Phingsten Diser red ze ainer ewigen sicherhait 

geben wir disen brief mit paiden Insigeln versigelt mit disen 
gezeugen, di hie geschriben sint. Daz ist her Wemhart der Schwer, 
her Vlreich von Chrüzendorf, die zwen Ritter, Dar nach Rudger 
van Nuzdorf, Durinch sein aidem, Gervnch hern Choln svn, Tazze 
sein bmder, Wisent von Egenburch, Pemhart, Ortolf der Huet- 
stoch, Rudger von der Heiligenstat, Chvnrat der Schiver vnd 
Alhart von Chalnperg. Diser Brif ist gegeben ze Nevnburch, Da 



100 

nach Christes gepyrte waren ergangen tausent iar, Drevhundert iar. 
Dar nach in dem sechsten iar an Sand Barnabe Tag. 

Ori;. Per;. (Pretoe. lU. Nr. 885.) Am Pmgtmemt»ire\tta hingt da« ohaehiB «ehon bekttate 
Capitelsiegel Mod du des Propste« Bertold, der in dieser Urkonde toerst tis solcher erscheint. 
Anf dem ohiongen Siegel desselben» in g«lbem Wachs, erscheint er anterhalh in knieender Stel- 
lang ; oberhalb steht links die seligste Jangfran , fiberschattet roa dem heiligen Geiste, rechts der 
Terkfiadigcnde Engel Gabriel, in der linken Hand eine Lilie tragend, die rechte segnend erhoben; 
swisehen beiden ein Gefiss, aas welchem 3 Blnmen emporsteigen. Umsehrifl: f S. Perhtoldi Prepositi 
Eece Ifernbnrgensis. Wie sein Yorginger, so spielt anch er in dem Siegel anf seinen Wahltag 
(Annantiatio B. M. V.) tS. Mira an. 

CVI. 

Pr9p$t Rudger he$täHgt unter bestimmten Bedingungen den Kauf eines 
Hau$es durch da$ Stift Kremsmümter, 
Dat. Klostemeuburg 29. Juni 1306. 
Nos Budgerus Divina miseracione PreposüuSy Eberhardus 
DecanuB Totusque Conyentus Ecciesie Neynburgensis^ Notum esse 
Yolumus presencium inspectoribus Tniversis presentibus et futuris» 
Quod honorabilis Domina, Domina Gerdrudia uxor quondam Hertnidi 
bone memorieMagistri Curie nostre de voluntate nostra et licencia, 
nee non de omnium heredum suorum consensu Domum auatn sitam 
intra muros civitatis Nevnburgensis ^ quam a nostra Ecciesia Jure 
Cirili, quod Purchrecht dicitur, possidebat, vendidit Venerabili 
in Christo Patri Domino Friderico Abbati et sUo Conventui in 
Chremsmvnster pro Triginta octo talentis Denariorum Wiennensis 
monete. Profitens in nostra presencia, quod eadem pecunia sibi sit 
integraiiter persoluta. Nos itaque contractum huiusmodi ratum et 
gratum habentes dictam domum post resignacionem ipsius Domine 
Gertrudis prenotate, suorumque heredum ipsi Domino Friderico 
abbati predicto et sue Ecciesie in Chremsmvnster concessirous et 
donavimus Jure simili, videlicet Civil! , quod Purchrecht dicitur, 
perpetuo possidendam, Salvis omnino condicionibus infra scriptis 
videlicet quod de ipsa domo prenotata Nobis nostreque Ecciesie 
duobus terminis in anno, scilicet festo beati Georgii quinque solidi et 
feste beati Martini quinque solidi denariorum Wiennensium perpetuo 
ministrentur. Quod si per ipsum Dominum Abbatem predictum vel suum 
successorem quemcumque quocunque modo neglectum fuerit, debet 
secundum Jus terreAustrieetconsuetudinem per ipsum Dominum Abba- 
tem sepedictum et suum conventum omni occasionepostpositaemendari. 
Vt autem circa contractum huiusmodi, et nihilominus circa donacionem 
et concessionem factam a nobis omnis evitetur calumpnia in futurum. 



101 

preseDtes litteras Ecciesie in Chremsmyiister dedimus sigillorum 
nostrorom monimiDe roboratas. Huius rei testes sunt: Dominus Fri' 
dericus plebanus de Chemnaten» Dominus Vlricus Ruffus, Dominus 
Rugerus de Sieutz Judex Nevnburgensis y Dominus Wemhardus 
Sehifro Officialis^ Dominus Hermanus Ymian, Dominus Vlricus 
de Chriczendorf milites. Preterea Duringus de Seveld, Gvniherus 
de Mavrperg, Gervngus et Tazzo fratres filii quondam Domini 
Cholonis^ Dytericus Sehifro, Hermanus de freisinga, Tristramus 
de Aich, Periholdus de Otstorf, Chvnrad de LavHerbacK Älbero 
Bvrmvni, Fridericus et Vlricus fratres deAich, et quam plures alii 
fide digni. Datum Nevnburge anno Domini Millesimo Trecentesimo 
sexto in die beatorum apostolorum Petri et Pauli. 

Orig. Perg. (Rep. Yet. Mr. 37. fbl. 15.) Die tehoa fHUler WtebritbtaM Sitfel in 
Propste« ud Conreate«. 

Der Stadtrichter, Ritter Radger von Staas, «scheint hier lom ersten Male 
m den Klostemeuburger Urkunden. 

Durch die Obergriflfe der zu Klosterneuburg angesiedelten Predigerordens- 
Brüder vorsichtig gemacht, hatte das Stift sich von den nen angesiedelten 
Augustioem 1304 (Fischer II. 320) einen Revers ausstellen lassen, dass 
selbe jedes Eingreifens in die Seelsorge sich enthalten wilrden. 

Gleiches "verlangte und erlangte es von dem Abte zu KremsmOnster, 
wie die folgende Urkunde unter gleichem Datum mit der frflhereo ausweist. 

cvn. 

Aht Friedrich von Kremsmünster verzichtet auf jede SeeUorge hei seinem 
neu erkauften Hofe in Klosterneuburg, 
Dat. Klosterneuburg 29. Juni 1306. 
Nos Fridericus Dei gracia Abbas Totusque Conventus Ecciesie 
in Chremsmvnster constare volumus yniversis presentes litteras 
intuentibus tarn presentibus, quam futuris. Quod Nos de favore et 
licencia Venerabilis patris Domini Rudgeri PreposiH Totiusque Con- 
fentus NcTnburgensis Ecciesie consensu Domum quamdam sitam 
iotra muros civitatis Nevnburge propria pecunia emendam compara- 
vimus, quam non licet nobis modo aliquo ampliare, nee in ea orato^ 
rium, Capellam vel aUare aliquod edifieare^ nee in ea vnum de 
nostris fratribus locare^ nee quicquam in ea operum facere, 
quod dicte Ecciesie possit generare dispendium, nisi super omnibus 
hüs , que dicta sunt, Prepositi et qui pro tempore fuerit ipsiusque 
CoDTeutus favore habito et licencia specialis sed empcio aree adiacentis, 
que ad predictam domum annuatim Tredecim servit denarios nobis 



102 

ab ipso Preposito predicto et suo Conventu tantummodo indulgetar. In 
Cuius rei testiinonium presenies litteras Nevnburgensi Eeclesie 
dedimas nostrorum sigilloruin munimine consignata.s. Datum Nenn- 
bürge aano Domini Millesimo Trecentesimo Sexto in die beatorum 
Apostolorum Petri et Pauli. 

Orip. Perg. (Rep. Yet. Nr. S9. fol. 106.) Die Siegel dee Akte« Friedriek tna teime« 
Conreates a« Perganeatttreifen. 

Der Propst Rudger starb in diesem Jahre am 20. Noyember nach Angabe 
des Todtenbuches; da aber schon am 11. Juni sein Nachfolger Bertold als 
Propst auftritt, scheint es, dass er frfiher resignirte. In der Torliegenden 
Urkunde wird er dennoch als Propst angefQhrt, weil die bezQglichen Ver- 
handlungen unter ihm zu Ende geführt wurden , hingegen die Urkunde erst 
später nach seiner Resignation ausgestellt wurde. Ähnliche Verhfiltnisse 
finden sich bei Linck Annales Clarer. ad ann. 1381, pag. 807 und Fischer 
Supplem. alter. Part. VI. p. 36. 

Dieser (erste) Kremsmünsterhof lag dem Chorfrauenstifte ad s. Magda- 
lenam gegenüber. 

CVffl. 

Die Baumgartner gehen dem Stifte ein Lehen %u Schimeidorf. 

Dat. 8. 1. 24. Juli 1306« 
Ich Weychart von Pawmgarten vnd mein hausvrowe verPreid 
vnd vnser erben ver Gedräut vnser iochter, vnd Hainreich vnd 
Hertneid vnd Fridreich^ vnser svne — Daz wir haben aufgegeben 
vnsers vreyen aygeiis ein gancz lehen ze Schimesiorf mit zehen Schil- 
linge geltes wienner phenning, dl auf dem leben dienst sint dem Chlosier 
%c Newnburch, der erbern Samnvng vnd Stiftvng der heiligen chvniginne 
sand Marein aygentlich zebaben» alsv daz wir furbaz chain recht zu 
dem Yorgenanten lehen haben schulien, an als yil daz man alle iar ze 
drein Pantaydingen von der vogetey besunderleich ie drei phenning 
dien schoi. — Des ist geczeug herSeyfrit derpharrer von valchen- 
stain, herr Hainreich von Liechtensiain , ChadoU vnd Willehalm 
vnd aver Chadolt von Paumgarten^ her Weichart der herinch 
ynd manich ander pider man. Der prief ist geben nach vnsers herren 
puerd über dreuzehenhvndert iar» dar nach in dem sechsten iar an 
sand Jacobs abent. 

E ChartoUrio Clauatroneob. III. 110. b. ond Orig. P«rg. (Rep. Yet. Nr. 2. fol. 813.) 
Das roode Siegel mit der Umeebrift S. Weiobardi de Ponerio seigt ia einem dreieekigen 
Schilde iwei Bindea, wie eie ia jenem des Konrad Leobner bei Oaelliai Ezeerpt. Geaeal. Tab. XI. 
N. 125 erscheineo. Schirnesdorf selbst geh<irte io die Pfarre des als Zeogen rorkommeaden Sejfried 
Too Falkensteia, wie aos eiaer stiftUeben Urkaade de aano J497 sieb ergibt. 



103 



CIX. 

Vidimus des Pas$auer BiMchofes Wemher über eine Urkunde de$ Komeu" 
burger Pfarrer$ Ulrich von Neidau m Bevug auf doM Zehenireeht de$ 
SHfleM zu En%er$dorf. 
Dat. Klosterneuburg 28. Juli 1306. 
Nos WemheruB dei gracia Ecclene Paiaviensis episcopui 
presentibus eoniitemur, nos yidisse literas sigillatas sigiilo Vlrici de 
Neydaw plebani plebü in Nevmburga et universitatis cmum ibidem 
sine reprehensione qualibet in hec yerba. Ego Vlricus dieha de 
Neydaw plebanus ecelesie sancH Egidii in Neumburga vna cum 
vmversiiate civium ibidem notum esse cupio presencium inspectoribus 
Tnirersis presentibus et futuris» quod a tempore predecessorum 
meoram et a tempore domini Nycolai bone memarie quondam Nevm- 
burgensis ecclesie prepogiti, qui de sua liberalitate et gracia pre- 
dictam michi contulit ecciesiam , nee non a tempore cuius non exstat 
memoria» due partes amnis decime intra terminos parochie omnium 
granontm, dueque partes decime vini in piano, quod dicitur 
Eben, in Enczensdorf superiorem cameram dominorum meorum 
de Neumburga respiciunt omni iure et tercia pars eiusdem decime 
omnis grani et yini in loco predicto ad ecciesiam sancti Egidii 
pertinent memoratam cum omnibus munitis decimis preter decimam 
agnorum, cuius similiter duas partes predicta coUigit camera supe- 
rior, et tercia ad predictam ecciesiam parochialem dinoscitur perti- 
nere; Yolens ergo gravaminibus sepedicte camere caucius preca- 
Tere, ea in quibus ius decimale michi eompeciit, sana super hec 
deliberaeiune habita presentibus annotavi , ne eciam aliquis in ipsam 
ecciesiam succedencium manum ad viteriora extenderedebeat, audeat, 
Tel presumat, presentem literam ipsi ecclesie Newnburgensi conscribi 
feci et eam mei sigilli nee non sigilli dictorum civium de Newn- 
burga munimine roborari. Datum Newnburge Anno domini M**. CCC''. 
Sexto. VI. Idus Julii. Et nos ad ulteriorem firmitatem eandem rege- 
strari mandamus literam et nostro sigiilo muniri. Dat. Patavii Anno 
Dni. M^ CCC^ Sexto. V. Kai. Augusti. 

E Chartulario CUostron. ill. fol. 70. b. ■ad Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 3. f. 249.) Die 
eiagMckaltete Crkandc selbst ist aaf Pergament (Rep. ?et. N. 3. fol. 249) and hat zwei runde 
aa PcrgameaUtreifea hingende Siegel in gelbem Waeha. Das erste (gebrochen) stellt eine Stadt- 
■aner mit einem Thore dar, darfiber drei Thflrme» Ton denen der in der Mitte höher emporsteigt. 

Uiuehrift: eirinm in Neanbnrgk. Aaf dem andern erscheint ein Lamm mit der Ffthne, trorin 

das KrensesMiehen. Umschrift: -{- S. Vlrici Plebaai Nevnborgensis. 



104 



CX. 

Werner, Bischof von Passau, gibt dem Stifte das Privilegium eines Reise- 

dltares für den Hof %u Wien bis zur Erbauung einer Capelle. 

Dat. Passaa 28. Juli 1306. 

Wemherus dei gracia Pataviensis ecclene episcopus dilecto 

in xsto frairi Rudgero vener abÜi preposäo ecclesie Newnburgensis 

salutem et sinceram in domino karitatem. Vt eo ferrencius dirino 

cultui, presertim celebrandis missis, insistatis quo comodius ad hec 

se facultas obtulit diieccioni vestre, auctoritate ordinaria indulgemus» 

et in hiis scriptis damus licenciam, vt in Curia vestra Wienne in aÜa- 

ri viaHco in mundo loco, quando vobis placuerit, missam dicatis 

donee vobis decens Oratorium construatis. Datum Patav. Anno Dni. 

Miliesimo Trecentesimo Sexto Pantaleonis martiris. 

E ChtrtaUrio Arehiri III. 70. b and IV. foL 69. b. 

Da am Ausstellungstage bereits Bertold Propst war, ist die Anführung 
Rudger*s dadurch zu erklären, dass er noch während seiner Regierung die 
Bitte an den Ordinarius gerichtet hatte , deren Erfüllung hier erscheint. 

CXI. 

Schwester Eysal, die Meisterin der Büsserinen zu Wien, reversirt dem 

Stifte Klostemeuburg die Zehentpflichtigheit ihrer Weingärten. 

Dat. Wien 7. Sept. 1306. 

Ich Sweater Eysal, Maistrinne des Ordens der Puezze sand 

franzizzen mit samt der Samnung meiner Swester ze Wienne 

Tuen chunt Daz wir von dem Weingarten, der da haizzet der 

Jordan, den vns frowe Irmgart Weigpotes witib durch ir sei willen 
gegeben hat, vnd auch von allen andern Weingarten, dj wir vil leiht 
hernach gewinnen, di in seiner piet gelegen sint, dem Gotshaus vnser 
frowen ze Nevnburch an alle wider red zehent vnd auch Perchrecht 
alle iar geben schulen. Geschieht dar über» daz wir vil leiht her 
nach von Rom prief gewinnen, da von wir vbrich wolden sein 
ze geben den vor genanten zehent vnd Perchrecht, dij schulen 
nicht helfen, noch frvmen. Wir schulen dannoch, als vor geschriben 
ist, alle iar dem vorgenanten Gotshaus dienen zechent vnd Perchrecht 
an alle widerred von dem Weingarten, der da vorgenennet ist, vnd 
auch von allen anderen Weingarten , dj wir vil leiht her nach hinder 
dem selben Gotshaus gewinnen. Daz dev red also stet beleih vnd 
furbaz vntzebrochen, dar vber geben wir disen brief ze einer ebigen 



105 

sieherhait mit ynserm insigel versigelt, vnd durch pezzer sicherhait 
haben wir gepeten den Ersamen man Hern Vireichen Pei den Prue- 
dem daz er sein Insigel zu dem rnsern an disen brief hat geleit. 
Diser brief ist gegeben ze Wienne Da nach Christes gepyrte 
waren ergangen Tausent iar, Drev hundert iar. Darnach in dem 
sechsten iar an vnser frowen abent, als sie geporn wart. 

Orig. ?trg. (Rep. Y^t. Nr. 3S. fol. 194.) Dm erst« raade Sieg«! teigt cii Mkrciteidet 
scttigta Thier. eiaem Bande ihalieh (rielleicht Nabaehodonosor T oder Maria igjpUaeaT)» oberhalb 
eine Rase «ad die Vauehriit: S. Sororam Pealteacinm de Wieaaa ; da« tweit« dreieekige eiaea 
gelif«ltea Greifea and die Dauehrift: S. Tlriei fllü GHfoaia Magutri Moaete. 

So weit meine Kenntniss reicht (die freilich bei dem Mangel vieler 
Hilfsmittel eine überaus beschränkte ist), dürfte diese Urkunde die erste von 
den Büsserinen zu Wien bekannte sein (cf. Fischer Not brev. Urb. Findob. 
P. L CXTI. zweite Ausgabe p. 184), wenn nicht rielleicht der Ausdruck 
saut firanzizzen auf Clarisserinen hindeutet , wo dann Eysal die erste Meisterin 
des St Olarenklosters wäre. Dagegen spräche aber wieder die Bezeichnung 
„Meisterin'', da im St. Ciarenkloster die Vorsteherinen Abtissinen genannt wurden. 
Ulrich ist vielleicht der Sohn Chunos von den minnem Pruedern, der in einer 
früheren Urkunde (N. 34) und bei Fischer p. II. cap. IV. p. 68 vorkömmt. 

Ober den Orden der Büsserinen cf. Henrion-Fehr allg. Gesch. der 
VöDchsorden I. 419. 

Der erwähnte Weingarten Jordan erscheint im J. 1S14 im Besitze von 
Hanns Wittl, R. K. Majestät Secretarj. 

cxn. 

Rudger's von Staaz, Stadtrichters von Klosterneuburg, Gerichtsbrief tlher 
den Todschlag Christian's von Heiligenstadt. 
Dat. Klostemeuburg 1306. 
Ich Rtieger von Staucz, ze den zelten Richter ze Neunburch 
Chlosterhalben^ Duen ze wizzen allen den, die diesen prief sehent 
oder hvrent lesen, die Ny lebent oder her nach chvnftich sint, Daz 
vru Jente von der heiligen stat chlait vm ir wirtes Dot Christanes 
hincz Chunraten desMeisneres svne von der heiligen stat, vnd chlait 
8v lanfff vncz im chom mein vurbot. Do er des in werde, do chom 
er für mich vnde für die erberen pvriger in dev schran, vnd antburt 
ir mit forsprechen. Do ward im ertail, er schvlt sich bereden, do 
beret sich der yargenant Chynrat, dez yorgenanten Todestages 
Recht ynde Redeleich an gäbe, ynd an alle phenengen, alz recht 
ist der statt vnde auch des Landes ynd auf dey rede, daz er furbaz 
sicher beleihe yar mir, ynde yar allen Läuten ynd yar allen Richtern, 
So gibe ich im mein prief zye einem sichtigem yrchynd, ynd zye 



106 

einer ewigen festnvnge versigelten mit meinen Si^el. Vnde mit den 
erberen zevgen, die her nach geschriben stent: Jacob Varsier, 
Gerbotf Otto Hvwmely Hainrich mosel, Fridrich ene^ Frederich 
hiezman, Ortwein Mariaekker, Älram bej der Tvenaow, LeupoU 
ü^unschen den wegen ^ Gerhart, Otto Hveter, Hainrick von La, 
TDd ander frumen Laut genyege. Disev beredung ist geschehen, do 
von christes gebart ist ergangen Drerzehen hundert Jar» dar Nach 
in dem Sechsten Jar. 

Orig. Perg. (Bep. Vet. Nr. 41. fol. 195.) Dreieckiges Siegel nit der Umtehrifl: S. Rngeri 
de Sterz. An der Stelle des Kreozes (-{■) eio sechseckiger Stero. Dm obere Feld des Siegels Ist 
erhaben, die nntere Hilfte rertieft, die Binde lioJt sehrig, wie bei Haber Tab. IX. Nr. 16. 

Das Recht des Blutbannes hatte die Stadt Klosterneuburg von Herzog 
Albrecht I. 1298 erhalten. 

CXffl- 

Konrad der Harmarkter, HubmeUier in Österreich, bestätigt, dasM ihm 
Propst Bertold den CMddienst von seinem Hofe »u Himberg blos auf 
seine Lehens%eit erlassen. 
Dat. Wien 26. Februar 1307. 
Ich Chvnrat der Huebmaister vergich vnd Tuen chvnt — — 
daz mir der Ersam Herre Brobst BerthoU vonNevnburch von seinen 
genaden Sechzig phenning Dienstes, die ich dem Gotshaus ze 
Neynburch dienen schvlt von meinem hof ze Himperch, ze meinen 
tagen gantzleich lazzen hat. Mit so getaner beschaidenhait, Daz her 
nach mein Erben, oder Swer den selben Hof nach meinen tod inne 
hat, dem Gotshaus ze Nevnburch alle iar davon dien Sechzich phen- 
ning wienner Mvnzze an alle wider red. Diser sache ze einer ebigen 
sicherhait gib ich dem vorgenanten Gotshovs disen brief mit meinen 
insigei versigelt. Diser brief ist gegeben ze Wienne, Da nach Christes 
gebvrte waren ergangen Tausent iar, Drev hundert iar, darnach in 
dem Sibendem iar des nahsten montages nach sand Mathie tag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 2. fol. 223.) Sehr kleines rundes Siegel in rothem Wachs. 
Das dreieckige Sehild zeigt einen Greif, wie jenes Ulrich's Tom Jahre 1306 und Chnno's ron 
Jahre 1382. Umscbrift : f S. ChrT De Harmarcbt. 

CXIV. 

Statut des Passauer Bischofes bezüglich des Chorfrauenstißes. 

Dat. Ebersberg 1. Juli 1307. 
Wernherus dei gracia Ecclesie Paiaviensis epiecopua dilecto 
inXsto fratri domino Perhtoldo venerabili preposiio Newnburgenais 



107 

ecclesie salotem et sinceram iq dommo karitatem. Cum fides aposto- 
lica periculoso et detestabili Monialium statui, qui extra soa mona- 
steria nonumquam per habitacula secularium personarum discurrunt, 
providere cupiens statuerit eonstitueioDe irrefragabiliter yalitura» 
TDiyersas ac singulas moniales presentes atque futuras cuiuscumque 
sint religionis yel ordinis in quibuslibet mundi partibus existentes sub 
perpetoa clausuni in suis monasteriis debere de cetero permanere, 
exceptis certis casibus» quorum quidam yestras moniales non tangunt, 
quidamque raro contingunt, et alibi cayetur (cantatur) subpena exco- 
municacionis» ne de cetero aiiquis quamcumque religionem tacite yel 
expresse professus in scolis yel alibi temere habitum sue religionis 
dimittat, dileccioni yestre in yirtute sancte obediencie firmiter comit- 
timus et districte mandamus, quatenus circa conyentum Monialium 
yobis sobiectarum mandata apostolica diligenter seryaturi ex nunc in 
antea nullam de yestris emittatis yel exire sinatis monialibus, in quo 
osque yos deliquisse cognoyimus, sine nostra licencia special!, utpote 
qui de causa huiusmodi, utrum sit racionabilis pro tali exitu, cognos- 
cere yolumus iudicio racionis. Datum Ebelsperch Anno Dom. M**. 
CCC^ septimo Kai. Julii. 

Orig. Perg. (Rep. Yet. Nr. 4. fol. 38) and Cbartol. Arebifi Hl. fol. 140. b. Das a> 
eiMm Per^meBtotreifea biogeade Siegel ist abgebildet bei Haber Tab. VH. Nr. 5. 

Die Urkunde bezieht sich auf Bonifaz YIII. Constitution yom Jahre 1298, 
welche mit dem Worte: Periculoso beginnt (Tit.Xyi.de statRegul.in VI.C. un.) 
und yon dem Concil zu Trient erneuert wurde. (Sess. XX Y. Cap. V.) 

cxv. 

Albert von MicheUtetten gibt dem Stifte drei Hofitätte %u Klotterueuburg 

mit Vorbehalt de* lebenslänglichen Qenusges. 

Dat. Klosterneuburg 3. August 1307. 

Ich Alber von Michelsteten — daz ich dem ersamen Gotshaus 

Tnser yrown ze Newnburch gib vnd gegeben han meines rechten 

aigens drei hofstete, di da selben ze Newnburch auf dem anger 

gelegen sint, da von man dienet alle iar ze sant Michels tag fvnf vnd 

Tierzich phenning wiener mvnzze mit so gethaner beschaidenheit, 

daz ich di selben hofstet inne sol haben vncz an meinen tot. — Diser 

prief ist gegeben ze Newnburch da nach Christes gepurte waren 

dreuczehen hvndert iar dar nach in dem sibenden iar an sant 

Stephans tag als erfunden wart. 

E Charttlari« Arohivi lU. fol. 79. a, 



108 

Anger hiess der freie Platz vor der Herzogsburg, der gegenwärtig mit 
Hfiusern verbaut ist Schon 1302 schenkte Nicolaus, Heinrich des Kftmmerers 
Sohn, dem Stifte sein Haus „auf dem Anger''. (Urk. 81.) 

CXVI. 

Revert des Stifte» 8(. Nieolau» zu Passau Über das zu Chrinzing 
erkaufte Haus. 
Dat. St. Nicolaus bei Passau 15. August 1307. 
Nos Vlricus Misericordia Dei prepositus, Chunradus Deca- 
nus Totusque Conventus EcQlesie sancti Nycolai Extra murosPata" 
vienses tenore presencium profitemur, quod cum Domum quaadain 
cum viueola adiacente in villa Grinzzing pro faciendo torculari et 
Tino nostro conservando a Wolßero de AlpiUew nostra comparas- 
semus pecunia, et hoc ipsum plebano de sancto loco» ad quem insti- 
tucio eorundem spectabat» contrarium extitisset» Tandem Dominus 
WachsmuduB Plebanus ibidem nostrarum oracionum intuitu ad hoc 
voluntatem suam tradidit et Cousensum, appositis tamen condici- 
onibus infra scr^)tis, videlicet: quamdiu Eandem Domum possi- 
deamus, Nullum in ea confratrem vel conversum locare, set solum- 
modo Yinitorem rel colouum simplicem debeamus, Qui rtique colonus 
Dicto Plebano et omnibus suis successoribus De servicio annuali , et 
aHis Juribus approbatis tenebitur respondere. Nullum eciam cuius- 
cumque generis Oratorium immo nee tabemam sev propinaiorium 
inibi faciemus. Preterea si vendere eandem Domum, vel vineam nos 
contingeret salrum erit dicto plebano et suis successoribus omne ius, 
quod in talibus conswevit habere parochia, tam de conswetudine 
provincie, quam de iure. In cuius rei testimonium prefato plebano 
et suis successoribus presentem literam dedimus, sigillorum nostrorum 
Munimiue roboratam. Datum in sancto Nycolao aput Patavium. Anno 
Domini M"*. CCC°. VII''. in die Assumpcionis beate Virginis. 

Orip. Perg. (Prot. 111. Nr. 239.) Aa PergimeoUtreifea hia^ei swci obloage Sie^l. Das 
erste mit der Umiohriftt f S . Ulriei . Prepositi . Eecle«ie . Sancti . Nicolai . Pat. Der fiicchuf 
«teht im Oraate, das Haapt mit eiaem Ueiligeaseheia ossgebea, mit der rochtea Haad den aar 
Liakea aaf eiaem Fass-Sehimel knieadea Caaoaiker segaead. Das «weite Siegel mit der Umaehrift : 
f S. Ceelesie. S. Nicolai ia Pstsr. ist enthaltea bei Doellios Excerpt. Geneal. Tab. 111. Nr. 23. 

Schon 1304 hatte Bischof Wernhard yon Passau dem Stifte die Berech- 
tigung verliehen , die Pfarre Heiligenstadt nach dem Ableben oder Resigniren 
des Pfarrers Heinrich in Besitz zu nehmen. In diesem Jahre wiederholte er diese 
Begabung (8. April 1307), der Pfarrer Heinrich musste also noch am Leben 
sein. Dieser Annahme scheint der hier vorkommende Pfarrer von Heiligenstadt, 
Wachsmuth , zu widersprechen. Allein Wachsmuth erscheint im Todtenbuche 



109 

nicht in der Rubrik: „Fratres et Sorores", sondern in der Rubrik: „Familiftres 
iio§tri* am 7. Juli : Wachsmudus Plebanus sei. Loci. fr. nr. dedit rineam. Er 
war also kein Stiftspriester, was er gewiss bStte sein müssen, wenn er der 
Nachfolger Heinrich*s wSre , da das Stift das so sehnsüchtig angestrebte und 
endlich erlangte Recht gewiss nicht unbenutzt gelassen hfitte. Daher dürfte 
der Schluss wohl zu rechtfertigen sein, dass beide bemerkten Pfarrer eigentlich 
nur eine Person sind, nämlich Heinrich, der mit seinem Geschlechtsnamen 
Wachsmuth hiess. Ein Shnliches Beispiel findet sich bei Hansiz Germ, sacra 
Tom. II. pag. 241, wo der Grosspropst von Salzburg bald Severus, bald 
Gebeno genannt wird. 

Der hier rorkommende Propst Ulrich Ton Si Nicolaus ist Ulrich II. 
1304—1321. (Mon. Boica IV. 217.) 

CXVII. 

Revers dee Pauauer DomcapiteU über die ihm ertheiUe Zehenifreiheit 
der Weingärten zu Klostemeuburg. 

Dat Passau 17. August 1307. 

Nos Gotfridm dei gracia preposüus^ Wolfkerus decanus 
Totumque Capitulum Patavienais ecclesie profitemur ynirersis, ad 
qaos perreoerit presens scriptum, quod cum venenbiles in Christo 
fratres dominus Perchtoldus prepositus totusque conventus Newn- 
hurgensis ecclesie in Signum confratemitatis ei conformitaiis inter 
no8 et eos inite liberaüter relaxaverint nobis decimas de vineis ad 
eomunem prebendam nostram spectantibuSf yidelicet tribus jugeribus 
in weingraben et dimidio iugere in Mittempeunt nee non yno iugere 
et dimidio in Gebling, que quidem decime debuerunt eis annuatim 
de prenotatis yineis decimari, nos nee immemores nee ingrati bene- 
ficencie eorum existere cupientes, eis repromisimus et ad hoc nos 
obligayimus bona fide, quod si eedem yinee quocumque modo yel pacto 
ad manus transierint aliorum , ius solyendi huiusmodi decimas ad eos 
et ecclesiam eorum integre reyertatur, quodque nulius successorum 
Dostrorum abutendo gracia, que nobis in prenotata relaxacione fece- 
runt, yendicabit sibi aliud ius in yineis prenotatis, quam quod in privi- 
legiis eorum nobis super hoc traditis est expressum. In cuius premissi 
et obligacionis testimonium mandayimus paginam hanc conscribi et 
appensione maioris sigilli nostri muniri. Actum et datum Patayii 
Anno dni. M*. CCC^ YI1^ Octaya sancti Laurencii. 

E Chtftolario Arehiri Hl. fol. 91. b. 



110 

CXVffl. 

Meinhart der Mairkofer schenkt der Kirche %u Herzoghierhaum 

einen Weingarten zu Nueich, 

Dat. 8. 1. 1307. 

Ich Meinhart gehaizzen der Mairhover vnd mein Jiausvrowe 

vrow Breid — daz wir einen Weingarten der ze Nuesch ist gelegen 

an einem perg der haizt gnemental gegeben vnd gesehafl haben zv 

der Chirchen ze Pirbovm vnserm Herren aant Johanst der in der 

Yorgenanten chirchen rast vnd in seinen eren gestift ist — sint 

gewesen die geczeug Rapot Tosch, Otto der wesch, her Eghlf von 

Pirbaum, RuedU Seifrid der Gesleunt, Wolfger, Vir eich Luchner , 

Siglach der Leitgeb von Ottendorf, Heinrich lonl, Hierzz von 

Nuschf Ott der Nuescher, wisent vonPlintendorf, Vlreich der Amman, 

Chvnrat. Der prief ist geschriben, da von Christ purt warn ergangen 

Tausent iar ynd dreyhyndert iar dar nach in dem sibenden iar. 

E ChartvUrio Archivi III. fol. TS. a. 

PirboYm ist, wie aus den Urkunden 52, 53, 54 erhellt, Herzogenbierbaum. 

CXIX. 

Wnlfing von Triebuswinkel schenkt dem Stifte einen Grundholden 
zu Sivering. 
Dat. Klosterneuburg 1307. 
Ich Wulfinch von Tribanswinchel mit samt meiner hosfro- 

wen frowen Maethilden yergich ynd tuen chynt daz wir — 

— gegeben haben ynsern holden Georgen von Svfring mit allen 
seinen Nachymen dem Ersamen Gottshaus vnser frowen ze Nevn- 
burch also, daz er dem furbaz warten ynd dienen sol. Darüber gib ich 

diesen brief mit meinem Insigel yersigelt gegeben ze 

Neunburch tausent Jar, dreuhundert iar, darnach in den Siben- 
den iar. 

Orig. Perg. (Prot. in. Nr. 424.) 

cxx. 

Sigfrid der Faist, Stadtrichter, und der Rath der Stadt Passau bezeugen 

den Verkauf eines Weingartens zu Klosterneuhurg durch Gerhard 

den Schweden und seine Miterhen, 

Dat. s. 1. 5. Februar 1308. 

Ich Sewrid der vaizt genant, ze den Zeiten Richter, ynd der 

Rat ynd alle dew gemain der Stat ze Passaw yergecben — Das vnser 



111 

purger der Swet Gerhart genant ynd sein chun, fraw Dietnut vnd 
hempeters chind deswesterburger, dem got genad, Chunrat, Peter ^ 
Päldwein vnd ir Swester Diemut dev Gerharts stewfkind sein — 
im Weingarten ze Newnburgk der ain halbs Jeueh ist, vnd leit in 
der ziegelgrueb In der nidem schozze ynd haizzet der waihniger. 
Recht vnd redleich ze kaaffen habent gegeben frawen Gedruten 
ton Kriczendorf vmb drew vnd Sibenezigk phunt wienner phenning 
— mit fridreichs hant ze Newnburgk, der des Weingarten ze der Zeit 
perehmaister was^ der in auch verlihen hat der egenanten frawn 
Gedraoten ze rechtem Perkrecht — geben wir, der Richter ynd die 
purger ze Passaw frawn Gerdruten — disen brief mit disem han- 
genden Insigel vervestent vnd mit disen erbem zewgen, her Biet- 
reich der Westerburger, Vir eich derßrobst^ Fridreichder hofmaister, 
Albrecht der Kramer, Marichart der Schröter, ymund der Scheff' 
weger, die ze der zeit des rats ze passaw phlögen, vnd ze newn- 
burgk her hermann ymian, ain erber richter, Jacob der forster. 
Gerbot sein brueder, Perchtolt, Gebhart, Otte der huter, Hainrich 
ton Laa, Levpolt zwischen wegen, Sewrid, Fridreich hetzman, 
Fridreich der En, Otte der humbel, hainreich Mosel, hermann 
hetzman, kristan, fridreich der Glacz, Georg lewtwein der 
Schreiber vnd ander ersam lewt — Ditz ist geschehen ynd diser 
brief gegeben — Tawsent Jar, drewhundert Jar ynd in dem Achten 
Jar an Sand Agathen tag. 

E Chartolario Archiri III. fol. 39. a. 

CXXI. 

Die Bcntmgariner stiften ein Seelgeräie %u Ktostemeuhnrg mit einem Lehen 

zu SMmestorf 

Dat. 8. 1. 16. MSre 1308. 
Ich Weychart von Pavmgarten vnd mein Hausvrowe verBreid, 
vnd mein tochterver Gedräut vnd mein svn Hainreich vnd Fridreich 
vndHertneyd — daz wir ynsers aigen guetes dacz Schirnestorfh^ihen 
gegeben ein leben hincz ynser yrowen auf di stiftynge ze Newnburch 
in daz chloster zu einem rechten selgeret, ynd ist daz leben, do 
Ruger der Grisel auf saz, ynd haben wir noch auf dem yorgenanten 
leben ynser yoget recht daz alle iar ist ze drin Pantaidingen ze 
iczleichem drei phenninge wiener mynzze, daz werdent alle iar neun 
phenning ynd anders recht habe wir nicht mer auf dem yorgenanten 



112 

lehen ze Schirnestorf — Die geczeug sint her seyfrü von haslawe 
pharrer ze valchenstain, her hainreich der herre von Ly echten- 
stain, her ChadoU vnd her Willehalm von Pavmgarten, her 
Chvnrat der hemic von Vakhenstain, her Weychart der herinc vnd 
der herman ymian vnd der Gervnch des Chvln 8vn von Nevmburch 
vnd ander frvmer leut vil, der namen hie nicht Stent geschrieben 
vnd doch wol des wert sint, daz man in gelauben soL Daz ist 
geschehen da ron Christes geburd ergangen waren dreuezehen hvn- 
dert iar dar nach in dem achten iar der brief ist vber di sache 
geschriben an sand Cyriaci tag daz ist XVIP. Kalendas aprilis. 

Ori;. Per;. (R«p. Yet. Nr. 8. fol. 318) «ad Cbartol. Archiri HI. fol. ilO. a. Dm Siep«l 
ist bei der Urkunde Tom, 24. Jali 1306 (Nr. 108) bereit* besebrieben. 

cxxn. 

Crülteniauseh zwischen Hadmar von Sonnenberg und Propst Bertold %u 

Klostemeuhurg. 
Dat. Wien 28. April 1308. 
Ich Hadmar von Svnneberch Tuen chunt — Daz ich — vnser 
frown gotshaus ze Neynburch gegeben han auf achern, di gelegen 
sint pei heroltstorf vnd di ich gechovfTet han datz Vireichen dem 
Spenlein von fratigeinstorf fvnfzehen phenning gulte wienner 
mvnzze, die man dem selben gotshous als von seinem rechten aigen 
alle iar da yon dienen sol an sand Michelstag, vnd da wider hat mir 
vnd meinen erben der ersam herre, her perhtolt ze den Zeiten Brobst 
des vorgenanten Goteshous ze Nevnburch gegeben die aigenschaften 
onfdem hovs ze wentzestorf^ da von man mir alle iar ebichleich dienen 
sol vnd euch meinen erben zwelif phenning wiener mvnzze, vnd ist 
euch daz geschehen mit gemainer gvnst des Conventes des vorge- 
nanten Gotshovses. — dar vber — geh ich der Samnvng disen 
brief mit meinem insigel ver sigelt. Diser brief ist gegeben ze 
wienne — drevtzehen hvndert iar, dar nach in dem achten iar des 
nahsten Svntages nach sand Georgen tag. 

Ori;. Per;. Hadmar*« bekautea Siegel bin;t aa eiaem Pergameatatreifea. 

Heroltstorf ist Horersdorf bei Böhmisch-Krut Ober der untern Zayai, 
K. ü. M. B. 

Wentzestorf ist Wenzersdorf , ein Pfarrort westwärts von Aspern an der 
Zaya, zwischen Eichelhrunn and Hagenberg, K. U. M. B. Den Hof daselbst 
erhielt das Stift unter Propst Nicolaus I. von AJbert yon Kamabrunn. (Cod. 
Trad. n, 5. pag. 1.) 



113 
CXXffl. 

Beinrieh von Bnmn Überlä$9t dem Stifte sein Bergrecht %u Klottemeuburg, 
Dat. Klosterneuburg 24. Juni 1308. 

Ich Hainreich von Pnmne tuen ehrnt ynd vergich an disem 
prief allen den di n? lebentynd hernach chunftich sint, daz mit gmst 
Tnd mit meiner chvn vrowen — ynd aller meiner erben nach meiner 
freynt rat dem ersamen herren Perchtold dem Broist ynd seiner 
&UDnynge dez gotshaus ze Newnburch mit gutem willen ynd ynbe- 
dwungenleieh auf han gegeben allez daz Perchrecht, daz ich an des 
gotshauses pergen ze Newnburch iach mein leben sein yon dem- 
selben gotshaus, ynd daz mein yordern in lehens gewer pracht bieten 
ynez an mich» ynd han auch mich dez fQrzicht'getan also daz weder ich 
noch alle mein erben hernach chainen chrieg noch chain anspräche 
dbr nach haben schuUen ynd ist auch mein herre der Brobst ynd 
dey yorgenante Samnyng ayichleich ledich ze geben daz perchrecht 
yon dem Weingarten, der da heizzet der pauri zu weidnitA ynd auch 
yon dem, der da Göler genant ist, die paid in dem yorgenanten 
perchrecht gelegen sint, ynd dar ymb habent si mir gegeben zehen 
phynt phenoing wienner mynzze, der ich gar ynd genczleich gewert 
pin, ynd yon den andern Weingarten, di in dem selben perchrecht 
gelegen sint, sol man daz perchrecht dienen den zwain erbern 
mannen hem Wemharten dem Schiver tmd Jacoben dem forster, 
di daz selbe perchrecht dar nach, ynd ich ez auf gegab, als yorge- 
schriben ist, yon dem yorgenanten hem Perchtold dem Brobst ynd 
yon seiner Samnynge ze rechten leben emphangen habent, daz auch 
di selben zwen mann her Wemhart tmd Jacob, noch hernach 
in paider erben daz yor genant perchrecht icht geweiten mugen 
noch geraerern dem yorgenanten gotshaus ze schaden han ich an 
disen prief lazzen schreiben alle die Weingarten , dar auf daz yor 
genant perchrecht leit, ynd dar zu alle di leute, di dieselben Wein- 
garten ze disen Zeiten inne habent ynd daz perchrecht da yon die- 
nent. Daz ist dez ersten der Tölr yon einem Weingarten, haizzet 
der Plintendorfer, dez ist ein yiertail, der dienet dayon drey yiertail 
weiss. Darnach der Neczenmsch yon einem Weingarten haizzet dev 
eysnem phaü, dez ist ein ieuch, dienet drey emroer weins. Darnach 
Ckristan yon einem Weingarten, der haizzet Göderl» dez ist ein 
FoBtM. xiy. 8 



114 

halbes jeach, dient anderthalben emmer. Darnach der Sch^ herre 
von einem Weingarten haizzet der Plintendorfer^ dez ist ein yiertail, 
dienet drev viertail. Dar nach Eberhart der Steher von einem Wein- 
garten der leit an demStainhouffeny der ist ein halbs ieuch Tnd dienet 
anderthalben emmer. Dar nach Ofineye dev eniune von einem riertail 
an dem Stainhouffen drey viertail. Dar nach Wolfram der Schuster 
Yon einem viertail an dem Stainhouffen drev viertail. Dar nach der 
alt munnich von weidnich von einem halben jeuch dai haizzet der 
Spiegel anderthalben emmer. Dar nach Symon in der Prvtsterm' 
gazzen von einem achttail an der langengazzen ein viertail. Dar 
nach der manger von einem halben Jeuch an der langengazzen 
anderthalben emmer. Dar nach leubleins des Smides svn von einem 
halben ieuch in dem weingraben anderthalben emmer. Dar nach 
Vlreich der amman von einem Weingarten haizzet Gerl dez ist ein 
viertail dienet drev viertail. Dar nach fridreich heczman dient von 
einem viertail drev viertail. Dar nach Chvnrat von Pergowe von 
einem viertail an der langengazzen drev viertail. Dar nach Gotfrüdes 
Cholbechen svn von einem halben ieuch haizzet der Pliniendorfer 
anderthalben emmer. Dar nach Hainreich der Pader von einem halben 
ieuch haizzet dev Rose anderthalben emmer. dar nach Rudwein 
vnd Sigloeh di zwen prüder von zwein ieuchen an der langen-- 
gazzen fünf emmer, dar nach di herren von wiüehering von einem 
halben ieuch in dem Chochgraben anderthalben emmer. dar nach 
der herre von zeUdng von einem Weingarten sybenthalben emmer. 
Daz disev red» di vorgeschriben ist, furbaz also stet beleih vnd fvrbaz 
vnzeprochen, dar vber ze einer sicherhait gib ich dem vorgenanten 
gotshaus disen prief mit meinem Insigel versigelt vnd durch pezzer 
sicherhait han ich gebeten den ersamen herrn hern Hadmar von 
Svnneberch, daz er sein insigel zu dem meinen an disen prief hat 
geleit. Diser sache sint geczeuge die ersamen herrn, her Siephan 
von Meyssowe, her Ott von zelking, her Rapot vnd her Haiders 
reich die zwen prueder von GorSt dar nach her Ortolf vonNewn- 
dorfy her Rueger von Steucz^ her Vlreich von Riczendorf, her 
herman ymian, dar nach Gervnch hern Choln svn, Engeldiech von 
Maurbach, Dietrich der Schiver, Johannes von Nuzdorf, herman 
van freising ^ Chvnrat, Rudwein, Gvndoli, Wisent von Egen- 
burch, vnd ander frumen leut genuech. Diser prief ist gegeben 
ze Newnburch da man zalt von Christes gepurtte dreuczehen hvndert 



118 

iar dar nach in dem achten iar an aant Johannis tag se Srnnes- 
Tenten. 

Orig. Pcrf. (Rcp. Yet. Nr. S. fol. 97) «od Charivl. Arefcivi Ul. fei. 199. k. Dr«iMUf«t 
Sicfcl: -f Siglltam Hauriei de Prra. Das Schild ist d«r«h tiae breite Bilde (etbeilt, i» derea 
Mitte das Haapt eiaes aabirtigea JlBgliagt. Dt« «weite Siegel: f Sigillam Hadmari de 
Sraaeaber«, ist sekoa kekaaat; aar slad die Soaaeattralile« gleieh dea Blittera eiaer Rase 
augefcrtitct. 

CXXIV. 

Vergleich %wisdien Johann, OUo*$ des Sehenken Sohn, und PropH Bertold 
über den Hof %u Riekeredorf, 
Dat Wien 18. Nov. 1308. 
Ich Johannes Hern Otten sun des Schenchen^ den Got genad, 

Vergich vnd tuen chunt daz nach ersaraer Leut rat vnd ovch 

meiner frevnde, Di ez also besehaiden habent zwischen den Ersannen 
GotshoYs Ynser frowen ze NcYnhurch Ynd Mir aller Chriech Yerebent 

vnd Yerslihtet ist , also daz Ich deno ersaroen Herren Brobst 

Berhtolden, Ynd seinen GotshoYS auf han gegeben meinen 

hofze Ruekersdorf vnd han daz allez ze Leibgedinge herwider 

emphangen Yon dem Yorgenanten Brobst Berhtolden Ynd von dem 
GotshoYs also : Daz derselbe hof vnd Swaz dar zue gehöret, als ez e 
genennet ist, dem vorgenanten Gotshovs mit mein aines tod ledich >virt 

vnd diser schidunge ze einen Vrcbvnde sehol ich alle Jar, dy 

weil ich Leb, dem Gotshovs ze sand Gilgen tag daYon dienen zehen 

metzen Chornes Dar vber ze einer sicherhait gib ich dem 

Gotshovs dis.en brief mit meinem insigel yersigelt vnd dvrch pezzer 
Vrchvnde han ich gebeten di ersamen Ritter y Hern Chvnraden 
den Huebmaister, Hern Virich von dem Gereut vnd Hern Virich 
des Hofmaisters svn, daz sie irer insigel zu dem meinem an disen brief 
habent gehangen. Diser red sind gezeuge di ersamen herren Herr 
Eberhartf der Techent von Nevnburch, Her Jacob der Fharrer von 
der Heiligenstat, Her Stephan der Spitaler, Her Thomas vnd Her 
Wemher von Schevmberch dj Priester, Dar nach Her Ortolfvon 
Nevndorf, her Wemhart der Schwer vnd Her Herman Ymian dj 
Ritter. Damach Gervnch hem Choln svn, Engeldiech vnd Otto, dj 
zwen Bruedter von Maurbach, Herman von Freising, Chvnrat, Rud- 
wein, Wisent von Egenburch, GvndoU vnd ander frYm Leut genuech. 
Diser brief ist gegeben ze Wienne Dreutzehen hvndert Jar, dar- 
nach in dem ahten iar an dem nahsten mantag nach sand Merteins tag. 

Orig. Perg. (Rep. Yet. Nr. i. fol. 285.) An der Urkand« bingea rier Siegel. Das 
ertU t f 8. Jakaais Piaeerae De Ritd , fkst wie bei Haber T. XIX. n. S. Daa »weite . Chaarad's 

8* 



116 

TOB HamiareKt , ««rie selioa fceiin Jakre IS07 (Mr. ilS) fc**«linek«a. Da« dritte : f 8. Vlriai 
Piaeeraa, ist jenem bei Haber T. Vf. n. 4 »ebr ihnliob, doeb feblea die dort sichtbarea Starac. Da* 
Tierte: f 8i. Tlrioi de Chrieteadorf, eatbilt dieaelbea Wappeaseiebea , wie jene« OrtotP« rea 
Rotenataia bei Hnber T. Tl. n. 1. Da« Siegel Konrad's tob Haarnarkt i«t ie rotben, die drd 
ftbrigen in gelbem Wacb« abgednekt. 

Die Urkunde zeigt uns einen Pfarrer zu HeiligensUdt, Jtkob, der ein 
Chorherr ist; folglich muss der Torige Pfarrer, Weltpriester Heinrich, gestorben 
oder abgetreten sein. Mit Jakob beginnt die fortlaufende Reihe der aus den 
Stiftsgliedern gewählten Pfarrer zu Heiligenstadt. 

cxxv. 

GerichUbriefdei Klostemeuhurger StadtratheM über Rudger*s des Kruwnnm 
Haus %u KJostemeuburg, 
Dat. Klosterneuburg 2. Februar 1309. 
Ich Weygatä von Chriczendorf ze den zeüen richter ynd wir 
der rat mit sampt der gemaine der sUU %e herczogen Neumburch 
yerichen offenleieh ynd geben zeerchennea allen leuten, di nu lebent 
vnd hernach chrnftich sint Daz Ruger der Chrump genant cham für 
vns in den rat ynd leit vns für, er ynd sin hausvrowe GerdratU 
der got genade, solten gelten mit einander zwey min yierzich phynt 
phenninge wienner munzze^ ynd do got wolde» daz si menschleich 
recht begie ynd stürbe, biet si in lazzen in der selben gulte, pat 
dar ymb fragen ob er sein haas, daz da leit an dem ecke ze nächst 
Dietreichs haus cles Cxisteh wyl yerchauffen oder yerseczen mocht, 
da mit er daz yorgenant gut gQlte wan im sein gelter nicht lenger 
peiten wolten. Do wart im ertailet mit frage ynd mit yrtail mocht er 
mit den geltem ynd mit seinen erbern ymbsaezzen erzein ynd bringen 
ehafl notdurft, daz er gelten solt die yorgenante gulte er yercbaufl 
oder yersaczt wol an alle irrunge. daz yorgenant sein haus, damit 
er den geltern gulte wan des landes recht ist, daz der gelter der 
nächst erbe ist, ynd als im ertailt was mit frage ynd mit yrtail bracht 
der yorgenandt Ruger yor yns recht ehehaft notdurft mit den geltern 
ynd mit seinen erbern ymbsaezzen ynd mit aiden, daz er di yorge- 
schriben gulte gelten solt^ ynd auf daz yorgeschriben recht hat 
der yorgenant Ruger mit zeitigem rat seiner pesten freunt yer- 
chauffet auf daz yorgenant haus drey phunt geldes wienner phenning, 
die er ierleich dienen sol an sant Merteins tage als purchrechtes 
recht ist, ynd ist das geschehen mit Dietreichs haut dez Czistels, der 
ze der zeit des houses amptman was ynd mit solcher beschaiden- 
hait, swenne der yorgenant Ruger daz gut gewinnet, daz er daz yor- 



117 

geoaot porehreeht mag ab gelösen , so sol er iegleich phont purch- 
reehtes mit sehen phunten phenning wienner muazze ablösen, ynd 
sol der selbe losunge gesekehen zwischen sant Merteinstag vnd 
raschang, ynd swenne daz geschieht daz Ruger der Yorgeschriben 
drer phmt porchrechtes gar md genczleieh abgeloset, als Yorge- 
schriben ist, so sol er frey wal haben mit dem Yorgenanten honse 
allen seinen yromen ze schaffen, Yerseczen, yerchauffen, geben swem 
» wil an allen irresal, Ynd wao die Yorgedachten sache Yor Yns ynd 
mit Ynser gewissen geschehen Ynd gewandelt sint, des geben wir dem 
oi^enanten Ragern zn einem sichtigen YrehYnde ynd ze einer steten 
Yestnnnge disen prief mit unsrer stat insigel YerYestent. Diez ist 
geschehen ynd diser prief gegeben^ do Yon Christes gehurt ergangen 
waren, Dreaczehen hundert iar ynd in dem neynten iar an ynser 
TTOwentag ze der Kechtmesse. 

B CbarMario ArtkM lU, foL IS«, k. 

In dieser Urkunde erseheint luerst (was die sttfUichen Docomente betrifft) 
Weigant yon Kritxendorf als Nachfolger Rudger*s von Staaz im Amte eines 
Stadtriditers; aber auch die alte Bezeichnung Herzogen -Neuburg taucht 
wieder auf. 

CXXVI. 

Prapgt BeHM verleiht das dem Stifte eigentkUmüehe Haue %u En$ 

Ulrich dem Velin. 
Dai Klostemeuburg 12. Hftrz 1309. 
Wir Perchtold vm gotes gnaden Probst, Eberharider TechetU, 
mU sampt der samnvng der Chorhem ze Neumburch yerichen 
ynd tyn chunt allen den, di disen prief horent oder lesent, die nw 
lebent ynd hernach chynftich sint daz wir mit yeraintem rat ynser 
samnonge vnser kaue ze Enns in der että, daz gehaizzen isi der 
Newnburger Chelr ynd daz besynderieich ynser ober charaer ange- 
höret, lazzen haben ze rechten Purchrecht Vireichen dem voln vnd 
seiner chvn vrown Gerdrauden ynd ir paider erben also, daz sey 
ynserm obem chamerer alle iar an sant Gorgentag da yon dienen 
schuUen ein phunt phenning wien ner munzze, geschiecht dez nicht, daz 
sol gepuezzet werden nach der stat recht ze Ens. Dar zy nach ynsrem 
alten recht sol ynser ober chamerer legen ynd yercigen in das selbe 
haus alle iar ob er wil firmfczehen faeder weines, ynd dar an sol im 
der Yorgenant Vlreich oder swer des hauses wirf ist, fuederleich 
sein ynd gnetleichen tan an dem yerchauffen des weines. Dar zu 



118 

swenne ein steor auf di stat wirt geleit ze Ens, so sol der rorgenant 
Vlreieh oder swer ei nach im innehat, das selb haus yerriehten vnd 
versteuren, als pilleich ist. Geschieeht dar yber, des got nicht geh, 
daz daz yorgenant haus yerprunne oder yon andern Sachen yerdurbe, 
so sol ez der yorgenant Vlreieh» oder swer ez nach im hesiczet, hin 
wider pawn mit sein selbes gut. Geschieeht euch» daz der ober 
chamerer chumpt hincz Ens yil leicht mit sechs pherten, swaz der 
da bedarf ze zwein malen, daz sol der yorgenant Ylreich gelten oder 
swer des hauses wirt ist. Geschlecht aber^ daz wir oder iemant 
ynsrer chorherrn dar chumt, dem sol derselbe wirt gemach schaffen 
in dem selben haus nach sein selbes em ynd schuln auch dieselben 
zern auf ir selbes phenninge an des wirtes schaden. Ny habent auch 
der yorgenant Vlreieh ynd sein chyn yraw Gerdraut ynd ir paider 
erben mit ynsers obern chamerer hant, der des hauses Stifter ynd 
storer ist ze dem yorgeschriben recht ynd dienst freye wal dasselbe 
haus ze verchauffen, ze yerseczen, swi si wellent iren frum da mit ze 
schaffen, yber daz alles swer daz oftgenant haus chauffet, der sol dem 
yor benanten chamrer geben ein phunt phenninge ze anlait, ynd 
swer ez yerchauffet sol geben dem selben chamerer ain phunt ze 
ablaitte. Diser sache zu ainer sicherhait Tud ze ainem yrchynde geben 
wir disen prief mit paiden ynsern insigeln yersigelten. Diser sache 
sint geczeug, her heinreich von piela, her Stephan der spüaler 
vnd her Thomas der priester, darnach her wemhari der schwer^ 
Gerunch, hem Choln sim, Dietrich der schiver^ herman von/reising, 
Chvnrat, Rudwein, GundoU ynd ander frum leut genuech. Diser 
prief ist gegeben ze Newnburch da man zalt nach Christes gepurt 
dreuczehen hyndert iar dar nach in dem newnten iar an sant Gre- 
gorien tag in der yasten. 

B CharUUrio Arekiri 10. 60. a. md IV. fol. 56. b. 

cxxvn. 

Her%og Friedrich L bezeugt die Begabung Ludwig' $ von Mulingen (MeidUng) 
mit dem Hofe zu Meinkartsdorf. 

Dat Wien 24. Juni 1310. 

Wir Friedrich von gotes genaden herczog ze Osterrich vnd 

ze Steyr, herre ze chrttyne^ vf der marche vnd ze Portenawe hm 

chunt allen den, die disen prief lesent oder horent lesen, daz der 

erwar man ynd ynser getrewer her percktoU probest des goteshovses 



119 

mser trawem %e Netntnrch dorch Toser pei willen Tnserai dieaer 
Ludwigen van Mulinge vnd seiner hauevrowen vran Kaiereyen 
wni ir paider erben ze reehtem purobreoht Terliben hat den hof, 
der da leii ze Meinharczdorf rf der wieone yf. des Torgeuanten 
gocshauses aigen se NeTnbureh mit allem dem, dai dar xv geboret 
xe Telde, te dorfe, gestifte oder ungeatifte rerafeebt oder Tnyer- 
sTecht, swie st ez beoant ist, also daz der egenante Zti^ir^A 
wm MuUnge vnd ein kausvrowe vre Kaireyen ynd ir paider erben 
den selboi hof fberbaz lediehliehen ynd yreyleichen (haben) sollen 
ze rarehaaffen ze yerseczen, ynd geben, swem si wellen, an allen 
inresaL also mit oyzgenomener rede, sullen di yorgenanten Ludweich 
van Mulinge vnd sin hauevrowe vro Kaferey ynd ir paider erben 
oder swer den selben hof nach in besiezet dem egenanten gotes 
hoQse ze Newnburch alle iar an sant Michels tage dienen ze rechtem 
purehrecht snilen zehen Schillinge wienner phenninge gemainer 
mynzze als des Gotshauses recht ist ze Neynburch, ynd geschehe des 
nicht, daz sol gepezzert werden nach des gotshouses recht ze Newn- 
barch, ynd sol auch der yorgenante probist Percktold oder sin 
amptman oder swer nach im chunftich wirt des egenanten hofes ynd 
alles des dar ouz gestiftet ist oder noch dar ouz gestiftet wirt« swie so 
daz benant ist, Stifter ynd Storer sin ynd oych richter sin an so getane 
Sache, di yns besunderliehen an gehorent. Vnd dar yber so geben 
wir disen prief ze ainem offene yrchynde ynd ze ainen waren geczeuge 
diser sache dem goteshouse ze Newenbarch yersigelten mit ynserm 
insigel. Diser prief ist geben ze Wienne^ do yon Christes geburtte 
waren ergangen dreaczehen hyndert iar in dem zehenden iar dar 
naeh ze Sanibenten. 

E Cbartolario Arehivt m. fol. 33. a. aod HT. fol. S7. a. 

Meinhardsdorf lag an der Wien nahe bei dem heutigen Weidling. Das 
Stift hatte dort schon in den frühesten Zeiten Besitsungen. (Cf. Cod. Trad. 
Nr. 349, 429, 431, 533, K35.) 

cxxvm- 

Master Heinrieh, Notar Her%og Friedriek*8 L und Pfarrer %u Loa, 
he%emgt, dost er den Weingarten Brunn %u Weidling blos leibgedings- 

weise inne hat» 
Dai Klostemeuburg 4. Juli 1310. 
Ego Magister Hainricus plebanus in La^ illustris damini 
Friderid Ducis Äustrie natarius tenore presencium profitens recog- 



120 

nosco me recepisse ab bonorabflibos Tiris dommis PerdUoldo pre- 
posito, Eberharde Decano tatoque Conventu Ecclesie Nevmbur- 
gensia ysum fractam yinee dicteprutmweingarten prope fnelendimm 
in Nidem Weidnich süuaie medium iuger continentis tantum pro 
yite mee tempore possidendum et babendum sub censn sex denariomm 
wiennensis monete ipsis per me io feste saneti Micbabelis annis sin- 
gulis in recognicionem proprietatis eiusdem vinee persoWendo, me 
vero cedente vel decedente dieta yioea ad eosdem dominos prepo- 
situm et conventum sine contradiccione quoramtibet libere sieat 
antea devolvetur cum suo onere et honore, prout in literis eorundem 
miebi traditis super eo plenius continetur. In cuius rei testimonium 
presentes literas ipsis dedi mei sigilli munimine eonsignatas. Datum 
Newnburge Anno Dni. M*. CCC*. deeimo IV*. Nonas Julii. 

Orig. Perg. (Rep. Tet. Nr. 24. fol. IIS) «id Clitrt«!. m. fol. 7t. t. Das Siegel ist !■ 
roUiea Waebi gedriekt aU 4«r Uasehrifl: 8, Haiariei Plabaai ia La, glttali j«mb Wi DaeUia« Exe. 
6«a«al. Tab. XI?. a. 178. Eia gebaraiaehter Ritter «teht ait de» Schwerte aagArtet. ia der Reebtea 
die Laaie mit eiaeai Fähaehea , ia der Liakea eiaea Palmsireig. 

CXXIX. 

Otto^ Aht von Zwetil, nimmt den Klostemeuhurger Deehani Eberhard 

und seinen Bruder Phüipp, Chorherm %u 8t. Andrä^ m die geuUi^e 

Verbrüderung auf. 

Dtt. Zwettl 14. September 1310. 

Frater Otto dictus Äbbas de zwetel totusque conventus ibidem 
yenerabilibus in Xsto viris domino Eberharde Decano Ecclesie 
Newnburgeneis et fratri suo domino Philippo Canonico domus saneti 
Ändree cum devotis oracionibus salutem in omnium salyatore. Exigente 
pie devocionis affectu, quem ad ordinem et conventum nostrum fer- 
yencius yos habere conperimus, piis studiis congaudentes ex animo 
et corde occurrentes, ut condecetletabundo iuxta deyocionem desiderii 
yestri damus yobis auctoritate omnipotentis Dei et beate Marie semper 
yirginis et omnium sanctorum plenum participium omnium bonorum, 
que cottidie domino exhibemus, in diyinis seryiciis, in sancta 
Missa et deyotis oracionibus, yigiliis jejuniis seu aliis quibuscumque 
piis laboribus yel exerciciis, que per nos indignos diyina miseracio 
dignabitur operari hanc eciam prescriptis graciam subiungendo, ut 
cum yester obitus fuerit nostro conyentui nunciatus, animas yestras 
more fratrum nostrorum in capitulo absolutas yniyersis defunctorum 
inyolyemus suffragiis, que pro fratribus et benefactoribus nostris 6eri 



181 

cdisiieyerunt. Datam aono Dni. M^ CCC X*. in zwetel Moruuierio 
in die exaKacionis saocte Crucis. 

E Cbu-UUrio Arehifi m. fol. TS. a. «a4 IT. fol. 70. k. 

Der Abt toh Zwettl , Otto , folgte dem 1304 rerstorbenen Abte Ebro 
aaeh (Linek, Ann. atrteyall. T. L pag. 562. eol. 2). 

cxxx. 

I77rieA von Kritzendorf verkauft dem Stifte einen GelddienMt, den er ven 
demselben zu Lehen hatte, 
Dat Klosternenbiirg 13. December 13l0. 
Ich Vlreich von Chriczendorf — daz ich — dem ersamen 
meioem hcrni Probst Percktolden ynd dem gotshaas le Newnbarch 
recht Tod redeleich verchauffet han yier phunt Tnd acht md yierzig 
phenning geltes, die mein lechen sint geweseo yon dem Torgeoaoten 
gotshaus, die auf behauateo hoMen, auf Weingarten, auf chrautgarten, 
auf einem pawmgarten vnd auf ainer roul gelegen sint rmb rier ynd 
dreizKich phunt wienner phenning. — Diser sache sint geczeug her 
Jacob, her Stephan von Sidendorf^ her Thomas chorherr zu Newn- 
burch vnd priester, darnach her Wemhart der schifer dev riHer^ 
dar nach Gerunch hern Chol w», hertnan von fireiaing, Chvnrat, 
Budweiny Jacob der chelner, Peter freisinger, Wisent von Egen- 
burch und ander frum leut genuech. Diser prief ist gegeben %e 
Newnburch, da man zalt nach Cristes gepurde dreyzehenhyndert iar, 
dar nach in dem zehenten iar an sand Lucein tag. 

Orig. Perg. (Prot. Ol. Nr. 349) ud Chtrtol. ArekiTi m. fol. 4S. h. 

Ulrich*8 Siegel kdmmt 1308 vor (Nr. 124). Durch den Ausdruck ^meiDein 
Herrn* zeigt sich Ulrich als einen Lehensmano des Stiftes, so wie 1308 Heinrich 
▼on Brunn, 1303 Gerhard von Sebenstein und 1260 der Pfarrer Reimbert von 
Kahlenberg. 

CXXXI. 

Dietru^ von Heiligenstadt verkauft seinem Bruder Johann Gelddienste 

zu Kahlenberg f Steten und Piesting. 

D»t s. 1. 1310. 

Ich Dietreich von der Heiligen Statvnd ich Chlar sein haus- 

vrowe — daz wir ze chauffen haben gegeben ynsers gutes zwelif 

Schilling geltes wienner phenning, die auf einem pawmgarten 

ligent, bit ze Chalnperge in dem ort, ynd da ze steten drei Schilling 

phenning geltes, ynd an chaesen ynd an ayern ynd an hyenern fumf- 

ezehen phenning ynd andertbalben Emmer Perchrechtes ynd da ze 



122 

Piestnich drithalbeo phenning rnd zwanzieh vnserm lieben prvder 
Johansen van der heiligen Siat vnd sainer chyn vrowen — Dar 
zu sint geczeuge her Johans der scheneh von Ried der erber riiter, 
her Ruger von Nuzdorf^ Johans von Nuzdorf, Ruger von der 
heiligen Stal, Durinch, Jacob der forsier, Engelpreckt der aUe 
Slüzzler, Gerbot der Richter, Leutwein der Statschreiber — Dicz 
ist geschehen rnd diser prief gegeben da Ton christes gepurd gezalt 
vnd ergangen warn dreuczehen hrndert iar ynd in dem zehenten iar. 

B Ckartilftrio Arekiri HI. fol. 108. b. 

cxxxn. 

SpruMrief »toitd^en Haymo von Höfiein und PropH BertM Über 
itrittige Weingärten. 

Dat Klostemenburg 2. Januar 1311. 

Ich Seyfrit von Eistorf vnd ich Vlreich von Chriczendotf 
vnd ich Jacob der Forster — daz ein chriech gewesen ist zwischen 
dem ersamen hern probat Perchtolden ze Newnburch an ainem tail 
vnd Haymen von hoflein an dem andern tail also daz derselbe 
Hayme sich iach etleich recht haben an den Weingarten, di daz gots- 
hans ze Newnburch von dem tode Rugers des chursner recht vnd 
redeleich angevallen sint die hie benennet sint, des ersten an einem 
halben ieuch daz gelegen ist in der Leimgrueb gegen dem velde vber 
dar nach an einem, der haizzet LiechtweingartelynA an einem, daz ist 
ein halbes ieuch, genant der il^in^er gelegen ze hoßein^ vnd wan er 
fvrzoch vnd iach di selben Weingarten gehorten in an erbleich von einer 
vrown, der er ze Mageschefte iach, di weilent der selbe Rudger ze 
chvnne het gehabt, wart der selbe chriech ze schiedvnge lazzen, also, 
swie doch sein recht chlain war an den selben Weingarten, daz der 
vorgenant probst Perchtold durch vnser bete willen im gegeben hat 
frmf phvnt phenning wienner mvnzze. — Des sint geczeuge her Wem-- 
hart der schiver, Gerunch hern Choln svn, herman von freising, 
Engeldiech, Chvnrat, Rudwein, Gvndolt, Wisent von Engenburch, 
Peter freisinger. — Diser prief ist gegeben ze Newnburch, da man 
zalt nach Christes gehurt dreuczehenhvndert iar darnach in dem 
ainleften jar an dem nächsten tag nach dem ebenweich tag. 

E ChartBltrio Arebiri Hl. fol. 69. t. 



12S 

cxxxin. 

Die Brüder Bernhard und Em$t von Sehweinbari he%eugen, dau Weikart 

der LeUengang auf dae ihm üherlauene Amt Neu$iedel keine recht' 

liehen Antprüehe hat, 

Dti Klosterneuburg PBng^stwoche 1311. 

Ich Wemhart vnd ich Ernst zwen prueder von Sweinswart 

— daz der ersam herre her percktold Brobst ze Nevmburch allain 
durch ynser pet willen ynd durch chain ander sache Weicharten dem 
Leisengange enpholchen hat da% ampt ze zuchromevsulel mit so 
getaner beschaidenhait» daz weder er, noch sein erben gegen dem 
selben ampt chaine rechte ander weder haben schulen» noch emungen» 
wan wenne der selbe weichart also wurchet mit dem selben ampt» 
daz es dem yorgenanten Brobst perchtolden rnd seinem gotshaus 
nicht geyellet, daz er danne hat frei wal vndToIIen gewalt ze nemen 
dazTorgenant ampt in sein gewalt — Dez sint geczeugeAerTf^?mAar^, 
der 8chiver, Gerunch choU Durinch von Mevrlinge, Johannes 
von Nuzdorf, Ruger von der heiligen Stat. — Diser prief ist geben 
ze NevmburcK da man zait von Christes gepurte drerzehen hvndert 
iar dar nach in dem ainleften iar in der phingstwochen. 

E Chirtalaria Arobiri \VL, fol. 79. b. 

Das in der Urkunde yorkommende suchrosneysidel ist laut Urbar fom 
Jahre 1301 Tyemtalneysiedel, ein eingegangener Ort in der Pfarre Sehweinbart. 

cxxxiv. 

Wigand Eisenpeutd verkauft dem herz, Forstmeister Ludwig von Dübling 
einen Hof %u Krotendorf, 
Dat. Klostemeuborg 16. Februar 1311. 
Ich Weigani eisenpeuiel vnd vrow Tvech mein hausvrow 

— daz wir yerchauft haben dacz dem ersamen manne Ludweigen 
von Tobüch dem forstmeister vnd ze seiner housyrowen ynd iren 
erben einen hof, des fynf leben sint gelegen auf des gotshauses aigen 
yon Newnburch ze Chrotendorf^ ynd hat der ersam herre Brobst 
perchtoU von Newnburch vns ynd ynsern erben den yerlihen ze 
rechtem purchrecht mit sogetaner besehaidenhait» daz wir im ynd 
seinem gotshaus alle iar ze sant Michels tag da yon dienen schyllen 
drey phvnt ynd drey Schilling phenninge wienner myozze — Diser 
Sache siBigeezeyge her Stephan von Meyssotee^Marschaleh in Oster- 
reicht her Ott von Zelkinge, her LevpoU von Sachsengang, vnd 



124 

levpoU sein svn» her AloU von kawenveld vnd sein prüder 
Stephan, her Alber von Schvnberch vnd hadmar »ein prüder, dar 
nach her Wemhart der schiveTy her Wolfger von owe, vnd her 
Vlreich von Chriczendorf, darnach Gerunch chol, Jans von 
Nuzdorfy vnd Engeldiech von Movrbach — Diser prief ist gegeben 
da man zait nach Christes gepurte drevczehen hrndert iar dar nach 
in dem ainieften iar an sant Julian tage der Magde. 

E ChartaUri« Ar«hiTi Nr. HL fol. 7S. \, 

Krotendorf ist ein Ifingst eingegangener Ort in der Gegend des hentigen 
Strebersdorf am Fasse des B'isamberges. 

cxxxv. 

Propst Bertold verleiht Ruprecht und Ulrich von LeUs ein Lehen %u 

Pürstendorf. 
Dat 8. 1. 6. Mfin 1311. 
Ich RadmarvonSvnnberch — daz der ersam herre Xk^tPerchtoÜ 
der Probat von Nevmburch durch meiner bete willen verüben bat 
Rvprechten vnd Vireichen von leizze, im bausvrowen vnd im erben 
ein leben daz da ze Pürstendorf auf des gotshaus aigen gelegen 
ist ze rechtem purchrecht mit so getaner beschaidenhait, daz diselben 
dem selben gotshaus alle iar an sant Michels tage dienen sollen 
vierczich phenning wienner mvnzze — Des sint geczevg her 
Chraft mein svn, her Wemhart der schifer, her Vlreich von 
Chriczendorf die Ritter , Der vizlinger, Engeidich von Maurbach, 
herman von freising, Gerunch chol, Chvnrat, Rudwein — Diser 
prief ist gegeben da man zalt nach Christes gehurt drevczehen- 
hvndert iar dar nach in dem ainieften iar des Samstages in der 
ersten vastwochen. 

E ChartaUrio Arehiri lU. fol. 67, a. 

Pürstendorf ist ein in die Pfarre Niederleis gehöriges Dorf. 

CXXXVI. 

Ulrich vBn Kritzendorf verkauft WemKard dem Schiefer seine Gülten 

%u Enzersdorf, 

Dai Klostemeuborg 16. März 1311. 

Ich Vlreich von Chriczendorf — daz ich vor rechter ehafter 

gvlte, der ich vnd mein chvn vrowe reicz, der got genad. schvldich 

wurden mit gesampter band Manischen dem Juden ze Wienne mein 

gut ze Enzestorf zwaier pfavnt vnd vier phenning gulte, di mein 



125 

reehtes lehen waren von dem gotshaus ze Newnburch md meioes 
aigens iwen Tnd drezzieh Eminer weingulte an perchrecht ynd 
an zehent rnd ^in halbes phynt phenning grlte daz auch zu dem 
selben perchrecht geboret, daz gelegen ist an dem puaemperg ze 
ehaoffen han gegeben dem ersamen Ritter kern Wemharie dem 
Schwer vmb Tierzich march lotiges silbers wienner gewichtes des 
^ mich genczleich ynd gar gewert hat hincz dem Torgenanten 
iaden, ynd han auch ich ynd mit sampt mir mein vwen 8vne Rvdolf 
tnd Hainreich vnd mein tochter Lucein vnd mein aidem Reimbot 
dem yorg^nanten hern wernharten das selbe gut aufgegeben — 
Diser sache sint geczeyge her Wemhart von Topelf her Vtreich 
von dem gereut, Gerunch choU Jacob der forster , Engeldiech, 
Wisent von EgetUnsrchf herman von freinng^ friedrich der huet- 
stoehy Gebhart von Rueckerstorf^ Jacob der chelner. Gebhart 
von sant Mertein, Ott der hueter, fridreich, weigantes svn — 
Diser prief ist gegeben ze Newnburch, da man zalt nach Christes 
gepurte dreyczehenhyndert iar, dar nach in dem ainleften iar an 
iem nächsten eritage yor mitter yasten. 

E CkartaUrio Arek»! UI. fei. $2. a. 

cxxxvn. 

Eer%og Friedrich L bestätigt den Revers seines Notars Heinrieh, Pfarrers 
von Loa, Über den Weingarten %u Weidling, (Urkunde CIXVIII.) 
Dat 8. 1. 4. Mai 1311. 
Nos Fridericus dei gracia dux Äustrie et Styrie ad yniyer- 
sorum noticiam yoinmus pervenire, quod cum discretus vir magister 
heinricus Capellanus et notarius noster plebanus ecclesie in La 
nsym fiructum yinee dicte Brunnweingarten prope molendinum in 
nidern weidnicfa situate iugeris continentis sub annuo censu sex dena- 
riorum wienennsium ab bonorabilibus yiris dominis preposito et Con- 
ventu ecclesie Neumburgensis receperitdumtaxat proyitesue tempore 
possidendum, prout idem Capellanus noster coram nobis publice est 
confessus et in suis literis exhibitis et ostensis plenius continetur» nos 
ad petieionem parcium predictarum ad super habundantem futu- 
rorum cautelam presentes literas (damus) Anno Dni. M"*. CCC*. ynde- 
eimo IV. Nonas Mail. 

Orif . Perg. (Rep. yet. Nr. 34. fol. IIS) «Ba Chtrtnlar. ArehiTi HI. fol. 71. t. Dm 
Uräe Siegel, ait 4er UoMebrilt: f 8. Friieriei Deeii Aestr. , in rothem Weelis seigi dee 
■tneriaebea PaaUier ■b4 das fitterreiebiiebe Sobild, wie bei Albreebt'i I. Seereteiegel (Hergotl, 
Hm. Aae«. Tob. i. Ta/. Yl. a. S). 



126 



cxxxvm. 

Dietrich, Starchand'i Sohn, von Stadlau verkauft dem Stifte Hof 
und Werd %u Eipeltau. 

Dat 16. Mai 1311. 

Ich Dietreich hem Starhandes ^vn von Stadlowe vergich — 
daz ich mit gunst vnd mit gutlichem willen meiner chvnne fram 
Margreten vod aller meiner erben, den hof^ den mir mit gunst TDd 
guetleichen willen aller ir erben mein Änfrowe Mecktili, hem 
Vlreichea witib von Rizendorf, dem got genad, vnd mein Oheim 
Herr Vlreich, desselben hem Vlreichee svn zu chouifen beten 
gegeben, des anderthalb leben ist vnd ist gelegen ze Alpüowe Ouf 
dez Gotsbouses aigen von Nevnburch — ze chouffen han gegeben 
— dem ersamen herren hern Percktold dem Probst rnd seinem 
GotshoYs ze Nevnburch vmb hvndert vnd vmb dreizzig phunt 
phenninge wienner mfinzze — Darzu ist mir lazzen aller hande 
dienst, der von demselben hof dem Gotshous drew iar an vnderlazz 
versezzen ist, vnd han euch mich des selben boves fvrzicht getan — 
vnd euch des wer des, der in der Tuenowe gegen Alpüowe vber 
gelegen ist, des der vorgenant herr Vlreich von Rizendorf yfiier daz 
recht von dem Gotshous ze leben iach. — Dar vber ze sicherhait 
geben wir Ich vnd mein bruder Chvlman — disen prief mü vnser 
paiden insigeln versigelt. Diser sache sint gezeug her Chunrat von 
Siezendorf, her Wolfger von owe, her Wemhart der Schiver, her 
Vlreich von Chriczendorf, di Ritter, darnach Gerunch, kern Choln 
svn, Dvrinch von Mevrling, Johannes von Nuzdorf, Ruger von 
der heiligenstat,Herman von freysing, Chunrad, Rudwein, GundoU, 
Engeldiech, Wisent von Egenburch. Fridreich der htästoch, 
Gebhart von Rtiekerstorf ynd ander frum leut genuech. Diser Brief 
ist gegeben — dreutzehen hundert iar, darnach in dem ainleften 
iar des nächsten svntages vor dem ovfertag. 

Otig. Perg. Zwei roa^t Siegel an Pei^tmeatatreifea ia gelben Wachs. Da« erste enthilt 
eia dreieckiges sohrig Links getheiltes Schild, im rechten Felde swei lothreehte Balken. Umschriil: 
t S . TIETRICI . DE . SATLAY. Das xweite Siegel, mit gleichem Bilde, hat die Umschrift: 
S . CHOLUANI . DE . OTA 



127 



CXXXIX. . 

Fidimui der FundatioM- Urkunde der Pfarre Kierling durch Bischof 
Bernhard von Pa$$au. 

Dat. Klosterneubarg 7. Juni i31i. 

Nos Wemhardu9 Dei gracia Ecclesie Patav. Episcofus pre- 
sentibus eonfitemor, Quod dilectus io Christo frater Dnos Berchioldus 
vemerabüü prepo^itus Ecclesie Neynburgeosis priTilegium Sigil- 
latam Sigillo Dni Chunradi quondam Prepositi Nevnburg. et Sigillo 
Doi Vlrici de Chyrchling nobis exhibuit et peeiiU vt quia dietuiD 
priTil^iam propter yetustatem ruiDara minabatur, auetoritate ordi- 
naria ionoyare curaremus illud. Nos autem dictum priyilegium dili- 
genter iDspexiinus et sigilla^ quantum potuimus, considerayimus, ipsum 
priyilegium nichil adolendo oichil diminuendo presentibus inserimus 
in hunc modum. H. Ducentesimo Tricesimo Tercio etc. Folgt die 
Urkunde bei Fischer D. 191. In cuius rei testimonium presentes 
damos literas nostro sigillo munitas. Dat. Nevnburge Anno Dni. M^ 
CCC*. yndecimo VIK Idus Junii. 

Orig. Ptrg. Oblong«! Sieg«! ia g«ll»«a Wioki. Der BUeliaf sitit a«f den TbroMesseT, 
fie Beerte «egaena erheben , in der Linken den HirtenUnb. ÜBechrift: WEBHHABDI . DBI. 
6IUCU . ECCLESIE . PATAVIRNSIS . eFi . 

CXL. 

Spruehhrief vunsehen Dietmar dem Zwickel ^ Müller zu ChUtemhurg, 
und den ttifUichen Holden zu Meidling, 

Dtt. Klosteraeoburg 24. August 1311. 

Wir Perhtold van Gates genaden Brabsi %e Nevnburch tuen 
ehunt — Daz ein chriech gewesen ist zwischen der gemain ynserr 
Holden ze Mevrünge an einem tail ynd zwischen Dietmaren dem 
Zwickel Milner ze Chatemburch an dem Andern tail vmh ein werd 
tmd tmb ein Weidach y daz niderhalb der Miil, di er yon ynserm 
Goteshoys ze Pyrchrecht daselben hat, gelegen ist, ynd oych da yor, 
ynd derselbe chriech wart mit ynserm gueten willen ynd euch mit 
willen /ait^en van Nuzdarf, der oyf derselben Hui fymf Schillinge ynd 
zehen phenninge yberzinses hat, paide yon der gemain ynd oych yon 
dan egenanten Dietmar an die ersamen yier mann geseczet, an hem 
Jaeab vnd hem Thaman Briester tmd Charherm vnsers Gats- 



128 

hovses vnd an kern Greiffen von Wienne vnd kern Vireichen pei 
den Bruedemy also swaz die dar yber beschieden, daz solt stet 
beleiben, von paiden tailen. Dis genant rier man beriten Tod 
besahen de? gemerche an allen orten, da derselbe chriech rmbe was, 
ynd besehieden mit veraintem muet, daz der vorgenant Dietmar der 
Zwiebel ober halb des weges vnd der marche, di sie da geslagen 
habent vnd ouz gezaiget haben stI daz hvltz iungez vnd altez ze 
pezzerrnge seiner Mfll, doch also, daz er daz alt holtz Stymbeln 
svl ze seinem fr?mm als er dez bedarf, ynd sol doch dchainen Stam 
absiahen noch auz rentten. Dar zye syl er friden zwischen den Wein- 
garten vnd der wis, die er hat zu der yorgenanten Mfil ynd dem 
weidach, daz dar an st6zzet, soymet aber er, daz swelher band schaden 
er da yon enphaehet yon der Gemain yiech, den syl er dulden an alle 
pezzerunge. So sehullen die yorgenanten ynserr holden haben daz 
weidach niderthalb des weges ynd der marche, di da oyz gezaiget 
ynd geslagen sint, ynd damit schaffen iren frymm nach ynsers 
amptmannes rat, ynd ieder man nach seiner notdurft, als er gesezzen 
ist. Dar zy schulen paide dey gemain ynd Dietmar Zwiebel die Waid 
oberthalb des Weges ynd niderthalb mit einander gemain haben» Doch 
mach Dietmar dazselbe Weidach, swelhes iares er wil geleiche getailet 
halbez maizzen, ynd danne derselbe maizz'syl dor nach zwai iar 
gepannet sein ynd in frid sten, also daz inner der Zeit dehain yiech 
dar oyf gen sol, ynd in dem andern tail des Weidaches, daz dann 
yngemaizzen bestet, schulen sie schaffen mit der waid irn frym. Swen 
aber dey zwai iar ende nement, so mach er aber daz ander tail 
maizzen, ob er will, ynd seinen frym da mit schaff'en in der weis ynd 
in dem reht, als er e daz yoder tail gemaizzen hat, ouch sol er 
dehaines iares daz weidach gar meizzen nyr halbez ynd mit dem 
Satze, als mit red beschaiden ynd hie geschrieben ist. Ny hat oych 
dey gemain oyf dem Nidem tail des Weidaches ynd der weide gegen 
im daz selbe reht in aller weis , als ez yon werte ze werte da yor 
geschriben ist yon dem obern tail. Von swelbem tail aber dis schi- 
dunge ybergangen wirt ynd ze brechen, ynd wie ofte, daz beleibet 
alz ofle yns schuldich ze geben zehen phunt phenninge wienner 
mynzze ynd den yorgenanten schiedleuten alz manniges. Yber daz 
allez ist beschaiden, daz der oßegenant Dietmar mit der gemain yns- 
rer Holden ze Meyrlinge leiden sol an allen Sachen, daz in ze leiden 
geschieht. Diser red ze einer yrchund ynd ze einem gezeuge geben 



129 

wir disen brief mit vnserm insigel versigeU, vnd durch pezzer 
gewarkaii diser schidunge habent dt zwen vorgenant ersam Ritter 
irev insigel zv dem vnsem an disen brief gehangen, Diser sache 
sint gezeuge her Wolfger von owe, her Wemhart der Schiver^ vnd 
her Vlreich von Chritzendorf di Ritter y dar nach Dvrinch von 
MevrUnge, Gerunch Chol, Chvnrat von Nuzdorf Herman derfrey^ 
ginger vnd ander frym leut genvech. Dieser brief ist gegeben ze 
Nevnburch — dreutzeben hvndert iar, darnach in dem ainleften iar 
an sand Bartbolomei tag. 

Origr. P^rg. Drei Si«g«l io gelbem WmIii ■■ Perguneatttreifea. Da« erat« oral; rechts 
fUkt iie beil. Jnagl^aa, welcher eia Eagel dea göttliebea Willea rerkfiadet, twiaehea beidea eia 
fiafiat Bit Blamea; oaterhalb betet der Propat kaiead aoter eiaeai Bogea. Uaischrift: f 8. 
PERCHTOLDI . PREP08ITI . CC^E . NVWEBVRGENSIS. — Da« xweite aad dritte Siegel raad. in 
drcieekigeo Schilde eia gel&gelter Greif» die Uaiaehrift anf beidea rerwiaeht. 

CXU. 

Otto von Staüek gibt dem Stifte anderthalb Lehen %u ReinprechtipöUa, 
Dat. Wien 22. October 1311. 

Ich Ott von Staleke — daz ich dem ersamen Gotshaus ynser 
rrown ze Newnbiirch ledichleich gegeben han di aigenscfaaft, di ich 
gehabt han auf anderthalben lehen ze Reinprechtes polan — vnd 
wan dicz geschehen ist nach dem rat meins öhem von Meyssaw 
hem Stephans hat derselbe her Stephan durch meiner pet willen 
sein insigel zu ainem vrchvnde zv dem meinen an disen prief gehangen. 
Diser sache sint geczeuge her hainreich von CheyawCy Vlreich von 
Meyssow, Alber vnd hadmar di zwen pruedei^ von SchvnbercK 
Ott von Cheyowe, Stephan von hovnvelde, dar nach her wolfganch 
von chvnrinch, her fridreich von durrenpachp her walberovn der 
Zinke^ hainreich V7id vlreich von Stoyczendorf Ruger von Chirch- 
pach» Gervnch Chol von Newnburch, Durinch von Meurling, 
Engeldiech von Mövrbach, wisent von Egenburch, — Diser prief 
ist gegeben ze wienn da man zalt nach Christes gepurte dre?czehen- 
hyndert iar, dar nach in dem ainleften iar des nächsten tages nach 
der ainlef tausent maide tag. 

Orig. Perg. (Prot. 111. Nr. 408.) nad Chartol. Arebiri III. fol. 68. a. Da« Reiteraiegel 
Siephaa't tob Meincaa al« Alar«ohalI biogt ao derUrkoade, ohne da» derselbe in ihr als Marschall 
geaaaat «ird. Daa xweite Siegel ist rnad: f S. Ottoais de Stalek, nad eatbalt xwei in einen 
apiUea Winkel xusammenlaufeBde Balken. Das Siegel ist jenem bei Duellins Excerpt. Geaeal. 
Tab. XXI. a. 270 sehr ähnlich, aar fehlen Mood und Sterne. Bei Huber Tab. XIV. n. 23 sind die 
Balkea breiter; ibrigena wäre das Siegel dort noch kenatlicher abgedrnckt. 
FonU». XIV. 9 



130 



CXLU. 

Gertrud von Waldekk, Prwrin da D^minikanerinm-Klosters %» TuUy 

reversirt dem Stifte Klosterneuburg die Zehentf^ichtigkeit ihres 

Weingartens. 

Dai Tuln 15. November 1311. 

Ich Gerdrevt von Waldeke Priorinne mit samt dem Content 

der Swestem ze Tuln in dem frowen Chloster Prediger ordens 

vergich vnd Tuen chunt Daz wir an alle Widerred alle iar 

dem erbern Chamerer der Chorherren ze Neunburch zehent vnd 
perchrecht geben schulen ze Weidnich von vnsern Weingarten, der 
gelegen ist in der Cholngrub, des fünf viertail sint. Weren aber 
wir in niht, als nu geschriben bt, des vorgenanten zehent vnd 
auch Perchrehtes an der vorgenanten stat, so hat er allez Daz 
recht gegen vns, Daz er gegen andern vnsern Perchgenozzen 
hat. Diser rede ze sicherhait geben wir dem vorgenanten Chamerer 
disen Brief mit vnsern insigel versigelt. Des sint gezeug: Her 
Wemhart der schiver, Herman vonfreising^ Chvnrad, Rudwein,^ 
GvndoUf Engeldiech von mavrbacK Jacob der Chelner^ Wisent von 
Egenburch vnd ander frum leut. Diser Brief ist gegeben ze Tuln, 
Da man zalt nach Christes gepvrte Drevczehen Hvndert iar, dar nach 
in dem ainleften iar des nahsten mantages nach sand Merteins tag. 

Orig. Perg. (Bept. V«t. Nr. 93. fol. 127.) Dai bei Haithaler Reo«M«s Ar«lk. Canpil. 
Ttb. XV. Nr. 9 abgebildete Siegel hingt abgedruckt in rothem Wacha an einem Perganientatretfen. 

CXLIII. 

Gerunch, Cholo*s Sohn, verkauft dem Stifte Gelddienste %u Klostemeuhurg. 
Dat. Rlostemeuburg 13. December 1311. 
Ich Gervnch, kern Choln svn, dem got genad — daz ich mit 
guetleichem willen meiner chvnn vrowen Agnesen — dem ersamen 
meinem hern hem perchtold vnd dem gotshaus ze Nevmburch ze 
chauffen han gegeben drey phvnt geltes drey Schillinge vnd zehen phen- 
ninge, di mein rechtes lehen sint gewesen von dem selben gotshaus 
auf behausten holden da selben in der weiten gazzen, vnd an dem 
nydem marcht vnd auf des Schivers padstuben vnd auf etleichen 
holden di da pei gesezzen sint, vnd in der walchgazzen vnd in 
der Staingrueb vnd auf einer marchtzüllen an dem samcztag* nevn 
Schilling, di in daz vorgenant gelt geraittet sint, vmb vier vnd dreizzich 
phvnt phenning wiener mvnzze. — Des sint geczeuge Durinch van 



131 

MewrUng, Johannes von Nuzdorf, kerman von freUing^ Ckvnrat, 
Rudwem, Engeldiech vnd Wisent — Diser prief ist gegeben xe 
Newnburch di man xalt nach Christes gepurte dreTCiehen hyadert 
iar dar oach ia dem aiadliften iar an saat lucein tag. 

E Chartslari« ArekiH HI. fA, IM. a. 

CXLIV. 

OHelf, MeiMter des keil GeUtsrdens %u Wien, be%eufft den Verkmmf 
eines Weingartens zu Hütteldarf durch Friedrich von Am. 
Dat. Wien 2. Februar 1312. 
Ich Prueder Oriolf, ze den zelten Phleger vnd Malst er des Gots- 
hauses dacz dem heiligen gelst ze Wienne veriche vnd tuen chunt allen 
den, die disen prief lesent^ oder horent lesen, die at Jebeat Tod 
hernach chvnftich sint. Daz der erber man herfridreich, hem Wolfgers 
sun von awe vnd sein hauswrow vrow Elspet mit guetem willen 
Tnd gunst aller irer erben, vnd mit gesampter haat ze den jteiten» 
do si ez wol getuen mochten vud mii meiner hont verehanft habent 
iren Weingarten ze Vtelndotf, der do ieit an dem hintern perige, 
des ain Jeuch ist des ich rechter stiAer vnd stoerer pia ; denselben 
weiagarten habent si gegeben nut alle dem nucae vnd recht, als si 
in her Jbracht habent, marckteo perchreefates gewer vnsb sechezig 
phunt wienner phenning, der si recht vnd redeieichen gewerl sint, 
dem Erbem manne, dem vorgeaant^ herrn wolfgem von awe^ vnd 
seiner hausvrown vrown Christeineinen vnd allen im erben furbaz 
ledichleichea vnd vreileichen ze haben, vnd allen iren fruraen da mit 

schaffen . Ez hat auch die vorgenant vrow Christein den 

egenanten herrn Wolfgem von awe, iren wirt mit demselben Wein- 
garten ge wert aller dinge seiner rechten margengabe. Vnd darüber 
durch pezzer sicherhait, so sezzent sich die vorgenanten herfrid' 
reich von awe, vnd sein hausvrowe vrow Elspet seinem vater hem 
wolfgem von awe, vnd seiner hausvrowen vrown Christeinen vnd 
allen im erben vber den egenanten weiaga»rten fuer sich vnd fuer 
alle ir erben ze rechten gewern vnd acherme für alle anspräche. — 
— Dar vber so gib ich vorgenant prueder Ortolfhem Wolfgem von 
omcy vnd seiner hausvrown vrown Christeinen vnd allen iren erben 
disen prief ze einem offene vrchunde, vnd ze ainen waren gezeuge 
diser sache versigelten mit meinem insigel. Vnd sint auch des gezeuge 
herr Wemhart der schiver, her vlreich der hofmaister, GeruncK 



132 

derSpetstnai8ter,Dietreich der Schifer, Etigendiech, der Mavrpech. 
Durinch von Meurlinge, herman von vreuinge vnd ander frume leut 
genuech» deo disev sache wol cfauot ist. Ober prief ist geben %e 
wienne , da Ton Cristes gepurt waren ergangen drevzehen hundert 
Jar, in dem zweliften Jar darnach an dem liecht Messe tag ze vnser 
vrowen. 

Ortoir« Siegel i«t eDthaltca bei Hveber T. TIIL Nr. 8. Doch fehlt aort der Stern, weleher 
im Mittelfelde twisehen dem RBekeo dei Lamme« aad dem natera Balkea de« spaaiselieB Kreose« «iehU 
bar i«t. Die Um«clirifl laatet: 8. FlRS . OBTOLFI . MÄ?)H1 . ORO . S . SPTs . WIE. A]«o war Ortolf 
Mei«ter, aiebt Prior. 

Siebe über dieses Spital zam heil. Geist in Wien vor dem Kftratnertbore : 
Fiscber Not. brev. Urb. Vindob. Cap. IVH. edit. alt pag. 237. 

In spfiterer Zeit erscheint in den stifllichen Urkunden: 1428, Sonntag ror 
Epiphania (4. JSnner) Bruder Karl Grueber, Meister des haws zu dem heiligen 
Geist Yor Kemertor ze Wienn. 

CXLV. 

Johann von Nussdorf verkauft dem Propste Beriold von Klostemeuhurg 
eeme Acker %u Gaiiemburg und eine HofiiaU %u Meidling. 

Dat Rlosterneuburg 15.. Februar 1312. 
Ich Johannes von Nuzdorf vergich — Daz ich nach dem Tod 
meiner Chvnn frawen Gerdrauden — yerchovffet han dem ersamen 
meinem herren Perhtold dem Brobst vnd seiner Samnunge ze 
Nevnburch di acher^ di ich gehabt han %e chatemburch vnd ein 
Sechstail eines holczes vnd ein Hui daselben darauf der zwichel 
sitzet, da von man dient alle iar ze sand Michelstag fumf Schilling 
vnd zwelf phenninge wienner mvnzze rnd dar zu ze MewrUnge ein 
hofstai nahen gelegen pey des gotshouses hof da man von alle iar 
ze sand Michels tag euch zwaintzich phenninge dienet, vnd dar zu 
ein od hofstat. daz allez mein purchrecht ist gewesen Yon dem 
vorgenanten Gotshous vmb viertzich phunt phenning wienner mvnzze 
— vnd ist euch diser chauf geschehen mit gunst vnd guetleichen 
willen frowen christein ^ hem hermannes ymians wüeben vnd 
ouch mit dem willen Nyclas, Ruedolfes des Neuzzleins svn, der der 
vorgenanten meiner chvnn vnd auch frowen Christein prueder svn 
ist — Vnd darüber setz ich mich — vnd auch Engeldiech von 
Mavrbach für sich vnd sein chvnn frowen Margreten^ dev der 
vorgenanten frowen Christein tochter ist, ze rechtem scherm — 
Dar vber — gib ich — disen prief mit meinem Insigel versigelt. 
Dis sint gezeuge diser sache. her Wemhart der Schiver, her 



133 

Wolfger von Owe, her Vlreich von chrüzendorf, Dvrinch von 
Mevrling, Buger von der heiligenstat, fridreich der huetsiocK 
Gehört von Ruekerstorf^ herman von freysing , Peter sein svn^ 
Chvmrad^ Buedwein, (rvndolt, Jacob der Chelner, Wisent von Egen- 
burch — Diser brief ist gegeben ze Nevnburch — dreutzehen 
bandert iar, dar oach in dem zwelften iar an dem eritag in der ersten 
Tastwochen. 

Orig. Pery. Dm riide 8i«^l in gelbe» Waehs blagt u «■■•■i PerfMieitstreifea «ad 
mtkUi •ioea wa^tehtea, gewArfeltoa Balken ün dreieekifca SekiMe. Unuekriftt f 8. J0HAN18 
ORF. 

Gatternborg ist ein eiagegtngeDer Ort an der Stelle, wo heutsotage das 
k. Lustschloss SchdnbniDD steht Ich stelle hier zusammen, was das Stiftsarchiy 
daräber bietet: 

1437 befreit Propst Georg L den herzoglichen Kellersehreiber Erhard 
Griesser wegen geleisteter Dienste yon aller Steuer und Robot yon der 
Kbattermühl auf seine Lebenszeit 

1140 erlaubt K. Friedrich (IV.) demselben das Wasser aus dem Mühlgraben 
bei seiner Mül niderhalb Hizing in seinen Weyer zu leiten und zu khern, so 
ril er will, doch dass die Ablassrinn daraus in den Ablassbach hinter der 
Mül gelegt werde. 

1442 yerleiht Propst Georg Erhard dem Griesser, Bürger und des Raths 
zu Wien, die Kbattermühl als rechtes Burgrecht gegen den gewöhnlichen Dienst 
mit dem Vorkaufsrechte, was derselbe auch reversirt. Dessenungeachtet 
erscheint 1467 Sigmund Vest von Linz als Besitzer, der sie um 350 Pfund dem 
Ehrenreich Khöppel verkauft , welchen Act zu genehmigen Propst Johann sich 
80 lange weigert , bis es ihm von dem landesfürstlichen Entscheidungsrichter 
Ritter Konrad Hölzler aufgetragen wird. In der Urkunde heisst sie „die abge- 
brannte Öd Mül**. Doch reversirt der Käufer dem Stifte das Vorkaufsrecht und 
verpflichtet sich in diesem Falle 50 Pfund nachzulassen. Im Jahre 1471 verlfisst 
derselbe neun zu dieser Mühle gehörige Joch Äcker an Nachbarn von Wien, 
Altmannsdorf, Meurling und Penzing, um WeingSrten anzulegen , gegen einen 
Dienst von 60 Pfennig per Viertel. Ebenso spftter noch 2*/^ Joch. 1497 kauft 
Propst Jakob nach Ehrenreich*s Tode die Gattermühle von dem minderjährigen 
Sohne Hanns. 

1585 kömmt Propst Balthasar ein, dass die Khattermühle aus der Einlage 
in dem Landhause gelöscht und die bezahlte Steuer abgeschrieben werde, 
weil an ihrer Stelle ein Thiergarten ist, wie auch schon Propst Georg viel früher 
(1540) das Waldamt, welches daselbst Holz geschlagen (Khatterhölzl) , ver- 
klagte, und Propst Leopold 1570 um Steuerersatz bat, da die Mühle dem 
Kaiser gehöre. 

Die letzte darauf bezügliche. Urkunde ist die Bitte des Propstes Andreas 
1620 an den Kaiser und den Passauer Bischof um Rückgabe der Khattermühle. 

So viel das Stiftsarchiv. 



134 

CXLVI. 

Reven des Ahts von Lilienfeld Paul an das Stift Klosterneuburg über 
Nicht'Anspruchnakme neuen Besitzes von Weingärten. 

Dat. Wien 24. Febniar 1312. 

Nos Frater Paulus dictus Äbbm totusque Conventus de Lylin- 
weld Yenerabili Domino Bertholdo preposito et Domino Eberhardo 
Decano totique Capitulo ecclesie Newnburgeasis promittimus, quod 
ex hoc nuDC io futurum ipsis pro aliquibus vinearum eollaeionibos 
sine ipsorum bona yoluntate nequaquam erimus importuni testiroonio 
biijus seripti. Datum Wiernie in die beati Matbie apostoK Anno Dni. 

M*. ccc*. xn. 

E Cktrtalario ArebiTi m. M, 18. ■. 

Das Stifl Lilienfeld, welches bereits in den Jahren 1304 und 1306 
WeingSrten in KI oster neabnrg an sich gebracht hatte , kaufte im Jahre 1312 
neuerdings zwei Weingärten you Bernard Chronnest mit Bewifligung des 
Propstes Bertold. Da LiKenfeld als Cisterzienserstift laut der Prifilegien too 
EntricKtuBg des Zeferents frei war, konnte eine Erweitening seines Besitsthums 
dem Stifte Klostemeuburg nicht gleiehgiltig sein ; desshalb fcrlangte und 
erhielt man von dem Abte Paul von Lilienfeld diesen Revers. 

CXLVII. 

Der Hofmarschall Dietrich von Pilliehdorf bezeugt , dass Ulrich von 
Weidendorf aUen seinen Ansprüchen auf Besitzungen zu Enzersdorf 

entsagt hat. 
IM. Wien 2a Mfin 1312. 
Ego Dieiericus de PUtchdorf, lUustris Ducis Austrie MoT'- 
ckalcus, significo presencium inspeetoribus Vniyersis, quod Viridis 
de Waidendorf in preseneia mea renunciavit iuri, quod se babere 
dicebat ab Ecclesia Neynburgensi in quodam feodo, et quibusdam 
areis in Enczenstorf sitis. Et vi predieta eecle«ia Nevnburgensis 
ab huiusmodi impeticionibus in antea stet quieta, pro eo presentes 
conscribi feci litteras et sigilli mei robore communiri in evidens 
testimonium premissorum. Datum Wienne Tercia feria ante Quasi- 
modogeniti. Anno Domini Millesim» Trecentesimo Duodeeimo. 

KWiftM seehitofcigei Siegtl. Aiek trMhcMt auf d«ttaeU»ea iw bei 4ta Sitg«! tob Jakr« 
1308 fehlende Helm. (Hireber. Tab. XII. Nr. 12.) 

Da in demselben Jahre StephaA von Meissau als Marscball siegelt» stellt 
sich dadurch das Bestehen zweier Marschälle (eines Landmarschalls mit 
erblicher Würde, des Meissauers» und eines Hofmarschalls, Marschalcus Ducis» 
des Pillichsdorfers) heraus. 



135 

cxLVin. 

Siekerkeit^rief de$ Stiftet von Heinrich van der Neune und Andreoi, 
Bürgern %u Wien, wegen de* an NiclaSt Leubmann'i Sohn, verliehenen 
Weingarten* in der Weitsleiten. 
Dat. Wien 11. Juni 1312. 
Ich Hainreich von der Neyzze^ vnd ich andre purger xe 
wienne wir vergehen ynd tuen chunt allen den, die disen prief 
horent oder lesent. Daz der ersame herre her PerchtoU Brobst 
ze Newnburck durch ynser pet willen Nyclan Levbmannes svn, 
mserm freynt ainen Weingarten, des ain halbes ieuch ist, gelegen 
an der weizzenleitten, des er rechter perchherre ist, ynd der so 
lange vrbowe was gelegen^ vncz er in rechten perchtaidingen ze 
reisach gesaü wart, ynd in sein gewalt ertailet, recht ynd redeleieh 
ze rechtem perchrecht yerlihen hat furhaz zehaben ynd ze besiezen 
ze rechtem perchrecht yon dem Gotshaus. Geschech aber, daz yil 
leicht dem Gotshaus her nach yon swelhand Sachen chriech oder 
ansprach dayon auf erstuend. in dem chriech ynd gegen der 
anspräche schulten wir yns seczzen, ynd das Gotshaus an allen 
schaden da yon pringen. Diser red ze ainer sioherhait geben wir 
dem Gotshaus disen prief mit ynser paider insigel yersigelt. Diser 
Sache sint geczeyge her Wemhart vnd her Hainteich di Chrvnneste, 
her Dietreich von dem Chalnperg vnd her Ernst j der vezzeU 
tneider ynd ander frum leut genuech. Dieser prief ist gegeben %e 
Wienne; da man zalt nach Christes gepurte dreyzehen hyndert iar, 
dar nach in dem zweliften Jar an sant Barnabe tag. 

E ChartaUrto Arehivi 111. pag. 83. a. 

Wir ersehen aus dieser Urkunde die damals bestehende Obung, einen 
ODgebauten, öden Weingarten bei der Bergtaidung mit einem ^Reis^ anheim- 
xusagen, und der freien Verfugung des Bergherrn zurückzugeben. (Siehe 
HtlUus, pag. 1543.) 

CXLIX. 

Der Passauer Domherr und herzogt, österr, Protonotar Meister Bertold 

überlässt an die Priester Ulrich und Nicolaus von Mailherg seine Pfarre 

Eggenburg pachtweise. 

Dat. Wien 11. December 1312. 
Ego Magister B. Canonicus Pataviensis Illustris Domini 
Friderici Ducis Amtrie prothonotarius profiteor per presentes, 
Quod discretis yiris ac honestis Dominis Rugero et Nicoiao fratribus 



136 

de Maurberg sacerdotibus ecclesiam meam in Egenburg a festo 
beati Georii proxime affuturo per VDum annum continuum locavi 
et vendidi, videlicet Questum cottidianum cum minuta decima, prout 
aräeceasores sui hactenus a me habuisse dinoseuntur, pro viginti 
mareis argenti, de qua quidem pecunia ipsos pronuncio liberos et 
solutos Presencium testimonio litterarum. Datum WienTie Anno 
Domini M^ CCC XII. Tercio ydus Deeembris. 

E ChartaUrlo Arehiri III. p. 71. b. ond Chart. Nr. IV. fol. 70. b. 

Def Name des hier erscheinenden Pfarrers von Eg^enburg ist Bertold. 
Dies erhellt aus dem Chartular der Stadt Eggenburg ad annum 1320 , wo es 
heisst: „Wenceslaus dei gracia Dux Saxonie, Ecciesie Halberstadiensis, nee 

non plebanus in Gars honorabilis vir Magister heinricus felieis recor- 

dacionis quondam plebanus in Gars et fundator Hospitalis santi Martini in 
Egenburga, nee non Magister perchtkoldu$t plebanus ibidem sueeessor suus". 
Die beiden Kirchen Gars und Eggenburg blieben in dieser Verbindung unter 
einem Pfarrer bis zum 17. Mai 1544, welches Datum die Separations- 
Urkunde trägt. 

P. Placidus Herzog, in seiner Cosmographia Austr. Franc, ad annum 
1477 pag. 384, erzählt über die Eggenburger Kirche : ^Erat tum parochiale 
urbis templum valde angustum, nee etiam plebano civitatensi ipsa domus 
parochialis ob fabricae gustum amplius ad voluptatem ; obinde cum alia domus 
longe capacior (olim militum Templariorum usibus deputata) exstaret, nee 
procul abhinc dissitum esset quoddam templum gothico opere structum S. 
Stephane Protomartyri dicatum, domum istam dominus plebanus in vicem 
ruinosae sibi tradi, illud templum cum pervetusta sua ecdesia Parochiali 
permutari postulavif*. Herzog weist hier auf Tempelherren als hausgesessen 
in Eggenburg hin. Da die Guter der Templer auf dem Concil zu Vtenne den 
Johannitern zugesprochen wurden (Labbei Conc. T. XI. col. 1557), der Pfarrer 
Bertold in dieser Urkunde den Brüdern Rudger und Nicolaus von Mailberg, 
die dem Johanniter-Orden angehörten, die Pfarre überlässt, mit der Bemerkung 
„prout antecessores sui hactenus a me habuisse dinoscuntur'', hat man für die 
Existenz der Tempelherren zu Eggenburg darin einen Anhaltspunkt zu finden 
geglaubt, aber dabei die Worte „a me^ zu berücksichtigen vergessen ; sowie 
man auch aus dem Umstände, dass der Johanniter-Orden in Heiligenstadt 
jährliche Einkünfte bezogen, einen ähnlichen Schluss zog. 

CL. 

Bernhard, Bischof von Passau, hebf die 1301 erlassenen Visiiations' 
Vorschriften wieder auf 

Dat. Wien 16. December 1312. 

Wemhardus Dei gracia Ecciesie Pataviensis Episcopus 
Dilectis in Christo fratribus Venerabilibus Dominis Bertholdo prepo- 



137 

säoy Eberhardo Decano et Conventui Ecciesie Neanburgensis Pata- 
riensis Dyocesis salutem in Domino. Ex parte yestra porrecta peticio 
eontioebat» quod cum dndum yenerabiles fratres Dominos sancti 
ypolüi et sancti Floriani Ecclesiarum prepositos et eorum collegas 
in Tisitacionis officio cum pleno mandato ad Ecciesiam vestram tunc 
deformatam et collapsam pro ea reformanda misissemus, ipsi yisi- 
tatores Hadmaro preposito vestro auctore dicte deformacionis per 
sentenciam deposito quasdam constituciones pönales in diversis 
causis et casibus in yestra Ecciesia statuerunt. Sane cum post 
mortem yenerabilis fratris Domini Rudigeri quondam prepositi yestri 
eedem in tantam desuetudinem et obliyionem transierint^ ut nee 
earum copia habeatur, petistis yobis salubriter proyideri, pre- 
sertim cum modo, auctore Deo, yestra sit Ecciesia tam in spiritu- 
aiibus, quam temporalibus laudabiliter reformata. Nos igitur justis 
yestris peticionibus pium adhibere fayorem, yiBstreque saluti inten- 
dere cupientes, dictas constituciones omnes et singulas irritamus, 
abrogamus, noientes per eas de cetero yos ligari. Mandamus igitur 
yobis, ut juxta tradicionea sacre regule veatre et laudabüem 
vestre ecciesie consuetudinem conviventes Ecciesie yestre causas 
et negocia salubriter pertractetis. Datum Wienne Anno Domini 
Millesimo Trecentesimo Duodecimo XVir Kai. Januarii. 

Orig. Perg. (Rep. Yet. Nr. 3. fol. 83.) Diachof Bernhard'! bekanntes Siegel in gelben 
Waeh« aa einem Pergamentctreifen hiogeod. 

Die i30i Tisitirenden Propste ?od St Polten und St. Florian, Ekhard 
and Ainwik, hatten Verordnungen erlassen, deren Befolgung mitunter schwer 
war. Daher wurden sie bald darauf nicht mehr gehandhabt. So machte gegen 
den Laut dieser Verordnungen Prepst Rudger schon 1305, durch die Noth 
gedrüngt, Schulden bei Juden, und nahm ebenfalls gegen diese Verordnungen 
1309 Sophie von Kranichberg in das Frauenkloster auf. Sein Nachfolger 
Bertold hatte aber das Stift auf eine achtungswerthe Höhe emporgehoben, 
und desshalb nahm Bischof Bernhard keinen Anstand, diese belästigenden 
Verordnungen, welche nur durch die damaligen Zeitverhfiltnisse geboten waren, 
aufzuheben, und die althergebrachten Gewohnheiten des Hauses zur leitenden 
Richtschnur wieder anzuweisen. Bernhard that noch mehr, er kam bei Papst 
Clemens V. bittweise ein, dem Klosterneuburger Propste den Gebrauch der 
bischöflichen Insignien bewilligen zu wollen, und zwar unter demselben Datum, 
16. December 1312. (Bemh. Pez Cod. dipl. bist, epist pars 10. pag. 5.) Ob 
Papst Clemens V. diesem Bittgesuche Folge gegeben oder nicht, ist nicht 
auszumitteln , doch ist wahrscheinlich durch Bernhard*s Tod, die nach seinem 
Absterben eingetretenen Irrungen bei dem Passauer Capitel, und endlich 
durch den Tod des Papstes selbst die Angelegenheit in Vergessenheit gerathen. 



1S8 



CU. 

Her%0g Frieiriek L erlaubt Meektüd von KU%endorf im Verkauf ikra 

Hofee zu Eipeltau. 

Dat. Klosterneuburg 17. December 1312. 

Wir Fridreich von Gates gnaden Herczog %e Osterreich vnd 

von Steyr, Verichen offenleieheo aD disea prief. Dax di erber vrow 

Mechtüt weilen Vlreichs witetee von Riczendorf hat vor rns bewert, 

daz si nicht rouge vor ehafter not versparen den hof %e Älpetow^ 

den ir wirt vnd si habent ze Purchrecht gehabt von dem Gotshaus 

ze Newnburch, vnd ist derselben witewen reht vnd redeleich erteilt 

Daz si den vorgenanten hof ze Alpetow verchauffen muge, swi ez ir 

fuge, seit si ehaft not dar zu bedwinget. Der prief ist gegeben ze 

Newnburch enhalb Tunow nach Christes gepurt vber Drevzeben 

hvndert Jar in dem zwelften Jar des Suntages vor sant Thomas tag. 

E Chartalario Arehiri III. fol. 72. b. 

Ulrich ?on Ritzendorf (Ritzersdorf bei KarUtfiUen, K. 0. W. W.) starb am 
6. Juni 1307 und ist bei den MinoriteD zu Wien begraben (Necrol. fratr. Minor, 
bei Fez II. 487. a. SIC. b.). Siehe auch die UrkuDde vom Jahre 1303. (Nr. XC.) 

Alpetow ist das heutige Eipeltau, K. U. M. B. 

CLn. 

Bernhard der Schiefer, Amtmann des Stiftes, bezeugt den Kauf eines 
Weingartens zu Klostemeuhury durch den Chorherm Jakob. 
Dat. 8. I. 6. Januar 1313. 
Ich Wemhart der Schiver, amptman des Gotshaus ze Neun- 

burch vergich vnd tuen chuut daz der erber herre, her 

Jacob Corher ze Netcnburch gechauflet hat mit meines Herrn 
Brobst Berchtoldes vrlaub vnd mit willen aller meiner herren 
wider Dietreichen dennagel vnd sein Chvn vrown Reichzen iren 
Weingarten, des ain viertail ist, vnd ist gelegen an dem gastaig ze 
nächst dem Radecker vmb zwayen fumfczich phvnt phenning 

wienner munzze vnd soll auch der vorgenant her Jacob mir 

dienen von dem vorgenanten Weingarten alle Jar an sant Michels 

tag achtedhalben phenning ze ainer sieherhait gib ich dem 

oftgenanten hern Jacoben meinen prief versigelt mit meinem insigel. 
Des sint gezeuch Herman von freising ^ fridreich der hutstoch, 
Engeidich von Maurbach, Wisent von Egenburch , Jacob der 
chellner, Peter sein prueder, fridreich Ganzrab, Hainreich, 



139 

sein aidem, Chunrad zebel, Hainreich der phister. Diser prief 
ist gegeben, da von Christes gepurde waren dreyzehen hyndert 
Jtf, dar naeh in dem DreTzebenten iar an dem periehtag. 

B Cbartalario ArchiTi III. fol. 8S. a. 

Der Käufer Chorherr Jakob war bis zum Jahre 1306 Stiftsdechant, 
worauf er die Pfarre ku Heiltgenstadt fibernahm, aber tehoa 1310 wieder in 
das Stift zurüekkehrte. Zugleich ist eraicbtUeh , ^9m anter Einwilfiguag des 
Propstes und Capitels die Chorherren mit eigenthOmlichem Vermögen schalten 
and walten konnten. 

Der ffir die damalige Zeit hohe Preis eines einzigen Viertels Weingarten 
wird dureh die gfinstige Lage desselben erkISriich. 

CLin. 

ÄJUat^rief des Passauer Bischofs Bernhard für die Theünehmep der 
9u Klostemeuburg Obliehen Proeession etc. 

Dat. Wien 16. Januar 1313. 

Nos Wemhardus — — — Presentibus confitemur, quod 
dirini cultos augmentum yolentes inducere per iDdulgenciarum premia 
et aeeendere derocionem devotorum ad instanciam dilecti nobis 
Jacobi Canonici Ecclesie Neunburgensis Omnibus vere penitentibus et 
eonfessis» qui in statu Clericali processioni, que inNeumburgacanme- 
vit ßeri singuUs diebus dominici» ante missam^ studuerint interesse» 
qaique Layci vtriusque sexus'eandero processionem cum rererencia 
foerint snbsecuti, Tigintidies de iniuneta penitentia misericorditer 
10 Domino relaxamus. Ad bee Landes intemerate beate rirginis 
Marie dilatare cupientes Omnibus yere penitentibus tot dies de iniuneta 
penitencia misericorditer in Domino relaxamus , quot seu quociens 
Ave Maria complete dixerint Choro Newnburgensi hanc anii- 
phanam Salve Regina sollempnüer decantanie. Datum Wienne 
anno Domini M'. CCC. Tercio decimo XVII. Kl. Februarii, Presen- 
tibus nostro sigillo in testimonium roboratis. 

Orif. P«rg. (Rep. Vet. Hr. 7. fol. 20.) 

Bisehof Benihard*s , der hier den zahlreichen Besuch der Stiftskirche su 
befördern sucht, bekanntes Siegel an einem Pergamentstreifen. Die erwShnte 
Proeession unter Absingung der lauretanischen Litanei erhielt si^h bis zu den 
Zeiten K. Joseph's II. und wurde nicht blos am Sonntage, sondern auch Montags, 
Mittwochs und Freitags gehalten, ausgenommen die Zeit zwischen Weihnachten 
oad Lichtmesse. 



140 



CUV. 

Hermann von Ehentkal revenirt dem Stifte die Dienstpfliehtigkeit und das 
Vorkaufsrecht des Hofs zu Reinprecktspölla. 

Dai Klosterneoburg 27. März 1313. 

Ich Herman von Ebenthal rergich dar ich mir vnd 

meiner Chvn jfrowen Reichkarten vnd vnser paider erben recht rnd 
redlich gechovffet han einen hof , der ovf des Gotshovses aigen ze 
Neunburch ze Reinprechtes Pollan ze nächst der Chapellen gelegen 
ist, vnd der Weilent des Glinssen was , vmb vier hvndert phvnt an 
fumf phvnt phenninge Wienner mQnzze, ze Stephan der PintC' 
rienne aidem von Pulka, vnd ze seinen Chvnfrowen Agnesen, di 

paide denselben hof — ze velde vnd ze Dorf verchovffet 

haben. Vnd wan diser chovff geschehen ist vor dem ersamen 

meinen herren, hern Perchtolde, dem Brobst ze Neunburch vnd ovch 
mit seiner hant, wan er seiner rechter Purcherre ist, hat er demselben 

hof mir vnd meiner Chvn verüben ze rechten Purch- 

reht von dem vorgenanten Gotsbovs also, das ich in holden weis 
darovffe sizen soU vnd sol ovch dem Gotsbovs an alle widerred ze 
allen dienst berait sein von demselben hof, als enneher von alten 
reht vnd von alter gewonhait chomen ist vnz an mich, vnd darzu 
solich, oder swer denselben hoff nach mir besiezet, dem oftgenanten 
Gotshovs dienen alle jar ze sand Georgen tag Neunezehen Schilling 

wiener mOnzz ob daz geschieht, daz ich denselben hof vor 

notdurft verchovffen miiez oder wil , oder von wie getanen sachen, 
so sol ich in das Gotshovs des ersten angebieten, Emnach oder 
enwill danne der Brobst der ze den zeiten ist, denselben hof nicht 
gechovffen, so mach ich nach meiner frumden einen erbern Manne, der 
demselben Gotshovs ze dienst mezzieh ist, aber dhcainen meinen 
Vbergenozzen, dhcainem Purger, vnd dhcainen Closter mach ich 
noch en sol denselben hof verchovffeji — — Vber daz allez , ob 
daz geschieht, des Got nicht geh, daz ich vnd den vorgenant 
mein housfrowe an geschefte vnd an erben vervarn, so ist der 
oftgenant hof ledich ze allem reht dem oftgenanten Gotshovs. 
Vnd sol ovch danne der Brobst, der ze den zeiten ist, mit sein selbes 
Chost Mich und, auch mein Chvnn di vorgenanten nemen, an 
swelher stat wir innerhalb des Landes verdorben sein, Vnd vns 
füren ze seinem Gotshovs vnd vns da bestatten nach der gewon- 



141 

kaiiy vnd ovch mit den eren, als man phlegt ze besiaien ander 

erber Leuij di zu dem Gotshovs gehorent Verderben aber wir 

mit gesheft, also auch daz wir erben nach ms lazzen • dannoch sein 
wir in dem f&rsaze, daz wir vns zu dem Gotshovs also phlichten 
wellen, daz es sein nuz rnd ere hat, vnd orch wir ebigen frum 
an ynsem seilen. Diser red ze sicherhait gib ich dem Gotshors 
dben briet mit meinem Insigel versigelt, rnd durch pezzerVrchunde 
md sicherhait hat her Älram von Emiinge sin insigel zu dem meinen 
an disen brief gehangen, diser sache sint gezeuge die ersamen 
Ritter her Wemhari der Schiver vnd her ülreich von Chrizendorf. 
Damach Chunrat der Richter von Neunburch, hainreich und vlreich 
(U zwen brueder von Stoyzendorf, fridreich der huetstoch, Durinch 
von Seveld, Gerunch des Herzogen Speismaister, Johannes von 
Nuzdorfy herman von freising^ Chunrat ^ Ruedwein, Engeldiech von 
Movrbach vnd Wisent von Egenburch, vnd ander frum leut genuech. 
Diser brief bt gegeben ze NeunburcK da man zalt nach Christes 
gepurte dreuzehenhundert iar, darnach in dem dreizehenden iar in 
der Vasten an sand Rueperhtestag. 

Orig. Perg. (Prot. III. Nr. 409.) Zwei ruode hiifeide Sirgel. Das erat« nit der Un- 
tekrifl: \ S. Heinriei de Ebeital seigt eioe groaee Kagel im Sehildfelde. Daa sweite: f S. 
Alriai d« Enliig — ist abgebildet bei Haber Tab. X. n. IS. 

Dieses ist die erste Stiflsurkunde, in welcher das Vorkaufsrecht vorkömmt, 
ao wie auch die Bestimmungen des Ausstellers fQr den Fall eines Ahsterhens 
ohne Erben bemerkenswerth sind. Unter den Zeugen erscheint ein neuer 
Stadtrichter, Konrad. 

CLV. 

VergUieh moischen den Sitzendorfem und dem SHfte über ein Lehen 

zu Stoizendorf. 
Dai Wien 12. Mai 1313. 

Ich Jacob von Sizendorfvnd min hovsvrowe Vro Margret ^ vnd 

ich Chvnrat, Jacobes Prueder wir Veriehen daz wir mit guten 

willen haben vns verebent mit dem werden hohen Prelat 

Probest Perhtolden von Neunburch, ynd mit der Gemeinde des 
Conyentes alda umb daz leben ze Stoyzendorf, vnd umb allez daz, daz 
zu demselben leben geboret, daz wir gehabt haben wider daz rechte 
md wider daz Gotshovs ze Neunburch. Darumbe hat vns der vor- 
genannt Probest Perhtolt gegeben zwelif phunt Wienner phenninge, 
der wir reht vnd redelichen geweret sin, also daz wir vns des vorge- 
nanten Lehens rechten fuerzicht haben getan Vnd darüber 



142 

80 geben wir — ■: disen prief ze eine offene Vrchunde 

Vnd sint oveh des gezeuge: her Heidenreich der Purchgrafe von 
GorSj her Wolfker von Inprukke, her Rad^U von Pirbovm, Dtuindi 
von Sevelden, Janse von Nuzdorf^ Virich sin prudery Dietrich der 
Schifetr, Janse von der heiligensiaty Wisent von Egenburch, Tid 
ander frume Leute genueeh, den diser sache wol chunt ist Diser 

brief ist geben xe Wienne dreuzehenhundert Jar» In dem 

dreuzehenden Jar darnach an saod Pangracentage. 

Orig. Perg. (Pr«t III. fol. 4SI.) Di« kleiiei, mdei Siegel der beiden Brflder bmgei u 
der Urkaode. Da« erste: f ^ Jacobi de Siieidorf, da« sweite: f S. Cbmradi de 
Siiendorf. Der Helm aof beiden befiedert. 

In dieser Urkimde erscheint zum ersten Male die Formel : der werde hoche 
Prelat, vieüeickt desswegen, weil schon bekannt war» dut Bischof Bernhard 
von Passau im Torigen Jahre sich hei dem pfipstliebeii Stuhle für den Prop«t 
wegen des Gebrauchs der Pontificalien verwendet hatte. — Im Jahre 1333 
erscheint eine andere Formel; da wird Propst Stephan der gewaltige Brobst 
genannt 

CLVI. 

Ablasshrief für die itiftliehe Hospitals-CmpeUe od 8. Gertrmdem, 
Dat. Arignon 1313. 
Universis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis Mise- 
racione divina Franciscus Panormitanns y Nicolaus Yadriensis^ 
Raymundus Adrianopolitanus Archiepiscopi , Geraldus Cusera- 
nensis, Johannes Silvensis, Geraldus Polantinus, Franciscus Glavi- 
ciensis, Antonius Sogorbitensis ^ Robertus Troianus, Raymundus 
Massiliensis y Robertus Capeniratensis et Franciscus Gaijtanus 
salutem in domino sempiternam. Virgo yenustissima et orooium yir- 
tutum floribus insignita, virgo dei genitrix gloriosa, cujus pulchri- 
tudinem sol et luna mirantur, cuiusque preeibus iuratur populus 
christiaDus, florem preciosissimum et immarceseibilem et eternam 
ineffabili claritate saneti Spiritus eooperacione produxit, ob cvius 
rererenciam loca eiusdem virginis insignia sunt a Christi fidelibos 
merito yeneranda » Tt eius piis adjuti suffragiis eteroe retribueionis 
premia consequi mereantur. Cupientes igitur, vt Capella Sande 
Gertrudis Hospitalis in Neunburga Pataviensis Dyocesis eongruis 
honoribus frequentetur et a Christi fidelibus iugiter yeneretur» 
Omnibus yere penitentibus et confessis, qui ad ipsam Capellam in 
Omnibus subscriptis festiyitatibus, yidelicet Nativitatis Domini, Resur- 
rexionis, aseensionis et Penthecostes, in sanctis festiyitatibus beate 



143 

Marie» Johannis baptiste, Martini, Njcolai confessoris, nee non 
omoiam apostolorum atque santharum Gerdrudis, Katherine, Marie 
Magdalene, Agathe, Margarete, Agnetis ac Yndeeim roiliuni virginum, 
Tirginum et in commemoracione omnium sanctorum, ac in dedicacione 
ipsins Capelle causa devocionis et oracionis accesserint, Aut qui ad 
fabricam, omamenta, luminaria, vel ad alia necessaria predicte capelle 
manas porrexerint adiutrices, aut in extremis laborantes quicquid 
legayerint suarum facultatum, vel qui secuti fuerint corpus Domini, 
cum portatur ad infirmos, aut ipsam Capellam YeV eins Cymitherium 
circuierint ynum dieendo Pater noster. De omnipotentis Dei miseri- 
cordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius auctoritate conßsi, 
singoli singulas dierum Quadragenas de iniuncfis eis penitenciis 
misericorditer in Domino relaxamus, Dummodo dyocesani voluntas 
ad id accesserit et Consensus. Datum Avinione Anno Domini Millesimo 
Trecentesimo Terciodecimo Pontificatus Sanctissimi patris ac domini 
domini Clementis Pape Quinti Anno Octavo. 

Orif. Per^. (Rep. Vet. Mr. 33. foL 29.) Zwölf Siegel in rothem Wach« tbd •■gebiogt, 
TOB oraler Form, eiaea aaageaomiiiea. Jeder der Kireheaffiraten hatte aa der Stellt, wo das Siegel 
aagehiagi ist, seifte NaaBeasonterschrIft beigooelst. Da« erste hsagi an rothc« Seidevsebalrea, aad 
trigt die Uaisehrift: Franeisci Dei. 6ra. Arehiepiseopi Paaormitaai; der Ersbisohof 
steht, mit der Rechten segnend, in der Linken den Hirtenstab haltend. Das iweite hangt an einer 
b«Btfirbig«D Seidensehnnr mit der Unsehrift: Fratria Gerald! Epi Ca ser anenai s ; der 
Bisehof ist ebenso abgebildet. Das dritte , mit der UoBSchrift : Nicolai Archiepiscopie 
Tadrenais, hingt an einer rotheo Seidensehnur ; in unteren Felde kniet der Ersbischof nnter 
einem B«gen «nd betet, die hfel befindet sieh ror ihas auf den Fnssboden; im oberen Felde rnhen 
xwei Wölbungen auf einer Sinle , nnter ihnen steht snr Rechten ein Mann mit einer Königskrone 
and dem krenzgesehmüekten Scepter, inr Linken ein Mönch. Das rierte hat die Umschrift : O e r a I d i 
Episeopi Palantini; der Bisc}iof steht anter einem gothisehen Bogen, im oberen Felde sind 
xwei Hisehen mit Heiligenbildern. Das fflnfle mit der Legende: Joannis Epi Siloensis, 
zeigt den Bischof stehend im Pontifical-Gewaade ; das gleiche ist bei dem sechsten (Franeisci 
Episeopi Glarie.) nad siebenten (Antonii Episeopi S ogor bite nsis) der Fall. Die 
Seidensehnnr ist beim Tierten grfin, mit weissen, porpnnen nnd gelben Faden gemengt, beim sechsten 
weiss-roth-gelb , beim siebenten roth. Das achte (Roberti Troiani EpT.) hat den Bischof auf 
dem Stnhl« sitxend, während zwei Schilde an beiden Seiten aagebracht sind, darOber die seligste 
Jnagfma mit dem Jesn-Kinde. Das nennte Siegel (Raimnndi Adriapol. Arehiepi.)ist 
kreisförmig: der Erzbisehof, sitzend, hält stntt des Hirtenstabes ein Kreoz, zn jeder Seite der 
Sessellehne sehant der Oberthcil eines Hasen hervor, die Wappenschilder auf beiden Seiten gleichen 
dem bei Dnellins Excerp. Geneal. Tab. T. n. 44. Das zehnte ist bezeichnet: Roberti Epi 
Caponotrateasis; oberhalb des steheaden Bisehofsein Marieobild in einem Schreine. Diesem 
gleicht aneh das eilfle, mit der Umschrift: Rayranndi Massiliensis EpT. Das zwölfte 
rndlieh (Fran eisoi Gaitani Epi.) zeigt im unteren Felde den Bisehof kniend, im oberen die 
seligste Jnngfrnn, mit dem Jesn-Kinde auf dem Arme. Di« Sohnftr« sind roth; n«r beim zehnten 
weiss, mit Pnrpnr gemengt. 

Die (noch bestehende) Spitalskirche hatte froher den h. Gotthard zum 
Patrone, in dieser Urkunde erscheint sie der h. Gertrud geweiht, und zwar mit 
dem Rechte, aus ihr die h. Wegzehrung zu den Kranken (wahrscheinlich nur 
innerhalb des Spitals) zu tragen, und einem eigenen Friedhofe. In diesem 



144 

scheinen auch Personen höherer Stfinde ihre Ruhestfitte gefunden zu habeD, 
wenigstens weisen darauf die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts dort 
aufgefundenen, jetzt verschütteten drei Grüfte hin. 

CLVII. 

Konrad Hagenauer verkauft dem Stifte einen Gelddienst %u Alhrechtidorf. 
Dat. Klostemeuburg 24. April 1314. 

Ich Chvnrat Hagnower rergich daz ich vnd mein Chvn 

frowe Margret y • vnd mit Gvnst Chvnrates vnsers svns rnd 

aller vnser erben, Dena Ersaroen Herren Brobst Berhtotlden vnd dem 
Gotshovs ze Nevnburch ze chovfien haben gegeben vnsers freyen 
aigens zehen Schillinge geltes wienner phenninge auf zwain Lehen, 
die ze Albrehtesdorf gelegen sint, di man alle iar dient ze sand 

Michelstag vmb fwmfzehen phvnt phenninge wienner munzze 

Vnd durch pezzer bestetigvnge paide des chovfTes und des schermes 
hat mein Brueder SeifrU, der mit samt mir rehter gewer vnd 
scherm ist, sein insigel zu dem Meinen an disen brief gehangen. 
Dis sint des gezeuge: Herr Wemhart der Schiver, friedreich der 
Euetatoch, Engeldiech, Herman freisinger, Peter sein svn, Chvnratp 
Budwein, Wisent von Egenburch, Virich Castiner, Seibot von 
Watzmanstorf, Brovn von Bodovn, vnd ander frum Leut genuech. 
Diser brief ist gegeben ze Nevnburch, da man zalt nach Christes 
gepurte Drevtzehenhundert iar. Darnach in dem viertzehendem iar 
an sand Georgen tag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 1. fol. 308.) Zwei Siegel io gelbem Wacht hiogen «n einem 
Pergameatstreifen. Das eine findet atch bei Haber Tab. XI. n. 8, daa andere i«t mnd mad bat die 
Umcehrift : f Sigillnm Sifridi de Hagenar und seigt auf einen dreieckigen Scbilde das ninliehe 
Wappen , wie dac erstere. 

Ober die Lage von Albrechtsdorf siehe die Urkunde 170. 

CLVffl. 

Das Stift Klostemeuburg verleiht Heinrieh dem Chaeser ein Haus %u 

St. Polten mit Vorbehalt des Einkehrrechtes. 

Dai Klostemeuburg 4. Mai 1314. 

Wir Perchtoli von Gotes genaden Probst y Eberhart der 

Techent mit der Samnunge der Chorherren ze Newnburch verleben 

vnd tuen chunt Daz wir mit verainten rat vnd mit gemainer 

gunst Heinreichen den Chdser von sant PoUen vnd seiner Chvntie 
vrown Wilbirgen vnd allen ir paider erben lazzen vnd geantwurtet 
haben vnser hatts, daz wir in der stat dätz Sant Polten haben 



145 

gehabt, also, daz er vnd sein Chonn der vorgeoant, daz haben schallen 
mit sampt ir erben ewichleich, als ir rechtes Purchrecht mit sogetanen 
beschaidenhait, daz der vorgenant Hainreich, oder swer ez nach im 
besizzet, yns, oder swer nach vns Probst wirt, da* mit warten schol 
also: wanne wir dar chomen, daz mr stallung darinne haben ze 
viertzieh pherten. Auch schol er vns berait sein vnd auch vnsem 
Chapplanen vnd vnserm erbem gesinde mit Pette gewant, als vns 
erUek sei, vnd auch im. Auch schol er vns berait sein mit weisen 
Tischlachen vnd mit allen dem, daz zu dem Tische gehört , an di 
Chost allain Darzu schol er vns berait vnd wartund sein mit prenn^ 
holcz zu der Chüchen » mit heuen und mit schusheln, vnd mit allen 
dem, daz zu der Chuchen gehört. Auch schol er daz Torgenant 
haus mit sein selbes gut pawen rnd zimbern , Daz wir vnd auch er 
des ere haben» vnd gefur also, wanne wir dar chomen, daz wir vnd 
auch di mit vns da sint, von ersamen Chamern, guten gemach 
darinne haben von Pettegewant, vnd von Pette str5, als vorgeschri- 
ben ist. Dar zu wenne vnser Cbelner, oder ander herren von vnsem 
Gotshaas dar chomen, den sol er in aller weis, als vorgeschriben 
ist, berait sein mit einer ledigen Chamer, vnd schol auch der phlegen 
mit Pettegewant vnd mit allem dem , daz zu dem tische vnd zu der 
Chuchen gebort, vnd doch zu ir selber chost, als in vnd auch im 
daz erleich sei. Swenne aber daz geschieh , daz er vns vnd vnserm 
Cbelner vnd auch andern vnsem herren nicht warten wolt mit allen 
Sachen, als vor geschriben ist, vnd ob auch er, oder swer daz haus 
nach im inne hat, des nicht phligt mit zimleichen pawe, als vns erber 
ist, so haben wir den gewalt, daz wir vns sein wider vnderwinden 
schulen , vnd daz haben in allem dem reht , als wir ez da vor haben 
gehabt. Dar zu schol der vorgenant Hainreich, oder swer daz selbe, 
haus inne hat, mit allem dienst verwesen vnd verrichten gegen dem 
ersamen Gotshaus vnser herren von sand Pdlien , vnd schol ez auch 
verantwurten vnd verwesen mit allen stewern, di durch notdurft der 
Stat von der gemain darauf geleget vnd gevordert werdent. Vber 
daz alles, ob daz geschiecht, daz Hainreich oder sein Chvn, oder ir 
paider erben , daz selbe haus verchauffen wellent , daz schol anders 
nicht geschehen, danne mit allem dem Dienst, vnd mit allenden 
Sachen, di an disem prief da vor dar auf geschriben sint, vnd auch 
ainem so getanem manne, der vns zu ainem wirte ersam genuech ze 
Dienst Dar inne sei gesessen. Geschieh awer der chaulT anders, so 

Fontes. XIV. 10 



146 

ynderwinden wir yns des horses in dem recht, als vor gescbriben ist. 
Daz auch diesev red stet vnd vnzebrochen beleih, hahent yns der yor- 
genant Hainreich ynd sein Chyn yrow Wiibirch disen prief gegeben, 
versigeUen mit des Probates Inaigel von aant PoUen zu ainem 
vrchvnne der worhait. Des sint gezeug: her Phylipp vnd her Bar- 
tholome^ dizwenprieater von aant PöUen. her Wertihart der Sehiver, 
Herman von freising, fridreich der Huetatoch, Engeldiech, Chun- 
rat Rudwein, Wisent von Egenburch ynd ander frym Leut genueeh. 
Diser prief ist gegeben ze Neunburch da man zait yon Christes 
gepurt Dreyzehenhundert Jar, dar nach in dem yierczehenten Jar an 
sant Florianstag des Marterer. 

B ChartnUrio Arehiri lU. f«l. 80. b. 

Die Urkunde zeigt das Stift im Besitze eines Hauses zu St. Polten (yon 
welchem frQher keine ErwShnung geschieht), welches unter fihnlichen Bedin- 
gungen wie im Jahre 1309 das Haus zu Ens, verliehen wird. Da die Passauer 
Bischöfe sich oft zu St. Polten aufhielten, mussten Propst und Kellerer oft dahin 
ziehen ; desshalb sorgen sie in dieser Urkunde für eine entsprechende Aufnahme 
fär sich und ihr Gefolge, das nach der Sitte damaliger Zeiten sehr gross war. 
Hier wenigstens erscheint der Propst begleitet von CaplSnen und behält sich eine 
Stallung auf 40 Pferde vor. 

CLIX. 

Heinrich ven Castelj Comthur zu Mailberg und Meutern' SteUvertreter durch 

Österreich und Steyer, bezeuget den zwischen dem Stifte Klosterneuburg 

und dem Wiener Comthur, Heinrich von Prinzendorf, über ein Bergrecht 

zu Nussdorf getroffenen Vergleich. 

Dat Wien 1314. 

Ich prüder Heinreich von Castely Cumentevr zv Mevrperg 
vnd an des Maisters stat zv Osterich vnd zv Steyr yergich vnd tyn 
chunt allen den, die disen prief lesen, hören, oder sehen, daz ein 
Chrick gewesen ist, vnd auch lange gewert hat zwissen dem erbem 
M^nne probst Perhtolden von Neunburg vnd prüder Heinrichen von 
Prunsendorf Cumentevr ze Wien des Ordens sende Johans ym zwen 
Emmer weins ynd zwen phenning, di im der vorgenant Probst Perh- 
told solt gedient haben von iar ze iar vnd dem Hovs ze Wien auf sende 
Michelstag Perchrechtes von der Pevnt auf dem Nuzpach, vnd des 
er nicht getan hat vnd mang iar vnd tag versezen hat. Daz derselbe 
Chrick also zwissen in verrichtet ist, daz der vorgenante Probst 
Perhtold dem vorgenanten prüder Heinrichen von Prunsendorf, vnd 



147 

dem hoTS ze Wien pesehaiden hat zwen Emroer weins pergrechtes 
Tnd zwen phenning ewiehleiehen ze dieu von einen Weingarten ze 
Grmcingen in dem Luzzen, der do ist des Paltrams auf der slach" 
Stuben. Des sint gezeugen Prüder Thomas der Chelner von Neun' 
iurg, Johannes von Nuzdorf, Rudger von der heiligen stat vnd 
ander erber Levt yn daz daz allez stete peleibe ynd rnzeproeben» dar 
Yber gib ich dem yorgenanten probst Bercbtold disen gegenburtigen 
prief versigeU mit des Convents Jnsigel zv Mevrperg. Der prief 
ist gegeben ze Wien in dem Hovs ze send Johans , Do noch Christes 
gepurt ergangen waren Tausent jar Dreyhundert jar, ynd do noch in 
dem yiercehtem Jare. 

Orig. Per^. (R«p. Tel. Nr. 9. fol. 198) asd Chartol. Arehiri lU. fol. 81 \. Eis rundet 
Sie^l fr<Merer Form hiagt »■ einen PergamenUtreifen, mit der Umtchrift: f S. F R V M DB 

HOSPITALlTTT lOHANN IS PAV Im Felde findet sieh eine Aaapieloag auf dai 

Wkaaate: Da mihi in diaeo capnt JoaBata; aas dem Unteriatse elaes Kelcbea ragt nimlieh ein 
akgeaehlagenea Haapt mit einem Heiligeaaclicine nach Art der üker den Keleb erhobenen Hoati« 



Der hier yorkominende Comthor Wiens, „Heinrich von Prünsendorf**, fehlt 
bei Fischer und Hormayr. Der Chorherr Thomas erscheint hier zuerst als 
Oberkellerer. 

CLX. 

Leuiold von Ekendorf und Konrad von Parsenbrunn verkaufen dem Stifte 
Oelddienste zu Ottakring, 

Dat. Klosterneuhurg 12. März 1315. 

Ich Leutold von Ekendorf mit samt meiner Chvn frowen 
Kathrein^ ynd ich Chvnrat von Porsenprvne ynd mein Chvn frow 
Christein wir veriehen — Daz wir — dem Ersamen Herren Brobst 
Perhtolden ynd der Samnynge ze Nevnburch ze chovffeu haben gege- 
ben Dreu phunt phenninch gülte ovf ainer Padstuben» di ze Ota* 
chringe gelegen ist, ynd aber daselbe Sehtzich phenninge gulte, di 
man dient yon zwain hofsteten, — daz wir allez gehabt hüben ze 
Purchrecht von demselben Gotshovs, ymb achtzehn phynt phenninge 
Wienner munzze , der wir gar ynd ganzleich gewert ynd yerrichtet 

sein. Dar zue schulle Herman der Pader vnd sein Chvn frowe 

Guet, oder swer si nach in besitzet dj vorgenanten Padstuben mit 
der vmbesezzen wizzen alle Jar pezzem vnd für ziehen mit sechs 
Schillinge phenninge , di si dar ovf verbowen schullen. S welches 
iares aber si daz yersoyment, so ist dey selbe Padstuben ledich dem 

10* 



14« 

Torgenanien Gotshovs an allen irresal. Vber disen chovf, vnd vber 
disen scherm ze sicherhait geben wir. Ich Leutold von Ekendorf 
vnd ich Chvnrad von Porsenprvne dem vorgenanten Gotshaus disen 
brief mit vnsern insigeln versigelt. Dis sint des gezeuge: Herr Wem- 
hart der Schiver^ Her Wolfgang von owe, Durinch von Mevrlinge^ 
Fridreich der Htästoch, Johannes von Nuzdorf, Symon von Pellen- 
dorf y Herman von frey singe, Chvnrat, Rudwein, GundoU der Vor^ 
ster, Engeldiech von Movrbach, Wisent von Egenburch, Jacob der 
Chelner, Peter freisinger, Gotfried der Cholbeche vnd ander frum 
Leut genuecb , den dis sacbe wol chunt vnd gewizzen ist. Dieser 
brief ist gegeben ze Neunburch Dreutzeben hundert iar dar- 
nach in dem fumfzehendem Jar an sand Gregorien tag in der vasten. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 3. fol. 209.) Da* erite Siegel ist rnnd nod hat die Umsehrift : 
fS. LrtoldideEkeodorf; eioe aeikreeht« Biode halbirt den Schild» wie bei Haber Tab. X.a. 16. 
Das sweite ist dreieekig, mit der Umsebrift: •)• S. Chrnradi de PerscoprTB; ffiaf kleiae 
Blomea stehen , eioe allein oben, dann je awei in einer Reihe darunter. Das Wachs ist gelb. 

CLXI. 

Konrad der Scherant revenirt den Gelddienst eines Sattlerladens auf 
dem hohen Markte zu Wien. 

Dat. Wien 9. April 131S. 

Ich Chvnrat der Scherant vergich Daz ich vnd mein 

erben ze rechtem Gruntrechte haben von dem erbem herren Probst 
Perchtolden vnd von dem Gotshause vnser vrowen ze Newnburch 
Ein Satelgadem , daz da leit an dem Hohen marchte ze WiennCy 
daz weilen des pavren des Satler gewesen ist, vnd da wir dem vor- 
genanten Probst Perchtoldes vnd dem Gotshaus vnser vrowen ze 
Newnburch von dienen suln zwelif Schilling wienner phenning ze 
rechtem gruntrechte alle Jar zwir in dem Jare sechs Schilling an sand 
Jorgentage , sechs Schillinge an sant Michelstage mit allem dem recht, 
als man ander Gruntrechte ze Wienne dienet, vnd zu swelchem tage 
ich Chvnrat der Scherant, oder mein erben daz egenanot Gruntrecht 
nicht endienen, swas danne der Probst Perchtolt oder des gotshauses 
phleger mit ZwispHde auf dem Satelgadem vns anpehabent, da svl 
man vns chain genade antun, vnd suln auch wir , ich Chvnrat der 
Scherant vnd mein erben vmb daz vorgenante Gruntrecht anders 
wa nindert ze recht sten, danne nvr in der schrannen vor dem 
Statrichter ze Wienne , vnd vor ander niemen , vnd swanne daz ist. 



daz wir daz Sattelgadem yerchauflen wellen, daz suln wir verehauffen 
nach der stat recht zu Wienne. Vnd geben in dar vber disen prief 
ZQ ainem sichtigen vrehunde vnd zu einem waren gezeuge diser sache 
rersigelten mit vnserm Insigil. Diser prief ist geben ze Wienne^ do 
Ton Christes gepurt waren ergangen Drerzeben hundert iar in dem 
fumfzehenten iare darnach, des mittichens in der andern wochen nach 
dem Oster tage. 

E Chartnlario Arohivi m. fol. 55. ». 

Das Stifl Klosterneuburg erseheiot in dieser Urkunde im Besitze eines bis- 
her unbekannten Rechtes über ein Sattlergewolbe auf dem hohen Markte zu Wien. 

CLxn. 

Froptl Beriold vermittelt einen V er gleich zwischen dem her%ogl. Forst- 
wteiiter, Ludwig van Döhling^ und den Stiftsholden %u Ottakring, 

Dat. Wien 17. Mai 1315. 

Ich Ludweich von Toblich zu den Zeiten furstmaister in Oster* 

reich vergich Daz ich ainen vnwillen vnd ain yngvnst 

gehabt han gegen des Gotshauses holden vnser Trowen daz Newn- 
burch vnd gegen seinen Leuten, di da gesezzen sind ze Otakeringe, 
dar vmb daz si geiait habent in meines herren walde, des herczo- 
gen von Osterreich. In swelher zeit daz geschehen ist, vnd swelher 
lai wilt daz gewesen ist. Denselbigen vnwillen vnd die vngunst han 
ich Lud wich lazzen durch rechter pet willen vnd liebe Probst Perch' 
toldes von Newnburch, also daz ich mit den selben Leuten furbas 
vmb die vorgenant sache chainen chrich haben sol, daz lob ich ze 
laisten mit meinen tri wen, vnd gib in dar vber disen prief ze einem 
vrehunde vnd zv einem gezeuge diser sache versigelten mit meinen 
Insigel, vnd sind auch des gezeug Petir von Inceinstorf, Dvring von 
Mevrlingeny her Jans von Nuzdorf^ her Ufreich der Schench von 
Weicharteslage, Chvnrat der Nuzdorfer^ friedreich der Huetstok, 
Dietreich der Schiver vnd ander frume Leute genuech. Diser prief 
ist geben ze Wienne Drevzehnhundert iar in dem fumf- 
zehenten iare darnach , des Samstages in der Phingistwochen. 

B ChartaUrio Archiri III. fol. 54. «. 

Wie in den früheren Urkunden als Mehrer des Stiftsgutes, erseheint Propst 
Bertold hier in der schönen Eigenschaft eines Friedensstifters zwischen dem 
herzoglichen Forstmeister Ludwig von Döbling und den Holden zu Ottakring. 



150 



CLXIIF. 

Engelbrecht der AltscJUüssler, Amtmann des Herzogs zu Klostemeuhurg, 

bezeugt die SickersteUung eines von Rudolf und Heinrich von Kritzendorf 

geschehenen Ackerverkaufs, 

Dat. Klosterneuburg 10. Juni 1315. 

Ich Engelbrecht der alt Sluzzler^ Amptman ze Newnburch 
meines herren des Herczogen von Osterreiche beczeuge — Daz 
Ruedolf vnd Hainreich, die zwen Pnieder, hem Ulreiches svn 
von Chriczendorf, dem Got genad. Dem Ersamen herren Probst 
Perchtolden vnd dem Gotshaus ze Newnburch mit meiner hant, wann 
ich sein rechter Perchmaister pin von wegen meines herren y des 
Herczogen von Osterreiche ze rechtem scherm nach des landes 
recht in Osterreiche geseczet habent irn Weingarten, der der halser 
ist genant für den aeher, der pei dem Gozzleins see gelegen ist, 
den si demselben herren Probst Perchtold durch recht notdurft des 
geltes, daz in ir vater, der vorgenant herr Vlreich ze gelten lazzen 
hat — verchauffet habent vmb virczich Mark lotiges silbers , des si 
auch hincz den Juden gar vnd genczleich gewert vnd verrichtet sint 
— gib ich — disen Prief — mit meinem Insigel versigelt, Dis sint 
des geczettge her Wemhart der Schiver, Dietreich sein svn, Frid- 
reich der huetstoch, Symon von pellndorf, herman von frey singe ^ 
Chvnrat, Rudwein, Engeldiech, Gvndolt, wisent von Egenburch, 
Peter freysinger , Jacob der Chelner — Diser prief ist gegeben ze 
Newnburch — drevzehenhundert Jar dar nach in dem fvmfczehenden 
Jar des nächsten eritages vor sand veites tag. 

E Chartalar. Archiri m. fol. 47. a. 

CLXIV. 

Rudolf und Heinrich^ die Krizendorfer, verkaufen dem Stifte ihre 
Resitzungen bei dem Oozzleinsee, 

Dat. Klosterneuburg 29. Juni 1315. 

Ich Ruedolf vnd Ich Hainreich zwen brueder, kern Vlreiche$ 
svn von Chrizendorf, dem got genad, veriehen — daz wir durch 
recht ehaft not vnd ovch von des geltes wegen, daz der vorgenant 
vnser Vater vns ze geben nach seinen tod lazzen hat, nach vnser 
frevnd rat Verchovffet haben vnsern acher, der pei dem Gozzleins see 



151 

gelegen ist mit samt der Wisen vnd dem Werd , der darzu gehöret, 
der geachtet ist für Vierzich Jeuchart von ainen rain Vnz an den 
andern , dem Ersamen vnsem herren Brobst Berhtold rnd der Sam- 
nonge der Chorherren ze Neunbureh vmb Vierzich march lotiges 
Silbers Wienner gewichtes, der wir gar vnd ganzleich gewert vnd 
verriehtet sein hinz den Juden , von den da mit vnser brief ledich 

worden sint Vnd haben euch wir Im vnd dem GotshovsimV 

der hant Engeibrechtes des alten Sluzzler, der sein rehter Perch- 
maister ist von des herczogen wegen ze Osterreiche ze rehtem scherm 
gesezet ynsem Weingarten, der der halser ist genant, vber dem 

Vorgenanten acher fÄr allen chrieg Vnd durch pezzer sicher- 

hait dises chovffs vnd ovch des schermes hat vnser Gesweye Reimbot, 
des Huebmaisters svn , der ouch diesen scherm mit vns gelobt hat, 
sein insigei zu dem vnsern an disen brief gehangen. Diser sache sint 
gezeuge: her Wemhart der Schiver, Dietreich sein sun, friedreich 
der htästoch, Durinch von Mevrlinge, Johannes von Nuzdorf, 
Herman von freisinge, Chunrat Rudwein, Simon von Peindorf, 
Gebhart von Ruekerstorf, Gundolty Wisent von Egenburch, Jacob 
der Chelner, Peter freisinger, Gotfrit Cholbeche, Weigant von 
Chrizendorf, Ott der Huetter, Gebhart von sandMertein vnd ander 

frum Leut genueeh. Diser brief ist gegeben zu Neunbureh 

Dreuzehenhundert iar. Darnach in dem fumfzehenden iar an sand Peters 
vnd sand Pauls tag, der zweier zwelfpoten. 

Ori^. Pcr^. (Pr*i. lU. Mr. S50) and Chart«!. IrehiTi Hl. f«l. 46. a. 

Drei Siegel sind aagehia^ Daa erste Ut oral mit der Umschrift: •)■ S. Hrdolfi de Chri- 
seadorf; daa Wappen, wie bei Raber Tab. VI. a. 1. Ans dem Schilde rag^t bis aar Brost ein 
hirtiper Mann herror, mit eioem HeiligenscheiDe am das Haapt, unterhalb des Scheines kreaien sich 
Tier Strahlen (wie anf den Siegeln des deatsehen Ordens an Wien). Das aweite Ist rand , der Schild 
gleicht dem vnrif«n, di« Umschrift lantett ■}* S.Baiariei de Chri aendnr C Das dritte ist rand, 
tragt die Umaehrifl: -{■ 8. Reimb« tonis de Harma rech, and seigt in einem sehragen Schild« 
eiaen ^eii^lten Greif, an/ dem Schilde raht ein halber Helm mit seinen Decken, aas dem Helme 
steigt wieder ein geflügelter Greif aaf. 

Die (JrkoDde zeigt uns die Kritsendorfer mit den Greifen vom Haarmarkte 
rersehwSgert. 

CLXV. 

NMu der Weirwerger setzt dem Stifte %wei Weingärten als Pfand einer 

ihm bewilligten Sattapost, 

Dat. Wien 28. October 1315. 

Ich Niclos der Weirwerger mit sampt meiner hovsvrowen 

wrowen Agnesen wir veriechen — Daz vfxv Meinen herren. Brobst 



152 

perichtolden vnd seinen Gotesbous ze Nevnbureh ze phant haben 
gesazet ynser zwen Weingarten , der ainer gelegen ist ze neunburch 
an dem Chalnperig, des ein halbes ieuch ist, vnd haiset der Vischel, 
Der ander ze Oatachring an der röten erd, des zwai drittail sind 
eines ieuehes» ze phant für allen den schaden, den er vnd sein Gotes- 
hovs, daz vorgenant, enphaehen maeeht vrobe die saezvm, di wir 
getan haben mit seiner band, vnd mit seinen prief, den er durch 
vnser pet willen gegeben hat ze vrchund vnd ze gezeug Manisch 
dem luden vnd seinen erben vber den Weingarten , der da haiset der 
Colein gelegen an dem Nussperigt vnd sind zwai ieuch, den wir seid 
verchovft haben dem erbern berrn herrn Dieireich von PUechiorf zv 

der zeit Hovptman in Osterreich Darüber so gib ich Niclas 

der vorgenant meinen Herren Brobst perichtolden, vnd seinen gotes- 
bous ze Neunburch Disen prief versigelt mit meinem insigel. Diser 
Sache sind gezeug Her Thomas der Chelner, Her Wisent von 
Stoyzendorf, Chorherm ze Neunburch , Durinch von mevrling, 
Johans von Nusdorf, vnd ander pidib (sie) leut. Diser prief ist 

gegeben ze Wienne dreuzehenhundert iar, darnach in dem 

fumfzehenten iar an sant Symonistag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 20. fol. 185) and Chartol. ArchiW UI. fol. 86 a. Das Siegel Ist 
rnnd toq gelbem Wachs ; dea Schild halbirt eiae Biade, der fisterrcichischea ihalieh, aaf dersel- 
bea befiadea sich drei Sterae. Umschrift: S. Nicolai Weirwergarii jadieis Wieaaeaais. 

Der Aussteller gebraucht hier das Siegel, welches er früher in seiner Amts- 
Wirksamkeit als Stadtrichter zu Wien sich hatte fertigen lassen, obwohl nicht 
er, sondern Heinrich Chrannest gegenwärtig Stadtrichter war ; desshalb nennt 
er sich auch im Eingänge der Urkunde nicht Stadtrichter. Dietrich von Pillichs- 
dorf, der Marschall, erscheint hier als Hauptmann von Österreich bezeichnet, wel- 
cher Titel vermuthlich mit dem Marschallamte verbunden war. 

Der als Zeuge vorkommende Chorherr Wisinto von Stoizendorf war um 
diese Zeit Caplan des Prfilaten, und wurde drei Jahre spfiter als Propst nach 
Waldhausen postulirt, welche Wurde er bis zum Jahre 1348 bekleidete. Nikolaus 
Weirwerger fehlt in der Reihe der Wiener Stadtrichter bei Fischer. Brev. Notit. 
ürb. Vindob. P. II. pag. 123. 

CLXVL 

Johann der Schenk verkauft sein Leibgedinge zu Rückersdorf dem Propste 

Bertold von EJosterneuburg. 

Dat. Klostemeuburg 7. Mai 1316. 

Ich Johannes, Hern Otten svn des schenchen. Dem Got genad» 

vergich Daz ich dem ersamen herren Brobst Perhtolden 



153 

Tod der Samnunge ze Nernburch ze chovffen han gegeben Dax Leib- 
gedinge, Daz icb Ton Im, vnd demselben Gotshovs alain ze mainen 
tagen han gehabt ovf einem hof ze Ruekersstorf, rnd ovf allen dem, 
daz ze Telde vnd ze Dorfe Darza vnd Dar in gehöret, swi daz ege- 
oant ist, vmb f&mfzieh phvnt phenninge wiener miinzze, der ich gar, 

md gantzleich gewert, vnd yerrichtet pin. Vnd ze Sicherhait 

diser Wandiunge, ynd des schermes gib Ich dem Gotshors disen 
Brief mit meinem insigel versigelt, vnd durch pezzer gehSgnusse vnd 
vrehunde diser sache haient die ersam mein gesellen vnd frevrU her 
Gervnch , weüetä hem Choln svn von Nevnburch , ze den Zeiten 
Nower Ritter , her Vir eich der Schenche, vnd Engeldiech von 
Mavrbach durch meiner pet willen irev insigel zu dem meinem an 
disen Brief gehangen. Diser sache sint gezeuge: her Wemhari der 
Schiver, fridreich der Huetstoch, Dietreich der Schiver, Durinch 
von Sevelds Johannes von Nuzdorf^ Symon von Pellendorf ^ Geh- 
hart von Ruekerstorf, Herman von freisinge , Chvnrat Rudwein^ 
Gundolt^ Gotfrit Cholbeche, Wisent von Egenburch, Jacob der 
Chelner , vnd Peter freisinger , vnd ander frvmen Leut genuech. 

Diser Brief ist gegeben ze Nevnburch Dreutzehenhundert iar, 

dar nach in dem sechtzehenden iar des Sontages , als man singet von 
der heiligen Drivaltichait. 

Ori;. Perg. (Hep. Vet. Nr. 2. fol. 285) und Chtrtal. ArohiTidl. fol. 52«. Die Siegel der Traeh- 
s»»ea Johann and CIrieh sind schoB ad a. 1308 (N. 124} beschriebea. Das dritte, mit der Umschrift : 
S. GeroBgi de Nerabarga leigt dea Eopf eines Steinbocks mit laagem Halse. Das vierte 
(S. Eageldiehe de Maarhaeh} zeigt oben ein breites Band, welches beinahe bis in die Mitte 
des Schildes reicht, beiaahe so weit, als wo das iweite aaf dem Schilde des Konrad Leabner 
beginnt, bei Dnellins Ezcerpt. Geneal. Tab. XI. N. 125. 

Gerang, Herrn Choln Sohn, erscheint in dieser Urkunde als „Nower Ritter*', 
weil er kurz vorher den Ritterschlag erhalten. Johann, Otto*8 des Schenken Sohn, 
hatte den Hof zu RGckersdorf 1308 zum Genüsse erhalten, hier kauft Propst 
Bertold ihn wieder zurOck. 



CLXVII. 

Stefan von Hainfeld schenkt dem Stifte Klosterneuhurg einen Dienst von 
einem Lehen %u Eherhartsdorf. 

Dat. 1. Januar 1317. 

Ich Stephan von Havnveld vergich vnd tfin chunt daz ich 

mit gunst vnd gfitem willen meiner hausvrawen Elspeten mei- 
nes rechten aigens ein gantzes lehen ze veld, vnd ze dorf, daz 



154 

gelegen ist datz Eberhart sdorfy vnd dazDietreich von Wolfkestorf 
von mir ze lehen hat gehabt mit desselben Dietriches gAten willen, 
vnd nach meiner pet gegeben han Dem erbem GoteshoYs mser frowen 
ze Nevnburcb also weschaidenleieh, daz der vorgenant Dieterieb, 
oderSwers nach Im besitzet, dem vorgenanten Goteshovs ze Nevn- 
burch alle iar an sand Michels tach davon ze rechten Purchrecht zwelf 
phenning wienner munzze dienen schol. — - Daz disev Gotesgab 
also furbaz stet vnd vnzebrochen beleih, dar vher setz ich mich, icb 
Stephan von Havnveld für mich vnd für mein Hausvrowen, vnd vnser 
paider chinder dem vorgenanten Goteshovs ze Nevnburch ze rechten 

scherm vnd gib auch disen brief versigelt mit meinem 

ynsigel . Vnd sint ovch des gezeug Mein Bruder, Her Ott von Zel- 
hing, vnd her Vlreich sein svn, Alolt, mein bruder, Virich von 
MeichsatOf Hertneit von Liechtetistain , Her Weichart von Povtn- 
garten t Her Virich von Prunne^ Her Seifrid von Reintal, Her 
Wemhart der Schifer , Her GeruncK hem Chollen svn , Fridrich 
der Huetstoch, Engeldiech der Maverbeche^ Durinch von Maeur- 
ling, Dietreich der Schifer, vnd ander frum Laeute genuch, den diesev 

Gotesgab wol chunt ist. Diser brief ist gegeben Dreutzehen- 

hundert iar, vnd dar nach in dem Sibenzehenten iar, an dem heiligen 
Ebenheich tag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. I. fol. 296) «nd Chsrtal. Archiri IH. 82. b. Das dreieckige Stegrl 
leigt in eioem dreieckigCD Schilde eine H«ae mit der Umschrift : -fS. Stephani de RirDfeld. 

Wis früher bei den Brüdern des Propstes Hadmir vorkam , erscheint auch 
hier, zwei Brüder führen verschiedene Namen, von Haunfeld und Zelking. 

CLXVIII. 

Die Baumgartner gehen dem Stifte einen Gelddien$t zu Prinzendarf, 
Dat. Baumgarten 6. Januar J317. 

Ich Weichart von Pavngarten, vnd ich Vro Preid sein haus- 

fraw, Wier veriechen daz wier mit guten willen vnd gunst 

vnser sune, Haijireiches vnd Fridreiches : — vnsers rechten 

aigens Vierzig Jeueh Verbar acchers vnd drei Wis Vrbar ze Prunsen- 

dorf, di Hainrich der Fuez von vnse ze Lehen hat gehabt, 

mit desselben Hainriches gueten willen, vnd nach seiner pet gegeben 
haben dem erberen Goteshaus vnser frawen ze Neunburch, vnd sein 
auch damit ledich dreizzig Phenninge geltes, der Wier dem egenanten 



155 

Goteshaus ze Neunbarch vor sehuldigh sein gewesen an einen 
chanff, dieselben dreizig phenninge scbol hainreieb der Aiez dem 
Torgenanten Goteshors Ee Neunburch ron dem egenanten Vierzig 
Jench Yrbar ekher vnd von drin Wisen Vrbar »lle iar an sant 

Michels tag ze rechten Vrbar dienen Vnd gib aoch disen 

prief — Tersigeit mit meinem Ynsigel vnd mit meines brueder Ynsi- 

ge\ Chadoldes Diser sache sint auch gezeug: Vlreich der 

Häuser^ Jans der Sachs, Seifrid der Scharfe friderich von Chrut, 
Vlreich vnd Stephan Oesferman, friderich der Hätstoche, Engel- 
diech der Maurbech , vnd ander frum Leut genuech , den diser sache 

wol chunt ist. Diser prief ist gegeben %e Paungarten drew- 

zehenhundert iar, darnach in dem sibenzehentisten an Percht tag. 

Ot\%. Perp. (Prot. HI. Ifr. 39S) and CbarUlariam lU. 109. •. Die Siegel ftlilei, koanei 
jed*ck •■ eiaer Urkmade des Jahres 1S19 vor, wo ihre Beachreihaag folgea wird. 

Pninsendorf iat das bei Wilfersdorf gelegene Dorf Prinsendorf von 115 
flintem mit einem, dem Stifte noch gegenwärtig eigenthümliehen Schlosse. 

CLXIX. 

8ekied$spruch zwischen Konrad von Mulingen und dem Stifte Kloiterneu* 
bürg über den Hof %u Meidling, 

Dat. Wien 25. Januar 1317. 

Ich Chvnrat von Mulingen vnd ich Margret sein Havsvrowe 

Wir veriechen daz ein chrieg was zwischen vns vnd vnsern 

erben an ainen tail , vnd zwischen vnsern herren Probst Perhtolden 
vnd dem Convente von Niwenbvrch an dem andern tail vmb einen 
hof, der da leit ze Mevrlinge, vnd vmb alles, daz dar zv geboret, 
der mir iv meiner Hausvrowen ledichlich geben wart, vnd mit 
rechter furzicht getailt ist von aller mein Hausvrowen, vron Margre- 
ten geschwistreide. Avz dem selben hof , der des Gotshavs ze Nevn- 
burch reht aigen ist, vnd vnser Pvrchrecht vom dem selben Gotshavs 
ist,het wir vnd vnser Vodern Vndervns gestift Nevn Hofstet, die vns 
dienten Sibenzehen Schillinge geltes, vnd sechs vnd zwaintzzich 
hrener an sand Michelstage. Und Nevn Schillinge geltes avf Aechern, 
die seit ze Weingarten gemachet sint, des wir alles niht reht betten 
ze tven. Vnd daz vnser Berre, der vorgenant Probest Perhtolt vnd 
daz Convent des Gotshavs ze Niwenburch an behapt bette mit reht 
vor rehtem gerihte, Vnd des wir darnach chriegten reht, als vor. 
Der selbe Chrieg war paidenthalben lazzen an vier erbeer man, 



156 

an kern Gervngen, kern Choln «t?n, vnd an kern ChadoUen von 
Pusleinstorf mn des Probest tail. An hem Chvnraden von Valchen- 
stain vnd an hem Duringen von SeveU an vnsern tail. Die vier 
erbeer man, die beschieden iz also, daz wir, noh ynser erben, vnd alle 
die, dev den hof nach vns besitzzent, dchain Stiftange, noh dchain 

gerihte auz dem vorgenanten hof haben svln Wer aber 

daz, daz wir — ibtesiht stifteten an des Gotshavs willen so 

sol die selbe Stiftunge — dem Gotshavs ze Niwenburch ledich ver- 
vallen sein an allen Chrieg, Darnach bescbieden si vmb die 

dritthalp phvnt geltes pvrchrechtes, die auf dem hof von Alten her 
gewesen sint , vnd vmb die Dritthalp phvnt geltes vnd vierzehen 
phenninge geltes, die wir avf den Nevn hofsteten vnder vns gestift 
betten. Das vnser Herre Probest Perhtolt vnd daz Convent avf der 
vorgenanten Nevn hofsteten soln haben zwelif Schillinge phenninge 
geltes, vnd haben vns die abgeslagen an den dritthalben phvnden 
geltes pvrchrehtes, die wir emaln von dem hof vnd Swaz dar zv 
gehöret, dienen soln ein phvnt Wienner phenninge ze pvrchreht, vnd 
swaz vber die zwelif Schillinge phenninge geltes dienstes avf den 
Nevn hofsteten ist, des ist ein phvnt vnd vierzehen phenninge, daz 
haben si von vns abgebest, daz phvnt geltes vmb ainlef phvnt, vnd 

die vierzehen phenninge geltes vm fvnf Schillinge phenninge. 

Daz diese rede, vnd dise schidvnge fvrbaz stet vnd vnverwandelt 

beleihe, do von so haben wir geben vnserm hern Probest 

Perhtolden, vnd dem Convent ze Niwenburch disen prief ver- 
sigelten mit vnserm insigil, Vnd mit vnser Schied Levte Insigeln, 
hem Gervnges, hem Choln svn^ hem Chadoldes von Pusleinstorf, 
hem Chvnrades von Valchenstain , vnd hem Duringes von SeveU, 
vnd mit meins prvder Insigil, Ludwiges von Mulingen y die alle 
diser sache gezevg sint mit irn insigiln, vnd ander frvme Levte 
genvech, den dise sache wol chvnt ist Diser prief ist geben ze 
Wienne Drevtzehen hvndert In dem Sibenzehenten Jar dar- 
nach an sand Pavis tag, als er bechert wart. 

Orig. Per;. (Rep. Vet. Nr. 2. fol. 211.) Sechs hiBgeade Siegel. fS. CbToradi 4e 
Mrliog. In dem randea Felde ein Mühlrad. Chadoldi de Posleiasdorf. In dea drei- 
eekigea Schilde obea «ad natca je eia kleiaes dreieckige« Schild, ohae erkeanbare« Bild. •{- S. 
Chraradi de Yaleheastaia. Cia dreieckiges Siegel, aaeb abwirts sebea drei Laaseaspitsea 
benror. wie aach anfwärts bei Haber Tab. IV. Nr. 3. Geniag*s Siegel ist bekaaat. -{- S. DvriBgi 
de Seveld leigt dea Melker Schlässela abaliche; das Siegel ist dreieckig, so wie auch -{- S. 
Lttdwici de Mrliagg, eia Helm mit seiaer Decke, dar&ber eia Mfihlrad. 

MevrliDg ist das heutige MeidliDg bei Schoobninn. 



157 

lUosierneuburg erscheint hier wieder unter der Bezeiehnong Niwenburg, 
welche einige Zeit in den Urkunden nicht yorkaro. 

Pör die VerhSltnisse des Geldes ist diese Urkunde interessant Wfthrend 
im Jahre 1310 der jährliche Dienst ron 4 Pfund und 48 Pfenningen mit 4 Pfunden 
abgelöst wurde, werden hier für 1 Pfund und 14 Pfenninge 11 Pfund 5 Schillinge 
aosbexahlt. 



CLXX. 

£»1 gewuser Rudolf verkauft dem Propste Beriold von Klostemeuburg 
eine Pfenniggült %u Obersdorf. 

Dat. 10. April 1317. 

Ich RuedolfYni ich Elspet sein chvn wir vergeben — Daz wir 

— dem ersamen herren kern Perchtolden den Probst vnd dem Gots- 
kous dotz nevnburch vnsers vreien aigens ein halbez phunt geltes 
winner munsze daz gelegen ist auf einem lechen ze Albrec/Ustorf 
daz gelegen ist zwischen Wolfgerstorf vnd pilichdoff ze chaufen 
haben gegeben ym sechs phunt phenning winner munsze, der i^ir gar 
md genczlich gewert vnd verrichtet sein — vnd won ich Ruedolf 
nicht aigens insigels hon, hat der ersam manfridreich von sigbach 

— disen brief mit seinem insigel — versigelt mit seinem Insigel. 
Des sind gezeug wemhart der schifer^ h, gerunch der choL 
dvrinch von maurling, Jans von Nuzdorf.fridreich hutstochy Chunrad 
Rudwin, Ditreich der schifer, Engeidich ^ Symon pebidorfer vnd 
peter von freising vnd diser prief ist gegeben — dreuzehn hundert 
iar darnach in dem sybnczehnten iar des nochsten svntages noch den 
Ostern. 

Orig'. Per;. Eis rvodcs Siegel \m gelbem Waeha biegt •■ einem PergamentstreifeB. Das 
Jrciediige ScbiU wird dnreb eiae «eakrechte Linie ia iwei Hilflea gelheilt, ia der liakea ertchei- 
Bca drei abaehmeade Moade mit aufwirla gekehrten Rfiraera. f S . FRIDERICI . D. 

Die Urkunde gibt hinreichenden Anhaltspunct zur Bestimmung von 
Älbrechtsdorf. Es ist dies Obersdorf, zwischen Wolkersdorf und Pillichsdorf 
gelegen, und in die letztgenannte Pfarre gehörig. 

Dies ist auch die letzte Urkunde , in welcher Propst Bertold rorkdromt. 
Er starb den 29. Mai nach dem Zeugnisse des Todtenbuches : „\S Kai. Jun. 
Perhtoldus prepositus huius ecclesie, presbiter, dedit Oblagie VI Hbras reddi- 
toum anno Dni. M® CCC<> XVIF Vigilie majores in choro<<. 

Schon am folgenden Tage schritt man, wie aus der folgenden Urkunde 
erhellt, zur Wahl seines Nachfolgers. 



158 



CLXXI. 

Wahl-Instrument des Propstes Stephan von Siemdorf. 
Dat. Klosterneuburg 31. Mai 1317. 

In Nomine Domini. Amen. Venerabiiibus Dominis, Preposito, 
Deeano et Capitulo Ecelesie Patayiensis Eberhardus Decanus Totus- 
que Conventus Monasterii Sancte Marie in Newemburga eiusdem Dyo- 
cesis cum devocione debita reverentiam debitam et honorem. Com 
propter vacacionem diutinam Ecelesie Pastorum solaciis destitute 
gravia in spiritualibus et temporalibus dispendia patiantur, Conditores 
Canoniae deliberacione provida censuerunt, rt eongrua eeleritate infra 
tempus ab ipsis Canonibus limitatum Vacantibus Eeclesiis de Pastori- 
bus debeat provideri. Defuneto igitur, anno domini Millesimo Tre- 
centesimo Decimo Septimo IV. Kai. Junii, boneinemorie dominoPereh- 
toldo quondam Preposito Monasterii predicti, et ipsius corpore cum 
reverencia tradito Ecciesiastice sepulture, ne ipsum Monasterium 
nostrum viduitatis sue incommoda diutius deploraret, convenimus 
communiter omnes anno domini predicto III. vero Kl. Mensis prenotati 
ad electionem futuri Prepositi celebrandam, et multis ac dirersishinc 
inde tractatibus habitis, qualiter in ipso electionis negocio concorditer 
et Canonice procederetur, continuato eodem negocio vsque in erasti- 
num, tandem placuit omnibus et singulis nobis, dimissis atiis electio- 
num formis, per yiam compromissi eidem Monasterio proyidere. 
Vnde dedimus vnanimiter, nullo penitus discordante, Honorabilibus 
Viris, Domino Jacobo, Dno Diefrico, Dno Vlrico nosiris Canonicis; 
ac Magistris: Chvnrado ei Hademaro Serenissimi Domini Friderici 
Romanorum Regis Notariis et Clericis plenam generalem et liberam 
potestatem eligendi Prepositum, prout ipsis expediens videretur» ac 
ipsi Monasterio providendi. Ita cum posteaquam de Persona concordes 
existerent eligenda, Vnus ipsorum de aliorum sociorum consensu Vice 
sua , et ipsorum ac totius conventus Personam illam eiigeret in com- 
munj , et prorideret ipsi Monasterio de eadem. Compromissarii ipsi 
potestatem sibi per nos traditam acceptantes et in partem postmodura 
secedentes tandem post tractatus inter se habitos plurium personarum, 
prout ipsi nobis postmodum retulerunt, Vnanimiter in Dominum 
Stephanum de S^mdorf nostrum confratrem et Concanonicum con- 
cordarunt, Virum utique providum , et discretum, litterarum sciencia 



159 

et i&oribus merito conunendanduin, in Sacerdotio et Etate matura et 
legittima constitutum, ac de legitimo Matrimonio proereatum, iQ 
spiritaalibus et temporalibus plurimum circumspectum. Quem preno- 
minatus Dominus Jaeobus, Vnus compromissariorum de mandato« a 
mis Compromissariis sibi dato elegit soleropniter in hone modum. 
Cum racante Monasterio in Newemburga placuerit omnibus et Singu- 
lis de CoDventu eiusdem Monasterii per vicem compromissi eidem 
Monasterio providere» roichique ac meis sociis compromissariis, 
ridelieet Domino Dieterico, Domino Vinco, nee non magtatris Chyn- 
rado et Hademaro superius annotatis potestatem plenam ac liberam 
dederint eligendi et ipsi Monasterio proyidendi, Nos post diversos 
tractatus multiplicium Personarum Gnaliter divina favente et inspirante 
gracia in prenominatum dominum Stephanum de Syemdorf^ Sacerdo- 
tem sepedieti Monasterii,ConeanoDicum et confratrem direximus concor- 
diter yota nostra. Vnde ego Jaeobus yice niea et dictorum Collegarum 
seu Sociorum meorum, ac de mandato ipsorum. Vice etiam totius Con- 
Tentus predictum Dominum Stephanum de Syerndorf Sacerdotem In 
nomine patris et filii et spiritus sancti Eligo in prepositum iam dicti 
Monasterii in Newenburga, illique proTideo de eodem. Dictam rero Elec- 
tionem sie solempniter ceiebratam omnes etsinguli approbavimus, gra- 
tamque babebamus ac acceptam, ac deinde Te Deum laudamus altisone 
decantantes dictum Electum ad altare Summum detulimus, colloca- 
Timus et intronizavimus iuxta morem. Et confestim Electionem ipsam 
Clero et populo per supradictum dominum Eberhardum Decanum 
nostrum, fecimus publicari. Postmodum yero electione huiusmodi 
electo predicto per iam dictum dominum Jacobum de mandato nostro 
infra terapas debituin presentata et petito ab eo, yt suum preberet 
as^ensum eidem, ipse tandem diyine noiens resistere yoluntati tem- 
pore debito annuit yotis nostris, eieetioni consentiens de se facte. Ea 
propter Reyerentie yestre hnmiiiter et deyote yoto ynanimi suppli- 
eantes, quateuus Electionem eandem sie Canonice ceiebratam digne* 
mini confirmare, Yt Deo auetore nobis, et Monasterio nostro , yelut 
Prelatus Ydoneus preesse ytiiiter yaleat et prodesse. Nosque ac alii 
eins Subditi sub ipsius Regimine possimus coram Deo salubriter mili- 
tare. Et yt yestra honoriflcentia yeneranda eyidentius cognoscat yota 
nostrum omnium in prediotis omnibus et singulis concordasse, ac nos 
ia intentiofle huiusmodi existere ynanimes et concordes, presens 
Eiectionis nostre Decretum reyerentie yestre mittimus Sigiili nostri 



160 

Conrentus signaculo consignatum. Datum in Newenburga Anno Domini 
prenotato, II. vero Kai. Junii Sapradicti. 

Orig. Pcrg. (Rep. V«t. Nr. 4. fol 86.) Das (ad auaa 1255 betchriebeae) CaphcUie^l kia^ 
an eiaem PergameaUtreifea. 

Der auf dem Wege des Compromisses gewählte Stephan tod Sierndorf 
erscheint in den stifUichen Urkunden 1289 (zugleich mit Bertold von Als, dem 
spStern Dechante) als Diacon, 1303 und 1309 als Hospitalar. Jakob ist yennuth- 
lieh der Vorgfinger Eberhard*s im Decanate, Dietrich der schon 1289 und 1303 
yorkommende Pfarrer zu St. Martin in Klosterneuburg. Der dritte Compromissar 
Ulrich erscheint hier zum ersten Male. 

Diese Urkunde ist das erste Wahl-Instrument, welches sich vorfindet Wir 
ersehen daraus, dass die Notare K. Friedrich's , doch nur in der Eigenschaft als 
Tom Capitel gewählte Compromissarien, erscheinen. Fräher kam Mag. Heinrich, 
Plebanus in Laa, als Notar und 1312 Mag. B., Domherr von Passau und Pfarrer 
zu Eggenburg, als Protonotar K. Friedrich*s vor. Entweder hatte also K. Friedrich 
mehrere derlei Beamte, oder die hier vorkommenden, Konrad und Hadmar, sind die 
Nachfolger der früher vorkommenden. Da in demselben Jahre Wenzel, Herzog 
von Sachsen, als Pfarrer zu Eggenburg vorkömmt, scheint jedenfalls der Mag. B., 
Domherr von Passau, gestorben zu sein. 

Das Wahl-Instrument ist an das Capitel von Passau gerichtet, weil dasselbe 
wfihrend der eingetretenen Sedisvacanz (durch Bemhard*s I. Tod, 27. Juli 1313) 
die bischöflichen Rechte übte, wie dasselbe in einem Schreiben von K. Friedrich 
(Hansiz Germ. Sacra I. ^W^ sich selbst darüber ausspricht: „auctoritate ordi- 
naria, qua in presenti, vacante sede Pastorali Ecdesie nostre, fungimur**. 

CLXXII. 

Reichgart van Trihuwoinkel verkauft Bertold dem Wentchramer an dem 
hohen Markte zu Wien, den Zeheni %u Gukking. 

Dat Wien 17. Januar 1318. 

Ich Reichgart von Tribaswinchel vergich — daz ich — verli- 
hen han dem erbaern manne Berhiolden dem Wentchramer an dem 
Uohenmarchte ze Wiennevnd seiner hausfrawen, vron Margreten — 
meins rehten lehens, des ich han von dem landes fversten in Oster- 
reich allen den zehenten paide weinzehenten ynd traitzehenten, groz- 
zen vnd chlainen, ze velde vnd ze dorf. gestift vnd vngestift, ver- 
suecht oder ynrersuecht, swie so der genant ist, Vnd den ich gehapt 
han datz Gukkingen — Vnd habent mir dar ymb geben — ander- 
halp phunt vnd zwainzich phunt phenning — Vnd gib in darüber 
disen prief — veraigiUen mit meinem InsigeL Vnd sint auch des 
gezevg die erbaern herrcR her Wemhdrt vnd her Chvnrat die Prü- 
der von' Schavmberchy her Virich von Pilihdorf, her Weichart von 



161 

Amtiam^ her Vlreich von DurenpacK her hainrich der piber von 
waUe, her hainrich der Chrannest, ze den Zeiten rihter ze menne^ 
her hermann von sand Polten zu den zeiien Pvrgermaister ze 
wienne, her Niehla von Eslam, her Otto sein prüder vnd atider 
firrme levte genvch. — Diser prief ist geben ze Wienne — drevzehea 
hundert iar, in dem Achzehenten iar dar nach. An sand Antonien tage. 

Orig. Pcrf . Du rudt Sitgtl ia gclb«a Waeht seigi tiita Yofel ait a«t(etpaMteo Fllgela. 

GokkiDg ist ein in die Pfarre KierliogbeiKlostemeuborg eingepfarrtes Dorf. 

CLXXffl. 

Saftungtbrief eincM Jahrtages hei der Kirche %u Heüigenstadt. 
Dat Nuasdorf 3. Mai 1318. 

Ich Chunrat der Nuzdorfer vnd ich dienwt sein hausvrow, md 
ich BeOz die Chienbergerinne vnd ich Wemhard der Weidervelder 
vnd ich Hainreich sein prüder, vnd ich Bäiderich Techenstainer 
vnd ich Ofmey sein hausvrowy vnd ich dietrich von Manswerde vnd 
ich Anne sein Hausvrow vnd ich Alber von Paden vnd ich Margret 
sein hausvrow vnd ich Hainrich vnd ich Katrei vron Margreten 
geswistreide, wir verichen — daz wir — gegeben vnd gemacht haben 
em iartag all vnsern vodern sein ze trost vnd vnsern sein ze hilf 
kimtz der erbem Pharre zu der heiligemtat, den man alle iar wegen 
sol des suntages nah sant merteins tage mit drin phunten geltes — 
Des vorgenanten gutes sol man alle iar geben hintz der egenanten 
Pharre famfczich phennige vm fwmf wecke, dem pharrer vier» dem 
Mesner ainen. Achczicb phennige vm zwen emmer weins dem phar- 
rer sieben viertail, dem Mesner ain viertail, ein halb phunt vm 
ain Rintfleischs, dem mesner zwelif phenninge vm ein praten, funft- 
halben Schilling phennige vm wahs* vnd nah dem iartag sol man 
mit demselben wahs die Alter weleuhten vnd die heiligen, zwain 
herren vier vnd zwainczich phennige, dem schuelmaister zwelif 
phennige, dem mesner vier phennige, daz si die vigili vnd die messe 
orenleichen wegen. Sechs Schillinge phennige vm Almosen armen 
leaten, vnd Chunraten dem swob för sein mue vnd arbait dem der 
iartag empholhen ist, gevallen sechczich phennige. — Des geben 
wir — disen prief — versigelten mit vnsern insigiln. Des sint aoh 
gezeage her Virich der schenchp her Gervnch, hern choln svn ze 
nevburch die erberen Ritter, ians von nuzdorf, durinch von meuer- 

Foates. XIV. 11 



162 

linge, hienz am newsidel eribe der fiechshacher, ynd ander erter 
leut genaech. — Diser prief ist geben ze Nuzdorf — drerzehen hun- 
dert iar dar nah in dem achzehenten Jar an des heiligen Chreutstag 
als iz funden ward. 

Orif. Per». Die nmim, !■ gelbw W«eU geitUkUm Sie^l kurnfn «■ PergaBMtotmfe». 
Du erste Ut ein dreieekif^r va^recht getheilter Seliild. it—tm oberer Theil biadeiarti^ T«rra^ 
Umtchrift: f 8 . CVMRADI . DE . HVSOORF. — Das tweite seigt de« BvehcUbea a. Unaebrift: 
f 8 . REICAE . DE . CHIElfPERCH. — Da« dritU eatbilt einem dreieokigea, lotkreelil fetkdltea 
Schild. Der obere Tbeil der liakea, aelbst wieder vagreebt getbeilte« Seite ist ia Fora etaeo Bd- 
keas erb«ht. f S . WERNHIRDI . D . WEITENTELD. — Das vierU Siegel feblt. — Im fiaftea 
rage« !■ dreieekigea Sebilde drei Zihae roa der üakea aar reebtea Seite, f 8 . HAIDBRICI . 
DE . TECHENSTAIM. — Da« seehste eatbält swei gekreaate Spatea ia dreieekigea Sebilde. 

t S . THEODORICl ERD. — Da« «itboirto aeigi im dreieekigea Sebilde avei tob der re«b« 

tea Seit« rorstebeade gespitate Ziakea. UaMcbrift S . ALBERT! DE . FADEN . 

CLXXIV. 

Das OenenU'Capitel det Attgustiner-EremUeH-Ordens %u Hhmm nimimi 
da$ 8Hft Klostemeuhurg in die geigtUche Verbrüderung auf. 
Dtt RimiDi 11. Jaoi 1318. 
Viris honorabilibus, in Christo dilectis Dominis, Preposho, 
Decano Ceterisqae omnibus Canonicis Eeelesie Newnburgensis frater 
Alexander Prior generalis ordinis heremitarum sancH Augustini 
salutem et augmenturo celestiuin graciaram. Gloriosus Dens» vt in 
suis clarios eluceret, dilectionis mutae, qce sola celestis rite repre- 
sentat ymaginem, ipsos voluit insigniis enitere, quo alter alterius 
honera portando. Lex eius immaeulaia converiens anünasp fideliter 
obserratur, et currentes in stadio ad supeme glorie bravium feliciter 
disponuntur. Ipsa igitur Karitas, que deus est, vos atque yestra nostre 
Religionif praut fratrum nostrorum relacione didicim$is, tarn pie 
liberaliterque cotnmunicans apud nos debita recognieione pensanda, 
yestre devocioni donis spiritualibus nos cogit oecurrere, vt, si quid 
eius perfectioni deesse timet, plurium suffragiis suppleatur. Proinde 
vos omnes» et singulos tarn presentes» quam futoros ad eonfrater^ 
nitatem nostram recipinms in morte pariter ei in vüa, tenore pre- 
sencium, et participes esse yolumus omnium Missarom, oracionum, 
predieacionum Jejuniorum,vigiliarum, laborum eeteronunque bonorum, 
que per fratres nostros in yniverso mundo effecerit elemencia salyato- 
ris. In instanti nostro Capitulo fideliter statuentes, vt cum obitus ali- 
cuius yestrum nostris Capitulis innotuerit, recommendaciones cum suffra- 
giis pro illo, yel illis fiant, que pro nostris sunt confratribus Institute. 
In cuius concessionis testimonium et robur SigiUum Confratemitatis 



163 

Hoairi ordmis presentibus doximus appoDeadom. Datum Ärymmi in 
nostro generali capitolo ibidem celebrato Anno Domini M* CCC* XVIIP 
in feste Penteeostes. 

Orig; Perg. (Rep. Yet. Nr. 40. fol. S5) ud Cluurtalari«a ArehiTi III. 70, a. Dac liag- 
lieke Sieg«! u eiafm grbi«i Seidenbande hingend. In rothea Waekt , eathilt den Biaekof atckend 
■ü der Umadirifl: S. eralia fratr. Heremit. Ord. S. Angiatini. 

Der aasstellende „Prior generalis** ist der 1312 in Viterbo erwählte 
Alezander a s. Elpidio. (Cmsenins Monaat August Pars DI. C. 12. p. 147.) 

CLXXV; 

PapMt Johann XXIL trägt dem Sehottenabte auf, wider die unrechtmäMn- 
gen Besitzer von Klostemeuburger Stiftsgütem einzuschreiten. 

Dal Avignon 7. October 1318. 

Johannes Episcoptis Servus Servorum Dei. Diieeto filio n. 
Abbau Monasterii Scottorum in Wienna Pataviensis Diocesis Salutem 
et Apostolicam Benedictionem. Signiiicarunt nobis dilecti filij n. Pre- 
positus et Conventus Monasterii Neuwenburgensis per Prepositum 
soliti gubemari , ordinis sancti Augustini Pataviensis Diocesis» quod 
non nulli iniquitatis filij, quos prorsus ignorant deeimas, census» red- 
ditos, legata, terras» domos» possessiones, Ortos, paseua, prata, nemora, 
instrumenta publica et quedam alia bona ad Monasterium ipsum spec- 
tantia temere ae malitiose occultare, et occulte detinere presurount, 
non carantes ea ipsis, Preposito et Conrentui» exhibere in aniroarum 
suarom periculum, dictorum Prepositi et Conventus ac Monasterii non 
modieom detrimentum* super quo ijdem, Prepositus et Conventus 
Apostoliee Sedis remedium imploraverunt. Quocirca discretioni tue 
per Apestolica scripta mandamus, quatinus omnes huiusmodi occultos 
detentores decimarum, censuuro» reddituum et aliorum bonorum, pre- 
diorom, ex parte nostra publice in Ecclesijs coram populo per te vel 
alinm moneas, vt infra competentem terminum, quem eis prefixeris, 
ea predictis Preposito et Conventui a se debita restituant et relevent, 
et si id non impleverint infra alium terminum competentem» quem eis 
ad hoc peremptorie duxeris prefigendum » ex tunc in eos generalem 
excommunicationis Sententiaro proferas faciens eam, ubi et quando 
expedire videris, usque ad Satisfactionem condignam solemniter pub- 
lieari. Datum Amnione Non. Octobris» Pontificatus nostri anno Tertio. 
S. Aretinus. P. Reat. 

Orig. Perg. (Prot, I. Nr. 19.) Balle gewöhnlicher Form an Hanfaohn&ren hängend. 

11* 



164 

Der vorkommende Abt Yon den Schotten ist Johann (1316 — 1310). Eine 
ähnliche Verordnung hatte bereits P. Clemens V. 1313 erlassen. 



CLXXVI. 

Hermann von Ebenthal, Burggraf %u Znaim, g^t dem Stifte einen Revers 
über Meine Lehen %h ReinpreehtepSUa. 

Dat. Klostemeuburg 22. Decerober 1318. 

Ich Hermann von EbentaU zu den zeüen Purch^trfdatzZnoym 
?ergich — daz di ersamen vud mein genedig herren» her Stephan 
der Probest, her Bertvnch der Techent vnd der Convent gemain %e 
Newenburch babent bedabt md angeseben meinen dinst» den ieb in 
ban getan vnd nocb furbaz tun sol , ynd babent mir geliben nur zu 
mein aines tagen die phennig gult, di man in dinet von iren aigen 
datz Beinprehtespolan — leb gelub oucb, daz icb di beiden» wa si 
ouf dem Yorgenanten gut gesezzen sint, haben syI ynd wil in aller 
der weis ynd in allen den genaden , alz daz vorgenant Gotsbus hat 
ander sein holden wo di in dem lande gesezzen sind» also, daz ich 
dehainen vngewonlichen dinst noch vngewonleich Stewer an seu 
vodem noch suchen sol. Ich gelub auch meinen yorgenanten herren, 
ez sei mein herre der Probest oder der Cbelner» oder wen mein 
herre der Probest, der ze den zeiten ist yf sein yrbeiy sendet daz 
ich dem ze einem mal in dem Jar in dem vorgenanten Hof datz 
Reinprechtzpolan ein nahtseid sol geben ze einem vrchunt, daz si 
dez vorgeschriben gutes rehte herren sind — Ich vergich auch, 
daz ich mit der lehenschaft der Cappellen datz Reinprechtespolan, 
vnd mit allem dem, daz dar zv gebort, noch mit anderm yerlehentem 
gut daz da selbs ist gelegen niht han ze schaffen — Dar yber gib 
ich in — disen prief — besigelten mit meinem Insigel — Auch — 
han ich gebeten den erberigen man Dietreichen den Hutstoch von 
Prespurch, daz er sein Insigel hat gelegte zu meinem an disen prief. 
Der prief ist geben datz Newenburch dreuzehen hundert Jar darnach 
in dem ochzehenten iar an dem nechsten yreytag yor dem heiligen 
tag ze weinahten. 

Orig. Perf. Die beiden Siegel hingen an PergnnenUtreifen. Das eretere, rund, in gelbes 
Waehe gedrfiekt, eatbilt eine Kngel im dreieekigen Schilde, f S . HERMAHI • DE . EBENTHAL. 
Das xweiic, gleiohrall« rand mnd in gelbea Waehs» setgt ia dreieekigen Schilde die bekasnU« 
Emblenie ait verwiaehter Umaehrift. 



165 



CLxxvn. 

Profist Stefan he%emgt 4xe durch Heinrieh Neudeker geichehene Ahlöwng 
eineM GelddienMleM von einem Weingarten %u Kierling, 

Dat Klosterneubarg 13. Januar 1319. 

Wir Stephan von gotes genaden Brobat, Heriweich Techent 
Tod der Conyent daz Neuburch yerichen, daz — hainreich der Nei- 
dekcher^ purger dacz Wiennet vnd sein hausvrow vrow Alhait habent 
Ton ms gecbauffet yud abgeloset zeben Scbilling geltes, die man 
TBS gab Tod dient tou ainem rirtail Weingartens* daz gelegen ist 
dacz Chirichlingen, vnd ist genant der Planchenstainer^ vnd den 
ms durch ir sele willen babent gesebaffet Chvnrat der Zweiter vnd 
sein hausvrowe vrow Tüte, wir verieben aucb, daz di rorgenanten 

den rorgenanten gelt ron vns babent gelediget mit zwelif 

pbunt pbenning wienner Mvnzze, des wir recbt rnd redeleich von in 
sein gewert. Vnd darüber geben wir in disen prief — mit vnserm, 
des vorgenanten Stephans des Brobsts Insigel — geben xe Nevm- 

burch dreyzebenbrndert iar ynd dar nach in dem Newnzeben- 

ten Jar an dem acbten tag nacb dem Gericht tag. 

E CharliUrio ArelÜTi U. fol. 8«. a. 

CLXXVffl. 

Otto von StdUeek verkauft dem Stifte einen Oelddiemt zu Frating$dorf 
Dat. Klosteroeuburg 2$. Januar 1319. 

Ich Otte von Stalekke Vergich — daz ich — meinen herren 
Probest Stephan ynd dem Gotshaus ze Newenburch ze chauffen han 
geben meines rehten aigens zeben pbunt geltes ynd Sibeinzig pbenning 
geltes wienner pbenning münze» di gelegen sint daz fratigesdorf 
ze nächst HeroUsdorfyt dreuzeben Lehen, ynd vf einer hofstat ymb 
zwai hundert pbunt» ynd ymb funif pbunt pbenning Wienner münze* 
der er mich ledigen sol binz bem Ändreen von Sunnewerch» swanne 
ich Im die Vorgenanten gult yzpringe, ynd bestet nach des Landes 
reht in Osterreich, nach seiner Vreuni rat ynd auch nach seiner 
Chorherren rat ze Newenburch, Vnd sol auch dieselbe bestetung 
geschehen vor dem nechsten Eritage nach ynser Vrowen tag ze der 
lichtmesse, di nu nechst chumpt. Wirt aber di stetung yon meinen 
w^en gesumet, als yor geschriben ist, so sol der yorgenant Probest 



166 

Stephan rnd sein yorgenantz Gotshus die vor geschriben galt inne 
haben » rnd mir der Torgenaoten Wernng niht geben » noch an dem 
Torgenanten hern Andren nit rihten, als lange, Vnz ich Im, rnd seinem 
GotshoYs ze Newenburch di stetnng tu, rnd auch rihte an alle ir mire. 
Vnd daz dise rorgeschriben rede stete — beleib, gib ich — disen 
brief — besigelten mit meinem Insigel. Der prief ist geben ze Newen- 

burch dreuzehenhundert Jar, vnd darnach in dem Newen- 

zehenten Jar an sand Pauls becherung tag. 

Orig. P«rg. (Prot. UI. Nr. 256) nad CharimUr. lU. ISS, a. Da« Siegel fehlt. 

In dieser Urkunde wird der Rath der Verwandten des Propstes dem Rathe 
seiner Chorherren Yorgesetst, scheinbar eine Kleinigkeit, aber sie zeigt ans das 
Eingreifen der Verwandten in die Angelegenheiten des Stiftes, welches spSter 
(1322 und 1323) grosse Zerwürfnisse zwischen Propst and Capitel zur Folge hatte, 
deren Anfang schon hier (1319) zu suchen ist; desshalb glaubte ich auch diese 
Urkunde, welche bei Max Fischer 11. 347 nur zum Theile abgedruckt ist, hier 
ihrem ganzen Inhalte nach einreihen zu soHen. 

Diese Verwandten sind Johann, Konrad und Michael von Sierndorf, wotob 
die ersten zwei die Ritterwurde besitzen« 

Die Urkunde bestimmt zugleich durch ihren Beisatz die Lage von Fratings- 
dorf bei Hörersdorf. 

Noch im Jahre 1317 wm*de 1 Pfund um 11 Pfand abgelöset, hier schon an 
20 Pfund. 

CLXXIX. 

Ernst des Lederen Versicherungsbrief wegen der von thtn an Ruger von 
Dekkendorf verpfändeten MMe %u Klostemeühurg, 

Dat. Klostemeaburg 2S. Mai 1319. 

Ich Ernste, der Lederer Vnd Geisel sein chvn, wir vergechen 
oflTenleich vnd tuen chunt allen Leuten , Daz wir vnser mvle mU 
sampt dem haus in der Staingrueb mit rnsers purch herren haut* 
Probst Stephans ze Nevnburch gesaczt haben Ruegem dem Tekken- 
dorfer vnd sein erben für vierzehen mareh silbers und ain merdunch 
für igleich march zwen vnd sibenczich grozzer pehaimischer phen- 
ning. Da von wir im dienen suüen alle iar anderthalb march 
Silbers. Vnd ob wir in zwain iaren daz selb purchreht niht losen ymb 
daz Torgenant silber, oder ze losen haben, so sullen wir daz vorge- 
nant purchrecht verchauffen, vnd sullen iz bestiff en mit einem erbeern 
manne, der msem egenanten herren dem brobst maezzich sei mit dem 
alten dienste. Haben auch daz gelobt mit g«etteichen willen» ob wir 



167 

des Bieht taetcn» md daz rersaumpten» so soI ynser berr« der brobst 
oder sein anwalt dai purchreoht rerebanffen nach der rmbsaezzen rat, 
Tnd den Torgeaanten Buergem des aiibers gar Tnd gaenxleich waren. 
Daz dis Wandlong vnd der rorgedacht chauf staet ynd ?nzerbroeben 
beleih , dar Tmb geben wir rasem ofigenanten berren dem brobst 
disen prief zr einem yrobynde diser sacke versigelten mit des erbeem 
mannes ifisigel, Gtbharts von tani Mertein. Des ist geseucb: Chun- 
rad der sibenhoiz den Zeiten richier. Gerbort der »luzzlar, Christan 
Mein prvder, der Weigaai von Christenderf (Chriscendorf)^ Ott der 
Hu^er Tnd ander erber Leut genuch. Der prief ist geben vnd diez 
geaehen, da von Christes pur ergangen waren Dreuiebeabundert iar, 
damaeb in dem Neynczebenten Jar an Sant Vrbanstag ze Nevnburch. 

Orig. Pcrg. (Bep. Tet. Nr. 46. fol. 107.) Das rvad« SI«f«l alt d«r Uatelirm: f 8. 
a«bkar4i d« 8. Marti bo sai§t ia mum drciaeUftaSekflaa drti futAUA Utreiiaadar fattellt« 
Piaeke, ia dar Mitte eiaaa taakaeekifea Stara. 

Gebhard ist der im Jahre verber ereebeinende Stadtrichter, an deaaen 
Stelle hier, zam eraten Male, Konrad der Siebenhoa eracheint. 

Dieae Urkunde ist nicht unwichtige bezQglich der MünzTerhfiltniaae. Wir 
eraehen, daaa 14 V4 Mark Silber jfihrüch IV« Mark Zinaen tragen, aber auch das 
Yerbätniaa der Mark zu den böhmischen Groacben, deren Ursprung Steyrer, 
Cmri. hl Alb. AMit Col. 183, arit den Worten erwibnt: Genua iUod meneUe, 
ae« graaai deaarii PrageasM initMin babuere aub Weaeeakio II. Rege Behemiae 
eirea aanum MCCXCVIII. Groaai aeu magni dieti aunt ad diacrimen a reteribas, 
aeu parria. Hier werden 72aolcher böhmiacher Groacben der Mark Silbers gleich- 
gehalten ; andera im Jahre 1306 nach Steyrer*a Bemerkung (p. 589) : In viginti 
quinqve millibua marcarüm argenti in grosaia denariia Pragenaibus, Quinquaginta 
aex groaaoa pro quaKbet narea. Die Mark stieg alao in der Zwiaehenzeit um 
16 Groaahen im Werthe. Cber den Teraebiedenen Wertb der Mark aiebe äbrigena 
Dneange Gloaaar. h. ?. 



CLXXX. 

Friedrich t ErMichof von Salzburg, be»eugt, dM$ der päpstliche Legat 

Adhemar Targa den Propst Stephan von den gegen ihn erhobenen Beschuldig 

gungen und der Exeommunietdion freigesprochen habe. 

Dat Salzburg 6. Juli 1319. 

Ynirersis ad quos littere präsentes pervenerint, Fridericus Dei 
gracia Salabnrgesms Eccletie Archiepiscopua, apostoüce Sedis 
Legaiu» Salutem in omnium salVatore. Universitati vestre teniure 
praaenekun facioras manifestiun, quod 4iscretuB rir SUephamMprepo- 



168 

Situs Nevnburgensis Ordinis sancti Augustini PatayieDsis Diocesis 
senciens renerabilem Tirum DomiDum Ademarum Targe, ÄrcMpres- 
büerum sancti Affricani Reuchenensis diocesis nuncium damini 
pape sibi propter falsam emulorum suorum delacionem grariter indig- 
nari» seque ab eo de infra scriptis excessibus et criminibus haben 
suspectum, secutus fiiit ipsum humiliter ad CiYitatem nostram Salz- 
burgensem, et se vitro illius conspeetibus presentayit, petens instan- 
ter, Tt ad remorendam indignacionem, et suspicionem » quas gerebat 
ad illum, Super hiis, de quibus delatus fuerat, inquireret yeritatem. 
Dietus itaque Ademarus, prehabita inquisicione diligenti in nostra 
presencia, dictum prepositum reperit innocentem, nostroque et sapien- 
tum nostrorum comunicato consilio ipsum per suam sentendam 
super hiis absolvit, cuius senteneie tenor est talis : Ademarus Targa 
Ärchipresbiter sancti Affricani Ruchenensis diocesis^ et Nuncius 
sanctissimi patris domini nostri domini Johannis celesti provisione 
pape XXIL ad Civitatem et provinciam Salzburgensem, ne^ non ad 
alias partes Alanuinie pro fructibus primi anni beneficiorum vacan- 
dum per triennium vna cum quibusdam coUegis nostris, iam in 
remotis agentibus, cum clausula tamen; et quilibet nostrum in solidum, 
ac aliis negociis sedis apostolice per ipsam sanctissünam sedem con^ 
stitutus adperpetuamrei memorhm.DudummorantibusnobisinCivi" 
täte Wiennensi Patariensis diocesis, et negocia predicte sanctissime 
sedis apostolice nobis commissa fideliter ibidem exequentibus, Venera- 
bilis et religiosus vir, dominus Stephanus prepositus Nevnburgensis 
Ordinis sancti Augustini dicte Patayiensis diocesis falsa delacione 
emulorum suorum nostris auribus delatus extitit, quod Serenisshnvm 
Principem dominum fridericum^ Romanorum regem et dommos 
Heinricum et Ottonem, fratres predicti Principis, Duces Austrie et 
Styrie contra nos inflamaverit et ad impediendum nos in negociis 
sanctissime sedis induxerit consilio, auxüio, et favore quodque ad 
provocandum contra nos populum malo animo dixerit: nos tractare 
de translacione Imperii, et per quedam alia verba amicos et fami- 
liäres suos ad ledendum nos incitaverit, dicendo talia, vel similia 
verba: „Benedictus Deus, quod tot homines pane meo vescuntur, 
et nullus est, qui eruat me de manibus nuncii domini pape", Tandem 
cum venissemus ad ciyitatem Salzburgensem, vbi plena securitate 
gaudebamus, idem prepositus sentiens de predictis nos ipsum habere 
suspectum, nolens famam suam negligere, sed pocius affectans suam 



169 

ionoeenciam ostendere» suoque proridere noroini et honori, absque 
aHiqua citacione cum deceoti fratrum Concanonicorum suorum et 
aliorum bonorum yirorum comitiya fide dignorum Salzburge comparuit 
hmniliter, coram nobis, petens instanter, yt babita de hiis diligenti 
inqnisicione, quod iustum foret» decernere curaremus. Porro adten- 
dentes Terbum Canonis dieentis: „habet hoc proprium antiqna hostis 
inyidia, Tt quos improborum actunm perpetraeione, Deo sibi resistente» 
deicere non yalet, opiniones falsas ad presens simulando dilaceret*', 
ia preseocia Reyerendi patris« domini Frideriei, sancte Salzbnrgensis 
Eeelesie Archiepiscopi* apostolice Sedis Legati de prerais(sis) inqui- 
sieionem et indaginem feeimus diiigenter, ipsum prepositum per Dei 
graeiam inyenimus inooeentem et mendaciter fuisse delatum. Nos 
itaque memorati habito Domini Archiepiscopi et alioram sapientum 
Tironun eonsilio, J)eum habentes pre oculis, et eins nomine inyocato 
in hiis seriptis finaliter difSnimus , et diffiniendo pronuneiamus, et 
senteneiamas : dictum preposüvm de supradictis excesnbus et cri- 
ndnibus ümocentem fore per omma et immunem^ ipsumque yirnm 
religiosum bone fame et boni testimonii reputamus. Committentes 
Damino Archiepücapo supradicto hie presenti, ob reverenciam 
iigmtatis sue, ut ipsum ab excommunicacianis et suspensianis aen- 
tencOs, quas in ipsum tulimus, vel quos ex processibus nostris 
incurrii, absolvai, et super irregularUate, si qtiam propter has 
incurrii, cum ipso nostra auctoriiate dispenset. 

Deiode nos Archiepiscopns memoratus de mandato prefati Ade- 
mari memoratum Stephanum Prepositum Neynburgensem a sentenois 
excommunieacionis et suspensionis, quas in illum idem Ademaras 
tolerat, et quas ex illius processibus ineurrerat, iaxta formam eeelesie 
absolTimus» et mandayimus fieri litteras Sigilli nostri appensione 
munitas. Acta sunt hec Sahburge in Palatio nostro II. Non. Julii» Anno 
Domini Millesimo Trecentesimo decimo Nono» Pontificatus yero domini 
Johannis Pape XXII. anno Tercio. 

Ori^. Pcrg. (Rep. yet. Nr. S. fol. 86.) RiuflM Siegel in gelbem Wache mit der ümiehrifl : 
PrUerlei Du Ora. See. Salsborgea. Eeee. Arehiepe. Apliee. Sei. Legat. Ähalieli 
dem Bischöfe Johaaa Toa Meiiiea (hei Glafej Decad. Sigill. pag. 42. Tab. XI. fig. 43) aitit der 
Biaebef safer eiaem Throahimmel. Der Hirteoatab reicht aar bia zar Stirae, wie im Siegel Koa- 
rad'a (bei Dnell. Exoerpt. Oeaeal. Tab. III. Nr. 18). Am Fasaaehemel telgt aich aaeh die Thier- 
Ocstalty gleiehaam mit eiaem Dracheaachweife rersehea, aber Ueiaer als jeae ia Koarad^a Siegel. 

Die nachfolgende, yom 13. Juli d. J. datirte Urkunde, kdmmt damit 
in Yerbindung ta setsen. 



170 

Die angezogene Stelle des euMnisehen Rechte* »fetit: Decret. Cann il. 
Qaaest V. Canon. VL 



CLXXXI. 

Der päpgtliehe Legat Adhemar Targa, bestätigt, von dem Propste Stephan 
hundert Mark Süher als die nprtmt fructus^ empfangen %u haben. 

Dat. Salzburg 13. Juli 1319. 

Nos Ademarus Targa, ArchipresbUer sancH Affricani, et Nun- 
cius sanctissimi Patris Domim noHri Domini Johannü eelesti pro- 
visione Pape XXILt Ad CivUaiem et Provmdam Salzburgensem et 
ad alias partes Alamanie pro eolligendis fmcHbus primi anni bene- 
ficiorum vacancium per triennium, et tma cum Collegis nastris cum 
clausula tarnen: et quilibet nostrum pro alüs negoeüs ipsins Sedis 
apostolice in solidum constütäus. Notam facimus uniTersis, presentem 
paginam inspecturis. Quod, cum hoDorabilis» diseretas et religiosns 
vir» dominus Stephanus preposiius Niwenburgensis Patariensis Dy^ 
cesis ordinU sancti Augustini nobis teneretur nomine preUbttH domini 
nostri Pape et Camere sue in centum Marcis puri argenti ponderis 
Wiemiensis exsolvendis, videlicet L io festo sancti Martini proxime 
Tenturo, et alüs L in festo Purificaeionis proxime instanti racume 
fructuum primi anni preposiiure sue, que infra instans temiinuni 
vaeaverat, qui fructus deductis omnibus Canonids pro eisdem «estom 
Marcis per nos taxati et estimatt fuenuit» delegami nobis Beverendum 
Ußtrem, Dominum Fridericum^ sande Smlzburgensis Ecclesie Ardü» 
episcopum pro predictis centum Mords in supra scriptis termims 
essolvendisp in quibus prelibatus Arehiepiscopos pro rationabili et 
Ttili causa sibi, et Ecclede sue Salzburgensis, ut ipse Archiepiacopm 
asserebat, sepefato preposito tenebatur, et ii&a Arcbiepiscopus «ib 
bonorum suorum et predicte ipsius Ecclesie Salsburgensis obligacione 
promisit nobis stipuiantibus et recipientibus pre<Kctam obligaeienem 
nomine prelibati Domini nostri pape et Camere eiusdem» solvere pre- 
dictam pecuniae quantitatem, vel SnbcoUectoribus noetris Salzbtirge 
in terminis sepedictis. Et nos dictum prepositum et eins Monasterium 
quitarimus et absoifimus ab obligacione predicta dietarum centttm 
Marcarum, et a fructibus dicti primi Anni, quo dieta prepositura 
proxime vacavit. Et in fidem et testimonium premissorum Sigillum 
nostrum, quo utimur, duximus apponendum. Datvm Sabbwye «in« 



171 

ib incarnaeione Domini Millesimo CCC^ XIX. in die sancte Marga- 
rete» PontifieatQs prelibati Domini nostri Pape anno Tercio. 

Orif . P«rg. (Btp. Ye«. Nr. 19. f«l. IS) ud Chartal. m. f«l. 47, •. Da* In r«tii«t Waeht 
ftdridtto 8ief«l luit die Cirtaae mmt» Or«Mh«M im DTch»> — tr. E« Mtgt «ian Utlir«elit («ihetl- 
Ica Sekild, i« rechte« Felde drei Ahrea (rieUeieht beiaer SekilfrohrtUbe), im liaken «iaea Stera 
iatlaltcad. Di« Uaiaehrift iat bet«hidift. 

Diese Urkunde widerlegt die Ansicht Thomassin*s (de Vet. et nor. Eecl. 
diseipl. Pars. III. L. 11. c. 85), als fsHe die Einführung der ,,prinii fhietns'' in den 
AnfaBg de« XY. JtkriHinderts. P. Bonifix IX. kat denntek 1399 die Amaten niekt 
dngel&krt, sondern Mos erneuert 

Ober die Einführung der primi fructus berichten die gleickieitigen Bernar- 
dos Guido und Ptolomaeus Lucensis ad ann. 1317. Pont II. (bei Papebrochius 
Conatus ehronol. Hist ad Catalog. Pontif. Tom. VIII. mens. Maji) : „Item edidit 
(loannes XXII.) salubre statutum, cujus tenor incipit: Suscepti regiminis, 
circa pereeptionero fructnam prini vel secundi anai Beaeficiorum Tacantium, 
ratioaabili moderaraiae diridendam inter illos, quibus dudum de eonsuetudine, 
prinlegio vel Statute applicabatur in totum, et illos» qui Beneficia ipsa obtinent 
ad quos alias de jure fructus ipsi spectare deberent ut tam hi, quam illi in 
fructuum perceptione participent et ecciesiae debitis servitiis non fraudentur*. 

CLxxxn. 

Der päpHUeke Legat Adkemar Targu, nimwU dai Süfi und deuen BenHun- 
gen unter den 8ckui% dee römiiehen Stuhles, 

Dat Silibnrg 16. Juli 1319. 

AdemaruB Targa, Arckipresbüer sancti Affricani et Nuneius 
Bonctiswmi patris domini nostri » domini Johannis eelesti provisione 
pape XXIL Ad Ciritatem et prorineiam Salzborgensem et ad alias 
partes Alamanie pro colligendia fructibus beneficiorum yaeancium et 
«liis n^^cüs sedis apostolice eonstitutns. Reverendis patrib«is, Patri- 
arehis, Arebiepiseopis, Episeopis et lilustribus ae speetabiKbus viris, 
dominis Regibus, Ducibus, Comitibus, Baronibus et aiiis inferioribns» 
enjascQmqae grados eendieionis existant» et venerabiiibus ae discre- 
tis yiris, dominis Abbatibus, prepositis, Decanis et aiiis personis eecle- 
siasticis exemptis et non exemptis, ad quos presentes littere pervene- 
rint, salutem in filio yirginis benediete, et mandatis nostris , immo 
Terins apostolids, fimriter obedire. Cum venerabilis et religiosns vir» 
Dominus Stephajtus, prepositus Monastern Netenburgensis patayien- 
sis diocesis pro exhibendis honore et reverencia sedi apostolice vene- 
rit ad nos Salzburgam cum magnis pericuüs, sumptibus et laboribus, 
Nos prefatom prepositum etMonasterium snum, et eins bona auctorttate 



172 

Dobis commissa sab protecciooe prelibati domini nostri pape ponimua 
Injungentes tarnen cum reyerencia dignitatis Episcopalis sub yirtote 
sancte obediencie et pena ingressusEcclesie vobis dominis Patriarchis, 
Archiepiscopis et Episcopis, et sub pena exeommunieacionis vobis 
dominis Regibus,Dueibus, Comitibus, Baronibus» Abbatibus et prepositis 
et aliis omnibus ecelesiasticis et secularibus personis, ne prelibaturo 
Dominum Stephanum vel suum Monasterium ledatis, vel in aliquo mole- 
stetis, quod si faeere omiseritis infra VI dies a tempore roonicionis 
Yobis faete, ablatum non restitueritis, et de iniuriis sibi illatis velMona- 
sterio suo digne non satisfeceritis eanonica monicione premissa predic- 
torum VI dierum, quorum duos pro primo, duos pro secundo» et resi- 
duum pro tercio et peremptorio termino robis et vestrum cuilibet assig- 
namus, vobis dominis Episcopis et aliis supranoroinatisingressumEccle- 
sie interdicimus, et pro predictis causis exnunc, vt extunc in hiis scrip- 
tis. Si vero vos, domini Reges et alii supradicti, abbates, prepositi et 
aiie persone ecclesiastice (sive) seculares seu layci predicta faeere 
omiseritis, et infra sex dies» vt supra expressum est, non restitueritis 
ablata» vel de iniuriis non satisfeceritis, nos exnonc vt extunc legitima 
monicione premissa vt supra dictum est in biis scriptis, pro predictis 
causis vos excommunicamus, Inbibentes, ne aliqnis a predictis senten- 
ciis preter auctoritatem prelibati domini nostri pape, vel nostram, nisi 
in mortis articulo absolvat aliquos predictis sentenciis irretitos, et 
tunc caucionem ydoneam, seu quantum prestare poterunt, soUempniter 
exigat, Quodsi aliter absolucionem concesserit, Nos predietam absolu- 
cionem nullam et irritam reputamus, et in fidem et testimonium 
premissorum sigillum nostrum, quo vtimur, duximus apponendum. 
Datum Salzburge Anno domini M"* CCC" XIX"*. feria secunda post 
divisionem Apostolorum, Pontificatus prelibati domini nostri pape 
Anno Tercio. 

B CkirtnUrio Arehirl m. fol. 149. h. 

CLXXXffl. 

K, Friedrich (d. Schöne) hestäügt dem Stifte das Privilegium Herzog 

Friedrich'i des Streitbaren vom 13. Mär% 1231, bezüglich der Mauth- 

freiheit auf der Donau und des Weimchankee zu Emu. 

Dat. Wieo 25. Juli 1319. 

Fridericua Dei gracia Romanorum Rex semper Augustus, Vni- 

versis ad quos tenor presentium pervenerit, fidelibus suis dilectis 



173 

graciaiD suam et omne bonum. Largifluam dirine Maiestatis graciam 
tone nobis pertinenter et proprio yendieamus » cum ea» que ad ipsius 
laadem et honorem in hamanis actibus commendabiliter ordinata eon- 
spicimus, Ne dum rata teuere, quin imo approbare et innovare clemen- 
ter eoramus eyeilendo per hoc iroperfeccionem que humanes actus ut 
plorimom comitatur. Inclinati itaque Honorabilium et religiosorum 
Tirornra N. Prepositi Tociusque Capituli Ecclesie Newenburgensis 
Patariensis Dyocesis, devotorum nostrorum dilectorum devotis suppli- 
cacionibus, ut videlicet quoddam Privilegium ipsis quondam ab Illustri 
Friderico Duce Austrie et Sty rie pie recordacionis traditum, confirmare 
et innoTare de solita benignitatis nostre gracia dignaremur. Cujus qui- 
dem Privilegii tenor tah's est (hier folgt Herzog Friedrich 's Privile- 
gium vom 13. März 1231. Fischer II. 185). Nos de Regalis munifi- 
eencie elemencia, habita nichilominus consideracione vüe celibis, 
qna dicH^ N. Prepositus ei Capitulum pre ceteria velud lucema 
lucent in domo Dominik qua eciam non indigne prerogativa grade 
nostre donorvm efferri meruere^ Privilegium cum toto suo tenore 
inserto presentibus decernimus ratum, gratum et utile» ipsumque 
approbamus, innovamus et presentis Scripti Patrocinio confirmamus, 
Volentes» ut Successivis temporibus a nobis et a nostris Successoribus 
nichil de jure vel de facto in contrarium attemptetur. NuUi ergo 
omnino hominum liceat hanc nostre ratificacionis, approbacionis» inno- 
vacionis et confirmacionis paginam infringere , aut ei ausu temerario 
eontraire. Qui vero secus fecerit, gravem nostre Majestatis oiTensam 
se Doverit incurrisse. In cujus rei testimonium presentes litteras con- 
seribi, nostrique Sigilli robore fecimus communiri. Datum Wienne 
S\W Kai. Augusti anno Domini Millesimo Trecentesimo decimo nono, 
Regni veri nostri Anno quinto. 

Ori^. Perg. (Prot. H* Nr. 189.) Friedrich'* Migeatitsiitgel an einer rothgelben Seidencehnnr. 

VoD der BestStigung dieses Privilegiums setzt K. Friedrieh am 25. Juli die 
Donao-M authaer und an demselben Tage (nicht, wie Pes Cod. dipl. III. 6 setzt» 
YIIIP Kai.) die Stadt Ens in Kenntniss. (Abgedr. bei Fischer II. 348 und 349). 
An beiden Urkunden ist rfickwftrts das Secretsiegel Friedrich*8 in rothem Wachs 
«afgedrockt, welches den einfachen Adler zeigt, wie er auf den Secret^Siegeln 
Ludwig*s ?oa Baiem (Mon. Boic. Vol. IX. Tab. I. n. 3. IV und V) und KarKs IV. 
(MoD. Boic. Vol. XI. Tab VIII. Nr. 42) erscheint, doch bedient sich Ludwig des 
Adlers auch auf dem MajestStssiegel, was bei K. Friedrich nicht der Fall ist. 
Die Umschrift lautet: f FRIDERICI . DEI . GRA . REGIS . ROM. 



174 



CLXXXIV. 

Rudolf Von Krizendoff venickiet auf die von Meinem €hro$tvaier Ulrich 
ererbten CMdforderungen an dme SHfl. 

Dat Klosterneuburg 1. September 1319. 

Ich Rudolf, kern Vlreichs svn von Chriczendoff, dem got geoad, 
vergich — Daz ich han bedacht vnd angesehen die genad» ynd die 
trewe, di mein herre, her Stephan der Ersam Probst vnd der Con- 
vent ze Newnburch mir habent erzaiget, vnd pin gestanden genczleich 
von dem Recht, daz ich von ecceleichen priefen, di vmb gelt sint 
verschriben ynder des Conventes Insigel ze Newnburch, vnd di mich 
an chomen sint von meinem Eenen, kern Vlreich von Chriczendorf^ 
dem Got genad, haben mach, oder han also, daz ich vmb die selben 
prief, oder waz ir noch her nach funden, oder für pracht werde, hincz 
dem Gotshaus ze Newnburch nimmer me chain recht, noch chain 
ansprach sol gehaben. Auch , vergich ich, daz ich han gebeten di 
Edelen herren hem Albrechten, den Grafen von Hals, vnd hem 
Dietr eichen von Pyleichdorf, ze den zelten marschalch in Österreichy 
Daz si di vorgeschriben rede dem egenanten Gotshaus ze Newnburch 
vnder tren Insigeln ze ainer bezzern sicherhait habent verschriben. 
Vnd dar vber gib ich meinem vorgenanten herren, hem Stephan vnd 
dem Gotshaus ze Newnburch disen prief ze ainem geczeuge vad ze. 
ainem vrchvnt besigelten mit meinem Insigel. Der Prief ist geben ze 
Newnburch, da man zalt von Christes gepurde drevzehen hvndert vnd 
darnach in dem Nevnczehenten Jar an sand Egidien tag. 

B CkurtoUrio Arehiri Nr. W. fol. 46. b. 

Wfthrend Propst Stephan beschftftig^ ist, die dem Stifte eotrissenen Stif- 
tungen zu reclamiren, empfingt er für sein Gotteshaus die Schenkung alter, Ton 
seinen VorgSngern contrahirter Schulden. 

CLXXXV. 

Der Oroenneieter des deutschen Ordens, Karl de Ressart, mimmi das Stift 
in die geistliche Verbrüderung auf, 

Dat Frankfurt 14. September 1319. 

Magne laudis et immense devotionis viris, Dominis Stephane 
Preposito ac universo suo Collegio Ecclesie Neunburgensis Prater 
Carolus de Treveri Magister generalis hospitalis sancte Marie 



175 

nmäonicortoH Salutem in eo, qai est ornniam vera salus, eam proinp- 
titadme complacendL Vestre sinceritatis ac favoris merita nos invitant, 
at Testris hoaoribus et utilitatibus ac animaniin vestraram commodis 
taato studioaius intendamaa, quanto restra devocio hoc exigit et per- 
suadent beneficia exhibita et impensa. Hinc est, quod atteodentes 
Testre sincere devotionis et dilectionis affectum» quem ros ao ante« 
cessores Testri ad nostnim ordinero» ut aceepimus» geritis et gessistis 
et geretis in antea, ut speramus, vobis et vestro sacro collegio^ ac 
anfecessoribm vestris omniutn Missarum^ oraiionum^ Jejuniorump 
abstinentianmit vigüiarum^ diacipUnarum, sanguinis effiisionum 
contra immicos crucis Christi, Elemosinarum, largitionum cetero- 
rumque bonorum, que per fratres totius ordinis nostri Dominus fieri 
permiserü,participationem,communionem et confratemitatem tenore 
presentium concedimus in vitapariter et in morte. In euius eonces- 
sionis evideDtiani presentem literam sigilli nostri appensione feeimus 
eommoniri, Datam frankenfort tempore nostri Capituli generalis 
Anno Domini W CCC* XVIIII* In die Exaltationis S. Crucis. 

Orig. Perf. (Rep. Yet. Nr. 50. fol. 36.) Du Siegel bt abgeriMen. 

Der hier erscheinende Grossmeister des deutschen Ordens heisst Carolus 
de Bessart bei Duellias Hist Ord. Teut. P. I. Sect. lY. pag. 28. XIV. In späterer 
Zeit erseheint in den stifUichen Urkunden: 1431 Bruder Kaspar Murzer, Comthur 
des deutsehen Hauses xu Wien. 

CLXXXVI. 

Bichza die Kienhergerin überträgt ihren Hof %u Lan»enäorf an ihren 
Bruder Konrad von Nussdorf. 

Dat Himberg 9. October 1319. 

Ich Reicivze, kern Seifrides wittwe des Chienberger vergihe 
— daz ich — geschaffet vnd geben han meinem prüder, kern Chvn- 
rädern^ dem Nuzdorfer meines rechten Purchrechtes ainen hof, der da 
leit ze Lenczendorf, dez zway leben sint — vnd der da dient alle 
Jar an sant Michels tag dem Chioster ze Newnburch zwaintzich 
wienner phening ze rechtem purchrechte. Den rorgenannten hof han 
ich — geben meinem prüder hern Chvnraden dem Nuzdorfer vnd 
seinen erben — ynd suln auch sie , oder swer denselben hof nach in 
besiczzet, daron geben alle iar meins svns chinden Chrmrades ainen 
Mntt waiczes ynd ainen Mutt chornes vor sant Gilgen tage, wolden si 
des nicht tuen, so solde sie vnser herre der Brobst von Newnburch 



176 

des ttoingen, daz sie iz tuup als des landes recht ist» vnd seines 
aigens recht ist. — Vnd sint auch des gezeug der ersam ynd der 
geistlich herre, her (Hacker zu den Zeiten apt ze Liemvelde, prüder 
Marchart der Ahser, her Diether von himpercK Jans von Nuz^ 
dorf^ Dvrinch von Sevelde^ hainreich der Grinczzinger ^ Tod ander 
frora Leut genfleh — geben ze himperch — drevrehen hyndert iar 
in dem Nevnzebenten Jare» darnach an sant Dyonisien tage. 

E Chartnlario Arehiri III. fol. 88. a. 

Hier eracheiDt tum ersten Male eine dem Stifte gehdrige Giebigkeit zu 
Lanzendorf. 

CLXxxvn. 

Konrad Rudwein tritt dem Stifte taiischweüe einen Zehent %u Krizendorf ab. 
Dai Klostemeuburg 19. September 1319. 

Ich Chunrat Rtidwein mit sampt meiner hausfrawen Vron 
Petersn Veriehen — daz wir — haben geben — vnsem Zehent an 
der Rüggersleitten, den wir ze lehen gehabt haben Ton dem Gots- 
haus ze Newenburch vnserm genedigen herren Stephan dem Probst 
vnd seinem Gotshaus ze Neunburch also, daz si In furbaz nuzen vnd 
inne haben — Auch dawider habent vns ze einen rehten wider- 
wechsel — ablazzen di zehen Schilling phenning, di man In dienet 
in ir Chellenampt von vnserm haus, daz e ist gewesen Niclos des 

Chamerer, Darüber geben wir disen Brief — besigelten mit 

meinem^ des vorgenanten Chunrads Rudwein Insigel geben 

ze Neunburch dreuzehenhundert Jar, vnd darnach im Newnzehenten 
Jar an dem nächsten Mitichen Vor Mathei, diser sache vnd dize wider- 
Wechsel sint gezeug her Johanns der Ritter von Siemdorft her 
Gerunch, hem Choln Sune, friderich Hutstoch, Gerbort der Slvxze- 
ler, Jacob der Chelner^ Peter der Vreisinger^ vnd ander Erber 
Leut genug. 

Orig. Perg. (Prot. III. Nr. 852.) Du rande Siegel teigt ia eiaeoB Sehilde cia M«a«cr «ad 
eiae Grabscbaafel. beide laadwirthacbaftlicbe Oerithe, mit der Umscbrift: Sigillan Chaaradi. 

Die hier rorkomroende Ruggersleiten ist bei Krizendorf, in der Nihe 
Klo8tenieuburg*s gelegen. 

In dieser Urkunde erscbeinen, abweichend ?on der gewöhnlichen Form» 
die Zeugen nach dem Datum, und der Propst, der im Jahre 1296 „meines herren 
genaden* und 1313 „der werte hoche Praelaf* heisst, wird hier als ^genediger 
Herr** ?on Seite seines Lehensmannes bezeichnet 



177 



CLXxxvra. 

Konrad der Chuaui voti Losdorf Mchenkt dem Stifte Benizungen *u 

Rannendorf, 

Dat. Wien 24. April 1320. 

Ich Ckvnrai der Gndvzze von lobstorf, vnd ich ChvnigufU, sein 
hausfrawe, ynd ich Chvnigunt des vorgenanten Chvnrades tochier^ 
wir veriehen — Daz wir •-— gegeben haben durch ynser vodern sei 
willeo ynd auch durch ynser selber hail sei willen zwai lehen ze yeld, 
die da ligent ze ReinoUstorf, ynd yier hofstet ze dorfe da selbens ze 
Reinoltstorf — dem Erbern herrn Probst Stephan von Newnburch 
rnd der samnunge gemain des selben Chlosters — Iz suln auch die» 
die di yorgenanten zwai lehen ze Reinoltstorf Inne haben, dienen alle 
Jar dem egenanten Gotshaus ze Newnburch an sant Jörgen tag 
achczig wienner phenning ynd yon den yier hofsteten daselbens 
Sechzehen wienner phenning auch an sand Jörgen tag alle iar. — Vnd 
geben In dar yber disen Prief — yersigelten mit ynserm Insigil. Vnd 
sind auch des geczeug her Jans von Siemdorf, her Gerunch der 
Chol von Newnburchy her Symon von Pellendorf, Dvrinch von 
Seveldy Otto der Schrätenperger, Otte sein svn, Otte der schäffer. 
Reinhart sein prueder, ynd ander frum leute genfich — Diser Prief 
ist geben ze Wienne — Dreuczehen Hyndert iar in dem zwainzigi- 
sten Jare darnach an sant Gorgen tage. 

E Chartnlario Arehivi UI. fol. 56. a. 

Lobstorf ist Losdorf K. U. M B. bei Staats, Reinoltstorf halte ich för 
Rannersdorf bei Prinzendorf K. U. M . B. 

CLXXXIX. 

Kenrad's Sybenhos Venicherungsbrief wegen zwei Hofsietien in den Gais- 

lucken gelegen. 

Dat. 24. April. 1320. 

Ich Chvnrade der Sybenhos vnd Ich Gerdraut sein hausvrowe 
wir yeriehen — Daz wir haben gechauft zwo hofstat dacz sand Mer- 
tein, die sind gelegen an ynserm haus an der Gaizluchen an dem 
eücet da wir auf gelegt haben ein presse ynd ander zimmer, ynd 
dienet meiner herren Spital ze Chloster ze gruntrecht all6 iar aind- 
lef phenning wienner mfinzze an sand Merteins tag, ynd zu furgeding 

Foates. Xiy. 12 



178 

Tier phenning derselben Mfinzz alle iar an sand Georigen tag, hat vds 
die zwa hofstet vnser herre Brobst Stephan ze rechtee Purchrecht 
verlihen allen vnsern frumen da mit ze schaffen, gehSrent auch die 
hofstet paide, da wir die presse vnd ander zimmer haben aufgelegt, 
mit gerieht vnd mit dienst hincz meiner herren Spital yon Chloster, 
vnd daz das gericht vnd der dienst von den zwain hofstete dem oft- 
genanten Spital icht werde gefromd rnd enzogen. Des gib ich Chvn- 
rader der Sybenhos meinen herren von Chloster vnd irm Spital ze 
vrchvnde ynd zfi einen gezeuge disen prief versigelten mit meinen 
Insigel. Dfs sint gezeug mein Ohem, her Gervnch, her Dietreich, 
der Schwer, her Engeidich j Chvnrat Rudwein, tüisentvon egenburch. 
Gerbort, der Sluzzler, Christan, sein prüder. Gebhart von sand 
Mertein, sein Sun Symon, Chvnrad maeseU Chvnrad Schiver, Jacob 
GervnchvndDietel die reczer. Diser prief ist gegeben — Dreutzehen- 
hvndert Jar dar nach in dem zwainczigistem Jar an sand Georigen 
tag nach Ostern. 

E ChtrtaUrio Arehlri HI. fol. 124. b. 

Nach längerer Zeit erscheint hier wieder das Stiftsspital. Zugleich gibt 
die Urkunde auch einen Beweis dafür, wie die Stadt Klosterneuburg im 14. Jahr- 
hundert bei weitem einen grosseren Umfang hatte als in der Gegenwart, denn 
die Gaisluckhen, wo eine der angesehenstes Familien Klosterneuburgs wohnt, 
ist gegenwärtig eine theil weise dde Ried. 

cxc. 

Oertchtshtief Heinrich* 9 Chrannett, des Wiener StadtriehterSf über den Hof 

%u Meidling. 

Dai Wien 12. Mai 1320. 

Ich Hainreich Chrannest, ze den Zeiten Richter ze wienne 
vergieh — Daz für mich Chvm in der Schranne vrow Margret, Die- 
poldes hausvrow von als, vnd zaiget ainen prief vmb ainen hof, der 
da ieit dacz Maverlinge, da sei an irret Seifrid der Murre der vor- 
Sprech, do da der prief wart gelesen ze gegenburt des vorgenanten 
Seifrides. do sagt der prief, daz der vorgenant Seyfrid sich f&rzicht 
biet getan des vorgenanten hof vor erbern Leuten , Also daz er fuer- 
baz nimmer mer chain ansproch schvlt haben gegen dem vorgenanten 
hof, er noch alle sein erben. Do pat die vorgenarU vrowe Margret 
dar vmb ze vrogen, was nv recht wer, da wart vmb gevraget vnd 
erthaiU ir vrag vnd vrtail, Si schvlt den vorgenanten hof verseczzen. 



179 

rercbanffeD, geben swem si woit an allen chriecb ynd an allen irreaal. 
VdcI dar ymb gib icb ir disen prief ze ainem offen yrehunde vnd ze 
ainem waren geczeng diser sache versigelt mit meinem insigel» vnd 
sint auch des geezeug her Nichts von Eslam, her Ott sein prueder^ 
her Nyclas der Polle, her Stephan der Chrigler, her Ortwein, her 
Marchart der vorspreche her Hainreich der Rorer der vorspreche 
her Seifrid der orel der vorspreche vnd ander frume Leut genoech 

Diser prief ist gegeben — Dreuzehen hyndert iar in dem 

zwainzigisten iar darnach an sant Pangraczentag. 

E Chartolario Arehiri III. fol. 85. a. 

CXCI. 

Testament Weiganfs van Kritzendorf tmd seiner Hausfrau Margareth. 
Dat 12. April 1321. 

Ich Weigatii von Chriczendorf ynd ich Margret sein havsvrowe, 
wirveriehen — daz wir — geschafft haben alles ynser guet, daz wir 
haben In der Stat ze Newenburch Chloster halben, ynd datz Chriczen- 
dorf ynd in dem Lande ze Oesterreiche — Des ersten so schaffen wir 
durch ynser paider sele willen hintz sant Merteyn ze Newenburch 
aynlefthalben Emmer Weyns perchrechtes, di da ligent an der Grob- 
leiten zy einem Selgeraet, also, daz man ewichleichen alle Jar an 
ynser Vrowen tage In der Vasten Vnsern Jartage da yon hegen sol. 
Dar nach so schaffen wir vnsern zwayn Töchtern Margreten vnd 
Katreyn ynser hays datz Newenbyrch, daz da leit in dem Gaezzlein 
pei der Toenawe mit sampt dem pachhavs^ daz dar zve geboret, 
ynd mit allem demyarendem gyet ynd hausgeryste, daz man nach ynser 
paider tot dar Inne yindet. ynd schaffen auch. In Drey Weingarten — 
Dar nach so schaffen wir vnsern enichleyny die fridreiches chint sint 
gewesen, vnsers Svns, dem Got genade, Weiganten des Slvezzler 
Aydenie ynd Margreten Jansen hausvrowen, ynd Elzbeten der 
Matsewaerinn zwen Weingarten — Vnd so geben wir paide — yber 
daz selbe geschSft disen prief — versigelten mit vnserm Insigil vnd 
mit kern Weichartes Insigil von Toppel %v den Zeiten Lantrichter 
In Oesterreiche vnd mit hem Gervnges Insigil hem Chvln Svn von 
Newenburch^ vnd mit hem Symons Insigil von Pellendorf vnd mit 
hem Dietreiches Insigil des alten Chlebaer, zv den Zeiten Mvnz* 

maister ze Wienne vnd mit hem Michels Insigil des Chlebaer vnd 

12- 



180 

mü kern Dietreiches Insigü des Jvngen Chlebaer — Diser Prief ist 
geben — Drevzehen hundert Jur In dem Ayn ynd zwainzigisten Jar 
dar nach an dem Palm tage. 

Orig. Perg. Die Siegel hiagea aa Pergamentstreifen. Da« erste» rnnd, ia gelbe« Waehs gedrfiekt, 
eaChilt in einem dreieckigea Schilde das Wappen der Herren ron Kritsendorf mit der Umaehrifl : 
t S . WEICH AD! . DE . CHBIZENDORF — Da« aweite, gleiehfalls rnnd nad in gelbem Wach«, 
xeigt im dreieckigen Schilde da« Eoütlem der Edlen v. Toppel (Hanthaler Reeen«. Tab. XLVI. n. 8.) 
UoMcbrift: f S . WICHABDI . DB . TOPEL. — Da« dritte Sieget fehlt an der Urkunde, es ist darch 
AnfBhrnngen an anderen Orten bekannt. — Da« rierte, rnnd» in gelbem Waehs, enthält im dreiecki- 
gen Schilde einen Mühlstein f S . SIMONIS . DE . PELNDORF Das finfle und sechste sind Ton 

gleieher Gestalt and Farbe, im ersteren drei wagrechte Balken mit abwärts gebogenen Enden -f 8. 

DITRICI . CHLEBAR ; im letzteren teigt sich in der unteren Ecke des Schildes ein Stamm, 

ans welchem iwei Blatter gegen die beiden oberen Ecken kerTorwachsen. f S . MICHAHELIS . CH. — 
Das siebente Siegel ist viereckig, in rothes Wachs gedr6ckt, und enthält das Familieawappen gleich 
dem fOnllen Siegel nnd die Umschrift: f 8 . TVI . DITRICI . CHLEBAII. 

Dietrich der Chleber fehlt in dem Verzeichnisse der Münzmeister bei 
Fischer Brev. Notü Urh. Vienn. T. 11. p. 68. 

cxcn. 

AbUuihrief deu SaMurger Er%hüchofB Friedrieh von Leybeniz für die 
Stißskirche %u Klostemeuburg, 

Dat Passau 15. August 1321. 

Fridericm Dei gracia sancte Sahburgensia Ecclesie Ärchie- 
piscopua Apostolice Sedis Legatus Vuiyersis , ad quos presentes per- 
venerint, Salutem in omnium salvatore. Cupientes Christi fideles qui- 
busdam muneribus illectiyis, indulgencijs ▼idelieet et remissionibus 
peccatorum ad pietatis opera invitare, quo reddantur diirine gracie 
uptiores. Omnibus vere penitentibus et eonfessis» qui Misse Sancte 
Marie» que singulis septimanis vno die in Eeclesia Nevnburgensi Pata- 
Yiensis Dioeesis ordinis sancti Augustini conventualiter et sollempniter 
celebrabitur, cum debita devocione et reverencia interfuerint^ de 
omnipotentis Dei misericordia et beatorum Apostolorum Petri et Pauli 
confisi sufiragiis Quadraginta dies de iniuneta ipsis peniteneia miseri- 
corditer in Domino relaxamus. Datum Patavie XVIII Kalend. Septem- 
bris Anno domini Millesimo Trecentesimo yicesimo primo* 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 8. fol. 30.) Friedrich's Siegel ist dem anm Jahre 1319 
(n. 180) beschriebenen rdUig gleich. 

Die Urkunde gibt einen Beweis des unverfinderten Wohlwollens Friedrichs, 
welches derselbe im Jahre 1319 durch die Vermittelung zwischen Propst Stephan 
und dem päpstlichen Legaten Adhemar Targa so glänzend bethfitigte. 

Die hier erwähnte Frühmesse de B. M. V. wurde, wie es beim Jahre 1346 
ersichtlich ist» als Conyentual-Messe behandelt und aufdem Kreuzaltare gelesen« 



181 



cxcra. 

Simon van Pnn%endorf schenkt dem Stifte den jährliehen Dienst von 
12 Jochen Acker %u Prinzendorf. 

Dat. 30. November 1321. 

Ich Symon von Prunssendorf Vergich — daz ich — geben han 
meines rehten aigens, als ich ez gehabt han, ynd als mir ez mein 
Vordem lazzen habent, hincz Newenburch dem GotshauB ^fmuer 
Vrowen Alter zwelif Jeuchart achers, die gelegen sint ze Prunssen- 
dorf also beschaideuleich, wer der ist , der die vorgenanten zwelif 
Jeuchart achers in nuz vnd in gewer hat, ze ainzigen, oder mit ein- 
ander, der sol alle iar dienen vf vnser Vrowen Alter ze Newenburch 
ie Ton dem Jeuchart zwen phenning Wienner Munzze an sant Michels 
tag. — Darvber gib ich disen prief ze Vrchunt ynd ze sicherhait dem 
egenanten Gotshaus tersigelten mit Rat vnd mit gunst meiner Erben 
ynd meiner freunt, wand ich nickt aigens Insigels hetf mit meines 
Oheimes InsigeU hem hainreiches ze den Zeiten Pharrer ze Pruns- 
sendorf. Der prief ist geben — Dreuzehenhundert Jar in dem ain 
vnd zwainzigisten Jar an sant Andrestag. 

Orig. Perf . (Prot. III. Ilr. 395.) Da« kleiae obloage Siegel hiagt aa eiaem Pergamentetrei- 
fca. la ^enaelbea ersehetat eta Maaa ia aoflrechter Stellnag, 4a« Haapt mit dem Nimba« amkleidet» 
aach rechts ■aabliekead. Ia dea Hiadea kalt er eiaea abgebaveaea Kopf. Liaka liaft paraUel mit der 
Umsebrift der Marne S . lACOBUS . Umaebrift: S . HEINRICI . SACERDOTIS. 

CXCIV. 

Das Stift Klosterneuburg nimmt das Passauer Domcapitel in die geistliehe 
Verbrüderung auf. 

Dat Klosterneuburg 13. December 1321. 

Veuerabilibus in Christo Viris, Dominis suis Charissimis Alberto 
PrepositOy Wolfgango Decano^ totique Capitulo Ecclesie Patavien- 
sis Stephanus miseracione divina preposUus^ Nicolaus Decanus, 
totusque Conventus Monasterii Neuburgensis, Ord. s. Aug. Canon. 
Reg. pataviensis dyocesis cum oracionibus suis derotis fraternam et 
indissolubilem in Domino Charitatem. Ut amicicie, familiaritates et 
Gracie inter nos mutuo longis retroactis temporibus habite et con- 
traete virtuosis operibus solidentur, et in lucem melius deducantur, ut 
edam roultiplicatis intercessoribus venia facilius impetretur, vos uni- 
versos et singulos tam presentes, quam tos in posterum succedentes 



182 

in nostram Confraternitatem libenter , liberaliter et devote recipimus, 
facientes vos tarn in yita, quam in morte et in perpetuum oronium 
missarum, oracionum, abstinenciarum, vigiliarum et aliorum bonorum, 
que per nos et successores nostros in Honasterio nostro Deo coope- 
rante, qui est bonorum omnium auetor, fiunt et fieri poterunt, parti- 
cipes et consortes. Adiecto, quod vobis et mcessoribus vestris in per- 
petuum, quociescunque Monasterium nostrum accesserüis, dtU moram 
circa illud feceritis, a die adventus vestri ad octo dies conHnuos 
prebendam uni Canonicorum nostrorum debitam in pane et aliis, 
que de coquina uni ex nobis dari consweveruntt vobis et cmlibet 
vestrum administrabimus integre cum affectu, Prebendam vero vini 
intanta mensura, quantum uni ex nobis de communi prebendali vino 
dari conswevit, vobis de Cellario Domini prepositiy qui pro tempore 
fuerity eciam de illo vino, quod ad SctUtellam suam porrigitur, volu- 
mus ministrare. Preterea cum alicuius Canonicorum vestrorum nobis 
nuneiatus fuerit obitus, illius celebrabimus exequias, quemadmodum 
apud nos et pro nostris fieri est consuetum. Et ut premissa omnia per- 
petuo rata maneant et inconvulsa, damus vobis in testimonium pre- 
missorum bas literas nostras, nostrorum sigillorum munimine robora- 
tas. Actum et datum Neuburgii anno Dni. Millesimo Tricentesimo 
Vigesimo primo. In die s. lucie Virginis. 

Abiehrift de« 17. Jahrhaoderts, aufbewahrt \m Deeaaate de« Stifte«. 

Abweichend Ton den gewöhnlichen Verbrüderungen wird hier nicht blos 
die Gemeinschaft des Gebetes, sondern aach die Ertheilung einer Herrenpfründe 
ffir die Zeit ?on 8 Tagen (und zwar der Wein von der Tafel des Prälaten) 
zugesichert. 

CXCY. 

VisitationS' Statut Alberfs, BUchöfs von Passau, 
Dat. Klostemeuburg 2. Juni 1322. 

Nos Albertus y Dei gracia Ecclesie Pataviensis Episcopus ad 
perpetuam rei memoriam. Cum nuper in Monasterio Newenburgensi 
Canonicorum Regularium ordinis sancti Augustini nostre Dyocesis 
suncte visitacionis officium personaliter egissemus, invenimus» 
quod ex cortis eausis inter venerabilem Stephanum prepositum et 
nonnullos ex Canonicis ibidem ex vna parte, et Hertwicum Decanum 
ac plures ex iratribus ex altera gravissima, quod dolentes percepimns, 
dissensionis materia fuit orta, adeo, quod dictus Decanus cum quibus- 



183 

dun ex Canonicis minus digne fuerint offensi, et Don sine scandalo 
pertorbati. Voleotes igitur eisdem et aliis fratribus, atque ipsi Mona- 
sterio eirea futara scandala siye pericula preeavere, de Venerabilium 
Prelatorom et aliorum sapientum infira scriptorum consilio pro bono 
pacis et coDcordie taliter statuendum, diffiniendum duximus etiam 
ordinandiim. Primo videlicet, vt prepositus antedictus omnia majora 
ae magis ardua Monasterii negocia, yidelicet bonorum immobilium 
alienaciones perpetuas, aut ad vitas, donaciones prebendarum, reeep- 
eionea fratrum et similia, que sine consilio aut eonsensu Capituli fieri 
DOD consueyerunt, aut possunt^ nequaquam sine Capituli sui, aut sal- 
tem Sex, Tel ad minus Quatuor meliorum et saniorum consilio ordinet, 
aut disponat Preterea Tolumus, vt Johannes de Syemdorf, frater 
prepositi circa omnes officinas et negocia Monasterii ab intus et ab 
extra nicbil permittatur habere de cetero potestatis, ita adeo, yt nee 
intra, nee extra aliqua sibi amministracio committatur. Nee idem 
Jobannes et yxor sua cum ipsp preposito sub expensis suis morentur 
continae, proyt bactenus consueyerunt. Preterea cum prepositus ipse, 
sicut et quilibet Prelatus pie ac paterne subditos suos debeat pertrac- 
tare, ne plus timeri, quam amari , aut magis preesse, quam prodesse 
yelle putetur, yolumus, yt si quempiam ex dominis, aut dominabus 
ytriusque Conyentus» yt hominem, fortassis contingat excedere, excessus 
ille, cuiuscumque condicionis, aut qualitatis existat, in Capitulo juxta 
fratrum consilium condigna penitencia puniatur. Quodsi aliquem yel 
aliquam, ynum aut plures semel, yel pluries grayes, quod absit, con- 
tingeret perpetrare excessus, pro quibus possent et deberent non 
inmerito carcerali pene yel custodie deputari, Statuimus, yt prepositus 
fratres ipsos, aut Capitulum in oblaya sua, qu4xm ipsis confirmamus 
et approbamtisperpresentes, nulla racionepossit, aut debeat impedire. 
Quod si, quod non presumimus, prepositum sepedictum premissos Quatuor 
Articulos, yel aliorum aliquem infringere, aut quomodolibet non obser- 
yare contingeret, et de hoc per fratres de Capitulo racionabiliter con- 
yincatur, yolumus, statuimus et ordinamus, yt a prepositura ipsa cadat 
omnino, ac omni Jure, quod in ea sibi competit, sine omni sentencia ac 
eontradiccione, siye impedimento sit ipso facto priyatus. Ad quod idem 
prepositus se yoluntarie obligayit. Vt autem premissa omnia et singula 
perpetue mereorie commendentiir, ac rata et inyiolabilia perseyerent, 
presentes diffiniciones, ordinaciones et statuta nostro, ac Stephane 
Monasterii Newenburgensis prepositi prefati, nee non venerabilium 



184 

Hainrici prepoMi Mofuuterii sancH TpoUH, Trostanis, preposUi 
Monasterii in ^erczogenburga, et Hugonis, prepositi Monasteru 
sancti Ändree ordinis eiusdem^ ac honorabüium virorum, Magidri 
Ludolfiy Decani Chremensis, Magistri Hainrici Canonici Patacien- 
sisy Imperialis aule notarii Sigillorum munimine fecimas eomaiuairi. 
Actum et Datum Newenburge Anno Domini Millesimo Trecentesimo 
vicesimo secundo, Quarto Nonnas Junij Pontificatus nostri anno 
Secundo. 

Orig.Perf . (Rtp.Vet. Ilr. 7. fol. 86.) Sieben orale m PergMieatstreircabinfeade Siegel ia gelb«« 
Waebs. — Da« erste , jenes de» BiseboCi Albert roa Paasan , a. b. Dnellias Exeerpt. Geaeal. Tab. YII. 
a. 68. — Das iweite leift die Umsehrifl: S . STEPHAIfl . PPTI . I^E . MEVNBVRGEN. Stephan 
betet im antern Tbeile nnter einem Bogea baiead. Aber diesem sittt die heilige Jnagfiran anf eiaena 
Tbroae, anf dem Haupte eine Kroae» in der Rechten drei Blnmen, mit der Linben das stehende 
Jesakind haltead, an dessen Seite ein Vogel (Taabe ?) erseheint. — Das dritte ist abgebildet bei 
Dnellins 1. o. Tab. VI. n. 57. — Das rierte ebendaselbst Tab. VII. a. 73, doch soll die Legcade 
Unten : f 8 . TROSTANIS . PPTI . ECCLE . SCI . OEORII . IN . HERZOGEN BVRG , nnd im inne- 
ren Sohildfelde SCS . GEOI . — Im fOnflen. mit der Rundschrift: SIGILLUM . HVGONIS . PPTI . 
SANCTI . ANDREE, steht der Propst, in der Rechten den speerähnliefaen Stab, in der Linken ein 
Bnch haltend, die Kopfbedeckung gleicht einem Heriogsbnte. Dasselbe ist gleiehflalls bei Daelliaa 
1. e. Tab. VII. n. 66 abgebildet, doch ist daselbst der Stab am oberen Ende gekrfimmt, bei dem 
rorliegenden nicht. — Das sechste mit der Umschrift : f 8 . LVDOLFI . DECANI . CHEMENSIS neigt 
eise stehende Gestalt mit langen Gewindem. das Haupt rom Nimbus umstrahlt, Tor welcher der 
Decan betet, wie bei Haber Tab. IX. n. 14. Doch halt die Hetligeagestalt (etwa St. Veit, der 
Eirchen-Sehuttheilige) in der Rechten einen Palmtweig, die Liake ruht auf der Brast. Haathaler 
Receasus. Tab. VU. n. 7.— Im siebenten: f HEINRICI . RECTORIS . ECCLE . VTIENN . CAN . PATA- 
VIEN. betet derselbe nnter einem Bogea, ober welchem der heil. Stephan baiet, auf welchen ein 
Maaa mit beiden emporgehobenen Händen Steine tu schleudern im Begriffe ist. 

Der yisitirende Bischof ist Albert, Herzog von Sachsen, Sohn Agnesens 
von Habsburg, 1320 vom Papste zum Bischof von Passan ernannt, welcher im 
Jahre 1321 in der Octav des Pfingstfestes zu Wien bei den Dominicanern in 
Gegenwart des KSnigs Friedrich, der Herzoge Albrecht, Heinrich, Otto, der 
Königin, des ganzen Hofstaates und vieler Prälaten seine erste heil. Hesse las. 
(Hansiz, Germ, sacra. T. I. p. 456 seqq.) 

Bemerkenswerth ist, dass der Bischof zu dieser Visitation vor Allem 
3 Prdpste desselben Ordens zuzog. Der auch beigezogene Pfarrer von St Stephan 
in Wien, Heinrich, erschien bisher zum ersten Male erst in einer Melker Urkunde 
von 1324, war von Luzern gebürtig und zugleich Domherr zu Passau und Frei- 
singen und oberster Schreiber (Kanzler) der Herzoge von Österreich. 

Die vorkommende BesUtigung der Oblay bezieht sich auf die den einzelnen 
Chorherren zukommenden Prfibenden. 

CXCVl. 

Bisehofs Albert von Passau tsweites Visitations-StaitU, 
Dat. Klostemenburg 10. Juni 1322. 
Nos Albertus 9 Dei gracia Ecclesie Pataviensis Episcopus ad 
perpetuam rei memoriam. Cum iuxta officii nostri debitum in Mona- 



185 

sterio Neunborgensi Canonieorum Regularium Ordinis Sancti Aagustini 
Dostre Diocesis in vtroque Conventu Sancte visitacionis officium perso- 
naliter ageremus, Invenimos, quod Don nulla circa personam et Statum 
Venerabilis Stephani Preposüi ibidem, quedam circa personas alias, 
et quedam circa officinas, et diversa negocia Monasterii interiora et 
exteriora reformacione quam plurimum indigebant, Quorum quibusdam 
dilacionera non capientibus tunc in nostri presencia correctis et muta- 
tis. Ipso eciam preposito cum aliquibus ex Canonicis pro excessibus 
et insultibus in personam Hertwici Deeani et quorundam fratrum in 
capitulo indebite factis ad alia Monasteria eiusdem ordinis pro bono 
paeis ad penitenciam agendum ad tempus emissis. Circa reliqua ipsi 
Monasterio, fratribus et Dominabus vtriusque Conventus sollerti cir- 
cumspeccione providere volentes, de Venerabilium et discretorum 
Tirorum Henrici, Monasterii sancti Ypoliti, Trustonis Monasterii 
in Herczogenburga, et Hugonis Monasterii Sancti Andree Preposi- 
tortim ordinis eiusdem, MagistriLudolfi, Deeani Chremensis, Magi- 
stri Henrici Canonici Pataviensis, Imperialis aule Notarii et aliorum 
Sapientum curie nostre consilio taliter duximus statuendum, diffinien- 
dum et ordinandum. Primo enim statuimus, yt omnes fratres Decano 
suo, et Sanctimoniales Magistre sue, ipse quoque Decanus, qui pro 
tempore fuerit cum omnibus fratribus de Capitulo seu Conventu viro- 
mm, Magistra eciam cum omnibus Sanctimonialibus de Conventu 
Dominarum Preposito Monasterii, qui pro tempore fuerit, in omnibus, 
et per omnia licita et honesta bumiliter obediant, Sibique loco Dei 
tanquam pastori suo, et velud membra capiti sint subiecti. Quia ipse 
est, qui tenetur altissimo et nobis de ipsis et eorum singulis reddere 
racionem. Prepositus autem Decanum, et fratres, Magistram et Soro- 
res pie foveat, Paterne corrigat more pii Patris, qui durius provocatus 
micius corrigit, nee de cetero vnquam verbis crudelibus, presertim 
ignominiosis, exasperet, et quantum precavere potest, exasperari per 
aiios non permittat. Preterea statuimus, ac sub obtestacione divini 
iudicii, nee non sub obtentu gracie nostre strictissime prohibemus, 
ne de cetero Prepositus cum Decano, aut cum aliqua parte fratrum 
aat Sororum, Decanus cum fratribus, aut aliqua parte ipsorum, Magi- 
stra cum sororibus aut parte ipsarum, aut eciam fratres vel Sorores 
inter se in alterius cujuscumque persone vel partis odium^ vel iactu- 
ram vllam ligam, conspiracionem, vnionem seu societatem habe- 
ant, aut in posterum facere vel quomodolibet inire presumant, sed 



186 

omnes in Christo per sacri ordinis professionem ynam corpus, Tiium 
cor» et anima yna effecti Deo ynanimiter et concorditer in diurnis et 
noeturnis Divinis ofGciis quieto et pacifico corde serviant incessanter. 
Illad attendentes, quod non nisi in pacis tempore bene colitur pacis 
auctor. Porro cum hii, qui altari deserviunt, vivere debeant de aitari, 
nee ligari os bovis debeat tritturantis • Statuimus et districte preei- 
piendo mandaroust yt Prepositus fratribus et Sororibus ytriusque Con- 
yentus prebendas suas in yictu, et amictu, et consolaciones conswetas 
integraliter iuxta antiqaam consuetudinem faciat ministrari, et domi- 
nabus speeialiter lineas et alias yestes iuxta morem consuetum debitas 
subtrahi aut diminui nolumus yllo modo. Item statuimus et mandamas» 
yt hostium et fenestra, quibus itur de domo prepositi et respicitur in 
Capitulum, omnimodis obstruantur, nee per illa ab aliquo extraneo 
secreta Capituii yideri yaleant et audiri. Item Equirream Monasterii, 
quam habuit Johannes de Syemdorf per prepositum, ybique resumi 
volumus et haberi. Preterea cum propter sexus fragilitatem mulieres 
sepius, et quandoque grayius yiris in6rmari contingat, diffiniendo 
mandamus, yt quandocumque aliquam, yel aliquas ex Sanctimoniali- 
bus adeo infirmari, seu debilitari contingat, quod opporteat aut expe- 
diat ad yicinos et honestos consanguineos, seu parentes, aut in Ciyi- 
tatem yicinam ipsam pro causa infirmitatis et recuperacione sanitatis 
transire, et de hoc constet, aut liquide constare possit Magistre et 
Sororibus, yolumus, vt eidem ad hoc faciendum, ysque ad certum tem- 
pus limitandum, per Prepositum huiusmodi Hcencia non negetur. 
Insuper, quia mulieres huiusmodi nunc propter debilitates, nunc prop- 
ter delicaciam, siye sexus fragilitatem specialibus plurimum indigeant 
consolacionibus yltra prebendam, Volumus, statuimus, diffinimus, et 
ordinamus, yt libros seu libellos quoscumque, Cyphos et yasa alia, 
zonas, in quibus pater noster, aut alias oraciones numerare sueyerunt, 
Bursas, Serta, Cingulos, et huiusmodi, que propriis suunt et laborant 
manibus, que tamen publice et notorie habent et faciunt, de Scitu 
ipsius Prepositi et Magistre in yita sua yel in morte aut mortis articulo 
fratribus aut Dominabus, aut aliis quibuscumque personis non suspec- 
tis pro animarum suarum remedio, aut alias pro suis necessitatibus 
seu indigenciis habere, donare^ legare väleant libere ac tettari pro 

sue libitu yoluntatis. Vt autem hec omnia et singula perpetue 

memorie commendentur , et ne aliquis se per eorum ignoranciam in 
posterum yaleat excusare, presentes diffiniciones, statuta et ordina- 



187 

ciones nostras Sigilli nostri appensione fecimos communiri. Datum 
et Actum Nevnburge Anno Domini M*" CCC* Vicesimo secundo» 
Quarte Idus Junii. 

Orif. P«rg. (Rep. Vtt. Nr. 6. fol. 86.) Dm frfiher erwihate Siegel BIsehof Albert*s. 

Die vorkommende Equirrea, wohl gleichbedeutend mit Equiritia bei Du- 
cange, also Gestüt, sollte, dem Befehle des Bischofes zufolge, dem Johann von 
Sterodorf genommen und wieder Tom Stifte aus verwaltet werden. 

Das in der Urkunde erwähnte Capitelhaus, ^domus capitularis**, ist die 
heutige Leopoldsgruft, welche bis zu dem Jahre 1667 als Capitelsaal diente. 

Bemerkenswerth sind die den Nonnen ertheilten Begänstigungen, darunter 
das Recht zu testiren. 

CXCVII. 

K. Friedrich hegtäügt dan dmrek Her%og Friedrich den Streitbaren der 

Capelle umcti Johanme Bapt. zu Kloeterneuhurg ertheilte Privilegium. 

Dat Wien 15. Juli 1322. 

Fridericus Dei gracia Itomanorum Rex^ semper Äugusius 
Omnibus in Perpetuum. Aecedens nostram presenciam Vir honestus, 
Magister Cunradus Rector Capelle sancH Johannis Baptiste in 
Newenburga Claustrali Capeüanus noster derotus dileetus, et exhi- 
bens ac exponens nobis quoddam Privilegium Salvum et integrum 
super dote ipsius Capelle concessum et traditum, supplicavit humiliter 
per nostram excellenciam approbari, confirmari et innovari Privilegium 
idem. Cujus tenor talis est : (Folgt das Privilegium Friedrieh^s des 
Streitbaren vom Jahre 1240, bei Fischer II. 200.) Nos igitur tarn 
salubre» tam pium, tamque opportunum et favorabile factum, quod 
nan solum primis fundaiorilms, sedet SuccesMoribus, Salvum servan- 
tibus illudf meritum Salntis conferre poterü, et honoris applausu 
prosequentes benivoloetaffectuplenissimo, prenotatum Privilegium fida 
interpretacione pro utilitate dicte Capelle juxta liberalem, liberam et 
Sinceram donantis intencionem Summendum approbamus, innovamus, 
et presencium Sigillo nostro regio signatarum testimonio con6rmamus. 
Nulli ergo omnino hominum liceat hanc nostre Seriem , seu paginam 
conGrmacionis infringere, vel eidem ausu temerario contraire. Quod 
qui secus attemptare presumpserit, indignacionem nostram gravissi- 
mam non sine dispendio pene debite se noverit incurrisse. Datum in 
Wienna Idus Julii Anno Domini Millesimo Trecentesimo vicesimo 
Secundo, Regni vero nostri anno Octavo. 

, Orij. Pery. (Prot. II. Nr. 96,) Da« M^'estiUtirgel (abgebildet bei Hergott Aoatr. Mon. 
T. I. Tab. Y. ■. 6.) hingt an einer roth-gelbeo Seidenachaor. 



188 

Der hier erteheinende Reetor der Capella speciosa oder sanetl JohtDDis 
Baptistae, Konrad, kömmt zuerst 1306 urkaadlich vor. 

In späterer Zeit erscheinen in gleicher Eigenschaft: 1407 Nicias ?on Meich- 
sen, 1412 Nicias Reinprecht. 

cxcvra. 

Konrad der VeU%er, Stadtriehter von Komeuburg, hexeugt die Stiftung 
zweier Jahrtage durch Marquart den Poghart und Margareth seine 
Hausfrau bei dem Stifte Klostemeuhurg. 
Dat Korneuburg 30. Juli 1322. 
Ich Chunrat der Veltzer, ze den Zeiten Rikter vnd der Rat vnd 
auch die Purger gemain ze Newenburch marckthalb wir veriehen — 
daz Margtiart der Poghart^ dem got genad , geschafft vnd gegeben 
hat mit rat ynd mit gunst seiner hausfroiven vran Margreten — den 
ersamen ynd geistleichen herren ze Newenburch Chlosterhalb in ir 
Oblaye iren Weingarten» der gelegen ist an Mukkerawer perig ze den 
Reuttem, des ein halbez Jeuch ist der gelegen ist ze nechst des 
JUeuer Weingarten mit so beschaidner red, daz die vorgenanten 
herren alle iar ierleich sullen davon hegen zwen Jartag^ ainen des 
dritten tages vor sant Philippes tag» den andern an dem vierden tag 
vor vnser vrowen tag ze der schidung — Auch hat die vorgenant 
vrow Margaret daz vorgenant gescheft vnd die gab des selben Wein- 
garten bestette vnd stet gehabt nach ires vorgenanten wirtes tod mit 
so vzgenomner red , daz si den vorgenanten Weingarten enphangen 
hat ze einem rehten leipgeding zv iren tagen — Des geben wir disen 
prief — besigeÜen mit vnser Stat InsigeL Der prief ist geben in 
vnser vorgenanten Stat marchthalbe ze Newenburch — dreuczehen- 
hundert Jar in dem zwai vnd zwainczigisten Jar an dem nechsten 
vreitag nach sand Jacobes tag. 

Orig. Perg. Rand«« Siegel in gelbem Wachs an eiaem PergameaUtreifen. Eiae Stadtnaaer 
mit Thor ond drei Thfirmea, deren mittlerer höher aafiteigt. Umsebrift: MEVMBVRCH. 

Der Mukkerauer Berg ist eine Ried zwischen Kritzendorf und Hdflein, die 
einzige Erinnerung an das in der Nfihe gelegene bedeutende, aber eingegangene 
Mukkerau. 

CXCIX. 

Die Siebenhirter geben dem Stifte Klostemeuburg anderthalb Lehen %u 

Rannersdorf, 
Dat. 1. Mai 1323. 
Ich Hainreich der Sibenhirter von Reichesdorf, vnd ich Jeuie 
sein havsfrawe^ vnd Ich Gervnch von Sibenhierten, Vnd ich Kaihrej 



189 

sein Hausfrowe Wir vergechen — daz wir — geben haben durch 
Got vnser frawen Goteshaus ze Neunburch — ynsers rechten freien 
aigens anderthalben Lehen, di da ligent dacz Renesdorf zwischen der 
heiligen Chreuzer ynd der Mawerperger gaet, vnd dienet alle iar 
zwae vod sibeuczich phenning Wienner mfinzze an aant Gorgen tag 
hincz dem yorgenanten vnser frowen Gotshaus ze Neunburch — Vnd 
pinten yns auch des mit vusern treuen, ob furbaz dchain gepot ton 
fwrsten, oder von den Lantherren aufgesaezt wurde, da daz Gotes^ 
haus schaden mocht von genemen an dem vorgenanten guete, daz wir 
in daz auzpringen suilenan allen iren schaden, vnd an allen irresal mit 

vnser selber arbait vnd eheste. Dar vber so geben wir disen 

offen prief — versigelten mit vnser paider Insigel. Vnd mit den 
erbaern gezeugen: her Marchart der Mistelbech, her hainreich der 
Schauer, her Gervnch von Neunburch, hainreich von Sibenhierten, 
Vlreich Maierhofer, Gerunch Vizzlinger, Durinch von Mewerling, 
Jans von Nuzdorf, Jans von der heiligen stai vnd ander erber Leute 

genueeh geben — dreuczehen hmidert Jar, darnach in dem 

dreu vnd zwainvzigisten Jar an sant Philippestag des heiligen zwelf- 
poten. 

Orig. Ptr^. (Prot. HI. ■. 418.) Zwei raode Siegel, in 8«hil4c jede« denelben der Balken 
wie derselbe im Siegrel Konrad*« Rigelbeskek bei Daellios Ezeerpt. Geaeal. Tab. XII. ■. 145 abge- 
bildet eraeheiat. Doek iit die Sehildiiehe ia den beiden rorliegenden Siegel« mit abweicbeadea 
Oruaeaten geiehaiekt. Uaaekrift: f 8 . HEINRICl . 8IBRNH0RTERII nad f S . 6ERVN0I . 
STBENHIRT. 

Renesdorf ist Rannersdorf (Reinharisdorf) nahe bei Schwechat. 

cc. 

Visitaiiansbefund der Passauer bischöflichen Visilatoren» 
Dat. Klosterneuburg 18. Juli 1323. 
Nos Haeinrieus et Hugo, sancti Ypoliti et sanctiÄndree mise- 
raeione divina Prepositi ordinis sancti Augustini Patav. Dyoc. Magis- 
ter Martinas Custos et Canonicus Cracoviensis Vniversis — salutem 
et sinceram in Domino Karitatem. Litteras Reverend! Patris, Domini 
Alberth Patav. Episcopi sigillatas, prout moris est, sigillo suo 
maiori recepimus in hec verba : Albertus Dei gracia Ecclesie Paia- 
viensis Episcopus Venerabilibus in Christo fratribus Sancti Ypoliti et 
Sancti Andree Monasteriorum prepositis Ord. s. Aug. Can. Reg. salu- 
tem. — Cum nuper in Monasterio Nevnburgensi dicti ordinis essemus 
personaliter coustituti, Venerabilem in Christo fratrem ejusdcm loci 
Prepositum ex una, et fratres suos parte ex altera ad plenam super 



190 

quibusdam dissensionibus suis concordiam nequaquam potuimas revo- 
care propter vtriusqae partis ligam seu conspiracionem, que adhuc, 
Tt presummitur, inter ip^os non cessaTit. Quare derocioni vestre in 
yirtute saocte Obediencie districte precipiendo mandamus , qaatinus 
assumptis vobiscum Magistro Hainrico de WitUertawer, Plebano in 
Rottenmanne et Magistro Martino Custode et Canonico Cracoviensi, 
Tel aliis in locum illorum, si predicti fortassis legitime impediti bcc 
exequi nonpossent, quibus, et eorum cuilibet id sab excommuDicacionis 
pena mandamus, ad prefatum Monasterium Neunburgense Personaliter 
accedatis, inquirentes de premissis, et de statu toeius Monasterii in 
capite et in membris omnimodaro yeritatem, corrigentes Canonice et 
secundum tradicianes regtde yiee et auetoritate nostra, quecumque 
dingne (I) inveneritis eorrigenda» laborantes summopere, yt ipsos ad 
plenam et perfectam concordiam redacatis, ad quam si aliter fortaasis 
penrenire non possetis , damus Yobis plenam auetoritatem et liberam 
omnes et singulos, quos pacis et ynionis Regularis bostes inveneritis, 
per Censuram Eeclesiasticam, yel etiam per emissionem, si necesse 
esset, yel aliam penitenciam Canonicam compescendi. Datum in 
Zaizzenmawer Nonn. Julii Anno Domini M. CCC* Vieesimo tercio. 

Voluntati igitur ac mandato ipsius Domini Episcopi prefati in 
hac parte deyota promptitudine oceurrentes^ assumpto nobis iuxta 
formam mandati in locum Magistri Hainrici de Wintertawer Plebani 
in Rotenmanne yenerabili patre domino Mauricio Abbate Monasterii 
Sancte Marie Scotorum in Wienna Ord. S. Benedicti dicte dyocesis 
predictum Monasterium Neunburgense, ibidem dicte yisitacionis ofB- 
cium exercere yolentes, duximus personaliter accedendum, ante omnia 
tarnen bonorabilem et religiosum yirum, dominum Stephanum prepo- 
situm, et nonnullos ex Canonicis Monasterii jam predicti super diyersis 
dissensionum materijs, que procurante satore malorum operum damp- 
nabiliter irrepsere, ad bonum pacis et ynionis, ac prefatam concor- 
diam toto nisu conantes, prout nobis erat possibile, reyocare. Licet 
autem prepositus ipse tanquam deyotus obediencie filius obedientem 
et paratum ad omnia se offerret, tamen fratres, Albero senior^ Sifri-- 
du8, Nicolaus, Balcherus plebanus sancti loci, Vlricus de 8. Martina, 
Johannes de Tulna, Vlricus Huginne, Ortolfus, Magister Martinus, 
Chunradus de Wienna, Jacobus, Rudwinus, Martinus Sibetihos, 
Vlricus Hauspech, Hainricus de Patavia exclysis omnibus aliis et 
singulis de Conyentu, qui nobis decreyerant humiliter obedire, idipsuoi 



191 

iQ Qostra constitnti presencia legitime protestantes deliberare Tolentes 
ae ad partem traxerunt, nobis quod noD poasent in manus nostras super 
SQis diflsensionibus coropromittere finaliter responderant^ supplicantes 
atteote, rt eis mandati nostri, prout statim fecimus» copiam traderemus, 
quo quidem mandato per eos transeripto quidam ex eis, Magister 
Hartinus et Jacobus videlieet pro se ac suis complicibus snpradietis 
exhibuerunt quandam eedulam nomine appellacionis, cuius tenor 
sequitor io hec yerba: A yobis yenerabilibus in Christo patribas 
missis ad visitaeionem in nostro Monasterio faciendaro a Domino 
Alberto, Patayiensis Ecciesie Episeopo, et a Domino Stephane pre- 
potiio nostro et a Domino PerchioUo Decano nostro et ab omnibus 
ye^tria eoUegis nos sencientes grayari, et grayatos esst^ hucusque 
maltis grayaminibus, que grayamina suo tempore possumus et yolamus 
probare legitimis documentis ab eisdem grayaminibus illatis et eommi- 
natis et iroposterum inferendis ad sedem apostolicam appellamus in bis 

seriptis» Protestantes tamen, quod facta Cena nobis quandam 

appeflaeionem aliam, eui adberere deereyerant, assignarent — sub 
tenore et contineneia infra scriptis, Coram yobis Yenerabilibus in 
Christo patribus, yidelicet Mauricio, Abbate Ecciesie Sancte Marie 
Scotorum in Wienna — et Magistro Martino Visico Canonico Olo- 
nmcensis Ecciesie — Ceterisque Coilegis nos Albero Senior — 

Johannes Custos dominorum et dominarum presentibus pro6- 

temur quod (Stephanus Prepositus) conyoeato Capitulo brachio 

Seeulari raptiyayit dominum Deeanum cum aliis tribus Canonicis post 
appellaeionem ad Dyocesanum nostrum factam — Item quod preposi- 
tus noster est transgressor articulorum ab Episcopo nostro in suo 
instrumento conscriptorum, ex quibus articulis poterat ipso iure» sicut 
de facto excessit, priyari prepositura omni eontradictione procul mota, 
et quia appellacio est oppressorum subleyamen, et ad presenciam 
Domini Episcopi ad presens accedere non yalemus — a Domino nostro 
Stephane Preposito et a Domino Berchtoldo Decano premissis graya- 
minibus nobis illatis et comminatis , et in posterum inferendis in hijs 

seriptis ad sedem apostolicam appellamus Interposita est hec 

appellacio Anno Domini M^ CCC* yicesimo tercio» in diyisione Aposto- 
lorum in Refectorio — Qua quidem appellacione coram nobis perlecta 
— Ylricus de sancto Martino, Jacobus, Magister Martintis, Sifridus 
eodem die, Balcherus autem, Johannes de Tulna, Chunradus de 
Wienna^ Bmdwinus, Martinus Sibenhos diebus sequentibus fugitiyi 



192 

ab Ecciesia recesserunt, nonnullis aliis, Alberone, Nicoiao, Vlrico 
Huginne, Ortolfo, Vlrico de Bauspach, Hainrico de Paiavia compli- 
cibus eorundem in Monasterio derelictis — qui in dormitorio, Refec- 

torio, Ecciesia ac aliis locis honestis quesiti, nee non in scriptis 

ad nostram presenciam — coram nobis coroparere contumaciter eon- 
tempserunt. Statairous igitur, definimas ac eciam ordinamus, Tt omnes 
et singuli inobedientes predicti, qui in Ecciesia remanserunt et fugi- 
tivi — Quos eciam eorum pendente inobediencia a fructibus Oblagie, 
quos de scitu prepositi ac Decani medio tempore sequestrari manda- 
mus, exciusos esse Yolumus per presentes. Per hoc autem ceteris, 
videlicet Decano^ Philippo rectori Ecclesie SancH Martini^ Ger- 
wordo, Helmbico, Hermanno Tursoni, Alberoni de Weizzenberjßhj 
Betmhardo de Siemdorf, Johanni Golini, quos in omnibus et per 
omnia obedientes inrenimus, in aliquo non intendimus derogare, quin 
ipsi et eorum quilibet de fructibus oblagie porcionibus gaudeant con- 

swetis. Volumus eciam, vt vna de ianuis Dormitorii, yidelicet 

per quam de antiqao ad novum transitur dormitorium — obstruatur. 
Ceterum yolumus infra scriptas OfjßcinaSf videlicet Ecclesiam sancti 
Loci, cmtodiam, officium Refectorii, Custodiam Dominarum, Obla-^ 
giam personis discretis hac vice, prout deliberatum extitit, assignari, 
salvo tamen iure prefati prepositi de iam dictis officinis, et de alijs, 

sicut de iure vel antiqua consuetudine sibi competit» disponendi. 

Vt autem hec singula et omnia memorie commendentur» — Nos — 
Sigilla nostra duximus presentibns appendenda. Actum et Datum m 
Nevnburga Anno Domini Millesimo Trecentesimo Vicesimo Tercio 
Quintodecimo Kai. Augusti. 

Orig. Perf . (Bept. Yet. Nr. 8. fol. 87.) 8e«hi Siegel !■ gelbem Waeh« ta Pergaaeat- 
ttreifea. Das erste, mit der Umschrift: f S . BIAYRICII . DEI . GRA . ABBIS . ECCE . SCE . MARIE . 
SCOTORV. WIENE, leigt den Abt steheod im PoBti6caIgewaBde, gleich jenem Stephan'« ron 
Yerre bei Dnellins Esc. Geaeal. Tab. V. a. 51. Das tweite , des Propstes Heiarioh roa 8t. P6ltea, 
nad das dritte, Hago's tob St. Andree, ist bekaant. Das rierte, read, mit der Legeade : ■}■ S . M 

MARTINI . CANON . CH . OLOM . CVST stellt denselbea sitaend nad twei ror ihm steheade 

Kaabea uaterriehtead dar, eia daneben angebrachter Schild enthilt den Bnohstaben A. Das Aafte. 
•eehseckige Siegel, mit der Umschrift : f S . FRU>ERI . DE . CÜREVZPACH, ist bei Haber Tab. XIV. 
a. 12 abgebildet. Im sechstea eadlieh, raad, tob kleinerer Form nnd mit der Umsehrifit f S • 
CHIMONIS, ist eia gekr6ates rom Nimbas amsehlosseaes Haapt dargestellt, desaea Kroae mit drei 
Liliea gesehmflekt ist 

Die Urkunde zeigt uns die Glieder des Stiftes in einer seit 1303 nicht yor- 
gekommenen bedeutenden Zahl, Austheilung der PrSbenden aus der'Oblay, Auf- 
zShlung der Officialate, ein doppeltes Dormitorium. Ober den Gebrauch des 
letzteren sprechen die dem 13. Jahrhundert entstammenden Statuten sich in 
folgender Weise aus: Oportet autem omnes in uno Dormitorio quiescere» nisi 



193 

quos mfinniUs aut senectus, qae et ipsa morbus est, hoc prohibet faeere» nee 
duos simul in tdo lecto, sed singulos singulis lectis, ardente lucerna in medio 
iugiler, vsque dum diei splendor nocturnas tcnebras elirainet^. 

CCI. 

Dietrich, Ahi %u GiUdenkron, verkauft an den Bürger von Loa, Colomann, 

sein Bergrecht zu Klostemeuburg, 

Dat. 10. August 1323. 

Ich Brueder Diederich, ze den zeit Äbt, vnd wir den Sampnum 

des erbern Convents zer der Heiligen Chron veriechen — Daz wir — 

Terchauffet bawen aht einher vnd ein viertail weins perchrehts, daz 

wir gehabt haben ze Neunburch in des Scheuchen gereut auf vierd- 

halben Jeueh Weinbaehses Dem erbern manne» Cholmanne Burger 

eon La vnd sein erben vmb fumf march leuttig silbers wieimer 

gewicht«, der sev vns gor vnd gaentzleieh gewert hawent. Wir hawen 

auch vns desselben perchrehts furzicht getan mit vnser selber hanten, 

won wir sein selber stiphter vnd stewer gewesen sein won 

wir daz selbe gut vnserm Goteshaus alswo ze pezzrum hawen ange- 
leget, da wir mer gutes hawen , won wir an der stat ze Neunburch 

nicht mer gutes gehabt hawen. Des geben wir — disen brif 

ZT ein worn zeug vnd zv einer bestaetigum diser sache versigelten 
mit vnsers Convents insigel. Der Brief ist gegeben, Ditz ist gesche- 
hen nach Christes gehurt Dreutzehen Hundert Jar darnach in dem 
dritten vnd zwaintzigisten Jar an sand Lorentzen tag. 

Or'ig. Perf. (B«p. Vet. N. 3. fol. 97.) Das Siegel in gelbem Wicke an einen PergamenU 
»trrifea ist mit Aueaahme der iwei Sterne und de« Mondee jeaem bei Uuber Tab. VI. n. 9 sehr 
ihalich. Umaehrirt: S . ABBATIS . DE . S BONA . 

Das hier zu derh. Krone (später Gfildenkron) genannte Cistercienserkloster 
war 1263 an der Moldau in der Nfihe Krumau's von K. Otakarll. gestiftet worden. 
Seine Benennung bestimmt der Stifter in der Stiftungsurkunde : „Ipsum quoque 
monasterium ob reverentiam sancte spineae Coronae volumus ad sanctam Coro- 
nam ab omnibus nominari". Da das anhfingende abtliche Siegel in der Urkunde 
als Conventsiegel beseichnet wird, scheinen Abt und Convent sich desselben 
Siegels bedient zu haben. 

ccn. 

Die Kierlinger verkaufen ihre Besitzungen %u Krixendorf an Colomann 

von Laa, 

Dat. Klostemeuburg 29. September 1323. 

Ich Hainreich von Chirichling vnd Helmweich sein sun, wir 

verleben — Daz wir gechlait haben hintz Colman von La vmb daz 

Purebstal, vnd vmb einii Weingarten ligent ze Chritzendorf» vnd vmb 

Fontes. XIV. 13 



194 

allez daz gut, daz wir ze Chritzendorf gehabt hawen, Daz mein Prüder 
Virich von Chirichling, dem Got genade, versatzet het Lebman^ dem 
Juden hinez Wienne, nach der Chlaghaweo wir — Yerchauft Daz selb 
Purehstal vnd den Weingarten, ynd dar zu allez daz gut, daz wir ze 
Chrizendorf gehabt hawen ze Dorffe, ze Velde, versucht Tnd mrer- 
sficht, Dorfgericht, Vogtay, Holcz, Weingarten, ynd dar zv allez Viech- 
waide, Mulwazzer, Werde, Purchrecht, Perchreht,phenninggult, iz sei 
aigen oder Lehen — Dem erbern Manne Cholman van La vnd sein 
erben ymb vier vnd dreizzich phunt phenning wienner munsze — 
— Wir hawen auch des vorgenanten gutes alles reht furziht getan 
des aigens vnd des Lehens, des dorfgeriehts vnd der Vogtay mit 
vnsers herren hant Hertzog Albrehts von Österich, vnd hawen vns 
furziht getan des holcze, daz da haizzet der Ger mit vnsers Herren 

hant Piacholf Albrehts von Paszawe des Purchstals vnd des 

Weingarten mit vnsers Purcheren Hant Philipps des Pfarrer van 
sand Meriein %e Neunburch. Hawent auch di vorgenanten fürsten 
baide, vnd der pfarrer von sand Mertein Cholman von La vnd sein 

erben daz egenant gut allez gelihen Daz vber geben wir in 

disen Brief — versigelten mit vnser baider insigeln Dar zv 

durch pezzer sicherhait hawen wir gebeten den erbem herren, kern 
Vireichen von Meyssawe, daz er diser sache Zeug ist mit sein insigel. 
Des sint auch gezeug die erbern Leut, di hernach an disen Brief bei 
namen geschriben stent : Herr Gervnch, hem Choln svn, her Die- 
ter ich der schyfer. Herr Symon der Pellndorfer, vnd di Burger, 
der Bai von der Stat %e Neunburch Chlosterhalb: Chunrad der 
Sibenhas, Symon, der Stat Bichter, (rebhart vnd Ott der Huter von 
sand Mertein, Seifrid am nidem marcht, Friderich der Manseber, 
Chunrad der schumchenpfenning, friderich der hetzman, Christan 
der Sluzzler, Chvnrad der schyfer. Lewpolt von Awe, Wemhart 
des smides sun. Eckhart der Zechmaister, Dieterich der Betzer, 
Gebhart der Statschrieber, vnd ander frum Leut genug, den deu 
sach wol chunt ist. Der Brief ist gegeben ze Neunburch — Dreu- 
tzenhundert Jar, darnach in dem dritten vnd zwaintzigisten Jar an 
sand Michelstag. 

Orig. Per;. (Rep. Yet. Nr. 6. fol. 18S.) nnd CharUlar. Arebivi m. fol. 114. b. 

Ab PergameaUtreifea biagea drei rnade Siegel. Die beides ereten, Heiarieh's nad Helaneh'a 
TOB Kierliag, eathaltea im dreieckigea Scbilde drei Sterae oder Wirfei, wie dieaelbea sehoa im 
Siegel Udalriek's tum Jahre 1233 beaekriebea wnrdea. Die Embleme »iad daber Terschiedea roa 
jeoeo Dietrieh'i tob Chirliag im Jahre 1287. Daa dritte, Ulrich*« tob Meissao, ist dargeatellt bei 
Haber, Tab. XI. b. 12. 



198 

Hier erscheinen wieder Glieder aus der Familie der Chircblinger, die swei 
Brüder Ulrich (schon Terstorben) und Heinrich und dessen Sohn Helrowich. Hein- 
rieh erscheint auch als Wohithäter von Göttweih, denn laut einer Handschrift 
des dortigen Archivs schenkte er „des Suntages in der ersten Vastwochen'' 
1313 dem Stifte ein halbes Pfand von einer Besitzung zu Fellabrunn. Wir sehen 
femer, wie an die Stelle des Konrad Sibenhos (vermuthlieh der Vater des Chor- 
berm Martin) ein neuer Stadtrichter, Simon, tritt, dem jedoch der Altrichter in 
der Urkunde Torangeht, und einen ordentlich gegliederten Ratli mit dem Stadt- 
sehreiber Gebhard. Letzterer erscheint schon in einer Urkunde von 1291 als 
Zeuge unter der Benennung: Gebhart der Schreyber , und wurde , als Kloster- 
neuburg durch Herzog Albrecht 1299 die Stadtrechte erhielt, der erste Stadt- 
Schreiber Klostemeuburgs. 



CCIII. 

Pap$i Johann XXIL trägt dem SaMurger Erzhüchofe auf, gegen die 
unredliehen Beeitzer des Stift$eigenthum$ einzuschreiten. 

Dat. 21. October 1323. 

Johannes Episcopus, Serom Servorum Bei Venerabili fratri, 
Arehiepiscopo Salisburgensi Salutem et Apostolicam benedictionem. 
Ad audientiam nostram pervenit, quod tarn dilecti filii N. Prepositus 
et CoDYentus MoDasterii Neumburgensis per prepositum soliti guber- 
nari ord. s. August. Patay. Dioe., quamt^redeeessores eorum deeimas, 
terrae, domos, rineas, grangias, piscarias, Castra, Casalia, prata» pas- 
cua, Stagna, lacus, nemora, molendina, iura, iurisdietiones et quedam 
alia bona ipsius Monasterii datis super hoc litteris eonfeetis exinde 
publieis instruroentis faetis, renuntiationibus ioterpositis» juramentis et 
penis adjectis in grayem ipsius Monasterii Lesionem, nonnullis Clericis 
et Laieis aliquibus eorum ad yitam, quibusdam yero ad non modicum 
tempus et aliis perpetuo ad firmam yel sub censu annuo concesserunt, 
quorum aliqui dieuntur super bis confirmacionis litteras in forma 
communi a Sede Apostoliea impetrasse. Quia yero nostri interest, 
saper hoc de opportuno remedio proyidere, fraternitati tue per Aposto- 
liea scripta mandamus, quatinus ea, que de bonis ejusdem Monasterii 
per coDcessiones huiusmodi alienata inyeneris illicite yel distracta, 
Non obstantibus litteris» instrumentis , renuntiationibus, juramentis, 
penis et Confirmationibus supradictis ad jus et proprietatem ejusdam 
Monasterii legitime reyocare procures. Contradictores per censuram 
ecciesiasticam, appellatione postposita, compescendo. Testes autem, 
si fuerint noroinati, si se gratia, odio, yel timore subtraxerint, cen^- 

13* 



196 

sura simili, appellatione cessante compellas veritati testimoniuro per- 
hibere. Datum XII. Kai. Novembris Pontificatus nostri anno Octavo. 
G. de Valle. Jo. Casy. 

Orig. Perg. (Prot. I. n. f 0.) Die bleieroe Balle aU 4er Uaifehrill JOHANNES . PP . XXQ . 
biogt «o hinfcnfo SchoOren. 

CCIV. 

Dietrich der Zittel verkauft Reicholfen und seiner Hausfrau Adelheid 
einen Weingarten zu Klostemeuhurg. 

Dat. Rlosterneuburg 30. November 1323. 

Ich Dyetreich der Czistel, ampman meines herren von Liechten- 
stain vnd ich Elzbei sein Hausvrow, wir veriehen — Daz wir — 
Reicholf vnd sein hausvrow Alhaii haben geben ze chauffen vnsern 
Weingarten, der da leit ze naechst dem Eysengraben md der Judinne 
Weingarten — also daz wir ynsers guts an sargen belaiden, vmb acht 
phunt phenning wienner nounzz ze weren an sant Merteins tag, mugen 
aber si des guts nicht haben, so schulten si yns dienen alle iar eio 
phunt geltes an sant Merteins tag als diensts recht ist in Osterreich, 
Wer aver, daz man vns gebe halbs gut mit dem dienst, so waer den- 
noch nuer Tier phunt, geben si vns aver ganczes gut mit dem dienst, 
so waer der Weingarten gar ledich — Dez sint geczeuge Christan 
der sluzzler^ fridereich, der heczman, Chunrat domiceller, Geren in 
der Cholergazzen — Der prief ist geben — Dreuzehen hundert iar 
dar nach in dem drey ynd zwainczigistem iar an sand Andres tag. 

E CbartaUrio Arohiri III. fol. 1S7. b. 

Hier erscheint zuerst in den stiftlichen Urkunden die Erwähnung eines 
„dienstrechts*' in Österreich, so wie ganz eigenthümiiche Yerkaufsbedingnisse. 

ccv. 

Friedrich von Bierbaum verkauft dem Stifte ein Lehen %u Sinehelfeld. 
Dat. Klostemeuhurg 25. März 1324. 

Ich Fridreich von pirbaum, ynd ich Gedräut^ sein hausvrawe^ 
wir yeriehen — Daz wir — ynsers rechten aigens ain lehen, des sechs 
ynd dreizzich Jeuchart achkers sint — daz da leit ze Sinebelvelde 
ze nächst Perchtoldes lehen des tungier, da man yns alle iar hat yon 
gedienet Newn Schilling wienner phenning ynd Newn Chaes ynd ein 
liuen haben gegeben — dem Erbern Gotshaus ze Newnburch ymb 



197 

acht vnd Sechczig phunt phenning wienaer Hunzze, der wir gar vnd 
genczleich ron dem selben Gotshaus sein gewert an die Juden^ da 
hin wir seu soUen ze rechter not durfte gelten. Mit so beschaidner 
rede, Daz Albreckt vnd Hauch, der mechtler vnd ir hausvrowen 
Margret vnd Gedräut vnd ir erben, oder wem sev daz selbe leben 
gebent vnd verchauffent mit dem selben recht dienen vnd geben 
sollen dem vorgenanten Gotshaus ze Newnburch auf vnser vrawen 
alter alle iar an sant Michels tag ze rechtem Purchrecht zwen vnd 
dreizzich phenning wienner Munzze» vnd auch nicht mer, vnd haben 
auch wir icns gesaczt, ich vorgenanter Fridreich vnd ich Gedräut 
sein hausvrawCy ich Hainreich der Chriechpavm vnd ich Virich von 
Pirbaum, vnd ich Preide sein hausvrowe, ich hainrich von perawe, 
vnd ich kathrey, sein hausvrowen, vnd wan wir Ich Ebran Ebrans 
sun van Sinebelvelde vnd ich Agnes sein hausvrowe. Ich fridreich, 
ebrans prueder, vnd ich Örtel der fruelinger viid ich Vlreich, Sig^ 
loches sun nicht aigens insigels haben. Dar vber zu einer sicherhait 
pinten wir vns vnd vnser hausvrowen mit samt vns vnder der vorge- 
nanten insigeln, Fridreiches von Firbaum, Hainreichs des chriech- 
paumes vnd Vlreichs von Pirbaum vnd kern Hainreiches von 
Porawe — Des sint gezeuge, die ersamen Ritter her Johans vnd 
her Chunrat von Symdorf, her Gerunch der Chol, her Dietreich 
der schifer, her Chunrat der Nuzdorfer, Durinch von Mauerlinge, 
wisent von Ruekestorf, Gebhart der alt Richter, Christan, der 
üuzzler, Cunrat von Porawe, Seifrit sein prüder — geben — 
Dreazehen hundert iar, dar nach in dem vier vnd zwainzigistem iar 
des Sunntages ze Mitter vasten. 

B ChartaUrio Arehiri HI. fol. 94. a. 

Ob Sinebelfeld das heutige Simontfeld nordwärts von Romeuburg ist, wage 
ich Dicht zu entscheiden. 

CCVI. 

Der PasHiuer Domherry Friedrich von Göttweih, Dr, Decretorum,modificirt 
da» Statut Bisehof Albert* s von Passau vom Jahre 1322 in dessen Auftrage. 
Dat. MatUee IS. Mai 1324. 
In nomine domini Amen. Fridericus de Chotwico, Doctor Deere- 
torum, Canonicus Pataviensis ad certitudinem presencium et memo* 
riam fnturorum. Varietas temporum variacionem statntorum humano- 
mm inducit, eamqne racionabilem reddit, nam et ipse Deus non null». 



198 

que in reteri testamento statuerat, mutarit in novo. Sic serpentem 
*eneuin, quem Moyses iussu dei feeerat, ne serpentina morte populns 
interiret, Ezeehias raeionabiliter confregit, cum populus illum colere 
et yenerari cepisset. Ex quo magna trahitur auetoritas , vt si quando 
facta sunt aliqna, que illo tempore potuerunt esse sine culpa, et postea 
yertuntur in errorem et supersticionem, sine tarditate aliqua destnii 
debeant et confringi, ea qnoque, que per importunitatem obtinenturt 
yel pocius extorquentur, data opportunitate conyenit reyocari. Sane 
litteras Reyerendi patris et domini mei, domini Alherti Episcopi 
Pataviensis omni yicio et suspicione carentes recepi per omnia in 
hec yerba: 

Albertus, dei gracia Pataviensis Episcopus Honorabili viro, 
Magistro friderico, decretorwn doctori, eiusdem ecclesie nosire 
Canonico deyoto suo dilecto Salutem in Domino. Conquestus est nobis 
Siephanus, preposüus Monasterii Neunburgensis ord, s. Aug, nostre 
dyocesis, quod quedam diffiniciones, ordinaciones et statuta, que sub 
anno domini M^ CCC® yicesimo secundo nobis yisitacionis officium in 
predicto suo monasterio personaliter agentibus pro bono pacis et concor- 
die statnimus, docente magistra rerum experiencia eyidenter tendant 
ad noxam, et fratribus ac Sanctimonialibus dicti conyentus dissolucionis 
et inobediencie materiam prebere aliqualiter yideantur. Quocirca dilec- 
cioni tue tenore presencium committimusetmandamus,quatenus eisdem 
diilSnicionibus, ordinacionibus et statutis, que sub sigillo nostro tibi duxi- 
mus transmittenda, diligenter inspectis, si qua ex eis in dicti Stephani 
debite prelaeionis officium, aut statns ipsius Monasterii, yel regularis 
discipline aut iuris communis, preiudicium aut elusionem yideris redun- 
dare, et que nos de iure vel de gracia comode reyocari valerent, auc- 
toritate nostra non differas reyocare, Decernens memoratum Stepba- 
num auctoritate predicta ad obseryanciam earundem diffinicionum de 
cetero non teneri. Datum in sancto Ypolito Anno dni H*" CCC° yicesimo 
quarto, XI. Kai. Februarii. — Volens igitur mandatum huiusmodi debita 
exequi reyerencia, feci citacionem generalem et peremptoriam, yt 
omnes et singuli, quorum interesset, aut sua crederent interesse, com- 
parerent coram me in Ecclesia Collegiata sub Castro eiusdem domini 
Episcopi in Matse II. Idus Maii, hoc est die XII. mensis eiusdem, ean- 
demque citacionem, mandatum, iterari et publicari in eodem Monaste- 
rio Neunburgensi. Dictis quoque loco et termino comparnit coram 
me discretus yir. Dominus Nicolaus de Kempnitz, Clericus Misnensis 



199 

Dtfoeens, procuraior damini Stephani, preposiH Monasterii Neun- 
burgensis, f^icistque mihi fidedepublicacione sollempnicitacionis supra- 
dicte postulavit instanter, rt roandaturo michi iniunctum adimplerem 
inxta traditam michi formam. Neroine yero comparente, qui in contra- 
riam aliqaid allegaret, ex habundanti duxi usque in diem sequenteni ad 
horam terciam expectandum. Quibas, die et hora, venientibus» nulloque 
oppositore aut centradictore comparente, presidendo in Ecclesia pre- 
fata mandatuoi antedicturo adimpleri curavi. Verum cum diligenti 
examine et matura deliberacione discueiuntur difliniciones, ordina- 
eiones seu statuta , quarum et quoruro michi rerocacio est commissa, 
licet quo ad ipsum Dominum Episcopum sancto quidem zelo et pro 
bono pacis, que illo tempore non credebatur posse commodius refor- 
mari, vrgenti nichilominus importunitate non modica emanarint, plura 
tarnen inyeniuntur in eis, que uel iuri communi refragantur, vel Regule 
saneti Angustini, quam profitentur Canonici eiusdem Monasterii, 
expresse repugnant, yel debitam et consuetam corrigendi facultatem 
superiori adimunt et coartant. Ex quibus obediencie neryus dissol- 
yitur, giibernaculum discipline contempnitur et religio naufragatur, 
ae alias Status Monasterii mulüpliciter deformatur. Que omnia ipsius 
difKnieotis, ordinantis seu statuentis intencioni et proposito non est 
dubiom contraria extitisse, Ideoque Yenia petita aliquas de huius- 
modi diffinicionibus in totum, aliquas in parte, auctoritate, vt supra 
premittitur, michi commissa , reyocare decreyi, prout subsequencia 
demonstrabunt. Porro prima difGnicio sie dicit: Prepositus omnia 
maiora ac magis ardua negocia Monasterii, yidelicet bonorum immo- 
bilium alienaciones perpetuas, aut ad yitas donaciones prebendarum, 
reeepciones fratrum, et similia, que sine consilio aut consensu Capituli 
fieri non consueyerunt, aut possunt, nequaquam sine capituli sui, aut 
saltem sex, yel ad minus Quatuor meliorum et saniorum consilio ordi- 
net et disponat. Super hiis, que in hac difßnicione continentur, ple- 

oius et satis yberius proyisum est a iure communi immo deside- 

ratur non tantum consilium, sed eciam consensus tocius , yel maioris 
partis Capituli. — Hanc igitur diffinicionem tamquam iuri communi 
derogantem, inutilem et racione carentem reyoco afque tollo. Secunda 
yero diflinicio dicit: Volumus, yt Johannes de Sierndorf, frater pre- 
positi, circa omnes ofßcinas et Monasterii negocia ab infus et ab extra 
nichil permittatur habere de cetero potestatis. — Nee idem Johannes 
et yxor sua cum ipso preposito sub expensis suis morentur continue. 



200 

prout hactenus consueverunt. Quod hec difBnicio prohibet, neJohanRi» 
fratri prepositi administraciones et ofßcia coromittantor, equum reputo. 
Nam iura presumunt, res ecelesie ledi per eognatos et proximos prela- 
torum. Item quod prohibet eundem Johannem et vxorein suam cum 
preposito sub expehsis prepositi eontinue commorari, similiter equum 
reputo , quia id esset Monasterio onerosum, maxime cum idem Johan- 
nes miles dives et honestus de propriis facultatibus sibi et suis sufS- 
cere dinoscatur. Quod autem idem Johannes ab omnibus negociis 
Monasterii ab intus et ab extra totaliter excludutur, iniquum reputo, 
et hanc partem difßnicionis predicte revoco atque tollo. Nam iura pre- 
sumunt, res» fedus et sanguinis connexitas inter fratres operantur, yt 
fidelius ceteris mutuo se adiuvent ac sibi con6dencius se et sua com- 
mittant. Potest igitur prepositus consilio, auxilio, fayore et opera dicti 
sui fratris in negociis suis et ecelesie sue rti, cum viderit opportunum, 
et maxime in secularibus negociis, iudiciis et tractatibus, in quibus 
laici clericos et religiöses sagacitate, industria et experiencia precel- 
lere consueverunt. Nee est absonum, si pro laboribus et meritis suis 
congruum reportet Stipendium , cum is, qui ad onus eligitur, repelli 
non debeat a mercede. Tercia diffinicio dicit : Delinquentium fratrum 
et sororum excessus in capitulo juxta fratrum consilium condigna 
penitencia debere puniri — pars huius difSnicionis satis equa est, 
congruum siquidem est, fratrum consilium requirere et habere et 
sequi. Quarta diffinicio dicit, quod Prepositus fratres ipsos aut Capi- 
tulum in oblagia sua, quam dominus Episcopus approbat et confirmat» 
nulla racione possit aut debeat impedire. Ex hac difSnicione proprie- 
tatis abdicacio eneryatur, Regule s. Aug. detrahitur, et multis abusi- 
onibus datur materia et fomentum. Ne igitur Prepositus impediatur, 
quominus yideat, quid de bonis Ulis agatur et an debite et honesta 
expendantur, raciones audiat, of&cialem super illa, sicut et super 
cetera bona monasterii constituat, et residuum in necessarios aut ytiles 
ysus expendat, difOnicionem tollo et reyoco prenotatam. Verum quia 
dominus Episcopus ad obseryanciam predictarum Quatuor diffiniciotium 
ordinacionum seu statutorum constrinxit sepedictum prepositum, sub 
pena multum grayi, yidelicet priyacionis prepositure, ne illi per huius- 
modi penam libera regendi subtrahatur potestas et subditis remaneat 
recalcitrandi et rebellandi occasio, eändem penam ex potestate et 
gracia domini Episcopi tollo et reyoco. — Insuper illam diffinicionem, 
qua conceditur Monialibus exitus Monasterii ad parentes yel consan- 



201 

guineos aut in ciritatem vicinam, in quantum exorbitat a constitocione 
BonifacU Pape VIII tollo et revoco, cum isti post illaro non potuerit itv 
aliqnando derogari. Preterea diffinicionem, qua conceditur Monialibus, 
ut libros, cyphos et rasa alia et iocalia, que suis manibus suunt, in 
Tita et io morte fratribus et sororibus et aliis quibuscumque non sus- 
peetis personis pro animarum suarum remedio et alias pro suis neeessi- 
tatibus habere, donare, legare valeant libere yel testari pro libitu 
Toluntatis , iuri comoiuni constat esse contrarium, et Regule s. Augu- 
stini repugnantem, que Regula dieit: Nullus sibi aliquid operetur, 
sed omnia uestra in commune fiant maiori studio et frequenciori ala- 
critate, quam si vobis singuli propria faceretis. Vnde revoeo et tota- 
liter eam tollo. Ad observanciam igitur omnium et singulorum, que in 
premissis revoeavi et sustuli, decerno, denuneio et sentencialiter diffi- 
nio in hiis scriptis, sepefatum prepositum amplius non teneri, et veni- 
endo contra revocata vel non re?ocata penam minime incidere preno- 
fatam. In quorum testimonium et certitudinem pleniorem presentes 
mandavi confici litteras, et in publicam formam redigi per Chvnradum 
notarium infra scriptum, meoque sigiilo pendente consignari. Actum 
et Datum in prefata Ecclesia Collegiata anno et die, quibus supra. 

Et ego Chunradus, quondam Jacobi de Schcnnano Tridentine 
dfocesis Apostolica et Imperiali auctoritate Notarius publicus etc. 

Orig. Perg. (Rep. Vct. Nr. 10. fol. 88.) An eiocr TcilchenblMen Setdeoiebnar hingt da« 
kleine rnnde Siegel in rothena Wachi. Der Domherr titst niit dem TaUre bekleidet nnd dat 
Baratt anf dem Haupte an einem Tische oder Poltet in einem anfgecchlageoen Bnche butternd. 
Umiehrift: + S . FRIDERICI . OOCTORIS . OECRETORUM . CAN . PAT. 

Dies ist die erste stiftliche Urkunde, auf welcher ein Notariatszeichen (und 
zwar die Anfangsbuchstaben des Namens €H.) vorkommt. 

CCVII. 

Paptt Johann XXII. bewiUigt dem Propste Stephan gegen Vergehungen 

Meiner Untergebenen ohne Rüekncht auf eine eingelegte päpstliche Appell 

lation einzuschreiten. 

Dat. Avignon S. Juni 1324. 

Johannes episcopus, sermis servoriim Bei. Dilecto filio Stcphano 

preposito Newnburgemi — salutem et apostolicam benedictionem. 

Ex parte tua fuit propositum coram nobis, quod nonnulli Canonici et 

CoDTersi monasterii tui frequenter, ne ad eorum correccionem, prout 

ad tuum spectat oiBcium, procedere Yaleas, frustratorie appellacionis 

obstaculum interponunt, sicque te propter hoc ab huiusmodi correc- 



202 

cione cessante» ipsorum excessus remanent impaniti, super quo proTi- 
deri tibi per sedem apostolicam postulasti. Noientes igitur» ut trahatur 
ad peecaforum DifTragium, quod ad oppressorum subsidium esse 
dinoscitur institutum, presencium tibi auetoritate eoncedimus, ut 
appellaeiooe frivola non obstante circa Correcciooem Canonicorum et 
ConTersorum predictorum libere officii tui Debitum yaleas exereere. 
Datum Ayinione Nonas Junii Pontificatus oostri anoo OctaTO. 

E Chartalari« Arehivi IT. fei. 6. b. 

ccvin. 

Pap9t Johann XXIL trägt dem Abte von Lilienfeld auf, gegen unredti- 
mäseige Besitzer von Gütern des Stiftes Klostemeuhurg einzuschreiten, 
Dat Arignon $. Juni 1324. 
Johannes Episcopus, servus servorwn Dei, Dilecto filio N. 
Abbati mooasferii Campililiorum Pataviensis dyocesis salutem et Apo- 
stolicam benedictionem. Dilectorum filiorum, Stepbani prepositi et Coa- 
ventus Hooasterii Newnburgensis — precibus inclinati, presentium 
tibi auetoritate roandamus, quatinus ea, que de bonis ipsius Monasterii 
alienata inveneris illicite Tel distracta, ad ius et proprietatem eiusdem 
monasterii legitime revocare procures, Contradictores per censuram 
ecclesiasticam appellacione postposita compescendo. Testes autem, 
qui fuerint noroinati, si se gracia, odio yel timore subtraxerint, censura 
simili appellacione cessante compellas reritati testimonium perhibere. 
Datum Ayinione Nonis Junii Pontificatus nostri anno Octayo. 

B. de Pontz. 

Orig. P«r(. (Pni. I. m, 21.) Di« Blei-Bnlle kiagt la fewohat«r Weis« aa eiaer Haafeekaar. 

CCIX. 

Pfandbrief AlhreehVs des Braunsdorfers an Werner Oberhof er von Regens- 

bürg und seinen Bruder. 

Dat. Klosterneaburg 8. September 1324. 

Ich Älhrecht der Provnstorffer vnd ich Agnes sein hausvraw 

wir yergehen — daz wir ynyerschaidenleichen gelten schulten dem 

beschaiden manne, Wemher dem Oberhoffer vnd seinem prüdem^ 

Purger ze Regenspurch Newnczich marchk Silbers wienner gewichtes 

vmb gewanty der wir in weren schullen auf ynser yrowen tag zu der 

lichtmesse, der ny schirest chumt , ynd haben Im ynd seinen prudern 

dafür ze phande gesaczet — mit ynsers Obersten Perchherren hant, 

des erbern herrn hern Stephans %v den zeiten Probst ze Newnburch 



203 

msern Weingarten mit paw mit all, des Drithalb Jench ist, der da leit 
an dem Purchsial, und baizzet der Lengevelder ze nächst Albrechtes 
Weingarten von Tuln an einem taile, Tnd ze nächst Rdbleins Wein- 
garten, y Sachs sun an dem andern taile, wir haben anch Im mer da 
fhr ze phande gesaczt mit rnsers Christen Perchherren hant, Hern 
Hainreichs des ttulczendarffer, vnd auch seiner prüder, hern Eber- 
hartes vnd hern Otten^ md aoch mit ynsers perchmaisters hant, 
Chmrates des Ezzeygs msern Weingarten, der da leit an dem alsekke 
md haizzet der happher, des anch ein Jeuch ist ze nächst Michels 
Weingarten des Chleber an einem tail, md ze nächst der herren Wein- 
garten von Pavmgartenperge an dem andern tail Also beschai- 

denleichen, ob daz wer, daz wir In der Torgenanten Newnzich marchk 
Silbers nicht entwerten zu dem egenanten mser vrowen tag, alz di 
werung gevallen schvl^ so sint di egenanten xwen Weingarten dem 
Toi^enanten Wernher dem Oberhoffer, md seinen pruedern 

genczleichen Terrallen md geben Im — disen prief — yersi- 

gelten mit mserm Insigel md mit ynsers Christen Perchherren Insigel 
des erbem herren hern Stephans zu den Zeiten Probst ze Newnburch, 
Tnd mit des yorgenanten Perchmaisters Insigel Chunrats des EzzeigSy 
ynd mit des erbern herren Insigel, hern Dietreichs von Pillichdorf, 
zu den Zeiten Marschalch In Österreich, vnd mit hern Dietreichs 

Insigel des vrbartschen Purger ze Wienn Diser prief ist geben 

ze Newnburch — Dreuzehen hundert Jar darnach in dem yier ynd 
zwainczigisten Jar des Suntages nach y^^ser yrowen Tage, als sie 
geporn wart. 

E Ckarinlario Arehifi m. fol. 44. h. 

Hier erscheint der zugleich mit K. Friedrich in die haierisehe Gefangen- 
schaft gerathene Marschall ?on Pillichdorf wieder als Zeuge ; zugleich auch 
geschieht hier in den stiftl. Urkunden zum ersten Male die Berufung auf eine 
Geldwihning mit ausdrflcUichen Worten. 

ccx. 

Entscheid des päpstlichen Inquisitoren in der Streitsache des Propstes 

Stephan. 
Dai Wien 4. October 1324. 
In nomine Domini. amen. Cum olim inter honorabiles Vires Domi- 
num Stephanwn Prepositum MonasterU Newnburgensis, Vlricum, 
Alberonem, Syfridum, Nycolaum et Jacobum Et ceteros Canonicos 
eiusdem Honasterii Coram Honorabilibns VirisDominis Alberto Decano 
Pataviensis Ecclesie, Senrico et Wemhero, Sanctorum Ypoliti et 



204 

flariani Monaateriorum Prepontis nee nonMagistro Johanne Canonico 
Paiaviensi ludicibus seu inquisitoribus in Monasterio Newnburgensi 
a Reverendo patre et domino» domino Alberto PatavieTisi Episcopo 
deputatis quedam materia diutine disensionis et rankoris yerteretur, 
ludices seu inquisitores predicti contra predictum dominum prepositum 
procedentes, eosdem adversarios suos contra eum in testes reeeperunt 
ipso inyito et reclamante. Et licet idem peteret cum instancia debita 
tales tanquam inimicos non admitti, et nomina testium» ac Articulo, 
super quibus yellent inquirere, sibi in scriptis tradi, ac excepciones 
suas propositas contra personas et dicta testium, et alia» que in instni- 
mentis appellacionis sue continentur, admitti: iidem ante dicti iudices 
seu inquisitores predictas peticiones et excepciones non admiserunt, 
ex quibus peticionibus coram eisdem inquisitoribus lectis et non ad- 
missis predictus prepositus ad sedem apostolicam appellavit. Qua 
appellacione spreta et contempta dicti inquisitores seu iiidices contra 
dictum dominum prepositum processerunt et contra ipsum post appel- 
lacionem predictam per eum legitime interpositam sentenciam difSni- 
tivam promulgarunt, per quam ipsum ab amministracione prepositure» 
quantum in eis fuit, amoverunt. A qua sentencia tamquam iniqua 
Sepedicto domino preposito ad Sedem apostolicam denuo et iterum 
appellante» Sanctissimus in Xsto pater et dominus dominus Johannes 
Papa yicesimus Secundus causas appellacionum huiusmodi nobis, yide- 
licet Mauro Dei gracia Abbati Sande Marie Scoioruni in Wienna 
Ludtüico Decano Chremensi^Q Venerabili patri, domino YlHco Abbati 
Monasterii Medlycensis^ qui yices suas Honorabili yiro Domino Goi- 
frido Priori in Mäwerpach in totum subdelegayit per litteras suas 
non rasas» non abolitas, non cancellatas, non in aliqua sui parte yicia- 
taSy commisit audiendas ac fine debito terminandas, cuius quidem 
commissionis tenor talis est: Johannes Episcopus Servus Servorum 
Dei Dilectis filiis V. Medlicensis et M. Scotorum in Wienna monaste- 
Worum Abbatibus^ Decano Ecciesie Chremensis patay. Dyoc. Salutem 
et apostolicam benedictionem. Sua nobis dilectus 6\\u8 Siephanus pre- 
po8ÜU8 Monasterii newnburgensis peticione nunciayit, quod yenerabi- 
lis frater noster — Episcopus patayiensis asserens, quod dudum intcr 
ipsum prepositum et quosdam Canonicos ipsius Monasterii, quos mi- 
nime exprimebat, orta fuerat materia coniuracionis et quod ipse pro 
bono pacis et commodo quam plurics teroptayerat facere, yt dicebat, 
coniuracionem ipsam nequiyerat terminare. Sed quia coniuracionem 



205 

ipsam dicto Monasterio dispendiosam noiebat Vlterius tolerare, dilectis 

filiis HenricOy SancH Ypoliti, et Wemhero sancti floriani Monatte- 

riarum prepositis — et Alberto Decano ac magütro Johanni de 

sancta Agatha Canonico Ecclesie Patamensis ordinaria auctoritate 

commisit, yt ad dictum monasterium personaliter aceedentes super 

statum eiusdem Monasterii tarn in eapite, quam in membris plenam et 

maximam inquirerent veritatem. Et quidquid dignum correccione seu 

eroendacione in yenirent, tarn in capite, quam in membris, deum habendo 

pre oculis, servato Juris ordine vice sua omnimode corrigerent. Cum- 

que dieti inquisitores ad dictum monasterium personaliter accessissent, 

et contra dictum prepositum super quibusdamcertis articulis tunc ab eis 

expressis, ad testium receptionem processissent, et ipsorum attestaci- 

ones publicassent, Idem Stepbanus ex eo senciens, ab eisdem inquisi- 

toribufl indebite se gravari, quod ipsum ad opponenda uerba et dicta 

ipsorum testium, prout antea fuerat protestatus, admittere contra 

iasticiam denegarent humiliter requisifi, ad sedem apostolicam appella- 

rit, Ac iidem inquisitores huiusmodi appellacione contempta, dictum 

Stephanum a regimine ipsius Monasterii, ad quod Canonice assumptus 

fuerat, per difBnitivam Sentenciam amoverunt iniquam, a qua pro 

parte ipsius Stephani ad eandem sedem extitit appellatum. Quocirca 

discrecioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus yocatis, 

qui fuerant eyocandi, et auditis hinc inde propositis, quod iustum 

fuerit, appellacione postposita decernatis, facientes, quod decreyeritis, 

per censuram ecclesiasticam firmiter obseryari. Quod si non omnes 

biis exequendis potueritis interesse, duo yestrum ea nichilominus exe- 

qoantur. Datum ^tnnj^oneldusJuniiPontificatus nostri anno octayo. — 

Partibus igitur et omnibus , quos presens tangit negocium, et quorum 

iotererat, publice ad nostram presenciam debita sollempnitate citatis, 

et peremptorie et super Principali negocio et ad audiendas sentencias 

eyocatis , et altera parte presente, puta domino Stephano Preposito 

antedicto et coram nobis in termino predicto comparente, aliis yero 

absentibus, nee per se, nee per procuratorera comparentibus, libellus 

pro parte ipsius prepositi oblatus fuit, Cuius tenor talis est : Coram 

vobb Honorabilibus Viris Dominis, Mauricio Abbate Sancte Marie 

Scotarttm Wienne et Ludwico, Decano Chremensi Patav. dyoc. 

iadicibns in causis appellacionum, que inter me Stephanum preposi- 

ttan Monasterii newnburgensis ex una, et Vlricum, qui se dicit elec- 

tum eiusdem Monasterii, ac suos Electores Syfridum, Walcherum, 



206 

Albetium^ Nycolaum ac ceteros eorum complices Canonicos Newn- 
burgenses parte yertuntur ex altera» a Sede ApostoUca delegatis, nec 
non coram Vobis Domino Gotfrido ludice subdelegato a revereodo 
patre domino Vlrico Abbaie monasterii Medlicensis, Judice ab eadem 
Sede in eausis predictis delegato , Ego Stepbanus prepositus Newn- 
burgensis Dico ac propono, quod licet pridem Sub Anno Domini 
Millesimo CCC^' yicesimo tercio Reverendns pater et dominus, dominus 
Albertus Pataviensis Epücopus Honorabilibus Viris Dnis Henrico 
sancti YpolUi et WemherOf sanctt Floriani Monasteriorum prepo- 
sitiSf et Alberto Decano Pataviensif nec non Magistro Johanni 
Canonico ibidem Officium inquisicionis auctoritate ordinaria sub tali 
forma et modo commisisset, Tt ad monasterium newnburgense perso- 
naliter accedentes, super statu ipsius monasterii tam in eapite, quam 
in membris, plenam et maximam inquirerent Teritatem. Et quidquid 
dignum correceione inuenirent, tam in capite, quam in membris, Deum . 
babendo pre oculis, servato iuris ordine Vice sua corrigerent et emen- 
darent, yt ex commissione colligitur evidenter, iidem tamen inquisi- 
tores seu iudices, nescio quo ducti spiritu, formam mandati non ser- 
vantes, omnibus aliis pretermissis, contra personam meam tantum- 
modo inquirere inceperunt, et quamyis ab eis cum debita instancia 
peterem in scriptis, yt michi capitula, super quibus yellent contra me 
inquirere, et nomina testium traderent , ac me ad opponendum contra 
personas et dicta testium contra me recipiendorum , maxime cum hoc 
fuerim ante recepcionem testium protestatus, admitterent et termioum 
competentem ac iuridicum ad defensionem status et bonoris mei secun- 
dum tradicionem iuris michi assignarent, et ad reyocandum in conti- 
nenti errorem facti et declarandum, prout in appellacione plenius con- 
tinetur, admitterent. Predicti tamen inquisitores et iudices spretis 
peticionibus meis eis in scriptis porrectis ac lectis coram eis, proce- 
dendo in causa ea denegarunt, et Contra me absentem ad inquirendum 
contra iuris ordinem processerunt, et omnino copiam defensionis dene- 
garunt, ex quibus senciens me indebite aggrayatum, ab eis ad sedem 
apostolicam statim in scriptis appellayi. Verum dicti inquisitores haius- 
modi appellacione spreta et contempta, post dictam appellacionem 
ex iustis et racionabilibus causis per me, ut apparet, interpositam et 
eins contradiccione pendente, grayamen grayamini superaddentes 
scelo malo moti contra me de facto difßnitivam sentenciam deposicio- 
nis, si meretur dici sentencia, iuris ordine postposito, promulgarunt. 



207 

et ioiqnain, a qua iterum seocieos me grayatam, ab ea tamquam iai- 
qua, ad sedem apostolicam per me extitit in scriptis appeliatum. Cui 
»ppeUacioni licet iuste iterum non defereotes, contra formam iuris per 
dictos Canonicos ad Eleceionem propositi procedi mandayerunt. Et in 
eomes nominaotes me prepositum Sentenciaa Excommunicacionia 
matoris de facto protulerunt. Quare Canonici, scilicet: Albero, Nyco- 
Imu, Syfridus» Waleherus et ceteri ex ipsorum precepto ad Elecei- 
onem fratris Vlrici, si meretur dici eleccio» de facto processerunt, et 
ipsum elegerunt in prepositum newnburgensem, ymo pocius neglexe- 
niflt. Cum igitur appellacionum predictarum causas Sedes apostolica 
eommiserit yobis audiendas» et fine debito terminandas. Feto ego 
Stephaous prepositus predictus» de grayaminibus mich! illatis per Vos 
iodices predictos cognosei, et me bene ac legitime appellasse» dictos- 
que ittdices perperam et male processisse, ac me grayasse, per yestram 
.interlocutoriam pronunciari. Processus quoque et sentencias dictorum 
iudicum, si sentencie dici merentur, ac Eleceionem dicti Vlrici, si 
meretur dici Eleccio, tamqitam minus iustam, et quecumque per sepe- 
fato« isdices eoatra et preter dictas appellaeiones meas in preiudi- 
ctum meum et Monasterii mei dinoscuntur attemptata seu innoyata» 
ante omnia reyocari, cassari et irritari, ymo pocius cassa et irrita ac 
inania et nullius esse momenti, tanquam post appellaeiones legitimas 
attemptata nunciari. Feto insuper expensas factas in lite et extra 
litem, si peti possunt, et Frotestor de imposterum faciendis Salyo 
miehi iure addendi» minuendi, mutandi, corrigendi, quociens yisum 
fuerit expedire, non adstringens me ad omnia supradicta, sed ad ea 
tantum, que pro intencione mea fundanda sufficere yidebuntur. 

Nos igitur MaurieüiBy deigracia Monatterii Sande Marie Sco- 
twrum in Wienna Abbas^ Ludwicus Chremensis Decanus ac Gatfridus 
Prior Monasterii in Mdwerpach iudices predicti more Supemi Patris 
filios hominum iuste iudieare precipientis, lus suum ynicuique tribuere 
yolentes et yeritatem ac iusticiam amplecti, quantum nobis ab alto 
eoncedi cnpientes, diligenter yisis et auditis hinc iuribus et racionibus, 
ae reeeptis probacionibus per testes et instrumenta, et sentenciis pro 
parte ipsius prepositi Coram nobis in iudicio productis inyestigatis 
quoque ad plenum et cognitis, ipsarum appellacionum et cause commu- 
nia meritis equa quoque iustieie lance discussis, deliberacione insuper 
Dobiscum et cum peritis babita diligenti, domino preposito predicto 
propter hoc in nostri presencia constituto et sentencias cum instanti 



208 

fciri postulante» altera rero parte per contumaciam absente, cuius 
absenciam divina suppleat presencia, Christi nomine invocato Diciinus, 
Pronunciamus et Declaramus predictum dominum Stephanum propter 
peticiones, per eum dictis iudieibus seu inquisitoribus porrectas et 
excepciones contemptas in appellaeione per eum ante sentenciain 
interposita non admissas, per dictos iudices fore gravatum, prefatum- 
que prepositum bene et legitime apellasse, et ipsos iudices seu inqui- 
sitores perperam et male processisse, in hiis scriptis sentencialiter 
iudicamus et diffinimus, insuper omnia attemptata et innoyata post et 
contra appellacionem a diffinitira Sentencia dictorum ludicum sea 
inquisitorum interpositam, Similiter et omnia, que medio tempore inter 
sentenciam et appellacionem in preiudicium dicti domini prepositi 
sunt innoyata, Processus quoque et sentencias et execuciones quas- 
cumque priorum iudicum seu inquisitorum tanquam minus iustas et 
post ac contra appellacionem legitime ad sedem apostolicam ab eisdem 
sentenciis interpositam latas et factas, et quidquid ex eis secutum est, 
vel occasione ipsarum , ac eleccionem predicti fratris VIrici tanquam 
minus yalidam et post appellacionem a diffinitiya sentencia, yt predi- 
citur, interpositam, ante omnia reyocamus, cassamus et irritamus, ymo 
ipso iure omnia predicta cassa, irrita et inania,ac nullius momentifuisse 
et esse, inyocata Spiritus sancti gracia in hiis scriptis sentencialiter 
declaramus, pronunciamus, diflBnimus partem adyersam in expensis in 
lite et extra litem factis, reseryata nobis taxacione, seu ad penam arbi- 
trariam per nos nomine expensarum infligendam nichilominus con- 
dempnantes. Lecta et lata est hee sentencia Anno Domini Millesimo 
CCC"* Vicesimo quarto proxima feria quinta post festum Michahelis 
Archangel i in refectorio Scotorum in Wienna, presentibus yllustri- 
bus Principibus Dominis Alberto et Ottone, Ducibus AuHrie et Styrie, 
Dominis Rüdolfo, Syriquensi Episcopo, Ludwico Comite de Öting, 
Ckristiano Dapifero^ de Lengenpach , Wichardo de Topel Laycis, 
ac Honorabilibus, discretis dominis Henrico Plebano in Wienna, 
Magistro Henrico de Wintertow, Plebano in Rotenman, Magistro 
Henrico, plebano in La, Vlrico de Adryak, Rinhover Westvalo, Ple- 
bano in Stain, Ceterisque fide dignis. In quorum omnium testimonium 
presenti Sentencie Sigilla nostra sunt appensa. 

Et ego Valentinus, Patav. dyoc. Clericus, Imperiali auctoritate 
Notarius publicus preraissis omnibus et singulis supra scriptis puta 
Commissionis, Citacionis, Execucionis, Subdelegacionis, presentacioni 



209 

aetorum, sabscripcioni, Sentencie, ptiblictcioniac Ceteris quibuficumque 
supradictis vna com preDotatis dominis et testibus presens interfui» 
aadin, ac presenti sentencie de mandato et preeepto dictorum ludi- 
ciun et ad peticionem domini Stephan! prepositi Neunburgensis me 
subseripsU presenternque senteneiam ineo Sygno consaeto signari 
Rogatns. 

Et ego Nycolaus de KentpnUZf Clericos Misnensis dyoc. publieus 
apostolica anctoritate Notarius premissis (ut supra) presentemque 
senteneiam meo solifo signo signavi. 

Et ego Peiru8p Canonicus brunnemis Clericus Olorouc. Dyoc. 
pablicos anctoritate Imperiali Notarins premissis (ut supra) me sub- 
seripsi presentemque senteneiam meo signo consueto et soiito signayi 
Rogatos. 

Orif. Perf. (Bep. V«t. Nr. 9. fol. 87.) Zwei o?ale Siegel biagea ■■ Pergameatttreifra ; 
iaa MM, des SelMtieo-Abtc« Moris, wmri« «ehoo beim Jahre 1323 (N. 200) betehrieben, jenes dee 
Maeerbeeber Priors Gottfried ersebeiat bei Haber 1. e. Tab. Xn. a. 18. Das Siegel des KreaMcr 
Ocebaats Ladwig febU. 

Der uDter den Zeugen erecheiDeode Bischof Rudolf kömmt bei Hanthaler 
fast Campil. ad ann. 1335 pag. 330 als Proepiseopus Pataviensis ror, ist daher 
Eviaehen Hermannus Priminensis und Petrus Marchopolitanus Episcopus einzu- 
sehalten. Hansiz Germ. Sacra I. 461 macht seiner keine Erwähnung. 

Ludwig der Altere, Graf von Öttingen, wird im Jahre 1346 als Gründer 
einer Capelle in seinem Hause zu Wien erscheinen. Er hatte Juta, eine Tochter 
K. AlbrechVs L, zur Gattin (Hergott Pinacoth. Pars I. p. LUH.), welche 1329 
▼erstorben ist (Linck Annal. Clarsevall. I. p. 684. col. 1 und Taphograph. Princ. 
Aostriae P.I. L. U. Cap. VI. p. 138). In ihrem 1324 am 31. Mai ausgefertigten 
Testamente bedenkt sie Klosterneuburg: Den Herrn ynd den Yrorn in dem 
Chloster ze Neunburch vier marcb, do man in schvl geben ein mal an dem tag, 
swan si vnser pivili begent (Taphogr. Part. IL Auctar. Dipl. pag. 104. n. XII.). 

CCXI. 

Nida$ der Poü, Bürgermeister, und der Rath %u Wien verbieten zu Gun- 

tten des Frauenklo$ter$ 8t. Magdalena vor dem Schottenthore den Bau 

neuer Badiiubeu vor dem Schottenthore. 

Dat. Wien 13. October 1324. 

Wir Nyclas der PoUey ze den zeüen Bvrgar Meister vnd der 
Rat von der Siat ze Wienne veriehen — Daz die Erwaem Geist- 
leichen Vrowen, die Nvnnen ze sand Marien Magdalen for vns ehe- 
rnen vnd chlagten vns Iren gepresten vmb Ir zwo Pastuben ^ die sie 
vor Schotenior hieten, daz In da van so yil niht wurde, sam sie Jer- 

Fonle«. IIV. 14 



210 

liehen dar ayf mosten legen tikI worden ce Rat mit sampt vns, das 
sie die ainen Aider Hessen gen, so word der Ander dester Gvldlger. 
Da Tan haben wir In die gnad getan, daz wir Terpteten Emstleich, 
daz fiirbaz nieman Ander dhein Pastvben verSchotentar pawen svl 
bei ynsern holden, an als yil ob sie sieh bedehten das sie ein ander 
Pastrhen da pawen weiten, dez sollen sie gewaltieh sein vnd anders 
nieman. Daz ditz Gescheft (iirbaz stete sei vnd ynzebroehen beleihe, 
Dez geben wir den egenanten vrowen disen Brief — VerngeU mit 
vnser stai InsigeL Diser brief ist geben ze Wienne — drevzehen 
h?ndert Jar in dem vier rnd zwaintzgisten Jar an sand Cbohnans Tage. 

Orig. Perg. Dm Siegel fehlt. 

€fr. die tJrkande vom 30. November 1326. 

CCXII. 

AlbreM von Praunsdorf verkauft seinen Weingarten %u Kahlenberg dem 

PoMsauer Domherrn, Meister Friedrieh von SoMurg, 

Dat Wies 11. November 1324% 

Ich Alber von Pravmdorf vnd ich Agnes, sein havsvrow wir 

verleben — Daz wir — mit vnsers Perehherren hant. Probst 

Stephans von Newnburch vercbaoft haben vnsern Weingarten, der da 

leit oberhalbe der Pevnt ze Chalnperge, des Drithalb Jeiich siot, vnd 

haizzet der Lengvelder vmb fonfczehen Marckk vnd ymb 

hunder marchk Lotiges silbers, ie zwen vnd Sibenczich grozze 
Pehemisch phenning für ein iegleich March — Dem erbern Manne, 
Maister Fridreichen von Salczpurch — vnd dar vber durch pezzer 
sicherhait, so seczzent wir vns, ieh Alber von Praunstorf ynA iah 
Agnes sein havsvrow vnd ich Thomas^ zu den zeiten pharrer zu 

nevmkirchen ze rechtem scherme — Vnd geben im darvber 

disen brief '• versigelten mit vnsern Insigeln, vnd mit vnsers 

Perehherren Jnsigel Probst Stephans von Newnburch, vnd mit herrn 
Wychartes Insigil von Toppel, zu den zeiten laut Richter in Oster- 
reich vnd sint auch des geczeug: Aei* Jans von Siemdorf, 

her Jans der Schench, her Gerung von Newnburch, her Dietreich 
der Schiver^ her Chvnrcd von Nuzdorf, Stephan der Chrigler, 

Durinch von Seveld Der prief ist geben ze Wienne — Dreo- 

czehen hondert Jar, In dem vier vnd zwainczigisten Jar darnach an 
sand Merteins tage. 

E Chürtalarfo Arehivi \\\. fol. «S. •. 



zu 

Die ürkundfl bestimmt den Wertii der Mirk Silber enf 7t »grosse bOh- 
PTeAtniige'*. Die PeHMAdes K&vCsrs bestimmi die mtcbfalgende Urkaade. 



ccxm. 

Propst Stephan kauft für den Paesauer Domherrn, Meieter Friedritk wm 
Göttweih, einen Weingarten von Albrecht von Praunsdorf, 

Dst Klostemeubarg 27. December 1324. 

Wir Stephan van gete gnaden Probet ze Newnburch wir ver- 
iefaea — daz wir dem erbem herren Maieier Fridreiehen von dem 
ChUweig Chorherr ze Pax<caw geehauft haben einen Weingarten ?inb 
sein afgenfaaftea guet ron dem erbern Bitter, herm Albrechten ven 
Prmmetarf vmb hundert Mareh ynd ymb Sybencehen march l&tiges 
Silbers ie c&wen vnd aibencxig gn^zr pehemisoher phenning tuer ain 
Mtrehk, md derselb weingart der leit an dem Pwrehstal Tnd haixzet 
der Lengetmdder, vnd ist Drithalbs Jeucb, vnd da man alle Jar Ton 
dieHl dem Gotabaus ze Newnburch fynf emmer perohrechte^ yad alle 
den zehent der yon dem yorgenanten Weingarten chumpt, yad ist gele- 
gen ze neehat dem Biempreeht, ynd zenechst Elblein dem Tuech- 
beraker — Der prief ist geben — Dreyzebenhundert Jar , dar- 
nach in dem yier ynd zwainozigisten Jar an sand Johannes tag zu den 
weiaaefateo. 

E ChartaUrio Aftbiti Hl* Ul 4S. b. 

CCXIY. 

Propet Stephan bewilligt dem Ritter ülrieh von Zieteredorf die Ablöslieh- 
keit deo Hofes %u Krotendorf 

Dst 1. Februar 1325. 

Wir Stephan ven Getes genaden BrobH ze Newiburch yerie- 
hen — Daz der ersame Ritter, her übreich von Zisteetorf ynd $ein 
hausvrowe vrow Pendit ynd ii* erben yon dem hof, den si yon yns 
ynd yon ynserm Gotshaus ze rechtem Purchreebt habent» der gelegen 
tsl ze Ckrotendoffmi Sechsthalben leben ynd mit yier ynd zwainczich 
Jeneh achk^s, die darzn gehorent, des wir alles rechter Purcbherre 
sein, Stifter ynd St5ren da yon si yns vnd ynserm Gotshaus alle Jar 
dienen svilen ze rechtem Piircbrecht an sant Michels tag dreu phunt 
zweMf vnd drei Schilling phenning, alles wienner munzze wen aber 

14* 



212 

der dienst ze dem vorgenanten tag nicht gedienet wird , Daz stI des 
neehsten tages tod in gepezzert werden nach dem gemain Landes- 
recht ynd auch nach dem recht, daz daz selb vnser gotshaus hat an 
anderm ynserm gute, swa daz in dem Lande ze Ostreich gelegen ist, 
auch haben wir freyen gewalt, vmb denselben dienst fce phenden an 
all ir wider rede, ynd mit irem guetleichen willen, ynd habeni auch 
st die genad von vns, swa si in dem Lande als vil gulten vail vin- 
dentf die auch vnserm Gotshaus also wol gelegen ist, die sullen si 
chauffen vnd sullen die gelten nach des Landes recht, vnd als guU 
vail ist in dem Lande, vnd svUen auch wir die ver vol von in nemen 
an all wider rede, vnd dann ist der vorgenant ho f mit sampt dem 
daz dar zu gehöret, ledich von vns vnd von vnserm Gotshaus, also 
daz si ynz furbaz nicht mer yon den ze dien haben, noch ensoUen. 

Dez sint gezeug her Gerunch der Chol, her Dietreich der 

Schiver, her Chvnrat der Nuzdorfer, Dvrinch von MeurÜng, 
Johanna von Nuzdorf — Diser prief ist geben — Dreuczehen hvn- 
dert Jar In dem fymf ynd zwainczigistem Jar an ynsers yrowen abent 
ze der Liecht Messe. 

E Chart«Urio Arekiri Wh fol. 111. b. 

Vor dem Jahre 1340 muss der Ort Krotendorf, in das Ami Bierbaum gehö- 
rig, eingegangen sein, da in diesem Jahre die Krotendorfer Breiten bereits nach 
Zwentendorf gehört Unsere Urkunde seig^ uns 1325 noch einen Hof daselbst 
mit bedeutender Gleba. 

ccxv. 

Schenkungsurkunde des Patronatsrechtes der Bartholomäus^Magdalenen- 
Capelle bei der Kirche 8t. Martin an das Stift. 

Dat. Wien 13. März 1325. 

In nomine Domini. Amen. Anno Natiyitatis eiusdem M' CCC* XX* V* 
XIII. mensis Marcii Indiccione Octaya, Pontificatus Sanctissimi in 
Christo patris et domini, Domini Johannis pape XXII. anno nono. In 
nostra, mei yidelicet Nycolai de Kempnicz , Clerici Mysnensis dyo- 
cesis, publici apostolica auctoritate Notarii, Petri Canonici brunen- 
sis, Olomucensis dyocesis ac Johannis de Newnburga, Clerici pata^ 
viensis dyocesis Publicorum auctoritate Imperiali Notariorum et 
testium subscriptorum presencia constitoti, Discreti yiri, Beinboto 
dictus Hubenmaister, Civis Wyennensis et lucia, uxor ipsius, Chun- 
radus dictus Sybenhoz, Civis Newnburgensis a parte Claustrali, 



213 

nee tum Wyeento de Ruehersiorf memorea condicionis humane, quam 
semper humana comitatur fragilitas» cui ab ipso yiteprincipio mortis im- 
periom doDatur.obdiyine remuneracionis intuitum animarnmque suarum 
ac predecessorum suorum reroedium sempiternum pure et simpliciter» 
quoTis pacto seu coodicione remota, pro se et suis heredibus dederunt 
ac donaTerunt honorabili viro» domino Stephano Preposüo Monasterii 
Neunburgensis et suis sueeessoribus yniversis, ac Monasterio Sancte 
Marie ibidem ins patronatus CapeUe in honare Sanciorum Bartholo- 
mei aposioU et Sancte Marie Magdalene dedicaie, ecclesie parochi- 
aU Sancti Martini in Nevmburga annexe cum juribus Toiversis 
tenendam, et perpetuo possidendam, prout ipsi et predecessores 
ipsorum tenuerunt et possiderunt, Dictumque ius patronatus in manus 
Reyerendi Patris, domini Mauricii Abbatis Monasterii Sancte Marie 
Schatarum in Wyenna ac predicti domini Stephani prepositi resigna- 
nmt, omnique iuri, quod eis, yel eorum alten, aut heredibus ipsorum 
de Iure yel facto posset competere, renunciarunt expresse, tali tarnen 
condicione adjeeta, vt ipae prepositus, qui pro tempore fuerit, Sacer- 
dotem ydoneum et discretum in prefiäa Capella instHuere debeat, 
nbique in necessariis promdere^ sie ut ipsa Capella missa cottidiana, 
prout ab eins fundacione est inolitum non fraudetur. Acta sunt hec 
Anno, Mense, die, Indiccione predictis in Monasteria Sancte Marie 
Schotorum in Wienna predicto presentibus honorabilibus yiris, 
Dominis Mauricio^ Abbate Schotorum, Henrico Decano Tulnensi, 
Gerungo miUie dicto Chol, Domino Cristano et Domino Chvnrado 
in Eczejtstorf et in Michelsteten ecclesiarum Rectorihus, Domino 
Hartmano presbytero de Holabrvnna, Magistro Johanne, Rectore 
ecclesie in Nuzzla, Thuringo de Müerlingen^ Chunrado Chranneatit 
Civi Wyennensi, Theodorico dicto Chenphf, ac aliis pluribus fide 
dignis testibus ad premissa yocatis pariter et rogatis. 

Et nos Mauricius Dei gracia abbas monasterii Sancte Marie 
Schotorum, in Wyenna, Heinricus, Decanus Ihänensis, Gerungus 
dictus Chol, Thuringus de Muerlingen, Chvnradus Chrannesti pre- 
dicti ad pleniorem fidem et certitudinem predictorum Presens publi- 
cum instrumentum Sigillis nostris appensis vna cum Sigillis Civium 
predictorum videlicet Reinbotonis Hubenmaister , et Chvnradi 
Sybenhozz, nee non sigillo Wysentonis predicti fecimus communiri. 

Et ego Nycolaus de Kempnicz Clericus Mysnensis dyocesis, 
publicus auctoritate apostolica Notarius, Omnibus et singulis predictis» 



ai4 

videlicet reaignacioni et rewinoiacioni Juri« Patraoatua diote Capelle^ 
ao aliis, prouf superiiis scripta sunU viia cum priadictis Nofarüs et 
testibua preseois interfui , et ea ad mandatum dieti domiiu Stq^bani. 
prepOAiti NewnburgeDsis seripsir et in haue publieaai foraiam redeigi« 
meoque solito signo consigaan Rogatua. 

Et ^0 Petrus de brtuma^ Canoiiieus ibidenv publietstö IioperiaU 
auetoritate Notarhis Supradietis omnibus et siogalU etc. 

Et ^0 Johannes AlberH de Newnbttrgu, Clerieus Patay. dyoc. etq* 

fi Clutialario Attkiri lU. M. 4t. h. 

Die Capelte der Heiligen Berthelomlus und Magdalena bei der Stidtpfarr«- 
kirche StBIartin zu Kloatenieuburg varl29i von dem Rkter Ulrich ron RmeB^ 
dorf erbaut und eine ewige MeMe darin gestiftet worden. In der folgenden 
Urkunde bestfitigt der Diöcesanbischof die Übertragung dieses Patronatsrechtes. 

CCXVI. 

Binhsf Mheri von Passau bestätigt die vorhergehende Schenkung. 

Dat. Wien 6. AprU 1325. 
Nos Albertus dei gracia Pataviensis Episcopus Ad yaiver^orum 
Yolumas DOticiam perreDire» Quod coastitutus in nostra preflencia 
Venerabilis Stephanus prepositus Mon. Newnborgensis nobis hainili- 
ter Suppllcavit, quatenna donacionem Iuris Patronatus Capelle in 
honore Sanctarum Bartholomei apostolh Sancte Marie Magdafene 
dedicate, Ecclesie parrochiali Saudi Martini in Nevmburga armexe 
factam per discretos vires, Reinbotonem JBubenmaister^ Civem in 
Wyenna, Luciam, uxorem ipsius et Chunradum Sybenhozz Civem 
Newnburgensem a parte Ctau^raU, nee non Wisenionem deJtikers* 
dorf sibi suisque successoribos omnibus» Ac eeclesie et Monasterio 
Sancte Marie ibidem, de solita benignitate confirmare dignaremuTt 
Verum quia dicti patroni, ad quas lus patronatus Supradictum pertine«- 
bat, pro se et omnibus ipsorum beredibus eidem luripatronatus in 
mauibus venerabilium virorum, MauricU Abbaus Schotorum ei 
Stephani prepositi sepefati liberaliter et sine omni condicione renun- 
ciarunt, Cedentes omni iuri, quod eis, yel cuilibet eorum de iure vei 
de facto in lurepatronatus competebat antedtcto« In quo prepositum» 
Suos suecessores et Monasterium suum yolebant eis succedere^ et 
illud perpetuis temporibus teuere et pacifioe possidere, prout boe in 
literis super omnibus premissis lucide confectis plenius yidimus conti- 
neri. Peticionibus ergo prefati prepositi fayorabiiiter incUnati dona- 



21S 

denem, ReoaDcciacionem et cessionem supradictaro Ratificamus, 
approbaiDus et presentis seripti patnMnnio coofirmamas, Sic tarnen» 
ffOoA predifta Capeila dekitift »baequiis» prout tu ipskis fundadone 
institotam est, aliquatenus non fWiudeter. In cuius rei testimonium 
Presentes fieri fecimas literas* Sigiili iio«tri appensione communitas. 
Datum Wyenne Anno Domini W CCC<» XXV® In crastioo pasche 
domini. 

K CliartiUario Arehüi III. Ibl. 44. •. 

ccxvn. 

Werner der Hunihoch sekenki dem Stifte einen Oelddientt %u Nieder- 

hoüabrunn. 

Uat. 14. April 1325. 

Ich Wemher der Banfhoeh vnd ich Agnes sein Hawflrmoet wir 
vergechen offenleich — daz wir gecbaoft haben, Dacs hem Marhar* 
(en hem AUrehtes son von Symdorf, ?nd dacz sein erben mit für- 
zieht yerchaoffet haben zwa Geachart Achkers, die gelegen sirt in 
HoUbrvnner velde in der sulcxe, dem beschaiden manne Dietreichen 
von Baselpach vnd seiner Bausfrowen Elspeten, ?nd im erben rmb 

Siben phunt wieuner phenning rnd die Aigenschaft derselben 

zwaier Geuchart kab wir gegeben durch Tnserr vnd allerr ynserr 
rrdern sele willen auf vnser frowen alter bincz Nevnburch Chloster- 
halben also beschaidenleich, daz der vorgenant Dietreich Ton Hasel- 
pach Tnd sein hausfrowe Elspet , vnd ir erben, oder swer dacz guet 
nach inne hat, furbaz alle iar daron dienen an sant Gorgeotag hincz 
NeTnburch in daz Chloster auf ?nser frowen alter für zins ynd fuer 
all stewer yier phenning wienner mynzz — — Des sint gezeuch Her 
Jans von Symdorf^ Ber Chvnrat, sein veter ^ her Gerunch der Chole, 
Ber Dietreich der Schifer, Michel von Symdorf, wisent von Jtue- 
kesdorf^ vnd ander erber Leut genuech. Der brief ist geben — 
Dreuczehenhundert iar, darnach in dem fvmf vnd zwainczigisten iar, 
des nächsten Svntages nach den heiligen Ostern, Quasimodo geniti. 

Orig. Perg. (Bep. V«t. Nr. 7. fol. 293.) Da« Siegel seigt eia aafk-cehtet Thier Bit atehendeo 
Okrea (edtr H<rnera). wie bei Haeber Tab. X(. a. 9. Umaehrirt: f S . WERMHER! . HTNTHOCH. 

Die Urkunde teigt uns zwei neue Glieder aus der Familie der Sierndorfer, 
Albreebt und seinen S^n Marquard. 



216 



CCXVffl. 



Hermann von Grossau verkauft ein dem Stifte Klostemeuburg gekörendes 
Lehen %u Roggendorf. 

Dat. 30. April IZU. 

Ich Hermann von Grassawe vnd ich Margret sein Hatisfrawe, 
wir Ycrgechen — Daz wir — mit fuerzicht vnsers rechten leheos 
zwaier lachen, die wir ze lechen von dem Goteshaws ze Neunburch 
haben ainez yerchauffet haben, daz gelegen ist ze Rekleitistorf ze 
nächst der pulka — dem beschaiden manne Symon dem TSler vnd 
seiner hamfrowen Margreten — vmb acht vnd dreizzich phunt 
wienner phenning, ynd die selben lechenschaft des selben lechens 
haben wir durch ynsere vnd ynserr yodern sele willen gegeben auf 
ynser frowen alter in daz Goteshaus ze Neunburch chlosterhalben 
also beschaidenleich, Daz der yorgenant Symon ynd sein hausyrow 
Margret ynd ir erben — furbaz alle iar davon dienen ynd geben sullen 
ze rechtem purchrecht an sand Gorgen tag drizzich phenning wienner 
mynzze hincz Neunburch auf ynser frowen alter — Dar yber geben 
wir — disen prief veraigeUen mit vnsetm insigel. Mit den erbern 
gezeugen, di hernach geschriben stent. Her Gerunch der chol. Her 
Dietreich der SchiveTy her Chunrad der JNuzdorfer^ Dvrinch von 
Mewerling, Wisent von Ruekeatorf vnd ander erber lewt genuech. 
Der prief ist geben — dreuezehen hundert iar In dem funif vnd 
zwainczigistem Jar dar nach an sant philippes abent des heiligen 
zwelfpoten. 

Orig. Perg. Da« raade Siegel, ia gelben Wacht, kingt aa PergaaeaUtreirea. Im dreieeki- 
gea Sehilde eia «ckrig gestellter Korb, mit swei ia der Mitte xasammealaafeadea Haadhaben. 
Umcchrift : + S . HERMÄNI . DE . ORASAV. 

Roekleinsdorf ist Roggendorf, K.O.M. B., 1 Stunde von Polkau, ein Pfarr- 
dorf Yon 52 Häusern. 

ccxix. 

Versicherungshrief Sweikers von Engersdorf und seines Eidams über ein 
Gut zu Tattendorf 

Dat. 17. September 1325. 

Ich Sweiker von Engilprechtsdorf vnd ich Sweithart von 
Nartzendorf sein Aidem, wir veriechen an disem prief allen Leuten. 
Daz vmer gnaediger Herre, Brobat Stephan ze Netmburch chriegte 



217 

mit meiner Tochter vron Gerdrauten derDaechsenpekhinHermhini 
g&t datz Taetendfrf^ daz si iach yom im ze lecheo, dez iach der rorge- 
nant Brobst Stephan, ez waer im Terralleo. Dez hat er sieh drrch 
Tosem willen» vnd durch erber Leat willen erpiten lazzen, daz er 
der Torgenanten vron Gerdrauten geliehen hat, rnd irn Chinden, als 
daz Goteshausreht ist, mit sf lieber beschaidenhait, daz sie mit dem 
Torgenanten g&t daz Taetendorf gehorsam schuln sein vnserss Gates- 
htmss Ämtmann ze Neunburck mit allen sacben, als ander rmbsae- 
tzen in dem aigen, vnd daz selbe gut nindert yerchrmmern schuln, 
weder luden, noch Christen, Denn swan der rorgenant Brobst Stephan 
daz selbe gut losen wil, er oder ain ander Brobst, daz schuln ser im 
ze losen gewen nach der erbern rmbesaetzen rat. Schuln auch si di 
selben Leute in srlichen wirden haben , daz ez rnserm Goteshaus 
erber sei rnd ynverdarben beleiben. Schflin auch si dem Goteshaus 
davon dienen ein halbes phunt phenning alle iar an sand Hichelstag. 
Ob awer si dez nicht entaeten, so hat sich daz egenant g&t yervallen 
dem obgenanten Goteshaus ze Neunbflrch. Vnd daz disey rede staete 
rnd ymzebrochen beleihe, des gib ich egenanter Sweiker ynd ich 
Sweithart, sein Aidem disen brief yersigelten mit ynsern Insigeln, — 
Diser sache sint auch getzeuge: Her Chunrat der Nuxdorfer, Her 
Gerunch der Chol, her Dyetreich der Schiver, Durinch von Mewer- 
tingy wisint von Rükersdorf — Der prief ist gewen — drevtzechen 
hrndert iar, dar nach in dem fumf ynd zwaintzigistem Jar an sand 
Lamprechtes tag. 

Orig. Perg. (Rep. V«t. Nr. 8. fol. S87.) Das Siegel Sweiker*! roa EagelpreehUclorr fehlt. 
Jene« Sweithard'« roa NarUeadorf, hier becehidigt. iadet sieh lUTertehri beim Jahre 1380. 



, CCXX. 

Die Baumgarlner verkaufen ein Lehen «u Ottenthai 
Dat. 26. December 1325. 

Ich Weichart von Pavmgarten^ ynd Ich Hainreich ynd Ich 
Fridreich sein paid svn, wir yeriehen — Daz wir — ynsers rechten 
aygens, Daz ynser getautes guet gewesen ist, mit furzicht yerchauft 
haben ein leben dacz Ottental ze yeld ynd ze dorff, da Symon des 
Payers nef auf gesezzen waz Heinreichen dem Ladendorfer vnd 
vrown Gerdranteny seiner hausvrotcn, vnd allen im erbend vnd 
vroum Wendelmueten, des Poschen witiben und allen irn erben, vnd 



218 

Vltetohen^dem SUevc^er^ 'Sndvraum Chvnigunden seiner hoHBnrowm 
vnd allen, im erben vmb Sybeh vod yiertoieb pbunt wieaser pben^ 
Bing ^^ vnd des selben lefaens hat Hainreiob der Liadendarffier der 
vorgenant zu deiner besrnder gecfaauft vnd uergoiten den hof da das 
selbe Mien in gebort, vnd aueh Sedizehen Jenob des selben lebeos 
ze veld» vnd di andern Seobzehen Jeuch des selben lehens ze Yel4 
habent geehauft vnd vergolten yrown Wendelrouet» ynd Vlreicb der 
Steazer di genanten ir iegldebes acht Jeuoh zu seiner besonder, ynd 
auf dem vorgenanten gnet di aygenschaft hab wir gegeben durch 
voser vnd aller vnser vedern sei willen auf vns^ vrowen alter hincs 
Newnburcb chlosterbalben. Also besohaidenleieben» Oaz Hainreich 
der Ladendorfer vnd vrow Wendelrauet» vnd Vlreicb der Stevzer di 
egenanten, oder ir hausvrown, oder ir Erben, oder wer daz gaet.inne 
hat, Soll dieaeii alle Jar von iegleieh^r Jeuch . des oftgeiianten lehens 
ain phenning,- daz sind zwen vnd Dreiabzieb phenniog, Tnd von dein 
hof vier phenning besunderleieh auf den vorgesohriben alter fainoz. 
Newnbureh alle Jar an sand Georgen tag für zins vnd alle stewer. 
Vnd darvber seez wir vns — ze rechtem scherm — für prown (re^ 
dräuten di Meczelpekchiny die mem tüeichardes Taehier istt vnd 
mein hainreichs vnd Fridreichs Sweater ist — Der prief ist gege- 
ben — Dreutzefaen hundert Jar, Dar nach in dem fVmf vnd zwainczi-» 
gisten Jar an Sand Stephans tag. 

£ Chaftultrio Archiv! III. M. 108. &. 

Ottenthai liegt im K. U. M. B. nordwärts hinter Stetteldorf bei Winkelberg. 
Wir ersehen den Umfang eines Ganzlehena um diese Zeit mit 32 Joch» 
zugleich auch ein Beispiel von Gniadtheihing. 

CCXXI, 

Ahlanbrieffär die SHftskirche %u Klüsierneuburg. 
Dat. Rom 17. Mars 1326. 

UniTersis Christi fidelibus presentes lileras inspeoturis frater 
Jacobus, Dei gracia Mothoniensis episcopusy et frater Angelas, 
eadem gracia Sulcitanus episeapas, Damini pape penitendarias. 
et frater Stephanus eadem gracia Veriensis episcopus salutem in 
domino sempiternani. Qnoniam» Tt ait Apostolus, omnes stabknns 
ante tribonal Christi, recepturi, prent in corpore gessimu^ sive boniun, 
sive maluni» oportet nos Diem Messionis extreme miserioordk^ operi- 



219 

bus prerenire, ac eternorum iotuita seminare in terris, quod reddente 
domino cam maltiplicato fructu recol%ere yaleamus in celis, iirmam 
spem Gduciamque tenentes , quoniam qui parce seminat, parce et 
metet, et qai semiDat in beoedietionibus, de benedlctionilus et metet 
VitaiD eternam. Cum igitur ex parte dilectorum filiorum nostrorum, 
Gregoriij Petri et Theodorict dicti Burshals de Nuwenburc nobis 
fherit sappHcatuin, ut oinnibus venientibus ad Claastnim sancte Marie 
Tirgfois In Nnwenbnrc Patavieasis Dyocesia relimus indulgeoehrs 
exikibere, Nbs — oomibas rare peniteiitibus et eonfessis, qui vel que 
predictum yisifayerint Claustram in ipsins festtritatibus , seu eeiam 
Natiritatts domini, Ciretimeisionis, Epipbante, Resurreeeionis, Aseen- 
sionis, pentecostes Nee noo in soiemrpnttatibiis beate Marie Virginia» 
Beaterum Petri et Pauli, aliorumque Apostoloram et ewangelistarum, 
sancti Johannis baptiste, saneti Nicolai, sancti Stephan!, sancti Lau« 
rentfi, sancti Martini, sancte Katerfnne, sancte Margarete, sancte 
Magdalene, sancte Elisabet, in feste Corporis Christi, in dedicacione 
ecciesie, in feste omnium sanctorum , In die animarufn et per eorum 
octayas, manusque porrexerint adiutrices Ad fabricam, luminaria seu 
omamenta eeclesie supradicte, yel qui corpus Christi secuti füerint, 
cum portatur infirmis, yei qui in serotina puhacione flexis genibus 
ter Aye Maria dixerinf, quiiibet nostrum XL dies de iniunctis eis 
penitencüs miserieorditer in domino relaxamus. Dummodo Dyocesanus 
prestet assensnm. In cuius rei testimonium presentes iiteras fieri 
fecimus, sigiHorum nostrorum Appensione munitas. Datum Harne Anno 
domini H"* CCC" XXVI., Mensis Marcii die XVII. pontificatus domini 
Johannis pape XXIL Anno eius decimo. 

Nos Albertus dei gracia Pataviensis Episcopus dictas indulgen- 
cias Ratas faabemus et gratas, quantum de iure efBcacius possumus, 
Ipsasque sub appensione nostri Sigilli conGrmantes patrocinio huius 
scripti. Datum Wienne Anno Domini W CCC*" Vicesimo Sexto Xllll. 
Kai. Mai}. 

Orig. Perg. (Bep. Tel. Nr. 11. fol. 21.) An Zwirofiideo von blaaer, rother aad wcUtcr 
Farbe biagen drei ovale Siegel roo rolbam Wi^h«. Dt« «rate hat Daellina Exe. Oeaeal. Tab. VI, 
a. Itt das sweite a. 54, daa dritte Tab. T. n. 51. H^m Siegel dea Paaaaoer Biaebofs Albert in 
gvlMai WMba Uagi m »iin» frliea Siideiftdea «a^ ist daa aUiUoh«« «it bei Oaelllaa 1. e . 
T. yil. B, 68. 

P. Johaao XXIL hatte im J. 1319 (Raynaldus ad h. a. n. 58> den Gebraucb 
des dreimaligen Ave-Maria-LSutens bewilligt; hier geschieht in den stiftl. Urkun«' 
den dayon die erste Erwähnung. 



220 



ccxxn. 

Hermann von Grossau verkauft ein halbes Lehen %u Roggendorf an 
Walther Ekhard's Sohn, 

Dat. 1. Mai 1326. 

Ich Hermann, Hermannes 9vn von Grassawe ?nd ieh Margret 
sein hausfrawe wir yergechen offenleich — daz wir — vnsers rech- 
ten halbez lechen, daz wir ze lechen yon dem Goteshaus ze Neun- 
bureh gehabt haben daz gelegen ist ze Rekleinstorfze nächst Rueseh- 
leins lechen des cherenpauches verchauffet haben — dem beschaiden 
manne waUhem ekhartes svn ?nd seiner hausfrown kairein vnd im 
erben vmb sechczehen phunt wienner phenning — rnd die selben 
lechenschafl desselben halben lechens haben wir durch vnser ynd 
ynserr Todem sei willen gegeben auf mser yrowen alter hincz Neun- 
burch chlosterhalben. Also beschaidenleieh, daz der vorgenant Wal- 
ther vnd sein hausvraw Katrei vnd ir erben — SuUen furbas alle iar 
iarleich da von dienen an sant Gorgen tag fumfczehen phenning 
wienner mAnzz ze rechtem Purchrecht — Dor vber — geben wir — 
disen prief versigelten mit vnserm insigel Des sint gezeuch Die 
ersam Ritter her Jans von Stokcherawe. her Ott der Zendel. her 
Ortlieb sein svn, her Gervnch der choL her Dietreich der schwer. 
Dvrinch von Mawerling vnd ander erber leut genuech. Der prief ist 
geben — Dreuczehen hundert iar darnach in dem Sechs vnd zwain- 
czigistem iar an sant philippes tag. 

Orig. Perf. Da« roade Siegel \m gelbeoi Waehs hiagt aa «iaem PergaBieaU<r«if» «md 
(leieht roUttiadig jeaen det Vaters Hennaaa voa GroMae beiaa Jahre 1825 (N. 218). 

Cfr* die Urkunde vom 30. April 1325. 

CCXXIII. 

Nielas von Ekreichsdorf reversirt dem Stifte die Eitdösung eines stiftlichen 
mit Bewilligung des Propstes Stephan den Juden versetzten Ldiens, 

Dat 10. Mai 1326. 

Ich Nycla von Ekreichdorf vnd ich Margret ^ sein hausvrowe 
wir veriehen — daz vns nach pet der erber herre, Rrobst Stephan 
ze Newnburch geurlaubt hat, ain lehen zv verseczen hincz den 
Judeny daz da leit ze Ekreichdorf^ Daz vnser Purchrecht ist. Mit 
solcher beschaidenhait, Daz wir iz inner Jars frist wider losen^ 



221 

geschech des oicht» so svl der rorgenant Herre, Brobst Stephan oder 
sein annewalt daz selb leben verchauffen mit ynserm guetleichen 
willen naeh der ymbsezzen rat ainem Lant Sezen vtid ander niematä. 
Word der phenninge icht yber. Die stI man vns wider ehern — Der 
prief ist geben — Dreyzehen hyndert Jar, dar nach in dem Sechs ynd 
xwainecigistem iar an dem phingst abent. 

E Ckartaltri* ArdiiTi ni. fol. 89. h. 

Die Urkande zeigt uns Propst Stephan besorgt, dass Grundbesiti nicht 
xa lange in jüdischen Händen Terbleibe. 

Kreicbsdorf (Cod. Trad. n. 375.) ist ein lo Grunde gegangener Ort in 
der N&he 7on KreozstStten. 

CCXXIV. 

Leopold von Eslam Übemimmt den Weingarten Piberstam in Halbbau, 
Dat Klostemeuburg 18. Juni 1326. 

Ich LeupoÜ von Eslam, Purger ze Wienn vnd Ich Elzbet, sein 
hausvrow wir yergehen -r- Daz dey Erber Herre Probst Stephan 
vnd her PerehtoU der Techeni ynd der gemain dez Conyentes ynser 
vrawn Gotshaus ze Newnburch — lazzen habent yns ynd ynsem 
Erben cdnen irr Weingarten, dez yierdhalbs Jeuch ist ynd haizzet 
der Piberstain mit sampt dem haus, daz dar ynder leit, ynd gehorent 
in ir Chelnampt, yon sant Mertens tag, der sehirest chumt yber Neyn 
iar ze pawen vmb halben wein, der in demselben Weingarten wirt. 
Wir suln auch vnd vnser Erben den Weingarten Nevn Jar alle Jar 
in dem Lesen allen den wein uessen baide vnsem wein vnd auch 
den im, der in dem egenanten Weingarten wirt, wie iz beiaret, oder 
wie der wein geret, so suln wir in für im Tail geben immer für zwen 
vnd dreizzich Emmer fymf March Silbers, ie zwen vnd sibenczich 
grozze Pehemischer phenning für ein iegleich March, darnach zu 
den weinachten an alle Widerrede. Tetten wir dez nicht, so suln si 
daz selb guet zehant nach dem selben tage auf ynsern schaden nemen 
ze Joden oder ze Christen. Wir suln auch in ee chunt tun, wann wir 
den yorgenanten Weingarten lesen wellen. So suln si irnpoten haben 
beg dem lesen vnd auch bey der Presse, Also daz der selb wein 
geyessent werde ze Gegenwurt ynd mit gewissen irr poten, die si 
dar zu schaffent, Vnd suln auch wir den yorgenanten Weingarten dey 
Torgenanten Newn Jar in gutem zeitlichem pawe haben. Tette wir 



222 

dez nicht» Also daz soia vier erber mann^ Jehen so aoln wir ki Fer* 
Valien sein» md allez dez Reckten entwert sein» dmi wir liaben aol- 
den an den rorgenanten Weingarten« ¥nd dar vber *-*- geben wir 
in 8isen brief versigelt mü vnserm Ineigel rnd sint audi des geczenge: 
hef Jans von Simdorf, her Christan der JSbiazler, her Merman der 
Schiver, Jacob der Chälnerf Peter der fremn§ert — Der brief ist 
geben %e Newnburch — dreuezehen hundert iar, dar nach in dem 
Sechs Tod zwainzgistem Jar an dem nlichsten Mitichen Tor dem 
Svmwent tage. 

E ChartnUrio Arehiri ITI. fol. 58. n. 

Hier erscheint in den siiftlichen Urkunden zuerst die in ihren einzelnen 
Bedingungen interessante Hingabe von Weingfirten auf Halbbau. In fihnlicher 
Weise erhfilt (Chart. Arch. HI. 59. a-) „flermaa der Syrfeier purger zu 
Wienn vnd Alhait sein hausvrow ainen Weingarten, des drithalb Jeuch 
ist, haizzet der Che Inner, vndfeit andcmNuspergze nächst demLieohten 
Weingarten", mit den Zeugen: herDietreieh derschiTcr, Christan 
der Sluxzler, wisent von Rukersdorf, Jacob der Chelner, Peter 
der vreisinger, dat. in dem Sunibenttag 1326. 

ccxxv. 

Hermann der Sirfeier, Bürger %u Wien, kauft von dem SHfte einen Wein-^ 

garten %u Kaklenberg» 

Dat. Rloeterneoburg 20. Juni 1326. 

Ich Bertnan der Sirfeier, Purger %e Wienn tmd Ick JlhaUt 
sein haiisvrow wir veriehen — Daz der Erber Herre Probst Stephan 
vnd her Perchtolt der Teehent, vnd die gemain dez Coiiventes vnser 
vrown Gotshaus ze Newnburch — hin geben vnd ye^cbanfl haben 
vns vnd ynsern erben ainen irr Weingarten , des fVmf yiertail sind, 
vnd haizzet zink vnd leit ze Chalnperge ze neehst der Pevnf, vnd 
gehört in die Probstey vmb dritthalb hundert march siRfers, «^ 
zwen vnd sibenczig grozzer Pehemischer phenning für ein iegleich 
march, Also beschaidenleich» Daz wir vnd vnser erben alle die zeit, 
vnd wir si dez egenanten Gutes nicht gewert haben , So suln wir in 
vnd irm Gotshaus von den vorgenanten Weingarten alle jar zu drin 
zeiteh dienen fvmfczich phunt phennninge wienner mfinzze, zehen vnd 
fvmf Schillinge phenninge vnd Sechezehen phunt an sant Midhelstag, vnd 
zehen vnd fvmf Schillinge vnd Sechzehen phunt ze weihennachten, vnd 
zehen vnd fvmf Schillinge vnd Sechezehen phunt an sant Jorigentage, 
vnd swelhes tages wir den vorgenanten dienst ze den egenanten drin 



223 

seifen versiezen, ynd in se recliter seit nicht geben, so suh si in ze 
hant darnach auf msern schaden neroen ze Juden oder ze Christen* 
Wir suln auch ?nd Tnser erben In rnd irm Gotshaus alle lar in dem 
lesen, swelhes tages wir den eg^nanten Weingarten lesen wellen, für 
zehent ynd fh* perehrecht geben ynd dienen iieben tierdunge 
$iiber$t ie zwen ynd Siebenczich grozier Pehemischer phenninge für 
der mareh. — Vnd suin auch wir ynd ynser erben yrei wal haben, 
den y<Hrgenanten dienst abzel^sen ynd ze chaufen, wann wir daz ge^ 
enden mugen, ynd swelhes iars daz an ynsern staten ist, so suln wir 
dez selben diensts famf ynd zwanzich phunt mit ein ander ablasen 
ynd chaufen ein iegleich phont ymb fonaf march Silbers immer zwen 
ynd Siebenczich grozzer Pehemiseher pheoninge fmr die mareb, ynd 
sollen wir si dez gutes in dem selben »ar zwischen weihennachten 

ynd dem ytischang wem Diser saüie sind gecz^nge: her JanB 

von SyrtuJUnf, Ckrigtan der Sluzzler, her Hartman von holabnmne, 
Maüier Nida der pharrer xe Mflein, Leupoli v&n Eslam — Der 
brief ist gegeben ze Neumbureh — Dreyzehen hundert Jar darnach 
in dem Sechs ynd zwainczgisten Jar an dem neehsten yreytage yor 
dem Srnnwent tage. 

I Chartilvio kfWii m. M. b. 

So wie früher Weingärten ertclieiDeD, welche ios Hoepital, Kelleramt» 
Kinmenmt geboren, erscheint hier einer in der b«ten Lage zu Ktblenberg 
gelegener als zur Propstei gehörig und wird um den hohen Preis von 2a0 Mark 
SQber verkanfL Die Siernfeler besessen insbesondere bei Nussdorf ?iele Wein- 
girten. Cfr. Anhang Nr. in. 

CCXXVL 

Mäi$Mef für die Capdlt im Stifte, in welchtr der Stifter Markgmf 

Leopold rukt^ 
Dai Ayigaon lo. Septeodier 1326. 
Uniyersis sancte Matris eoclesie fliiis, ad quod Presentes Littere 
pefyen^nt, Nos Miseracione diyina Rootanm Neopotensis Archie- 
piscopuB, Bomfaeim Suldtanu» episcopns, Andreas Scardonensis 
episcopnSy Geraldm Ceruiensis episcopm, fßranciscus Perusinu» eps,^ 
GnUlelmus Sugwmensis eps., Thadeus Caffensis eps., Bartholomem 
Siguini ep»,^ Donatus Alscatlonensis epa , Gregorins ffeltrensis et 
BeHmtemi^ ep$., Seynricue Lubiceneis epa* et Stepkanus Lubi- 
censis eps. salutem in domino sempiternam. Pia mater ecciesia de 
animanrai salute sollicita deyoeionem fidelium per quedam munera 



224 

spiritualia, remissiones yidelicet et indulgencias invifare consuevit ad 
debitam famulatus honorem Deo et sacris edibus impendendum, Vt 
quanto crebrius et deyocius iiluc confluit populus Christianus» assi- 
duis salvatoris graciam preeibus implorando» tanto delictorum suorum 
yeniam et gloriam regni celestis consequi mereatur eternam. Cupien- 
tes igitur» yt CapeUa aituaia in ambüu Monasterii Bande Marie in 
Neunburga, in qua quondam Marchio Austriepius Leupoldus nami^ 
natus^ eimdem Monasterii fiindatar, qui multis ibidem coruscai 
miractUiSf est sepultus^ congruis honoribus frequentetur, et a Christi 
ßdelibus iugiter yeneretur, Omnibus yere peaitentibus et confessis 
qui ad dietam Capellam in honore Dei et dicti Marchionis predicH 
Monasterii fundatoris in quintis feriis et in festis infra scriptis, yide- 
licet: Natalis Domini, Cireumeisionis, Epiphanie» Parasceyes» Pasche, 
Ascensionis, Pentecostes, Corporis Christi, Inyencionis et exaltacionis 
sancte Crucis, In onmibus et singulis festis beate Marie Virginis, 
Natiyitatis et Decollacionis beati Johannis baptiste, beatorum Petri et 
Pauli Apostolorum, et omnium aliorum sanctorum apostolorum et 
eyyangelistarum, sancti Michaelis Archangeli, sanctorum Laurencii, 
Stephani, Georgii et Clementis martirum, sanctorumque Martini, 
Nicholai, Augustini, Galli et Gregorii Confessorum, et beatorum Marie 
Magdalene, Katerine, Margarete, Agathe, Barbare, Gertrudis, Afire, 
Vrsule et Vndecim millium Virginum et per octayas dictarum festiyi- 
tatum Octayas babentium, singulisque diebus dominicis causa deyöci- 
onis, oracionis, aut peregrinacionis accesserint, seu qui missis, predi- 
cacionibus, matutinis, yesperis, aut aliis quibuscumque Officiis diyinis 
ibidem interfuerint. Nee non, qui ad fabricam, luminaria, ornamenta 
aut queyis alia dicte Capelle necessaria manus porrexerint adiutrices, 
Vel qui in eorum testamentis, aut extra, aurum , argentum, yestimenta 
yel alia caritatiya subsidia eidem Capelle donayerint, legayerint, aut 
donari yel legari procurayerint, Quocienscumque, quandocumque et 
ubicumque premissa yel aliquid premissorum deyote fecerint, de 
Omnipotentis Dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum 
eins auctoritate confisi, Singuli nostrum Quadraginta dies indulgen- 
ciarum de iniunctis eis penitencijs misericorditer in domino relaxa- 
mus, Dummodo Diocesani yoluntas ad id accesserit et consensus. In 
cuius rei testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum jussimus 
appensione muniri. Datum Avinione XV. die septembris Anoo Domini 
MCCCXXVI. EtPontificatus Domini Johannis pape XXII. anno Vndecimo. 



225 

Nos qooque Albertus dei gracia Ptttaviensis Episcopus supra- 
didas indulgeocias, quantuin de iure efBcacias possumus, Ratas 
babemas et grata.s eonfirmantes eas niehiloininas Patrocinio haius 
Scripti, nostri Sigilli appensione eommuniti. Datum Wienne U. Non. 
Apriiis Anno Domioi M« CCC* Tricesimo. 

Orig. Per^. (B«p. Yet. Nr. 42. fol. 27.) Die laitialfD «iod nit bUoer ■ad ftXhtt Farbe 
^aaUf der erste B«ehatabe D teigt daa Haapt dea Erltfaers. Dreisebt obloag«, hiafeade Siegel. 
Dm erale, d«a BiMbofea Albert roa Paaaaa , ia gelbem Waeha, biag t aa ebeai PargaBeatatreifea. Die 
ibrigea rvdlf siad ia rotbeai Wacbs , aad biagea das twette bis rierie aa gelben , das fiafle aad 
scebsle aa blaaea , hierauf wieder drei an gelbea » twei aa blanea aad die lettten swei aa gelbea 
Sctdeasebafirea. Die Siegel biagen in der Ordanag, ia weleber die Urkaade der BisebAfe erwibat. 
Rar ia rorietxtea , Heinrieb's Ton Lflbeek, sitst der Bisobof anf eiaem Tbroasetsel , weleber roa iwei 
L^wea gebildet wird. Der Erabisehnf Bastaa, die BlsebSfe Doaat aad Stefia stebea, die Ibrigea 
betea kaiead «atcr eiaem Bogea, tber welehem Tersehitdeae Beilige abgebildet siad. Gerald 
TM Cenria kniet vor dem an/ einem Throne sitzenden, ihn segnenden Papst, darfiber steht ia 
eiaem Tabernakel die beil. Jnagfraa mit dem Jesnkinde , im nntefen Tbeile seigt sieb ein dreieckiger 
Schild, deaaen Embleme rerwiseht sind. Zwei ibaliebe Sekilde crsebeiaea im Siegel Gregor's roa 
Feltre. Der nntere Tbeil des Schildes eathilt eiae Biade mit drei Blnmen , etwa Rosea. Die Kirchea- 
fSnten nennen sich in den Siegeln „Dei gratia**, Ertbiscbof Bostan, die Bischfife Bonifat, Frans, 
Wilhelm , Tkaddins aad Bartbolomias aber „Frater.« Im Siegel Oregor's Toa Feltre laatet die 
ÜBsehrifl: Dei et Apostel icae Sedis Gratis. 

Hier erscheint zuerst die kirchliche Verehrung des fronunen Stifters Leo- 
pold wegen der vielen an seiner Grabstätte vorgekommenen Wunder von der 
kirchlichen Behörde gebilligt, und die Wallfahrt zu seinem Grabe begünstigt 
und aufgemuntert. Die Capelle ist die noch gegenwSrtig als Crypta S. Leopoldi 
bekannte, in frfibester Zeit auch das Capitel (Capitolium) genannt, worin jetzt, 
wie ursprunglich, der h. Leopold nrtkt, nachdem die spfiter erbaute Leopoids- 
etpelle ihrer Baufölligkeit wegen in dem letzten Jahrzehente abgetragen werden 
musste. 

ccxxvn. 

Friedrieh, Er%hi»ckof von 8al%burg, verleiht den Betern des englischen 

Chrusses einen Ablote. 

Dat. Salzburg 29. November 1326. 

Fridericm Dei gracia sancte Salzburgerms Ecclesie Archie- 
piicopusApostolice Sedis Legatus \niy er sis presentes iitteras inspec- 
taris salutem in oinnium salvatore. Cupientes Christi fideles quibusdam 
muneribus illectiyis, indulgenciis yidelicet et remissionibus pecca- 
torum ad pietatis opera iovitare, quo reddantur divine gracie apcio- 
res. Omnibus rere penitentibus et eonfessis, qui audito trino sono 
Campane consueto fieri in crepusculo noctis in Ecciesia Nivnbur- 
gensi ordinis saneti Augustini Pataviensis Dyocesis pro dicenda 
sabUacione angelica ad laudem et gloriam beaie Marie Virginis 
gloriose eandem salutacionem^ yidelicet Aye maria ter deyote et 
rererenter dixerint de omnipotentis Dei misericordia et beatorum 

Fontac Xiy. i^ 



226 

Apostolorum eius Petri et Pauli coofisi suffragiis Quadragiuta dies de 
iniuDCtis sibi peDitenciis relaxamus. In euius rei testimonium presentes 
eoneedirous litteras , sigilli nostri appensione rounitas. Datum Salz- 
bürge III. Kai. Decembris Anno Domini Millesimo CCC"" Vicesimo Sexte. 

Ori;. Per;. (R«p- ret. Nr.S.foI. 20.) An eiaem Per^amentctreifeo kiagt da* stm Jalire 1819 
(M. 180) beschriebene Siegel des Erzbisehofs Priedrieh. 

Einen gleichen Ablass lur Beförderung^ des englischen Gruss-Gebeies 
ertheiite auch Albert, Bischof von Passau , der Stiftskirche. Dat. St. Pdlten, 
18. December 1326. (Rep. Vet Nr. 10. fol. 2t.) 

ccxxvm. 

Hermann der Weghäuhiel, Bader, kauft von dem Frauenkloster St, Mag^ 

dalena die vor dem Sckottentkore liegende Badstube, 

Dat. Wien 30. November 1326. 

feh Herman der Weghaebtel der Pader ?nd ich Diemut sein 
hausvrowe wir vergehen — Das wir vns vnd rnsern erben geehaufl 
haben wider die erbern Geistleichen vrowen Swester hüten zu den 
Zeiten Priorinne vnd die Samnunge gemain der vrowen Chloster 
datz Sand Marien Magdalen vor Schotten tor ze wienne ein Päd- 
stvben, dev da leit da seitens vor Schotten tor auf d^m miste 
gegen der Newenpurger hof vber vnd ein hofstat ze naehst da pei 
ymb zehen phunt wienner phenninge -geltes purchrechtes die wir vnd 
vnser erben — den egenanten vrown — do von dienen suln alle iar 
zu drin Zeiten — Ez ist auch daz aller naechst purchrecht aller iär- 
leichen ze dienen nach den achtzich wienner phenningen, die man von 
derselben Padstuben vnd voi| der hofstat alle iar dient an sant 
Michels tage Denn erbem herren Apt Moritzen vnd seinem Chloster 
datz den Schotten ze wienne ze rechtem Gruntrecht — vnd haben 
auch wir — vns verlubt, — das wir auf die egenanten hofstat 
paun suln ein Gadem für fuere — von sant Miphels tage der schirist 
chumt, vber ein iar — Vnd wand wir nicht aigetis insigils haben 
so geben wir in disen prief — versigilt mit vnsers Grünt herren 
insigil — vnd mit hem Jörgen insigil an dem Chienmarchte — 
Der prief ist geben ze Wienne — dreulzehen hundert iar in dem 
Sechs vnd zwaiazigisten Jar dar nach an sant Andres Tage. 

Orig. Perg. Die Siegel hingen an PergnmenUtreifen. Das erste ist von grosserer Form, 
länglich, in gelbem Waebs. D«- Abt steht im Pontificalk leide , die Rechte segnend erhoben, in 
der Linken den HiriensUb haltend, f S . MAVRICH . DE! . 6B . ABBIS . ECCIE . SCE . MARIE . 
SCOTORVM . WIENNE. Das sweite Siegel, sechseckig, in gelben Wachs, seigt eine BI«me 
im dreieckigen Schilde, f S . GEORII . FILII . ANDR. ** 

Cfr. die Urkunde vom 13. October i324. (N. 211.) 



227 

Im J. 1356 am nSchstea Pfinzttg vor Phingsten erscheint Valtein der 
Radel, Anwalt des Klosters Maria Magdalena, vor Heinrich dem Puechveler, 
Amtmann und Pfleger der Schotten, und klagt gegen den Besitzer dieser Bad- 
stabe wegen 3 Pfd. 80 Pfennig versessenen Purgrechtes, worauf dem Kloster 
die Badstabe sugesproehen und eingeantwortet wird, ungeachtet der geistleich 
farst Abt Clement von den Schotten ein Pfund Burgrecht und CIsbeth , Her- 
man des Weghfiuplein Tochter, auch ein Pfund darauf zu Recht haben . . 1397 
erscheint urkundlich Schwester Margret die Schawerbeckhin, Maisterinn dacz 
sand Jacob auf der Halben. 

Nach 1400 erscheinen von diesem und dem gleichen Ordenshause St. Jacob 
auf der Hülben urkundlich: 

1456. phincztag nach Ascensio. Susanna Tori , Nonne zu St. Jacob auf 
der Halben. 

1463. Montag vor Ascensio (16. Mai). Swester Susanna Toriin Maisterin 
des frawenchlosters zu sand Maria Magdalen vor Schottentor, und ihre obriste 
geistliche Mutter, Swester Petronella Poklin, Maisterinn des frawenchlosters 
zu sand Jacob auf der Halben (letztere erseheint in dieser Würde schon im 
J. 1439). 

1470. Lucia, Nonne zu St. Jacob (25. Aug.). 

1480. Sw. Crescencia Maisterinn des frawenchlosters daz sand Jacob 
auf der HOlben. 

1510. phincztag vor h. Leopolt (14. Nov.). Magdalena Stedelmann, 
Maisterin zu sand Maria Magdalen vor Schottentor. 

1559. 2. Jan. Pignosa Yogtin, Maisterinn des Junchfrawenklosters ze 
sand Jacob. 

CCXXIX. 

Berfka, Konrad des Domieeüer't Witwe, schenkt dem Stifte einen Wein- 
garten mit dem Vorbehalte des lehenslänglichen Genusses. 

Dat. 5. April 1327. 
Ich Michel der Syrndorfer, zv den zeiien amptman des Got- 
haus ze Nevnburch rergich — daz die erber vrowe vro Perichi, 
des Seligen Chvnrates des Domiceller wüibe hat wedacht vnd 
wetraeht die lieb, die ir vorgenanter Wirt hat gehabt, da er dan- 
noch lebt, zy meinen Herren, den Chorherren ze Neynburch, als 
er iz mit dem Werichen hat erzaiget, vnd hat auch dar vber wetraeht 
die gnad ynd die lieb, die mein Herren hin wider gen ir vnd gein 
iren freynten habent, daz auch sev wol habent erzaiget, ynd hat 
Jlecht ynd Redleichen ze yordrest durich Got ynd ynser yrowen ze 
erea , ynd ir Sei ze trost ynd ze hail mit guter gunst ir erben ynd 
aller ir freynt — geben dem yorgenanten ynser yrowen Gothaus ze 
Neynburch iren Weingarten, der da leit auf der Laimgrueb dez ein 

15 • 



228 

halbez Jeuch ist — Auch haben! mein Yorgenanten Herren div gnad 
ir hin widergetan, vnd habent ir den Selben Weingarten gelihen ynd 
lazzen nur ze iren tagen — ynd wen si mit dem leben ist ver- 
schaiden, wen daz geschieht yor dem Lesen, so sol mein herre, der 
Probst ze Neynburch halben wein auz dem Selben Weingarten 
nemen, ynd ir nächst erben den andern halben wein. Vnd ist für 
baz der Selb Weingart dem Gotshaus ze Neynburch ewichleichen ge- 
yallen an allen Chrieg ynd wider red ledich wardeu. — Vnd dar 
yber gib ich dem Gotshaus ze Neynburch disen prief zy einer ebigen 
Sicherhait versigelt mit meinem Insigel^ vnd mit Christans des 
Sluzler insigely vnd mit Gebhartes in Sigel des alten Richter , vnd 
mit Symonsy seines Svnes in Sigel. Der prief ist geben — Drev- 
zehenhyndert iar in dem Siben und zwainczigisten iar an dem 
pallmtage. 

Orig. Perg. (Rep. Vrt. Nr. 69. fol. 128) osd Chartal. III. 89. b. Tier Ueiae Sie^l an Perga- 
naeatatreifen. Daa erat«, dreieckig«, Michael'« von Sierndorf aeigt swei Biadea, wie jeaea des Niko- 
iaoa TOB Valwa bei Haber I. VIII. a. 8. Die übrigea drei aiad raad. f . S . CHRISTAMI ist ibnlich 
jeaeoB des Otto Orabaer bei Daell. Exe'. Gea. Tab. XII. n. 143 nad enthilt eiaea Balken, aber welehem 
Tier Dreiecke berrorstreben, deren gemeiatebaftliehe Basis die obere Liaie dea Balkens bildet. Das 
Siegel Gebbard*« Ton St. Martia» welcher 1818 das Biehterant bekleidete, warde schon sani J. 1819 
(N. 179) beschrieben. Dieselben Embleme gebraneht SIMON . FILIVS .GEBHARDI. 

CCXXX. 

Der KloMiemeuhurger Stadtrichter, Simon von St, Martin, bezeugt, dats 
Kunigunde, des Verigen Witwe, ihr Urfahrsreeht dem Stifte verkauft hat. 

Dat. 24. April 1327. 

Ich Symon xeden zeiten Richter ynd wir der Rat mit sampt 
der gemain der Purger hie ze Neunburch Veriehen, — daz Vre 
Chunigunt Jansen des Verigen Witib, dem Got gnade — yerchauft 
hat aliez das recht, daz si ynd ir wirt Jans an dem Urvar vnd an 
dem gewaltigen scheffe hie ze Neunburch (gehabt habent) dem 
erbern herren, Brobst Stephan Umh (vmf ynd zwainczig phunt, Vnd 
Vmb siben sibenczig phenning Wienner Mfinsze, der Brobst Stephan 
Jansen dem Verigen ynd sein hausyrawen Vren Chunigunden siben- 
zechen phunde ynd siben ynd siebenczich phenning pej Jansen 
Lebentigen tagen gewert hat, die si mit gesampter hant yerzertt 
hawent. Darnach hat er Vren Chunigunden, ynd ir pede Tohtep 
Katreyn Vnd Elspeten der acht phunde ganzleich gewert — — 
Des geben wir — disen prief zu eine wore zeug yersigelten mit 
vnser Stat Insigel. Der prief ist geben nach Christes gepurt dreu- 



229 

zehen hundert Jar darnach in dem siben vnd zwainzigisfen Jar an 
sand Georigen tag. 

Ong, Perg. (Prot. 2. Nr. tSt) nad Cbartol. Arob. IH. t06. b. Dm Siegel UC •bgebiia«! bei 
Haitbaler Bee*a*iu Areb. Canpil. Tab. XXT1. ■. 5. Der Stadtrichter SIomb kömmt «ehoa im 
Jabrc 1333 (N SOS) Tor. 

CCXXXI. 

Friedrich, Erzbisehof von Stäzburg, bezeugt t dau der Pauauer Domherr 

Friedrieh von Göttweih dem Stifte Kloetemeuburg seinen Weingarten %u 

Kahlenberg verkauft hat. 

Dat Wien 3. November 1328. 

Nos Fridericus Dei gracia sancie Sahlnirgensis Ecclesie 
Jrchiepiscopus apostolice Sedis Legatus Confitemur et eonstare 
volumus yniTersis presentes litteras inspecturis. Quod dilectus in 
Christo Magister Fridericus de Chötwico, familiaris noster, Doctor 
Decretorum^ Canonicus Patavietms et Plebanus de Pels in nostri 
presencia vendidit, tradidit et assignavit Dilecto in Christo Stephano 
preposito Monasterii Neynburgensis ordinis saneti Augustini Patavien- 
sis Diocesis ementi rice et nomine Monasterii sui vineam suam , que 
Tocatur Lengvelder süam in monte Calvo prope Pevntam eiusdem 
prepositi pro Centum viginti mareis argenti pur! wiennensis ponderis 
et idem Magister Fridericus confessus est coram nobis, se habuisse, 
et corporaliter recepisse a dicto preposito pccuniam supradictam 
et reimnciavit expresse excepdoni non numerate, non solute, non 
habite pecunie, nee non doli et instrumenii et omni auxilio, quo 
contra premissa se posset iurare quomodolibet, yel tueri. In cuius rei 
testimonium et certitudinem pleniorem presentes mandavimus fieri 
litteras^ Sigilli nostri appensione munitas. Datum Wienne Ilf. Nonn. 
NoYembris Anno Domini Millesimo CCC"* Vicesimo Octavo. 

Et ego Magister Fridericus predictus premissis omnibus assen- 
tio, et in testimonium me presentibus subscribo et sigillum meum 
proprium eis appendo. Datum loco , anno et die premissis. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 8. fol. 174) oad ArebiT. CbartnUr. HI. 44. •. An Pergament- 
•treifeo hiageD die bekanntes Siegel des Ertbiacbofea und des Magisters Friedrich; derLetttere siegelt 
aicbt, wie im Jabre 1324 (N. 206), in rothem, sondern in gelbem Wachs. 

Die Urkunde ist io Wien ausgestellt. Vermuthlich weilte Erzbischof 
Friedrich daselbst, um dem Kdnige Friedrich die traurige Lage seiues Landes, 
in welches Ludwig der Baier» erbittert durch den päpstlichen Urtheilsspruch, 
eingefallen war and im verflossenen Jahre sich Tittmaning*s bemächtigt hatte, 
vorzustellen und Hilfe zu suchen (Hansitz, Germ. Sacra T. U. p. 448. n . VIL) 



230 



CCXXXII. 



Propst Stepkmn und das Capitel zu Klostemeuhurg bestätigen und erwet' 
tem dem Passauer Capitel die Zehentfreiheit seiner Weingärten, und regeln 

das Bergrecht, 

Dai Klosterneuburg 18. Januar 1329. 

Ad perpetuam rei memoriam. Nos Stephanus divina misera-- 
cione Prepositus , Nicolaus Decanus , Totusque conventus Monasterii 
sancte Marie in Newnborga Canonicomm regularium ordinis sancti 
Augustini Patay. Dioe. Advertentes et animo sollicite eonsiderantes, 
Quod Venerabiles in Christo viri, Domini ae confratres nostri Karis- 
simi, Preposilus, Decanus, Totumque Capitulum eceiesie Patavieo- 
sis nobis et Monasterio nostro muitas promociones, gracias et cari- 
tativa opera exhibuerunt^ et imposterum exhibere, seu impendere 
promiserunt. Nos tarn piorum beneficiorum ab eis acceptorum, et in 
futuro aceipiendorum nee ingrati, nee immemores existere cupientes, 
ipsis Dominis et confratribuS nostris predietis cum remissionibos et 
relaxaeionibus deciroarum nobis de yineis infra scriptis debitarum, 
yidelicet tribus iugeribus in Weingraben ^ de dimidio iugere in Mit- 
terpewnt, et de uno iugere et dimidio in Geblinkh, eis dudum 
antea faetis de Noyo donamus, et liberaliter de omnium nostrum 
yoluntate et consensu donayimus quandam partem yinee nostre dicte 
Slussler, que alio nomine /onjfa viWa nuncupatur, cuidam ipsorum 
yinee annexam, que Harr er yolgariter appellatur, Relaxantes eis 
perpetuo decimas, quas et Monasterio nostro de dieta parte yinee, 
et nobis, nee non de quadam alia eorum yinea, dicta Müdinch ad eos 
nuper deyoluta annuo soiyere tenentur. Jus yero montanum, quod 
Perikrecht dicitur, sie duximus moderandum yidelicet quod Celle- 
rarius aut Procuratur eorum in talibus yindemiarum tempore dare 
debebit pro iure montane nobis et Monasterio nostro de predietis 
yineis debito pro qualibet yrna Quinquaginta denarios Wiennensis 
monete, quarutn tunc est vstis, aut yinum, quod sicut pro iure 
montane dari consweyit, quod illorum dominis nostris predietis aut 
sibi plus yidebitur expedire. Addicientes nichilominus , quod si pre- 
dictarum eorum yinearum ad quascumque alias personas quocumque 
modo deyolyi contigerit, quod tuno in eisdem omnibus Juribus nostris 
gaudere debemus et volumus, quibus in eis a presentis donacionis 



231 

tempore gaudebannis. In euius rei testimonium ipsis presentes nostras 
dedimos iitteras Sigiilorum nostrorom muniinine roboratas. Datum 
Newnburge Anno Domini Millesimo Trecentesimo yicesimo nono in 
die beate Brisee Virginis. 

E Chartilario ArehtTi lY. fol. 167. •. 

Die schon früher dem Capitel zu Passau verliehene Zehentfreiheit gewis- 
ser Weingärten stammt aus dem Jahre 1307, hier wird sie erweiiert aus Dank- 
barkeit für die mit Klosterneuburg im Jahre 1327 eingegangene Verbrüderung. 

Der in der Urkunde als Dechant erscheinende Nikolaus ist der unmittel- 
bare Nachfolger Bertold*s in dieser Würde, welcher am 13. September 1327 
rerstorben war, laut des Todtenbuches : Id. Sept. MCCC* XX VH. Berchtoldus 
Decanus Presb. et Canonicus , fetter noster. 



ccxxxin. 

Konrad der Kröpf el bezeugt den letzten Willen Konrad'i, Liehhari*9 
8ohne$ von Orinzing, 

Dat. 2. Februar 1329. 

« 

Ich Chünrat Chrephel vnd ich Margret sein hausvrowe vnd 
Tnser erben wir veriehen — Daz ChünrcU, Liepharts avn mein 
sweher vnd Perichi sein hausvrowe vnd Vlreich der schtUer tr 
paider chint haben gestift vnd geschaflfet ainen ebigen Jartach — 
mit einem phunt wienner phennig, do man alle iar vm ehauffen sol 
an sant Nyelas tag prot, fleichs vnd wein dem Pharrer von der 
Heiügenstat — vnd denselben Jar tach sol ich — bogen von einem 
Weingarten — leit daz Toblich auf den seczen — vnd ist ein halbes 
Jeuch^ dinet zwen emmer weins vnd drei helbling ze Perchrecht 
den Geistleichen vrowen hincz Tuln in daz chloster, sev habent 
auch geschaffet auf denselben Weingarten ein halbez Phunt geltes 
derselben Mi&nzz — Junchvrmven Katrein irer paider tochter hintz 
Tuln in daz e genant vroioen chloster^ daz man ir alle iar dienen 
sol vncz an irn tod. — Dar vber geh wir disen prief versigelten mit 
tmsers perchherren insigel Engelprechtes von Toblich ze den Zeiten 
Phleger vnd perchmaister der oft genanten Geistleichen vrowen 
von Tvln in dem chloster vnd mit hem Walthers Insigel ze den 
Zeiten Pharrer datz der Heiligenstat. — Dies sind auch gezeug 
Wolfkari der Laurein von Grinczingen, Marchart Lanrein sein 
prüder, vnd Paul vnd Eberhart von Grinczinge vnd ander frumm 



232 

leut genuech. — Der prief ist gegeben — dreuzehen hundert Jar, 
darnach in dem naun vnd zwainczigistem Jar an vnser yrowen tag ze 
der Liechtmesse. 

Orif . Per; . Rand« in gelbe« Waehs gedHIekte Siegel m PergaBeatstreifei. Du ente aii 
der Unsekrifl f 8 . ElfGELBERTI . D . PRTNN leigt eiaea dreieekigea wagreeht getkeiltea Sekild, 
im oberea Felde deaselben tird mit dem Riekea gegea etaaader gekehrte LAwea (T). Dat sweite Sie- 
gel ist obloag t . S . WALTHERI . CANONICI . NEVBORGE . ECCE ., ond eatkilt die heilige Jvagfra« 
ftof eiaem Polster sitsead , mit der reebtea Haad daa steheade Jesakiad haltead , naterhalb betet 
der Pfarrer aaf dea Koiea liegead. 

CCXXXIV. 

Michael von Triehuswinkel verkauft ein Lehen %u Ewteredorf an Kolamann 

von En%er9dorf. 
Dat. Wien 9j April 1329. 

Ich Michel von Triweswinchel md Ich Margret sein Swester^ 
wir Teriehen — Daz der erber man, Cholman von Enczeinsiorf 
vnder dem Pusenperge rnd sein erben von vns ze rechtem leben 
haben gehabt ein leben , daz da leit da selbens ze Enczeinstorf — 
Die ay genschaft des selben gutes haben wir — yerchauft rnd geben 

— ymb Tier pbunt wienner* phenning — dem vorgenanten Cholmanne 
Tnd seiner hausvrowen, vron JetUen — vnd wan mein swester 
Margret noch nicht Togtpaer ist, do Ton sv sezze ich mich — ze 
rechtem gewer md scherm — so lange, uncz daz mein Swester 
Margret YOgtp»r wird, ynd sich der aygenschaft des egenanten 
gutes genczleich yerczeicbt ynd pestaetiget nach des Landes recht 
ze Osterreich, ynd gib in dar vber disen prief — versigeU mit 
meinem Insigel vnd mit Herrn Fridreichs insigil von Aczenpruck 

— Diser prief ist geben ze Wienne — Drevtzehen hundert Jar in 
dem Neyn ynd zwainczigistem iar darnach des naechsten Svnntages 
yor dem Palm tage. 

Chart«]. ArehiTi III. fol. 107. a. 

Kolomann und Judith tod Enzersdorf sind die Stifter der Capelle, jetst 
Pfarrkirche zu Lang-Enzersdorf. Fischer II. 354 seqq. 

ccxxxv. 

Bischof Albert von PoMsau gibt Propst Stephan die Vollmacht zur Durch' 
führung des Statutes vom Jahre 13 30, das Chorfrauenstifl betreffend. 

Dat. Passau 20. Februar 1330. 

Albertus dei gracia Pataviensis episeopus yenerabili Stephane 
preposito Mon. Neumburgensis Can. Reg. Ord. s. Aug. nostre dyo- 



233 

cesis Salutem et sincere Yoluntatis affectum. Pro parte tua coram 
Dobis propositum extitit, qaod in Monasterio Monialiam in Newn- 
burga Cure tue subiectarum vltra statutum numerum iuramento fir- 
matum ae felicis recordaeionis quondam domini Wemhardi prede- 
eessoris nostri auetoritate vallatum, Cetie persane in prebendarias, 
eam obstante statuto huiusniodi in Conventuales recipi non poterant, 
ad inportunas principum et (diarvm potentum instancias sunt 
recepte. Ex quarum dispari ritu erga professas nonnulla in Conventu 
predicto scandala rentilantur. Que quum abolere desideras, de eir- 
cumspeecione tua plenam in doinino fidueiam babeutes. Tibi auctori- 
tatem nostram circa statutum predictum et alia ipsum eontingencia 
eommittimus» rt iuxta conscienciam tuam adhibito peritorum consilio 
faeere rice nostra yaleas, quod Monasterio predicto putaveris in 
predictis profuturum. Datum Patavii x. Kai. Marcii. 

CUrt. Arehiri Hl. fol. 140. b. 

Cfer. Urkunde 114 und Urkunde 236. 

CCXXXVI. 

BiMckof Alheri von Patsau bestätigt das Statut Stephans und des Capitels 
von Klostemeuburg, betreffend den Personalstand des Chorfrauenstifles 

daselbst. 

Dat. Passau 27. Februar 1330. 

In nomine domini . Amen . Nos Albertus dei gracia PcUavien- 
sis Episcopus ad perpetuam rei memoriam. Attendentes , quod effre- 
nata personarum numerositas in ecclesiis instituta , presertim talium, 
que sub habitu et professione disparibus sociantur, ipsarum facul- 
tates exhaurit, racioni non congruit, scandala gcnerat et inducit, 
Statutum infraseriptum de nostro beneplacito et consensu ex causis 
premissis statutum auetoritate ordinaria et ex certa sciencia con- 
firmamus, Mandantes nichilominus preposito N. Decano totique Con- 
Tentui, ac singularibus personis Monasterii Newnburgensis cuiuscum- 
que condicionis aut Status existant sub pena suspensionis ab ingressu 
ecciesie, quam ultra penam periurii monicione premissa in contra- 
facientes ferimus in hiis scriptis, Quatenus ipsum statutum de verbo 
ad Yerbum observent, nee contra ipsum, Tel eins mentem directe 
yel indirecte per se^ rei alium, aut alios sub quocumque colore aut 
modo yeniant tIIo modo. Tenor autem statuti predicti talis est: In 
nomine domini. Amen. Nos StephanuSy miseracione divina prepo- 



2»4 

Situs /Nycolaua Decanus, Totusqae Conrentus Monasterii sanete 
Marie Newnbürge Ordinis sancti Augustini Canonicorum Regulariam 
Pataviensis dyocesis insimul constituti. Advertentes, quod propter 
imporiunüatem petendum pro recipiendis Monialibus cotHdie et 
Contmue nos fatiffandum , numerus sororum seu Sanctiroonta- 
lium nostrarum longe vltra primevam institucionem earum adeo est 
effrenatus, qtiod tante multitiHlini providere non sufGeimus in resti- 
bus et expensis, ymmo quod numerum nostrum et fratrum nostrorom 
propter inopiam cogimur coartare^ maxims dum hospitum et extra- 
neorttm superveniencium necessitati tota die vltra marem et modum 
nos providere oporteat supra vires, Nos voleotes nostre quieti 
providere, et Monasterii nostri obviare ruine^ Statuimus hoc deoreto 
imperpetuum valituro, vt collegium Sancthnonialiwn nostrarum 
vsque ad Triginta duarum personarum manertan ascendat, et 
metam seu numerum huiusmodi non excedat. Juranaus ergo ad 
sancta Dei ewangelia, quod huiusmodi Statutum inviolabiliter obser- 
Tabimus^ nee aliquam Monialem ex nunc in antea eligemus ?el 
reeipiemus, nisi ad yaeantem prebend^m per mortem ynius Monialis 
de numero supradicto, et si per quemquam peticiones nobis porrigi 
contigerit yel Mandari, vt actenus exstitit attemptatum , vt aliquam» 
vel aliquas feminas, cuiuseumque status aut condicionis existat vel 
existant, non in Sanctimoniales vel professas, sed in prebendarias 
vel poreionarias assumeremus-, donee prebenda vel porcio vacet intra 
numerum sie statutum, Juravimus predieto modo, videlieet ad sancta 
Dei ewangelia, peticionem huiusmodi vel aliam sub quacumque forma 
verborum conceptam, per quam ne dum contra verba, sed eciam 
contra mentem presentis nostri statuti directe vel indirecte quomo- 
dolibet veniretur, per nos aliquatenus non admitti. Ad cuius statuti 
observanciam successores nostros et posteros obiigamus. In cuius 
rei testimonium presentes eis dari Jussimus litteras nostri sigiili 
appensione munitas. Datum Patavie Tercio Kalendas Marcii Anno 
Domini M<* Trecentesimo Tricesimo. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 8. fol. 38) ood ChartaUriom Arohiri III. fol. 141. a. Dm Siegel 
Albert's hiogt «o eiaem PergameaUtrrifen. 

Schon P.rnnocenziV. hatte 1253 die Anzahl der Nonnen beschränkt , doch 
Empfehlungen und Befehle Hatten ihre Antnhl in der folgenden Zeit ungemein 
vermehrt; diesem Obelstande helfen Bischof und Propst durch dieses Statut ab. 



235 

ccxxxvn. 

Gertrud von Wüdeek verkauft dem Stifte ihre Besitzungen in Tattendorf, 
Dat. Klosterneuborg 21. Mftrz 1330. 

leb Gertraudt die Wildekerin , weileni des Czesehsen Pechen 
haus vrowe. Ich yergich an diesem brief — dai ich vnd mein erben 
— alles daz wir %e T&ttendovf haben gehabt von ynsern gnedigen 
berreii Probst Stephan, Vnd Ton dem Go'tshau» ze Neunburch. daz 
wir daz recht ynd rerieihen (redleichen) verchauft haben den» vor- 
genanten herren Prebst Stephan ze Neunburch . vnd seinem Gotshaus 
rmbe fumfzich phunt Wienner phenning, der wir gar vnd genzleiehen 
gewert sein. Vnd wand ich vorgenante Gerdraut nicht Aigens insi- 
gek ban, so secz ich In zue samt yns zue einem scherm Vnd zue 
einen zeug Meinen prueder Nychaen vnd Bnegem mit iren insigel, 
Tod meinen Geswein, Sweicharten mit seinen insigel, vnd meinen 
Aidem » Fridreichen von Sinibelnvelt mit seinem insigel zue einem 
rechten Scherm für alle anesprach nach des Lantsrecht in Osterreich. 
Der prief ist geben ze Neunburch — dreuzehenhundert iar, dar- 
nach in dem dreizigisten Jar des Mitichen nach Mitter Vasten. 

On>. Ptrg. (Prot. III, N. 441.) Die raaden Siegel des Nikolaas ood Radiger tob HageapraM 
teigea eioe Blame. der Sooneablone ihniieh, im Schilde. Jenes Sweikhard's Toa Naraeadorf eathilt 
drei Hersea, swei oben, eiaa daroater geatellt. la dem gleickea, beaehSdigtea Siegel Tom Jabre 1S2S 
(N.tl9) siad aar xwei Heniea sichtbar. Das Siegel Jakob*s Sebech , mit der Spitseaaeh obaa gekehrt, 
fl«lhill DaclKaa, Eieerpt. Oeaeal. Tab. XXXi. a. CDI. Das letste Siegel fehlte 

Czescbsenpechen ist verschrieben statt: Dechsenpechen. 

CCXXXVffl. 

Stiftungsbrief der CapeUe %u Sievering. 
Dat. 24. April 1330. 

Wir Wolcher, Gerung, Härtung, Seifrit am end, Perchtolt 
an der Newstift, Wilhalm von Salmansdorf, Amptleute ze obem 
vnd ze Nydem Suferingen, ze Newstift, Vnd ze Salmansdorf, 
Wnd wir Tyeme der zetter, Chünrat der Lange, Ngcla, Hain- 
reich, PrüsTiieh, Erberger, Nycla, Erman, Hausgenozzen in 
den vorgenanten Dörfern veriehen offenbar an disen prief, daz wir 
vnverschaidenleichen vns verpunden haben fiir di gemain der ege- 
nanten vir dorfer dem Gotshaus zu der heiligen stat ze chauffen fanf 
phant gelts e, daz man di Capelle ze Suferingen Weich, acht 
tage mit der beschaidenhait, ob man der vorgenanten phenning gult 



236 

nicht yail funde. So schul wir den Erbern Herren, deno Probst von 
Neunburch vnd seiner Samnung geben in im Sagrer imer für ein 
phunt geltes zwelf phunt phenninge Wyenner munzz. Vnd swo wir 
die vorgenanten gult nicht chanften dem Torgenanten Gotshauss ze 
der Ueiligenstat an dem vorgenanten tage, oder die phenninge, di 
do ffir gevallent, S welch dan der Probst von Neunburch fodert aus 
vns allen, oder Swi mangen, die schütten ze Nevnburch in vom in 
ain Erber Gasthaus, do' man in hinzaiget, vnd do inne liegen, 
ah inligens recht ist, vnd nicht auschumen, iz werd den Gotes- 
heusern ze Newnburch rnd ze der Hciligenstat yolfurt genzleich, als 
da Yorgeschriben ist, vnd wider gecheret aller der schade, den si 
dez gutes an die Juden nement. Üor yber gib wir dem yorgenant 
Probst ze Newnburch ynd der Samnunge disen Prief versigelten mit 
dez Erwirdigen Herren, Hern Morizen Insigel dez Aptes von den 
Schotten ze Wyen, WSn wir selb nicht aigenes Insigel haben. Der 
prief ist geben — Dreuczehen hundert Jar, dor nach in dem drei- 
zigesten Jar an sand Georientag. 

Orir. Pery. (Rep. yet. Nr. 25. fol. 19t) ud ChuHol. Ar«b. III. fol. 192. b. Dm Siegel 
d«s Scbottenabte« Moni (sohoo Tom Jahre 1S2S bekuat) hiagt aa eiaem Per^meatstreifea. 

In dieser Urkunde geschieht xuerst Erwähnung von dem Baue einer 
Capelle zu Sievering , an dem sieh die vier Gemeinden Ober- , Unter-Sievering, 
Neustift und Salmansdorf betheiligen, welche in die Pfarre Heiligenstadi 
gehören. 

Im Jahre 1317 wurde ein Pfund mit 11 Pfund, 1319 ein halbes Pfund 
fast mit 10 Pfund, jeUt 1330 wird 1 Pfund mit 12 Pfund abgelöst. 

CCXXXIX. 

Botho von Meidling verkauft Peter dem Fittker einen Gelddiemt %u 

Meidling, 
Dat. Wien 24. April 1330. 

Ich Pot von Meurlingen vnd Ich Katrey sein hausvrowe wir 
yeriehen — daz wir mit willen ynd guust meins suns Poten, vnd 
Albrechts meins aydems , vnd seiner hausvrown vrown Elzbeten 
meiner Tochter, vnd meiner chinder Hainreichs vnd hailken — 
ynd mit ynsers purchherren haut hem Duringes von Sevelt yer- 
chauft ynd geben haben dem erbern manne, Petrein dem vischer 
vnd seiner hausvrown vrown Engeln ynd ir erben zwai phunt wien- 
ner phenninge geltes aus vnserm hof dacz Meurlingen, die da 
ligent da selbens ze Meurlingen auf yier hofsteten gestiftes guts. 



237 

vnd auf vier hofsteten Weingarten — ymb fumftzehen phunt wienner 
pheoning — So beschaidenleich , ist daz wir oder vnser erben die 
selben zway phunt geltes wider cbaufien wellen , daz suln wir tuen 
TOQ dem hivtigen tage inner yier iarn — mit fiimfezeben phunden 
wienner phenning mit einander an allen chrieg — Vnd wand wir 
selber nicht aygens Insigel haben , so geben wir in disen prief — 
versigeli mit des vorgenanten hem Duringes Insigel von Sevelt 
vnd ndt hem Chunrats Insigel des Helcz — Diser prief ist geben 
ze Wienne — Dreutzehen hundert iar an dem Dreizzigistem iar dar- 
nach an sand Jörgen tag. 

Cbartol. Arehiri UI. fol. 181. ■. 

CCXL. 

GetiekMrief des StadMchters Simon und des Rathes von Klosfemeuhurg 
über einen tireitigen Gelddienst %u Krizendorf, 

Dat. Rlosterneuburg 24, April 1330. 

Ich Symon zu den zeiten Richter^ vnd wir der Rat der purger 
gemain hie ze Nevmburch Chlosterhalb reriehen — Daz Cholmans 
chinder von La, Peter vnd sein prüder frenczel vnd andrew ir 
geswistreid chlagetten mit vorsprechen hincz Georigen dem Snaicz- 
auf, vnd iahen, er syU in ains halben phuntes phenn. mer dienn^ 
denn er iach von dem halben werde, vnd Ton dem halben Paumgar- 
ten, vnd von den SchAten, die vmb den werde vnd vmb den Paum- 
garten gelegen sint vnd daran stozzent, vnd von alle dev, daz pei 
dem alten hof gelegen ist, Daz Cholmans chinder mit den Chirch- 
lingem ze tailn beten. Do wart den Chindern ertailt, seu svlten 
nidersiczen, vnd svlten von Georigen ein recht nemen. Also ob 
seu Georig erman m5cht, daz er in sol vil nicht dien svide, des 
svlder er gemezzen an seinem recht. Do sazzen dev Cholmans chin- 
der nider. Des antwurt in Georig mit vorsprechen vnd ermant dev 
chinder des mit seim ay de , vnd mit zwain erbern mannen vor vnser, 
vor dem Rat von der Stat als im ertailt w5rde mit vrag vnd mit 
vrtail, Daz er in von dem werde vnd von dem Paumgarten vnd von 
den Schuten, die dar vmb gelegen sint, vnd von alle dev, vnd dar 
zu gebort, daz alles gelegen ist pei dem alten hof, daz er in nicht 
mer davon dienn svit zu rechten Purchrecht, denn an sechs phenn. 
Neun Schillinge wienner phenn. an sant Michels tag. Da ward 



238 

Georigeo rube ertailt,' daz er den chindem yoq dem Purehrecht 
nicht mer dienn svlt, deon vor gesehriben stet, er oder sein erben» 
oder swem er iz geit» wan der Wandlung vor vnser vnd mit ynserm 
wizzen vor dem rat geschehen ist. Daz dev furbaz an alle chrieg 
stet gancz ynzerbrocben beleihe. Des gehen wir in disen prief zu 
eim warn zeug versigelten mit ynsrerStat Insigel. Der prief ist geben 
— Dreutzehen hundert Jar, dar nach in dem Dreizzigistem Jar an 
sand Georigen tag. 

Cbartalariui Arehiri m. fol. 116. a. 

„Die alten Höfe^ heisst noch gegenwärtig eine Ried beiKrizendorf; stand 
aber dort die vermahnte Insel und der Baumgarten , dann ist selbe gegenwärtig 
auf dem Grunde der Donau zu suchen. 



CCXLI. 

Herzog Albreeht IL bewilligt Otto und Georg den Marehhurgem die 
Theüung ihrer landesfürstlichen Lehen, 

Dat. Wien 13. Juni 1330. 

Wir Älbrecht von Gotes genaden Herzog cze Österrich vnd 
ze Steyr Tuen Chunt oQenleich mit disen prief, Daz wir durch die 
getriwen dienst, die vns ynser getrewen liehen Ott vnd Geori die 
Marchburgetf rnd auch ynsern prfidern getan hahent, ynd auch 
noch wol getuen mugen vnd sullen, in die gnad getan haben, ynd 
tuen auch mit disem prief, daz sev alley die Lehen , die si yon yns 
ynd yon vnserm lieben prüder Herczog Otten hahent, wol getailen 
mugen mit ynserm willen also beschaidenieich, ob ir ainer abgieng 
ynd stürbe an Leibs erben, die Chnecht sein, daz dann die selben 
Lehen, wie die genant sein, wider geyallen sullen an dem andern, 
vnd an sein Lehen erben in aller der Weis , als si vngetailt waren. 
Vnd dez zu einen vrchunde gehen wir disen prief yersigelt mit 
vnserm Insigel, Der geben ist ze Wienn, do man zalt von Christes 
gepurt Dreuczehen hundert Jar , darnach in dem Dreizzigistem iar 
an dem Mitichen vor sand Veites tag. 

CharUltriim Arehin III. fol. 145. a. 



239 



CCXLII. 

Johann Puster, Reetor der Kirche %um h. Jakob in Müntier, quiUirt den 

Proptt Stephan über die von diesem bezUglich der Kirche St. Andrä im 

Hagenthaie geleisteten Zahlungen. 

Dat Höflein 13. Juli 1330. 

Noverint universi presentes litteras inspecturi , Quod ego Johan- 
nes dictua Puater presbüer Reetor eeelesie aaneti Jaeobi Mona- 
sterienaU Proeuraior eeelesie aancti Andree in HechetUal sub 
anno domini Millesimo Treceiitesimo Tricesimo in die sancte Marga- 
rete prociiratorio nomine pereepi a Venerabili yiro domino Siephano 
prepoaiio Monasterii Newnburgensis Centum triginta sex florenoa 
auri boni et legalia ponderis pro triginta et duabua marcis argenti 
Wyennenaia ponderis eonputatos^ quos michi dictus dominus Ste- 
phanus prepositus nomine Reverendi in Christo patris et domini 
Alberti Pataviensis Episcopi in debito , in quo domino meo Hein- 
rico de Juliaco, prepesUo Sancte Marie ad Gradus Colonie de 
predieta ecciesia sancti Andree in Hechental tenebatur, per Hein- 
ricum^ suum notarium assignavit. Preterea eodem anno et die 
prefatus dominus Stephanus prepositus per iam dictum Heinrieum 
notarium michi viginti florenos auri pro domino Wolfhardo tunc 
vicario sepedicte ßcclesie in hechental in pensione dicte eeelesie 
ipsum eodem anno contingeute similiter assignavit. In cuius rei 
testimonium ipsis Dominis, Stephane preposito et Wolfhardo Vicario 
presentes dedi litteras mei Sigilli appensione communitas. Actum 
et datum in Hoflino Anno et die predictis , Presentibus bonorabilibus 
et discretis yiris Dominis Vlrico Rectore eeelesie sancte Katherine 
in Enzensdorf sub monte^ qui dicitur Puzenberch, Petro Vicario 
in Hoflino, Magistro Nycolao Rectore scolarum in Neunburga, 
Bugero Vachsando et alijs pluribus fide dignis. 

Orip. Perg. (Rep. Yet. Nr. 11. fol. 88.) Das Siegel i«t b gelbes Watha gedrfiekt,in der Grösse 
eiaes Orosoheas, aad sei^ das birtige Haapt des beil. Jakob , t» eioer ffir jeae Zeit aasgeteiebneteo 
klasUerisebea AasfBbrong. Umsebriflt 8 . lüHIS . MONASTEB . ECCE . SCI . lACOBI . RECTOR. 

6t. Aodrfi in Hechental ist St. Andrft im Hagenthal (in valle 8pino8a),K.O. 
W. W. Der hier ?orkoromende Reetor scholarum in Neunbarga, Nikolaus, ist der 
■ftehsle urkundlieh bekannte Nachfolger des Chorherrn Genmg, der 1303 als 



240 

Paedagogus erscheint Für die weehseladen YerhSltnisse der Manze ist die 
Urkunde aufklirend. 1256 war der goldene Byiantiner gleich vier Schillingen 
(Solidis), 1319 die Mark Silber gleich 72 grossen böhmischen Groschen, 
1326 der Groschen gleich 7 Denaren, hier erscheint die Mark Silber gleich 
4V4Goldgiilden. 



CCXLffl. 

Herzog Olio bewilligt die Übertragung des Nu(%genmM9e$ tweier %um Glas- 

amie der CapeUe s. Joannis gekörigen Weingärten an Alkart, 8okn des 

Glaemeütere Gerhard. 

Dat. Wien 4. Januar 1331. 

Wir Ott von Gota gnaden Hertzog ze Österreich vnd %e Steyr 
veriecben offenlich mit disen brief. Daz wir Tnser gunst yud willen 
darzv gegeben haben, daz Eberhard der Glasmaister von Newn- 
burch die zwen Weingarten, di an den Piberstain gelegen sind, 
vnd die zv dem Glasampt der Chapelle ze Neumburch gehorent, 
aufgegeben hat Alharten seinen Svn also , daz er di zv dem Glas- 
ampt verdienen sol vnd innehaben, als si der vorgenant Eberhard 
sein vater innegehabt hat, mit Vrchund des briefs. Der ist geben ze 
Wienn an vritag nach dem Ebenweieh tag, do man zalt von Christes 
geburd dreuezehen hundert iar in dem ain vnd drizzigisten iar. 

Orig. Perg. (Rep. Tet. Nr. 16, fol. 176.) Du Siegel, ibftlieh Jeaea H. AIhreeht's H. 
(Hergott Tom. I. Tab. VI. a. 3), ist ia rothem Waeh« der RAekseite dea Pergameata aafgedffickt. 
Perigr. : + . OTTO . DVX . AVSTRIE . ET. STTRI. 

Die ursprfingliche Widmung dieser zwei Weingärten znr Erhaltung der 
Glasfenster in der sogenannten Capella mannorea oder speciosa s. Joannis 
BaptisUe geschah durch H. Alhrecht L 1291. Hier bestitigt H. Otto die Ober- 
tragung derselben unter gleicher Verpflichtung. Vielleicht hat H. Albrecht der 
Lahme eine ähnliche Urkunde ausgestellt, die verloren ging, oder Otto ver- 
tritt in dieser Urkunde seinen kranken Bruder. 

CCXLIV. 

Dietrich und Alber die Kierlinger bestätigen den Verkauf der halben 
Besitzung in den AUhöfen durch Georg den Schnaizauf. 

Dat. Wien 6. Januar 1331. 

Ich Dietrich vnd ich Alber, die Prüder von Chirichlinge Wir 
verleben daz Jorge der Snaizauf von Neunburch Chlosterhalben 
von vns vnd auch von Cholman von Lo hat ein Paumgarten , de da 



241 

leit ze Chrizendorf pei dem alten hof, ynd die Scbit vnd das 
Weidach, daz rmb derselben Paumgarten leit, vnd auch darzu 
gebort, Tnd daz wir Vnd der Vorgenant Cbolman von Lo zu disen 
zelten mit einander Vngefailt haben. Den vorgenanten Paumgarten» 
Vnd die Schut vnd daz Weidach, daz darumb leit, hat der vorge- 
sprochen Jorge der Snaizauf mit seiner erben guten Willen vnd 
ganst — vnd auch mit vnser hant vnd mit Cholmans hant von Lo 
allesampt halbes verchauft — als er iz an Purchrechtes gewer her- 
gepracht hat, dem erbaren Manne, Weiganden von Chrizendorf vnd 
seiner hau9vrawen Vron Gerdrauten vnd irn Erben vmb zwainczich 
march silbers, ie zwen vnd sibentzich grozzer pehmischer Phenninge 
fur die march — Nu haben wir sambt Cholman von Lo — allessampt 
halbes verlihen Jörgen dem Snaizauf vnd sein erben zu rechten purch- 
rechte, vnd daz ander halffen tail desselben gutes haben wir auch 
verlihen Weiganden von Chrizendorf vnd seiner hausvrawen, Vron 
Gerdrauten vnd iren Erben — Vnd wand mein prüder Alber selber 
nicht aigens insigil hat , davon so han ich dietreich für mich vnd für 
in geben Jörgen dem Snaizauf vnd seiner erben, vnd Weiganden 
von Chrizendorf vnd seiner haus Vrowen Vron Gerdrauten vnd iren 
erben disen prief zu einen Offen Vrchunde, vnd zu einen Waren 
gezeuge diser Sachen Versigelten mit meinem Insigel, Vnd mit meines 
Oehaims insigel, kern Weichartes von Winchel — Diser prief ist 
geben ze Wienne — dreuzehenhundert iar in dem ain vnd dreiz- 
gisten iar darnach am Perchtag. 

Orig. Perg. (Prot. ü. b. 58) aad ChartaUriam Archiri Ol. fol. ItS. a. 
Das ente» rüde 8ieg^el> eint aas deai Stiagel henrorwaehseodt Lilie eathaltead, ontertcheidet 
nek roa dem Siegel Dietrieh'a im J. 1287. Umschrift : f OIETRICI . DE . CHIRCHLINGE. Da« zweite 
Siegel ist dreieckig aad seigt eiaea steheadea Lfiwea» wie bei Daell. Ezo. geaeal. Tab. XI. a. 131. 
DmMbrifl: f S . VICHARDI . DE . WINCHEL. 

Diese Bräder ron Kierling sind verschieden von den im Jahre 1323 
(N. 202) erscheinenden , sie unterscheiden sich auch im Siegel. 

CCXLV. 

Meister Heinrieh von Winierthur reversirt dem Stifle die Dienstpflicht 
seines Hofes »u Ströhleinsdorf. 

Dat Wien, 8. Mai 1331. 

Ego Magister Bainricus de winttertür , Tllustris domini Alberti 
Ducis Austrie Summus Notarius profiteor per presentes, Quod 
honorabilibus et Religiosis viris et dominis, preposito et Capitulo 

Fontes. XIV. 16 



242 

Ecclesie Newnbargensis de curia mea in Siröblei$udoffTr\ai talenta 
quinque solidos Minus sex denariis Monete WienDensis singolis annis 
in festo beati Michabelis pro iure Cirili» qnod Tolgariter Purchrecht 
dicitar» dare et sokere teneor absqne eontradiccione hoc adiecto, sl 
ego vel quieumque alter possessor diete Cariein solaeione dieti census 
die prescripto negligens seu rebelUs inventus fuerit, extnnc idein 
penam Juris Civilb secundutn antiquam et approbaiam diete Ecclesie 
consuetudinem se uoTerit incurrisse harum testimonio Htterarum, mei 
sigilli robore signatarum. Datum Wienne Anno domini H** CCC* Tri- 
eesimo primo in rigilia ascensionis domini. 

CkarUJarnia Arokiri lU. foU 90. a. 

Ströbleinsdorf halte ich für Strebersdorf bei Lang-Enzersdorf. 



CCXLVl. 

IVolpkart von Püxendorf verkauft einen Gelddienst d(^$elbst an Peter den 

Dringer. 

Dii 27. Juni 1331. 

leb Wolfhart von Pihsendorf vnd mein Hovsfrowe Ver Margret 
Ver Jehen ofilich an disen Prief — Daz wir rier vnd Newn Schilling 
phenning gult wienner mvnz, di man Vns dienet ze Pöhsendorf an 
sand Mychelstag von einem leben. Acht vnd ein Pbunt pbenning ?on 
einer Hofstat Secbs Tnd zwaingk pbenning der vor genant mvnz ver- 
cbauft haben mit guetleichen Willen der Edeln Herren kern Diet- 
richs von Chirhling vnd sein Prvder hem Alberts , die des Gvetes 
lehen hant habent — dem Erbern mann Petrein dem dringer ynd 
seiner hovsvrowen vem Elspeten vnd allen Iren Erben vmb Newn 
Phunt Wienner Phenning, der wir recht md redlich Tiid schon 
gewert sein — gegeben ze einer Vrchund versigelten mit minen 
anhangvnden insigel, darzne so versigel ich in ovch disen prief mit 
des erbern man Insigel, hern Jacobs des Cfrabmer, vnd mit hem 
Viridis Insigel des füchssen, di der sach zeugn sind mit andern 
erbern Leuten, di hie genant werdent: her Virich von Lengenveld, 
her Nyclo von VeUzt vnd sein prüder her Hainrick. Der prief ist 
gegeben — Dreutzehenbyndert Jar darnach in dem ainz vnd dreiz- 
kisten Jar des nächsten mitichs nach dem Sunbentag. 



243 

Orlg, Perg. (Rep. Hot. tue. N. 8. N. 1. fol. 268.) Drei rand« Siegvl. Im erttM eneheiat 
ria aofreelit stehcBdei Grabscheit (Wolfker hatte zam Jahre 1318 xwei gekreozte). f . S . WOLF- 
HARDI . DE . P?SSEia)ORF . Im aweitea sind drei Monde oder eiaerae Hnfeiiea so pesteilt , dass 
die drei Sekildräader als Sehnen der drei Halbkreise erscheinen, f S . VLRICI . DE . LENGENYELD. 
Das dritte enthält einen anft-eeht atehendea Fachs ait der UmschriA : f 8 . YLRICI . YVLPIS . DE . 
HASELBEB. 

Bemerkenswerth ist , dass Jakob*8 des Grabner Siegel ungeachtet des 
aasdriekliebea Wortlautes der Urkunde fehlt , dagegen Ulrich's von Lengfeld 
Siegel sich TorfindeU 



ccxLvn. 

Propst Stephan von Klostemeuhurg bestätigt den GüUentauseh zwischen 
den Söhnen VlridCs von Zistersdorf und Konrad von Nussdorf, 

Dat. 22. Juli 1331. 

Wir Stephan von Gotes gnaden Brobst %e Neunburch veriehen 
— Daz Vir eich, Georig, Ruger vnd Vlreich, hem VJreichs son 
von Cisteinstorf, dem Got genade, mit vnserer hant gegeben hawent, 
hern Chunratetiy dem Nustorfer vnd seinn eriben seebs sebill. 
phenn. gult» dl gelegen sint auf einem halben leben datz Chroten- 
dotff da zeben Jeuebart acbers in gebeurent, daz Rudel von 
t^ezense inne bat, vnd von dem selben balben leben vnd von den 
secbs Schill, phenn. gult dient man vnserm Gotesbause binez Neun- 
burch allen iar ebichleicb an sande Michels tag sechs pfen. z? rech- 
tem purchrecht, vnd da wider di secbs sebill. pfen. gult hat her 
Chunrai derNustorfer mit gunst vnd gutem willen aller seiner eriben 
ZV wider Wechsel gegeben den vorgenanten herren vlreichs sunne 
vndChindem von Cisteinstorf seines rehten aigens fvmf sebill. pfen. 
gult, di er gehabt hat datz Streubleinstorf Huf zwain hofsteten. Sul 
auch seu her Chunrat der Nustorfer vnd sein eriben mit den sechs 
Schill, pfen. gult furbaz allen iren frumm schaffen, verchaufen, ver- 
setzen vnd geben , swem seu wellen an allen irresal, als purchrebtes 
rebt ist in Osterich, Wan der vorgenant widerwechsel mit vnser 
Brobst Stepbans hant geschehen ist. Des geben wir hern Chunrat 
dem Nustorfer vnd sein eriben disen prif — versigelten mit vnserm 
Insigel. Der prif ist geben — Dreutzehen hundert Jar, dar nach in 
dem ain vnd Dreizzigstem Jar an sande Mareyn Magdalen tag. 

Orig. Perg. Das bekanate Siegel hangt an einem Pergamentstreifen. 

16* 



244 

Krottendorf , ein zu Grunde gegangener Ort am Fusse des Bisamberges. 
Ströbleinsdorf ist vermuthlieh das bei N. 245 genannte Strebersdorf, ein in die 
Pfarre Stammersdorf gehöriger Ort K. U. M. B. 

CCXLVffl. 

AhUuthrief für die Kirche der h, Katharina %m Lang-Etvterfdarf. 
Dat Rom, 9. April 1332. 

Universis presentes litteras Inspecturis fraier Petrus Dei et 
Apostolice Sedis gratia Nazaret et Yemsalem Archiepiscopus 
et frater Thomas eadem gratia Laveriensis episcoptis Salutem in 
domino sempiternain. Quoniam ut ait apostolus (wie im Jahre 1326) 
— Cum igitur ex parte dilecti filii nostri Nicolai de civitate Neun- 
burga nobis fuerit bumiliter supplicatum, yt omnibus venientibus ad 
ecclesiam sancte Cathaerine de dicta Civitate Pataviensis Dyocests 
velimus indulgentiam exhibere, Nos vero etc. (die gewöhnliche 
Formel). 

Data Rome in palatijs nostris sub anno Domini Millesimo CCC^ 
XXXU^ Indictione XV., mensis Aprilis die Villi ^ Pontifieatus domini 
Johannis pape XXU. anno eins Sexto deeimo. 

Nos quoque Albertus Episcopus Pataviensis (folgt die gewöhn- 
liche Bestätigung). Datum Wienne Anno Domini Millesimo CCC* 
XXX^ secundo Nonn. Novembris. 

Orig. Perg. (Rep.Tet.a. S7. fol. 80.) Die ia rothe« Wadu gedrGcktea Sie^l hiagea aa rothea, 
weisiea aad bUaea Seideaaehalrta. In eratea raadea ait der Uiaaehrift DBl . GRACIA. NAZARET. 
ET TERSLM . ARCHJEPI , Ut ia obera Theile der gckreaugle HdUad , sa ««iaea Seitea Maria «ad 
Jehaaaes etehead, siehtbar. Oaraater drei Bopea ; aater deai aiittlerea «ittt die h. Jaagfraa aiit 4em 
Kiade, ihr lar Reehtea der heil. Peter» lar Liakea der heil. Paal. lai aateraCea Theile hetet der 
Enhisehof. aaf dta Kaiea liegead. Da« sweite Siegel ist liagUeh aiit der Uaaehrifl: FRATR18. 
THOME . EPI. Obea ist die JaagAraa nut dem Kinde abgebildet, daraater die Bildaiaae dreier Hei- 
ligea, gaas oatea belet der Biaehof» da« Haapt mit der Bi«ehor«a6t«e bedeekt. Da« dritte, bekaaale 
Siegel de« Bisehofe« Albert voa Pa««aa ia gelbem Waeb« hiagt aa eiaem Pergameatstreifea. 

Der Aasdrack ^omnibus Tenientibus ad ecclesiam s. Catharinae de dicta 
civitate Neubarga** deutet auf Lang-Eozersdorf und darauf hin, dass der Ablass 
den dahin wallenden Bewohnern Komeuburg*s verliehen wurde. 

CCXLIX. 

Seifried von St. Martin verkauft dem Pfarrer %u Eberedorf und Vicar zm 

Weiten t Peter , einen Weingarten. 

Dat. 24. April 1332. 

Ich Seyfrit Gebharts des alten Richter Svn ze Newnburch 
Chlosterhalben ?nd Ich Agnes sein hausvrowe veriehen — Daz wir 



245 

— mU vnsers perchmaisters hatU Symons der Richter %e Newn- 
hwrch ChlosterhMen rerchaufl haben ynsern Weingarten , dez ein 
halbs Jeoch ist, leit an der Chalchleüen ze nächst Otten weingarte 
des (wvelher, der do haizzet der Smerber^ do man alle iar yon dient 
dem egenanten Symon , dem Richter ain Emmer weins ze rechtem 
perchrecht ynd drey phenning ze voyt reckt — dem erbern herren 
bem Petrein ze den Zeiten vicam ze weiten vndpharrer ze Ebers^ 
torfymb Nevnczieh phunt wienner phenning — ynd seczen wir yns 

— recht gewer ynd scherm, — wanne herr Peter den selben Wein- 
garten gechaufl hat ymb sein ledigs gut, ynd nicht ymb der Chirichen 
gut — Dez geben wir — disen prief — versigelt mit vnsers perch- 
maisiers Insigel, Symons dez richter, wanne wir nicht aigens 
Insigels haben, ynd wir in seines Insigels dor yber gepeten haben — 
ynd yersigelt mit kern Christans dez Sluzzler Insigel vnd mit 
Petreins Insigel von sand Mertein — Dez sint geczeug her Biet- 
reich der Schiver, her Gebhart der alt Richter^ Chvnrad der 
Smuchenphenning , Chunrad der Schiver, LeupoU von awe^ Biet- 
reich der Reczer^ Wemhard vnder den Lauben ^ Fridreich der 
Chlam^ Ekhart der alt zechmaister^ Christan dez Sluzzler svn 

— Der brief ist geben — Dreuzehen hundert Jar, darnach in dem 
zway ynd Dreizzigistem Jar an sand Goerigen tag. 

Chartalariun Arebiri W. fol. 188. h. 

CCL. 

Sekiedsprueh %wi$chen Meehiild von Ri%endorf und Dietrich dem Starehant 
von Stadlau über den Hof%u Eipeliau, 
Dat. 6. December 1332. 
Ich Gerunch hem Choln Svn von Newnburch , Purchgraf auf 
dem Chalnperg Ynd ich Chunrat der Huebmaister Yeriehen — Daz wir 
ein schidung beschaiden haben zwischen Junefrauen MaechthiUen^ 
hem Friedreichs Tochter von Riczendorf vnd Dietreichen dem 
Starichant von Stadlawe ymb ein chrieg, ynd ymb ein ansprach, 
di die vorgenannt Maechtilt gehabt hat auf einen hof ze AlpertawCy 
ynnd haben auch die schidung beschaiden mit ir paider guetleiehen 
willen also, daz der Brobst von Newnburch des guetes, des er noch 
an dem egeschiden hof daz Alpertawe gelten syl der oftgenannten 
Jonchyrowen Maechtilten hern Fridreichs Tochter von Riczendorf 
gelten sol vier ynd zwainzich phunt wienner phenning, ynd daz zwi- 
schen in aller Chrieg furbaz ymb den hof daz Alpertawe gelegen sei, 



246 

Tod wer die sehidung preeh, ynd nicht stet behalten wolt, der wer 
beliben dem Herczogen hundert wienner pbenning, ynd den schied 
Leuten hundert phunt phenning. Ynd daz wir di sehidung also beschai- 
den haben , ynd furbaz stet bleiben schulle , Da geh wir dem prief 
yber dem erbern herren, dem Brobst yon Newnburch ze einen offea 
yrchund ynd ze einen waren gezeug der sach yersigelten mit ynsem 
Insigeln. Der prief ist geben — Dreuzehenhundert iar in dem zwai 
ynd dreizzigisten Jar an sant Niclas tag. 

Cktrtnltriui Arekivi HL fol. 9$. •. 

Yergl. die dabin einschlagende Urkunde Tom Jahre 1312. (N. 151.) 
Gening, der 1316 (N. 166) als neuer Ritter rorkam, erscheint hier «Is 
Burggraf des Schlosses auf dem Leopoldsberge. 

CCLI. 

Meehtüd von Rizendorf vergleicht neh mit dem Stifte wegen dee HofeM mu 

Eipeltau, 

Dat. 21. December 1332. 

Ich Maechthilt y kern Friedreichs Tochter von Riczendorf, 
dem got genade, yergich — Daz ich — Mich liebleieh und guetleich 
verebent ynd yerricht han mit den erbern herren , Brobst Stephan 
dez Gotshaus ynser yrowen ze Newnburch Chlosterhalben ynd mit 
dem Conyent gemain dezselben Chlosters ymb allen den Chrieg» ynd 
ymb alle die ansprach, die ich gegen In und gegen dem yorgenanten 
irm Gotshaus gehabt han ymb einen hof der da leit ze Albeltawe — 
also daz si mir für den selben chrieg vnd ffir alle die ansprach — 
Gegeben habent yier und zwainczich phunt wienner phenninge — Vnd 
dar vber — So seczen wir yns, ich yorgenantey Maechthilt, hern 
Friedreichs tochteryonRiczendorf, vnd ich Wilhalm der Scherant — 
ze rechtem gewer ynd scherm — ynd wand dey selbe yrowe Maech- 
thilt selber nicht aigens insigels hat. Dar ymb so han ich wilhalm der 
Scherant für mich ynd für si in geben disen prief — versigelt mit 
meinem Insigil. Diser prief ist geben — Dreuzehen hundert iar in 
dem zway ynd dreizzigisten iar dar nach an sant Thomas tag. 

Chartaltriam Arehiri m. fol. 93. b. 

An demselben Tage stellt in derselben Angelegenheit Geninch herm 
Choln STU, Burchgraf auf dem Chalnberge eine Urkunde aus, in welcher er sich 
„ze rechtem gewer ynd scherm'' setzt mit den Zeugen : A. Jans von Greven" 
dorf, her Dietreich der Schi f er, Michel von Symdorf, Peter der frei* 
Singer. (Chart Archivi III. fol. 123. b.) 



247 



CCLH. 

Konrad Gweltel von Ameüthal heMtätigt die durch Friedrich Weitmann 
gcMchehene Widmung einer Hofstatt *u Ameisthal für das Stift Kloster^ 

neuburg. 

Dat. 30. Mai 1333. 

Ich Chunrat gweltel von Amaiztal Vergich — Daz ich geben 
ledichleichen ein Hofstat meios vrein aigens fridreichen dem 
Weisman von Amaiztal ymb ein phunt phenning Wiener Mfinzze, 
die selb Hofstat ist gelegen ze naechst des vorgenanten Friedreichs 
Hof auf dem graben dacz Amaiztal. Ich egenanter Chunrat gweltel 
Vergich auch, daz Ich mein guten willen hab gegeben darzu, daz 
der Yorgenant Fridreich Weisman hat gebidempt die vorgenant 
Hofstat vber iuenaw hincz Neunburch in der herren Chlosier auf 
vnaer vrown alter, vnd hat ir aufgesaczt ze dienst vnser vrawem 
Ein phenning geltes Wienner Mfinzz an sant Jörgen tag. Wan dise 
sach gechehen vnd gewandelt ist zu den zeiten , do her Stephan der 
Syedendorfer gewaltiger Brobst gewesen ist, vnd auch Stifter vnd 
St5rer des vorgenanten Chloster ze Newnburch. Ich Chunrat gweltel 
lob auch daz mit meinen trewn, daz ich dem vorgenanten fridreichen 
die vorgenant Hofstat scherm schol vor Juden vnd vor Christen nach 
des Landes recht gewanhait in Osterreich. Daz dise red stet vnd 
vnzebrochen beleih , Dar vber geh ich vorgenanter Chunrat gweltel 
disen prief — versigelt mit mein anhangenden Insigel . . Iz ist auch 
zeug diser sache der vorgenant her Stephan der Syedendorfer, 
Brobst von Newnburch mit sein aygen anhangenden Insigel. Der prief 
ist geben — Dreutzehen hundert Jar, darnach im dritten und dreizzi- 
gistem Jar des naechsten Svnntags nach dem phingstag. 

CbartaUriom arehiri 111. fol. 112. a. 

Ameiathal, ein Dorf hinter Stockerau. K. U. M. B. 

ccLni. 

Hekirieh und Friedrich von Baumgarten vergleichen sich mit dem Propste 

Stephan über vermeintliche Ansprache auf die Schimesdorfer Vogtei und 

andere Rechte daselbst. 

Dat. Wien 27. Februar 1334. 

Ich Hainreich von Paumg arten vnd ich Margret , sein Haus- 

vrowe, vnd ich Fridreich von Paumgarten vnd ich Tut sein Haus- 



248 

vrowe ynd alle ynser erben , Wir vergeehen — Daz ein Chriege 
gewesen ist zwischen vns an einen Tail» vnd zwischen dem Erbern 
Herren Probst Stephan dez Gotshaus ynser rrowen ze Newenborch 
Chlosterhalben rnd dem Conrent gemain dez selben Gotshans an dem 
andern Tail. Also , daz wir iahen, wir bieten ein Erb Vogtay ze 
Schimestorf auf de% vorgenanten Gotzhaus gut^ daz im angevallen 
ist Ton Tnsern vodern, der brief vnd Insigil Si dar Tber habent. Vnd 
iahen auch, wir bieten auf dem selben Gut Dorfgericht vnd Imbiz 
phenninge vnd Hüner dienstes ze Hochzeiten vnd Mälwdegen. Her 
en gegen iach der egenant Herre Probst Stephan vnd der Convent 
gemain ze Newenburcb , Sey veriachen niemen chainer Erib Vogtay 
auf allem irm gut, danne dem Landesfursten Hertzog Albrechten 
in Osterreich y noch bieten auch chain recht zu den andern Sachen, 
die Torgeschriben sint. Der chriege gewuchs alz verre, daz er 
chom für den Hochgebom Fürsten , Hertzog Älbrechten in Öster- 
reicK t>nd für die erbem Lantherren, die Sprachen nach ir beschai- 
denhait, wir solten Sagen ynd offen, waz wir geltes bieten und yer- 
lachen auf dem yorgenannten gut iäerleichen, vnd auf der vogtay, daz 
offent wir mit Solchen Worten, alz vor verschriben ist. Vber daz 
alles iahen wir, ez biet vnser vater Weichart , dem got gnade, vnd 
auch wir ab dem vorgenanten gut ze Schimestorf ze vnrecht geno- 
men eine Mutte Waitz vnd einen Fachen mer denne dreizzich iar. 
Nach der für lege bedacht sich der Hochgeborn Fürst, Herczoge 
Albrecht nach der pesten Laut Herren Rat in Osterreich, vnd Sprach, 
wir Solten vns des chriegs vnd der Sache vnbetwungenleichen an in 

seczen. Daz teten wir baidenthalben mit guten Willen (des 

Herzogs Entscheid folgt in der nächsten Urkunde) — versigelt mit 
vnser baider Insigiln. Vnd Sind auch dez gezeuge die erbern Herren, 
Chraf Albrecht von Hals, Graf Chunrat von Schawenberch ^ her 
Alber von Chünringen, her Reimpreehf von Eberstorf, Obrister 
Chamrer in Österreich, her VJreich von Pergawe, her Reimprecht 
von Waise — Diser prief ist geben ze Wienne — Dreutzehen hundert 
iar, darnach in dem vier vnd Dreizigisten iar, darnach dez nächsten 
Suntages vor Mitter Vasten. 

Orip. Perg. (R«p. ?e(. N. 6. fol. Si4.) CliartaUrivm Arehiri III. fol. 48. a. Die b«kuiate« 
Siegel Heurich's aid Friedrich'« tod PaamgarteB (wie sam Jahre 1319) hingea u Pergameatsireife«. 

Schirnesiorf ist ein eingegangeDer Ort , welcher in der Pfarre Falken- 
stein lag und in den Stiftsurkdnden zuletzt 1497 vorkömmt, wo Propst Jakob 
diesen Ort gegen Altenmarkt vertauscht. 



249 
CCLIV. 

Her%9gAlbreehi IL enUeheidet den Streu zwischen dem Propste Stefan von 

Klostemetiburg und den Brüdern Heinrich und Friedrich von Baumgarten 

Über die Erbvogtei und andere Rechte %u Schimestorf. 

Dtt. Wien» 27. Februar 1334. 

Wir Albrecht von Gates genaden Herczog %e Österreich vnd ze 
Steyr Veriehen — Daz wir dem chrieg, den der Erber geistleich man, 
Brobgt Stephan vnd daz Capitel dez Gotshaas von Newnburch an 
einen tail. vnd vnser getrewen, Hainrich und Fridreich geprüder 
von Paumgarten an dem andern tail mit einander gehabt habent rmb 
die Vogtey vnd daz gerieht ze Schtmesdorf, da für der Brobst den 
Paarogartnern zway ynd dreizzigch phunt wienner phenning geben 
Tnd Terrichtet hat, nach rnserm rat vnd haizen also besehaiden und 
berieht haben, mit ir paider willen ynd gunst, daz die Torgenanten 
Ton Paumgarten mit derselben Togttey vnd gerichtze Schimestorf noch 
ir Erben furbaz nichtes nicht ze schaffen sullen haben, wan aiain vmb 
die Sache, die an den tod gend, waer aber, daz die Vorgenanten^ 
der Brobst vnd daz Capitel dez Gotshaus ze Newnburch furbaz in 
dem selben darf mer Leut vnd gut chatten auf dem sullen die 
Paumgartner Vogttey vnd gericht haben , als si ez ieczund habent. 
Ez nullen auch die Leut, die der Brobst ynd daz Capitel ieczund 
habent, und die si noch chauffent, daz selbe recht an der Wayd 
haben , als ander Leut in dem dorf, vnd da Ton nicht mer tuen, 
denn ander Leut in demselben dorf ieczund tuen. Vnd daz der spruch 
also stet ynd Ynzebrochen beleih, dar yber so geben wir demselben 
Brobst ynd dem Capitel desselben Gotshaus ze Newnburch disen prief 
ze ainen offenn Vrchunde yersigelten mit ynserm hangunden Insigel. 
Der ze Wienne geben ist — Tausent Dreyhundert Jar, ynd darnach 
In dem yier ynd dreizzigisten Jar an dem Sunntage in der Vasten, so 
man singet Oculi mei semper. 

Chartalariam ArchiTi m. fol. 93. a. 

CCLV. 

Georg, der Reichen Waltherin Sohn, verkauft seinen Weingarten an den 
Pfarrer Peter %u Ebersdorf, 

Dat. Klosterneuburg, 23. April 1334. 

Ich George der Reichen WaUherinne Svn, vnd ich Margret 
sein Hausvrowe yeriehen offenleich — Daz wir — mit ynsersPerch- 



250 

herren hant, hern Hartmannes des Chorherren vnd Chelner des 
Gotshaus ze Newnburch — verchauft haben yosern Weingarten, 
haizzet die Pruech — dem ersamen Herren hern Petent^ pharrer ze 
Eberstorf vmb fvmf ynd Seehezig phunt Wienner phenning, der er 
Tns hincz Juden, vnd Christen gar vnd genczleich gewert hat. — Dez 
geben wir — disen prief versigelten mit vnsera Perchherren Imigel 
hern Hartmannes dez Chelner, Darzu ze einen waren zeug mit dez 
ersamen Ritters Insigel, hern Christans des Sluzzler, Dez sint auch 
zeug: Peter der Juden Richter, Chunrad der Schiver, der Leu- 
polt von Awe vnd ander erber Leut genuech. Der prief ist geben — 
Dreutzehen hundert Jar in den» vier vnd dreizzigisten iar an sant 
Görigen abent ze Newnburch Chlosterhalben. 

ChartvUriom ArehiTi HI. fol. 1S9. b. 

Hier erscheint zuerst der Chorherr Hartmann als Kellerer (Kanzlei- 
director) und ein eigener Judenriehter, Peter. 



CCLVI. 

Peter der ütz und seine Hausfrau Hilda stiften eine ewige Messe auf dem 
8t. Peter's- und St. Leonhard's-Ältare in der Capdle auf dem Kamer %u 

Komeuhurg, 

Dat. 15. Juni 1334. 

Ich Peter der Vtz vnd mein Hausvrow vrow Hilt wir veriehen 

— daz wir durch vnser sei hail vnd durch raerung dez gutes Dienstes 

— mit vnsers perchherren willen hern Hertneidez von Losenstain 

— geschafft vnd gewidmet haben zu ainer Evngen Messe auf sande 
Peter vnd sand Lienharts Alter^ der do leit in der Chapellen vf 
dem Chamer dacz sant Gilgen in der pharre ze Newnburch 
marchthalben ain Weingarten, dez ein halbes Jeuch ist vnd leit ze 
Nustorf an dem stainperge — vnd zwai phunt wienner phennig 
geltes di do ligen auf vnserm hause, daz do leit ze nächst niderhalbe 
Hainreichen dez sachken havse der ze den Zeiten Richter waz — 
also beschaidenleich daz der Pharrer ze Newnburch Marchthalben — 
der den Weingarten an nucz vnd gewer hat — alle tag ierleich ein 
mezze haben svl in der egenannten Chappell vf dem Charner an irre 
danne ehaftnot, also daz ain priester chranche wurde. Wer aber daz 
der alter in der chapelln ze lange vnd vber rechte an mezze beliebe, 
so suUe wir vnd vnser paider erben, oder ob wir vnd vnser paider 



251 

erben nicht weren, der Richter ynd der Rat ze Newnburch Marcbt- 
halben ganczen vnd vollen gewalt haben mit rat Ynd mit gewizzen 
den Weingarten ynd die zway phunde geltes geben auf ein ander gots- 
baus — ynd dannoch ym samnung ynd ym den schaden, den di 
pharre do yon neme, syll der Pharrer geyallen in die puezze di im 
TQser herre pischof AlbreclU von Pussaw hat auf gesaexet an seinem 
brief» den er yber di sache zu einer bestettung geben hat. — geben 
wir disen Prief dem Pharrer ze Newnburch Marchthalben versigel- 
ten mit der stat insigel — Dreuzehen hundert Jar darnach in dem 
Tier ynd dreizzigistem Jar an sande Veitz Tag. 

Orig. Per; . Da« bektaat« Siegel hiagt aa eiaam Pergameatotreifea. 

CCLVn. 

Oeorg der 8ehnawmf veneizt Plümen der Jüdin ieinen Weingarten %u 

Kloetemeuburg, 

Dat 13. Juli 1334. 

Ich Georig der Snayzauf yergich — Daz ich gelten sol Plumen 
der Judinn ynd irn Erben acht march silbers grozzer pehemischer 
phenning ynd sieben ynd yierczich phunt wienner phenning» Der ich 
sev wem sol auf sant Merteins tag. Der schierist chumpt. Geschiecht 
dez nicht, so get furbaz alle wochen auf der march ein grozzer 
phenning gesuechs, vnd auf daz phunt sechs phenning gesuechs 
yod han in dafür ze {fhande gesaczt mit meines Perchmaisters hem 
Symons dez alten Richter hant dritthalb Jeuch weinwachs mit pawe 
mit alle die da ligent am mitter Echke ze naechst hern Symons 
Weingarten, vnd da man von einem halben Jeuch Der Cappellen 
hincz sant Mertein ein phunt phenning von dient, an sant Merteins 
tag ein halb phunt, vnd an santGeorigen tag ein halbes phunt, vnd 
waz den Juden an dem phande ab get , Daz suln sev haben auf 
meinen trewen vnd auf alle dßv, daz Ich han. Dez gib ich Georig 
den Juden disen prief — versigelt mit meinem Insigel vnd mit 
meins Perchherren^ hem Symons dez alten Richter Insigel. Der 
prief ist geben — Dreutzehen hnndert Jar, Darnach in dem vier vnd 
Dreizzigistem Jar an sant Margareten tag. 

ChartaUriam ArehWi Hl. fol. 112. b. 

Interessant bezOglich der damaligen Geldverhältnisse und des fortwäh- 
renden Emporkommens der Juden. 



252 

In dieser Urkunde geschieht zuerst die ErwShnung einer Capelle auf 
dem Karner und des St. Peter- und St. lieonhard-Altares zu Korneuburg. 



- ccLvni. 

Vergleich zwischen dem Pfarrer 9u HetUgetutadt und den Erben Johann'e 
von Nundorf Über die von Letzterem tesHrte Stiftung. 

Dat. 29. September 1334. 

Ich OloU von Stocherawe vnd ich Margret sein Hattsfrowe 
rnd vnser erben, vnd ich Hans Ymian vnd ich Katrei sein haus- 
frowe rnd vnser Erben , vnd ich Herman der Schreiber von Wtenn, 
hern Ymians aidem vnd ich Sophei sein hausfrowe vnd vnser erben 
verleben — Daz ein Chrieg gewesen ist zwischen vns vnd hern 
Vireichen %e den zeUen pharrer %e der Heiligenstat vm ein selgeret 
vnd geschaeffl, daz Jans von Nuzdorf durch seiner sei wiln vnd 
durch seiner Hausfrowen sei wiln , vrown Gedrauten recht vnd red- 
leich zu der Pharr geschafft vnd gegeben hat, do er ez wol getiin 
mocht, do es ein getailtz gfit was — des wir vns vor erbern lafitten 
genuzzent haben, ob wir halt chain recht daran gehabt bieten — Diser 
sach sind gezeuge die erbern Chorherren her Nyclas der Techant, 
her Seifrid, her Ortolf der Güster ^ vnd die erbem Ritter: her 

Gerunch der Chol, her Christan der Sluzler des geh wir ich 

vorgenanter Olold von Staherawe vnd ich Jans der Ymian , vnd ich 
Herman hern Ymians aidera disen brifl* versigelten mit vnsem Insi- 
geln. Der prief ist geben — Dreuzehen hundert Jar, darnach in dem 
Vier vnd dreizzigisten Jar an sand Michels tag. 

Orig. Perg. (Prot. III. M.294.) Alold*s Siegel fehlt. Du tweite: f 8 . lOHANNIS . FHill . INI- 
ANI . enthalt eiD gehSratea Thier mit aargesperrtem Raehea » den eioea Paaa erhebend. Da« dritte 
kleinere Siegel f . 8 . HEIRMANI . neigt ein rerhfilltea Hanpt. Beide aind mnd, in gelbem Waeha. 



CCLXI. 

Ulrich, Pfarrer %u Zwentendorf und seine Brüder reversiren dem Stifte 
die Bergrechtspflichiigkeit ihres Weingartens, 

Dat. 5. Januar 133$. 

Ich Vlreich ze den Zeiten Pharrer da^z Czwentendorf ^ vnd 
Gerunch vnd Chunratmein prueder vnd vnser erben wir veriehen. 



253 

— daz wir von vnserm Weingarten, der da baizzet der Ger , vnd den 
wir gechaufl haben reebt ynd redleieb von Nyclan von Narczendorf 
Tod vrown Margreten ^ seiner hausvrown zehent Tnd anderthalben 
Emmer percbrecbts dem Gotshaas ze Newenburch an alle widerred 
dieneo schulten ynd verrichten. Wir syllen auch den selben Weingar- 
ten nindert geben noch yerschafben auf Chloster, noch auf Gots- 
hoYser, da yan daz Gotshaus ze Newnburch seinen zehent oder perch- 
recht auf demselben Weingarten yerliesen mochte. Wer aber daz yns 
QÖtdurft, oder ander sach, wie die genant sint, darzu bedwungen, 
daz wir ynd ynser erben den selben Weingarten verwandeln oder 
yerchauflfen weiten, Dez schulte wir vollen gewalt haben ze wurichen 
vnd ze chauffen geben den, die vns aller maist dar vmb gebent, vnd 
auch diu dem Gotshaus ze Newenburch vmb zehent vnd vrob perch- 
recht gewis sint. Daz lub wir ze laisten pey vnseren trewen an allez 
gever, vnd mit vrchund dicz priefes veraigelt mit mein vorgenants 
Vlreichs pharrer von Czwentendorf Insigel , vnd mit vnsers vettern 
Insigel, hem Vlreichs des Pharrer von sant Stephan auf dem 
Wagram. Daz ist geschehen — Dreutzehen hundert Jar darnach in 
dem fumf vnd Dreyzzigistem Jar des phincztags nach dem eben- 
weich tag. 

ChartaUriam Archiri III. fol. 107. •. 

St. Stephan auf dem Wagram iat Kirchberg am Wagram. 

CCLX. 

Bertold van Pergau und Konrad von Kegaw verkaufen dem Stifte Oeld- 
diensle %u Fösenbrunn, 

Dat. Wien, 26. Mfirz 1335. 

Ich Berchtolt von Pergawe vnd Ich Gedratä , sein haus Vrowe 
Vnd ich Chunrat von Cheyowe sein Sweher, wir veriehen — daz 
wir — verchauft haben vnsers rechten aygens dreu phunt geltes vnd 
vier vnd sechtzzich phenninge geltes , dev da iigent drithalbe phunt 
geltes vnd dreizzich phenninge geltes %e Fdsenprunne auf drin 
Lehen vnd auf einer hofstat zwelif phenninge geltes, vnd auf Vber- 
lend an Echt fumf Schillinge geltes, vnd gepurt sich ie das phunt 
geltes vmb zwelif phunt phenninge — Vmb an Ein halb phunt Vmb 
Vierzich phunt phennige Wienner Muntzze — dem Erbern Gotshaus 
Vnser Vrowen ze Newenburch Chlosterhalben, vnd den herren 



254 

Gemain daselbens — Versigelten mit vnsem Insigeln Vnd mk mei- 
nes Prüder Imigel kern VJriches von Pergawe, zu den zeüen Hofe- 
maister Herzog Älbr echtes in Österreich vnd in Stegr — Diser prief 
ist geben ze Wienne — dreuzehenhnndeft Jar, darnach in dem fumf 
ynd dreizzigisten Jar des Sunotages ze Mittenrasten. 

Orig. Perg. (Prot. III. N. 25S.) Da« erttt, aeekcMkige Siegel mit der Umschrift: S .BERCH- 
TOLDI . DE . PERGAW. eathilt dktelbeo Embleme wie jenes Udslrieh's , nv fehle« die Decken de« 
Sehildes. Das zweite , rnnd , f . S . CHENRADI . DE . CHEIAV . Eine lothreehte Linie theilt de» 
Schild in swei Theile , wie im Wappea der Ladendorfer bei Haber Tab. XIII. n. 1 «. S. Das dritte, 
gleiehfalls raade mit der Umsohrift f S . VLRICI . PER6ARII . eathilt Hnber Tab. X?. n. 1. 

Hier erscheint zuerst in den stiftl. Urkunden die Bezeichnang: Überlend, 

CCLXI. 

Dietrich der Schiefer verpfändet Konrad von Nussdorf teinen Weingarten 
%u Lang'Enzersdorf, 

Dat. Wien 26. Mfirz 1335. 

Ich Dietreich der Schyfer ze Nevmburch vergich — Daz ich 
ynd mein erben ynverschaidenleichen gelten schulten Chunratem dem 
Nmdorfer meinem aydem ynd vrown Chunigunden seiner haus- 
vrovm ynd irn Erben Achczehen Mark silbers wienner gewichtes, ie 
zwen ynd Sibenczich grozze pehemischer phenninge für ein iegleich 
March, die sey Mir durch Trewe ze fuderunge berait gelihea 
habent, ynd han In da fuer ze phande gesaczt — Drey phunt wienner 
phenninge geltes, die ich ze leben han yon dem Goteshaus ze Newn- 
burch Chlosterhalben, Die da ligent zeEnczeinstorfvnderdempusen- 
perge auf behausten holden — Vnd gib In — disen prief — versi- 
gelten mit meinem Insigil, vnd mit meiner zwair svne Insigeln 
Perchtoldes vnd Michels der Jungen Schyfer — Diser prief ist 
geben — ze Wienne — Dreuzehen hundert Jar, dar nach in dem fumf 
yud dreizzigistem Jar des Suntages ze Mitteryasten. 

Chartalariam Arehiri III. bl. 97. b. 

ccLxir. 

Der Passauer Bürger , Ulrich Schenk, verkauft dem Pfarrer Johann von 
St, Martin für seine Kirche einen Weingarten %u Klostemeuburg, 

Dat. 26. mn 1335. 

Ich Vhreich der Schench, Pürger ze Pazzawe vnd ich Anna 
sein Hatisvraite wir yerieiren — Daz wir — mit ynsers Pericherren 



258 

koMi kern Symons des erbem Ritter recht vnd redlich verchauft 
haben yasero Weingarten» den wir gehabt haben ze Newnburch, 
Leit an der Challeäen ze nechst Gerunges des stosels Weingarten« 
md ist ain halbz Jeuch, ist auch rnser recht Chauf gut gewesen, dem 
erbern Herren hern Johannes dem Pharrer datz sande Mertein ze 
Netmburchy ist auch gewidemt aufvnser vrowen alter in demsel- 
ben Gateshaus vmb dreu vnd achtzig phunt wienner phenning, der 
wir gar Ynd gentzleich von in gewert sein. — Des geben wir dem 
oftgenanten goteshaus vnd dem Pfarrer disen prief zv ainen gezeug 
diser Wandlung versigelten mit vnserm insigel, vnd auch versigelt 
mit vnsers Pericherm insigeU Hern Symons, mit des hauten deu 
Wandlung allen geschehen ist. Des sint gezeug di erbem Ritter, 
her Gerunch der Chol, her Dieterich der schiver, her Christan 
der sluzzeler, Chunrat der smückenphenning » Leupolt von Äwe, 
Dieterich der Retzzer^ Herman der sreiber — Der brief ist geben 
— dreuzehen hundert Jar vnd in dem fumf vnd dreizzigisten Jar zv 
Hüter Vasten. 

Orig. Perg. (Bep. Vst. 11.34. fol. iSl.) Rüde Siegel ia geUtem Wachs. Dm erste mit der 
ÜBMkrift 3 f . S . VLRICI . PINCERNE. eio mit Ochseiohren and Hörnern geschmfickter Helm, jedes 
Bora ail drei Kagel* , gleiohsaa Schellen. Es ist daher roa de> Siegeln der Scheakea Ulrich aad 
Johaaa xm Jährt 1308 (N. 1S4) Tcrsehiedta. Das «weite, mit der UmschriA : f . S . SIMONIS . 
FILH . GEBaARDI. worde bereits tarn Jahre US7 (N. 329) beschrieben. 

Der KSufer Jobann de Tulna erschien 1317 als Custos Dominorum et 
Doninamro; hier erscheint er schon als Pfarrer an der untern Stadtpfarrkirche 
ni Klosterne uburg, an seine Stelle als Custos war der Chorherr Ortolf getreten. 



ccLxni. 

Peter von RiedenthtU und Konrad von Hadmarsdorf reversiren dem Stifte 
die Dienstpflicktigkeil ihres Lehens %u Leiss. 

Dat 28. Mai 1335. 

Ich Peter von Rietental vnd ich Katrey sein Hausvraw vnd 
ich Chunrat der Hatmarstorfer wir veriehen — daz wir dem erhern 
vnser vrown Gotzhauss ze neuwnburch in daz Chellnampt dien suln 
alle iar an sand Michels tag setzehen phenning wienner muniz von 
vnsern vier lehen, deu do ligen ze leizz, wer aber, daz wir den dienst 
nicht geben vnd versezzen, mit welcheriay versaumung daz geschech. 
So svl wer zu den zelten des vorgenanten Gotzhaus oberrister chel- 
ner ist; den dienst an dem andern tag nemen mit zwispild als purch« 



256 

rechtz dienstz recht ist in dem lant ze Osterrieh , md s?! st lang 
dor auf yregen daz daz gut nicht teurr ist ynd syI dienst Ynd schadn 
Ton dem bechvmen ynd gewinen yon den egenanten yier lehen yon 
iuden oder yon Christen mit ynserm gueten willen» wir sein lemtig 
oder tot, ynd geben in dar yber disen prief — versigiUen mit mein 
vorgenanten Petreins Insigil, wan Chunrai der hatmarstorfer nicht 
aigens insigeh hat. Der prief ist geben — dreutzehen hyndert iar, 
dar nach in dem fumf ynd dreizikistem iar Des syntages yor phinsten. 

Orig. Perg. Dm rnide» in gelb«« Wachs gedrfiekte Siegel hingt •■ einem Pergtmentstrcifea. 
Im dreieckigen Schilde twei «aigerichtetey mit den Sehneiden ^t^t^ einander aieheade WlnsemaMcr. 
t . 8 . PETB E . RIETENTAL 

CCLXIV. 

Konrad Lenpek verkauft dem Stifte eine Wiese zu Riekersdorf. 

Dat. 31. Mai 1335. 

Ich Chunrat Lenpech vnd ich Katrey, sein Hausvrow wir 
yeriehen — Daz wir den Erbem herren» dem Brobst ynd dem Con- 
yent des Gotshaus ze Newnburch für chauft haben ynsers aygens ein 
wisen ze Rugerstorf bis ze naechst der Obern wysen ymb Drey phunt 
phenning — ynd geben in darüber — disen prief yersigelten mit mei- 
nem Insigel. Der prief ist geben — Dreutzehen hundert iar darnach in 
dem fumf ynd dreizzigistem Iar an sant Petroneilen tag. 

Chartalarinm Archiri III. fol. 106. a. 

Dies ist zugleich die Torietzte Urkunde (die letzte bei Fischer, II. 362), 
welche noch in die Reg^erungszeit Stephan's fllllt Er starb nach dem Zeugnisse 
unseres Todtenbuchs am 24. November. Seine umsichtsTolIe Verwaltung liegt 
in den wenigen Worten der kleinen Klosterneuburger Chronik ausgesprochea: 
„er was woU nagster Stifiler nach dem Margraffen«» und die Anerkennung seines 
Wirkens zeigt uns dieselbe Chronik» wo sie Ober seinen Tod berichtet: »man 
begieog ihm herlich vnd schön, vnd der Hertzog mit seinen Landberren*'. 

An seine Stelle wurde der seit 1327 uns als Stiftsdechant bekannte Chor- 
herr Nikolaus gewählt. 

CCLXV. 

Alolt von Stoekerau verkauft dem Stifte einen Oelddienst %h Ee%eUberg, 

Dat. 3. Febr. 1336. 

Ich ÄloU von Stocherawe vnd ich Margret sein Hausvrow wir 
yeriehen -— daz wir mit yerdachtem mfit, mit gfiten Willen ynd 



257 

ganst aller mser erben — redleich yerchauft haben 4em Erwirdigen 
Herren p kern Nyclas %e den zelten Brobst ynd dem Gotshaus ze 
Newnburch zwelif Schilling geltes Wienner phenning ynd mynzz 
ligent ze Heczelsperge vnder dem Greischenstain auf drein halben 
Lehen ynd sint ynser Lehen gewesen yon dem yorgenanten Gotshaus 
le Newnburch, ymb sechzehen phunt phenninge der yorgenanten 
Wienner Muenzz — Man dientauch die yorgenanten zwelif Schillinge 
alle Jar am sand Uichels tag — Ynd der sache zu ainen rechten 
gezeug — gib ich — disen prief versigelien mit meinem Insigel rnd 
mit der Erbem Leut Insigeln Herrn Nyclas ze den Zeiten pharrer 
ze Hoflein, Michels von Sienidorf, Peter des Freysinger — Iz sint 
aneh der sache geczeug her Dietreich der Schiver^ her Christan der 
Sluzzler, her Symon der alte richter. Meinhart der Schein — Der 
prief ist geben — Dreutzehen hundert Jar dor nach in dem sechs 
ynd Dreizzigisten Jar an sand Blasen tag. 

Chartttlariaai Arehiri Ul. fol. 132. •. 

Ist die einzige Urkunde, in welcher Propst Nikolaus, welcher in dem- 
selben Jahre starb, erwähnt wird. Auffallend genug setzt dus Todtenbuch seinen 
Todestag auf den 5. März und 3. September zugleich. Den eigentlichen Sterbe- 
tag constatirt der Anhang, Nr. XIII. 

Die Gült, welche Propst Nikolaus in Erfüllung der päpstlichen Befehle 
wegen Wiedergewinnung des yerlorenen Besitzes einlöset, war 1303 mit Einwil- 
ligung Herzog Rudolfs III. an Ulrich Siebenhos von Klosterneuburg, von diesem 
an Alolt von Stockerau gekommen, welcher sie dem Stifte verkaufet. 

An Nikolaus* Stelle wählte dasCapitel Rudwein aus dem Edelgeschlechte 
der Knappen, welches zu Haselbach sesshaft war , wie Thomas Ebendorfer bei 
der Gelegenheit erwähnt, wo er über seinen Geburtsort in folgender Weise sich 
vemehmen lässt: quod quidem oppidum olim Cameram principis Patriae imme- 
diäte respicere solitura erat, quousque Leopoldus Marchio ipsum suae fundationi 
in Neuburgensi Coenobio in dotem tradidit. Unde et ibi «ntiquas prosapias specta- 
biles etiam in adolescentia mea morari conspexi : Frallinger, Ebendorffer, Pamer- 
staller. Knappen, quos mihi sanguine junctos agnovi. 

Rudwein*s Brüder, Johann und Bertold, sind uns aus der kleinen Rloster- 
neuburger Chronik bekannt. 

Hezilsberg ist ein im 16. Jahrhundert eingegangener Ort zwischen Kreu- 
zenstein und Rohrbach. Im Grundbuche von 1512 wird seine Lage deutlich 
beschrieben: Hetzelsperg in der Pbarre Leubendorf vnd Landtgericht graitzen- 
stain zwischen des gschlos Greitzenstain , Ober Rohrbach rnd Prestorf auf den 
Märchen gelegen. Schenkungen daselbst erscheinen Cod. Trad. nr. 576, 
577, 580. 

foatet. XIV. 17 



258 



CCLXVl. 



Spruchbrief Peter'M des FreiHnger, Hofmeisten des Stiftes über einen 
Weingarten %u Klosterneuburg, 

Dat 18. August 1336. 

Ich Peter der Vreysinger, zu den Zeiten Hofinaister vnd 
Perchmaüter des gotshaws ze newnburk vergich — Das für mich 
kom fratü Margret vnd Perchtold ir vnrt des Staischreiber Svn 
von Wienne vnd klagten gegen aim Weingarten, des frnf Rahen sint, 
leit im Geswent zunächst Gerbotn des aUen Slussler bruder Wein- 
garten vnd baizzet der Dekcher, den fraw Margret vnd ir evarr wirt 
Rueger der Tuechler, dem got genad, gekauft solten haben mit seim 
bruder kunratem dem tuechler von Newnburgk^ vnd bieten Im den 
enpbolichen auf sein trowe vnd klagten das so lange, vncz in pedent- 
halben ein gemezzner tag gegeben wardt In das etaiding zu flust vnd 
zu gewinne. Do kom kunrad in das etaiding, vnd verantwurt densel- 
ben Weingarten mit vorsprechen, vnd iach, derselb Weingarten wer 
sein, vnd biet in gekaufHt vmb sein ledigs guet, vnd biet in gehabt 
vnverprochen in nucze vnd in rechter Perkrechts gewer mer denn 
recht t&g, vnd pat fragen, was recht wer. Do ward ertailt in dem 
selbigen etaiding mocht chunrad das pringen mit den erbern vmbe- 
sezzen vnd mit den perkgenozzen das er donselbigen Weingarten 
gekauft biet vmb sein ledigs gut vnd fraw Margret vnd ir evarr wirt 
Rueger der tuechler chain tail an demselben Weingarten nicht bieten, 
er svit sein geniessen an seim recht. Das pracht kunrat der tuechler 
mit den erbern vmbesezzen vnd mit den perkgenozzen , Als im ertailt 
was mit frag vnd mit vrtail, als er zu recht solt. Darnach ward Chun- 
rad dem tuechler vnd seiner hausfrawen frawen kathrein vnd ir pai- 
der erben ruhe ertailt von frawen Margreten vnd irero wirt Pereh- 
toiden vnd von ir paider erben rmb denselben Weingarten. Is mag 
vnd soll auch Chunrad der tuechler vnd sein hausfrowe frow Kathrein 
vnd ir paider erben furbaz mit demselben Weingarten allen irn frumb 
schaffen — Des gib ich — disen brieff — versigelten mit meim Inst- 
gel. Des sind zeug die erbem Ritter, her Seybot von Paczmanstorf^ 
zu den Zeiten Statrichter hie zu Newnburgk, her Gervnch derChoU 
her Diettreieh der Schifer, her hauch der floyt, her Christan der 
Sluzzldr, her Syman der Richter, vnd die Erbem purger, Chunrad 



259 

der smuchenphetming^ leopolt von awe. wemhart vnder den lawben, 
vnd ernst der htUer, Peter vnd Conslantin von Sand Mertein, Biet- 
reich der Retzer^ Chunrad der schwer, perchtold vnd fridreich 
der chlain vnd ander erber Lewt genuege — die pei dem recht vnd 
pei den taidingen gewesen sind. Der brief ist geben — drewzehen- 
hundert Jar, darnach in dem Sechs vnd dreizzigkistem Jare des Sun- 
tags nach vnser lieben frawn tag zu der Schiedunge. 

Charlolarion Arehiri T. ptg. 37. •. 

Diese Urkunde zeigt uns in der Person des Ritters Seibot ?on Pas- 
mansdorf einen bisher unbekannten Stadtrichter von Klosterneuburg, ferner den 
früher oft als Zeugen erscheinenden Peter den Freisinger in dem Amte eines 
stifUichen Hofmeisters. 

ccLXvn. 

Nikolaus, Dietmar*» de$ Gafferswenz Bruder, stiftet eine ewige Messe auf 
dem Zwölfboten-Altar in dem Frauenkloster zu der Himmelpforte in Wien, 

Dat. Wien, 25. November 1336. 

Ich Nyclass Dyetmars des Gafferswenz Pnieder, dem got 
genade Vergich — Das ich — durch Got mir vnd allen meinen vodern 
ze hilf vnd ze trost han gewidemt vnd gegeben ouf der heiligen 
zwelf poten alter in der vrowen Chloster ze der Hymelporten ze 
Wienne ze einer ewigen Messe meines aygenhaften guetz — Ein hal- 
bes Jeuch Weingarten, leit an demperge, der da haist der Miesen- 
ehobel vnd haist der Weingarten der Cheschinch, do von man alle 
iar dient ze Perchrecht einen Emmer weins vnd drey wienner phen- 
ninge ze voitrecht; vnd Nevn Phunt wienner phenninge purchrechtes. 
Der ligent drev phunt geltz'ouf der WcUdnerinne Hovs bey dem lieh- 
tensteg^ es leit ein phunt gelts ouf hern Hainreichs des Chantzler 
hous ze naest dem waghovs an dem hormarcht. So leit ein phunt 
geltes ouf des Eysengraetleins Hovs^ vnd haist in der Gugel bei 
Stubentor. Vnd leit ein phunt geltes ouf hern Davidis des Scheuchen 
Hovs ouf dem Cholmarcht. Vnd liegent zway phunt gelts auf der Rud- 
liune Hovs der Veltzbergerinne in der Svningerstrazz vnd ist wei- 
hint des Chran gewest. Vnd ein phunt geltes leit ouf hern Chunratz 
des Tuechscherer Hovs, daz da leit bei des Scherautz gewant Chel- 
ler an dem Hohenmarcht, Daz mir mein swester Junchfrowe Per cht 
an im testen Zeiten hat geschafft vnd geben — Vnd han die ingeant- 
wort vnd enpholhen Dem Erbern herren hern Dietreichen, ze den 

17 • 



260 

Zeiten Chorherre ze sani Stephan ze Wienne AUso mit ouz genoroen 
Worten, daz er die Hesse auf dem Alter alle tag an mderlaz; in irre 
danne Ehafl not, svl sprechen vncz an seinen Tot. Vnd srl chain recht 
an dem Opher ovf dem alter an der vrowen willen haben. Er mag 
auch wol in demselben rechten, ob er wil , einen verweser an seiner 
stat zu der Messe gewinnen. Vnd svl vmb mich vnd vinb mein vodem 
piten, als er Got an dem Jungesten Tag dar vmb svl antwurten. Vnd 
nach desselben hern Dietreichs tod sol annder nieman , danne die 
vrowen ze der hymelporten die wal haben, vnd die schulten alz oft 
vnd ein Priester abgestirbt, einen andern gestanden vnd erbern 
wertleichen Priester zu der gvlt vnd zu der Messe ouf dem vorgenan- 
ten Alter erchiesen vnd erwelen nach im trewen in den ersten Sechs 
Maeneiden oder E , vnd wen si erwelen, den sol wer Pischolf ist ze 
Pazzow, bestaeten, als geistleicher Ordenung recht ist, Also daz die 
Hesse von dem Weingarten vnd von der Gült ewichleich alle tage an 
vnderlazz , ez irre danne Ehaft not ouf dem alter werde gesprochen 
vnd begangen, alz vorgeschriben stet. Waer aber, ob derselb priester 
mit seinem leben sv gar vngeordnet vnd vnrichtig waer, vnd des mit 
Erbern leuten vber waert wurde, oder ob er die Messe fraefelleichen 
an ehaft not, die wizenleich waer, wolt sovmen, vnd die mit im sel- 
ben oder mit einem verweser nicht verginge, so svl in , wer pischolf 
ist ze Pazzowe, absetzen und vercheren, Darnach vnd die vrowen die 
sovmunge mit einer gewizzen an in pringen, Vnd schulten danne die 
vrowen einen andern erbern gestanden wertleichen priester erchiesen 
vnd erwelen — Waer aber ob die vrowen, alz oft ein priester stirbt 
oder von seiner vnfuer verchert wirt, einen andern wertleichen Prie- 
ster in sechs Maeneiden nicht erweiten , Alz oft svl wer Pischolf ze 
Pazzow ist, selb einen priester zu der gult vnd zu der Messe erwe- 
len vnd besteten. Wolde aber der Pischolf daz ouch sovmen, oder ob 
sich die vrowen der gult vnd des Weingarten wolden vnder winden 
da von die Messe gesovmt wurde, so sol derselb Weingarten vnd die 
gult meinen naesten vreunden ledig sein. Teten si des auch nicht, so 
soll die gult vnd der Weingarten den Siechen ze sand Lazer vnd zu 
dem Chlagpaum ledigleichen sein vervallen — Vnd wann man die 
drev phunt geltz ouf der Waldnerinne Hovs ablost, so svl man drev 
phunt ewiges purchrechtes chovffen vmb dis gelt, damit man ablost 
— So gib ich — dar vber disen prief versigili mit meinem Insigel 
vnd mit der vrowen Content Inaigel zu der Hymelporten ze Wienne, 



261 

vnd mit der Erbem herren Insigeln kern Maihes, zu denzeüen 
Pharrer %e SHlfride, kern Hainreiches , ze den Zeiten Pkfarrer ze 
Weichendorf, hern Petreins ze den Zeiten Chapplan ze der Dri- 
vaUichaü, hern Hagens von Spilbercht hem Herbarta auf der SeuLßy 
hern Fridreichs des Gnaemhaertlein vnd hem Jacobs, des Maeser- 
lein — Der prief ist geben ze Wienne — Dreuzeheo hundert Jar 
in dem sechs vnd dreizzigisten Jare an sant Kathreyn Tag. 

Et nos Albertus Dei gracia PataT. Epus. laudabilem intencionem 
prefati Nycolai in domino comendantes ac omnia et singula prenarrata, 
praut superius exprimuntur» grata et Rata habentes, Ea auetoritate 
ordinaria cum appensione nostri Sigilli ex certa sciencia confirmamus. 
SabA.D.HillimoTricentesimoTric.Sexto inCrasttno beati Nycolai Epi. 

Otif. Perf . Nar «ii rudet S!eg«l in rothen Waok« ist noeh an der Urkond« Torhaaden. In 
dreieeki^n schräg gestelltep Sehilde teigt sieh eine Lilie, der fraoiSsischen ihnliek, darOber der Heia 
■it der Helndeeke, Qber welekem wieder eiae Lilie berrorragt. f. 8. HAOBNONIS D. SPILBERCH. 

Im J. 1404 erseheint in den stiftl. Urkunden ein St Pauls-Altar lu des 
Hymelpörten und als Caplan der Messe daselbst Johann ron Theras, Dechant zu 
Tulln, 1476 in gleicher Eigenschaft Maister Andre Gmainer. 

In späterer Zeit erscheinen bei St. Stephan : 

1421. Montag nach In?ocavit Hanns Rat» Pf. zu Pirbach, Tumherr. 

1422. Scholastiea. Ulreich der Muftrer, Cantor. 

1423. Per. 6. ante Pent. Mert, Tumbherr. 

▼igil.Barb. Hanns ron Kunigshauch, Caplan d. Katharinen-Aitares daselbst. 
1429. Per. 2. ante Georg. Hanns Stainprecher, Obrister Capplan in der Burg, 

Tumbherr. 
1431. Per. 3. post Petronilla. Thomas Hadmar, Techant. 
1433. Sabb. ante Magdal. Hanns Ton Kempen , Tumbherr. 
1437. In die Clementis. Leopold Meysenpflgl , Capplan. 
14S2. Mittw. Tor Georgu Peter der hiepharter, Tumherr. 
1460. Per. 4. ante Luciae. Nidas Hollabrunner, Güster. 
1463. Eritag nach Pfingst. Hanns , Cormeister. 
1472. Per. 5. post Cirumc. Maister Paul von Melkh, Lerer der h. Geschrift, 

Rector der hoehwuerdigen schuel zu Wien und Techant des Capittls aller 

heiligen Tumbkirchen zu St. Stefan. 
1491. M. Paul Tag, Licentiat in der h. Schrift, Tumherr. (Dom. Laetare.) 
1497. Freit nach Ostern. Oswalt von Weykersdorf , Tumbherr. 

ccLxvm. 

Ptofut Rudwein'9 Schiedsspruch über Konrad's des Siebenhosen Nachiass, 
Dat Klostemeuburg, 25. Januar 1337. 
Wir Rädwein von gotes gnaden ze den Zeiten Brobst dacz 
Newnburch veriehen — Daz ein chrieg für vns chom, da erwer ritter 



262 

vnd chnecht pei vns sazzen, zwischen Ch&nrats des sibenhosen 
chind, Choln vnd Margreten vod kern Gerung vnd kern Dietmam, 
der des Sybenhosen Tochter hat. Der selb chrieg wart pedenthalbea 
nach irer pest freunt rat lazzen an die vier erwer mann, an kern 
Seiboten von Patzmanstorf, kern Otten von Vischamund, kern 
Christan den Sltizzler vnd an den Jösen kann, ymb allen den chrieg» 
den sie pedenthalben mit einander gehabt habent vmb ir erbe, ez sei 
aygen, Purchrecht, perchrecht, oder zehent, swie daz genant ist, 
vnd vmb allez daz gelt , daz seu mit einander gelten svlten an alle 
fiirzicht, vnd verpunden sich des mit ir trewen, swaz seu dar vber 
sprechen, daz svlden seu stet haben, vnd wart mir gelflbt, ob sich 
die vier nicht gesamben mSchten, so svlden sie nach iren trewen 
ainen vber man dar vber nemen, der in paidenthalben wol fSgt, vnd 
teten auch daz, vnd swer der schiedung ab gienge, der svlt ie dem 
schied mann hvndert phunt phenning vervallen sein , vnd dem vber 
mann hundert phunt, vnd svlt alles sein recht verlorn haben. Da 
chunden sich die schied leut an den vber mann nicht gesamen, da 
namen sie vns Brobst Rudwein zeainem vber man an paiden tailen, 
wand wir den schiedleuten wol dar zfi gevielen, da prachen wir ir 
paider chrieg also beschaidenleichen, daz sie alles daz guet, daz sie 
mit einander habent, als ez vor verschriben ist , mit einander geleich 
tailen suUen an daz guet daz rörr^ daz von den erbern herren Poten- 
dorflehen ist, ze veld vnd ze dorf, swie ez genant ist, sol Choln des 
sibenhosen svn gevallen vorauz mit allem nuez an allen chrieg, suln 
Choln vnd vrown Margreten des oftgenanten Sybenhosen chind mit 
dem andern guet, ez sei aigen, lehen, Parchrecht, Perchrecht oder 
zehent, swie ez genant ist, mit einander gelten allez, daz sie gelten 
sulln, swen seu den vergelten, so mögen sie dann daz vberig guet 
mit einander tailen, daz in vber gelt beliben ist nach ir pesten freunt 
rat. Daz diseu red vnd die schiedung furbaz stet beleih vnd vnzebro- 
eben, des geben wir Brobst Rudwein peiden tailen disen prief ze 
einem gezeug versigelten mit vnserm insigel vnd mit der erbern 
schiedleut Insigel kern Seiwotens, kern Otten, kern Christans vnd 
Johansen des kann, Diser prief ist gegeben dacz Newnburch — 
Dreuzehen hundert Jar dar nach in dem Syben vnd dreizzig^'stem Jar 
an sand Pauls tag des becherer. 

Cfaartdarimn Arekirt UI. fol. 107. b. 



263 



CCLXIX. 

Friedrieh der Mo%han ete, versetzen Margarethen, der IVittwe Otto*$ von 
Laot ihren Weingarten %u Heiligenetadt. 

Dat. Wien, 4. Mfiri 1337. 

Ich Fridreich der Motzhan vnd Ich Margret sein hausvrowe 
TQd Ich Mertt sein Ohaym vnd Ich Katrey, sein hauswrowe Wir 
veriehen — Daz wir ynd ynser erben vaverschaidenleichen gelten 
scbullen der erbem vrown vron Margreten , Otten witibe von La, 
dem Got genade In der Schefstrazze vnd im erben Sechzehenthalb 
phunt phenning Wienner Munzze » der wir sei recht ynd redleichen 
weren schollen an geTerdevnd an alles vertzihenusse auf santGeorigen 
tag, der nu schirist chumt, ynd haben ir durch pezzer sicherhait da 
für ze phande gesaczt — mit vnsers Perchmaisters hant hem 
Weycharts von Mulbach zu den Zeiten Amptfnan vnd phleger der 
Cappeüen In der Pürge ze Wienne vnsern Weingarten, Der da leit 
pei der heiligenstat an der Obern Prukche^ des ayn viertail ist, 
ynd haizzet der Motzhan, da von man dient alle Jar vierdhalben 
wienner phenning In die vorgenant Cappellen , hincz sand Chlaren 
vierdhalben wienner phenning, vnd fvmfzehen wienner phenning hern 
ChvnrcUen dem Nuzdorffer vnd aynen Emmer weins vnd aynen 
phenning ze voyt rechte hincz Newnburch vnd nicht mer — So 
beschaydenleichen, ob daz wer, daz wir sev der vorgenanten phenning 
gar vnd genczleicheo nicht enwerten auf den egenanten tag, als in 
die werunge gevallen schol, so ist In der vorgenante Weingarten recht 
vnd redleichen vervallen — Dar vber so geben wir In disen prief — 
versigelten mit des vorgenanten vnsers perchmaisters Insigel, hem 
Weycharts von Mülbach , vnd mit hem Chunrats insigel an dem 
Öbem Griezze — Diser prief ist geben ze wienne — Dreutzehen 
hundert Jar, dar nach in dem Syben vnd dreizzigisten iar an dem 
Vaschang tage. 

Chartalarinm Archiri III. fol. 104. b. 



264 



CCLXX. 



Der Stadtrichter Simon zu Klostemeuhurg bezeugt den Verkauf eines 

Weingartens durch Dietmar von Meinhardsdorf an Ulrich den Pfarrer zu 

Zwentendorfund seine Brüder, 

Dat. Rlosterneuburg, 10. Mära 1337. 

Ich Syman, ze den Zeiten Richter ze Nevmburch Chloster- 
halben vergich — daz die erbern herrn Dietmar von Meynharts- 
dorf vnd frow Margret sein Hausfrow vnd Chol vrawn Margreten 
Prüder durich notdurft willen irer gfilt, di si den Juden gelten 
schölten — verchauft haben einen Weingarten» der da haizzet der 
Tullner, des ain halbes Jeuch ist an Mukerawer perig ze nevmburch 
gelegen den Erbern herrn Vireichen dem pharrer von czwentendarf 
ynd seinen prüdem Gerungen vnd Chunraten vnd Albern vmb ein 
genantz guet, des siv — hincze den Juden ze Newnburch recht md 
redleich verriebt haben — Vnd darüber — gib ich — disen prief 
yersigelten ynd bestetigten mit meinem Insigel. Daz ist geschehen — 
dreutzehen hundert iar darnach in dem Subenten ynd Dreizzigistem 
Jar des Maentags nach dem Suntag in der ersten Vastwochen diztz 
Neumburch Chlosterhalb in der Stat. 

Orig. Perg. Dai Siegel fehlt. 

Denselben Weingarten geben 1345 Ulrich der Pfarrer zu Zwentendorfund 
Chunrad von Pirbaum sein Bruder gegen eine andere Vergnügung, die er ihnen 
gemacht hat, Herrn Uireich dem Dechant und Pfarrer zu St. Stephan auf dem 
Wochrain, welcher denselben sammt dem von Niklas, Pfarrer zu Höflein, erkauf- 
ten anstossenden Weingarten (1345) dem Stifte St.Andrä an der Traisen gegen 
einen am Montage nach Ascensio Dni. abzuhaltenden ewigen Jahrtag schenkt. 

1337. Am schwarzen Suntag (G.April) verkauft Jans, herr Eberharts 
Sun , des Statschreiber ze Wienne vnd Katrey, sein Hausfraw mit des Bergroei- 
sters Peter des Freisinger Hand 7^ Weingarten an der Weidnichleitten um 44 
Pfund unter dem eigenen und des Bergmeisters Insiegel. 

Orig. Perg. Alte Kaamerbriefe. 

CCLXXI. 

Georg der Schnaizauf verkauft Peter dem Freisinger fünf Holdendienste 

zu Krizendorf 

Dat. 13. Juli 1337. 

Ich Georig der Snaitzauf yergich — Daz ich — yerchauft han 
mein fumf holden daz Chrizendorff die ich gehabt han ze purch- 



265 

recht voQ dem Goteshaus ze Ranshoven^ dem man zwelif phening 
zw purchrecht davon dient , der ainer haizzet Chunrat der Chnaeuz- 
zeU vnd ainer Hertel an der mietatat, vnd des Chnaeuzzleins mueter, 
Hainreich der Reisner ynd Chunrat Margreten Svn^ der iegleicher 
dient zwelf phenning an sant Michels tag. Dem Erbern manne hern 
Petrein dem vreifdnger, zu den Zeiten hofmaister des Gotshaus ze 
Neumburch vnd sein erben vmb acht phunt wienner phenning — Vnd 
gib in darvber dlsen prif — versigelten mit meim Insigel vnd mit 
hern Gervngs des Choln hisigel, vnd mit Weigants Insigel von 
Chriczendorf — Der prief ist geben — dreuzehen hundert Jar dar 
nach in dem Syben vnd Dreizzigistem Jar an sant Margreten tag. 

Ori^. Perg. (Rep. Vet. N. 7. fol. 155) nod Chart. Arehiri m. fol. 114. a. Drei ronde Siegel 
in f elb«m Wachs. Das erste schadhaft. Das sweite , mit der Umschrift : f . S . 6ERYT<01 . DE . 
NEVBVBG., eathilt eisen Steinbock, bis tnr Brost. Das dritte f . S . WI6ANDI . DE . CHRICEN- 
DORF . seigt swei gekrenstc Stibe im dreieckigen Felde. 

CCLXXn. 

Ahlasahrief für die Pfarrkirche St Martin %u Klostemeuhurg, 
Dat. Rom, 30. März 1338. 

Universis presentes litteras inspecturis frater Johannes dei et 
apostolice sedis gracia Anagninus Eps^ ac Domini Pape in alma 
Vrbe Vicarius generalis ^ fraJter Thomas, eadem gracia Elaveriensis 
Eps. , frater Angelas eadem gracia Aquilanus Eps. , frater Bene- 
dictus eadem gracia Cemicensis Eps, , frater francisctis eadem 
gratia civitatis Castellane Eps, , frater hugvicio eadem gracia 
StUrinus Epus , frater Andreas eadem gracia Coronensis Epus., 
frater Laurendus eadem gracia Ortanus Epus. , froiter Mannus, 
eadem gracia Amelinus Epus. , frater Matheus eadem gracia Bai- 
neorensis Epus.y Thomas eadem gracia Iteramnensis epus. et Bonus 
eadem gracia Calinensis Epus. salutero in Domino sempiternam. Quo- 
niam, ut ait Apostolus (fast dieselbe Formel wie ad ann. 1326 und 
1332). Cum igitur ex parte diiectorum filiorum nostrum Petri Generi 
Gebhardi et Petri generi Hemesti in Neunburga parte Claustri 
nobis fuerit homiliter supplicatum, ut omnibus venientibus ad Eccle- 
siam sancti Martini dyocesis Pataviensis velimus indulgenciam exhi- 
bere, Nos etc. (wie früher). — Datum Rome in palatijs nostris Anno 
domini Millesimo CCC» XXX» VIIIo Pontificatus domini Benedicti Pape 
anno eius Quarto, Indictione VI* Mensis Martii die Tricesima. 



266 

Et DOS Albertus, Dei gracia Epus Patariensis etc. sub Anno 
domini Millesimo CCC<^ XXX^ \U1^ decimo oetavo die Mensis Maji. 

Orig. Perg. (Rep. Yet. N. 17. fol. iSO.) 
Dreitehn hiogende Siegel ip rothem Wacha (mit Ancnahme jenes des Bisekofe« Albert tob 
Pasaaa, welche« in weicaem Wacha an einem Pergamentatreifen hingt and bei Dnell. Exe. GeneaLTnb. 
VII. n. 68 abgebildet iat). Sie hingen an rothea and weiaaen, bfiadelartig nater aleh rerwebten Leiaca- 
fiden in der Ordnung, wie die BiachAfe in der Urkande erwihnt werden. Beinahe in jedem Siegel 
eraeheiat oberlialb daa Bild der heil. Jangfraa, welche ia der Lmkea daa Jeaakina kÜt, ia der Mitte 
aater BSgea bald swei , bald drei nad im Siegel dea B. Laureat vier HeiiigenkSpfe. Daa dritte» jea«« 
dea Brndera AngeIna, entfallt den Gekreaiigtea, Tor welchem der Bischof betet, wihread aar Reehtea 
ein Engel ackwebt nnd betend gegen die Wnnde ia der Seite geriektet iat. Di« übrigea Kirekea- 
fQratea kniea onterkalb eiaea kleiaea Bogeaa betend, im Poatifiealgewaade. Thomaa, B. roa Terai , der 
rorlettt« ia der Reihenfolge, hat im Siegel nur die heil. Jangfirau mit dem Kind« atehend noter einem 
gothischen Bogen, er seibat betet gleichfalls vor ihr mit gebogeoea Knien. 



CCLXXIII. 

Die Stoizendorfer anerkennen ^ dtus ihre Beiitzungen %u 8toi%endorf ein 
Lehen dei Stiftee sind. 

Dat. 1. Mai 1338. 

Ich Vlreich vnd ich Hainreicht ich Johann rnd ich Chunratt 
Vnd ich Wolfart von Sioizendorf Veriehen — daz allez daz gut, daz 
wir %e Sioizendorf haben , daz vnser Vater vnd Ynser Muter, Vnser 
En ynd Vnser Ane lazzen habent, iz sei daz, daz wir ze Aygen, ze 
Lehen oder ze Purchrecht gegeben haben, dieselben gut allen hab 
wir nach Erwerger herren ynd nach guter VreuntRat vnd nach gewis- 
ser Chuntschaft ze rechten Purchrecht emphangen Ton dem Erwergen 
herren Probst Rudwein ze Neunburch, vnd von dem Gozhaus vnd 
dem Convent daselbens gemain — Vnd Schulen auch wir vnd vnser 
erben dieselben gut innehaben vnd verdienen alle iar an sant Mirteins- 
tag als Purchrechtz recht ist, vnd dez Landes recht ze Osterreich. 
Iz schulln auch furwaz alle Vnser prief, de wir Vber die vorgenan- 
ten gut haben , tot sein vnd chain Chraft haben. Vnd daz diseu Wan- 
delung stat vnd vnzebrochen beleih, geben wir — disen prief dem 
egenanten Gotzhaus ze Newomwurch versigelten mit tmsem Insi- 
gehl vnd mU der Erwergen Leut Imigeln Stephans dez Reden- 
yrunner, vnsers Swagers vnd OUen von Chirchperch vnd Alberz 
seinez prüder y vnd Dietmars des Holzmane — dez sint auch zeug 
diser saeh die Erwergen Ritter: her Gerunch der Chol, her haug 
derflötf her Dietreich von Grunderstorf vnd die erwergen Leut 
Peter der Freisinger, der Wisent von Rükkerstorf — Der prief ist 



267 

geben — dreusehen hundert Jar vnd in dem acht vnd dreizzigisten 
jHr an der heiligen Zwelfpoten tag Sant Philips ynd sant Jacobs. 

Orig. Perg. (Prot. S. N. 4S2) ud ChartaUri» ArehiTi III. fol. Sl. •. 

Acht runde Siegel, eu neaatei TehlU Die eraten fBaf mit der Uniehrifl : f. 8. VLRICI 

HAIHRia. — lOHANNIS — CHTNIUDI. — WOLFHARDl — DE. STOTZENDORP. Die reehte Hüfte 
de« IvUireelit geikeiitea Schildes gleiekt jeaem bei Daell. Exeerpt. Geaeal. Tab. XV. a. 190 , die 
aadn« Hälfte, ia welcher drei Heriea dargestellt siad, teigt jeae twei Ralkea, die im Siegel Leopold's 
de Werde bei Daellias bist. Ord. Teatoa. p. HA. a. 22 ersebeiaea. Das sechste Siegel : f . 8. 
8TEPBANI . DE . RCETENBRYN. ist jeaea bei Daell. Exe. Geal. Tab. ZVI. a. 206 «ehr ihaUoh. Da« 
siebeaU, mit der Umschrift: f .8 . OTTOMS . DE . CHIRCHPERH. hat einea Helm mit der Helm- 
decfce, aa« welcher statt der Hftraer swei Hiade herrorragea, jede mit eiaem Dolche bewehrt uad 
Aber dem H««pt« Tcrbaadea. Da« acht« Siegel f . S . ALBERTI . DE . CHIBEBERO» Ut Toa dem 
voriges Tcrsehiedea aad eathilt eiaea ia der Weise getbeiltea Schild , wie jeaer bei Haber Tab. 
XXYni. a. 12. Das Feld ist mit Paaktea besctst, wie im Wappea der Stoyseadorfer, der obere Theii 
des Schildes ist lothreeht getheill , uad der rechte Theil mit eage gereihtea mit der Basis parallelea 
Striebea, der liake oüt eben solehea oad eiaer grossea 21ahl aaf der Basis lotbrechter, jeae schaeU 
deadcr besetst. 



CCLXXIV. 

Spruehbrief zwischen Adelheid , Reieholfi Witwe, und den übrigen Erben 
Reieholfs über dessen Hinterlassenschaft, von Adelheid bestätigt. 

Dat 15. August 1338. 

Ich Mhaitf Reicholfs WUibe, dem Got genade vergich — Daz 
ein Chrieg waz zwischen mir rnd meinen aydem Jacoben vnd seiner 
Hausvrowen fneiner tochter katrein ymb allez daz eribe, daz ich 
vnd mein erart vnrt Reicholf mit einander gehabt haben, Daz allez 
hie dishalb der Tfinawe in dem gericht ze Newnburch Chlosterhalb 
gelegen ist, vmb ein haus, leit auf dem Anger ze naechst der Engel- 
prechtinne vnd ymb ain Jench Wein wachs, leit an dem Puechperig, 
vnd Tinb ain halbes Jeueh Weinwachs Leit in der Cholngrüb, Des- 
selben Chriegs haben wir vns pedenthalben mit gutem willen gesaczt 
an vier erbaer Ritter, an Hern Haugen den Floyt, zu den Zeiten 
Richter ze Newnburch , an Hern Christan den Sluzzler, an Hern 
Gerungen, den Choln, vnd an Hern Dietreichen den Schiver die 
habent ez geschaiden nach iren trewen also, daz ich vor genant Alhait 
daz egenant eribe alles hie ze Newnburch in nucze vnd in gewer mit 
zeitleichem paw vnverchumberts zu rechten Leipgedinge haben sol 
vncz an mein tod , vnd nach meim tode sol daz egenant eribe allez 
ledichleich an gevallen mein Tochter Katrey, Jacobs Hausvrowm vnd 
ir eriben mit allem nucze. Wie si ez vindent ze pawen oder ze lesen. 
Daz der schiedunge furbaz also staet gancz vnd vnczebrochen an allen 
Chrieg beleihe, vnd wann ich Alhait nicht aigens Insigels han, des 



268 

gib ich meiner Tochter Katrey vnd im eriben disen prief zu ein warn 
zeug versigelten mit meiner Amptleut Insigeln, Hern LeupoUs dez 
Gundramstorfer vber den Weingarten in der Cholngrueb, vnd mit 
Chunrats des Czistels Insigel vber das haus auf dem Anger ynd yber 
dem Weingarten an dem Puechperig» vnd mit der egenanten schied- 
leut Insigeln — ynd swer der schiedunge ynder yns prichet ynd 
widerredet, ynd sie nicht staet haben wolt, der sol geben zu wider- 
wet dem Herczogen dreizzich phunt phenning vnd den schiedleuten 
dreizzich phunt, vnd ains dem andern dreizzich phunt ynd hat 
darzu alleu sein recht yerlorn. Der prief ist geben — Dreuczehen- 
hundert Jar, dar nach in dem acht ynd dreizzigisten Jar an ynser 
yrawen tag zu der Schiedunge. 

ChartiUriam Arehiri III. fol. <S8. b. 

Hugo Floit, ein Ritter» erscheint hier als Nachfolger Simon's in dem 
Amte eines Stadtrichters su Klosterneoburg. 

CCLXXV. 

Adelheid die Polheimerin schenkt dem Stifte einen Gelddienst %u 

Russhaeh. 

Dat Wien, 12. October 1338. 

Ich Älhait dev Polnhaimerinne Vergich — daz ich — gegeben 
han lauterleich durch Got ynd durch aller meiner Vodern ynd nach- 
chomen Selen willen, ynd auch durch meiner Selber Sei willen die 
Aigenschaft dez phunt Wienner phenninge geltes , daz da Leit ze 
Ruspach auf einem Lehen, daz der erber Ritter her Hang der 
Floit yon mir ze Lehen gehabt hat, den erbern gaistleichen herren 
gemain Probst Rudwein ynd dem Conyent gemain dez Gotzhaus 
ynser Vrowen ze Newenburch Chlosterhalben ynd allen irn nachcho- 
men also, daz si mit der aigenschaft dez egenanten phunt geltes suln 

furbaz allen irn frumen schaffen Darumb so gib ich disen brief 

— versigelt mit meinen Insigel vnd mit hem Vlreichs Insigil von 
Pergawe, hofmaister dez hochgebom fursten herczog Albrechts in 
Osterreich, in Steyr vnd in Chemden, vnd mit hern Gervngs Insigil 
dez Choln, vnd mit hem Dietreichs Insigil von Gundramstorf — 
Diser brief ist geben ze Wienne — dreuzehen hundert iar darnach 
an dem acht ynd dreizgisten iar an dem sant Choimans abent. 

Orig. Verg. (Prot. III. ■. 432) uod Charlaltriam Arohivi UI. f. 89. a. 



269 

Du erste Siegel i*t tbferiMea, die ibrigen aiad im gelbe« Waehi gedrfiekt. Jeoea Ulrioh's Ton 
Pergaa eatkiJl Haber Tab. XT. ■. 1 ; da« Siegel Oervag'a tob Neoborg wvrde tum Vorjahre (Nr. 271) 
b«MkriebeB. Da« letzte, ait der Umaebritt : f . S . DlETRlCl . DE . OVNDRAMSTORP., eatbilt eiaea 
Adleriigel, in ibalieber Weiae wie da« Siegel derGrafea roa Pleiea bei Haber Tab. III. a. l. mad S 
twei Terbwadeae seigt. 



CCLXXVI. 

WUtentaiueh zwuehen dem Stifte und Hermann von Kronberg. 
Dat. 11. November 1338. 

Ich Herman von Chronperch vnd ich ( — ) sein hausvrowe 
veriehen — daz wir, — die wiz, die da ieit in dem Rorwach, die 
da haizzet die Tärkinne auzgeweselt vnd geben haben den Erwern 
herren Brobst Rudtcein vnd dem Convent gemain dez Gotshaus ze 
Newnburcb vmb die aygenschaft irr wysen , die da Ieit ze Holle- 
prunne vor dez pharrer holcz — vnd zu ainen warn vrchund gib 
ich — disen prief rersigelten mit meinem Insigel — dreutzehen- 
hnndert Jar vnd in dem acht vnd Dreizzigisten Jar an sant Mer- 
teins tag. 

Chartalaria» ArtbiTi UI. fol. 106. b. 

CCLXXVII. 

Han9 von Maüherg verkauft der Nonne %u 8t. Jakob in Klosiemeuburg, 

Margaretkot und ihrer Schwester Christina ein halbes Pftind Pfenninge 

jährlicher Einkünfte. 

Dat. 7. MSrz 1339. 

Ich Jans von Merperig vnd ich Margrets sein Hausvraw md 
vnser erben wir yeriehen — daz wir — vnd mit vnsers Perchmaisters 
hant Petreins des Vreisinger recht vnd reddlich verchaufft haben Ein 
ewiges halb phunt Wienner pfening geltes der erbem vrown vren 
Margreten der nunnen ze sand Jacob vnd irr stoester Vren Christein 
In des Chlosters spitol vmb fumf phunt wienner pfenning — Vnd 
nach vnserm tod So suln seu ez dien in des Chlosters Spitol, Da von 
man danne der heiligen Vrovm sand Gerdrautten dreizzigk phen- 
ning geben sol zu irr Lampen, do von daz liecht gepezzert werd, 
Vnd die drey Schilling den Siechen in daz spitol, do von ir phruent 
gepezzert wort , Also beschaidenlich , ist daz wir ez vor ehafter not 
versporn mugen, vnd wan ich ez vor manigen Jaren dargechaufit 



270 

vnd gelobt han, e ich hintz Sande Jacoben chomen sey — versigel- 
ten mit vnsers Perchmaisters insigel Petreins des Vreisinger — Des 
sind gezeug Peter von sand Martein, Chunrad der Schmuchen^ 
pfenninch, Wemher vnder den Lauben ^ Chunrad der Schifer, 
Diser prief ist geben — dreutzehenhundert iar darnach in dem Nevn 
vnd dreizzikistem Jar des suntages ze Hitter Vasten. 

Orig. Perg. (Bep. Not. fol. 269. fa*«. 19. M. i.) 
Eio kleinei , niadet Siegel id gelbem Waeb« mit der C7m*ebriri : f . 8 . PETRI . raiSDf- 
OABII. Das dreieckige Schild ikMlt jeaem bei Daell. Exe. Geaeal. Tab. XX. a. 260, mit dem 
CTatenebiede» daM bier an der Stelle der drei Kegel drei gleich«eiüge Dreiecke sa aebea nad. 

Die Lauben war die an das Wienerthor stossende Gasse der oberen Stadt^ 
woselbst die meisten Kaufläden waren. 

Peter yon St Martin hatte einen Sohn, Thomas, der später Spitalmeister 
ward, seine Witwe Margareth erscheint urkundlich 1382, 29. Nov. 

CCLXXVffl. 

Abla$9brUf für die StiftMrehe zu Klottemeuburg, 
Dat Rom, 20. März 1339. 

Unirersis presentes litteras inspecturis frater Johannes, Dei et 
apostolice sedis gracia anagninus episcopus, ac in alma Vrbe 
domini nostri summt pontificis Vicarius generalis, fraier Franciscus 
eadem gracia civitatis Cästellane episcopus, Mannus eadem gracia 
amelinus episcopus, Bonus eadem gracia Calinensis episcopuSy Bene- 
dictus eadem gracia Cemicensis episcopus , Mattheus eadem gracia 
balneoregiensis episcopus, frater Huguitio eadem gracia sutrinus 
episcopus, frater andreas Coronensis episcopus salutem in Domino 
sempiternam. Quoniam (dieselbe Formel, wie in dem letzten Ablass- 
briefe). Cum igitur ex parte dilecti filii nostri Heinrici scriptoris de 
Neuenburga, filii Gotschalci nobis fuerit humiliter supplicatnm, ut 
Omnibus venientibus ad ecclesiam sancte Marie in Neuenburga — veli- 
mus indulgentiam exhibere, Nos (wie in dem yorber ertbeilten 
Ablassbriefe), Datum Rome in palacijs nostris Anno Domini Mille- 
simo CCe XXX^ IX* Indictione VII' mensis Martii die XX. pontifiea- 
tus domini benedicti pape Xu. anno eius Quarte. 

Nos quoque Albertus , Dei gracia Episcopus Pataviensis — et 
nichilominus XL dies adicientes — Sub Anno Domini M* CCC" XXXIX* 
XV. Kl. Augusti. 

Orig. Perg. (Bep. Yet. M. 12. f«l. St.) 



271 

DieMlbvD Siegel hiof» u denelben WeUe u 4cr Urkud«, wie sie beüi J»hre 1W8 
(Mr. 272} beiehriebeB werdea. Erwihnaog Terdieat jene* mit der UnsehriA x 8 . BONI . DEI . 
ET . APOSTOLICE SEDIS . GRACIA . EPI . CALUfENSIS. Im oberen Theile seift lich die beil. 
Juffraa Bit den Eiade, darsater die KKpfe dreier Heiligea nater ebea lo rielea Bof ea, f us aaten 
betet der Bisebof im PontiSealblcide, sa beiden Seitea dettelbea tiad Sebilde aagebraebt, ia wrichea 
die Spitxe eiaei Berges mit zwei Sternea darfiber sa lebea ist. lamitlea dieser Siegel hatte aach 
Albert von Paaaaa seiaea aa etaem Pergaaeatstreifea angeblagt. Dater der Urknnde ist ein Siegel in 
retbem Waebs aaf das Pergameat gepresstt f . S . BOBONIS . CANONICI . SCI . PETRl . D . VRBE. 
vtlebe« dea beil. Petras stehead darstellt, der in der Reebtea eiaen SdUissel trlgt, mit der 
Liafcea eis Baeb u die Brvtt bilt. 

CCLXXIX. 

Stephan der Redebrunner vereet%t »einem Sohne Johann Bentzungen %u 

Stoi%endorf. 

Dat. 25. Mars. 1339. 

Ich Stephan der Redeprunner vnd Ich Katrey sein hausvrow 
Tod Toser paider erben wir veriehea — daz wir — mit vnsers Purch- 
herren ze den Zeiten Probst Rüdweins hant von Newnburch recht 
Tnd redleich gesaczt haben ein Lehen , daz wir haben dacz Stoiczen^ 
dorfy daz da ieit auf der stetten^ vnd drey Weingarten, die in daz 
lehen dient zwain vnd dreizzich phenning , Vnd die obern zwo hof- 
stet pei dem haus dacz Stoizendorf — da man dem Gotshaus vnser 
vrawn hincz Newnburch dreizzich phenning von dient an sant Michels 
tag zu rechtem Gruntrecht Jansen dem Redeprunner vnserm sun 
vur Sibenczich phunt phenning wienner munzze. Also beschaiden- 
leieh » daz ich — daz oft genant iehen von im losen schullen In drein 
Jaren vmb Sibenczich phunt wienner munzze. Auch wer daz Lehen 
von im iSst, der schol die selben phenning nemen vnd schol dorvmb 
ein gult chauffen, vnd schol daz geschehen mit des oft genanten Jan- 
sen vnsers suns des Eltern rat vnd willen. Er schol auch daz vorge- 
nant Lehen nicht auz der hant geben , vncz daz im die gult werd 
in geantwurt an allen Chrieg, vnd schol auch die selb gult inne 
haben vncz an sinen tod. Wer aber daz, daz er heut oder morgen 
nicht Enwer, so schol die selb gult halbev erben an vns oder 
an vnser erben, vnd mit dem andern halben Tail schol er schaf- 
fen pei seinem Lemptigen Leib , waz er well — Wer aber daz , daz 
ich — daz oft genant Lehen vnd waz dar zugehört, nicht l5sen 
moehten noch wollten in drein Jarn , So schol ez dem oftgenanten 
Jansen vnserm sun, dem Eltern vervalln sein an allen Chrich — Wer 
aver , daz Er nicht beraten wurd Churczleich, Oder daz er die Prie- 
stersckaft verwarcht, oder daz er nicht priester wolt werden , des 



272 

goi nicht geb. So schol er die yorgenant gult, oder daz Lehen werfen 
in gleichen Erbtail, vnd schol als guten tail haben als andrey sein 
Geswistreid. Vnd daz die red also Stet rnczebrochen beleih, geh wir 
in disen prief versigeU mit mein Stephans des Redeprunner Insigel 
vnd mit meins suns Christ an Insigel y vnd mit meins aydems Püuln 
Insigel des Inpruchker vnd mit meins suns Vlreich InsigeU vnd mit 
meins suns Jansen Insigel des Jungem, Vnd mit des Pwrchherren 
ze den Zeiten Probst Rudweins Insigel von Newnburch — Der prief 
ist geben — Tausent Jar, drevhundert Jar darnach in dem Newn 
ynd Dreizzigisten Jar an vnser yrawn tag ze der Chynndnuss. 

Cliart«lu-i«B Archiri HI. M. 49. k 

CCLXXX 

Eisenreich von Hadmarsäorf gibt dem Stifte den Hof im Hadmarsdorf und 
drei Lehen %u Rizendorf auf, 

Dat 24. April 1339. 

Ich Eisenreich von Hadmanstorf, ynd ich Offmei sein Haus- 
vrawe vnd alle ynser Erben Vergehen — Daz wir, — vnserm gene- 
digen Herren Probst Rädwein vnd dem Conyent gemain ze Neun- 
burch vnsern hofze Hadmanstorfhzben aufgegeben, der ynser Aigen 
ist gewesen, da wir auf siezen ze widerleg dez Hofes, den mein Her- 
ren den Vrawen ze Tüln gegeben habent , Vnd schuln in da ierlei- 
chen yon dinen alle iar zwaintzich phenning grünt recht an sant 
Blichahels tag, ynd haben in auch gegeben dreu Lehen, daz aygen 
ist, ze ritzendorff die wir gechauft habent auz der Zech von Perch- 
toUzdorff ynd dienent alle Jar virzehen Schilling phenning , die yns 
ynser genedigister Herr Probst Rudwein ynd sin Conyent her wider 

gelihent haben zu rehtem Lehen yns ynd ynsern Erben Vnd zu 

einen woren yrchunde — gib ich — disen prief versigelten mit mei- 
nem Insigel^ vnd mit der Erweren Herren Insigel, hem Gerungs 
dez CholSy vnd hem Haugen dez flocz ze den Zeiten Richter ze 
Neunburch — geben Dreuczehen Hundert Jar ynd in dem Neun ynd 
dreizzigisten Jar an sant GSrgen tag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. n. 4. fol. 283.) 
Drei kleinere hiag ende Siegel io gelbem Wachs. Dat erete itl «eehseekig mit der Umschrift ; 
f . S . EISENREICH . DB . aiZmORF (also aicht, wie ia der Urkaade, tob HadaMBstorf). Das Schild 
eathilt Raatea ia der Stellaag, wie sie Mob. Boic. Vol. m. Tab. lY. p. Mt. n. \t sichtbar siad. 
Das rvade Siegel Oeroag's ist hekanat. Das dritte, sechseckige f . S . HU00NI8 . FLOIT. ist 
jenem bei Dnell. Exe. GcBcal. Tab. XXII. a. 408 ihalieh. 



273 
CCLXXXI. 

QtriekUhrUf des ötterr, Hofrichten Weiekard von Toppd über einen 
Weingarten %u Bi$amberg, 

Dtt Wien, 28. Mai 1339. 

Ich Weychari von Topel, ze den Zeiten hofrichter in Öster- 
reich vergihe — Daz vrow MaechthiU^ hem Fridreichs Tochter von 
Riczendorf hincz Hainreicheh dem Sakche Richter ze Newnburch 
so lange Yor mein in rechtem boftayding gechlagt hat ymb einen 
Weingarten an dem Päsenperg^ den man nennet den Cebinger, daz si 
den selben Weingarten mit rechtem recht in die vron pracht ynd dar 
nach in dem nächsten hoflayding nach der yron chom der egenant 
Hainreich der Sakch nicht, daz er den Weingarten yerantwfirtt hiet, 
als er ze recht solt. Do chom die egenant yrowe Maechthilt ynd pat 
mit yorsprechen yragen, was recht wer. Do wart ir yon den Lant- 
herren ertaiit ynd yenrolget mit yrag ynd mit yrtail. Seid der egenant 
Hainreich der Sakch den yorgenanten weingarted nach der yron nicht 
yerantwfirtet biet, als er ze recht solt. Ich solt die yorgenanten 
yrown Maechtilten des yorgenanten Weingartens gewaltich machen 
ynd an die gewer seczen , ynd solt auch ir den der Herczog schir- 
men , als des Landes recht wer in Osterreich. Daz han ich getan mit 
yrchynde diczes priefes. Der ist geben ze Wienne — Dreyzehen 
hundert Jar in dem Newn ynd Dreizzigistem iar des freytags nach 
ynsers herren Leichnames tag. 

CbarUlu-iwB ArohiTi Hl. fol. 9S. r. 

Mechtild tod Rizendorf kam bereits in der Urkunde ?oai 6. December 
1332 (Nr. 250) for. Bei Heinrich dem Sake fehH die nShere Beseichnung, doch 
weiset die Urkunde 256 aus, dass unter Neuburg Komeuburg su verstehen ist. 

ccLxxxn. 

lHri^ Knüttel, der Schreiber , verkauft seinen Weingarten zu Oriming 

dem Paul von Orinzing, 

Dat. Wien, 3. August 1339. 

Ich Ylreich der Chnütel, der Schreiber, ynd ich Dymät sein 
hausvrow wir yeriehen — Daz wir — mit vnsers Perchherren hant 
Prüder Nyclas von Regenspurch, zu den zeiten Comitevr des haus 
dacz sand Johanns in der Chemerstrasse ze Wienne yerchauft haben 
ynsem Weingarten, der da leit ze Grinczinge, da man alle iar yon 
dient Sechs wienner pheoning für Perchrecht, für yoytrecht und für 

Fontes. XIV. fg 



274 

zehent ynd nicht mer, md leit ze naechst des Chrephleins Weingarten 
— ymb fiunf vnd yierczich phuDt wienner phenning — Dem Erbern 
Hanne Pauln von Grinczingen ynd seiner hausvrown , vrovm Ge- 
dräuten — Darumb so geben wir in disen prief — versigili mü 
vnserm Insigil vnd mit vnsers Perchherren Insigil des vorgenanten 
Prueder Nyclas von Regenspurch vnd mit hem Perchtolds Insigil, 
des Gerstenpauchs vnd mit herm Eberhartes Insigil, ze den Zeiten 
Statschreiber ze Wienne — Diser prief ist geben ze Wienne — 
Dreuzehen hundert iar dar nach in dem Neyn ynd Dreizzigisten Jar 
an Sand Stephans tag in dem Snit. 

Chartnlariam Arebivi W. fol. 102. a. 

In Späteren stiftl. Urkunden erscheint ron dem Johanniter - Orden : 
1456. Montag vor Ostern. Andre Giger » Comthnr in der RSmerstrass. 

CCLXXXffl. 

Weinzehenti' Privilegium Herzog Alhretht*$ iL 
Dat Wien, 1. September 1339. 

Wir Albreckt von Gots Gnaden Hertzog ze Österreich^ ze 
Steyr, ze Kemden Veriehen — daz wir angesehen haben den Gebre- 
sten, den der Erber Geistlich Man Brobst Rudwein ynd daz Capitel 
des Gotshaus ze Newnburch von Vbriger gastung Vnz her gehabt hat 
ynd noch hat ynd den emzigen Vnd erbern Gotsdienst, den die Chor- 
herren teglichen in dem Gotshaus habent vnd auch dadurch» daz des 
selben Gotshauses gelt aller meist im Wein leit ynd der ofte yeryert, 
haben wir dem selben Brobst ynd allen seinen Aachchomen ynd dem 
Gotshaus ze Newnburch di gnad getan , Vnd tun auch mit disem 
brif, daz des Brobstes ynd desselben Gotshauses ze Newnburch 
zehentner ze der Heiligenstat , ze Nusdorf, ze Grinzing, ze Obern 
vnd ze nidem Sifring, ze Salmanstorf, ze Newstift vnd ze halben 
Toblich , daz in die pharre ze der heiligenstat gebort alle Presse 
besuchen mugen vnd sullen in dem Lesen , ynd nach dem zehent da 
yragen. Man sol auch denselben Zehentnern alle Chelr ynd gadem 
auflun, da Wein innleit, alz ez daz Goteshaus mit alter gewonhait 
herbracht hat, daz sie den Zehent dester Chundlicher geyodern ynd 
genemen mugen ynd in dester rechter gezehendet werde. Vnd daz 
demselben Brobst ynd seinen nachchomen ynd dem Gotshaus ze 
Newnburch diselb gnad yon Vnsern erben ynd nachchomen für baz 



275 

ako stet md vnzebrochen beleih, dar yber — geben wir disen brif 
ver$igeUen mit vnserm anhangunden Insigel, der geben ist ze 
Wietm an sand Gilgen tag — dreuzebenhundert iar darnach in dem 
Newn Tnd dreuzigisten Jar. 

Orig. Perg. (Prot. U. o. 8) uni ChartiiUriam ArehiTi III. M. S5. b. Oat Boitertieg«! 
All»rc«kt'* hiagt aa ciaer gclbea Seideaaehaar. 

Riicksichtlich des Zehents ?od Klosterneuburg und Krisendorf wurde 
dem Stifle das gleiche Prifilegium ?on den Herzogen Albrecht 11. und Otto 
19. Octob. 1335 ertbeUt. (Fischer II. 362.) 

CCLXXXIV. 

VenidUbrief MUhaeU von Siemdorf gegen Propei Rudwein, Peter den 
F^eieinger, Wigani van Kri%endorf mnd Pügrim den Rot 

Dat 29. September 1339. 

Ich Michel von Symdorf ?nd mein erben Teriehen — Daz ich 
ynd mein erben allen den Chrieg vnd allev die ansprach gancz vnd 
garlazzen haben, dey Ich vnd mein erben gehabt haben gegen den 
Erbern Herren Probst Rudwein vnd dem Gotshaus ze Newnburch 
md gegen Petrein den Vreisinger vnd gegen Weiganten von Chri^ 
zendorf^ vnd gegen Pilgreim den Röten merchlin svn von Wien — 
also daz si furbaz di vorgenanten Herren ledich vnd vrey sein von 
aller ansprach von mir oder von meine erben, oder wer der wer, 
der Cham , Vrchund furzug gegen diser sach — daz die gancz vnd 
gar tot sei — Darüber gib ich — disen prief versigelt mit meinem 
vnd mit meinez aydem Dietreich dez Gileiz insigel vnd mit der 
erhem Ritter Insigel, hem Gervnges des Choln vnd Hern Haugen 
dez flogt, der zu den zeiten Richter zu Newnburch waz — Der 
prief ist geben — Tausent Jar Dreuhundert Jar darnach in dem Nevn 
vnd dreizzigisten Jar an sand Michels tag. 

Chartal. Arohiri lU. fol. 108. a. 
Dietri«h'a tob Oileia Siag«! fiadet aioh b«i Waroabraad ColUetaaea Oeacal. ad eap. XII. 
a««aa4o loeo. 

CCLXXXV. 

Petery Pfarrer %u Ebersdorf, schenkt dem Stifte einen Weingarten %u 

Kloßterneuburg, 

Dat. 1339. 

Ich Peter zu den zeiten Pharrer ze Eberstorf, daz da leit auf 
der Tänawe peg weytenekch vergich — daz ich — durch got vnd 



276 

durch meiner sei md meiner Tonrordem seien willen ledichleieh 
geben hab ainen Weingarten , der da leit an der Chel ze noeehst 
dem Weingarten, der da haizzet diePruech^ ist ein halbs Jeaeh, den 
ich rmb mein lediges freies gut gechaofl han, daz ich geben mocht 
haben, wem ich wolt, mit bern Harima$me$ hant, der zu den zeiten 
Obrüter Chelner vnd Oberr Chamerer des Chlosters ze Newnbarch 
waz, der dez selben Weingarten von der oberh Chamer wegen 
Perchmaider ist, wan er auf die obem Chamer gehört den Erbern 
geistleiehen Herren, dem Brobst md dem Convent gemain ynserr 
rrawen Gotsbaas ze Newnburch durdi der lieb ^ die ich zu dem 
selben Gotshaus han — Vnd dez zu einem yreband-^gib ich in disen 
prief versigelten mit meinem Insigel vnd dez vorgenanten Hart- 
mannes Insigel — bt geben — dreuezehen hundert Jar ynd in dem 
Newn ynd Dreizzigisten Jar. 

CUrUUriu AreUTi m. f«l. IM. a. 

Htrtmann, der früher als Oberkellner erschien, kömmt nun zogleieh 
ab Oberkammerer des Stiftes Tor. In einer iwetten , im Cbartalar unmittelbar 
folgenden Urkunde schenkt derselbe Ebersdorfer Pfarrer aus gleichem Beweg- 
grunde dem Stifte «ainen Weingarten, der da leit an der CkaicMeiten ze 
naechst an dem Weingarten, der da haizzet der smerber rnd ist ein halbs Jeuch 
— mit hem Simons hant de* alten rickter ze Newmbureh Chlosterhalben'' 
unter dessen und des Schenkers Siegel. Dat 1339. 

CCLXXXVI. 

Jakob von Eslam reversirt dem Stifte die Bestiftung Meiner Betitzung zu 

Chrinzing. 

Dat. 6. Januar 1340. 

Ich Jacob von Eslarn^ Purger ze Wienne vnd ich Chunigunt 
sein hausvrowe wir veriehen — vrob die vier phunt geltes Purch- 
rechtes , Die wir gechauft haben von Marcharten dem Laurein von 
Grinczingen vnd seiner Hausvrown Gedrauien vHd im Erben auf 
irm hause vnd hofstat vnd garten , als wir prief vnd hantvesten von 
In darvber haben, die sev vns dient alle iar ze zwain zeiten zwai 
phunt an sant Georgen tag vnd zwai phunt an sant Michels tag als 
Purchrechtes recht ist , vnd des der Erwirdige herre Brobst Räd- 
wein ze Newnburch Gruntherre ist. Dem man dient alle iar ze Grunt- 
recht achtzehen wienner phenninge so beschaidenleichen. Ob daz 
wer, daz vns daz selbe gut verviel, als vnser prief sagt, daz wir 



277 

daz bestreu schulten mü ainem gemaynen pider manne ^ der dem 
Gotshausvnd auch vns nucze vndgui sei ao allez gever. Daz loben 
wir ze leisten niit Tnsern trewen. Vnd geben dem Gotshaus ze Newn- 
bareh darüber disen prief — versigeltcn mit mserm Insigel. Der prief 
ist geben — dreuzehen hundert iar darnach in dem yierezigisten Jar 
an dem Perchtage. 

Chart«Iari«m Arthiil lU. M. 88. h. 

Die Urkunde zeigt Propst Rudwein's Sorgfalt, das$ die StifUeinkfinfle nicht 
dareh den Abgang bestifteter Holden Termindert werden. 

ccLxxxvn. 

Simon t Riehier, tmd der Roth der Stadt Kloitemeuhurg reveniren eine 

mtm Stadttpitale gemachte Stiftung. 

Dat. Klottemeuburg» 25. Januar 1340. 
Ich Symon zu den Zeiten Richter ynd wir der Rat der Purger 
hie ze Newnburch Chlosterhalben yeriehen — daz vnser Spitalmeister 
in dem Lederpach Vravm Helenn vnd irm Ohaim Chunrad hegen 
sol aller Jahr ewichleich daz selgeret von dem phunt geltes Ynd dien- 
stes , daz Chunrad vnd Vlreich Velbrechts sun ped von Chrizendorf 
▼rawen Helen vnd irm Oheim Chunrad gechauft habent auf dem Jeuch 
Weinwachs in dem Zinne. Daz sol vnser Spitalmaister, swer der ist, 
legen vnd tailen vnder die Siechen in dem Spital, als vere ez gelangt, 
als ir prief sagt, den seu dem Spital dar vber gegeben habent. Wer 
dar vber vnser Spitalmaister savmig daran — so suln sich vrawn 
Helenn vnd irs Oheims Chunrats naechst Erben desselben phunt gel- 
tes vnd dienstes vnderwinden , vnd suln daz selb phunt geltes geben 
auf ein ander Gotshaus, wo sev hinwellen — Des geben wir disen 
prief — versigelten mit vnsrer Stat Insigel — Dreutzehen hvndert 
Jar, dar nach in dem vierczigistem Jar an sand Pauls tag als er 
bechert wart. 

CUrtaUrira ArehiTi XU. fol. IM. a. 

Hier erscheint zuerst in den stiftl. Urkunden das Stadtspital am Leder- 
baehe, mit seinem Spitalmeister, auch ein neuer Stadtrichter Simon an der 
Stelle Hugo*s Floyt 

ccLxxxvin. 

Jokohj der Sehreiher, verkauft dem Stifte einen Oelddienst %u Kloster- 
neuburg, 
Dat 13. Märi 1340. 

Ich Jacob vrawn Jeutten der Schreiberinne svn vnd ich katrey 
sein hausvrowe wir veriehen — Daz wir — mit vnser s Perchmaisters 



278 

hem Petrein hant dez freysinger, zu den Zeiten kofmaister des 
Gotesham hie ze Newnburch verchauft haben aia phunt ewiger 
phenning gult auf ynserm halben Jeuch weinwachs , daz da leit in 
dem aeckerlein zenaeehst Chunrai dem Czistel, Dem Erbern manne 
Gundolten in der walichgazzen ynd seiner hausvro^on vrawn 
Agnesen — den man daz selbe phunt geltes yon dem egenanten 
Weingarten alley iar an sand Merteins tag dienn sol — auch haben 
wir — yrey wal, daz phunt geltes ynd dienstes ab zelosen ynd ze 
chauffen in dem Purchyrid hie ze Newnburch auf ein eribe* ez sei 
Purchrecht oder Perchrecht, daz den dienst daz phunt geltes als wol 
getragen mug — Des geben wir — disen prief — versigelien mit 
mein Jacobs Insigel vnd mit vnsersPerchmaisters hem Petreins des 
freysinger Insigel, Der prief ist geben — dreuczehen hundert iar, 
darnach in dem yierczigistem iar des Montags nach sand Gregorin tag. 

Chartolariani Arebiri m. 137. a. 

CCLXXXIX. 

Georg der Sehnaizauf verkauft dem Stifte Besitzungen zu Krizendorf, 
Dat. 23. April 1340. 

Ich Görig der Snaizauf ynd alle mein Erben wir Vergehen — 
daz ich — Verchauft han meinen tail an meinen Werd Vnd den 
Paumgarten vnd die Schuet ynd den Werd, der da haist der Büren- 
zageh ynd der da leit an dem alten hof Vnder Mukerawer Perig 
ynd dient den Erbern Leuten Weiganten Fridreichs Sun hinderm. 
dorfe ein halb phunt, ynd franzen Cholmans Sun von La zwelif ynd 
ein halb phunt Wienner phenning alle Jar an sand Michels tag ze 
rechten Purchrecht, ynd nicht mer, dem Erwirdigen herren Probst 
Bädwein ze Neunburch ynd dem Conyent doselben Vmb hundert 
phunt vnd vmb zehen phunt Wienner Munzze — vnd dar vber so gib 
ich In disen bref — versigelt mit meinen Insigel vnd mit meiner 
Yorgenanten Purchherren Insigel Weiganz vnd Franzens vnd mit 
der Erbem Ritter insigeln hem Gerungs dez Choln vnd mit hem 
Haugen dez Vtoyz — geben nach Christi gepurt dreuzehen hundert 
iar, darnach in dem Vierzigisten Jar an sant Gorigen abent. 

Orig, Perg. (Prot. H. a. 155) and Chartol. Arehin in. fol. 114. a. 
Die Siegel lind mit Aoanahme sweier bekaaot. Da* erat«» rnode» mit der ümsehrirt: -f- . 8 • 
GEORII . SNAYZAVF. eathilt eioeo aafrecht aehreiteadea Ldwea. Daa dritte, gleichfalla raad, f . 
8 . FRANCISCI . DE . LA . seigt drei Blumen , deren Stiagel notea rerbnndea aind. 



279 

Im folgenden Jahre nimmt derselbe Georg Snaizauf die yerkauften Grund- 
stfieke TOD dem Stifte io Bestand um 10 Pfund Wiener Pfennige (Chart III. f. 
113. a). Zufolge dieser Urkunde ist der in früheren Urkunden oft Torkom- 
mende Wigant von Krizendorf ein Sohn Friedrich*s, des Sohnes Wigant*s. 



ccxc. 

Herzog Albrecht IL spricht den Hoehwerdbei Klostemeuhurg dem Stifte «ti, 
Dat Wien, 15. Septemher 1340. 

Wir Albrecht van Gots Gnaden Herzog ze Osterreich ^ ze 
Steyr^ vnd ze Kemden^ Herre in Chrayn, auf der Marich vnd ze 
Pörtenaw, Grafze Habspurch vnd ze Chyburch, Lantgrafze Elsaz' 
zen vnd herre ze Phyrt Veriehen vnd tun chunt offenlichen roitdisem 
brief, daz Wir wol beweiset vnd ermant sein, Vnd auch yns des 
Erchennen Vmb den Hochwerd bei Newnburch, der weilent des 
Stüchsen gewesen ist^ daz der ynd auch die Aigenschaft desselben 
Werdes des Gotshawses ze Newnburch gewesen ist, Vnd den Probst 
ynd den Conyent dasei bs ze recht angehöret, darymb so haben Wir 
die Aigenschaft desselben Werdes demselben Gotshaus ze Newnburch 
widergeben , Vnd geben auch mit disem brief , Vnd Verzeihen auch 
yns derselben Aigenschaft, ob Wir dhain recht daran bieten, also, 
daz Probst Rüdwein ze den zeiten Probst ze Newnburch ynd der 
Conyent ynd alle ir nachchomen desselben Gotshauses ze Newnburch 
denselben Werd ynd die Aigenschaft mit Sehnt vnd mit Vischwaid 
vnd mit allem dem, daz darzu gehöret^ furbaz ledichleichen haben 
sulln, alz di dazselb ir Gotshaus ze Newnburch Vorgehabt hat, ynd 
bestetigen in daz für yns ynd ynser erben ynd nachchomen mit 
Vrchund des brifs, der geben ist ze Wienn an Vreytag nach des Hei- 
ligen Chreutztag ze Heribst — dreuzehen hundert iar, darnach in 
dem Vierzgisten Jar. 

Orig. Perg. (Prot. II. n. 156) and ChartaUr. Archivi III. fol. 119. «. 
Da« Beitcrtiegel Albr«elit*t hingt aa einer grfia-rotheo Seidentohnar. 

CCXCI. 

Eberhard von WatUee bezeugt, dass er von dem Stifte blot für seine 

Lebetiszeit die Zehentfreiheit seiner Weingärten erhalten. 

Dat. 27. Septemher 1340. 

Ich Eberhart von Waltse ze den zeiten Haubphnan ob der Ens 

vergich — daz der yil Ersam Herr Brobst . . von Newnburch Vnd 



280 

die Chorherren daselbens mir durch rechte triw ynd gunst den zehent 
ze Newnburch allen von meinen Weingarten lazzen habent zu meinen 
tegen, als meinem Vater seligen, Hern Eberharten von Wahef\nA hab 
ouch nicht mer Dehain recht Ich nah mein Erben hincz ze den Vor- 
genanten Herren nach meinen tod , Denn, als vil mein Erben durich 
lieb vnd Dinst von in gehaben mugen : an dem yorgenanten Zehent, 
ynd des ze Yrchund gib Ich den brief versigelten mit meinen InsigeL 
Datum Anno Domini Millesimo CCC<» Quadragesimo feria quarta Pro- 
xima ante Michahelis Archangeli. 

Orig. Perg. (Rep. Vtt. n. 10. fol. 15«) nd CharCoI. Arebin ni. fol. iU. a. 

Kleine! raadet Siegel ia gelbem Wacba an ciaea PergameaUtreifca. Ein beiederter Heha, 
wie bei flnber Tab. XVni. n. 5 and Haathaler Beeenaaa Areb. Caiapil. tab. XLYll. a. 27. ÜBsebrift: 
f . S . EBERHAROI . DE . WALDTSE. 

Eberhard III. tod Walsee war ron H. Otto zum Hauptmann des Landes ob 
der Enns ernannt worden, und ist der Gründer yon Sfiusenstein. €f. Link 
Annal. Clareyall. T. L p. 695. col. 1. Hanthaler Fast T. U. a pag. 306 und 
Hoheneek Part. HL p. 813, Seine WeingSrten lagen um Nussdorf herum und 
werden im Anhange Nr. VHI ersichtlich gemacht. 

CCXCII. 

Otto der Schek verkauft Ortolf dem Schliissler sein Haus im Grashof %u 

Klosterneuburg, 

Dat. s. I. 28. September 1340. 

Ich Ott der. Schekch vnd Ich Agnes sein Hausvrowe Verleben 
— Daz wir — vnd mit vnsers amptmannes hant, des erbem Ritters 
hem Dietreichs von Chriczendorf recht vnd redleich mit fuerzicht 
verchauft haben vnser haus» da von man alle iar dient ze gruntrecht 
ein halbes phunt wienner phenninge« Sechczig phenning an sant 
Michels tag vnd sechczich phenning an sant Gorgen tag, vnd leit ze 
Newnburch in dem Grashof — dem erbern manne Ortolfen dem Skizz- 
ier vnd seiner hausvrowen Reiczen — vmb hundert phunt vnd vrab 
zehen phunt wienner phenning — vnd geben in dar vber — disen 
prief versigelten mit vnserm Insigel vnd mit vnsers Amptmannes 
Insigel des vorgenanten hern Dietreichs von Chriczendorf^ vnd mit 
der erbem Ritter Insigel hem Jansen des Chaelermaister vnd mü 
hem Purchhartes Insigel des chneu^zel, vnd mit hem Hainreiches 
insigel von Swaundekke — Diser prief ist geben — Dreutzehen hun- 
dert Jar in dem viertzigistem iar an sant Michels abent. 

Cbartnlariom ArcbiTi UI. foL 134. b. 



281 



ccxcra. 

Wolfhart dea AUer SHftnng in da$ Oblaiamt dtM SHfle$. 

Dat. Klosterneubarg 1340. 

Ich Wolfhaii der Aher ynd ich Geisel sein Hausvrawe yerie- 
hen — daz wir — vnser gescheft getan vnd geschaft haben, als her 
nach geschriben stet . . Dez ersten schaff wir — auf ynserm Wein- 
garten in dem weingraben, dez ein yirtail ist, vnd ein halbev rahen 
leit zenechst Eberlein dem pater vier phnnt vnd sechs schilKng gült 
wienner phenning in vnserer Herren der Chorherren Oblay %e 
Neunburch, Also daz der, der ze den zeUen Oblaymaister ist, alle 
tag drey pfenning geben schol dem priester, der vronampt singt 
auf dem vron Alter in vnser vrawn goczhaus ze Neunburch, Also 
beschaidenleich, ob ich vorgenanter Wolfhart nicht enwer, so schol 
meiner egenanten Hausvrawn vrawe Geisel den egenanteo Weingar- 
ten inne haben vncz an iren tod — vnd schol die weil si lebt, die vor- 
genanten vier pfunt vnd sechs Schilling raichen vnd geben in die 
Oblay — vnd wanne die vorgenant Geisel mein Hausvrawe nicht enist, 
so schol der vorgenant Weingart — den vorgenanten Chorherren in 
die Oblay gevallen, vnd schol danne der Oblaymaister alle die reht 
da von hegen, als vor geschriben ist, wer aber, daz ihi vber wtrt, 
80 schol der Oblaymaister vnd die Chorherren mir Wolßarten vnd 
meiner hausvrawen do von einen Jartach begen nach iren trewen. 
Dar zu schaff wir mer vnsern Weingarten , haist die Eysnein phait, 
ist ein halbes Jeuch, leit auf der vronpeunt ze mehsi dem Schön- 
pucher vnd dient ein phunt pfenning an sand Görgen tag dem 
Erwern man Chunrat dem hagenprunner — vnd schol der Oblay- 
maister vnd die Chorherren zwen Jartag do von begen — vnd 
schol der Oblaymaister an den zwain Jartegen einem igleichen her- 
ren geben ein semel, die dreier pfenning werd ist, vnd ein Stauf 
weins dezselben Weingarten vnd als vil den Junchherren vnd den 
Pr&dern, als ez von alter gewonhait herchomen ist — Vnd wan wir 
aigner Insigel nicht enhaben — geben wir dlsen prief versigeUen mit 
hem Peter dez freisinger ze den zeUen Hofmaister Insigel, der 
der egenanten Weingarten Perchmaister ist , vnd mit der Erwern 
litter Insigeln, hem Gerungs dez Chol vnd hem Haugen dez flöcz. 



282 

— Der prief ist geben %e Nennburch — dreoczehen handert Jar vnd 
in dem Virezigsten Jar. 

Orif . Pcrg. K«p. TeL ■. 7. M. 7f . Di* 4rd r— if »Am bekuatoa 8ief«l kiacM w g«IWm 
Wacks u PerfttMatotretfca. 

CCXCIV. 

NtkUu der Dre$cker Übergibt dem Stifte ein Hmms MmwhtU Baumgarien %m 

Klottememhtarg. 

Dat 8. l. 23. Jmü 1341. 

Ich NycloM der Drescher rnd ich Clor sein hausvrow wir yerie- 
hen — Daz wir — Gegeben haben dem Erwirdigen Geistleicben 
herren Brobsi Rüdwein des Gotshaases vnser yrown ze Newnborch 
Chlosterhalben ?nd dem Convent gemain des selben Gotshauses — 
Vnser haus ynd einen Paumgarten binden dar an, daz gelegen ist 
daselbens ze Newnbarch Chlosterhalben pei dem Gygricz , da man 
alle iar dem egenanten Gotshause von gedient hat Drey phunt wien- 
ner phenning ze rechtem Parchrecht — ynd habent auch si yns 
danrmb ledieh ynd yrey lazzen des dienstes, den wir in yon den 
drein Weingarten alle iar dienen suln , die ich egenant Nicias yon in 
ze leibdinge haben Sol yncz an meinen tod , yncz daz wir Dreuze- 
henthalb fuder weins, ie zwen vnd Dreizzich Emmer v>eins für ein 
/Udery genczleichen in geyessen , ynd yon dem selben dienst gewert 
werden — dar ymb so geben wir in disen prief — versigeli mii 
vnsem Insigiln, Der prief ist geben — Dreuzehen hundert iar, dar- 
nach in dem eins ynd yierczigisten iar an sant Johans abent ze 
Sunnwenden. 

Ckari«lari«m Arekivi III. fol. 99. b. 

Die Urkunde weiset die Bemessung eines Fuders Wein mit 32 
Eimern nach. 

ccxcv. 

Herzog Albreckt IL verleiht Ortolf dem Schlüssler ein Haus bei dem 
Herzogshofe zu Klostemeuburg, 

Dat Wien, 27. Juli 1341. 

Wir Albrechi von gotes genaden Herczog ze Österreich, ze 
Steyr, vnd ze Kemden Tuen chunt mit disem prief . Daz wir dez 
haus ze Newnburch Chlosterhalben mttf vnserm hof gelegen, daz 



283 

weilent Gerwartem dez alten Sluzzler geivesen ist , vnd daz Otiolf, 
tnser Sluzzler von OHen dem Schekchen von Steyr ynd tod Agne- 
sen seifier Bleichen wirtinn weilent Sybois von Paczmanstorf haus- 
vrowen recht ynd redleichen gechauft hat, Dez yorgenanten Ortolfes 
ynsers Sluzzler ze Newnburch Chlosterhalben ynd seiner hausvrowen 
Reiczen ynd irn erben, oder wem si daz gebent, rechter scherm 
sein mit yrchund des priefs, der geben ist ze Wienn an yreitag nach 
sand Jacobs tag — Dreuczehen hundert iar , dar nach in dem ains 
ynd yirczigistem Jar. 

OHg. Per;. (Bep. yct. Nr. 16. fol. 10t) «ai Ch«rt«Uri«ai AreUri m. M. 145. «. Du 
8i«r«l fehlt. 

Dies erwfihnte Haas httte*Gerwort der SchlQssler tod K. Friedrich (des 
SebSneD) am 5. Juni 1317 gegen den jShriichen Dienst eines halben Pfundes 
Wiener Pfennige erhalten. (Fischer, 1. c. 341.) 

CCXCVI. 

Der Oberkellner Hartmann legt Rechnung über eeine Ämter, 
Dat Klostemeuborg, 10. September 1341. 

In Nomine Domini. Amen, ^os, Pilgrimus Decanus, Conradus 
plebanus, ecclesie sancti Martini^ Johannes Colini^ Heinricus dictus 
Scherdinger, Conradus Stoyzendorfer , Johannes Velleprunnery 
Stephanus Simdorfer, Otto magister inßrmorum , Leo custos Domi- 
narum^ Berchioldus scriptory Stephanus de Wyenna, Marquardus 
de Nusdorf, Vlricus Custos , David, Petrus Capellanus, Augusti- 
nus de Waran et Bartholomeus pedagogus Canonici Reguläres Mona- 
sterii Neuenburgensis , ordinis sancti Augustini Patayiensis Dyocesis 
singulariter singuli omnibus presentes litteras inspecturis. Recognos- 
cimus et fatemur, quod dominus Hartmannus eiusdem Monasterii 
Canonicus regularis sub anno Domini Millesimo Trecentesimo Qua- 
dragesimo feria sexta ante festum assunpcionis beate marie yirginis 
post faetam racionem per eum Coram Reyerendo in Christo patre et 
domino domino Budwino nostro et dicti Monasterii preposito atque 
nobis in parya Stubella domus eiusdem dicti prepositi de omnibus 
perceptis et distributis, ut idem dominus Hartmannus dicebat, de 
fructibus, redditibus et proyentibus trium OfBcinarum dicti Mona- 
sterii, quas tenuerat, yidelicet Cellerarii et Superioris ac inferioris 
Camerarum recognoyit et fassus fuit, se subscripta, que in quadam 
cedula idem tunc legit et computayit, emisse et comparasse cum 



284 

pecunia, quam retroactis temporibus de honoranciis, siye honoribns 
et culpis, seu emendis ab hominibas dicti Monasterii ac aliunde habitis 
et reeeptis, ac de Lycophiis, et de biis» que sibisuperfluerant et eon- 
servaverat de prebeoda sua et Oblagia« ac aliis consolacionibos eins- 
dem Monasterii et de pecunia, quam ipse postmodum per iuramen- 
tum coram dieto domino Preposito et pluribus aliis per eum prestitum 
adiuratus« se a bone memorle domino Stepbano, quondam dicti Mona- 
sterii preposito asseruit habuisse et pe» eundem sibi commendatam 
fuisse. Recognoyit eciam dictus dominus Hartmannus, quod ipse omnia 
sua yasa argentea et Clenodia, que habuerat predictas officinas 
regende, impendisset et consumpsisset preter duodecim solides 
Wyennenses, quos adhuc se habere dicebat. Fuit autem predicte 
Carte per eundem dominum Haftmannum tunc lecte tenor talis: Nota 
omnia, que Ego Hartniannus extra ordinem siye intra exposui in 
ecciesia Neuburgensi quocumque modo : Primo duos Ornatus pro XVIII 
Talentis. Item duos alios Ornatus cum alijs attinenciis pro LX talen- 
tis. Item quintum Ornatum pro VI talentis. Iteni sextum Ornatum pro 
decem talentis. Item pro tribus Cappis XYIU talenta. Item pro uqo 
Calice VI talenta. Item pro secundo Calice quinque talenta. Item pro 
tercio Calice UII"^ talenta. Item pro quarto Calice XXVII talenta. Item 
pro Quinto Calice decem talenta. Item pro IUI'"' ampullis IUI**'' talenta. 
Item pro libro missali VII^ (7 V,) talenta. Item pro alio missali VI 
talenta. Item pro uno Epistolario VIII talenta. Item pro alio Epbto- 
lario ad Dominas XVIII talenta. Item pro duobus psalteriis XII 
talenta. Item pro uno antyphonario decem talenta. Item pro Vna Biblia 
IX talenta. Item pro Concionali duodecim solidos. Item pro bendicci- 
onali IX solidos. Item ynum aliud Viaticum cum briyiario pro VIII 
talentis. Item ynum alium librum matutinalem pro XII. talentis. Exclu- 
sis aliis iibris quibusdam, qui inyeniuntur post me/ quos comparayi. 
Item Vnam Crucem pro XII talentis, Item pro Vna Tabula ad sanctum 
Michahelem XIIII talenta. Item pro vno anniyersario ad dominos decem 
talenta. Item Dominis et Domiuabus pro tribus stubis balniaribus XXV 
talenta. Item pro Camera mea in dormitorio , quam pro me reformayi, 
VI talenta. Item pro Stuba in dormitorio L talenta. Item aliud edifi- 
cium in Camera et est Stupula Camera cum alio comodo pro XXVUII 
talentis. Item murus ibidem an der Leiten XV talenta. Itemcapella ibi- 
dem constat me in yno et in alio XVI talenta, exciusa donacione, que 
me constat LX talenta. Item dolacio sancti Egidii constat meCC talenta. 



285 

Item ligna, que primo comparayi pro donnitorio Recepit dominus Ste» 
phanos pie m^morie pro refectorio ^ constabant XXVm talentis. Item 
iter ad Avinionam con.stabat me XLVIIII talentis. Item Vexilla in 
Wyenna et superius cnm quibusdam.aliisVI talenta. item Honstrancia 
pro L florenis , qtd faciuTU XX talenta. Item Pistrinum CL talenta 
exclusis aliis, quorum memoriam ad presens non habeo. Item ediGcium 
Wyennense deeem talenta. Item posui super Cellerariam et Cameram 
et quibusdam aliis CC€C talenta. Item pro quatuor baculis III^ (3 %) 
talenta. Item pro thuribulo tria talenta, exclusis Testibus et expensis 
et eqiiis. Summa herum M.CCCXXVII talenta et quinque solidi. In 
quorum recognicionis nostre et fassionis testimonium presentem lite- 
ram per subscriptum notarium publicum scribi fecimus, et nostri Con- 
Tentus sigilli appensione muniri. Actum et datum in dicto nostro 
Monasterio presentibus discretis viris Dominis Heinrico de Erna- 
pnmn , Fridrico et Vlrico Vicariis ecclesie sancti Martini in Neu- 
enburga, Nicolaö, rectore scolarum ibidem, ac Nicoiao de superiori 
Camera presbitero testibus ad premissa yocatis et rogatis. Anno 
Domini Millesimo Trecentesimp Quadragesimo primo Die decima Men- 
sis Septeinbris Indiccione Nona, pontiflcatus sanctissimi in Christo 
patris et Domini Domini Benedicti divina providencia pape duodecimi 
anno septimo. 

Et ego Andreas qmndam Zidelmanni de Lupcziz Cleri- 
cus Olomucensis Dyocesis , publicus imperiali auctoritate Nota- 
rius ad peticionem predictorum dominorum Decani et singu- 
lorum Canonicorum regularium Monasterii predicti presentem 
literam appensione sigilli Conyentus eiusdem in pressula per- 
gameni sigillatam recogniciones et fassiones supra scriptas et 
alia prenotata continentem manu propria scripsi , et eis omnibus 
et singulis ynacum prenotatis testibus presens interfui, et in hanc 
publicam formam redegi, meoque consweto signo signayi , Anno, 
die, Mense, Indiccione, pontificatus et loco predictis. 

Orig. Perg. (Rep. Ytt, N. 18. fol. 88.) D«< CapiteUiegel ia gelbem Wachs hiagt aa eiaen 
PergaaMUtreifea. Et ist abgebildet bei Habtr Tab. XXYll. a. 8, doch feblta dort die beideo 
Sferae, je eiaer sa btidea Seiten de« Uaapta« der beil. iaagfraa. 

Hier erscheint zum ersten Male in den stiftliehen Urkunden der Gulden mit 
derWerthbestimmung: 1 Pfund ^ 2 V« flor., abweichend von der Berechnung in 
Hon. Boic. Tom. VI. pag. 344 (Mon. Te^emseensia) ^de Camera Abbatis floren 
quindecim, singuli 72 crucigerorum ralorem habentes". Im Jahre 1317 war 
das Pfund 240 Denaren gleich. 



286 

Wir ersehen ferner aus dieser Urkunde den Preis einzelner kirehlicher 
Gerftthschaften und GewSnder, so wie nicht minder das hohe Alter des noch 
bestehenden Gebrauches» dass die VorsSnger bei den feierlichen Motten mit 
StSben in der Hand und in Mänteln, wie sie im r5m. Brerier vom Jahre 1523 
und in dem Werke Conat ChronoL Hist in Titas Pontifieum. Migi Tom. VII. Dis- 
sert XL de forma Pallii abgebildet sind , erscheinen. 

An die Stelle Heinrich*s des Sch§rdinger*s war Pilgrim der Oberkellerer im 
Decanate gefolgt, an Konrad *s Stelle ist Otto Magister Infirmorum, da Konrad 
die Pfarre St. Martin Obemahm , an Marquard*8 Stelle erscheint BartholomSus 
als Pädagogus, neben ihm aber ein Nikolaus, der nicht Stiftsglied ist, als Reetor 
scolarum, schon im J. 1330 (Urk. 242} als solcher wirkend, so wie als neu 
die Vicarien an der St. Martinskirche. 



CCXCVM. 

Margaretha, die Altamtmann vonWeieUing, revenirt die Diemtpflichtig^ 

keit für ihr an Herwart, Ludwig*» Sohn, verkauftes Haue zu Oherweidling 

mit dem VorhehaUe der Einlösung, 

Dat. 2. Februar 1342. 

Ich Margret die alt Ammanin von Obern weydnich, ynd Ich 
Chunrat ir aydem ynd Ich Margret sein hatLSvrow — wir Yeriehen 

— Daz wir — mit vnsers Amptmanns hant hern Wisenten von Ruek- 
kestorf — yerchauft haben vnser haus, daz do leit %e Obern Weid- 
nick auf dem poch — dem erbern man Herwarten Ludweichs sun 
ynd sein erben ymb ains ynd Dreizzich phunt phenning wienner 
HQnzze, der wir der aindlef phunt gancz ynd gar gewert sein — 
ynd schol ich dann — yon den zwainczich phunden phenning alle iar 
dayon dienn zway phunt gelts dem Erbem herren, dem Brobste oder 
sein nacbchomen — ynd schol man auch denselben dienst auf dem 
Yorgenanten haus haben also mit aus genomener Red, so han ich — 
freywal, swann man zehen phunt phenning geit mit dem dienst, so 
ist ein phunt gelts ab, wer aber daz, dez man zwainczich phunt 
phenning geh mit dem dienst, so sint die zway phunt gelts gar ab, 
ynd schol man dann alle iar yierczich phenning dienn ze grünt recht 

— Des sint zeug her haug, der floyt^ peter der Freisinger, Diet- 
mar der Pirichworter , Rueger sein aydem — vnd dar yber so geb 
wir in disen prief versigelt mit dez Erbem Herren Insigü kern 
Ruedweins %e den Zeiten Brobst ze Newenburch — Der prief ist 



287 

geben — Dreutzehenhundert iar vnd in dem czwain ynd yierezigistem 
iar an ynser yrown tag ze der liechünesse. 

Cliartaltrtni Areki?! III. M. lOS. •. 

Hier erscheint wieder der jährliche Dienst eines Pfundes abidslieh mit 
10 Pfunden. 



ccxcvm. 

Martin, Caplan und Verweser der Capeüe im Raihhauee %u Wien, eehenkt 
den Schotten einen Weingarten in den Nusebergen. 

Dat 4. Juni 1342. 

Ich Mert Chapplan vnd verweser vnser Vrawen Chappellen in 
dem Rathaus ze Wienn yergich — Daz ich — durch got ynd durch 
meiner sei ynd aller gelaubiger sei hails ynd torstes willen, ynd auch 
benmderleichen durch aller der gutdaet willen, die ich emphan-^ 
gen han von dem Chloster vtiserr Vrawen zden Schotten ze Wien 
geschaffet ynd geben han ynd aufgeben mit meins Berchmaisters 
hant, des Erbem Ritters hem Gerunges des Choln meinen Wein- 
garten, der gelegen ist an dem Nusperg, des ain halbes Jeuch ist, 
den ich ym mein aigenhaft lediges gut ynd beraitschaft gechauffet 
han, da yon man alle Jar dient hintz dem Chloster ze Newnburch fünf 
yiertail weins ze Perchrecht ynd drei Helbling ze Voytrecht, Vnd 
dem beschaiden mann, dem Syfrid dem Minngang ze Wienn fünf 
phunt Wienner phenning Purchrechtes abzelosen ym yiertzich phunt 
pbenning wienner munzze Dem yorgenanten Chloster ynser yrawen 
zden Schotten ze Wienn, ynd den Herren in dem selben Chloster ynd 
allen iren nachchomen ffirbaz ewichleichen ze haben. — Vnd gib in 
Dar yber disen prief — versigelten mit meinem Insigel vnd mit des 
vorgenanten kern Gervnges — hisigel — nach Christes gepurd 
Dreutzeben hundert Jar in dem zwai ynd yiertzigisten Jar, Darnach 
des naechsten Eritages nach ynsers Herren Leichnamstag. 

Orig. Perg. (R«p. yet. Nr. 19. fol. 18S.) 

Zwei Siegel u Pergameatatreifea. Daa erste , linglieb «ad tob kleiaerer Fora , ia rotheo» 
Waeh«, zeigt die Umtcbrifl : 8 . MARTINI . RECTORIS . CAPELLE . SANCTE . MARIE . OTTONIS . 
IN. WTENNA. Im oberea Tbeile steht die beil. Joagfrao , das Kiad ia der Rechtea, oatea betet 
derCaplaa kaicnd mater eiaem Bogea. Daa Siegel Oeraag's ist Toai Jahre 1837 (Nr. 271) bekaaat. 



288 



CCXCIX. 



Propst Rudwein bewilUgt dem neuantretendtn Pfarrer Johann von Höflein 
für seine Lebenszeit das Strassengerieht daselbst. 

Dat. Klosteraeuburg» 6. Juni 1342. 

In nomine Domini. Amen. Anno nativitatis eiusdem Millesinno 
Treeentesimo XL°^ seeundo, sexta die mensis Junii, Indiccione 
deeima; Eeelesia Romana yacante per mortem quondam sanctissimi in 
Christo patris Domini Benedicti Pape XU*** In mei Notarii publiei et 
testium subscriptorum preseneia Venerabilis Dominus Rudwinus, 
Prepositus Monasterii Newnburgensis ordinis saneti Augustini PaU^ 
Tiensis Diocesis protestatus fuit, quod ludicium in Stratis Ville in 
Hoflein non ad plebanum Ecclesie ibidem, cuius ius Patroaatus ad 
ipsum dinoscitur pertinere, sed ad ipsum et dictum monasterium de 
iure pertineat et adhuc hucusque pertinuerit, quodque idem dominus 
Prepositus inclinatus preeibus Discretorum Virorum, magistri Nicolay 
eiusdem in Hoflein, et domini Johannis Parisiensis, Canonici frisa* 
zensia et in Virig ecclesiarum plebanorum Zalczpurgensis diocesis 
eupientium^ easdem Ecclesias suas ad inyicem permutare, et specia- 
liter ob Reverenciam et Petieionem Reverend! domini Domini Hein-- 
rici, sancte Salczburgensis Ecclesie Archiepiscopi indulsit et con- 
cessit de conniveneia et assensu Dominorum sui Conrentus, quod 
eompleta permutacione inter predietos Magistrum Nicolaum et Domi- 
num Johannem ecclesiarum predictarum et Domini Episcopi Dyoce- 
sani confirmacione et institucione subsecuta ad easdem, idem Dominus 
Johannes dictum iudicium tenere et habere possit ad tempora vite 
sue dumtaxat, eo modo » quo dictus magister Nicolaus ipsum tenuit et 
habuit de sua et Dominorum dicti Conyentns sui benivolencia et con- 
cessione special!. Ipseque Dominus Prepositus et singul! sui succes- 
sores post mortem et obitum dicti Domini Johannis Judicium supradic- 
tum rehabere et se de eo intromittere possunt, et quod plebanis ibi- 
dem in Hoflein, qui pro tempore erunt,in dicto judicio nichil sib! juris 
dicere poterunt, aut quomodolibet usurpare. In quorum testimonium 
Discreti Viri, Dominus Conradus saneti Andree, et magister Nico- 
laus dicte in Hoflein ecclesiarum plebani sua sigilla presenti instru- 
mento appenderunt. Nos quoque Conradus saneti Andree et Nicolaus 
in Hoflein ecclesiarum plebani ad evidenciam et cautelam pleniorera 



280 

predictorum nostra sigilla presenti instrumento duximus appendenda. 
Actum in dicto monasterio Newnburgensi presentibus HonorabiK Viro 
magütro Heinrtco t Canonico et Ctuiode Olamucensi ei plebano in 
NeUeb ecclesiarum, et Discretis riris domino Nicoiao presbiiero de 
friburk et Capellano Capelle sancte Chunegundis in Newnburga et* 
magigtro Johanne WesseU Reciore scolarum ibidem in Newnburga 
testibus ad premissa yocatis et rogatis. Anno, die, mense, Indiceione 
quibus supra. 

Et ego Andreas quondam Sidebnanni de Lupcziz, Clericus 
Olomncensis etc. 

Orig. Perg. (Bep. Vet. N. 9. fol. 160.) Zwei kleiaere 8irg«l in gelben Wachte — Perganeat- 
•Ireiica. Das erat«, nit der Uaaekrift: 8 . CVMBADI . PLEBANI . SAMCTI . ANDREE . IN . HAGKKTAL. 
iat iiagUek mmi setgt den Apoatcl atehead , mit eiaen Stabe , welcher obea kreasfAraug iat , ia der 
leehtea» die Uake aa die Bratt gelegte Hand trigt eiaea Palnsweig. In «atera Tkeile de« Siegel« betet 
der Pflwrer ia kaiender Stellaag. Da« aadere made Siegel eathilt die beil. Margaretba ait den Dracbea» 
ia der Beehtcn eia Kreaa haltead. f . 8 . NICOLAI . RECTOBIS . ECCLE8IE . IN . HEFLEIN. 

Die Urkunde xeigt in ihrem Beginne, wie langsam damals selbst die wich- 
tigsten Begebenheiten xur allgemeinen Kenntniss kamen, da der päpstliche 
Stuhl als erledigt erscheint, während schon am 7. Mai der Erzbischof yon Rouen, 
Peter Roger, Card, tit ss. Nerei et Achillei, als Clemens VI. gewählt und am 19. 
Mai , sugleich Pfingstsonntag, gekrönt worden war. 

Höflein kam 1248 durch Schenkung Luitold*s von Hardegg, bestätigt 1280 
durch die Grafen yon Schaumburg, an das Stift. 

Die Capelle cur h. Kunigunde erscheint zuerst 1300 als Dominicaner-Resi- 
denz. Hier erscheint schon ein eigener Caplan derselben aus dem Weltpriester- 
stande, sie war daher nur sehr kurze Zeit im Besitze des Prediger-Ordens, ohne 
dass sich jedoch die Zeit dieser Veränderung urkundlich bestimmen Hesse. Zu die- 
ser Capelle wurden manchmal im Jahre aus dem Stifte die Processionen gefuhrt, 
wie das gegen Ende des XIV. Jahrhunderts geschriebene , in der Stiftsbiblio- 
thek aufbewahrte Rituale, Rubrik: Qualiter processiones sint agende perannum, 
sagt: In invencione sancte Crucis ad s. Chunigundem processio fiat. Si festum 
s. Marci infra Albas venerit, ad sanctam Chunigundem solempnis proces- 
sio fiat. 

Nachdem im Vorjahre (N.296) noch ein gewisser Nikolaus als Rector scho- 
larum erschien, kömmt hier ein anderer, Namens Johann, in demselben Amte vor. 
Vielleicht bestanden beide neben einander, einer in der obem Stadt bei d^r 
Stiftskirche, der andere in der untern Stadt bei der Pfarrkirche zu St. Martin. 

Der in der Urkunde rorkommende Pfarrer yon Höflein, Nikolaus, dörfte mit 
dem im Jahre 1340 in gleicher Eigenschaft erscheinenden Nikolaus Peten de 
Kempnitz, Canonicus Ardacensis et papali auctoritate notarius, wohl identisch 
sein. 

Der gleichfalb vorkommende Johannes Parisiensis starb den 11. Januar 
1347 in dem Zwettelhofe zu Wien, und legirte dem Kloster Zwettl 100 Pfund 
und einige Bücher (Linck, Annal. Claraevall. T. I. pag. 737. col. 2). 
Fontes. XIV. 19 



290 



CCC. 



Konrad^ Caplan der Bartholomäus und MagdaUneneofdU hei 8t Martin, 
gehenkt dem Stifte einen Weingarten s» Slo^erneukur§. 

Dat. 13. December 1342. 

Ich Chunrat zu den Zeiten Chapplan daz $and Meriein der 
Chappeln sand Paertlmes vnd sand Maria Magdolen Vergich — 
Daz ich — durch Got tdcI meiner sei md meiner Torvodem seien 
willen ledichleichen geben han ainen Weingarten, daz ein halbes 
Jeuch ist, md Leit an dem Vczeinsperg ze nahest P(^^*ii« Wein- 
garten von sand Mertein, den ich ymb mein lediges freyes g^t 
gechaufthan, Daz ich gegeben mocht haben, wem ich wolt, Vnd 
mit meins Perchmaister hant Petreins des Staebleins, der dezsei- 
ben Weingarten Perchmaister ist. Dem Erbern Gaistleichen Herren, 
dem Probst Rudweinn md dem Conyent gemain vnserr Vrowen Goez- 
haus ze Nevnburch durch der liebe, die ich zu demselben Goczhaus 
han, — VersigeU mit meinem Insigel vnd mit meines vorgenanten 
Perchmaister insigil Petreins des Staebleins — Der brief ist geben 

— Dreyzehen Hundert iar , darnach in dem zway vnd yierczigisten 
Jar an sand Lucey Tage. 

Orig.Perg. (Bep.Vet. Nr. 123. fol. ISS.) 

Die Siegel siad ia gelbe« Wacht gedrfiekt. Das erste, obloage, mit der Uatsobrifl: -f . S . 
CHYMHADl . CAPELLAIII . S . BARTHOLOMEI . ET . MA6DALENE . AD . 8 . MARtlKVM. Der 
Apostel steht aabekleidet, du Haapt tob Heiligeaseheiae «stiossea; iber der re«htea Sehalter, 
TOB weloher eia abgecogeaes Fell herabhiagt, trigt er dea Stock. Das sweite ist rnnd nait der IIb- 

Schrift; S . PCTRI . 8TEBL Aas der Mitte des Kreises ragt am liaken Raade eiae Haad Tor, 

welche einen Stock schwebead halt , so beiden Seiten Reben , welche gleichsaai dem nateren Ende 
des Stockes eatspriessea. 

Die TorkonimeDde Capelle bei St. Martin wurde, wie die Urkunden Tom 
J. 1291 und 1297 zeigen , ron dem Ritter Ulrich von Krizendorf gestiftet. 

CCCI. 

Testament Dietriches des Schiefers von Klostemeuhurg. 
Dat 21. December 1342. 

Ich Dietreich der Schwer Ich Vergich — daz ich nach meiner 
nächst pesten frewnt rat, md auch nach meiner Chint rot geschaft 
ynd auch geben han yon meinen farunt guet durch meiner sei willen 

— So han ich geschaft dreizzich phunt Wienner Pfenning in meiner 
herm Oblay — So han ich auch in die Custrey geschaft ein halb 
phunt phennig geiz, daz ich auch ze Lehen gehabt han Von dem 



391 

Gozhaus — So han ich auch geschaft zehen phunt phennig Vmb 
ztoay tuech , daz ein tuech schol man geben hincz frewn , daz ander 
schol man mein herrn geben. So han ich geschaft zwai phunt phen- 
nig Vmb Wachs^ rnd zwai phunt phenning Vmb Opferphennig^ 
Tod dreu phunt phennig, daz man mich damit weataten schol y vnd 
den subenten Vnd den dreyzgisien mier domit wege. Vnd zway 
phunt phennig hinz den Froum. So han ich geschaft hinz Sant 
Jacob fünf phunt phennig — So han ich alle meinen Lehen geschaft 
mein sun Pertolien , Vnd kern Mycheh Chint Lewbolten vnd Sey- 
friden also, daz er dieselben Lehen mit in aufenphohen schol, Vnd 
schol auch Perchtolt mein sun die Lehen Inne haben Vntailt vnd 
Vnyerchumert, Vnd swaz nuz vnd dienst davon chom, die zway tail 
schol er nemen, Vnd daz drittail schol er den Chinden geben. Wer 
aber dann daz, daz ich Perchtolt an Erben verfuer, oder nicht wer, 
so schullen die Lehen auf die vorgenant Chint fallen. Wer aber dann 
daz , daz die Chint zu iern Jarn chammen, vnd auch an Erben ver- 
fuem, oder nicht wern, so schollen die Leheb herwider gefallen auf 
Pertolten vnd auf seinev Chint noch dez Lanz Recht in Osterich. 
Vnd pey der Wandlung vnd pei dem geschaeft ist gebesen der Erber 
herr. Probst Ruedtoein, vnd her Virich der Güster, vnd her Peter 
der Chelner, vnd her Ott der Parzenprunner, vnd her Marquart, 
meins hem Chaplan, vnd her Gerunch der Chol, vnd her hauch 
der flojft, vnd her Dietreich der Gundramstorfer, vnd Peter der 
Freisinger, vnd Wisentn von Egenburch, vnd Chunrad der Schi- 
fer, vnd Perchtolt mein svn, vnd Stepfan der Spaismaister, vnd 
Peter sein sun — Der Brief ist geben Von Christes gepuert — dreu^ 
zehen hundert Jar, darnach in dem zway vnd Vierzigsten Jar an 
«ant Thomas tag Vor Weinachten. 

Orif. Perg. (Prot. U. a. 50). Sech« hingenae Siegel ii gelbem Wachie. Das erste: f . S . 
DIETERK:I . SCHIFFERONIS . enthält aar einea Helm mit xiemlieh hoch ragendem Busche. Da« zweite, 
RaJveiD't, fehlt hier, wird aber beim Jahr« 1346 (N. 318) erwihat werdeu. Das dritte» 6erong*s» 
Ut bekaant. Das Tiert« hat die Legende: f . S . PETRI . VRIES1N6ERII . ond einen schrig getheil- 
tea Schild mit drei Dreiecken , welche mit der Orandliaie «af dem Theilangastriche aorstchen. 
Das flnfle , mit der Umschrift : f . 8 . STEPHANI . DE . CHRICENDORP . »eigt einen dem Torigen 
gleichea Schild, jedoch aar mit iwei Dreiecken. Im letitea f . 8 . CHYNRADI . SCUIFEROMS . 
wird der Schild durch eine breite, diagonale Binde in Hilftea getheilt. 

Unter den „frawu** ohne nShere Bezeichnung sind die Nonnen des Chor- 
fniuenstiftes zur h. Magdalena zu verstehen. 

In dem Personalstande des Stifts erscheint hier eine Verfmderung: Peter, 
der Caplan des Propstes, ist an Pilgrim*s Stelle, der jetzt Dechant ist, Ober- 

19 • 



292 

kellerer geworden; wie eine Urkunde aas späterer Zeit darthut, war er ein Sohn 
Peter*8 des Freisingers, des stiftl. Hofmeisters. Seine Stelle als Caplan des 
Propsts ist durch den Chorherm Marquard besetzt 

cccu. 

Johann Jung quUtirt dem Klo$temeuburger Stadtrathe über einen %ur 
Reite nach Rom erhaltenen VorsehuMe. 

Dat. Klostemeuburg, 17. Januar 1343. 

Ich Johanns der Jung yergihe — daz mir die erbern beschai- 
den Leyt, N. der Richter ynd der Rat ze Nembureh Chlosterhalben 
geben habent zwainzig gülden an dem zwain hundert gnlden, de si 
mir verhaizzen habent vmb die brief, di ich in von N. den pabst 
bringen sol vber die Chapellen^ di si stiften wellent in dem Spital 
daselbSf als si dar vmb mit mir Vberain chomen sint, also beschai- 
denleichen, ob ich in dieselben brief, di dar vber gut genug sind, 
nicht ausgebracht, als ich in verhaizzen han, so sind si mir derselbe 
hundert vnd achtzig gülden nicht gebunden zu geben , vnd sol ich in 
di Vorgenanten zwainzig Gulden Widergeben mit Vrchunt ditz brie- 
fes, der geben ist ze Nevnburch Chlosterhalben Nach Chrisfes 
geburd Tausend iar Dreihundert jar darnach in dem dre? vnd vier- 
zigisten jar an San Anthonii tag. 

Orig. Perg. E Tabnlarto CiTitati« Claittroaeob. aig. B. n. i. 

Kleine» raadet Siegel ia gebleichten Waehae, aa einen Perganeatatreifea, eiae Lilie ia der 
Porn der fk-aastfmehea enthaltead. Unsehrift: f . 8 . lOHAlfKIS . IVTEIflS. Eia ihaliehea iat 
abgebildet bei Daelliaa Exe. Geneal. Tab. XV. n. 198. 

In dieser Urkunde geschieht die erste Erwähnung der Capelle im städti- 
schen Burgerspital e, wegen deren in den folgenden Jahren ein bedeutender, nur 
durch des Herzogs Dazwisehenkunft beigelegter Streit zwischen dem Stifte und 
der Stadt sich erhob. Von wem die Capelle war geweiht worden , zeigte sich 
erst im Jahre 1707. Als man nämlich in diesem Jahre den Hochaltar abbradi, 
fanden sich in demselben Reliquien der Heiligen vor, unter dem Siegel des 
Bischofs Gottfried von Passau. 

CCCUI. 

Propst Rudwein verkauft seinen Kämmerern Bartholomäus und Ortolf 
einen Weingarten %u Klostemeuburg. 

Dat. 21. Januar 1343. 

Wir Rudwein von Gotes gnaden Probst ze Nevmburch Verie- 
hen — Daz wir recht vnd reddlich verchauft haben ain Weingarten« 



203 

des aia Sechstail eins Jeuehs ist» leit in dem Smalgraben — Den 
ms geschaft ynd gegeben hat die ersam Chlostervrowe vroto Helein 
die ressingerin^ vnsern getrwn dienern Bartholamen vnd Artolfen 
tnserm Chamem Vmb zehent phunt wienner phenning, der si yns gar 
vnd gentzlicb verriebt ynd gewert babent in ynser Herren Oblay zu 
ain widerleg ymb ein Perebrecbt — Dar yber geben wir in disen Prief 

— yersigelten mit Vnserm anbangundem insigeln. Der prief ist geben 

— Dreutzeben bundert iar damacb in dem Drey ynd Vierzigisten iar 
an sand Agnesen tag. 

Orig. P«rf. (Bep. Vet. ■. 48. fol. 117). 1H» Si«g«l d«t Propste« Rodweia fthli. 

Weder 1323 (N.200) aoeh 1341 (N. 296) ersehien unter den aufgesähl- 
tea Chorherren einer betraut mit dem Kammeramte , der letzte war im Jahre 
1319 der Chorherr Nikolaus (N. 187) ; diese Urkunde seigt uns dieses Verwal- 
tangsamt in weltliehen Händen, wie dies auch bei dem Kächen- und Kelleramte 
tum grossen Sehaden des Hauses der Fall gewesen. 

]n späterer Zeit erseheinen folgende Glieder des Frauenklosters sur heil. 
Magdalena in den Stiftsurkunden : 
1368. Chlar die Schretenpergerin. 
1374. Frau Breidt yon Eberstorf, ohiaymaisterinn. 
1406. Hedwigis, Deeanissa. 
1416. Chunig^nd die Holzhaimerinn, Maisterinn. 

1436. Agnes Wildinn, Magistra. 

1437. Chunigund Holczhamerinn, Magistra, erscheint in dieser Würde schon 

1426. in Vig. Coenae Dom. 

1444. Catharina de Hartheim. 

1445. Anna Mitterndorfferin, Maisterinn, f 1457, begraben in der Agnescapelle. 
Baserinn, f 1445. 

Aynweiginn. 

Barbara Grassin oder Grasserin, f 1452. 

Margreta, f 1474. 

Pyrpemerinn. 

Wolffenreuterinn, f 1469. 

Vrslein, f 1450. 

Vrsula Pachmfillerinn, f 8. Apr. 1466. 

Wenigna Eyczingerinn, f 28. Aug. 1465. 

Erlacherinn, -{- 1452. 

Martha Eysnerinn, f 12. Dec. 1473. 

Leehinn. 

1447. Scheblinn, f 1454. 

1448. Christlein. 

1449. Magdalena f 1449. 
Gartnerinn. 

1450. Margaretha Frudnerinn, auch Fronnerinn, f 25. Jun. 1471. 



294 

1450. Baiburg. 

1451. Chyemaisterian, eigeDtlich ChyeDDastinD, -{- 1453. 

1452. Magdaleoa HaotschusterinD» -f 1489. 16« April. 

1453. Martha Harerbn , auch HarderiiiD. 
Barbara VteDdorferiim, f 10. Dec. 1466. 
Strasserinn, f 1473. 

1454. Pachstelcxin» 1 1471. 
1458. Eyziagerinn, Magistra. 

1460. Pelodorferinn 
Dorothea, f 1473. 
Martha, 
Hindlinn. 

1461. SchauflantiD. 
Farsterinn. 
Vrslein, f 1467. 

1463. Strasserinn, Magistra. 

AynweigiD, Dechantio, -{- 1466. 
Barbara HechtiD. 

1465. Salome, 1 1465. 
Margaretha, -{- 1465. 

1466. Margaretha pierpawmerinn , Magistra, -{- 1469. 

1467. Helena Ruberinn, ao. 1480. Magistra. 

1470. HacheDbarterinD. 

1471. Scbolastica, f 18. Sept. 1482, als Meisterinn. 

1472. Dorothea Kumpfpergerino *), f 30. Aug. 1477. 

1473. Elisabeth, Ottilia, -{- in demselben Jahre. 

1474. Ypserinn. 
Edlingerinn. 

Agnes Hartnerinn, Saeristeymaisterinn. 

1475. Margaretha Händlinn, magistra, -{- eodem anno. 
Barbara JSgrinn. 

Magdalena Hantschuster. 

1476. Margaretha Vogelriederinn, Magistra, -{- 1501. 28. Nov. 

1480. Helena Ruberinn, Maisterin des frawenidosters zu Klosterneuburg auf 

dem perg. 

1481. D.Jutta, Magistra. 

D. Ag^es Hartnerinn , Magistra. 
Apollonia. 
1486. Catharina, Magistra. 
1488. Barbara furstenfelderinn. 

Czawnerinn. 

Hfidwig. 
1492. Helena, Conyersa, f 16. Sept eiusdem anni. 



*) In Tichtrs Diarium (Rauch II. S33). 



295 

1496. Katherina Radnerinn, Magistra. 

Brigida. 
ISOl. Margare tha, Magistra, f 28. Noy. eiasdem anni. 
1S05. Katharina Clauda, f i8. Ang. eiusdem anni. 

Peilndorferinn. 

Margaretha Hendlin, Conyersa, f 25. Mai 1510. 

Barbara Syezenpergerinn, -{- 31. Mai 1513. 

Ibserinn. 

Anna Mandlin, -{- 2. Apr. 1508. 

Barbara Nenhauserinn. 

Jegerinn. 

Leuchsnerinn. 

Fronica Krexenstabin. 

Barbara Müstingerinn (erscheint schon 1494). 

Katherina. 

Margaretha Gaunerinn. 

Dorothea Gansenstadin. 

Magdalena Wegweytin, alias Weytwegnin. 

Lucys Gollaterinn, spiter Maisterinn. 

Dorothea Hyerssin. 

Eilisabeth Aygnerinn. 

Cristina Wintherinn. 

Schredlin. 

Prewerinn. 

Beatrix Asantin, alias Osantin. 

Eysenreichin. 

Cuwnerinn. 

1506. Barbara Kreycschusterinn, vidua Wolfgangi Kreycschuster, Mater 

Domini Pauli. 

1507. Yrsula Ipserinn. 

Dorothea Rfiffenfoglin, f 7. Dec. 1515. 

Fronica Kärtelspergerinn. 

MareÜ. 

Kleuberinn. 

Dorothea Steinin. 

Kaysserinn. 

Dorothea Preunerinn. 
' 1508. Kunigundis. 

Euphemia. 
1509. Benegenita Domina Johanna de Polhaim Comitissa, f 10. Aug. eiusd. anni. 

Yrsula Biestin. 

Hedwigis Mulbacherinn. 

Barbara Ritterfelderinn de Wienna, f 30. Mart. eiusd. anni. 
1515. Yrsula, f 24. Not. eiusd. anni. 

Katharina Raderinn, Obriste Maisterinn, f 27. Apr. 1517. 



296 

1515. Katherina stainerinn , Techantin. 

Dorothea Gaosenstadlin. 

Barbara Aachawerinn, Conyersa, f 24. Oet 1521. 

Barbara Waltzhofferinn. 

Elisabeth WachUarin. 

Agnes Waehtaaflfiim. 

Juliana Wisentin» f 18. Oct 1521. 

Rostna Mftlssinn. 

Dorothea Emwergerinn. 

Dorothea Prewerinn. 
1517. Lucia GoIIaterinn, Magistra, f 26. Mai 1535. 
1521. Katharina Stainerinn, Techantin, f 30. Juni 1524. 

Barbara Jegerin. 

Margret Leixnerin. 

Barbara Wigxstingerin (Mfistingerinn). 

Margret Ainhauserin. 

Eils Aig^erinn. 

Dorothea Gaulnstadlin. 

Cristina Wintherinn. 

Margret Eyinreichin (Eysenreichin). 

Warbara Neuhauerinn, ^ 4. Mai 1532. 

Fronica Karlspergerin. 

Warbara Althauserin. 

Warbara Khaezlin. 

Agnes Wachtauffin. 

Madalena Wegweyserin. 

Ells Polackhin. 

Juliana Wbentin. 

Rosina Hölssin. 

Kathenn Lanczhueterinn. 

Cristina Schmidin. 

Dorothea prewerin. 

Weatrix Osantin. 

Madalena Passauerin. 

Appolonia Khirchmairin. 

Margaretha von Diernstain, Amanyn. 
1525. Barbara Wiegzstingerin (Müstingerin). Techantin. 
Zwischen 1525 und 1533. 

Lucia Gollaterin, Maisterin. 

Barbara Wiegstingerion. Techantin. 

Warbara Jftgerinn. 

Margret Ainhauserinn. 

Ells Aig^erin , die lateinbch. 

Margret Eysenreichin. 

Agnes Polackhin. 



297 

Madtlena Wegweitin. 

Ellisabeth Pollackhino. 

Katerina Lanczhueterin. 

Madalena Ledrein. • 

Apollonia Khirchmayrin. 

Manisch» Amanyo, Köchin. 
1535. Barbara Wiegxater^i (Müstingerin) Decana. 

Barbara Jigerinn. 

Margaretha Aufinhauseriiiii. 

Margaretha Eysemaicherinn. 

Elixabetha Aygneriim. 

Agnes Polakhin. 

Magdalena Schnlmaisterinn. 

Elizabeth Polackhin. 

Katharina Lantzhneterion. 

Magdalena Passawerin. 

Appolonia. 

Margaretha Junior. 

Magdalena Mfinsterin, Magistrat f 12. Sept. 1543. 
Ohne Angabe des Jahrs erscheinen im Stifls-Todtenbuche : 

20. Febr. Elisabeth , Decana Soror nostra. 

5. Mart. Cunigundis, Magistra Soronim nostramm. 

29. Sept. Ladignndis, Magistra Monialium S. M. Magdalena. 

3. NoY. Alhaidis Conyersa , soror nostra. 

13. December. Barbara Seydingerinn , Conversa, soror nostra. 
Im St Poltner Todtenbnche bei Duellius Exe. Hist. Geneal.: 

Id. Januarii. Agnes Sanctimonialis de Neuborga. 

VL Kai. Ang. Margaretha , olim Magistra Mon. Neuburgensis. Consoror. 

V. Kai. Jan. Anna Mitterdorfferin monialis de Neuburga, Consoror nostra. 
Im Göttweiher Todtenbnche. Mss. : 

VI. Idus Jan. Margraretha, Soror de Neuburga. 

VI. Kai. Julii. Anna Monialis in Neuburga Claustrali. 
lY. Non. Jnl. Katherina Soror in Neuburga Claustrali. 
Kai. Aug. Soror margaretha de Neuburga» Maisterinn. 
lY. Id. Aug. Ag^es Soror de Neuburga Claustrali. 
Id. Aug. Margaretha Monialis de Neuburga Claustrali. 
Xin. Kai. NoY. Scolastica, Ottilia, Sorores de Neuburga. 

CCCIV. 

Dietrieh der Zwickel versetzt dem Ohlayamte den Stiftet emenWeingarten 
zu Kloatemeuburg, 
Dat. 2. Februar 1343. 

Ich Dietrich der zwichel vnd ich Kairey sein hausfrow. Wir 
Tergehen — daz wir vnYerschaidenleieh gelten schuln in die Oblay 



288 



CCXCIX. 

Propit Rudwein hewilUgi dem neuantretenden Pfarrer Johann von Höflein 
für seine Lebenezeit das Strassengeriekt daselbst. 

Dat. Klosterneuburg» 6. Juni 1342. 

In nomine Domini. Amen. Anno nativitatis eiusdem Millesimo 
Treeentesimo XL°^ seeundo, sexta die mensis Junii, Indicefone 
deeima, Eeelesia Romana yacante per mortem quondam sanetissimi in 
Christo patris Domini Benedieti Pape XII"* In mei Notarii publici et 
testium subscriptorum preseneia Venerabilis Dominus Budwinus, 
Prepositus Monasterii Newnburgensis ordinis sancti Augustini Pata- 
viensis Dioeesis protestatus fuit, quod ludicium in Siratis Ville in 
Hoflein non ad plebanum Ecclesie ibidem , cuius ius Patroaatus ad 
ipsum dinoscitur pertinere, sed ad ipmm et dictum monasterium de 
iure pertineat et adhuc hucusque pertinuerit, quodque idem dominus 
Prepositus inclinatus preeibus DiscretorumVirorum, magistri Nicolay 
eiusdem in Hoflein, et domini Johannis Parisiensis, Canonici frisa* 
zensis et in Virig ecclesiarum plebanorum Zaiczpurgensis dioeesis 
cupientium, easdem Eeclesias suas ad inyicem permutare, et specia- 
iiter ob Revereneiam et Peticionem Reverendi domini Domini Hein" 
rici, sancte Salczburgensis Ecclesie Ärchiepiscopi indulsit et eon- 
eessit de eonniveneia et assensu Dominorum sui Conrentus, quod 
eompleta permutaeione inter predictos Magistrum Nieolaum et Domi^ 
num Johannem ecclesiarum predictarum et Domini Episcopi Dyoce- 
sani confirmacione et institucione subsecuta ad easdem, idem Dominus 
Johannes dictum iudicium tenere et habere possü ad tempora vite 
sue dumtaxat, eo modo» quo dictus magister Nicolaus ipsum tenuit et 
habuit de sua et Dominorum dicti Conyentus sui beniyolencia et con- 
cessione speciali. Ipseque Dominus Prepositus et singuli sui succes- 
sores post mortem et obitum dicti Domini Johannis Judicium supradic- 
tum rehabere et se de eo intromittere possunt, et quod plebanis ibi- 
dem in Hoflein, qui pro tempore erunt.in dicto judicio nichil sibi juris 
dicere poterunt, aut quomodolibet usurpare. In quorum testimonium 
Discreti Viri, Dominus Conradus sancti Ändree ^ et magister Nico- 
laus dicte in Hoflein ecclesiarum plebani sua sigilla presenti instru- 
mento appenderunt. Nos quoque Conradus sancti Andree et Nicolaus 
in Hoflein ecclesiarum plebani ad eyidenciam et cautelam pleniorem 



280 

predictorum aostra sigilla presenti instrumento duximus appendenda. 
Actum in dicto monasterio Ncwaburgensi presentibus Honorabili Viro 
magütro Heinrico^ Canonico et Ctuiode Olamucensi et plebano in 
NeUeb ecclesiarum y et Discretis riris domino Nicoiao presbitero de 
friburk et Capellano Capelle sancte Chunegundis in Newnburga eC 
magistro Johanne Wesseli Rectore scolarum ibidem in Newnburga 
testibus ad premissa yocatis et rogatis. Anno, die, mense« Indiceione 
quibus supra. 

Et ego Andreas quondam Sidelmanni de Lupcziz, Clericus 
OlomueeDsis etc. 

Orig. Perg. (Bep. Yet. N. 9. fol. 160.) Zwei kleiaere Siegel ia gelben Waebse u Perganeot- 
•trdfeo. Daa erste, nit der Unaebrifl: S. CVMBADI . PLEBANl . SANCTI . ANDBEE . IN . HAOUTTAL, 
Ut laaglieb «ad seigt den Apostel «tebead , mit einen Stabe , weleber obea kresaKmig ist , ta der 
Bestes, die liake aa die Brast gelegte Hand trigt einen Palnsweig. In «atera Tbeile des Siegels betet 
der P&rrer ia kaieader Stellaag. Das aadere raade Siegel eathilt die beil. Margaretha nit den Draebea, 
ia der Beebtea ein Kreuz baltead. f . S . NICOLAI . RECTOBIS . ECCLESIE . IN . HEFLEIN. 

Die Urkunde zeigt in ihrem Beginne, wie langsam damals selbst die wich- 
tigsten Begebenheiten zur allgemeinen Kenntniss kamen, da der päpstliche 
Stuhl als erledigt erscheint, während schon am 7. Mai der Erzbischof yon Ronen, 
Peter Roger, Card, tit ss. Nerei et Achillei, als Clemens VI. gewählt und am 19. 
Mai , zugleich Pfingstsonntag, gekrönt worden war. 

Höflein kam 1248 durch Schenkung Luitold*s von Hardegg, bestätigt 1280 
durch die Grafen yon Schaumburg, an das Stift. 

Die Capelle zur h. Kunigunde erscheint zuerst 1300 als Dominicaner-Resi- 
denz. Hier erscheint schon ein eigener Caplan derselben aus dem Weltpriester- 
stande, sie war daher nur sehr kurze Zeit im Besitze des Prediger-Ordens, ohne 
dass sich jedoch die Zeit dieser Veränderung urkundlich bestimmen Hesse. Zu die- 
ser Capelle wurden manchmal im Jahre aus dem Stifte die Processionen gefuhrt, 
wie das gegen Ende des XIV. Jahrhunderts geschriebene, in der Stiftsbiblio- 
thek aufbewahrte Rituale, Rubrik: Qualiter processiones sint agende per annum, 
sagt: In invencione sancte Crueis ad s. Chunigundem processio fiat. Si festum 
s. Marci infra Albas venerit, ad sanctam Chunigundem solempnis proces- 
sio fiat 

Nachdem im Vorjahre (N.296) noch ein gewisser Nikolaus alsRector scho- 
lamm erschien, kömmt hier ein anderer, Namens Johann, in demselben Amte vor. 
Vielleicht bestanden beide neben einander, einer in der obem Stadt bei d^r 
Stiftskirehe, der andere in der untern Stadt bei der Pfarrkirche zu St. Martin. 

Der in der Urkunde vorkommende Pfarrer von Höflein, Nikolaus, dürfte mit 
dem im Jahre 1340 in gleicher Eigenschaft erscheinenden Nikolaus Peten de 
Kempnitz, Canonicus Ardacensis et papali auctoritate notarius, wohl identisch 
sein. 

Der gleichfalls vorkommende Johannes Parisiensis starb den 11. Januar 
1347 in dem Zwettelhofe zu Wien, und legirte dem Kloster Zwettl 100 Pfund 
und einige Bächer (Linck, Annal. Claraevall. T. 1. pag. 737. col. 2). 
Fontes. XIV. 19 



300 

▼nserin haus mit dem Weingarten, der da so gebort, das do leit in 
der weiten ga9$en ze nächst Stephans des Speismaüters haus, das 
ms md Tnser erben an gestorben ist von dem Erbem ritter» hem 
Dietreiehen van Ckriczendorf^ meinem sweher, dem got genade» 
Dem ersamen herren BroM Rädwein von Newnboreb md der Sam- 
nong des Conventes mser yrowen ze Newnboreb — vnd geben in dar 
▼ber — disen prief versigelten mä vnserm InsigeU vnd biten den 
erbem man Nyclasen den Mansewer vnsem besundern freumi, 
daz er der sacke gezeug ist mit seinem InsigeL Diez ist gesebeben 

— dreozeben bnndert Jar in dem vier ynd rierczigistem iar an der 
beiligen JonebTrowen sant Cbmigonden tag. 

Ckartalariai Arekiri UL M. 88. h. 

cccvm. 

Pendit, Miehad'M des KUber$ Witwe, gibt ihrem Sckwmger Heinrich 
S^netnUin CHUien %m Lang-Enzeridorf, 

Dtt Wien, 18. April 1344. 

leb Pendit, hem Michels witibe dez CUAer von Maurperg^ 
dem got genade, vergieb — Daz ieb — ledichleicb gegeben ban 
meinem Swager Bainrreichen dem Snaeczlein vnd seiner hausvro^ 
wen vrown Margreten , meiner Mimen vnd irn Erben an dem Gelt, 
daz ieb meiner Swester vrown Perchten der vsmaninne^ der got 
genade, schuldich gewesen pin, meins rechten Pnrchrecbts , daz ich 
ze Parcbrecht gehabt han von dem Gotshaas vnser vrown ze Newn- 
burch Chlosterhalben, ain phunt wienner phenning geltes md acht ynd 
zwainczig Chaes geltes, und riertzehen buner md zehen Schilling 
ayr geltes, das alles gelegen ist ze Enczestorf vnder dem Püsem^ 
perg auf bestiflem g&t behauster holden, da man auch alle iar von 
dient dem egenanten Gotshaos vnser vrowen ze Newnbnrcb zwelif 
wienner phenning ze Purchrecht — Dar vmb so gib ich disen prief 

— versigili mit meinem Insigil vnd mit des Edeln herren Insigil 
Praeter Hainreichs Graf von Schawenberch zu den zeiten Obrister 
Mayster Sant Johans Orden ze Ma^&rperg — Der prief ist geben ze 
Wienne — Dreutzehen hundert iar darnach in dem vier vnd viertzi- 
g^ten iar des naechsten Svntags vor sant Georigen tag. 

CkartBlariBM Arelim IIL f«l. 104. h. 



301 



CCCIX. 



Aidkeid, Herwarf $ Hausfrau^ verkauft ein Haus und %wei Weingärten 9u 
Klottemeuburg ihrem Eidam, Jakob dem S^eiber. 

Dtt. 24. April 13U. 

Ich Olhayt des Hertworis Hauavrowe vergich — daz ich — 
mit meins wirts herwort gunst Tnd willen Yni mit meins Perchmai- 
sters hant hem Wysents von egenburch^ Tnd mit meins Perchmai- 
sters vnd Ämptmans hant Chunrats des Czistels Terchauft han — 
zway Weingarten, der ainer leit in der ChoUengrüb vnd ist ain hal* 
bes Jeuch, leit ze naechst Chunratem dem paeuerlein dem Choche, 
so leit der ander an dem Puechperig vnd ist ain Jeuch, leit ze 
naechst Nyclon des seiden aydem^ vnd daz haus, daz gelegen ist in 
der Stat ze naechst des Reczer haus vnd dev egenanten zwen Wein- 
garten, vnd daz haus, dev solt ich gehabt haben ze Leypgedinge 
mcz an mein tod , dev hab ich verchauft vnd geben meinen aydem^ 
Jacoben der Schreiberinn sun vnd seiner hausvrowen meiner toch- 
ter vrown Kairein — also beschaydenleich , daz sev mir vncz an 
meinen tod von dem Jeuch weinwachs an dem Puechperig vnd von 
dem haus, daz do leit in der Stat, dienen sullen alle iar ze drin tage 
Sechs phunt phenning geltes Purchrechtes — Des gib ich disen prief 
— versigeUen mit dez Weingarten an dem Puechperig Perchmai- 
sters vnd mit dez hauzz Ämptmans Insigel Chunrat des Czistels 
tnd mit hem Ortolfs des Sltizzler Insigel — Der brief ist geben — 
Dreuczehen hundert iar darnach in dem vier vnd vierczigistem Jar 
an sand Georigen tag. 

thartnlarinm Arehivi III. fol. tS6. b. 



CCCX. 

Herzog Albreckt IL entscheidet den Streit zwischen dem Stifte und der 
Stadt Über die Bürgerspitals - CapeUe. 

Dtt. Wien, 20. Juli 1344. 

Wir Albrecht von gots gnaden Herczog ze Osterreich, ze Steyr 
vnd ze Chemden tuen chunt mit disem prief vmb den stSz vnd chrig, 
80 zwischen vnserm lieben Chapplan Brobst Ruedwein von Nevm- 
hwrch Chlosterhalb vnd seinen Convent an einem tail vnd vnsern 



302 

PargerQ daselbs an dem andern tail gewesen sind von des Spitales 
wegen ze Newnbureh Chlosterhalb, daz si derselben chrieg ynd 
stozze baidentbalben willichleichen ynd genczleiehen hinder vns 
gegangen srnd, also swaz wir dar vber sprechen, daz si daz ze bai- 
der seit stet wellen haben. Nu haben wir dar über gesprochen ynd 
sprechen mit disem brief des ersten : daz der Probst ainen Chorher- 
ren auz dem Conyent geben sol, der die Ewig Messe yerwese» ynd 
täglichen habe in der Chappelln in dem Spital» Vnd demselben Chor- 
herren sol geyallen auz dem Spital ze pezzerung zu seiner phrunt 
zehen phunt geltes, ynd oych allez daz Oppher, daz da geyallen mag, 
oder geppphert wird in derselben Chappeln auf dem Alter, daz sol 
gehorn in die Pharr, die da heiztet die Gusirey. Ez sullen euch 
alle heilichait, der die Sieben in dem Spital notdürftig sind, ez sei 
Reicht, oder Gots Leichnam, oder daz heilig Ole hinab yon dem 
Chloster geraicht werden. So sol ouch die Hesse in derselben Chap- 
pelln in dem Spital nur gesprochen werden, wann man zu der Wand- 
lung leuttet , zu der andern frumesse in dem Chloster. Ez sol auch 
diselb Messe in dem Spital zu den drin obristen Hochzeiten gesungen 
werden ynd an der Chirich Weichtag, ynd an des heiligen tag, in 
des eren der alter geweicht wirf. Wer aber, daz der Spitalmeister 
oder sein hausyraw oder diener oder dienerinn, die in das Lanchoys 
nicht gehorent, stürben. Sprechen wir, daz die an Messe werden 
getragen zu dem Chloster, ynd daz in da ir recht wyrd begangen. 
Swelich Siech aber in dem Lanchoys stirbet, daz der bei der Messe 
dainne stä, ynd daz man in darnach zu dem Vreythof trage, Vnd in 
da begrab. Ouch sprächen wir, daz dieselb Chapelle Chainen Vreyt- 
hof nochchain Glokhaus haben sol, nur ein chlaines sinegozzel. Vnd 
daz bei der Chapeln weder erst, noch sibent, noch dreizkist, noch 
Jartege nicht begangen werden. Ez sul auch die yorgenant Chapell 
nur mit einen alter ynd mit einer Messe werden gesüßt ynd dieselb 
Hesse sol gesprochen werden yon ainen Chorherren auz dem Conyent 
alz yor geschriben ist. Vnd ouch, daz dem Chärner an Gotsdienst 
ynd an dem gelt daz yon alter dazu geben ist ynd an allen seinem 
rechten furbaz ichtes icht abg5 Von der Ceche ynd yon dem Spital. 
Ez sol ouch chain schnei bei dem selben Spital sein, noch furbaz 
nimmer werden, nur bey dem Chloster, vnd bey der Pharr daz sand 
Merttein, Wir sprechen ouch, Waz zu dem Vorgenanten Spital Vor- 
geben ist, ynd waz iezund darzu gehSrt, daz daz dabey beleih an 



303 

allen Tayl, Swaz man ouch den Siechen geit durch Got, ez sej 
prot, Wein, VIeisch, phenning, die man ynder seu taylt, oder waz 
Chost man In geh, damit man seu trösten wolt, oder gewant, oder 
Petgewant, daz sol onch an allen tayl beleiben. Vnderwund sich aber 
der Spitalmeister der phenning, die Vnder die siechen getailt wur- 
den, so sollen si auf dem Tayl g£n, ouch Sprechen wir, swaz man 
durch got zu des Spitals powe geit, in dem nächsten dreyn Jarn, als 
der brief geschriben ist, daz daz Vngetailt beleih. Waz man ouch 
auf daz egenant Spital gebent wirt, ez sey auzzerhalb oder innerhalb 
der Pharr Von Erb, Aygen, Von beraitschaft, daz ?ber Sechczig 
phenning were, davon sol dem Chloster der drittail gevallen, Vnd 
dem Spital di zuen tayl. Wir sprechen ouch, swaz der Spitalmeister 
des Spitalsgut wil wandeln mit inneneinen , mit auzgeben, Oder mit 
widerraitten, daz daz geschech mit des Chapplans , der derselben 
Chappelln Verweser ist, wizzen, ynd daz er ouch dabey sey. Vnd sol 
ouch der Probst bey der Raytung sein, oder aber der seinen ainen ze 
derselben raittung schaffen. Vnd sol die Rayttung geschechen ze 
allen Quatembern. Dar zu sprechen wir, swann die Purger dem 
Probst geschriben gebent allez, daz enther zu dem Spital gebort vnd 
geben ist, daz in dann der Probst vnd der Convent eth Vrchund dar- 
über geh , daz ez furbaz in dem tail icht gebor. Man sol aber doch 
davon widerraitten, als Von dem andern gfit, daz daz Spital ange- 
hört. Des geben wir zu Vrchund disen Brief, besigeUen mit vnserm 
Insigelf der geben ist ze Wienn an Eritag Vor sand Marie Hagdalene 
tag. Nach Christs geburd dreuzehen hundert Jar, darnach in dem 
Vier vnd Vierzkisten Jar. 

Orig. Perg. (Prot. II. o. 140.) aad CharfaUriam Ar«hin III. fol. 119. •. Das Siefel fehlt. 

Mit grossem Eifer wachten Klosteroeuburg*s Prälaten, dass die pfarrlichen 
Rechte nicht geschmälert würden. So 1300 Hadmar gegenfiber den Domini- 
canern, 1306 Rndger gegenfiber von KremsmOnster (N. 106), 1307 der Pfarrer 
fQ Hmligenstadt, Wachsmuth, gegenüber von St. Nikolaus bei Passau (N. 116). 

Hier sucht und erhält Propst Rudwein des Herzogs Albrecht Entscheidung 
zu Gunsten seiner Stiftspfarrkirche gegenüber von der , wie aus zwei Stellen 
der Urkunde erhellt, erst zu erbauenden Capelle des Börgerspitals am Leder- 
bacb. Wir ersehen, dass der Güster nicht blos die Obsorge der kirchlichen 
Geräthschaften hatte, sondern nach dem Wortlaute der Urkunde der eigentliche 
Pfarrer war, ferner, dass (was früher als blosse Vermuthung hingestellt wer- 
den konnte) in Klosterneuburg zwei Schulen, die eine bei dem Stifte, die 
andere bei St. Martin bestanden. 



304 

Die in der Urkunde erwfihnie Zeche hiess ursprünglich die Zeche U. L. 
Fr. am Neusiedel, von dem Hause, welches sie in der Neusiedlergasse besass; 
später bekam sie den Namen Kreuzzeche , und leistete zur Erhaltung des Kamers 
der oberen Stadtpfarre j&hrliche Beiträge, welche der Herzog hier im Auge bat. 

Mit dieser Entscheidung des Herzogs war auch die ganze streitige Ange- 
legenheit geordnet» denn der Stadtrichter Friedrich Ton Lewb stellte unter glei- 
chem Datum dem Stifte darfiber einen Yersicherungsbrief aus , in welchem des 
Herzogs Ausspruch in extenso eingerückt ist (Fischer, I. c. 369). 



CCCXI. 

Spruehhrief de» ötterr. HofHchter»^ Weuhart de» Topely 9wi»eken dem 
Stifte und Ührich dem Redeprunner um einen Hof zu 8toi»endorf. 

Dat. Wien, 21. September 1344. 

Ich Weychari von Topeh Hofrichter in Österreich Taen chunt 
— Daz Vlreich der Redeprunner vor mir in rechtem Hoftaidiog 
chlagt hincz dem erbern hern herren Brobsi Rüdwein ze Newnburch 
vmb einen hof , des ein ganczes lehen ist ze Stoyzendorf^ vnd swas 
darzu gehöret , als verre. Daz der egenant Brobst Rudwein auf ein 
antwurt cham mit vorsprechen , vnd waigert auf den Brobst von WaU- 
housen^ den wolt er stellen für sich ze einen gewem auf daz nächst 
Hoftayding, vnd darnach auf daz selb Hoftayding chom der 
egenant Brobst yon Newnburch nicht, noch der vorgenant Brobst 
von Walthousen, daz si den egenanten hof verantwurt bieten, 
als si ze recht bieten, vnd als si sich verpunden bieten vnd ver- 
mez2en. Do chom der egenant Vh*eich der Redeprunner, vnd 
pat mit vorsprechen vragen, wns recht wer, do ward im von den 
lantherren ertailt mit vrag vnd mit vrtail, vnd auch vervolget Seid 
dem egenanten Brobst Rudwein an seinem gewem wer ab gegangen, 
vnd den nicht gestalt biet, als er sich vermezzen het. Ich solt den 
den egenanten Vlreich den Redeprunner dez egenanten bofes vnd 
swas darzu geboret an die gewer seczen vnd gewalticb machen fur- 
baz allen seinen frnm da mit schaffen als mit anderm seinen gfit, vnd 
sol in dar an schirmen mein herre, der Herczog nach dez landes 
recht in Osterreich. Daz han ich getan mit vrchund dicz priefes. Der 
ist geben ze Wienn — Dreuczehen hundert Jar vnd in dem vier vnd 
vierczigisten Jar des eritags an sand Matheus tage. 

Chartnlarinm Arehivi in. fol. 141. b. 



305 



CCCXII. 

ffr. Heinrick , €hraf van Sdkaumherg^ Ohriiter Mei$ter der Johanniter 
Mf Maüberg verkauft Ortolf mit der Peixichen Gelddieneit %a Klotter' 

neuhurg. 

Dat. Mailberg» 28. September 1344. 

Wir Bruder Hainreich Graf von Schawenberch, zv den Zeiten 
Obritter maisier Sand Johanns Orden ze Meurperge vnd der Con- 
▼ent gemeine dez selben Ordens daselbens Veriehen — Daz wir — 
rerchaaft haben vnsers rechten Chauf aigens Sechtzich Emmer weins 
geltes Perehrechtes ynd ein halb phunt Wienner phenninge geltes, 
daz dar zn gehöret vnd daz alles gelegen ist auf zwaintzich Jeuch 
Weingarten ze Newenburch Chlosterhalben. Des ersten in der Weyd" 
mch an dem Waehinger vnd an der ziegelgrüb vier Jeuch , rnd an 
dem weinhaus drithaib Jeuch , ynd an der Eren vierdhalb Jeuch 
ynd zway achtail, ynd in dem henileinsgraben vierdhalb Jeuch vnd an 
dem Geswendt vnd an dem SateUteyge drev Jeuch vnd drev achtail 
vnd aaf dem hymel vnd an dem obem Aychwege drithalh Jeuch vnd 
drev achtail — Vmb hundert phunt Wienner phenninge — Dem 
Erbern manne Ortolfen mit der Petziehen^ purger ze Wienne vnd 
seiner Hausvrowen, vron Dymuten vnd irn Erben — Dar vmb so 
geben wir in disen brief — versigelien mit vnsem Insigiln. Discr 
prief ist geben ze Meurperige — Dreuzehenhundert iar, darnach in 
dem Vier vnd Viertzgisten iar dez nächsten Samztages vor Sand 
Michels tage. 

OH^. Perg. (R9f. Vel. N. 4. fol. 97.) wi4 ChartalariaM ArcliiTi fol. 87. b. 

Dm erst« Siegel ist ja griaes Waelis , aaf eiaer breiUrea Uateriage Toa gelbea , feilraekl. 
üuehnft: f . 8 . HEINBICI . COMITIS . O . 8CH0MBEBCHT. Dteselbea EmbleMe, welche beim 
Jabre ItSO erwükat waraea (Moa. Baic. Hl. Tab. VII. a. S9 et 40); jeaaek r oht de r Heia aaf in 
Ecke a— SehiMei wie bei Haber Tab. XV. a. 10. Da« «weite Siegel: f . S . FBVM . DE . H08P1- 
TAU . SCI . lOHllflflS . PER . ATSTBIAM . ET . STIBIAM. warde aaa Jahre IS14(N. 159.) beschrie- 
bea, Bäailieb imt Raapt des heil. Johaaaet aaf eiaer Sehiaael. Da« Siegel ist kreiaAraitg tob grCaaertr 
ftu lai ia gelbea Waeha«. 

Derselbe Heinrieh, Graf reo Schaamberg, er«eheint im J. 1341 als Comthur 
des Hauses zum h. Jobann in der Kfirntnerstrasse (Fischer, Brev. Notit. Urb. 
Yiodob. P. II. Cap. XI. p. 155). — In der spfiteren Zeit erseheint in den stifl- 
liehen Urkunden: 1433. Cunrad ron Niemandt, Comthur des hauses su St 
Johinn in der KSrotnerstrasse. 
Fontes. XIY. 20 



306 

CCCXIII. 

Michael der Stapfer verkauft dem Charherm und Siechmeüter David einen 

Weingarten zu Klosterneuhurg. 

Dat. 13. Februar 1345. 

Ich Michel der Stapfer vnd ich Diemut, sein hamvrawe, wir 
veriehen — daz wir — verchauflt haben vnsern Weingarten , des ain 
Viertail ist, leit an dem Rosenpühel — Dem erbern Herren hem 
Daviden, zu den zeüen Sichn Maister in den Gotshaus ze Newn- 
burch vmb Newn phunt wienner pfenning — Vnd dar vber — geben 
wir disen briet versigeUen mit vnsers Perchmaisters insigeh kern 
Wisenten von Egenburch — Der prief ist geben — Dreutzehen hun- 
dert Jar darnach in dem fumf vnd Viertzigisten iar des Sunntages in 
dem Vier tagen in der Vasten. 

Ori^. P«rg:. (Rcp. Tet. Nr. it4. fol. 181.) Baadcs Sie^l \m gelbem Waebse Mit der 
ümuhrift : t . S . WISNTONIS . IN . EOENBVRCH. Eia achriffer Balkea, fut ia 4er Wabe wie kei 
Haber Tab. IX. o. 16. 

Im Jahre 1341 war Otto, jetzt ist David Siechmeister (Magister Infirmo- 
ram) des Stiftes» 

CCCXIV. 

Andreas der Görl und seine Söhne vernichten %u Gunsten des Stiftes 
St. Andrä an der Traissn auf ihre Anspräche an zwei Weingärten %m 

Klostemeuburg. 
Dat. 14. Februar 1345. 

Ich Andre der Görl von Rappotztal ynd ich Vlreich pharrer ze 
Chvnring vnd ich Nycla dez vorgenanten Andres svn Wir yeriehen 
— Daz der erber ynser genediger herr vnd vreunt her Vlreich ze 
den Zeiten techent vnd pharrer datz sand Stephan auf dem Wach- 
rain — gemachet hat im selbe vnd auch vns vnd allen seinen vordem 
ein ewiges selgeraet pey dem gotzhaus vnd dem chloster datz Sand 
Andre pey der Traysem gelegen. Dem er gegeben hat ainen Wein- 
garten an mukcherawer perg ze Nevnburch gelegen den er vmb 
sein aygen guet gechauffet hat wider hem Nyclan weylent pharrer 
datz Hoflein 9 da man alle iar von dienet in dem Lesen ayncm Emer 
weins ze perchrecht in den Weingarten ze nächst da pey gelegen der 
do haizzet der Pusenperger, vnd der do ist hern Vlreichs dez phar- 
rer von zwentendorf vnd seiner prüder^ den er vns , mir vorgenan- 
ten Andren dem Gorlein ^ vnd besunderleich meinen sunen hem 
Vireichen vnd Meiosen vormaln gemainet hat zu geben « dez doch 



307 

nicht geschach noch geschechen ist von aufgeben vnd von enphahen 
mit Perchmaisters hant. Mit demselben Weingarten schol der Probst 
datz sand Andre vnd sein samenung furbaz allen iren fruroen schaf- 
fen — Vnd darvber geben wir — disen prief versigilten mit vnsem 
hisigeln. Der prief ist geben — dreutzehen hundert iar darnach in 
dem fumf vnd viertzigistem Jar dez nächsten Montages nach dem 
ersten Snntage in der ersten Vastwochen. 

Orif . Perg. Di« Sie^l YAu^m an Pergamt Btstreifea. Dm enie , rand , ia %t\htm WaelM«, 
liaat die Baibl«Me aiekt Mcbr erkeaaea. ÜMsehrifl : f . 8 . ANDREE . OOREL . DE . RAPOLSTAL. 
D«s aadere ist liaglieh ia gelbea Wach««. Der Heilige drSekt mit der reebtea Haad eia Bach aa die 
Brut, die Liake ist eegaead erhobea , das Haapt ait den Heiligeaaelieiae aagebea. Zar liakea Seite 
der Fifar etekt daa Wert lACOB. , aar reebtea MINOR., die Uoiscbrift laatet: f . S . CTMRADI . 
PLEBAHI . DE . CHYNRmO. 

er. die Urkunde fom 10. Mfirz 1337. (N. 270.) 

cccxv. 

Otto von Drokendorf verkauft dem Stifte Gelddiemte %u Roggendorf, 
Dat. 16. Februar 1345. 

Ich Ott von Drokkendorf vnd ich Elen sein hausvraw wir 
veriehen — daz wir verchauft haben — vnsers Lehens, daz wir 
gehabt haben von dem Gozhaus ze Neunburch achcehen phenning 
geltes , di do gelegen sint auf einen Paumgarten mit sampt der Mul 
niderbalb des dorfs zu Rokendorf vnd drithalb phenning geltes auf 
zwain hofsteten doselbes dem Erbern herrn Probst Ruedxcein vnd 
seinem Gotshous zu Neunburch vmb sechzig vnd vmb vier phunt 
phenning Wienner münz — Dar vber gib ich — disen brief Versi- 
gelten mit meinem anhangunden Insigel, vnd mit Vlreichs des Stoy- 
zendorffer, vnd hainreichs seins brüder anhangunden Insigeln — 
Dez sint gezeug: Peter von Drokendorf, Vnd Jans der Stoyzen- 
dorfer f vnd Wolphart sein brüder, Vnd Mert, der Richter zu 
Egenhurch, vnd Leupolt der Vnger, purger daselbst 9 Vnd erber 
Leut. Daz ist geschehen — Dreuzehenhundert Jar darnach in dem 
fumf vnd Yierzigisten Jar dez Mitachs in der Vasten in dem Cho- 
tember. 

Orig. Perg. (Prot. HI. Nr. 4i.) oad Cbartalariam ArcbiTi III. fol. «42. a. 

Drei made Siegel. Das erste mit der Umsebrift : f . S . OTONIS . DE . DROKENDORF. leigt 
eiaea Helm , aef welcbem eia Sebeffel oder Oetreidemass rabt , aas diesem ragea aaf beidea Seitea 
drei Getreideihrea berror. Daraater biegt die Helmdeeke. Die beidea Siegel der Stoizeaderfer siod 
TOB Jahre 1338 (N. 273) bekaaat. 

Roggendorf , ein Dorf mit einer Localie, K. 0. M. B. bei Eggenburg. 

%0* 



308 



CCCXVI. 

Der Pastauer Domherr^ Ulrich, Deekant und Pfarrer der 8t. SlefanM- 
kirehe am Wagram, Mchenkt dem Stifte 8t Andrä %wei Weingärten %m 

Klo$temeuburg. 

Dat 18. Februar 1345. 

In nomine Domini. Amen. Ego Vlricus Canonicm Pataviensis, 
Decanus et Plebanus Ecclesie Sancti Stephani super Wachraim 
pabiiee eonfiteor et protestor ac notum fieri eupio presentibus pariter 
et futuris, Quod gratia farente di?ina pro anime mee» ac meomm 
progenitorum perpetuo et salutari remedio conceptum dudum in animo 
meo propositum cupiens efBcaciter adimplere» bona deiiberaeione pre- 
habitaheredum meorum. boe est fiUorum Alberti frtäris mei ac Gj^sse 
mee Sororis pie reeordaeionis duas vineas in Neunburga contigue se 
habentes, et in monte, qui dieitur Tulgariter Mukcherawerperg 
situatim juxta Uoflinum jacentes , quarum vna dieitur Tuhier, altem 
yero vinea Nycolay quondam Plebani de Hofiino ex eo» quod ab 
eodem fuerat comparata, quas de bereditariis ac industrialibus bonis 
meis comparavi, libere donavi, dedi et tradidi Eccleeie ac Clausiro 
SancH Andree Apoeioli circa Traysmam. quasi in dotem et 
reroedium sempiternum perpetuo possidendas — Ipse eciam dominas 
Prepositus ac Domini sui Conventus Seniores culturam dictaram 
yinearum procuratori suo uni de Conventu aut alteri sibi familiari, de 
quo bona babeatur fiducia , semper comittant. Et post Colleceio- 
nem vin! idem cultor impensam, quam impendit, de permissione et 
voluntate bona tam prepositi, quam Conventus tempore oportuno de 
vino , quod de yineis provenit, singulis annis integraliter ac complete 
resumere debet, ut eo facilius ad succedentis anni circa premissas 
vineas culturam sufficere possit. De residuis vero fructibus yini, Si 
qui fuerint, ac cum ipsis vineis dominus Prepositus suus et Conven- 
tus studio diligentia ut cum aliis sui monasterii bonis suum profectum, 
Comodum et honorem perpetuo liberaliter procurent, faciant, ordi- 
nent» ut sibi salubrius , tucius et utilius expedire videatnr. Et ut pre- 
sens scriptum seu donacio supradicta perpetuo majoris robur obtineat 
firmitatis, ne in posterum ex oblivione, questione vel calumpnia inpug- 
netur» aut quomodolibet dispendium paciatur» in Testimonium evi- 
dens et cauteiam dedi presentes litteras» mei Sigilli appensione 



309 

roboratas. Actum et datum anno Domini M. CCG" XU quinto, XII. 
Kalend. Harcii. 

Orif . Perg. (Pr«t. III. Nr. S3S.) Bitftl ia rotbt ■ Waekst an ciaem PergaaeaUtreifea. Der 
hüL SIefca stekt aaf eiaca aiafiiabta Fat« - SebiMel , oha« fotkisehea Bofca. Nebea ^ar Figur, 
ait 4er UMacbrifl gleiehUafeaa , stekea aar Liakea die Baekstabea 8 . 8TEPH , aar Recktea ANVS* 
ValerUlb belei 4er Kaaoaiktr w kaieaJar Slallaag. Perigr.t f . 8 . YOALRICI . DECANI . ET • 
PLEBAHI . ECCLE81E . 8YP . WAGBEIN. 



CCCXVII. 

Herzog Alhreeki II. entscheidet den Streit des Stiftes und der Stadt Kor» 
neuhurg über ein Fisehwasser daselbst, 

Dtt Wien, 1. Mfiri 1345. 

Wir Albrecht von Gates gnaden Herzog ze Österreich ^ ze 
SteyTf Vnd ze Kemden Tun Chunt mit disem brief Vmb den Chrieg, 
der zwischen Vnserm Lieben Chaplan, Probst Rädwein Vnd Con- 
vent yon Newnburch Cblosterhalben Vnd den Pürgem ze Nevmburch 
MarctUhulb von einer Vischwayd wegen gewesen ist, Daz Wir den- 
selben Chrieg also zwischen In yerricht Vnd beschaiden haben : Swaz 
durchrunziger Wazzer ist daz die dem Probst Vnd dem Convent sul- 
len angehören , Vnd sullen damit irm frumen schaiTen • Vnd sullin In 
die Vorgenanten Purger daran chain irrung tun. Swazdanne stennder 
Wazzer ist, di sullen di obgenanten Vnser Pilrger yon Newnburch 
marchthalb angehören , Vnd sol in der Probst vnd der Conyent Chain 
irrung daran t&n. Si sullen in euch chain irrung tun an im abhan- 
gunden Reuschen Auzzen an dem Werde an der Tuenaw, swaz si 
der da habent. Mit Vrchund ditz briefs geben ze Wienn an Eritag 
Vor dem Suntag, so man singet Letare. Anno Oomini M"* CCC XL 
Quinto. 

Orif. Perg. (Prot. II. Nr. 187.) aaa Cbartal. Arebiri 111. fol. 118. b. Da« ia rotbea Waeha 
ftirnekU Siegel eatbilt Haber Tab. XYI. a. 10. 

CCCXVIII. 

Testament des Caplans der St. Bartholomäus- und Magdalenen-Capelle 
bei der St. Martinskirche^ Konrad. 

Dat. 28. Februar 1346. 

Ich Ckunrat der Chapplan zu den Zeiten der Chappellen daiz 
sand Mertein Vergich — Daz ich — geschaft han durich meiner sei 
bail willen allez daz, daz ynd hernach geschriben stet. Von 



310 

erst so lazz ich hinder mir Ayndlef filder Weins. Der schafe ich 
meinem genedigen berren Brobst Rüdwein Sechs fiider weios auz 
dem Weingarten von Chalenperch. So han ich drew fuder weins rer- 
chauffet Otten dem Schiffar vmb zwaintzig phunt Wienner phen- 
ninge, derselben zwaintzich phunt sullen sich vnderwinden mein 
Veter y der Weygand, vnd mein Swager der hagenbrünner an mei^ 
ner mümen stat vrowen EUpeten seiner hausfrovn. Vnd also mit 
anzgenoraen warten» daz si dew selben zwainzich phunt Wienner 
phenninge geben sullen durich meiner sei hail willen So schaffe ich 
ir von erst dem pharrer daz sand Mertein zway phunt, vnd dreyn 
gesellen daz sand Mertein drew phunt, vnd dem Schuelmaister ain 
phunt , vnd zwain chapplan ain phunt. Vnd suln auch mit Vigilye 
vnd seimesse singen , alz gewonhait ist. So schaffe ich auch , daz 
man mir dem Ersten vnd den Sibenten vnd den dreizzigisten wegen 
sol mit drin phunten Wienner phenninge , also daz an ie dem tage, 
als vorbenant ist, gevalle ain phunt fuer die oblay hintz Alter vmb 
wein vnd vmb prat, vnd vmb Vische oder vmb Fleichs. Ich schaffe 
auch ein phunt Wienner phenninge vmb Sechtzehen phunt Wachs^ 
do man mir chertzen sol auz machen, die prinnen suln zu der Vigilye 
vnd zu der seimesse, alz gewonhait ist. Vnd ist, daz ich egenan- 
ter Chvnrat der Chapplan westat wirt datz sand Mertein, so suln die- 
selben Chertzen do weleiben , Waer aber , daz ich bwgraben wuerd 
ze dem Chloster, so suln si halb weleiben ze dem Chloster vnd halb 
ze Sand Mertein. Ich Sches herren (!) (Ich schaf sechs her- 
ren) vier vnd achtzich Wienner phenninge, dem pharrer zwelif 
phenninge, drin gesellen ie dem hern zwelif phenninge vnd zwain 
Chapplan ie dem herrn zwelif phenninge Vnd dem Schuelmaister zwe- 
lif phenninge Vnd dem Schuelcr vier phenninge , dem Maesner vier 
phenninge, vnd de Nonnen zwainzich phenninge. Die selben Wiener 
phenninge sol man gehen von der vigilye vnd von der Seimesse ze 
dem Ersten, vnd zu dem Sibenten, vnd zu dem Dreizzigisten. Ich 
schaffe auch Sechs Schillinge Wienner phenninge rf^n schuelem^daz 
man mir den salter lesen sol meiner sei ze hilfe vnd ze trost Ich 
han auch gegeben ain fueder weins in der purger zeche daiz sand 
Mertein dor vmb mir die Zech Levt taylen suln wein vnd prat armen 
Leuten meiner sei ze hilfe vnd ze trost ze dem ersten vnd zu dem 
sibenten vnd ze dem dreizzigisten, als der zech gewonhait ist. So 
schafe ich meinem schueler drew phunt vnd meinem Weinzurel drew 



311 

phont allez wienner phennfnge — So han ich geschaft vnd geben den 
erber Chorherm ze Chloster in ir Oblay zwen Weingarten, dez 
igleichs ain Viertail ist» ainer Leit an dem aichperch, der ander in 
dem Velergraben fuer drew phunt Wienner phenninge geltes also 
wesehaidenleich , daz ein igleieh Oblaymaister, swer der ist, der 
der Oblay Verweser ist, alle tage geben sol zwen Wienner phenninge 
dem herren , der die ersten messe von Ynser Vrowen singen in dem 
Chloster auf dez heyUgen ChreuizaUer. Ich schaffe auch vor- 
genanter Chunrat der Chapplan datz sand Mertein mein meitenpuechf 
dez zway taylet sint, ain sumer tail, vnd ain winter tail, vnd ain guet 
messe gewant, die ewiehleich durich meiner sei hail willen pei der- 
selben Chappellen weleiben suln. Vnd datz ditzgeschaeft nach meinem 
tod furbaz also stet vnd vnczebrochen weleib, dez gib ich oftgenanter 
Chonrat der Chapplan disen brief — versigelten mU meinem insigiU 
vnd zu einem warn zeuch mü des erbem herren insigil brabst 
Ruedweins vnd mit meines vetem insigil Weygandes vnd mit dez 
erbem Ritter insigil hem Dyetreichs von Gundramsdorf, der diser 
Sache auch zeuch ist mit seinem insigil an meins swager stat des 
Hagenbrvnner, Wan der nicht aigens insigils enhat. Der brief ist 
geben — Dreutzehen hundert Jar darnach in dem sechs vnd virtzi- 
gisten Jar ze Vaschange. 

Orig. Perg. (Prot. III. Nr. 360.) Vier hingendf Siegel \m gelbem Wichte. Das erste» de* 
CapUa « Koarad, ut roai Jahre 1343 (N.398.) hehaaat. Das aweite: f . S . RYDWINI . PREPOSITI . 
ECCLIE . NETENBVRGENSIS. Uater eioem gothiseheo Bogen steht rechU der Erzengel Gabriel, 
liaks die heil. Jaogfraa. Unten betet in einer kleinen Capelle der kniende Propst, den Hirtenstab 
in den Binden haltend. Das dritte Siegel, Wigand's, ist Ton Jahre 1337 (N. 271.) bekannt, die 
laaseaförnigen. gekreazlen Stäbe sind bei Dnell. Exe. Geneal. Tab. XIII. n. 159 abgebildet. Auch 
das Tierte Siegel , Dietrieh*s von Gnntramsdorf, wurde sehon iura Jahre 1338 (N. 274.) erwähnt. 

Der Aussteller dieser Urkunde kömmt auch im stifllichen Todtenbuche 
f or. Xm. Kai. Deeembris. Notaadum , quod Dominas Chunradus Chappellanas de 
sancto Martine, compararit hystoriam de s. Elyzabeih cum duobus libris. 

Id spfiterer Zeit erscbeinen als CapiSne dieser Capelle urkundlich: 
1379. 25. Mal. Andreas. 
1398. 8. M5rz. Jakob. 
1458. Stephan Fäll. 

Die Urkunde zeigt uns die Kirche zu St. Martin mit zahlreicher Geistlich- 
keit versehen. 

Die vorkommende Bnrgerzeche ist verschieden von der früher vorge- 
kommenen Zeche am Neusiedel. Sie hiess auch Zwelfpotenzeche und hatte ihren 
Sitz in der unteren Stadt, w&hrend jene in der oberen Stadt sesshaft war und 
später den Namen Kreuzzeche annahm. 



312 

Der erwfihnte Kreuzaltar stand an dem Gitter, welches gegenwärtig die 
Chorstfihle von dem Kirchenschiffe trennt; dies erhellt aus den Worten des 
Bischofs Ulrich von Passau» der die Lage dieses Altars bei Gelegenheit der 
über Leopold*s Heiligsprechung einzuleitenden Untersuchung also beschreibt : 
„ante altare sanctae Crucis circa introitum chori^. 

Der Ordo chori vom Jahre 1573 erwfihnt bei Gelegenheit der Missa in 
Aurora in Nativitate Domini: Haec missa in ara s. Crucis in organis et Hinistris 
perficitur. 

Unter dem Schüler des Testators ist sein Famulus zu verstehen, wie 
denn auch im Todtenbache ein solcher unter der Bezeichnung „Scolaris refec- 
torii'' vorkSmmt 

CCCXIX. 

Konrad der Purgel und Volmar der Ziehe$neglin verkaufen dem Oblag- 

amte des Slißs ihren Weingarten, 

Dat. 26. Mftrz 1346. 

Ich Chunrat der Purgel ynd ich Weniel sein hausvrow vnd 
ich Volmen der zychezneglinn wir yeriechen — daz wir — mit 
vnsers perchherren hani des erbem Chorherren hem Petreins des 
Freisinger ze den Zeiten Obrister Chelner des erbem Gotzhatis ze 
Neunburch Chlosterhalben — verchaufl haben vnsern Weingarten, 
des drei Rachen sind, ligent an dem Stellen ze nächst Jacoben, 
dem Spitalmaister — den erbern Chorherren ze Neunburch in ir 
Oblay — ain phunt geltes Purchrechtes yerchauft vmb zehen phunt 
wienner phenning — Vnd wand wir selben nicht aygen Insigel haben, 
dar yro so haben wir gepeten ynsern obgenanten Perchherren, herm 
Petrein — daz er diser sach zeug sei an vnser stat mit seinem 
Insigel. Der brief ist geben — drevzehen hundert Jar, dar nach in 
dem Sechs vnd Vierzigisten Jar des Suntages ze Mitter rasten. 

Ori^. P«r^. (Rep. Nor. tut, 90. Ifr. 5. fol. :I69.) 

Da« Siegel !• gelbem Wieb««, mit itt Vmthrittt S . PETRI . CELABII . ECCffi . NEfBGEN- 
818, leigt 4ea beil. Veit oder Jobtu dta ETaagtlitl«! Im »ititudn Ölktuel. 

CCCXX. 

Pachtvertrag Loren% des Verprunner's über einen Weingarten %u 

Klostemeuhurg. 

Dai 25. November 1346. 

Ich Laurencz der verprunnen genant ynd ich Margret sein 
hausvrow — wir yeriehen — Daz yns der erber man her Jacob — 
mit seines amptmans hant hem Chunrats dez Czistel — lazzen hat 
seinen Weingarten an dem Puechperig, dez ain Jeuch ist, ynd leit 



313 

ze naechst Aycbu, dez Seiden aydem Weingarten, da man alle iar 
Ton dient in dem lesen Drithalben Emmer weins vnd »uecht Dreu- 
tayding in dem iar vnd drey phenning ze voitrecht — zehen iar 
zehen niiez also beschaidenleichen , daz wir in die zehen iar alle iar 
da von dienen sullen vier phant phenninge Wienner Mfinzze — Sul- 
len in die zehen jar dar in fUeren die ersten drev Jar alle iar 
Dreixzich faeder g&tes mistes, vnd die siben Jar alle iar zwain- 
czich fider mistes, vnd di zehen iar alle iar Sechs iauseni stechen 
an alle ir mtie. Sollen wir den Weingarten haben in rechtem guetem 
mittern paw , SnIIen wir perehreeht vnd zehent davon geben , aber 
taiding Tnd voitrecht sol her Jacob, oder swer den Weingarten inne 
hat verrichten, chem aber weingart steur auf, die sol her Jacob 
aoeh verrichten oder swer den Weingarten besiezet. Swen aber der 
weingart angevellet ez sei mit heirathen oder mit verchauffen, oder 
swie daz chumt, dannach sullen wir den stand die zehen iar haben 
an allen chrieg, als vnser paide prief habent, vnd paiden für den 
dienst — seezen wir — ze phande — mit vnsers Amptmans hant 
des Erbern mans , des ersamen mans , hern Chunrates des Schiver 
die vberteur auf vnserm haus in der weitengazzen ze naechst Nyclas 
des Manseber haus mit dem Weingarten dar an mit paw, mit alle, 
daz den Juden stet zwelif Schilling dienstes mit dreuczehen phunt 
phenninge abzelosen, als der Juden prief hat — des gib ich — 
disen prief versigelten mit hern Chunrats des Schiver vmers Ampt- 
mans Insigel Dez sint geczeug Chunrat der Czistelvnd pilgreim sein 
geswey, Gerunch vnd Leupolt di Reczer, Jacob an dem griez, 
Friedreich der zeuner, Nyclas , GundoUs svn, GundoU von Mer- 
perg. Alber der Schreiber — Dicz ist geschehen —Dreuczehen 
hundert jar in dem Sechs vnd vierczigistem Jar an der heiligen 
Jonchfrawen sand Kathrein tag. 

CbirtaUriam Arebiri UI. fol. tS7. b. 

Hier aufgenommeD als der erste im Klostemeuburger Archive vorkomniendo 
Pachtcontract fiber Weingfirten. 

cccxxi. 

Qundaker der Werder und Heinrich der Schad gehen iem Stifte vier 

Jeueharte Ackerland %u Ntederhaüabrunn. 

Dat. Klostemeuburg, 30. Norember 1346. 

Ich Gvndakcher der Werder vnd Ich Anna sein Hausvrow, Ich 
Hainreich der schad vnd Ich Gerdraut sein hausvrow wir verleben 



314 

— daz wir — recht vnd redleich geben haben durch rnsrer yrowen 
willen vnd Läuterleich durch Got, vnd ynsrer sei hail willen vnd aller 
vnser vodern sein ynsers rechten aigens vier Jeuchart äkcher, vnd 
die Chvnrats des fleüchacker vnd marcharts Christans svn rechts 
purchrecht sint, vnd do si alle iar van dienent acht wienner phen- 
ning an sant Jorigen tag — vnd die da liegent ze Nydem hoUa- 
brunne niderthalbes des Lee , die selben aygenschaft der yier Jeu- 
chart äkcher vnd die acht wienner phenning geltes purehrechtes 
haben wir — geben Dem erbern herren Brobst Rüdwein des Gots- 
haus vnsrer vrown se Newnburch Chlosterhalben vnd dem Convent 
gemain desselben Gotshaus — vnd geben in darüber — disen prief 
versigeUen mit vnsem anhangvnden InsigeL Der prief ist geben ze 
Newnburch — DreTsehen hyndert Jar dar nach in dem Sechs vnd 
vierzigistem Jar an sant Andres tage. 

Chirtalirinm Arehiri 10. M, 80. a. 



CCCXXII. 

Jakob , Heinrich* 9 des Schreiher*s Sohut stiftet einen ewigen Jahrtag bei der 

Stiftskirche. 

Dat 20. Deceinber 1346. 

Ich Jacob, Hainreich des Schreiber Svn, dem got genad» ver- 
gich — Daz ich — recht vnd redleich geschaft habe durch meiner 
sei vnd meiner hausvrown sei vrown Katreyn, der got genad, ynd 
aller vnser vordem sei hail willen in der Erbern Chorherren Oblay 
ze Newnburch meinen Weingarten, des ain halbez Jeuch ist, Leit in 
der Cholngrueb ze nächst Chunraten paerlein, dem Choche dient in 
dez Gotshaus hofampt ze rechtem perchrecht zehen wienner phen- 
ning an sand Michelstag vnd ainen wienner phenning ze voytrecht an 
sand Georgen tag — des der Wysent von Ruekersdorf ze den Zeiten 
Perohmaister waz, vnd von ainer wintstat daselbens am Ort ains 
wienner phennings — also beschaydenleich, daz dev Erbern Chor- 
herren auz irer Oblay dar vmb mir egenanten Jacoben vnd meiner 
hausvrown, vrown Katrein vnd allen vnsern vordem einen ewigen 
iartag, vnd an dem tag, als got vber mich gepetttt mü vigilij, mit 
seimessen, mit cherczenliechten vnd mit andern guten dingen, als 
der Oblay gewonhait ist. Iz sol auch der Oblaymaister, wer der ist 
zu der zeit, dem Güster geben vnd dienen do von alle iar Sechczich 



315 

wienner pbenninch an vnserm iartag dar vmb vns der Güster, wer 
der ist, leichen sol an vnserm iartag cherczenliecht , do man mit 
des abents vber vnser grab gehen sol, vnd sol auch vnser sei davon 
gedenchen an der Predig vnd in allen seinen messen. So hab ich 
geschaft in die Brobstey mein halbez Jeuch Weingarten, Leit in dem 
Echerlein ze naeebst Nyclon des Charelspechen aydem, vnd dient ze 
Grontreebt in die Stevphans des Chlaselharts hofstat alle iar an sant 
Micbelstag Sechs wienner pbenning, vnd ain helbling ze yoytreebt 
in des Gotshaus bofampt — des Jans der freysinger %e den zeiten 
Amptman waz, vnd ze vberzins Gundoltein dem Tuczen ain pbunt 
wienner pbenning zu dienen alle iar an sand Herten tag, vnd abze- 
chaufen auf ain ander erib , iz sei Purebreebt oder Percbrecbt. Dar 
zu scbaf icb aueb mer in di Brobstey naein balbes Jeueb Weingarten, 
leit in dem Reychengraben ze naeebst Wernharten chunrats sun des 
Tuechler, dient in des Gotshaus Spytal alle iar vier wienner pben- 
ning vnd ze voytreebt drei wienner pbenning — der percbmaister 
waz ze der zeit Jacob schaffer des selben Spytals, leb scbaff aucb 
mer in diselben Brobstey mein baus, daz gelegen ist in der Stat an 
dem Ekke der fulsachgazzen ze naeebst Dietreichs baus des Reczer, 
dient ze Gruntrecbt Chunraten dem zysteh des Liechtenstainer 
Amptman acbzeben wiener pbenning an sand Micbels tag, vnd sol 
mein herre der Brobst, wer der ist ze der zeit, von dem egenanten 
baus dienen alle iar zway phunt toienner phenning gelts meiner 
Tochter Agnesen ze ainer pezzerung willen irer phrünt ain pbunt 
an sand Mertein tag, vnd ain pbunt an sand Georigen tag, vnd sol ir 
daz nicbt verczogen werden mit ebainerlai sacben, vncz an iren tod, 
vnd nacb irem tod So sind sev paidev der Brobstey ledig worden an 
allen ebriecb. Dar zu scbaf icb mer in di Brobstey mein Jeucb Wein- 
garten, leit an dem Puechperig ze naeebst Nyclon des seiden aydem, 
dient ze Percbrecbt Chunraten dem zystel, des Lyechtenstainer 
Perchmaister ze der zeit Dritbalben Emmer weins , vnd ze voytreebt 
drei wienner phenning. Iz sol auch mein herr der Brobst — von 
dem egenanten haus vnd von dem Weingarten an dem Puechperig 
dienen alle iar meiner swyger vrown Alhayten, der Reycholfin 
Sechs pbunt wienner phenning geltes vncz an iren tod, alz ir brief 
sagt, den si dar vber hat von mir , vnd nach, irem tod so sint sev 
wider ledig worden der Brobstey an allen chriech vnd widerred, vnd 
daz vorgescbriben gescbeft allez bab icb Laeuterlicb durch got vnd 



316 

durch vnser vrown willen geschaft — dar vmb so gib ich — er 
Brobstey vnd der Oblay disen prief — versigelten mü mein Jiicobs 
aygem insigel. Des sint auch gezeug mit im insigeln di Erbern Leut 
vnser Perchherren vnd Perchmaisier vnd Amptman, des ersten der 
erber herr, Peter der freysinger^ ze den zelten Chorherr vnd 
Obrisier Cheüner des Gotshaus ze Newnburch an Jacobs Stat schaff 
fer ze Spital, wand er nicht aygens Insigels enhet, vnd her Wy- 
sent von Ruekerstorf vnd Jans der freysinger vnd Cunrat der 
zystel. Dar zu hab ich gepetten den Erbern man ynd meinen pesten 
freunt vnd naechsten Weyganten vnder demperig^ daz er auch des 
gescheft gezeug sei mit seinem Insigel, wand er do pei gewesen ist 
Der prief ist geben — Dreuzehen hundert iar darnach in dem Sechs 
vnd vierczigistem Jar an sand Thomas abent. 

CUrtilarUa AreUri UI. f«l. 100. a. 

Der nächstbekannie Vorgfinger Jakob's in dem Amte eines SpiUUchaffers 
erscheint in einer Rechnung vom J. 1322. (Lib. Sig. P.): Syfridus, procurator 
in hospitali. 

CCCXXIII. 

Michael der Chegler von Nuudorf übernimmt eine Seelgeräthstiftung auf 
seinen Weingarten %u Nutedorf. 

Dat 6. Januar 1347. 

Ich Michel der Chegler von Nuzdorf vnd ich Elspet sein Haus- 
vrowe wir verleben — daz Jans Ortolfs Svn des Pagnaer — 
geschaft hat — sechczich phenning zu einem ewigen selgeraet — 
auf vnsern Weingarten , der halber sein gewesen ist — Diselben sech- 
czich pfennig — haben wir — mit vnsers perchherren hant Hain- 
reichs Metaer des Pagnar ze den zeiten Amptman der erbern geist-- 
leichen vrowen von Tuln — gemacht zu einem ewigen dienst auf 
vnserm Weingarten des ain drittail ist , leit an der Lasterleiten — 
Vnd schol auch man das selgeraet begen des nechsten Svnntags nach 
aller heiligen tag mit nevn phennig Drei Messe frilmen , vnd die ayn 
vnd fumfczich phenning schol man armen leuten tailen , als verre si 
geraichen mugen. — Vnd geben darüber disen brief — versigelten 
mit vnsers vorgenanten Perchherren Insigel Hainreichs Metaer des 
Pagner — Diser brief ist geben — drevzehen hundert iar dar nach 
in dem Siben vnd Viertzigisten Jar an dem Prehen tag. 

Orig. Perg. Raodrs Sieg«! io gelben Wachse an eiaem Perganeatatreifea. \m dreieckigeo 
Sehilde iat ein alcheader Hiraeh dargettelll. Uaaehrifit f . S . HAINaiCI . METARII. 



317 
CCCXXIV. 

OHolf, de$ Ber%Qg$ 8Mü9$Ur %u KUttemeuhurg, verkauft dem St Mar- 

iüU'Spitale vor dem Widmerthore %u Wien einen Gelddienet auf seinem 

Hause im Oraehof %u Klosiemeuhurg, 

Dat. Wien, 12. MSri 1347. 

Ich Oriolf zu den Zeiten dez edeln vnd des hochgepvm fitf' 
eten , Herczog Älbrechs Sluzzler ze Nevmburch ynd Ich Reicze, 
sein hausvrawe wir Teriehen — Daz wier — verchauft haben fünf 
phont wienner phenning gelts Purchrechts aufvnserm haus, daz da 
leii ze Neumburch in dem Grazhof ze naechst der sch&nn Chappel- 
len, vnd dez wier auch Stifter vnd störer sein an dez herczogen 
stat. Da Ton man alle iar dient ain halbs phunt wienner phenning ze 
Gruntrecht — die haben wir in ze chauffen geben vmb fumf rnd 
Dreizzich phunt phenning wiener Munzz — den Phruentnem in satit 
Merteinsspital vor widemer Tor ze Wien — so beschaidenleichen, 
daz wier in daz yorgenaut Purchrecht furbaz alle iar daron dienen 
suln zu drein Zeiten in dem Jar, an sant Jörgen tag, an sant Michels 
tag vnd ze weynachten , zu ainer iegleichen zeit zehen ynd dreizehen 
Schilling wienner phenning — Wir haben auch dez selben Purch- 
rechts Yolle gewalt vnd recht von in wider ab ze chauffen inner den 
naechsten yier iaren, S wanne daz ist, daz wir in geben fünf vnd 
Dreizzich phunt phenning mit einander zu welcher zeit daz ist in 
dem iar, vnd den naechsten dienst da mit, so ist vnser haus dessel- 
ben Purchrechtes ledig. Is aber daz wier ez nicht abchauffen inner 
den naechsten yier iaren , so ist ez furbaz darauf ewiges Purchrecht 
ynd die muge wier dennoch abchaufen mit ander Ewiger gilt , die 
als gut istf als die, — Ynd geben in dar yber disen prief — versi- 
gelt mit vnserm Insigel, vnd mit dez erbem mannes insigel hem 
Hainreichs des Neideker vnd mit dez erbem mannes Insigil, hem 
Vlreichs dez venden, — Diser prief ist geben ze Wienn — Dreutze- 
hen hundert iar, dor nach in dem Syben ynd yierczigistem Jar an 
sand Gregorigen tag in der vasten. 

ChartalariiB ArekiTi HI. f«I. 125. ■. 

Herzog Albrecht II. hatte im Jahre 1343 befohlen , dass die jeweiligen 
PrSlaten von Klosterneuburg und Heiligenkreuz die Jahresrechnnngen des von 
Herzog Otto vor dem heutigen Burgthore gestifteten St. Martins-Spitals prüfen 
sollen. Dieser Umstand erklftrt die Aufnahme dieses Kaufs in das stiftliche 
Chartular. 



318 

Die Lage des noch dfter vorkommenden Grashofes wird durch diese 
Urkunde aufgehellt. Die Capella speciosa stand da, wo jetzt der stiftliche 
Ralkhof sich befindet, zwischen dem Einfahrtswege und dem Ewigen-Licht- 
Platze, der Grashof ist also in der Gegend der ersten an das Stift anstos- 
senden Hfiuser des oberen Stadtplatzes zu suchen. 

cccxxv. 

Virgil der Praunsdorfer verkauft dem Stifte Zehent und Bergrecht am 

Mittemperg, 

Dat. 25. März 1347. 

Ich Virgili der Praustorfer, ynd Ich Agnes sein hausvrow 
veriehen — Daz wir — yerchauft haben dem erwirdigen herren vnd 
Ynserm genedigen herren Brobst Rüdwein ynd dem Conyent gemaine 
ynser yrowen Gotshaus ze Newnburch Chlosterhalb ynser Perchrecht 
ynd ynsern zehent, yon yierdhalben Jeuch Perchrecht ynd yon 
Sybenthalben Jeuch zehent , oder swas sein mer ist — Daz wir ze 
lehen gehabt haben yon dem selben Gotshaus ze Newnburch , Daz 
gelegen ist an dem Mütemperg vnder dem Sweiaperg ynd auch 
gleicher tail ist gegen Symons tail des Hörmarchtter, ynd haben 
daran emphangen zehen phunt phenning wienner munzz — ynd swo 
wir ynsern yorgenanten herren den Brobst ynd den Conyent daz 
Perchrecht ynd den zehent zwischen hinne ynd sant Georigen tag» 
der schierist chumt, nicht ausrichten, als Lehens recht ynd dez Lan- 
des recht ist ze Osterreich , So schulten wir in die zehen phunt 
phenning wider geben ^ vnd schal daz Perchrecht vnd der zehent 
meinem herm , dem Brobst vnd dem Gotshaus ze Newnburch ver^ 
Valien sein an alle Widerrede. — Doruber so gib Ich in disen prief 
versigiÜen mit meinem aygen Insigil vnd mit des Erwern Ritter 
Insigil hem haugen des Floyts — Der prief ist geben — Dreutze- 
hen hundert Jar darnach in dem Syben ynd yiertzigistem Jar an 
ynser yrawen tag ze der chunndung. 

ChartoUriam Arokiri IH. fol. 103. b 

CCCXXVI. 

Ortolfmit der Petzichen und Wolfhart der Schlüssler verkaufen Andreas 

dem Freisinger OüUen %u Klostemeuhurg. 

Dat 24. April 1347. 

Ich Ortolf mit der Petziechen^ purger ze Wtenne, vnd Ich 
dymuetf sein hausvrowe, ynd ich Wolßart der Släzzler, Ortslfs 



310 

tnfJem vnd ich Anna $em hausvrowe wir reriehen — Dax wir — 
yerckiuft haben rnsers rechten ehanf aigens Seehezieh Emmer weins 
geltes Perehrechtes vnd ein halbes phunt wienner phenning geltes» 
dai dar zfl geh&ret, ynd daz allez gelegen ist auf zwainczich Jeuch 
Weingarten ze Newnbureh Chlosterhalben» Dez ersten m der weyd^ 
mch an dem wehinger md an der ziegelgrueb vier Jeaeh , rnd an 
dem weinhaus drithalb Jeach, ynd an der Em rierdhalb Jench ynd 
zway achtail • ynd in dem Hentleinsgraben yierdhalb Jeuch , ynd an 
dem Geeweni ynd an dem Satelsteyge drey Jeuch ynd drey achtail, 
ynd auf dem hymel ynd an dem obem Äychwege drithalb Jeuch ynd 
drey achtail — Vmb hundert phunt wienner phenning ynd ymb 
zwainczich phunt — Dem erbern manne Andren dem Vreysinger 
ynd seinen erben — Darvmb so geben wir disen prief — versigeU 
mit vnsem Insigeln^ vnd mit des erbem manns Insigel Gundoldes 
des Tuczen — Der prief ist gegeben — Dreyzehen hundert iar dar 
nach in dem Syben ynd yierczigisten Jar an sant Gorigen tag. 

CbaHiUrioai Arehiri III. fol. 87. •. 

Cf. die Urkunde 312. 

CCCXXVII. 

BeMiätiffungMbrief Herzog Alhreehfg IL über den %wieehen dem Stifte und 
Konrad und Andreas Hau$er eingegangenen OüUentauick. 

Dat. Wien, 11. Mai 1347. 

Wir Albreckt Von Gotes Gnaden Herzog zu Österreich, ze 
Steyr, Vnd ze Kemden Tun chunt mit disem brief Vmb den Wechsel, 
den die erbem ynd geistleichen Leut der Probst ynd der Conyentt ze 
Newmburch Chlosterhalben an ainem tail , Vnd Andre ynd Chunrat 
de Hotiser an dem andern tail mit einander getan haben Von des 
Gutes Wegen y daz die yorgenanten der Probst ynd der Conyent 
babent ze Poyzbrun, Vnd yon des gutes wegen so die egenanten 
bouser babent ze Steten, daz derselb Wechsel mit Vnsern guten Wil- 
len » ynd nach ynsern rat geschehen ist illso , daz derselb Probst vnd 
der Conyent die Vier phunt geltes miner Sechzig phenning Wienner 
ze Steten» di der Vorgenanteu bouser gewesen sind, ynd di si yon 
dem Schenken von Ryed gechouft babent, ledichlich ynd Vreylich 
innehaben ynd niezzen sullen, als die diselben houser vnd der Schenk 
yon Byed habent inne gehabt, Vnd uol der Purgraf Vom Greitschen' 



320 

»tain, wer der igt, mit steAren, mit fuerat, noch mit andern 
beschwerung mit demselben gut nichtes nickt haben %e schaffen. So 
sallen di obgenanten houser, vnd ir erben daz gut ze Poyzpnin» dai 
dez Probst vnd des Convents gewesen ist, Vnd daz van der Chap- 
pellen ze Newnburch Chlosterhalb herchomen ist, ouch innehaben 
vnd niezzen lediehlich vnd Vreylich, alz ez derselb Probst vnd der 
Convent habent innegehabt. Des geben wir ze Vrehund disen brief 
besigeiten mit Vnserm Insigel , der geben ist ze Wienn an Vreytag 
nach dem Auffarttag, do man zait von Christes gebflrd dreuzeben 
hundert Jar, darnach in dem Siben vnd Vierzkigstem Jar. 

Wokchinger. 

Orig. Perg. (Prot. III. N. 429.) and ChartaUriom Arcbiri III. fol. 95. b. Da« Siegel AlbreeliC*t 
ia rothem WaelMe an eioem PergameBUtreifea zeigt nicht mehr drei , tondem flnf Schilde , irie tpi- 
ter jene« Albrecht*« IV. i« Gegensiegel bei Hergot AB«t. Mon. Ton. I. Tab. VIII. n. 2. Umsebrirt t 
ALBERTV8 . DE! . 6RA . DVX . AVSTRIE . STIRIE. 

Der Tauschvertrag selbst kam erst am St. Ulrichstage (4. Juli) lu Stande. 

Die BrOder Andre vnd Chraft die Haeuser geben dem Stifte 4V« Pfund 
und 52 Pfenninge su Stetten auf bestiftetem Gut behauster holden und auf 
Dberifindgrunden und erhalten entgegen 3 Pfund und 30 Pfenninge xn Poisbrunn 
auf bestiftetem Gute behauster Holden. Mitsiegler ist Hang der floyt. (Chart. 
Arch. III. f. 95. b.) 

Der Unterzeichner, Wokchinger, ist vielleicht identisch mit dem zu 
Rudolf *s Zeiten als Magister curiae fungirenden Wfthinger, dem Vater Richard*8 
und Bertold*s, des Bischofes su Freisingen. 

CCCXXVIII. 

Vergleich moUchen dem Stifte und Margaretk und Bertha, den Schwer 
$tern des Caplaru im Neuhurgerhofe ^ Gottfried. 

Dat. 29. November 1347. 

Ich Margret vnd ich Pericht , hem Gotfrits Swestem weilen 
Chapplan der Chappellen sand Phylippen in der Newburger hof 
vor Schotten Tor ze Wienne dem got genade — wir veriehen — 
Tinb den chrieg vnd ansprach, die wir gehabt haben auf den Wein- 
garten, der da leit auf dem Nuzpach Tnd haizzet der Mäczhan, des 
drev viertail sint ze naechst Petreins Weingarten des Swaebleins, den 
der vorgenant vnser Prueder her Gotfrit gescheift hat der egenau" 
ien Chappellen sand Phylippen. Daz wir denselben Chrieg und 
ansprach mit gutem willen vnTerschaydenleich ze Schidung lazzen an 
dem Erbern herren, hem Hainreichen von Swandekke, zu den Zei- 
ten Hofmarsclialich dez edeln hochgebom fursten herczog Älbreeh- 



321 

ten ze Österreich , ze Steyr vnd xe Chemden ynd an den Erbern 
Ritter hern hangen den floyt. Die habent beschayden rnd gespro- 
chen. Daz vns der Erber Geistleich herre Brobsi Rudwein des 
Goteshauses vnser vrowen ze Newnburch für alle die Chrieg vnd 
ansprach, die wir auf den egenanten Weingarten gehabt haben , gege- 
ben hat Sechs phunt wienner phenning — Ynd haben auch wir — 
mit der Perchvrowen vnd Perchherren handen, Der Erbem 
Gaeüileichen vrown, Sweater Maechthilden , zu den Zeiten Abtes- 
sinne dacz sand Chlam ze Wienne vnd dez Erbem herren hern 
Ylreichs des Chirichenchnophs , zu den Zeiten Chapplan der Chap- 
pellen vnser vrown vnd sand Johanns in der Purch ze Wienne, vnd 
hern Nychlas zu den Zeiten Chapplan der Chappellen ze Chran- 
perch dez obgenanten Weingarten, der da leit auf dem Nuzpach, 
da man alle iar yon dient den Gaeistleichen vrown dacz sant Chlaren 
ze Wienne vierdhalben wienner phenning ze Perchrecht , vnd der 
egenanten Chappellen in der Purch ze Wienne auch vierdhalben 
wienner phenning ze Perchrecht, vnd der Chappellen ze Chranperch 
ainen Enimer weins ze Perchrecht vnd ainen phenning ze voytrecht, 
vnd der Erbern vrowen vron Chunigunden hern Otten wittibe von 
Nuzdorf, dem got genade, fumfzehen wienner phenning ze vberzins 
— vns gar vnd genczlich verzigen vnd furczicht getan — Vnd wand 
wir selber nicht aigener Insigiln haben, darvmb so geben wir In 
disen brief — versigelten mit der vorgenanten Purchvrowen vnd 
Purchherren Insigiln — vnd mit der vorgenanten vnser zwayr 
schidmanne Insigiln. — Diser prief ist geben — Dreuczehen hun- 
dert Jar darnach in dem Syben vnd vierczigisten Jar an sand Andres 
abent. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. N. 10. fol. 183.) «na CharUUrium Arehiri III. fol. 84. b. 
Fiaf hiogende Siegel in gelbem Waebse. Dm erste eotbiU Haber I. c. Tab. XVI. n. I., and 
gcuaer Oaell. 1. c. T. X. n. 130. Das zweit« mit der Umtebrin: f . 8 . VLRICI . CAPELLAMI. — 

S . IN . WIENN . CV. leigt in der oberen Hälfte die beil. Jungfrau, da« Kind in der Reebten, 

nater einem Tabernakel , in der unteren Hilft« den Capellan kniend und betend. Da« dritte : 

NICOLAI . PLEBANI . ECCl . CHRAMPE entbilt da« Bild der heil. Jungfrau «tebend , in der Lin- 
ken da« Jeeukind. Die«e drei Siegel «iod oral. Im rierten runden Siegel» mit der Umacbrift ; f . 
8 . HEIIfRICI . DE . 8CHWAMDEK. , ist im dreieckigen Sobilde ein «ebreitender Hirscb »icbt- 
bar, daneben reebts in der Sebildflaebe der Buebstabe h, link« Ä. Auf dem Schilde ruht eine 
Kren« , jener nhnliob , welebe den Helm Albreebt'« bei Hergott 1. e. Tom. I. Tab. VI. n. 2. «ehmfickt. 
Da« letste Siegel ist se«bseekig, f . S . HVOONIS . FLOIT., die Embleme sind die gleicben mit 
jenen im Siegel Wolfbard's Waser bei Duell. I. e. Tab. XVII. n. S20, nur dass die lothrechte Binde 
weniger breit ist. 

Auch hier erscheint , wie 1312, ein eigener Hofmarischalich im Unter- 
schiede von dem erblichen Landmarschalle. 

Fontes. XIV. 21 



322 



CCCXXIX. 

Die Stifte HeiUgenkreu% und Klottemeuhurg tau$ehen Gülten %u Eher- 
hardsdorf und Pfaff$tatten. 

Dat Heiligenkreaz, 1. Januar 1348. 

Wir Prueder Chvnrat zu den zeüen Apt vnd der Convent 
gemain dacz dem heiligen Chreiicz veriehen — Daz wir, — ze eioem 
widerWechsel gegeben haben vnsers rechten aygens dez ersten 
Achczich meczen waiczs gelfes, vnd Sechs matte und viertzehen 
Meczen habern geltes vnd Sechs phunt wienner phenning geltes an 
Nevn phenning, daz alles gelegen ist ze Eberhartsdorf ^vl( hesüftem 
gfit behauster holden, vnd ainen matte chorn 7nd zwen matte habern 
geltes von einem zehent daselbens ze Eberhartsdorf , vnd fumf phunt 
vnd Sechczich phenning wienner M&nzze geltes, di da ligent ze 
Steten auf bestiftem gut behauster holden, die selben Gült alle haben 
wir ze einem rechten widerwechsel gegeben — Dem Erbern geist- 
leichen herren Brobst Rudwein dez Gotshaus vnser vrown ze Newn- 
burch Chlosterhalben — Da engegen so habent si vns vnd vnserm 
Chloster auch ze einem widerwechsel gegeben irs rechten aygens di 
gult, di hernach geschriben stet. Des ersten fumf phunt vnd drey 
vnd Dreizzich phenninge wienner Munzze geltes, vnd fumf Schillinge 
Chaes geltes an zwelif Chaes, daz ie der Chaes ains wienner phen- 
ning wert sei , Daz alles gelegen ist ze Pfafsteten auf bestiftem gut 
behauster holden , vnd drev phunt wienner phenning geltes auf den- 
selben holden für Taydinge phenning vnd für Mal phenning vnd 
zwey phunt vnd drev Schilling vnd fumfczehen phenning wienner 
Munzze geltes da selbens ze Phafsteten auf vberlent — Dar vber so 
geben wir — disen prief — versigeU mit vnaem paiden anhangun- 
den Insigeln. Diser prief ist geben deu^z dem Beiligen Chreucz — 
Dreuzehen hvndert Jar, darnach in dem acht vnd vierczigistem Jar 
an dem Ebenweich tage. 

Orig. Perg. (Prot. lü. m. 239) ona Chtrtalariam ArehiTi m. fol. 96. a. 
Dm oblooge Siegel de« Abte«: f . S . CHVMRADI . ABBATIS . SANCTE . CRVCIS. hingt » 
gelbem Wachse an einem Pergamentstreifen. Er ist stehend abgebildet , wie der Abt ron Altenbnrg bei 
Haber Tab. XDC. n. 19. ; die an der Brist rnheade linke Hand hilt sUtt des Baehes ein Kreu , das 
ftbrige Siegelfeld ist mit kleinen Sternen oder Krenxea besäet. Da« Conrentssiegel ist bei HaaUialer 
Beeensas Tab. X. n. 12. dargestellt. 



323 
CCCXXX. 

Spruekhrief des tHftliehen AmimantUp Konrad, Über ein ver$e$sene» 

Burgrecht auf einer Brandatatt vor dem Schottenthor e. 

Dat. Wien, 10. Februar 1348. 

Ich Chvnrai , zu den Zeiten des Brobsts Amptman von Newji' 
burch Vergich — Daz für mich chom f&r rechtes gericht der Erber 
man her Vlreich von dem Chötweich vnd chlagt mit vorsprechen auf 
Vlreichs Pranistat des Fuetrer gelegen vor Schotten tor ze neckst 
der Newnburger hof vmb ain phunt wienner phenning versezzens 
purchrechtSf ynd vmb alle zwispilde, die mit recht darauf ertailt 
sint , Als ver daz ich im mit recht poten dar auf gäbe Friedreichen 
vnd Otten den Bekchlein, die zwen vorsprechen habent darvmh 
gesagt mit iren trewen vor rechtem gericht, als sev ze recht schölten, 
daz sev die Prantstat mit samb den vmbseczen habent beschaut vnd 
gesehaczt, daz si so tewr nichten ist, als daz versezzen Purchrecht 
vnd die zwispilde, die mit recht dar auf ertailt sint. Vnd wart 
gevragt, waz recht were, do gevil do dem selben Vireichen von 
dem Chötweich mit vrag vnd mit vrfail, er schvit mir mein recht 
geben, daz hat er getan, vnd scholt ich in der Prantstat gewaltich 
machen vnd an die gewer seczen, daz han ich auch getan — Vnd 
wan ich selber nicht aygens Insigils enhan , Dar vber gib ich im 
disen prief versigiU mit meins herren insigiU kern Petreins des 
freysingeVy zu den Zeiten Obrister Chellner in dem Chloster ze 
Newnburch. Der prief ist geben ze Wienne — Dreuzehen hundert 
iar , dar nach in dem acht vnd vierczigistem Jar des nächsten Sunn- 
tags nach sant Biesen tag. 

ChftrUilftriim Arohiri m. fol. 92. a. 

Hier erscheiot der Amtmann des Stiftes in Ausübung seiner Jurisdiction 
fiber die nächst dem Stiftshofe vor dem Schottenthore zu Wien (der hei der ersten 
Tfirkenbelagerung abgebrannt wurde) gelegenen Besitzungen. Doch besitzt er 
nicht eigenes Insiegel, sondern für ihn siegelt der Chorherr Peter der Freisin- 
ger als sein unmittelbarer Vorgesetzter. 

CCCXXXI. 

Heinrich, Pfarrer 9U Weikendorf, schenkt dem Stifte aus Dankbarkeit 
ein Bergrecht %u Heüigenstadt, 

Dat Wien, 11. Februar 1348. 

In nomine Domini. Amen. Ego Henricus Doctor Decretorum, Ple- 
bwms in Weikkendorf notum fore cupio omnibus et singulis — Quod 

«1* 



324 

perpeti cura in animo meo revolvens , quod racione exigente ex officio 
caritatis precipue illis teneor astrictus , a quibus sepius beneficia me 
cognosco recepisse. Hinc est, quod venerabilibus et religiosis viris 
et Dominis Domino Rudmno preposito totique Couventui Monasterii 
sancte Marie Nevnburge Canonicorum regularium Ordinis saneti 
Augustini Patariensis Dyoeesis dedi et trado per presentes Jus mon- 
tanum, quod pluribus annis ex legitima donacione et iusto Titulo 
habui et possedi in quadam Vinea, sita in Longo Agro iuxta sanctum 
locum et Grintzing, quam vineam possident pro tune religiosi yiri 
Abbas et Monasterium in Hohenfurtt, Dyoceais Olomucensis ita, 
quod Prepositus et Conventus predicti huiusmodi ius montanum 
debent perpetuo teuere et possidere, de quo eeiam singulis annis 
possunt pereipere duas Vrnas boni vini et quatuor denarii, et talem 
donacionem ipse feci specialiter in recompensam ex eo , quia Pre- 
positus et Conventus Supradieti propter meas votivas instancias michi 
remiserunt et relaxaverunt pro tempore vite mee dumtaxat Jus mon- 
tanum , et deeimam, quod et quam de Vinea Ecclesie mee predicte 
sita in Rohengraben singulis annis reeipere consweverunt, et in 
hijs iuxta formam litere ipsorum michi ab ipsis porrecte nullum impe- 
dimentum debent facere, inferre vel admittere. In quorum testimo- 
nium presentes literas ipsis trado appensione mei sigilli communitas. 
Actum et Datum Wienne In crastino sancte Scolastice Virginis Anno 
Doraini Millesimo Tricentesimo Quadragesimo Octavo. 

Orig. Perg. (Rep.Vet.n. 39. fol. 195.) nod Chartnlariam Arebivi HI. fol. 98. b. 
Du Ueioe, ««ehieckig-e Siegel in grfinem Wachse hingt an einem Pergamentstreifen. ^ . S . 
MÄiÖIi . HAnmiCI . PLEBANI . in . WEKENDORF. Da« Siegel seigt einen Wanderer mh dem SUbe 
in der Linken, welchen die darunter stehende Inschrift f .S . CHOLOMANVS . erkennen lisst. 
Darfiber das Lamm Gottes mit dem Fähnchen. 



CCCXXXIl. 

Christina die Prüschenkint Priorin von Tuln, beMtätigt, das» die Nomte 
Anna die Heinlin mit ihrer Forderung von dem Stifte Klosterneuburg 

he/riedigt seu 

Dat. TuId, 16. Februar 1348. 

Ich Swester Christein div Pruschenchinn^ ze den zeiten pH- 
orinn ze Tuln In dem vrawen Chloster vnd mein Conrentt wir rerie- 
hen — Daz der ersamm Geistleich herre Brobst Rüdwein ze Newn- 



325 

borch recht vnd redleich gecbauft bat ein Perehrecht Ton virgiligen 
dem Pravnstorfer ynd vrowen Agnesen seiner hatisvrowen , OUen 
tochier dez hevnlyns; daz gelegen ist ze Orinczing rmb Sybenezich 
pbunt wienner phenning der er fumfczich phunt div yorgenanten rir- 
giligen ynd yrawen Agnesen sein hausyraw yerricht vnd gewert hat, 
ynd zwainezieh phunt vnser sweiter Annen div Hermlynn, Vnd dar- 
amb lob Ich yorgenante Swester Christein diy Prfischenehinn ynd 
mein Conyent dem egenanten Ersammen herren Brobst Rudwein ynd 
seinem Conyent, Daz selb Perehrecht recht vnd redleich ze scher- 
men also thewer^ als si zwainezieh phunt wert sint für alle ansprach 
nach des Landes recht in Osterreich mit yrchund dicz priefes , den 
ich vnd mein sampnung mit vnsers Convents Insigel ze einer beste- 
tigung diser sache versigelt haben. Der prief ist geben ze Tuln — 
Dreutzehen hundert Jar dar nach in dem acht vnd yiertzigistem iar» 
yiertzehen tag nach ynser yrawen tag der Liechtmess. 

ChartoUrian Arehiri HI. fol. 104. ■. 

Die Urkunde macht uns mit einer Priorin und einer Nonne des Frauen- 
klosters zu Tuln , dieser ex roto Stiftung Rudolfs von Habsburg, bekannt Wie 
eine ihrer Vorgfingerinen, Engelguet (1299. Hanthaler Rec. iSl.)> so besitztauch 
Christine kein eigenes Siegel, sondern siegelt mit dem Conventsiegel. In späterer 
Zeit besitzen aber die Priorinen zu Tuln ihr eigenes Siegel, deren mehrere 
im Stifls-Archi?e sich vorfinden. — Als etwas besonderes erscheint die von der 
gewöhnliehen Datirung abweichende: vierzehn Tagenach Liechtmesse. 



cccxxxm. 

Jakob der Mediaer, Pfarrer %u Sievering, gibt seiner Kirche eitlen Wein- 

garten. 

Dat. 4. April 1348. 

Ich Jaeob der Mediaer, ze den zeiten Pharrer ze Säfring — 
Vergieh — daz ich — mit meines Perehherren hant, des erbern 
gebtleiehen herren heinreiehes des Seherdinger, Chorherr ze Neuji- 
hureh vnd zu den zeiten Pfarrer ze der heiligenstat gemacht han 
meinen Weingarten, den mein Vater ynd mein Muter, den Got genade, 
pei irn lebentigen ledichleichen habent geben, des ein halbes Jeuch 
ist — denselben meinen Weingarten han ich recht ynd redleich ge- 
macht — der Pfarre ze Sufring — Vnd sol denne der Pfarrer — 
Von dem ofigenanten Weingarten alle Jar — ein phunt Wienner 



326 

phenning raichen meinen harren kincz Neunburch in ir Oblay — 
Darum so gib ich disen brief — Versigeli mü meinem Insigel^ Vnd 
mü meines Vargenanten Perchherren InstgeU hem hainreichs des 
Scherdinger, Pfarrer %e der heiligen stat, vnd mit des erbem Man- 
nes Insigel Nychlas in dem Perhhof ze der heiligenstaJt — Der 
brief ist geben — dreuzehen hundert Jar darnach in dem acht vnd 
vierzigisten iar an sand Ambrosy tag. 

Griff. Perg. (Prot. m. Nr. 4t5.) 
Drei Siegel \% gelbem Waebae , die beidea ersten ortl, da« letite nud. \m erste«: f . 
S . DN1 . lACOBI . PLEBAN . IS . SVFRIN6 ., ist ein stehender » mit langem Gewände bekleideter 
Mann abgebildet , wabrseheialicb der beil. Andreas ; in der Reehlen bilt er ein Snob , in der Linkea 
ein Krens. Das sweite: f . S . HEINRICI . SCHEROINOEB . DE . NEVNBTRCH . PLEB . IM . 8 . 
LOGO., seigt den belügen Miebael mit der Waage. Das dritte Siegel : f . S . NICOLAI . DE . HEI- 
LIGSTAT., ist jenem Weiebard's von Toppel bei Dnell. Coli. Geneal. Tab. XVI. n. »07. ibnllefa, wel- 
ches nar insofeme abweicbt, als dort die Sparren naeh anfwirts and niebt gegen die reebte Seite 
des Sebildes geriebtet sind. 

Nachdem wir 1330 (N. 328.) die Consecration der Capelle zu Sie?eriDg 
urkundlich ersehen, erscheint hier der erste Pfarrer, und z¥rar aus dem Welt- 
priesterstande. Dem Stifte wurde diese Pfarre erst 1500 unter Papst Alexan- 
der VI. incorporirt. 

Der Pfarrer Heinrich von Heiligenstadt ist derselbe, welcher bis zu dem 
Jahre 1341 Stiftsdechant war, und zum Nachfolger in dieser Würde den Ober- 
kellerer Pilgrim hatte. Sein Vorgftnger zu Ueiligenstadt hiess Konrad. 



1348. „an dem heiligen auffarttag** (29. Mai) versetzt Christian der Har- 
niarchter und Margareth seine Hausfrau David Steuzen dem Juden , Schenleins 
söhn , ein Viertel Weingarten in der Obern Eren für eine Schuld von 4 Pfund 
unter dem eigenen und des Amtmannes Seifrid des Tuzen Insigel. Orig. Perg. 
Alte Kammerbriefe. 

CCCXXXIV. 

Andrew , der Kämmerer Herzog Albreekt's 11., stiftet einen GeselUn-Prie^ 
$ter bei der Pfarrkirche %u Sievering, 

Dat Wien» 6. Januar 1349. 

Ich Andre zv den Zeiten Chamrer des hochgebom färsten 
herczog Albrechtes in Österreich, in Styr, vnd in Chemden, vod 
ich Gedräut sein Hausvrow wir veriehen — Daz wir — mit vnsers 
Pergmaisters hant» hern Hainreichs des Straicher, zu den Zeiten 
hofmaister ze Dompach der Geistleichen herren von Sand Peter 
ze Salczpurch Lawterleich Got ze lobe rnd TOser Yrowen vnd allen 
heiligen zy Ern, vnd auch durch aller ynserr vodern Sein willen» ynd 



327 

durch vnser selbs Sein hail vod Saelde willeo vnd darch aller gelau- 
bigeo sela willon Gegeben haben vnsern Weingarten » der do leit %e 
Obern Süfringe 9 dez drev virtail sind vnd haizzet dew Saelde ze 
oechst Jansen Weingarten des Tuechschaerer , da man von dem 
egenanten vnsern Weingarten alle iar dient den vorgenanten Geist- 
leiehen herren daez Sand Peter ze Saltzpurch in Ir Oblay newn vir- 
tail weins vnd dreizzieh wienner phenninge ze Perehrecht — Den 
selben Weingarten haben wir — gegeben hern Jacoben ^ zv den Zei- 
ten pharrer der Pharrchirichen ze Obern Süfringe vnd derselben 
seiner Pharr vnd allen seinen Naehehomen Pharrer ze Obern Süfringe 
— Also mit ausgenomner rede — Daz der vorgenant Pharrer vnd alle 
seine Naehehomen Ewichleiehen alle Jar haben buln einen erbern 
Priester ze einem Gesellen vnd den sol er vnd ein ygleieh pharrer 
in seiner Chost haben vnd sol im alle mal drev ezzen geben , zway 
von fleisch vnd ayns von Milich, vnd sol im aach alle mal geben ein 
halbev Staeuf weins, des weins, des er selben vber den Tisch trincht, 
vnd nicht mer. Vnd sol im auch dar zu geben alle iar drev phunt 
wienner phenninge zu den vier Chottembern zv einer ygleichen Chot- 
tember sechs Schillinge wienner pheninge. Vnd svl auch der selb 
Priester dar vmb alle tage ein fruemesse sprechen in der vorgenan- 
ten Pharrchirichen ze Obern Sfifringe, Ez sei denne alz vil, daz in 
Ehaft not were , So muge er ainen tage oder zwen veyr vnd nicht 
mer, vnd sol auch denne daez hincz im vnd ze seinen Trewn gesten. 
Vnd sul auch derselb Priester vnd geselle die vorgenant främesse 
sprechen alle tage des veyrtages vnder dem Rechten Ampt , vnd des 
Werichtages, wanne iz tage ist von dem Vaschange vncz auf aller 
Heyligen tage, Vnd denne von aller Heyligen tage vncz hin wider auf 
dem Vaschange So sol er sprechen die frumesse alle tage, ze swel- 
eher zeit im daz aller pest fuegt desselben tages zv sampt den drin 
Messen , dev der pharrer gepunden sol sein alle wochen ze sprechen 
vnd ze haben in der vorgenanten Pharrchirichen. Wer aber daz er 
icht mer messe dar inne haben oder sprechen wolt, daz lazzen wir 
hincz seinen Trewen. Ez sol auch der vorgenant priister vnd geselle 
dem Pharrer gehorsam sein, alz ein iegleich geselle seinem herren, 
ze Swew er sein bedarf vnd begert, daz in der Pharr dinst ist, ez 
sey hincz den Siechen, oder ze Tauffen oder ze Inlaytten oder ze 
Peicht, Swie so daz genant ist, Ez sey bey Nacht oder bey tage, ze 
swelcherlay Sachen daz ist, alz vor geschriben stet, so sol er dem 



328 

Pharrer berait md gehorsam sein vnd swaz nucz daYon chumt oder 
chomen mage , daz sol er ao gevaer mit seiner gewizzea dem Phar- 
rer halbs geben vnd raichen ynd halbs sol er iz selben behalten für 
sein Mu , vnd sol auch mit des Pharrer opher noch mit seinem Ge- 
schefft nichts ze schaffen noch ze wandeln haben , weder yil noch 
wenich. Ez mag auch der Pharrer denselben gesellen verchem, 
Swanne er wil, alz in andern Pharrchirichen gewonhait ist. Also ob 
er iz verwurcht vnd swaz im denne gehurt ze geben rncz auf die sel- 
ben zeit, daz sol im der Pharrer ze haut geben an allen chrieg vnd 
an alle Widerrede vnd auch also mit auzgenomen worten , daz der vor- 
genant herr Jacob vnd alle seine nachchomen furbaz ewichleichen 
einen gesellen haben vnd behalten suln — Waer aber» daz der vor- 
genaut weingart verdürbe , das got nicht enwelle, von swelcherlay 
Sachen daz geschech, vnd auch ob der vorgenant Priester vnd geselle, 
vnd die frömesse dennoch nicht von dem Pharrer volpracht wurde an 
alles gevaer, alz vor verschrieben ist. So sol dev Gemaine den Phar- 
rer denne manen, daz er allez daz volpring vnd volfur, als vor geschri- 
ben stet , volfurt er denne dez nicht noch der Manunge inner vier 
Wochen, So sul der Probst ze Newenburch, wie oft die Sawmung 
geschieht, den vorgenanten Weingarten vnd ander gult, die zu der 
oftgenanten Pharr ze Ober Sufringen geboret, in nemen vnd vnder 
winden, vnd sol daz so lang inne haben, Vncz daz der Pharrer alles 
daz genczleich layst vnd volfurt, daz vor an disem prief geschriben 
stet. Wer auch, daz der Probst von Newenburch daran auch sawmig 
wer, vnd nicht volfurt als vorgeschriben ist, so sol die Gemaine daz 
an vnsern Gaistleichen vater, den Pischolf von Pazzaw pringen, suln 
im daz chunt tun, vnd daz er volpringe von dem vorgenanten Wein- 
garten vnd Gult alles daz, alz vor verschriben ist. — Dar vber so 
geben wir — disen pricf — versigiU mit vnsenn Insigil, vnd mU 
des vorgenanten vnsers pergmaisters Insigil kern Hainreichs des 
Straicher vnd mit Bugers Insigil des wenigen LeupoÜes Svn — 
Diser prief ist geben ze Wienne — dreutzehen hundert iar, dar nach 
in dem nevn vnd viertzgisten Jar an dem Percht tage. 

Orig. P«rg. Die Siegel hiogen «■ PergtmentotreireB. Da« erste , niad , ia gelbem Waelwe, 
entbilt arn Buclutabeo A and die Unuchrift : f . 8 . ANDREAS . CHAMARARII . Das andere , mad, 
in gelbem Wachse , zeigt im dreieckigen , sebrige stehenden Schilde eine darchlaafende Biade , aaf 
welcher drei Herzea angebracht sind. Darftber ein Helm mit der Helmdeeke and einem Flfigel, ia 

welchem eine gleiche Biade erscheint. Umschrift : f . S . 8TBAIHERT0R Das dritte , runde 

Siegel in gelbem Wachse zeigt im dreieckigea Schilde den Bachstaben A mit der CJmschri/t : f . S . 
RVOERI . FILII. 



329 
CCCXXXV. 

Elibeth^ WUwe Koloman's von Laa, gibt ihrem Sohne, dem Chorherm 
Koloman , ein Burgrecht mit dem Heimfalhrechte an die Stifteoblag. 

Dat 24. August 1349. 

Ich Ehpet Cholmans Wytib von La, dem Got genade, Vergich 

— daz ich — geschaft han meinen sun , dem erbem Chorherren, 
hem Cholman fumf phunt wienner phenning geltes Purchrechtes auf 
meinem Weingarten, vnd haist der Lang Weingarten, leit an dem 
Chalnperg — zu einer pezzerung seiner phrunt, Vnd nach seinen 
tod so sulln derselben fumf phunt geltes zway phunt geltes gevallen 
in der Chorherm Oblay — vnd die andern drew phunt geltes schaf 
ich auch in die Oblay, also beschaidenleich , daz der Oblaymeister, 

i swer der ist, dem Chorherren, swer frue Messe singet Von mser 
i Vrowen auf dez heiligen Chreuz Alter, alle tag geben sol zwen 

phenning, do er Vnser Sei Vmb gedenche Vnd zwenne ich selb 

I nicht aign insigilen hab, des westaet ich disew sach mit dez egenan- 
ten Weingarten Perchmaister insigil Hainreich Rapoz, vnd mit 
der erbem zweir Mann insigil Gundolz dez Tuzen zu den Zeiten 
Stat Richter, vnd hainreiches des Durren — Der brief ist geben 

— drewzehenhundert Jar, darnach in dem neun vnd Vierzigisten Jar 
an sand Bartholomes tag. 

^ Drti rnna« Siegel. Da« erate : f . 8 . UAINRICl . RAPOZ . seigt eiae dem heil. Johaonet 

ihiUehe Gestalt im siedeadea Ölkeuel. Im xweiteo : f . S . OVNDOLDI . TVCZ., ist eioe Elster 
«l>gebildet. Das letzte Siegel mit der Umschrift : f . S . HAINRICI . DTRRONIS enthalt eiaen halben 
Steiaboek, gegen den linken Raad des Siegels gekehrt. 

Der in der Urkunde zum ersten Male vorkommende Chorherr Koloman von 
Laa wurde spfiter (1371) Propst des Stiftes. Auch erscheint ein neuer Stadt- 
richter, Gundolt der Tuez, an der Stelle des vorigen, Friedrich 's ron Lewb. 

In demselben Jahre starb Propst Rudwein, wie es scheint, an einer pest- 
artigen Krankheit DasTodtenbuch setzt seinen Sterbetag auf den 13. October. 
m. Idus. Cholomanni mr. Onus. Rudwinus Neumburgensis Prepositus Obiit. Sein 
Nachfolger wurde, wie aus dem folgenden Fragmente des Wahlinstrumentes 
erhellt, Ortolf von Volken- oder Volkerstorf. Ober diese Familie siehe Hoheneck, 
P. m. 771. fr. Die Wahl geschah auf dem Wege des Compromisses. 

CCCXXXVI. 

Fragment den Wahlinntrumentes Propst Ortolf $ von Wolkendorf, 

predicte electioni interfui, et in dominnmOrtolfum de Volchen- 

rfwf consensi et manu propria liuic decreto subscribo. Commissarii 

predictum dominum Ortolfum elegi et manu propria subscribo. 



330 

Consensi et manu propria subscribo. Et ego Step/ianus predictis 
interfai et in dominum Ortolfum consensi et manu propria subscribo. 
— interfui et in dominum Ortolfum consensi et manu propria sub- 
scribo. Et ego hainricus Sneczel predictis interfui et in dominum 
Ortolfum consensi et — predictis interfui et in dominum Ortolfum 
consensi et manu propria subscribo — electioni interfui et in domi- 
num Ortolfum consensi et manu propria subscribo. Et ego Andreas 
de Patavia predictis — et manu propria subscribo. et ego Cholo- 
mantis predictis interfui et in dominum Ortolfum consensi et manu 
propria subscribo. — in dominum Ortolfum consensi et manu propria 
subscribo. Et ego Nicolaus Floyt predictis interfui et in dominum 
Ortolfum consensi et manu propria — da campromissariis supra- 
dictis predictis omnibus interfui et in dominum Ortolfum consensi et 
manu propria huic decreto subscribo. 

Et ego Petrus Hermanni de Waydhofen, Clericus Patav. dioc. 
auctor. Imperiali publicus notarius predicte Electioni Compromissa' 
riorum ac scrutinio eorundem — de domino Ortolfo , ut premittitur, 
celebrate et eiusdem electionis publicationi ac promulgationibus 
omnium et Singulorum Canonicorum predicti monaster — omnibus aliis 
et singulis premissis interfui et omnia predicta manu propria in hanc 
formam publicam redegi meoque signo solito et consweto — rogatus. 

Diese Wahlarkunde wurde ?on dem Holzdeckel einer Handschrift in fol. 
auf Per^ment aus dem 14. Jahrhundert abgelöst , welche nebst den Homilien 
des h. Augustin auch die |,ColIationes Patnim" enthält und am Schlüsse die 
Schrift trägt : Anno Domini M. CCC® LXXXIH. comparatus est iste über a 
Venerabili Domino Petro Neunburgensis Ecciesie tunc temporis Celerano» nee 
non Canonico ibidem. Finitus in vigilia Barbare Virginia. 

Sie ist zwar nur ein mühselig zu entzifferndes Bruchstuck, aber wir 
ersehen denn doch daraus, dass die Wahl durch Compromiss geschah, dass die 
Anzahl der Wühler nicht über 14 stieg, und werden mit 5 neuen Gliedern des 
Stiftes bekannt, von denen der letzte ein Sohn des im Jahre 1338 (Nr. 274.) 
als Stadtrichter erscheinenden Ritters Hugo Floit ist 

cccxxxvn. 

Ulrich der Prelzmann stiftet für tick und Meine Hausfrau Elsbeth zwei 

Jahrtage. 

Dat. 1. September 1349. 

Ich Vlreich der Preczman vnd ich Elspet sein hausvrow Verie- 
chen — daz wir — mit vnsers amptmanns haut » hern Jansen des 



331 

Vreysinger durch got vnd durch vnser paider sei hail willen — 
geschafl vnd geben haben vnser haus mit sampt der hofstat, Wein- 
garten binden dar an — halben in der Herren Oblay vnd halben in 
die Crustrey. Dar vm vns die erbern Chorherren auz irr Oblay hegen 
sollen einen extngen iartag^ alz irr gewonhait ist, ander iarteg zu 
begen. So sol vns der Güster auz der Gustrey auch einen ewigen 
iartag begen — Vnd geben in darvber disen brief — versigeU mit 
msers egenanien Amptmanns insygel Jansen des Vreysinger. Des 
ist auch gezeug mü seinem insygel der erber man Gvndolt der Tucz 
— Der brief ist geben — drevzehen hvndert Jar, darnach in dem 
Nevn vnd virczygisten Jar an sand Gyligen Tag. 

Orig. Perg. Zwei biagtode Siegel an PerganenUtreifeii. Dm erst«, rande, tob kleinerer 
FofB , ia gelbem Waebic, iit leboa bekaont. Das iweite, in gelbem Wacbie, eotbilt im «Ireieekigea 
Sebüde eiaea Vogel mit aaigeipanatea Flfigela. Umscbrift; S . GVND. TVT ~ 



CCCXXXVIII. 

Ulriek der Hafner bekennt, dass der Zehent 9u Treinial-Neusiedd ein ihm 
verliehenes Leibgeding ist 

Dat. 12. Juni 132SO. 

Ich Vlreich der Hafner vergich offenwar an disem prief von 
dem czehent, der da leit zu neusidel auf Weingarten vnd den ich 
zu lechen von mein hern probst von neunwurch, der selb czehent 
ist nur mein leiwgeding, vnd wan ich heunt, oder maring nicht 
eQwer, so schvl derselb czehent wider erben auf daz vorgenant chlo- 
ster zu newnwurcb. Daz disev red also stet sei, dar vber gib ich 
in disen prief versigelt mit meim Insigel vnd mit des erbem herm 
Insigel her Vlreich von hauspach , der diser sach gecheug ist mit 
seim insigel. Datum anno domini M^ CCC® L Sabbato ante Viti. 

Orig. Perg. Daa Siegel feblt. 

Die ganze Urkunde ist in der grössten Eilfertigkeit verfasst, wie die fluch- 
tige Schrift zeigt. 

Schon 1356 an sand Pangraci tag gibt derselbe Ulrich Hafner dieses „wein- 
zehentel" zu Treintalnewsidel wieder auf. Mitsiegler ist auch hier Ulrich von 
Hauspach. 

Über Treintal-Neusiedel siehe das älteste Stifts-Urbar im Anhange sub 
hac voce. 



332 



CCCXXXIX. 

Agnes, die Witwe Virgü*9 des Praunsdor fers, versetzt Ulrich dem Flotter 
von Wtdlersdorf ihr Bergrecht %u Nussdorf und Grin%ing, 

Dat. WieD, 23. September 1350. 

Ich agnes^ Virgili WUtibe des Praunäorffer^ dem Got genade, 
Yergich — Daz ich ynd mein erben ynYerscbaidenleich gelten solo 
Vireichen dem flaetzer von Wuldesdorf vnd sein erben yierzehen 
pbunt Wienner pbenninge» ynd haben in da f&r gesetzt ze rechter 
Satzunge nach des Landes recht ze Osterreich mit gaeistlichen Her- 
ren Probst Ortolfs von Newenburch meines rechten Lehens , daz ich 
yon im ynd yon seinem Gotshaus ze Lehen han » Dreitzehen Emmer 
Weins geltes Perchrechtes gelegen ze Nuzdorf ynd ze Grintzingen 
auf Weingarten — Vnd wand ich selber nicht aigens Insigils han. 
Dar ymb so gib ich disen brief — versigiU mit meines Lehen her^ 
ren Insigils des obgenanten erbem gaestUchen Herren Probst 
Ortolfs von Newenburch vnd mit Leupolts Insigil des Gundrams- 
torffer zu den zeiten desselben Probst Ortolfs Hofmaister — Diser 
brief ist geben ze Wienne — dreytzehen Hundert iar, darnach in 
dem fumfzgisten iar des nächsten Phintztages yor sant Michels Tage. 

Orig. Perg. (Rep. V«U Nr. 4. fol. 197.) 
Zw«i Siegel io gelbem Wachse. Dai erste» des Propst« Ortolf, teigt die heil. Jangfraa stehead, 
das Haapt obae HeiUgeaseheia aad aiit eiaer Kroae bedeekt, wie bei Daell. Bxeerpt. Tab. 
XXIII. D. 801.; daraater betet der Propst aater eiaer kleiaea Capellev das Haapt mit eiaer 
Mutze bedeckt nod dea üirteastab mit beidea Hiadea haltead, wie seia yorgänger Rodweia. 
Das zweite Siegel ist raad mit der Umschrift : f . S . LEVPOLDI . GVin>RAMSTORFARII . Der 
Sohild wird darch eiae Biade , der dsterreiehischea ihalich » getheilt » ia der Biade selbst siad zwei 
Reihea Toa WGrfela sichtbar» dereo eiae drei, die zweite zwei Würfel eathilt. 



CCCXL. 

Die Baumgartner verkaufen ihrem Oheim, Weichart von üttendorf, ein 
halbes Lehen zu Bierhaum, 

Dai 10. April 1351. 

Ich Ott von Paumgarten ynd ich Elspet^ sein Hausfraw^ ynd 
ich Weichart sein Prüder ynd ich Gerwich sein Hansfraw ynd vnser 
paider erben yeriehen — Daz wir — ynser halbs .Lehen, daz wir ze 
rechtem Purchrecht gehabt haben yon dem Gotzhaus yon Newmburch 
hie derhalb Tunaw daz gelegen ist zv Pirbavm — ze chaufen haben 



833 

gegeben Weyckarten vnserm Ohaim von Vitendorf vnd neiner haus- 
frawen vron Zachein — vm zwainzig phunt phening guter Wycn- 
ner Hfintz — Vnd sehullent si auch allev iar dienen von dem Torge- 
nanten halben Lehen an sant Michels tag ain Wyener phening zy dem 
Torgenanten Goczhaus zv Nermburg hie der halb Tvnaw — Dar yber 
geh wir — im dem Yorgesehribenen Weycharten — disen prief — 
versigiU mit vnser paider anhangenden Insigiln vnd mit der 
Erbem Herrn Insigiln, kern Fridreichs vnd kern Vtreichs von 
Atzenpruck — Der prief ist gegeben — Drevzehen hundert iar, dar 
nach in dem ain vnd fymfzigstem iar an dem Palm tag. 

Orig. P«rg. (Rep. Yet. Nr. 81. fol. 283.) ttad Chartmlarian Arekiri IH. Fol. 101. b. 
Tw nu4t Siefel ia gelben Wachse. Die Embleme dea ersten : f . S . OTTONIS . DE . PAVM- 
6ARTEN . , so wie des tweitea Siegels: f . S . WICHARD! . DE . PAYM6ARTEN, sind jeneo im Siegel 
des IfikeUns tob Seafteaberg bei Daell. Eie. Oeaeal. Tab. XYIII. a. 289. fast gleieh. Daa dritte: f . 
8 . FRIDEBICI . DE . AZENBRYK ist bei Haber Tab. XYI. a. 16. eathaltea , jedeeb BBgeaaa, deaa das 
Siegel hat aiebt kleine Kugeln, soadera Würfel, welehe bei Daell. I. e. Tab. XI. a. 134. rollkemmen 
■asgedriefct sind. Das vierte: f . 8 . YLRICI . DE . AZENBRYK xeigt die gleichen Wappeazeichea. 

Der Aosdruek „guter Wyenoer MüoU« wird wohl, wie der 1300 (N. 68.) 
gebrauchte „rehter phenninge*', auf eine stattgefundeDe Mänxrerschlechtening 
hiodeuteo. 



CCCXLI. 

Siefan , Pfarrer %u Hörersdorf, stiftet bei seiner Pfarrkirche ein toöckent- 
liches Amt zu Ehren ü. L. Fr. 

Dat. Wien, 25. Mai 1351. 

Ich Stephan zv den zelten Pharrer zv HeroUtorf Vergich — 
Daz ich — mit meines Purch herren hand» des erbern Gaeistleichen 
berren . Probst Ortolfs von Newenburg — gewidembt Ynd geben 
ban zu der Vorgenanten meiner Pfaarrkirchen zv Heroistorf Sechs 
Schillinge Wienner Phenning geltes an zehen Pfeninge gelegen auf 
dem Akchern zv Penewisen — vnd neun Vaschange Huener auf den- 
selben Ackchern Ynd zwey drittail zehents darauf, da man Yon Inn 
alle iar dieunt dem Probst zu Newenburg Vier Ynd Zwainzig Wiener 
Pfeninge — zy rechtem Purchrecht Ynd nicht mer also mit ausge- 
nohmener rede, wer Pfarrer ist zy Herrolstorf, der sol die nutze der 
Vorgenanten gOlt alle iar in nemen Ynd Vossen, Ynd svl alle Sambs- 
tage durchs Jar Von vnser frawen ein Ambt davon haben, vnd sin- 
gen in derselben Pfarrkurchen zv Herrolstorf, Ynd wenne auch daz 
wir, daz der Pfarrer daran saumige W&r, — So svl sich dennen der 



334 

Zechmaister vnd die gemain daselbens der gflit ynd des zehents 
YnterwindeD, md svlle denne tmser frawen ein ewiges Licht davon 
widmen vnd Stufilen in der egenanten Pfarkirchen. Vnd hab auch 
ich die yorgenanten Gült ynd den zehent gekauft ymb mein aigen- 
haffles Varund guet yon LeupoUen von Stbenhirten — Dar yber so 
gib ich disen brief — VeraigiU mit meinem Insigil vnd mit meines 
Purchherren Insigl» dez obgenanten erbem Geistleichen herm 
Probst Ortolfs von Newenburg^ vnd mit hem Gerliebs Insigels 
des Yislinger — Diser brief ist geben zu Wienn — dreyEehenhvn- 
dert Jar darnach in dem ains ynd fiinffzigisten Jar an sant Vrbans 
tage. 

Ex Tabalario Sapreai C«lenuii. Bib. Mranaorf. N. IS. 



CCCXLÜ. 

Der Stadtratk von Komeuhurg beunUigt den Verkauf von drei Jeuekart 
AekerUmdes durch Leopold Qilig an NikUu den Hew^rlein* 

Dat. Klostemeuburg» 1351. 

Ich Vlreich der Choczler, ze den Zeiten richter ze Newnburch 
Marchthalben ynd wir der rat daselbs Veriehen — Daz für yns chom 
der erber mann Leupolt Gylig, ynd bestet mit seinen ayd erhaft not 
durch gelts not willen, do er mit gesampter hant mit seiner crem 
hausvrawn für petersen in ist chomen, der got genad, do wart mit 
yrag ynd mit yrtail der tailt als vnser stat recht ist» vnd auch vnser 
schrann reckt ist» er solt der hab so yil f&rchauffen, di seu mit 
einander gehabt haben, do yerchaufil er dem erbem mann Nyclosen 
dem Hemerlein drey Jeuchart Akcher, die ze Purchrecht sint yon dem 
Erbern Geistleichen herren, dem Brobst yon Newnburch ymb Sechs 
phunt wienner pbennige — ynd leit auch derselb akcher zenachst 
Dietmars von sebam akcher, ynd svl auch der yorgenant Nyclos mit 
dem egenanten akcher — frein ynd ledigen haben — ynd geben dar 
yber disen prief — yersigelt mit ynsers Stat Richter Insigel — Dreu- 
zehenhundert iar ynd in dem ain ynd fynnfczigisten iar. 

Chwtftlariam Arekin HI. fol. 98. a. 

Die Urkunde weiset einen neuen Stadtrichter zu Komenburg nach. Im 
Jahre 1370. st Ursala tag (21. Octob.) erscheint in diesem Arote urkundlich: 
Nyclo der Prenner. 



33S 
CCCXLDI. 

EUbeth, Heinrieh'9 des 8chückler*9 Witwe, verkauft dem Stifte einen Wein- 
dienst %u Nussdorf. 

Dat. Wien, 4. Januar 132S2. 

Ich Elzpei kern Heinreichs Wittibe des Schuhler dem got 
geirade, Vergich — daz ich — mit meins Lehen herren hant, des 
erbern Herren Kern Leutolts von Chünringen, Obrister Schench in 
Österreich rerchauft han meines rechten Lehens» daz ich von im ze 
Lehen gehabt han. Sechsthalbe Emmer weins geltes dienstes gelegen 
an dem Nuzperge — vmb zwainzich Phunt Wienner phenninge — 
den erbem Gaestleichen hem Probst Ortolfen vnd dem Convent 
gemain dez Chlosters vnser frowen ze Newenbureh — Dar vber so 
gib ich disen brief — versigiU mit meinem Insigü, vnd mit meins 
Svns Insigil Jansen des Schühler vnd mit mein zwayer aydem Insi- 
giln^ Hainreichs von Eslam vnd Jansen von Mannswerde — Diser 
brief ist geben ze Wienne — dreytzehen hvndert iar, darnach in 
dem zway md fumftzigisten iar des naechsten Mitichens vor sant 
Agnesen tag. 

Ori;. Perg. (Rep. Ve(. Nr. 1. fol. 181.) aad ChArtDUrian Arekivi in. fol. 84. b. 
Drei niad« Siegel , ein ritrtei fehlt. Das erste, mit 4er Untehrifl : f . 8 . ELIZABETH . 
fIDTE . HEINRICI . SCHYELER ., eathilt zwei Sehilde, rechU jeaea der Scbfiebler, weleber aaeb- 
•lebeai bcaebriebea irird , Hak« eiaea Sehild mit drei Henea,dcrea SpiUea gegea eiaaader gekehrt liad, 
ia der Art gestellt, wie «ie Daell.Exe.Geaeal.Tab. V. a.49. seigt. Dieiea Siegel ist ia grlaet Waehi 
gcdriekt, wie a«ek dai iweite : f . S . lOHANNIS . SCHYECHLARII., dessea Schild ia der Weite getheilt 
ist, wie bei Daell. Exe. Geaeal. Tab. VI. a. 89. Die twei Dreiecke des uaterea Feldes siad dea 
taeb dort ia der aatera Sehildüebe aagebraebtea sehr ibnlicb, die Beehtecke ia der obera Hilfte 
werdea , wie jeae der aatera, dareb eiae Diagoaale getheilt. Eiaes der Dreiecke aaterscheidet sieb 
Tooi aaderea dareb seiae aetzartige Fliehe. Das dritte Siegel : f . S . HAINRICI . DE . ESLARN. 
seigt eiaea Helai aiit Helmdeeke, welche eia aofreebtateheader Flfigel scbaiackt, aad ist ia gelbes 
Waebs gedriekt. 

Die Best&tigungsurkunde Leutold's von Chanringen findet sich im Chart. 
Arcb. UL fol. 134. a. de dato Wien, 18. Januar 1352 vor. Mitsiegler ist der 
erber herr, Stephan von Meyssawe» Obrister Marschalich in Osterreich. 

CCCXLIV. 

Imfried van Clement verkauft einen Steinbruch 9U Cfötundorf dem 
Pfarrer Wolfker von Jedenspeugen. 

Dat. Wien, 24. Mai 1352. 

Ich Imfrit von dem Clemens Vergich — Daz ich — verchauft 
vnd geben han meins rechten aygens meinen Stainprüch gelegen in 
Geczendorfer velde vnd swas zu dem selben Steinprfich geboret. 



336 

swie so daz genant ist — ymb zeben phunt wieoner phenninge — 
Dem erbern herren hern Wolfkem zu den Zeiten Pharrer ze 
ydungspeugen vnd seinen nachchomen » swer da selbens nach in) 
Pharrer ist, also mit auzgenomener rede, daz er mir die Trewe getan 
hat» ist, daz wir, ich oder mein erben den selben Steinpruch wider 
chaufTen wellen, den suln wir denne wider ehauffen von dem heuti- 
gen Tage inner sechs iarn — an sant JSrgen tag ymb zehen phant 
wienner phenninge — Dar vber so gib ich In disen prief — versigiU 
mit meinem Insigel vnd mit meins Prüder Insigel Jansen von dem 
Clemens, vnd mit hern Otten Insigü des Spans. Diser prief ist 
geben ze Wienne — drevzehen hvndert iar, dar nach in dem zway 
ynd fumfczigisten iar des nächsten Phincztages vor Phingsten. 

CharUlarioB ArekiTi m. fol. 9S. a. 

CCCXLV. 

Gerichtshrief des österreichischen Hofrichters Weichart van Topd über 
den Hof zu Ottenthai 

Dat. Wien, 6. Juni 1352. 

Ich Weichart von Toppel, Hofrichter in Österreich vergich, 
daz für mich chomen ist in daz hoftayding, do ich saz an ainem 
rechten , der beschaiden Chvnrad der Pab rnd chlagt hincz dem 
Erwirdigem Herren Brobst Ortolfen ze Neunburch vmb ein ho f gele- 
gen dacz Antentalt des in Brobst Rudweins anwult von seins 
geschaefts wegen mit gewalt entwert biet, des er enkolten biet 
ymb zway ynd dreizzich phunt phenning wienner Munzz , ynd saez 
auch Brobst Ortolf noch an dem selben gewalt, ynd pat gerichts, do 
antwurt Brobst Ortolf mit vorsprechen, ynd Jach, er west nichtes nicht 
ymb den gewalt, ynd der hof gehört ze seinem Gotshaus, des er nu 
yerweser wer von gots genaden, ynd pat die herren, daz seu im ein 
recht sprechen, do ertailten im die Lantherren, geyiel auch im, mit 
yrag ynd mit yrtail, seyt er den hof, ynd waz dar zu gebort, geruebt- 
leichen inne biet gehabt pei gutem gericht, recht taeg ynd mer, 
er scholt furbaz chain recht dar ymb dulden, noch leyden, ynd auch 
an der gewer siezen ynd beleiben , ynd allen seinen frum da mit 
schaffen, yerseczen, yerchauffen, als ez im ynd seinem Gotshaus 
aller pest fuegt ynd geczem , mit yrchunt des priefs geben ze wienn 
am Mitichen nach der Phingstwochen — Dreuzehen hundert iar, dar- 
nach in dem zway ynd fumfczigisten iar. 

Cbartalariam Archiv! III. fol. 98. a. 



337 
CCCXLVI. 

Der österreiekUehe Marschall, Graf Ulrich van Pfannberg , entscheidet 
iAer die Ansprüche der Juden auf einen Weingarten %u Klostemeuhurg, 

Dat Wien, 21. Juni 132S2. 

Wir Graf Virich von Phaunberg , Marschalich in Österreich 
tnd Hauptmann in Kemden Tun cbiint mit disem brief Vmb die 
brief, vnd Tmb die Chuatschafl, ixe die Juden habent auf dem Wein- 
garten, der da Leit in der Reyn ze Ncunbureh zenachst Jon^^m 
dem Läden f dez ain Rähel ein gancz Jeweh ist» der weiln Niclas 
des Ernstes 9 pärger %e Wienn gewesen ist, dez der Erber geist- 
leich Herre, her Pilgreim der Würffiel zu den Zeiten Chellner von 
dez Goczhaus wegen ze Neunburch rechter Perchherre ist, daz wir 
die brief verhört haben gegen den briefen , die die Erbern Geist- 
leichen vrawen van der Hymelporten ze Wien verhört habent ze 
gegenburt Erberer Laut , daz wir die brief verhört haben. Also, daz 
die vorgenanten Juden auf dem egenanten Weingarten nindert chain 
recht, noch ansprach habent weder vmb vil, noch vmb wenig nach 
der brief sag, alz wir verhört haben« mit vrchund dicz briefs ver- 
sigelt mit vnserm anhangunden Insigel. Der geben ist ze Wienn — 
Dreutzehen hundert iar, darnach in dem zway vnd fumfczigisten Jar 
an Phincztag vor sand Johanns tag ze SAnnebenden. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 125. fol. 13S.) Du Sitgel fehlt. 

An der Stelle Peter*8 des Freisinger's erscheint hier sein Nachfolger in der 
Wfirde eines Oberkellerers , Pilgrim der Wflrfel. 

In späterer Zeit erscheinen ans dem Kloster zu der Himmelpforten 
urkundlich: 

1415. Katrey, die Hewingerinn Priorinn dacE der Hymelporten. 
1463. Magdalena, Priorinn. 

1472. fer. 6. post Joh. Bapt. Margaretha Zwellrin, Priorinn. 
1520. 1. Aug. Magdalena Gwinsguetinn , Priorinn. 

cccxLvn. 

Andreas der Fleischhacker versetzt Oeverlein dem Juden sein Haus auf 
dem Grashofe %u Klostemeuhurg, 

Dat. 5. Noyember 1352. 

Ich Andre der fleischhakcher, des Slüzzler aidem, dem got 
genad vnd ich Lucey, sein hausvrowe wir veriehen — Daz wir — 
gelten suln geverlein dem Juden vnd seinen erben Syben vnd 

FoDte«. XIV. 22 



338 

zwaiDczich phunt wienaer phenning, der wir sew wern sab ze mitter 
rasten, di nu schirist chumpt. Tuen wir dez nicht, So get furbaz 
dar auf gesfich auf ein igleieh phunt alle wochen sechs pheoniog der- 
delben Munzz, ynd haben den Juden da für ze phant gesaczt mit 
gesampter hant — ynd mit vnsers Amptmanns hant, hern Ortolfs 
des Tuczen zu den Zeiten Släzzler vnd Amptman ze Newnburch 
auf dez Herczogen gut ynsers haus vnd was dar zu gehört, gelegen 
ze Newenburch auf dem grashof ze naechsi der schönen ChappeU 
len vnd da man alle iar von dem selben voserm haus dient deai 
Herczogen ze Gruntrecht ein halb phunt wienner munzz ynd fumf 
phunt gelts ze yberzins, die abzelosen sint — Diser saehe ze yrchnnde» 
wan wir aygen insigel nicht enhaben, geben wir den Juden disen 
prief versigelten mit vnsers egenanten Amptmans insigel, kern 
Ortolfs des Tuczen ^ vnd mit kern Jacobs Insigel des alten Sluzzler 
sun zu den Zeiten Statrichter vnd Judenrichter ze NewiAurch — 
Der prief ist geben — dreuzehen hundert Jar, darnach in dem 
zway ynd fiimfczigisten iar des Montags vor sant Herten tag. 

Chartalariaa Archin IIL fol. 145. ■. 

Den Tod CristaD*8 des Schlüssler (Claviger) setzt die kleine Klosterneu- 
borger Chronik in das Jahr 1349; aber schon 1347 (N. 324) erscheint als sein 
Nachfolger Ortolf aus dem in Rlosterneuburg sesshaften Geschlechte der Taci« 
Hier 6ndet sich auch ein neuer Stadtrichter and Jadenriehter , Jakob, Cristan's 
des alten Scblassler Sohn. 



cccxLvm. 

Das Stift bestätigt die Errichtung und Dotirung des 8t, Johannes Bapt. 

Altan %u Höflein, 

Dat. 29. NoTomber 1352. 

Nos Ortolfus, Divina Miseracione Prepositus, Nycolaus 
Decanus, Totusque Conventus Monasterii Sancte Marie Neunburge 
regularium Canonicorum Ordinis Sancti Aug. Patay. Dyocesis. Ad 
perpetuam rei memoriam. Gratum Deo impenditur obsequium, cum 
diyini cultus promovetur augmentum — Sane hac consideracione 
inducti discreti et honorabiles yiri, dominus Chunradus, dictus 
Huetstochk et Magister Nicolaus t quondam Rectores Ecclesie 
Sancte Margarete in Höfling dicte Patay. Dyoc. et dominus Nicolaus 
de Stockeraw nunc eiusdem Ecclesie Reetor Altare in honore Sancti 



339 

JohaDois Baptiste constructum in sinistro Latere dicte Ecelesie in 
Höfling situm copiose suis propriis facuUatibus dotaverunt. — Nos 
igitar opus tarn laudabile tamque Salubre benigno prosequentes 
affectu, Dotacioni predicte nostrum adhibemus eonsensum et bonam 
Tolantatem — Statuimus , ordinamus et volumus — consueta ab anti- 
quo in dieta Eeclesia missarum et alioram Diyinorum officiorom obse- 
qnia, sieoti prios» inviolabiliter obsenrari. In qoorum omnium et sin- 
galoruiD te^timonium nogtri et predicH dondni Nycolai Rectoris 
»epedicte Ecelesie in Höfling SigiUa presentibus sunt appensa. 
DatDm anno Domini Millesimo Treeentesimo Quinqyagesimo Secundo 
In yigilia Saneti Andree. 

Orig. Perg. (Prot. IH. N. 383.) 
Die bekaoateo Siegel dei Propites Ortolf uod des Kloiternenbarger Kapitell. Dai dritte: 
NICOLAI . PLBBANI . IN . HOFLINO . , eDibill dt« heUige MargvaÜM mit den Draehea. 

An die Stelle der Formel: »Dei gratia** tritt hier lum ersten Male: ^Dirina 
miseraeione^. Ans der Urkunde selbst lernen wir drei einander in der Pfarre 
Höflein folgende Weltpriester kennen. 

CCCIL. 

Der Stadtrath von Klostemeuburg bestätigt den Kauf einer neuen unge- 
meinen Lehmgrube durch die Zeche am Newdedeh 

Dat. 5. Dfcember iSKS. 

Ich Jacob des alten Sluzler Son ze den Zeiten Stat Rieht ei' vnd 
wir der Rat gemain der Stat zeNevnbureh Chlosterbalben — Albrecht 
der Vogel %e den zeiten Zechmaister der zeche am Neusidel vnd 
die zecbprueder gemain — gechauft baben ein haus gelegen in der 
Nevngazzen von Petrein am Ort vm dreizehen phunt wienner phen- 
ning ze einer nevn Laymgrub also^ daz reych vnd arm furbaz da 
Laym nemen sullen vm sust rnd an all phening nach der auzzaigung 
ynd aazgebung alle iar des Zechmaister vnd der Zecbprueder also, 
daz chain savmang ynd cbain prest an den auzgeben vnd auzzaygen 
Dicht geschech, iz sol auch nymant dar in vallen vnd graben nach 
seinen willen vnd muet — Sand Niclos Abent. 

Orig. Perg. i« dem ArehiT der ««fgelAtteii U. L. Fr. Zeche sd Elottenetibnrg. Die ürkaiide 
•elb«! ist allgemein beiebädigt. 

Die Zeche am Neusiedel , später U. L. Fr. genannt , wird zuerst in einer 
Urkunde H. Albreeht's II. im Jahre 1344 (N. 310) erwähnt. Hier kauft sie nun 
ein (yermuthlieh 5des) Haus und richtet daselbst zum allgemeinen Gebrauche 
eine Lehmstätte her. — 1379. Octaua Martini (18. Nov.) erscheint Konrad 
der Grosemsgler als Zechroeister. 

22 • 



340 

CCCL. 

Eberhard von Eibesbrunn verkauft an Konrad Vorlauf seinen Weingarten 
am Hungersberg zu Klostemeuburg, 

Dat. Wien , 30. Januar 1353. 

Ich Eberhart von Eybeysprtmn vnd ich Margret sein Haus- 
vrow wir vergechen — das wir mit vnsers pergmaisters hant des 
erbern manns hern Gertmgs des Choln zu den zeiien Jmptmann 
de% Chlosters %e Neunburch verehauft haben ynsern Weingarten, der 
da leit an dem Hungerperg, des ein halbes Jeueh ist ze nächst 
herrn Chunrats Weingarten dez Vorlaufs — vmb zehen phunt wien- 
ner phenning — dem yorgenanten hern Chvnraten dem Vorlauf vnd 
seiner Haasyrowen vrovm Annen — Darumb so geben wir In disen 
brief — versigilten mit dez pergmaisters Insigel dez vorgenanten 
hern Gervngs dez Choln vnd mit hern Jacobs Insigil von Tgma — 
Diser brief ist geben ze Wienn — dreutzehen hundert iar darnach 
in dem drew ynd fymfczgisten iar dez naechsten Hitichen yor ynser 
yrown tag zu der liechtmezz. 

Orig. Perg. A. K. 
Die raadea Sieg«l üi gelbem Wachte hiagea aa PergameaUtreifea. Das erite, Geruog't Chol, 
eiaea Steiabock eatbaltead , iit bekanal. Dat aa4ere zeigt etaea Hein mit der Helmdeeke oad eise» 
Flügel darOber , ia welchem da« Oeaohleehtswappea aagebraehl iit. Umsebrift : f . SIGUXyil . 
lACOBl . DE . TIERNA. 

cccu. 

Propst Ortolf trifft bezüglich einiger Einkünfte eine neue Anordnung 
mit Bewilligung des Kapitels» 

Dat. Klosterneuburg, 2. Februar 1353. 

In Nomine Domini. Amen. Ortolfus Divina Miseracione Prepo- 
Situs Honasterii Sancte Marie in Neumburga Can. reg. Ord. s. August. 
Patay. Dyoc. Ad noticiam presencium et memoriam futurorum. Quam- 
quam condicionis humane fragilitas yiteque mortalis mutabilis insta- 
bilitas mundi labilitatem experimentis sensibilibus attestentur, nature 
tamen lubricitas inordinatis suis motibus affectibus humanis frequenter 
illudens, ipsos ad delectaciones yetitas dampnabiliter allieit et inducit, 
propter quod hominibus in presentis seculi pelago fluctuantibus nichil 
est salubrius, quam spretis mundi illecebris de futuris cogitare et 
rebus transitoriis eterne felicitatis premia comprobare. Hac igitur 
consideracione inducti Nos cupientes anime nostre, nee non animabus. 



341 

qoarum atimor «lemosinis aliquod facere salutis remedium, de 
ananimi consilio et eonsensu honorabilis fratris nostri Nycolai Decani 
ac tociiis Conventas nostri donavimus et tradidimus prorentus et red- 
ditQs subnotatos. Ita, quod unus ex dominis nostris, quicumque per 
DOS t aut Suecessores nostros et ConTentum nostrum ad hoc fuerit 
deputatus, eosdem redditus et proventus colligere et percipere, et 
de eis infra scripta onera seu remedia adimplere tenebitur perpetuo 
absqiie diminucione. In primis igitor percipiat censum capelle pulchre 
Cymiterio Ecelesie nostre adiacentis — Ceterum in Neunburga ex 
parte Claustrali de iina area sita ex oppoaüo Monasterii SanctimO' 
nicUium^ que est coniigua Curie dominorum de Chremsmünster 
XX denarios in die beati Martini. Et de tribus areis ineUisis in eadem 
curia LXX denarios in die beati Martini — Supradictos autem red- 
ditüs et proventus omnes et singulos cum omnibus juribus et attinen- 
tiis suis de bona yoluntate consilio et assensu Conventus nostri libere 
donayimus et donamus perpetuis temporibus per unum ex dominis 
Dostris, ut premittitur, percipiendos, colligendos et fruendos, adjec- 
tis tarnen oneribus et remediis infra scriptis» que ex ipsis tenebitur 
perpetuo subportare et absque diminucione adimplere. Primo Sacer- 
doti Capellam pulchram inofficianti omni die quatuor denarios Wien- 
nenses dare debebit. Qui vero Capellam SancHEgydij inoflSciaverit, 
quolibet die duos denarios usualis monete. Et cuilibet Canonico 
Ecelesie nostre in ordine Sacerdocii constituto singulis annis qua- 
tuor ulnas panni albi coloris boni, que valeant unam libram, vel 
9i pannus haberi non poterit , unam libram pro eodem. Pro Pre- 
posito vero et Decano cuilibet XII solidos et non minus miniatrabit 
annis singulis pro panno suo. Ne vero posteros nostros Salubria 
lateant instituta, scire cupimus universos , Quod pannus memoratua 
inter Canonicos sacerdotes distribuUur propter prünam missam^ que 
quondam in dicta Capella sancti Egidii cottidie legebatur. Sed quia 
Deo propitio , qui Ecciesiam suam nova semper prole fecundat fide- 
lium, populus adeo est adaudus, Quod eadem Capella ob sui artitu- 
dinem non poterat ipsos commode continere, nunc prima Missa in 
prefata pulchra Capella muUitudini hominum magis apta in ortu 
diei cottidie celebratur. Et Missa» que olim in eadem pulchra Capella 
hora terciarum celebrabatur, modo eadem terciarum hora celebratur in 
Capella sancti Egidii vice commutata. Item Divinum Misse officium in 
altari sancte Trinitatis celebranti, cottidie quatuor denarios. Ei vero. 



342 

qui in araSpinee Corone DominiMiss^m eelebraverit, totidetn denarioA 
diebus singulis ministrabit. — Postremo in die Beate Barbare Vir- 
ginia et Martyris XII solidos predicte monete inter Canonicos distri- 
buet , tU festum ipsius cum pleno officio peragaiur, et hystoria eius 
solempniter decantetur — In quorum omnium et singulorum testimo- 
nium nostrum et nostri Conventas Sigilla presentibus sunt appensa. 
Datum anno Domini Millesimo tricentesimo Quinquagesimo Tertio. In 
die Purificacionis beate Virginia Gloriose. 

Orig. P«rg. (Prot. U. N. 100.) Di« bekMBteD Sief el ile« PropsUt Ortolf «nd Af Kapilelt. 

Der hier erwähnte Friedhof war, wie damals allgemeiD, der Platz nächst 
der Kirche, auf welchem gegenwärtig die unter dem Namen des ewigen Lichtes 
bekannte Spitzsäule steht. 

Den Kremsmünsterhof hatte das Stift Kremsmunster, wie dieses Urkun- 
denbuch (N. 106) nachweist, im Jahre 1306, demselben, in welchem es viele 
Weingärten an sich brachte (ürkundenbuch YonKrem8mfinster,ad h.a.) gekauft 
Hier ersehen wir seine Lage ; er war in der oberen Stadt gegenOber dem Chor- 
frauenstifte zur h. Magdalena gelegen. 

Wie aus der Urkunde zu ersehen , kosteten damals 4 Ellen weisses 
Tuch, wie es die Chorherren trugen, ein Pfund Pfennige, also die Elle 60 
Pfennige. Von dem Tuch für die Kleidung der beiden Stiftsvorsteher kostete die 
Elle um 30 Pfennige mehr. 

Die Capelle des heil. Ägid stammt aus der Zeit des Propstes Gottschalk 
(1186—1192), der Altar zu der Dornenkrone des Herrn aus dem Jahre 1338; 
hier erscheint ein bisher unbekannter, der heil. Dreieinigkeit geweiht. 



CCCLII. 

Der Klostemeuhurger Stadtrath bestätigt den Verkauf eines Wasserrechts 
von Seite des Stadtspitah an das Stift. 

Dat. Klosterneuburg, 3. März 1353. 

Ich Jacob, des alten Slüzler Sun^ ze den zeiten Stat Bickier, 
Wir der Rat gemain der Stat ze Neunburcb Chlosterhalben Verleben 
— Daz wir — Verchaufl vnd geben haben mit rechter furzicht Von 
Vnsem Spital in dem Lederpache dem Lachstampf halben gelegen 
in Trautweins haus an dem Lederpach vnd desselben Wezers ßuz 
Vau vnd geveUe auf dem selben Stampf halbes imb Sjrben phunts 
Winner phenning der wir gar ynd ganz yerricht vnd gewert sein, Vnd 
damit vnser Spital geweicht ist , Vnser Vrown Gotzhaus hie ze 
Neunburch ze nuz vnd fnim seiner MM pei der Phisterprucke fAr- 
baz Vreileich vnd Ledichleich ze haben — also, daz furbaz von 



343 

Vusers Spitals wegen » noch yon nymant ander dhain Stampf, noch 
Vall, noch flog, rnd dhain irrang an dein Wazzer nimmehr mer wer- 
den, noch gescheehen sol zwischen des egenanten Gotshaus MAI, vnd 
Wysents Mül an dem anger an dem Griezpmn Vnd desselben Waz- 
zer floz , Vall ynd gevelle halbs sein wir vnd vnser Spital des obge- 
nanten Gotshaus recht gewem — Des geben wir — disen brief — 
Tersigelten mit mser Stat insigel. Der brief ist geben — Dreyzehen- 
handert Jar , darnach in dem dreu vnd funfzigisten Jar ze Mitter 
Vasten. 

Oriff. Perg. (Prot. II. Nr. 114) ui ClitrtaUriain Arohiri 10. fei. 123. b. Du Sieg«! ist 
•bgebiiaet bei Paathaler Rec«nsvi Dipl. Arcb. Campilil. Tab. XXTI. Nr. 5. 

Die Stadt verkauft dem Stifte ein dem Bürgerspitale angehörigea Wasser- 
gefSlle , mit dem erlangten Gelde werden die Consecrationskosten der Capelle 
gedeckt. Da, wie früher erwähnt (N. 302), B. Gottfried von Passau die 
Kirche weihte, dieser am 17. December 13S2 in Wien anwesend war (Hansiz 
Germ, saera I. 46), so dürfte die Weihe in diese Zeit seiner Anwesenheit fallen. 
AU Tag der Kirchweihe wurde noch im XVI. Jahrhundert der Sonntag Exaudi 
gefeiert, nach Angabe der handschriftliehen Ordinationes Chori Neunburgensis 
7om Jahre 1573, wo es (pag. 70) heisst: Eodem die Dedicatio templi Xeno- 
tochii hospitalis civium, quitam ex fratribus peragit officium. Tantem sumit 
Prandium in Xenoticiario. — Die vorkommende Pfisterbrflcke ist jene , welche 
auf dem Wege xur Donau von der Stadt aus die vorletzte ist, unmittelbar vor 
der sogenannten Hafnerbrficke, zwischen welchen beiden noch im vorigen Jahr- 
hundert die hier erwfihnte stiftliche Mühle stand. 

CCCLHI. 

QericIUihrief des Klostemeuhurger Siadtrichters Jakob (des alten SchlüsS' 
ler^s Sohn) über eine Geldforderung Oriolf*s des Tue%en. 

Dat. Klostemeuburg, 3. März 1353. 

Ich Jacobe des alten Slizzler sun, ze den Zeiten Stat rieht er 
yergich — Daz für mich chom in offner sehrann , da ich an dem 
rechten saz, der Erber man Ortolfder Tucz, slüzzler ze den Zeiten 
TüA chlagt mit vorsprechen hincz Leupolten vnd hincz seiner 
Swester Agnesen, Ortolfs des Slüzzler chinden, dem got genad, 
rmb achthalb phunt wienner phenning, dev im ir vater gelten solt, 
ynd chlagt daz alz lang ynd alz yerr, daz die chint f&r recht chomen 
ynd stunden im des selben gelts an langen, do ward geyrogt, waz 
recht waer, da geviel mit yrog vnd mit yrtail» seyd die chint im des 
geltes an langen stunden , ynd doch auch wol ze im iam chomen 
wem, vnd seid der gelter naechster erib wer, wo der egenant 



344 

Ortolf der Tucz auf der chüü ledigen phani zaygen vnd chamen 
mächt furbaz, da solt er ron gewert werden seines egenanten geites, 
ynd daz der egenant Ortolf der Tuez daz genant gelt ror mir den 
Yorgenanten chinden mit ndtiayding vnd mit reehtem recht in der 
sehrann an behabt hab. Des gib ich im disen hehabbrief — r^rn- 
geUen mit meinem Inaigel vnd mit der erbem zwak' mann Inngel 
Hainreichs des darren vnd Georigen des Ledrer, die der taydinge 
geding gewesen sint vnd auch paid dez rates di selben zeit gewesen 
aint. Der prief ist geben — Dreuzehen hundert iar, dar nach in dem 
drei Tnd fiimfczigisten Jar ze Mitter rasten. 

Cliartaluiani Arehin m. foU 14S. k. 

Die Urkonde ist als ein Beitrag zor Kenntniss der damaligen Rechts- 
pflege hier aufgenommen. 

Heinrich des Darren Siegel siehe Urkunde 335. 

CCCLIV. 

AhUusbrief für die 8t. Barbara^ und Margaretha - Capelle im stiftUehen 

Sieehhause, 
Dat. Avignon, 8. Mai 1353. 

Universis sancte Matris ecelesie filiis ad quos presentes littere 
perrenerint, nos miseracione dirina Jacobus Neapatrensis Archi- 
episcopus, petrus Ziensis, Anancius rauchiensis , Johannes Castel- 
lanusy ffranciscus Vrehensis, petrus Valonensis^ petrus Botrento- 
nensiSy Raphael Archadiensis y petrus Calliensis, Nicholaus 
Suanensis, et Johannes Gerbopolensis episcopi salatem in Domino. 
Splendor paterni luminis» qui sua mundum ineffabili illuminat clari- 
täte» pia vota fidelium de sua Clementissima majestate speraneium, 
tanc preeipue benigno favore prosequitur, cum devota ipsorum humi- 
litas sanetorum meritis et preeibus adiuyatur. Cupientes igitur, ut 
aUare in honore beatarum Barbare et Margarete virgüium et mar- 
tirum dedicatum, quod est situm in infirmaria Monasterii beate 
Marie in Newenburga reg. Canon. Ordinis s. August, patayiens. dioe. 
congruis honoribus frequentetur et a Christi fidelibus iugiter yenere- 
tnr, Omnibus (folgt die gewohnte Formel) singuli nostrum quadra- 
ginta dies indulgenciarum de iniunctis eis penitenciis misericorditer 
in Domino relaxamus. — In cuius rei testimonium presentibus litteris 
sigilla nostra sunt appensa. Datum Avinnione Octayo die mensis Maii. 
Anno Domini Hillesimo Tricentesimo Quinquagesimo Tercio» Et pon- 
tificatus Domini Innocentii pape VI. anno primo. 



345 

Orig. Perg. (Bep. Tet. fol. 37. n. 46.) Eilf obloige Siegel ia rothem Wachse klagen aa 
Sdiairca , das ente ao einer gr&nen , die folgenden abwechselnd immer aa einer rothen and einer 
griaea Schanr. Das eratet — ACOBI . DEI . ET . APLICE . 8EDI8 . 6RA . ARCHIEPI . NEO — Der- 
seih« ateht nater ebera gothisehen Bogea, mit der Rcehtea segnend, in der Liahea das era- 
hisehSfliehe Krenx. Rechts aehea ihm siad in einem Schilde drei lothrechte, links ehea so 
viel wagreehte Biadca sichtbar. Dariber befiadet sich ia eiacm Ueiaca Überbav die heil. Jvag- 
fra« hm aar Braat , welch* in der liahea Ha ad d as Jesakiad hält , die rechte ist aa die Brasi 
gedruckt. — Das zweite: 8 . FRIS . PETRI . D . ORA . EP! . ZIENSIS. Die heil. Jnagfraa, das Kind 
ia der Rechten, sitsi avf eiacm Throne mit gothisehem Überbaa, im aaterca Theile des Schildes 
betet der Bischof im Poatiftcalkleide, ta dessea beidca Seitea Schilde mit Tcrwischten Emblemea. 

Das dritte: — ANANCII enthilt die h. Joagfrao ia gleicher Weise» das Rind in der Linken 

haltcad. üatcrhalb xcigt sich eia grosseres Tcrwischtes Schild. Im Ticrten : PETRI . DEI . ÖRA . 
EPI . CALNEMSIS. steht der Bischof im Poatifloalgewaade, Ober ihm die h. JnngAran. Keia Schild. 
Das finfle: S . FRIS . PRANCISCI . EPI . VREHENSIS. seigt die h. Jangfran wieder siUend, daran- 
ter den Bischof oater ciaem Bogen betcod. Das sechste Siegel : 8 . lOHIS . DEI . ORA . EPI . CIYITAT- 
CASTELA. enthilt drei Abtheilaagea, an obcrst die h. JnagAraa in einem Tabcrvakel, ia der Mitte zwei 
Bögen , aater welchca eben so rielc Figarea in langen Gewändern and mit Palnsweigen in den Hän- 
den stehen , im antersten Theile kniet der Bischof, an seinen beiden Seiten Tcrwischte Schilde. 
Im siebenten Siegel: S . FRIS . PETRI . DEI . 6RAC1A . EPI . VALONEMSIS. Im oberen Theile die 
heil. Jnngfran, welcher Gabriel die gfittlicbe Botsebafl rerk&adet, der Engel hält einen fliegen- 
den Zettel in den Häadea. Uaterhalb kniet der Bischof in der gewohnten Weise, la seinen beiden Seitea 
sind Tcrwiaehte Schilde angebracht. Das achte Siegel, mit der Legeade : S . f'rTs . PETRI . DEI . GRA- 
CIA . EPI . BOTRENTON., zeigt im obersten Theile anter einem klciaca Überban den Gekreasigten , za 
dessen Seiten Maria and Johannes stehen , daronter ist eiae aackte, gleichsam im Bade stehende Figar, ia 
der Ltaken ein Kreas haltead, sichtbar. Za aaterst kniet der Bischof, za dessen beiden Seiten 
Schilde aagcbracht siad; im Haken lässt sich eia Drache anterscheidea. Das neante Siegel: S . 
BAPAEL . EPI . ARCHADIEN8I. hat obeo die h. Jaagfraa aaf einem Throae , ia der Rechteo daa 
Jesakiad haltend, damater den Bisehof, welcher kniend betet. Aach hier siad Schilde, derea Embleme 
aber Tcrwischt, za beideo Seiten angebracht. Das sehnte: S . F . NICOLAI . DEI . ET . APLICE. 
SED . ORA . EPI . SATANEN. In der obern Hälfte ein Bischof, welcher auf dem Throne sitzt, 
mit vom Nimbas amgebencm Haapte, mit der Rechtea segnend, in der Linken einen SchlQssel hal- 
tend. Daraoter Terziemngen and der betende Bisehof, in der Fläche des Schildes sind rier schräge 
Biadea sichtbar. Das letzte Siegel, mit der Legeade : lOHANNIS . GERBOPOLENSIS., zeigt im oberen 
Theile einen geharnischten Maaa mit dem Sehwerte ia der Linken , daraoter betet der Bischof aaf 
dea Knien liegend. Das ganze Siegel ist mit gothisehen Venierangen geschmOckt. 

Die Urkunde ist merkwQrdig in ihrer äusseren Ausstattung, denn der 
Initiale U bat eine Hdhe von 7 Zoll bei einer Breite von 6 Zoll , die Buchsta- 
ben M. 8. f. der ersten Zeile eine Höhe von 2 V«* die anderen von 1 V% Zoll. 

Die Urkunde datirt aus dem ersten Pontificats-Jahre Innoeenz des VI. , 
der, früher Stephan Cardinal-Bisehof von Ostia , am 18. December des vorher- 
gehenden Jahrs erwfihlt wurde. Sein Vorgänger, Clemens VI. , war am 6. Decem- 
ber 1352 zu Avignon verstorben. — Das Gebäude dieser in der ersten Infirmarie 
gestifteten Capelle steht noch im Bereiche des gegenwartigen Stiftsspitals, in 
der Mitte des Hintertracts gegen den Garten hinaus. 

CCCLV. 

Rüpd, des Fiseher's Sohn von Nussdorf, verkauft der Enzersdorfer Pfarr- 
gemeinde einen Weingarten zu NuMidorf. 

Dat. 19. Mai 1353. 

Ich Rueppel des Viecher Svn von Nuzdorf rnd ich Anna sein 
hauswrow wir Yeriehen — Daz wir — mit vnsers Perchherren hant. 



346 

des Erbern Herren heni LetUoUs von Potendorf rerchaufl haben 
vDsern Weingarten, des ein halbs Jeuch ist an ein zwelftail, leit an 
dem Stainpüchel ze Nuzdorf ze naeehst des Erbern Herren Wein- 
garten, Hern Ruedolfs des Truchsaeczen^ Pharrer ze Nevmburcky 
da man alle iar von dienet ein riertail rnd vier Staof weins ze Perch- 
recht, vnd ein helblineh ze yoytrecht — ymb Sechs vnd fumfczich 
phunt wienner phenninge — den Erbern Pharrleuten gemain ze 
Enczeatorff die in zu einer rechten Widerlegung gechauß vnd 
gemacht habent für vier phunt wienner phenninge gelies Purch- 
rechtes, di man vor von der Pharre Sand Katreyn dacz Enczestorf 
alle iar gedient vnd geraicht hat der Pharre hincz Sand Gilgen ze 
Newnburch , die selben vier phunt geltes Purehrechtes sint mit dem 
Yorgenanten vnserm Weingarten genczleichen vnd gar abgelediget 
vnd gelost , also daz er furbaz ewichleich pei der Pharre dacz Sant 
Gilgen ze Newnburch fSr die egenanten G&lt schvl beleiben — Dar 
vmb so geben wir in disen prief — versigelten mit vnsers Perch- 
herren Insigel, des vorgenanten herren hem Leutolts von Poten^ 
dorf, vnd mit der erbern Leute Insigel hem Jacobs von Nuzdorf 
hem Duringes Svn von SeveU vnd mit hem Nyclas Insigel in dem 
Perchhof dacz der Heiligenstat — Diser prief ist geben — Dreu- 
tzehen Hundert Jar dnr nach in dem drev vnd fnmfczigisten iar an 
dem nächsten Svnntag nach dem Phingstage. 

ClurtaUriui ArekM m. fol. ISl. b. 

Lang - Enzersdorf war im Jahre 1326 mit Einwilligung des Stiftes zu 
einer selbslständigen Pfarre erhoben worden, dessen jeweiligen Pfarrer der 
Pfarrer von Korneuburg einsetzte, und von ihm jährlich 8 Pfunde Pfennige 
erhielt. Die Hftifte davon lösen nun die Enzersdorfer Kirchenkinder ein, indem 
sie statt derselben einen Weingarten zu Nussdorf kaufen, und der Kirche zum 
h. Ägid in Korneuburg übergeben. 



CCCLVI. 

Jakob und Kolomann, Kolomann'» 8öhne von Loa, geben der Pfarre 
8t, Martin zwei Weingärten, 

Dat. 1353. 

Ich Jacob Cholmans sun von La, dem Got genad, vnd ich 
Pericht sein hausvraw Veriehen — Daz wir — mit gunst vnd willen 
mein Jacobs Prüder, hem Cholmans ze den Zeiten Chörlierm vnd 



347 

Gusier ynser Vrown Gotshaus ze Neanburch — geschaft vnd geben 
haben darich Got ynd durich vaser sei hail willen, vnd wand wir 
nicht eriben mit einander hohen, vnser zwai Jeueh Weingarten 
gelegen zeLeubing — vnd diaelben egenanten zwai Jeueh Weingarten 
sind mich egenanten Jacoben vnd mein Prueder hern Cholman an 
derstarben von Vater vnd von Muter, vnd sind vnser rechtes getailts 
gut gewesen , mit rechter furzicht von allen eriben , Vnd dieselben 
zwai Jeueh Weingarten haben Wir geschaft vnd geben mit ffirzicht 
der Pharr daz sand Merten ze Neunburch Chlosterhalben — also daz 
der Pharrer daselbs, wer der ist» den obgenanten Weingarten haben 
sol in nuz vnd in gewer — des geben wir der Pharr daz sand Merten 
disen brif — vergigelten ich egenanter Jacob mit meinem aygen 
insigeli vnd mit meines prüder insigel, hern Cholmans de$ guster, 
tmd mit hern Andres insigel der herren schaffer von Walsse ze 
Ens, Vnd wand der egenant gerwort nicht aigen Insigel hat, so 
hat er gepeten sein prüder Jacoben ze den zeiten Stat Richter, 
daz er diser sache gezeug sei mit seinem insigel , des unr seu 
gepeten haben. Darzü so haben Wir gepeten die erbem zwen 
Mmin; Wysenten an dem anger vnd Gundolten dem Tuczen, di 
vnser nast vndpest Vreunt sint, daz seu auch diser red vnd Wand- 
lung gezeug sein mit irn insigeln , wand wir iz allez nach irrn rat 
gewandelt haben, der brief ist geben — dreuzechen hundert iar, 
darnach in dem dreu vnd fumfzigisten Jar. 

Orig. Perg. (Prot. \\\. N. 361.) 
Sechs kiogeade Siegel» •innitUch raad, nit Aatnahne jenes Koloman't, welches aaeh Art 
der Geisttichea Siegel oblong Ut. Das er«te, mit der Cmsehrifl: f . S . lACOBl . FILH . CHOLOMAISNl., 
enthilt die gleichen Embleme» wie Frans von Laa im Jahre 1340 hat, aimlich drei Blamea, derea StSa- 
gel sieh onten Tereinen (s. N. 289). Das zweite : f . 8 . CHOLOMAMNl . CVSTOOIS. , neigt anter 
gothiscken Veraiemngen eine Gestalt, welche ein Reliqnienhistchen in den Rinden hilt» damnter 
betet der Chorherr anter einem kleinen Bogen. Das dritte Siegel mit der UmschriA : S . ANDRE . 
enthilt den Buchstaben 3 in der SehildflSehc. Das vierte : f . S . lACOBI . FILII . CLAVIGERI . 
leigt iwei gekreasto Fische» ebeaso auch das fünflc » Wisiato's » welches die Umschrift hat: 
t . 8 . WISENT0NI8 . FILH . CLAVIGERI . Das letste Siegel , Gnadold's Taes» ist vom Jahre 
1349 (If. 385) bekannt» vnd hat eine Elster im Schilde. 

CCCLVn. 

Propst Ortolf und das Kapitel willigen in die Dotirung des St. Nicolai- 
Altars %u St. Martin durch Jakob und Kolomann von Laa. 

Dat. Klostemeuburg, 8. September 1353. 

In nomine Domini . Amen. Nos Ortolfus, Divina miseracione 
PreposituSf Nycolaus Decanus, Totusque Conventus Monasterii 



348 

Sancte Marie in Neonburga. Ad perpetuam rei memoriam. Gratum 
Deo impenditur obsequium, cum Divini cultus promoTetur augmentum 
— Sane igitur hacee consideracione indacti, Discretus vir Jacobus 
qvondam Cholamani de La, et uxor ipsius Perchia cives in 
Neunburga Claustrali de maturo domini Cholmanni Canonici et 
Custodis dicti Monasterii fratris Jacobi predicti et aliorum suorum 
eonsilio amicorum AUare in honore Sancti Nycolai consecratvm, in 
dextero latere Ecclesie Sancti Martini in prefata Neunburga situa- 

tum copiose suis propriis facultatibus dotaverat Nos igitur 

opus tarn laudabile» tamquam salubre benigne prosequentes affeetu, 
beneplaeito venerandi in Christo patris et Domini nostri, Domini Cht- 
fridi Episcopi Pataviensis accedente, dotaeioni prediete nostrum 
adhibemus consensum et bonam voluntatem — In quorum omnium et 
singulorum testimonium nostra Sigilia presentibus sunt appensa. Datum 
anno Domini Milesimo Treeentesimo Qvinqvagesimo tercio» VI ydus 
Septembris. 

Orig. Perg. (Prot m. Nr. S62.) Die bektoitei Siegel det Propstes Ortelf and de« KapiteU. 



cccLvin. 

Agnes, Witwe VirgiVs des Praunstorfer*», verkauft dem Stifle Pfennig- 
gülten %u Ntusdorf und (jhrin%ing. 

Dat. 6. December 1353. 

Ich Agnes , Virgilij Wittibe des Praunstorffer, dem Got genade 
Vergich — Daz ich — mit meines Lehen Herren Haut, des erbern gaest- 
leicben Herren Probst Ortolfs, des Gotshaus vnser vrowen ze Newen- 
burch verchauft han meins rechten Lehens, daz ich von im vnd sei- 
nem Gotshaus ze Newenbnrch ze Lehen gehabt han Ayndlef Emmer 
Weins geltes Perchrechtes , vnd darzu auf ieglichen Emmer ain 
Wienner phenninge Vogtrechts, vnd drey Emmer Weins geltes 
Vberzins vm Sechs vnd zwaintzig phunt wienner phenning — Dem 
erbern gaestleiehen Herren hern Pylgreimen, den Würffei zä den Zei- 
ten Chorherre vnd Obrister Chelner des Gotshaus ze Newenburch, 
der dieselben gut alle gechauft hat mit seines Prelats willen vnd gunst 
— Vnd darvber so gib ich — In disen brief — versigilt mit mein 
Insigiln, vnd mit meins Lehen Herren Insigil — Probst Ortolfs vnd 
mit Leupolts Insigil des Gundramstorffer , vnd mit Jansen Insigil, 



340 

des Vreisinger, die diser Sache gezeuge sint mit irn Insigiln. Diser 
brief ist geben — DreTtzehen Hundert iar, darnach in dem Drev 
rnd fumftzgisten iar an sant Nichlas Tage. 

Orig. Perj. (Rep. Vet. N. t, fol. 18!.) 
Tier Siegel ■■ gelbem Waehse. Agieeen« Siegel enthilt swei Biadei, wie der Schild ihres 
Gtaakla hei Daell. Exe. Oeaeal. Tab. X. a. 8. , jedoch ao, daaa im TorliegeadeB Siegel der obere 
Eaad dca Sehildea fiber der Biade herTorragt. Cmsehrifl: f . S . AONETIS . HATNUNE . Das tweite 
aad dritte Siegel ist rem Jahre 1350 (M.339) bekaaat. Das letxte: f . 8 . lOHANNIS . FREVSING- 
HABO . » eathilt twei wagrechte Balkeo, aas dem oberea erhebt sich eia aaderer lothrechter ia der 
Art, wie im Wappea der Klosteraeobarf er Kirche. Die Embleme naterseheidea sich roa jeaea Peler's 
des Freisiager^s , welche sam Jahre 1SS9 (N. 277) beschriebea wardea. 

Der hier erscheinende Oberkel lerer Pilgrim blieb in dieser Würde bis 
SU dem Jahre 1360, wo ihm Konrad Ramung nachfolgte (nach dem Zeugnisse 
des stiftlichen Satzbuehes: Liber Obligatorios des 14. Jahrhunderts) Cf. auch 
die Urkunde 339. 



cccux. 

Ulrich Schweikerj Stifts - P/utermeister, bestätigt den Verkauf eines 
Weingartens vu Klostemeuhurg an den Stiftskoeh Ulrich den Springer, 

Dat 7. Januar 1354. 

Ich VlreichSweyker, %e den zeüen Phystermaister des Gotshaus 
ze Neunburch rergich — daz iz dar zu chomen ist, da mein vor 
vorder Mert der Phisstermaistery dem Got genad , recht vnd redleich 
durich seiner treyn willen yerchayft ynd geben hat ain Vertail Wein- 
garten gelegen an der Langengazzen ze nächst yasolten , da man 
yon dmt ze perchrecht ain halben Eminer Weins ynd ain helbling 
ze yoytrecht — der in diphysier gehört hat ze dem avechen, ynd 
den selben Weingarten hat er yerchauft Vireichen dem Springer, des 
Gotshatts Choch ze den zeiten, vnd Chvnigvnien, seiner Hausvrat5n 
ynd ir paider eriben ymb zwelif phunt wienner phenning also , daz 
sey, oder wer denselben Weingarten nach in besiezet, yon densel- 
ben egenanten zwelif phunten furbaz alle iar dayon dmen sullen ain 
phunt winner phenning geltes purchrechtes an sand Stephanstag ze 
Weinachten in dey yorgenanten phister — ynd wand der obgenante 
chayf pei meinem yor yordern Merten nicht bestet ist, ynd doch mit 
gyter gewizzen an mich chomen ist, dar ymb so gib ich in disen 
brif, yersigelten ze einem woren Vrchjind dieser sache, versigelten 
mit mein Vlreichs sweykers insigel, vnd wand des vorgenanten 
Weingarten perchmaister Jacob Schaffer ze Spital nicht aygen insi- 
gel hat 9 darvmb so hat er gepeten hem Pilgreim den WürpheU 



350 

%e den zeiien Chorherr vnd Obrigter Chelner des Gotehawe %e 
Newnburch, daz er diaer saehe an seiner stat gezeug sei mit sei- 
nem InsigeL Des sind auch gezeug mit im insigeln die erbem zwen 
mann, herr Engelhart der Lybenczer, ze den Zeiten Hofmaister* 
vnd Vlreichf ze den Zeiten Weinchelner des Gotshaus ze Nevn- 
burch — Der brief ist geben — drevzehen Hundert Jar, daniach in 
dem vir vnd rumfcziRisten Jar nach dem Prechentag. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. a. 64. fol. 111.) 
Vier Siegel io gelbe« Waehce. drei dtroster aind mad. Dm erste, mit der UoMcbrift: •{■ 
S . VLRICI . 8WEIKBRI ., entbilt im ScbUde dea BacbsUbea M, «af die W«ue, wie bei Haber Tab. 
XIV. B. 16. Oaa zweite Siegel ist oblong aad too kleiai>rer Form, f . S . PILGRlfl . CELEB . 
MONAST . NEVENBVRGENS . ; es zeigt eiae Matroae mit gekröntem Htopte , welebe die rechte 
Utod aa die Brast drfiekt, ia der Itakea eiaen Palmsweig hilt. Im dritte« Siegel: f . 8 . ENGEL- 

HARDI . LIBENTZERI ., iat eia Krag mit zwei Heakela abgebildet. Das letzt«: S . VLRICI 

ist dem bei Duell. Exe. Geaeal. Tab. XX. o. 260 dargestellteo Sehilde äbalieh. 

Hier erscheint das zweite bekannte Siegel eines Oberkellerers (das 
erste war jenes von Peter dem Freisinger 1346, N. 319), weiters ein neuer 
Hofineister an der Stelle des vorigen Leopold Gunderstorfer. 

Die Urkunde zeigt uns auch, warum die Herzoge Albrecht und Otto 
1335 auf der Pfisterei das Weinschanksrecht verliehen (Fischer I. c. 362), 
sie besass nämlich eigenthümliche Weingärten. 



CCCLX. 

Peter, Erzpriester und Propst %u Seekau, verkauft seinem Bruder Johann 
dem Freisinger einen Weingarten %u Klostemeuhurg, 

Dat. 2. Februar 13K4. 

Wir Peter, von Gotes Gnaden Ertzpnster vnd Probst ze Sekkato 
vergehen — daz wir vnsers rechten anstariben eribgutes von Vater 
vnd von Muter reht vnd redleieh verchaufl vnd geben haben vnsem 
Weingarten , des ain halbz Jeuch ist , vnd leit ze Nevnburch Chlo- 
sterhalben in dem zwytresgraben ze nast des Läzperiger Weingarten 
da man alle iar von dint ze Perchrecht anderthalben Emmer weins 
dem (rotshans ze Nevnburch, vnd drey phening ze Voytrecht — 
vmb fvmfczich phunt winner phening — vnserm prüder Jansen dem 
freysinger vnd seiner Hauswröwn wröwn Vrsula — Vnd geben in 
daraber disen brief — Versigelten mit vnserm Insygel vnd mit vnsers 
Prüder Insygel hem Pauls ze den Zeiten Chörherr vnd Obrister Chel- 
ner ze Sekaw, vnd mit des obgenanten vnsers Weingarten Perch- 
maister Insygel des vorgenanten vnsers prüder Jansen des freysin- 
ger, ze den Zeiten des Gotshaus ze Nevnburch amptman Der bnf 



351 

ist geben — drerzehen hundert Jar, darnach in dem Vir vnd fumf- 
czigisten Jar ze der Lychtmesse Tnserr Vröwfi. 

Orig. Ptrg. (Rep.Vet. ■. 15. fol. 111.) 
D— Siegel des Propstes Peter fehlt. Dts «weite» ruid» nit der Uasebrift: f . 8 . PAVLI . 
FHISINGABn . CAN . SECYT .» «ad das dritte, tob Toravsgehenden Jahre bekaaat, eathaltea die 
Cahleae der Prtisiafer ta gelhem Waehse. 

Peter der Freisinger erscheint zuerst 1341 (N. 296) als Caplan des Propstes 
Radwein, tuletzt 1346 (N. 319) als Oberkellerer, 1350 erscheint der hier vor- 
konunende Peter der Freisinger als Erzpriester und Propst zo Seckau (Fröhlich 
Dipl. Sac.Duc. Styr. Doc. Seceov. p. I. p. 279—282) und Nachfolger Rudolfs II. 
Es liegt daher die Vermuthung nicht ferne, dass Peter der Oberkellerer mit 
Peter dem Propste zu Seckau identisch sei, also von Klosterneuburg aus 
nach Seckau postulirt wurde, wie einige Jahre spSter (1367) der Oberkel- 
lerer Konrad Ramung als Propst nach Neuzeil in Tirol berufen wurde. 



CCCLXl. 

Jakob von Wolmamuberg verkauft dem Sieehmeiiter Marquard einen 
Weingarten sti Klosiemeuburg, 

Dtt. 24. Juni 1354. 

Ich Jacob von Olmunzeaperig vnd ich Chunigunt sein Haus- 
wrowe Veriehen — daz wir — mit vnsers Perchmaister haut, Örtolf 
des Tüzen Sluzler die zeit vnd darzu amptman der herm von 
Paumgartenperig — verchauft haben — vnsern Weingarten , des 
drey Rachen sint, vnd ieit ze Neunburch Chlosterbalb an dem obem 
Eren ze nast GundoUs Weingarten des Tuzen — vm zway vnd 
fumfzich phunt Winner phening — dem erbern herren herrn 
Maricharten, ze den Zeiten Chdrherm vnd Sychmaister des Gots- 
haus ze Neunburch, der in gechauß hat ze der Chapellen ze 
Sychhaus — Des geben wir der obgenanten Chapellen disen brif 
Versy gelten mit vnserm aygen insygeU und mit vnsers egenanten 
Perchmaister insygel örtolf s des Tuzen ^ sluzler di zeit, dez sint 
auch gezeug mit irn insygeln die erbem zwen Mann, Jans derfrey- 
singer vnd GundoU der Tüz des ich seu gepeten bah. Der brief ist 
geben — dreuzechen hundert Jar, darnach in dem Vir vnd fumf- 
zigisten Jar ze Sunebenten. 

Orig. Perg. (Prot. II. a. 115.) 
Vier raade Siegel. Das erste mit der Unsehrift: f . S . lACOBI . D . WOLMITZPERIG ., 
eaÜMlt daa Baehstabea % ; das iweHe : f . S . ORTOLFI . TVCZ . , «iaea Krag mit eiaen Heakel. 
Die heidea letatea Siegel siad bekaaat» aad iwar xeigt das Siegel Gaadoid's eiae Elster , daher 
«atersdieidet sieh seia Wappeateiehea Toa jeaeai Ortoirs. 



352 

Der hier ■!• Sieehmeister (Infirmariaf) erscheinende Mirqnart, der so der 
Barbara ' Capelle in der Infirmarie den Weingarten erkauft, kam zuerst 1342 
(N. 301) als Caplan des Propstes vor. Ortolf der Tue erseheint spSter 1358 als 
Stadtrichter, Schlössler und Amtmann des Stiftes urkundlich. 

cccLxn. 

Gerichtsbrief Jafueru von Tierna über dem Stifte keimgefallene Wein^ 

gärten. 

Oat 20. August 1354. 

Ich Jans von Tierna , zu den zelten Mänsmaister ze wienne 
veriehen — Daz für mich chom Gerunch der Chol, zu den zeüen 
Amptman dez Gotshaus vnser vrawen ze Newnbvrch • do ich sazz 
an offem gerichte in einem rechten Perchtaydinge , ron des obge- 
nanten Gotshaus wegen , ynd Jach , daz er als lange gechlacht biet 
an des selben Chlosters Stat ze Newnburch in rechtem Perchtaidinge 
hincz den Weingarten , die hernach an disem prief geschriben steot 
vmb daz Perchrecht, daz da von gevallen aolt, cds des selben Gots- 
haus registrum sagt. Des ersten tu der Sumerawe hincz Rudieins 
dez Renner Weingarten» des ain viertail ist ze naechst dem Wagner, 
ynd hincz Otten Weingarten , des Notternswaiz dez ein yiertail ist 
ze naechst Rudiein dem Renner; vnd hincz Vlreichs Weingarten dez 
Toblinger^ des drew vieiiail sint ze nmechsiCkunratesdemPaec/Uein; 
ynd hincz Chunrates Weingarten des Pa^chleins , des ain viertail ist 
ze naechst Petrein von Salczpurch; vnd hincz Hainreichs Wein- 
garten des vilobeinander^ des ain Achtail ist ze naechst Petrein von 
Salczpurch; vnd hincz Andres Weingarten des Schotleins , dez ein 
viertail ist ze naechst dem vilobeinander ; vnd hincz vrown Cristein 
Weingarten der Maeschlinne^ des ein viertail ist ze naechst Andren 
dem Schötlein; vnd hincz Chunrais Weingarten des Schauwer^ des 
ein Sechstail ist ze naechst Vireichen dem Ringentoirt; vnd hincz 
Hainreichs Weingarten des Reczer, des ein dritail ist zenaechst dem 
Murroten Petrein ; vnd hincz PerichtoUs Weingarten von der heüi- 
genstat 9 des ein sechstail ist ze naechst dem Murroten petrein; vnd 
hincz Hainreichs Weingarten des Regenwurm^ des ain viertail ist 
zenaechst Rudiein dem Hom; vnd hincz PerichtoUs Weingarten von 
der heiligenstat f des ein achtail ist zenaechst dem Murroten Petrein; 
vnd hincz Chunrats Weingarten des Perchleins, des ein viertail ist 
ze naechst dem Schrimphen; vnd hincz des Grudleins Weingarten, 



353 

des eio aehtail ist zenaechst Chunraien dem Richter; vnd hincz des 
Pitichiel Weingarten, des ein aehtail ist ze naechst JaiM^n «km Tob- 
Knger; vnd hinez Jansen Weingarten des Toblinger des ein yiertail 
istze naeehst demChürnmersehüczen; vnd hincz ernsten Weingarten, 
des ein fiertail ist zenaechst Chunraien dem vaesten; md hincz 
Albrechis Weingarten des fuchstrtichner^ des ein yiertail ist ze 
naeehst der Beysnerinne; ynd hincz Andres Weingarten des Mae- 
sekelt des ein yiertail ist ze naeehst Rügem dem Cfrilln; vnd hincz 
Chunrats Weingarten, Eberharts aydem, des ein yiertail ist ze 
naeehst Seyfriden von der Chünichswisen; ynd an dem Haendleins- 
perge hincz Hertleins Weingarten des fragner^ des ein halbs Jeuch 
ist ze naeehst Marcharten Ratenperger; ynd hincz Marcharts yfexn- 
%wrieii des Pekchen^ des anderthalb viertail sint ze naeehst iTiPifian 
dem Juden; ynd hincz Stefans Weingarten des hangen, des ein 
yiertail ist ze naeehst dem Chottrer; ynd hincz Vlreichs Weingarten 
des Chummostt des ein yiertail ist ze naeehst des Chottrer; ynd 
hincz Herten Weingarten des Saichinspette^ des ein yiertail ist ze 
naeehst dem GriUen; ynd hincz Thomans Weingarten des SnaerzeU 
des ein yiertail ist ze naeehst Herten dem Saichinspette ; ynd hincz 
des Ekgtains Weingarten , des ein aehtail ist ze naeehst dem Halbe- 
gans; ynd hincz Hainreichs Weingarten des Rosenlacher, des ein 
halbs Jeoeh ist ze naeehst dem Pazzauwer; ynd hincz Hainreichs 
Weingarten mit der ayden, des ein yiertail ist zenaechst dem Rosen- 
lädier; ynd in dem newen rdtäten hincz Wolfhartes Weingarten 
des walich, des ein yiertail ist ze naeehst Steffan, dem Heften- 
hengst; ynd hincz Vlreichs Weingarten des Fuchstruchner. des ein 
yiertail ist ze naeehst wemezlein dem Wagenchnecht; vnd hincz 
Fridreichs Weingarten des Payr^ des ein yiertail ist ze naeehst 
Vlreiehen dem Fuchstruchner; ynd hincz Steffans Weingarten des 
Hvchstenslunt , des ain yiertail ist zenaechst Fridreichen dem Payr; 
ynd hincz Fridreichs Weingarten des Payr, des ein yiertail ist ze 
naeehst Chunraien dem Waicz; ynd hincz Chunrats Weingar- 
ten des Waiczs, des ein halbs Jeuch ist ze naeehst dem Chauf- 
man; ynd hincz Seyfrits Weingarten, des ein halbs Jeuch ist ze 
naeehst dem Sybenstoche; vnd an dem Reysenperge hincz Nichlas 
Weingarten des wimer, des ein aehtail ist, ze naeehst Rügem dem 
weingen, LeupoltsSun; vnd hincz Albrechts Weingarten des Fuch- 
struchner, des ein halbs Jeuch ist ze naeehst Hainreichen Halbe- 
F<mt6s. XIV. 23 



354 

gans; vrid hincz Fridreichs weingarteR des Fuehstruchner, des ein 
viertail ist ze oaechst Leublein^ dem Chlenum; Tod in der AmoUs- 
awe hincz Chunrais Weingarten des vasszieher^ des ein Tiertail ist 
ze naechst Merien dem fragner; vnd hincz Vlreichs Weingarten 
dem hakchenteufelt des ein achtail ist ze naechst Jansen dem Syben^ 
gugel; vnd hincz Chunrats Weingarten des Schustert des ein achtail 
ist ze naechst Wemharten dem Chölbmger; rnd hincz Hertleins 
Weingarten des Risel^ des ein achtail ist ze naechst Jansen dem 
Sybengugel; vnd in dem Laydersperge hmcz Nichlas Weingarten 
des Giener, des ein viertail ist, ze naechst Mathesen dem Panczier; 
md hincz Chunrats Weingarten» des Chleman, des ein halbs Jeuch 
ist ze naechst Mathesen dem Panczier; vnd hincz Dietreichs Wein- 
garten des Penchnecht, des ein Sechtzehentail ist ze naechst Frid-- 
reichen v&n der heiHgenstat ; Tnd hincz Obrechts Weingarten des 
Chürsner, des ein viertail ist ze naechst Vireichen dem weismel; 
vnd hincz Nichlas Weingarten in der Prezz^ des ein viertail ist, ze 
naechst Vireichen Weismel; vnd hincz Chunrais Weingarten des 
Chleman^ des ein halbs Jeuch ist ze naechst Otten dem Bolays; 
vnd hincz Otten Weingarten des Rolays, des ein viertail ist ze 
naechst Chunraten Chletnan; vnd hincz Vlreichs Weingarten des 
Tötterj des ein viertail ist ze naechst Chunraten Weissen; vnd hincz 
Vlreichs Weingarten des Hakchenteufel ^ des ein viertail ist, ze 
naechst dem Ch&ppel; vnd warn auch die vargenanten Weingarten 
alle in dem vierden iar vnverdient gelegen^ vnd warn auch dax- 
Mich ze Reys gesagt, vnd biet auch vron bot vmb die furlnd sein 
chunJtschaft gesagt 9 als er ze recht soU in einem iegleichen Pereh- 
taydinge, vnd pat auch de Gerunohy der Chol vragen , waz iiu recht 
waer; da ward im mit vrag vnd mit vrtail ertailt, möcht er die 
chunt Schaft alle, als vorgeschriben stet, pringen vnd war machen, 
als er 7^ reckt soU^ dez soU er geniezzen an seinen rechten. Do 
pracht er daz in rechten Perchtaydtngen , vnd macki ez war mit 
zwain erbem manne, als er ze recht seit, vnd als im vrag vnd vrtail 
gegeben biet. Vnd pat auch der selbe Gerunch der Chol vragen mit 
vorsprechen, waz nu recht waer; do wart dem oft genanten Gerun- 
gen dem Choln mit vrag vnd mit vrtail vervolgt vnd ertailt , seyt er 
alle die recht gelaist vnd vol(3rt biet, als er ze recht solt, vnd das 
des Landes recht ist ze Osterreich , vnd seit auch niemant der vor- 
genanten Weingarten chainen verantwurten wolt. vnd man doch 



355 

iegleieheB erben, deo die Weingarten angeb^et habent, ze recbien 
taegen ynd ze rechter zeit ze wizzen getan biet, als er ze reebt solt, 
ab er auch daz praebt ynd war gemacht bat, als er ze recht solt, als 
▼orgesehriben stet; Er solt furbaz Ton der obgenanten Cblosters 
wegen mit den egenanten Weingarten allen seinen friimen schaffen, 
rerchauffen, hin lazzen ynd bin geben, daz das selbe Perchrecht 
md Veytreefat» daz die egenaaten Weingarten dienest, wider gestift 
w&rde dem egenante» ChlMter ze Newnbarch, als des selben Chlo- 
slers Registrum sagt, md sotten auch alle die prief, die rber die- 
selben Weingarten Sagent ymb Gelt, yaib Percbreebt, hincz Chri- 
sten ynd hincz Jnden Tot ynd ze nicht sein, ynd chain chraft mer 
haben weder ymb yil , noch ymb wenig. Vnd wand diser taydinge 
ynd diser recht yor mir ynd yor andern erbern Icuten in rechten 
Perehtaydinge mit yrag ynd mit yrtail gewandelt ynd gesehebea seint, 
dar yber so gib ich Jans yon Tirna dem oftgenanten CblostfH' ze 
Newnburch disen prief — verngiU mit meinem htsigä wnd mü kern 
Niehlae Insigü des Wurffeb, zu den zeiien Biehier ze Wienney vnd 
mü kern Hamreiehs Imegü des Öler, vnd mit kern Thamane IneiffU 
des SwaenUeinSt vnd mü kern Engelharts Insigil des JUbentzer, 
mü hem Jansen Insigil des vregsinger^ vnd mü kern Christatis 
Insigü dez Tuczen — Diser prief ist geben — Dreuezeahen hundert 
Jar, darnach in dem yier ynd fumfczigistem iar, des naechsten Mit- 
tichens nach ynser yrown Tage der Schidunge. 

ChirtaUriM Arehiri IIK foU 12 i. a. 

Hier erscheint tum ersten Male der Anspruch des Stifts auf das Heini- 
fallsrecht der Weingarten und die interessanten Einzelheiten einer Bergtaidung, 
▼or Johann aus dem Edelgeschlechte der Tyrna (die Erbauer der Tyrna- 
Capelle in der Stefanskirche zu Wien) gehalten. ^ 

Ob der hier vorkommende Wiener Stadtrichter, Niklas WOrfel, ein GJruder 
de« stiftlicben Oberkellerers, Pilgrim WOrfel, ist, Usst sich aus Masgial weUerer 
Daten nicht feststellen. Aber neben den zwei früher Torgekommenen Gliedern 
des Geschlechtes Tuz, erscheint hier ein neues, Christian. 

cccLXin. 

Propsi Ortolf wUl da$ Capitd dotiren den Caplan im Klosterneuburgev' 

hofe %u Wien, 

Dat. 14. September 1354. 

Nos Ortolfus, diyina miseracione PreposüuSf Nyoolaus Decm- 
uuSf Totosque Conyentus Menasterii sancte Marie reg. Canon, ord. s. 

23* 



356 

Aogustini PatuarieD. Dyoces. Ad memoriam faturorum. Decet, ot 
cujus in paee factus est locus, eius cultus cum debita veneracione 
ampliandus sit et augendus. Dum enim ad reyerenciam ipsius domus 
oracionis pie construitur, saluti fidelium precipue consulitur, et beate 
fruicionis Tisio generosins impetratur. Hoc sane dncti proposito 
solempni, ac diligenti tractatu prehabito de consilio et assensu Vene- 
rabilis in Christo Patris et Domini Gaifiridi, Paiaviemis Episcopi 
dotacioni seu fnndacioni Capelle in Domo nostra iuxta Wiennam 
extra muros constüuie in honore beatorum PhyUppi et Jacobi 
Äpostolorum constructe^ et iam dudum consecrate nostrum adbi- 
buimus consensum et presentibus adhiberous , Statuentes et ordinan- 
tes, ut CapeUanuSy cuicumque de eadem provisum fuerit , ipsam 
quater in qualibet ebdomada, videlicet singulis diebus dominiciSf 
SecundiSf quartis et sextis feriis cum nUssis inoffidet, aut inofß" 
ciari procuret. Decernimus eciam , vt quandocumque aut quodens- 
cumque Prelatua, qui pro tempore fuerit , in dicta domo sua fecerii 
mansionem^ Idem CapeUanus^ quamdiu ibidem moram traxerü, 
diebua singuUs missam celebret , aut provideat celebrari. Pro hiis 
autem exequendis donamus, deputamus, et assignamus dicte Capelle 
rineam nostram que dicitur Mutzhan ^ ab omni censu liberam, et a 
soiucione decime penitus absolutam. Ita quod quicumque Capellanus 
antedicte Capelle fuerit, prefatam rineam sumptibus propriis excoiat, 
et percipiat eius fructus. Item donamus eidem trium librarum reddi^ 
tuSy quas Preiatus noster annis singulis memorato Capellano porri- 
gere debet, donec eosdem redditus super bonis tutis et certis pote- 
rimus comparare. Addimus eciam de special! gracia, et ordinamus, 
Quod , quando Tel quociens Dominum Prepositum aut Dominum Cele- 
rarium in sepedicta domo nostra iuxta Wiennam manere contigerit, 
Prenarratw Capellanus dbo et potu, ut eo comodiusdivinis intendere 
valeatf mstentetur. In quorum testimonium nostri sigilla presentibus 
sunt appensa. Datum Anno Domini Miilesimo Trecentesimo Quinqua- 
gesimo quarto in feste Exaltacionis Sancte Crncis. 

Orig. Perg. (Rep. Vet. Nr. 11. fol. 183.) Die Siegel Ortoirt und de« CapiteU »md bekuat. 

Einer dieser Capl&ne, für welche hier Propst Ortolf so freigebig sorgt, 
erscheint als Wohlthfiter im Todtenbuche der Minoriten bei Pez SS. RR. AA. T. 
II. col. 492. : M^ota, quod fratres tenentor celebrare annirersarium Domini Petri 
Coloni, qui est Capellanus in Curia Neupurg ante portam Scotorum*'. Vielleicht 
auch jener, der im stiftlichen Todtenbuche YIII. Kai. T>ee,: i^Dnus. Eberhardust 



357 

Cipeltniis Celenirii dedit XX talenta* erieheint. Der Weingarten Motiban war 
•ehon im J.1347 (N.328) ron dem Caplane Gottfried za dieser Capelle gestiftet 
worden, hier befreit ihn Propst Ortolf von jeder Abgabe und rermehrt die Ein- 
künfte des Capians um 3 Pfund und das Recht der Freitafel während der Anwe- 
senheit des Propsts and Oberkelierers lu Wien. 



CCCLXIV. 

AloU von Re% verkauft Ulrich dem Scherfink Benhungen %u Harmansdorf, 
Dat 10. Norember 1354. 

Ich Olot von Recx rnd ich Christein^ sein hausvrowe yeriehen 
— Daz wir — nach rat meiner Christein nächster rnd pester vreant, 
Gebharts von sünnberch vnd Dyetreichs von Eczensdorf^ meiner 
vetenif vnd Hainreichs des Hätstochs von Hadmarsdorf — recht 
Tnd redleich yerchauft vnd geben haben mit fiirzicht vnsers rechten 
Treyn aygens ein hof gelegen %e Hadmarsdorf ze naechst Chunrats 
des Pinter Tnd fumf Jeuchart akchers daselbs gelegen in dem Sma- 
lenluzzen ze naechst dem Chrichent daz alles yon mein Christein 
Tater vnd Mater her chomen ist, Tnd ist auch mein rechts getailts 
guet mit furzicht Ton meinem Prüder, Chunraten von Eczendorf — 
Tmb Dreyzzich phunt wienner phenning — dem beschaiden mann 
Vireichen dem scherfßnch ze Hadmarsdorf Tnd vrown Agnesen, 
seiner hausvrotven , dy dcT selben aygenschaft Ton Tns gechauft 
haben Tuser Trown Gotshaus ze Newnburch, dem wir die selben 
aygenschaft auf gegeben haben furbaz ze haben Treyleich Tnd ledich- 
leich an allen chriech — des geben wir dem Gotshaus Tnser Trown 
ze Newnburch disen prief — versigeUen ich Olot vnd ich Gebhart 
mit vnserm aygen Insigeln, auch sein wir. Ich Dyetreich von 
Eczensdorf vnd Ich Hainreich der Hutstoch der egeschriben red 
vnd Wandlung gezeug mit vnsem Insigeln — Der prief ist geben — 
Dreuzehenhundert Jar dar nach in dem Tier Tnd fumfczigistem Jar 
an sand Merten abent. 

Chartaluiam Arehivi HI. fol. 101. a. 

Hadmarsdorf ist der heutige Ort Harmansdorf, nördlich von Komeuburg. 

Aas der Familie der Hutstoeh, die bisher immer als in Klosterneuburg 
sesshaft erschienen, kömmt hier Einer mit dem Zusätze: von Hadmarsdorf vor, 
er hatte sieh also in der letzteren Zeit dort angesiedelt , und den Zusatz ange- 
nommen zum Unterschiede von dem Klosterneuburger Hauptstamme. 



358 



CCCLXV. 

ülriek Veleis von Trilmswinkel verzichtet auf alle Forderungen hinter 
Niklae dem Ohlaymeister, 

Dat. 3. Februar 1355. 

Ich Vlreich Veleys von Trttenswinchel vnd mein Erben verie- 
hen — Daz wir ynyerschaidenleieh aller der sach , di do geschehen 
ist zwischen des Erbern herren herrn Nyclan zu den zeiten Oblay- 
maüter vnser Vrawen CMshaus ze Newnhurch vnd vnser gegangen 
sein ganz vnd gar hinder den Erbem geistleichen Herren, den 
Brobst ze Newnhurch also, daz ich vorgenanter Vlreich der Veleys 
vnd mein Erben hincz dem Vorgenanten hern Nicla furbas nicht ze 
Vordem, noch ze sprechen haben weder vmb vil, noch ?mb wenig 
mit Vrchund dits briefes versigelten mit der Erbem Herrn Insigeln^ 
Herrn Jansen vnd Herrn Hainreichs von Prünn, des ich sev gepe- 
ten han , wan ich vorgenanter Vlreich der Veleys nicht aygen insigel 
han. Der prief ist geben — dreuzehenhundert Jar , darnach in dem 
fumften vnd fumfzigisten Jar an san Blasy tag. 

ChartaUriaa Arehivi III. fol. 101. b. 

Der hier erseheinende Oblaymeister Niklis ist der in dem Wtblinstru- 
roente Propst Ortolf's (N. 336) vorkommende Niklas Ployt 



CCCLXVI. 

Graf Albrecht von Otting hettätigt einen Kauf Meines Caplans Peter. 
Dat. K. März 1355. 

Wir Cfraff^ Albrecht von ötingen vergehen — vmb den Kauff, 
den der Erber man her Peter vnser Kapplan ze Wienn getann hat 
mit Sydlin der gesessen ist in des Carelnspecken bös , burger ze 
Nevmburgkf das daz vnser gueter willen ist, vnd ez im wol gfinnen, 
vnd yn daran nicht hindern wellen , Vnd des ze Vrkunde Geben wir 
Im disen brieff besigelten mit vnserm Insigel, das ze Buggen dar 
vff gedruckt ist. Datum Anno Domini M. CCC<^ LV^ feria quarta post 
Reminiscere. 

ChartalarinB Ardiivi V. fol. SS. b. 



359 



CCCLXVn. 

Propst Ortolf und dat Capitel %u Klotterneuhurg mindern dem Kloiter 
€far§ten Zehent und Bergrecht 

Dat Klosterneuburg, 23. Mfirx 1355. 

Wir Oriolf von Gates genaden Probat Nydos der Techent 
vnd der ConvetU gemain des Goishaws vnser vrewen ze Nevn- 
burek reriehen — ymb den weingarteo gelegen t» dem weingrabeti, 
des ein Jeuch ist, oder mer» alz er mit alter berchomen ist, der der 
Geistleichen herren vnd des Canvents gemayn datz Gersten rechts 
chaofgut ist, als der alt brief sagt, den sew dar rber habent, daz 
wir in dew gnade getan baben ynd auch vor von vnsern vodern do 
mit begnadet sint, daz sew von dem egenanten Weingarten — nicht 
roer alle iar do ron dienen vnd geben suln in vnser spitol in dem 
Lesen fuer perchrecht vnd fuer zehent, denne vier emmer weins 
vnserm Schaffer in vnserm Spitol ze Newnburch. — Dar vber geben 
wir — diesen brief versigilten mit vnserm Insigil vnd mit vnsers 
Convents anhnngundem Insigil. Der brief ist geben — ze Newn- 
burch — drewczeben hundert iar darnach in dem fumf vnd fumfzi- 
gistem Jar des Montages nach dem Swartzen Svntag in der Yasten. 

Orig. P«r|^. Di« Siegel tiad bekaaot. 



CCCLXVm. 

Stefan^ Pfarrer %u St, Veit, und das Stiß vertauschen Besitzungen. 

Dat Wien, 27.MfirEl355, 

Ich Stephan zu den Zeiten Pharrer datz saut Veyt Vergich — 
Daz ich — mit willen vnd gvnst der vorgenanten meiner Chirichen 
Lehen herren j der Erbem Herren y herm Weicharts von Toppel^ 
zu den Zeiten Hofrichter in Österreichs hem Fridreich von Top- 
pels seins Prüder ^ hem Stephans von Toppel, irs Vetem, vnd 
hem Vlreichs vnd hem Weicharts von Toppel ir Vetem, hem 
tlreichs Sine, dem Got genade — ze einem Widerwaechsel gege- 
ben han Den Erbern Gaestleichen Herren Probst Ortolfen vnser Vro- 
wen ze Neweuburch vnd dem Convent gemain desselben Gotshaus — 
Drev phant vnd Drey Schillinge vnd Dreitzehen phenninge wienner 



360 

munzze geltes, die zfi der egenaoten Pharrchirichen gehört habent, 
die rechts aygen sint» rnd die da ligeot des ersten ze Enzesiorf 
vnder dem Püsenperge vierzehen schilÜDge vnd Dreitzehen pfa^n- 
ning geltes auf bestiftem gut behauster holden, rnd ze Nidem Rar- 
back ain phunt geltes auf bestiftem gut, rnd ze Stehen ein halb 
phunt ynd zwelif pheninge geltes auch auf bestiftem gut, rnd acht- 
zehen phenninge Geltes da selbens auf yberlend. Die selben gult alle 
han ich den egenanten erbem Gaestleichen herren dez Gotshaus ynser 
yrowen ze Newnburch gegeben — Da engegen si der yorgenanten 
Pharrchirichen sant Veyt auch ze einem widerwaechsel gegeben 
habent irs rechten aygens fumf phunt ynd Drcy Schilling ynd Syben 
ynd zwainczich pheninge wienner m&nzze geltes gelegen des ersten 
ze Poienprunne auf yier Lehen ynd auf einer Mfil , ynd auf alle dey, 
ynd dar zfi gehSrt yier phant ynd drey Schillinge phenning geltes, 
ynd Syben ynd zwainczich phenninge da selbens auf yberlent aekcher, 
ynd auf einer Mfil ze anger bei Grafendorf ain phunt geltes — Vnd 
daz diser Widerwaechsel fSrbaz also staet ynd ynzebrochen beleihe. 
Dar yber so geben wir in disen brief — versigiU mü vnserm Inn^ 
giln. Diser brief ist geben ze Wienne — Dreutzechen Hundert Jar, 
darnach in dem fumf ynd fumftzigisten iar, des naechsten Vreitages 
yor dem Palmtage. 

Orig. Ptrf. (Bep. yet. ■. 16. foU S73) ud Cliartal. Arehiri III. fol. 129. «. 
Drei rotd« Siegel. Jeoet Weiebtrt't reo Toppel ist «bg ebildet bei Heber 1. e. Tab. XVII. ■. 3. 
Äbtlieb ist «aeb du Siegel Friedrieb't «ad StepbM*s, dtt letitere leigt jedoeb die Ftniiliea-Bableae 
Terfcebrt» iodeai die Sperren debt oaeb aafwirta, aoadeni gegea die aatere Ecke dea dreieekigea 
Sebildea geriebtet siad. 

CCCLXIX. 

Nikolaui von PecMam und sein Sohn Martin gehen dem SHfU ein 
Bergrecht %u Grinxing. 

Dat. 27. Mars 135$. 

Ich Nyclas von Pechlam ynd ich Mert sein svn Vergechen — 
daz wir — durch vnser vrown lieb willen vnd durch vnser sei hail 
willen — yerschriben ynd gemacht haben auf ynserm Weingarten des 
ain halbs Jeuch ist gelegen ze Grinczing an dem Sunperg ze nächst 
der purger Spitals Weingarten von wienne ynser yrown chloster ze 
Newnbarch ain yiertail weins ze Perchrecht ynd ain wienner phen- 
nich ze yoytrecht — Vnd des zu yrchunde so geben wir in disen 



361 

brief verrigeU Ich vorgenanter Nyclas von Pechlam mit mei- 
nem Insigil vnd hem Pemharts des physings Imigü vnd mit 
des Jansen des GoUzstains Insigil von Peczleinstorf, zu den zeiten 
Jmptman vnd pergmaister der Edeln vroum vron Anna, hem Jan- 
sen wüibe von Chunring von Sevelde — Vnd wann ich vorgenanter 
Mert meins insigels zv dierr zeit nicht gehaben mag 9 So verpint ich 
Blich ynder den Yorgenanten Insigiln als daz stet ze haben, daz vor 
geschriben stet. Diser brief ist geben — dreuczehen hundert iar 
darnach in dem fumf vnd fumfczgisten iar des vreytages Yor dem 
Palm Tag. 

Orig. Perg. Die Siefcl hitfe« u PerguMotttreifei. Dts ente» rud, \m fclbtm Wm^m» ett- 
kilt in ardeekigen S«biUe eiae Dtntellug, eiaeni Rirelieascluff« ihalieh. CiMehrift: 8 . NICOLAI . 
DK . PE ~ LAHN. Im «weit««, rüden Siegel ia gelbem Weebee livll ein getabnter Belkeo sehrigrecbtt 
dueh dea dreieddgea Sebild. 8 . PERE?fHARDI . VISINORI. Du dritte, gleiebfalU raade, ia gelbes 
Waeba gedriekte Siegel aeigt eiaea kleiaea Krag im dreieekigea Sebilde. Perigr. : S . lOHANIHS . 
60LT 



CCCLXX. 

Peter y CapUm der CapeUe in des Grafen Albreeht von Otting Hause in 

der Hochstrasse 9 verkauft dem Stadtschreiber %u Klostemeuhurg ^ Ulrich, 

einen Weingarten daselbst. 

Dat. 28. Mfirz 1355. 

Ich Peter 9 ze den Zeiten Capplan meines genädigen Herren, 
Graff^ Albrechten von Otyng der Chapellen In seinem Hause gele- 
gen ze Wienn auf der Höchstrasse Vergich — das ich nach Rat 
Ynd mit Gunst Ynd willen meines egenanten Herren Graif Albrechten, 
als sein brief sagt, recht ynd redleich yerchaufft hab ein Yiertail 
Weingarten gelegen ze Newnburgk Klosterhalben an des Langen 
Gassen zenachst der chamerpewnt, ynd haizzet der Gugell, das zu 
meiner Chapellen gehört hat, vnd auch damit gewidmet vnd gestifft 
was von meinen egenanten herren. Dem iz yerfallen ist ymb seinen 
yersessen dinst Yon Chunraten dem Charlspechen , dem got genad, 
ynd durch pessers nuczs ynd frumbs willen, da iz mir nicht ze pawn 
gelegen ist, noch was, vnd mir verdariben wer, vnd chain gewin 
daran nicht gehaben mochte Dar ymb hab ich den selben Weingar- 
ten, da man yon dient ze perehrecht drew yirtail weins, ynd drey 
helbling ze Voytrecht, ynd nicht mer, yerkaufft ynd geben ymb yir 
ynd zwainczig phunt wienner phenning — Vnd dyselben phenning 



362 

hab ich meiner Kapellen ze pessern nacz vnd from alz wo angelegt 
nach meines Torgenanten Herren Rat. Denselben Weingarten hab 
ich yerkanfn dem beschaiden mann Vireichen dem StiUschreiber ze 
Neunburgk Klosterhalben, den er gekaaift hat ze der zeit, da er 
witiber was rmb sein aigenleich rarund glitt — mit Vrkund dises 
brieffs versigeUen Ich egenanter Peter mit meinen aigen InsigeU 
vnd mit des vorgenanten Weingarten Pergkmaister Insigel Hern 
Jansen des Freysinger, vnd ze einen waren zeug mit des erbem 
manns Insigel kern Gundolts des Duezen — Der brief ist geben — 
drewczehen hundert Jar darnach In dem funff ynd ffunffczigistea 
Jare an dem heiligen Pluem Oster Abendt 

Chartal. Archiri V. fol. 33. a. 

In dieser Urkunde wechselt zuerst Ton allen stifUichen Urkunden das 
Ch mit K ab. 



CCCLXXI. 

Andres der Falkel verkauft einen Weingarten %u Kloster neuburg an Ulrich 

den Herrant. 
Dat. 12. April 1355. 

Ich Andre der Valichel vnd ich Katrey^ sein Hausfraw Veriechen 
— daz wir — verchaufft haben ynsern Rachen Weingarten gelegen in 
dem Cytrersgraben ze nast Otten dem Prenninger — ym virzechen 
phunt Winner phening — dem beschaiden man Vlreichem dem Her- 
ranten — vnd denselben Weingarten het er gegeben ynd gemacht 
seiner Hausfruwn Elzpeten^ Walchum tochter ze rechter Morigen- 
gab nach des Landes recht in Osterreich — Vnd geben in dar yber 
disen Prif versigelten mit vnsers vorgenanten Perchmaister insigel 
Sem Jansen des freisinger. Vnd wand wir selb nicht aigen 
insigel haben. Dar vm so haben wir gepeten den Erbem Mann 
Niclon Dem Tuczen ze den zeiten stat Richter, daz er diser sache 
vnd diser Wandlung gezeug sei mit seinem insigel an vnser stat. 
Der prif ist geben — Dreyzehen Hyndert Jar, Darnach in dem fvmf 
ynd iVmfzigisten Jar, achttag nach Ostern. 

Orig. Perg. (Rep. Nor. fol. 269. Fase. 17. N. 69.) Johann*« dea Freisinger'a Sieg«! ist bekannt. 
Daa anaere Siegel, nit der Unaehrift: f . S . NICOLAI . TVCZONIS. enthalt daa gleiche Sehildseiobeo, 
deaaen aieh Ortolf Toea anm Jahre 1354 (N. 361.) bedient; doch iat hier aveh ein Oegenaiegel, einen 
kleinen Kmg darstellend , angebraeht. 



363 

In dieser Urkunde erscheint Nikolaas Tis als Sttdtrichter znm ersten Male 
an der Stelle des früheren, Jakob, der filtern SchlOsslers Sohn. Sein Nach- 
folger, Ortolf der Tuz, zugleich Schlösslcr und Amtmann des Gotteshauses, 
erseheint urkundlich im J. 1358. 



CCCLXXU. 

ühridk der Häkmger verkauft dem /Stifte Geiddienete %u Heinrich$dorf. 
Dat. 3. Juni 1355. 

Ich Vlreich der Hoekkinger vnd ich Ehpet sein Hausvrow Wir 
yergehen — daz wir — yerchaufl haben vnser rechten Purchrechts, 
daz wir ze Purchrecht gehabt haben von dem Gotshows vnser Vrown 
ze Newnborch Chlo^terhalben Newnzechen Schilling vnd Sechs 
phenning Wienner Munzz gelts gelegen ze Hainreichstorf auf Sechs 
Lehen vnd auf alle dew, vnd darzu gehöret — vnd die auch ze den 
Zeiten dient hainreich der Radendorffer von zway Lehen Sechs 
Schilling vnd zwelif phenning, Chunrat der Fuchs von einem Lehen 
drey Schilling, vnd Sechs phenning, Maizs die Philippin von einer 
Lehen drey Schilling vnd Sechs phening. Ludweich, der Philippin 
Sun von einem Lehen drey Schilling vnd Sechs phening, vnd 
Nichlas der SeUensluch auch von einem Lehen drey Schilling vnd 
Sechs phenning, vnd dient man auch dieselben gult alle mit einander 
an sant Michels tag — Vmb ains vnd dreizzich phunt Wienner phen- 
ning — dem Erbirdigen geystleichen herren Probsl Ortolffen dez Vor- 
genanten Gotshaus vnser Vrown ze Neunburch vnd dem Convent 
gemain daselbs, vnd allen im uachchomen, die auch die aygenschaft 
derselben GüU von alter vorher angehört hat* — Darvmb so geben 
wir In disen brief — Versigelten mit Vnserm Insigil vnd mit meins 
Prüder Insigil, Hainreichs des Haekkinger, vnd mit vnser Swagers 
Insigils Ortolffs des Starayner — der brief ist geben — dreuzehen- 
hundert iar, darnach in dem fumf vnd fumfzigisten iar an Vnsers 
herren Gotes Leychnams abent. 

Oriff. Perg. (Prot. \\\. a. S83) ona CkartaUriun Arcbi?! Hl. f. 92. a. 
Rande Siegel. Da« ente mit der Umschrift; f . S . VLRICI . HE