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Full text of "Fundberichte aus Schwaben"

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DP 



FUNDBERICHTE 
AUS SCHWABEN 

NEUE FOLGE XI 

1938-1950 
1. Teil 



Bearbeitet von 

OSCAR PARET 

r 
Mit 9 Tafeln und 26 Textabbildungen 



STUTTGART 1951 
E. SCHWEIZERB ART'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG 

(ERWIN NÄGELE) 



Fundberichte aus Schwaben 



Mit Unterstützung des Württembergisdien Landesamts für Denkmalpflege, 

Abteilung Bodendenkmalpflege, 

herausgegeben vom 

Württembergiscben Gesdiidits- und Altertumsverein 



Neue Folge XI 

1938 — 1950 

I.Teil 



Bearbeitet von 

OSCAR PARET 



Mit 9 Tafeln und 26 Textabbildungen 



STUTTGART 1951 

£. Scbweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung 

(ErwinNägele) 



Alle Rechte, auch das der Übersegung, vorbehalten 



Satz und Druck: E. Schwendsdie Buchdruckerei, Schwäbisiii Hall 



Vorwort 

Die „Fundberichte aus Schwaben" sind als Zeitschrift des Württember- 
gischen Anthropologischen Vereins 1893 gegründet worden. Sie erschienen 
bis zum ersten Weltkrieg jährlich. Mit dem Sammelbericht XXII bis XXIV, 
Jahrgang 1914 bis 1916, schloß der 4. Band der alten Reihe. Jahrgang I bis XI 
wurde von G. Sixt, Jahrgang XII bis XIV von E. Gradmann, Jahrgang XV 
bis XXIV von P. Goeßler herausgegeben. Nach dem Kriege begann in 
größerem Format die Neue Folge; doch konnte Band N. F. I erst 1922 er- 
scheinen. Er wurde — wie alle folgenden — von O. Paret bearbeitet und 
enthält die Berichte über die Jahre 1917 bis 1922. N.F. VI, 1931, brachte 
nur eine einzige Arbeit: E. Peters, Die Heidenschmiede bei Heidenheim; 
ebenso der zuletzt erschienene Band N. F. X, 1941, nur die Arbeit: O. Paret, 
Der Untergang der Wasserburg Buchau. 

Da der Württembergische Anthropologische Verein nach dem Kriege 
nicht mehr ins Leben getreten ist, hat der Württembergische Geschichts- 
und Altertumsverein die Herausgabe der Zeitschrift übernommen. Der 
letzte Bericht über vor- und frühgeschichtliche Bodenfunde in Württemberg 
und HohenzoUern ist 1938 als N.F. IX erschienen. Die Kriegsfolgen ver- 
hinderten durch 13 Jahre die Fortführung der Zeitschrift. Auch jetzt kann, 
in diesem Band, nur ein Teil des Gesamtberichts über die Zeit 1938 bis 1950 
vorgelegt werden. Der Bearbeiter hofft, in einem bald folgenden Band XII 
über die hier nicht aufgenommenen Zeitabschnitte berichten zu können. 
Leider mußten auch einige Nachrufe und die Zusammenstellung des vorge- 
schichtlichen Schrifttums zurückgestellt werden. 

Wieder ist zahlreichen Mitarbeitern im ganzen Lande für ihre Bericht- 
erstattung zu danken, vor allem Dr. E. Kost (Schwäbisch Hall) für seine 
Fundmeldungen aus dem fränkischen Landesteil. Leider sind nicht wenige 
der noch in N. F. IX genannten Mitarbeiter in der Zwischenzeit verstorben: 
Breeg (Ehingen), Dr. Gehring (Rottweil), Krapf (Altbach), Oberstudien- 
direktor Dr. Krieg (Ehingen), Dr. h. c. E. Peters (Veringenstadt), Dr. Retnert 
(Ludwigstal), Schäfer (Großbottwar), Dr. Stoll (Freiburg), Wallrauch (Dörz- 
bach). 

Die Berichterstattung ist dadurch beeinträchtigt, daß ein Teil der noch 
nicht veröffentlichten Funde samt Zeichnungen und Plänen und dem Zu- 
gangstnventar bei der Zerstörung des Alten Schlosses vernichtet wurde. 
Da der Unterzeichnete jedoch schon während des Krieges die Fundberichte 
laufend zusammengestellt hatte, dürften alle Funde, soweit sie dem Amt 
bekannt geworden sind, erfaßt sein. 

Zugleich ist in diesem Bande über die letzte Tätigkeit des Württember- 
gischen Anthropologischen Vereins bis zu seinem Ende anläßlich der Auf- 
lösung aller Vereine im Frühjahr 1945 zu berichten. 

Für namhafte Zuschüsse, die den Druck erst ermöglicht haben, ist den 
Kultministerien in Stuttgart und Tübingen, dem Kommunallandtag in Sig- 
maringen, der Stadt Stuttgart, dem Historischen Verein Ludwigsburg u. a. 
zu danken. 

Ludwigsburg, April 1951. 

Oscar Paret 



Inhaltsverzeichnis 

Seite 

Vorwort 3 

Bericht über die Tätigkeit des Württembergisdien Anthropologischen 

Vereins in den Jahren Mitte 1938 bis 1945 5 

Das Württembergische Landesmuseum in den Jahren 1938 bis 1950 . . 7 

Nachrufe: Augustin Krämer t 10 

Walther Veeck t 11 

Günter Beiler t 13 

Eduard Peters t 14 

Fundberichte: 

Altsteinzeit 17 

MittlereSteinzeit 18 

Jungsteinzeit 22 

Ein alter Fundbericht: Steinbeilfund von Mundeisheim 

Im Jahre 1771 49 

Bronzezeit 52 

Hallstattzelt 67 

Wagen der Hallstattzeit — Nachtrag 84 

La-Tene-Zeit 85 

Fundortverzeichnis 99 

Tafeln I bis IX 



Bericht 

über die Tätigkeit des Württembergischen Anthropologischen Vereins 

in den Jahren Mitte 1938 bis 1945 

Die Vorträge fanden im Landesgewerbemuseum statt 

1938 19. Juni. Ausflug nach Eybach, Helfenstein und Geislingen (Steige) 

unter Führung von Studiendirektor a. D. Burkhardt. Merkur 
28.6.1938. 
T.Oktober. Universitätsprofessor Dr. Gieseler (Tübingen): Der 
Peking-Mensch, eine frühdiluviale Menschenform. Merkur 13. 10. 
12. November. Konservator Hild (Bregenz): Vor- und frühgeschicht- 
liche Forschungen in Vorarlberg und Liechtenstein. Merkur 2. 12. 

10. Dezember. Studienrat Dr. Kost (Schwäbisch Hall): Vorgeschichte 
und Volkskunde und ihre gegenseitigen Beziehungen. Merkur 
22.12.1938. 

1939 H.Januar. 67. Hauptversammlung. Dr. StoU (Freiburg im 

Breisgau): Die Landnahme der Franken am Rhein und in Nord- 
frankreich. Merkur 22. 1. 1939. 

11. Februar. Dr. Nierhaus (Freiburg im Breisgau): Die Landnahme 
der Alamannen im linksrheinischen Gebiet. Merkur 16. 2. 1939. 

11. März. Studienrat Dr. Lohß (Schorndorf): Der Ackerwagen. Merkur 
16.3.1939. 

1 1 . Juni. Ausflug nach Kastell Böckingen, Großgartach, Franken- 
schanze, Heuchelberg, Harchenburg und Schwaigern unter Füh- 
rung von Dr. O. Paret. Merkur 30. 6. 1939. 

1941 28. Juni. Ausflug zu den Grabhügeln und der Viereckschanze auf der 

Federlesmahd bei Echterdingen und der Viereckschanze bei Rohr 
unter Führung von Dr. O. Paret. 

20. September. Ausflug zur Körschburg bei Deizisau und zu der römi- 
schen Siedlung bei Berkheim. 

15. November. Dr. O. Paret: Grundfragen der vorgeschichtlichen 
Besiedlung Württembergs. Stuttgarter Neues Tagblatt 16. 11. 1941. 

1942 10. Januar. Professor Dr. Franz Kühn (Stuttgart): Vorgeschichtliche 

Forschungen in Argentinien. Stuttgarter Neues Tagblatt 8. 2. 1942. 
28. Februar. 68. Hauptversammlung. Oberpostrat a. D. Peters: 

Die Grimaldihöhlen und das Palaeolithikum Italiens. Stuttgarter 

Neues Tagblatt 16. 3. 1942. 
14. März. Professor Dr. Goeßler (Tübingen): Spannungen und Krisen 

in den Methoden der vorgeschichtlichen Forschung. 
25. April. Ausflug in die Markung von Rutesheim mit ihren vor- und 

frühgeschichtlichen Fundstellen unter Führung von W. Müller 

und Dr. O. Paret. 
31. Oktober. Ausflug nach Möhringen (Fildern), Fundorte der Mar- 
kung und Heimatmuseum unter Führung von R. Weißer (Deger- 

loch). Stuttgarter Neues Tagblatt 3. 11. 1942. 



12. Dezember. Dr. O. Paret: Antike Wasserleitungen. Stuttgarter 
Neues Tagblatt 14. 12. 1942. 

1943 9. Januar. 69. Hauptversammlung. Professor Dr. Franz Kühn 

(Stuttgart): Vorgeschichtliche Steinwerkzeuge in Argentinien. 
25. Januar. Dr. O. Paret: Der Kampf um die Pfahlbauten. 

13. März. Professor Dr. Goeßler (Tübingen): Probleme der Alamannen- 
forschung. 

10. April. Ausflug zu den Grabhügeln bei Zuffenhausen und auf dem 
Lemberg bei Feuerbach unter Führung von W. Müller und Dr. 
O. Paret. 
5. Juni. Ausflug auf den Rotenberg — Kappelberg — Fellbach unter 
Führung von Dr. O. Paret und G. Wagner. 

1944 15. Januar. Hundertjahrfeier des Württembergischen Geschichts- und 

Altertumsvereins. Dr. O. Paret: Weltgeschichte und Klima. 

Damit endete die Tätigkeit des Württembergischen Anthropologischen 
Vereins nach 72jährigem Bestehen. 

Am 11. Februar 1941 starb Dr. W. Veeck, Direktor der Altertümer- 
sammlung, Ausschußmitglied des Württembergischen Anthropologischen 
Vereins seit 1935. Siehe Nachruf S. 11. 

Am 11. November 1941 ist der langjährige Vorsitzende des Vereins, der 
Ehrenvorsitzende Professor Dr. Augustin Krämer, gestorben. Bei 
der Beerdigung auf dem Uffkirchhof in Bad Cannstatt am 14. November 
nahmen der Vorsitzende, Oberstudienrat Dr. Rau, sowie die Ausschußmit- 
glieder Dr. Berckhemer und Dr. Paret teil. Der Vorsitzende legte mit ehren- 
den Worten einen Kranz am Grabe nieder. Siehe Nachruf S. 10. 

Am 17. Mai 1942 feierte Professor Dr. Goeßler (Tübingen) seinen 
70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß ernannte ihn der Vorsitzende zur Aner- 
kennung und zum Dank für seine langjährigen großen Verdienste um den 
Verein, als Schriftführer und als zweiter Vorsitzender, zum Ehrenmitglied. 
Die Ehrenurkunde wurde dem Jubilar durch den Vorsitzenden Dr. Rau 
und Geschäftsführer Dr. O. Paret überreicht. 

Da der Bearbeiter der Fundberichte aus Schwaben, Dr. O. Paret, von 
Kriegsbeginn an bis zu seiner u.k.-Stellung im März 1941 bei der Wehrmacht 
stand, verzögerte sich die Herausgabe eines weiteren Bandes der Zeitschrift. 
Als Vereinsgabe wurde daher den Mitgliedern im April 1940 das Buch: 
Oscar Paret, Golder der Meisterschmied, überreicht. Im Herbst 1941 erschien 
als Band N. F. X der Zeitschrift eine Arbeit von Dr. O. Paret: Der Unter- 
gang der Wasserburg Buchau. Zur Vorgeschichtsforschung am Federsee. 

Als nach Kriegsende sämtliche Vereine durch die Militärregierung ver- 
boten worden waren, erschien ein Gesuch um Wiederzulassung des Württem- 
bergischen Anthropologischen Vereins nicht zweckmäßig, war doch die Mit- 
gliederzahl seit Jahren ständig zurückgegangen; vor allem fehlte junger 
Nachwuchs. Es wurde daher mit dem Württembergischen Geschichts- und 
Altertumsverein verabredet, daß dieser in seinen Vortragsreihen künftig 
auch die heimische Vor- und Frühgeschichte zu Worte kommen läßt und die 
Fundberichte aus Schwaben herausgibt, also die Nachfolge des Württem- 
bergischen Anthropologischen Vereins übernimmt. Hat er doch seit seiner 
Gründung im Jahre 1843 — und anfangs bevorzugt — auch die Altertums- 
forschung gepflegt, bis diese Teilaufgabe seit 1872 mehr und mehr an den 
Württembergischen Anthropologischen Verein übergegangen weir. 

Paret 



Das Württembergiscfae Landesmuseum in den Jahren 1938 bis 1950 

In den in diesem Bande behandelten Zeitraum fällt der zweite Weltkrieg. 
Wohl führten militärische Bauunternehmungen gelegentlich zur Entdeckung 
und Untersuchung vorgeschichtlicher Denkmäler, im allgemeinen aber 
traten die Bautätigkeit und die Grabungen mehr und mehr zurück, und 
damit ließ die Zahl der Funde und der Fundmeldungen stark nach. Plan- 
mäßige Untersuchungen konnten nicht mehr stattfinden. Im Vordergrund 
stand die Sicherung der Museumsbestände, entsprechend in den Nachkriegs- 
jahren die Rückführung der verlagerten Bestände und der Wiederaufbau 
von Amt und Museum. 

In den Jahren vor dem Kriege war die vor- und frühgeschichtliche 
Staatssammlung in einer großzügigen Neuaufstellung in erweiterten 
Räumen des Alten Schlosses begriffen. Die Wiedereröffnung sollte Herbst 
1939 stattfinden. Der Ausbruch des Krieges setzte den Vorarbeiten ein Ende. 
Die ganze Schausammlung mußte nach vorbereitetem Plan in Kisten und 
Körben, die Schrankeinsätze in Tuchhüllen verpackt und nach auswärts ver- 
lagert werden. Während des Krieges wurden auch noch Teile der Magazin- 
bestände ausgewählt und fortgebracht, andere Teile — wie auch die Akten, 
die Bücherei und die Büroeinrichtungen — in drei Geschossen des Nordost- 
turmes des Alten Schlosses, in der Sakristei neben der Schloßkirche und in 
den Kellerräumen geborgen. 

Hauptkonservator Dr. Paret war gleich zu Kriegsbeginn am 26. August 
1939 zur Wehrmacht einberufen worden, ebenso der wissenschaftliche Hilfs- 
arbeiter Dr. Beiler. Nach dem am 11. Februar 1941 erfolgten Tod von 
Direktor Dr. Veeck wurde Dr. Paret von der Wehrmacht entlassen und 
konnte am 10. März 1941 in sein Amt als stellvertretender Direktor zurück- 
kehren. 

Die verlagerten Museumsbestände waren zu je etwa einem Drittel in 
Kloster Schöntal (Sakristei), im Schloß Neuenstein und in Bebenhausen 
untergebracht worden. Im Sommer 1942 wurde eine genaue Bestandsauf- 
nahme dieser Verlagerungsdepots gemacht. Da die Sicherheit gegen Luft- 
gefahr in Bebenhausen nicht genügend erschien, brachten wir das dortige 
Depot im Oktober 1942 ins Salzwerk Kochendorf. Die rund 5500 Negativ- 
platten und 2000 Lichtbilder konnten im Oktober 1943 ins Schiller-National- 
museum in Marbach, kleinere Museumsbestände im März 1944 noch ins 
Schloß Eybach verlagert werden. 

Bei dem Luftangriff auf Stuttgart am Abend des 11. März 1943 erlitt das 
Alte Schloß den ersten Schaden. Der Dachstock über der Schloßkirche und 
über dem anschließenden Flügel am Schillerplatz brannte ab, was große 
Wasserschäden — auch in den unteren Stockwerken — zur Folge hatte. Im 
Mai 1943 wurden von den Beamten die Fenster des oberen Depotraumes 
im Nordostturm zugemauert. Infolge eines Luftangriffs in der Nacht vom 
7. auf 8. Oktober 1943 zerstörte ein Brand das im Sommer errichtete Notdach 
und den anschließenden Dachstock gegenüber dem Schillerdenkmal. Am 
21. Februar 1944 beschädigten Spreng- und Brandbomben das Neue Schloß 



8 

schwer, auch die Räume der Antikensammhmg und die Wandelhalle ent- 
lang dem Rosengarten mit dem dort untergebrachten Magazin, besonders 
den Goldbergfunden. In der Frühe des 2. März 1944 geschah ein schwerer 
Angriff auf Stuttgart, dem die beiden Schlösser zum Opfer fielen. Das Neue 
Schloß, und damit die Räume der Antikensammlung, brannte vollständig 
aus. Im Hof des Alten Schlosses brachte eine Mine einen großen Teil der 
Galerien zum Einsturz und machte die Treppentürme unbenutzbar. Ent- 
sprechend groß waren die Verwüstungen in den Innenräumen. Die Akten- 
schränke und anderes mußten aus dem Schutt ihres Flüchtungsraumes durch 
das Fenster auf Leitern geborgen und in die Turmgewölbe gebracht werden. 

In der Frühe des 26. Juli 1944 setzte ein Luftangriff das Alte Schloß, vom 
Flügel gegenüber der Hof apotheke aus, in Brand. Abgesehen von der Schloß- 
kirche brannte der ganze Bau aus. Die Türnitz stürzte infolge Berstens der 
Säulen zusammen, und von hier aus drang das Feuer auch in die oberen 
Geschosse des Nordostturmes, wo die ganze Bücherei, vier Panzerschränke 
mit den Inventaren, Karteien und Karten, die ganze Büroeinrichtung, unver- 
öffentlichte Neufunde und vieles andere dicht gehäuft untergebracht waren. 
Der ganze Raum brannte aus, auch in den Panzerschränken war vieles, unter 
anderem auch die Inventare, vollständig vernichtet. Erhalten blieben jedoch 
die zwei unteren Gewölbe, die ehemaligen Silberkammern mit den Orts- 
akten, dem Flurkartenarchiv, wertvollen Teilen des Magazins, besonders 
Keramik. Diese Bestände haben jedoch noch nach dem Kriege durch wieder- 
holte Einbrüche Schaden und Verluste erlitten. 

Gleichzeitig wurde das Neue Schloß mitsamt der Wandelhalle vollends 
zerstört. In der Nacht vom 12. auf 13. September 1944 fielen einem Angriff 
das Hauptgebäude der Landesbibliothek zum Opfer und damit mehrere in 
der Vorhalle aufgestellte, besonders gute römische Inschriftsteine. Jedoch 
blieb die Hauptsammlung römischer Inschriften und Bildwerke, das Lapi- 
darium, im Erdgeschoß erhalten, wenn sie auch durch Wasser, Luftdruck 
und nach dem Kriege im Gefolge von Räumungs- und Bauarbeiten noch 
Schaden erlitt. 

Die Museumsleitung hatte im I. Stock, dann im Erdgeschoß des Hinter- 
gebäudes der Landesbibliothek ein Notquartier bekommen. Im Sommer 
1946 konnten ebenda im III. Stock zwei Räume bezogen werden. 

Wegen Inanspruchnahme der Räume im Schloß Neuenstein für Museums- 
zwecke mußten im September 1946 die dort gelagerten Bestände der Staats- 
sammlung ins Schloß Öhringen übergeführt werden; von dort wurden sie 
Mitte Juni 1947 ins Zeughaus nach Ludwigsburg gebracht, wohin schon zu 
Anfang des Monats das Depot vom Salzwerk Kochendorf geholt worden war. 
Auch die nach Schöntal geflüchteten Bestände kamen Februar 1949 nach 
Ludwigsburg. Alle diese Bestände sind unversehrt geblieben. 

Nachdem schon Mitte November 1949 die Büros des Landesmuseums von 
der Neckarstraße 8 wieder ins Alte Schloß verlagert worden waren, konnte 
am 17. Dezember 1949 in vier wiederhergestellten Räumen im I. Stock des 
Alten Schlosses gegenüber dem Schillerdenkmal eine Auswahl der Museums- 
bestände der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Der Er- 
öffnung war eine Feier vorausgegangen, bei der Direktor Dr. Baum, 
Kultminister Bäuerle, Oberbürgermeister Dr. Klett, Professor Dr. Bittel 
(Tübingen) und Professor Dr. Goeßler (Tübingen) gesprochen hatten. Nach- 
mittags sprach vor der ersten Führung Professor Dr. Paret über die 
Geschichte der Sammlung, besonders während des Krieges, und über die 
bevorstehenden Aufgaben. 



9 

Ein Jahr später, am 9. Dezember 1950, wurde in drei kleinen anschließen- 
den Räumen die Antikensammlung wieder eröffnet. 

Das Lapidarium mußte August-September 1950 vom Gebäude der 
Landesbibliothek, wo es seit 1884 untergebracht war, vorläufig in das noch 
brauchbare Untergeschoß des Neuen Schlosses im Nordteil des Mittelbaues 
übergeführt werden. 

Am 1. April 1948 trat als Assistent an der Vor- und frühgeschichtlichen 
Abteilung des Landesmuseums Dr. Siegfried Junghans (Schorndorf) und 
am 1. Juni 1950 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter beim Amt für Boden- 
denkmalpflege Dr. Hartwig Zürn (Altensteig) ein. 

Die Ordnung der Sammlungsbestände und Akten, die Neuschaffung der 
Inventare und Karteien, der Wiederaufbau der Pflegerorganisation im 
Lande ist neben den archäologischen Aufgaben im Gelände und der Vor- 
tragstätigkeit eine Arbeit, die bei den beschränkten Hilfsmitteln noch 
längere Zeit in Anspruch nehmen wird. 

O. Paret 



10 



Nachrufe 

Augustin Krämer f 

22 Jahre lang, von 1916 bis 1938, hat Augustin Krämer den Württem- 
bergischen Anthropologischen Verein geführt. Bei seinem Rücktritt wurde 
er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Schon seit dem Jahre 1911 hatte er 
enge Beziehungen zum Verein. 

Krämers Vorfahren sind mindestens seit dem 15. Jahrhundert in Neckar- 
rems, an der Grenze des heutigen Groß-Stuttgart, ansäßig. Sein Urgroßvater 
war dort Müllermeister. Der Großvater (1795 — 1842) zog nach dem fluß- 
abwärts gelegenen Hoheneck bei Ludwigsburg auf die dortige Mühle. 1829 
kam er als Pächter der Stadtmühle nach Cannstatt. Später war er in Mönchs- 
zeil bei Neckargemünd, wo Augustin Krämers Vater geboren wurde. 1849 
wanderte der Vater zum Teil aus politischen Gründen nach Chile aus, wo er 
in Los Angeles eine Mühle baute. Hier wurde Augustin Krämer am 
27. August 1865 geboren. Schon 2 Jahre darnach, 1867, kehrte der Vater mit 
der Familie in seine Heimat zurück, nach Berg zwischen Stuttgart und Cann- 
statt. Augustin ging in Cannstatt zur Schule. Später studierte er in Tübingen 
und Berlin. 1889 trat er in Kiel in die Marine ein, in der er bis 1909 Dienst 
tat und bis zum Generaloberarzt aufstieg. 

1893 bis 1895 kam Krämer zum erstenmal als Schiffsarzt auf S. M. S. 
Bussard in die Südsee. Schon jetzt befaßte er sich neben seinem Dienst mit 
zoologischen Fragen, insbesondere dem Bau der Korallenriffe und der 
Planktonverteilung. Auch auf dem Gebiet der Völkerkunde war er schon 
tätig. Auf seiner zweiten Südseereise, zu der er von 1897 bis 1899 beurlaubt 
war, führte er diese Forschungen weiter. In Südamerika, auf Hawai, Samoa 
und den Marschall- und Gilbertinseln legte er völkerkundliche Sammlungen 
an. Ein zweibändiges Werk über die Samoainseln und andere Arbeiten 
waren die Frucht seiner Forschungen. 1899 bis 1901 bereiste er als Schiffs- 
arzt auf S. M. S. Stosch Westindien und das Mittelmeer. 

1906/07 nahm Krämer als Anthropologe an der Südsee-Expedition des 
Planet teil. Anschließend, 1908, lernte er zusammen mit seiner Frau bei 
längerem Aufenthalt den Bismarck-Archipel und die Palau-Inseln kennen. 
1908 übernahm er die Leitung der deutschen Marineexpedition und widmete 
sich der Völkerkunde von Neu-Mecklenburg. 1909/10 leitete er die ham- 
burgische Südsee-Expedition nach den Karolinen an Bord des Peiho. 

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland siedelte Krämer bald von Berlin 
in seine Heimat über und lebte nun seit März 1911 in Stuttgart, voll beschäf- 
tigt mit der wissenschaftlichen Bearbeitung und Veröffentlichung seiner 
reichen Forschungsergebnisse, dabei von seiner Frau bestens unterstützt. 
Seine Werke über Palau, über Truck, über die Karolinen und andere sind 
von größtem und bleibendem Wert, denn schon heute gehört vieles, was 
Krämer an Kulturgut der Südseeinsulaner noch erforschen konnte, der 
Vergangenheit an. „Krämer ist derjenige unter den Völkerkundlern, dem 
wir am meisten Material aus erster Quelle verdanken", konnte von ihm 
gesagt werden. 



Nachrufe 1 1 

1911 bis 1915 war Krämer Leiter des großen Stuttgarter Lindenmuseums. 
Während des Weltkrieges betreute er die Reservelazarette von Tübingen 
und Stuttgart. 1919 wurde er Dozent der Völkerkunde an der Universität 
Tübingen, 1925 ebenda Honorarprofessor. Seine eigenen völkerkundlichen 
Sammlungen hat er für seine Lehrtätigkeit im Schloß in Tübingen auf- 
gestellt und dann der Universität zum Geschenk gemacht. Krämer war von 
1911 bis 1921 Vorsitzender der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft. 

Das folgende Verzeichnis der Vorträge, die Krämer im Württem- 
bergischen Anthropologischen Verein gehalten hat, und der Aufsätze, die er 
in der Zeitschrift des Vereins, den „Fundberichten aus Schwaben", veröffent- 
lichte, zeigt, wie Krämer aus dem reichen Schatz seines Wissens und seiner 
Erfahrungen als Anthropologe und Völkerkundler immer wieder dem Verein 
gespendet hat. Noch 1937 gab er in seinem Vortrag über die Ergebnisse der 
Südseeforschung einen Überblick über sein Lebenswerk. Aber auch über 
Fragen der heimischen Vorgeschichte hat er gearbeitet. In den letzten 
Jahren beschäftigte er sich besonders mit der Geschichte des schwäbischen 
Bauernhauses. Darin zeigt sich seine enge Verbundenheit mit seiner schwä- 
bischen Heimat. An die von ihm geleiteten Ausflüge des Vereins werden sich 
die Teilnehmer immer gerne erinnern. 

So wird der Name Augustin Krämer immer mit einer Blütezeit des 
Württembergischen Anthropologischen Vereins verbunden bleiben. 

Vorträge von Augustin Krämer 

im Württembergischen Anthropologischen Verein 

1911: Land und Leute auf den Palauinseln. 

1912: Bericht über die Weimarer Generalversammlung der Deutschen Anthropologi- 
schen Gesellschaft. 
1913: Prunkmatten von den Kusaie-Inseln. 
1913: Bericht über die Nürnberger Versammlung. 
1914: Reiseeindrücke aus Spanien. 
1922: Neues aus der Frühgeschichte der Menschheit. 
1923: Vorgeschichtliche Weberei, insbesondere auf den Karolinen. 

1926: Die Ausbreitung der indischen Kultur im malaiischen Archipel und Mikronesien. 
1927: Die Anfänge der Wirtschaft und die ersten Wirtschaftsprodukte. 
1931: Truk, ein interessantes Südseevolk. 
1934: Die anthropologischen Studien über Schillers Schädel. 
1935: Die Grundformen des schwäbischen Bauernhauses. 
1937: Ergebnisse der Südseeforschung und Ausblicke. 

Aufsätze in den Fundberichten aus Schwaben 
1916: (XXir— XXIV, 1914—1916, 124—126). Nachruf auf Erwin Balz (t 1913). 
1922: (Neue Folge II 1—3). Das Ofnet-Problem. 
1926: (Neue Folge III 25—30). Die „Pfahlbauten" vom Federsee in Oberschwaben in 

ethnographischer Beleuchtung. 
1934: (Neue Folge VIII 6 — 9). Ferdinand von Hochstetter, ein schwäbischer Forscher. 

O. Paret. 

Walther Veedt f 

Als ich während der Ausgrabungen des Landesamtes im Oberamt Ried- 
lingen nach einem Besuch der Grabung in der Heunenburg bei Upflamör 
durch Goeßler und Bersu am 12. Oktober 1921 gegen Abend wieder den 
Berg hinabstieg, um zu meinen Ausgrabungen an den Viereckschanzen bei 
Heiligkreuztal zurückzukehren, begegnete mir unterhalb der Vorburg 
Walther Veeck. Er war soeben durch Vermittlung seines Vaters als Volontär 
bei der Stuttgarter Altertümersammlung eingetreten und von Goeßler gleich 



12 Nadirufe 

zur Unterstützung Bersus auf die Heunenburg geschickt worden. An- 
schließend wurde ihm eine kleine Untersuchung der Heunenburg beim Tal- 
hof über der Donau übertragen. Der kurze Grabungsbericht hierüber in den 
..Fundberichten aus Schwaben", Neue Folge I, ist Veecks erster Beitrag zu 
dieser Zeitschrift. In den folgenden Wochen hatte er in Rutesheim alaman- 
nische Grabfunde aufzunehmen und in Vaihingen (Filder) bei Bauarbeiten 
angeschnittene steinzeitliche Siedlungsreste zu untersuchen. So wurde er 
gleich mit den vielseitigen Aufgaben der archäologischen Landesforschung 
bekannt. 

W. Veeck wurde am 28. Juni 1886 als Sohn des Pfarrers D. Dr. Otto Veeck 
in Wickenrodt bei Idar-Oberstein (Birkenfeld) geboren, erlebte aber den 
größten Teil seiner Jugend in Bremen. Im Herbst 1906 erhielt er am 
Gymnasium Birkenfeld das Reifezeugnis. Er studierte Deutsch, Geschichte 
und Archäologie in Heidelberg (1906—1908), Bonn (1908) und Göttingen 
(1909 — 1912). In den folgenden 2 Jahren arbeitete er in mehreren Archiven 
an seiner Dissertation: „Graf Heinrich von Schwarzburg, Administrator des 
Erzstifts Bremen, 1463 bis 1496, und Bischof von Münster, 1466 bis 1496." 

1914 trat Veeck als Kriegsfreiwilliger bei der Feldartillerie ein. Er stand 
im Osten und Westen bis zu seiner Verwundung bei Langemarck im Juli 
1918. Nach dem Kriege war Veeck zunächst als Privatsekretär tätig, trat 
dann 1920 als Volontärassistent bei Walther Bremer in Marburg ein, um sich 
weiter in die Vorgeschichte einzuarbeiten, bis er im folgenden Jahr auf 
Empfehlung Bremers als Volontär nach Stuttgart kam. Hier wurde er 1925 
wissenschaftlicher Hilfsarbeiter, 1928 Assistent und 1930 Konservator. 

Neben die vielerlei Aufgaben, die das Museum bei Neuaufstellungen 
zuerst noch in Neckarstraße 8, dann im Neuen und Alten Schloß stellte, 
traten Aufträge im Gelände, wie die Aufdeckung des Alamannenfriedhofs 
von Holzgerlingen (1925), die Untersuchung von Grabhügeln bei Weil im 
Dorf (1928) und bei Kirschenhardthof (1930) und der Steinzeitsiedlung beim 
Viesenhäuserhof (1931 — 1933). Vor allem aber widmete sich Veeck seinem 
Hauptauftrag, dem Inventar der alamannischen und fränkischen Funde des 
Landes, aus dem dann sein Werk: Die Alamannen in Württemberg (1931) 
erwuchs. Auch später standen ihm die die Alamannen betreffenden Fragen 
im Vordergrund. 

Nach dem Ausscheiden Professor Goeßlers im Jahre 1934 wurde Veeck 
Hauptkonservator und Stellvertreter mit dem Titel Direktor und 1936 
Direktor der Altertümersammlung und des Schloßmuseums. Von größeren 
Ausgrabungen der Altertümersammlung in diesen Jahren bis zum Beginn 
des Krieges 1939 sind zu nennen: Die Untersuchungen im alamannischen 
Gräberfeld von Oberflacht (1933/1934), die Aufdeckung des Alamannenfried- 
hofs von Nusplingen (1934/1935), die Untersuchung steinzeitlicher Siedlungs- 
stätten an der Reichsautobahn bei Eltingen und die Aufdeckung gefährdeter 
Grabhügelgruppen bei Dormettingen und Tailfingen (Kreis Böblingen) 
(1938/1939). Auch die Ausgrabungen in der Burg Hohenstaufen (1936 und 
1938) sind hier anzuführen. 

Nachdem weitere Räume im Alten Schloß beziehbar geworden waren, 
war eine vollständige Neuordnung und Neuaufstellung der Altertümer- 
sammlung durchzuführen. Die für Herbst 1939 vorgesehene Wiedereröff- 
nung der ganzen Sammlung hat der Ausbruch des Krieges zunichte gemacht. 

Nach kurzem Krankenlager ist Veeck am 11. Februar 1941 an Angina 
pectoris gestorben, erst 55 Jahre alt. Durch sein Alamannenwerk ist sein 
Name mit der Frühgeschichtsforschung des Landes für immer verbunden. 



Nachrufe 13 

Vorträge von W. Veeck 
im Württembergischen Antropologischen Verein 

1923: 9. Februar. Die Alamannen in Württemberg und Franken. 

1929: 12. Januar. Das Iller-Donau-Kastell. Grabungsbericht. 

1930: 8. Februar. Grundlagen der frühmittelalterlichen Kultur auf dem Boden Südwest- 
deutschlands. 
8. März. Teilbericht über neue Grabungen im Lande. 

1933: 14. Januar. Bericht über die Aufdeckung der Steinzeitsdedlung beim Viesen- 
häuserhof. 

1934: 13. Januar. Bericht über neue Ausgrabungen im Alamannenfriedhof von Ober- 
flacht. 

1935: 13. Januar. Die neuen Ausgrabungen in Oberflacht. 

1936: 8. Februar. Stand und Aufgaben der vorgeschichtlichen Forschung in Württemberg. 

O. Paret. 

Günter Beiler f 

Dr. Beiler war von September 1938 an wissenschaftlicher Hilfsarbeiter 
an der staatlichen Altertümersammlung in Stuttgart. 

Neben seiner Mitwirkung bei der Neuaufstellung der Sammlung im 
Alten Schloß wurden ihm mehrere größere Grabungen übertragen, so die 
Untersuchung eines keltischen Flachgräberfeldes bei Darmsheim (Kreis 
Böblingen) im Januar 1939 und die Untersuchung der durch einen Flugplatz- 
bau der Einebnung verfallenen Grabhügelgruppen im Wald Tailiinger Mark 
bei Tailfingen (Kreis Böblingen) von Mai bis August 1939. 

Günter Beiler, am 2. November 1913 in Klotzsche bei Dresden geboren, 
besuchte das Kreuzgymnasium in Dresden, wo sein früh verstorbener Vater 
Direktor bei der Elbschiffahrtsgesellschaft gewesen war. Im Sommer 
1933 begann er das Studium der Altphilologie in Tübingen, wählte aber dann 
Urgeschichte, der er sich schon in der Jugend gewidmet hatte, als Hauptfach. 
2 Semester ging er nach Leipzig. 1937 promovierte er bei Professor Dr. Riek 
in Tübingen mit einer Arbeit über die vor- und frühgeschichtliche Besied- 
lung des Oberamtes Heilbronn (Neckar). Die Grundlage für diese Arbeit 
bildete naturgemäß, was Hofrat Dr. Alfred Schliz 1898 bis 1915 wissenschaft- 
lich und fürs Historische Museum Heilbronn erarbeitet hatte. So war Beiler 
1935 auch die Neuaufstellung der Schlizschen Sammlung im neu instand- 
gesetzten Museumsgebäude im Alten Friedhof übertragen worden. Die 
Wiedereröffnung als Alfred-Schliz-Museum erfolgte am 21. Dezember 1935. 
Die Arbeit Beilers mit dem vollständigen Fundinventar des Oberamts Heil- 
bronn (Neckar) nach dem Stand vom 1. Mai 1937 erschien 1938 als 18. Ver- 
öffentlichung des Historischen Vereins Heilbronn. Da durch den Flieger- 
angriff auf Heilbronn vom 4. Dezember 1944 das Alfred-Schliz-Museum fast 
vollständig vernichtet worden ist, ist das Beilersche Werk von besonderem 
und dauerndem Wert. 

Nach der Promotion holte Professor Tackenberg Dr. Beiler zur Hilfe 
bei der Einrichtung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte nach Bonn 
und im Herbst 1938 kam er an das Stuttgarter Landesmuseum. Im März 
1939 heiratete er. 

Bei Kriegsbeginn, Ende August 1939, wurde Beiler einberufen, zunächst 
nach Landau. 1940 kam er nach Frankreich, im Frühjahr 1941 auf die 
Offiziersschule nach Hannover. Im Mai 1941 ging es nach Rußland. Von 
Dezember 1941 bis April 1942 stand er in Müllheim (Baden), im April 1942 
kam er wieder nach Frankreich und im Jimi 1942 als Führer eines Kranken- 
kraftwagenzuges nach Rußland. Die letzte Nachricht von ihm stammt vom 



14 Nachrufe 

6. Januar 1943 aus Stalingrad. Dann blieb er verschollen, bis im August 1949 
durch einen Rückkehrer die Nachricht kam, daß er Ende Januar 1943 in 
russische Gefangenschaft gefallen und schon im Februar im Durchgangs- 
lager Krasnoarmejsk gestorben ist. 

O. Paret 

Eduard Peters t 

Geboren 9. April 1869 in Halberstadt. 1893 Postsekretär, 1908 Telegraphendirektor, 
1914 Postrat in Konstanz, 1921 Oberpostrat. 1925 aus dem Amt geschieden zum Studium 
der Geologie und Urgeschichte in Freiburg im Breisgau. 

Eduard Peters ist am 1. April 1934 von Freiburg nach Stuttgart über- 
gesiedelt und hat dort und von dort aus ein Jahrzehnt lang auf dem Gebiet 
der Alt- und Mittelsteinzeit gearbeitet. Seinen Arbeitsplatz hatte er in der 
Staatlichen Altertümersammlung im Alten Schloß bis zu den Luftangriffen 
im Frühjahr 1944. Im April 1944 siedelte er nach Veringenstadt (Kreis 
Sigmaringen) über, wo er am 21. Mai 1948 im 80. Lebensjahr gestorben ist. 

Das Jahrzehnt seines Stuttgarter Aufenthaltes wurde jährlich durch 
monatelanges Arbeiten in HohenzoUern und durch Grabungen, besonders 
im Gebiet der oberen Donau, unterbrochen; war er doch 1934 zum staat- 
lichen Vertrauensmann für Bodenaltertümer in Hohen- 
zoUern bestellt worden. Als solcher hatte Peters ein Arbeitszimmer im 
Landeshaus in Sigmaringen. Meist wohnte er in dem idyllisch gelegenen 
„Chalet" am Hang des Gorheimer Berges nördlich der Donau. In Veringen- 
stadt, in dessen Höhlen er seit 1935 jährlich Grabungen durchführte, hatte 
er ein ständiges Heim bei Frau Winter neben der Kirche gefunden. Von 1939 
bis 1943 war er wiederholt, zusammen über 5 Monate, in Italien, um an den 
Grabungen des Istituto Italiano di Paleontologia Umana (Professor Blanc) 
in der Grotta Guattari in San Feiice Circeo und in den Grimaldihöhlen bei 
Mentone teilzunehmen. 

Peters war Junggeselle und auch wirtschaftlich unabhängig. Dies gab 
ihm die Möglichkeit, ganz seinen Neigungen zu leben. Er war von Jugend 
an ein leidenschaftlicher Bergsteiger, der schon seit 1910 im Alpen verein für 
den Skilauf warb. Er selbst war bis in die letzten Lebensjahre jeden Winter 
mit seinen Skiern im Feldberggebiet. Diese Winterwochen in der „Linde" in 
Hinterzarten waren ihm immer die beste Erholung. Zum letzten Male weilte 
er von Januar bis Anfang April 1947 dort. Nach „allerlei Depressionen 
körperlicher und geistiger Art" während der vorausgehenden Monate (Seh- 
störung, eigenhändiges Heizen seines Arbeitszimmers im Rathaus Veringen- 
stadt) bedeutete dieser Aufenthalt für ihn eine „Lebensrettung". Leider 
wurde diese Erholungszeit beeinträchtigt durch einen Sturz von der Treppe. 
Die Verletzungen im Gesicht mußten genäht werden und erforderten im 
Februar einen zweiwöchigen Aufenthalt im Krankenhaus zu Neustadt. 

Ich selbst denke an die jahrelange Zusammenarbeit mit Peters sehr gerne 
zurück. Sie ergab sich durch seine Tätigkeit in HohenzoUern, wo ich selbst 
schon viel gearbeitet und die „Fundberichte aus HohenzoUern" im Jahre 
1928 ins Leben gerufen hatte. 1936 führten wir gemeinsam eine fünfwöchige 
Untersuchung des endsteinzeitlichen Moordorfes Egelsee bei Ruhestetten 
(Kreis Sigmaringen) durch. 1937/1938 untersuchte Peters den mittelstein- 
zeitlichen Lagerplatz auf dem Birkenkopf bei Stuttgart. Dank seiner Kennt- 
nis der zahlreichen mittelsteinzeitlichen Funde auf den anderen Stuttgarter 
Höhen wie im ganzen Neckarland, auf der Alb und in Oberschwaben hat er 
den Fund vom Birkenkopf einer Stuttgarter Gruppe der mittelsteinzeit- 



Nachrufe 15 

liehen Kulturen zugeschrieben, während seine zweite bedeutendere Fund- 
stätte dieser Zeit, die Falkensteinhöhle im oberen Donautal, ihm als Ver- 
treter einer Oberdonaugruppe galt. Die Untersuchnug dieser Höhle im 
Jahre 1933 vom Tiergarten aus, wo er Wohnung und Werkstätte hatte, war 
für Peters eine glückliche Zeit. Hier konnte er seine Methode der Schläm- 
mung der Fundschichten mit großem Erfolg durchführen. Fischzähne, Klein- 
tierknochen, Kohlestückchen und anderes, die sonst unbeachtet geblieben 
wären, fielen ihm so in die Hand. 

Das fachliche Gespräch mit Peters war stets anregend. Dank seines 
ständigen Gedankenaustausches mit auswärtigen Gelehrten, in erster Linie 
mit Professor Obermaier (Madrid, darm Freiburg in der Schweiz), mit Abbe 
Breuil und Professor Vaufrey (Paris) und Professor Blanc (Rom) blieb er 
mit der internationalen Forschung auf dem laufenden. Seine altsteinzeit- 
lichen Kenntnisse hatte er auf einer Studienreise nach der Dordogne (Süd- 
frankreich) gefestigt. Er war immer voll von Problemen und Aufgaben. Zu 
seinen Forschungen zog er stets Mitarbeiter und besonders Spezialisten bei, 
Paläontologen, Zoologen und Botaniker, auch junge Forscher, um ihnen 
Gelegenheit zur Einarbeitung zu geben. 

Daß Peters auf einem seit Jahrzehnten wenig gepflegten Gebiet der 
Vorgeschichtsforschung in Süd Westdeutschland, dem Gebiet der Alt- und 
Mittelsteinzeit, von 1925 bis 1948 ehrenamtlich und mit großem Erfolg 
gearbeitet hat, sichert ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte der Forschung. 
Ihm danken wir die Kenntnis der Besiedlungsgeschichte zahlreicher Höhlen 
der Alb. Seine reichen Höhlenfunde haben unser Bild von den kulturellen 
Verhältnissen des Alt- und Mittelsteinzeitmenschen auf süddeutschem 
Gebiet wesentlich erweitert, besonders auch dank seiner Schlämmethode. 
Voran steht seine große Arbeit über die altsteinzeitliche Kulturstätte Peters- 
fels bei Engen (1930). 

Zu einer Ehrung des verdienten Forschers fand sich am 21. September 
1947 in Sigmaringen ein kleiner Kreis von süddeutschen Prähistorikern 
zusammen. Im Sitzungssaal des Rathauses wurde ihm durch Professor 
Schuchhardt das Ehrendoktordiplom der Universität Freiburg überreicht. 
Bei einer Sitzung am Nachmittag berichteten die Teilnehmer über die 
Kriegsfolgen in ihren Museen und den Wiederaufbau der Arbeit. Am 
nächsten Tage war es Dr. Peters eine besondere Freude, den Kollegen im 
Veringenstadter Rathaus seine neuesten Grabungsergebnisse und dann die 
4 Höhlen beim Ort zeigen zu können. Nachmittags führte er sie noch in den 
Alten Hau auf der Höhe, wo er auf sonntäglichen Gängen mit einem Orts- 
ansässigen Grabhügeln und mittelalterlichen Siedlungsplätzen nachspürte. 
Auf diesem Gang überfiel ihn vorübergehend eine Schwäche. Trotz seiner 
bewundernswerten Gesundheit machte sich doch das Alter bemerkbar. 

Bei seinem letzten Aufenthalt in Veringenstadt hatten die Kriegsver- 
hältnisse ihm die Möglichkeit zum Verkehr mit der wissenschaftlichen Welt 
genommen. Er nahm aber seine Grabungen im Schafstall wieder auf und auf 
meinen Wunsch auch die Suche nach Grabhügeln. Im September 1945 mußte 
er im Landeshaus in Sigmaringen feststellen, daß in den Nachkriegsmonaten 
die gesamten Ergebnisse seiner Höhlengrabungen im Gebiet der oberen 
Donau, auch die Funde aus der Falkensteinhöhle bei Tiergarten und aus 
den 4 Höhlen von Veringenstadt, samt den Akten und fertigen Manu- 
skripten durch die Unvernunft eines Beamten auf den Müllplatz geführt 
worden waren. „Es hat einige Monate bedurft, um über die Wirkung dieser 
Ereignisse hinwegzukommen." Dazu trug bei, daß er im Winter 1945/46 
einer 15jährigen Schülerin von Hettingen Unterricht in alten und neuen 



16 Nachrufe 

Sprachen geben konnte. Alle paar Tage wanderte er die 5 km lauchertauf- 
wärts nach dem Wohnort. Nebenher schrieb er einen Bericht über seine 
Tätigkeit im Dienste der Vorgeschichtsforschung Südwestdeutschlands, der 
im September 1946 gedruckt vorlag und an seine Freunde verschickt wurde. 
Auch das Archiv auf dem Rathaus Veringenstadt wurde von ihm geordnet. 
„Die schönen Sommertage benütze ich zu ausgedehnten Wanderungen, und 
so ist es mir gelungen, die Bedrückung los zu werden, die mir die Verluste 
und mein völliges geistiges isolamento gebracht haben. Aber ohne Ziele 
kein Leben!" 

Bei seinen Grabungen im Schafstall schonte sich Peters nicht. Stunden- 
lang arbeitete er, im engen Schlupf am Fuß der überhängenden Felswand 
liegend, mit den kleinen Grab Werkzeugen. Im Mai 1947 schreibt er, daß er 
sich abends müde und abgespannt fühle. Mitte Juni 1947 überfiel ihn nachts 
eine Herzschwäche. 5 Wochen lag er im Krankenhaus in Sigmaringen. Dann 
erholte er sich während des trockenen Sommers, meist vor seinem Hause in 
Veringenstadt sitzend. Ende August fühlte er sich wieder arbeitsfähig. Aber 
wenige Wochen später kam die neue Warnung auf dem Gang mit den Fach- 
kollegen. Von Anfang Oktober bis Mitte Dezember 1947 weilte er zur 
Erholung im Sanatorium Stahlbad in Bad Imnau. 

Im Februar 1948 nahm er seine Grabungen im Schafstall erneut auf. 
Im März verlegte er seine Grabungen einige Schritte westwärts in den West- 
teil des Überhanges, den er Schafstall II benannte. Als ich ihn Mitte April 
nochmals besuchte, zeigte er mir, geistig vollständig frisch und voll von 
Plänen, eine tags zuvor angeschnittene Kulturschicht, die ihm sehr wichtig 
zu werden schien. Als er mich zur Bahn begleitete, sprach er jedoch von 
seiner Einsamkeit und seinem Plan, nach Abschluß der Grabung, spätestens 
im Herbst, wieder nach Stuttgart überzusiedeln. Es ist anders gekommen. 
Seit Anfang Mai fiel seinem Mitarbeiter und Begleiter Johann Riedinger 
sehr auf, wie sich sein Gang verlangsamte, und daß er immer wieder Pausen 
einlegen mußte. Am 19. Mai war er noch bei der Grabung im Schafstall 
gewesen, am 20. Mai stellte er im Rathaus in einem zweiten, ihm zur Ver- 
fügung gestellten Raum einen Teil seiner Funde neu auf. Am folgenden Tag, 
Samstag, 21. Mai, erschien er nicht mehr zum Frühstück. Man fand ihn bei 
brennendem Licht, seine Herztabletten zur Hand, tot im Bett. Etwa 3 Uhr 
früh hatte ein Herzschlag die rastlose Tätigkeit des Forschers beendet. 
Dienstag, 24. Mai, 10 Uhr, wurde er unter zahlreicher Beteiligung der 
Bewohner von Veringenstadt, denen er ein verehrungswürdiger Mitbürger 
geworden war, auf dem abseits des Dorfes gelegenen und durch seine Wall- 
fahrtskirche und eine Gruppe hoher Bäume ausgezeichneten Friedhof 
beerdigt, wenig oberhalb der Lauchert, deren schroffe Talhänge mit ihren 
Höhlen es ihm angetan hatten. Der evangelische Pfarrer von Gammertingen 
hielt die Gedenkrede, der mehrere Nachrufe folgten. Die Gemeinde hat aus 
Dankbarkeit einen Raum im Rathaus als Peters-Gedenkstätte bestimmt, in 
dem die nach Verlust der Hauptfunde seit 1944 von Peters ausgegrabenen 
Kulturreste der Höhlenbewohner aufgestellt werden sollen. 

O. Paret 



Altsteinzeit 17 



Fundberichte 

Altsteinzeit 

Bad Cannstatt. In der Südostecke der Baugrube für Haus Ludwigstraße 26 
war 1937 folgendes Profil zu sehen: unter Gehängeschutt stand in 1,5 m Tiefe 
Terrassenschotter an. In diesem war, in 2,5 m Tiefe, eine dünne Schicht mit 
Holzkohle und rotgebrannten Lehmbröckchen eingebettet. Proben Inv. 50/27 
durch W. Schierz. Altsteinzeit? 

Endersbach (Kreis Waiblingen). Bei Ausschachtung einer Baugrube im 
Hof von Stettener Straße 3 im Nordwestteil des Orts, am linken Hang des 
Haldenbaches, stieß man am 18. August 1950 auf diluviale Knochen. Durch 
rechtzeitige Meldung durch H. Schlipf (Endersbach) konnte die Fundstelle 
untersucht und teilweise freigelegt werden. In 1,1 m Tiefe fand sich ein 
N — S verlaufender, etwa 0,8 m breiter, nicht deutbarer Streifen aus unregel- 
mäßig gesetzten größeren und kleineren Keupersandsteinbrocken, dabei 
Knochen von Mammut und Nashorn (die Bestimmung wird Professor Dr. 
Berckhemer verdankt, der die Fundstelle besichtigte). Dazwischen gestreut 
waren einige Feuersteine, die Gebrauchsspuren zeigen, darunter ein ein- 
deutiger spitzenähnlicher Abschlag. Über die Fundschicht zog sich durch 
die ganze Baugrube eine dachziegelartig gelagerte Bachkiesschicht, die durch 
Auelehm überlagert wurde. Die quer zur Fließrichtung des Haldenbaches 
verlaufende Längserstreckung der Steinsetzung der Fundschicht spricht 
gegen eine natürliche Lagerung. Es liegt hier wohl ein kleiner eiszeitlicher 
Rastplatz vor. Zürn. 

Hornstein (Kreis Sigmaringen). Oberpostrat a. D. Peters grub vom 27. bis 
30. September 1939 und wieder 1942 in der Kohltalhöhle im Laucherttal 
unterhalb Hornstein. Er fand Reste des Magdaleniens und Knochen vom 
Halsbandlemming, Schneehasen, vom Fuchs und der englischen Wühlmaus. 

Veringenstadt (Kreis Sigmaringen). Im Frühjahr 1947 begann Peters mit 
einer Fortführung seiner Grabungen im Schafstall S über Veringenstadt. 
Da er zunächst allein grub , schritt die Arbeit nur sehr langsam voran. Von 
September 1947 ab stand ihm bis zu seinem Tode im Mai 1948 Herr Riedinger 
als zuverlässiger Mitarbeiter zur Seite. 

Der Rückwand des Überhanges entlang gegen W traf die Grabung unter 
den hier liegenden Felsblöcken bald auf Feuersteine und Knochen, die auf 
eine Lagerstätte weiter W und höher hinwiesen, von Peters Schafstall II 
genannt. Hier stieß man im März 1948 in 1,80 m Tiefe auf eine Häufung 
von Höhlenbärenknochen. Die knochenführende Schicht war 0,80 m stark, 
weitere 30 cm tiefer zeigte sich noch eine dünne Schicht mit Knochen, 
Knochenkohle, Feuersteingeräten und Absplissen, die Peters vorläufig der 
Moustierstufe zuschreiben wollte. Die Tierreste stammen von Mammut, 
Höhlenbär, Nashorn, Rentier, Urrind, Steinbock, Riesenhirsch und Wolf. 
Ein Graben längs des Felsens brachte oben auch jungsteinzeitliche Spuren. 

Fundberichte 1938— 50, 1. Teil. 5 



1 8 Mittlere Steinzeit 

Dr. Peters war es nicht vergönnt, diese Grabung weiterzuführen und die 
Ergebnisse zu bearbeiten. Er ist am 21. Mai 1948 gestorben. Die wenig 
umfangreichen Funde werden in dem kleinen Heimatmuseum in Veringen- 
stadt aufbewahrt. Paret. 

Mittlere Steinzeit 

Zahlreiche weitere Fundstellen von mittelsteinzeitlichen Feuerstein- 
geräten sind durch Dr. E. Kost (Schwäbisch Hall), W. Müller (Bad Cannstatt), 
weiter durch Lau, Mattes, Nuber, Reinhard, Scholl u. a. bekannt geworden, 
und zwar besonders zahlreich von den Höhen entlang dem Remstal, dem 
Murrtal und Jagsttal. Da jedoch dieser Zeitabschnitt mehrere Jahrtausende 
gedauert und bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. herabgereicht hat, darf aus den 
sich mehrenden Fundstellen nicht auf eine dichte Bevölkerung geschlossen 
werden. Auf der Kulturstufe des Jägers und Sammlers kann es sich nur um 
Lagerplätze einzelner, wenig seßhafter Sippen handeln. Zudem können 
einzeln gefundene Pfeilspitzen und Geräte auch auf der Jagd verloren- 
gegangen sein, dürfen also nicht ohne weiteres als Siedlungsspur gewertet 
werden. 

Alfdorf (Kreis Schwäbisch Gmünd). Im Sommer 1941 fand H. Voß eine 
größere Zahl von kleinen Werkzeugen aus Jur ahornstein: 

a) auf Höhe 504 etwa 0,6 km N vom Ort, 

b) in Flur Bühl imd Birkach am W Ortsausgang, 

c) in Flur Enzelbach 1,5 kmNO. 

Mitteilung von Kost. 

Birkhof (Gemeinde Reichenbach, Kreis Göppingen) siehe S. 26. 

Dettingen u. T. Auf dem Käppele 2 km SW (siehe N. F. VIII 23) fanden 
O. Lau und W. Dorfner weiterhin eine Menge von Feuersteingeräten und 
-splittern. 

Gerlingen (Kreis Leonberg). Oberhalb der Sandsteinbrüche im Krum- 
bachtal 3 km S fand Speckbadier (Stuttgart) Feuersteingeräte der Mittel- 
steinzeit. 

Hepsisau (Kreis Nürtingen). Auf dem Braunfirst 0,7 km NW stellten 
P. Stierle und W. Müller 1938 mehrere Lagerplätze der Mittelsteinzeit fest. 
Zahlreiche Feuersteingeräte durch O. Lau im Museum Kirchheim. 

Iggingen (Kreis Schwäbisch Gmünd). An mehreren Stellen der Markung 
fand F. Heinzelmann einzelne Feuersteingeräte der mittleren oder jüngeren 
Steinzeit. 

Kappishäusern (Kreis Nürtingen). Bei der Kapuzinerbuche 1 km W fand 
O. Lau im Jahre 1938 mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Kleinheppach (Kreis Waiblingen). Kleinheppacher Kopf 0,7 km NO (siehe 
N. F. VII 2 f., 13). Die Forschungen von E. Reinhard haben eine Menge 
weiterer Feuersteingeräte ergeben. Sie finden sich auch auf der Höhe des 
O anschließenden Beizberges auf 1 km bis zu dessen Südostspitze. Sehr zahl- 
reich sind feine Klingen, querschneidige Pfeilspitzen und Rundschaber. Die 
Menge der Splitter weist dieselbe sehr bunte Zusammensetzung der 
benützten Gesteine auf wie die Funde von E. Peters auf dem Birkenkopf bei 
Stuttgart. Das Rohmaterial für die kleinen Steingeräte und Pfeilspitzen ist 
also wohl auch aus dem Neckarschotter geholt worden (E. Peters, Die Stutt- 



Mittlere Steinzelt 19 

garter Gruppe der mittelsteinzeitlichen Kulturen, 1941, 39 f.), vielleicht auch 
aus dem Vorland der Alb. Der Quarzporphyr scheint aus dem Stubensand- 
stein zu stammen, der im oberen Kocher- und Jagstgebiet grobe Gerolle 
dieser Art führt. Möglich, daß auf dem Beizberg und Birkenkopf und auf 
anderen Höhen der Gegend Lagerplätze derselben Jägerhorde bestanden 
haben. 

Lorch. 1. 0,7 km S Oberkirneck, 150 m SO vom Wäldchen, fanden 
Schüler mehrere Feuersteingeräte wohl der mittleren Steinzeit. 

2. SW von Unterkirneck fand A. Nuber (Schwäbisch Gmünd) eine Anzahl 
Feuersteingeräte, ebenso 

3. 3 km OSO Oberkirneck (400 m N vom Beutenhof, Gem. Großdeinbach). 

Löwenstein (Kreis Heilbronn). 1. Bei Hirrweiler 2,5 km O fand Mattes 
(Heilbronn) eine Anzahl Feuersteinsplitter. Mittelsteinzeit? Württ. Franken 
1940, 14. 

2. In Flur Geißhölzle, 1,5 km O, beim Aussichtsturm auf Höhe 500,8, fand 
Hauptlehrer Ludwig mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Mangoldsall (Kreis Öhringen). Auf dem linken Sallufer, 0,7 km S, auf 
dem Rücken 356,2 liegen mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Mitteilung von Mattes. 
Murrhardt. Auf dem 2 km NW im Murrtal gelegenen Bühl, der sich am 
Einfluß des Harbachs als auffällige Kuppe 20 m hoch über die Murr erhebt, 
fanden E. und V. Kost (Schwäbisch Hall) im August 1941 eine Anzahl Geräte 
aus ortsfremdem Jurahornstein, offenbar mittelsteinzeitlich. 

Heimatmuseum Murrhardt. 

Musberg (Kreis Böblingen). Auf der Stubensandsteinkuppe des Eich- 
berg 0,5 km SO fand W. Müller mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Neidlingen (Kreis Nürtingen). In den Fluren Breitlau und Lehrwasen 
auf Braun-Jura-Beta-Stufen Feuersteingeräte. P. Stierle. 

Obernheim (Kreis Balingen). Auf dem Rand der Hochfläche am Tannsteig 
2,1 km NNW fand E. Kost 1939 kleine Feuersteingeräte der Mittelsteinzeit. 

Oschelbronn (Kreis Waiblingen). Bei P. 451,7 auf dem Höhenrücken 
1 km O vom Stoeckenhof liegen nach Mitteilung von E. Kost vom Oktober 
1950 Feuersteingeräte der mittleren bis jüngeren Steinzeit. 

Owen (Kreis Nürtingen). Im Südteil der Wiesenhalde 1,6 km SW las 
O. Lau im Jahre 1938 ff. mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte und Pfeil- 
spitzen auf. Museum Kirchheim u. T. 

Pfedelbach (Kreis Öhringen). Auf dem Lindeiberg W vom Ort fand 
Mattes eine Anzahl vermutlich mittelsteinzeitlicher Feuersteingeräte. 

Rohr bei Vaihingen (Fildern). In der Sandgrube im Berghau 0,5 km S 
fand W. Müller einige Feuersteingeräte, wohl der mittleren Steinzeit. 

Schopfloch (Kreis Nürtingen). 2,5 km N, bei km 17 der Straße nach Weil- 
heim u. T., fand W. Dorfner 1938 zahlreiche mittelsteinzeitliche Feuerstein- 
geräte und -Pfeilspitzen. Die Fundstelle liegt gleich O vom berühmten Torf- 
moor. Funde im Museum Kirchheim. 

Schorndorf. Auf dem Grafenberg 2 km NW Feuersteingeräte der Mittel- 
steinzeit. 

Schwaikheim (Kreis Waiblingen). Im Wald Plattenberg 2,3 km SO, 
S der Straße Winnenden — Waiblingen, liegen kleine Geräte aus Hornstein. 

K. Bruder. 



20 Mittlere Steinzeit 

Steinreinach (Kreis Waiblingen). 1. Auf dem Rücken vom Hörnleskopf 
(0,7 km NO) O bis zur Kreuzeiche finden sich mittelsteinzeitliche Feuer- 
steinsachen, ebenso 

2. auf der Höhe 1 km O, bei der Hütte NO vom Kleinheppacher Kopf. 

E. Reinhard. 

Steilen i. R. (Kreis Waiblingen). Lindhalde 1 km OSO (siehe N. F. 
Vn 3). Hier (bei P. 387,1) sowie 2 km SSO, 300 m N Lobenrot, fand E. 
Reinhard zahlreiche mittelsteinzeitliche Pfeilspitzen (dreieckig und quer- 
schneidig). Gegenüber den Funden auf dem Beizberg bei Kleinheppach fällt 
die geringe Zahl der Klingen auf. 

Straßdorf (Kreis Schwäbisch Gmünd). 100 m O vom Schirenhof, im 
Gelände des Kastells, fand H. U. Nuber 1949 mehrere Feuersteingeräte der 
mittleren Steinzeit. 

Stuttgart. 1. Im Wald Sandebene 0,4 km S vom Birkenkopf und 0,8 km 
WSW vom Hasenbergturm und 

2. im Wald Vogelrain W über dem Nesenbachtal zwischen Heslach und 
Kaltental traf W. Müller im März 1938 mittelsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

3. Auch bei den Grabhügeln auf dem Hasenberg, wo schon 1925 W. 
Schierz Feuersteine gefunden hatte, wurden 1943 nach Mitteilung von 
E. Kost solche Kleinwerkzeuge und Pfeilspitzen aufgelesen. 

Truchtelfingen (Kreis Ehingen). In der Bernlochhöhle 2,5 km O, in der 
Breeg 1933 eine Probegrabung durchgeführt hatte (N. F. VIII 65; Rieth, 
Vorgeschichte der Schwäbischen Alb 27 ff.), hat A. Rieth im August 1939 die 
Grabung fortgesetzt, wobei nur der vorderste Teil der Höhle untersucht 
wurde. Unter 2 Humusschichten mit vorrömischen Scherben und einem 
menschlichen Schädelbruchstück (in 70 cm Tiefe) liegt die Kalkschuttschicht, 
die als glaziale Bildung anzusehen ist. Dadurch dürften auch die von Breeg 
gefundenen Klingen und Kratzer als spätes Magdalenien angesprochen 
werden. Der unterlagernde Lehm scheint bis jetzt frei von Kulturresten. 
Er enthält diluviale Knochen. Seine Mächtigkeit, über 70 cm, ist noch nicht 
bekannt. Die Höhle hat einen zweiten, sehr engen Eingang im SO. 

Nach Mitteilung von A. Rieth. 

Tuttlingen. Auf einer schmalen Terrasse unter einer Felswand im Mark- 
täle 3,5 km NNO und 0,3 km NO Hofgut Bleiche fanden G. Schöppler und 
W. Potschigmann im Herbst 1948 eine Lagerstätte der Mittelsteinzeit mit 
zahlreichen Feuersteingeräten: Rundschaber, Stichel, Bruchstück einer Har- 
pune aus Bein. An anderer Stelle des 400 : 800 m großen Fundgebietes zeigte 
sich ein Lager von Rohknollen von Jaspis, wie er 2 km WNW ansteht. 

Unterkirneck (Gemeinde Lorch). Am Osthang der Flur Bühl fand A. 
Nuber eine Anzahl Geräte der mittleren Steinzeit. 

Vorderbüchelberg (Gemeinde Spiegelberg, Kreis Backnang). Funde von 
Feuersteingeräten durch Lehrer H. Scheef in Flur Greut 1,5 km O. 

Weilersteußlingen (Kreis Ehingen a. D.). Im Rautal 2 km S liegt an der 
Ostseite der Straße nach Ehingen die Schuntershöhle, ein angeblich nach 
einem vor 150 Jahren dort hausenden Manne namens Schunter benannter 
Felsüberhang. Eine 1938 von A. Kley unternommene Probegrabung ergab 
zwei mittelsteinzeitliche Schichten, deren Untersuchung geplant ist. Funde 
im Museum Ehingen. 

Weilheim u. T. Auf dem Rücken S vom Pf undhardhof 3 km SO fanden 
E. Peters, W. Müller und O. Lau 1938 ff. zahlreiche Feuersteingeräte der 
Mittelsteinzeit. 



Mittlere Steinzeit 21 

Wernau (Kreis Nürtingen). Auf den Bergäckern 1,5 km SW (P. 336,7) 
finden sich mittelsteinzeitliche Geräte. O. Lau. 

Winnenden. Auf dem Haselstein, einem Stubensandsteinkopf 2 km S, 
fand W. Müller Feuersteingeräte der Mittelsteinzeit. 

Wüstenrot (Kreis Heilbronn). N vom Ort stellte Mattes (Heilbronn) 
Feuersteinkleingeräte fest. Mittel- oder Jungsteinzeit? Am Waldweg zur 
Lohmühle WSW hatte schon 1892 Oberlehrer Hermann (Finsterrot) Feuer- 
steingeräte gefunden. Museum Schwäbisch Hall. 

Zeil (Kreis Wangen). Auf den Terrassen S der Ach zwischen Diepolds- 
hofen und Altmannshofen sammelte Graf Vojkffy eine größere Zahl ver- 
mutlich mittelsteinzeitlicher Feuersteingeräte. Inv. 38/129 als Geschenk des 

Finders. 

* 

Vom nordöstlichen Württemberg konnte Dr. Kost (Schwäbisch Hall) 
Funde von Hornsteingeräten der mittleren (zum Teil auch der jüngeren?) 
Steinzeit melden von den folgenden weiteren Orten. Es handelt sich meist 
um Höhen auf Keupersandstein und Lias. Siehe dazu E. Kost, Württem- 
bergisch Franken 1950, 6 — 11. 

Bargau (Kreis Schwäbisch Gmünd). 1. Flur Obere Lichs 1 km S, ein 
Braunjura vorberg der Alb. 2. Flur Hochsträß 1,4 km S. 

Beuerlbach (Kreis Crailsheim). Küberg 0,3 km O. 

Büttelbronn (Gemeinde Steinbach, Kreis Künzelsau). Flur Alte Straße 
0,8 km SW. 

Ellenberg (Kreis Aalen). 1. Hornberg 1 km NW. 2. 1,5 km NW. 

Ellrichshausen (Kreis Crailsheim). 0,4 km OSO Birkelbach. 

Fornsbach (Kreis Backnang). Raitberg. 1. 150 m NW Raithöfle. 
2. 150 m NO Raithöfle. 

Frickenhofen (Kreis Backnang). 1. 0,3 km WSW bei P. 561,4. 

2. 0,2 km ONO bei P. 554,5. 

Gschwend (Kreis Backnang). Hagberg 2,5 km W, Liashochfläche. 
Hohenstadt (Kreis Aalen). 1. 0,8 km NO. 2. 0,3 km NW Butzenberg. 

3. Bei Reichertshofen N vom Abschnittswall auf dem Burren. 

Jagstheim (Kreis Crailsheim). Anhöhe Ebenteile 1 km O. 

Kaisersbach (Kreis Waiblingen). Flur Schanz (Liassandsteinhöhe) 250 m 
NO Mönchhof. 

Mittelbronn (Kreis Backnang). 1. Flur Höhe 1 km N. 

2. Breitenäcker 0,4 km S. Grobe Feuersteingeräte der „Jura-Kultur" 
(nach Gumpert). 

Neuler (Kreis Aalen). 1. Rotfeld 1,6 km S. 2. Au 1,6 km NW. 

3. Flur Beutel 150 m NO Schönberger Hof, 5 km NNW. 

Oberbrüden (Kreis Backnang). 1. 250 m N vom Trailhof. 
2. 300 m S vom Trailhof. 3. Flur Dreiweiler S Trailhöfle. 

Obergröningen (Kreis Schwäbisch Gmünd). 1. 0,3 km NO Fach. 
2. 0,4 und 0,6 km OSO Algishofen. 



22 Jungsteinzeit 

Pfahlbronn (Kreis Schwäbisch Gmünd). 1. 0,3 km SO Brend. 
2. 250 m NW Buchengehren. 

Sechselberg (Kreis Backnang). 0,7 km WNW und 0,4 km SWbei 2 Quellen. 

Spiegelberg (Kreis Backnang). Beim Friedhof von Großhöchberg. 

Spraitbach (Kreis Schwäbisch Gmünd). 1. Flur Weggen 1,2 — 1,5 km S. 
2. 0,7 km S. 

Sulzbach am Kocher (Kreis Backnang). Auf dem Mühlenberg 1,7 km SO, 
Flur Großfeld. 

Untermünkheim (Kreis Schwäbisch Hall). Auf dem Eichelberg 100 m W 
vom Eichelhof. 

Vellberg (Kreis Schwäbisch Hall). Auf dem Lindenbühl 0,75 km O 
Merkelbach. (Finder R. Weidner.) 

Vordersteinenberg (Kreis Schwäbisch Gmünd). 100 m O Greuthöfle. 

Waidenburg. Flur Säutanz 2,1 km WSW. 

Weiler in den Bergen (Kreis Schwäbisch Gmünd). Auf dem Heiden- 
buckel 1 km O sowie an den Hängen (bei Daibelquelle und Heldenbrunnen). 



Weiter hat G. Scholl (Neckarsulm) 1950 zahlreiche Vorkommen von 
Feuersteingeräten auf dem Sandboden der Höhen imGebietvonMain- 
h a r d t nachgewiesen, so besonders auf den Markungen von Bäumles- 
feld, Bubenorbis, Geißelhardt, Hütten, Maibach, Main- 
hardt.Sittenhardt und Ziegelbronn. 

Jungsteinzeit 

Der Bau der Autobahn hat 1938/39 zwischen Weinsberg und Öhringen 
weitere Siedlungsspuren ergeben. In Heilbronn konnte Mattes, in Böckingen 
Nagel, in Möhringen (Fildern) Weißer durch Überwachung von Bau- 
grabungen das bisherige Siedlungsbild erweitern. Im Bühlertal mehren sich 
auffallend Einzelfunde von Steingeräten, ebenso im Schwarzwaldvorland 
bei Calw. Bei Nürtingen konnten Ehmert und Lau Siedlungsplätze der 
Bandkeramiker nun auch links vom Neckar feststellen. 

Die von der Schweiz bekannten „Dickenbännlispitzen", eigenartig 
geformte, schlanke Feuersteinspitzen, offenbar Teile eines Gerätes noch 
unbekannter Bestimmung, finden sich jetzt auch im Neckarland: bei Grun- 
bach, Korb, Beinstein, Kleinheppach sowie bei Balzholz (Kreis Nürtingen) 
und Wachendorf (Kreis Horb) (StoU, Urgeschichte des Oberen Gaues Abb. 12, 
47). Ob sie sich einmal geschichtlich auswerten lassen, ist noch nicht zu 
erkennen (siehe dazu auch Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für 
Urgeschichte 1939, 137). Von Einzelbeobachtungen und -funden sind noch 
hervorzuheben eine Siedlung der Michelsberger Kultur bei Ludwigsburg, 
das Familiengrab bei Althausen (Kreis Mergentheim), mehrere Hocker- 
gräber, der Steingerätehort von ödheim, 3 Keulenköpfe von Aldingen, 
Mühlacker und Waldmannshofen, und die Armschutzplatte von Dormet- 
tingen. Auffallend ist das häufige Vorkommen ganz kleiner Steinbeilchen 
im Gebiet der unteren Rems, bei Beinstein, Kleinheppach und Grunbach. 
Vielleicht wird dies aber nur der unermüdlichen Sammeltätigkeit von E. 
Reinhard verdankt. 



Jungsteinzeit 



23 



Adolzfurt (Kreis Öhringen). Am Schulhaus Wohnstätte mit Bandkeramik 
angeschnitten von Gr. Breyer. Württ. Franken 1950, 14. 

Affalterbach (Kreis Ludwigsburg). In Flur Lache 1,2 km NNW fand 
W. Georg 1948 einen durchbohrten Keil aus Hornblendeschiefer. Länge 
14,5 cm. Er ist aus dem Bruchstück eines größeren, am Bohrloch gebrochenen 
Gerätes gefertigt. Inv. 48/14. Abb. 7, 2. 

Aidlingen (Kreis Böblingen). Bei Lehenweiler fand Regierungsrat Heß 
eine 10,3 cm lange Lanzenspitze aus Feuerstein. Abb. 1. 

Aldingen (Neckar). 1. Angeblich im Neckarschotter wurde um 1938 ein 
Keulenkopf aus Grünstein gefunden. Abb. 2, 2 und Tafel II 3. Durchmesser 
10,3 cm, Dicke 3,1 cm. Loch 2,5—2,9 cm. Inv. 38/203. Solche Keulenköpfe 
sind vereinzelt von der Bandkeramikkultur wie von der Michelsberger 
Kultur bekannt. Die Staatssammlung besitzt ein Stück vom Goldberg, 9 cm 





Abb. 1. Aidlingen. 
Lanzenspitze aus Feuerstein. 
Va nat. Gr. 



Abb. 2. Keulenköpfe der Jungsteinzeit. 

'/4 nat. Gr. 

1. Mühlacker, 2. Aldingen a. N. 



groß, 2,0 cm dick, aus hellgrauem Schiefer mit schwarzen Punkten, Inv. 1556 
(aus Sammlung Schips). Weitere Stücke von Mühlacker siehe S. 38 und 
Waldmannshofen siehe S. 48. 

2. 2 km unterhalb (N) vom Ort wurde 1939 durch K. Epple im Neckar ein 
Mahlstein aus Stubensandstein ausgebaggert. Länge 65 cm, Breite 27 cm, 
Dicke 12 cm. Inv. 39/114 als Geschenk von K. Epple. 

3. Siehe auch S. 67. 

Alfdorf (Kreis Schwäbisch Gmünd). Von der Flur Engelbach 1,6 km 
ONO stammen Feuersteinwerkzeuge und ein abgeriebener Knollen Rot- 
eisenstein. Mitteilung von Kost. 

Althausen (Kreis Mergentheim). Bei Anlage des Sportplatzes neben der 
Schule, am Hang SW über dem Dorf, stieß man am 24. Februar 1939, 52 m 
W der Kirche, auf eine Skelettbestattung, die auf Meldung von Hauptlehrer 
Deeg am 25. und 27. Februar durch G. Müller und O. Paret freigelegt wurde. 
In 70 cm Tiefe lagen in einer 1,30 m langen und 1 m breiten, noch 0,20 m in 
den Wellenkalk (unterer Muschelkalk) eingeschnittenen Grube beisammen 
4 Skelette in Hockerlage gegeneinandergekehrt, mit den Köpfen in SW 
(Tafel I 1 und 2): auf der Nordwestseite ein Mann, auf der Südostseite eine 



24 Jungsteinzeit 

Frau. Der Mann hält eng umschlungen, Gesicht an Gesicht, ein kleines Kind, 
die Frau ebenso ein älteres Kind. Das Ganze bildet eine ergreifende Gruppe 
einer im Tode eng vereinten Familie. Obwohl Beigaben fehlen, darf die 
Bestattung auf Grund der Hockerlage und des Gesamteindrucks als jung- 
steinzeitlich angesprochen und der Kultur der Schnurkeramik zugewiesen 
werden. Während im Untermaingebiet und anderswo Hügelbestattung 
üblich war (Grabhügelgruppe auf dem Heuchelberg bei Großgartach), findet 
man im Mittelmain- und Taubergebiet fast nur Flachgräber. 1908 und 1909 
wurden am Nordrand von Tauberbischofsheim 7 Skelette in Flachgräbern 
gefunden, zum Teil mit Schnurkeramik und Steinbeilen, auch diese Skelette 
in Hockerlage und von Kindern stammend. Siehe auch die Gräber von 
Mergentheim (N. F. VHI 34) und Weikersheim (S. 48). Diese Bestattungen 
lassen auf eine Notzeit schließen (Seuchen, Hunger?). Die ganze Bestattung 
wurde samt Unterlage herausgenommen und ins Heimatmuseum Mergent- 
heim überführt. Die Untersuchung der Skelette erfolgte im Anthropologi- 
schen Institut Tübingen durch H. Bück. Größe des Mannes etwa 1,72 m, der 
Frau 1,62 m. Alter des Mannes 28—30 Jahre, der Frau 30—35 Jahre, der 
Kinder 12—13 und 6—7 Jahre. Lange Schädel. 

Althütte (Kreis Backnang). 1. Siehe Lutzenberg. 

2. Im SO Ortsteil Klösterle auf dem Rücken zwischen Strümpfelbach und 
Igelsbach wurde 1938 beim Graben einer Wasserleitung vor Haus 67 (Eder) 
ein Bruchstück eines am Bohrloch gebrochenen Schuhleistenkeiles gefunden. 
Schneidenteil, noch 10 cm lang. Vorgelegt 1939 durch Pfarrer Haußmann. 

Arnach (Kreis Wangen). Im August 1936 zeigten sich in einer Baugrube 
für einen Neubau am SO-Ausgang des Dorfs in 1 m Tiefe Pfähle, dabei Tier- 
knochen, Hirschgeweih, Pferdezähne, Kohle und Haselnüsse. Nach Ober- 
lehrer Haller (Reute) jungsteinzeitlich. 
Nach Schwäbischer Tageszeitung 203 vom 31. August und 1. September 1936. 

Assumstadt (Kreis Heilbronn). Durch ein Hochwasser der Jagst wurde 
1948 SO vom Schloß eine länglich durchlochte Hirschhornaxt angeschwemmt. 
Länge 17,5 cm. 

Auenstein (Kreis Heilbronn). In Flur Hühneräcker (Heeräcker) 0,5 km O 
fand Mattes Spuren einer vorgeschichtlichen Siedlung. 

Bad Cannstatt. 1. Auf dem Seelberg wurde bei Grabarbeiten in der Ein- 
fahrt zu Dürrheimer Straße 12 (C. Terrot Söhne, Strick- und Wirkwaren- 
fabrik) am 12. Mai 1943 ein spitznackiges Beil aus Amphibolschiefer 
gefunden. Länge 19,5 cm, Breite 6 cm, Dicke 2,8 cm. Inv. 43/30. 

2. Wenig S der Funkerkaserne fand W.Müller im Frühjahr 1941 Scherben 
und ein Bruchstück eines Schuhleistenkeils. Inv. 41/21. 

3. Bei Erweiterungsbauten der AEG an der Deckerstraße (Seelberg, O 
vom Bahnhof) wurden im Jahre 1949 Schuttgruben mit Spiralkeramik und 
Tierknochen angetroffen. Inv. 49/18. Schon 1920 und 1921 hatte Dr. Blind bei 
Erdarbeiten im Gebiet der Einmündung der Ludwigstraße in die Decker- 
straße zahlreiche Schuttgruben dieser Zeit beobachtet. 

Balzholz (Kreis Nürtingen). In Flur Hinterholz 0,8 km N (P. 409,0 und 
SW davon P. 405,5) auf der Eisensandsteinterrasse fand W. Müller im Jahre 
1940 Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung, die durch das Vorkommen 
der eigenartigen „Dickenbännlispitzen" aus Feuerstein auffällt. Solche 
Spitzen fand Müller auch 4 km S dieser Fundstelle in einer Tuffgrube am 
Grendenbach. 



Jungsteinzeit 25 

Baumerlenbach (Kreis Öhringen). Von der Markung stammt: 

a) Der breite Teil eines am Bohrloch gebrochenen Hammers. Breite 
8 cm. Stein dunkel mit hellgrauer Patina. 

b) Ein Bruchstück eines am Bohrloch gebrochenen Gerätes aus Horn- 
blendeschiefer. Kost. 

Beffendorf (Kreis Rottweil). 0,4 km W auf dem Feldberg neben dem 
Gewann Fuchsgrube fand W. Haaga im August 1943 als Lesestein ein 
beschädigtes breitnackiges Steinbeil aus Grünstein, 10 cm lang. 

Beihingen (Neckar) (Kreis Ludwigsburg). Auf der Höhe S vom Ort wurde 
vom November 1949 bis Januar 1950 im neuen Ortsteil die Kanalisation 
durchgeführt. Dabei stieß man am 4. Januar Ecke Friedrich- und Johannes- 
straße auf eine kleine in den Löß eingetiefte Grube, an deren Grund in 
80 cm Tiefe ein Skelett in Hockerform lag. Es ruhte auf der linken Seite in 
Richtung SW(Kopf) — NO. Beigaben wurden nicht beobachtet. Lage und die 
Nähe bandkeramischer Siedlungen sprechen für jungsteinzeitliches Alter 
der Bestattung. Skelett wohl männlich, 50 bis 60 Jahre alt, 1,74 m groß. 

Paret. 

Beilstein (Kreis Heilbronn). 1. W F a r n e r s b e r g 5,5 km NO las Mattes 
1939 eine Pfeilspitze und mehrere Messerchen aus Feuerstein auf. 
2. Bei Gagernberg3 km NO fand Mattes Feuersteinabsplisse. 

Beimbach (Kreis Crailsheim). Jungsteinzeitliche Feuersteingeräte in Flur 
Schäfersfeld 1 50 m S vom Werdecker Hof. Kost. 

Beinstein (Kreis Waiblingen). 1. Lützelfeld 0,5—1 km O. Von der N. F. 
VII 5 und VIII 26 genannten steinzeitlichen Siedlung liegen dank der 
Sammelarbeit von E. Reinhard vor: 

Zahlreiche Gefäßreste zum Teil mit sehr fein eingestochener Verzierung, 
auch gröbere Ware, Warzenhenkel und durchlochte Henkel. Viele Feuer- 
steinklingen, -Schaber und -pfeilspitzen (mit gerader, ein- und ausgebogener 
Basis und mit Dorn). 

Hammer aus schwarzem Stein, 16 cm lang, 6 cm breit; Hammer aus Horn- 
blendeschiefer, 11 cm lang, 6 cm breit; Hammer aus Hornblendeschiefer, 
11 cm lang, 6,5 cm breit (nur halb erhalten). 

Bruchstück eines Grünsteinbeiles. Drei Steingeräte fallen durch ihre 
geringe Größe auf: 1 4,4 cm langer Schuhleistenkeil und 2 je 4,2 cm lange 
Breitmeisel, 4 angeschliffene Roteisensteinknollen. Die Rössener Reste 
finden sich am Westrand der bandkeramischen Fläche. 

2. Von dem an 1. N anschließenden Feld Webbach stammen: linearver- 
zierte und Rössener Keramik, zahlreiche Feuersteinschaber und -klingen, 
Pfeilspitzen wie bei 1., 5 kleine Dickenbännlispitzen, 4 auffallend kleine 
Steinbeilchen: 22, 26, 32 und 40 mm lang. 

3. Von der Flur Dornhäule 0,7 km SW stammt ein bandkeramischer 
Scherben. Sammlung E. Reinhard, Kleinheppach. 

Benningen (Neckar). 1 km W vom Ort, im Ostteil der Flur Alte Burg, 
zeigten sich im Januar 1949 auf der breiten Hochterrasse über dem Neckar 
im Anschluß an die N. F. VII 5 erwähnte Siedlung Reste eines ausgedehnten 
Dorfes der Zeit der Linearkeramik. Scherbenproben Inv. 49/1. 

W. Seyf f erle hat mit Mitgliedern des Bundes für Heimatkunde bei Nach- 
grabungen eine Menge Keramik geborgen und aus den Bruchstücken das 
Tafel I 3 abgebildete 39 cm hohe graue Vorratsgefäß gewonnen. Die in 
2 Zonen angebrachten 6 Henkel sind durch einen plastisch in Ton nach- 



26 Jungsteinzeit 

gealimten, zickzackförmig geführten Strick miteinander verbunden. Ein 
solcher Strick diente bei diesen Gefäßen zum Aufhängen. Bruchstücke ver- 
zierter Keramik und eines eigenartigen dicht mit warzenartigen Erhöhungen 
verzierten Gefäßes Tafel III 2. 

Bernsfelden (Kreis Mergentheim). Bei Steinbrucharbeiten wurde im 
Herbst 1939 ein schwerer Steinhammer gefunden. Wieder verschollen. 

Württembergisch Franken 1940, 16. 

Beutelsbach (Kreis Waiblingen). Von den Friedhofäckern NO der Kirche 
stammt ein Bruchstück eines durchbohrten Hammers. E. Reinhard. 

Biberach (Kreis Heilbronn). Auf Flur Freiäcker 2,5 km W, am Südhang 
zum Bruchtal, stellte W. Mattes eine Rössener Siedlung fest. Scherben, 
Feuersteingeräte (vernichtet). 

Bietigheim (Enz) (Kreis Ludwigsburg). 1. In den Seewiesen 0,7 km ONO 
vom Bahnhof wurden um 1935 große Erdarbeiten zur Entwässerung vorge- 
nommen (Einebnen alter Stauseedämme u. a.). In diesem Gelände, wo 1921 
Paret eine Siedlung festgestellt hatte (Urgeschichte Württembergs 164), 
SEimmelte A. Stroh 1932 ff. Scherben und Feuersteinklingen, auch eine Pfeil- 
spitze, in den Parzellen 5494—5498 und 5511/12. Inv. 39/7. 

2. Beim Umbau der Geisinger Straße 1 km O der Stadt, am Südwestrand 
der Flur Weilerlen, barg A. Stroh 1936 aus einer Kulturschicht an der 
Straßenböschung Scherben und Feuersteine, darunter eine 6,3 cm lange 
Klinge. Inv. 39/8. 

3. 1937/1938 fand Bauer Korn auf seinem Acker in Flur „Auf dem Hund" 
2 km NW nahe dem Steinbruch im Söller unter einem aufrechtstehenden, 
das Pflügen hindernden Stein einen Steinhammer. Länge 15,5 cm. Abb. 7,1. 

Gewerbeschule Bietigheim. 

4. 1 km WSW der Peterskirche, auf dem Rücken zwischen Enz- und 
Mettertal, fand Dr. Stroh im Jahre 1948 einen 5,3 cm langen Breitmeißel 
aus Grünstein. Abb. 7, 5. Inv. 48/2. 

5. In den Baugruben für die großen Baublocks (IV und V) in Flur Gei- 
singer Pfad am Südostrand der Stadt wurden im Herbst 1949 Schuttgruben 
mit Linearkeramik angeschnitten. Inv. 49/25 durch Paret. Es handelt sich um 
die in den Jahren 1935 und 1936 auf dem Gelände der Deutschen Linoleum- 
werke 200 m weiter W, S der Bahn, angetroffene Siedlung (N. F. VIII 26; 
IX 13). 

Billingsbach (Kreis Crailsheim). Im Garten von E. Kern 100 m W der 
Kirche wurden 1947 von R. Klenk ein 8,5 cm langes schmalnackiges Beil 
aus Hornblendeschiefer (Abb. 3, 3) und der spitze Teil eines großen Stein- 
gerätes, noch 11 cm lang, gefunden. Eine Nachgrabung durch Kost ergab 
unter mittelalterlichem Schutt in 1,10 m Tiefe eine Brandschicht. 

Birkhof (Gemeinde Reichenbach, Kreis Göppingen). Auf der Braunjura- 
Beta(Eisensandstein)-Hochfläche beim Birkhof 4 km NNO von Süßen fanden 
im März 1940 W. Müller und Kirschmer (Göppingen) mittel- und jungstein- 
zeitliche Pfeilspitzen und Geräte aus Feuerstein. 

Bisingen (Kreis Hechingen). In der Laiblache bei Haus Nr. 235 (X. Lacher) 
wurde 1950 ein 21,5 cm langer Hammer aus Amphibolit gefunden. 

Mitteilung von Rieth. 

Bissingen (Enz). In der N. F. III 9 und VIII 26 genannten Flur Breit- 
schwert 2 km OSO, O vom Bruchwald, sammelte A. Stroh 1932 ff. vor allem 
in den Parzellen 3350 — 3354 zahlreiche Spiralkeramik, dabei Griffwarzen 



Jungsteinzeit 



27 



und Henkel aller Art. Inv. 39/2 und 3. Dabei lagen Bruchstücke von Stein- 
beilen, 3 Pfeilspitzen aus Feuerstein (2 mit gerader Basis, 1 mit Dorn), sowie 
viele Klingen und Kratzer, meist in Bruchstücken, audi Bruchstücke von 
Reibsteinen aus Buntsandstein. Inv. 39/4 — 6 als Geschenk des Finders. 

Bei der 1940 durchgeführten Verbreiterung des Eisenbahneinschnittes 
ebenda beobachtete Paret auf Fahrten während des Wehrdienstes vom Zug 
aus mehrere angeschnittene Abfallgruben. 




Abb. 3. Steinwerkzeuge der Jungsteinzeit. Vi nat. Gr. 

1. Freudenbach, 2. Reinsbronn, 3. Billingsbach, 4. und 9. Weckrieden, 

5. Lutzenberg, 6. Ettishofen, 7. Möglingen a. K., 8. Dörzbach. 

Böckingen. Karl Nagel werden wieder zahlreiche Beobachtungen und 
Funde verdankt: 

1. Neckargartacher Straße 79, Neubau Johann Kraft, Mai 1938: Scherben 
mit Fingertupfen und solche mit Tiefstich. Inv. 38/170. 

2. Landwehrstraße, Neubau Paul Link, Mai 1938: Spiralkeramik. Inv. 
38/171. 

3. Landwehrstraße 70, Neubau Hauswirtschaftsschule, Juli 1938: Bruch- 
stücke eines Mahlsteins aus Stubensandstein. Steinzeit? Inv. 38/190. 

4. Neipperger Straße 2, Neubau Hermann Weeber, Juli 1938: Spiral- und 
Rössenerkeramik. Inv. 38/194. 

5. St.-Pölten-Straße 2, Neubau W. Glasbrenner, Oktober 1938: Rössener- 
keramik (?), dabei ein kugeliger verzierter Becher. Inv. 38/222 und 223. 

6. Kiesgrube Karl Baier, Großgartacher Straße: Bruchstücke größerer 
Vorratsgefäße der Michelsberger Kultur. Inv. 39/80. 

7. Bei dem Neubau Klingenberger Straße 150 fand W. Mattes 1938 in 
einer Schuttgrube mit bandkeramischen Scherben verkohlte Samen, die 
Dr. Bertsch (Ravensburg) als von Einkorn, Emmer, Zwergweizen, Saatgerste, 
kriechender Quecke, Erdbeere, Natterkopf, weißem Gänsefuß, Sauerampfer, 
pfirsichblättrigem Knöterich, Eisenkraut, Melde und Wildapfel stammend 
bestimmte. 

8. Beim Einebnen eines Bombentrichters in den Steinäckern (Kastell- 
gelände) wurde ein 11,6 cm langer Hammer aus Grünstein gefunden. 



28 Jungsteinzeit 

9. Bei Anlage des Tennisplatzes am Sonnenbrunnen NW der Stadt 
1949/1950 konnte K. Nagel keine vorgeschichtlichen Spuren entdecken. 

10. Ein Entwässerungsgraben im Kastellgelände durchschnitt im Früh- 
jahr 1950 SO vom Kastell eine Siedlungsstätte wohl der Bandkeramikkultur. 

Brachbach (Gemeinde Übrigshausen, Kreis Schwäbisch Hall). In Flur 
Bürg 1,2 km N fand Dr. Kost 1940 mehrere Feuersteingeräte, Anzeichen 
einer jungsteinzeitlichen Siedlung. Württ. Franken 1940, 10. 

Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall). Am S-Rand vom Schaalhof, von 
dem ein Steinbeil (N. F. VII 6) und ein Steinhammer bekannt sind, sind 
1944 durch W. Müller auch steinzeitliche Scherben gefunden worden. 

Breuningsweiler bei Winnenden. 1. Auf der Stubensandsteinterrasse W 
vom Großen Roßberg, S vom Ort, stellte W. Müller eine Siedlungsstätte fest 
mit zahlreichen Feuersteingeräten (Kratzer, Klingen, Bohrer, Pfeilspitzen) 
und einem 5,5 cm langen spitznackigen Steinbeilchen. Keramik ist nodi nicht 
gefunden. 

2. Feuersteingeräte liegen auch 0,3 km O bei P. 459,0. 

Buchau am Federsee. 1,5 km SO unmittelbar W der Straße nach Schussen- 
ried traf man Februar 1939 beim Ausheben des großen Entwässerungs- 
grabens bei Bahn-km 8 + 440 einen Einbaum. Länge 7,20 m. Keine Quer- 
rippen. Esche. Bruchstücke im Federseemuseum. 

Bühl (Kreis Tübingen). Beim Umbau der Durchgangsstraße in Dorfmitte 
zwischen Brücke und Schloß wurde im Oktober 1949 beim Abgraben der 
Böschung vor Haus 134 eine jungsteinzeitliche Kulturschicht auf 30 m Länge 
durchschnitten. Sie ist von 1,2 m mächtigem Keuperlehm überdeckt. Linear- 
verzierte Scherben, Wandbewurf, Tierknochen und Holzkohle. 

Vor- und Frühgeschichtliches Institut Tübingen. 

BUhlertann (Kreis Schwäbisch Hall). 1. In Weiler Halden 2 km SO, 
O über dem Bühlertal, wurde 1937 bei Grabarbeiten für ein Lager die noch 
11 cm lange Hälfte (Schneidenteil) eines durchbohrten Keiles aus Kiesel- 
schiefer gefunden. 

2. In Flur Erbishalde 2, 5 km SO und 

3. auf der Schilfsandsteinterrasse des Tollberg 2,8 km SO (0,5 km vom 
Blashof) fand G. Breyer (Talhof) 1940 mehrere bearbeitete Feuersteine. Am 
Tollberg (Parzelle 65,2 Franz Stöcker) war 1936 ein durchlochter Hammer 
aus Diabastuff von 12 cm Länge gefunden worden. Dazu kam durch V. Kost 
der Schneidenteil eines Beiles aus Hornblendeschiefer, noch 6,5 cm lang. 

Museum Schwäbisch Hall. 

4. Im Bühlertal am Fuß des Bühlerbergs, 1,4 km SSO, wurde im Herbst 
1940 das am Bohrloch abgebrochene Kopfende eines Keiles aus Hornblende- 
schiefer gefunden. Württ. Franken 1940, 10. 

Bühlhof (Gemeinde Jagstzell, Kreis Aalen). 250 m W um 1935 Fund eines 
durchbohrten Steingerätes von 17 cm Länge. Hornblendeschiefer. Im Krieg 
verloren. Abb. 6,1. Kost. 

Büttelbronn (Gemeinde Steinbach, Kreis Künzelsau). In Flur Hütte und 
Kohlplatte 0,6 km WSW untersuchte Dr. Kost 1942 eine Siedlungsstätte 
anscheinend der Bandkeramikzeit: Hüttenlehm, Holzkohle, verkohlte 
Körner von Emmer (triticum dicoccum). 

Calw. 1 . Auf der Hochfläche O über dem Nagoldtal, beim Schaf haus 1 km 
NO der Stadt und NW von ihm, fand W. Müller 1939 eine Anzahl jungstein- 
zeitlicher Feuersteingeräte und mehrere Reibsteine aus Buntsandstein. Die 
hier anzunehmende Siedlung liegt auf oberem Buntsandstein. 



Jungsteinzeit 29 

2. Auch auf der Höhe 1 km SO, in Flur Höfle, liegen nach Müller Feuer- 
steingeräte der Jungsteinzeit. 

Crailsheim. Am S Jagstufer O der Eisenbahnbrücke fand E. Schweizer 
(Murrhardt) im Jahre 1939 2 Steinbeile. 

Crispenhofen (Kreis Künzelsau). Im Mauerwerk einer alten Scheuer 
fand sich ein noch 10 cm langes Bruchstück einer Axt aus Hornblende- 
schiefer. Mitteilung von Kost 1949. 

Dahenfeld (Kreis Heilbronn). In Flur Bauhölzle 0,5 km O wurde 1939 ein 
15 cm langes durchbohrtes Gerät aus Grünstein ausgeackert. An einer 
Längsseite Sägeschnitte. W. Mattes. 

Deckenpfronn (Kreis Calw). Bei den Grabarbeiten für den Neubau des 
zerstörten Dorfes entdeckte G. Ernst am Südwestrand (ehemaliger Salz- 
knappengarten, bei Haus Georg Einkörn) auf Löß eine Siedlungsstätte mit 
zahlreicher linearverzierter Keramik. Der bisher westlichste Punkt des Vor- 
kommens dieser Keramik im Gäu war Aidlingen im Würmtal. Vom Hunger- 
berg 0,5 km O vom Ort liegt ein Steinbeil vor. N. F. III 21. 

Degerloch (Gemeinde Stuttgart). 1. In Flur Hagäcker (N. F. IX 15 f.) 
wurde bei Erbreiterung der Roßhausstraße im Januar 1940 eine weitere 
Grube durchschnitten. R. Weißer barg daraus einige Scherben von Spiral- 
keramik. Inv. 40/10. 

2. In Flur Ledergerber beobachtete R. Weißer im Oktober 1950 in einem 
Kabelgraben vor dem Ladeneingang von Haus Straifstraße 2 eine Grube, in 
deren dunkler Auffüllung Scherben wohl der Jungsteinzeit steckten. 

Dettingen u. T. Auf der Höhe 364,9, 1,5 km NO, steinzeitliche Siedlungs- 
spuren. Lau 1938. 

Dimbach (Kreis Öhringen). Beim Bau der Reichsautobahn wurde im Löß 
0,8 km SW auf dem Kamm des W— O ziehenden Rückens bei km 72 + 710 
eine Siedlungsstätte mit Spiralkeramik angeschnitten. Scherben und Feuer- 
steinmesser. Inv. 39/63. Paret April 1939. 

Döffingen (Kreis Böblingen). In Flur Kapellenberg wurde im März 1950 
eine noch 2,5 cm lange Feuersteinpfeilspitze mit Dorn gefunden. 

Vorgelegt durch Lehrer Schwenk. Schulsammlung. 

Dormettingen (Kreis Balingen). 1. Bei den Baggerarbeiten im Gelände 
des gerodeten Waldes Eisenloch 1,2 km NNW (siehe S. 71) wurde Ende 
April/Anfang Mai 1939 eine gewölbte Armschutzplatte der Glockenbecher- 
kultur gefunden. Tafel III 3. Inv. 41/2. Länge 9,5 cm, Breite an den Enden 
4,8 cm, in der Mitte 3,9 cm. Violetter feintoniger Porphyrtuff (?). An den 
Schmalseiten 3 bzw. 4 parallele Ritzlinien, an die sich nach innen 4 bzw. 
5 Dreiecke mit Doppellinie anschließen. 4 Bohrlöcher nahe den Ecken, nach 
der konkaven Seite der Platte sich erweiternd. Ausgezeichnete Glättung. 
Das Stück ähnelt in Form und Größe sehr dem Stück von Criesbach, dessen 
entsprechende Maße 10,2, 5,1 und 4,6 cm sind. Über die Fundstücke von 
Criesbach und Hessental siehe N. F. VII 10 f. 

2. Steinhammer in Grabhügel 5 und 6 (siehe S. 72). 

Dörzbach (Jagst) (Kreis Künzelsau). 1. Von Flur Birkenfeld 1,5 km O 
stammt ein Bruchstück eines durchbohrten Schuhleistenkeiles. 

2. In Flur Weiler 2 km SO wurde 1942 ein 11 cm langes Steinbeil (Abb. 
3, 8) aus schwarzem Stein gefunden. Jetzt verschollen. Wallrauch t- 

3. In der Baugrube für das Lehrerwohnhaus W vom Ort wurde 1950 ein 
Bruchstück eines großen hellrotbraunen Gefäßes mit schnurartiger Ver- 
zierung gefunden. Mitteilung von Kost. 



30 Jungsteinzeit 

Dotternhausen (Kreis Balingen). 1. Auf dem Plettenberg, in den Mulden 
bei der Nord- und tjei der Südspitze, fand Kost (Schwäbisch Hall) im Früh- 
jahr 1939 einige Feuersteingeräte der Jungsteinzeit. 

2. Am Nordwesthang des Plettenberges, am N-Eingang in den großen 
Steinbruch, fand W. Haaga (Beffendorf) 1939 ein Bruchstück (Schneidenteil) 
eines ausgezeichnet gearbeiteten Hammers aus hellgrünem, dunkel gefleck- 
tem Serpentin. Rillen an der Ober- und Unterseite. Länge noch 5,7 cm. 
Schneide 3,6 cm breit. 

Ebni (Gemeinde Kaisersbach). Auf Höhe 501,4 N vom Ebnisee, 200 m SW 
Gallenhöfle, wurde 1937 ein dicknackiges Beil aus Hornblendeschiefer ge- 
funden. Länge 7 cm. Abb. 7, 4. E. Reinhard. 

Eckenweiler (Kreis Horb). Ein 1896 gefundener Steinhammer von 13 cm 
Länge und 4,5 cm Breite befindet sich in Privatbesitz. Mattes. 

Eltingen-Leonberg. Zwischen den Gipsbrüchen 0,7 km NO, etwa 250 m 
S der Gipsfabrik Eppinger, wurde eine schwarze Kulturschicht und ein 
6,9 cm langes breitnackiges Steinbeil angetroffen. Inv. 39/83 als Geschenk 
von H. Wille (Schwäbisch Gmünd). 

Endersbach (Kreis Waiblingen). In der Lehmgrube der Ziegelei Acker- 
mann am Ostende des Orts war Juni 1950 eine Schuttgrube angeschnitten, 
in der Schlipf und Reinhard Rössener Scherben, einen Schleifstein und 
Hüttenlehm fanden. 

Eschenau (Kreis Heilbronn). Auf dem Ammertsberg 650 m SO stein- 
zeitliche Siedlungsspuren (Feuersteine, Knochen). Kost 1943. 

Ettishofen (Gemeinde Berg, Kreis Ravensburg). Beim Lehmabbau 
am W-Rand des Schussentales nahe der Einmündung der Schmalegger 
Ach fand Ziegeleibesitzer K. Eyrich im Jahre 1938 ein 7 cm langes Stein- 
beil. Abb. 3, 6. 

Fellbach (Kreis Waiblingen). Auf dem Kappelberg, im Steinbruch wenig 
W vom 0-WaIl, wurde vor Jahren ein Gefäß Schussenrieder Stils gefunden. 
Scherben ebenda im Juni 1950 durch Paret. Inv. 50/12. 

Feuerbach (Gemeinde Stuttgart). 1. Aus einer durch einen Kabelgraben 
gegenüber Haus Heilbronner Straße 329 angeschnittenen Grube barg W. 
Schierz im Mai 1939 vorrömische Scherben und ein Bruchstück eines Reib- 
steins. Inv. 39/99. 

2. In der Heilbronner Straße bei Ecke Sieglestraße, N der Prag, beob- 
achtete W. Schierz im Herbst 1946 und im Mai 1947 bei Kabel- und Wasser- 
leitungsgrabungen angeschnittene Schuttgruben mit Spiralkeramik. 

3. Ebenda aus einer Grube bei Haus Heilbronner Straße 321 Bruchstücke 
von 2 Mahlsteinen (Schilf- und Stubensandstein). Inv. 39/101. 

4. Auf dem Lemberg, im Gebiet der vorgeschichtlichen Befestigung, 
fand W. Müller mehrfach Feuersteingeräte, auch eine Pfeilspitze der Jung- 
steinzeit. 

Frankenbach (PCreis Heilbronn). Fund einer Hacke aus Amphibolit, noch 
16,5 cm lang bei 3,6 cm Breite und 2,4 cm Höhe. Mattes 1950. 

Freudenbach (Kreis Mergentheim). 1. Flur Kies 1,5 km N Flachhacke, 
13,5 cm lang. Abb. 3, 1. 

2.1,5 km O Bruchstück eines Schuhleistenkeils. Mitteilung von Kost. 



Jungsteinzeit 31 

3. Auf der Dorfstraße wurde 1942 durch einen Schüler der Vorderteil 
einer Hacke der Bandkeramikkultur gefunden. Hornblendeschiefer. 

Schulsammlung. 

Fridingen (Donau) (Kreis TuttUngen). 1. Auf dem Lehenbühl (N. F. V 15, 
29) fand Paret im Juli 1941 ein Bruchstück eines Mahlsteines aus Granit. 
Inv. 41/32. 

2. Bei Schloß Bronnen 3 km NO liegen in den Jurafelsen mehrere Höhlen, 
in denen schon E. Peters Probegrabungen unternommen hat. Unter dem 
Eingang einer Höhle, die etwa 80 m über der Donau rechts am Weg nach 
Beuron liegt, fanden W. Potschigmann und G. Schöppler im Sommer 1948 
Spuren der Jungsteinzeit, Bronzezeit und römischen Zeit (kleiner Sigillata- 
scherben). 

3. Im August 1948 machte W. Potschigmann in der Höhle etwa 400 m O 
vom Jägerhausbronnen eine Probegrabung. Die 12 m hohe, 23 m breite und 
27 m tiefe Höhle liegt am Steilhang etwa 30 m O über der Donau. Unter 
einer Schicht mit T-Scherben liegt eine leere Schicht, darunter eine Schicht 
der Spät-B. und der B. (Lochhalsnadel, 13 cm lang), zutiefst eine Schicht der 
Jungsteinzeit. 

Gammelshausen (Kreis Göppingen). Auf dem Galgenbuckel 0,6 km SO 
fand Stadtbaumeister Scheer (Göppingen) im März 1949 ein 5,3 cm langes 
Steinbeil. Heimatmuseum Göppingen. 

Gelbingen (Kreis Schwäbisch Hall). In Flur Flürle 0,7 km SW auf der 
vom Kocher umflossenen Landzunge finden sich Hornsteingeräte wie Messer, 
Schaber, Pfeilspitzen. Kost 1947. 

Geradstetten (Kreis Waiblingen). 1936 wurde beim Bau der Werkstätte 
für Flaschnerei Hermann Palmer, Bahnhofstraße 36, am Südrand des Dorfes 
eine Pflugschar (?) aus fast schwarzem Hornblendeschiefer gefunden. Länge 
23 cm. Breite 7,5 cm, Lochweite 2,7—3 cm. Form wie N. F. IX Abb. 4, 3. Die 
Fundstelle liegt am Nordrand der Remstalsohle. Inv. 42/11. 

Gottwollshausen (Kreis Schwäbisch Hall). 1,2 km W in Flur Hopfen- 
garten fand Dr. Kost 1940 einen Feuersteinschaber der N. 

Württ. Franken 1940, 10. 

Grantschen (Kreis Heilbronn). Beim Bau der Reichsautobahn wurde 
0,3 km NNW vom Ort bei km 68 + 880 im Löß am Osthang eine Siedlungs- 
stätte mit Spiralkeramik angeschnitten. Scherben Inv. 39/62. Paret April 
1939. Weitere Siedlungsreste (Rötel, Steinbeilbruchstück) auf den Nachbar- 
äckern durch W. Mattes. 

Großheppach (Kreis Waiblingen). 1. Von dem N. F. VIII 30 genannten 
Siedlungsplatz in Flur Badäcker stammt ein sehr schönes spitznackiges 
Serpentinbeil von 12,5 cm Länge und 5,2 cm Breite. E. Reinhard. 

2. Ein 11 cm langer Hammer aus Hornblendeschiefer, wohl von der 
Markung stammend (N. F. VIII 30), wurde unter dem Hause Maier gefunden. 
Abb. 7, 7. Mitteilung von Kost. 

Grunbach (Kreis Waiblingen). Flur Steinfelsen, ein Stubensandstein- 
rücken 0,5 km NW, siehe N. F. VII 9. Durch die Forschertätigkeit von E. 
Reinhard liegen von hier vor etwa 20 Pfeilspitzen, schlank, mit gerader und 
mit eingezogener Basis und mit Dorn, bis 4,4 cm lang, ferner zahlreiche 
Schaber, KUngen, ein Dutzend Dickenbännlispitzen, Sägen und Silexplatten, 
wie sie besonders vom Goldberg bekannt sind, sowie 3 auffallend kleine 
Steinbeilchen (31, 33, 38 mm lang). 



32 



Jungsteinzeit 



Gundelsheim. Beim Bau des Neckarkanals Anfang der 1930er Jahre 
wurden hier 4 Steinbeile gefunden. Abb. 4, 1 — 3. Mitteilung von Scholl. 

Guthof (Gemeinde Weißbach, Kreis Künzelsau). Auf einem Steinlese- 
haufen 300 m SO vom Hof, 1,2 km S Weißbach auf der Höhe S über dem 
Kochertal, wurde 1949 ein 13 cm langer, 9 cm breiter durchbohrter Keil aus 
Hornblendeschiefer gefunden. Abb. 4, 5. Anzeichen einer bandkeramischen 
Siedlung? Mitteilung von Kost. 




Abb. 4. Steinwerkzeuge der Jungsteinzeit. 'A nat. Gr. 
1.— 3. Gundelsheim, 4. Rossach, 5. Guthof (Gemeinde Weißbach), 6. Ulm. 



Hailfingen (Kreis Böblingen). Bei Anlage des Flugplatzes in Flur Tail- 
finger Mark (siehe S. 82) wurde ein fassettierter Hammer von 21 cm Länge 
mit nur 1,6 cm weitem Bohrloch gefunden. Inv. 42/21. 

Hall siehe Schwäbisch Hall. 

Heilbronn. 1. Beim Bau eines Schuppens O vom Neckarkanal (Hafen- 
gelände) im Jahre 1938 wurde ein plumper, 14,7 cm langer Steinhammer 
gefunden. Mattes. 

2. In N. F. IX 19, 4 werden Siedlungsstellen erwähnt, die Mattes im 
Herbst 1937 Ecke Link- und Stielerstraße im Nordteil der Stadt am Südfuß 
des Wartbergs 300 m NO vom Sülmertor beobachtet hatte. Die Stielerstraße 
wird durch die neugebaute Rundstraße geschnitten. Beim Bau der Rund- 
straße zeigten sich in der Böschung der Nordseite bei Haus Rundstraße 9 im 
Löß 2 Schuttgruben von 2,80 und 9 m Länge bei 1,2 und 1,7 m Tiefe. Eine 
Grabung durch Mattes im November 1938 ergab Rössener Siedlungsreste. 

Funde: Bruchstücke von 5 hochgewölbten Schuhleistenkeilen, von 
2 Hämmern (einer mit Bohrung erhalten) und 3 kleinen flachen Beilen. 



Jungsteinzeit 33 

Mehrere meist kleine Feuersteinklingen, Bruchstücke von Mahlsteinen, 
ein Pfriem und ein Glätter aus Bein. 

Die Keramik besteht in Bruchstücken reich verzierter Rössener Ware 
zum Teil mit Resten der weißen Rillen- und Stichfüllung. Bei Schüsseln 
ist der Rand auch auf der Innenseite verziert. Dazu treten glatte Töpfe mit 
schräg gekerbtem Rand, andere mit Tupfenreihe unter dem Rand. 

Mehrere Scherben sind blasig gebrannt, sehr leicht, hellgrau. Ganz 
erhalten ist ein 5 cm großes Töpfchen. 

Zusammen mit der Rössener Ware fand sich jüngere Spiralkeramik. 
Auf dem Grunde der Grube lagen einige Schalen von Flußmuscheln. Eine 
40 cm breite und 30 cm dicke Aschenschicht in 1,2 m Tiefe enthielt verkohltes 
Getreide. Dr. Bertsch (Ravensburg), der freundlicherweise den Fund unter- 
suchte, fand darin Saatgerste (wahrscheinlich sechszeilige), Einkorn, Emmer 
(?) und Zwergweizen. An Unkräutern: Rainkohl, Klettenlabkraut, weißen 
Gänsefuß, Melde, Knöterich, schwarzen Holunder und Zwergholunder. An 
Holzkohle: Esche, wilde Weinrebe, Hasel. An Tierresten liegen Knochen 
vor von Hirsch, Wildschwein, Ur, Rind, Schaf oder Ziege, Schwein, Wild- 
pferd. Im gleichen Gebiet konnte Mattes im Jahre 1949 Scherben der 
Michelsberger und der Hallstatt-Kultur bergen. 

3. Mattes traf bei der imter 1 genannten Grabung auf einen Scherben- 
haufen der Urnenfelderkultur, offenbar Urnengrab. Darin lagen Getreide- 
körner. Dr. Bertsch konnte feststellen: meist Zwergweizen, wenig Emmer 
und Saatgerste, kein Unkraut. 

4. Im Norden der Stadt, in der Linkstraße 250 m W vom Seminar, konnte 
W. Mattes 1940 inmitten des Rössener Siedlungsgeländes ein Hockerskelett 
teilweise bergen. Tiefe 1,40 m. Lage auf rechter Seite mit Kopf im Süden. 

5. In der N. F. VIII 31 genannten Rössener Siedlung bei der Winzerstraße 
konnte Mattes 1948 in der Baugrube für Haus 21 (Rohrbach) außer Keramik 
und Haustierknochen viel verkohltes Getreide bergen. Dr. K. Bertsch konnte 
bestimmen: Weitaus vorherrschend das Einkorn, dem ziemlich reichlich 
Emmer beigemischt ist. Spärlich und selten sind: Zwergweizen, Gerste, 
Erbse, Schwarzer Holunder, Zwergholunder, Himbeere, Brombeere, Eibe, 
Waldkiefer, Warzenbirke, Hasel, Klebriges Labkraut, Thymian, Kurz- 
schnäbliges Hainmoos. 

6. Beim Bau von Haus Zietenstraße 10 im Stahlbühl im S der Stadt 
wurde eine Schuttgrube mit Bandkeramik angeschnitten. Mattes 1945. 

7. Auf dem Rosenberg, dem O-Hochufer des Neckars im S der Stadt, lag 
eine ausgedehnte spiralkeramische Siedlung, die beim Bau der Südstraße 
und der Rosenbergbrücke 1939 durchschnitten wurde. Nach W. Mattes, der 
die Grabungen überwachte, häuften sich die Schuttgruben im Löß 170 bis 
220 m O vom Neckarufer. Zahlreiche Keramik mit und ohne Verzierung, 
einige Feuersteingeräte, Reibsteine, Knochen von Rind und Schwein. Funde 
im Schliz-Museum vernichtet. 

Bruchstücke von großen grauen Gefäßen mit Henkeln (ein breiter 
Lappenhenkel ist dreifach durchlocht) im Landesmuseum. Inv. 39/54. 

Hemmingen (Kreis Leonberg). In Flur Lochpfädle, 1,5 km WNW, von 
wo Rössener Keramik bekannt ist (OAB. Leonberg 135), fand Lehrer Madie 
(Heimerdingen) 1950 auch linearverzierte Scherben und Feuersteingeräte. 

Hertmannsvi'eiler (Kreis Waiblingen). 1,2 km N vom Ort wurden beim 
Straßenumbau bei km 5 + 690 am W Straßenrand Schuttgruben ange- 
schnitten, aus denen Veeck im Mai 1939 Scherben von Spiralkeramik barg. 
Inv. 39/82. 

Fundberichte 1938—50, 1. Teil. 3 



34 Jungsteinzeit 

Hessental (Schwäbisch Hall). 1. Von Flur Wasen wiese am SO-Rand des 
Dorfs stammen ein dicker durchbohrter Hammer, 9,5 cm lang (Abb. 6, 5), 
eine schlanke 3,8 cm lange Pfeilspitze und mehrere Hornsteingeräte. Kost. 

2. In Flur Mittelhöhe 0,7 km WSW wurden im Herbst 1939 im Acker von 
Karl Müller Siedlungsreste der Rössener und der keltischen Kultur (Kamm- 
strichscherben der Spät-Latenezeit) angetroffen (Württ. Franken 1940, 9), 
ebenso bei Grabungen im September 1949 und August 1950. 

3. Bauer Walter fand eine 10,2 cm lange Breithacke und ein Bruchstück 
einer schmalen Hacke aus Hornblendeschiefer. Kost 1950. 

Heutingsheim (Kreis Ludwigs bürg). 1. 900 m NW vom Wilhelmshof, NW 
P. 273,0, fand Dr. Stroh im Jahre 1948 vorrömische Scherben. Inv. 48/1. 

2. Beim Ausheben der zahlreichen Baugruben für die Siedlung im Kirch- 
feld S vom Ort zeigte sich im Herbst 1949 tiefgründiger Löß. In 3 Gruben 
dürftige vorgeschichtliche Spuren. Paret. 

Hochdorf (Kreis Nürtingen). In Flur Hintere Burg 1,2 km NW, bei 
P. 328,0, Feuersteingeräte vermutlich einer Wohnstätte. Museum Kirch- 
heim. Lau 1937. 

Holzbronn (Kreis Calw). Auf dem Weilenberg 0,7 km NW finden sich 
nach W. Müller jungsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Honsbronn (Kreis Mergentheim). Von hier stammt ein Steinhammer von 
11 cm Länge. Privatbesitz. 

Hundersingen (Donau) (Kreis Saulgau). 1943 wurde im Donauschotter 
im alten Donaubett 1 km SO ein prachtvoller Steinhammer gefunden. Fast 
schwarzes, etwas schieferiges Gestein. Länge 19,5 cm. Tafel II 2. Inv. 50/29. 

Jesingen bei Kirchheim u. T. Auf dem Rücken der Lettenäcker 1 km W 
fand O. Lau im Jahre 1938 Scherben und Feuersteine der Jungsteinzeit. 

Museum Kirchheim. 

Igersheim (Kreis Mergentheim). Im September 1948 wurde in der Lehm- 
grube der Ziegelei Hock eine bis 1,70 m tiefe Schuttgrube von 4 m Durch- 
messer angeschnitten. Sie enthielt eine Hirschhornhacke, Knochen von 
Schwein und Elch (?) und einige Scherben vermutlich der Endsteinzeit. 

Nach Mitteilung von G. Müller (Mergentheim). 

Jungholzhausen (Kreis Schwäbisch Hall). Vom Dörrhof Flur Holzspitze 
stammen eine 6 cm lange Feuersteinklinge und ein Gerät aus Plattenfeuer- 
stein. Jetzt verschollen. Kost. 

Kirchberg (Jagst). In Flur Warmer Rain 1 km O wurde 1947 ein Bruch- 
stück eines Breitmeiseis aus Diorit gefunden. 150 m davon älterer Fund 
eines Breitmeißels. Beide im Museum Schwäbisch Hall. K. Schumm. 

Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen). 1. In den Fluren öläcker und 
Geigenäcker 1 km NO, wenig O vom Farrenstall, bei dem eine Quelle ent- 
springt, fand Hauptlehrer Chr. Maier im Jahre 1939 mehrere jungsteinzeit- 
liche Feuersteingeräte, die eine Besiedlung dieser 70 m über dem nahen 
Neckar gelegenen Hochfläche wahrscheinlich machen. 

2. In Flur Hackteilen 1,5 km ONO um 1939 Fund eines 6,5 cm langen 
Steinbeiles mit schmalem Nacken. Abb. 8, 3. 

Kirchheim u. T. In der Bandkeramikersiedlung auf dem Hegeneberg 
1 km W (N. F. VIII 33, IX 22) wurden gefunden (Abb. 5): 

1. Steinbeil, hochnackig, 22,5 cm lang, 2,4 cm hoch, und 

2. Breitmeißel, noch 24 cm lang, 4,2 cm breit. 



Jungsteinzeit 



35 



3. Bei Grabarbeiten für den neuen Bahnhof am Südwestrand der Stadt 
auf Markung ötlingen wurde 1938 ein 9,2 cm langes, glänzend poliertes Beil 
aus Grünstein gefunden. Es wurde außer Landes verkauft. Abb. 8, 5. 

4. Auf der Teck wurde ein nur 4,9 cm langes Steinbeilchen in Schuh- 
leistenform gefunden. Abb. 8, 4. Heimatmuseum. 

Kleinaspach (Kreis Backnang). Die N. F. IV 13 genannte Siedlung in 
Flur Lange Äcker wurde 1939 beim Straßenbau angeschnitten. Studienrat 
Bruder (Backnang) beobachtete etwa 10 Schuttgruben ohne kennzeichnende 
Funde. 




Abb. 5. Steingeräte der Jungsteinzeit von Kirchheim u. T. 
V« nat. Gr. 



Kleinheppach. 1. Auf dem N. F. VII 13 genannten Beizberg konnte Rein- 
hard zahlreiche weitere jungsteinzeitliche Reste sammeln. Ein Bruchstück 
eines Backtellers weist auf Michelsberger Ware hin, anderes auf Schussen- 
rieder und Altheimer Ware. Neben der häufigen Keramik fanden sich mehr 
als 40 Pfeilspitzen, und zwar mit gerader, mit ein- und mit ausgebogener 
Basis und solche mit Dorn. Ferner Klingen (eine 10,5 cm lang) und Schaber, 
4 Dickenbännlispitzen, 1 Rötelknollen, 1 Buntsandstein. Durch ihre geringe 
Größe fallen auf 4 Steinbeilchen von 30, 32, 46 und 51 mm Länge. 

2. Vom Kleinheppacher Kopf stammt ein Bruchstück eines Nephritbeiles. 

3. Am Herdweg, am Südostrand des Dorfes, fand E. Reinhard Band- 
keramik, einen Schaber und eine Pfeilspitze. Siehe N. F. VIII 30. 

Korb (Kreis Waiblingen). 1. Auf der Schilfsandsteinplatte 0,7 km N, am 
Südwesthang des Korber Kopfs, fand E. Reinhard in langjähriger Tätigkeit 
zahlreiche größere Schaber, feine kleine Klingen, Pfeilspitzen mit gerader 
und eingebuchteter Basis und eine Dickenbännlispitze. 

2. Auf dem höchsten Punkt des Korber Kopfes, 1 km NNO, barg E. Rein- 
hard steinzeitliche Keramik Altheimer Stiles, auch das Randstück eines 
Michelsberger Tulpenbechers und Wandverputzbrocken, Sägen aus Silex- 
platten (siehe Grunbach). 

Kusterdingen- Wankheim. 1. Die Flur Hohe Mark (P. 431,9) 1,5 km SW 
Kusterdingen und 1,5 km N Wankheim trägt eine ausgedehnte steinzeit- 
liche Siedlung (N. F. VIII 33). Ins Urgeschichtliche Institut Tübingen kamen 
weiterhin außer bandkeramischen auch Rössener Scherben und ein Bruch- 
stück eines Hinkelsteingefäßes, auch ein angeschliffener Roteisenstein- 
knollen und Feuersteingeräte. Proben von Spiralkeramik und einige Feuer- 
steine im Landesmuseum. Inv. 39/11 durch A. Stroh. 



36 Jungsteinzeit 

2. Auf der Bühne des Hauses Paul Gaiser, Kehregäßle 3, lag ein 12 cm 
langer durchbohrter Hammer aus braungeflecktem Serpentin (?). 

Mitteilung von Chr. Maier, Kirchentellinsfurt 1944. 

3. „Hinter der Heerstraße" 0,6 km SW wurde 1925 im Acker von Küfer 
Wandel eine 20,2 cm lange durchbohrte Pflugschar (?) gefunden. Kost. 

Langenargen (Kreis Tettnang). Auf dem Anwesen des Bauern Lanz 
wurde 1936/37 bei Bauarbeiten eine Steinaxt gefunden. 

Mitteilung von Lehrer Schreck. 

Langenburg. 1. Im Wald Kalkofen 2,2 km N 1948 Fund eines Hammers 

aus Hornblendeschiefer, 9 cm lang, 6 cm breit. Abb. 6, 4. 

Mitteilung von Kost. 
2. Fund in der Viereckschanze siehe S. 93. 

Laufen (Kocher) (Kreis Backnang). Auf der Höhe O vom Flußtal, 1 km 
SO vom Ort, SW von Hof Platz, wurden 1949 eine 6,5 cm lange Hornstein- 
klinge und ein 6 cm langes Bruchstück einer Dolchklinge aus Kreidefeuer- 
stein, auch eine Pfeilspitze mit Dorn gefunden. Mitteilung von Kost. 

Lauffen a.N. 1. In Flur Zollstock 2,2 km NNW fand Nagel (Böckingen) 
Rössener Scherben. Inv. 41/66. 

2. Ebenda 150 m N P. 197,2 Siedlungsreste der späten B. Scherben 
Inv. 50/96. 

Lorenzenzimmern (Kreis Schwäbisch Hall). In einer Baugrube in der 
Scheuer von Leonhard Messerschmidt 80 m W der Kirche traf man 1948 in 
einer Kulturschicht ein 6,5 cm breites Querbeil der Bandkeramikkultur. 
Abb. 6, 6. Kost. 

Ludwigsburg. Beim Bau der Artilleriekaserne im Rotbäumlesfeld am 
Südostrand der Stadt wurde im Mai 1940 eine Siedlung der Michelsberger 
Kultur angeschnitten. Keramikproben Inv. 40/2. Meldung durch Baumeister 
Philipp vom Heeresbauamt. Vielleicht stammen die in N. F. VIII 34 
genannten Funde Inv. 34/28 von dieser Stelle. 

Lutzenberg (Gemeinde Althütte, Kreis Backnang). Beim Pflügen in der 
Winterhalde 0,5 km NW, Parzelle G. Eisenmann, wurde 1934 eine 20,5 cm 
lange Axt aus Grünstein gefunden. Sie ist aus einem größeren Gerät, von 
dem ein Teil schräg abgesplittert war, durch neuen Schliff gearbeitet. Bohr- 
loch 2,5 cm weit. Vorgelegt 1939 durch Pfarrer S. Haußmann. Abb. 3, 5. 

Mainhardt (Kreis Schwäbisch Hall). Im Waldteil Hohenstein 250 m N 
Hohenegarten, 2,3 km WSW, fand Chr. Schoch 1944 ein walzenförmiges 
10 cm langes Steinbeil. Abb. 7, 3. Kost. 

Malmsheim (Kreis Leonberg). In Flur Mühlberg, 1,2 km S, fand W. 
Müller jungsteinzeitliche Feuersteingeräte. 

Mangoldsall (Kreis Öhringen). Hornsteinpf eilspitze mit Dorn, gefunden 
am Südufer der Sali, SO vom Ort. Mitteilung von Kost. 

Markgröningen. 1. In Flur Bissinger Pfad am Nordostrand der Stadt 
(N. F. IV 15, V 17, VII 14) traf man im September 1948 wieder Reste der 
bandkeramischen Siedlung. In der Baugrube für Haus Karl Mauch am Süd- 
rand der Ludwig-Heyd-Straße lagen zwischen 2 Schuttgruben 2 Skelette 
in 3 m gegenseitiger Entfernung. Sie wurden nicht genauer beachtet. Die 
Baugrube für Haus Hermann Wolf jenseits der Straße ergab ein Hocker- 
skelett in Richtung NO(Kopf) — SW, auf linker Seite liegend in 1 m Tiefe. 
Es wurde von Fritz Keuerleber geborgen. Die Untersuchung im Anthropo- 
logischen Institut Tübingen ergab: Wahrscheinlich weiblich, etwa 30 Jahre 



Jungsteinzeit 



37 



alt und 1,61 m groß. Neben dem Hocker lag ein zweites Skelett, ein drittes 
zeigte sich in der Grubenwand. Wie andernorts liegen auch hier die Gräber 
zerstreut innerhalb der Siedlung. Der Boden ist tiefgründiger Löß. Keramik 
aus den Schuttgruben Inv. 48/4. 

2. Am Ostrand der Stadt wurden in Flur Obere Au an der Gartenstraße 
von der Württembergischen Siedlungsgenossenschaft 3 Vierfamilienhäuser 
erbaut. Beim Ausheben der zwei ersten Baugruben im September 1949 stieß 
man auf je 3 Schuttgruben der Jungsteinzeit. Sie reichten bis 1,30 m tief 
in den Löß. Landesgeologe Dr. Regelmann barg daraus viel Linearband- 
keramik, Mahlsteine aus Lettenkohlensandstein, ein Feuersteinmesser, 
Bruchstück eines Steinbeils. Auch aus der dritten Baugrube, hinter Haus 
Römer, stammt viel Keramik. Ebenda traf man Anfang Januar 1950, etwa 




Abb. 6. Steinwerkzeuge der Jungsteinzeit. V4 nat. Gr. 

1. Bühlhof (Gemeinde Jagstzell), 2. Reckerstal, 3. Rosenberg, 
4. Langenburg, 5. Hessental, 6. Lorenzenzimmern. 



10 m O vom südöstlichen der 3 Häuser, in einem Abzugsgraben in 80 cm Tiefe 
ein gestrecktes Skelett in Richtung N(Kopf) — S. Beim Bau von Haus Römer 
im Jahre 1916 soll ein Hocker gefunden worden sein. Auch beim Bau von 
Haus Glaser etwa 80 m N wurde Ende 1949 ein Hoclter beobachtet, aber zu 
spät gemeldet. Die Löß- und Lößlehmdecke ist in diesem ebenen Gelände 
1,50 m stark. Unter dieser Decke erschlossen die neuen Baugruben stark 
durcheinander geschobenen und gefalteten Lettenkohlenmergel und dunkel- 
braunen Lehm, offenbar Frostwirkung der Eiszeit, auch Spalten (Eiskeile), 
die 1,5 m tief unter die alte Oberfläche (Unterkante Löß) reichten. 

Marktlustenau (Kreis Crailsheim). Auf der Markung wurde um 1890 
ein 12 cm langes Beil aus Kieselschiefer, fast spitznackig, gefunden. Privat- 
besitz. Württ. Franken 1940, 9. 

Meisterstall (Gemeinde Kerkingen, Kreis Aalen). Von hier stammt ein 
Steinbeil aus Amphibolit, durchlocht, 14,2 cm lang und 7,8 cm breit. 

Vorgelegt 1950 durch Lehrer Kühner (Eggenrot). 



38 Jungsteinzeit 

Mittelbronn (Kreis Backnang). In den Fluren 0,5 km S fand Dr. Kost 1949 
an 3 Stellen Feuersteingeräte. 

Möckmühl (Kreis Heilbronn). Um 1940 wurden im Garten der Pfarrei 
50 m N der Schule ein Scherben von Linearbandkeramik und 5,4 cm und 
2,7 cm lange Feuersteinklingen gefunden. Inv. 49/27. Der Fundort liegt auf 
der breiten Terrasse W der Seckach nahe dem Flüßchen vor seiner Ein- 
mündung ins Jagsttal, auf der Sohle des breiten Tales. 

Möglingen (Kreis Ludwigsburg). In Flur Schwieberdinger Straße, Par- 
zelle 4054, 200 m W vom Westausgang des Dorfes, fand H. Seybold 1948 
einen 7,8 cm langen Breitmeißel aus Hornblendeschiefer. 

Möglingen (Kreis Öhringen). 1,8 km NW wurde 1943 100 m NO P. 277,1 
ein 10 cm langes Steinbeil gefunden. Abb. 3, 7. 

Museum Schwäbisch Hall. 

Möhringen (Filder). 1. In der N. F. IX 23 genannten Siedlung mit Spiral- 
keramik hat R. Weißer im Mai 1938 weitere Siedlungsreste gefunden und 
zwar in der Baugrube für Haus Fleischhauerstraße 29 und in der Straße vor 
dem Haus. Inv. 38/153. Im Juli 1938 Gruben auch vor Haus 15 und 19. 

2. Vorrömische Scherben fand R. Weißer im Mai 1938 in der Baugrube 
für das westliche Widerlager der Brücke über die Filderbahn in der Deger- 
locher Straße. Inv. 38/154. 

3. In Flur Rosenwiese, Degerlocher Straße, wurden im Juni 1938 beim 
Straßenbau durch den Bagger 80 m W der Brücke vor Haus Adolf Günther 
4 Gruben angeschnitten, aus denen R. Weißer Spiralkeramik und Feuer- 
steinklingen barg. Kulturschicht 2,45 m unter heutiger Straße. Inv. 38/206 
und im Heimatmuseum Möhringen. 

4. Im Anwesen Richterstraße 15 wurde 1936 unter einem alten Nußbaum 
ein 24,5 cm langer, 8 cm breiter und 3,4 cm dicker Steinkeil mit 2,8 — 3 cm 
weitem Bohrloch gefunden. Abb. 8,1. Heimatmuseum Möhringen. 

Mitteilung von R. Weißer. 

5. Im Herbst 1939 wurden anläßlich des Baues der Gas- und Wasser- 
leitung in dem Gebiet N vom Bahnhof (Alfred-Dehlinger-Straße, Gorch- 
Fock-Straße, Walter-Flex-, Lieschingstraße) eine große Zahl mit dunklem 
Boden erfüllte Gruben angetroffen. R. Weißer fand in 12 Gruben Kultur- 
reste: Wandbewurf, Spiralkeramik, einige Feuersteingeräte, Holzkohle, 
einen Schleifstein. Scherben Inv. 40/9. Die Steinzeitsiedlung liegt auf einem 
Lößrücken, der vom Aischbach in N, W und S umflossen wird. Die ersten 
Siedlungsspuren hat Weißer 1938 gefunden (N. F. IX 23). 

Mönchberg (Kreis Böblingen). Bei Erdarbeiten am Sportplatz 0,5 km O 
auf der Höhe des Grafenberg wurde 1949 eine 30 mm lange Pfeilspitze aus 
Feuerstein mit Dorn gefunden. Vorgelegt durch Lehrer W. Graser (Kayh). 

Morstein (Kreis Crailsheim). In Flur Wachholder 0,8 km ONO fand 
1944 W. Müller Hornsteingeräte. 

Mühlacker. Aus der Lehmgrube des Ziegelwerkes Vetter-Ludowici 
stammt ein scheibenförmiger durchbohrter Keulenkopf aus Grünstein. 
Durchmesser 11 — 11,5 cm, Dicke 2,3 cm. Abb. 2, 1. Inv. 39/104. Vergleiche 
das Stück von Aldingen (Neckar) S. 23. 

Mühlhausen (Neckar) (Gemeinde Stuttgart). 1. Im Westteil des Mönch- 
feldes 1,5 km W fand W. Müller 1940/41 oberhalb des Feuerbachtales Sied- 
lungsspuren der Endsteinzeit (Scherben, Feuersteingeräte) und der Bronze- 
zeit (Scherben). 



Jungsteinzeit 39 

2. In Flur Mittlerer Lerchenberg auf der Hochfläche 300 m SSO vom 
Viesenhäuserhof traf man im November 1948 beim Graben von Baum- 
löchern in Parzelle 2436 (Berta Gutekunst) auf Schuttgruben der Band- 
keramikkultur, also auf Reste einer Siedlung. In einer solchen Schuttgrube 
50 m O vom Westende der Parzelle lagen zwei Skelette in 0,50 m Tiefe in 
Hockerlage beisammen. Vom Landesamt konnte am 23. November das eine, 
ein Kind, noch größtenteils freigelegt werden. Es lag auf der rechten Seite 
mit Blick nach W. Skelettreste InV. 48/10. Keramik Inv. 48/9. Oberlehrer 
Rauscher hat sich um die Meldung und Bergung verdient gemacht. 

Münster (Kreis Mergentheim). Auf der Höhe Stutz 0,5 km S fand Haupt- 
lehrer E. Schweikhardt auf einem Steinriegel Rössener Scherben. 

Württ. Franken N. F. 19, 167. 

Nabern (Kreis Nürtingen). In Flur Weinberg (Höhe 381,6) 1 km WNW 
steinzeitliche Siedlungsspuren. Lau 1938. 

Neckarhausen (Kreis Nürtingen). 1. Über dem Südosthang des Galgen- 
berges, 0,5 km NO vom Ort, stellten im Jahre 1939 Lau und Waiß rings um 
den Haldengraben zahlreiche Schuttplätze mit Bandkeramik fest. Jungstein- 
zeitliche Siedlungsplätze liegen nach O. Lau 

2. bei der Brunnenstube 0,7 km N und 

3. bei P. 339,6 0,5 km N. 

Neckarsulm. 1. Im September 1949 beobachtete G. Scholl in der Bau- 
grube des östlichen der beiden Reihenhäuser in der Binswanger Straße eine 
rechteckige, 7,5 : 14 m große Grube von 0,5 m Tiefe. Darin 6 bis 1,5 m tiefe 
Gruben mit schwarzer Füllung mit wenig Rössener Scherben und einem 
Steinbeilchen. 

2. S vom alamannisch-f ränkischen Gräberfeld an der Binswanger Straße 
wurde im Herbst 1950 durch mehrere Baugruben eine tief schwarze Schicht 
in 40 — 80 cm Tiefe angeschnitten. Wenige Scherben, wohl Bandkeramik. 

Mitteilung von G. Scholl. 

3. Bei der evangelischen Kirche Gruben mit Spiralkeramik. 

4. Im Hof der Johannes-Häußler-Schule 1944 Michelsberger Siedlung. 
Spitznackiges Steinbeil und Scherben. Scholl 1950. 

Neckartenzlingen (Kreis Nürtingen). 0,8 km SO in Flur Einöde über dem 
rechten Ufer der Erms jungsteinzeitlidie Feuersteingeräte. 

Lau, November 1950. 

Neipperg (Kreis Heilbronn). Auf dem Kamm des Heuchelbergs 1,5 km 
NO wurde um 1926 bei einer Rodung W der Straße nach Schwaigern neben 
der „Heerstraße" ein vierkantiges, 7,5 cm langes Steinbeil gefunden. Privat- 
besitz. W. Mattes. 

Nellingen (Filder) (Kreis Eßlingen). Bei Anlage des Flugplatzes wurde 
im Jahre 1939 ein 16 cm langer Breitmeißel aus Hornblendeschiefer ge- 
funden. Abb. 7, 8. Vorgelegt durch Leuthner (Eßlingen). 

Nendingen (Kreis Tuttlingen). Während des Krieges wurde etwa 1,5 km 
NW vom Ort in den Feldern am Ausgang des Ursentales ein 8,8 cm langer 
Breitmeißel aus Grünstein gefunden. Abb. 8, 6. Sammlung Tuttlingen. 

Neuenstein (Kreis Öhringen). 1. Bei der Haberklinge 1,5 km WNW Pfeil- 
spitze mit Dorn. 

2. Im Schaf feld SW vom Ort fand G. Breyer einige kleine Hornstein- 
geräte. Kost. 



40 Jungsteinzeit 

Neuffen. 1. Im Gewann Spadelsberg 2 km S am Weg nach Urach wurde 
im Juh 1937 ein 9 cm langes spitznackiges Steinbeil gefunden. 

Mitteilung von Oberlehrer Loß. 

2. In den Fluren Kairt und Ebnet 1 km WNW fand W. Müller Feuerstein- 
geräte. 

Neuhausen (Filder). 1. 1,5 km S vom Ort wurde ein 6 cm langer Breit- 
meißel gefunden. Vorgelegt durch Wolf (Stuttgart). 

2. Im Westteil der Lehmgrube in Flur Egelsee 1,2 km SSO beobachtete 
man im Juli 1950 eine Anzahl jungsteinzeitlicher Schuttgruben. Scherben 
(Linearkeramik und Rossen) und Feuersteinklinge Inv. 50/56. 

Neulautern (Kreis Backnang). Von der Flur Tiefe Klinge 1 km OSO 
stammt der Nackenteil einer fassettierten Axt aus Hornblendeschiefer. 

Kost. 

Neuses (Kreis Mergentheim). 1950 wurde ein 3,5 cm langes kantiges, 
trapezförmiges Beilchen aus Grünstein gefunden. Museum Mergentheim. 

Nürtingen. 1. Auf der N. F. VIII 37 genannten Stelle auf dem Börlenberg, 
bei P. 330,9, fand O. Lau nun auch Feuersteingeräte. 

2. Auf dem rechten Ufer des Aischenbach, SW von km 3 der Umgehungs- 
straße, Siedlung mit Linear- und Rössener Keramik. 

Lau November 1950. 

3. In Flur Marbach bei P. 294,0 2,5 km NO steinzeitliche Wohnstätte 
(Bandkeramik?). Lau 1939. 

4. Im April 1941 wurde in Flur Reudern 2 km ONO auf dem Rücken über 
dem Neckartal ein 35 : 24 cm großer Mahlstein aus Gneis gefunden, wahr- 
scheinlich aus einer steinzeitlichen Siedlung stammend. Es liegt nahe, in 
dem Stein einen vulkanischen Auswürfling der nur wenige km entfernten 
tertiären Schlote zu sehen. Inv. 41/6 durch K. Ehmert. 

Oberboihingen. In Flur Leikert 0,5 km SO stellte O. Lau 1940 am Bäch- 
lein eine bandkeramische Wohnstätte fest. 

Oberbrüden (Kreis Backnang). Auf Flur Köpfle 0,5 km NNO vom Tr a i 1 - 
hof wurde 1937 beim Pflügen ein 10,5 cm langes Steinbeil gefunden. 

Museum Schwäbisch Hall. 

Oberdigisheim (Kreis Balingen). In Flur Rübenhaib über dem Kohlstatt- 
brunnen 1 km WNW Geierbad fand 1939 Dr. Kost (Schwäbisch Hall) Feuer- 
steinwerkzeuge der jüngeren Steinzeit. Solche liegen auch in der an- 
schließenden Flur Sturm 0,5 km SSO Heidenhof (Gemeinde Tieringen). 

Oberensingen (Kreis Nürtingen). 1. 1938 wurden beim Bau der Um- 
gehungsstraße in Flur Trogbrunnen 1 km NO von Hauptlehrer Ehmert 
mehrere Schuttgruben mit Bandkeramik beobachtet. Museum Kirchheim. 

2. Beim Bau der Zubringerstraße zur Autobahn wurden 1939 an 3 Stellen 
bandkeramische Siedlungsstätten durchschnitten, die erste 0,7 km NO, W 
vom Aischenbach, zwei weitere N davon jenseits des Baches und am Wald- 
rand (Fastnachtäcker, schon auf Markung Zizishausen). Direktor Ehmert 
(Nürtingen) barg verzierte Keramik, Feuersteingeräte und Bruchstücke von 
Mahlsteinen aus Stubensandstein. Proben Inv. 41/3. 

Obergriesheim (Kreis Neckarsulm). Im Ort wurde 1939 beim Ausheben 
einer Güllengrube der Schneidenteil eines am Bohrloch abgebrochenen 
Keiles aus Grünstein gefunden. Länge noch 17,5 cm. Im Besitz der Land- 
wirtschaftsschule Heilbronn. Mitteilung von Mattes (Heilbronn). 



Jungsteinzeit 41 

Obernheim (Kreis Balingen). 1. Am Tannsteig auf dem Rand der Hoch- 
fläche 2,1 km NNW, über dem Süßen Brünnele, liegen außer mittelsteinzeit- 
lichen (siehe S. 60) auch jungsteinzettliche Feuersteingeräte sowie Scherben 
der B. (?) 2. Auf dem Burgbühl 1,6 km WNW Feuersteingeräte der Mittel- 
oder Jungsteinzeit. Siehe S. 60. Kost 1939. 

Oberriexingen (Kreis Vaihingen an der Enz). 1. Im Jahre 1925 stieß man 
beim Bau von Haus Großsachsenheimer Straße 250 (Reinhold Rieger) 0,5 km 
NNO am Ostfuß des Pfefferberges auf ein gestrecktes Skelett in Richtung 
NO(Kopf) — SW. Es soll eine Art steinernes Messer bei sich gehabt haben. 
Ebenda wurden 1947 beim Bau der Garage wieder zwei gestreckte Skelette 
in gleicher Richtung und ohne Beigaben angetroffen. Zeitstellung unbe- 
stimmt. Erkundet durch Paret, März 1950. 

2. Anfang August 1940 wurde in Flur Lohenstein 2,3 km NO beim Bau 
einer Baracke eine steinzeitliche Siedlungsstätte angeschnitten. Die Unter- 
suchung durch die Staatssammlung ergab Scherben, einen Feuersteinschaber 
und ein Bruchstück eines Mahlsteins aus Buntsandstein (aus dem Enz- 
schotter). Proben Inv. 40/17. 

Odheim (Kreis Heilbronn). 1. In der Uhrigshalde 0,7 km NW, auf einer 
Terrasse N vom Kocher, wurden im Herbst 1949 beim Ausheben eines 
Wasserleitungsgrabens in der neuen Siedlung im Mäurichsweg nahe der 
Einmündung der Lindenstraße in 0,5 m Tiefe 5 Steingeräte aus gleichartigem 
Hornblendeschiefer angetroffen (Tafel II 1): 

1. Durchlochter Schuhleistenkeil, 29 cm lang, 6,2 cm breit, 7 cm hoch, 
Bohrloch 28—30 mm. Gewicht 2,38 kg. 

2. Durchlochter Keil, 29,1 cm lang, 3,9 cm breit, 6,1 cm hoch. Bohrung 
24—29 mm. Gewicht 1,3 kg. 

3. Schuhleistenkeil, 26,1 cm lang, 3,2 cm breit, 3,8 cm hoch. Gewicht 
0,61 kg. 

4. Breitmeißel, 27 cm lang, 6,2 cm breit, 2,6 cm hoch. Gewicht 0,79 kg. 

5. Breitmeißel, 18,7 cm lang, 5,6 cm breit, 2,3 cm hoch. Gewicht 0,45 kg. 

Museum Heilbronn. 
2. Auf der Anhöhe bei der Kapelle 0,5 km SO stellte Scholl fest: 

1 . Beim Eingang zum ehemaligen Fliegerhorst eine Rössener Siedlung. 

2. 300 m SW der Kapelle eine steinzeitliche Siedlung. 

3. 100 m SO der Kapelle eine Rössener (?) und eine spätbronzezeit- 
liche (?) Siedlung. 

öf fingen (Kreis Waiblingen). In dem schon N. F. III 18 und V 20 
genannten Siedlungsgelände beim Pauluskreuz 1,5 km W fand W. Müller 
im März 1941 zusammen mit spiral verzierten Scherben ein Füßchen wie 
N. F. IX, Tafel VII 1 (Viesenhäuserhof). Länge des Bruchstückes 5 cm. Inv. 
42/9. Es wird sich um Füße von Gefäßen handeln. 

Ohrnberg (Kreis Öhringen). Beim Buchhof 3,5 km NNW auf der Höhe 
W über dem Kocher wurde 1937 ein 18 cm langer durchbohrter Hammer 
aus Grünstein ausgepflügt. Schloß Aschhausen. 

Oßweil-Ludwigsburg. An der Ostseite des Friedhofs und etwas N unter 
dem Weg und bei den Sporthäusern wurden im Juli 1938 durch einen 
Wasserleitungsgraben mehrere Gruben mit Spiral- und Rössener Keramik, 
Hornsteinsplittern und einem Mahlstein aus Buntsandstein durchschnitten. 
Funde Inv. 38/198 durch Paret und Wachtmeister Haug. 

dtlingen siehe Kirchheim u. T. 3. 



42 Jungsteinzeit 

Ottenbronn (Kreis Calw). Zu den S. 28 unter Calw genannten jungstein- 
zeitlichen Siedlungsspuren auf den Höhen östlich des Nagoldtales sind 
Feuersteingeräte zu stellen, die W. Müller 0,6 km W von Ottenbronn, bei 
P. 546,4, gefunden hat. Siehe auch S. 34 Holzbronn. 

Owen (Kreis Nürtingen). Auf der Teck wurde ein nur 4,9 cm langes 
Schuhleistenkeilchen gefunden. Heimatmuseum Kirchheim u. T. 

Plieningen (Kreis Eßlingen). 0,7 km NW wurde im Juli 1950 gegenüber 
Haus Paracelsusstraße 63 am Rand des Parkes durch einen Wasserleitungs- 
graben eine jungsteinzeitliche Siedlungsstätte angeschnitten. Zürn. 

Poppenweiler (Kreis Ludwigsburg). 1. In der Neckarhalde am Nordende 
des Dorfs erbaute H. Michelfelder in Parzelle 823/824 unmittelbar über dem 
steilen Talhang ein Wohnhaus. Beim Ausheben der Kellergrube stieß er 
auf eine Grube mit Skelettresten, die am 29. April 1950 durch Paret unter- 
sucht werden konnte. Die Grube von 1 : 1,5 m Durchmesser reichte bis 1,60 m 
tief in den hellen Löß. Auffüllung durch dunklen, festen Boden mit einzelnen 
Steinbrocken. Am Grund lag in Brandschutt (viel Wandlehm mit Flecht- 
werkabdrücken) eingebettet das Skelett eines 40- bis 50jährigen Mannes in 
Hockerlage auf linker Seite, Kopf im N, Gesicht nach oben. Der Brustkorb 
war durch bis 40 cm große Steinplatten, die Knie durch kleinere Steine 
bedeckt. Es ist ein Hocker wohl der Bandkeramikzeit. 1 m O wurde eine 
bis 2,4 m tiefe Grube mit viel Wandlehm angeschnitten, was eine nahe- 
gelegene Siedlung beweist. 

2. Auf der Hochfläche (Südwestrand) des Lemberg 3,5 km ONO fand Kost 
(Schwäbisch Hall) im Jahre 1948 Spuren der Jungsteinzeit wie Feuerstein- 
geräte und einen Gefäßscherben. Da die ganze Hochfläche des Berges durch 
den Abbau der Schilfsandsteindecke durchwühlt ist, können alte Siedlungs- 
reste wohl nur noch am Hang erwartet werden. 

Prevorst (Kreis Heilbronn). In Flur Platte bei P. 488,6, 1,2 km NO vom 
Ort, fand W. Müller zahlreiche Geräte aus Hornstein. Von Flur Stockwiesen 
SW P. 483,7 stammt eine 50 cm lange Handmühle aus Stubensandstein. 

Raidwangen (Kreis Nürtingen). 1 km W, 250 m N vom Bahnwarthaus, 
Siedlungsstätte wohl der Steinzeit. Lau 1939. 

Reckerstal (Gemeinde Harthausen, Kreis Mergentheim). Ein 11 cm langes 
durchlochtes Gerät aus Hornblendeschiefer, gefunden 1948, liegt im Heimat- 
museum Mergentheim. Abb. 6, 2. Mitteilung von Kost. 

Beichenbach (Kreis Saulgau). Staatsried. Im Wilden Ried, das leider 
durch den Torfabbau mittels Baggers immer mehr zusammenschrumpft, war 
im Frühjahr 1950 unter 3 m mächtiger Torfbedeckung ein Einbaum zu sehen. 
Er war durch den Bagger schon dreimal abgeschnitten worden. Länge dem- 
nach etwa 8 m. Untersuchung durch Wall (Buchau) und Paret. 

Reichenberg (Kreis Backnang). Beim Versetzen eines Starkstrommasten 
an der Ostseite der neuen Straße 250 m SO der Burg fand Obermonteur 
Thumm (Ludwigsburg) im November 1938 ein Steinbeil aus Hornblende- 
schiefer, 12 cm lang. Inv. 38/247 als Geschenk des Finders. 

Reinsbronn (Kreis Mergentheim). Von Flur Röte 0,4 km NW stammt 
ein spitznackiges Steinbeil aus schwarzem Kieselschiefer, 7,5 cm lang. 
Abb. 3, 2. Abguß Inv. 43/32. Museum Schwäbisch Hall. 

Renningen (Kreis Leonberg). 1. In Flur Raite 1,5 km NW, etwa 250 m 
N Bahn-km 21, wurde ein Gerät aus porphyrartigem Stein gefunden. Es ist 



Jungsteinzeit 



43 



anscheinend aus einem halben Steinbeil (Nackenende) durch pünktliches 
Abschleifen der Bruchfläche gewonnen worden. 7 cm lang, 4,8 cm breit. 
Inv. 39/98. 

2. Ein Bruchstück eines Mahlsteins aus Stubensandstein, noch 30 cm lang, 
kam vom Bauplatz Robert Bosch (wie 1) 1939 in die Staatssammlung. Inv. 
39/100. 

Reute (Kreis Ravensburg). In dem N. F. VIII 39 ff. geschilderten Schor- 
renried mit der von mir im Jahre 1934 noch irrig als Pfahlbau bezeichneten 
Jungsteinsiedlung wurde zwischen den Punkten I, II und III (siehe Lageplan 
a. O. 40) und zwar 44 m O vom S — N ziehenden Hauptgraben und 6 m S 
von dem von O einmündenden Nebengraben ein auf def Seekreide liegender 
Lehmestrich angeschnitten. Ein Probegraben durch H. Forschner (Biberach) 
im Frühjahr 1950 ergab nordwärts anschließend Lehm und Kies mit Scherben 
in Höhe des Estrichs. Es handelt sich um eine ebenerdige Siedlung auf 
trockenem, altem Seegrund vor Einsetzen der Vertorfung. 




Abb. 7. Steinwerkzeuge der Jungsteinzeit. '/4 nat. Gr. 

1. und 5. Bietiglieim, 2. Affalterbach, 3. Mainhardt, 4. Ebni, 

6. Walheim, 7. Großheppach, 8. Nellingen a. F. 



Riederich (Kreis Reutlingen). In Flur Brotlosen 1 km NO und 30 m NW 
P. 368,8 wurde im Frühjahr 1941 durch einen Entwässerungsgraben in 
Parzelle Besch eine Siedlungsstätte der Rössener Kultur angeschnitten. Sie 
liegt auf einem Rücken O der unteren Erms. Scherben, auch verzierte, einige 
Feuersteine und Brocken von Mahlsteinen (Stubensandstein) barg Kapff 
(Urach). Inv. 41/5. 

Rosenberg (Kreis Ellwangen). Vom Weiler Matzengehren stammt ein 
durchbohrtes Gerät aus Hornblendeschiefer. Länge 15,5 cm. Alter Fund 
im Heimatmuseum Ellwangen. Abb. 6, 3. Kost. 

Rossach (Kreis Künzelsau). Nahe W vom Schloß wurde im März 1914 ein 
14 cm langer Hammer aus Hornblendeschiefer gefunden. Bohrloch 30 bis 
35 mm weit. Abb. 4, 4. Jagsthausen, Götzenburg. 



44 Jungsteinzeit 

Rottenburg (Neckar). 1. Bei der Abgrabung des Hanges hinter dem 
Gemeinschaftshaus des Landesgefängnisses zur Erweiterung des Hofes 
zeigte sich Ende Oktober 1949 beim Fundament der römischen Stadtmauer 
eine Schuttgrube mit Linearkeramik. Eine scherbenreiche Schuttgrube 
wurde auch an der Südwestwand des Hofes abgebaut. Proben der verzierten 
Keramik Inv. 49/17. 

2. Bei der KanaHsation der Burggasse stieß man im März 1950 beim 
Amtsgericht 0,60 m unter Tag auf ein Skelett, angeblich in NO(Kopf) — SW- 
Richtung. Dabei lagen jungsteinzeitliche Scherben, stichverziert, aber auch 
jüngere. Wahrscheinlidi jungsteinzeitliche Bestattung. 

Mitteilung von Rieth. 

Rottweil (Neckar). Bei einer kleinen Grabung an der Westseite der Ester- 
mannschen Fabrik (im Südwestteil des Alenkastells) im September 1947 
fand man nach Mitteilung von Bippus Scherben von Spiralkeramik. Die 
weiter nordwärts auf dem Nikolausfeld seit 1913 bekannte Steinzeitsiedlung 
hat sich also weiter südwärts erstreckt. Ihre Ausdehnung ostwärts ins Ge- 
biet N vom israelitischen Friedhof ist durch Funde beim Bau der 1939/40 
erstellten Siedlung erwiesen. 

Ruit (Kreis EßUngen). 1. Zu den S. 61 genannten Steinbeilfunden bei 
wohl bronzezeitlichen Bestattungen sei bemerkt: Möglicherweise waren 
diese Steingeräte einem der Skelette beigegeben. Die Markung Ruit ist 
reich an steinzeitlichen Siedlungsresten. Hier wurde 1902 eine der ersten 
steinzeitlichen Siedlungen im Neckarland entdeckt. Fundberichte X, 1902, 4 f. 
Feuersteinklingen vom Gebiet des ehemaligen Gestüts Inv. 38/177. 

2. Von Flur Langwiesenweg O gelangte im Jahre 1949 eine noch 10 cm 
lange Breithacke aus Grünstein ins Museum Eßlingen. 

Schäftersheim (Kreis Mergentheim). In der vorderen Lehmgrube der 
Ziegelei, wo schon früher vorgeschichtliche Siedlungsspuren beobachtet 
wurden (besonders durch Dr. Blind), waren nach Mitteilung von Dr. Kost 
(Schwäbisch Hall) im Jahre 1944 eine endsteinzeitliche und darüber eine 
bronzezeitliche Kulturschicht angeschnitten. 

Schömberg (Kreis Balingen) siehe S. 62 f. (Grabhügel 1 und 3). 

Schonach (Gemeinde Finsterlohr, Kreis Mergentheim). Im Schutt des 
abgebrochenen Gemeindehauses wurde 1938 ein 17,5 cm langes Steinbeil 
gefunden. Museum Mergentheim. 

Schramberg. Ein 9,3 cm langes und 6 cm breites Steinbeil aus Grünstein, 
in Privatbesitz, soll vor 1910 auf der Höhe O der Stadt gefunden worden 
sein. Ein zweites Steinbeil aus dieser Gegend in Privatbesitz in Beffendorf. 

Schwäbisch Gmünd. Am Nordfuß des Siechenberg 1,5 km WSW, N der 
Bahn nach Göppingen, finden sich Feuersteingeräte wohl der Jungsteinzeit. 

A. Nuber. 

Schwäbisch Hall. 1. 2 km SSO vom Einkorn fand W. Müller im Juni 
1940 auf dem Kieselsandsteinrücken ein Bruchstück (Schneidenteil) eines 
Steinbeils aus Hornblendeschiefer und einen Feuersteinkratzer. 

Museum Schwäbisch Hall. 

2. SO Oberlimpurg außerhalb des Abschnittswalles beobachtete Dr. 
Franck eine bei Entwässerungsarbeiten angeschnittene Grube mit Spiral- 
keramik, Knochen, Mahl- und Reibsteinen. Museum Schwäbisch Hall. 
Württ. Franken N. F. 20/21,9. 

3. Siedlung mit Linearkeramik auf dem Galgenberg im Garten von Haus 
Eppler bei der Ziegelei. Württ. Franken N. F. 19, 157. 



Jungsteinzeit 45 

Schwaigern (Kreis Heilbronn). In Flur Bäldeste 1,5 km SW, Parzelle 
Wagenblast, wurde beim Graben eines Rübenloches ein 30 cm langes, 5,7 cm 
breites und nur 1,9 cm dickes Gerät aus grünlichgrauem, dunkelgeflecktem 
Stein gefunden. Privatbesitz. Mitteilung von Mattes (Heilbronn). 

Sechselbach (Kreis Mergentheim). Bruchstück einer durchbohrten Axt 
aus hellem Hornblendeschiefer, gefunden 1950, im Museum Mergentheim. 

Dr. Kost. 

Sindringen (Kreis Öhringen). 200 m S vom Buchhof wurde 1938 eine 
18,5 cm lange durchbohrte Axt aus Hornblendeschiefer ausgeackert. 

Schloß Aschhausen. 

Söhnstetten (Kreis Heidenheim). Von der Markung stammt eine wohl 
jungsteinzeitliche Feuersteinklinge. Vorgelegt von Hauptlehrer O. Müller. 

Stammheim (Gemeinde Stuttgart). Etwa 150 m N der Turnhalle am Rand 
des Witthau fand Veeck im November 1939 steinzeitliche Scherben, einen 
Knochenpfriem, Reib- und Mahlsteine. Inv. 40/11. 

Steinach bei Waldsee. Im Steinacher Ried wurde ein durchlochter Stein- 
hammer gefunden. Mitteilung von Forschner (Biberach) 1950. 

Steinbach (Jagst) (Gemeinde Honhardt, Kreis Crailsheim). 1935 wurde 
1 km W ein Bruchstück eines Hammers aus Hornblendeschiefer gefunden. 
Württembergisch Franken N. F. 19, 155 f. 

Steinbach (Gemeinde Wernau, Kreis Nürtingen). Auf den Bergäckern 
(P. 336,7) 1,2 km SW Funde zahlreicher Feuersteingeräte und Scherben der 
Jungsteinzeit. Lau 1936 — 1940. Museum Kirchheim. 

Stetten i. R. (Kreis Waiblingen). 1. 1937 fand Eugen Beurer in den Schaf- 
äckern Bruchstücke von zwei durchbohrten Steinäxten. 

2. Beim Kanalisieren der Hindenburgstraße (Obere Gasse) am Ostrand 
des Ortes Anfang 1939 stieß man auf ein gut geschliffenes Steinbeil. 

Stuttgart-Gablenberg. 1. In der kleinen Sandgrube 20 m N vom Wasser- 
hochbehälter auf dem Raichberg im O der Stadt fand Hauptlehrer Stierle 
im Jahre 1939 rohe braunrote Scherben einer spätsteinzeitlichen Kultur. 
Sie liegen 10 cm tief auf verwittertem Stubensandsteinfels. Scherben, zum 
Teil mit Tupfen, und 2 Feuersteine Inv. 39/16. 

2. 400 m W von 1, auf dem westlichen Ausläufer des Raichberg, traf man 
auf derselben Stubensandsteinterrasse (370 m über NN, 100 m über dem Tal) 
Kulturreste wohl der gleichen Zeit: Im Garten 5 m O des teilweise zer- 
störten Hauses Max Wolffhügel, Im Buchwald 28, wurde im Oktober 1947 
eine kleine Grube zur Sandgewinnung ausgehoben. Dabei zeigte sich unter 
60 cm starkem angeschwemmtem rotem Keuperton eine 0,80 : 1,20 m große 
und 0,75 m in den anstehenden Stubensand eingetiefte Grube. Die Unter- 
suchung durch Paret ergab als Inhalt der Grube Stubensandsteinbrocken, 
einige Feuersteinsplitter, viel gebrannten Wandlehm mit Häcksel und Ab- 
drücken von Rundhölzern sowie Scherben von mehreren Tongefäßen zum 
Teil reich verziert mit Zickzackbändern und schraffierten Feldern im 
Schussenrieder Stil. Die Keramik erinnert an die von A. Stroh als Schwieber- 
dinger Gruppe zusammengefaßten Funde des Landes. Siehe 28. Bericht der 
Römisch-Germanischen Kommission, 1939, Tafel 22. Tafel III 1. Inv. 47/1. 
Die dadurch erwiesene Siedlung liegt auf der Höhe ähnlich wie die von 
Kaltental (N. F. VII 12) und die auf der Steig bei Cannstatt (N. F. II 6), was 
auf ein zu jener Zeit feuchteres Klima schließen läßt. 



46 Jungsteinzeit 

Tailfingen (Kreis Böblingen). Am 23. Dezember 1949 stieß Bauer Paul 
Schittenhelm auf seinem Acker Parzelle 2771 (Ostende) in Flur Lachensteig 
1,2 km W beim Pflügen auf eine große Steinplatte. Unter dieser zeigte sich 
ein Skelett. Als Paret am 28. Dezember an die Fundstelle kam, war ein Teil 
des Schädels und des Skelettes schon zerstört. Die Freilegung ergab einen 
Hocker auf der linken Seite liegend in Richtung SW(Kopf) — NO. Linke 
Hand am Kinn, rechte am linken Oberarm. Tiefe 0,60 m im Löß. Die etwa 
rechteckige Steinplatte ist ein roher Findling von Lettenkohlendolomit, wie 
er auf der Markung nicht vorkommen soll. Größe 0,60 : 1,55 m bei etwa 
0,20 m Dicke. Keine erkennbaren Beigaben. Das Grab wird zu einer band- 
keramischen Siedlung gehören, wie sie auf den Nachbarmarkungen öschel- 
bronn und Hailfingen bekannt sind. 

2. Steinzeitscherben in den Hallstattgrabhügeln 1 und 25, Steinbeil in 
Hügel 6 siehe S. 82 und 83. 

Tieringen (Kreis Balingen). 1. Im Acker an der Vohbachquelle 2 km S 
liegen vorgeschichtliche (steinzeitliche?) Scherben. Kost 1939. 

2. Siehe Oberdigisheim S. 40. 

Tübingen. In Flur Wasserfalläcker im Ammertal 3,5 km W wurde 1936 
beim Bau eines Ausweichgleises 0,6 km O Ammern eine Siedlungsstätte mit 
Bandkeramik durchschnitten. Zahlreiche Keramik, Mahl- und Schleifsteine, 
Spinnwirtel kamen ins Urgeschichtliche Institut Tübingen. 

Tüngental (Kreis Schwäbisch Hall). In den Höhäckern am Nordostaus- 
gang S der Straße nach Otterbach wurde 1938 beim Dränieren der Parzelle 
Zimmer ein Siedlungsplatz der Rössener Kultur durchschnitten. Württ. 
Franken N. F. 19,64. 

Tuttlingen. Fund eines Steinbeils 1939. Inv. 39/165. 

Ulm. 1. In das Museum der Stadt Ulm gelangte 1949 ein angeblich 1916 
im Lerchenfeld gefundenes Steinbeil. Es ist 21 cm lang und 6,7 cm breit, 
vierkantig. Der Stein ist schwarz mit grauer Patina und helleren Längs- 
streifen, anscheinend Kohleschiefer vom Oberelsaß. 

2. In der Kiesgrube Epple in der Friedrichsau 2,5 km O wurde im Früh- 
jahr 1949 beim Baggern eine 14,4 cm lange Steinaxt aus Amphibolit 
gefunden. Abb. 4, 6. 

Unteraspach (Kreis Schwäbisch Hall). 1. Auf der N. F. VIII 48 genannten 
Höhe SW vom Weiler Stadel wurden in Flur Abelen (Parzelle G. Rößler) im 
Jahre 1939 steinzeitliche Feuersteingeräte entdeckt. 

2. In Flur Altenhansen 1 km O von 1 zeigen sich bei Höhe 405,4 ebenfalls 
steinzeitliche Spuren. Württ. Franken 1940, 11 f. 

Unterdeufstetten (Kreis Crailsheim). 0,4 km NO, zwischen dem Stadt- 
weiher und Oberdeufstetten, fand Albert Rathgeb 1898 ein durchbohrtes 
Steingerät der Bandkeramikkultur. Verschollen. Mitteilung von Kost. 

Untereisesheim (Kreis Heilbronn). In Flur Gänshöhe 0,5 km SO stein- 
zeitliche (?) Siedlung. Scholl. 

Unterensingen (Kreis Nürtingen). 1. Bei km 4 der Straße nach Ober- 
ensingen, 200 m N der Straße, Siedlungsstätte wohl der Steinzeit. 

2. 0,8 km NW zwischen Flur Rotmehl und Rühmetsberg ein Steinbeilchen, 
Feuersteine und Scherben. Lau, November 1950. 

Untergröningen (Kreis Schwäbisch Gmünd). Auf der Höhe links vom 
Kocher, 1 km O, wurde im Jahre 1949 S von P. 438,3 eine 8,5 cm lange Dolch- 
klinge aus Feuerstein gefunden. Kost. 



Jungsteinzeit 



47 



Untergruppenbach (Kreis Heilbronn). In Flur Kapfenhart 2 km W (N. F. 
III 20; IX 28) wurde ein dünnackiges Steinbeil von 7,2 cm Länge gefunden. 

Unterhausen bei Reutlingen. Bei Grabarbeiten im Gelände der Fabrik 
Ostertag wurde im April 1946 im Tuff, etwa 7 m tiefer als die Rathausstraße, 
ein schwerer Hammer aus feinschieferigem, hellgraubraunem Gestein ge- 
funden. Länge 12,8 cm, Breite 6,3 cm, Höhe 5,4 cm. Loch 24 — 30 mm. Abb. 8, 2. 

Vorgelegt durch Diplomingenieur Utz (Mettingen). 




Abb. 8. Steinwerltzeuge der Jungsteinzeit. '/4 nat. Gr. 

1. Möhringen a. F., 2. Unterhausen, 3. Kirchentellinsfurt, 

4. Kirchheim u. T., 5. ötlingen, 6. Nendingen. 



Unterheinriet (Kreis Heilbronn). 1. Im Gewann Obere Mühläcker fand 
Oberlehrer Gutöhrlein 1935/36 eine Anzahl Feuersteinklingen wohl der 
Jungsteinzeit. 

2. Auf der Bühne des Schulhauses lag ein spitznackiges Beil aus Grün- 
stein, 6,5 cm lang. 

Urach. Runder Berg 2,5 km W, Bruchstück (Nackenteil) eines Beiles aus 
Serpentin, noch 4,3 cm lang. Bruchfläche angeschnitten. Siehe auch S. 64. 
Heimatmuseum Urach. Jagdaufseher Müller 1939. 

Vellberg (Kreis Schwäbisch Hall). Schlegelberg 1 km O. Bruchstück 
eines Steinbeils aus Kieselsandstein. G. Breyer. 

Verrenberg (Kreis Öhringen). Auf dem Golberg SO vom Ort (N. F. VIII 
48 und IX 28) fand Studienrat Hummel (Öhringen) 1942 ein Bruchstück eines 
11 cm langen Hammers (Streitaxt). Museum Schwäbisch Hall. Abguß 
(ergänzt) Inv. 43/31. Fast gleiche Stücke sind am Einkorn bei Schwäbisch 
Hall und vom Scheuerberg bei Neckarsulm bekannt. 



48 Jungsteinzeit 

Vogelsberg (Gemeinde Laßbach, Kreis Künzelsau). 350 m SW, auf der 
Höhe zwischen Kocher und Jagst, nördlich Höhe 435,3, liegen Feuerstein- 
geräte der Jungsteinzeit. WahrscheinUch Siedlungsstelle der Bandkeramik- 
kultur. Funde im Museum Schwäbisch Hall. Kost 1949. 

Waiblingen. In der Lehmgrube Schofer 550 m WSW vom Bahnhof 
beobachtete Dr. Kost im August 1943 eine wohl bandkeramische Siedlungs- 
stelle. 

Waldmannshofen (Kreis Mergentheim). Hälfte eines Keulenkopfes aus 
Hornblendeschiefer, 9 cm groß, 2,5 cm dick. Bohrung nur zu % durchge- 
führt, da Stein offenbar beim Bohren zersprungen. Form wie Abb. 2. Württ. 
Franken 1950, 14 f. 

Walheim (Kreis Ludwigsburg). 1. In Flur Hammer, 2,5 km W, wurde im 
Herbst 1938 auf Perzelle W. Bothner ein 7 cm langes Steinbeil gefunden. 
Abb. 7, 6. 

2. In Flur Koppen, 0,5 km SW, am Ostfuß der Vorderen Burg, wurde in 
Parzelle 4357/58 Mitte September 1949 die Baugrube für Haus Wilhelm 
Knoll ausgehoben. Unter einer 2 m mächtigen Schicht vom Hang abge- 
schwemmtem, mit kleinen Steinen durchsetztem Lehm stieß man auf eine 
viel Holzkohle enthaltende Kulturschicht, die an der Bergseite der Baugrube 
bis 3,20 m Tiefe reichte. Darin lagen neben Knochen von Rind und Schwein 
einige rohe Gefäßscherben, ein schwarzer, 4 cm großer Spinnwirtel mit 
Eindrücken ringsum und ein 5,5 cm langes Beil aus Hornblendeschiefer. 
Wieviele Kulturreste mögen unter Gehängeschutt begraben liegen! 

Weckrieden (Kreis Schwäbisch Hall). Vom Wolfsbühl 0,5 km SO (siehe 
N. F. IX 29) stammen weiter ein 7,5 cm langer und 4 cm breiter Flachmeißel 
und ein 10,5 cm langer Schuhleistenkeil. Abb. 3, 4 und 9. Kost. 

Weikersheim (Kreis Mergentheim). Beim Bau der katholischen Kirche 
wurde ein Grab mit den Skeletten eines Erwachsenen und eines Kindes 
in Hockerlage angetroffen, offenbar jungsteinzeitlich wie die Familien- 
bestattung von Althausen (siehe S. 23). 

Wimmental (Kreis Heilbronn). Beim Bau der Reichsautobahn wurde im 
Löß 0,5 km SW bei km 70 + 060 eine vorrömische Siedlungsstelle ange- 
schnitten. Paret, April 1939. 

Wolfschlugen (Kreis Nürtingen). 1. S vom Ort wurden 1940 ein Bruch- 
stück eines Beiles aus Grünstein und Feuersteingeräte gefunden. 

Vorgelegt durch Wolf (Stuttgart). 
2. 1 km S, am Nordfuß des Benzberg, Wohnstätte wohl der Steinzeit. 

Lau 1941. 

Würtingen (Kreis Reutlingen). 0,7 km NW vom Ort liegt am Osthang 
des Hirnberg die Höhle „Alter Kern" (Kern-Keller) oberhalb des ehemaligen 
Saraisenbrunnens. Eine im Oktober 1938 von Professor R. Kapff durch- 
geführte Probegrabung ergab vorgeschichtliche Scherben. 

Wüstenrot (Kreis Heilbronn). Am Weg zur Lohmühle fand Oberlehrer 
Hermann (Finsterrot) 1892 eine dreieckige Pfeilspitze, eine Klinge und einen 
Schaber. Museum Schwäbisch Hall. Mitteilung von Kost. 

Zazenhausen (Gemeinde Stuttgart). Auf dem Freiberg 0,5 km S liegt 
dicht W des Bahneinschnittes und S der Brücke in den Teichäckern eine 
Rössener Siedlung. O vom Bahneinschnitt sind Wohnstätten der Rössener 
und Spiralkeramikkultur schon länger bekannt. W. Müller 1941. 

Zizishausen (Kreis Nürtingen). Siehe Oberensingen S. 40, 2. 



Ein alter Fundbericht 49 

Zuffenhausen. 1. Beim Bau der Rotwegsiedlung NO der Stadt (N. F. IX 29) 
zeigten sich in der Grube für Haus 11 der Talheimer Straße im Mai 1939 
Gruben mit Spiralkeramik. Inv. 39/93. 

2. Beim Bau der Kaserne im Rappenberg (Flur Raiser) 1 km O beobach- 
tete W. Müller im März 1938 beim Kreuzstein W der Kaserne und 20 m N 
der Mönchsbergstraße in einem Wasserleitungsgraben drei steinzeitliche 
Gruben mit gebrannten Lehmbrocken, Feuersteingeräten, Knochen und 
einem Topf mit Fingertupfen am Rand. Schussenrieder Kultur? 

3. Über das N. F. IX 30 erwähnte Hockergrab vom Mai 1938 ist nach- 
zutragen: 

Das Grab lag über dem Steinbruch W. Schäfer in Flur Heinrizau wie das 
N.F. VIII 50, 2 beschriebene Grab von 1934. Tiefe 0,60 m. Lage auf der 
linken Seite mit Kopf im Westen. Oberhalb der rechten Schulter ein Schnur- 
zonenbecher, 14 cm hoch, an der Mündung 14 cm weit. Er ist auffallend 
dünnwandig. Ton hellbraun. Verzierung durch 7 Gruppen von je 3 um- 
laufenden Schnurlinien. Vor der Brust ein länglicher Anhänger aus Stein, 
an beiden Enden durchbohrt. 

4. An der westlichen Böschung der Stammheimer Straße, etwa 150 m N 
der Bahn Korntal — Kornwestheim, fand W. Schierz im Mai 1946 ein Bruch- 
stück eines durchbohrten Hammers aus Hornblendeschiefer. Länge noch 
6,8 cm. Inv. 46/3. 

5. In der Rotwegsiedlung wurden im Juli 1950 beim Ausheben der Bau- 
gruben für Baublock III — VI, S der Fleiner Straße, im Löß zahlreiche Schutt- 
gruben mit Linearkeramik angetroffen. Erste Mitteilung durch Oberbaurat 
Dr. Speidel. Scherben Inv. 50/43 — 47. 

6. In einem Wasserleitungsgraben in der Fleiner Straße ebenda wurden 
Anfang Oktober 1950 weitere, wohl steinzeitliche Schuttgruben beobachtet. 

7. O der Rotwegsiedlung führte das Landesamt mit von der Stadt Stutt- 
gart gegebenen Mitteln vom 28. September bis 4. Oktober 1950 eine Grabung 
durch. Aufgedeckt wurde auf dem Acker von Weeger (Parzelle 1600) eine 
16,7 m lange und 5 — 7 m breite Fläche. Es zeigten sich drei regellose Schutt- 
gruben mit älterer Linearkeramik, Mahlstein, Feuersteinen, Knochen von 
Rind, Schwein, Schaf oder Ziege, Hirsch, Hase. Inv. 50/74 — 88. Der Unter- 
grund ist hier fester Keuperlehm. 



Steinbeilfund von Mundeisheim im Jahre 1771 

Akten der Herzoglichen Kunstkammer 
1. Schreiben des Land-Physikus Liesching in Bietigheim an den Herzog. 
Anschrift: Dem Durchlauchtigsten Herzog und Herrn Herrn Carl 
Herzogen zu Württemberg und Teck, Grafen zu Mömpelgardt, Herrn zu 
Heydenheim und Justingen, Rittern des goldenen Vliesses, des Löbl. 
Schwäbischen Creysses General-Feld-Marechall 
ad Clementissimas Meinem Gnädigsten Herzog und Herrn. 

Bietigheim d. 22. Jul. 1771. 

Durchleuchtigster Herzog, Gnädigster Herzog und Herr. 

Euer Herzogl. Durchleucht mit gegenwärttigem in Unterthänigkeit zu 
behelligen, veranlasset mich des reissigen Forstknecht Rippmanns in Groß- 
Ingersheim hiesigen OberAmts Jägerpursch, dessen Nähme mir dermahlen 
noch unbekannt, welcher vor einigen Tagen an dem Ufer des Neccarflusses 

Fundberichte 1938—50, 1. Teil. 4 



50 Ein alter Fundbericht 

ohnfern Mundeisheim hergehend einen grossen sehr hell gläntzenden Stein 
unter dem Wasser hervorschimmernd gesehen, welchen ihme auch der 
Gross Ingersheimer Waldschütz, Jakob Reinhardt, des folgenden Tages her- 
ausgelangt, der Stein solle nach aussage gedachten Waldschützens 1 Pfund 
gewogen haben und blaulecht aussehen, anbey aber sehr helle funklen. 
Gedachter Jägerpursch liess diesen Stein etliche Juden sehen, deren einer 
ihme sogleich 1000. Gulden ein anderer aber 4000. Gulden nach des Wald- 
schützen aussage darauf solle gebotten haben. Da nun, Durchleuchtigster 
Herzog, aus diesem Anbott zu erhellen scheinet, dass dieser Stein, wo nicht 
unter die kostbarsten, jedoch um seiner grosse willen, unter die in herzogl. 
Landen seltenen zu zählen seyn dörffe, solchen aber Euer Herzogl. Durch- 
leucht als Domino Territorii forderistens hätte sollen beliefert werden, so 
habe meiner unterthänigsten Pflicht gemäß zu seyn erachtet, ein solches Euer 
Herzoglichen Durchleucht alsbalden in unterthänigkeit submissest anzu- 
zeigen, unterthänigst bittend. Euer Herzogl. Durchleucht diese meine unter- 
thänigste Anzeige nicht in Ungnade vermerken, auch meinen Nahmen bey 
etwa ferner vorzunehmender genaueren Untersuchung gnädigst geheim zu 
halten geruhen möchten. 

Zu Herzogl. Hulden und Gnaden mich unterthänigst empfehlend beharre 
lebenslänglich mit submissest-devotestem Respect 

Euer Herzoglichen Durchleucht 

Unterthänigst Gehorsamster 

Christoph Friderich Liesching 
Land-Physikus in Bietigheim. 
Serenissimus 

Zum Herzoglichen Oberforstamt Ludwigsburg, um hierüber genaue 
Untersuchung zu halten, und von dem Erfund baldigen unterthänigsten 
Bericht zu erstatten. Sign. Solitude den 24. July 1771. 

2. Anschrift wie bei 1., aber ad manus clementissimas. 
Durchlauchtigster Herzog, Gnädigster Herzog und Herr! 

Euer Herzogl. Durchlaucht solle nach Herzogl. Gnädigstem Decret dd. 
24. Huj. über die von dem Land Physiko Liesching zu Bietigheim gemachte 
unterthänigste Anzeige, daß des Revier-Förster Rippmann in Groß-Ingers- 
heim Jägerpursch einen kostbaren Stein gefunden haben solle, genaue 
Untersuchung halten, und von dem Erfund baldigen unterthänigsten Bericht 
erstatten. 

Zu unterthänigster Befolgung habe ged. Jägerpursch so gleich vor mich 
beschaiden, den von ihme aus dem Neccar gethanen Stein abgefordert, und 
über die weiteren Umstände befragt, welcher sich hierauf vernemmen lassen, 
daß er diesen Stein niemand zum Verkauf angetragen, sondern die Leute 
beredt habe, als ob dieser Stein vieles Geld werth seye. 

Euer Herzogl. Durchlaucht habe dahero diese Beschaffenheit unter- 
thänigst berichten — diesen Stein beilegen — und in submissestem Respect 
ersterben sollen. 

Euer Herzogl. Durchlaucht 

Unterthänigst Treu Gehorsamster Kammerherr 
Oberforstmeister in Ludwigsburg 

Hans Carl von Thüngen 
Chevalier de l'Ordre mil. de St. Charle. 



Ein alter Fundbericht 51 

3. Se. Herzogl. Durchlt. 

lassen andurch dem Professor! und Antiquario Visdier beyliegenden 
unterthänigsten Bericht des Herzogl. OberForstAmts Ludwigsburg und 
Stein mit dem Gnädigsten Befehl zugehen, an Höchstdieselbe unter- 
thänigst sub remissione comunicati zu berichten, was dieses für eine Art 
Stein seye. 

Decretum Solitude den 27. Jul. 1771. 

Carl HzW. 

4. Unterthänigstes Pro Memoria. 

Auf das von Euer Herzoglich Durchlaucht an mich erlassene Gnädigste 
Cabinets Decret von dem 27ten huj. so mir aber erst heute belüfert worden, 
sollte ich sogleich in Unterthänigster Ruck Antwort melden, daß der hiebey 
cum Actis zurückfolgende Stein nichts anders, als ein sogenannter Lapis 
Ceraunio seye, dei'gleichen man in vorigen Zeiten aus Unwissenheit vor 
Donnerkeile oder Strahlsteine gehalten, u. in der Einfalt davon geglaupt 
hat, daß sie in denen Wetterwolcken erzeuget, u. mit dem Wetterstrahl aus 
der Luft herabgeführet worden, weil es nehmlich, jedoch bloss zufälliger 
Weise, geschehen ist, dass man einige solcher Steine unter der Erde in solchen 
Gegenden, wo das Wetter eingeschlagen, oder unter Bäumen, die vom Blitz 
berühret worden, angetroffen hat. 

Die neuere Steinbeschreiber nennen die Steine von dieser Art Litho- 
glyphos artefactos, u. melden davon, dass sie in vorigen Zeiten theils zu 
kriegerischen — theils zu häuslichen Werckzeugen, u. zwar immer aus den 
härtesten Steinen, verfertigt worden seyen, u. dass das an einigen, wie an 
diesem, befindliche ausgerundete Loch keine andere, als diese Absicht gehabt 
habe, daß man zu mehrerer Gemächlichkeit bey dem Gebrauch einen Stiel, 
oder Handgriff von Holz darin stecken können. 

Von der zerschiedenen Absicht, die man vormahls bey ihrer Verfertigung 
hatte, rühret also auch ihre verschiedene Form u. Grösse her, wie man sie 
dann von mancherlei Gestallten vorgefunden hat, u. dadurch veranlasst 
worden ist, sie in 1. Steinerne Keile, 2. Steinerne Messer, 3. Steinerne Aexte, 
4. Steinerne Hämmer, und 5. Steinerne Pfeile abzutheilen. 

Der Grund aber, warum sie immer in etwelcher Tiefe unter der Erden 
entdeckt werden, ligt lediglich in der Gewohnheit der Alten, nach welcher sie 
ihren Todten eines, oder etliche von ihren Werckzeugen, die sie im Leben 
am liebsten gehabt, oder am meisten gebraucht haben, mit in das Grab zu 
geben pflegten, wie man dann zerschiedene bey denen Urnen, oder Aschen- 
töpfen in alten Grabstellen angetroffen hat. Wie dahero dieser Stein in den 
Neccar gekommen seye, lässt sich zwar so eigentlich nicht bestimmen, es ist 
aber jedoch am wahrscheinlichsten, dass es durch eine Überschwemmung 
geschehen seyn möchte, da das Wasser die Erde, worunter es gelegen, 
abgespühlt, u. ihn bey dem Zurück Lauf mit in das Flußbett fortgeführt 
haben mag. 

Das mir zur Aufsicht gnädigst anvertraute Herzogliche Naturalien 
Cabinet hat mehrere solcher Steine von zerschiedener Form, Farbe und 
Grösse aufzuweisen, worunter sich besonders auch ein zimmlich grosser 
befindet, der aus einem ganz schwarzen, und sehr hartem Stein in etwas 
anderer Form verfertiget, u. gleichfalls mit einem solchen runden Loch ver- 
sehen ist. Jedoch muss ich dem hiebeyliegenden das Zeugnis geben, dass er 
unter allen, die ich gesehen, aus der schönsten SteinArt, nehmlich aus einem 
dunckelgrünen Jaspis gemacht, auch mit dem meisten Fleiss ausgearbeitet. 



52 Bronzezeit 

und noch wohl conservirt seye; ob er gleich übrigens von keinem weitern 
wehrt ist, als den ihm etwa sein Altertum beylegt. 

Dieses sollte auf Euer Herzogliche Durchlaucht Höchste Ordre ich in 
Unterthänigkeit melden, und mit submissestem Respect beharren, 

Stuttgart, d. 29ten July 1771. 

Joh. Frid. Vischer, Prof. und Antiq. 

Randschreiben: 

Seine Herzogliche Durchlaucht haben diesen Unterthänigsten Bericht 
des Prof essoris und Antiquarii Vischers eingesehen, und schicken hiemit den 
Stein quaest. in das herzogl. Naturalien-Cabinet. 

Decretum Solitude, den 31. Julii 1771. 

Carl HzW. 

n. 

Dieser Stein ist jezo im Kasten I. bey den andern sogenannten Strahl- 
steinen, sub. N. 221. 

Bronzezeit 

Schöne Einzelfunde sind das Armband von Böckingen, die Schwerter von 
Marbach (Neckar) und Trochtelfingen, die Radnadel von Echterdingen und 
der Fund von Wilsingen. Brandgräber der Spätbronzezeit wurden bekannt 
von Igersheim im Taubertal, von Kochendorf, Mühlheim (Donau) und 
Vaihingen (Enz). Hortfunde stammen von Nürtingen und von Ober- 
wilflingen (Kreis Aalen). 

Adolzfurt (Kreis Öhringen). Im Garten vor dem Schulhaus stieß Ober- 
lehrer G. Breyer im Mai 1949 auf ein Urnengrab der späten B. 

Archshofen (Kreis Mergentheim). 1947 fand Bauer Fritz Türauf von 
Schmerbach beim Fällen einer Eiche im Archshof er Wald 1,7 km SSO am 
Südrand der Straße nach Finsterlohr (Nordspitze vom Waldteil Siechen- 
bach) eine 20 cm lange bronzene Axt. Abb. 18. Museum Mergentheim. 

Baienfurt (Kreis Ravensburg). Im Föhrenried N Baienfurt wurde im 
Januar 1940 oder früher ein noch 40 cm langes Bruchstück der Klinge eines 
Bronzeschwertes gefunden. Näheres über die Fundumstände war nicht zu 
erfahren. Museum Ravensburg. 

Belsenberg (Kreis Künzelsau). In Flur Kapf 1,6 km NO auf der Hoch- 
fläche bei den Erdfällen 0,5 km S der Hochstraße im Herbst 1947 Fund eines 
Bronzebeiles (Querbeil). Abb. 9, Länge 8 cm. Finder Limbach. 

Mitteilung von Schumm. 

Binswangen (Kreis Heilbronn). In den Wolfsäckern SO der Autobahn- 
brücke fand Scholl Scherben der Urnenfelderzeit. 

Böckingen. 1. In der Baugrube für Haus Steinbach, Vogelsangstraße 1, 
beobachtete Nagel im Juli 1938 eine spätbronzezeitliche Wohnstätte. Scher- 
ben Inv. 38/189. 

2. Zu N.F. IX 14, 9: Flur Flüßle. Das kleine Gefäß Inv. 38/230. 
Ebenda beim Steinsetzen gefundene Schädelreste (zugehörig?) wurden nicht 
geborgen. 

3. Beim Bau einer Autohalle für Pfeiffer, Neckargartacher Straße 86, 
barg Nagel im Frühjahr 1939 vmverzierte Scherben der B. Inv. 39/52. 



Bronzezeit 



53 



4. In der Kiesgrube Müller in der Heckenstraße fand Nagel Bruchstücke 
mehrerer schwarzer Gefäße der B. Inv. 39/52 und 41/22. 

5. In der Landwehrstraße, wo 1935 ein Skelettgrab mit prachtvollen 
Armbändern mit Spiralen gefunden worden war (N. F. VIII 52 mit Tafel XI), 
fand ein Schüler 1940 im Wasserleitungsgraben bei Haus Westiner ein 
gleichartiges Armband. Durchmesser 8,7 cm. Schliz-Museum, Heilbronn. 

6. In der Baugrube für Haus H. Scheufler in der Ludwigsburger Straße 
barg K. Nagel im Mai 1938 Bruchstücke von Tellern und Schalen mit Rillen- 
verzierung. Späte B. Inv. 38/125. 

7. Bei einem Neubau in der Jäckleinstraße am Südende der Stadt stieß 
man 1938 auf Teile eines großen Gefäßes der Spätbronzezeit, einen Mahl- 
stein und Wandverputz. Schliz-Museum. Mattes. 

8. Landwehrstraße, Jugendheim, siehe S. 87, 5. 

9. In den Baugruben für die Häuser Brucker und Schlipp in der Jäcklein- 
straße am Südende der Stadt beobachtete K. Nagel im Juni/Juli 1950 Schutt- 
gruben mit Keramik der späten B. Inv. 50/70. 80 m NO davon wurden bei 
Haus Schillerstraße 88 (Wagner) im Jahre 1933 Siedlungsreste derselben 
Zeit gefunden (N. F. III 52). 




Abb. 9. Bronzebeil von Belsenberg. V2 nat. Gr. 



Bopfingen (Kreis Aalen). 1. Beim Bau von Haus Bachgasse 5 im Jahre 
1937/38 Fund eines bronzezeitlichen Grabes mit schmalem, etwa 22 cm 
langem Dolch mit 2 Nieten. Mitteilung von Netter 1949. 

2. "Vom Ipf liegen im Museum Nördlingen Bruchstücke von 2 Feuer- 
böcken und Gefäßen der Spät.-B. sowie Scherben der H. 

Buchau (Federsee). Im Ostteil des Taubrieds 2,5 km SO liegen in den 
Parzellen 2412 und 2413 (H. Forschner) schon längere Zeit bekannte Reste 
einer wohl spätbronzezeitlichen Moorsiedlung, 1,5 km vom nächstgelegenen 
Rand des Riedes und 600 m SO vom spätbronzezeitlichen Moordorf Egelsee 
entfernt. In dem trockenen Sommer 1947 trocknete das Moor stark aus und 
sackte zusammen. Dadurch traten im Grunde steckende Pfähle heraus. Quer 
durch die Parzellen Forschner sowie die beiderseits anschließenden Parzellen 
konnte man auf 90 m eine etwa W — O ziehende Pfahlreihe verfolgen, 35 bis 
40 m vom südlichen Parzellenende (Moorgraben) entfernt. Im östlichen Teil 
der Pfahlreihe zeigte sich eine zweite, annähernd parallele Reihe in etwa 
3 m Abstand. Scherben Inv. 48/5. 



54 Bronzezeit 

2. Zu den vorgeschichtlichen Fundstätten im Moor O und S der Stadt 
treten nun auch Fundstellen am Westrand der Stadt: 

a) Beim Ausheben der Klärgrube für das Moorbad im Jahre 1947 am 
Teuchelweg zeigten sich jungsteinzeitliche Reste. Herr Zimmermann barg 
aus dem Aushub Gefäßscherben, ein 5,5 cm langes ovales Feuersteingerät, 
ein 12 cm langes Hirschhorngerät und Knochen vom Edelhirsch und Schaf 
oder Ziege. 

b) In einem Wasserleitungsgraben etwa 50 Schritte ostwärts von a fand 
Studienrat Wall im Oktober 1949 einige Scherben aus der Spätbronzezeit. 

c) Bei einer kleinen Grabung an der Nordwestseite (Mitte) des Stall- 
gebäudes hinter dem Schlachthaus, Bachgasse 16, fand man im September 
1949 im Faulschlamm unter dem Torf in 70 cm Tiefe ein fast ganz erhaltenes 
Tongefäß der Spätbronzezeit: Dünnwandige Schüssel, 15 cm weit, 7,5 cm 
hoch, mit Bodendelle. Dabei Bruchstück eines großen Topfes mit Schnur- 
leiste. Funde im Federseemuseum. 

3. Der schon länger bekannte, wohl spätbronzezeitliche Bohlenweg 
zwischen Buchau und Kappel, 400 m WSW Bahnhof Buchau (kurz erwähnt 
bei Reinerth, Das Federseemoor, 1936, 147), wurde beim Torfstich im Früh- 
jahr 1949 erneut angeschnitten. Er zieht in Richtung NO — SW. In den 
Parzellen 2222/1 und 2222/2 konnte er durch Studienrat Wall auf 26 m Länge 
in Teilen freigelegt und am 5. Juni 1949 durch den Bund für Vogelschutz 
anläßlich seiner 50. Jahrestagung unter Führung von Paret besucht werden. 
Tafel V 1. Hier ist früher schon Torf gestochen worden. Heute liegt der Weg 
im NO 60 bis 70 cm, weiter SW nur noch etwa 20 cm unter der Grasnarbe. 
Vom Schwarzen Weg an war er auf 60 m Länge schon ganz ausgestochen. 
Die Breite beträgt 3 bis 3,5 m (örtlich auch mehr). Die Unterlage bilden 4 oder 

5 Längshölzer, meist dünne Birkenstämme. Darauf liegen Querhölzer von 

6 bis 13 cm Stärke, so daß 15 Stück auf 2 m Weglänge kommen. Dazwischen 
aber besteht der Belag auf mindesten 3 bis 4 m aus Spalthölzern von 12 bis 
20 cm Breite (11 Stück auf 2 m Weglänge), so daß eine ebene, geschlossene 
Fläche entstand. Der Rand des Weges ist nicht ganz geradlinig, einzelne 
Prügel treten 20 bis 40 cm weit vor. Unter den Schwellhölzern zeigen sich 
gelegentlich noch dünnere Querhölzer wie von einem älteren ganz einfachen 
Weg. Neben dem Weg stecken hie und da dünne Pfähle (4 bis 5 cm). Wall 
konnte den Weg in Richtung SW nur noch etwa 20 m weit verfolgen. 

Creglingen (Kreis Mergentheim). In Flur „Im Bilsen" am Nordwestrand 
der Stadt am Talhang über der Tauber konnte 1941 G. Müller Reste von 
wohl spätbronzezeitlichen Urnengräbern bergen, auf die Gärtner Herbert 
gestoßen war. Dabei fanden sich zwei fingerlange Anhänger aus Kalkstein 
in Tropfenform, an der Spitze durchbohrt. Mitteilung von Kost. 

Deckenpfronn siehe S. 71. 

Dormettingen. Grabhügel 2 und 4 und Einzelfunde siehe S. 71 bis 73. 

Dörzbach (Kreis Künzelsau). 1. Die N. F. VIII 53 genannte Nadel siehe 
Abb. 10, 2. 

2. In einer verlassenen Tuffsandgrube am Altenberg 1 km W stellte 
Oberlehrer Wallrauch im April 1939 eine vorgeschichtliche Siedlung fest. 

3. In der Lehmgrube der Ziegelei 1,5 km WSW fand 1939 Wallrauch 
vorrömische Scherben, ebenso 

4. 0,5 km S. Württ. Franken 1940, 23. 

Ehingen. 1. Aus der Baugrube für Haus 152/154 zwischen Lautlinger 
und Mehlbaumstraße barg Breeg im Frühjahr 1938 Scherben der B. und H. 
Inv. 38/176. 



Bronzezeit 55 

2. Bei der europäischen Wasserscheide 3 km W, bei Bahn-km 56 S der 
Bahn, fand Breeg 1941 einige Scherben der B. (?) Inv. 41/10. 

Echterdingen (Kreis Eßlingen). Im Mai 1938 fand ein Arbeiter beim Bau 
des Flugplatzes eine Radnadel der Hügelgräberbronzezeit. Tafel IV 4. Länge 
16 cm, Durchmesser des Rades 4 cm, Öse dreieckig. Speichenanordnung wie 
Holste, Die Bronzezeit im nordmainischen Hessen, Tafel 31, 1 B (einfaches 
Kreuz und Doppelring). Inv. 39/115. 

Erlenbach (Kreis Heilbronn). 0,5 km SW, S der Autobahn und 100 m W 
der Straße nach Weinsberg fand Scholl Keramik der Urnenfelderzeit. 

Fellbach. Auf der Westspitze des Kappelberges (N. F. IV 29 f.) fand G. 
Schwarz bronzezeitliche Scherben. Inv. 39/97. 

Fridingen (Donau) (Kreis Tuttlingen) siehe S. 31. 

Geislingen (Steige). Der Beobachtungstätigkeit von Studiendirektor a. D. 
Burkhardt und Oberstudiendirektor Kley werden mehrere neue Funde ver- 
dankt, die für die Vorgeschichte des Stadtgebietes und darüber hinaus von 
Bedeutung sind. Vor allem zeigen die Funde, daß in den Albtälern mit 
einer starken Uberdeckung alter Kulturschichten durch Hangschutt und 
Kalktuff zu rechnen ist. Die Fundarmut in solchen Tälern kann also täuschen. 
Entlang der Eyb finden sich vom Eybacher Tal bis Kuchen beiderseits des 
Flüßchens im Tuffsand ein bis zwei Kulturschichten (N. F. IX 50 f.): 

1. Bei der Springequelle am Nordrand der Stadt liegt eine von der Eyb 
umflossene Terrasse. Die Quelle entsprang früher N der Eyb, sie kam erst 
vor einigen Jahrzehnten durch Verlegung des Eybbettes auf ihre Südseite 
zu liegen. Unter einer 4,5 m mächtigen Schicht von Tuffsand und Kalktuff 
trifft man auf eine obere Kulturschicht, aus der zwei römische Münzen 
stammen. 1 m tiefer liegt die untere Schicht mit spätlatenezeitlichen Kamm- 
strichscherben. 

2. In der Sandgrube Schall 200—300 m SO der Springe liegt die Latene- 
schicht unter dem Humus. Der Tuffsand reicht hier bis 8 m Tiefe. 

3. 120 m NO der Springe wurde eine Siedlungsstätte der Spät.-H. bis 
Früh-Latenezeit beobachtet. 

4. 550 m O der Springequelle ergab die Baugrube für Haus Büchele, 
Längentalstraße 44, zwischen Tälesbahn und Hauptbahn, im November 1949 
zahlreiche Keramik der Spätbronzezeit und Tierknochen. 

5. Bei einem Neubau in der Hölderlinstraße, NW der WMF, wo im Jahre 
1912 Latenegräber angeschnitten wurden, zeigten sich im Jahre 1949 vor- 
römische Scherben. 

Gelbingen (Kreis Schwäbisch Hall). In Flur Kirchberg am Nordostrand 
wurde im August 1950 in einer Baugrube in Parzelle 158/2 unter Gehänge- 
schutt in 2 m Tiefe eine vorgeschichtliche Kulturschicht angeschnitten. 

Mitteilung von Kost. 

Grab (Kreis Backnang). Die N. F. VII 25 unter Sulzbach (Murr) genannte 
Lappenaxt wurde nach Prescher, Historische Blätter, Stuttgart 1818, 
1. Liefg. S. 93, bei Grab gefunden. Hinweis von Kost. 

Großgartach. 1. Sandgrube Ingelfinger (siehe N. F. VIII 30 und IX 18): 
Bearbeitetes Geweihstück Inv. 38/175 durch Nagel (Böckingen). Ebendaher 
Scherben mit Henkel und Schnurleiste. Späte B. Inv. 39/105. 

2. Das N. F. IX 34, 3 genannte Gefäß ist jetzt zusammengesetzt. Es ist 
58 cm hoch und 58 cm weit. 



56 



Bronzezeit 



Gültlingen (Kreis Calw). In der Tuffsandgrube von Paul Müller im Sand- 
loch 0,5 km O wurde 1950 eine Schuttgrube mit Gefäßresten der späten 
Bi'onzezeit angetroffen. Dabei großer Henkel und Scherben mit Finger- 
tupfenreihe. Bearbeitete Hirschgeweihstange. Schulsammlung. Weitere 
Keramik, geborgen durch Paret im April 1950, jetzt Inv. 50/24. 

Hausen a.T. (Kreis Balingen). Der Bürzel 1 km NO (P. 849,9), 1,5 km 
SSW vom Lochenstein, trägt Reste einer Befestigung der späten Bronzezeit 
und Hügelgräberbronzezeit: Abschnittsgräben, Scherben, Handmühle aus 
Keupersandstein. Kost 1939. 

Hayingen (Kreis Münsingen). In einer kleinen Höhle im Glastal W fand 
Professor Kapff im Jahre 1938 ziemlich oberflächlich 3 Scherben der Bronze- 
zeit, einen mit großem Buckel. 



"V, 



Abb. 10. Bronzenadeln. 

1. Langenau, 2. Dörzbadi. 

Vs nat. Gr. 



Abb. 11. Bronzedolch 

von Höfen a. N. 
Va nat. Gr. 



Heilbronn (Neckar). Urnengräber siehe S. 33, 3. 

Herbrechtingen (Kreis Heidenheim). Der N. F. VIII 55 mit Tafel 12, 1—7 
behandelte Fund stammt nicht von hier, sondern angeblich aus Nordfrank- 
reich. 

Höfen (Neckar) (Gemeinde Stuttgart). Auf der Höhe O gegen öf fingen 
fand man um 1928 einen 15,5 cm langen Bronzedolch mit Mittelrippe und 
2 Nietlöchern. Abb. 11. Mitteilung von E. Reinhard. 

Hohenstaufen. Am 25. August 1936 wurde unter Leitung des Landesamts 
für Denkmalpflege mit Grabungen auf dem Berge begonnen. Sie hatten das 
Ziel, ein Bild der alten Kaiserburg zu gewinnen. Im Westteil, N vom Alb- 
vereinshaus, wurden wohlerhaltene Fundamente eines Gebäudes und eine 
Zisterne aufgedeckt. Bei diesen Grabungen stieß man auch auf Reste aus 
vorgeschichtlicher Zeit: eine bronzene Lanzenspitze, Gefäßscherben der H. 
und der T. und der Römerzeit, dabei auch Sigillata. Funde verschollen. 



Bronzezeit 57 

Jagsthausen. Die Sammlung in der Götzenburg besitzt als alten Bestand 
(wohl vor 1870) von unbekannten, aber wohl in der Nähe liegenden Fund- 
orten: 

1. Eine stark beschädigte Bronzelanze, noch 13,3 cm lang. 

2. Ein 6,5 cm hohes Gefäßchen mit Guirlandenverzierung und 

3. Ein 7 cm weites und 4 cm hohes Schüsselchen. Abb. 14. 

4. Einen 4 cm großen, verzierten Spinnwirtel. 

2 — 4 vermutlich Beigaben aus einem Urnengrab der späten B. Paret. 

Jagstheim (Kreis Crailsheim). Auf der Pfannenburg fand 1937 Ober- 
präzeptor Hoffmann Scherben der späten B. oder H. 

Igersheim (Kreis Mergentheim). 1. In der Lehmgrube der Ziegelei Hock 
wurde vor Jahren ein spätbronzezeitliches Urnengrab gefunden, und im 
Herbst 1939 eine Grube mit Brandresten und Gefäßteilen (Grab oder 
gewerbliche Anlage?) durch den Bagger zerstört. Heimatmuseum Mergent- 
heim. Württ. Franken 1940, 22 f. 

2. Ebenda im Jahre 1949 Grube mit Keramik der späten N. oder der B. 

Kost. 

Kochendorf (Neckar). In Flur Obere Fundel 1,2 km SSO stieß L. Roth 
im November 1940 beim Setzen eines Obstbaumes in seiner Parzelle 3699 
auf eine 80 : 80 cm große Steinsetzung aus durch Brand geröteten Roll- 
steinen, auf der Scherben zweier Gefäße und viel Holzkohle lagen. Die 
auf Meldung von Ortsbaumeister Schantaacher erfolgte Untersuchung durch 
das Landesamt konnte nichts Näheres mehr erkennen. Die Gefäße sind spät- 
bronzezeitlich. Inv. 40/18. 

Kochertürn (Kreis Heilbronn). Auf Flur Hirschfeld 0,3 km W über der 
Talaue des Kocher wurde bei Drainagearbeiten in den 1930er Jahren 
eine Siedlungsstätte der Urnenfelderzeit angeschnitten. Viel Keramik, 
geschweiftes Bronzemesser. Funde verloren. Scholl 1950. 

Komwestheim. In einer Baugrube W der Häuser Markgröninger Straße 
56/58 und 61/62, NNW vom Bahnhof, beobachtete Dr. Zürn im September 
1950 zwei Schuttgruben mit Urnenfelderkeramik. Inv. 50/90. 

Langenau (Kreis Ulm). In einem Torfstich im Langenauer Ried, 3,5 km 
SO, beim Austritt der Nau in die Donauniederung, 300 m SO der Sixen- 
mühle, wurde etwa 1947 eine Bronzenadel mit vierkantigem, gewelltem 
Schaft gefunden (Abb. 10, 1). Länge 23,3 cm. Kopf 2 cm breit, etwa doppel- 
konisch, unregelmäßig, abseits der Mitte von oben nach unten durchbohrt. 
Verzierung des Schaftes vom Kopf an auf 3 cm durch Kerben in den Kanten, 
dann durch Punktreihen auf allen 4 Seiten bis 4 cm vor der Spitze. Zeit: 
frühe Hügelgräberbronzezeit. Siehe Holste, Marburger Studien, 1938, 99 f. 
Solche Nadeln sind im Lande bisher bekannt von 

1. Dörzbach (Kreis Künzelsau) 1 Stück. Siehe N. F. VIII 53 und Abb. 10,2. 

2. Ittenhausen (Kreis Saulgau) 2 Stück. N. F. VIII 55 f. 

3. Trochtelfingen (Kreis Sigmaringen) 2 Stück. N. F. VIII 55. 
Bei der Fundstelle zeigten sich angekohlte eichene Pfähle. 

Museum Langenau, durch Hauptlehrer Heckel (Ulm), 1950. 

Laufen (Eyach). Am Nordhang der Schalksburg (siehe N. F. VIII 56) fand 
Breeg mit Schülern von Burgfelden Scherben der späten B. und der T. (?) 
und den Ausguß einer römischen Reibschale. Inv. 41/8 und 41/9. 

Lauffen a. N. siehe S. 36. 



58 



Bronzezeit 



Lorenzenzimmern (Kreis Schwäbisch Hall). Auf der Kuppe (Südseite) 
des Kirchbühl (P. 449,1) 0,9 km NW fand Dr. Kost im Juni 1939 vorgeschicht- 
liche Scherben. Württ. Franken 1940, 23. 

Marbach (Neckar). Bei Baggerarbeiten im Neckar in der Nähe des alten 
Wehrs beim Schillernationalmuseum wurde im Frühjahr 1940 ein Bronze- 
schwert gefunden. Länge 70 cm (an der Spitze ein Weniges abgebrochen). 
Griff massiv. Form des Schwertes wie bei dem Stück von Hermaringen 
(N. F. III 41). Tafel IV 1. Das Stück wurde durch eine Parteistelle entführt 
und ist verschollen. 






2 3 

Abb. 12. Merklingen (Kreis Ulm). 
1. Schwert (Vs nat. Gr.), 2. Armreif (Vs nat. Gr.), 3. Axt (Vs nat. Gr.) aus Bronze. 

Merklingen (Kreis Ulm). Im Wald Bannholz 2,7 km WNW, 0,4 km O 
von P. 748,7, wurden im Frühjahr 1934 nördlich des alten Weges unter 
einem Baumstumpf beisammen gefunden (Abb. 12): 

1. Lappenbeil, 17 cm, Schneidenbreite 9,2 cm. Gewicht 570 g. 

2. 2 Bruchstücke eines Griffzungenschwertes, zusammen noch 25 cm 
lang. Am Beginn der Klinge Verzierung durch eingravierte Halb- 
bogenreihen. 

3. Armring mit Stollenende, nur halb erhalten. Reich graviert. 

Vor- und frühgeschichtliches Institut Tübingen. 

Mühlacker. Der N. F. IX 38 genannte Feuerbock ist reich verziert. Siehe 
Abb. 13. Höhe 25,5 cm, Fußdicke 9 cm. Heimatmuseum Inv. 20/39. 

Mühlhausen (Neckar). Mönchfeld siehe S. 38. 

Mühlheim (Donau). Beim Bau eines Nebengleises wurde im Mai 1942 in 
Flur Birkenloch, 1,7 km NO, im Donaubogen N vom Fluß zwischen diesem 
und dem Weg ein spätbronzezeitliches Brandgrab angetroffen. Geborgen 
wurden Bruchstücke der Aschenurne und eines Schwertes. Von diesem sind 
erhalten: 

a) Der Griff in 2 Stücken. 

b) 5 Bruchstücke der Klinge, zusammen 34 cm lang. Querschnitt 
rhombisch, 3 cm breit. Beiderseits je 4 schmale Längsrippen. 



Bronzezeit 



59 



c) Das Ortband der Scheide, 6,7 cm lang. Hülse mit Endknopf, Guß. 

d) 3 Blechstückchen, vielleicht vom Scheidenbeschläg. 

e) Ovaler Bronzering, 4,2 : 4,6 cm. 5 mm dick, glatt, geschlossen. 

Eingesandt durch eine militärische Dienststelle. Vernichtet. 

Nagold. Die N. F. VIII 78 behandelten Grabungen auf Hohennagold 
wurden 1938 fortgesetzt. Im Nordteil der Vorburg (Turniergarten) 15 bis 
30 m NW vom Eingangstor ergaben mehrere Suchgräben Keramik der 
Spät-B., der H. (mit roter und schwarzer Bemalung) und der T. Dazu 
einige römische Scherben (Schüsselrand, Teller). 




Abb. 13. Bruchstück eines tönernen Feuerbocks aus Mühlacker. 

Va nat Gr. 



Nendingen (Kreis Tuttlingen). Im Frühjahr 1942 stieß man beim Aus- 
heben der Baugrube für Haus Reinhold Schwarz, „An der Steig", etwa 50 m 
NNW der Marienkapelle, N der Donau, auf spätbronzezeitliche Gefäßreste, 
dabei 2 ganz kleine Töpfchen. Proben Inv. 43/29. 

Mitteilung von Müller (Nendingen) und Koch (Tuttlingen). 

Neuses (Kreis Mergentheim). Bei einem Neubau stieß man im Januar 
1950 auf eine Urne der Spätbronzezeit mit Brandasche. Bruchstücke im 
Museum Mergentheim. Kost. 

Niederstotzingen. Bei Grabarbeiten für die Landeswasserversorgung 
stieß man im Sommer 1935 an der Straße nach Günzburg auf ein Grab. 
Daraus gelangten in die Staatssammlung (Iv. 42/20): 

a) Urne. Rand fehlt. Höhe noch 26 cm, Durchmesser 38 cm. 

b) Reste einer schwarzen Urne. 

c) Bronzenadel, 20 cm lang, mit großem kugeligem, etwas zugespitztem 
und graviertem Kopf. 



60 



Bronzezeit 



Nordheim (Kreis Heilbronn). Auf Flur Zollstock SO fand K. Nagel vor- 
römische, wohl bronzezeitliche Scherben. Inv. 50/96. 

Nürtingen. Beim Bau der Heller-Siedlung am Südwestfuß vom Ersberg 
1,2 km SO im Steinachtal stieß man 1944 oder etwas früher auf ein bronze- 
zeitliches Depot im Gesamtgewicht von 1,07 kg: 

1. Lappenaxt, 16 cm lang. Schneide beschädigt. 

2. Lappenaxt, Schneidenteil, noch 9,7 cm lang. 

3. Lappenaxt, Schneidenteil, noch 6,7 cm lang. 

4. Sichel mit Loch, Bruchstück, noch 11,5 cm lang. 

5. Sichel mit Loch, Bruchstück, 9,8 cm lang. 
Abb. 15. Inv. 50/100. 




Abb. 14. Jagsthausen (?). 

Tongefäßchen aus einem Umengrab 

der Spätbronzezeit. Vs nat. Gr. 




Abb. 15. Metallhort, Bronze, 
von Nürtingen. Vs nat. Gr. 



Obereisesheim (Kreis Heilbronn). In den Schneideräckem wenig W vom 
Ort fand Scholl Keramik der Urnenfelderzeit. 

Oberhausen (Gemeinde Hausen am Tann, Kreis Balingen). Die N — S 
gestreckte Kuppe des Bürzel, 300 m SW und 1,5 km SSW vom Lochenstein, 
war nach Scherbenfunden in der Spätbronzezeit besiedelt und durch Gräben 
befestigt. Höhe 849,9 m. Mitteilung von Kost 1939. 

Obernheim (Kreis Balingen). 1. Auf dem Burgbühl 1,5 km WNW, der 
auch steinzeitliche Reste aufweist (siehe S. 41), fand Kost (Schwäbisch Hall) 
1939 im Nordostteil zahlreiche Scherben der späten B. und der H. Er ver- 
mutet hier das Tor eines einstigen Ringwalles. Siehe S. 80. 

2. Am Tannsteig siehe S. 41. 

3. In Flur Beutenloch 1 km N, 200 m ONO P. 914,2, liegen vorgeschicht- 
liche Scherben. 

Obertürkheim. Auf dem Ailenberg SO über dem Ort fand P. Maier einen 
vorrömischen Scherben. Inv. 50/13. 

Oberwilflingen (Kreis Aalen). 1932 stieß Andreas Stark auf seinem 
Grundstück im Mühlweg an der Römerstraße 0,7 km SW beim Ausheben 
eines Grabens auf ein Lager von Bronzebeilen und Kupferbrocken (Tafel 
IV 3): 



Bronzezeit 61 

1. Beil, Schneide abgebrochen, noch 16,7 cm lang. 95,3% Kupfer, 4,5% 
Zinn. 

2. Beil, Nackenteil abgebrochen, noch 15,3 cm lang. Schneide 7,5 cm 
lang. 93,8% Kupfer, 5,5% Zinn. 

3. Beil, Schneide abgebrochen, noch 15,1 cm lang. 92,9% Kupfer, 5,5% 
Zinn. 

Die Gußbrocken im Gesamtgewicht von 6 kg bestehen aus reinem Kupfer: 

4. 16 cm lang, 1,57 kg. 5. 14 cm lang, 1,67 kg. 6. 11,5 cm lang, 1,40 kg. 
7. 12 cm lang, 1,34 kg. 

Vom Landesmuseum erworben 1950, Inv. 50/5. 

ödheim (Kreis Heilbronn) siehe S. 41, 3. 

Oggenhausen (Kreis Heidenheim). Auf einem Acker in Flur Stockmähder 
2 km SW wurde 1935 ein 10 cm langes bronzenes Hohlbeil gefunden. Abb. 16. 

Museum Heidenheim. 

Pfanhausen (Kreis Eßlingen). Im alten Neckarbett neben dem See wurde 
um 1944 ein Bronzeschwert gefunden. Länge 69 cm. Breite 3,5 cm. Wenig 
abgesetzte Griffzunge. Privatbesitz. Mitteilung von Kost. 

Renningen (Kreis Leonberg). Zahlreiche Keramik der B. oder H. von 
Bauplatz Robert Bosch (1939). Inv. 39/102. 

Roßwangen (Kreis Balingen). Auf dem Lochenstein (siehe N. F. II 73 ff.) 
fand Kost (Schwäbisch Hall) 1941 eine bronzene Nadel mit Kolbenkopf, noch 
10,4 cm lang. Inv. 43/33 als Geschenk des Finders. 

Ruit (Kreis Eßlingen). Bei den Grabarbeiten für Haus Feuerteich neben 
der Schule stieß man im März 1939 auf Gräber, die leider nicht fachmännisch 
untersucht wurden. Dem Landesmuseum wurden übergeben (Inv. 39/81): 

a) Teile von 2 jugendlichen Skeletten, die beide am linken Oberarm 
Grünfärbung durch einen Bronzeschmuck zeigen. 

b) Skelettreste eines Kindes. 

c) Steinbeil 10,8 cm lang. 

d) Flacher Schuhleistenkeil, 12,6 cm lang. 

Über die Zusammengehörigkeit der Funde und die Art des Bronzeschmuckes, 
damit auch über die genaue Zeitstellung, ist nichts bekannt. Siehe S. 44. 

Schäftersheim (Kreis Mergentheim) siehe S. 44. 

Schelklingen (Kreis Ehingen). Auf einem Acker am Fuß des Sirgenstein 
wurde 1938 ein dünner, noch 4,7 cm langer Wetzstein aus schwarzem Stein 
mit heller Patina gefunden. Am Ende durchlocht zum Anhängen. Wohl 
vorgeschichtlich. Inv. 38/182. 

Schmerbach (Kreis Mergentheim). Bronzeaxt am Archshof ener Weg, 
2 km N, siehe S. 52 Archshofen. 

Schömberg (Kreis Balingen). In Flur Neidlinger, 0,7 km WNW, liegt eine 
Gruppe von 17 Grabhügeln. Im Oktober 1944 wurden am Ostende der 
Gruppe 2 Hügel durch einen Wasserleitungsgraben, ein dritter durch eine 
Feldbahn betroffen und beim Abbau durch stud. W. Jordan untersucht. Diese 
Hügel enthielten spätbronzezeitliche Gräber und alamannische Nachbe- 
stattungen. 
Hügel 1: mit 4 alamannischen Bestattungen: 

I. Mit Schieferplatten ausgekleidetes Grab W — O. Skelett mit 2 

je 8 cm großen bronzenen Ohrringen. 



62 



Bronzezeit 



II. Neben I, W— O. Ohne Beigaben. 

III. Skelettreste. 

IV. Skelettreste und 2 eiserne Lanzenspitzen in Bruchstücken. 
Wohl zu einem dieser Gräber gehören 7 bronzene, etwa 10 cm 
lange Riemenzungen, davon 1 gepunzt. 

Einzelfund: Eine Pfeilspitze aus braunem Feuerstein mit 
einspringender Basis, noch 3,6 cm lang. 

Hügel 2: Zwei Urnen-Brandgräber der Spätbronzezeit. 

I. Große Urne mit Knochenasche. Zwischen der Asche eine 
Bronzenadel mit birnenförmigem Kopf und geriefeltem Hals (wie 




Abb. 16. 

Hohlaxt, Bronze, von Oggenhausen. 

Vi nat. Gr. 





Abb. 17. 

Armreif, Bronze, von Wilsingen. 

Vs nat. Gr. 



Abb. 18. 

Bronzeaxt von Archshofen. 

Vs nat. Gr. 



G. Kraft, Kultur der Bronzezeit, Tafel 27, 10, von ödenwald- 
stetten), darüber 6 kleine Gefäßchen, u. a. ein 12,3 cm großes 
Schälchen mit Spitzboden, abgetrepptem Profil mit Zickzack- 
bändern. 

II. Urne mit Zickzack- und Rillenverzierung. 
Daneben als Einzelfunde eine alamannische Riemenzunge aus 
Bronze mit Tierornament und eine eiserne Schnalle. 
Hügel 3: I. Große Aschenurne und etwa 10 kleine Schüsselchen, Schälchen 
und Teller. 

II. Im Leichenbrand Reste einer Vasenkopfnadel und eines 
Bronzemessers mit verziertem Rücken. 

III. Etwa 10 alamannische Nachbestattungen, einige in Schiefer- 
plattengräbern. Beigaben: Schwerter, Messer, Schere, Lanzen- 



Bronzezeit 63 

spitze, Schnallen, Perlen aus Ton, Glas, Bernstein und Gagat. 
Fingerring aus Golddraht mit feinen Querriefen. Spinnwirtel. 
Einzelfund: Pfeilspitze aus Feuerstein, dreieckig. 3 Feuer- 
steinspäne, Bruchstück eines stark verwitterten Steinbeiles aus 
grauem Gneis. Schneidenbruchstück eines feingeschliffenen Stein- 
beiles. 

Schörzingen (Kreis Balingen). Im Aushub eines Wasserleitungsgrabens, 
1,5 km SO und 0,6 km NNO vom Oberhohenberg, fand Lehrer Reiser 
(Nusplingen) im Mai 1941 spätbronzezeitliche Scherben in dunklem Boden. 
Es ließ sich im Graben eine Schuttgrube erkennen. Fundstelle O P. 863,2 
und etwa 20 m W des Weges nach Deilingen. 

Sirnau (Gemeinde Eßlingen). In Flur Gartenacker 0,6 km O vom Hof 
Sirnau, etwa 50 Schritte W vom alten Hochwasserdamm, wurde 1938 von 
Firma Wolf & Göbel eine Schottergrube angelegt. Oberlehrer Fischer barg 
daraus zahlreiche Keramik der Bronzezeit mit Buckel und Tupfenreihen. 

Im Juni 1939 war in 1 m Tiefe auf etwa 10 m eine Kulturschicht mit 
unverzierten Scherben, Lehmverputz, Holzkohle und angebrannten Steinen 
angeschnitten. 

Steingebronn (Kreis Münsingen). Nachtrag zu N. F. IX 53, II. Unter den 
Streuscherben ist ein Bruchstück eines kleinen, grauen Feuerbocks. Ergänzt 
12 cm breit, 11,5 cm hoch. Inv. 41/1. 

Straßberg (Kreis Sigmaringen). Beim Bau der Wasserleitung von der 
Untermühle unterhalb Straßberg zum Wasserwerk Ehingen wurde 1950 von 
Dr. Stettner (Ehingen) und Mittelschullehrer H. Müller (Winterlingen) in 
1,2 m Tiefe eine Kulturschicht mit Scherben der Spät-B. beobachtet. Die 
Hauptfundstelle liegt gleich W vom Bahnhof und der Bahn und erstreckt 
sich entlang der Bahn etwa 100 m gegen N und S. 

Sulz (Kreis Calw). Am Fuß vom Tierstein an der Ostseite des Orts fand 
W. Müller einen vorgeschichtlichen Scherben. Schulsammlung Gültlingen. 

Tailfingen (Kreis Böblingen). Brandgrab der späten B. siehe S. 83. 

Trochtelfingen (Kreis Sigmaringen). 1943 wurde in Flur Grafenhalde 
1,4 km W beim Pflügen in Parzelle H. Schmid ein 65 cm langes Bronze- 
schwert gefunden. Im November 1944 unternahm Oberpostrat E. Peters mit 
Professor Goeßler eine Grabung, die eine schöne Lanzenspitze, Reste von 
verzierten Bronzeblechen unbekannter Bestimmung, Scherben von 3 Ton- 
gefäßen und Skelettreste ergab. Es handelt sich um einen verschleiften 
Grabhügel der älteren Bronzezeit. Die Grabungsfunde gingen verloren, das 
Schwert liegt in der Sammlung auf Burg Hohenzollern. 

Tuttlingen. 1. Beim Neubau Bayha im Schildrain N der Stadt, gleich N 
der Bahnlinie nach Sigmaringen, wurde 1948 eine Siedlungsstätte der 
Spät-B. angeschnitten. W. Potschigmann legte 4 Pfostenlöcher und einen 
Herd frei. 15 cm großes Gefäß. 

2. Beim Neubau Königstraße 47 am Ostende der Stadt, S der Donau, 
stieß Schöppler auf ein Urnengräberfeld der Spätbronzezeit: 

a) Urne 1,25 m tief mit Knochenasche unter 60 : 60 cm großem Deckstein. 
Dabei zwei kleine Beigabegefäßdien. 

b) Zwei weitere Urnen in Bruchstücken etwa 3 m entfernt. 

c) 2,5 m von a unter großen Steinen neben einigen Tierknochen zwei 
Bronzenadeln mit verdicktem und durchlochtem Hals mit Gravierung, 
die eine 17,5 cm, die andere 21,5 cm lang. 



64 Bronzezeit 

3. In der Baugrube für Haus Klaiber in der Panoramastraße W vom Vor- 
stadtbahnhof beobachtete Schöppler 1935 Bronzeschlacke, etwas Bronze und 
Scherben der Spätbronzezeit. 

4. Beim Bau der Garage zu Haus Eichhorn, Königstraße, traf G. Schöppler 
Kulturreste der Spätbronzezeit, dabei eine durchlochte Bronzenadel von 
17,6 cm Länge. Inv. 38/137. Mitteilung von Reinert. 

Unterheimbach (Kreis Öhringen). Das N. F. I 31 genannte Bronzebeil 
wurde in den 1890er Jahren bei Wegarbeiten im Waldteil Sandrain etwa 
2 km W gefunden. Es ist ein 11,5 cm langes Beil ohne Randleisten. Privat- 
besitz in Heilbronn, jetzt wohl vernichtet. Mitteilung von Mattes. 

Unterkochen (Kreis Aalen). Im Hohlen Stein 2 km OSO fand Haupt- 
lehrer Maier (Hochdorf) einen Scherben der B. (?) Inv. 38/208. 

Unterregenbach (Kreis Crailsheim). Anläßlich von Untersuchungen der 
Baugeschichte der Kirche durch Professor Dr. H. Christ Ende August 1947 
traf ein Probeloch bei der Südwestecke des Pfarrhauses in 2 m Tiefe dunklen 
Kulturboden mit Holzkohlestückchen, gebrannten Lehmbrocken und einigen 
Gef äßscherbchen. Es scheint auf dem Schuttkegel des Seitenbaches eine spät- 
bronzezeitliche Siedlung gelegen zu sein, deren Reste inzwischen durch 2 m 
mächtigen Schutt überdeckt wurden. 

Urach. Runder Berg, 2,5 km W (siehe N. F. III 40, 148; IV 64; V 95). 
Drei bronzene Pfeilspitzen mit Widerhaken: 

a) mit Dorn 4,9 cm lang, 

b) mit Tülle 3 cm lang, 

c) mit Dorn, noch 4,1 cm lang. 

Spitze eines Bronzemessers. Schneidenteil eines Bronzebeiles. Scherben. 
Spinnwirtel. 

1939 gefunden von Jagdaufseher Müller. Heimatmuseum Urach. 

Uttenweiler (Kreis Riedlingen). Von der N. F. IX 41 genannten Fund- 
stelle 1,2 km SSW kamen 1939 weitere 23 ganze Kupferbarren und zahl- 
reiche Bruchstücke in das Landesmuseum. Es liegen somit jetzt etwa 100 
Stücke vor. Eine geplante Grabung kam nicht zustande. Inv. 39/37. 1950 
wurden noch 2 Barren bekannt. Privatbesitz. 

Vaihingen (Enz). In der Kiesgrube Etzel am Rand der Niederterrasse 
1,2 km S stieß man, nach Mitteilung von Schulrat Schöffler, seit Juni 1948 
wiederholt auf Urnenbrandgräber der späten Bronzezeit. Am 29. Juli 1948 
konnte Paret mit Junghans ein Grab imtersuchen. In der zerfallenen Urne 
aus rötlichem Ton lagen außer der Knochenasche kleine Gefäße, ein Gefäß- 
deckel und eine Bronzenadel (Inv. 48/7): 

a) Schüssel, 27 cm weit, 14,5 cm hoch, schwarz. 

b) Schüssel mit einem Henkel und Innenverzierung, 19,5 cm weit, 11 cm 
hoch. 

c) Schüsselchen, 12 cm weit, 4 cm hoch, (a — c Tafel V 2.) 

d) Oberteil einer Urne von 28 cm Weite, Mündung 18 cm. 

e) Bruchstücke von 4 bis 5 Schüsselchen. 

f) Deckel flach, aus Ton, verziert. 7,1 cm lang. (Tafel V 3.) 

g) Bronzenadel, noch 10 cm lang, mit flachem Kopf. 

Wangen (Gemeinde Stuttgart). In der Kiesgrube von Merz fand man im 
Mai 1938 ein 14,5 cm langes Rasiermesser aus Bronze. Abb. 19. Ein ähnliches 
Stück von Onstmettingen (Kreis Balingen), Flur Gockeler, kam ins Museum 
Berlin. Siehe Kraft, Kultur der Bronzezeit, S. 31 und Abb. 3, 1. 

Archiv der Stadt Stuttgart N. 401. Zerstört. 



Bronzezeit 



65 



Weckrieden (Kreis Schwäbisch Hall). In Flur Heide 1,3 km NO, N der 
Straße nach Veinau, beobachtete Dr. Kost im Frühjahr 1940 etwa 10 Abfall- 
gruben, die bei Entwässerungsarbeiten angeschnitten worden waren. Aus- 
dehnung der Siedlung etwa 400 m. In zwei der Gruben Scherben der späten 
B. oder H. Württ. Franken 1940, 21. 

Weilderstadt. In Flur Hochstraße 0,7 km N stellte W. Müller eine vor- 
geschichtliche Siedlung fest, die sich beiderseits der Bahn erstreckt. 1937 
und 1941 waren im Graben entlang der Bahn mehrere Hüttenstellen ange- 
schnitten. 




Abb. 19. Rasiermesser, Bronze, von Wangen-Stuttgart. H nat. Gr. 



Westernhausen (Kreis Künzelsau). In Flur Stein 1,6 km NO liegt über der 
10 m hohen Felswand des südlichen (linken) Jagsttalrandes die mittelalter- 
liche Turmruine „Steinschloß". Wenige Schritte SW dieser Ruine untersuchte 
Dr. Kost 1947 und 1949 eine von ihm entdeckte wohl bronzezeitliche Sied- 
lungsstätte. Kulturschicht 40 — 60 cm tief mit Scherben zum Teil mit Finger- 
tupfen, Reiber aus Kieselsandstein, Knochen von Schaf oder Ziege, Schwein, 
Rind, Pferd. Die Siedlung liegt auf weiter, lößbedeckter Ebene innerhalb 
des Jagstbogens. Im Nachbaracker fand sich eine Feuersteinpfeilspitze mit 
Dorn. 



1. Wohl von der Markung stammt ein 
Er ist 5,3 : 6,4 cm groß, im Querschnitt 



Wilsingen (Kreis Münsingen), 
bronzener Armreif in Privatbesitz 
kreisrund, reich graviert. Abb. 17. 

2. In Fundberichte X, 1902, 6 ist ein Grabhügel in Flur Katzenbühl (wohl 
nach dem Hügel benannt!) 0,5 km NO vom Ort genannt und sind im Jahre 
1901 durch Dorn aus ihm gehobene Grabbeigaben der mittleren Bronzezeit 
aufgezählt. Siehe auch OAB 208. Ebenda stießen Ende Juli 1938 beim Aus- 
graben von Steinen zur Verbesserung der Wiese die Grundbesitzer auf ein 
Skelett mit folgenden Beigaben (A 38/193): 

a) Ein Paar bronzene Spiralarmbänder aus 142/3 Windungen, Länge 
11 cm, Durchmesser 7 cm. Breite des Bandes 6 — 8 mm. Die Enden 

Fundberichte 1938—50, 1. Teil. 5 



66 Bronzezeit 

verjüngen sich schwach und sind am Abschluß nach außen etwas ein- 
gerollt. Die beiden äußeren Paare von Windungen und die beiden 
mittleren Windungen sind durch enge Kerbung der Rückenlinie ver- 
ziert. Tafel IV 2. 

b) Bronzenadel, 17 cm lang, mit verdicktem durchlochtem Hals. Kopf 
zylindrisch ähnlich einer Nadel vom nahen Mägerkingen (Kraft, Die 
Kultur der Bronzezeit Taf. XXIV 8). Graviert. 

c) Bronzenadel, 11,5 cm lang, mit keulenförmigem Kopf, sonst ähnlich 2. 

d) Wenige Bruchstücke mehrerer Gefäße, darunter vom geschweiften 
Hals eines Krügchens. 

e) Skelettreste. 

Um Bergung und Meldung hat sich Hauptlehrer Melber verdient gemacht. 

Wolpertsdorf (Gemeinde Tüngental, Kreis Schwäbisch Hall). 1937 fand 
Häußermann beim Pflügen auf dem Bergacker 0,6 km SSW eine 16 cm lange 
bronzene Absatzaxt mit Öse. Museum Schwäbisch Hall. 

Württ. Franken N. F. 19, 172 mit Abbildung. 

Würtingen (Kreis Reutlingen). 1. Am Südostausgang des Dorfes, an der 
Ostseite der Lonsinger Straße in Flur Guckenhart wurden im August 1938 
bei Straßenarbeiten 20 m S vom km-14-Stein wohl aus einem verschleiften 
Grabhügel geborgen (Inv. 38/199): 

a) Bronzedolch (Messer) mit 2 Nieten. 8,5 cm lang. 

b) Niete von einem zweiten Dolch (?). 

c) Teil einer Nadel mit flachem, 15 mm breitem Kopf und durchlochtem 
Hals. 

d) Nadel, am Öhr abgebrochen, noch 10,5 cm lang. 
10 m weiter S Reste einer zweiten Bestattung. 

2. Vom Reuschenloch in Flur Schelmenwasen stammt ein Gefäßrand- 
stück mit Schnurleiste. Späte B. Inv. 38/200. 

3. 1933 wurden auf dem höchsten Punkt des Kohlwaldes 1,5 km NW 
Steine gebrochen. Dabei traf man in einem Felsspalt in 1,5 m Tiefe einen 
9 cm weiten, offenen Bronzering mit Spiralenden. Querschnitt vierkantig. 
0,8 km NW der Kohlwaldkuppe liegen die Fluren Holzwiesen und Blachen 
mit Grabhügeln der Bronze- und Hallstattzeit. Lehrer U. Nestle hat 1950 
den Reif, der seit der Auffindung als Handgriff an einem Güllenfaß ver- 
wendet war, geborgen. 

Zuffenhausen. Beim Bau von Haus Crailsheimer Straße 1 in Flur Winter- 
halde 0,7 km SO beobachtete W. Müller im Juni 1938 am Rand des Hohl- 
weges eine Siedlungsstätte der B. Der Hüttenboden bestand aus einem Stein- 
satz mit Lehmestrich. Auf diesem lag über dünnen Stangen wieder ein 
Estrich. Viel gebrannter Lehm. Scherben grober roter und schwarzer Ge- 
fäße, auch ein Fehlbrandstück. 



Hallstattzeit 67 



Hallstattzeit 

Militärischen Bauvorhaben, insbesondere der Anlage von Flugplätzen, 
sind an vier Orten Grabhügel zum Opfer gefallen. War es bei Deckenpfronn 
nur ein einzelner, allerdings recht großer, so bei Dormettingen und Reichen- 
bach (Kreis Saulgau) je eine größere Zahl und bei Tailfingen (Kreis Böb- 
lingen) gar ganze Gruppen. Eine planmäßige Untersuchung und Fund- 
bergung war nur in sehr beschränktem Ausmaße möglich, was besonders bei 
dem großen Hügel von Deckenpfronn sehr zu bedauern ist. Die Unter- 
suchung des Riesenhügels Hohmichele mußte leider wegen des Kriegs vor- 
zeitig abgebrochen werden. 

Aldingen (Neckar). Bei einem Neubau in der Schillerstraße (2. Haus ab 
Wilhelmstraße) wurde im August 1938 eine Wohnstätte der H. angetroffen. 
Geborgen wurden Scherben zum Teil mit Graphitbemalung (Inv. 38/201) 
und ein 10,4 cm langer Schuhleistenkeil (Inv. 38/202). (Tafel U 3.) 

Alfdorf (Kreis Schwäbisch Gmünd). In den Kotäckern 1 km NW und 
150 m O der Straße nach Kapf fand Kost (Schwäbisch Hall) 1942 einen ver- 
schleiften Grabhügel von 0,4 m Höhe und 12 m Durchmesser. 

Althausen (Kreis Mergentheim). Beim Bau einer Wasserleitung im 
Brunnenbachtal traf man vom Schellenbrunnen 0,8 km WSW an 350 m weit 
talaufwärts bis zum Affenbrunnen in 2,5 m Tiefe offenbar verschwemmte 
Siedlungsspuren mit verkohlten Körnern von Saatgerste und Weizen (nach 
K. Bertsch) und dem Bruchstück einer Schale der H. oder T. 

Württ. Franken 1950, 32. 

Asperg. Die kleine Kuppe P. 255,1, 2 km NO, wurde anläßlich des Baues 
der Reichsautobahn (Ausfahrt nach Ludwigsburg) im Winter 1938/39 durch 
den Bagger abgetragen. In meiner Urgeschichte Württembergs (178, Hohen- 
stange) habe ich den einem Fürstengrabhügel gleichenden Hügel für eine 
natürliche Kuppe erklärt. Diese Annahme hat sich bestätigt: in 0,5 m Tiefe 
stand gewachsener Keupermergel an. Doch fand ich im Oktober 1938 auf 
der Kuppe Teile von Hallstattgefäßen und im von der Kuppe abgeführten 
Boden Reste eines menschlichen Skelettes, anscheinend in Hockerstellung. 
Inv. 38/218. Paret. 

Assurastadt (Kreis Heilbronn). Bei einem Hochwasser im Winter 1947/48 
wurde am rechten Ufer der Jagst SO vom Schloß ein Bruchstück einer 
kleinen bronzenen Hallstattfibel angeschwemmt. Gefunden von den Söhnen 
des Grafen Waldburg. 

Bissingen (Teck), Am Osthang der Teck neben der ehemaligen Segel- 
flugzeughalle las Burkhardt (Geislingen) im Mai 1940 Scherben der H. auf. 
Inv. 40/7. 

Böttingen (Kreis Tuttlingen). 1. 0,5 km S, am Nordostfuß des Alten Berg 
(980,0 m), liegt in dem grabhügelreidien Gelände ein Hügel, den Ingenieur 
Potschigmann (Tuttlingen) im April 1948 aufdeckte. Durchmesser 10 m. 



68 Hallstattzeit 

Höhe 0,80 m. Im Ostteil eine Brandplatte mit schwarzer Keramik und 
kleinem Schmelzklumpen einer Gold-Silber-Legierung. Im Westteil: 

a) Männliches Skelett in Richtung SO (Kopf) — NW mit Eisenschwert an 
rechter Seite, zur Linken 12 Tongefäße (1 große und 3 kleine Urnen, 
8 Teller und Schalen). 

b) Frau in Richtung NO(Kopf)— SW. Am Kopf rechts 6,8 cm großer 
Bronzering, Bronzerest auf der Brust, Reibstein aus Granit zwischen 
den Beinen. 

2. 300 m SSO von diesem Hügel im Acker Siedlungsspuren der H. In der 
Mulde zwischen dem Hügel 1 und der 300 m weiter SO gelegenen Hügel- 
gruppe. Mitteilung von Reinert. 

3. Auf der flachen Kuppe im Zahnholz, 3 km O, liegt eine Gruppe von 
Grabhügeln. Dazwischen erhebt sich ein großer Kalkfels, der „Opferstein". 
An seinem Fuß und an 2 Stellen, 12 m S von ihm, fand Dr. Kost im August 
1939 bei Schürfungen Scherben eines Topfes mit Kerbverzierungen unter 
dem Rand, einer Schale der späten B. oder H. u. a. Ein solcher Punkt lockte 
immer zum Lagern, vielleicht auch zum Siedeln. Gleichzeitigkeit der Funde 
mit den Grabhügeln ist nicht erwiesen. Für eine kultische Bedeutung des 
„Opfersteins" liegen keinerlei Anhaltspunkte vor. 

Bubsheim (Kreis Tuttlingen). 1. 1 km S liegt 250 m SW von den drei 
in Karte 1 : 25 000, Blatt 142, verzeichneten Hügeln bei P. 928,0 ein weiterer 
Grabhügel, genannt Sandbühl. Er weist eine große Vertiefung von einer 
früheren Ausgrabung auf. Oberlehrer Reiser (Nusplingen) fand darin 
Scherben. 

2. 400 m W von 1 liegen bei P. 940,6 drei Hügel, stark verschleift. Einer 
ist in Karte 1 : 25 000 verzeichnet. Scherbenfunde. Reiser. 

Dahenfeld (Kreis Neckarsulm). Auf dem Schauberg 0,6 km S stellte 
Mattes (Heilbronn) eine Abschnittsbefestigung und außerhalb derselben 
3 Grabhügel fest. Württ. Franken 1940, 15. 

Deckenpfronn (Kreis Calw). Der in Flur Hardt 1,5 km SSW auf aus- 
sichtsreichem Rücken gelegene Hügel „Hohwiel" (Karte 1 : 25 000, Blatt 
Stammheim, P. 581,42, siehe auch geologische Karte!) ist im Schrifttum bis- 
her nur einmal erwähnt und als Grabhügel bezeichnet durch Paret 1925 im 
Nagolder Heimatbuch (S. 178). 1925 waren Spuren einer alten Grabung zu 
erkennen. Der Hügel war 2 m hoch bei 20 — 25 m Durchmesser und bestand 
aus Lehm. In der 2. Hälfte des September 1938 fiel der Hügel der Anlage 
eines Flugplatzes zum Opfer und wurde zur Auffüllung nah gelegener Erd- 
fälle verwendet. Es ist sehr zu bedauern, daß dieser inhaltreiche Hügel nicht 
planmäßig untersucht werden konnte. Bei der eiligen Abtragung konnte 
selbst die Überwachung durch das Landesamt (durch W. Schierz) nur ganz 
ungenügend sein. Es wurden insgesamt 11 Skelettbestattungen beobachtet. 
Doch wird der Hügel noch einige Skelette mehr enthalten haben, war doch 
das östliche Drittel des Hügels schon vor Beginn der Überwachung abge- 
tragen und auch seine Mitte schon früher ausgeraubt worden. Außer den 
Skeletten traf man eine größere Zahl von Steinsetzungen, anscheinend 
zum Teil Brandgräber ohne Beigaben, sowie häufig Streuscherben, ver- 
einzelt einen Feuerbock und ein römisches Brandgrab. Abb. 20. 

I. Die Skelette lagen meist zu ebener Erde, 3 waren etwas in den Boden 
eingetieft. Die Richtung war bei 2 Skeletten W(Kopf)— O, bei 7 SW(Kopf)— 
NO, bei einem S(Kopf)— N, bei einem O(Kopf)— W. 



Hallstattzeit 69 

Skelett 1. Richtung W — O. Spuren von Holzbohlen. Reicher Bronze- 
schmuck (A 38/232): 

1. Um den Schädel 7 feine Nüdelchen mit kleinem Kugelkopf, noch 3,5 
bis 5,5 cm lang. (Tafel VI 1.) 

2. Am Kopf eine 11 cm lange Haarnadel mit geripptem Hals und abge- 
plattetem kleinem Kugelkopf. (Tafel VI 1.) 

3. Halsring, 20 cm Durchmesser, 5 mm dick. Glatt, geschlossen. Durch 
ihn sind die jugendlichen Zähne grün gefärbt. (Tafel VI 3.) 

4. Beiderseits der Brust je eine Paukenfibel. Verdrückt. 

5. Kleine Bronzenieten in Leder in der Gürtelgegend. 




Abb. 20. Grabhügel Hohwiel bei Deckenpfronn. 



6. Ebenda je ein 4,8 cm großer, glatter, geschlossener Ring beiderseits 
am Gürtel, dazu ein 1,4 cm großes, kantiges Ringchen rechts am 
Gürtel. (Tafel VI 3.) 

7. An jedem Handgelenk ein 7,3 — 7,5 cm großer, glatter, geschlossener 
Ring. (Tafel VI 3.) 

8. Doppelte Gagatperlenkette am linken Handgelenk: 88 bis 7 mm große 
Perlen. 

9. Je ein glatter, geschlossener Ring von 12 cm Durchmesser und 0,8 cm 
Dicke an jedem Fußgelenk. (Tafel VI 3.) 

Skelett 2. W — O. Reste von Holzbohlen. 30 cm unter Hügelsohle. Bei- 
gaben A 38/233: 

1. Lanzenspitze (?) an rechter Schulter. 

2. Kniefibel, 2,8 cm hoch. Auf rechter Schulter. (Tafel VI 1.) 

3. Gürtelblech in wenigen kleinen Stücken geborgen. Treibarbeit: 
Reihen von Männchen mit waagrecht gehaltenen Armen, 8 mm hoch, 
und Reihen von 10 mm großen Schilden mit breitem Mittelbuckel, 



70 Hallstattzeit 

ähnlich Harthausen (Schaeffer, les tertres fun. preh. dans la Foret de 
Haguenau II, Tafel XVIa), weiter Reihen von Halbschilden und von 
kleinen Buckeln. 

4. Links vom Gürtelblech Reste eines eisernen Ringes u. a. 

5. Eisenreste an der linken Hüfte. 

6. 3 Gagatperlen beim Gürtelblech. 

7. 1 Haselnuß (zugehörig?). 

Skeletts. SW— NO. Steineinfassung. Spuren von Holzbohlen. A 38/234: 

1. Gürtelblech, glatt, 5,8 cm breit und etwa 29 cm lang. Fast ganz 
erhalten. An beiden Enden je 7 Nieten mit hohen, Brustwarzen 
ähnlichen Köpfen wie Habstal; siehe Lindenschmit, Die Vaterl. Alt. 
(Sigmaringen), Tafel XXI 3 und 11. 

2. Schlangenfibel, 6 cm lang. Bügel bandförmig und eigenartig zu- 
sammengerollt. Knopf am Fuß schräg gerieft. (Tafel VI 1.) Lag am 
Kopf. Ähnlich Fund von Singen (Wagner, Fundstätten und Funde, 
I 34). 

3. Dünner Bronzereif in Resten am linken Handgelenk. 

Skelett 4. SW — NO. Einfassung und Abdeckung durch Steine. Reste 
von Holzbohlen. A 38/235: 

1. Reste einer Nadel (?) an linker Schulter. 

2. 226 Gagatperlen, 6—7 mm groß, an Brust und Leib. (Tafel VI 2.) 

3. Gürtelblech. Fast ganz zerfallen. Erkennbar nur noch eingepunzte 
kleine Punktkreise und ein solcher mit einem zweiten größeren Kreis. 

4. Zwei dünne Bronzeringe, 6,5 cm groß, am rechten Handgelenk. (Tafel 
VI 3.) 

5. Dünner, geschlossener Bronzering, 10:11 cm groß, am linken Knöchel. 
(Tafel VI 3.) 

6. Eiserner Ring, 11 cm groß, 1 cm dick, am rechten Knöchel. 

7. Durchlochte, runde Tonscheibe, 7,7 cm groß, 10 — 12 mm dick. Loch 
13 mm groß. Bei der linken Hand. Zweck? (Tafel VI 2.) 

Skelett 5. SW— NO. Gestört durch alte Grabung. 

Skelett 6. SW — NO. Einfassung und Abdeckung durch Steine. Keine 
Beigaben. 

Skelett 7. SW — NO. Einfassung und Abdeckung durch Steine. Spuren 
von Holzbohlen. Auf der Brust 2 Fibeln: 

a) Reich gegliederte Kniefibel mit 2 Nadeln (!) und mit 7 aufgesetzten 
Knöpfen. Bügel mit Querriefen. 3,7 cm lang. (Tafel VII.) Eine Fibel 
mit 2 Nadeln ist mir sonst nicht bekannt. 

b) Fuß und Spirale einer Fibel. Über dem Becken Spuren eines bron- 
zenen Gürtelblechs und andere Bronzespuren. Inv. 38/236. 

Skelett 8. S — N. Einfassung und Abdeckung durch Steine. Keine Bei- 
gaben. 

Skelett 9. SW — NO. Einfassung und Abdeckung durch Steine. Spuren 
von Holzbohlen. Auf der Brust ein Paar Schlangenfibeln von 6,6 cm Länge. 
(Tafel VI 1.) Reste von Bronzeblechstreifen mit Nieten. Inv. 38/237. 

Skelett 10. SW — NO. Eisenreste an linker Hüfte, Bronzereste am 
Becken. Inv. 38/238. 

Skelett 11. O — W, 30 cm unter Hügelsohle. Keine Beigaben. 



Hallstattzeit 71 

II. Die zur Einfassung der Skelette und zu den Steinsetzungen ver- 
wandten Steine waren meist Muschelkalk. Doch fanden sich dabei aus 
Buntsandstein (Inv. 38/239): 

a) Bruchstück eines Mahlsteins mit schwach hohl ausgeschaffter Meihl- 
fläche, noch 26 cm lang. 

b) Bruchstück eines Mahlsteins mit ebener Reibfläche, 25 cm breit, noch 
26 cm lang. 

c) Bruchstück eines Mahlsteins, durch Feuer schwarz gefleckt, noch 
12 cm lang. 

Der Buntsandstein stammt aus dem 5 km W verlaufenden Nagoldtal, das 
in den mittleren Buntsandstein eingeschnitten ist. Als Mahlsteine fanden sie 
wohl Verwendung in Siedlungen in der Nähe des Hohwiel. Auf nahgelegene 
Siedlungen weisen auch hin zahlreiche Brocken gebrannten Wandlehms, die 
besonders im Südwestteil des Hügels sich fanden, zum Teil wohl auch die 
vielen Streuscherben. 

III. Im ganzen Hügel waren zerstreut Bruchstücke von Tongefäßen, un- 
verzierten großen Schüsseln und Töpfen. Inv. 38/240. 

IV. SW Hügelmitte fand sich zusammen mit viel Wandlehmbrocken und 
Stücken großer Gefäße ein Teil eines Feuerbockes aus Ton. Es ist nur die 
Sattelfläche erhalten. Inv. 38/241. Da der Feuerbock 40 cm unter der 
Hügelsohle lag, liegt die Vermutung nahe, daß hier in der späten Bronzezeit 
ein Gehöft bestand, und daß zufällig über seinen Resten der Hügel aufge- 
schüttet wurde. 

V. Am Südwestfuß des Hügels lagen beisammen einige Scherben von 
einem großen römischen Krug, einer Schüssel und einem Teller. Dabei 
ein 3 cm großer Spinnwirtel aus Ton. Inv. 38/245. Über derartige römische 
Reste an und auf Grabhügeln siehe Paret in R. i. W. III 130. 

Dormettingen (Kreis Balingen). 1. Im Wald Eisenloch (=lohe) 1,2 km 
NNW liegt eine Gruppe von 12 Grabhügeln auf der ganz flachen Kuppe 656,6 
(oberster Lias). OAB. Rottweil 164, 380. Fundberichte aus Schwaben IV, 1; 
N. F. VIII 69. Diese Grabhügelgruppe fiel im Frühjahr 1939 der Rodung 
des Waldes und der Einebnung des Geländes für militärische Zwecke zum 
Opfer. Das Landesamt konnte die Hügel vor ihrer Abtragung zum Teil 
untersuchen und die Baggerarbeit überwachen, von Anfang März bis Mitte 
April 1939 unter zeitweiser örtlicher Leitung von Dr. Beiler und W. Schierz. 
Hügel 1: Nichts bekannt. 

Hügel 2: 18 m groß, 0,6 m hoch. In der Mitte 0,65 m tief ein Scherbennest, 
2,2 m S der Mitte in 0,55 m Tiefe eine Steinplatte, neben der 
ein 12 cm langes Lappenbeil lag. 0,3 m S davon angebrannte 
Stücke von Röhrenknochen. 3 m SW der Mitte in 0,55 m Tiefe 
8 Bernsteinperlen, davon 6 mit 8 — 14 mm Durchmesser; 1 halbe 
doppelkonische ist quer durchbohrt, um wieder verwendet wer- 
den zu können; eine doppelkonische von 40 mm Durchmesser. 
Mehrere Stückchen dünnes Goldblech, dabei Kohle und Scherben. 
0,6 m W von dieser Stelle ein Scherbenlager und ein Gold- 
blättchen. 
Hügel 3: 24 m groß, 1,2 m hoch. Er enthielt fünf Gräber: 

I. 1,5 m NO Hügelmitte begann eine dreieckige, 2,7 : 2,5 : 1,8 m 
große Steinsetzung, unter der sich Holzkohle, Scherben und 
Eisenspuren zeigten. 



72 Hallstattzeit 

II. Frauengrab in 0,6 m Tiefe, 3 m SO der Mitte, unter drei- 
eckiger Steinsetzung. Skelett NO(Kopf) — SW. Links vom Kopf 
rottoniges Gefäß in Scherben. Oberhalb des Schädels und am 
Schädel 2 Paukenfibeln mit 3,8 cm großer Pauke (in Bruch- 
stücken). 2 Bronzeohrringe, hohl, in Resten. In der Becken- 
gegend Reste eines Ledergürtels, der dicht mit kleinen Bronze- 
nieten besetzt ist. Am linken Unterarm hohler Armring mit 
Gruppen von Querlinien und 3 dünne Armringe, 6 cm groß, mit 
Gruppen von Querlinien. Am rechten Unterarm 2 massive Ringe, 
der eine 6,2 cm groß, glatt, mit übergreifenden Enden. Gagat- 
stückchen. 

III. Kindergrab 4,2 m O der Mitte. In 1,1 m Tiefe unter einer 
Steinplatte Reste des Skeletts mit kantigem Halsring mit ösen- 
hakenverschluß, gedreht, 19 cm weit. 2 Kettchen von Bronze- 
ringen. Bronzenadel mit winzigem Kugelkopf, 5,6 cm lang. 5 cm 
weiter, glatter Armring. 4 Fibeln mit flachem Bügel. 3 weitere 
Fibeln. 

IV. 4,2 m SSW der Mitte 2 Steine, dabei gekröpfte Nadel mit 
Kolbenkopf, noch 7 cm lang, und ein dünner, etwa 5 cm großer 
Armreif. N davon Knochen, Holzkohle und Scherben. 

V. 2 m SW der Mitte Reste eines eisernen Schwertes (?). Streu- 
scherben in verschiedenen Teilen des Hügels. 

Hügel 4: 2,5 m S der Mitte einige Scherben und ein 16,5 cm langes Rand- 
leistenbeil. 

Hügel 5: 21 m groß, 0,6 m hoch. Im Nordteil Bruchstück eines durchbohr- 
ten Steinhammers, Feuerstein, Scherben (Schnurösen), offenbar 
steinzeitliche Siedlungsreste. 3 Bestattungen mit kleinem Ton- 
gefäß und Resten einer Armspirale. 

Hügel 6: 12 m groß, 0,4 m hoch. 4 m N der Mitte Brandschicht mit Sand- 
steinbrocken und Bruchstück eines Steinhammers aus Grünstein. 
4 m SO der Mitte Brandschicht mit Scherben. 

Hügel 7: 13 m groß, 0,4 m hoch. In der Mitte Steinsetzung, dabei Scherben 
und Knochen. 

Hügel 8: 14 m groß, 0,35 m hoch. 3,5 m NNO Mitte in 0,20 m Tiefe große 
Urne mit gekerbtem Rand und Schnurleiste. N davon Leichen- 
brand und Reste von 2 Schalen von 7 und 16 cm Weite und einem 
8 cm weiten Napf. Unter der Urne ein Feuerstein, Brandschicht 
unter dem ganzen Hügel. 

Hügel 9: 16 m groß, 0,65 m hoch. Wenig S der Mitte rechteckige Stein- 
setzung von 2,1 : 3,8 m, an deren Ostrand Skelettreste und ein 
verdrücktes Gefäß. Inmitten der Steinsetzung kleine, rote Urne 
und Leichenbrand. Unter der Steinsetzung, 0,80 m im gewach- 
senen Boden, lag ein Skelett in Richtung SO(Kopf) — NW. Über 
und unter ihm waren noch Bretter von der eingestürzten Grab- 
kammer zu erkennen. Auf der Brust Hohlring von 22 : 25 cm 
Größe in Bruchstücken. Am linken Unterarm 3 Bronzedraht- 
ringe. Bruchstücke einer eisernen Lanze. 

Hügel 10: 15 m groß, 0,3 m hoch. Streuscherben. 

Hügel 11:9 m groß, 0,25 m hoch. Streuscherben. 

Hügel 12: 15 m groß, 0,4 m hoch. NO der Mitte Leichenbrand, zerdrückte 
Urne, anscheinend auf einer Schale stehend. Reste einer Bronze- 
nadel. 



Hallstattzeit 73 

Wenig S von Hügel 10 wurde Leichenbrand mit Gefäßresten angetroffen, 
vielleicht ein Grab der Urnenfelderzeit. 

Zwischen Hügel 3 und 4 fand man nach Abschluß der Grabhügelunter- 
suchung beim Baggern ein leichtes Bronzebeil (Absatzbeil), 16,5 cm lang, und 
1 Bruchstück eines sehr schmalen Bronzeschwertes mit Mittelgrat, noch 
29 cm lang. Mehrfach zeigten sich Scherbennester. Über einen steinzeit- 
lichen Fund (Armschutzplatte) siehe S. 29. 

2. Grabhügel A in Flur Katzenwiesen. Abgetragen 1. und 2. März 1939. 
Neben Skelettresten ein bronzenes Gürtelblech und Eisenreste. 

Ebingen (Kreis Balingen). 1. Im Raidental, 1,1 km WNW, 200 m oberhalb 
der Abbiegung der Raidenstraße nach W, beobachtete Dr. Stettner in einem 
Leitungsgraben auf mindestens 90 m Erstreckung Scherben der H. Wohl 
abgerutscht von dem N. F. IV 43, 2 genannten Fundplatz. Proben Inv. 50/63. 

2. In einer Baugrube der Groz-Siedlung an der Flandernstraße, 1,6 km 
OSO bei Bahn-km 61, fand Dr. Stettner Siedlungsspuren wohl der H. 

3. Siehe S. 54 (Ebingen 1). 

Edelfingen (Kreis Mergentheim). 1,2 km N, an der württembergisch- 
badischen Landesgrenze, erkannte G. Müller (Mergentheim), W der Straße 
nach Unterbaibach, eine verschleifte Bestattung (Grabhügel?) mit recht- 
eckiger Steinpackung von 1,6:3 m. Dabei Bruchstücke verzierter Urnen 
und Töpfe der H. Besichtigung durch Paret im Februar 1939. 

Egesheim (Kreis Balingen). Vorrömische Scherben vom Grundstück des 
Hauses 65 (Alfons Reiser) in Flur Rozen, eingesandt von Oberlehrer Reiser 
(Nusplingen). Inv. 42/1. 

Erbstetten (Kreis Backnang). In Flur Krumme Steigäcker, 0,7 km NO, 
auf dem südlichen Hochufer des Murrtales, traf man am Westende der 
Parzelle 2438 beim Bau eines Wasserbehälters Ende Juni 1949 zwei Gräber. 
Ich konnte noch feststellen, daß am Kopf- und Fußende des einen Skelettes 
Steine lagen. Geborgen wurden Teile eines etwa 1 2 cm großen hohlen Hals- 
ringes, in dem Holzreste erhalten sind. Etwa 3 m davon Reste eines zweiten 
Skelettes mit einem Paar 6 cm weiter, dünner, offener Armringe und einem 
6 cm langen, dünnen Bronzenädelchen mit kleinem Kugelkopf. Bruchstück 
einer Schälchenfibel. Um den Fund hat sich Apotheker Müller (Backnang) 
bemüht. Paret. 

Gechingen (Kreis Calw). Am Dreimarkstein der Markungen Gechingen, 
Dachtel und Deufringen liegt 2 km SO vom Ort eine Gruppe von 5 Grab- 
hügeln. Der westlichste, auf Markung Gechingen, wurde im April 1949 
durch E. Stahl teilweise untersucht. Es zeigte sich zwischen Resten von 
Holzbohlen ein Skelett in Richtung S(Kopf) — N mit dünnen Bronzearm- 
ringen (schlecht erhalten) und 14,5 cm großen, geschlossenen Fußringen. 
Am linken Unterarm eiserner Haken. 

Gosheim (Kreis Tuttlingen). Oberlehrer Reiser (Nusplingen) erkundete 
1939 folgende Grabhügel: 

1. Hügel in Flur Brühl am Westende des Ortes, halb abgegraben. 

2. Hügel in Flur BoU (wohl Name des Hügels) 200 m SW vom Ort. In 
ihm sollen Krieger begraben sein. 

3. Im Böttinger Tal 2,5 km SO, ostwärts am Weg nach Böttingen, liegt 
W P. 980,2 ein Grabhügel. Im Volksmund heißt er „Totenhügel". In ihm 
sollen Soldaten aus dem Schwedenkrieg begraben liegen. 



74 Hallstattzeit 

Gräfenhausen (Kreis Calw). Im Oberen Wald 2,2 km SO, auf dem Rücken 
und Sattel 300 m NO der Straßenkreuzung P. 415,6 (1,8 km NO Neuenbürg), 
fand Paret 1948 eine Gruppe von 4 Grabhügeln. Sie liegen auf oberstem 
Buntsandstein. Sie sind 0,6, 1, 1, 1,2 m hoch bei 8 — 10 m Durchmesser. Durch 
den vorgeschichtlichen Höhenweg Pforzheim — Neuenbürg, an dem sie liegen, 
sind sie zum Teil angeschnitten. Siehe dazu Birkenfeld S. 86. 

Hall, Schwäbisch. 1. Von den 5 Grabhügeln, die 1,4 km SO vom Einkorn 
im Wald Sandbrunnen am Höhenrand der Limpurger Berge liegen, wurden 
im Juli 1939 3 Hügel durch den Historischen Verein für Württ. Franken 
unter örtlicher Leitung von Dr. Wunder (Michelbach) untersucht. Die Hügel 
sind aus Sand aufgeschüttet. 

Hügel 1 : Mehrere Steinanhäufungen. Keine Skelettreste und Beigaben. 
Hügel 2: Höhe 20 cm. Unter einer Steinsetzung lag in 1 m Tiefe ein Skelett 

in Richtung W(Kopf) — O. Keine Beigaben. 
Hügel 3 : Mehrere Steinanhäufungen. Keine Skelettreste und Beigaben. 

Die Hügel wurden wieder aufgebaut, die Steinsetzung in 2 in die alte 
Lage gebracht und offen gelassen. Gedenktafeln sind aufgestellt. Württ. 
Franken 1940, 16—21. 

2. Auf dem Rauhen Berg unmittelbar an der Markungsgrenze Einkorn — 
Sulzdorf liegt 210 m SSO P. 508,0 ein wohlerhaltener Grabhügel von 20 m 
Durchmesser und 1,3 m Höhe. Mitteilung von Kost 1944. 

Harthausen (Kreis Sigmaringen). Im März 1950 fand Lehrer Flad (Stein- 
hilben) in einem Grabhügel, der zum Straßenbau abgetragen wurde, 2 Ske- 
lette mit Bronzebeigaben und Tongefäßen. 

Heilbronn (Neckar). 1. Am Lerchenberg stieß man bei einer Kanalisation 
im Kantweg im Herbst 1950 auf ein Skelett mit Steinplatten und Scherben 
der H. 

2. Im Waldteil Paradies, 4 km O, liegt 100 m S der Kaiserforche ein 16 m 
breiter und 0,6 m hoher Grabhügel. Mattes. 

Hermaringen (Kreis Heidenheim). Auf der Kuppe des Benzenberg 
(P. 498,4) 1 km N fand 1938 K. Bittel hallstattzeitliche Scherben, anscheinend 
von einem eingeebneten Grabhügel. 

Hessigheim (Kreis Ludwigsburg). Am 12. Februar 1943 stieß Weingärtner 
Paul Eisele im Nordteil der Parzelle 1414 im Gewand Hambach 0,3 km W 
beim Baumsetzen auf ein Skelett. Es lag nach Feststellung von Paret 30 cm 
tief im Sandboden in Richtung W — O und war von aufrecht gestellten 
Steinen eingefaßt. Beigaben: Um den Hals ein 19 cm großer Bronzering, an 
den Handgelenken je ein 6,5 cm großer und an den Fußknöcheln je ein 13 cm 
großer Ring. Die Ringe sind glatt, ohne Verzierung. Der Fundort liegt 
inmitten der großen Neckarschleife, 38 m über dem Fluß. 

Hohenstaufen siehe S. 56. 

Hundersingen (Donau) (Kreis Saulgau). 1. Der Hohmichele. Der 
Hohmichele im Wald Speckhau, 2 km NNW Hundersingen (Donau), ist mit 
13,5 m Höhe, 80 m Durchmesser und über 26 000 cbm Inhalt der größte vor- 
geschichtliche Grabhügel Mitteleuropas. Er ist, besonders auf seiner Süd- 
und Ostseite, von einer Gruppe kleiner Hügelgräber umgeben. Er wird viel 
besucht, und das Württembergische Landesamt für Denkmalpflege war be- 
müht, ihn im Verein mit dem zuständigen Forstamt gegen die Schädigungen 
durch Dachsbauten zu schützen und durch geeignete Bepflanzung landschaf t- 



Hallstattzeit 75 

lieh über das Waldgebiet herauszuheben. Von früheren Grabungen war 
nichts zu erkennen. Um 1854 soll durch die Dachse ein eisernes Messer der 
Hallstattzeit herausgewühlt worden sein. Siehe Goeßler in „Beschreibung 
des Oberamts Riedlingen", 2. Aufl., 1923, 206. 

Dieses stolze, mächtige Denkmal zu untersuchen begann die Partei- 
organisation der SS am 11. Januar 1937 mit dem Arbeitsdienst von Ried- 
lingen unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Riek vom 
Urgeschichtlichen Institut der Universität Tübingen. Die Untersuchung war 
bei Kriegsausbruch 1939 noch nicht vollendet, wurde aber eingestellt. Das 
Ergebnis ist noch nicht bearbeitet. Hier kann und soll daher nur ein vor- 
läufiger Bericht gegeben werden auf Grund der Presseberichte des Gra- 
bungsleiters und meiner öfteren Besuche der Grabung. 

Nachdem der Hügel abgeholzt war, wurde er um etwa 7 m abgetragen, 
der Abraum nordostwärts vom Hügel gelagert. Schon in diesem oberen Teil 
stieß man immer wieder auf Nachbestattungen: Holzkohlenschichten mit 
Knochenasche und hallstattzeitlichen Gefäßresten, also Brandgräber. Eines 
barg eine Bernsteinperle und 4 Bronzeringe, ein anderes, unter der Hügel- 
spitze gelegen, 2 goldene Segelohrringe. 

Nach Abheben der oberen Hügelhälfte hatte man eine große, ebene 
Fläche 6 m über dem gewachsenen Boden gewonnen. Nun wurde von Osten 
her in Höhe der Erdoberfläche ein 4 m breiter Gang in Richtung Hügelmitte 
gegraben und dann die ganze Mitte des Hügels in einem 15:18 m großen 
Rechteck ausgeschachtet. Im Oktober 1937 traf man in Höhe des gewach- 
senen Bodens das Hauptgrab, eine 5,60 : 4,55 m große, von S nach N 
gerichtete Grabkammer aus Holzbohlen. Es waren teils die Hohlräume der 
Pfosten, teils noch Holzreste selbst erhalten. Die Dicke der Längswand- 
dielen, der Boden- und Deckdielen betrug im Mittel 8 cm. Ihre Breite war 
ziemlich gleichmäßig, durchschnittlich 30 cm. Die Bodendielen lagen auf 
einer Diele als Unterzug. An der westlichen Längswand waren außerhalb 
der Kammer ein kräftiger, quadratischer Pfosten und eine Diele einge- 
rammt. Ihr oberes Ende zeigte deutlich die Obergrenze der Längswand an. 
Spuren einer Holzverbindung durch Holz- oder Metallnägel wurden nicht 
beobachtet. In der Mitte der Kammer stand ein Stützpfosten für das Dach. 
Er war infolge des Druckes im unteren Drittel abgeknickt und hinterließ 
eine tiefe Eindällung im Kammerboden. Im November 1937 war die Grund- 
fläche der Kammer ganz freigelegt. Das Grab erwies sich als ausgeraubt. Es 
fanden sich nur noch 2 mehrfach gewinkelte Goldblechstreifchen, 2 röhren- 
förmig zusammengebogene Goldblechstückchen, 1 Bronzeringehen, 1 Stück 
Eisenblech und Gewebefetzen. Ein Bruchstück eines Radreifens lag an der 
östlichen Längswand. Vor der südlichen Schmalseite lagen außerhalb der 
Kammer eine Halskette aus meergrünen Glasperlen und 2 Bernsteinperlen, 
ein bronzener Riemenschieber, ein kleiner Bronzering, eine Buckelscheibe, 
Reste eines Radreifens, eine kleine Urne, Reste von Geweben, Seilen, 
Fellen und eines menschlichen, jetzt kupferroten Zopfes. Ende 1937 wurde 
das Hauptgrab durch eine mäditige Strohschicht gegen Frosteinwirkung 
geschützt. 

An den 6 m hohen Wänden des Schachtes konnte man an der wechselnden 
Bodenfarbe und Bodenart klar sehen, daß die Aufschüttung durch Auftrag 
vieler kleiner Massen, also etwa mit Körben erfolgt ist. Meist ist es dilu- 
vialer Verwitterungslehm der Umgebung. Dazwischen aber zeigte sich immer 
wieder schwarze, moorige Erde, wie sie erst in einiger Entfernung, beim 
Dollhof 1,5 km W, vorkommt. Spuren eines Weges, den die anzunehmenden 
Grabräuber genommen haben, sollen nicht zu erkennen gewesen sein. 



76 HaUstattzeit 

Mitte Oktober 1937 wurde ich auf zwei Stellen an den Schachtwänden 
aufmerksam, die auf spätere Störungen anläßlich des Einbaues weiterer 
Grabkammern für Nachbestattungen hinzuweisen schienen, die eine im Süd- 
teil der Ostwand, die andere im Westteil der Südwand. So wurde im Jahre 
1938 auf der Ostseite weitergegraben. Dabei stieß man 12 m SO vom Haupt- 
grab, etwa 2 m über dem gewachsenen Boden, auf ein unversehrtes recht- 
eckiges Nebengrab, eine Grabkammer von 2,45 : 3,00 m Größe. Die Decke 
der Grabkammer bestand aus längsgelegten Dielen ohne weitere Abstützung. 
Sie war daher infolge der Belastung durch die überlagernden Erdmassen in 
der Mitte eingebrochen. Die Verkleidung der Seitenwände durch Dielen 
war vorzüglich erhalten und ließ, wie am Hauptgrab, verkämmte Ecken 
erkennen. Der Boden der Grabkammer ruhte auf zwei Unterzügen. Sie war 
etwa O — W gerichtet und barg Mann und Frau und Wagen. Beigaben: Reste 
eines vierrädrigen Wagens, Naben mit Bronze und Eisenblech verkleidet. 
Bronzekessel mit eisernen Ringhenkeln. Breit ausladende Bronzeschüssel 
mit Fuß. Rundbodige Bronzeschüssel. Pferdegeschirr mit Trense und Zier- 
scheiben. 

BeigabenderFrau:3m lange Halskette aus flachen grünen Glas- 
perlen, Halskette aus Bernsteinperlen mit Anhänger, in Bronze gefaßte 
Zähne von Wildschwein und Biber, Schlangenfibel. 

Beigaben des Mannes: Neben dem Kopf ein mit Bronzestiften 
beschlagener Köcher mit 51 eisernen Pfeilspitzen mit einfachen und mit 
doppelten Widerhaken, kleiner Wetzstein, Stirnreif aus Eisen, Gürtelblech 
aus Bronze, reich gemusterte Gewebereste, Schnur-, Filz- und Lederreste. 

Nahebei lag ein Männergrab mit Lanzenspitze, 27 cm langem und 
7,5 cm breitem Gürtelblech mit Längsriefen in Dreiergruppen und einem 
Paar Schlangenfibeln. 

Über dem Wagengrab traf man ein Brandgrab mit reichen Beigaben 
an Tongefäßen der Alb-Salemergruppe: Urnen, Schüsseln, abgetreppte 
Schalen, Zwerggefäße. 

Seit 1939 liegt das einst so stolze und eindrucksvolle Denkmal als Ruine 
da. Die Grubenwände sind verfallen, Dachse haben sich wieder eingenistet. 
In der Hauptgrabkammer hat sich ein kleiner Teich gebildet, belebt von 
Schilf und Kröten. Und das Ganze, die Ruine wie der schon etwas umfang- 
reichere Schutthügel, ist von Buschwerk und Gestrüpp überwuchert. 

Drei Forderungen und Wünsche sind auszusprechen: 

1. Weiterführung der Grabarbeit bis zur vollständigen Untersuchung 
des Hügels. 

2. Wieder auf schüttung des Hügels an ursprünglicher Stelle und in der 
alten Form. 

3. Eingehende monographisciie Veröffentlichung. 

Da 1. und 2. sich kaum in absehbarer Zeit verwirklichen lassen werden, 
sollte wenigstens das bisherige Grabungsergebnis in Wort und Bild bald 
vorgelegt werden. O. Paret. 

2. DieHeuneburg. Im Juli 1950 begann das Landesamt für Denk- 
malpflege (Dr. Rieth) mit dem Institut für Vor- und Frühgeschichte 
Tübingen (Professor Dr. Bittel) eine Untersuchung der Heuneburg, insbe- 
sondere der Randbefestigung. Die Grabungen wurden im Oktober 1950 
fortgesetzt und führten zu überraschenden neuen Erkenntnissen. Ein Son- 
derbericht ist in Vorbereitung. 



Hallstattzeit 77 

Ilshofen (Kreis Schwab. Hall). Der 1,5 km NW gelegene Wald Erlach 
wurde im Februar und März 1945 für Wehrmachtszwecke zum Teil abge- 
holzt. Zur Abtragung der dortigen Gruppe von 9 Grabhügeln kam es nicht 
mehr. Dr. Wunder (Michelbach) hat im Februar 1945 Hügel 7 untersucht 
und eine Brandplatte und Scherben einer Schüssel gefunden. Hügel 1 wurde 
im September 1946 durch Dr. E. Kost und stud. S. Schiek untersucht und 
wieder aufgebaut. Es zeigten sich einige kleine Brandschichten und in der 
Mitte ein 14 cm hohes Gefäß mit Kegelhals. Daneben Reste einer kleinen 
Schüssel mit Bodendelle. 1 m davon ein 13 cm hoher Topf und dabei ein 
5,5 cm breites eisernes Gürtelblech von über 25 cm Länge. An beiden Enden 
des Bleches je 3 Reihen von 6 Buckeln, in den Ecken statt des Buckels je eine 
Niete. Siehe Württ. Franken N. F. 22/23, 1947/48, 30—32. 

Ingelfingen (Kreis Künzelsau). Beim Graben eines Kellers im Herbst 
1948 am Südrand der Molkerei wurde im Schotter der Kochertalsohle ein 
6,5 : 7,5 cm großer bronzener Armreif gefunden. Er ist im Querschnitt kreis- 
rund, offen und durch Knoten gegliedert, die je durch drei Scheibchen 
getrennt sind. Abb. 21. 




Abb. 21. Armreif aus Ingelfingen. '/2 nat. Gr. 

Künzelsau. Bei einer Wasserleitungsgrabung in Flur Prübling 0,7 km 
O, am Fuße des nördlichen Talhanges des Kocher, wurden 1948 in 0,8 m Tiefe 
die Reste einer 100 m weit sich erstreckenden Siedlung der Hallstattzeit 
durchschnitten. Dr. Kost barg Gefäßreste. Heimatmuseum Künzelsau. Die 
Siedlung lag auf dem flachen Schuttkegel unterhalb der Garnbergklinge. 

Laufen (Eyach). Auf der Schalksburg 1,2 km N (N. F. VIII 56) finden sich 
auch zahlreiche Scherben der H. Proben Inv. 40/5 durch Breeg. Dabei ein 
Splitter eines römischen Sigillatagefäßes. 

Lauffen (Neckar). Von hier kam 1938 eine ganz dünne, 5,7 cm lange 
Bronzenadel mit 1,5 cm großem Kopf aus Edelkoralle ins Landesmuseum. 
Inv. 38/151. Fundumstände nicht mehr bekannt. 

Lautlingen (Kreis Balingen). Bei einer Nachuntersuchung eines von 
unberufener Seite geöffneten Grabhügels in den Kriegäckern 3 km SO fand 
Breeg (Ehingen) im April 1938: Aus Eisen einen 35 cm langen Dolch mit 
Scheide aus Eisenblech, zwei 41 und 42 cm lange Lanzenspitzen, Eisenreste 
mit Gewebeabdrücken. Bruchstücke mehrerer Tongefäße, zum Teil graphi- 
tiert und durch Stempel verziert. Dabei Reste eines trichterförmigen Siebes. 
Inv. 38/138—142. 

Margrethausen (Kreis Balingen). In Flur Brunnenhalde 1,5 km OSO und 
200 m NO vom Hof Ochsenberg fand Breeg im Mai 1940 ostwärts vom 
Brimnen Scherben der H. und R. Inv. 40/4. Die Fundstelle liegt 1 km NNO 
vom Kastell Lautlingen. 



78 HaUstattzeit 

Mergentheirn. Bei Baugrabungen N der Kaserne im Westen der Stadt 
stellte G. Müller Siedlungsreste der H. fest. Württ. Franken 1940, 23. 

Meßbach (Kreis Künzelsau). Am Südostrand des Wäldchens 0,7 km S 
(2 km SSW Dörzbach) liegen 3 Grabhügel. K. Schumm. 

Meßstetten siehe S. 94. 

Möhringen (Filder). Bei einer Baugrabung in Flur Hoffeld 2 km ONO 
wurden im März 1940 in der Nähe der „Hohen Eiche" von Bauingenieur 
Schnaidt Scherben der H. gefunden. R. Weisser stellte fest, daß sie aus 
einem stark abgeflachten Grabhügel stammen. Inv. 40/8. 

Mörsingen (Kreis Saulgau). In den „Gassenäckern", 0,6 km SW vom Ort, 
liegt eine fast eingeebnete Gruppe von Hallstattgrabhügeln, in denen schon 
Dorn und Sautter gegraben haben (OAB. Riedlingen 200). Im Räume dieses 
Gräberfeldes wurden Ende Mai 1950 drei Bestattungen angeschnitten und 
im Beisein von Studiendirektor Dr. Zeller ausgegraben. 

Die erste Bestattung lag 15 m O der neuen Feldkapelle (siehe Blatt Zwie- 
falten, Karte 1 : 25 000) im Ackergelände, auf der linken Seite des zum Wald 
„Bauspitz" führenden Weges. Das von Dr. Zeller aufgedeckte Skelett war 
W — O gerichtet. Die geringe Tiefe (50 cm), in der die Bestattung ange- 
schnitten wurde, spricht nicht für ein Flachgrab, sondern für einen ver- 
schleiften Grabhügel. Nach dem Skelettbau und den Beigaben muß es sich 
um die Bestattung eines jungen Mädchens handeln, dem man reichen 
Bronzeschmuck mit ins Grab gegeben hatte (Tafel VII): 

1. Glatter, geschlossener Bronzestirnreif (Durchmesser 17,6 cm). 

2. Offener Halsreif mit Hakenverschluß (Durchmesser 23,5 cm). 

3. Zwei glatte, offene Bronzearmringe mit übereinandergreifenden 
Enden (Durchmesser 4,2 cm). 

4. Glatter, offener Bronzearmring mit Steckverschluß (Durchm. 4,6 cm). 

5. Glatter, geschlossener Bronzering (Durchmesser 2,3 cm). 

6. Bronzegürtel aus leicht gekrümmten Stangengliedern, durch kleine 
Bronzeringe gelenkig verbunden (Durchmesser des Gürtels 30 cm). 

7. 20gliedriges Diadem aus Bronzezierstücken, 2 in Dreieckform (Seiten- 
länge 3,2 cm), 15 in Viereckform (Länge 3,2 — 3,6 cm), 5 in Kreisform 
(Durchmesser 1,8 cm); alle mit kugeligen Fortsätzen und wahrschein- 
lich einst zusammenhängend getragen. Zu diesem Brustschmuck 
gehören ferner: 

8. 2 Paar Bronzeanhänger in Schuhform mit Andeutung des Riemen- 
werkes (Höhe mit Ring 2,2 und 2,5 cm). 

9. Anhänger in Tüllenbeilform (Höhe mit Ring 3,5 cm). 

10. Durchbrochen gearbeiteter Bronze- „Würfel" aus 6 Ringen (Durch- 
messer 1,5 cm). 

11. Durchbrochenes Bronzezierstück, mit anhängenden Ringen (Höhe 
3,3 cm). 

Wie den früher schon an diesem Ort aufgedeckten Gräbern (OAB. Riedlingen 
202) waren der Bestattung eine Reihe zierlicher Hallstattfibeln beigegeben: 

12. 3 Bronzefibeln mit Fußzier und Armbrustkonstruktion: 
a) Unversehrt, mit Einlage, b) Einlage ausgefallen. 

c) Fußzier und eine Hälfte der Spirale fehlen. 
Länge etwa 2,5 cm. Breite der Spirale 2,7 cm. 
14. Fibel mit Fußzier in Form eines profilierten Knopfes, Einlage ausge- 
fallen (Länge 2,1 cm). 



Hallstattzeit 79 

15. Fibel mit paukenförmiger Fußzier (Länge 3,2 cm), Spirale unvoll- 
ständig. 

16. Doppelpaukenfibel, Spirale unvollständig (Länge 1,9 cm). 

Von ähnlich zierlicher Form wie die Fibeln waren die Nadeln: 

17. 2 Bronzenadeln mit kleinem Kugelkopf (Länge 4,4 und 5 cm). 

An weiteren Bronzefunden ist noch ein 0,8 cm langes Blechfragment in 
Hülsenform zu nennen. Außerdem enthielt das Grab zwei Eisenreste (Bruch- 
stück in Stangenform, Länge 7,6 cm, und einen eisernen Ring, Durchmesser 
1,5 cm). Gegenüber den reichen Metallbeigaben traten die keramischen 
Reste zurück. Sie bestanden aus einem Tonschälchen (Mündungsdurch- 
messer 7,1 cm) und Bruchstücken zweier weiterer Kleingefäße. 

Sämtliche Bronzefunde sind für die späte Hallstattzeit (Stufe D) charak- 
teristisch, wobei sowohl der Anhänger in Beilform wie der „Bronzewürfel" 
auf der Alb ohne Parallele sind. Auf Grund der Bronzefibeln läßt sich das 
Grab in die jüngere Phase der Stufe D datieren. 

Funde im Heimatmuseum Riedlingen. 

Drei Tage nach der Aufdeckung des Mädchengrabes stieß man in der- 
selben Tiefe 7 m O davon auf die Steinsätze zweier Skelettgräber, die aber 
keine Beigaben enthielten. Rieth. 

Münster bei Gaildorf (Kreis Backnang). Im Schulmeisterwald, 1,6 km 
ONO, liegt auf der Hochfläche O P. 491,6: 

1. Ein Grabhügel von 14 m Breite und 1 m Höhe. 

2. 300 m NW davon ein 4,5 m großer und 0,6 m hoher Hügel. 

Kost 1943. 
Nagold. Hohennagold siehe S. 59. 

Nendingen (Kreis Tuttlingen). 1. Über dem Ursental, 3,5 km NW, liegt 
auf der Ostseite die ehemalige Burg Altrietheim. Abschnittswall noch bis 
2 m hoch. W. Potschigmann fand Hallstattkeramik. 

2. 0,7 km NW von 1 liegt jenseits des Ursentales die Wallenburg. Auch 
hier Hallstattkeramik. 

Neuler (Kreis Aalen). Am Nordhang der Berchtenhalde, 1,6 km OSO und 
200 m SO P. 493,3 stellte Kost 1941 einen Grabhügel von etwa 5 m Durch- 
messer fest. 

Nürtingen. Auf dem Hößlensbühl, 1 km S, fand O. Lau 1949 vorrömische 
Keramik, vermutlich der H. 

Oberdigisheim (Kreis Balingen). 1. In Flur Meswies, 2 km W, N P. 911,5, 
liegen Scherben der H. 

2. Ebenso über dem Vohbachquell, 1,8 km NW, 0,5 km NW Geierbad. 

3. Kohlstattbrunnen siehe Tieringen, S. 83. Kost. 

Obereßlingen. Im Nordostteil der Lehmgrube der Ziegelei, 0,5 km O in 
Flur Stegäcker nördlich der Straße nach Aichschieß, beobachtete Dr. Kost im 
November 1940 eine durch den Bagger angeschnittene Grube mit Scherben 
der späten H. oder frühen T. und Bruchstücken von Mahlsteinen. Das 
Gelände war schon in der späten B. besiedelt (N. F. III 39, 2; V 31), auch 
jungsteinzeitliche Spuren in Form einzelner Feuersteingeräte konnten durch 
Leutner und Kost entdeckt werden. 

Obernheim (Kreis Balingen). 1. Bei Bau der Dreschhalle am Südostaus- 
gang des Ortes, am Südfuß des Scheibenbühl (920 m), wurden im August 
1938 ein 8 cm hohes und 12 cm weites, rotes Schüsselchen der H. und 
Scherben gefunden. Inv. 38/210 durch den Bürgermeister. 



80 Hallstattzeit 

2. Auf dem Burgbühl (Hexenbuckel = P. 970,4), 1,5 km WNW, fand 
W. Müller im Jahre 1937 Scherben der H. Nach Kost (1939) finden sich 
Scherben vor allem an der schmalen Ostseite der 80 : 130 m großen Hoch- 
fläche, wo der Zugang (Tor) gewesen sein wird. Funde in der Schule. 

3. In Flur Markberg 2 km N über dem Kohlstattbrunnen, auch in Flur 
Sturm N davon auf Markung Tieringen, Reste starker Besiedlung der H. 
und T. Kost 1939. 

Onstmettingen (Kreis Balingen). Auf dem Nordrand des Raichberg 3 km 
N und 400 m NNW vom Aussichtsturm fand Dr. Kost im August 1939 
Scherben als Reste einer ausgedehnten Siedlung der H. 

Owen (Kreis Nürtingen). Auf der Teck liegen S vom Herzogsbrunnen 
meist im dichten Unterholz 6 kleine abgeflachte Grabhügel. Bei den zwei 
nördlichen finden sich zahlreiche vorgeschichtliche Scherben, die 4 südlichen 
liegen O vom Gelben Felsen. 

Lau (Kirchheim) und Kost (Schwäbisch Hall) 1943. 

Reichenbach (Kreis Saulgau). Der größere Südteil des Waldes Tannen, 
2 km O, fiel 1938/39 der Anlage eines Flugplatzes zum Opfer. Davon wurden 
auch 8 Hügel (Nr. 11 — 18) der in diesem Wald gelegenen Gruppe von 
18 Grabhügeln betroffen. Die Abholzung des Waldes begann im Oktober 
1938. Im Februar 1939 untersuchte das Landesamt Hügel 13 unmittelbar am 
Südrand der neuen Straße. Örtliche Leitung: Dr. Beiler. Der Hügel war 
1 m hoch bei 18 m Durchmesser. Unter der Hügelmitte traf man ein durch 
verkohlte Holzbalken im N, O und S begrenztes Rechteck von 4,5 m Länge 
(NNW — SSO) und 2,6 m Breite. An der Westseite lag Leichenbrand. Nahe 
dem Ostrand stand eine rote Urne der üblichen H-Form mit senkrechten 
Graphitstreifen. (Tafel VIII 1.) Höhe 35 cm, Durchmesser 43 cm. Inv 42/2. 
In der Urne lag ein graphitiertes Schälchen. 0,9 m NW der Urne stand ein 
Schüsselchen. Der Boden der Grabkammer war rot gebrannt. Rollsteine 
am Rand der Grabkammer und eine Steinsetzung darüber dürften von einer 
Steineinfassung und -Überdeckung der Kammer herrühren. 

Im Mai 1939 wurden die weiteren 7 Hügel zum Teil durch den Bagger 
und bei Nacht abgebaut. In Hügel 14 konnten dabei durch Paret Reste einer 
Urne geborgen werden. Inv. 39/77. 

Mehrere der Hügel (1, 7 und 9) tragen noch deutliche Spuren früherer 
Grabungen. Als Oberförster Frank von Schussenried im Mai 1875 die stein- 
zeitlichen Moordörfer im Staatsried (Steinhauser Ried) entdeckt hatte, 
unternahm das Landeskonservatorium eine Untersuchung. Auf 19. Juni war 
der Beginn vorgesehen. Da aber das schlechte Wetter ein Arbeiten im Moor 
nicht zuließ, benützte Dr. E. Paulus die Tage vom 19. bis 22. Juni zur Auf- 
deckung von 2 Grabhügeln im Wald Tannen und fand dabei eine sehr reich 
verzierte Hallstatturne und im größeren Hügel eine eiserne Lanzenspitze. 
Die Untersuchung der steinzeitlichen Moorsiedlung fand vom 22. Juni bis 
17. Juli 1875 statt. 

Schnaitheim bei Heidenheim. Im November 1936 wurde bei Grabarbeiten 
in der Engpaßsiedlung eine Feuerstelle mit blasig gebrannten Scherben 
vermutlich der H. angetroffen. Scherbenproben Inv. 41/88. 

Sechselbach (Kreis Mergentheim). In Flur Rot, N vom Ort, stieß Bauer 
Bender auf Steine. Die Untersuchung durch G. Müller ergab Reste von 
7 Skeletten über einem in 1,30 m Tiefe liegenden Pflaster. Darüber ver- 
stürzte, zum Teil große Steinblöcke. Beigaben: Lanzenspitze, Messer, 7,5 cm 
großer Ring aus Eisen, kleine Scherben von mehreren Gefäßen der späten H. 

Museum Mergentheim. Württ. Franken 1950, 31f. 



Hallstattzeit 



81 



Sigmaringen. Im Ziegelholz, 2 km O, liegt eine Gruppe von 16 Grab- 
hügeln und 100 m südwärts nochmals 3 Hügel. Die meisten sind schon 1850 
und 1855 aufgedeckt worden. Die vier am weitesten nordwärts gelegenen 
Hügel fielen 1939 der Rodung und dem Bau eines Flugplatzes zum Opfer, 
darunter der größte der ganzen Gruppe. Oberpostrat a.D. Peters unter- 
suchte vom 16. bis 21. Oktober 1939 diesen noch 2,5 m hohen und 28 m großen 
Hügel während der Abtragung. Eine Bestattung konnte er nicht beobachten. 

Sindelfmgen. Im Vorgarten von Haus Steinhart, Goethestraße Ecke Ger- 
hardtstraße, traf man im Jahre 1939 Scherben der H. 

Spraitbach (Kreis Schwäbisch Gmünd). Die „Burg", 2 km O (Karte 
1 : 25 000, Blatt Schwäbisch Gmünd), tritt auf der Westseite des Rottales als 
Sporn gegen die 90 m tiefer fließende Rot vor. Die 60 m lange Abschnitts- 
befestigung besteht nach Dr. Kost aus einem etwa 6 m breiten und 2 m hohen 
Wall mit westwärts vorgelegtem Graben. Auch an der Ostspitze ist ein 
Wallstück erhalten. Die Fläche der wohl vorgeschichtlichen Anlage beträgt 
60 : 100 m. 

Steinheim (Albuch). In einer kleinen Höhle am Knillberg, 1,8 km SO, 
fand A. Nusser im Juli 1940 Bruchstücke eines groben Gefäßes wohl der H. 
Sammlung Heidenheim. Mitteilung von E. Bittel. 




Abb. 22. Stockach (Kreis Tübingen). Steinbildwerk der Hallstattzeit. 

Etwa V20 nat. Gr. 

Stockach (Kreis Tübingen). Im Wald Hechelhart, 1,5 km NW, liegt am 
Nordhang am Fuß der Liaskante eine Gruppe von 12 Grabhügeln (siehe N. F. 
IV 44). Im Hügel 8 am Ostrand der Gruppe suchten Bauern im Herbst 1938 
Steine zur Wegverbesserung. Sie fanden dabei einen behauenen Steinblock 
mit primitiver Menschendarstellung. Zu erkennen sind Kopf und Brust, die 
Arme sind nicht wiedergegeben. Der obere Teil des Kopfes fehlt. Höhe des 
Stubensandsteinblockes noch 75 cm. Um die Schulter läuft ein 13 cm hoher 
Zickzackstreifen in der Art eines Spitzenumhanges. Abb. 22. 

Die Aufdeckung des Hügels durch das Urgeschichtliche Institut Tübingen 
(Riek) im November 1938 ergab einen Steinkranz, in der Mitte eine 2,5 m 
große Brandplatte mit Leichenbrand und 2 kleinen Schüsseln und einer 
stempelverzierten kleinen Urne. Funde im Urgeschichtlichen Institut 
Tübingen. Siehe Riek in Germania 25, 1941, 85 ff. mit Tafel 9 und 10. 

Tailßngen (Kreis Balingen). Am Nordfuß des Heuberg, 1,5 km NW und 
200 m W der Schmiecha, hat Hauptlehrer Benz auf 10 Grabhügel aufmerk- 
sam gemacht. Sie liegen innerhalb der Wegbiegung. 

Fundberichte 1938--50, 1. TeU. 6 



82 



Hallstattzeit 



Tailfingen (Kreis Böblingen). Vom Dezember 1938 bis April 1939 wurde 
der größere Westteil des Waldes Tailfinger Mark, 1,5 km SW, gerodet. In 
diesem prächtigen Eichenwald war eine kleine Gruppe von Grabhügeln 
bekannt, auf die schon der Name des Waldteiles Dachsbau hinweisen konnte. 
Nach der Rodung und Abräumung des Geländes zeigte sich, daß im Ostteil 
der gerodeten Fläche eine Gruppe von 27 Hügeln lag, im Westteil („Im 
hinteren Bühl") eine 2. Gruppe von 15 Hügeln und nahebei im Südwestteil 
eine 3. Gruppe von 4 Hügeln. Gesamtzahl somit 46 erkennbare Hügel von 
0,3 — 2,1 m Höhe und 12 — 35 m Durchmesser. 

Da teils Abtragung, teils Überschüttung der Hügel anläßlich des Baues 
eines Flugplatzes bevorstand, unternahm das Landesamt eine Untersuchung 
der Hügel unter örtlicher Leitung von G. Beiler. Die Grabungen dauerten 
vom 3. Mai bis 11. August 1939. Die 1. Gruppe im Ostteil wurde vollständig 
untersucht, von der 2. Gruppe noch 2 Hügel. Dann machte der Kriegsbeginn 
der Grabung ein Ende. 

Manche Hügel waren ganz aus Lehm aufgeschüttet, andere bargen einen 
Steinkern, der beim größten etwa 9 cbm umfaßte (Muschelkalk und Letten- 
kohlensandstein). Unter den Hügeln fanden sich Schachtgräber von etwa 
1,6:3 m Größe in Richtung S — N. Die Hügel enthielten immer nur eine 
einzige Bestattung. Die Skelette, nur selten gut erhalten, lagen stets in 
Richtung S(Kopf) — N. Die Beigaben der Toten waren recht einfach. Sie 
verweisen die Hügel in die Übergangszeit von der H. zur T., also etwa ins 
5. Jahrh. v. Chr. Doch fanden sich auch Gefäße der früheren H. Streu- 
scherben in den Hügeln sind häufig. Von den Hügeln und Beigaben ist 
folgendes hervorzuheben: 



I. Hügel 
Hügel 1: 



Hügel 2: 



Hügel 
Hügel 
Hügel 
Hügel 



gruppe (Ost). 

1 m hoch; 32 m groß. Gestört. In der Mitte ein 10 — 11 m breiter 
Steinaufbau. Skelettreste, Bruchstücke eines dünnen Bronze- 
ringes, 2 bronzene Hohlringe, Kopf einer Bronzenadel, Reste 
eines Eisenringes. Scherben von steinzeitlicher Bandkeramik. 
0,6 m; 28 m. Mehrere kleine Steinsetzungen. Eine Tonflasche, 
25 cm weit (Tafel VIII 3). Eiserne Gürtelschließe. 

0,75 m; 36 m. Durch Dachse zerwühlt. 

0,5 m; 30 m. 

Undeutlich. 

2 Armringe, 



Rest 



Hügel 7: 
Hügel 8: 



Hügel 9: 
Hügel 10: 
Hügel 11: 
Hügel 12: 



Bronze, mit rautenförmigem Querschnitt, 
einer Bronzefibel. Bruchstück eines Steinbeiles. 
3 Gefäße in Scherben. 

0,7 m; 30 m. In 40 cm tiefem Schachtgrab ein Kinderskelett. An 
den Unterschenkeln je ein glatter Bronzering. Bronzene Kahn- 
fibel von nur 9 mm Länge. Reste eines großen Eisenringes (?), 
2 Pfeilspitzen und eine Klinge aus Feuerstein, ein tönernes Idol 
in Menschenform. 
0,5 m; 24 m. 
Undeutlich. 
0,5 m; 20 m. 

0,2 m; 20 m. Schachtgrab 1,3 m tief. Männliches Skelett mit 
2 eisernen Ringen auf der Brust, eiserner Gürtelschließe am 
Becken. Zur Linken des Halses eine Urne von 28 cm Höhe, rot- 
schwarz bemalt. Am Fußende in einer Reihe 5 kleine braune 
Urnen, in der westlichsten eine kleine Schale. 



Hallstattzeit 83 

Hügel 13: Steinsetzung in Richtung S — N. Knochen. 

Hügel 14: 0,6 m; 27 m. Bernsteinperle. 

Hügel 15: Steinsetzung S— N, 2,7 : 1,7 m. Darunter Schachtgrab mit wohl- 
erhaltenem weiblichem Skelett. Arme zum Hals abgebogen. Am 
rechten Arm ein Bronzering, auf der Brust eiserne Fibel, unter 
der Hüfte Eisenring. Reste einer Holzabdeckung. 

Hügel 16: 0,6 m; 33 m. Reste eines Tongefäßes. 

Hügel 17: 0,6 m; 30 m. Schachtgrab 1,8 m tief. Am Hals des Skelettes 
2 Fibeln (in Resten), an jedem Hand- und Fußgelenk je ein glatter 
Bronzering. 

Hügel 18: 3 Gruben, in einer davon Scherben. 

Hügel 19: 0,3 m; 22 m. Leer. 

Hügel 20: 0,9 m; 30 m. Leer. 

Hügel 21: 0,4 m; 25 m. Gestört. 

Hügel 22: 0,5 m; 23 m. Fraglich. 

Hügel 23: 0,5 m; 33 m. Leer. 

Hügel 24: 0,3 m; 25 m. 2 eiserne Ringe. Rotes Gefäß (römisch oder mittel- 
alterlich?). 

Hügel 25: 0,3 m; 25 m. Bandkeramische Scherben. 

Hügel 26: 0,2 m; 20 m. Leer. 

Hügel 27: 0,3 m; 20 m. Leer. 

n. Hügelgruppe (beim „Hinteren Bühl"). 

Hügel 5: 1,6 m; 36 m. Im Nordwestteil ein spätbronzezeitliches Brandgrab 
mit Resten einer Urne und mehrerer Schüsseln. Bronzereste. 
Dünne Spiralen, röhrchenförmig, aus Goldblech, zusammen 9 cm 
lang. 3 ganz kleine Glasperlen, blau imd rot. Inv. 47/3. In der 
Mitte ein 7,7 m großer Steinkern. Darunter eine Fibel der frühen 
T. mit Tierkopf, 3,5 cm lang. (Tafel VIII 4.) 

Hügel 11: 0,85 m; 33 m. An der Brust des vermoderten Skelettes 2 eiserne 
Ringe. 

III. Hügelgruppe (Südwestgruppe). 

Hügel 3: 0,75 m; 32 m. NW der Mitte Scherben eines kerbschnittverzierten 
Gefäßes. Von einem zweiten Grab Bronzereste und Fußschale, 
13,2 cm weit. (Tafel VIII 2.) 

Hügel 4: 1,4 m; 43 m. Grab 1 W der Mitte: Rest eines Gürtelblechs. Grab 2 
NW der Mitte: eiserne Lanze, 28 cm lang, und Reste eines Gürtel- 
bleches. Grab 3 O der Mitte: Skelettreste. 

Tannheim (Kreis Biberach). Auf der Hochfläche des Hörn, 1,5 km SW, 
liegt eine Gruppe von etwa 10 Grabhügeln. In einem vom Waldweg durch- 
schnittenen Hügel fand Graf Vojkffy etwa 1942 einen 7 cm großen offenen, 
schwach quergerippten Armreif. Schloß Tannheim. 

Tieringen (Kreis Balingen). 1. In der Flur Sturm, 1,3 km WNW Geierbad, 
N über dem Kohlstattbrunnen, stellte Dr. Kost 1939 außer einer steinzeit- 
lichen (siehe S. 46) auch eine starke Besiedlung der H. und T. fest. Die Sied- 
lungsfläche greift auf Flur Kohlstattbrunnen, Markung Oberdigisheim, über. 

2. Auf der Anhöhe Bockenloch erhebt sich 50 m WSW P. 956,1 ein runder 
Hügel, wahrscheinlich Grabhügel. Kost 1939. 

Tuttlingen. 1. Im Kehlholz auf dem Rücken des Witthoh, 3,5 km S, liegen 
an der Ostseite der Hochstraße Grabhügel, deren größere „Aisen" genannt 
werden. In einem dieser Hügel, der stark abgeflacht und gestört ist, fand 



84 Hallstattzeit 

Schöppler 1936 unter Steinabdeckung Reste eines weiblichen Skelettes in 
einer etwa 1,6 : 2 m großen Steineinfassung. Neben dem Skelett lag eine 
Schüssel mit Knochenresten, beim Skelett Teil einer Bronzefibel mit ge- 
strecktem Fuß, Bronze- und Eisenreste, ein 3 cm weiter, dicker Bernstein- 
ring mit Gravierung, drei keine Bernsteinperlen, viele Scherben. Teilweise 
in Sammlung Tuttlingen. 

Etwa 0,5 km S davon, auf der Wiese in Höhe des Landgrenzsteines 11, 
traf Schöppler an der Ostseite der Hochstraße in einem kaum mehr erkenn- 
baren Hügel unter mächtigen Steinplatten Skelettreste, Bronzenieten, 
Eisenringe und Scherben von rot und schwarz bemalten Urnen. 

2. In Flur „Am steinernen Kreuz", 2,5 km N, 700 m SSW vom Hofgut 
Bleiche, erkannte G. Schöppler 1936 in den Wiesen eine Gruppe von 9 fast 
eingeebneten Grabhügeln. In einem der Hügel lag in 20 cm Tiefe ein Skelett 
mit bronzenem Armring und Reste einer eisernen Waffe, sowie Gefäßreste. 
In anderen Hügeln traf er teils Urnen- teils Skelettgräber, an Beigaben eine 
Fibel, ein Schwert und 3 Lanzenspitzen, Scherben. Mitteilung von Reinert. 

Unterdigisheim (Kreis Balingen). In einem Kabelgraben am Westrand 
der Straße nach Nusplingen am Fuß der Kirchhalde, etwa 1 km S, beobach- 
tete Dr. Kost im August 1939 auf einer Strecke von 25 m schwarzen Kultur- 
boden mit Scherben wohl der H. Lage am Westrand der Bäratalsohle. 

Waldreras (Kreis Backnang). Auf dem höchsten Punkt des bewaldeten 
Keuperrückens, 1,5 km SSO, bei P. 408,5 fand W. Müller einen 15 m großen, 
0,3 m hohen Grabhügel. 

Westerheim (Kreis Münsingen). Ein im Katzental 2 km W gelegener 
Hügel wurde im Oktober 1949 von Oberstudiendirektor Kley (Geislingen) 
untersucht. Er erwies sich als Hügelgrab der H. 



Wagen der Hallstattzeit 

Nachtrag zu den Wagenfunden N. F. VIII Anhang I 19 ff: 

a) Von Grabhügeluntersuchungen des 19. Jahrhunderts besitzt das Lan- 
desmuseum von unbekannten Fundorten 

1. Reste von 3,2 cm breiten Reifen und Reste von eisernen Beschlägen 
von Naben, deren Form der von Bad Cannstatt (a. a. O. Tafel VI 3) 
gleichen könnte. Auch die Speichen waren mit quergeripptem Eisen- 
blech verkleidet. Fundort vielleicht Göppingen, Oberholz. 

2. Reste von Radreifen, 2 cm breit, mit dichtsitzenden Nägeln. Die 
Nagelköpfe sind 3,7 bis 4 cm, bei einem andern Reif 4 bis 4,5 cm 
lang. Die Nägel selber (ohne den Kopf) sind bis 8 cm lang, dabei ist 
die Spitze umgebogen. Daraus ergibt sich als Höhe der Felgen 8 cm. 

b) Im Heimatmuseum Urach liegen Wagenreste von der Ermstalsohle 
im Stadtgebiet. Sie wurden nach Goeßler (Beschreibung des Oberamts Urach 
1909, 137) im Jahre 1898 gefunden. 

c) Funde 1937/38 im Hohmichele, Markung Hundersingen (Donau), siehe 
S. 75 und 76. Paret. 



La-Tene-Zeit ß5 



La-Tene-Zeit 

Im Vordergrund steht unter den Neufunden das Skelettgräberfeld von 
Darmsheim als erste größere Bestattungsstätte dieser Zeit aus dem Lande. 
Sehr erfreulich sind auch die Gräberfunde von Birkenfeld, Frankenbach, 
Heilbronn, Nagold, Neckartailfingen, Sontheim bei Heilbronn, Steinheim 
(Murr) und Stetten am Heuchelberg. Die Zahl der Viereckschanzen hat sich 
um drei vermehrt: Bierstetten, Geislingen (Kreis Aalen) und Rohr. Einen 
leider nur kleinen Einblick in eine der seltenen vorgeschichtlichen Salz- 
gewinnungsanlagen gewährten Grabungen in Schwäbisch Hall. Bemerkens- 
wert sind noch die Trichtergefäße von Öffingen und die spätkeltische Kera- 
mik von Reutlingen. 

Aitrach (Kreis Wangen). In einer Kiesgrube SW vom Ort wurde 1949 
beim Baggern die obere Hälfte einer Schwertklinge mit Scheidenmundstück 
und Riemengröße gefunden. Form ähnlich dem Stück von Gochsen (Fund- 
berichte N. F. I 61). Schloß Zeil. 

Aixheim (Kreis Tuttlingen). Die in OAB. Spaichingen 349 (danach Bittel, 
Die Kelten, 56) genannte quadratische Schanze liegt 2 km W vom Ort und 
600 m W vom Neueichhof im Eichhofwald gleich S des Sträßchens nach 
Lauffen. Größe auf dem Wall gemessen: O 54 m, N-, W- und Südseite je 
57 m. Torlücke in der Mitte der Ostseite. Gelände eben. 

Alfdorf (Kreis Schwäbisch Gmünd). Auf Burg Hornberg bei Neckar- 
zimmern liegt wohl seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein nach der alten 
Beischrift bei Alfdorf gemachter Fund der Frühlatenezeit: ein 15 cm großer 
bronzener Hohlring und ein 8 cm großer Hohlring mit Stöpsel Verschluß. 

Mitteilung von Archivrat K. Schumm, Neuenstein. 

Arnach (Kreis Wangen). Von diesem S Wurzach gelegenen Ort besitzt 
die Staatssammlung im alten Bestand: 1. Eine eiserne Lanzenspitze mit 
breiten Flügeln und scharfem Mittelgrat. Beschädigt. Breite 6,2 cm, Länge 
noch 17,3 cm. 2. Bruchstück einer eisernen Tüllenaxt. 

Näheres ist nicht bekannt. Jetzt Inv. 41/35. 

Bierstetten (Kreis Saulgau). In Flur „Schloßbühl", 1 km NNW vom Ort 
bei P. 666,5, verzeichnet die Karte 1 : 25 000, Blatt Buchau (7923), Reste einer 
„Ehemaligen Burg". Sie liegt auf einer bewaldeten Kuppe der Altmoräne, 
die nach N stärker als auf den anderen Seiten abfällt, und ist nach Aufnahme 
von Paret im Mai 1939 eine bisher nicht beachtete spätkeltische Viereck- 
schanze. Die ebene, fast horizontale Oberfläche der flachen Kuppe ist der 
Größe nach für eine solche Schanze wie geschaffen. Eigenartig ist, daß die 
Schanze nie fertig geworden ist. 

Der Wall der Nordseite ist 100 m lang. Er zieht dem Rand der Hochfläche 
entlang und hat vor sich die natürliche Böschung. Vor seinem mittleren 
Drittel ist ein Graben nicht vorhanden, jedoch gegen beide Enden zu. Die 
Nordostecke des Walles erhebt sich 2 m über Grabensohle, 0,5 m über die 



86 La-Tene-Zeit 

Innenfläche. Die Westseite hat keinen Graben, aber einen Steilhang. Die 
Ostseite ist 90 m lang, doch ist hier nur der Graben noch erkennbar. Im 
Zug des Walles verläuft hier ein Feldweg, der zugleich die im Tannenwald 
liegende Schanze von Wiese und Acker trennt. Der Graben ist in der Wiese 
entlang dem Weg erkennbar. Die Südseite ist unfertig. Auch hier sollte der 
natürliche Hang benützt werden. Fertiggestellt ist nur die Südostecke und 
von ihr aus auf 20 m Länge die Südseite. Der Wall überragt hier die Innen- 
fläche um 0,5 m. Der Graben ist 1,5 m tief. Vor ihm verläuft, durch einen 
schmalen Zwischenwall getrennt, ein zweiter Graben von 1 m Tiefe. Der 
genannte Feldweg überschreitet auf einem kleinen Damm den Graben. Der 
Bau der Viereckschanze wurde also bald nach Beginn wieder eingestellt. 
2,5 km W der Schanze „Schloßbühl" liegt die Viereckschanze auf dem 
Schelmberg 1 km O Bondorf (Bittel, Die Kelten in Württemberg 56). Sie 
ist eine der besterhaltenen und eindrucksvollsten des Landes. Der Wall 
erhebt sich noch bis zu 1,8 m über den Innenraum. Beide Schanzen haben 
die Achsenrichtung NNW — SSO und senkrecht dazu. 

Bietigheim (Enz). In der Baugrube für einen großen Schuppen hinter 
Haus Bahnhof Straße 74 waren im Löß zwei Schuttgruben der T. (und B?) mit 
vielen rotgebrannten Steinen angeschnitten worden. Im Aushub konnte 
Paret im Juni 1939 noch bergen: Bruchstücke von kreisrunden flachen Mühl- 
steinen aus Stubensandstein, Eisenreste, Scherben mehrerer Gefäße, eine 
schwarze, 14,7 cm weite und 4,5 cm hohe Schale und einen beschädigten 
Spulenständer (Webergewicht). Inv. 41/31. 

Birkenfeld (Kreis Calw). Im Juli 1946 traf man bei Grabarbeiten für 
eine Erweiterung der Möbelwerkstatt Walz, Herrenalber Straße 45, 150 m 
SWvom Zollstock an der Südseite der „Alten Weinstraße", die von Pforzheim 
nach Neuenbürg führt und auf dem Kamm NW vom Ort vorüberzieht, ein 
Gräberfeld der früheren T. Aufgedeckt wurden 4 Gräber: 3 Männergräber 
und ein Frauengrab. Sie waren 0,80 bis 1,20 m in den dort anstehenden 
untersten Muschelkalk (unteres Wellengebirge) eingetieft und mit dunklem 
Letten aufgefüllt. Auf der Sohle der Gräber zeigte sich eine Schicht ver- 
moderten Holzes. Die 3 Männergräber lagen etwa parallel in Richtung 
SSO — NNW, zwei benachbarte mit dem Kopf im S, das dritte umgekehrt. 
Das Frauengrab hatte etwa die Richtung W(Kopf) — O. Beigaben: 

Männergrab I: Langschwert mit eiserner Scheide. Neben dem rechten 
Unterschenkel eine schwarze Flasche, 29 cm hoch, 22 cm weit, mit 
hohem Hals und weitausladendem Rand. Beste Drehscheibenarbeit. 
Beim linken Schlüsselbein Eisenreste (Fibel?). 

Männergrab II: Unter dem Skelett ein Langschwert, fast vergangen. 
Drei flache Bronzeringe vom Schwertgehänge. Rechts vom Kopf ein 
Messer, links ein Gefäß, gelbrot, schlecht erhalten. Am linken Unter- 
arm eiserner Reif. An der rechten Schulter Eisenreste (Dolch?). 

Männergrab III: Langschwert mit eiserner Scheide auf rechtem Arm. 
Neben der oberen Schwerthälfte drei bronzene Hohlringe vom 
Gehänge. Rechts vom Kopf Speerspitze (Abb. 23), 29 cm lang (Blatt 
17 cm lang), Tülle unter dem Schultergelenk. Auf rechtem Schlüssel- 
bein eiserne Fibel (Rest). Unter dem rechten Hüftgelenk Reste eines 
kleinen Dolches. 

Frauengrab: Bronzene Fibel mit Koralleneinlage. Bronzenes Schmuck- 
stück, halbkugelig, von Dreiecken und Rauten durchbrochen. 

Nach Grabungsbericht von E. Stahl. 



La-Tene-Zeit 



87 



Das Gräberfeld gehört in die frühere T., etwa das 4. Jahrh. v. Chr. Es 
liegt 4 km NO von dem durch seine T-Funde bekannten Neuenbürg entfernt 
(N. F. V 44, 54; VII 90; IX 77). 

Die gerade, das gewundene Enztal meidende und meist den Kamm 
benützende Straße, die von Pforzheim-Brötzingen über den Zollstock nach 
Neuenbürg führt, ist durch den Gräberfund als mindestens latenezeitlich 
bezeugt, wie schon durch die keltischen Siedlungen Pforzheim und Neuen- 
bürg angenommen werden durfte. Durch die auf Markung Gräfenhausen 
(siehe S. 74) gefundenen Grabhügel wird die Straße wohl schon in die Hall- 
stattzeit zurückdatiert. 





Abb. 23. Birkenfeld. 

Eiserne Speerspitze. 

"/4 nat. Gr. 



Abb. 24. Sontiieim a. N. 

Eiserne Lanzenspitze. 

V4 nat. Gr. 



Abb. 25. 

Tonflasche von Saulgau. 

Vs nat. Gr. 



Böckingen. 1. Beim Neubau Erich Bay, Neckargartacher Straße 81, fand 
Nagel im Januar 1939 Scherben der T. mit Wandverputz und Zähnen von 
Pferd und Ziege {?). Inv. 39/20. 

2. In der Baugrube für Haus Leonhard Kopp, Landwehrstraße 9, O vom 
Kastell, fand Nagel keltische und römische Scherben. Inv. 39/95. 

3. Beim Neubau Albert Kurz, Heidenrain 16, beim neuen Friedhof barg 
Nagel im Mai 1938 Scherben der T. (?) und ein Bruchstück eines Weber- 
gewichtes. Inv. 38/126. 

4. Im Kastellgelände wurde 1941 die Hälfte des Läufers einer keltischen 
Handmühle aus Sandstein gefunden. 21 cm breit, noch 29 cm lang. Inv. 41/23. 
Siehe den ähnlichen Stein von Rohrau, N. F. IV 63, Abb. 35. 

5. In der Baugrube für die Hauswirtschaftsschule, Landwehrstraße 70, 
beobachtete Nagel im Juni 1938 einige Schuttgruben und barg Keramik der 
T. Inv. 38/173. Ebenda ein rillenverziertes Töpfchen der späten B. in 
Scherben. Inv. 38/174. Auch Gefäßreste, zu denen als Zuschlag Scherben 
eines älteren Gefäßes verwendet sind. 



88 La-Tene-Zeit 

6. In der Baugrube für das Haus Karl Barth, Frundsbergstraße 11, fand 
Nagel im Juli 1938 keltische Scherben. Inv. 38/195; ebenso in 

7. Baugrube für Haus Johann Ranger, Sturzstraße 7 (Inv. 38/196), und in 

8. Baugrube für Haus Bitzer, Huttenstraße 1. Inv. 38/221. 

9. Wandverputz und Scherben vorrömischer Zeit barg Nagel in der Bau- 
grube H. und J. Jakob in der Sickingerstraße beim Sonnenbrunnen. Inv. 
38/220. 

10. In Flur „Längeiter" stieß man im Grundstück Blind beim Einbau 
eines Wasserbehälters im Juli 1938 auf ein Skelett mit bronzenem Armreif 
der Latenezeit. 7 cm groß, kreisrund, 7 mm dick mit schwacher Mittelrippe. 
Inv. 38/192 durch W. Butz. 

11. Am Nordende der Stadt, W der Neckargartacher Straße, wurden im 
Oktober 1950 beim Bau der Ölfabrik Müller von K. Nagel Scherben der T. 
gefunden. 

12. Aus der Baugrube für Haus Dorina im Nordteil der August-Hornung- 
Straße, wenig S vom Sonnenbrunnen, barg K. Nagel im August 1950 vor- 
römische Scherben und Teile von dickwandigen Gußtiegeln. Inv. 50/68. 

13. Bei der Erweiterung der Fabrik Nupnau, Ludwigsburger Straße 92, 
im Südteil der Stadt, wurden im Juli 1950 Reste einer Siedlung der T. 
angetroffen. Scherben durch K. Nagel, Inv. 50/69. 

Brettach (Gemeinde Maienfels, Kreis Öhringen). Beim Bau des Hauses 
Knorr im „Gelben Fels" fand man ein Bruchstück eines ganz kleinen ge- 
drehten Gefäßchens, wohl der T-Zeit. W. Mattes. 

Darmsheim (Kreis Böblingen). Am 11. Januar 1939 meldete Hauptlehrer 
Höschele, daß im Steinbruch Kopp in Flur Stich am Südwestrand des Dorfes 
in nur 20 — 30 cm Tiefe ein Skelett mit drei bronzenen Ringen gefunden 
worden sei. Von früher hier aufgedeckten Gräbern seien noch einige Waffen- 
beigaben erhalten. Die Besichtigung ergab, daß es sich um ein keltisches 
Flachgräberfeld handelte. Vom 16. — 31. Januar deckte die Staatssammlung 
unter örtlicher Leitung von Dr. Beiler einen vom Abbau bedrohten Streifen 
südlich oberhalb des Steinbruches auf und stieß dabei auf 4 Gräber. Im 
Februar und April 1939 wurden weitere Gräber gemeldet und untersucht. 
Auf Grund der Erhebungen über die früheren Funde und der Grabungen 
ergibt sich folgendes Bild: 

Unter einer 25 — 30 cm starken Humusdecke steht verwitterter Muschel- 
kalk und in 50 cm Tiefe schon Fels an. Die Gräber bilden in der Verwitte- 
rungsschicht ausgehobene, steinfreie Mulden. Es sind überwiegend Brand- 
gräber. 

Grabl: Lanzenspitze, herzförmig mit scharfem Mittelgrat. (Tafel IX 1). 

31 cm lang, 12,3 cm breit. Lanzenschuh 6 cm lang. Bronzener 

Fingerring, gerippt. Zugehörig? Inv. 39/84. 
Grab 2: Schwert, 77,3 cm lang, 5,5 cm breit, mit Resten der eisernen Scheide. 

Inv. 39/85. 
Grab 3: Speerspitze, 23 cm lang, 5,4 cm breit. Inv. 39/86. 
Grab 4: Schwert, Spitze fehlt. Noch 61,4 cm lang, 4,2 cm breit. Inv. 39/87. 

Grab 5: Skelett, weiblich, in Richtung O(Kopf) — W. Beigaben aus Bronze 
(Inv. 39/88): Armring offen, 6,2 cm. Armring mit übereinander- 
greifenden durchlochten Enden, 6 cm. Fußring, geschlossen, 11,1 cm. 
Halsring aus Draht mit verdickten Stempelenden, 12,5 cm. 



La-Tene-Zeit 



m 



Grab 6: Aufgedeckt am 25. und 26. Januar 1939 in Parzelle 2527. Mulde 
1,8 m N — S, 0,5 — 0,7 m O — W. Darin am Nordende schwarze Ton- 
schale, 28 cm weit, mit Mittelbuckel, Rillen und eingeglätteter 
Verzierung. Sie enthielt 2 eiserne Mittellatene-Fibeln: a) 10,8 cm 
lang; b) noch 7,8 cm lang, ferner einen eisernen Ring, 3,9 cm groß, 
und einen bronzenen Armring, 7,9 : 8,4 cm mit 3 Gruppen von je 
3 Buckeln. Über der Schale lag ein bandförmiger Schildbuckel, 
17,1 : 30,2 cm groß und 14,1 cm hoch. Seine Nieten weisen auf eine 
Schildstärke von 1,5 cm hin. Auf ihm lagen der Schildgriff, 13,6 cm 
lang, ein eiserner Gürtelhaken, 6,4 cm lang mit Knopf und Ring, 
sowie zwei weitere eiserne Ringe von 5,5 und 6,3 cm Durchmesser. 
Neben der Schale das Skelett eines kleinen Hundes, nach freund- 
licher Bestimmung durch R. Vogel von einem Pinscher mit mops- 
artiger Knickung der Kieferäste. Im Südteil der Mulde lag ein 
Schwert mit glockenförmigem Griffbügel und Scheide, 99 cm lang. 
Griff 15,5 cm lang. Neben dem Schwert eine zusammengebogene 
Lanzenspitze mit starken Mittelrippen und langer, oben vierkanti- 
ger Tülle. (Tafel IX 1.) Länge 52 cm. Der Lanzenschuh ist 12,5 cm 
lang. Dazu gehört ein 1,9 cm großer Ring. Abseits ein 5,5 cm großer 
eiserner Ring. Inv. 39/89. 
Grab 7: Verbrannte Knochenreste und einige Scherben. Inv. 39/90. 
Grab 8: Geborgen 2. Februar: Lanzenspitze, zusammengebogen, 40 cm lang. 

Schere 21,5 cm lang. Reste einer Schwertscheide. Inv. 39/91. 
Grab 9: Grube mit Platten abgedeckt. Untersucht am 25. April 1939. Zwei 
bronzene Fibeln, 4 und 4,9 cm lang. Zwei helle Glasperlen, 0,8 cm. 
Ein blauer und ein gelber Glasrest, geschmolzen. 2 Drehscheiben- 
gefäße, braun: Topf 31 cm hoch (Inv. 39/84), Flasche 32,5 cm hoch 
(Inv. 39/92). (Tafel VIII 5.) Dabei Schale mit Wulstrand und Reste 
von 2 bis 3 weiteren Gefäßen. 
Bei der Seltenheit von Grabfunden der Latenezeit in unserem Lande 
ist dieser Fund von Darmsheim aus dem 3./2. Jahrh. v. Chr. besonders erfreu- 
lich. Er ist dem Fund von Auingen (Kreis Münsingen) (N. F. IX 67 ff.) an die 
Seite zu stellen. 

Ehingen (Kreis Balingen). Bei der Postschutzschule im SW der Stadt 
(N. F. IX 32) fand Breeg nun auch spätkeltische Scherben der aus den Vier- 
eckschanzen bekannten Art, ähnlich N. F. I, Tafel Illa 3 und 12. Inv. 40/6. 

Frankenbach (Kreis Heilbronn). 1. In der Kiesgrube Ortwein am Süd- 
hang des Hippberg, 1,1 km SW (N. F. IX 73), wurden weitere frühlatene- 
zeitliche Grabfunde gemacht: 

a) 1938: Skelettgrab ohne Beigaben. 

b) 1940: Beigaben aus einem Grab: Bronzefibel mit geknotetem Bügel, 
5,5 cm lang. 2 Knotenarm- oder Fußringe mit Stempelenden, 8,6 und 
7,5 cm weit. 

c) Frauengrab mit Bronzefibel mit geknotetem Bügel, 3,7 cm lang. 

d) Aus einem Grab Rest einer Fibel mit Pasteneinlage. 

2. In der 1948 angelegten Kiesgrube Lauer am Hippberg traf man 1948 
ein Grab mit folgenden Beigaben: 

a) Hohler Halsring mit Einsteckenden, 14,5 cm weit, mit Längs- und 
Querriefen. 

b) Ein Paar hohle Fußringe mit Einsteckenden, 10,4 cm weit. 



90 La-Tene-Zeit 

c) Drei massive Armringe, 6,5 cm weit. 

d) Drei Fingerringe, davon einer aus einer Nadel gearbeitet. 

e) Ein Bernsteinring, 3,5 cm groß. 

f) Ein Spinnwirtel. 

1949: Grab mit 2 geschlossenen massiven Bronzeringen, 6 :6,8 und 5,4 : 6,7 cm 
groß. Mitteilung von Mattes. 

Geislingen (Kreis Aalen). Im Wald Lörle, 0,6 km O, liegt eine stark ver- 
schleifte Viereckschanze von 65 : 70 m Größe. Tor virohl in der Südseite. 

Geislingen (Steige). 1 . Beim Ausheben eines Kellers unter der Omnibus- 
halle bei Eybachstraße 41 traf man im Juni 1947 Gefäßreste wohl der 
früheren T. an; darunter Bruchstücke eines großen bauchigen Gefäßes, ver- 
mutlich einer Flasche, mit eingeglätteten Linien. 

2. Siehe S. 55 (Geislingen 1, 2 und 3). 

Vorgelegt durch G. Burkhardt. 

Grabenstetten (Kreis Reutlingen). Das Bruchstück einer spätkeltischen 
Amphore aus der Befestigung des Heidengrabens hat R. Lais (Freiburg im 
Breisgau) im Januar 1943 untersucht. Die dem Ton beigemengten vulkani- 
schen Mineralien lassen darauf schließen, daß das Gefäß aus Italien einge- 
führt worden ist. 

Hall, Schwäbisch. Keltische Salzgewinnungsstätte. 

Schon mehrfach sind im Gelände der Stadt Hall Anzeichen keltischer 
Besiedlung gefunden worden, so 1907 und 1909 mehrere Gräber (Fund- 
berichte aus Schwaben XV, 1907, 29 und XVII, 1909, 12). Siehe dazu Haller 
Heimatbuch 1937, 69. Der Neubau der Kreissparkasse gleich S von Post- 
gebäude und Rathaus im Jahre 1939 erschloß nun am Fuß des rechtsseitigen 
Kochertalhanges ausgedehnte keltische Kulturschichten, die eine Jahr- 
hunderte dauernde Besiedlung und insbesondere die Salzgewinnung durch 
Verdampfen von Sole bezeugen. Die Untersuchung durch die Staatssamm- 
lung (örtlicher Leiter Dr. Völzing) in Zusammenarbeit mit Dr. Kost und 
W. Hommel war durch eine 5 m mächtige Uberdeckung mit mittelalter- 
lichem und neuerem Schutt, durch die Enge der mittelalterlichen Stadt 
und die drängenden Bauarbeiten räumlich stark beschränkt, dazu durch 
schlechtes Wetter beeinträchtigt. So konnte in der von Anfang Mai bis Ende 
August 1939 dauernden Grabung wohl nur ein ganz kleiner Ausschnitt 
(etwa 5:7m) der Gesamtanlage aufgedeckt werden, der kein klares Bild 
ermöglichte. Die Grabung reichte bis 7,5 m Tiefe, zum Teil unter einen 
verschütteten mittelalterlichen Keller. Über die Grabung und die Funde im 
einzelnen sei verwiesen auf die ausführlichen Berichte in Württ. Franken 
N. F. 20/21, 1940: Kost, Die Keltensiedlung über dem Haalquell im Kocher- 
tal in Schwäbisch Hall (S. 39 — 111). Veeck, Eine keltische Solesiederei in 
Schwäbisch Hall (S. 112—128). Hommel, Keltische und mittelalterliche Salz- 
gewinnung in Schwäbisch Hall (S. 129 — 144). 

Die Fundstelle liegt auf der einstigen Talaue, wurde aber später durch 
Hochwasserschlamm, Hangschutt und Kulturschutt überdeckt. Offenbar 
trat an der Fundstelle eine Salzquelle aus. Der 110 m W gelegene Haal- 
brunnen besteht erst seit karolingischer Zeit. Die ganze 40 m lange Bau- 
grube ergab, zum Teil in mehreren Schichten, zahlreiche keltische Kultur- 
reste, doch konnten keine Hüttenreste beobachtet werden. An 3 Stellen 
traf man Haufen hartgebrannter Lehmbrocken mit Flechtwerkabdrücken, 
offenbar von Metallwerkstätten stammend, wie die Tiegelreste bekunden. 



La-Tene-Zeit 91 

Ein solcher Tiegel bestand aus Graphitton und enthielt noch Spuren von 
geschmolzener Bronze. Die übrigen Tiegel werden zum Glühen in Arbeit 
befindlicher Bronzesachen in Kohlenpulver und zur Härtung von Eisen 
gedient haben. Eine Tondüse von einem Gebläse und eine stark eisen- 
haltige Rohschlacke fanden sich ebenda. 

An Einzelfunden sind zu nennen: 

Metall: Bruchstücke einer Bronzefibel und kleiner Bronzering. 

Glas: Bruchstück eines Glasarmringes, kobaltblau, längsgerippt, mit aufge- 
legten gelblich-weißen Zickzackfäden. Bruchstück eines zweiten 
Glasarmringes, hellblaugrün, mit aufgesetzten dunkelblauen Knoten. 
Perle, kobaltblau, mit weißen Spiralen, und Perle gelb mit gelben 
Fäden. 

Bein: Bruchstück eines Glättgerätes. 

Holz: 3 Geräte vermutlich zum Stricken von Fischnetzen. Das besterhaltene 
hat die Form eines runden, 2 cm dicken Stabes von 25 cm Länge. Der 
Stab war der Länge nach gespalten, ausgehöhlt und wieder zu- 
sammengesetzt worden. Am vorderen Ende läuft er in 2 Spitzen 
aus. Durch die Höhlung führt noch eine Schnur, die zwischen den 
2 Spitzen austritt. 

Stein: Großer eirunder Mahlstein aus Sandstein und Bruchstück eines Reib- 
steins aus Jaspis. 

Tierknochen: An Haustieren sind vertreten Rind, Schwein, Schaf (oder 
Ziege?), Pferd; an Jagdtieren das Wildschwein. Dazu Fischwirbel. 

Speisereste u.a.: Durch Untersuchungen von Grüß (Berlin) und Bertsch 
(Ravensburg) konnten in Gefäßresten und durch Kerne ermittelt 
werden: Emmer (triticum dicoccum), Saatgerste (hordeum sativum), 
Saathafer (avena sativa), Ackerbohne, Pflaume (Kulturform), Kirsche, 
Schlehe, Himbeere, Erdbeere, Weinrebe (vitis silvestris). Dazu Brot- 
reste, tierisches Fett, Harz. Leinfasern, Schafwolle, rot und gelb 
gefärbt. 

Keramik: Die recht umfangreiche Fundmasse stammt zum Teil noch aus der 
Mittel-T., meist jedoch aus der Spät-T. (1. Jahrh. v. und 1. Jahrh. 
n. Chr.). Weit überwiegt die handgeformte Ware mit Fingertupfen 
und mit Besen- und Kammstrichverzierung. Graphittonware ist in 
einigen Bruchstücken vertreten. Zahlreicher sind die dünnwandigen 
gedrehten Flaschen mit eingeglätteten Linien oder mit Bemalung 
in weißen und roten Zonen, wie sie besonders aus der spätkeltischen 
Siedlung von Basel (Gasfabrik) bekannt geworden ist. Auch ziegel- 
rote Drehscheibenware kommt vor. Webegewichte. Der Salzge- 
winnung dienende Tongebilde siehe unten. 
Anlagen zur Salzgewinnung. 

Unter dem Südwestteil des neuen Sparkassengebäudes und westlich 
davor unter der Straße „Hinter der Post" und damit auf der einstigen Tal- 
sohle traf man beim Ausheben der Baugrube auf 7 aus halbierten Baum- 
stämmen (Eiche und Buche) gefertigte Tröge. 
Trog 1 lag W — O quer zur Fundamentgrube. Ein 2 m langes und 0,75 m 

breites Endstück wurde geborgen. 
Trog 2 lag 5 m N von 1, ebenfalls in Richtung W — O. Ein 3,25 m langes 
Mittelstück konnte geborgen werden, doch fehlten die Seitenwände. 
Trog 3 lag N — S in der Fundamentgrube, schlecht erhalten und nicht ge- 
borgen. 



92 La-Tene-Zeit 

Trog 4 etwas höher als 3 und unmittelbar neben ihm. Ganz geborgen. 
Länge 4,65 m, Breite an einem Ende 0,70 m, am anderen 1,10 m. 
Am dicken Ende ist ein 32 cm langer, 32 cm hoher und 11 cm dicker 
Fortsatz, der ein rechteckiges Loch von 12 : 13 cm hat. 
Trog 5 aus Buchenholz in Richtung SW — NO. Ganz verdrückt. 
Trog 6, Eiche, in Richtung W — O, lag unter 5. Länge 5 m, Breite am dicken 
westlichen Ende 0,8 m. Der Hohlraum des Troges war durch aufge- 
setzte, 36 — 40 cm hohe Eichenbohlen vergrößert und durch Bretter 
teilweise abgedeckt worden. Der Aufsatz war mit Letten hinter- 
füllt, lag also noch unterhalb der einstigen Bodenfläche. 
Trog 7, Eiche, flach, lag auf 5. Ganz verdrückt, Form unsicher. 

Aus der Beobachtung, daß bei Herstellung des Aufsatzes auf Trog 6 ein 
Teil von Trog 5 beseitigt worden ist, geht hervor, daß die gefundenen Tröge 
nicht alle gleichzeitig in Benützung waren. Ins Westende von Trog 6 
mündete eine hölzerne, durch ein Brett abgedeckte Rinne, die auf 1,5 m 
Länge verfolgt werden konnte. Der Trog selbst war mit grauem Schlick und 
Schlamm gefüllt. Einige Pfähle lassen vermuten, daß der Trog überdacht 
war. Unmittelbar südlich von Trog 6 zeigte sich eine mit verschiedenfarbigen 
Tonschichten ausgekleidete und durch solche Schichten offenbar mehrfach 
erhöhte Mulde von etwa 1,5 m Durchmesser. Sie war von einem im Durch- 
messer 3 m großen Kranz von bis 6 cm starken und noch 30 — 50 cm langen 
Pfählen umgeben. Unter dieser Wanne lag, etwas südwärts verschoben, 
eine ältere, deren Wände durch Feuer hart gebrannt waren. In ihrer Mitte 
wurde ein 60 : 80 cm großer Rahmen aus 15 cm starken Rundhölzern aufge- 
deckt. Ostwärts zeigte sich eine zweite solche Wanne. Der kleine Raum 
zwischen Trog 6 und den zwei Wannen war mit Brettern belegt. Auch N von 
Trog 6 war in der Wand der Baugrube eine solche Tonwanne zu erkennen. 
Über die BenützungsweisederTrögeundWannen läßt sich 
aus dem Befund ein klares Bild nicht gewinnen. Sicher dürfte sein, daß 
durch die Rinne Sole zunächst in den Trog 6 geleitet wurde. Über die Weiter- 
behandlung bis zur Salzgewinnung geben zahlreiche aus gebranntem Ton 
gefertigte Gebilde einigen Aufschluß. Proben Inv. 41/67. 

a) Plattgedrückte Tonknollen roher Form von meist 3 — 5 cm Dicke und 
6 — 9 cm Durchmesser. Doch zeigen nicht wenige Stücke nur 1 — 2 cm 
Dicke oder nur 2 cm Durchmesser. Nur wenige Knollen sind ganz 
erhalten. Dem Ton sind Holzkohle, Asche, Kalk- und Ziegelstückchen 
beigemengt. Fingerabdrücke sind häufig. 

b) Zylindrische (dreiseitig mit abgerundeten Kanten), oben in je drei 
stummelartige Fortsätze endende Tonstützen von 10 cm Durchmesser 
und 28 cm Höhe. Die 3 Arme bildeten ein Auflager. In der Innenseite 
der 3 Fortsätze zeigt sich jeweils eine glatte abgeriebene Fläche. Auch 
hier sind der Ton und die Form roh. 

c) Bruchstücke dünner, an Gefäßscherben erinnernder roher Gebilde, 
deren Form sich nicht erkennen läßt. Man könnte sie als Bruchstücke 
von Trichtern beschreiben, deren Rand horizontal einwärts umge- 
bogen ist. Es sind wohl die sich stark verbreiternden Füße von Hohl- 
stützen. 

d) Bruchstücke ganz flacher, roh geformter Schalen mit niederem, etwas 
einwärts gebogenem Rand. 

All diese Dinge dienten dem Verdampfen der Sole zur Salzgewinnung, 
vor allem wohl als Stützen der Siedepfannen. Über die Art und Weise ist 
noch keine Klarheit gewonnen, obwohl besonders im Seilletal in Lothringen 



La-Tene-Zeit 93 

und im Saaletal in Halle und Umgebung zahlreiche gleichartige und ähnliche 
Dinge in früheisenzeitlichen und keltischen Salzgewinnungsstätten gefunden 
worden sind. Zu den unter b und c genannten Funden findet man vergleich- 
bare Stücke von Halle im Nachrichtenblatt f. Deutsche Vorzeit 15, 1939, 92 ff. 
mit Tafel 27 und 28. Die Knollen a lassen an ihren Abdrücken deutlich 
erkennen, daß sie in feuchtem Zustand als Unterlage und Verbindungsstücke 
von gebrannten Tonstützen in einem Ofen eingebaut und erst durch den 
Betrieb des Ofens hart gebrannt wurden. Sie erinnern an die aus römischen 
Töpferöfen bekannten Knollen. 

Heilbronn (Neckar). 1. Am Westrand der Nahrungsmittelfabriken C. H. 
Knorr W vom Südbahnhof wurden im September 1940 zwei Gräber der 
Frühlatenezeit (etwa 4. Jahrh. v. Chr.) angetroffen und durch W. Mattes 
geborgen: 
Grab 1: In 1,4 m Tiefe ein 64,5 cm langes und 4,5 cm breites Schwert mit 

starkem Mittelgrat. Griff 9 cm lang. Knauf abgebrochen. Eiserne 

Scheide mit Öse war 30 cm lang erhalten. 
Grab 2:2 m von Grab 1 entfernt. Skelett in Richtung NW— SO. Ein Paar 

bronzene Fibeln, 7,5 cm lang, mit dünnem Bügel und Kugel am 

zurückgeschlagenen Fuß. 

Die Funde wurden 1944 mit dem Schliz-Museum vernichtet. 
2. Auf dem Stahlbühl 2 km SO fand Schüler D. Motzer 1939 in der 
Baugrube für Haus Lützowstraße 7 Spuren einer keltischen Siedlung: 
Scherben, bronzene Nähnadel, Spinnwirtel, Knochen, Kohle von Eiche, 
Esche und Ulme. 

Heldenfingen (Kreis Heidenheim). Unter einem Felsen am Nordrand des 
Hungerbrunnentals, 1,5 km SW vom Ort, fand S. Weber (Gerstetten) im 
Jahre 1949 zahlreiche Spätlatenescherben. Dabei Biberzahn. 

Mitteilung von Kley (Geislingen). 

Hessental. Flur Mittelhöhe siehe S. 34, 2. 

Hohenstaufen siehe S. 56. 

Kornwestheim. SW der Schillerschule barg Oberlehrer Breuninger aus 
einer Baugrube Keramik der T.: Bruchstücke einer Flasche und Schale. 
Inv. 38/114. 

Langenburg (Kreis Crailsheim). 1. Aus einem Grabhügel im Reisigwald 
stammt ein schon vor Jahren gemachter Fund der frühen T.: Knotenarmring, 
6 cm groß. Zwei glatte, 10 cm große ovale Ringe mit kugeligem Ende. Fibel 
mit geknotetem Bügel. Lockenhalter aus Bronzedraht. Württ. Franken N. F. 
22/23, 33 mit Abb. Museum Schwäbisch Hall. 

2. In der 1,8 km O gelegenen spätkeltischen Viereckschanze fand Dr. 
Kost im Sommer 1946 bei Schürfungen jungsteinzeitliche Spuren (Feuer- 
steingeräte, Scherben) sowie spätkeltische Gefäßreste mit Kammstrich, auch 
Graphittonware. 

Laufen (Eyach). Schalksburg. Latenescherben siehe S. 57. 

Lomersheim (Kreis Vaihingen an der Enz). Am Talhang N der Enz traf 
man im September 1939, 200 m W der Kirche, beim Bau des Jugendheimes 
in Parzelle 78/1, 78/2 und 79 (Flur Hofstatt, „Hostengärten") eine Siedlungs- 
stätte der T.-Zeit mit viel Keramik. Inv. 40/1. Um die Bergung hat sich 
Hauptlehrer Conrad verdient gemacht. 



94 La-Tene-Zeit 

Mergentheim. Am Trillberg SW der Stadt beobachtete G. Müller bei 
Baugrabungen N der Kasernen keltische Siedlungsreste (Pflaster, Wandver- 
putz, Scherben, Bruchstücke von Schmelztiegeln). Heimatmuseum. 

Württ. Franken 1940, 27. 

Meßstetten (Kreis Balingen). 1. Weichenwang, 1,5 km NW, 200 m SO 
vom P. 988,5, im Abraum des kleinen Steinbruchs keltische Scherben. Die 
Angabe in Fundberichte aus Schwaben 1896, 56 und 1898, 42, daß in dieser 
Gegend eine größere Zahl von Regenbogenschüsselchen gefunden worden 
sei, beruht auf Irrtum. Sie bezieht sich auf Bronzefunde in einem Grabhügel 
am Nordfuß des Weichenwang (siehe Prähist. Blätter IV, 1892, 81). 

2. 1,5 km NW liegen NW der Schildhalde Scherben der H. Festgestellt 
von W. Müller. Funde in der Schule. 

Michelbach (Bilz) (Kreis Schwäbisch Hall). In den Kocherwiesen in der 
Kocherschleife, 1,5 km WNW, wurde 1929 bei Grabarbeiten des Wasser- 
werkes Schwäbiscli Hall ein eiserner Fischspeer in Form eines Dreizacks mit 
Widerhaken gefunden. Länge mit Tülle 21 cm. Alter? Ähnliche Stücke 
sind aus keltischen Siedlungen der Schweiz bekannt. Württ. Franken 1940, 24. 

Mühlacker. In der N. F. VIII 89 genannten Siedlung der T. wurde ein 
Mahlstein gefunden, der erst 1946 aus Privatbesitz ins Heimatmuseum kam. 
Er besteht aus grobkristallinem Granit vom Schwarzwald. Länge 49 cm, 
Breite 22 cm, Dicke 7 cm. Es ist ein Läufer von gestreckt-ovaler Form mit 
überhängenden Enden. Form wie beim Fund von Rohrau N. F. IV 63 Abb. 35 
(auch Granit!) und beim Fund von Böckingen (siehe S. 87, aus Sandstein). 

Nagold (Kreis Calw). 1. Beim Bau des Hauses Wehrstein, Siedlungs- 
weg 15, in Flur Vorderer Lemberg, S der Stadt wurde 1928 ein Frauengrab 
der älteren Latenezeit (4. Jahrh. v.Chr.) angetroffen. Erst 1939 wurde der 
Fund bekannt und durch P. Goeßler in „Aus der Schwarzwaldheimat", 
Februar 1940, veröffentlicht. An Beigaben sind erhalten (Abb. 26): 

1. Halsring, Bronze, 15,8 cm weit, 5 — 7 mm dick. Verschluß durch 
Kugelknopf, in dessen Höhlung das zugespitzte andere Ende eingreift. 
Der Ring ist beiderseits des Verschlußknopfes auf 9,5 cm verziert 
durch Querrippen, Zickzacklinie und Punkte. Erhaltung sehr gut. 

2. Halsring, aus 1,5 mm dickem Bronzedraht gedreht. Nicht ganz 
erhalten. Weite etwa 10,5 cm. Rest des Verschlusses (wohl Ringchen 
und Häkchen). 

3. Hohler Armring, Bronze, etwa 7 cm Durchmesser. Nur teilweise 
erhalten. 

4. Bronzefibel, 5 cm lang, 2 cm hoch, verdickter glatter Bügel, Fuß 
zurückgebogen. Nur teilweise erhalten. 

5. Durchbohrter Anhänger aus Muschelkalkhornstein der Gegend, 5 cm 
groß. 

2. Hohennagold siehe S. 59. 

Neckartailfingen (Kreis Nürtingen). Am 27. Oktober 1942 stieß Flaschner 
Karl Haag beim Ausheben einer Kellergrube hinter seinem Haus, Haupt- 
straße 45, in 1,5 m Tiefe auf zwei nebeneinanderliegende Skelettgräber in 
Richtung S(Kopf)— N. 

Grab 1 hatte als Beigaben einen Knotenarmring aus Bronze, von dem die 
Hälfte geborgen wurde. Am Fußende eine Tonschale (nur Reste 
geborgen). 



La-T6ne-Zeit 



95 



Grab 2 lag 1 m ostwärts von 1 : eisernes Schwert in Resten, 2 Bronzeringe, 
flach, wohl vom Wehrgehänge, der eine 3,3 cm groß bei 1 cm Breite, 
der andere 2,9 cm groß bei 0,8 cm Breite. Am Fußende eine Ton- 
flasche. Höhe 30 cm. Weite 24 cm. Am Hals Stempelverzierung: 
5 Gruppen von je 4 dreifachen Kreisen über einem Kranz von 
liegenden S. Nur Bruchstücke geborgen. Inv. 42/22 (vernichtet). 

Nendingen (Kreis Tuttlingen). Auf einer Terrasse SW P. 823,90 im 
Nendinger Hardt, 3,5 km SO, stellte Potschigmann einen Siedlungsplatz 
der späteren T. fest. 




Abb. 26. Grabfund der älteren T. von Nagold. 
1, 2 und 5 in Vs nat. Gr., 4 in nat. Gr. 

Nusplingen (Kreis Balingen). 1. Die Reste der in GAB. Spaichingen 349 
(Siehe Bittel, Die Kelten in Württemberg, 56) genannten viereckigen Schanze 
hat Oberlehrer Reiser 1939 vermessen. Die Schanze liegt an der Südspitze 
des Weilers Heidenstadt, O des gegen SSW ziehenden Weges, und südlich 
der dortigen Hülbe. Sie bildet einen gesondert aufgeteilten Block (Flur 
Krautländer) in Flurkarte SW 38,9 (Parzelle 3281—3298). Nordseite 74 m, 
Westseite 77 m, Südseite 77 m, Ostseite 71 m lang. Erhalten ist der 23 m 
lange Westteil der Südseite mit 1,5 m Dammhöhe und die Nordostecke (Rest 
der Nordseite 26 m lang, Rest der Ostseite 33 m lang, 2,2 m hoch). Der West- 
seite entlang führt eine offenbar junge Trockenmauer mit doppeltem Knick. 

2. Beim Staighaus, 2,5 km SO, beobachtete Oberlehrer Reiser 1941 eine 
schwarze Kulturschicht mit vorrömischen Scherben. 

3. Im Gelände des Alemannenfriedhofs, N vom Ort (N. F. VIII 133), fand 
man 1935 einen Graphittonscherben. 



96 La-T6ne-Zeit 

öffingen (Kreis Waiblingen). Durch die Baugrube für Haus Konstantin 
Fritzle, Klosterstraße 6, am Westrand des Ortes, wurde im Juni 1938 eine 
keltische Siedlungsstätte angeschnitten, auf der I. Riede folgendes barg: 

1. Dickwandiges Trichtergefäß von 13,5 cm Höhe und 19 cm Durch- 
messer. Inv. 38/155. 

2. Ähnliches Gefäß, etwa 18 cm hoch und 18 cm weit. Inv. 38/156. 
Ähnlicher Trichter siehe unter Unterböhringen, S. 98. 

3. Schüssel und Scherben weiterer Gefäße. Inv. 38/157 und 158. Ver- 
nichtet. 

Pfullingen. In einer Baugrube beim mittleren Werk von Gebrüder Burk- 
hardt beim Südbahnhof wurde im Herbst 1941 3 m tief im Kalktuff ein 
Bruchstück eines großen steilwandigen braunen Topfes gefunden. 50 m von 
der Fundstelle gegen NW fand Rektor Ziegler beim Bau des Dampfkraft- 
werkes ein Gefäß, einen Angelhaken und ein Bruchstück eines kammver- 
zierten Topfes der späten T.-Zeit. 

Reutlingen. Beim Setzen einer Telegraphenstange links der Straße nach 
Bronnweiler, 200 m vor Abzweigung des Sträßchens zum Haltepunkt 
Gmindersdorf, wurden im April 1939 spätkeltische Scherben, auch das 
wulstige Randstück eines Graphittongefäßes gefunden. Die hier anzu- 
nehmende Siedlung liegt links der Echaz. Inv. 41/37 durch Studienrat 
H. Bürker. 

Rohr (Gemeinde Stuttgart). Im Wald Kühtorhau, Abteil II Schmelbach 9, 
1,5 km SSO, liegen nach einem Bericht des Forstamtes vom Jahre 1880 
(Forstakten beim Landesamt für Denkmalpflege) Reste einer Schanze. Sie 
wurden damals nicht weiter beachtet. Eine Prüfung durch Paret im Juni 
1941 ergab, daß es sich um eine spätkeltische Viereckschanze handelt. Sie 
liegt auf einem schwach ausgeprägten Sattel (P. 473,0) der über die Filder 
sich erhebenden Randhöhe des Keuperwaldgebietes. Die Straße Musberg — 
Rohr bog früher ostwärts aus, um die Schanze zu umgehen, die heutige 
Straße führt durch den Ostteil der von Mischwald bestockten Schanze. Die 
Markungsgrenze Rohr — Oberaichen lehnt sich der Süd- und Ostseite der 
Schanze deutlich an. Am besten erhalten ist die Nordwestecke, wo der Höhen- 
unterschied Grabensohle — Wallkrone noch 1,6 m beträgt. Anschließend ist 
die Westseite der Schanze auf 43 m noch gut erkennbar, weiterhin nur in 
schwachen Spuren. Die Südseite fehlt fast ganz, ebenso der Südteil der 
Ostseite, deren nördlicher Teil wieder erkennbar ist. Die Nordseite dagegen 
ist, besonders westlich der Straße, noch recht auffallend. Als Maße ergeben 
sich (auf Grund einer Aufnahme durch R. Weißer) für die Nordseite 88,5 m, 
Westseite 94,5 m, Südseite 90 m, Ostseite 95 m. Der Waldname „Kühtorhau" 
läßt darauf schließen, daß die Schanze im Mittelalter als Viehpferch im Wald 
gedient hat. Von benachbarten spätkeltischen Schanzen liegt die Riesen- 
schanze bei Echterdingen 3,3 km SO, die Schanze bei Vaihingen (Fildern) 
5 km N (siehe Bittel, Die Kelten in Württemberg, 56). 

Roßwangen (Kreis Balingen). Auf dem Lochenstein (siehe N. F. II 73) 
fand Dr. Kost 1939 einen eisernen Knopf mit Relief Verzierung (Ranken oder 
Tiere). Durchmesser 15 mm. Auf der Unterseite Ansatz eines Stiftes. Inv. 
43/34 als Geschenk des Finders. 

Saulgau. Beim Abräumen des Humus zur Erweiterung der großen Kies- 
grube im Südosten der Stadt fiel im Kies eine kleine, mit Humus gefüllte 



La-Tene-Zeit 97 

Grube auf, in dem Gefäßreste lagen. Oberlehrer Klaus konnte sie zeich- 
nerisch zu einer 32 cm hohen und 31 cm weiten Flasche ergänzen. Abb. 25. 
Um den Hals ein Ring kleiner eingestempelter Kreischen. 

Sontheim bei Heilbronn. Am Südwestausgang stieß man im Dezember 
1932 beim Ausheben eines Baumloches O der Straße nach Lauffen (Neckar) 
in der Nähe von Baugeschäft und Schreinerei Vetter in 60 cm Tiefe auf ein 
Skelett mit Beigaben. Geborgen wurden eine noch 48,5 cm lange, stark zer- 
fressene Schwertklinge und ein noch 26 cm langes Bruchstück einer dünnen, 
bis 10,5 cm breiten Lanzenspitze mit schmalem Mittelgrat und dünner, 11 cm 
langer Tülle. Abb. 24. Eine ähnliche Lanzenspitze von Rechtenstein siehe 
Bittel, Die Kelten in Württemberg, Tafel 6, 1. Inv. 41/62. 

Stammheim (Gemeinde Stuttgart). In der Baugrube für Haus Korntaler- 
Straße 85, am Südwestausgang, beobachtete W. Schierz im Juli 1948 zwei 
Schuttgruben im Löß. Sie enthielten Hüttenlehm, Tierknochen, Steine, einen 
Spinnwirtel, einen Scherben mit grobem Kammstrich (wie Heiligkreuztal 
N. F. I Tafel III 3) und Bodenstücke zweier dünnwandiger Gefäße mit Boden- 
zeichen (Ring mit Kreuz) der späten T. Inv. 48/12. 

Steinheim (Murr). In der Schottergrube von Karl Sigrist am Nordende 
des Orts, die durch den Fund eines Urmenschenschädels 1933 berühmt 
geworden ist, war man schon im Jahre 1932 auf ein Skelettgrab mit zwei 
reichen Fibeln der früheren T. gestoßen (N. F. VII 43). Im Januar 1949 traf 
man 30 — 40 m NO davon beim Abbau des 6 m mächtigen Lösses wieder auf 
ein Grab. Es wurde von Schülern ausgeräumt. Tiefe 0,6 m, Richtung des 
erwachsenen weiblichen Skelettes S(Kopf) — N. Unterkiefer (Unterseite), 
Schlüsselbein, beide Unterarme und linker Unterschenkel (Knöchel) sind 
durch Bronze grün gefärbt. Dadurch ließ sich die Lage der Beigaben nach- 
träglich noch feststellen. Beigaben Inv. 49/3. Tafel IX 3: 

a) Halsring aus 3 mm starkem Bronzedraht, 14 cm weit. Verschluß 
durch kleine Ösen. Enden durch Kerben auf 15 mm Länge verziert. 
Auf den Ring sind 22 (ursprünglich mehr?) dunkelblaue Glasperlen 
von 10 bis 11 mm Durchmesser aufgereiht. 

b) Ein Paar Armringe mit Stempelenden, 6 : 6,5 cm groß. An den Enden 
einige Punktkreise. Dicke 6 mm. 

c) Ein Fußreif mit Stempelenden, 9 cm weit. Enden durch Linien und 
Punktkreise verziert. 

Stetten am Heuchelberg (Kreis Heilbronn). Am 28. Februar 1950 stieß 
man in der Baugrube für Haus A. Kümmerle, 200 m N vom Ort, auf ein 
Skelettgrab der mittleren T. Es lag am Ostrand der Baugrube in 0,5 m 
Tiefe in Richtung S(Kopf) — N. Ein linker Arm war nicht vorhanden. An 
beiden Beinen je ein Knotenring von 9,6 cm Durchmesser (mit 17 Knoten), 
am rechten Arm ein Knotenring (18 Knoten) von 7,2 cm Durchmesser. 
(Tafel IX 2.) Hauptlehrer Krauter und Rektor Mattes (Heilbronn) haben sich 
um die Bergung bemüht. Museum Heilbronn. 

Am 31. Mai 1950 wurde in derselben Baugrube ein zweites Skelett ange- 
schnitten: Unterschenkel eines auch S — N gerichteten Skelettes. 

Tailfingen (Kreis Böblingen) siehe S. 83, II Hügel 5. 

Tieringen (Kreis Balingen) siehe S. 83. 

Tuttlingen. Auf einem kleinen Bergvorsprung in Steinhalden NW der 
Papiermühle, 3 km N, entdeckte Dr. Reinert 1939 bei wohl mittelalterlichen 
Siedlungsresten auch solche der T. 

Fundberichte 1938—50, 1. Teil. 7 



98 La-Tene-Zeit 

Unterböhringen (Kreis Göppingen). Bei Erweiterung des Wasserbehälters 
in Flur Heiligenbrunnen, 0,5 km SO, wurde Ende März 1939 unter Hang- 
schutt in 2,5 m Tiefe eine Kulturschicht mit viel Kohle angetroffen, an- 
scheinend Reste einer rechteckigen Hütte. Darin lagen: 

a) Bruchstücke eines etwa rechteckigen Mahlsteines aus grobkörnigem 
Sandstein (Stubensandstein?). 

b) 1 kegelförmiger Spinnwirtel aus schwarzem Ton, 4,2 cm groß, unver- 
ziert. 

c) Bruchstücke mehrerer Gefäße, dabei einer Schüssel mit einge- 
zogenem Rand. Ziemlich rohe Ware, rot und braunschwarz. 

d) Bruchstücke eines dickwandigen Trichters. Lichte Weite der Röhre 
3,5 cm. Wie öffingen Inv. 38/155 f. Siehe S. 96. 

e) Bruchstücke von Tierknochen, wohl vom Rind. 

Die Siedlung lag bei zwei Quellen am Hang in einem kleinen gegen W 
sich senkenden Seitental zum Rohrbach 50 m über dessen Talsohle. Funde 
zum Teil geborgen durch Burkhardt (Geislingen). 

Heimatmuseum Geislingen. 

Vellberg (Kreis Schwäbisch Hall). Auf der Hochfläche der Stöckenburg, 
wo schon zahlreiche vorgeschichtliche Spuren beobachtet worden sind, hat 
Kost 1950 eine besondere Häufung von Siedlungsresten, auch der T., im 
Nordostteil und unterhalb des Westrandes festgestellt. An der Brunnen- 
stelle am Nordostrand der Stöckenburg unternahm der Historische Verein 
für Württ. Franken im April 1949 eine kleine Grabung, die bis auf den in 
2 — 2,60 m tief anstehenden Felsen führte. Die untersten Schichten enthalten 
Scherben der T. Entlang dem Nordrand der Hochfläche zieht eine verstürzte 
Trockenmauer. Mitteilung von Kost. 

Walheim (Kreis Ludwigsburg). Auf der vorgeschichtlichen „Burg" SW 
vom Ort fand G. Gengenbach nahe dem inneren Abschnittswall einen 
kleinen Schmelztiegel. 

Wäschenbeuren (Kreis Göppingen). Ende Juli 1950 stieß man beim Aus- 
heben der Baugruben für die Wohngebäude A. Müller und J. Weber am 
Nordausgang W der Straße nach Lorch in 1 — 1,5 m Tiefe auf eine 28 m lange 
Kulturschicht. In der südlichen Grube wurden viele Gefäßreste der Spät-T., 
auch Graphittonware gefunden. Dabei ein römischer Henkelkrug. Unter- 
sucht durch A. Nuber, Schwäbisch Gmünd. 

Weikersheim (Kreis Mergentheim). Im Südwestteil des Marktplatzes 
wurden in der Nähe des Rentamtes im Jahre 1933 (?) bei einer Wasser- 
leitungsgrabung Scherben der Latenezeit gefunden. Im August 1949 unter- 
nahm Dr. Kost ebenda kleine Probegrabungen. Er traf unter 60 cm starkem 
jungem Schutt eine 40 — 70 cm starke Kulturschicht mit Latenekeramik, 
auch kammstrichverzierten Graphittonscherben, gebrannten Wandlehm mit 
Flecht wer kabdrücken, Haustierknochen und einige Eisenschlacken. 

Westernhausen (Kreis Künzelsau). In Flur Steil, 1,6 km NO, Scherben 
der T. Grabung 1949 durch Kost. 

Zuf f enhausen. 1 . Bei einem Neubau in der Rotwegsiedlung O der Stadt 
traf man im Juni 1938 keltische Siedlungsreste. Scherben und Wandbewurf. 
Inv. 38/160. 

2. Ebenda zeigten sich im Juni 1950 in den Wasserleitungsgräben an der 
West- und Südseite der Gebäudegruppe S vom Rotweg einige Schuttgruben 
mit Scherben der T. Inv. 50/18. 



Fundortverzeichnis 



99 



Fundortverzeichnis 

zu Fundberichte aus Schwaben N. F. XI 



Seite 

Adolzfurt 23, 52 

AffaJterbacli 23 

Aidlingen 23 

Aitrach 85 

Aixheim 85 

Aldingen (Neckar) 23, 67 

Alfdorf 18,23,67,85 

Althausen 23, 67 

Althütte 24, 36 

Archshofen 52 

Arnach 24, 85 

Asperg 67 

Assumstadt 24, 67 

Auenstein 24 

Bad Cannstatt 17, 24 

Baienfurt 52 

Balzholz 22, 24 

Bargau 21 

Baumerlenbach 25 

Bäumlesfeld 22 

Bef fendorf 25 

Beihingen (Neckar) 25 

Beilstein 25 

Beimbach 25 

Beinstein 22, 25 

Belsenberg 52 

Benningen 25 

Berg (Kreis Ravensburg) 30 

Bernsfelden 26 

Beuerlbach 21 

Beutelsbach 26 

Biberach (Kreis Heilbronn) 26 

Bierstetten 85 

Bietigheim (Enz) 26, 86 

BiUingsbach 26 

Binswangen 52 

Birkenfeld 86 

Birkhof 26 

Bisingen 26 

Bissingen (Enz) 26 

Bissingen (Teck) 67 

Böckingen 27, 52, 87 

Bopfingen 53 

Böttingen (Kreis Tuttlingen) 67 

Brachbach 28 

Braunsbach 28 

Brettach 88 

Breuningsweiler 28 

Bubenorbis 22 

Bubsheim 68 

Buchau 28, 53 



Seite 

Bühl (Kreis Tübingen) 28 

Bühlertann 28 

Bühlhof 28 

Büttelbronn (Kreis Künzelsau) . . 21, 28 

Calw 28 

Crailsheim 29 

Creglingen 54 

Crispenhofen 29 

Dahenfeld 29, 68 

Darmsheim 88 

Deckenpfronn 29, 68 

Degerloch 29 

Dettingen u. T 18, 29 

Dimbach 29 

Döfflngen 29 

Dormettingen 29, 71 

Dörzbach 29, 54 

Dotternhausen 30 

Ehingen 54,73,89 

Ebni 30 

Echterdingen 55 

Eckenweiler 30 

Edelfingen 73 

Egesheim 73 

Ellenberg 21 

Ellrichsäausen 21 

Eltingen 30 

Endersbach 17, 30 

Erbstetten 73 

Erlenbach 55 

Eschenau 30 

Eßlingen 63 

Ettishofen 30 

Farnersberg 25 

Fellbach 30, 55 

Feuerbach 30 

Finsterlohr 44 

Fornsbach 21 

Frankenbach 30, 89 

Freudenbach 30 

Frickenhofen 21 

Fridingen 31 

Gablenberg 45 

Gagernberg 25 

Gammelshausen 31 

Gechingen 73 

Geislingen (Kreis Aalen) 90 



100 



Fundortverzeichnis 



Seite 

Geislingen (Steige) 55, 90 

Geißelhardt 22 

Gelbingen 31, 55 

Geradstetten 31 

Gerungen 18 

Gmünd siehe Schwäbisch Gmünd 

Göppingen 84 

Gosheim 73 

Gottwollshausen 31 

Grab 55 

Grabenstetten 90 

Gräfenhausen 74 

Grantschen 31 

Großgartach 55 

Großheppach 31 

Grunbach 31 

Gschwend 21 

GültJingen 56 

Gundelsheim 32 

Guthof 32 

Hailflngen 32 

Halden 28 

Hall siehe Schwäbisch Hall 

Harthausen (Kreis Mergentheim) . . 42 

Harthausen (Kreis Sigmaringen) .... 74 

Hausen a. T 56, 60 

Hayingen 56 

Heldenheim 80 

Heilbronn 32, 74, 93 

Heldenfingen 93 

Hemmingen 33 

Hepsisau 18 

Herbrechtingen 56 

Hermaringen 74 

Hertmannsweiler 33 

Hessental 34 

Hessigheim 74 

Heuneburg 76 

Heutingsheim 34 

Hochdorl (Kreis Nürtingen) 34 

Höfen (Neckar) 56 

Hohenstadt 21 

Hohenstaufen 56 

Hohmichele 74, 84 

HoQzbronn (Kreis Calw) 34 

Honhardt 45 

Honsbronn 34 

Hornstein 17 

Hundersingen (Donau) 34, 74 

Hütten (Kreis Schwäbisch Hall) .... 22 

Jagsthausen 57 

Jagstheim 21,57 

JagstzeU 28 

Jesingen 34 

Igersheim 34, 57 

Iggingen 18 

Ilshof en 77 

Ingelfingen 77 

Jungholzhausen 34 

Kaisersbach 21,30 

Kappishäusern 18 

Kerkingen 37 



Seite 

Kirchberg (Jagst) 34 

Kirchentellinsfurt 34 

Kirchheim u. T 34 

Kleinaspach 35 

Kleinheppach 18, 22, 35 

Kochendorf 57 

Kochertüm 57 

Korb 35 

Kornwestheim 57, 93 

Künzelsau 77 

Kusterdingen 35 

Langenargen 36 

Langenau 57 

Langenburg 36, 93 

Laßbach 48 

Laufen (Eyach) 77 

Laufen (Kocher) 36 

Lauffen (Neckar) 36, 77 

Lautlingen 77 

Lehenweiler 23 

Leonberg 30 

Lomersheim 93 

Lorch 19 

Lorenzenzimmern 36, 58 

Löwenstein 19 

Ludwigsburg 36, 41 

Lutzenberg 36 

Maibach 22 

Mainhardt 22, 36 

Malmsheim 36 

Mangoldsall 19, 36 

Marbach (Neckar) 58 

Margrethausen 77 

Mai-kgröningen 36 

Marktlustenau 37 

Meisterstall 37 

Mergentheim 78, 94 

Merklingen 58 

Meßbach 78 

Meßstetten 94 

Michelbach (Bilz) 94 

Mittelbronn 21, 38 

Möckmühl 38 

Möglingen (Kreis Ludwigsburg) .... 38 

Möglingen (Kreis Öhringen) 38 

Möhringen (Filder) 38, 78 

Mönchberg 38 

Mörsingen 78 

Morstein 38 

Mühlacker 38, 58, 94 

Mühlhausen (Neckar) 38 

Mühlheim (Donau) 58 

Mundeisheim 49 

Münster (Kreis Backnang) 79 

Münster (Kreis Mergentheim) 39 

Murrhardt 19 

Musberg 19 

Nabern 39 

Nagold 59,94 

Neckarhausen 39 

Neckarsulm 39 

Neckartailfingen 99 



Fundortverzeichnis 



101 



Seite 

Neckartenzlingen 39 

Neidlingen 19 

Neipperg 39 

Nellingen (Filder) 39 

Nendingen 39, 59, 79, 95 

Neuenstein 39 

Neuffen 40 

Neuhausen (Filder) 40 

Neulautern 40 

Neuler (Kreis Aalen) 21,79 

Neuses 40, 59 

Niederstotzingen 59 

Nordheim 60 

Nürtingen 40, 60, 79 

Nusplingen 95 

Oberboihingen 40 

Oberbrüden 21, 40 

Oberdigisheim 40, 79 

Obereisesheim 60 

Oberensingen 40 

Obereßlingen 79 

Obergriesheim 40 

Obergröningen 21 

Oberhausen (Kreis Balingen) 60 

Oberlimpurg 44 

Obernheim 19, 41, 60, 79 

Oberriexingen 41 

Obertürkheim 60 

Oberwilflingen 60 

ödheim 41 

öffingen 41, 96 

Oggenhausen 61 

Ohrnberg 41 

Onstmettingen 80 

öschelbronn (Kreis Waiblingen) .... 19 

Oßweil 41 

Ottenbronn 42 

Owen 19,42,80 

Pfahlbronn 22 

Pfauhausen 61 

Pfedelbach 19 

PfuUingen 96 

Plieningen 42 

Poppenweiler 42 

Prevorst 42 

Raidwangen 42 

Reckerstal 42 

Reichenbach (Kreis Göppingen) .... 26 
Reichenbach (Kreis Saulgau) .... 42, 80 

Reichenberg 42 

Reinsbronn 42 

Renningen 42, 61 

Reute (Kreis Ravensburg) 43 

Reutlingen 47, 96 

Riederich 43 

Rohr 19, 96 

Rosenberg 43 

Rossach 43 

Roßwangen 61, 96 

Rottenburg 44 

Rottweil 44 

Ruit 44, 61 



Seite 

Saulgau 96 

Schäftersheim 44 

Schelklingen 61 

Schmerbach 61 

Schnaitheim 80 

Schömberg 61 

Schonach 44 

Schopfloch (Kreis Nürtingen) 19 

Schorndorf 19 

Schörzingen 63 

Schramberg 44 

Schussenried 80 

Schwäbisch Gmünd 44 

Schwäbisdi Hall 44, 74, 90 

Schwaigern 45 

Schwaikheim 19 

Sechselbach 45, 80 

Sechselberg 22 

Sigmaringen 81 

Sindelfingen 81 

Sindringen 45 

Sirnau 63 

Sittenhardt 22 

Söhnstetten 45 

Sontheim bei Heilbronn 97 

Spiegelberg 22 

Spraitbach 22, 81 

Stammheim (Gemeinde Stuttgart) 45, 97 

Steinbach bei Waldsee 45 

Steinbach (Jagst) 45 

Steinbach (Kreis Künzelsau) 28 

Steinbach (Gemeinde Wernau) .... 45 

Steingebronn 63 

Steinheim (Albuch) 81 

Steinheim (Murr) 97 

Steinreinach 20 

Steffen am Heuchelberg 97 

Steffen i. R 20, 45 

Sfockach 81 

Straßberg 63 

Straßdorf 20 

Stuttgart 20, 29, 

30, 38, 45, 48, 49, 56, 64, 66, 96, 97, 98 

Sulz (Kreis Calw) 63 

Sulzbach am Kocher 22 

Tailfingen (Kreis BaHngen) 81 

Tailfingen (Kreis Böblingen) .... 46, 82 

Tannheim 83 

Tieringen 46, 83 

Trailhof 40 

Trochtelfingen 63 

Truchfelflngen 20 

Tübingen 46 

Tüngental 46,66 

Tutthngen 20,46,63,83,97 

Übrigshausen 28 

Ulm 46 

Unteraspach 46 

Unterböhringen 98 

Unterdeufstetten 46 

Unterdigisheim 84 

Untereisesheim 46 

Unterensingen 46 



102 



Fundortverzeichnis 



Seite 

Untergröningen 46 

Untergruppenbach 47 

Unterhausen 47 

Unterheimbach 64 

Unterheinrieth 47 

Unterkimeck 20 

Unterkochen 64 

Untermünkheim 22 

Unterregenbach 64 

Urach 47,64,84 

Uttenweiler 64 

Vaihingen (Enz) 64 

Vellberg 22,47,98 

Veringenstadt 17 

Verrenberg 47 

Viesenhäuserhof 39 

Vogelsberg 48 

Vorderbüchelberg 

(Gemeinde Spiegelberg) 20 

Vordersteinenberg 22 

Waiblingen 48 

Waidenburg 22 

Waldmannshofen 48 

Waldrems 84 

Walheim 48,98 



Seite 

Wangen (Gemeinde Stuttgart) 64 

Wankheim 35 

Wäschenbeuren 98 

Weckrieden 48, 65 

Weikersheim 48, 98 

Weilderstadt 65 

Weiler in den Bergen 22 

Weilersteußlingen 20 

WeUheim u. T 20 

Weißbach 32 

Wernau 21, 45 

Westernhausen 65, 98 

Westei-heim 84 

Wilsingen 65 

Wimmental 48 

Winnenden 21 

Wolfschlugen 48 

Wolpertsdorf 66 

Würtingen 48, 66 

Wüstenrot 21, 48 

Zazenhausen 48 

Zeil 21 

Ziegelbronn 22 

Zizishausen 40 

Zuffenhausen 49, 66, 98 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel I. 





3. Benningen a. N. 

Vorratsgefäß mit Stricknadiahmung 

Etwa '/s nat. Gr. 




Althausen (Kreis Mergentheim). Jungsteinzeitliches Familiengrab. 
1. Gesamtbild. 2. Teilbild. Aufn. G. Müller. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel II. 







1. Ödheim (Kreis Heilbronn). 
Hort von Steingeräten. V.i nat. Gr. 





2. Hundersingen a. D. 
Prunkaxt. '/^ nat. Gr. 



3. Aldingen a. N. 
Oben: Keulenkopf. '2 nat. Gr. 
Unten: Keil. Vü nat. Gr. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel III. 




1. Stuttgart-Gablenberg. Getaßbruchstücke der Jungsteinzeit. Stark '/:! nat. Gr. 







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3. Dormettingen. 

Armschutzplatte. 

i;- nat. Gr. 



2. Benningen a. N. 
Gefäßbruchstücke der Jungsteinzeit. -, ö nat. Gr. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel IV. 





2. Wilsingen. Armspiralen, Bronze. '•'■2 nat. Gr. 



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1. Marbach a. N. 

Bronzeschwert. 

Schwach ' r> nat. Gr. 




3. Oberwilflingen. 
Metallhort von Kupfer und Bronze. Vj nat. Gr. 



4. Echterdingen. 

Radnadel, 

Bronze. 

'I2 nat. Gr. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel V. 






1. Buchau a F. Prügelweg der Spätbronze- 
zeit. Juni 1949. Bliclt gegen SW. 

3. 2. Vaihingen a. E. Beigabengefäße einer 
Urnenbestattung der Spätbi'onzezeit. 
Etwa '/.-> nat. Gr. 
3. Vaihingen a. E. Getaßdeclvel, zu 2 gehörig. 
-;:> nat. Gr. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel VI. 




2. Etwa " 3 nat. Gr. 



3. Etwa V'4 nat. Gr. 



Deckenpfronn. Grabhügel Hohwiel. Hallstattzeit. 
Beigaben: 1. Nadeln (Grab 1) und Fibeln (oben Grab 2 und Grab 7. Mitte Grab 9, unten 
Grab 3). — 2. Gagatperlenkette und Tonscheibe (Grab 4). — 3. Hals-. Arm- und Fußringe 
von Grab 4 (unten Mitte), die übrigen von Grab I. 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel VII. 



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Mörsingen (Kreis Saulgau). 
Bronzeschmuck aus einem Grab der Späthallstattzeit. (Maße siehe Text.) 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel VIII. 




1. Reichenbach (Kreis Saulgau). 
Grabgefäß der Hallstattzeit. Etwa '/; nat. Gr. 




2. Stark '/i nat. Gr. 





3. Schwach ".i nat. Gr. 



4. Nat. Gr. 




2.-4. T a 11 f i n g e n 
(Kreis Böblingen). 

!. Fußschale aus Hügel 3 
der Gruppe HI. 

i. P'lasche aus Hügel 2 
der Gruppe I. 

:. Bronzefibel der frühen 
T. aus Hügel 5 der 
Gruppe n. 



5. Darmsheim. Tongefäße der T.-Zeit. '/u nat. Gr 



Fundberichte aus Schwaben. 1951. 



Tafel IX. 





1. Darmsheim. 
Eiserne Waffen. Aus Grab 6 und 1. ',':i nat. Gr. 



2. Stetten am Heuclielberg. 
Fußringe und Armring. Bronze. '/; nat. Gr. 




3. Steinheim a. M. Halsring mit Glasperlen, Armringe und Fußreit. Stark ' 'i nat. Gr. 
Grabbeigaben der Latene-Zeit.