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Full text of "Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der K.k. Armee"

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^' u. k. Militärlnval 
OFFIZIERSBIBLIOTHEK. 

GEDEMBLÄTTEE 




AUS DER 



mESßESGHIGHTE Di 1 1. OESTEiiCHISGBl iltlEl 



VON 



A. GRAF THÜRHEIM, 

VEBFASSBB BEB OESCHICH^E DBB BBITBB-BEQIMtfMiPS«. 
JENES DES 8. ÜHLANEN-BE6IMEKTE8 ü. M. A. MILITÄB-H18;^^l^cW]fii>^GH)|IFTEN. 



I. B^ND. 



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WIEN UND TESCHEN 1880. 

VERLAG DER BUCHHANDLUNG FÜR MILITÄR-LITERÄTÜR 

KARL PR00HA8KA. 



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li.tlu*urA.cm ^nn Carl I'rocl. utka ir T<>(>ihrn 



WIDMUNG. 



Ich widme vorliegende Gedenkblätter der k. k. Armee; ich widme 
sie vor Allen meinen einstigen Waffengefährten, den Vete- 
ranen von 1848 und 1849! ich weihe sie endlich dem pietätvollen 
Andenken an verehrte Feldherren und Führer, — an unvergessene 
Kameraden und Freunde, die nicht mehr sind, — in meiner treuen Rück- 
erinnerung leben sie ja doch Alle noch fort! 

Als warmen Wunsch füge ich dieser Widmung die Worte Friedrich 
Halm's, gesprochen bei der Säcularfeier des Maria Theresien-Ordens, hinzu : 

„Hoch Oesterreich! lass aus jedem Mund es schallen, 
Ruhm denen, die im Kampf fllr uns gefallen, 
Dem Kaiser Heil, und seinem Heere Sieg!" 



Im Winter 1880. 



Der Verfasser. 



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VORWORT. 



Die Gedenkblätter sollen in möglichster Kürze, gleichsam 
nur mit Schlagwörtern, die ruhmvollsten Erinnerungen aus der Kriegs- 
geschichte des kaiserlichen Heeres regimenterweise sammeln und wachrufen. 
Bei der überaus grossen Anzahl der Truppenkörper war es eine schwierige, 
mühevolle Aufgabe, bei jedem einzelnen Regimente die hervorragendsten 
Ereignisse und Momente hervorzuheben, das zerstreute Materiale zusammen 
zu suchen und zu sichten und, um das Ganze nicht zu umfangreich werden 
zu lassen, fortwährend auf die äusserste Beschränkung des Raumes Bedacht 
zu nehmen. Während oft aus einer 700 bis 800, auch mehrseitigen Regi- 
ments-Geschichte 12, höchstens 14 Seiten ausgezeichnet werden mussten, trat 
oft der umgekehrte Fall ein, und es mussten ganze Feldzugsgeschichten 
durchstudiert werden, um mühsam zuletzt zu einem oft nur spärlichen 
Resultate zu gelangen. — Ich lasse diesem Vorworte das Q u e 1 1 e n v e r - 
zeichniss, sowie dem Schlüsse des Ganzen das Namen-Register 
folgen, welches allein dem historischen Forscher die Möglichkeit gibt, derlei 
Bücher zu benützen ; denn wer wird wohl, wenn er einen Namen sucht, 1000 
bis 1200 Seiten durchblättern, Zeit und Geduld darüber verlieren, — um 
schliesslich mit einer Verwünschung der Oberflächlichkeit des Autors zu 
enden. — Wie begreiflich bedingt die Menge des Materiales das Mehr oder 
Weniger der Datenangabe. 

Bezüglich der Artillerie und der Genie-Truppe musste in 
Rücksicht der Art ihrer Verwendung ein anderer Modus der Besprechung 



vorgenommen werden, nämlich der Truppe im Allgemeinen, jedoch sind 
Regimentsinhabers-Listen separat angeführt. 

Ich kenne den Werth so gut wie die Lücken dieses Buches und 
vertraue* dem billigen Urtheile einsichtsvoller Fachmänner. 

Den nur wenigen Förderern meiner mühevollen Arbeit, welche 
die Güte hatten, durch Zusendung von Gedenktafeln, gedruckten Regiments- 
Geschichten oder Manuscripten meine Aufgabe zu erleichtem, sowie dem 
Herrn Obersten Franz von Czako, Commandanten des k. k. 59. 
Linien-Infanterie-Regiments, und dem Herrn Alois Hammerle, Vorstand 
der Salzburger Studienbibhothek, welche mir die Benützung dieser und der 
Regiments-Bibliothek in zuvorkommendster Weise gestatteten, spreche ich 
hiemit öffentlich meinen wärmsten Dank aus. 

Die Verlagshandlung hat sich um das Zustandekommen der 
Herausgabe, die Sorge für deren technische Ausführung, das rege Interesse, 
die fachverständige Ueberwachung der Correctur wesentliche Verdienste 
erworben — und diese hiemit öffentlich dankend anzuerkennen, ist nur die 
Erfüllung einer besonderen Pflicht 

Die Recensionen sämmtlicher inländischer militäri- 
scher Fachblätter, vieler pohtischer und endlich mehrerer ausländi- 
scher Militärblätter, vorzugsweise L'Avenir Militaire (ddto. 16. August 
1879), Revue Militaire Suisse (ddto. 4. JuU 1879) und Army and 
Navy Gazette (ddto. 17. Jänner 1880) lauten einstimmig in günstiger, 
wohlwollender Weise. Gilt diese mir so werthvoUe Anerkennung dem 
Grundgedanken meines Buches, gilt sie dem aufrichtigen Streben, imzählige 

Ruhmes-Erinnerungen unseres tapferen Heeres wieder wachzurufen, 

dann lasse ich Lob und Ehre gelten und nehme sie vollberechtigt dankbar 
an ! — aber wenn ich daran denke, wie w^eit mein Können hinter dem ehr- 
lichen Wollen zurückgeblieben, wie so Vieles anders und besser sein sollte, 
wie da mancher Irrthum zu beseitigen, dort manche Lücke zu ergänzen, — 
kurz, wie viel noch zu leisten wäre, um nur meine eigenen Wünsche zu 
befriedigen, dann, ja dann erscheinen mir diese wohlwollenden Urtheile nur 
als eine Mahnung, bei fernerer Arbeit noch Verbesserung zu erstreben. 

In der Gegenwart ist mein Buch der einzige Versuch dieser Art 
und darin liegt sein Werth! ich wiederhole, was ich vor 18 Jahren im 



Vorworte meiner Geschichte der kaiserlichen Reiter-Regimenter sagte, ich 
erinnere an die bekannte Geschichte vom Ei des Columbus. 

Könnten diese Blätter auch nur dazu dienen, bei dem kleinsten mili- 
tärischen oder kameradschaftlichen Feste, bei fröhlichem Hörnerschall und 
gefüllter Becher Klang mit einem zündenden Worte einen Apell an irgend 
eine glänzende Ruhmes-Erinnerung mittelbar zu veranlassen, so wären die 
grossen Mühen und vielfachen Schwierigkeiten dieser Arbeit hinreichend 
belohnt. 

Ich feiere mit deren Abfassung das eigene Jubiläum einer nun 
30-jährigen schriftstellerischen Thätigkeit, in welcher ich stets bemüht 
war, der Glorie der kaiserlichen Fahnen meine Huldigung zu 
bringen, eingedenk des patriotischen, längst dahingegangenen Dichters, der 
mit voller Berechtigung einst sang: 

„In deinem Lager ist Oesterreich. " 



Der Verfasser. 



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YERZEICHNISS 

DER BENUTZTEN QUELLEN. 



In Druckwerken: 
A. Monographien. 

Die selbständig erschienenen Begiments- Geschichten der /w/an^^ne - Regimenter : Nr. 8, 
Nr. 9, Nr. 12, Nr. 14, Nr. 17, Nr. 18, Nr. 25, Nr. 27, Nr. 28, Nr. 34, Nr. 36, 
Nr. 39, Nr. 42, Nr. 47, Nr. 48, Nr. 53, Nr. 55, Nr. 56, Nr. 57 und Nr. 59; — 
des Tiroler Kaiser- Jäger- Regimentes und des 10. Feld- Jäger- Bataillons, — der 
Reiter-Begimenter meines eigenen Werkes und speciell der erschienenen Begiments- 
Geschichten: der Dragoner Nr. 3, Nr. 4, Nr. 7, Nr. 12 und Nr. 13, der Hiiszaren 
Nr. 3, Nr. 7, Nr. 9, Nr, 12, der Uhlanen Nr. 1, Nr. 7 und* der von mir selbst 
verfassten Nr. 8. 

Ausser diesen die in den verschiedenen Jahrgängen der ehemaligen österreichischen 
Militärischen Zeitschrift des Oberstlieutenants von SchelSy Vorstand der k. k. Kriegs- 
Bibliothek 1811 — 1848 enthaltenen kurzen Regiments-Geschichten: der Infanter ie- 
Begimenter Nr. 7, 14 und 42, des 1., 4., 5. und 9. Hiiszaren-Bje^imeutes, 

Nebst diesen die in eben dieser Zeitschrift enthaltenen, regimenterwe'ise gesichteten Kriegs- 
scenen mid Züge von Heldenmuth, deren eine grosse Zahl auch in dem 4-bändigen 
Werke: „Oberstlieutenants von Schels Feld- und Vorpostendienst^ enthalten sind. 

Einzelne Feld zugs-Episoden, sowohl in ScJiels als Streffleurs Militär. Zeitschrift (1860 — 
1865), der /;i/an^er/e-Regimenter Nr. 4, Nr. 21, Nr. 28, Nr. 49 und in letzterer 
Nr. 15, Nr. 31, Nr. 45, 

endlich selbständige Bruchstücke, einzelne kriegerische Episoden behandelnd der Infanterie- 
Regimenter Nr. 29 und 58 in den Jahren 1848 und 1849 und Nr. 54 im Feld- 
zuge 1859. 

B. Andere militär- historische und kriegsgeschichtliche Werke als: fllr die Zeit von 
1848 herwärts: 

1. Der nach officiellen Quellen bearbeitete leldzug von 1848 und 1849 in Italien. 

2. Der Winter-Feldzug 1848149 in Ungarn Sr. Durchlaucht des FM. Fürsten zu 

Windisch-Grätz. 

3. Der Sommer-Feldzug in Ungarn und Siebenbürgen 1849 (verfasst vom Oberst 

von Bamming), 

4. Der Winterfeldzug des Bevolutionskrieges in Siebenbürgen im J. 1849. Leipzig 1861. 

Von einem österreichischen Veteranen. 



5. Der Sommerfeld zng des Berolutionskn'eges in Siehenhiinjen 1849, Leipzig 1863, von 

dem vorigen Verfasser (Hauptmann Abi). 

6. Die oficieJlen Armeehnlletins 1848 und 1849. 

7. Die amtlidie Wiener-Zeitung, Jahrgänge 1848 und 1849. 

8. Der Krieg in Italien 1859. Nach den Feldacten. 3 Bände. Wien 1876—77. 

9. Dr. Hirtenfeld' s Militär-Zeitung 1859. 

10. Die ämtlichen Wiener-Zeitungen 1859, 1864 und 1869/1870. 

11. Streffleur's Oesterreichische Militärische Zeitschrift, Jahrgang 1864, für die Kriegs- 

ereignisse im Kriege gegen Dänemark. 

12. Oesterreicfts Kämpfe im Jahre ]866, nach Feldacten bearbeitet durch das General- 

stabsbureau fllr Kriegsgeschichte, 3 Bände^ Wien 1867 bis 1869. 

13. Ämtliche Wiener-Zeitung 1866. 

14. Fttr den bosnischen Occujxttions-Feldzug 1878 die Publicationen der Amtlichen 

Wiener-Zeitung. 

Für frühere Kriegsepochen: 

ScheVs Oesterreichische Militärische Zeitschrift 1811 bis 1848. 

Graefers Geschichte der kais. Kriegsvölker. 1791 und 1799. 

Dr. J. Hirtenfeld, Geschichte des Maria Theresien-Ordens, 2 Bände, Wien 1857. 

Desselben Militär-Conversations-Lexikonj A bis Kulm, Wien 1850/53. 

Desselben Soldatenfreund und Militär- Zeitung^ Jahrgänge 1848 bis 1864. 

Geschichte des österreichischen Erhfolgekrieges 1740 bis 1748, Dresden 1787, 

Freiherr von Räder, Feldzüge des Markgrafen Ludwig von Baden, 2 Bde., Carlsruhe 1839. 

Arneth Alfred Ritt., Prinz Eugen von Savogen, 3 Bände, Wien 1858. 

M'rcttr?7-Xachrichten, Zeitungsblätter von 1672 bis 1680. 

Amtliche Wiener-Zeitungen von 1794 bis 1799 und 1809. 

Jahrgänge des österreichischen Beobachters von 1813 bis 1815. 

Feldzug 180,5 von Schönhals, 

Feldzug 1809 in Süddeutschland, Heller v. Hellwald aus Streffleurs Militär. Zeitschrift 
1862 und 1863. 

Stutterheim, der Krieg von 1809, 2 Bände, Wien. 

SjMrschill, Feldzug der Oester reicher in Illyrien und Italien 1813 und 1814, Braim- 
schweig 1842. 

Gebier, Wilh. Edler, k. k. FML., das k. k. österreichische Auxiliar- Corps im russischen 
Feldzuge 1812, nach Originalquellen bearbeitet. Wien, bei W. Braumüller, 18G8. 

Thielen y Max Ritter, der Feldzug der rerbihideten Heere Europa^ s unter dem Ober- 
befehle des k. k. FM. Fürsten Carl zu Schwarzenberg. Nach authentischen öster- 
reichischen Quellen. Wien, W. Braumüller, 1856. 

Von eben diesem, Erinnerufigen aus dem Kriegerlehen eines 82-jährigen Veteranen 
mit besonderer Bezugnahme auf die Feldzüge 1805, 1809, 1813, 1814 und 181:5. 
Wien, W. Brauraüller, 1863. 

Feldzüge des Prinzen Eugen. Nach den Feldacten etc. herausgegeben von der Abtheilunj^ 
des k. k. Kriegs- Archives, Band 1 — 3. Wien 1876. 

Von ausländischen deutschen Werken waren fllr den speciellen Zweck dieser 
Blätter nur 



Sporschill f Feldzüge 1813 bis 1815, und 

Hotho's FeldzUge 1813 bis 1815. 4 Bände, dieses vorzüglich wegen seiner Ordres de 

batailles der österreichischen Armee und den Verlustansraben des Feldzusres 1815 

verwendbar. 

Ein sehr brauchbares Buch 

Histoire des Beghnents Nationaux des Pays-Bas au Service d' Antriebe par le Lieutenant 
General Baron Guillaume. Bruxelles 1877. 

Wegen mehrerer Detail-Angaben und Schlachtordnungen gleichfalls gut verwendbar 

Comte de SchmettaUf Me'moires secrets de la guerre d'Hongrie pendant les campagnes 

de 1737, 1738 et 1739. Frankfort 1786. 
Siimmiliche Militärschemafismen zur liichtigstellung der Daten von 1790 bis 1867 

in den leider jetzt nicht mehr erscheinenden Veränderungen des Vorjahres. 
Das treffliche biographische Lexikon des llerrn Regierungsrathes von Wnrzhach gibt, wie 

immer, auch in dieser Hinsicht werthvolle Angaben. 

In Manuscript en 

erhielt ich seiner Zeit 1860—1861 Regiments - Geschichten des dermaligen 1., 6., 11. 
• und 14. Dragoner- und des 15, und 16, Huszaren-Regimentes {ersteres danuüs 
10. Dragoner^^ letzteres 10. TJhlanen-Regiment). 

Endlich hatte ich mir bei Abfassung meiner Geschichte des 8. Uhlanen-Regimentes im 
k. k. Kriegs- Archive 1859 und 1860 eine bedeutende Menge Daten auch von 
anderen Truppenkörpern herausgezogen, wobei mir der damals im k. k. Kriegs- 
Arcliiv angestellte Herr Hauptmann Josef Strack in kameradschaftlichster Weise 
an die Hand ging. 

Auch aus der grossen, aus dem Kriegs- Archive geschöpften Noten-Sammlung des Dr. 
J. Hirtenfeld hatte ich durch dessen Güte Auszüge gemacht, so dass mir ein 
reicher Schatz authentischer Daten zu Gebote stand, den ich, angeregt durch 
einige Freunde, in diesen Blättern im allgemeinen historischen Interesse verwerthe. 



INFANTERIE 



Schlesisches 

INFANTERIE -REGIMENT N«' 1 

(1848.) 

KAISER FRANZ JOSEF I. 

Dunkelblaue Waffenröcie, dunkelrothe Egälisirung. Knöpfe gelb. 

Ergänzungsbezirksstation : Troppau, 



17 IG errichtet. 

1716 Leopold Erbprinz t. Lotbringen. 

1726 Franz Erbprinz von Lothringen. 
1737 Grossherzog von Toskana 
und 1745 römischer Kaiser Franz I. 

17G,5 Kaiser Josep II. 

17G7— 1803 Zweiter Inliaber: Jakob 
Marquis Botta d' Adorno, FM. 

1790 Kaiser Leopold IL 

1T92 Kaiser Franz II. und seit 1806 
Kaiser Franz I. von Oesterreich. 

1>03— 1827 Ztcdter Inhaber: FZM. 

Thomas Baron Brady f zu Wien 

14. October 1827- 
h:)5 Kaiser Ferdinand. 



Inhaber: 

1827 



-1842 Zweiter Inhaber: FML. 
Franz Hauoer. 



1842—1850 Zweiter Inhaber: FZM. 
Constantin Baron D'Aspre, MTO.- 
C. t zu Padua 24. Mai 1850. 

lS48 SM. Kaiser Franz Josef I. 

Zweite Inhaber: 

1850-1855 FML. Georg Baron Ram- 
berg MTO.-R. t zu Teplitz 2. 
September 1855. 

1855—1864 FML. Ignaz Tbimer f zu 
Wien 30. Juli 1864. 

1864—1869 FML. Josef Baron Ja- 
BLONSKY del Monte Berico, MTO.- 
R., wurde 1869 Inhaber des 30. 
Infanterie-Regimentes. 



\ 



Von 



Feldzflge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 



16 an die beiden nächstfolgenden Feldzüge gegen die Türken: Schlacht bei 
Peterwardein 5. August 1716, Belagerung von Temesvar und 3. October 
1716 Sturm auf die dortige Falanka; — 1717 Belagerung und Schlacht bei 
Belgrad^ wo ein Bataillon in isolirter Stellung von den Spahis beinahe gänz- 
lich vernichtet wurde. 



Thftrheim: GedenKblfttUr. 



' 



— 2 — 

Von 

1737 mAchto es wieder die näclifitfolgenden Feldzüge gegen die Türken. Am 28. 
September 1737 im Ehevenhüller'schen Corps im Treffen am Timok sieb 
ausgezeichnet. 1738 ein Bataillon in den beiden Treffen bei Komia und 
Mehadia^ ein Bataillon als Besatzung in Ujpalanka. 1739 am 23. Juli in 
der Schlacht bei Eirotzka formirt das Regiment auf dem Rückzuge die 
Arriöre-Garde. 

1741 Im österreichischen Erbfolgekriege: 10. April 1741 in der Schlacht bei Mol- 
witZ; 1742 in der Schlacht bei Chotusitz imd der Belagerung von Prag, 
1743 Feldzug am Rhein, 1744 am Rhein und in Böhmen, 1745 im Treffen 
bei Habeischwert 14. Februar, in den Schlachten bei Hohen-Friedberg 4. Juni 
und Trautenau 30. September. 
Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment am 1. October 

1756 in der Schlacht bei Lobositz, 1757 in jener von Prag 6. Mai, Breslau 
22. November imd Leuthen 5. December, ein Bataillon bei der Belagerung von 
Schweidnitz, 1758 das Regiment 14. October bei Hochkirch, 1760 hielt es 
sich am 22. Juli bei dem Angriffe auf die feindlichen Batterien von Dresden 
ungemein tapfer, war am 3. November in der Schlacht von Torgau, wo es 
durch die Attaken des preussischen Dragoner-Regimentes Bayreuth viel litt. 
Im bairischen Erbfolgekriege stand dasselbe 

1778 bei der Haupt- Armee in Böhmen. Im Türkenkriege: 

1788 stand das Leibbataillon bei Semlin. Das dritte Bataillon beim Coburgischen 
Corps war: am 18. April bei Eroberung des Lagers von Larga, bei der 
Einnahme von Jassy, im Gefechte bei Waslui und im Treffen bei Adschud. 
1789 das Leibbataillon bei der Belagerung von Belgrad und am 30. Septem- 
ber beim Sturme auf die Raitzenstadt. Das dritte Bataillon im Treffen bei 
Fockschan, in der Schlacht von Martinestie und 1790 bei der Belagerung 
und im Treffen bei Giurgewo. 

1793 Im Kriege gegen die französische Republik 12. April zwei Bataillone die 
Posten von Landau tapfer vertheidigt. — Bei der Einnahme der Lauter- 
burger Linien. Gefechte bei üttenhofen 24. November und Nahweiler 11. 
December. Ein Bataillon erobert hier zwei Kanonen. 1794 im Treffen bei 
Sprimont tapfere Vertheidigung der Posten bei Evreux, 1795 bei der Ein- 
nahme von Turenbach. 1796 ein Bataillon bei der Occupation von Krakau, 
eines stark gelitten in den Gefechten bei Nauheim und Johannesberg, eines 
bei der Belagerung von Kehl und 1797 am Rhein. 1799 zwei Bataillone 
im Treffen bei Osterach die dortigen Höhen erstürmt. Das Regiment am 
25. März in der Schlacht bei Stockach, am 3. Juni in den Gefechten bei 
Zollikon und Wittikon, am 4. Juni beim Haupt-Angriff auf Zürich, am 18. 
September bei Einnahme der Neckarauer Schanzen und bei Mannheim, 1800 
bei der Armee in Baiem. Im Feldzuge 

1805 Anfangs im Vorarlbergischen, später bei Ulm. Dortige Capitulation am 
n. October. Im Feldzuge 

1809 in Baiem. Im Treffen bei Abensberg grosse Verluste 20. April, Schlacht bei 
Wagram 5. und 6. Juli, Rückzug nacli Mähren, Treffen bei Znaim 10. Juli. 



— 3 — 

1812 im Feldznge gegen Russland am 27. October aus Galizien zum Äuxiliarcorps 
des FM. Fürsten Schwarzenberg eingerückt. Im Feldzuge 

1813 am 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden. Einnahme des Dorfes 
liöbda durch das zweite Bataillon. Tapfere Abwehr französischer Cürassierc« 
Kampf um das brennende Töltschen am 27. August. — Ein Bataillon bei 
Kinnitz und Arbesau 17. und 18. September. Schlacht bei Leipzig. Kämpfe 
am 16. und 18. October bei Klein-Zschocher. Treffen bei Hochheim 

9. November und glänzender Bajonnetsturm des ersten Bataillons unter 
Oberstlieutenant Straka^ persönlich yom Corps-Commandanten Grafen Gyulai 
vorgeführt. 

1814 im Treffen bei Bar-sur-Aube 24. Jänner, in der Schlacht bei Brienne 1. Februar, 
im Gefechte bei La F6rte-sur-Aube 23. Februar, bei Troyes 24. Februar und 
Arcis 21. und 22. März. Das 2. Bataillon im Februar und März bei der 
Blokade von Beifort. 

1815 4. Juli beim Angriffe auf Beifort in der Division FML. Baron Wimpffen^ 
später Besatzung in Montbelliard. Im Feldzuge 

1821 gegen die neapolitanischen Insurgenten am 9. März im Gefechte bei Antro- 
doco und Leonessa. Erstürmung der Höhen von Castelfranco am 7. Mai durch 
2. Bataillone unter Major Baron d' Aspro. Ueberschifft nach Sicilien und 
bis 1827 Besatzung in Palermo. In dem Kriege 

1848 in Italien am 18. März Strassenkampf und Erstürmung von Barrikaden in 
Mailand. Das Regiment sich hier glänzend hervorgethan. In der Schlacht 
bei Vicenza 10. Juli, den Gefechten bei Sonna, Somm^campagna und St. 
Giustina. In der Schlacht von Oustozza das 2. Bataillon beim Angriffe 
auf den Monte Godio 25. Juli. Gefechte vor Mailand, Sturm auf Vigentino. 
— Das 1. Landwehrbataillon unter Major Rath am 30. October in der 
Schlacht bei Schwechat, 31. October bei der Einnahme von Wien und beim 
Sturm auf das Burgthor. Im Feldzuge 

1849 in der Schlacht von Mortara. Das 2. Bataillon bei Erstürmung des Klosters 
St. Albino und Zurückwerfung der Piemontesen bei Porte Genova hervor- 
gethan 21. März; in der Schlacht von Novara 23. März und den Stürmen 
auf Castellazzo. — Expedition nach Mittel-Italien und Gefechte bei Livomo 

10. und 11. Mai. Das 4. und 1. Landwehr-Bataillon im III. Armee-Corps 
eingetheilt, im Sommerfeldzuge 1849 in Ungarn. Im Feldzuge 

1859 gegen die Francosarden in Italien; Ende Mai Kämpfe an der Sesia; 
4. Juni Schlacht bei Magenta, Sturm auf Buffalora ; 24. Juni in der Schlacht 
von Solforino — der heldenmüthige Divisionär Prinz Alexander von Hessen 
setzte sich an die Spitze eines Bataillons, dessen Fahne er ergriff und 
führte unter lautem Ausbruche der Begeisterung die Tapfem zum Sturme 
vor. — Abends den Rückzug der Armee decken geholfen. Im Feldzuge 

1^6 gegen Preussen focht das Regiment am 27. Juni im Treffen bei Trau- 
tenau, beim Sturme auf den Kapellenberg mit grosser Tapferkeit, aber 
starkem Verluste, und am 3. Juli in der Schlacht von Königgrätz gleichfalls 
viel gelitten. 

1* 



4 — 



I 



Tapferkeits« Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1737 Oberst Christian Baron Helfreich wegen umsichtiger Führung des Regimentes 

im Treffen am Timok angerühmt. 
1742 Bei der Belagerung von Prag wurde Feldwebel Johann Mayer gefangen, > 

trat 1754 in preussische Dienste, wo er es bis zum General brachte. 
1760 Bei Dresden Oberst Baron Leuwen sich sehr ausgezeichnet 22. Juli. f 

1789 Oberstlieutenant Souel wurde wegen Auszeichnung beim Sturme auf Belgrad 
2. Oberst und 1790 MTO.-R. Major Graf Ferdinand Nimptsch bei Fockschan 
und Martinestie sich hervorgethan. 

1793 Oberst Roszelmini am 12. April bei Landau, Major Johnson; die HaupÜeute 
Hofmann, Rieber; die Oberlieutenants Kager, Giessen; die Lieutenants Graf 
Kerzensky, Marchese Botta ; die Fähnriche Fessel und Siegel bei Lauterburg 
besonders angerühmt. 

1799 Bei Zürich Oberst Chevalier Johnson und Oberstlieutenant La Marine sich 
an der Spitze des Regimentes hervorgethan. 

1813 Major Johann Graf Breda sich bei Dresden und Leipzig ausgezeichnet 
Oberstlieutenant Straka bei Hochheim sich hervorgethan 9. November. 

1814 Oberst Prinz Hohenlohe-Langenburg und Oberstlieutenant Straka bei Bar-sur- 
Aube vom Corps-Commandanten FZM.Graf Gyulai belobt 24. Jänner. . 

1821 Major Constantin Baron d'Aspre bei Castelfranco 7. Mai sehr ausgezeichnet. 
Für Auszeichnung in den Feldzügen 

1848 und 1849: ÖLO.-R.: Major Theodor Medl, Aleicander Vogl, Oblt, Prinz 
Wilhehn Württemberg. ÖKO.-R. 3 : Hauptmann Seidl. M VK : Major Anton 
Rath, Hauptleute v. Merizzi, Erich, Drouart, Tiltscher, Hermann, Schill, v. 
Baravalle, Gf. Thun, Josef Schmidt, Ringelhann, Schrott, Oberlieutenants: 
Siebert, ZergoUem, Reiter, Pehm, Vogel, Braun, Emanuel und Johann 
Zaplctal, Karth, Brosche, Broschmann, Wodiczka, Lieutenants: Gockert, 
Rudolf von Schmidt, Forster. ÖLO.-R. Hauptmann Gf. Pimodan, Ordon- 
nanzoffizier. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1859 ÖLO.-R. Majore Edmund Baron Haan, Georg Drasenovic. OEKO.-R. 3.: 
Oberstlieutenant Anton Thill, Major Philipp Lettinger genannt Linderl. Die 
Hauptleute von Schwarzenschild, von Kuhn, Major Georg Drasenovic und 
Hauptmann Wodiczka. MVK: Die Hauptleute Schmidt, Baron Holzhausen, 
Jihn, Seeling, Spiller, Mathes; die Oberlieutenante Kerbler, Haager, Urbau 
Albrecht, Lehmann; die Lieutenante: Priet, Albrecht, Seibert^ Ferrentz, 
Baron Kutschera, Julian, Kick, Tolie. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 MVK: Oberstlieutenant Eduard van der Sloot, Major Carl Jaus, Hauptmann 
Pockels, Oberlieutenant Köhler, Lieutenant Kömer. 

1868 erhielt das Regiment statt der bisherigen weissen Waffenröcke — dunkel- 
blaue anbefohlen. 



— 5 - 

Vor dem Feinde gebliebene Oommandanten und Stabsoffiziere. 

1799 Ober&t Wilhelm Prinz Anhalt f in der Schlacht bei Stockach 25. März. 
1809 Oberst Johann Gredler bei Abensberg tödtlich verwundet, f 20. April in 

feindlicher Gefangenschaft. 
1859 Die Majore Edmund Baron Haan und Philipp Lettinger bei Magenta 4. Juni 

schwer verwundet, f in feindlicher Gefangenschaft. 
1866 Obersttieutenant Heinrich Edler von Habenoimn und Major Alfred Pilat 

t im Treffen bei Trautenau 27, Juni. 



\ 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N» 2, 

(1814.) 

ALEXANDER I. KAISER VON RUSSLAND 

(hAt für immenrihrende Zeiten dieeen Namen an behnlten). 

Dunkelblaue Waffenröcke, kaisergeJbe Egalisirting. Knöpfe gelb, 

« 

Ergäüzungsbezirksstation ; Fogabas in Siebenbürgen. 



Inhab 

1741 in Ungarn errichtet 

Oberst, seit 1746 GM. Ladislaos 
Baron Ujvary f 1749. 

1749 Carl Josef, Erzherzog, Oberst, 
t 1761. 

1761 Erzherzog FBRnmAND, FM. f 24. 
Dezember 1806. 

1767 Zweiter Inhaber: FML. Johann 
Baron Koch MTO-R wurde 1773 
erster Inhaber des gegenwärtigen 
17. Infanterie-Regiments. 

1773 bis 119i Zweiter Inhaber : FZM. 
Georg Graf Browne MTO.-C. f 
zu Wien 14. October 1794. 



1806 FZM. Johann Freiherr von Hiller 
MTO.-C, erhielt 1814 das 53. In- 
fanterie-Begiment. 

1814 Alexander I., Kaiser von Russ- 



er: 

land t zu Taganrog in der Krim 
1. December 1825. 

Das Begiment hat diesen Namen 
für immerwährende Zeiten zu be- 
halten. 

1814 bis 1825 erst zweiter dann erster 
Inhaber FML. Franz Baron 
Koller MTO.-R. f zu Neapel 
22. August 1826. 

1827 bis 1852 FZM. Adam Rbtsey de 
Retse MTO.-R. f zu Wien 26. 
Oktober 1852. 

1852 bis 1865 FML. Ferdinand Frei- 
herr von SciuRNDmo f zu Frank- 
furt a. M. 1865. 

1866 bis 1869 FML. Anton Baron Rück- 
STUHL t VI Wien 10. Juni 1869. 

Seit 1873 Alexander II., Kaiser von 
Russland MTO.-R, 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1743 bei der Belagerung von Ingolstadt, 1744 ein Bataillon in der Belagerung 
von Prag, gerieth durch die Uebergabe dieser Stadt in preussische Bjriegs- 



— 7 — 

gefangenschaft; — ein Bataillon machte in der Armee des FM. Prinzen 
Lothringen den Feldzug in Böhmen mit. 1745 das Regiment unter FM. 
Grafen Traun im Mainfeldzuge, 1746 in der Niederlande und den Schlachten 
von Eocoux 11. October 1746 und bei Lawfeld 2. Juli 1747. 
Im siebenjährigen Elriege am 18. Juni 

1757 bei Kolin unter Oberst Graf Siskowitz mit besonderer Auszeichnung gekämpft 
und vier feindliche Angriffe zurückgeschlagen. Recognoscirung gegen 
Meuselwitz 8. October, Belagerung von Schweidnitz, Schlachten bei Breslau 
22. November tmd Leuthen 5. December. — 1758 14. October bei Hoch- 
kirch; 1760 3. November starke Verluste bei Torgau erlitten, 1761 ein 
Bataillon bei der Eroberung von Schweidnitz und dem Angriffe auf das 
Jauemicker Fort ; — 1762 ein Detachement in der Belagerung von Schweid- 
nitz bei einem Ausfalle am 27. September Oberlieutenant Waldhütter die 
feindliche Besatzung der Minengrube überfallen, und theils zusammengehauen, 
theils versprengt. Im baierischen Erbfolgekriege 

1778 bei der Hauptarmee in Böhmen, Im Ttirkenkriege. 

1788 bei der Eroberung von Sabacz und dem Sturm auf die dortige Palanka; — 
bei der Belagerung und Eroberung von Novi. Oberstlieutenant von Ocskay 
vertheidigte und behauptete auf dem Berge Messinovacz eine Flesche 
und zwei Redouten mit dem 3. Bataillon gegen einen dreimaligen Angriff 
von 6000 Türken 20. September, beim ersten Sturm auf Novi 21. September 
zeichnete sich durch seltene Bravour Hauptmann Neszmery aus, und am 
3. September beim Hauptsturme führte Oberstlieutenant Ocskay eine Colonne 
gegen die Wasserbastion, die er der Erste erstieg und behauptete. 1789 
war das Regiment bei der Belagerung von Belgrad, Erstürmung der dor- 
tigen Raitzenstadt 30. September und Einnahme der Festung, wohin es als 
Besatzung kam. 1790 das 3. Bataillon bei der Belagerung von Czettin. 
In den Feldzügen gegen Frankreich. 

1793 26. October das Leibbataillon bei Erstürmung der Lauterburger Linien 
durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff den Feind bis an den Sulzbach ge- 
trieben, diesen durchwatet, und die angezündete Stadt Selz erobert, ebenso 
bei der Einnahme von Wanzenau. Ein Bataillon in der Niederlande bei 
Vertheidigung der Posten von Maubeuge. 1794 und 1795 zwei Bataillone 
am Rhein und bei Eroberung von Mannheim 18. October 1795 — beim 
Angriffe auf die Brückenschanze von Kehl 18. September 1796 und beim 
Sturm auf die Hüninger Brücke 30. November. 

1799 in der Schweiz und in Deutschland. 25. März im Treffen bei Stockach 
nahm Oberstlieutenant Baron Lippe mit den Grenadieren eine französische 
Halbbrigade gefangen; 4. Juni beim Hauptangriffe auf die Position von 
Zürich — 18. September bei Neckarau mit dem Bajonnete einige Fleschen 
erstürmt und bei Eroberung der Neckarauer Schanzen und der Stadt Mannheim. 

1800 in mehreren Gefechten in Baiem und Schlacht von Hohenlinden 3. Decem- 
ber in der Division FML. Fürst Carl Schwarzenberg. Tapferer Angriff des 
Regimentes auf Eronacker. 



— 8 - 

Im Feldzuge 

1805 in Italien thätiger Äntheil an der Schlacht von Caldiero 30. Octobcr. 
Im Feldzuge 

1809 in Deutschland im V. Armeecorps in Baiem, — vorzüglich ausgezeichnet 
an beiden Schlachttagen von Aspem. 21. Mai bei Eroberung von Stadt 
Enzersdorf, 22. Mai ; der tapfere Commandant Oberst Philipp IVinz Hessen- 
Homburg hatte fünf feindliche Cavallerie- Angriffe abgeschlagen, und war mit 
dem Regimente beim Sturme auf Aspem thätig. Am 5. Juli bei Wagram 
machte das Regiment einen Angriff in des Feindes Flanke und warf diesen 
über den Russbach zurück. — Rückzug nach Mähren, Schlacht bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1812 gegen Russland war das Regiment beim Auxiliar-Corps unter FM. Fürst 
Schwarzenberg; Schlacht bei Podubnie 12. August, Gefechte 15. und 16. 
August bei Dywin, 28. August bei Stara Wyzwa, 29. September bei 
Ljuboml, 8. October bei den Triszynerhöfen, 18. October bei Biala, 18. No- 
vember Treffen bei Rudnia« Im Feldzuge 

1813 in der Division Bianchiam 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden; 
am 30. August in jener bei Kulm; unter persönlicher Führung des FML. 
Baron Bianchi am 16. October bei Erstürmung des Markleeberges in der 
Schlacht bei Leipzig 17. und 18. October; Marsch am Rhein, Vorrückung 
gegen Frankreich. Im Feldzuge 

1814 erst bei der Blokade von Belfert, am 18. Februar im Treffen bei Monte- 
reux, am 11. März in jenem bei Macon, am 18. März bei St. Georges, am 
20* März bei Limonest, wo ein Bataillon beim Angriffe auf die Hochfläche 
von Dardilly thätigen Antheil nahm, und am 2. April im Gefechte bei St. 
Romans. Während des Monarchen-Congresses zu Wien zur Aufwartung daselbst. 

1815 12. April marschirte das Regiment von Wien über Baiem, Ulm nach 
Frankreich, war Anfangs August in der Cantonirung bei Courbereux und 
Anfangs October im grossen Armeelager bei Dijon. — Das 4. Bataillon 
bei der Blokade von Beifort und am 4. Juli im dortigen Gefechte, sowie 
bei der Cernirung von Sclüettstadt. (Vom 20. Jänner bis 1. Mai.) 

1816 bei dem in OberösteiTcich gegen Baiern aufgestellten Observations-Corps 
des FML. Baron Bianchi. Im Feldzuge 

1821 gegen die Neapolitanischen Insurgenten, und später längere Zeit als Be- 
satzung in Neapel, das 3. Bataillon kam später nach Palermo. Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen bei der Nordarmee in Böhmen, 27. Juni im Treffen bei 
Trautenau, am 28. Juni bei Neu-Rognitz mit bedeutenden Total- Verlusten : 
(42 Offiziere, 1224 Mann,) endlich am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. 
Das 4. Bataillon gehörte zur Brigade Braisach, der zur Deckung West- 
galiziens bei Krakau aufgestellten Truppen des FML. Baron Rzikowsky. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1757 Für Auszeichnung bei Kolin Oberst Graf Josef Siskowitz MTO.-R. Oberst- 
lieutenant Baron Vetter mit der Sieges-Nachricht von Kolin nach Wien 



- 9 - 

abgeschickt 1757 und zum Obersten befördert. Die Kaiserin beschenkte 

jede Compagnie mit 20 Dukaten. Das Regiment hatte 2 Hauptleute und 

37 Mann todt, 13 Offiziere und 100 Mann verwundet. 
1758 Bei Hochkirch Oberst Orosz^ 5 Offiziere, 109 Mann vermindet, 24 Mann todt. 
1762 Oberlieutenant Michael von Waldhütter für seine That bei Schweidnitz 

MTO..R. 

1788 Bei Novi wegen Auszeichnung Hauptmann Franz Neszmery 1788 MTO-R. 
und Oberstlieutenant Josef von Ocskay 1788 die Beförderung zum Obersten 
und 1789 MTO.-R. 

1789 Major von Barthodeiszky hat sich bei Berbir und Belgrad 1789 hervorgethan, 
Oberstlieutenant Kempf beim Sturme auf die Raitzenstadt mit den Grenadieren 
sich hervorgeihan, wurde Oberst bei Nr. 32. — Oberlieutenant Braneck 
bei der Belagerung von Belgrad belobt 1789. 

1793 Bei Einnahme der Lauterburger Linien und von Wanzenau: Oberst von 
Ocskay sich ausgezeichnet. — Im Feldzuge 1793 werden die Hauptleute: 
Schwarz, T?B,jfjp, Graf Macardy, Oberlieutenant Hammerstein, die Lieutenants 
Samer und Schmiskal und Bataillonsadjutant Kocy angerühmt 

1795 Bei Mannheim 18. October 1795 Hauptmann Schmidl sich ausgezeichnet. 

1799 Bei Stockach Oberstlieutenant Baron Lippe sehr angerühmt und zum Obersten 
im 60. Infanterie-Regimente befördert 1799. Beim Angriflfe auf Zürich und 
die Neckarauer Schanzen Oberst Hieronjrmus Candiani und Major Miltitz — 
bei letzteren auch Major Füglein sich ausgezeichnet. Hauptmann Franz von 
Csorich wurde 1802 MTO.-R. für frühere Auszeichnungen als Generalstabs- 
Offizier in den Feldzügen 1799 und 1800 in Italien. 

1809 FML. Fürst Rosenberg nennt den Obersten Prinzen Hessen-Homburg, Major 
Krammer, die Hauptleute August und Busch, die Oberlieutenants Planta, 
Rosenbaum, Wohlnhofer, Mayer, Alvizetty, Lieutenant Petz und Fähnrich 
Szekely unter den Ausgezeichneten bei Aspem Prinz Hessen-Homburg wurde 
mit Armeebefehl ddto. 24. Mai zum GM. befördert. 

1813 Für Auszeichnung bei Kulm erhielt jede Compagnie 2 k. russische St. 
Georgskreuze für die Tapfersten. Bei Leipzig hatte das Regiment 611 Todte 
und Verwundete, darimter 21 Offiziere. 

1814 18. October bei dem grossen militärischen Erinnenmgsfest im Prater zu Wien 
führte Kaiser Alexander I. von Russland das eben erhaltene Regiment als 
Inhaber dem Kaiser Franz persönlich vor. 

1818 besichtigte der Regiments-Inhaber Kaiser Alexander I. von Russland das 

Regiment in Wien, und bezeugte demselben seine vollste Zufriedenheit mit 

einem Geschenke von 2000 Dukaten. 
1 849 In Folge der politischen Wirren in Ungarn wurde das Regiment zu St. Polten 

in Niederösterreich reorganisirt. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 in Böhmen: MVK. Regiments- Commandant Oberst Carl Fritz, Major Johann 

Schober die Hauptleute Strasser, Berchtold, Lieutenant Zerbs. 
1868 erhielt das Regiment statt der bisherigen weissen Waffenröcke dunkelblaue. 



— 10 — 

Vor dem Feinde gebliebene Oommandanten nnd Stabsoffiziere. 

1757 Oberst Josef Baron Vettes f bei der Recognoseirung gegen Mensel witz 

8. October. 
1796 Major Dallosz beim Angriffe auf Kehl 18. September schwer blessirt 

und t 1796. 
1805 Major und Maria-Theresien-Ritter Friedrich Baron Lützow bei Caldiero 

schwer blessirt f zu Verona 1, Jänner 1806. 



Mährisches 

INFANTERIE-REGIMENT N» 3, 

(1780.) 

ERZHERZOG CARL 

(bat fttr immeywfthrende Zeiten diesen erlauchten Namen zu behalten). 

Dunkelblam Waffenröcke, himmelblaue Egalisirung. Knöpfe tvd^s. 
Ergänzungsbezirksstation: Ersmsier in Mähren. 



Inhaber: 



1714 in Westphalen und Schwaben 
errichtet. 

1715 Prinz Franz Stefan von Loth- 
ringen, Oberst, auch Jung-Loth- 
ringen genannt. 

1716 Erbprinz von Lothringen (erhielt 
1726 das gegenwärtige Infanterie- 
Regiment Nr. 1). 

1726 FML. Leopold Graf Ligneville 
t im Treffen bei Colomo 1734. 

1734 FML. Gottfried Ernst Freiherr 
von WuTTGENAu (bekam 1736 das 
gegenwärtige 12. Inf.-Regiment). 

1736 GM. Lucas Conte de Pallavicini 
(erhielt noch im selben Jahre das 
gegenwärtige 15. Inf.-Regiment). 

1736 FM. Carl Alexander Herzog von 
Lothringen, Gouverneur in der 
Niederlande, Grossmeister des 
Deutschen Ordens, f zu Temen 
bei Brüssel 4. Juli 1780. 

1780 Erzherzog Carl, FM. und Genera- 
lissimus, 1 30. April 1847 zu Wien. 



1780 



1791 



1809 



1827 



1840 

1847 



1853 



Das Begiment hat diesen ruhm- 
vollen erlauchten Namen für 
immerwährende Zeiten m behalten. 

Seitherige zweite Inhaber und 
wirkliche Inhaber: 

bis 1791 FML. Damian Freiherr 
von Drechsel f 1791. 

bis 1809 FZM. Josef Freiherr von 
Staadbr von Adelsheim MTO.-C. 
t zu Wien 12. November 1808. 

bis 1827 FML. Nikolaus Grat 
Weissenwolp MTO.-R., Militär- 
Commandant in Oberösterreich, 
f zu Linz 11. April 1825. 

bis 1840 FML. Rudolf Graf Salls- 
ZizERs MTO.-R. t z^ Wien 1. 
April 1840. 

bis 1847 zweiter Inhaber und 

bis 1852 wirklicher Inhaber GdC. 
Anton Freih. v. Püchner MTO.-C. 
t zu Wien 28. December 1852. 

bis J876 FML. Josef Freiherr 
von Fiedler f 1876. 



— 12 — 
Feldzflge und wichtigere Eriegs-Ereignisse* 

Seit 28. April 

1716 in kaiserlichen Sold übernommen, marschirte das Regiment sogleich nach 
Ungani, war im September bei der Belagerung von Temesvar, 1717 bei 
der Belagerung und in der Schlacht von Belgrad. Im Feldzuge 

1734 war das Regiment am 1. Juni bei der Eroberung von Colorno, wo es sich 
besonders auszeichnete, 29. Juni in der Schlacht von Parma, 19. September 
in jener bei Guastalla. 1735 bei der Armee in Ober-Italien, dem Rückzüge 
nach Tirol und der spätem Vorrückung nach Italien. Im Türkenkriege 

1737 als Besatzung in Ofen und Szolnok; 1738 zwölf Compagnien in der Schlacht 
bei Komia und 1739 in jener bei Krotzka 23. Juli. 

Im österreichischen Erbfolgekriege 
1741 10. April mit Auszeichnung am linken Flügel in der Schlacht bei Mollwitz. 1742 
das dritte Bataillon bei der Belagerung von Glatz; zwölf Compagnien 
in der Schlacht bei Chotusitz 17. Mai und sodann bei der Belagerung von 
Prag; 1744 machte das Regiment die Feldzüge am Rhein und in Böhmen 
mit, 1745 waren zwölf Compagnien im Treffen bei Habeischwert, und in 
den Schlachten von Hohen-Friedberg 4. Juni und Trautenau 30. September. — 
1746 war das Regiment in der Niederlande 11. October in der Schlacht 
bei Rocoux, und 1747 2. Juli in jener bei Lawfeld. 

Im siebenjährigen Kriege waren zwei Bataillone 6. Mai 

1757 in der Schlacht bei Prag, — ein Bataillon befreite am 22. November in 
der Schlacht bei Breslau durch einen kühnen Angriff sechs hartbedrängte 
Grenadier-Compagnien, war am 5. December in der Schlacht bei Leuthen, 
und erlitt in beiden Affairen starke Verluste. Ein Bataillon in der dem 
französischen Hilfsheere zugetheilten Brigade des GM. Grafen Dombasle 
focht in der Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli, 1758 14. October 
in der Schlacht bei Hochkirch nahm das Regiment unter der umsichtigen 
Führung des tapfem Obersten Grafen Ferraris eine feindliche Batterie von 
achtzehn Geschützen mit Sturm. 1759 in Sachsen und Schlesien. 1760 bei 
der Belagenmg von Dresden. Am 22. Juli verjagte Oberstlieutnant Schor- 
lemmer mit zwei Bataillons die Feinde aus fünf verschiedenen Positionen, 
drang über die Breschbatterie und machte 300 Gefangene. 3. November 
das Regiment in der Schlacht bei Torgau. 1761 ein Bataillon bei der 
Eroberung von Schweidnitz und dem Sturme auf das Galgenfort. 1762 das 
Regiment im Gefechte bei Teplitz und im September beim Angriffe auf 
die feindlichen Verschanzungen bei Pietschendorf. ] 763 kam es nach Brüssel. 
Im baierischen Erbfolgekriegc 

1778 bei der Hauptarmee in Böhmen. Im Türkenkriege 

1788 das Oberst-Bataillon bei der Belagerung von Sabacz. Das Leib-Bataillon 
beim Hauptsturme auf Novi 3. October, wo sich Major de Gomez als 
Führer der dritten Colonne vorzüglich auszeichnete. Das dritte Bataillon 
11. Mai im Gefechte bei Chotym. 1789 das Leib- und Oberst-Bataillon 
bei den Belagerungen von Berbir und Belgrad. Das dritte Bataillon im 



— 13 — 

Treffen bei Fockschan und in der Schlacht bei MartinestiC; wo sich die 
gesammte Mannschaft zum freiwilligen Sturme auf einen Wald meldete; 1790 
war das dritte Bataillon im Treffen und bei der Belagerung von Giurgewo. 

Im Kriege gegen die französische Republik 
1793 das Oberst-Bataillon 16. März bei Tirlemont, 18. März in der Schlacht 
bei Keerwinden^ 22. März im Gefechte bei Louvain, 1. Mai bei Valenciennes; 
im August mit dem nachgerückten Leib-Bataillon bei der Belagerung 
von Quesnoy — später Maubeuge. Das dritte Bataillon mit Auszeichnung 
bei Einnahme der Lauterburger Linien^ bei der Belagerung von Fort Louis, 
18. November bei Wanzenau, 22. November bei Vertheidigung der Posten 
bei Kielstädt; 24. und 25. November bei Bettenhofen und Gamsheim, 
18. December bei Rohrweiler. 1794 Oberst- und Leib-Bataillon im April 
bei Landrecies^ im Mai und Juni bei Courtray, Engelsmünster, Menin, 
bei Rousselar, Eochlede, Gent und am 2. October im Gefechte bei Jülich 

— 1795 war das dritte Bataillon im October am Rhein; die beiden andern 
Bataillone bei Heidelberg, bei der Belagerung von Mannheim, und im No- 
vember und December in den Gefechten bei Pfedersheim, bei Frankenthal, 
bei Ettichhofen, Igelbach, bei Neustadt und am selben Tage 13. December 
vier Compagnien bei der Einnahme von Schopp. 1796 9. Juli im Ge- 
fechte bei Frauenalb neun Compagnien, 19. Juli das ganze Regiment bei 
Esslingen, dann bei der Belagerung von Kehl, und ein Bataillon am 6. 
Jänner 1797 äusserst tapfer bei Eroberung einer Redoute von der Schwa- 
benschanze. — Die Grenadiere fochten 1796 in Italien, am 4. August im 
Treffen bei Castiglione, — bei Villanuova und Gavardo. Im Feldzuge 

1799 21. März im Treffen bei Osterach das Regiment, am 24. März das Leib- 
Bataillon das Dorf Steisslingen erstürmt, am 25. März in der Schlacht bei 
Stockach, 27« April im Gefechte bei Winterthur, 4. Juni beim Haupt- Angriffe 
auf Zürich, am 18. September ruhmvoll gekämpft im Treffen bei Mannheim 
und bei Erstürmung der Neckarauer Schanzen. 

1800 inBaiem, am 3. December in der Schlacht bei Hohenlinden bei den Kämpfen 
um den Besitz des Waldes von Albaching. Im Feldzuge 

1805 in Deutschland im Corps des FML. Riesch. Im Gefechte von Ulm 15. October 
das Regiment unter Major Steyerer sich ungemein ausgezeichnet bei Ver- 
theidigung des Frauenthores, und einige verlorne Geschütze zurückerobert. 

— Capitulation von Ulm 17. October. Ein Ergänzungs-Transport unter 
Oberlieutenant Baron Mylius sehr tapfer bei Vertheidigung der Feste 
Schamitz mitgewirkt, jedoch mit der braven Besatzung in Kriegsgefangen- 
schaft gerathen. Im Feldzuge 

1809 war das Regiment am 19. April im Gefechte bei Hausen, am 23. April 
im Treffen bei Regonsburg. Mit besonderer Auszeichnung bei Aspem, wo 
am 22. Mai Oberst Fölscis mit dem Regimente um 4 Uhr Nachmittags 
das Dorf Esslingen erstürmte und 4 Stunden gegen ungestüme Angriffe bis 
2u seiner Verwundung behauptete. — 5. und 6. Juli in der Schlacht bei 
Wagram« 



— 14 — 

Im Feldzuge 

1813 im Klenauischen Corps. Schlacht bei Dresden 26. und 27: Ängast. — Ei 
stürmung des Ortes Pennig 9. October durch den tapfem Angriff des zweite 
Bataillons und der Hauptleute Huber und Hom. — Treffen bei Lieber 
wolkwitz 14. October — und glänzendes Gefecht daselbst am 16. Octobe 
Erstürmung durch das zweite Bataillon. Hauptmann Hom zeichnete, sie 
besonders aus. — Schlacht bei Leipzig 18. October Blokade ton Dresde 
Das Landwehrbataillon in Italien am 8. December bei dem Gefechte d 
GM. Grafen Starhemberg bei Boara an der Etsch. Im Feldzuge 

1814 das Regiment in Italien 8. Februar in der Schlacht am Mincio, helde 
müthiger Kampf des Regimentes unter dem tapfem Obersten Grafen Sa 
bei Monzambano bis zur sinkenden Nacht und glänzende Abwehr mehrei 
feindlichen Cavallerie- Angriffe. Das Landwehrbataillon 2. März im Gefed 
bei Parma, 7. März Treffen bei Reggio, 13. und 14. April Gefechte ^ 
Fierenzuola und an der Nura, 15. April bei Piacenza, Im Feldzuge 

1815 sehr tapfer in der Schlacht bei Tolentino 3. Mai — im Juli in Südfrankre 
Besetzung der Demarcationslinie. Im Eriegsjahre 

1848 die beiden ersten Feld-Bataillone im Reserve-Corps des FZM. Grafen Kug< 
Vorrückung vom Isonzo bis Verona, Gefechte an der Piave, bei Trev 
Vicenza u. s. w. — Das dritte Bataillon in der Armee des FM. Für.« 
Windisch-Grätz in den Gefechten und bei der Einnahme von Wien 28 
31. October. Im Feldzuge 

1849 die beiden ersten Feld-Bataillone im III. Armee-Corps 23. März in 
Schlacht von Novara, im Mai bei der Expedition in der Romagna und 
Marken, im Gefechte bei Bologna und der Einnahme von Ancona. 
dritte Bataillon im Corps des Banus FZM. Baron Jellacic sich im Tr* 
bei Szolnok ausgezeichnet, eine Compagnie sich im Kampfe um die do 
Brücke, die übrigen bei Vertheidigung des Bahnhofes hervorgethan, 5. I 
aber starke Verluste erlitten. Den Sonmierfeldzug in Ungarn im I. Ai 
Corps des GdC. Grafen Schlick mitgemacht, Einnahme von Raab, — Zu 
Arad, u. s. w. Im Feldzuge 

1859 gegen die Francosarden in Italien, — ein Bataillon im Gefechte bei F 
netto und an der Sesiamündung 3. Mai — das Regiment im Treffei 
Montebello 20. Mai und in der Schlacht bei Solferino 24. Juni. lua Fei 

1866 gegen Preussen in Böhmen bei der Nordarmee, im X. Corps FML. 
Gablenz eingetheilt, focht das Regiment am 27. Juni im Treffen bei 
tenau, am 28. Juni in jenem bei Neu-Rognitz und 3. Juli in der Scillae 
Königgrätz, tiberall mit altbewährter Tapferkeit, aber empfindlichen Ver 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1734 Hauptmann Graf Latour bei der Eroberung von Colomo, mehrere ] 
überstiegen und dem General Walsegg das Thor geöffnet. 

1737 Hauptmann Schilling hat sich im Treffen am Timok auf dem Krieg 
San Carlo tapfer gegen die türkischen Tschaiken vertheidigt 28. Sep' 

1758 Oberst Graf Josef Ferraris für Hochkirch MTO.-R. 



— 15 — 

1760 Oberstlieutenant Carl Baron Schorlemmer für Dresden 22. Juli im Jahre 1761 
MTO.-R. 

1761 Major Oraf Dombasle beim Sturm auf das Galgenfort angerühmt. 

1788 Major Otto Gomez de Parientos für Novi, zum Oberstlieutenant befördert 
und 1790 MTO.-R. 

1788 Oberstlieutenant Ludwig Baron FouUon sich bei Cbotym und bei Martinestie 
1789 ausgezeichnet. 

1789 Die Majore Rolcourt und Graf Nugent, Hauptmann Lorenzo werden bei der 
Belagerung von Belgrad besonders angerühmt. — Die Hauptleute Baron 
Drechsel und Daliwitz, Oberlieutenant Konenz, die Lieutenants Wunderling, 
Walter, Müller, Fähnrich Baron Foullon beim Sturme auf den Wald bei 
Martinestie sich hervorgethan. 

1793 Oberstlieutenant Baron Christian Latt ermann und Oberlieutenant Graf Gallen- 
berg sich bei Einnahme der Lauterburger Linien ausgezeichnet, ausserdem 
in der Campagne die Hauptleute Lang, Birker, Lieutenant Degret und 
Fähnrich Bakeny. 

1794 Hauptmann L'Aisne sich bei Gent sehr ausgezeichnet, und 1796 nachträg- 
lich, als Oberstlieutenant MTO.-R. Im Feldzuge 

1795 bei verschiedener Gelegenheit wegen ihres Wohlverhaltons wurden belobt: 
Major Pfanzelter, Hauptmann Spangen und die Oberlieutenants Cucory und 
Graf Wielopolski. 

1795 Zweiter Regiments-Inhaber FML. Baron Staader als Commandant der II. 
Colonne bei der Erstürmung von Mainz MTO.-Cdr. 

1796 Grenadier-Hauptmann Baron Johann Drechsel sich bei Villanuova, 1799 bei 
Stockach ungemein ausgezeichnet, wurde 1799 Major, 1801 MTO.-R. 

1799 Oberstlieutnant Pfanzelter, die Majore Rüffer und Baron Drechsel sich bei 
Erstürmung der Neckarauerschanzen hervorgethan, wurden alle drei ausser- 
tourlich befördert. 

1801 Hauptmann Georg von Süden wurde für frühere im Frei-Corps Le Loup- 
Jäger 1799 vollführte Waflfenthaten 1802 MTO.-R. 

1805 Oberstlieutenant Carl von Steyerer für das Gefecht bei Ulm 15. October 
und Oberlieutenant Friedrich Baron Mylius für besondere Tapferkeit im 
Gefechte bei Schamitz 1805, — beide, Ersterer 1806, Letzterer 1808 MTO.-R. 

1809 Oberst Josef von Fölseis flir Aspern 22. Mai mit Armeebefehl 24. October 
1809 MTO.-R. 

1813 Die beiden Hauptleute Paul Huber und Franz Johann Hörn für ausser- 
ordentliche und erfolgreiche Tapferkeit bei Pennig 9. October und Liebert- 
wolkwitz 16. October, wurden 1815 MTO.-R. 

1S14 Oberst Graf Rudolf Salis sich bei Monzambano ruhmvoll ausgezeichnet, 
Oberstlieutenant Thomas Graf Plonquet im Treffen bei Reggio 7. März und 
im Gefechte bei Piacenza 15. April belobt. 
Für Auszeichnung in den Feldzügen 

1.^48 und 1849 in Italien und Ungarn: OEKO.-R 3.: Oberst Carl Graf Thun, 
Hauptmann von Albertini, die Oberlieutenants Graf Sermage und Becken, 
Lieutenant Riegl. MVK: Oberstlieutenant Hannibal Baron Puchner, Haupt- 



— 16 — 

leate Yon Albertini und Wieser, die Oberlieutenants Mainone, Becken und 

Lieutenant Friz. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 

1859 in Italien: ÖLO.-R. Oberst Hannibal Freiherr v. Puchner; Major Ulysses v. 
Albertini. OEKO.-R 3.: Oberstlieutenant Eduard Spilberger v. Spilwal, 
Major Franz Graf Schaaffgotsche, Lieutenant Adalbert Graf Komorowski, 
Hauptmann Carl Deschmayer, Oberlieutenant Bischof. MVK: Major Rudolf 
Holzingery die Hauptleute Haigl, Hackl, Pichler von Deben, Fuchs, Massiczek, 
KoUibaSy Krickl, yon Amberg, Büchl, Honner, Nawratil, von Vigny, die 
Oberlieutenants Baron Gall v. Gallenstein, Gylek, Erzizek, Lieutenant Pollak ; 
und 37 Offiziere die Allerhöchste Anerkennung. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 in Böhmen: OEKO.-R 3.: nachträglich dem gebliebenen Obersten Adolf 
Pehm zuerkannt MVK: Oberstlieutenant Friedrich Bernhardt, Hauptmann 
von Czedick, Oberlieutenant Petzoldt, Lieutenant Ritter Erich von Melam- 
bach und Liechtenheim. 

18G8 erhielt das Regiment statt der bisherigen weissen Waffenröcke dunkelblaue« 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

1734 RegimentB-Inhaber FML. Graf Leopold Ligneville f im Treffen bei CJolorno 

1. Juni. 
1745 Oberst RegimentB-Commandant Ludwig Graf Grünne f in der Schlacht bei 

Hohen-Friedberg 4. Juni. 
1796 Maria-Theresien-Ritter Oberstlieutenant Anton von L'Aisne f im Treffen 

bei Castiglione 4. August. 
1859 Major Moriz Chevalier Piers tödtlich verwundet im Treffen bei Montebello^ 

am selben Tage in feindlicher Gefangenschaft f 20. Mai. 
1866 Oberst Regiments-Commandant Adolf Pehm f im Treffen bei Trautenau 

27. Juni. 
1866 Oberstlieutenant Wilhelm Baron Stenglin f im Treffen bei Trautenau 27. Juni. 



Niederösterreichisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 4 

(1696.) 

HOCH- und DEUTSCHMEISTER. 

Dunkelblaue Wajfenröckej himmelblaue Egalisirungy Knöpfe gelb. 

Ergänzungsbezirksstation : Wien. 



Inhaber: 



1696 errichtet von dem damaligen 
Hoch- und Deutschmeister Lud- 
wig Anton Prinz von PfalzNeu- 
BURG, wozu sein 1681 errichtetes 
gegenwärtiges zwanzigstes Infan- 
terie-Regiment vier Compagnien 
als Stamm-Cadre abgab. — 1701 
erhielt aber erst der unten Auf- 
geführte das Obersten- und In- 
haberpatent. 

Vermöge bei der Errichtung 
getroffenen Uebereinkunft hat das 
Regiment für immerwährende Zei- 
ten die Benennung: Hoch- ufid 
Deutschmeister zu behalten und 
der jeweilige Grossmeister des 
Deutschen Ordens Inhaber deS" 
selben zu sein. 

1701 Fkanz Ludwig, Herzog von Baiern, 
Oberst, Churfürst von Mainz und 
Trier. 



1731 Clemens August, Churfürst von 
Köln, Oberst. 

1761 Herzog Cakl von Lothringen FM. 

t 1780. 
1780 Erzherzog Maximilian, Churfürst 

von Köln etc. f 1801. 

1780 bis 1790 Zweiter Inhaber: FML. 
Wilhelm Baron Schröder, erhielt 
1790 das 26. Infanterie - Re- 
giment. 

1801 Erzherzog Carl, FM. die Gross- 
meisterstelle des Deutschen Ordens 
1804 niedergelegt. 

1804 Erzherzog Anton Victor, FZM. 

t 1835. 
1835 Erzherzog Maximilian Josef 

d'EsTE, FZM. t 1863. 
1863 Se. k. k. H. Erzhei*zog Wilhelm, 

FZM. und General-Artillerie- 

Inspector. 



Feldzüge und wichtigere EriegS'Ereignisse. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1709 bei der Belagerung von Tournay und in der Schlacht bei Malplaquet — 
1710 in Ungarn bei der Belagerung von Neuhäusel — 1712 bei der Bela- 
gerung von Quesnoy und im Treffen bei Dcnain. In den Feldzügen 

ThQrheiiii: OedcnkbUtter. 2 



— 18 — 

1734 und 1735 focht dasselbe in Ober-Italien und zwar 1734 29. Juni in der Schlaclit 
Parma und 19. September in jener bei Guastalla* Im österreichischen Erb- 
folgekriege war das Regiment fortwährend in Italien. 

1741 und 1742 bei der Armee des FM. Grafen Traun, 1743 8. Februar in der 
Schlacht bei Campe Santo hatte es einem sehr heftigen Angriff der im 
spanischen Heere dienenden Irländer mit Tapferkeit Stand gehalten^ erlitt 
aber grosse Verluste. 1744 bei der Unternehmung gegen Neapel, 1746 im Treffen 
bei CodognOy in der Schlacht bei Rottofreddo und bei der Besitznahme von 
Genua, sowie 1747 bei der Belagerung dieser Stadt nach dem dortigen 
Aufstände. 
Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 

1757 18« Juni mit grosser Auszeichnung in der Schlacht bei Kolin; Major Graf 
Soro, der mit vier Granadier-Compagnien die Flanken des eigenen und zweier 
anderer Regimenter zu decken hatte, zeichnete sich vorzüglich aus, und führte 
das Regiment Deutschmeister, nach dem Verluste seines Obersten, obzwar selbst 
verwundet, zweimal mit Erfolg gegen den Feind, bis ihm eine Kanonenkugel den 
rechten Fuss wegriss. Ein Bataillon war 22. November in der Schlacht 
bei Breslau und 5. December in jener bei Leuthen sowie 1758 bei der 
Belagerung von Keisse; 1760 war das Regiment 23. Juni in der Schlacht 
bei Landshut, 15. August in jener bei Liegnitz; 1762 im Gefechte bei 
Peyle unweit Reichenbach; — ein Commando in der Belagerung von 
Schweidnitz und Abtheilungen im Treffen bei Freiberg. 
Im bairischen Erbfolgekriege haben vier Compagnien sich 

1779 bei Vertheidigung des Postens Zuckmantel und des Rochusberges hervor- 
gethan. Im Türkenkriege war 

1788 das Leibbataillon bei der Belagerung von Sabacz und deckte im Juni 
die Redoute bei Boliefzc. Das dritte Bataillon war bei der Belagerung 
von Dubicza und hatte den ersten heftigen Anprall der Türken im dortigen 
Treffen auszuhalten, aber grosse Verluste; 1789 waren die beiden ersten 
Feldbataillone bei den Belagerungen von Berbir und Belgrad, 1790 das 
dritte Bataillon bei der Belagerung von Czettin. 
In den Feldzügen gegen die französische Republik war 

1793 das Leibbataillon im Treffen bei Tirlemont, wo es viel gelitten; — im 
Gefechte bei Louvain, wo es mit zwei Bataillons anderer Regimenter znr 
Unterstützung der hartbedrängten Grenadiere vom Erzhei*zoge Carl persön- 
lich gegen den Feind geführt wurde. 1794 geriethen durch die Capitulation 
von Landrecies zwei dort in Besatzung stehende Bataillone in Kriegs- 
gefangenschaft. 1796 bei der Aimee in Italien erlitt ein Bataillon jgrosse Ver- 
luste im Treffen bei Castiglione. 1797 am 19. März wurden in einem Ge- 
fechte zu Gradiska im Friaul zwei Bataillone von weit überlegenen 
feindlichen Streitkräften eingeschlossen, nach tapferer Gegenwehr überwältigt 
und gefangen. Im Feldzuge 

1799 war das Regiment im Juli bei der Belagerung von Mantua, focht mit 
Auszeichnung in der Schlacht bei Novi 15. August — bei Vertheidigun^ 



— 19 — 

der Position von Rivoli in Piemont 19. August und im November war eine 
Abtheilung bei Vertreibung des Feindes von Borgo San Dahnazzo. Im October 
Abtheilungen als Besatzung in der Festung Mondovi^ welche von dem fran- 
zösischen General Lemoin angegriffen, aber von österreichischen Truppen 
entsetzt wurde. Im Feldzuge 

1800 war das Kegiment im Gefechte bei Sassello 10. April, vertheidigti^ den 
Monte Vererra 11. April gegen weit überlegene Heeres- Abtheilungen des 
französischen Generals Soult, musste aber nach heldenmtithigem Kampfe 
weichen, im Mai besetzte es das Schloss Savona, im August ein Bataillon» 
Ferrara, später war das Regiment in Vallegio, von wo es am 25. December 
vom FML. Grafen St. Julien geführt, seinen Rückzug unternahm und trotz 
der Nähe der französischen Armee, die es schon mit Einschliessung bedrohte, 
glücklich ausführte. Im Feldzuge 

1805 bei dem Armee-Corps des FML. Grafen Merveldt hatte sich das Regiment 
in der Vertheidigung der Ennslinie erst bei Temberg, dann in der Stellung 
bei Mariazeil gegen die wiederholten feindlichen Angriffe sehr tapfer be- 
nommen. Im Feldzuge 

1809 war das Regiment im sechsten Armee-Corps FML. Baron Hiller eingetheilt, 
und focht 20. April im Gefechte bei Rottenburg, am 21. April im Treffen 
bei Landshut, am 3. Mai im Treffen bei Ebelsberg, wo es im Vormarkte 
und beim Ennser Thor gegen die französische Division Claparede einen harten 
Kampf hatte. Am 5. und 6. Mai deckte Oberstlieutenant von Klopstein 
mit seinem Bataillon den Rückzug des Armee-Corps, rettete Munition und 
Geschütze, indem er durch 24 Stunden sowohl die Herstellung einer Brücke 
von Seite des Feindes über die Enns, eine Viertelstunde unter Stadt Enns 
verhinderte — als auch alle Versuche des Ueberganges der Franzosen mit vor- 
züglicher Tapferkeit zurückschlug. — Das Regiment kämpfte mit Auszeichnung 
21. und 22. Mai bei Aspem, 5. und 6. Juli bei Wagram, 10. Juli bei 
Znaim. Die Grenadier-Division zeichnete sich beim Sturme auf Aderklaa aus. 
Wegen grosser Verluste formirte das Regiment zuletzt nur ein Bataillon. 
Im Feldzuge 

1813 Anfangs in dem gegen Baiem aufgestellten Armeecorps des FZM. Prinzen 
Rcuss in Oberösterreich, kam es nach der mit Baiern abgeschlossenen Al- 
liance im October nach Italien. Mit grosser Tapferkeit focht das 3. Bataillon 
im Gefechte bei St. Michele 19. November. Die Grenadiere-Division focht am 
30. und 31. October in der Schlacht bei Hanau — 1814 4. Februar war das 
Regiment im Gefechte bei Villa Franca, — mit Ruhm bedeckte es sich in 
der Schlacht am Mincio 8. Februar, in den Kämpfen bei Valeggio und Mon- 
zambano, wo es grosse Verluste erlitt. Die 3 ersten Feldbataillone und 
das 1. Landwehrbataillon waren hiebei thätig, ebenso die aus Deutsch- 
land eingerückte Grenadier-Division« — Das 2. Bataillon war am 10. Februar 
im Gefechte bei Borghetto. — 1815 war das 3. Bataillon bei Berennung 
des Forts Pierre Chatel, bei der Einschliessung des Fort TEcluse, das Regiment 
in einem Gefechte am See Syaul und bei der Einnahme von Lyon 15. 



- 20 — 

und 16. Juli. Das Landwehrbataillon als Besatzung in Ancona, und die 
Grenadiere im Lager von Dijon« 

1821 war das Regiment bei der Oceupation von Neapel, wo es bis 1827 blieb. 
Im Kriegsjahre. 

1848 war das 3. Bataillon im Oetober bei der Einnahme von Wien, das Regi- 
ment 1. und 2. November beim Bombardement von Lemberg — Ende April 
1849 rückten 2. Feldbataillons in der Brigade des GM. Baron Barco zur 
Armee nach Ungarn. Im Sommerfeldzuge 

1849 in Ungarn waren das 1., 2. und 4. Bataillon und fochten bei der Einnahme 
von Raab 28. Juni, in den beiden Schlachten von Eomom 2. und 11. Juli 
und bei Szöregh 5. August. Das 4. Bataillon kam Ende Juli zur Cemi- 
rung von Eomom und hatte 30. Juli einen siebenstttndigen Kampf zwischen 
Heteny und Baics zu bestehen, wo es Verluste erlitt — Das 1. Landwehr- 
bataillon war im III. Armee-Corps des FML. Baron Appel in Italien. 

Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war das Regiment im VI. Armee-Corps der Nordarmee 
eingetheilt Es focht am 27. Juni im Treffen bei Wysokow, am 28. Juni 
in jenem bei Skalic und am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz mit alter 
Tapferkeit, aber empfindlichen Verlusten. 



Tapferkeits-Auszeiclmungen und besondere 

1703 gab das Regiment 3 Compagnien zur Errichtung des Regimentes Virmond 
Nr. 16 ab. 

1752 diente der spätere bekannte Staatsmann der Tberesianischen Epoche Hofrath 

Baron Sonnenfels f 1817 als Gemeiner und Corporal im Regimente. 
1758 Major Graf Soro erhielt für Kolm MTO.-R. 

1760 Hauptmann Graf Macafiiy als Trancheen-Major in der Belagerung von Dres- 
den und im Treffen bei Freiberg 1762 sich ausgezeichnet. 

1762 Major Baron Hauzenberg in der Belagerung von Schweidnitz sich hervor- 
gethan. 

1793 Oberlieutenant Albert tmd Lieutenant Oschewitz im Scharmützel bei Gomignies 
6. Juli sich ausgezeichnet. 

1799 Major Marge in der Schlacht bei Novi 15. August sich hervorgethany ebenso 
bei Borge San Dalmazzo Hauptmann Ostoich und Lieutenant Graf Coreth 
im November. 

1799 Oberst Carl von Brixen zwang den Feind durch einen Ausfall aus der 
Festung Mondovi im Oetober zum Weichen und wurde besonders angerOhmt. 

1804 diente der spätere k. russische Generallieutenant Baron Geismar als Fähnrich 
im Regimente. 

1805 Oberlieutenant Johann Baron Montluisant leistete am 8. November bei dem 
Angriffe der Franzosen auf Maria-Zeil an der Spitze von Freiwilligen dei 
Regimentes den ganzen Tag hindurch heldenmüthigen Widerstand^ so dass be- 



— 21 - 

deutende Aerärialgüter, Geschütze und die Klostersehätze in Sicherheit gebracht 
werden konnten. £r wurde für diese glänzende Waffenthat 1806 MTO.-R. 
1809 Oberstlieutenant Anton von EJopstein wurde für seine Auszeichnung bei Enns 
mit Armeebefehl vom 19. Mai MTO.-R. 

1814 Im officiellen Berichte über die Schlacht am Mincio wurden sämmtlichc 
Stabsoffiziere, Offiziere und Mannschaft belobt, und zwar namentlich : Regi- 
ments-Commandant Oberst Stephan von Ertmann Landwehr-Bataillons-Com- 
mandant Oberst MTO.-R. Leopold Baron Rüchler, Oberstlieutenant Johann 
von Kreyselle, die beiden Majore Franz von Jäntschke und Johann Baron 
Wöber nebst noch 10 Offizieren. Ein Feldwebel wurde sogleich zum Offi- 
zier befördert, und die Mannschaft erhielt 1 goldene und 2 silberne Medaillen. 

1815 wurde Oberst Stephan von Ertmann OEKO.-R. 3, ffir seine während dieses 
Feldzuges zur Sicherung von Mailand getroffenen klugen und umsichtigen 
Anordnungen. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 

1848 und 1849 OEEO.-R. 3. Major Johann Baron Rüstel, die Hauptleute Baron 
Vogelsang, Paar, Fröhlich von Elmbach, Pfanenholz und Oberlieutenant Kühne. 
MVK. Major Carl von Adelsberger, die Hauptleute Dagnen, Microys, Baron 
Vogelsang, Benda, Paar, Löhr, Baron Risenfels, Wolf von Wolfenberg, die 
Oberlieutenants Eckher, Günger, Busse, die Lieutenants Hofmann, Türk. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 in Böhmen. MVK. Major Franz Schwarz, die Hauptleute: Meissel, von 
Chitry, Buchfelder, Czermak, Oberlieutenant Grimm und Lieutenant Sturm. 



Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 
1743 Major N (nicht aufzufindender Name) f in der Schlacht bei Campo Santo. 
1757 Oberst Mohr von Wald f in der Schlacht bei Kolin 18. Juni. 
1760 Oberstlieutenant Baron Neuhaus f in der Schlacht bei Landshut 23. Juni. 
1809 Major Vincenz Ostoich f im Treffen bei Landshut 21. April. 

1809 Oberst Regiments-Commandant Franz Baron Engelhardt an seiner bei Ebels- 
berg erlittenen Verwundung f 8. Mai. 

1866 Oberstlieutenant Anton Carmagnola an seiner bei Wysokow erlittenen Ver- 
wundung t zu Josefstadt 11. Juli. 

1866 Major Gustav Baron Schweickardt an seiner bei Wysokow erlittenen Ver- 
wundung t zu Josefstadt 28. Juli. 



UDgarisches 

INFANTERIE -REGIMENT N^ 5. 

(1864; 

KÖNIG LUDWIG VON BAIERN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, rosenrothe Egälisirung, gelbe Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Szathmar. 



Inhaber: 



1762 als erstes Szekler-Grenz-Infante- 
rie-Regiment in Siebenbürgen er- 
richtet. 

1762 bis 1851 erstes Szekler-Grenz- 
Regiment Nr. 14. 

1851 in ein Linien-Infanterie-Regiment 
umgewandelt. 



1851 FML. Eduard Fürst zu Liechten- 
stein f zu Karlsbad 26. Juni 1864. 

1864 SM. König Ludwig II. von Baiem. 

1864 bis 1870 Zweiter Inhaber FML. 
Gustav Baron Wetzlal von Plax- 
KENSTERN erhielt. 1870 daa 16. In- 
fanterie-Regiment 



Feldzttge und wichtige Eriegs-Ereignisse. 

Im baierischen Erbfolgekriege war ein Bataillonbei der Armee und hielt sich 
beim Angriffe auf das preussische Grenadierbataillon Gillern bei Lewin 2. September 

1778 sehr tapfer. 

1779 17. Februar war es an der Vertheidigung der Posten Pfaffenberg und Mössnik 
ruhmvoll betheiligt. 

Im Türkenkriege waren Abtheilungen im Februar 

1788 bei der Expedition ihres Obersten von Horvath in der Moldau, 29. Mai ein 
Bataillon im Gefechte bei Foksan, wo Oberst von Horvath 8 Fahnen, 1 Ross- 
schweif, 2 Pauken und 20 mit Weizen beladene Wägen erbeutete. 7. Juni 
waren 2 Divisionen in einem abermaligen Gefechte bei Foksan. 12. Juli 
vertheidigte Major Hegyessi den von 2000 Türken viermal angegriffenen 
Ghymeserpass aufs Tapferste und trieb die Feinde zurück. 14. Juli bei 
Grozest, 16. Juli beiChirasto war eine Division im Gefechte; — 1. Septem- 
ber vertheidigte Oberst von Horvath durch 3 Stunden den Oytoscher Pass 



— 23 — 

gegen 6000 Türken mit einigen Abtbeilungen des Regimentes aufs Tapferste. 
— Ein Bataillon war im Treflfen bei Adschud. 

1789 waren 2 Bataillone am Oytoseher Passe; — im Juni beim Coburgischen 
Corps im Treffen bei Fokschan, bei der Recognoscirung um Rimna 19. Sep- 
tember und in der Schlacht bei Martinestie; — 1790 das Regiment im 
Treffen von Giurgewo. 

Im Kriege gegen die französische Republik war ein aus beiden Szekler-Regi- 
mentem formirtes sogenanntes componirtes Bataillon 

1793 am Rhein, bei dem Angriffe, der Vertheidigung und dem Rückzuge bei Bon 
denthal im September, bei Einnahme der Weissenburger Linien und in 
den Gefechten bei Bergzabern und Dornbach. 1794 9. October 3 Compagnien 
mit Auszeichnung im Gefechte bei Oggersheim 1795 bei der Belagerung von 
Mannheim, in den Gefechten bei Schweigheim, 10. December, bei Trippstadt 
13. December und 1796 bei der Belagerung von Kehl *— 2 Compagnien 
bei der Oecapation von Krakau im Jänner 1796. 

1799 und 1800 waren zusammengesetzte Abtheilungen bei der Armee in 
Deutschland. Im Feldzuge 

1805 in der Schlacht bei Austerlitz 2. December waren 2 Bataillone in der Avant- 
garde des Kienmayerischen Corps und erstürmten um 9 Uhr Vormittags mit 
ausgezeichneter Bravour das Dorf Tellnitz und die vor demselben liegen- 
den Höhen. Im Feldzuge 

1809 waren 2 Bataillone im VII. Armee-Corps des Erzherzog Ferdinands in Polen, 
ein Bataillon stand zur Beobachtung bei Grossowan, das andere wurde als 
Besatzung verwendet. Im Feldzuge 

1813 in Deutschland waren 2 Bataillone im österreichisch-baierischen Corps des 
Generals der Cav. Grafen Wrede und fochten tapfer am 29., 30. und 31. im 
Gefechte bei Gelnhausen und in der Schlacht bei Hanau. 

Im Feldzuge. 

1814 Frankreich erstürmten sie mit dem Bajonnet in der Schlacht bei La Rothiere 
den Ort Chausmenil, 1. Februar, fochten bei Rosney 2. Februar, unter- 
stützten im Treffen bei Troyes den Angriff des heldenmüthigen Prinzen Eugen 
Württemberg mit der rechten Flügel-Colonnc des II. russischen- Infanterie- 
Corps gegen die Höhen von St. Parre au Fertres, und dessen Angriff der 
ersten Brücke der Vorstadt St. Jaques. — 1815 war ein Bataillon bei der 
Blokade der Festung Hüningen. 

In Folge der politischen Wirren und des Nationalitätenkampfes in Sieben- 
bürgen wurde das Regiment 

1849 neu reorganisirt und bei Auflösung der siebenbürgischen Grenze 1851 zum 
Linien-Regiment übersetzt. Im Feldzuge 

1859 gegen die Francosarden in Italien war dasselbe im III. Armee Corps FML. 
Fürst Edmund Schwarzenberg eingetheilt, und focht in den Schlachten bei 
Magenta 4. Juni und bei Solferino 24. Juni beidemale sehr tapfer, aber mit 
empfindlichen Verlusten. Im Feldzuge 



— 24 — 

1866 war das Regiment im IX. Armee-Corps FML. Härtung der Süd-Armee 
des FM. Erzherzogs Albrecht in Italien eingetheilt nahm ehrenvollen Antheil 
an den Kämpfen um den Besitz des Höhenzuges von Monte de la Croce 
in der Siegesschlacht von Custozza 24. Juni, erlitt aber ziemliche Verluste. — 
Das 4. Bataillon gehörte zur Besatzung von Verona. 

Tapferkeits-Auszeichnungeii und besondere Denkwürdigkeiten. 

1778 Bei Lewin^ 2. September, haben Hauptmann Silly und Lieutenant Euyeter 
5 Kanonen und ebensoviele Pulverkarren erobert, erstere vernagelt, letztere 
in einen Ravin gestürzt. 

1779 17. Februar. Oberst Anton Graf Sztaray bei Mössnik sich ausgezeichnet 

1788 Oberst Casimir von Horvath Petrichevich im Februar mit 4000 Mann in die 
Moldau eingefallen, am 19. Februar die reiche Salzstadt Okna mit allen 
Vorräthen eingenommen, 15. März Piatra überfallen und dort 300 Pferde er- 
beutet, einige Tage später Baku mit reichen Fruchtmagazinen, den Oytoscher- 
Pass glänzend vertheidigt und 1789 bei Martinestie sich hervorgethan, wurde 
GM. und 1790 MTO.-R. 

1789 Major von Pechy sich bei Martinestie ungemein ausgezeichnet. 
In den verschiedenen Gefechten des Türkenkrieges 

1788 bis 1790 wurden wegen ihres tapferen Verhaltens noch angerühmt der Major Hegy- 
essi, die Hauptleute Weinbrecht, Valevsky, Brunrepart, Verjda, Oberlieutenant 
Burgarics, die Lieutenants Pettauer und Fiosky, Fähnrich Donath. Im Feldzuge 

1793 hatten sich hervorgethan bei Bondenthal die Hauptleute Bergmann, Kohl- 
mann und Graf Wöstenrödt, — bei Weissenburg Major von Pechy imd Ober- 
lieutenant Fiosky. — Bei Kehl Fähnrich Kalacsy sich bei Einführung des 
Geschützes in die Batterien ausgezeichnet. 

Bis 1851 hatte das Regiment wie alle Grenzer dunkelbraune Röcke. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1859 in Italien: ÖLO.-R. Oberst Carl Appiano. MVK. die Hauptleute Constan- 
tin Baron Fiedler, Gal, die Oberlieutenants Rande, Pinter, Geissler und Baron 
Barco, die Lieutenants von Reutter und Smetana. Die Allerhöchste Belobung 
Oberst Carl Appiano, die Majors Eduard Calvas und David von Gyurits, 
Oberlieutenant Popovich, Lieutenant Kessler. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 in Italien. OEKO.-R. 3. : Oberst Conrad Mederer von Wuthwehr, die Ma- 
jore Carl von Fabrici und Basilius Seculic, Hauptmann Josef Draudt 
MVK. die Hauptleute Gottl, von Sachse, von Urs, von Tockos, von Gavin 
Niesiolowski, Bittmann, Busch, die Lieutenants von Ortner, Reissig, Schmettana. 

Vor dem Feinde gebliebene Conimandanten und Stabsoffiziere. 

1805 Oberst-Regiments-Commandant Georg Knezevich an seiner bei Austerlits 
erlittenen Verwundung f 10. Jänner 1806. 

1859 Oberstlieutenant Heinrich Hauschka f in der Schlacht bei Magenta 4. Juni. 



UDgariiches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 6. 

(1861.) 

C0R0NIM-CR0NBER6, JOHANN GRAF, FZM. 

Dunkelblaue Waffenröcke, rosenrothe Egalisirungy weisse Knöpfe. 

ErgänzuDgsbezirksstation : Neusatz. 



Inhaber: 

1762 als zweites Szekler-Ghrenz-Infan- 
terie-Regiment in Siebenbürgen 
errichtet. 

1762 bis 1851 zweites Szekler-Grenz- 
Begiment Nr. 15. 



1851 in ein Linien-Infanterie-Regiment 
umgewandelt. 

1851 FZM. Johann Graf Corokini- 
CSbonberg. 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im baierischen Erbfolgekriege ein Bataillon bei der Armee, in Böhmen 

1778 und hielt 12. Jänner 1779 den heftigen Angriff einer zehnfach überlegenen 
feindlichen Uebermacht auf den Posten Mössnik standhaft aus. Eine Com- 
pagnie alarmirte im selben Monate zur Nachtzeit den Feind bei Jägemdorf 
und verbrannte Wachthäuser und spanische Reiter auf dem Einsiedlerberg. 
Bei dem wallachischen Bauem-Aufruhr in Siebenbürgen. 

1784 wurden durch die klagen Anstalten des Oberstlieutenants Eray die beiden 
Hauptaufrührer von Horjah und Klocska durch den Oberlieutenant Vajda, 
der sie mit 50 Mann in einem Walde einschlösse gefangen 30. December. 
Im Türkenkriege waren Abtheilungen 

1788 im Februar bei der Expedition in die Wallachei, und andere bei jener 
gleichzeitigen Unternehmung in die Moldau. 24. März vertheidigte sich 
Hauptmann Baron Rauber mit 2 Compagnien als Besatzung im Kloster 
Sinai heidenmüthig gegen 2000 Türken, die nach einem Verluste von 300 
Mann abzogen, und die Szekler im geordneten Rückzuge das vom Feinde 
angezündete Kloster verliessen und nach Tömosch abrückten. In den Käm- 
pfen am Boszaner Passe im April und Juni jedesmal gegen bedeutende Ueber- 
macht zeichneten sich 2 Compagnien aus. Ebenso unter ihrem tapferen 



— 26 - 

Obersten Baron Mayersheim thaten sich Kegiments-Äbtheilungen am 19. 
Juni am Terzburger Passe gegen einen Angriff von 2000 Türken und am 7. 
October bei Prädjal am Tömöscher Passe hervor. 1789 im März stand ein 
Bataillon als Besatzung in den alten Römerschanzen und am 25. Juli bei 
einer Recognoscirung bei Kiraly Tetö that sich eine Compagnie unter Haupt- 
mann Graf Wöstenrödt besonders hervor. 

1703 und in den nächsten Feldzügen bis 1800 gab das Regiment seinen Antheil 
an Mannschaft zum componirten Szeklerbataillon (siehe die vorhergehende 
Regimentsskizze.) Im Feldzuge. 

1805 unterstützten 2 Bataillone des Regimentes 2. December in der Schlacht bei 
Austerlitz die beiden Bataillone des 1. Szekler-Regimentes beim Angriffe auf 
das Dorf Tellnitz und die vorliegenden Höhen. Im Feldzuge 

1809 im Vn. Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand in Polen eingetheilt, wurden 
2 Bataillone des Regimentes als Besatzungen der occupirten Landestheilo 
verwendet. Im Feldzuge 

1813 war das Regiment bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich, 
machte dort mehrere Gefechte und im Herbste j. J. die Vorrückung nach 
Italien mit. Im Feldzuge 

1814 in Italien war ein Bataillon bei dem Blokade-Corps von Mantua, das an- 
dere bei der operirenden Armee in der Division FML. Sommariva, und 
1815 das Regiment bei der leichten Division FML. Graf Ignaz Hardegg im 
II. Reserve-Corps der Armee von Ober-Italien eingetheUt. 

In Folge der politischen Wirren und des Nationalitäten-Kampfes in Sieben- 
bürgen wurde das Regiment 

1849 reorganisirt und bei Auflösung der siebenbüi^ischen Grenze 1851 zum 
Linien-Infanterie-Regiment Nr. 6 umgewandelt Im Feldzuge 

1864 gegen die Dänen in Schleswig-Holstein war das Regiment im VI. Armee- 
Corps des FML. Baron Gablenz eingetheilt und hatte in der Stellung zwi- 
schen Fahrdorf und Lopsted 3-, 4. und 5. Februar einige kleine Vorposten- 
gefechte, am 6. Februar kam es als Besatzung nach Schleswig. 
Im Feldzuge. 

1866 gegen Preussen war das Regiment im IV. Armee-Corps der Nordarmee ein- 
getheilt, und focht 29. Juni im Gefechte bei Königinhof und am 3. Juli in 
der Schlacht bei Königgrätz mit bedeutenden Verlusten. 
Im Bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 war das Regiment 14. September im Gefechte bei Samacz. 

Tapferkeits-Auszeiclmimgeii und besondere Denkwürdigkeiten. 

1779 In diesem Feldzuge thaten sich bei Jägemdorf Oberstlieutenant Koczy und 
bei Olbersdorf Major Graf Alexander Kalnoky hervor, sowie die Hauptleute 
Messina und Salkovich. 

Oberlieutenant Vajda erhielt für die Gefangennehmung der wallachischen 
Häapflinge von Kaiser Josef II. 600 Ducaten und eine goldene Medaille, auch 



— 27 - 

wurde er zum Hauptmann Im 1. Szekler-Begimente befördert (f im Gefechte 
bei Vulka im Türkenkriege 1788). 

1788 und 1789* Im Türkenkriege hatten sich in den verschiedenen Actionen, so 
beim Kloster Sinai Hauptmann Baron Rauber und Oberlieutenant Geitz ; am 
Tömöscher Passe Oberlieutenant Siegl; beim Boszauer Passe Major Georg 
Baron Ernst, die Hauptleute Röscher^ Kastenholz und Lieutenant Fuchs, bei 
Earaly Tetö Hauptmann Graf Westenrödt hervorgethan. 5 .Offiziere, die in 
Gefangenschaft geriethen, schmachteten ein Jahr im Sklavenhause zu Kon- 
stantinopel — 7 Offiziere waren in den beiden Feldzügen 

1788 und 1789 vor dem Feinde f. 

1805 Major Anton Diveky, der die beiden Bataillone am 2. December zum Sturme 
auf Tellnitz vorführte, wurde wegen vorzüglicher Tapferkeit auf dem Schlacht- 
felde zum Oberstlieutenant befördert. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1864 in Schleswig: ÖLO.-R Oberst Albert Fellner von Feldegg. MVK. Haupt- 
mann Heinrich Graf Attems, Oberlieutenant Wolf. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 in Böhmen. OEKO.-R. 3. : Oberst Johann Stoklin, Major Josef Komberger 
und Hauptmann Ratzi MVK. Hauptleute: Ritter von Findenigg, Steyskal, 
Peschies, Öarziö, die Oberlieutenants Wieneke, Heckl, Orbok, Baron Billek- 
August V. Auenfels, Petrovic. 

1878 Für Auszeichnung im Occupationsfeldzuge in Bosnien. ÖLO.-R. Oberst-Bri- 
gadier Georg Lemaic. 



Kämthnerisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 7, 

(1862) 

FZM. FREIHERR VON MAROlClC. 

Dunkelblaue Röcke, Dunkelbraune Egalisirung, Weisse Knöpfe. 
Ergänzungsbezirks : Eiiäoenfurt. 



Inhaber: 



1691 vom FML. Notger Wilhelm Gra- 
fen von Oettingen-Baldern errich- 
tet. 

1091 FML. Notger Wilhelm Graf von 
Oettingen-Baldern erhielt 1691 das 
gegenwärtige 47. Infanterie-Re- 
giment. 

1692 FML. Johann Baron Pfeffbrs- 

HOFEN. 

1700 FM. Eberhard Friedrich Baron 
Neipperg. 

1717 FM. Wilhelm Reinhard Graf 
Neipperg f zu Wien 1774. 

1774 FML. Franz Xaver Graf Harrach, 
MTO.-R. t zti Mailand 15. Fe- 
bruar 1781. 



1783 



1809 



1824 



1825 



1862 



FML. Carl Friedrich Freiherr 
von Schröder f zu Wien 1808. 
Grossherzog Ferdinand von Tos- 
cana 1809 Grossherzog von Wttrz- 
burg, 1814 wieder Grrossherzog 
von Toscana f 1824. 
FM. Christoph Freiherr von La- 
TERMANN (war scü 1809 eweiter 
Inhaber f 1835). 
G. d. Cav. Franz Adolf Freiherr 
Prohaska von Guelphenburg 
MTO.-R. t zu Wien 20. Aug. 1862. 
FZM. Josef Freiherr Maroicic 
di Madonna del Monte MTO.-C, 
comandirender General zu Wien 
für Nieder-, Ober-Oesterreich und 
Salzburg. 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

1692 war das Regiment bei der Belagerung von Grosswardein und 1696 in der 
Schlacht bei Ollasch wie in den nächstfolgenden Feldzügen gegen die Türken. 

1705 focht es in Ungarn gegen die Rakoczy 'sehen Rebellen in der Schlacht bei 
Schibo. Im Türkenkriege war es 

1716 in der Schlacht bei Peterwardein 5. August, bei der Belagerung von Temes- 
var und dem Sturm auf dessen Palanka; 1717 bei der Belagerung und der 



— 29 — 

Schlacht von Belgrad 16. August, wo ein Bataillon von der Armee selbst- 
Btändig detachirt eine Anhöhe, die sogenannte Batterie besetzt hielt, und von 
den Spahis fast gänzlich vernichtet wurde. Im sicilianischen Kriege 

1719 focht das Regiment in der Schlacht bei Francavilla 20. Juni; bei Ausbruch 
des österreichischen Erbfolgekrieges in Toscana kam es 

1741 im December zum Khevenhüller'schen Corps, machte 1742 die Winterexpe- 
dition nach Ober-Oesterreich und Baiem, sowie die Belagerung von Prag mit, 
1744 den Feldzug am Rhein und in Böhmen, 1745 im Treffen bei Habei- 
schwert viel gelitten l. Februar — war bei Hohenfriedberg 4. Juni und bei 
Trautenau 30. September, 1747 in der Niederlande, Schlacht bei Lawfeld 
2. Juli. Im siebenjährigen Kriege 

1757 18. Juni in der Schlacht bei KoHn, bei der Belagerung von Schweidnitz, in 
den Schlachten bei Breslau 22. November und Leuthen 5. December; 1758 in 
jener bei Hochkirch 14. October; — 1760 bei Torgau, wo es von dem feind- 
lichen Dragoner-Regimente Baireuth viel gelitten. Das dritte Bataillon war 
zu Olatz als Besatzung. — 1762 im Treffen bei Leitmannsdorf und ein 
Bataillon in der Belagerung von Schweidnitz, wo es sich bei den Ausfällen 
wiederholt auszeichnete. Im baierischen Erbfolgekriege 

1778 war das Regiment bei der Haupt-Armee in Böhmen. Im Türkenkriege 
1788 war nur das dritte Bataillon im Corps des FM. Prinzen Coburg thätig. 
Bei der Belagerung von Chotym und 31. Juli in der Schlacht bei Fokschany 
mit besonderer Auszeichnung bei den drei Stürmen auf das von den Janitscharen 
stark besetzte und verrammelte Kloster Samuel. 1789 22. September in 
der jMfilacht bei Martinestie, wo es die Brigade Karaczay auf das Tapferste 
unterstützte und zur Zurücktreibung der Türken von der rechten Flanke 
wesentlich beitrug. In den Feldzügen gegen Frankreich 

1792 war das Regiment im September im Lager bei Thionville bei den Angriffen 
auf Verdun 4. October und Longuion 14. October verwendet. 1793 im Ge- 
fechte bei Longuion 30. Mai. Eine Compagnie vertheidigte aufs Tapferste 
den Posten Hastier. Das Regiment kam 29. August zur Blokade von Mau- 
beuge ; 1794 bei der Berennung von Landrecies, 17. April und 20. April bei 
Erstürmung der dortigen Verschanzungen; — 24. April beim Angriffe aut 
Engelsmtinster; 3. Mai bei jenem auf Courtray; 17. Mai im Treffen bei War- 
wick, 23. Mai in der Schlacht bei Toumay. — Das dritte Bataillon als 
Besatzung in Ypern gerieth durch die dortige Capitulation 4. Juni in 
Kriegsgefangenschaft, ebenso 2 Divisionen des ersten Bataillons als Be- 
satzung von Valenciennes bei Uebergabe dieses Platzes. 1795 das zweite 
Bataillon im Treffen bei Limburg, und zwei Compagnien beim Angiüffe 
der feindlichen Verschanzungen vor Mainz. 1796 das zweite und dritte 
Bataillon im Gefechte bei Kannstadt 18. Juli und in der Schlacht bei 
Friedberg 24. August; das erste Bataillon 14. und 15. September in den 
Gefechten bei Neuburg. — Das Regiment erlitt bei der Vorrückimg nach 
Biberach 30. April bis 2. October bei der Avantgarde eingetheilt starke 
Verluste, — endlich war es im November bei der Belagerung von Kehl. 



— 30 — 

1797 20. April in den Gefechten bei Diersheim und Bischofebeim. Im 
Feldzuge 

1799 war dasselbe 19. Mfira im TrefiFen bei Oeteracb, wo es starke Verluste er- 
litt. Eine Division unter Hauptmann Rotter warf sieb in die angeschwol- 
lene Osteracb, drang durch das Dorf und bemächtigte sich des auf einer 
Anhöbe gelegenen Eirchbofs. In der Schlacht bei Stockach Anfangs in der 
Reserve, spHter zur Unterstützung des rechten Flügels beordert, 6. April warf 
ein Bataillon den Feind aus Galmartingen, das zweite Bataillon erstUnnte 
das Kloster Fetershausen, — war im Gefechte bei Eglisau und am 3. Juni 
zwang das Regiment den Feind zur Räumung Glattfeldens, was den Angriff 
auf die verschanzte feindliche Stellung bei Zürich 4. Juni sehr erleichterte. 
Beim Angriffe auf Mannheim 18. September tliaten sich die erste und 
zweite Compagnie durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff hervor. Im 
Feldzuge 

1800 hielt das Regiment die Rheinstrecke von Scbaffhausen bis Stein besetzt 
und bestand einen harten ungleichen Kampf 1. Mü gegen die 20.0U0 Mann 
starke Macht des General Moreau, Die heldenmUthige Aufopferung, um 
den ScheinUbergang des Feindes aufzuhalten, kostete dem Regiment einen 
Verlust von mehr als 800 Mann, 3. Mai im TrefTen bei Stockach abermals 500 
Mann verloren, in ein Bataillon formirt als Besatzung nach Ulm — im No- 
vember nach Braunau. Im Feldzuge 

1805 das Regiment in der Schlacht bei Caldiero 30. October Cotognola slta be- 
setzt, wiederholte StUrme des Feindes abgeschlagen, zwei Adler erobert, 
und 500 Gefangene gemacht Im Feldzuge 

1809 das Regiment 19. April dreimal den Wald bei Hausen gestürmt. GM. Fürst 
Alois Liechtenstein an dessen Spitze verwundet. Es mnsste mit grossem 
Verluste der Uebermacht weichen. Bei Eckmühl wurden vier Compagnien 
durch französische Cavallerie versprengt. Bei Ebelsberg 3. Mai rettete durch 
einen kühnen Angriff im Markte Hauptmann Siegler mit seiner Division 
das Wiener Freiwilligen-BataiUon des Major Graf Salis, — zweites Bataillon 
im Gefechte bei Urfahr Linz 17. Mai — die Grenadiere bei Wagram 
5- und 6. Juli und bei Znaim 10. Juli. Das Regiment bildete bei Leobers- 
dorf imd Itzelsdorf auf dem Rückzuge die Kachhut. 

1812 beim Observations-Corps in Galizien. Im Feldzuge 

1813 20. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, zweites Bataillon im Kampfe 
bei Rosthal und Plauen, 3. October im Gefechte an der Flshc, erstes 
Üatailliin bui Holitiiiiclit*?, zweites Bataillon von 5 französischen Dragoner- 
Regimentern bei üciiiibiTi,' angegriffen und grÖBstentheils gefangen, 21. October 

,ie pieussi-ilien adiwarzen Husaren unter Oberst Graf Henkel 

Das Kgiment im Gefechte bei KOsen 21. October, die 

der Sclihirlit bei Hanau 30. und 31. October. Im Feldzuge 

ili'itlr ItataiUon in der Schlacht bei Brienne, 1. Febraar 



^^jMjn^^^^MlMrdiirch 
^^^^^^^^^^^^^v be&eit. 

^^r Mreite um 



^Sturme Biif 'lie Brücke bei Dieuville, — das Land wehrbatai Hon 



H-hi''ss bei Brienne erstürmt und behauptet. Im Gefechte 



— 31 — 

bei La Ferte 28. Februar das Begiment den Feind bis Fosses verfolgt, 
Hauptmann Binder überfiel mit der ersten Compagnie die Vorposten, drang 
mit diesen in Fosses ein, und zwang, durch die zweite Compagnie verstärkt, 
den Feind zum eiligen Rückzuge. — 21. März focht das Regiment in der 
Schlacht bei Arcis sur Aube. 1815 war dasselbe im Waadtland bei Genf, 
versah bei Fort Ecluse den Vorposten-Dienst, und verfolgte die Franzosen bis 
auf die Höhe des Juragebirges, von wo es nach Grenoble als Besatzung kam. 

1821 war das Regiment im kurzen Feldzuge in Piemont, besetzte Alessandria und 
später Casale Pusterlengo. Im Feldzuge 

1848 in Italien zeichnete sich dasselbe bei jeder Gelegenheit vorzüglich aus, und 
war 6. Mai bei St. Lucia, 29. Mai bei Montanara erstürmte der tapfere 
Oberst Baron Reischach mit .fünf Zügen mit hochgeschwungenem Säbel unter 
dem Rufe: Es lebe der Kaiser! die ersten Häuser. -- Das Regiment kämpfte 
30. Mai bei Goito, 10. Juni bei Vicenza, wo vier Compagnien unter Oberst 
Baron Reischach beim Sturm auf die Rotonda sich auszeichneten, femer 
bei Sona, Sommacampagna, Custozza und im Gefechte von Mailand 4. 
August. In diesem die Barrikade bei Castegueto mit Sturm genommen. 
Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont war das Regiment im I. Armee-Corps und in den Gefechten 
bei Borgo San Siro, Gwnbolo und Vigevano. — Das Landwehrbataillon 
als Besatzung im Venezianischen zuletzt bei den Blokade-Truppen von Ve- 
nedig. — Zwei Compagnien im combinirten Bataillon (Braisach früher Ecker) 
machten den Feldzug 

1849 in Ungarn mit, und im Rückzugs-Gefechte bei Hatvan that sich Hauptmann 
Ritter von Kalchberg mit seiner Compagnie durch die heldenmüthige Ver- 
theidigung der Brücke über die Zagyra 2. April hervor; wie G. d. Cav. 
Graf Schlik in seinem Berichte sagt, „war der entschlossenen Tapferkeit und 
Ausdauer dieses Offiziers und seiner Compagnie die Ordnung des Rückzuges 
zu danken^. Im Feldzuge 

1859 in Italien focht das Regiment im achten Armee-Corps FML. Ritter von 
Benedek in der Schlacht bei Solferino 24. Juni, besonders hatten sich die 
erste, zweite, dritte, vierte, siebente und achte Compagnie in den Kämpfen 
bei St. Martine durch glänzende und erfolgreiche Bajonnet-Angriffe gegen 
die piemontesischen Bersaglieri hervorgethan. Im Feldzuge 

1866 in Italien bedeckte sich das Regiment in der Schlacht bei Custozza 24. Juni 
mit neuem Ruhnxe. Nachmittags im dritten Schlachtmomente erstieg es den 
Monte Croce, warf die Abtheilungen der feindlichen Armee - Divisionen 
Cugia's und Govone's, welche noch hier standen, mit solcher Kraft und 
Energie auf den Monte Torre zurück, dann von diesem in die Ebene herab, 
dass es bei dieser Gelegenheit fttnf Geschütze eroberte. Offiziere des Re- 
gimentes kehrten die Kanonen gegen den Feind, und bedienten dieselben. 
Zur Unterdrückung des Aufstandes in Süd-Dalmatien war das Regiment 
24. October 



- 32 - 

1869 in Cattafo eingetroffen, wurde mittelst Kriegeffthrzeugen nach Ria&no tnuu- 
portirt, 2u dessen Sicherung das zweite tmd dritte Bataillon zartlckblieben, 
das erste aber vorrtlckte und 26. October im Gefechte im OefilS von Harn, 
2. November in jenem bei St. Barbara and St. Giorgio und am 16. Novem- 
ber bei der dritten Expedition in die Krirosde anwesend war. — Seit 1868 
wurden die dunkelblauen WaffenrOcke statt der bisherigen weissen anbefohlen. 
Im OccupatioDB-Feldzuge m Bosnien 

1878 focht das Reserve-Regiment nnter FUhmng seines tapfem Comnuuidantcn 
Oberstlieutenant Baron Fittel mit grosser Auszeichnung und war 4. und 5. 
August in den Gefechten bei Kosna und Maglaj, 16. August in jenem bei 
Belatowacz und 19. Äugnst bei dem Kampfe und der Einnahme von Serajewo. 
Gesammtverlust im ganzen Feldzuge 43 Mann an Todten, Verwundeten und 
Vermissten. 



Tapferkeits-Aoszeiclmtuigen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1716 Oberst Wilhelm ■ Reinhard Baron Neipperg sich bei der Belagerung von 
Temesvftr hervorgethan. 

Major Baron Pfeffershofen sich beim Sturme auf die Falanka von Temesvar 
ausgezeichnet, und dabei verwundet 

Franz Baron Sobeck, der 1737 in diesem Regimente als Subaltern-OfGzier 
gedient hatte, trat 1738 in chursäcbsische Dienste, wurde 1756 bei Pirna von 
den PreoBsen gefangen, kam in deren Armee, wo er bis zum General avancirte. 

17G2 Hauptmann Gottfried Baron Schröder vertheidigte in der Belagerung von 
Schweidnitz das Jauemiker Fort heldenmüthig und wurde MTO.-R. 

1763 Hauptmann Chiudius Genimi Mole, dem alliirten schwedischen Herre zuge- 
theilt, erwarb sich durch seine Tapferkeit an der Spitze der westgothischen 
Grenadiere wesentliche Verdienste, dass der schwedische General Hom das 
Schlachtfeld bei Werbelow 30. April 1759 behaupten konnte, und wurde in 
Folge deaaen MTO.-R. 

1788 und 1789. Beim Sturme auf das Kloster Samuel (Uhrte der bereits zum 
Obersten bei Belgiojoso-Infanterie Nr. 44 ernannte Oberst-Lieutenant Emannel 
Graf Auersperg nach eigens erbetener Erlaubniss das dritte Battülton, fiel 
aber von 5 Kugebi durchbohrt. Nebst ihm wurden Hauptmann Morwitz, 
Oberlieutenant Seysser, Lieutenant Dcwicz und Fähnrich Rfittger belobt. 
Feldwebel Ruppert, der das Thor öffnete, erhielt der Erste in der Armee die 
goldcuo Taprt'L'ki'its-Medaille, drei Mann die silberne. Bei Martinestie wur> 
den OberstlieuttiKint Sobielitzky, Hauptmann Morwitz, OberUeutenant Se^aer 
belobt- 

Hauptnmnn Dulfiis wegen tapferer Vertheidigung des Postens Hastier belobt. 
IM« Hauptleuti^ f'uivry, Fritsch imd Fähnrich Schindler bei der Belagerang 
Ton Ehrenbrcitstein sich ausgezeichnet. 

/■"V — 



— 33 — 

1799 Erzherzog Carl begrüsste das Anrücken des Regimentes auf dem Schlachtfelde 
bei Stockach mit den ehrenden Worten: „Wenn die Franzosen wissen, dass 
das brave Regiment Carl Schröder herbeieilt, so halten sie nicht mehr Stich." 

1806 Die Mannschaft erhielt für Caldiero flinf goldene und fünf silberne Medaillen. 

1809 Gefreiter Deditz, der den schwerverwundeten GM. Fürst Alois Liechtenstein 
im heftigsten Feuer aus dem Gefechte brachte (bei Hausen) und vor Gefangen- 
schaft rettete, erhielt die goldene Tapferkeits-Medaille und 100 fl. Belohnung. 

1810 Hauptmann Siegler wurde flir seinen freiwilligen Angriff bei Ebelsberg, Ret- 
tung des Wiener Freiwilligen-Bataillons und Gefangennehmung von 150 Fran- 
zosen MTO..R. 

1809 In diesem Feldzuge erhielten fünf Unteroffiziere silberne Medaillen. 

1813 Major Josef Stiller und Hauptmann Wenzel Eliatschek wurden bei Dresden 
27. August besonders belobt, ein Feldwebel erhielt für Gefangennehmung 
eines französischen Capitäns und 12 Mann die silberne Medaille. 

1814 In der Schlacht bei Brienne wird das Verhalten des Obersten Ludwig von 
Demontant besonders belobt 1. Februar. 

1815 Hauptmann Wilhelm Binder wurde für seinen erfolgreichen Angriff auf das 
Dorf Fosses, dessen standhafte Behauptung imd erneuerte Auszeichnung in 
der Schlacht bei Arcis MTO.-R. 

1848 Oberst Sigmund Baron Reischach wurde für wiederholte Auszeichnungen bei 
Montanara 29. Mai, bei Vicenza 10. Juni und im Gefechte vor Mailand 
4. August im November MTO.-R. 

1849 Hauptmann Wilhelm Ritter von Ealchberg wm^de, ftir seine heldenmüthige 
Vertheidigung der Zagyva-Brücke bei Hatvan 2. April, im Juli d. J. MTO.-R. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 

1848 und 1849 erhielten : OEKO.-R. 3. Hauptmann Anton Graf Bissingen-Nippen- 
burg. MVK. Oberst Alois Caspari, Major Alexander Nagy von Galantha, 
der Hauptmann von Nageldinger, Oberlieutenant Graf Kinsky, die Lieutenants 
Krassnigg, Ranig, Schubert — und nachträglich: Oberst Josef Braumüller 
von Tannbruck, Oberstlieutenant Eduard Fastenberger, die Hauptleute Wolf, 
Garzarolli, Trost, Oberlieutenant Baron Spinette und Lieutenant Birnbaum. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

l>r)9 in Italien. MVK. Oberst Georg Prochaska, die Hauptleute Saint Alb6, von 
Xastenholz, Baron Karaisl, Hayda, Daniek, Müller, Przihoda und Morocutti, 
die Oberlieutenants Abraham von Abrahamsberg, Garzarolli Edler von 
Thumlack, Guzmann, Uiberbaclier, König, die Lieutenants Graf Christalnigg, 
von Neupauer, Hierländer und Hatzi. 

Für Auszeichnung im Feldzuge. 
Isijß Regiments - Inhaber FZM. Baron Maroicic MTO.-C. ÖLO.-R. Oberst 
Aldobrand Wallenweber. OEKO.-R. 3. Die Majore Carl von Kasten- 
holz, Arnold König und Carl Pelzel, Hauptmann Franz Morocutti. 
MVK: Die Hauptleute Wolfzettel, Koch Edler von Langentreu, Sterger, 
Schluet von Schluetenberg, Ritter von Perelli, Ritter von Rudzinski, 

Thßrbeim: Gedenkblätter. 3 



— 34 — 

Edler von Siebeneicher, die Oberlieutenaots : Kropiunig, Rlimbaclier, 
Lieuteoant Rukaviiia von LiebetadL 

1869 Far Auszeichnung bei der Expedition nach SUd-Dalmatien. OEKO.-R. Oberst 
Emerich Kaiifel, Major Franz Wolfzettel. MTE. Oberstlientenant Carl 
Winterhaider, Uajor Franz Pelzel, Hauptmann Koch, die Oberlieutenante 
Themesl und Thäler. 
Für AoazeichnuDg im Occupations-Feldzuge 

1878 in Bosnien. OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Alesander Rizzetti. MVK. Die 
Hauptleute Josef Goll, Johann Kocher, Carl Mayer, die Oberlieutenants Her- 
mann Nemec, Friedrich Dnmann, Anton Fröhlich, Carl Le Jeane. Die 
Lieutenants in der Reserve Hermann Preecbem, Ernst Buzzr. Die Aller- 
hScbste Belobung: Major Wilhelm Ritter von Perelli, Hauptmann Rudolf 
Lebitsch, Oberlieutenant August Müller und der dem GcnerolBtabe zuge- 
theilte Oberlieuteoant Johann Schemna, Lieutenant Josef Huber. Oberst- 
lieutenant Heinrich Baron Pittcl wurde ßlr seine vorzügliche AuBzeichnung 
Oberst und Commandant des 38. Infanterie-Regimentes. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziare. 
1794 Major Baron Bolza f in der Schlacht bei Toumay 23. Mai. 
1799 Oberstlieutenant Greoadier-Bataillons-Commaadant Franz Graf Mercandin 

t bei Legnano 26- März. 
1809 Major Cajetan Marinowsky f im Gefechte bei Urfahr-Linz 17. Mai. 
1848 Major Heinrich Kleinschrodt f an den Folgen einer im Feldzuge 1848 iu 

Italien erlittenen Verwundung. 




Mfthrisches 

INFANTERIE -REGIMENT N"- 8, 

(1877.) 

FML VINCENZ FREIHERR VON ABELE. 

Dunkelblaue Waffenröcke, grasgrüne Egalisirung^ gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsstation : Brümn. 



Inhaber. 



1630 laut kaiserlichem Bestallungsbrief 
de dato. Wien 26. März 1630 vom 
FM. Heinrieh Grafen Holk er- 
richtet. 

1630 FM. Heinrich Graf Holk f 1634. 

1634 FM. Johann Caspai* von Stadion 
t 1641. 

1641 bis 1647 unbesetzt. 

1647 FML. Johann Beichard Graf 
Stariiemberg f im Lager bei 
Szathmar 4. September 1661. 

1661 FML. Hubert Marchese Pio di Sa- 
voYA t beim Sturme auf Philipps- 
burg. 

1C76 FZM. Prosper Graf Arco f 1679. 

1679 FM. Max Laurenz Graf Starhem- 
BBRG t bei Mainz 1689. 

1689 Oberst Philipp Freiherr von Chiz- 
zola f in Ungarn 1691. 

1691 GM. Leonhard Alexander Frei- 
herr von Lapaczek f 1700. 

1700 FM. NikolausGrafPALFPYf 1732. 

1732 FM, Josep Friedrich Prinz von 
Sachsen-Hildburgshausen f 1787. 

1787 GM. Carl Graf Pallavioixi MTO.- 
R f zu Temesvar 3. August 1789. 



1790 

1798 
1801 



1801 



1815 



1831 



1834 



1846 



1865 



1870 



1877 



FML. Carl Freihen- Hupp MTO.-R. 

t zu Brunn 23. September 1798. 

bis 1801 unbesetzt. 

S. k. k. H. FZM. Erzherzog Lud wio 

JosBP t zu Wien 21. December 

1864. 

bis 1815 zweiter Inhaber FML. 

Ferdinand Baron Mnwcwrrz. 

bis 1831 zweiter Inhaber FML. 

Josef Freiherr von Stutterheim. 

bis 1834 zweiter Inhaber FML. 

Josef Freiherr Schwäger von 

HOHENBRUCK. 

bis 1846 zweiter Inhaber FML. 
Carl Freiherr Schneider von Arno 
MTO.-R. 

bis 1866 zweiter Inhaber FZM. 
Ignaz Ritter von Gerhardi. 
FML. Josef Freiherr Gbrstner 
von Gerstenkern f zu Linz 1869 
(war seit 1856 zweiter Inhaber). 
FZM. Friedrich Freiherr Jacobs 
von Kanstein f zu Wien 1877. 
FML. Vincenz Freihen* von 
Abele zugetheilt dem General- 
Commando zu Wien. 

3* 



— 36 — 

Feldzftge und wichtigere Eriess-EreigniBse. 
Dieges Regiment wurde aus den Resten eines ursprUnglicIi Ton den refor- 
mirten Ständen Ober-Oesterreichs zur Unterstützung des bOhmiBchen Au&tan- 
dea errichteten Regimentes formirt. Herzog Maximilian von Baiem nahm 
es nach seinem Einfall in Ober-Oesterreich in seinen Dienst, und es kämpfte 
1620 am Weissen Berge bei Prag, und 1626 in der Schlacht bei Lutter 
am Barenbeige. Die Beste dieses tapfem Corps bildeten den Kern des 
Holkisohen Regimentes. Im dreiasigjährigen Kriege, nnter dem Namen Hol- 
kische Jfiger bekannt, tritt das Regiment zum erstenmal bei ErstUnnang 
Magdeburgs 

16S1 auf, litt kurz nachher bei dem Dorfe Ängem im Magdeburgischen durch einen 
Ueberiall des Rheingrafen Otto Ludwig, focht aber wieder verstärkt unter 
Tilly bei Breitenfeld. Im Winter 1631/33 machte es den berüchtigten Zug 
seines Inhabers nach Sachsen im Voigtlande and Erzgebirge mit Es war 
femer in den Schlachten und Treffen 1632 bei Lutzen, 1634 bei Nßrdlingen, 
1636 — neun Compagnien — bei Wittstok, 1638 bei Lemgow, 1642 bei 
Breitenfeld, 1644 bei Jutterbogk, 1645 bei Jankau, endlich 1647 im Kovember 
bei der Belagerui^ von Iglau. Den Feldzug 

1658 in Ober-DeatBchland gegen Holstein und Jtltland und 1659 gegen Scbwedisch- 
Pommem machte es unter seinem Inhaber FML. Qraf Starhemberg. Im 
nächsten TOi^enkriege war es 

1663 bei der Belagerung von Neuhäusel, 1664 in der Schlacht bei St. Gotth&rdt, 
wo es sich beim Sturme auf die tOrkischen Verschanznngen hervortha^ aber 
starke Verluste erlitt. In den RheinfeldzUgen gegen die Franzosen war das 
Regiment 

1674 in der Sehlacht bei Senef, 1675 Im Treffen bei Consenbruck, 1676 bei der 
Eroberung von PhiUppsburg und 1678 im Treffen bei Bheinfelden. In den 
nun folgenden TUrkcnkriegen focht dasselbe 

1683 im Treffen bei Hillenberg und beim Entsätze von Wien, sowie im Treffen 
bei Parkany, 1684 bei der Belagerung von Ofen, 1685 in der Schlacht bei 
Oran, 1686 bei der ErstOrmung von Ofen tind 1687 in der Schlacht bei Mohacs. 

1688 marschirte es gegen die Franzosen am Rhein und war 1689 ]!■ September beim 
Sturme auf Mainz. 

1691 wieder in Ungarn gegen die Türken in der Schlacht bei Szlankamen im Cen- 
trum des ersten Treffens, 1692 bei der Blokade von Grosawardein. Im 
Kriege gegen Rakoezj und die nngarischen Malcontenten war das Regiment 

1705 bis iTIl in mehreren G-eteehten in Siebenbargen, imd namentlich im Kampfe 
gegen die Kumtzen. Im TOrkenkriege 

,716 in der Sclilacht bei Peterwardein, wo es drei türkische Fahnen eroberte* 
— bei der Belagerung von Temesvar und dem Sturme auf die dortige Pa- 
lanka, 1717 bei der Belagerung und der Schlacht von Belgrad. Im pol- 
nischen Aiixiliark liege wegen der KSnigswahl focht es in Italien. 




-- 37 — 

1734 29. Juni in der Schlacht bei Parma; und 19. September in jener bei Gua- 
stalla mit dem Verluste von 2 Stabs-, 14 Ober-Offizieren und ISOO Mann 
an Todten und Verwundeten. 1737 bis 1741 war es als Besatzung in Toskana, 
Im österreichischen Erbfolgekriege 

1742 im ELhevenhüller'schen-Corps bei der Winter-Expedition nach Ober-Oester- 
reich und der Eroberung Baiems, 1743 9. März im Treffen bei Simbach, 
1744 am Rhein, wo es beim Rheinübergange während des Rückzuges 
(namentlich die Grenadier-Compagnien) Verluste erlitt, 1745 im Treffen 
bei Pfaffenhofen, 1746 kam das Regiment nach Italien, und war im Corps des 
PZM. Grafen Browne bei der Unternehmung in die Provence, 1747 bei der 
Belagerung von Genua. Im siebenjährigen Kriege 

1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag; 
in beiden erlitt es grosse Verluste. Femer im Gefechte bei Gabel 14. Juli, 
beim Angriffe auf EIIein-Maslowitz 3. October, und in den Schlachten bei 
Breslau 22. November und Leuthen 5. December, wo es mit Tapferkeit den 
Rückzug deckte. 1758 mit besonderer Auszeichnung focht das Regiment 
14. October in der Schlacht bei Hochkirch beim Angriffe auf die Ver- 
schanzungen des feindlichen linken Flügels ; 1759 bei der Reichs- Armee ver- 
theidigten die Grenadiere und 100 Freiwillige das Defile von Wassungen, 
(1. April) das Regiment im Treffen bei Meissen, 21. September von 9 Uhr 
Morgens bis 7 Uhr Abens im Gefechte. 1760 3. November in der Schlacht 
bei Torgau beim Angriffe auf das feindliche Centrum. Die Grenadiere am 
linken Flügel. Das dritte Bataillon bei der Belagerung von Glatz. 1761 
und 1762 bei der Armee in Sachsen. 

1778 im baicrischen Erbfolgekriege bei der Haupt- Armee in Böhmen. Im Ttirkenkriege 

1788 bei Caransebes und auf dem Rückzuge nach Lugos 1789 bei Panczowa, 
später zur Besetzung des Brückenkopfes am linken Donau-Ufer unterhalb 
Belgrad verwendet. 

1790 bei der Observations-Armee gegen Preussen in Mähren. Im Kriege gegen 
die französische Republik 

1793 17. Mai im Gefechte bei Bellheim; — im September bei Vortheidigung der 
Posten bei Offenbach, 13. October bei Erstürmung der Weissenburger Linien, 
18. November bei Vertheidigung der Riedheimer Höhe, 24. December im 
siegreichen Gefechte am Geissberge. 1794 und 1795 als Besatzimg zwei 
Bataillone in Luxemburg, durch die Capitulation 11. Juni 1795 kriegsge- 
fangen. 1796 das Regiment in Italien, 5. August zwei Bataillone im Treffen 
bei Castiglione viel gelitten. 1797 ein Bataillon bei Besitznahme Dalmati^is. 
Im Feldzuge 

1799 war das Regiment bei den Cemirungen von Peschiera und Mantua, bei 
der Belagerung der Citadelle von Turin, und 15. August Abtheilungen in 
der Schlacht bei Novi, 17. September in den Gefechten bei Tossano und 
Savigliano, 4. November in der Schlacht bei Genola, 13. November in den 
Gefechten bei Mondovi und Monastro. — Im Feldzuge 



1800 7. April beim Angriffe auf Saa Oiacomo, in der Stellnng bei Settepani vom 
&an2(tB)«chen General Suchet 11. April in der Nacht und bei starkem Nebel 
Überfallen und umzingelt und 1 Stabs-, 22 Ober-Offiaiere, 800 Mann nach 
tapferster Qegenwehr gefangen. Die Grenadiere fochten 14. Juni in der 
Schlacht bei Marengo, Im Feldzuge 

1805 das zweite, dritte und vierte Bataillon bei der Armee in Dentschland und in 
den Gefechten bei Gfinzburg 9. October bei Jungingen 11. October, bei 
Elchingen 14. October Verluste erlitten, in Folge der Capitidation von Ulm 
17. October kriegsgefangen. Das erste Bataillon unter Oberstlieutenant Baron 
Swinbumc den Pass Schamitz gegen die Uebermacht des Marschall Ney 
heldenmQthig vertheidigt, — aber da der Pass umgangen wurde, musste es 
sieb, da bei der Stärke des Feindes alle Versuche, sich durchzuschlagen, un- 
möglich wurden, nach tapferster Gegenwehr gefangen ergeben. Im Feldznge 

1809 in Deutschland focht das E^iment 19. April bei DinzHng, 21. und 22. April 
bei Leuchling, 21. und 23. Mai in der SchUcht bei Aspern, das dritte Ba> 
taillon unter Oberstlieutenant Baron FürstenwÄrther vernichtete am 21. Mai 
das 6. geharnischte fVanzöeiscbe Ctirassier-Kegiment beinahe gänzlich; 22. Mai 
unternahm das Regiment drei glänzende Stürme auf Esslingen, insbesondere 
auf den grossen SchUttkaaten ; 5. und Ü. Juli in der Schlacht bei Wagram, 
wo es sehr tapfer kämpfte, aber grosse Verluste erlitt. Der Capitäulieutenant 
Laurenz Kurz von dem zum Regimente gehörigen Iglaner Landwehr-Bataillon 
zeichnete sich bei Vertheidigung von Glinzendorf aus. Im Feldzuge 

1813 war das Regiment 2G. und 27. August in der Schlacht von Dresden, 
6. October im Gefechte an der FlOhe und bei Zschoppau, 16. bis 18. October 
auf Observationspostenbei Naumburg und Weissenfels, 21, October im Treffen 
bei KSsen thst sich das zweite Bataillon bei Vertheidigung des Defil6s und 
der SaalebrUcke hervor; im Treffen bei Hochheim 9. Kovember formirtc 
das Regiment die zweite Sturm-Golonne. Die Grenadiere fochten mit Aus- 
zeichnung in der Schlacht bei Hanau, bei Vertheidigung der Lamboy-BrUcke 
über die Kiozig 31. October. Im Feldzuge 

1814 in der Schlacht von Brienne (I.Februar) zeichnete sich das zweite Bataillon unter 
Hauptmann FSssel beim Sturme auf die Aube-Brücke von Dionvüle aus. Das 
Regiment focht femer 28. Februar beim Angriffe auf La Fcrte, 2. März bei 
Einnahme von Bar-sur-Seinc, 21. März im Treffen bei Arcis, 25. März bei 
Vitry, Im Feldzuge 

1815 that sich das Landwehr-Bataillon bei Chatillon 0. Juli hervor; 11. Juli 
erstürmten die drei Feld-Batwllono die Brücke Über die Saonne und sodann 
die Stadt Mfu^nn afhlb8t,im stärkstenfeindliehen Feuer, und eroberten 6 Geschütze 
nebst s Miuiititir..-;l>urren. 

war daH Kcgiiiii.iit im kurzen Feldznge in Neapel, blieb bis 1833 in Snlmona 
und stellte zahtroiche Streif- und Räuber-Commanden. In der Kriegs- 
Hi'odn; 

Jt WUT das Hcglmfiit im Mai nach Tirol gerückt, zur Vertheidigung der dor- 

rLandcHgrenzi'u, einzetne Compagnien bestanden Gefechte, Major 



— 39 — 

Braesier mit einem Streif-Corps in Valiusa trieb bei Cassotta eine über- 
legene Anzahl italienischer Insurgenten weit über die italienische Grenze 
zurück. 22. Juli war das Regiment im Gefechte bei Rivoli, später bei der 
Cemirung von Peschiera bis 12. August, dann als Besatzung in Padua, im 
September bei den Cernirungs-Truppen von Venedig auf der Strecke von Ca- 
sanella bis Mestre am linken Etsch-Ufer. Die zehnte Compagnie war 8. August 
im Gefechte bei Bologna. — Die Grenadiere an den Kämpfen der Wiener 
Revolution am 6. October betheiligt. Hauptmann von Mose vertheidigte mit 
zwei Compagnien das Wiener Zeughaus vom 6. Abends bis zum Morgen des 
andern Tages gegen drei Angriffe der Rebellen, denen er in der Wipplinger- 
strasse vier gegen das Zeughaus gerichtete Kanonen wegnahm. Das dritte 
Bataillon, in der Armee des FM. Fürsten Windischgrätz eingetheilt, war ihätig 
bei der Einnahme von Wien, in den Gefechten an der Hemalser Linie 
29. und 30. October, stürmte nach heftigem Widerstände der Rebellen die 
neunte Division den dortigen Linienwall. — 2. December hatte dieselbe 
Division 17. und 18. Compagnie bei Deutsch-Haslau auf der Vorpostenlinie 
an der Leitha ein heftiges Gefecht zu bestehen und warf die ungarischen 
Insurgenten- Abtheilungen zurück. 

1849 waren die beiden ersten Feld-Bataillone thätig bei Unterdrückung der Revo* 
lution in Brescia betheiligt. Hauptmann Leschke des Regimentes und Com- 
mandant des dortigen Castells zeichnete sich durch die muthige, entschlossene 
Vertheidigung desselben rühmlich aus, ebenso die Abtheilungen des Regimentes, 
zu welchen auch das nach Italien abgerückte erste Landwehr-Bataillon gehörte, 
besonders that sich Lieutenant Adolf Smerczek durch todesmuthige Erstür- 
mung mehrerer Barricaden im dortigen Strassenkampfe hervor. Am 30. März, 
2. April bis Ende Juni kam das Regiment zum Observations-Corps nach 
Vorarlberg. 

Die Grenadier-Division machte den Feldzug in Ungarn 1849 mit, zeichnete 
sich in mehreren Gefechten, namentlich im Juni bei Schintau und an der 
Waag aus. 

Das dritte Bataillon war Anfangs als Besatzung in Pressburg, später bei der 
Cemirung von Eomom und im Lager bei Acs, machte im I. Armee-Corps 
FML. Graf Schlik den Sommerfeldzug in Ungarn mit, war bei der Einnahme 
von Raab, den beiden Schlachten von Eomom 2. imd 11. Juli und der weiteren 
Vorrückung gegen Arad. Im November 

1850 rückte das Regiment im IV. Armee-Corps FML. von Legedics durch Deutsch- 
land zur Besetzimg von Holstein, wo es bis März 1852 blieb. 

Im Feldzuge 

1859 gegen die Francosardcn in Italien focht das Regiment 24. Juni in der 
Schlacht bei Solferino mit einem Verluste von 25 Offizieren und über 600 Mann 
an Todten und Verwundeten. Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war das Regiment im VHL Armee-Corps der Nord- Armee 
in Böhmen eingetheilt, am 28. Juni im Treffen bei Skalic und 3. Juli in 
der tichlacht bei EOniggrätz. 



_ 40 — 

1868 erhielt das Regiment die dunkelblauen WafTeBröcko atatt der btBherigen 

weissen. 

Im Occupations-Feldzugo in Bosnien 
1878 focht das Regiment mit grosser Tapferkeit, aber empfindlichem Verluste 

5. and 6. September in den Ctefechten bei Doboj und hatte 4 Offiziere todt, 

7 verwundet nebst vieler Mannschaft, im Ganzen 351 Mann verloren. 



Tapferkeits*Aiiszeiclijiimgen nnd besonder« DeckwUrdigkeiten. 

1G45 Bei Jankau fiel der zweite Oberst von Schiffer in schwedische Gefangen- 
schaft. 

1716 Oberst Johann Schwenninger sich bei Peterwardein durch ruhmvolle Führung 
des Regimentes hervorgetban. 

1729 bis 1732 diente der spätere bekannte Oberst und Panduren-Commandant Franz 
BaiOQ von der Trenk in diesem Regimente als Fähnrich und Lieutenant. 

1746 Beim Zuge in die Provence zeichnete sieb Ohcrstlieutenant Baron Friedrich 
Bttlow bei Einnahme der Inseln St. Honorat und St. Margareth 15- De- 
cember aus. 

1757 Bei der Btokade von Liegnitz durch die Preussen zeichnete sich der sggre- 
girte Oberst Friedrich Baron Bdlow abermals ans, erlangte freien Abzug 28- 
December 1757, wurde 1758 GM. und MTO.-R. 

1758 Bei Hochkirch that sich Regiments-Commandant Oberst Caspar Baron Triüs 
14. Ootober 1758 durch Eroberung einer wichtigen Anh5be hervor, ebenso 
später bei Meissen 1759 und bei Torgau 17G0. — Er wurde 1760 MTO.-ß. 

1760 Lieutenant Biller sich beim Sturme auf Glatz ausgezeichnet. 

1793 Im Gefechte bei Bellheim 17. Mai sowie 11. September bei Bondenthal wurde 
Major SchrOckinger, bei letzterm auch Oberst Josef Badder, der mit einer 
Division drei Kanonen eroberte, und bei Biedhcim 18. November Major 
Francault, der venvundet wurde, und Hauptmann Adamy angcrUhmt^ ebenso 
bei Froschweiler 16. bis 18. December die Hauptleute Latsclier und Eautz. 

1799 In den Relationen des Divisionlirs FML. Grafen Bellegardc und des Armec- 
Commandanten FZM. Baron Kray, erstere Über die Schlacht bei Novi, wurde 
das Regiment; letztere über das Treffen bei Fossano dessen Oberst von 
Schiöckinger sehr belobt; ebenso in jener des FML. Fürsten Johannes 
Liechtenstein über das Gefecht bei Mondovi ein gSänzender entscheidender 
Bajonn et -Angriff des Regimentes hervorgehoben. Namentlich wurden in den 
Berichten dieses Fcldzugca das tapfere Benehmen der Hauptleute Roy und 
Hustiaiiy, soivii' <ti - Oberlieutenantä Bosraann angerühmt. 

Itaron Robert Swinbume wurde für die tapfere Vertheidi- 
(/paaaes, im folgenden Jahre MTO.-R. 

-i'nborg nennt in seinem Berichte unter den Ausgezeichneten 
* ^bersten Robert Baron Swinborne, OberstUcutenant Carl 




— 41 — 

Baron Fürstenwärther, Oberlieutenant Gastgeb und Lieutenant Kramer des 
Regimentes. 

1810 erhielt das Begiment statt der bisherigen ponceaurothen^ die noch gegen- 
wärtige grasgrüne Egalisirung. 

1811 (Capitänlieutenant Laurenz Kurz des dem Segimente zugetheilten Landwehr- 
Bataillons wurde für die tapfere Vertheidigung von Gh'nzendorf nachträglich 
MTO.-R.) 

1814: Der Divisionär FML. Graf Fresnel belobt in seinem Berichte über das Gefecht 
bei Dionville 1. Februar das tapfere umsichtige Verhalten der beiden Majors 
Koch und Bongard und des Hauptmanns FösseL 

1815 Für Macon 11. Juli wurde dem Regiments-Commandanten Oberst von Giesl 
die Allerhöchste Zufriedenheit SM. des Kaisers zu Theil. GM. Pflüger hatte 
in seinem Berichte an das Armee-Corps-Commando bei gleichem Anlasse 
den Major Bongard, Commandanten der II. Sturm-Colonne, und neun Ofiiziero 
lobend empfohlen. Ein Feldwebel erhielt die goldene, zwei Unter-Offiziere 
die silberne Tapferkeits-Medaille. 

1848 Oberstlieutenant Josef Baron Hohenbruck und Major Ludwig von Brassier 
hatten sich als Commandanten von Strcif-Colonnen in Süd-Tirol ausgezeichnet. 

1848 Hauptmann Josef Mose von NoUendorf erhielt für Vertheidigung des Wiener 
Zeughauses 6. October später OEKO.-R. 3. 

1849 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien und Ungarn. OLO.-R. Lieute- 
nant Adolf Smerczek. OEKO.-R. 3. Hauptmann Carl Leschke. MVK. Die 
Hauptleute Baron Haugwitz, Naske, die Oberlieutenants Weigl und Mas- 
sauer. Die Mannschaft erhielt 1 goldene, 8 grosse und 30 kleine silberne 
Tapferkeits-Medaillen . 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien. OEKO.-R. 3. Regiments-Cora- 
mandant Oberst Ferdinand Lindner. MVK. Die beiden Majore Hermann 
Hai*tenthal und Eduard Suchanek, die Hauptleute Florian, Baumann, Anders, 
von Low, die Oberlieutenants Albinsky, von Dutkiewicz imd Pilzinger, die 
Lieutenante Rosenbaum, Richly und Pössl ; — nachträglich noch Hauptmann 
Bayer. 

Wa] Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen. OEKO.-R 3. Regiments-Com- 
mandant Oberst Carl Kirchmayer. MVK. Die Hauptleute Hiefer, Kamler, 
die Oberlieutenante Geutebrück, Berger, Adamek. 

1B78 Für Auszeichnung im Occupationsfeldzuge in Bosnien. OEKO.-R. 3. Major Carl 
Sehmidi, die Hauptleute Moriz Berger und Anton Martinek MVK. die Haupt- 
leute Carl Höpler, Carl Kristen, Franz Koller, die Oberlieutenants Franz 
Klein t, Carl Freiherr von Skal, Carl Heiler; Lieutenant (in der Reserve) 
Carl Schwabe. Die allerhöchtc Belobung den, dem Generalstabe zugetheil- 
ten Hauptmann Heinrich Janovski, die Hauptleute Martin Dragica, Josef 
Kfiwda, die Oberlieutenants Ferdinand Rummel, Johann Watzal (in der Re- 
serve), die Lieutenants Anton Rischanek, JuUus Zednik (in der Reserve), 
Lambert Pliczka, Theodor Czasson, Wilhelm Vock. Die Mannschaft erhielt 



— 42 — 

2 goldene, 16 silberne Tapferkeits-Medaillen I., 48 II. Classe und 43 Be- 
lobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Conunandanten und Stabsoffiziere. 

1647 Oberst Knering, erster Regiments-Commandant f bei der Belagerung von 

Iglau im November. 
1676 Regiments-Inhaber FML. Hubert Marchese Pio di Savoya durch eine 

Kanonenkugel getödtet an der Spitze des Regimentes beim Sturme auf 

Philippsburg. 

1691 Oberstlieutenant Reichard Graf Starhemberg f in der Schlacht bei Szlan- 
kamen. 

1809 Major Wilhelm Baron Biela beim Sturme auf den Wald bei Dinzling f 

19. April. 
1809 Oberstlieutenant Arnold Mayblümel f in der Schlacht bei Wagram 6. Juli. 
1866 Major Ferdinand Freund f in der Schlacht bei Königgrätz 3. Juli. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT W' 9 

(1874.) 

FRIEDRICH FREIHERR PACKENJ VON KJELSTÄDTEN. 

Dunkelblaue Waffenröcke^ apfelgrüne Egalisifung^ gelbe Knöpfe. 

ErgänzuDgsbezirkBstation: Stryi, 



Inhaber: 



1725 im Mai aus den beiden Wallo 
nischen Fuss- Regimentern Los 
Rios und Boumonville errichtet 
und in der Niederländischen See- 
stadt Ostende aufgestellt. 

1725 FM. Don Francesco Gutibrez 
Marchese de Los Rios f lOSjährig 
zu Brüssel 23. März 1775. 

1 775 FM. Carl Graf CLERPArr MTO.-GK. 
t zu Wien 2L Juli 1798. 

1798 bis 1802 unbesetzt. 

1802 FM. Adam Fürst Czartoryski- 
Sangusco f zu Sieniawa in Ga- 
lizien 23. März 1823. 



1823 bis 1825 unbesetzt. 

1825 FML. Friedrich Fürst Bekthbim 
Stbinfurt MTO.-R. t zu Villa- 
Franca 12. October 1839. 

1839 FZM. Proup Graf Hartmanx- 
KLARSTBiN f ZU Prag 1869. 

1869 FZM. Carl Freiherr von Mertens 
t zu Wien 1874. 

1874 FZM. Friedrich Freiherr von 
Pakeny von Kielstädten MTO.-K. 
Stellvertreter des Ober-Comman- 
danten der Landwehr. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege kam diess Regiment zum erstenmale gegen 
den Feind und war mit zwei Bataillons und den beiden Grenadier-Compagnien 
im Feldzuge 

1743 in der sogenannten pragmatischen, vom Könige Georg II. von England be- 
fehligten Armee eingetheilt. Es focht zum ersten Male 1743 27. Juni in 
der Schlacht bei Dettingen, wo es an dem glänzenden und erfolgreichen 
Angriffe des FML. Prinzen Salm auf die entgegenrückenden französischen 
Garden ehrenvollen Antheil nahm und eine Fahne eroberte. 1744 war 
es im Corps des Herzogs von Aremberg, 1745 in der Armee des FM. 
Ghrafen Traun und machte den Feldzug am Main, 1746 11. October in der 



^- 44 — 

Schlacht bei Rocoux, 1747 2. Juli in jener bei Lawfeld, und 1748 zeichnete 
es sich in der Vertheidigung von Mastricht unter den Besatzungstruppen 
ungemein aus. 
Im siebenjährigen E^riege focht das Regiment 

1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag mit grosser Auszeichnung, besonders dessen 
Grenadier-Compagnien, — ebenso 18. Juni in der Schlacht bei Kolin, wo 
Oberst Marquis de Los Rios dasselbe mit vorzüglicher Tapferkeit gegen den 
Feind fUhrte, und wesentlich zum Ruhme jenes Tages beitrug. Im Treffen 
bei Görlitz 7. September drang Oberstlieutenant Baron Pasteeis mit vier 
Grenadier-Compagnien einer der Ersten in die feindlichen Verschan- 
zungen mit dem Bajonnete ein, und behauptete die gewonnene Stellung. 
Das Regiment war femer 22. November in der Schlacht bei Breslau 
und am 5. December in jener bei Leuthen, wo Oberst Graf Murray dasselbe 
viermal zum Sturme fUhrte. — Das dritte Bataillon in der der französischen 
alliirten Armee zugetheilten Brigade des GM. Dombasle focht 22. Juli in 
der Schlacht bei Hastenbeck. 1758 14. October in der Schlacht bei Hoch- 
kirch war das Regiment beim Ueberfalle auf das feindliche Lager eines 
der Ersten der Stürmenden und eroberte eine Fahne, 1759 12. August 
focht das Regiment im Loudon'schen Corps in der Schlacht bei Kunnera- 
dorf, wo sich die Grenadier-Division hervorthat, aber alle ihre 0£Bziere 
verlor, 1760 23. Juni war das Leib-Bataillon und ^e Grenadier- 
Division bei Erstürmung des verschanzten feindlichen Lagers bei Lands- 
hut, — später Ersteres bei der Belagerung von Glatz, 15. August die 
Grenadiere in der Schlacht bei Liegnitz, 1761 im Corps des FZM. 
London des Regiment, sowie 1762 bei der Haupt-Armee des FM. Grafen 
Dann und im Gefechte bei Peyle, ein Detachement in der belagerten 
Festung Schweidnitz. 

1778 Im baierischen Erbfolgekriege waren das Leib-Bataillon und die Grenadiere 
bei der Armee in Böhmen. 

In der Brabanter Revolution zeichnete sich das Regiment durch 
seine loyale Haltung und Tapferkeit aus. Das erste Bataillon, in Gent 
stationirt, theilte das Geschick der dortigen Besatzung, wegen Mangel an 
Munition im November 

1789 capituliren zu müssen. Die übrigen Regiments- Abtheilungen waren theils 
vereint, theils einzeln 1790 in den beiden Gefechten bei TEtoile, bei Er- 
oberung des feindlichen Lagers bei Aube, beim Ueberfalle auf das Lager 
bei Solieres, den Vorposten -Gefechten bei Haltin (17. Jänner, 18. Mai, 
3. und 8. August), mit vorzüglicher Auszeichnung bei dem Angriffe auf das 
grosse feindliche Lager bei Andennes 31. August, wo Oberstlieutenant 
Baron Vogelsang an der Spitze seines Bataillons den feindlichen linken 
Flügel überfiel, und durch seine Tapferkeit und umsichtigen Disposi- 
tionen zur vollständigen Niederlage desselben beitrug. — Das zweite Bataillon 
und die Grenadiere waren 22. September im Gefechte bei Assesse. 
Im Kriege gegen die französische Republik waren 



— 45 — 

1792 29. April sechfi Compagnien im Gefechte bei Toumay, bei der Be- 
rennung der Stadt und Festung Lille und der Einnahme der Vorstädte 
29. September that «ich das zweite Bataillon hervor und zwang un- 
geachtet dreifacher Verhaue mehrere französische Bataillone zum Rtickzuge. 
Das dritte BataiUon war 13. September im Gefechte bei St. Croix aux 
bois, — endlich die beiden ersten Feld-Bataillone 30. April in einem Gefechte 
in der Gegend von Corioule. 

1793 die Ghrenadier-Division 3. März im Treffen bei Aldenhove — in der Schlacht 
bei Neerwinden 18. März, im Gefechte bei Onnaing I.Mai und in der Schlacht 
bei Famars 23. Mai. — Das Regiment war bei der Belagerung von 
Valenciennes, im Gefechte bei Cysoing 26. August. — Die Grenadiere 
29. September bei Forcirung des Sambre-Ueberganges; andere Regiments- 
Abtheilungen bei Denain 21. October, bei Orchies 23. October, wo sich 
das zweite Bataillon durch einen glänzenden Sturm auszeichnete. Das 
Regiment beim Angriffe auf Marchiennes 30. October machte mehrere 100 
Gefangene und eroberte drei Geschütze. 

Im Feldzuge 

1794 war das Regiment in den Gefechten bei Moscron, Courtrai, bei der Ein- 
nahme von Warwicky bei Erstürmung von Roubesque, bei Hoghlede, be 
dem Entsatzversuche auf Ypem, bei Epiimont, Herve und Clermont. — Die 
Grenadiere bei Erquelines, bei Charleroi; in den beiden Sehlachten bei 
Fleurus 16. und 26. Juni. 

1795 marschirte das seit mehreren Jahren als Besatzung in der Festung Luxemburg 
detachirte dritte Bataillon in Folge der Capitulation 7. Juni nach Böhmen, 
10. November focht das erste Bataillon in der Schlacht an der Pfriem — 
die Grenadier-Division war im November bei der Belagerung von Mann- 
heim. 1796 waren die Grenadiere 15. Juni im Treffen bei Wetzlar, das erste 
Bataillon im Gefechte bei Kircheip 17. August und Sulzbach und beide 
Abtheilungen in den Schlachten von Amberg und Würzburg 24. August 
und 3. September. 

Im Feldzuge 

1799 stand das Regiment im Corps des FML. Grafen Bellegarde in Tirol, 
und focht das erste Bataillon 25. März unter der tapfem Führung seines 
Obersten de la Marseille bei Schluderns, 4. April bei Taufers, 2. Mai bei 
Lewin im Engadein, kam im Mai nach Italien zur Blokade von Alessan- 
dria. — In der Schlacht an der Trebbia 17. bis 19. Juni fochten die 
Grenadiere mit besonderer Auszeichnung unter Führung des Interims-Ba- 
taillons-Commandanten Hauptmann l'Olivier. Sie eroberten zwei verlorne 
Geschütze wieder zurück, zwangen die feindliehe Infanterie zum Rück- 
zuge, durchwateten einen Arm der Trebbia, trieben den Feind gänzlich 
auf das rechte Ufer zurück, attakirten mit dem Bajonnete selbst die feindliche 
Cavallerie und unterstützten eine Attake der kaiserlichen Dragoner auf das 
Wirksamste. Später kamen die Grenadiere gleichfalls zur ßlokade von 



— 46 — 

Alessandria, dann zu jener von Tortona, waren im Treffieoi bei Sevigliano 
18. September, im Gefechte bei Douero 6. April und bei Erstürmung der 
Vorstädte von Mondovi 13. November. 
Im Feldzuge 

1800 war ein Bataillon und die Grenadiere bei der Armee in Deutschland und 
fochten 3. Mai in der Schlacht bei Engen, 5. Mai bei Mösskirch, 9. Mai im 
Treffen bei Biberach 5. Juni in den Gefechten an der Iller und am 3. De- 
cember in der Schlacht bei Hohenlinden. 
Im Feldzuge 

1805 waren das erste, dritte und vierte Bataillon als Besatzung in Memmingen 
und geriethen in Folge der dortigen Capitulation in Kriegsgefangenschaft. 
Das zweite Bataillon focht in der Schlacht von Austerlitz in der vierten Co- 
lonne beim Sturme auf die Höhen von Pratzen. 
Im Feldzuge 

1809 focht das erste Bataillon 19. April im Gefechte bei Dinzlingen, das Re- 
giment 21. April bei Schneidert und Ober-Leuchling, 22. April im Treffen 
bei Eckmühl mit beträchtlichem Verluste. In der Schlacht bei Aspern: 21. 
Mai war das erste Bataillon unter Hauptmann Dagrado beim Sturme aut 
Esslingen, das zweite Bataillon wies einen Angriff der französischen Cürassiere 
zurück und verfolgte diese, 22. Mai wies das Regiment alle Angriffe der fran- 
zösischen Garde bei Esslingen blutig zurück und hatte an beiden Tagen Ge- 
sammtverluste von mehr als 900 Mann Todte, Verwundete und Vermisste. Bei 
Wagram waren nur die Grenadiere am Kampfe um Aderklaa betheiligt; — 
das Regiment 10. Juli im Gefechte bei Schöngrabem, 11. Juli in jenem an 
der Thayabrücke bei Znaim. 
Im Auxiliarkriege 

1812 gegen Russland focht das zweite Bataillon 5. August bei Kartusza Bercza, 
8. August bei Siechnowitze, 21. August bei Mokrany, 12. August in der 
Schlacht bei Podubnie, 25. August bei Stara Wieszna und 8. October bei 
Wizalky. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 30. August 
in der Schlacht bei Kulm, wo es das Dorf Karbitz erstürmte, Feldwebel 
Ribarz eroberte 2 Kanonen, am 17. September mit besonderer Auszeichnung 
im Gefechte bei Arbesau, 17. October bei Leipzig im Kampfe um Dölitz 
tliaten sich die neunte und zehnte Compagnie besonders hervor, — 19. Oc- 
tober, dem dritten Schlachttage, kämpfte das Regiment noch mit sich zurück- 
ziehenden feindlichen Arriere-Gardgp und machte viele Gefangene. 

Im Feldzuge 

1814 war dasselbe 11. März im Treffen bei Macon, 18. März bei St. Georges, 20. 
März im Gefechte bei Dardilly. — Das erste Bataillon bei der Blocade von 
Hüningen. Die Grenadiere im grossen Hauptquartiere beim Einzüge in 
Paris; — 1815 nur die Grenadiere im Reserve-Corps ausmarschii*t, und 
im grossen Armeelager bei Dijon. 



— 47 — 

1821 war das Regiment im kurzen Feldzuge gegen Piemont. 
In der Kriegs-Epoche 

1848 war die Grenadier-Division in den Gefechten und bei der Einnahme 
von Wien 28. bis 31. October beim Angriflfe der Jägerzeile und des Odeon 
Gebäudes und 30. October im Treffen bei Schwechat, das erste Bataillon 
im November und December im Corps des FML. von Simunich im Schar- 
mützel bei Brezowa, bei Hradestyc, 6. December im Gefechte bei Liesko 
und 16. December bei der Einnahme von Tymau. — Das zweite Ba- 
taillon war im December im Armee-Corps des FML. Grafen Schlik 11. De- 
cember im Gefechte bei Budamer und 28. December in jenem bei Szieszo. — 
Das dritte Bataillon 1. und 2. November beim Bombardement von Lemberg. 
Im Feldzuge 

1849 war das erste Bataillon im März und April bei der Einschliessung von 
Eomom ; — das zweite Bataillon 4. Jänner in der Schlacht bei Kaschau, 
wo die zwölfte Compagnie ein Geschütz mit Sturm genommen hatte^ 
19. Jänner im Gefechte bei Szanto, 22. Jänner im Treffen bei Tarczal, 
23. Jänner im Gefechte bei Kereszthur, 31. Jänner bei Tokai, 8. Februar 
bei Hidas Nemethy, 27. Februar in der Schlacht bei Kapolna, wo es im 
heftigsten Kugelregen eine wichtige steile Höhe erstürmte und die vierte 
Division unter dem tapfern Hauptmann Hubatschek einen Wald von 
feindlichen Grenadieren säuberte, und viele Gefangene machte. Das Ba- 
taillon war ferner 2. April im Gefechte bei Hatvan und 6. April im Treffen 
bei Iszaszeg, im April stand es am Rakos bei Pest. Das dritte Batail- 
lon war bei dem nächtlichen Ueberfalle des GM. Baron Barco auf die In- 
surgenten bei Tomya und Nowoselica. 20. und 21. März und beim Angriffe 
dieses Generals auf Munkacs 22. April. 

Im Sommerfeldzuge 

1849 waren die drei Feldbataillone im I. Armee-Corps FML. Graf Schlik ver- 
eint und zwar beim Angriffe und der Einnahme von liaab 28. Juni, 
in den beiden Schlachten von Eomorn 2. imd 11. Juli, wo sie namentlich 
in der ersten grosse Verluste beim Sturm auf die dortigen Verschanzungen 
erlitten. — Das dritte Bataillon 10. August im Gefechte bei Dreispitz; 
das erste und dritte Bataillon besetzten am 17. August Arad, das zweite 
Bataillon wurde auf Streif-Commando nach Radno entsendet. Die Grena- 
diere waren in der Garnison Wien geblieben, imd das erste Landwehr- 
bataillon kam nach Südtirol, wo es Compagnieweise Besatzungen bildete. 
Im Feldzuge 

I^o9 gegen die Franco-Sarden in Italien, focht das Begiment mit vorzüglichem 
Kuhme in der Schlacht bei Magenta 4. und ö* Juni, bei Buffalopa und 
insbesondere beim Sturme auf Marcallo gegen weit überlegene Abthei- 
lungen der französischen Armee-Division Espinasse, dreimal warf es das 
zweite Zuaven-Regiment zurück, aber zwei Brigaden kamen diesem zu 
Hilfe und warfen sich auf das Begiment — Im erbitterten Handgemenge, 
Mann und Mann, thaten Bajonnet und Kolben das Ihre. Das brave Re- 



- 48 — 

giment war nahezu decimirt, ganze Reihen waren von den mörderischen 
Salven niedergeschmettert. 15 Offiziere und 40 Mann waren todt, 24 Offi- 
ziere imd 1149 Mann, wovon die meisten schwer verwundet, geriethen in 
Gefangenschaft. — In der Schlacht bei Solferino 24. Juni that sich das Re- 
giment im Kampfe um die Häusergruppe bei Casanuova durch Tapferkeit 
abermals hervor und das vierte Bataillon bestand ein glänzendes Ge- 
fecht bei Pozzolengo. 
Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war das Regiment im VI. Armee-Corps der Nord-Armee 
eingetheilt und focht 27. Juni im Treffen bei Wysokow, und in der Schlacht 
bei Königgrätz 3. Juli mit besonderer Tapferkeit beim Angriffe auf das Dorf 
Rozbercic. — Das vierte Bataillon war bei der Armee in Italien, 
Anfangs als Besatzung in Verona, kam es Mitte Juli nach S(ld-Tirol und 
focht meist Abtheilungsweise, 23. Juli im Gefechte bei Levico, sowie bei 
Casacire und Caiceranica u. a. 

Tapferkeitfl-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1748 In der Belagerung von Mastricht bei den mehrmaligen stattgehabten Aus- 
fallsgefechten that sich im April der Regiments-Commandant Oberst Marquis 
Deynse sowohl durch persönliche Tapferkeit als umsichtige Führung hervor. 
Der berühmte französische Marschall Graf Moriz von Sachsen belobte das 
Regiment und sagte bei dessen Ausmarsche am 10. Mai in Folge der durch 
die Friedenspräliminarien erfolgten Uebergabe jenes Platzes: „dass er nur 
die Grünen sehen woUe, denn von den gelben Holländern sei er kein 
Liebhaber". 

1758 Bei Wiedereroberung des Dorfes Ea*zehorz in der Schlacht bei Kolin nahm 
Fähnrich d'Angrie mit 50 Freiwilligen eine Kanone. Grenadier-Hauptmann 
Pasteeis hatte sich ebenfalls ausgezeichnet und Oberst Marquis Franz de 
Los Rios wurde fiir Kolin im Jahre 1758 MTO.-R.; ebenso für Görlitz 
Oberstlieutenant Johann de Pasteeis 1758 MTO.-R. 

17G0 Oberst Jaköb Graf Murray de Melgum wurde für ausgezeichnete Führung 
des Regimentes bei Hochkirch nachträglich MTO.-R. 

17G0 Die Relation über die ^ahJacht bei Landshut belobt das tapfere Benehmen 
des Oberlieutenants Prinz^e Gavre. 

1 7G2 In Schweidnitz hatten sich die Hauptleute de Solares und von Linden, sowie 
Oberlieutenant Laspiur Marquis de Vilalta bei den verschiedenen Ausßlllen 
hervorgethan. 

1790 OberstlieutenAit Ludwig Baron Vogelsang wurde fiir Andennes MTO.-R., bei 
dieser Gelegfiheit wurden belobt die Lieutenants Baron Ponti, Gallet, de 
Chapuy, Baron Lederer und Chevalier de Ruiz. Lieutenant Dumont ausser 
der Tour zum Oberlieutenant, Grenadier-Feldwebel Godron mit Uebergehung 
der Fähnrichs-Chargo zum Lieutenant befördert, ein Corporal erhielt die 
silberne Medaille. — Bei Lille wurden belobt: Oberst Baron Vogelsang, 



- 49 — 

Major Chevalier de Ribeaucourt, 4 Hauptleute, 5 Ober- und 5 Unterlieute- 
nants, 3 Fähnriche 5 2 Cadetten erhielten die goldene, 2 Mann die silberne 
Tapferkeits-Medaille, 6 Mann Geldbelohnungen. 

1793 Oberstlieutenant Oraf Briey, Grenadier-Bataillons-Commandant, wurde bei 
Famars belobt. — Bei Orchies wurde Major von Wouwermanns, — bei 
Marchiennes Oberst Baron Vogelsang, Major Carl Baron Spangen, die 
Hauptleute Seiwinger, du Jardin, Vemicourt, Oberlieutenant Baillou und 
Lieutenant Duchesne besonders belobt. 

1795 Grenadier-Oberlieutenant Gabriel Baron CoUenbach, welcher, wie die Re- 
lation des G. d. Cav. Grafen Wurmser wörtlich lautet: an der Spitze einer 
freiwilligen Abtheilung beim Angriffe auf die Verschanzungen bei Mannheim 
10. November „wahre Heldenthaten" verrichtet habe, wurde 1796 MTO.-R. 

1796 Das zweite und dritte Bataillon wurde wegen grosser Verluste in Böh- 
men neu formirt. 

1799 FML. Graf Bellegarde belobt in seinem Berichte: den Oberst La Marseille 
und Hauptmann Baron Ponti über das Gefecht bei Schludems, — bei 
TauflFers die Hauptleute Mennersdorf und Baron Ponti, Oberlieutenant Badale ; 
Corporal Bergibaud, der nach Verwundung aller Offiziere das Commando 
einer Compagnie übernahm, dieselbe flinf Stunden commandirte und zum 
Sturme vorflihrte, erhielt die goldene Tapferkeits-Medaille. — Hauptmann 
Ludwig von TOlivier wurde fiir sein ausgezeichnetes Benehmen an der 
Trebbia ausser Capitel 1799 MTO.-R. — Im October gab das Regiment 
ein Bataillon zur Errichtung des 63. (jetzt 55.) Infanterie-Regimentes ab. — 
Oberstlieutenant von Wouwermanns, Grenadier-Bataillons-Commandant, wurde 
bei Mondovi belobt. 

LSOO In der Schlacht bei Hohenlinden 3. December belobt die Relation das 
tapfere Benehmen des Obersten Grafen Carl Spangen. 

J801 wurde das Regiment galizisch. 

1805 Bei Austerlitz erhielt der Interims- Commandant des zweiten Bataillons 
Hauptmann Graf Orlandini vom Divisionär FML. Grafen Kolowrat ein glän- 
zendes schriftliches Zeugniss über seine bewiesene Tapferkeit und Umsicht. 

1809 Bei Eckmülil wurden Oberst Baron Watlet und Oberstlieutenant Baron Mac 
Elligot belobt. 

Generalissimus Erzherzog Carl dankte dem Interims-Regiments-Commandanten 
Major Chevalier de Mesmacre persönlich am ersten Schlachttage von Aspern 
ftlr die vorzügliche Haltung des Regimentes. In der Relation erscheinen unter 
den Ausgezeichneten bei Aspern: Oberst Baron Watlet, der am Schlachtfelde 
zum GM. befördert wurde, Hauptmann Dagrado, Oberlieutenant Romain; 
5 Unteroffiziere erhielten silberne Tapferkeits-Medaillen. — Bei Znaim wurde 
3Iajor Chevalier de Mesmacre belobt 

1812 In den Relationen über die Gefechte dieses Feldzuges werden: Major Che- 
valier de Mesmacre und Hauptmann Ringelsheim wiederholt wegen ihres 
ausgezeichneten Verhaltens angerühmt. 

TlifUiieiniit Gedenkblfttter. 4 



\ 

— 50 — 

1813 Feldwebel Ribarz erhielt bei Kulm die goldene Tapferkeits-Medaille. 

Im Gefechte bei Arbesau belobt die Relation den Oberstlieutenant Carl Graf 
Langier, die Hauptleute Ringelsheim, Mona, Kaiser, Krail, Wouwermanns. 
Zwei Mann erhielten silberne Medaillen. Hauptmann Josef Ringelsheim 
wurde wegen Auszeichnung bei Leipzig sogleich nach der Schlacht zum 
Major befördert. 

1848 Oberstlieutenant von Gayersfeld und Hauptmann de Kin wurden bei Tymau 
belobt. Die Mannschaft erhielt eine goldene, drei grosse und eine kleine 
silberne Medaille. 

1849 Major Friedrich Baron PiatoUi erhielt für sein ausgezeichnetes Verhalten bei 
Kaschau OEKO.-R. 3. — Hauptmann Hubatschek imd Lieutenant Gu- 
genmoss erhielten OEKO.-R. 3. ; Major Baron PiatoUi und Lieutenant Gugar 
wurden belobt; die Mannschaft erhielt 2 grosse und 4 kleine silberne Me- 
daillen, sämmtlich für Kapolna. — Bei Iszaszeg wurden 4 Offiziere belobt, 
zwei Mann erhielten die kleine silberne Medaille. 

1849 In der ersten Schlacht von Komorn hatte Lieutenant Makowsky einen Mörser 
erobert und erhielt OEKO.-R. 3., die Mannschaft 2 grosse und 17 kleine 
silberne Medaillen. 

Am Schlüsse des Feldzuges 1849 erhielten für ihre Auszeichnung MVK. : die 
Hauptleute Hubatschek, Sied, de Kin, Lauko, Janczalek ; die Oberlieutenants: 
Pokomy, Grigar, von Begg, die Lieutenants: Gugenmoss, Merunowicz, 
Wassinger. 

1859 Für Auszeichnungen bei Magenta 4. Juni: ÖLO.-R. Oberst Carl Hubat- 
schek, Major Carl von Petit. OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Franz Friedrich 
von Stromfeld, die Hauptleute Bonjeau, Ingerl und Schmidt. MVK. Major 
Friedrich Ritter von Merkel, die Hauptleute Grubisich, Grenso, Berg^- 
müller, Graf Hartmann, die Oberlientenants Nettoliczka, Langner, die Lieute- 
nants Dreagaro und Bilecky. Vier Offiziere die Allerhöchste Belobung. 
Regiments-Caplan Lytinski das GGV.-K. Die Mannschaft 2 goldene, 8 grosse 
und 39 kleine silberne Medaillen. 

1859 Für Auszeichnung bei Solferino 24. Juni: OEKO.-R. 3. Hauptmann Carl 
Conte Bussi. MVK. Major Wilhelm v. Federmayer, Lieutenant Emil Medyeki 
16 Offiziere die Allerhöchste Belobung, die Mannschaft 8 grosse und 4H 
kleine silbeme Medaillen« 

186G Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen und Süd-Tirol: MVK. Oberst- 
lieutenant Ferdinand Edler von Rueber, die Majore Carl Ochtzim und 
Gustav Baron De Vicq de Cumptich, die Hauptleute Dittl, Kitter von Sma- 
lawski, Müller und Ikalowicz, Oberlieutenant von BoUa. 8 Offiziere die 
Allerhöchste Belobung, die Mannschaft 3 grosse und 24 kleine silberne 
Medaillen. 

1868 erhielt das Regiment die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen 
weissen. 



— 51 — 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere* 

1792 Major Cheyalier de Ribeaucourt f im Gefechte bei Corioule 30. November. 

1849 Major Friedrich Baron Piatolli f im Treffen bei Jszaazeg 6. April. 

1859 Oberst Regiments-Commandant Carl Hubatschek f an seinen bei Magenta 
erhaltenen Wmiden zu Lodi 7. Juni. 

1859 Oberstlieutenant Franz Friedrich von Stromfeld f an den Folgen seiner 
Verwundung bei Magenta^ zu Verona 17. Juni. 



1 



Gali2isches 

INFANTERIE-REGIMENT N«- 10- 

(1869.) 

FZM. HEINRICH FREIHERR VON HANDEL 

Dunkelblaue WaffenröcJce, papageigrüne Egalisirung, weisse Knopfe. 

ErgänzuDgsbezirksstation : Przrmvsl. 



Inhaber. 

1710 in Böhmen errichtet. Markgraf von Anspach-Bayret tu 

1710 FZM. Friedrieh Heinrich Prinz f 5. Jänner 1806. 

WCrttemberq (erhielt 17 17 ein Cti- igOG FML. Anton FreiheiT von Mit- 

rassier-Regiment). trowski Vice-Commandant von 

1718 FZM. Friedrich Ludwig Prinz 1 Wien, f daselbst 30. September 

von Württemberg f in der 1809. 

Schlacht bei Guastalla 19. Sep- ; jggg pjjL Franz Freiherr Reiskv von 
tember 1734. Dübenttz f 1817. 

1734 FML. Georg Baron Lindesheim ...„ tt^tjx^ ai • n c lur 

. r* Q. il817 FZM. Alois Graf Mazuchklli 

LV T ' :. . t:i X o . T> I feierte 17. Jänner 1867 das fünf- 

1740 FM. Ludwig Ernst Prinz Braix- I • •„u • t u-it • t 

xnr jL ^nan zigjährige Jubiläum seiner In- 



haberswürde -^ 1869. 



sciiweig-WolfenbCttel f 1790. 

1790 FML. Carl Baron Keuhl MTO.-R. „ • • i i.. .,. 

t zu Prag 11. December 1798. j 1869 iZM. Hemrich Jreiherr von 

1798 bis 1802 unbesetzt. 

1802 Christian Friedrich, der letzte 



Handel. 



Feldzüge und wichtige Eriegs-Ereignisse. 

Im Türkenkriege war das Regiment 
1716 in der Schlacht von Peterwardein 5. August; — im September bei der Be- 
lagerung von Temesvar und dem Sturme auf die dortige Palanka, (3. October) 
1717 bei der Belagerung und in der Schlacht bei Belgrad (17. August.) 

1735 Im polnischen AV«ihlkriege machte es den Feldzug am Rhein mit. 

Im österreichischen Eibfolgekriege bei der pragmatischen Armee eingetheilt, 
focht es 

1743 27. Juni in der Schlacht bei Dettingen, 1745 in der Armee des FM. Grafen 
Traun am Main, 1746 in der Niederlande, hatte im April d. J. Haupt- 



- 53 — 

mann Majole das Schloss zu Mecheln tapfer vertheidigt, wurde aber durch 
gänzlichen Mangel an Munition und Proviant zur Capitulation gezwungen 
(sein Commando zählte nur 60 Mann); 11. October war das Regiment in 
der Schlacht bei Rocoux und 1747 2. Juli in jener bei Lawfeld. 

Im siebenjährigen Kriege: 
1756 1. October erlitt es in der Schlacht bei Lobositz grosse Verluste, war 1757 
6. Mai in der Schlacht bei Prag, sodann unter den Besatzungs-Truppen der 
belagerten Stadt Prag, focht 22. November in der Schlacht bei Bres- 
lau und 5. December in jeher bei Leuthen. 1758 14. October bei Hoch- 
kirch, 1760 ein Bataillon unter Oberstlieutenant Baron HassUnger in der 
Belagerung von Dresden; — das Regiment 3. November in der Schlacht 
bei Torgau, auch war es in diesem Jahre bei der Unternehmung des FZM. 
Grafen Lacy auf Berlin, 1761 bei der Armee in Sachsen; 1762 wirkte das- 
selbe ruhmvoll mit bei dem Angriffe auf die feindlichen Verschanzungen 
bei Pretschendorf; — 29. September griff an der Spitze der Grenadiere 
Major Carl Graf Erbach-Schönberg die feindliche Verschanzung hinter 
den Tharanter Waldungen bei Horta an, bemächtigte sich derselben, ungc 
achtet der tapfersten Gegenwehr, nahm den feindlichen Commandanten ge- 
fangen, und eroberte zwei Geschütze. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778/79 war das Regiment bei der Haupt- Armee in Böhmen. 

Im Türkenkriege 
1788 war es bei der Belagerung und Einnahme von Sabacz, 1789 die beiden ersten 
Feldbataillone bei der Belagerung und Eroberung von Belgrad, und hatten 
auf dem Berge Dedina das Lager bezogen. 

1790 war es bei der in Mähren aufgestellten Observations- Armee gegen Preussen 

Im Kriege gegen die französische Republik focht dasselbe 
1793 im Treffen bei Tirlemont, wo es starke Verluste erlitt, — 9. September war 
eine Compagnie bei der Einnahme des verschanzten feindlichen Lager 
Annapes nächst Lille; 24. October haben sich zwei Divisionen bei Ver- 
thcidigung der Posten von Orchies besonders tapfer gehalten, Capitän- 
Lieutenant Richter und Lieutenant Reinhard eroberten zwei Geschütze. 
30. October ein Bataillon bei der Eroberung von Marchiennes ruhmvoll mit- 
gewirkt. Major O'Reilly führte mit einer Colonne den Hauptangriff. Beide 
Bataillone kamen als Besatzung nach Mastricht, wo dieselben beim Falle 
dieses Platzes 1794 in Kriegsgefangenschaft geriethen. 

1705 war das reorganisirte Regiment als Besatzung in Wien, kam im Juli nach 
Josefstadt und rückte im Februar 

17% zur operircnden Annee nach Italien, — Ende April wurde es nach Süd-Tirol 
beordert, Ende Mai hatte es die Posten von Torbolo und Nago zu verthei- 
digen, vier Compagnien kamen als Besatzung nach Peschiera^ vom 3. Juni 
bis 27. Juli war das Regiment zwischen der Etsch und dem Gardasee, sowie 
zwischen diesem und dem Lago d'Idrio zu wiederholten Detachirungcn und 



— 54 — 

Streifungen verwendet. Am 29. Juli war es bei der Einnahme von Salo, 
31. Juli im Treffen bei Lonato focht es mit grosser Tapferkeit, aber bedeu- 
tendem Verluste, t^nde August kam dasselbe nach Italien, war 14. und 15. 
September im Treffen bei Mantua, kam als Besatzung in diese Festung und 
gerieth durch die dortige Capitulation vom 2. Februar 

1797 in Kriegsgefangenschaft. — Die Grenadiere bei der Armee in Deutsch- 
land 1796 16. Juli beim Angriffe auf Limburg an der Lahn. — Abthei- 
lungen des Regimentes im Gefechte bei Cagliano 7. November. Das dritte 
Bataillon war im April bei der Besitznehmung von Krakau. 

1797 2* und 3. März überrumpelte Oberst Graf St. Julien durch nächtlichen 
üeberfall die Feste Ossoppo und nahm es ohne Schwertstreich ein. — Im Mai 
war das Regiment im Corps des FML. Baron Terzy bei Besitznahme der in 
den Friedenspräliminarien Oesterreich zugefallenen Gebietstheile der ehema- 
ligen Republik Venedig. 

Im Feldzuge 

1799 war das Regiment in Italien, Anfangs bei der Belagerung von Mantiia, 
focht 15. August sehr tapfer, aber mit grossem Verluste in der Schlacht bei 
Novi, — 4. und 5. November im Treffen an der Stura bei Fossano. 

■ 

Im Feldzuge 

1800 5. Mai beim Angriffe auf Col di Tenda, wo General Brentano mit dem Re* 
gimente auf die feindliche Stellung eindrang; — es erUtt grosse Verluste; 
17. Mai im Gefechte bei Machio delle Pietra, 22. Mai kam es als Besatzung 
nach Cimeo; — war in der Schlacht am Mincio 25. December und beim 
weiteren Rückzuge der Armee. 

Im Feldzuge 
1805 in Süd-Tirol zur Vertheidigung der dortigen Pässe und Grenzen; die Gre- 
nadiere aber in der Schlacht bei Caldiero 30. October. 

Im Feldzuge 
1809 im I. Armee-Corps Gen. d. Cav. Grafen Bellegarde in mehreren Gefechten in 
Baiem, in der Schlacht bei Aspem, wo es den ersten Angriff auf dieses Dorf 
von Hirschstetten aus unternahm; der tapfere Brigadier GM. Baron Winzdn- 
gerode führte die Bataillone des Regimentes im heftigsten Feuer im Dou* 
blirschritte, ohne einen Schuss zu thun, auf den Kirchhof dieses Oi*tes 
vor, das erste Bataillon that sich besonders hervor; 5. und 6. Juli focht das 
Regiment bei Wagram, und zeichnete sich im Treffen bei Znaim durch 
mehrere erfolgreiche und glänzende Bajonnet- Angriffe aus. 11. Juli. 

Im Feldzuge 
1813 war es bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich, 6. Juli im 
Gefechte bei Feistritz, und machte im October und November die weitere 
Vorrückung nach Italien mit. — Die Grenadier-Division focht mit Aus- 
zeichnung 30. und 31. October in der Schlacht bei Hanau. Hauptmann 
Weiss erstürmte mit seinen Grenadieren eine Mühle und Schanze, äuaserst 
wichtige Positionen, und behauptete diese Stellung gegen die oft wiederholten 



— 55 — 

heftigsten Angriffe der Franzosen, die er fünfmal zurückjyarf; 31. October 
nahm er überdiess mit seiner Compagnie das Steinheimer Thor im Sturme. 

Im Feldzuge 

1814 war das Regiment vor Mantua, zu den Blokade-Truppen dieser Festung 
gehörend. 

Im Feldzuge 

1815 Anfangs im Armee-Corps des FML, Grafen Nugent, welches gegen Neapel 
operirte, im Juli kam es nach Südfrankreich zur Division FML. Baron 
Wimpfien, welche die Strasse von Beifort nach Langres und Dijon zu decken, 
und im eventuellen Falle das Blokade-Corps von Beifort zu unterstützen 
hatte. — Die Grenadier-Division, im Reserve-Corps eingetheilt, war im 
Lager bei Dijon. 

In der Kri^i-Epoche 

1848 waren die beiden ersten Feldbataillone als Besatzung in der Festung 
Olmütz; die Grenadier-Division bei den Gefechten und der Einnahme 
von Wien, im Prater und der Leopoldstadt im Kampfe 28., 29., 31. October 
und 30. October in einer Reservestellung in der Schlacht bei Schwechat, so- 
dann permanent in der Garnison Wien. Das dritte Bataillon im Corps 
des FML. CJrafen Schlik bei der Vorrückuqg gegen Ungarn im December, 
im Gefechte bei Budamcr 11. December und bei Szikszo 28. December. 
Das erste Landwehrbataillon war im Sommer 1848 im Venetianischen 
erst bei Einschliessung des Castells von Udine, — Palmanuova, und zur Be- 
obachtung des Brückenkopfes am Tagliamento, später bei der Cemirung von 
Venedig. 

Im Feldzuge 

1849 war das dritte Bataillon in der Schlacht bei Easchau 4. Jänner, im Ge- 
fechte bei Szanto 19. Jänner, bei Tarzal 23. Jänner und 27. Februar in der 
Schlacht bei Kapolna, 6. April im Treffen bei Jszaszeg. Mitte April rückten 
aus Olmütz die beiden ersten Feldbataillone zur Armee nach Un- 
garn, und im Sommerfeldzuge 1849 war das Regiment mit den drei Feld- 
bataillons in der Brigade GM. Baron Barco des II. Armee-Corps einge- 
thcilt; im Treffen bei Zsigard 16. Juni unterstützte eine Division den Sturm 
des zweiten Jägerbataillons auf diesen Ort. Von Juni bis October stand 
das Regiment auf der Linie von Puszta Herkaly, längs des Acserwaldes 
und den vor demselben angelegten Schanzen bis an die Donau nächst dem 
Weingebirgo von Monostor zur Beobachtung der feindlichen Besatzung von 
Komom. Am 3. August focht es mit grosser Tapferkeit im Treffen bei 
Puszta Herkaly. — Das erste Landwehrbataillon stand im Venetia- 
nischen bei Udine, Palmanuova, Ossoppo und dem Brückenkopt am Taglia- 
mento im II. Reserve-Corps. 

Während des Feldzuges 
1>^.VJ in Italien war das Regiment im zehnten Armee-Corps eingetheilt und stand 
in der Brigade des GM. Ritter von Ahsbahs zwischen dem Tagliamento 
und Isonzo. 



- 56 — 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im zehnten Armee-Corps FjML. Baron 
Gablenz der Nord-Armee eingetheilt, focht 27. Juni im Treffen bei Trautenau, 
28. Juni im Treffen bei Neu-Rognitz, 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz 
und endlich 22. Juli im Treffen bei Blumenau. 



Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1716 Oberstlieutenant Graf Wolfgang Hatzfeld hatte sich beim Sturme auf die 
Palanka von Temesvar 3. October sehr hervorgethan. 

1762 Major Graf Carl Erbach-Schönberg wurde flir seinen ausgezeichneten Angriff 
bei Herta nachträgUch 1763 MTO.-R. 

1788 Bei Sabacz zeichnete sich im April 1788 (der seit 1787 im Regimente) 
dienende Lieutenant Carl Fürst Schwarzenberg mehrmals, sowie bei Strei- 
fungen vorzüglich aus, und wurde sogleich zum Hauptmann befördert, da er 
vor den Augen des Kaisers mit eigener Hand im stärksten feindlichen Feuer 
das Pfahlwerk imistürzen half 24. April. 

1793 Bei Vertheidigung der Posten von Orchies wurden: Regiments-Commandant 
Oberst Franz von Rogoisky, die Hauptleute Buresch, Czapek, Capitän-Lieute- 
nant Richter, die Lieutenants Reinhard und Graf Rogendorf wegen ihres 
umsichtigen und tapfern Benehmens angerühmt. Bei Marchiennes wurden 
belobt: Major O'Reilly, die Hauptleute Czapek und Reinhard, die Lieute- 
nants Graf Rogendorf, Heiin und Albrecht. 

1796 Bei der Einnahme von Salo schreibt GM. Ott in seinem Berichte den glück- 
lichen Erfolg hauptsächlich einem vom Obersten Grafen Franz St. Julien 
geleiteten Angriffe zu, und über das Treffen bei Lonato belobt dieser General 
die ausgezeichnete Tapferkeit des Obersten Grafen St. Julien. — (Derselbe 
war bei Lonato schwer verwundet worden.) 

1796 Oberst Franz Graf St. Julien, von seiner bei Lonato empfangenen Wunde 
hergestellt, schloss sich dem aus Friaul gegen Mantua vorrückenden Corps des 
FML. Baron Alvinczy freiwillig an, und führte im Treffen bei Bassano 6. 
November mehrmals Abtheilungen zu glänzenden Bajonnet-Angriffen vor, so 
dass FML. Alvinczy denselben fllr die Verleihung des MTO. in seinem Be- 
richte zum Vorschlag brachte. 

1796 Grenadier-Lieutenant Reisinger wurde im Gefechte bei Limburg an der 

Lahn 16. September belobt. 
1799 Im Treffen an der Stura wurde Hauptmann Beck belobt und bei Co! 

di Tenda 1800 5. Mai der Regiments - Comraandant Oberst Wenzel von 

Buress. 

1813 Grenadier- Divisions -Commandant Hauptmann Bernhard Weiss wurde für 
sein ausgezeichnetes Benehmen bei Hanau nachträglich 1815 MTO.-R. 

1849. Bei Kapolna wurden Hauptmann Liebler uud Oberlieutcnant Weiss in der 
Relation belobt. 



— 57 — 

Füi* Auszeichnung in den Feldzügen: 
1848 und 1849 ÖLO.-R. Regiments- Commandant Oberst Graf Cajetan Alcaini, 
Oberlieutenant Romuald von Jastrzebski. OEKO.-R. 3. Hauptmann Liebler. 
MVK. Oberstlieutenant Friedrich Giersig; die Hauptleute von Mamo^ Ploner, 
Gyurich, Baron Fronmüller, Slach, von Dosa, Hupka, die Oberlieutenants 
von Bartels, Weiss, Ritter von Milbacher, Papesch, Mensen, Freud, die 
Lieutenants Tzwettler, Kugmann, Wytocszinski. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 OLO. - R. Regiments - Commandant Oberst Franz Brzesina Ritter von 
Birkenhain. OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Carl Schauer von Schröckenfeld. 
MVK. Major Gustav Lorenz, Oberlieutenant Franz Schuster. 

1868 erhielt das Regiment die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen 
weissen anbefohlen. 

Vor dem Feinde gebliebene Conimandanten und Stabs-Offiziere. 

1716 Oberst Regiments-Commandant N. von Streithorst f in der Schlacht bei 
Peterwardein 5. August. 

1757 Oberstlieutenant Baron Lindesheim f in der Schlacht bei Breslau 22. No- 
vember. 

1757 Major Baron Hagen bei Breslau schwer blessirt, in feindlicher Gefangen- 
schaft f im November. 

1793 Major Wagemann bei Marchiennes tödtlich blessirt f 30. October. 

1796 Major Chevalier O'Brian f im Treffen bei Lonato 31. Juli. 

18W Major Josef Casatti f ina Gefechte bei Machio delle Pietra 17. Mai. 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 11 

(1873.) 

GEORG PRINZ VON SACHSEN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, aschgraue Ugälisirung, gelbe Knöpfe 

Ergänzungßbezirksstation : Fisek. 



Inhaber: 



1619 errichtet. 

1619 FM. Rudolf Freiherr von Teuf- 

FENBACH. f 1653. 

1640 GM. Ludwig Freiherr von 

Steinacher. 
1673 FML. Jobst Hilmar FreiheiT 

von Knigge. 
1684 FZM. Philipp Emorieh Graf Met- 

TERNiCH, Burggraf zu Eger, Com- 

mandant zu Gross-Glogau, f 26. 

März 1698. 
1698 FM. Heinrich Tobiaa Freiherr 

von Hasslinger f 3- December 

1716. 
1717 FM. Heinrich Wilhelm Graf 

WiLCZEK t 19. März 1739. 

1739 FML. Ignaz Freiherr von Hass- 
linger y 1739. 

1740 FM. Franz Wenzel Graf Wallis 
t 1774. 

1774 FM. Michael Graf Wallis f zu 
Wien 1798. 



1798 
1801 



1801 



1826 



1833 



1849 



1853 



(Seit 
1873 



bis 1801 unbesetzt. 

Erzherzog Rainer FZM. f zu 

Botzen 16. Jänner 1853. 

Zweite Inhaber, 

bis 1824 FZM. Vincenz Graf 
Kolowrat-Liebstbinsky MTO.-C. 
t zu Wien 7. December 1824. 
bis 1833 FML. Franz Ml^b von 
Mühlheim f zu Temesvar 9. April 
1832. 

bis 1848 FML. Camillo Freiherr 
von Roügier, 1848 seiner In- 
haberswürde enthoben, 
bis 1864 FZM. Wilhelm Grat 
LicHNowsKi f ZU Venedig 9. Jän- 
ner 1864.) 

Albert Kronprinz von Sachsen 
erhielt 1873 als König von Sach- 
sen das dritte Dragoner-Regiment. 
1864 Zweite Inliaber FML. Wil- 
helm Ritter von Mertens.) 
Georg Prinz von Sachsen. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses Regiment ist das älteste in der k. k. Infanterie. 
Im dreissigjährigen Kriege focht es 
1620 8. November in der Schlacht am Weissen Berge bei Prag; — 1628 that es 



— 59 - 

sich unter seinem Inhaber FM. Baron Teuffenbach im l'reifen bei Wolgast 
sehr hervor, — im selben Jahre vor Stralsund wurde dasselbe fast 
ganslich aufgerieben und dessen Commandanten Obersten Kheraus der 
rechte Arm im vollen Cttrass weggeschossen, worüber Waldstein, der 
HeiMg von Friedland, so in Wuth gerieth, dass er sich geäussert haben soll, 
nicht eher von der Stadt zu weichen, bis sie erobert sei, sollte er auch da- 
vor geschunden werden. 1631 war das Kegiment bei der Erstürmung 
Magdeburgs und in der Schlacht bei Leipzig, 1632 in jener bei Lützen 
16. November und 1634 bei Nördlingen. 

1659 machte es in Pommern den Feldzug gegen die Schweden mit, ferner. 

Die Türken-Feldzüge 
1663 und 1664 und focht 1. August in der Schlacht bei St. Gotthard. 

Von 1673 bis 1678 war das Regiment in den Rhein-Feldzügen gegen die Fran- 
zosen und 1674 in der Schlacht bei Ensisheim. 

Von 1683 bis 1698 in den Türkenkriegen und zwar 1683 bei der Belagerung 
von Neuhäusel und in der Schlacht bei Gran, 1686 bei der Belagerung und 
Eroberung von Ofen, 1687 in der Schlacht bei Mohacz und bei der Expe- 
dition nach Slavonien, 1688 beim Sturm auf Belgrad und 1697 in der Schlacht 
bei Zenta. 

1710 focht dasselbe gegen die Rakoczy'schen Rebellen in Ungarn und war bei der 
Belagerung von Neuhäusel und des Schlosses zu Erlau; 

1712 hingegen in der Niederlande bei der Belagerung von Quesnoy. 
Im Türkenkriege war 

1716 ein Bataillon in der Schlacht bei Feterwardein 5. August; das Regiment 
bei der Belagerung von Temeswar und dem Sturme auf die dortige Palanka; 
1717 16. August in der Schlacht bei Belgrad. Ein detachirtes Bataillon 
unter Major Herlewal hatte im Juli in einer Schanze bei Mehadia drei 
Stürme der Türken standhaft abgeschlagen, musste aber wegen Proviant- 
Mangel capituliren. Das Regiment kam nach Schlesien in Standquartiere 
und war 1733 im dortigen Observationslager. 

In den Feldzügen 
1734 und 1735 in Italien war dasselbe 1. Juni 1734 im Treffen bei Colomo, 
29. Juni in der Schlacht bei Parma, 15. September beim Ueberfalle auf 
Quistello, 16. September nahm es bei Bocca di Sechia zwei piemontesische 
Bataillone gefangen und focht 19. September in der Schlacht bei Guastalla. 

Im Türkenkriege 
1737 bis 1739 war das Regiment und hatte im November 1737 mit noch zwei 
andern Regimentern bei dem Posten Sip den Rückzug der Armee gedeckt. 

Im österreichischen Erbfolgekriege focht das Regiment 
1741 10. April in der Schlacht bei Molwitz, 1742 bei der Belagerung von Prag, 
1743 bei jener von Ingolstadt, von 1746 an, in Italien, und zwar in der 
Schlacht bei Rottofredo, bei der Unternehmung gegen Genua und bei der 
Expedition in die Provence, 1747 bei der Belagerung von Genua. 



— 60 — 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 

17Ö6 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag; 
— ein Commando desselben bei dem Angriffe und der Eroberung des Passes 
Gabel 14. Juli. Hauptmann Andreas Graf Foniatowski war der Erste, 
der in die befestigte Stadt Gabel eindrang, hiebei verwundet wurde, kaum 
verbunden, den Angriff mit seiner Compagnie auf das Tapferste unter- 
stützte, bis ihn vier neue Blessuren kampfunfähig machten. — Das Regi- 
ment war femer bei der Belagerung von Schweidnitz, ein Bataillon 
22. November in der Schlacht bei Breslau und 5. December in jener bei 
Leuthen. 1758 14. October in der Schlacht bei Hochkirch. Oberst Philipp 
Graf Browne erstieg mit vier Grenadier-Bataillonen die dortigen Höhen 
als Commandant der Avantgarde, trieb die feindlichen Bataillone zurück, so 
dass sie ihm mehrere Fahnen und Kanonen als Beute überliessen, er 
selbst wurde hiebei jedoch schwer verwundet. — 1760 war ein Ba- 
taillon bei der Unternehmung auf Schlesisch-Neustadt, das Regiment in 
den Schlachten bei Landshut 23. Juni, bei Liegnitz 15. August; das dritte 
Bataillon kam als Besatzung nach Glatz, nach Einnahme dieser Festung, 
bei welcher sich 1. October der Adjutant des GM. Vogelsang^ Lieutenant 
Anton Ulrich Freiherr von Mylius des Regimentes, besonders auszeichnete, 
zwei Fleschen mit 50 Freiwilligen erstürmte, und 6 Geschütze eroberte ; 1761 
war das Regiment bei der Armee in Sachsen, 1762 ein Commando 
desselben bei der Belagerung von Schweidnitz. 

17'^%9lm bairischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Haupt- Armee in 
Böhmen. 

Im Türkenkriege 
1788 und 1789 waren das Leib- und Oberstbataillon 1788 bei der Armee, 1789 
bei der Belagerung von Belgrad. 

Im Kriege gegen die französische Republik waren 
1793 20. Mai zwei Bataillone bei der Einnahme von Diest und bei der Be- 
lagerung von Valenciennes, am 31. October unterstützten sie das serbische 
Frei-Corps bei der Delogirung des Feindes aus Bassuyan das auf Tapferste ; 
1794 im Treffen bei Tournay, sodann bei der Belagerung von Mastricht wo 
beide Bataillone durch die dortige Capitulation in Kriegsgefangenschaft gc- 
riethen. 1796 kamen zwei Bataillone zur Armee nach Italien, litten stark im 
Treffen bei Castiglione — ein Bataillon war 7. November im Gefechte beim 
Schlosse Pietra. — Das in Deutschland zurückgebliebene Bataillon war 
bei der Belagerung von Kehl. — 1797 15. März gerieth bei dem allge- 
meinen Rückzuge an der Piave ein Bataillon, bei Langara von feindlicher 
Uebermacht eingeschlossen, nach tapferster Gegenwehr in Kriegsgefangenschaft. 

Im Feldzuge 
1799 war das Regiment in Tirol, 4. April ein Bataillon im Gefechte bei 
Tauffers; im April ein Theil des Regimentes im zusammengesetzten 
Detachement seines Obersten Strauch, im Mai in Veltlin bei Besetzung 
der Pftsso Aprica und Mortarolo, wo dasselbe, von den Franzosen angegriffen, 



— 61 — 

diese blos mit dem Bajonnet, ungeachtet des tiefen Schnees^ mit grossem Ver- 
luste zurücktrieb, im Mai sperHe diess Detachement den Pass Splügen, 
operirte später im Walliser-Land und besetzte im November den St. Gott- 
hardsberg. — Ein Theil des Regimentes war Anfangs Mai unter 
Oberstlieutenant Graf Weissenwolf bei der Unternehmung in das Engadein, 
alarmirte den Feind im Tschiesser-Thale und hielt ihn zu Czemetz 
fest — Die Grenadiere fochten mit Auszeichnung in der Schlacht bei 
Novi 15. Juli 

Im Feldzuge 
1800 war das Regiment Anfangs im Genuesischen ö. Mai beim Angriffe auf 
den Col di Tenda, 14. Juni in der Schlacht bei Marengo, 26. December 
ein Bataillon beim Sturm auf Valeggio, die übrigen Abtheilungen in der 
Schlacht am Mincio. 

Im Feldzuge 
1805 in Deutschland, war dasselbe bei Ulm, im dortigen Gefechte 11. October 
und theilte das traurige Geschick der dort aufgestellten übrigen Heeres- 
Abtheilungen in Folge der Capitulation von 17. October. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im ersten Armee-Corps, General der Cavallerie Graf 
Bellegarde, Anfangs in einigen Gefechten in Baiern, focht mit besonderer 
Auszeichnung in der Schlacht bei Aspern, am 21. Mai vom Brigadier 
GM, Baron Wacquant vorgeführt, beim Sturme auf den Kirchhof von Aspem 
und der ersten Eroberung dieses Dorfes, am 22. Mai trug die vierstündige 
Behauptung einer Scheune durch Hauptmann Vernholz mit zwei Compagnien, 
und endlich dessen wüthender Ausfall aus der brennenden Scheuer in der 
linken Flanke der Franzosen wesentlich zur Wiedereroberung des am 
Morgen vom Feinde eingenommenen Ortes Aspem bei; 5. und 6. Juli focht 
das Regiment in der Schlacht bei Wagram, und that sich durch seine 
standhafte Ausdauer, mit welcher es im Treffen bei Znaim die vorwärts 
der Thaja liegenden Weingärten gegen die Angriffe der Truppen des Mar- 
schalls Marmont am 10. Juli hielt, besonders hervor. 

Im Feldzuge 

1813 waren die beiden ersten Feldbataillone 26. und 27. August in der 
Schlacht bei Dresden, und auf dem schwachen linken Flügel in der Division 
des FML. Mesko 27. August stehend, von französischer Reiterei und Infanterie 
mit Uebermacht in Flanken und Rücken angegriffen, gerieth der grössere 
Theil in Gefangenschaft. ' ' 

Im Feldzuge 

1814 imter seinem tapfern Obersten Grafen Leiningen war das Regiment 
Anfangs Jänner bei Einschliessung des Forts Joux; vom Mitte Jänner bis 
21. Februar bei jener des Fort St. Andr6 und endlich im März bei der 
des festen Platzes Pierre Chätel. 1815 war es bei der Haupt-Armee in 
Frankreich und im Armeelager von Dijon, sodann bis 1818 bei der Occu- 
pations-Armee unter FML. Frimont im Elsass. 



— 62 — 

In der Eriegs-Epoche 
1848 und 1849 stand das Regiment als Besatzung in der Bundes-Festung Mainz; 
die Qrenadiere waren bei den Einnahme Wiens und machten den 
Sommer-Feldzug 1849 im IV. Armee-Corps FML. Wohlgemuth in Ungarn 
mit^ fochten bei Zsigard in der Schladit bei Pered, Komom u. s. w. 

Im Feldzuge 
1859 in Italien war das Regiment mit vier Bataillons im VIII. Armee-Corps 
FML. Ritter von Benedek eingetheilt, und focht mit besonderer Auszeich- 
nung, aber grossem Verluste 8. Juni im Treffen bei Melegnano unter seinem 
umsichtigen Obersten von Nowey. Oberstlieutenant Wiedemann leitete 
im Centrum die Vertheidigung in erster Linie, und führte die Com- 
pagnien seines Bataillons, begeistert dessen Fahne vortragend, den 
anstürmenden Franzosen mit dem Bajonnet entgegen, bis er, im dichtesten 
Handgemenge durch zwei Bajonnetstiche kampfunfilhig gemacht, in Geiangen- 
schaft gerieth; 24. Juni focht das brave Regiment mit gleicher Tapferkeit 
in der Schlacht bei Solferino. 

Im Feldzuge 
1866 war das Regiment bei den Truppen des GM. Baron Kuhn in Süd-Tirol 
zur Vertheidigung der dortigen Grenzen gegen die italienischen Freischaaren 
aufgestellt, und focht grösstentheils Divisions- oder Compagnieweise, im Ge- 
fechte bei Cimego 16. Juli, im Treffen bei Bececca 21. Juli, den Gefechten 
bei Cleve 20. Juli, bei Lonsumo und Locca betheiligt. 



Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1698 gab das Regiment Mannschaft zur Errichtung des Thürheim'schen Regi- 
mentes (jetzt Infanterie-Regiment Nr. 28) und 

1704 aus gleichem Anlasse zum Regimente de Wend (jetzt Nr. 29) ab. 

17.34 und 1735 Oberst Georg Baron Lindesheim commandirte beim Ueberfalle auf 
Quistello eine Colonne, that sich bei Bona di Sechia hervor, und hatte mit 
zwölf Grenadier-Compagnien bei Guastalla den ersten Angriff gethan. Er er- 
hielt zur Belohnung das vacant gewordene Ludwig Württemberg'sche Infan- 
terie-Regiment (jetzt Nr. 10) 1734 und wurde 1735 GM. 

1748 Corporal Hoppe hatte im Regimente 71 Jahre gedient, f über 100 Jahre alt 
1748 im Pester Invalidenhause. 

1757 Hauptmann Andreas Graf Poniatowski wurde für Auszeichnung bei Gabel 
1757 aggregirter Oberstlieutenant und 1758 MTO.-R. 

1758 Oberst Philipp Graf Browne wurde für Auszeichnung bei Hochkirch 1758 
GM. und 1760 MTO.-R. 

1760 Lieutenant Anton Ulrich Baron Mylius wurde für seine Waffenthat bei 
Glatz 1760 im Jahre 1761 MTO.-R. 

1 762 Hauptmann O'Conel vertheidigte in der Belagerung von Schweidnitz die Re- 
douten auf das Tapferste und wurde im Belogerungs-Joiunale wiederholt belobt. 



— 63 — 

1793 Lieutenant Hein 4. Juli bei der Belagerung von Valenciennes sich aus- 
gezeichnet 

1793 Oberst Graf Franz Pachta und Major Carl Dondorf bei Bassuyan 31. October 
vorzüglich angerühmt. 

1796 Oberstlieutenant Ude sich im Gefechte beim Schlosse Pietra 7. November 
ausgezeichnet. 

1799 Oberst Gottfried Strauch als selbstständiger Streif-Corps-Commandant im 
Feldzuge 1799 sich wiederholt hervorgetban und vorzüglich belobt. 

1799 Oberlieutenant Bayer im Mai 1799 mit 50 Grenadieren bei einer Recognos- 
cirung auf der Strasse von Bellinzona nach Sora hatte 289 Oester- 
reicher aus französischer Kriegsgefangenschaft befreit, Hauptmann Losberg 
sich 24. Mai ausgezeichnet bei Einnahme von Teufelsbruck. 

1799 Oberstlieutenant Nikolaus Graf Weissenwolf sich bei der Unternehmung in 
das Engadein durch Tapferkeit und zweckmässige Dispositionen hervorgetban, 
erhielt zur Belohnung das Ghrenadierbataillon und zeichnete sich in der 
Schlacht bei Novi 15. August abermals aus. 

1809 Im Berichte des Gen. der Caval. Grafen Bellegarde wurden die Hauptleute 
Murmann, Fabari und Stemdahl des Regimentes unter den Ausgezeichneten 
bei Aspem genannt 

1809 Hauptmann Georg Murmann, der beim Sturme auf Aspem einer der Ersten 
in die feindlichen Verschanztmgen eindrang, wurde mit Armee-Befehl 24. Mai 
1809 MTO..R. 

1809 Hauptmann Christoph von Vemholz wurde ftir sein tapferes Benehmen bei 
Aspem 22. Mai 1809 mit Capitelbeschluss 1810 MTO.-R. 

1^10 erhielt das Regiment dunkelblaue Egalisirung statt der bis dahin rosenrothen 
Für Auszeichnung in der Eriegs-Epoche 

1848 und 1849 MVK. die Hauptleute Alfred Graf Erbach-Fürstenau, von Oklopsia, 
von Andrassj; die Oberlieutenants Nieke, Worell, Minkowitz. 

Für Auszeichnungen im Feldzuge in Italien 
1V)9 OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Ernst Wiedemann, Major Josef Heller, die 
Hauptleute Anton Steiger, Ignaz Seewald, Oberlieutenants Theodor Jem- 
salem Edler von Salenfels und Victor Freiherr Rau von und zu Holzhausen. 
MVK. Oberst Leonhard Nowey v. Wunderfeld, die Majore Ferdinand Hof- 
mann, Josef Heller, Hermann Thour von Feraberg, die Hauptleute Seewald, 
von Täuber von Tiemendorf, Steiger, Fischer, Heidi, Oberlieutenant Maraus, 
die Lieutenants von Standeisky und von Götz, die Mannschaft erhielt 5 
gcSdene, 58 grosse, 64 kleine silberne Medaillen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge in Tirol 
1^60 OEKO.-R. 3. Major Philipp Graf Grünne ftlr ausgezeichnetes Verbalten als 
Conmiandant einer Halb-Brigade, insbesondere im Gefechte bei Bececca. 
MVK. Major Julian Ritter von Krinicki, die Hauptleute Ruzicka, Schräm, 
Storch und Oberlieutenant Kraliczek. 



- G4 — 

1868 erhielt das Regiment die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen 
weissen und aschgraue Egalisirung statt der dunkelblauen. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupationsfeldzuge 
1878 die Allerhöchste Belobung: den OrdonannzofKzier und Lieutenant der Reserve 
Oscar Rothmund. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1716 Major Graf Georg Ernst Tattenbach beim Sturme auf die Temesvarer Palanka 
tödtlich verwundet und kurz nachher f im October. 

1789 Major Graf Leopold Auersperg f an einer bei der Belagerung von Belgrad 
erlittenen Verwundung 20. September. 

1794 Major Franz Graf Wallis f im Treffen bei Toumay. 

1797 Oberstlieutenant Ude bei Longara 15. März gefangen, an seinen dort erhal- 
tenen Wunden f in feindlicher Gefangenschaft 1797. 

1805 Major Josef Schwall f ini Gefechte bei Ulm 11. October. 

1809 Oberst Adolf von Dolle f ^^ der Schlacht bei Aspem 22. Mai. 

1849 Major Grenadier-Bataillons-Commandant Carl Fischer von Tiefensee f J^ ^^^ 
Schlacht bei Pered 21. Juni. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 12. 

(1842.) 

ERZHERZOG WILHELM, FZM. 

Dunkelblaue Waffenröcke, dunkelbraune Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Komorn. 



Inha 

1702 errichtet aus zwei in kaiserliche 
Dienste übergetretenen Braun- 
schweig- WolfenbüttePschen Re- 
gimentern und zu einem Regiment 
mit 16 Compagnien zu Göttingen 
formirt. Mit Vertrag Bruckhau- 
sen ddto. 23. Juni in kaiserlichen 
Sold und Verpflegung bereits 1. 
Juni übernommen. 

1702 Herzog Adolf August von Holstein- 
Plön t an einer in der Schlacht 
bei Hochstadt 1704 erlittenen 
tödtlichen Verwundung. 

1704 FML. Hubert Dominik Freiherr 
D'Arnant Graf de Sain f 1728 

1728 FML. Christof Bernhard Freiherr 
von Kbttler f 1734. 

1734 FML. Franz Ignaz Graf Rumpf 
resignirte 1736 seine Inhaberstelle, 
t 1745. 

1736 FZM. Gottfried Ernst Freiherr 
von WuTTOENAü f ZU Raab 23. 
December 1736. 

1737 GM. Friedrich Ernst Freiherr 
von Reitzbnstbim f 1739. 

1739 FM. Anton Otto Marquis Botta 
d'Adomo f 1776. 

Thftrfa«fm: Oed^okblätUr. 



her: 

1775 



1792 



1809 



1834 



1842 



1842 



1844 



1851 



1865 



FML. Johann Josef Graf Kheven- 
hOller-Metsch f zu Wien 21. 
Februar 1792. 

FML. Friedrich Marquis Man- 
FREDiNi resignirte die Lihaber- 
stelle 1808. 

FZM. Alois Fürst zu Liechten- 
stein MTO.-C. t 5BU Prag 4. 
November 1833. 

FML. Leonhard Graf Rothkirch 
und Panthen f zu Graz 10. 
Juni 1842. 

S. k, k. H. Erzherzog Wilhelm, 
FZM. und General-Artillerie-In- 
spector. 

Zweite Inhaber: 

bis 1844 FML. Wilhelm von Lo-' 
BENSTEIN, Monturs-Inspector f 
1844. 

bis 1851 FML. Friedrich Wilhelm 
von Mertz, 1851 seiner Inhabers- 
würde enthoben. 

bis 1 864 FML. Heinrich Freiherr 
von Rath f 1864 zu Gratz. 

bis 1870 FML. Rudolf Freiherr 
von Rossbacher erhielt 1870 das 
71 Infanterie-Regiment. 

ö 



- 66 - 

Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das neue Regiment Anfangs Oetober 
1702 bei der Armee des Prinzen Eugen im Lager bei Luzzara eingerückt. 1703 
war ein Bataillon 8. Juni im Treffen bei Mirandola. 

1 704 wurde ein Bataillon unter Major Graf von der Lippe nach Wien abgesandt 
zur Besetzung der dortigen Linien gegen die verwegenen Streifungen der 
Rakoczy'schen Schaaren, 12 Compagnien hingegen kamen als Besatzung 
nach Mirandola, machten die dortige Belagerung mit und wurden in Folge 
der Capitulation 11. Mai 1705 kriegsgefangen. — Das in Wien befindliche 
Bataillon rückte nach Ungarn und war 28. Mai itn Treffen bei Schmolnitz. 

1706 war das ganze Regiment in Baiem, ein Bataillon kam wieder nach Ungarn 
und war 27. September bei Eroberung der Schanzen bei Neudorf oberhalb 
Gran und 10. Oetober bei der Einnahme von Gran. 

1707 waren Abtheilungen des Regimentes bei der Verproviantirung von Leo- 
poldstadt. 

1708 auf Winterpostirung in den ungarischen Bergstädten 

1709 im Treffen bei Losoncz. Von dem in Baiem befindlichen Theile des Regi- 
mentes ein Bataillon bei der Expedition in die Franche Comte und im 
Treffen bei Rumersheim. 

1710 und 1711 hatten 2 Bataillone Aufstellungen im Schwarzwalde bezogen. 
Das 3. Bataillon aus Ungarn rückte^ in Baiem ein, und kam 1712 als Be- 
satzung nach Ingolstadt. 

1713 war ein Bataillon bei der Vertheidigung von Landau, die übrigen bei Ver- 
theidigung der Linien des Schwarzwaldes, später 2 Bataillone an der tapfe- 
ren Vertheidigung Freiburgs durch General Harsch ehi'envoU betheiligt, und bei 
dem Ausfalle 13. Oötober hatte sich die Grenadier-Compagnie ausgezeichnet. 
Während des Türken- und spätem sicilianiscben Krieges stand das Regiment 

1716 bis 1723 im Breisgau, sodann als Besatzung in Freiburg. 

Im polnischen Wahlkriege 
1734 und 1735 war das Regiment bei der Armee in Deutschland, 1735 zwei 
Bataillone im Lager Bruehsaal, und die beiden anderen im Kinziger Thale im 
Schwarzwalde in verschanzter Stellung. 

Im Türkenkriege war dasselbe 
1737 4. August im Treffen bei Banjaluka, 1738 4. Juli zwei Bataillone im Treffen 
bei Kornia, die Grenadiere 9. Juli im Gefechte bei Mehadia. Das 3. Bataillon 
unter Oberstlieutenant Roth, seit Jänner als Besatzung in der Festung 
Ratscha, vertheidigte sich tapfer, bis es 18. Oetober glücklich entsetzt wurde. 
1739 waren 29. Juli bei Panczowa 2 Bataillone in der dortigen Schlacht. 

1741 Im österreichischen Erbfolgekriege waren 10 Compagnien bei Vertheidigung 
der Festung Neisse, das Regiment 10. April in der Schlacht bei MoUwitz, 
das 3. Bataillon und die Grenadier-Compagnie als Besatzung in der 
Festung Brieg, und kamen diese in Folge der Capitulation 4. Mai mit 



- 67 - 

freiem Abzug nach Eger, wo sie sich bei Vertheidigung dieses Platzes 
rühmlich betheiligten. 1742 war das Regiment bei der Belagerung von Prag, 
1743 machte es den Feldzug an den Rhein, 1744 den Zug ins Elsass und 
den Feldzug in Böhmen mit, 22. December vertheidigte Oberst St. Andr6 die 
Stadt Patschkau auf das Tapferste, focht 1745 das Regiment in den Schlach. 
ten bei Hohenfriedberg 4. Juni und bei Trautenau 30. September, kam dann 
in die Niederlande. 1746 im Mai war Oberstlieutenant Prinz Carl Arem. 
berg mit 200 Commandirten bei Vertheidigung der Citadelle von Antwer- 
pen. 11. October bei Rocoux focht das Regiment unter Oberst Prinz Arem- 
berg gegen eine sechsfache Uebermacht, 1747 2. Juli in der Schlacht bei 
Lawfeld, 1748 ein Bataillon in der Belagerung von Mastrieht. 

Im siebenjährigen Kriege 
1757 18. Jimi focht das Regiment mit unvergleichlichem Ruhme in der Schlacht 
bei Kolin, wo es auf einer wichtigen Anhöhe ausser dem Dorfe Krzezow 
den unaufhörlichen feindlichen Angriffen ausgesetzt war, und sich bereits 
verschossen hatte. Oberst Fürst Kinskj und die beiden Bataillons-Comman- 
danten Oberstlieutenant von Flmendorf und Major Marquis Botta warfen 
sich nun an der Spitze des Regimentes mit dem Bajonnete dem Feinde 
entgegen, stürzten ihn zweimal von der Anhöhe hinab und eroberten zwei 
Fahnen. Das Regiment setzte nach Erhalt von frischer Munition noch 
das Feuergefecht fort, bis der Gegner aus dem Schussbereiche trat. Die 
Grenadiere waren femer bei der Einnahme von Gabel, 26. September im 
Gefechte bei Korschwitz, und 4. Compagnien 1 2. November bei der Einnahme 
von Schweidnitz. Das Regiment 22. November in der Schlacht bei Breslau 
beim Sturme auf das Dorf Gräbschen und die dahinter liegende Batterie, 
und 5. December in der Schlacht bei Leuthen. Durch die Capitulation von 
Breslau 22. December geriethen 20 Offiziere und -600 Mann in Gefangen- 
schaft. 1758 14. October focht das Regiment in der Schlacht bei Hochkirch, 

1759 war es 4. September bei der Einnahme von Dresden, 29. October im 
Treffen bei Pretsch, 20. November die Grenadiere im Gefechte bei Maxen, 

1760 3. November das Regiment in der Schlacht bei Torgau, 1761 1. Oc- 
tober ein Bataillon bei der Erstürmung und Eroberung von Schweidnitz 
und 1762 das Regiment im Treffen bei Peyle am Fischerberge 18. August. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 in Mähren, kam im October nach Schlesien zur Bewachung der dortigen 
Pässe und bestand Gefechte bei Komeise und am Pfaffenberge bei Weiss- 
kirchen 26. November. Im Türkenkriege war nur das 3. Bataillon in der 
Moldau beim Corps des FM. Prinzen Coburg. 

n^-y 24. April wurde Hauptmann von Borwitz, der mit 2 Compagnien den 
Posten Bojana Losy besetzt hielt, von 2000 Spahis wüthend angegriffen, 
denen er durch dritthalb Stunden tapfer Stand hielt, sie endlich zurück- 
schlug und seine Stellung behauptete. Der Gegner Hess über 1000 Todte 
und Verwundete am Platze. Das Bataillon war bei der Belagerung von 
Chotym, focht mit Auszeichnung 1. August 1789 im Treffen bei Fockschan, 



~ 68 - 

namentlich beim Sturme auf das Kloster Samuel, ebenso 22. September in 
der Schlacht bei Martinestie, 1790 war es bei der Belagerung von Qyurgewo. 
Die beiden in Mähren zurückgebliebenen ersten Bataillone waren 1790 bei 
der gegen Preussen dort aufgestellten Observations- Armee. 

Im Kriege gegen die französische Republik waren 
1792 im September das Leib- und Oberstbataillon bei dem Beobachtungs-Corps 
der Festung Thionville, kamen Ende November zur Vertheidigung der Pellinger 
Linie bei Trier, und 2 Compagnien wirkten zu dieser bei dem Angriffe 
der Franzosen 13. December ruhmvoll mit. 1793 im April kamen diese 
beiden Bataillone zur Belagerung von Mainz, wo sich eines bei Einnahme 
der Weissenauer Verschanzungen 27. und 28. Juni sehr hervorthat Im 
September war das Regiment bei der Ober-Rhein- Armee des Generals Wurm- 
ser, in mehreren Gefechten bei Lauterburg, ein Bataillon 13. October bei Er- 
stürmung der Weissenburger Linien, das 3. Bataillon im November bei der 
Blokade und Einnahme von Fort Louis. 1794 im Jänner waren 400 Mann 
bei dem Einfalle des General Melas in Lothringen, ein Bataillon beim An- 
griff auf Arloux, 30. April und 8. August vertheidigte Oberst Schellenberg das 
Dorf Pellingen bei Trier auf das Rühmlichste. 5 Compagnien unter Major 
Graf Magyoroly schlugen die Stürmenden viermal zurück. Endlich trat das 
Regiment der sich verstärkenden Uebermacht weichend seinen bestgeordne- 
ten Rückzug an. Bei dem allgemeinen Rückzuge im October deckte dasselbe 
bei Coblenz den Rheinübergang der Armee. 1795 war das Regiment 29. Oc- 
tober auf das Ruhmvollste an der Erstürmung und Eroberung der feindlichen 
Verschanzungen vor Mainz betheiligt Es nahm allein fünfundzwanzig Kanonen 
und viele Munitionskarren, erlitt aber starke Verluste, darunter 2 todte 
und 17 verwundete Offiziere. Mit grosser Auszeichnung focht es auch 
im Treffen bei Meissenheim 8. December. — 1796 war das Regiment 9. Juli 
im Treffen bei Maltsch, 21. Juli im Gefechte bei Berg nächst Cannstadt, wo 
es den Rückzug der am linken Neckarufer stehenden Truppen über diesen 
Strom deckte und sodann im heftigsten feindlichen Feuer die Neckarbrücke 
abtragen half. Es kämpfte femer 11. August bei Neresheim, 23. August 
bei Neumarkt, 29. August im Gefechte bei Burgebrath, 2. September bei 
Wtirzburg. Die Grenadiere waren 24. August in der Schlacht bei Amberg. 
Das Oberstbataillon war 14. September im Scharmützel bei Carlsruhe, ein 
Bataillon 19. October in der Schlacht bei Emendingen und 24. October bei 
Schliengen. Ende October war es bei der Belagerung von Hüningen, im 
November bei jener von Kehl. — 1 797 5. Jänner waren bei der Erstürmung 
der dortigen Aussenwerke die Grenadiere betheiligt. 22. April vertheidigte ein 
Detachement unter Oberlieutenant Przesinski sehr tapfer das Bockenheimer 
Thor zu Frankfurt am Main gegen eine französische Cavallerie- Abtheilung, 
die es zur Umkehr zwang. 

Im Feldzuge 
1799 war das Regiment 21. März im Treffen bei Ostrach, wo sich die Grenadiere 
hervorthaten, 24. März vier Compagnien im Gefechte bei Steisslingen, das 



69 - 

Regiment 25. März in der Schlacht bei Stockach, 3. April im Gefechte 
bei St. Georgen, 25. Mai bei Andelfingen, 18. September bei Erstürmung 
der Neckarauer Schanzen bei Mannheim abermals mit besonderer Auszeich- 
nung die Grenadiere; im Winter bezog das Regiment Vorposten am Rhein. 
Im Feldzuge 
1800 waren die Grenadiere in der Schlacht bei Engen 3. Mai und Mösskirch 5. Mai 
Ein in Schongau detachirtes Bataillon bestand daselbst am 11. und 14. Juni 
heftige Gefechte mit dem angreifenden Feinde, in welch letzterem Major 
Fürst Alois Liechtenstein schwer blessirt in feindliche Ge&ngenschaft fiel; 
12. Juli gerieth ein 180 Mann starkes Detachement auf der Höhe zwischen 
Unter- und Ober-Ammergau, von einer bedeutenden Uebermacht angegriffen? 
nach heldenmüthiger Gegenwehr grösstentheils in Gefangenschaft. Das Re- 
giment focht 3. December in der Schlacht bei Hohenlinden und den 
dieser folgenden Rückzugsgefechten bei Rosenheim, Traunstein, Authering, 
Wimsbach und Lambach im December. 

Im Feldzuge 
1805 bei der Armee in Deutschland bestand das Regiment bei Ulm 9. und 11. Octo- 
ber Gefechte bei Haslach, und theilte das traurige Schicksal der dortigen 
Heeres-Abtheilungen in Folge der Ulmer Capitulation 17. October. 

Im Feldzuge 
1809 focht das Regiment bei der Armee in Baiem, 19. April im Gefechte bei 
Hausen mit vorzüglicher Auszeichnung, aber bedeutendem Verluste beim 
Sturme auf den dortigen Wald. Der tapfere Brigadier GM. Fürst Alois Liech- 
tenstein wurde an der Spitze des in drei Bataillons-Colonnen vorstürmenden 
Regimentes schwer verwundet 17. Mai war dasselbe beim Angriffe auf die 
feindliche Stellung bei 'ürfahr nächst Linz, in der Colonne des tapferen 
GM. Grafen Crenneville im Kampfe bei Katzbach. In der Schlacht bei Aspem 
21. und 22. Mai waren nur die Grenadiere anwesend, dagegen das Regiment 
in jener bei Wagram 5. und 6. Juli mit grossen Verlusten betheiligt; im 
Treffen bei Znaim 10. und 11. Juli kamen nur die Grenadiere ins Gefecht 

Im Feldzuge 

1812 gegen Russland rückte das Regiment mit den Verstärkungs-Truppen aus 
Galizien 27. October beim Auxiliar-Corps ein, machte die weitere Vor- 
rückung und den späteren Rückmarsch desselben mit. 

Im Feldzuge 

1813 zwar 26. imd 27. August bei Dresden anwesend, kam es nicht in Action, 
erlitt aber am Rückzuge beim Passiren des Tharander Waldes in der Nacht 
vom 27. auf 28. August einige Verluste. In der Schlacht bei Leipzig war dasselbe 
18. October beim Angriffe auf Liebertwolkwitz, erstürmte sodann das Dorf 
Zuckelhausen, nahm es und erbeutete einige Kanonen. Das Regiment kam 
sodann zur Einschliessung von Dresden, wurde Mitte November nach Italien 
beordert, und marschirte im December bis Trient, wo es im Feldzuge 1814 
bis Anfangs Februar zur Beobachtung des am Mincio stehenden Feindes 
verblieb. — Die Grrenadiere hatten 30. und 31. October 1813 in der Schlacht 



„ 70 - 

bei Hanau gefocfaten und sich beim Sturme hervorgethan. Das 1 . Landwehr- 
Bataillon war in Italien, wo es in Bevilaqua zur Beobachtung der Festung 
Legnago aufgestellt war. 

Im Feldzuge 

1814 war das Kegiment 8. Februar in der Schlacht am Mincio, später bei der 
Cemirung von Feschiera; das Landwehr-Bataillon bei jener von Legnago. — 
Die Grenadiere bei der Hauptarmee in Frankreich. 

1815 besetzte das Regiment den District von Beatme in Stidfrankreich, und 
war Anfangs October im grossen Armee-Lager von Dijon, wo auch die 
Grenadiere anwesend waren. 

1816 vom 20. Jänner bis 1. Mai hatte dasselbe seine Eintheilung in dem in Ober- 
österreich und südwestlichen Theile von Böhmen gegen Baiem aufgestell- 
ten Observations-Corps des FML. Baron Bianchi. Im kurzen Feldzuge 

1821 gegen die neapolitanischen-Insurgenten war das Regiment bei der Opera- 
tions-Armee eingetheilt, jedoch kamen nur drei Compagnien, 7. März bei 
Pie del Lage, 8. März bei Leonessa und 10. März bei Monte Reale, ins 
Gefecht. Das Regiment kam als Besatzung nach Neapel, 1824 nach Capua, 
später nach Gaeta und hatte einen anstrengenden Sicherheitsdienst gegen die 
Räuberbanden des berüchtigten Mezzopinta zu versehen. Im Juli 1825 rückte 
es in die Lombardei ab. 

In der Revolution 
1831 in den oberitalienischen Staaten war die 3. Division 22. Februar im Nacht- 
kampfe bei Fierenzola. 

In der Kriegs-Epoche 

1848 war das zweite Bataillon bei der Einnahme und den Gefechten von Wien 28. Oc- 
tober bis 31. und blieb daselbst als Besatzung. Das erste und dritte Bataillon im 
Armee-Corps des FML. Grafen Schlik machten mit diesem im December die 
Vorrückung nach Ungarn mit, waren 11. December im Gefechte bei Budamer, 
28. December in jenem bei Szicszo. — Das erste Landwehr-Bataillon beim 
Corps des FML. Simunich bei der Einnahme von Tymau 16. December. 

Im Winterfeldzuge 

1849 das erste und dritte Bataillon 4. Jänner in der Schlacht bei Easchau, 22. Jän- 
ner im Treffen bei Tarczal^ 31. Jänner im Gefechte bei Tokay, 27. Februar 
in der Schlacht bei Eapolna. — Das dritte Bataillon kam im April zur 
Besatzung von Ofen, wo es im Mai an der heldenmüthigen Vertheidigung 
dieser Festung ruhmvollen Antheil hatte, aber grosse Verluste erlitt. Neun 
Offiziere waren geblieben, 2 waren verwundet und an Mannschaft 400 Todte 
und Verwundete. Der Rest des Bataillons, darunter 7 Offiziere, geriethen bei 
dem Falle Ofens 21. Mai in Kriegsgefangenschaft. — Das erste Landwehr- 
Bataillon war bei der Cemirung von Komorn und machte mit dem vierten 
Bataillon den Sommerfeldzug 

1849 im m. Armee-Corps mit, war im April und Mai in mehreren Vorpostenge- 
fechten an den Waag, — und beide Abtheilungen an der weitern Vorrückung 



71 - 

des Armee-Corps gegen Temesvar betheiligt. Das 1 . Bataillon war im Som- 
mer 1849 bei der Süd-Armee des Banus FML. Baron Jellacic eingetheilt, 
14. Juli in der Schlacht bei Hegyes. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Pranco-Sarden war j das Regiment im II. Armee-Oorps FML. 
Fürst Eduard Liechtenstein und focht 31. Mai an der Sesia und im Treffen 
bei Palestro einen sehr heissen und ungleichen Kampf mit grosser Tapfer- 
keit, aber mit bedeutenden Verlusten von 9 Offizieren und 700 Manu an Tod- 
ten und Verwundeten. In der Schlacht bei Magenta 4. Jimi war es aber- 
mals mit Elite-Truppen der französischen Armee, als Garde- Grenadieren, 
Voltigeurs, Turkos und Fremdenlegion, im heftigsten Gefechte. — Der Ver- 
lust an den beiden Schlachttagen von Palestro und Magenta betrug im 
Ganzen an Todten und Verwundeten 22 Offiziere, darunter 7 todt, und 
1015 Mann. 

Im Feldzuge 
1^66 gegen Preussen war das Regiment mit drei Bataillons im IV. Armee-Corps 
der Nord-Armee eingetheilt und focht 29. Juni im Gefechte bei Schwein- 
schädel und 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. Das vierte Bataillon 
gehörte zu den Besatzungs-Truppen von Olmütz. 



Tapferkeits-Anszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1713 Hauptmann Wolf, Commandant einer Grenadier- Compagnie, zeichnete sich 
im Ausfallsgefechte bei Freiburg 13. October vortheilhaft aus. 

1737 Major Baron Roth wurde für Auszeichnung im Treffen bei Banjaluka 4. August 
zum OberstUeutenant befördert und that sich 1738 durch tapfere Vertheidi- 
gung der Festung Ratscha abermals sehr rühmlich hervor. 

1741 Oberst Baron Saint Andr6 hatte sich durch die Vertheidigung von Neisse, 
des Schlosses Patschkau 1744, und durch einen Ueberfall auf einen feind- 
lichen Victualien-Transport bei Nachod 2. September 1745 ausgezeichnet. 

1746 Zur Erinnerung an den ruhmvollen Kampf des Regimentes bei Rocoux gegen 
sechsfache Uebermaeht hatte es ein Fahnenband erhalten mit der Devise: 
„un contre six," welches 1794 bei Pellingen verloren ging. 

1757 FM. Graf Daun rühmte die Haltung des Regimentes in seinem Berichte an 
die Kaiserin Maria Theresia über die Schlacht von Kolin mit den Worten: 
„Man sollte dem Regimente Botta den Orden in die Fahnen sticken." Oberst 
Franz Ulrich Fürst Kinsky wurde sogleich GM., Oberstlieutenant Baron Frie- 
drich Elmendorf Oberst, Major Jakob Marquis Botta Oberstlieutenant. 1758 
in der ersten Promotion wurden GM. Fürst Kinsky und Oberst Baron Elmen- 
dorf beide MTO.-R. und noch im December d. J. Oberstlieutenant Marquis 
Botta gleichfalls MTO.-R. 

1758 Major Franz von Lattermann wurde flir Auszeichnung bei Hochkirch zum 
Oberstlieutenant befördert. 



- 72 — 

1760 Hauptmann Kögler that sich in der Belagerung von Dresden durch äusserst 
gefahrvolle Ueberbringung wichtiger Nachrichten an FM. Graf Dann hervor. 

1761 Bei der Eroberung von Schweidnitz hatten sich Oberst von Lattermann 
und Major Baron Wulfen ausgezeichnet. 

1778 Major Eisner zeichnete sich im Gefechte bei Weisskirchen 26. November 
aus. 

1788 und 1789 im Türkenkriege wurden wegen Auszeichnung belobt die Haupt- 
leute Klein und Borwitz bei Bojana Losy — in den Schlachten bei Fockschan 
und Martinestie: die Majore Schellenberg, Klein, die Hauptleute Borwitz, Czer- 
mack, Kronwieder und Aichinger. 

1788 Hauptmann Franz von Borwitz wurde flir sein tapferes Benehmen bei Bojana 
Losj sowie in den Schlachten bei Fockschan und Martinestie 1789 MTO.-R. 

1793 Bei der Einnahme der Weissenauer Schanzen hatten sich Major Max Rei- 
singer, der der Erste eingedrungen war, und Fähnrich Leiner besonders her- 
vorgethan. Der eben anwesende König Friedrich Wilhelm H. von Preussen 
schenkte jedem Manne, der mitgestürmt hatte, eine Fleischportion und jedem 
Freiwilligen einen Reichsgulden. — 

Im Feldzuge 

1793 hatten sich bei Vertheidigung ihrer einzelnen Posten Oberstlieutenant Bour- 
scheidt, Hauptmann Platten und Regiments- Adjutant Sedlaczek ausgezeichnet 
Bei Pellingen that sich der tapfere Oberst Baron Schellenb^rg hervor 1794. 
8 silberne Medaillen erhielt bei dieser Gelegenheit die Mannschaft. 

1794 Bei dem Rückzuge durch Coblenz wurde das Regiment wegen seiner muster- 
haften Mannszucht vom Conmiandanten besonders belobt. 

1795 Bei Erstürmung der Mainzer Linien hatte Oberst Josef Baron Schellenberg, 
der dortigen Gegend genau kundig, sein Regiment an den Verschanzungen 
durch das Dorf Höchstheim im Rücken der Besatzung der Verschanzungen 
zum AngriflF geftlhrt, wurde verwundet und 1796 MTO.-R.»Die Mannschaft 
erhielt 2 goldene und 9 silberne Medaillen. 

1796 Oberstlieutenant Max Graf Plunket hatte sich bei Maltsch und Würzburg 
sehr ausgezeichnet 

1796 Lieutenant Carl Baron Vauthier mit 70 Mann und allen Zimmerleuten 
die Neckarbrücke bei Cannstadt 21. Juli abgetragen und sich bei der Ver« 
theidigung derselben ungemein ausgezeichnet. 

1796 Oberstlieutenant Max Reisinger bei der Belagerung von Kehl wiederholt 
belobt, 

1797 Oberlieutenant Przesinski für seine tapfere Vertheidigung des Bocken- 
heimer Thores zu Frankfurt 22. April wurde mittelst Allerhöchstem Hand- 
schreiben Sr. Maj. des Kaisers Franz 26. Mai ausser der Rangstour zum 
Capitänlieutenant befördert, und erhielt von der Stadt Frankfurt einen 
Ehren-Degen. 

1799 In der Schlacht bei Stockach hatten sich Oberstlieutenant Rudolf Graf 
Sinzendorf, Major Franz Baron Bojakowski (Grenadier-Bataillons-Comman- 



- 73 - 

dant) und die Hauptleute Candiani und Fölseis sehr ausgezeichnet. Die Mann- 
schaft erhielt 3 goldene und 3 silberne Medaillen. 

1800 Major Alois Fürst Liechtenstein wurde für seine hervorragende Tapferkeit 
14. Juni bei Schongau MTO.-R. 

1800 Oberst Franz Baron Bojakowski fUr tapfere und umsichtige Führung des 
Regimentes bei Hohenlinden belobt. 

1805 Bei Ulm rettete Oberlieutenant Baron Rabenau das Fahnentuch des 1. Batail- 
lons, das er verborgen am Leibe trug. Bei Haslach hatte Cadet Heinrich 
Rossbach mehrere französische Offiziere gefangen, und wurde in Folge dessen 
zum Offizier befördert. 

1809 Bei Hausen wurden Oberst Winzian und Major Baron Odkolek belobt, 
3 Mann erhielten silberne Medaillen. 

1809 Bei Urfahr und Linz belobte FZM. Graf Eolowrat (als Corps- Commandant) 
in seiner Relation den Oberst Winzian, die Majore Lass und Eiselt des 
Regimentes. 1 Corporal erhielt die silberne Medaille, 4 Unteroffiziere 
Belobungen. 

1809 Bei Wagram wurden Oberstlieutenant Lass und Major Reisinger belobt 
Ein Feldwebel erhielt die goldene, ein Feldwebel die silberne Medaille. 

1813 Bei Hanau belobt FML. Baron Trautenberg 3 Grenadier-Offiziere des 
Regimentes; 1 Corporal erhielt die silberne Medaille. 

1814 Bei einem Ausfallsgefechte der Belagerer aus den Verschanzungen bei An- 
ghiari während der Blokade von Legnago hatte sich 15. März Hauptmann 
Christ des Landwehrbataillons hervorgethan. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 
1848 und 1849 in Ungarn. ^ EKO.-R. 3. die Hauptleute Carl Freiherr Daublebski 
von Stemegg, Sigmund von Barault und Lieutenant Josef Kristin. 
MVK. Major Carl Reiss, die Hauptleute Baron Daublebski von Sternegg, 
Windisch, Baron Pratobevera, Baron Schmidburg, Oberlieutenant Boldrini. 

1852 wurde das Regiment (welches von 1771 bis 1830 mährisch; seit 1830 
galizisch war,) ungarisch. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1>^59 in Italien OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Leopold Edler von 
K^eyssem, die Hauptleute Souvent, Hiller und Schilhawski, Oberlieutnants 
Chambaud und Hausner. MVK. die Hauptleute Vogl, Suppanchic, Schlaht, 
Oberlieutenant Hasska. Die Mannschaft erhielt 2 goldene und 41 grosse und 
kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 im Böhmen. MVK. Regiments-Commandant Oberst August Würth Edler 
von Hartmühl, Major Savan Davidovac, die Hauptleute Chambaud Chari^re 
und Geyer, Oberlieutenant Gustav Graf Chorinsky. 

1868 worden beim Regimente die dunkelblauen statt der bisherigen weissen 
Waffenröcke anbefohlen. 



• u - 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-Offiziere. 

1713 Major Kreuzberg verlor 13. Oetober in Freiburg durch eine Bombe beide 
Füsse t wenige Stunden darauf. 

1809 Major Ludwig Becker f im Gefechte bei Hausen 19. April. 

1809 Major Josef Baron Odkolek f an den Folgen seiner schweren Verwundung 
bei Hausen. 

1809 Major Wenzel Eiselt f im Gefechte bei Linz 17. Mai. 

1866 Major Gustav Vogel f iu der Schlacht bei Königgrätz 3. Juli. 



Gralizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 13. 

(1873.) 

FZM. JOHANN GRAF HUYN. 

Dunkelblaue WaffenröckCj rosenrothe Egalisirungy gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation: Erakau. 



Inhaber: 



1814 in Italien errichtet. 

1815 FM. Maximilian Freiherr von 
WiMPFPBN MTO.-C. t zu Wien 
29. Augußt 1854. 

1854 FML. Gustav Heinrich Prinz 
zu Hohenlohe-Langenburg f 1861. 



1861 FML. Josef Freiherr von Baaibero 

t 1871. 
1871 FZM. Carl Freiherr von Baltin 

t 1873. 
1873 FZM. Johann Carl Graf Huyn. 



Feldzflge und wichtige Eriegs-Ereignisse. 

Dieses Regiment wurde nach Uebemahme der italienischen Provinzen 1814 
daselbst theilweise aus der ehemaligen italienischen Armee errichtet, erhielt 
die Nunmier des 1809 reducirten Regimentes Reisky und wurde sogleich 
nach seiner kaum vollendeten Aufstellung — im Feldzuge 

1815 zum zweiten Reserve-Corps der Armee von Ober-Italien (FML. Baron 
Merville) eingetheilt, kam aber in keine feindliche Action. 

In der Eriegs-Epoche 
1848 und 1849 war im Herbste 1848 das erste Bataillon als Besatzung in 
Graz, das zweite Bataillon bei dem im November in der Gegend von 
Pettau zur Deckung der Grenze gegen Ungarn aufgestellten Corps des 
FZM. Grafen Nugent, hatte einige Vorpostengefechte auf der Mur-Insel 
bestanden. 1849 Mitte Februar kamen beide Bataillone in da» <.^gade 
des GM. Dietrich zur Haupt- Armee des FM. Fürsten Windisch-Oti^tz ll^ch 
Ungarn Das zweite Bataillon war 27. Februar 1849 in der Schlabbt 
bei Eapolna, bei dem Angriffe und der Besitzergreifung auf die "ijricbti^ 
feindliche Position vor und in dem Dorfe Eil. — 24. März bei dem Uebat- 
falle der Insurgenten auf Losonz, wo sich eine Compagnie« ui^er Ober* 



- 76 - 

lieutenant Conte Zuccato sehr tapfer in der doiiiigen Caseme verthei- 
digte, aber abgeschnitten und endlich gefangen wurde. — Das erste Ba- 
taillon war im Sommer-Feldzuge 1849, im zweiten Armee-Corps des FML. 
Baron Csorich eingetheilt, bei der Cemirung von Komorn. 

Während des Feldzuges 
1859 stand das Regiment als Besatzung in Ober-Oesterreich. Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war dasselbe im zehnten Armee-Corps FML. Baron Gablenz 
eingetheilt und focht mit drei Bataillons 27. Juni im Treffen bei Trautenau 
und 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. Das vierte Bataillon gehörte 
zu den Besatzungs-Truppen von Olmütz. 

Tapferkeits-Anszeichnuiigen nnd besondere Denkwttrdigkeiten. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1849 in Ungarn: MVK. Oberst Josef Habermann v. Habersfeld, Oberstlieutenant 
Georg Bach von Klarenbach, Lieutenant von Zajatzik. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 in Böhmen: MVK. Regiments-Commandant Oberst Carl Freiherr v. Münch- 
Bellinghausen, Oberstlieutenant Franz Bierfeldner, Major Thomas Gecz. 

In Folge der Abtretung Venetiens wurde das Regiment 1866 galizisch und 
erhielt 1868 dunkelblaue WaiSenröcke statt der bisherigen weissen. 



OberöBterreichisches 

INFANTERIE-REGIMENT N' 14 

(1877.) 

LUDWIG IV., GROSSHERZOG VON HESSEN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, schwarze Egalisirung, gelbe Knopfe, 

Ergänzungsbezsirksstation : Linz. 



Inhaber: 



1733 errichtet laut des in Form eines 
Vertrages ausgestellten Bestal- 
longsbriefes de dato Wien 4. 
November 1733 mit dem eigent- 
lichen Errichter Rheingrafen Ni- 
kolaus Leopold von Salm. 

1733 Nikolaus Leopold Rheingraf spä- 
ter Fürst von Salm, FM., Gou- 
verneur von Antwerpen f 5. 
Februar 1770. 

1770 GM. Franz Graf Ferraris wurde 
1775 Gouverneur zu Termonde 
in den Niederlanden und gab sein 
Regiment ab. 

1 775 FML. Josef Freiherr von Tillier 
MTO.-R. 1 1788. 

1788 FML. Wilhelm Freiherr von 
Klbbek MTO.-C. als FZM. aus 
der Activität seit 1796 f zu Güns 
4. Juni 1811. 

1811 Erzherzog Rudolf, Oberst, Cardi- 
nal-Priester und Erzbiachof von 
Olmütz t 23. Juli 1831. 
{Zweiter Inhaber. 



1811 bis 1815 FZM. Paul von Ra- 
DivojEviCH erhielt 1815 das unga- 
rische Infanterie-Regiment Nr. 48.) 

1832 FML. Franz Richter von Binnkn- 
THAL f ZU Linz 1840 (war 1815 
bis 1832 zweiter Inhaber). 

1840 FML. Johann Baron Hrabovsky 
von Hrabova MTO.-R. wurde 1848 
der .Inhaberstelle enthoben. 

1849 FML. Ludwig Freiherr von 
WoLOBMUTH MTO.-C. t 185t) zu 
Pest. 

1851 Grossherzog Ludwig III. von 
Hessen und bei Rhein f im Juni 
1877 zu Darmstadt. 

1877 Grossherzog Ludwig IV. von 
Hessen und bei Rhein. 
Zweite Inhaber. 

1851 bis 1867 FML. Anton Vogel f 
2. November 1867. 

1867 bis 1871 FZM. Cari Freiherr 
von Baltin erhielt 1871 das 
Infanterie-Regiment Nr. 13. 



Feldzflge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Das Regiment wurde in der daflir bestimmten Zeit von 5 Monaten er- 
richtet, kam im April 1734 zur Armee des Herzogs von Braunschweig, 
und wurde als Besatzung nach Freiburg und Breisaeh gelegt. 



— 78 - 

Im Türkenkriege nahmen ein Bataillon und eine Grenadier- Compagnie 
Theil an den beiden Feldzügen 

1738 und 1739, litten Anfangs im Lager bei Kubin viel durch Krankheiten und 
waren 30. Juli 1739 im Treffen bei Panczowa. Die übrigen Abthei- 
lungen waren auf Cordons-Be wachung an der österreichisch- ungarischen Grenze. 
Im österreichischen Erbfolgekriege waren ein Bataillon und die zwei Gre- 
nadier-Compagnien 

1743 im Corps des FM. Herzogs von Aremberg in der Schlacht bei Dettingen 
27. Juni. — 1745 war ein Bataillon bei der Armee des FM. Grafen Traun 
am Main, 1746 7. October im Gefechte an der Jaar, 1747 in den Schlachten 
bei Lawfeld 2. Juli und Bergen op Zoom 18. September. Die übrigen Ab- 
theilungen waren im Luxemburgischen und in den Niederlanden zur Besetzung 
der Festung Luxemburg und mehrerer anderer Plätze verwendet. 

Im siebenjährigem Kriege zeichnete sich das Regiment 
1757 18. Juni in der Schlacht bei Kolin vorzüglich aus, es hatte ftlnf heftigen 
Angriffen der immer neu verstärkt vorrückenden Preussen heldenmüthifj 
widerstanden, bis es endlich durch starkes Artillerie-Feuer xmd erhebliehe 
Verluste zum Weichen gebracht wurde, jedoch nachdem die kaiserliche Ca- 
vallerie durch eine erfolgreiche Attake die früher vom Regimente occupirte 
Position am Eisenbusch vom Feinde gereinigt hatte, wurde diese vom Re- 
gimente Salm neuerdings besetzt und gehalten. Dieses hatte an Todten 
und Verwundeten 20 Offiziere und über 400 Mann verloren. Es focht 
femer 23. Juli bei der Berennung von Zittau ; war 6. August im Geschütz- 
kampfe bei Witzendorf anwesend, schon früher 14. Juli beim Angriffe 
auf Gabel hatten sich besonders die Grenadiere hervorgethan, — sowie 
7. September das Regiment glänzenden Antheil nahm an der Erstürmung 
des Holzberges im Treffen bei Moys. 1758 war es 25. April im Treffen bei 
Zittau. 1759 bei der Reichs- Armee und im Treffen bei Saalfeld an der 
Gorge 26* März und im Arriere-Garde-Gefecht über Haslau gegen Eger 8. Mai. 

Im Feldzuge 
1760 23. Juni thaten sich die Grenadiere in der Schlacht bei Landshut bei 
Erstürmung einer Schanze hervor, — das Regiment war 26. Juni bei der 
Erstürmung von Glatz; 1761 war es in Sachsen und 1762 2. August eine 
Compagnie im Vorposten -Gefechte bei Zaunhaus, — das Regiment 15. 
October bei Ersttlrmung der Redouten bei Brand, wo sich besonders das 
Leibbataillon hervorthat, und am 29. October im Gefechte bei Freiberg. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das dritte Bataillon 
1778 im Corps des FML. Baron Langlois bei der Occupation von Niederbaiern, 
— das Leib- und Oberst-Bataillon aber bei der in Mähren stehenden Heeres- 
Abtheilung. Im Türkenkriege zeichnete sich das Regiment 

1788 3. October bei der Erstürmung von Novi vorzüglich aus, — 1789 war es 
bei den Belagerungs-Truppen von Czettin, später von Alt-Gradiska, endlich 
im Lager von Semlin. 



— 79 — 

In dea Kriegen gegen die französische Republik war das Regiment 
1792 im December als Besatzung in den Verschanzungen zwischen der Saar und 
Mosel bei Trier, und nahm ehrenvollen Antheil an der Vertheidigung dieser 
Stellung gegen die wiederholten Angriffe der Franzosen 12. und 16. December. 
— 1793 war es bei der Belagerung und Capitulation von Le Quesnoy, — 
ein Detachement im Gefechte bei Hesperingen 18. September. — Zwei Ba- 
taillone im Gefechte bei Maubeuge 15. September und in der zweitägigen 
Schlacht bei Wattignies 15. und 16. October. 

Im Feldzuge 

1794 war das Regiment theils vereint, theils in einzelnen seiner Abtheilungen in 
den Gefechten bei Beaumont 16. April, bei Sivry 23. April, bei Bousignies 
26. April, bei Hautes 29. April, bei der Capitulation von Landrecies 30. April, 
in den Gefechten bei Thuin und Lobbes 10. Mai, bei Grand-Reng 13. Mai 
und bei dem Rückzuge auf Marchienne au Pont 26. Mai. — Beim Entsätze 
von Charleroi 15. Juni und eine Abtheilung von 52 Mann unter Oberlieu- 
tenant Schmidt hatte am 15. August vor Altzingen aus eine Streifung ins 
französische Lager unternommen. 

Im Feldzuge 

1795 focht das Hegiment im Kampfe um den Hartberg bei Mainz und erlitt 
hiebei 30. April starke Verluste ; — 18. October war es bei der Einschlies- 
sung von Mannheim, 29. October das zweite Bataillon bei Erstürmung des 
Galgenberges daselbst; nach der Capitulation von Mannheim rückte das Leib- 
bataillon und der Stab in diese Festung. — 10. December bestanden drei 
Compagnien ein Gefecht bei St. Martin, mussten der feindlichen Ueber- 
macht diesen Platz überlassen, der aber am nächsten Tage 11. December 
von zwei Bataillons des Regiments ungeachtet hartnäckiger Gegenwehr wieder 
erobert wurde. Das dritte Bataillon, seit 1793 als Besatzung in der Festung 
Luxemburg, hatte an der tapfern Vertheidigung dieser Festung ehrenvollen 
Antheil, trat aber bei deren Capitulation in Folge der gestellten Bedingungen 
10. Mai 1795 den Rückmarsch nach Oesterreich an. 

Im Feldzuge 

1796 war das Regiment seit Juni bei der Armee in Italien und bestand theils 
vereint, tbeila abtheilungs weise folgende Gefechte: 30. Juli bei Gardone, 
31. Juli bei Lonato; bei Desenzano und bei Salo 3. August und bei 
Vobamo 4. August. In allen diesen Kämpfen hatte es an Todten, Ver- 
wundeten und Vermissten 7 Offiziere und 681 Mann zu beklagen. 
Es -war ferner betheiligt an den Gefechten bei Caliano 4. September, bei 
St. Giorgio 14. September, bei Favorita 15. September, bei Besenello 7. No- 
vember und bei dem Rückzugsgefechte des FML. Davidovich 21. November 
bei Peri, wo es bedeutende Verluste erlitt. 1797 focht das Regiment 
abtheilungsweise in der Schlacht bei Rivoli 14. Jänner in den Gefechten bei 
Longarone, bei Raibl und Tarvis 12. bis 23. März. 

Im Feldzuge 
1799 abermals in Italien, war das Regiment 26. Mäi*z und 30. März in beiden 
Treffen bei Verona, 5. April in der Schlacht bei Magnano, wo es bedeutende 



- 80 - 

Verloste erlitt, und einschliesslich der Grenadier - Division an Todten, 
Verwundeten, Gefangenen und Vermissten: 14 Offiziere und 470 Mann 
zählte. — Die Grenadier - Division war 16. Mai im Gefechte bei 
Marengo, 17. bis 19. Juni in der dreitägigen Schlacht an der Trebbia, 15. 
August in jener bei Novi, 17. September im TreflFen bei Savigliano und 
Fossano. — Das Regiment selbst focht am 12. Juni mit dem bedeutenden 
Gesammtverluste von nahe 600 Mann im Gefechte bei Modena, femer 23. 
September die Grenadier - Division beim Angriffe auf Pinerolo ; und das 
zweite Bataillon hatte 6. December rühmlichen Antheil an der Erstürmung 
von Novi. 

Im Feldzuge 
1800 war das Regiment 7. April beim Angriff auf die Bochetta 14. April im 
Gefechte bei St. Martino d'Abaco, 30. April an der Sturia und 11. Mai im 
Gefechte bei Monte Becco. Die in diesem letzten Kampfe engagirten 10 
Compagnien hatten mit grösster Tapferkeit gekämpft, aber furchtbare 
Verluste gegen einen übermächtigen Gegner erlitten, und in Allem über 800 
Mann, darunter 22 Offiziere verloren. 6. Juni war das Regiment in einem 
zweistündigen Feuergefechte bei Piacenza. — Die Grenadier - Division 
focht 6. April im Gefechte bei Cadibona, 10. April bei Stella und Sanda, 15. 
April bei Albisola, 1. Mai beim Angriffe auf Loano, 19., 22. und 28. Mai in 
mehreren Gefechten am Var, 6. Juni bei Monte Nave, 14. Juni in der Schlacht 
bei Marengo, 25. December in jener am Mincio, 26. December bei Valeggio. 
— Das Regiment war in den letzten Monaten bei Ferrara fortwährend 
zum Vorpostendienste verwendet worden. 

Im Feldzuge 
1805 waren vier Bataillone bei der Vertheidigung Tirols, an den verschiedenen 
Pässen und der Landesgrenze vertheilt, und es wurde 1. November 
im Gefecht am Bodenbichl eine Compagnie von allen Seiten angegriffen, 
grösstentheils zusammengehauen; dasselbe Schicksal erlitt gleichzeitig eine 
am Steinpasse postirte Compagnie. Am selben Tage kämpften ein und eine 
halbe Compagnie bei Unken und 2. und 3. November im Passe Srnpp drei 
Compagnien, denen Abends noch drei Compagnien des zweiten Bataillons 
zu Hilfe kamen. — Das vierte Bataillon gehörte zur Besatzung der Festung 
Euefstein, und erhielt in der dortigen Capitulation 10. November freieu 
Abzug nach Oesterreich. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im sechsten Armee-Corps des FML. Baron Hiller ein- 
getheilt und an folgenden Actionen betheiligt: zweites Bataillon 19. April 
im Gefechte bei Pfaffenhofen. Das Regiment 21. April im Treffen bei 
Landshut, wo es sehr bedeutende Verluste erlitt, 237 Mann todt und 7 Of- 
fiziere 716 Mann an Verwundeten, Gefangenen und Vermissten zählte. — Mit 
grosser Tapferkeit focht es 24. April in der Schlacht bei Neumarkt; 
es griff den Ort an, wobei insbesondere Oberlieutenant Georg Fastner, 
in ein Gebäude des Ortes eindringend, durch das aus diesem eröffnete 



— 81 - 

* 

Feuer in die sich dicht gegen die Brücke drängenden Massen, wie auch 
durch einen kühnen Bajonnet - Angriff auf die französische Cavallerie zur 
Entscheidung des glänzenden Erfolges beitrug. Das Segiment focht 1. Mai 
bei Riedau, 2. Mai zwischen Riedau und Neumarkt, 3. Mai im Treffen bei 
Ebelsberg; wegen seiner Verluste in zwei Bataillons formirt, da es 
in den letzten Kämpfen vom 1. bis 3. Mai abermals über 400 Mann verloren 
hatte. In der Schlacht bei Aspem 21. und 22. Mai hatte es theils allein, 
theils im Verein mit andern Truppen fünfmal das Dorf Aspern gestürmt, be- 
sonders erfolgreich war sein Angriff auf den Friedhof des Ortes 21. Mai. 
Auch hier betrug dessen Gesammtverlust über 300 Mann. Es fochten ferner 
das Regiment und die Grenadiere 5. und 6. Juli bei Wagram und letztere 
im Treffen bei Znaim 10. Juli. 

Im Feldzuge 

1813 zeichnete sich das Regiment ruhmvoll in der Schlacht bei Hanau 30. und 
31. October sowohl im Strassenkampfe des Ortes als bei der hartnäckigen 
Vertheidigung der Lamboy-Brticke über die Kinzig aus, und zählte 311 
Todte und 355 Verwundete. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war es 1. Februar in der Schlacht bei La Rothiere, 23. und 
24. Februar bei der Vertheidigung von Troyes, 27. Februar im Gefechte 
bei Bar sur Aube, und 20. März mit hervorragender Auszeichnung in der 
Schlacht bei Arcis sur Aube. Das dritte Bataillon unter Major Metzen 
nahm das Dorf Torcy mit Sturm und behauptete es gegen wiederholte 
feindliche Angriffe, das zweite Feld- und erste Landwehr-Bataillon imter- 
stützten jenes aufs Tapferste im erbitterten Häuserkampfe. Das Regiment 
verlor 2 Hauptleute und 42 Mann todt, 13 Offiziere und 432 Mann ver- 
wundet. 

1815 stand es als Besatzung in der Bundes-Festung Mainz. 

1821 war es im kurzen Feldzuge gegen Piemont, 1822 als Besatzung in der Cita- 
delle von Alessandria. 

In der Revolution vom März 
1848 in Wien hatten von dem daselbst gamisonirenden Regimente Abtheilungen 
öffentliche Gebäude geschützt, und einzelne Posten-Commando's mit den Auf- 
rührern kleine Gefechte, wie auch in den Vororten Wiens das Regiment zur 
Herstellung der Ordnung, und zum Schutze der kaiserlichen Hofburg verwendet 
wurde. 

Im Feldzuge 
1848 in Italien hatte das im April dahin abgerückte Regiment folgende Ge- 
fechte: zweites Bataillon: Vorpostengefechte bei Pontafel 21. bis 23. 
April und sodann bei der Cemirung der Bergfeste Qsoppo, wo es 28. Mai 
mit Erfolg einen Insurgenten-Transport überfiel, 10. Juni ein Vorpostenge- 
fecht bei Dario, 13. und 28. Juni Ausfälle der leindlichen Besatzung von Osoppo, 
wo es 28. September ein mehrsttlndiges Vorposten-Gefecht daselbst bestand, 

ThttfiMhB, OetienkbUttar. 6 



— 82 — 

9. October das Dorf stürmte, worauf 12. October die Feste capitulirte. Das 
erste Bataillon 28. Mai im Gefechte bei Selva, 19. Juni bei Malcontenta, 7. 
Juli Abwehr eines feindlichen Ausfalles bei Brondolo. Die Grenadier-Divi- 
sion im Gefechte am Tabor bei Wien 6. October. 

Im Feldzuge 

1849 das Regiment bei der Cemirung von Venedig, — die Grenadiere in Ungarn, 
mit Auszeichnung im Treffen bei Komorn 26. April; bei Zsigard 16. ^ Juni 
xmd in der Schlacht bei Pered 21. Juni. 
Im Feldzuge 

1859 gegen die Franco-Sarden in Italien focht das Regiment mit ungemeiner Aus- 
zeichnung 4. Juni in der Schlacht bei Magenta und am Morgen des 5. Juni 
bei Pontevechio di Magenta, im achten Kampfe um diesen Ort. Es zählte 
5 Oflfiziere 172 Mann todt; 23 Offiziere 647 Mann verwundet. Im Berichte 
des Corps-Commandanten FML. Fürsten Edmund Schwarzenberg an das Armee- 
Commando heisst es : „Am fünften früh erstürmte das brave Regiment Gross- 
herzog von Hessen noch einmal Ponte di Magenta, um die Rückzugsbewegung 
zu erleichtern. Es war die letzte Anstrengung eines tapfem Regimentes, das 
am Tage vorher 25 Offiziere verwundet, einen Stabsoffizier und 9 Hauptleute 
verloren hatte, ohne ein einzigesmal im Angriff zu zaudern, im Rückzuge zu 
schwanken." — In der Schlacht bei Solferino 24. Juni hatte das Regiment 
einen mehrstündigen heissen Kampf bestanden, als es von seinem Corps-Com- 
mandanten noch einmal mit den ehrenden Worten: Das Regiment Hessen 
ist brav, Kinder, geht nochmals vor ! zu einem neuen Sturme beordert wurde. 
Dasselbe stürzte sich unter dem Sturmstreich aller Tambours mit verzwei- 
felter Tapferkeit den vorrückenden Franzosen entgegen; der Gegner wurde 
geworfen, aber das brave Regiment hatte seinen Obersten von Mumb nebst 
5 Offizieren todt, 12 Offiziere verwundet, und 350 Mann todt oder verwundet 
zu beklagen. 
Im Feldzuge 

1864 gegen die Dänen hatte das Regiment Theil am Gefechte bei Oberselk 
3. Februar, bei Oeversee 6. Februar, bei Veile 8. März, in welchem es 174 
Gefangene machte, und endlich die dritte Compagnie bei dem Ueberfall der 
Strandwache bei Ahosved 7. Juli. 
Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen im zweiten Armee-Corps FML. Graf Thun der Nord-Armee 
eingetheilt, war dasselbe in der Kanonade von Salnei 30. Juni, — in der 
Schlacht bei Königgrätz 3. Juli und endlich im Treffen bei Blumenau 22. 
Juli. — Das vierte Bataillon hingegen war in Süd-Tirol im Gefechte bei 
Cimego 16. Juli und in jenem bei Bece^a 21. Juli wider die Freischaaren 
Garibaldi's im Kampfe. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

57 Major Maxmilian Prinz zu Salm-Salm, commandirte in momentaner Abwe- 
senheit des Obersten und Oberstlieutenants bei Kolin das Regiment, führte es 



— 83 — 

ungeachtet vier erhaltener Wunden stets mit Ruhm vor, eroberte drei 
Kanonen und musste vom Blutverluste ohnmächtig weggetragen werden. Er 
wurde 1758 MTO.-R. 

1757 Oberst Adam Ferdinand Freiherr Krammer von Overbeck wurde für seine 
vorzügliche Tapferkeit und ausgezeichnete Führung des Regimentes 7. Sep- 
tember bei Erstürmung des Holzberges im Treffen bei Moys 1758 
MTO.-R. 

1759 Im Berichte über das Arrieregardegefecht über Haslau gegen Eger 8. Mai 
sagt FML. Graf Macquire: das Regiment habe sich ausnehmend tapfer und 
standhaft gehalten. 

1762 Im Berichte des FML. Grafen Campitelli über die Erstürmung der Redouten 
bei Brand wird sowohl die Tapferkeit als ganz besonders die Ordnung des 
Leib-Bataillons Salm belobt 

1762 Im Gefechte bei Freiberg wurde Oberst Max Zorn von Plombsheim be- 
sonders belobt 29. October. 

1788 Bei Erstürmung von Novi 3. October hatte Oberst Marchese Zamboni die 
Führung einer Sturm-Colonne übernommen, an deren Spitze Oberlieutenant 
Josef Graf Fiquelmont mit 40 Mann als Erster die rechtsstehende Bastion 
erstieg. Obwohl schwer verwundet, liess sich dieser tapfere Offizier erst ver- 
binden, bis der übrige Theil der Colonne das Schanzwerk ebenfalls erstiegen 
hatte. Er wurde 1789 MTO.-R. — Ausser diesen beiden Offizieren hatten 
sich Hauptmann Marquis Josef Belcredi, Oberlieutenant de Quelff's und 
Lieutenant Hell von Heldenwerth bei Novi ausgezeichnet. 

1789 Regiments-Inhaber FML. Baron Klebek wurde für Auszeichnung beipi Sturm 
auf Belgrad MTO.-C. 

1792 In diesem Feldzuge erhielt die Mannschafl 5 silberne Tapferkeits-Medaillen 

In den Berichten über die verschiedenen Affairen der Feldzüge 

1793 und 1794 wurden wiederholt folgende Offiziere des Regimentes belobt: Oberst 
Ludwig Graf Baillet de Latour, Oberstlieutenant Josef Beyer, Major Baron 
Kottulinsky, die Hauptleute Baron Battaglia, Fröauf, Langer, Baron Lusignan, 
die Oberlieutenants Schrott, Ferdinand Graf Kinsky, Graf Veterani, Schmidt 
und Lieutei^nt Duimonvich. — Im Feldzuge 1793 erhielt die Mannschaft 
18, in jenem 1794 7 silberne Medaillen. 

1795 Bei Erstürmung des Galgenberges bei Mannheim 29. October wurden wegen 
„ihrer besondem Auszeichnung und Tapferkeit" Oberstlieutenant Josef von 
Beyer, Hauptmann Klippl von Elkershausen und Oberlieutenant Dorjo 
sehr angerühmt. 

1795 Bei Wiedereroberung von St. Martin wurden im Berichte des GM. Hetze 
Oberst Marquis Lusignan, Oberstlieutenant von Beyer rühmlich genannt. 
Feldwebel Baumann erhielt für seine hier bewiesene Tapferkeit die goldene 
Medaille, die Erste, welche an das Regiment verliehen wurde. 

6* 



— 84 — 

Im Feldzuge 

1796 wurden in den Berichten: Oberst Marquis Lusignan und Oberstlieutenant von 
Beyer, beide fiir das Gefecht bei Salo, vom GM. Fürst Reuss; — Oberst 
lieutenant von Beyer noch überdiess für jenes bei Caliano vom FML. Davi- 
dovich belobt ; — im Gefechte bei Besenello hatten sich Hauptmann O'Dorant, 
die Lieutenante Thaler und Reuland hervorragend ausgezeichnet. Die 
Mannschaft hatte in diesem Feldzuge 3 silberne Tapferkeits - Medaillen er- 
halten. 

1799 Im Treffen bei Verona in der Relation unter den Ausgezeichneten der Major 
Josef Graf Fiquelmont besonders hervorgehoben 30. März. 

1799 In der Relation über die Schlacht an der Trebbia 17. bis 19. Juni wurde der 
Grenadier-Hauptmann von Rummelsfelden belobt. 

Für wiederholte Auszeichnungen im Feldzuge 

1799 erhielt der seit 1793 mit der silbernen Tapferkeits-Medaille decorirte Feld- 
webel Georg Fastner die goldene Medaille. 

1800 Im Gefechte bei St. Martine d'Albano hatten sich 14. April Hauptmann 
Bischof, Oberlieutenant Emanuel Graf Rosifires und Lieutenant Bassler her- 
vorragend ausgezeichnet. 

1800 Im Gefechte am Monte Becco 28. Mai wird Oberst Baron Kottulinsky sammt 
der Truppe besonders gerühmt. Capitänlieutenant Lutz, Lieutenant Krauss, 
Fähnrich Renaut erscheinen in der Relation unter den Ausgezeichneten. 

1805 Bei Vertheidigung des Passes Strupp 2. und 3. April belobt FML. Graf St. 
Julien die standhafte umsichtige Leitung des Oberstlieutenants Fröauf; — 
auch wiirden die Majore Raimund Eberl und Joachim Puteany, Hauptmann 
Thaler und Lieutenant Strobel belobt. 

1809 Im Gefechte bei Pfaffenhofen 19. April haben sich Hauptmann Graf Brias, 
Oberlieutenant Chevalier Hermann und Lieutenant Festräts; in der Schlacht 
bei Landshut 21. April Major Raimund Eberl, die Hauptleute Graf Brias, 
Czakmasz, Basdar, Lieutenant Baron Messina und Fähnrich Marquis Asse- 
reto besonders hervorgethan. 

1809 Oberlieutenant Georg Fastner (ein Zögling des Regiments-Erziehungshauses, 
1793 mit der silbernen, 1799 mit der goldenen Medaille decorirt) wurde für 
seine Waffenthat bei Neumarkt 24. April MTO.-R., ausserdem hatten sich 
daselbst Oberlieutenant Christ, die Lieutenants Strobel und Schwarz aus- 
gezeichnet. 

1809 FML. Hiller nennt in seinem Berichte unter den Ausgezeichneten von Aspern: 
Major Raimund Eberl, Hauptmann Eschermann und Lieutenant Baron Messina; 
— ferner wurden einer besondem Anerkennung würdig erachtet : Regiments- 
Commandant Oberst Albert de Best, Oberstlieutenant Martin von Steinmann, 
Hauptmann Czakmasz und Oberlieutenant Blonsky. — Ausser diesen officiell 
Belobten hatten sich noch ausgezeichnet die Hauptleute Baron Seyfertitz 
und Graf Emanuel Rosi^res, Oberlieutenant Fastner, Lieutenant Nemetczek 
und Fähnrich Baron Collins. — Die Mannschaft hatte im Feldzuge 1809 
9 silberne Tapferkeits-Medaillen erhalten. 



— 85 - 

1813 In der. Relation über die Schlacht bei Hanau 30. und 31. October wurden 
Oberstlieutenant Josef Flette von Flettenfeld und Major Hieronymus Jambline 
sehr belobt. Die Mannschaft erhielt eine goldene, 4 silberne Medaillen. 

1814 G. d. Cav. Baron Frimont rühmt in seiner Relation über das Gefecht bei 
Troyes 23. und 24. Februar den Oberstlieutenant Josef Flette von Fletten- 
feld, die Hauptleute Ferdinand Baron Harsch und Basdar. Die Mannschaft 
erhielt eine goldene und eine silberne Medaille, ebenso im Gefechte bei 
Bar sur Aube eine goldene und eine silberne. — Für ihr tapferes Verhalten 
bei Arcis sur Aube 20. März erhielt die Mannschaft 2 goldene, 13 silberne 
Medaillen und 4 Geldbelohnungen. 

In der März-Revolution zu Wien 
1848 hatten sich durch Vertheidigung und Herstellung der Ordnung ausgezeichnet 
die Hauptleute Graf Lasberg, von Brajkovich, die Oberlieutenants Metzler, 
Bauer, Eggs von Rheinfelden. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien bei Osoppo und im Venetianischen hatten sich bei verschiedenen 
Gelegenheiten ausgezeichnet und wurden belobt: bei Selva 28. Mai Haupt- 
mann Schrutlek, die Oberlieutenants Hermann Andris von Heldenhort, Josef 
Bauer und Lieutenant Baron Stetten; — bei dem Sturme auf Monte Mauria 2. 
Juni Hauptmann Brodesser, Lieutenant Adolf Baron Sacken ; — bei Campo di 
Osoppo 30. Mai Hauptmann Novach, Lieutenant Matzak von Ottenburg, bei 
Dario 10. Juni Oberlieutenant von Schnetter; — im Vorposten-Gefechte bei 
Osoppo; Hauptmann Georg Prohaska, Oberlieutenant Littrow. — Bei Er- 
stürmung von Osoppo Hauptmann Prohaska, Lieutenant Achilles von GröUer. 

1849 Für Auszeichnung im Feldzuge in Ungarn (bei Komorn 26. April und 
Pered 21. Juni): OEKO.-R. 3., MVK. Major Grenadier-Bataillons-Comman- 
dant Anton Richter von Binnenthal. — In der Kriegsepoche 1848 und 1849 
erhielt die Mannschaft 3 goldene, 7 grosse und 14 kleine silberne Tapfer- 
keits-Medaillen. 

1859 Für Auszeichnung in der Schlacht bei Magenta 4. Juni: OLO.-R. Oberst 
Regiments-Commandant Ferdinand Mumb von Mühlheim, Oberstlieutenant 
Adolf Freiherr Schütte von Warensberg. OEKO.-R. 3. Major Johann Töply 
von Hohenvest und Oberlieutenant August von Jurkovics. MVK. Major 
Josef von Ulrich, Adolf Ritter Prinzinger von Ari, den Hauptleutcn Schiffer, 
Baron Stetten, Josa, Edler von GröUer, Ritter von Henriquez, von Kreyssem, 
Zillich, Hiltl, Wolf, Bennesch, Rosner, Hödl, Getier, Fischer, Freyschlag 
Edler von Freyenstein, Burka — die Oberlieutenants Hund, Danninger, 
Kern, die Lieutenants Kirkovic, Eggner, Pauli. — 10 Offiziere erhielten die 
Allerhöchste Belobung. — Die Mannschaft 7 goldene, 20 grosse und 49 kleine 
silberne Tapferkeits - Medaillen, 12 Geldbelohnungen. 

1859 Für Auszeichnung bei Solferino 24. Juni: OEKO.-R. 2. deraj gefallenen 
Obersten Ferdinand Mumb von Mühlheim zuerkannt. OEKO.-R. 3. Ober- 
lieutenant Otto Hund. GMVK. Regiments-Caplan Menschik. MVK. Oberst- 
lieutenant Adolf Freiherr Schütte von Warensberg. Die Hauptleute Mayem 



«- 86 -- 

von Hohenberg, Baravalle Edler von Brackenburg, Matzak von Ottenburg, 
von Barisani, Centner, Grasböck, Danninger, Oberiieutenants Stadtthaler, 
Mayer, Lieutenants Rosenberger, Egloff von Engvillen, — zuerkannt dem 
gebliebenen Oberlieutenant Lang von Langen. 11 Offiziere erhielten die 
Allerhöchste Belobung. Die Mannschaft 18 grosse, 89 kleine silberne Tapfer- 
keits-Medaillen, 88 öffentliche Belobungen. 

1864 Für Auszeichnung im Feldzuge gegen die Dänen. ÖLO.-R. Hauptmann 
Wilhelm Mayern von Hohenberg. OEKO.-R. 3. den HAuptleuten Achill, 
Edler von GröUer, Karl Matzak von Ottenburg, Friedrich Benesch, Ober- 
lieutenant Albin Kern. MVE. Major Hugo Taulow Ritter v. Rosenthal 
Hauptmann Franz von Czako, Oberlieutenant Vorgeitz, die Lieutenants Schftdl- 
bauer und Schneiperg — 8 Offiziere die Allerhöchste Belobung. Der 
Mannschaft: eine goldene, 10 grosse, 39 kleine silberne Medaillen, 210Geld- 
belohnuugen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 OEKO.-R. 3. Major Alexander Josa. MVK. Hauptmann Hofer — zwei 
Ofßziere die Allerhöchste Belobung. — Die Mannschaft 5 grosse, 11 
kleine silberne Medaillen. 

1868 erhielt das Regiment dunkelblaue Waffenröcke statt der bisherigen weissen. 
Das Regiment trug zur Zeit seiner Errichtung weisse, blau ausgeschlagene 
Röcke, — erst 1757 erhielt es die noch gegenwärtigen schwarzen Aufschläge. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupalions-Feldzuge 
1878 MVK. der dem Generalstabe zugetheilte Oberlieutenant Carl Ritter von 
Pfiffer. 

* 
Vor dem Feinde gebliebene Gonimandanten und Stabs-Offiziere. 

1794 Regiments - Commandant Oberst Eduard Jamez an den Folgen einer beim 
Rückzuge auf Marchienne au Pont durch einen Kanonenschuss erlittenen Ver- 
wundung t 27. Mai. 

1799 MTO.-R. Major und Grenadier -Bataillons- Commandant Josef Graf Fiquelmont 
an den Folgen seiner schweren Verwundung bei Magnano f zu Verona 17. April. 

1859 Regiments-Commandant Oberst Ferdinand Mumb von Mtlhlheim f ui der 
Schlacht bei Solferino 24. Juni. 

1859 Major Eberhard Baron Stetten an den Folgen einer bei Solferino erhaltenen 
Kopfwunde f im Civilspitale zu Verona. 17. Juli. 



|f 



Galizisches 

INFANTERIE -REGIMENT N» 15. 

(1846.) 

ADOLF HERZOG ZU NASSAU. 

Dunkelblaue Waffenröcke, krapprothe Egälisirung, Knöpfe gelb. 

Ergänzungsbezirksstation : Tarnopol 



Inhaber. 



1701 errichtet von seinem Inhaber': 

1701 Carl Josef Ignaz Prinzen von 
Lothringen und Bar Bischof zu 
Osnabrück und von 1711 an 
ChurfUrst zu Trier f 1715. 

1716 Leopold Josef Herzog von Loth- 
ringen FM. 

1726 Carl Alexander Herzog von Loth- 
ringen erhielt 1736 das gegen- 
wärtige 3. Infanterie Regiment. *• 

1736 FTU. Johann Lucas Marqius Pal- 

LAVICINI t 1773. 

1773 FZM. Dominico Santo Tomiotti 
de Fabris Conte di Cassano 
MTO.-R. t 1789, 

1790 FML. Eduard Graf D'Alton f in 
der Schlacht bei Dünkirchen 1793. 

1797 FZM. Wilhelm Georg Prinz von 
Oranien • Nassau MTO.-R. f zu 
Padua 6. Jänner 1799. 



1799 bis 1802 unbesetzt. 

1802 FML. Carl Baron Riese f 1805. 

1606 FML. Anton Baron Zach MTO.-R. 

t 22. November 1826. 
1827 Don Pedro Herzog von Bra- 

GANZA f 1835. 
1835 FZM. Anton Freiherr von Ber- 

TOLETTi f 6. Mai 1846 zu Wien 

(war seit 1827 sfweiter Inhaber). 
1846 Adolf Herzog von Nassau. 

Zweite Inhaber: 

1846 FML. Franz Graf Ludolp 1849 
dieser Stelle enthoben. 

Ifc49 FZM. Anton Freiherr Csorich 
von Monte Creto MTO.-R. f zu 
Dombach 15. Juli 1864. 

1864 FML. Friedrich Freiherr Jacobs 
von Kannstein wurde 1870 In- 
haber des 8. Infanterie-Regiments 



Feldzflge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses vom Bischöfe von Osnabrück Prinzen Carl Josef von Lothringen 
dem Kaiser Leopold I. überlassene Regiment machte : 
Im spanischen Erbfolgekriege bis 



- 88 - 

1709 die Feldzüge am Rhein mit und war 1704 10. November beim Ver- 
suche auf Altbreisach, — 1709 kam es nach Spanien zur Armee des FM. 
Grafen Guido Starhemberg und focht 1710 in den Schlachten bei Almenara, 
Saragossa und Villa- Viciosa, 1711 war es im December beim Entsätze der 
Festung Cardona, 1713 wurde es in die kaiserlichen Erbstaaten überschifft. 

1718 und 1719 machte es die Feldztige in Sicilien mit, und war 1719 20. Juni 
in der Schlacht bei Francavilla. 
Im Feldzuge 

1734 gegen die Spanier im Neapolitanischen gehörten 2 Bataillone zur Besatzung 
der Festung Capua, an deren heldenmüthigen Vertheidigung unter FML. 
Grafen Traun vom 9. April bis 30. November dieselben ruhmvollen Antheil 
hatten, ebenso an dem glänzenden Ausfall der Besatzung 10. August. In 
Folge der höchst ehrenvollen Capitulations-Bedingnisse wurden diese auf spa- 
nischen Schiffen von Manfredonia nach Triest transportirt. 
Während des Türkenkrieges 

1737 bis 1739 war das Regiment in Italien und besetzte Toscana, ein Bataillon 
wurde auf Execution 1737 nach Sarsano im Gebiete der Republik Genua 
bis zur Herausgabe mehrerer von diesen zurückgehaltenen kaiserlichen 
Deserteure geschickt. 

Im österreichischen Erbfolgekriege kam das Regiment im December 

1741 zum KhevenhüUer'schen-Corps, in welchem es 1742 die Winter-Expedition 
nach Oberösterreich und Baiern mitmachte; bei der Vertheidigung von Kehl- 
heim im April hatte ein Bataillon thätigen Antheil. 1743 war es am Rhein, 
kam sodann nach Italien, war 

1744 bei der Unternehmung gegen Neapel, von wo es auf dem Meere nach La- 
vano transportirt wurde. 
Im Feldzuge 

1746 focht es in der Schlacht bei Rottofreäo, ferner bei der Besitznehmung von 
Genua und zur Zeit des dortigen Aufstandes die Grenadiere in dieser Stadt^ 
das Regiment aber zu Pietro d' Arena. Oberst Baron Okelly hatte 6. De- 
cember die Posten in Genua mit 1000 Mann verstärkt; 1747 im Mai wax 
ein Bataillon unter Major Allemann bei der Blokade des Schlosses Massone. 
Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 

1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag, war daselbst als Besatzung bei der nun 
erfolgten Belagerung dieser Stadt, 22. November in der Schlacht bei Bres- 
lau und ein Bataillon 5. Dezember in jener bei Leuthen, 1758 ein Bataillon in der 
Belagerung von Neisse, 1760 war das Regiment in der Belagerung 
von Dresden im Treffen bei Strehlen und bei der Belagerung von Wit- 
tenberg, wo Oberstlieutenant Baron Gabelkoven 13. October mit dem 
preussischen General Salamon die Capitulation abschloss. 1761 in Sachsen, 
1762 beim Uebergang über die Mulde, 2. August im Gefechte bei Töplitz 
erstürmte ein Bataillon im Verein mit einem des ungarischen Regimentes 
Fürst Esterhazy (Nr. 33) im vollen Laufe die dortigen Anhöhen, und 
behaupteten diese beiden den wichtigen die Gegend dominirenden Punkt, 
22. September war das Regiment beim Angriffe auf die feindlichen Verschan- 
zungen bei Pretschendorf. 



— 89 — 

Im baierischen Erbfolgekriege that sich das Regiment 
1779 18. Jänner beim Angriffe auf Habeischwert besonders hervor. Regiments- 
Commandant Oberst Marquis Pallavicini forcirte mit dem Regimente das 
61a£sische Thor, das er mit eigener Hand öffnete, warf die dortige Haupt- 
wache über den Haufen, eroberte 10 Fahnen imd 2 Kanonen und machte 
22 Offiziere und 533 Mann gefangen. 

Im Türkenkriege 
1788 und 1789 stand nur ein Bataillon im Felde und war 1788 im Treffen 
bei Lasmare. 

Im Kriege gegen die französische Republik kam das Regiment 
l792 in die Niederlande, 29. April zwei Divisionen im Scharmützel bei Toumay, 
17. Mai ein Bataillon in Gefechte bei Bavay, 25. September bei der Einnahme 
der Vorstädte von Lille, das 3. Bataillon 1793 bei der Belagerung von Mainz. 
Oberst von Zoph Brigadiers-Dienste verrichtend, bemächtigte sich 30. April der 
Stadt Arlon. 1794 war das Regiment in den Gefechten an der Sambre, 3. Au- 
gust ein Bataillon bei Vertreibung des Feindes aus der Vorstadt von Ltittich 
an der Karthause, 1795 Abtheilungen in Mainz als Besatzung. 1796 ein 
Bataillon zu Mannheim und eines bei der Belagerung von Kehl, welches 

1797 1. Jänner mit einem Bataillon Sztaray Nr. 33 die pallisadirten Fle- 
schen in der Schwabenschanze eingenommen hat ; 20. April bei dem Rhein- 
tibergang der Franzosen bei Kehl hatte das Bataillon bei Vertheidigung der 
dortigen Posten viel gelitten. 
Im Feldzuge 

1799 waren 7 Compagnien bei der Unternehmung auf St. Luciensteig in 
Graubündten und wurden, von einer feindlichen Uebermacht eingeschlossen, 
trotz der tapfersten Gegenwehr grösstentheils gefangen, der Rest des Regimen- 
tes war im Juli bei der Belagerung der Citadelle von Alessandria, später 
bei der Eroberung der Festung Coni. 

Im Feldzuge 

1800 stand das Regiment im April und Mai im Genuesischen, war 7. Mai beim 
Angriffe auf den Monte Carvo, bei der Belagenmg von Genua, wo es 19. 
Mai sehr tapfer einen feindlichen Angriff abwehrte, 25. December in der 
Schlacht am Mincio und ein Bataillon beim Sturm auf Valeggio. 

Im Feldzuge 
1805 bei der Armee in Deutschland im Corps des FML. Grafen Riesch bei 
Ulm, 14. October im Gefechte bei Elchingen und in Folge der ülmer Capi- 
tulation 17. October gerieth das Regiment grösstentheils in Kriegsgefan- 
genschaft. 

Im Feldzuge 
1809 im II. Armee-Corps in Baiern mehrere Gefechte bestehend, zeichnete 
sich das Regiment in der Schlacht bei Aspern vorzüglich aus. 21. Mai 
hatte es ruhmvollen Antheil an der heldenmüthigen Abwehr der Infanterie 
des FML. Prinzen Hohenzollem gegen die wüthenden Angriffe der franzö- 
sischen Reitermassen. Am 2. Schlachttage 22. Mai stellte sich in einem ent- 



— 90 — 

scheidenden Gefeclits-Momente der Genera lissimufi Erzherzog Carl, die Leib- 
fahne des in seiner Nähe kämpfenden Regimentes ergreifend^ an dessen 
Spitze und führte dasselbe unter begeisterten Vivats gegen den Feind! Alle 
andern Bataillone stürmten in enthusiastischer Begeisterung dem Regimente 
nach, und furchtbar wüthete das Bajonnet in den dichtgedrängten Reihen der 
Franzosen. Das Regiment Zach drang in das zertrümmerte Aspem ein, und 
besetzte dessen nordwestliche Theile. In der Schlacht bei Wagram leistete 
dasselbe 5. und 6. Juli beim Angriffe der Franzosen auf Baumersdorf unter 
seinem tapferen Brigadier General Buresch den entschlossensten Widerstand 
und focht 10. und 11. Juli im Treffen bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment im Armee - Corps des FML. Grafen Elenau eingetheilt, 
26. und 27. August bei Dresden, und in der Schlacht bei Leipzig eroberte 
es 16. October mit stürmender Hand den Ort Seifertsheim und war später 
bei der EinscUiessung von Dresden. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich hatte sich dasselbe besonders ausgezeichnet im Treffen bei 
Montereau 18. Februar, erlitt aber bedeutende Verluste. Ein Bataillon war 
unter Major CoUard im offenen Felde mit gefäUtem Bajonnet auf die fran- 
zösische Reiterei losgesttlrzt und warf im Vereine mit den Württembergem 
dieselbe bis in den Wald von Valence zurück. — Das Regiment hatte das 
Schloss Surville besetzt und von einem beinahe vierfach überlegenen Feind 
mit einem kreuzenden Feuer seiner Batterien unter den Augen des anwe- 
senden Kaiser Napoleon angegriffen. Der Verlust des Regiments in diesem 
Treffen belief sich an Todten, Verwundeten und Gefangenen im Ganzen auf 
25 Offiziere, 1025 Mann. Ein Bataillon war bei der österreichischen Süd- 
Armee in der Colonne des FML. Baron Wimpffen. 1815 wieder in Frank 
reich, und die Grenadiere im grossen Armee-Lager bei Dijon. 

In der Kriegs*Epoche 

1848 war das Regiment zur Zeit des Ausbruches der October- Revolution in 
der Garnison Wien, und 6. October im Gefechte am Tabor, der dortigen 
Brücke und in der innem Stadt, 28. bis 31. October bei der Wegnahme der 
Taborbrücke, beim Sturm auf den Nordbahnhof, auf die Jägerzeile und end- 
lich bei Erstürmung des Burgthors, bei welchen Kämpfen es mit ausgezeich- 
neter Bravour focht. Im December stand es bei Schlosshof und Marcheck 
zur Beobachtung der March. 

Im Feldzuge 

1849 war dasselbe bei Verfolgung des Görgey 'sehen Insurgenten-Corps gegen die 
Bergstädte, in der Schlacht bei Waitzen 10. April und bei Nagy Sarlo 
19. April. Im Sonuner-Feldzuge 1849 waren die 3 Feld-Bataillone und 
das 1. Landwehrbataillon vereint im IV. Armee-Corps FML. Baron Wohl- 
gemuth, und fochten in den bei den Schlachten bei Komorn 2. und 11. 
Juli, im Gefechte bei Uj Szegedin 3. August und im Treffen bei Szöreg 5. 
August, wo 5 Compagnien des Regimentes einen entschlossenen Bajonnet- 



— 91 - 

Angriff unternahmen, einige Insurgenten-Bataillone vom dortigen Damm ver- 
trieben und ihnen 2 Geschütze abnahmen. 

Während des Feldzuges 
1859 in ItaUen gehörte das Regiment zu dem im Küstenlande stehenden X. Armee- 
Corps, welches in keine feindliche Action kam. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im VIII. Armee-Corps der Nord-Armee 
eingetheilt, und focht 27. Juni im Gefechte bei Nachod, 28. Juni im Treffen 
bei Skalicz und 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz^ besonders im ersteren 
erlitt es grosse Verluste. Das 4. Bataillon bei den Besatzungs-Truppen in 
Istrien war 26. Juli im Gefechte bei Versa. 



Tapferkeits-AuszeichniuLgen and besondere Denkwürdigkeiten. 

1704 Oberstlieutenant Brille hatte sich beim Versuche auf Alt-Braisach 10. No- 
vember als Bauer verkleidet daselbst eingeschlichen^ wurde aber erkannt, 
tödtlich verwundet und gefangen. Er starb in der Festung, wo ihn die 
Franzosen mit allen militärischen Ehren zu Grabe geleiteten. 

1734 Lieutenant Molitor commandirte bei dem Ausfalle der Besatzung von Capua 
10. August die Grenadiere und die Freiwilligen, fiel bei la Foresta über 
die spanischen Vorposten, die er entwaffnete, zog dann gegen Camino, wo er 
alles daselbst vorhandene Vieh zusammentrieb und mit dieser Beute den 
Rückzug nach Capua antrat. 

1742 Oberstlieutenant Baron Triebe zeichnete sich 10. April durch seine tapfere 
Vertheidigung von Kehlheim gegen den baierischen FM. Grafen Tön'ing 
aufi, und wm*de durch FML. Bärenklau entsetzt. 

1746 Oberst Wilhelm Baron Okelly that sich durch umsichtige und tapfere 
Führung des Regimentes in der Schlacht bei Rottofredo besonders hervor. 

1748 Maior Baron Tillier begleitete den FZM. Grafen Browne im November zum 

Friedens-Congresse nach Nizza. 
1757 Oberst Baron Tillier sich beim Ausfalle der feindlichen Besatzung von Schweid- 

nitz 10. October ausgezeichnet. 

1760 In der Belagerung von Dresden haben sich Oberstlieutenant Hasslinger, die 
Oberlieutenants Max Chimani, Graf Althann und Lieutenant Nürnberger 
ausgezeichnet. 

1762 Oberstlieutenant Albert Baron Gabelkoven sich an der Spitze des Bataillons 
im Gefechte bei Töplitz hervorgethan. 

1779 Oberst Carl Marquis Pallavicini wurde für seine glänzende Waffenthat bei 
Habeischwert 18. Jänner sogleich GM. und kurz nachher MTO.-R. Ausser ihm 
wurde Major Fellner angerühmt. Kaiser Josef II., im October 1780 die 
Cantonirungen des Regimentes bereisend, sprach dem Offiziers-Corps für den 
Tag bei Habeischwert seinen Dank aus, und beschenkte die an diesem 
betheiligte Mannschaft mit 300 Ducaten. 



— 92 - 

1788 Oberlieutenant Pflacher wurde für Auszeichnung bei Lasmare vom Kaiser 
Josef II. zum Capitän befördert. 

1792 Major Retz wegen Auszeichnung bei Toumay zum Oberstlieutenant befördert. 

1796 Oberlieutenant Bausch beim Rückzuge von Rench bis Stollhof en im Juni an- 
gerühmt. 

1796 und 1797 bei der Belagerung von Kehl wurden wegen Auszeichnung in den 
Berichten angerühmt: die Hauptleute Zagitschek, Schwarzer, Benigni, die 
Lieutenants Mannagetta, Fargas, O'Grady. 

1799 Die Lieutenants Sedlaczek und Fargas zeichneten sich bei der Belagerung 
von Alessandria aus, letzterer blieb bei einem feindlichen Aiusfalle 21. Juli 
todt am Platze. 

1809 FML. Prinz Hohenzollem nennt in seinem Berichte unter den Ausgezeich- 
neten von Aspem den Hauptmann Ogrady und Lieutenant Reuss des Re- 
gimentes. 

1848 Die aufrührerische Hauptstadt Wien gab der loyalen Haltung des Regi- 
mentes das schönste Zeugniss dadurch, dass unter den Capitulations-Beding- 
nissen auch die enthalten war: „das Infanterie-Regiment Nassau nicht mehr 
zur Wiener Garnison zu bestimmen". 

1848 In den Gefechten bei Wien, insbesondere bei Erstürmung des Burgthors 
31. October zeiclmete sich Oberst Regiments-Commandant Fürst Felix Jablo- 
nowski besonders aus, und verrichtete Brigadiers-Dienste. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen in Ungarn 
1848 und 1849 MVK. Oberst Carl Edler von Braimi, die Majore Johann Pasch 
und Vincenz Abele, die Hauptleute Töply von Hohenwest, Schauer von 
Schröckenfeld, Friedl, die Oberlieutenants Klöckner, Kreb, Dutschinski, 
Peteani Ritter von Steinberg, Mattausch, Swidzinski, die Lieutenants Baron 
Schell, Baron Wrazda, Gast und Nowak. 

1868 erhielt das Regiment die dunkelblauen Waflfenröcke statt der bisherigen 
weissen anbeföhlen. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 MVK. Hauptmann Josef Piekarski. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-OfEiziere. 

1704 Oberstlieutenant Brille in Altbraisach tödlich verwundet, f in feindlicher 
Gefangenschaft im November. 

1757 Major D'AIbertitz in der Schlacht bei Prag j 6. Mai. 

1794 Major Fedini f in einem Gefechte an der Sambre im Juni. 

1848 Oberstlieutenant Carl Klein f im Gefechte am Tabor nächst Wien 6. October. 

1866 Oberstlieutenant Moises PoUovina f im Gefechte bei Nachod 27. Juni. 





Kroatisches Warasdiner 

INFANTERIE-REGIMENT N* 16. 

(1870.) 

WETZLAR VON PLANKENSTEIN GUSTAV FREIHERR FML 

Dunkelblaue Waffenröckey schwefelgelbe Egcdisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbczirksstation: Belovar. 



Inh 

1703 errichtet aus drei Compagnien 
Deutschmeister Nr. 4 — zwei 
Compagnien Thtirheim Nr. 28 
und zwei Heister (reducirt), 
sowie aus neugeworbener Mann- 
schaft. 

1703 FZM. Damian Hugo Graf Vm- 
MOND t 1722. 

1722 FZM. Alois Graf von Living- 

8TE1N f. 

1741 FM. Christian Moriz Graf Köniq- 

SEGY ROTHENPELS f im Juli 

1778. 
1778 FZM. Ludwig Baron Terzy 

MTO.-C. t z« Wien 8. Februar 

1800. 
1802 Erzherzog Rudolf (erhielt später 

das 14. Infanterie-Regiment). 

1W6 FZM. Marquis Franz Lusignan 
MTO.-R. t zu Eiwanowiz in 
Mähren 23. December 1832, war 
seit 1802 zweiter Inhaber. 



aber. 

1833 



1835 



1835 



1848 



1835 
1837 

1845 



1855 



1870 



FML. Christian Graf Kinskt 
MTO.-R. t zu Wien 7. Februar 
1835. 

m 

FMK Stephan von Ertmann f 
zu Mailand 5. September 1835. 
Erzherzog Friedrich FML., Vice- 
Admiral f zu Venedig 5. October 
1847. 

FML. Peter Zanini f zu Wien 
1855 (war seit 1846 zweiter In- 
haber). 

(Zweite Inhaber: 

bis 1837 FML. Josef de Lort. 

bis i845 FZM. Cari Ritter Pausch 

von Werthland. 

bis 1846 FML. Ferdinand Anton 

Freiherr von Hauer f zu Gratz 

21. Juli 1846.) 

FML. Stephan Freiherr von 

Wernhardt f 1869. 

FML. Gustav Freiherr Wetzlar 

von Plankenstein. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dies Regiment diente während des spanischen Erbfolge-Krieges in Ungarn 
gegen die Rakoczy'schen Rebellen. 




— 94 - 

1704 war es in der ScUacht bei Gyarmath unweit Raab. 

nOö in der Schlacht bei Schibo, ein Bataillon auf dem rechten, zwei Bataillone 
am linken FlUgel. 
Im Türkenkriege focht es 

1716 bei der Belagerung von Temeavar und dem Sturme auf die dortige grosw 
Palanka, 1717 war es bei der Belagerung und 16. August in der Schlacht 
von Belgrad. — Bei einem Ausfalle der Türken 17. Juli hatte Lieu- 
tenant Mardefetd mit 9 Grenadiers 20 Türken getödtet und eine Fahne 
erobert. 1718 hatte es bei dem Passarowitzer Friedens - Congresee, deesen 
Verhandlungen der ßegiments-Inhaber Oraf Virmond leitete, die Aufwartung. 

1732 machte dasselbe den Feldzug in Cktrsica mit and 
Im Feldzuge 

1734 bei der Armee in Ober-Italien focht es in der Schlacht bei Parma 29. Juni 
und Guaatalla 19. September. 
Im Österreichischen Erbfolgekriege kam das Regiment 

1741 zum Khevenhüller'Bchen Corps, Deeember, war 1742 Anfangs bei der Winter- 
Expedition nach Ober-Oesterreich und Baiern, später bei der Hanpt-Armee 
in Böhmen, 17. Mai in der Schlacht bei Chotusitz und bei der Belagerung 
von Prag. — 1746 in Italien focht es unter Führung seines Obersten von 
Marini in den Schlachten bei Fiacenza und Rottofreddo, bei der Besitznahme 
von Genua und bei der Unternehmung in die Provence, 1747 bei der Be- 
lagerung TOD Genua. 
Im siebenjährigen Kriege 

1757 6. Mai war ein Bataillon in der Schlacht bei Prag, das Regiment im 
Treffen bei Görlitz 7. September und in den Schlachten bei Breslau und 
Leuthen, 22. November und 5. Deeember, 1758 14. October in der Schlacht 
bei Hochkirch deckte es mit zwei andern Re^mentem die Gegend bei 
Stromberg und das Dorf Glossen, 1759 musete es im April in Bfihmen aus 
den Verschanzungen bei Passberg mit grossem Verluste der feindlichen 
Uebermaeht weichen. 1760 war dasselbe 23. Juni in der Schlacht bei Landshut 
und der Belagerung und der Erstürmung von Glatz, 1761 ein Bataillon 
bei der Eroberung von Schweidnitz und dem Angriffe auf das sogenannte 
Galgenfort, 1762 ein Commando und die Grenadier- Com pagnie in der Bela- 
gerung von Schweidnitz. Bei dam Ausfalle auf die feindliche Minen- 
galerie in der Nacht vom 29. — 30. August war der Grenadier - Ober- 
lieutenant Tiemar mit 30 Freiwilligen links gegen die Laufgr&ben vor- 
gedrungen, gewann die Flanke der Parallele und zerstörte die feindliche 
Galerie von Grund aus. Bei einem zweiten Ausfalle 27. September hatte 
«ich die Gren ad ier-Com pagnie besonders hervorgethan. 
[8 Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Armee in Böhmen. 
Im TUrkenkriege 

17. Februar 4 Compagnien bei der misslnngenen Unternehmung auf 
Seraeiidria; — die zwei Feld - Bataillons im Treffen bei Lasmare und 



-- 96 - 

unterstützten bei dem Rückzuge auf Fenisch 29. August mit ihren Regiments- 
Geschützen die Arrieregarde bei dem Passe Kornia. — 14. September wirkten 
sie bei Vertheidigung des Postens Armenisch thätig mit. 1789 im Treffen 
bei Mehadia 28. August unterstützten sie die verschiedenen Posten, tödteten 
mehrere 100 Türken und eroberten 4 Fahnen. 

Im Kriege gegen die französische Republik 
1793 23. August ein Bataillon im Bienwalde sich ausgezeichnet, daselbst 
12. September die dortige Chaussee tapfer vertheidigt, 17. September bei 
Rheinweiler und Bellingen den versuchten Rhein-Uebergang der Franzosen 
gehindert mit Zusammenschiessung eines ihrer Schiffe, ferner bei Eroberung 
der Weissenburger Linien und im December bei Vertheidigung der Position 
im Marienthaler Walde sich hervorgethan. 1794 kam das Regiment zur 
Armee nach Italien und war 1795 23. November bei Vertheidigung der 
Posten bei Lonno im Genuesischen. Bei dem Rückzuge aus dieser Gegend 
schlug sich die zur Besetzung des Berges Ca*stellaro detachirte Division muthig 
durch die feindliche Uebermacht. 1796 12. April im Treffen bei Montenotte 
ein von drei Seiten angegriffenes Bataillon grosse Verluste erlitten — 10. Mai 
in der Schlacht bei Lodi hatte das Regiment die Addabrücke heldenmüthig 
gegen die von der Anwesenheit Bonaparte's begeisterten französischen Grena- 
diere vertheidigt, jedoch ausserordentlich gelitten, musste der Uebermacht 
weichen, kam als Besatzung in die Festung Mantua und wurde in den nun 
folgenden zwei Belagerungen fast gänzlich aufgerieben. 

1797 musste ein neues Leib-Bataillon errichtet, ebenso die beiden andern Bataillons 
neu formirt und das rcorganisirte Regiment 

1798 in Gratz vereinigt werden. 

Im Feldzuge 

1799 im Juli kam das Regiment sammt den Grenadieren zur Belagerung von 
Mantua, hielt sich sehr tapfer in der Schlacht bei Novi 15. August, wo es 
aber starke Verluste erlitt; — 4. und 5. November war es in der Schlacht 
an der Stura bei Fossano, und einzelne Abtheilungen in diesem Monate bei 
der Vertreibung der Feinde von Borgo San Dalmazzo. 

Im Feldzuge 

1800 im April in der Riviera in der rechten CoJonne der Armee des G. d. Cav. 
Baron Melas, welche unter FML. Elsnitz den Bergrücken von San Giacomo 
bis an das Meer defensiv behaupten und den Rücken der beiden ersten 
Colonnen während ihrer Operationen gegen Genua decken sollte. Haupt- 
mann Michael Le Breux vertheidigte mit seiner 200 Mann starken Divi- 
sion des Regimentes das Fort Finale, einen äusserst wichtigen Punkt, unter 
den schwierigsten Umständen, da der Platz ohne Artillerie und im 
schlechtesten Zustande war, dennoch vom 10. April bis 22. April auf das 
umsichtigste und heldenmüthigste ; eine der glänzendsten Thaten dieses Feld- 
zuges. — Das Regiment besetzte später Legnago, kam im August nach 
Mantua, 4 Compagnien waren 10. December bei der Einnahme von Cento, 
das Regiment 25. December in der Schlacht am Mincio. 



— 96 - 

Im Feldztige 
1805 war dasselbe bei der Armee in Italien, jedoch nur die Grenadiere in der 
Schlacht bei Caldiero. 

Im Feldzüge 

1809 war es in Tirol. Im Gefechte bei Murazzo und im Treffen bei Volano 
zwei Bataillone 24. April. Hauptmann Marquis d'Esquilles zeichnete sich mit 
seiner Compagnie durch die neunstündige heldenmüthige Vertheidigung 
des dortigen Kirchhofes, einer ungemein wichtigen Position, rühmlichst aus. 
Von 196 Vertheidigem kehrten nur 14 unverwundet zum Regimente. 13. Mai 
im Treffen bei Wörgl und Soll warf das zweite Bataillon mit ausser- 
ordentlicher Tapferkeit die baierischen Jäger und ein französisches leichtes 
Bataillon zurück, gerieth jedoch beim spätem Rückzuge der österreichischen 
Truppen grösstentheils in Gefangenschaft. Ebenso litten die beiden andern 
Bataillone grosse Verluste, ^ wurden nach und nach reorganisirt, kamen zur 
Armee des Erzherzogs Johann nach Ungarn, vertheidigten 12. Juni sehr 
tapfer das Dorf Sabadhegy, und waren Ende Juni bei Vertheidigung des 
Brückenkopfes zu Pressburg unter FML. Baron Bianchi. 

Im Feldzuge 

1813 geriethen die beiden ersten Feld-Bataillone 27. August in der Schlacht bei 
Dresden in der in Flanke und Rücken von französischer Reiterei und Infan- 
terie angegriffenen Division FML. Mesko mit dem grösseren Theile derselben 
in Kriegsgefangenschaft. — Das dritte Feld- und erste Landwehr-Bataillon 
waren bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich, machten 
daselbst im August und September riiehrere Gefechte sowie im Spätherbste 
die Vorrückung gegen Italien mit. 

Im Feldzuge 

1814 gehörten dieselben zu den Blokade- Truppen der Festung Mantua. Im April 
war das dritte Bataillon bei der in der Gegend von Parma stehenden Truppen- 
Division des FML. Grafen Nugent und zeichnete sich, bei dem Ueber- 
gange über den Taro 13. April unter seinem Oberstlieutenant Baron 
Bourguignon die rechte Colonne bildend, sehr vortheilhaft aus. Diese 
Colonne überschritt am frühen Morgen im Angesichte des Feindes Taro, warf 
denselben zurück, wobei G^angene gemacht und eine Fahne erbeutet wurde, 
verfolgte ihn bis Saragna, bemächtigte sich nach zweistündigem, hartnäckigem 
Gefechte auch dieses Ortes und verfolgte den Feind bis gegen Chiawalle. Als 
Oberstlieutenant Baron Bourguignon um diese Zeit starkes Gewehrfeuer 
in der Richtung von Fiorenzuola vernahm, rückte er eilig mit seiner Colonne 
dahin, griff sogleich in das dortige Gefecht ein, degagirte die hartbedrängte 
Brigade Senitzer, mit welcher nun vereint der Gegner zum Rückzuge 
und zur Räumung Fiorenzuola's gezwungen wurde. Die Grenadiere fochten 
1813 und 1814 bei der Haupt-Armee in Deutschland und Frankreich und 
waren 1815 im Lager bei Dijon. 

1848 in Ungarn stationirt, waren die beiden ersten Feld - Bataillone theilweise 
in die Gewalt der Revolutionspartei gefallen, jedoch gelang es der Eni- 



- 97 - 

BchloBsenheit und Umsicht des Hauptmanns Baron Maassburg, mit vier 
Compagnien zu den kaiserlichen Truppen zu stossen. Dieselben hatten 
ehrenvollen Antheil an der 107tägigen tapfern Vertheidigung von Temesvar 
1849. — Oberlieutenant Kodic, mit 140 Mann und 15 Artilleristen als 
Besatzung in das Bergschloss Deva in Siebenbürgen detachirt, von 2000 In- 
surgenten mit 6 Geschützen belagert, hielt sich mit standhafter Ausdauer, 
bis gänzlicher Mangel an Lebensmitteln und auch selbst an Trinkwasser^ 
sowie Krankheiten eintraten und erzwang sich eine Capitulation mit allen 
militärischen Ehren und freien Abzug nach Temesvar 27. Mai. 

Im Feldzuge 
1859 focht das seit 1815 italienische Regiment im I. Armee-Corps gegen die 
Francossarden in Italien mit besonderer Bravour in der Schlacht bei Sol- 
ferino 24. Juni. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das damals in Mainz gamisonirende Regiment in der 
österreichisch-nassauischen Division des FML. Grafen Neipperg eingetheilt, 
am 14. Juli im Treffen bei Aschaffenburg und erlitt insbesondere an Ge- 
fangenen grosse Verluste. 

Im Occupations-Feldzuge in Bosnien 
1878 focht das Reserve-Regiment 14. August im Gefechte bei Banjaluka, 16. August 
und 5. September in den Gefechten bei Doboj und Potocani, 21. September 
bei Senkovic (Bandin Ogiak). Gesammtverlust im ganzen Feldzuge an Todten, 
Verwundeten und Vermissten 136 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1705 Oberst Regiments-Commandant Baron Wachtendonk commandirte bei Schibo 

mit Auszeichnung den rechten Flügel. 
1716 Oberstlieutenant Falk und Major Hugrapont thaten sich beim Sturme auf die 

Temesvarer Palanka sehr hervor, wurden aber schwer blessirt. 
1746 Oberst Adam Marini zeichnete sich bei Piacenza mit den Grenadieren sehr 

aus und wirkte thätig mit zur Befreiung des stark gedrängten Nadasdy'schen 

Corps. 

1761 that sich Major Graf Grisoni an der Spitze seines Bataillons in der Bela- 
gerung von Schweidnitz, beim Sturme auf das Galgenfort sehr hervor. 

1762 in der Belagerung von Schweidnitz wurden Major Klünck und Hauptmann 
O'Sullivan sehr angerühmt. Grenadier-Oberlieutenant Josef Baron Tiemar 

• wurde fiir seine glänzende Waffenthat sogleich zum Hauptmann befördert 
und 1762 MTO.-R. 

1788 Hauptmann Geppert, mit 1 Oberlieutenannt und 89 Mann Ende August in 
den sogenannten Schlüssel von Mehadia detachirt, musste sich, von den Türken 
eingeschlossen, durch die wallachischen Wälder mühsam durchschlagen 
und erreichte nach äusserst beschwerlichem Stägigen Marsche das Lager der 
kaiserlichen Truppen bei Armenisch. Er wurde zur Belohnung zum Major 
befördert. 

TbUxhtim: Oedenkblfttter. ^ 



— 98 - 

1793 Bei Vcrtheidigung des Bienwaldes 12. und 18. September batten sieb aus- 
gezeiebnet : Major Concin, die Hauptleute Kertenmtiller, Graf Klenau, Hummel; 
FrobnmüUer, Lieutenant Scbilling und Fäbnrieb Greibel. Bei dieser Aetion 
sowobl als bei Vertbeidigung der Weissenburger Linien batte sieb Regiments- 
Commandant Oberst von Scblegelbofer bervorgetban, bei letzteren auch 
Hauptmann Hummel, Oberlieutenant Catbarin, und Lieutenant Bai*on Albeck ; 
so wie der Ordonnanz- Offizier Lieutenant Carl Graf Starbemberg. — Aucb 
werden in den Relationen dieses Feldzuges : Grenadier-Hauptmann Corti wegen 
Eroberung von 3 Gescbützen bei Wanzenau 26. October, Grenadier-Haupt- 
mann Feuser, Lieutenant Graf Herberstein bei Kilstädt 22. November, 
Lieutenant Scbilling 15. December bei Vertbeidigung des Marientbaler 
Waldes angerübmt. 

1797 im Treffen bei Rivoli wird der Inhabers- Adjutant Hauptmann Carl Baron 
Fürstenwärtber belobt. 

1799 Im Berichte über die Schlacht bei Novi 15. August werden die Majore 
Moriz Graf Strassoldo und Graf Klenau angerühmt; — bei Borge San Dal- 
mazzo batte sich der Grenadier-Hauptmann Graf Wenzel Paar ausgezeichnet. 

1800 Hauptmann Michael Le Breux für die beldenmütbige Vertbeidigung des 
Forts Finale im Feldzuge 1800, wurde 1801 MTO.-R. 

1809 30. und 31. October Oberstlieutenant Dominik Ertel von Seau sich im Treffen 
bei Volano 24. April sehr bervorgetban. 

1809 Hauptmann Josef Marquis D'Esquilles wurde ftlr die beldenmütbige Ver- 
tbeidigung des Kirchhofs von Volano 24. April im Nachtrags- Capitel 1811 
MTO.-E. 

1809 Major Jakob Ginzel an der Spitze des zweiten Bataillons sich bei Wörgl 
13. Mai ausgezeichnet, wurde aber gefangen. 

1810 erhielt das Regiment seine dermalige schwefelgelbe Egalisirung statt der bis- 
berigen violetten. 

1813 Oberstlieutenant Anton Baron Bourguignon wurde filr seine vielfache Aus- 
zeichnung am Uebergange über den Taro und im Gefechte bei Fierenzuola 
13. April durch Capitel von 1815 MTO.-R. 

1815 wurde das nun steierische Regiment venetianisch mit dem Werbbezirke 
Treviso. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1849 OEKO.-R 3. Lieutenant Carl Garlik dem 14. Infanterie - Regimente zu- 
getbeilt für Auszeichnung bei Erstürmung des Dorfes Osoppo 9. October 
1848. — Die beiden zum Regimente avancirten Majore: Johann von Trenti- 
naglia (früher bei Infanterie Nr. 12) und Friedrich von Dauber (früher bei 
Infanterie Nr. 41) für Auszeichnung in ihren ehemaligen Regimentern. MVK. 
Hauptmann Baron Maassburg, die Oberlieutenants de Verchin, Ballun, 
Henricy, Efifenberger, Menhard, Krczek, Lieutenant Conte. 



— 99 — 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1859 ÖLO. - R. Regiments - Commandant Oberst Johann von Trentinaglia. 
OEKO.-R 3. der bei Solferino gebliebene Major Adolf Microys, die Haupt- 
leute Dudic und Pürker von Pürkheim. MVK. die Majore: Maximilian von 
Baumgarten und Adolf Resieh v. Ruinenberg ; die Hauptleute : Andres, Kraft, 
Carl Ritter Garlik von Osoppo, Penater, die Oberlieutenants Rosenbaum, 
Eyle, Eosak. Die Mannschaft 1 goldene, 16 grosse, 47 kleine silberne 
Medaillen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 MVK. Major Wilhelm von Engel, Hauptmann Liberale. 

1866 in Folge der Abtretung Venetiens wurde das Regiment ungarisch mit dem 
Ergänzungsbezirk Steinamanger ; anlässlich der Auflösung der beiden ehe- 
maligen Warasdiner Grenz-Regimenter Kreuzer Nr. 5 und St. Georger Nr. 6 
erhielt es seine gegenwärtige Benennung und die Ergänzungsbezirksstation 
Belovar 1. Jänner 1872. 

Mit Adjustirungs- Vorschrift 
1868 wurden dem Regimente dunkelblaue statt der bisherigen weissen Waffenröcke 
anbefohlen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge der Occupation Bosniens 
1878 OEKO-R. 3. Maior Ludwig Sova. MVK. die Hauptleute Anton Waberer 
Edler von Dreischwert, Michael Haglian, Josef Vuksan und Michael Jurievic. 
Die Allerhöchste Belobung der dem (Generalstabe zugetheilte) Hauptmann Josef 
Vuksan, Oberlieutenants Johann Herrak und Michael Surmin, die Lieu- 
tenants Adam Brandner, Eduard Sieber (in der Reserve). 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1796 Eegiments-Commandant Oberst Ernst Graf Attems f bei Vertheidigung des 

Adda-Ueberganges in der Schlacht bei Lodi 10. Mai. 
1859 Major Adolf Microys f in der Schlacht bei Solferino 24. Juni. 



Eraioisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 17. 

(1866.) 

FZM. FRANZ FREIHERR KUHN VON KUHNENFELD, MTO.-C. 

Dunkelblaue Wafenröcke, rothbraune Egalisirung, weisse Knöpfe. 

ErgänzuDgsbezirksBtation : Laibach. 



1632 errichtet. 

1632 FM. Melchior Graf Hatzfeld f- 

1658. 
1659 FML. Ant. GrafCoLLALTof. 1675. 
1675 FM. Friedrich Freiherr von 

Stadel f. 1694. 
1694 FML. Carl Egon Graf Fürstkn- 

BERQ von MössKracH f in der 

Schlacht bei Friedlingen 14. Oc- 

tober 1702. 

1702 GM. Carl Emanuel Fürst von 
LoNöUEVAL Graf von Buquoi f 
1703. 

1703 FM. Carl Alexander Prinz seit 

1733 Herzog von Württemberg f zu 
Ludwigsburg 1737. 



Inhaber. 

1737 



1769 
1773 

1781 



1796 
1801 



1826 



1866 



FM. Cajetan Graf Kolowrat- 
Krakowsky t 19. Februar 1769. 
bis 1773 unbesetzt. 
FML. Johann Baptist Baron Koch 
t zu Paris 20. December 1780. 
FZM. Friedrich Wilhelm Fürst 

HoHENLOHE-KiRCHBERG MTO.-GK. 

t 10. August 1796. 

bis 1801 unbesetzt. 

FM. Heinrich XV. von Reüss- 

Plaüen MTO.-R. t 30. August 

1825. 

FZM. Gustav Prinz Hohenlohe- 

Langenburg f 26. Juni 1866. 

FZM. Franz Freiherr Kuhn von 

KuHNENTELD MTO.-C, commau- 

dirender General zu Graz. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im dreissigjährigen Kriege war das Regiment noch in seinem Errichtungsjahre. 

1632 16. November in der Schlacht bei Lützen, 1634 bei Nördlingen, unter seinem 
Inhaber FM. Grafen Hatzfeld, bei Jankau 1645 25. Februar und 1647 bei 
der Belagerung von Iglau. 

1659 machte es den Feldzug in Pommern gegen die Schweden unter General 
Souches mit. Von 



— 101 - 

1661 in Ungarn gegen die Türken war es 1664 bei der Belagerung von Eanischa, 
2. August in der Schlacht bei St. Gotthard; — von 

1673 an focht dasselbe in 6 Feldzügen am Rhein gegen die Franzosen, und war 
1676 bei der Belagerung von Philippsburg. Ein Theil des Regimentes 
war als Besatzung in Uugam, und drei Compagnien wurden bei Szathmar 
von den Tököly 'sehen Malcontenten überfallen und niedergemacht; 1678 war 
das Regiment im Treffen bei Rheinfelden. Von 

1683 an in 16 Feldzügen abwechselnd in Ungarn gegen die Türken, am Rhein 
und in Italien gegen die Franzosen, so 1683 12. September beim Entsätze von 
Wien, 1684 bei der Belagenmg von Ofen, 1685 in der Schlacht bei Gran, 
1689 bei der Belagerung von Mainz, 1691 war es in Italien bei der Be- 
lagerung von Carmagnola, von 1695 bis 1697 wieder am Rhein. 

Im spanischen Erbfolgekriege 
1702 in der Belagerung von Landau und in der Schlacht bei Friedlingen, 1704 
bei der zweiten Belagerung von Landau, marschirte das Regiment sodann 
nach Italien, focht 1705 in der Schlacht bei Cassano, 1706 beim Entsätze 
von Turin, machte 1707 die Expedition gegen Toulon mit, und zeichnete 
sich 1711 18. September durch die tapfere Vertheidigung des Postens Valon aus. 

Im Türkenkriege war es 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein, — im September in der Be- 
lagerung von Temesvar und unter seinem Inhaber Prinzen Württemberg beim 
Sturme auf die dortige Palanka. 1717 bei der Belagerung und 16. August 
in der Schlacht von Belgrad. 

In den Rhein-Feldzügen 

1734 tmd 1735, war das Regiment von 1737 an im Türkenkriege, deckte mit 
dem Regimente Franz Lothringen, jetzt Nr. 1, 1737 die rechte Flanke der 
Armee, war am Marsche nach Nissa in der Avantgarde und 1738 im 
Treffen bei Comia. 
Im österreichischen Erbfolgekriege focht das Regiment 

1741 10. April in der Schlacht bei Mollwitz sehr tapfer am linken Flügel, 1742 
war es bei der Belagerung von Prag, 1744 im Feldzuge am Rhein und in 
Böhmen, 1745 im Treffen bei Habelsohwert, in den Schlachten bei Hohen- 
fiiedberg 4. Juni und in jener bei Trautenau 30. September, wo ein Ba- 
taillon am rechten Flügel von dem feindlichen Bernstädtischen Cürassier- 
Regimente überfallen, und nach tapferer Gegenwehr gefangen wurde. 
Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 

1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz und bei dem versuchten Entsätze 
des bei Pirna eingeschlossenen sächsischen Heeres-, 1757 6. Mai in der 
Schlacht bei Prag, 22. April in jener bei Breslau und dem dortigen Angriffe 
auf die Redouten von Schmiedefeld, 5. December in der Schlacht bei Leuthen ; 
1758 14. October unterstützte es in jener bei Hochkirch das Loudonische 
Corps, 1760 war es bei der Unternehmung auf Schlesisch-Neustadt 3. No- 
vember in der Schlacht bei Torgau, und das dritte Bataillon kam als Be- 
satzung nach Glatz; 1761 1. October bei der Eroberung von Schweidnitz 



ll 



— 102 — 

und ein Bataillon beim Angriffe auf das Bogenfort; als dieses die Wälle 
überstiegen und in den Platz eingedrungen war, blieb es in Reihe und Glied, 
unterliess jede Plünderung und hielt sich in musterhafter Ordnung. Kaiserin 
Maria Theresia Hess in Anerkennung dieser ihr im Berichte belobten Manns- 
zucht jeden Soldaten mit zwei Gulden beschenken. 1762 war ein Theil 
des Regimentes in der belagerten Festung Schweidnitz. Oberst Graf Rasp 
versah Brigadiersdienste, schloss sich dem Ausfall am 8. August freiwillig 
an, ermunterte die Truppen durch sein glänzendes Beispiel der Tapferkeit, 
führte dieselben ohne Verluste und in guter Ordnung in die Festung zurück, 
und erwarb sich überhaupt bei der Vertheidigung dieser Festung grosse und 
ruhmwürdige Verdienste. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 war das Regiment bei der Haupt-Armee in Böhmen. 

Im Kriege gegen die französische Republik 
1793 im October fochten zwei Bataillone mit Auszeichnung im Treffen bei 
Berlaimont, wo sie starke Verluste erlitten, femer in den Gefechten bei 
Seve und Maubeuge 15. und 16. October. — 1794 war das Regiment in 
den Schlachten bei Charleroi und Fleurus 26. Juni, in den Gefechten bei 
Biautelis 6. Juli, bei Limburg 20. September, bei Düren 20. October ; 1795 
29. October bei Erstürmung der Linien von Mainz. Das erste Bataillon 
hatte unter Führung seines tapfern Obersten Dair Aglio die Redoute rechts 
von Höchstheim mit dem Bajonnet erstürmt, und das dort postirte feindliche 
Geschütz erobert. Das Regiment war ferner in den Gefechten bei Limburg 
19. September und bei Köttenheim 10. November. — 1796 war es im Treffen 
bei Wetzlar 15. Juni und bei Uckerad 19. Juni, bei Limburg an der Lahn 
16. September, zwei Bataillone bei der Belagerung von Kehl, wovon 
eines 27. November einen feindlichen Ausfall auf die Tranch6en mit dem 
Bajonnete zurücktreiben half. 1797 marschirte das Regiment von Mainz 
aus im Februar nach Italien. 

Im Feldzuge 

1799 rückte es im October aus Dalinatien zum Corps des FML. Fröhlich nach 
Italien und war bei der Belagerung von Ancona, wohin es 17. November 
nach erfolgter Capitulation als Besatzung einrückte. 

Im Feldzuge 

1800 war es im April im Genuesischen, hatte mehrere Gefechte und war bei der 
Belagerung von Genua, — 14. Juni in der Schlacht bei Marengo und im 
December auf dem allgemeinen Rückzuge der Armee, in der Schlacht am 
Mincio 25. December und den folgenden Rückzugsgefechten. 

Im Feldzuge 
1805 in Deutschland im Corps des FML. Baron Werneck bei Ulm in mehreren 
kleineren Gefechten, so bei Burgau, Günzburg, Herbrechtingen, Neresheim 
und Wallerstein Anfangs October, bei Haslach 11. October, und gerieth 
durch die Capitulation von Ulm 17. October in Kriegsgefangenschaft. 



- 103 - 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im I. Armee-Corps des G. d. Cav. Grafen Bellegarde 
eingetheilt und focht 14. April im Gefechte bei UrsensoUen, 23. April im 
Treffen bei Regensburg. 21. Mai in der Schlacht bei Aspem war es 
bei der Erstürmung dieses Ortes. Oberstlieutenant Graf Bentheim führte 
die Vorhut der Sturm- Colonne; 22. Mai bei der Wiedereroberung des- 
selben, welches in der Nacht von den Franzosen wieder genommen worden. 
In der Schlacht bei Wagram 5. und 6. Juli vertheidigte Oberst Baron 
Oberdorf das Dorf Deutsch- Wagram gegen die feindlichen Angriffe, und 
schlug dieselben mehrmals zurück. Das Regiment war femer 10. und 11. Juli 
im Treffen bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1813 war dasselbe 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 17. September 
im Gefechte bei Arbesau, wo das zweite Bataillon den Ort stürmte, das 
erste Bataillon die Gärten rechts vom Dorfe nahm; 18. October in der 
Schlacht bei Leipzig war das Regiment in seiner Aufstellung in einer ganz 
offenen Fläche von 10 Uhr Vormittags bis Abends dem heftigsten Eanonen- 
und Musketenfeuer des Feindes ausgesetzt und erlitt sehr bedeutende 
Verluste. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war das Regiment IL März im Treffen bei Macon, 18. März 
im Gefechte bei Villefranche, 20. März im Treffen bei Lyon. 1815 im 
I. Armee-Corps des FZM. Grafen Hieronymus CoUoredo in den Gefechten 
bei Altkirch und Beifort, im September im Armeelager bei Dijon, und sodann 
bei der Schleifung der Festung Hüningen. 

1821 war das zweite Bataillon im kurzen Feldzuge gegen Piemont, rückte bis 
Novara und Alessandria vor, und machte eine Streifung gegen die plün- 
dernden Insurgenten nach Acqui. Die Grenadiere waren im Corps des 
G. d. Cav. Baron Frimont nach Neapel marschirt. 1831 anlässlich der Re- 
volution in Ober-Italien besetzte es Bologna. 

Im Feldzuge 
1848 in Italien mussten bei Ausbruch der Revolution in Brescia die beiden 
ersten Feld - Bataillone 22. März einen äusserst gefahrvollen Rückzug 
unternehmen. 29. Mai im Gefechte bei Montanara that sich das erste 
Bataillon bei Erstürmung der Verschanzungen hervor. 30. Mai im Treffen 
bei Goito das zweite Bataillon beim Sturme auf die dortigen Casinen. 
10. Juni waren beide Bataillone im Treffen bei Vicenza, 23. Juli bei Er- 
stürmung der Höhen von Somma-Campagna, 25. Juli in der Schlacht bei 
Custozza, bei Valeggio 27. Juli und im Gefechte von Mailand 4. August, wo 
der tapfere Major Härtung mit dem zweiten Bataillon bei Nosedo die wieder- 
holten Umgehungsversuche des Feindes zurückwies und das durch die 
feindliche Uebermacht schon schwankende Gefecht zum Stehen brachte. 
Das dritte Bataillon war im April an der kärntnerischen Grenze, bestand 
22. April ein Gefecht bei Ponteba, wo sich die 15. und 16. Compagnie sehr 



— 104 - 

auszeichneten, kam dann nach Süd-Tirol zur Vertheidigung der dortigen 

Pässe, Ende Juni zur Cernirung von Venedig, und bezog die Vorposten bei 

Malghera; Ende August rückte es zum Regimente nach Mailand, ebenso 
das erste Landwehr-Bataillon. 

Im Feldzuge 
1849 in Italien war das Regiment (drei Feld- und erstes Landwehrbataillon) im kurzen 
Feldzuge gegen Piemont im ersten Armee-Corps, G. d. Cav. Graf Wratislaw 
eingetheilt und 21. und 22. März focht es mit Auszeichnung in den Gefechten 
bei Gambolo, Turazzo und St. Siro. — Später machte es die Expedi- 
tion und Occupation in der Romagna mit, und war im Mai und Juni bei den 
Belagerungen und der Einnahme von Bologna und Ancona. Das erste Land-, 
wehrbataillon machte den äusserst beschwerlichen Streifzug gegen die Gari- 
baldischen und Pinzanischen Banden in den Apeninnen und an der Meeres- 
küste mit. Das vierte Bataillon war im Jänner bei dem Zuge des FZM. 
Grafen Nugent gegen Essegg, später bei der Cernirung von Komom. 25. 
April in der Länge einer Entfernung von drei Viertel-Stunden auf Vorposten 
aufgestellt, wurde es in der Nacht von den Insurgenten überfallen und erlitt 
durch deren grosse Uebermacht bedeutende Verluste. — Die Grenadier-Di- 
vision kam im September zur Cernirung von Komom. 

Im Feldzuge 
1869 gegen die Francosarden war das Regiment im achten Armee-Corps des FML. 
Ritter von Benedek eingetheilt und focht mit Auszeichnung 24. Juni in der 
Schlacht bei Solferino. 

Im Feldzuge 
1866 war das Regiment in der Infanterie-Reserve-Division FML. von Rupprecht 
der Süd-Armee mit drei Bataillons eingetheilt, und nahm thätigen Antheil 
an den heissen vormittägigen Kämpfen um den wichtigen Besitz des Monte 
Cricol in der Schlacht bei Custozza 24. Juni. — Das vierte Bataillon gehörte 
zu den Truppen in Istrien. 

Im bosnischen Occupationsfeldzuge 
1878 that sich dtjs Regiment in den Gefechten bei Waczar-Wakuf und Jaicze 5. 
und 7. August, sowie bei Liwno 26. und 28. September sehr hervor. Ge- 
sammtverlust im ganzen Feldzuge an Todten, Verwundeten und Vermissten 
120 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1703 hatte Hauptmann Coppenhagen in Tirol mit Hilfe der dortigen Landleute 
den daselbst eingefallenen Baiem tapfem Widerstand geleistet, die Festung 
Ehrenberg belagert und zur Capitulation gezwungen. 

1716 Oberst Rudollphi sich beim Sturme auf die Temesvarer Palanka an der 
Spitze von 5 Grenadier-Compagnien ausgezeichnet, wurde dabei verwundet. 

1737 vertheidigte Hauptmann Lechner mit nur 50 Mann die Bergfestung Usitza 
auf das tapferste gegen die Türken, schlug mehrere Stürme ab, und erzwang 
eine vortheilhafte Capitulation. 



— 105 — 

1745 in der Schlacht bei Hohen - Friedberg 4. Juni hatte sich Oberst Claudius 
Baron Sincere durch umsichtige Führung des Regimentes hervorgethan. 

1762 Oberst Lorenz Graf Rasp wurde für sein ausgezeichnetes Verhalten in der 
Vertheidigung von Schweidnitz MTO.-R. — Er schloss im Namen des Festungs- 
Commandanten Grafen Guasco die Capitulation mit dem feindlichen General 
Tauentzien ab. 

1793 im Treffen bei Berlaimont belobt die Relation den Obersten Peter Marquis 
Vasquez, Major Carl Riera und Hauptmann Graf Dorsay. 

1795 bei Erstürmung der Verschanzungen von Mainz 29. October Oberst Vincenz 
Dair Aglio sich besonders hervorgethan, ebenso 

1796 im Treffen bei Wetzlar und beim Angriffe auf Limburg an der Lahn 
Oberstlieutenant Riera. 

1799 bei der Belagerung von Ancona Major Johann Baron Urraca und Ober- 
lieutenant von Jvichich sich ausgezeichnet. 

1805 Major Galeotti führte das von ihm befehligte Grenadier-Bataillon so glücklich 
nach der Niederlage des Wemeckischen Corps 17. October, dass er ungeachtet 
aller Hindemisse den 18. October Mittags mit seiner gesammten Truppe in 
Oettingen bei dem Corps des Erzherzogs Ferdinand eintraf. « 

1809 G. d. Cav. Graf Bellegarde nennt in seinem Berichte den Oberstlieutenant 
Wilhelm Graf Bentheim- Steinfurt und Major Josef Söldner von Söldenhofen 
unter den Ausgezeichneten von Aspem 21. und 22. Mai. Ersterer wurde 
zum Obersten des 47. Infanterie-Regimentes befördert. * 

1809 Die Relation über die Schlacht bei Wagram belobt vorzüglich den Regiments- 
Commandanten Obersten Ernst Baron Oberdorf, die Majore Johann Karg und 
Schlosser, und den Hauptmann Josef Nikolaus von Ehrenfeld. 5 Unteroffiziere 
erhielten die silberne Medaille. 

1813 Bei Arbesau 17. September wurden 6 Offiziere, 10 Unteroffiziere, von denen 
Einer die silberne Tapferkeits-Medaille, die übrigen G^ld-Belohnungen 
erhielten, und 1 Gemeiner belobt. 

1813 Bei Leipzig 18. October wurden 3 Offiziere belobt. Ein Tambour erhielt die 
silberne Medaille. 

1817 wurde das bisherige böhmische Regiment mit seinem Werbbezirke nach 
Krain verlegt. 

1822—1835 diente der Dichter und Uebersetzer Byrons Josef Emanuel Hilscher 
als Gemeiner, zuletzt als Feldwebel im Regimente. Die Stadt Leitmeritz 
setzte diesem, ihrem Landsmann, ein Denkmal. 

1848 Bei Montanara 29. Mai that sich Oberstlieutenant von Riera, der zu Fuss 
an der Spitze der 1. Division stürmte und schwer verwundet wurde 5 bei Goito 
30. Mai Major Fürst Wilhelm Bentheim besonders hervor. 

1848 Bei Mailand 4. August wurden Oberstlieutenant Albert Hablitschek und Major 
Ernst Härtung nebst 8 Offizieren in der Relation unter den besonders 
Ausgezeichneten genannt. 



y 



— 106 — 

Oberst Moriz von Görger wurde gleichfalls im Berichte des FM. Grafen 
Radetzky belobt. 

Für Auszeichnung in der Kriegs- Epoche 
1848 und 1849 ÖLO.-R. Major Friedrich Ferrari da Grado. 0EK0.-R.3. Oberst 
Albert von Hablitschek, Major Ernst Härtung. MVK. Oberst Albert von 
Hablitschek, Major Ernst Härtung, die Hauptleute Prinz Eugen Hohenlohe- 
Waldenburg, von Rtihling, Loschan, Bischinsky, Winkler, Fuchs, Ritter von 
Gold, die Oberlieutenants: Kolb, Entner, Prieger, Lieutenant Polz, sowie 
nachträglich Oberstlieutenant Otto Eberhard und Major Jakob Wolff. Der 
braven Mannschaft wurden 8 goldene und 58 silberne Medaillen erster und 
zweiter Classe zu Theil. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1859 MVK. Oberst Johann Dominger von Dornstrauch, (der als Train- Comman- 
dant des achten Armee-Corps verwendete) Major Alexander Pfaffenberg, die 
Hauptleute Braun, Baron Veitheim, Baron Wolkensperg, Prechtl, Ober- 
lieutenant Cramolini und Lieutenant Domladisch. • Oberstlieutenant Jakob 
Wolff von Wolffenberg und 5 Offiziere erhielten die Allerhöchste Belobung. 
Die Mannschaft erhielt: ein Fahnenführer die goldene, 9 Mann die grosse 
und 26 Mann die kleine silberne Medaille. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Josef von Feldegg, die Hauptleute Baron Velt- 
#heim, Prechtl, Knobloch, Reynoschek. MVK. Hauptmann Vogeler, die Ober- 
lieutenants Josch imd Gruden, die Lieutenants Oberster, Barbo und Zikmun- 
dofsky. Seit 

1868 hat das Regiment dunkelblaue Waffenröcke statt der bisherigen weissen. 

Für Auszeichnung im Occupations-Feldzuge in Bosnien 

1878 OEKO.-R. 3. Oberst Friedrich Prieger, Major Christian Kerczek (des Gene- 
ralstabes),' die Hauptleute Theodor Drennik und Albert Strohmayer, Ober- 
lieutenant Alexander Skrem. MVK. Major Carl Gündel, die Hauptleute 
August Salamon, Heinrich KopHva, Andreas Sliwnik und Franz Stojan, die 
Oberlieutenants Michael Lukanc, Mathias Prasnikar, Jakob Modrijan, Carl 
Ritter von Andrioli und Anton Svetek (in der Reserve), die Lieutenants Franz 
Freiherr Mac-Neven O'Kelly (in der Reserve), Leopold Ambrozic, Othmar 
Sever, Bartholomäus Andreika und Josef Muha (in der Reserve). Die Aller- 
höchste Belobung: Oberst Friedrich Prieger, Major des Generalstabs-Corps 
Christian Kerczek, die Hauptleute Albert Strohmayer, Franz Stojan, Jakob 
Caucig, August Salamon und Andreas Sliwnik, die Oberlieutenants Josef 
Blabolill, Michael Lukanc, Mathias Prasnikar und Jakob Modrijan, die Lieu- 
tenants Heinrich Fabriotti, Johann Rosetti de Scander xmd Franz Freiherr 
Mac-Neven O'Kelly (sämmtliche in der Reserve), Bartholomäus Andrejka und 
Lindor Ritter von Görtz. Die Mannschaft: 5 silberne Tapferkeits-Medaillen 
I. und 17 n. Classe, 46 Belobungen. 



- 107 — 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

1716 Oberst Regiments-Commandant Forstner f in der Schlacht bei Peterwardein 
5. August. 

1756 Major Mahlern in der Schlacht bei Lobositz f 1. October. 

1848 Oberstlieutenant Carl Biera von Kittersheim f an den Folgen seiner Ver- 
wundung bei Montanara im Spitale zu Mantua 13. Juni. 

1849 Oberstlieutenant Wilhelm Fürst Bentheim-Steinfurt bei Besichtigung der 
Laufgräben von Malghera durch eine Kanonenkugel getödtet. 

1849 Major Mundsinger bei dem Ueberfalle der Insurgenten von Komom in der 
Nacht vom 25. auf den 26. April. 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 18. 

(1848.) 

CONSTANTIN GROSSFÜRST VON RUS8UND. 

Dunkelblaue Waffenröcke, dunkelrothe Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : KönioorAtz. 



Inhaber. 



1682 errichtet mit Patent 16. April aus 
fünf Tiroler Frei-Compagnien und 
fünf des reducirten Regimentes 
Sitten. 

1682 Leopold Herzog von Lothringen 
trat 1697 die Regierung seines 
Landes an. 

1698 Josef Herzog von Lothringen f 
an den Folgen seiner Verwundung 
bei Cassano zu Brescia 25. Au. 
gust 1705. 

1705 GM. Johann Adam Freiherr von 
Wbtzbl erhielt 1706 das gegen- 
wärtige Infanterie-Regiment Nr. 
42. 

1706 Oberst Freiherr von Hoppmann f 
vor Herablangung des Emen- 
nungs-Patents 1706. 

1707 GM. Franz Xaver Graf Sonnen- 
BBRG, Baron Heindl resignirte 1 7 14 
seine Inhaberstelle, wurde FZM. 
und t 1731. 

1714 FML. Damian Freiherr von 
SicEiNGEN erhielt 1716 ein 1748 
reducirtes Infanterie-Regiment. 



1716 GM. Johann Hermann Franz 
Graf zu Nesselrode, legte 1719 
seine Inhaberstelle nieder und 
wurde später General-Kriegs-Com- 
missarius, 1741 FM. f 1751. 

1719 FM. Friedrich Heinrich Freiherr 
später Graf Seckbndorf verlieas 
1741 den kaiserlichen Dienst. 

1742 FM. Ernst Dietrich Freiherr, 
später Graf Marschall auf Burg- 
HOLZHAusEN MTO.-GK. f 31. Au- 
gust 1771. 

1773 FML. Jacob Friedrich Freiherr 
von Brinken f 27. November 
1791. 

1791 FML. Patrik Graf Stuart f m 
Prag 21. April 1808. 

1 808 FML. Constantin Baron D' Aspre 
MTO.-R. t All seiner bei Wagram 
erlittenen Verwundung 1809. 

1809 FZM. Heinrich XIH. Fürst von 
Reuss-Greftz f im Schlosse zu 
Greitz 19. Jänner 1817. 

1817 bis 1821 unbesetzt. 



- 109 — 



1821 FZM. Wenzel Grat Vetter von 
LnjENBERQ MTO.-R. t zu Zara 6. 
Februar 1840. 

1 840 FML. Maximilian FreiheiT Reisikg 
von Reisinoer f zu Königgrätz 
28. Februar 1848. 



1848 CoNSTANTiN GroBsfüFSt von Russ- 
land. 

{Zweite Inhaber. 

1849 G. d. Cav. Eugen Graf Falkenhein 
t zu Girincs 15. September 1853. 

1863 G. d. Cav. Carl Freiherr Pergler 
von Perglas f 2. Mai 1868. 



Feldzüge und wichtige Eriegs-Ereignisse. 

1682 im Juli besetzten fünf Compagnien den Jablunkapass gegen etwaige Einfälle 
, der Tököly 'sehen Malcontenten, die übrigen kamen als Besatzung nach Schlesien. 

1683 30. Mai fünf Compagnien bei der Recognoscirung gegen Gran, 3. Juni bei 
der Belagerung von Neuhäusel, 6. August bei Verhinderung des feindlichen 
Donau-Ueberganges am Tabor nächst Wien, 24. April beim Ueberfalle des 
Pascha von Grosswardein am Bisamberge, 12. September bei dem Entsätze 
von Wien, 10. October im Gefechte bei Parkany, 25. bis 27. October bei 
Einnahme der Stadt und obern Festung von Gran ; fünf Compagnien an der 
obern Waag und später an der schlesischen Grenze. 

1684 das ganze Regiment 16. Juni bei Eroberung von Wissegrad, 27. Juni im 
Treffen bei Waitzen, 10. Juli im Gefechte bei St. Andr6e, später bei der 
Belagerung von Ofen. 

1685 bei der Eroberung der Feste Mihola 11. August und bei jener von Essegg. 
13. Juli. 

1686 21. Juni bis 2. September beider Belagerung und Eroberung von Ofen, wo 
es grosse Verluste erlitt. Zwei Compagnien bei der Einnahme von Ftinf- 
kirchen, Sziklos und Kaposvar. 

1687 acht Compagnien in den Schlachten von Essegg und Mohacs 19. Juli und 
12. August. 

1688 12. Juli ein Bataillon bei der Einnahme von Illok, später bei der Belagerung 
und dem Sturme auf Belgrad. Im October marschirte das Regiment nach 
Deutschland. 

1689 bei der Belagerung von Mainz wurde bei dem 6. September unternommenen 
Sturm persönlich von dem Herzoge Carl von Lothringen angeführt. Später 
war es bei der Belagerung von Bonn. 

1690 marschirte es ;nach Italien, 1691 9. April bei der Einnahme von Carmagnola, 
1693 bei der Belagerung von Pignerol, 1695 bei der Belagerung von Casale, 
1696 im September ein Bataillon bei der Vertheidigung von Valenza. 

1697 wieder in Deutschland, 27. April bei der Einnahme von Ebernburg. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1701 1- September im Treffen bei Chiari, 1702 1. Februar die Qrenadier-Com- 
pagnie und 400 Musketiere beim Ueberfalle auf Cremona, im October 
bei der Belagerung von Mantua; — 1703 bei der Belagerung von Bresello, 



- 110 — 

beim Entsätze von Ostiglia und im Treffen bei Mirandola. 1704 26. Decem- 
bcr focht es in der Schlacht bei Verrua. Ein Detachement kam als Be- 
satzung nach Verrua und gerieth nach sechsmonatlicher heldenmüthiger Ver- 
theidigung bei der Capitulation dieses Platzes 9. April 1705 in Kriegsgefan- 
genschaft. 1705 16. August war das Begiment in der Schlacht bei Cassano, 
1706 war ein Bataillon bei der Vertheidigung von Turin; die andern Regi- 
ments- Abtheilungen fochten in den Gefechten bei Volta, Cavriana, Monzam- 
banOy Goito und bei der Belagerung von Casteggio^ ein Bataillon bei jener 
von Pavia 1707 ; kam das Regiment ins Neapolitanische^ war 30. September 
bei der Eroberung von Gäeta^ ein Theil bei der Einnahme von Orbitello. 
1708 im December kam ein Bataillon nebst der Grenadier-Compagnie zum 
Observations-Corps des FML. Marquis Vaubonne an die römische Grenze. 

Das Regiment blieb die nächsten Jahre in Neapel. 
1718 wurden fünf Füsilier- und eine Grenadier- Compagnie nach Sicilien überschifft 
und waren im sicilianischen Kriege 1718 15. October im Treffen bei Melazzo. 
1719 war das ganze Regiment in Sicilien, und 4. Juni bei der Einnahme 
von Lipari ein Bataillon; — das Regiment in der Schlacht bei Francavilla 
20. Juni; — Hauptmann Cavallieri vertheidigte das Castell St. Alessio auf 
das Tapferste und schlug 15. August einen wüthenden Angriff der Spanier 
ab; das Regiment 8. October beim Sturme auf die Citadelle von Messina, 
im November bei der Einnahme von Trapani. 

Im polnischen Wahlkriege focht dasselbe 
1734 im Treffen bei Colomo 4. Juni und 29. Juni in der Schlacht bei Parma^ 15. 
September beim Ueberfalle auf Quistello, und 19. September in der Schlacht 
bei Guastalla. 

Im Türkenkriege eröffnete Oberstlieutenant Graf Valvasor 
1737 12. Juli mit der Sabaczer Garnison durch die Einnahme der Schanze Les- 
nicza die Feindseligkeiten gegen die Türken, und erbeutete zwei Fahnen 
und hundert Stück Vieh, Ende Juli waren zwei Bataillone und die Grrena- 
dier-Compagnien bei der Eroberung von Nissa, das Regiment später bei der 
Cemirung von Widdio, 25. August im Treffen bei Radojovacz, 1738 4. Juli 
in der Schlacht bei Komia; 15. Juli im Gefechte bei Mehadia; 1739 23. 
Juli in der Schlacht bei Krotzka und 30. Juli im Treffen bei Pancsowa. 

Im österreichischen Erbfolgeki*iege 
1741 gerieth das dritte Bataillon nach tapferer Gegenwehr bei der Erstürmung 
von Prag durch die Franzosen und Baiem in der Nacht vom 25. auf 26. April 
in Kriegsgefangenschaft. — Das erste und zweite Bataillon im December im 
Gefechte bei Pisek. 1742 17. Mai das Regiment in der Schlacht bei Cho- 
tusitz, später bei der Belagerung von Prag, 1743 9. Mai im Treffen bei Sim- 
bach, 16. und 17. Mai die beiden Grenadier-Compagnien bei der Einnahme 
von Dingelfingen und Landau. 

Im Feldzuge 
1744 zwei Bataillone und die Grenadiere in den Gefechten bei Philippsburg, Ger- 
mersheim, Lauterburg, Molsheim, das dritte Bataillon bei der Vertheidigung 



- 111 - 

von Freiburg, gerieth durch die Capitulation 25. April in Kriegsgefangen- 
schaft. 1745 4. Juni in den Schlachten bei Hohenfriedberg und bei Trau- 
tenau 30. September das Regiment und die Grenadiere. Im April 1747 kam 
dasselbe nach Italien, war im Juli bei der Vorrückung gegen Cuneo, 1748 in 
mehreren kleineren Gefechten, als : bei Varaggio, Campo Freddo, St. Pietro 
di Vara u. s. w. 

Im siebenjährigen Kriege waren 
1756 l.October die Grenadiere in der Schlacht bei Lobositz ; — 1757 das Leib- und 
Oberstbataillon so wie die Grenadiere 6. Mai in der Schlacht bei Prag und 
sodann als Besatzung daselbst während der folgenden Belagerung. — Das 
dritte Bataillon in Olmtltz hatte 1758 ruhmvollen Antheil an der beiden- 
mtithigen Vertheidigung dieser Festung durch den RegimentsJnhaber FZM. 
Baron Marschall. 1759 waren das Regiment und die Grenadiere bei der 
combinirten Reichs- Armee 8. Mai im Treffen bei Asch; — 21. September 
im Treffen bei Meissen, wo der Regiments-Commandant Oberst Baron Leu- 
belfink mit dem Regimente eine vortheilhafte Anhöhe besetzt hielt, diese gegen 
wiederholte Angriffe einer mehr als dreifach überlegenen Infanterie- und Caval- 
lerie-Abtheilung tapfer hielt, sodann, als ihm Unterstützung zukam, selbst 
zum Angriffe überging, den Feind zum Weichen brachte, und 2 Standarten, 9 
Kanonen und 2 Pulverwägen abnahm. — 29. October im Treflfen bei 
Pretsch warf sich Hauptmann Worbeer mit seiner Grenadier- Compagnie im 
geeigneten Momente dem nachsetzenden Feinde entgegen, eroberte einige 
verlorene Kanonen wieder zurück, und befreite mehrere gefangene Artille- 
risten. 20. November war das Regiment bei Maxen. Die Grenadiere thaten sich 
besonders hervor. 1760 im Juni war es bei der Berennung von Glatz, 23. 
Juni in der Schlacht bei Landshut, 15. August in jener bei. Liegnitz, im Oc- 
tober bei der Belagerung von Kosel; — 1761 in Sachsen; — 1762 17. Au- 
gust im Gefechte bei Peyle am Fischerberge. Ein Detachement in der Bela- 
gerung von Schweidnitz. Im baierischen Erbfolgekriege 1778 und 1779 war 
das Regiment bei der Haupt- Armee in Böhmen. 

Anlässlich der Brabanter Revolution stand 

1791 das Oberst-Bataillon als Besatzung in Lüttich. 

Im Kriege gegen die französische Republik war 

1792 das Oberst-Bataillon 22. Mai im Gefechte bei Florennes, 11. Juni in jenem 
bei Glisuelle. — Das Leib- und Oberst-Bataillon im Lager von Arlon, bei 
der Einnahme von Longwy 23. August, in den Gefechten bei St. C roix aux 
bois 12. und 14. September, bei Valmy 20. September. Das Regiment im 
Treffen bei Mons 6. November. — Das Oberst-Bataillon im Gefechte bei Matines 
30. November. — 1793 1. März war das Regiment in der Schlacht bei Alden- 
hove, 3. März beim Entsätze von Mastricht, bei der Belagerung von CondÄ 1. 
Mai, bei Eroberung des feindlichen Lagers bei Famars 23. Mai, endlich bei der 
Belagerung von Valenciennes; 6. und 8. August die Grenadier-Division bei 
Eroberung des Camp de Caesar. Vom 14. August bis 8. September das Leib- 
Bataillon unter Major Warren bei der Belagerung Von Dünkirchen. — Oberst 



— 112 — 

Baron Salis vertheidigte im September mit dem Oberst-Bataillon den wichti- 
gen Platz Ypem auf das Tapferste und schlug 9.'und 10. September eine be. 
deutende feindliche Uebermacht kräftig zurück. 16. November waren das Leib- 
und Oberst-Bataillon unter Oberst Baron Salis bei der Eroberung von Po- 
peringen. Das dritte Bataillon war bei der Belagerung von Mainz, und später 
in der Niederlande 18. November im Gefechte bei Namur. — 1794 war 
das dritte Bataillon 10. Mai im Gefechte bei Courtray, 22. Mai in der Schlacht 
bei Toumay. Die Grenadiere in den Gefechten bei Rouvroy 24. Mai und 
bei Erquelinnes. Das Leib- und Oberst- Bataillon geriethen in Ypern mit der 
übrigen Besatzung durch Capitulation 18. Juni in feindliche Gefiftngenschaft. 
— Die Grenadiere fochten noch beim Entsätze von Charleroi 3. Juni und in 
den Gefechten bei Rousselair und Hooglede. — Das dritte Bataillon 10. Juli 
im Gefechte bei Löwen, — und 8. November bei Btiderich. 1795 war das- 
selbe 9. Jänner im Gefechte bei Pandem, 6. September bei Hokum. Die 
Grenadiere mit besonderer Auszeichnung 18. October bei Eroberung des feind- 
lichen Lagers bei Mannheim. Das dritte Bataillon 10. October beim Sturme 
auf Kreuznach, 13. October bei der Besatzung von Trippstadt, 16. October 
bei Kaiserslautem und im December bei Lautereck und im Gefechte im Schwarz- 
walde. 1796 das dritte Bataillon im Gefechte bei Kircheip, wo es ein 
französisches Grenadier-Bataillon beinahe ganz niedermachte. 10. Juli mit 
dem ersten Bataillon wieder vereint im Treffen bei Friedberg. Das zweite 
und dritte Bataillon später bei der Vertheidigung von Mainz. Das erste 
Bataillon in den Schlachten bei Teining, Amberg, im Gefechte bei Geissen- 
feld, bei Erstürmung von Waldkirch, bei Pfaffenweiler in der Schlacht bei 
Schliengen, im November und December bei Belagerung des Brücken- 
kopfes von Hüningen. — Das zweite Bataillon in Mainz, das dritte 16. Sep- 
tember bei Besetzung der Stadt Diez, beim Angriffe auf Ostheim, bei der 
Einnahme von Neuwied. Die Grenadiere in den Schlachten, Treffen und 
Gefechten bei Kuppenheim, Maisch, Neresheim, Würzburg, Emendingen, 
Schliengen und der Belagerung von Kehl. 

1797 war das Regiment in Tirol, später im Salzburgischen, das dritte Bataillon, in 
der Stellung bei der Plattner-Klause vertheilt, wurde von einer weit über- 
legenen französischen Heeres-Abtheilung unter General Joubert angegriffen, 
theils zersprengt, theils gefangen 25. März. 
Im Feldzuge 

L799 in Italien bestand das Regiment theils vereint, meist abtheilungsweise fol- 
gende feindliche Actionen: Gefechte bei Legnago, Schlacht bei Magnano, 
Eroberung von Perosa, Belagerung der Citadelle von Turin, Expedition gegen 
Ravenna, Schlacht an der Trebbia, Eroberung des Forts Serravalle, Schlacht 
bei Novi, Treffen bei Savigliano, Eroberung von Bainette, Treffen bei Savi- 
gliano und Fossano, Schlacht bei Genola, Angriff auf Borge St. Dalmazzo 
und Belagerung von Cuneo, wo Oberlieutenant Hromada in der Nacht vom 
24. bis 25. November durch Zerstörung eines Dammes und Vernichtung der 
feindlichen Arbeiter unter den schwierigsten Umständen wesentlich zum guten 
Erfolge der Belagerung beitrug. 



— 113 - 

Im Feldzuge 
1800 war das Regiment oder Abtheilungen desselben beim Angriffe auf Altare 6. 
April, bei der Blocade von Savona 7. April, im Gefechte bei Varaggio 16. 
April, auf den Höhen von Bosco di Sardegno, bei Albisola, bei der Belagerung 
von Genua, bei der Eroberung der Feste Ventimiglia, im Gefechte am Var, 
— im Treffen bei Casteggio 9. Juni, in der Schlacht bei Marengo 14. Juni 
und in jener am Mincio 26. December. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment im Corps des FML. Baron Wemeck in den Gefechten 
bei Wertingen, Treffen bei Günzburg 9. October, Gefechten bei Haslach, Al- 
beck und Nehresheim sämmtlich in der ersten Hälfte October und geriethen 
in Folge der Capitulation von Trochtelfingen drei Bataillone und die Grena- 
diere in Kriegsgefangenschaft 18. October. Major Barth, 4 Offiziere, 300 
Mann ranzionirten sich selbst in der nächsten Nacht und erreichten das Corps 
des Erzherzogs Ferdinand, mit dem sie nach Böhmen marschirten. — 5. De- 
cember war ein Bataillon im Gefechte bei Stöcken. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im zweiten Armee-Corps Anfangs in Baiern, das dritte 
Bataillon 16. April bei Einschliessung der Feste Oberhaus bei Passau; — 
die Grenadier-Division 19. April im Gefechte bei Hausen — und die beiden 
ersten Bataillone im Gefechte bei Hoff und im Treffen bei ßegensburg 23. 
24. April, im Gefechte bei Nittenau. — Das dritte Bataillon im Treffen bei 
Ebelsberg 3. Mai. — Mit besonderer Auszeichnung focht das Regiment 21. 
und 22. Mai in der Schlacht bei Aspem, der Brigadier GM. Prinz Wied- 
Runkel führte, in einem entscheidenden Gefechts- Momente die Fahne ergrei- 
fend, das dritte Bataillon dem Feinde persönlich entgegen, und hatte sich an 
dessen Spitze den MTO. erkämpft. Alle Stabsoffiziere, 15 Ober-Offiziere^ 
669 Mann waren verwundet, — 3 Offiziere, 72 Mann todt. 5. und 6. Juli 
fochten das Regiment und die Grenadiere bei Wagram und halfen das in 
Flammen aufgehende Baumersdorf vertheidigen. Auch hier erlitten sie 
starke Verluste. 10. Juli die Grenadiere im Gefechte bei Teschwitz und mit 
dem Regimente 11. Juli im Treffen bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1813 waren Regiment und Grenadiere 26. und 27. August in der Schlacht bei 
Dresden, 17. September im Gefechte bei NoUendorf, 18. September bei der 
Recognoscirung gegen Kinitz. In der Schlacht bei Leipzig, 16. October beim 
Sturm auf die Brücke von Dölitz, 18. October beim Sturm auf das Lössni- 
ger Wäldchen, 9. November beim Angriffe auf Hochheim, 30. December 
das erste und dritte Bataillon bei der Einnahme von Genf. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich das dritte Bataillon im Gefechte bei Montmelian 23. Jänner, 
beim Angriffe auf den Pass la Grotte, 6. Februar bei der Recognoscirung 
von Les Echelles, 15. Februar bei jener des Forts Bareaux, 16. Februar im 
Gefechte bei Aix, 27. Februar im Gefechte bei St. Julien und der tapfem 

Thftrheira 0»d«nkbl&tt«r. 8 



- 114 - 

Vertheidigung des Dorfes Archamp. Eine Abtheilung des ersten BataiUons 
unter Oberlieutenant Modelsee 1. März im Gefechte bei La Place ; das zweite 
Bataillon bei der Blocade von Besan9on. Die Grenadiere thaten ' sich bei 
Macon besonders hervor. 

Im Feldzuge 
1815 die beiden ersten Feldbataillone 26. Juni bei der EroberuDg von Sarburg, 
27. Juni beim Angriff auf den Hagenauer Forst, 28. Juni im Gefechte bei 
Pfalgriesheim, 7. Juli bei der Beschiessung von Pfalzburg, 18. Juli bei der 
Cemirung von Strassburg. 

1821 machte das Regiment den Feldzug gegen die neapolitanischen Insurgenten 
mit und blieb bis 1827 in Neapel. 

In dem E^riegsjahre 

1848 zeichnete sich das Regiment in den Strassenkämpfen von Mailand 18. bis 
23. März r4ihmlichst aus, erstürmte mehrere Barrikaden und schlug die Angriffe 
der Rebellen kraftvoll ab. — 6. Mai focht das erste Bataillon in der Schlacht 
bei St. Lucia, 10. Juni das Regiment in der Schlacht bei Yicenza, wo sich 
besonders die ftinfte und sechste Division hervorthat. 25. Juli in der Schlacht 
bei Sommacampagna thaten sich das erste Bataillon bei Erstürmung der 
dortigen Höhen, das zweite Bataillon bei dem Angriffe auf den Monte Bos- 
cone hervor. Mitte August kam das Regiment nach Piacenza, im November 
nach Mantua. Die Grenadier-Division wirkte zu Prag in den Strassenkämpfen 
vom 12. bis 17. Juni thätig zur Unterdrückung der dortigen Revolution mit; 
— ' in den Gefechten vom 23. bis 31. October vor Wien thaten sich die Gre- 
nadiere und das erste Landwehrbataillon, besonders beim Angriffe auf die 
Wasserleitung bei der Nussdorfer Linie hervor, — ebenso bei Erstürmung 
von Barrikaden auf der Nordseite der Leopoldstadt. 6. November war das 
Landwehrbataillon im Yorpostengefechte bei Göding gegen die ungarischen 
Insurgenten. 

Im Feldzuge 

1849 in Ungarn war das Landwehr-Bataillon (im März und April) bei der Ein- 
Schliessung von Eomorn, 26. April im Gefechte bei Acs, 28. Juni in der 
Schlacht bei Raab an der T^te der Sturm-Colonne, 2. und 11. Juli in den 
beiden Schlachten von Eomorn, 5. August in jener bei Szöregh, 9. August 
bei Temesvar, 15. August im Gefechte bei Lugos. Das Ende Juni am un- 
garisohen £[riegsschauplatz abgerückte dritte Bataillon kam zur Cemirung 
von Komom. Die beiden ersten Bataillone in ItaUen blieben bis Mai 1849 
als Besatzung in Mantua, kamen sodann zu den Belagerungs-Truppen von 
Bologna und Anfangs Juli zu jenen von Venedig. Das zweite Bataillon war 
2. August im Gefechte bei Conche. Oberlieutenant Pecking veilheidigte den 
in den Lagunen gelegenen sogenannten Schlangenthurm mit zwei Zügen, von 
allen Seiten umrungen und abgeschnitten, an diesem Tage von neun Uhr 
Früh bis vier Uhr Nachmittags auf das Tapferste. 

1854 bis 1857 war das Regiment bei der Occupation der Wallachei, 1859 gehörte 
es zur Küsten-Armee, hatte Triest und Opcina besetzt, das vierte Bataillon 
war in der Schlacht bei Solferino. 



- 115 — 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im ersten Armee-Corps G. d. Cav. Graf 
Clam-Gallas der Nord- Armee und focht 29. Juni im Treffen bei Ji^in, — 
3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz, erlitt in beiden Affairen starke Ver- 
luste. Das vieite Bataillon gehörte zur Besatzung von Königgrätz. 

Tapferkeits-Auszeichntingen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1686 Hauptmann Graf Spauer zeichnete sich durch tapfere Vertheidigung seines 
Postens in der zweiten Belagerung von Ofen rühmlichst aus. 

1686 Major Graf Pini wurde für hervorragende Tapferkeit beim Sturme auf Bel- 
grad zum Oberstlieutenant befördert. 

1689 Major Baron Thavonat hatte sich beim Sturme auf Mainz sehr hervorgethan. 

1702 Major Graf Nazary sich bei Cremona sehr ausgezeichnet. 

1719 FM. Graf Mercy belobt bei Francavilla vorzüglich die Bravour und Umsicht 
des Regiments-Inhabers FML. Baron Seckendorf. 

1734 Bei Guastalla 19. September deckte der Oberst Baron Seckendorf mit Um- 
sicht den Rückzug des Heeres. 

1738 Major Wilhelm Baron Seckendorf, der bei Eomia durch die standhafte Ver- 
theidigung seines Postens wesentlich zum guten Erfolge beitrug, wurde zur 
Belohnung Oberstlieutenant, ebenso that sich Grenadier-Hauptmann Erassan, 
der auf Vorposten stand und den ersten Anprall der Ttlrken auszuhalten hatte, 
ungemein hervor, blieb aber todt am Platze. 

1742 Oberst Graf Friedrich Wied that sich bei der Belagerung von Prag hervor, 
wurde aber bei dem feindlichen Ausfalle 22. August blessirt. 

1758 Regiments-Inhaber FZM. Ernst Baron Marschall wurde fdr die heldenmüthige 
Vertheidigung von Olmütz FM. und MTO.-GK. — Hauptmann Mitterstiller, 
die Dienste eines Platz-Majors während der Belagerung versehend, hatte sich 
ungemein ausgezeichnet. 

1759 Oberst Christian Friedrich Baron Leubeifink wurde für seine Waffenthat bei 
Meissen im Capitel 1760 MTO.-R. In derselben Affaire wurden in der Re- 
lation als besonders ausgezeichnet genannt: Oberstlieutenant Anton Graf 
JLanthiery, die Majore Baron Geissler und Baron Ubelli v. Siegburg (alle drei 
Stabs- Offiziere verwundet) und Hauptmann Sigmund Worbeer, der für seine 
erneuerte Auszeichnung im Treffen bei Pretsch 17Ö9 gleichfalls im Capitel 
1760 MTO.-R. wurde. 

1760 In der Schlacht bei Liegnitz 15. August hatte Lieutenant Grimmer zwei 
Fahnen gerettet. 

1762 In der Belagerung von Schweidnitz that sich Major Worbeer neuerdings 
durch tapfere Vertheidigung eines Forts sehr hervor. 

1793 Oberst Paul Baron Salis wurde fiir die tapfere Vertheidigung von Tpem und 
die Einnahme von Poperingen MTO.-R., — bei letzterer Action zeichnete 
sich Oberlieutenant Preysing aus. 

8* 



— 116 — 

1793 Der Mannschaft wurden für ihre Leistungen in diesem Feldzuge zwei gol- 
dene und zwanzig silberne Tapferkeits-Medaillen zuerkannt. 

1793 Fähnrich Hromada that sich 19. Juli im Gefechte bei Löwen hervor. 
1796 Major Franz Weber von Treuenfels zeichnete sich bei Uckerad aus, 19. Juni, 
wurde aber verwundet. 

1796 Hauptmann Collard, Interims-Bataillons-Commandant, im Treffen bei Friedberg 
sich ausgezeichnet, wurde aber tödtlich verwundet. 

1797 Major Dworzak und Oberlieutenant Malbohan gelang es, bei der Plattner 
Klause die Fahne des dritten Bataillons zu retten. 

1799 Oberstlieutenant Grill und Oberlieutenant Hromada zeichneten sich Ende Mai 
bei Ravenna vortheilhaft aus. Ersterer drang in die Stadt und machte meh- 
rere Gefangene, Letzterer nahm mit sechzig Mann die vom Feinde hartnäckig 
vertheidigte Porta Serata. 

1799 Im Treffen bei Savigliano rühmt FML. Ott die Einsicht und Tapferkeit des 
Obersten von Weber, der beiden Oberstlieutenants Dworzak und Grill, sowie 
fiinf Of5fiziere. 

1799 Bei Genola werden abermals Oberst von Weber und zwei Hauptleute in dem 
Berichte des G. d. Cav. Baron Melas belobt. 

1799 Oberlieutenant Josef Hromada wurde far seine Waffenthat bei Cuneo, sowie 
auch frühere Auszeichnungen 1802 MTO.-R. — Die Grenadier-Division hatte 
sich bei Marengo 14. Juni 1800 gegen St. Cyr's Abtheilungen vorzilglich aus- 
gezeichnet. 

1809 Hauptmann Baron Imhof-Helmstadt mit seiner Compagnie mit ausgezeichneter 
Tapferkeit 23. April den Rückzug des Regimentes bei Regensburg gedeckt. 

1809 Oberst Grimmer von Riesenberg und Hauptmann Malbohan wurden vom 
FML. Prinzen Hohenzollern im Berichte unter den Ausgezeichneten bei 
Aspem genannt. 

1813 In der Schlacht bei Leipzig wurde Oberst Georgii, der das zweite Bataillon 
persönlich mit kaltblütiger Tapferkeit zum Sturme auf den Wald von Lössnig 
vorführte, und Major Graf Prokop Hartmann, sowie der Ordonnanz-Offizier 
Oberlieutenant GotÜ besonders in der Relation angerühmt — Vier Unter- 
offiziere erhielten die silberne Medaille. 

1814 FML. Baron Bianchi belobt die Grenadier-Division im Treflten bei Macon 
10. März. 

1826 hatte Hauptmann Wilhelm Baron Biela zu Josefstadt die Entdeckung des 
nach ihm genannten Biela'schen Kometen gemacht. 

1848 Lieutenant Bataillons- Adjutant Eduard Baron Swinbume zeichnete sich bei 
Mailand vorzüglich aus und befreite mit einer Compagnie und einem eigens 
erbetenen ZwOlfpfünder achtzehn Mann des Regimentes, welche, von den Li- 
surgenten umrungen, in einzelnen Häusern sich tapfer vertheidigt hatten. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 
1848 und 1849 in Italien und Ungarn: ÖLO.-R. Oberst Franz Perin Edler 
von Wogenburg. OEKO.-R. 3. Major Ludwig Münzer von Marienbom, die 



— 117 — 

Hauptleute Ritter von Escherieb, Gerbert von Homau, Lieutenant Eduard 
Baron Swinbume und Oberlieutenant Pecking. MVE. die Majore Ignaz 
Taubert und Moriz Baron Reisinger, die Hauptleute Benoist de Limonet, 
Saibante, Gerbert von Homau, Adolt, Wofzieek, Ritter von Eriegsau, Baron 
Esebek, Rossig, die Oberlieutenants Anton Pecking, Dierkes, Jeschek, Ott 
Edler von Ottenkampf, die Lieutenants Hawel, Lichtner, Mannich, Sagner. 
G. G VE. Regiments-Caplan Landt. — Die Mannschaft acht goldene 
siebenundachtzig silberne Medaillen beider Classen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 MVK. Oberst Carl Chevalier Hervay von Kirchsberg, die Hauptleute Rein- 
länder, Schräm und Oberlieutenant Köhler- Aistleithner. Seit 

1868 hat das Regiment die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen 
weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-Offiziere. 

1695 Oberstlieutenant von Yischer f bei der Belagerung von Casale 26. Juni 

1704 Oberstlieutenant Marquis von Malvezzi f in der Schlacht bei Verrua. 

1706 Oberstlieutenant Graf Nazary f in der Vertheidigung von Turin. 

1734 Regiments-Commandant Oberst Graf Hieronymus Formentini f in der Schlacht 
bei Parma 29. Juni. 

1848 Major Ferdinand Edler von Van der Mühlen f im Barrikadenkampfe des 
Prager Juni- Aufstandes 12. Juni. 

1866 Major Rudolf Schmidt Edler von Schwarzenschild f im Treffen bei Jiän 29. 
Juni. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 19. 

(1868). 

KRONPRINZ ERZHERZOG RUDOLF, OBERST. 

Dunkelblaue Waffenröcke, himmelblaue Egalisirungj weisse Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Raab. 



1734 errichtet auf eigene Kosten von 
dem Magnaten und ersten Inhaber. 

1734 Oberst nachheriger FM. Leopold 
Stephan Graf Palffy von Erdöd 
t 9. April 2773. 

1773 FML. Richard Graf D'Alton 
MTO.-C. erhielt 1786 das 26. In- 
fanterie-Regiment. 

1786 FM. Josef Freiherr Alvinczy de 
Berbtbrbck MTO.-GK. f 25. No- 
vember 1810. 

1810 bis 1813 anbesetzt. 



1813 GM. später FM. Philifp primz 
seit 1839 regierender Landgraf 
zu Hessen Homburg f 15. Decem- 
ber 1846 MTO.-R. 

1847 FZM. Carl Fürst zu Schwarze- 
BBBa t zu Wien 25. Juni 1858. 

1858 Se. k. k. Hob. Kronprinz Erz- 
herzog Rudolf, Oberst. 
(Zweiter Inhaber. ' 

1858 FZM. Heinrich Baron Handsl 
erhielt 1869 das 10. Infanterie- 
Regiment.) 



Feldzttge und wichtige Kriegs-Ereignisse. 

Seine ersten Standquartiere erhielt das Regiment in der Lombardie. 
Im österreichischen Erbfolgekriege kam es 
1741 im December zum KhevenhüUerschen Corps, und war 1742 bei der Winter- 
Expedition in Oberösterreich und Baiem, von dort nach Böhmen beordert, 
focht es 17. Mai in der Schlacht bei Chotusitz und war bei der Belagerung 
von Prag, 1743 wieder in Baiem bei jener von Ingolstadt — kam später 
nach Italien und war 1746 in der Schlacht bei Rottofreddo und bei der Be- 
sitznahme von Genua. Bei dem dortigen Aufstande 10. December wurde ein 
Bataillon vor dem Palaste Doria beim St. Thomas-Thore vom Pöbel ange- 
griffen und theils getödtet, theils gefangen. Ein Bataillon deckte beim Ab- 
züge der kaiserlichen Truppen die Kriegs-Cassa, und ein drittes Bataillon 
war bei der Unternehmung in der Provence. 1747 war das Regiment bei 
der Belagerung von Genua, 1748 bei der Occupation des Genuesischen (}e- 



— 119 — 

bieteSy 13* Juni bei der Eroberung von Brugnato, wo sich die Grenadiere 
besonders hervorthaten. 

Im siebenjährigen Kriege war 
1157 6. Mai ein Bataillon in des Schlacht bei Prag, 7. September im Treffen am 
Moysberge bei Görlitz, im November bei der Belagerung von Schweidnitz 
und beim Sturme auf die Stemschanze bei welchem Hauptmann De Vins 
mit seiner Grenadier-Compagnie und einer von Heinrich Daun (1809 reducirt) 
mit gefbilltem Bajonnet auf die Lünette eingedrungen ist und diess Werk 
sammt 8 Geschützen eroberte. Hauptmann De Vins war mit 12 Grenadieren 
bis an die Pallisaden des Ravelins herangeschlichen und der Erste in das 
Werk gedrungen. — 1758 war das Regiment bei der Belagerung von Neisse 
und 14. October in der Schlacht bei Hochkirch, wo die Grenadiere 230 
Gefangene machten. 1759 12. August in der Schlacht bei Kunnersdorf, 1760 bei 
beim Unternehmen auf Schloss Neustadt; — in der Schlacht bei Landshut 
23. Juni, wo sich Major De Vins mit einem Bataillon bei Erstürmung der 
Schanzen ungemein auszeichnete, 30. Juli deckte ein Bataillon die Anlegung 
des Brückenkopfes bei Klein-Musselwitz — 15. August das Regiment in der 
Schlacht bei Liegnitz^ wo es starke Verluste erlitt; 1761 bei der Eroberung 
von Schweidnitz. Oberstlieutenant De Vins unternahm einen glänzenden An- 
griff auf das Galgenfort, 1762 ein zusammengesetztes Commando in der Be- 
lagerung von Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1779 18. Jänner bei der Eroberung von Habeischwert. Oberst Baron Alvinczy 
forcirte an der Spitze eines Bataillons das sogenannte böhmische Thor, nahm 
den dortigen Commandanten Prinzen von Hessen-Philippsthal mit 2 Stabs- 
Offizieren und 136 Mann gefangen und eroberte eine Kanone. Major Davi- 
dovich machte an der Spitze der Freiwilligen auf sein eigenes Anerbieten 
den ersten Angriff gegen die Vorstädte und das Stadtthor, welches er eben- 
falls forcirte und den nachrückenden Colonnen den Weg in die Stadt er- 
öffnete. 

Im Tttrkenkriege hatte 
1788 10. Februar ein von dem 3. Bataillon und den wallachisch-illjrischen Gren- 
zern zusammengesetztes Detachement unter Hauptmann Gabrielli bei Gradistie 
mehrere türkische Schiffe erbeutet, eine Compagnie war 15. August in Sie- 
benbürgen am Vulkanerpasse, im Gefechte 1789 die 2 Feldbataillone 30. 
September bei Belgrad beim Sturme auf die Raitzenstadt sich sehr tapfer 
gehalten, 1790 ein Bataillon bei der Belagerung und im Treffen vor Gyur- 
gewo. 

Im Kriege gegen die französische Bepublik war das Regiment getheilt, und 

1794 ein Bataillon in der Niederlande, 18. September im Treffen bei Lüttich, — 
während 2 Bataillone bei der Armee in Italien 21. September bei Verthei- 
digung einer Posten- Aufstellung in Piemont bei Roccheto sich auszeichneten. 

1795 24. Juni bei Einnahme der feindlichen Verschanzungen im Genuesischen, 
war ein Bataillon bei dem Angriffe an der Brücke in der Vorstadt Savona ; 



— 120 - 

28. Juni 2 Bataillone bei der Besatzung von Vado und im November bei 
Vertheidigung der Posten und dem Rückzuge aus dem Genuesischen. 1796 
bestand das Regiment in Piemont mehrere Gefechte, bei Spigno 5. April, 
und waren Abtheilungen 11. September im Gefechte bei Cerea; 7. Novem- 
ber in jenem beim Schlosse Pietra. 1797 bei dem versuchten Entsätze der 
Festung Mantua vertrieb Hauptmann Palmano mit 600 Freiwilligen die Fran- 
zosen 13. November aus Anghiari und schlug im heftigsten feindlichen 
Feuer eine Schiffbrücke über die Etsch. 15. Jänner waren Abtheilungen im 
Gefechte bei Sant Georgiö vor Mantua. 

Im Feldzuge. 

1799 in Italien war das Regiment 5. April im Treffen bei Magnano in der Avant- 
garde, — 9. Mai haben 2 Bataillone das Vogheraner Thor bei Tortons mit 
geschultertem Gewehr angegriffen, und mit Hilfe der Einwohner gespiengt. 

29. Juni litt das Regiment im Gefechte zwischen Bosio und Cassino itarke 
Verluste. Im August und September war es bei der Belagerung voi Tor- 
tona. 7- 17. September im Treffen bei Savigliano hatte sich dasselbd sehr 
ausgezeichnet und wesentlich zum günstigen Auegange beigetragen ; 4. und 5. 
November erlitt es im Treffen an der Stura ziemliche Verluste bei Fossano. 

Im Feldzuge 

1800 war das Regiment an den Operationen im Genuesischen betheiligt 13. Mai 
waren 2 Bataillone im Gefechte auf den Monte Creto und unternahmen unter 
persönlicher Führung des FML. Prinzen Hohenzollern mehrere ejfolgreiche 
Bajonnet- Angriffe; 25. December focht dss Regiment in der Schlacht am 
Mincio, und hatte im Vereine mit Eray-Infanterie Nr. 34 einen Sturm auf 
Valeggio unternommen. 

Im Feldzuge 
1E05 war das Regiment in Südtirol meist abtheilungs weise auf den verschiedenen 
Gebirgspässen und GrenzOrtern vertheilt. 

Im Feldzuge 
1809 war dasselbe bei der Armee in Italien und zeichnete sich in der Schlacht an der 
Piave8. Mai vorzüglich aus, insbesondere Hauptmann Bartholemj mit dem 3. 
Bataillon, der, von österreichischer Cavallerie unterstützt, auf dem Rückzuge 
2 französische Reiter-Regimenter mit einem kühnen Bajonnet-Angriffe glück- 
lich zurückwarf, wodurch der Armee der Vortheil eines ungehinderten Rück- 
zuges verschafft wurde. 10. Mai Uebergang über den Tagliamento bei Spilim- 
bergo. Im Gefechte bei Papa 11. Juni deckte wieder Hauptmann Bartho- 
lemy mit dem 3. Bataillon den Rückzug der Armee durch die tapfere 
Vertheidigung dieses Ortes, ebenso in der Schlacht bei Raab 14. Juni, wo das 
Regiment betheiligt war. 

Im Feldzuge 
1812 gegen Russland tocht dasselbe mit grosser Auszeichnung 12. August in der 
Schlacht bei Podubnie, femer in den Gefechten bei Dywin 16. August, bei 
Stara Wyzwa 25. August, Lijuboml, Tryszin, Biala, Rudcia, Pinsk u. s. w. 



- 121 - 

Im Feldzuge. 

1813 war das Begiment in der Division Bianchi 26. und 27. August in der Schlacht 
bei Dresden, 30. August in jener bei Kulm, 16. October in der Schlacht bei 
Leipzig beim Sturme gegen Markleeberg, eroberte dasselbe, von seinem 
tapferen Brigadier GM. Grafen Haugwitz vorgefahrt, 5 Geschütze und be- 
hauptete sich unter der tapferen umsichtigen Leitung seines Obersten Baron 
Stutterheim in der gewonnenen Stellung. 

Im Feldzuge. 

1814 in Frankreich war es erst bei der Blocade von Beifort, bei der Erstürmung 
von Clercy, im Treffen bei Montereau, sodann in Südfrankreich 11. März im 
Treffen bei Macon, in den Gefechten bei St. Georges und Longsard, wo 
2 Compagnien unter Hauptmann Schuputh zum Sturme gegen die vom 
Feinde hartnäckig vertheidigten Dörfer Laye und Longsard vorgingen und 
den Feind vertrieben. Im Treffen bei Lyon 20. März drückte Oberst St. 
Ivany den Feind durch den kraftvollen Angriff des Regimentes bis an die 
Thore der Stadt zurück und trug wesentlich zu deren Besitznahme bei. 
Später kam das Regiment zu dem Occupations-Corps des FML. Bianchi 
nach Südfrankreich zwischen Grenoble, Chambery und den Mont Cenis 
dann nach Piemont und Savoyen, 1815 erst in der Division FML. Gral 
Neipperg gegen Murat, im Juli nach Südfrankreich zur Besetzung des Land- 
striches von Lyon abwärts gegen das Meer. 

Während des Feldzuges 
1848 in Italien war das Regiment in Südtirol vertheilt, und bestand grösstentheils 
compagnieweise mehrere rühmliche Gefechte im April und Mai gegen die 
einfallenden italienischen Freischaaren, so bei Ranzo, Alle Sarche, Castel Do- 
blino, Vezzano, wo sich die 5. Compagnie auszeichnete, 2 Compagnien 18. 
April bei Varano; — ein Bataillon unter Major Scharinger beim Angriffe 
auf Stenico und Val Ledro; 20. April warf Oberstlieutenant von Pechy bei 
Stenico eine feindliche Colonne zurück ; 24. April überfiel Hauptmann Lendvay 
mit 2 Compagnien bei Pieve eine feindliche Abtheilung und jagte sie in 
die Flucht. 27. Juli Oberstlieutnant von Pechy mit dem 1. Bataillon bei 
der Expedition nach Storo, im Mai stand das Regiment in den Positionen 
bei Rivoli, von Ceraino bis Volargue vertheilt. Im Juni das 2. Bataillon 
unter Major Scharinger 10. Juni bei der Vertheidigung von Preobaco, 18. 
Juni im Gefechte bei Spiazzi. Anfangs August 10 Compagnien im Streif- 
Corps des GM. Fürsten Franz Liechtenstein bei der Occupation von Mo- 
dena. Das 1. Bataillon kam als Besatzung in die dortige Citadelle und 
verblieb daselbst während des Feldzuges. 

1849^ das 2. Bataillon in der Brigade des GM. Ghrafen Degenfeld im IV. Armee- 
Corps, FML. Graf Thom, war 23. März in der Schlacht bei Novara. 

1850 bis 1852 war das Regiment bei der Occupation von Schleswig-Holstein 

mit dem Stabe zu Rendsburg 

Im Feldzuge 
1859 focht dasselbe im IX. Armee-Corps des G. d. Cav. Ghrafen Franz Scha£fgotsche 

mit Auszeichnung in der Schlacht bei Solferino 24. Juni. 



— 122 - 

Im Feldzuge 
1866 war das Regiment in der Brigade GM. Seudier des VII. Armee-Corps FML. 
Maroicic der Süd-Armee eingetheilt und 24. Juni in der SiegesschlacLt 
bei Custozza ruhmvoll an den Kämpfen bei La Bagolina, Monte Molimenti^ 
Monte Arabica und an der Erstürmung der Kuppe des Monte Croce bethei- 
ligt und erlitt starke Verluste. Das 4. Bataillon als Besatzung in Peschiera. 

Tapferkeits-AuBzeichnungen und besondere Denkwflrdigkeiten. 

1758 Grenadierhauptmann Josef De Vins wurde für seine glänzende Tapferkeit bei 
der Belagerung von Schweidnitz MTO.-R; bei eben dieser Gelegenheit hatten 
sich Hauptmann Preiss und Oberlieutenant Hervay durch hervorragenden 
Muth ein besonderes Lob in der Relation erworben. 

1760 Oberst Baron Wolfgang Faber du Four und Major Lackhenau, beide bei 
Liegnitz blessirt, hatten sich in dieser Schlacht ausgezeichnet. 

1761 Oberstlieutenant de Vins und Hauptmann Stein bei der Eroberung von Schweid- 
nitz sich hervorgethan. Ersterer wurde Oberst bei Königsegg-Infanterie Nr. 16. 

1779 Oberst Josef Baron Alvinczy wurde fllr seine Auszeichnung bei Habeischwert 
sogleich GM. und MTO.-R. Major Paul von Davidovich aus gleichem An- 
lasse MTO.-R. Ausser diesen wurden in der Relation belobt: die Haupt- 
leute Graf D' Alton (bei der Erstürmung todt geblieben), Schwarz, 
Nemes die Oberlieutenants Fekete, Toachberger, die Lieutenants Branden- 
stein, Leuwen, Ujhely und Flanagan. Kaiser Josef H. dankte dem Regimente 
im Pester Lager persönlich, liess die bei der Affaire betheiligten Offiziere 
zur kaiserlichen Tafel laden, und unter die Mannschaft 300 Dukaten vertheilen. 

1789 Beim Sturme auf die Raitzenstadt bei Belgrad 30. April hatte sich Oberst Carl 
Graf Kolowrat-Krakowsky derart ausgezeichnet, dass er obwohl einer der jüng- 
sten Oberste der Armee, ausser der Tour zum GM. befördert wurde, — 
ebenso that sich Oberlieutenant Lucas Graf Plunket hervor. 

1795 Bei dem AngriflFe auf die Brücke in der Vorstadt Savona 26. Juni zeich- 
neten sich Oberstlieutenant Rosshirt v. Rosenau und Lieutenant Busch beson- 
ders aus. 

1796 Hauptmann Neustädter zeichnete sich 11. September bei Cerea sehr aus, 
Lieutenant Baron Vitsey bei Pietra f aber im Gefechte. 

1799 Im Gefechte bei Bosco und Cassino hatten sich 20. Juni in der Relation 
besondem Lobes wfLrdig gemacht: Hauptmann Wenzel Vetter von Lilienbei^ 
(dieser dem Generalstabe zugetheilte Offizier auch bei der Belagerung von 
Tortona sich sehr ausgezeichnet), die Hauptleute Rebovich, Graf Almasy, die 
Lieutenants Ruchtesel und Alaner, die Fähnriche Adorian und Rabaglioni; 
Oberst Carl Adorian zeichnete sich durch umsichtige und tapfere Führung 
des Regimentes bei Savigliano 17. September vorzüglich aus, wurde GM. f 
kurz nachher im Treffen an der Stura. Ebenso hatte sich der zweite 
Oberst Baron Lelio Spannochi in diesem Feldzuge wiederholtes Lob in den 
Berichten erworben. 

1809 Hauptmann Peter von Bartholemy wurde für seine vielfachen Auszeich- 
nungen im Feldzuge 1809 durch das Capitel 1810 MTO.-R. 



— 123 — 

1812 Major Szt. Ivany zeichnete sich durch einen entschlossenen Angriff mit einer 
Division in die feindliche linke Flanke in der Schlacht bei Podubnie 12. 
August vorzüglich aus. 

1813 Oberst Franz Baron Stutterheim wurde für ausgezeichnete Führung des Be- 
gimentes und persönliche Tapferkeit in der Schlacht bei Leipzig mittelst Aller- 
höchsten Handschreibens aus Rötha 20. October MTO.-R. Oberstlieutenant 
Szl Ivany in der Relation sehr angerühmt. 

1814 Oberst Carl von Szt Ivany wurde für seine hervorragenden Leistungen bei 
Lyon mittelst Allerhöchsten Handschreibens aus Chatillon 10. April MTO.-R. 

Für Auszeichnung in der Eriegs-Epoche 
1848 und 1849 in Süd-Tirol und Italien ÖLO.-R. Oberst Andreas Melczer v. 
KellemeS; Lieutenant Josef Knezich. OEKO.-R. 3. Major Albert Lendvay. 
MVK. Oberstlieutenant Pompejus Scharinger, Hauptmann Victor Graf Lei- 
ningen-Alt-Westerburg und Oberlieutenant Richard Steinforth. 

Eine besondere Auszeichnung wurde dem Regimente mit Allerhöchstem Armee- 
Befehl ddto. Laxenburg 22. August 

1858 zu Theil : „Ich will, dass der durch Gottes Gnade Mir geschenkte Sohn von 
seinem Eintritte in diese Welt an Meiner braven Armee angehöre, und 
ernenne ihn hiemach zum Oberst-Inhaber Meines 19. Linien-Infanterie-Regi- 
menteS) welches von nun an den Namen : „Kronprinz^ zu führen hat^ 

Für Auszeichnung im Feldzuge 

1859 in Italien: OEEO.-R 3. Oberst Regiments -Commandant Basil PoUovina, 
Major Anton Freiherr von Mayer v. Löwenschwert. MVK. die Hauptleute 
Rainer, Weil, Serdic, die Oberlieutenants von Meyroser und Roskoschny, 
Die Mannschaft 3 grosse und 15 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 in Italien: ÖLO-R. Oberst Regiments - Commandant Georg Grivicic 
OEKO.-R, 3. Oberstlieutenant Carl Edler von Rath und der vor dem Feinde 
gebliebene Major Edler v. Zaufal. MVK. die Hauptleute Rudolf Baron 
Rechbachy Kocher, Steh, Killic, Czak von Koronovar, Schiebel, die Oberlieu- 
tenants : Kralowetz, Borger, Drescher, die Lieutenants Leiner, Klar, Dobro- 
wolski, Tschepper, Thoma. Seit 

1868 hat das Regiment dunkelblaue^ statt der bisherigen weissen Waffenröcke 
zu tragen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-OflEiziere. 
1813 Major Anton Koch f an seinen bei Dresden erhaltenen Wunden 26. August. 
1859 Major Wilhelm Baumgarten f in der Schlacht bei Solferino 24 Juni. 

1866 Major Franz Zaufal Edler von Zaufalow f in der Schlacht bei Custozza 24. 
Juni. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 20. 

(1863.) 

FRIEDRICH WILHELM PRINZ, 1861 KRONPRINZ VON PREUSSEN und 

1871 DES DEUTSCHEN REICHES. 

Dunkdblaue Waffenröcke, krebsrothe Egalisirung, weisse Knüpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Nbu-Sakdbo. 



Inhaber. 



1682 errichtet von seinem Inhaber 

1682 Prinz Johann Ludwig Anton von 
Ppalz-Nbüburg, Hochmeister des 
Deutschen Ritter-Ordens. 

1694 FM. Hans Carl Graf von Thüngän 
t 1709. 

1 710 FML. Friedrich Wilhelm Prinz 
von Holstein-Beck fin derSchlacht 
bei Francavilla 20. Juni 1719. 

1719 FZM. Johann Friedrich Graf 
DnssBACH Fürst von St. Agatha f zu 
Freiburg 1751, hatte auf seine In- 
haberstelle bereits 1744 resignirt. 

1744 GM. später FM. Anton Graf 
CoLLORBDo ZU Walsbe f ZU Wien 
17^ März 1785. 

1785 FZM. Franz Wenzel Graf Kaunttz- 



RiETBERG t ZU Wien 20. De- 

cember 1825. 
1826 FML. Friedrich Graf Hochbneog 

t zu Hütteldorf bei Wien 14. 

Juni 1848. 
1849 FZM. Ludwig Freiherr von 

Wbldbn MTO.-C. t zu Gratz 7. 

August 1853. 

1853 FRIBDRIOH WILHBLM PrinZ, 

1861 Kronprinz von Preussen 
1871 und des Deutschen Reiches. 

{Zweite Inhaber. 

1853 FML. Johann Ritter bordolo von 

BORBo t 1. October 1857. 
1857 FML. Florian Freiherr von 

IfACHIO.) 



Feldzflge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Von 1683 machte das Regiment sechzehn Feldzüge in Ungarn gegen die 
Türken und am Rhein gegen die Franzosen mit und war 1683 zur Hälfte 
in der Belagerung von Wien, 1685 bei der Belagerung von Neuhäusel und 
in der Schlacht bei Gran, 1686 bei der Belagerung und Eroberung von 
Ofen, 1687 in der Schlacht bei Mohacs, 1689 am Rhein, beim Sturm auf 



~ 125 — 

Mainz, machte die nun folgenden Feldztige bis 1697 am Rhein mit, and kam 
1698 als Besatzung nach Philippsburg. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1702 und 1704 bei beiden Belagerungen von Landau, 1706 in Ungarn gegen die 
Rakoczy'schen Malcontenten ; — 1709 bei der Belagerung von Toumay und 
in der Schlacht bei Malplaquet, 1712 bei der Belagerung von Quesnoy. 

1717 machte es den Feldzug gegen die Türken mit und war in der Belagerung 
und Schlacht bei Belgrad 16. August. 

1718 marschirte es nach Sicilien, und war 1719 20. Juni in der Schlacht bei 
Francavilla, 1734 und 1735 in den Belagerungen von Messina und Syrakus. 

Im österreichischen Erbfolgekriege kam es 
1741 im December zum Ehevenhüller'schen Corps und war 1742 bei der Winter- 
Expedition nach Ober-Oesterreich und Baiern, 1743 wieder in Italien in der 
Schlacht bei Campo Santo, 8. Februar 1744 bei der Unternehmung gegen 
Neapel, wo es die Städte Teramo, Atri, Civita di Penna, Giulia Nova und 
Taglia Cozza unterwarf; 1746 in der Schlacht bei Rottofreddo, bei der Expe- 
dition gegen Genua und der Unternehmung in der Provence, 1747 bei der 
Belagerung von Genua und im Treffen bei Exilles. 

Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 
1756 1. October mit ausgezeichneter Tapferkeit in der Schlacht bei Lobositz, wo 
es, ungeachtet das feindliche Feuer ganze Rotten wegriss, in gut geschlossener 
Ordnung bis zum Ende der Schlacht den entschlossensten Widerstand leistete. 
1756 6. Mai in der Schlacht bei Prag, 7. September im Treffen bei Görlitz, 
22. November in der Schlacht bei Breslau beim Angriffe auf Höflichen, 
sodann gerieth es bei der Uebergabe von Breslau 19. December, zur dortigen 
Besatzung gehörend, in Kriegsgefangenschaft, jedoch bald ranzionirt, hielt es 
sich ungemein tapfer 1758 14. October in der Schlacht bei Hochkirch bei 
Wiedereroberung des Dorfes; 1760 war es bei der Expedition auf Berlin, 
3. November in der Schlacht bei Torgau, ein Bataillon in der Belagerung 
von Dresden und 1762 ein Conmiando in der Belagerung von Schweidnitz. 

Im bairischen Erbfolgekriege 
1778 im Treffen bei Weisskirchen unterstützte Oberst Baron Hütten den ersten 
Angriff der Grenzer links vom Pfaffenberge mit dem Leibbataillon auf das 
Zweckmässigste und vertheidigte den Verhau dieses Berges mit ebensoviel 
Umsicht als ausdauernder Tapferkeit. — Eine Abtheilung war 1779 3. März 
bei der Unternehmung auf Gebersdorf. 

Im Türkenkriege war das dritte Bataillon beim Corps des Prinzen Coburg. 
1788 11. Mai im Gefechte bei Chotym und sodann bei der Belagerung dieser 
Festung und bestand während dieser mehrere günstige Gefechte, so 13. Mai 
bei Dolinany, 11. Juni bei der Constantinopler Vorstadt von Chotym, 13. Juli 
bei der Vorrückung auf Chotym errichtete es im stärksten feindlichen Feuer 
in aller Schnelligkeit eine Batterie und erhielt wegen seines Wohlverhaltens 
die Auszeichnung, nebst sieben Escadronen die türkische Besatzung bei ihrem 
Abzüge Anfangs October bis an den Pruth zu escortiren. 1789 that sich 



- 126 - 

das Bataillon 19. April im Scharmützel bei Vallje Szaeka hervor, insbe- 
sondere in der Schlacht bei Fokschan, wo es bei der Avantgarde der russischen 
Division die angegriffenen Kosaken und Amanten mit einem wirksamen 
Feuer gut unterstützte und die Türken zurücktreiben half; — beim dritten 
Angriffe auf das Kloster Samuel, als der commandirende General Prinz Coboi^ 
Freiwillige zum Sturme herausrief, lief sämmtliche Mannschaft vor, ebenso 
der Commandant des Bataillons, Oberst Chevalier Linde und alle Offiziere 
boten sich ebenfalls an, und man musste eigens 30 Mann zur Bedeckung 
der Fahne commandiren. — Oberst von Linde, ein Veteran mit dreiund- 
vierzigjähriger Dienstzeit setzte sich su Fuss mit allen Offizieren an die 
Spitze des kühn vorwärtsstürmenden Bataillons, das EUoster wurde mit 
Sturm eingenommen, eine Menge Gefangene gemacht, und die Türken zum 
Weichen gezwungen. — In der Schlacht bei Martinestie deckte das Batail- 
lon die Flanke des Corps und Oberst Linde unternahm ohne Befehl die Ver- 
folgung des Feindes, ihn aus jeder Stellung, die er nahm, vertreibend. Der 
Eifer des Bataillons war so gross, dass es sogar der Cavallerie vor zu 
eilen versuchte. 

Ln Kriege gegen die französische Republik war 
1793 ein Bataillon 21. October im Gefechte bei Marchiennes, 24. October bei 
der Vertheidigung von Orchies eroberte ein Bataillon im Verein mit einer 
Husaren- Abtheilung zwei Kanonen und vier Munitionskarren, und 30. October 
war ein Bataillon bei der Eroberung von Marchiennes. 1791 war das Re- 
giment im Treffen bei Sprimont, 1795 im Jänner bei Vertheidigung der 
Posten an der Waal ; im Gefechte bei Handschuhsheim vertheidigte eine Di- 
vision sehr tapfer dieses Dorf, und 18. October waren zwei Bataillone beim 
Angriffe und der Eroberung des feindlichen verschanzten Lagers bei Mann- 
heim. 1796 17. September waren zwei Bataillone bei dem Sturme und der 
Einnahme von Kempten, 20. September im Gefechte bei Issny und sodann 
bei der Belagerung von Kehl, 1797 20. April haben zwei Bataillone bei 
dem Rhein-UebergaDge der Franzosen bei Kehl bei Vertheidigung der dies- 
seitigen Posten starke Verluste erlitten. 

Im Feldzuge 

1799 14. Mai war eine Regiments - Abtheilung beim Angriffe auf Graubündten, 
und machte 300 vom Luciensteige versprengte Franzosen zu Gefangenen; 
24. Mai im Treffen bei Frauenfeld unterstützte das Regiment die angegrif- 
fene Avantgarde sehr zweckmässig, erlitt aber grosse Verluste; 4. Juni war 
ein Bataillon beim Hauptangriffe auf die feindliche Position bei Zürich. 

Im Feldzuge 

1800 war das Regiment in mehreren Actionen in Baiern 11. Juli bei Füssen und 
3. December in der Schlacht bei Hohenlinden in der vierten oder linken 
Flügel-Colonne des FML. Grafen Riesch. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Armee in Deutschland im Corps des FML. Baron 
Wemeck bei Ulm — im Treffen bei Günzburg 9 .October; gerieth aber 17. 



- 127 — 

October nächst dem Stifte Neresheim, Dach der Niederlage des Wemeck'schen 
Corps von feindlicher Cavallerie gänzlich abgeschnitten, unter General Ghraf 
Sinzendorf mit 3 Bataillons in Kriegsgefangenschaft. — Ein Bataillon focht 
2. December in der vierten Colonne des FML. Grafen Eolowrat in der 
Schlacht bei Austerlitz. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im III. Armee- Corps des FML. Prinzen Hohenzollern bei 
der Armee in Deutschland; 19. April im TJfeffen bei Hausen; als die Fran- 
zosen den linken Flügel des Corps mit einer Ueberflügelung bedrohten, warf 
sich FML. Fürst Moriz Liechtenstein mit dem Regimente Eaunitz dem Feinde 
mit grösster Tapferkeit entgegen, und drängte ihn in die Waldungen zurück, 
wurde aber verwundet. — Bei dem spätem Rückzuge der Armee war das 
Regiment 17. Mai bei der Vorrückung und dem Angriffe des FML. Grafen 
Kolowrat auf die feindliche Stellung bei Linz, in der dritten Colonne des FML. 
Grafen St Julien eingetheilt, welche von Neumarkt auf Mauthausen vorrückte, 
dort aber keinen Feind fand, tmd wieder auf Neumarkt zurückgezogen wurde. 
— Später kam dieses Corps in das Marchfeld, wo das Regiment 5. und 6. 
Juli die Schlacht bei Wagram und den Rückzug nach Mähren mitmachte. 

Im Feldzuge 
1813 war dasselbe imil. Armee- Corps Gen. d.'Cav.Graf Merveldt, später FML. Fürst 
Alois Liechtenstein eingetheilt, in der Schlacht bei Dresden 26. und 27. August 
wo es am 27. Rosthal undNauselitz besetzte; 17. und 18. September in den 
Gefechten bei Einnitz und Arbesau, in dem hartnäckigen Angriffe auf 
den von NoUendorf gegen Kulm vorrückenden Feinde — und 16. bis 18. 
October in der Schlacht bei Leipzig; zwei Compagnien hatten rechts vom 
Dölitzer Schlosse den Rückzug der Franzosen nach dem Angriffe des FML. 
Bianchi bei Markleeberg mit 2 Haubitzen derart beunruhigt, dass derselbe 
in eine Flucht ausartete. 1814 in Frankreich thaten sich Abtheilungen des 
Regiments 27. Februar im Gefechte bei Archamp, im Treffen bei St. Julien 
und 20. März bei Lyon sehr hervor. 1815 war das Regiment bei der Haupt- 
Armee in Frankreich. 

In der Kriegs-Epoche 

1848 war dasselbe bei der Bezwingung des Jani-Aufstandes zu Prag 12. bis 17. 
Juni im Strassenkampfe und Erstürmung der Barrikaden sehr thätig. — Im 
December war das 3. Bataillon beim Corps des FML. von Simunich bei der 
YorrQckung gegen Ungarn, 16. December bei der Erstürmung und Einnahme 
von Tjmau und bei der Einschliessung von Leopoldstadt, sowie in einer 
Vorpostenstellung an der Waaglinie. 

Im Feldzuge 

1849 war das 1. Landwehrbataillon im III. Armee-Corps der Armee in Italien und 
focht in der Schlacht bei Novara 23. März, bei Casa Visconti und der Er- 
stürmung der Gehöfte bei La Bicocca. — Das 3. Bataillon in Ungarn kam 
im Winter unter FML. Baron Simunich zur Cernirung von Comom. 

Im Sommerfeldzuge in Ungarn 



~ 128 — 

1849 waren das 3. and 4. Bataillon in der Brigade Gerstner des IQ. Armee-Corps, 
welches Anfangs Juli in Kis-Ber, auf Streuungen gegen Moor, und die wei- 
tere Vori'ückung ihres Armee-Corps später mitmachte 

1859 kam das Regiment nicht vor den Feind, dagegen erwarb es sich neuen 
Ruhm im Feldzuge 

1866 gegen Preussen, in der Brigade des Obersten Jonak des VI. Armee-Corps 
der Nord-Armee eingetheilt, im Treffen bei Nachod 27. Juni und bei Er- 
stürmung des WenzelsbergSs. Das in Divisionsmassen formirte Regiment, 
mit einem mörderischen Kugelregen empfangen, stürmte mit seinem beiden* 
müthigen Commandanten Obersten Graf Alphons Wimpffen an der Spitze 
in drückendster Mittagshitze zwar mühsam aber unaufhörlich vor, bis bei den 
enormen und schwerwiegenden Verlusten der Brigadier, der die Ungleichheit 
und Erfolglosigkeit dieses Kampfes mittlerweile erkannte, den Rückzug an- 
ordnete. Das Regiment war aber in diesem Momente bereits factisch zer- 
trümmert, wurde nun noch plötzlich durch die feindlichen Dragoner attakirt 
und musste sich in kleineren und grösseren Klumpen vertheidigen, von denen 
einzelne die Attake abwiesen, die schwächeren aber gesprengt und nieder- 
gehauen wurden. — Das Regiment hatte in diesem harten Kampfe: 21 
Offiziere und 388 Mann todt; den Obersten Grafen Wimpffen, 24 Offiziere, 
405 Mann verwundet, 93 gefangen, im Ganzen 826 Mann verloren. — 3. Juli 
focht das Regiment in der Schlacht bei Königgrätz, wo es auch wieder einen 
Gesammtverlust von nahe 300 Mann erlitt. — Das vierte Bataillon in der 
Brigade Trentinaglia gehörte zu den Besatzungs-Truppen von Westgalizien 
und stand bei ELrakau. 



Tapferkeits-AuBzeiclmungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1683 Hauptmann Baron Hoheneck, der sich ausgezeichnet hatte, blieb mit noch 
2 Hauptleuten in der Belagerung von Wien ^ todt am Platze. 

1746 Oberst Graf Gorani (früher General-Adjutant), wurde wegen Auszeichnung 
in der Schlacht bei Piacenza GM. aber bald nachher f in einem Gefechte an 
der Turbia. ' 

1756 1. October Oberst Franz Moriz Graf Lacy zeichnete sich durch tapfere und 
umsichtige Führung des Regimentes in der Schlacht bei Lobositz vorzüglich 
aus, nebst ihm wurden im Berichte die Hauptleute Josef Graf CoUoredo, Ba- 
ron Koch und Graf Schaffgotsch sehr belobt, und alle drei zur Belohnung 
zu Oberstlieutenants befördert. 

1760 wurde Major Matema von Kwietwitz fUr seine in der Belagenmg von Dres* 
den geleisteten Dienste belobt. 

1779 Oberst Ferdinand Baron Hütten wurde ftir seine Auszeichnung im Treffen 
bei Weisskirchen MTO.-R. Hauptmann Gk'af Carl Hadik zeichnete sich bei 
Gebersdorf aus, und wurde Major bei den Husaren. 



— 129 — 

1788 Im Feldzuge gegen die Türken hatten sich in den verschiedenen Schar* 
mtltzehi während der Belagerung von Chotym ausgezeichnet : Oberstlieutenant 
Chevalier Jösef Linde von Linden bei Dolinany und Oberlieutenant Graf 
Plunket bei Vertheidigung des Postens Rumla. 

1788 Oberst Chevalier Josef Linde von Linden wurde in Folge wiederholter Aus- 
zeichnungen bei Chotym 1788, bei Fokschan und Martinestie 1789 MTO.-R. 
In den beiden letzteren Actionen haben sich auch Capitänlieutenant Linde, die 
Oberlieutenants Materna und Wampold und Lieutenant Portner hervorgethan. 

1793 In den Berichten über die verschiedenen Actionen des Feldzuges wurden an- 
gerühmt Oberlieutenant Albeck, Ordonnanzoffizier des General Terzy, Ober- 
lieutenant Görz von Czertin und bei Vertheidigung von Orchies Major Baron 
Bender, die Hauptleute Lava und Rissel, Lieutenant Stein, Ordonnanzoffizier 
des General BLray, die Fähnriche Wolf imd Mayer, diese ebenfalls bei Mar- 
chiennes. 

1795 bei Mannheim Oberst Baron Joachim Bender mit grossem Ruhme 2 Bataillone 
geführt. 

1795 bei Mannheim 18. October Hauptmann Wenzel Neumann mit der Grenadier- 
Compagnie durch einen glänzenden Bajonnet- Angriff sich hervorgethan. 

1796 bei Issny die Oberlieutenants Müller, Lehmann und Lieutenant Justinian sich 
ausgezeichnet. — Bei Kehl Major Patek sich hervorgethan, ebenso Fähn- 
rich Schröder. 

1799 bei Frauenfeld Oberst Baron Frankenbusch das Regiment mit Kuhm angeführt. 

1800 bei Hohenlinden wurde in dem Berichte Oberst Josef Richter besonders 
belobt. 

1805 im Treffen bei Günzburg erstürmte Hauptmann Mose mit seiner Grenadier- 
Compagnie, ohne erst einen Befehl abzuwarten, die von den Franzosen ge- 
nommene Brücke über die Donau, und eroberte sie wieder zurück, wurde 
aber dabei schwer verwundet. 

1809 19. April im Treffen Hausen zeichnete sich Major Mose beim Sturme auf den 
dortigen vom Feinde stark besetzten Wald erneuert aus, wurde abermals ver- 
wandet. 

1813 17. September bei Nollendorf trug wesentlich das ausgezeichnete Verhalten 
des Majors Mose zu dem glänzenden Erfolge des Tages bei. Er wurde kurz 
nachher Oberstlieutenant. Bis 

1814 war das Regiment mährisch — seither galizisch. 

1848 12. Juni im Strassenkampfe zu Prag zeichnete sich Oberst von Mainone 
ans, wurde aber verwundet. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen im Prager Aufstande, Italien und Ungarn 
1848 und 1849 MVE. Oberst Regiments-Commandant Carl Mainone von Mainsberg, 
Oberstlieutenant Franz Schneider von Dillenburg, Major Johann Ritter von 
Neuwirth, die Hauptleute Peltsuszky, Preyssler, die Oberlieutenants Baron 
Leonhardi, Mayer, Lieutenant Lohr. 

TkAfkefn: 0«deok1il&ttar. 9 



— 130 - 

Für Aaszeichnung im Feldzuge 
1866 in Böhmen. ÖLO.-R. dem seiner Verwundung erlegnen Oberst Regiments- 
Commandanten Grafen Alphons Wimpffen OEEO.-R. 3. Major Johann 
Bezard. MVK. Oberst Wilhelm Peinlich (für Auszeichnung in seinem frü- 
heren Regimente, Infanterie Nr. 4), Hauptmann Langer, die Oberlieute- 
nants Kowalow und Dietrich. 

Der Kronprinz von Preussen sprach am Schlachtfelde zu den Verwundeten fol- 
gende im Munde des Gegners einen erhöhten Werth habende Worte: „Ich 
bin stolz darauf, der Inhaber eines so braven Regiments zu sein, es schmerzt 
mich aber sehr, dass es so viele Verluste erlitten hat! II'' Seit 

1868 hat das Regiment die dunkelblauen Wa£fenröcke statt der altösterreichischen 
weissen zu tragen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 
1793 30. October Major Baron Bender f bei der Eroberung von Marchiexmes. 

1799 4. Juni Oberstlieutenant Pateck — f beim Angriffe auf die Position von Zü- 
rich tödtlich verwundet. 

1800 11. Juli Oberstlieutenant Franz Walthör von Waldenau f an seiner bei 
Füssen erhaltenen Wunde in feindlicher Gefangenschaft. 

1809 20. Mai Oberst Josef Bresler von Stemau infolge der bei Hausen erlittenen 
schweren Verwundung zu Landshut in Gefangenschaft f. 

1849 23. März Oberstlieutenant Johann Schulz f in der Schlacht bei Novara. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Alphons Graf Wimpffen an seiner im Treffen 
bei Nachod erlittenen schweren Verwundung f 22 Juli zu Jose&tadt. 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 21. 

(1878.; 

FML FREIHERR FRIEDRICH VON MONDEL. 

Dunkelblaue Waffenröcke, meergrüne Egalisirung, gelbß Knopfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Czaslau. 



Inhaber. 



1734 errichtet auf eigne Kosten von 
dem Obersten des Max Starhem- 
berg'schen Infanterie-Regimentes 
(Nr. 24) und seinem nunmehrigen 

1734 Inhaber Ludwig Graf Colmenero 
f in der Schlacht bei Guastalla 19. 
September 1734. 

1734 FZM. Ludwig Ferdinand Graf 
Schulenbürg-Otkhausen t 2U 
Wien 16. Jänner 1754. 

1754 FM. Carl Raimund Herzog von 
.Akemberg MTO.-GE. t zu Enghien 
17. August 1778. 

1778 FZM. Sigmund Freiherr von 
Gejohkoen-Hornbero MT.O-R. f zu 
Raab 17. December 1806. 

1808 FML. Louis Victor Prinz von 
RohanMTO.-R., quittirte 1810 den 
kaiserlichen Dienst und f zu 
Sichrow in Böhmen 10. December 
1846. 



1810 



1835 



1849 



1852 



1857 



1878 



FML. Albert Graf Gyülai von 
Marcs - Nemeth und Naoaska 
MTO.-R. t zu Pest 27. April 1835. 
FML. Johann Freiherr von Paum- 
GARTEN MTO.-R.- t zu Prag 24. 
September 1849. 

FML. Felix Fürst zu Schwar- 
ZENBBRG MTO.-R. t ZU Wien 5. 
April 1852. 

FML. Christian Graf Leiningen- 
Westerburg t zu Ejrakau 1. 
October 1856. 

FZM. Sigmund Freiherr von 
Reischach MTO.-R.y Bailli imd be- 
vollmächtigter Minister und Ge- 
sandter des Malteser -Ordens am 
kaiserlichen Hofe zu Wien. f. 
13. November 1878. 
FML. Friedrich Freiherr von 
MoNOEL, General- Adjutant S. M. 
des Kaisers und Königs. 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im Tttrkenkriege 
1737 war dies Regiment bei der Belagerung von Usitza, und 1738 im Treffen 
bei Komia hielt es sich gegen wiederholte Angriffe der Ttlrken sehr tapfer. 

9* 



— 132 — 

Im ÖBterreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1741 im ELhevenhüUer'schen Corps, machte 1742 die Winter-Expedition nach 
Ober-Oesterreich und Baiem mit, während der Einschliessung von Linz be- 
stand es 16. Jänner bei Gallneukirchen ein siegreiches Gefecht gegen einen 
Theil der franzOsisch-baierischen Besatzung, welche einen Ausfall unternahm. 
1743 war das Regiment bei der Blocade von Eger und der Erstürmung von 
Pfaffenhofen in Baiern, 1744 war ein Bataillon in der von den Preussen be- 
lagerten Stadt Prag und gerieth bei der Capitulation dieses Platzes in Kriegs- 
gefangenschaft; — im November nach der Wiedereroberung dieser Stadt kam 
das mittlerweile ranzionirte Bataillon abermals als Besatzung dahin. 1745 war 
das Regiiüent in der Armee des FM. Grafen Traun und machte den Main-Feld- 
zug mit; — im Spätherbste kam es nach Italien und focht 1746 in den 
Schlachten bei Piacenza und Rottofreddo, — und bei der Besitznahme von 
Genua ; während der dortigen Revolte stand es in der Riviera di Levante, 
musste sich aber vor der Uebermacht der Gegner zurückziehen; 1747 war 
es bei der Belagerung von Genua. 

Im siebenjährigen Kriege focht dasselbe 
1757 18. Juni in der Schlacht bei Kolin, bei der Belagerung von Schweidnitz, 
zwei Bataillone 22. October in der Schlacht bei Breslau und dem Angriffe 
auf GrabiBch und EJein-Möhber, ein Bataillon 5. December in der Schlacht 
bei Leuthen. 1758 14. October das Regiment in der Schlacht bei Hoch- 
kirch; — 1759 12. August in jener bei Kunnersdorf; in dieser zeichneten 
sich besonders die Grenadiere aus. Hauptmann von Binder unternahm mit 
seiner Ghrenadier-Compagnie einen eben so glänzenden als erfolgreichen Ba- 
jonnet-Angriff, und eroberte zwei von den Preussen erbeutete russische Fahnen 
wieder zurück. 1760 3. September vertheidigte der aggregirte Oberst Baron 
Normann mit den Grenadieren den angegriffenen Posten Amsdorf sehr 
tapfer. — in der Schlacht bei Torgau 3. April vertheidigte ein Bataillon das 
Dorf Siptitz auf das tapferste, bis es um 9 Uhr Abends, nachdem es seine 
Munition ganz verschossen hatte, von feindlicher Uebermacht zum Aufgeben 
seiner Position gezwungen wurde. Das dritte Bataillon kam als Besatzung 
nach Glatz. 1761 war ein Bataillon bei der Eroberung von Schweidnitz und 
dem Angriffe auf das Bögenfort. 1762 war das Regiment in Sachsen, beim 
Angriffe auf Münchenfrey; im Treffen bei Freiberg 16. October, wo ein 
Bataillon im Verein mit einem von Niklas Esterhazy Nr. 33 den Feind aua 
Hilbersdorf vertrieb. 

Im baierischen Erbfolgekriege machte das Regiment den Feldzug 
1778 beim D'Altonischen Corps in Böhmen mit, und 1779 18. Jänner bei der 
Eroberung von Habeischwert war ein Bataillon bei dem Detachement, das 
die Strasse von Johannesberg deckte. 

1791 im März waren 400 Mann zu Pruntruth in der Schweiz zum Schutze des 
Bischofes von Basel gegen seine widerspänstigen Unterthanen angestellt. 
Im Kriege gegen die französische Republik waren 

1792 im December zwei Bataillone bei der Vertheidigung der Verschanzungen bei 
Pellingen unweit Trier, sie schlugen fünf feindliche Angriffe kräftigst zurück ; 



— 133 — 

1793 waren beide Bataillone bei der Belagerung und Einnahme der Fetstung 
Mainz 22. Juli; — das Oberst-BataiUon eroberte bei Einnahme der Weisse- 
nauer Schanzen in der Nacht vom 27. zum 28. Juni die Redoute und deckte so- 
dann die Arbeit an der eingenommenen Schanze. 1794 war das Regiment 
in der Niederlande in mehreren Gefechten an der Sambre, so vertheidigte 
17. Mai ein Bataillon sehr tapfer den Posten Nalines, ein Bataillon war im 
Treffen bei Sprimont imd einige Abtheilungen in der Belagerung von Char- 
leroi. 1795 waren die Grenadiere und Regiments- Abtheilungen bei der 
Belagerung von Mannheim, wo in der Nacht vom 20. zum 21. November der 
Grenadier-Hauptmann von Merville mit seiner Grenadier- und einer Füsilier- 
Compagnie des Regimentes eine am linken Neckarufer 600 Schritte vom 
bedeckten Wege der Festung Mannheim situirte stark besetzte Flesche 
ungeachtet aller möglichen Terrainhindemisse und im heftigsten feindlichen 
Feuer erstürmte, ohne einen Schuss zu thun und diese auch standhaft be- 
hauptete. — 13. December haben drei Compagnien unter Hauptmann Czer- 
mack die Franzosen bei Elenstein angegriffen, selbe geworfen und 1 Stabs-, 
4 Ober-Offiziere und 140 Mann gefangen. 1796 war ein BataiUon 3. September 
in der Schlacht bei Würzburg, das andere bei der Belagerung von Kehl, wo 
eine Division 27. November Nachts den feindlichen Ausfall mit dem Bajonnete 
zurücktrieb. Der als Qua-Tranchie-Major verwendete Hauptmann Ernst von 
Oberdorf zeichnete sich durch Umsicht und Tapferkeit als ColotmenfÜhrer 
bei dieser Gelegenheit ungemein aus. 1797 kam das dritte Bataillon als 
Besatzung nach Ehrenbreitstein, das Regiment in die Festung Ingolstadt. 

Im Feldzuge 

1799 war das Regiment 25. März im Treffen bei Stockach, wo es imter dem 
tapfem Obersten Pietsch durch mehrere sehr gelungene Bajonnet- Angriffe sich 
auszeichnete, 4. Mai beim Angriffe auf Graubündten, 25. Mai im Treffen bei 
Frauenfeld, wo es sich wieder sehr hervorthat, aber grosse Verluste erlitt; 
der Commandant und alle Stabs-Ofi&ziere wurden verwundet. 1. Juni war 
eine Abtheilung im Gefechte bei Staffen und Meillan; — das Regiment 
4. Juni beim Hauptangriffe auf die feindliche Position bei Zürich; 15. Juni 
vertheidigte eine Division im Gefechte bei Altstädten und Zürich den Ort 
Wittikon auf das Tapferste ; 14. August musste eine bei Zürich auf Piket 
stehende Division, von der feindlichen Uebermacht bereits umringt, in Quar- 
rie's formirt, sich mit einigem Verluste durchschlagen. 

Im Feldzuge 

1800 war das Regiment bei der Armee in Baiem und focht in der ersten oder rechten 
Flügel-Colonne des FML. Baron Kienmayer 3. December in der Schlacht 
bei Hohenlinden, wo ein Bataillon das Dorf Förstern genommen hat. 

Im Feldzuge 
1805 stand das Regiment imter seinem Obersten von Wacquant, zur Armee nach 
Deutschland bestimmt, aber durch die Vorrückung des französischen Generals 
Bemadotte von dieser getreimt, im October bei Waldmünchen in Böhmen, 
vereinigte sich bei Pilsen mit dem in Böhmen eingetro£Penen Corps des 



-- 134 — 

Erzherzogs Ferdinand und war 5. December im siegreichen Gefechte bei 
Stöcken nächst Iglau. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment in der detachirten Brigade GM. Baron Peter Vecsey des 
IV. Armee-Corps eingetheilt, welche 23. April den Rückzug der Hauptarmee 
über die Donau-Brücl^e bei Regensburg zu decken hatte. Das zweite und 
dritte Bataillon unter Oberstlieutenant Krause hatten die unterhalb Regens- 
burg geschlagene Ponton-Brücke zu sichern. Ungeachtet des heftigsten 
feindlichen Artillerie-Feuers und wiederholter ungestümen Angriffe des Feindes 
behaupteten die beiden Bataillone unerschüttert ihren wichtigen Posten vor 
den Augen des Erzherzogs Generalissimus, der ihren Muth belobte, und als 
die letzten Armee-Abtheilungen die Brücke passirt hatten, deren Rückzug 
über die Pontonbrücke anbefahl, welcher im heftigsten feindlichen Feuer in 
guter Ordnung bewirkt wurde. — In der Schlacht bei Aspem stand das 
Regiment am 21. Mai mit drei BataiUons in Massen formirt, und hatte mit 
grösster Tapferkeit zwei Angriffe dreier schwerer französischer Reiter-Regimenter 
zurückgewiesen. — Das dritte Bataillon hatte noch bei der Dämmerung die 
Attake mehrerer feindlichen Cürassier-Abtheilungen abgewehrt und diese 
durch ein wohlangebrachtes Gliederfeuer zur Flucht gezwungen, auch 22. Mai 
hatte dieses Bataillon noch einem harten Andränge der französischen Reiterei 
zu widerstehen. In der Schlacht bei Wagram wirkte am 5. Juli das dritte 
Bataillon bei der Vertheidigung von Baumersdorf auf das Tapferste mit, 
durch einen schönen und gelungenen Bajonnet- Angriff des ersten Bataillons 
wacker unterstützt, dessen Commandant Oberstlieutenant Johann Müller von 
Hohenthal aber verwundet wurde; auch am 6. Juli widerstand das erste 
Bataillon unter persönlicher Anführung des Obersten von Krause dem Angriffe 
eines französischen Cavallerie-Regimentes und zwang es durch ein mörderisches 
Gliederfeuer zur Flucht, dagegen hatte das durch Verluste bei Baumersdorf be- 
reits geschwächte dritte Bataillon das Unglück, durch eine in seiner Mitte sprin- 
gende Granate erschüttert, im selben Augenblicke von der feindlichen Reiterei 
auseinander gesprengt und grösstentheils gefangen zu werden. — (Der Ver- 
lust des Regimentes an beiden Schlachttagen bei Wagram war bedeutend 
und erreichte im Ganzen die beträchtliche Ziffer von 22 Offizieren und 
1697 Mann, darimter 5 Offiziere und 429 Mann todt am Platze blieben.) 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment im I. Armee-Corps des FZM. Grafen Hieronymus CoUo- 
redo, war bei Dresden 26. und 27. August und hatte sehr thätigen Antheil 
an den Kämpfen bei Dölitz, Dösen, Lössnigg und Probstheyda während der 
Schlacht bei Leipzig 16. bis 18. October, im December machte es den 
Rheinübergäng, 1814 die Vorrückung in Frankreich mit, war 18. Februar 
im Treffen bei Montereau, kam zur Süd- Armee, focht 18. März bei St Georges, 
und war 20. März im Treffen bei Limonest beim Angriffe auf die Hochfläche 
von Dardillj und der Eroberung dieses als Schlüssel der Stellun'g wichtigen 
Bergrückens. 



— 135 — 

1815 war das Regiment bei der Haupt- Armee in Frankreich, die Grenadiere im 
October im Armeelager bei Dijon. 

Im Feldznge 
1821 gegen die neapolitanischen Insurgenten war das Regiment 10. März im 
Gefechte bei le CoUi und Roca di Cero; zwei Compagnien 14. März im 
Gefechte bei Pesco Solida und Sora. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien war das Regiment bei Ausbruch der Revolution in Mailand 18. März, 
wo sich Oberst Doli an der Spitze von vier Compagnien durch die Erstürmung 
des hartnäckig vertbeidigten Stadthauses Broletto hervorthat. — Das Regiment 
kam als Besatzung nach Mantua, wo es wiederholte Gefechte ruhmvoll be- 
stand, bei der Recognoscirung 13. April erstürmte Oberst Doli imgeachtet 
heftigen Widerstandes Ca Gardoni, Lappilupi und Mezzalana und drängte 
den Feind über St. Silvestro gegen Montanara zurück. — 29. Mai beim 
Angriffe auf Montanara warf Oberst Doli mit dem Regimente den Feind aus 
dem Verhau und den ersten Häusern des Dorfes, drang bei dem all- 
gemeinen Sturme siegend vor, nahm Curtatone, wodurch er wesentlich zum 
Siege beitrug. 30. Mai war das Regiment im Treffen bei Goito durch mehrere 
Stunden in geschlossener Bataillons-Colonne im heftigsten Geschützfeuer. — 
Dasselbe blieb noch femer in Mantua, wo es thätig zur Erhaltung dieses 
wichtigen Platzes mitwirkte. Das erste Landwehr-Bataillon war in der 
Armee des FM. Fürsten Windischgrätz bei der Belagerung und Einnahme 
von Wien 28. bis 31. October und machte in der Brigade des GM. Fürsten 
Colloredo des 11. Armee-Corps im December die Vorrückung gegen Ungarn mit. 

Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont stand das Regiment in der Division Erzherzog Albrecht des 
n. Armee-Corps FZM. Baron D' Aspro und hatte ruhmvollen Antheil an dem 
Heldenkampfe seines erlauchten Divisionärs bei Novara. Oberst Graf Kiel- 
mansegge hatte den äusserst wichtigen Punkt Torre di Quadro mit einem Detache- 
ment, bei welchem sich auch das zweite Bataillon befand, besetzt; mit helden- 
müthiger Aufopferung hielt er bis zur Dunkelheit gegen die wüthenden 
Stürme des Feindes Stand, schlug auch den letzten, um 7 Uhr Abends ver^ 
suchten mit dem Bajonnete kräftig zurück, musste aber schwer verwundet 
vom Kampfplatze weggetragen werden. Seine tapfere Behauptung von Torre 
di Quadro hatte auch Vieles zum glücklichen Erfolge jenes Tages, 23. März 
bei Novara, beigetragen. — Das Regiment machte nun die Expedition und 
Operationen des 11. Armee-Corps in Mittel-Italien mit und war 10. und 11. Mai 
in den Gefechten vor und bei der Einnahme von Livomo. — Das erste 
Landwehr-Bataillon machte den Winter-Feldzug in Ungarn mit, war 27. Februar 
in der Schlacht bei Eapolna, und im Sommer-Feldzuge 1849 mit dem dritten 
Bataillon vereint in der Brigade GM. Barco des 11. Armee-Corps bei der 
EinschliesBung von Comom, wo es bei Mocsa, Almas und PuQzta Herkaly 
mehrere Gefechte bestand. Im Feldzuge 

1859 gegen die Francosarden in Italien, war das Regiment im V. Armee-Corps 



— 136 — 

eingetheilty und focht mit besonderer Auszeichnung, aber starken Verlusten, 
in Allem 25 Offiziere und über 500 Mann in der Schlacht bei Solferino 
24. Juni. Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war das Regiment im Vlll. Armee-Corps der Nord- Armee 
eingetheilt und kämpfte 28. Juni im Treffen bei Skalic, 3. Juli in der Schlacht 
bei Eöniggrätz tmd 15. Juli im Grefechte bei Dub. — Das dritte Bataillon 
war in der österreichisch-nassau'schen Division des FML. Grafen Neipperg 
des Vni. Armee- Corps 14. Juli im Treffen bei Aschaffenburg. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 that sich das dritte Bataillon im Gefechte bei Han Prolog 7. September, das 
Regiment in den Gefechten bei Livno hervor. Gesammtverlust in Allem 12 
Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1742 Oberst Hermann Baron Elberfeld hatte sich im Gefechte bei Gallneukirchen 
16. Jänner durch Tapferkeit und seine zweckmässigen Dispositionen ausge- 
zeichnet, ^ und 1744 bei der Capitulation von Prag hat auf sein Ansuchen 
der preussische FM. Graf Schwerin allen Offizieren die Beibehaltung der Degen 
bewilligt. 

1759 Bei Eunnersdorf 12. August zeichnete sich der MTO.-Ritter und aggregirte 
Oberst Ernst Baron Normann sehr aus, da er zwei Grenadier-Bataillone be- 
fehligte und fünf Fahnen eroberte. 

1760 Hauptmann Christian Binder von Eriegelstein wurde fUr seine Auszeichnung 
bei Eimnersdorf nachträglich MTO.-R. 

1760 Bei Torgau 3. November wurde Oberst Baron Normann in der Relation 
des FM. Grafen Dann besonders angerühmt ; — aber in dieser Action verwundet. 

1761 Hauptmann Baron Nesselrode sich bei der Eroberung von Schweidnitz aus- 
gezeichnet. 

1779 Oberlieutenant SchrOckinger als Avantgarde-Commandant einer Angriffs- 
Colonne bei der Eroberung von Habeischwert 18. Jänner sich ausgezeichnet 

1783 Regiments-Auditor Bourgois projectirte die Errichtung der Regiments-Er- 
ziehungshäuser für Soldatenknaben, welcher Plan vom Elaiser Josef II. mit 
Beifall aufgenommen wurde. 

1792 bei Vertheidigung der PeUinger Verschanzungen zeichnete sich Hauptmann 
Ehünart aus, ebenso wurde vom FZM. Prinzen Hohenlohe Major Pietsch 
besonders belobt. 

1793 Bei Einnahme der Weissenauer Verschanzungen 28. Juni wurden angerflhmt: 
Oberst Graf Philipp Heister, Hauptmann Khünart und Fähnrich Geyer. 

1795 Grenadier-Hauptmann Franz von Merville wurde für seine Waffenthat bei 
Mannheim 20. und 21. November nachträglich durch Capitel 1801 MTO.-R. 

1795 Beim Angriff auf Elenstein 13. December hatten sich die Hauptleute Czermack 
und Fleischmann und Fähnrich Baron Roisin ausgezeichnet. 



— 137 — 

1796 und 1797 Bei der Belagerung von Kehl wurde Hauptmann Ernst von Oberdorf 
fftr seine Umsicht und Tapferkeit nachträglich durch Capitel 1801 MTO.-R. 
Ausserdem hatten sich bei dieser Belagerung hervorgethan Oberstlieutenant 
Johann Pietsch und Hauptmann Walter. 

1799 Bei Stokach wurde 25. März Capitänlieutenant Hessler angerOhmt. 

1799 Im Treffen bei Frauenfeld hatten sich Oberst Johann Pietsch, Oberstlieutenant 
Arnold Freitag und Major Czermack durch die ausgezeichnete Führimg des 
Regimentes bezüglich ihrer Bataillone hervorgethan 25. Mai. 

1799 Am 14. August bei Zürich hatte sich ELauptmann Pietsch sehr ausgezeichnet, 
blieb aber todt am Platze. 

1805 Im Grefechte bei Stöcken 5. December zeichnete sich der Regiments-Com- 
mandant Oberst von Wacquant aus. 

1809 Bei Regensburg 23. April that sich Oberstlieutenant Krause sehr hervor. 

1809 Der Bericht des FML. Prinzen HohenzoUem nennt imter den Ausgezeichneten 
von Aspem: den Regiments- Commandanten Oberst Johann Ritter von 
Allstem, den Oberstlieutenant Ludwig von Krause und den Interims- Bataillons- 
Commandanten Hauptmann Josef Gärtzweiler. 

1809 Bei Wagram hatten sich ausgezeichnet Oberst Ludwig von Krause und 
Oberstlieutenant Johann Müller von Hohenthal. Die Mannschaft erhielt 2 
goldene und 5 silberne Medaillen. 

1848 Oberst Regiments-Commandant Carl DöU von Grünheim wurde für seine 
Tapferkeit bei Mailand imd insbesondere bei Curtatone 1848 MTO.-R. — 
Eine und dieselbe Kanonenkugel zerschmetterte im Treffen bei Ooito 30. 
Mai dem Obersten von Doli den rechten und dem Oberstlieutenant von Freysauff 
den linken Fuss. 

1849 Oberst Alexander Graf Kielmansegge wurde ftir die heldenmüthige Ver- 
theidigung von Torre di Quadro in der Schlacht bei Novara MTO.-R. 

Für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche 
1848 und 1849 in Italien und Ungarn : ÖLO.-R. Oberst Alexander Graf Kielmans- 
egge^ die Hai:^tleute Josef Holzer und Johann Plochl. OEKO.-R. 3. Major 
August Schreiner, die Hauptleute Ritter von Savageri, Carl Manger v* 
Kirchsberg und Holzer. MYK. Major Stemfeld, die Hauptleute Czappek, 
von Bognar, die Oberlieutenants Wolf, Babich, Fichtl, Dessen^ Wottoczeck, 
Lientenant Erben. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1859 in Italien: ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Carl Schulz; zweiter 
Oberst Gustav Prinz zu Sachsen- Weimar-Eisenach, Oberstlieutenant Johann 
Baron Fröhlich von Salionze. OEKO.-R. 3. Major Josef Sutter von Adel- 
treUy die Hauptleute Laurenz Zaremba und Ferdinand Heller. MVK. Major 
Josef Wayracher von Weidenstrauch, die Hauptleute Meduna, Schmitt von 
Kehlan, Junk^ Prokesch von Nothaft. — Die Oberlieutenants: Jeracek, 
Zulechner, Merker, Schwarz, Vincenz Bayerer, Ferdinand Fischer, die Lieu- 
tenants Mejer und Lang. Die Allerhöchste Belobung wurde 14 Offizieren 



— 138 - 

zu Theil und die Mannfichaft hatte 2 goldene, 22 grosse und 43 kleine 
silberne Tapferkeits-Medaillen erhalten. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 in Böhmen und Deutschland: MVK. Major Gustav Eckhardt von Eckhards- 
burgy Hauptmann Neuwirth, die Oberlieutenants Baron Stein, zu Lausnitz^ 
Lesonitzky und Bayer von Bayersburg. Seit 

1868 hat das Regiment dunkelblaue Waffenröcke statt der bisherigen weissen 
zu tragen. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 OEKOR. 3. Oberst Wilhelm Mainone v. Mainsberg. MVK. Oberstlieutenant 
Carl Hopels, Hauptleute Wenzel Nadhemy, Josef Weinrichter. Die Aller- 
höchste Belobung: Hauptmann Anton Russ, die Oberlieutenants Franz Lorenz, 
Julius Keller, Lieutenant Wenzel. Kouda. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1761 Major D'Ostein f bei der Eroberung von Schweidnitz. 

1796 Regiments-Commandant Oberst Johann Graf Walsch bei Mannheim 18. October 
schwer verwundet, f an den Folgen in feindlicher Gefangenschaft zu Mantua. 

1799 Major Wenzel Czermack f an seiner bei Frauenfeld 25. Mai empfangenen 
Wunde kurz nachher. 

1814 Major Anton Pfleger von Lindenfeld f in einem Gefechte in Südfrankreich. 

1848 Oberstlieutenant Eugen Freisauff von Neudegg f an den Folgen seiner 
schweren Verwundung im Treffen bei Goito 30. Mai. 

1849 Oberst Regiments-Commandant Alexander Graf Kielmansegge MTO.-R. an 
den Folgen seiner schweren Verwimdung bei Novara f zu Mailand 19. Mai. 



Eüstenländisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 22. 

(1871.) 

FZM. JOSEF FREIHERR VON WEBER. 

Dunkelblaue Waffenröcke, kaisergelbe Ugalisirung, weisse Knöpfe. 
ErgäDzungsbezirksstation : Spalato mit Expositur zu Triebt. 



Inhaber: 



1709 errichtet von dem zum Inhaber 
1709 ernannten GM. Bpäter FML. Engel- 
hart von Plischaü, f in einem 
Gefechte gegen die Türken 1717. 

1717 FML. Franz Carl Laimprüch Frei- 
X herr zu Eppurg f 1722. 

1723 Älbrecht Wolfgang Markgraf zu 
Brandekburg-Culmbach t iii der 
Schlacht bei Parma 29. Juni 1734. 

1734 FML. Heinrich Jakob Freiherr 
von SüCKOw f 1740. 

1741 FML. Wilhelm Moriz Freiherr von 
Roth f 1747. 

1748 FML. Jakob Ignaz Freiherr von 
ELagenbach f 1756. 

1756 FML., Salamon (auch Simon) 
Sprecher von Bernegg f 1758. 

1758 FZM., von 1766 FM. Franz Moriz 
Graf von Lact f zu Wien 24. No- 
vember 1801. 

1802 FM. Friedrich Josiae Prinz zu 



1815 



1816 



1816 



1831 



1840 



1851 



1871 



Sachsen-Coburg-Saalfeld MTO.- 

GK. t 

FM. Friedrich Prinz Nassau- 

USINGBN t 

Prinz Leopold Beider Sicilien f 

1851. 

(Zweite Inhaber. 

FML. Franz Baron Tomassich 
MTO.-C. t 12. August 1831. 
FML. Gabriel Baron Collbnbach 
MTO.-R. t 22. Februar 1840. 
FML. Ludwig Baron Welden 
MTO.-C, erhielt 1849 das 20. 
Infanterie-Regiment ) 
FZM. Franz Graf WnfPPPEN 
MTO.-C. t zu Görz 26. No- 
vember 1874 war seit 1849 
zweiter Inhaber. 

FZM. Josef Baron Weber, Prä- 
sident des obersten Militttr- Justiz- 
Senates. 



Feldzflge und wichtigere Erieg8*EreignisBe. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment von 
1710 am Rhein und 1713 in der Belagerung von Freiburg. Im Türkenkriege 

1716 bei der Belagerung von Temesvar, machte 1732 die Expedition und den 
Feldzug in Gorsica und 



- 140 - 

1734 und 1735 die Feldztige in Ober-Italien mit, wo es 29. Juni in der Schlacht 
bei Parma, 15. September beim Ueberfalle zu Quistello und bei der Be- 
lagerung von GruaBtalla war. Im österreichischen Erbfolgekriege war es von 

1740 an bei der Armee des FM. Grafen Traun in Italien, 1743 8. Februar in der 
'Schlacht bei Campo Santo, wo ein Bataillon am rechten Flügel im Verein 
mit dem Regimente Olivier Wallis (1748 reducirt) den spanischen Garden 
wacker Stand hielt 1744 bei der UntemehmuDg gegen Neapel, 1746 in der 
Schlacht bei Rottofreddo bei der Besitznahme von Genua und der Expedition 
in die Provence, 1747 bei der Belagerung von Genua, und zeichnete sich 
13. Juli beim Angriffe auf Bisagno und 1748 13. Juni bei der Eroberung 
von Brugnato aus. Im siebenjährigen Kriege war 

1757 20. Februar ein Bataillon beim Ueberfalle auf Hirschfeld, 6. Mai das Re- 
giment in der Schlacht bei Prag, 7. September im Treffen bei Görlitz, 
22. November in der Schlacht bei Breslau, kam sodann als Besatzung dahin, 
wo es die Vertheidigung mitmachte, aber in Folge der Capitulation 19. De- 
cember in Kriegsgefangenschaft gerieth. — 1758 war ein Bataillon bei der 
Belagerung von Neisse, 1760 7. Juli das Regiment im Scharmützel bei 
Bautzen, im October bei der Expedition seines Regiments-Inhabers FZM^ 
Grafen Lacy nach Berlin, 3. November in der Schlacht bei Torgau und 
1762 ein Detachement in der belagerten Festung Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege. 
1778 und 1779 bei der Haupt-Armee in Böhmen. 

Im Türkenkriege war nur das Leibbataillon imd 
1788 9. September unterstützte es bei dem feindlichen Angriffe auf Semlin die 
Cavallerie auf das Tapferste, 1789 war es bei der Belagerung und der Ein- 
nahme von Belgrad. 

Im Kriege gegen die französische Republik war 
1793 4. April das Oberst-Bataillon im Gefechte bei Rhein-Zabem, 12. August ein 
Bataillon bei der Vertheidigung der Posten von Landau; — das Oberst- 
bataillon deckte bei der Einnahme der Lauterburger-Linien bei der soge- 
nannten Ziegelhütte die rechte Flanke der zweiten Colonne. 24. October vertrieb 
eine Compagnie die Franzosen aus dem Steinburger Walde imd 15. Decem- 
ber das Oberst-Bataillon dieselben vom oberen Kreuzberge. Bei Lembach 
erbeutete 16. December eine Compagnie und 18. December das Bataillon 
viele Wagen und Pulverkarren. 1794 war das Regiment beim Rhein-Ucber- 
gang in der Avantgarde, im November kam ein Bataillon nach Mainz, wo 
sich eine Compagnie bei Wiedereroberung der Weissenauer Posten sehr 
auszeichnete. 2. December war ein BataiUon bei Wiederoberung der soge- 
nannten Zahlbacher Clubistenschanze, wo Hauptmann Ivichich einer der 
Ersten in das Werk gedrungen war. 21. December that sich ein Ba* 
taillon bei Zerstörung der feindlichen Werke bei Bretzenheim ausserhalb 
Mainz sehr hervor. 1795 29. October war ein Bataillon bei der Ein- 
nahme der feindlichen Verschanzungen von Mainz, bei dem Schein-An- 
griffe auf den feindlichen linken Flügel bei dem Dorfe Mombach. Haupt- 



- 141 - 

mann Ivichich nahm dieses Dorf nach hartnäckigem Kampfe und zwang den 
Feind mit Zurücklassnng mehrerer Geschütze und Munitionskarren zum 
eiligen Rückzuge. 14. November war eine Division beim Sturm auf das ver- 
schanzte Städtchen Lamsheim. 

1796 im Jänner war ein Bataillon bei der Occupation von Ejrakau, das Regiment 
bei Vertheidigung der Posten in der Nähe bei Bingen und hatte 6. October 
bei diesem Orte sowie früher 9. September bei Wiesbaden Gefechte zu be- 
stehen. 1797 kam es als Besatzung nach Mainz, später nach Frankfurt. 

Im Feldzuge. 

1799 war das Regiment 21. Mürz in der Schlacht bei Osterach, 25. März in jener 
bei Stockach, 17. Mai im Gefechte bei Embrach, 18. Mai bei Pfungen, wo 
2 Bataillone zur Unterstützung des Angriffes bei dem Dorfe Rohrbis vor- 
rückten; 3. December war das Regiment bei der Debloquirung der eingeschlos- 
senen Festung Philippsburg; ein Bataillon griff im Verein mit württember- 
gischen Jägern die Franzosen in dem stark besetzten Walde auf der Wiss- 
locher Hohe an und vertrieb sie über Nasloch bis Leimen. 

Im Feldzuge. 

1800 war das Regiment in mehreren Gefechten in Baiem und 3. December in der 
Schlacht bei Hohenlinden in der zweiten oder Zwischen-Colonne des FML. 
Ghraf Baillet de Latour eingetheilt. 

Im Feldzuge 
1805 war dasselbe bei der Armee des Erzherzogs Carl in Italien in der Schlacht 
bei Caldiero 30. und 31. October im Centrum der Stellung unter G, d. Cav. 
Ghrafen Bellegarde. 

Im Feldzuge 
1809 in Deutschland war das Regiment im IV. Armee-Corps FML. Fürst Rosen- 
berg eingetheilt, vertheidigte 19. April tapfer den Wald bei Dinzling an der 
Laber mit Auszeichnung in den Schlachttagen von Aspem 21. und 22. Mai 
gegen die wiederholten Angriffe der französischen Reitermassen, ebenso 
bei Wagram 5. und 6. Juli und am meisterhaften Rückzuge des Rosenberg'- 
Bchen Corps 7. bis 10. Juli. 

Im Feldzup^e 
1813 war dasselbe im IV. Armee-Corps FML. Graf Elenau eingetheilt, war bei 
Dresden 27. August, wo es nicht in der eigentlichen Schlacht, sondern wäh- 
rend des Rückzuges beim Passiren des Tharander Waldes einige Verluste 
erlitt| war bei der Vorrückung gegen Marienberg im September, und be- 
stand grösstentheils Abtheilungsweise Anfangs October Gefechte bei Frei- 
berg 2. October — an der Flöhe 3. und 4. October, bei ^Chemnitz 3. October 
bei Penig 6, und 8, October — bei Leipzig focht das Regiment 18. October 
in den Kämpfen bei Liebertwolkwitz und der Vorrückung gegen Stötte- 
ring. — Es kam sodann zur Einschliessung von Dresden, und rückte nach 
der Capitulation dieser Stadt im November zur Armee nach Italien, wo es 
im Feldzuge 



— 142 - 

1814 Von Anfangs Februar bis 23. April bei der Blocade von Mantua war, 1815 
beim 11. Reserve-Corps der Armee von Ober-Italien eingetheilt, kam dasselbe 
in keine Action mehr. Die Ghrenadiere hatten die Feldzüge 

1813 und 1814 in Deutschland und Frankreich mitgemacht, sich bei Hanau 30. 
und 31. October namentlich bei Erstürmung der Lamboy- Brücke hervorgethan^ 
und waren 1815 bei der Haupt-Armee und im grossen Lager bei Dijon. 
In der Kriegs-Epoche 

1848 und 1849 war das Regiment in einer sehr zerstreuten Dislocation. Die bei- 
den ersten Feldbataillone waren in Dalmatien von Zara bis Cattaro vertheilt, 
das 4. Bataillon zu Aquileja, das Reserve-Bataillon in Istrien, — die Gre- 
nadier-Division bei der Haupt- Armee in Ungarn. Das 3. Feld- und 1. Land- 
wehrbataillon waren am ungarischen Kriegsschauplatze in der Brigade des 
Obersten Mamula bei der Cemirung der Festung Peterwardein, wo sie mehrere 
Gefechte mit den Insurgenten bestanden, grösstentheils Abtheilungsweise. Im 
Herbste 1849 wurden auf wiederholtes Ansuchen auch die beiden ersten 
Feld-Bataillone dahin beordert, kamen aber erst nach dem Falle der Festung 

7. September daselbst an. — (Eine verheerende Fieberseuche decimirte aber in 
jener Gegend das Regiment. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Francosarden in Italien war das Regiment im VH. Armee-Corps 

FML. Baron Zobel eingetheilt und focht im Treffen bei Palestro 31. Mai, 

in der Schlacht bei Magenta 4. Juni und bei Solferino 24. Juni. 

Im Feldzuge. 
1866 war das Regiment bei der Süd-Armee Sr. k. Höh. des Erzherzogs Albrecht 

in die mobile Streif-Brigade des Obersten von Zastavnikovich eingetheilt, 

und focht in den Gefechten bei Primolano 22. Juli und bei Borgo 23. Juli. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 war das Regiment mit Auszeichnung in folgenden Gefechten : 14. August bei 

Banjaluka, 16. August bei Belatowaz, 24. August bei Beletschewo und 6. bis 

8. September bei Klyucs. Dieses Regiment erlitt grosse Verluste in 
diesem Feldzuge und hatte an Todten, Verwundeten und Vermissten 211 
Mann. 

Tapferkeits-Anszeichnimgen xind . besondere Denkwürdigkeiten. 

1767 20. Februar beim Ueberfalle auf Hii-schfeld Oberstlieutenant Graf Friedrich 
Pappenheim sich ausgezeichnet, wurde aber verwundet, ebenso Grenadier- 
Hauptmann Graf O'Neulan, welcher aber, als er mit der Axt in der Hand die 
Oeffnung des Thores beim Brückenkopf forciren wollte, todt geschossen wurde. 

1760 7. Juli bei Bautzen Oberlieutenant Leopold Fürst Liechtenstein sich aus- 
gezeichnet und sogleich zum Hauptmann befördert. 

1760 im October bei der Expedition nach Berlin Oberst Graf Josef CoUoredo 
durch umsichtige Führung des Regimentes» sich bemerkbar gemacht; — 
Hauptmann Graf Franz Kinsky wurde für sein Wohlverhalten die Aus- 
zeichnung: vom FZM. Grafen Lacy mit der Nachricht der Besitznehmung 
von Berlin an den Oberfeldherm FM. Grafen Dann abgeschickt zu werden. 



— 143 - 

Im Feldzuge 

1793 hatten sich ausgezeichDet : bei Vertheidigung der Posten bei Landau: Regi- 
ments-Commandant Oberst Josef Staader von Adelsheim; bei Einnahme der 
Lauterburger Linien Major MoUoy (der in Folge dessen zum Oberstlieute- 
nant befördert wurde). Hauptmann Lippa und Lieutenant Baron Malowetz, 
bei Lembach: die Hauptleute Hermann, Hatterer und Brunner und Lieu- 
tenant Reichmann, endHch Lieutenant Schäffer, Ordonnanzoffizier des General 
Hetze bei Reichshofen. 

Im Feldzuge 

1794 bei Wiedereroberung der Zahlbacher Clubisten-Schanze Hauptmann Ivichich 
tmd Hatterer, bei jener der Weissenauer Posten Hauptmann Baron Steinburg 
und Lieutenant Neuberg und bei Bretzenheim Oberlieutenant Titz, Adjutant 
des Generals Baron Neu. 

1794 und 1795 wurde für wiederholte Auszeichnung in den Feldzügen Hauptmann 
Simon Ivichich im Capitel 1796 MTO.-R. 

1796 6. October hatte sich bei Bingen Oberst Christof Kheyl sehr hervorgethan 
und feierte im August 1797 sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum,er hatte sich, 
seit 1747 im Regimente dienend, vom Tambour bis zu dessen Commandanten 
und Obersten emporgeschwungen. 

1799 Im Gefechte bei Pfuogen 28. Mai hatte sich Oberst Gnido Lippa durch 
ruhmvolle Führung des Regimentes hervorgethan, — Hauptmann Fürst Alois 
Liechtenstein, bereits bei Osterach ausgezeichnet, vertheidigte in eben diesem 
Gefechte mit seiner Division mit vorzüglicher Tapferkeit den ihm anver- 
trauten Posten und trieb die Franzosen über einen Berg hinab. Er wurde 
zur Belohnung zum Major bei Manfredini-Infanterie Nr. 12 ernannt. 

1809 FML. Fürst Rosenberg nennt unter den Ausgezeichneten von Aspern in 
seiner Relation: den Major Leopold Nennel (in Folge dessen zum Oberst- 
lieutenant bei Lindenau-Infanterie Nr. 29 befördert) und die Hauptleute : 
Baron Herberth, Brandenstein und Letege. 

1816 erhielt das bis nun mährische Regiment seinen Werbbezirk im Eüstenlande. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in der Eriegs-Epoche. MVE : Major Johann 
Graf Lichtenberg, die Hauptleute Knopp von Eirchwald, Mois^, Hudliwanek, 
von Marochino. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1859 in Italien OEKO.-R. 3. Major Carl Möraus. MVE. Oberstlieutenant Eduard 
Erhart, Major Julius Ritter von Sonnenstein, die Hauptieute von Justenberg, 
von Davidovsky, Baron Lichtenberg, Baron Diller, die Oberlieutenants Baron 
Malchus und Schandorf, — und die Mannschaft 2 grosse und 9 kleine silberne 
Tapferkeits- Medaillen. Seit 

1868 hat das Regiment dunkelblaue Waffenröcke statt der bisherigen weissen. 

Für Auszeichnung im Occupations-Feldzuge in Bosnien 
1878 OEEO.-R. 3. Major Carl Freiherr von Imhof, Hauptmann Johann Gerbic, 
Josef Blumenschein (vor dem Feinde f). MVE. Oberst Ludwig Jansky, die 



„ 144 — 

Hauptleute Jobann Smola, Stephan Derin, Johann Wagner, Anton GOrig 
und August Lazich, die Oberlieuteoants Anton Kaznacic, Johann Soucop 
Emerich Nobile de Saraca, Andreas Pavalec, Paul Earleusa und Eugen 
Sinuc Edler von Majdungrad, die Lieutenants Kudolf Rois, Johann Kozar- 
canin, Felix Werban, Theodor Mayer, Ludwig Conte Marchesi, Franz Gre- 
guricevic und Friedrich Hasch. Die Allerfafichste Belobung: Oberst Ludwig 
Janski, Major Carl Freiherr von Imboff, die Hauptleute Anton Görig, Stephan 
Derin und Markus Bellanoric, die Oberlieutenants Carl Vendramin, Emerich 
Nobile de Saraca, Stephan Nagy, Mathias Ribarich und Natalis Ebner von 
Ebenthal (beide in der Reserve), Joseph Biedermann, die Lieutenants Maxi- 
milian Brunner (in der Reserve und Ordonnanz- OSizier), Cari Vallon, Rudolf 
Roie, Johann Zager, Arthur Dannecker, Eduard Ebner von Ebenthal (in der 
Reserve) und die beiden vor dem Feinde gebliebenen: Hauptmann Johann 
Dressier und Lieutenant Julius Geyer. Die Mannschaft erhielt für die Ge- 
fechte bei Bellecsevo 24. August, bei Kljucs 6. bis 8. September, sowie der 
Expedition gegen Liwno 9 silberne Tapferkeits-Medaillcn I. und 31 II. Classe, 
36 Belobongen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten and Stabsoffiziere. 
1716 Regiments-Commandant Oberst Otto Graf Hohenfeld von einer StQckkugel 

bei der Belagerung von Temeavar verwundet f- S. September. 
1800 Major Georg Hermann in einem Gefechte iu Baiem tödtlich verwundet 




Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 23. 

(1860.) 

FZM. PAUL FREIHERR VON AIROLDI. 

Dunkdblatie Waffenröcke, kirschrothe Egälisirungy weisse Knöpfe. 

ErgftnzungBstatioii : Zombor. 



Inhaber. 



1814 errichtet in der Lombardei theils 
aus dem ReBte der (ibemommenen 
italieniBchen Armee, theils assen- 
tirten Mamischaft. 

1815 FML Franz Baron Mauroy de 
Merville MTO.-R. f 3. April 
1816. 

1817 FML. Carl Greth f 1827. 



1827 FML. Josef Söldner von Sölden- 
hofen t 1837. 

1837 FML. Ferdinand Graf Ckocopibri, 
Capitän den k. lombardisch -vene- 
tianischen Leibgarde f zu Wien 
4. Juni 1850. 

1850 FZM. Paul Freiherr von AmoLDi 
ÖLO.-GK. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Diess nach Uebemahme der italienischen Provinzen 1814 errichtete Regiment 
war bereits im Feldzuge 

1815 im Reserve-Corps seines Inhabers Baron Merville, der Armee von Ober-Ita- 
lien eingetheilt, kam aber in keine Action. 

In der Eaiegs-Epoche 
1848 im October waren die beiden ersten Feld-Bataillone in der Division FML. 
von Kempen des L Armee-Corps des Banus FML. Baron Jellaciö in den 
Gefechten und der Einnahme von Wien 28. — 31. Oct. sowie am 30. Oct. im 
Treffen bei Schwechat. Bei Erstürmung der Jägerzeile that sich das 2. Ba- 
taillon unter Hauptmann Edlen von Benigni vorzüglich hervor, imd kam 
später zur Division des FML. von Simunich, wo es bei der Einnahme von 
Tymau 16. December, zum Sturme auf den dortigen Bahnhof beordert 
im heftigsten Feuer mit dem Bajonnete eindrang, viele Honveds und einen 
Zug Hussaren zu Gefangenen machte. — Das 1. Bataillon machte in der 

ThOrhelffl, Gedcnkbliitar. 10 



— 146 - 

Hauptarmee des FM. Füreten WindiBch-Grätz Mitte December die Vorrückung 
gegen Ungarn sowie den dortigen Winterfeldzug mit. 

1849 im April vertheidigte bei einem Streifzuge Hauptmann Belegishanin die Insel 
Szt. Andr6 gegen den Donau-Uebergang des bei Waitzen stehenden Feindes mit 
SCompagnien und einem Zug Dragoner bis zum Abzüge der Armee von Pest — 
Das Bataillon kam nun als Besatzung nach Ofen, und nahm Theil an der 
heldenmüthigen Vertheidigung dieser Festung. Oberst Alnoch war wäh- 
rend der Belagerung Commandant des untern Retranchements und schlug 
daselbst mehrere feindliche Angriffe tapfer zurück. Während der feindlichen 
Erstürmung Ofens 21. Mai und dem Strasenkampfe in der Festung eilte Oberst 
Alnoch zur Kettenbrücke und sprengte sich durch eigenhändige Feuerlegung 
an die auf dem Brückenkopfe angebrachten zwei Minen- Vorrichtungen in die 
Luft um dem Feinde die Eroberung Ofens zu erschweren. Das Bataillon 
erlitt grosse Verluste an Offizieren und Mannschaft, imd der Rest gerieth 
mit der übrigen Besatzung in Kriegsgefangenschaft. — Das 2. Bataillon 
war im Winter bei der Zernirung Komorns, — im Sommerfeldzuge in den 
beiden Schlachten vor dieser Festung. 2. und 4. Juli. Eine Division unter 
Hauptmann Graf Kottulinsky deckte, beim Rückzuge des I. Armee-Corps 
vom Sandberge über den Csoncso-Bach als äusserste Arriere- Garde den Ueber. 
gang desselben über die geschlagene Schiffbrücke und machte die weitere 
Vorrückung bis Temesvar mit. 

Während des Feldzuges 
1859 in Italien war das Regiment in der selbständigen Division FML. Baron 
Schiller der Küsten- Armee eingetheilt und stand bei Fiume und Umgegend. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im X. Armee-Corps FML. Baron Gablenz 
der Nord-Armee eingetheilt, und focht 27. Juni im Treffen bei Trautenau, 
wo es sehr starke Verluste erlitt, 28. Juni im Treffen bei Neu-Rognitz und 
3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. Das 4. Bataillon gehörte zur Be- 
satzung der Festung Königgrätz. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment bei Bihacs 15. September, erlitt starke Verluste, darunter 
10 verwundete Offiziere, in Allem an Todten, Verwundeten und Vermissten 
211 Mann. 



Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

Bei seiner Errichtung erhielt das Regiment die durch die Reduction des In- 
fanterie-Regimentes Churfürst von Würzburg (1809) leergewordene Nummer 23. 

1848 und 1849. Für Auszeichnung in der Kjriegs-Epoche vor Wien, in Ungarn und 
namentlich bei Vertheidigung von Ofen. ÖLO.-R. Hauptmann Heinrich 
Edler von und zu Mildenberg Ritter von Benigni. OEKO.-R, 3 Die 
Hauptleute Delser, Brzesina von Birkenhain, Edler von Guckler, die Ober- 



— 147 ~ 

lieutenants : Hild; Garelli, Jemerich. MVK. die Hauptleute Delser, Czebaz, 
Fetainek, die Oberlieutenants Oreskovich, Schuster und Hild. 

1859 in Folge der Abtretung der Lombardie erhielt das Regiment statt seiner 
bisherigen Werbbezirksstation Cremona — Zombor in Ungarn als Er- 
gänzungsstation angewiesen. 

1866 für Auszeichnung im Feldzuge wurde OEKO.-R. 3. dem bei Königgrätz 3. Juli 
gebliebenen Major Romuald Ritter von Dobrucki zuerkannt. MVK. Regiments- 
Commandant Oberst Gustav Baron Gamera, die Hauptleute Glasser, Stojan, 
Biegler, Haupt, Oberlieutenant Baron Ditfurth, Lieutenant Lemle. Seit 

1868 sind die dunkelblauen statt der weissen Röcke beim Regimente anbefohlen. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupationsfeldzuge 
1878 OEKO.-R. 3. Die Hauptleute Markus Knezevic, Peter Panjkovic, Georg Ruka- 
wina V. Vidovgrad, Lieutenant Carl Colombini, und nachträglich den seinen 
Wunden erlegenen Oberst Albert Le Gay Edler von Lierfels. MVK. Die 
Oberlieutenants Constantin Paulovits, Friedrich Greef, Johann Poppovic von 
Donauthal, die Reserve-Lieutenants Eduard Sachers, Friedrich Ritter Peithner 
von Lichtenfels und Lieutenant Alois Maicen. Die Allerhöchste Belobung 
Major Ferdinand Rzehak, die Hauptleute Josef Heikelmann, Peter Wagner, 
Franz Smolensky, die Oberlieutenants Heinrich Tesar, Franz Philipp, Arnold 
Andres, die Lieutenants Julius Graf Auersperg in der Reserve, Ludwig Steiner, 
Erwin Trefort (seither f ). Die Mannschaft erhielt für das Gefecht bei Bihacs 
am 7. September: 1 goldene, 13 silberne Tapferkeits-Medaillen L; — 39 
n. Classe, und für das Gefecht auf der Paklanica planina am 7. September 
43 Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1849 Regiments-Commandant Oberst Alois Alnoch von Edelstadt sich 21. Mai bei 
Vertheidigung von Ofen in die Luft gesprengt f. 

1866 die beiden Majore : Adalbert von Kaltenborn f ina Treffen bei Trautenau 27. Juni 
und Romuald Ritter von Dobrucki f in der Schlacht bei Königgrätz 3. Juli. 

1878 Regiments- Commandant Oberst Albert Le Gay Edler von Lierfels f an 
seiner bei Bihacs erlittenen Verwundung. 



10* 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N*- 24 

(1836.) 

CARL LUDWIG (HERZOG VON LUCCA UND) 1848 HERZOG VON PARMA. 

Dunkelblaue Waffenröcke, aschgraue JEgalisirung, weisse Knöpfe, 

ErgänzungsbezirksBtation : Eolomea. 



Inhaber. 



1632 errichtet von dem Inhaber. 
1632 FM. Philipp Graf Maknsfkld f. 

1657. 

1657 GM. Lucas Freiherr von Spieck. 

1665 FM. Jakob Graf Leslie, erhielt 

später das Infanterie - Regiment 

Nr. 36. f. 

1675 FM. Heinrich Franz Fürst Manns- 

FELD-FONDI f. 1715. 

1702 Oberst zugleich Regiments-Com- 
mandant Jakob Ernst von Ghelen. 

1703 FM. Maximilian Adam Graf Star- 

HEMBERO f 1741. 

1741 FZM. Emanuel Michael Graf 

Starhemberg t 22. Februar 1771. 

1771 FZM. Johann Peter Freiherr von 



1797 
1801 



1808 



1836 



1848 



1836 



1857 



Preiss MTO.-R. t zu Eisenstadt 
17. Jänner 1797. 
bis 1799 unbesetzt. 
FML. Carl Fürst Auerspero 
MTO.-R., legte 1806 die Inhabers- 
würde nieder, f 26. December 1822. 
FZM. Gottfried Freiherr von 
Strauch f zu Wien im Jänner 1836. 
Carl Ludwig Herzog von Lccca 
und seit 

Herzog von Parma. 
(Zweite Inhaber, 

FZM. Josef Baron Ooeloa f zu 
Wien 29. AprU 1857. 
FML. Carl Freiherr Trattnern 
von Petrocza f zu Wien 1872.) 



Feldzttge und wichtigere Eriegsereignisse. 

Im Jahre seiner Errichtung focht das Regiment 
1632 in der Schlacht bei Ltitzen, 1634 bei Nördlingen, 1638 bei Lemgo, 1645 in 
jener bei Jankau. 

1657 machte es den Feldzug in Polen mit, und war bei der Belagerung von Erakau, 

1658 die Feldzüge in Preussen und 

1659 jene in Pommern. Von 

1661 machte es die Feldzüge in Ungarn mit, war 1663 in der Belagerung von 



- 149 — 

Neuhäusel, 1664 in jener von Kanischa und in der Schlach bei St. Gott- 
hard, — von 

1673 6 Feldzüge am Rhein und in den Niederlanden und war 1674 in der Schlacht 
bei Senef, 1676 beim Sturme auf die Contrescarpe von Philippsburg und 
1678 im Treflfen bei Bheinfelden. Von 

1683 machte das Regiment 16 Feldzüge gegen die Türken, war 1683 in der Be- 
lagerung von Wien, 1684 bei jener von Ofen, 1685 in der Schlacht bei Gran 
und bei der Expedition nach Ober- Ungarn, 1686 bei der zweiten Belagerung von 
Ofen, 1687 in der Schlacht bei Mohacz, 1692 im März ein Commando von 
300 Mann unter Hauptmann Baron d'Arnau bei der Vertheidigung der Höhle 
Piscabara, später Veteranische Höhle genannt, vom 26. März bis 9. Mai ; — 
1696 das Regiment in der Schlacht bei OUasch, wo es sich besonders tapfer 
hielt, imd 1697 in jener bei Zenta. 

Im spanischen Erbfolgekriege 
1701 1. September im Treffen bei Chiari wurden zwei Bataillone Anfangs von 
drei iranzösisehen Brigaden nach tapferer Gegenwehr aus ihren Posten 
verdrängt, erneuerten aber, von vier Grenadier-Compagnien unterstützt, den 
Angriff und trieben den Feind mit Zurücklassung aller vier Fahnen der 
Brigade Normandie in die Flucht. Anfangs December war das Regiment bei 
der Belagerung und Eroberung von Caneto im Mantuanischen, 1702 in der 
Schlacht bei Luzzara, 1704 in Piemont zeichnete es sich 26. December beim 
Angriffe der feindlichen Tranch6en vor Verua vorzüglich aus, war 1706 in 
der Belagerung von Turin und die folgenden Feldzüge in Savoyen und 
Piemont. — Einzelne Abtheilungen waren 1705 in Ungarn gegen die Ra- 
koczy'schen Rebellen im Felde und thaten sich Anfangs Mai bei Recognos- 
cirung der Schanze Ober- Papa gegen die Kuruzzen hervor. 

Im Türkenkriege war das Regiment 
1716 in der Schlacht bei Peterwardein, bei der Belagerung von Temesvar und 
dem Sturm auf die grosse Palanka, 1717 bei der Belagerung und der Schlacht 
von Belgrad 16. August. 1718 marschirte es nach Italien und focht im sici- 
lianischen Kriege 

1719 20. Juni in der Schlacht bei Francavilla und bei der Belagerung von Messina, 
1720 marschirte es nach Ungarn und von dort 1733 wieder nach Italien, 
wo es 1734 29. Juni in der Schlacht bei Parma kämpfte. 

Im Türkenkriege 
1737 deckte das Regiment im Juli das Magazin zu Ranna, und war auf dem 
Marsche nach Nissa bei der Avantgarde, 1738 im Treffen bei Komia, wo 
sich die Grenadiere hervorthaten, und 1739 23. Juli in der Schlacht bei 
Krotzka. 

Im Osterreichischen Erbfolgekriege focht dasselbe 
1742 17. Mai in der Schlacht bei Chotusitz, war später bei der Belagerung von 
Prag, 1744 ein Bataillon in der Belagerung von Freiburg, 1745 das Regiment 
in der Schlacht bei Trautenau, kam sodann nach Italien, war 1746 in den 



— 150 — 

Schlachten bei Piacenza und Rottofreddo, bei der Besitznahme von Genua 
und bei der Expedition in die Provence, 1747 bei der Belagenmg von 
Genua. 

Im siebenjährigen Kriege 
1757 6. Mai ein Bataillon in der Schlacht bei Prag, ein zweites Bataillon in jener 
bei Kolin 18. Juni — 1758 hatte sich das Regiment in der Schlacht bei 
Hochkirch sehr tapfer gehalten. 1760 23. Juni in der Schlacht bei Lands- 
hut, — bei der Belagerung und dem Sturm auf Glatz 26. Juni, in der Schlacht 
bei Liegnitz 15, August, wo es starke Verluste erlitt, zwei Stabs-Offiziere 
verwundet, zwei gefangen wurden — 1762 war ein Commando in der 
Festung Schweidnitz. Der aggregirte Oberst Baron Freyenfels, der Briga- 
diersdienste versah, eroberte bei dem Ausfalle vom 8. August die ZiegelhUtte, 
zerstörte einen Theil der feindlichen Laufgräben, und brachte den preussischen 
Obersten Falkenhain mit 5 Offizieren und 235 Mann gefangen in die Festung. 
Bei dem nächthchen Ausfall des 26. August gelang es dem Grenadierhauptmann 
Mohr mit seiner Compagnie und 40 Freiwilligen, den bereits in den Graben 
der Flesche vor dem Jauemiger Fort eingedrungenen Feind, ungeachtet des 
heftigsten Widerstandes, zurückzuwerfen und dessen Arbeiten zu zerstören, — 
27. Juni unterstützte die Grenadier-Compagnie sehr zweckmässig einen 
Ausfall auf die feindliche Minengrube und 9. October half sie den letzten 
feindlichen Sturm auf das Jauemiger Fort glücklich abschlagen. 

1778 war das Regiment bei der Besitznahme von Baiern, später bei der Armee 
des FM. Baron London in Böhmen. 

Im Türkenkriege 
1788 das Leibbataillon 9. September im Gefechte am Beschanier Damm; das 
dritte Bataillon bei der Belagerung von Dubicza, wo 25. April eine Com- 
pagnie in den Trancheen sich sehr tapfer gegen einen wüthenden Anfall der 
Türken hielt, aber starke Verluste erlitt; — bei dem Angriflfe auf das 
feindliche Lager bei Dubicza eroberte das dritte Bataillon die erste türkische 
Batterie; — war sodann bei der Belagerung und Erstürmung von Novi 
3. October. — 1789 war das Regiment Anfang zur Deckung der croatischen 
Grenze beordert, — später bei der Belagerung von Berbir und Belgrad und 
30. April bei Erstürmung der dortigen Raitzenstadt, wo sich Oberst Graf 
Lichtenberg als Führer der zweiten Colonne sehr hervorthat, imd ein 
Bataillon die Pallisaden übersetzte und in die Stadt vordrang. Oberst Graf 
Lichtenberg bemächtigte sich eines Theiles der Wasserstadt und nahm den 
Türken 6 grosse und 16 kleinere Schiffe ab. 1790 war das Regiment bei 
der Belagerung von Czettin. 

Im Kriege gegen die französische Republik waren. 
1793 4. April zwei Divisionen im Gefechte bei Rheinzabem, — zwei Bataillone 
bei der Einnahme der Wcissenburger Linien; — eine Compagnie im Gefechte 
bei Otterbach ; — ein Bataillon bei Vertheidigung der Stellung bei Wanzenau 
18. November, ebenso bei jener der Anhöhe von Geidersheim 9. December 
und der Vertheidigung der Posten am Bienwalde. 1794 war das Regiment 



— 151 — 

in Deutschland in mehreren Gefechten am Ehein 1795 thaten sich die 
Ghrenadiere bei dem Angriffe auf die feindlichen Verschanzungen bei Mann- 
heim 18. October, im Gefechte bei Frankenthal 12. November und bei Aggers- 
heim sehr hervor. Das Regiment kam nach Italien, 1796 5. August im 
Gefechte bei Sulforia that sich Regiments-Commandant Oberst von Weiden- 
feld durch zweckmässige Dispositionen und persönliche Bravour hervor, hielt 
• den Feind in seinem Vordringen auf, und ermöglichte dadurch den unge- 
filhrdeten Rückzug der Division Davidovich nach Valeggio. 

1797 war 16. Jänner ein Bataillon im Treffen bei Rivoli. — Bei dem Rückzuge 
der Armee über den Tagliamento waren 16. März die beiden zweiten 
Feldbataillone bei Codroipo zur Unterstützung der Vorposten des Generalen 
Prinzen Hohenzollem aufgestellt. Hauptmann Baron Trautenberg comman- 
dirte dieselben, unterstützte die vom Feinde geworfene Cavallerie und 
Artillerie auf das Tapferste, griff unter dem Wirbel des Grenadiermarsches 
den hartdrängenden Feind mit dem Bajonnete kräftig an, musste der Ueber- 
macht des Gegners zwar mehrmals weichen, drang aber, die Fahne hoch- 
schwingend, abermals vor, und Schritt für Schritt wies er die weitem Ver- 
suche des drängenden Feindes zurück, bis die einbrechende Nacht dem Kampfe 
ein Ende machte. Durch diese heldenmüthige Aufopferung wurde Erzherzog 
Carl von der Verfolgung der französischen Chasseurs k cheval gerettet, 
der geworfenen Cavallerie Zeit zu ihrer Ralliirung gegeben, und der Rückzug 
der kaiserlichen Artillerie ohne weitere Verluste begünstigt. 

Im Feldzuge 

1799 abermals in Italien erlitt das Regiment in der Schlacht bei Magnano 5. April 
starke Verluste, darunter allein 26 Offiziere todt, verwundet oder gefangen. 
Im Mai waren Abtheilungen bei der Belagerung des Mailänder Castells ; 
12. Juni zwei Bataillone im Gefechte bei Modena, — auf dem Rückzuge 
nach Mirandola hatte Oberst Weidenfeld mit dem Regimente die stark 
drängende feindliche Cavallerie durch einen Bajonnet-Angriff zurückgehalten, 
und dadurch die dreimal vom Feinde angegriffene Colonne des FML. Prinzen 
Hohenzollem zum Theile vom gänzlichen Untergange gerettet. 

Im Feldzuge 

1800 that sich das Regiment in der Schlacht am Mincio 25. December und das 
dritte Bataillon wenige Tage früher bei Goito hervor. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Armee in Deutschland im Corps des FML. Grafen 
Riesch bei Ulm und gerieth in Folge der dortigen Capitulation 17. October 
zum grössten Theile in Kriegsgefangenschaft; — ein Bataillon focht 2. De- 
cember in der Schlacht bei Austerlitz in der IV. Colonne FML. Graf Ko- 
lowrat. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im VII. Armee-Corps des Erzherzog Ferdinand, welches 
in Polen operirte, eingetheilt, 14. Juli im Gefechte bei Sandomir und der 
Vorrückung gegen Warschau. 



- 152 — 

Im Feldzuge 

1813 in Deutschland war dasselbe im U. Armee-Corps G. d. Cav. Graf Menreldt 
(später Fürst Alois Liechtenstein) eingetheilt, und focht 26. und 27. August 
in der Schlacht bei Dresden, 17. und 18. September in den Gefechten bei 
Einnitz und Arbesau, 16. und 18. October in der Schlacht bei Leipzig, wo 
zwei Bataillone am 16. October Morgens zum Angriffe auf die Pleissebrücke 
bei Connewitz vorrückten, — während der Haupt-Angriff auf das am linken 
Pleisse-Ufer gelegene Schloss Dölitz, durch die muthvoUen Anstrengungen 
des ersten Bataillons, mit der Eroberung dieses Schlosses glänzend gelungen 
war. General Graf Merveldt gerieth bei dieser Gelegenheit beim Pleisse 
übergange verwundet in feindliche Gefangenschaft, der Regiments-Commandant 
Oberst Reissenfeis wurde tödtlich. Major Majus schwer blessirt. -^ Nach- 
mittags mussle, da die Franzosen bis Grobem vorgerückt waren, wieder die 
Pleisse übersetzt werden. Major Wolnj stellte im Angesichte des Feindes 
unaufgefordert binnen 10 Minuten trotz des heftigsten Feuers die bereits 
abgetragene Brücke wieder her, und bestand einen mehrmaligen heftigen 
Kampf mit den französischen Garden, die er über den Fluss zurückwarf, da 
sie gleichzeitig mit den kaiserlichen Truppen über die Brücke bereits ge- 
drungen waren. — Erst das zweitemal verwundet, verliess Major Wolny 
seine Truppe. Hauptmann Penz, der mit seiner Compagnie das Schloss 
Dölitz besetzt hielt, wies eine zweimalige Aufforderung zur Uebergabe zurück, 
und schlug den Angriff eines feindlichen Bataillons mit Verlusten des Gegners 
ab, der nun sein Vorhaben aufgab. 

Ln Feldzuge 

1814 kam das Regiment im Jänner zur Blocade von Besan9on, wo es bis Ende 
April verblieb. 1815 war es Anfangs in der Lombardie, später in Süd- 
frankreich und Anfangs October im Lager von Dijon. 

In der Kriegs-Epoche 
1848 war das erste Bataillon bei den Gefechten und der Einnahme von Wien 
28. bis 31. October namentlich bei den Kämpfen und dem Angriffe an der 
Hundsthurmer-Linie betheiligt. Dasselbe blieb sodann in Wien als Besatzung, 
sowie das zweite Bataillon zu Krakau. Das dritte Bataillon gehörte seit 
Anfangs November zum Corps des FML. Baron Puchner in Siebenbüi^en, 
und war bei der Vorrückung gegen Klausenburg, 16. November im Gefechte bei 
Szamos Falva, wo Major Graf Dann wesentlich durch seine Umsicht und 
Tapferkeit zum Erfolge desselben beitrug, das die Einnahme Klausenburgs 
bewirkte ; 24. November war das Bataillon im Treffen bei Dees, und rückte 
im December ins Burzenland gegen die EinfkUe der Szekler. — Das erste 
Landwehr-Bataillon war im Armee- Corps des FML. Grafen Schlik, rückte 
mit diesem Anfangs December nach UDgam, focht am 11. December im 
Gefechte bei Budamer, wo es sich auszeichnete und zum Erfolge thätig mit- 
wirkte, 12. December im Gefechte bei Kaschau und der Einnahme dieser 
Stadt. 

Im Feldzuge 



— 153 — 

1849 war dieses Bataillon 4. Jänner in der Schlacht bei Kaschau, wo es seh^ 
tapfer gegen die polnischen Legionäre kämpfte, und mit besonderer Auf- 
opferung 5. Februar am Branicskopasse, wo auf dem Rückzuge eine Division 
die Arriere-Garde formirte und ziemliche Verluste erlitt. — Das dritte Ba- 
taillon in Siebenbürgen focht 4. Februar in der Schlacht bei Salzburg, war 
9. Februar in der Schlacht bei Piski, 3. März in jener bei Mediasch, 
19. März im Gefechte bei Zeiden und dem Rückzuge des Siebenbürger 
Corps in die Wallachei. 
Im Sommer-Feldzuge 

1849 war dieses Bataillon, nachdem es sich an der im April stattgehabten Vor- 
rückung des siebenbürgischen Armee-Corps ins Banat betheiligt hatte, — 
23. Juli im Treffen bei Szemeria und 1. August im Gefechte am Nyergeser- 
Passe. Das erste und zweite Feld- und erste Landwehr-Bataillon waren im 
Sommer-Feldzuge in der Brigade GM. Baron Reischach des ersten Armee-Corps 
FML. Graf Schlik eingetheilt. In der ersten Schlacht bei Komom 2. Juli 
that sich das erste Landwehr-Bataillon bei Verfolgung des Feindes besonders 
hervor. Hauptmann Calvas hatte mit seiner Compagnie die erste Schanze 
genommen und beschoss mit dem besten Erfolge den Feind aus dessen zu- 
rückgelassenen eignen Geschützen; — in der zweiten Schlacht von Komom 
11. Juli nahmen die beiden ersten Feld-Bataillone hervorragenden Antheil 
an der glänzenden Erstürmung des Acser Waldes durch die Brigaden Rei- 
schach, Schneider und Bianchi, — das Regiment war nun bei der weitern 
Vorrückung des Schlik'schen Corps und im Gefechte bei Dreispitz 10. August 
säuberten die beiden Feld-Bataillone nach einem kurzen Bajonnetkampfe 
die dortigen Weinberge vom Feinde. Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen war das Regiment in der Brigade des Obersten Mendel des 
zehnten Armee-Corps FML. Baron Gablenz eingetheilt und focht 27. Juni 
im Treffen bei Trautenau — 28. Juni im Treffen bei Neu-Rognitz — 3. Juli 
in der Schlacht bei Eöniggrätz, und 22. Juli im Gefechte bei Blumenau. — 
Das vierte Bataillon stand bei Krakau zum Schutze West-Galiziens. 

1878 focht das Regiment 17. September im Gefechte bei Brtschka, wo es am 
längsten im Feuer und bei Erstürmung der Schanzen betheiligt, einen Ge- 
sammtverlust von nahe an 100 Mann an Todten, Verwundeten und Ver- 
missten erlitt. 

Tapferkeits-Aaszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1692 Hauptmann Baron d'Amau durch 45tägige heldenmüthige Vertheidigung der 
spätem Veteranischen Höhle sich ausgezeichnet. Die Türken brachen die 
Capitulation und hielten die Besatzung gefangen. 

1701 Oberstlieutenant Gonzalez sicli bei Chiari durch ruhmvolle Führung der 
zwei Bataillone des Regimentes hervorgethan. 

1705 Oberstlieutenant Globen sich bei der Recognoscirung von Ober-Papa hervor- 
gethan. 

1717 16. August Oberlieutenant Janus von Elberstädt sich in der Schlacht bei 
Belgrad aasgezeichnet, wurde aber verwundet. 



— 154 -- 

1746 in der Schlacht bei Piacenza zeichnete sich Oberst Ebner von Ebenthal sehr 
aus, da er mit dem Regimente die grosse Batterie deckte. 

1760 bei der Belagerung von Glatz zeichneten sich Oberst Gi*af Guidobald Starhem- 
berg, der bei Eröffnung der Tranch6en auf dem linken Flügel, und Oberst- 
lieutenant Eronauer, der am rechten Fldgel commandirte, sehr aus. Letzterer 
wurde verwundet. 

1762 in der Promotion vom 22. October wurden Oberst Johann Hubert Baron 
Freyenfels und Grenadier-Hauptmann Carl Christof von Mohr beide MTO.-R. 
für ihre Auszeichnungen in der Belagerung von Schweidnitz. 

1788 in der Belagerung von Dubicza hatten sich der Bataillons-Commandant Oberst- 
lieutenant Stengel, Hauptmann Matzocko, der erschossen wurde, Lieutenant 
Wagner, Fähnrich Maidle sehr ausgezeichnet, sowie der Feldwebel Deverain. 

1788 beim Sturme auf Novi wurde der im Ordonnanzdienste beim FM. Baron London 
stehende Oberlieutenant Graf Thun wegen seiner besonders eifrigen Ver- 
wendung zum Hauptmann befördert. 

1789 Bei der Belagerung von Berbir that sich Lieutenant Plank durch tapfere 
Vertheidigung der äussersten spanischen Reiter sehr hervor. 

1789 Oberst Cajetan Graf Lichtenberg wurde für sein ausgezeichnetes Be- 
nehmen beim Sturme auf Belgrad 30. September sogleich zum GM. befördert 
und 1790 MTO.-R. Ausser ihm wurden noch Major Rühle, die Hauptleute 
Germani, Lutz und Brandetzkj unter der Ausgezeichneten genannt. 

1793 im Feldzuge erscheinen in den einzelnen Berichten als ausgezeichnet Oberst 
Baron Ferdinand Minkwitz bei Vertheidigung der Wanzenauer Position. 
Major Germani bei Einnahme der Weissenburger Linien und bei Vertheidigung 
der einzelnen Posten die Hauptleute Eostialowski bei Otterbach (18. De- 
cember geblieben) die Hauptleute Dervel und Lutz 18. und 19. September 
bei Berg, Hauptmann Casatti beim Ebnerforst 9. December und Lieutenant 
Gebhart bei Schaid im September, als Ordonnanz-Offizier des Generals Meazaros. 

1796 Oberst Carl von Weidenfeld wurde über Vorschlag des FM. Grafen Wurmser 
für sein ausgezeichnetes und erfolgreiches Verhalten bei Sulforia MTO.-R 

1797 16. März Hauptmann Leopold Baron Trautenberg wurde flir sein helden- 
müthiges Verhalten bei Codroipo sogleich zum Major befördert und 1801 
MTO.-R. 

1799 12. Juni Major Marziani gerieth nach tapferer Gegenwehr mit 800 Mann im 
Gefechte bei Modena in Gefangenschaft. — Lieutenant Fröhlich hatte sich 
am Rückzuge nach Mirandola, Fähnrich Rehmond bei Belagerung der Cita- 
delle von Mailand ausgezeichnet. 

1805 Oberst Baron Trautenberg unterdrückte mit ebensoviel Nachdruck als Um- 
sicht einen zu Anfang des Jahres zu Wien ausgebrochenen Krawall. 

1813 16. October Major Johann Wolny wurde flir sein ausgezeichnetes Verhalten 
in der Schlacht bei Leipzig durch Capitel 1815 MTO.-R. 

1813 Hauptmann Johann Penz sich durch tapfere Vertheidigung des Schlosses 
Dölitz in der Schlacht bei Leipzig ausgezeichnet. 



— 155 — 

1848 16. November Major Wladimir Graf Daun hatte sich im Treffen bei Szamos- 
Falva uod im Sommer-Feldzuge 1849 Brigadiersdienste versehend ausgezeichnet. 

1848 11. December FML. Graf Schlik belobte sowohl im Berichte über das 
Gefecht bei Budamer als über jenes am Branicskopasse 5. Februar den Major 
Ladislaus Singer und Oberlieutenant Eduard Calvas, — bei letzterer Ge- 
legenheit auch die hiebei verwundeten Hauptleute Carl von Schulz und 
Baron Carl Fürth von Brever. 

1848 und 1849 ftlr Auszeichnung in den Feldzügen in Ungarn und Siebenbürgen. 
OEKO.-B. 3. Major Wladimir Graf Daun, die Hauptleute Baron Carl Fürth 
von Brever, Eduard Calvas und Oberlieutenant Anton Baron Moltke. 
MVK. Oberst Josef Herzmanowsky (fiir seine im 58. Infanterie-Regimente 
erworbenen früheren Verdienste), die Hauptleute Oswalt, Ansion, Baron 
Handel, Schilleny, Calvas, Helmer, die Oberlieutenants Edler von Fetrowicz, 
Dworzaczek, von Asboth, Steinsberg, Mahr, Friedrich, die Lieutenants For- 
macher V. Lilienberg, Baron Kapry, Arringer, Krzjzanowski, Penther, Bozziano. 

1866 für Auszeichnung im Feldzuge gegen Preussen. 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Franz Ritter von Zaremba. 
MVK. Oberstlieutenant Carl Haigenvelder, Major Eduard Linder von Bienen- 
wald, die HaupÜeute Eonja, Ritter Stankiewicz de Mogila, die Oberlieutenants 
Erlacher de ELhay und Ej-aft, Lieutenant Tumawski und nachträglich der 
vor dem Feinde gebliebene Major Anton LipoSöak. Anlässlich der 

1868 anbefohlenen neuen Adjustirung mit dunkelblauen Waffenröcken erhielt das 
Regiment statt der zum bisherigen weissen Waffenrocke vorgeschriebenen 
dunkelblauen Egalisirung die gegenwärtige aschgraue bestinmit. 
Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
Für Auszeichnui^g im bosnischen Occupations-Feldzuge. 

1878 MVK. Oberstlieutenant Joseph Bozziano, Major Felix Schiffner, Hauptmann 
Josef Biematek, Oberlieutenant Leopold Jliek. Die Allerhöchste Belobung Major 
Friedrich Freiherr von Handel, die Hauptleute Johann Zima, Eduard Wachtel, 
die Oberlieutenants Alexander Czomkiewicz, Julius Strasser, Lieutenant 
Josef Nowicki. Die Mannschaft erhielt fUr das Gefecht bei Brtschka 17. Sep- 
tember, 1 grosse und 11 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen, 9 Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1683 Oberstlieutenant Alexander Graf LesHe und Major Gallenfels f in der Be- 
lagerung von Wien. 

1717 Major Baron Fugger f hei der Belagerung von Belgrad. 

1763 MTO.-R. und zweiter Oberst Johann Hubert Freiherr von Freyenfels an 
seiner in der Belagerung von Schweidnitz 1762 erlittenen schweren Ver- 
wundung f zu Pavia 11. August. 

1813 16. October Regiments-Commandant Oberst Samuel von Reissenfeis f in der 
Schlacht bei Leipzig. 

1866 27. Juni Major Anton LipoScak f im Treffen bei Trautenau. 



ÜDgarisches 



INFANTERIE-REGIMENT N" 25. 

(1878.) 

FML VINCENZ PORKHER EDLER VON PORKHAIN. 

Dunkelblaue Waffenröeke, meergrüne Egalisirung, weisse Knöpfe. 

ErgänzungsbezirksBtation : Losongz. 



Inhaber: 



1672 



1672 



1691 



1693 



1721 



1727 



1731 



1742 



1757 



Mittelst Convention ddto. 7. Dec. 
von dem churpfälzischen Obersten 
Job. Carl Grafen Sbrknyi er- 
richtet. 

FM. Job. Carl Graf Serbnyi f im 
Februar 1691. 

GM. Franz Christof Freiherr von 
Amenzaqa f im Februar 1693. 
FZM. Scipio Graf Bagni f 21. 
October 1721. 

FML. Philipp Baron Langlbt f 
im October 1727. 
FML. Marquis Math, de Lucixy 
t 26. Sept. 1729. 
FZM. Carl Franz Freih. von 
Wachtendong t ini August 1741. 
FZM. Octavius Fürst Piccolomini 
t 24. Jänner 1757. 
FM. Franz Ludwig Graf Thürheim 



1783 

1801 
1808 

1810 

1823 

1842 

1868 
1858 
1878 



f zu Wien als Capitain der Tra- 
banten-Garde 10. Juni 1782. 
FML. Ludwig Graf Brechainville 
t 10. Februar 1799 zu Prag. 
FML. Johann Graf Spork f 1807. 
FML. Franz Julius Graf Zed- 
WITZ f zu Wien 14. April 1808. 
FZM. Baron Thiery de Vaux f 
4. April 1820. 

FZM. Freiherr Werner Trapp f 
zu Wien 31. Oct. 1842. 
FZM. Gustav von Wocher, f 25. 
März 1858. 

FML. Heinrich Graf Saus 
ZizERS t 3. Juni 1858. 
FZM. Lazar Freiherr von Mamuul, 
t 12. Jänner 1878. 
FML. Vincenz Pürkher Edler von 

PüRKHAIN. 



Feldzttge und wichtigere Eriegsereignisse. 

Das Regiment, in Schlesien errichtet, besetzte 
1673 den Jablunkapass, rückte im selben Jahre zur Armee nach Böhmen, von dort 

nach Deutschland. 

Im Ej*iege gegen Frankreich war es 
1675 5. Jänner im Gefechte bei Eolmar, 27. Juli in der Kanonade von Sasbach, 

1. August im Treffen bei Goldscheuer, 1676 bei der Belagerung von Philipps- 



— 157 — 

borg, 1677 14. Juni im Gefechte bei Pont & Mousson, im Juli ein Scharmützel 
bei Saarbrücken um einen kaiserlichen Convoi. 1679 rückte das Regiment 
in die Umgegend von Wien, 1680 nach Ober-Ungarn. 

Im Türkenkriege 
1686 bei der zweiten Belagerung und Erstürmung von Ofen, 1687 12. August in 
der Schlacht bei Mohacs und 1688 6. Sept. beim Sturme auf Belgrad, 1689 
war das Regiment getheilt, 5 Compagnien im deutschen Reiche bei der Belage- 
rung von Mainz, der Rest in Siebenbürgen und bei der Expedition nach Eimpo- 
lung in der Wallachei. 1691 19. Aug. das ganze Regiment in der Schlacht 
bei Szlankamen; 16. Oct. bei Erstürmung der Palanka von Grosswardein, 
1697 11. Sept. 8 Compagnien in der Schlacht bei Zenta, der Rest als Besatzung 
in Neuhäusel und Leopoldstadt. 

Im spanischen Erbfolgekriege in Italien; 
1701 im TreflFen bei Carpi 9. Juli, wo das Regiment und die Grenadiere sich aus- 
gezeichnet; bei Chiari 1. Sept. — 1702 2. Febr. 500 Mann beim Ueberfalle 
auf Cremona^ wo Hauptmann Macdonell, ein Irländer, den Marschall Villeroi 
gefangen nahm und auf dessen Versprechen, ihm 10000 Pistolen und ein Ca- 
vallerie-Regiment zu geben, wenn er ihn entkommen lasse, erwiderte: „Ich 
esse seit vielen Jahren des Kaisers Brod und will an meinem Herrn nicht 
zum Verräther werden^ ; 15. August war das Regiment in der Schlacht bei 
Luzzara. 

1703 das 4. Bataillon in Ungarn, 31. Oct. im Gefechte und bei der Einnahme von 
Levenz; — 1704 13. Juli im Gefechte bei Gyarmath nächst Raab. 

1705 das Regiment 16. Aug. in der Schlacht bei Cassano, im Rückzugsgefechte 
bei Salo, Belagerung von Carpi, 1706 7. Sept. in der Entsatzschlacht von 
Turin, 1707 bei der Unternehmung in die Provence und den Belagerun- 
gen von Toulon und Susa, 1709 4. Aug. im Gefechte von Conflans, 1711 
22. November auf englischen Schiffen nach Spanien überschifft, wo es in 
Catalonien bis 1713 verblieb. 

Im Türkenkriege 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein ; beider Belagerung von Temesvar 
und dem Sturm auf die dortige grosse Palanka 1. Sept.; 1717 im Juli ein 
Detachement bei der Vertheidigung von Mehadia. 16. August in der Schlacht 
bei Belgrad. 

1731 bei der Expedition seines Inhabers nach Corsica ein Bataillon in den Ge- 
fechten bei Bastia, Furiani imd S. Pellegrino und 1732 bei Unterwerfimg 
der Insel Corsica. 

Im Feldzuge 
1734 in Italien. 1. Juni im Gefechte bei Colorno, 29. Juni in der Schlacht bei 
Parma war das Regiment stundenlang in der ungünstigsten Gefechtslage und 
erlitt bedeutende Verluste, — femer am 15. September beim Ueberfalle 
nnd Gefechte bei Quistello und am 19. Septemb. in der Schlacht bei Guastalla. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment in Italien und focht 



— 158 — 

1743 8. Febmar mit Auszeichnung in der Schlacht bei Campo Santo gegen die 
im spanischen Heere dienenden Irländer, 1744 war es bei der Expedition 
gegen Neapel; 1746 16. Juni in der Schlacht bei Piacenza, ]. September beim 
Angriffe auf Qenua und zur Zeit des dortigen Aufstandes im December in 
jener Stadt. 

Im siebenjährigen Kriege stand dasselbe 
1756 in Mähren, war 1757 18. Juni in der Schlacht bei Kolin, ein Bataillon bei der 
Belagerung von Schweidnitz, 22. Nov. in der Schlacht bei Breslau und zeichnete 
sich beim Angi*iffe auf die Redouten von Schmiedefeld aus. 5. December war 
es in der Schlacht bei Leuthen (ein Bataillon und eine Grenadier-Compagnie 
geriethen als Besatzung von Breslau durch die dortige Capitulation 19. Decem- 
ber in Gefangenschaft). 1758 16. April in Folge der Capitulation der tapfer 
vertheidigten Festung Schweidnitz geriethen 7 OflPiziere und 312 Mann in Ge- 
fangenschaft. 14. Octob. mit Auszeichnung in der Schlacht bei Hochkirch. 
1739 4. März die Grenadier-Division im Gefechte bei Frauenwald; das Re- 
giment am 5. Sept. im Gefechte bei Trachenberg unweit Dresden und bei 
Löthein nächst Meissen 21. Sept., es war femer 1760 bei der Expedition 
des FM. Grafen Lacy nach Berlin und am 3. Nov. in der Schlacht bei Tor- 
gau. 1761 in Sachsen und 1762 12. Mai im Gefechte bei Döbeln, 29. Sep- 
tember beim Angriffe auf das verschanzte feindliche Lager bei Pretschendorf 
und am 15. Oct. im Treffen bei Freiberg, Ein Detachement des Regimentes 
in der belagerten Festung Schweidnitz, gerieth in Folge der Capitulation 9. 
Octob. in Ejriegsgefangenschaft. 

1778 Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Hauptarmee in 
Böhmen. 

Im Tilrkenkriege bildet die heldenmüthige Vertheidigung der Veteranischen 
Höhle 11. bis 31. August 
1788 durch das Oberstbataillon unter Major Baron Stein einen Glanzpunkt in der 
Geschichte des Regimentes. Eine Divison am 11. Aug. in einer Redoute 
bei Dubowa vor der Höhle von 7000 Türken Infanterie und Reiterei von 
drei Seiten angegriffen. Nach tapferster Gegenwehr von 5 Uhr Morgens bis 
11 Uhr Mittags erlag sie dem sechsten Angriffe, jede Aufforderung zur Er- 
gebung zurückweisend. Was nicht entkam, wurde von den Türken nieder- 
gemacht. Die Division hatte 6 Offiziere und 339 Mann verloren. Die vier 
andern Compagnien zogen sich in die Höhle, die sie 21 Tage unter Ent- 
behrung, Hunger und Krankheiten gegen die oft wiederholten Angriffe der 
türkischen Uebermacht mit übermenschlicher Anstrengung und heroischer 
Tapferkeit vertheidigten, und am 31. August mit ehrenvoller Capitulation 
und freiem Abzüge von den Türken bis zu den österreichischen Vorposten 
escortirt verliessen. Das Leibbataillon stand seit Juli als Besatzung in Temea- 
var. 1789 war nur das Leibbataillon bei der Armee und bestand einige 
i.i«:«Q Gefechte an der Donau, oberhalb der Insel Borecs. 

das Regiment bei der in Mähren und Schlesien aufgestellten Obser* 
i8*Armee gegen Preussen. 



— 159 — 

In den Feldzügen gegen die französische Republik focht 
1793 18. März ein Bataillon in der Schlacht bei Neerwinden beim Angriffe auf 
dieses Dorf mit Auszeichnung, aber starken Verlusten, 22. März im Gefechte 
bei Löwen, war bei der Blokade von Cond6 und der Belagerung von Valen- 
ciennes, 18. Mai im Gefechte im Walde bei Raimes, 23. Mai das Regiment 
in der Schlacht bei Famars und 25. Juli beim Sturme auf das Homwerk 
in Valenciennes 2 Compagnien mit grossem Ruhme. 13. September eine 
Division im Gefechte bei Bouvignies; später das Regiment bei der Blokade 
von Maubeuge und am 16. October in der Schlacht von Wattignies, wo es 
von allen die grössten Verluste erlitt. 1794 29. März zeichnete sich das Oberst- 
bataillon beim Angriff auf eine Redoute im Gefechte bei Poumereuil vorzüg- 
lich aus, das Leibbataillon focht in einer Redoute bei Cateau, das Oberst- 
bataillon in der Schlacht bei Cateau 26. April, die Grenadiere bei Rouvroi 
12. Mai, das Regiment bei Bettignies 29. Mai, in der Schlacht bei Fleurus 
26. Juni, im Gefechte bei Lüttich 27. Juli, im Treffen von Ourte und Aig- 
weiler 17. Sept., das 3. Bataillon bei der Armee in Italien im Gefechte bei 
Dego; 25. Sept., 1795 hatte das Leibbataillon im Jänner an der Waal mehrere 
Gefechte, das Oberstbataillon 14. Jänner bei Wageningen, eine Division 4. 
Februar bei Geisbeck, die Grenadiere 24. Oct. bei Erstürmung der Mainzer 
Linien, das Regiment im November bei der Belagerung von Mannheim und das 
Oberstbataillon 13. Decemb. beim Angriffe auf Schopp, das 3. Bataillon bei 
der Armee in Italien. 

Im Feldzuge 

1796 war das 3. Bataillon im Gefechte bei Tombio 8. Mai, kam dann nach Süd- 
tirol, wohin auch das Regiment aus Deutschland beordert wurde. Die bei- 
den ersten Bataillone fochten vom 29. Juli bis 3. August am Montebaldo, bei 
Cavagino, Calmazino und in der Schlacht bei Castiglioni, am 11. Aug. ein 
Bataillon im Gefechte bei Madonna della Corona, am 8. Sept. im Treffen bei 
Baasano, wo trotz heldenmüthigen Widerstandes 10 Compagnien gefangen 
wurden, 2 Compagnien unter Major Ulbrecht retteten sich. 

Diese kamen als Besatzung nach Legnago, wurden aber in Folge der Capi- 
talation dieser Festung 15. Septemb. bis zur Auswechslung kriegsgefangen. 
Ein aus den Resten des Regiments formirtes Bataillon focht 16. Novemb. bei 
Caliano, und 21. und 22. November in den Gefechten bei Peri. Die Grena- 
diere bei der Armee in Deutschland waren 15. Juni im Treffen bei Wetzlar, 
bei Erstürmung des Waldes bei Altstätten, 19. Juni im Treffen bei Kircheip. 

Im Feldzuge 

1797 war das combinirte Bataillon 12. Jänner im Gefechte bei Madonna della 
Corona, 13. bis 15. Jänner in jenem bei der Capelle San Marco und in der 
Schlacht bei Rivoli, wo es starke Verluste erlitt. 4 Compagnien des 3. Ba- 
taillons ak Besatzung von Mantua, wurden in Folge Capitulation kriegs- 
gefktngen. Einzelne Abtheilungen 2. Apr. im Rückzugsgefechte bei Hohenfeld. 

Bei Ausbruch des Feldzuges 
1799 war das Regiment in Graubündten und abtheilungsweise in den Gefechten bei 



— 160 — 

Reichenau, beim Luciensteig, an der unteren Zollbrücke und bei Bonaduz, 
wo es durch die Flanken- und Bückenattaken der feindlichen Cavallerie 
beim Uebergange über die Landquart viel litt. Einzelne Compagnien be- 
standen im März Gefechte bei Eoveredo, bei Sa. Maria di Medicis und bei 
Dissentis ; 9. März verlor das Eegiment durch einen Ueberfall der Franzosen 
und Capitulation von Dissentis über 300 Mann. Regiments- Abtheilungen foch- 
ten 12. März bei Ponte' alto und Süss; — in den Gefechten und Schar- 
mützeln bei Buchem, Mayen, Elm, Schwunden, an der Linth, am Ehukelpass 
und bei Bonaduz. 

Im Feldzuge 
1800 war das Oberstbataillon 1. Dec. im Gefechte bei Hohenthann, und das Re* 
giment 3. Dec. in der Schlacht bei Hohenlinden, wo das 2. Bataillon einen 
heftigen Kampf bei Loipfingen bestand und durch einen Bajonnet- Angriff den 
Feind aus dem Dorfe Dading hinauswarf. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Armee in Deutschland, das 4. Bataillon im Ge- 
fechte bei Günzburg 10. Oct. und es geriethen durch die Capitulationen bei 
Wertingen 8. Oct. das Grenadier-Bataillon und durch jene bei Nördlingen 
die beiden 1. Feldbataillone und die linke Flügeldivision des 3. Bataillons in 
Ejriegsgefangenschaft. Ein Detachement schlug sich nach Tirol durch zum 
Corps des Generals Prinzen Rohan und theilte mit diesem 27. Nov. in Castel 
franco das Schicksal der Gefangenschaft. 

Im Feldzuge 
1809 war die 7. Division 17. April im Gefechte bei Weichs, die Grenadiere am 
19. April bei Hausen und das Regiment bei Stadt am Hof, am 23. April als 
Besatzung von Regensburg bei Vertheidigung dieser Stadt und büsste 2 Stabs-, 
23 Oberoffiziere und über 1500 Mann an Gefangenen ein, nur einem kleinen 
Theil gelang es in Sicherheit zu kommen, 2 Compagnien vertheidigten mit 
grösster Tapferkeit den hohen Brückenthurm. Bereits wieder zu 3 Bataillons 
formirt, kämpfte das Regiment mit Auszeichnung in der Schlacht bei Aspem 
21. und 22. Mai und wurde vom Erzherzog Carl belobt, hatte aber an Todten 
und Verwundeten 25 Offiziere und über 700 Mann ; — femer 5. und 6. Juli 
in der Schlacht bei Wagram, und die Grenadiere 10. Juli bei Tesswitz, 11. Juli 
bei Znaim; 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment 26. Aug. in der Schlacht bei Dresden und bei dem An- 
griffe auf die beim Moczinski'schen Garten angelegte Redoute, — 30. Aug. 
in der Schlacht bei Kulm und zeichnete sich beim Angriffe auf die Höhen 
von Böhmisch-Neudörfel aus, sowie bei der Einnahme von Arbesau, — 16. 
bis 18. Oct. in der Schlacht bei Leipzig, thaten sich die 6. und 8. Com- 
pagnie bei Probstheida, die Grenadier-Division bei Dölitz hervor. 

^m Feldzuge 

:amen die Grenadiere zur Blokade von Besan9on, das 1. und 3. Bataillon 
.^u jener von Auxonne ; das 2. Bataillon zum Streif-Commando des General 



— 161 — 

Scheither und bestand mehrere Gefechte, so bei Roanne an der Loire, bei 
St Georges und Villefranche, bei Anse und Limonest, sowie an der Isöre, 
im Laufe des Monats März. 1815 war das Regiment in Süd-Frankreich zu 
Marseille und Aix. 

1821 bis 1823 bei der Occupation von Neapel und zu Fortici stationirt. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien waren die beiden ersten Feldbataillone im Reservecorps des FZM. 
Grafen Nugent am Isonzo und bestanden Gefechte bei Falmanuova 19. April, 
bei Comuda 9. Mai, bei Vicenza 20. Mai, bei San Nazaro, und 29. Juli 
deckten dieselben bei Salionze den Brückenschlag über den Mincio und be- 
standen ein siegreiches Gefecht daselbst, wobei Oberlieutenant Regiments- 
Adjutant Baron Feldegg und Lieutenant Fröhlich nebst 2 Corporalen und 
11 Gemeinen sich zuerst auf die auf den Höhen von Ponti postirten feind- 
lichen Geschütze stürzten und 3 achtpttindige Kanonen und Munitionskarren 
eroberten, welche die beiden Offiziere umwenden Hessen, selbst ladeten und 
den zur Wiedereroberung vorrückenden Feind damit beschossen. Mittlerweile 
waren andere Abtheilungen nachgerückt. Das 2. Bataillon nahm Theil an 
der Verfolgung des Feindes nach der Schlacht bei Custozza, das 1. Bataillon 
war dem Streif-Commando des Uhlanen-Obersten von Wyss zugetheilt. — 
Die Grenadier-Division that sich durch Ausdauer und Tapferkeit hervor bei 
Bewältigung des Juni- Aufstandes zu Frag. Im Oct. 1848 rückten diese, das 
3. und Landwehrbataillon in der Armee des FM. Fürsten Windisch-Grätz vor 
Wien und waren diese Abtheilungen in den dortigen Gefechten und bei 
Einnahme dieser Hauptstadt. 

Im Feldzuge 

1849 in Italien waren die beiden ersten Bataillone als Besatzung in Piacenza und 
Pizzighetone, Anfangs August bei der Cemirung und der späteren Einnahme 
von Venedig. Die übrigen Regiments-Abtheilungen, Grenadier-Division, 3 
und 1. Landwehr-Bataillon machten den Feldzug in Ungarn mit, und waren 
in folgenden Actionen : Scharmützel bei Gran, 5. Feb. Gefechte bei Komom, 
Treffen bei Pered, Einnahme von Raab, in beiden Schlachten von Komom, 
2. und 11. Juli, im Gefechte bei Uj Szegedin, Schlachten bei Szöreg und 
Temesvar, Gefecht bei Lugos. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden war nur das 4. Bataillon in Süd-Tirol, und zwar 
die 23. und 24. Compagnie am 8. Juli im Gefechte bei Spondalunga; das 
Regiment war längs der dalmatinischen Küste zum Schutze dieses Landes 
aufgestellt und Ze^uge der Beschiessung von Zara durch eine französische 
Dampfiregatte 7. Juli. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen waren die 3 ersten Bataillone im VIII. Armeecorps im Rück- 
zugsgefechte bei Tobitschau 15. Juli ; das 4. Bataillon gehörte zur Besatzung 
von Olmütz. 

Thttrtaclm : 0«denkb]fttter. 1 1 



- 162 — 

Das Regiment hat seit seinem 206jährigen Bestände 47 Feldzüge, 36 Schlach- 
ten, 75 Gefechte und 49 sonstige Unternehmungen mitgemacht. 

Tapferkeits-Auszeichnuiigen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1675 Wurde für seine „Tapferkeit und coraggiö" bei Eolmar das Regiment vom 
Herzoge von Bournonville belobt. 

1686 Ein tapferer Musketier des Regiments nahm den Pascha Csonga Beg, Vice- 
commandanten von Ofen, gefangen, dem er auf Intervention des Churfürsten 
von Baiem das Leben schenkte. 

1702 Hauptmann Macdonell wurde für sein vorzügliches Verhalten bei Cremona 
zum Oberstlieutenant befördert. 

1756 Hauptmann Baron Humbracht an der Spitze einer Grenadiercompagnie zeich- 
nete sich bei Breslau aus und eroberte eine Fahne. 

1760 Grenadier-Hauptmann Humbracht wurde wegen vorzüglicher Auszeichnung 
bei Hochkirch MTO.-R. 

1759 Das Regiment wurde bei Löthein vom General Macquire wegen seinem Muth 
und Standbaftigkeit angerühmt. 

1761 Hauptmann Sturm v. Vehlingen, Adjutant des FZM. Macquire, sich in der 
Belagerung von Dresden hervorgcthan. 

1762 Das sogenannte Gamisons- (3.) Bataillon zeichnet sich bei Pretschendorf vor- 
züglich aus. 

1788 In der Veteranischen Höhle waren folgende Offiziere des Oberstbataillons be- 
lagert: Der Commandant Major Baron Stein, die Hauptleute Graf La Tour^ 
Petersill, Graf Anton Thun, Gamsenberg, die Oberlieutenants Ertel, Chentines, 
Hertelendy, Streit, die Lieutenants Weigl, Högerstein. Pfisterer, Fähnrich 
Puteani und Bataillons-Adjutant Cadet Resch. 

Am 1 1 . August waren bei der Vertheidigung der Redoute gefallen : Oberlieut. 
Norbert Graf Thürheim, die Lieutenants Leopold Graf Clary und Finster- 
wald, Fähnrich von Eichfeld und Baron Elmpt. — Hauptm. Scholderer, 
schwer verwundet und gefangen, schmachtete drei Jahre im Sklavenhause 
zu Konstantinopel und wurde 1791 in einem leinenen Kittel ranzionirt — 
Major Ludwig Baron Stein wurde zur Belohnung für sein tapferes und ruhm- 
volles Verhalten Oberstlieutenant bei Durlach Nr. 27 und erhielt ein Gre- 
nadierbataillons-Conunando ; Offiziere und Mannschaft wurden mit Armeebefehl 
ddto. 12. September aus lllova belobt und für jeden Soldaten ein Dukaten 
bewilligt. 

1793 Bei Raimes nahm Oberlieut. Schölheim mit vorzüglicher Bravour eine Bat- 
terie, beim Sturme auf das Hornwerk in Valenciennes wurden Major Pas- 
qualati, 8 Offiziere und 2 Cadeten wegen ihres tapfern Verhaltens belobt. 

1793 Bei Wattignies wurde das Benehmen des Obersten und Regiments-Comman- 
danten Branttem besonders im Berichte angerühmt. Im Feldzuge erhielt die 
Mannschaft 8 silberne Medaillen. 



— 163 - 

1794 Bei Pomereuil wurden die Hauptleute Streit, Kranister, Oberlieut. Pieron, 
Schölheim, Lieut. Luxer und Fähnrich Dichtl belobt. 2 Mann erhielten 
silberne Medaillen. 

179Ö Bei Schopp machte das Oberstbataillon 1000 Franzosen gefangen und eroberte 
5 Kanonen, Fähnrich Wolnj hatte sich besonders ausgezeichnet. 

1796 Bei Bassano Oberst Jakob Graf Revertera sich durch tapfere Führung des 
Regiments ausgezeichnet, wurde aber gefangen« 

1796 Das combinirte Bataillon eroberte bei Calliano 8 Kanonen, mehrere Pulver- 
karren und machte 200 Feinde gefangen. 

1796 Die Qrenadiere eroberten bei Altstätten 1 Fahne und 1 Haubitze. 

1799 Oberlieutenant Rebentisch brachte, den Franzosen in Rücken gekommen, 
diesen yielen Schaden. 200 Feinde blieben theils todt, theils verwundet und 
mehr als 1000 Mann mussten sich den Regiments- Abtheilungen gefangen ergeben 
bei Dissentis. 

1799 Bei Süss geriethen von allen Seiten durch feindliche Uebermacht eingeschlossen 
17 0£Eiziere und 752 Mann in Gefangenschaft. 

1809 Die beiden Hauptleute Theiss und Resch zeichnete sich bei der Vertheidigung 
des Brückenthurmes in Regensburg aus, 23. April. 

1809 Corporal Prager riss einen feindlichen Escadronschef vom Pferde und brachte 
ihn gefangen in die Masse seines Bataillons am ersten Schlachttage von Aspern. 

1809 Oberstlieutenant Kirchlepskj erscheint im Berichte unter den Ausgezeichneten 
von Aspem. 

1809 Im Feldzuge erhielt die Mannschaft 5 silberne Medaillen. 

1813 Oberlieutenant Christoph Feldegg erstieg bei Dresden einer der Ersten die 
Brustwehr en Face, und rettete den Jäger-Oberstlieutenant Baron Schneider, 
er wurde MTO.-R. 

1813 Feldwebel Jakob Lieser und Gemeiner Johann Zach eroberten bei Neu- 
dörfel den Adler des 13. französischen Chasseur-Regiments k pied. Ersterer 
erhielt die goldene, letzterer die silberne Medaille. 

In den Feldzügen 
1813 und 1814 hatte die brave Mannschaft 2 goldene und 8 silberne Tapferkeits-Me- 
daillen, 3 Geldbelohnungen und 2 russische St. Georgskreuze V. Classe erhalten. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 
1848 und 1849. Oberlieut. Carl Baron Feldegg und Lieutenant Johann Fröhlich ftir 
ihre hervorragenden Leistungen bei Salionze 24. Juli 1848 wurden beide MTO.-R. 

1848 ÖLO.-R. Oberst Regiments- Commandant Carl Edler v. Haradauer. 

MVK, Hauptleute Rauber von Plankenstein, Georg Schuster, Oberlieutenant 
Ebenhöh, Lieutenant Sedlaczek. Die Mannschaft erhielt 4 goldene, 7 grosse 
and 15 kleine Tapferkeits-Medaillen, 2 kais. russische St. Georgskreuze. 

Die Allerhöchste Belobung: Oberlieutenant Agoston. 

Seit 1852 ist das bisherige böhmische Regiment ungarisch. 



- 164 — 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1859 im Qefechte bei Spondalunga: MVE. Hauptm. Andrassj und 5 kleine siiberne 
Tapferkeits-Medaillen die Mannschaft. 

1868 wurden die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen weissen ange- 
ordnet. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 OEKO-B. 3. Reserve- Oberlieutenant und Ordonnanz-Offizier August Pulsky 
von Lubocz und Cselfalva. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1702 Oberstlieut. Regiments-Commandant Graf Franz Carl Bodiwin von Wallen- 
stein an seiner schweren Verwundung bei Luzzara f 22. August. 

1702 Oberstlieut. Franz Macdonell f in der Schlacht bei Luzzara 15. Aug. 

1706 Oberst Joh. Ernst Hoffmann v. Eidlitz f in der Schlacht bei Turin 7. Sept 

1734 Oberstlieut. Ristori f in der Schlacht bei Parma 29. Juni. 

1734 Oberstlieut. Baron Braun f in der Schlacht bei Guastalla 19. Sept. 

1757 Oberstlieut. Marquis Fiorenza .f in der Schlacht bei Eolin am 18. Juni. 

1758 Major Baron Ubelli von Siegburg an seiner bei Hochkirch erlittenen schweren 
Verwundung f. 

1800 Major Gerbert im Gefechte bei Hohenthann f 1. December. 

1809 Major v. Annaker f in der Schlacht bei Aspem 21. Mai. 

1866 Oberst Alois Edler v. Kunsti an den Folgen seiner bei Tobitschau erhaltenen 
Verwundung f im Spitale zu Olmütz 2. November. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N' 26. 

(1862.) 

MICHAEL GROSSFÜRST VON RUSSLAND. 

Dunkelblaue Waffenröcke, schwarze Egalisirung, gelbe Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Gran. 



Inhaber: 



1717 errichtet von dem Inhaber 
1717 GM. Friedrich Wilhelm Mark- 
graf von Brandenruho-Anspach 
t 7. Jänner 1723. 
1724 FML. Heinrich Baron Müppuno 
f an seiner schweren Verwundung 
bei Jaskowacz in Bosnien 1737. 

1737 FML. Nikolaus Franz Graf 
GrCnne f 15. Februar 1751. 

1751 FZM. Anton Graf Pubbla EO- 
Stiftung t 1776. 

1776 FZM. Franz Carl Freiherr von 
Riese MTO.-R. f zu Gratz 20. 
Mai 1786. 

1786 GM. Josef Baron Alvinzy MTO.-R., 
erhielt im selben Jahre das 19. 
Infanterie-Regiment. 

1786 FZM. Richard Graf D'Alton 
• MTO.-C. t 16. Februar 1790. 

1790 FZM. Wilhehn Freiherr Schrö- 
der von Lilienhof f zu Olmtitz 
15. Jänner 1800. 

1800 bis 1803 unbesetzt. 



1803 FZM. Fürst Hohenlohb-Barten- 
STEm Ludwig (wurde 1814 bis 
1815 zweiter Inhaber dieses Re- 
gimentes und erhielt 1815 das 
41 . Infanterie-Regiment). 

1814 Prinz von Oranibn und 

1815 Wn^HELM I. König der Nieder- 
lande FM. t 12. December 1843. 

{Zweite Inhaber 

1815 FML. Josef von Ppanzelter f zu 
Peter wardein 20. October 1817. 

1819 FZM. Philipp von Faber f zu 
Wien 5. März 1844.) 

1844 Ferdinand Carl Victor d' Este, 
Erzherzog von Oesterreich f 15« 
December 1849. 

1844 Zweiter Inhaber FML. Anton 
Schick von Siegenburg f 10. Jän- 
ner 1853. 

1852 Michael Grossfilrst von Russland. 
(Zweiter Inhaber 1853 FML. Jo- 
hann Freiherr von Susan.) 



Feldzttge und wichtigere Eriegsereignisse. 

Dieses Regiment war bereits in seinem Errichtungsjahre 1717 bei der Be- 
lagerung von Belgrad im General Martignischen Corps jenseits der Save und 
focht 16. August in der Schlacht bei Belgrad. 1718 kam es nach Sicilien, 



— 166 - 

machte die 2 folgenden dortigen Feldzüge mit, und war 1719 20. Juni in 
der Schlacht bei Francavilla — 1733 als Besatzung in Freiburg und in den 
Feldzügen 1734 und 1735 am Rhein — 1737 gegen die Türken war es bei 
der Belagerung von Usitza und die Grenadiere beim Angriffe auf diess Berg- 
schloss. 

Im österreichischen Erbfolgekriege focht dasselbe 
1741 10. April in der Schlacht hei Mollwitz, 1742 17. Mai in jener bei Chotusitz und 
war sodann bei der Belagerung von Prag, 1744 im Feldzuge am Bhein und 
in Böhmen, 1745 im Treffen bei Habeischwert, — in der Schlacht bei Hohen- 
friedberg 4. Juni, wo es seine Stellung standhaft bis zum Ende des Gefechtes 
behauptete, aber durch die wiederholten Angriffe des preussischen Dragoner- 
Eegimentes Baireuth an Gefangenen grosse Verluste erlitt, darunter 23 Offi- 
ziere ; — 30. September in der Schlacht bei Trautenau. 1746 kam es nach 
Italien, und war 1747 bei der Belagerung von Genua. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1757 18. Juni in der Schlacht bei Kolin, bei der Belagerung von Schweidnitz, 
22. November in der Schlacht bei Breslau, beim Angriffe auf Grabisch und 
Klein Mockber und 5. December in der Schlacht bei Leuthen. 1758 gerieth in 
Folge der Capitulation von Schweidnitz ein dort befindliches Detachement 16. 
April in Kriegsgefangenschaft. Besonders tapfer hielt sich das Regiment 14. Octo- 
her in der Schlacht bei Hochkirch bei Wiedereroberung des Dorfes, ebenso 1760 
22. Juli beim Angriffe auf die preussischen Batterien von Dresden — 3. 
October in der Schlacht bei Torgau — meldete sich Oberst Graf Har- 
rach freiwillig, mit dem Regimente eine vorliegende wichtige Höhe zu 
besetzen, als die Preussen aus einem dort liegenden Walde zu debouchiren 
anfingen, er bestand mehrere hartnäckige Kämpfe gegen die feindliche 
Infanterie und CUrassiere, und hielt sich aufs Tapferste, bis eine schwere 
Verwundung ihn nöthigte den Kampfplatz zu verlassen. — Das Regiment 
hatte einen Gesammtverlust von 900 Mann, aber alle seine bereits sehr 
gefährdeten Fahnen gerettet. 1762 war ein Commando in der Belagerten 
Festung Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Haupt-Armee in 
Böhmen 1778 und 1779. 

Im Türkenkriege 
1788 22. April musste ein Detachement bei Beschania vor der feindlichen 
Uebermacht weichen, aber FML. Baron Bechard rückte mit einer Divi- 
sion des Regimentes zur Unterstützung vor, und zwang die Türken 
durch einen herzhaften Bajonnet-Angriff zum Rückzuge, auch wurden 2 be- 
reits verlorene Kanonen wieder erobert, aber der tapfere General durch 
einen Schuss an der Spitze der Division tödtlich verwundet 22, Juli unter- 
stützte eine Compagnie zwischen Semlin und Beschania ein hart bedrängtes 
Pttot von Pellegrini-Infanterie Nr. 49 auf das Tapferste, wodurch dieses ge- 
ward. 1789 standen 2 Bataillone vor Semlin und waren bei der 
jrung von Belgrad. Das 3. Bataillon deckte von 1789 bis 1790 Friaul 



— 167 — 

und die Küste von Aquileja. 1790 war das ganze Regiment bei der Bela- 
gerung von Czettin. 20. Juli beim Sturme, nahm Oberlieutenant Tartier 
mit einer . Compagnie eine Flesche mit dem Bajonnet, mit ausnehmender 
BravouTy fasste daselbst festen Fuss und behauptete sich standhaft. 

Im Kriege gegen die französische Republik stand 1792 ein Bataillon am Rhein; 
1793 zwei Bataillone bei der Belagerung von Fort Louis, und thaten sich diese 
beim Angriffe auf die feindliche Stellung bei Geidersheim 21. November, bei 
Vertheidigung der Stellun^an der Weitbruch und Brumpter Strasse 13. 
December und im Marienthaler Walde sehr hervor 15. December. — Die 
Grenadiere zeichneten sich 18. October im Gefechte bei Offendorf, 26. October 
bei Froberung von Wanzenau, 2. December bei der Position vor dem Fiel- 
hofner Walde sehr aus. — In den Feidztigen 1794 und 1795 war das Re- 
giment in Deutschland, marschirte 1796 nach Italien und waren Abtheilun- 
gen 1797 9. Jänner im Gefechte bei Minerbe. 

Im Feldzuge 

1799 in Italien focht das Regiment im ersten Treffen bei Verona 26. März, wo es 
bei Vertheidigung der Positionen von Pastrengo mitwirkte und grosse Ver- 
luste erlitt, darunter im Ganzen 20 Offiziere — ein Bataillon im zweiten 
Treffen bei Verona 30. März, das Regiment in der Schlacht bei Magnano 
5. April und kam kurz nachher als Besatzung nach Venedig. 

1800 war das Regiment in Italien, im Lager bei Bussolengo unter General Mi- 
trowsky, Ende September kam es nach Süd-Tirol zur Verstärkimg der Trup- 
pen des FML. Vukassovich. 

Im Feldzuge 
1805 bei der Armee des Erzherzogs Carl in Italien hatte das Regiment ruhmvollen 
Antheil an der Schlacht bei Caldiero 30. bis 31. October. Ein Bataillon war bei 
dem glänzenden Bajonnet- Angriff des FML. Baron Simbschen auf die franzö- 
sische Division Molitor, welcher von der Räumung Colognola's und einer 
empfindlichen Niederlage des Feindes gekrönt war. Hauptmann Nowak des 
Regimentes eilte mit seiner Compagnie einer in der Redoute Nr. 10 hart- 
bedrängten Division zu Hilfe, stürzte mit gefülltem Bajonnet dem Feinde in 
den Rtlcken — machte den feindlichen Commandanten auf der Brustwehr 
nieder, tödtete eine grosse Menge Franzosen und zwang den Rest zur Flucht. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment in Tirol bei dem Truppen-Corps des FML. Marquis Cha- 
steler. Oberstlieutenant Graf Leiningen unternahm 21. April eine Recognos- 
eirung am linken Etsch-Ufer imd bemächtigte sich des Ortes Lavis, — gegen 
Abend zwang er den auf der Trienter Heeresstrasse sich ihm entgegenstel- 
lenden Feind zum eiligen Rückzuge nach Gardola, und zur Räumung 
Trients, wo Oberstlieutenant Leiningen 22. Apiil ohne Widerstand einrückte. 
Im Gefechte bei Volano 24. April stürzte sich FML. Chasteler an der Spitze 
eines Bataillons auf den Feind und warf ihn aus dem Dorfe. 9. Juni ver- 
einigten sich lYj Bataillone unter FML. Chasteler bei Gonobitz mit 
dem 9. Armee-Corps des FML. Grafen Gyulai. Ein Bataillon stand unter 



— 168 — 

General Boul zur Yertheidigung des Innthales. ObersÜieutenant Graf Leu 
ningen war mit seinem Bataillon in Tirol zurückgeblieben, überfiel 3. Juni 
Bassano, machte mehrere glückliche Streifzüge, und bei dem Angriffe der 
Franzosen auf Trient 6. Juni zog sich Leiningen in das dortige Schloss, wo 
er sich behauptete. Bei dem Anrücken der Tiroler Vertheidiger 9. Juni 
machte der Oberstlieutenant einen glücklichen Ausfall und zwang mit diesen 
vereint die Franzosen zum Rückzuge über Roveredo nach Ala. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich 
und machte die Vorrückung gegen Italien mit. 

Im Feldzuge 

1814 war es vertheilt: ein Bataillon bei der operirenden Armee, in der Division 
Sommariva ein Bataillon bei der Blocade von Mantua, und das Landwehr- 
Bataillon vor Palmanuova und Osoppo. — 10. März schlug der Regiments- 
Commandant Oberst Kurz mit dem Regimente, unterstützt durch 3 andere 
Bataillone und Husaren-Abtheilungen, einen Ausfall des französischen Ge- 
nerals Palombini mit 2000 Mann aus Peschiera glänzend bis unter die 
Kanonen jener Festung zurück. 

1815 war das Regiment bei der Armee von Ober-Italien eingetheilt. 
In der Kriegs-Epoche 

1848 und 1849 war dasselbe zum Schutze Nord-Tirols in Innsbruck und dem 
grossem Ortschaften des Unter-Innthals vertheilt, im Winter 1849 kam es 
nach Oberösterreich. Während des Feldzuges 

1859 gegen die Franco-Sarden, war das Regiment in dem im Küstenlande auf- 
gestellten X. Armee-Corps eingetheilt und kam nicht vor den Feind. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im IV. Armee-Corps der Nord- Armee 
eingetheilt und focht 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment im Gefechte bei Klyucs 6. — 8. September mit einem 
Gesammtverluste an Todten, Verwundeten und Vermissten von 88 -Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnimgen und besondere Denkwflrdigkeiten. 

1760 In der Belagerung von Dresden hatten sich die Majore D'Armant und Perelli, 
Hauptmann Mahlem und Oberlieutenant Quadri. ausgezeichnet. 

1760 Oberst Graf Franz Xaver Harrach wurde für sein ausgezeichnetes Betragen 
bei Torgau in der Promotion 22. December MTO.-R, 

1762 In der Belagerung von Schweidnitz 1762 thaten sich die HaupÜeute Honin 
und Verdon hervor. 

1788 22. April die Hauptleute Graf Schiaffinati und Bouchot bei Beschania sich 

ichnet. 

lann Graf Plunket wird bei der Belagerung von Belgrad angerühmt 
utenant Bartholomäus Tartier wurde wegen Auszeichnung bei Czettin 



— 169 - 

Im Feldzuge 

1793 wurden wegen Auszeichnung in den verschiedenen Berichten belobt: bei 
Fort Louis und bei Qeidersheim : Oberst Graf Johann Alcaini und dessen 
Adjutant Lieutenant Zuchary — bei OfFendorf und Wanzenau Grenadier- 
Bataillons-Commandant Oberstlieutenant Kell; bei Vertheidigung der Posten 
an der Brumpter Strasse : Major Avemann, die Hauptleute Tonüianovich und 
Riess, die Lieutenants Geilberg (verwundet), Dessomains und Zimeja, — bei 
den Vorpostengefechten im Marienthaler Walde : die Hauptleute Carreras 
(blessirt und f) und Vandoni, Oberlieutenant Pauk, die Lieutenants O'Reilly, 
Resch, D'Alton, Zuchary, Zimeren, Geilberg, Dessomains (blessirt und f, 
die Fähnrich, Avemann, Miari, Frangipani und Schuller. Bei Vertheidigung 
der Posten im Elsass : Lieutenant Resch, und ausserdem hier sowie bei Fort 
Louis imd allen den genannten Affairen: Major Graf Schiaffinati. 

1797 im Gefechte bei Minerbe Fähnrich Graf Chalier sich ausgezeichnet. 

1805 30. October Hauptmann Josef Nowak wurde flir sein ausgezeichnetes Ver- 
halten bei Caldiero, obgleich einer der jüngsten seiner Charge, vom Genera- 
lissimus Erzherzog zum Major befördert und 1806 MTO.-R. 

1809 Oberstlieutenant Christian Graf Leiningen- Westerburg wurde für seine kühnen 
und erfolgreichen Streifzüge in Tirol und ausgezeichneten Waffenthaten im 
Feldzuge 1809 mit Armee-Befehl ddto. 25. August MTO.-R. 

1814 Bei Peschiera 10. März Oberst Andreas Kurz sehr angerühmt. 

1817 erhielt dieses bisherige kärntnerische Regiment statt dem Werbbezirke 
Klagenfurt jenen von Udine zugewiesen und wurde venetianisch. 
Für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche 

1848 und 1849^ MVK. Oberstlieutenant Moriz Freiherr Sebottendorf von der Rose. 
Für Auszeichnung im Feldzuge 

1866 MVK. Oberstlieutenant Josef Scudier, Hauptmann Gnad, Oberlieutenant 
Baron Karg-Bebenburg. 

1866 wurde es ungarisch und erhielt schwarze Egalisirung statt der bisherigen pa- 
pageigrünen und 1868 die dunkelblauen Waffenröcke statt der bisherigen 
weissen. 
Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 MVK. Oberstlieutenant Alois Seemann, Major Richard Schwingenschlögel, 
die Hauptleute Julius Baumholzer, Johann Kohut, Oberlieutenant Ljubomir 
niic, die Lieutenants Johann Chwatal, Aurel Sprung. Die Allerhöchste Be- 
lobung Oberlieutenant Adalbert Ritter von Widmann. Die Mannschaft er- 
hielt fUr die Gefechte bei Beletschewo am 24. August und bei Kljucs 6. 
und 8. September 3 silberne Tapferkeits-Medaillen I. und 13 II. Classe. 
14 Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1757 Major Graf Wurmbrand-Stuppach f in der Schlacht bei Kolin. 
1799 5. April Major Klein an seiner bei Magnano erhaltenen schweren Verwun- 
dung f. 



Steierisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 27< 

(1866.) 

LEOPOLD II. KÖNIG DER BELGIER. 

Dunkelblaue Waffenröcke, kaisergelbe Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Graz. 



Inhaber. 



1682 errichtet mit Patent Kaiser Leo- 
pold I. de dato Wien 3. Februar 
zu zehn Compagnien aus in 
Deutschland geworbener Mann- 
schaft von dem Inhaber 

1682 FZM. Octavio Graf Nigrelli. 

1703 FM. Johann Hieronymus Frei- 
herr von Zum- Jungen f 1732. 

1732 FM. Max Prinz Hessbn-Cassel f 
8. Mai 1763. 

1753 FM. Christof Prinz Baden-Dürlach 
t 18. September 1789. 

1791 FML. Leopold Graf Strasoldo 
t 1809. 



1809 



1826 



1841 



1853 



1862 



1865 



FZM. Johann Gabriel MLarqos 

Chastbler MTO.-C. t 7. Mai 

1825. 

FML. Jacob Ritter von Luxem 

t 1840. 

FML. Ludwig Freiherr Piket de 

BmAiN (war von 1853 an zweiter 

Inhaber) f 1862. 

Leopold I. König der Belgier f 

10. December 1865. 

{Zweiter Inhaber. 
FML. Adoli Freiherr Schiller 
von Herdern f zu Wien 1874.) 
Leopold IL, König der Belgier. 



1701 



Mitgemachte Feldzflge und wichtigere 

Von seinem ersten Aufstellungs-Platz Rheinfelden rückte das Regiment im 
Herbste 1683 zur Armee des Herzogs Carl Lothringen nach Ungarn, war 
1684 und 1685 in der Zips imd in Ober-Ungarn, 1686 bei der Belagerung 
und Eroberung von Ofen, 1687 12. August in der Schlacht bei Mohaez, 
1688 bei der Erstürmung von Belgrad. 1689 bis 1696 wieder in Ober-Ungarn 
und 1697 11. September in der Schlacht bei Zenta. 

Im n Successionskriege war das Regiment 

^ im Treffen bei Chiari, wo es vier französische Fahnen eroberte, 

uar waren Freiwillige desselben beim Ueberfalle auf Cremona; 



— 171 - 

— als Bedeckung eines grossen Munitions- und Proviant-Transportes wurde 
das Regiment bei Brescello angegriffen, warf aber den Feind zurück und 
nahm ihm vier Kanonen ab. 15. August war es in der Schlacht bei Luzara, 
1703 in Tirol und vertheidigte tapfer das Bergschloss Arco und den Pass 
Raccazano. 1705 war das Eegiment in der Schlacht bei Cassano, 1706 
7. September beim Entsätze von Turin, 1707 bei der Unternehmung auf 
Toulon und der Eroberung von Susa, kam im selben Jahre zur Armee des 
FM. Grafen Dann nach Neapel, war 1719 unter seinem Inhaber FZM. Zum- 
Jungen in Sicilien bei der Belagerung von Melazzo und 19. Juni in der 
Schlacht bei Francavilla. 

Das Leib-Bataillon und die Grenadier-Compagnie waren 
1732 im Feldzuge in Corsica, beim Entsätze von Bastia 9. bis 10. August, wo 
ersteres das dortige Franziskaner-Elloster erstürmte, 14. August nahm es den 
Ort Furiani mit beträchtlichen Magazinen, bestand ferner 21. December bei 
Pelegrino und 1733 23. Jänner bei B%aglia ein Gefecht. 

Im Bhein-Feldzuge 
1734 und 1735 stand das Eegiment im Corps seines Inhabers, des FM. Prinzen 
Hessen-Cassel im Schwarzwalde. 

Im Türkenkriege war es 
1737 bei der Eroberung — und der später erfolgten Capitulation von Nissa, 1738 
4. Juli im Treffen bei Komia und 15. Juli in jenem bei Mehadia, 1739 
23. Juli in der Schlacht bei Krotzka. 

Im österreichischen Erbfolgekriege 
1741 10. April in der Schlacht bei Mollwitz 1742 17. Mai in jener bei Chotusitz, 
sodann bei der Belagerung von Prag, 1744 im Feldzuge am Rhein und in 
Böhmen, 1745 bei dem siegreichen Zug des FZM. Baron Thüngen in der 
Oberpfalz im Jänner; — 4. Juni in der Schlacht bei Hohenfriedberg, wo 
es als Arrifere- Garde den Rückzug deckte und am selben Abende bei Gün- 
tersdorf und Hausdorf Gefechte bestand, 30. April in der Schlacht bei 
Trautenau, kam sodann nach Gratz in Friedensquartiere. 

Im siebenjährigen Ejiege 
1736 13. September im Gefechte bei Aussig, 1. October in der Schlacht bei Lo- 
bositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag; 22. November in der bei Breslau 
und 5. December bei Leuthen (wo es einen Gesammtverlust von 30 Of5&zieren 
und 900 Mann erlitt) — ein Detachement bei der Besatzung in Breslau 
gerieth 19. December bei der dortigen Capitulation in Kriegsgefangenschaft. 
1758 14. October in der Schlacht bei Hochkirch, 1759 20. November im 
Treffen bei Maxen, 1760 in der Belagerung von Dresden, 3. November 
focht 68 bei Torgau mit ziemlichem Verluste, 1761 1. October zeichnete sich 
das dritte Bataillon bei der Eroberung von Schweidnitz und dem Sturme 
auf das Galgenfort aus, 1762 vertheidigte das Leib-Bataillon 21. Juli im 
Gefechte bei Purkersdorf sehr tapfer die dortigen Verschanzungen, und 
während der Belagerung von Schweidnitz that sich das dritte Bataillon in 
mehreren Ausfallsgefechten besonders 4. und 18. August sehr hervor. 



— 172 — 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 bei der Haupt-Armee in Böhmen. 

Im Tüi-kenkriege war dasselbe 
1788 im Lager bei Lasmare, wo es wiederholte Angriffe der Türken bestand, — 
20. September war es beim Rückzuge von Karansebes ; 1789 im Treffen bei 
Mehadia und Ende October bis Ende April 1790 bei der Belagerung von 
Neu-Orsowa an der Czerna. Unter den schwierigsten Umständen, in strengster 
Winterkälte stand das Regiment auf dem Berge Albion während der ganzen 
Biokade in Erdhütten und trug durch seine standhafte Ausdauer und 
Thätigkeit viel zur Eroberung dieses Platzes bei. Das dritte Bataillon stand 
indessen in Croatien imd kam im Juni 1790 zur Belagerung von Czettin« 
Im Kriege g^en die französische Republik waren das Leib-Bataillon und 
die Grenadiere 

1793 bei der Ober-Rhein- Armee des G. d. Cav. Grafen Wurmser, die dritte Divi- 
sion bestand 15- Mai bei Hüningen ein Gefecht, wo sie zwei Schiffe nahm 
und mehrere Gefangene machte. Die Grenadiere waren 18. October im 
Gefechte bei Offendorf, und zeichneten sich beim Sturme auf die Verschan- 
zungen von Wanzenau 26. October besonders aus. 1794 waren 28. Mai die 
Grenadiere im Gefechte bei Schweigenheim; — das Leib-Bataillon im Gefechte 
bei Heuberg 17. September und im Treffen bei. Kaiserslautern 20. September. 
— Im November kamen diese beiden Regiments-Abtheilungen nach Mainz, 

16. November zerstörten die Grenadiere die Schanzen auf der Oggenheimer 
Strasse, 1. December stürmte das Leib-Bataillon mehrmals die Zafalbacher 
Schanzen. — Das Oberst- und das dritte Bataillon waren seit Jänner 1794 bei 
der Armee in Italien, und bestanden im September Gefechte bei Carcare^ 
Milesimo, Cossare und Dego. 

Im Feldzuge 
1795 waren das Leib-Bataillon und die Grenadiere 13. October bei der Erstürmung 
von Kostheim, 29. October bei Erstürmung der französischen Linien vor 
Mainz und der Einnahme von Höchstheim, und zeichnete sich Ersteres 

17. December in den Gefechten bei Waltersheim und Bacharach aus. — 
Das zweite imd dritte Bataillon thaten sich bei Eroberung der Posten Sette 
Pani, den sie mit Sturm nahmen, bei San Giacomo und Madonna del Monte 
in der Nacht vom 23. bis 24. Juni sehr hervor. — 23. November in der Stellung 
in der Riviera bei Monte Lingo wurden dieselben bei dem allgemeinen An- 
griffe des französischen Generals Massena nach einer beinahe fünfstündigen 
hartnäckigen Gegenwehr gegen dreifache Uebermacht theils aufgerieben, 
theils gefangen; 1796 vertheidigte das Leib-Bataillon 48 Stunden den Lahn- 
übergang bei Runkel als Arri^re-Garde Anfangs Juli und deckte sehr tapfer 
den Rückzug des Corps des FML. Elray, war 29. September bei dem An- 
griffe und der Einnahme von Neuwied, 1797 18. April im Gefechte bei 
Altenkirchen und die Grenadiere 2. April bei Friesach; das reoi^aniairte 
zweite und dritte Bataillon fochten 1796 bei Tombio, Codognia und beim 
Adda-Uebergange bei Lodi 10. Mai. — Das zweite Bataillon 30. Mai ver> 



- 173 - 

theidigte bei Borghetto mehrere Stunden den Etsch-Uebergang gegen die 
französische Division Gardanne, und hatte Strassenkämpfe bei Valeggio und 
Caatehiuovo, — 29. Juli im Gefechte bei Rivoli erstürmten 160 Freiwillige 
des Regimentes die dortigen Höhen, das dritte Bataillon focht in der Schlacht 
bei Castiglione 5. August mit grossem Verluste, beide Bataillone kamen als 
Besatzung nach Mantua, wo sie an der ruhmvollen Vertheidigung thätigen 
Antheil hatten. 

1797 und 1798 wurde bei der Besitznahme der neuerworbenen Landestheile von 
Dalmatien das Regiment verwendet, — die beiden ersten Bataillone kamen 
im September 1799 zur Belagerung von Ancona, wo sie nach der Capitulation 
in Besatzung blieben bis Mai 1800. Das Regiment kam nun in die Riviera 
di Genova, 4. Mai hatten die Grenadiere den Monte St. Giacomo bei Carcare 
erstürmt, 6. Mai den Col di Tenda erobert. 14. Juni fochten sie in der 
Schlacht bei Marengo. — Die beiden Feld-Bataillons bestanden 28. und 29. 
Mai ein Gefecht bei Ghivasso gegen die Truppen des Generals Lannes 
21. December beim Rückzuge der Armee that sich das erste Bataillon im 
Gefechte bei Olivetto, — das zweite Bataillon in der Schlacht am Mincio 
bei der Vertheidigung des Fluss-Ueberganges bei Pozzolo hervor. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Armee des Erzherzogs Carl in Italien, es kamen 
aber nur die Grenadiere in die feindliche Action, so in der Schlacht bei 
Caldiero 30. October bei Vertheidigung der Höhen von Colognola, — 2. No- 
vember im Gefechte bei Vicenza, 4. November in jenem an der Brenta. 

Im Feldzugo 
1809 war das Regiment in der Brigade des GM. Grafen Hieronymus CoUoredo 
des Vni. Armee-Corps der Armee in Italien eingetheilt und focht mit Aus- 
zeichnung 16. April in der Schlacht bei Sacile, wo es sehr bedeutende Ver- 
luste erlitt (6 todte, 12 verwundete Offiziere, — und bei 900 Mann todt, 
verwundet oder vermisst). — 28. und 29. April war es im Treffen und den 
Gefechten bei Soave und Villanuova, und der Vertheidigung des Dorfes 
Costegiola, — 30. April im Gefechte bei Monteggio Minore und Monte 
Bastia das dritte Bataillon, — das Regiment 8. Mai in der Schlacht an der 
Piave mit grossen Verlusten. 11. Mai die Grenadiere im ArriÄre-Garde- 
gefecht bei San Daniele, das Regiment 12. Mai bei Venzone, 17. Mai in 
der Stellung bei Tarvis, 14. Juni mit besonderer Auszeichnung in der Schlacht 
bei Raab, wo drei Compagnien sich bei Vertheidigung des Meierhofes Eiss 
Megyer auszeichneten, aber das Regiment wieder einen Gesammtverlust von 
nahe 800 Mann, darunter 20 Offiziere erlitt. 23. Jimi rückte das Regiment nach 
Pressburg und wurde zur Vertheidigung des dortigen Brückenkopfes bestimmt. 
30. Juni hatte die dritte Division ein heftiges Gefecht mit dem angreifenden 
Feinde bestanden, 8. Juli bei Tagesanbruch wurde die zweite Division 
heftig angegriffen, schlug aber die Franzosen mit empfindlichem Verluste 
zurück; 11. Juli beim Verlassen des Brückenkopfes hatte Major Gries in den 
Verschanzungen der alten Aue noch einen heftigen Kampf mit dem Feinde 



— 174 — 

zu bestehen, und nur dem muthvollen Ausharren dieses Stabs- Offiziers und 
seiner Abtheilung gelang es, den Feind zu werfen, und über die Donau nach 
Pressburg zu übersetzen. — Die Depot-Division war bei der Vertheidigung 
des Gratzer Schlossberges. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Jnner-Oesterreich. 
Das erste und zweite Bataillon 30. und 31. August im Gefechte bei Krain- 
burg, 1. September die 11. und 12. Compagnie im Gefechte am Unter! oibl, 
6. September die beiden ersten Bataillone in jenem bei Feistritz, das dritte 
Bataillon 8. September bei Tersain, 25. September beim Angriffe auf die 
Schanzen bei Tschemutz. Die beiden ersten Bataillone in den Gefechten bei 
Weissenfeis 12. October, bei Flietsch 12. October und schon früher bei St. 
Johann, welcher Ort nach einem vierstündigen Kampfe 19. September ge- 
nommen wurde. Einzelne Abtheilungen, als neunte Compagnie, erste und dritte 
Division, im Gefechte bei Rosciak 21. October und bei dem Ueberfalle im 

■ 

Loch di Zerschotta 22. October das Regiment 23. October im Gefechte bei 
Talmino, — im Treffen bei Villanuova 13. November, im Gefechte bei San 
Giacomo 18. November. Die erste Division unter Hauptmann Deschmajer 
nahm am 19. November die Casa Musello. 

Im Feldzuge 

1814 7. Februar im Vorpostengefechte am Mincio kämpfte das Regiment am 
8. Februar in der Schlacht bei Pozzolo und Valeggio, — das Landwehr- 
Bataillon war bei der Blokade von Palmanuova. 

Im Feldzuge 

1815 war das Regiment im Corps des FML. Baron Bianchi gegen den Exkönig 
Murat von Neapel, bestand 12. April eine Recognoscirung bei Ochiobello, 
focht mit besonderer Auszeichnung 3. Mai in der Schlacht bei Tolentino, wo 
es en Front mit klingendem Spiele der 8000 Mann starken neapolitanischen 
Reserve, in zwei Treffen formirt, entgegenrückte und sie zurückwarf. Nur 
sechs Plänklerzüge machten vom Feuergewehre Gebrauch, das übrige Re- 
giment bediente sich des Bajonnetes. Es kam sodann nach Süd-Frankreich 
und besetzte Avignon. 

1821 bis 1823 war es bei der Occupations-Armee im Neapolitanischen, 1831 an- 
lässlich der dortigen Unruhen bei der Besetzung von Bologna, Ancona, 
Ferrara, später Modena. 

Im Feldzuge 
1848 in Italien war 11. April das erste Bataillon im Gefechte bei Castelnuovo, 
30. April in jenem bei Pastrengo, wo es starke Verluste erlitt; 10. Juni das 
Regiment bei der Einnahme von Vicenza. — Das zweite Bataillon 21. Juli 
bei der Recognoscirung gegen Castellare, zwei Compagnien erstürmten Ca- 
stelleto di Cavalli 25. Juli. — Die erste Division erstürmte 3. August den 
Ort Fossearmata. — Das dritte Bataillon und die dritte Landwehr-Division 
kamen Anfangs August an die steierisch-ungarische Grenze, und bestanden 
8. November bei Friedau ein Gefecht gegen die ungarischen Insurgenten 
unter Perczel, — die siebente Division unter Hauptmann Saffran bei Lettenye. 



— 175 - 

Im Feldzuge 
1 849 war das Regiment als Besatzung im Castell in Mailand, und kam Ende Juli 
zur Belagerung von Venedig, wo es die Strecke von Fusina bis Chioggia 
als Vorpostenstellung zugewiesen erhielt. — Das dritte Bataillon im Corps 
des FZM. Grafen Nugent bei Essegg 13. Februar imd der Einnahme der 
dortigen Festung, sodann unter Oberst Mamula bei der Cemirung von 
Peterwardein und während dieser in den Gefechten bei Futak 24. Februar 
und bei Kamenitz 29. März und 23. Mai — Wegen der crassirenden Cholera 
kamen das dritte Bataillon und die dritte Landwehr-Division von Peter, 
wardein zur Süd- Armee des Banus FZM. Baron Jellaäc und fochten 11. und 
12. Juni beim Sturme auf Neusatz, 25. Juni im Gefechte bei O'Becse und 
14. Juli in der Schlacht bei Hegyes. Ein 1849 errichtetes viertes Bataillon 
bestand im Streif-Corps des Major von Dondorf 21. Juli ein Gefecht bei 
Sarvar und kam zur Cemirung von Komom. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden focht das Regiment mit vorzüglicher Auszeichnung 
in der Schlacht bei Magenta 4. Juni. Von vier Divisionen des ersten und 
zweiten Bataillons wurde mit beispielloser Tollkühnheit der Eisenbahndamm 
bei Magenta angegriffen, mit unwiderstehlicher Kraft erstürmt, und die ge- 
wonnene Stellung durch lange Zeit gegen die heftigsten Angriffe eines weit 
überlegenen Feindes behauptet. — Im Laufe des Gefechtes ergi-iff der 
heldenmüthige Oberst Herzog Wilhelm von Württemberg die Fahne des 
ersten Bataillons aus der Hand ihres schwer getroffenen Führers und sprengte 
seinem Regimente voran — Fahne und Oberst schwebten im Handgemenge 
in höchster Gefahr, wurden aber von den herbeieilenden Ihren mit Kolben- 
schlftgen und Bajonnet- Angriff gerettet. — Gleichzeitig wetteiferte das dritte 
Bataillon mit diesen Abtheilungen im Kampfe bei Ponte di Magenta an 
Tapferkeit, und besonders die siebente Division hatte sich hervorgethan, 
aber alle' ihre Offiziere verloren. — Das Regiment hatte in Allem an 400 
Mann verloren. Mit gleichem Ruhme focht das Regiment 24. Juni in der 
Schlacht bei Solferino, wo Hauptmann Sabatowicz mit der sechsten Division 
zwei verlorne Geschütze wieder eroberte, und die erste und achte Division 
«)wie das Grenadier-Bataillon im Kampfe um die Häusergruppe von Casa- 
nuova sich mit Ruhm bedeckten ; auch hier hatte das Regiment über 500 Mann 
an Todten, Verwundeten und Vermissten verloren, unter all diesen 29 Offiziere. 

Im Feldzuge 
1864 gegen die Dänen in Schleswig-Holstein that sich im Treffen bei Oeversee 
6. Februar das Regiment hervor, und warf den linken Fltlgel des Feindes 
zurück, auch hier betrug der Gesammtverlust desselben gegen 400 Mann, 
darunter 4 todte und 16 verwundete Offiziere. Das Regiment machte die 
weitere Vorrückung gegen Jütland mit, und war bei der Cemirung der 
Festung Friedericia. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im zweiten Armee-Corps der Nord- Armee, 



— 176 - 

am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz, wo es den Ort Loehenitz rer- 
theidigte, und focht 22. Juli im Treffen bei Blumenau mit altbewährter 
Tapferkeit gegen eine fünffache Uebermacht. 

Im bosnischen Occupationsfeldzuge 
1878 focht das Reserve-Regiment mit grosser Tapferkeit 4. und 6. August bei 
Kosna und Maglaj; — 16. bis 21. August in den' Kämpfen bei Stolac, und 
Id. August bei Pasischau. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwflrdigkeiten. 

1701 Grenadier-Hauptmann Gerardin zeichnete sich im Feldzuge als geschickter 
Streif-Corps-Führer aus, zerstörte dem Feinde mehrere Proviant-Wägen, und 
erbeutete 150 Stück Vieh bei Pizzighetone 16. December. 

1737 Hauptmann Mayern und Volontair Buttler zeichneten sich Ei-sterer bei Nissa, 
Letzterer nach der Schlacht bei Krotzka 1739 durch Ueberbringung wichtiger 
Nachrichten unter schwierigen Umständen sehr vortheilhaft aus. 

1761 Bei der Eroberung von Schweidnitz hatte sich Major Josef Baron Mittrowsky 
ausgezeichnet, beim Sturme auf das Jauernicker Fort. 

1762 In der Belagerung von Schweidnitz thaten sich bei den Ausfallsgefechten vom 
4. August Major Lochgau und in jenem vom 18. August Lieutenant Vallee 
sehr hervor; dieser blieb todt. 

1788 Bei Vertheidigung des Blockhauses von Lasmare zeichneten sich Oberlieutenant 
Safran und Fähnrich Collin sehr aus, und wurden vom Kaiser Josef H. beide 
sogleich in die nächsthöheren Chargen befördert. 

1790 Regiments-Commandant Oberst Graf Carl Auersperg wurde mit der Nachricht 
der Uebergabe Neu-Orsowa's nach Wien abgeschickt, für seine umsichtige 
Leitung und persönliche Tapferkeit während der Blokade im April ausser 
Capitel MTO.-R. — jeder bei derselben anwesende Offizier erhielt eine 
monatliche Gratisgage und jeder Mann einen Dukaten als Geschenk. Ueber- 
diess wurde dem ganzen Eegimente die Allerhöchste Zufriedenheit Sr. Majestät 
bekannt gegeben, Major Clauwetz und Hauptmann Culoz für besondere Aus- 
zeichnung in die nächsthöheren Chargen aussertourlich befördert. Die Mann- 
schaft erhielt 2 goldene und 4 silberne, erst kürzlich gestiftete Tapferkeits- 
Medaillen. 

1793 Bei Eroberung von Wanzenau hatten sich Grenadier-Bataillons-Commandant 
Oberstlieutenant Otto von Zschock und Grenadier-Oberlieutenant Spiller sehr 
ausgezeichnet. 

1794 Major Chevalier Cruise that sich bei Eroberung der Zahlbacher Schanzen 
hervor. 1. December 

1795 Fähnrich Chevalier Cruise zeichnete sich bei Mainz aus. 

1799 Major Chevalier Cruise bei der Belagerung von Ancona angerühmt. 
1809 Im Gefechte bei Monte Bastia 30. April zeichnete sich Oberlieutenant Wanka 
sehr aus, indem er 7 französische Offiziere und 81 Mann gefangen nahm. 



— 177 — 

1809 die 13. und 14. Compagnie hatte unter dem tapfern Hauptmann Ende am 
Abende des 30. April das Castell Ilassi gestürmt, musste aber der Ueber- 
macht zuletzt weichen, von der französischen Brigade Bonfanti heftig verfolgt. 
Bei Raab erhielt ein Corporal die goldene, ein Feldwebel die silberne Medaille. 

1809 16. Juni wurde aus dem nach den grossen Verlusten übriggebliebenen Reste 
des Regimentes ein Bataillon formirt und zwar aus jedem Bataillon eine 
Division; der ganze Stand betrug 1 Oberst, 2 Stabs-, 30 Oberoffiziere und 
803 Mann inclusive der Chargen. 

1809 im Juli bei Vertheidigung des Brückenkopfes bei Pressburg thaten sich Major 
Franz Qxies und Hauptmann Ende sehr hervor — Erstererwurde 1810 MTO.-R. 

1813 Oberlieutenant Haymann machte im Gefechte bei Krainburg bei Verfolgung 
der feindlichen Nachhut 31. August 4 Offiziere und 120 Mann mit der halben 
vierten Compagnie gefangen. 

1813 6. September bei Feistritz wurden Major Franz öries, Oberlieutenant Carl 
von Culoz und noch 6 Offiziere sehr belobt. 

Hauptmann Kopfinger hatte mit vieler Umsicht vom 8. bis 24. October eine 
Streiftmg unternommen. 

1813 18. und 19. November im Gefechte bei San Giacomo und Casa Musello 
wurden in der Relation : Oberst Baron Johann Paumgarten, Oberstlieutenant 
Josef Baron Rechbach und Capitänlieutenant Deschmayer sehr angerühmt. 

1813 und 1814 in den Feldzügen hatte die Mannschaft 3 goldene und 8 silberne 
Medaillen erworben. 

1815 3. Mai für Auszeichnung in der Schlacht bei Tolentino: 

OLO.-R. Regiments-Conunandant Oberst Johann Baron Paumgarten. Der Corps- 
Commandant FML. Baron Bianchi erwähnt in seiner Schlacht-Relation das 
Regiment mit den Worten: „Es hat sich mit Ruhm bedeckt." 
Die Mannschaft erhielt 1 goldene und 2 silberne Medaillen. 

1848 Für Pastrengo wurde Major Graf Georg Festetics, 3 Offiziere und ein Feld- 
webel mit Inhabers-Befehl sehr belobt. 1 Feldwebel erhielt die goldene, 
6 Mann die grosse imd 5 Mann die kleine silberne Medaille. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen in Italien und Ungarn: 
OEKO.-R. 3. die Hauptleute Josef Saflfran, Eduard Gasteiger Edler von Ra- 
benstein und Kobach, Anton Leiner und Anton Eletzl von Mannen. 
MVE. Hauptmann Leitl, die Oberlieutenants Buch und Oehl. 

1849 Ausser der bereits angegebenen, bei Pastrengo decorirten Mannschaft er- 
hielten noch in diesen beiden Feldzügen: ein Feldwebel die goldene, 11 
Mann die grosse und 8 Mann die kleine silberne Medaille. — Für Aus- 
zeichnung bei der Erstürmung von Neusatz 11. imd 12. Juni wurden 4 Feld- 
webel zu Offizieren befördert. 

1859 4. Juni für Auszeichnung in der Schlacht von Magenta: 

OEKO.-R. 2. Regiments-Commandant Herzog Wilhelm von Württemberg, 
Oberst. OEKO.-R. 3. Major Markus Gasteiger Edler von Rabenstein, Hauptmann 
Ludwig von Pinter. MVK. die Majore Carl Walter, Norbert Freiherr von 



— 178 — 

Haugwitz und Avelin von Mroczkowski, die Hauptleute Huff, Entner, Edler 
von Sabatowicz, Tomic, Heydt, Stöcklegger, die Oberlieutenants: Hoffmann, 
Soukup, Rumpold, Ritter von Haydegg, Trescher und Andreoli; — die 
Lieutenants: Albert Graf Stemberg, von Markmann-Lichtabell, Diemer, von 
Vattemaux und Tuskau und 10 Ofifiziere die Allerhöchste Belobung. Der 
im Generalstabs-Dienste dem flinften Armee-Corps zugetheilte Oberlieutenant 
Ludwig von Castella erhielt für seine thätige Verwendung im Treffen bei 
Montebello 20. Mai MVK. 

1859 24. Juni für Auszeichnung bei Solferino : OEKO.-R. 3. Major Norbert Frei- 
herr von Haugwitz, die Hauptleute Josel Edler von Sabatowicz und Josef 
Brunna, die Oberlieutenants Carl Trescher und Wilhelm Racher. MVBL 
Hauptmann Fux, die Lieutenants Baron Schluga, von Haidegg und David 
und 12 Offiziere die All erhöchste Belobung. 

1860 Mit Allerhöchstem Armeebefehl dto. Wien 21. Mai, dmxsh das Nachtrags. 
Capitel zuerkannt, wurde Regiments-Commandant Oberst Wilhelm Herzog 
von Württemberg MTO.-R. — Die Mannschaft hatte für Magenta und Solferino 
6 goldene, 47 grosse und 77 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen, sowie 93 
Belobungen erhalten. — Nachträglich das MVE. Hauptmann Richard Schluet 
Edler von Schluetenberg, die Oberlieutenants Klobus, von Zimanyi, Greiner, 
Acham, Pfleger. 

1864 für Auszeichnung im Feldzuge in Schleswig-Holstein (Oeversee): 

OLO.-C. der mittlerweile zum GM. avancirte Oberst Herzog Wilhelm von 
Württemberg. MVK. Major Dominik Eder, die Oberlieutenants Guggenberger 
und Bancalari, Lieutenant Niklas. ÖLO.-R. Oberstlieutenant Norbert Frei- 
herr von Haugwitz. OEKO.-R. 3. Oberst Regiments-Commandant Johann 
lUeschütz, Major Ernst Entner, die Hauptleute Richard Schluet Edler von 
Schluetenberg, Ludwig von Castella, die Oberlieutenants Gustav von Haidegg 
und Regiments- Adjutant Josef Guggenberger. MVK. die Hauptleute Schlitter 
V. Niedemberg, Hochhauser, die Oberlieutenants Liebe Edler von ELautzer, 
Albert Graf St. Julien- Waldsee, die Lieutenants Höpler, Baumann, Schwarz, 
Ivanossic, v. Küstenfeld und Hauptmann Gottfried. 

1866 3. Juli bei Königgrätz Lieutenant Michael Tichy OEKO.-R. 3.*fiir Rettung 
einer Fahne. Seit 

1868 hat es seine gegenwärtige Adjustirung, — bis dahin weisse Röcke ge- 
tragen, die kaisergelben Aufschläge und gelben Knöpfe datiren von 1767. 

1878 OEKO.-R. 2. Oberst Brigadier Eugen Edler von Klimburg. OEKO.-R. 3. Die 
Hauptleute Josef von Almstein, Ernst Schüssler und der vor dem Feinde ge- 
bliebene Oberlieutenant Victor Wagner. MVK. die Hauptleute Albert Bom- 
müller, Victor Edler von Axter, Otto Reising v. Reisinger, Alois Czemokorsky, 
Heinrich Juris, die Oberlieutenants Vincenz Graf Baillet Latour, Emil 
Ivanossich v. Küstenfeld, Moriz Gherardini, Heinrich Fischer, beide in der 
Reserve und Alois Hilmer. Lieutenant Franz Weinberger f vor dem Feinde. 
Die Allerhöchste Belobung: Major Emil König Friedrich Vorhauser, die 
Hauptleute Constantin Rauschke, Carl Homung, Emanuel Edler von Kille, 



— 179 - 

Jiistus Knorz, die Oberlieutenants Albert Schüssler (dem Generalstabe zu- 
getheilt), Arwed von Kaltenbom, Heinrich Voglsanger, Lieutenant Rudolf 
Hayd von und zu Haydegg. Die brave Mannschaft erhielt zahlreiche 
grosse und kleine silberne Tapferkeits - Medaillen, und mehrere Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1739 Regiments-Commandant Oberst Ludwig Prinz Waldeck f in der Schlacht 
bei Krotzka. 23. Juli 

1737 Regiments-Commandant Oberst Ferdinand Schukelsky an seiner schweren 
Verwundung in der Schlacht bei Prag f 6. Mai 

1795 Regiments-Commandant Oberst Johann Woller von WoUersthal an einer bei 
Kaiserslautem erlittenen schweren Verwundung f einige Monate später. 

1859 4« Juni Oberstlieutenant Alois Hoffer f in der Schlacht bei Magenta. 

1864 Major Ernst Entner an den Folgen seiner bei Oeversee erlittenen Verwundung 
zu Schleswig f 25. März. 

1864 Oberst Johann Illeschütz an den Folgen seiner schweren Verwundung 
im Treffen bei Oeversee f zu Berlin 13. Juni. 



12* 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 28. 

(1849). 

FZM. RITTER LUDWIG VON BENEDEK. 

Dunkelblaue Waffenröcke^ grasgrüne Egalisirungy weisse Knopfe, 

Ergänzungsbezirksstation: Praq. 



Inhaber. 



1698 errichtet von 

FZM. später FM. Franz Seba- 
stian Graf Thürhbim f 1726. 

1713 FML. Friedrich Ludwig von der 
Lanken f in der Schlacht bei 
Peterwardein 1716. 

1716 FM. Leopold Philipp Herzog von 
Arembero f 1754. 

1754 GM. Leopold Baron Scherzer 
t 1754. 

1754 FM. Friedrich Graf WiED-RuNKEiL 
MTO.-GK. t 1779. 



1779 



1799 



1815 



1832 



1849 



FZG. Wilhelm Graf Wartenslebex 
MTO.-C. t zu Wien 21. April 1798. 
FML. Michael Freiherr von Fröh- 
lich t 1814. 

FML. Johann Freiherr von 
Kutscher A, Generaladjutant Sr.M. 
des Kaisers f 1832. 
FZM. Theodor Graf Bauxet de 
Latour MTO.-R., Kriegsminister, 
ermordet 6. October ip der Re- 
volution zu Wien 1848. 
FZM. Ludwig Ritter von Benedek 
MTO.-C. 



Feldzüge und wichtigere EriegB-Ereignisse. 

Im spanischen Erbfolgekriege diente das Regiment in Ungarn gegen die 
Rakoczy'schen Insurgenten. 
1705 focht ein Bataillon in der Schlacht bei Schibo, später stand dasselbe mehrere 
Jahre als Besatzung in Ober-Ungarn, kam dann ins Breisgau, wo es 1713 
an der tapfem Vertheidigung von Freiburg ehrenvollen Antheil nahm, ins- 
besondere bei den Ausfallsgefechten 21. September, 7. October und 6. 
November. 

Im Türkenkriege focht es 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein, sodann bei der Belagerung von 
Temesvar, und 1. October beim Sturme auf die grosse Palanka^ 1717 war 



-- 181 — 

es bei der Belagerung und in der Schlacht bei Belgrad. Später kam es in 
die Niederlande, wo es viele Jahre verblieb. 

Im österreichischen Erbfolgekriege focht das Regiment im Corps seines In- 
habers, des FM. Herzogs von Aremberg 
1743 27. März in der Schlacht bei Dettingen, 1745 war es in der Armee des FM. 
Grafen Traun im Feldzuge am Main, 1746 im April überfielen die beiden 
Grenadier-Compagnien den Ort Vilvorden und machten Gefangene und Beute. 
Das Regiment focht 11. October in der Schlacht bei Rocoux, 1747 2. Juli 
in jener bei Lawfeld, und war 1748 bei der Belagerung von Mastricht. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag; und 18. Juni in jener bei Kolin, die 
Grenadiere 7. März im Treffen am Moysberge, wo Hauptmann Pizza mit 
seiner Compagnie eine starkbesetzte feindliche Schanze erstürmte, und 
zweimal verwundet wurde. 22. November focht das Regiment in der Schlacht 
Breslau und kam dahin als Besatzung, wo es aber in Folge der dortigen 
Capitulation 19. December in Kriegsgefangenshaft gerieth. 1758 war ein 
Bataillon bei der Belagerung von Neisse, das bereits ranzionirte Regiment in 
der Schlacht bei Hochkirch 14. October. — 1759 im Trefien bei Maxen, 
21. November erstürmte der tapfere Oberst Baron Gemmingen mit dem Re- 
gimente mehrere vortheilhafte, aber stark besetzte Anhöhen und trug viel zu 
dem glänzenden Erfolge bei. 1760 3. November in der Schlacht bei Torgau 
litt das Regiment viel durch die Attake der preussischen Cürassiere, es hatte 
todt, verwundet oder gefangen 24 Offiziere. 1761 war das Regiment in 
Sachsen, 1762 22. September beim Angriffe der feindlichen Verschanzungen 
bei Pretschendorf. Major Pizza schlug mit seinem Bataillon den Feind aus 
einigen Schanzen zurück, und nach einem längeren und heftigen Kampfe 
mit den verstärkt z^pückkehrenden Preussen bewog er diese, obzwar ver- 
wundet, durch seine heldenmüthige Ausdauer zum endlichen Rückzuge über 
die Weistritz. — 29. September erstürmte 'Hauptmann Fassignies im Ange- 
sichte des Feindes bei Frauenstein, durch die 4 Schuh tiefe Weistritz watend 
eine Verschanzung und errang wesentliche Vortheile; 15. October war das 
Regiment im Treffen bei Freiberg. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das 

1787 bei der Haupt- Armee in Böhmen, — 1779 18. Jänner ein Bataillon bei 
Eroberung des Blockhauses von Habeischwert zur Beobachtung des feind- 
lichen Succurses aus Glatz aufgestellt. 

Im Türkenkriege war 

1788 ein Bataillon als Besatzung in Temesvar, 1789 bei der Belagerung und Ero- 
berung von Belgrad. 

Im Eoiege gegen die französische Republik 
1793 war das Regiment 5. März bei der Verfolgung der Franzosen durch Mastricht, 
18. März in der Schlacht bei Nerwinden, 19. März im Gefechte bei Tirle- 
mont, 24. März in der Schlacht bei Löwen, später bei der Belagerung von 
Valeociennes, wo beim Sturm 25. Juli Hauptmann Thierry mit 100 Frei- 



— 182 - 

willigen bei dem Angriflfe auf das kleine Hornwerk zuerst das Ravelin erstieg 
und sich desselben nebst der davor gelegenen Lünetten bemächtigte. 9 Kano- 
nen wurden erobert und vernagelt, und die Flescbe bis zur Uebergabe der 
Festung behauptet. Das Regiment war ferner bei der Belagerung von 
Le Quesnoy und jener von Maubeuge. 1794 17. April im Qefechte bei 
Cateau, und mehreren Ausfallsgefechten der Besatzung von Maubeuge, 
so bei Douziers 29. Mai. Das 3. Bataillon, welches 3L März bis 23. Juli 
1793 bei der Belagerung von Mainz, blieb bei der Armee in Deutschland. 
1795 war das Regiment bei der Belagerung von Mannheim, ein Bataillon 
im Gefechte bei Frankenthal 12. November. — 1796 17. November nahmen 
2 Bataillone die Stadt Kempten mit Sturm, und thaten sich im Treffen bei 
Issny 20. September hervor; 18. October unterstützte ein Bataillon die Condö- 
sehen Emigranten beim Sturme auf die Posten St. Mergen und St. Peter 
im Schwarzwalde; — in der Schlacht bei Schliengen erstürmte das Regiment 
24. October eine stark besetzte, hartnäckig vertheidigte Anhöhe vor dieser 
Stadt; 2 Bataillone waren bei der Belagerung von Kehl, kamen 1797 nach 
Mainz und im März wurden sie nach Italien beordert. 

Im Feldzuge 

1799 in Italien war das Regiment 26. März im Treffen bei Legnago. Major 
Reinwald führte das 1. Bataillon an der Spitze der 1. Colonne im Sturm- 
schritt gegen den Feind, wurde Anfangs von der Uebermacht geworfen, jedoch 
schnell wieder gesammelt, unternahm der Major einen neuen Angriff, zwang 
den Feind zum Rückzuge und eroberte einige Kanonen ; — 5. April war das 
Regiment im Treffen bei Magnano, im Treffen am Tidone-Bache ; 17. Juni 
unternahmen 10 Compagnien mit russischen Truppen unter General Qortscha- 
kow einen glänzenden Bajonnet- Angriff in die rechte feindliche Flanke. Oberst- 
lieutenant Reinwald vertheidigte während dieses «Treffens mit 3 Compagnien 
als Besatzung tapfer die Citadelle von Piacenza. Das Regiment war femer 
bei der Belagerung der Citadelle von Alessandria und einige Compagnien im 
November im Gefechte auf dem Gebirge bei Novi. 

Im Feldzuge 

1800 war das Regiment bei der Blokade von Genua, 14. Juni in der Schlacht 
bei Marengo, 25. und 26. December in der Schlacht am Mincio und bei Valeggio ; 
— 1801 5. Jänner im Gefechte bei Montebello — 7. Jänner bei Montechio 
Maggiore. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Hauptarmee in Deutschland nächst Ulm, und ge- 
rieth in Folge der dortigen Capitulation vom 17* October zum grOssten Theile 
in Kriegsgefangenschaft. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im 11. Armee-Corps eingetheilt, im April in Baiem, — 
imd focht 21. und 22. Mai in der Schlacht bei Aspern mit hervorragender Tapfer- 
keit, besonders am 2. Schlachttage bei dem grossen Angriffe der schweren 
französischen Reitermassen. In 3 Bataillons-Massen formirt, erwartete der 



— 183 - 

heldenmüthige Oberst Baron Mecserj den imponirenden Angriff der franzö- 
sischen Cürassiere, die er auf 40 Schritte anrücken Hess, doch bei der ersten 
Bewegung der femdlichen Reiter, welche, durch die ruhige Haltung der Ba- 
taillons-Massen in der Meinung, das brave Regiment wolle sich ergeben, 
anhielten, commandirte Oberst Mecsery das verhängnissvoUe Feuer, und Salven 
auf Salven schmetterten ganze Abtheilungen sammt deren Commandanten 
General d'Espagne nieder, — der Rest wandte sich zur Flucht. — Mit 
gleicher Auszeichnung focht das Regiment 5« und 6. Juli bei Wagram, 10. 
und 11. Juli bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1813 im m. Armee-Corps FZM. Graf Gyulai eingetheilt, war das Regiment 26. 
und 27. August in der Schlacht bei Dresden, — 16. October in dem Gefechte 
bei Klein-Zschocher, bei der Vorrückung von Makranstadt gegen Lindenau, 
und in der dreitägigen Schlacht bei Leipzig 17. bis 19. October, im Gefechte 
bei Kosen 21. October und im Treffen bei Hochheim 9. November. 

Im Feldzuge 

1814 1. Februar war es in der Schlacht bei Brienne, die 10. upd 11. Compagnie 
zeichneten sich bei der Erstürmung der steinernen stark verbarrikadirten 
Aube-Brücke bei Dienville aus, das 1. Bataillon hatte die Hauptgasse von 
La Rothiire erstürmt. 23. Februar war das Regiment im Treffen bei La Ferti, 
21. März in der Schlacht von Arcis-sur-Aube und 30. März in jener vor Paris. 
Einige Abtheilungen waren bei einem bei der Einschliessung von Hüningen im 
März verwendeten zusammengesetzten Bataillon. 1815 war das Regiment in 
Südfrankreich, längere Zeit als Besatzung in Lyon, später im Armeelager 
zu Dijon. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien waren das 1. und 3. Feld- und 1. Landwehr-Bataillon bei der 
Armee in Italien und fochten mit vorzüglicher Auszeichnimg 10. Juni in der 
Schlacht bei Vicenza, und bei der Erstürmung des Monte Berico und Madonna 
del Monte, 23. Juli in den Gefechten bei Sona, Sommacampagna und St. Giustina 
25. Juli in der Schlacht bei Custozza, wo sich besonders das 3. Bataillon 
hervorthat. — Die Grenadier-Division hatte in diesem Jahre sich bei Unter- 
drückung des Juni- Aufstandes zu Prag verdient gemacht und waren mit dem 
2. Bataillon in der Armee des FM. Fürsten Windisch-Grätz bei der Belage- 
rung und Einnahme von Wien, wo dieses letztere bei dem Angriffe vor der 
Hundfithurmer Linie thätig mitwirkte, 28. bis 31. October. 

Im Feldzuge 

1849 waren das erste und dritte Feld- imd erste Landwehr-Bataillon bei der Vor- 
rückung gegen Piemont im I. Armee-Corps G. d. C. Graf Wratislaw und be- 
standen 21. März heftige Gefechte bei Borgo San Siro und Sforcesca gegen 
eine weit überlegene Abtheilung des piemontesischen General Cialdini. 

Im Winterfeldzuge 
1849 in Ungarn focht das zweite Bataillon 26. und 27. Februar mit grosser Aus- 
zeichnung in der Schlacht von Kapolna und im Treffen bei Verpeleth, wo 



— 184 — 

es einen glänzenden Sturm auf die vor jenem Orte liegenden^ stark besetzten 
Höhen unternahm, und starke Verluste erlitt. 

Im Sommerfeldzuge 
1849 in Ungarn focht das im I. Armee-Corps FML. Graf Schlik eingetheilte zweite 
Bataillon 28. Juni im Treffen bei Raab, 2. und 11. Juli in den beiden 
Schlachten bei Komom, wo es sich beim Sturme auf den Acser-Wald, nament- 
lich die neunte und zehnte Compagnie sehr hervorthat, — so es den weiteren 
siegreichen Vormarsch des I. Corps bis Arad mitmachte. 1851 bis 1861 war 
das Regiment als Besatzung in der deutschen Bundesfestung Rastatt. 

Im Feldzuge 
1866 in Italien, im V. Armee-Corps der Süd-Armee des FM. Erzherzog Albrecht 
eingetheilt, hatte das Regiment ruhmvollen Antheil an der Siegesschlacht bei 
Custozza 25. Juni. 

Tapferkeits-AuBzeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1705 Oberst Taldo zeichnete sich durch tapfere und umsichtige Führung des 
Bataillons in der Schlacht bei Schibo sehr aus. 

1713 In der Vertheidigung von Freiburg thaten sich bei den Ausfallsgefechten die 
beiden Hauptleute Eisler und Ziegenstadt hervor und wurden im Berichte des 
Festungs-Commandanten FZM. Qraf Harsch sehr angerühmt, 

1716 1. October beim Sturme auf die Palanka von Temesvar hatte Oberstlieutenant 
Schmiedinger mit grosser Bravour drei Grenadier-Compagnien angeführt, 
blieb aber dabei todt am Platze, und wurde in der Relation sehr belobt. 

1 757 Bei Kolin 18. Juni zeichnete sich Oberstlieutenant Sigmund Baron Gemmingen aus. 

1757 Im Treffen am Moysberge Hauptmann Pizza 7. September sich hervorgethan. 

1758 wurde der Regiments-Inhaber Graf Wied-Runkel MTO.-R. 

1759 Oberst Sigmund Baron Gemmingen wurde für umsichtige Führung des Re- 
gimentes und persönliche Bravour im Treffen bei Maxen 21. November in 
der Promotion 23. Jänner 1760 MTO.-R. 

1761 wurde der Regimentsinhaber Graf Wied-Runkel MTO.-GK. 

1763 Major Peter von Pizza und Hauptmann Emanuel de Fassignies wurden fiir 
ihre Auszeichnungen bei Pretschendorf und Frauenstein, beide in der Promo- 
tion 21. November MTO.-R. 

1790 wurde der Regiments-Inhaber FML. Graf Wartensleben MTO.-C. 

1793 Für Auszeichnung beim Sturme auf Valenciennes 25. Juli wurde Hauptmann 
Ludwig Ritter von Thierry MTO.-R. Nebst ihm wurden noch als ausge- 
zeichnet belobt Oberlieutenant Mang, Lieutenant Baron Lützow, Fähnrich 
Ehrlich und 15 Mann erhielten die silberne Tapferkeits-Madaille. 

1796 Im Gefecht bei Frankenthal zeichnete sich Major Baron Lützow 12. November 
aus, 3 Unteroffiziere erhielten silberne Medaillen. 

1796 Im Treffen bei Issny 20. September belobt die Relation das ausgezeichnete 
Verhalten des Oberst Regiments-Commandanten Franz Edlen v. Hartensteini 



— 185 - 

Major de Baut, der Oberlieutenants Baron Lützow und Ackelhauser und des 
Lieutenants Pfingsthom. 

Im Feldzuge 
1796 hatten 1 Feldwebel die goldene, 8 Corporale und 1 Gemeiner die silberne 
Tapferkeits-Medaille erhalten. 

1799 Major Adrian Josef Reinwald von Waldegg wurde flir sein ausgezeichnetes 
Verhalten bei Legnago 26. März und 'seine tapfere Vertheidigung der Cita- 
delle von Piacenza in eben diesem Feldzuge MTO.-R. 

1799 Bei Belagerung der Citadelle von Alessandria zeichnete sich Lieutenant de Vicq 
7. und 8. Juli bei den Ausfällen der feindlichen Besatzung sehr vortheilhaft aus. 

1800 Während der Blokade von Genua zeichnete sich Feldwebel Schermeng durch 
einen mit 30 Freiwilligen im Rücken einer französischen Colonne, welche 
eine den Monte Ratti besetzt haltende Division des Regiments hart bedrängte 
unternommenen erfolgreichen Angriff aus, und erhielt die goldene Medaille. 

1802 wurde Hauptmann Franz Banizza für frühere Auszeichnung (im Gradiskaner 
Regimente bei Hohenlinden) MTO.-R. 

Im Feldzuge 
1805 wurde der dem Generalstabe zugetheilte Oberlieutenant Schels filr seine 
thätige Verwendung belobt. 

1805 Lieutenant Leopold Potior, Adjutant des GM. Grafen Odonell, that sich im 
Treffen bei Günzburg 9. October hervor, da er mit 120 gesammelten Leuten 
des Infanterie-Regimentes Spork Nr. 25 die zahlreichen feindlichen Plänkler 
aus den von ihnen besetzten Gartenhäusern vertrieb. 

1809 FML. Prinz HohenzoUern nennt in seinem Berichte unter den Ausgezeich- 
neten von Aspem folgende Offiziere des Regimentes : den Obersten Mecseiy, 
Hauptmann Hettinger, Oberlieutenant Lopez und Fähnrich Biennfleck. 
Corporal Georg Kohout trat bei Aspern aus der Masse heraus, und stach 
einen zur Ergebung auffordernden französischen Offizier vom Pferde und 
erhielt die silberne Medaille. 

1809 Oberst Carl Baron Mecsery wurde mit Allerhöchstem Handbillet 14. Septem- 
ber MTO..R. 

Hauptmann Carl Berger, Commandant der Masse des zweiten Bataillons, wegen 
Auszeichnimg sogleich zum Major befördert. 

1814 Oberlieutenant Johann Hahne zeichnete sich bei der Blokade von Hüningen 
durch den Angriff auf eine Schanze aus, deren Besatzung er vertrieb und 
wurde vom Cernirungs-Commandanten FML. Dedovich besonders belobt. 

1848 In der Schlacht bei Vicenza 10. Juni hatten sich besonders hervorgethan : 
Oberst von Hahne, Major Landgraf Franz Fürstenberg, die Hauptleute Krebs ; 
von Braun, Kirchner, Graf Rohde, die Oberlieutenants Baron Reisinger, von 
Schwarzer, Böh und Barbier, die Lieutenants Goffin uud Graf Pozza. — 
8 Mann erhielten die kleine silberne Medaille. 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 
1848 und 1849 in Italien und Ungarn ÖLO.-R Regiments-Commandant Oberst 



— 186 — 

Johann Hahne von Waffentreu, Oberstlieutenant Franz Landgraf Fürstenberg. 
OEKO.-R. 3. Major Alois Graf Künigl, Oberlieutenant Edmund Schwarzer 
Edler von Heldenstamm. 

MVE. Major Alois Graf Künigl, Hauptleute Fialka, von Braun, Graf Rohde, 
Krebs, Baron Carl Reisinger, Vetter, Böh, die Oberlieutenants Goffin- Edler 
von Gotthardsburg, Heinrich Edler von Habermann, Wunschheim Ritter von 
Lilienthal, Podhradetzky, Fiala und Lieutenant Radvicsich. 

Für Auszeichnung im Feldzuge 
1866 in Italien OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Friedrich Ritter von Bouvard, Major 
Franz Goffin Edler von Gotthardsburg und Hauptmann Raimund Dietl. 
MVK. die Majore Hermann Scholze und Leopold Freiherr Meyem-Hohen- 
berg, die Hauptleute Kolb von Frankenfeld, Swoboda, Schitka, Malet, Hess 
Lorenz, die Oberlieutenants Dorotka Edler von Ehrenwall, Heinrich, die 
Lieutenants Weber, Rakowsky, Ahsbahs, Betalli, und zuerkannt den vor 
dem Feinde bei Custozza gebliebenen Hauptmann Zivsa und Lieutenant 
Emminger. 

Das Regiment focht seit seinem Bestände in 43 Schlachten, 30 Belagerun- 
gen, 197 Gefechten und Unternehmungen jeder Art An Auszeichnungen 
erhielt es: 6 Maria-Theresien-Ritterkreuze (mit Ausschluss der Regiments-Inha- 
ber), 2 Ritterkreuze des Leopold-Ordens, 5 Eiserne Kron-Orden HL Classe, 
29 Militär- VerdienBtkreuze, 7 goldene, 88 grosse und 91 kleine silberne Me- 
daillen. 12mal wurde es von S. M. dem Kaiser oder einem commandirendeo 
General belobt. Seit 

1868 hat dasselbe die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen Waffen- 
röcke. 
Für Auszeichnung im Bosnischen Occupations-Feldzuge. 

1878 MVK. der dem Generalstabe zugetheilte Oberlieutenant Johann Gvitkovi^. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Staats-Offiziere. 

1716 Major Schindl f bei der Belagerung von Temesvar 16. September. 

1716 Oberstlieutenant Schmiedinger beim Hauptsturm auf die Palanka von Temes- 
var t 1. October. 

1698 bis 1866 vor dem Feinde seit dem Bestände des Regimentes auf dem Felde 
der Ehre geblieben: ein Regiments-Inhaber, 2 Stabsoffiziere, 9 Hauptlente, 
12 Oberlieutenants, 18 Lieutenants und 6 Fähnriche, im Ganzen 49 Offiziere, 



Ungarisches 

INFANTERIE -REGIMENT N« 29. 

(1876.) 

FML ANTON FREIHERR VON SCUDIER. 

Dunkelblaue Waffenröcke, lichtblaue Egälisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirkastation : Beczkerbk. 



Inhaber: 



1704 errichtet aas flinf Compagnien 
Hasslinger Nr. 11 und Wirich- 
Daun (reducirt). 

1704 GM. Johann Adam Gh-af De- 
Wbnd resignirte 1709. 

1709 FM. Ferdinand Albert Herzog 
von Braunschweio-WolpenbOttel- 
Bevsbn t 1735. 

1736 Herzog Carl Bbaunschweio-Wol- 
fenbOttel, gm., verliess 1760 
gänzlich den österreichischen 
Dienst. 

1760 FM. Ernst Gedeon Freiherr von 
LorooN MTO.-GK. f zu Neu- 
titschein in Mähren 14. Juli 1790. 

1791 FZM. OUvier Remigius Graf 
Waixis t i^ Folge seiner Wunden 
19. Juli 1799. 



1799 
1803 

1818 

1840 



1841 

1844 
1847 



1857 



1876 



bis 1803 unbesetzt. 

FZM. Carl von LindbnauMTO.-R. 

t 14. Februar 1817. 

Wilhelm Herzog von Nassau f 

20. August 1839. 

FML. Josef von Fölseis MTO.-R. 

t 3. Jänner 1841 (war seit 1818 

zweiter Inhaber), 

FML. Anton Hartmann von Har- 

TENTHAL f 1844. 

FML. Carl von Schmblino f 1847. 
FZM. Carl Ritter von Schönhals 
MTO.-R. t zu Qratz 16. Februar 

1857. 

FZM. Carl Graf Thün-Hohenstein 

t zu Triest 1876. 

FZM. Anton Freiherr von Soudier, 



Feldzttge und wichtigere EriegS' 

Im spanischen Erbfolgekriege machte das Regiment die Feldzüge in Baiem, 
am Rhein und gegen die Rakoczy 'sehen Malcontenten in Ungarn mit, 1712 
im Juli hat es in einem Retranchement die Brücke bei Denain gedeckt, und 
war 1713 in der Belagerung von Freiburg. 



— 188 — 

Im Türkenkriege war es 
1716 in der Schlacht bei Peter wardein, bei der Belagerang von Temesvar und 
dem Sturm auf dessen Palanka, 1717 in der Belagerung und der Schlacht 
bei Belgrad. 

Im späteren Türkenkriege 
1737 im Scharmützel bei Jaskovacs in Bosnien 19. Juli, — im Treffen bei Ban- 
jaluka deckte es mit Tapferkeit den Rückzug der Armee, sowie auch im 
November bei den Posten Sip, 1738 ein Bataillon Jm Treffen bei Komia, 
1739 das Regiment im Treffen bei Panczowa. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war es 
1742 bei der Belagerung von Prag, 1743 in Baiem, 1745 bei der Armee des FM. 
Grafen Traun im Feldzuge am Main, von wo es nach Italien kam. 

Im siebenjährigen Kriege 
1756 1. October war das Regiment in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in 
jener bei Prag, 22. November bei Breslau beim Angriffe auf die Redouten 
von Schmiedefeld, 5. December bei Leuthen, wo es grosse Verluste hatte, 
1758 ein Bataillon bei der Belagerung von Neisse, Major Caldwell zerstreute 
bei Amsdorf eine preussische Besatzung, und nahm 8. Juni bei Deutsch- 
Lodenitz einige hundert Feinde gefangen. 30. Juni bei der Unternehmung 
auf den feindlichen Transport bei Domstadtl führte Major Caldwell die 
Grenadiere gegen eine Anhöhe, von welcher die Preussen mit ihrem Geschütz 
den kaiserlichen Truppen Schaden zuftlgten, nahm dieselbe mit dem Bajonnete 
und eroberte zwei Geschütze. — Ein Detachement war in der belagerten 
Festung Schweidnitz und gerieth in Folge der Capitulation 16. April in 
Kriegsgefangenschaft. 1760 that sich das Regiment in der Schlacht bei 
Landshut 23. Juni sehr hervor, litt aber viel; 15. August in jener bei 
Liegnitz, 1761 war ein Bataillon bei der Erstürmung von Schweidnitz, 
1. October der aggregirte Oberst Baron Patritius Wallis führte dasselbe zum 
Sturme auf das Galgenfort, musste zweimal weichen, aber auf seinen Zuruf: 
Männer! erinnert Euch, dass unser Regiment den Namen London fUhrt, wir 
müssen siegen oder sterben! griff das Bataillon zum drittenmale an, hatte 
glänzenden Erfolg trotz des tapfern Widerstandes der Gegner. Zahlreiche 
Gefangene, 10 Fahnen sowie die Kanonen des Forts waren in den Händen 
der kühnen Stürmer. 1762 21. Juli war das Regiment im Treffen bei 
Burkersdorf, — ein Commando in der belagerten Festung Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 bei der Haupt-Armee in Böhmen. 

Im Türkenkriege 
1788 9. September war das Leib-Bataillon beim feindlichen Angiiffe auf Semlin, 
mit zwei andern Bataillons zur Deckung der linken Flanke bei Ober-Brunn 
aufgestellt, 1789 war es beim Uebergange über die Save bei der Belagerung 
von Belgrad und 30. September beim Sturme auf die Baitzenstadt in der 
ersten Angriffs-Colonne. 

Im Kriege gegen die französische Republik 



— 189 — 

1793 18. und 19. September hielten sich die beiden ersten Feld-Bataillone sehr 
tapfer bei Vertheidigung der Position bei Schaidt — bei der Einnahme der 
Weißsenburger Linien waren sie in der vierten Colonne bei Steinfeld und 
vertrieben den Feind aus der links stehenden Flesehe, — und im November 
einzelne Abtheilungen bei der Vorrückung und dem Angriffe auf Brumpt ; — 
2. December bei Vertheidigung der Stellung bei Berstheim. 1794 unter- 
stützten beide Bataillone die hart bedrängten preussischen Truppen auf dem 
Johanneskreuz und bei Ettichhofen 13. Juli; — ein Bataillon kam im No- 
vember nach Mainzy von welchem eine Compagnie die Zahlbacher Schanze 
standhaft vertheidigte und behauptete. 1796 6. April im Gefechte am 
Hartenberge vertheidigten drei Compagnien unter Major von Tegetthoff ihre 
Stellung mit grOsster Tapferkeit, und die beiden Bataillone zeichneten sich 
27. September und 3. October bei der Vertheidigung von Kassel und Kost- 
heim aus; — 29. October waren sie im dritten Treffen bei der ersten 
Colonne bei der Einnahme der Verschanzungen von Mainz, wohin sie bis 
Mai 1796 als Besatzung kamen. — Das dritte Bataillon war im April 1796 
bei der Occupation von Ki*akau; 20. October waren zwei Compagnien im 
Gefechte bei Riegel; — die beiden Bataillone kamen sodann zur Belage- 
rung von Kehl, wo sie wiederholte Gefechte hatten. 1797 1. Jänner war 
ein Bataillon bei Erstürmung der Schwabenschanze bei Kehl, — im April 
beide Bataillone bei Vertheidigung der Posten bei Diersheim während des 
Rheinüberganges der Franzosen. 

Im Feldzuge 
1799 war das Regiment 25. März im Treffen bei Stockach, wo sich die Grenadiere 
unter Oberstlieutenant Tegetthoff ungemein vor den Augen des anwesenden 
Erzherzogs Carl, der sich an ihre Spitze stellte, auszeichneten. — Alte 
Grenadiere traten vor, besorgt um des Erzherzogs dem Vaterlande po werth- 
volles Leben, und sprachen: Wir haben keinen Muth, kaiserliche Hoheit, so 
lange wir Ihr Leben in Gefahr sehen, — verlassen Sie sich auf Ihre 
Grenadiere; ja, wir werden siegen oder sterben! — und sie hielten Wort; 
auch ' beim Angriffe auf die Position bei Zürich 4. Juni thaten sie sich 
hervor. — Das Regiment focht 18. September bei der Einnahme der Neckar- 
rauer Schanzen mit grosser Tapferkeit an der Spitze der Colonnen. 1800 
war das Regiment in mehreren Gefechten in Baiem, und 3. December in 
der Schlacht bei Hohenlinden in der zweiten oder Zwischen*Colonne. 

Im Feldzuge 
1805 gehörte das Regiment zur Armee des Erzherzogs Carl in Italien, und focht 
30. bis 31. October in der Schlacht bei Caldiero. — Ein Bataillon aber 
2. December in der Schlacht bei Austerlitz in der vierten Colonne. 

Im Feldzuge 
1809 im vierten Armee-Corps FML. Fürst Rosenberg eingetheilt, erlitt das Regiment 
starke Verluste 20. April in der Schlacht bei Abensberg, focht 24. April im 
Treffen bei Neumarkt, und mit grosser Auszeichnung 3. Mai in jenem bei 
Ebelsberg, wo Oberstlieutenant Pflüger mit drei Compagnien das dortige 



— 190 - 

Schloss besetzt hielt, und durch einen entschlossenen Bajonnet-Angriff de« 
zweiten Bataillons die Franzosen durch den Vormarkt nach dem Ennserthor 
und von dort in den eigentlichen Markt Ebelsberg zurückgedrängt wurden. 
Das Regiment war femer 21. und 22. Mai bei Aspem, 5. imd 6. Juli bei 
Wagram, 11. Juli bei Znaim. 

Im Feldzuge 
1813 in der vierten Armee-Abtheilung des G. d. Cav. Grafen Elenau war das 
Regiment 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 17. bis 19. October 
in jener bei Leipzig, sodann bei der Einschliessung von Dresden, von wo es 
Ende November nach Italien abrflckte und im Feldzuge 1814 drei Bataillone 
zur Division Sommariva der mobilen Armee, ein Bataillon zu den Blokade- 
Truppen von Venedig gehörten — 10. März war ein Bataillon in dem 
Gefechte des Obersten Kurz bei Cavalcasale und Pacengo gegen die fran- 
zösischen Ausfalls-Truppen von Peschiera unter General Palombini. 1815 
war das Regiment in Süd-Frankreich, bestand mehrere kleine Gefechte, so 
bei Gordone, kam als Besatzung nach Lyon, und von dort zur Occupations- 
Armee des FML. Baron Frimont im Elsass, wo es bis 1818 blieb. Ende 
Februar 1846 war dasselbe bei Unterdrückung des Aufstandsversuchea in 
Krakau und der Vorrückung gegen Podgorze. 

In der Kriegs-Epoche 

1848 waren die beiden ersten Feld-Bataillone 26. April bei Bekämpfung des Auf- 
standes zu Krakau. Das erste Bataillon und die Grenadiere 24. bis 31. Oc- 
tober in den Gefechten und bei der Einnahme von Wien, besonders den 
harten Kämpfen und Barrikaden.Erstürmungen 28. October in der Jägerzeile 
und Taborstrasse betheiligt, wo sich das erste Bataillon sehr auszeichnete. 
1. December im Vorpostengefechte bei Magyarfalva. Das erste Landwehr- 
Bataillon, nach Italien abgerückt, war von Ende September 1848 bis Anfangs 
Juli 1849 bei dem Cemirungs- Corps von Venedig und wirkte thätigst mit 
bei der Belagerung und Einnahme von Malghera. 

Im Winter-Feldzuge 

1849 war das erste Bataillon in der Avantgarde-Brigade GM. Wyss, 21. Jänner 
im Gefechte bei Windschacht, mit grosser Auszeichnung focht es 26. und 27. 
Februar in der Schlacht von Kapolna, wo es beim Sturm auf diesen Ort einen 
feindlichen Bataillons-Commandanten, 27 Offiziere und 500 Mann gefangen 
nahm, eine Fahne, viele Munition und Waffen erbeutete. — Im Juni kam 
auch das dritte Bataillon zur Armee nach Ungarn, dieses hatte Ende October 
(1848) die bedrohte Ruhe in Brunn herstellen geholfen. 

Im Sommer-Feldzuge 
1849 in Ungarn bestanden beide Bataillone 22. Juni ein Tirailleurgefecht ba 
Letteny, ein siegreiches Gefecht bei Csanak, mit grosser Auszeichnung fochten 
dieselben 2. bis 11. Juli in den beiden Schlachten von Komom, und waren 
10. August im Gefechte bei Dreispitz. — Die Grenadiere fochten im Reserve- 
Corps des FML. v. Wolgemuth bei Zsigard 20. Juni, bei Pered und dem 
Sturme auf Earaly-Rev 21. Juni, waren in der ersten Schlacht bei Komom 



— 191 — 

im Centrum, ferner in den Treffen und Gefechten bei Uj Szegedin, Szörög, 
Temesvar und Mebadia. — Das zweite Bataillon war während der ganzen 
Zeit als Besatzung in Krakau geblieben. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden focht das Regiment im ersten Armee-Corps eingetheilt 
24. Juni in der Schlacht bei Solfenno^ insbesondere bei der Vertheidigung 
des dortigen Castells betheiligt, erlitt aber starke Verluste. 

Im Feldzuge 
1866 in Italien war das Regiment im neunten Armee-Corps (FML. Härtung) der 
Süd- Armee und focht mit grosser Auszeichnung 24. Juni in der Schlacht bei 
Costozza. Das vierte Bataillon war als Besatzung in Rovigo. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 war das Regiment ehrenvoll betheiligt an den wiederholten Qefechten bei Doboj 
16. bis 20. August, 23. und 26. August und 4. und 5. September mit einem 
Gesammtverluste von 149 Mann an Todten, Verwundeten und Vermissten. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1716 Oberst Baron O'Oylvi zeichnete sich beim Hauptsturme auf die Temesvarer 
Palanka 1. October sehr aus, da er 600 Arbeiter anfUhrte und die Einfahrt 
des Batteriegeschützes durch die Bresche herstellte. 

1757 Hauptmann Caldwell wurde wegen Auszeichnung bei Breslau zum Major be- 
fördert. 

1759 Major Caldwell wurde für sein tapferes erfolgreiches Benehmen bei Dom- 
Btadtl MTO.-R. 

1760 In der Schlacht bei Landshut 23. Juni hatten sich Oberst Marquis Jakob 
Botta durch ruhmvolle Führung des Regimentes, Oberstlieutenant Baron 
Patritius Wallis durch zweckmässige Unterstützung der Grenadier-Bataillone 
beim Angriffe auf dem Ejrchberge, Major Graf Hohenlohe-Ejrchberg, welcher 
zwei Redouten mit Sturm genonmien und verwundet wurde, sowie der 
Gh-enadier-Hauptmann Graf Lacy-Billingari, welcher gleichfalls eine Schanze 
nahm, sehr ausgezeichnet. Major Friedrich. Wilhelm Graf Hohenlohe-Eirch- 
berg wurde 1761 MTO.-R. ' 

1761 Oberst Baron Patritius Wallis wurde für seine Tapferkeit beim Sturme auf 
Schweidnitz 1762 MTO.-R. Ausser ihm hatten sich bei dieser Gelegenheit Major 
Baron Engelhart und Hauptmann Enorr sehr hervorgethan. — Grenadier-Haupt- 
mann Graf Wilhelm Lacy-Billingari, der eine Schanze erstieg und deren 
Besatzung gefangen nahm, wurde für diese Waffenthat und irühere Aus- 
zeichnung bei Landshut 1763 MTO.-R. — 1762 hatte sich Lieutenant 
Glanbitz bei Vertheidigung einer Flesche während der Belagerung von 
Schweidnitz ausgezeichnet. 

1783 Regiments-Commandant Oberst Eugen Graf Argenteau zeichnete sich beim 
Sturme auf die Raitzenstadt bei Belgrad durch imisichtige Führung der ersten 
Colonne sehr aus 30. September. 



— 192 — 

1789 Oberatlieutenant Carl von Haydt, als Flügel-Adjutant in Verwendung beim 
Regiments-Inhaber FM. Baron London, wurde für Auszeichnung bei Dubicza, 
beim Hauptsturme auf Novi, bei Berbir und Belgrad 1790 MTO.-R. 

1793 Bei Vertheidigung der Posten bei Schaidt wurden belobt: Major Arnswald, 
Hauptmann Schwarzbach, die Oberlieutenants Eallenchich, Mohr und Kobera, 
die Lieutenants Gayer, Bachun^ Graf Haugwitz, Fähnrich Kohl, — ebenso 
bei Einnahme der Weissenburger Linien: die Hauptleute Lüconedi, Groll, 
Bechinie, Hacker, die Lieutenants Lamarine, Blau, die Fähnriche Herket, 
Adelsheim, Adjutant Aese, — bei Vertheidigung des Brumpter Waldes 
Regiments-Oommandant Oberst Alexander Baron London und Hauptmann 
Hauer; — bei Berstheim die Brüder Hauptmann und Oberlieutenant SeiflFert 

1794 Oberlieutenant Steinberg hatte sich durch Vertheidigung der Zahlbacher 
Schanze hervorgethan. Im Gefechte am Hartenberge und bei Vertheidigung 
von Kassel und Kostheim 1795 zeichnete sich Major Tegetthoff sehr aus, — 
ebenso bei ersterer Affaire Lieutenant Gall. 

1795 Oberlieutenant Ott, Adjutant des General Graf Argenteau, hatte sich 25. Juni 
bei Eroberung des Berges Settepani im Genuesischen ausgezeichnet. 

1796 In der Belagerung von Kehl, beim AngriflFe auf das Posthaus, hatte sich Haupt- 
mann Baron Engelhardt, bei der Einnahme der Schwabenschanze von Kehl 
1. Jan. 1797 Oberlieutenant Eufler als Avantgarde-Commandant hervorgethan. 

1799 Oberstlieutenant Josef von Tegetthoflf, welcher sich bei Stockach und Zürich 
abermals sehr ausgezeichnet hatte, wurde 1801 MTO.-R. 

1799 Oberst Regiments-Commandant Wilhelm Hirschligau wurde für seine ausgezeich- 
nete Führung des Regiments bei Einnahme der Neckarauer Schanze angerübmt. 

1809 Oberstlieutenant Pflüger zeichnete sich 3. Mai durch tapfere Vertheidigung 
des Schlosses zu Ebelsberg aus. 

1809 Hauptmann Ejrall, Interims- Commandant des zweiten Bataillons, rief diesem 
bei Ebelsberg zu: „Erinnert Euch, dass unser Regiment London geheissen, 
und sich dieses Ehrennamens in allen Schlachten würdig gezeigt hat, der 
verklärte Held sieht unsern Kampf und freut sich seiner Söhne." — Durch 
diese Worte, wie durch einen elektrischen Schlag erschüttert, unternahm das 
Bataillon seinen glänzenden erfolgreichen Sturm. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen (bei der Einnahme von Wien, 
in Ungarn, und bei der Belagerung von Venedig): 

ÖLO.-R. Major Josef Baron Schneider von Arno : bei der Einnahme von Wien 
im October. OEKO.-R. 2. Oberst Josef Baron Schneider für das siegreiche 
Gefecht bei Csanak 28. Juni. OEKO.-R. 3. Hauptmann Theophil Fastenberger. 
MVK. Oberst Josef Baron Schneider, Oberstlieutenant Friedrich Ritter Laiml v. 
Dedina, die Hauptleute Wiedemann, Krump Edler von Kronstädten, Kögler, 
Fastenberger, Don Santagnese, die Oberlieutenants Schmeck, Heinold, 
Lieutenant Kreipner. Die Mannschaft erhielt 2 goldene, 12 grosse und 51 
kleine silberne Medaillen. — Das erste und dritte Bataillon wurden im Corps* 
Befehle vom 13. Juli vom FML. Grafen Schlik belobt. 



— 193 - 

In dieser Kriegs-Epoche hatte das Regiment theils am Platze geblieben, oder 
ihren Wunden erlegen 3 Offiziere, 73 Mann, — an Verwundeten 8 Offiziere, 
91 Mann und das Landwehr-Bataillon durch das Lagunenfieber von Venedig 
2 Offiziere und 390 Mann verloren. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: OEKO.-R. 3. wurde dem bei 
Solferino gebliebenen Hauptmann Emanuel Eitelberger v. Edelberg zuerkannt. 
MVK. Major Carl Schmidt, die Hauptleute Ritter von Leiner, Heinrich Graf 
Thun-Hohenstein, Fuhrherr, Kodar, die Oberlieutenants Hofmann, Menschik, 
Schenk, Lieutenant Hülgert. — 3 Offiziere erhielten die Allerhöchste Be- 
lobung. — Die Mannschaft 7 grosse und 19 kleine silberne Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: ÖLO.-R. Hauptmann Eugen 
Edler von Helmburg. OEKO.-R. 3. Oberst David Gyurits Vitesz de Sokol- 
grada, die Majore Emerich Györgyi de Deakona und Lucas Kengyelacz, 
Hauptmann Franz Lux. MVE. die Hauptleute Skalka, Rzehak, die Ober- 
lieutenants Nachodsky Ritter v. Neudorf, Schadek, Mariani, Lieutenant Kokron. 
Erst mährisch, später schlesisches Regiment, ist es seit 1852 ungarisch. Seit 

18G8 hat das Regiment die angegebene Adjustirung statt der altösterreichischen 
weissen. 

1878 Für Auszeichnung im Occupations - Feldzuge in Bosnien: 

ÖLO.-R. Oberst Emil David Edler von Rhonfeld. OEKO.-R. 3. Major Eugen 
Lazich. MVK. die Hauptleute Heinrieh Knaus, Julius Zöhrer, Franz Düringer, 
Heinrich Veigel, Lazar Jovanoviö, Nikolaus Roguliö (zugetheilt dem General- 
stabe). Oberlieutenant Raimund Domansky, die Lieutenants Milos Kozareo, 
Edyne Freiherr v. Siber, Emil Mitischka, Gustav v. Wachenhusen, Stephan 
Dobanovacsky und der vor dem Feinde gebliebene Reserve -Lieutenant Josef 
Chomitzer. Die Allerhöchste Belobung: Die Hauptleute Clemens Schott- 
negg Edler von Zinzenfels, Johann Fedra (dem Generalstabe zugetheilt). 
Die Mannschaft erhielt für die Gefechte bei Doboj 19., 23. und 26. August 
und der Triböva planina 4., und das Gefecht bei Lipere 5. September 10 
silberne Tapferkeits-Medaillen I. und 42 H. Classe. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1737 Regiments-Commandant Oberst Gottfried Graf Halleweil f im Treffen bei 
Banjaluka. 

1762 Oberst Thume Chevalier Caldwell MTO.-R. an den Folgen einer im Aus- 
fallB-Gefechte 14. August erhaltenen schweren Verwundung in der belagerten 
Festung Schweidnitz f 19. August. 

1796 Regiments-Commandant Oberst Carl von Haydt MTO.-R. während der Be- 
lagerung von Kehl 12. December schwer verwundet f 13. December. 

1799 Regiments-Commandant Oberst Wilhelm Hirschligau bei der Einnahme der 
Neckarauer Schanze f 18. September. 

1859 Oberstlieutenant Carl Berg von Falkenberg f in der Schlacht bei Solferino 
24. Juni. 

Thftvhaira: OedenkbUUer ^^ 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N%30. 

(1870.) 

FZM. JOSEF FREIHERR VON RINGELSHEIM. 

Dunkelblaue Waffenröcke, hechtgraue Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Lembrrg. 



I n h'a b er. 



1725 errichtet 1. Mai aus der noch vor- 
handenen Mannschaft der nieder- 
ländischen Regimenter Pancarlier, 
Lannoy und Maldeghem. 

1725 FZM. Johann Anton Pri6 Tum- 
NBTTi Marquis de Pancarlirr f 
] 753. 

1753 FZM. Wilhelm Prinz von Sachsen- 
GoTHA t 31. Mai 1771. 

1771 FM. Carl Josef Fürst de Ligne 
MTO.-C. t zu Wien 13. Decem- 
ber 1814. 



1815 FM. Laval Graf Nuoent, römischer 
Fürst, MTO.-C. t21. August ISfö. 

1 8G2 FML. Josef Freiherr von Martini 
de NpsEDo MTO.-R. f 1869. 

18G9 FZM. Josef Freiherr Jablonsky 
de Monte Berico MTO.-R. z« 
Graz t 1. Februar 1876. 

1876 FZM. Josef Freiherr von RiNOELs- 
irEiM, commandirender General zu 
Brunn. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekricge war das Regiment 
1742 im Corps des FM. Herzogs von Aremberg an der niederländisch-französi- 
schen Grenze aufgestellt, focht 1743 27. Juni in der Schlacht bei Dettingen, 
1744 deckte es in der Aufstellung bei Oudenarde die Städte Gent, Antwer- 
pen und Brüssel, 1745 war es in den Belagerungen von Dendermonde und 
Ostendo, 1747 als Besatzung in der Festung Luxemburg. 

Im siebenjährigen Kriege 
1757 18. Juni ein Bataillon in der Schlacht bei Kolin, 7. September im Treffen 
bei MovB am sogenannten Holzberge bei Görlitz, 22. November in der Schlacht 
bei Breslau und 5. Docomber in jener bei Leuthen. — Ein anderes Batail- 
lon war der alliirton französischen Annee zuffetheilt, 26. Juli in der Schlacht 



— 195 — 

bei Haetenbeek, — 1758 fochten beide Bataillone in der Schlacht bei Hoch- 
kirch 14. October, nachdem ein Bataillon die Belagerungen von Dresden und 
der Feste Sonnenstein mitgemacht hatte. 1759 war das Regiment im Corps 
des FZM. Gh-afen Harsch 12. Juli beim Angriffe auf die feindlichen Vor- 
posten bei Löbau. 1760 ein Bataillon und die Grenadiere in der Belagerung 
von Dresden und 24. August im Treffen bei Strehlen, 26. und 27. September in 
den Gefechten bei Torgau, 2. October im Gefechte bei Weltenberg und bei der 
Belagerung von Wittenberg, 1761 1. December zeichneten sich bei Erstürmung 
von Schweidnitz die Grenadiere vorzüglich aus, sie bemächtigten sich des 
sogenannten Bögenforts und waren die Ersten in der Festung. 1762 war eine 
Grenadier-Compagnie und ein Commando in der belagerten Festung Schweid- 
nitz. Erstere zerstörte in der Nacht vom 29. zum 30. August die feindliche 
Galerie, 8. October flog aber auf der Bastei des Jauemicker-Forts, als 
die Preu8sen das Pulvermagazin angezündet hatten, in die Luft (2 Offiziere 
und 200 Mann). 

Im baierischen Erbfolgekriege hatte sich das Leibbataillon 
1779 18. Jänner bei Forcirung des Schlosses Althuyda und der Eroberung des 
Blockhauses zu Oberschwedeidorf besonders hervorgethan. Während der 
Scheidestreitigkeiten mit Holland stand das Regiment beim Observations- 
Corps an der holländischen Grenze (1784 bis 1785). 

Im Brabanter Revolutionskriege waren Abtheilungen des Regimentes 
1790 1. Jänner im Gefechte bei Nassogne, 17. Jänner bei Etoile, 17. Mära be 
Haut Fay und Fay en Fumene, — 23. Mai bei dem Hauptangriffe der Mal- 
contenten auf die österreichische Stellung bei den Höhen von La Hogue 
entschied ein ungestümer Bajonnet-Angriff des Regimentes die vollständige 
Niederlage des Gegners, der 11 Geschütze den Siegern überliess. — Abthei- 
lungen waren in den Gefecht bei Mirwart 24. Mai und bei Coulisse 1 1 . Juli. 
Hauptmann Baron D' Aspro unternahm einen Streifzug ins Limburgische 
Gebiet mit einer kleinen Colonne und vertrieb im Verein mit den Einwoh- 
nern jener treugebliebenen Provinz die Aufrührer durch das günstige Ge- 
fecht bei Sprimont 27. Juli und einen erfolgreichen unvermutlieten Angriflf 
auf ihr Lager bei Olme 3. August — beim Angriffe auf das feindliche Lager 
bei Solieres 8. August bei der Vertheidigung des Postens bei Hattin waren 
Abtheilungen des Regimentes betheiligt, so wie dieses bei dem gelungenen 
Ueberfalle auf das feindliche Lager bei Andenne, und im siegreichen Treffen 
bei Assesse 22. Septembel* sich ungemein auszeichnete. 

Im ICriege gegen die französische Republik war das Regiment theils vereint, 
theils abtheilungsweise 
175^ 29. April im Scharmützel bei Tournay, — 4. September bei Roubaix und 
bei der Einschliessung von Lille; — 1793 war das Regiment 4. März im 
Gefechte bei Limmich, bei der Einschliessung von Ruremonde, 18. März in 
der Schlacht bei Neerwinden; bei der Belagerung von Cond6, bei der Ein- 
nahme der Schanzen von Vicogne; — 23. Mai in der Schlacht bei Famars 
und der Einschliessung von Valenciennes, 1794 ein Bataillon in der Schlacht 

13* 



— 196 — 

bei Fleurus, — zwei Bataillone als Besatzung in Valenciennes kamen in Folge 
der dortigen Capitulation nach Mähren. 1795 war das dritte Bataillon bei 
der ruhmvollen Vertheidigung von Luxemburg, musste aber in Folge der 
Capitulation 24. Juni nach Böhmen. Die Grenadiere waren bei der Belage- 
rung von Mannheim. — Das in ein Bataillon formirte Regiment war 1796 
11. August im Treffen bei Neresheim, deckte sodann bei Neuburg den Donau- 
übergang, vertheidigte 1. bis 13. September Ingolstadt und kam zur Belage- 
rung von Kehl, 1797 war es 1. Jänner bei der Einnahme der dortigen 
Schwabenschanze sehr thätig. 

Im Feldzuge 

1799 war das Leibbataillon des wieder reorganisirten Regimentes im Corps des 
FML. Grafen Bellegarde im Tirol; im Gefechte bei Taufers 4. April, in 
mehreren Gefechten, in Engadein und Tirol, so bei Zanetz, Weissenstein, so- 
dann in Italien bei der Einschliessung von Aleßsandria, und jener von Tor- 
tona, — im Gefechte bei Bosco und Cassina Grossa 20. Juni und im Treffen 
bei Rivoli 16. September. Die Grenadiere fochten mit Auszeichnung in der 
dreitägigen Schlacht an der Trebbia 17. bis 19. Juni. 

Im Feldzuge 

1800 in Deutschland war ein Bataillon 3. Mai im Treffen bei Engen, 5. Mai in 
jenem bei Mösskircli, später bei der Vertheidigung der Festung Ulm, und 
3. December in der Schlacht bei Hohenlinden, namentlich an der Eroberung 
des Dorfes Wertingen betheiligt; — ein anderes Bataillon, als Besatzung in 
Wtirzburg, nahm thätigen Antheil an der Vertheidigung dieses Platzes und 
war 26. und 27. November im Nachtgefechte bei Marienberg, sowie in jenem 
bei den Schanzen von Hexenbruch ein Detachement unter Hauptmann Mac 
EUigot. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment in Tirol in den verschiedenen Thälern und Pässen ver- 
theilt, ein Bataillon zeichnete sich 19. November bei Vertheidigung der 
Flitscher Klause aus. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment beim VII. Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand und 
machte die Vorrückung gegen Warschau mit. 

Im Auxiliarkriege 

1812 gegen Russland waren die beiden ersten Feldbataillone im Gefechte bei 
Siechnewitze 8. August, beim Angriffe auf die feindliche Stellung bei 
Horodeczka, in der Schlacht bei Podubnie und den Haupt-Actionen dieses 
Feldzuges betheiligt. 

Im Feldzuge 

1813 im I. Armee-Corps des FZM. Grafen Hieronymus CoUoredo war das Regiment 
26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 30. August in jener bei 
Kulm, wo es im heftigsten feindlichen Feuer den Berg bei Strisowitz er- 
stürmte, und ruhmvoll bei der Eroberung des Dorfes Arbesau mit dem Rv- 



-. 197 — 

jonnctc mitwirkte; 17. September abermals im Gefechte bei Ärbesau und 
der Zurückdrängung der Franzosen auf der Strasse von NoUendorf, endlich 
in den Kämpfen an der Pleisse, während der Schlacht bei Leipzig (17. und 
18. October). 

Im Feldzuge 
1814 war es im Treffen bei Maeon 11. März, bei St Georges 18. Mäi-z und bei 
Lyon 20. März insbesondere bei der Einnahme des Doi-fes Dardilly bethei- 
Ugt. 1815 abermals in Frankreich und längere Zeit als Besatzung in Lyon. 
— 1816 beim Observations-Corps des FML. Baron Bianchi in Oberösterreich 
gegen Baiern (20. Jänner bis 1. Mai) in der Gegend bei Eremsmünster. 

1836 war das Regiment bei der Occupation des Freistaates Krakau. 
Während des Februar* Aufstandes 

1846 in Galizien hatte sich das Regiment durch seine loyale Haltung besonders 
ausgezeichnet. Drei Compagnien hielten Wieliczka besetzt, einzelne Äbthei- 
lungen waren im Gefechte bei Gdow 26. Februar. 

In der Kriegsepoche 

1848 war das Regiment während der März-Revolution in der Hauptstadt Wien 
und hatte angestrengten Sicherheitsdienst, rückte später nach Italien und 
war 24. Juli im Treffen bei Somma-Campagna. Das dritte Bataillon war im 
Deeember beim Corps des FML Grafen Schlik und dessen Vorrückimg gegen 
Ungarn, und anfänglich zur Besetzung von Bartfeld und Eperies ver- 
wendet. 

Die beiden ersten Feld-Bataillone fochten im Feldzuge 

1849 in Piemont mit besonderer Auszeichnung bei Novara 23. März, eroberten 
drei Kanonen, einen Munitionskarren imd machten 400 Gefangene. — Das 
dritte Bataillon in Ungarn war 1. Jänner 1849 im Gefechte bei Bartfeld, 
beim Ueberfalle auf Iglo 3. Februar, in der Schlacht bei Eapolna 26. und 
27. Februar und im Treffen bei Verbeleth. — Das erste Landwehr-Bataillon im 
März und April bei der Cemirung von KomorU) — beide Bataillone (3. und 
Landwehr) im Sommerteldzuge 

1849 im in. Armee-Corps bei der Vorrückung an die Theiss im Juli, bei Magyar 
Kanisa^ O'Berenyö und in der Schlacht bei Temesvar. 

1^1 bis 1852 war das Regiment bei der Occupation der schleswig-holstein'schen 
Herzogthümer und machte den dortigen Feldzug 1864 mit, wo es sich im 
Treffen bei Oberselk und der Erstürmung des Königsberges sehr auszeich- 
nete (3. Februar,) aber grosse Verluste erlitt. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im I. Armee-Corps Gen. der Cav. Graf Clam- 
Gallas und focht mit grosser Auszeichnung, aber vielen Verlusten 26. Juüi im 
Nachtgefechte bei Podol, 29. Juni im Treffen bei Jicin und im Gefechte bei Jiro- 
lic, 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz, 15. Juli im Gefechte bei Roketnitz. 
(In all diesen Actionen belief sich der Gesammtverlust auf nahe 1400 Mann.) 



— 198 - 

Tapferkeits-Medaillen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1757 Hauptmann Josef Baron Herissem^ Commandant einer Grenadier-Compagnie, 
that sich durch kühne Bajonnet-AngriflFe im TreflFen bei Moys und in der 
Schlacht bei Breslau sehr hervor. 

Regiments-Commandant Oberst Chevalier Franz Baxeras wurde vom General 
Graf Dombasle in dessen Berichte in der Schlacht bei Hastenbeck sehr belobt. 

1760 In der Belagerung von Dresden hatten sich im Juli Oberst Peter Baron 
Langlois und Grenadier-Hauptmann O'Byren sehr ausgezeichnet, ebenso Er- 
sterer im Treffen bei Strehlen. 

1760 Im Gefechtsberichte bei Torgau 26. und 27. September wurde der Eifer und die 
Tapferkeit des Bataillons Sachsen-Gotha besonders belobt. 

1762 Grenadier-Hauptmann Baron Herissem und Lieutenant Cruise flogen bei der 
Explosion des Pulvermagazins 8. October in die Luft, ihre Leichen fand man 
im Schutte der Ruinen. 1769 erhielt das Regiment die Nummer 30 und 
seine noch heutigen hechtgrauen Aufschläge. 

1779 bei Oberschwedeldorf 18. Jänner hatten sich Oberstlieutenant Van der Marsch 
und Capitänlieutenant Graf Maldeghem sehr ausgezeichnet. Ersterer leitete 
den Angriff", — bei der Brabanter Revolution 1789 war er Generallieutenant 
im Heere der Rebellen. 

1789 Regiments- Inhaber FZM. Fürst Carl de Ligne für Auszeichnung bei Erobe- 
rung von Belgrad MTO.-C. 

1790 Bei Nassogne 1. Jänner thaten sich die Brüder Major und Hauptman Mon* 
tigni sehr hervor. 

1790 Bei La Hogue 23. Mai hebt FML. Graf Latour in seiner Relation ganz 
besonders die Tapferkeit des Obersten Baron Carl de Renette, des Majors 
Huys d' Altin und des Hauptmanns Chelincourt hervor. 

1790 Hauptmann Constantin Baron D' Aspro wurde für seinen erfolgreichen Streiizug 
und die Befreiung des treugebliebenen .Limburgischen Gebietes MTO.-R. Die 
Limburger verehrten ihm einen Ehrendegen der Tapferkeit. 
Bei Haltin 8. August wurden Oberstlieutenant Graf Gontreul, Major Huysi 
d'jVltin und Hauptmann Vinehaut wegen ihres tapfem Benehmens sehr belobt 
FML. Graf Latour nennt in seinem Berichte über das Gefecht bei Assesse 
22. September das Regiment: „Pintrepide, das unerschrockene" und belobt die 
Tapferkeit des Obersten Baron Carl de Renette, der Lieutenants Docteur, 
Lefebre, Perle, des Fähnrichs Fourez und des Feldwebels Vanin, die er die 
Bravsten der Braven nennt. 

1792 Bei Roubaix 4. September hatte sich Oberstlieutenant Baron Montigni, bei 
Vicogne 1793 Major Baron D'Aspre sehr ausgezeichnet. 

Die Mannschaft erhielt im Feldzuge 

1793 12 silberne Tapferkeits-MedaUlen 

1797 Bei Einnahme der Schwabenschanze bei Kehl 1. Jänner hatte sich Oberst- 
lieutenant Chevalier August Husmanns sehr hervorgethan, er wurde in Folge 
dessen zum Obersten befördert und das Offiziers-Corps des Bataillons gleich- 
falls sehr belobt. 



- 199 — 

Im Gefechte bei Taufers 
1799 4. April hatte Oberlieutenant Joachim Pestiaux den Feind aus einer sehr 
gefahrbringenden Stellung vertrieben und 3 Kanonen erobert. Er wurde 
1801 MTO.-R. Ebendaselbst brachte auch Lieutenant Baron Louis de Mont- 
fleury, OrdonnanzoflFizier des GM. Marquis Friedrich Bellegarde, mit einer 
halben Compagnie durch einen Bajonnet- Angriff eine feindliche Abtheilung 
zum Weichen und machte viele Gefangene. Er wurde 1801 MTO.-R. — Ausser- 
dem wurden Major Prinz Louis de Ligne und Oberlieutenant Wautier sehr 
belobt. 

In der Schlacht an der Trebbia 17. bis 19. Juni hatte sich der Commandanl 
der Grenadier-Division Hauptmann Graf Fusco de Matalony sehr hervor- 
gethan. (1799 kam das Leib-Bataillon zu dem neu errichteten 63. Infanterie- 
Regiment Erzherzog Josef.) 

Im Feldzuge 1800 wurden belobt: 

Bei Hohenlinden: Major Philipp Prinz zu Hessen-Homburg. 

Im Gefechte bei den Schanzen von Hexenbruch bei Würzburg die Haupt" 

leute Mac Elligot, Docteur und Fähnrich Courtevon. 

1802 wurde das bis nun wallonische Regiment, in Folge des Lüneviller-Friedens 
galizisch. 

1836 Für seine Verdienste bei der Occupation von Krakau unter politisch schwic- 
rigen Verhältnissen wurde Regiments-Commandant Oberst Josef Malter OLO.-R. 

1836 bis 1844 diente Oesterreichs hochverdienter Biograph und Historiker Constant 
von Wurzbach Ritter von Tannenberg als Cadet und Lieutenant in diesem 
Regimente, — ebenso später als Hauptmann der nachherige päpstliche Ge- 
neral Marquis Zappi. 

1849 Die officielle Schlacht-Relation von Novara 23. März belobt als besonders 
ausgezeichnet folgende Offiziere des Regiments: Oberst-Regiments-Conmian' 
dant Mandl; die Hauptleute Zimmer, Wirth, Greschke, Schuster, Lebzeltern, 
Funk, die Oberlieutenants Czerkas, Lempicki, Rübenbauer, Hofsass, Drian- 
court, die Lieutenants Grobois, Lehnhardt, Krauth, Graf Coudenhove, Kniely, 
Haen, Plamers. Die Mannschaft erhielt 3 grosse, 7 kleine silberne Medaillen und 
39 Belobungen. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen in Italien und Ungarn: 

ÜLO.-R. Oberst Victor Mandel, die Hauptleute Anton Wirth und Carl Greschke. 
OEKO.-R 3. Oberstlieutenant Julius BLiesewetter Edler von Wildenbrunn, die 
Hauptleute Carl Greschke und Carl Zimmer. 

MVK. Oberstlieutenant Julius Bliese wetter Edler von Wildenbrunn, Major 
Johann Nobile Marini^ die Hauptleute Edler von Adlerschwung, Kuciejewski, 
Schediwy, Edler von Schiwitzhofen, Oberlieutenant Breyer, die Lieutenants 
Edler von Friedrichsberg, Kopetzky und Erlacher de Khay; Hauptmann 
Hauenschild. 

1864 Für Auszeichnung im Feldzuge gegen die Dänen in Schleswig-Holstein: 

ÖLO.-R. Major Ludwig Stampfer. OEKO.-R. Oberstlieutenant Franz Ores- 



— 200 — 

kovich und Hauptmann Carl Ritter von Catinelli. MVK. Hauptmann 
Vincenz Planner, Oberlieutenant Track, Lieutenants Jeney, Ritter von Manas- 
terski, Heymerle, Woller und nachträglich Major Paul Driancourt. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge gegen Preussen in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Heinrich August Esquire Dickinson. 
MVK. Regiments-Commandant Oberst Franz Bergou, Major Johann Koöy von 
Cenisberg, Hauptmann Bissinger, Lieutenant Gauff und der anhertransferirte 
Oberst Erwin Schmelzer für frühere Verdienste 

Seit 1868 erhielt es die gegenwärtige Adjustirung statt der früher weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1757 Major Philipp Franz Graf Saint Genois f in der Schlacht bei Leuthen 
5. December. 

1790 Major Huys d' Altin f beim Angriffe auf das feindliche Lager bei Andenne- 

1864 Major Ludwig Stampfer f im Treffen bei Oberselk 3. Februar. 

1866 Major Paul Driancourt f im Gefechte bei Podol 26. Jimi. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Franz Bergou f in der Schlacht bei König- 
grätz 3. Juli. 

1866 Oberstlieutenant Heinrich August Esquire Dickinson an den Folgen seiner 
bei Königgrätz' erlittenen schweren Verwundung f zu Dresden 10. August. 



Siebenbürgisch-ungarisches 



INFANTERIE-REGIMENT N" 31. 

(1863.) 

FRIEDRICH WILHELM, GROSSHERZOG VON MECKLENBURG-STREUTZ. 

Dunkelblaue Waffetiröcke, kaisergelbe Egalisirt^ngy weisse Knöpfe, 
Ergänzungsbezirksstation : Hermannstadt. 



Inhaber. 



1741 in Siebenbürgen errichtet zwei 
Bataillone zu 1500 Mann, die mit 
1. November d. J. schon voll- 
kommen adjustirt und ausgerüstet 
aufgestellt waren. 

1741 FZM. Freiherr Samuel Haller 
von Hallbrstein f 1777. 

1777 GM. Anton Graf Estbrhazy de 
Galantha erhielt 1780 das 34. In- 
fanterie -Regiment. 

1780 FML. Josef Baron Orosz de 
CßicsBR t 1792. 

1792 FML. Johann Peter Freiherr von 
Beaülieu MTO.-C, erhielt 1794 
das wallonische 58. Infanterie- 
Re^ment. 

1794 FML. Johann Andreas Bbnjowsky 



1817 



1825 



1829 



1849 



1863 



von Bbnyow (war von 1817 
zweiter Inhaber) f 1822. 
Maximilian König von Baiern f 
1825. 

FML. Franz Freiherr Splbnyi von 
MmALDY (war seit 1823 zweiter 
Inhaber), f 1829. 
FML. August Graf Leiningbn- 
Westerbüro MTO.-R. t zu Wien 
9. October 1849. 
FZM. Carl Ritter von Culoz 
MTO.-R. t zu Venedig 11. No- 
vember 1862. 

Friedrich Wilhelm Grossherzog 
von Meoklenburg-Strelitz. 
(Zweiter Inhaber 1863 FML. Carl 
Ritter Loja von Wbstbnbog). 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege machte dieses Regiment 
1742 seinen ersten Feldzug in Böhmen mit und war bei der Belagerung von Prag, 
1744 im Feldzuge in Böhmen, kam es 1745 in die Niederlande, focht in den 
Schlachten bei Rocoux 1746, bei Lawfeld 1747 und in der Belagerung von 
Mastricht 1748. 

Im siebenjährigen Kriege vertheidigte 
1757 21. April die Ghrenadier-Compagnie mit grosser Bravour den Verhau bei 
Reichenberg gegen zehnfache Uebermacht. — In der Schlacht bei Kolin 



— 202 - 

18. Juni Hess Oberst Dcszö um Mittagszeit Sturmstreich schlagen^ das 
Regiment rückte mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen vor, und 
stürzte sieh nach Abgabe einer Decharge mit dem Säbel in der Faust auf 
den Feind. — Es hatte einen Verlust von 689 Todten, — den Obersten 
Deszö, Major Kerekes, 27 Offiziere und 906 Mann verwundet ; — bald wieder 
completirt, war das Regiment beim Angriffe auf Gabel 6. September, iiu 
Gefechte bei Zittau, im Treffen am Moysberge 7. September und Abtheilunpn 
bei der Belagerung von Schweidnitz, wo sich Oberstlieutenant Rhedey mit 
drei Grenadier-Compagnien beim Angriff des Striegauer Forts hervortbat 
und eine Schanze nahm. 22. November zeichnete sich das Regiment bei 
Breslau bei Ersttlrmung der dortigen Verschanzungen aus, 5. Deccmber war 
es in der Schlacht bei Leuthen. 1758 war das Regiment 30. Juni bei Ero- 
berung des feindlichen Transportes bei Domstädtl, 16. September im Gefechte 
bei Ahrnsdorf und 14. October in der Schlacht bei Hochkirch, wo es eine 
Redoute erstürmte, aber 500 Mann verlor; — 1759 im Treffen bei Maxen, 
1760 bei der Expedition nach Berlin und in der Schlacht bei Torgau, 1762 
das Regiment 1. August im Treffen bei Peyle, und ein Commando bei der 
Belagerung von Schweidnitz. 

1778 Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Haupt-Armee in 

Böhmen. 
1784 im December wirkte es thütig an der Unterdrückung des wallachischm 

Bauern-Aufstandes in Siebenbürgen mit. 

Im TtLrkenkriege focht das Regiment mit grosser Auszeichnung. 
1788 im Februar half eine Division den Brückenkopf an der Aluta bei Kincen 
einnehmen und 29. Februar besetzte Major Leyritz das Kloster Sinai, 
15. April focht eine Division bei Perischau im Thale Pripora, überhaupt 
war das Regiment in der Besetzung der Pässe seines Heimatlandes Sieben- 
bürgen vertheilt und zeichneten sich die einzelnen Abtheilungen bei Be- 
hauptung des Boszaner, Terzburger, Tömöser und Vulkanerpasses im Verein 
mit den dortigen Grenztruppen ungemein aus. 1789 wirkte 15* Juli das 
Oberst - Bataillon auf dem Berge Prädial tapfer zur Vertheidigung des 
Tömöserpasses mit und half die Türken mit grossem Verluste in die Flucht 
schlagen. 7. October waren zwei Divisionen bei der Unternehmung auf Rimnick 

Im Kriege gegen die französische Republik waren 
1792 6. November erst die Grenadiere bei Vertheidigung der Verschanzungen bei 
Jemappes, 1793 das Leib-Bataillon bei der Belagerung und Einnahme von 
Valenciennes und 30. October bei der Eroberung von Marchiennes, 1704 
war das Regiment in der Niederlande, später in Deutschland, 1795 9. biß 11. 
December ein Bataillon bei Vertheidigung der Posten bei Edisheim, 13. De- 
cember die Grenadiere im Gefechte bei Trippstadt, 1796 zwei Bataillone bei 
der Belagerung von Kehl, und 1797 im April bei Vertheidigung der dies- 
seitigen Posten bei Diersheim während des Rhein-Ueberganges der Franzosen. 

Im Feldzuge 
1799 focht das Regiment mit grosser Tapferkeit 21. März im TreflFen bei Osterach 



-- 203 - 

und 25. März in der Schlacht bei Stockach, wo es aber, von einer bedeu- 
tenden feindlichen Uebermacht ftngegrifFen, grosse Verluste insbesondere an 
Gefangenen erlitt. 

Im Feldzuge 
1800 3. Mai in der Schlacht bei Engen that sich Oberstlieutenant von Papp mit 
dem Leib-Bataillon ungemein hervor, deckte mit grösster Aufopferung den 
Rückzug und nur seinen klugen Dispositionen war es zu danken, dass in 
der schmalen Passage bei Engen nicht mehrere 1000 Gefangene in die 
Hände des Feindes gefallen, und Hauptquartier und Artillerie-Reserve in die 
grösste Gefahr gerathen sind. Noch am Abende dieses Tages nahm Oberst- 
lieutenant Papp drei geworfene wallonische Bataillone auf, und rettete diese 
vor gänzlicher Aufreibung durch einen raschen Angriff mit 100 Freiwilligen 
des Regimentes. — Dieses focht 1. December im Treffen bei Haag, 3. De- 
cember in der Avantgarde-Brigade Löppert in der Schlacht bei Hohen- 
linden, — und beim Rückzuge in der ArriÄre-Garde im Gefechte bei Fran- 
kenmarkt. 

Im Feldzuge 
1805 gehörte dasselbe zu den in Süd-Tirol stehenden Abtheilungen des öster- 
reichischen Heeres von Italien. 

Im Feldzuge 
18^19 war das Regiment im VI. Armee-Corps FML. Baron Hiller eingetheilt, und 
focht 24. April im Treffen bei Neumarkt, und mit besonderer Auszeichnung, 
aber grossem Verluste 3. Mai in jenem bei Ebelsberg; in der Schlacht bei 
Aspem gehörte es zu den Tapfersten jenes heissen Kampfes, am zweiten 
Schlachttage 22. Mai rückte dasselbe im Sturmschritt in das Dorf Aspern 
und erstürmte in einem Anlaufe den mehrmals genommenen und wieder 
verlornen Friedhof; — 5. und 6. Juli war es in der Schlacht bei Wagram, 
und deckte den Rückzug der Armee. Regiments-Commandant Oberst 
Senitzer erhielt den Auftrag, zu diesem Zwecke Hollabrunn aufs Aeusserste 
zu vertheidigen. Ungeachtet der heftigsten feindlichen Stürme und des in 
Flammen aufgegangenen Ortes behauptete sich der tapfere Oberst mit seinem 
braven Regimente gegen alle Angriffe bis Mittemacht, wo ihm der Befehl 
zum Rückzuge zukam. 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment anfänglich bei dem in Oberösterreich gegen Baiem auf- 
gestellten Corps des FZM. Fürsten Reuss, wurde aber nach Abschluss der 
Alliance mit Baiem zur Armee des FZM. Baron Hiller beordert, bei der es 
Mitte November einrückte. 16. November besetzte es den Monte Bastio, 
19. November war ein Bataillon im Gefechte bei San Michele, das Regiment 
wurde Ende November gegen den Etschübergang auf der Strasse von 
Rovigo nach Boara vorgeschickt, wo es bei Villanuova und Costa eine 
Au&tellung bezog und mehrere Gefechte bestand, so bei Boara, Lendinara 
u. 8. w. Am 8. December bei dem Angriffe des französischen General Mar. 
cognet machte General Graf Starhemberg an der Spitze des Regimentes und 



— 204 — 

4 

zwei anderer Bataillone einen wüthenden Aus&ll aus dem Brückenköpfe von 
Boara Polesina und warf die Franzosen mit grösster Tapferkeit bis Rovigo 
zurück. 

Im Feldzuge 

1814 war das Regiment 17. Februar im Gefechte bei Cadeo und Fontana, 7. März 
in jenem bei Reggio, 14. April bei Pontenura, einzelne Abtheilungen 13. April 
bei Fierenzuola. 1815 in Frankreich ein Bataillon bei der Blokade von 
Hüningen, einige Compagnien 4. Juli im Gefechte bei Beifort, — das Re- 
giment im Armeelager von Dijon und 1815 bis 1818 bei der Occupations- 
Armee des G. d. Cav. Grafen Frimont im Elsass. 

1846 Bei Unterdrückung des galizischen Februar- Au&tandes hielt das Regiment 
im Rzeszower und Jasloer Kreise die Ruhe aufrecht. 

In den Kriegsjahren 
1848 und 1849 war das zweite Bataillon im September 1848 nach einem äusserst 
schwierigen Marsche durch die aufgeregtesten magyarischen Städte in die 
Festung Temesvar eingerückt, imd war 14. December im Treflfen bei Arad ; — 
1849 8. Februar bei einer zweiten Entsatzschlacht daselbst, 12. März im 
Gefechte bei Freidorf und nahm ruhmvollen Antheil an der heldenmüthigen 
Vertheidigung imd allen Kämpfen während der 107tägigen Belagerung von 
Temesvar. Das dritte Bataillon und die Grenadier- Division fochten mit 
gleicher Auszeichnung in Siebenbürgen im Treffen bei Galfava 17. Jänner 
1849, in den Schlachten bei Hermannstadt 21. Jänner, bei Salzburg 4. Februar 
bei Mediasch 3. März — bei der Vertheidigung von Weisskirchen 8. Mai, 
im Treffen bei Szemeria 23. Juli und in den Gefechten bei Kaszon Ujfalu 
und Bücksad 1. August. — Zwei Compagnien waren bei der Vertheidigung? 
von Carlsburg. — Das erste Bataillon war zur Sicherung Galiziens in diesem 
Lande geblieben. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden bedeckte sich das im V. Armee-Corps eingetheilte 
Regiment mit vorzüglichem Kriegsruhme und focht 20. Mai im Treffen bei 
Montebello, 4. Juni in der Schlacht von Magenta, wo es unter der helden- 
müthigen Führung seines Obersten von Dormus den wichtigen Punkt, die 
Casa Limido, mit stürmender Hand nahm ; — und 24. Juni in der Schlacht 
bei Solferino, wo sich besonders das Grenadier-Bataillon hervorthat, aber 
grosse Verluste erlitt. 

Im Feldzuge 
1866 im Vn. Armee-Corps der Süd- Armee eingetheilt, focht das Regiment mit 
Auszeichnung in der Siegesschlacht von Custozza, 24. Juni, und hatte ruhm- 
voll an der dritten Erstürmung des Belvedere Theil genommen. 



TapferkeitB-Aoszeichnungen und besondere 

1757 Bei Kolin und bei Breslau hatte sich Major Sigmund Kerekes so vorzüglich 
ausgezeichnet, dass er 1760 MTO.-R. wurde; ebenso wurde 1760 Oberst 
Graf Johann Rhedey für Auszeichnung bei der Belagerung von Schweidnitz 
1767, bei Breslau 1757 und bei Domstadtl 1758 MTO.-R. 



— 205 — 

1789 Major Franz Kantor hatte seit der Errichtung des Regimentes 48 Jahre in 
diesem gedient, 42 Schlachten, grössere und kleinere Gefechte mitgemacht 
und 17 Wunden erhalten, an den Folgen der letzten am Tömöscher Passe 
erhaltenen starb er. 

1788 und 1789 wurden für die verschiedenen Actionen folgende Offiziere des 
Regimentes belobt: bei der Expedition in die Wallachei Februar 1788: 
Major von Leyritz, die Hauptleute Richard und Roth und Oberlieutenant 
Kövesdy. 

Im Gefechte im Thale Pripora : Hauptmann Schreiber und Lieutenant Duprez. 
Am Vulkanerpasse Oberstlieutenant Nemes, in der Action bei Porcseny Haupt- 
mann Zitter, bei Vertheidigung der Römerschanze Hauptmann Csukas. 
Bei Vertheidigung des Terzburger Passes: Hauptmann Wallowitsch, Ober- 
lieutenant Mayler, Lieutenant Seethal, Fähnrich Pongratz; — bei der Ver- 
theidigung des Temeser Passes : die Hauptleute Kövesdy und Valmagini, die 
Lieutenants Deak und Waldau; — bei der Unternehmung auf Rimnick 
Major Cseppy, — ferner in einzelnen Vorpostengefechten: Hauptmann Kiss 
und Oberlieutenant Rechini. 

1793 Bei Courtray 15. September wurde der Inhabers- Adjutant Hauptmann Mal- 
camp sehr belobt. 

1793 Bei der Belagerung von Valenciennes wurde wegen besonderer Bravour beim 
Sturme Lieutenant Kolb sogleich zum Capitänlieutenant befördert; ebenso 
that sich Lieutenant Tartier sehr hervor. — Bei Eroberung von Marchiennes 
hat Major Cseppy eine Colonne mit Ruhm geführt, ausser ihm hatten sich 
die Oberlieutenants Kovacs und MUkovich und Lieutenant Cseppy sehr 
ausgezeichnet. 

1795 Bei Edisheim hatten sich Oberstlieutenant Candiani und Major Richard aus- 
gezeichnet. Bei der Belagerung von Kehl die Oberlieutenants Bankovics, 
Keck und Hauptmann Valmaquis. 

1799 Oberst Graf Carl Clauwetz de Brian wurde wegen ebenso entschlossener 
als umsichtiger Führung des Regimentes in der Schlacht bei Stockach an- 
gerühmt. 

1800 Oberstlieutenant Ludwig von Papp wurde für sein ausgezeichnetes Benehmen 
in der Schlacht bei Engen 3. Mai in der Promotion 18. August 1801 
MTO..R. 

IJ^09 Bei Ebelsberg 3. Mai hatten Feldwebel Caspar Feuchtner und Corporal 
Anton Bogdan die Fahnen gerettet. Feldwebel Szluha mit 70 gesammelten 
Soldaten verschiedener Regimenter 2 verlorne Kanonen wieder erobert, und 
2 feindliche Fahnen erbeutet. 

1><^Ö Regiments- Commandant Oberst Paul Senitzer wurde für seine heldenmüthige 
Vertheidigung von Hollabrunn mit Armee-Befehl ddo. 13. Juli MTO.-R. 

1813 und 1814 in den Feldzügen wurden Oberst Senitzer und Oberstlieutenant 
Johann von Vecsey wiederholt in den Berichten belobt, Letzterer insbesondere 
im Gefechte bei Pontenura 14. April 1814. 



- 206 - 

1848 Die Erhaltung des auf dem Marsche von Galizien nach Temesvar im 
September allen VerfÜhrungskUnsten der Revolution ausgesetzten Regimentes 
war das Verdienst des eben so umsichtigen als energischen Regiments-Com- 
mandanten Oberst Christian Graf Leiningen-Westerburg. 

1849 Für seinen wesentlichen Antheil an der Erhaltung Temesvars wurde Regiments- 
Commandant Oberst Ludwig von Sztankovics, dem vom Festungs-Commandanten 
FZM. Rukavina die persönliche Ober-Aufsicht der taktischen Leitung der 
Vertheidigung übertragen worden war, 1850 MTO.-R. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen in Ungarn und Siebenbüi^n. 
OLO.-R. Oberstlieutenant Josef Baron Urraca, Hauptmann Hermann Seymann. 
OEKO.-R. 2. Regiments-Commandant Oberst Ludwig von Sztankovics. 
OEKO.-R. 3. Hauptmann Carl von Melzer, die Oberlieutenants Adolf Henicko 
und Josef Baron Urraca, Ferdinand Hössler, Lieutenant Gustav Amon und 
Major Carl Riebel von Festertreu. 

MVK. die Hauptleute von Deszputh, Albert Fellner von Feldegg, Peter 
Arzt, Carl Lauber, Gjurich, die Oberlieutenants Gangl, Wilhelm Czieck, 
Bardotz, Carl Baron Reichlin. 

1859 Für Auszeichnung im Treffen bei Montebello 20. Mai. 

OEKO.-R. 3. Lieutenant Josef Karpinski. MVK. Lieutenant Postel. Aller- 
höchste Belobung Oberst Dormus, die Majore Humner und Vass, die Haujit- 
leute Gangl, Baron Urraca und Amon. Die Mannschaft 1 goldene und 38 
silberne Medaillen beider Classen. 

1859 Für Auszeichnung bei Magenta 4. Juni. 

Oberst Regiments-Commandant Josef Dormus für vorzüglich tapfere und 
umsichtige Führung des Regimentes MTO.-R. 

MVK. Major Daniel von Vass, die Hauptleute Syrbu, Amon, Doleisch, von 
Czetz, Csauf, die Oberlieutenants Zorics, Conradt, CsAzy, Goldschmidt, die 
Lieutenants Dietrich und Palkovits. 8 Offiziere die Allerhöchste Belobung; 
die Mannschaft 1 goldene, 47 silberne Tapferkeits-Medaillen beider Classen 
und 16 Belobungen mittelst Armee-Befehls. 

1859 Für Auszeichnung bei Solferino 24. Juni. 

OEKO.-R. 3. die Majore Alexander Humner, Daniel von Vass und Georg 
Syrbu, Hauptmann Georg Gangl und Lieutenant Josef Fangor. — MVK. 
Oberstlieutenant Ferdinand Arthofen, die Hauptleute Josef Ritter von Pawli- 
kowski, Baron Urraca, von Pechio, von Susani, die Oberlieutenants von Stöhr, 
Schilling, Klimke, von Kohl. 8 Offiziere die Allerhöchste Belobung, der 
Regiments -Caplan Poppovicdas GGVK., die Mannschaft 4 goldene, 128 silberne 
Medaillen beider Classen und 118 Belobungen. 

1866 Für Auszeichnung bei Custozza 24. Juni. 

OLO.-R. Oberst Anton Dormus, Major Josef Baron Urraca. OEKO.-R. 3. 
Major Franz Ritter von Moor. MVK. die Hauptleute: Mayer, Palliardi, von 
Soos, Strasser und Brunner. Seit 

1868 hat es die angegebene Adjustirung erhalten statt der ehemaligen weissen 
Röcke. 



— 207 — 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten- und Stabs-Offiziere. 

1758 Regiments- Commandant Oberst Franz Deszö an den Folgen schwerer Ver- 
wundung bei Breslau in feindlicher Kriegsgefangenschaft zu Frankfurt an 
der Oder f 9. April. 

1789 Major Franz Kantor an den Folgen seiner Verwundung am Tömöscher Passe f. 
1799 Major Malcamp de Beaulieu in einem Gefechte in Deutschland schwer ver- 
wundet t- 



Ungarisches 

INFANTERIE -REGIMENT N« 32. 

Dermalen vacat. 

Dunkelblaue Waffenröcke, himmelblaue Egtüisirung^ gelbe Knopfe, 

Ergänzungsstation : Ofen- Pest. 



Inhaber. 



1741 errichtet in Ungarn. 

1741 FZM. Ignaz Graf Forgacs \ 2. 

April 1772. 
1773 FML. Samuel Graf GyülaiMTO.- 

R. t 24. April 1802. 
1802 FZM. Fürst Nikolaus Esterhazy 

von Galantha f zu Como 25. 

November 1833. 
1 834 Erzherzog Franz Ferdinand d'Este, 

Herzog von Modbna f zu Wien 

30. November 1875. 

{Zweite Inhaber: 



1834 GM. Mathias von JARossYf 1835. 
1845 FML. Franz Baron Csorich von 

Monte-Creto MTO.-R. f 4. März 

1847. 
1847 FML. Franz Baron Weioelsperg 

t 1850. 
1850 FZM. Johann Freiherr Kempen 

von FicHTBNSTAMM f 29- Novcm- 

ber 1863. 
1863 FZM. Alois Freiherr Pokornt 

von Fürstenschild f 1876.) 

Dermalen unbesetzt. 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1743 bei der Belagerung von Ingolstadt, 1744 bei der Eroberung der Stadt Lauter- 
burg 4. Juli und bei dem Angriffe und der Einnahme von Weissenburg 5 
Juli, wohin ein Bataillon als Besatzung kam; als dieser Platz aber kurz, 
nachher eingeschlossen wurde, fiel dies Bataillon nach zweistündiger tapferster 
Gegenwehr, als die Franzosen den Ort mit Sturm nahmen, in Kriegsgefan- 
genschaft. 

1745 war das Regiment im Feldzuge am Main, unter FM. Graf Traun, kam im 
Spätherbste d. J. nach Italien, focht 1746 in der Schlacht bei Piacenza und 
warf mit dem Säbel den Feind, ferner in jener bei Rottofreddo, bei der Be- 
sitznahme von Genua und der Unternehmung in die Provence, 1747 bei der 



— 209 — 

Belagerung von Genua und ein Bataillon mit der Grenadier-Compagnie im 
Treffen bei Exilles, von letzteren wurde der französische Generallieutenant 
Chevalier Belleisle, als er eben die Brustwehr hinaufkletternd eine Fahne 
aufpflanzen wollte, tödtlich verwundet. 1748 17. Februar behauptete Oberst- 
lieutenant Graf Draskovich mit einem Bataillon den Posten bei Campo-Freddo 
aufs Tapferste gegen die wiederholten Angriffe der Genueser. 
Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 

1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag, 7. Juli im Treffen am Moysberge, im No- 
vember bei der Belagerung von Schweidnitz, ein Bataillon 22. November 
in der Schlacht bei Breslau und 5. December in jener bei Leuthen, 1758 
14. October das Regiment in der Schlacht bei Hochkirch, 1761 1. October 
eine Grenadier-Compagnie beim Sturme und der Eroberung von Schweidnitz ; 
1762 16. August das Regiment im Gefechte bei Peyle am Fischerberge. 

Im baierischen Erbfolgekriege war dasselbe 
1778 im d'Altonischen Corps in Böhmen. 

Im Türkenkriege 
1788 7. März unterstützte eine Compagnie bei Semlin am Beschanier Damme eine 
hartbedrängte Compagnie Nikolaus Esterhazy Nr. 33 und beide trieben so- 
dann die Türken zurück. — 22. April im Gefechte am Beschanier Damme that 
sich eine Division hervor und wirkte mit zur Wiedereroberung zwei verlorener 
Kanonen, die beiden Feldbataillone bezogen die Vorposten bei Semlin. Das 
dritte Bataillon, AnÜEtngs zu Peterwardein als Besatzung, war 2. September 
beim Angriffe und der Eroberung des türkischen Lagers bei Gradiska; 1789 
war das dritte Bataillon bei der Belagerung von Berbir und später alle drei 
Bataillone bei der Belagerung von Belgrad, wo sich die Grenadiere 30. April 
beim Sturme auf die Raitzenstadt unter Hauptmann Gbaf Albert Gjulai sehr 
hervorthaten. 

Im Kriege gegen die französische Republik 
1792 30. September wurde das dritte Bataillon im Treffen bei Speyer nach tapferster 
Gegenwehr nebst 2 Mainzer-Bataillonen von der feindlichen Uebermacht ge- 
fangen; 1793 fochten 18. März die Grenadiere in der Schlacht bei Neer- 
winden, vertrieben unter Hauptmann Graf Albert Gyulai die Franzosen 
aus Tirlemont und nahmen ihnen einige 100 Gefangene und mehrere Ge- 
schütze ab. Die beiden ersten Feldbataillone fochten theils vereint, theils 
einzeln 4. April im Scharmützel bei Rheinzabem, — im Mai bei Vertheidi. 
gung der Posten bei Offenbach, bei Rilsheim, bei der Einnahme des Bien- 
waldes 20. August, bei Werth 21. August, bei der Recognoscirung gegen 
Steinfeld 27. August, bei Einnahme der Weisseuburger Linien 13. October, 
wo das Oberst-Bataillon unter Major Weidenfeld das verschanzte Lager bei 
Gross-Steinfeld und die grosse Redoute erstürmte; bei Vertheidigung der 
Posten bei Berstheim 2. December und der Position am Schweighauser 
Walde 11. December. — 1795 zeichneten sich einzelne Regiments-Abtheilun- 
gen 9. Jänner im Treffen bei Bemmel an der Waal aus — 18. October 
war ein Bataillon im Treffen bei Mannheim, 1796 ein Bataillon im Treffen 

Thttrhclm, G«d«&kblitt«r. 1^ 



— 210 - 

bei Giessen 16. September, wo es die dortigen Anhöhen behauptete. — Da» 
Regiment kam noch in diesem Jahre nach Italien. Im Treffen bei Bassano 
und Fontaniva 6. November 1796 warf Oberstlieutenant Posztrechowsky mit 
dem Regimente durch einen Bajonnetsturm bei Le-Nove die französischen 
Colonnen aus diesem Orte und behauptete sich gegen alle ferneren feind- 
lichen Angriffe im Besitze des Dorfes, das Regiment hatte aber grosse Ver- 
luste erlitten. 1797 war ein Bataillon 8. Jänner im Gefechte am Flusse 
La-Fratta, 9. Jänner in jenem bei Minerbe, 15. Jänner bei St. Giorgio, der 
Vorstadt von Mantua, wo das Corps des Generals Provera 16. Jänner von 
Bonaparte ereilt die Waffen strecken musste, wodurch das Bataillon in Ge- 
fangenschaft gerieth. 

Im Feldzuge 

1799 in Italien waren 26. März die beiden ersten Feldbataillone im Treffen bei 
Verona, das dritte bei Legnago, wo es an dem Canal Busco die dortige 
Brücke vertheidigte ; 5. April war das Regiment in der Avantgarde im Treffen 
bei Magnano, im Juni abtheilungsweise bei den Belagerungen der Citadelle 
von Turin und jener von Mantua, wo ein Bataillon 10. Juli den Cereser- 
Thurm Turazzo und die Brücke über den Bajolo mit Sturm nahm; endlich 
um diese Zeit war eine dritte Abtheilung bei der Belagerung der Citadelle 
von Alessandria. Das Regiment focht, wieder vereint, 15. August in der 
Schlacht bei Novi, 4. und 5. November im Treffen an der Stura bei Fossano 
und später war es bei der Belagerung von Coni. 

Im Feldzuge 

1800 in der Riviera di Genova und den verschiedenen kleineren und grösseren 
dortigen Gefechten abtheilungsweise verwendet, als bei Montenotte, Campara 
u. s. w. (April und Mai). 

Im Feldzuge 
1805 focht dasselbe mit Auszeichnung in der Armee des Erzherzogs Carl bei 
Caldiero .30. und 31. October. 

Im Feldzuge 
1809 in der detachirten Division FML. Baron Jellacic des sechsten Armee-Corps 
eingetheilt, war dasselbe im April bei der Vorrückung gegen München, so- 
wie dem späteren Rückzuge gegen Salzburg. Bei Lauffen 29. April schlugen 
sich zehn Compagnien mit äusserster Tapferkeit volle vier Stunden ohne ein 
einziges Geschütz gegen die ganze Division Wrede; 5. Mai warf ein Ba- 
taillon die Baiem und Franzosen aus dem Orte Abtenau und vom Strubberge 
mit dem Bajonnete stürmend hinaus; — 25. Mai war das Regiment im Treffen 
bei St. Michael nächst Leoben und 14. Juni ein Bataillon in der Schlacht 
bei Raab. 

Im Feldzuge 
1812 gegen Russland focht dasselbe in der Truppen-Division FML. Baron Bianchi 
des österreichischen Auxiliar-Corps 12. August in der Schlacht bei Podubnie, 
im Walde bei Ljuboml, bei den Trysziner Höhen 8. October — im Treffen 
bei Biala 18. October, wo sich das zweite Bataillon in einem entscheidenden 



- 211 — 

Gefechts-Momente vom Oberstlieutenant Grafen Latour des Generalstabs, dem 
späteren Kriegsminister, persönlich vorgeführt, ganz besonders hervorthat, — 
ein Bataillon war 18. November im Gefechte bei Rudnia. 

Im Feldzuge 
1813 in der Division Bianchi des Reserve-Corps eingetheilt, hatte das Regiment 
thätigen Antfaeil genommen an den ruhmvollen Kämpfen desselben in den 
Schlachten bei Dresden 26. und 27- August, bei Kulm und Arbesau 30. 
August; bei Leipzig und der Erstürmung des Markleeberges. 1814 war es 
einige Zeit bei der Blokade von Beifort, bei der Erstürmung von Clercy 
4. Februar — im Treffen bei Montereau 18. Februar, im Treffen bei Macon 
11. März, bei St. Georges 18. März — in der Schlacht bei Lyon 20. März, 
im Gefechte bei St. Romans 2. April und bei der hierauf erfolgten Besetzung 
von Südfrankreich und Savoyen durch das Corps des FML. Bianchi. 1815 
AnÜGuigs in Italien waren Regiments- Abtheilungen 4. April beim Uebergange 
über den Panaro im Gefechte, sowie bei Modena ; später rückte das Regiment 
im Corps des FML. Grafen Bubna nach Südfrankreich über den Simplon, 
zwei Compagnien über den grossen Bernhardt, und war im Gefechte bei 
Bellegarde, beim Uebergange über den Porte du Rhone, am 4. Juli erstürmte 
es die Zugangs-Redoute des Forts de TEcluse, machte die Besatzung theils 
nieder, theils gefangen und eroberte 4 Kanonen, 1 Fahne und beträchtlichen 
Munitions-Vorrath. Später war es im Armeelager bei Dijon, und 1821 machte 
es den Feldzug gegen Piemont mit, ohne jedoch in eine Action zu kommen. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien war das Regiment bei dessen Ausbruche (im März) zu Modena, 
Parma und Reggio vertheilt und gelangte unter sehr schwierigen Verhältnissen 
über den Po nach Mantua, wo es während des Feldzuges als Besatzung 
blieb und das Recognoscirungsgefecht bei Govemolo 23. April, sowie 4. und 
13. Mai die beiden Recognoscinmgen der Linie am Curtatone mitmachte, 
und an der Belagerung und Vertheidigung von Mantuä ehrenvollen Antheil hatte. 

Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont rückte das Regiment, im vierten Armee-Corps FML. Graf 
Thum eingetheilt, auf der Strasse von Vercelli zur Schlacht von Novara vor, 
kam aber nicht mehr ins Gefecht und blieb bis zum völligen Friedens-Ab- 
Bchlusse Ende August bei der Occupation von Piemont als Besatzung in 
Novara. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Francosarden war das Regiment im V. Armee- Corps eingetheilt 
und focht in den beiden Schlachten bei Magenta 4. Juni und Solferino 24. Juni. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im VIII. Armee-Corps der Nord-Armee 
in Böhmen eingetheilt und focht 28. Juni im Treffen bei Skalic, — - 3. Juli 
in der Schlacht bei Königgrätz, in beiden Actionen mit bedeutenden Ver- 
lusten, endlich auf dem Rückzuge in Mähren 15. Juli im Gefechte bei Dub. 



— 212 — 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment in den Gefechten bei Ravnicze nächst Stolac, 13. August; 
bei Stolac 16. und 21. August, bei Eriminac Cruici 17. bis 20. August und 
erhtt in allen diesen einen Gesammtverlust von 142 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1744 Der Regiments-Inhaber Oberst Graf Forgacs sich 4. Juli bei der Vertheidigung 
Weissen burgs ausgezeichnet. 

1746 Im Treffen bei Exilles Oberstlieutenant Josef Graf Draskovich das Bataillon 
mit Ruhm geführt. 

Oberst Baron Mednyansky commandirte die Besatzung in dem eroberten 
Guastalla. 

1788 und 1789 im Türkenkriege haben sich folgende Offiziere des Regimentes 
ausgezeichnet : Regiments-Commandant Oberst von Kotzy und Major Dietrich 
22. April 1788 beim Beschanier Damme, ebenso Hauptmann Valetti, der eine 
Kanone wiedereroberte, aber dabei todtgeschossen wurde. Bei dem ersten 
Gefechte bei Beschania 7. März hatten sich Hauptmann Wurzer, Oberlieu- 
tenant Simony, der in Folge dessen zum Hauptmanne befördert wurde, und 
Fähnrich Beer ausgezeichnet. Hauptmann Albert Graf Gyulai, der beim 
Sturme auf Belgrad mit seiner Compagnie freiwillig durch die Pallisaden 
drang, die Türken nach hartem Kampfe aus dem Graben vertrieb und bis 
in die Stadt verfolgte, wurde 1789 MTO.-R. Auch Hauptmann Simony hatte 
sich sehr hervorgethan. — Die Mannschaft jener Division, welche 22. April 
im Gefechte bei Beschania betheiligt war, erhielt nachträglich von 
Sr. M. Kaiser Josef II. hundert Dukaten zur Belohnung. 

1793 Im Feldzuge wurden ftir ihr tapferes und umsichtiges Benehmen in den Be- 
richten über die verschiedenen Actionen angerühmt : Regimen ts-Commandant 
Oberst Josef Kempf von Mannsberg und Major Weidenfeld bei Offenbach, 
bei Einnahme des Bienwaldes und später der Weissenburger Linien; die 
Hauptleute Graf Morzin und Buky bei Oflfenbach; — Hauptmann Hegy, 
der 20. August die Feinde mit Nachdruck verfolgte und drei Munitionswägen 
erbeutete, der schwerblessirte und daran gestorbene Hauptmann Fischer, Haupt- 
mann Baron Bechard, der mit drei Compagnien den Feind im VorrQcken aufge- 
halten und bei Werth mit Ruhm ein Bataillon commandirt hat, die Haupt- 
leute Buky xmA Hölzl, und Oberlieutenant Hirsch, der mit einer halben 
Compagnie zwei Kanonen eroberte, diese sechs Letztgenannten sämmtlich bei 
der Einnahme des Bienwaldes, Oberlieutenant Rau bei Einnahme der Weissen- 
burger Linien, Hauptmann Pottorniay im Schweighauser Walde, ObiTlieutenant 
Kunz bei Vertheidigung des Postens bei Ohlungen. 

1794 Hauptmann Josef Baron Bechard, welcher bei Rilsheim durch geschickte 
Evolutionen sein Bataillon rettete, bei Wörth auf Vorposten stehend, durch 
seine umsichtigen Anstalten den kräftigen Angriff der kaiserlichen Truppen 
am 21. August vorbereitete, wui-de MTO.-R. 



— 213 — 

1795 Im Treffen bei Mannheim 18. Oetober hatten sich ausgezeichnet: Oberst- 
lieutenant Franz Posztrechowsky, die Hauptleute Andrassy, Herrmann^ Graf 
Morzin und Simony, der dabei todt blieb. — Bei Qiessen 16. September 
1796 zeichnete sich Major Pers durch gute Führung seines Bataillons aus. 

1797 Im Gefechte an der Fratta 8. Jänner thaten sich die Hauptleute Obel, Lenk 
und Oberlieutenant Lehoczky hervor. 

1799 Bei Mantua bei Einnahme des Cereser-Thurmes hatten sich 10. Juli Haupt- 
mann Graf Lazar und Lieutenant Mililer ausgezeichnet. Ersterer f im 
Treffen an der Stura 4. November. 

Bei der Belagerung der Citadelle von Alessandria that sich Oberlieutenant 
Erhard bei Vertreibung feindlicher Pikets hervor, in der Schlacht an der 
Stura 4. und 5. November haben sich Hauptmann Hirsch, die Lieutenants 
Hohenhausen und Werndl ausgezeichnet, — bei Belagerung von Coni No- 
vember 1799 Hauptmann Titus und Oberlieutenant Erhard. 

1796 Oberst Franz von Posztrecho wsky, welcher sich bei Bassano schon sehr aus- 
gezeichnet hatte, that sich im Treffen bei Verona 26. März, da er, eine Mus- 
kete in der Hand, seine Bataillone zu Fuss vorführte, sowie bei Novi, wo 
er das Regiment 15. August 1799 ruhmvoll gegen den Feind führte, be- 
sonders hervor. 

1805 In der Schlacht bei Caldiero wurde der Regiments-Commandant Oberst Ni- 
kolaus Graf Weissenwolf für Umsicht und Tapferkeit vom Generalissimus 
Erzherzog Carl noch auf dem Schlachtfelde zum General befbrdert 31. Oetober. 

1809 Im Gefechte bei Abtenau und am Strubberg im Salzburgischen 5. Mai hatten 
sich Oberstlieutenant Hirsch, die Hauptleute Haas und Kruxa sehr aus- 
gezeichnet. 

1809 FM. Erzherzog Johann belobte den Regiments-Commandanten Obersten Baron 
Eckart für dessen eigene und des Regimentes Leistungen bei Salzburg und 
im Treffen bei Leoben. Im Feldzuge 

1812 hatte sich Hauptmann Aleman mit seiner Compagnie im Rückzugsgefechte 
im Walde bei Ljuboml durch einen kühnen imd sehr erfolgreichen Bajon- 
netsturm ausgezeichnet, sowie im Treffen bei Biala 18. Oetober Major Del 
Rio mit dem zweiten Bataillon beim Angriffe der Russen auf die Stellung 
an der Mühle von Eorzula. 

1814 Bei St. Georges 18. März zeichnete sich Regiments-Commandant Oberst Franz 
von Papp, der die Verbindung zwischen der rechten und linken Golonne 
unterhielt, durch seine umsichtigen Dispositionen aus. 

1848 Regiments-Commandant Oberst Castellitz und zweiter Oberst Graf Heinrich 
Salis hatten sich durch Umsicht sowohl bei Govemolo 23. April als bei der 
Recognoscirung am Curtatone hervorgethan. 
Für Auszeichnung in den Feldzügen 1848 und 1849 in Italien: 
OEKO.-R. 3. Oberlieutenant Cesar Conte Negri. 
MVK. Hauptmann Baumgarten und Oberlieutenant Gustav von Meszaros. 



— 214 — 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien (bei Magenta und Solferino): 

Für Magenta: OEKO.-ß. 3. Oberstlieutenant Carl Ritter von Czetsch — 
MVE. die Oberlieutenants Handtel, von Hranilovics und Lieutenant Ernst 
Graf Wurmbrandt-Stuppach die Mannschaft; erhielt drei grosse silberne 
Tapferkeits-Medaillen und drei öffentliche Belobungen. 
Für Solferino: ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Victor Altgraf Lei- 
ningen. 

MVK. die Hauptleute Konek von Molnar, die Oberlieutenants Szanke de 
Tarpa und Schmidt und Lieutenant von Pawlowsky, — zwölf Offiziere er- 
hielten die Allerhöchste Belobung, und die Mannschaft 1 goldene 9 
grosse und 25 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Hauptmann Edgar Kohl von Kohlenegg. 

MVE. Hauptmann Mayer von Alsö-Ruszbach, Oberlieutenant Baron Busek, 

die Lieutenants Magistris und Beniss. Seit 

1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der vormaligen weissen. 

1878 Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge : 

OLO.-R. Oberstlieutenant Ferdinand Pachner Edler von Eggendorf. 

OEKO.-R. 3. Major Joseph von Öhlmayer, die Hauptleute Carl Przedik, 

Wilhelm Bellmond, Oberlieutenant Eduard Schweitzer, Lieutenant Joseph 

Blanther. 

MVK. Major Ferdinand Freiherr Kräutner von Thatenburg. Die Hauptleute 

Alfred Grossinger, Franz Ströher, die Oberlieutenants Carl Himmelmayer, 

Martin Rupp und Kieutenant Georg von Bene (in der Reserve). 

Die Allerhöchste Belobung: die Majore Julius Kunst, Julius Euirchgässer, die 

Hauptleute Philipp Engelmann, Johann Schiott, Wilhelm von Reinhart, 

Camilla Haasz von Grtinenwald, die Oberlieutenants Carl Wayer Edler von 

Stromwell, Carl Liedemann (in der Reserve), Ludwig Javorik, Carl Rupprecht 

von Virtsolog, die Lieutenants Josef Steiner (in der Reserve), Felix Hödl, 

Carl Zeppe^aner. 

Die Mannschaft (des Reserve-Regiments) . erhielt für das Gefecht auf der 

Majevica planina am 21. September 1 grosse und 13 kleine silberne 

Tapferkeits-Medaillen, 2 Belobungen; nachträglich 2 goldene, 7 grosse und 

16 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen und 52 Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanien und Stabs-Offlziere. 

1793 Major Schöffmann bei Vertheidigung der Posten bei Offenbach f 17. Mai. 
1799 Major Obel im Treffen bei Fossano f 4. November. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N« 33. 

(1869.) 

FZM. EMIL FREIHERR KUSSEVICH VON SZAMOBOR. 

Dunkelblaue Waffenröcke, aschgraue Egalisirung, weisse Knöpfe. 
Ergänzungsbezirksstation: Festung Arad. 



Inhaber: 



1741 errichtet in Ungarn. 

1741 FML. Johann Adam Freiherr von 

Andrassy de Szt. Kiraly f 

1753. 
1753 FM. Nicolaus Fürst Esterhazy 

MTO.-C. t zu Wien 1790. 
1791 FZM. Anton Graf SzTARAY MTO.-C. 

t zu Graz 23. Jänner 1808. 
1809 FZM. Hieronymus Graf Collo- 

redo-Mannsfeld MTO.-C. f 23. 



Juli 1822 an den Folgen früherer 

Wunden. 
1823 FML. Emerich Freiherr von 

Bakonyi MTO.-R. t zu Eomorn 

24. Jänner 1845. 
1845 FZM. Franz Graf Gyülai von 

Maros-Nbmeth und Nadaska f 

zu Wien 21. September 1868. 
1869 FZM. Emil Freiherr Kussevich 

von Szamobor. 



Mitgemachte Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment in den Feldzügen 
1742 und 1743 in Baiem und am Rhein betheiligt, kam sodann zur Armee nach 
Italien, war 1744 bei der Unteiiiehmung gegen Neapel, 1746 in der Schlacht 
bei Rottofreddo, der Besitznahme von Genua und, zur Zeit des Aufstandes, 
in dieser Stadt. Ein Bataillon machte die Expedition in die Provence mit. 

Im siebenjährigen Kriege war dasselbe 
1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz 1757, 6. Mai in jener bei Prag und 
20. Juni im Treflfen am Weissen Berge daselbst, wo Oberstlieutenant Baron 
Amadei mit dem Regimente, über sein eigenes freiwilliges Ansuchen, die 
feindhchen Verschanzungen erstürmte, die feindliche Stellung durchbrach, 
und durch sein glänzendes Beispiel die Nachfolge der übrigen österreichischen 
Truppen veranlasste, was die Eroberung der Schanzen zur Folge hatte. — 
Das Regiment war femer bei der Belagerung von Schweidnitz, wo sich ein 
Bataillon bei Einnahme der Stemschanze besonders hervorthat, — in der 



- 216 - 

Schlacht bei Breslau 22. November wo der Interims-Regiments-Commandant 
Major Souhay beim Angriffe auf die grosse feindliche Redoute beim Schmiedefeld 
dem hartbedrängten Regimente Josef Esterhazy (jetzt Nr. 37) zur Unter- 
stützung kam, und nun diese beiden Regimenter vereint die Verschanzung 
eroberten, behaupteten und 10 B^nonen und eine Haubitze erbeuteten — 
5. December war das Regiment in der Schlacht bei Leuthen. — 1758 14. Oc- 
tober in der Schlacht bei Hochkirch war es beim ersten Angriff und zeich- 
nete sich durch hervorragende Tapferkeit aus, ebenso auch 1760 in der 
Belagerung von Dresden; — im Treffen bei Strehlen 20. August; 1761 
1. October bei der Eroberung von Schweidnitz, 1762 2. August im Gefechte 
bei Töplitz und 15. October im Treffen bei Freiberg. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 und 1779 war das Regiment bei der Haupt-Armee in Böhmen. 

Im Türkenkriege war eine Compagnie 

1788 7. März im Gefechte am Beschanierdanmie, im April ein Bataillon beim 
Sturme auf die Palanka von Sabacz, trug es unter Oberst Graf Sztaray 
wesentlich zur Eroberung dieser Festung bei. Das Regiment erhielt zur 
Erinnerung 2 der eroberten türkischen Fahnen, sowie 2 Trommeln und 
2 Pfeifen zur Verwahrung. — Die 2 ersten Feldbataillone 21. October bei 
der Erstürmung von Ujpalanka, wo Hauptmann Ziggan mit 300 Fi'eiwilligen 
die Kaserne besetzte, und sodann mit grosser Tapferkeit die am Ufer der 
Donau befindliche Redoute angriff. — Das 3. Bataillon, selbständig detachirt, 
war 25. April im Treffen bei Dubicza, und 9. August bei dem Angriffe auf 
die dortigen Verschanzungen, sodann bei der Belagerung und Erstürmung 
von Novi, 3. October. 

Im Feldzuge 

1789 waren das Leib- und Oberst-Bataillon 28. August [im Treffen bei Mehadia, 
und später alle 3 Bataillone bei der Belagenmg von Belgrad ^- 1790 bei 
dem in Galizien aufgestellten Observations-Corps und von da kam das Re- 
giment noch im Herbste in die Niederlande, wo es Brüssel, später Mecheln 
und Antwerpen besetzte. 

Im Kriege gegen die französische Republik war das Regiment 
1792 30. April im Gefechte bei Boussut, 23. Mai ein Bataillon im Grefechte bei 
Florennes, ebenso einzelne Regiments-Abtheilungen in den verschiedenen 
Gefechten bei Valenciennes und Toumay, Ende September bei dem Bombar- 
dement von Lille und der Erstürmung der Vorstadt Fivei 1793 die beiden 
ersten Feldbataillons im Treffen bei Tirlemont unter persönlicher Führung 
des Erzherzogs Carls in der Avantgarde, ebenso 22. März im Gefechte bei 
Löwen; im Treffen bei Dünkirchen, 2 Divisionen den englischen Truppen 
zugewiesen. — Einzelne Regiments-Abtheilungen fochten femer im Gtefechte 
bei Cysoing 22. October; — bei der Vertheidigung der Posten von Maubeuge, 
bei der Eroberung von Lannoy, wo Major Mallowetz mit seinem Bataillon ein 
Geschütz eroberte, 28. October und 17. December im Gefechte bei Toumay; 
— 1794 war das Regiment im Treffen bei Moucron imd dem Gefechte bei 



- 217 - 

Dolignies in Westflandern, wo es • mit ungemeiner Tapferkeit focht, und 
300 Mann vertheidigten, unter Major Hofmeister und Oberlieutenant Bakonyi 
gesammelt, bis in die sinkende Nacht den dortigen Kirchhof, wodurch 
dem raschen Vordringen des Feindes Schranken gesetzt wurden; 1795 
war das Regiment bei der Ober-Rhein-Armee und 30. October bei der 
Einnahme des Galgenberges und der Neckarschanzen bei Mannheim, 10. No- 
vember erstürmte Oberlieutenant Hranaky an der Spitze von 90 Freiwilligen 
. die Verschanzung an Holzhofe bei Mannheim und eroberte 3 Kanonen, erlag 
aber später der feindlichen Uebermacht und wurde gefangen. 1796 focht das 
Regiment 24. August in der Schlacht bei Amberg, 3. September in jener 
bei Würzburg, 16. September im Gefechte bei Limburg, 18. September bei 
Altenkirchen, wo der französische General Marceau vor der Front des Regimentes 
schwer verwundet und gefangen wurde. — Im Herbste war das Regiment bei 
der Belagerung von Kehl, bei der Eroberung der Insel Gross-Kehlkopf, und 
1797 7. Jänner bei Eroberung der verpallisadirten Fleschen bei der Schwa- 
benschanze. 

Im Feldzuge 

1799 war das Regiment Anfangs in Tirol und in der Schweiz, 30. April bei dem 
allgemeinen Angriffe auf die Verschanzungen von Remis und Martinsbruck 
in Engadein; — später in Italien bei Belagerung der Citadelle von Turin 
und jener von Alessandria, 15. August in der Schlacht bei Novi, wo das 
3. Bataillon, vom Hauptmann Bakonyi commandirt, die Höhen vor dem Dorfe 
Pasturana erstürmte; 4. November focht das Regiment in der Schlacht bei 
Genola und Savigliano. 

Im Feldzuge 

1800 war dasselbe in der Riviera di Genova, bei allen dortigen Operationen und 
Gefechten, so an der Stura, bei Stella u. s. w. 

Im Feldzuge 
1805 bei der Armee in Italien, focht es 30. und 31. October in der Schlacht bei Caldiero. 

Im Feldzuge 
1809 in Deutschland, war es im V. Armee-Corps des Erzherzogs Ludwig einge- 
theilt, in mehreren Gefechten in Baiem, und focht mit besonderer Aus- 
zeichnung in der Schlacht bei Aspem, wo sich das 2. Bataillon unter Major 
Porubsky am Morgen des 22. Mai, von der feindlichen Cavallerie angegriffen, 
— durch seinen heldenmüthigen Widerstand hervorthat, — auch die andern 
Abtheilungen des Regimentes glänzten durch ihre Tapferkeit. 5. und 6. Juli 
war das Regiment in der Schlacht bei Wagram und in den nächstfolgenden 
Tagen auf dem Rückzuge nach Mähren und in den Gefechten bei Znaim 
(10. und 11. JulL) 

Im Feldzuge 
1812 gegen Russland war das Regiment in der Division FML. Baron Bianchi des 
Auxiliar-Corps in der Schlacht bei Podubnie 12. August, wo das 1. Bataillon 
durch einen Sumpf mit hocherhobenem Gewehr und Patrontaschen unter den 
schwierigsten Terrain-Verhältnissen zum Angriffe gegen die feindliche Stellung 



— 218 — 

waten musste und auch rasch den Feind aus der gewonnenen Position ver- 
trieb, sodann von dem verstärkt zurückkehrenden Feinde mit Infanterie und 
Cavallerie von mehreren Seiten angegriflfen, zog es sich in schönster Ordnung 
zurück bis an den Pass jenes Morastes, wo es von dem nachgerückten 
2. Bataillon aufgenommen, und unter dem Schutze des jenseits des Morastch 
aufgestellten Geschützes seine Stellung behauptete. — Das Regiment war in 
diesem Feldzuge femer in den Gefechten beim Walde und den Morästen 
von Dywin, — bei Staray Wyzwa, bei Lyuboml, bei den Triszinerhöfen, 
im TreflFen bei Biala 18. October ~ in den Gefechten bei Rudnia, bei Pinsk 
und dem späteren Rückzuge des Auxiliar-Corps an die Weichsel. 

Im Feldzuge 

1813 in Deutschland, wieder in der Division Bianchi, focht das Regiment 26. und 
27. August in der Schlacht bei Dresden; — 30. August in jener bei Kulm, 
und endlich mit besonderer Auszeichnung in den drei Schlachttagen bei 
Leipzig, so 16. October beim Angriffe auf den Markleeberg, — und später 
bei Vertreibung des Feindes aus den Auen längs der Pleisse, und der Vor- 
rückung gegen und Erstürmung von Dölitz. Oberst von Retsey führte das 
Regiment in allen diesen Gefechtsmomenten mit besonderer Umsicht und 
persönlicher Bravour. — Die Grenadiere hatten sich in der Schlacht bei 
Hanau, 30. October, bei Erstürmung der ELinzigbrücke hervorgethan. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war das Regiment im Jänner bei der Blokade von Beifort, 
bei Erstürmung von Cleray 4. Februar — im Treffen bei Montereau 18, Fe- 
bruar — dann in Südfrankreich im Treffen bei Macon 11. März, bei St. Geor- 
ges 18. März, bei Limonest 20. März und ein Bataillon bei Erstürmung 

. der dortigen Hochfläche von Dardilly, und Jim Gefechte bei Romans 2. April. 
— Die Grenadiere 30. März bei Eroberung von Charenton, wo Hauptmann 
Kurz mit vier Compagnien 5 Kanonen eroberte und den Ort behauptete. 

Im Feldzuge 

1815 war das Regiment 1. Juli im Gefechte bei Schlettstadt und Anfangs October 
im Lager bei Dijon. — Ein Bataillon aber bei der Blokade von Hüningen. 

Im kurzem Feldzuge 
1821 gegen Piemont kam das Regiment in keine Action. 

1848 Bei Ausbruch des Krieges in Italien war das Regiment, im I. Armee- 
Corps eingetheilt, als Besatzung in Pavia und rückte im wohlgeordneten 
Rückzuge zur Armee, und am 31. März in die Festung Mantua ein; 
6. April war ein Bataillon im Recognoscirungs-Gefechte bei Marcaria, wo 
die erste Division verbarrikadirte Häuser angriff, ein feindliches Dragoner- 
piket aufhob, Pferde, Waffen und Montursstücke erbeutete; — 4. Mai war 
eine Division, 13. Mai ein Bataillon bei den an diesen Tagen stattgehabten 
Recognoscirungen der Curtatone-Linie betheiligt. Mit besonderer Auszeichnung 
aber focht das Regiment unter seinem tapfern Obersten Ritter von Benedek 
29. Mai im Gefechte bei Curtatone und Montanara, wo es drei Stürme aut 
die dortigen Versohanzungen unternahm ; als nach dem zweiten das Regiment 



~ 219 - 

abgelöst werden sollte, lehnte der Oberst die Ablösung ab, mit den Worten : 
„das Regiment Gynlai muss die Schanze nehmen", und es gelang den Tapfem, 
mehrere Casinen zu nehmen und den Damm in seiner ganzen Ausdehnung 
zu erstürmen. Oberst von Benedek wandte sich nun gegen Montanara, wo 
aber bereits der Kampf erfolgreich entschieden war, und nurmehr eine 
Avantgarde-Abtheilung ins Feuer kam. — Das Regiment war femer 30. Mai 
bei der Vorrückung gegen Goito in der Avantgarde, wo es in zwei TreflFen 
bis über Casa Franchini hinausging, und durch mehrere Stxmden, dem fort- 
währenden heftigsten Geschütz- und Elleingewehr-Feuer ausgesetzt, mit beiden- 
müthiger Aufopferung seine Stellung bis zum Eintreffen der Unterstützungen 
behauptete. — Nach der Schlacht von Custozza kam das Regiment zu dem 
neuformirten IV. Armee-Corps des GM. von Culoz, — bestand in der Avant- 
garde-Brigade seines Obersten ein kleines Feuergefecht bei Solara^ und blieb 
während der Vorrückung der Armee gegen Mailand Anfangs August in St. 
Rocca zur Beobachtung des Po gegenüber von Piacenza stehen. 

Mit gleicher Tapferkeit focht das Regiment in der Helden-Division des 
Erzherzogs Albrecht im kurzen Feldzuge 
1849 gegen Piemont; im Treffen bei Mortara 21. März bemächtigte sich Oberst 
von Benedek mit demselben dieses Ortes, durchbrach das feindliche Centrum 
und gab den Ausschlag zu dem glänzenden hier erfochtenen Siege. Die 
sechste Compagnie unter dem tapfem Hauptmann Graf Pötting rückte einem 
feindlichen Bataillon, welches dem Obersten Benedek in den Rücken kam, 
rasch nach und befreite denselben aus einer gefährlichen Lage. Der tapfere 
Oberst hatte mit dem Regimente die Stadt Mortara vom Feinde gereinigt, 
6 Kanonen, viele Pulverkarren, eine Menge Bagage, unter andern auch den 
Marstall und das Gepäck des Herzogs von Savoyen erobert, 6 Offiziere und 
2000 Mann gefangen, — In der Schlacht bei Novara 23. März hatte das 
Regiment ruhmvollen Antheil an den heldenmüthigen Kämpfen um die Ge- 
höfte bei Bicocca, erlitt aber grossen Verlust. Es machte später die Ex- 
pedition in die Romagna mit, und war am 10. und 11. Mai in den Gefechten 
und bei der Einnahme von Livorno. 

Bei Ausbruch des Feldzuges 
1859 gehörte dasselbe zu den Occupations-Truppen im Römischen, stand als Be- 
satzung in Bologna und kam in keine feindliche Action. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im I. Armee-Corps der Nord-Armee 
G-eneral der Cav. Graf Clam-Gallas eingetheilt imd focht 28. Juni im Gefechte 
bei Münchengrätz, 29. Juni im Treffen bei Jiöin und 3. Juli in der Schlacht 
bei Königgrätz. In allen diesen drei vorbenannten Actionen hatte das Regiment 
an Todten, Verwundeten, Gefangenen und Vermissten einen Verlust von 30 
Offizieren und über 1100 Mann zu beklagen. 

1878 Im bosnischen Occupations-Feldzuge focht das Regiment 16. September 
im Gefechte bei Grada6a^. 



— 220 - 

Tapferkeits-Attszeichnungeii und besondere Denkwürdigkeiten. 

1757 Oberstlieutenant Carl Baron Amadei wurde fllr seine Auszeichnung im Ge- 
fechte am Weissen Berge bei Prag in der ersten Promotion 7. März 1758 MTO.-R. 

1758 Major Philipp von Souhay wurde für sein umsichtiges und tapferes Benehmen 
bei Breslau MTO.-ß. 

1758 Bei Hochkirch 14. October hatte Oberst Baron Amadei durch seinen erfolg- 
reichen Angriff auf die grosse Redoute und die Wegnahme des dortigen 
Friedhofes viel zum Siege beigetragen. 

1760 In der Belagerung von Dresden hatten sich Major Souhay und Grenadier- 
hauptmann Hahn, im Treffen bei Strehlen Hauptmann Haynal — bei der 
Eroberung von Schweidnitz Hauptmann Bunzlau und Lieutenant Hofmannsee 
1761 und im Gefechte bei Töplitz 1762 Hauptmann Baron De Vins ausge- 
zeichnet, bei Freiberg Oberst Graf Josef KhevenbtÜler. 

Im Türkenkriege thaten sich hervor und wurden belobt: 

1788 bei Beschania Hauptmann Baron Malowetz; — beim Sturm auf Sabacz Haupt- 
mann Hofmeister und Lieutenant Graf Paul Esterhazy ; — beim Sturme auf 
Uj Palanka 21. October 1788 würde Hauptmann Josef Ziggan für sein 
tapferes Benehmen 1790 MTO.-R. — Ausser ihm wurden belobt: der 2. Oberst 
Josef Gruber, Major Kölbel, Hauptmann Hofmeister, die Oberlieutenants 
Brodanovich und Stupart von Löwenthal, die Lieutenants Graf Paul Ester- 
hazy, Hranyi und Slavy, welche beide letztem im Gefechte blieben. Kaiser 
Josef II. Hess der Mannschaft für ihr Wohlverhalten 200 Ducaten anweisen. 

1789 Bei Belgrad thaten sich besonders hervor: Hauptmann Hofmeister, Oberliea- 
nant Popovich, Lieutenant Tortini. 

1792 Bei Boussut that sich Major Graf Sztaray 30. April hervor. 

1793 Bei Cysoing 22. October zeichnete sich Oberst Josef Gruber, bei Vertbeidi- 
gung des Postens von Maubeuge 7. October Hauptmann Graf Anton 
WeisscQwolf aus, bei Eroberung von Lannoy Major Baron Malowetz und 
Oherlieutenant Grünes; — bei Moucron und Delignies Major Hofmeister 
und Oberlieutenant Bakonyi. FZM. Graf Clerfait dankte den braven Män- 
nern des Regimentes Sztaray für die ausdauernde Vertheidigimg des Fried- 
hofes von Delignies, wodurch das rasche Vordringen der feindlichen Ueber- 
macht gehemmt wurde, 26. April 1794. 

1795 Bei der Einnahme des Galgenberges und der Neckarschanze bei Mannheim 
30. October wurden im Berichte des General der Cav. Grafen Wurmser: 
Oberst Josef Baron Malowetz wegen umsichtiger Führung des Regimentes und 
persönlicher Bravour, Major Maitheny als Commandant einer Colonne, die 
beiden Oberlieutenants Grau und Tiebold, welche die eroberten Kanonen 
gegen den Feind bedienen halfen, besonders ruhmvoll erwährt. — Oberlieu- 
nant Johann Hranaky wurde für sein tapferes Benehmen 10. November beim 
Holzhpfe bei Mannheim nachträglich 1801 MTO.-R. 

1796 Hauptmann Anton Graf Weissenwolf, welcher sich in der Schlacht bei 
Würzburg 3. September sehr hervorgethan hatte, wurde mit der Siegesnach- 



— 221 - 

rieht nach Wien geschickt und zur Belohnung zum Major bei Deutschmeister- 
Infanterie befördert. 

1796 Bei der Belagerung von Kehl und bei Eroberung der Insel Gross-Kehlkopf 
wurden wegen Auszeichnung besonders belobt: Regiments- Commandant Oberst 
Baron Malowetz, zweiter Oberst Baron Franz Dalquen, Major Hofmeister, 
die Hauptleute Munkaczy, Scharlach, Beniczky, Schwab, Kakowsky/ die 
Lieutenants Heyek, Scherer, Sartory, Baron Haugwitz, Graf Waldstein, 
die Fähnriche Bizka und Eardos. Hauptmann Josef von Munkacsy, welcher 
sich einer verlorenen Redoute mit 150 Freiwilligen beim Ausfalle des 22. No- 
vember wieder bemächtigte, am 5. December eine Flesche eroberte, und 
1. Jänner 1797 beim Angriffe auf die Schwabenschanze in das feindliche 
Lager eindrang, 200 Feinde tödtete und des Feindes eigene Geschiltze gegen 
diesen wirken liess, sowie wesentlich zu dem Erfolge jenes Tages beitrug, 
wurde 1797 MTO.-R* 

Im Feldzuge 
1799 hatten sich bei der Unternehmung in das Engadein: Major Marcant, die 
Hauptleute Raglovich und Botta sehr ausgezeichnet, ebenso bei der Belage- 
rung von Alessandria Hauptmann Oberdorf und die Oberlieutenants Hornig 
und Hofmeister. 

In der Schlacht bei Novi 
1799 Hauptmann Emerich von Bakonyi durch ruhmvolle Führung des dritten Ba- 
taillons — Oberstlieutenant Michael von Marcant, welcher 28. April durch 
Umsicht und Bravour sich ausgezeichnet, die Franzosen in Unter- Engadein 
aus ihren festen Stellungen vertrieben hat, das Dorf Klamoschad mit Sturm 
genommen, und bei der Brücke bei Strada eine dominirende feindliche Re- 
doute erobert, wurde 1802 MTO.-R. 

1809 Am zweiten Schlachttage von Aspern hatte Major David von Porubsky mit 
dem 2. Bataillon einen feindlichen Cavallerie-Angriff mit grösster Entschlos- 
senheit abgewiesen, und den Franzosen so viel Schaden zugefügt, dass deren 
Generale sie zu keinem neuen Angriff mehr bewegen konnten ; er wurde im 
Nachtrags-Capitel 1810 MTO.-R. 

FML. Fürst Rosenberg nennt in seinem Berichte unter den Ausgezeichneten 
bei Aspem den Obersten Anton Baron König von Kronburg, Oberstlieutenant 
Anton Graf Weissenwolf, die Majore Franz Fodor und David von Porubsky. 

Im Generalsbefehl 
1812 de dto. 14. August erstattete FM. Fürst Schwarzenberg „seine ganz beson- 
dere Zufriedenheit und wärmsten Dank^ dem Regimente CoUoredo-Manns- 
feld für dessen vorzügliches Benehmen in der Schlacht bei Podubnie. Major 
Porubsky, Commandant des 2. Bataillons, wurde besonders angerühmt. 

1>^13 Oberst Adam von Retsey wurde fLlr umichtige Führung des Regimentes und 
personliche Bravour in der Schlacht bei Leipzig, namentlich 16. October beim 
Angriffe des Markleeberges mittelst Allerhöchstem Ilandbillet de dato Rotta 
24. October MTO.-R. 



— 222 — 

1814 Grenadier-Hauptmann Lorenz Baron Kurz, MTO.-R., hatte sich als ftltester 
Offizier des Grenadier-Bataillons Lanyi bei der Erstürmung von Charenton 
30. März sehr hervorgethan. 

1848 AnläsiBÜchder zweiten Recognoscirung der Linie am Curtatone 13. Mai hatte 
sich das anwesende Bataillon so sehr ausgezeichnet, dass Oberst von Benedek 
in seinem Berichte gar keinen Offizier nominativ anführen konnte; denn 
alle zeigten den edelsten Wetteifer, ihrer Mannschaft voranzuleuchten, ^es 
verdient somit das ganze Bataillon mit seinem tapfem Commandanten (Obenst- 
lieutenant Alexander Graf Kielmannsegge) lobend genannt zu werden." 
Beim Sturme auf die Verschanzungen bei Curtatone 29. Mai erstieg Major 
Stephan Seyffert der Erste die CrSte. 

Regiments-Commandant Oberst Ludwig von Benedek wurde fElr sein helden- 
müthiges Benehmen bei Curtatone MTO.-R. 

1849 Im Berichte des FM. Grafen Radetzky über das Treffen bei Mortara 21. März 
erscheinen unter den Ausgezeichneten des Tages: Regiments-Commandant 
Oberst Ludwig von Benedek, Oberstlieutenant Carl Franck, die beiden 
Majors Stefan Seyffert und Ludwig von Gaal. 

1848 und 1849 ftlr Auszeichnung in den Feldzügen in Italien:. 

OLO.-R. Oberst Ludwig von Benedek, die Oberstlieutenants Carl Lilia und 

Carl Franck. 

OEKO.-R. 3. die Majore Stefan Seyffert und Ludwig von Gaal, die Haupt- 

Icute Friedrich Kiebast, Alois Graf Pötting und Persing, Heinrich Graf 

Andlau-Homburg, die Oberlieutenants Anton Wagenbauer, Carl Quickl, 

Stephan Toth de Jack und Franz Gareis. 

MVK. die Hauptleute Brendel, Julius Graf Pötting, Lander, Adolf Hummer, 

Pöckh, Gustav Graf Vetter von der Lilie, Pechar, Gyurits, Kiebast, Ritzinger. 

Schnitzky, Edler von Lederer, die Oberlieutenants Baren Stwrtnik, Rambaldini. 

Baron Rossich, Funke, Killic und Lieutenant von Saracca. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

MVK. Major Theodor Riss, Hauptmann Emil Musulin. Seit 

1868 hat es statt der früheren weissen, — die angegebene gegenwärtige Ad 
justirung und statt der dunkelblauen die aschgraue Egalisirung erhalten. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offlziere. 

1757 Oberstlieutenant Graf Dessewffy f in der Schlacht bei Breslau 22. November. 

1849 Major Stephan Seyffert f an seiner bei Novara erlittenen Verwundung. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Josef Zerbs f in der Schlacht bei Königgriitz 
3. Juli. 



ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N« 34, 

(1871.) 

WILHELM l, DEUTSCHER KAISER UND KÖNIG VON PREUSSEN. 

Dunkelblaue Waffenröcke^ irapprothe Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Kaschau. 



Inhaber. 



1734 errichtet mit kaiserlicher Bewilli- 
gung de dato 13. November 1733 
2300 Mann stark, auf den ange- 
wiesenen Werbplätzen Pest und 
Debreczin, auf eigene Kosten von 
dem zum Inhaber ernannten 

1734 Oberst Ladislaus Freiherm von 
KöKEMESDT de Vettes, 1754 
. FZM. t 1756. 

1756 FZM. Adam Wenzel Ghraf, seit 
1772 Fürst Batthyany tibergab 
1780 das Regiment dem folgenden 
Inhaber und f zu Saco in Stid- 
Tirol 25. October 1787. 

1780 FML. Paul Anton Fürst Ester- 
HAZY t 22. Jänner 1794. 

1794 bis 1799 unbesetzt. 

1799 FZM. Paul Freiherr |Kray de 
Krajowa MTO.-C. t ™ Pest 
19. Jänner 1804. 



1804 



1815 



1824 
1827 



1841 
1858 
1861 



1846 



Seit 



FZM. Paul Freiherr von Davi- 

DoviCH MTO.-R. f zu Komorn 18. 

Februar 1814. 

FML. Friedrich Ludwig Prinz zu 

WiED-RüKKEL MTO.-R. 1 24. April 

1824. 

bis 1827 unbesetzt. 

FML. Josef von Bbnczdr (war von 

1841i2. Inhaber) f zu Wien 6. Aprü 

1846. 

Prinz Wilhelm von Preussen, von 

Prinz-Regent von Preussen — von 

an König Wilhelm I. von Preussen 

und seit 1871 Deutscher Kaiser 

und König von Preussen. 

(Zweite Inhaber: 

FZM. Georg Graf Thurn-Valsas- 

siNA MTO.-C. t zu Wien 1866. 

1866 FML. Eduard Freiherr 

Schwarz von Meiller.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im Juli 1735 wurde das Regiment auf den Kriegsschauplatz nach Italien 
gezogen, — 50 Grenadiere zerstörten, im Detachement des Husaren-Oberst- 
lieutenants Kaszon eingetheilt, eine feindliche Brücke über die Etsch ober- 
halb Verona. 



— 224 — 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1741 im Khevenhüller'schen Corps, bei der Winter-Expedition in Ober-Oesterreich 
und Baiem 1742, später in Böhmen, litt in der Schlacht bei Czaslau 17. Mai 
sehr viel durch den Angriflf zweier preussischer Regimenter, und hatte 7 Offiziere 
und 491 Mann verloren, da es die rechte Flanke deckte. Es war diess die j 
erste grössere WafFenthat des Regimentes, das nun zur Belagerung von Prag 
kam und in dem Ausfallsgefechte 22. August den ersten Angriff der Franzosen 
am linken Flügel des Blokade-Corps aushielt und tapfere Gegenwehr leistete; 
1743 war es bei den Belagerungen von Straubing und Ingolstadt^ 1744 im 
Feldzuge in Böhmen, 1745 4. Juni in der Schlacht bei Hohenfriedberg und 
30. September in jener bei Trautenau, 1746 bei der Armee in Italien, 
16. Juni in der Schlacht bei Piacenza, im October in jener bei Rottofreddo, 
bei der Besitznahme von Genua, musste sich beim dortigen Aufstande zu- 
rückziehen; 1747 war es bei der Belagerung von Genua, von 1748 an bis 
1756 blieb es in der Lombardei. 

Im siebenjährigen Kriege waren vorerst nur 

1757 ein Bataillon und die Grenadiere, und zwar im Juni bei der Vertheidigung 
von Prag, 7. September im Treffen bei Görlitz am Moysberge, bei der Be- 
lagerung von Schweidnitz, wo das Bataillon im letzten Sturme die grosse 
Stemschanze mit dem Säbel in der Faust erstieg, femer in jener bei 
Breslau 22. November und bei Leuthen 5. December. 
Im Feldzuge 

1758 war das ganze Regiment vereint sowie dessen Grenadiere 14. October in der 
Schlacht bei Hbchkirch. Major Baron de Rossin nahm bei Erstürmung des 
Kirchhofes 18 Offiziere und 400 Mann mit seinem Bataillon gefangen, und 
eroberte 4 Geschütze und 4 Fahnen. — 1760 war das Regiment 23. Juni 
in der Schlacht bei Landshut, — beim Sturme auf Glatz 26. Juni unterstützte 
Major Czecherini mit seinem Bataillon die Sappeurs in der eroberten Flesche, 
und half ihnen, sich dort zu behaupten; 15. August war das Regiment in 
der Schlacht bei Liegnitz, wo es den bedeutenden Gesammtverlust von 
928 Mann erlitt. 1761 1. October bei der Eroberung von Schweidnitz war 
ein Bataillon beim Angriffe auf das Bögenfort ausgezeichnet gefiihrt Ton 
dem tapfem Major Czecherini; 1762 war das Regiment 16. August im Treffen 
bei Pejle unweit Reichenbach. Ein Commando in der Belagerung von 
Schweidnitz unter Major Czecherini, der, als das Jauemicker Fort in die 
Luft flog, sich sogleich, ohne Befehl abzuwarten, an die gefahrdrohende Stelle 
begab, diese besetzte, und einen versuchten Sturm des Feindes zurückschlug. 
Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 

1778 und 1779 meist als Besatzung in Prag, nur eine kleine Abtheilung unter 
Hauptmann Graf Stemberg überrumpelte 7. März 1779 ein verpallisadirtes 
Bauernhaus zu Gebersdorf und machte dessen Besatzung nieder. 
Im Türkenkriege waren 

'"^8 die beiden ersten Feld-Bataillone 24. April bei der Einnahme von Sabacz 
und dem Sturme auf die Belgrader Vorstadt, — das dritte Bataillon kam 
zum Siebenbürger-Corps und besetzte den Vulkanerpass. 1789 waren die 



— 225 — 

beiden ersten Feld-Bataillone und die Grenadiere bei der Belagerung und 
Eroberung von Belgrad. Beim Sturme daselbst 30. September war der 
Grenadier-Hauptmann Anton Fürst Esterhazy mit seiner Compagnie der 
Erste über die Pallisaden in die Raitzenstadt gedrungen, wurde aber schwer 
verwundet, — das dritte Bataillon in Siebenbürgen zeichnete 15. Juli sich 
bei Ober-Tömös in Vertheidigung des dortigen Passes sehr aus. 1790 kam 
das Regiment zum Observations-Corps nach Galizien und noch vor dem 
Schlüsse d. J. rückte es in die Niederlande ab, wo 1791 ein Bataillon auf 
Execution in dem gegen seinen Bischof aufrührerischen Bisthume Lüttich 
stand. 
Im französischen Revolutionskriege war das Regiment 

1792 23. Mai im Gefechte bei Florenne, kurz nachher bei Glisuelle und bei Mens; 
— 1793 focht es mit grosser Tapferkeit in der Schlacht bei Neerwinden oder 
Tirlemont, wo das Oberst-Bataillon unter Major Bydeskuti den Ort Racour 
erstürmte und behauptete. Die Grenadier-Division focht im Treffen bei 
Löwen. — Diese und die beiden Feld-Bataillone waren femer bei Famars 
bei der Einnahme von Valenciennes, — die Grenadiere bei der ijinnahme 
von Quesnoy, endlich diese und das Regiment in den Gefechten bei Mau- 
beuge. 1794 war dieses in den Schlachten bei Landrecy und Cateau, — 
24. Mai im Treffen bei Erqueline, wo der Regiments-Commandant Oberst Graf 
Morzin als Qua-Brigadier mit seiner Brigade, darunter die beiden 1. Feldba- 
taillone des eigenen Regimentes, gegen die stark verschanzte feindliche Stel- 
lung vorrückte, den Ort Erqueline mit einem Bataillon des Regimentes und 
der eignen Grenadier-Division erstürmte und 10 Geschütze eroberte, — nach- 
dem er schon in den Verschanzungen 12 Kanonen genommen hatte, — und 
sich in der gewonnenen Stellung behauptete. — Das Regiment war femer 
bei Charleroi und Heppignies im Gefechte. 1795 bei der Ober-Rhein- Armee 
war es bei der Einschliessung und der Einnahme von Mannheim, sowie 
später in den Gefechten bei Schopp und Landstuhl ; 1796 kam es zur Armee 
nach Italien, zeichnete sich ungemein im Treffen bei Salo aus, focht bei Ga- 
vardo und Cerea, kam sodann als Besatzung nach Mantua, betheiligte sich 
bei mehreren Ausfällen, und es erhielt bei der Capitulation von 2. Februar 
1797 das Regiment freien Abzug, durfte jedoch 3 Monate nicht gegen Frank- 
reich kämpfen. Die Grenadiere waren in Deutschland geblieben und fochten 
in den Schlachten bei Wetzlar, Amberg und Würzburg und bei der Bela- 
gerung von Kehl. 
Im Feldzuge 

1799 in Italien, fochten die Grenadiere mit Auszeichnung bei Legnago und Parona, 
die beiden ersten Feld- Bataillone bei Magnano 5. April in der Avantgarde, 
ebenso 27. April im Treffen bei Cassano, 16. Mai im Gefechte bei Marengo, — 
Ende Mai vertheidigte Hauptmann Schmelzern mit zwei Compagnien die 
Festung Ceva unter den schwierigsten Umständen sehr ruhmvoll gegen die 
französische Division Grouchy und behauptete sich bis zum Entsätze am 
2. Juli durch General Vukassovich. 20. Juni war das Regiment im Gefechte 
bei Bosco und Cassino, wo es grosse Verluste erlitt, und 6. November im 

Thttrbeim Gedenkblfttter. 1^ 



— 226 - 

Gefechte auf dem Gebirge bei Novi. — Das 3. Bataillon stand in Tirol, 
focht mit Auszeichnung bei Tauffers 4« April, war bei der Unternehmung 
in das Engadein und im Gefechte bei Süs. 

Im Feldzuge 
1800 war das Regiment (von April bis Anfangs Juni) bei der Blocade von Genua^ 
13. Mai unternahm Major von Erauss mit einem Bataillon einen erfolgreichen 
Angriff auf die französische Colonne Gauthier auf dem Monte Creto, — in 
der Schlacht bei Marengo 14. Juni waren nur die Grenadiere, und diese mit 
dem Regimente vereint 25. December in jener am Mincio, wo es grosse 
Verluste erlitt. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment bei der Armee in Italien und focht 30. und 31. October 
in der Schlacht bei Caldieix). 

Im Feldzuge 
1809 waren die Grenadiere bei der österreichischen Haupt-Armee in Deutschland, 
und fochten im Treffen bei Ebelsberg 3. Mai und in den Schlachten bei 
Aspern, Wagram und Znaim, während das Regiment im VII. Armee-Corps 
des Erzherzogs Ferdinand in Polen beim Sturme auf Sandomir 16. Juni die 
dritte Sturm-Colonne unter seinem tapfern Obersten von Schmelzern formirte, 
zwei starke Redouten eroberte, 4 Kanonen nahm und viele Gefangene machte, 
— diese Erfolge hatten wesentlich zu der noch in der nächsten Nacht erfolg- 
ten Capitulation beigetragen, — aber das Regiment hatte den bedeutenden 
Gesammtverlust von 23 Offizieren und über 700 Mann erlitten. 

Im Feldzuge 

1812 gegen Russland war das Regiment in der Division Bianchi des Auxiliar- 
Corps eingetheilt, und in den Gefechten bei Divin, bei Wisswa, bei Triczyn, 
wo 8. September 8 Compagnien zweimal den sogenannten Triczyner-Hof 
stürmten, femer 18. October im Treffen bei Biala und im November bei 
Rudnia. Mehr noch als die feindlichen Kugeln hatten die Entbehrungen und 
Winterkälte die Reihen des Regimentes gelichtet. 

Im Feldzuge 

1813 abermals in der Division Bianchi eingetheilt, focht das Regiment 26. und 
27. August in der Schlacht bei Dresden, 30. August in jener bei Kulm, imd 
16. bis 18. October bei Leipzig; — im Feldzuge 1814 in Frankreich 11. März 
im Treffen bei Macon, 20. März in der Sehlacht bei Lyon und 2- April im 
Treffen bei Romans, — 1815 gegen Murat 12. April beim Brückenkopfe von 
Ochiobello, 28. April beim Ueberfalle auf Pesaro, und kam im Juli nach 
Südfrankreich. 

Im Feldzuge 
1821 gegen die neapolitanischen Insurgenten war es in den Scharmützeln bei le 
Coli 10. März und bei Balzerano 14. März und blieb bis 1823 als Besatzung 
im Neapolitanischen. 

Im Sommer nach Ungarn beordert, erlag die Mannschaft der Gewalt der 
Revolutionspart^i. Die Grenadier-Division hingegen war 1848 und 1849 



— 227 - 

bei der kaiserlichen Armee in Italien. Der grössere Theil des Offiziers-Corps 
kämpfte rühmlich unter den kaiserlichen Fahnen in Italien und Ungarn, meist 
andern Truppenkörpem zugetheilt, oder in Hauptquartieren verwendet. 1849 
wurde das Regiment zu Kremsier in Mähren reorganisirt. 
Im Feldzuge 

1859 gegen die Franzosen, dann in Italien, war das Regiment Anfangs in der mo- 
bilen Division FML. Urban eingetheilt, fochten 27. Mai die beiden ersten 
Feld-Bataillone bei Fermo, — das dritte Bataillon bei Como gegen die Alpen- 
jäger Garibaldi's. — In der Schlacht bei Solferino 24. Juni war das Regiment 
im IX. Armee-Corps eingetheilt und in diesem heissen Kampfe dreimal mit dem 
Feinde engagirt. 
Im Feldzuge 

1864 gegen die Dänen in Schleswig in der sogenannten eisernen Brigade des GM. 
Grafen Gondrecourt des VI. Armee-Corps FML. Baron Gablenz focht das 
Regiment mit besonderer Auszeichnung 3. Februar im Treflfen bei Ober-Selk. 
wo das 1. Bataillon unter seinem tapfem Obersten Benedek, der schwer ver- 
wundet wurde, den Ort Jagel erstfLrmte, das 2. Bataillon hingegen, zur Er- 
stürmung des Danewerkes und des Königshügels beordert, die Dänen mit dem 
Bajonnete von Stellung zu Stellung warf, den Königshügel siegreich erstieg, 
und die österreichische Fahne auf dessen Höhe pflanzte. 
Im Feldzuge 

1866 gegen Preussen in Böhmen, war das Regiment im I. Armee-Corps General 
der Cavallerie Graf Clam-Gallas eingetheilt, und kämpfte 26. Juni im Vor- 
posten-Gefechte bei Böhmisch- Aicha und am selben Tage im Nachtgefechte 
bei Podol, 29. Juni im Treffen bei Jiöin und 3. Juli in der Schlacht bei 
Königgrätz, wo es bei dem Sturme auf das Dorf Rozberiö und die bewaldete 
Höhe von Chlum bedeutende Verluste erlitt. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1742 Oberst Regiments-Commandant Baron Anton Beneda hatte sich im Ausfalls- 
gefechte bei Prag 22. August, sowie in der Schlacht bei Trautenau ruhmvoll 
ausgezeichnet 4. Juni 1745. 

1745 Hauptmann Baron Schimoda Hess im October in Schmiedeberg die öster- 
reichischen Wappen anschlagen. 

1746 Oberst Regiments-Commandant Franz von Epelle that sich in der Schlacht 
bei Piacenza 16. Juni sehr hervor. 

1757 Bei der Belagerung von Schweidnitz thaten sich, insbesondere bei Eroberung 
der Stemschanze, Major Kiss, die HaupÜeute Wolf, Radoni und Lieutenant 
Suardi hervor. 

Ende 1757 erhielt das Regiment weisse Röcke, blaue Westen und derlei unga- 
rische Beinkleider, gelbe Aufschläge, weisse Knöpfe und Litzen, letztere von 
Silber für die OfSziere; von Tuch fdr die Mannschaft. 

1760 Major Ignaz Sigmund Freiherr de Rossin wurde für seine Auszeichnung bei 
Hochkirch, MTO.-R. 

16» 



— 228 — 

1760 Oberstlieutenant Kitzing commandirte bei Eröffnung der Tranchien von 
Glatz die Arbeiter am rechten Flügel und hatte sich während der Belagerung 
im Juni ausgezeichnet. 

17n2 Major Baron Nikolaus Czecherini de la Vippera wurde für seine wiederholten 
Auszeichnungen, namentlich bei Schweidnitz, MTO.-R. 

1761 Hauptmann Racz hatte sich beim Angriffe auf das Bögenfort während der 
Belagerung von Schweidnitz ausgezeichnet. 

Im siebenjährigen Kriege hatte das Regiment an vor dem Feinde Gebliebenen, 
ihren Wunden oder Krankheit Erlegenen, Vermissten und Gefangenen im 
Ganzen 4 Stabs-, 45 Ober-Offiziere und 2614 Mann verloren; dagegen 
5 Fahnen, 4 Kanonen und 2 Pulverkarren erobert. 

1789 Grenadier-Hauptmann Fürst Anton Esterhazy wurde für Auszeichnung beim 
Sturme auf Belgrad 30. September sogleich zum Major befördert, und im 
December 1789 MTO.-R. 

1789 Während der Belagerung von Belgrad hatte sich Fähnrich Berger (f isr>4 
als FZM.) bei den Belagerungs-Arbeiten durch seinen Eifer besonderes Lob 
verdient. 

1793 Für ihr tapferes Verhalten in der Schlacht bei Neerwinden 18. März erhielt 
die Mannschaft 4 goldene und 21 silberne Medaillen. Es wurde die erste 
goldene im Regimente dem FeldwebelJohann Bentsalli zu Theil, da er dem hart- 
bedrängten Oberst-Bataillon durch einen kühnen, im Rücken des Feindes mit 
20 Mann unternommenen Angriff Luft machte, sich durchzuschlagen und den 
Angriflf auf Racour zu erneuern. — Bei Löwen erhielten die Grenadiere 
4 silberne Medaillen. 

1793 Bei Vertheidigung der Posten bei Maubeuge 6. und 7. October hatten sich 
die beiden Majore von Bydeskuty und Otto Graf Hohenfeld, sowie Oberlieu- 
tenant Töke sehr hervorgethan. 

Seit Beginn des Feldzuges 1792 bis December 1793 hatte das Regiment 
2 goldene und 45 silberne Tapferkeits-Medaillen erhalten. 

1794 Für seine Auszeichnung bei Erqueline wurde Regiments-Commandant Oberst 
Graf Ferdinand Morzin 1796 MTO.-R. 

1795 Im Treffen bei Mannheim 18. October hatten sich die beiden Majore von 
Bydeskuty und Graf Hohenfeld, sowie in den Gefechten bei Schopp und 
Landstuhl Hauptmann Puteani ausgezeichnet. 

1796 Im ofliciellen Berichte über das Treffen bei Salo heisst es: dass der Feind 
der ungemeinen Tapferkeit des Anton Esterhazy'schen Regimentes nicht 
widerstehen konnte. 

1799 Oberstlieutenant Franz Graf Khevenhüller wurde wegen Auszeichnung im 
Gefechte bei Tauffers 4. April zum zweiten Obersten im Regimente befördert, 
und that sich in dieser Stellung im Gefechte im Gebirge bei Novi 6. November 
neuerdings hervor. 

1799 In Tirol hatten sich Hauptmann Peremann bei Tauffers 4. April und bei der 
Unternehmung in das Engadein .W. April Hauptmann Enyetter sehr ausge- 
zeichnet. 



— 229 — 

1799 Obei-st Baron Sigmund Bydeskuty hatte sich in dem Treffen bei Magnano 
5. April und bei Cassano 27. April durch persönliche Bravour und seine 
zweckmässige Disposition gerechtes Lob in den Berichten erworben, wui'de 
GM., starb jedoch in letztgenannter Action, durch einen Kartätschenschuss 
am Kopfe schwer verwundet, kurz nach seiner Beförderung. 

1799 Für die heldenmüthige Vertheidigung von Ceva wurden nebst dem tapferen 
Commandanten Hauptmann Schmelzern, der sogleich von S. M. dem Kaiser 
zum Major ernannt wurde, noch belobt die Lieutenants Zabielo, Wangrowsky 
und Krauss und Fähnrich Habraneck. — Li der Schacht bei Novi 15. August 
1799 wurde der beim General der Cav. Baron Melas commandirte Hauptmann 
Lang wegen eifriger Erfüllung der erhaltenen Aufträge sehr belobt. — 
Major Krauss von Löwenfeld und Hauptmann Interims-Bataillons-Commandant 
Drasenovich wui'den für tapfere Führung ihrer Bataillone im Gefechte bei 
Novi im Gebirge 6. November belobt. 

1805 FML. Fürst Rosonberg rühmte das gute, ordentliche und tapfere Benehmen 
des Regimentes in der Schlacht bei Caldiero, der Mannschaft sowohl als 
sämmtlicher Stabs- und Ober-OflFiziere. 

1809 Regiments-Commandant Oberst Johann Sclmielzern wurde für seine Aus- 
zeichnung beim Sturme auf Sandomir (inzwischen zum GM. befördert) 
mittelst Armeebefehls de dato 24. October MTO.-R. 

1813 Bei Verfolgung des Feindes in der Schlacht bei Kulm thaten sich Major 
Anton Wöber und Hauptmann Saghy hervor; — im Leipziger Schlachtbe- 
richte wurden die beiden Majore Wöber und Josef von Socher belobt. 

1846 Während des polnischen Februar- Aufstandes hatte sich Feldwebel Ludwig 
Krauss, beim Oberstlieutenant General-Commando-Adjutanten von Benedek 
commandirt, als Führer des Bochnia'er Landsturmes die silberne Medaille 
erworben, 

1848 und 1849. Für Auszeichnung in den Feldzügen in Italien und Ungarn: 

OEKO.-R. 3. Oberst Rudolf Baron Koudelka, Oberstlieutenant Georg Frei- 
herr Berger von der Pleisse und Lieutenant Friedrich Villetz. 
MVK. Hauptmann Gärtner und Oberlieutenant Stark. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Alexander Benedek. 
MVK. Oberstlieutenant Casimir von Gintowt, die Majore Carl Slawecki und 
Peter Narancic, die Hauptleute Villecz, Smugia, Kuss, die Oberlieutenants 
Ritter von Pittoni und Hoppeis, Lieutenant Koppel. Die Mannschaft erhielt 
2 grosse und 6 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1864 Für Auszeichnung bei Erstürmung von Jagel und des Königsberges 3. Februar: 
ÖLO.-R. dem gebliebenen Major Josef Edlen von Stransky zuerkannt. 
OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Alexander Benedek und Haupt- 
mann Franz Zimmermann. 

MVK, Die Hauptleute Endlicher, Gylek, P6chy de P6chy-Ujfalu, die Ober- 
lieutenants von Papay, Schimaczek, Brilka und die Lieutenants Daubner und 
Dobos V. Marzinfalva. 



— 230 "- 

Oberstlieutenant Friedrich Graf Pötting, welcher, obzwar selbst erkrankt^ den- 
noch das Regiments-Commando nach Verwundung des Obersten übernahm, 
und den siegreichen Kampf der Besitznahme Jageis vollendete, so lange bei 
der Truppe aushielt, bis er endlich in wilden Typhusphantasien vom Pferde 
sank und bewusstlos nach Hamburg gebracht wurde, wo er nach wenigen Tagen 
seinen Leiden erlag, verdient als ein Opfer seiner militärischen Ehre und 
treuen Pflichtgefühles besonders erwähnt zu werden. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 
OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Gustav Müller. 

MVK. Regiments-Commandant Oberst Carl Schwertfährer, Hauptmann Tnib- 
kovic und Oberlieutenant von Zsamay. 

1868 erhielt es statt der bisherigen weissen Waffenröcke die allgemein bei der 
Infanterie vorgeschriebenen dunkelblauen. 

Vor dem Feinde erlegene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

1758 Oberstlieutenant Kiss f in der Schlacht bei Hochkirch 14. October. 

1 790 Major Anton Fürst Esterhazy an den Folgen seiner Verwundimg bei Belgrad 
t zu Wien. 

1809 Major Andreas von Enyetter "j- beim Sturme auf Sandomir 16. Juni. 

1814 Major Carl Graf Foucault f im Treffen bei Lyon 20. Mftrz. 

1864 Major Josef Edler von Stransky im Treffen bei Oberselk f 3. Februar. 



Böhmisches 



INFANTERIE-REGIMENT N" 35. 

(1867.) 

FZM. JOSEF BARON PHILIPPOVIÖ VON PHIUPPSBERG. 

Dunkelblaue Waffenröcke, krebsrothe Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation: Pilsen. 



Inhaber. 



1682 errichtet von dem folgenden In- 
haber 

1682 GM. Georg Friedrich Herzog von 
Württemberg-Stuttgart f bei der 
Belagerung von Kaschau 8. Oc- 
tober 1685. 

1685 Oberst Ulysses Marchese Spinola 
t beim Sturme auf Ofen 2. Sep- 
tember 1686. 

1688 Oberst dann GM. Guido Graf 
Starhehberg erhielt 1688 ein unter 
Nr. 13 im Jahre 1809 reducirtes 
Regiment. 

1688 GM. Carl Ludwig Archinto Conte 
de Tatna f bei der Belagerung 
von Belgrad 1693. 

1693 FM. Johann Martin Gscuwikd 
Freiherr von Pöckstein f zu Wien 
10. April 1721. 

1721 GM. Johann Carl Graf Trautsohn 
t 1730. 

1730 FML. Johann Daniel Graf Für- 

8T8NBUSCH f 1738. 

1739 FM. Carl August Friedrich Fürst 
Waldbck t 29. August 1763. 



1763 FZM, Johann Sigmund Grat 

Macquirb von Junisklin MTO.-GK. 

t zu Troppau 12. Jänner 1767. 
1767 Ludwig IX. Landgraf von Hessbn- 

Darmstadt ist 1774 in kaiserl. 

russische Dienste getreten. 
1774 FML. Patrik Olivier Graf Wallis 

MTO.-R. t zu Prag 14. November 

1787. 
1788 GM. Anton Freiherr Brbntano- 

CiMAROLi f zu Frankfurt am Main 

20. Jänner 1793. 

1793 FML. Franz Freiherr von Wenk- 
HEiM MTO.-R. f im Treffen bei 
Courtray 11. Mai 1794. 

1794 bis 1802 unbesetzt. 

1802 FM. Herkules Rainald Herzog 
von MoDENA f 14. October 1803. 

1803 Oberst Erzherzog Maximilian (er- 
hielt 1807 das Artillerie-Regiment 
Nr. 2). 

1807 Oberst Erzherzog Johann Ne- 
poMUK t 19. Februar 1809. 
(Zweite Inhaber, 

1802 GM. Anton Graf Bussy MTO.-R. 
t zu Brunn 10. April 1804.) 



— 232 — 



1809 FZM. Eugen Graf Argentbau 



KCUER von ElOHENICRANZ MT(J. R. 



MTO.-R. (war seit 1804 zweiter fzuPressburg 13.Decemberl841. 

Inhaber) f zu Brunn 4. Mai 1819. 1841 FZM. Franz Graf KhevenhCller 



1819 bis 1822 unbesetzt. 

1822 FML. August Freiherr von Her- 

zooRNBERG f ZU Wien 15. Februar 

1834. 
1834 FML. Ferdinand Freiherr Flei- 



Metsch f zu Prag 14. Nov. 1867. 
1867 FZM. Josef Freiherr Philippovic 
von Philippsberg, MTO.-C. com- 
mandirender General zu Prag. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Das kegiment war 
1683 die eine Hälfte in der Belagerung von Wien, die andere im Entsatz-Heere 
des Herzogs Carl von Lothringen. 1685 war es bei den Belagerungen von 
Eperies und Kaschau, und Abtheilungen bei jener von Neuhäusel, wo diesel- 
ben in einer Redoute von den Türken tiberfallen und zum grösseren Theile 
zusammengehauen wurden; — im selben Jahre war das Regiment bei der 
Expedition in Slavonien, 1686 bei der Belagerung und Erstürmung von 
Ofen, 1687 in der Schlacht bei Mohacs, wo es zuerst das feindliche Retran- 
chement überstieg, 1688 beim Sturme auf Belgrad, 1691 in der Schlacht bei 
Szlankamen, kam sodann nach Italien und war 1695 bei der Belagerung von 
Casale. 1700 als Besatzung in Freiburg. 

Im spanischen Erbfolgekriege deckte es während des Treflfens bei Chiari 
1701 die Gebirgspässe bei Palazuolo, — war Anfangs December bei der Belage- 
rung und Eroberung von Caneto im Mantuanischen, 1702 1. Februar beim 
Ueberfalle auf Cremona, — 1. August in der Schlacht bei Luzzara, wo es 
alle Offiziere theils todt, theils verwundet hatte, und demungeachtet unter 
Commando eines Corporals im heftigsten Feuer bis zum Ende der Schlacht 
aushielt; 1703 und 1704 in Tirol zur Vertheidigung dieses Landes auf den 
verschiedenen Gebirgspässen vertheilt, 1705 wieder in Italien in der Schlacht 
bei Cassano, 1706 beim Entsätze von Turin, 1707 im Neapolitanischen bei 
der Erstürmung von Gaöta, 1710 nach Spanien überschiflFt und dort in den 
Scldachten bei Almenara, Saragossa und Villa Viciosa, 1711 beim Entsätze 
von Cardona. 

Im Türkenkriege war das Regiment 
1716 in der Schlacht bei Peterwardein 5. August, bei der Belagerung von Temcsvar 
und dem Sturm auf die dortige Palanka, 1717 bei der Belagenmg und der 
Schlacht von Belgrad. 
Im Feldzuge 
1734 in Italien, focht es in den Schlachten bei Parma 29. Juni und jener bei 
Guastalla 19. September. Von 

1737 war es im Türkenkriege in Ungarn und kam 1739 nach Siebenbürgen. 
Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 

1741 bei dem KhevenhüUer'schen Corps, 1742 machte es die Winter-Expedition 
in Ober-Oesterreich und Baiern, kam sodann nach Böhmen, focht 17. Mai 



- 233 - 

in der Schlacht bei Chotusitz und bei der Belagerung von Prag, 1743 war 
dasselbe bei der Armee in Baiem, 1744 im Feldzuge in Böhmen, 1745 ein 
Bataillon im TreflFen bei Habeischwert und in der Schlacht bei Trautenau, 
das Regiment in jener bei Kesselsdorf, 1746 in der Schlacht bei Rocoux, 
1747 in der Schlacht bei Lawfeld und 1748 im Treffen bei Rosendael. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 

1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag, 
22. November ein Bataillon in der Schlacht bei Breslau beim Angriffe auf 
die Verschanzungen bei Grabisch und Kleinmochber, das Regiment 5. De- 
cember in der Schlacht bei Leuthen, 1758 14. October in jener bei Hoch- 
kirch und 1759 12. August bei Kunnersdorf, 1760 23. Juni in der Schlacht 
bei Landshut, ferner bei der Unternehmung auf Breslau und 15. August in 
der Schlacht bei Liegnitz. 1761 ein Bataillon 1. October bei der Eroberung 
von Schweidnitz und dem Sturme auf das Galgenfort, 1762 das Regiment 
im Gefechte bei Leitmannsdorf, wo Commandirte des Regimentes mit solchen 
vom Regimente Angern die Verhaue von Hohengries standhaft gegen vier 
feindliche Angriffe vertheidigten; — - ein Commando des Regimentes war in 
der Belagerung von Schweidnitz. 
Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment Anfangs 

1778 bei der Occupation von Baiem, später bei der Haupt- Armee in Böhmen. 
Im Türkenkriege waren die beiden ersten Feld-Bataillone 

1788 14. September im Gefechte bei Armenisch, 1789 bei der Belagerimg von 
Belgrad. 
Im französischen Revolutionskriege war das Regiment in den Feldzügen 

1793 und 1794 bei der Armee in der Niederlande, im Gefechte bei Hondschoute 
7- September 1793 erlitt es durch einen Verrath der Franzosen, die sich 
weisse Tücher um den Arm gebunden und für Hessen ausgegeben hatten, 
einen Verlust von mehr als 100 Gefangenen, darunter der Regiments-Com- 
mandant Oberst Wolf, 22. October waren einzelne Abtheilungen im Treffen 
bei Cysoing; — 1794 erlitt das Regiment starke Verluste im Treffen bei 
Moucron, — ein Bataillon kam als Besatzung nach Mainz, von welchem 
200 Mann in der Zahlbacher Klubistenschanze 2. December einen wüthenden 
Angriff der Franzosen auszuhalten hatten, und nach grossen Verlusten zum 
Weichen gebracht wurden. 1795 hielt sich ein Bataillon beim Dorfe Bemmel 
im Treffen an der Waal sehr tapfer, und bei der Einnahme der feindlichen 
Verschanzungen von Mainz haben zwei Bataillone des Regimentes im Vereine 
mit drei andern die zweite Linie jener Schanzen heldenmüthig gestürmt und 
die Geschütze erobert. 1796 war das Regiment 1. Juli in den Gefechten 
bei Biberach und Stockach, 14. September ein Bataillon im Gefechte bei 
Neuburg in Baiem; — 20. October drei Compagnien am Ober-Rhein beim 
Angriffe der Brücke bei Riegel und der Erstürmimg dieses Ortes; — 
30. October das Regiment bei Vertheidigung der Position bei Steinhausen; 
30. November zwei Bataillone beim Sturme auf die Hüninger Brückenschanze 
und dem Angriffe auf die rechte Flanke des Hornwerkes, — endlich ein 
Bataillon bei der Belagerung von Kehl. 



- 234 — 



Im Feldzuge 



1799 im Treffen bei Osterach 21. März hatte das Regiment die Anhöhen bei 
Hohendingen besetzt und wiederhohe feindliche Angriffe standhaft abge- 
schlagen; in der Schlacht bei Stockach 25. März rückten im entscheidenden 
Momente zwei Bataillone in ganzer Front mit klingendem Spiele vor, und 
trugen, von andern Truppen unterstützt, wesentlich zum Siege bei; — im 
Gefechte bei Andelfingen 25. Mai hatte eine Division das Vorrücken des 
Feindes über die Brücke über die Thur gehemmt, — ein Bataillon dieselbe 
erstürmt und den Gegner vertrieben; — im Gefechte bei Pfungen 28. Mai 
vertheidigte Oberst Baron Ulm mit zwei Bataillons den Wald bei diesem 
Orte, und ein Bataillon eroberte den Ort Rohrbiss wieder; — bei den 
Debloquirung von Philippsburg stürmte ein Bataillon die Fleschen vor 
Wisloch, wurde im dichten Nebel von der französischen Cavallerie angefallen, 
jedoch durch österreichische Cürassiere degagirt, drang in die Stadt Wisloch 
ein, und machte viele Gefangene, 3. December. 

Im Feldzuge 

1800 war das Regiment in mehreren Gefechten in Baiern, so bei Blaubeuren, 
Donauwörth, Neuburg u. s. w. ; — 3. December in der Schlacht bei Hohon- 
linden, — auf dem nun erfolgten Rückzuge im Gefechte bei Salzburg beim 
Sturme und der Behauptung des Thiergartens bei Kiesheim, — und im Ge- 
fechte bei Frankenmarkt. 

Im Feldzuge 
1805 bei der Armee in Deutschland, im Corps des FML. Grafen Riesch, bestand 
ein Bataillon zwischen dem Orte Riedheim und der Donau 14. October ein 
Gefecht, — das Regiment wurde auf seinem Rückzuge von den Weissinger 
Höhen durch eine leichte französische Cavallerie-Brigade heftig angegriffen, 
durchbrochen, theils niedergehauen, theils gefangen, nur 5 Compagnien 
retteten sich gegen Hausen und schlössen sich an das Wemeckische Corps. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im I. Armee-Corps G. d. Cav. Graf Bellegarde eingetheilt, 
erst in einigen Gefechten in Baiern, — 21. und 22. Juni in der Schlacht 
bei Aspern, 5. und 6. Juli bei Wagram, wo Oberlieutenant Dittmayer 
mit einer Compagnie zwei feindliche Massen angriff, sie sprengte, einen 
General und gegen 200 Mann gefangen nahm, einen Adler und eine 
Kanone eroberte und den Feind so lange vom weitern Vorrücken abhielt, 
bis die übrige Truppe Zeit gewann, einen Angriff zu unternehmen. Das 
Regiment war ferner bei Znaim 10. Juli. 

Im Feldzuge 
1813 im I. Armee-Corps des FZM. Grafen Hieronymus CoUoredo eingetheilt, focht 
das Regiment 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 30. August 
in jener bei Kulm, 11. September war es bei der Vorrückung von Nollen- 
dorf auf Breitenau, und 16. bis 18. October in der Schlacht bei Leipzig« 
wo sich die Grenadiere unter ihrem tapfem Commandanten Oberstlieutenant 
Call 18. October bei Wiedereroberung des Dorfes Dölitz besonders hervor- 



— 235 — 

thaten, eine feindliche Seiterattake in nächflter Nähe muthig abwehrten und 
sich gegen die wiederholten heftigen Angriffe des Feindes standhaft in dem 
Besitze von Dölitz behaupteten. 

Im Feldzuge 
1814 war das Regiment in der zweiten Hälfte Jänner bei der Blokade von Auxonne, 
ein Bataillon im Februar bei der Brigade des GM. Scheither hatte die 
Sicherang von Chalons und Givry zur Aufgabe, und fochten Abtheilungen 
des Regimentes 18. März im Treffen bei St. Georges und 2. April im Ge- 
fechte bei Voreppe. — Ein Bataillon war bei der Blokade von Hüningen 
und 5. April bei der Einnahme der dortigen Sternschanze. 1815 bei dem 
Corps des FML. Baron Bianchi im Juli eingetheilt, welches den Landstrich 
von Lyon abwärts längs der Demarcations-Linie bis ans Meer zu besetzen hatte. 

In dem Kriegsjahre 

1848 waren die Grenadiere im Juni an der Unterdrückung und Bewältigung des 
Au&tandes zu Prag betheiligt, — das erste, zweite Feld- und erste Land- 
wehr-Bataillon in der Armee des FM. Fürsten Windisch-Grätz war Ende 
October bei der Belagerung, den Gefechten und der Einnahme von Wien, 
wo das erste Landwehr-Bataillon in Garnison zurückblieb, die beiden Feld- 
Bataillone aber Mitte December die Vorrückung gegen Ungarn mitmachten? 
und Anfangs Jänner 1849 zur Cemirung von Komom kamen, wo sie über 
Winter blieben. 

Im Sommer-Feldzuge 

1849 waren die beiden Feldbataillone und das Landwehrbataillon wieder vereint 
und im IH. Armee-Corps FML. Baron Ramberg eingetheilt und hatten an 
allen Gefechten und Operationen dieses Corps thätigen Antheil, so 5. August 
beim Theissübergang, bei Bessenyö, Albrechtsflur, Csutad, Jecza, 9. August 
in der Schlacht bei Temesvar und der weitem Verfolgung des Feindes bis 
Siebenbürgen. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien im IX. Armee-Corps G. d. Cav. Graf 
Schaaffgotsche eingetheilt, focht das Regiment 24. Juni in der Schlacht bei 
Solferino einen harten blutigen Kampf um den wichtigen Besitz der Häuser- 
grappe von Casanuova bei Guidizzolo, in den wiederholten Stürmen, geführt 
von seinem heldenmüthigen Commandanten Oberst Fürst Carl Windisch-Grätz, 
der an seiner Spitze von 5 Kugeln durchbohrt fiel, hatte es bedeutende 
Verluste erlitten. 

Im Feldzuge 
1864 war das Regiment im VI. Armee-Corps des FML. Baron Gablenz eingetheilt, 
überschritt 1. Februar die Eider^ machte die weitere Vorrückimg in Schleswig- 
Holstein und den Einmarsch in Jütland mit, und blieb bis Juni 1866 bei 
der Occupation von Holstein. 

Im Feldzuge 
1866 g^en Preussen war das Regiment im I. Armee - Corps G. d. Cav. 
Graf Clam-Gallas eingetheilt, 28. Juni im Gefechte bei Münchengrätz, 



- 236 — 

29. Juni im Treflfen bei Jiöin, wo es den bedeutenden Gesammtverlust vtm 
20 Offizieren und 1089 Mann erlitt, und focht 3. Juli in der Schlacht bti 
Königgrätz. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1702 Oberstlieutenant Baron Scherzer vertheidigte Caneto, und capitulirte 20. Mai, 
wurde kriegsgefangen. 

1702 Major Hofmann passirte mit 4 Offizieren und 225 Grenadieren beim Ueber- 
falle auf Cremona 1. Februar die Wasserleitung, besetzte die Porta Marga- 
ritta und öffnete von Innen das Stadtthor. 

1703 Major Graf Heindl leistete mit seinem Bataillon in Tirol mit dem Land- 
sturm vereint den Baiern nachdrücklichen Widerstand und eroberte 22. Juli 
den Pass Scharnitz nebst 22 Kanonen. — Grenadier-Hauptmann Marschall 
erbeutete 30. Juli 1704 in dem Salzburgischen Städtchen Dittmaning viel gc 
flüchtetes baierisches Vieh und Gepäck. 

1704 Hauptmann Funk commandirte Ende Juli die Besatzung des Schlosses Ho- 
henaschau. 

1743 Grenadier-Hauptmann Baron Benserad ist bei Ueberschiffung der Donau in 
der Nacht vom 4. auf den 5. Juni mit 40 Grenadieren der Erste über den 
Strom geschifft und vertheidigte sich gegen 2 feindliche Bataillons tapfer, 
bis Unterstützung kam. Oberstlieutenant Graf Spauer übersetzte mit einigen 
Grenadier- Compagnien in Pontons gleichfalls die Donau, eroberte die alte 
Schanze zu Wischelburg und vertrieb nach 748^üi^^'g®^ Feuergefechte die 
Franzosen. 

1757 Oberstlieutenant Van der Herdt besetzte mit 6 Grenadier- Compagnien in 
der Schlacht bei Breslau die Schanze bei Kleinmochber 22. November. — 
In Folge der Capitulation von Breslau geriethen Oberstlieutenant Van der 
Herdt, Major Formentini und 14 Offiziere 19. December in Kriegsgefangen- 
schaft. 

1760 In der Sphlacht bei Landshut 23. Juni hatte sich Major Jakob Graf Lockart, 
der schon früher bei Kunnersdorf 1759 wegen seiner Tapferkeit belobt wurde, 
bei Erstürmung von 3 feindliehen Redouten durch Umsicht und persönliche 
Bravour vorzüglich ausgezeichnet und wurde 1761 MTO.-R. 

1761 Bei der Erstürmung von Schweidnitz 1. October hatten sich Major Dmx 
und Hauptmann Van der Herdt sehr ausgezeichnet. 

1793 Oberstlieutenant Kissing that sich im Treffen bei Cjsoing; — Hauptmann 
UUerich im Treffen bei Meissenheim 8. December 1795 sehr hervor, Letzterer 
wurde in Folge dessen zum Major befördert. 

1796 In dem Gefechte bei Bieberach und Stockach 1. Juli zeichneten sich Major 
Eduard Graf Wallis und Fähnrich Fenyvesy sehr aus. 

1799 Im Treffen bei Osterach 21. März hatten sich Hauptmann Latscher und 
Oborlieutenant Fenyvesy sehr ausgezeichnet. Ersterer wurde sogleich zum 
Major befördert. Feldwebel Kaiser that mit einem Zuge einen entscheidenden 



— 237 — 

Bajonnet-AngrifF in die feindliche Flanke, und verjagte die Franzosen aus 
zwei Dörfern. 
1799 In der Schlacht bei Stockach 25. März wurden wegen ruhmvoller Führung 
ihrer Abtheilungen und persönlicher Bravour vorzüglich belobt : der Regiments 
Commandant Oberst Josef Baron Ulm, der Grenadier-Bataillons-Commandant 
Oberstlieutenant Heinrich Teschner, femer Oberstlieutenant UUerich; Major 
Josef Richter, die Hauptleute Bieber, Jachs und Büsche. — In Anerkennung 
dessen wurden sogleich: Oberstlieutenant Teschner, Major Richter und 
Hauptmann Bieber in die nächst höheren Chargen befördert. 

1799 Im Gefechte bei Andelfingen 25. Mai hatte Major Graf Morzin die vom 
Feinde eroberte Brücke mit Sturm genommen. Nächst ihm wurden in der 
Relation noch belobt: Hauptmann Giffing, Grenadier-Oberlieutenant Haimb, 
Lieutenant Brucht, die Fähnriche Salinsky, Steinheim und Supplikats, letzterer 
seiner hier erhaltenen Wunde erlegen. 

1799 Im Gefechte 28. Mai bei Pfungen hatten sich Oberst Baron Ulm, Oberst- 
lieutenant Ullerich, Major Graf Morzin, der in Folge dessen zum Oberst- 
lieutenant befördert wurde, sehr ausgezeichnet. 

1799 Bei Wisloch 3. December hatte sich Major Bieber durch tapfere und um- 
sichtige Führung seines Bataillons hervorgethan. 

1800 Im Gefechte bei Frankenmarkt hatte sich Hauptmann Graf Bentheim durch 
seine persönliche Bravour besonders bemerkbar gemacht. 

1809 Oberlieutenant Mathias Dittmayer wurde flir seine Auszeichnung bei Wagram 
durch Capitel 1810 MTO.-R. 

1813 Grenadier-Bataillons-Commandant Oberstlieutenant Carl Call wurde für seine 
wiederholten Auszeichnungen im Feldzuge, als bei Dresden, Rocknitz, Kulm, 
insbesondere aber 18. October für Erstürmung und standhafte Behauptung 
von Dölitz mittelst Allerhöchsten Handbillets Sr. M. Kaiser Franz d. dto. 
Rötha 20- October 1813 MTO.-R. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche: 
ÖLO.-R. Major Müller. 

MVK. Oberst Regiments-Commandant Vincenz Graf Künigl, Grenadier- 
Bataillons-Commandant Oberst Moriz Graf Braida, Major Friedrich Gerber, 
die Hauptleute : Rukavina v. Vidovgrad, Carl Graf Pötting, Lanz, Emanuel 
Baron Henniger, die Oberlieutenants Hausner, Graf d'Ambly, Edler von 
Stenitzer, Marat, von Boltog, die Lieutenants Heinrich Schmidt, Melzer. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

ÖLO.-R. wurde den vor dem Feinde gebliebenen Regiments-Commandanten 
Obersten Carl Fürst zu Windisch-Grätz zuerkannt. 

OEKO.-R. 3. Major Emanuel Freiherr Henniger v. Eberg, Oberlieutenant 
Robert Promber. 

MVK. Major August von Amberg, Hauptmann Rande, die Lieutenants Mosch 
und Rampelt von Rüdenstein — 17 Offiziere erhielten die Allerhöchste 
Belobung. — Der Mannschaft wurden 3 grosse und 3 kleine silberne Tapfer- 
keits-Medaillen zu Theil. 



— 238 — 

Nachträglich OERO.-K. 3. die Lieutenants Franz Ventour und Wilhelm Baron 
Trautenberg. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Wilhelm Baron Baillou. 
MVK. Oberstlieutenant Georg John und Major Johann Ventour. Seit 

1868 hat es die gegenwärtige Adjustirung statt der früheren weissen. 

1879 Regtments-Inhaber FZM. Josef Freiherr von Philippovic fiir Unterdrückung 
des Aufstandes in Bosnien und siegreiche Einnahme dieser Provinz, wurde 
mit Allerhöchstem Befehlschreiben de dato 2. Mai in Folge einstimmigen 
Capitelbeschlusses MTO.-C. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1683 Oberstlieutenant Baron Wacker in der Belagerung von Wien f. 

1685 Oberstlieutenant Linken bei der Belagerung von Neuhäusel f. 

1686 Oberst zugleich Regiments-Inhaber Marchese Ulysses Spinola bei der Er- 
stürmung von Ofen f 2. April. 

1707 Major Strasser beim Sturme auf Gaöta f 30. September. 

1716 Regiments-Commandant Oberst Goldacker f in der Schlacht bei Peterwardein 
5. August. 

1760 Regiments-Commandant Oberst Anton Baron Formentini f in der Schlacht 
bei Liegnitz 15. August. 

1796 OberstUeutenant Eduard Graf Wallis an den Folgen seiner bei Steinhausen 
erlittenen Verwundung f zu Bieberach26. November. 

1 796 Regiments-Commandant Oberst Wenzel Nesslinger von Schölgengraben MTO.-R. 
von einer Kartätschenkugel beimSturme auf die Hüninger Brückenschanze 
getroffen, f 30. November. 

1813 Regiments-Commandant Oberst Adam Giessen von Giessenberg an seiner 
bei Dresden erlittenen schweren Verwundung f 8. September. 

1859 Regiments-Commandant Oberst Carl Fürst zu Windisch-Grätz f bei Er- 
stürmung der Casanuova nächst Guidizzolo in der Schlacht bei Solferino 
24. Juni. 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 36. 

(1876.; 

FZM. HIERONYMUS FREIHERR ZIEMIECKI VON ZIEMIECIN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, blassrothe Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Jukopunzlau. 



Inhaber. 



1683 errichtet mit kaiserlichem Bestal- 
lungsbrief ddto. Wien 2. Jänner 

1683 vom folgenden Jn%a&6r. 

1683 FZM. Jakob Graf Leslib f 1692. 

1692 FML. Philipp Erasmus Fürst zu 
Liechtenstein f beim Uebergange 
über die Bormida 1704. 

1704 FZM. Max Ludwig Graf Regal 
bei Belgrad tödtlich blessirt f 1717. 

1718 FM. Franz Paul Graf Wallis f 
18. October 1737. 

1737 FM. Max Ulysses Graf Browne 
t bei Prag 6. Mai, tödtlich blessirt 
t 26. Juni 1757. 

1757 GM. Josef Graf Browne de Camus 

t 1759. 
1759 FML. Johann Anton Baron Tillier 
MTO.-R. t 1761. 



1761 

1792 
1797 



1799 
1801 

1817 

1850 

1852 



1877 



FM. Franz Ulrich Fürst Kinsky 
MTO.-C. t 18. December 1792. 
bis 1797 unbesetzt. 
FML. Carl Fürst zu Fürstenbbro 
t in der Schlacht bei Stockach 
25. März 1799. 
bis 1801 unbesetzt. 
FM. Carl Graf Kolowrat-Kra- 
KwosKY MTO.-C. t 5. Juni 1816. 
FML. Josef Friedrich Freiherr 
von Palombini f 5. April 1850. 
FML. Franz Fürst von Collorbdo- 
Manspeld t 29. Mai 1852. 
FZM. August Graf Degenfeld- 
ScHOMBURo MTO.-R. t 5. Decem- 
ber 1876. 
FZM. Hieronymus Freiheer Zie- 

BnECKI von ZiEMIECIM. 



Mitgemachte Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Noch im Enrichtungsjahre 
1683 wurden fünf Compagnien zur Hauptarmee nach Ej:'em8 und Mautem gezo- 
gen, der Rest blieb unter Major Malowetz in Ober-Osterreich am Enns-Flusse 
zum Schutze gegen türkische Streifeüge stehen. Die Ersteren fochten unter 
Oberstlieutenant Spinola 12. September beim Entsätze von Wien. 



- 240 — 

1684 war das Regiment vereint, bei einigen Unternehmungen in Slavonien und 
beim Streifzuge nach Essegg, 1685 bei der Berennung dieses Ortes, 1687 12. 
August in der Schlacht bei Mohacs 1688, bei der Belagerung und Ersttlrmunjr 
von Belgrad, 1689 30. August in der Schlacht bei Batocin und 24. September in 
jener bei Nissa. An der Vertheidigung der Veteranischen Höhle vom 26. März 
bis 9. Mai 1692 war Hauptmann Schröckengast mit 110 Mann betheiligt. 

1695 21. September in der Schlacht bei Lugos deckte das Regiment in einer 
Wagenburg gegen die wtithenden Angi'iffe der Türken in einem mörderischen 
vierstündigen Kampfe mit ungemeiner Tapferkeit den Rückzug der Cavallerif 
unter General Truchsess nach Karansebes, 1697 war es bei der Belagerunjr 
von Bihacs und hatte in beiden letztgenannten Actionen grosse Verluste. 
Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment 

1701 bei derEinschliessung von Mantua, 1702 15. August in der Schlacht beiLuzzara, 
1704 3. Jänner im Gefechte bei Stradella, wenige Tage später beim Ueber- 
gange über die Bormida, 1705 16. August in der Schlacht bei Cassano, 17ö*i 
7. September in jener bei Turin, 1708 bei der Occupation des Kirchenstaates, 
1713 kam es zur Armee nach Deutschland. 

Im Türkenkriege 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein eroberte das Regiment 4 Fahnen, 
war sodann bei der Belagerung von Temesvar und dem Sturme auf die dor- 
tige Palanka, 1717 19. Juni bei der Berennung und 16. August in der 
Schlacht von Belgrad. Einige Offiziere und 128 Mann hatten im Juli an der 
Vertheidigung von Mehadia Theil genommen. 

Im Feldzuge 
1734 in Ober-Italien war ein Bataillon und die Grenadier-Compagnie 1. Juni 
im Gefechte bei Colorno, in der Schlacht bei Parma 29. Juni, beim Ucberfalle 
auf Quistello 15. September und in der Schlacht bei Guastalla 19. Sep- 
tember. 

Im Türkenkriege waren 
1737 Ende September ein Bataillon und eine Grenadier-Compagnie bei der Bela- 
gerung der Bergfeste Usitza, — das Leibbataillon hingegen bei der Vorrückunrr 
gegen die Wallachen, 1738 das vereinte Regiment 4. Juli in der Schlacht 
bei Komia, 15. Juli im Treffen bei Mehadia; 1739 23. Juli in der Schlacht 
bei Krotzka und 30. Juli im Treffen bei Panczowa. 

Im österreichischen Erbfolgekriege 
1741 9. bis 13. Jänner die Grenadier-Compagnie bei der Vertheidigung von Ott- 
machau, — das Regiment 16. April in der Schlacht bei Mollwitz; — ein 
Bataillon und eine Grenadier-Compagnie als Besatzung in der Festung Brieg 
durfte in Folge der Capitulation dieses Platzes 4. Mai zwei Jahre nicht gegon 
Preussen fechten. 1742 25. Mai war das Regiment im Treffen bei Sahay, 
sodann bei der Belagerung von Prag; — 1744 im Feldzuge am Rhein und 
später in Böhmen waren zwei Bataillone und eine Grrenadier-Compa^ie. 
ein drittes Bataillon in der belagorten Festung Freiburg ; 1745 4. Juni focht 
das Regiment in der Schlacht bei Hohenfriedberg, 30. September in jenor 



- 241 — 

bei Trautenau, kam dann zur Armee in die Niederlande und war 1746 
11. October in der Schlacht bei Rocoux 1747 2. Juli in jener bei Lawfeld 
und 1748 ein Bataillon in der Belagerung von Mastricht. 

Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 
1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag, so 
dann als Besatzung daselbst während der Belagerung ; — 14. October bis 11. 
November bei der Belagerung von Schweidnitz, 22. November in der Schlacht 
bei Breslau und 5. December in jener bei Leuthen, wo es grosse Verluste erlitt, 
1758 14. October in der Schlacht bei Hochkirch, 1759 20. October beim Treffen 
bei Maxen, wo Oberst Koch mit dem Regimente, ein gegen die rechte Flanke 
vordringendes feindliches Bataillon und ebenso preussische starke Cavallerie- 
Abtheilungen, welche einhauen wollten, in die Flucht schlug; 1760 im Gefechte 
bei Kunzendorf, 17. September und 3. November in der Schlacht bei Torgau 
focht das Regiment sehr tapfer, erlitt aber bedeutende Verluste, dagegen 
eroberte es eine Fahne; es machte die Feldzüge 1761 und 1762 ohne für 
dasselbe erhebliche Ereignisse mit. 

Im baierischen Erbfolgekriege war dasselbe 
1778 bei der Hauptarmee in Böhmen, und wurde 1779 5. Februar bei Brtix von 
einer starken feindlichen Uebermacht unter Grenerallieutenant von Möllen- 
dorf überfallen und angegriffen. Mit ausserordentlicher Umsicht und Tapfer- 
keit vollführte Oberst Baron Keuhl mit dem Regimente, in Bataillonsmassen 
formirt, und in seinen Flanken von kleinen österreichischen Cavallerie-Trup- 
pes gedeckt, einen meisterhaften Rückzug bis Laun, von den feindlichen 
Reitern den grösseren Theil des Weges umschwärmt. 

1790 im November rückte das Leibbataillon in die Niederlande zu der gegen die 
Brabanter Malcontenten kämpfenden Armee im Lager bei Assesse ein und 
war bei dem bald nachher ausgebrochenen französischen Revolutionskriege 

1792 15. Juli im Q-efechte bei Orchies. Im August vereinte sich zu Arlon das 
aus Böhmen nachgerückte Oberst-Bataillon mit dem Leibbataillone und beide 
waren 21. bis 25. August bei der Beschiessung von Longwy; — das Leib- 
bataillon 14. September im Gefechte bei Croix au Bois, später waren beide 
Bataillone bei der Belagerung von Namur und geriethen in Folge der dor- 
tigen Capitulation 2. December in Kriegsgefangenschaft unter ehrenvollen 
Bedingungen, welche aber von den Franzosen nicht eingehalten, sondern die 
Besatzung in das Innere von Frankreich gebracht wurde. Fahnen, Feld- 
Capelle, Feldgeräthe, Musik-Instrumente geriethen dadurch in Feindeshand. 
1793 kam das theils ranzionirte, theils neu formirte Regiment im September 
nach Valenciennes, 15. October war das Oberst-Bataillon in der Schlacht 
bei Wattignies, die Grenadiere bei der Belagerung von Maubeuge; — 1794 
waren einzelne Abtheilungen 21. April im Gefechte und 26. April in der 
Schlacht bei Landrecies, sodann kam das Regiment zur Belagerung dieser 
Festung, war 11. und 12. Mai in den Gefechten an der Sambre ; — im Tref- 
fen bei Rouvroy zeichneten sich das Oberst-Bataillon und die Grenadiere 
13. Mai aus; — das Regiment war in diesem Feldzuge noch 24. Mai im 

ThfirfaAim: Gedenkblittcr. 10 



— 242 — 

Treffen bei Erqueline, 10. Juni im Gefechte bei Rousselaere, 13. Juni beim 
Versuche zum Entsätze von Ypern, wo es zwei Kanonen eroberte, 23. Juni 
im Gefechte bei Oudenarde, 17. September in jenem von Mastricht Die 
Grenadiere 3. Juni im Treffen bei Charleroi. Das Oberstbataillon kam 
21. September nach Mastricht als Besatzung, erhielt in Folge der dortigen 
Capitulation 7. November freien Abzug, durfte aber bis zur Auswechslung der 
Gefangenen nicht gegen Frankreich dienen. 

Im Feldzuge 
1795 war das Leibbataillon 13. September im Gefechte bei Uckerath, 15. Septem- 
ber bei Altenkirchen, 10. November bei Monsheim, 14. November bei 
Lamsheim, 17. December bei Bacharach; die Grenadiere 29. October 
bei Erstürmung der Mainzerlinien, kamen aber, in der Reserve eingetheilt, 
nicht ins Gefecht. Das dritte Bataillon war bei der Occupation von West- 
galizien, das Oberst-Bataillon zur Aufwartung in Wien. 1796 fochten die 
Grenadiere 31. Mai bei Walhausen, 15. Juni in der Schlacht bei Wetzlar 
19. Juni im Gefechte dei Altenkirchen, 24. August in der Schlacht bei Am- 
berg, 3. September in jener bei Wtirzburg. Das Leib-Bataillon war längere 
Zeit als Besatzung in Mainz und am Khein-Cordon, sowie später in den Ge- 
fechten bei Mainz, Rüdesheim, Wiesbaden, Limburg an der Lahn und im Decem- 
ber bei der Belagerung von Hüningen. — Das dritte Bataillon focht in der 
Armee des FZM. Baron Alvintzy in Italien, und zwar 5. und 6. November im 
Treffen bei Le Nove und Fontaniva, 12. November in jenem bei Caldiero, 15. 
und 17. in der Schlacht bei Alveole, wo es den Rückzug zu decken bestimmt, 
von einer bedeutenden Uebermacht angegriffen, geworfen wurde und grosse 
Verluste erlitt; in der Schlacht bei Rivoli 14. und 15. Jänner 1797 wurde 
das Bataillon iast aufgerieben und formirte nur eine Division. Ln Februar 
1797 trafen das Leibbataillon und die Grenadiere aus Deutschland, sowie 
das Oberst-Bataillon aus Wien ein imd waren an den Rückzugs-Gefechten 
der Armee bei Tarvis 22. März, Judenburg 4. April betheiligt 

Im Feldzuge 
1799 in Italien focht das Regiment 26. März im Treffen bei Verona, 30. März 
im Gefechte bei Pastrengo, 5. April in der Schlacht bei Magnano und 
27. April in jener bei Cassano. Anfangs Mai waren einzelne Abtheilungen 
bei der Belagerung von Pizzighetone ; 16. Mai im Treffen bei Marengo, 
San Giuliano war das Regiment sowie bei der Blocade der Citadelle 
von Turin 25. Mai bis 29. Juni. Die Grenadiere fochten in der dreitä- 
gigen Schlacht an der Trebia 17. bis 19. Juni und bei der Belagerung 
der Citadelle von Tortona. Das Regiment im Juli und August bei den Be- 
lagerungen der Citadelle von Alessandi'ia imd der Bergfeste Seravalle. 15. 
August focht es mit grosser Auszeichnung in der Schlacht bei Novi, insbe- 
sondere beim Sturm auf die dortigen mit Geschütz stark besetzten Höhen, 
17. September im Treffen bei Savigliano, 23. September im Gefechte bei 
Pignerol, 13. October bei Bainette, 27. October bei Mondovi, 28. October 
bei Lesegno, 4. November in der Scldacht bei Genola, 5. November im Ge- 



— 243 — 

fechte bei Ronchi 10. November bei Borgo San Dalmazzo, 14. und 15. November 
bei Vemanti und Limone, 13. November bei Mondovi, sodann 20. November bis 
3. Ddcember bei der Belagerung von Cuneo. Das Regiment hatte in diesem 
Feldzuge an nicht weniger als 24 feindlichen Ereignissen ehrenvollen Antheil 
genommen. 1800 war das Regiment (im April und Mai) in den Gefechten 
bei Altare und Cadibona, am Monte Croce, bei San Giacomo, bei Albisola, 
den beiden Gefechten bei Feligoo, bei Arenzano, Loano Monte-carvo und 
kam 24. Mai als Besatzung nach Turin ; die Grenadiere waren im Gefechte 
bei Nizza, bei Aspremonte, 6. Juni bei Montenave, 14. Juni in der Schlacht 
bei Marengo. Das Regiment kam Ende Juni in die Gegend von Vicenza, 
focht am Rückzuge der Armee in der Schlacht bei Pozzolo Monzambano 
25. und 26. December. 
Im Feldzuge 

1805 war das Regiment in Deutschland, focht mit besonderer Auszeichnung 11. 
October bei Alpeck. 13. October am Gaisberge bei Ulm, gerieth aber in 
Folge der Capifulation von Ulm in Kriegsgefangenschaft. 
Im Feldzuge 

1809 war das Regiment im I. Armee-Corps General der Cavallerie Graf Bellegarde 
eingetheilt und hatte Antheil an den Gefechten bei Hausen und Dinzling 
19. April, an dem Treffen bei Eckmühl 22. April und der Schlacht bei Re- 
gensburg 23. April. Ruhmvoll focht es bei Aspem, besonders am zweiten 
Schlachttage 22. Mai, wo Hauptmann Baron Bienefeld, Commandant des dritten 
Bataillons, mit grosser Tapferkeit sich in den Gassen von Aspem mit der 
französischen Garde-Infanterie schlug, sowie auch beim Kirchhofe und in 
den nahen Auen und sich ungeachtet aller feindlichen Anstrengungen bis 
zu der Nachmittags erfolgten Ablösung behauptete. Mit gleicher Auszeich- 
nung kämpften die Grenadiere. 5. imd 6. Juli war das Regiment in der 
Schlacht bei Wagram, Hauptmann Haberein behauptete mit dem dritten Ba- 
taillon seine Position bei Aderklaa bis zum anbefohlenen Rückzuge und eroberte 
eine verlorne Zwölfpftinder-E^none wieder zurück. Vorzüglichen Ruhm er- 
warb sich das Regiment 10. und 11. Juli im Treffen bei Znaim, wo es seine 
Stellung in dem Weingebirge bei Znaim und auf den jenseitigen Höhen bis 
Brenditz hinüber bis in die späte Nacht standhaft behauptete, es erlitt aber 
einen Gesammtverlust von mehr als 800 Mann. 
Im Feldzuge 

1813 focht dasselbe im HI. Armee-Corps FZM. Graf Ignaz Gyulai 26. und 27. 
August in der Schlacht bei Dresden, ebenso die Grenadiere, welche auch im 
Gelochte bei Arbesau 17. September und bei Leipzig sich hervorthaten ; das 
Regiment selbst war in dieser Schlacht 16. bis 18. October an den 
Kämpfen bei Lindenau, Klein - Zschocher und bei Dölitz betheiligt, femer 
22. October im Gefechte bei Eckartsberge, 9. November im Treffen bei 
Hochheim. — 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war dasselbe 13. bis 17. Jänner in den Gefechten von Langres, 24. 
Jänner im Treffen bei Bar sur Aube, 1 . und 2. Februar in der Schlacht bei Brienne, 

16* 



- 244 — 

28. Februar im Gefechte bei Troyes, 28. Februar bei La Fert6 sur Aube, 2 1 . März 
in der Schlacht bei Arcis, 25. März bei F^re Champ^noise, 31. März im Ge- 
hölze von Vincennes, passirte 3. April Paris. Die Grenadiere 8. Jänner bis 
6. März bei der Belagerung von Besan(on, 17. März in dem Gefechte bei 
Belleville, 18. und 19. bei St. Georges, 20. März bei Limonest Das dritte 
Feld- imd 1. Landwehrbataillon waren im October und November 1813 bej 
der Einschliessung von Dresden, 6. November im Gefechte bei Boxdorf, und 
vom December 1813 bis 12. April 1814 bei der Einschliessung von Beifort. 
1815 war das erste Bataillon als Execution auf Etapen in mehrere französi- 
sche Departements verlegt, das zweite und dritte Bataillon bei der Ein- 
schliessung von Hüningen, die Grenadiere im Reserve-Corps. 

1821 war das Regiment im Feldzuge in Piemont, ohne jedoch in ein Gefecht zu 
kommen. 

1846 Anlässlich des polnischen Februar- Aufstandes kam das Regiment als Be- 
satzung nach Krakau, wo bei dem dortigen Aufstande 25. und 26. April 

1848 nur die achte und neunte Compagnie ins Gefecht kamen. 

Die Grenadier -Division hatte sich in der Juni-Revolution 1848 in Prag 12. 
bis 15. ausgezeichnet und 6 Barricaden mit Sturm genommen, im October war 
dieselbe 24. bis 31. Oktober in der Armee des FM. Fürsten Win dischgrätz bei 
der Belagerung und der Einnahme von Wien. — Anfangs December waren 
vier Compagnien in der Colonne des Oberstlieutenants Frischeisen Tvom 
Regimente) bei der Vorrückung gegen die ungarischen Insurgenten im Ge- 
fechte bei Budatin 11. December — später (unter GM. Götz) bei Silein 2. 

1849 Jänner bei Turczek 17. Jänner, bei Kluckna 13. Februar, im Treffen 
bei Waizen, 10. April und in der Schlacht bei Nagy Sarlo 19. April. 
Die Grenadiere waren 27. Februar in der Schlacht bei Rapolna und 26. April 
im Gefechte bei Puszta Cs^m. — Im Sommerfeldzuge waren die beiden 
ersten Feld-Bataillone vereint im I. Armee-Corps des FML, Grafen Selilik 
fochten 28^ Juni bei der Einnahme von Raab, sowie 2. und 11. Juli in den 
beiden Schlachten von Komom. Die Grenadiere waren 21. Juni im Treffen 
bei Pered, in den beiden Schlachten von Komom, sowie in jenen von Szöreo; 
5. August und Temesvar 9. August, das vierte Bataillon im August und Sep- 
tember 1849 bei der Cemirung von Komorn. 

Während des Feldzuges 

1859 in Italien stand das Regiment als Besatzung in der deutschen Bundes- 
Festung Mainz. 
Im Feldzuge 

1866 war das Regiment in der Südarmee des Erzherzogs Albrecht eingetheilt und 
focht mit Auszeichnung in der Schlacht bei Custozza 24. Juni, namentlich in 
dem ruhmvollen Kampfe um die wichtige Position der vor dem Gehöfte 
Fenile liegenden Höhen. Das vierte Bataillon, zur Besatzung von Josef- 
stadt in Böhmen gehörig, war 28. Juni im Treffen bei Skalics bei Verthei- 
digung des dortigen Bahnhofes. 



— 245 - 
Tapferkeits-Aaszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1683 Augsburg war der Sammelplatz des Regimentes, der erste Stand seiner 
Aufstellung waren zehn Compagnien und die Regimenter Jung-Starhemberg 
Nr. 8 und Scbärfenberg (als Nr. 13 im Jahre 1809 reducirt) gaben den 
Stamm-Cadre dazu. 

1716 Bei der Belagerung von Temesvar leistete Major Bärenklau, als Tranch6e- 
Major sehr gute Dienste (September 1716) und wurde in Folge dessen Oberst- 
lieutenant. 

1734 Grenadierhauptmann Franz Ludwig Graf Thürheim wird in der Relation 
der Schlacht von Parma unter den Ausgezeichneten genannt. 

1734 Oberstlieutenant Baron Eeuhl zeichnete sich bei Guastalla 19. September 
aus, wurde aber verwundet. 

1738 Oberstlientenant Baron Roth vertheidigte die Ratscha sehr tapfer bis zum 
Anlangen eines Entsatzes. 

1747 Der bei der Armee in Italien commandirte Major Graf Franz Moriz Lacy 
hatte sich bei der Belagerung von Genua ausgezeichnet, und wurde in Aner- 
kennung dessen Oberstlieutenant im Regimente Waldeck (Nr. 35). 

1746 Major Rebentisch diente 1746 in diesem Regimente, trat in preussische Dienste, 
avancirte bis zum Generallieutenant, wurde bei Maxen 1759 gefangen, trat 
sodann in portugiesische Dienste, wo er 1765 starb. 

1757 Bei einem Ausfalle aus Prag 3. Juni eroberte Oberst Graf Browne drei zwölf- 
pfündige Kanonen, vernagelte eine vierte und zerstörte eine Batterie. 

1757 Bei der Belagerung von Schweidnitz hatte sich Oberstlieutenant Baron Koch 
und Major Smith, in der Schlacht bei Hochkirch Ersterer und Major Graf 
Serimann ausgezeichnet. 

1759 Oberst Baron Johann Koch wurde für seine Auszeichnung bei Maxen 
MTO.-R. 1760. 

1759 Major Paul Graf Serimann, welcher sich bei Bewältigtmg des Ravins von 
Maxen und beim Sturme auf diesen Ort in hervorragender Weise am 20. 
November ausgezeichnet hatte, wurde sogleich zum Oberstlieutenant, und 
1760 zum Obersten bei Harrach-Infanterie Nr. 47 befördert, - 1761 MTO.-R. 

1779 Oberst Carl Baron Keuhl wurde für die ebenso umsichtige als tapfere Füh- 
rung des Regimentes, welches er auf dem Rückzuge von Brüx nach Laun 
vor Vernichtung rettete, MTO.-R. 

1793 Wegen ihren vorzüglichen Leistungen in der Belagerung und der Verthei- 
digung von Namur wurden die beiden Majore Franz Xaver Graf Auersperg 
und Andreas Baron Rechbach ungemein belobt 

1794 Im Treffen bei Rouvroy belobt GM. Davidovich den Major Philippi und 11 
Offiziere des Regimentes namentlich. 13. Mai. 

1795 Im Gefechte bei Bacharach 17. December wurde Major Baron Rechbach 
abermals sehr angerühmt, sowie bei Wiedereinnahme der Kautner Höhe 
Hauptmann Susitzky; — ebenso bei Bacharach Oberst Anton Baron Mylius 
als ColonnenftLhrer. 



— 246 — 

1796 Bei Arcole 17. November hatte der heldenmüthige Commandant des Batail- 
lons Oberstlieutenant Baron Rechbach jede Aufforderung zur Waffenstreckung 
zurückgewiesen und mit dem dritten Bataillon wüthende Gegenwehr geleistet; 
ungeachtet des Zurufes ihres Generals, den Braven zu schonen, hieben ihn 
französische Reiter vom Pferde und aus 15 Wunden blutend gerieth er in 
Gefangenschaft, wo er mit grösster Achtung von den französischen Genera- 
len behandelt wurde. Als Rechbach seinen Wimden erlag, feuerte eine 
französische Grenadier-Brigade vier Ehrensalven über sein Grab. 

1799 Oberst Franz Graf Auersperg wurde für seine Thätigkeit während der Bela- 
gerung der Citadelle von Turin (25. Mai bis 20. Juni) sehr belobt, ebenso 
auch ftir dessen umsichtige Führung des Regimentes in der Schlacht bei 
Novi 15. August, in welcher sich die Grenadier-Division unter Hauptmann 
Senitzer auszeichnete. 

1799 Im Treffen bei Savigliano 17. September nennt General der Cavallerie Baron 
Melas den Regiments-Commandanten Oberst Grafen Franz Xaver Auersperg, 
den Oberstlieutenant Conrad Thelen und Dirix de Burg, den Major Nowack und 
drei Offiziere unter den Ausgezeichneten jenes Tages. 

1799 FML. Fürst Johann Liechtenstein ist in seiner Relation über das Gefecht 
bei Pignerol 23. September voll Lob über das tapfere Benehmen des Regi- 
mentes, imd abermals wird die Tapferkeit des Obersten Grafen Auersperg, 
des Oberstlieutenants Thelen, des Major Matzak von Ottenburg wie überhaupt 
des ganzen Offiiziers-Corps, „das mit jener Auszeichnung gefochten, die einem 
distinguirten Offiziers-Corps eigen ist", hervorgehoben. 

1799 In der Schlacht bei Genola 4. November wurden belobt: Oberstlieatenant 
Thelen, die Majore Nowack und Matzak von Ottenburg, Hauptmann Dwor- 
czak, die Oberlieutenants Pavico, Münzer und Herovics. 

1799 Bei der Belagerung von Cuneo 20. November bis 3. December wurde Ober- 
lieutenant Bienefeld als ausgezeichnet genannt. 

1805 FML. Baron Gottesheim stellte dem Regimente ein glänzendes Zeugniss der 
Tapferkeit über dessen Betragen im Gefechte bei Alpeck 11. October und 
das heldenmüthige Beispiel des Obersten von Nowack, Oberstlieutenants 
Matzak von Ottenburg und Major Dworczak sowie säjnmtlicher Offiziere, als 
eines vorzüglichen Lobes würdig. 

1809 Bei Aspem 21. und 22. Mai leuchteten an der Spitze des Regimentes Oberst Graf 
Wenzel Klenau, der verwundet wurde, Oberstlieutenant Josef von Fischer, der 
Major Paul Senitzer Carl Wappel und August Georgy ihren Abtheilungen ab 
Muster von Tapferkeit vor ; Hauptmann Wilhelm Baron Bienefeld wurde für seine 
Auszeichnung bei Aspem mit Armeebefehl ddto. 24. October 1809 MTO.-R. 

1809 Hauptmann Franz Haberein wurde fllr seine hervorragende Tapferkeit bei 
Wagram 6. Juli durch Capitel 1810 MTO.-R. — Major Franz Rasquin und 
3 Offiziere wurden im Schlachtberichte ehrenvoll erwähnt. 
In der Schlacht bei Znaim hatten sich Oberst von Fischer, Oberstlieutenant 
Wappel, die Majore Raspum und Josef Benoist sowie Hauptmann von Habe- 
rein ausgezeichnet. 



— 247 - 

1813 Im Gefechte bei Boxdorf, während der Einschliessung von Dresden 6. No- 
vember, hatte sich Major Johann Reindl durch gute Führung seines Batail- 
lons hervorgethan. 

1848 Im Juni-Aufstand zu Prag war der Commandant der Grenadier-Division Haupt- 
mann Gottfried Uhlig, als er das Feuern in der Stadt vernahm, ohne erst 
den Befehl abzuwarten, ausgerückt. 
Für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche 1848 und 1849: 
MVK. die Majore Eduard Georgi, Gottfried Uhlig, Anton Terzaghi, die 
Hauptleute Ottokar Freiherr von Prochazka, Carl Neumann v. Meissenthal, 
Alois Schewitz, die Oberlieutenants Ergert, Prochaska, Andrievics v. Knespolye. 
Die Mannschaft erhielt 3 grosse und 18 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen* 
Für Auszeichnung im Feldzuge 1866 in Italien: 

1866 OEKO.-R. 2. Regimments- Commandant Oberst Carl Ritter von Bienerth. 

OEKO.-R. 3. die Hauptleute Johann Braun und Eduard Kohut Edler von 
Eichenkom. 

MVK. Major Wilhelm Petzelt, die Hauptleute Seifert v. Rhönberg, Frisch- 
eisen, Grünwald, die Oberlieutenants Ritter von Plönnies, Peyer, die Lieu- 
tenants Prokop und Falter; 8 Oflfiziere erhielten die Allerhöchste Belo- 
bung und die Mannschaft 1 goldene, 30 grosse und 83 kleine silbeme Tapfer- 
keits-Medaillen. 

Dem vor dem Feinde gebliebenen Major Anton Steiger Ritter von Kirchs- 
höhe wurde der ÖLO.-R. zuerkannt. 

(Seit 1868 hat das Regiment die angegebene Adjustirung statt der vormaligen 
weissen.) 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-OfiEiziere. 

1696 Major Leslie von Bergen an seiner schweren Verwundung bei Lugos f zu 
Grraz. 

1704 Oberstlieutenant Graf Komfail f im Gefechte bei Stradella 3. Jänner. 

1792 Regiments-Commandant Oberst Christof Graf Ligneville (mit seinem Diener 
zugleich) in der Belagerung von Namur durch ein Granatenstück getödtet 
t im Herbste. 

1796 Oberstlieutenant Andreas Baron Rechbach an den Folgen seiner bei Arcole 
erlittenen schweren Verwundungen f iu Gefangenschaft zu Legnano 6. Decem- 
ber. Der Feind setzte ihm einen schönen Grabstein mit Inschrift. 

1809 Oberstlieutenant Carl Wappel f ini Treffen bei Znaim 11. Juli 

1866 Major Anton Steiger Ritter von Kirchshöhe f in der Schlacht bei Custozza 
24 Juni. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 37. 

(1856.) 

ERZHERZOG JOSEF, G. d. Cav. 

DunkelMaue Waffenröcke^ scharlachrothe Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

ErgäDzungsbezirkBstation : Grosswardbin. 



Inh 

1741 errichtet in Ungarn von dem nach- 
folgenden Inhaber 

1741 Oberst Thomas von SzmMAT f zu 
Amberg 1743. 

1744 FML. Josef Graf Esterhazy de 
Galantha t 1762. 

1762 FZM. Jos. Graf SisKovics MTO.-C. 
t zu Prag 4. Februar 1783. 

1784 FZM. Josef Nikolaus Baron De 
ViNs MTO.-GK. t zu Wien 26. 
September 1798. 

1798 bis 1802 unbesetzt. 

1802 FML. Franz Freiherr von Auf- 

FENBERO. 

1807 FML. Franz Xaver Graf Auers- 
PBRO MTO.-R. t zu Przcmysl 
8. August 1808. 

1808 FML. Carl Philipp Freiherr von 



aber: 



Weidbnfeld MTO.-R t 2. Mai 
1811 

1813 FZM. Andreas Freiherr von Ma 
RiASSY de Markus et Batisfalva 
MTO.-R t 17. Juni 1846. 

1846 Se. k. H. Grossfürst Michael von 
Russland f 1849. 

1850 FM. Paskibwitsch Ivan Fedro- 
witsch Fürst von Warschau, Graf 
von Eriwan MTO.-GK. f 1^^- 

1856 Se. k. k. Hoheit Erzherzog Joskf, 
General d. Cav. und Oberconmian- 
dant der ungarischen Landwehr. 

{Zweite Inhaber: 

1846 FML. Alois Pfersmann von Eich- 
thal f 1854, 

1854 FZM. Carl Freiherr von Mertens 
erhielt 1869 das Linicn-Infant- 
Regiment Nr. 9.) 



Hitgemachte Feldzüge und wichtigere "Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
l742 bei der Belagerung von Prag, wo es bei dem heftigem Ausfalle der franzd- 
sischen Besatzung 22. August mit dem Säbel in der Faust die Feinde aus 
den Trancheen verjagte und bis an den Stadtgraben verfolgte; 1743 war es 1 



- ?49 — 

bei der Bloeade von Eger und später bei der Belagerung von Ingolstadt, 
1744 bei der Eroberung von Lauterburg, 1745 ein Bataillon mit den Trenk'- 
schen Panduren bei der Erstürmung der Stadt Kosel in Schlesien; das 
Regiment kam nun nach Italien und war 1746 bei der Besitznehmimg von 
Genua und der Unternehmung in die Provence, 1747 bei der Belagerung 
von Genua« 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in der Schlacht bei 
Prag, 22. November in jener bei Breslau, beim Angriffe gegen Schmiedefeld 
und Höflichen, 5. December in der Schlacht bei Leuthen, 1758 focht es 14. 
October mit grosser Auszeichnung in der Schlacht bei Hochkirch, wo es aber 
grosse Verluste erlitt, 1759 3. December im Treffen bei Kohlen und Meissen 
griff es den Feind theils mit dem Bajonnet, theils mit den Säbel an; 1760 
23. Juni war es in der Schlacht bei Landshut, und focht 15. August mit 
grosser Tapferkeit in jener bei Liegnitz, 1761 1. October war ein Bataillon 
bei der Erstürmung von Schweidnitz und dem Angriffe auf das Bögenfort 
1762 27. September das Regiment beim Angriffe auf die preussischen Ver 
schanzungen bei Pretschendorf. 

Im baierischen Erbfolgekriege war dasselbe 
1778 bei der Hauptarmee in Böhmen und 1785 wirkte es in Siebenbürgen zur 
Unterdrückung des wallachischen Bauern- Aufstandes thätig mit. 

Im Türkenkriege war 
1788 nur das dritte Bataillon im Felde, und im April zwei Compagnien bei der 
Unternehmung auf Czernescht in der Wallachei, im Juli deckten zwei Compagnien 
die auf dem Berge Allion postirten Geschütze, und 7. August bei dem Ueberfalle 
der Türken auf Schupaneck hielt sich das Bataillon bei dem Rückzuge über den 
Korameckerberg sehr tapfer, eroberte eine Fahne, erlitt aberstarke Verluste und 
kam als Besatzung nach Temesvar. 1789 waren die beiden ersten Bataillone im 
Treffen bei Mehadia und bei der Belagerung von Belgrad. 30. September beim 
Sturme auf die Raitzenstadt hatte eine Grenadier-Compagnie imter Haupt* 
mann Bydeskuty die Avantgarde vor der linken Colonne, und forcirte mit 
Ungestüm die Pallisaden. 

Im französischen Revolutionskriege war 
1792 ein Bataillon beim Corps in Lothringen, welches 1793 das Trier'sche Gebiet 
decken half, 1794 war es beim Corps, das die Preussen bei Osthofen imter- 
stützte. 18. September eine Abtheilung dieses Bataillons sich im Gefechte 
bei Kaiserslautem sehr tapfer behauptet; — ein Bataillon focht im Treffen 
bei Sprimont. — 1795 18. und 20. September ein Bataillon in den Gefechten 
bei Schopp imd Landstuhl; 1796 2. September vertheidigte ein Bataillon 
bei Würzburg die steinerne Brücke vor den dortigen Gärten sehr tapfer, 
behauptete sie und focht am nächsten Tage in der Schlacht vor dieser 
Stadt. 

Im Feldzuge 
W 1799 war das Regiment in der Schweiz in mehreren Actionen thätig; 1. Mai 
zwei Compagnien bei Mengenfeld, — 29. Mai ein Bataillon im Canton Uri 



bei Eroberung des Posteifs Teufelsbrück, wo Hauptmann Szent Jvany zwei 
feindliche Compagnien gefangen nahm ; 4. Juni war das Regiment beim An- 
griff auf die feindliche Position bei Zürich. Ein Bataillon war in dem Ge- 
fechte auf dem Gebirge bei Novi 6. November und that sich durch Muth und 
Ordnung hervor. 1800 war das Regiment in mehreren Gefechten in Baiem, 
und 3. December in der Schlacht bei Hohenlinden (in der 11. oder Zwischen- 
Colonne des FML. Grafen Baillet eingetheilt) und machte den darauf er- 
folgten Rückzug der Armee über das Salzburgische und die Gefechte bei 
Frankenmarkt, Lambach u. s. w. mit. 

Im Feldzuge 
1805 war dasselbe bei der Armee des Erzherzogs Carl in Italien, und 18. October 
im Treffen bei San Giorgio und Veronetta; die Grenadiere hatten sich 30- 
October in der Schlacht bei Caldiero unter der umsichtigen Führung des 
tapferen Major Bakonyi ausgezeichnet, ebenso während des Rückzuges bei 
der Vertheidigung Vicenza's. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im VII. Armee- Corps des Erzherzogs Ferdinand in Polen 
imd machte die Vorrückung gegen Warschau mit. 

Im Feldzuge 

1813 war es im III. Armee-Corps FZM. Graf Ignaz Gyulai eingetheilt, focht 26. 
und 27. August in der Schlacht bei Dresden, und 16. bis 18. October in jener bei 
Leipzig, wo acht Compagnien in dem Kampfe um Lindonau betheiligt waren, — 
das Regiment hatte ferner an den verschiedenen grösseren und kleineren 
Gefechten bei Liebenau, Schenau, Leutsch, Klein-Zschocher, Kosen und dem 
Treffen bei Hochheim ehrenvollen Antheil. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich schlug es 24. Jänner bei Bar sur Aube mehrere feindliche 
Angriffe zurück, und drängte, von anderen Truppen unterstützt, den Feind 
über die Aube, es war ferner 1. Februar in der Schlacht bei Brienne-La 
Rothiere, 23. März im Gefechte bei La Fert6 sur Aube, 21. März in der 
Schlacht bei Arcis imd dem weiteren Vormarsche gegen Paris« Ende April 
kam es zu dem Occupations-Corps des FML. Baron Bianchi, welches zuerst 
Südfrankreich, später Piemont imd Savoyen zu besetzen hatte. 1815 war es 
bei der Haupt- Armee in Frankreich und im Lager bei Dijon. 

In der Kriegs-Epoche 
1848/49 war das Regiment erst in Lemberg, später in Prag, imd im Sommer 
1849 bei der Belagerung von Venedig. — Das dritte Bataillon im Werb- 
bezirk Grosswardein erlag der ungarischen Revolutionspartei. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien war das Regiment im I. Armee-Corps 
FML. Grafen Clam-Gallas eingetheilt, und focht 4. Juni in der Schlacht bei 
Magenta, Mitte Juni kam es in das XI. Armee-Corps FML. Veigl und 
focht 24. Juni in der Schlacht bei Solferino. 
Im Feldzuge 



i 



— 251 — 

1866 gegen Preussen war das Regiment im IV. Armee-Corps der Nord-Armee elnge- 
theilt, und focht mit bedeutendem Verluste 29. Juni im Gefechte bei Schwein- 
schädel; und 3. Juli in der Schlacht bei Eöniggrätz. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment am 21. September im Gefechte bei Senkovic mit einem 
Gesammtverluste in Allen von 175 Mann. 

Tapferkeits-Auszeiclmiingen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1742 Oberst und Regiments-Inhaber Thomas von Szirmay zeichnete sich in dem 
Ausfallsgefechte bei Prag 22. August vorzüglich durch die tapfere und um- 
sichtige Führung seines Regimentes aus. 

1745 Major Szent Ivany that sich an der Spitze seines Bataillons bei Erstürmung 
von Kosel hervor. 

1756 Bei Lobositz 1. October unterstützte der aggregirte Oberst Graf Franz Anton 
Karoly mit den Grenadier-Compagnien die angegriffenen Posten auf das 
Tapferste, und wurde hiebei schwer verwundet. 

1758 Bei Hochkirch 14. October commandirte Regiments- Commandant Oberst 
Franz Anton Graf Karoly eine Brigade, mit der er seinen Auftrag, gegen 
die grosse Batterie am Moysberge unbemerkt vorzurücken, und diese zu 
einer bestimmten Minute zu stürmen, in glänzender Weise erfüllte, mit dem 
Säbel in der Faust die Batterie überstieg, den Feind aus derselben warf und 
34 Geschütze eroberte. Er wurde sogleich GM. und 1759 MTO.-R. 

1759 Im Treffen bei Kohlen hatte Oberstlieutenant Nikolaus Lumaga 3. Decem- 
ber das Regiment ruhmvoll geftlhrt. 

1761 Beim Sturme auf Schweidnitz wurde Hauptmann Ross sehr belobt. 

1785 Major Graf Pückler trug zur Gefangennehmung des dritten wallachischen Haupt- 
Rebellen Krischau Györg im Jänner das Meiste bei. 

1789 Oberlieutenant Bojer hatte im Banat ein Freischützen-Corps zu 300 Mann 
errichtet, und wurde zum Hauptmann befördert. 

1789 Hauptmann Sigmund von Bydeskuti, welcher sich freiwillig beim Sturme 
auf die Raitzenstadt 30. September erboten, hatte die Avantgarde der linken 
Colonne zu führen, der Erste die von ihm mit Ungestüm angegriffenen Palli- 
saden überstieg, wurde kurz nachher zum Major bei Anton Esterhazy-Infan 
terie Nr. 34 befördert und 1790 MTO.-R. 

1794 Die officielle Relation über das Gefecht bei Kaiserslautem 18. September 

belobt: den Capitänlieutenant Eröss, die Oberlieutenants Petroczy und 

Weiss, Lieutenant Braunmüller, Adjutanten des Generals Benjowsky, die 
Fähnriche Paluchansky und Bötig. 

1799 Hauptmann Bubna wurde sowohl im Berichte über das Gefecht bei Teuf eis- 
brück 29. Mai als später in jenem über das Gefecht am Gebirge bei Novi 
6. November wegen kluger und entschlossener Führung eines Bataillons 
belobt. In letzterer Action hatten sich Oberlieutenant Görgey, der in dieser 
iödtlich verwundete Lieutenant Dietrich und Fähnrich Gintof ausgezeichnet 



— 252 ~ 

Lieutenant Euherr, Adjutant des Generals Sebottendorf, wurde beim Haupt- 
Angriff auf die Stellung bei Zürich 4. Juni wegen seinem Wohlverhalten 
gerühmt. 

1805 In der Schlacht bei Caldiero 30, Oetober und auf dem späteren Rückzuge 
hatte sich der Grenadier- Commandant Major Emerich Baron Bakonyi sehr 
ausgezeichnet. 

1805 Major Josef von Novak wurde fOr seine, als Hauptmann im 26. Linien- In- 
fanterie-Regimente, damals Fürst Hohenlohe-Bartenstein, in der Schlacht von 
Caldiero 30. und 31. Oetober vollbrachten ausgezeichneten Leistungen im 
April 1806 MTO.-R. 

1814- FZM. Graf Gyulai belobte im Berichte über das Treffen bei Bar sur Aubc 
24. Jänner das Wohlverhalten und umsichtige Wirken des Regiments-Com- 
mandanten Obersten Friedrich Gebhard. 

1848 — 1849 Oberst Josef Socsevics erhielt fiir die umsichtige Führung des Rcgi- 
ments-Commandos unter äusserst schwierigen politischen Verhältnissen (mittler- 
weile zum GM. befördert) das MVK. und ebenso Hauptmann Radakovich. 

1859 Für Auszeichnimg im Feldzuge in Italien (in den beiden Schlachten bei 
Magenta und Solferino.) 

MVK. Oberstlieutenant Daniel Petrich, die Hauptleute Bogovic Ritter von 
Grombothal, Edler von Strezelecki, von Sziegl, Schmiedl, Ludwig, Deseo 
von Szent Veszlö und Kissling. 

Oberst Regiments-Commandant Ferdinand Klapka, Major Franz Neumann 
und 13 [Offiziere die Allerhöchste Belobimg. Die Mannschaft 2 goldene, 
14 grosse und 20 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Friedrich Freiherr von Teuchert- 
Kaufmann Edler von Traunsteinburg. 

MVK. Oberstlieutenant August Terstyanszky, Major Franz Graf zu Eltz, 
die Hauptleute Nowak, Haasz von Grünenwaldt, Strach, Marx, Oberheute- 
nant Guido Meyer. Seit 

1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 

Für Auszeichnung* im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 OEKO.-R. 3. Hauptmann Ferdinand Rosenzweig v. Drauwehr; Oberlieute- 
nant Carl Carrer. MVK. Die Hauptleute Alois Csikos, Adolf Sprung; die 
Oberlieutenants Josef Gradl, Stephan Markus (in der Reserve), Gustav We- 
nedikter (vor dem Feinde geblieben); die Lieutenants Hermann Meinschad, 
Nikolaus Fescete de Belafalva. Die Allerhöchste Belobung: Reserve-Lieu- 
tenant Carl Martini. Die Mannschaft erhielt fUr das Gefecht bei Bandin 
Ogiak am 21. September 6 silberne Tapferkeits-Medaillen Limd 23 II. Ciasso, 
32 Belobungen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1756 Oberst Szent Ivany in der Schlacht bei Lobositz tödtlioh verwundet f im 
Oetober. 



- 253 — 

• « 

1758 Oberstlieutenant Ohrling f ii^ der Schlacht bei Hochkirch 14. October. 

1761 Major Szemere f beim Sturme auf Schweidnitz 1. October. 

1866 Major Moriz Eisler an seiner in der Schlacht bei Königgrätz erlittenen 
schweren Verwundung f zu Nedelist 9. Juli. 



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ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N*^ 38. 

(1867.) 

FZM. FREIHERR ANTON MOLLINARY DE MONTE PASTELLO. 

Dunkelblaue Waffenröcke, schwarze Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Eeczkembt. 



Inhaber: 

1814 errichtet aus den in kaiserlich 
österreichischem Dienst über- 
nommenen Regimentern Nr. 4 
und 5 der ex-italienischen Armee, 
erhielt die Nummer 38 des 1809 
reducirten wallonischen Regimen- 
tes Herzog von* Württemberg und 
wurde zu Brescia aufgestellt. 



1815 FML, Johann Freiherr von Pro- 
CHA8KA MTO.-R.t24. April 1823. 

1824 FML. Eugen Graf Haugwftz 
MTO.-R. t90jährig zu Wien 4. No- 
vember 1867. 

1867 FZM. Anton Freiherr Mollikakt 
von Monte Pastello, commandi- 
render Oeneral zu Lemberg. 



Feldzüge und wichtigere Eriegsereignisse. 

1814 Die Organisirung dieses Regimentes wurde so energisch betrieben^ dass 
schon am 18. Juni 1814 sämmtliche drei Bataillons und die Grenadier-Divi- 
sion vollkommen completirt aufgestellt waren und 28. September zu Brescia 
die Musterung passirten. 

1831 war das Regiment bei der Expedition in die Romagna und rückte bis 
Ancona vor. 

Bei Ausbruch der Revolution in Italien 
1848 und des dortigen Feldzuges stand dasselbe als Besatzung in Mantua^ wo es sich 
durch seine entschlossene Haltung auszeichnete eine Widersetzlichkeit, die 24. 
und 25. März unter den italienischen Soldaten auszubrechen drohte, wurde durch 
die persönliche Energie des Oberstlieutenants Martini augenblicklich unterdrückt, 
und das Regiment erwarb sich um die Erhaltung der Festung Mantua wesent- 
liche Verdienste. Am 4. April marschirten die beiden ersten Feld-Batail- 
lone zu der in Verona concentrirten Armee des FM. Grafen Radetzky, am 7. 
April kam die erste Compagnie bei Torre de Confine ins Gefecht und zwang den 
Feind durch einenBajonnet-AngrifFzum Rückzuge. 8. April stürmten im Gefechte 
bei Montebello einige Abtheilungen die dortige Brücke, 11. April war das 



- 255 — 

Regiment im Gefechte bei Castelnaovo, 13. April war das erste Bataillon bei 
einer Expedition gegen Peschiera, um der dortigen Besatzung Verstärkungen 
zuzufiihren, 28. April war das Begiment im Gefechte bei Bussolengo, 30. April 
vier Compagnien des ersten Bataillons bei der Demonstration gegen St. Giu- 
stina, 6. Mai das Regiment in der Schlacht bei St. Lucia, wo sich die Gre- 
nadier-Division besonders hervorthat, 10. Juni in der Schlacht bei Vicenza. 
Mit Armee-Commando-Befehl de dato 10. Juli wurde aus den drei Bataillons 
des Regimentes eines formirt, dieses war 23. Juli im Gefechte bei Sona und 
Sommacampagna, und am 25. Juli in der Schlacht bei Custozza, nach dem Nacht- 
gefechte bei Volta am Morgen des 27. Juli griff das Bataillon, von seinem 
Obersten Grafen Pergen geführt, und in drei Divisions- Colonnen formirt, den 
Feind, der schon bis Luccone vorgedrungen, in der linken Flanke an und 
zwang ihn, sich gegen Goito zurückzuziehen ; 2. August bestanden die erste 
und zweite Compagnie bei Muzza piacentina ein kleines Gefecht, und 4. Au- 
gust das Bataillon unter Oberstlieutenant Martini ein glänzendes bei Nosedo, 
wo der Feind nach einem heftigen dreistündigen Kampfe gänzlich aus dem 
Orte geworfen und gegen Mailand zurückgetrieben wurde. Nach der Ein- 
nahme von Mailand 6. August hatte das Bataillon die Entwaffnung der Be- 
wohner von Varese und des zwischen dem Lage di Como und Lago di Garda 
sich erhebenden Gebirgszuges vorzunehmen. 

Im Feldzuge 
1849 gegen Piemont war das inzwischen wieder zu drei Bataillons foimirte Re- 
giment im m. Armee-Corps FML. Baron Appel eingetheilt, und war^ am 
24. und 25. März bei der Beschiessung von Casale, Anfangs Mai machte es 
die Expedition in die Romagna mit, blieb einige Zeit als Besatzung in Bo- 
logna, und kam Anfangs August zur Cemirung von Venedig, bei dem Einzüge 
daselbst 28. August paradirte es als Auszeichnung für seine Treue an der 
Spitze der einrückenden Besatzungs-Truppen. 

Während des Feldzuges. 
1859 in Italien stand es als Besatzung in Mähren und kam Ende Juni nach Böhmen. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im I. Armee-Corps des General der 
Cavallerie Grafen Clam-Gallas der Nord-Armee eingetheilt> und focht 
28. Juni im Gefechte bei Mttnchengrätz, 29. Juni im Treffen bei Jißin, 
und 3. Juli in der Schlacht bei Röniggrätz. (In diesen drei feindlichen 
Actionen' hatte es an Todten, Verwundeten, Vermissten und Gefangenen 
33 Offiziere und mehr als 1600 Mann verloren.) 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment mit vorzüglicher Auszeichnung in nachstehenden Ge- 
fechten: bei Kakany und Popovics 15. August, bei Sedine 16. August, bei 
Wifloka 17. August, bei der Einnahme von Serajevo 19. August, bei Moko 
3. September, bei Gorica 16. September, bei Brtschka 17. September und 
21. September bei Senkovic (Bandin Ogiak). Mit einem Gesammtverluste 
im ganzen Feldzuge in Allen von 234 Mann. 



- 256 -- 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten« 

1848 und 1849 General der Cavallerie v. Gorzkowski stellte dem Kegimentß- 
Commandanten Oberst Graf Pergen zwei höchst ehrende Zeugnisse aus über 
dessen wesentliche Verdienste um den Erhalt der Festung Mantua (während 
der dortigen Revolutionstage 18. bis 24. Mai 1848); ebenso wurden von jenem 
General Oberstlieutenant von Martini und Hauptmann Mauler belobt 

1848 Bei dem Ausmarsche des dritten Bataillons aus Brescia hatte sich Haupt- 
mann Conte Domini durch seine energische Haltung und sein Beispiel be- 
merkbar gemacht, März. 

1848 Bei Torre de Confine 7. April hatte sich der Commandant der ersten 
Compagnie Hauptmann Moerans ausgezeichnet; — im Gefechte bei Castel- 
nuovo 11. April wurden vom GM. Fürst Taxis die Hauptleute Mauler und 
Baron Palombini, die Oberlieutenants Mamo, Zanelli und Lieutenant Grille 
sehr belobt; bei der Expedition nach Feschiera 13. April brachte Lieutenant 
Fiedler Schlachtvieh in die Festung und that sich durch Umsicht hervor. — 
Bei Santa Lucia 6. Mai zeichnete sich Oberlieutenant Bonacina durch einen 
gelungenen Bajonnetangriff mit einem Zug Grenadiere aus. 

1848 In der Relation über die Schlacht bei Vicenza 10. Juni wurden wegen be- 
sonderer Auszeichnung genannt : Oberst GrafPergeUy Oberstlieutenant von Mar- 
tini, Hauptmann Wolf, die Oberlieutenants Szimic, Ripper, Du Rieux deFejau, 
die Lieutenants Franz von Czako^ von Gareiss, Hoyda und Champion de 
Crespigny. 

1848 Oberst Ludwig Graf Pergen, welcher im Gefechte bei Sona und Sonmia- 
campagna 23. Juli mit Auszeichnung eine Brigade commandirte, den Ort 
Sona nahm und viele Gefangene machte, ^darunter den piemontesiscfaen 
General Mathon de l'Arreyro, — sowie am 27. Juli mit vorzüglicher Bravour 
das Regiments-Bataillon gegen den Feind führte, wurde mittlerweile zum 
General befördert, 1849 MTO.-R. Im letzteren Gefechte hatten sich Oberst- 
lieutenant von Martini und Major Graf Porcia durch umsichtige Führung 
ihrer Abtheilungen hervorgethan. 

1848 Oberstlieutenant Josef von Martini wurde für sein glänzendes erfolgreiches 
Gefecht bei Nosedo 4. August (inzwischen zum Obersten bei Kaiser- 
Infanterie Nr. 1 befördert) 1849 MTO.-R. — Für Nosedo wurden noch be- 
lobt die Hauptleute von Marno, Raslic, Baron Palombini imd Lieutenant Heissl. 

1848 und 1849 fUr Auszeichnung im Feldzuge in Italien : 

ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Ludwig Graf Peilen und Oberst- 
lieutenant Josef von Martini. 

OEKO.-R. 3. Leopold Graf Porcia et Brugnera, Hauptmann Sabinue Mauler 
MVK. Hauptmann Johann Marno von Eichenhorst, die Oberlieutenants von 
Bonacina, Thiel, Gratochwill, Ripper, Widensky. 

Das Regiment, von 1814 bis 1859 lombardisch mit der Ergänzungs-Bezirks- 
Station Brescia, wurde 1859 venetianisch mit der Ergänzungsstation Monsc- 
lice, und in Folge der Abtretung Venetiens 1866 ein ungarisches Infanterie- 
Regiment mit der Ergänzungs-Bezirksstation Kecskemet, gleichzeitig erhielt 



— 267 - 

es statt der bisherigen rosenrothen, die schwarze Egalisirung und 1868 statt 
der weissen Waffenröcke die dankelblauen. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 ÖLO.-R. Oberst Heinrich Freih. v. Pittel. OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant 
Rudolf Segerc, die Majore Ferdinand Dillmann v. Dillmont, Bruno Otto; 
Hauptmann Franz Pridalek ; die Oberlieutenants Georg Czogler und Wilhelm 
Hartmann. MVK. die Hauptleute Julius Soja, Ladislaus Richter, Franz 
Kukowetz, Anton Keras, Carl Ostermann, Wilhelm Kiesewetter Edler von 
Wiesenbrunn, Alphons Bemath; die Oberlieutenants Eugen Reinhold, August 
Schönfeld, Moriz Freiherr Hartlieb v. Walther; Lieutenant Josef Liszkai; 
die Lieutenants in der Reserve Hugo Präuer, Edmund Ferch. Die Aller- 
höchste Belobung: Die Oberlieutenauts Alfred Bibus, Georg Gögler, Josef 
Brandstättor. Die Mannschaft erhielt fUr die Gefechte bei Kakany 16. Au- 
gust, bei Mokro 3. September, bei Bardin Ogyak 21. September, bei Becska 
17. September: 1 goldene, 6 grosse und 28 kleine silberne Tapferkeits-Me- 
daillen; 35 Belobungen. 

1879 Regiments- Commandant Oberst Heinrich Freiherr von Pittel wurde für aus- 
gezeichnete Leistungen im bosnischen Occupations-Feldzuge über einstim- 
migen Capitel-Beschluss mit Allerhöchstem Befehlschreiben ddto. 2. Mai 
1879 MTO.-R. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

186G Major Rudolf Otto von Ottenfeld wahrscheinlich f in der Schlacht bei König- 
grätz 3. Juli, seither verschollen. 



Tbftrheim: Oedenkblfttter. 17 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 39. 

(1872). 

ALEXIS, GROSSFÜRST VON RUSSLAND. 

Dunkelblaue Waffenröcke, scharlachrothe Egalisirungy weisse Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Debreczin. 



Inhaber. 



1756 in Ungarn errichtet von seinem 

Inhaber 
1756 Oberst Johann Leopold Graf 

Palffy von Erdöd, resignirte 

1758 seine Inhaberstelle. 
1768 FZM. Jakob Freiherr von Prby- 

SACH t 1787. 
1787 FML. Thomas Graf Nadasdy f 

zu Wien 20. März 1800. 
1800 bis 1803 unbesetzt. 
1803 FZM. Peter Freiherr von Duka 

MTO-R. t zu Wien 29. December 

1822. 
1822 bis 1827 unbesetzt. 
1827 Don Miguel Herzog von ßra- 

ganza^ Infant von Portugal f 1866. 



(Zweite Inhaber waren: 

1827 FZM. Marcus Freiherr von Csol- 
LiCH MTO.-R. t 14. September 
1844. 

1844 Emerieh Freiherr von Blagowkh 
MTO.-R. verlor 1849 die Inhabers- 
Rechte, t 21. Jänner 1850 zu 
Wien. 

1849 FML. Franz Freiherr von Scnn.- 
ziG t zu Wien 3. Jänner 1864. 

1866 FML. Josef Freiherr Habkrmann 
von Habersfeld (war seit 1864 
^weiter Inhaber und ist seit 1872 
wieder zweiter Inhaber). 

1872 Alexis Grossftirst von Russland. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse« 

Im siebenjährigen Kriege war das neuerrichtete Regiment 
1757 im Treffen bei Görlitz, 11. November bei der Erstürmung und Eroberung 
der Festung Schweidnitz, 22. November in der Schlacht bei Breslau und 5. 
December in jener bei Leuthen; 1758 war es in Mähren, kam als Besatzung 
nach Olmütz, wo es an der ruhmvollen Vertheidigung dieser Festung Theil 
nahm; Anfangs October kam es zur Belagerung von Keisse, 1759 hielt es 
Troppau besetzt, bewerkstelligte 17. April den anbefolilenen Rückzug in 



- 259 - 

bester Ordnung, war 21. Juli bei der heftigen Kanonade bei Grrüssau, 27. 
Juli im Gefechte bei Gottesberg und wirkte 28. Juli beim Angriffe auf die 
verschanzte Stellung bei Friedland zur Eroberung einer Redoute thätig mit. 
1760 war das Regiment 23. Juni in der Schlacht bei Landshut, 26. Juli bei der 
Belagerung und Erstürmung von Glatz, wo sich die Grenadiere besonders 
hervorthaten, — endlich 15. August in der Schlacht bei Liegnitz. 1762 war 
ein Detachement des Regimentes in der Belagerung von Schweidnitz, und 
that sich nachmals bei der Vertheidigung dieses Platzes, insbesondere bei dem 
Ausfallsgefechte vom 22. August sehr hervor. 
Im baierischen Erbfolgekriege 

17 '%j befand sich das Regiment unter den zum Schutze der Stadt Prag aufge- 
stellten Truppen und nahm 1785 Theil an der Unterdrückung des Wallachen- 
Aufstandes unter Horjah und Klocska. 

Beim Ausbruch des Türkenkrieges war das Regiment 
1788 im slavonischen Armee-Corps eingetheilt und 21.— 25. April bei der Belagerung 
und Einnahme der Festung Sabacz, arbeitete sodann an der Befestigung von 
Semlin, kam im August ins Banat, wo es sich 14. September bei Vertheidigung 
des Lagers von Armenisch sehr auszeichnete. Bei dem nächtlichen Rückzuge 
nach Karansebes formirte das Oberst-Bataillon 20. — 21. September zum Schutze 
des Erzherzogs, spätem Kaiser Franz ein Quarrte; in dessen nächster Nähe 
wurden zwei Mann getödtet. Kaiser Josef U. schenkte der Mannschaft des 
Bataillons am andern Tage 150 Dukaten. Das dritte Bataillon war seit Fe- 
bruar theils im Lager bei Racsa, theils in diesem Orte als Besatzung. Ende 
October kam das Regiment in das Lager bei Jakuba und bezog bei Karlo- 
witz die Winterquartiere. Ln Juni 1789 war es bei der Belagerung von Berbir, 
später bei der Belagerung von Belgrad, wo beim Sturm auf die Raitzenstadt 
30. September sich besonders die Grenadiere hervorthaten ; nach dem Falle 
von Belgrad 9. October kam es als Besatzung dahin, wo es bis Juni 1791 
blieb; die Grenadiere des Regimentes rückten im Winter 1791 in die Nie- 
derlande, erst als Besatzung in die Citadelle von Antwerpen, später nach 
Gent und im September 1792 von dort zur Vertheidigung der belgisch-fran- 
zösischen Grenze. 

Im französischen Revolutionskriege zeichneten sich die Grenadiere 
1792 6. November in der Schlacht bei Jemappes aus, 1793 1. März fochten die- 
selben im Treffen bei Aldenhoven, 18. März in der Schlacht bei Neerwinden, 
23. März bei Eroberung des verschanzten Lagers von Famars, bei der Be- 
lagerung von Valenciennes, jener von Quesnoy und im Treffen bei Voltigny; 
1794 bei Landrecy, in den Gefechten 21.— 24. April und in der Schlacht bei 
Cateau, 22. Mai in jener bei Toumay, 26. Juni in der Schlacht bei Fleurus, 
27. Juli bei Lüttich und bezogen an der Lahn im Nassauischen die Winter- 
quartiere. Das Regiment war im Winter 1793 aus der Friedensgamison Pest 
in die Lombardie marschirt, und rückte im April 1794 nach Piemont, 1795 
zeichnete es sich 24. Juni bei der Einnahme der Verschanzungen im Genue- 
sischen, und besonders das Leibbataillon durch die Erstürmung der wohl- 

17* 



— 260 — 

vertheidigten Stellung und Werke von Madonna del Monte aus, ebenso 19. 
September beim Angriffe auf den Posten von Rocca Carreria; ein Bataillon 
rettete den General Graf Argenteau mit seiner Truppe vor Gefangenschaft. 
Während des unglücklichen Treffens bei Loano 23. November kämpfte das 
Regiment mit seltener Ausdauer bei Bardinetto, und deckte wohl mit einem 
Gesammtverluste von mehr als 400 Mann den Rückzug aus der Riviera. — 
Die Grenadiere standen in diesem Feldzuge bei der Nieder-Rhein-Armee in 
Deutschland und bestanden 12. und 14. November rühmliche Gefechte bei 
Mannheim. Das dritte Bataillon, welches seit 1794 bei der Besitznahme der 
neu erworbenen polnischen Gebietstheile an der Weichsel stand, rückte im 
August 1796 bei der Hauptarmee des Erzherzogs Carl bei Lichtenau hinter 
Regensburg ein. 1796 im Feldzuge in Italien war das Oberst-Bataillon 
15. April im Gefechte bei Dego, wo es sich mit ausgezeichneter Tapferkeit 
gegen eine bedeutende feindliche üebermacht schlug. Das Regiment wurde 
wegen vieler Verluste zu einem Bataillon formirt, und focht 10. Mai in der 
Schlacht bei Lodi, — wurde wieder auf zwei Bataillons gebracht und kam 
als Besatzung nach Mantua, im August zur operirenden Armee des FML. 
Grafen Wurmser, machte mit dieser den Rückzug nach Tirol sowie die 
spätere Vorrückung zum Entsätze Mantuas ; das Treffen bei Calliano 6. Juni, 
das Gefecht bei Rivoli 17. April, endlich 12 Jänner 1797 wirkte es bei der 
Einnahme der die Chiusa Veneta dominirenden Höhen mit. — Die Grenadiere 
und das 3. Bataillon in Deutschland fochten 22. August 1796 bei Teining, 
23. August bei Neumarkt, 3. Seplember bei Würzburg, "wo Erstere einen 
zweimaligen glänzenden Baionnet-Angriff ausführten, im Gefechte bei Gies- 
sen 16. September erstürmten sie das feindliche Lager auf der Höhe bei 
Tetzburg. Das dritte Bataillon focht ausserdem in der Schlacht bei Am- 
berg, 24. August bei Geissenfeld, Neustadt, eine Division unternahm einen 
glücklichen Ueberfall auf Goldenfingen und nahm die dortige Besatzung ge- 
fangen, im October bei Aalen, bei Malterdingen und Schliengen, wo es 24. 
October Abends die Engpässe bei Eandem mit dem Bajonnet erstürmte. Im 
December war es bei der Belagerung von Kehl, 6. December bei Erstürmung 
der Insel Grosskehlkopf, und 1797 1. Jänner erstürmte das Bataillon mehrere 
Fleschen bei der Schwabenschanze. 

Im Feldzuge 

1799 focht das Regiment in Italien und zeichnete sich 26. März im Treffen bei 

Legnago aus, insbesondere die siebente, achte und neunte Compagnie, welche 

5 Kanonen eroberten und 300 Gefangene machten, nebst grosser Beute an 

Proviant, Munition, Pferden und Maulthieren, 30. März focht das Regiment 

im Treffen bei Verona, mit besonderer Auszeichnung die Grenadiere und 

das dritte Bataillon, 5. April bei Magnano unter persönhcher Führung des 

FZM. Baron Kray, 21. April beim Angriffe auf Brescia; beim Uebergan^ 

über die Adda und im Treffen bei Cassano 27. April, bei St. Giovanni 17- 

' ni vom FML. Ott persönlich geführt, 18. Juni am Tidone, 24. Juni an 

r Sechia, im Juli bei der Belagerung von Mantua, 15. August in der Schlacht 

i Novi; das Regiment focht ferner in diesem Feldzuge 30. September bei 



— 261 — 

dem Entsätze der Feste Vard, 30. Oetober bei der Erstürmung von Lainette, 
Ende Oetober an der Stura, 4. November bei Fossano und bei Genola, 11. 
September bei Borgo San Dalmazzo, und endlich war es bei der Belagerung von 

1800 Cubeo 4. December. 

1800 G. April war das Regiment bei dem allgemeinen AngriflF auf die Riviera in 
den Gefechten bei Altare und Torre di Cadibona, bei Erstürmung des Monte- 
Agato 15. April, bei der Abwehr gegen die Angriffe des Generals Soult 
auf dem Monte Lodrone, 16. April im Gefechte bei Sassello u. s. w., 23. 
April vor der Vorstadt Arena bei Genua, wo das Regiment die Belagerung 
dieser Stadt mitmachte und nach deren Falle 4. Juni als Besatzung dahin 
kam. — Die Grenadiere fochten 14. Juni in der Schlacht bei Marengo. 
In der Schlacht am Mincio 25. December vertheidigten zwei Bataillone 
eine Redoute bei Salionze, das dritte Bataillon bildete die Unterstützung und 
die Grenadiere halfen das Vordringen des Feindes gegen Castelnuovo ab- 
wehren, das Regiment bestand noch, als Arriere-Garde verwendet, im Jänner 
1801 einige Rückzugs-Gefechte bei Ala, Calliano u. s. w. 
Im Feldzuge 

1805 war das Regiment in der Brigade des GM. Prinzen Rohan in Süd-Tirol, An- 
fangs Oetober kam es aber zur Beobachtung des Lechthales nach Nord-Tirol 
und besetzte Reute, Füssen, Kempten, Immenstadt. In Folge der Räumung 
Tirols, des Rückzuges der italienischen Armee, der Capitulation des Jella- 
chich'schen Corps fasste GM. Prinz Rohan den kühnen Entschluss, sich nach 
Venedig durchzuschlagen. 18. November bei Gries durch eine feindliche Ab- 
theilung, welche die Telferner Brücke vertheidigte, aufgehalten, stellte sich 
Prinz Rohan an die Spitze des zweiten Bataillons, warf mit diesem durch einen 
Bajonnetsturm die Franzosen nicht nur zurück, sondern verfolgte sie noch über 
Botzen hinaus. Den bei Rentsch sich abeimals stellenden bedeutend verstärk- 
ten Feind zwangen 2 Bataillone durch einen heftigen Angriff in beiden Flanken 
zum eiligen Rückzuge. Hauptmann del Rio überrumpelte während des Weiter- 
marsches Bassano mit 30 Freiwilligen in der Nacht von 22. zum 23. Novem- 
ber, zwang die 102 Mann starke Besatzung zur Capitulation und bemächtigte 
sich der dortigen Magazine. Dieser tapfere Offiziere erbeutete bei dem Ueber- 
falle auf Castelfranco in der Nacht des 23. November ein beträchtliches Haupt- 
depot der französischen Armee mit bedeutenden Munitions-Vorräthen und fügte 
durch dessen sofortige Vernichtung dem Feinde einen sehr empfindlichen 
Schaden zu. Am 24. November wurde Prinz Rohan mit seiner braven Truppe 
bei Castelfranco von einer bedeutenden feindlichen üebermacht von allen 
Seiten angegriffen und musste nach heldenmüthiger Gegenwehr die Waffen 
strecken, welches Loos auch das Regiment Duka traf. Die meisten Offiziere 
und der grösste Theil des Mannschaft waren verwundet. 
Im Feldzuge 

1809 in Deutschland war das Regiment in der Brigade des GM. Baron Bianchi 
des V. Armee-Corps eingetheilt und focht 20. April in der Schlacht bei 
Abensberg und Rohr, 21. April im Treffen bei Landshut an der Isar, und 
mit besonderer Auszeichnung im Gefechte bei Neumarkt 24. April. Nach Um- 
gehung dieses Ortes griff der tapfere Oberst Bakonyi zu Fuss an der Spitze 



— 262 - 

des Regimentes, von Abtheilungen der Regimenter Kiebek Nr. 14 und 
Ignaz Gyulai Nr. 60 unterstützt, drei baierische Cavallerie-Regimenter in der 
Vorstadt mit dem Bajonnete an, warf sie theils in einen Sumpf, theils in einen 
Wald, nahm über 600 Mann gefangen, erbeutete eben soviele nieist ver- 
wundete Pferde, vernichtete und versprengte den Rest. — 2. Mai bestand I 
das Regiment bei Efferding ein Gefecht, 3. Mai zeichnete es sich im Treffen ' 
bei Ebelsberg beim Sturme auf den dortigen Vormarkt aus, und hatte bis 
hieher schon einen bedeutenden Gesammtverlust von mehr als 800 Mann. 
10. Mai bezog es die Vorposten in der Lobau, von wo es sich aber am 
selben Tage vor der vorrückenden französischen Armee nach einem heftigen 
Gefechte, in welchem Oberst Bakonyi schwer blessirt wurde, zurückziehen musste. 
In der Schlacht bei Aspern 21. und 22. Mai war es in beiden Tagen an 
den wiederholten Stürmen auf das Dorf Aspem ehrenvoll betheiligt und 
zählte in Allem einen Verlust von 5 OflRzieren und 267 Mann. Wenige 
Tage nachher marschirte es am rechten Donauufer nach Pressburg zur Ver- 
theidigung des dortigen Donaubrückenkopfs, wo es sogleich nach seinem 
Einrücken 30. Mai in der dortigen Au ein lebhaftes Gefefcht mit dem Feinde 
hatte und einige Verluste erlitt. 5. und 6. Juli focht das Regiment in der 
Schlacht bei Wagram. Am dortigen Rückzuge der Armee wurden die beiden 
ersten vom Feinde hart bedrängten Bataillone durch einen glänzenden An- 
griff des achten Husaren-Regimentes, damals Kienmayer, degagirt ; das dritte 
Bataillon aber, in einer Masse formirt, wurde sechsmal von der französischen 
Cavallerie angegriffen, die es jedesmal zurückschlug, aber fortwährend um- 
schwärmt, erlag es einem von allen Seiten gemachten siebenten Angriffe und 
nur 1 Offizier und 10 Mann entkamen dem furchtbaren Gemetzel. — Das 
übrige Regiment bestand noch bei Komeuburg 7. Juli und bei Oberholla- 
brunn 9. Juli heftige Gefechte. Die Grenadiere fochten 10. und 11. Juli 
mit Auszeichnung bei Znaim. 

Im Auxiliarkriege 

1812 gegen Russland war das Regiment in der Division FML. Baron Trautenbei^ 
eingetheilt, zeichnete sich 10. August bei Erstürmung des gut vertheidigten 
Kozibroder Passes aus, focht 11. und 12. August bei Horodeczka und Kobrin, 
29. September bei Lubomil, 8. October bei Wisoki-Litewsky, 12. October 
an der Leschna auf das Rühmlichste, — 14. October nahm die neunte Com- 
pagnie unter dem tapfern Hauptmann Popparich ungeachtet der feindlichen 
Uebermacht das Dorf Muntury und zerstörte die dortige Brücke; 12. No- 
vember unternahm das Regiment einen glänzenden Bajonnet-Angriff bei 
Isabellin. 

Im Feldzuge 

1813 war dasselbe bei der Armee des FZM. Baron Hiiler in Innerösterreich. — 
Das erste Bataillon unter dem tapfern Major Rath vertheidigte 28. und 29. 
^"''^ist die Stadt Villach und den dortigen Drauübergang heldenmüthig 

n das Gros der Armee des Vicekönigs Eugen Beauhamais, welche es 
Vordringen zurückhielt und das österreichische Armee-Corps vor der 



- 263 - 

Qefahr der Ueberflügolung und des eventuellen Rückzuges durch jene 
heroische Vertheidigung des Drauüberganges rettete; das zweite Bataillon 
bestand gleichzeitig 28. August bei Nosseck ein heftiges Gefecht, wurde 
aber nach tapferer Gegenwehr auf das linke Drauufer zurückgedrängt. — 
6. und 7. October war das Regiment bei der Verdrängung der Franzosen 
aus der Stellung bei Tarvis, wo es die grössten Terrainhindemisse zu über- 
winden hatte, und den Feind zum Aufgeben seiner Stellung zwang, Ende 
October nahm es Theil an der Blocade des Castells von Trient, das zweite 
Bataillon vertheidigte 10. November Ala und schlug die heftigsten Angriffe 
eines mehr als zehnfach überlegenen Feindes aufs Tapfei'ste zurück, wobei 
sich die vierte Division besonders auszeichnete bei Vertheidigung der dortigen 
Brücke. Die neunte Compagnie, im Gefechte abgeschnitten, schlug sich unter 
ihrem umsichtigen Conmiandanten Hauptmann Popparich durch und erreichte 
am nächsten Tage das erste Bataillon in Roveredo. 

Im Feldzuge 
1814 8. Februar in der Schlacht am Mincio focht das Regiment in der Reserve 
des rechten Flügels; — 1815 im Armee-Corps des FML. Grafen Bubna 
tiberschritt es den kleinen St. Bernhard, wurde 28. Juni bei Conflance an 
der Is^re von einer bedeutenden Uebermacht des Feindes aufgehalten, welcher 
dort einen Brückenkopf aufgeworfen hatte, aus welchem der sich hartnäckig 
vertheidigende Gegner erst nach wiederholten Stürmen vertrieben, die ab- 
geworfene Brücke auf einzelnen Pfosten überschritten, und der Ort mit 
Sturm genommen wurde. Das Regiment hatte aber an Allem 16 Offiziere, 
darunter 5 todt imd 576 Mann verloren. Es kam nun nach Südfrankreich, 
blieb einige Zeit in Grenoble und war Anfangs October im Lager bei Dijon ; 

1821 war dasselbe im kurzen Feldzuge gegen Piemont, 8. April im Gefechte bei 
Novara, und sodann als Besatzung in der Citadelle von Alessandria. 

1848 in Ungarn stationirt, erlag das Regiment den dortigen politischen Wirren 
und wurde 1849 zu Josefstadt in Böhmen reorganisirt. 62 Offizieren war 
es gelungen, ihrem Eide treu, unter den altehrwürdigen Fahnen Oesterreichs 
meist andern Regimentern zugetheilt, oder in Hauptquartieren verwendet, 
auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen in Italien und Ungarn zu 
kämpfen. 
Im Feldzuge 

1859 gegen die Franco-Sarden in Italien focht das dritte Bataillon im Treffen bei 
Montebello 20. Mai, wo es den Weiler Genestrello tapfer vertheidigte und 
beim dritten Sturme der bedeutenden feindlichen Uebermacht weichen musste; 
— das Regiment focht mit Auszeichnung 8. Juni im Rückzugsgefechte bei 
Melegnano und insbesondere 24. Juni in der Schlacht bei Solferino. 
Im Feldzuge. 

1866 war dasselbe im neunten Armee-Corps der Süd-Armee eingetheilt, und that 
sich 24. Juni in der Siegesschlacht bei Custozza namentlich beim Sturme 
auf den Monte Croce sehr hervor, erlitt aber den bedeutenden Gesanuntver- 
last von 549 Mann, darunter 6 Offiziere und 96 Mann todt. 



— 264 — 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 hatte das Regiment hervorragenden Antheil an den heldenmtithigen Kämpfen 
der 20. Infanterie-Division FML. Graf Szapary: bei Tusla S. bis 12. Au- 
gust, bei Gratsbhanitza 13. August und bei Doboj 16. bis 20. und 23- h\i 
26. August und erlitt bedeutende Verluste 7 in Allem während des ganzen 
Feldzuges 289 Mann. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1757 Grenadierhauptmann Gabriel Baron Spleny that sich 11. November bei Er- 
stürmung von Schweidnitz durch seine persönliche Bravour ungemein hervor. 

1759 Regiments- Commandant Oberst Josef Baron Formentini hatte 27. Juli bei 
dem Rückzuge nach dem Gefechte bei Gottesberg das Regiment so treff- 
lich geführt, dass ihm die Feinde nichts anhaben konnten. 

1760 Oberstlieutenant Eros commandirte während der Belagerung von Glatz die 
Arbeiter auf dem linken Flügel, und wird flir seine gute Verwendung be- 
sonders belobt, — Oberlieutenant Kray, Adjutant des General Draskovich, 
sowie die beiden Grenadierhauptleute Baron Spleny und Zuppini hatten sich 
durch Umsicht und Tapferkeit 26. Juli bei der Erstürmung von Glatz sehr 
ausgezeichnet. 

1762 In der Belagerung von Schweidnitz versah Hauptmann Graf Ber6ny mit sehr 
' viel Eifer und Geschicklichkeit die Stelle eines Tranch^en-Majors, ausser 
ihm tJiat sich Lieutenant Hausecker bei Vertheidigung der Flaschen hervor 
und wurde angerühmt. 

1788 Beim Rückzuge nach Illovar 21. September wurde Oberlieutenant Georg 
Görgey, sowie der mit 30 Mann im Walde bei Eamasebes auf Piket stehende 
Lieutenant Szt. Ivany gefangen; beide wurden von den Türken nach Con- 
stantinopel gebracht. Szt. Ivany, ein grosser stattlicher Mann, wurde als Sklave 
verkauft, bis er im Auftrage des FM. Grafen Lacy durch den französischen 
Botschafter Grafen Choiseul-Couffier um 380 Gulden wieder losgekauft wurde. 
(Szt. Ivany erwarb sich in dem späteren Feldzuge den MTO. Siehe Infanterie 
Nr. 19.) 

1789 Beim Sturme auf die Raitzenstadt bei Belgrad 30. September erwarben sich 
zwei Grenadiere die eben gestiftete silberne Tapferkeits-Medaille, dieselbe er- 
hielten auch bei Jemappes 1792 7 Grenadiere. 

1795 Bei Einnahme der Verschanzungen im Genuesischen 24. Juni zeichneten sich 
OberstUeutenant Baron Johann Abfaltern und Major Pertussy sehr aus. 

1796—1797. Bei der Belagerung von Kehl thaten sich Major Keczer, Oberlieutenant 
Witten und Fähnrich Heinisch bei mehreren Gelegenheiten, als bei der Er- 
oberung der Insel Grosskehlkopf 6. December, sowie bei Einnahme der 
Schwabenschanze 1. December sehr hervor. 

Feldzuge in Italien wurden in den Relationen über die verschiedenen 

echte als besonders ausgezeichnet genannt: 

iments-Commandant Oberst Johann Baron Apfaltem in den Actionen: 



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- 265 - 

bei Legnago, bei Magnano, bei der Einnahme von Brescia, bei Cassano und 
am Tidone, wo er verwundet wurde. 

Grenadier-Bataillons-Commandant Major Korlierr bei Legnago, bei Verona 
und bei Magnano, und wurde in Folge dessen zum Oberstlieutcnant be- 
fördert. 

Oberstlieutenant Pertussy bei Verona, Magnano, Cassane und Novi. 
Grenadier -Oberlieutenant Dietz wurde wegen tapferer Vertheidigung eines 
wichtigen Grabens im Treflfen bei Legnago mit der hiegesnachricht vom 
FZM. Kray nach Wien geschickt und sogleich zum Capitänlieutenant be- 
fördert. 

Major Keczer hatte bei Cassano mit seinem Bataillon den Oii; Vipro genommen 
und 200 Gefangene gemacht, bei dieser Gelegenheit zeichneten sich noch 
Oberlieutenant Habernay und Lieutenant Riczko sehr aus. 
Major Keczer zeichnete sich am Tidone 17. Juni durch vorzügliche Führung 
seines Bataillons derart aus, dass er kurz nachher zum Oberstlieutenant be- 
fördert wurde. In derselben Affaire wurde Hauptmann Stutterheim für seine 
Tapferkeit angerühmt. 
Die Mannschaft hatte in diesem Feldzuge 5 silberne MedaiUen erhalten. 

1799 Der in das Regiment eingetheilte Oberlieutenant Johann Brusch wurde für 
seine beim General- Quartiermeisterstabe in den Feldzügen 1799 — 1800 ge- 
leisteten vorzüglichen Dienste 1802 MTO-R. 

1805 Hauptmann Josef Del Rio wurde ftlr seine hervorragenden Leistungen im 
Feldzuge 1805 insbesondere bei Bassano und Castelfranco durch Capitelbe- 
schluss von 1806 MTO-R. — 3 Unteroffiziere erhielten in diesem Feldzuge die 
silberne Tapferkeits-Medaille. 

1809 Regiments-Commandant Oberst Emerich von Bakonyi wurde fiir seine glän- 
zende Waffenthat bei Neumarkt 24. April durch Capitelsbeschluss von 1810 
MTO-R. — Ein Corporal erhielt filr Neumarkt die silberne Tapferkeits-Medaille. 

1809 Das Regiment wurde nach Verwundung des Oberaten Bakonyi 10. Mai vom 
Oberstlieutenant Windrich und als auch dieser 30. Mai bei Pressburg blessirt 
wurde, vom Major Schuller bis zu Ende des Feldzuges 1809 rühmlich befehligt. 
In der Relation ü4)er die Schlacht bei Wagram und die darauf erfolgten 
Rückzujgsgefechte wurde der Interims-Regiments-Commandant Major Michael 
Schuller und Hauptmann Josef del Rio belobt 

1813 Major Josef Rath wurde ftir die ruhmvolle Vertheidigung der Stadt Villach 
und des dortigen Drau-Ueberganges 28. und 29. August sogleich zum 
Oberstlieutenant befördert und durch Capitelbeschluss 1815 MTO.-R. Die 
Mannschaft erhielt aus gleichem Anlasse 2 goldene, 4 silberne Medaillen und 
4 G^ldbelohnungen. Mit Armeebefehl des FZM. Baron Hiller wurde Oberst- 
lieutenant Rath, sämmtliche Offiziere des Bataillons belobt und das erste 
Bataillon Duka imter die Ausgezeichnetsten der Armee gezählt. (Klagenfurt 
ddto 1. April 1813.) 



- 266 - 

Für seine Auszeichnung bei Verdrängung des Feindes aus Tarvis, 6. und 7. 
October, wurde dem Kegimente Gratisfleisch und Wein-ßationen sowie eine 
dreitägige Befreiung von jedem Dienste mittelst Armee-Befehl zugestanden« 
Für das tapfere Benehmen des zweiten Bataillons bei Vertheidigung von 
Ala 10. November erliess GM. Baron Vlasits ein eigenes Danksagungsschreiben 
an das Regiment, der Commandant der neunten Compagnie Hauptmann 
Fopparich wurde öffentlich belobt, die Mannschaft erhielt 1 goldene und 
1 silberne Medaille. 

1815 In der Relation über das Gefecht bei Conflance an der Is^re 28. Juni heis^t 
es wörtlich : Oberst Schuller, Oberstlieutenant Rath und Major Szlavy haben 
durch ihr Beispiel beigetragen, den alten Ruhm des Regimentes Duka zu 
behaupten und zu vermehren.*' 10 OflRziere wurden rühmlich erwähnt, und 
die Mannschaft erhielt 1 goldene und 2 silberne Medaillen. 

1848 und 1849. Für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche 1848—1849. 

OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Ferdinand Schmidt von Dondorf fiir tapfere 

und umsichtige Führung eines Streif-Corps, — Hauptmann Peter Edler von 

Fischer. 

MVK. Oberstlieutenant Schmidt von Dondorf, Oberstlieutenant Josef Cabal- 

lini von Ehrenburg, die Hauptleute Edler von Fischer, Franz Hauschka, 

Zellinger, Helmer, Trausch, Lieutenant Steinbock. 

1859 Für Auszeichnung im Treffen bei Montebello 20. Mai: 

MVK. Major Ignaz Steinbauer von Angerstein, Hauptmann Edler von Ecker- 
Krauss und Oberlieutenant Eichenauer. 

Für Auszeichnung im Rückzugsgefechte bei Melegnano 8. Juni : 
MVK. Oberstlieutenant Alois Graf Pötting, die Hauptleute Kra^twald, Hauschka, 
Gerlach, Schubath, Ludwig Graf Wallis, die Oberlieutenants Reisinger 
und Dionys von Ghika, die Lieutenants Wörlein, Pohl und Schimatzek, — 
Regiments-Caplan Czerweny erhielt GGVK. 
Für Auszeichnung bei Solferino 24. Juni: 

OLO.-R. der Interims-Regiments- Commandant Oberstlieutenant Alois Graf 
Pötting (war inzwischen zum Oberst des 61. Infanterie-Regimentes be- 
fördert worden). 

OEKO.-R. 3. Hauptmann Dionys von Ghika. 

MVK. die Hauptleute Kocziska Edler von Freibergswall, von Steyer, die 
Oberlieutenants Gissübel, Preininger, die Lieutenants Ruecz, von Andrasffy, 
Walitschek, Binder von Bindersfeld. 

Die Mannschaft erhielt im Laufe des ganzen Feldzuges 5 grosse und 66 
kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge: 

Oberst Carl Pöckh, Quabrigadier der Nord-Armee, gestorben vor dem 
Feinde in Böhmen, ÖLO.-R. zuerkannt. 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Wilhelm Baron Bibra-Gleicher- 
wiesen, Oberatlieutenant Alexander Kocziska Edler von Freibergswall, die 
Hauptleute Alexander Gyurich, Adolf Schubert. 



— 267 - 

MVK. HauptmaDn von Wallau, die Oberlieutenants Gozony, Fischer, Kör- 
mendy, Domokos, die Lieutenants Gerenday, von Fäügl. Seit 
1868 hat es statt der altherkömmlichen weissen die dunkelblauen WafFenröcke. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 OEKO.-R. 3. Der vor dem Feinde gebliebene Major Friedrich Giessübel; 
die Hauptleute Victor Läner, Michael Tretter und der gebliebene Ober- 
lieutenant Josef Leschka. MVE. Die Uauptleute Joachim Antal, Hermann 
Herczeg; die Oberlieutenants Emil Korn v. Slepowron, Coloman Freiherr 
Rosenzweig von Trauwehr; die Lieutenants Eduard Nick (Reserve), Ladis- 
laus Keler, Lothar Freiherr Maretich v. Rio Alpon, Franz Schafarczik 
(Reserve). Israel Eerschkowitz, dem gebliebenen Lieutenant Faul von Mai- 
lath. Die Mannschaft erhielt für das Gefecht nächst Gradacac am 13. 
August 1 grosse und 3 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

1799 Oberstlieutenant Josef Korherr an den Folgen seiner im Treffen bei Magnano 
5- April erlittenen Verwundung f im April. 

1805 Regiments-Commandant Oberst Pertussy; wenn auch nicht an einer Ver- 
wundung, doch durch einen Sturz vom Pferde im Gefechte bei Castelfranco 
als 67jähriger Greis an Erschöpfung von den Fatiguen des Feldzuges f zu 
Castelfranco Ende November. 

1805 Major Darasch an den Folgen einer bei Castelfranco 24. November erlittenen 
Verwundung f zu Castelfranco im November. 

1866 Oberst Carl Pöckh, Quabrigadier, an seiner bei Eöniggrätz erlittenen Ver- 
wundung f zu Maslowitz in Böhmen 4. Juli. 

1878 Major Friedrich Gissübel an seiner im Gefechte bei Doboj erlittenen Ver- 
wundung f im Dorfe Kotorsko in Bosnien am 17. August. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 40. 

(1878.) 

FML. GOTTFRIED GRAF AUERSPERG. 

Dunkelblaue Waffenröcke, lichtblaue Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Rzkszow. 



1834 



1850 



Inhaber. 

1734 errichtet auf eigene Kosten von j 
dem folgenden Inhaber, damaligen 
Obersten 

1734 späteren FZM. Wolfgang Sigmund 
Freiherr von Damnitz f 1754. 

1 754 FML. Carl Borromäus Graf Col- 
LORBDO- Waldsee f zu Venedig 
26. October 1786. 

1786 FZM. Josef Graf Mitrowsky f 
zu Paskau in Mähren 2. März 
1808. 

1809 FM. Herzog Ferdinand von 



1867 



1878 



Württemberg MTO.-GK. f zu 
Wiesbaden 20. Jänner 1834. 
FML. Josef Freiherr von Kor- 
DELKA f zu Wien 20. Mai 1850. 
FZM. Heinrich Freiherr von 
RossBAcn MTO.-R. f zu Innsbruck 
2. Mai 1867. 

FML. Heinrich Ruprecht von 
ViRTsoLoo f zu Gastein 26. Mai 
1878. 

FML. Gottfried Graf Attersper(;. 
Commandant der III. Truppen- 
Division. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im Türkenkriege 
1737 bis 1739 war das Regiment auf dem Kriegsschauplatze in Süd-Ungarn und 
Bosnien, ohne dass über dessen specielle Thäligkeit etwas aufzufinden wäre. 

Im österreichischen Frbfolgekriege war das Regiment 

1742 bataillonsweise zu Alt-Braisach und Freiburg als Besatzung, 1744 war das 

ganze Regiment unter seinem Inhaber, dem dortigen Festungs-Commandanten 

FML. Baron Damnitz in der belagerten Reichsfestung Freiburg und hatte 

ehrenvollen Antheil an der zweimonatlichen tapferen Vertheidigung dieses 

Platzes gegen die Franzosen. 1745 30. September in der Schlacht bei 

autenau erlitt es durch das preussische Bomstädtische Cürassier-Regiment 

)8se Verluste, namentlich an Gefangenen, kam sodann in die Niederlande, 



— 269 — 

focht 1746 11. October in der Schlacht bei Rocoox und 1747 2. Juli in jener 
bei Lawfeld. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag; 7. September im TreflFen am Moysberge 
bei Görlitz und ein Detachement desselben unter dem Regiments- Comman- 
danten Obersten Fürsten Sulkowski nahm Theil an der Expedition des FML. 
Grafen Hadik nach Berlin, wo dieser Oberst mit 2 Bataillons vor dem Stadt- 
thore als Reserve aufgestellt war. — 1759 im Treffen bei Saalfeld ver- 
theidigte das Regiment die Stadtthore, musste sich aber vor der feindlichen 
Uebermacht zu seinem auf einer Anhöhe aufgestellten Corps zurückziehen, 
— es war femer im Gefechte bei Pretsch, und 20. November im Treffen 
bei Maxen deckte es auf der Anhöhe von Maltern die Passage von Freiberg ; 
1760 3. November in der Schlacht bei Torgau war das Regiment im Löwen- 
steinischen Corps, auf welches der erste feindliche Angriff geschah, und hatte 
grosse Verluste erlitten (darunter todt, verwundet oder gefangen allein 33 
Offiziere). 1761 war es bei der Haupt- Armee in Sachsen, 1762 wurde ein 
Commando von 400 Mann des Regimentes 3. August bei Einsiedel von einer 
feindlichen Uebermacht angegriffen und vollführte einen schönen wohlge- 
ordneten Rückzug. Im Treffen bei Freiberg 15. October unterstützte das 
Regiment nebst 2 andern den Angriff auf die Halstbrücke. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 bei der Haupt-Armee in Böhmen und 1779 besetzte es Teschen. 

Im Türkenkriege war 
1788 das Oberst-Bataillon als Besatzung in Peterwardein ; — das dritte Bataillon 
im Coburgischen Corps hatte 13. Juli bei der Vorrückung auf Chotym unter 
dem anhaltenden Geschützfeuer dieser Festung eine Batterie errichtet, 17. 
Juli bei Besetzung des Dorfes Rumla kam es der vom Feinde hai-t bedräng- 
ten Brigade Filo zur Unterstützung und deckte deren rechte Flanke, sodann 
war es bei der Belagerung von Chotym. 1789 focht das Bataillon im Tref- 
fen bei Focksany und in der Schlacht bei Martinestie, wo es mit standhafter 
Tapferkeit den Angriff der Türken auf der linken Flanke zurückwies, 1790 
war es bei der Belagerung und im Treffen bei Gyurgewo. 

Im französischen Revolutionskriege waren das Leib- und Oberst-Bataillon 
1792 im August und September bei dem in Lothringen operirenden Aimee-Corps, 
1793 8. August vertheidigte eine Compagnie unter Hauptmann Schulz sehr 
tapfer den Posten Lepach, griff nach erhaltener Verstärkung in der nächsten 
Nacht das Dorf Eisweiler an, tödtete viele Feinde und machte mehrere Ge- 
fangene. Im December wirkten die beiden Bataillone bei der standhaften 
Vertheidigung der Schanzen bei Trier mit, und von 1794 bis 1795 waren 
sie in der neunmonatlichen Blocade tmd erfolgten Belagerung der Festung 
Luxemburg, wo sie in Folge der Capitulation kriegsgefangen wurden. Das 
dritte Bataillon war 1795 29. October bei der Einnahme der Verschanzungen 
vor Mainz und wirkte insbesondere thätigst bei jener des Dorfes Höchstheim 
mit. 1796 29. September war es bei der Einnahme der Btadt Neuwied, und 



~ 270 — 

kam 1797 als Besatzung nach Frankfurt am Main. — Die beiden aus der 
französischen Kriegsgefangenschaft ausgewechselten ersten Feld-Bataillone 
kamen 1796 nach Italien, eines deckte im Mai die Gegend von Torbole, 
und eines war im Juli 1797 bei der Besitznehmung von Venetianisch-Dalmatien. 

Im Feldzuge 

1799 war das Regiment in Italien und hielt sich 26. März im TreflFen bei Verona 
und Pastrengo ungemein tapfer, erlitt aber grosse Verluste (darunter 2 
Offiziere todt und 23 verwundet); 5. April . stellte das Regiment im Treffen 
bei Magnano, als die zweite Angriffs- Colonne hart bedrängt wurde, im Ver- 
ein mit dem Regimente Klebek Nr. 14 das Gefecht wieder her und brachte 
den Feind zum Weichen. Am Nachmittage desselben Tages hatte ein Batail- 
lon nebst andern Truppen unter persönlicher Führung des FZM. Baron Kray 
einen erfolgreichen Angriff in der linken feindlichen Flanke unternommen, 17. 
und 18. Juni focht eine Abtheilung im Treffen zwischen dem Tidone und 

^ der Trebbia; im Juli war das Regiment bei der Belagerung von Mantua, 15. 
August focht es mit einigem Verluste in der Schlacht bei Novi, aber mit grosser 
Tapferkeit ; — die Grenadiere hatten sich im Treffen bei Cassano ungeachtet 
ihrer numerischen Schwäche durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff gegen 
einen weit überlegenen Feind hervorgethan ; 4. und 5. November focht das 
Regiment im Treffen an der Stura bei Fossano und eine Abtheilung im sel- 
ben Monate beim Angriffe und der Vertreibung der Feinde von Mondovi. — 

Im Feldzuge 

1800 hielt das Regiment im April den Monte Fajale besetzt, focht 14. Juni in 
der Schlacht bei Marengo imd kam im August als Besatzung nach Ferrara. 

Im Feldzuge 
1805 in Deutschland gehörte das Regiment zur Besatzung der Stadt Memmingen 
und gerieth in Folge der dortigen Capitulation vom 14. October in franzö- 
sische Kriegsgefangenschaft. Die Offiziere wurden auf Ehrenwort, bis zur Aus- 
wechslung nicht gegen Frankreich zu dienen, entlassen, die Mannschaft aber 
nach Frankreich abgeführt. 

Im Feldzuge 
1809 in Deutschland war das Regiment im IV. Armee-Corps FML. Fürst Rosen- 
berg eingetheilt, 19. April im Gefechte bei Dinzlingen 21. April in jenen 
bei Schneidthart und Oberleuchling 22. April im Treffen bei Eckmühl, 3. Mai 
in jenen bei Ebelsberg, wo das dritte Bataillon die Besatzung des Schlosses 
unterstützte und eine von der Waffenseite gegen die Anhöhe stürmende fran- 
zösische Colonne mit dem Bajonnete von derselben hinabwarf und bis zur 
Brücke verfolgte, das zweite Bataillon war als Unterstützung gefolgt. Das 
erste Bataillon hatte zur Deckung des Rückzuges der Truppen unterhalb des 
Schildenberges dort, wo die Reichsstrasse aus dem Walde tritt, Stellung genom- 
men und befand sich unter den letzten Truppen, welche das Plateau ver- 
liessen ; bei dem Dorfe Asten wies es noch mehrere feindliche Angriffe aufs 
Tapferste ab. ^ — Das Regiment kam sodann zu dem detachirten Truppen-Oom- 
mando des FML. Baron Schustek, welches die ganze Strecke des linken Donau- 



— 271 — 

Ufers von Linz bis Neu Aigen in einer Strecke von zwanzig Meilen zu decken 
hatte ; — in dieser Aufstellung war es meist divisions- und compagnieweise 
vertheilt; 31. Mai führte eine Compagnie einen Schein- Angriff gegen Mautem, 
während des Gefechtes bei Hollenburg und Wolfsberg aus; — zwei Com- 
pagnien, im Streif-Commando des Oberstlieutenants Baron Scheibler (von Vin- 
cent-Chevauxlegus jetzt Dragoner Nr. 14) eingetheilt, wirkten in der Nacht 
vom 4. zum 5. Juli thätigst bei dem gelungenen Ueberfalle auf die sogenannte 
Taborinsel bei Mauthausen mit. 

Jm Feldzuge 

1813 war das Regiment im IV. Armee-Corps des General der Cavallerie Grafen 
Klenau eingetheilt, focht 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, war 
in der Schlacht bei Leipzig 16. bis 18. October und beim dortigen Angriffe auf 
das Dorf Holzhausen 18. October, kam sodann zur Blocade von Dresden, 
und rückte im Spätherbste 1813 von dort nach Italien, wo es 

Im Feldzuge 

1814 zu den von Mantua aufgestellten Blokade-Truppen gehörte; 1815 war es in 
der Armee des General der Cavallerie Baron Frimont eingetheilt, eroberte 
29. Juni das unter den Kanonen der Festung Alt-Breisach liegende, vom Feinde 
stark besetzte Dorf Wickersheim nach hartnäckiger Vertheidigung und war 
9. Juli im Gefechte bei Strassburg während der dortigen Blocade. Das vierte 

1816 Bataillon war bei der Einschliessung von Beifort. 24. Jänner bis 1. Mai 1816 
war das Regiment bei dem gegen Baiern aufgestellten Observations-Corps 
des FML. Baron Bianchi in Oberösterreich und in Linz und Umgegend, 
cantonnirt. 

Im Feldzuge 
1848 in Italien waren im Juli die ersten beiden Feld-Bataillone aus ihrer Friedens- 
garnison in Croatien, das erste Landwehr-Bataillon aus Galizien ins Venetia- 
niflche abgerückt und bezogen an der Polinie ihre Aufstellung. 8. August 
war das Regiment bei der Expedition und im Gefechte in Bologna, wo Major 
Baron Roszner mit zwei Compagnien das Thor stürmte. Oberst von Gerst- 
ner und Oberstlieutenant Gebhardt führten Streif-Colonnen auf Corticella 
und Sabiano, das erste Feld- und erste Landwehrbataillon blieben nun im II. 
Reserve-Corps im Venetianischen — das zweite Bataillon kam als Besatzung 
nach Ferrara. — 1849 war das Regiment bei der Cemirung von Venedig 
und 25. April bis 28. Mai bei der Belagerung von Malghera, wo sich ein- 
zelne Abtheilungen sehr hervorthaten, (so hatte beispielweise die zehnte Com- 
pagnie unter Hauptmann Haigenvelder, der verwundet wurde, allein 11 grosse 
und 21 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen sich erkämpft). — Später kam 
das Regiment als Besatzung nach Verona. — Das dritte in Galizien statio- 
nirte Bataillon machte im December 1848 im Corps des FML. Grafen Schlik 
die Vorrückung gegen Ungarn mit, und war 11. und 12. December in den 
Gefechten beiBudamer undKaschau, 1849 4. Jänner in dem dortigen Treffen 
(und zwar am Calvarienberg aufgestellt); eine Division war im Jänner als 
Besatzung in Eperies. 



— 272 — 

Im Sommerfeldzuge 
1849 war das dritte Bataillon im zweiten Armee- Corps des FML. Baron Csorich 
eingetheilt, Mitte Juni nahm Major Grobois mit demselben auf einem Streif- 
zuge den Ort Kiralyrew auf den ersten Sturm, 16. Juni war das Bataillon 
im Gefechte bei Zsigard, 21. Juni im Treffen bei Pered, sodann zur Beob- 
achtung des ausgedehnten Waffenplatzes Komom in einer ziemlich weiten 
Vorposten- Aufstellung am linken Waagufer, 30. Juli bestand es zwischen 
Heteny und Bajts ein heftiges Gefecht, und war im August und September 
bei der Cernirung von Komom. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien war das Regiment im neunten Armee-Corps 
General der Cav. Graf Schaaffgotsche eingetheilt, und focht mit Auszeich- 
nung, besonders das Grenadier-Bataillon im Treffen bei Montebello 20. Mai, 
ebenso 24. Juni in der Schlacht bei Solferino, wo das zweite und dritte 
Bataillon sich durch mehrere sehr tapfere Bajonnetstürme hervorthaten. Das 
vierte Bataillon war in der Brigade des GM. Grafen Huyn des sechsten Armee- 
Corps in Süd-Tirol, und eine Abtheilung desselben 8. Juli im Gefechte bei 
Spondalunga. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im zweiten Armee-Corps FML. Graf 
Thun der Nord- Armee eingetheilt, focht 3. Juli in der Schlacht bei König- 
grätz und 22. Juli im Treffen bei Blumenau nächst Pressburg. Das vierte 
Bataillon gehörte zu den bei Krakau stehenden Truppen des FML. Baron 
Rzikowsky und hatte Ende Juli die selbständige Besetzung von Biala und 
Bielitz sowie die Beobachtung der Weichselstrecke gegen Pless zur Aufgabe. 

Tapferkeits-AaBzeicImungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1744 Oberst Baron Haussier begleitete den Regiments-Inhaber FML. Baron Dam- 
nitz 6. November nach Münzingen zum Könige Ludwig XV. von Frankreich 
anlässlich der Unterhandlungen wegen der Uebergabe der Stadt Freibui^. 

1762 Major Baron Kesbom, welcher bei Einsiedel 3. August das Detachement des 
Regimentes befehligte^ zeichnete sich durch umsichtige Führung desselben 
und die gute Leitung des Rückzuges sehr aus. 

1788 Bei der Belagerung von Chotym that sich Oberstlieutenant Baron Rath vor- 
züglich hervor und wurde in Folge dessen zum zweiten Obersten im Re- 
gimente befördert, — ebenso 1789 in der Schlacht bei Martinestie und früher 
schon bei Focksany durch die umsichtige und tapfere Führung des dritten 
Bataillons. Oberlieutenant Laurent hatte sich mit 300 Freiwilligen und 
Scharfschützen durch tapfere Vertheidigung und Behauptung des Postens 
Rumla bei der Belagerung von Chotym sehr verdient gemacht. 

m Treffen bei Foksany hatte sich der als Ordonnanz - Offizier beim Corps- 
^onunandanten Prinzen Coburg in Verwendung stehende Oberlieutenant Graf 
ialins besonders ausgezeichnet und wurde in Anerkennung dessen mit der 



— 273 — 

Nachricht Yom Einrücken des Coburgischen Corps in die Wallachei im No- 
vember an das kaiserliche Hoflager nach Wien abgeschickt. (Graf Salins 
wurde 1809 Oberst im Regimente, 18 14 GM.) 

1789 In der Relation über die Schlacht bei Martinestie wurden vom Regimente 
als vorzüglich ausgezeichnet genannt : die Hauptleute Glyckherr und Fischer, 
Capitänlieutenant Schulz, die Oberlieutenants Fero, Laurent, Friedrich, die 
Lieutenants Schäfer, Stahl und Fähnrich Renery. 

1793 Bei Lepach 8. August zeichneten sich der Compagnie-Commandant Haupt- 
mann Schulz, ferner die Oberlieutenants Lang und Borkofzky sehr aus. 

1799 Im Treffen bei Verona und Pastrengo 26. März hatten sich die beiden Majore 
Glyckheer und Boul von ßerenburg, welcher verwundet wurde, durch ihre 
Tapferkeit ungemein ausgezeichnet. Major Glyckherr wurde sogleich zum 
Oberstlieutenant befbrdert. — Major Boul wurde für sein Wohlverhalten im 
Treffen am Tidone abermals in der Relation 17. Juni angerühmt, ebenso 
im November 1799 für ruhmvolle Führung seiner Truppe bei Mondovi. 

1799 Regiments- Commandant Oberst Franz Kreysem, welcher ungeachtet seiner 
am 26. März bei Verona erlittenen Verwundung, schon am 5. April bei Magnano 
an der Spitze des Regimentes wesentlich zur Herstellung des Gefechtes bei- 
trug, wurde besonders für die ruhmvolle Führung des Regimentes in der 
Schlacht bei Novi 15. August belobt. Die Grenadierhauptleute Kirchner, 
der das Bataillon bei Cassano, und Carpe, der es bei Novi mit Auszeichnung 
commandirte, wurden in Anerkennung dessen: Ersterer im Regimente, 
Letzterer beim Georger Grenzregimente zu Majors befbrdert. 

1809 Bei Ebelsberg hatten sich 3. Mai Oberstlieutenant Graf Josef Lamezan Salins, 
welcher das dritte Bataillon zum Sturme und zur Unterstützung der Schloss- 
besatzung führte, und Major Graf Anton Kinsky, der bei Asten mehrere 
französische Angriffe tapfer zurückschlug, ausgezeichnet. 

1810 erhielt das Regiment statt der bisherigen karmoisinrothen Aufschläge die 
lichtblauen (des 1809 reducirten 55. Infanterie- Regimentes Reuss-Greitz). — 
Früher mährisch, wurde dasselbe um 1817 galizisch. 

1848 Bei Bologna 8. August fiel der tapfere Hauptmann Sigmund von Gömüry, 
der sich daselbst ausgezeichnet hatte ; ebenso hatten sich die beiden hier ver- 
wundeten Majore Baron Roszner imd Baron HartelmüUer durch ihre persön- 
liche Tapferkeit hervorgethan. 

1849 Für ihre umsichtigen Leistungen während der Belagerung von Venedig wur- 
den: Regiments-Commandant Oberst Gebhardt, Oberstlieutenant Podhaysky, 
die Majore von Neuff und Ritter von Zepharovich in der Relation belobt. 
Hauptmann Maximilian Brüll, welcher in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 
1849 bei dem Ueberfalle auf die feindliche Batterie auf der Lagunenbrücke 
an der Spitze von 96 Freiwilligen diese erstürmte, wurde bei der von ihm 
eingenommenen Batterie erstochen. — FML. Graf Schlik belobte in der Re- 
lation über die Gefechte bei Budamer und Kaschau den Major Podhaysky 
und Hauptmann Schuster, beide des dritten Bataillons, 11. und 12. Decem« 
her 1848. 

Tkttrii«im. Q^enkbUttor. 18 



— 274 — 

Für Auszeichnung in den Feldzügen 1848 und 1849 in Italien und Ungarn: 
OEKO.-R. 3. Major Carl Ritter von Zepharovich, Hauptmann Bojomir Graf 
Starzenski. 

MVK. Oberst Regiments-Commandant Friedrich Gebhardt, OberstlieutenaDt 
(inzwischen zum Obersten im 63. Infanterie-Regimente befbrdert)^ Josef Pod- 
haysky, die Majore Carl von Neuff und Carl Ritter von Zepharovich^ die 
Hauptleute Josef von Hepperger, Heinrich Hauschka, die Oberlieutenants 
Jesovits und Bierfeldner^ die Lieutenants Richly und Schindler, Major Josef 
Baron Roszner, Hauptmann Baron Baillon. 

1849 Major Ignaz von Grobois hatte sich im Sommerfeldzuge in Ungarn durch die 
Erstürmung von Kiralyrew und umsichtige Führimg des dritten Bataillons 
hervorgethan. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 
OEKO.-R. 3. Hauptmann Moriz Rohmann. 

MVK. Regiments- Conmiandant Oberst Ignaz von Grobois, Oberstlieutenant 
Johann Longard, die Majore Alexander Strasser, Josef Majerhofer von Grün- 
bübly Carl Lhotak von Lloty imd Johann Karojlovic von Brondolo, Haupt- 
mann von Rzepinski, die Oberlieutenants Bielohlawek, Kirsch, Unkelhauser 
von Abenst und Franz Pilat. 

Die Hauptleute von Wyczolkowski von Zdulski, von Eberan und drei Sub- 
altern- Offiziere erhielten für ihre ausgezeichnete Tapferkeit bei Solferino 
die Allerhöchste Belobung. 

Die Mannschaft erhielt in diesem Feldzuge 10 silberne Tapferkeits-Medaillen 
I. und 36 solche II. Classe nebst mehreren öffentlichen Belobungen. 

Seit 1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der firüheren weissen. 

■ 
Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1799 Grenadier- Bataillons-Commandant Major Baron Stenzsch f ^^ den Folgen 
seiner schweren Verwundung bei Verona 26. März, — im April 1799- 



BukowiDasches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 41 

(1867.) 

FRIEDRICH FREIHERR KELLNER VON KÖLLENSTEIN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, schwefelgelbe Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Czernowitz. 



Inhaber. 



1701 errichtet von dem folgenden In- 
haber 
1 701 FM. Christian Markgraf von Bran- 

DENBÜRO-BAmEUTH f 1712. 

1704 FK Georg Wilhehn Prinz Bran- 

denburo-Baireuth t 1726. 
1727 Oberst Wilhelm Ernst Prinz 

Brakdenburq-Baireüth. 
1734 FML. Friedrich Markgraf Bran- 

dskbürg-Baireuth f 16. Februar 

1763. 
1763 FZM. Thomas Graf Plunquet 

MTO.-R. t 1770. 
1770 Oberst Josef Wenzel Fürst zu 

FüRSTENBERQ- Stuhlingen resig- 

nirte 1777 und f 2. Juni 1783. 

1777 GM. Ludwig Cari Graf Belgio- 
joso erhielt 1778 das gegenwär- 
tige 44. Infanterie-Regiment. 

1778 FM. Blasius Freiherr von Bender 
MTO.-GK. t 20. November 1798 
zu Prag. 



1803 



1805 



1808 



1815 



1817 



1823 



1841 



1857 



Oberst Wilhelm Friedrich Erb- 
prinz von Württemberg. 
FML. Friedrich Herzog von 
Sachsen-Hildburohausen quittirt 
1807. 
FML. Friedrich Freiherr von 

KoTTÜIilNSKY. f (0). 

FZM. Ludwig Fürst Hohbnlohe- 

Bartenstein 1817 quittirt als 

französisclier Marschall f zu Lu- 

neville 1828. 

FML. Johann Peter Freiherr von 

Marschall von Perelat f 1822. 

FML. Wenzel Freiherr von Wat- 

LBT f 1840 zu Wien. 

FML. Johann Freiherr von Siv- 

KoviCH f zu Görz 19. März 

1857. 

FZM. Friedrich Freiherr Kellner 

von Köllenstein. 



Feldzflge und wichtige Eriegsereignisse. 

Im spanischen Erbfolgekriege war dieses Regiment 
1702 bei der Belagerung von Landau^ 1703 ein Theil zu Alt-Braisach in Besatzung, 
1704 das Regiment in Freibui^ imd beim Versuch auf Alt-Braisach, kam 

18* 



- 276 - 

sodann nach Italien, war 1706 beim Entsatz von Turin, 1707 bei der Unter- 
nehmung auf Toulon. 

1719 in Sicilien, 20. Juni in der Schlacht bei Francavilla und 1734 29. Juni in 
der Schlacht bei Parma 19. September in jener bei Guastalla. 
Im Türkenkriege war 

1737 im October ein Bataillon im Passo Augusto, wo es durch einen Angriff der 
Türken viel gelitten hat, 1738 das Regiment im Treffen bei Komia. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment. 
1741 im December im Khevenhüller'schen Corps, 1742 bei der Winter-Expedition 
in Ober-Oesterreich und Baiern, 1743 bei der Blocade von Braunau, 1744 
ein Bataillon in derBelagerung von Freiburg, 1745 30. September das Regi- 
ment in der Schlacht bei Trautenau, kam sodann in die Niederlande und 
focht in den Schlachten bei Rocoux 4. October 1746 und bei Lawfeld 2. Juli 
1747, endlich war esl748 in der Belagerung von Mastricht. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1757 6. Mai in der Schlacht bei Prag, 7. September im Treffen am Moysberge 
bei Görlitz, im November bei der Belagerung von Schweidnitz; 1758 ein 
Bataillon bei der Belagerung von Neisse, 1760 17. September das Regiment 
im Gefechte bei Kunzendorf, 3. November in der Schlacht bei Torgau, wo 
ein Bataillon durch eine Attake des preussischen Dragoner-Regimentes Bai- 
reuth viel litt, 1762 ein Detachement in der Belagerung von Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 — 79 bei der Hauptarmee in Böhmen, beim Ausbruche der Brabanter Revolution 
1789 hat dasselbe mit dem berühmten wallonischen Dragoner-Regimente Latour 
die Festung Luxemburg gedeckt und erhalten; bei Hecheln geriethen 
zwei Compagnien in die Gefangenschaft der Malcontenten. 1790 24. M&rz 
bei Humain griff der mit seinem Bataillon dort aufgesteDte Major Lusignan 
eine 4000 Mann starke, in drei Colonnen anrückende feindliche Uebermacht 
entschlossen an, warf sie mit bedeutendem Verluste zurück und verfolgte 
sie bis Rochefort: 1791 war ein Bataillon auf Execution im Lüttich'schen. 

Im französischen Revolutionskriege war 
1792 17. Maieine Division im Gefechte bei Bavay; 15. Juli nahm der Regiments- 
Commandant Oberst Keim mit nur vier Compagnien die mit einem Wall 
und doppelten Graben geschützte Stadt Orchies, welche von 700 Franzosen 
vertheidigt wurde, mit stürmender Hand, eroberte eine Kanone und einen 
Pulverkarren ; 7. September brachte derselbe dem Feinde bei Mortagne einen 
namhaften Verlust bei, und 8. Juli setzte er sich in den Besitz von St 
Armand und der dortigen beträchtlichen Vorräthe; 6. November war das 
Regiment bei Vertheidigung der Schanzen imd in der Schlacht bei Jemappes 
2. December im Gefechte von Vivier l'Ageau wo Oberstlieutenant Lusignan mit 
200 Mann in Gefangenschaft gerieth. 1793 zeichneten sich zwei Bataillone, 
zu den Besatzungs- Truppen von Mainz gehörig, bei der nächtlichen Erstür- 
mung der Weissenburger Linien 27. und 28. Juni rühmlich aus. 1794 6. 
Mai vertheidigte Oberstlieutenant Marquis Lusignan mit seinem Bataillone 



- 277 — 

und vier Geschützen den Ort Merzig den ganzen Tag über^ g^g^^ mehr als 
die doppelte Uebermacht der Franzosen. — Das Regiment kam nun unter 
die Befehle seines Inhabers FM. Baron Bender als Besatzung in die Festung 
Luxemburg, wo es an der neunmonatliehen Vertheidigung seinen ruhmvollen 
Antheil hatte, aber in Folge der Capitulation dieses Platzes 1795 in Kriegs- 
gefangenschaft gerieth. 1796 war ein Bataillon 7. August im Gefechte bei 
Lindau, 16. September bei der Unternehmung auf Lauterach; — 30. No- 
vember 2 Bataillone beim Sturme auf die Hiininger Schanze, wo sie eine 
Verschanzung, den sogenannten Halbmond, zwar eroberten, aber wegen Ver- 
spätung einer andern zur gleichzeitigen Mitwirkung bestimmten Colonne 
diese Eroberung wieder aufgeben mussten. 

Im Feldzuge 
1799 hatte das Regiment 7. März die Stadt Lindau am Bodensee besetzt, 14. Mai 
haben das erste und zweite Bataillon beim Angriffe auf Graubünden die 
Verhaue und Verschanzungen des Ortes Seevis tapfer angegriffen und ein- 
genommen; — am andern Tage besetzten sie die Stadt Chur, 4. Juni hat 
das Regiment beim Haupt- Angriffe auf die Position von Zürich unter der 
ruhmvollen Anführung des Oberstlieutenants Leopold Baron Altstätten die 
Franzosen aus dem dortigen Walde vertrieben. General Hiller, eben an der 
Tete der Regiments-Colonne, wurde hiebei verwundet. 8. Juni war ein 
Bataillon bei der Recognoscirung von Zürich im dortigen Gefecht bei 
Albertsriede und Altstätten, ein Bataillon kam im Juni als Besatzungn ach 
Zürich. 1800 war das Regiment bei der Armee in Deutschland und bestand 
mehrere Gefechte in Baiern. 

Im Feldzuge 
1805 Anfangs im Vorarlbergischen, wurde dasselbe in der ersten Hälfte Octobers 
nach Ulm gezogen und theilte mit den dortigen Truppen in Folge der Ca- 
pitulation vom 17. October das traurige Los der Kriegsgefangenschaft. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im VII. Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand einge« 
theilt, uAd machte mit diesem die Vorrückung gegen Warschau mit. 

Im Auxiliarkriege 

1812 gegen Russland gehörte das Regiment zu den Verstärkungen, mit welchen 
GM. Zechmeister 27. October aus Galizien zum Auxiliar-Corps einrückte, an 
dessen weiteren Operationen es nun thätig theilnahm. 

Im Feldzuge 

1813 im III. Armee-Corps FZM. Graf Gyulai eingetheilt, war es 26. und 27. August 
in der Schlacht bei Dresden, wo es am 26. August das Dorf Löbda besetzte 
und behauptete, sowie mehrere Angriffe der französischen Cürassiere zurück- 
wies; 27. August vertheidigte es das Dorf Tötschen, obwohl es bereits in 
Flammen stand, auf das Tapferste und tritt den anbefohlenen allgemeinen 
Rückzug sodann in bester Ordnung an. In der Schlacht bei Leipzig war 
das Regiment 16. October bei der kraftvollen Zurückweisung des Feindes 
durch die Brigade CsoUich bei KJein-Zschocher ehrenvoll betheiligt; 18. 



— 278 - 

October unterstützte das dritte Bataillon bei Vertheidigung von Klein-Zschocher 
ein hart bedrängtes Jägerbataillon, erlitt aber durch die bedeutende^ Ton allen 
Seiten vordringende feindliche Uebermacht grosse Verluste, nach einer hel- 
denmüthigen Vertheidigung wurde es geworfen, und der schwerverwundete 
Oberstlieutenant Arbter sammt ungefähr 300 fast durchgehends Verwundeten 
wurde gefangen gemacht. — 21. und 22. October war das Regiment in den 
Gefechten bei Kosen und Eckartsberg, und focht mit besonderer Aus- 
zeichnung 9. November im Treffen bei Hochheim, wo Oberstlieutenant Paur 
mit seiner Truppe stürmend in die Stadt drang, 2 Kanonen, 1 Fahne er- 
oberte, 5 Offiziere und nahe an 3 Compagnien gefangen nahm und durch 
seine Tapferkeit den Besitz von Hochheim sicherte. (FML. Graf Crenne- 
ville, der sich dieser Regiments- Abtheilung angeschlossen hatte, war der Krste 
in die Verschanzungen eingedrungen.) 

Im Feldzuge 
1814 in Frankreich war das Regiment 24. Jänner im Treffen bei Bar sur Aube, 
1. Februar in der Schlacht bei Brienne, wo 2 Compagnien mit vorzüglicher 
Tapferkeit das Dorf Dienville erstürmten; es focht ferner das Regiment 
mit vorzüglicher Auszeichnung 23. Februar im Gefechte bei La Ferte sur 
Aube, wo es sich bei Erstürmung der dortigen Brücke über die Aube her- 
vorthat, femer in der Schlacht bei Arcis sur Aube 20. und 21. März und 
bei Troyes 25. März. — 1815 war es 1. Juli im Gefechte bei Besancourt, 
4. Juli bei Bedfort und das vierte Bataillon bei der dortigen Blocade; 
Anfangs October im grossen Armee-Lager bei Dijon, kam das Regiment zur 
Occupations-Armee in das Elsass, wo es, zu Mühlhausen bequartiert, bis 
1818 verblieb. 

In den Feldzügen 
1848 und 1849 gehörten die beiden ersten Feld-Bataillone vom Beginne bis zum 
Schlüsse zur tapfern Besatzung der Festung Temesvar, und hatten sich unter 
ihrem ausgezeichneten Obersten Baron Wernhardt wesentliche Verdienste 
um den Erhalt dieses Platzes erworben. Dieselben hatten Theil an dem zwei- 
maligen Entsätze und der Verproviantirung von Arad 14. December 184-8 
und 7. Februar 1849, sowie an den Gefechten bei Bogschan und Lippa, und 
endlich an der heldenmüthigen Vertheidigung von Temesvar während der 
hundertsiebentägigen Cernirung und Belagerung dieser Festung den ruhm- 
vollsten Antheil: insbesondere thaten sich diese beiden Bataillone im Aus- 
fallsgefechte 12. Mai, sowie bei Zerstörung der an den Ufern des Bega-Ca- 
nals errichteten feindlichen Batterien hervor in der Nacht vom 4. zum 5. Juli, 
sie hatten den Feind aus den Tranch6en und Batterien zurückgeworfen und 
13 Geschütze desselben vernagelt, besonders hatte sich der tapfere Haupt- 
mann Schwarzmann mit der achten Compagnie ausgezeichnet, wurde aber 
schwer verwundet. — Das dritte Feld- und erste Landwehr-Bataillon lochten 
mit gleicher Auszeichnung in Siebenbürgen, und zwar letzteres 25. October 
1848 im Gefechte bei Magyar Saros, 5. November im Treffen bei Maros 
Vasarhely und bei Vertheidigung des Burzenlandes. Das dritte Bataillon 



— 279 — 

• 

war im November 1848 bei der Vorrilckung gegen Klausenburg, 19. De- 
cember im Treflfen bei Czutsa. Beide Bataillone 'vereint waren 21. Jänner 
1849 in der Schlacht bei Hermannstadt, 24. Jänner beim Angriffe auf Stol- 
zenburg, 4. Februar in der Schlacht bei Salzburg, 9. Februar in jener bei 
Piski, 2. März ein Bataillon im Gefechte bei Frauendorf, 3. März beide 
Bataillone in der Schlacht bei Mediasch, beim Rückzuge in die Wallachei, 
Ende April bei der Vorrückung gegen das Banat, — und im Sommer-Feld- 
zuge 1849 23. Juli im Treffen bei Szemeria und 1. August im Gefechte am 
Nyergeser-Passe. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien war das Regiment in der Reserve-Division 
des FML. Baron Urban eingetheilt und focht gegen die Garibaldi'schen Frei- 
schaaren 26. Mai bei Varese einen dreistündigen Kampf, 27. Mai ein mehr- 
stündiges Nachtgefecht bei Como, und zwei Grenadier- Compagnien 15. Juni 
bestanden ein Vorposten-Gefecht unter Führung des Hauptmanns Grafen 
Isenburg nordöstlich des Ortes Cilinerghe nächst Castenedolo gegen die 
Alpenjäger Garibaldi's unter dessen persönlicher Führung. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im VI. Armee-Corps des FML. Baron 
Ramming der Nord-Armee eingetheilt und focht 27. Juni im Treffen bei 
Wysokow und 3. Juli in der Schlacht bei Eöniggrätz. Das vierte Bataillon 
gehörte zu den zum Schutze West-Galiziens bei Erakau aufgestellten Trup- 
pen des FML. Baron Rzikowsky. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 bei Bandin Otschak und Senkovic am 21. September mit einem Verluste 
von 1 Offizier und 62 Mann an Todten, 6 Offizieren und 195 Mann an Ver- 
wundeten, focht das Regiment mit vorzüglicher Bravour. Nebst Vermissten 
Gesammtverlust 270 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1738 Hauptmann Graf Thun, von den Türken in einem Gefechte gefangen, wurde 
von diesen an das Festungs-Commando von Orsowa mit der Aufforderung 
zur Uebergabe geschickt. 

1762 Oberstlieutenant Jacob Patritius O'Mulrian, welcher sich freiwillig meldete, 
der Belagerung in Schweidnitz beiwohnen zu dürfen, hatte 8. October nach 
der Pulver-Explosion, als die ganze Kehle des Jauerniker-Forts in die Luft 
ging, das Commando auf diesem gefährlichen Posten übernommen, einen 
feindlichen Sturm glücklich abgeschlagen und sich daselbst bis zur Uebeiv 
gäbe der Festung behauptet. Er wurde 1762 MTO.-R. 

1790 Major Franz Marquis Lusignan wurde für seine Waffenthat bei Humain so- 
gleich zum Oberstlieutenant befördert und MTO.-R. 

1792 Regiments-Commandant Oberst Conrad Keim wurde ftlr die Eroberung von 
Orchies ausser Capitel MTO.-R. Nebst ihm hatte sich bei dieser Action 



- 280 — 

Hauptmann Kreuzheim ausgezeichnet, der zuerst die Stadtmauer überstieg: 
er starb in. der Schlacht bei Jemappes. 

1793 Bei der Belagerung von Mainz wurden wegen ihrer Tapferkeit angerühmt: 
Oberlieutenant Christian Graf Leiningen, der 18. Juli ein kleines Pulver-De- 
positorium durch seine Umsicht imd Muth vor der Entzündung gerettet, 
ferner Oberstlieutenant Meyer bei der Einnahme des Ortes Weissenau, sowie 
Oberlieutenant Mutterer und Lieutenant Chevalier de Mesmacre. Graf Lei- 
ningen wurde zum Hauptmann befördert. 

1794 Bei der Vertheidigung von Merzig wurde Oberstlieutenant Marquis Lusignan 
für sein Wohlverhalten zum zweiten Obersten befördert und Oberlieutenan» 
Obermeyer belobt. 

1796 Bei der Unternehmung auf Lauterach unternahm 16. September Hauptmann 
Graf Leiningen über das Gebirge einen Angriff in des Feindes Rücken, 
wurde aber dabei schwer verwundet. 16. September beim Angriffe aul 
Limburg an der Lahn hatte sich Lieutenant Luxem hervorgethan. 

1799 Oberlieutenant Rimele, Adjutant des GM. Keim, hatte sich in Italien im Tref- 
fen bei Verona 26. März und bei der Belagerung von Pizzighetone eine 
ruhmvolle Erwähnung in der Relation erworben. 

1799 Beim Angriffe auf Graubtinden 14. Mai hatten sich Major Rieneck, Comman- 
dant des zweiten Bataillons, und Hauptmann Bach, Interims-Commandant des 
ersten Bataillons, durch umsichtige und tapfere Führung ihrer Abtheilungen 
ausgezeichnet. Letzterer blieb todt. — Nebst diesen wurden noch die Ober- 
lieutenants FouUon, Billhacker, Mesmacre, Lagoute, Soclan, Maldini und 
Fähnrich Krafft mit vielem Lobe in der Relation erwähnt. Oberstlieutenant 
Leopold Baron Altstätten wurde in Anerkennung seiner umsichtigen und 
tapfem Führung des Regimentes beim Hauptangriff auf die Position von 
Zürich 4. Juni zum Obersten im Regimente befördert. 

1799 Hauptmann Graf Christian Leiningen eroberte im Mai mit Hilfe einiger 
Landesschützen zu Altstädten 2 Kanonen, 5 Mimitionskarren, viele Gewehre 
und Munition. 

1806 erhielt das bisher vorderösterreichische Regiment seinen Werbbezirk in Ga- 
lizien. 

1813 Oberstlieutenant Josef von Paur zu Traut wurde für seine Waffenthat bei 
Hochheim 9. November durch Capitelbeschluss 1815 MTO.-R. 

1814 Oberlieutenant Vincenz Victor sich bei Erstürmung des Dorfes Dienville 1. 
Februar sehr ausgezeichnet, wurde aber, als er der Erste die Verranmilung 
erstieg, von mehreren Kugeln schwer verwundet. 

Während seines dreijährigen Aufenthaltes zu Mühlhausen im Elsass 1815 bis 
1818 zeichnete sich das Regiment durch seine Ordnung und Disciplin derart 
aus, dass der Maire von Mühlhausen im Namen der dortigen BürgerschaA 
dem Regiments-CommandantenObersten Chevalier de Mesmacre einen reich mit 
Edelsteinen besetzten Ehrendegen als Zeichen der Anerkennung für die vor- 
zügliche Haltung des Regimentes während der ganzen Dauer der Occupation 
überreichte. 



— 281 - 

1848 und 1849. Für Auszeichnung in den Feldzü^en im Banale und in Siebenbürgen: 
ÖLO.-C. der (mittlerweile zum GM. beforderte) Regiments-Commandant 
Oberst Stephan Baron Wemhardt. 
ÖLO.-R. Hauptmann Ludwig Schwarzmann. 

OEKO.- R. 3. Oberstlieutenant Carl Edler von Anthoine, (der seinen Wun- 
den erlegene) Major Carl Johann Pöschl, die Hauptleute Eduard Cutter und 
Sebastian Woller imd Oberlieutenant Alexander Raab. 
MVK. Oberstlieutenant Carl Edler von Anthoine die Majore Johann von 
Werner, Franz Kunich, die Hauptleute Woller, Niesner, die Oberlieutenants 
Liebknecht, Takats, Leiser, Mayer von Löwenschwert, Petrovich, Wittas, 
Villecz, Dietrich, die Lieutenants Jordan, Szemainsky, Schmidt. 
Bei dem Angriffe auf Bogschan und Lippa, sowie der Vertheidigung von 
Temesvar hatte sich die Mannschaft der beiden ersten Feld-Bataillone 3 gol- 
dene, 27 silberne Tapferkeits-Medaillen beider Classen und 6 russische St. 
Georgskreuze erworben ; — überdiess mussten noch 10 Medaillen zurückgelegt 
werden, da die Braven, denen sie zugedacht waren, den Ehrentag der Ver- 
th eilung nicht mehr erlebt hatten. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

MVK. die Hauptleute Ferdinand Graf Isenburg-Philippseich, Werdau und 
Oberlieutenant Johann Strammer. — Die Allerhöchste Belobung Major Wil- 
helm Baron Baillon und 2 Offiziere. Die Mannschaft 1 goldene, 5 grosse 
und 8 kleine silberne Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

MVK. die Oberlieutenants Hotter und Klette von Klettenhof. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 ÖLO-R. Oberst Josef Rittor Lipowsky von Lipbwitz. ÖEKO-R. 3. Die 
Majore Albert Grimm, Josef Jorkasch-Koch, Hauptmann Leopold Mastny. 
MVK. Die Oberlieutenants Anton Schädl, Franz Szulakiewicz, die Lieute- 
nants Franz Baumann, Constantin Kossowic (in der Reserve), Albin Holoubek, 
Alexander Drosde. Die allerhöchste Belobung erhielten Hauptmann Johann 
Fedra, Oberlieutenant Rudolf Morawitz, beide dem Generalstabe zugetheilt. 
Die Mannschaft erhielt für das Gefecht bei Senkoviö am 21. September 
6 grosse und 20 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen, 35 Belobungen. 

Seit 1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1799 Major Platten bei der Recognoscirung bei Zilrich f 8. Juni. 

1849 Major Carl Johann Pöschl an seiner bei einem Ausfallsgefechte aus Temes- 
var 8- August erlittenen schweren Verwundung f im August. 



Böhmisches 

INFANTERIE-REGIMENT W' 42. 

(1878.) 

vacat 
Dunkelblaue Waffenröcke, orangegelbe Egalisirung, weisse Knopfe, 

Ergänzimgsbezirksstation : Theresienstadt. 



Inhaber. 



1674 Laut Vertrag 21. Februar von 
dem Bischöfe Johann Hartmann 
von Würzburg dem Kaiser Leo- 
pold I. als Würzburgisches Re- 
giment überlassen. 

1683 GM. Hans Carl von Thüngen er- 
hielt 1694 das gegen wältige 20. 
Infanterie- Regiment. 

1694 Oberst Leopold Freiherr von Tha- 
voNAT f in der Schlacht bei Peter- 
wardein 1694. 

1694 FML. Wenzel Graf Guttfnstein 
erhielt 1706 das 1798 reducirte 
Infanterie-Regiment Ogilvy. 

1706 FZM. Franz Josef Freiherr von 

Wetzel t 1720. 
1720 FML. Philipp Ludwig Freiherr 

von Bettendorf f 1733. 

1734 FML. Alexander Graf O'Nelly 

t 1743. 
1743 FM. Franz Sigmund Graf Gais- 

RUCK t 1769. 

769 FML. Rainhard Freiherr von Gem- 
mingen auf Hornberg und Tresch- 
KLINQBN MTO.-R. t 1775. 



1775 FZM. Andreas Baron Matheses 

t 1793. 
1793 FZM. Carl Eugen Graf Erbach- 

SCHÖNBERG ZU ScHÖNBERG MTO.-R. 

berg t 29. JuU 1816. 
1818 FM. Arthur Herzog von Welling- 
ton t 14. September 1852. 

{Zweite Inhaber waren 
1825 FML. Josef Freiherr Weigl von 

Löwenwart MTO.-R. f 28. Fe- 

ruar 1830. 
1830 FML. Aron Freiherr Stanissavle- 

vics von Wellenstreit f 1835 
1834 FML. Josef de Mesmacre, Vicomto 

de Lardenois f zu Brüssel im 

December 1846. 
1847 FML. Heinrich Freiherr Wetzlar 

von Plankbnstern f 1850. 
1850 FML. Carl Freiherr Karaisl von 

Karais f 1854.) 
1852 Georg V. König von Hanover 

MTO.-C. t 12. Juni 1878. 

{Zweiter Inhaber seit 1854 FZM. 

Ignaz Freiherr Dreihann von 

Sulzberg am Steinhof f 8. Juli 

1878.) 



— 283 — 

Feldzüge und wichtigere Eriegsereignisse. 

1679 Dieses Regiment blieb bis zum Nymweger Frieden noch zum Schutze Würz- 
burgs daselbst. 1683 11. September focht es bei der Entsatz-Schlacht von 
Wien, rückte nach Ungarn, und war bei der Eroberung von Parkany und 
Gran. 1685 16. August in der Schlacht bei Gran, 1686 bei der Belagerung 
von Ofen, wo es sich in den beiden Hauptstürmen 27. Juli und 2. Septem- 
ber sehr hervorthat; — später war es bei der Eroberung von Fünfkirchen, 
sowie bei der Einnahme von Sziklos und Eapusvar, und unter seinem Inhaber 
Gm. Thtingen vollführte es einen glücklichen Ueberfall auf das vom Feinde 
besetzte und reichverproviantirte[ Szigeth in der Nacht vom 19. zum 20. Decem- 
ber, wobei der grösste Theil der Vorräthe durch Niederbrennung der Vor- 
städte vernichtet wurde ; 1687 12. August war das Regiment in der Schlacht 
bei Mohacz, 1688 im Corps des Markgrafen von Baden, 1689 30. August 
bei Eroberung des türkischen Lagers an der Morawa, bei Patutschina, 24. 
September in der Schlacht bei Nissa, 14. October bei der Erstürmung von 
Widdin. 1690 wurde die eine Hälfte des Regimentes nach Mainz verlegt imd 
nahm Theil an den Operationen gegen Frankreich, 1695 wurde das Regiment 
wieder vereinigt und focht 1699 11. September in der Schlacht bei Zenta. 

Im spanischen Erbfolgekriege war dasselbe 

1701 1. September im Treffen bei Chiari, wo ein Bataillon mehrere vom Feinde ge- 
nommene Casinen wieder eroberte imd den Gegner mit Verlust von 3 Fahnen 
zum Rückzuge zwang. 

Im November besetztze Major Graf Althann mit einem Bataillon die Stadt 
und * Festung Mirandola; 

1702 war das Regiment Anfangs December bei der Belagerung und Ein- 
nahme von Caneto im Mantuanischen, 2 Bataillone hatten in der Schlacht 
von Luzzara durch Erstürmung eines Dammes sich hervorgethan, 1704 
fiel das Regiment unter seinem Inhaber FML. Guttenstein durch Tirol 
in Baiem ein, focht 1705 wieder in Italien in der Schlacht bei Gas- 
sano, 1706 beim Entsätze von Turin, 1707 im j^Feldzuge in Neapel, zeichnete 
sich durch seine Bravour beim Sturme imd der Eroberung von Gaöta aus 
und blieb bis zum Radstatter Frieden 1714 im Neapolitanischen. 

Im Türkenkriege war dasselbe 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein, sodann bei der Belagerung von 
Temesvar und beim Sturme auf dessen Palanka, 1717 16. August in der 
Schlacht bei Belgrad. 

1734 Später wieder mehrere Jahre in Neapel, gehörte das Regiment zur helden- 
müthigen Besatzung von Capua, hatte rühmlichen Antheil an der sieben- 
monatlichen Vertheidigung dieses Platzes und wurde in Folge der Capitula- 
tion 30. April mit allen Kriegs-Ehren auf spanischen Fahrzeugen nach Triest 
überschifft. 

Im nächst folgenden Türkenkriege war 
1737 ein Bataillon mit den beiden Grenadier-Compagnien, bei der Belagerung und 



— 284 -- 

der Emnahme des Bergschlosses Uritza; — 1738 4. Juli im Treffen bei 
Cornia 1739 30. Juli in jenem bei Panezowa. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das 
1740 aus Ungarn in die Niederlande abgerückte Regiment 1743 27. Juni in der 
Schlacht bei Dettingen, 1744 bUeben das Leib- und Oberstbataillon als 
Besatzung 7U Antwerpen und Dendermonde — das dritte aber und die 
beiden Qrenadier-Compagnien hatten 6. Juli Antheil an dem Treffen bej 
Eronweissenburg. 1746 im April war die Grenadier-Division bei dem Sturme 
und der Einnahme von Vilvorden, ein Bataillon 11. October in der Schlacht 
bei Rocaux und 1747 2. Juli das Regiment in jenen bei Lawield. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 

1756 im Corps des FZM. Fürsten Piccolomini bei Eöniggrätz aufgestellt^ focht 
1757 18. Juni in der Schlacht bei Eolin, wo es Anfangs im zweiten 
Treffen, später aber, zur Unterstützung vorgezogen, eine Fahne eroberte, aber 
einen Gesammtverlust von 10 Offizieren und 400 Mann erlitt; — 22. 
April in der Schlacht bei Breslau nahm es Theil an den wiederholten 
Stürmen auf das stark verschanzte und tapfer vertheidigte Dorf Pilsnitz, 
erlitt aber starke Verluste, ebenso auch 5. December in der Schlacht bei 
Leuthen. 
Im Feldzuge 

1758 vertheidigte Oberstlieutenant Ittner mit einem Bataillon 25. April das Städt- 
chen Zittau sehr tapfer gegen eine feindliche Ueberrumpelung; mit grosser 
Auszeichnung focht das Regiment 14. October in der Schlacht bei Hoch- 
kirch mit den Truppen des Centrums, erlitt grosse Verluste darunter 
alle Stabs-Offiziere verwimdet. 1759 War das Regiment bei der Besatzung 
von Dresden, ein Bataillon hatte die als neutral erklärte Festung Peters- 
berg bei Erfurt 28. Februar besetzt. 1760 3. November focht des Regiment 
bei Torgau, erlitt aber in dieser Schacht derartige Verluste, dass es bis auf 
einen kleinen Rest beinahe aufgelöst wurde, denn es hatten blos ein Stabs-, 
7 Ober-Offiziere und 35 Mann unverwundet das Schlachtfeld verlassen. 
— Der Gesammtverlust desselben betrug 35 Offiziere und 1051 Mann, da- 
runter 6 Offiziere und 250 Mann todt. 1761 und 1762 wurde das Regiment 
wieder ergänzt und stand abwechselnd in Sachsen, Schlesien und der Lausitz, 
ohne mehr in ein Gefecht zu kommen, ein Detachement ausgenommen, das in 
der belagerten Festung Schweidnitz war^ 1762. 

Im baierischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1778 bei der Besitznehmung einiger baierischen Gebietstheile, sodann bei der 
Haupt-Armee in Böhmen, 1779 4. Februar bei dem feindlichen Einfalle 
auf Brüx beobachtete ein Bataillon bei Tzemoscha die Feinde bei Ossegg 
und deckte die linke Flanke der Truppen bei Teplitz. 

1790 Im August rückte das Leibbataillon, 1792 auch das Oberstbataillon in die 
"Niederlande. 

n französischen Revolutionskriege hatte das Regiment 

jine Eintheilung im Corps des FZM. Grafen Clerfait und war bei der Be- 



— 285 — 

rennung und der Einnahme von Longwy, 1793 30. October bei der nächt- 
lichen Ueberrumpelung von Marchiennes Tvirkte ein Bataillon mit, 1794 war 
das Segiment 17. April beim'Angriffe auf Landrecy, 26. April im dortigen Tref- 
fen, 29. April im Gefechte bei Priche machte eine Compagnie einen sehr ge* 
lungenen Bajonnetangriff im Rücken des Feindes. Das Regiment focht femer 3. 
Juni beim ersten Entsätze von Charleroi, in den beiden Schlachten bei Fleurus 
16. und 26. Juni — Durch die Capitulationen der Festungen Le Quesnoy 
und Condi geriethen zwei Divisionen, die zu der Besatzung dieser Plätze ge- 
borten, in Kriegsgefangenschaft. 1795 befand sich das Regiment bei der Rhein- 
Armee des FZM. Grafen Clerfait, kam im Juni 1796 zur Armee nach Italien ; 
3. August bei Lonato focht ein Bataillon unter seinem tapferen Obersten Baron 
Knorr^ eroberte eine Kanone, und machte 7 Offiziere nebst 238 Mann gefan- 
gen, aber schon am nächsten Morgen musste sich, von einer bedeutenden 
Uebermacht umzingelt, die gesammte Nachhut des österreichischen rechten 
Flügels den Franzosen unter ihrem Oberfeldherm Bonaparte gefangen erge- 
ben, darunter zwei Bataillone des Regimentes. 1797 14. und 15. Jänner focht 
ein Bataillon unter Major Wagmuth sehr tapfer in der Schlacht bei Rivoli. 
Mit 723 Mann war es in den Kampf gegangen, mit 234 aus demselben zu- 
rückgekehrt. Abtheilungen des Regimentes waren 2. April in den Gefechten 
zwischen Friesach und Neumarkt. 

Im Feldzuge 
1799 war das Regiment 21. März im Treffen bei Osterach, 25. März in der Schlacht 
bei Stockach und erlitt einen Gesammtverlust von 16 Offizieren und 371 Mann. 
Während des Winters standen drei Divisionen längs dem Rhein von Waldshut 
bis Kaiserstuhl auf Vorposten. 1800 focht das Regiment 3. Mai bei Eugen 
— 5. Mai bei Moesskirch — 9. Mai bei Biberach — 6. Juni bei Ober- 
bausen und 27. Juni bei Neuburg an der Donau. — Den Winter hindurch 
hielt es die Schamitz besetzt 

Im Feldzuge 

1805 in Deutschland, 8. October, kämpften die Grenadiere im Treffen bei Wer- 
tingen gegen die Reiter-Divisionen Murat's und die Grenadiere Oudinot's, 
und obgleich von allen Seiten angegriffen, erzwangen sie sich dennoch den 
Rückzug, 11. October war das ganze Regiment im Treffen bei Ulm und 
14. October im Gefechte bei Elchingen, wo es am Rückzuge von den un- 
ausgesetzten Angriffen der französischen Cavallerie zu' leiden hatte, der 
es zuletzt gelungen war, die Regimenter Erbach und Auersperg (a. 24.) zu 
durchbrechen; — die zerstreuten Truppen retteten sich theils nach Ulm, 
tbeils zu dem Corps des FML. Werneck und geriethen in Folge der Ca- 
pitulationen von Ulm und Trochtelfingen 16. und 17. October in Kriegs- 
gefangenschaft. 

1806 standen bei dem aufgestellten Neutralitäts-Cordon von dem wieder reorgani- 
sirten Regimente ein Bataillon in Lobositz, zwei in Theresienstadt. 

Im Feldzuge 
1809 in Deutschland war das Regiment mit drei Bataillons im ersten Armee- 



- 286 - 

Corps Gen. der Cav. Graf Bellegarde eingetheilt, ein Bataillon hingegen 
bei der detachirten Truppen- Abtheilung des GM. Am Ende besetzte die 
Pascopole (im Leitmeritzer-E^reise), um Sachsen zu beobachten. Mit Auszeich- 
nung focht das Regiment in den Schlachttagen von Aspem 21. und 22. Mai, 
wurde vom Generalissimus Erzherzog Carl vor seiner Fronte belobt, das Re- 
giment antwortete mit begeistertem Jubelrufe, wodurch der Feind, aufinert 
sam gemacht, die Anwesenheit einer hohen Persönlichkeit vermuthtete und 
die Stelle sogleich mit Granaten bewarf. Das Regiment erlitt in dieser Schlacht 
starke Verluste. 

In der Schlacht bei Wagram 5. und 6. Juli erwarb sich das Regiment glän- 
zenden Ruhm. Als am Nachmittage des' 5. Juli eine französische Colonne, 
gedeckt durch eine von Baumersdorf gegen die österreishische Stellung 
laufende Schlucht stürmend in die Intervalle des HohenzoUem'schen und 
Bellegard'schen-Corps eingedrungen, und sich zwischen beide Treffen gewor- 
fen hatte, rückte im entscheidenden Momente nach einigen begeisternden 
Worten Major Fromm — der nach der schweren Verwundung des Obersten 
Brixen das Conmiando des Regimentes übernommen hatte — mit diesem, in 
Divisions-Massen formirt, dem vordringenden Feinde mit dem Bajonnetc 
in die Flanke, welchem Beispiele auch andere Truppen folgten. Was vom 
Feinde zwischen beide TreflFen gedrimgen war, wurde niedergemacht, der 
Rest von der kaiserlichen Cavallerie über den Russbach geworfen. Am 6. 
Juli während des Kampfes um Aderklaa drang das Regiment unter Major 
Schober (da Major Fromm erschossen wurde) rasch mit dem Bajonnete in eine 
vorrückende französische Colonne, brachte sie in Unordnung, machte einen 
grossen Theil nieder, nahm 500 Mann gefangen, eroberte zwei' Adler, ver- 
trieb unter Mitwirkung anderer Bataillone den Feind aus Aderklaa und be- 
hauptete bis zum anbefohlenen allgemeinen Rückzuge diesen Ort. — Das 
Regiment machte mm den weiteren Rückzug nach Mähren, und 10. und 11. 
Juli das Treffen bei Znaim mit. Der Gesammtverlust desselben vom 29 
Juni bis 11. Juli betrug 18 OfSfiziere und über 900 Mann, darunter 3 Offi- 
ziere 49 Mann todt. Das dritte Bataillon war während dieses Feldzuges 
bei dem in Sachsen und Franken operirenden Corps des Generals der Ca- 
vallerie Baron Kienmayer eingetheilt. 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment im Armee-Corps des FZM. Grafen Hieronymus CoUoredo. 
und bildete 26. August beim Angriffe auf Dresden dessen Avantgarde. Das 
erste Bataillon nahm divisionsweise zwei Schanzen mit stürmender Hand, 
erlitt aber wie auch das zweite Batsillon bedeutende Verluste: 11 Offiziere, 
darunter 3 todt und 600 Mann an Todten imd Verwundeten. 30. Augast 
focht das Regiment in der Schlacht bei Kulm, 17. September im Gefechte 
bei Arbesau; in der Schlacht bei Leipzig 17. und 18. October war es gross- 
tentheils in der Reserve, die Grenadiere aber hatten ruhmvollen Antheil an 
der Erstürmung des Auenheimer Hofes 16. October und des Dorfes Dölitz 
18. October. 



- 287 - 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war das Regiment bei der Blocade von Auxonne, das erste 
Bataillon kam im März zur Süd-Armee, und that sich 20. März beim Sturme 
auf das Dorf Limonest und bei der Einnahme von Lyon, sowie auch 2. 
April bei der Erstürmung des Dorfes Voreppe hervor. 

Im Feldzuge 

1815 in der Division FML. Baron WimpflFen des Armee-Corps des FZM. Grafen 
CoUoredo eingetheilt, war das Regiment im Gefechte bei Donnemaire 27. 
Juni, sowie bei der Einschliessung von Besan9on und bei Beifort verwendet. 

Nach Ausbruch der Pariser Februar Revolution 
1848 zur Verstärkung der Bundes-lF'estung Rastatt bestimmt, erhielt es während des 
Hinmarsches den Befehl, nach Vorarlberg und Tirol abzurücken, wo es 
während der Eriegs-Epoche 1848 und 1849 verblieb und nur einzelne Com- 
pagnien an den Gefechten am Stilfser Joch, Bormio, Valfredda, Zuanne, Fer- 
rara und Rivoli betheiligt waren. Das dritte Bataillon stand im Blocade- 
Corps des FML. Baron Haynau vor Peschiera. — Die Grenadier- Division 
war bei der Belagerung, den Gefechten und dem AngriflF auf Wien 24. bis 
31. October 1848. Bei der Vorrückung nach Ungarn, 26. und 27. Februar in der 
Schlacht bei Kapolna, 25. April im Gefechte bei Uj Szöny 26. April in jenem 
bei Acs, 9. Juni im Treffen bei Szered, 16. Juni im Gefechte bei Schintau, 
21. Juni in der Schlacht bei Pered, 11. Juli bei Eomorn und machte im vierten 
Armee-Corps die Vorrückung bis Temesvar mit, das vierte Bataillon erst zum 
Schutze der Artillerie-Etablissements auf dem Steinfelde, später bei der Cer- 
nimng von Komom. 

1850 bis 1852 war das Regiment bei der Occupation von Holstein in Altena be- 
quartiert. 
Im Feldzuge 

1859 gegen die Franco-Sarden in Italien, war das Regiment im IX. Armee- 
Corps General der Cavallerie Graf Schaffgotsche eingetheilt. Das erste Ba- 
taillon und die Grenadiere kamen im Juni nach Guastalla und Brescello, um 
die ihrem Fürsten treu gebliebenen modenesischen und parmaischen Truppen 
aufzimehmen, und rückten sodann zum Regimente wieder ein, das mit Aus. 
Zeichnung 24. Juni in der Schlacht bei Solferino focht, vier Stürme gegen 
die vor seiner Front gelegenen, vom Feinde stark besetzten Casinen von 
Casa Nuova unternahm, seinen Commandanten Oberst Ritter von Pidoll an 
der Spitze des dritten Bataillons von einer Kanonenkugel getödtet verlor, und 
im Uebrigen einen Gesammtverlust von 27 Offizieren und 400 Mann an Todten 
und Verwundeten hatte. Der Brigadier GM. Baron Dobrzensky hatte sich 
an der Spitze des Regimentes das Theresienkreuz erworben. 

1863 Im Februar waren anlässlich der in Russisch - Polen ausgebrochenen Re- 
volution Detachements des Regimentes an der galizisch-russiscBen Op^l^ auf- 
gestellt, 15. August trieb eine 1 8 Mann starke Patrouille bei Las |kC)i^ciel- 
nicki einen 500 Mann starken Insurgentenhaufen, der die Grenfeevübcrsiätilitten 
hatte, mit Waffengewalt zurück. ^ -' // 






- 288 - 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen focht das Regiment, im ersten Armee-Corps General der Ca- 
vallerie Graf Clam-Gallas eingetheilt, mit grosser Auszeichnung 29. Juni im 
TreflFen bei Jidin mit einem Verluste von 26 Offizieren, darunter 6 todt, 
und 272 Mann, von denen 31 Mann todt. — ^. Juli in der Schlacht bei 
Königgrätz bei dem Sturme auf den von preussischen Gtirden vertheidigten 
Höhenkamm nächst Chlum hatte das Regiment einen Gesammtverlust von 28 
Offizieren und 1435 Mann, darunter 9 Offiziere und 52 Mann todt. — Das vierte 
Bataillon gehörte zu der Besatzung der Festung Theresienstadt. 

Tapferkeits-AuBzeiclmungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1685 Im October wurde das Regiment wegen seiner in diesem und den vorherge- 
henden Feldzügen bewiesenen Tapferkeit gänzlich in den kaiserlichen Dienst 
übernommen, da es bisher nur vertragsmässig auf bestimmte Jahre von dem 
Würzburger Bischöfe dem Kaiser Leopold I. überlassen worden war. 

1746 Oberstlieutenant Carl Graf Gaisruck, der die Grenadiere commandirte, hatte 
sich beim Ueberfalle und der Einnahme von Vilvorden im April besonders 
ausgezeichnet. 

1757 Oberst Jakob Baron Brinken und Major Graf Inzaghi thaten sich 22. No- 
vember bei Breslau hervor, wurden aber beide verwundet. 

1758 Oberstlieutenant Martin Ittner hatte sich 25. April durch die tapfere Verthei- 
digung des Städtchen Zittau sehr hervorgethan. 

1758 In der Schlacht bei Hochkirch 14. October hatten sich sämmtliche anwesende 
Stabsoffiziere, als: Regiments-Commandant Oberst Brinken, Oberstlieutenant 
Ittner, die beiden Majore Hessele uiid Graf Eugen Thum ausgezeichnet, wur- 
den aber verwundet. Ersterer in Anerkennung dessen ausser der Tour zum 
GM. befördert. 

1762 Oberlieutenant Vaichard hatte sich in den mehrmaligen Ausfallsgefechten 
während der Belagerung von Schweidnitz sehr hervorgethan. 

1767 erhielt das Regiment die orangegelben Aufschläge, 1769 die Nummer 42 und 
1771 den Werbbezirk im nördlichen Böhmen. 

1792 Bei Longwy erhielten tür die Rettung eines Offiziers zwei Mann die goldeoe 
Tapferkeits-Medaille. 

1793 Bei der Eroberung von Marchiennes 30. October hatten sich Regimen ts-Com- 
mandant Oberst Carl Baron Spiegel, der eine Colonne anführte, Hauptmann 
Maindl und Oberlieutenant Michel durch Tapferkeit hervorgethan. 

1 794 Oberst Baron Spiegel wurde nebst dem Grenadier-Bataillons Commandanten 
Oberstlieutenant Chevalier de Rousseau in der Relation des Prinzen Coburg 
unter den Ausgezeichneten bei Landrecy 17. April, ebenso in der Action da- 
selbst 26. April ehrenvoll erwähnt. Ersterer auch wegen seiner umsichtigen 
Anstalten im Gefechte bei Priche sehr belobt, 29. April 1794. — Zwei Cor- 
porale erhielten mit Armeebefehl wegen ihrer Tapferkeit in diesem Feldzuge 
die silberne Medaille. 



— 289 — 

1796 Oberstlieutenant Prokop Baron Frankenbusch, Grenadicr-Bataillons-Coraman. 
dant, hatte sich im Feldzuge 15,' Juni im Treffen bei Wetzlar und 17. Septem- 
ber beim Angriffe auf Limburg an der Lahn hervorgethan. 

1797 Major Wagmuth hatte sich in der Schlacht bei Rivoli 14. Jänner ausge- 
zeichnet, wurde aber schwer verwundet. 

1799 Oberlieutenant Beust zeichnete sich in der Schlacht bei Stockach 25. März 
sehr aus, ebenso der Adjutant des FML. Grafen Bellegarde, Hauptmann 
Steinmetz, im Feldzuge in Italien, in der Schlacht bei Novi 15. August, 
wurde aber verwundet. 

1809 In dem Berichte des Gen. der Cav. Grafen Bellegarde erscheint Oberlieutenant 
Radichevich unter den Ausgezeichneten seines Corps in der Schlacht bei Aspern. 
Oeneralissimus Erzherzog Carl belobte öffentlich die männliche Ausdauer des 
Regimentes in der Schlacht bei Aspem 22. Mai vor dessen Fronte. Der Erz- 
herzog sprengte als Augenzeuge des vorzüglichen Verhaltens des Regimentes 
Erbach am Nachmittage des 5. Juli bei Wagram vor dessen Fronte mit den 
Worten: „Soldaten 1 Ihr habt sehr brav gefochten. Ihr habt einen heissen 
Nachmittag gehabt. Ich werde Euch auszeichnen.^ An Major Fromm rich- 
tete der erlauchte Prinz noch folgende Worte : „Ihre Brust, Herr Major, be- 
halte ich mir vor, fUr Ihre Tapferkeit selbst mit dem Maria-Theresien-Orden 
zu zieren.'' 

1809 Zufolge Armeebefehls ddto. Göllersdorf 7. Juli erhielt das Regiment, welches 
sich in der Schlacht bei Wagram am 6. sehr gut gehalten, den Vorzug, 
künftig in allen Gelegenheiten den Grenadiermarsch zu 
schlagen. Zwei Feldwebels, von denen jeder eine Fahne eroberte, erhiel- 
ten die goldene, vier Unteroffiziere und ein Gemeiner die silberne Medaille. 

1813 Bei Dresden erhielten zwei Mann die silberne Medaille; nach der Schlacht 
bei Kulm verlieh Kaiser Alexander I. von Russland dem Regimente 8 St. 
Oeorgskreuze fünfter Classe, und bei Dölitz und Auenheim 16. bis 18. October 
erhielten ein Feldwebel die goldene, ein Grenadier die silberne Medaille, 
6 Mann die damals üblichen Geldbelohnungen; schon früher bei Arbesau 
17. September hatte ein Corporal die silberne Medaille erhalten. 

1814 Bei Lyon 20. März belobte FML. Baron Wimpfien die gute Haltung und 
Tapferkeit des ersten Bataillons, und in der Relation über das Gefecht bei 
Voreppe wurden drei Offiziere und drei Unteroffiziere namentlich belobt. 
Ein Feldwebel erhielt die silberne Medaille. 

1817 wechselte das Regiment seine seit 1748 innegehabte Friedensstation Eger mit 
der Festung Theresienstadt. 1833 wurde dasselbe von S. M. dem Kaiser 
Franz, 1835 und 1838 von S. M. Kaiser Nikolaus von Russland besichtigt 
und über seinen Zustand und Manövrirfähigkeit jedesmal belobt. 

1Ä48 — 49 Für Auszeichnung in der Kriegs-Epoche in Ungarn und Tirol 
ÖLO.-R. Major Carl v. Aubin, Adjutant des Erzherzogs Leopold. 
MVK. Oberst Carl Lilia für frühere im 33. Infanterie-Regimente erworbene 
Verdienste, die Oberlieutenants Bukowsky und Döring. 

Thfkrhcim: Oed«nkblitt«r 19 



- 290 — 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien t: 

MVR : die Oberstlieutenants August Wallnöfer und Hubert Wagner, die Haupt- 
leute Edler von Herget, Döbler, Horst, von Soyka, Ritter Josef Lipowsky 
von LipowitZy Hieronymus Baron Airoldi und Oberlieutenant Hoen; — 7 
Offiziere die Allerhöchste Belobung, und die Mannschaft: 1 goldene, 4 
grosse und 8 kleine silberne Medaillen, sowie 31 Belobungen vom Armee- 
Ober-Commando. 

1859 S. M. der Kaiser geruhte bei einem Besuche im Lager des Regimentes die 
gute Haltung desselben in der Schlacht bei Solferino öffentlich zu beloben. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3 der vor dem Feinde gebliebene Regiments-Commandant Oberst 
Josef Eolbenschlag von Rheinhartsstein und Hauptmann Paul FinkenzöUer. 
MVK. der vor dem Feinde gebliebene Major Wilhelm Eckart von Ecken- 
feld, die Hauptleute Baron Blomberg und Baron Eynatten, die Oberlieute- 
nants Ej'abetz und Braun 8 Offiziere die Allerhöchste Belobung. Regiment^i- 
caplan Hieronymus Jellinek SGVK. — Die Mannschaft 4 grosse und 43 
kleine silberne Tapferkeits-Medaillen und 31 Allerhöchste Belobungen. 

Seit 1868 hat es statt der bisherigen weissen die dunkelblauen Waffenrücke. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere 

1694 Regiments-Inhaber und Oberst Leopold Freiherr von Thavonat f in* La- 
ger bei Peterwardein. 

1744 Regiments-Commandant Oberst Adolf Prinz Isenburg-Birstein f ini Treffen 
bei Kronweissenburg 6. Juli. 

1760 Regiments-Commandant Oberst Martin Ittner in der Schlacht bei Torgau f 
3. November. 

1797 Major Wagmuth an seiner in der Schlacht bei Rivoli 14. Jänner erlittenen 
schweren Verwundung f zu Verona 17. Jänner. 

1809 Major Jakob Fromm f in der Schlacht bei Wagram 6. Juli. 

1809 Regiments-Commandant Oberst Wilhelm von Brixen an den Folgen einer bei 
Wagram erhaltenen Wunde f 28. Juli. 

1859 Regiments-Commandant Oberst Gustav Pidoll Ritter von Quintenbach f in 
der Schlacht bei Solferino 24. Juni. 

1859 Oberstlieutenant August Wallnöfer an seiner bei Solferino erlittenen Ver- 
wundung f 1. August. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Josef Kolbenschlag von Rheinhartsstein f »ni 
Treffen bei Jißin 29. Juni. 

1866 Major Wilhelm Eckart von Eckenfeld f im Treffen bei Jiän 29. Juni. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 43 

(18Ö6.) 

FZM. WILHELM FREIHERR VON ALEMANN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, kirschrothe Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

ErgänzuDgsbezirksstation : Caransebes. 



Inhaber. 



1H14 errichtet in der Lombardie. 
1H15 GM. Carl Fürst Paar MTO.-R. f 



PERT MTO.-R. f zu Wien im 
April 1855. 



30. December 1819. i 1855 FZM. Wilhelm Freiherr von Ale- 

1821 FZM. Menrad Freiherr von Gep- • mann. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses neuerrichtete Regiment war bereits im Feldzuge 
1S15 im Reserve-Corps des FML. Baron Merville der Armee von Ober-Italien 
eingetheilty kam aber in keine Action. 

Bei dem Ausbruch der Revolution 
1^8 in Italien thaten sich im Strassenkampfe zu Mailand 19. März die 3. und 4. 
Compagnie bei dem Sturme auf eine nächst der St. Bartolomeo-Kirche er- 
richtete starke Barrikade unter Hauptmann von Henriquez, der hiebei ver- 
wundet wurde, hervor, einer Compagnie unter Führung des Generalstabs-Haupt- 
mann, Baron Buirette, gelang es, die Verbindung des Castells mit der Woh- 
nung des FM. Grafen Radetzky nach Wegnahme mehrerer Barrikaden wie- 
derherzustellen. — Fünf Compagnien bestanden 19. März einen heftigen Kampf 
mit den Aufruhrern in Monza, wobei sie durch die Kugeln der aus den 
Häusern feuernden gut gedeckten Rebellen ziemliche Verluste erlitten, und 
nach tapferer Vertheidigung die Stadt räumten. 

Im Feldzuge 
1S48 hatte das Regiment seine Eintheilung in der Division FML. Baron Weigels- 

19* 



— 292 — 

perg des I. Armee-Corps und nahm an dessen Operationen thätigen Antheil; 
in der Schlacht bei St. Lucia 6. Mai, wo sich die Grenadiere hervorthaten, 
erlitt es einige Verluste. 

Im Feldzuge 
1849 gegen Piemont machte es im IV. Armee-Corps FML. Qraf Thurn mit den 
beiden ersten Feld-Bataillons die Vorrückung gegen Novara mit. Das IV 
Bataillon aber gehörte zur Besatzung von Mantua. 

Während des Feldzuges 
1859 in Italien gehörte das Regiment in der selbständigen Division FML. Schiller 
zur Küsten-Armee in Istrien, und kam in keine feindliche Action. 

Im Feldzuge 
1 866 stand es bei der Süd- Armee Sr. k. k. Höh. des FM. Erzherzog Albrecht im 
VII. Armee-Corps des FML. Baron Maroißic eingetheilt in Italien und ioclit 
in der Siegesschlacht bei Custozza 24. Juni. Das 4. Bataillon gehörte zu den 
Besatzungstruppen von Venedig. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1814 Dies Regiment wurde nach Uebernahme der italienischen Provinzen in der 
Lombardie errichtet, erhielt den Werbezirk Como und Sondrio und die Num- 
mer 43 des 1809 reducirten krainerischen Regimentes Baron Simbschen. 

1848 In Monza hatte sich 19. März Hauptmann Graf Alexander Attems bei Ver- 
theidigung des dortigen Seminars ausgezeichnet und obwohl durch einen 
Schuss schwer verwundet, machte dieser tapfere Offizier noch den Marsch 
nach Mailand mit, und erhielt dafür die Allerhöchste Anerkennung ; im Som- 
mer 1849 machte er als Freiwilliger mehrere Stürme und die Belagerung bei 
Malghera mit. 

Oberlieutenant Anton de La Renotiere, der mit 13 Mann auf Cassawache 
in der Porta vechia stand, vertheidigte sich sehr tapfer, musste aber ohne 
Unterstützung, und nachdem die Munition verschossen war, sich ergeben, wo 
er von den Freiheits-Helden wehrlos mit Bajonnetstichen, Säbelhieben und 
Faustschlägen verwundet wird ; wunderbarer Weise wurde dieser brave Offi- 
zier, obschon verstümmelt, gerettet. 

1848 — 49 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OEKO,-R. 3. der auch im Feldzuge in Ungarn mit Auszeichnung verwendete 
Hauptmann Friedrich Hermann von Brandenstein. 

MVK. Oberstlieutenant Grenadier-Bataillons-Commandant Johann Nepomuk 
D'Anthon, der vom 49. Infanterie-Regimente anher beförderte Major Rudolf 
Qraf Troyer für frühere Verdienste, Hauptmann Graf Alexander Attems, 
Oberlieutenant Anton La Renotiere Ritter von Kriegsfeld, Lieutenant Fabro. 

1859 Anlässlich der Abtretung der Lombardie wurde das Regiment ungarisch mit 
dem Ergänzungsbezirke Werschetz — den es 1872 mit Caransebes ver- 
tauschte. 



- 29a - 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OEEO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Sebald Czappek. 
MVK. Oberstlieutenant Friedrich Storch von Arben. 

Seit 1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der ehemaligen weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-Ofißziere. 

1848 Oberstlieutenant Johann Ritter von Lenzendorf f in der Schlacht bei Santa 
Lucia 6. Mai. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N* 44. 

(1830.) 

S. K. K. HÖH. FM. ERZHERZOG ALBRECHT. 

Dunkelblaue Waffenröeke^ krapprothe Egälisirungy gelbe Knopfe. 

ErgänznngdstatioD : Kaposvar. 



Inhaber. 



1744 errichtet auf eigene Kosten von 
dem folgenden Inhaber 
FZM. Anton Georg Marquis- Clb- 

Rici; t 11- J^^i 1768. 
1769 FZM. Rudolf Carl Graf Gaisruck 

t 1778. 
1778 FML. Ludwig Carl Graf Belgio- 

J080. 1 797 die kaiserlichen Dienste 

resignirt. 
1797 bis 1801 unbesetzt. 
1801 FML. Friedrich Marquis Bbllk- 

GARDE f 4. Jänner 1830. 



1830 Se. k. k. Höh. FM. Erzherzog 
Albrecht MTO.-GK., General, In- 
spector des k. k. Heeres. 
(Zweite Inhaber waren: 

1830 FZM. Josef Baron Lauer MTO.-R. 
t zu Wien 26. Februar m<- 

1849 FML. Johann Graf Nobili erhielt 
1860 das neuerrichtete Infanterie- 
Regiment Nr. 74. 

1860 FZM. Moriz Gi-af Braida f zu 
Wien 19. Februar 1872.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses im Februar errichtete Regiment bemächtigte sich kurz nachher im 
April 
1744 in Mailand der spanischen in österreichischen Sold genommenen Micquelets, 
welche mit 400 Rekruten eine Verschwörung eingeleitet hatten, und focht 
im selben Jahre mit grosser Tapferkeit 30. September in der Schlacht bei 
Coni. 

Im siebenjährigen Kriege war das Regiment 
1757 bei der Belagerung von Schweidnitz und hielt sich 11. November beim letz- 
ten Sturme und der Einnahme der Stemschanze ungemein tapfer, ein Batail- 
lon focht in den Schlachten bei Breslau 22. November und bei Leuthen 5. 



— 295 — 

December — 1758 14. October in der Schlacht bei Hochkirch that das Re- 
giment sich bei der Wiedereroben^ig ' des Dorfes sehr hervor, erlitt aber 
grosse Verluste, darunter 18 Offiziere, wovon 5 todt. 1759 20. November 
war es im Treffen bei Maxen; 1760 ein Bataillon sich in der Belagerung 
von Dresden ausgezeichnet, im October kam das ganze Regiment dahin als 
Besatzung; 1762 11. Mai war dieses im Gefechte bei Döbeln, 27. September 
beim Angriffe auf die Verschanzungen bei Pretschendorf, 12. October im 
Scharmützel bei Brand, 15. October im Treffen bei Freiberg, wo es beim 
Angriffe auf die feindlichen Posten bei der Halstbrücke thätig mitwirkte 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 — 79 stand das Regiment bei der Heeres- Abtheilung in Mähren. 

Im Ttirkenkriege standen 
1788 zwei Bataillone unter dem Regiments-Commandanten Oberst Chevalier 
Henrici. 28. Juni wurde der als Besatzimg in das Schloss Rama, Uj Palanka 
gegenüber, detachirte Lieutenant Baron Lopresti imd seine nur 23 Mann 
zählende Truppe von 4000 Türken mit 3 Geschützen angegriffen und durch 
3 Stunden bestürmt. Die kleine Besatzung vertheidigte sich heldenmüthig, 
vier Stürme schlugen sie ab, aber beim ftinften wurde sie übermannt und nebst 
ihrem tapfem Commandanten Baron Lopresti niedergemetzelt. Letzterer 
hatte 8 Wunden erhalten ; unter dem Schutte des niedergebrannten Schlosses 
wurden die Leichen der Tapfern hervorgezogen und mit militärischen Ehren 
zu Uj Palanka begraben. Aber auch die Türken hatten 300 Todte und 
einige hundert Verwimdete. 1789 war ein Bataillon 7. October bei der 
Unternehmung auf Rimnik, und 1790 das Regiment bei der Belagerung imd 
im Treffen bei Gyurgewo. 

Im französischen Revolutionskriege focht das Regiment bei der Armee in 
Italien. 
1793 14. Februar wurden 2 Divisionen bei Sospella imweit Ventimiglia nach 
tapferster Gegenwehr von einer bedeutenden französischen Uebermacht unter 
General Brunet umzingelt und gefangen, 21. Juni war ein Bataillon im Ge- 
fechte bei Argentera; — 1794 war das Regiment in Piemont, 1795 25. Juni 
zeichneten sich bei Einnahme des Berges Settepani die Grenadiere vorzüglich 
aus; im November waren 2 Bataillone im Genuesischen in Centro auf Po- 
stirung, und mussten, von einer grossen Uebermacht angegriffen, sich zurück- 
ziehen. 1796 war ein Bataillon in der Belagerung von Mantua und gerieth 
in Folge der Capitulation 2. Februar 1797 in Kriegsgefangenschaft. 

In den Feldzügen 
1799 und 1800 war das Regiment bei der Armee in Italien und nahm an allen 
grösseren Unternehmungen Theil, besonders hatte es sich 5. April 1799 in 
der Schlacht bei Magnano ausgezeichnet. 

Im Feldzuge 
1805 hatte das Regiment die Bestimmung, zum Schutze Venedigs als Besatzung in 
dieser Stadt zu verbleiben. 



~ -296 — 

Im Feldzuge 
1809 in Deutfichland war es im IV. Armee-Corps FML. Fürst Rosenberg einge- 
theilt, focht in mehreren Gefechten in Baiern, sowie in der Schlacht bei Aspem 
21. und 22. Mai und beim Sturm auf Esslingen; — 5. und 6. Juli in der 
Schlacht bei Wagram, wo sich die Grenadiere unter dem tapfem Oberst- 
lieutenant Portner vorzüglich auszeichneten, und mehrere Angriffe der fran- 
zösischen Cavallerie kraftvoll zurückwiesen, ebenso gaben sie und ihr Com- 
mandant im Treffen bei Znaim 11. Juli in den Weingärten bei Teschwitz 
erneuerte Beweise hervorragender Tapferkeit. Das Regiment hatte ehrenvollen 
Antheil an den Gefechten vom 7. und 10. Juli während des meisterhaften Rück- 
zuges des Rosenberg'schen Corps. 

Im Feldzuge 
1813 in Deutschland war dasselbe im 11. Armee-Corps G. d. Cav. Graf Merveldt 
, eingetheilt und focht 26. und 27. August in der Schlacht bei Dresden, 17. und 18- 
September in den Gefechten bei Kinnitz und Arbesau, und endlich 16. bis 18. 
October in der Schlacht bei Leipzig, wo es am 16. October gegen 9 Uhr Früh 
den Angriff auf die Pleissebrücke bei Konnewitz, von seinem tapferen Obersten 
Portner geführt, mit seltener Bravour unternommen hatte. 1814 war das Re- 
giment während des ganzen Feldzuges vom Jänner bis April bei der Blocade 
von Besannen und 1815 ein Bataillon bei der Blocade von Beifort. 
Sogleich nach Ausbruch der März-Revolution 

1848 in Italien waren in Cremona die beiden ersten Feld-Bataillone in die Ge- 
walt der Revolutionspartei gekommen. Das dritte Bataillon hingegen, welches 
im Castell von Mailand bequartiert war, hatte in der Brigade des GM. 
Grafen Clam-Gallas des I. Armee -Corps an dem siegreichen Feldzuge 1848 
in Italien ehrenvollen Antheil und focht insbesondere bei Sona, Sta. Giustina, 
Custozza und vor Mailand. 

In dem kurzen Feldzuge 

1849 gegen Piemont waren nebst dem dritten Bataillon auch die beiden reorgaDi- 
sirten ersten Feld-Bataillone in der Division des FML. Wohlgemuth des I. 
Armee-Corps eingetheilt, und einzelne Abtheilimgen 21. März in den Ge- 
fechten von Borge, San Siro, Sforzesca, S. Vittore, Gambolo, Torraza 
anwesend. 

Während des Feldzuges 
1859 in Italien war das Regiment im Innern der Monarchie zurückgeblieben. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im III. Armee-Corps der Nord-Armee 
eingetheilt und focht 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz, wo es einen 
Gesammtverlust von 13 Offizieren und 458 Mann hatte, darunter 2 Offiziere 
und 85 Mann todt ^ Das vierte Bataillon gehörte zur Besatzung von Legnago. 

Seit Juni 
' der Bocche di Cattaro gamisonirend, wirkte das Regiment im Herbste jenes 
res bei der Bekämpfung des Aufstandes in Süd-Dalmatien mit und war 
und 20. October bei der Expedition nach Dragalj, 25. October bei der 



t c%/*t\ 



— 297 — 

zweiten Expedition bildeten 2 Bataillone die Vorhut, wo es bei Napada und 
Enezlac heftige Gefechte zu bestehen hatte; auch an den folgenden Opera- 
tionen in der Zuppa und Krivoscie, sowie den Gefechten bei Sta. Barbara 
und S. Giorgio 2. November wohnte das Regiment bei. Ein Bataillon wurde 
zum Dienste in den Blockhäusern bestimmt. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 gehörte das Regiment zu den Ende August eingetroffenen Verstärkungen 
und erlitt einen Gesammtverlust von 7 Mann. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1744 Marchese Anton Georg de Clerici war einer der reichsten und mächtigsten 
Herren des Mailänder Adels, errichtete aus Anhänglichkeit an das Haus 
Ocsterreich das Regiment ganz aus eigenen Mitteln, in der Folge wurde er 
Ritter des goldenen Vliesses, und von seinem Monarchen stets ausgezeichnet, 
in der Armee hoch geachtet. In der Schlacht bei Coni 1744 noch Oberst, 
fährte er das Regiment mit Ruhm. 

1758 Oberst Graf Franz Valentiniani zeichnete sich bei Hochkirch durch gute 
Führung des Regimentes aus, wurde aber verwundet. 

1760 In der Belagerung von Dresden hatten sich Oberst Franz von Feretti, Gre- 
nadierhauptmann D'Elvenich, Füsilierhauptmann Garcia, der Freiwillige mit 
Umsicht und Tapferkeit commandirte, Oberlieutenant Rothe, der in die feind- 
liche Bresch-Batterie gedrungen, das Holzwerk und die Schanzkörbe ver- 
brannte, 160 Stück Schanzzeuge mitbrachte, — ausgezeichnet. 

1762 Major Baron Brady griff im Treffen bei Freiberg die Posten bei Conrads- 
dorf an, trieb die Feinde bis Tuttendorf und zeichnete sich aus. 

1788 Lieutenant Lodi, bei Moldava mit 220 Mann stationirt, nahm den Türken 
23. Juni zehn Plätten und zehn Oranitzen ab, und auch 120 Walachen, die 
daran arbeiteten, brachte er als Gefangene ein. 

1789 Major Graf Mercandin führte bei der Expedition nach Rimnik 7. October 
ein Bataillon mit sehr viel Umsicht. 

1795 Major Johann Graf Strassoldo führte bei der Einnahme des Berges Settepani 
25. Juni die linke Colonne und schlug die Feinde überall, wo er sie antraf, 
rühmlich und tapfer zurück. 

1796 Oberstlieutenant Graf Mercandin und Oberlieutenant Richter wurden im 
Juli wegen ihres Wohlverhaltens während der Belagerung von Mantua 
angerühmt. 

1799 Lieutenant Lahocz, ein reich begüterter Mailänder, verliess die kaiserlichen 
Dienste und trat in jene der Cisalpinischen Republik, stieg bis ziun General, 
kam in dieser Stellung in die französische Armee, die er aber in Folge von 
Streitigkeiten mit dem General Montrichard auch wieder verliess, gegen 20000 
Landleute sammelte, mit welchen er Loretto und Sinigaglia einnahm und 
Ancona von der Südseite* cernirte. Er trat im September wieder in kaiserliche 



— 298 - 

Dienste, und wurde General der italienischen Insurgenten, bei der Belagerung 
von Ancona, wo er sich umsichtig bewies, wurde er 10. October bei einem 
Ausfalle tödtlich verwundet, starb am nächsten Tage und wurde zu Loretto 
begraben. 

1799 Oberlieutenant Graf Triulzi brachte die Nachricht von dem Siege bei Ma* 
gnano 5. April und die eroberten Fahnen nach Wien. 

1809 In der Relation über die Schlacht bei Aspem 21. und 22. Mai wurden der 
vor dem Feinde gebliebene Oberst Du Bois de Fiennes und Hauptmann Schick 
des Regimentes unter den Ausgezeichneten bei Aspern genannt. 

1809 Grenadier-Bataillons-Commandant Oberstlieutenant Leopold Freiherr Portner 
von Höflein wurde ftlr seine vorzügliche Tapferkeit und ausgezeichnete 
Führung seiner Grenadiere in den Schlachten bei Wagram 5. und 6. Juh 
und Znaim 11. Juli mit Armee-Befehl ddto. 24. October 1809 MTO.-R. 

1813 Derselbe zeichnete sich auch beim Angriffe auf die Pleisse-Brücke bei Eon* 
newitz 16. October als Oberst-Regiments>Commandant sehr aus. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen in Italien: 

1849 Der Regiments-Inhaber Se. k. k. Hoheit Erzherzog Albrecht für sein helden- 
müthiges Benehmen als FML. und Truppen-Divisionär in der Schlacht bei 
Novara MTO.-C. 

MVE. Oberstlieutenant Franz Plietz, (der vom 23. Infanterie-Regimentc 
anher beförderte) Major Josef Linke und Oberlieutenant Carl von Tegetthoff. 

1859 erhielt das Regiment statt seiner bisherigen Ergänzungs-Bezirksstation Mai- 
land Eaposvar als solche angewiesen und ist seither ein ungarisches 
Regiment. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

MVE. Hauptmann Barakovits, Hauptmann-Auditor Hnatek, die Oberlieut- 
nants Täuffer und Urbanovits, Lieutenant Ballisch. 

Die Allerhöchste Belobung erhielten 6 Ofifiziere, darunter : Oberst Regimente- 
Conmiandant Gustav Graf Vetter von der Lilie, die Majore Carl Rotter und 
Ignaz Edler von Guckler u. s. w. 

1866 Der Regiments-Inhaber Se. k. k. Höh. FM. Erzherzog Albrecht wurde für 
seinen glänzenden Sieg bei Custozza MT0.-6K. 

1869 Für Auszeichnung bei der Kriegs-Expedition nach Süd-Dalmatien : 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Gustav Graf Vetter von der Lilie- 
MVK. die Oberlieutenants Rinek, Farago, Nagy, die Lieutenants Zimmermann, 
Slawiky Werner, Nazar und Pfleger. 
Seit 1868 hat es die dunkelblauen WaflFenröcke statt der bisherigen weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1758 Major Paliani f in der Schlacht bei Hochkirch 14. October. 

1789. Der zum Regiments-Commandanten und Obersten anher beförderte, aber 

noch nicht eingerückte Emanuel Graf Auersperg an der Spitze des dritten 

Bataillons Carl Schröder-Infanterie Nr. 7 im TreflFen bei Fockschan f !• August. 

09 Regiments-Commandant Oberst Ludwig Du Bois de Fiennes f in der Schlacht 

bei Aspem 22. Mai. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 45. 

(1847.) 

S. K. K. HÖH. FML. ERZHERZOG SIGMUND. 

Dunkelblaue Waffenröcke, scharlachrothe Egalisirung, gelhe Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Sanok. 



Inhaber. 



1814 errichtet 

1816 FZM. Anton Freiherr Mayer von 

Heldenfbu) MTO.-R. t zu Verona 

2. Juni 1842. 
1842 FML. Congtantin Freiherr Hkr- 

bgrth-Ratkeal f zu Görz 15. 

Juni 1847. 
1847 Se. k. k. Höh. FML. Erzherzog 

Sigmund. 



{Zweite Inhaber waren 
1847 FZM. Carl Freiherr Hartlieb 

von Walthor MTO.-R. f zu 

Karlstadt 21. August 1862. 
1862 FML. Adolf Freiherr von Lang 

f zu Freudenberg in Unter- 

krain 1873.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Bereits im Feldzuge 
1815 gehörte dies neuerrichtete Regiment zur Reserve der Armee von Ober- 
Italien, kam aber in keine Action. 

Bei Ausbruch der Revolution 
1848 in der Lombardie 18. März waren das erste Bataillon mit dem Stabe in 
Bergamo, — die beiden andern Bataillone in Verona und die Grenadier- 
Division in Mailand dislocirt. 20. März erhielt das erste Bataillon Befehl, 
nach Mailand aufzubrechen; — um 2 Uhr Nachmittags erfolgte der Aus- 
marsch des Bataillons, dem sich aber die Aufrührer in Bergamo widersetzten, 
der abmarschirenden Truppe alle möglichen Hindemisse in den Weg legten, 
Barrikaden improvisirten und die Truppe aus den Fenstern sehr heftig be- 
schossen und mit Steinen bewarfen, doch gelang es dieser, den Hauptwachplatz 
zu erreichen, und Abends 10 Uhr den Marsch gegen Mailand fortzusetzen, 



— 300 — 

wo es auf Seitenwegen 23. März Früh 4 Uhr durch die Porta Orientale in's 
Castell rückte. Die erste und ein Theil der zweiten Compagnie waren beim 
Ausmarsche durch das von allen Seiten auf sie gerichtete Feuer vom Gros 
des Bataillons getrennt worden, zogen sich in die Caseme St Agostino 
zurück, unternahmen 23. März nach Mittemacht mit dem in Bergamo zurück- 
gebliebenen Grenz-Bataillon einen kühnen Ausfall, nahmen das auf die 
Strasse nach Brescia führende Thor St Antonio, sprengten es und nach 
kurzem Strassenkampfe waren diese Abtheilungen im Freien, und rückten 
nach einem äusserst beschwerlichen Uebergang über die Chiese 28. März 
unter beständiger Verfolgung des Feindes und einem Gefechte bei Pozzolengo 
über Peschiera nach Verona ein, 30. März. — Das übrige erste Bataillon 
nahm in Mailand an der Wiedereroberung des nächst Porta Ludovica ge- 
legenen Cadeten-Instituts-Gebäudes und eine Division an der Erstürmung 
der Porta Tosa Theil. Das dritte Bataillon hatte von Verona aus 7. April 
die Vorposten am Mincio bezogen, Valeggio und Borghetto entwaffnet und 
am 9. April eine Division desselben gegen 2000 Piemontesen tapfem und 
erfolgreichen Widerstand geleistet; 6. Mai in der Schlacht bei Sta. Lucia 
war das Regiment auf mehreren Punkten vertheilt, das dritte Bataillon 
zeichnete sich beim nachmittägigen Sturme des Grenadier-Bataillons Weiler 
besonders aus. Hervorragend war das Benehmen des Regimentes 29. Mai 
im Gefechte bei Curtatone und Montanara, 30. Mai war es im Gefechte bei 
Goito, 10. Juni im Treffen bei Vicenza. — Die Grenadier-Division kämpfte 
bei Sta. Lucia, Curtatone, Goito, Custozza und Mailand. 

Im Feldzuge 
1849 gegen Piemont war das Regiment im III. Armee-Corps eingetheilt, focht 23. 
März in der Schlacht bei Novara, wo das erste Bataillon in der linken Flanke 
des Herzogs von Genua einen Angriff unternahm und 5 Kanonen eroberte, 
Im Feldzuge 

1859 gegen die France- Sarden in Italien focht das Regiment im 11. Armee- Corps 
FML. Fürst £duard Liechtenstein eingetheilt, 4. Juni in der Schlacht bei 
Magenta. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im I. Armee-Corps des G. d. Cav. 
Grafen Clam-Gallas eingetheilt und focht 28. Juni im Gefechte bei München- 
grätz, 29. Juni im Treffen bei Jidin und 3. Juli in der Schlacht bei König- 
grätz; — in diesen 3 Actionen hatte es allein 17 todte und 28 verwundete 
Ofifiziere, und über 1000 Mann todt, verwundet, vermisst oder gefangen ver- 
loren. Das vierte Bataillon gehörte zur Besatzung der Festung Theresienstadt 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment in den Gefechten des 4. und 5. September bei Doboj. 
mit einem Gesammtverluste an Todten, Verwundeten und Vermissten von 
35 Mann. 



— 301 - 

Tapferkeits-Auszeiclmungeii und beeondere Denkwürdigkeiten. 

1814 Dieses nach UeberBahme der italienischen Provinzen errichtete venetianische 
Regiment erhielt die Nummer 45 des vormaligen, 1809 reducirten steierischen 
Infanterie-Regiments de Vaux. 

1848 Im Strassenkampfe in Mailand 23. März hatten sich Regiments-Commandant 
Oberst Ileyntzel und Hauptmann Kortz, Ersterer bei der Wiedererobenmg 
des Cadeten-Instituts-Gebäudes, Letzterer bei Erstürmung der Porta Tosa 
hervorgethan, — sowie in der Schlacht bei Sta. Lucia 6. Mai Major Knoll, 
Commandant des dritten Bataillons. 

1848 Im Gefechte bei Curtatone und Montanara 29. Mai hatte Hauptmann Passi 
mit der dritten Compagnie ein Haus erstürmt, 1 Fahne, 9 Trommeln, 180 Ge- 
wehre erobert, 2 Offiziere und 53 Mann gefangen, ebenso erstürmten Haupt- 
mann Bagnalasta mit der ersten Division, Hauptmann von Schützenau mit 
der 18. Compagnie einige Häuser und machten Gefangene. Letzterer ero- 
berte eine Fahne und eine bedeutende Anzahl Gewehre. Der zweite In- 
haber FML. Baron Hartlieb wurde für Auszeichnung bei der Einnahme von 
Wien MTO.R. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen in Italien: 
OLO.-R. Hauptmann Adam Kortz. 

OEKO.-R. 3. Regiments Commandant Oberst Josef Heyntzel. 
MVK. Oberstlieutenant Johann KnoU, die Hauptleute Bucellari und Kragulicz 
Lieutenant Baron Hake. 

1859 für Auszeichnung in der Schlacht bei Magenta 4. Juni: 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Gustav Chevalier Depaix, Oberst- 
lieutenant Josef Ritter von Mehoffer, Major Ludwig Lendwich, und der in 
dieser Schlacht gefallene Hauptmann Anton Graf Auersperg. 
MVK. Major Ignaz Hummel, Hauptmann Pillepich, Oberlieutenant 
Niemeczek und Lieutenant Samsa. 8 Offiziere erhielten die Allerhöchste 
Belobung und die Mannschaft 6 grosse und 19 kleine silberne Tapferkeits- 
Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst August Baron Wöber. 

MVK. Major Carl Müller, die Hauptleute Giunio und Wanner. 

Die Allerhöchste . Belobung erhielten 6 Offiziere, darunter Oberstlieutenant 

Franz Ritter Latterer von Lintenburg, Major Karl Schmelzer u. s. w. 
1866 In Folge der Abretung Venedigs wurde das Regiment galizisch, erhielt statt 

seiner bisherigen Ergänzungs-Bezirksstation Verona — seine gegenwärtige zu 

Sanok in Galizien und 
1868 die dunkelblauen Röcke statt der bisherigen weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Carl Ritter von Ripper f in der Schlacht bei 
Königgrätz 3. Juli. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 46. 

(1862.) 

HERZOG BERNHARD VON SACHSEN-MEININGEN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, papageigrüne Egdlisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Szegeddi. 



Inhaber. 



1762 errichtet als Erstes Siebenbürger 
Wallachen Grenz-Regiment. 

1848 erhielt es die Benennung : 
Erstes Romanen Grenz-Regiment 
Nr. 16. 

1851 zum 46. Linien-Infanterie-Regi- 
ment umgewandelt. 

1851 FZM. Josef Graf Jellacic de Bu- 
ziM MTO.-C, Banus von Croatien 
t zu Agram 19. Mai 1859. 



1859 FML. Alexander Prinz zu Hessen 
und bei Rhein erhielt 1862 das 
damalige 6. Cürassier- jetzt Dra- 
goner-Regiment. 

1862 Bernhard Herzog zu Sachsen- 
Meiningen. 
(Zweiter Inhaber: 

1862 FZM. Carl Freiherr von Schlh- 
TER zu Niedererberg f zu Wien 
24. März 1878.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 und 1779 stand ein Bataillon bei der Heeres-Abtheilung in Mähren, 1784 und 
1785 wurden Detachements des Regimentes zur Bewältigung des siebenbür- 
gischen Bauern-Aufruhrs der Häuptlinge Horjah und Kloeska mit Erfolg 
verwendet. 

Im Türkenkrioge war das Regiment 
1788 an den siebenbürgischen Gebirgspässen (Rothenthurm , Terzburger, Tr 
mescher und Vulkan-Passe) vertheilt, und zeichneten sich diese Abtheihin- 
gen, meist von bedeutender türkischer Uebermacht angegriffen, durch den^n 
tapfere Vertheidigung ungemein aus. Eines der heftigsten derartigen Ge 
fechte fand 10. Mai in der Nähe des Vulkanpasses statt wo Oberst Kray 
mit einem Theile des Regimentes von 5000 Türken unter Osman Pascha 
und Kara Mustapha auf drei Seiten heftig angegriffen, sich sehr tapfer hielt 
und den Feind mit Verlust von 300 Todten, worunter 5 vornehme Türken 



- 303 - 

wareD, in die Flucht jagte. — 7. October vertheidigte eine Compagnie den 
Posten Prädial und behauptete sich gegen 2000 Türken, die sie nach einem 
einstündigen heftigen Kampfe zurücktrieb. Im Winter stand das Regiment 
am Terzburger Passe, 1789 kamen im März 2 Bataillons am Vulkanerpass. 
Im Treffen bei Porczeny focht das Regiment unter der ruhmvollen Führung 
des Obersten Kray ungemein tapfer, derselbe besetzte 8. November den Ort 
Krajowa in der Wallachei, 1790 war das Regiment bei der Belagerung und 
im Treffen vor Gyurgewo. 

Im französischen Revolutionskriege von 
1 793 an stellte das Regiment seinen Mannschafts- Antheil zu dem aus beiden Wal- 
lachen-Regimentern formirten sogenannten componirten Wallachen-Bataillon. 
Dieses war 1793 11. bis 14. September beim Angriffe, der Vertheidigung und 
dem Rückzuge bei Bondenthal und unterstützte bei Einnahme der Weissen- 
burger Linien sehr zweckmässig das CondS'sche Emigranten-Corps ; sehr tapfer 
hielt es sich auch 26. October und 18. November bei Vertheidigung der 
Position im Brumpterwalde. 21. November beim Angriffe auf Brumpt drang 
das Bataillon in die Gasse von Geidersheim und 3 Offiziere eroberten eine 
Kanone, 13. December zerstörte das Bataillon an der Hagenauer Strasse eine 
feindliche Feld verschanzung. 1794 20. August war es im Scharmützel bei 
Mundenheim, und beim Rückzuge von Coblenz über den Rhein in der Ar- 
riäre-Garde 23. October, kam sodann als Besatzung nach Mainz, wo es bei 
Eroberimg von Bretzenheim 11. November, der Weissenauer Posten 18. No- 
vember und der Zahlbacher Schanzen 2. December thätigst mitwirkte. 1795 
10. November war das Bataillon bei der Delogirung der Feinde bei Bingen, 
17. December im Gefechte bei Bacharach, 1796 6. November im Treffen bei 
Aschaffenburg und 15. September beim Angriffe auf Limburg an der Lahn. 

Im Feldzuge 
1799 und 1800 war das Bataillon in der Schweiz und in Deutschland, so 21. März 
im Treffen bei Osterach, 25. März in der Schlacht bei Stockach, wo es sich 
sehr tapfer hielt, aber einige Verluste erlitt ; das erste Bataillon des Re- 
gimentes war auch ins Feld gerückt und focht 14. Mai bei Einnahme des 
Postens Luciensteig in Graubünden, 4. Juni beim Haupt- Angriffe auf die 
Position von Zürich, das componirte Bataillon 8. November bei der Debloc- 
quirung von Philippsburg mit grosser Auszeichnung und 1800 in mehreren 
Gefechten in Baiern. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment mit 3 Bataillons ausgerückt im Corps des FML. Grafen 
Merveldt, und in der Arriöre-Garde eingetheilt, 31. October im Gefechte 
zwischen Steinal^rchen und Kremsmünster. 

Im Feldzuge 
1809 waren 2 Bataillone ausmarschii*t und im VII. Armee-Corps des Erzherzogs 
Ferdinand, welches im Herzogthum Warschau operirte, eingetheilt, dieselben 
waren bei der Blocade des Brückenkopfes von Praga, 25. April im Ge- 
fechte bei Sumlowrina; 15. Mai das zweite Bataillon bei Erstürmung des 
Brückenkopfes von Thorn. 



- 304 - 

Im Feldzuge 
1813 in Deutsehland war ein Bataillon im II. Armee-Corps Merveldt, später 
Fürst Alois Liechtenstein eingetheilt^ bei der Haupt-Armee und bei Dresden, 
Kinnitz, Arbesau^ Leipzig u. s. w. 1814 im Februar kam es zur Süd-Armee 
in die Colonne des FML. Baron Wimpffen und focht in mehreren Gefechten 
gegen Marschall Augereau^ namentlich bei St. Georges, Limonest und Lyon. 

Im siebenbürgischen Revolutions- und Nationalitätenkriege 

1848 in seinen Grenzstationen vertheilt, wirkte es meist abtheilungsweise. 

Im Feldzuge 

1849 war ein Bataillon 4. Februar in der Schlacht bei Salzbui^, 9. Februar im 
Treffen bei Piski, 2 Bataillone in der Schlacht bei Mediasch 3. März, — 
zwei Compagnien in der Belagerung und Vertheidigung der Festung Carls- 
burg (März bis August), zwei Compagnien im Streif-Corps des Majors Baron 
Heydte waren 2. Februar im Gefechte bei Petersberg gegen die Szekler. 

Im Sommer-Feldzuge 
1849 ein Bataillon 23. Juli in der Schlacht bei Szemeria. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien focht das Regiment in der Division FML. 
Graf Georg Jellacic des 11. Armee-Corps Fürst Eduard Liechtenstein, 
mit vier Bataillons ausgerückt, 31. Mai im Treffen bei Palestro und 4. Juni 
in der Schlacht bei Magenta. 

Im Feldzuge 
18G6 gegen Preussen war das Regiment im III. Armee-Corps der Nord- Armee 
eingetheilt und focht am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz, wo es den 
enormen Gesammtverlust von 49 Offizieren und 2061 Mann erlitt, darunter 
13 Offiziere und 405 Mann allein an Todten zählte. Das vierte Bataillon 
gehörte zur Besatzung von Venedig. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment 16. August im Geiechte bei Belatowacz, 19. August mit 
grosser Tapferkeit aber starkem Verluste bei der Einnahme von Serajewo 
und 26. bis 28. September in den Gefechten bei Liwno. 

Tapferkeits-Auszeiclmungeii und besondere Denkwürdigkeiten« 

1788 Im Feldzuge bei Vertheidigung der siebenbürgischen Pässe und einzelner 
Posten gegen die meist mit Uebermacht auftretenden Türken hatten sich aus- 
gezeichnet: die Majore Stojanich und Eettner, die Hauptleute Caballini, 
Sturmfeld, Chevalier, die Oterlieutenants Gyurkovich, Graf Ealnoky, Horwath, 
die Lieutenants Juillerat, Eperiessy, Herzing, Gratze, Fähnrich Stock. Am 
Vulkanerpasse im Treffen 10. Mai : Oberst Paul Kray, Hauptmann Chevalier, 
die Oberlieutenants Jurkovics, Hoimann, Fähnrich Schmidt imd Feldwebel 
Masur. 

1788 Bei Vertheidigung des Postens am Prädial 7. October Hauptmann Kaliani 
Oberst Regiments-Commandant Paul von Kray wurde für sein vorzügliches 



— 305 — 

Verhalten im Treflfen am Vulkanerpasse 1 788, in der Schlacht bei Porcseny 
und fiir die Besetzung von Krajowa 1789 MTO.-R. 

1793 bis 1796 im französischen Revolutionskriege wurden folgende Offiziere des 
componirten Wallachen-Bataillons wegen Auszeichnung vor dem Feinde belobt : 
Oberstlieutenant Stojanich, Commandant des Bataillons, bei Weissenburg und 
bei Brumpt 1793, bei Mainz 1794, bei Aschaffenburg und bei Limburg an 
der Lahn 1796. In letzterer Affaire wurde er verwundet. 

1793 Bei Vertheidigung der Posten im Brumpter Walde 26. October: Hauptmann 
Montag, die Oberlieutenants Cehacsek und Baron Kray, Lieutenant Schmidt 
und Fähnrich Gallant. 

Wegen Eroberung einer Kanone beim Angriffe auf Brumpt: Lieutenant 
Beran, Fähnrich Trautmann, der sogleich zum Lieuteuant befördert wurde 
und Fähnrich Bartha. 

1793 Bei Zerstörung der feindlichen Feldverschanzuug an der Hagenauer Strasse 
13. December: Lieutenant Beran, Fähnrich Ittul, der zum Lieutenant beför- 
dert wurde, und Fähnrich Devery. 

1794 Im Scharmützel bei Mundenheim 20. August: Hauptmann Pfeiffer und Ober- 
lieutenant Sinkovich. 

Bei Wiedereroberung von Weissenau 8. November: Lieutenant Beran. 

1795 Im Gefechte bei Bacharach 17. December: Lieutenant Bevar. 

1799 In der Schlacht bei Stockach 25. März: die Hauptleute Schwind und Lenk, 
Fähnrich Andajar, der in Folge dessen zum Lieutenant befördert wurde. — 
Hauptmann Lenk hatte sich auch bei der Deblocquirung von Philippsburg 
hervorgethan. 

Hauptmann Oratze hatte sich bei der Einnahme des Luciensteiges 14. Mai 
und vorzüglich beim Haupt- Angriff auf die Position von Zürich 4. Juni 
hervorgethan. 

1848 — 1849 Für Auszeichnung im siebenbürgischen Feldzuge: 

OEKO.-R. 3. der dem siebenbürgischen General- Commando zugetheilto Major 

Rudolf Reichetzer. 

MVK. Major Andreas Csikosh, die Hauptleute Gratze, Winkler, Urs, Kne- 

sevich, die Oberlieutenants Albert Munzath, Morar, Stephan Csikosh, von 

Benedicti. 

Oberlieutenant Munzath hatte bei der Vertheidigung von Carlsburg durch 

Führung des romanischen Landsturmes wesentliche Dienste geleistet. 

1851 In Folge der Umwandlung zum Linien-Ihfanterie-Regiment erhielt das Re- 
giment statt der bisherigen braunen Röcke die bei der Infanterie üblichen 
weiflsen unter Beibehalt sein er papageigrünen Aufschläge und gelben Knöpfe 
sowie die leere Nr. 46 des 1809 reducirten Tiroler Regimentes Chasteler. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Anton Freiherr von Kleudgen, Hauptmann 
Josef Titteldorf. 

ThikriMim: 0«d«okb11tt«r. ^^ 



— S06 — 

MVK. Regiments-Commandant Oberst Carl Bayrhammer, die HaupÜeate Ton 
Lendvay, Baron Rotsmann, Iklody, Ruff, die Oberlieutenants Ronspei^r, 
Elreil, die Lieutenants von Posgay und Eazan, 14 Offiziere die Allerhöchste 
Belobung und die Mannschaft 14 grosse und 31 kleine silberne Tapferkeits- 
Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

MVK. Major Johann No&k de Hunyad, Hauptmann Weltzan, Oberlieutenant 
Staffa. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 OEKO.-R. 2: Oberst-Brigadier Friedrich von Vilecz. 

OEEO.-R. 3: Die Oberstlieutenants Otto Ritter Elisen von Nidlef und 

Daniel Salmen. 

MVK. Major Mathias Pandur die Hauptleute Adam von Medveczky, Arthur 

Andreansky, Franz von Böhn, Stephan Mlinariö, die Oberlieutenants Josef 

Beer, Franz Sestak, Adolf Freiherr von Schönfeld und Friedrich Drachsl, 

die Lieutenants Victor Schmitzhausen, Edmund Höller, Carl Chmeliczek und 

Emerich von Hadfy. Die Allerhöchste Belobung: Major Friedrich Parmann, die 

Hauptleute Ladislaus Trift, Michael Noak de Hunyad, Oberlieutenant Frie 

drich Drachsl, die Lieutenants Gabriel Trost und Vincenz Rataik. 

Die Mannschaft erhielt ftlr die Expedition gegen Liwno 5 kleine silberne 

Medaillen nnd 6 Belobungen. 

Seit 1868 hat das Regiment gleich der übrigen Infanterie die angegebene 
Adjustiiomg statt der früheren weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Carl Slawecki f in der Schlacht bei König- 
grätz 3. Juli. 



Steierisches 

INFANTERIE -REGIMENT N« 47. 

(1864.) 

FZM. ERNST RITTER VON HÄRTUNG. 

Dunkelblaue Waßenröcke, stahlgrüne Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Marburg. 



Inhaber: 



1682 errichtet in Schlesien« 

1682 FZM. Georg Freiherr von Wal- 
lis t 6. September 1689 an seiner 
tödtlichen Verwundung bei 
Mainz. 

1689 GM. Franz Helfried Graf Jör- 

OBR de TOLLBT. 

1691 FML. Notger Wilhelm Graf zu 
üttinoen-Baldkrn f 7. Novem- 
ber 1693. 

1694 GM. Lorenz Graf Solari f im 
Gefechte beim Uebergange über 
die Bormida 11. Jänner 1704. 

1704 FM. Josef Philipp Graf Harrach 

t 8. August 1764. 
1764 FZM. Friedrich Christian Mark- 



graf zu Brandenburg, Culmbagh 
und BAmEUTH resignirte. 

1769 FZM. Cari Bernhard Freiherr 
von Elrichshausbn MTO.-C. f 
9. Juni 1779 zu Prag. 

1779 FZM. Franz Graf Kinsky, der be- 
rühmte Director der Neustädter 
MiUtär-Akademie f 9. Juni 1805. 

1805 FML. Ludwig Freiherr von Vo- 
gelsang MTO.-R. t 28. Juni 1822. 

1822 GM. Josef Freiherr Klopstein von 
Ennsbrück MTO.-R. f zu Palermo 
6. August 1824. 

1827 FZM. Anton Graf Bonsky f zu 
Wien 31. Jänner 1864. 

1864 FZM. Ernst Ritter von Härtung 
MTO.-R. etc. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses Regiment focht im Türkenkriege 
1683 12. September bei dem Entsätze von Wien, 9. October im Treffen bei Par- 
kany, 1684 16. Juni bei Wissegrad, 27. Juni bei Waizen, 22. JuU bei Ofen; 
— 1685 15. August in der Schlacht bei Gran, 1686 2. September bei der 
Eroberung von Ofen, 20. October unter seinem Inhaber FML. Freiherm von 
Wallis bei der Eroberung von Szegedin, 1687 12. August in der Sehlacht 
bei Mohacs, 1688 bei der Erstürmung von Belgrad, 1690 in der Belagerung 
von Belgrad, 1691 19. August in der Schlacht bei Szlankamen, wo es in 

20» 



- 308 — 

Allem 10 Offiziere, darunter 3 todt, und 369 Mann verlor, femer 1692 bei 
der Eroberung von Grosswardein, 1693 in den Gefechten bei Jenö, Gyula 
u. s. w., endlich 1697 11. September in der Siegesschlacht bei Zenta. 

Im spanischen Erbfolgekriege war das Regiment bei der Armee des Prinzen 
Eugen in Italien und 
1702 in der Schlacht bei Luzzara 15. August, wo der Major Graf Locatelli dem 
berühmten Parteigänger Marquis Davia die Munition, Zelte und Gepäck 
des Feindes erobern half; an allen grösseren Actionen der Feldztige nO?> 
bis 1705 hatte das Regiment mehr oder weniger Antheil genommen, focht 
mit besonderer Auszeichnung 7. September 1706 beim Entsätze von Turin 
und blieb die folgenden Feldzugs jähre bis 1711 bei der Armee in Ober- 
Italien. 

Im Türkenkriege war dasselbe 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein und bei der nachherigen Be- 
lagerung von Temesvar, wo der Regiments-Inhaber GM. Graf Harrach &U 
Brigadier sein Regiment persönlich beim Sturme auf die dortige Palanku 
vorführte; 1717 16. August war es in der Schlacht bei Belgrad. 

Im Feldzuge 
1734 in Ober-Italien focht das Regiment 29. Juni in der Schlacht bei Parma, wo 
es lange Zeit im heftigsten Feuer viele Verluste erlitt, 15. September beim 
Ueberfalle auf Quistello, 19. September in der Schlacht bei Guastalla. 

Im Türkenkriege war 
1737 das Regiment und die Grenadiere beim Angriffe auf die Bergfeste Usitza, 
und bestand eine Abtheilung im September den Angriff einer bedeutenden 
türkischen Uebermacht bei Islaty, vor der sie sich in guter Ordnung mit 
Muth und Gewandtheit zurückzog. 

Im österreichischen Erbfolgekriego focht das Regiment 
1741 10. April in der Schlacht bei Mollwitz, 1742 17. Mai in jener bei Chotusitz, 
1744 im Feldzuge am Rhein, in Elsass und in Böhmen. Ein Bataillon iu 
der Belagerung von Freiburg gerieth in Folge der dortigen Capitulation in 
Kriegsgefangenschaft. 1745 4. Juni focht das Regiment in der Schlacht bei 
Hohenfriedberg und 30. September in jener bei Trautenau, 

Im siebenjährigen Kriege kämpfte dasselbe 
1756 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag, 
18. Juni bei Kolin, 15. Juli bei der Expedition auf Gabel commandirtt* 
Major Normann 4 Grenadier-Compagnien, Hess das Stadtthor einschiessen, 
überstieg das feindliche Bollwerk, drang der Erste in den Platz ein, den er 
behauptete und zur Uebergabe zwang. Das Regiment focht femer 7. Sep- 
tember im Treffen am Moysberge bei Görlitz, machte die 16tägige Bela 
gerung von Schweidnitz mit, wirkte in der Schlacht bei Breslau 22. No- 
vember thätig bei dem Angriffe auf Pilsnitz mit, erlitt aber grosse Verlust»», 
— und war 5. December in der Schlacht bei Leuthen, 1758 14. October in 
jener bei Hochkirch, 1759 16. März bei der Besitznehmung von Schmalkaldm 



— 309 -- 

in Hessen, — im Treffen bei Meissen trug es wesentlich bei zur Einnahme und 
Behauptung von Parsdorf, kam Ende September als Verstärkung der Be- 
satzung nach Dresden, focht 1760 3. November sehr tapfer in der Schlacht bei 
Torgau, 1761 war es bei der Eroberung von Schweidnitz, 1. October, und 
ein Bataillon erstürmte das Jauemicker Fort. 1762 stand das Regiment bei 
der Armee in Sachsen und war 16. August im Treffen bei Peyle unweit 
Reichenbach. 

Im baierischen Erbfolgekriege 

1778 — 1779 war es bei der Haupt- Armee in Böhmen, 

1790 bei der Observations- Armee gegen Preussen in Mähren, von wo das Leib> 
Bataillon im August nach der Niederlande aufbrach, und im dortigen Bra- 
banter Revolutionskriege der Einnahme von Namur 24. November beiwohnte, 
als Besatzung dahin kam und bis 1. Mai 1792 daselbst verblieb. 

Im französischen Revolutionskriege war 

1792 das zur Armee aus Böhmen abgerückte Oberstbataillon im August und 
September bei dem in Lothringen operirenden Corps, wo es daselbst und in 
der Champagne den Feldzug 1792 mitmachte. 

Im Feldzuge 

1793 thaten sich das Leib- und Oberstbataillon nun vereint im Treffen bei Arlon 
9. Juni besonders hervor und brachten in einem dreimaligen Sturme den 
Franzosen vielen Schaden bei. Kurz nachher rückte auch das dritte Bataillon 
beim Regimente ein, welches nun bei der Cernirung der Festung Givet ver- 
wendet wurde. 1794 im Treffen bei Sprimont an der Maas hielt es sich 
sehr tapfer, vertheidigte im April mehrere Posten im Luxemburgischen, 
focht femer im Mai in den Scharmützeln bei Bouitton und Neufchatel, 
3. Juni beim Entsätze von Charleroi und 26. Juni in der Schlacht bei Fleurus. 
1795 in Deutschland, war das Regiment 5. und 6. September im Gefechte 
bei Mindelheim, 18. und 19. September bei Limburg an der Lahn und 
29. October bei Erstürmung der französischen Linien vor Mainz nahm das 
dritte Bataillon als Avantgarde der IH. Colonne eine jener starken Ver- 
schanzungen, während die beiden andern Bataillone die zwischen Marienburg 
und Bretzenheim vorrückende feindliche Cavallerie zurückwiesen. Im No- 
vember kämpfte das Regiment bei Frankenthal, bei der Einnahme von 
Worms und 21. November bei Mannheim. 1796 zeichnete sich dasselbe 
14. und 21. Juni bei Zurückweisung der feindlichen Angriffe in der Rhein- 
schanze bei Mannheim aus, focht in diesem Feldzuge im Juli bei Rastatt, 
Tumersheim und Esslingen, im August bei Forchheim, Katzenstein, Neumark 
und Erbach — und am 3. September in der Schlacht bei Würzburg. — Das 
erste Bataillon stand sodann bei Mannheim, das zweite und dritte bei der Be- 
lagerung von Kehl, wo sie 1797 sich bei den 1. Jänner, 3. Jänner und 6. Jänner 
erfolgten Stürmen und insbesondere bei Eroberung der Redoute an der Schwaben- 
schanze, sowie die ''dort zur Arbeit commandirte Mannschaft auszeichneten. 

Im Feldzuge 
1799 in Tirol und Vorarlberg war das Regiment 17. März im Gefechte bei Martins- 



- 310 - 

brück und Nauders, 25. März bei Finstermtinz, Martinsbruck und Pfunda, 
30. März und 4 April bei Taufers-, Anfangs Mai bei der beschwerlichen 
Expedition in das Engadein ; einzelne Abtheilungen bestanden an der Strada- 
Brücke, auf dem Novella-Steige glückliche Gefechte; das Regiment war 
femer 2. Mai im Gefechte bei Guarda und in jenem im Fluelen-Thale, von 
wo das erste Bataillon nach Como beordert wurde, das zweite und dritte 
fochten bei Eroberung und Behauptung mehrerer Posten im Canton Uri und 
an der Teufels-Brücke 29. Mai und bei Wasen 1. Juni, wo sie starke Ver- 
luste erlitten, überstiegen hierauf 27. Juni den St. Gotthartsberg und standen 
im Juli im Aostathale dem Feinde gegenüber; später vereinigten sich alle 
drei Bataillone auf dem Marsche nach Mailand, einzelne Abtheilungen be- 
standen 15. und 19. September bei Dordone und St. Martin Gefechte. Die 
Grenadiere fochten 15. August in der Schlacht bei Novi; das Regiment 
erlitt im Feldzuge 1799 einen Verlust von 30 OfiBzieren und 400 Mann an 
Todten, 15 Offiziere und 800 Mann waren verwundet, vermisst oder 
gefangen. 

Im Feldzuge 
1800 stand das Regiment Anfangs im Aosta-Thale und erlitt beim Rückzüge einige 
Verluste. Hauptmann Stockart von Bärenkopf, als Besatzung mit der ftinflen 
Division des Regimentes im Felsenschlosse Bard, welches den Eingang des 
Aosta-Thales bewacht, vertheidigte dieses vom 19. Mai bis 1. Juni auf das 
heldenmüthigste gegen die heftigsten Angriffe französischer Uebermacht unter 
persönlichen Befehlen ihres Obergenerals Bonaparte; — ein Sturm des 
Generals Loison wurde kräftig abgeschlagen mit dem Verluste von 270 
Franzosen; das Bombardement wurde vom Feinde täglich mit Nachdruck 
fortgesetzt ; endlich nach viermaliger vergeblicher Aufforderung, nachdem von 
mehreren Seiten Bresche geschossen und der Hauptsturm erfolgte, räumte 
die tapfere Besatzung mittelst Capitulation am 2. Juni die Feste. — Die 
Grenadier-Division focht 11. April bei Monte Barbon, das Regiment 25. und 26. 
April bei Romans, 14. Juni mit besonderer Auszeichnung, aber grossem 
Verluste in der Schlacht bei Marengo, wo es 4 Stabs-, 32 Oberoffiziere, darunter 
Einer todt, und über 700 Mann todt und verwundet zählte; — ebenso tapfer 
und beinahe mit gleichem Verluste 25. und 26. December in der Schlacht am 
Mincio oder Pozollo und Valeggio. 

Im Feldzuge 
1805 kämpfte das Regiment in Tirol und wirkte zur Vertheidigung des Greni- 
passes Schamitz mit, wo eine Division des vierten Bataillons, ohne Möglichkeit 
sich durchzuschlagen, von bedeutender Uebermacht umzingelt, die Waffen 
strecken musste. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im I. Armee-Corps G. d. Cav. Graf Bellegarde eingetheilt, 
bis 2ur Schlacht bei Aspem kam es nicht ins Gefecht, aber in dieser that 
es sich 21. und 22. Mai bei Erstürmung und Behauptung des Dorfes Aspem 
wiederholt hervor. Der Brigadier GM. Baron Wacquant hatte mit der Fahne 



— 311 — 

des ersten Bataillons in der Hand 21. Mai sich an dessen Spitze gestellt. In der 
Schlacht bei Wagram 5. und 6. Juli warf sich Oberst Graf Bentheim mit 
dem Rufe: „folgt Euerem Obersten", eine Fahne in der Hand, in einem 
entscheidenden Gefechts-Momente mit dem Begimente auf den Feind, der 
sich der Höhen zwischen Wagram und Baumersdorf bemächtigt hatte, warf 
ihn über den Russbach zurück und besetzte die wiedergewonnene Stellung, 
5. Juli. — Tags darauf rettete Oberst Graf Bentheim durch sein standhaftes 
Ausharren in seiner gut gewählten Stellung die ganze Artillerie auf der Höhe 
zwischen Baumersdorf und Wagram, und erleichterte wesentlich dem rechten 
Flügel des sich zurückziehenden zweiten und vierten Armee-Corps den Rückzug. 
Das dritte Bataillon, in Front, Flanken und Rücken gleichzeitig angegriifen, 
erlitt starke Verluste ; bei Znaim hatte das Regiment mit 14 Compagnien die 
Thaya und ihre Auen gegen den Feind zu vertheidigen und hielt ihn die 
ganze Nacht ab, 10. Juli; später stellte es sich mit schwachen Bataillonsmassen 
vor Znaim auf. Der Verlust des Regimentes im Feldzuge 1809 betrug an 
Todten, Verwundeten und Vermissten über 2000 Mann. 

Im Feldzuge 

1813 war es im H. Armee-Corps eingetheilt, 26. und 27. August in der Schlacht 
bei Dresden; 18. September im Gefechte bei Einnitz; in der Schlacht bei 
Leipzig, in der Aufstellung bei Eonnewitz 17. und 18. October und im 
Treffen bei Hochheim 9. November. Das dritte Bataillon bestand 30. August 
ein Scharmützel bei Aussig, kam zur Blocade des Sonnensteins bei Pirna, 
im October zur Einschliessung von Dresden, focht bei dem Ausfalle der 
feindlichen Besatzimg gegen die Seite von Pirna 29. October tapfer mit, 
kam im November zur Besatzung von Dresden nach erfolgter Capitulation 
und brach 7. December nach dem Rheine auf. Das Landwehr-Bataillon war 
18. September bei der Recognoscirung gegen Kinnitz, 17. und 18. October 
bei Leipzig, später wurde es zum Dienste der Platz-Commanden und zur 
Streifung verwendet. 

Im Feldzuge 

1814 war das erste Bataillon in mehreren Gefechten, die im Departement de l'Aisne 
verfielen, und zwar auf dem linken Flügel der verbündeten Armee, so bei 
Ma9on, Lons le Saunier, Arbois, Verigny, Pierre Chätel und vorzüglich bei 
Bourg en bresse, wo ihm der ehemalige Regiments-Deserteur Augereau nun- 
mehr als firanzösischer Marschall gegenüber stand; — das zweite Bataillon, 
nun in der Brigade des GM. Zechmeister eingetheilt, machte den beschwer- 
lichen Feldzug in Savoyen mit und focht ruhmvoll bei Fort TEcluse, Cham- 
beiy, Schloss Lepin am See Aiguebellete, les Echelles, St. Jean, Genf, St. 
Julien, Gressy wie überhaupt an den Ufern der Is&re. Das dritte Bataillon 
war bei der Blocade von Beifort. 1815 war das Regiment 4. Juli bei der 
Berennung von Pfalzburg und später bei der Blocade von Strassburg. 

1821 waren die zwei Feld-Bataillone und die Grenadier-Division im kurzen Feld- 
zuge gegen die neapolitanischen Insurgenten, kamen aber in kein Gefecht 
und blieben bis Ende Februar 1823 bei der Occupation von Neapel. 



~ 312 — 

Bei Ausbruch der Revolution 

1848 in Italien war das Regiment in der Garnison Venedig, einzelne Compagnien 
hatten Zusammenstösse mit den Aufruhrern, — jedoch in Folge der Ueber- 
gäbe von Venedig wurde das Regiment 29. März nach Triest überschifft, 
und erhielt sogleich seine Bestimmung zu dem am Isonzo bei Romans sich 
formirenden Armee-Corps unter FZM, Graf Nugent, welches 17. April seine 
Vorrückung begann, wo es das Dorf Jalmico nach einem kurzen Kampfe 
mit dem dortigen Landsturm einnahm. Es focht nun 21. April bei der Ein- 
nahme von Udine, 10. Mai beim Uebergange über die Piave, 11. Mai im 
Gefechte bei la Stretta, 12. Mai bei Treviso, 20. Mai bei Vicenza, von wo 
sich das Corps 25. Mai mit der Armee des FM. Grafen Radetzky bei 
Verona vereinigte. Das dritte Bataillon, erst als Besatzung in das ein- 
genommene Udine bestimmt, kam sodann zur Cemirung von Osoppo und 
später zu jener von Venedig. — Die beiden Feld-Bataillone kämpften 23. JuH 
mit Auszeichnung in den Gefechten bei Sona und St. Giustina, — aber ein 
glänzender Ruhmestag für das Regiment Kinsky war jener der Schlacht von 
Custozza 25. Juli, wo Oberst Baron Bianchi mit demselben mehrere Stunden 
unerschüttert im Feuer stand, viermal sttlrmend die höchsten Punkte erstieg 
imd sohin den rühmlichsten Antheil an dem erfochtenen Siege hatte. 26. und 
27. Juli focht das Regiment im Nachtgefechte bei Volta, und das erste Ba- 
taillon 26. August gegen die Garibaldianer im Gefecht bei Murazzone. 
Das dritte Bataillon bei der Cemirung von Venedig hatte am 9. Juli 
und 20. Juli Ausfallsgefechte mit der feindlichen Besatzung bestanden. 
Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont war das Regiment in der Brigade seinen eigenen Obersten 
Baron Bianchi des zweiten Armee-Corps eingetheilt und fochten die beiden 
ersten Feld- und das Landwehrbataillon 25. März in der Schlacht bei Novara 
und den harten Kämpfen bei Olengo und den Meierhöfen Castellazo und 
Forsada mit hervorragender Auszeichnung. Oberst Baron Bianchi sammelte 
einige hundert Mann von verschiedenen Regimentern, fUhrte sie in einem ent- 
scheidenden Momente des bereits schwankenden Gefechtes unter dem Rufe 
Es lebe der ELaiser! vom Neuen zum Sturme und warf den Feind aus dem 
untern Theile des Dorfes Olengo, dem er ungeachtet des heftigsten Feuers 
bis Forsada nachdrang, welche wichtige Stellung durch die nachrückenden 
Unterstützungen von Kaiser-Jäger nach schweren Kämpfen endlich genom- 
men wurde. Eine Abtheilung des Regimentes erbeutete eine Fahne der 
Brigade Pignerol. Das Regiment hatte in dieser Schlacht einen Verlust von 
20 Offizieren und 421 Mann, darunter 2 Offiziere und 67 Mann todt erlitten. 
Das dritte Bataillon unter dem tapferen Major Ritter von Födransperg war 
gleich bei Beginn des Feldzuges in einer Vorpostenkette von Magenta bis 
Abbiate Grasso aufgestellt worden, und bestand 20. März ein theilweises Ge- 
fecht mit einer 6000 Mann und 16 Geschütze starken feindlichen Ueberlnacht, 
vollführte sodann den disponirteu Rückzug von Mittag die Nacht hindurch 
glücklich ohne Verlust und vereinigte sich am Abend des Schlachttages 
mit seinem Regimente. 



— 313 — 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franeo-Sarden in Italien war das Regiment in der Stärke von 
vier Bataillons im V. Armee-Corps des FML. Grafen Stadion eingetheilt und 
focht seines alten Ruhmes würdig 24. Juni in der Schlacht bei Solferino, 
wo es von 4 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags auf einer ausgedehnten, 
durch Terrain und fremde Bestandtheile in breiten Intervallen getrennten 
Linie das Trefflichste an Tapferkeit geleistet, und einen Gesammtverlust von 
20 Offizieren und 447 Mann, darunter zwei Offiziere und 40 Mann todt er- 
litten hatte. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im 11. Armee-Corps des FML. Grafen 
Thun der Nord-Armee eingetheilt, focht 3. Juli in der Schlacht bei König- 
grätz mit dem namhaften Gesammtverluste von 22 Offizieren und 862 
Mann, darunter 8 Offiziere und 154 Mann todt 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Reserve-Regiment mit vorzüglicher Auszeichnung 7. August im 
Gefechte bei Sepce und 19. August bei der Einnahme von Serajewo mit 
einem Gesammtverluste an Todten, Verwxmdeten und Vermissten im ganzen 
Feldzuge von 41 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1702 Major Graf Locatelli sich bei Luzzara ausgezeichnet. 

1716 Regimcnts-Conmiandant Oberst Baron Geyer that sich beim Sturme auf die 
Temesvarer Palanka hervor, wurde aber verwundet. 

1737 Major Josef Baron Hagenbach zeichnete sich im Gefechte bei Islaty durch 
die umsichtige und tapfere Leitung des Rtlckzuges aus. 

1756 Oberstlieutenant Friedrich Baron Baumbach zeichnete sich in der Schlacht 
bei Lobositz 1. October vortheilhaft aus. 

1757 Major £!mst Baron Normann wurde für sein vorzügUch tapferes und um- 
sichtiges Verhalten bei dem Angriffe auf Gabel 15. Juli in der zweiten Pro- 
motion 1758 MTO.-R. 

1760 Regiments-Commandant Oberst Graf Paul Serimann war Commandant der 
Besatzung von Torgau während der dortigen Schlacht 3. November und ver- 
theidigte tapfer den ihm anvertrauten Posten, — auch bei der Eroberung 
von Schweidnitz 1761 that er sich hervor, und wurde insbesondere filr seine 
Auszeichnung in der Schlacht bei Hochkirch 1758 als Major bei Browne- 
Infianterie Nr. 36, 1761 MTO.-R. 

1761 Feldwebel Franz Rollin wurde filr besondere Tapferkeit beim Sturme auf 
Schweidnitz sogleich auf dem Schlachtfelde zum OfiBzier befördert. 

1771 erhielt das Regiment den Werbbezirk Schlan in Böhmen angewiesen. 

1779 23. März wurde ein Franzose, Goldschmied von Profession, Namens Pierre 
Augereau, gegen sechsjährige Capitulation als gemeiner Soldat zum Regimento 



— 314 — 

cngagirty derselbe desertirte aus Schlan, wurde eingebracht, als Fechtmeister 
verwendet, desertirte aus Prag 5. November 1782 zum zweitenmale, ging als 
Fechtmeister nach Neapel, trat bei Ausbruch der Revolution in Frankreich 
in die Dienste seines Vaterlandes, stieg rasch zum General, — endlich zum 
Marschall und Herzog von Castiglione empor und stand in den spätem Feld- 
zügen, insbesondere 1814, mehrmals seinem ehemaligen österreichischen Re- 
gimente gegenüber. 

1793 Bei Arlon 9. Juli zeichnete sich Hauptmann von Tegetthoff, der mit den 
Freiwilligen des Regimentes ein feindUches Lager erstürmte, vorzüglich aus. 

1793 Bei Vertheidigung der Posten im Luxemburgischen thaten sich 16. und 17. April 
Hauptmann Spiegel und Lieutenant Greiner durch ihre vorzügliche Tapfer- 
keit hervor. 

1794 Bei Charleroi 3. Juni zeichnete sich Oberst von Wendland durch umsichtige 
und tapfere Führung des Regimentes beim Angri£fe aus, wurde aber schwer 
verwundet. 

1796 In der Schlacht bei Würzburg 3. September hatte sich Oberst Baron Auffen- 
berg besonders ausgezeichnet. 

Bei den Stürmen auf die Verschanzungen von Kehl 1. Jänner und 6. Jänner 
hatten sich Hauptmann Baumburg und Lieutenant Geppert hervorgethan. 

1799 Bei der Unternehmung auf das Engadein im Mai und bei dem üeberfalle 
der feindlichen Posten auf dem Novellasteige hatten sich Hauptmann Stokart 
von Bämkopf und Oberlieutenant Werbeck durch ihre ausgezeichnete Bravour 
bemerkbar gemacht. 3 Mann erhielten die silberne Medaille. 

1800 Hauptmann Josef Otto Stokart von Bämkopf wurde für seine heldenmüthige 
Vertheidigung des Felsenschlosses Bard im Aosta-Thale 19. Mai bis 1. Juni 
in der Promotion 1801 MTO.-R. Seine braven Gefährten waren : Hauptmann 
Carl Mitscherling, Oberlieutenant Wehenkel (beide in der Schlacht am 
Mincio 26. December geblieben), Oberlieutenant Schrötter, Lieutenant Baron 
Reichlin, die Fähnriche Gaudemack und Schaub. Der französische General 
Chabranne, an den die Festung übergeben wurde, äusserte folgende ehrende 
Worte: „Es würde den kaiserlichen Waffen wohl kaum in der glänzenden 
Campagne des vorigen Jahres gelungen sein, so viele feste Plätze Italiens 
zu nehmen, wenn sie mit gleicher Tapferkeit von der französischen Be- 
satzung wären vertheidigt worden.'' — Auch die Hochachtung Bonaparte*s 
hatten sich jene tapferen Vertheidiger von Bard erworben. 

1809 In der Armee-Relation über die Schlacht bei Aspem erscheinen Regiments- 
Inhaber FML. Baron Vogelsang, Oberst Weiss v. Funkenau (der am nächsten 
Tage 23. Mai in Folge dessen zum GM. befördert wurde), sowie die Hanpt- 
leute von Vignette und Wunsch unter den Ausgezeichneten von Aspern. 

1809 Oberst Friedrich Wilhelm Graf, später Fürst Bentheim wurde filr sein ebenso 
ausgezeichnetes als erfolgreiches Verhalten in der Schlaaht bei Wagram durch 
Capitelbeschlnss von 1810 MTO.-R. Nebst ihm hatten sich in jener SchUcht 



- 315 — 

ausgezeichnet der Major Wenzel Liezenmayer von Hochstett, die Hauptleute 
Baron Hom und Baron Eugen Mylius. 5 Mann erhielten BÜberne Tapferkeits- 
Medaillen. 

1813 Hauptmann Johann Eossovich, welcher bei Einnitz 18. September als In- 
terims-Commandant d^s ersten Bataillons einen Wald ersttirmte, den Feind 
hinauswarf, und ein neues zur Verstärkung anrückendes feindliches Bataillon 
zurückschlug, hatte sich eines besondern Lobes würdig gemacht. Die Gefechts- 
Relation über die Schlacht bei Dresden und das Gefecht bei Kinnitz 26. und 
27. August und 18. September belobt den Regiments-Commandanten Oberst 
Graf Bentheim und die Thätigkeit des dem Generalstabe zugetheilten Lieu- 
tenants Baron La Motte. 

1814 Für Auszeichnung im Feldzuge in Frankreich (namentlich in den Gefechten 
an der Is^re): 

ÖLO.-R. Major Eugen Baron Mylius. 

Den Hauptleuten Carl Bossard und Johann Stibitz, den Oberlieutenants Franz 
Baron Auffenberg und Moriz von Görger wurde das Allerhöchste Wohl- 
gefallen mittelst Cabinetschreibens kundgegeben. 3 Mann erhielten silberne 
Medaillen, 2 Geldbelohnungen. 

Ebenso erhielt das dritte Bataillon fiir seine bei der Blocade von Beifort 
geleisteten guten Dienste den Ausdruck der besondem Zufriedenheit Sr. 
Majestät. 
1814 Auch der als Militärschriftsteller bekannte Hauptmann Johann von Rittersberg 
hatte sich sowohl vor dem Feinde, als auch als Platz-Commandant in Mont- 
Belliard wiederholt ausgezeichnet und wurde vom FM. Fürsten Schwarzenberg 
im Armeeberichte an Se. Majestät rühmlichst erwähnt. 

1816 Im September erhielt das bis nun böhmische Regiment seine noch gegen- 
wärtige Ergänzungs-Bezirksstation Marburg in Steiermark. 

1 848 Corporal Franz Gornig, welcher in den Märztagen zu Venedig den Wacht- 
posten am Fulverthurm der Insel San Spirito befehligte, mit einem Gefreiten, 
17 Mann und einem Feuerwerker, erklärte, als er unter Androhung von Gewalt 
zur Uebergabe seines Postens aufgefordert wurde, denselben nicht ohne aus- 
drücklichen Befehl seiner gesetzlichen Militärbehörde zu verlassen, und dass 
er entschlossen sei, eher sich mit seiner Mannschaft in die Luft zu sprengen, 
als den Fulverthurm zu übergeben. — Erst als er den schriftlichen Befehl 
der Militärbehörde erhielt, und ihm der Abzug mit Waffen und Munition 
verbürgt wurde, übergab der brave Corporal seinen Posten. Er erhielt die 
grosse silberne Medaille. 

FML. Baron D'Aspre, der Corps-Commandant, ehrte die Tapferkeit des Re- 
gimentes in der Schlacht bei Custozza, als er am nächsten Tage an dessen 
Reihen vorüberritt, mit den Worten an dessen Commandanten Oberst Baron 
Bianchi: ;,Herr Oberst, ich werde von nun an nur mit abgezogenem Hute 
vor diesem ausgezeichneten Regimente vorbeireiten, denn es hat das Un- 
glaubliche geleistet'', worauf er in dieser Weise mit seiner ganzen Suite unter 
donnernden Vivats der Braven vorbeiritt. 



— 316 — 

1848 Für AuszeichnuDg im Feldzuge in Italien: 

OLO.-R. Oberst Regiments-Commandant Friedrich Baron Bianchi, Major 
Albert Fürst und Hauptmann Rudolf Graf Salis-Zizers (bei Custozza 1848 
dreimal verwimdet, bei Novara 1849 geblieben). 

OEKO.-R. 3 Hauptmann Wilhelm Ritter von Jacomini-Holzapfel-Waasen, die 

Oberlieutenants Hermann Schäffer, Hugo Heuser. 

Viele Offiziere Belobungen im Armeebefehle, welche mit dem später gestifteten 

Militär-Verdienstkreuze 1849 decorirt wurden, und weiter unten aufgeführt 

erscheinen. 

Regiments-Caplan Laurentschisch des GGVK. 

Die Mannschaft 11 goldene, 16 grosse, 44 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen 

und 2 k. russische St. Georgskreuze.. 

1849 Für Auszeichnung in der Schlacht bei Novara 23. März : 
Regiments-Commandant Oberst Baron Bianchi wurde 1849 MTO.-R. (war 
inzwischen zum GM. befördert). 

OEKO.-R. 3. Major Franz von Latterer von Lintenburg. 
Die brave Mannschaft erhielt eine goldene, 14 grosse, 25 kleine silberne Tapfer- 
keits-Medaillen, 1 kaiserlich russisches St. Georgskreuz V. Classe und 35 
öffentliche Belobungen im Armee-Befehle. 

Major Albert Fürst wurde ausser der Rangstour zum Oberstlieutenant (beim 
4. Jnfanterie-Regimente) befördert, und Major Franz Ritter von Födransperg 
vom FM. Grafen Radetzky in Vespolate mündlich belobt. — Der tapfere 
Hauptmann und ÖLO.-R. Rudolf Graf Salis-Zizers hatte sich, von seiner 
dreifachen vorjährigen Verwundung noch nicht ganz geheilt, durch seine 
seltene Bravour neuerdings ausgezeichnet, fiel aber bei Erstürmung eines 
Hauses durch einen Schuss und einen Kolbenschlag auf den Kopf. 

Nachträglich für Auszeichnung im Feldzuge 1848 erhielten das 1849 gestiftete 
MVK : Major Franz Ritter von Födransperg, die Hauptleute Baron Bittner, Czer- 
mak, Ritter Lippe von Fichtenhain, Steinhofer von Felsenstem, Frubin, Uffen- 
heimer, Josef Sutter von Adeltreu, Nobile Visconti Menati, Franz La Reno- 
tiere Ritter von Ejiegsfeld, Utsch v. Lanzenstreit, Illeschütz, die Oberlieutenants 
Thum, Balabene, Johann Sutter von Adeltreu, Franz Latterer von Linten- 
burg und Lieutenant Guido Kober. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien : 

OLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Prosper von Docteur (inzwischen zum 
GM. befördert). 

OEKO.-R. 3 Oberstlieutenant Ottokar Baron Prochazka (inzwischen zum Ober- 
sten befördert), Hauptmann Wilhelm Marno von Eichenhorst 
MVK. die Hauptleute Bongard von Ebersthal, Kokl, Forsthuber von Forst- 
berg, Liebezeit Knieberg, die Oberlieutenants Gamilscheg, Drasch, Szvetics, 
die Lieutenants Wratscko, Baron Cirheimb, Braun, 17 OfBziere erhielten die 
Allerhöchste Belobung und die Mannschaft 3 goldenoi 21 grosse und 57 
kleine silberne Medaillen. 



— 317 — 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Johann Weyracher von Wei- 
denstrauch. 

MVK. (der schon in den Feldztigen 1848 und 1849 mehrmals ausgezeich- 
nete) Major Johann Garlik, die Hauptleute Topitsch, Hopels, und (der an- 
her transferirte) Oberst Anton Ritter von Schönfeld (für frühere Verdienste 
bei Custozza). 

Die Allerhöchste Belobung erhielten 5 Offiziere, darunter die beiden Ma- 
jore : Wilhelm Marno von Eichenhorst und Adolf Fidler von Isarbom. 
Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge : 

1878 OLO.-R.: Oberst Ludwig von Eonnart. 

OEKO.-R. 3: Hauptmann Franz Treffenschedl. 

MVK. : Oberstlieutenant Otto Schwarzbeck, Hauptmann Heinrich Scheefer, 
OberUeutenant Valentin Rupert, Lieutenant Josef Leskousek, Reservelieute- 
nant und Ordonnanz-0£Pizier Emil Seiller, (der vor dem Feinde gebliebene) 
Oberlieutenant Wilhelm Kubin. 
Die Allerhöchste Belobung: Major Leonhard Freiherr de Vaux. 

Seit 1868 hat dasselbe seine angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-Offiziere. 

1691 Oberstwachtmeister Qraner f in der Schlacht bei Szlankamen 19. August. 

1794 Regiments-Commandant Oberst von Wendland f an seinen bei Charleroi 
und später bei Fleurus erhaltenen Wunden 29. Juni. 

1800 Regiments-Commandant Oberst Anton Vermatti von Vermersfeld und Oberst- 
lieutenant Carl von Kövesdy beide an ihren in der Schlacht bei Marengo 
erlittenen Verwundungen f im Juni zu Alessandria in Kriegsgefangenschaft. 

1809 Oberstlieutenant Ludwig Groetz an seiner bei Wagram erhaltenen Verwundung 
zu Ulrichskirchen f 8. Juli. 

1848 Oberstlieutenant Ludwig Freiherr Karg von Bebenburg f ^^ d®*" Piave 
9 Mai. 



ÜDgarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 4& 

(1846.; 

G. d. CAV. ERZHERZOG ERNST. 

Dunkelblaue Waffenröcke, stahlgrüne Egalisirung^ gelbe Knöpfe, 
Ergäazungsbezirksstation : Gross-Kanizsa. 



Inhaber. 



1798 errichtet im Juni zu Verona aus 
den 4. Bataillons der ungarischen 
Regimenter Nr. 32, Nr. 33 und 
Nr. 53. 

1799 FML. Philipp Freiherr von Vu- 
KAssoviCH MTO.-R., tödtlich ver- 
wundet bei Wagram 5. Juli, f 
zu Wien 9. August 1809, 

1809 FZM. Josef Freiherr von Simb- 
scHEN MTO.-R. t zu Wien 14. 
Jänner 1820. 

1815 FZM. Paul Freiherr von Radf^o- 
jEvicH f 1829. 



1829 FML. Alois Freiherr Goo^fä 

von GOLLNENFELS MTO.-R. f G. 

März 1844 zu Wien. 
1845 Se. k. k. H. General der Cav. 

Erzherzog ernst. 

{Zweite Inhaber: 
1845 FML. Leopold Ritter Wissiak von 

WrasENHORST t ZU Wicu 26. April 

1852. 
1852 FML Eduard Graf Wenorrsky 

von Ungarschütz f zu Wien 13. 

April 1873.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im Feldzuge 
1 799 in Italien focht das neu errichtete Regiment sehr tapfer 26. März im Treffen 
bei Verona, erlitt aber in dieser Feuertaufe seines Kriegsruhmes den bedeu- 
tenden Gesammtverlust von 8 Offizieren und 854 Mann, ebenso 5. April in 
der Schlacht bei Magnano, wo es in Allem 18 Offiziere und 580 Mann ver- 
lor; — die Grenadiere waren 27. April im Treffen bei Cassano. — 15. August 
in der Schlacht bei Novi vertrieb der Regiments-Commandant Oberstlieute- 
nant de Baut mit dem Bajonet die in den Weingärten der umliegenden Höhen 
postirton Franzosen ungeachtet ihres hartnäckigen Widerstandes, verfolgte 
dieselben, nahm sodann auf einer Wiese mit dem sehr gelichteten Regimente 



— 319 — 

eine Stellung, in der er heldenmüthig ausharrte, bis die Anhöhen von den 
nachrückenden Truppen besetzt werden konnten. Das Regiment, welches im 
Juni und Juli bei der Belagerung von Mantua war, focht 27. und 28. Octo- 
tober bei Vico und San Lorenzo und kam im November zur Belagerung 
von Coni. Der Gesammtverlust desselben in seinem ersten Feldzuge belief 
sich auf 48 Offiziere und 2064 Mann. 

Im Feldzuge 

1800 6. April im Gefechte bei Montenotte unternahm das Regiment unter Oberst- 
lieutenant de Baut einen Bajonnet-AngrifT gegen den vortrefflich verschanz- 
ten Feind und eroberte zwei Kanonen und 11 Doppelhaken, dagegen musste 
es am 11. April in seiner Aufstellung bei Campo Freddo dem ungestümen 
Angriffe einer bedeutenden Uebermacht unter General Soult nach vierstün- 
digem tapfem Widerstände weichen ; 15. April focht es bei San Giustiniano 
in der zweiten Hälfte April und im Mai war es bei der Blocade der Cita- 
delle von Savona und machte im Juni den Rückzug des FML. Baron Elsnitz 
über den Col di Tenda mit. 
Im Feldzuge 

1805 in Italien focht das Regiment 29. bis 31. October in der Schlacht bei Cal- 
diero, wo sich besonders das dritte und vierte Bataillon durch einen gut und 
kräftig geführten Bajonnet- Angriff 31. October unter seinem tapferen Oberst 
von Bnisch hervorthat. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im VII. Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand einge- 
theilt und machte mit diesem die Vorrückung gegen Warschau mit; in dem 
Gefechte bei Raszyn 19. April nahm es dem Feinde vor und bei dem Orte 
Fulenty vier Kanonen und über hundert Gefangene ab; bei Grahov 
25. April kam vorzugsweise das dritte Bataillon ins Gefecht und 15. Mai er- 
stürmte und eroberte Hauptmann Rogats den Brückenkopf von Thom mit dem 
zweiten Bataillon, das, ohne einen Schuss zu thun, mit dem gefällten Bajon- 
nete in die Verschanzung eindrang, selbe eroberte und gegen die Angriffe 
der feindlichen Reserve auch behauptete. Zwei Kanonen, 1 Haubitze und 
400 Gefangene fielen in die Hände der siegreichen Stürmer. 1. Juni bestand 
das Regiment ein Gefecht hei Wiljanow, 9. Juni das dritte Bataillon ein 
Nachhut-Gefecht bei Jedlinsko, und 11. Juni bei diesem Orte das Regiment 
ein zweites, und 10. Juli bei Zamowice. Die Grenadiere im II. Reserve- 
Corps der Haupt- Armee in Deutschland eingetheilt, fochten 3. Mai im Gefechte 
bei St. Florian, 21. und 22. Mai in der Schlacht bei Aspem, 5. und 6. Juli 
in jener bei Wagram. Die Reserve-Division des Regiments gerieth durch die 
Capitulation von Raab 22. Juni in Kriegsgefangenschaft. 

Im Feldzuge 
1812 gegen Russland focht das Regiment in der Division FML. Baron Bianchi 
12. August in der Schlacht bei Podubnie, 8. October im Gefechte an dem 
Triczinerhofe nördlich Bzesc Litewski, 18. October im Treffen an der Biala 
und 16. November in jenem bei Wolkoisk. 



— 320 — 

Im Feldzuge*^ 

1813 betheiligte sich das Regiment abennals in der Division Bianchi 26. und 27. 
August an der Schlacht bei Dresden an der Abwehr des Reiter-Angriffes 
der franzöuschen Cavallerie-Division Latour-Maubourg, hatte aber einen Ge- 
sammtverlust von 10 Offizieren und 696 Mann erlitten; 30. August war es 
in der Schlacht bei Kulm ; in der Schlacht bei Leipzig 16. October erstürmte 
Oberst Dressery mit dem Regimente in fester üaltung, ohne einen Schu^ 
zu thun, im mörderischen feindlichen Feuer die Schäferei Auenhain and 
behauptete dieselbe, 18. October war das erste Bataillon im Kampfe bei Kon- 
newitz und Lössnig, das zweite Bataillon unter seinem Brigadier GM. Graf Haug- 
witz half östlich von Dölitz, wo drei Strassen sich vereinigen, mehrere An- 
griffe des Feindes abweisen. Der Gesammtverlust des Regimentes in den drei 
Schlachttagen bei Leipzig betrug 11 Offiziere und 550 Mann, — während des 
ganzen Feldzuges 1813 aber 21 Offiziere und 1246 Mann. 

Im Feldzuge 

1814 in Frankreich war das Regiment 2. bis 13 Jänner bei der Einschliessung 
von Beifort, 4. Februar im Gefechte bei Clerey, dann bei den Operationeo 
gegen Süd-Frankreich, 11. März im Treffen bei Mayen, 18. März bei St. 
Georges, wo sich zwei Bataillone unter Major Busan durch einen glänzenden 
und erfolgreichen Bajonnet-Angriff hervorthaten. Das Regiment focht femer 
20. März in der Schlacht bei Lyon, 29. März im Gefechte bei Chiveres und 
2. April in jenem bei Voreppe. Die Grenadier-Division war bei der Armet^ 
in Italien und erlitt grosse Verluste in der Schlacht am Mincio 8. Februar. 

Im Feldzuge 

1815 war das Regiment nur mit dem ersten und dritten Feld-Bataillon ausgerückt 
und machte im Corps des FML Baron Bianchi den Feldzug in Neapel gegvn 
den Exkönig Murat mit, 17. April bestand die 17. Compagnie bei Mi- 
randole auf der Strasse überfallen ein Gefecht, schlug den feindlichen AngritT 
ab, 11. April war die achte Division im Gefechte und der Erstürmung von 
Carpi, — beide Bataillone fochten tapfer bei Tolentino 3. Mai; Mitte Juli 
kam das Regiment, aus Neapel überschifft, nach Süd-Frankreich und be- 
zog Cantonirungen in der Provence, das vierte Bataillon war als Besatzung in 
Legnago. 

1821 machte das Regiment den kurzen Feldzug gegen Neapel mit, ohne in ein 
Gefecht zu kommen, wurde nach Sicilien überschifft Ende Mai, wo es als 
Besatzung in Palermo bis April 1826 verblieb. 
Im Feldzuge 

1848 in Italien war das Regiment im II. Armee- Corps FML. Baron d'Aspre ein- 
getheilt und focht 6. Mai in der Schlacht bei Santa Lucia, mit besonden^r 
Auszeichnung 23. Juli bei Sona bei Erstürmung der dortigen Höhen; in der 
Schlacht bei Custozza vertrieb es durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff ein^ 
feindliche Batterie/ und warf die herbeieilenden feindlichen Abtheilungen unge- 
achtet einer tropischen Julihitze von Abbang zu Abhang, 25. Juli, und war 
im Gefechte bei Mailand 4. August; während des Feldzuges. 



— 321 — 

1849 gegen Piemont war das Regiment als Besatzung in Piacenza verblieben und 
daselbst bei den fortificatorischen Arbeiten zur Verstärkung des Po-Ueber- 
ganges verwendet. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien war das Regiment in der Schlacht bei 
Solferino 24. Juni an einem fünfstündigen Kampfe und zweimaligen Sturme, 
und Abwehr zweier feindlicher Angriffe betheiligt, ausserdem hatten schon früher 
Regiments-Abtheilungen 6. Juni bei Pietro imd 8. Juni bei Seriate und Val- 
tezze Zusammenstösse und Gefechte mit dem Feinde zu bestehen. 

Im Feldzuge 
1866 hatte das Regiment bei der Süd- Armee Sr. k. k. H. des FM. Erzherzogs Al- 
brecht ruhmvollen Antheil an der Siegesschlacht bei Custozza, das dritte 
Bataillon hatte unter der Führung seines tapferen Obersten von Fischer im er. 
sten Anlaufe den von den Bersaglieri's stark besetzten Ort Bosco de fitte 
erstürmt, das zweite Bataillon vom Monte Grodio Besitz genommen und das 
Regiment um den Besitz des Gehöftes La bagolina, der Höhe von Monte 
Molimenti und Monte Arabica einen heissen erbitterten Kampf mit mehreren 
feindlichen Grenadier-Bataillonen bestanden. 

Bei der Kriegs-Expedition zur Bezwingung des Aufstandes in Süd-Dalmatien 
im October 

1869 war das Regiment ehrenvoll betheiligt 19. October bei der Verproviantirung 
TOn Dragalj imd Czerkwice, an den Gefechten bei Ledenica, Gorazda, 
Kaezlac, im Defile Ham, Czerkwice, Santa Barbara, Monte Golis, Risano 
u. s. w. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment 15. September im Gefechte bei Jzazie und 18. September 
in jenem bei Bihacs mit einem Gesammtverluste in Allem von 78 Mann im 
ganzen Feldzuge. 

Tapferkeits-Auszeichntingen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1798 Das Regiment hatte bei seiner Errichtung die Nummer 48 des 1796 redu- 
cirten Infanterie-Regimentes Schmid£Bld erhalten. 

1799 FML. von Keim sprach dem Regimente für dessen Tapferkeit bei Magnano 
seine vollste Zufriedenheit aus 5. April. 

1799 Oberstlieutenant Franz Freiherr De Baut wurde für sein ausgezeichnetes 
Verhalten bei Novi 15. August durch Capitel-Beschluss 1801 MTO.-R. (war 
inzwischen seit 1800 zum Obersten im 44. Infanterie-Regimen te befördert 
worden). 

1800 General der Cav. Baron Melas schickte im Treffen bei San Giustiniano 15. 
April eigens den GM. Grafen Palffy zum Regimente, um ihm seine beson- 
dere Zufriedenheit und seinen Dank auszudrücken. 

1805 Bei Caldiero hatte sich 31. October Oberst Regiments-Oommandant Brusch 

Tbflrhelm, 6«denkbl&tter. ^^ 



~ 322 - 

durch umsichtige und tapfere Führung des dritten und vierten Bataillons beim 
Angriffe hervorgethan. 

1809 Hauptmann Johann von Bogats wurde für seine Waffenthat bei Thom 15. 
Mai durch das Nachtrags-Capitel 1811 MTO.-R. 

1813 wurde Regiments - Commandant Oberst Wilhelm von Dressery für die Er- 
stürmung des Hofes von Auenhain 16. October bei Leipzig mittelst Allerhöch- 
sten Handbillets ddto. Rötha 20. October ausser Capitel MTO.-R. 

1814 Major Paul von Busan ftlr sein tapferes und umsichtiges Benehmen im Ge- 
fechte bei St. Georges 18. März ÖLO.-R. 

1815 Oberlieutenant Anton Lohr mit einer halben Compagnie zu Porto di Fermo 
stationirt, schiffte sich 10. Mai auf zwei eben segelbereiten Barken ein, g^^ff 
3 feindliche mit Wein und Frucht beladene Schiffe an, nahm nach kurzem 
Gefechte dieselben, sowie ein dazugekommenes viertes in Besitz. 

1848 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OEKO.-E. 3. Oberstlieutenant Carl Ritter von Odelga, Major Moritz Ritter 
Desimon von Stemfels. 

MVK. Hauptleute Baron Wetzlar, Eardoss, Rukavina v. Liebstadt, Lehner, 
Lagersberg, Latschat, Falk, Wukelich, die Oberlieutenants Tökessy, Du- 
devsky, Neulinger, Grobois, Obhlidal, Josef und Johann Artner. — Die 
Mannschaft [hatte 2 goldene, 17 grosse und 45 kleine Tapferkeits Medaillen 
nebst einem k. rusischen St. Georgskreuze V. Klasse erhalten. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Carl Osmolski von Boneza 
(vor dem Feinde geblieben), Major Eduard von Udvamoky, die Hauptleute 
Ignaz Korren und Carl Falk. 

MVK. Oberstlieutenant Johann Vagyon, die Majore Conrad Edler von Me- 
derer und Ferdinand Bauer, die Hauptleute von Mihalik, Oreskovic und 
Carl Graf Cerrini de Monte Varchi, die Oberlieutenants Laswitz, von Turek 
die Lieutenants Selig, Straschiripka, Fuchs und Heller. 5 Offiziere erhielten 
die Allerhöchste Belobung. Die Mannschaft erhielt 2 goldene, 27 grosse 
und 52 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

MVK. Oberstlieutenant Johann Rosenzweig, die Majore Constäntin Haberecker 
und Friedrich Baron von Ende, die Hauptleute Blaschek, Kraft, Piskor, Hein- 
zclmann, die Oberlieutenants Richard, von Becsey, Zuma, Triff, die Lieutenants 
Stirling, Gönczy und Blaschke. 

Die Mannschaft erhielt eine goldene, 26 grosse und 84 kleine silberne Ta- 
pferkeits-Medaillen. 

1869 Für Auszeichnung bei der Kriegs-Expedition in Stid-Dalmatien : 
ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Maximilian von Fischer. 
OEKO.-R. 3. Major Friedrich Baron von Ende, die Hauptleute Gustav Thaein- 
mel und Josef Heinzelmann. 

MVK. Hauptmann Rittor von Negrelli Oberlieutenant Thaller und Lieute- 
nant Labur. 



— 323 — 

Die Mannschaft erhielt 9 grosse und 39 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 
Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge : 
1878 OEKO.-R. 3. Oberst Franz Buchta, Major Josef Blaschek. 

MVK. die Hauptleute Johann Göttlicher, Friedrich Ritter von Franz, Gott- 
fiied Wallachy, die Oberlieutenants Carl Freiherr Wucherer von Huldenfeld, 
Ignaz Rosenberger, Carl Strohmayer, die Lieutenants Gustav Zerbs, Franz 
Gromes (in der Reserve), Alfred von Eiepach. 

Die Allerhöchste Belobung die Hauptleute Franz Thaller, Carl Zurna, Jo- 
bann Trappel, Alexander Stirling, Jaromir Edler von Bunjevac, die Oberlieu- 
tenants Ernst Ghross, Johann Jovic, die Lieutenants Emil Ritter von Thierry, 
Yincenz Odstrcil (beide in der Reserve), Hieronymus Loncar. 
Die Mannschaft erhielt für die Gefechte vom 6. September bis 7. October 5 
grosse und 40 kleine silberne Tapferkeits Medaillen, 76 Belobungen. 

(Das Regiment hatte ausser diesem letzten Feldzuge seit seinem nunmehr 
80-jährigen Bestände (1798 bis 1878) 14 Feldzüge, 19 Schlachten, 34 Ge- 
fechte, 5 Belagerungen, 3 Erstürmungen mitgemacht und in diesen allen 
einen Verlust von 32 Offizieren und 1142 Mann an Todten, 126 Oflfizieren 
und 3581 Mann an Verwundeten, 36 Offizieren und 2313 Mann an Gefan- 
genen, endlich 730 Mann an Vermissten, im Ganzen also an 195 Offizie- 
ren und 7746 Mann erlitten.) 

Seit 1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabs-Offiziere. 

1805 Grenadier-Bataillons- Conmiandant Major Peter Wittib f in der Schlacht bei 
Caldiero 30. October. 

1859 Regiments-Commandant Oberst Carl Osmolski von Boncza an seiner Verwun 
düng bei Solferino f zu Graz 22. Juli. 

1859 Major Josef Mederer von Mederer und Wuthwehr an seiner Verwundung bei 
Solferino zu Ofen 19. August 



21' 



Niederösterreichisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 49. 

(1844). 

FM. HEINRICH FREIHERR VON HESS. 

(Hat für immerwährende Zeiten diesen Namen zu behalten) 

Dunkelblaue Waffenröcke, hechtgraue Egalisirungy weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation: Sct. Polten. 



Inhaber. 



1715 errichtet auf eigne Kosten von 
dem Inhaber 
FM. Markgrafen Carl von Baden- 

DURLACH t 1738. 

1724 FZM. Otto Graf Walsego t 

1743. 
1743 FML. Johann Leopold Freiherr 

von Bäbnklau f in der Sehlacht 

bei Rottofreddo 1746. 
1747 FZM. Carl Gustav Freiherr von 

Khetl f an seinen bei Breslau 

1757 erhaltenen Wunden 26. Juni 

1758. 
1758 FZM. Ludwig Freiherr von Angern 

t 1767. 



1767 FM. Carl Graf Pelleoriki MTO.- 

GK. t 28. November 1796. 
1797 FZM. Wilhehn Freiherr von Kkr- 

PEN t zu Wien 26. October 1823. 
1824 FML. Friedrich Cari Freiherr 

von Langenau MTO.-R. t zu Graz 

4. Juli 1840. 
1840 FML. Michael Schön von Trkitn- 

WERTH f 1844. 

1844 FM. Heinrich Freiherr von Hkäs 
MTO.-C. t zu Wien 13. April 
1870. 

Das Regiment hat diesen Namen 
ftlr immerwährende Zeiten zu be- 
halten. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im Türkenkriege focht diess neuerrichtete Regiment 
1716 5. August in der Schlacht bei Peterwardein, — bei der Belagerung von 
Temesvar und dem Sturme auf dessen Palanka, 1717 bei der Belagerung 
von Belgrad. 

Im Feldzuge 
1719 in Sicilien waren zwei Bataillone und die Grenadier-Division anwesend, 
1731 und 1732 war ein Bataillon und eine Grenadier- Compagnie im Feld- 



— 325 — 

zuge in Corsica, 1734 kam das Regiment am Rhein und war ein Bataillon 
in der Belagerung von Philippsburg, 1735 zwei Bataillone und die Grenadiere 
bei der Haupt- Armee am Rhein. 
Im Türkenkriege war 

1738 ein Bataillon und eine Grenadier-Compagnie im Treffen bei Mehadia, 1739 
23. Juli zwei Bataillone in der Schlacht bei Krotzka, wo sie sich sowie auch 
die Grenadiere sehr tapfer hielten, das dritte Bataillon war indessen zu Frei- 
burg und Alt-Braisach in Besatzung. 

Im österreichischen Erbfolgekriege machte das Regiment 
1742 bis 1745 die Feldzüge in Baiem und am Rhein mit, und erwarb sich vielen 
Kriegsruhm, 1746 war es in Italien und focht in der Schlacht bei Piacenza, 
wo es namentlich an OflSzieren grosse Verluste erlitt, — femer in jener bei 
Rottofreddo, bei der Besitznahme von Genua, kam sodann zum Corps in die 
Provence, und war 1747 bei der Belagerung von Genua. 

Im siebenjährigen Kriege focht das Regiment 
17Ö6 1. October in der Schlacht bei Lobositz, 1757 6. Mai in jener bei Prag, war 
im October bei der Belagerung von Schweidnitz, wurde 22. November in 
der Schlacht bei Breslau von seinem Inhaber FZM. Baron Eüieyl zum An- 
griffe gegen Pilsnitz vorgeführt, und war 5. December in jener bei Leuthen, 
1758 14. October bei Hochkirch, 1759 ein Bataillon im Gefechte bei Zehren 
7. November, das Regiment im Treffen bei Maxen 21. November. 1760 
war es bei der Unternehmung auf Mährisch-Neustadt, 23. Juni in der Schlacht 
bei Landshut, 15. August in jener bei Liegnitz. 1761 bei der Eroberung 
von Schweidnitz hatte sich Major Graf O'Donnell, der beim Sturme blessirt 
wurde, vorzüglich ausgezeichnet, und der preussische Oberstlieutenant Plotho 
gibt ihm das Zeugniss, dass er der Erste gewesen, mit dem er auf dem Walle 
gesprochen und vor dem er mit seinem Bataillon die Waffen gestreckt habe. 
1762 21. Juli war das Regiment im Gefechte bei Leitmannsdorf und ein 
Detachement desselben in der Belagerung von Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege deckte dasselbe 
1778 im September Prag und Umgegend und war bei der Haupt- Armee in Böhmen. 
Im Türkenkriege 

1788 22. Juli ein Piket von 100 Mann des Oberst-Bataillons zwischen Semlin 
und Beschania, von einer ttlrkischen Uebermacht angegriffen, vertheidigte sich 
sehr tapfer, das Bataillon war 9. August beim Angriffe auf das türkische 
Lager bei Dubicza anwesend. 1789 war ein Bataillon in den Baracken bei 
Semlin und zwei Bataillone bei der Belagerung von Belgrad, und 30. Sep- 
tember beim Sturme auf die Raitzenstadt, wo Hauptmann Graf Pellati mit seiner 
Grenadier-Compagnie an der Spitze der dritten Colonne der Erste die Palli- 
saden überstieg, den Feind verdrängte, sich der feindlichen Batterie be- 
mächtigte, bei der Czardake und beim Thore vor der Raitzenstadt zwei 
E^nonen und einen Böller eroberte, — Das dritte Bataillon war im Cobur- 
gischen Corps 1788 bei der Belagerung von Chotym und mehreren dortigen Ge- 



- 326 — 

fechten, 1789 im TreflFen bei Focksan 1. August und in der ScUacht bei Marti- 
nestie 22. September ^ endlich 1790 bei der Belagerung und im Treffen von 
Gyurgewo, wo Hauptmann Graf Gavassini und Oberlieutenant Richler durch 
vorzügliche Tapferkeit und Umsicht sich ausgezeichnet hatten; — Ersterer 
durch eine sehr gelungene Recognoscirung des Ausfallsthores, und Letzterer 
schlug einen Ausfall der Türken auf die Kessel- und Stückbatterie mit un- 
gemeiner Tapferkeit zurück. 

Im französischen Revolutionskriege waren 
1793 zwei Bataillone bei der Belagerung von Mainz — • 13. October bei der 
Einnahme der Weissenburger Linien, 1794 12. November ein Bataillon bei 
Vertheidigung der Posten bei Bretzenheim — ein Bataillon bei Wiederero- 
berung der Weissenauer Linien 18. November, ebenso ein Bataillon bei der 
Wiederoccupirung der Zahlbacher Schanze 2. December und im Scharmützel 
am Hartenberge 22. December, endlich 29. December eine Division bei der 
Recognoscirung bei Bretzenheim. 1795 bei Eroberung der feindlichen Ver- 
schanzungen von Mainz 29. October haben zwei Bataillone die Laubenheimer 
Schanzen mit dem Bajonnete erstürmt und sich des feindlichen Geschützes bei 
mächtigt, hierauf sogleich beim Sturme auf die zweite Linie der Schanzen und 
der Eroberung der dortigen feindlichen Geschütze ruhmvoll mitgewirkt, 'aber 
auch die grössten Verluste erlitten ; 15. December fochten die beiden Bataillone 
bei der Einnahme des stumpfen Thurmes bei Trier, drei Compagnien ver- 
theidigten sich im sogenannten EempfFelde mit standhafter Ausdauer, mussten 
sich aber zuletzt wegen Mangel aü Munition kriegsgefangen ergeben; 1796 
war das Regiment am Ober-Rhein. 24. October unternahm Major Raymnndi 
mit seinem Bataillon bei Kandern einen wiederholten Angriff auf den Feind- 
der aus Eandem geworfen wurde, wodurch die feindliche Hauptstellung bei 
Schliengen im Rücken genonmien werden konnte. Die Folge dieser muthigen 
That war der Rückzug des Feindes auf Bingen und bei Hüningen über 
den Rhein. Das dritte Bataillon war 1796 in Italien und focht im Treffen 
bei Montenotte und bei Dego 14. April, wo es von feindlicher Uebermacht 
nach tapferer Gegenwehr gefangen wurde. Die Grenadiere, gleichfalls in 
Italien, fochten mit Auszeidmimg im Treffen bei Bassano. 

Im Feldzuge 
1799 focht das Regiment mit grosser Tapferkeit 25. März in der Schlacht bei 
Stockach, femer 14. Mai beim Angriffe auf Graubünden, wo eine Abthei- 
lung die vom Feinde angezündete Brücke beim Luziensteig passirte und die 
Feinde verjagte, 4 Compagnien am 25. Mai im Gefechte bei Neffeis im 
Canton Glarus, 4. Juni das Regiment beim Haupt- Angriffe auf die feindliche 
Position bei Zürich femer theils vereint, theils abtheilungsweise bei Wald- 
see, Elzach, Waldkirch, bei Molio, und auf dem Ursula-Berge gegen 
Lefebre; 1800 waren Abtheilungen des Regimentes in der Belagerung von 
Ulm, zwei Compagnien thaten sich beim Ausfalle vom 6. Juli bei Zerstörung 
einiger feindlichen Verschanzungen hervor, — ein anderer Theil des Regimentes 
befand sich in dem blokirten Platze Braunau. 



— 327 ~ 

Im Feldzuge 
1 805 gehörte das Regiment zur Armee des Erzherzog Carl in Italien, erhielt aber 
Ende September in der Gegend von Soave den Befehl, zu dem Corps in 
Tirol abzurücken, wo es längere Zeit die Vorhut der Division Chasteler 
bildete. Ein Bataillon nahm 3. November Theil an der siegreichen Ver- 
theidigung des Passes Strub gegen die baierische Division Deroi. — Ein 
Bataillon focht in der Schlacht bei Austerlitz 2. December in der IV. Colonne. 

Im Feldzuge 
1809 hatte das Regiment seine Eintheilung im VI. Armee-Corps des FZM. Baron 
Hiller. 21. April im Treffen bei Landshut deckte das erste Bataillon durch 
mehrere Bajonnet-Angriffe den Rückzug des Armee-Corps. 23. April bei 
Neumarkt war nur eine Compagnie im Gefechte; 3. Mai im Treffen bei 
Ebelsberg bestand das zweite Bataillon ein dreistündiges Gefecht und die 
beiden andern Bataillone hatten während des Rückzuges mehrere feindliche 
Angriffe tapfer zurückgewiesen. 13. Mai wurde das Regiment beordert, 600 
französische Grenadiere des Oudinot'schen Corps aus der durch die soge- 
nannte schwarze Lacke (einen schmalen Donau-Arm) getrennte Donau-Insel^ 
genannt Jedlersee zu vertreiben, welcher Funkt wegen Errichtung eines 
Brückenkopfes dem Feinde von Wichtigkeit war. Das Regiment löste in 
einem harten aber erfolgreichen Kampfe glänzend seine Aufgabe. Ein uner- 
warteter Angriff des Majors Baron O'Brien mit 50 Freiwilligen, im Rücken 
der feindlichen Aufstellung unternommen, brachte unter dem Feinde panischen 
Schrecken hervor und gab die glückliche Entscheidung. 230 Franzosen lagen 
todt oder verwundet auf dem Kampfplatz; — ein Bataillons-Chef, 14 Offiziere 
und 370 Mann Elite-Truppen waren gefangen, doch hatte auch das Regiment 
mit 3 Offizieren und 62 Mann an Todten und 6 Offizieren und 292 Mann 
Verwundeter den Sieg erkauft. Bei Aspem kam das anwesende Regiment 
nicht ins Gefecht. Bei Wagram 5. und 6. Juli hatte das Regiment im 
Kampfe bei Markgraf-Neusiedel mit vorzüglicher Bravour wiederholte Angriffe 
theils selbst unternommen, theils tapfer abgewiesen. Die Grenadier-Division im 
Reserve-Corps des Gen. der Cav. Baron Kienmayer focht 21. April bei Landshut 
22. Mai bei Aspem und bei Wagram, beim Sturme auf Aderklaa, im Treffen bei 
Znaim mit Auszeichnung. Die eigene Reserve-Division in Wien gerieth durch 
die dortige Capitulation in Kriegs-Gefangenschaft. — Wegen seiner grossen 
Verluste formirte das Regiment ein Bataillon. 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment im IV. Armee-Corps G. d. Cav. Graf Klenau 22. und 26. 
August in der Schlacht bei Dresden. 29. August die Tirailleurs der siebenten 
und zehnten Compagnie im Gefechte bei Rauchenstein, 3. bis 5. October 
während der Vorrückung gegen Leipzig in den Gefechten an der Flöhe, 14. 
nnd 16. October in den beiden Gefechten bei Liebertwolkwitz, im erstem 
zeichnete sich das zweite Bataillon vorzüglich aus, im zweiten hatten im 
Kreuzfeuer um den Besitz des die Gegend beherrschenden Kolmberges die erste 
vierte und sechste Division sich verdient gemacht, wurden aber, von der fran- 



— 328 — 

zösischen Cavallerie hart bedrängt, durch Abtheilungen östeiTeichischer Che- 
vauxlegers, preussischer Dragoner und donischer Kosaken befreit; — 18. 
October in der Schlacht bei Leipzig war das Regiment ruhmvoll bei dem 
Angriffe und der Eroberung des Dorfes Holzhausen beiheiligt. Der Verlust 
desselben betrug in den drei Schlachttagen an Todten und Verwundeten und 
Gefangenen 13 Offiziere 564 Mann, darunter 4 Offiziere und 92 Mann todt ; 
das Regiment kam nun zur Einschliessung von Dresden, nach erfolgter Ca- 
pitulation wurde es nach Italien beordert, wo es 12. Jänner 

1814 bei der Armee daselbst einrückte, 8. Februar focht es in der Schlacht am 
Mincio in der Ebene von Monzambano und bei Valeggio. — Die Grena- 
dier-Division, welche 30. und 31. October 1813 in der Schlacht bei Hanau focht, 
machte 1814 im Reserve-Corps die Vorrückung gegen Frankreich mit und 
rückte 31. März in Paris ein. 

Im Feldzuge 

1815 war das Regiment im Armee-Corps des FML. Radivojevich der Armee des 
G. d. Cav. Grafen Frimont von Ober-Italien eingetheilt, und machte die Vor- 
rückung über Savoyen und den Mont Cenis gegen Frankreich mit; einzelne 
Regiments-Abtheilungen machten mehrere kleinere, stets mit dem Rückzüge 
des Feindes endende Gefechte mit, so bei Aigrebellete, Charix, La Guillotiere, 
NegroUes, 6. Juli die Einnahme des Forts de la Crotte, so wie ein Bataillon, 
dem sardinischen Truppen-Corps beigegeben, bei der Eroberung von Grenoble 
6. bis 8. Juli mitwirkte. Das Regiment kam zur Besatzung von Lyon, war 
nebst der Ghrenadier-Division im Armeelager bei Dijon und 1815 bis 181^ 
bei der Occupations- Armee im Elsass, mit dem Stabe in Ribereuil, — so- 
dann bis 1837 als Besatzung in der Bundes-Festung Mainz. 

In der Kriegs-Epoche 
1848/49 waren die beiden ersten Feldbataillone im Küstenlande zur Deckung und 
Vertheidigung desselben aufgestellt, und zwar ein Bataillon mit dem Stabe 
zu Triest, das andere theils auf verschiedenen Küstenpunkten vertheilt, thelL» 
in den kleinen mobilen Colonnen, welche der unermüdliche Regiments-Com- 
mandant Oberst Teimer zum Schutze der Küste gebildet hatte. Eine Division, 
an die italienische Küste überschifft, war bei der Belagerung von Ancona, 
wo sie 2. Juni 1849 bei einem Ausfalle des Feindes nach einem mehrstündi- 
gen heissen Gefechte die Angreifer tapfer in ihre Mauern zurückwarf. — 
Das dritte Bataillon und 2 Compagnien des ersten Landwehr -Bataillons 
fochten bei der Belagerung und Einnahme von Wien in den Kämpfen in 
der Brigittenau, Leopoldstadt, Augarten und Rossau 28. bis 31. October. 
Mitte December 1848 mit der Armee nach Ungarn vorgerückt, kamen sie im 
Jänner 1849 zur Cemirung von Komorn, wo sie den Winter hindurch einen 
angestrengten Vorpostendienst unterhielten. 4 Compagnien waren 6. April 
im Treffen bei IszÄszeg. 

Im Sommer-Feldzuge 
1849 war das dritte BataiUon 13. Juni im Gefechte bei Csoma und 25. Juni in 
jenem bei Csanak, femer in den beiden Schlachten bei Komorn 2. und 11. 



— 329 - 

Juli. Die Grenadier- Division 6. October 1848 im Gefechte am Tabor bei 
Wien, machte im Grenadier-Bataillon Richter den Winter- und Sommer- 
Feldzuge in Ungarn mit. 

Im Feldzug 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien gehörte das Regiment im Beginne zur 
Besatzung von Piacenza, — 20. Mai im Treffen bei Montebello focht das 
zweite Bataillon in diesem Oii;e selbst) das Grenadier-Bataillon bei Genestrello 
— das Regiment 24. Juni in der Schlacht bei Solferino. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war dasselbe (mit 3 Bataillons) im III. Armee-Corps der Nord- 
Armee eingetheilt und kämpfte 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz. Das 
dritte Bataillon aber in der österreichisch-nassauischen Division des FML. 
Grafen Neipperg im VIII. deutschen Bundes-Corps war am 14. Juli im Treffen 
bei Aschaffenburg. 

Im bosnischen Occupationsfeldzuge 
1878 focht das Regiment 5. und 6. September in den Gefechten bei Doboj. 

Tapferkeits-AuBzeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1746 Hauptmann Dicker commandirte, nachdem der Oberst gefallen und alle 
Stabs-Offiziere verwundet waren, mit Auszeichnung das Regiment in AeT 
Schlacht bei Piacenza, blieb aber in dieser selbst vor dem Feinde. 

1746 Major Baron Tillier entwaffnete bei der Unternehmung in die Provence im 
December zu Pargemont das dort aufgestandene Landvolk. 

1756 Oberst Philipp Graf Browne zeichnete sich an der Spitze der Grenadiere 
in der Schlacht bei Lobositz 1. October durch vortheilhafte Unterstützung 
der angegriffenen Posten ans. 

1759 Der aggregirte Oberst Christian Eichholtz that sich bei Zehren und 1760 bei 
Liegnitz, wo er blessirt wurde, hervor. 

1761 Major Heinrich Graf O'Donnell, welcher bei der Erstürmung von Schweidnitz 
sich durch vorzügliche Tapferkeit tmd Umsicht hervorgethan, und mit den 
Oertlichkeiten dieses Platzes genau bekannt, dem FZM. London den ersten 
Gedanken zur Erstürmung gegeben hatte, wurde 1762 MTO.-R. 

1772 hatte das Regiment seinen Werbbezirk in Niederösterreich erhalten. 

1788 Lieutenant Christian hatte 22. Juli das Piket bei Semlin commandirt, und 
sich durch tapfere Vertheidigung gegen die feindliche Uebermacht hervorgethan. 

1789 Hauptmann Franz Graf Pellati de la Tour wurde für Auszeichnung bei 
Belgrad MTO.-R. Nebst ihm wurden angerühmt : Die Oberlieutenants Pöhr 
und Eckart (dieser blessirt), die Lieutenants Beck und Sentner. 

1789 In der Schlacht bei Martinestie 22. September wurden vom dritten Bataillon 
für ihr tapferes und umsichtiges Verhalten belobt: Bataillons-Commandant 
Oberstlieutenant Mengin, die Hauptleute Bertolini, Cavarini, Müller, die 
Oberlieutenants Klug, Richler und Fähnrich Vasquez, Ordonnanz-Ofifizier des 
Prinzen Coburg. 



- 330 — 

1790 Hauptmann Alois Graf Gavassini und Oberlieutenant Leopold von Richler 
wurden für ihr ausgezeichnetes Benehmen vor Gyurgewo beide MTO.-R, 

1793 Bei Mainz hatten sich Major Holbein bei Einnahme der Weissenauer Schanzen 
und Hauptmann Pruigh nebst dem Oberlieutenant Bion 14. Juli durch 
Einnahme einer feindlichen Redoute hervorgethan, — bei Vertheidigiing 
einzelner Posten im Bienwalde Hauptmann Rein^ und der Ordonnanz-Ofiizicr 
des commandirenden Generalen Grafen Wurmser, Oberlieutenant Mayer. 

1793 Bei Einnahme der Weissenburger Linien wurden besonders gerühmt folgende 
Offiziere : Major Graf Khevenhüller, die Hauptleute Gayer, Graf Sinzendorf, 
Bertolini, Pistoletti, Stein, Schwoe und Wodniansky, die OberlieutenaDts 
Bion, Baron Weveldt, Roswadowski, Mayer und Fähnrich Sommaruga. 

1794 In der Belagerung von Mainz hatten sich bei Wiedereroberung der Weisse- 
nauer Posten ausgezeichnet: Major Graf Gavassini, die Lieutenants Som- 
maruga, Greifenberg, Bubenau, die Fähnriche Schmidt und Angeli, — 
ebenso bei Wieder-Einnahme der Zahlbacher Schanze Major Strachwitz, die 
Hauptleute Baron Richler, Pistoletti, Graf Sinzendorf, Eckart, die Ober- 
lieutenants Graf Lazar und Brebenau, Lieutenant Chevalier Taintegnies und 
Fähnrich Graf Dombasle. 

1794 und 1795 Regiments-Commandant Oberst von Hagel hatte sich in den Gre- 
fechten bei Mainz, bei Weissenaii, bei der Zahlbacher- Schanze, im Gefechte 
am Hartenberge sowie bei der Einnahme der Schanzen von Mainz 29. October 
1795 wiederholt ausgezeichnet und brachte die Sieges-Nachricht von der 
letztgenannten Action nach Wien. 

1795 Bei der Einnahme der Mainzer Linien und durch seine tapfere Vertheidigung 
bei Kempffeld in einem vierstündigen Kampfe gegen eine bedeutende Ueber. 
macht hatte sich Major Baron Strachwitz neuerdings hervorgethan, und wurde 
zum Oberstlieutenant befbrdert. 

1795 Major Graf Gavassini MTO.-R. wurde flir seine Auszeichnung bei der Ein- 
nahme der feindlichen Position beim stumpfen Winkel bei Trier zum Oberst- 
lieutenant befbrdert, that sich als Grenadier-Bataillons-Commandant bei Hassane 
1796, wo er verwundet wurde, abermals hervor, und wurde Oberst im 
Regimente. 

1796 Major Lorenz von Raymundi wurde f(ir seine Auszeichnung bei Rändern 
24. October nachträglich 1801 MTO.-R. 

1799 In der Schlacht bei Stockach 25. März hatten sich in der Relation ruhmvolle 
Erwähnung erworben: Regiments-Commandant Oberst Graf Gavassini für 
die vorzügliche Fflhrung des Regimentes, Major Pistoletti, die Hauptleute 
Wocher und Schäfer. 

1799 Beim Angriffe auf GraubUnden 14. Mai hatte sich abermals Oberst Grat 
Gavassini, sowie 25. Mai 1799 im Gefechte bei Neffeis ausgezeichnet, nebst 
ihm Lieutenant Moritz, der auf einer halb abgebrochenen Brücke die Linth 
passirte, und die Haupleute Schäffer und Sentner, endlich 14. Mai 1799 im 
Gefechte bei Frauenfeld Hauptmann Niedermann und der dabei verwundete 
Fähnrich Graf Kuenburg. 



— 331 — 

180Ö Im Feldzuge hatte sich 3. November bei Vertheidigung des Passes Strub in 
Tirol Major Graf Bentheim ausgezeichnet. 

1809 Im Berichte über das TreflFen bei Landshut 21. April erscheint der Com- 
mandant des ersten Bataillons Major Baron O'Brien nebst 7 Offizieren unter 
den Ausgezeichneten genannt. Bei Ebelsberg 3. Mai wird derselbe und Major 
Josef Warlich von Bubna belobt 

1809 Major Johann Baron O'Brien wurde ftlr seine WaflFenthat 13. Mai bei der 
schwarzen Lacke sogleich zum Oberstlieutenant befördert, und durch Capitel- 
beschluss 1810 MTO.-R. Im Armee-Befehl vom 14. Mai 1809 erhielt das 
Regiment das schmeichelhafteste Lob. Es war nicht ein Offizier, der nicht 
wegen Auszeichnung genannt werden musste, nicht ein Soldat, der nicht auf 
das heldenmüthigste gefochten. 

1809 Bei Aspem 22. Mai blieb der tapfere Conmiandant der Grenadier-Division, 
der sich ausgezeichnet hatte, Hauptmann Graf Dombasle, todt am Platze. 

1809 Das Regiment hatte bei Wagram 5. und 6. Juli 8 Offiziere, 189 Mann todt; — 
15 Offiziere (darunter dessen Ck)mmandanten Oberst Andreas Lang von Lan- 
genau, Oberstlieutenant Baron O'Brien, Major Taintignies), 595 Mann ver- 
wundet, 1 Offizier und 31 Mann gefangen. Der Gesammt- Verlust des Re- 
gimentes im ganzen Feldzuge 1809 betrug 65 Offiziere und 4828 Mann mit 
Einschluss des demselben zugewiesenen ftlnften Landwehr-Bataillons. 

1813 Im Berichte des GM. Paumgarten über das Gefecht an der Flöhe vom 4. 
October an das Corps-Commando wird rühmend der kaltblütigen Tapferkeit 
des Regimentes erwähnt und Oberst Baron O'Brien, Major Andreas Baron 
Callot nebst 7 Offizieren belobt 

Bei Liebertwolkwitz 14. October hatte sich Hauptmann Johann Watteck als 
Interims-Commandant des zweiten Bataillons ausgezeichnet. 
In dem Berichte des Corps-Commandanten Gen. der Cav. Grafen Klenau über 
das IV. Corps in der Schlacht bei Leipzig .wurde des Regimentes Kerpen 
auf das Rühmlichste gedacht, besonders wurden Oberst Baron O'Brien (in 
dieser Schlacht verwundet) und die beiden Bataillons-Commandanten Major 
Baron Callot, Hauptmann Watteck nebst 12 Offizieren genannt. 

1814 Im Berichte über die Schlacht am Mincio 8. Februar wird das Regi- 
ment auf das Ehrenvollste erwähnt und besonders werden genannt Oberst 
Baron O'Brien, Oberatlieutenant und Landwehr-Bataillons-Conmiandant Ernst 
Graf Hoyos und Major Baron Callot, der in Folge dessen zum Oberstlieutenant 
befördert wurde, und 12 Ober-Offiziere. 

1848 Der als Generalstabs-Offizier verwendete Lieutenant Ludwig Prinz zuWin- 
disch-Grätz wurde für Auszeichnung bei Custozza 25. Juli 1848 im Armee- 
befehle des FM. Gbafen Radetzky belobt. 

1848 Bei der Einnahme Wiens im October hatte Oberlieutenant Baron Rudolf Ab- 
faltem sich bei Erstürmung einer Barrikade und durch Rettung einer ära- 
rischen Cassa ausgezeichnet. 

1849 Die Hauptleute Anton Lemer von Bemthal und Rudolf Graf Troyer hatten 



~ 332 — 

sich 2. Juni im Gefeche bei Ancona an der Spitze ihrer Compagnien hervor- 
gethan. 

1849 In der Schlacht von Komorn 2. Juli hatte Oberlieutenant Armand Schaum- 
bürg eine Fahne erobert, mehrere Gefangene gemacht und die achte Division 
sich besonders auszeichnet. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen bei Wien, in Ungarn und vor 
Ancona: 

OLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Ignaz Teimer (inzwischen zum GM. 
befördert.) 

OEKO.-R. 3. Major Johann Wilhelm Ritter von Braisach, die Hauptleute Carl 
Appiano, Heinrich Huff und die Oberlieutenants Armand Schaumburg, Theo- 
dor Ritter von Maina. 

MVK. Major Georg Magner, die Hauptleute Ritter Kolben schlag von Rhein- 
stein, Graf Troyer, Gayer von Gayersfeld, Microis, Schluderer Edler v. Tann- 
bruck, Rudolf Baron Apfaltem, die Oberlieutenants Prosky, Rinner und Lieu- 
tenant Bernhardt. — Oberlieutenant Perzer. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien. 

ÖLO.-R. Major Franz Graf Thun-Hohenstein . 

OEKO.-R. 3. Major Josef Bauer, Hauptmann Conrad von Schluderer. 
MVK. Oberst Johann Ritter von Braisach, die Majore Josef Bauer und Fer- 
dinand Woschilda, Julius Kämpfler, die Hauptleute Praun, Mayer, Hutter, 
Baron Guretzky, die Oberlieutenants Kreiner, Ricci, Otto, die Lieutenants 
Hilgenberg, Kodauert, Schröders, Strobl, HoUub. 13 OflBziere erhielten (für 
Solferino) die Allerhöchste Belobung und die Mannschaft 2 goldene, 16 grosso 
und 26 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Major Leopold Freiherr v. Kleimaym, Hauptmann Gustav Weiss. 
MVK. Hauptmann Carl Krippel, die Oberlieutenants Grätz und Voetter. 
Die Allerhöchste Belobung erhielten 13 Offiziere, darunter Oberst Ferdinand 
Woschilda, Oberstlieutenant Franz Weeber Edler, von Wallburg, Major 
Carl Büttner u. s. w. 

1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 
Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 Die Allerhöchste Belobung (der dem Generalstabe zugetheilte) Hauptmann 
Victor Voetter. 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabs-Offiziere. 

1746 Regiments-Commandant Oberst Johann Graf Geyersperg f in der Schlacht 
bei Piacenza. 

1793 Regiments-Commandant Oberst Johann von Souel MTO.-R. f bei Einnahme 
der Weissenburger Linien. 

1796 Oberstlieutenant Philipp Holbein von Holbeinsberg f in Folge von Verwun- 
dung bei Montenotte. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Victor Binder von Bindersfeld f in der Schlacht 
bei Königgrätz 3. Juli. 



Ungarisch-Siebenbürgisches 

INFANTERIE-REGIMENT N« 50 

(1857.) 

FRIEDRICH WILHELM LUDWIG GROSSHERZOG VON BADEN. 

Dunkelblaue WaffenröcJce, papageigrüne Egalisirung, weisse Knöpfe, 

Ergänzungsbezirksstation : Carlsburg. 



Inhaber: 



1762 (recte 1763) errichtet in Sieben- 
bürgen als 

Zweites Siebenbürgen- Wallachen 
Grenz-Infanterie-Regiment, erhielt 
später die Nummer 17. 

1848 Zweites Romanen-Grenz-Infan- 
terie-Regiment Nr. 17. 

1851 in das Linien-Infanterie-Regiment 
Nr. 50 umgewandelt. 



1851 Gen. der Cav. Hannibal Friedrich 
Fürst zu Thurn und Taxis f zu 
Venedig 17. Jänner 1857. 

1857 Friedrich Wilhelm Ludwig Gross- 
herzog von Baden. 
(Seit 1857 zweiter Inhaber: FML. 
August Freiherr Stillpribd Ra- 

TENICZ). 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778/79 diente ein Bataillon bei der Heeres- Abtheilung in Mähren. 

Im Türkenkriege war ein Bataillon beim Coburgischen Corps 
1788 in der Bukowina. 2 Divisionen desselben rückten 12. März nach Baja in die 
Moldau, waren 22. März im Scharmützel bei Botuschan und der Besetzung 
der dortigen Höhen, 18. April bei Eroberung des türkischen Lagers bei Larga 
19. April bei der Besitznehmung von Jassy, 29. Mai eine Division in dem 
Scharmützel bei Wasslui an der bessarabischen Grenze, 28. Juli bei Herlou 
wies Major Devchich mit einer Division einen Angriff von -4000 Türken mit 
Verlust zurück; 31. August im Gefechte bei Belezestie haben 2 Divisionen 
im geschlossenen Quarrt unter demselben Stabs-Offizier einige wüthendc 
Reiter-Angriffe der Spahis zurückgewiesen. Das Bataillon focht ferner tapfer 
im Treffen bei Adschud, und rückte im October nach Siebenbürgen ab, wo 
der übrige Theil des Regiments seit Anfangs Juni im Lager bei Dolmatseh 



~ 334 - 

stand. 1789 kamen 2 Bataillone an den Terzburger Pass, 9. April halfen 
5 Compagnien den Posten Vallje Mulieri standhaft vertheidigen^ 17- Septem- 
ber waren 3 Compagnien und 150 Schar&chützen bei der Expedition nach 
Eimpolung in der Wallachei, 1790 war im Mai ein Bataillon bei der Unter- 
nehmung gegen Tumul^ und eine Abtheilung bei der Belagerung und im 
Treffen von Gyurgewo. 

* 

Im französischen Revolutionskriege von 
1793 bis 1800 gab das Regiment seinen Antheil an Mannschaft zu dem componir- 
ten wallachischen Bataillon (dessen Hauptmomente bei dem 46. Infanterie- 
Begimente Seite 303 bereits angegeben sind; siehe diese). 

Im Feldzuge 
1805 war IVa Bataillon im Corps des FML. Grafen Merveldt, und wurden 
beim Antritte des Rückzuges dieses Corps zur Vertheidigung des Lueg- 
passes entsendet, welche vom General Szanassy zwar tapfer, aber erfolglos 
gegen den französischen General Drouet versucht wurde (im November). 

Im Feldzuge 
1809 waren 2 Bataillone im VII. Armee-Corps des Erzherzogs Ferdinand in Polen 
eingetheilt. "Das erste Bataillon war bei der Vertheidigung von Sandomir 
18. Mai und im Gefechte bei Gorcice, das zweite Bataillon in jenem bei Je- 
dlinsko 4. Juni. 

Im Feldzuge 
1814 war ein Bataillon bei der Armee des FM. Grafen Bellegarde in Italien, in 
der mobilen Truppen-Division FML. Sommariva, eine Abtheilung desselben 
18. Jänner im Gefechte bei Toscolano. 

Am siebenbürgischen Revolutionskriege 
1848 und 1849 nahm das Regiment in seinem Heimatlande thätigen AntheiL Das 
erste Bataillon erhielt im Juli 1848 vom ungarischen Kriegsministerium Befehl, 
zu der gegen die Serben operirenden ungarischen National- Armee abzurücken. 
In Pest eingerückt, wurde dasselbe, da es sich weigerte, gegen die Grenzer imd 
Serben zu marschiren und die Tricolor-Cocarden anzunehmen, in die Festung Leo- 
poldstadt verlegt. Bei der Uebergabe dieser Festung an die Honveds war das Ba- 
taillon selbst nicht unter Androhung der Decimirung zum Uebertritte in die un- 
garische Revolutions- Armee zu bewegen, es wurde entwaffnet, kriegsgefangen 
erklärt, dessenimgeachtet rettete diese treue Truppe ihre Fahne. Die in Sie- 
benbürgen zurückgebliebenen beiden Bataillone waren unter Commando ihres 
Obersten Urban, und hatten an allen grossem Unternehmungen und Gefechten der 
von diesem Stabs Offizier befehligten Colonne im Norden Siebenbürgens thätigen 
Antheil, so im October 1848 in den Gefechten bei Szas Regen, Vajda Szt Ivan, 
im November in jenen bei Szamos Ujvar, Szamosfalva, Einnahme von Klau- 
senburg; — bei Dees 24. November sowie später, Anfangs Jänner 1849 beim 
Rückzuge an die Grenze von der Bukowina und den Rückzugsgefechten bei 
Szerethfalva, Bistritz, am Passe Tihutza und bei Watra Doma. — Der 
Stand der beim Obersten Urban befindlichen Abtheilungen betrug nur 91 Rot* 



- 335 - 

ten vom zweiten Bataillon und 70 Mann vom dritten Bataillon. Diese waren 
bei dem glänzend gelungem Ueberfalle bei Maroseheny 6. Februar bei dem 
glücklichen Gefechte bei Bayersdorf 18. Februar und in jenem bei Borge 
Zsosseny 25. Februar. 

Während des Feldzuges 
1859 in Italien gehörte das nunmehrige 50. Infanterie Regiment-Grossherzog von 
Baden zur Küsten-Armee und stand in der Umgegend von Görz. 

Im Feldzuge 
18G6 in Italien war das Regiment im V. Armee-Corps FML. Rodich der Süd-Armee 
und hatte ruhmvollen Antheil an den Kämpfen bei OHosi und der Ersttlrmung 
des Monte Vento in der Siegesschlacht bei Custozza 24. Juni, wobei es einen 
Gesammtverlust von 335 Mann an Todten, Verwundeten und Vermissten und 
7 todten Offizieren zählte. 

Tapferkeits-Auszeichnimgeii und besondere Denkwürdigkeiten. 

Im Türkenkriege zeichnete sich durch Umsicht und Tapferkeit vorzüg- 
lich aus: 
1788 Major Devchich 28. Juli bei Herlou und 31. August im Gefechte bei Be- 
lezestie, er wurde zimi Oberstlieutenant befördert. Major Binsfeld durch die 
standhafte Behauptung des Postens bei Gyula Hontilin gegen 5000 Türken 
8. April. 

1788 Oberlieutenant Graf Nemes in einem Scharmützel bei Chotym 11. Juli imd 
Hauptmann Szervatzeck von Thumfeld im TreflFen bei Adschud. 

1789 Lieutenant Leibinger bei Vertheidigung des Postens Vallje Mullieri; wurde in 
Anerkennung dessen zum Oberlieutenant befördert. 

1789 Bei der Unternehmung auf Kimpolung in der Wallachai 11. September 
hatten sich hervorgethan: Regiments-Commandant Oberst Baron Heyden- 
dorf, Hauptmann Szervatzek von Thumfeld, die Oberlieutenants Lang und 
Mehesy. 

1848 Oberstlieutenant Carl Urban, der in Erkrankung des Obersten Baron Jovich 
das Regiments-Commando übernommen hatte, kündigte im Namen des Re- 
gimentes durch ein eigenes Protokoll dem ungarischen Ministerium den Ge- 
horsam auf, und warf demselben seine illoyale Haltung gegen den Monar- 
chen vor ; durch seine energische und zweckmässigen Anstalten trug er wesent- 
lich bei, die romanischen Regimenter wie auch überhaupt die Bevölkeining 
in der Treue zu ihrem Kaiser zu erhalten. Er wurde im December zum 
Obersten befördert und wurde ÖLO.-R. ; — fiir seinen glänzenden Ueberfall 
bei Moroscheny, den er als selbständiger Conmiandant des Siebenbürger Nord- 
Corps unternahm, 6. Februar 1849, wobei 3 Compagnien mit 11 Offizieren, 
44 Husaren nebst Artillerie-Bedienungs-Mannschaft gefangen, 1 Fahne, 2 
Kanonen, 2 Munitionskarren mit der ganzen Bagage, Waffen und Munition 
des Feindes erobert und erbeutet wiirden, — wurde Oberst Carl Urban in der 
Promotion 29. Juli 1849 MTO.-R. Ausserdem erhielten: 



~ 336 — 

1848 und 1849 für Auszeichnung im Feldzuge in Siebenbürgen: 

ÖLO.-R. Hauptmann Theodor Arsenti, Oberlieutenant Friedrich Storch von 

Arben. 

OEKO.-R. 3. Major Friedrich Fackler (für frühere Leistungen als Hauptmann 

im 51. Infanterie-Regiment) und Lieutenant Gregor Botta. 

MVE. Oberlieutenant Domide Pantilemon, die Lieutenants Carl Baron Urban, 

Fabro, Daday, Schreiber, Bunziny, Hauptmann-Auditor Rosenbaum. 

1851 Das erste Bataillon erhielt mit Armeebefehl Nr. 14 de dato Schönbrunn 27. 
August eine an der Fahne zu tragende goldene Medaille mit dem Bilde S. 'SL 
Kaiser Franz Josef I. und der Umschrift : „Für standhaftes Ausharren in der 
beschworenen Treue im Jahre 1848." 

1851 AnlässUch der Auflösung der siebenbürgischen Grenze wurde das Regiment im 
Jänner in ein Linien-Infanterie-Regiment umgewandelt, erhielt die Nummer 50 
(des 1809 reducirten vormaligen ^oberösterreichischen Infanterie-Regimentes 
Stein) und statt der bisherigen dunkelbraunen Röcke weisse, welche es aber 
nach der neuesten Adjustirungs- Vorschrift seit 1868 mit dunkelblauen ver- 
tauschte, — die bisherigen papageigrünen Aufschläge hat es bei all diesen 
Veränderungen beibehalten, ebenso die weissen Knöpfe. Statt der Grenzstation 
Naszod erhielt es als Ergänzungsstation erst Szasvaros, dann Carlsburg in 
Siebenbürgen. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

ÖLO.-R. der vor dem Feinde gebliebene Regiments-Conmiandant Oberst 
Carl Schwaiger. 

OEKO.-R. 3. der vor dem Feinde gebliebene Major Friedrich Krippel, — 
Major ad honores Friedrich Freiherr von Schirnding, die Hauptleute Carl Wei- 
lenbeck, Ferdinand Wlad, Achilles Gatti. 

MVK. Major Wilhelm Wellikan von Boldogmezö, die Hauptleute Staff, Tes- 
sachy Statkiewicz; die Oberlieutenants Stocklin, Schumacher, Glöckner, 
Poppizan, Sutsa; die Lieutenants Wimmer von Ebenwald und JaroszjnskL 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1866 Regiments-Commandant Oberst Carl Schwaiger und Major Friedrich Krippel 
beide f ii^ der Schlacht bei Custozza 24. Juni. 

1866 Major ad honores Friedrich Freiherr von Schimding an den Folgen seiner 
Verwundung bei Custozza f zu Verona 18. September. 



Ungarisch-Siebenbttrgisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 51. 

(1875.) 

FML ERZHERZOG HEINRICH. 

Dunkelblaue Waffenröcke, aschgraue Egalisirung, gelbe Knöpfe. 
ErgänzuDgsbezirksstation : Klausenburg. 



Inhaber. 



1702 errichtet als Baboczayi'sche Hei- 
ducken zu 2000 Mann, später 
aber den andern Regimentern an 
Stärke gleich formirt. 

1702 GM. Adam Freiherr von Ba- 

BOCZAY f 1707. 

1707 GM. Franz Graf Gtolai f 1729. 
1729 FML. Franz Graf Palpfyv.Erdöd 

f in der Schlacht bei Parma 

29. Juni 1734. 
1735 FML. Stephan Graf Gyulai f 

1759. 
1759 GM. Franz Graf Gyulai f 1788. 
1788 FML. Gabriel Freiherr Spleny 

V. MraALDY MTO.-C. f zu Szilvas 

Ujfalu 1. April 1818. 



1818 
1822 



1833 



1875 



1833 



1864 



bis 1822 unbesetzt. 

FML. Johann Freiherr von Me- 

csERY MTO.-R. t zu Linz 26. De- 

cember 1832. 

Se. k. k. H. Erzherzog Carl Fer- 

DmAND, G. d. Cav. f zu Selo- 

witz in Mähren 20. November 

1874. 

Se. k. k. H. FML. Erzherzog 

Heinrich. 

(Zweite Inhaber: 

FZM. Johann Nepomuk Freiherr 

Berger von der Pleissb MTO.-R. 

f zu Oedenburg 2. April 1864. 

FML. Anton Freiherr Bils.) 



Feldzttge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Dieses Regiment machte kurz nach seiner Errichtung von 1703 an die Feld- 
züge in Italien mit und war 1706 in der Belagerung von Turin, 1707 bei 
der Unternehmung auf Toulon, und die folgenden Jahre meist zu Mantua 
in Besatzung; 
1732 machte es die Expedition nach Corsica und den dortigen Feldzug mit, und 

1734 29. Juni focht es mit starken Verlusten in der Schlacht bei Parma, 

1735 war es bei der Armee in Obor-Italien. 

ThOrheim, OedcnkblAtter. '^^^ 



— 338 -- 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1741 im December aus Italien zum Khevenhüller'schen Corps nach Waidhofen 
eingerückt, und war bei der Winterexpedition 1742 in Ober-^Oesterreich 
und Baiern, 1744 in den Feldzügen am Rhein und in Böhmen, 1745 iiu 
Treffen bei Habelschwerdt und in den Schlachten bei Hohenfriedberg und 
Trautenau, kam sodann nach Italien und war 1746 bei der Besitznehmung 
von Genua und bei der Unternehmung in die Provence, 1747 bei der Be- 
lagerung von Qenua. 

Im siebenjährigen Kriege war 
1757 6. Mai ein Bataillon in der Schlacht bei Prag, die Grenadiere 7. Septem- 
ber im Treffen bei Görlitz und ein Commando unter Oberstlieutenant 
Grafen Samuel Gyulai bei der Expedition des FML. Grafen Hadik auf 
Berlin; 1758 15. April im Treffen bei Eulenburg vertheidigte das Regiment 
die dortige Brücke und deckte den Rückzug des Hadik'schen Corps nach 
Grimma, 1759 8. Mai ein Bataillon und die Grenadiere im Gefechte bei 
Aisch, 21. September im Treffen bei Meissen, 20. November in jenem, bei 
Maxen, 1760 3. November focht das Regiment in der Schlacht bei Toi^au, 
1761 war ein Bataillon 1. October bei der Eroberung von Schweidnitz und 
beim Sturme auf das dortige Galgenfort. 1762 2. August focht das Regiment 
mit vorzüglichem Ruhme im Treffen bei Töplitz. Da sich auf eine der in 
der Flanke und im Rücken des Löwenstein'schen Corps liegenden, wichtigen 
Anhöhen zwei preussische Bataillone festsetzen wollten, rückte im entscheidenden 
Momente sogleich Oberst Graf Samuel Gyulai im Sturmschritte mit dem 
Regim^ente gegen jene Anhöhe. Die beiden Grenadier-Compagnien stürmten 
mit dem Säbel in der Paust, wurden vom Regimente divisionsweise unter- 
stützt, trieben den Feind von der Anhöhe, der nun völlig geworfen wurde. 
Das brave Regiment behauptete nun den eroberten Platz gegen zwei wieder- 
holte heftige Angriffe des bedeutend verstärkt zurückkehrenden Feindes so 
lange, bis sich dieser gänzlich zurückzog. 27. September war das Regiment 
beim Angriffe auf die feindlichen Verschanzungen bei Pretschendorf und 
Münchenfrey, und hielt sich sehr tapfer, aber mit grossen Verlusten ; 15- Oc- 
tober im Treffen bei Freyberg. 1763 rückte das Regiment in seine Hcim:it 
nach Hermannstadt ab. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 und 1779 war dasselbe bei der Haupt-Armee in Böhmen, eine Abtlieilung 
1779 im Gefechte bei Gebersdorf. 

Im Türkenkriege 
1788 14. biß 16. Juli waren zwei Compagnien bei Vertheidigung der Position in 
den Proczester Gebirgen; 26. August bei dem Angriffe der Türken auf 
Vallje Mulieri wirkten zwei Zuge tapfer zur Vertheidigung des Teraburger 
Passes mit, ebenso bei jener der Position bei Kornet an der Aluta 18. September 
einzelne Abtheilungen waren 14 November bei der Expedition nach Rimnik. — 
1789 beim Angriffe auf das türkische Corps bei Porczeny und Vaideny; 
7. und 8. October hatte sich das Regiment vorzüglich tapfer gehalten. 



— 339 - 

Im Kriege gegen die französische Republik war 
1793 das Leibbataillon in thätiger Verwendung, so im Juli bei der Belagerung 
and beim Sturme auf Valenciennes, wo Hauptmann Rogowsky mit 3 Offizieren 
und 150 Freiwilligen die Bestürmung des bedeckten Weges vpr dem grossen 
Homwerke unternahm, den Feind aus dem Hornwerk selbst und dem neben- 
liegenden Werk vertrieb, die vorgefundenen Geschütze vernagelte und bis 
zur Lunette vordrang. Im Gefechte bei Beaumont 16. October drang Haupt- 
mann Rogow^y mit vier Compagnien und zwei Geschützen, von einem 
dichten Nebel begünstigt, und einer Escadron Latour-Chevauxlegers unter- 
stützt, mit dem Bajonnete in die weit überlegene feindliche Infanterie, schlug 
diese in die Flucht und eroberte 4 Kanonen mit den Munitionskarren und 
eine Fahne. 1794 20. April war das Leibbataillon bei Erstürmung des 
französischen Lagers von Landrecy sowie 3., 16. und 26. Juni in den drei 
TreflFen von Charleroi, 20. September im Rückzugsgefechte bei Henri Cha- 
pelle, und die Grenadiere im Treffen bei Toumay, 1795 diese letzteren 
26. November bei Erstürmung des Dorfes Grossfischlingen bei Landau, das 
Leibbataillon war in diesem Feldzuge in den Rheingegenden bei Mannheim. 
1796 war ein Bataillon 20. Juni im Treffen bei ükerad, wo Oberstlieutenant 
Augustinetz mit diesem wesentlich zur glänzenden Entscheidung beitrug und 
das Bataillon eine Fahne eroberte; 3. September ward es im Treffen bei 
Würzburg und bei der Verfolgung des Feindes thätig verwendet. Die 
Grenadiere fochten 10. August im Treffen bei Neresheim. Das Leibbataillon 
kam 1797 als Besatzung nach Frankfurt. — Das Regiment rückte 1796 
nach Italien zum Corps des FML. Bajalich und erlitt 6. November im Treffen 
an der Brenta den bedeutenden Verlust von 10 Offizieren und 657 Mann, 
darunter 1 Offizier und 161 Mann todt. 1797 im Jänner bestand es in der 
Gegend bei Bassano einige Gefechte. Oberst von Augustinetz mit einem 
Bataillon, während des Rückzuges des Bajalich'schen Corps zur Besatzung 
von Gradiska, mit dem Auftrage, den Feind so lange aufzuhalten, bis das 
ganze Corps das jenseitige Ufer des Isonzo erreicht haben würde, zurück- 
gelassen, vollzog lodmivoll seine Aufgabe durch Zurückweisung mehrerer 
feindlichen Versuche, wurde aber zuletzt abgeschnitten und nach erfolgloser 
aber tapferer Vertheidigung von der feindlichen Uebermacht zu einer ehren- 
vollen Capitulation genöthigt 19. März 1797. 

Das Regiment 1799 zur Aufwartung in der Residenzstadt Wien, rückte erst 
am Schlüsse des Jahres auf den italienischen Kriegsschauplatz ab, wo es den 
Feldzug 1800 mitmachte und sogleich zur Blocade von Genua kam, 6. April 
waren einzelne Abtheilungen im Gefechte bei Vado, 2. Mai wurde das 
Blocade-Corps von einer 3000 Mann starken Colonne bei La Coronota 
heftig angegriffen, dem Feinde gelang es Anfangs, einige Vortheile zu erringen, 
und schon hatten sich diese den Geschützen genaht, als sie durch Lieutenant 
Jogenitz mit IVa Compagnien heftig und unerwartet angegriffen und über 
die Polcevera zurückgeworfen wurden. Das Regiment bestand ein Gefecht 
bei Alessandria, und war 14. Juni in der Schlacht bei Marengo und 25. December 
in jener am Mincio. 

22» 



~ 340 - 

Im Feldzuge 
1805 hatte dasselbe in der Division des FML. Baron Simbschen 30. October in 
der Schlacht bei Caldiero die wichtige Position bei Colognola zu vertheidigen. 
Bereits hatten sich die Franzosen einer der wichtigsten Anhöhen bemächtigt, 
da bot sich Hauptmann Karove freiwillig an, mit seiner Division den Feind 
von dort zu vertreiben, in der rechten Flanke und im Rücken drang der 
Hauptmann mit einer Compagnie, während die zweite in der linken Flanke 
operirte, entschlossen mit dem Bajonnete auf den 600 Mann starken Gegner 
ungestüm vor, warf denselben in der ersten üeberraschung mit Verlust 
zurück, verfolgte ihn rasch, und schnitt ihm den Rückzug bei Colognola 
bassa ab. 300 Franzosen bedeckten die Wahlstatt, eine Fahne wurde er- 
beutet, 7 Offiziere und 130 Mann gefangen, während der eigene Verlust sich 
nur auf 13 Todte und 19 Verwundete belief. Bei dem späteren Rückzuge 
der Armee war ein Bataillon des Regiments dui*ch die Piave getrennt in 
Rosano zurückgeblieben und vom Feinde fast eingeschlossen, wurde aber 
6. November durch einen ebenso kühnen als unerwarteten Angriff einer 
Compagnie unter Hauptmann Maretieh befreit. 

Im Feldzuge 
1809 focht das Regiment im VI. Armee-Corps FML. Baron Hiller in dem Treffen 
bei Landshut, im Gefechte bei Neumarkt und 3. Mai im Treffen bei £bels- 
berg, wo es, zu beiden Seiten des Einganges der Brücke aufgestellt, den 
ungestümen Angriffen der Franzosen mit ausdauernder Tapferkeit -wider- 
stand, grosse Verluste erlitt, und zuletzt durch. eine bedeutende Uebermaclit 
zum Rückzuge gezwungen wurde. 21. und 22. Mai focht es tapfer bei Aspem 
und 5. und 6. Juli in der Schlacht bei Wagram. 

Im Feldzuge 

1813 war es bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich und nahm 
an piehreren Gefechten und der Vorrückung im Venetianischen Theil, 

1814 focht es 8. Februar in der Schlacht am Mincio, 2. März im Treffen bei 
Parma, und war bei der Einschliessung von Mantua, 

1815 machte es in der Division des FML. Grafen Ncipperg den Feldzug gegen 
Murat und die Occupation des Königreiches Neapel mit, wo es 

1 82 1 abermals dem Feldzuge gegen die dortigen Insurgenten beiwohnte, bis Spo- 
leto 6. März vorgerückt war, und mehrere Jahre bei der Occupations- 
Armee im Neapolitanischen verblieb. 

Im siebenbürgischen Revolutionskriege zeichnete sich das Regiment 
1848 und 1849 ruhmvoll aus. Das zweite Bataillon in Klausenburg, dem Herde 
der siebenbürgischen Revolution stationirt, unter dem Commando eine8 
pflichtvergessenen hochverrätherischen Obersten, gegenüber einer starken 
feindlichen Truppe, übelgesinnter Bevölkerung, konnte weder durch die 
Befehle seines Regiments-Commandos, noch durch Verführungen und Drohungen 
aller Art in seiner beschwornen Treue schwankend gemacht werden, — 
erhielt und rettete durch Klugheit seine Fahne; eingeschlossen in jener 
meuterischen Stadt, wurde es erst 16. November durch die Einnahme von 



- 341 — 

Klausenburg seitens der kaiserlichen Truppen wieder frei. Die beiden 
andern zu Mediasch und Carlsburg dislocirten Bataillone machten sogleich 
den Feldzug im October 1848 im siebenbürgischen Haupt- Corps mit, die 
17. und 18. Compagnie eröffneten den Feldzug mit dem Gefechte bei Magyar 
Saros; das 1. und 3. Bataillon waren 5. November im Treffen bei Maros- 
Vasarhely, und bei der Vorrückung und Einnahme gegen und von Klausen- 
burg 16. November. — Das nun befreite zweite Bataillon 24. November im 
Treffen bei Dees, — das erste und zweite Bataillon in den Colonnen der 
Obersten Jablonsky und Urban im Norden Siebenbürgens im December, 
eine Division 20. December im Gefechte bei Szurduk, das dritte Bataillon 
in der Brigade Losenau 19. December im Gefechte bei Czucza. 

Im Feldzuge 
1849 fochten das erste und zweite Bataillon im Siebenbürger Nord-Corps des 
Obersten Urban 3. Jänner im • Rückzugs-Gefechte bei Tihutza, 18. Februar 
im Gefechte bei Bayersdorf, einjB Division 6. Februar beim Ueberfalle auf 
Morosseny erbeutete eine Fahne, beide Bataillone 25. Februar im Gefechte 
bei Borge Zsosseny, im Sommerfeldzuge 1849 beim k. russischen Operations- 
Corps des General- Lieutenants Grottenhjelm vertheilt, war das erste Bataillon 
21. Juni im Vorposten-Gefechte bei Morosseny, 22. Juni bei Borgo Prund, 
27. und 28. Juni bei Wallendorf, das zweite Bataillon im Gefechte bei 
Földra, — 10. Juli beide Bataillone beim Angriffe auf Bistritz, 16. Juli im 
Gefechte bei Szeredfalva. — Das dritte Bataillon im Siebenbürger Haupt- 
Corps focht 21. Jänner 1849 in der Schlacht bei Hermannstadt, 4. Februar 
in jener bei Salzburg, 9. Februar bei Piski, 3. März bei Mediasch, deckte 
bei Kronstadt den Rückzug über die Frekerbrücke, — kam mit dem Corps 
in die Wallachei ins Lager bei Czemetz und war im Sommerfeldzuge 1849 
23. Juli im Treffen bei Szemeria und 1. August im Defil6-Gef echte bei 
Kaszon-Ujfalu. Die Grenadiere fochten bei Hermannstadt, Salzburg, Mediasch 
und im Sommerfeldzuge bei Szemeria. Eine zusammengesetzte Compagnie 
war in der Belagerung von Carlsburg 1849. 

1859 an dem Feldzuge in Italien nicht betheiligt, focht das Regiment dagegen 
1866 im Feldzuge gegen Preussen, im IV. Armee - Corps der Nord- Armee in 
Böhmen eingetheilt, 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz mit dem 
ungeheueren Gesammtverluste von 49 Offizieren und 1520 Mann, darunter 
8 Offiziere und 173 Mann todt. Das vierte Bataillon gehörte zur Besatzung 
von Olmütz. 



Tapferkeits-Auszeichnimgeii und besondere Denkwürdigkeiten. 

1756 bis 1763 im siebenjährigen Kriege hatten sich in den verschiedenen Actionen 
folgende Offiziere ausgezeichnet: 21. September 1759 im Treffen bei Meissen: 
Major Uketievics, die Hauptleute Bauer und Alvintzy (der spätere Feldmar- 
scball), — in der Belagerung von Dresden 1760 Oberlieutenant Crone, Ad- 
jutant des General Guasco. 



— 342 - 

1761 1. October bei der Eroberung von Schweidnitz Grenadier-Hauptmann Alvintzy 
und Oberlieutenant Horvath. 

1762 Im Treffen bei Töplitz 2. August ertheilte der Gegner, der beriihmte preussische 
Reiterflihrer General-Lieutenant von Seydiitz dem Regimente das scbönste 
Lob mit den Worten: „dass es niebt wie Soldaten, sondern wie Löw^en 
gestritten^. Vorzüglich hatten sich hervorgethan Oberst Graf Gyulai, die 
Majore Allemann (wurde dabei* verwimdet) und Torozkay, sowie die beiden 
Grenadier-Hauptleute Alvintzy und Cserey. — 2 Offiziere blieben todt, 7 

' wurden verwundet. 

1763 Oberst Graf Samuel Gyulai wurde für Auszeichnung bei Töplitz und Frey- 
berg MTO.-R. 

1780 Im September überschritt das dritte Bataillon von Bistritz aus Siebenbürgen 
das grosse Gebirge gegen Szuczawa in der Bukowina, wohin seit mehr aL* 
300 Jahren kein Kriegsvolk gekommen war. 

17/88 Im Türkenkriege hatten sich hervorgethan : bei Vertheidigung des Terdburger 
Passes die Hauptleute Hasslinger und Kissling, Oberlieutenant Vive und 
Fähnrich Benedicti. — Bei Vertheidigung der Stellung bei Komet an der 
Aluta die Oberlieutenants Pausch und Macdermuth 18. September. 

1789 Bei der Unternehmung auf Rimnick hatte 14. November Oberlieutenant 
Baranyai mit einem Detachement das Salzwerk von Okna erobert; — beim 
Angriffe auf Suits beim Bothenthurmpasse 17. Juli wurde Oberlieutenant 
Vijenody wegen seiner Entschlossenheit belobt; — und 7. und 8. October 
1789 im Treffen bei Poreseny hatten sich Regiments-Commandant Oberst 
Josef Freiherr Binder von Degenschild, Oberstlieutenant Adorian, die Majore 
Bouvi6re und Sandor und Oberlieutenant Trompeter ausgezeichnet« 

1793 In den französischen Revolutionskriegen tbaten sich vorzugsweise folgende 
Offiziere hervor: bei der Belagerung von Valenciennes : Hauptmann Rogowaky, 
Oberlieutenant Kern und Lieutenant Abelly. 

1793 Hauptmann Christoph Rogowsky de Kornitz wurde für Auszeichnung bei Va- 
lenciennes und Beaumont in der Promotion 7. Juli 1794 MTO.-R. 

1796 21. Juni am Tage nach dem TreflFen bei ükerad berief £^herzog Carl 
Bämmtliche Offiziere des Bataillons auf die Fahnenwache, belobte mit vollster 
Anerkennung das entschlossene und muthvolle Benehmen des Oberatlieutenants 
Jakob Augustinetz imd gab zugleich die Versicherung, das Verdienst dieses 
braven Bataillons und seines tapfern Commandanten S. M. dem Kaiser an- 
zurühmen. Sämmtliche Offiziere des Bataillons drangen in ihren Chef, sich 
auf ein von ihnen ausgestelltes Tapferkeitszeugniss um den MTO. zu be- 
werben, was dieser jedoch entschieden ablehnte. 

1800 Lieutenant Anton von Jugenicz de Boldoghegy wurde dir Auszeichnung bei 
La Coronata 2. Mai in der Promotion 18. August 1801 MTO.-R. 

1805 Hauptmann Ladislaus von Kiirove wurde fttr Auszeichnung bei Colognola 
in der Schlacht bei Caldiero 30. October durch das Nachtrags-Capitel 1808 
MTO.-R. (Er blieb 22. Mai 1809 bei Aspern vor dem Feinde.) 



— 343 - 

1809 Corps-Comniattdanl FML. Baron Hillor nennt in seinem Berichte unter den 
Ausgezeichneten bei ABpern den Regiments-Commandanten Obersten Franz 
von Scharlach. 

1848 Im siebenbtirgischen Revolutionskriege hatte sich im October Hauptmann 
Friedrich Fackler, Interims-Commandant des zweiten Bataillons, durch seine 
energische Haltung und umsichtigen Anstalten um die. Erhaltung des Bataillons 
in Klausenburg unter den schwierigsten politisch und militärischen Ver- 
hältnissen wesentlich verdient gemacht; — dessgleichen wirkten bei den 
andern Bataillons: Oberstlieutenant von Wieser, der Hauptmann Pildner von 
Steinburg und der auch als Militärschriftsteller sehr verdiente Hauptmann 
Wilhelm Abi sehr zweckmässig in erhebendster und loyalster Weise für die 
Erhaltung des guten Q^istes und der beschwornen Treue im Regimente ein. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldztigen in Siebenbürgen: 

OEKO.-R. 3. Major Cajetan Licudi, Hauptmann Balthasar Letocha, Ober- 
lieutenant Vincenz Sekulich. 

MVK. Oberstlieutenant Caspar von Wieser, Ghrenadier-Bataillons-Conmiandant 
Major Thomas Robaglia, die Oberlieutenants Frankovich, Frischherz, Mengele, 
Lieutenant Klobucsar. 

1848/49 Ein glänzendes Zeugniss über die Tapferkeit und Treue des Regimentes 
im siebenbürgischen Revolutionskriege gibt der Corps-Commandant FML. 
Graf Clam-Gallas in seinem Schreiben de dato Wien 27. November 1849 
mit den Worten: „Es ist das Jahr 1848, in welchem das Regiment Erzherzog 
Carl Ferdinand felsenstark die Fahne seines Kaisers trug, mitten in den 
Stürmen des Treubruches und der Empörung, in welchen es nicht gewankt 
hat, bei den Verlockungen einer fanatischen Partei, bei den Bestechungs- 
kämpfen feiler Freiheits-Helden, bei den Verflihrungskünsten der abgefallenen 
nächsten Landsleute. Diese Geschichts-Epoche des Regimentes sollte in 
flammenden Lettern in den Annalen unserer Armee glänzen und hingestellt 
werden als Muster des festen Zusammenhaltens, der Harmonie, der Treue 
für Kaiser und Vaterland; Es hat die echten Soldaten-Tugenden in einer 
makelvollen Zeit makellos bewährt." 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. dem vor dem Feinde gebliebenen Major Stanislaus Edlen von 
Strzelecki zuerkannt. 

MVK. Oberst Carl Moritz, Major Ladislaus Bartha, die Hauptleute Ivan 
Golgutan, Peter Blumberg, Alexander Peielle, der vor dem Feinde geblie- 
bene Major Vincenz Sekulic Ritter von Momirow. 

Die Allerhöchste Belobung: Major Ladislaus Bartha, die Hauptleute Höger 
Paxi de Pakos, Oberbacher, Stöhr und Lieutenant Rumun. ' 

18G8 Anlässlich der neuen Adjustirung mit den dunkelblauen Waffenröcken statt 
der weissen erhielt das Regiment aschgraue Aufschläge statt der dunkelblauen. 

Für Leistungen im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 die Allerhöchste Belobung: die Hauptleute Gustav Edler von Hirsch und 
Wenzel Brusch, beide dem Generalstabe zugetheilt. 



— 344 ~ 

Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1757 Regiments-Commandant Oberst Thomas Graf Kalnoky stürzte aus Erschöpfung 
nach der Schlacht bei Prag auf dem Rückzuge in die Stadt todt vom Pferde 
6. Mai. 

1794 Grenadier-Bataillons-Commandant Oberstlieutenant Rouvi6re f im TreflFen bei 
Toumay. 

1800 Regiments-Commandant Oberst Gabriel von Eröss an einer Verwundung bei 
Alessandria f 15. Juni. 

1809 Major Franz Seyringer f im Treffen bei Ebelsberg 3. Mai. 

1866 Die beiden Majore Vincenz Sekulic Ritter von Momirow und Stanislaus 
Edler von Strzelecki f in der Schlacht bei Königgrätz 3. Juli. 



Ungarisches 

INFANTERIE-REGIMENT N*» 52. 

(1804.) 

Dermalen vacat. (ERZHERZOG FRANZ CARL, FML.). 

Dunkelblaue Waffenröcke, dunkelrothe Egalisirung^ gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Fümfkibghen. 



Inhaber: 



1 741 errichtet in Siebenbürgen von dem 

Inhaber. 

GM. später FML. Graf Wolfgang 

Bethlbn t 1763. 
1763 FZM. Franz Anton Graf Karolyi 

MTO.-R. t zu Penzing bei Wien 

24. August 1791. 
1791 Erzherzog Anton Victor (erhielt 

als Hoch- und Deutschmeister 1804 

des vierte Infanterie-Regiment). 

{Zweite Inhaber-, 
1791 FML. Josef Baron Wenkheim f 

1803. 



1803 FML. Mathias Rukavina von Bo- 
NTooBAD MTO.-R. t zu Penzing 
bei Wien 3. Mai 1817.) 

1804 FML. Erzherzog Franz Carl f 
zu Wien 8. März 1878. 
{Zweite Inhaber \ 

1825 FML. Adrian Reinwaldt von Wal- 
dego MTO.-R. t zu Prag 25. März 
1825. 

1825 FZM. Andreas Freiherr von Mar- 
TONiTz MTO.-R. t zu Wien 7. 
März 1855. 

1855 FML. Anton Freiherr von Hertzin- 
OER f zu Graz 1868.) 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das neuerrichtete Regiment 
1742 bei der Belagerung von Prag, 1743 bei der Blokade von Eger, 1744 im 
Feldzuge in Böhmen, 1745 im März besetzte ein Bataillon Pfarrkirchen in 
Baiern, das Regiment war in der Schlacht bei Kesselsdorf, kam in die Nie- 
derlande; 1746, 11. October in der Schlacht bei Rocoux vertheidigte es die 
Zäune bei dem Dorfe Ance äusserst tapfer wider den AngriflF von 2 fran- 
zösischen freiw. Regimentern, musste aber endlich der Uebermacht weichen und 
zog sich in guter Ordnung hinter der Cavallerie des linken Fitigels zurück, 
1747 2. Juli war es in der Schlacht bei Lawfeld. 
Im siebenjährigen Kriege war 



— 346 — 

1757 6. Mai das Regiment in der Schlacht bei Prag; — 22. April ein BatÄill'-u 
in der Schlacht bei Breslau beim Angriffe auf Pilsnitz, und 5. December in 
jener bei Leuthen. 1759 im Loudon'schen Corps focht das Regiment V2. 
August in der Schlacht bei Kunnersdorf, wo die Grenadiere starke Verlu^t^' 
erlitten. 1760 war es bei der Expedition nach Berlin, 3. November in der 
Schlacht bei Torgau, 1761 in Sachsen, 1762 6. Juli im Treffen bei Adelsbach t 
wo Obergt Baron Tillier mit 2 Bataillons 5 feindlich« Bataillone v^n dt*m 
sogenannten Sachsberge, einer sehr wichtigen Stellung, durch einen sehr *^i^ 
lungenen Bajonnet- Angriff in der Front und die Flanke vertrieb. Hiebei ging 
der Eifer und Matii der Ungarn soweit, dass sie, von zwei Grenzbataillons 
unterstützt, auch die am Fusse des Berges aufgestellten feindlichen Verstärkun- 
gen über den Haufen warfen und bis Adclsbach verfolgten; 21. Juli war das 
Kegiment im Gefechte bei Leutmannsdorf; und ein Detachement in der Be- 
lagerung von Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege 

1778 war das Regiment beim d' Altonischen Corps in Böhmen und die Grenadiere 
vertheidigten 12. Jänner 1779 den Posten Freihermsdorf standhaft wider den 
feindlichen General Lossow, und behaupteten denselben. 
Im Türkenkriege waren 

1788 2. September 2 Divisionen des dritten Bataillons bei dem Angriffe und der 
Eroberung des türkischen Lagers bei Gradisca, das dritte Bataillon'^ kam im 
Winter als Besatzung nach Ratscha, 1789 war das Begiment bei den Bela- 
gerungen von Berbir und Belgrad. Beim Sturme auf die dortige Raitzenstadt 
30. September zeichneten sich die Grenadiere in der dritten Uolonne vorzüg- 
lich aus, 1790 war das Regiment bei der Erstürmung des türkischen Lagers 
bei Callefat und im Treffen bei Florentin. 

Im Kriege gegen die frans&ösische Republik war das Regiment in Italien und 
hielt sich 

1794 bei Vertheidigung der Positionen in Piemont sehr tapfer; 20. September im 
Gefechte bei Millesimo und Cossaria, leisteten 4 Compagnien unter Major 
Graf Khuen dem heftigen Angriffe eines feindlichen 4000 Mann starken Corps 
den entschiedensten Widerstand, bis sie, vom Dunkel der Nacht begünstigt, 
den Rückzug ohne Verlust bewerkstelligen konnten; 1795 25. Juni bei Erstür- 
mung des Berges Settepani that sich das Leibbataillon durch einen glänzen- 
den erfolgreichen Bajonnetangiiff hervor. Im November war das Regiment 
bei Vertheidigimg der Posten und dem Rückzuge aus dem Genuesischen und 
erlitt starke Verluste, ebenso 1796 im Treffen bei Montenotte ; ein Bataillon 
kam in diesem Jahre nach Mantua und machte die dortige Belagerung miL — 
Gleichzeitig war ein Bataillon am Rhein bei der Belagerung von Kehl, und eine 
Division unter Hauptmann Haas bei der Eroberung der Insel Grosskehlkopf 
6. December, wo sie bis an die Brust durch das Wasser watete und dem 
Feinde in die linke Flanke fiel. 
Im Feldzuge 

1799 abermals in Italien, verhielt sich das Regiment beim Uebergange über die 



— 347 — 

Adda und dem darauf erfolgten Treffen bei Verderb 18. April besonders tapfer 
und kam im Juli als Besatzung nach Turin. 16. September that sich eine 
Abtheilung im Gefechte bei Airasco hervor. Die Grenadiere zeichneten sich 
in der Schlacht bei Novi 15. August sehr aus, und trugen bei der Unter- 
nehmung in das Engadein wesentlich zur Behauptung des Dorfes Süs bei; 
1800 focht das Regiment 14. Juni in der Haupt- Colonne in der Schlacht bei 
Marengo, und 25. December am Mincio. 

Im Feldzuge 
1805 wieder in ItaKen, war das Regiment in der Schlacht bei Caldiero und bestand 
31. October bei Gambion ein glänzendes Gefecht, wo es die angegriffene Bri- 
gade Nordmann auf das Tapferste imterstützte. 

Im Feldzuge 
1809 im IX. Corps des FML. Grafen Ignaz Gyulai eingetheilt, focht das Regiment 
wieder in Italien, 11. April im Gefechte bei Venzone wirkte ein Bataillon 
durch einen kühnen Angriff in des Feindes Front zu dessen dortiger Ver- 
treibung mit ; am selben Tage warf sich Hauptmann Graf Faverges, der sich 
zu dieser Unternehmung freiwillig gemeldet hatte, mit dem Oberlieutenant 
Cserghö und 30 auserlesenen Leuten bei Görz um Mittemacht in den Isonzo, 
welchen er theils durchwatete, theils durchschwamm. Er tiberfiel das am 
rechten Ufer stehende feindliche Piket, nahm einen mit 80 Mann besetzten Thurm, 
von denen er 24 zu Gefangenen machte, behauptete sich, durch die Nacht be- 
günstigt, durch volle drei Stunden gegen die dreimaligen Angriffe der Fran. 
zosen im Besitze desselben, deckte durch die kühne Waffenthat die Herstellung 
der zerstörten Brücke über den Isonzo, und sicherte den Uebergang der 
Brigade des GM. Gavassini über diesen Strom. 15. April war ein Bataillon 
im Treffen bei Pordenone in der Avantgarde des FML. Frimont und an dessen 
siegreichem bei Torre gegen die feindliche Nachhut gefiihrten Kampfe, ebenso 
16. April in der Schlacht bei Fontana Fredda an jenem auf dem linken Flügel 
bei'Palse Porzia, Rorai Grande betheiligt. 24. April 2 Bataillone unter Oberst 
Gyurkowicz bei dem tapfern, aber erfolglosen Angriffe auf den Brücken- 
kopf von Malghera; 5. Mai 10 Compagnien bei der Abwehr der Angriffe 
des französischen Generals Durotte vor Troviso. Das Regiment hatte nun 
an der Piave eine ausgedehnte Vorposten-Aufetellung, nach der dortigen 
Schlacht 8. Mai zog sich ein Bataillon unter Major Ogrinovich nach La 
Motta und vereinigte sich zu Görz mit dem Corps des FML. Zach, mit dem 
es in die Stellung bei Prewald zog. Ein Bataillon unter Major Toperzer zog 
sich über die Gebirge nach Tirol, und ein Bataillon unter Oberstlieutenant 
Baron Collenbach ging mit dem Haupttheile der Armee über Saeile zurück 
und war 11. Mai im Treffen bei San Daniele, 17. Mai im Gefechte bei Tarvis 
und 24. Mai im Gefecht bei Graz, wo es den Angriff atif den vom Feinde 
stark besetzten Ruckerlberg, den die Brigade Kalnossy unternommen hatte, thä- 
tigst unterstützte. 

Im Feldzuge 
1813 wirkte das Regiment meist bataillonsweise, so 16. September ein Bataillon 
beim Angriffe des GM. Rebrovich auf Weichselburg, ein Bataillon beim Zuge 



— 348 ^ 

des GM. Grafen Nugent ins Küstenland und Istrien und zwar bei der Be- 
setzung von Fiume, 26. August in den Gefechten bei Herpolie^ Mittemburg. 
Jeltschane und Passiak und beim spätem Ueberfalle auf Triest. Bei der Vor- 
rückung auf Görz 6. October wurde Lieutenant Füller mit 40 Mann zur Be- 
setzung imd Vertheidigung der Brücke bei Bubia entsendet, er fand den Feind 
beschäftigt sie zu zerstören, vertrieb ihn durch einen raschen AngriflF in erster 
Ueberraschung, aber verstärkt kehrte der Gegner wieder und heldenmütlü;; 
wehrte sich Lieutenant Füller mit seiner kleinen Schaar gegen 1500 Fran- 
zosen und drei Geschütze, die ihn vergeblich von der Brücke zu drängen 
suchten, so lange, bis er den Befehl zum Rückzuge erhielt. Das erste Ba- 
taillon im October bei der Belagerung des Castells von Triest, war später 
bei der Ueberschiffung und Landung des GM. Nugent in Bavenna 15. No- 
vember, sowie der Wegnahme der Forts von Volano und Goro betheiligt. 
24. December wurde Major Wittmann zur Besetzung von Bastia und Vei^ 
treibung des Feindes aus diesem Orte befehligt, er griff mit 2 Compagnien 
und dem Frei-Corps des Hauptmanns Finetti den Gegner rasch an, trieb ihn 
aus Bastia und verfolgte ihn, warf denselben, als er sich zu neuem Widerstand 
sammeln wollte, noch zweimal mit beträchtlichem Verluste zurück so 30. 
December bei Consadolo, 31. December bei Malabergo nach hartnäckig:em 
Gefechte. 

1814 war das Regiment im detachirten Corps des GM. Ghrafen Nugent eingetheilt, 
ein Bataillon 24. Februar beim Ueberfalle auf Casal Maggiore, — das Re- 
giment in den Gefechten bei Parma, Reggio und Piacenza. 

1815 machte es im Corps des FML. Baron Bianchi den Feldzug gegen Murat in 
Neapel in der Reserve mit, und 

1821 war es im Feldzuge gegen die neapolitanischen Insurgenten und der Oceu- 
pation des Königreiches Neapel. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien, focht das Regiment mit Auszeichnung, im II. Armee-Corps (FML. 
Baron d'Aspre) eingetheilt, 8. April im Gefechte bei Sorio, 6. Mai in der 
Schlacht bei Santa Lucia, 29. Mai in den Gefechten bei Curtatone und Mon- 
tanara, 10. Juni im Treffen bei Vicenza, mit vorzüglichem Ruhme bedeckte 
sich das tapfere Regiment 25. Juni unter der ausgezeichneten Führung seines 
Interims-Commandanten Major von Mayer in der Schlacht bei Custozza, warf 
den Feind in glänzenden Bajonnet- Angriffen von den Höhen von Beretara, nahm 
die Höhen von Polizza, vertrieb den Gegner durch einen abermaligen An- 
griff aus dem Orte Beretara, und entschied durch einen kühnen letzten An- 
griff auf den Höhen von Casa del Sole auf diesem Punkte des Schlachtfeldes 
das Schicksal des Tages. 26. Juli im Gefechte bei Volta sammelte sich das- 
selbe Regiment neue Lorbeern und Hauptmann von Becsey vertheidigte durch 
vierthalb Stunden mehrere Haupt- und Neben-Eingftnge von Volta gegen 
die feindliche Uebermacht und verhinderte deren Durchbruch auf den wich- 
tigsten Punkten. 

Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont kämpfte des Regiment in der Brigade des tapferen GM. Grafen 



— 349 - 

Kolowrat in der Helden-Division des Erzherzogs Albrecht mit hervorragen- 
der Auszeichnung und war 20. März beim Uebergang über den Gravellone 
bei Pavia, 21. März im Gefechte bei Mortara und 23. März in der Schlacht bei 
Novara. Nach einen heldenmüthigen äusserst hartnäckigen fünfstündigen wech- 
selnden Kampfe um die Häusergruppe Bicoca musste das Regiment^ nachdem es 
seine letzte Patrone verschossen wegen gänzlichem Mangel an Munition abgelöst 
werden. An dessen Tapferkeit waren alle Umgehungsversuche des Feindes und 
des Königs Carlo Alberto an der Spitze des Regimentes Savoyen gescheitert. 
Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden in Italien focht das Regiment in der Division FML. 
Graf Crenneville des IX. Armee- Corps mit altbewährter Tapferkeit 24. Juni 
in der Schlacht bei Solferino. 

Im Feldzuge 
1S66 gegen Preussen war es im HI. Armee-Corps der Nord- Armee und litt 3. Juli 
in der Schlacht bei Königgrätz bedeutende Verluste. Das vierte Bataillon ge- 
hörte zur Besatzung von Venedig. 

Im October 
1809 machte das Regiment die Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien mit 
war bei der ersten Expedition in die Krivoscie zur Verproviantirung von Dra- 
galj und Czeikvice 19. October betheiligt. Ein Bataillon 20. October im 
Gefechte bei Ledeniöe. 

Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment mit gewohnter Tapferkeit in folgenden Gefechten •" 
15. August bei Kakany und Popovies, 16. August bei Kolotics, 17. Au- 
gust bei Wisoka, 19. August bei der Einnahme von Serajewo mit einem 
Gesammtverluste im ganzen Feldzuge an Todten Verwundeten und Ver- 
missten von 184 Mann. 

Tapferkeits- Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

17G2 Regiments-Commandant Oberst Baron Max Tillier wurde für Auszeichnung 
bei Adelsbach in der Promotion 21. November 1763 MTO.-R. 

1779 Grenadier-Bataillons-Commandant Oberstlieutenant Graf Sztaray wurde für 
die standhafte Vertheidigung des Postens Freihermsdorf 12. Jänner zum 
Obersten im ersten Szekler Grenz-Infanterie-Regimente befördert. 

1789 Im Türkenkriege hatten sich Oberstlieutenant Baron Leuwen bei der Be- 
lagerung von Berbir, wo er die Approchen in der Nacht 24./25. Juli eröffnete, 
sowie beim Sturme bei Belgrad 30. September der Grenadier- Bataillons-Com- 
mandant Oberstlieutenant Franz Nicoletti ausgezeichnet. 

1794 Major Johann Graf Khuen, welcher sich bereits im Gefechte bei Milesimo 
und Cosseria hervorgethan hatte, wurde für Auszeichnung bei Erstürmung 
des Berges Settepani 1795 zum Oberstlieutenant befördert. 

1796 In der Belagerung von Mantua hatten sich Major Carl Baron Görschen und 
Lieutenant Eckart ausgezeichnet; — bei der Belagerung von Kehl Haupt- 



— 350 — 

mann Haas und Oberlieutenant Benko sich durch Tapferkeit und ümsiclit 
6. und 11. December gleichfalls hervörgethan. 

1799 Im Feldzuge in Italien wurden im Berichte Oberstlieutenant Grenadier- 
Bataillons- Commandant Carl Barön Oörschen für Auszeichnung bei Not! 
15. August und M^yor Marquis Rosales bei Arirasco 15. September angerühmt. 

1809 Hauptmann Heinrich Graf Faverges wurde flir seine kühne folgenreich« 
Waffenthat 11. April am Isonzo bei Ghörz durch Capitelbeschluss 1810 MT< ).-R. 

1813 Lieutenant Maximilian von Füller für die tapfere Verdieidigung der Brückt- 
bei Kubia 6. October wurde mittelst Allerhöchstem Handbillet ddto. Langre^ 
L Februar 1814 MTÜ.^R. (bt dermalen der älteste Ordens-Eitter.) 

1813 Major Josef Freiherr Wittmann wurde flir seine erfolgreichen Gefechte bei 
Bastia 24 December, bei Consadolo 30. December und hei Malabergo 31. Decem- 
ber mittelst Allerhöchstem Handbillet ddto. Langres 1. Februar 1814 MT(.).-K 

1848 In der Schlacht bei Santa Lucia 6« Mai riss eine Kanonenkugel dem Ke- 
giments-Conamandanten Obersten Andreas von Fottornyai den Vorderarm 
weg, ruhig ritt er zu dem in der Nähe befindlichen Corps-Commandantcn 
FML. Baron d'Aspre, und meldete ihm seine Verwundung mit den Wor- 
ten: „Ich melde Euer Excellenz gehorsamst, dass ich den rechten Ann 
verloren habe und mich aus dem Gefechte zurückziehen muss.** — Einer 
der grossartigsten Züge soldatischer Selbstverläugnung. Oberst Pottomyai 
hatte sich schon früher im Gefechte bei Sorio 8. April hervörgethan, wo 
sich auch Oberst Baron Kavanagh und die beiden Hauptleute Weigl und von 
Becsey ausgezeichnet hatten, sowie im Gefechte bei Montanara 29. Mai 
die Hauptleute Cavallar und Pulszky, 

1 848 im Berichte über die Schlacht bei Custozza 25. . Juni wurden die hervorragen- 
den Leistungen des Interims-Regiments- Commandanten Major von Mayer, der 
Bataillons-Commandanten Ostoich und Hauptmann Bracht (der in dieser Schlacht 
von einer Kartätschenkugel getödtet wurde), femer der Hauptleute von Becsi^v 
und Weigl angerühmt; sowie im Gefechte bei Volta 26. Juni Major Mayer, 
die Hauptleute Host, von Mauerer und von Becsey sich hervorthaten. 
Ein bezeichnender Zug für den trefflichen Geist der Mannschaft ist iolgen- 
der. Als PM. Graf Radetzky während der Schlacht bei Custozza einen seiner 
Adjutanten zu dem Regimente n[iit dem Befehle geschickt hatte, eine Höhe noch 
einmal zu stürmen, dieser dasselbe aber bereits zu erschöpft fand, so dass er 
laut zu dessen Commandanten sagte: „Es ist nicht möglich, lassen Sie Ihre 
Leute ruhen, man wird eine andere Truppe vorbringen müssen", sprang ein 
gemeiner Soldat des Regimentes trotz der Erschöpfung wie neu beleht auf 
mit den Worten : Wir lassen den Herrn Feldmarschall grüssen, es wird schon 
möglich sein, wir werden nicht nur stürmen, wir werden auch nehmen!** und 
in einer Viertelstunde war die Höhe erstürmt. 

1848 Major Franz Mayer von Löwenschwerdt wurde fiir die vorzügliche Füh- 
rung des Regimentes und persönliche Tapferkeit bei Custozza und Volta MTO.-R- 

1849 In der Schlacht bei Novara 23. März hatte eich Regiments-Commandant 
Oberst von Weiler das Lob des FM. Grafen Radetzky im Sohladbt-Berichte 



-- 351 ~ 

verdient. — Das Regiment hatte bei Novara einen Gesammtverlust von 
9 Offizieren und 296 Mann, darunter ein Stabs-Offizier und 42 Mann todt. 

1 848 Hauptmann Stephan von Beczey wurde für Auszeichnung bei Volta 26. Juli 1848 
inzwischen zum Major im 59. Infanterie-Regimente befördert, 1849 MTO.-R 

1849 und 1849 flir Auszeichnung in den Feldzügen in Italien: 

ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Anton Weiler von Weislerche, die 
Hauptleute Johann Host, Ferdinand Cavallar. 

OBKO.-^R. 3. Major Leopold Weigl, die Hauptleute Johann Host, Carl Dostal, 
Nikolaus Klyucharich und Franz Rumpier 

MVK. Major Leopold Ritter von Lebzeltem, die Hauptleutc von Becsey, 
Maurer von Kronegg, Jellenchich, Höger von Högersthal, Horrak, die Oberlieu- 
tenants Edler von Salerno, August Baron Stwrtnik, ELarpellus. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: Major David Urs de Margiua 
wurde für hervorragendo Leistungen bei Solferino MTO.-R. 
OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Friedrich Grobois, Major David Urs de Margina, 
Oberlieutenant Franz Siess. 

MVK. Major Anton Edler von Ballarini, die Hauptleute Landenbacher, Bittner, 
von Kubinyi, Biringer, Balduin, Belrenyi, die Oberlieutenants Sostaric, Sova, 
Schmotzer, Julius und Franz Hassinger, Carl Baron Coudenhove, Mauker, 
die Lieutenants von Magyar und Sessler. 
Die Mannschaft erhielt eine goldene, 2 grosse und 17 kleine Tapferkeits-Mcdail. 

18G6 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

MVK. Hauptmann Zanko, Lieutenant Spaleny. — Die Allerhöchste Belo- 
bung Major Camillo Busetti, die Hauptleute Zwiedinek v. Südenhorst, von 
Mareniö, Moravitz, Schrott, Schmotzer, die Oberlieutenant» Burtcky, Edler 
y. Hassinger, Lieutenant Jellerschitz. 

1869 Für Auszeichnung bei der Kriegs-Expedition in Süddalmatien: 

MVK. Major Heinrich Freiherr von Pittel, — Die Allerhöchste Belobung 
Hauptmann Sowa, die Oberlieutenants Edler von Steinberg, Hofstättner, die 
Lieutenants von Kölgyessy, Lukesch, Szermonet und Roschitz. 
Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 OEKO.-R. 3: Major Ignaz Schrott, die Hauptleute Adalbert Koch, Johann 
von Steinberg. 

MVK. Die Hauptleute Wilhelm Renner Edler von Ritterstem, Rudolf Deutsch, 
Oberlieutenant Paul Lovretic, die Lieutenants Ludwig Visy (in der Re- 
serve), Svetosar Boroevic, Michael Appel, Oscar Ritter von Vest (in der 
Reserve), Alois Knopp von Kirchwald. — Die Allerhöchste Belobung : Oberst 
Carl Polz Edler von Ruttersheim. 
Seit 1868 hat es statt der früheren weissen die gegenwärtige Adjustirung. 

Vor dem Feinde gebliebene Conimandanten und Stabs-Offiziere. 

1848 Oberst Jakob Julius Freiherr von Kavanagh-Ballyane f im Treffen bei Vicenza 
10. Juli. 

1849 Major WHhelm Ostoich f in der Schlacht bei Novara 23. März. 

1878 Major Ludwig Eimannsberger an seiner bei Serajewo 19. August erlittenen 
Verwundung f 4. September. 



Kroatisch-Ungarisches 

INFANTpmiE-REGIMENT N^ 53. 

(1835.) 

Q. d. CAV. ERZHERZOG LEOPOLD. 

Dunkelblaue Waffenröcke, dunkelrothe Egalisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Aoram. 



Inhaber: 



1741 errichtet in Slavonien als Pan- 
duren- Corps von seinem gleich- 
zeitigen Inhaber 

1741 Major später Oberst Franz Frei- 
herr von der Trenk, 1748 seiner 
Charge entsetzt f in Festungshaft 
auf dem Spielberg bei Brunn 4. 
October 1749. 

1745 TRKNK'sches Panduren-Regiment, 
1748 slavonisches Bataillon ge- 
nannt, 1756 als Linien-Infanterie- 
Regiment organisirt. 

1756 FML. Josef Cari Freiherr von 
SiMBscHEN f 7. August 1763. 

1763 FZM. Levin Philipp Freiherr von 
Beck MTOGK. f23. Jänner 1768. 

1768 FZM. Johann Leopold Graf 
Palppy von Erdöd f zu Press- 
burg 23. Februar 1791. 



1791 



1814 



1819 
1825 



1835 



1835 



1852 



FML. Johann Jellachich de 

Buzm f zu Agram 29. April 

1813. 

FZM Johann Freiherr von Hillkr 

MTO.-C. f zu Lemberg 5. Juni 

1819. 

bis 1825 unbesetzt. 

FML. Demeter Freiherr Rados.se- 

viCH von Rados f zu Wien 4. 

Juni 1835. 

Sc. k. k. Höh. Q. d. Cav. 

Erzherzog Leopold, General 

Qenie-Inspector. 

(Zweite Inhaber \ 

FZM. Anton von Wöber f «" 

Wien 28. November 1862. 

FML. Franz Freiherr v. Cordon t 

15. Jänner 1869 zu Wien.) 



s-Ereignisse. 



Feldzttge und wichtigere 

1741 Das bekannte Panduren-Corps zeichnete sich schon im Beginne des öster- 
reichischen Erbfolgekrieges durch seine Tapferkeit aus und war 1741 bei der 
Armee des FM. Grafen Neipperg in Schlesien ; bei dem Angriffe auf Zobten 
litt es viel durch die preussischen Grenadiere, beunruhigte aber die Preussen 
auf dem Marsche von Schweidnitz nach Neisse und erbeutete 34 Wägen and 



— 353 — 

300 Pferde. Im Herbste hielten 300 Panduren den Brückenkopf der grossen 
Donau bei Wien besetzt; im December kamen die Panduren zum Eheven- 
htiller'schen-Corps; 1742 waren diese bei der Winter-Expedition in Ober- 
Oesterreich und Baiern^ eroberten Klausen^ Windisch-Garsten, Spital am Pym, 
machten über 600 Kriegsgefangene, eroberten 5 Kanonen und 48 Doppel- 
haken, stürmten 23. Jänner die Vorstädte von Linz, eroberten 30. März Reichen- 
hall mit grossen Salzvorräthen, und erbeuteten bei Langengries 572 Pferde. — 
Im Juli hatten die Panduren die Schlösser Gassmann, Bern und Diesenstein 
genommen, im September die Stadt Cham erstürmt und die 772 Mann starke 
Besatzung kriegsgefangen, dabei 5 Fahnen erbeutet, 7. September Deggendorf 
eingenommen. 1743 diente das Corps am Rhein, zerstörte im August die 
französischen Schanzen bei Fort Mortier, und erobeiiie 3. September auf 
der Insel Rheinmark 2 Redouten mit Sturm; 

1 744 beim Rheinübergange waren die Panduren unter den Klängen der Feldmusik 
die ersten jenseits des Stromes, jagten drei baierische Cavallerie-Regi- 
menter in die Flucht und plünderten ihr Lager; 4. Juli war das Corps 
beim Angriffe auf Lauterburg, später bei der Eroberung von Elsass-Zabern, 
bei Pfalzburg; beim Rückzuge über den Rhein, in der Arriere-Garde, eroberte 
es 8. September Neuburg an der Donau, später in Böhmen eroberte es 
9. October Tein, zwang die feindlichen Besatzungen von Budweis und Frauen- 
berg zur Capitulation, 20. und 23. October, und war beim Angriff auf 
Kolin 14. November. 

1745 war es in Schlesien 11. Februar im Gefechte bei Radaun 14. Februar im 
Trefi'en bei Habeischwert, 29. März im Gefechte bei Loslau, eroberte 20. 
April Ratibor und war bei der Einnahme von Troppau; 26. Mai nahm 
es die Stadt Cosel mit Sturm, der Angriff geschah mit blanker Waffe; 
19. Juni wirkte es bei dem Versuche des General Festetics auf Neu- 
stadtel, machte einen Angriff auf Ziegenhals, musste aber mit grossem 
Verluste weichen; im September belagerte es Neustadt imd während der 
Schlacht bei Trautenau 30. September plünderte es die feindlichen Bagage- 
wägen. 

1746 war es 11. October in der Schlacht bei Rocoux, 1747 war ein Bataillon 
2. Juli in der Schlacht bei Lawfeld, das andere kam nach Italien, trieb 
24. Jänner die genuesischen Bauern aus dem Defil6 der Bochetta, eroberte 
im April Sestri di Ponente und rückte bis an den Palast Spinola. In 
Voltri überfallen, verlor es 80 Mann. Nach dem Aachner Frieden auf ein 
Bataillon geschmolzen, kam es 1748 als Besatzung in die Reichs-Festung 
Philippsburg, 1763 nach Mähren, und seit 1756 zum Linien-Infanterie- 
Regiment umgewandelt, war dieses im siebenjährigen Kriege 

1757 nach Schlesien beordert, wo es als Beobachtungs-Cordon die Grenze sehr 
zweckmässig deckte. 

1758 15, Jänner bestand es ein günstiges Gefecht bei Grätz, 19. Februar war 
es im Gefechte bei Troppau und zog sich mit den übrigen Truppen 
nach Olmütz, wo es bei der kurz nachher erfolgten Belagerung verblieb, 

Thflrheim, Gcdenkblfttter. 28 



- 354 - 

sich in meLreren Ausfallsgefechten sehr hervorthat und überhaupt thätigen 
Antheil an der ruhmvollen Vertheidigung dieser Festung nahm; nach Auf- 
hebung dieser Belagerung kam es zu jener von Neisse, 1759 27. Juli war 
es im Gefechte bei Gottesberg; 1760 23. Juni in der Schlacht bei Landshut 
hatte es die Schanzen der Weissbacher Höhen erstürmt, war sodann bei 
der Belagerung von Glatz^ wo sich beim Sturme 26. Juli die Grenadiere 
durch Eroberung imd Behauptung einer Flesche besonders hervorthaten, und 
ein Bataillon mit dem zurückweichenden Feinde zugleich durch das Haupt- 
thor der Festung eindrang; 15. August focht das Regiment in der Schlacht, 
bei LiegnitZy 1761 war es bei der Armee in Sachsen, 1762 14. August im 
Gefechte am Fischerberge. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 — 79 war es bei der Haupt-Armee in Böhmen, und stand längere Zeit, Juni, 
Juli 1778, bei Gabel. 

Im Türkenkriege waren 
1788 20. bis 24. April die beiden ersten Bataillone bei der Belagerung und Ein. 
nähme von Sabacz, 21. August versah das Leib-Bataillon die Besatzung der 
Veteranischen Höhle im Angesichte einer bedeutenden feindlichen Macht 
mit Proviant und Munition. 18. October wurde das Regiment mit 2 andern 
Infanterie-Bataillons und zwei Divisionen Husaren zur Delogirung des 
Feindes aus seiner Stellung bei Ujpalanka beordert. Der Angriff gelang 
vollkommen, 2000 Janitscharen flohen in wilder Unordnung; — die türkische 
Reiterei, der durch die Husaren der Rückzug abgeschnitten war, warf sich 
in eine Redoute und vertheidigte sich mit grösster Tapferkeit 12 Stunden, 
bis sie überwältigt wurde. Major von Liptay hatte sich mit dem Oberst- 
Bataillon durch umsichtige Angriffs-Dispositionen und persönliche Bravour 
hervorgethan, und besetzte mit dem Bataillon sogleich Ujpalanka. In der 
Nacht vom 5. zum 6. November unternahm er eine Fouragirung bei Gradistje 
auf türkischem Gebiete und kehrte mit namhafter Beute an Rindern, Schafen 
Getreide und Salz zurück. 1789 war das Leibbataillon bei der Belagerung 
von Belgrad, hielt den Brückenkopf auf dem rechten Donauufer besetzt, 
und hinderte bis zur erfolgten Uebergabe auf dieser Seite jeden feindlichen 
Ausfall. Die Grenadiere thaten sich 30. September beim Sturme auf die 
dortige Raitzenstadt hervor. Das Oberst-Bataillon hatte im September bei 
Ujpalanka einige glückliche Gefechte, und überfiel die türkischen Besatzun- 
gen in Passarowitz und Semendria. 1790 lieferte Oberstlieutenant Liptaj den 
Türken 6. Jänner ein glänzendes Gefecht bei Negodin. Das dritte Bataillon 
war bei der Belagerung von Czettin, marschirte nach der Einnahme nach 
Warasdin, von dort im Herbste 1791 nach Böhmen und Ende April 1792 
in die Nied(Brlande, wo es im französischen Revolutionskriege 

1792 Ende October zur Beobachtung von Thionville und Longwy detachirt wurde, 

1793 9. Juni vertheidigte es Arlon, 16. October im Treffen bei Wattignies 
waren 2 Compagnien desselben anwesend; 23. October beim Angriffe der 
Franzosen auf die österreichische Stellung bei Maubeuge wiesen 4 Com- 



— 355 - 

pagnien alle überlegenen Angriffe des Feindes auf den Wald von Danzis 
standhaft zurück; — die Grenadier-Division bei der Haupt-Armee des 
Prinzen Coburg war bereits 1792 6. November in der Schlacht bei Jemappes, 
1793 18. März in jener bei Neerwinden. 1794 war das dritte Bataillon auf 
Vorpostendienst bei Maubeuge^ wo es 11. Mai bei Bois d'Alnes ein Ge- 
fecht bestand, 21. und 24. Mai kämpfte es tapfer bei Erquelinnes, die 
Grenadiere erstürmten die dortigen Höhen, 24. Mai griff das Bataillon in 
den Bois du Suliermont den Feind mit solcher Kühnheit an, dass er das 
ganze Lager mit 6 Kanonen im Stiche liess, 3. Juni war es beim Entsätze 
von Charleroi, 13. Juni bei dem misslungenen Entsatz- Versuche von Ypem, 
24. Juni im Gefechte bei Deynze, 2. October im Bückzugs-Gefechte bei 
Aldenhoven. 

1795 im November war das Bataillon bei der Einschliessung von Mannheim, bei 
Eroberung der Neckarschanze bildeten Zimmerleute und Freiwillige des 
Bataillons die Avantgarde ; 13. December that sich das Bataillon beim An- 
griffe auf Trippstadt und Schopp besonders hervor, wurde im Juni 1796 
auf den italienischen Kriegs-Schauplatz beordert, wohin auch das Leib- 
und vierte Bataillon aus den Friedensgamisonen in Ungarn und Croatien 
abgerückt waren, in Trient vereinten sich Ende Juli alle diese Regiments- 
Abtheilungen. Im Gefechte bei Salo erstürmte das Leib-Bataillon das dor- 
tige Gastell, das dritte Bataillon hatte den Ort Maderno genommen, 2 Com- 
pagnien dieses Bataillons erstürmten beim Angriffe auf Gavardo die 
Brücken über die Chiese und warfen den Feind über den Fluss. 31. Juli 
focht das Leib-Bataillon beim Angriffe auf Lonato, das dritte Bataillon in der 
Brigade Ocskay 3. August bei Desenzano, von bedeutenden französischen 
Streitkräften unter dem Ober-General Bonaparte eingeschlossen, wurde mit 
dem grössten Th^ile der Brigade kriegsgefangen. Das wieder neu formirte 
dritte und das vierte Bataillon fochten in der dreitägigen Schlacht bei Arcole 
15. bis 17. November mit grossem Verluste. 1797 14, und 15. Jänner 
wirkten das Leib- und dritte Bataillon in der Brigade Liptay bei dem 
Angriffe auf die feindliche Stellung bei Rivoli mit; 27. Jänner wurden die 
vereinigten 3 Bataillons in ihrer Aufstellung bei San Valentine auf dem 
Montebaldo von dem französischen General Vial angegriffen und nach tapfer- 
ster Gegenwehr zum Weichen gezwungen. 31. Jänner war das dritte Bataillon 
im Gefechte bei Mori. In der ersten Hälfte März war das Oberst-Bataillon 
aus Ungarn zum Regimente eingerückt. — 20. März wurden die drei ersten 
Feld-Bataillone des Kegimentes auf dem Geierberge bei Salurn von einer 
bedeutenden feindlichen Uebermacht angegriffen, und mit grossem Verluste 
zum Rückzuge nach Neumarkt gezwungen. Das vierte Bataillon unter 
General London bei Meran griff den Feind 3. April bei Botzen an, wo 
Capitänlieutenant Budakovich, . der mit 4 Compagnien die Avantgarde bildete 
dem Feinde nebst mehreren Gefangenen 4 Kanonen wegnahm. — 

1798 im Jänner war das Regiment bei der Besitznahme der durch den Frieden 
von Campo Formio erlangten venetianischen Gebietstheile und kam als Be- 
satzung nach Verona. 

23* 



- 356 -^ 

Im Feldzuge 

1799 in Italien vertheidigten das Leib- und Oberst-Bataillon 26. März im ersten 
Treffen bei Verona sehr tapfer im siebensttindigen erbitterten Kampfe die 
Stellung bei Pastrengo, aber mit grossem Verluste; 30. März im zweiten 
Treffen bei Verona war das Oberst- Bataillon sehr thätig und 5. April im 
Treffen bei Magnano das dritte Bataillon. Anfangs Mai kam das Regiment 
zur Belagerung von Peschiera, sodann zur Cemirung von Mantua; Anfangs 
Außjust waren das Leib- und dritte Bataillon bei der Expedition des FML. 
Fröhlich in das Toskanische und die Romagna; Ende November kam das 
dritte Bataillon zum Corps des Qeneral Klenau, und bestand 16. December auf 
dem Berge Portello bei Foniglia ein heftiges Gefecht. — die Grenadiere thatcn 
sich 21. November im Treffen bei Cassano hervor. 

Im Feldzuge 

1800 waren das Leib- und Oberst-Bataillon bei der Einschliessung von Genua. 
Am 11. Mai bei dem feindlichen Angriffe des General Soult hatte das Erstere 
den Monte Fascio und den Monte Parisone besetzt. Oberst Szenassy hatte 
Anfangs mit diesem die Höhen von Fontaneggio im mörderischen Feuer er- 
stürmt und den Feind zurückgeworfen, aber ohne Unterstützung musste er 
endlich der feindlichen Ueberzahl erliegen und gerieth mit 7 Offizieren und 
143 Mann in Gefangenschaft, den übrigen Theilen gelang es sich durch- 
zuschlagen. General Baron Gottesheim wurde durch eine Division in ihre 
Mitte genommen und mit vieler Entschlossenheit aus der drohenden Gefahr 
der Gefangenschaft gerettet. Das Oberst- und dritte Bataillon fochten 14. Juni 
in der Colonne des FML. Grafen Hadik in der Schlacht bei Marengo, und 
erlitten starke Verluste. 26. December auf dem Rückzuge der Armee bestand 
das Regiment ein heftiges Gefecht bei Salionze. Oberstlieutenant Kussevich 
mit 4 Compagnien erhielt den Befehl, eine vorwärts dieses Ortes liegende 
Redoute mindestens 24 Stunden aufs Aeusserste zu vertheidigen, wurde aber 
sogleich nach dem Abmärsche des Regimentes von der französischen Truppen- 
division Delmas ganz eingeschlossen, aber erst nach 36stündiger tapferer 
Vertheidigung, nachdem er 6 feindliche Sttinne abgeschlagen, Munition und 
Proviant ausgegangen waren, schloss Oberstlieutenant Kussevich eine ehren- 
volle Capitulation ab, die Offiziere behielten das Seitengewehr, die Mannschaft 
ihr Gepäck. Oberstlieutenant Johann von Kussevich, 9 Offiziere, 436 Mann 
kamen in Kriegsgefangenschaft. Das Regiment bestand auf dem weiteren 
Rückzuge fast tägliche Gefechte, so 1801 2. und 3. Jänner bei Ala, 4. Jänner 
bei Seravalle, bei San Marco, Calliano u. s. w. 

Im Feldzuge 
1805 focht das Regiment in der Division des FML. Baron Simbschen, abermals 
in Italien, 30. und 31. October in der Schlacht bei Caldiero, wo es einen 
Gesammtsverlust von 262 Mann, darunter 3 verwundete Offiziere erlitt. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im VIII. Armee-Corps der in Italien operirenden Armee 
des Erzherzog Johann eingetheilt. Um die Aufmerksamkeit des Feindes von 



— 357 ~ 

dem Punkte abzuziehen, wo die Haupt-Armee die Absicht hatte vorzurücken, 
vrurde Oberstlieutenant Volkmann mit dem eignen dritten Bataillon, 2 andere 
Bataillons und 2 Husaren-Escadronen über Pontafel in das Fella-Thal entsendet. 
Bei dem Dorfe Pontis vorwärts Venzone stiess Oberstlieutenant Volkmann 
4. April auf den feindlichen General Broussier. Ungeachtet der sehr vortheil- 
haften Stellung und Ueberlegenheit des Feindes schritt er sogleich zum An- 
griffe, nahm mit Sturm das Dorf Pontis, sowie den Ort Venzone, verfolgte 
den Gegner bis an den Rivo Bianco, welche Position von den Franzosen mit 
6 Bataillons, 4 Kanonen und 2 Haubitzen vertheidigt wurde; nach einem 
neunstündigem Kampfe wurden diese mit grossem Verluste auch hier zum 
Bückzuge genöthigt und ohne Rast bis San Daniele und über den Tagliamcnto 
verfolgt, dadurch war die Vorrückung der österreichischen Haupt- Armee, ohne 
einen Schuss zu thun, bis Pordenone erreicht, wo sie erst Widerstand fand, 

15. April. Das erste und zweite Bataillon unterstützten in diesem Treffen den 
Kampf der Avantgarde, Oberstlieutenant Volkmann bemächtigte sich stür- 
mend der nächstgelegenen Berge, verjagte den Feind von dort und vernichtete 
einen Theil der italienischen Garde. In der Schlacht, bei Fontana Fredda 

16. April focht das nun wieder vereinte Regiment unter Oberstlieutenant 
Volkmann, nahm das Dorf Villadol und drang mit den weichenden Franzo- 
sen zugleich in Fontana Fredda ein, den Ort gegen mehrmalige feindliche 
Angriffe tapfer behauptend, doch hatte es den bedeutenden Gesammtverlust 
von 14 Offizieren und 570 Mann, darunter 60 Mann todt. 27. April hatte das 
erste und zweite Bataillon bei Villanuova, St. Bonifacio und Monteforte 
heftige Gefechte, 29. April das Regiment bei Soave, 30. April bei Monte 
Fascarinetto, 4. Mai vertheidigte es mit Tapferkeit und Erfolg die Brücke 
bei Bassano und deckte den Uebergang der Armee über die Brenta bei 
Fontaniva. 5. Mai marschirte dasselbe nach Tirol, wo es abtheilungsweise 
zur Vertheidigung der dortigen Pässe und Thäler verwendet wurde ; 27. Mai 
hatte die erste Division unter Hauptmann Baron Vauquetz bei Mauten den 
Angriff zweier feindlichen Bataillons zu bestehen. Auf dem spätem Rückzuge des 
Chasteller'schen Corps durch Kärnthen bestand das Regiment 6, Juni in 
seiner Stellung auf dem Calvarienberge bei Klagenfurt ein langes heftiges 
Gefecht mit demFeinde, das durch die Entschlossenheit des Hauptmanns Haas 
glücklich entschieden wurde, der mit 3 beihabenden Kanonen eine feindliche 
Reiter-Abtheilung, die sich den Geschützen näherte, beschiessen Hess, sie 
rasch mit dem Bajonnete angriff, in Unordnung brachte, und von den übrigen 
Regiments-Abtheilungen unterstützt zum Rückzuge in die Stadt zwang, wo 
sie verfolgt, auch ihre übrigen Truppen in die Flucht mitriss, und 2 Bataillone 
die Vorstädte besetzten. Um Mitternacht trat das Regiment unter steter Be- 
obachtung des Gegners seinen Weitermarsch an, und vereinigte sich bei 
Papa in Ungarn wieder mit der Armee des Erzherzogs Johann 17. Juni. — 
Die eigene Reserve-Division unter Hauptmann Grimmer hatte 14. Juni an 
der Schlacht bei Raab Theil genommen, kam als Besatzung dahin, und ge- 
rieth 24. Juni in Folge der dortigen Capitulation in Kriegsgefangenschaft. 



-~ 358 — 

Die erste Division war in Tirol zurückgeblieben, hatte mehrere feindliche 
Versuche auf Sachsenburg vereitelt und rückte Ende August in Warasdin 
beim Regimente ein. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment bei der Armee des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich, 
27. August war es bei Villach zur Unterstützung des diesen Ort vertheidi- 
geuden Regimentes Duka Nr. 39 aufgestellt, 18. September das zweite Ba- 
taillon im Gefechte bei St. Hermagor, das erste Bataillon hielt währenddem 
durch Demonstrationen längs der Drau den Feind beschäftigt, und verhinderte 
jede Entsendung einer Unterstützung desselben nach St Hermagor; 7. Octo- 
her vertheidigten 6 Züge den Bartolograben gegen alle feindlichen Angriffe. 
26. October vertheidigten die dritte, vierte, siebente imd achte Compagnie 
Bassano gegen den französischen General Palombini, und behaupteten sich; 
29. October unternahmen die achte und neunte Compagnie unter Hauptmann 
Vauquetz einen Angriff auf den Ort Cassoni, mussten sich aber vor der dort 
aufgestellten feindlichen Uebermacht zurückziehen; 30. und 31. October be- 
stand das Regiment heftige Gefechte bei Bassano ; 15. November bei Caldiero 
von einer bedeutenden feindlichen Uebermacht angegriffen, zog sich dasselbe 
auf das linke Ufer des Alpon, die erste Division, welche die Verschanzon- 
gen besetzt hielt und nicht mehr folgen konnte, gerieth in Gefangenschaft; 
19. November wirkten 4 Compagnien des zweiten BataiUons bei dem An- 
griffe auf San Martine mit und fochten bei St. Michele, 20. November kam 
das Regiment in Cantonnirung nach Bonifacio. 

Im Feldzuge 

1814 wurde dasselbe 5. Februar im Avantgardegefechte bei Villafranca zur Unter- 
stützung beordert, kam aber nicht mehr zum Kampfe. — Die Grenadiere 
fochten in der Schlacht am Mincio 8. Februar ; bei Borghetto und Monzambano 
10. Februar schlug das Regiment einige feindliche Angriffe ab. 

Im Feldzug 

1815 war dasselbe im Corps des FMM. Baron Bianchi eingetheilt, im Feldzage 
gegen König Murat von Neapel, 2. Mai, waren 4 Compagnien als Vortruppen 
in einem lebhaften Gefechte bei Osteria di Monte Milone, 3. Mai das Re- 
giment in der Schlacht bei Tolentino. Die siebente Compagnie unter Haupt- 
mann Szekelj hatte den Feind durch einen entschlossenen Bajonnet-Angriff 
von den bereits erstiegenen Höhen des Monte Elmo hinabgeworfen; — das 
zweite Bataillon unter Major Nagy hatte die Anhöhen von Macerata erstie« 
gen. Das Regiment kam sodann zur Einschliessung der Festung Pescara, 
im Juli aber nach Südfrankreich, wo es bis 25. October verblieb. ^ 

1821 machte dasselbe den Feldzug gegen die neapolitanischen Insurgenten mit, 
kam aber in kein Gefecht, wurde im Juni nach Sicilien einbarkirt, wo es 
Melazzo, Messina und Syrakus besetzte, 1823 im Februar nach Palermo und 
von dort 31. Juli 182ö auf 26 Fahrzeugen nach Dalmatien überschifft wurde. 
Im Mai 



- 359 — 

1848 wurde das Regiment aus der Friedensstation Temesvar naeli Ofen-Pest be- 
ordert, da es aber den Eid auf die ungarische Constitution verweigerte, kam 
es in die Festung Komorn, und als es trotz Versprechungen und Drohungen 
in seiner Gesinnung verharrte, erhielt es vom ungarischen Kriegs-Ministerium 
den Befehl, nach Wien zu marschiren, wohin es mittelst Dampfboot befördert 
und daselbst eingerückt zur Armee nach Italien beordert wurde, wo bei dessen 
Einrücken bereits der Waffenstillstand abgeschlossen war. 

Im Feldzuge 

1849 gegen Piemont gehörte das Regiment zur Division des FML. Grafen Lich- 
nowsky des III. Annee-Corps, welche am 23. März Nachmittag auf dem 
Schlachtfelde bei Novara anlangte und sogleich in die Schlachtlinie vorrückte. 
Das erste Bataillon focht unter persönlicher Führung seines tapfem Obersten 
Grafen Degenfeld auf dem äussersten rechten Flügel der Brigade Maurer 
zugetheilt, gleichzeitig am linken Flügel das dritte Bataillon unter dem ent- 
schlossenen Major Brehm mit vorzüglicher Tapferkeit. 

Im Feldzuge 

1859 gegen die Franco-Sarden in Italien war das Regiment im VII. Armee-Corps 
FML. Baron Zobel eingetheilt: 21. Mai vereitelten 2 Compagnien den zwei- 
maligen Versuch eines feindlichen Ueberganges über die Sesia; 22. und 23. 
Mai wurde auf der Strasse gegen Vercelli der weit überlegene Feind nach 
wiederholten Angriffen von 3 Bataillons zurückgeschlagen; 28. Mai waren 
2 Compagnien imter Hauptmann Roch bei der Recognoscirung des Brücken- 
kopfes von Vercelli; 30. und 31. Mai war das Regiment in den Gefechten 
bei Palestro und 4 Compagnien unter Hauptmann Peter Csikos nahmen 
zwei Bataillone eines andern Regimentes auf und deckten deren Rückzug; 
4. Juni focht das Regiment in der Schlacht bei Magenta, und 24. Juni in 
jener bei Solferino. 
Im Feldzuge 

1866 abermals in Italien, war das Regiment in der Brigade GM. Möring des V. 
Armee-Corps eingetheilt und focht 24. Juni in der Siegesschlacht bei Cu- 
stozza, in welcher die Brigade Möring an der Erstürmung des Dorfes Cu- 
stozza am Abende dieses Tages ruhmvollen Antheil hatte. Das vierte Ba- 
taillon gehörte zur Besatzung von Mantua. 
Im bosnischen Occupations-Feldzuge 

1878 focht das Regiment 5. und 7. August bei Waszar Wakuf und Jaicze, bei 
Rogolie, 24. August bei Beletschewo und 6. bis 8. September bei Klyucz, 
mit einem Gesammtverluste im ganzen Feldzuge von 153 Mann. 

Tapferkeits-Aaszeicimimgen und besondere Denkwürdigkeiten. 

Das Panduren- Corps des Freiherrn von der Trenck bestand bei seiner Er- 
richtung aus 20 Frei-Compagnien, Jede zu 50 Mann. Ihre Uniform und Arma- 
tur war nach Art der türkischen Janitscharen folgende : schwarze hohe Czako. 
mutzen, rothe Mäntel mit Kapuzen, blaue Oberkleider, rothe Leibel, blaue 
Pumphosen und türkische Stiefel. Ihre WaflFen waren Flinten, Säbel, ein 



— 360 — 

Paar Pistolen, Handjarß oder türkische Messer. Ihre Angriffs- und Kampfvreige 

sowie die Feldmusik nach türkischer Art. 
1742 Für die Einnahme des Schlosses Diesenstein im Juli wurde Major Baron Trenck 

zum Oberstlieutenant befördert. 
1 742 Hauptmann Baron Erlach that sich im August durch die tapfere Behauptung seines 

Postens bei Weissenstein mit 146 Panduren gegen 300 Baiem hervor. 

1742 trat der aus russischen Diensten gekommene Hauptmann Gideon von Leu- 
don in dieser Charge in das Corps, zeichnete sich mehrmals aus, und wurde 
bei der Eroberung von Elsass-Zabem 1743 ziemlich schwer verwundet. 

1744 Oberstlieutenant Baron d'Olne, der das Commando des Corps nach der schweren 
Verwundung Trenck's beim Angriffe auf Kolin 13. und 14. November in- 
terimistisch übernommen hatte, erbeutete mit dem Corps bei Mocher ein von 
Jägemdorf auf Wägen abgeholtes feindliches Magazin 4. Mai 1745. 

1745 hatte sich Major Franquini bei Kowalkowitz, Trautenau und Schmiedeberg 
sehr hervorgethan und wurde zum Oberstlieutenant, — für einen gelungenen 
Uebeifall auf ein französisches Corps im Juni 1746 in der Niederlande zum 
Obersten befördert. 

1758 15. Jänner zeichnete sich Regiments-Inhaber und Commandant Oberst Baron 
Simbschen im Gefechte bei Grätz in Schlesien aus, da er sich so tapfer ge- 
gen den feindlichen Angriff vertheidigte, dass der Gegner nach vielem Ver- 
luste zum Rückzuge genöthigt wurde. 

1758 Während der Belagerung von Olmütz versah der Grenadier-Hauptmann 
Johann Bechard die Dienste eines Tranch6e-Majors, hatte in nächster Nähe 
des Feindes im heftigsten Feuer die Flatterminen auf dem Glacis angelegt, 
die Sappenbauten des Gegners recognoscirt, imd mehrere Ausfälle glücklich 
geführt; er wurde später 1760 MTO.-R- 

Oberstlieutenant Calveria, welcher bei einem Ausfalle 13. Juni mehrere Bat- 
terien mit den von ihm commandirten Arbeitern zerstörte, und Major Max 
Baron Tillier, der 4. Juni einen Ausfall commandirte und Gefangene zurück- 
brachte, wurden angerühmt. 

1760 Oberstlieutenant Amelunken hatte sich bei Landshut und bei der Erstürmung 
von Glatz sehr ausgezeichnet, bei letzerer auch die Majore Mihokovics und 
Baron Bechard. 

1788 Regiments-Caplan Basilius Bossniak aus dem Franziskaner-Orden war 24 
April beim Sturme auf Sabacz einer der Ersten, half dem Ingenieur-Major 
Prinzen de Ligne bei Ersteigung des Walles, nahm hierauf die Zimmerleute 
zusammen, Hess die Pallisadirungen umhauen, um den Nachstürmenden den 
Weg in das Innere zu bahnen. Kaiser Josef 11., Augenzeuge dieses Vorfalls» 
verlieh dem muthigen Priester eine 20 Dukaten schwere Ehren-Medaille- 
welche ihm bei einer Ausrückung im Feldlager zu Semlin 2. Mai vor der 
Fronte des Regimentes vom Brigadier umgehängt wurde. 

1788 Major Anton von Liptay wurde fllr seine Auszeichnung bei Ujpalanka kurz 
nachher zum Oberstlieutenant befördert und MTO.-R. 



— 361 — 

Beim Sturme auf die Redoute von Ujpalanka thaten sich besonders hervor 
die Hauptleute von Friedberg, Vukassovich, Biankovics, Athanasievich und 
Marotel, der sogleich zum Major befördert wurde, femer Oberlieutenant Nagy, 
die Lieutenants Gunda und Zittar. 

1788 Major von Weidenfeld und Lieutenant Szt. Ivany hatten sich im August bei 
Verproviantirung der veteranischen Höhle ausgezeichnet. 

1788 Bei Gradistje 5. November hatten sich die Lieutenants Gunda, der sogleich 
zum Oberlieutenant befördert wurde, und Stöhr sehr ausgezeichnet. 

1790 Bei Negotin that sich Hauptmann Gergely, der den Feind verfolgte, sehr her- 
vor, Oberstlieutenant Liptay wurde für seine Auszeichnung zum Obersten 
befördert, und Feldwebel Johann Illich, der einen türkischen Anführer ge- 
fangen nahm, erhielt der Erste im Regimente die goldene Tapferkeits- 
Medaille. 

1793 Bei Vertheidigung von Arlon 9. Juni hatte sich ein Feldwebel die goldene, 
3 Mann die silberne Tapferkeit-Medaille erworben. 

1793 Bei Wattignies 16. October hatten sich Oberlieutenant Lutter und Lieutenant 
del Rio durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff hervorgethan. 

1793 Bei Neerwinden 18. März hatten sich 7 Grenadiere die silberne Medaille 
erkämpft. 

1794 Beim Angriffe des Lagers bei Bois du Saliermont 24. Mai hatte durch eine 
geschickt unternommene Umgehung der feindlichen Flanke, Lieutenant del Rio 

' wesentlich zu dem glänzenden Erfolge beigetragen. 

1794 Bei Bois d'Alnes 11. Mai hatten sich die Lieutenants Haas und Baron 
Hundt, welche mit den Tirailleurs den ersten Angriff unternahmen, ausgezeichnet. 

1795 Bei Eroberung der Neckarschanze im November hatte das schnelle Vordrin- 
gen des Oberlieutenants Lutter und des mit 60 Freiwilligen imd den Zimmer- 
leuten vorgeschickten Lieutenants Haas die Feinde derart überrascht, dass 
sie, ohne erst den Angriff der Haupt-Colonne abzuwarten, über die zum 
Theil gesenkte Neckarbrücke retirirten und 15 Kanonen im Stich Hessen. 

1795 Bei der Einnahme des Dorfes Schopp bei Trippstadt 13. December hatte 
sich Lieutenant Baron Hundt ausgezeichnet. 

1796 Major Miloradovich zeichnete sich bei Erstürmung des Ortes Maderno am 
rechten Ufer des Toskolano im Juli vorzüglich aus ; zu Fusse an der Spitze 
des dritten Bataillons hatte er das nicht unbedeutende Gewässer, das keine 
Brücke hatte, durchwatet. 

1796 Im Feldzuge in Italien hatten sich 9 Mann die silberne Medaille verdient. 

1797 Im Gefechte bei Botzen 3. April hatte sich Capitänlieutenant Budakovich 
besonders hervorgethan. 

1799 Im ersten Treffen bei Verona 26. März hatten die beiden Hauptleute Gar- 
noczy und Zittar eine ftinfinal vom Feinde eroberte Redoute demselben 
wieder entrissen, setzten sich darin fest imd deckten den ordentlichen Rück- 
zug ; beide wurden in der Relation besonders belobt. Ein Corporal erhielt die 
silberne Medaille. 



— 362 — 

1799 Im zweiten Treffen bei Verona 30. März hatte Bich Major Athanasievich mit 
dem Oberst-Bataillon besonders ausgezeichnet, und wurde in der Relation rühm- 
lichst erwähnt. 

1799 GM. Graf Klenau rtihmt in seiner Relation über das Gefecht am Berge 
Portallo bei Forriglia 16. December das tapfere Benehmen des dritten Ba- 
taillons, an dessen Spitze er sich beim Angriffe selbst gestellt hatte, und sagte, 
dass es zum glücklichen Erfolge das Meiste beigetragen habe. 

1800 11. Mai bei Monte Fascio und Monte Parisone hatte sich Hauptmann Pod- 
luszany durch die Rettung des Generals Gottesheim verdient gemacht. 

1800 Bei Marengo 14. Juni hatte sich Major Lalance ausgezeichnet, wurde aber 
schwer blessirt. 

Im Feldzuge 
1800 hatten ein Feldwebel die goldene und 5 Corporäle die silberne Medaille er- 
halten. 

Im Gefechte bei Venzone 11. April 
1809 zeichnete sich Hauptmann Paul Laloss mit der achten Division durch Er- 
stürmung des Dorfes Pontis aus. 

1809 Major Emerich Marx that sich mit dem ersten und zweiten Bataillon durch 
seine thatkräftige Unterstützung des Avantgardekampfes bei Pordenone 15- 
April hervor. 

1809 Oberstlieutenant Anton Volkmann, der wie die Relation sagt, zur Entschei- 
dimg des Sieges bei Fontana Fredda 16. April sehr viel beitrug, wurde so- 
gleich zum Obersten befördert, und später ftlr seine glänzende Waffenthat 
bei Venzone 11. April mit Armeebefehl de dto. 24. October 1809 ausser Ca- 
pitel MTO.-R. 

1809 Bei Fontana Fredda hatte sich Major Johann Lutter, Commandant des zwei- 
ten Bataillons, gleichfalls ausgezeichnet, wurde aber verwxmdet. 
Im Gefechte bei Monte Foscarinetto 30. April 

1809 hatte ein Feldwebel des Regimentes den Befehlshaber der italienischen Gar- 
den General Sorbier gefangen genommen. 

1809 Bei Vertheidigung der Brentabrücke bei Bassano 4. Mai war der Regiments- 
Caplan Matho Simonovich, der in der vordersten Reihe der Fechtenden die 
Krieger mit begeisternder Beredtsamkeit aneiferte, von einer Musketenkugel 
in die Stime getroffen, getödtet worden. Das Regiment setzte ihm auf sein 
Ghrab ein steinernes Denkmal. 

1809 Hauptmann Stephan Haas von Marteny wurde für sein tapferes entscheiden- 
des Benehmen im Gefechte am Calvarienberge bei Klagenfurt 6. Jimi durch 
Capitelbeschluss 1810 MTO.-R. 

1809 Das Regiment hatte sich im Feldzuge 2 Maria-Theresienkreuze und 7 Tapfer- 
keits-Medaillen erworben. 
Im Feldzuge 

1813 hatten sich bei St. Hermagor 18. September Major Leopold von Quosdanovich 
und am selben Tage durch seine umsichtigen Demonstrationen an der Drau 



— 363 — 

Major Johann Lutter ; 7. October durch tapfere Vertheidigung des Bartolo- 
Grabens Hauptmann MTO.-R. Heinrich Baron Kueber von Ruebersburg aus- 
gezeichnet. 

1813 Ein Armeebefehl de dto. Vicenza 5. December belobt das tapfere Benehmen 
von 4 Unteroffizieren, 4 Gemeinen und eines Tambours. 

Im Gefechte bei Monzambano 10. Februar 

1814 hatte sich Hauptmann Johann Christoph durch Erstürmung der diesen Ort 
dominirenden Höhen und dadurch bewirkte Umgehung der linken Flanke des 
Feindes sehr rühmlich hervorgethan. 

1813 und 1814 hatte die brave Mannschaft; des Regimentes in den Feldzügen 
2 goldene und 23 silberne Tapferkeits-Medaillen erhalten. 

1815 In der Schlacht bei Tolentino 3. Mai hatten sich Major Johann von Nagy 
und Hauptmann' Franz Szekely hervorgethan. Ein Feldwebel und ein Zimmer- 
mann hatten sich die goldene, 6 Unteroffiziere und ein Mann die silberne 
Medaille erworben. Nach geendeten ruhmvollen Feldzügen 

1813 und 1815 zählte das Regiment 4 goldene und 35 silberne Tapferkeits-Me- 
daillen. 

1848 Das Offiziers-Corps der beiden in Pest befindlichen Bataillone, in unerschütter- 
licher Treue zu seinem Monarchen und Anhänglichkeit zum Kaiserhause, über- 
reichte im Mai dem magyarischen Ministerium eine schriftliche Erklärung der 
Eid- Verweigerung auf die imgarische Constitution, welche schriftlich und 
mündlich vom ältesten bis zum jüngsten Offizier auf jenes Ansinnen mit 
einem entschiedenen Nein lautete. 

1849 Im Berichte über die Schlacht bei Novara 23. März wurden: Regiments- 
Commandant Oberst Gustav Graf Degenfeld-Schombui'g, die beiden Bataillons- 
Commandanten Rudolf Brehm und Johann Elipfeld, die Hauptleute Molitor, 
Baron Radossevich, Shimatovich, Schreyer, Horvath und Baron Augustin für 
ihr tapferes Betragen, sowie das Regiment im Armeebefehl öffentlich belobt. 

1849 Für Auszeichnung in der Schlacht bei Novara 23. März: 

ÖLO.-R. Oberst Gustav Graf Degenfeld- Schomburg, Major Rudolf Wilhelm 
Brehm. MVK. die Hauptleute Molitor, Shimatovich, Schreyer, Horvath, die Ober- 
lieutenants Ballacs, von Kontsek, Szallay, Baron Schölten. 
Die Mannschaft erhielt 4 goldene, 9 grosse, 24 kleine silberne Tapferkeits- 
Medaillen, 1 k. russisches St. Georgskreuz V. Classe, 1 k. preussisches Ehren- 
zeichen I. Classe. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien : 

ÖLO.-R. Regiments-Commandant Oberst Emerich von Fleischhacker. 

OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Michael Freiherr von Augustin, Major Gustav 

König, Major Peter Csikos, Hauptmann Johann Zach. 

MVK. Major Peter Czikos, die Hauptleute dAlbini, Wittmann von Neubom, 

Gyuriskevic, Oberlieutenant Robiczek, die Lieutenants von Bosio, Dubsky, 

Vidale. 

Die Mannschaft 2 goldene, 14 grosse, und 15 kleine silberne Medaillen, 



— 364 — 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien : 

OEKO.-R. 3. Regiments-Commandant Oberst Hermann Freiherr Dahlen von 

Orlaburg. 

MVK. die Hauptleute Svoboda und Mitrovic. 

1878 Für Auszeichnung im Occupationsfeldzuge in Bosnien: 

OEKO.-R. 3. Oberst Paul Hostinek, Major Maximilian Ritter von Catinelli 
(des Oeneralstabs - Corps), Oberlieutenant Johann Ealbacher; Lieutenant 
Gideon Emeta. 

MVK. Major Georg Roknic, die Hauptleute Paul Begovic, Martin Lovretic, 
Carl Edler von Gebauer, Carl Petrovic, die Oberlieutenants Stephan Kraln- 
öevic, Josef Wiesinger, die Lieutenants Heinrich Mossettig (in der Reserve}, 
Martin Radiöevic, Theodor Wickerhauser (in der Reserve), Maximilian Adrazio 
(in der Reserve) und der, vor dem Feinde gebliebene Carl Ritter von Jedina 
(in der Reserve). 

Die Allerhöchste Belobung : Die Hauptleute Martin Lovretic, Carl Edler von 
Gebauer, Reserve-Oberlieutenant und Ordonnanz-Offizier Rudolf Wimmer und 
(der vor dem Feinde gebliebene) Reserve-Lieutenant Carl Ritter von Jedina- 
Die Mannschaft erhielt für die Gefechte bei Veleßevo am 24. August, bei 
Klju^ 6. und 8. Semptember und für hervorragende Leistungen im Allge- 
meinen 7 grosse 12 kleine silberne Tapferkeits-Medaillen. 

Seit 1868 hat das Regiment die angegebene Adjustirung statt der früheren 
weissen. 

Vor dem Feinde gebliebene Gommandanten und Stabsoffiziere. 

1747 Panduren-Corps-Commandant Oberst von Franquini von einer Geschützkugel 
tödlich verwundet vor Genua f 15. Mai. 

1797 Major Miloradovich an seiner im Gefechte bei Salum 20. März erlittenen 
schweren Verwundung f zu Neumarkt 28. März. Die Feinde bestatteten ihn 
mit militärischen Ehren, das Landvolk setzte ihm ein Denkmal. 

1799 Major Johann von Vukassovich f im Treffen bei Verona 26. März. 

1799 Major Wilhelm von Malmberg an seiner am 26. März bei Verona erlittenen 
Verwundimg f in den letzten Tagen des März. 



Mährisches 

INFANTERIE-REGIMENT N« 54. 

(1877.) 

FML FRANZ GRAF THUN HOHENSTEIN. 

Dunkelblaue Waffenröcke, apfelgrüne JEgälisirung, weisse Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation : Olmütz. 



Inhaber: 



1620 errichtet im deutschen Reiche 

Yom gleichzeitigen Inhaber 
1620 Oberst Adam WniHELM Schell- 

HARDT auch Schellard Freiherr 

von GöRZENicH, spätem churpflQ- 

zischen Generallieutenant. 
1627 FM. Johann Freiherr von Aldrin- 

6ER t imTreffen bei Landshut 1634. 
1634 FZM. Johann Franz Freiherr 

BARwrrz von Fernamont f 1649. 
1 649 FM. Otto Christoph Graf Sparre f 

Unter diesem Inhaber wurde das 

Regiment 1661 förmlich in den 

kaiserlichen Dienst übernommen. 
1669 FM. Ernst Rüdiger Graf von 

Starhembfrg t 4. Jänner 1701. 
1701 FZM. Georg Friedrich Freiherr 

von Kribchbaüh f 14. Februar 

1710. 
1710 FML. Bertrand Freiherr von 

Wachtendonk f 1720. 
1720 FM. Lothar Graf Köniosegq- 

Rothbhtels t 8. December 1751. 
1751 FZM. Claudius Freiherr von Sm- 

CERB MTO.-GK. t 4. Juni 1769 

zu Znaim. 



1769 FML. Carl Graf Callenberg 

MTO.-GK. t 26. Juli 1800 zu 

Wien. 
1805 FZM. Josef Freihen* Froon von 

Kirchrath MTO.-C. 1 12. Jänner 

1821 zu Wien. 
1823 GM. Josef Graf Lahezan Salins 

t zu Wien 27. Juli 1831. 

1831 FZM. Emil Prinz zu IIessfn und 
bei Rhein MTO.-R f zu Baden- 
Baden 26. April 1856. 
{Zweite Inhaber waren 

1832 FML. Theodor Freiherr M^uti- 
NOviCH - Weichselburq MTO.-R. 
t zu Temesvar 7. November 
1836. 

1836 FML. Johann Baptist Ritter von 
Cometti t 24. August 1839.) 

1857 FML. Wn^HELM Freiherr von 
Grueber (war seit 1839 zweiter 
Inhaber:) f 1877. 

1877 FML. Franz Graf Thun-Hohen- 
STEIN, Militär-Commandant ZU Inns- 
bruck und Landes- Vertheidigungs- 
Commandant in Tirol. 



— 366 — 

Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

In seinem Errichtungsjalire 
1620 war das Regiment in der Schlacht am Weissen Berge bei Prag 8. November, 
später in Ungarn 1623 im Treffen bei Neutra, 1631 bei der Eroberung von 
Magdeburg und in der Schlacht bei Leipzig, 1632 bei Lützen, 1634 bei Nord- 
lingen, 1638 im Treffen bei Lützen, 1642 in der Schlacht bei Breiten feld, 
1645 in jener bei Jankau und 1659 im Feldzuge in Pommern. 

1663 in der Belagerung von Neuhäusel, 1664 in jener von Kanischa und in der 
Schlacht bei St. Gotthard, wo es ruhmvoll bei dem letzten Angriff mitwirkte, 
den der Regiments-Inhaber FM. Graf Sparre mit der Infanterie unternahm. 
— 1673 focht es in der Schlacht bei Senef, und in den 4 folgenden FelJ- 
zügen am Rhein, 1678 im Treffen bei Rheinfelden und in der Belagerung 
von Offenburg, 1679 kam das Regiment nach Schlesien zur Bewachung der 
dortigen Pässe gegen etwaige Einfälle der ungarischen Insurgenten, später wurde 
es den ungarischen Bergstädten gegen Tököly's Angriffe zur Hilfe geschickt. 

In der zweiten Türkenbelagerung Wiens 
1683 leistete das Regiment des heldenmüthigen Commandanten und Vertheidigers 
dieser Stadt Grafen Ernst Rüdiger-Starhemberg, nachdem es schon früher dem 
Treffen bei Petronell beigewohnt hatte, wichtige Dienste bei den wiederhol- 
ten Ausfällen, so 19. und 25. Juli; dasselbe verlor während der Belagerung 
8 Offiziere als todt. — Später war es noch bei der Belagerung von Gran; 
1684 16. Juni war das Regiment beim Sturm auf Wissegrad und bei der 
Belagerung von Ofen, 1685 in der Schlacht bei Gran, 1686 bei der zweiten 
Belagerung von Ofen, wo es unter dem Befehle seines anwesenden Inhabers 
vor dem Wiener Thore lagerte ; die Grenadiere, vom Oberstlieutenant Grafeu 
Guido Starhemberg bei dem Sturme am 13. Juli im heftigsten feindlichen 
Feuer vorgeführt, zeichneten sich sehr aus; 1687 focht das Regiment bei 
Mohacz, 1688 beim Sturme auf Belgrad, kam sodann an den Rhein und war 
1689 beim Sturme auf Mainz, jedoch kurz nachher wieder in Ungarn, erlitt 
es 1691 19. August bei Szalankamen grosse Verluste (18 Offiziere, 408 Mann 
todt und verwundet), war bei der Belagerung von Grosswardein, hielt sich 
1696 ungemein tapfer in der Schlacht bei Ollasch und war 1697 11. Septem- 
ber in jener bei Zenta. 

Im spanischen Erbfolgekriege focht das Regiment 
1701 9. Juli mit Auszeichnung im Treffen bei Carpi, wo sich beim Sturme auf die 
dortigen Verschanzungen die Grenadiere besonders hervorthaten ; — im Treffen 
bei Chiari 1. September gehörte das Regiment zu jenen dreien, welche auf dem 
rechten Flügel durch ihr wohlgeordnetes Feuer dem Feinde bei seinem Anrücken 
grossen Schaden brachten; 1702 15. August war es in der Schlacht bei Luzzara, 
1704 in Piemont, im Treffen bei Trino beim Entsätze von Turin, 1706 aber 
in der dortigen Belagerung, 1707 bei der Unternehmung auf Toulon, die 
folgenden Jahre in Savoyen imd Piemont; 1713 war es ruhmvoll an der Ver- 
theidigung von Freiburg betheiligt, marschirte sodann in die Niederlande, wo 
es bis 1728 blieb. 



- 367 - 

1733 im Observationslager in Schlesien, war das Regiment in den Feldzügen 1734 
und 1736 in Italien und focht 1734 im Treffen bei Colomo 1. Juni, in der 
Schlacht bei Parma 29. Juni, bei dem gelungenen Ueberfalle seines Inhabers 
15. September auf das feindliche Lager bei Quistello, und 19. September be- 
sonders die Grenadiere mit Auszeichnung in der Schlacht bei Guastalla. 

Im Türkenkriege waren 
1737 ein Bataillon und die Grenadiere bei der Belagerung der Bergfeste Usitza; 
30. September nach Einnahme derselben kamen 200 Mann unter Hauptmann 
Schengen als Besatzung dahin, der aber in Folge des allgemeinen Rückzuges 
der Armee durch die herrschende Situation zurUebergabe gezwungen war; 
ein Bataillon und die Grenadiere fochten 1738 im Treffen bei Eomia, 1739 
23. Juli in der Schlacht bei Erotzka. 

Im österreichischen Erbfolgekriege focht das Regiment 
1742 und 1743 in Baiem und am Rhein, 1744 im Feldzuge am Rhein und in 
Böhmen, 17454. Juni in der Schlacht bei Hohenfriedberg, 30. September in jener 
bei Trautenau, kam sodann in die Niederlande und war 1746 11. October in 
der Schlacht bei Rocoux, wo es in der Arri6re Garde ruhmvollen Antheil 
an der Deckung des Rückzuges der Verbündeten hatte; 1747 2. Juli in der 
Schlacht bei Lawfeld. 

Im siebenjährigen Kriege war 
1757 ein Commando von 200 Mann unter Major Graf Jakob Nugent beim Ueber- 
falle auf Hirschfeld in der Lausitz, 6. Mai in der Schlacht bei Frag das Re- 
giment, und Oberstlieutenant Graf Nugent mit einem Detachement bei der 
Expedition nach Berlin, 1759 21. November im Treffen bei Maxen hatte 
Grenadier-Hauptmann Franz Graf Kokorzowa mit einem Bataillon das Ge- 
wehr überschwenkt und den Säbel in der Faust die grösste vom Feinde stark 
besetzte Redoute erstiegen, den Ort Maxen mit Sturm genommen und besetzt; 
1760 3. November in der Schlacht bei Torgau erlitt das Regiment grosse 
Verluste (darunter 30 Offiziere, von denen 6 todt); 1761 war es in Sachsen, 
1762 ein Commando in der belagerten Festung Schweidnitz. Hauptmann 
Chevalier Brady verjagte mit einem Offizier, 3^Mann und 40 Arbeitern in 
der Nacht vom 18. zum 19. August bei einem Ausfalle den Feind aus den Sappen, 
zerstörte einen grossen Theil seiner Arbeiten, zog sich sodann, von der Ueber- 
macht gedrängt, in eine Flesche zurück, wo er sich heldenmüthig vertheidigte 
und sowie einige Tage später 21. August einen feindlichen Angriff mit grossem 
Verluste der Stürmenden zurückschlug. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778 imd 1779 war das Regiment bei der Haupt- Armee in Böhmen, und im 

Türkenkriege 
1789 das Leib- und Oberst-Bataillon bei der Belagerung von Belgrad. 

Im französischen Revolutionskriege waren 
1793 diese beiden Bataillone im Treffen bei Tirlemont, einige Abtheilungen bei der 

Belagerung von Valenciennes und das dritte Bataillon bei der Belagerung von 



— 368 — 

Mainz, 3. November einige Compagnien bei der feindlicben Kanonade aa 
dem Posten bei Pont Bur Sambre. 1794 war das dritte Bataillon in der Be> 
lagerung von Ypem, und gerieth in Folge der dortigen Capitulation 1 6. Juni 
in Eriegsgekcngenschaft; ein gleiches Schicksal hatte ein als Besatzung in 
Valenciennes befindliches Bataillon bei der Capitulation dieses Platzes. 1795 
am Rhein war ein Bataillon im Gefechte bei Bacharach, 17. December, und 
that sich bei Wiedereinnahme der Kautnerhöhe hervor. 1796 im Jänner war 
ein Bataillon bei der Occupation von Krakau, — das Regiment im Juni im 
Corps des FZM. Grafen Wartensleben zwischen der Lahn und Sieg längs 
dem rechten Rheinufer, um den französischen General Jourdan am Ueber- 
schreiten dieses Stromes zu hindern. Die Grenadiere zeichneten sich beson- 
ders im TreflFen bei Wetzlar 15. Juni beim dortigen Sturme auf die Höhen von 
Altstätten unter Oberstlieutenant Baron Ulm aus und eroberten eine Haubitze 
und eine Fahne. Im TreflFen bei Ukerad 19. Juni standen die Grenadiere auf den 
Anhöhen hinter Kircheip im Centrum der österreichischen Stellung ; eine franzö- 
sische bedeutende Uebermacht imter General Kleber erstieg unter dem heftig- 
sten Feuer der Geschütze diese ungemein wichtige Positon, aber die Grenadiere 
unter dem tapfern Oberstlieutenant Baron Ulm stürzten sich nach zwei Decbar- 
gen dem Feinde mit dem Bajonnet entgegen, und warfen ihn nach dem heftig- 
sten Handgemenge die Höhen hinab, worauf die österreichische Cavallerie 
den fliehenden Franzosen nachsetzte. 29. September hielt sich ein Bataillon sehr 
tapfer bei der Einnahme der Stadt Neuwied und im Gefechte bei Bendorf, 
ebenso im November ein Bataillon bei Vertheidigung der Stellung an der 
Nahe bei Bingen. 

Im Feldzuge 
1799 focht das Regiment in Deutschland und in der Schweiz; im Gefechte bei 
Andelfingen 25. Mai hatte ein Bataillon die verlorne Brücke bei Pfyn in der 
Nacht wieder erobert, den Feind mit Verlust zurückgeworfen und die Brücke 
besetzt, 15. August war das Regiment im hartnäckigen Gefechte um die 
Schanze von Wasen bei der Teufels-Brücke, 16. August auf der Höhe des 
Crispalts während des weitern Rückzuges über Chiamat, Dissentis und Ilanz 
gegen Chur unter fortwährenden Gefechten, 1800 bei der Armee in Deutsch 
land und in Baiern an mehreren dortigen Gefechten betheiligt. 

Im Feldzuge 
1805 war das Regiment im Corps des FML. Grafen Riesch in der Nähe von Ulm, 
später aber id dieser Stadt, und theilte das Geschick der Kriegsgefangen- 
schaft mit allen dortigen Heeres-Abtheilungen in Folge der Capitulation des 
FML. Baron Mack 17. Oetober. — Wenige Tage vorher, 15. October, als 
die Franzosen den abziehenden österreichischen Truppen bis an das Frauenthor 
von Ulm nachdrängten, warf sich ihnen Hauptmann Graf Leiningen mit seiner 
Compagnie entgegen, setzte sich in Besitz des Fr&uenthors, eroberte 3 ver- 
lorene Kanonen wieder und nahm einen feindlichen Bataillons- Chef, 15 0£Fiziere 
und 300 Mann gefangen. 

Im Feldzuge 



- 369 — 

1809 in Deutschland im zweiten Armee-Corps eingetheilt, war das Regiment im 
April in einigen Gefechten in Baiem, focht aber mit besonderer Auszeichnung 
an den beiden Schlachttagen von Aspem. 21. Mai rückte Oberst von An- 
drassj mit den Massen zweier Bataillone des Regimentes der feindlichen 
Cavallerie entgegen, welche die im zweiten Armee-Corps eingetheilte, an Zahl 
geringe Reiterei zurückgeworfen hatte, und die nun gehindert wurde, die 
errungenen Vortheilen weiter zu verfolgen; — 22.* Mai durch das tapfere 
Standhalten des Regimentes unter dem Obersten Andrassj im heftigsten 
Kartätschen-Feuer konnten sich zwei geworfene Brigaden hinter dem Re- 
gimente Froon wieder sammeln, nach wenigen Augenblicken rückte der 
tapfere Oberst in Bataillons-Massen nach eigends eingeholter Erlaubniss 
des Generalissimus gegen den Feind so erfolgreich vor, dass dieser in seinem 
Vordringen aufgehalten, und als sich mehrere der gesammelten übrigen Ba- 
taillone dem Regimente Froon angeschlossen hatten, wurden die Franzosen 
vollends auf diesem Theile des Schlachtfeldes zum Weichen gebracht. Eine 
eben so kaltblütige als ausdauernde Haltung setzte das Regiment an diesem 
Tage dem erfolglosen Angriffe der französischen Reitermassen entgegen. Mit 
gleicher Tapferkeit focht dasselbe in der Schlacht bei Wagram 5. und 6. 
Juli und in jener bei Znaim 10. und 11. Juli. 

Im Feldzuge 

1813 in der Division FML. Baron Wimpffen des ersten Armee-Corps FZM. Grafen 
Hieronymus Colloredo eingetheilt, war das Regiment 26. und 27. August in 
der Schlacht bei Dresden, 30. August in jener bei Kulm, wo das zweite 
Bataillon unter Hauptmann Matauscheck in der Stellung zwischen Böhmisch- 
Neudörfel und Schirowitz bei einem glänzenden Bajonnet- Angriffe einen feind- 
lichen Adler eroberte, und 7 Offiziere nebst 107 Mann gefangen nahm. 
18. October war das Regiment in der Schlacht bei Leipzig in der Höhe 
von Wachau und Liebertwolkwitz gegen Dösen vorgerückt und in der Auf- 
stellung zwischen Lösnig und Mensdorf aufmarschirt ; 21. December über- 
schritt es bei Lautterburg den Rhein. 

Im Feldzuge 

1814 kam es im Jänner zur Cemirung der Festung Auxonne, wo es während 
dieser Campagne verblieb, und mehrere Ausfälle der feindlichen Besatzung 
zu bekämpfen hatte, 

1815 war dasselbe abermals in Frankreich, 1. Juli im Gefechte bei Besancourt 
und Chevremont, 4. Juli bei Bedfort und Anfangs October im grossen 
Armeelager bei Dijon. Anlässlich des polnischen Februar-Aufstandes 

1846 kam das Regiment zur Occupation von Erakau, und war auch im April 
1848 bei dem dortigen Ausbruche der Revolution am Strassenkampfe thätig. Im 
Juni 1848 rückte das Regiment in der Brigade des GM. Grafen Degenfeld 
auf den italienischen Kriegsschauplatz und wurde über Treviso gegen die 
mittlere Etsch dirigirt. Mitte Juli war es bei der Expedition des GM. Fürsten 
Liechtenstein gegen Ferrara; kam sodann in die Brigade des GM. Baron 
Simbschen; 24. Juli wurde das Regiment (erstes und zweites Bataillon) im 

ThOiheim: Oed«nkbUtter 24 



— 370 — 

Marsche bei Sommacampagna von der piemontesischen Hauptmacht (vier 
Brigaden) unter persönlicher Führung des Königs und seiner beiden Söhne, 
den Herzogen von Savoyen und Genua, überrascht In der glühendsten 
Sonnenhitze hielt Oberstlieutenant Baron Sunstenau am Nachmittage 24. Juli 
mit elf Compagnien (die zwölfte hatte Sommacampagna besetzt) die feind- 
liche Uebermacht durch 5 Stunden auf den Höhen von Sommacampagna 
in der Vorrückung auf; unternahm wiederholte Stürme, bis er von zwei 
Kugeln durchbohrt vom Pferde sank. Ohne diese standhafte Haltung auf 
den Höhen von Sonmiacampagna würden die Piemontesen noch an dem- 
selben Nachmittage ihre disponirten Vorrückungen gegen Oliosi und den 
Monte Vento ausgeführt haben, was von den nachtheiligsten Folgen für die Taga 
darauf erfolgte Schlacht bei Custozza, und die österreichischen Truppen hätte 
werden können. Das Regiment hatte in diesem i-uhmvoUen, aber unglück- 
lichen Kampfe im Ganzen etwa 1000 Mann verloren, darunter die Mehrzahl 
todt oder verwundet. Ein Theil zog sich nach Verona, ein Theil zog sich gegen 
Sommacampagna, wo er dem Feinde in die Hände fiel und gefangen wurde. 
Das dritte und erste Landwehr-Bataillon waren im Venetianischen geblieben. 

Im Feldzuge 
1849 war das Regiment beim zweiten Reserve-Corps eingetheilt und zwar das 
erste Feld- und erste Landwehr-Bataillon als Besatzung im Venetianischen 
vertheilt, das zweite und dritte Bataillon waren bei der Cemirung von Venedig. 
21. März Abtheilungen im Gefechte bei Conetre und später bei der Recog- 
noscirung und dem Angriffe auf Brondolo betheiligt. 

Im Feldzuge 
1859 gegen die Franco-Sarden war das Regiment im siebenten Armee-Corps FIEL. 
Baron Zobel eingetheilt und kämpfte wieder in Italien. Bei Casale 8. Juni 
kam nur die achte Compagnie ins Gefecht; — im Gefechte bei Borgo- 
Vercelli 23. Mai thaten sich die 15. und 16. Compagnie durch einen 
kühnen Bajonnet- Angriff und ihr wohlangebrachtes Feuer jhervor und am 
4. Juni in der Schlacht bei Magenta wurden das erste und zweite Ba- 
taillon von ihrem Divisionär FML. Baron Reischach persönlich gegen Buffalora 
vorgeführt, das Grenadier- und das dritte Feld- Bataillon fochten um den Be. 
sitz des höchst wichtigen Eisenbahndammes und der nächst Ponte nuovo 
di Magenta befindlichen Dogana- Gebäude. Es erlitt einen Gesammtverlust 
von 32 Offizieren, 683 Mann, darunter 6 Offiziere und 35 Mann todt. 24. Juni 
kämpfte das Regiment in der Schlacht bei Solferino im Centrum der Schlacht- 
linie, und wirkte bei Vertheidigung der Höhen von Cavriana thätig mit« 

Im Feldzuge 
1866 abermals in Italien, focht das Regiment in der Brigade Höring des ftinften 
Armee-Corps der Süd-Armee mit Auszeichnung, 24. Juni in der Schlacht boi 
Custozza, wo es an der Erstürmung von Santa Lucia und später der Höhen 
und des Ortes Custozza thätigen Antheil nahm. Das vierte Bataillon gehörte 
zur Besatzimg von Olmütz. 



— 371 — 



Im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 focht das Regiment 4. und 5. September in den Gefechten bei Doboj mit 
einem Gesammtverluste in Allen von 69 Mann. 



Tapferkeits-AuBzeicImungen und besondere Denkwürdigkeiten. 

1661 Dieses im Dienste des deutschen Reiches gestandene Regiment wurde ganz 
in den kaiserlichen Dienst übernommen und ist eigentlich von dieser Zeit 
an als österreichisches Regiment anzusehen. 

1677 als gemeiner Soldat hatte der später so berühmte FM. Graf Guido Starhem- 
berg in den Reihen des Regimentes zu dienen angefangen und den Feld- 
zug dieses Jahres mitgemacht, als Fahnenträger war er dem Hauptmann 
Streif, einem wackeren Veteranen aus dem dreissigjährigem Kriege zugetheilt 
und 1678 Lieutenant zeichnete er sich bei der Vertheidigung von Offenburg 
aus; während der Belagerung Wiens als Adjutant des Regiments-Inhabers 
rettete Hauptmann Graf Starhemberg durch Geistesgegenwart und zweck- 
mässige Anstalten bei einer im Beginne der Belagerung ausgebrochenen Feuers- 
brunst im Schottenhofe das naheliegende Zeughaus, in welchem sich bei 1800 
angefüllte Pulvertonnen befanden, da er den bereits brennenden Gang ein- 
reissen Hess und mit dem Degen in der Hand die Arbeitsleute zwang, 
die bereits von Flammen berührten, zur Pulverkammer führenden Fenster 
zu vermauern. Bei den Ausfällen 19. und 25. Juli zeichnete er sich aus, 
wurde schwer verwundet, und wegen seiner vorzüglichen Leistungen zum 
Oberstlieutenant befördert 

1683 in der Nacht vom 21. September vertheidigte Hauptmann Heistermann mit 
50 Mann sehr tapfer das schon zum Steinhaufen zusammengeschossene Burg- 
Ravelin, verlor aber die Hälfte seiner Leute. 

1684 bei dem Ausfalle der Türken aus Ofen 14. Juli warf Oberstlieutenant Guido 
Graf Stai*hemberg mit einem Bataillon dieselben glänzend zurück, erhielt 
aber zwei schwere Schusswunden ; ebenso zeichnete er sich 1686 13- Juli während 
der zweiten Belagerung von Ofen an der bpitze der Grenadiere aus, wurde 
durch einen Pfeilschuss und eine Kugel schwer verwundet, und erhielt zur 
Belohnung seiner Tapferkeit mit der Beförderung zum Obersten das durch 
den Tod seines eben vor dem Feinde gebliebenen Inhabers erledigte In- 
fanterie-Regiment Spinola (jetzt Nr. 35). 

60 wackere Catalanen, welche aus Enthusiasmus für den Kampf gegen die 
Ungläubigen ihre Heimat verlassen hatten, und durch Vermittlung des spani- 
schen Gesandten zum Regimen te Rüdiger- Starhemberg eingereiht, waren, 
heldenmüthig im Gefechte, unermüdet bei der Arbeit, fast Alle tapfer kämpfend, 
1091 vor Ofens Mauern gefallen. Bei Szlankamen 1691 hatte sich Hauptmann 
Johann Franz Baron Clam ausgezeichnet, blieb aber todt. 

1701 vor Ausbruch des spanischen Erbfolgekrieges stand das Regiment mit einem 
Stande von 1595 Mann in Ober-Oesterreich, 4 Compagnien aber in Ofen. Es 
wurde durch Mainzerische und Trierische Mannschaft completirt. 

U* 



- 372 — 

1734 hatte sich Oberstlieutenant Carl Graf Lannoy an der Spitze der Grenadiere 

in der Schlacht bei Guastalla 19. September ausgezeichnet. 
1757 wurde Major Graf Nugent für Auszeichnung beim üeberfalie auf Hirschfcld 

zum Oberstlieutenant, und für seine vorzüglichen Leistungen während der 

Belagerung von Olmütz 1758, wohin er für seine Person vom FM. Grafen 

Daun geschickt worden war, zum Obersten befördert. 
1759 Wurde Grenadierhauptmann Franz Graf Kokorzowa für Auszeichnung im 

Treffen bei Maxen 21. November sogleich zum Major befördert und 176(i 

MTO.-R. 
1762 Hauptmann Chevalier Jakob Bernhard Brady ftlr seine ausgezeichnete 

Tapferkeit in der Belagerung von Schweidnitz MTO.-R. 

Im Feldzuge 

1793 hatten sich folgende Offiziere des Regimentes ausgezeichnet: Hauptmann Nieu- 
land bei der Belagerung von Valenciennes, Hauptmann Baron Rcitzenstein 
bei der Belagerung von Mainz und 24. Juni bei der Kanonade auf die 
Posten bei Pont sur Sambre 3. April, wo sich an letzterm Orte auch die 
Hauptleute Bechinie, Tautphaeus, Sir6 und Lieutenant Gouvert, so wie Fähn- 
rich Demuth durch die tapfere Vertheidigung der Brücke bei dem Dorfe Hauten 
verdient gemacht hatten. 

1794 Die mit der Besatzung von Ypern 16. Juni in Kriegsgefangenschaft gerathenen 
Offiziere wurden gegen alles Völkerrecht von den Franzosen in scheussliche 
Kerker geworfen imd als Feinde Frankreichs zur Guillotine verurtheilt. Zu 
Macon am Richtplatze bereits zum Schaffet geschleppt, wurde ihre Hinrich- 
tung durch die plötzliche Nachricht von Robespierre's Ende eingestellt; — 
die Gefangenen wurden nun besser gehalten, und in der Nacht des 26. April 
retteten sich 18 Offiziere durch die Flucht (unter diesen befand sich auch Fähn- 
rich Matauschek, der spätere jahrelange Platz- Commandant in Wien 1836 — 1849 
— als FML. t 1863). 

1795 Major Carl Graf Callenberg, die OberUeutenants Muschack, Baron Fuentel 
und Fähnrich Ott hatten sich 17. December im Gefechte bei Bacharach auj^ 
gezeichnet; — Ersterer im November 1796 bei Vertheidigung der Position 
an der Nahe bei Bingen abermals angerühmt. 

1796 Oberstlieutenant Josef Freiherr von Ulm wurde für seine Auszeichnung hei 
Ukerad 19. Juni zum zweiten Obersten befördert und 1797 MTO.-R. 

1796 Oberstlieutenant Steigentesch hatte sich im Treffen bei Wetzlar 15. Juni 
ausgezeichnet. 

1799 Im Gefechte bei Andelfingen und Eroberung der Brücke bei Pfyn 25. Mai 
hatte sich Major Pflacher durch entschlossene und umsichtige Führung des 
Bataillons hervorgethan, dessen sämmtliche anwesende Offiziere sehr belobt 
wurden. 

1805 Hauptmann August Graf Leiningen wurde für seine glänzende Waffenthat 
bei Ulm 15. October sogleich vom FML. Baron Mack im Namen Sr. MajV 
Btät zum Major befördert und vermöge Capitelbeschluss vom April 1806 



— 373 - 

MTO.-R. (Er war inzwischen zum elften Infanterie-Regiment Erzherzog Rainer 
übersetzt worden.) 

1809 Der Corps-Commandant FML. Prinz HohenzoUern nennt in seinem Berichte 
den Obersten Andrassy, die Hauptleute Allemagna und Jäger des Regimentes 
Froon unter den Helden von Aspern. 

1809 Am 12. Juni begab sich der Generalissimus Erzherzog Carl eigends zum 
Regimente Froon, hielt eine begeisternde Anrede und verlheilte Tapferkeits- 
Medaillen an die Mannschaft. 

1809 bei Wagram 6. Juli commandirte^ da alle Stabs-OfHziere Und älteren Haupt- 
leute verwundet waren, Hauptmann Josef Matauschek mit Auszeichnung das 
Regiment 

1809 Regiments-Commandant Oberst David von Andrassy wurde fttr seine Aus- 
zeichnung bei Aspern durch Capitel-Beschluss 1810 MTO.-R. 

1813 FZM. Graf Hieronymus CoUoredo belobte 30. August in der Schlacht bei 
Kulm das zweite Bataillon und dessen tapferen Interims-Oommandanten 
Hauptmann Josef Matauschek öffentlich vor dem ganzen Armee-Corps unter 
den schmeichelhaftesten Ausdrücken seiner vollsten Zufriedenheit, und knüpfte 
eigenhändig die Bänder des eroberten Adlers an die Fahne des zweiten 
Bataillons. 

1817 wurde das bis nun böhmische Regiment mährisch und erhielt Olmütz als 
Werbbezirksstation. 

1848 Dem bei Sommacampagna 24. Juli 1848 vor dem Feinde gebliebenen 
Oberstlieutenant Friedrich Baron Sunstenau von Schützenthal wurde vom 
Ordens-Capitel 1849 der MTO. zuerkannt. Das Offiziers-Corps des Regimentes 
hat diesem Helden an dem Orte, wo er gefallen, ein Monument setzen lassen. 

1848 und 1849 für Auszeichnung in den Feldzügen: 

OLO.-R. Oberstlieutenant Heinrich Cerrini de Monte Varchi. 

OEKO.-R. 3. Lieutenant Franz Hufnagel. 

MVK. Oberst Heinrich Cerrini de Monte Varchi, Major Josef Freiherr Ceschi 

von Santa Croce, die Hauptleute von Milde, Weissbach Edler von Ourthe 

Wehr, Kreutzer, Hasslinger, Lindner, Bunsch, die Oberlieutenants Karl, 

Edler von Gerber. 

1859 Für Auszeichnung im Feldzuge in Italien: 

OLO-R. Regiments - Commandant Oberst Josef Freiherr Ceschi von Santa 
Croce. 

OEKO.-R* 3. Oberstlieutenant Heinrich von Wiedemann, die Majore Johann 
Jonak Edler von Freienwald, Carl Merl, Eduarl Mediero, Hauptmann 
Emerich Bless, Regiments- Adjutant Oberlieutenant Anton Spinler, die Lieute- 
nants Carl Pingitzer und Nikolaus Aigner. 

MVK. die Hauptleute Bemauer, Hubaschek, Nowak, Brada, Kraumann, die 
Oberlieutenants Michal Andi^eas Weber, Best, Dorner, die Lieutenants 
Martinetz, E^tanek, Ritter Ludwig von Bouvard, von Cossl, Bauer, Graf 
Vrecourf, Schmidt. 



— 374 - 

GGVK. Regiments-Caplan Alexander Schmidt. 

Die Mannschaft erhielt 9 grosse, 17 kleine silberne Medaillen. 

1866 Für Auszeichnung im Eeldzuge in Italien : 

MVK. Regiments-Commandant Oberst Eduard Freiherr von Herbert-Ratb- 

kealy Lieutenant Schiele. 

Für Auszeichnung im bosnischen Occupations-Feldzuge 
1878 MVK. Oberstlieutenant Alexander Ritter von GröUer, die Majore GusUt 

Freiherr von Henikstein, Josef Hora, die Hauptleute Victor Steinbrecher, 

Franz Leth Ritter von Lethenau, die Oberlieutenants Carl Suchan^ Leon- 

hard Kiss de Szt. György Völgye, Ernst Juch, Reserve - Lieutenant 

Berthold Gams. 

Die Mannschaft erhielt für das Gefecht bei Doboj am 4. September und fnr 

Leistungen während dieses Feldzuges überhaupt eine grosse und 48 kleine 

silberne Tapferkeits-Medaillen, 46 Belobungen. 

Seit 1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der früheren weissen. 



Vor dem Feinde gebliebene Commandanten und Stabsoffiziere. 

1683 Oberstlieutenant Baron Eottulinsky f in der Belagerung von Wien, 

1684 Major Graf Carlowitz f bei der Belagerung von Ofen 18. Juli. 

1691 Oberstlieutenant Reichard Graf Starhemberg (Sohn des Inhabers) durch einen 
Pfeilschuss getödtet f in der Schlacht bei Szlankamen 19. August. 

1760 Major MTO.-R. Franz Graf Kokorzowa an seiner tödtlichen Verwundung bei 
Torgau f 3. November. 

1797 Major Tautphaeus an seinen Wunden. 

1809 Major Peter Gerditsch f in der Schlacht bei Aspem 21. Mai. 

1813 Oberstlieutenant Adam Rothmund an seiner Verwundung in der Schlacht 
bei Dresden 26. August. 

1848 Oberstlieutenant Friedrich Freiherr Sunstenau von Schützenthal f '™ Ge- 
fechte bei Sommacampagna 24. Juli. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N" 55 

(1865.) 

FML LEOPOLD GRAF 60NDREC0URT. 

Dunkelblaue Waffenröcke, rothbraune Egalisirung, gelbe Knöpfe. 

Ergänzungsbezirksstation: Brzbzak. 



Inhaber. 



1799 errichtet in Folge kaiserl. Ge- 
nehmigung d. dto. 13. September 
zu Turin. 

1799 Erzherzog Josef Franz f 29. 
Juni 1807. 

1807 FZM. Ludwig Graf Baillet 
Merlsmont (war seit 1799 zweiter 
Inhaber), 1811 quittirt den kaiserl. 
Dienst gänzlich f zu Brüssel 
1. October 1836. 



1811 FML. Frobdrich Freiherr »Bianchi 

« 

DüCA DI Casalakza MTO.-C. f zu 
Rohitsch 21. August 1855. 

1855 FML. Friedrich Freiherr Bianchi 
DocA DI Casalanza MTO.-R. f ini 
Bade Ems 28. September 
1865. 

1865 FML. Leopold Graf Gondrbcourt 
MTO.-R. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Wenige Wochen nach seiner Errichtung kamen noch im Feldzuge 

1799 einzelne Abtheilungen des Regimentes yor den Feind, so die Grenadier- 
Division 6. November im Gefechte bei Diomero, und 13. November bei 
Erstürmung von Mondovi; das Oberstbataillon unter Major Dumoulin vertrieb 
mit vieler Bravour die Franzosen aus Susa, und kam über Winter zur Blockade 
von Fenestrelles. 

Im Feldzuge 

1800 wirkten 5 Compagnien unter Major de Best bei dem Angriffe und der Zer- 
störung der auf dem Mont Cenis an der Verbindungsstrasse zwischen dem 
Thale Susa und Maurienne angelangten feindlichen Verschanzungen, und 
diese nahmen 8. April eine der grössten Redouten mit 13 Geschützen, nebst 
grossen Munitions-Vorräthen und einigen Gefangenen, 12. April bestand 
Major de Best ein heftiges Gefecht bei den Retranchements von Graviera, 
4. Mai waren 300 Mann beim Angriffe auf Cesena, der aber scheiterte an 



- 376 — 

dem Ausbleiben einer zweiten Angriffs-Colonne ; 27« Compagnien unter 
Hauptmann Strauch bestanden auf dem Berge Montmeron 22- Juni ein 
heftiges Gefecht, in welchem zuletzt das zur Unterstützung herbefeilendtt 
Regiment engagirt war, und ziemliche Verluste erlitt; — 14. Juni focht in 
der Division des FML. Keim der Colonne Hadik eingetheilt das Regiment mit 
besonderer Auszeichnung in der Schlacht bei Marengo, namentlich in den 
wiederholten Stürmen um den Besitz des Fontanone-Grabens, erst nach 
11 Uhr Abends überschritt das Regiment, von seinem rangsältesten Haupt- 
' mann Chevalier de Barst geführt, das letzte unter allen, die von ihm 
mit grosser Aufopferung vertheidigte Bormida. Dasselbe hatte einen Ge. 
sammtverlust von 25 Offizieren, 618 Mann, darunter 3 Offiziere 191 Mann 
todt erlitten. Dann kam es nach Mantua, im December als Besatzung nach 
Ferrara, und während des Rückzuges der Armee in der Nachhut eingetheilt 
bestand es 5. und 11. Jänner 1801 bei San Bonifacio, bei Soave, bei Mon- 
tebello, bei Montechio Maggiore, Vicenza und an der Brenta noch heilige 
Kämpfe. 

Im Feldzuge 
1805 focht das Regiment in der Truppen-Division Davidovich 30. und 31. Oetober 
in der Schlacht bei Caldiero, wo sich insbesondere die Grenadiere in der 
Grenadier-Division FML. Vogelsang auszeichneten. 

Im Feldzuge 
1809 war das Regiment im siebenten Armee-Corps des Erzherzog Ferdinand in 
Polen, 19. April im Treffen bei Raszyn iü der Reserve, focht mit ruhmvoller 
Tapferkeit unter seinem Obersten Czerwinka bei Vertheidigung des Brücken- 
kopfes der Weichsel bei Gora 2. Mai, es schlug drei wüthende Stürme von 
4 bis 5000 mit Geschützen versehenen Polen auf das Tapferste ab, erlag 
aber dem vierten endlich; 6 Offiziere blieben todt, 5 waren schwer ver- 
wundet, 493 Mann todt oder verwundet, und der Rest, 29 Offiziere und 
1074 Mann, fast keiner unverwundet, wurden gefangen ; 4 Compagnien hielten 
den Brückenkopf bei Sandomir besetzt \md bestanden 27. Mai ein Gefecht. 
Die Grenadiere waren bei der Haupt- Armee in Deutschland und fochten 
21. April bei Landshut und Geissenhausen, bei Aspem und dem Sturme aiit 
Esslingen, bei Wagram und dem Angriffe auf Aderkla*, deckten helden- 
müthig den Rückzug yjährend der feindlichen Verfolgung bis Naschelitz, 
wodurch die Armee Zeit gewann, die Thayabrücke in ihren Besitz zu be- 
kommen, endUch 11. Juli in der Schlacht bei Znaim. 

Im Feldzuge 
1813 war das Regiment in der Avantgarde-Division FML. MerviUe der Armee 
des FZM. Baron Hiller in Innerösterreich, die 11. Compagnie 6. Oetober in 
einem Gefechte bei Feistritz, das erste Bataillon bei der Forcirung des Bar- 
tolograbens 7. Oetober, eine kleine Abtheilung 25. Oetober bei Santa Mama, 
26. Oetober im Treffen bei Resonico eroberten die 9. und 10. Compagnie ein 
Geschütz, 15. November das Regiment bei Caldiero, wo das erste Bataillon 
den Rückzug der Brigade Eckart deckte und bei Villanuova die 5. Compagnie 



— 377 — 

den Feind durch einen glänzenden Bajonnet- Angriff zurückwarf; 18. November 
bei der zweiten Vorrtickung gegen Caldiero erstürmte Oberst Strauch mit 
dem zweiten Bataillon bei der Avantgarde die Höhen von La Fontana, ver- 
theidigte und behauptete sie; 19. November erstürmte die 1. Compagnie den 
Ort Cara la Masella, — am selben Tage war das Regiment bei der Ein- 
nahme von San Martine und im Treffen bei Set. Michele. — Die Grena- 
diere waren in Deutschland, und hatten sich 30. und 31. October in der 
Schlacht bei Hanau ausgezeichnet, kamen sodann zur Armee nach Italien, 
und fochten im Feldzuge 

1814 8. Februar in der Schlacht am Mincio; das Regiment gehörte in diesem 
Feldzuge zu den Blokade-Truppen von Mantua, stand im Lager bei Cas- 
tellaro, und bestand mehrere kleinere Gefechte; 10. März in einem heftigen 
Gefechte bei Nogara thaten sich die 12* Feld- und 6. Reserve-Compagnie 
bei Vertheidigung einer Brücke hervor. 1815 stand das Regiment im August 
vor Schlettstadt, kam aber in kein Gefecht mehr. 

Im siebenbürgischen Revolutionskriege. 
1848 erwarb sich das Regiment grossen Ruhm. 29. October bei dem Dorfe Hetar 
bestand die vierte Compagnie das erste Gefecht und eroberte drei Fahnen. 
— acht Compagnien waren 5. November im Treffen bei Marcs Vasarhely. 
Im November sieben Compagnien in und um Marienburg zur Deckung des 
Burzenlandes gegen die räuberischen Einfklle der Szekler vertheilt, erste Com- 
pagnie im Streifcorps des Rittmeisters Baron Heydte, das erste Bataillon und 
die neunte Compagnie fochten rühmliche Kämpfe mit den Szeklern und 5. 
December schlug Oberst Baron Stutterheim einen auf drei Punkten versuchten 
Angriff auf die Stellung bei Marienburg kräftigst zurück. Das zweite Ba- 
taillon focht 14. December in der Entsatzschlacht bei Arad mit Auszeichnung, 
trieb die Insurgenten aus den Verschanzungen von Szt. Miklos und nahm 
ihnen zwei Haubitzen und einen Munitionskarren ab. Das erste Landwehr- 
Bataillon war 28. October bei dem Angriffe auf die St. Marxer-Linie bei 
Wien, 30. October im Treffen bei Schwechat und bei der Einnahme von 
Wien 31. October. Das 3. Bataillon kam 30. December zu der mobilen Colonne 
des Oberstlieutenants Frischeisen, deren Commando später GM. Götz über- 
nahm. Die Grenadier-Division in Lemberg wirkte während des dortigen 
Bombardements zur Herstellung der Ordnung. 

Im Winterfeldzuge 
1849 war das 2. Bataillon 17. Jänner im Treffen bei Szökefalva in Siebenbürgen, 
21. Jänner in der Sohlacht bei Hermannstadt, in beiden Actionen hatte sich 
die achte Compagnie unter dem tapfem Hauptmann Braumüller sehr aus- 
gezeichnet; 24. Jänner waren die beiden ersten Bataillone beim Angriffe auf 
Stolzenburg, 31. Jänner die achte Compagnie im Gefechte bei Grossscheuern, 
und 4. Februar eilf Compagnien (in drei Bataillons formirt) in der Schlacht 
bei Salzburg. Hauptmann Vever mit dem zweiten Bataillon machte in 
Divisions-Colonnen einen glänzenden Angriff im heftigsten Kartätschen- und 
Gewehrfeuer und zwang den Feind mit Zurücklassung von fiinf Geschützen 



- 378 - 

zur Flucht. 7. Februar waren einige Compagnien des ersten Bataillons Im 
Gefechte bei Broos, 9. Februar beide ersten Bataillone im Treffes bei 
Piski, wo das zweite Bataillon die Strehlbrücke und das an derselben be- 
findliche Wirthshaus mit Sturm nahm, aber ziemliche Verluste erlitt. Bei 
dem nächtlichen Ueberfalle der Insurgenten 10. und 11. Februar bei Alvinz 
rettete allein der tapfere Widerstand der siebenten und achten Compagnie die 
Geschütze und ermöglichte den Rückzug den Brigade Stutterheim. — Das 
Regiment (erstes und zweites Bataillon) war femer 2. März im Gefechte bei 
Elein-Eöpisch, 3. März in der Schlacht bei Mediasch, im Rückzugsgefechte bei 
Zeiden nächst Kronstadt, machte den Rückzug des siebenbürgischen Armee- 
jCorps in die Wallachei, im April die missglückte Expedition des FML. Mal- 
kowsky ins Banat und im Sommerfeldzuge das Treffen bei Szqmeria 23. Juli 
und das Gefecht am Nyergeserpasse 1. August mit. — Die zehnte Com- 
pagnie unter Hauptmann von Asboth gehörte zur Besatzung von Carlsburg, 
war in dortiger Belageining (März bis August) und als eine Elite-Truppe der 
Garnison ruhmvoll an der tapferen Vertheidigung dieser Festung betheiligt. — 
Das dritte Bataillon in Ungarn war 3. Jänner 1849 im Treffen bei Sillein, 
17. Jänner im Gefechte bei Tuczek, wo sich die 16. Compagnie unter Ober- 
licutenant Tomassegovich besoDders hervorthat; 13. Februar das Bataillon 
im Gefechte bei Eluko, 10. April in der Schlacht bei Waitzen deckte es 
den Rückzug durch die Stadt; 19. April im Treffen bei Nagy Sarlo thaten 
sich die 13., 14. und 15. Compagnie durch einen glänzenden Bajonet- Angriff her- 
vor. Das Bataillon war später noch bei der Einnahme von Raab 28. Juni 
und kam im September zur Cemirung von Komorn. — Das vierte Batail- 
lon stand im Februar 1849 in der Bukowina zur Beobachtung der sieben- 
bürgischen Grenze; später wurde es zur Befestigung des Delatynerpasses 
verwendet. 

Im Feldzuge 
1866 gegen Preussen war das Regiment im VI. Armee-Corps der Nord-Armee 
eingetheilt; und focht 27. Juni im Treffen bei Wysokow, wo es 6 Ofiiziere 
und 101 Mann todt, verlor, der übrige Gesammtverlust betrug 14 Offiziere 
und 537 Mann, -^ und am 3. Juli in der Schlacht bei Königgrätz mit einem 
Gesammt- Verluste von 28 Offizieren (darunter 7 todt) und 718 Mann. 

Tapferkeits-Auszeichnungen und besondere Denkwürdigkeiten« 

1796 Dieses Regiment wurde aus der ausgesuchtesten rüstigsten Mannschaft der 
Leib-Bataillone der fünf bisherigen Wallonen-Regimenter Nr. 9, 30, 38, 55 
und 58 zu Turin als 6. dieser Nationalität errichtet, erhielt zu seiner Unifor- 
mirung jene des reducirten Infanterie-Regimentes Schmidtfeld, weisse Röcke 
mit lichtbraunen Aufschlägen, und wurde als 63. Linien-Infanterie-Regiment 
der kaiserlichen Armee eingereiht. 

Im Feldzuge 
1799 hatte sich bei Susa Major Dumoulin mit dem Oberst-Bataillon besonders 
ausgezeichnet. 



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Im Feldzage 
1800 bei der Einnahme der feindlichen Redoute am Mont Cenis 8. April hatte sich 
Major Albert de Best durch Umsicht und Tapferkeit hervorgethan, — sowie 
in der Schlacht bei Marengo 14. Juni Oberst Carl von Soudain^ Major Prinas 
Ernst Aremberg beide schwer verwundet, und den Hauptmann Chevalier 
de Barst sich durch Umsicht und persönliche Bravour ungemein ausge- 
zeichnet hatten. 

1 800 Oberstlieutenant Grenadier-Bataillons-Commandant Ludwig Prinz de Ligne, der 
sich mit dem übrigen 2 Grenadier-Divisionen (die Eigene war beim Regiment 
in Italien) bei der Armee in Deutschland befand, wurde für Auszeichnung in 
der Schlacht bei Hohenlinden 3. December zum zweiten Obersten im Regi- 
mente befördert, • 

1801 In Folge des Luneviller Friedens erhielt das Regiment den Landstrich 
zwbchen der Etsch und Piave zum Werbbezirk; laut Armeebefehl 16. Jänner 
1808 wurde demselben aber Ostgalizien für seine Ergänzungen angewiesen. 

1809 Bei Vertheidigung des Brückenkopfes über die Weichsel bei Gora hatte 
sich Regiments-Commandant Oberst Josef von Czerwinka durch umsichtige 
Führung und persönliche Bravour ausgezeichnet, der ritterliche Gegner Fürst 
Josef Poniatowski, die Tapferkeit des Regimentes ehrend, entliess sogleich 
die gefangenen Offiziere auf Parole 2. Mai. 

1809 Grenadier-Bataillons- Commandant Oberslieutenant Franz Friedrich Scovaud 
de la Bastide wurde für seine vorzüglichen Leistungen im Feldzuge insbe- 
sondere bei Geissenhausen, Aspern und Wagram, so wie die heroische Auf- 
opferung am Rückzuge der Armee MTO.-R. durch Capitelbeschluss 1810. 

1809 Ein Feldwebel erhielt für die glücklich bewirkte Befreiung von 400 Mann 
aus der polnischen Gefangenschaft die goldene Medaille. 

1813 FML. Baron Marschall belobte 7. October das ausgezeichnete Verhalten des 
ersten Bataillons bei Forcirung des Bartolograbens. 

1813 Im Gefechte bei Santa Mama hatte sich Lieutenant August Baron Wardener 
25. October sehr hervorgethan, wurde aber schwer blessirt, ein Corporal, der 
ihn aus den Händen des Feindes befreite, erhielt die silberne Medaille. 

1813 Im ersten TreflFen bei Oaldiero 15. November hatte Hauptmann Heer mit 
der dritten Compagnie einen dreistündigen Kampf mit einem ganzen Grenadier- 
Bataillon ruhmvoll bestanden. 

1813 Bei der abermaligen Vorrückung gegen Caldiero, wie überhaupt in den Ge- 
fechten 15., 18. und 19. November wurde mittelst Armeebefehl von 2. December 
die Tapferkeit des Regimentes Bianchi, insbesondere des Obersten Caspar 
Strauch, des Hauptmanns Keibel und des Oberlieutenants Kavanagh sehr ehren- 
voll belobt Letzterer wurde in Folge dessen von Sr. Maj. dem Kaiser zur 
Hauptmann befbrdert ; der gleichfalls sehr ausgezeichnete Hauptmann Graf Franz 
Brigido verlor bei St. Michele beide Füsse und starb an dieser Verwundung^ 

1848 Im siebenbürgisshen Feldzuge hatten sich bei Hetar 29. October Oberlieute- 
nant Karoilovich, — bei Marienburg Oberst Baron Stutterheim 5. December 



— 380 — 

1848, bei Arad Oberstlieutnant Berger 14. December 1848, bei Szökefalva 
17. Jänner 1849 Hauptmann Moriz BraumüUer besonders ausgezeichnet 
(Letzterer blieb; von einer Kanonenkugel getödtet, in der Schlacht bei Iler- 
mannstadt 21. Jänner 1849). 

1849 Oberlieutenant Johann Herle des Regimentes, der Artillerie zugetheilt, erwarb 
sich durch sein heroisch aufopferndes und umsichtiges Benehmen in der Schlacht 
bei Hermannstadt 21. Jänner den ÖLO. und wurde später, mittlerweile 
zur Artillerie transferirt, MTO.-R. 

1849 Hauptmann Carl V^ver wurde fLlr seine Auszeichnung in der Schlacht bei 
Salzburg 4. Februar durch Capitelbeschluss von 1850 MTO.-R. 
Oberlieutenant Anton Baron Baum eroberte bei Salzburg 2 Kanonen. 
Bei Piski 9. Februar thaten sich Hauptmann Friedrich von Stromfeld durch 
einen erfolgreichen Bajonnet-Angriff gegen eine feindliche Husaren-Abthei- 
lung, die Hauptleute Bergen und Degmek wegen Rettung von Geschützen 
hervor. 

1849 In der Belagerung von Carlsburg hatten sich Hauptmann Albert von Asboth 
und Lieutenant Ferdinand Ritter von Sonnenstein ausgezeichnet; die Mann- 
schaft der zehnten Compagnie rückte mit 2 goldenen, 9 silbernen Medaillen 
und 2 k. russischen Szt. Georgskreuzen zum Regimente ein. 

1848 — 1849 f(ir Auszeichnung in der Kriegs-Epoche in Siebenbürgen und in 
Ungarn. 

ÖLO.-R. Oberst Regiments-Commandant Johann Freiherr von Stutterheim. 
OEKO.-R. 3. Die Hauptleute Albert von Asboth, Johann Karojlovich von 
Brondolo, Oberlieutenant Anton Freiherr Baum von Appelshofen. 
MVK. Regiments-Commandant Oberst Johann Freiherr von Stutterheim, der 
ins Regiment beförderte Oberst Josef Podhagsky (für seine im 40. Infanterie- 
Regimente in der Schlacht bei Kaschau belobten Leistungen), femer die 
Hauptleute Simmelmeyer von Pikauf, V6ver, Friedrich von Stromfeld, Pollo- 
vina, Hochleitner von Runge, Wesseli, die Oberlieutenants Eckhardt, Hilgers 
V. Hilgersberg Lieutenant Zawistowski und Hauptmann- Auditor Franz Kahlik. 

1852 erhielt das Regiment die leere Nummer 55 (des 1809 reducirten wallonischen 
Regimentes Reuss-Greitz). 

1852 Mit L November wurde das Regiment lombardisch mit dem Werbbezirke 
zu Monza, jedoch in Folge der Abtretung der Lombardie 1859 das Regiment 
wieder galizisch mit dem Ergänzungs-Bezirke Brzezan. 

1866 Für Auszeichnung im Feldzuge in Böhmen: 

OEKO.-R. 3. Oberstlieutenant Nikolaus Thodorovich. 

MVK. der tapfere in der Schlacht bei Königgrätz schwer verwundete Regi- 
ments-Commandant Oberst Hieronymus Graf Oldofredi, die Hauptleute Chri- 
stian und Zichart. 

1868 hat es die angegebene Adjustirung statt der (seit der Errichtung 
getragenen) weissen. 



Galizisches 

INFANTERIE-REGIMENT N^ 56. 

(1876.) 

FML ALOIS VON BAUMGARTEN. 

Dunkelblaue WaffenröcJce^ stählgrüne Egälisirungy gelbe Knöpfe. 

ErgäDzungsbezirksstation: Wadowicb. 



Inhaber. 



1684 errichtet zu Breslau von den schle- 
sischen Landständen zu 10 Com- 
pagnien oder 1500 Mann. 

1684 Oberst später FZM. Paul Anton 
Freiherr von Houchin f 1699. 

1699 FM. Philipp WmcH Graf von Daun 
t 30. Juli 1871. 

1741 FM. Anton Ignaz Graf Mercy 
Abgenteaü f 1767. 

1 767 FML. Jakob Graf Nuoent MTO.-R. 
t zu Prag 29. März 1784. 



1784 FM. Wenzel Graf CoLOREDo Wald- 
8KB t 4. September 1822. 

1825 FML. Carl Freiherr von Fürsten- 
WARTHER Burgsassen zu Odenbach 
f 4. Juni 1856 zu Baden bei 
Wien. 

1857 FML. Franz Freiherr von Gori- 
zuTTi f 1875. 

1875 FML. Alois von Baumgartbn. 



Feldzüge und wichtigere Eriegs-Ereignisse. 

Seinen ersten Feldzug machj:e das Regiment 
1685 mit, war (im Juli) bei der Belagerung von Neuhäusel, später bei den 
Operationen des General Caprara gegen Easchau, Ungvar und Saros 
Patak blokirte den ganzen Winter 1685/86 Munkacs, versah 1687 und 
1688 in Szathmar und der Marmaros den Besatzungsdienst, war 1689 30. 
August in der Schlacht bei Grabowa, in jener bei Nissa 24. September und 
bei der Einnahme von Widdin 14. October. Im November 1690 machte es 
die Winter-Expedition gegen Tökölys Schaaren in Siebenbürgen mit; 1691 
19. August focht es in der Schlacht bei Szlankamen, 13. October eröffnete 
ein Bataillon die Laufgräben gegen Grosswardein und nahm 16. October 
einen Theil der untern Stadt mit Sturm; das Regiment kam sodann 
nach Siebenbürgen, wo es bis zum Spätherbste 1697 blieb und an mehre- 
ren dortigen grösseren und kleineren Gefechten Theil nahm. 1698 war es 
im Lager von Becskerek. 



— 382 - 

Im spaniscilen Erbfolgekriege war das Regiment 
1701 1. Februar im Treffen bei Chiari, und nahm 3. December das Schloss Canneto 
ein. — 1702 1. Februar war dasselbe bei der Besatzung von Brescello, 2. Febiuar 
beim Ueberfalle auf Cremona, 27. Februar schlug Oberstlieutenant Zumjun- 
gen einen Ausfall der Mantuaner Besatzung ab, 15. August hatte ein Bataillon 
unter Major Hüttendorf durch tapfere Vertheidigung Luzzara's rühmlichen 
Antheil an der dortigen Schlacht genommen, doch erfolgte zwei Tage sp&tcr 
die Capitulation jenes Platzes; 11. April erhielten 571 Mann des Regimen- 
tes durch die Capitulation des ruhmvoll vertheidigten Guastalla Abzug 
mit allen Ehren, durften aber bis 1. April 1703 nicht gegen Frankreich 
dienen und kamen zu ihrer Ergänzung nach Siid-Tirol; — 1703 1. Apnl 
nahmen sie Theil an der Erstürmung der Schanze im Neuenburger Walde, 
1. Juli am Ueberfalle bei Obermühlheim; Oberstlieutenant von Zumjungon 
vertheidigte mit einigen hundert Mann des Regimentes die Judicarien, 17^4 
war das Regiment im verschanzton Lager bei Verrua und Crescentino, 17U'> 
in der Schlacht bei Cassano, 1706 ein Bataillon bei der ruhmvollen Ver- 
theidigung Turins, ein anderes Bataillon bei^ dem Entsätze dieser Stadt 7. 
September, worauf das Regiment zur Blokade der Citadelle von Mailand ab- 
rückte; 1707 marschirte es unter seinem Inhaber FZM. Grafen Dauo nach 
Neapel, blokirte die Festung Gaeta, und bei der Erstürmung derselben 30. Sep- 
tember waren die Grenadiere an der Tete der Sturm-Colonne. Das Regiment 
blieb nun in Neapel und Capua als Besatzung, kam 1711 ins Mailändische, 
1714 zur Armee am Rhein und bezog im November im Kölnischen Gebiete 
die Winterquartiere. 

Im Türkenkriege focht das Regiment 
1716 5. August in der Schlacht bei Peter wardein, kam sodann zur Belagerung 
von Temesvar und 1. October waren ein Bataillon und die Grenadier-Com- 
pagniebeim Sturme auf die dortige Palanka; 28. October marschirte das Re^- 
mentnach Siebenbürgen, von wo es 1717 und 1718 den Zug des FM. Grafen 
Stainville gegen die Moldau mitmachte, 1718 Ende August rückte es an die 
schlesische Grenze und von 1719 bis 1738 blieb es in den österreichischen 
Niederlande und den deutschen Erbländern in Friedensgarnisonen. 

1738 war es anlässlich des Türkenkrieges über Wien zur Armee nach Ungarn 
abgerückt, 1739 war das Regiment 23. Juli in der Schlacht bei KrotEka 
wohl anwesend, aber nicht im Gefechte, ein Bataillon war in der belagerten 
Festung Belgrad. 

Im österreichischen Erbfolgekriege war das Regiment 
1741 10. April in der Schlacht bei Mollwitz, 1742 25. Mai im Treffen bei Sahay und 
bei der Belagerung von Prag, 1743 in Baiem und am Rhein, 1744 in Böhmen, — 
ein in Baiem zurückgebliebenes Bataillon bei der Blokade von Rottenburg, 
1745 das Regiment im Corps des FZM. Baron Thüngen in der Oberpfalz 
15. April im Treffen bei Pfaffenhofen, später im Mainfeldzuge des FM. Gra- 
fen Traun, kam sodann nach Italien und war 1746 7. März bei der Ein- 
nahme von Asti, dann 22. April bei jener von Parma, später bei der For- 



— 383 — 

cirung der ßochetta 6. September bei der Einnabine von Genua, und im 
December bei der Unternehmung in die Provence 1747 bei der Bela- 
gerung von Genua; im October rückte es in die Lombardie in Friedens- 
stationen. 

Im siebenjährigen Kriege war das Kegiment 
1767 21. April im TreflFen bei Reichenberg, 6. Mai in der Schlacht bei Prag, wohin 
zwei Bataillone und eine Grenadier-Compagnie als Besatzung kamen und 
die dortige Belagerung mitmachten, ein drittes Bataillon focht in der Schlacht 
bei Eolin 18. Juni — ein 100 Mann starkes Detachement war 13. Juli bei 
der Einnahme von Gabel; ein Bataillon und die beiden Grenadier-Compagnien 
waren 7. September im Treflfen am Moysberge bei Görlitz ; — 187 Com- 
mandirte des Eegimentes 10. bis 11. November bei der Erstürmung von 
Schweidnitz ; 22. November in der Schlacht bei Breslau bemächtigte sich der 
Regiments-Commandant Oberst Josef Graf Herberstein mit 1000 Mann 
nach einem harten Kampfe eines ausgebreiteten feindlichen Verhaues 
unterhalb Pilsnitz und verbreitete grosse Verwirrung unter dem bestürz- 
ten Feinde; 5. December focht das Regiment in der Schlacht bei Leu- 
then; 1758 hatte dasselbe viele beschwerliche Hin- und Hermärsche und 
war nur wenige Tage bei der Belagerung von Neisse, — 1759 bei der 
Haupt-Armee des PM. Grafen Dann; — 1760 3« November in der Schlacht 
bei Torgau, wo es mit grosser Auszeichnung focht. In einem entscheiden- 
den Gefechts-Momente war Oberst Baron Stein mit dem Regiment rasch 
vorgerückt, warf den Feind in einen nahen Wald, behauptete tapfer die ge- 
wonnene Stellung und verschaffte dadurch einigen geworfenen Regimentern 
Zeit, sich zu sammeln und neuen Widerstand zu leisten. 1761 1. October 
war ein Bataillon bei der Erstürmung von Schweidnitz, 1762 das Regiment 
im Treffen bei Leitmannsdorf und Burkersdorf. Ein Commando von 200 
Mann in der belagerten Festung Schweidnitz. 

Im baierischen Erbfolgekriege 
1778/79 war das Regiment im Corps des FML. Marquis Botta in Mähren, die 

Grenadiere bei der Haupt- Armee in Böhmen. 

Im Türkenkriege war nur das dritte Bataillon betheiligt, im Armee-Corps 

des Prinzen Coburg eingetheilt, war es 
1788 8. Mai bis 19. September bei der Belagerung und der Einnahme von Chotym, 

1789 1. August in der Schlacht bei Fockschan, 21. September in jener bei 

Martinestie, und 1790 bei der Belagerung und im Treffen von Gyurgewo. 

Im Französischen Revolutionskriege war vorerst das Leibbataillon 
1793 2. März im Gefechte bei Aachen und 5. März in jenem bei Soumagne enga- 
girt, 13. März vertrieb dieses Bataillon die Franzosen aus Bavay und be- 
setzte diesen Ort, sodann in mehreren Voi'postengefechten bei Valenciennes. 
Im August war es mit dem kürzlich zur Armee eingerückten Oberst- 
Bataillon bei der Belagerung von Dünkirchen, wo sie 24. August bis 6. und 8. 
September drei Ansfklle der Belagerten nach hartnäckigem Gefechte zurück- 
schlugen. 1794 10. Mai war das Regiment im Treffen bei Tournay, 16. und 



— 384 — 

17. Mai bei dem Haupt- Angriffe auf die feindliche Stellung zwischen Cour- 
tray und Lille, 16. März bei dem Entsätze von Charleroi, 26. Juni in der 
Schlacht bei Fleurus, 17. und 23. August in einigen Gefechten bei Mastricht, Ende 
September gehörte es zur Besatzung daselbst, zog in Folge der dortigen Capi- 
tulation 7. November mit allen Kriegs-Ehren aus der Festung unter Bedin- 
gung, ein Jahr nicht gegen Frankreich zu fechten, und marschirte nach Wien, 
wo es 19. Jänner 1795 die Garnison bezog. — Die Grenadiere, welche 1704 
in Deutschland fochten und sich 19. September in Treffen bei Kaiserslautern 
auszeichneten, waren 1795 die alleinige Abtheilung des Regimentes am 
Kriegsschauplatze und 18. August beim Entsätze von Mannheim, 14. Novem- 
ber im Gefechte bei Frankenthal. — 1796 war das Kegiment im Jänner 
nach Italien abgerückt; 30. April führte es einen Sturm auf Valeggio aus 
und focht tapfer im Geiechte bei Dolce, 1. August nahm es Theil am Ent- 
sätze von Mantua, kam sodann als Besatzung in die Festung, hatte ruhm- 
vollen Antheil an der tapferen Vertheidigung und zog nach erfolgter Capi- 
tulation derselben 4. Februar 1797 durch die Porta magiore mit klingendem 
Spiel und fliegenden Fahnen 6. Februar in der dritten Colonne ab, wurde 
aber kurz nachher ausgewechselt, und das Leibbataillon bestand 2. und 3« 
April bei Friesach und Unzmarkt Rückzugsgefechte. Mittlerweile waren 
die Grenadiere bei der Armee in Deutschland 11. August im Gefechte bei 
Neresheim, 3. September in der Schlacht bei Würzburg, kamen im October 
zur Belagerung von Kehl, wohin auch das dritte Bataillon einrückte. Die 
Grenadiere waren von October bis 10. Jänner bis 17mal in den Trancheen 
das dritte Bataillon 24mal zur Arbeit commandirt. Im October 1797 kam 
das Regiment mit drei Bataillons und der Grenadier-Division als Garnison nach 
Wien, wo es bis December 1799 verblieb. 

Im Feldzuge 
1800 stand das Regiment im Februar bei Dornbirn im Vorarlbeigischen in Can- 
tonirungen, im Juli besetzte Oberst Pflanzeiter mit einem Bataillon den Ehren- 
walder Pass nach vielen Hin- und Hermärschen stand das Regiment im 
December bei Kufstein, und es bestanden 7. December drei Compagnien 
bei Nieder-Audorf und Kieferfeld, 12. December ein Piket bei Windisch- 
hausen, 15. December zwei Compagnien und 28. December das Regiment 
bei Ober-Audorf Gefechte. Die Grenadier-Division, bei der Haupt-Armee 
eingetheilt, focht 3. Mai in der Schlacht bei Engen, 5. Mai in jener bei 
Müsskirch, 9. Mai bei Mettenberg, Ulmendorf und bei Hohenlinden; drei 
einzelne Abtheilungen deä Regiments bestanden 21. Juni und 2. Juli 
glückliche Gefechte bei Stein. 

Im Feldzuge 
1805 gehörte das Regiment zur Armee des Generalissimus Erzherzog Carl in 
Italien und war 29. bis 31. October in der Schlacht bei Caldiero; — 3. 
November am Rückzüge hatten zwei Compagnien unter den Hauptleuten 
Meles und Berger eine über den Bachiglione geschlagene Schiffbrücke helden- 
müthig vertheidigt, das Regiment war 5. November im Gefechte bei Fontaniva. 



— 385 — 

Im Feldzuge 
1809 in Deutschland war das Regiment im III. Armee-Corps des FML. Prinzen 
Hohenzollem eingetheilt, 19. April im Gefechte bei Hausen^ 21. Juli in jenem 
bei Schierling, 22. April hatte das zweite Bataillon unter dem tapfem Haupt- 
mann Graf Polheim den Wald von Lukepoint nilchst Köffering gegen eine 
bedeutende Uebermacht, ohne Cavallerie und Geschütz, sich selbst überlassen 
heldcnmüthig vertheidigt und erst dann seine Stellung verlassen, als der 
Feind sein Feuer eingestellt und die Vorposten bezogen hatte um 9 Uhr 
Abends. 17. Mai war das Regiment bei dem Angriffe des FZM. Grafen 
Kolowrat auf den Brückenkopf bei Urfahr-Linz, focht mit Auszeichnung 
in der Schlacht bei Wagram, wo 6. Juli das zweite Bataillon, den von 
ihm besetzten Ort Breitenlee, sowie das erste Bataillon die auf der dortigen 
Höhe aufgefahrenen Geschütze gegen die wiederholten Angriffe des Feindes 
vertheidigten. Die Grenadiere im Reserve-Corps fochten mit Auszeichnung 
bei Aspern, Wagram und 10. und 11. Juli bei Znaim. 

Im Feldzuge 

1813 war das Regiment, im II. Armee-Corps General der Cavallerie Graf Mer- 
veldt, Division Fürst Alois Liechtenstein, eingetheilt, 26. und 27. August in 
der Schlacht bei Dresden, — ein Bataillon, vom Divisionär persönlich ge- 
führt, vertrieb den Feind durch einen glänzenden Bajonnet- Angriff aus dem 
Dorfe Rosthal; auf dem Rückzuge nach dem Plauen'schen Grund litt das 
Regiment ungemein durch die kecken Angriffe der Cavallerie; da von der 
Nässe des fortwährenden Regens die Gewehre nicht losgingen — mit Hun- 
ger, Entbehrung und Ermüdung kämpfend, auch grösstentheils unbeschuht 
nach forcirten Märschen, erlitt dasselbe den bedeutenden Gesammtverlust 
von 19 Offizieren 935 Mann und seiner beiden Fahnen ; — 17. Sep- 
tember war es bereits wieder in Gefechten bei Kinitz und Arbesau, — mit 
Auszeichnung focht es 16. bis 18. October in den Schlachttagen von Leipzig, 
bei Lössnig, bei Dölitz und in den Auen des linken Pleisse-Ufers; — 9. 
November war es im Treffen bei Hochheim ; die Grenadier-Division 30. und 
31. October in der Schlacht bei Hanau. 

Im Feldzuge 

1814 nun in der leichten DJvision FML. Graf Bubna, — nahm 27. Februar Haupt- 
mann Siegl, zur Vorrückung gegen Archamp beordert, mit drei Compagnien 
im Verein mit einem Bataillon Reuss-Greitz Nr. 18 durch einen raschen 
Bajonnet- Angriff dieses Dorf; 28- Februar war eine Compagnie im Gefechte 
bei La Cotte. — 1. März schlug Oberst Berger mit einem Bataillon und 2 
Geschützen den Feind mit grossem Verluste aus den von ihm eroberten 
Dörfern Crache und Tairier zurück und behauptete die dortigen Höhen 
gegen alle ferneren Angriffe bis tief in die Nacht. — Mittlerweile hatte 
Major Osthaus eine andere feindliche Colonne aus den Defileen von St. Julien 
und Tairier mit drei Compagnien und einer später erhaltenen Verstärkung 
verjagt; endlich wurde eine dritte feindliche Colonne, welche sich eines 
Theiles von Tairier bemächtigt hatte, vom Obersten Berger mit einem 

Thttfheim, GcdenkblÄttur. ^^ 



— 386 — 

Bataillon abermals aus diesem vertrieben. Die Grenadiere waren 1814 gar 
nicht ins Gefecht gekommen, und waren nur wenige Tage bei der Bloca^le 
von Be8an9on. 1815 war das Regiment in der Ober -Rhein -Armee einge- 
theilt, theils zur Blocade von Beifort, theils zu den mobilen Colonnen ver- 
wendet, und kam mit der Grenadier-Division in das grosse Armeelager von Djon. 
Das dritte Bataillon unter Major Barthe war in dem polnischen Februar 
Aufstand 1846, 26. bis 27. Februar im Gefechte bei Podgorze. 

Im Feldzuge 

1848 in Italien, war das Regiment im April in dem hinter dem Isonzo formirten 
Armee-Corps des FZM. Grafen Nugent eingetheilt, das zweite Bataillon bei 
der Cemirung von Palmanuova; die achte Compagnie, von der zehnten un 
terstützt, bestand 17. April ein heftiges Gefecht bei Visco, — das Regiment 
war 20. April bei der Beschiessung von Udine, 20. und 23. Mai bei den 
beiden Versuchen auf Vicenza, rückte 26. Mai in Verona ein, wo es im 
Juni und Juli auf der Strecke von Chievo, Croce Bianca, S. Massimo, Sta Lucia, 
Tombetta, Tomba einen starken Vorpostendienst unterhielt; 23. Juli focht 
es in den Gefechten bei Sona, Sommacampagna, St. Giustina, 25. Juli in 
der Schlacht bei Custozza und der Erstürmung des Monte Godio, 26. Juli 
im Nachtgefechte bei Volta, wo sich besonders das zweite BataiUon auszeich-