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Full text of "Gehört Jesus in das Evangelium?"

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5' 41 



ILilreats of tije BiMnitj ScijcioL 



loUBlit -witii money 



THB SOCIETY 



-lEOLOOICAL KDUCAXION, 



Reeeived ^^jlC; ^ (, , 190 ^ _ 







©e^Srt 3^^^^ 



in bas (Et)angeltum? 




9Son 



D. Maxtin miet. 



^mtitt Jtnffage. 

(Set elften Sluflage unbeiSitberter 'übbmd.) 



«> m «■ 



1 1 

AN 



2t. Deicf}ert*fd;e Perlagsbac^i^anblung Zlac^f. 

((ßcorg Söljmc). 
1901. 



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^l\i9. W'^'? 



'fe:ArUJJ:M ^«^ß-^- 



mu SRe^te i)oxbtf)aUen 



sYi 



Uorroort 



|)iermit biete id^ »eiteren Reifen einen auf ber 83erKner 
^aftoraHonferenj gel^altenen Vortrag an. gfür ben Slbbrnd ift 
er nur infofem Deranbert unb um ein @eringei^ erweitert, aÜ 
bad erforberfid^ ift, um bie Stad^^ilfe bei^ münbticl^en Slu^brucfed 
unb beiS perfdnlic^en (EinbrudeiS gu erfe^en, unb atö e§ bie Se** 
freiung don ber engften geitfd^ranle erlaubt äßeine Slbfid^t gel^ 
allein auf bie SlarfteQung eine^ grunbfö^Iic^en Unterfd^iebei^ ber 
3(uffaffung, meit ein fold^er fid^ fo leidet l^inter bie Serufung 
auf gefd^ic^tlid^e S3etrad^tungi$n?eife t^erftedt. 



1* 



Jftt^ali 



©eitc 

2Ba8 l^ciSt „gefd^id^tlid^" ^öangeltum? 7 

9Bar 3efuS in feiner SScrfünbigung fid^ felbft ©egcnftanb? ... 11 
Sie erüärt ftd^ ber Unterft^ieb beS a))oftoIifd^en ©bangefiunt t)on 

Sefu ^rebigt an bicfcm ^unft? • . 18 

SBed^alb lel^nt bie „fritifdge ©efd^id^tdforfci^ung'' biefe ^tlförung ab? 24 
SBarum gel^ört Sfefud in baS ^bangelium? ,27 




|e^ört 3efui^ in bag (Eüangeltum ? SSaiS tM biefe gfrage 
Bebeuten? S)a^ er nid^t aud ben biet StiangeCten ge-^ 
ftri(^en »werben lamt, ia^ berftel^t fic^ jia bo^ t)i>n felbft Sllfo 
n)iebetum : SSai^ l^eigt biefe gfrage ? SBoraüf jielt fie ab, menn 
fie aui^bräcflid^ gefteHt iPtrb? gl^re Verneinung l^tte ettoa bett 
®inn , 3efui^ fei laut bed (Sbangelium nid^t ®egenftanb unfred 
^eitöglaubend, Stad^tebenben t^ielntel^r lebiglid^ ein nad^toirfenber 
3euge bafär, bag er felbft @ott erlebt l^abe, unb für eine fold^r 
Srfal^rung entf|)re^enbe religiöfe ©ittli^feit. SBenn bcm fo ift, 
bebarf ed bann unter un^ nod^ einer SiuiSffil^rung aber biefeS 
Sl^ema? SRan foOte meinen: nein. ®inb unfre 5ßrebigtett 
bod^ ein entfd^iebened ^a auf biefe Stage, im üoHen ®egenfa^e 
}u folc^er Verneinung. Srofebem l^aben »ir 2lnla| ju einer 
Verl^nblung l^ierüber. 

SIm SInfange ber tl^eologifc^en @ntn)i(ftung be^ neunjel^nten 
Sal^rl^unbcrt« ftel^t bie l^errfd^enbc ©eftalt griebrid^ S)aniel 
©d^Ieiermad^eri^. (Sr l^at ben iRationalii^mu^ in ber X^eologie 
überteunben, nic^t nur inbem er bem &miii^ fein Stecht in ber 
Sleligion »alerte, fonbcm aud^ inbem er Qfefum ffi^riftum in 
ben 3Rittcrt)unIt bei^ d^riftttc^en JBetoufetfdniJ ^ineinrütfte. 3m 
Übergange t)on biefem S^l^rl^unbert , in bem bie Xl^eologie 
c^riftocentrifd^ n^ar unb in bem bie X^eologen banad^ getoogen 
tourben, in toeld^em SKafee fie d^riftocentrifd^ leierten, im Über- 



— 6 — 

gange ton biefem Igal^rl^unbert ju bent neuen f)at einer ber 
überaus »wenigen tl^eologifd^en 9tad^foIger @d^Ietermad^erd in ber 
Slfabemie ber SEBiffenfd^aften hieben gel^alten unb t)er5jfent(ic^t, 
in toel^en ein Don i^m felbfi ^ert)orge]^obener @a^ folgenber- 
ntagen lautet: ;,9ti^t ber ©ol^n fonbem aKein ber 93ater gel^ört 
in bad @t)ange(ium , n)ie ed 2)^fu^ Derffinbigt l^at, l^inein/^) 
Stefer ®a| fprid^t bebingter afö bie mir jum X^ema gefteUte 
^age. 2)ad (£t)angeKum, föie ed nad^ gefu t)erlunbet n^urbe, 
lann ja anberd lauten atö bad feine, unb ed erl^ebt fid^ bann 
bie Srage: n^eld^ed biefer beiben ift bad redete, und geltenbe 
Sbangeliunt, ober gibt ei^ etn^a ein einl^eitlid^ed (£t)angelium in 
ben t)erfd^iebenen (Sbangelien? (£d ift felbftüerftänblid^ nid^t 
©ad^e biefed OrteiS, biefei^ berebte iBud^ im einjelnen ju bel^anbeln. 
SRan lann i^m toeber in unaui^ioeid^Iid^ erforberlic^em SESiberf))ru(^ 
gegen t)iele9, nod^ in bereittt^iQigem Semen an anbem fünften 
innerl^alb ber lurjen ®parmt einer @tunbe geredet n^erben. @d 
toirlt ald feffeinbc @efamtaudf:prac^e einer umfaffenben Sen^egung. 
Siefe unb il^r gett)innenber StudbrudE merben in il^rem Sinfluffe 
fc^toerßd^ burd^ fritifc^'e 9[fteridlen aufgel^alten, loie bienlic^ auc^ 
eine folc^e bem ®ange bed 83uc^ei^ f olgenbe 83efprec^ung fid^ mand^en 
Sefem für eine eingel^enbere Sludeinanberfefeung ertoeifen möge. — 
Slnlag }u biefer 83efpred^ung l^at jiened 83ud^ tro^bem ge« 
geben, ©eine «bflc^t ift ed getoiß nid^t, bie 5ßerfon Sefu für 
bie (S^riftenl^eit fiberl^aupt ju entn^erten. (£^ toiK bie Slufmerl« 
famleit folc^er auf gefum lenfen, meiere fic^ am lirc^Iic^en S)ogma 
flogen, unb mag t)ietteid^t oftmals feine Slbfic^t erreid^en. Stdein 
bad gefd^iel^t um einen $reid, ber t)ie(en t)on uni^ ju teuer ift, 
nid^t nur um ben $reid t)on S)ogmen, fonbem um ben ^xtxd 
beffen, n^ad i^nen nad^ i^rem „innerften ©rieben^' il^r Sebendbrot 
ift. "SitSffath totit biefe§ 83ud^ bai^ SSebürfnid nad^ einem äJer« 



') 21. ^avnad, 3). SBefen b. ©^riftent. 1900 @. 91. 



— 7 — 

fuc^e, ben tiefen, burd^gel^enben ®egenfa^ in ber ^efamtauffaffung 
bed ^rSbangelium int @t)angelium'' nad) Höften ju befiimnttent 
Su^brude JU bringen. S)en SThtt baju unb bie ^flid^t bafür 
begrfinbet bie Überjeugnng, gerabe eine ©efd^id^tfd^reibnng, nield^e 
„ba^ SBefentßd^e, ia^ SBertöoIIe unb SIeibenbe, ju ermitteln''^) 
l^abe, lomme ju einem anbem (Srgebnii^ in betreff ber entfd^eibenben 
3h)ei 3)inge „S^fu^ unb baiS @t)angeKum'' ; jit einem @rgebniffe, 
meld^ed fi^ auf bie gefc^id^tlid^e Sird^e ftü^en lann unb t>Dt ber 
gefd^ic^tlid^en ^til nid^t ju fd^euen brandet, ^enn mein SSor^ 
trag babei jumeift mit @ä|en arbeiten mu^, fär bie ber teiffen« 
fd^aftlid^e Unterbau im einjelnen nid^t beigebrad^t tnerben fann, 
fo ift ba^ für einen fold^en Umrig unt)ermeibli(^ unb erlaubt. 
S)ie fec^jel^n Sieben aber bad Sßefen bed S^riftentumed l^aben 
ben 99eleg il^rer Urteile auc^ nur in bem begrunbeten Stnfel^en 
be^ geleierten Stebnerd. S)ad lann eben bei bergleid^en ^ro« 
grammatifd^en, befenntniiSartigen Sugerungen nid^t anberd fein. 
Unb fomit gu bem Sßic^tigeren, ju ber ©ad^e felbft, nac^ 
ber unfer Sl^ema fragt! 



S)ie ©ac^e, um bie ed fid^ l^anbelt, ift bie: ©eifert ^efui» 
l^inein in ia^ St^angelium, tnie er ei^ felbft t)erlünbigt ^at unb 
toie feine !lfofte( ed Derlünbigt ^aben? Sunäd^ft n^ad l^eigt: @r 
gel^art l^inein ? Soll er l^inein gel^ören toie $aulud J^ineingel^ört, 
totnn er fagt: mein St)angelium? San; getni^ nid^t, benn baS 
leugnet man nic^t. SSielmel^r erfd^eint ein f old^er Sufammenl^ang 
bei» iSerlünberd mit ber 83otf(^aft fo felbftt^erftänblid^, bog man 
gefagt l^at, baran Idnne j|a gar lein dU'eifet fein, bag gefud ge« 
lommen fei, bad St^angeßum ju t^erlfinbigen. 93ad er brachte, 
b)ar ein Soangelium.^) geboc^ in einer gefd^ic^ttid^en Untere 



*) ^amadf a. a. O. @. 8. *) ^amad @. 32. 



— 8 — 

fud^ung ift Dor aQem ju fragen: toad i% gefc^id^tlic^ ertoogen, 
(Sk)angeltttm ? 

S)te Steformotion l^at MarmÜiä) ein (Soangettum gefora^t, 
in toääftm ben eigentli^en 3n^<ttt bie SSertünbigung (SfyA% 
bti SßerteiS feiner $erfon nnb feiner für uni^ t)oQbra(^ten Seifhtng 
bUbete. Sie f)at nid^t etoa ein Sk^angelium t)om ©tauben, 
eine 9ln|)reifttng einei^ ®(aubeni$ o^ne ganj beftimmten ^nffaü 
gebrad^t, fonbern ein @t)angelittm für ben ©lauben. ®ie f^at 
ben S^rifhtd, ber bii^ bal^in in ber römifd^en ^rd^e ;,faft be<- 
graben" toar, toieber t)orgel^oIt, il|n bem ®lauitn angeboten unb 
fo ben (Klauben getoedEt. ^n biefem SSerfal^ren Inä))fte fie bei 
$aulu^ an. & lärm lein 3^if^I f^tn, bag $aulud gefum ben 
S^rift aU ben eigentlid^en gnl^alt feined (Eüangelium anfal^. fOtan 
benfe an feine SKugerungen in ben föorint^erbriefen unb an ben 
(Eingang bed 93riefeiS an bie Stömer. ^) Sag auf biefer !luf« 
faffung aud^ ba^ rul^t, toa^ er über fein nid^t t)on äRenfc^en 
empfangene^ (St^angelium ®al. 1, 11 f. au^fagt, gel^t ebenfo auiS 
beut $intDeife auf feine Berufung S3. 15. 16 n^ie aud feinem 
®Iaubeni^be!enntniffe 2, 16—21 unleugbar l^eröor. Unb toie 
$aulu^ ber S^riftfteHer, fo aud^ ^aulud ber ^rebiger in ber 
9())ofteIgefd^id^te. Sie ^rebigt Dom Sieid^e ift lenntßd^ertoeife 
ba^felbe n)ie ba§ Süangeßum t?on ber (Snabe (Kotted ober bie 
Sejeugung ber Sinnedänberung ju ®ott unb bed @ianbtn^ an 
ben ^erm 3efum (S^riftum 20, 25. 24. 21. Auf bie an- 
lünbigung beiS äJtannei^, ben ®ott jum Stid^ter eingefe^t, löuft 
bie Sltl^enifd^e Stebe l^inaud unb bie Slntiod^enifd^e &ap. 13 l^at 

^) 1. Äor. 1, 17. 23. 2, 2. 15, 1—5. 2. 5eor. 4, 3-6. §R8m. 1, 
1—4. 9. @))16. 3, 8. ^terna^ ift !etn Sroeifel, tag feine ^dlfmal ^t^ 
brandete Beübung bebeute : „^\>, t)on @brifto'\ unb ni^t „(to., bad (S^l^riftud 
t)erlänbet l^at." ^n biefem (Sinne braud)! $. ^aupüoort unb ^erbum 
72 mal, augerbem in htn ^aftoral. 4 mal, bie SSejeic^nung Sbangelift 
2 mal. Sn biefer ^nmenbung begegnen bie ^uSbrüde im 92. Seft. 
fonft übetl^aupt nod| ettoa 40 mal. 



— 9 — 

eben ben äReffiag }unt Ignl^alt. S)aiS (Sleid^e gilt Don ben Sieben 
bei^ $etmi» Sa)). 2. 3. 10, unb mit i^nen Hingt ber i^m juge:» 
fd^ricbenc erjie ©rief burd^an^ jufammcn. Sa, feine Sieben im 
2. unb 10. Sapitü ber SUjoftelgcfd^ic^te finb gerabeju bie 2)i««^ 
))ojttion für ben ®mnbri| unfrer f^no^Jtifc^en Söongelien. 
Übrigeni^ Braucht bie 3l))ofteIgef(i^tc^te bai^ ^au))th)ort nur im 
SRunbe beS $aulu« 20, 24 unb be« $etru« 15, 7; bagegen ift 
i^r baS abgeleitete S^itoort jum ftel^cnben StuSbrucfc für d^rlft^ 
lid^e SSerfünbigung nhttfjavipt geworben, öftere ol^ne beftimmte 
Slngabe bei? l^nl^alteS; too aber eine fold^e gegeben »irb, ift 
als fold^er gcfu^ augbrficftid^ ober mittelbar angejeigt. — 3o' 
l^anne« brandet freiließ ba^ SBort ©oangclium nie ; boß aber für 
feine SJerlünbigung S^fuS ber ©egenftanb toar, ba^ liegt boc^ 
greifbar auf ber $anb. 

®o fommen tt)ir enbßc^ gu bem, toa^ ja l^eute für ba^ 
eigentUd^ Sntfd^ibenbe gilt, }u ber Sludfage ber fogenannten 
f^noptifc^en @DangeIien. Ergibt fic^ mirlßc^ ani i^nen, ba^ 
Sefu^ ein @t)angelium t^erlünbigt l^at, in bem t)on i^m felbft 
nid^t bie JRebe »ar? Swnäc^ft ift bdrauf l^injumeifen, bafe bie 
brei erften (SöangeUen baS geittoort im SRunbe 3cfu nur in 2tn- 
fü^rungen au^ bem 9Qten Sieftamente bringen, fo in ber Siebe ju 
SRajaret^ Suf. 4, 18 unb in ber SlntttJort an ben läufer, beibe 
©teilen in SJejie^ung ju 3cf. 61, 1. ©öangeüfieren Ub^uitt 
alfo l^ier toie im Sttten Jeftamente gute, frol^e ©otf^aft bringen, 
o^nc fc^on ein feftgeprägter SluSbrud ju fein. 8ln einer anbern 
©tette, Su!. 4, 43, legt nur Sufa§ eg gefu in ben aRunb. S)ag 
^au^tmort @t)angelium felbft lommt im 3. (SoangeUum über«^ 
i)avipt nic^t Dor. ®o erübrigen alfo nur äRattl^öud unb SOlarfu^ 
für geftftellung beö ©(jrad^gebroud^eg. SRarlii^ legt ba^ SBort Sefu 
brcimal in ben äffunb bei StuSfprü^en, in bencn 3Kattpu§ eS 
nic^t ^at. Sllfo bleiben für gefu Sieben aU aUfcitig belegt nur 
itoti ©teilen übrig, in benen bad SBort t)orfommt. Einmal bie 



— 10 — 

«gc^atologijc^e 3?ebc SRatt^. 24, 14, 3RorI. 13, 10; fic toirb öon 
bcr ffritif aUcrbingg 3cfu o6gcf|)rod^en. ©obanti bie Srjäl^Iung 
t)on bcr Bctl^anifd^cn Salbung SRatt^. 26, 13, äKarl. 14, 9. 
SP bicfcS SSäort cc^t, fo fe|t ber 9iebncr öoraug, ba§ man bei bcr 
^u§rt($tung bed SüangeUum gerabe t)on i^nt unb bem, mad 
il^nt toibcrful^r, rcbcn werbe. SKber Seml^arb 8Bei§ ^ält e§ 
nid^t für cc^t, fofcrn eS fid^ um bie Urüberlieferung bcr SBortc 
Seju l^anbelt. ^) S)er (Schluß bc« SRarfu^ mit feiner Stnttjcifung 
16, 15: $ßrebiget bag Kbangeüum aller Sreatur ift jugeftan- 
bencrnjcife fein urf^jrünglic^cr ©cftanbteil be§ gtociten (Süangelium 
unb alfo in biefem @innc unecht. S93ir ^aben alfo nac^ bem 
Urteile ber l^iftorifc^cn Sritil feine ®cn)i§^eit, ob S^fu^ ben 
Sluj^brudE (SbangcUum aU terminus technicus überl^aupt gebrandet 
l^at. 3)er genauefte gorfc^er über ben urf^jrünglic^cn SBortlaut 
bcr Sieben Qefu, ber anerlannte ®rforfd^er beö Stramäifd^cn in 
3efu Seit, ®uftaö S)almann, lommt ju bem ©rgcbniffc, ba§ erft 
innerhalb bcr d^riftlid^en (Semeinbe ^aupttoort unb Stittooxi ju 
einem Serminu^ gctoorben finb.^) S)cr ©ingang be§ SKarfuä 
lautet: (SDangcIium t)on gefu (S^rifto, bem ©ol^nc Sottet; l^icr 
alfo Sdangcüum im Sinne eine^ 93cric^tci^, bcffen ®cgcnftanb 
Sefug Kl^riftug ift.^) »icffcid^t ba^ au§ biefem Anfange beig 
jtociten ©oangclium bie SScrtocnbung biefer Sejcid^nung für fold^c 
©d^riftcn übcrl^au^Jt geftoffen ift. So ergibt fid^ alfo bie bc- 
mcrlcnStocrtc S^atfac^c, bafe unter ben brei erften ©üangetien 
gerabe ba^jenige fic^ fo nennt, h)elc^e^ befanntlid^ am n^cnigftcn 
Sieben S^fu enthält; ba liegt bie ^(nnal^mc bod^ fo fem ald 
mdglic^, @t)angelium bcjcid^nc bie ^rebigt gefu fclbft unb i^re 
treue Überlieferung. 

SBcr gcfd^ic^tlid^ feftftellen luiU, ma§ (Sdangelium fei 



*) ^arfuScb. 1872 (5. 436. 
2) 2Sortc 3efu 1898 @. 84. 
») Xcyt unb @inn nac^ S3. SBeig a. a. D. @. 37 f. 



— 11 — . 

tinb toad l^ineiitgel^öre, l^at bemnad^ nic^t bei ber unftd^eren Über^ 
Kefcrung in betreff Sefu anjufragett, fonbcm bei ber erftcn 
@;^rifietigemeinbe, bei ben @c^riften bed 9teuen 2:eftamented äber>« 
"fympt, t)or QKem bei ^auIuiS mit feinem auiSgiebigen (gebrauche 
bed geprägten ^nibtudtL Dl^ne am 99ud^ftaben }u l^ängen barf 
man bemnad^ bel^aupten, ti fei ungefc^id^tlid^, ein (St^angelium 
gefu bem SüangeUum ber 9())ofteI gegenüberjufteQen. 2)enn 
biefer attteftamentftc^e Slui^brucf ift ju bem bie äBelt burc^l^oDen* 
ben (Stid^n^ort erft burc^ bie äRdnner gen^orben, beren Seruf ed 
toax, ber SBett ben glauben an gefnm atö ben (S^rift ju t)er« 
fünbigen. "S^a^ ift leine SSud^ftabenflauberei, fonbem SBeobad^tung 
and ben Duellen. 



^nbt§, toad liegt jule^t an ber SSejeid^nung ! Sd l^anbelt 
ftc^ fad^Iid^ für un^ um bie SSerlünbigung gefu felbft. @tänbe 
bai^ (Sdangelium ber Slpoftel mit ber ISerfunbigung 3e(u im 
9Bibcrfh:eite, fo toärbe mobt ieber fagen: bann ift ba§ @t)an^ 
gelium ber Sl^oftel nid^t maggebenb, benn Sefui^ ifl boc^ bie 
Offenbarung. SSir l^aben a(fo bie SSerffinbigung 3efu barauf 
anpfeifen, ob er ftc^ fclbft jum ®egenftanbe feiner ISerlunbigung 
gemalt l^at. S)abei lommt in Srage, meldte üueQen man an« 
erlennt, ob blo^ bie brei f^noptif^en Soangelien, bie nur oon 
einer galilaifd^en SBirffamfeit 3efu berichten, ober aud^ bad t^ierte 
(Sfangelium, bad oon einem SBirIcn gefu in ^ubäa rebet^ n^ie 
ein folc^ed aud^ fonft bur^ bie ©ad^e geforbert erfc^eint. 2)ie 
brei erften Soangelien geben bie Sleid^Sprebigt ^t\n, bad t)ierte 
feine @elbftaudfage. ^ö) Derji^te junäd^ft auf bai^ t)ierte; benn 
ed lommt bei biefem Streite über bad SSerl^öItnü^ ber a))oftoIifd^en 
^rebigt ju ber SScrfünbigung ^t\vi barauf an, bie fd^male Sante 
ber f^noptifc^en Überlieferung ju itf^aupttn, um gu jeigen, biefe 
Sante fei nic^t ju fd^mal, um bie ^VLQtti ju geigen, in xodi^tn 



— 12 — 

l^aften lann, ttmd bai^ ]p&ttxt 3^flni^ und entgegentragt. ^) SSie 
fte^t ed alfo mit ber Slei(i^iS))rebigt ? 2)ie Slntmort ift ntd^t leidet 
gu geben, benn t^ barf l^ier nur Benu|t merben, toa^ aü ed^t 
gilt ! SBer aber unternimmt ed, tomn ühttffanpt geitoeifelt toirb, 
l^iefnr ben aQgemeingtItigen SRapab feft jufieQen ; bafur mad 
t(S)t ift ober uned^t, n^efentlid^ ober nid^t toefentüd^? 99ei ber 
93egrünbung feiner ^t\z fd^eibet ^axnad alle edd^atologifd^en 
^artieen aud. 3ixö)t atö ob biefelben nid^t jum Xeil t)on g^fud 
ftammen lönnten; aber ed fei barin eine ffir il^n unt)ermeib(id^e 
älnle^nung an bie S^it^nfc^auungen ju erlennen unb fie ge* 
l^ören bal^er nid^t ju bem äSefentlid^en unb 93Ieibenben in feiner 
SScrfünbigung. Sunäd^ft ift alfo auc^ auf bie eiSd^atoIogifd^en 
Sieben ju t)eriid^ten. 

Unb nun geftatten @ie, bag id^ nur in Umriffen geic^ne; 
f omie mir in bie S3ef))red^ung t)on einzelnen Stellen unb SluiSbrüdten 
einträten, mürben mir in unenblid^e Ungemigl^eit l^ineingeraten. 
3d^ ^abe alfo in grogen 3ugen feftjuftellen, bag S^fui^ in feiner 
SSerfünbigung nid^t t)on fid^ gefd^miegen l^at. 2)ad 9täd^ftliegenbe 
fc^eint nun hierbei fein 9(nff)rud^ auf bie äßefftanitöt; boc^ trögt 
biefe X^tfad^e nid^t fo üiel an^, meit bie (Sntfc^eibung tim 
barin liegt, morein er feine meffianifd^e SEBfirbe fe^te. *S)a^ aber 
l^at er borerft fad^Iid^ angebeutet, e^e er mit jenem SCnf))rud^ erft 
t)or feine Singer, bann aud^ t)or bie Öffentlid^Ieit trat. ®e^en 
mir iener borbereitenben SJerfünbigung nad^, fo ift Dor allem 
mid^tig, roa9 er nid^t fagt. S^fud f^^t fid^ nämlid^ nie o^ne 



^) Scfcr meiner ©Triften »iffen, mic juücrftci^tltcö ic^ boS dö. 3o§. 
öerroerte. 3n tiefem fJaKc fci^Iiefec iä) micft mit meinem SSerfaören on 
@xavi, bad ©elbftbetougtfein ^efu 1887 an; t^ertoetfe aud^ für ba$ 
f^olgenbe auf feine umfoffenben ^uSfül^rungen. Senn id) audj nic^t 
burc^meg unterftfireiben lann, tt>a§ er au8f^)nc^t, muß ic^ bocjft »iebers 
]§oIt betonen, bajs bie ®efamtarbeit an biefen S^agen unter bem ©inöcre 
ftänbniffe borüber leibet, i§n beifeite gu fc^ieben. 



— 13 — 

toeitered mit ben 97lenfd^en ate gteid^mägig ju il^nen ge^drig 
jufamtnen, toeber in besug auf fein fßttf)&Ünü jum iBater nod^ 
in bejug auf fein SSer^altnid jur äBelt. 9iirgenbi» fteOt er ftc^ 
fd^Iec^tmeg in eine Steige mit ben anbem SDtenfd^en, felBft nid^ 
mit feinen Slnl^angern, nid^t einmal für bie 3ulunft. @r fielet 
immer jmifd^en ben äRenfd^en unb feinem l^immlifc^en SSater. 
SBenn er in bejug auf bie SBieberlunft fagt : bai^ n>ei| niemanb, 
aud^ ber Sol^n nid^t 9RarI. 13, 32, fo lönnte man ba ni7d^ 
3ur 9{ot fagen, ed l^anble fid^ um ben legten ober l^öd^ften $ro^ 
)}]^eten. Sßenn er aber feine S&fterung mit ber unDergebbaren 
Säfterung bei^ l^eiligen ®eifted üergleid^t, fo rücft il^n ba^ ber 
(Bottl^eit jundd^ft. Igm ®Ieid^niffe bejeid^net er ftd^ atö ben 
einjigen ©ol^n gegenüber ben fonftigen ®ottedboten afö ben 
©Hotten. S93&]^renb er hi» an^ Sreuj l^inan bie Fürbitte äbt, 
ift fein gemeinfamed ®ebet mit feinen gfingem ittodffvt, leinet 
mit einem jufammenfaffenben ^^toir''; aUt^ miberf))rid^t ber 
9RögUd^!eit, bag ba§ Unfer SSater ein tyon if)m gebraud^ted ®ebet 
gemefen fei. gfreilid^, bei f old^en Sinjelifigen n>irb immer gefagt 
werben lönnen: bad I&gt ftc^ fo ober fo beuten. SBer aber un« 
befangen bie ©c^ilberung burd^))rüft, ber tt)irb nid^t jn^eifetn, ba^ 
eine itoax fel^r jarte, aber babei ungemein fefte Sinie jn^ifd^en 
bem 3d^ unb ^x, 2Slx6) unb @ud^ burd^ aOe Hieben, unb gar« 
nid^t bIo| bei ^o^annei^, ^inburc^gel^t. 

Slber t^ fel^It aud^ nid^t an mirltic^en ©elbftaudfagen 3^fu 
fiber feine SJebeutung ffir feine Slnl^änger. ®o forbert er ben 
Snfd^Iu^ an feine $erfon, nid^t blog an fein SBerl, unb an fein 
tnnerfted ®ein, nid^t blog an feine Se^re. SCÜerbingd foQ man 
feine (Gebote befolgen, aber er verlangt baneben, unb ald Snt« 
fd^eibenbed, bag man ftd^ an feine $erfon anfd^Uege. äRel^r atö 
einmal rebet er t)on bem SJerlieren bed Sebend um feinetu^illen, 
toSffttvb bad entgegenftel^enbe ®eminnen bed Sebend t& aud« 
fc^ftegt, bie Sßorte blog auf bai^ irbifd^e Dafein ju bejiel^en. 



— 14 — 

@g l^anbcft fid^ um eine Eingabe ber 5ßerfott an bie 5ßcrfon, 
neben ber and) bie ^öd^ft 5u ad^tenben irbifd^en ^erl^ältniffe ju*» 
rädtreten muffen.^) S)ie befonnte Sufofle an jtoei ober brei auf 
feinen Sianten l^in 8ufamntentretenbe SKattl^. 18, 20 gibt feinem 
9?anten für feine Sünflcr bie Sebeutung, »eld^e in S^rael bem 
9!anten &ottt^ jufam; bad Hingt aud^ fonft in feinen Sieben 
nad^. Unb baju ber ©egenfafe : Selig, »er fid^ nid^t an meiner 
^erfon ärgert. ^) 8luf feine 5ßerfon alfo fommt e« an. (grfd^eint 
l^ier ba^ SSerl^ältnid ju i^m entfd^eibenb, fo gibt ferner bie S3e^ 
jie^ung be^ ^anbelnö auf i^n biefem ^anbeln feine SebeuJung: 
„3Ba§ il^r getrau l^at einem unter biefen meinen geringften 
Srübem, bag l^abt il^r mir getl^an''.^ 3)ie entfpred^enbe ffrönung, 
fo ju fagen, finben biefe 8lu§fagen junöd^ft in bem @^)md^e 
t)om Selennen unb Verleugnen äRattl^. 10, 32, Suf. 12, 8 f.; 
bag l^ierbei nid^t nur unb nic^t juerft an bie @itt[id^!eit ber 
Slad^folger ju beulen fei, jeigt bod^ »o^t bie SluiJlegung burd^ 
baS @rlebni^ be^ $etru$. 2)aran fd^ßegen fid^ bie meiteren 9lu§« 
blidfe auf baS ®eric^t ober im ©leid^ni^toort auf bie @rnte^ 
bie $eimf el^r beS ^augl^errn u. f. ». ; unb mit il^nen berbinben 
ftd^ bie 3Mfögen ber bann erneuerten ®emeinfd^afi ©teilt man 
fte in biefen Sufammen^ang, fo fann bie bilblid^e ©infleibunft 
geloi^ i^re ^erlunft t)on Igefu nid^t jtoeifell^aft mad^en. 

greiüd^ l^at er einen Sluftrag, eine ©enbung t)on feinem SSater^ 
aber er trögt biefe ©enbung nid^t aU ©Haue, fonbem ate ©ol^n,. 
aU $err. „SRad^t" ift il^m öerliel^en; toie man fie um il^n l^er 
ate eine unöergleic^Iid^e anerfennt, fo fd^äfet er fie fettft; um* 
fagt fie bod^ bie SSoQmad^t, ©finben ju (vergeben auf @rben.^) 



^) aßattl^. 10, 34—39. 16, 25. ßf. 14, 26. 
2) Wtatt^, 10, 22. 18, 5. 19, 29 «ßaraH. unb in ber cSc^atoI. 9iebc. 
SKatt^. 11, 6. — 

«) mait^. 25, 45. — 18, 5. Sf . 9, 48. — Tlatt^. 10, 42. Tll 9, 41. 
*) SWatt^. 9, 6. 10, 32. 



— 16 — 

Unb bementfpreclenb t)erfä^ unb lel^tt er in SSejiel^ung auf bie 
altteftamentlic^e Überlieferung. ®d^on in ber Sergf^rebigt tt)enbet 
er ftd^ nid^t aQein gegen ^^arifäifd^e aRenfci^engebote ; feine SluiS^ 
legung ift bort tt)ie in ber ®abbat^frage, jugleid^ eine ©id^tung 
unb SBanblung. 3" betreff ber (S^efd^eibung l^ebt er bad äRofa« 
ifd^e QudbrädUd^ atö f old^e^ auf. ^) ^a» ber Käufer im ^M 
auf ®otteS @d^5pfermad^t anbrol^te, bie SSermerfung ^iSraeli^^ 
lünbigt er befKmmt mit ber audbrücftic^en SJerftd^erung an, bie 
Ungläubigen foHen burd^ Reiben erfe^t tt)erben.^) Surd^ bie 
Sorberung, itn fßaitx im ^immel in ber tJeinbedliebe nad^« 
jua^men, t^ut er ben innerften Xrieb feined S)ienend !unb unb 
fd^Iiegt ed mit ber gfärbitte für feine äRörber ai. SBenn er nun 
bajtoifc^en bie l^erben ©trafreben tt)iber bie blinben ©linbcn* 
leiter ^olt, fo üernel^men toix in il^nen gemig nid^t ben %t>n ber 
Erbitterung über bie SEBiberfad^er, Dielmel^r ben erfd^fitternben 
@mft beiS Sli^teri^, ber in feinem Urteile bie ®eri^tiSan!ünbigung 
ber ^ropl^etie abfd^Iie^enb gufammenfagt. 3n fold^en 3^9^^ 
tritt ber über bie Öfonomie, über ba^ ^aui^föefen bei^ Sater^ 
gefteüte ©ol^n im Unterfd^iebe t)on bem ^dd^ftgefc^ö^ten 2)tener 
l^eröor; ^) er fd^altet fouöerän im ®ebiete ber göttUd^en Offen- 
barung. Unb eben ba^ beanfprud^t baiS immer niteber i^txt)ox» 
gel^obene ^^gol^anneifc^ flingenbe'' äSort: „Wit^ ift mir t)on 
meinem SSater übergeben. Unb niemanb lennet ben ©ol^n, benn 
nur ber SSaJer; unb niemanb lennet ben Sater, benn nur ber 
©ol^n unb mem ed ber ©ol^n niin offenbaren''. Seute, bie 
baran Stnfto^ nal^men, l^aben biefe ©ä^e freilid^ fc^on in alter 
3eit umgefteQt; aber U^ je^t ^at t^ nod^ lein ^eraui^geber 
unternommen, ben Se^t fo brudten ju laffen. 

Unüerlennbar \pxxä)i an^ feinem gangen SJerl^alten ein IBe* 

^) SWott^. 19, 3 f. 
«) a^attl^. 8, 10 f. 
') »gl. &>r. 3, 5. 6 mit SKarf. 12, 6 f. 



— 16 — 

tpugtfein, beffen Sn^alt ben geraben ®egenfa^ ju feiner Ma^^ 
nung in betreff ber ^l^arifSer unb ©d^riftgelel^rten BUbet, SRattl^. 
23, 3. @r unterfd^eibet burc^auS nid^t smifd^en ber Slufnal^me 
feiner Se^re unb bem ?Cnfd^Iu§ an feine ?ßerfon. SSielmel^r 
forbert er eben l^ieju in tjerfd^iebener gorm immer toieber auf. 
®oU jene Sinlabung, bei i^m Slufatmen unter ben Saften be^ 
Seben« ju finben SKattl^. 11, 28 f., toirllid^ nur burd^ ein EKi^* 
t)erftanbnid ber S^riftenl^eit über feine S^^fd^e^tage l^inauiS geltenb 
^en^orben fein? 2)ie immer mieberl^olte gorberung 3ur 3laä^ 
folge entl^ölt bod^ bie Sutierfid^t jur unbebingten ©ic^erl^eit unb 
tRid^tigleit feineä ®angeS unb geipinnt im ^uf^^wien^ange mit 
4)em Sefenntniffe feiner Sünger ju feiner SKeffianitöt unb mit 
feiner Soraudfage feineiS Sebeni^au^anged gemig Geltung über 
ben i^m nod^ bleibenben Steft feiner „ito'6Vi ©tunben" l^inauS. 
^aä) bem allgemeinen Serftänbniffe ber S^l^riftenl^eit fe^t fte 
@ünbIoftgIeit bei i^m t)dxan^ unb ftnbet an bem ganjen ent^ 
f)}red^enben SinbrudFe bie 93egrünbung feinet unüberl^drbaren 
Slnf))rud^ed. 9Bo i^m aber Staum gegeben n)irb, too man feine 
SSorbttblid^Ieit gelten lägt, ba bleibt fie nid^t nur gefe^Iid^er 
fCftai'liai. . SBer fein Seben verlieret um feinetioillen, toirb t& 
getoinnen. ;3[ene gfü^rerfd^aft entl^ölt aud^ bie SBürgfd^aft ber 
(Srrettung. Unb itoax nid^t erft am (Snbe feiner unb i^rer 
IBSanberung. SSielmel^r jene @rrettung bringt er, mol^in er lommt, 
fd^on j[e|t. ^) Ram er nur ju ben Sranlen, fo ift er nun in 
ber Xfyit ht>d) il^r SIrjt. ^) Unb bag er ed nid^t lebiglid^ burd^ 
feine Serffinbigung, burd^ Sukoeifung au fittlid^er S)iat fei, ha^ 
fünbet ftc^ in einer SüDe bon Saaten an, bie il^n afö ben Über^» 
toinber bed @tarlen unb feinet Steid^ed bejeugen.^) Sforbert er 
aber ®Iaube, menn er befreienbe 9Bunber t^un foll, foDte er auf 



>) Sul. 19, 9 f. 

«) aRattl^. 9, 12 bgl. ». 4 f. 

») gj^attl^. 12, 28 f. 



— 17 — 

i§n öcr jid^tct l^aBcn für bic cnlfd^cibcnbc So^Iaufung ? OTcrbitigg 
lieft man l^icr nid^t bic cmftcit Stuf forbcrungcn , toic fte ba^ 
ölcrtc ®t)angcttunt in bicfcr aiid^tuttg rcid^Iid^ Brittgt. Snbcg, 
itm tvdä^m ©lauBen foQ ed ftd^ benn Bei bent SSelenner unb 
SJerleugner ©imon 5ßetru^ gel^anbelt l^aBen?^) 

(Snblid) lontnten toix 3U ben Belannten SSorau^meifungen 
üuf feinen SeBeni^auggang. @ie felBft unb i^r SSerjiänbni^ fidler 
ju fteßen, ift eine eigne SüufgaBe für umfaffenbere Unterfud^ung, 
üU fte l^eute für bie ©efamtaufgoBe geftattet ift. @eit brei ^a^x^ 
gel^nten folgt 9(rBeit auf SlrBeit, um an biefent fünfte ia^ 
^?RätfeI" biefer 5ßerfon ju löfen, unb boBei, toie fd^on öor Bunbert 
Salären, bai^ lird^Iid^e 93efenntnid burd^ 3^fu eignet S^ugnid ind 
Xlnred^t }u fe|en. ®en)i| liegt alfo t^iel baran. @o lange ntan 
3efu biefe SSorauiSmeifungen nid^t ganj aBfprid^t ober uiilKürßd^ 
jured^tfd^neibet, toirb eg baBei BleiBen, ba§ er feinen S:ob nid^t 
ol^ne bie barauf folgenbe Stuferftel^ung in^ SKuge gefaxt, in feinem 
3:obe ben entfd^eibenben Swfl f«««^ SeBeniJ gefeiten unb an i^n 
iie ©ntlebigung für un8 gefnü))ft, aud^ gerabc in il^n bie @r- 
füQung ber S^^^^^ianifd^en SBei^fagung t)on ber (Srrid^tung beS 
neuen ©otte^Bunbei^ gefegt l^at. S)ai^ allein greift n^eit üBer ben 
SRärt^rertob aUer $ro|)!§eten l^inaui». 

S)iefe ]^au))tfad^Iid^en 3üge^ benen nod^ anbre Beftatigenbe 
Beigefugt »erben lönnen, jeigen^ loie S^fu^ in feine eigne SSer- 
fünbigung aU ©egenftanb l^ineingel^örte. @d ift ntir nid^t t)er« 
Borgen, bag ntan auf biefem Gebiete ntittelft fritifd^er @id^tung 
Bei aSer SurüdF^altung launt gu einem Derlaglid^en Stefte ge<* 
langen !ann. Unb felBft Bei einem fold^en iRefte !ommt ed für 
bie @d^ä^ung Uiefentlid^ auf bie ©efamtanfd^auung an. Sin 
>gegen bie gefd^ld^ttid^e föritil getoig nid^t öerfd^toffener S^eologe, 



1) 21 22, 32. — SStcIleid^t ift btefe ©teile bt^alb Dcrbäcfitig ge=: 
toorbcn , weil ?ßiu§ IX. ftd^ auf fte für fetnc Unfel^Ibarfett Berufen ^at I 
ftftl^Ier, (9e^5Tt :^efu3 ac. 2 



— 18 — 

mein t)crftorbencr ©ollcgc SB. Setjfd^Iog f)at crllart: c§ lönne 
nientanb ein Seben S^f" fd^reiben , ber nid^t eine K^riftotogie 
l^obe unb ben fic nic^t beeinfluffc. ^) (£§ liegt in ber 2lrt ^t\n, 
ba§ ntan o^ne eine (Slanbengauffaffung feiner (Scftalt and) bie 
Serid^te über i^n nid^t anffaffen fann. S)a§ gilt and) f)kx. 
SBer ba§ SBefenttid^e l^erauäfid^ten toxU, ber broud^t icbenfaH^ 
einen SWafeftab für bie SBefentlid^fcit. ®iefer ma^^ai aber mirb 
tDoiji immer bie betreffenbe E^riftologie im weiteren ©inne, bie 
©d&äfeung be§ SBerte« K^rifti in ber ©efd^ic^te bilben; unb fie 
fd^üefet immer and) eine E^riftologie im engeren Sinne, namtid^ 
ein Urteil über bie Sefonberl^eit feiner 5ßerfon in fid^. Slnbem- 
faH§ bleibt nur ein ettna^ öufeerÜd^eS SSerfal^ren antoenbbar, 
S)ic SSerbunlelung be§ eckten Iiiftorifd^en SefuS ftamme — !urj 
gefagt — auS ber apoftolifd^en Übermalung. SBag dfo mit bem 
fonftigen S^ugniffc ber SIpoftel gufammenftimme, fei ouf 8te(^nung 
ber Übermolung ju fefeen. ®d^t fei nur baS SBiberf^^red^cnbe. — 
SBer nod^ an (Sottet SSorfel^ung feftl^ölt, barf frogen, marum 
uns biefe übermalenben Sengen nid^t erf^art geblieben finb! 
Sebenfallg finb fold^e ©id^tungen überaus ungeiülS, unb man ift 
beS^alb nid^t bered^tigt, jil^ren Ertrag ol^ne »citereS öor aller 
SBelt für baS ©rgebniS ber gefd^id^tlid^en Sorfd^ung ju erHören. 



Sllfo gibt e§ in ^t\n ft|no})tifd^er SSerlünbigung aud^ eine 
©elbftauSfage, »enn auc^ biefe ©elbftauSfage nur l^ineingeftreut 
ift in eine reid^Iid^ere SSerlünbigung öom ateid^e (SotteS, ober^ 
um mid^ ber SluSbrüdEe ^amad^ jU bebienen: bom SSater unb 
ber ©eele, bon ©ered^tigfeit unb Siebe. 

S)amit lomme id^ nun ju bem eigentlid^ f)3ringenben $unlt 
3ft man unter gefd^id^tlid^em ®efid^ts<)unfte bered^tigt ju fagen: 



1) Seben 3efu 3. 21. @. XXII. 



— 19 — 

n?cntt bic ä^joftcl in ©ejicl^ung auf S^futn unb ba» ©tjangcliurft 
öon i^m anberg rcbcn, aU bcr $crr fclber gerebct ^ai, fo folgt 
barauS mit SRottocnbigIcit, ia^ bic SScrfünbigung bcr 8t|)oftcI 
irrig ift? ®ic 2lnttoort fann nur oug einer ©infid^t in betreff 
bcffcn gewonnen toerben, toie ntan fic^ baS SSerl^ältni^ 
bcr SSerfünbigung bcr Slpoftcl ju bcr SJerlünbigung ^t\vi 
gefc^id^tßc^ gu beulen J^obe. 2)a fragt e§ fic^ junäd^ft: ijl 
c^ gefc^id^tlid^ tid^tig, bie Überlieferung öon Sefu galiläifd^er 
SJerlünbigung jum ouSfd^tie^tid^en SRa^ftaBc bei? öon il^nt ter- 
lüubigtcn unb feinen S3oten aufgetragenen ßöangelium ju mad^eu ? 
3)ann »irb nur bicfe Seigre afö ©öangclium ju gelten l^abcn. S33ar 
bag S^fu eigne STbfii^t? S)a l^abe id^ folgenbe SJebenlen. 
SBir l^obcn im 9?euen Seftamcnte gar feine ©pur tjon einer fold^en 
Slbfid^t unb öon einem . cntf^jred^cnben Stuftragc gefu. SKugen- 
fd^cinlid^ ^aim feine Soten i^n nid^t fo ücrftanben, baß fie nur 
3cfu Seigre mciter ju lel^rcn, feine SSerfünbigung meiter ju 
<)rcbigen ptten. SBcbcr in ben auf unS gelommcnen ©^jurett 
öon ii^ren crften ^rebigten nod^ in t^ren ©d^riften ift ba§ bcr 
gaU. auf biefen Slbftanb il^rcS SeugniffcS öon jener SSerfün* 
bigung ftä|t man ja ba^ abfd^ä^ige Urteil über jenes. 92id^t 
einmal gafobu^ tritt in feinem ©riefe, bcr am meiften ftjuoptifd^c 
Srt an pd^ l^at, auf unb fagt: 16) feiere cud^ bic Seigre gefu, 
fonbem er forbert ben ®Iaubcn an bcn ^crrn bcr ^ycrrlid^fcit 
unb ein i^m entfpred^cnbe§ SScrlöaltcn. SBorauf begrfinbet man 
benn bic Se^au|)tung, bic Slpoftel f olltcn J^f u Seigre f ort^jflanacn ? 
gefuö fclbft lann eS nid^t fo öerftanben l^abcn, fonft l^ättc er 
eine SJcranftaltung bafür getroffen. ®g gibt S^cologen, bic fold^c 
SKajsnal^mcn S^fu angenommen l^abcn; }. S. S, SSeit: gefug 
l^abc mit feinen Sönfl^i^n gemiffermafeen ©qnagogcnfd^ulc gcl^aften.^) 



1) ©^not)t. parallelen 1897 ©. 73 f.— $lcr foH fein Urteil über 
bicfe ^^ipot^cfe unter bcm ®efi(!^t8pun!t beS fog. ft)nopt{fd)en ^roblemeS 

2* 



— 20 — 

St^nüd^ oud^ aKonbri. SDa§ tft inbe§ 6Io|e §^»)Ot]^cfc; bofür 
f)dbtn toir gar leine Seftätigung. fOlan fagt femer, S^fuiS l^aBe 
eigentlich nid^t^ Steuer t^erfünbigt; feine ©otteSlel^re unb feine 
SRoroI feien bie bed Sitten SieftontenteiS, nur Befreit t)on bem 
©efefelid^en, {Rituellen unb 5RotionaIen. S)iefe Seigre beiJ ^ttn 
Seftamente^ nad^ Sefcitigung fold^er 8«föfec «^it burd^fd^Iagenber 
Sraft öerlünbigt, ba§ tuar ba^ Söangelium Sefu.^) @o toax dfo 
bog SBefentlid^e eBcn bie ptr^bnlx(i)t ^aft, unb nid^t bie SBiebcr- 
l^olung beffen, niag fd^on ba tt)Qr, nid^t feine SSerlunbigung il^rem 
Snl^alte nad&. — Slllein jene SSerlünbigung Sefu, ^at pe »irl* 
Kd^ eine fold^e Sraft beriefen? SBo toax bie SBirlung biefer 
Se^re, aU bie @If gerftreut unb glaubeniSlog t)on bem fterbenben 
(Sl^riftui^ geflol^en tuaren? SEBo unb tpann fjat fid^ in ber @t^ 
fd^id^te ber Sirene il^re bauembe äBirlungdIraft gejeigt? @d ift 
nid^t nac^n^ei^tid^, ia% irgenbniann ia^ @t)angelium Uo% in 
biefer Seigre Sefu beftanben Iftabe, ia^ Irgenbtoonn eine Seigre biefer 
Slrt eine ^rd^e gegränbet l^ätte. Seber 3^tt mar bag bielmel^r ber 
(Glaube an gefunt. äBenn eine l^iftorifc^e 93etrad^tung bel^au^^tet, 
jene Seigre S^fu fei unter allen SSerpHungen bed gefd^id^tlid^ lebenben 
(Sl^riftentumed ia^ einjig äSirIfante gemefen, fo ntag fie eine fel^r 
geiftt)oIIe gefd^id^tlid^e S^onception fein, aber fie ift bod^ nur eine 
^^ilojopl^ie ber Sird^engefd^id^te unb nid^t bie förd^engefd^i^te 
felbft; unb biefer Untcrfd^ieb bleibt beftel^en, ob bie 5ß^iIofo|)]^ie 
Mou ift ober rot. ^) 

abgegeben fein. @$ toirb nur betont, bog man eine fold^e ^^))ot]§efe 
ni(^t jur S3egxünbung eines UrteileiS über ha^ tl^atföd^Iici^ k)OTliegenbe 
SBetfal^ten ber crften Soten Sefu bxoud^en bürfc. 

^) ©amad <B. 30 f. 

^ §iftorifer öon ber 3unft l^oben 3fJan!cS SBcItgefd^ic^tc eine ^l^tlo* 
f o))l^ie ber ©efd^id^te genannt. SR. felbft geigt ^ntoanblungen einer folgen 
SSetrad^tungdtueife. ^ie mug man t)on einem lurg gefd^ürgten ®ange 
burd^ bie breite ^(efd^id^te urteilen, meldte ftd^ mit fo abftracten ©runbfä^en 
gur ^erauSftcHung beS SBefentlic^en unb SBIeibenben fd^ürgt, toic baS 
$amadf in feinem ©ingange tl^utl 



— 21 — 

Sic flcf^id^tlid^c S^otfad^c ftc^t fcft, bag bic »otcn gefu 
fi(^ Don il^m ju Saugen für feine ipeil^bebcutung, nid^t aber gu 
Sräflcrn feiner gaüläifdöcn 5ßrcbigt bcmfen mußten. 3ft e§ bann 
gefd^id^tlid^ rid^tig ju urteilen : n^enn man nid^t nad^meifen lann, 
bo§ 3cfu§ fid^ fc^on felbft jum ^auptgegenftanbe in feiner gali- 
löifd^en ^rebigt gemad^t l^abe, fo liege in j[enem iBen)ugtfein 
feiner Soten unb i^rcm entfpred^enben SSerfal^ren eine SJer- 
bunlelung bzi @t)angelium im @DangeIium t)or? 2)iefeg @nt« 
toeber^Dber ge^t ftiQfd^tDeigenb t)on ber ^orauSfe^ung an^, Sefud 
l^obe nur eine fertige SBa^rl^clt }u üerfünben, nic^t aber eine 
gefd^id^tlid^e Sl^atfad^e 5U bringen gel^abt, bie in feiner eignen 
©cfd^id^te erft tourbc unb juftanbc fam. giel^t man biefeSKög- 
lid^lcit in Sied^nung, fo toirb man fid^ bem SinbrudEe nid^t ent- 
jie^en Idnnen, Sefu^ ^abe bann tool^I unter Umftänben @elbft« 
au^fagen t^un fönnen, toie fte t)ortoiegenb im t)ierten St^angelium 
feltener aud^ in ben anbern begegnen, aber er burfte fic^ nid^t 
felbft }um I^ema feiner Se^rt^atigfeit mad^en. Unter biefem 
(8efid^tiS))unIt ift bie Unterfud^ung am $(a^e, toit er jum 
®egenftanb eined @t)angenum totxhtn unb mann ba^ gefd^el^en 
lonnte. 

$anbelt eS fid^ um eine iBotfd^aft, bie jeben STienfd^en an« 
gel^t unb unter gegebenen Umftdnben aud^ jeben ajienfd^en an* 
fa|t, fo lann fie getoiß nid^t eine breite @(^ilberung be^ $ro« 
p^titn in feiner 833irlfam!eit auf feine geitgenoffen fein, ju ber 
felbftberftdnblid^ audg ^nf)aü unb Slrt feiner SSerfünbigung ge« 
^drt. ^l^re B^^tfärbung mirb immer eine ©d^eibetoanb jtoifd^en 
jeber ©egenmart unb biefer SSergangenl^eit aufrid^ten. ^a^ fßtx* 
binbenbc lönnte nur ber ^nifalt feiner SRebc fein, fomeit er nid^t 
gefc^id^tlid^e SIrt an fid^ trögt ober i^rer entfleibet merben fann, 
ctma eben bad Sbangelium bon @ott unb ber einjelnen @eele 
unb bic SRoral. 9Äan follte inbcg fiber bcn SBert fold^er pro* 
p^tti\d)tn Sunbe bie SRiffionarc ^ören. SBic fie berid^ten. 



— 22 — 

finben bic Reiben eine fold^c Sotft^aft leite md)i neu, teitö fcl^r 
biSputaBel. Steu utib crgreifenb crfd&cint il^ncn nur bie Sunbe 
t)on bem @oit, ber feine Siebe im ffreuje^tobe feinet ©ol^neö filr 
bic ©ünbcr an^Jtcift. 9?o(^ l^eute faßt jene sufammcngefoßte 
SScrfünbigung ber unöergleic^Iid^en SSebeutung S^fu für jcbcn 
SRenfd^en, toeld^e in bem belennenben Serid&te öon feinem Seben^* 
QU^gangc befielet. SBen biefe SSerfünbigung juerft ergriffen f)ai, 
ber fann nod^l^er nid^t genug t)on 3«fu l^örcn, ber Begel^rt na6) 
ben eöongclifd^cn Srjä^Iungen unb Seriellen, um i^n immer 
tJöHigcr fennen gu lernen. 

S)amit ift benn aber aud^ feftgefteHt, ttjann Sefu^ ®egen^ 
ftanb eöangelifd^er SSerlünbigung geworben fein fann. Saffcn 
Sie mx6) furj fein: erft atö er fertig »ar. ©erabc toeil toix 
S^riftum gefd^id^llid^ t)erfte]^en n^oQen, fo meinen tt^ir nid^t 
ia^ er mit feinem Sluftreten fd^on ber gertige toar. ®er 
$ei(anb ber SBcIt ift er erft in ber Sluferftel^ung getoorben. 6rft 
bann lonnte er geprebtgt ttjerben ; erft bann, um feiner felbft unb 
um feiner S^l^örer tt)illcn. Um feiner felbft toiHen, tocil er bann 
erft ber fertige K^riftug mar unb »eil er e§ auf ben (Stauben 
an feine SReffianität abgefel^en ]§at. Um feiner gul^örer toiHen; 
benn unglaublich »ar, toa^ fic il^m öcrbanfen foHtcn, cl^c e^ 
Sl^atfad^e mar, unb um ed bann ju ergreifen, baju mußten fie 
erjogen, an il^n felbft gebunben unb burd^ bie i^ncn Derl^eißene 
@abt auSgerüftet fein. @ie öermod^ten e^ nid^t o^ne ben anbcrn 
Seiftanb. — Unb l^ier greift nod^ einmal bic grage nad^ bem SSer* 
l^ältniffe ber @elbftau^fage ju ber 9{ei(^^))rebigt ein. gormulieren 
mir ei^ fo: bie fReid^^))rebigt ift bie tJcrpQte @eIbftauSfagc, ia^ 
@t)angelium Don (Sil^rifto ift bie entl^üUte unb tioQ entfaltete 
©elbftaugfage.^) SRan l^at öon öerfd^iebencn ©eiten ha^ Sutüd^ 



^) S)urd^fd^lQgenb evfdöeint ben 3Sertrctern be§ ©öangelium gefu, in 
toel^cS er felbft alS G>)egenftanb ntd)t l^ineinge^ört, ber ^imoet^ auf ha^ 
Ißaterunfer. Sielet man in i^m mel^r eine fuvgc @umntc feiner ^rcbigt, 



— 23 — 

treten bcr Slnfc^auung öom ©otteSreid^ au^erlialb bcr gaüläifd&en 
fRebcn Sefu gctabcit. 3)arin äufeert [xä) ein mangclnbes SSer* 
ftänbnig. gtoar nid^t ®ott fclbp ift fein 9?ei(^ i), aber Sefu« ift e§, 
SBenn e^ f omtnt unb fd^on ba ift, too 3efu^ felbft ift *), f o l^aben 
feine S^wflcn gutes Sie^t, il^n an bic ©teile be§ SReid^eS ju 
fe^cn. Unb fo ift e§ crlläriic^, ia^ bei i^nen cbenfo unbefangen 
unb gelegentlich neben i^m beS SRcic^eS ©rloä^nung gefd^ie^t, 
ttjie untgcle^rt in feine SReid^S^rebigt fic^ ©elbftauSfagen cinge- 
ftreut finben. 

SReid^ ®ottc8 lüar für Sefu« ein ©tic^tport, bem Sllten 
Seftament entlel^nt, eine bienlid^e SSerpQung um baS ju be^ 
jeid^nen unb jum Sl^enta feiner ?ßrebigt ju mad^en, toa^ er in 
f einer. ^erfon brad^tc. ®er üierte Söangelift ift l^ier bic Srüdtc 
ju ber a^3oftollfd&en ?Prcbigt, toeld^e bie SSriefc tjorausfefecn. (£r 
fteüt fd^on ben $errn an bie ©teile beS SReic^eS (Sottet. Unb 
feitbent nun gibt t^ nur noc^ ein einjigeS Süangelium, in bai^ 
nichts l^incinge^ört atö SefuS ber K^rift, ber SBelt ^eilanb unb 
toa^ uns in i^m t)on @ott gegeben ift. 



tDof)i gar ein S3cIenntniS für feine to^nger a(8 ein toirtlid&eS ©ebet, 
bann fc^eint baS ©t^roeigcn öon tl^m felbft entfd&eibenb. 28o aber bleibt 
bann bie gefc^i^tlic^e fjaffung? ^ad) beiben SBeridftten ift bicfc „fjormcl" 
burcftaitS ein Sittgebet. S)iefe§ ®cbet entl^ält für einen JJ^^^ii beS 
SJeuen nicfjt eben üiel; eS lel^nt fid) teiimcifc beftimmt an SSorl^anbcneS 
an. ®eit)iB alfo ift eS fein S3e!enntni8 beä neuen 9KeJftaniSmuS; unter 
toelc^em Xitel follte er fic^ felbft l^ier einfügen? 9Äag ha^ eine „froftigc 
Grilärung" fd^einen, gewiß ift pe ben gefd^i^tlidjen Umftänben an= 
ge^3a6t. 55)ie SKiJglicfiteit feineS ®ebrau^eä in ber ®emeinbc ergibt 
ficft au§ ber obigen 5)arlegung. SSeld^er S^rift l^at tuol^I bie SReic^Sbittc 
mit innerer ^Beteiligung gebetet, bem fie fic^ nid^t tn^altlidö umfejte in 
\>a^ QbtbtU tomm ^u p unS fdfton je^t in deinem ©eifte! fomm ^u ju 
uns in S)cinem IReicö unb S)einer §errlid)!eit, bereu wir l^arren! 

^) ^arnod ©. 36. 

2) aßatt^. 12, 28. 2u!. 17, 20, bei jeber «CuSlegung öon „in eud^." 
S3gr. 2uf. 18, 29. SJlavf. 10, 29. SWatt^. 19, 29 mit ^ßaratt. 



— 24 — 

S)a§ bic iBcrlünbigung^ beten Ocgenftanb 3efu^ x% erft be* 
ginnen fonnte, nad^bem er fein Scben öoHenbet, feinen Samp\ 
anggefampft l^atte, bad ift ja leine neue SSetrad^tung. Sßedl^alb 
aber leud^tet baS ber fritifd^en ©efd^ici^tgforfd^ung nid^t ein? SBeil 
fie nid^t ©efd^id^tgforfc^ung ift, fonbem W^ofo^j^ie. SBeil fic 
nid^t Bloß bie Urlunben })rfift unb i^ren $in^att barlegt, fonbern^ 
toie fie f eiber erHärt, bag SBefentüd^e unb SIeibenbe l&erauS* 
fteHen ttnU. Unb biefe^ SBefentKc^e unb SIeibenbe bejeid^nct fic 
d^aralteriftifd^ genug afö baS ;,8citIofe^ S)iefeg rrSeitloje" finb 
ja bod^ ©runböerl^ältniffe jtoifd^en ®ott unb SKenfc^, ©runb- 
öerl^altniffe aHeS 3)afeinS, alfo bie öielgcfdöoltene aKetap^tifif. 
^ommt aber baju unfer bemußtei^ $aben biefer ©runbüer- 
l^ältniffe, fo bcftel^t bad entmeber in unauiSbeutbarer äJi^fti! 
ober lefetlid^ in „^ttn" , toiU fagen: in ©ebanfen über 
9fle(igion unb ®ittlid^!eit t)on adgenteiner Umfaffung unb 
SBö^rung. 2)arum barf bann auc^ bie gefd^ic^tlic^e $erfon 
nid^t ntel^r im 9RittcI))unIt be^ Süangelium ftel^en. SSeiter 
aber leud^tet jene S3etrad^tung über iaS SSer^ältnid ber apoftoli« 
fd^en ?ßreblgt jur 5ßrop!^etent^ätigIeit gefu be^l^alb biefer (Se* 
ft^id^t^auffaffung nid^t ein, »eil fie ein SSorurteil über bie 
aieligion f)at ®ag ©efd^id^tlid^e foH ein ber SRcIigion an fid^ 
SrembeiS fein; bie SRcIigion beftcl^e eigentlid^ bloß in Steli- 
giofitot, in ber ^ejie^ung ber einjelnen @eele auf &ott, in 
il^rem „©rieben ®otte^". Sbenfo l^at biefc ©efd^ic^tsforfc^ung 
au(^ ein SSorurteil über S^fum. SBCud^ er unterftel^t ber abfoluten 
gorberung inbiöibueHer, gefc^it^tlid^er Segrenst^eit. SBa^ barüber 
^inau^e^t, ntuß ein Irrtum fein. S)ie em^iriftifd^e $^iIofo^^ie, 
ber uralte unb moberne SKoni^mui^ entfd^eibet über bie Sebeng- 
frage ber Qi^riftenl^eit , über bie ©ottl^eit (Si^rifti. Unb barum 
be!ommen tt^ir nun ia^ für und $ern)unberli(^e ju l^ören, baß, 
menn ;3efud in baS St^angelium unb mithin in ben Glauben 
]^ineinge^5rte , er fid^ jtoifd^en ®ott unb bie ©cele ald ein 



— 25 — 

5rcmbc§ l^incinbrängcn toüxht,^) alfo »ic ein 3rcniblör|)er in 
bic Sltmunggtoerfjcuge unfrcr ©cclc; benn bcr SScrfcl^r mit 
©Ott ift bod^ ba^ Sltmen ber ®ott l^ingegebenen @eele. Unb 
tocSl^alb? SBcir bcr bloße SKcnfd^ 3cfug l^öd^ftcnS bic M^- 
fornmcnflc" Offenbarung ®ottc^ ift; alfo nid^t bic ;,abfoIute" 
Dffcnbaning, nid^t ®ott fclbft. ®cr Senfer aber loiH fctbft ttjic 
bercinft DrigenciJ über bic gefd^affene ©ecle 3cfu l^intoeg ju 
feinem @d&ö}3fer. 3^fuS genfigt il^m nid^t. gwbeö er braucht 
i^n aud^ nid^t, benn bic ©eelc fann jum SSater !ommen o^ne 
SScrmittcIung ; bag ift ein ©runbjug in bcm öon 3cfu§ fclbft 
öerlünbetctt ©tjangclium. ©o ftel^t e^, »eil ©unbcnöcrgebung 
nic^t ate bic ^jerfönüd^e ^anblung be§ ^jcrfönlid^en ®otte§ auf 
ben cinjelnen äRcnfd^en gift. ©unbentjcrgebung ift nur ein 
ant5rot)omor|):§if(^er SluSbrudE ffir ia§ SScr^ältnig be§ Slbfolutcn 
jum cnblic^en @ein^ fotoeit tjon (Sott babei bie SRebe ift, unb, 
fotoeit toix in Setrad^t lommen, nur ein rcligiöfer Slu§brucE für 
einen |)fQd^oIogifd^en Vorgang, ©ünbent^ergebung ift toiz j[ebc 
®ott betreffenbc gbec eloig; e^ l^at bcm SKcnfd^en nur am 
SBiffen unb barum an bcm 2Rutc gefehlt, ®ott ate ffinbenber* 
gebenb aufjufaffen. gur biefe SCnfd^auung t)on ber ©ntbcl^rlid^:* 
feit einer SSermittcIung beruft man fid^ auf bie @r5ö]^Iungen öon 
bcm Sößner unb öon bcm berlorenen ©ol^n. Sltö ob Sefu^ 
nid^t ju Suben gercbet l^ötte, ju Seuten, bic ben lebenbigen Oott 
unb feine Sunbei^offenbarung fd^on fannten! 2Ran betont fonft 
bei fold^ctt ©rjä^Iungcn, man f)abt ben ju crläutcrnbcn 5ßunft 
feft im Slugc ju l^altcn unb auf bic unau^blcibUd^c Ungenauig* 
feit jeber SSergleid^ung ju achten. Sn beibcn gäüen l^anbelt e^ 
fi(^ nid^t um neue ^unbc t)on ©ott, t)ielme^r um bic redete @tellung 
bed ©finber^ ju bcm gnabigen ®ott, bcm cd um unfre SSe« 
fe^rung ju tl^un ift. ^n ber ©rjäl^Iung öon einem menfd^tic^en 



^) ©amarf ©. 90 f. 



— 26 — 

SSatec fonntc bcr göttlid^c SBcg ju bicfcm 3i^t^ freiließ nid^t 
feine S)arftcIIung finben. S)urd^ bie Erinnerung l^icran öer* 
liert jene SBerufung i^r ©etoic^t. Übrigen^ ^aben tolr feine 
©puren baöon, ha^ bie aipoftet mit ber ©efd^id^te üom Ver- 
lornen ©o^nc bie Reiben belel^rt l^ätten! 

S)iefc ©efd^id^täforfd^ung wirb ongenjanbt, um bie Un^ 
tncfentlic^feit bcS S^atfäc^Iid^en für eine fubicctiöiftifc^e SRoral 
unb 9ieIigion geltenb ju mad^en. @ine fold^e ^erauSfc^älung ber 
fReligiofitöt cu^ aHen |)ofitit)en SReligionen unb allem 9lefigiöä:= 
tßofitioen ift aber etroa^ un^ längft auS bcr (Sefd^id^te Selannte^. 
2)ag ift bie Sluffaffung ber SReligion, bie tjon bcn Seiften @ng* 
lanbd l^er über gfranlreid^ ;u und gefommen ift. S)iefcd ©Dan^ 
gelium, in ba§ ^efud nid^t ^ineingcl^ört , ift ia^ ,,®l^riften== 
tum fo alt toie bie SBelt", ift baS „K^riftentum ol^ne ®el^eim* 
nid", ift bag K^riftentum E^rifti im Unterfd^iebe öon beut 
e^riftentume ber Slpoftel, njie mon neuerbingd ebenfotoenig finn»« 
t)oII als gefc^madEDoü fagt. SBir ftel^en mit bie(er ^eraudlöfung 
Don Sbcen unb ^b^cilen aud ber gefd^id^tlid^en SÜeligion lieber 
bei iem ?[ufHarung§rationaIiSmuS beS 17. unb 18. ^al^rl^unbert^. 
®er ^iftorüer Soofig urteilt, bafe ,,biefe 3li(^tung . . . energifd^er 
jum 18. Igal^rl^unbert jurüdbröngt aU irgenb eine ®mppt feit 
1800".^) ®ad ift bie SKbttjenbung öon ber reid^en t^eologifd^en 
Slrbeit bed 19. gal^rl^unbertg feit ©d^Ieiermac^er bis auf SKIbred^t 
tRitfc^L SSSol^t l^atte ©d^I. t)on biefem SRationalidmui» no(^ 
manches an fid^ ; inbed bai^ toax bie überftönbige ^üQe unb nic^t 
ber treibenbe Seim feiner Ideologie. S)er ^errnl^uter unb ber 
3ulunftdmann in il^m mad^ten il^n ju bem 93egrünber einer 
c^riftocentrifd^en 3)ogmatif; fo l^ot er ben gefd^ic^tslofen 9flatio- 
naIiSmud übertounben. Unb 9iitfc^t l^at faum auf ettoad fo ai- 
fd^äfeig ^erabgefel^en, aU auf bie fogenanntc ;,natürlid^e ^Religion". 



*) ©runblin. b. Äirt^cngcfd). 1901 @. 298; auf ^. belogen öon mir. 



— 27 — 

Unb nun toixi un^ eben biefc felBc natürliche {Religion ange^» 
})riefen unb i^re Stnerfcnnung abgeforbert im Flamen ber immer 
nur einen SBiffenfd^aft. 2l6er ba öor unfren Slugen bie SBiff en* 
fd^aft fi^ fel^r gewanbelt l^ot unb fortge^enb hjanbelt, am 
toenigften aber al^ eine toirflic^ einl&eitlicfie unb in fic^ einige 
erfd^eint, fo fann biefe angeblid^ „immer nur eine SBiffenf^aft" 
ni(^t§ anbreiJ fein, afö bie je unb je bctiorjugte SKet^obc bc^ 
(grfenneng. Sie eine SBiffenfc^aft ift ein ©trebejiel unb feine 
SBirflic^feit. ©oK id) an bag intereffante Heine ®e})lönfel mit 
^ddd im vorigen Saläre erinnern? 

9li^t bie gefc^ic^tlid^e Sorf^ung, fonbern eine befonbrc 
®ef^ic^tg<)^iIofo<3§ie fü^rt ju ber Stuffaffung ber c^rifttic^en Ur- 
gefd^id^te, bei ber ein S33iberfprud^ jmifc^en ber SSerlünbigung 
Seju unb bem ßoangelium ber SIpoftel unabwei^Iic^ »irb. 



SlKein ©amacf^ SSerfu^, baä SBefen beg S^riftentume^ ju 
bestimmen, l^at jföar ben 9(nla§ baju gegeben, mein 2^I)ema auf« 
infteUen ; bie in i^m enthaltene S^^age t)erlangt j[ebod^ aud^ ai^ 
gefe^en öon biefem Slnlaffe ibre SJeanttoortung. S)enn fie be* 
trifft ben übergef^id^tlid^cn SBert be^ gefc^ic^tlid^en E^riftuö, 
toeld^cn bie gefamte E^riften^eit in il^rem Selenntniffe jur ®ott- 
l^eit S^riftt audgefprod^en unb totld^tv ju aQen 3^^^^^ f^i"^ 
Seugner gefunben l^at. SEBir l^aben bed^alb jum 3(bfd^Iuf)e biefe 
Slntmort in moglid^fter föfirje ju geben. 

SSenn man bie ©efc^id^te aus ben erilbrigenben 3^ugniffen 
ergebt, tpie fie bort vorliegt, unb einftweilen barauf öcrjic^tet, 
oK ^f|iIofo<)l^ ober ®ogmatifer „baS SIeibenbe unb S33ertöotte 
l^erauSjul^eben'', alfo einfad^ gefc^i^tlid^ gemeffen, gel^ört gefuS 
j^eifellod in bad (Soangelium, nic^t nur in baS (St^angelium 
feiner ^po\izt, fonbern auc^ in basjenige, meld^ed unb toit er eS 
t)ertünbet f^at Sägt fi^ ba§ aud ben brei erften lanonifc^en 



— 28 — 

©üangcücn oufaeigen, bann faKt auä) ein toirlfanteS Scbcnlcn 
gegen ba§ öiertc unb feine Sebeutnng für bic ©ntfd^eibung blefer 
grage bal^in. greilid^ nid^t fo, ba& 3cfu§ öon Slnfang an unb 
je toä^renb feiner gleifd^e^tagc ia^ ganje ©öangelium l^ätte 
^jrebigen muffen ober aud^ nur lönnen, in beut er feit ber 
©rünbung ber ffird^e ein, toenn nid^t ba§ §au^)tftüdE auSntad^te. 
3n ber Stit ber Drt^obojie meinte man, bie SBal^r^eit ber Offen* 
barung laffe fid^ nur feftl^alten, »enn aKer SSerffinbigung in ber 
S3i6el unb fo au^ bem (Stauben jeber Seit, au§ ber fie StuQ" 
niffe entl^ält, bud^ftäblic^ berfelbe unb gleid^umfaffenbe gnl^aft 
eigne; fo ^ait j. S. bie „Sil^eologie 9lbam§" fd^on Sirinität unb 
©atigfaction umfaßt. Sann Wäre e^ freilid^ nur folgerid^tig^ 
t)on !3efu 5ßrebigt benfelben Qfn^alt ju forbcrn, toeld^en bie ©riefe 
beg 5ßaulu§ barbieten, gebe gorberung biefer STrt fallt unter 
ia^ gleid^e Urteit be§ mangeinben SSerftönbniffeS für bie ®e- 
fc^id^te. SBir l^aben öon unfern Se^rern feit Sfflb. Senget ge*» 
lernt, ba^ ®otte§ Offenbarung nid^t aU ein gremblör^jer burd^ 
bie ©efd^id^te l^ingel^e, fonbern eine (Sefd^ic^tc l^at, loie fie eine 
©efd^id^te l^ertjorruft unb bebingt. Salier öerftel^en ft)lr eg, toenn 
Sefuö nid^t tjon Slnfang an bag „ganse (Söangelium" öerlünbete, 
e^c er fid^ era^fänglid^c $örer erjogen unb el^e er in feiner 
eignen ißollenbung bag @otteSrei^ ber äRenfd^l^eit eint)erleibt 
fjatte. Sft bod^ feine SSerffinbigung nur bie eine ©eite feiner 
Slufgabe unb Seiftung. @r fonnte feine 5ßrebigtarbeit nid^t un* 
abl^ängig t)on ben gefc^i^tlid^en S^^atfad^en tJoKjiel^en, in benen 
feine ?ßerfon toerbenb unb leiftenb fi^ bilbete, auflebte unb öoll- 
enbete. S)enn l^ier toar eben me^r aU ein ?ßrop^et, ber gbeen 
}U Derlünbigen ^at, mel^r auc^ als ber SrOgefte unter ben bi§ 
gu il^m l^in t^om SBeibe Geborenen; l^ier föar ber ©ol^n @otted 
unb in il^m bie ffiirllid^feit ber ®otte§finbfd^aft unb i^re Sr- 
Öffnung für bie ©ünber. D^ne ungef(^id[)tlid^e SorauSnal^me 
tjermod^te er in feiner üorbereitenben 5ßrebigt, jumal in ©alilöa^ 



— 29 — 

nur, fo ju jagen, bic 5ßpödte cinjuf^Iaöcn, unb mugte c3 feiner 
i^m gett)iffcn SJoCcnbung uberlaffen, bte öottc Ausführung be§ 
Stngcbeutcten ju crntöglic^cn unb ju öeranlaffen. Sroftbem läßt 
fic^ oud^ aus feiner nur anbcutenben SSerlünbigung feftftcffen, 
toa^ für uni^ baS Sbangelium im @t)angelium , toa^ olfo fein 
cigentlid^er gern fei. SBir urteilen nic^t mit ^amai: toog 3efuS 
fetbft in ©aliläa ollem SSoH öerlfinbetc, mx an fic^ nic^tiJ Sßeue«. 
Sa§ 5Reue, toa^ er brad^tc, toar feine göl^igfeit, toirifam }um 
SSater ju fül^ren unb jur befferen ©erec^tigleit ju l^elfen. S)iefeS 
9leue mug mitl^in oud^ ber eigentli^e @tf)aü feiner @enbung 
unb feiner ^vop^ttit, oud^ beiS Stjangelium fein. Unb biefeS 9teue 
liegt eben in feiner 5ßerfon unb i^rer bleibenben Sebeutung für 
jeben. ®ann moc^t mitl^in erft S^fug afö ©egenftanb unb 3n* 
l^alt beS @t)angelium bie SSerlünbigung jum Süangelium. ®o 
l^aben feine S3oten eS gemeint, unb beSl^alb gilt il^nen bad SBort t)om 
greus ober t)i)n bem ®ef reusigten aU ia^ eigentlid^e @t)angeUum ; 
toa^ aber l^ierburd^ begrünbet unb t^erbürgt, beleud^tet unb er« 
l^eQt unb tuirlfam gemacht n)irb, ia^ ift Süangelium im ttieitercn 
(Sinne, ^n ia^ Süangelium gel^ört nur, tuad fic^ mit bem 
©bangeüum »erträgt, beffen ©egenftanb E^riftuS fclbft ift; ja, 
im tiefften ®runbe Dielmel^r nur ia^, toa^ für baS ©laubenf^' 
t)erftönbnis in feiner ganjen 5ßerfon begriffen ift. @o jeigt fic^ 
ber gefd^ic^tli($e S3efunb. 

3c^ lommc auf ben öon mir feit Salären Vertretenen ©afe 
jurüdE: S)er gefd^id^tli^e (S^l^riftuS ift ber ge))rebigte ®e« 
Ireujigte unb Sluferftanbene. ©eine heitere SluSfül^rung ift ni^t 
biefei^ Drtei^. 



Snbe« ift bie (Sefd^id^te »etpeis? Unb ift biefe« ©rgebni« 
in ber Xl^at ia^ für uni^ nod^ ®eltenbe, totil „baS äBefentlic^e 
unb aSIeibenbe" aus bem Urd^riftcntume ? SKit anbren SBorten : 



— 30 — 

I)aBcn tt)ir jener abgemiej'cnen ®ef(i^id^tg^)]^tIofr)<)^te ein SScrftänb* 
ni§ ber befprod^enen S:^atfod^en unb beS (Süangettum entgegenju«* 
ftcllcn, in n^eld^em baS @IaubeniSurteiI bem gef($t($tn^en Se^ 
funbe red^tgibt? gür einen folc^en beftatigcnbcn (SrtoeiS gibt 
c§ ttpl^I nur jtoei SBcge. S)er eine S33eg ift ber einer großen 
gefc^id^tlid^en Sonception, tüttd^t bad @i^rifientum ebenfo tt)ie 
^ainad burd^ bie ganje (Sefd^id^te ber Sir^e l^inburc^ jur S^ar- 
ftellung braute. ®abei würbe freilid^, toic mir fc^eint, eine 
(Seite ber lird^Ii^en (SntmidKung bei nieitem ntel^r, atö t^ gu* 
weift gefd^iel^t, ing Sttuge ju faf[en fein, namüd^ bie 2Riffton^ 
SBa8 ift JU allen Seiten unter ben öcrf^iebcnen SKetl^oben SKiffton 
5U treiben baS eigentlich bie $)erjen ©rgreifenbe getoefen? gür 
biefc ©tunbe ift bag felbftöerftänblic^ auggefd^Ioffen. S^beS, aud^ 
menn man ettt^a^ berarttgeS t^erfud^en bürfte, fo föfirbe bod^ 
immer h)ieber eine beftimmte ®runbauffoffung bie SSorau^fefeung 
für biefe Konce^tion fein. Unb ein gorum, öor bem man über 
fold^e ©runbauffaffungen entfd^eiben fönnte, ejiftiert in ber 
SBiffenfd^aft ebenfo toenig tüie bei ben SSäeltmäd^ten für bie l^art 
aufeinanber ftogenben Slnfid^tcn über, bie gefd^i^tlid^e 9Jli|fion 
einer jieben; fte gelangen sule^t bod^ nid^t ol^ne ben ftMeg jum 
2lu«trage. ©nc Slutoritöt l^ätten »ir toofjU ia^ SReue Jefta- 
ment; unb banad^, meine ic^, tüürbe bie (Sntfd^eibung leidet fein, 
)t)enn il^m aU langem ba§ entfd^eibenbe Slnfe^en beigemeffen 
mirb. Slllein fo ftel^en bie 2)inge in ber l^eutigen ^l^eologie nid^t 
unb barum fel^It uns ein foIc^eS gorum. 5)ann lann ber 9?ad^- 
meiS nur auf bem anbern SBege erbrad^t toerben, nämlic^ burd^ 
bie 5ßrobe am ©rieben. 3ft baiJ ©öangelium ein foId^eS, baS 
man erleben fann? S)a ftel^t bann junöc^ft ber ®injelne bem 
©injefnen jur ©eite unb gegenüber. SRan toirb bem 5ßaului^ ba§ 
©rieben E^rifti fc^ttjerlid^ abfpred^en lönnen. Sllfo, toaxum foHen 
baS anbre nid^t aud^ fönnen?! 3^^^ Sebenbigfein gehört nad^ 
oDgemeiner Erfahrung ba§ Driginalfein, bie ööHige Urfprünglid^* 



— 31 — 

ii' Icit bcr iBelPCgung gctt^iS nic^t. ^a, toa^ für ortgittol gilt, ift 

1' hvLxäjan^ nid^t immer leBenbig unb lebengeugenb. äBoIIte man 

i' nun auf unfrc gragc unter biefem ®cftd^tgpun!te ba§ SSerbict au§- 

[it fpred^en: (S^^riftum !ann man nid^t erleben, fo föäre btefem im 

n @inne t)on äRonard^ianem unb ©ojinianem gefällten Urteile ba^ 

ie Urteil ber Seiften unb Sltl^eiften borgul^alten : tpir f önnen ®ott nic^t 

erleben. 3)aS finb fc^IieBIic^ ®ä|e toiber ©afee, SBorte toiber 

;e SBorte. Um über fubjiectioiftifc^e Sefenntniffe l^inauSjufommen, 

muffen tDir biefei^ (Srieben irgenbföte inl^altlid^ srf äffen, um e^ 

bei einanber toieber erfennen gu fönnen. 3^^ ^itt im gotgcnben 

} nur baran erinnern, in todöjtm äRa^e foIc^eS (trieben bei un^ 

t gefd^ic^tlic^ bcbingt unb vermittelt ift. @o allein fann ba« uralte 

I SSorurteil gcbro^en »erben, ate ftel^e rcügiöfe Sebenbigfeit in 

. I m^fticiftifd^cm, unvermitteltem ®m<)ftnben unb l^abc i^ren SBec^fcI«* 

begriff an Unbeftimmbarleit unb 3n^attIofigIeit. ^n biefem 3^* 

tume tDurjcIt aber jule^t baiS äJti^trauen gegen ben (£^riftu§ im 

Süangelium. 

2)ad lürjefte Evangelium ift getvig: ®ott, mein SSater, id^ 
fein fi^inb. SSäic erleben ttir baS ? 3« ^^^ E^riftenl^eit l^unbert* 
unb taufenbfad^. fßon Sinb auf l^ört man bie 5ßrebigt von ber 
Siebe hz^ SSaterS, lebt im SSorfel^ungdglauben unb im reblid^en 
fittlid^en Streben. OTein ^Mt bag ©tic^? l^ält ba« @tid&, toenn 
ber lobe^fampf beg ©etoiffeni? um ber ©ünbe toillen, bie man 
begangen l^at, beginnt? föenn t^ bei allem SSorfel^ungSglauben 
mit bem inneren Seben nic^t Vorföärti^ gegangen ift? $alt ba^ 
®tid&, tvenn man über baö eigne, ®otte gegenüber fteineme $erj 
ju Hagen l^at? 3Jlan fd^Ut bann auf einen ftarren 2)ogmati^:» 
mni unb ruft nac^ bem (gntl^ufialmui^ ; er foll baS Seben bel^ 
erften Si^riftentume^ audgema^t ober bejeid^net l^aben. 9Bo ift 
er in ber (Sefd^id^te beg El^riftentumeiJ geblieben ? ®er gelegent* 
lid^ mieber auftaud^enbe (Snt^ufia^mud l^at ju verfd^iebene 
©d^attierungen , aU bafe er SJertraucn gu feiner Sraft tvedfcn 



— 32 — 

fönnte, bem fd^Iid^tett (Süaitgeltum t}om fßattx unb ^inb jur 
Dollen SSirluttg ju l^elfcn. @^ toirb fid^ t^erl^alten, tpie ed jtd^ 
fd^on öfter in ber Sird^engefd^td^te gejeigt l^at. SRur ber ©laube, 
ber am biblifd^en Sl^riftentume gettäl^rt ift, l^ot ftettge SBörme unb 
SebeniSfraft. SEBenn biefed Sid^t im SlBenbrot erglimmt, totnn in^ 
folge ber SSorllebc für 5!lBftroction unb empirif^e gorfd^ung bic 
Sälte Überl^anb gewinnt, toa^ toirb bann au^ bem innigen SSer^ältnig 
ton SSater unb Sinb ? 2tn i^re ©teile treten ©d^öpfer unb ®e- 
fd^ö^f, ffiöntg unb Sfirger im aieid^e ber Swedte. 3)er Dulgärc 
tRationaliiSmui^ f)ai ed und t^orgeffi^rt, h^ie biefe Slblül^Iung enb« 
lid^ ba^ ganje @)^riftentum entlröftet. Sa bebarf ed bann feinet 
®rleben§ mel^r, aber eg h)irb aud^ fein ©öangeKum me^r öer- 
nommen. 

2)arum nod§ einmal: SBie erlebt man jened (SüangeKum? 
% SRitfd^I toürbe f agen : 2)iefe§ (Stiangelium beftel^t nic^t aud an« 
altjtif d^en, f onbern au3 f^ntl^etif ^en Urteilen. SRid^t toeil ®ott @ott 
ift, unb ic^ il^n begreife, fd^on barum l^abe id^ mid^ aU fein 
^nb ju ad^ten unb ift er mein SSater. Unb gleid^ermagen nid^t 
toeil ic^ 3Kcnfd^ bin, barum barf i^ fd^Iiefeen, id^ fei ol^nc toeitereiJ 
(Sötte« fiinb. 3"^ ©egenteil, für einen, ber baiJ erlebt, ift bad 
©rgebnij^ ein f^ntl^etif^ed Urteil; feine Sludfage fHeftt nic^t au« 
bem Segriffe feinei^ ©egenftanbe« , ja e3 ift eine ?ßarabojie. 
S)iefer verborgene, etoige ®ott, l^at er ein $er}? SBad ift in 
biefem ^erjen, jumal für mid^ ober toiber mid^? 3d§, ber 
®Hat)c ber Sublid^Ieit, ber Sned^t meiner ©ünbc, ic^ foll nic^t 
blo^ für einmal jum Sinbe ®otte« angenommen fein, fonbem 
foH bleiben lönnen in biefem ©tanbc , foH bem ©erjen (Sottet 
Vertrauen bfirfen; bag l^eißt öerföl^nt fein! 3^^ foH oui^ D^n* 
mad^t befreit unb erlöft fein; baiJ l^eifet ßinbfd&aft! SBo^er 
ftammen bie SIntioorten auf fol^e bange fragen, bie SSerbür« 
gungcn fold^er erftaunlic^en ®ett)i§]^eiten? — ®urd^ bic ®e* 
fd^id^te bed (S^l^riftentumei^ ergießen ftd^ jn)ei groge, gemaltige. 



— 33 — 

ftd^ erganjenbe unb fid^ ablöfenbe ©tröme. S)en einen @trom 
Bilbet bie Sut)erftci^t ju ber ^Befreiung t)on ber Snblic^Ieit unb 
Don ber ©ünbe, ben anbem bie ©el^nfuci^t mä) SSerfdl^nung mit 
®ott unb bie Sreube an il^rem SSeft^e; Beibe tragen bie SBir« 
fung bei^ lebenbigen @^riftu9 burd^ bie Qtütn, bielfaci^ getrabt 
unb gefd^föäd^t, ober immer tpieber l^erDorbred^enb unb toirlenb. 
Siefe @tröme ge^en jurüd auf ^auIuS. S)er anbre Hbam ber 
S(nfang aller ^Befreiung, unb ber jur Siedeten ®otte§ ft^enbe ®t^ 
Ireujigte ber SRittter ber SSerföl^nung. S)er um unfrer ©finbe 
tDiKen bal^ingegebene unb um unfrer ®ered^tig(eit h^illen auf<> 
ertuedEte (S^riftui^ ffir uni^^ unb ber und in fein ^eujeiSerlebnid unb 
Sluferftel^ungÄeben l^ineinjiel^enbe S^riftud in und — er in biefer 
gmiefad^en Segiel^ung auf jeben t)on und, er aQein bürgt und 
für bad SSaterl^crj ®otted unb für unfern fiinbedftanb. Sefud 
ift ber SBeg, in i^m ftnb h^ir aber aud^ am 8i^U. ^m Um« 
gange mit bem lebenbigen S^riftud t^erlel^ren föir ald ßinber mit 
(Sott, anberd nid^t. @onft finb toir bei unferm großen Z)id^ter, 
ber einen (Sottednamen, aud^ ben SSatemamen ablel^nt: ;,®efü^I 
ift aUt^, 3lamt leerer JRaud^"; bei feiner jjelagianifd^en ©elbft- 
abfolution, in ber il^m Sant mit ber ünerlennung bed rabilalen 
83öfen „f^^"^" ^Pofo|)]^enmanteI freöell^aft befd^Iabbert** ju 
l^aben fd^ien ; bei feinem SSertrauen auf bie eigne Sraft: ,,SSon 
ber ©etoalt, bie alle Sßefen binbet, befreit bdt aRenfd^ fid^, ber 
fid^ übertoinbct.^ ®egen bie ©elbftöemid^tung im SR^fticidmud 
mag eine ftttßd^ geartete unb baburd^ mit l^nl^It Derfel^ene 9ieß<* 
giofität in etma bemal^ren fönnen. 8(ber ben @ub)ectit)idmud 
t)or ber ®fe))fid ju retten, bie l^inter allen bloßen tß^finome* 
uologien bed 83en)u^tfeind lauert, bad gelingt il^r nur burd^ 
eine Überfteigerung ber ©elbftgetoi^l^eit, bie il^ren Stnf^rud^ gegen-^ 
über bem Unit)erfum, h^ie bei Sloetl^e, auf bie ©elbflbilbung einer 
:pritjilegierten Statur grflnbet. S)ad aber ift ber 8Biberf|)rttd^ jum 
®runb}uge bed ®ottedbemu|tfeind ; benn f o getoi^ il^m bad gfrei« 

ft&i^Ier, (Beiwort 3efu« 9C. 3 



— 84 -- 

l^eitöbetoitjstfein inne n^ol^nt, fo gen)i§ ift bad nur fo auf grunb 
bed tourjell^aftett SSemugtfetnd ber Slbl^cingigleit. SJoDenbd ber 
c^ripc^e ®(aube ift nid^t @eI6fterI5fuug ; ed bleibt babei: fides 
est Yox relativa, S)iefem ®d)toanltn bed @ub|ectit)idmud jtpifci^en 
©elbftbernid^tung unb ©elbftflberfteigerung mad^t allein bie (St^ 
fol^rung ein @nbe, totli^t $aulud ®at 2, 20. 21 au^fpri^t: 
„(S^riftuS lebet in mir, ic^ lebe im ©tauben be^ ©o^nei? Oottc«.'' 
2)araud l^ilft meber jeitlofe äRoral nod^ jeitlofe SteUgiofitat, fon« 
\>ttvi attein ber gefd^idötli^e S^riftu«. • S)ei?]^alb ift er felbft fein 
(£t)angeßum. Um bad 93Ieibenbe unb SBertt)oIIe im (S^^riftentume 
l^erauiSjuftnben, braud^en toxi nic^t in bie Slbftraction be§ „^itxU 
lofen^ ]^inflberjuf[iegen unb ein Knieten bei $Iatond Sbeali^mu^ 
gu mad^en. S^fui^ toar nid^t nur ber 2:räger einer S^ee, fo ba^ 
nad^ feinem Siobe t)on i^m nid^td bliebe ald biefe fortmirfenbe 
gbee. @o badete 8i)?fiui^ fid^ bie 2)inge in ben erften 9Iuf(agen 
feiner S)ogmatif. (gr ift nid^t ju frft^ geftorben, um biefen Irr- 
tum }u retractieren unb aud feinem ®rabe bamiber gu geugen. 
Die 5ßerfon ift mel^r ate bie jeitlofe ^t, felbft in bem fad^* 
n^en ©ange ber ®efd^id^te. Unb fo ift aud^ ber ^eilanb mit 
feinem fd^Iagenben ©otteiSl^erjen mel^r aU bie bloge ^\>tt ber 
(Sottei^finbfc^aft. 

%vt ^erfon aber lebt in ber ©efd^id^te. 2)amit toerben 
toir t)on bem Srleben beiS ©ubjected felbft l^inübergefül^rt auf 
ben Soben ber (Skfd^id^te. 

%a^ @t)angettum ift nid^t ber (Sinbrud^ einer 3^ee in ba^ 
S)en&n ber SRenf ^en ; ei» ift felbft t\xoa^ ®ef d^id^tüc^ed. SBenn* 
Sefud eben nur I&uterte unb toirlfam mad^te, h^ad er t^orfanb,. 
fo toax biefer ©el^alt bed (£t)angelium, h^ie er etma Sefaja 40 f. 
uni^ entgegentritt, in SiSrael gefd^ic^tlid^ getoorben. @m))irifd^- 
gefd^id^tlid^ eignet fd^on biefem Süangelium, baiS SefuiS t)orf anb,. 
bie ^articularitfit aOeiS ©efd^id^tlic^en; ed ift nid^t fo alt afö bie 
äBelt. ^oX ei» anft)rud^ auf «Ogemeingiltigreit, fo fliegt er i^m^ 



— 35 — 

nid^t an^ fetner Urf^rungßd^feit. ®o tt)emg nun ein aud htm 

fiteren ^ubaidniui^ l^eraud geläuterte^ SlUteftamentßd^e^ irjeUTod'' 

ift, fo iDentg benimmt ber gefd^id^tUd^e ©el^alt bei^ Süangetium/ 

beffen ^nf^ati gefui^ bilbet/ i^m bie aagemetngiltigleit SBie e^ 

lE^otfad^e ift, bag feit feinem auftreten bad „@t)angenum im- 

@t)angelittm^ nur in unU^ßd^em 3ufammen]^ange mit feiner 

$erfon in Sßirifamleit getreten ift, fo ift ed aud^ Xl^atfad^e, ba^ 

biefer 3ufammen]^ang nie anber^ t^erlünbet, geglaubt unb aud^ 

erlebt tourbe, atö fo, bag ber Sluferftanbene Qi^riftui^ felbft ben 

beftimmenben ^nffalt biefed Süangeßum bilbete. Unb fo t^erl^ält 

ed fid^ nic^t blog mit bem @t)QngeIium t)on (S^^rifto, fonbern aud^ 

mit bem, n)ad man aü baS irjeitlofe'' Steligiöfe angreift. ®ott 

ift aud ber 9latur nid^t ate ber lebenbige, gefd^föeige a(§ ber 

iBater gefunben. SBarum bellagt man fic^ benn, unb nic^t ol^ne 

®runb, Aber bie SSerberbung ber d^riftlid^en @(otteSerfenntnii^ 

burd^ ben meta))^^fifd^en toten ©ottedbegriff ber ^ellenen ? ! 

9lud^ Sefui^ l^at feinen SSater nid^t in feiner 9taturbetrac^tung 

entbedt; er ertoad^te jum menfd^ftd^en 93en)ugtfein unb }um 

meffianifd^en 93en)u^tfein unter ber gefd^id^tlic^en Offenbarung, 

unter bem Sinbrud beiS „t^ fte^t gefd^rieben''. Sbenfo tt)enig 

ift ber lebenbige ®ott, ber mel^r ift al^ bie abftracte @in^fe^ung 

t>on ®ebanle unb äTlad^t, ber lebenbige ®ott, t)on bem man fagen 

borf: er ift Siebe, — ebenfo toenig ift er aui5 bem öelou^tfein 

ber SRenft^en i^nen aufgetaud^t unb entgegengetreten, ^n ben 

bibtifd^en llrlunben Infipft aKe iBefunbung (Kotted im 93en)u|t« 

fein, aUt^ 3nf))iratit)e, an gefd^id^tßd^ ®egebened an. Sür feinen 

„Serlel^r mit uni'* f)at fid^ @lott ber ©efd^id^te bebient. 2)ai» 

ift ber t^on il^m felbft geh^iefene SSeg, um il^n ald SSater, um 

i^n afö $erfon ju erfaffen. 9(ber, bag toxx il^n aud^ aU ftinber 

anjugel^en unb ju l^atten h^agen, baju l^at er ben einen 993eg 

gefunben unb gemiefen; er l^at (S^rifti $erfon, nic^t feine jeit« 

lofe 3bce, fonbern feine bcrb gcfd^id^tlid^e, in ber 8tii fo S^it*- 

3* 



— 36 — 

Itd^feit tDie S^itloftgTeit üBertuinbenbe !ßerfon jum Siräger unferd 
Serle^red mit xf)m, bem SSater gemacht. 3n S^^rifto fd^aut tnan 
in fein $er} unb f))firt, bag ed baS SSoterl^ers ifi S)arunt gel^ört 
gefui^ in bad lürjefte Süangeliunt, bad (£t)angeliunt t)on SSater 
unb ^nb. 

S)em bleuen 2:eftantente gilt bie gefd^id^tlid^e Xl^atfad^e 
«Sefud ber (S^riff' atö 9!enfci^öt)fung. gfir ©d^Ieiermad^er ift 
bad ein uneigentlid^er SluiSbrud, benn feine 2)ialeftil b. 1^. äßeta« 
^l^^fil lägt nur eine einige ®c^5))fung 3U unb fd^Iiegt eine ge- 
fd^id^tlid^e aud. gl^m gel^t baiS @ein Aber bie $erf tolid^Ieit ; fte 
ift i^nt üVLä) nur eine ©ein^fc^ranle. ^tSf)atb ntod^t er and 
ber 9teufci^öpfung il^r Gegenteil, näntlid^ eine @tufe ber einigen 
@c^öt)fung. 3)ad ®(eid^e gilt für aOe @t)oIutioniften. ©ie 
lennen nur ftete SSeföegung, ni($t 9lnfang nod^ (£nbe unb bei^^ 
f^atb aud^ leine aRitte, leine gäOe ber Seiten (®al. 4, 4 t)gL Suf. 
2, 1), nur eine Stuckt au^ bem ©trubel ber iBen)egungen in 
ba§ 3eit(ofe. ^a^ lann nur ba^ Slbftracte fein, bad allgemeine 
Senlen bcS Slriftoteleö ober ba« metQ})]^^fifd^e ;,S)ing an fid^''. 
äRan nennt n^ol^I aud^ bad ©ittlid^e jeitloiS, n)al^renb bod^ 
bad Seben bei^ ©ittlid^en bie 3:^at unb bie Urfad^ ber 
2:^at bie $erfon ift. 3)ie ®ottei»finbf($aft ift nid^t bad SJe« 
n^ugtfein um eine jeitlofe ^btt ober SBefd^affenl^eit. 3)a^ 
^nb ®ottt^ ift eine neue ©^öpfung innerl^olb ber ©efd^id^te; 
fie ift t^oQjogen in ber gleifd^toerbung für bad Sreus unb in 
ber Sluferftel^ung an^ bem @raBe. @ie DoDjiel^t fid^ toeiter 
burd^ Sl^rifti ®eift unb burd^ bad (SDangelium, in bad S^fuiS 
l^ineingeprt. 

;,@ei ic^ e^ ober jene", bie S^ölf, ^fo öerffinben toir unb 
fo l^abet il^r geglouBt" — ba§ ift bem ?ßaulu^ ba^ eine (Soon- 
gelium, Don bem abiutt^eid^en unter bem Sludge fielet, ©ein 3n« 
l^alt ift ber für unfre ©iinben geflorbene unb auferftanbene 
fc^riftmöfeige aWeffia§. Unb biefen ^nf^att ^aben bie fiorint^er 



— 37 — 

erlebt, er ^at fid^ an i^rem iBetDu^tfein auiggetoiefen. ') 2)tefen 
Sengen ^at S^fud fein (St)angeliunt übertragen, ol^nc irgenb eine 
fac^Iid^e SSorlel^r für bie ÜberUefernng be$ „Sßef entließen unb 
Sleibenben^ feiner galiWif^en Se^re. föeiner tjon i^nen l^ot 
fein Süangelinm toeitergetragen, ol^ne jut^or \)ox bent lebenbigen 
$erm ongebetet jn l^aben. Unb ol^ne fte unb il^r S^ugnid l^at 
ed nie unb nirgenb ein (Sbangelium unb et)angelif^e^ S3en)u^t«- 
fein gegeben. 

2Stan lann t)itl |)o]^ed t)on ber S3ebeutung gefu fagen, unb 
eS toixb bat)on gelten : mx nid^t n)iber ntid^ ift, ber ift für nttc^. 
SCber fagt man nic^t bai^ (Sine: ol^ne ben auferftanbenen ^(e- 
freugigten feine Slecfitfertigung, bann gel^ört S^fuiJ freiließ nid^t 
in hai @t)angeliunt. 993ar nämlic^ gefud nur ein fuperlatit?er 
aRenf4 nur bad SReifterftüd in ber langen äßenfd^^eitf^öpfung, 
bann lann man t)on il^m temen unb i^m Unf&glid^eiS banfen — 
aber nid^t an il^n glauben. 2)enn ,,®Iaube unb @ott, bie 
gel^ören gu ^aufe'' (Sutl^er). S)ann fd^iebt ftd^ feine ®eftalt atö 
ein Sfrembei^ in ha^ Heiligtum jmifd^en ®ott unb bie @eele. 
S)ad ift ber alte ^roteft ber abftracten @eiftigfeit gegen ben 
SBert be« 5ßerfönlid^en, bie ©elbftauftöfung beö ©ubiectiöigmuiJ 
in ben a^i^fticiiSmui». 

3k Sefu ffat [xd) ®ott ju bem etoigen SBerte ber ?ßerfön- 
lic^feit unb gu bem iniialtttd^en SSerte i^reiS SebeniSbobeniS, ber 
®efd^id^te belannt; benn Sefui^ ift ber (S^rift, ber SSer^eigene 
unb SSorbereitete, bie SDlitte ber @efd^i(^te unb i^r giel, h^enn 
er lommt in feinem Sleid^e. 2)er ba^ ga auf aQe SJerl^eigung 
ift, l^at auc^ in bie SJilbem^elt ber Hoffnung feinei^ SJoIfei^ ein 
92eued gebrad^t, $alt unb audfd^eibenben ®e^alt. SSir l^aben 
nid^t 3lot, hai alled aU geitgefc^id^tlid^e§ Slllut^ium abguf^ülen, 
um auf bie Sttbftraction ber Scitlofigfeit jurüdf jufommcn. SBir 



1) 1. £or. 15, 11.— 3. 4,-1. 2. 



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finb ttid^t an bie 9lbftraction ber %f)at aU bed Sl^un^ offne 
beftimmten ^nfjolt gemiefen. Und ixaixä^t, anäf im Süd auf 
bie Stoigleit, bai^ Srbifd^e nid^t ium „ßinberft)iel am SBeg" 2^ 
koerben. S)ad banlen toxi ber 3ut)erfi(i^t ju ber S^l^atfac^e, ba| 
bad SSort gleifd^ tt^arb unb ber %Ireu}igte (ebt. 

3efud gel^ört in ia^ (Stiangelium t)on ber Sfreil^it eined 
(£^ri{tenntenf($en, toie er in feinen (Glauben l^inein gel^ört; benn 
in i^m fjai (Sott und ben ©ürgen für feine — fonft — un* 
glaubli^e ®nabe gefteOt unb und jugleid^ ben Sfirgen für unfre 
— fonft — unglaublid^e (Sridfung gefd^enlt, unb itoax tok 
jeber @eele, fo ber ganzen äRenfc^l^eit. S)arum ift er ja unfre 
<S(erec^tigIeit, unfer Sriebe unb bie Hoffnung ber ^errUd^teit. 



üiVVtvt & (So. (9. VW^t iau(^bru(fecei), Staumdurfl o/S. 




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