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GEKMANIA.
VIERTELJAHRSSCHRIFT
FÜR
DEUTSCHE ALTERTHÜMS KÜNDE.
BEGRÜNDET VON FRANZ PFEIFFER.
FORTGESETZT VON KARL BARTSCH.
JETZT HERAUSGEGEBEN
VON
OTTO BEHAGHEL.
FÜNFUNDDREISSIGSTER JAHRGANG.
NEUE REIHE DREIUNDWZANZIGSTER JAHRGANG.
WIEN.
VERLAG VON CARL GEROLD'S SOHN.
1890.
INHALT.
Seite
Der alte Druck der Westerlamverschcn Rechte. Von F. Bnitenrust nettoma 1
Gottfried-Studien. I. Von der Hagens CoUation der Florentiner Tristan-Handschrift.
Von Reinliold ßech stein iirt
Zur fränkischen Sittengeschichte des fünfzclniten Jahrhunderts. Von Max Herr-
mann 45
Griintivelle , selpioege. Von G. E h r i s m a n n . • 55
Unsih, luioih. Von Demselben 58
Meatria. Von Demselben 58
Mundart der Urkunden des Klosters Ilsenburg und der Stadt Halberstadt und
die heutige Mundart. Von Ed. Damköhler 129
Cap. I. Ost- und Westharz 132
n II. Hoch-, bezw. Mitteldeutsches in den Urkunden 1.37
n III. Niederdeutsche Entlehnungen in den Urkunden ...... 148
Nachträge 107
Ags. twigen, i^^en und einige germanische Verwandtschaftsbegriffe Von G. Ehris-
mann 168
Predigt auf Johannes den Täufer. Von Adalbert Jeitteles 170
Historische Volkslieder ans dem österreichischen Erbfolgekriego. Von KarlObser 181
Lesefrüchte. Von Fedor Bech 185. 3.39
Die Heimat Walthers von der Vogelweide. Von O. Behaghel 199
Zur Volkskunde. Von Felix Lieb recht 201. 34f>
Die Übereinstimmungen zwischen dem Wigaloi.stexte und den Lesarten der Hand-
schriftengruppe Bb in Hartmanns Iwein. Von Oscar Böhme 257
Zur Warnung. Von Karl Borinski 28G
Die Schweizer Minnesänger. Von F. Grimme 302
1. Ulrich von Singenberg 311
2. Der Taler 312
3. Pfeffel 313
4. V. Wengen 314
5. Heinrich v. Strettlingen 315
6. Heinrich v. Frauenberg 317
7. Heinrich von Sax 318
8. Gast 319
9. Heinrich von Tettingen 320
10. zem Turne 322
11. Steinmar •'^23
12. Der von Gliers -"^24
13. Conrad der Schenk von Landegg 320
14. Jacob von Warte ..." 327
Seite
15. Der von Buwenbuig 330
16. Der von Trostberg 331
17. Job. V. Rinkenberg . 333
18. Albrecbt Marschall v. ßaprechtswyl 835
19. Rost, Kirchher zur Sarnen 337
Noch einmal zur Tristansage. Von O. Gl öde 344
Arnstädter Bruchstücke 385
I. Bruchstück einer Handschrift des Rolandsliedes. Von P. Walt her und
O. Behaghel 385
II. Bruchstück des Parzival. Von O, Behaghel 388
Mnd. geistliche Gedichte. Von K. Euling .391
Die Sprichwörter aus des Jobannes Murmellius „Pappa puerorum". Von P. Bahl-
mann 400
Zum Schlegel des Rüdeger von Hunthofen. Von G. Eiirismann 403
Zu Älbers Tnugdalus. Von R. Sprenger 404
Zum Leben Ulrichs von Lichtenstein. Von Fr. Grimme 406
Hans Rosenplüt ein Rothschmied. Von M. Faber 407
Zum Satzbau bei Liither. Von Ed. Damköhler 412
Zu Gerhard von Minden. Von Demselben " 412
Zu Germ. 34, 369. Von O. Brenner 413
Zum Lanzelet Ulrichs von Zazikhoven. Von O. Behaghel 413
BIBLIOGRAPHIE.
Bibliographische Übersicht der Erscheinungen auf dem Gebiete der germanischen
Philologie im Jahre 1885 u. 1886. Von Karl Bartsch und Gustav Ehris-
mann 59, 218. 355. 414
MISCELLEN.
Preisaufgaben der fürstlich Jablonowskischen Gesellschaft in Leipzig . . . .128
Mittheilungen 256
DER ALTE DRUCK DER WESTERLADWERSCHEN
RECHTE.
Den genannten Druck besclireibt von Richthofen folgendermaßen
(Friesische Reehtsquellen S. XXIV): „Das westerlauwersche oder alt-
friesische Landrecht. Unter diesem Titel pflegt eine Rechtssaramlung
angeführt zu werden, die zuerst in den letzten Jahrzehnten des 15. Jahr-
hunderts ohne Ort und Jahr zu Coeln oder wie andere glauben zu
Anjum in Friesland gedruckt worden ist, s. de Jager Taalkundig
Magazijn, Rotterdam 1837, Th. 3, 246—254. Der Güte des Herrn
Nienhuys zu Groningen habe ich es zu danken, daß ich eins der
wenigen noch vorhandenen Exemplare dieser Ausgabe, welches dem
Herrn Keiser zu Groningen gehört, benutzen konnte. Später ließ
Schotanus auf p. 36 — 106 seiner „Beschryvinge van de heerlyckheydt van
Frieslandt tuschen 't Flie end de Lauwers", welche, wie p. 279 zeigt,
a. 1664 ausgegeben wurde, den alten Druck wieder abdrucken; auch
das Buch von Schotanus ist selten, ich habe ein Exemplar der Ber-
liner Bibliothek verglichen. Endlich veranstalteten Wierdsma und
Brantsma eine neue, durch Sprachkenntniß der Herausgeber und
Benutzung von Handschriften sich auszeichnende Ausgabe, unter dem
Titel: Oude Friesche Wetten, te Campen en Leeuwarden by J. A.
de Chalmot en J. S^ydel (1782) 4., von der aber nur die beiden
ersten Drittel erschienen sind; dies scheint der Grund ihrer äußerst
geringen Verbreitung zu sein."
In dem folgenden kleinen Aufsatz will ich in erster Stelle
meine Vergleichung des genannten Druckes mit der von Richthofen-
schen Ausgabe mittheilen. Möglichst genau ist dasselbe Exemplar
verglichen, welches auch von Richthofen gebrauchte, und das sich
jetzt in der Provincial-Bibliothek von Friesland zu Leeuwarden
befindet; nur ausnahmsweise jedoch habe ich das Fehlen der gemalten
Anfangsbuchstaben angegeben.
Nicht unpassend däuchte es mir, daneben auch zu untersuchen,
welche Resultate unsere Coliation für das altfriesische Wörterbuch
bringt.
GERMANIA. Neue Reihe XXIIT. (XXXV.) Jahrgr. 1
2 F. BUITENRUST HETTEMÄ
Dann muß zunächst der VVerth der Druckfehler in dieser Incunabel
für die Kritik des Textes und für den altfriesischen Wörterbestand ans
Licht gestellt werden.
Und endlich hoffe ich einige Bemerkungen über diesen alten
Druck hinzufügen zu können, u. A. über die Frage, ob er in Fries-
land gedruckt sein kann.
I.
Friesische Rechtsquellen 434, 26 — 438 i. f. Alter Druck ') S. 1 — 11 i. f.
Im alten Drucke ohne üeberschrift, von v. Bichthofen „Was ist recht?"
genannt.
434*, 26 Haet. Alter Druck. H (großer blauer 7 zeiliger Anfangs-
buchstabe) Aet. — 27 meüt. — 28 eii. meet.
434\ 28 en. ee.
435% 5 meschelic. — 435, n. 2 wilker dae ewa. — 10 fä Ifigher
wenicheed.
Alter Druck, S. 1. Glosse: Sprect di keyser. Haet is mesclic
riucht.
14 de. — 15 en.
Alter Druck, S. 2. Glosse: Hweer vm is dat riucht set. —
17 öriucht. — 18 tig. eii. behvilö oemoetlikera tigh. — 20 natural,
n. 3: Fw. „natural"; Seh. „naturale". Alter Druck: natural', = -lis,
vgl. aus der Glosse: modus IstituOdi. 1. eut. 1. tal' sit
Alter Druck Glosse: Haet is ewa. wrbieda dat onriucht. —
23 weheed. — 24 en. — 25 fä. scrioun. — 26 riuccht. — 28 ko-
nlghen. — 29 dattj. — 30 sprect. fä. — 31 kerstälyc. — 32 sprect. —
33 wyekt. wätthet riuct. — 34 onriuct.
435'', 1 sprect. — 2 kerstelic. — 3 wyeckt, n. 8: Fw. „wyeckt";
Seh. „wyecht". Alter Druck: wyecht. riuct. sprect. — 4 en. wyecht.
— 5 riuct dan. sprect. — 8 riuct. vrdilighied. — 9 riucht is,
n. 10: Fw. „riucht is"; Seh. ,,is riucht". Alter Druck: is riucdt. —
12 spreckt. Alter Druck: sprecht. — 14 sondena. Alter Druck: son-
dan. — 15 meeua. — 16 riucht. — 19 riuct. — 20 oefiuct. mei.
Alter Druck, Glosse: Dat is wenheed iefte pliga. S. 4: Als di
set in a b reckt. Nen pligaa wyka. Dy saunda mey mena reed. —
22 en. sette, alter Druck: seth. — 26 Ligurgus, n. 10: Fw. „Li-
gurgus"; Seh. Lignrius". Alter Druck: Ligurijus [2mal\. — 28Apollinis,
n. 17: Fw. Appollinis; Seh. „Apollonius". Alter Druck: ap [«eue Zeile]
pcllonius. — 29 fiindenisse. Kreke. nomet. — 30 fä. fiif boeke.
scryoun. — 31 ioede. konick. — 32 pöpili9. all'. — 33 en. — 34 töga. vn'.
436*, 1. hwät. leyde. slene. — 2 stenc. — 4 aerste, n. 1: Fw.
„aerste"; Seh. „aersta". Alter Druck: aersta. Jconiugh. — 6 hi. —
8 mütya. keyserlika. — 9 so. — 10 konlghen. — 11 so. — 13 was.
Alter Druck: waes. — 15 muchtet. heran. Alter Druck: here. — 18 Jco-
ningden.
*) Ich behalte die Folge der Stücke in der alten Incunabel bei.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 3
Alter Druck. Glosse: Hwa fand ende set. Foronius in kreka
lan d. —
22 ferdbä. — 23 Octauian^. heran. Alter Druck: here. — 24 fä
noerda. — 26 bituonghe. Octauianus. — 27 dina. Alter Druck: dine.
ferdbä. — 29 wayne trowade konighen späd. goldeä. — 30 da. hädes. —
32 hüdert en iere. bigüde. — 34 Jconlgde. 3ö efi.
436^', 1 dae, — 2 hl. — 3 saeghen. — 6 en. — 8 fä olya boerna-
huus, n. 10: Fw. ..boernabuus" ; Seh. „boemahuys". Alter Druck: hoerna-
huus. — 11 konigh. hlest^ {nur schwache Vcberreste des e sind erhalten).
12 en. — 13 comme. wil. Alter Druck: wille. — 14 fä. treftelika. —
15 riucht. en. — 16 lad. — 18 ick. dyo. — 19 tiade (mit umgekehrtem ij.
ae ellede. 20 lad. mänem. — 22 wise a, n. 13: Seh. „wise a" ; Fw. „wise".
Alter Druck: wise. — 23 hiara, ^hia.^ sjjäter mit Tinte beigeschrieben, scheint
im Drucke vorher ausgefaUen, wenigstens undeutlich gewesen zu sein. —
24 mänem. — 25 an da, n. 14: Fw. „an da"; Seh. „mitta". Alter Druck:
m)tta. — 26 läghe. — 29 eeu. — 30 ferdbäne. — 36 dae, n. 16: Fw.
y,dae"; Seh. „dat". Alter Druck: dat.
437*. 7 Octauianus. — 9 christeheed. — 14 bifara, n. 7: Seh. „bi-
fara"; Fw. ..bifarra". Alter Druck: bifarra. — 15 hl. fä. en. — 16 en. —
17 romere. — 19 dae. all'. — 20 spreke.
Alter Druck, S. 7. Glosse: Justia^ was. —
20 aldeers. — 23 dae.. — 25 iustlanum. sette. — 26 wät. —
27 freweihheed. — 30 iustlanus (2mal).
437''. 3 wilkerre, en. — 4 toe lest. — 7 meene. — 8 halde. riudhi.
— 9 iustlanus. fiiftichsta. — 10 Octauianus. — 13 f|iif. — 15 eerst.
Alter Druck; aerst. — 18da. — 19 Frese. — 20 moete. süd' — 21 mäna. —
Alter Druck, S. 8. Glosse: Manich man deer wys haet.
24 Willibrord, n. 18: Seh. „Willibrord"; Fw. Wylbrord". Alter
Druck: wiilbrord. lad. — 22 frese.
43S', 3 burcheren, n. 1: Fw. „burcheren": Seh. „burchheren". Alter
Druck: burch [neue Zeile] heren. — 4 wät. — 5 mä. fri. I. lade. —
6 roe burgh'. mä öder. — 7 en coemct hl. — 8 burgherschip. en. —
9 all". — 11 moste. — 12 iustlanus. — 15 hildde. bä, — 16 eeff. konigh. —
Alter Druck, S. 10. Glosse: Fri was deer to roe. —
21 fiif. en. — 22 oe. — 23 timeraden. — 26 aec. — 29 mit so. —
31 rä. — 32 heerdese also. — 33 da. — 34 so. — 36 en det folck.
Alter Druck: end' [neue Zeile] tfolck.
438'', 2 oe de. — 4 en he. eü. — 5 Uan da. — 6 tyae. — 7 eil.
— 8 gode. — 9 fä. — 11 deer. Alter Druck: der. I. suüt. — 13 en.
laeie. — 15 tyae süder. — 19 äder. — 20 läge. — 21 fan, n. 9: Fw.
„fan"; Seh. hier und in der folgenden Zeile ..van". Alter Druck: uan. uä.
— 23 uan. — 24 aller der tingeua. Alter Druck: alle. dyu. — 25 wirde.
— 27 ppheten. — 28 apostolen en al hiara (vgl. n. 12). — 29 en. —
32 Wa. Alter Druck: wa, aber Raum für einen kleinen Anfangshuchstahcn
— allet. godlyck. — 33 da. — 35 pster. — 36 d'. en.
1*
4 F. BUITENEUST HETTEMA
Fr. Rq. 387. — 400; i. f. Alter Druck, S. 11 i. f. — 43 i. i. Im alten
Drucke folgt dieses Stück unmittelbar. Die Uebcrschriß steht in der rechten
Ecke.
387% 24 Uä. incüst. — 25 lädriucht d'. — Dit, im alten Drucke It,
und Baum für einen Szeiligen gefärbten Anfang shuchstaben. — 26 fresläde.
387'', 24 fulr. bore en. — 25 ü forlore. I cöma. — 26 en cöma frae-
ker 1. wird'- — n. 3: siin.
388*. cude — 2 ende insigel. Alter Druck: ende myt insigel.
frese, — 7 greuua. manlikü. — 8 geuuane. hiit. — 9 fya. — n. 2 : hl.
Alter Druck, S. 12 noch die Glosse-. Fia, i(d est) pecunia etc. —
10 Uan. — 11 Dit. Alter Druck: It {mit vorhergehendem Baum für
einen SzeiUgen gefärbten Anfangsbuchstaben) . — 15 diin. iest. — 16 mit
vyf. mit furka. — 19bakena. Alter Druck: bakene. — 20 onsuuara. —
n. 3. fiifta ker. — 22 aegh. seluis. — 23 wyten. Alter Druck: wytan.
— 24 bregha. — 25 fria. — 26 wytä. — 28 fir. Alter Druck: für. —
29 bänen. aesgha. Alter Druck: aesegha.
Alter Druck, S. 13. Glosse: Seluis deda. Op da helghfl.
388'', 1 eil. — wirtse, n. 7: Fw. „wirtse"; Seh. „witse". Alter
Druck: witse.
Alter Druck. Glosse: H welk er meta. —
7 Van. Alter Druck: Fan. — 9 hemerick. oe. — 10 oen, n. 9: Fw.
oen; bei Seh. fehlt es. Alter Druck: aen. — 16 wlua. — 17 wint tueen,
n. 14: Fw. „wint"; Seh. „wint hi". Alter Druck: wint hy tueen. penigen.
— 18 sana, n. 16: Seh. „sanna''; Fw. „sana". Alter Druck: sanna. —
19 syne. — 20 orkene. iechtae. — 21 hi. — n. 12: Onder haua. —
23 docher. öwilles. — 25 fad', syn. — 26 docht'. — 29 öe willa. hyt. dye.
Alter Druck, S. 14. Glosse: Ur herne willa.
389*, 2 nimen. — 3 mondscet oe. soe. — 4 da. — 5 soe. —
6 monnadeys. pennighen. — 10 schillingden. monna deys. — 11 mon-
schets. — 13 rincht. — 15 sehil, u. 7: Seh. „schil"; Fw. „schel". Alter
Druck: schel. — 16 daghe. — 16 saterdeis. Alter Druck: saterdys.
— 19 saterdeys. — 20 blnia. — 22 Faut. mödschypes. — 23 kyndt.
Alter Druck: ky'ud(!). — 25 toleff. ieerlykes, n. 10: Fw. „ieerlykes";
Seh. „ieerkis". Alter Druck: ieerkis. — 26 iae. fyff. syne. Alter Druck :
synre. — 30 eude. — 36 lae.
SSO'', 3 iöghera brod'. — 5 schilllghen. — 6 iughera. — 8 tzerk-
weghum. Alter Druck: tzierkueghü. fä. — 10 riuct. tod'. — 11 scell3.
waeghe. — 12 frioiver. vm. fiow'. — 13 städe. — 14 flow' ee. die. heer-
wei. Alter Druck: heernei {\) coe. — 15 so. bede h'wei en. — 16 kercuei.
eere. — 17 Uan. — 21 diin. aecgh. — 22 toe. — 24 ymme oe bischadighj.
— 25 tvybeet. — 28 bä. — 29 en, — 30 nee bä. — 31 dagen.
öbiclaghet. fä. — 32 koniges.
390% 2 stae. datt'. — 3 Uä. — 5 fria, n. 1: Fw. „fria"; bei Seh.
fehlt es; und auch in dem alten Drucke! — 6 bäne. to. — 7 sIte. — 8 mit.
— 9 lägh. — 10 oe. wä, en. — 11 grüd. — 12 en. — 15 Uä. tyaede,
— 18 bäne. — 19 tyaede en. — 21 diin. — 22 scelta. — 23 diin
siil. wäwirke. — 24 orkene. — 26 di. — 29 dat dat meenwirek. —
31 Uan. — 32 riuct. — 33 pöd. — 36 pödem.
DER ALTE DRUCK DER WKSTEh'LAUWERSCHEN RECHTE. 5
390'', 2 pondö. — r> ponde.v — (j schel. — 8 Uau. — 10 fyarda.
— 13 liick. eft'. — 14 eft'. — 17 wike. — 20 lad. ccomwc. — 23 Uan.
— 27 eil. — 29 en. — 30 tongersdeys, n. 10: Seh. „tongerdeys": Fw.
..tonerdeys". Alter Druck: tonerdeys. — 34 toe.
Alter Druck, S. 18. Glosse: Bodtingh kede ick.
Ah Uchcrschrift des folgenden Paraarnplien steht im alten Druck
Eft* söna schyn ne doerma an stride stau; von liichthofcn stellt sie
über §, 27, Fries. Rechtsq. S. 391, 16 also-. Doerma an stride staen efter
sonna schyne? (sie!) — 36 schelte.
391", 1 monedeys. köma. eii. — 2 eu. — 5 cii de. en. töghersdey. —
6 dage. lyode. — 10 bi ginne. — 12 schelte. — 13 bodtigh. eer Tiden
bfines. — 14 bigonne. — 16 und 17 s. oben. — 18 sonne. — 19 klewe.
— '2 6 fimel thingh. — 27 ne, n. 7 : Fw. ^ne"; Seh. unrichtig „dae"'.
Alter Druck Jedoch: dae. — 29 Uan. betteringa. — 31 nipt. soe. —
33 blna. ea. — 34 körne, onwilles. — 35 da. — 36 I.
391'', 1 de. brlghen. — 5 mänes. — 6 megen. — 7 bräd. — 8 eü
breeck. here. — 9 en lyodö. en. — 10 bräd efi. — 11 eii. — 12 huä.
— 13 twam. — 14 sexasü. — 15 Uan. ende. — 17 santi. en. koulges
eil. — 18 huismänes lad oe. — 21 crimen. ■— 22 hiit. — 25 lad. —
26 tinchmanne. Alter Druck: tiuchmäne. ötfae. — 27 hi. tige. flow'
tlgia. — 28 fiifta tige. suaräe. — 29 en. efi. winane. — 30 hiit fiif.
— 32 aefte bä. — 34 en. — 36 fiifta. — 37 öme.
392", 1 fiifta tige. öt. mesing. — 2 swerre. — 4 eue. bi. — 7 bäne.
Soe. — 8 hör. Alter Druck: her. — 11 Schillingen. Alter Druck:
schelllgen. — 13 fiifte thigh. — 14 eii. tlgiane. bä. — 15 Schillinge.
— 19 manlikü. — 23 Uä. toe. — 26 ede. — 27 eii. — 29 Uan. —
32 cöma. sine tingh manne.
392**, 2 aesga. — 4 ende, da tiuch. Alter Druck: dat tiuch.
wessa, n. 9: Fw. „wessa"; Seh. .,wes". Alter Druck: wes (steht jedoch,
am Ende der Zeile), — 6 Uan. — fryöden. — 11 aesga. eii — 19 wina.
— 20 Uä. — 23 högher. hy. — 26 dae. — 31 fy afollingha. Alter
Druck: fyafelllgha. — 33 striid. — 34 tlgia, dat hyt, n. 12: Fw. „dat
hyt"; Seh. .„dat met". Alter Druck: dat met. — 35 eii. fioer tiesta.
393", 7 me. — 8 oe. — 9 {D)At. aesgha. — 12 dy. — 14 bä.
— 15 bitinghet. — 16 fä da. — 17 dae, — 18 higia. — 20 stae en.
— 21 peninga. — 23 So. en. — 24 efi. pster eii fyow'. koniges. — 25 or-
kene. saü. — 26 schoye. — 27 pster efi. — 28 aec, n. 4: Fw. „aec";
Seh. „aef. Alter Druck: aet. pster. — 29 eii. — 30 schon [neue Zeile] uet.
— 31 de. — 32 eii. pöd iae, en. — 33 pöd. — 34 pöd.
393'\ 1 eil. decke. — 2 leste, n. 6: Fw. „leste"; Seh. „lesti". Alter
Druck: lesti. — 4 en. — 6 wepe en wrichte wIna. — 7 en, — 8 bure.
— 9 konIge. — 10 swore, eii. — 12 deis, hl, strid', — 13 hl. — 14 seh 11.
Alter Druck: schel. striid. oe ghae. — 15 guet. — 17 Uä. uä. —
20 piid, — 22 thingh. — 23 ende, fiaerde. — 24 fiarda. — 20 stnö.
— 34 him. Alter Druck: hem. hem.
394*, 1 en, aesgha. — 7 hi. — 8 di. — 9 di. — 10 oe. — 13 oe.
15 eil. — 16 pöd en. — 18 en. — 21 önette. — Bei fulliste endet die
6 F. BUITENRUST HETTEMÄ
Zeile — 24 efi. suara. — 26 Uan. striid. — 31 alsoe ryck. —
32 ö.. — 34 etkere. — 36 hellige. brige. — 38 kepa.
SOI'', 2 cömen. — 3 bä. bina. — 5 tigh. age. kepe. — 6 brIge.
en. — 7 hl die käpstal. wise. — 8 käpstal. — 9 all', age. kepe blna. —
10 wesse. en. greetw'deren en. — 11 en. — 12 pöd. Eefter. Alter Druck:
Eft'. da. — 13 bänes. hl. — 14 dele. blna. dege — 15 wepe. — 16 lag,
— 17 en. vepe. iüdis. — 18 en. vepe. oe. — 19 käpstal. d'se. kepe brigj.
— 20 Schills aid' swird, n. 7: Fw. „swird"; Seh. .^swerd". Alter Druck:
sw'd. — 23 Da. — 24 da. needmöd en. — 25 moerdbräd. en. — 27 cöma.
— 28 tighe. — 30 stede. — 32 strid. — 33 tighlase. — 34 (D)At.
— 35 toe strid' tigia. eii. oera. — 36 blna tri. cöma. — 38 striid.
395% 3 ontfae. — 4 {B) ki. — 9 eii. — 12 en. — 14 en. —
16 äderda. — 18 Uan. toe. — 20 lad. — 22 soe. — 23 Uau. — 24 bi-
grauen. — 26 wirkt. — 29 en. schel. — 30 en. — 32 deytigh. — 35 en.
en. — 36 orkene. en. — 37 1 rickt.
395^, 1 schel. — 2 aghe. — 3 uan. — 5 kene. — 8 dya. Alter
Druck: dyo. — 10 uan. — 11 oe, — 12hya, hyo. — 13t\va. helghem.
— 14 wr.ld, das a ist lädiert. — 15 accgh.
Alter Druck, S. 29. Glosse: Dit is riucht. Dat gued an seta
bifeil a. Tien monade langh. Libbende oenda wrald coem. —
18 Uä. ouirlandis. mänes. — 20 ouirlädich. — 21 mä. ontfae. —
22 eil. — 23 fä. — 24 en. blna. dei. erfname. — 25 nimen.
Alter Druck, S. 30. Glosse: Ende di ora deel toe goedes tyenst. —
27 witane. Alter Druck: witä [neue Zeile] ne. — 29 (D)At. —
30 thingh. — 32 dae helghn. — 33 da. — 35 hy. — 37 da h elghum.
396", 2 ee mä. en. — 3 eii. — 4 tu am. — 6 hi. schada.
Alter Druck, S. 31. Glosse: schillingh. —
8 Uan. thingh. toe. — 11 so', n. 2: Bei Si^h. steht hier noch:
„so schel die schelta da bannere bieda, dat hyne to how bodie": ein Zusatz,
der in Fvv. fehlt. In dem alten Drucke jedoch steht auch: „so schel di
schelta da bänere bieda, dat hjue to how bodie." — 11 bänere. — 13 da-
ghen. hy. — 14 soe. — 15 selff toe. — 17 hym. — 18 thyoeghen.
soe. — 21 aesgha. — 25 liick twae. thoe. — 26 werde. Nyogen.
n. 4: Zwischen diesem und dem vorhergehenden Worte beginnt bei Seh.
ein neuer Paragraph, welcher die Überschrift trägt: „Hu ma een mä ferdloes
deth". So auch im alten Drucke S. 31 i. f. — 27 sdhclta. — 29 en. —
31 wir t. soe. eii. — 32 bräd. aeg. — 33 die. bäne. — 34 riuct. —
35 soe.
396'', 1 en. — 3 en. — 4 en. — 5 tIgia. — 6 blna. — 7 dei.
beer [neue Zeile] re. — 8 eil.
Alter Druck, S. 32. Glosse: Ferdloes De hoc uide in libro rodulphi
imperator/5 ibi dit sint da f i o u [neue Zeile] uer slettelen. Dit is di
d e r a. —
11 fria fria Fresa. — 12 bodct. wirt. eh. — 13 eii. greetw'd. nipt. —
18 Uan. — 19 mä. — 20 hi. fä. en. hl. — 21 pöd. en. hl. — 22 twyrasfl.
— 23 öriuchtane da. ontfae. — 25 hy. — 26 Uan. — 27 ee mä. en. —
34 en. eii.
DER ALTE PHUCK DER WFSTERLAUWERSCllEN RECHTE. 7
397^ 2 staö. — 4 hl. — 5 hi. — 6 boedschip. — 8 deer. —
9 dae. — 10 deer. — 19 en. aesgha. doe. en. ä. — 20 ede. eii. aesgha.
— 21 deytigh en. — 22 deytigh. eil. — 24 stride. — 25 tiuch, n. 3:
Seh. hier und liu. 27 „ tinch" für „tiuch"; n und u sind aber öfters bei
ihm vertauscht. Alter Druck jedoch tinch. — 27 tinch. — 29 hi. Alter
Druck: hia. — 31 bä sette se, — 32 hya. — 33 sage en. — 34 hi.
Alter Druck: him. — 35 bä. — 36 doe. fä. — 37 orkene. eii. — 38 aegene.
397", 2 stowad'. hya. — 3 en. — 5 doe. hy. — 7 hise. — 9 Uan.
tinge. — 12 dede. — 13 ee. — 14 ae. bitiget, tredde. — 15 hl, —
17 Uan. — 20 erwe. Alter Druck: eerwe. — 21 hö. comma, n. 6:
Seh. „coma"; Fw. „comma''. Alter Druck: cöma. — 23 hy. — 26 Uan.
seka, n. 7: Seh. ,,ne kan"; ich ändere in „seka", der alte Druck hat
Jedoch ne [neue Zeile i. f. und mit vorhergehender EubriJc] kan. — 27 eö.
— 28 to. — 29 I. — 30 en. naena. — 21 dee. oe. — 33 gaö eii. koniges.
— 34 orkene. he. gripede eerme' — 35 eii. öbroket. — 36 hia. Alter
Druck: hi, am Ende der Zeile. — 37 öschieldiga mäne. — 38 I. wollö.
398% 1 en. oew'ke. — 2 tiae. llnen. — 3 eckeren. Alter Druck:
ecker. oe. — 5 synf bure. — 6 lad. oe. da. — inw'ke tyae. — 10 warede
tyae. — 13 ee. — 14 I. en. soe. — 15 T, hi. — 16 sexasü. hellige. en. —
17 iae. da. — 18 wesse. — 21 schiedigra. wina. — 22 wit. Alter Druck:
wTt. so. — 24 nimen. — 25 kinden. Alter Druck: binde. — 27 elsa.
Alter Druck, S 36. Glosse: T wisch et. —
29 Uan. - — 30 lyoden. — 31 eil. mänes. — 36 da. — 88 banner.
398% 1 alsoe. — 2 pöd.
Alter Druck, S. 37. Glosse: So schil dat bUiuge da bänere. —
3 Uan. — 6 fiower thingh. — 7 1 ferd. — 8 hy. hy. soe. —
9 brecke en. — 10 brige hl. — 11 wepe. — 12 eil. — 12 hy deer. —
14 dat awa. Alter Druck: da tawa. — 15 hy. bihaldil sl. efi sl. —
16 deert awa. Alter Druck: deer tawa. soe. — 17 oetingere. — 18 ni-
men. eil. — 20 Uä. — 21 ymmö. — 22 eil. eii dei öbitiget. — 23 hi.
riucht^ stae. — 24 eil.
Alter Druck, S. 38. Glosse: So ne doer. —
25 Uä. — 27 eil. — 28 soe. — 29 dele. — 30 cHmen. — 31 oe.
öt. — 32 bitiget. — 33 en. fä hiare. — 35 oe.
Alter Druck. Glosse: So aegh di aesga. Den alre sibsta. Ilue-
ckera hiara di aeftera. Ende hueckera fä hiare —
36 Uä. — 37 neue. — 38 eü nifte. en. euen.
399% 1 cömet. age. I. faräe. — 2 en. moniäe. orkeschip, — 3 fä.
eil kaye. — 4 hl. — 5 age. — 7 eii. — 8 en. — 9 quick, en. en. age.
— 10 de. en. — 11 dele. eil. — 11 all', bina nachte. — 13 dat hit. Alter
Druck: dattet. — 14 hl. — 15 bäna. — 16 dis winters, sürners. — 17 wr-
fae. — 18 tigia. — 19 buirblieäde. forlore. — 20 oe. alier. — 21 oc.
oe. — 22 oe fyow'. — 13 schettil. soe. kaye. — 25 hl. — 31 hit dat.
— 34 en. mei. — 35 en. — 3 7 habbe, da.
Alter Druck, S. 40. Glosse: Ueddia schil riucht bodedeeld).
Dat fyrsta aller aerst. Aen schepna weed. Jcfta foer fol dcel
nima.
8
F. BUITENRUST HETTEMÄ
399", 4 hy. — 5 häd. wistera. — 6 fingere. — 7 en die. — 8 hyo
nabbe. meebodel. — 9 hellejner hidereth. oe. — 10 oe terp. — 12 pe-
ningen. — 13 blnia. — 14 peningen. — 16 Alter Druck: ^habbee.nde''.
— 18 helligha. — 20 moghe. — 21 blna. — 24 Uä. — 31 oe. —
32 Auf „worma" folgt in dem alten Bruche „Jef hyara etc.", siehe Fr.
Rq. 399, n. 6. — 33 Uan. — 34 (D)At. boedel. — 36 hyara.
400% 1 orkene. körnen. — 3 fyower. — 4 blna.
Alter Druck, S. 41. Glosse: Mit des koninges orkenen. —
5 (2))At. — 6 si. en. — 7 1. meebodel. hi. — 8 mitt' w'de. oe. —
9 de er. Alter Druck: der. — 10 qth {am Ende der Zeile). — 11 n. —
13 syn. — 14 oe da. Alter Druck: d'. — 15 seid. Alter Druck: sield.
— 16 Uä. öwillich. — 17 bitiget en. — 18 s o e. — 20 cöme. — 23 selfs.
Alter Druck: seif. — 25 (D)At. — 26 hy. — 27 mälikü. ymme. —
28 sprecke. — 29 huis keerl. Alter Druck: huus keerl. banere. — 31 quae.
400", 3 nimen. — 6 en hl ymme. op to. Alter Druck: op him to.
— 7 soe. seine. — 8 manlikü. hy. — 10 Uä söderinga. — 11 dis
aesga rinchte. Alter Druck: dis aesga riuchtes. — 12 bäne. —
13 mä. — 14 bi. — 16 lad. en. — 17 so. — 19 Widekin, n. 4: Der
alte Druck „Widekin"; Seh. „Ideken". Der alte Druck hat jedoch Ideken,
mit vorhergehender Rubrik statt eines Initialen. — 20merckum. Alter
Druck: merknm. — 21 dade. Alter Druck: da da. — 23 eynse. en. twä
Schillinge. — 25 hl. oe — 26 hl. öme. — 27 hixstes tredda, n. 6:
„tredda" ... aus dem Ms. Dons., nach Fw. p. 102, für das im alten Drucke
und bei Seh. stehende offenbar unrichtige „boeta". Da steht jedoch: boe
[neue Zeile] Ae. eynsa. Alter Druck: eynse. — 28 twae. — 29 peuinge.
ferlges. — 30 penninge en.
Fr. Rq. 439, 440, 9. — Alter Druck, S. 43. In dem alten Drucke
folgt unmittelbar der Titel : Uan da etc.
439% 1. Uä. konigen. eil. — 3 konigh. — 4 fä Deenmerkfl. come.
— 5 en. I Fraekera. — 6 eii. — 7 lad. woldet. — 8 en. here woldet, —
9 soe. — 10 konigen, hiare. — 11 ore. wönen. — 12 stodese. — 13 öme.
konigh. — 14 Kaerl. Alter Druck: Karl, hädschoech ötfalla; rächte hl. —
15 de. Alter Druck: di. — 16 eil. — 17 Hachese. — 19 Radboed. Alter
Druck: rabboed. — 20 om, n. 5: „om" fehlt bei Seh. und auch in dem
alten Drucke, he et. Alter Druck: haet. — 21 foeer. en. — 22 konigh.
— 23 hwät. — 24 I. — 25 wone en. Alter Druck: won een. — 26 tingh i a.
— 27 caepeden. Deldema nes. — 29 en. — 30 halde. ferst^.
439'', 3 eil. — 4 fä. saü see laden, hy. — 5 kerre. byiarade. —
6 cömen. — 8 da. — 10 deis. — 12 toefara. — 14 w'de. iena. — 16 eii
roer. — 17 hya. — 19 neena land. Alter Druck: neen aland. hya-
rem. — 20 toe. — 24 coe. — 27 Dae.
440% 1 hi.
440", 1 lyck. — 2 hyaerem. — 4 deer der in. — 6 eii to. —
9 lädriucht.
Fr. Rp. 440, 10. — 441, i. f. — Alter Druck, S. 45.
In dem alten Drucke folgt unmittelbar „Hyr bighinnet etc." auf
„lädriucht aller fresena", ohne neiie Zeile.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWHRSCIIEN RECnTE.
440% 12 eil. — 13 da. — 14 toe. — 15 heuö. - 1(3 do. — 18 all
afara. Alter Druck: alla [neue Zeile] fara. — 29 foer slayn. — 20 Fresc.
en. bifiuchte. — 21 häden mälike. — 22 wüne . — 23 herii. wcrO. —
24 Magn^. — 25 alr. — 27 werese. nake. — 28 k o n i g. heiO. hcrö. —
29 eil. — 30 likü. — 31 bislae. beere, likü. setlT'.
440*^, 10 I. söderlga. 'eil. — 13 dae, — 14 iecbtC'. — 15 ende. Ii)i
alten Drucke beginnt eine neue Zeile, der gefärbte Anfangsburhaldhc fehlt,
aber es ist dafür auf zivei Zeilen Baum ' (jdassen. — weoren. Alter
Druck: weer.
Alter Druck, S. 40. Glosse: Dae baedma da bereu gold. —
21 eil. — 23 fä. späde. — 25 so. tTi. — 26 eii. dioe. — 30 frest' ot'.
— 31 iecbte. konigbscbielda.
441*, 2 dfime. — 3 bänem. urbreke, n 1: F\v. wrbreke; Scb. \vr-
brcde. Alter Druck: wrbrede. da. — 4 ötgulde.
Alter Druck, S. 4(3. Glosse: Datse neen konlghscbiclda. —
7 bettere. Alter Druck: bettera. — 9 gul.den. Alter Druck:
guld. — 10 pster. — 11 düme. bänem. hyara. — 12 da — 15 eü. —
20 noerdkonick. wising. — 23 sexsta. Dae. Alter Druck: (Z))a. —
25 hyara. Alter Druck: hyra.
Alter Druck, S. 47. Glosse: Ayn saun sclanden. En bi riuclita
papeua ordel. —
30 saüda. — 32 iechte.
441'', 1 moste. — 5 eft'. bände. — (3 en. — 7 spreeckt. Alter
Druck: spreckt. wt'. — 10 da. — 11 diin. eii. — 16 en. noctdsche. —
17 heyde. -- IBbreef. Alter Druck: bref. — 19 da. — 20 crist'^.
reemde. — 21 konigh. — 23 folkere, n. 7: Fw. „folkere"; Seh. „folke".
Alter Druck: folke. trouwere. Alter Druck: trou were. — 24 eii. —
26 wayd am Ende der Zeile. — 27 blna. merkfl. — 28 almenfi. site.
Michiels. Alter Druck: michels. — 29 en. — 31 deer. Alter Druck:
eer, 7nit vorhergehender Bubrik; vgl. (TFjidekin, Fw. Rq. 400, 19 und dabei
auch diese Collation. breue. — 32 xxiiii \ä.drlucht, scheint rl zu sein. —
33 en.
Fr. Rq. 3, Sp. 2, — 29 i. f. — Alter Drnck, S. 49. Unmittelbar folgt
die Ueberschrift.
3 Hyr biginnet da saunteen kesta. Diese Ueberschrift fehlt in
den Fr. Bq. — 2 mänick.
Alter Druck, S. 49. Glosse: Also langh.
9 Uan frede alle goedes huesem fehlt in der Fr. Bq. — 10 husem,
m ist in dem alten Drucke lädiert. — 11 ponden. Alter Druck: pondem.
— 12 pund. Alter Druck: pond. — 13 saun penningen agripsera
peningen. — 19 dae.
5, 1 kerre. — 2 mötha. — 4 dae. en. — 10 koniuges {scheint ein u).
Alter Druck, S. 50. Glosse: Alle godes husem. Alle godes
manne.
17 tredde. — 18 mänick. — 19 obirawet. — 20 wine.
7, 1 wite. — 8 öriuchte. — 9 peningen. — 10 doe. — 11 biteykenet.
— 15 hl.
10 F. BUITENRUST HETTEMA
Alter Druck, S. 51. Glosse: Onbirawed. Datraet him mit tele.
Ende deer aeghneaesga. Deer dis edis wille. Ende als diaesga
nympt onriucht.
30 eil dera merka bi fyouw' ellick wede. — 31 eii.
9, 1 peningen. — 3 öbitigades tlglies. — 5 lyoda. — 7 fiifte. —
8 tredknies, n, 15 ..kines" bei Seh. und Fw. ist gewiß ein Lesefehler.
Alter Druck: tredkines. — 9 söder. — 10 atriid. — 22 en.
II, 3 pape. — 4 en.
Alter Druck, S. 51. Glosse: lefta caped. Uessa menedich.
karina schieldich.
16 ende. — 18 lädriucht. — 20 en. — 22 konighryck. heerde.
— 23 grima.
13, 1 achtende. Alter Druck: viii. — 3 wine. — 6 mä. — 8 hau-
dis. Alter Druck: hä [neue Zeile] des. — 10 he. — 11 wiitede. —
16 fyuchtet. — 21 mä. — 22 fiower. — 23 leetslachta, n. 24: Fw.
leekslachta, Seh. gar „leeckslachta": dennoch bin ich überzeugt, daß in den
Mss. „leetslachta" steht, und „c" statt „t" wie so oft verlesen und dann
dafür „k"' „ck" gedruckt worden ist. Alter Druck: leeck slachta.
Alter Druck, S. 52. Glosse: Huisman. Sikarade mit. xii. Et
potest hec lex anuUari ad multa hie posita inda landriucdt(!)
15, 2 penninghen. — 3 koninghes. — 12 capien omde riuchta
tins , soe agen alle fresen saun streta siehe Rq, 15, n. 17. — 13 rufi.
Alter Druck /ia^ Glosse nach „oen da lande" Rq. 15, 16: Ferdpcn-
ningen. Ferdpennighe.
18 ödere. Alter Druck: od'. — 19 dioe. dioe. da kyn. Alter
Druck: dat. — 21 hamersten. — 22 op to Mimigerdeforde. Alter
Druck: wt to irmegarda foerda, siehe Rq. 15, n. 20. eiä wt to eemda.
17, 5 lyoed merck. en. — 7 schilllgen. dae. hiara. Alter Druck:
hira. — 9 w't. efi. cüme. — 10 fä. koniges halle. — 11 nime. — 12 en.
— 13 Nach „follane" hat der alte Druck eii deer to ies to wariane,
siehe Rq. 16, n. 6: lin. 2. penige. tegheda. frese. tieda. — lin. 3 himel-
konlgh eil. dae eerdkonTgh. peninge. — lin. 4 wiitscip. hl. — lin. 5 p]en-
ninghe. — lin. 6 Freesläde. palese. — lin. 7 roe. cömen. pennigen. —
lin. 8 wiitedem. — lin. 9 oe. — lin. 10 he.
Rq. 17, n. 5, lin. 1 wiithum. diin. — lin. 3 koniges. — lin.
4 koniges. — 5 stupa hedene. frililiJce!
Text. 15 dae. — 25 (Z>)ioe. — 26 thore. — 27 dae.
19, 5 hyara. — 6 den. Alter Druck: dyn. — 8 aester. — 12 pi2J-
wyu. — 16 dae. — 17 thoe. da Flee. Alter Druck: dat. — 22 palmerz,.
— 23 roem. fare ew. — 26 mgrkü. da.
Alter Druck, S. 55. Glosse: Palm er t, romert,.
21, 12 tigferd. — 15 reylmerkfl. achteeda. — 24 lioedmerkü. —
26 wedü eü. — 27 ellic.
23, 1 fiorteensta, n. 11: Seh. „fyorteensta", Fw. „fioerteensta".
Alter Druck: fy o er teen s ta. — 3 efi. eü. — 8 mege. — 9 syu broder. —
11 id est. Alter Druck: .i. — 12 wrbroedt, n. 14: (so) im alten Druck
und Seh.; in Ms. Emm. dafür (nach Fw.): „urwislat iefta urkapad. ". Alter
Druck: wrbroedt. — 14 goede. Alter Druck: gode.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 1 ]
Alter Druck, S. 57. Glosse: infra I tercio iädriuodt Oeu syn ayn
g u e d.
28 fyftiende. Alter Druck: xv. — 30 miinis.
25, 2 merku. — xxiiii. — 7 hy. Alter Druck: hyt. — 9 age. —
11 laiidriucdt.
Alter Druck Glosse: Ueduen iefta m age den. Haud les<!na
ielda. Hyara ferd ar(!) So agen syn fryonden.
20 sex te ende. Alter Druck: xvi. — 23 frese (am Ende der Zeile).
— 24 merkO. — 25 en. scherä. — 26 eii. filä en. — 27 pint^. En. —
28 wrwönen eii .
27, 1 w'ter. — 3 doe. siin. — 4 häd. — 6 Haet. — 7 nachtbräd.
— 8 od'. — 9 doe. — 12 sine, h i i t, — 13 üriuchta. — 25 (D)ioe. —
26 en. konTgh. — 27 eii. — 29 eii. eii. — 30 all'manick. — 34 hetena,
n. 14: Bei Seh. und Fw. „an herena tinghe", worin ich das „r" für „t"
verschrieben halte. Alter Druck: herena.
29, 1 pjnde. — 2 meyma.
Alter Druck, S. 59. Glosse: By twira taele. wytc h i in seif.
Uued deen.
17 kesten. Alter Druck: keste. — ■10 fä. — 19 kapade. en. —
21 lade. eil. — 22 here en. — 23 huusmä. mote. — 24 eeft'. konigh. —
26 tigh en. tigh. — 27 high. — 28 mä eft' mä. — 30 wer. — 31 lad. —
33 w't. — 34 en alf nedöa. — 36 w't hl — 37 en.
In dem alten Drucke folgen noch einige Zeilen, tvelche von llichl-
hofen in der Note 13 abdrucken lieji: Un. 1 Wät. oe. da. — lin. 2 apostel.
Alter Druck: appl*. heres I. deer. Alter Druck: d'er. mfi. en. — lin. 3 stelO
töga, en. töga. spreke. mochte. — lin. 4 dae helle. — lin. 5 yten en. —
lin. — 6 nimmermeer. Alter Druck: nimermeer. Und loeiter kommt
die Lat. Glosse. Dann findet man im alten Drucke noch eine ganze Seite,
tvelche von liichthofen an das Ende der Berichtigungen stellt, lin. 2 Octa-
uianus. eerdsche. Alter Druck: eerdscha. — lin. 3 konigen. eii. —
lin. 4 lädriucht. dae israhelscha. — Un. 5 wat. sine lyoed. — lin. 9 alle
da. eft'. — lin. 10 mlra en. — lin. 11 en wird eeft'. — lin. 12 were.
octauianus. vespasianu*^. — lin. 13 claudi^' anthoniuus (!) — Un. 14 cüstä-
tinus. theodofius (!) galecianus (!) ualerianus. — lin. 1 5 konigö. iowc. lyode.
en lädriucht. en. lade. — lin. 16 söderlga.
Fr. Rq. 41, Spalte 2. — 79 i. f. —Alter Druck, S. 61. Unmittelbar
folgt die Ceherschrift „Hyr bigin et" etc. in der rechten Ecke, die jedoch
keine neue Zeile bildet.
41, 1 biglnet. xxiiii lädriuchta. — 3 lädriucht. — 4 hl. — 5 konigli.
all'. — 6 oe. sine, oe haue en oc were. en. — 9 hi. riucht. — 11 winc.
12 fä. — 14 koniges. — 14 herä. — 18 hl.
Alter Druck : Glosse : D a t aller m ä n i c k an da s i n e n s i 1 1 c.
22 needshyn.
Alter Druck, S. 62. Glosse: Dat h i m di banncre. Bäner. Neu
tigh keth.
43, 1 od' nedschil. hl. — 2 sil fiäde. w'stordc. — 7 crima. — 8 als
syn aesga. Alter Druck: als him syn aesga.
12 F. BUITENRUST HETTEMA
Alter Druck, S. 63. Glosse bei Rq. 43, 9: Alsoe sieck. —
13 iefta datter wima, n. 12: „iefta dattet wima" steht im alten
Druck und Seh.; Fw. p. 151 ändern „dattet" in „datter", und nehmen „wima"
= „wimmen". German. „vindemiare" bei Kilian p. 810. Sollte aber etwa
„wi ma" für „wi makia" stehen? Aber auch Giimm, Rechtsalterth. p. 850,
überträgt „wima" h. 1. durch „einernten" und das Br. Wb. I, 388 hat
„feimen". Der alte Druck hat jedoch dadet [neue Zeile] wima. — 31 hl.
45, 2 eii. „lioed" fehlt in dem alten Drucke. — 4 birawet. Alter
Druck: birawe. — 5 lyoedmerck. — 8 dae. — 10 cöme. — 15 liues.
Alter Druck, S. 64. Glosse: Forkaped iefta foruixled! Foer-
kaped. So faere hi an. Sond' schulde. Birawed. Dat hi up syn
ayn eerwe cöme. Hit ne se dat hioet seid habbe. Him dis liwes
mede hulp.
17 finse. — 18 „suther" fehlt in dem alten Drucke. — 19 kindes.
— 25 ede. höger. sterua, n. 19: Seh. und Fw. „stera". Alter Druck: stera.
— 26 kindes. — 28 kv. en coem. — 31 kind. stoc nake.
47, 1 da. — 2 neuil. en. — 4 oe. — 5 wiilda. — - 6 diin. —
7 hlii. — 8 siin liif. — 9 kld. — 11 siin. ede. — 13 en wit'neuil. —
16 öd', bislote. — 17 eii. — 18 kides. en. — 20 en. lag. — 21 öierich,
oe. — 22 oe. höger. naet.
Alter Druck, S. 66. Glosse: Eii syn fad' deer.
49, 7 mä. — 8 lade. — 9 w't. — 10 hwile. en. — U lad. — 12 oe.
— 13 eil. bä. — 14 sil. — 15 en öbritse. — 18 lioedmerkü. — 19 schil-
llgen. — 20 koninhes.
51, 1 u. 2. hy, n. 6 u. 7: Seh. und Fw. „hyt", welches ich in „hy"
ändere. Alter Druck: hyt. — 3 schollga.
Alter Druck, S. 67. Glosse: Jowt hiara dochter aen flette. —
12 hwä. — 13 riucht'. — 16 eii. — 17 ladest. Alter Druck: ladeste.
— 18 „hi" fehlt in dem alten Drucke. — 20 en. en. — 21 en. — 28 fiiftiga
wike. — 24 „bifindane" fehlt in dem alten Drucke, „toe" steht unten am
Ende der Seite, die neue Seite beginnt mit „Ende". — 25 en. — 27 cömane.
twam, n. 18: Fw. und Seh. „twaen", gewiß ein Lesefehler. Alter Druck:
twae.
53, 1 an, n. 3: Fw. und Sch. „aec", wohl nur verlesen. Ein Gleiches
dürfte bei „bringane" stattfinden; vgl. Ems. I. Alter Druck: aec. — 4 boka.
Alter Druck: boke. — 6 tuä roemfare. — 8 mäna. — 14 brore. — 15 wif.
— 17 hl. — 19 foermöd. — 20 deghe. — 25 ede. — 27 hy. â €” 28 kynd.
winne. — 29 toluasü. — 30 flow' mod'. — 31 friöden.
Alter Druck, S. 68. Glosse: Ende syn fedria nel naet. Dat hy
een knee nyer se.
55, 6 saunde. Alter Druck: viide lädriucht. — 7 eemes, n. 5:
Fw. „eemes"; Sch. „eenes". Alter Druck: emes. — 8 en. — 9 eii. —
10 söd'. — 12 mä oensprect. Alter Druck- üsprect. — 13 öriuchter.
— 15 eerue. all'. — 16 fi-esea.
57, 18 achtende. Alter Druck: viiide lädriucht. — 20 sil. tvä. —
21 eü to. — 22 fä. — 23 cöme.
55, 28 (siehe n. 10) banthern, n. 11: Fw. „banthern": Sch. „ban-
theren"; im Ms. Emm. steht (nach Fw. p. 161) dafür „benethe". Alter Druck:
banthef w'pt. mä. — 30 slai. — 31 bame. hülse. — 33 toluasü, en.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 13
57, 1 übrigh. left'. — 2 edma. — 3 daed deller. Alter Druck:
daed dell'. edma. — 4 so (!). — 5 oe. — (5 mäna. ede. aegiua hü —
7 lädriucht.
Alter Druck, S. 70. Glosse : satis d'claratü est inda xvste kest in
alle Endma queth. Endma dis dulgis iecht. —
24 nyogende. Alter Druck: ixde lädriucht, — 25 hw'. mä, —
26 friüd. endese. Alter Druck: eii se. — 27 oe hl fluchte — 29 en. blna.
59, 2 swarre. Alter Druck: sw'r. — 3 oe. — 4 dee. nee. — 6 da.
— 7 he. — 9 hueer. — lO en. dulg oe, bame. — 11 slage is, mä. --
12 hülse, toluasfl. — 13 onswara. Alter Druck: ösw'ra en. neen. Alter
Druck: nen. — 14 oebrigh. — 17 tiende, n. 18: Fw. „dat tiende"; Seh.
dat xste. Alter Druck: (Z))At xvste. — 19 bäte, mänes. — 20 ütsuara,
— 26 syaen. him. Alter Druck: hem, — 27 ketelfägh.
Alter Druck, S. 71, Glosse: lefta kneppa werpt.
61, lo w'pt, rderis. — 16 toluasü. ontswara. Alter Druck: üzwara.
— 17 ede, — 18 foräderien.
Alter Druck, S, 72. Glosse: Uan rederis hoern.
31 onwittenda. Alter Druck: onwitenda. — 33 onuilla.
Alter Druck. Glosse: Unieriga kynd. Uvrbeck deth. Haet so
hit de th.
63, 29 trettienste. Alter Druck: xiiiste lad riucht, — 32 eil. liode.
— 33 lyoedmerkü. — 34 eii. pöd.
6."), 1 koniges. — 2 bä, eil. — 3 lag. üriuchta, — 5 xvi (!) schil-
llgen. — 6 konlges.
Alter Druck, S. 73. Glosse: Dat xxiii ste lan dr inch t (!). Onriucht
birawed.
63, 10 fiaertienste. Alter Druck: xiiiiste lädriucht. — 11 hua.
äderem. — 12 en. — 14 w'd cn. bä. — 15 diJliachtes. — 16 efi, — 17 en.
— 18 need veer. Alter Druck: needv'. — 19 eii. — 20 hi. — 21 en.
helpane. Alter Druck: helpae. — 22 ö. bl. — 23 cöme. vas. In dem
alten Bruche folgt noch, tvas von Jiichthofen in der Note 11 auf }). G4
seiner Eechtsquellen abgedrucM hat: lin. 1 Hw'so. mä. odert mänes. en.
blna w't. — lin. 2 da. söd'. efi söder en.
Alter Druck. Glosse: Dat xiiiiste 1 and riucht. En to huis.
Tuibeet. Need w'. tuy heet(!).
65, 12 fyftiende. Alter Druck: xvde lädriucht. — 13 hw'so.
uapel. — 14 en, sw'tesulge. — 15 mä öschieldich, — 16 bilt. öriucht.
— 17 sonnendeis. Alter Druck: sonedeis. — 18 eisa, — 19 ont-
swere, n. 15: Fw. „ontswerre''; Seh. ontswara. Alter Druck: ütsw're- —
26 sextienste. Alter Druck: xviste lädriucht. — 27 hwerso lawiget.
Alter Druck: hw'so lawa lawiget. — 28 v'det. hädö en,
67, 1 sust'. bernes. Alter Druck: b'ns, üueen. — 3 da, — 5 od'
frionden. Alter Druck: froidef!) — 6 hje. en. — 9 fä d', penigh. — 10 fä
all' likes häd.
Alter Druck, S. 74. Glosse: Huaso deer sibst.
16 sauntienste. Alter Druck: xviiste lädriucht. — 18 kld. thore
äderda T' lad. — 19 ü mee teel, — 20 kld. äders. — 21 äderda ö. —
22 secke. doe eii. — 23 lioda \Mrieht.
14 F. RUITENRUST HETTEMA
Alter Druck. Glosse: Ner om meeteel. Anders schulet hia.
26 achtienste. Alter Druck: xviiiste lädriucht. — 27 hv'so. mä
ödere. — 28 ä.
69, 1 hl ved' äderda. — 3 datt5 he, — 7 rawet. Alter Druck:
rawed. — 8 stelle. — 12 mä. — 13 w'd. mond'. — 14 euen. — 17 eii. —
18 w'stolen w't. — 20 frone. In dem alten Drucke steht fr. me, nur
mit dem Beste eines Buchstabens, ivelcher der Form nach nur ein o Tcann
gewesen sein. — 21 sin ield half, siehe n. 8. In dem alten Drucke nur
ield allein, oera.
Alter Druck, S. 75. Glosse: Ander da dis selua deis. Need raef,
nacht brand.
26 nyogen tiens te. Alter Druck: ny oghenteensta landrmcAi. —
29 an. Alter Druck: aen.
Alter Druck. Glosse: Eciam uide supra de iure pretorio. Dit is
riucht hweersoma een wyf an nede nimpt etc. Et eciam uide de
materia eadem Inda fyfteenda kest etc.
71, 5 twintigste. Alter Druck: .xxste. — 7 da manne, n. 7:
Seh. und Fw. „di man"; offenbar unrichtig. Alter Druck: di man. — 9 t'a.
— 10 bä.
Alter Druck, S. 76. Glosse: Twybeet.
14 een ende twintigste londriucht. Alter Druck! .xxiste land-
rircdt. — 16 ütankes. — 17 ötankes. — 19 en. — 24 I. — 25 lad
cüme. — 30 koniges. — Sllyoeda. — 32 hi dede. Alter Druck: hy de da.
Alter Druck. Glosse: Syn ayn schalck waes. Alshim syn hera.
75 Unmittelbar ohne tfeberschrift folgt auf die vorherstehende lat.
Glosse: Elkes wiues weetma etc. siehe Rq. 7 5, n. 4. — 7 wiues. — 8 pöd.
elsa. — 9 eil. penige. edelwives. Alter Druck: edel' wiues.
Im alten Drucke folgt jet^t wieder eine lat. Glosse. Und danach :
73, 25 twee ende twintigste. Alter Druck: .xxiiste. — 26 läd-
riucht. hwä. — 27 lad. — 28 en. — 32 aldfad' ede miin. — 33 namese,
siehe Note 10. — 34 di di aesga. — 35 wiit.
75, 14 tria ende twintigste. Alter Druck: .xxiiiste. — 25 läd-
riucht. — 20 bloedrineda. — 21 für. — 22 blnena. — 24 so. toe. —
25 eil. — 26 ede. — 27 merken. Alter Druck: merkum ede. — 28 ieldü.
29 eil. peiügen.
77, 2 soe. — 3 ede. gögh nioge schere. — 3 ne, n. 2 : (so) scheint mir
es heißen zu müssen für „nen thera" bei Seh. und Fw. Alter Druck: ne-
thera. — 5 dwae. hl, — 6 berschlses kepa. — 7 bina etmelü. — 8 dvae.
— 12 himelriick. — 13 w'de. — 21 fiower ende twintigste. Alter
Druck: xxiiiiste. — 22 lädriucht. hueersoma. — 23 mä. — 24 fare.
25 bräde. gliäder. — 28 barnt. Alter Druck: baernt. — 29 ede. —
30 wer:,. — 27 w're. — 32 dae. — 33 iechtä. cüme. — 34 flow' hernü.
79, 2 briga. — Shyto. — 4 lädriucht ütfaen. — 5 en. — 7 dtne.
— 8 wr tvonuen so. — 13 wrielda. Alter Druck: wrielde. — 15 lioed.
Alter Druck: liued. — 16 dae. hellighem. Alter Druck: hellighen. —
18 merek. — 19 dae. — 24 w't. lioedwarwe. Alter Druck: liued-
warue. — 28 andera. Alter Druck: andere. — 29 scheda. Alter Druck :
Schede. — 33 liodem. Alter Druck: Hoden.
DER ALTE DRUCK DER VVESTERLAUWEKSCHEN RECHTE. 15
Fr. Rq. 420, 6 — 421, 16. Alter Druck, S. 7 8 i. f. — 83 i. m.
Unmittelbar folgt die ü eher Schrift: „Hyr bighinnet" am Ende des
24. Landrechtes, bildet jedoch eine neue Zeile.
420*, 9 byo een. Alter Druck: hyoe en. foermüd. — lu ymiiu'
aegb et. Alter Druck: agbet. — 11 wise,
Alter Druck, S. 79. Glosse: Soc seil byo .xil. ieer ald wessa.
14 omme, das erste m ist lädiert. — 16 fä. — 17 fä ocht. — 18 f;i
sade fä slate. — 21 fä. — 22 zwara.
420^ 8 da. — 10 lae. — Vi en. — 17 lädbera. — 21 doö. agO.
— 22 gae. — 23 Ysaac. — 24 bioedlikja, n. 11: Fw. „bloedlika";
im Scb. verdr. „lioedlika". Alter Druck: lioedlika.
421*, 1 en. — 4 nimen. — 6 ö.
Alter Druck, S. 80. Glosse: Aegb di balfbroder. —
11 balfbrod'. — 13 fraed. — 15 geec. — 16 mänes en.
42 P, 1 spöste. — 2 en. w't. en. — 3 b'the. — 4 spöste üdrein. —
5 lede vTine en. — 6 der. Alter Druck: de er. to d'. — 8 öaefte. — 9 da.
mira. niote. — 11 mote. folbrod' en. — 12 fu. — 13 dfi. — 14 comen.
Alter Druck, S. 82. Glosse: Oen aefte bern teyn.
Fr. Rq. 33. Spalte 2 — 39 i. f. Alter Druck, S. 83 i. m — 84 i. f.
33, 1 acbt. Siehe n. 6. — 2 tighaden. — 12 eii.
37, 27 ief ma. Alter Druck: ieftnia. — 28 niüthere.
35, 37 dae.
33, 25 nipt. — 27 dröpel. bya.
37, 13 oe syn. — 17 mei.
3ü. 14 bueerso. — 15 mä. ödere. — 16 en. — 17 en. badcu. —
18 eii alsoe. — 24 de da. Alter Druck: Jccda. bieda.
Fr. Rq. 401 — 410, 15. Alter Druck, S. 84 i. f. — 102.
Unmittelbar folgt dieses liccht auf die Wenden, ohne Ueberschrift.
40!*, 8 ladie, das l ist lädiert. — 9 comme. Alter Druck: cnme. —
11 mannen. Alter Druck: mannem. en. — 17 riuchtelic. — 19 bi. —
21 cöme. — 23 capellö. deer al byr, „al" fehlt im alten Drucke. — 27 en
capelle.
401'', 3 ende. Alter Druck: an de. — 5 iena. übanplicbtich. —
6 ienna. Alter Druck: ienne. — 7 capellfl. — 8 tlmerad. — 10 mIra.
iua. scbieldü. — 13 onbanplichtih. — 16 iuw'. — 17 seluis. w'd. —
21 wiliga, n. 8: (so) steht hier bei Scb und Fw. , und i.^t kein Sclneib-
febler, sondern eine Umstellung von wigiia ifascinum): in Hettemas Jurispr.
fris. II, p. 262 steht d-dtür tvt/tgicn . . .; vgl. über das Wort Grimms Mytb. 581.
1)H alten Drucke steht jedoch wiliga. — 23 brige. moninge. Alter Druck:
moninga. — 26 wite. — 27 da iena. iena brIge en iena. — 28 en.
üriucbte. — 29 wroglge. w'biede. bäne.
402*, 1 en. en — 2 connil en möge.
402'', 21 en. lad. — 22 vike. — 23 scbiller. Alter Druck: schür,
cüma. — 24 cöma. — 25 cboerbis [neue Zeile] cop. en. isigel. — 26 rcn.
fingb'liin. — 27 also, sud' — 28 cöma. — 29 sldia all'. 30wrherigha.
— 31 wrberig. Alter Druck: wrhericb. — 32 en. en fulr. — 33 b'the
bore en.
J6 F. RUITENRUST HETTEMA
403", 1 onforlore. Soe. Alter Druck: fol. — 2 pster. kede. — 3 mäne.
— 4 ede. dage. — 5 decke, he. — 6 Schillingen. — 7 deckes. — 11 bä.
— 12 lädriucht öforlore. — 13 pster. tziese. — 14 oe. brigen. — 16 da.
— 17 hl. decke, ferdbä. — 18 bäne. hl nimme. — 19 öriucht. — 20 bä.
— 23 möde.
403^,2 leeckmä. — 3 eedswara. Alter Druck: eedsuera. — 5 decke.
— 6 Jjster. äd'. — 7 v'den. — 8 hodd'. seckwird. Alter Druck: seck-
v'd. — 9 weervd cüma. — 12 om fibhe. — 13 so. enichna. Alter Druck:
enichne. — 15 toluasü. da. — 16 bä. bete, h'mscheed. — 17 öschieldich.
— 19 heiligen. Alter Druck: hell igen, apostolorü. — 20 sexasü. —
21 mä. — 22 oe. — 23 en. — 24 onschieldi ch, n. 14: „onschieldich";
Seh. „schieldich". Alter Druck: scliieldith. — 26 sde.
404% 3 wroget. Alter Druck: wrogiet. — 7 eeu. Alter Druck:
ene. leeckman. — 12 di. Jef, heine neue PeriJcope im alten Drucke.
faxfägh. — 13 toluasü. — 14 öriuchta. — 16 hi. — 19 di. — 21 on-
riuhta. bä. Jeff. — 24 sexasü. — 25 d eis. — 26 Jeff hi. hi. —
31 fiarda deis. — 32 bä.
404'', 2 öder. — 5 se se onschieldich. — 7 oe. hise. — 10 afta.
Alter Druck: aefta. — 15 mä. en. — 16 ädert en. — 17 eii. — 18 en.
mogede. — 19 hi. — 20 wett'. — 22 hi. — 25 w't. hy. — 28 fyaerda.
Alter Druck: fyarda. — 39 hi. — 32 tzierkü.
405% 3 cöma. aegh. — 4 toe ban. — 6 bifellane. Alter Druck:
bifelläne. — 11 wiue. — 13 seydt. Alter Druck: seyt. — 15 hy. —
16 naet. Alter Druck: nae. — 17dae. — 18 hl. brigen. — 19 hi hl. —
21 dae. — 24 hi. — 25 mei, ief. Alter Druck: iof. „hi" fehlt im alten
Drucke, vil.
405^, 1 tingh, ief. Alter Druck; iof. — 13 dnl. — 17 en. —
18 deckes halü. — 19 pster en. — 20 dae. häd.
406', 6 volde. — 9 viiede. — 11 lyc. — 12 manna. Alter Druck:
ma [neue Zeile] na. — 13 hy blna. — 15 öt. cömet. — 16 da. —
17 puestes. — 18 Dis. Alter Druck: Is, mit Baum für einen Szeiligen
gefärbten Anfangsbuchstaben. — 19 sldiane. en. — 20 huismä. imme.
pster. — 21 blna. — 22 all', en. — 23 cijt. — 24 pster. sldia. — 26 riuct.
capl'la. — 33 hya deer. Siehe n. 10. — 29 de. duae.
406'', 3 wrworde. en. tzierck wey. — 4 hi. flow'. — 5 flow', möge.
Alter Druck: möge. — 7 criste dwae. — 8 nede. — 9 sIt. gad'. 10 vessa.
fiower uegen. — 12 mei. — 13 heerwei. tzierckwei. — 16 syned-
iucht. — 22 föt. biriind. — 25 dy eughel. — 26 sonda dae hermscheed.
407", 1 Herdrick, n. 1: Der alte Druck: Hendrick. Alter Druck /<f/i
jedoch, herdrick. — 3 pennIg. — 7 bä. — 8 en. schillingha. Alte
Druck: schillegha. hiase. Alter Druck: hla se. — 11 en. — 12 fachtü.
helligü. — 13 dorem. Alter Druck: der. sid. — 14 oetiugh da. — 16 v'p.
en. viiede. — 17 eii. dee. — 18 eii. oe britse. facrilegiü en multas. —
19 äd't. — 20 sacrlegiü. — 21 en multate. — 22 en. leke. oe. — 23 hel-
lige toluasü. ontsuaren. Alter Druck: ösuare. hi aeg. Alter Druck: aeg
hi. — 24 oetiugh. — 25 drect hi. — 26 scheler. Alter Druck: schelr
ö. söda, — 27 h'mscheed otfae end'. bä. — 28 saü.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 17
407'', 2 sacrilegiü. — o gretane. Alter Druck: greteue. — 4 swi-
gia. Alter Druck: swigie. sacrilegiü en. emuitatem. — 8 synd. ontiuch.
Alter Druck: o^ntiuch. breckt. — 9 hl. — 10 bfi. — 13 onbänena. —
14 aerste. Alter Druck: aersta. — 17 iechtw'd. pster. claghet. —
24 od' oen. Alter Druck: an. paesha. — 25 oen. Alter Druck: aeu.
pinxstera. — 27 kv.
408*, 1 tornsdei. monedej. — 2 ä sIte. alre. Alter Druck: alra. —
3 selcua. — 7 ädert, en. — 9 pst'. — 10 ü. di. bitiget. — 14 toe. —
15 ötfingh. — 16 eil. — 19 sTnena. — 21 neue. — 22 dwae. — 24 hi.
— 25 hi sine. — 29 peninge o städena. — 30 wepe eil.
408'', 1 oentiuch. Alter Druck: oentiugh. — 3 scMeldieh. soe.
hy. fliehte, soe. eii. — 7 möd. — 8 schillenge. — 9 söda. ötfaen. — 10 eil.
— 11 wille en, ö. s wertasuengen. Alter Druck: sw'tasueg. — 12 d'
cristenheed. hl. nemen. — 18 hermrcheed. wfitse. — 14 eli synr. —
15 Hweerso. Alter Druck: w'so, mit dem getvöhnUchen Raum, mänes.
howe. — 16 en. wöne. — 17 bikänen söder wrogiga. — 18 en. syne.
Alter Druck: synre bä. — 19 hwät. en Goliat. Alter Druck: Golias.
— 20 konlga. — 24 wrwönen. — 25 wett'cäpe. — 26 hl. — 28 Umme
siehe n. 14; in dem alten DrucJce kann dies die üeberscJirift bilden, da
die gcivöhnliche Itubricicrung vorhergeht; doch ist dies auch der Fall beim
vorhergehenden Satze-, nu schilma u. s. iv. bis Schillingen, weßhalb man es
besser nicht als Ueberschrift betrachtet, zumal in diesem 15. Paragraphen
nicht von „tziisordel" die Rede ist. — 29 dat. Alter Druck: da, tziis-
ordel. — 31 wallede. — 32 ünaemd. iefta. Alter Druck: offta.
409*, 1 sikerlga. wallende. Alter Druck: wallend a. — 2 uier.
da. — 3 en. In dem alten DrucJce folgt, vom vorhergehenden Satze durch
eine Rubrik geschieden , mit rubriciertem Anfangsbuchstaben : Um dat
handyrse also: es sieht aus, als ob es eine Glosse bildete. Vgl. Fr. Rq.
409, 7 und daselbst n, 3. Dann folgt eine lat. Glosse: Duella et purgacües
wlgares u. s. w., siehe 1. 1. n. 3. — hl. i. ketelfägh. — 5 diue. — 6 en. —
9 en octauian^. en al. — 10 schette. hi. — 11 kerre. iowe. — 12 een.
Alter Druck: en. — 15 liue, sine, b.tterie. — 16 kolck, quick. —
20 binde. — 21 da. — 22 söde riouwe. — 23 en. hl. bä. — 24 schil-
ITgen. ief hyse. — 25 en. — 26 hiara. Alter Druck: hara.
409'', 2 sittede. en. — 3 en. — 5 LXIII. Alter Druck: tria en sex-
tich. schillTgen. — 6 wecrso, mit dem gewöhnlichen Raum. mä,. — 7 ünaed.
toluasü. — 8 üswarane da. aegh. sTd. — 9 enich. Alter Druck: enigh.
oetiugh. hl. — 10 bä. merke. — 11 en. eil. — 12 manslahta. — 15 hise.
— 19 öd' ghlg. — 20 hl. — 21 ö. söda. h'mscheed ötfae. — 22 bä. en
sextich shillJgr.
Alter Druck, S. 100. Glosse: So aegh di foermond dine ker hör
hise haudie. Mitta suirde. So hise to bim nime.
410*, 1 netta mitte. Alter Druck: nette mitta. — 2 kerck
stal. alt'. — 3 pster. — 7 hya. — 8 mitts. — 10 dan dan hit. — 12 eeu.
410^ 5 aeftlyck. — 6 haechtidü. — 10 hi. — 11 to da.
GERMANIA. Nene Reihe. XXIII. (XXXV.) Jalirg. 2
lg F. BUITENRUST HETTEMA
Fr. Bq. 410, 15 bis 420, 6. — Alter Druck, S. 102 i. i. Ohne
üeberscJirift i folgt umnittelhar auf die tat. Glosse des 23. Leendrechtes :
(D)At is riucht.
410% 18 ontfae. — 19 pöd. — 22 pennigh. — 24 pöd.
410'', 15 hya. — 17 nioge. soe. — 18 siinre. — 20 pöd. —
22 hyae. — 25 dae. faders fehlt, siehe n. 4, auch für die in Klammern
stehenden Worte, welche also fehlen.
41 1*, 2 siut. — 5 diin. — 14 fyff. — 15 ieff hyae. — 23 aghen.
— 24 siine. — 26 eue. — 28 sii.da. — 30 alague. Alter Druck:
alangne. — 32 fägen. — 33 pennigen. — 35 age hl. — 36 möd.
41P, 2 fägh. — 3 en. — 4 eü tuä. — 5 pöde. — 6 deitig. —
8 da. — 9 hi. iae flow'. — 10 pöd en. elsa eii. — 11 tweintich. —
13 tredda. Alter Druck: t [umgekehrt] reedda. — 17 menteel. Alter
Druck: meenteel dae fryonden. — 18 nachte. — 20 fägh. — 21 twä.
— 22 bysecka. — 25 twiischet. — . 28 sprecktma. — 29 sine.
— 34: rincht. riuchte. Alter Druck: riuchta. — 35 agetoe. — 38herem.
Alter Druck: heren.
412"^; 3 Houwe. Alter Druck: iouwe, vorher ist der Spieß deutlich
sichtbar, ist daher einem l nicht ähnlich. — 10 Nn. — 14 oe. — 15 oebrig.
17 onschieldich. Alter Druck: oenschieldich. — 19 hellige, naeme.
Alter Druck: naemt. — 21 hy. oenbrigh. — 25 here, — 27 alsoe. —
30 lad. — 31 siin liif. — 37 haulesene.
iW', 2 toe [neue Zeile] „bannene toe" fehlt. — 8 ferthe. Alter Druck:
ferste, fluchtende. Alter Druck: fiuchtane. — 10 onrincht. — 12 bi-
wiis. — 13 wiisd. — 19 tredda. Alter Druck: fiaerda. — 29 banne.
Alter Druck: bauna. — 31 hi. — 33 betha.
413", 3 bityogha. — 4 koninghes. orkenen. Alter Druck: oer-
kegen. — 5 thyoegh. — 10 feyt. — 12 so. — 15 toe. — 21 ko-
nlghes. schilma. Alter Druck: schima. — 23 cüma. — 25 burgha.
Alter Druck: burghia. fana. Alter Druck: fanna. — 26 hi. — 27 ene.
Alter Druck: ena. — 28 mttier. — 30 toe. — 32 hi. mit. — 34 dae.
oebringh.
413\ 3 siin. — 4 flet. — 10 sprect. — 11 hl. din. Alter Druck:
dine, — 12 eiden eii. — 18 v'dane. Om bildet heinenfalls eine Ueberschrift,
allein eine neue PeriJcope; siehe Fr. Eq. 413, n. 10. — schilma. Alter
Druck: schima. — 22 nome. — 24 so. shhillet mitt'. — 27 ede. —
30 houe. — 31 ä hefte en. — 32 owald. — 33 en dey en. — 34 öriucht.
414% 4 hi. — 5 bisect. — 6 hy. — 7 bitinghet. Alter Druck:
bitinghed. — 8 eii, — 9 saü. da. ösuarane. — 13 konigh. — 19 siue.
22 rmigius. — 30 da. Alter Druck: dis. — 32 stovyen, u. 3: „stovyen"
(staben) lese ich für das bei Seh. stehende „stroyen"; Fw. „stoyen". Alter
Druck: stoyen. — 33 orkeschip. — 35 ede. — 36 tinget. Alter Druck :
tiuget. tingh. Alter Druck: tiugh. ende. — 37 laste, schilllge. — 38 bä.
414% 3 aghe. — 5 so. — 6 en. — 8 di. — 14 bänena, — 15 tingh.
Alter Druck: tiugh, vorde. — 18 bannene. Alter Druck: bannane, —
19 gügha. — 20 huus. Alter Druck: huis, — 22 tie. — 23 dae. ~
30 en. — 38 w't,
415% 1 schillinghen. Alter Druck: schillenghen, — 2 tuae. —
3 disse. Alter Druck: dissen. mä. — 5 hl, — 6 da, — 9 Alle. Alter
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 19
Druck: Le, mit dem gemalten Anfangsbuchstaben A. — 11 da. baue. —
12 wäuirke. — 13 orkeschip eii. wäw'ck. — 14 w't. ißs. — 15 twä
schillige eli. — 16 ä w'ke stau eri. wäw'ck ä. -;— 17 v'ke briga. en. —
18 dage. hl. bä. bifeile. — 19 eii. — 20 ies dil. — 22 tu;T schilllge,
eil. — ä v'ke stae. — w'tsa. — 24 ieer ende {mit gekehrtem, d). —
25 tuae schillige. pöd. — 33 wanwr'ke. dae. — 35 daghen. Alter Druck:
dagh em
415'', 1 lest. Schillinge. — 3 tinghe. Alter Druck: tiughe eü. —
6 soe. — 8 halde. dis tornsdeys. Alter Druck: des tornsdei. — 9 dis.
Alter Druck: di. — 11 soe tingh. Alter Druck: tiuegh. — 13 hy. w't.
so. — 15 Schillinge efi. — 16 ponde. — 17 wrheerghens. — 18 so.
— 23 häd. mitta. Alter Druck: mitrer(!) — 24 ruc}d. — 26 fote.
diin aeg. — 27 ea. halde. — 28 Ida, sitten. Alter Druck: sitt3 en
diin. — 29 wirtze. — 30 himerik. cöt fä. — 31 en. fote. — 32 wä-
wirke. — 33 edma. — 35 orkescyp. aeg. — 36 wäwirck. tiaede. — 37 en.
scehl. — 30 End'. wäwirc. en.
416", 1 scelta. — 3 sIt. bänea. deren. Alter Druck: d're. bäne
eii — 5 habbj. iest. 6 w'berd. schillinghen. Alter Druck : schilleghen
eii. — 7 eii. tighe. — 9 tlghia. — 9 iv. Alter Druck : .iiii. efi. — 10 tlgh-
lyckü. — 11 en. — 12 bäne. tIghe. — 15 aesgha. — 16 bannen. Alter
Druck: gä,nen. Soe. — 17 scelta. — 18 oen. Alter Druck: eii. läd-
nathe, scot. — 20 bänene riucta. so. — 21 dera tolua saun. Alter
Druck: dera toeluasff. eii. — 22 bitlghj. — 23 bitiughia. Alter Druck:
bitinghia. — 24 bitighet. tiug. Alter Druck: tig. ghlsen. — 25 nv.
di. bänene. — 26 riucta. — 27 en. sine lädnate. — 28 schield/ch {das i
umgekehrt). sTt. neidä. — 29 bitighed. — 30 en, — 31 eii. — 32 schil-
llge eü. — 33 pöd. — 36 iw'. w'd. bänena.
416'', 1 eii. öbanplichtich. — 2 tiaede en temede. — 4 bänena. —
5 se. blna. — 7 hl. — 12 eii. lad. — 13 möge. — 14 helligu sw're. —
15 bänena. — 16 lägera. hör eii. — 17 en. — 18 gae. — 19 sw're. da.
da. Alter Druck: ba. fotä. — 20 en. stae. — 22 möge. — 23 en. sw'ren.
uu. — 25 ducke, da. — 27 tioech. Alter Druck: tioegh. toe. — 28 datt.
— 29 wett'gögen. bänena. eft'. — 30 benedict^. tot. Alter Druck: to. —
31 v'ke. en. — 32 öder. — 34 ingongen. Alter Druck: ingüg. w't.
bänena. — 35 benedict9. — 26 dine. eii. wett'.
417", 1 ieust. — 2 tuä Schillinge, v'ke. — 4 w't. vett's ingüg. —
5 cde. euenacht. — 6 w'berd. — 7 Schillingen ende. Alter Druck: schil-
ligen en. — 8 pöd. w'ke. — 9 w'ke. — 10 iest. tuä Schillinge. — 11 dae.
pöd. — 12 v'ke. aesga. — 13 bannene, entweder ein undeutliches 1 oder ein
Spieß steht vor diesem Wort. — 15 hl. — 17 age hl. - 18 athe. möiune
hi. — 19 se. Alter Druck: fe. v'ke städe. — 20 v'ke. — 21 bräden. —
24 bänena. — 25 dyck. — SO aesgha. — 34 bete. — 37 bisisten.
417'', 4 konlges bä. — 5 Schillinge, — 6 huismä. — 7 dim. —
8 meescher. — 9 allika. — 12 w't. bete. — 13 tuä, — 14 huismä. oe.
eener. Alter Druck: eenr. — 15 meensch'. eri. — 16 eenich. Alter
Druck: enich. wrsch'. — 19 mä ö ee. — 20 ä. Ollka. bischoie. — 21 koniges
orkenö en. lädnate. — 22 w'delta. — 23 dee. bete, iest, — 24 twä. —
25 huismä, tige. — 26 sil. dulue. efi. — 27 eil. — 31 cöt. — 32 stelle.
2*
20 F. BUITENRUST HETTEMA
en. da. — 33 iest. nime, en [auf der neuen Seite noch einmal:] ende. —
34 ädert. — 35 Ick. Alter Druck: (-Z)C. iest ane. — 36 seed. stelle. —
37 ädert, — 38 hiraived.
IIS'', 1 flow' elsa. — 2 penig. öriucht. — 3 iest. — 6 fisen.
edma. — 7 bl. brickt. hl. — 8 w't. — 9 higia. bynda. Alter Druck:
bllda. bänei^ hl. — 10 bynde eii. da. Alter Druck: d'. — 11 mä. —
13 (i)eft'. föde w't eii. — 14 nimen eft'. eü blna. — 15 age. eR. mä. —
16 föden. — 17 (/)eft'. — 18 edma. peda. — 19 en, tolue eii. — 20 datt'
hl. eii. öder. — 21 päd. wät. pädis. — 26 eii hl. — 27 eii. werren.
Alter Druck: werrem. — 28 en dei. en hi. — 29 huse. Alter Druck:
bus. en. — 31 ZacZriucbte. — 32 hl. aesgo. tolua. Alter Druck: toelua.
— 33 sette. Alter Druck: setta.
418'', 2 scelta. möia. en. — 3 ginse. en, — 4 aegh. bänene. —
7 hl. bänen. nImen. — 8 öriuchtis. — 9 cömen. — 10 en. bäne. — 13 hl.
— 14 qnet\ — 15 en. — 16 nv. — 17 aiulikera. wrmetten. Alter Druck:
wrmetts nv. — 18 aesha bänane. — 19 nw. aesha datt3. — 20 koniges,
himeric. — 21 hl. en. — 22 aid' hl. en. biot. Alter Druck: blot. orkene. —
24 da. ädera. — 26 en. seluis zele. — 29 en. — 30 hl. — 31 sond'linga.
419", 3 en half. — 4 en ölawiged. — 5 iechte. — 7 eü. — 8 ögane,
— 10 I briga, — 11 ald9. Ic. — 12 konigh en. — 13 Y. Alter Druck: I. —
14 mäne. — 15 en half. — 16 ä. en. — 17 nv. rincJit da. — 18 enich,
Alter Druck: enigh mä. schellj. — 19 en. — 20 konige. — 21 en. —
22 an. Alter Druck: nw. — 25 mec en. — 27 äderda. hü — 31 wr-
wönen. — 32 w't. — 33 en.
419'', 1 Ick. Alter Druck: C. Auf dem Bande müßte noch der ge-
malte Anfangsbuchstabe I stehen. — 2 öriucht. — 4 äderda. — 5 to
seckw'd. — 8 deer to. Alter Druck: deer deer to. — 10 tuä orkene. —
16 sil. — 18 bikät. — 21 bäner. — 22 pöd. — 23 en. — 24 ötflse,
all'. — 25 penigh. — 26 gad'. penige vta. — 27 hemerick. — 28 hemerika.
cömet. — 32 (^)w'so. — 33 w't. vanv'ck. — 34 athe. en.
420", 1 {H)w'so. — 2 konighes orkene. huä. — 4 ötfae.
420'', 1 mäne. — 2 huisbreec dee. vild I göge. — 3 en. hi. tui-
rasü. — 4 öriuchta. tuä schilllge.
Fr. Bq. 474 bis 476 i. f. — Alter Bruch S. 121 bis 126 i. m.
474'', 1 lädis. — 3 Dit. Alter Druck: Elt (mit Szeiligem gemaltem
Anfangsbuchstaben), en. — 4 en. — 5 kid. claest'. — 6 en. — 7 kild.
en. — 8 lad. — 9 pode en. — 10 lädis. — 11 w't. öwilla. — 13 end.
Alter Druck: ende. — 14 pödem. — 16 vönen. — 17 pöde. — 18 soe.
Alter Druck: se. — 19 bor. Alter Druck: her. — 24 pöd. lad. — 25 pöd,
— 26 opebeerlyc, — 27 pöd. — 28 äderis mänes. — 29 mä. husa. Alter
Druck: huse. — 30 dy. — 32 mä. age öwirdelic.
474", 1 brekt. sil. bihalde. — 2 pöd. — 4 I. — 5 en. — 6 schette.
— 7 lya. Alter Druck: lyaa. xxiv. Alter Druck : xxiiii. pöda. — 9 truch,
Alter Druck: truich. en. — 10 pöd. — 11 dyn. Alter Druck: dil. —
12 schock, en, diin. — 13 pöd. — 14 Dwse [umgekehrtes i] ferde. bifäg
en. — 16 en haetso. — 17 ongae, oenbring. Alter Druck: onbrig. —
18 fedr. en. scillet. atte. — 20 mä. — 22 twä ponde. — 24 öfaen. —
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECIITK. 21
25 atte dwae. athe. — 26 sld. en. — 29 tigh. eü. — 30 bifages. —
31 sitte. en. saü. — 32 en. eii.
475*, 1 bä. schilleghen eii. — 3 twä pödem. — 4 pödis. — (i „minre"
fehlt in dem alten Drucke. — 7 ore. — 8 orc. — 9 pudis wirdö. bina.
pöd. — 10 oe. ontgae. — 11 se. Alter Druck: fe. kestigic. — 12 pöningh.
— 13 da. — 14 orkene. — 17 decke, elda. — 18 lade. — 22 Hw'so. —
25 fS. eil fä. — 26 schada cla [/ neue Zeile] wta bifügh nime. — 28 duist-
sleke. — 29 riuchtere. — 30 eft'. deitingh. — 31 riuchtere. — 32 sine.
33 hl. — 34 ore. — 35 oe. lade. — 37 hy. — 38 pud. sexasü.
475*", 1 fä wäuislghe. — 2 beta. Alter Druck: bete. — 3 oe dee. —
4 saennada. Alter Druck: saenada side oder^ lud. — 5 tuä pöde. —
6 en I. bifäges w'f. — 7 pöde. hufiso. — 8 oe sprect. — 9 iuysdhct eii.
— 10 nioge ede. ende. Alter Druck: dat. — 12 Huaso. Alter Druck:
Hwaso. — 13 lädbede. — 16 üdera. — 17 ede. tuintich. Alter Druck:
tuntich pöd. — 19 siin. — 20 öwilla. — 21 ingügh. pöd. — 22 ötsuara.
— 24 di. — 25 reeck. — 26 toe ienst dae. twä. — 27 pödem. sexasü
ötsuara. — 28 athe. — 29 saennada. Alter Druck: saenada. — 30 twä
pödem. — 32 eii. bifägh. pödem. — 33 oenbrigh eR. — 34 eii niogg,
— 35 en. — 36 äderis. — 38 pödem. — 39 pödem.
476', 6 fyow'h'ned. clager. — 7 virde. — 8 twä. — 9 „se"' fehlt
in dem alten Drucke. — 10 „deen" fehlt in dem alten Drucke. — 11 orkene.
— 12 wina. — 13 hädieftich. — 14 oe orkeschips ädert. — 15 burc. —
16 hemerick. — 17 7s. pöd. orkene. — 18 da. pöd saü orkene. — - 20 lad.
— 22 w'metta. — 23 ö. — 24 aldom. — 25 bifägh. pöd. — 26 eii lest,
leta. Alter Druck: beta. — 27 lad. — 28 da. — 29 nimen. ö. —
30 cömen. — 31 biede dage. — 35 nImen. öriucht. — 36 oen. Alter
Druck: decn.
476^, 5 nier. Alter Druck: nies. — 7 riucht' i. — 8 greetman,
ehera, attha mit Rubricierung der Anfangsbuchstaben. — 10 bänere. —
11 habba. Alter Druck: babha. — 11 ötgonge. bure. — 12 ore. —
15 twä. Wirt. Alter Druck: ^vtrt. — 16 ivonncn. — 17 all'. — 18 steke.
Alter Druck: steke. — 19 tuybeeet. Alter Druck: tuybeet. — 21 öwilla.
— 22 pöde. — 24 Hyr. Alter Druck: lir, mit vorhergehender Bubricie-
rung, ivelche den Baum eines nicht gesetzten Anfangsbuchstabens einnimmt.
fäges. — 26 häd. — 27 riuchte band trowa. — 28 öschieldich, faxfäg.
— 29 en. — 30 silre. v'de. öschieldich. — 31 Ite. bloedrsene tuirasü ösuara
— 32 fiowerasü ösuara. Paxfägb. — 33 v'p. — 35 hellige. da. — 36 ötfae.
Fr. Rq. 462 bis 473. — Alter Druck S. 126 i. m. bis 142 i. m.
Unmittelbar, ohne neue Zeile, folgt: „Hyr biglnet" etc.
462*, 1 biglnet. duustschou. — 3 h'de fengh. all', fiow' pennigen. —
4 ötsuara. — 5 Dust sleeck. — 6 wäfel. tuirasü. — 7 ötsuara. eii. Dust-
sleeck. — 9 iv. Alter Druck: iiii schilllghen fiowerasü ösuara. — lODust-
sleeek. — 12 schilligen, sexasü ötsuara. — 15 brige. — 17 du st sleeck.
462'', 1 für. — nact. — 3 dusniga. mescha. — 4 hi. — 7 figeren
tuissha. en. — 8 schilligen. fiowersum. Alter Druck: fiowerasü. — 9 ö-
suara, oenbringh. Alter Druck: öbringh. — 10 mitt'. häd. en. — 11 eR
ö [endet die Seite, und .^brins'^ fehlt auf der folgenden]. — 12 fiow'. —
13 schilllghen eii fiow'. — 15 schillit. Alter Druck: schulet. —
17 fiowerasü ösuara.
22 F. BUITENRUST HETTEMA
463'', 2 schilllgen. — 3 mista xiiii, — 6 ösuara, — 7 Faxfägh. —
8 Faxfagh op, — 9 iiii. — 13 bald. Alter Druck: halt. — 17 of. —
20 faxfägen. — 22 dulgiga en. — 23 pennigh. mä. — 24 onbrins. Alter
Druck: oenbrins. — 25 v'p. — 26 fä.
463^, 1 sexasil ösuara. — 2 v'p I. bäda. — 3 schilllge. sexasü. left'. —
4 mä. öuad vett'. — 5 aghene. siae. — 6 gröd rka. häden. fote. — 8 tol-
uasü. — 9 ötswara. — 10 pennighen. tuirasü. — 11 ösuarra. bloed-
rsene blicander. Alter Druck: blicand'. — 12 penigbe. tuirasü. —
13 bloedresene. Alter Druck: bloedresena ond'. — 14 bloedresene.
Alter Druck: bloedrese ond'. — 15 pöd. bloedfsene. töge. — 16 shil-
lege. bloedrsene öder, tögbe. — 17 ond'. töghe. — 18 bloedrsena, —
19 eü. en. — 20 leff. — 21 wirt. Alter Druck: wirM mägera bloedrese.
bispanna. Alter Druck: bispana. — 23 dattj hl. — 24 blodfsena. —
25 en. — 26 metedulge en.
464'', 1 Itej. bloedrsena. — 2 en. mägra. — 4 bispäna. — 5 en. —
6 penninghen. Alter Druck: penig hen. — 7 ma. bloedrsene a?so {mit
umgeJcehrtem 1). — 8 oe. en. — 9 en. en hl. pster fädlet. — 30 bloedrsene.
wytä. — 11 Itaingha. — 12 Huamso ma. Alter Druck: Huasoma.
— 13 yrse. — 14 hl. — 15 elsa. — 16 So. hl. mette. — 17 tüma
knockela. Alter Druck : knoekela lägh. — 18 penighe, end'. — 19 brl-
ghen. — 20 fyafolllghe. — 21 dii. trnch. — 22 fiifta. — 23 pstere.
riuchteren. Alter Druck: riuchter. en. — 24 ötbara. — 25 It.
464^, 1 breinpäna flow' Schillinge. — 2 beenbrecke. I. — 3 en. —
4 flow'. — 7 breinpanna. — 8 wtgög. — 9 böte. Alter Druck: bota. —
10 wtgögh. schillinghen. — 11 schillingö. — 14 stape. — 15 pöd. [neue
Zeile -^ tolefpöd. — 16 Benis. Alter Druck: beis östal. halie. — 17 bee-
stallich. söd'. — 18 Erges I. mä. — 19 da fiaredel. I. — 20 so. — 21 er-
gera. Alter Druck: eergera. — 22 pöd. — 23 wina. ergens. Alter Druck:
eergens. — 25 I. iiii pöd. mä.
465^, 1 dulg3 w't I. — 2 hl. fä. — 4 hl. — 5 „an bethe ner"
fehlt im alten Bruche. — 6 weiden. — 8 mochta. Alter Druck: mochte.
— 13 pennIge. — 15 w'se. oe. — 17 w'sen. — 18 pöd. penninge. —
19 peningen. — 22 Fan. Alter Druck: Uan [großer gemalter 2^eiliger
Anfangsbuchstabe]. — 23 xiiii pöd. pödem. — 24 en. — 25 Ongneliis.
Dat. (D fehlt,) scaerhliind. — 27 pöd. — 28 pöd. pöd. — 30 en.
biseppe. — 31 oesuara. Itaynga.
465'', 11. — 2 sioe. — 3 pöd ^fäder bota" fehlt in den Fr. Bq.
— 4 fä. — 5 Ergens. Alter Druck: Eerges fä. — 6 sioe fä. — 7 pöd
tribeet „fä der sioen" fehlt in den Fr. Bq. — 8 pöd. Aegbreedkerf.
Alter Druck: -Re^breedkerf. — 10 pennigen. — 11 dis. {ein D fehlt.) xxiiii
pennIge (!) — 13 Fan. Alter Druck: Uä klbacke. Huäso. — 14 syn
kynbacke. Alter Druck: klbacka. o nttwa. Alter Druck: twa worpe
w't. — 15 sw'de. en. södena. — 16 w't he. — 17 ponde. hl. — 18 oe-
suara da bi. dele. — 19 pöd. — 20 pöd. — 21 iiii. schilllge, Di (D fehlt).
— 22 beebreck. pennigen (!). — 23 iiii schilllge en. — 24 da. en. —
25 wede en wäfel. — 26 en oebris. — 27 en. möd. — 29 Werbreeck.
Alter Druck: verbreeck, mit Baum für einen 2zeiltgen gemalten Anfangs-
buchstaben. — 30 tilleth. Alter Druck: til. fä. tosschej. — 31 möd. en.
eene. Alter Druck: een.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 23
466% 1 efi. — 2 städen. — 3 soe. mccr. — 4 da. ädletS.
6 Wlitewimelsa. Alter Druck: iiH te wim elsa , mit Baum für den
2^eiligcH gemalten Anfangsbuchstaben, penige. — 7 öder de ra. Alter Druck :
eera w'sene. — 9 gsaet. — 10 Fan. Alter Druck: L'an. — 11 oe. oö.
— 12 töge. — 13 schillTgen eii. xiiii pennigen. — 15 wtgügh xxiiii
pennigen, sewerj. — 16 wtgögh xxiiii pennIge. — 17 beebrec on. Alter
Druck: oe. en. — 18 öberna eJkeclyck. — 19 penigen. — 20 penninghen.
— 21 pennigen. — 22 püd. iiii, — 24 pöd. — 26 en oenbris. — 2 7 efi.
— 28 her. — 29 elsa. — 30 tre. — 31 Fan. Alter Druck: Uan.
466**, 1 Fan. Alter Druck: f/an. Huäso. — 2 sitet. pöd en. —
3 pöd. oe. — 4 schilllge. schilllg. Beebrec. — 5 oe. benis. Alter Druck :
bels. — 6 slal. mitt'. — 7 trübe et. Ch. — 8 mette. en. triibeet. —
9 xxii. Alter Druck: xxxii. I. — 10 dnlligh. bete. — 11 Fan. Alter
Druck: An da, mit vorhergehender Rubrik und rubriciertem a, ohne Raum
für den Anfangsbuchstaben. Hwaso. Alter Druck: waso. — 12 sün.
böte. Alter Druck: boet. — 13 penigen. — 14 fiiff. — 15 pöd. —
16 fä. aere. penige. — 17 slal. köre, iiii Schillingen, Alter Druck:
schilleghö. eii. pöd eä xiiii elsa. — 19 Fan da. Alter Druck: Auda,
mit 2zeiligem Raum für den gemalten Anfangsbuchstaben. — 21 all'. —
eii. — 22 peningen. dae. — 23 breck. Alter Druck: er eck. — 24 dö.
— 25 en. oe. — 26 wina. — 27 ielkirs. Alter Druck: il'kirs w't. efi.
— 28 oenda. Alter Druck: öda. en. oe. — 29 wIna. — 30 „ene" fehlt
im alten Drucke. — 32 Eergens. Alter Druck: ergens, mit vorhergehen-
dem Raum für einen kleinen gemalten Anfangsbuchstaben. — spreck.
Alter Druck: spreckr.
467% 1 hi. — 3 püd Sit. pöd. — 4 brighen. söderlinga. — 5 Fä.
Fäd'. en fä. — 6 töhga. — 7 Fan. Alter Druck: An, mit Raum für einen
gemalten Sseiligen Anfangsbuchstaben. Beebreck. — 9 en. beebreck. —
10 oenberna. Alter Druck: öberna. xxxil (!) — 11 peninge. öeerbreck. —
13 p enniughen (!). Wydebeens. Alter Druck: Uydebeens. pen-
ninghen. — 14 iiii scillingen. Alter Druck: scilg^. — 15 pen-
ningen. Alter Druck nur: pen. — 18 pen. — 19 pen. — 20 breck
(tua). Alter Druck: breek. — 21 en. Schillingen. Alter Druck: schil-
legen. — 22 en. — 23 iiii. — 24 iiii schillenghe. — 25 pen. —
26 w'st. — 27 oen dat. Alter Druck: en dat. — 28 pen.
467'', 1 oe. — 2 Dy. Alter Druck: i, mit vorhergehendem Raum für
einen kleinen Anfangsbuchstaben, beenbrek oe. — 3 iiii schillöge. sIt. —
4 scöckü. oen. Alter Druck: ö. eenne. — 5 tane. oen. Alter Druck: ö.
finghere. vorscrioun. Alter Druck : vscrt,. — 6 bete. — 7 Benena. Alter
Druck: enena, mit vorhergehendem Raum für einen kleinen J^nfangs-
huchstaben. wtgög. — 8 wtgögh söder. breinpäna. — 9 oen. Alter Druck: ö.
pen. des. Alter Druck: es, mit vorhergehendem Raum für einen kleinen
Anfangsbuchstaben. — 10 wtgögh. pen. des. Alter Druck: es, mit Raum
für einen kleinen Anfangshuchstaben. t'dda. — 11 wtgöh. pen. — 12 wtgög.
— 13 metedulg. — 14 oen brocht. Alter Druck: ö hrocht. oe dine.
Alter Druck: die mä. — 15 die. en dera. Alter Druck: d'ra. — 16 wtgug.
oe briga. — 18 due. oenberna benis. Alter Druck: öberna bels wt-
gög. — 19 ne. — 20 Fan da. Alter Druck: äda, mit vorhergehendem
Raum für einen kleinen Anfangsbuchstaben, liidweie — 21 iiii schilllge.
24 F. BUITENRUST HETTEMA
— 22 hete. bloedresene. Alter Druck: bloedrese. — 23 oe. — 24 bete.
Lydwey. Alter Druck: Lyduei opp'. — 25 xvxii. — 26 haudw'xrsi.
468% Neyhcrff. penig an. — 2 oe. schiliege. — 3 dulgh. Ald9 sIt.
— 4 seökfl. oe. eerme. — 5 sit. oe. flgeren. — 6 iiii elsa. — 8 elk. fä.
elsa. — 9 iiii elsa. silkerf. — 10 eise. wine. — 12 gügende. — 13 en.
diin schock, ingügh en. — 14 wtgügh ayd' eysa, — 16 sIt. — 17 in-
gügh en. wtgügh. Alter Druck zivcimal: „en di wtgügh". — 18 fingeren.
Alter Druck: fingerem. tanü. — 19 mira. — 20 hädbird. — 21 dulg. —
22 Fan. Alter Druck: Uan läthe, left' Imen. — 23 oe. eerme. häden. —
24 scücken. iefta. Alter Druck: ief. fote lä. — 25 elsa. — 26 lä flgeren.
tane. — 28 eii scöken. — 29 häden eii. — 30 eerges habbe. Alter Druck:
hab. läthe. — 31 miste, vii. Alter Druck', vii elsa. xiiii. — 32 elsa,
eerges. fä. — 33 eerme en scöken. left' flgeren.
468**, 1 habb3 eerges. miste. — 2 eise. — 3 fingere. — 5 penlg^.
— 6 Fan. Alter Druck: am, mit vorher gellendem Baum für einen ge-
malten Meinen Anfangsbuchstaben, tum. Alter Druck: tuma lä en. —
— 9 miste. — 12 eiü. — 13 en. — 14 mescha. — 15 fä. iiii. — 16 elsa.
— 17 elsa, of. — 19 Fingeren. Alter Druck: Uingere. — 20 fä. scot-
flger. elsa. — 21 iiii elsa. — 23 fä. läge. — 24 iiii. — 26 goldflger, —
27 „ende dan der nest". und 28 „knocla", fehlt im alten Drucke. —
28 iiii. — 31 iiii elsa. — vi. Alter Druck: xi. — 32 elsa. — 33 häd.
469% 1 hädw'st. — 2 seiniga. — griiplam. — 8 diin. — 12Yel-
kerf. Alter Druck: Delkerf. xxiiii. — 13 tokore en. — 14 fote. pen. —
15 Metedulgh. Alter Druck: Ete dug., {mit vorhergehender Bubricierung
anstatt des gemalten Anfangsbuchstabens). Dat. Alter Druck: at, mit vor-
hergehender Bubricierung anstatt des Meinen Anfangsbuchstabens, mete-
dnlg(!). — 16 mä. — 17 oenbrighe. iiii schilligen. — 18 penige. —
20 Metedulgh. — 21 Schillingen. Alter Druck: schillig^ en iiii. —
25 bloedresena. Alter Druck: bloedresä. — 26 scilg^. schilg^ —
27 Fraesheed. Alter Druck: Traesheed. — 28 peningen. da scilgt —
30 trncht. hl. — 31 aegma. dere. Alter Druck: dera.
469% 1 ii/ck. bete. pen. — 2 en. scilg^. — 3 eerges. — 5 Eer-
gens. Alter Druck: er gen s {mit vorhergehender Bubricierung und Baum
für einen Meinen Anfangsbuchstaben). — 6 miste. Dio. Alter Druck: io,
für einen Anfangsbuchstaben Baum gelassen, xiiii. Dio. Alter Druck: io,
für einen Anfangsbuchstaben Baum gelassen. — 7 xvi. Huuerso. Alter
Druck: Hueerso mä. dulgen. Alter Druck: dulgs. — 13 buppa. Alter
Druck: buppe. en. — 10 v merck. Alter Druck: v^. — 11 dele. — 13 södena.
— 14 bore. en. waxe. — 15 dele. — 16 merk. — 18 mä. dulg w't howe.
bite. — 19 en. en. — 20 hl. ontsuara. Alter Druck: osuara. — 21 all',
ee. motmen. Alter Druck: motm,. — 22 en. de. — 23 Ffoerd. — 24 en.
— 25 ief. swara. Alter Druck: suara wtgög. — 26 en tre. — 27 bee-
brecke. Nen dulg. Alter Druck: N. {Ber vorherzugehende gemalte An-
fangsbuchstabe in marg. ist nicht eingefüllt) nen dulgh. — 28 da been-
brecke. — 29 wtgög en. — 30 wIne. — 31 dat {mit umgekehrtem, a).
470% 1 wtgügh. oen. Alter Druck: een. — 2 fä. — 3 stape. —
4 is in een. Alter Druck: I is en becke. toerm^. — 5 hl een. Alter Druck:
en beebrec. — 6 lä. oebrins. — 8 blna. — 9 schilllg. — 10 e. pöd.
— 11 Longe, schilllge. — 12 schilillghe (!). Uäspreke. — 13 Herne-
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 25
ITga Uyfstreue. — 14 spedelsprig. pen. — In en, end'. — IG pcn. —
1 7 iiü schillgen. — 18 sinnen. Alter Druck : sine, schilllge. — 19 Wal d-
waex. Alter Druck: Ualdwaex. waex böte. Alter Druck: wax bot. —
20 pen. — 21 Fan. Alter Druck: Uan. ödere. — 22 tilliga. is v.
Alter Druck: ia vi. Hueerso. — 23 mä. schette w't truch. — 24 eisa. —
25 siinkerf. — 27 en. — 28 fä. öbinaed. — 29 bete. — 30 een. Alter
Druck: en mäslachta. toluasü ösuara. — 31 ore. machtü nipt en. — 32 hä-
delet. pen.
470", 1 machtü. — 2 pen. iiü schilligO. — 4 Fan da. Alter Druck:
Anda, mit Raum für einen gemalten 2zeiligen Anfangsbuchstaben. — h w't.
— 7 da. Alter Druck: dat. — 8 Eerghens. Alter Druck: ergens, mit
liaum für einen Tdeinen Anfangsbuchstaben. — 13 inriin. schilllghen. —
14 suollis, Alter Druck: suolles. iiü. — 16 siinre södeua. — 18 mü.
hi. Alter Druck: hl. — 19 dele wrlene. en. — 20 xliiii pöd. — 21 ocn-
suara. Alter Druck: ösuara. — 22 dele dera. Alter Druck: d'ra all'. —
23 böte. Alter Druck: boet. pöd. — 25 oe. — 28 öw'delyc. — 29 pon-
nlghen. — 30 Hwerso ma. Alter Druck: Uwersoma {mit rothem 2zei-
ligem U). mä öschieldich. — 31 en. — 32 heerbelden. eii.
471*, 1 liuedw'den. pennighen. — 2 mim, toluasü. — 4 Fan. Alter
Druck: Uan bräde. hneerso. mä. — 5 oe sil lithes. — 6 llgera. — 7 alliir.
penigen. — 8 ödere. — 9 ö. igge en. side. — 10 bicät. — 11 bicät. —
12 oebrig. — ötgonge eil. — 13 dele. — 14 Hw'so. mä. — 15 w't oen.
Alter Druck: ö. mira. eil. — 16 cöpt fä. fä. fä haest'. — 17 häd. wit. —
18 ö. — 19 lägist. en. öme. eii. — 20 bräd. — 21 tvibeet. Alter Druck:
tribeet. — 22 Fan. Alter Druck: Uä bite hw'so. mä. — 23 en. w't. —
dulg. mIra. — 25 eii bä scieldich. od'. — 26 ötgöge. eii suaren. Alter
Druck: suaret. — 27 dee. weped' häd, eii. — 28 reke. da, oenbrlg. —
29 eü. bräd. metma mit: so alter Druck. — 30 by. en. — 31 eii. bräd.
— 32 bette, wät. nimermeer.
471'', 1 w'da. ö. — 2 pöd. — 4 ocbringh. — 6 Hueerso. Alter Druck :
Uueerso {mit rothem U) mä. w't eii. — 7 yrse. he. — 8 pöd. xvi. Alter
Druck: xvl. NIpt. — 9 pöd. he. — 12 itfta. — 12 friöden. — 13 man-
nes. Alter Druck: mäne liif. — 14 Haetso. Alter Druck. Waetso {mit
rothem W) mä. sil. — 18 dele w' sil brodere. läge, meenbodelad. Alter
Druck: meebodel. — 19 eii. gas. — 20 eii. — 22 Halsraef. Alter Druck:
alsraef, mit Raum für einen gemalten 2zeiligen Anfangsbuchstaben.
bürste. — 23 axlü, tziakü. — 24 iiü penigen. da. elsa en — 25 ede.
mätel. — 26 w't. — - 27 en. — 28 (V)apeldranck, (h)alsraef, (n)eed-
möd, im alten Drucke ohne die gemalten Initialen. — 29 böte. Alter
Druck: boet. pöd eü pen. — 30 en. — 32 Fan. Alter Druck; C/an {r)xit
rothem U). ore.
472*, 1 „is" fehlt im alten Drucke. — 2 pen. fiourasü ösuara. —
3 eii. — 4 iiü pen. — 5 clae. — 6 eii. — 7 pen. — 9 eii nim nirla. eii.
— 10 en. — 11 leff. Alter Druck: Eff, der gemalte Anfangsbuchstabe
fehlt in marg. mänes. — 12 loen. — 14 äptmänes. — 15 hise. hüt. hüt.
— 16 mäs. dulg5. — 17 w't. h/ {umgekehrtes i). — 18 hüt ädma. —
19 mä. ver. — 20 ne Italga. — 21 ö. dulg3. — 23 en. led'. hüt. — 24 hüt.
datt5. — 25 wütsciip. end'. — 26 sil. röne. hixt. — 27 I en i. öwilla.
— 28 de. pöd efi de. — 29 pöd. sexasü ösuara. — 30 Fan. Alter Druck:
26 F. BUITENRUST HETTEMA
an, mit vorhergehendem Baum für einen gemalten Anfangsbuchstaben. —
32 eil ieulikis. en. — 33 en hoä. en biit.
472^ 1 en. hondis. Alter Druck: höd'. — 2 hiit. — 3 hl. me, I.
däne. — 4 de er. Alter Druck: deir. — 6 oxa. Alter Druck: exa. —
8 en. — 9 hia öwilla. wäwytschip. — 11 Hödes. — 13 mä. — 15 söder.
— 18 emeda fiet. Alter Druck: fiüt. alalia nocuerüt. — 19 laedüt alalia.
— 20 expssü. mänes — 21 ald9. — 23 en. liode. — 24 pöd. — 26 stryd-
w'dich en. forwüne w't. — 27 here en lioede. Intelllige. — 28 dolo. qa.
— 29 sb'velt I. qa facultate. — 30 deliberädi nö habet quo re^ ,,non"
fehlt. — 31 Dstitueret q. quid. — 32 Wrbec. Alter Druck: urbec, mit
vorhergehendem Baum für einen großen gemalten 2seiligen Anfangs-
buchstaben, mä. — 33 mänes.
473% 1 öwillens. oe. wytedü. — 2 ther. „deen" fehlt im alten Drucke.
— 3 eU nen. Alter Druck: neen. — 5 bräd. fä. — 6 fä fäna fä. iefta fä.
— 7 öieriga kidü. baerne. ■— ■8 en. fä. — 9 bete, haelr. — 10 dee.
w'lerre. — 11 lide en. Alter Druck: een. hä. de. — 12 aghe. — 14 Fan.
Alter Druck: UAn {großes rothes V) oe oder^. — 16 pöd. reeck. en. wid.
— 17 twä pöde. — 18 en. dröpel.
473^, 1 pöde. ingögh. — 2 en. wtgögh. — 3 STete (großes rothes S)
oe. — 5 pöd. — 6 tuä pöde, — 7 pöd. — 8 Fan. Alter Druck: An,
mit vorhergehendem Baum für einen großen gemalten 2zeiligen Anfangs-
buchstaben, wrwalde. alr miste. — 9 pöd. fiowrasü ösuara. mire iiii. —
10 pöd. ald'. pöd. — 11 sexasü ösuara. Hinter ieft scheint noch ein '\ zu
stehen, bicät. — 12 sIt. — 13 Weyschettinge. Alter Druck. Eyschet-
tlge, mit vorhergehendem Baum für einen großen 2seiUgen gemalten
Anfangsbuchstaben, ore. — 14 det. weischettige. woldesera. — 15 pöd. —
17 Weymeringa. Alter Druck: Ueymeringa. Huaso. Alter Druck:
hwaso odetj, — 17 weimerlga. I woldesera. — 18 I Weimbritsera. Alter
Druck: veimbritsera. pöd.
Unmittelbar folgt das von v. Bichthofen „Eine Blümsordnung^^ ge-
nannte Stück ohne Überschrift.
Fr. Bq. 385, Spalte 2 bis 387, 23. — Älter DrucJc, S. 142 bis 144 i. m.
SSo*", 1 In noie dnl ame. Willi. Alter Druck: Uilli- en. — 2 paymet.
en. ghedae. — 4 de. Alter Druck: di. -— 5 fä. gronigen en. — 6 lio-
werdra. — 9 Ite. pöd. saü. — 10 lad. en. west'go. — 11 pöd. colesche.
— 12 flow' schielde en. böte. — 13 penigen, colesche. pöd. — 14 en. —
15 Ite. schilllg. west'go lad en. — 16 aest'go lad. aest'go. — 17 schil-
llgh. liow'dra pennigen. — 18 sTt. en liow'dra pennigen. — 19 böte,
peningen. — 24 I. pennigen. — 25 huiite penninghen. Alter Druck:
penghen. — 27 penighen.
386'', 1 Item. Alter Druck: Tem, der gemalte große Anfangsbuch-
stabe in marg. fehlt. Wondensera. Alter Druck: Woudensera. —
2 heme. — 3 dele. schillinghen. — 5 liow'dera. — 6 ferw'dera. —
7 en. — 8 flow', en. — 9 schilllgh. schillingh. — 10 schilllghen.
— 11 eil. liouw'dera. — 12 peninghen. — 14 pennighmerck. — 15 dio
einsa. Alter Druck: einse. Dio. Alter Druck: io, mit vorhergehender
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 27
Rubrik anstatt eines Anfangsbuchstabens. — 18 recknie. — 20 Dio. Alter
Druck: io, 7nit vorhergehender Rubrifc anstatt eines Anfangsbuchstabens. —
21 schilHnghen. — 22 ieldü. — 23 Dio. Alter Druck: io, mit vorher-
gehender Rubrik anstatt eines Anfangsbuchstabens, reilmerck is, fehlt in
den Fr. Rq. — 24 schilllgh eü. schillingh. — 28 Hwerao. Alter
Druck: w'so, fnit vorhergehendem Raum für einen großen gemalten 2zeiHgcn
Anfangsbuchstaben, mcä slal w't I. fiif. — 29 dele I woldesera. — 30 ieldü.
en. — 31 schielde, dat is to gara xliiii schielde, fehlt in den Fr. Rq.
en. — 32 fäg fä. ielde. cm. — 33 elsa en. tag. tua. Alter Druck: ii eisa
ml. — 34 it'. Woldensera. Alter Druck: voldesera. — 35 it'. I. dele.
pöd. — 36 eä i. beme. — 37 Dit. Alter Druck: Hit (kleines rothes H)
sIt. I. Weimbritsera. Alter Druck: velbritsera. — 38 ielde sIt. en. —
39 fäg. merck en dil. — 40 efi.
SS?*", 7 Dit. Alter Druck: It, mit vorhergehendem Raum für einen
großen gemalten Sseiligen Anfangsbuchstaben. — 8 ferw'dera. — 11 Schil-
linge. — 13 Item, Alter Druck; Tem, mit vorhergehendem Raum für
einen großen gemalten 2.zeiligen Anfangsbuchstaben. — 14 scryouna dele.
dyo. — 15 toe. xxiiii. — 18 Dit. Alter Druck: It, mit vorhergehen-
dem Raum für einen großen gemalten 2zeiligen Anfangsbuchstaben. —
19 tween. Alter Druck: tueen. — 20 soe. sIt.
Note 6: folged. Alter Druck: fofged.
Hier findet man in dem alten Drucke eine halbe Seite offen gelassen.
Ohne Uehersclirift folgt auf der folgenden Seite 145 das sogenannte
Rudolfsbuch. Fr. Rq. 424,' 22 bis 134, 25. — Alter Druck: S. 145 bis
516 i. f.
iJi", 22 Rodulph9.
424'', 22 Frese. hi. — 23 spreck. Alter Druck: spreeck. scolden.
Alter Druck: scold.
425", 1 hl. fihg. — 2 beidena. Alter Druck: beide. — 3 roeschc.
— 4 crystea. tredd'. — 5 gued'. — 7 bistacu. — 8 f;l. fridoe. — 9 eil.
tding. — 10 efi. — 12 wönen. — 13 tyde. eii. — 14 konigdes. hwät. —
bicröghe. — 15 w'den. en. — 16 wät. moete. — 17 lädis. eii. — 18 pla-
tena. — 21 ieft'. — 23 platena. lädes. — 24 die. Alter Druck: die. —
25 riuct. — 26 Rodulph^. — 27 eii. — 28 lustinian^. — 29 Romul9 hed',
en. — 30 end' Octauian'^ hede byscreue eü bybaed. — 31 eh di. —
32 iena. sIt. — 33 riuchtö. efi aartj. — 34 aarö. — 35 en, biraen.
Alter Druck: bimen.
425*^, 1 scholde. — 3 buät. — 4 hl. — 6 egiptere. i. — 7 liodc.
wolde. — 8 Dit. Alter Druck: HJt (mit großem 2zeiligem rothem H). eü.
— 9 1. — 10 eil. — 11 toesame. — 12 wät. — 13 Hit. Alter Druck:
Hit (mit großem 2zeiligem rothem H). — 15 bänena. rehelika. — 16 fyow'
thingb. Dit, Alter Druck: Hit {mit großem 2zeiligem rothem H), —
17 fä. fiowere. mä. — 18 eoen. da. — 20 fyndaö. Dit. Alter Druck: Hit
{mit großem 2zeiligem rothem H). — 21 mä. — 22 lädrincht en. konighes.
— 24 oespreeck. Dit. Alter Druck: 7/1 1 {mit grof^^em 2zeiligem rothem II).
— 25 frse. — 26 spsecka. bänena. — 27 britrcn. — 29 „Soe — dela"
kann auch zu der lat. Glosse gehören. — 29 Dit. Alter Druck: Hit {mit
großem rothem H). — 32 da. mä. — 38 nipt. qnaet. — 35 uw.
28 F. BUITENRUST HETTEMA
426', 4 wätse age. — 5 cne. — 7 soen. Alter Druck: soene. —
8 cönet.
Alter Druck, S. 147. Grlosse: En ane foermond to tziesane. —
11 Dit. Alter Druck: It, {der große gemalte Anfang shuchstabe in
marg. fehlt. Hinter deer steht ein Spieß, der einem 1 ähnlich sieht). —
16 konigha. — 17 I. — 18 häd. — 21 sitte sIt en. kynde habben.
Alter Druck!: habbs- — 27 foeghede. — 28 fachtü. — 30 södlika. —
32 ma,nslacdt(t. mennede. — 34 sIt. — 35 Nu. Alter Druck: nw. —
36 konighen. — 37 hoe d' hl. — 38 da. en.
426'', 1 hiarä. syoe, — 2 eii. en. en. — 3 konighes. — 4 bä. tua
en sauntigha. Alter Druck: santigha. schillighe. — 5 en dii penigh.
— 6 lad. — 7 bä. tua en sauntigha. Alter Druck: santigha pödem. —
8 penigh en. — 10 en. — 11 koniges. — 13 kide.
Alter Druck, S. 149. Glosse: Nu schilet hya [das erste 1 ist aus-
gefallen]. Ban beta nota de bannis soluendis in publicis criminibus per
hoc vi. supra Ida lettera kest. — Inda lade ginse. —
16 od', dii. — 17 ede diin. — 18 diin. cöma. — 19 itta. Alter
Druck: ita fyaerda. — 20 bräd ede. — 22 siin. dwae I. — 24 siin lyff.
da. — 26 en. — 27 siin. — 29 dwae. siin. — 32 I. oe. — 33 ope-
bera. — 34 I.
Alter Druck. Glosse: Dat oeder is. Etta fiaerda dei to se-
kane .... Siehe n. 2, lin. 2. Ida. mä biiclaghet. — lin. 3. liidsene.
35 Dit. Alter Druck: Hit hw'so. — 38 moerbräd. Siehe n. 3.
427% 3 hwät. — 4 britse. — 5 w'det e föden. — 6 söda. — 7 eii.
— 8 konigh. — 11 Dit. Alter Duck: Hit {mit großem rothem H). —
11 beerthe. Alter Druck: berthe hwät. — 13 laden. — 14 blna. hwät.
— 15 bilde, en. — 16 fä. fä. — 17 konig. — 18 was, ende fehlt in
den Fr. Eq. ludä. — 19 nomet. here. — 20 Romul9. — 21 en. pennIg. —
22 müiia I. en. — 23 öt. iustianus. — 24 qua. — 26 en. — 27 were.
en. — 28 all' lädic. en. — 29 en. — 30 lädis. — 31 biscreue. — 32 en.
— 3 4 N\J {mit einem rothen N).
427'', 1 en. tofainen briga wätse. — 2 eii naet. Alter Druck: na. —
3 eii. Hw'so. — 4 iödis. eft' söna. — 5 efi. opgögh eii. — 6 äderis huses.
en. I. en. — 7 1. w't. da. bigisen. — 8 Ismuge. w'lerren. — 9 eii. —
10 ötfaen. — 11 w't. w'leren. — 12 flechtiga. en. fatied'. — 13 b'ute
bigise v't. dee. — 14 Uilkeren am Anfange der Zeile vielleicht ein gemalter
großer Anfangsbuchstabe (V) in marg. nicht vermerkt. — en. lade eii. —
15 öriuchta. — 16 dedl. da bigise w't. — 17 sil. v'lere, — 18 dee. — 19 höger.
opebera. — 20 w'leren. — 21 hiit. — 22 mäne. — 24 twiiflic. —
26 sire müthe bigripe. — 27 eii. — 28 blna sire müta. — 29 hl. stae-
pele siin. en. — 30 lad, — 31 en. biflsen. — 32 pöd. hl. — 33 coeJsdhe.
34 pöd.
428% 1 snide. banne. — 6 bma. — 8 soe. sioe. — 10 wät. —
12 müthia. — 13 Octauian9. roescha. — 14 konighen. — 17 konighe. —
18 en. wät. tigh l. — 20 stape. — 21 en. da wed'. en. — 22 dera. Alter
Druck: d'ra. öscieldich. — 23 lädriucht. ede. — 24 en. saü orkene en. deä.
— 26 bischolde. en. — 27 stöd. — 28 en. koniges. — 29 mä. munt-
heren. Alter Druck: müther bigise w't. [ — 30 en. — 31 en. da. —
— 32 mäne. — 33 wina. lädriuchte. — 35 brigä. en, orkescyp.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 29
428'', 1 Hw'so ma. mä eft' söne. — 2 en. süne opgüge üderis. — 3 sa-
nade sydö. weepnad'. — 6 en. fä. cömet. — 7 en. bigösen. — 8 hiarS. —
9 wät. scaekrawere. habben. Alter Druck: habbj. — 10 da. Alter Druck
dat. wät. — 13 wrwina. — 15 en. moerdbräd. bighisen. — 17 t'dde. —
18 streed. möge biholda. Alter Druck: bihoda. — 19 en dwaö. nüch-
tere en. scillen sueren. Alter Druck: scillj suerre, — 20 ä. en. —
22 en. ene. iii. — 23 tuä. — 25 diin. — 26 deert. Alter Druck: deer.
siin. oe. — 28 bänena. — 30 da. — 31 schilmet he. silre. — 32 w'tiogj.
— 33 Dit. Alter Druck: Hit {mit großem rotheni H) hw'so. mü. —
34 kiden bitiucht. — 36 broders.
429*, 1 end'. — 3 ier2ch {das i umgekehrt). — 10 baelmöd. —
11 bipwat. lädriuchte. — 12 möd. aefta, n. 3: Der alte Druck: „bosta",
offenbar verdruckt für „aefta", das Ommel. Landr. : „to der echte". Alter
Druck: bosta. — 15 want hit! ivrbede. — 18 dae. — 20 mäne. wina.
22 kIden. — 23 w'liese. tlgem. — 24 w'lerren. — 25 gned. — 31 brigha.
— 32 nee. i3tfae. sit. — 33 oe. — 34 lädriuchte hl.
429'', 1 konigh. wät. needmiJd«. — 2 mödis.
Alter Druck, S. 155. Grlosse: Siehe n. 4, lin. 4: susterllghen. — Dit
is dat aerste als ane oderne man. Hit ne se dat hiaet bi-
burgie. Soe mei hio foerd Inder hode. — S. 156: Dat tredde
is ieff hyose dan inden claester bringhe.
5 Dit. Alter Druck: fljlt {mit großem rothem H). — 6 lüge. —
7 fä. — 8 krekea here. — 10 egpitera. — 11 makade. mäichfald. —
12 nomese. here. hahüonia. Uät. — 13 dii konigh. üt. — 14 here. Athe-
nera. Alter Druck: athera lad. — 15 nornet. — 16 hiiase. — 27 gat-
ten. Alter Druck*, gette kyrte vätse. lüde. — 18 screue hadde. Eft'. herä
nomese. — 19 here fä. twee herä. — 20 romul9 en. bnrich. — 21 ruicht.
here. — 22 were. worde. — 23 schone, öt. iuli^. — 24 eü Octauian*^ by-
cronge. — 25 diin e. fä pardläd brochte. — 26 I. — 27 schiiden. —
28 biete. — 29 dii. — 34 iusti [neue Zeile] anus. — 35 foernä.
430*, 2 fridoe. — 7 koniughes. — 9 ioen. — 10 süder, — 16 noe.
roescha here. Alter Druck: here. en. — 17 ende. Alter Druck: cuhe. —
18 koningdDS {mit umgekehrtem c). — 19 wät. wäre. — 20 fribore. wät.
konigh. — 21 eft'. en. iena. — 22 asyaläd. — 23 come. nome. — 25 foere.
lad. eii. — 26 wönen. häd. — 27 sloghe. bnrich. were. — 28 roe. —
31 iVU {mit großem 2zeiligem rothem N). — 32 riuct. — 33 wät. — 34 fä.
— 35 en. — 36 ende da heran, ,.fon" fehlt im Alten Drucke.
430'', 1 tuchthe. Mit §. 16 beginnt im alten Drucke S. 158. Siehe
bei §. 17. Nu {mit großem dzeiligem rothem N). — 7 lad. — 8 duae.
hielscha. — 9 wät. — 10 konigh fä. wät. — 11 lad. — 12 cümen. wät.
— 13 sijder. fä. helscda. emen. — 14 winen fä. crystea häd. — 15 stua.
en. — 16 fiädes wät. — 17 fader. Alter Druck: fad's. hielrik. Is. —
18 roesche. fäd'. — 19 crystea häd eh. heidea. — 20 häd. en. — 21 roera
wät. heider. falle. — 22 heerferd. Alter Druck: heerfd'. — 23 en. wät.
sint iwe, n. 5: Der alte Druck: „sint tvaren'^. Alter Druck : sin twaren.
— 24 heerfd. hi duae. — 25 di. — 26 hielryc. en. sei 11 et. Alter Druck:
sciir. — 27 ü. da w'det. I. — 28 roescha lad. fridoe. — 29 derde. Alter
Druck: iii. rie. — 30 lädis. oefae sIte. — 31 üriuct duae. motti. Alter
30 F- BUITENEUST HETTEMA
Druck: moetti. — 32 stae. häd wät. — 34 dt. — 35 ghae schiliet. —
36 en. — 38 nordselia.
431% 2 diine. aerss. — 3 wät. — Mit §. 17 beginnt in dem alten
Drucke S. 159. Siehe bei §. 16. — 9 wät mOthe, das m lädiert. I. —
10 wi'baede. — 13 side. nachtdede. — 14 beide. — 15 ende, bifinghe. —
18 riuh [neue Zeile] tense. — 21 want alle! — 23 öt, — 29 mochte wät.
— 31 heranldel — 32 Lacedemera. Alter Druck: Lacedomera. —
33 au. — 34 scäden.
431", 1 biscbirmdense. — Mit §. 18 fängt S. 160 in dem alten
Drucke an. — 7 en. syn, n. 4: Der alte Druck: „sv", für „syn" oder ,.jv".
Alter Druck: iv! scoe. — 8 scone. — 9 en. — 10 käme. — 11 die ayndoe,
— 12 konighes bände. — 13 da eeti. — 14 ioeue. Alter Druck: ioene
riuebt'. — 15 grate. Alter Druck: grat' eü. fridoe. — 16 wed'. —
17 v'loren. — 18 heyde werde en. — 19 dwels knecbte wät. konlgb. —
20 tuägb eil. malch. — 21 en ded iu manigbe. Alter Druck: de dl
manigde. — 23 manigbe. — 24Rome. quaemen. Alter Druck: quaen. —
25 fä. Kaerles. Alter Druck: kaerl' bade weed' naeme. wät. — 26 fridoe.
— 27 loaerike. byelryck. — 28 Dit (mit großem rothem SzeiUgem D). stae
eil. — 29 ködicb. — 30 mütba. lad. — 31 wät. — 32 bä. indycke. —
33 dämen. — 34 bänena farä. kerthone. — 36 wett'. rene. indycke. —
— 38 lädis eii. platena eü.
433% 1 da. — 2 staen. wrbäne. — 3 ymmen. Alter Druck: ym-
mer. datt5. salten. Alter Druck: salte. — 4 göge. — tri collsca pudern,
wrbäne datt'. — 6 nemen. — 7 lad. — 9 pöd. wrbäne. — 10 needmöde.
— 11 müdis. — 12 iena. — 14 meer. Alter Druck: mer. — 15 platen.
— 16 eii. — 21 pödem eii. — 22 I. ond'. — 23 hine. stolkes. en. — 25 en.
wrbäne. — 26 wilkare. — 28 en. — 29 wät. — 30 bore, wrlerre. —
31 tri tbige. mordbräd. — 33 en. — 35 NU {fnü großem 2zeiligem rothem N)
en. — 36 tigb bibäna. — 37 buät. — 38 lad.
433'', 2 en. en. — 3 seläde. — 5 en. ioure. Alter Druck: ionre.
— 8 lädis. en. — 9 riudhta. en iene. — 10 koniges teike. hl brige. —
12 eeft' konige en. lädis. — 13 Imen. öriucbt. — 14 fridoe. — 14 sii
w'lerren. — 15 roescha here. — 16 eii. — 18 konigbryck. fä. — 20 frese
nome eil fore. — 21 eü. ent wara. Alter Druck: en twaren. bore. —
22 l. bödersta. — 23 iohänes. — 24 frese. — 25 en. bädiefta. — 27 JVU
{mit großem 2zeiligem rothem N). cödich. — 28 konigh sale, — 30 eü. —
33 eii. collscha pöd. — 34 fiedebäne. dae. — 35 mä. w't bifae. — 36 pöd.
eii. fridö. — 37 en iiii collscha pi3d.
433", 1 en. konlgb. — 2 cödich. — 3 frese ötfaen. bore. — 4 öt-
faen. konigblike. — 7 biscreue. — 8 pöde. pöd. — 9 schilllge. — 10 JLdus
{mit großem 2zeiUgem rothem A). keyser. eii. — 11 konlck. — 16 ist.
Alter Druck; i s. — 19 w'd. — 21 dae. — 22 slae wät. scrioü. — 20 nee
mä. — 30 riueht. — 37 stae. — 40 iudicy, r.
433% 6 hyt. — 9 buecke. — 10 konlgb. en. — 11 forste eü. selde.
— 13 en. — 14 konigh. — 15 konigh eü. — 16 fä. eü. — 17 himen.
wät. qualibc. — 25 eü. — 31 eü. mä, ki/ud. — 32 wät. hiit. fyf. —
34 Schills. — 35 fdelic sIt. gae. — 36 moetl. — 37 willen. Alter Druck:
will5 öfaen. wrstae. — 30 mote. mä. — 39 mä fä. söder. wät. — 40 öd'-
denich iena.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWKRSCnEN RECHTE. 31
434*, 1 wr&te. En I. — 2 koniga boke. scrioü. gigh. — 3 h'. eü
sei de. hime. — 4 en. Alter Druck: i konig. mochte fdelic üd'. — 5 eil.
konig. dee. — 6 vstae, — 7 hi ü. en üriuchtes. — 8 weil'. — 9 hl. eü
iae. — 10 rdelick öder, mocht [Ende der Zeile]. — 11 folk/s [das i kann
auch ein 1 sein, nicht deutlich]. — 12 konig. — 13 spreck. Alter Druck:
spreek. gögh. — 18 sielde. eil. — 19 psters. — 20 gae fdelike. wät. —
21 öriuchtfirdicheed. — 22 wät I. — 23 en. — 24 ende liand. — 25 end'
öriucht.
434'', 1 ü. en. öriuchta. — 3 seekum. Alter Druck: seckfl. —
10 naelick. — 11 öriucht biprou [neue Zeile] uet w't. — 13 wät. — 14 I.
Pilot ns. — 15 R en. — 16 ordele. helle, nimermeer. Alter Druck:
nimermeer. — 17 cümen. — 20 huä. aec. Alter Druck: aet fdelic. —
22 ore. — 23 fä wät. scrioü. — 24 eü. — 25 plnig5.
Unmittelbar folgt auf der folgenden Seite 166 ohne Ueberschrift das
sogenannte JMarldrccht.
Fr. Bq. 421, 16 bis 423, 4. Alter Druck S. 166 i. i. bis 168 un-
gefähr zu Ende.
421*, 18 en tigh. merkadü. — 20 hwstede. — 21 ö tiefta. — 23 bräd,
— 24 ö. eü. tIgh. — 25 ö. — 26 eü blna. hemeric.
421'', 1 lädriuchte. — 18 Hwaso. Alter Druck: l/Waso (r/liV großem
Szeiligem U). — 19 end'. eü. — 20 bitigj. lägera. — 21 bänena. — 22 läge.
— 23 huaneer. Alter Druck: huäneer. — 24 merkedmä. — 25 eü.
läge. — 26 eü.
422*, 1 tiges. — 2 eü. söder. — 3 eü. ald^. — 4 w't schilllg^. —
5 J)At {mit großem Szeiligem rothem D). huisstede. — 6 safi. — 7 stede.
— 8 wer. — 9 en. oe. tige. brige. — 10 DAt {mit großem Szeiligem
rothem D). — 12 öriuchtelike. — 13 öriucht. — 14 Schillinge. — 16 eü.
— 19 Schilling^ — 20 Om. Alter Druck: M {Raum für einen 2zeiligen
gemalten Anfangshuchstahen). wämeta drickt. — 24 eü. — 25 schillige.
bänes en. — 27 wämeta. — 28 ötgae da. — 29 wine. — 30 lef. Alter
Druck: Ef, das I müßte noch in marg. beigemalt stehen, mä. eü. —
31 w't. — 33 täga. öder. — 35 nee. da. — 36 häd. — 38 häd eü.
422", 1 eü. — 3 schepene. — 7 Om. Alter Druck: M [Ranni für
eine7i gemalten Szeiligen Anfangsbuchstaben). — 8 schetta. — 1 1 bänere.
— 13 wät. — 14 fyarda. — 15 eü. — 16 to. Alter Druck: te. —
18 hl. — 19 pöd. — 20 -^^ympt {mit großem 2zeiligem rothem N) öriuchte
tolle. — 21 eü. schepne. — 22 tolle. — 23 fä. schilllge. — 24 swirdkepa.
— 25 hl. — 26 Dit {mit großem 2zeiligem rothem D). moeidbräd. —
27 wirt'. mä. moerdbräd. — 29 mä. me. — 30 elede. en. — 31 koniges. eü.
— 33 tingane. Alter Druck: tingiane. tighe. — 34 daege. — 35 wät. 1.
schiin. — 36 tIge. — 37 hl. — 38 bringe, öt. bitiugen. Alter Druck:
bitingj.
423% 1 wina. — 2 öt. — 4 hl. ädert, brigen, öt. — 4 bitiugen.
Alter Druck: bitings.
423% 1 öt. — 2 w't. v'wönen. — 3 tcirh.
32 F. BUITENRUST HETTEMA
Unmittelbar folgt auf,,.... v'wönen wivh"' ohne weitere Ueherschrift :
Hyr bighinnet da suarte swinghen.
Fr. Bq. 423, Sp., 5 bis Sp. 2, 18. — Älter Druck: S. 168 i. f. bis
169 i. f.
423*, 8 suegh. — 9 suerre. en. — 10 kesten. Alter Druck: keste
möd. — 12 suegh. — 13 meniga. — 15 södena wät. — 18 öschield. —
21 eil. — 23 suTghe. — 25 pster neen. Alter Druck: nen. — 26 roe. —
27 en. — 28 pster. — 29 nede eii. — 30 mä, cüma. — 31 Alter Druck:
dan datter. nioghe.
423^ 6 en. — 7 mägra. I. — 8 wät. — 9 mitt'. — 10 Ite^ {mit
vorhergehender Ruhricierung). — 11 Huaso. moerdbräd. bödena. — 12 löge.
— 13 liode. — 15 möd. — 17 sIt. nlmen.
Neheti „bihala di paus", rechts in der Ecke der Zeile, steht in der
linken ohne weitere Ueherschrift: „Hyr biginnet da scaeckraeff".
Fr. Eq. 423, Sp. 2, 24 bis 424, 21. — Alter Druck: S. 169 i. f.
bis 171 i. i.
25 öbirades. — 26 end'. binipt. liode. — 27 eii. — 28 sckakera.
Alter Druck: schaker a. — 29 bitiged. — 30 w't. — 31 en.
424% 1 Dit. Alter Druck: Hit {mit großem 2zeiligem o'othem B.). —
2 öbiradet. öriucht'. — 3 mä. ö riucht'. nerrlga. — 4 sil. en. fä. — 5 briet,
hl. I. — 6 v't. — 7 en dil. — 8 wilkare. — 9 Dit. Alter Druck: Hit
{mit großem Szeiligem rothem H). — 10 mä ea oe kramere. — 11 en. ä.
nerrlga en. — 12 hl sil. — 13 fä. en. brickt. — 14 he I. eii. huaetso.
Alter Druck: haetso. — 15 mä. — 16 söder. en söder. — 17 Dit. Alter
Druck: Hit {mit großem Szeiligem rothem IL), sil. — 18 betterlga södena.
— 19 feerd. Alter Druck: ferd. eii. hl. — 20 I lede en.
424", 1 Dat. Alter Druck: i7At {mit großem Szeiligem rothem R). —
— 2 iefta ö. — 3 en. — 4 hl. eii. — 5 eü. — 6 Dat. Alter Druck: HAt
{mit großem 2zeiligem rothem H). sil tigh. sil w'f. — 7 ö. — 12 Dat.
Alter Druck: fiAt {mit großem 2zeiligem rothem H). koninghes. Alter
Druck: keninghes. — 13 en. — 14 wät koniges. — 16 en. iest. —
17 Dit. Alter Druck: ^It {mit großem 2zeiligem rothem H). lad. — 18 cöpt
eü. — 19 sil. I. lade. — 21 doe. blna.
Mit neuer Zeile folgt unmittelbar auf die letzte der sogenannten
„Verbrechen": „Hyr biginnet der wilkerre fä op stall' bame".
Fr. Bq. 102, Sp. 2 bis 107, 5. — Alter Druck, S. 173 i. i. bis
174 i. i.
102'', 1 wilkerre fä. — 2 op stall'bame. — 3 IN {mit langem rothem I
in marg.). noie ame. — 4 en. eft'. — 5 sIte läb't^. en. ellgze. — 6 zelädü
en. halde. — 10 Dio. Alter Druck: io {mit vorhergehendem Raum für einen
kleinen gemalten Anfangsbuchstaben), ieft' eich lädis. — 11 zeläd. — 13 en.
— 14 bihalde. — 18 söder. — 21 eS. riuchtere. fä. — 22 dee.
103", 2 eii. — 3 bräd. ielde saüfald. — 4 riuchrere. en. de. — 5 öt-
halt. pinigia. — 6 fä. öthaldere bischie. — 7 fä. nottreddere. Siehe n. 8! —
9 iiii. — 10 friöd. — 11 mordenaer. Alter Druck: moerdenaer. —
12 nachtbräder. wrwöne. — 13 monike. iöcfrouwe. — 14 öthalt. fä. plate.
DER ALTE DRUCK DER WESTERLAUWERSCHEN RECHTE. 33
15 klaest'. komme, wrb't. — 16 hideret. — 21 bl. bettriga. — 22 efi.
riucbtere. — 25 riucht'. — 2ü toe. — 2 7 däne. hl. iiii. — 28 luldert.
de. herü en. — 29 riuchtere.
lOi*", 1 merkü. — 2 eü. riuchtere. — 5 zeUid ore. mfi. — G sehiline.
— 7 en. riuchtere. — 8 riuchtere I sil. — 9 edma. zehid. — 10 küpt. —
11 hödert. fä. vrbrise. — 13 biscbine w't. — 15 hw'so. öriuchte. ief fynde.
Siehe n. 9. — 23 ieldü eil. — 24 riuchtere en. — 25 saüfald. — 29 efi.
— 31 xiiii. eer. — 33 müdes en. — 34 hüdert. en.
105", 4 ffi lüde. — 5 wädelet. vinane. — 6 fa. fedrie. — 7 fä
sw'dsida. körne. — 8 I. en i. — 9 legeren. Alter Druck: leger, lädis.
en. — 10 sw'd. efi. spidel. — 11 sv'd. — 12 sexteesta. — 13 w'det fä.
— 14 breghe. — 16 1. öriucht'. — 19 ferdbä städe. — 20 grietmä. snder
wädel. — 21 eft' körnende riuchtere. — 12 iiii. papea eil. plats. — 13
epeber. — 24 en. da. — 26 een. Alter Druck: i. — 27 en sw're. en. —
28 möd. en. — 29 lade eü. sekane. Alter Druck: sekä. — 30 en. —
32 oe. en. koniges.
106'', 1 ore. — 2 häd. kerue. Alter Druck : kere. — G eFi. efi. —
8 riuchtere. — 9 ienselschipinga, n. 9: Seh. B. und G. „ienselschip-
pinga", der alte Druck : ienschipinga. Alter Druck: iensel sc h ip iga en. —
10 iensw'rlga. — 15 mira. — 16 blna. — 18 greetmäs. — 19 en. synf. —
21 mire. — ii2 oenfulga. sikringha. — 23 bure en. en. — 27 xxiiii.
settTga. — 28 meelyc.
107**, 2 paeschü. cöme.
Unmittelbar , nur mit neuer Zeile und vorhergehender Rubricierung
folgt „Hyr bigint een cleen tractaet" etc. oh7ie weitere Ueberschrift.
Fr. Rq. 110, Sp. 1 bis 112 i. /'. — Alter Druck, S. 174 i. i. und 175.
110'', 16 fä. saü. — 17 zeläde. gasen lädis fä, — 18 en, — 19 DAt
{init großem 4zeiligem rothem D) zeläd. westfreesläd. — 20 od', enchuse.
— 21 medeblic ß holläd. — 22 öderdenich maket ha et alder aerst.
lll", 1 DAt {tvie in dtn folgenden Paragraphen mit großem 2zi'i-
ligem rothem D) streckede fä stare. liouw'd. — 2 wesfgn. — 5 hädmare.
6 en. — 7 Achtzespel, n. 4: Teg. Staat. Aehtzespel. Alter Druck: act-
zespel ; Seh. G. Achtespel. Alter Druck: aetzespel eil. — 8 en. —
9 eil. — 10 roescha. — 11 ötellika. en. oefiuchtinga. — 12 laden. —
14 fä. — 15 en. stride. — 16 fä holläd ö. lad. — 17 bischyrme. —
18 fierde. Alter Druck: iiii. stelllghw'f. scoterw'f. — 19 fullehoef steewyc
efi. — 20 dretläd. zeläd. bituögß. — 21 fä. dret steewyc fullehoef. — 22 Ca.
stelllchw'f. — 23 schoterläd. — 24 efl. orloge. — 25 haud. Alter Druck:
häd. iest. fä. — 27 Siwcllinga. Gronighen. — 29 walde. — 30 eil.
112", 1 fä. sömich. — 2 eü. — 3 en. — 11 eemderläd. — 12 auriker-
läd. — 13 eü. — 15 en {icas zwischen Klammern in den Fr. Rq. steht,
fehlt in dem alten Drucke). — 17 broekmerläd. — 18 en. 1. eü. — 19 lad
bituög en. — 20 zeerawere en. — 22 tighü en. tzerke nae. — 23 en cle-
nodie. — 24 saun. Alter Druck: vii zeläd. rustrigaläd, winlgaläd. — 25 end.
Ater Druck: en. buthi algheraläd. lad. — 26 soe iöcker. — 27 Iti ow'leger-
älid, moermerläd eil llgen. — 28 delö. zeläde. iöcker. — 29 bituögh en. —
30 lade fä Keno bileede en. — 31 lädis. zelande. — 32 v'scrj. — 33 Itg
GERMANIA. Neue Keihe XXIII. (XXXV.) Jahrg. 3
34 F. BUITENRUST HETTEMA, DER ALTE DRUCK etc.
segelt'läd. fä. — 34 saun. Alter Druck: vii zeläde en. eil. — 35 de. fä
müster en Stheed land, n. 7: Alter Druck: Stheedland; Teg. Staat
Steedland. Alter Druck: Scheedläd. — 36 haedelreläd wymderläd. —
37 delen. Alter Druck: dell fä diffe saun. Alter Druck: vii.
Mit vorhergehender Rubrik und rubriciertem H folgt noch als neuer
Satz unten an S. 175 des alten Druckes -. Hyr eyndichgied. da wil-
kerren fan op stallis bame').
Vergleicht man den Richthofen'schen Text mit den hier und da
mitgetheilten Lesarten aus Schotanus und Friesche Wetten (ed. Wierdsma
1782), so zeigt sich, daß der Herausgeber der Friesischen Rechts-
quellen bald den Text des Schotanus, bald den des Wierdsma's, nur
selten den des alten Druckes gab. Dennoch sagt er z. B. S. 102, n. 4
seiner Ausgabe : „Ich folge dem sogenannten alten Drucke und gebe
Varianten aus den Abdrücken in Seh. (und Fw)."
Genauer ist dies untersucht in der Einleitung der Bijdragen tot
het Oudfriesch Woordenboek, Leiden, Brill 1888, S. XXII, worauf
ich verweise.
Nur ein einziges Mal verglich er die alte Incunabel selbst.
Wo aber die Oude Friesche Wetten des Wierdsma's — deren
letztes Drittel nicht erschienen ist — ihn im Stiche ließen, sah er
sich wohl gezwungen, den Druck des XV. Jahrhunderts selbst zur Hand
zu nehmen.
Viele Fehler der oben verglichenen Ausgabe finden sich schon
in den Ausgaben des Schotanus oder Wierdsma's. Zur Entschuldigung
des Letzteren läßt sich anführen, daß er eine in gewisser Hinsicht kri-
tische Ausgabe lieferte und den Text normalisierte. Der Erste, wie
S. XXIV der oben genannten Bijdragen gezeigt wurde, druckt seine
Vorlagen nie genau ab.
ZWOLLE. F. BUITENRUST HETTEMA.
') Die einfach mitgetheilten Wörter der alten Incunabel, worin sich Druck-
fehler befinden, sind cursiviert. Wo ich auch die Lesarten v. Richthofens verglich,
sind die Wörter gesperrt gedruckt.
Genugsame Abkürzungszeichen finden sich in der Druckerei nicht vor; ich
habe durch Buchstaben, die in der Incunabel vorkommenden Zeichen möglichst gleich
sind , diese zu ersetzen gesucht.
Der sich vorfindenden oder fehlenden gemalten Anfangsbuchstaben habe ich
nur da erwähnt, wo mir dies nützlich schien. In den anderen Incunabeln, z. B. in
der aus der königl. Bibliothek im Haag sind sie mehr oder weniger vollständig au-
gebracht; hier und da sind auch andere Initialen gesetzt.
REINHOLD BECKSTEIN, GOTTFRIED-STUDIEN. I. 35
GOTTFRIED - STUDIEN.
I.
Von der Hagens Collation der Florentiner Tristan-Hand-
sch rift.
Die dritte Auflage meiner Tristan-Ausgabe gibt mir Anlaß, die
auf längere Zeit hintangesetzten Gottfried-Studien wieder aufzunehmen
und zugleich manchea nachzuholen, was ich auf diesem Gebiete schon
früher hätte erledigen sollen. Seit dem Erscheinen der zweiten Auf-
lage (1873) ist nicht nur das handschriftliche Material ansehnlich
vermehrt worden, sondern es wurden auch eine ganze Reihe Studien
kritischer, hermeneutischer und stilistischer Art veröffentlicht, was
alles der neuen Auflage zu Gute gekommen ist. Auch die von Köl-
bing inzwischen herausgegebene altnordische Saga mußte öfters für
den Text wie für die Erklärung zu Rathe gezogen werden, ebenso
konnte die neue Tristan-Ausgabe Golthers auf mein Buch nicht ohne
Einfluß bleiben. In wieweit ich nun in der neuen Auflage das neue
Material, die neuen Studien und Golthers Ausgabe verwerthet oder
andererseits vei'schmäht habe, das genauer zu besprechen und bezie-
hungsweise zu rechtfertigen, soll meine hauptsächlichste Sorge sein.
Bevor ich mich jedoch dem kritischen und hermeneutischen Theile
meiner Gottfried-Studien zuwende, möchte ich gleichsam zur Vor-
bereitung zunächst die beiden Handschriften ins Auge fassen, die
überhaupt ein näheres Interesse erwecken: die Florentiner und die
Münchener.
Zwar an sich betrachtet ist die Florentiner keineswegs eine
interessante Handschrift. Sie ist aus dem gleichen Zeitalter wie hundert
andere. Aber wirdürfen nicht vergessen , daß wir ihrer Wiedergabe
überhaupt die Kenntniß von Gottfrieds Tristan verdanken. Bekanntlich
diente die Abschrift, welche, wohl auf Bodmers Anregung, der Canton
Zürich von dem Florentiner Original nehmen ließ^ als Manuscript für
den ersten Abdruck vom Jahre 1785. Erst im Jahre 1821 folgte
E. von Groote's Ausgabe, die ihrerseits im Wesentlichen auf der etwas
älteren und um vieles besseren Heidelberger Handschrift beruhte.
Also über dreißig Jahre mußten sich unsere Vorfahren mit dem
fehlerhaften Drucke Müllers behelfen, über dessen Unzulänglichkeit
Groote in der Einleitung zu seiner Ausgabe (S. LXVI) ein so herbes
Urtheil fällte. Und doch vermochten die Fehler und Inconsequenzen
3*
36 REINHOLD BECHSTEIN
des Druckes die Schönheit des Dichtwerks nicht zu verdecken.
Auch in der hier dargebotenen Form konnte der Tristan Gottfrieds
genossen werden und zur Begeisterung hinreißen, wie uns namenth'ch
Docens wundervoller Aufsatz im Museum für altdeutsche Literatur
und Kunst vom Jahre 1809 zu Gemüthe führt. Auf die Dauer freilich
hätte sich unsere Wissenschaft nicht mit jenem ersten Versuche be-
gnügen können. Wären keine anderen Handschriften zu Tage ge-
kommen, so hätte eine neue berichtigte Ausgabe nach dem Floren-
tiner Codex veranstaltet werden müssen, und sie wäre sicher auch
veranstaltet worden. Es fanden sich aber andere Handschriften, und
die Florentiner trat in den Hintergrund, wenn sie auch ihre Stelle
im Kreise der vier Haupthandschriften behauptete. In kritischer Hin-
sicht mußte sie namentlich der Heidelberger Handschrift weichen.
Erst in neuerer Zeit, namentlich durch Hermann Pauls Auseinander-
setzungen in seiner Habilitationsschrift (1872, Germ. 17, 385 fg.) ist
der Hs. F wieder eine größere Bedeutung für die Kritik zugestanden
und zu erwirken versucht worden. Wenn ich auch diese Bedeutung
nicht in demselben Umfange anerkennen kann, so glaube ich doch
auch, daß kein Kritiker den Text der Florentiner Hs. ungeprüft lassen
darf. Eben deshalb ist die unabweisbare Benutzung des Müller'schen
Druckes eine recht unliebsame. Eine Reihe von Versehen sind leichterer
Art und lassen sich ohne Schwierigkeit corrigieren. Aber wie viele
mögen nicht vorhanden sein , von denen man nicht weiß, ob sie dem
Orginal oder dem Züricher Abschreiber oder dem Setzer und Corrector
des Druckes zur Last fallen.
Trotz der erkannten Fehlerhaftigkeit des Druckes zog ihn Groote
doch bei seiner Ausgabe heran, auch gab er aus ihm öfters die ab-
weichenden Lesarten. Maßmann benutzte für seine Ausgabe die Col-
lationen der Handschriften M, H und W von der Hand Pfeiffers; für
Hs. F war er nur auf den Müller'schen Druck angewiesen. Jene Col-
lationen Pfeiffers wurden auch mir gütigst überlassen, und ich ver-
werthete sie für meine Ausgabe, wie ich das auch bereits in der ersten
Auflage (1869, Einleitung S. XLH) erwähnt habe. Dort ist auch
gesagt, daß ich für die Florentiner Handschrift aus v. d. Hagens
Nachlasse eine Collation des Müller'schen Abdruckes mit dem Floren-
tiner Original benutzte. Diese Bemerkung ist, wie es scheint, unbeachtet
geblieben. Öfters ist der Wunsch nach einer neuen Vergleichung der
Hs. F ausgesprochen worden, aber an mich gelangte nie das Ersuchen,
daß ich doch die Collation v. d. Hagens auch der Öffentlichkeit zu
Gute kommen lassen möchte. Oder hat man vielleicht solch ein Er-
GOTTFRIED- STUDIEN. I. 37
suchen nicht gestellt, weil man eine Arbeit aus der Hand v. d. Hagens
für nicht ausreichend oder gar für unbrauchbar hielt? Gewiß ist
V. d. Hagen nicht immer der zuverlässigste Arbeiter gewesen^ aber
auf etwas hat er sich doch verstanden, was jetzt verschwindend wenige
Germanisten, namentlich unter den jüngeren, von sich rühmen können:
auf das Handschriftenwesen.
Da nun keine Aussicht ist, daß ein Facbgenosse eigens nach
Florenz reist oder einen Florentiner Aufenthalt dazu benutzt, um
den Müller'schen Druck nach der dortigen Tristan-Handschrift zu
corrigieren, so fühle ich mich verpflichtet, zur Förderung der Tristan-
Kritik und insbesondere zur Berichtigung des Variantenapparates in
Maßmanns Ausgabe v. d. Hagens CoUation, in deren Besitz ich durch
einen glücklichen Zufall gelangt bin, den Theilnehmenden bekannt
zu geben.
Über das Alter der Hs. F^) sowie über das Verhältniß der Col-
lation v. d. Hagens zum Müller'schen Abdruck habe ich mich schon
in meinen Anmerkungen zu Heinrichs von Freiberg Tristan (Germ.
32, 1 fg.) geäußert. Was da im Einzelnen über Fehler des Druckes
mit Beziehung auf Heinrichs Tristan bemerkt ist, gilt auch vom vor-
aufgehenden Tristan Gottfrieds. Wie in dem genannten Aufsatze, so
kann es auch in der folgenden Lesartensammlung nicht meine Auf-
gabe sein, alle und jede Eintragungen v. d. Hagens zu wiederholen.
Nur im Anfange habe ich, um ein Bild von der Fehlerhaftigkeit des
Druckes zu gewähren, die Vertauschungen von s und z, von c und t,
die Trennungen zusammengehörender oder die Verbindung verschie-
dener Wörter und was derartiger Fehler mehr sind, berücksichtigt.
Inmitten solcher Angaben sind die Stellen, die vom Variantenapparat
Maßmanns — auf Groote ist nur zu Anfang manchmal hingewiesen
worden — wirklich abweichen, mit einem Sternchen ausgezeichnet
worden; das Sternchen steht aber in Klammer, wenn es sich nur um
eine graphische Verschiedenheit, nicht um eine wesentliche Lesart
handelt. Dies Verfahren aber durchzuführen, schien unnöthig. Vom
11. Abschnitt an gab ich nur die wichtigeren Berichtungen und Er-
gänzungen zu Maßmanns Apparat.
Im Allgemeinen ist die Beobachtung zu machen, daß es der
Correcturen von der Hagens immer weniger und weniger werden.
•) Über die Sprache der Hs,, die als Hlemannischc charakterisiert wird, spricht
Theodor von Hageu in seinem bekannten Aufsatz über die Tristanhandschriften
(Germ. Studien 1, 31).
38
REINHOLD BECHSTEIN
Ohne Zweifel las sich der Abschreiber immer mehr ein, wie anderer-
seits Setzer und Corrector auch im Verlaufe der Arbeit geübter
wurden.
Im folgenden Verzeichnisse ist an erster Stelle die Verszahl nach
meiner und v. d. Hagens Ausgabe gesetzt, an zweiter in Klammer die
Verszahl in Müllers Abdruck. Das war nöthig, um das Suchen und
Auffinden der Stellen zu erleichtern. Denn in der Hs. F finden sich
öfters Lücken, wodurch sich die Zahl der Verse verschiebt. Auf Maß-
manns zufällige Zählung (nach Spalten und Verszeilen) ist aber keine
Rücksicht genommen. Denn in der dritten Auflage ist nicht nur wie
in den beiden vorhergehenden die Spaltenzahl der Maßmann'schen
Ausgabe beigefügt, sondern auch die Verszahl der Spalte, so daß jetzt
der Apparat ohne weitere Mühe mit dem folgenden Verzeichnisse und
mit den Stellen bei Müller verglichen werden kann.
Wenn nun auch die Collation v. d. Hagens nicht eine erdrückende
Fülle von Fehlern im alten Abdruck ergibt und somit auch Groote's
Urtheil in etwas eingeschränkt werden muß, so ist die Zahl der Ver-
besserungen doch auch nicht eine ganz kleine; ja ich glaube, man
wird einigermaßen erstaunt sein über die verhältnißmäßig zahlreichen
Sternchen, die ich habe setzen müssen. So wird, wie ich hoffe, dieser
erste Beitrag zu meinen Gottfried-Studien, wie trocken und wenig
anmuthend er auch erscheinen dürfte, für die Gottfried-Forschung
nicht fruchtlos und unwillkommen sein.
I. 103 (1) Der {kein Initial). 105 (3) So. 107 (5) Wen.
109 (7) ez. 112 (10) seneglut. 117 (15) es. 118 (16) es. 123 (21)
SV* mit der Bemerkung unter dem Texte: unleserlich im Original; dazu
V. d. H.: sen in sw' verbessert. 142 (41) tatin ez. 143 (42) swaz.
149 (47) in der. 152 (50) buchen. 154 (52) ze chunde. 155 (53)
Tristrande. 158 (57) beiderhande. 168 (66) senemere. 191. 92 (89.
90) vrvmt : chvmt. 195 (93) daz. 213 herzewunne. 228 (126) muz.
233 (131) herzen edelen, von Müller corrigiert. 238 (136) daz. 241
(138) biete. 242 (139) vindet.
II. 244 (140) iare und so fast immer im Anlaut vor Vocal in Hs. i statt j
im Abdrucke; im Folgenden nur noch einige Fälle notiert. 250 (147)
Punkte zivischen den vier Wöi-tern; s. meine Anm. 257 (154) zvuer-
siht. 264 (161) ie. 265 (162) iugent. vollez. 268 (165) chan.
269(166) dar an. 272(169) dar zu. 273(170) ez. 274(171)
alles. 276 (173) weiz. muz. 277 (174) über sehen. 287 (184) dar
an. genara. 288 (185) ie. clnvam. 293. 94 (190. 191) iugent.
GOTTFRIED STUDIEN. I.
39
iugentlicher. 303. 304 (200. 201) viench : giench. 320 (217) kiwalin:
bei V. d. H. r aus k geh. 322 (219) gnvge. 331 (228) schölte. 333
(230) rywalin. 334 (231) grozen. 338 (235) vrlivge. *340 (237)
do. 349 (246) muzen. 364 (261) zurlivge. 366 (263) gant. 381
(278) niwan. 387 (284) unz. 393 (290) imz. do bot. 400 (297)
rivvalin. 422 (319) wuhz. 447 (344) gedende. 464 (361) marschal-
ches. 473 (370) ze curnwale. *481 (378) zam. 489 (386) citen.
506 (403) ze vrem. 508 (405) hoves. 530 (427) curnewale u. s. tv.
532 (429) vröwen. 584 (481) vrovde. 617 (514) buhurdiren. 618
(515) andere. 621 (518) woren. 622 (519) vrovdeberen. 639 (536)
ougelvveide. 650 (547) hie. 655 (552) Riwalin u. s. w, 668 (565)
manigewis. 679 (576) sumerchraft. 681 (578) underwar. 684 (581)
unz. 685 (582) Blanscheflur. 741 (638) a deus. 743 (640) scheme-
liche. 779 (676) ume. 790 (687) kanelengres. 795 (692) gruz.
808 (705) Riwalinis (und so noch öfters k für r oder R). 828 (725)
weihe wis [Lesart fehlt hei G. und M.). 836 (733) unz u. s. ic. 844
(741) zwei gestat. 858 (755) unbetwungen. 902 (799) merer.
915 (812) b-'ht. 917 (814) herzelibe. 918 (815) nahen gende. "920
(817) flanschifiure u. s. ic. 931 (828) sazestunt w. s. to. 942 (839)
blintheit (und so noch öfters c statt t). 946 (843) ers. 965 (862) ir.
975 (872) zic der Bemerkung unter dem Texte: ,^hiatus in MS'^ v. d.H.:
^ist eine Zeile leer gelassen'"'' . 911 (874) sorge. 986 (882) vrvdehaft.
987. 88 (883. 84) in Hs. umgestellt. 1005 (901) das erste in in Hs. durch-
strichen. 1011 (907) noch getruch. 1037 (933) en truwe. 1049 (945)
vuge. 1053 (949) churcer. 1059 (955) herzechlage. 1077 (973) sich.
1125 (1021) chunde. 1126 (1022) an der, ehenso 1424. 1134 (1030)
zer siten. 1152 (1048) vrvez. 1169 (1065) zur Bemerkung unter dem
Texte: „hiatus in MS^'' v. d. H. : „kein Raum gelassen''^. 1173 (1068)
tusenstunde, ehenso tusenstunt 1310. *1188 (1083) wie soz. 1206
(1101) als es. 1208 (1103) heizen tr. (*>1210 (1105) lihtez. 1212
(1107) viehliche. 1247 (1142) ewer. 1290 (1185) saz eht. 1315
(1110) vrvdehaft. (*>1327 (1222) en chond. 1334 (1229) grozere.
1392 (1287) owe, ebenso 1395. 1446 (1341) ze ivngest. 1462 (1357)
voir. 1467 (1362) deist. 1506 (1401) en tuz. 1520 (1415) wil.
1584 (1479) groze. 1623 (1518) ze Rucke. 1659 (1554) ritterschaft.
1669 (1564) geueilet. 1689 (1584) der. *1717 (1612) in han.
III. 1821 (1714 di m. *1838 (1731) an in (Maßmann: H an ir,
mußte heißen i^ an ir, H hat an in nach Pfeiffers Collation; Groote
auch: H AU ir). 1857 (1750) lutzet. 1864 (1757) zungemache. 1884
(1777) zetune. 1905 (1798) spigelglas. 1955 (1848) ir sehs. 1977
40 REINHOLD BECHSTEIN.
(1870) zur Bemerkung Müllers urdtr dem Texte: „defectus in MS^,
V. d. K: „ist eine Zeile leer gelassen''. 1992 (1884) vil. 1995 (1887)
siz. 2066 (1959) erstev. *2103 (1996) bebendichlicheu. 2119 (2012)
hovespil. 2125 (2018) siten. 2129 (2022) vur kwam.
IV. *2149 (2042) man. 2168 (2061) vlizik, ebenso 2185 (2078).
2179 (2072) bete. 2198(2091) couf. 2199 (2092) cbleinode. 2204
(2097) hebecbe. 2208 (2101) Iristan. *2220 (2113) spangen. 2222
(2115) zewunscbe. *2229 (2122) kunnet (kündet) mir. 2270 (2163)
wror {von v. d. H. am Rande nachgemalt: wivr mit dem Zusatz: scheint
vür). 2277 (2170) vuge. 2309 (2202) nocb Curvenal. 2321 (2214)
ledic. 2322 (2215) stund er. *2344 (2237) gelerte (gerte) ; Lesart
lerte fehlt hei Maßwann und so ößers. (2379. 80 (nach 2271) fehlen
in F, loas Maßm.ann nicht angibt). 2382 (2273) zur Bemerkung unter
dem Texte: ^defecius in MS'^, v. d. //. : „eme Zeile leer gelassen'^.
2390 (2280) vnder getan. *2396 (2286) adeucvmant. *2412 (2302)
selben me. *2419 (2309) stiure. 2433 (2323) vuzen. *2439 (2329)
samir. 2455 (2345) vriücheu. *2458 (2248) kummerlicbev. 2477
(2367) muze. 2510 (2400) vrezen. 2524 (2414) tac. 2526 (2416) ein-
weder. 2548 (2438) guvllet {d. i. gvullet, gevullet). 2561 (2451)
pbad. 2624 (2514) gebartet und geiaret Müller hat also richtig con-
jiciert: gebaret). 2639 (2529) scbenkeliu. *2645 (2535) rukebin.
*2650 (2540) lasen si. 2653 (2543) trehteiu, ebenso 2665 (2555).
2707 (2597) alles nider. 2725 (2615) liezen g. 2732 (2622) hovebere,
ebenso 2866 (2756). 2745 (2635) sinen chl. 2748 (2638) an gew.
2753 (2643) sus und so noch öfters f für s. 2755 (2645) kurzewile.
V. 2781 (2671) muzestu. 2819 (2709) mirz. 2822.23(2712.
13) vren. veh. 2881 (277 l)s. meine Anmerkung in der 3. Atiflage.
2903 (2793) zimbre : von Maßmann richtig verbessert statt zunbre. Der
fehlende folgende Vers von Müller nicht angemerkt; v. d. H.: fehlt ein
Reim. Li der Hds. kein Raum gelassen.'' ; 2906 (2795)vonme. *2942
(2831) timbrein. 2959 (2848) vm. 2964 (2853) van. *2976 (2865)
cbrvzewis zevieren; s. Anm. 3. Aufl. 2980 (2869) habe. 2988 (2877)
ricke {bei Maßmann und Grcote fehlt Müllers Lesart rucke). 3045
(2934) kund ich,- ebenso kund er 3498 (3385). 3074 (2963) lantsite.
3128 (3017) gote. *3138 (3027) be!e. 3158 (3045) de te sat tin-
taioel. 3186 (3073) dunch. 3200 (3087) abonvr. 3246 (3133) vrem-
dem. 3262 (3149) du d. d. k.; diese Lesart birgt vielleicht die echte:
diu statt die. 3276 (3163) curtois. 3288 (3175) dise. 3313 (3200)
houischer. (*>3334 (3221) lutervar. 3354 (3241) kurnivalois. 3362
(3249) beas. *3375 (3262) marke übergeschrieben.
GOTTFRIED-STUDIEN. I. 41
VL *3424(3311) Nein lierre. " 3428 (3315) rvre. 3430(3317)
wizent. 3521 (3408) zu Müllers Bemerkung unter dem Texte: ^def. in
il/AS" ü. d. H.: y^Eine Zeile leer gelassen.'-^ Der folgende zu 3526 (3409)
gesetzte Stern, der auch auf eine Lücke hindeuten soll, ist unrichtig ge-
setzt. Auch Maßmanns Apparat ist hier ungenau. Es fehlt nicht bloß
3522, sondern auch 3523. 24. 25. *3535 (3418) ez; dieses ez steht
allerdings für es; s. meine Bemerkung in der 3. Aufl. *3539 (3422)
la hören. 3572 (3455) almeistich. 3575 (3458) saz, 3608 (3491)
hiez. 3609 (3492) iriau. *3611 (3494) mvvoluntiers; Maßmanns Ver-
muthung also richtig. *3617 (3500) denn. *3628 (3511) wizen [ebenso
3663 (3546) uyid öfters]; s. meine Bemerkung in der 3. Aufl. 3653 (3536)
diz und öfters. 3739 (3622) wis. 3740 (3623) sus was. 3751 (3634)
dan Rual; ebenso getrennt 3793 (3676). 3752 (3635) z ist Abkürzung
für et.
VII. *3762 (3645) wa. *3768 (3651) in iwiht das erste i unter-
punktiert. *3798 (3681) Nvz, %cie Maßmann richtig vermerkte. *3813
(3696) antluze. *3824 (3707) daz. 3833 (3716) trehtin u. s. w.
3853 (3736) al der. *3859 (3742) halben fehlt nicht. 3927 (3810)
wand. 3958 (3841) inweiz. *4001 (3884) verflizen. 4008 (4891)
wetervar. 4068 (3951) stund. 4077 (3960) kieset; und so noch öfters
f für s. 4085 (3968) herlich er. 4101 (3984) deswar. *4105 (3988)
ouch az Rval. 4173 (4056) Riwalin. *4213 (4096) als erz. 4258
(4141) was. 4261 (4144) Dicz (= dez = daz). *4335 (4218) an
sine s. 4360 (4241) Tristrant. *4367 (4249) v^zihet. *4385 (4267)
volg et. 4437 (4319) unz und öfters. 4481 (4363) triscamere. 4513
(4895) e'wedere. 4518 (4400) tristan.
VIII. 4564 (4446) an, aber mit Strich über dem Schenkel des a,
also a in i corrigiert, loie auch Müller gesetzt hat. 4583 (4465) ge-
ziuch. 4615 (4497) beschriben. 4621 (4503) uzen. 4640 (4522) lor-
schapellikin. 4664(4546) wildenere, e6mso 4681 (4563). 4670(4552)
mergr. *4689 (4571) Ooch {das zioeite o von v. d. H. nicht ausge-
strichen; loahrscheinlich versehen und versäumt; es ivird doch loohl Och
geschrieben worden sein). 4690 (4572) steinahe. *4710 (4592) umme-
hangen. *4729 (4611) pitagis. *4737 (4619) in duscher. 4747(4629)
risen. 4760 (4642) vnruches. 4765 (4648) mutis. (*4778 (4660)
reitenowe. *4793 (4675) sprech e dar. *4806 (4688) titarone: das
erste t von v. d. H. unterstrichen mit der Bemerkung am Rande: t kann
auch c sein. *4829 (4711) in b. 4841 (4723) ezn d. 4862 (4744)
herce; das Fragezeichen Maßmanns also gegründet. 4863 (4745) eli-
cone. (*>4864 (4746) nunvalte. *4892 (4774) wünsch e ber. 4904
42 REINHOLD BECHSTEIN
(4786) obin in, lüie Maßmann richtig angesetzt hat. ^*^4930 (4812)
wlcan (= vvlcan, vulcan). 4936 (4818) lieze. (*)4944 (4826) wie-
vrine. 4972 (4854) danoch die. (*>5002 (4884) uz er. 5009 (4891)
allin, xüie Maßmann richtig setzt. 5048 (4930) dimute. *5054 (4936)
wies.
IX. 5077 (4957) vnd. (*>5079 (4959) stirfeit: vor dem ersten t
ein dem großen S ähnlicher Buchstabe^ d. i. Ahkilrznng für con, also
contirfeit ; s. auch Th. v. Hagen, Germ. St^idien 1, 31, Anm. 3. 5082
(4962) vnd sprechet; Lesart ut von Maßmann nicht angemerkt. 5093
(4873) daz kwal. 5097 (4977) iehe. 5158 (5038) eliches. 5205 (5085)
kantei: v. d. H. unterstreicht t mit der Bemerkung am Rande: „c?"
5340 (5220) sehzich. 5371 (5251) lantgesinde. 5391 (5271) un-
nutzen. (*>5394 (5274) kurce; ebenso 5518 (5398). 5463 (5343) moi-
ganes. *5467 (5347) ern lege. 5487 (5367) chlagewort, ebenso Zu-
sammensetzung 5838 (5723). 5864 (5749). 5538 (5418) wazerveste.
5592 (5472) uz an. (*>5657 (5542) enkan {von Maßmann berichtigt).
5776 (5661) raanigewis. 5780 (5665) geseit. *5786 (5671) sag.
*5787 (5672) der fehlt nicht; d' bei vater übergeschrieben. 5805 (5690)
wol fehlt nicht: danne wol erge. 5808 (5693) v. d. H. corngiert sinne
in suine, loas fraglich erscheint. 5836 (5721) gestigen.
X. 5893 (5778) hoch gemut. 5899 (5784) rautvesten. 5929
(5814) zesiner. 5949 (5834) furwar. 5953 (5838) des andern s.
6068 (5953) genamt. *6077 (5962) ahperen. 6079 (5964) ir durch-
strichen. 6135 (6020) erwH. 6227 (6112) sp^ch (d. i. sprach). 6273
(6158) dar zu. 6306 (6191) herverten. *6409 (6294) mir wie.
(*)6471 (6356) warb erin. 6484 (6369) disem. *6493 (6378) 9tinanee;
vgl. oben 5079 U7id u. 8638. *6576 (6461) dan fehlt nicht (vil mere
den d. r.). *6604 (6489) a neve. 6681 (6566) wize. 6716 (6601) uz
erkorn. 6723 (6608) reiner art (das Fehlen von art vo7i Maßmann nicht
angegeben). 6760 (6645) vhorne. 6798 (6683) zehant. * 6830 (6715)
der zins. 6832(6717) teidinch. 6833(6718) daz du. 6860(6745)
geric {von Maßmann corrigiert). 6884 (6769) rittersaft, ebenso -saft
6954 (6839) und öfters. *6985 (6870) tristrandes. 7027 (6912) kovir-
ture. 7063 (6948) sorgen. *7115 (7000) schiffe (= schiffen wie
MH; s. meine Bemerkung in der 3. Auflage). 7121 (7006) bringez.
7130 (7015) itilhende. 7139 (7024) sider. 7165 (7050) sin ere truc.
<*>7225 (7110) kiu dervan.
XI 1). 7372(7257) daz suzer. 7385 (7270) lies {stattl86,2D) : 27.
7595 (7480) ein art spilman: der von v. d. Hagen gesetzte Strich unten
') Von hier an nur Berichtigung und Ergänzung zu Maßmanns Variantenapparat.
GOTTFRIED-STUDIEN. I. 43
zwischen den beiden letzten Wörtern nicht deutlich; soll er die Trennunq
andeuten oder die Verbindung artspilman? s. die Anm. in der 3. Aufl.
7634 (7519) vnd {statt ut) tut; lies erzlichichen. 7714 (7599) si fehlt
nicht (u. hete sii von k.). 77«2 (7667) nun weiz ich. 7880 (7765)
seitenspil. 7913 (7798) gern e (von M. nicht angegeben). 8048 (7933)
daz k. 8066 (7951) von M verbessert. 8097 (7982) vor. 8194 (8079)
din min ich (din von M. nicht aiigegebe7i):, din verschrieben für di loohl
luegen des folgenden m).
XII. 8329 (8209) don; dazu v. d. H. am Rande: (vn?). 8337
(8217) ir vind (und von Majhnann nicht angegeben). 8369 (8249) Lesart
hares {= hazes, hazzes) fehlt bei 3/aßniann; vielleicht schivebte dem
Schreiber auch hadres, haders vor. 8514 (nach 8393) fehlt nicht {lies
bei Maßmann 214, 36 statt 32); der Vers von den dedanken bin ich
ist von Müller atisgelassen. 8515 (8394) vor. 8554(8433) lies: 215,36:
berihter. 8638 (8521) 9P^^i^^'^6 ^^ companiune; vgl. oben 5079.
8748 (8631) wizenuere (wizen mere fehlt bei M.). 8762 (8645) v.
rotem g. 8804 (8687) werwende.
XIII. 8966(8848) belderichen; s. öerm. 72, 5m 9032(8913)
zu t in buhsten, von M. nicht angegeben, bemerkt v. d. W: c? 9204
(9086) geberiter (gebe riter von Groote, aber nicht von M. angegeben),
d. i. geberite er, geborte er, praet. von gebern, bern schlagen. 9248
(9128) iz uch. 9278 (9158) dirz. 9290 (9170) striche. 9502 (9382)
altez t.
Zweiter Theil.
XIV. 9993 (9873) sin: vo)i v. d. H. am Rande nachgemalt; sieht
fast aus lüie sine. 10023 (9903) notdurfte (von M. nicht angegeben).
10235 (10115) durhnehte; die fehlerhafte Lesung von M. nicht an-
gemerkt. 10237 (10117) wer {wert fehlt bei M.). 10243(10123) herze-
gallen. 10258 (10138) sin {von M. corrigiert). 10378 (10244) blint-
lichen (von M. corrigiert). 10619 (10485) anenun {statt Müllers ane-
nan) =: an einem (von M nicht angegeben).
XV. 10820 (10686) under dev. 10845(10711) da zu (in dannc
die drei letzten Buchstaben durchstrichen). 10880 (10745) die richtige,
allein in F überlieferte Lesart in (kunich in statt hin dev übrige)i) von
M. übergangen. 10974(10840) lachande. 11124(10990) arait i. v.
11137 (11003) kerze. 11215 (11081) engesach {das erste ch in ge-
schach ausgekratzt).
XVI.' 11604 (11470) nem e swaz. 11641 (11507) eiz (erz von M.
unberücksichtigt gelassen). 11649 (11515) hin (hie nicht aufgenommen).
11845 (11711) blicte (blicke nicht aufgenommen).
44 REINHOLD-BECHSTEIN, GOTTFRIED-STUDIEN. I.
XVII. 11989 (11855) vederspil (widerspil von M. nicht an-
gegeben). 12172(12038) sa. 12173 (12339) ir im ie. 12188 (12054)
suvit.
XVIII. 12719 (12585) selben (seihen ühergangen). 12790 (12652)
ir einer (in übergangen). 12827 (12689) da het (der ebenfalls). 12852
(12714) ze iwerem geböte {Druckfehler nicht angegeben). 12983 (12845)
under megde. 13003 (12865) liebe.
XIX. 13112 (12974) gandin. 13122 (12984) rucke (von M. tucke
als Schreib- oder Druckfehler übergangen). 13209 (13071) rotte.
XX. 13593 (13455) leinete. schachzabel (beides hier nur zti
Gunsten der Hs. F angeführt).
XXI. 13690 (13552) biteverte.
XXII. 14388 (14250) gesehen] der erste Buchstabe ein b tind g
zugleich, toahrscheinlich b aus g corrigiert. 14435 (14297) get (geht nicht
berücksichtigt).
XXIII. 14914 (14776) das ziveite amirende sieht eher aus loie
anurende (von v. d. H. nachgemalt). 14955 (14817) viere (viere nicht
berücksichtigt').
XXIV. 15098 (14960) gantlihcet (gantlihtet von M. unberück-
sichtigt). 15146 (15008 alswegende (das erste e durch den Strich in i
corrigiert). 15148 (15010) mit (von M. mir übergangen als offenbarer
Lese- oder Druckfehler). 15315 (15177) zuzgandim. 15329 (15191)
9cil = concil (Lesart ■= W; von M. übergangen). 15394 (15240) ge-
rihten ; das r sieht allerdings dem i sehr ähnlich (von M. Lesart über-
gangen). 15461 (15323) hof vor wan in Hs. durchstrichen. 15553
(15415) al ir. 15598 viel als an s. d. (das im Abdruck fehlende als
von M. ühergangen). 15609 (15471) amehtich.
XXV. 15810 (15672) hör (Lesart her von M. übergangen). 15833
(15695) under auch in F. 15852 (15714) su^eri (= suze; suzer von M.
ühergangen).
XXVI. 16409 (16271) wol (vol von M. nicht angegeben).
XXVII. 16835 (^16597) gewalsamite. 16949 (16711) gefeilet
(= gefeiet := gevelet ^^^ Ä"; gefeilet von M. übergangen). 16970(16732)
der ensol. 17035(16797) tougenliche: angeführt., damit nicht der Fehler
zougenliche als Zeugniß einer falschen La^itverschiebung in eine Gram-
matik gelange. 17099 (16861) des h. sp. 17196 (16958) bibilise.
XXVIII. 17564 (17326) nie (aus nit corrigiert; nit von M. über-
gangen). 17614 (17376) antlutze (hier aus sprachlichen Gründen auf-
genommen).
MAX HERRMANN, ZUR FRÄNKISCHEN SITTENGESCHICHTE etc. 45
XXIX. 17795 (17557) uberkerget (r aus 1 gemacht; ubelkerget
übergangen). 18023 (17785) verlät (verlit übergangen). 18158 (17920)
leite {grammatisch erwähnenswerth) . 18300(18062) lebende sin {das im
Abdruck fehlende sin von M. unberücksichtigt gelasnen).
XXX. 18420 (18182) libunge {nicht libuug: grammatisch und,
metrisch loichtig). 18821 (18583) betagen {= tagen). 19218 (18980)
enws — enws-, ebenso 19414 (19176). 19233 (18995) uf in (im ilber-
gangeii). danne auch in F, doch scheint der Schreiber aus a ein e ge-
macht zu haben. 19506 {tiach 19267) fehlt in F; Raum für eine Zeile
gelassen.
ROSTOCK, August 1889. REINHOLD BECHSTEIN.
ZUR FRÄNKISCHEN SITTENGESCHICHTE DES
FÜNFZEHNTEN JAHRHUNDERTS.
Dem Geschichtsehreiber der menschlichen Sitte steht bei der
Behandlung der Neuzeit für viele Theile seines Gebietes ein Material
zu Gebote, das für die früheren Jahrhunderte gänzlich fehlt: er wird
vor Allem die Proceßacten der Gerichte zu studieren haben. Für
Alterthum und Mittelalter muß er sich mit dem Spiegelbilde begnügen,
das litterarische Denkmäler absichtlich oder unabsichtlich von den
Sitten ihrer Zeit liefern; solche Darstellungen aber verlieren durch
die moralischen oder künstlerischen Tendenzen der Verfasser sehr
viel an eigentlich urkundlichem Werthe. Wir denken hier gerade an ein
besonders bedeutungsvolles Capitel: an die Verhältnisse im Verkehr
der beiden Geschlechter. Man pflegt sich, wenn man in dieser Hin-
sicht zum Beispiel die Zustände der italienischen Gesellschaft im 14.
und 15. Jahrhundert erkennen will, an die Schilderungen und an den
Erfolg des Decamerone und ähnlicher Werke zu halten und daraus
auf einen ungemein tiefen Stand der Moral im Geschlechtsleben zu
schließen. Wir folgern das Gleiche für die unteren Classen der fränki-
schen Bevölkerung in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts aus
den Schwänken und Fastnachtspielen des Hans Folz und seiner Ge-
nossen, die mit unendlichem Behagen im Schmutze wühlen; wie es
in dieser Hinsicht in den oberen Schichten der Bevölkerung aussah,
wissen diese Dichtungen nicht zu sagen, und wir — so scheint es —
in Folge dessen auch nicht.
46 MAX HERRMANN
Jene Quelle der Gerichtsacten fließt nämlich im Allgemeinen für
die Sittengeschichte des 15. Jahrhunderts noch nicht. Erhalten sind
uns indessen — nicht von Gerichts wegen, sondern meist in den Con-
cepten der Verfassei' — verschiedene Rechtsgutachten hervorragender
deutscher Juristen jener Zeit, unter denen besonders viele nach Franken
gehören. Man beginnt jetzt die große Bedeutung solcher Schriftstücke
für die Geschichte der Reception des römischen Rechts zu erkennen;
hier soll uns eine Anzahl von ihnen das actenmäßige Material liefern,
um auf die Zustände der fränkischen Gesellschaft in der erwähnten
Hinsicht einiges Licht zu werfen. Dabei wird sich herausstellen, da(i
nicht nur das Leben der unteren Classen der Nichtswürdigkeit der
Folzischen Dichtung entsprach, wir werden vielmehr auch in die
Verhältnisse der oberen Classen tief hineinleuchten und auf diese
Weise zeigen, welchen Unrath die Reformbestrebungen des 16. Jahr-
hunderts auch aus dem deutschen Bürgerhause zu kehren hatten. Be-
sonders kommt dabei Nürnberg in Betracht, und die letzte, von uns am
ausführlichsten behandelte Scandalgeschichte gewinnt durch die dabei
betheiligten Personen ein erhöhtes Interesse.
Es sind uns im Ganzen 19 Gutachten über Ehesachen bekannt
geworden; sie alle gehören in die Gegend Bamberg-Nürnberg-Eich-
stätt und in die Zeit von 1450 bis 1470. Merkwürdiger Weise handelt
es sich nur bei dem kleinsten Theil, nämlich in drei Fällen, um
Scheidungsklagen. Einmal tritt eine Frau Clara Gruber gegen ihren
Mann Ludwig Gruber auf: als Belastungszeugen erscheinen die 'fami-
liäres publici civitatis (vulgo 'Statknecht'), die die städtischen Bordelle
visitieren mußten und bei dieser Gelegenheit den Eheherrn in flagranti
ertappt hatten. Das betreffende Rechtsgutachten ist von Dr. Albrecht
von Eyb verfaßt und in seinem großen Reclitsgutachtenbuch, dem
Eichstätter Fohocodex 223, fol. 256'' — 257'', erhalten. Interessanter
ist der Sachverhalt, den ein ausführliches deutsches Gutachten des
Eichstätter Officials Dr. Johannes Heller^) berichtet, und das in seiner
Handschrift, dem Münchener Cod. lat. 19514, fol. 253"— 256% vor-
liegt^). Heller erzählt hier Folgendes: „Ein edelmann hat jn seinem
geschloß an ainem verporgen vnd argkwenigen stat ain jungen gesellen
gefunden , den sein hausfraw jn ainem frawenklaidt het ein gefürt,
doch nit bej ir ligendt, sunder sust an ainem besundern stat ver-
porgen, darauß der benant edlman sein hausfrauen als für argkwenig
') Eyb hatte mit ihm zusammen 1448 in Bologna studiert: s. Acta nationis
Germanicae univ. Bonon. ed. Friedländer et Malagola (Berlin 1887) S. 194.
') fol. 256*— 259* folgt eine lateinische Bearbeitung,
ZUR FRÄNKISCHEN SITTENGESCHICHTE DES FÜNFZEHNTEN JHDTS. 47
hat in ainem kivrcher verschlossen. Die nw bekennet, das sie den
selben jungen gesellen hab ein gefurt, als oben begriffen ist, vnd in
vor andern lib gehabt; sie hab aber ir ee mit jm nye gebrochen.
Doch der benant edlraan, ir hawswirt, bewegt auü zorn, da mit er
sein hawsfrauen vnd kinder enterbet, hat etlichen seinen vettern
alles sein gut vergeben vnd ein benantte iarliche sume zinß auf sein
lebtag von den selben genomen." Heller ist Advocat der Beklagten,
aber er weiß ihre schlechte Sache auch nur schlecht zu vertheidigen :
seine schwachen Argumente drehen sich alle um den einen Punkt,
daß man die Edelfrau und den Liebhaber zwar beisammen getroffen,
aber doch nicht 'allain pey ainander ligen nackacht pey nackacht'').
Der weitaus größte Theil der Gutachten aber betrifft Klagen
auf Einhaltung eines Eheversprechens, und manche davon lassen uns
in noch sonderbarere und häßlichere Verhältnisse hineinsehen. Manche
freilich sind auch harmloser Art und haben höchstens darum Interesse,
weil dabei gewisse Bräuche zur Sprache kommen und weil uns theil-
weise die Zeugenaussagen in directer Rede mit deutschen Worten
überliefert sind. So vertheidigt der berühmte Gregor Heimburg einen
gewissen Johannes Monhouer, der von Anna Gewmann auf Erfüllung
des Eheversprechens verklagt war (Cod. lat. Mon. 19514, fol. 236—240),
so setzt Albrecht von Eyb einen Fall auseinander, wo ein Jüngling
zu einem Mädchen gesprochen: 'Wer die nuße nympt, der nympt mich
auch', und die Antwort erhalten hatte: 'Ja, ich wil sie nemen vnd
die essen' (Cod. Eichst. 223, fol. 177''). Ein anderes Gutachten Eybs gibt
folgendes Gespräch zwischen Joh. Moringer und Margarethe Reyter
aus Nürnberg wieder: 'Liebe junckfraw Margreth, gelobt mir die hei-
ligen Ee!' 'Ich wir — antwortete die Jungfer — 'kein andern nemen
zu der ee dann euch; das seth euch mein trew. Ir solt mein eelicher
man sein.' Eine Zeugin erzählt, Moringer habe sich stets um das
Mädchen bemüht und endlich gerade heraus gesagt: 'Margreth, begerstu
mein zu der ee , so gib mir dein handt.' Als Margarethe schwieg^
') Die Strafen, die dem Ehebrecher drohten, beschreibt Heller fol. 255'': 'Mer
ist zu mercken, das nach geschriben rechten drey pen auf geseczt sein, Epriich zu
straffen. Die erst ist schiedung zu pett vnd tisch den eprecher von dem andern, vnd
solch pen sei durch den gaistlichen richter aufgeseczt werden. Die andere pen ist,
die eprecherin zuuerstossen in ain kloster, das sie daselbs ir sunde bewain vnd die
selb pen , die sol durch den obristen gaistlichen oder wreltlichen richter aufgeseczt
werden. Die dritt pen ist, das man der eprecherin zu aim smäch die zopf oder har
absneid, das mag auch durch den gaistlichen richter geschehen. Die viert pen ist
der banne, da mit man die eprecher gestraffen mag; das gehört zu aim gaistlichen
richter.'
48 MAX HERRMANN
habe sich der Liebhaber an sie, die Zeugin, mit der Frage gewendet:
'Eis, wen ich sprich: Margreth, begerstu mein zu der ee, vnd das sie
mir die hant lest, ist des nit genug zu der ee?'; sie habe ihm in-
dessen sofort erwidert: 'Es gilt nit mit rucklinger hant! Wenns mit
flacher hant wer.' (Cod. Eichst. 223, fol. IQ!"^— 196").
Dann aber kommen arge Geschichten. Die Wäscherin Margarethe
Steicher und der Bierbrauer Job. Conrad kamen — so berichtet ein
Eybsches Gutachten (fol. 164'') — eines Abends zufällig zusammen
in ein Wirthshaus. Der Wirth fragte sie, ob sie Mann und Frau wären,
ob er ihnen also zusammen ein Bett geben könne; beide Theile —
'forte explende libidinis cupidi', wie das Gutachten sagt — versicherten
höchst eifrig: 'Gewiß, wir sind verheiratet.' Auf diese erbauliche Scene
und ihre Folgen berief sich dann der eine der Betheiligten, um den
andern zur Ehe zu zwingen. Ein gemeinsames Gutachten der drei
Nürnberger Juristen Dr. Job. Cremer, Dr. Heinrich Leuburg und
Dr. Siegfried Plaghal meldet von der Liebschaft eines Bamberger
Bürgers, 'Job. Alt, mit seiner Landsmännin Adelheid Schlosser. Zu
seiner Mutter hat Alt erklärt: 'Muter, wie gefeites dir, ich habs der
Alheyten gelobt'; offener aber war er zu guten Freunden, denen er
gestand: 'Ja, ich hab irs newr gelobt, das sie mich laß ein nacht
pey ir ligen, wenn ich von Genff kom' (Cod. Eichst. 223, fol. 202''— 203").
Kinderverlobungen waren offenbar nichts seltenes. Mehrere Gut-
achten erzählen von dem armen Fräulein Juliane von der Thann, die
von ihren Vormündern mit dem sehr reichen, wenig über 13 Jahre
alten Bürgerssohu Georg Mercz verlobt worden war (fol. 208 ff.
213 ff.); in einem andern Eybschen Gutachten (fol. 14P— 145'') er-
scheint ein Heiratsvermittler, Dietrich Kandelgisser: dieser hat den
alten Heinrich Riess dazu gebracht, daß er seine Enkelin Elisabeth
Wetzlein mit Kilian, dem Sohn des Jacob Lorenz, verlobte. Braut
und Bräutigam waren acht oder neun Jahre alt. Die kleine Elisabeth
ging im Lorenz'schen Hause aus und ein und gab auf Befragen Ant-
worten wie Jch gehe zu meinem Kilian' oder Jch komme von meiner
Schwiegermutter' zum Besten.
Schließlich fehlt auch die Bigamie nicht. Davon erzählt zunächst
ein Gutachten des Augsburger Leonhard Gassei in einer Eichstätter
Angelegenheit. Caspar Strolin hat sich zu Pfingsten mit Anna Bech-
thaler vermählt, das sagen sie beide aus; auch erklären zwei Zeugen,
Peter und Cunigunde Hutter, daß jene Beiden sich ihnen gegenüber
am 10. August in einem Eichstätter Gasthofe als Gatten bezeichnet
hätten. Dagegen gibt nun eine gewisse Agnes Ezl (?) an, Caspar habe
ZUR FRÄNKISCHEN SITTENGESCHICHTE DES FÜNFZEHNTEN JHDTS. 49
sie zu Michaelis zu seiner Ehefrau gemacht und ihre Liebe genossen ;
auch sie bringt zwei Zeugen bei (Cod. lat. Mon. 19514, fol. 259 — 2(55").
Eine ganz ähnliche Angelegenheit behandelt Eyb (Cod. Eichst. 223
fol. 169''): hier hat Job. Gnotzheimer zuerst Agathe Hess, dann
Margarethe Pruner geehelicht.
Weit interessanter und charakteristischer als alle diese Dinge
ist die große Nürnberger Scandalsache, der wir uns zum Schlüsse
zuwenden und bei der wir etwas weiter ausholen müssen.
Johannes LöfFelholz, ein Bamberger aus altem Geschlechte, hatte
zwei Söhne, Martin und Burekart, von denen der erste in Nürnberg,
der andere in Bamberg seinen Wohnsitz hatte'). Burekart starb früh-
zeitig, im Jahre 1450, nachdem ihm seine Gattin 1448 im Tode voran-
gegangen war, und hinterließ, abgesehen von einem Sohn und einer
Tochter, die den Eltern bald ins Grab folgten , ein dreijähriges Mäd-
chen, Barbara Löffelholz. Diese wuchs in Nürnberg auf, wahrscheinlicli
im Hause des Oheims Martin. Sie hatte indessen in Nürnberg noch
andere Verwandte: Magdalene Löffelholz, eine ältere Schwester ihres
Vaters, war dort an den Rathsherrn Martin Holzschuher vermählt. Wir
brauchen hier nicht erst auf die hervorragende Stelle aufmerksam zu
machen, die dem Geschlechte der Holzschuher in der Geschichte
Nürnbergs zukommt; Martin selbst bekleidete in den fünfziger und
sechziger Jahren die höchsten städtischen Würden '^j. In seinem Hause
verkehrte Barbara Löffelholz, die allmählich zur schönen Jungfrau
heranwuchs, besonders gern; zwar starb die Muhme, Martins Gattin,
schon 1460 ; indessen eine ganze Anzahl von Vettern und Basen be-
lebten das reiche Patricierhaus , und unter diesen war es besonders
Ursula, die Barbaras ganzes Vertrauen besaß.
Im Spätsommer des Jahres 1465 wurde bei dem Decanatsgericht
des Bamberger Domcapitels ein eigenthümlicher Proceß anhängig ge-
macht'*). Sigismund Stromer, ein Nürnberger Patrizier, noch nicht
dreißig Jahre alt, durch seine Mutter übrigens mit den Holzschuher
verwandt, stellte durch ein Gutachten seines Advocaten, des Dr. Conrad
Schutz, vom 7. September^) unter Aufbietung eines stattlichen Zeugen-
') Biedermann .Geschleclitsregister des hocliadligen Patriciats zu Nürnberg' (1748)
Tab. CCCI.
^) Gatterer, Historia Geutis Holzschuherianae (Nürnberg 1755) Ö. 143.
') In den für unsere Darstellung benutzten Schriftstücken ist von den verwandt-
schaftlichen Beziehungen der betheiligten Personen mit keinem Worte die Rede; sie
ergaben sich erst durch Heranziehung der Biedermann'schen Geschlechtstafeln.
*) Unterschrift: Ego Conradus Schutz artium et utriusque Juris doctor dico
et consulo Juris esse etc. die septima mensis septembris Anuo LXV°.
GERMANIA. Nene Reihe XXm. (XXXV.) .lahrjf. 4
50 MAX HERRMANN
apparates eine sehr delieate Geschichte unter Beweis, und verlangte,
daß das geistliche Gericht jene Barbara LöfFelholz veranlassen sollte,
ein ihm gegebenes Eheversprechen zu halten. Die Vorgänge, auf die
er sich berief, zeigen das ehrsame Patricierhaus des Martin Holz-
schuher in seltsamem Lichte und lassen die vornehme Jungfrau Ursula
Holzschuherin als Gelegenheitsmacherin erscheinen. Stromer bekundete:
von heftiger Liebe zu Barbara Löffelholz ergriffen, habe er auf alle
Weise um ihre Gunst geworben ; er wies nach, daß er sie mit reichen
Geschenken, mit Perlen, mit einem seidenen Gürtel, einem prächtigen
Hutband bedacht habe. Der jungen Barbara waren damals die Gesin-
nungen Stromers offenbar nicht unwillkommen, so sehr sie das vor Gericht
in Abrede zu stellen suchte; sie muß zugeben, zu Stromer gesagt zu
haben: , Liebe mich als ich dich, nit mere beger ich'; es wird ihr
ferner nachgewiesen, daß sie im Hause des Jacob Sauerzapf') sich
mit dem von Stromer geschenkten Hutbande geschmückt habe. Ja,
die Base Ursula, die als Hauptbelastungszeugin auftritt, erklärt, die
Beklagte habe den Liebhaber aufgefordert, sich größere Freiheiten
zu erlauben. Es handelte sich also nur um einen passenden Ort für
eine vertraulichere Zusammenkunft, und hier wußte die Base Holz-
schuher Rath. Sie selbst war — es läßt sich nicht erkennen, ob
öffentlich oder heimlich — mit dem Nürnberger Patricier Paul Imhoff
verlobt^) und gestattete diesem nächtliche Besuche im Hause ihres
Vaters. Hier sollte nun nach Ursulas Plan auch die Vereinigung Sigis-
munds und Barbaras von Statten gehen. Wann dieser Plan aus-
geführt wurde, dessen erklären alle Zeugen sich nicht mehr recht
zu erinnern; nur die Holzschuherin meint einmal, es sei , circa tem-
pus carnispriuiale' gewesen. In der unverblümtesten Weise bringt nun
die Zeugenaussage die Fortsetzung des Abenteuers an den Tag. Die
Liebenden fanden sich in einer ,camera' des Holzschuherischen Hauses
zusammen; damit Barbara nicht etwa sagen könne, Stromer habe ihr
Gewalt angethan, wird festgestellt, daß sie bei der ersten Zusammen-
kunft zu dem Geliebten dreimal die Worte gesprochen: ,Do sey got
vor, das ich keinen andern neme dann euch.' Diese Worte wurden
draußen vor der Kammerthür deutlich gehört, und zwar nicht nur von
der Tochter des Hauses , sondern auch — und das zeigt eine be-
sonders häßliche Situation — von einem andern Zeugen , Johannes
') Er war der Gatte der Helena Holzschuher, eiuer Schwester des erwähnten
Martin. Gatterer S. 142.
*) Biedermanns Angabe (Tab. CCXVI), die Beiden seien schon 1462 vermählt
worden, ist somit falsch, wie leider so manche seiner Zahlen.
ZUR FRÄNKISCHEN SITTP^NGESCHICHTE DES FÜNFZEHNTEN JHirrs. 5]
Berlin aus Dinkelsbühl; was dieser hier zur Nachtzeit im Holz-
sebuherischen Hause getban haben mag, ist unerklärlich. In Ursulas
Kammer war während derselben Nacht diese edle Jungfrau mit ihrem
Liebsten Paul beisammen, und beide bezeugen nun ganz in Überein-
stimmung mit dem Kläger, daß dieser mitten in der Nacht zu ihnen
in die Kammer gekommen sei [!], sich auf ihr Bett gesetzt und gesagt
habe: ,Die barb hat mir die Ee gelobt, mein sach ist schlecht.'
Dann kam auch noch Jungfer Barbara herein und setzte sich an
Stromers Seite aufs Bett. Letzterer deutete auf sich und das Mädchen
und rief: ^Do sitzen zwey eelewt', — Barbara protestirte durchaus
nicht dagegen, sondern schlug ihn leicht auf die Schulter und scherzte :
,Ir seyt ein rechter speyer; ir kunt nichtz verschweygen vnd müßt
alle dinck swatzen.' Ahnliche Zusammenkünfte fanden dann nach
Aussage der Zeugen noch sechs Male im Holzschuherischen Hause
statt. Auch in der Folgezeit hat Barbara zunächst gar nicht geleugnet,
daß sie in einem Verhältniß zu Sigismund Stromer stehe, welches sie
zur Eingehung einer Ehe verpflichtete; auch dafür werden verschiedene
Zeugenaussagen beigebracht. So wurde z. B. festgestellt: der bekannte
Rathsherr Sebaldus Pfintzing, der seit 1464 Gatte der Ursula Löffel-
holz , einer Tochter von Barbaras Oheim Martin Löffelholz war '),
hatte zu der neuen Base scherzend gesagt: ,Ich muß euch ein Muffel-
schilt lassen machen', also offenbar mit Anspielung auf irgend einen
Stadtklatsch, der der Barbara Beziehungen zu einem Angehörigen
der Familie Muffel nachsagte; darauf hatte sie recht deutlich geant-
wortet: ,Nein, ich muß drey lilgen haben.' Drei Lilien aber waren
auf dem Wappen des Stromerschen Geschlechtes zu sehen. Ebenso
sagte ein Stubenmaler aus, Jungfer Barbara habe ihn, während er
bei der Arbeit war, gefragt: ,Wißt Ir kein schilt, do drey lilgen Inn
steen?' Als er sich dann erboten, ein solches Wappenschild alsbald
anzufertigen, habe sich die Jungfer das vor der Hand noch verbeten.
Ja, es werden ihr Äußerungen nachgewiesen, die offen einen ziem-
lichen Grad von Vertraulichkeit eingestanden, so z. B. : ,Ich hab
heut mein mensch gesehen.'
Nach einiger Zeit aber fing — aus welchem Grunde wissen wir
nicht — die Barbara an zu bereuen, daß sie sich so tief eingelassen,
und sie begann zu versuchen, das angeknüpfte Band zu lösen. So
sagte sie zur Base Ursula: ,Ich will alles das lawgen, das ich weyß', —
wiederum Worte, die ihr vor Gericht als Zugestäudniß der Berechti-
') Biedermaun Tab. CCCI.
4*
52 MAX HERRMANN
gung der klägerischen Ansprüche vorgehalten wurden , und bemühte
sich, jede Begegnung mit Stromer zu vermeiden. Dieser war indessen
durchaus nicht gesonnen , seine schöne Beute fahren zu lassen , und
ließ sie durch die Base Ursula mahnen, ,das sie Im hielt, was sie Im
gereth hett/ Ursula bekam zur Antwort: .Ich hab Im nichtz gereth,
ich wolt das ich In nye gesehen liett', und als sie, die Sache des Lieb-
habers weiter vertretend, erklärte: ,Er spricht doch, du habst Im etwas
gei'eth', da behauptete Barbara: ,Es ist doch die linckhandt gewest.'
So lauteten die Aussagen von sieben Zeugen für Barbara durch-
aus belastend; ein achter freilich , Georg Keyper, versuchte, die Sache
der Beklagten zu vertreten, und erklärte bestimmt zu wissen, daß
Jungfrau Löffelholz den Kläger nur einmal gezwungen in ihre Kammer
gelassen. Diese Aussage verlor indessen durch eine Angabe der in-
zwischen Frau Imhoff gewordenen Ursula an Werth: Letztere hatte
nämlich von einem Diener des Martin Löffelholz gehört, daß der
Zeuge Keyper für Barbara eine Anzahl von Aussagen aufgeschrieben
hatte, die sie vor Gericht thun sollte^).
Auf Grund eines so erdrückenden Beweismaterials erklärte Stro-
mers Advocat Schutz, daß kein Zweifel an der Berechtigung der klägeri-
schen Forderung sein könne. Er begreife sehr wohl, daß die jung-
fräuliche Scham die Beklagte verhindern könne, die volle Wahrheit zu
gestehen; indessen schon allein die nachweislich von ihr gesprochenen
Worte : ,Ich will keinen andern nemeu dann euch' seien ,frequenti
more' in Nürnberg ein bindendes Eheversprechen. Dr. Conrad Schutz
hatte seine juristische Weisheit in Padua erworben und putzte daher
sein lateinisch abgefaßtes Gutachten mit einigen humanistischen
Citaten, vor Allem aber mit Aussprüchen seines Paduaner Lehrers,
des berühmten Angelus de Castro, auf. Dieses Schriftstück, das in
Albrecht von Eybs Rechtsgutachtenbuch, dem Eichstätter Codex 223
(fol. 152'' — 162") abschriftlich erhalten ist, ist für den bisher gegebenen
Theil unserer Erzählung die Hauptquelle gewesen'^).
In ein ganz neues Stadium trat nun die Angelegenheit, während
sie noch vor Gericht schwebte, im Herbste desselben Jahres 1465.
In dieser Zeit kehrte aus Italien der Nürnberger Johannes Pirckheymer
in seine Heimat zurück, nachdem er am 2. August 1465^) zu Padua
^) Hieraus glaubten wir oben folgern zu dürfen, daß Barbara zur Familie ihres
Oheiuis Martin gehört halie.
^) Der Thatbestaiid ist dort nicht chronologisch wie in unserer Darstellung
vorgetragen, die Zeugenaussagen sind vielmehr nach juristischen Gesichtspunkten
geordnet.
') Will-Nopitsch, Nürnberger Gelehrtenlexikon III, 183.
ZUR FRÄNKISCHEN SITTENOESCHICHTE DES FÜNFZEHNTEN JIIDTS. 53
in beiden Recliten zum Doctor promoviert worden war. Zwischen ihm
und dem obgenannten Dr. Schutz, der, wie wir hörten, ebenfalls in
Padua studiert hatte, hatte dort eine ziemlich offene Feindseligkeit
bestanden, die uns in interessanter Weise in der zuletzt von Bolte')
veröffentlichten und von diesem zum ersten Male richtig gedeuteten
Paduaner Studentenkomödie vor Augen tritt. Conrad Schutz wird
dort von den aus Nürnberg stammenden Studenten für einen unver-
besserlichen Lugenbeutel und Grolithuer gehalten. So mag es sich
erklären, daß Pirckheymer bei seiner Rückkehr in die Vaterstadt ent-
weder die ganze Angelegenheit, die Dr. Schutz juristisch vertrat, für
aus der Luft gegriffen hielt oder wenigstens die Ansprüche Stromers
für unberechtigt erachtete und sich über das Heikle des gewiß nun
stadtbekannten Liebesverhältnisses hinwegsetzte: bald nach seiner
Heimkehr, wie es scheint, führte er Barbara Löffelholz als eheliche
Gattin in sein väterliches Haus.
Stromer gab seine Sache noch nicht verloren, so lange das
Decanatsgericht seinen Spruch nicht gethan, und holte nach der Sitte
der Zeit noch von anderen großen Juristen Gutachten über seine
Angelegenheit ein. Wenigstens ist uns ein solches aus der Feder des
Dr. Albrecht von Eyb (Cod. Eichst. 223, fol. 131—136) erhalten, ~
wieder lautet es zu Gunsten des Klägers'^). Eigentlich ist das etwas
merkwürdig: denn Johannes Pirckheymer war, wie an anderer Stelle
zu zeigen ist, Eybs Studienfreund von Italien her; an eine Erkaltung
dieser Freundschaft ist aus einem bestimmten Grunde nicht zu denken,
und wir können nur auf den juristischen Grundsatz hinweisen, den
Eyb bei einer andern Gelegenheit ausgesprochen hat: ,Optassem aliter
scribere potuissem, sed veritas hec clamitat in plateis.' Neues Material
bringt er ini Übrigen nicht bei, er stellt nur knapp noch einmal die
wichtigsten Zeugenaussagen zusammen und schlieLH sich dann ganz
dem überaus von ihm gerühmten Schutz'schen Gutachten an. ,Et prop-
terea' — so führt er aus — ,non duco insistendum super secundo matri-
monio inter prestantem vtriusque Juris doctorem dominum Johannem
Birckharaer Juniorem et eandem Barbaram, vt asseritur, contracto.*
Wann das Dekanatsgericht sein Urtheil abgab, wissen wir nicht,
da keine in das 15. Jahrhundert gehörigen Acten des Gerichts im
*) Zeitschrift für vergleichende Litteraturgeschichte und Cultuv der Renaissance
I, 77—84.
2) Schlußworte: Et ita dico et consulo Ego Albertus de Eybe, vlriusque Juris
doctor, Archidiaconus in ecclesia Herbipolensi ac Bambergensis et Eysteteiisis canoni-
cus, saluo saniori iudicio. Et at fidem manu propria me subscripsi et consueto SigiUo
sigillaui Die XXVH Martii LXVI°.
54 MAX HERRMANN, ZUR FRÄNKISCHEN SITTENGESCHICHTE etc.
Bamberger Kreisarchiv zu finden sind. Daß die Entscheidung trotz
jener beiden Gutachten, trotz der offenbaren Berechtigung der kläge-
rischen Ansprüche nicht zu Stromers Gunsten ausfiel, sehen wir dar-
aus, daß, wie Lochner ^) nachwies, Barbara noch 1480 Pirckheymers
Ehefrau war. Sigismund Stromer starb unvermählt'*). Indessen mochte
trotz dieses günstigen Erkenntnisses die Situation des Pirckheymeri-
schen Ehepaares in Nürnberg keine angenehme sein, — denn aus den
geschilderten Verhältnissen mußte sich so Manches ergeben, das dem
Klatsch die ausgiebigste Nahrung bot. Am 21. März des Jahres 1466
gebar Frau Barbara ihre erste Tochter, die später so berühmt ge-
wordene Charitas Pirckheimer^), und mau konnte sich gewiß so gut,
wie wir mit Hilfe der mitgetheilten Daten , damals in Nürnberg be-
rechnen, daß bei diesem Ereigniß die Vaterfreude des Dr. Pirckheimer
schwerlich sehr groß war. Seine Lage mochte auf diese Weise schließ-
lich so peinlich geworden sein, daß er sich entschloß, seine Vaterstadt
zu verlassen: wir möchten es wenigstens mit den geschilderten Um-
ständen in Verbindung bringen, daß er 1469 als bischöflicher Rath
nach Eichstätt ging; Albrecht von Eyb, der Eichstätter Domherr war,
mag bei der Berufung im Spiel gewesen sein. Hier in Eichstätt wurde
dann am 5. December 1470 Willibald Pirckheymer geboren.
Albrecht von Eyb hatte sich von jeher nicht nur als Jurist ein-
gehend mit der Ehe beschäftigt: er hatte ihre Probleme auch rein
menschlich mit Hilfe einer schlichten Lebensweisheit zu lösen gesucht
und als getreuer Jünger des Humanismus , dessen erster deutscher
Vertreter im Vaterlande er war, vor Allem die treffendsten Worte
der Alten über das eheliche Leben zusammengestellt. Seine praktische
juristische Erfahrung hatte ihn nun offenbar gelehrt, daß nirgends
mehr als in der Großstadt Nürnberg die Zustände der Besserung
bedürftig waren; als er daher gegen Ende seines Lebens all seine
Vorarbeiten in dem trefflichen Büchlein ,0b einem manne sey zu
nemen ein eelich weyb oder nit' zusammenfaßte, da widmete er
diese Schrift ,der loblichen keiserlichen stat Nurmberg vnd eym erbern,
weysen fürsichttigen rate vnd der gantzen gemeine daselbst aus be-
sunder lieb, gutten willen vnd Zuneigung vnd auß freuntlicher nach-
parschaft', vor Allem aber ,zu lob vnd ere vnd sterkung irer poUicey
vnd regimentz'.
BERLIN. MAX HERRMANN.
') „Lebensläufe berühmter und verdienter Nürnberger" (Nürnberg 1861) S. 27.
') Biedermann Tab. CCCCLX.
■') , Denkwürdigkeiten der Charitas Pirckheimer' ed. Hofier (Bamberg 1853) S. 204.
G. EHRlÖMANN, GEUNTWELLE, SELPWEGE. 55
GRUNTWELLE, SELPWEGE,
Unter gruntwelle, welches in den Wörterbüchern dreimal aus der
Kudrun belegt ist (85, 3; 261, 4; 1137, 3, dazu als grundwel üiefen-
bacli, nov. gloss. 157"), ist ursprünglich eine eigenartige Wellenbewegung
zu verstehen, und zwar offenbar die nämliche, welche heutzutage am
Bodensee Grundgewelle genannt wird. Diese schildert G. Schwab
(der Bodensee S. 300) folgendermaßen : „Bei stürmischem Wetter,
besonders wenn der Föhn wüthet, wird das Gewelle aus der Tiefe,
welches die Schiffer Grundgewelle heißen, fürchterlich und höchst
gefahrvoll. Das Grundgew eile entsteht, wenn der Südwind eine
große Wassermasse in den Winkel bei Überlingen hineinschaltet,
welche durch Reaction sich mit dem oberen Wasserstande wieder
ins Gleichgewicht zu setzen sucht; dann werden die Gewässer des
See's von ihrem Grunde aus bewegt, und das Grundgew eile
kann entstehen, wenn es im Obersee auch ganz windstill ist."
Das Merkwürdige des Phänomens besteht also darin, daß die Wellen
in heftiger Bewegung vom Grund aufgewühlt werden auch ohne Zu-
thuu eines, wenigstens an der betreffenden Stelle bemerkbaren Windes.
Vermuthlich das Nämliche sind die in der Seemannssprache bekannten
Grundseen {see nd. =^ Welle), deren Wesen am genauesten be-
schrieben ist von Krümmel in Bd. II, S. 89 — 91 des Handbuchs der
Oceanographie von Boguslawski und Krümmel. Die Hauptursache
scheint darnach in Klippen zu liegen, welche unter der Oberfläche
des Wassers verborgen sind. Ahnliche, aber gewiß auf verschieden-
artigen Veranlassungen beruhende Erscheinungen sind the roust (an.
rpst) bei den Shetlands-Inseln (Müllenhoff, D. Alterthumskunde I, 388),
die lädiere oder ladeyre im Genfersee u. a. — Dem mhd. fp-nntiveUe
entspricht an. grunnfall (Gering, Islendzk aeventyri II, 279), welches
Wort Fritzner,Ordbog'^ I, 652 folgendermaßen erklärt: Stj som hryder
paa en Grund euer lige fra Gründen af] dazu vgl. fall (ib. S. 369):
Sßstyrtning, under Vandet Uggende Klippe, hvorpaa Soen saaledes hryder,
at derved fremkaldes en Sostyrtning, und als Beispiel: reis fall mikit
allt frd grunni.
Die ursprüngliche Bedeutung ist: Wallen auf dem Grunde oder
von Grund auf, vgl. die unten aus dem Lucidarius angeführte Stelle
ein loal an dem gründe, ferner Diefenbach, Gloss. 211'' grunhoallen
(Verb), gruntioallung (dasselbe auch Nov. gloss. 157"), endlich das
56 G. EHRISMANN
aus der Klage (V. 1076) belegte, vom Dichter des Reimes wegen
umgeformte cjruntwalle. In der Kudrun ist der zweite Bestandtheil
durch leichte Form- und Vorstellungsübertragung zu icelle geworden,
der am Bodensee üblichen Form liegt der alte neutrale o-Stamm geicel
zu Grunde. — Die Bewegung der Wellen geht also nicht von der Ober-
fläche aus bis auf den Grund, wie Martin, Bemerkungen zur Kudrun
S. 16 erklärt („Welle, die bis auf den Grund des Meeres dringt und
die zurückweichend ihn bloß legt") und seither allgemein angenommen
wird, sondern umgekehrt, wie Bartsch in der ersten Ausgabe der
Kudrun angibt, sie entsteht in der Tiefe pun verbreitet sich nach oben.
Doch ist die Bedeutung nicht auf diese specielien Fälle eingeschränkt
geblieben, sondern in die allgemeinere von Brandung, wie auch Martin
und Lexer anführen, übergegangen — auch über Grundseen herrschen
bei den Praktikern unklare Vorstellungen (Ztschr. f. wissenschaftliche
Geogr. V, 123) — und so wird durch gruntwaUung (Dief. a. a. O.)
aestus wiedergegeben.
Also bei heiterem, ruhigem Wetter, wenn sich die Seefahrenden
ganz sorglos fühlen, erheben sich plötzlich gewaltige, verderbenbrin-
gende Wogen, so Kudrun 1137, so auch bei Hartmanns Beschreibung
der selpivege (I. Büchl. 352 ff.), und ich glaube, daß an beiden Stellen
dasselbe Phänomen gemeint wird, daß also gruntwelle =: selpwege ist.
In der Kudrun wird nur die Wirkung der Erscheinung geschildert.
Hartmann gibt zugleich die Ursache ihrer Entstehung : es ist ein
Wind, der sich vom Grund des Meeres erhebt. Diese Ansicht beruht
auf einer allgemein anerkannten wissenschaftlichen Anschauung des
Mittelalters, welche aus dem Alterthura überkommen ist, nämlich:
Im Innern der Erde sind große Höhlungen, in welche Winde ein-
geschlossen sind, durch deren Hervorbrechen Erschütterungen an der
Erdoberfläche verursacht werden, Erdbeben und Uberfluthungen.
So hat Plato die alte dichterische Anschauung von dem Abgrunde
unter der Erde, dem Tartaros, als Lehrsatz der Wissenschaft be-
handelt im Phädon, Gap. 60 (vgl. Müllenhoff, D. Alterthumskunde
I, 364) : Eig yaQ rovto rb %d6^a (i. e. der Tartaros) avQQaovöi ts
Ttävtsq OL Ttora^iol jcal sk xovtcov TtäXiv "sy.QBOvGi . . . alcaQsitai dij xal
KVficctvsi ävco xal xcctco (nämlich t6 vyQhv rovxo) , zal 6 drjQ xai rö
7iv£V(.ia rb tisqI avrb rccvxbi> Tfotst, Mit Bezug darauf sagt Aristo-
teles, Meteor. Hb II, II, 19 rb d' h tä ^aidavi ysyQa[i}i£Vov Ttsgi
TS Tcov 7tota(iö}v Tial rfjg %^a7Am]$ udvvaxöv söxlv, hält aber daran
fest, daß Luftströmungen im Erdinnern eingeschlossen sind, und dar-
auf gründet sich seine Theorie der Erdbeben, die von da an all-
GRÜNTWELLE, SELPWEGE. 57
j2;emeiQ zur Geltung kam, vgl. Strabo I, §. 7, Seneca, nat. quaest. üb.
VI, 23 u. 24, Pünius II, 79 ff. Navigantes quoque sentiunt non dubia
conjectura sine flatu intumescente flluctu subito aut quatiente ictu u.s.w.
II, 81; Luerez 6, 527 ff., Ovid. Met. 15, 299 ft\ Über die Vorstellungen
der christlichen Schrittsteller seit Tertullian und Origenes handelt
Piper, Mythol. der christl. Kunst II, 481 — 489: dazu mögen hier einige
Angaben des deutschen Lucidarius folgen: Cod. pal. 359, l'ol. 78'' u
79^ (über die Entstehung von Ebbe und Fluth) in dem mev .nnt grosse
berge dar in gand tvilde löcher, als diu veste wichent an d<m gründe so
habet ein tcal an d<m gründe (Karlsruher Hs. aus St. Georgen Cod.
pap. germ. LXX, fol. Iß'': so hehent sich die icelle am grund) u. s. \v. —
Karlsr. Hs. fol. 16'': Wo vö kument die wind? ... Das wendelmer wallet
an vier enden jn das abgrund So dz den zemet stosset so icirt den von dem
gesfös ain gros geicill . . . Och sint mege land Dar jn (fol. 17") siut
grosse locher So den. der Inftjn die locher gaut So tringt der ander luft
dar vs Da dafien kument die ivind. — Cod. pal. fol. 79": Wo von komet
die erthideme? Als die loinde kument vnder die erde vnd dann vs nit
gebrechen mugeut , so schüttet sich die erde. Vgl. auch Vierteljahrschrift
f. Litteraturgesch. I, 178.
Und noch heutzutage herrscht die Meinung von unterseeischen
Winden, vgl. „Der Seebär" >) in „Die Natur" 1888, S. 319: „Den
Schiffern sind die plötzlichen tumultuarischen Bewegungen der Ostsee
(d. i. eben der Seebär) nicht unbekannt, sie schreiben sie aber ohne
Weiteres den Winden in der Tiefe des Meeres zu.
Sievers hat Beiträge V, 544—547 auf das Vorkommen von selp-
■wege in ahd. Glossen hingewiesen und gezeigt, daß sich aus Hart-
manns Schilderung dieser Meeresbewegung für seine Lebensumstände
gar nichts erweisen läßt. Eine bloße Sage aber (ein wazzermarre),
deren Keim in dem Berichte des Hegesippus liegt, ist sie nicht. Sie
beruht auf breiterer Grundlage, auf einem Grundgesetz der mittel-
alterlichen Erdkunde.
PFORZHEIM. GUSTAV EHRISMANN.
') Auch Sievers hält Selpwege für dasselbe wie den „Seebären" in der 0.stsep,
wie ich aus dem vor Kurzem, nach dem Druck des Obigen erschienenen Buche von
F. Saran, Hartmann v. Aue als Lyriker, S. 112, ersehe.
58 G. EHRISMANN, ÜNSIH, lUWIB. MEATBIS.
ÜNSIH, lüWIK
Scherer trennt diese Formen, wie schon Bopp (vgl. Gramm.'
S. 1138) richtig in unsi-h, iuwi-h und vergleicht die ersten Bestand-
theile mit gr. ä^^s, v^p.s,'zend. alima (Zur Gesch. d. deutschen Sprache^
361 ff.). Er hat jedoch keinen Grund für die Casusbildung *ansi-
*iuwi angegeben, und deshalb läßt man die Pluralformen unsih, iuioih
vom Singular '^micli beeinflußt sein. So gut man aber jetzt in den
griech. und zend. -Formen singulare Flexion anerkennt (J. Schmidt,
Zs. f. vergl. Sprachf. 25, 6, Brugmann ebd. 27, 398 und dessen griech.
Gramm. S. 65, Gust. Meyer, griech. Gramm. '^ §. 414, Anm. 1) wird
man solche auch in den deutschen Stämmen sehen dürfen. Es ent-
spricht also dem Acc. des Singularstammes germ. *me, *pe derselbe
Casus des Pluralstammes *unse, *uüwe = uns, iu (Kluge, Vorgeschichte
der altgermanischen Dial. S. 395), mit Antritt der deiktischen Partikel
= gr. ys : germ. *imse-he, *iivwe-ke = uiisih, iuioih, das heißt: die
Partikel ye trat an den Acc. der Pluralstärame so gut an als an den
der Singularstämme, und mik, *pik hat nicht erst unsic, eovik nach
sich gezogen.
Auch für die Dualstämme ist Singularflexion vorauszusetzen (vgl.
J. Schmidt, Pluralbildungen der idg. Neutra S. 20 Anm., also got.
u. s. w. iigk, *iyk = *unke, *inke. Dagegen gab es erweiterte Formen,
mit -f Suffix (ags. wit, unkit, inkit), in welchem eine Dualbezeichnung
zu liegen scheint (vgl. Schleicher, Comp.^ S. 641, Leskien, Decl. im
Slav.-Lit. und Germ. S. 156).
Nachdem einmal die ursprüngliche Bedeutung der angefügten
Partikel zugleich mit der in Folge des german. Synkopieruugsgesetzes
eingetretenen Reducierung der Form nicht mehr verstanden wurde,
fühlte man in den Resten k bezw. t eine Casusbezeichnung des Accus.
Ursprünglich mochte das Antreten der Partikel jedoch nicht auf den
Accus, beschränkt sein. Ist vielleicht in dem Ausgang von sumirih
bei Otfried (V, 12, 79; V, 19, 37; H 64) das verstärkende ys ent-
halten? Bartsch bei Piper, Otfrieds Ev. Anm. zu V, 12, 79 hält Ui
für ego, =: mhd. sam mir mm lip.
MEATEIS.
Meatris (Parzival 481, 10), eine Schlangenart, ist entstellt aus
Natrix-^ ähnlich Matrix, Diefenbach Gloss. 376'' für Natrix.
PFORZHEIM. GUSTAV EHRISMANN.
BIBLIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT
DER
ERSCHEINUNGEN AUF DEM GEBIETE DER GERMANISCHEN
PHILOLOGIE IM JAHRE 1885.
VON
KARL BARTSCH und GUSTAV EHRISMANN*).
L Begriff und Geschichte der germanischen Philologie.
1. Bahder, K. v., deutsche Philol. (Bibl. 1883, Nr. 1).
Vgl. Athenäum I, 49 (Kraus).
2. Wie studiert man etc. (Bibl. 1884, Nr. l).
Vgl. Athenäum I, 248.
3. Rolfs, Gründung eines Institutes etc. (Bibl. 1884, Nr. 2),
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (A. Schröer); Lit. Centralblatt 1885, 12 (E. F.); D. Lit.
Zeitg. 1885, 21 (Zupitza) ; Anglia 7, Anz. 129—135 (Wük-ker).
4. Körting, Encyklopädie (Bibl. 1884, Nr. l"").
Vgl. Franco-G.'vllia 2, 6.
5. Crueger, Job., Miscellen zur Geschichte der deutschen Philologie.
Auz. f. d. Alterth. 11, 179 f. Enthält u. a. : Gottfr. Bruus ; Boaer Hs. A. ;
Bodmer und Breitinger.
6. Crueger, Joh., Nibelungen (Bibl. 1884, Nr. 6).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 5 (Spreuger).
7. Strackerjan, K., zur Feier deutscher Dichter. 17. Abend. Kopischund
Hoffmann von Fallersleben. 18. Abend. K. Simrock und R. Reinick. 4.
(16 S.) Progr. der Oberrealschule in Oldenburg 1885.
8. Asbjörnsen, P. Gh., von K. Maurer.
AUgem. Zeitg. 1885, Beil. 53.
9. Asbjörnsen, Dr. P. Chr.
Athenäum 1885, 17. Jan.
10. Bartsch, gesammelte Vorträge (Bibl. 1883, Nr. 12).
Vgl, Zeitschr. f. d. österr. Gymn. 1885, 474 f. (Nagele); ebd. S. 761. (Lambel).
11. Diez. — Reif fers ch ei d , A., Uebersicht der akademischen Thätigkeit
von Fr. Diez. Sommer 1822 bis Sommer 1875. (Nach amtlichen Quellen).
Zeitschr. f. roman. Philol. 9, 396—405.
*) Den größten Theil des Materials für die Bibliographie des Jahres 1885
hat Bartsch selbst noch gesammelt. Sein letztes Leiden, das im Sommer 1886
zum Ausbruch kam, verhinderte ihn au der Vollendung. So blieb übrig, das noch
Ausstehende beizubringen und das Ganze zusammenzustellen. Von der alten Anord-
nung wurde insofern abgewichen , als nun auch in den bisherigen Abtheilungen IV
bis XII wie bei den Sprachdenkmälern die einzelnen germanischen Dialecte für sich
gesondert behandelt werden. Jene 9 Gruppen wurden dabei auf 4 reducirt, wodurch
einer größeren Zersplitterung der einzelneu Sprachgruppeu vorgebeugt wurde. E.
60 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
12. Eichhorn. — Schulte, J. F. v., Karl Friedrich Eichhorn. Sein Leben
und Wirken nach Aufzeichnungen, Briefen, Mittheilungen von Angehörigen.
Schriften, beschrieben. 8. (VIII, 255 S.) Stuttgart 1884, Enke.
Vgl. Krit. Vierteljahrsschrift f. Rechtswissensch. 27, 253 ff.
13. Geiger, Lazarus, von Rosenthal.
Herrigs Archiv 75, 184 f.
14. Neubürger, E., Lazarus Geiger.
Beil. zur Allgem. Zeitg. 1885, Nr. 191.
15. Caro, Lazarus Geiger.
Jüdisches Literaturblatt 14. Jahrg. Nr. 5.
16. Goldast. — Singer, S., wie kam Goldast zu dem Namen Kero?
Anz. f. d. AlterHi. 10, 278 f.
17. Grässe, Th., f.
Neuer Anzeiger f. Bibliographie 1885, S. 257 — 260.
18. Grimm. — Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhehn Grimm, Dahl-
mann und Gervinus. Herausg. von Eduard Ippel. 1. Bd. 8. (VIII, 543 S.)
Berlin 1885, Dümmler. 10 M.
Vgl. Bl. f. lit. Unterhaltung 1885, 3.3 (Boxberger); Allgem. Zeitg. 1885, Beil. z.
5. März; D. Wochenschrift 1885, 5 (Schöiibach); Voss. Zeitg. Sonntagsblatt
1885, 31 (D. Jacoby).
19. Briefwechsel der Gebrüder Grimm mit nordischen Gelehrten. Herausg.
von Ernst Schmidt. 8. (XX, 312 S.) Berlin 1885, Dümmler. 8. M.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 51 (Schönbach); Arkiv f. nord. Filol. 3, 94 f.
(Storm); Zeitsch. f. d. österr. Gymn. 1885, 643—617 (Heinzel).
20. Briefwechsel zwischen Jacob Grimm und J. H. Halbertsma. Von
B. Symons.
Zeitschr. f. d. Philol. 17, 257 — 292, und separat 8. Halle 1885, Waisenhaus.
0,80 M.
21. Ein Brief Jacob Grimms an F. H. v. d. Hagen. Von Steinmeyer.
Anz. f. d. Alterth. 11, 95—97.
22. Briefe von Jacob und Wilhelm Grimm an August Stöber. Mitgetheilt
von E. Martin.
Anz. f. d. Alterth. 12, 107—117.
23. Briefe von Jacob und Wilhelm Grimm an Karl Candidas. Mitgetheilt
von E. Martin.
Anz. f. d. Alterth. 12, 117 — 120.
24. Briefe J. Grimms an F. W. Bergmann in Strassburg. Mitgetheilt von
E. Martin.
Anz. f. d. Alterth. 11, 92—94.
25. Zwei Freundesbriefe von Jacob Grimm. Von A. Socin.
Anz. f. d. Alterth. 10, 280 f.
26. Stengel, Edm., private und amtliche Beziehungen der Brüder Grimm zu
Hessen. Eine Sammlung von Briefen und Actenstücken als Festschrift
zum hundertsten Geburtstage Wilhelm Grimms den 24. Febr. 1886 zu-
sammengestellt und erläutert. 8. Marburg 1886. Elwert. 2 Bde. Bd. 1:
Briefe der Brüder Grimm an hessische Freunde (VIII, 420 S.). Bd. 2:
Actenstücke über die Thätigkeit der Brüder Grimm im hessischen Staats-
dienste. (443 S.).
27. Stengel, Edm., die Brüder Grimm. Vortrag gehalten im Fortbildungs-
verein zu Marburg 19. Jan. 1885. Separat-Abdruck aus dem Marburger
Tageblatt. 8. (28 S.). Marburg 1885. Im Anhange 2 Briefe J. Grimms
an Frl. Louise Gies in Hanau (1858 — 1859).
I. BEGRIFF UND GESCHICHTE DER GERMANISCHEN PHILOLOGIE. ß]
28. Winter, ztir Lebensgeschiehte der Brüder CTrimm.
Gegenwart 1886, 4. Im Anschluß an Stengels Publication.
29. Dune k er, Alb., Br. Grimm (Bibl. 1884, Nr. 22).
Vgl. Hist. Zeitschr. .'»4. 352 f.
30. Duncker, Alb., aus den Jugendjahren der Brüder Grimm.
D. Rundschau 1885, Jan., S. 33 — 60.
31. Verhandlungen der philosophischen Facultät, die Doctorpromotion der
Brüder Grimm betreffend. Nebst einer Rejiroduction der beiden Doctor-
diplome aus den Acten mitgetheilt von E. Stengel. 4. (12 S.) Marljurg
188.5. Festschrift zur Grimmfeier am 4. Jan. 1886.
32. Frensdorff, F., Jacob Grimm iji Göttingen. Nachrichten von der kgl.
Gesellschaft der A¥issenschaften zu Gott. 1885, 1 — 43 und Abdruck daraus.
8. (44 S.) Göttingen 1885, Dietrich. 1 M.
Vgl. Bl. f. lit. Unterhaltg. 1885, 43 (Buchner).
33. Duncker, Alb., Erinnerung aus den Tagen der Göttinger Sieben.
I. Die Verweisung aus Göttingen und der Abschied zu Witzenhausen.
IL Jacob und Wilhelm Grimm in der Verbannung zu Kassel.
Didaskalia 188.Ö, Nr. 110—115.
34. Mej er, 0., Grimm, Dahlmann und die Festkleidung der Göttinger Professoren.
Allg. Zeitg. 1885, Beil. 158 f.
35. Bartsch, K., Jacob Grimm im Frankfurter Parlament.
Gegenwart 1885, Nr. 7 u. 8.
36. Steinschneider, J., Lessing und Jacob Grimm.
Lit. Merkur 1885, 8.
37. Schönbach, A., die Brüder Grimm. Ein Gedenkblatt zum 4. Jan. 1 885.
8. (60 S.) Berlin 1885, Dümmler. 0,75 M.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 3 (Rüdiger)
38. Bartsch, K. , die Brüder Grimm. Festrede, gehalten am 4, Jan. 1885
zu Hanau. In erweiterter Gestalt herausg. 8. (31 S.) Frankfurt a. M.
1885, lit. Anstalt. 0,75 M.
39. Zarncke, F., die Brüder Grimm. Festrede bei der Grimm-Feier der
Leipziger Studentenschaft am 21. Jan. 1885 geh. 8. (16 S.) Leipzig 1885.
Aus: Unsere Zeit 1885, März.
40. Wendeler, C., die Brüder Grimm. Eine Säcular-Erinnerung.
N. preuß. (Kreuz-) Zeitg. 1885, Sonntags-Beil. Nr. 1—9.
41. Haussleiter, J., die Brüder Grimm in ihrer Bedeutung für das deutsche
Volk. Vortrag. 8. (26 S.) Nördlingen 1885, Beck. 0,20 M.
42. Zschech, Franz, die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Vortrag ge-
halten in Hamburg den 6. Nov. 1884. 8. (V, 37 S.) Hamburg 1885,
Voss. 0,60 M.
43. Zimmermann. P., zum hundertjährigen Gedächtniß der Brüder Grimm.
Braunschweiger Anzeiger 1885, 2 — 6.
44. Brüder Grimm, Biographie im Magazin für Pädagogik 1885, 5.
45. Scherer, W., Rede auf Jacob Grimm in der Aula der k. Friedr.-Wilh.
Universität gehalten am 4. Jan. 1885. 4. (23 S.) Berlin 1885, Buch-
druckerei der kgl. Akad. d. Wissenschaften; auch D. Rundschau 1885,
Febr. und N. Fr. Presse 1885, 5. Jan. Abendbl.
46. Berndt, Mor. , Jacob Grimms Leben und Werke. 8. (VIII, M!» S.)
Halle 1885, Waisenhaus. 1,80 M.
Vgl. Zeitschr. f. d. Gymnasialw. 1885, Oct.
62 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
47. Sybel, H. v., zur Erinnerung an Jacob Grimm.
Sitzungsber. d. Berl. Akad. 1885, Nr. 4 (S. 27—36).
48. Meyer, Leo, Jacob Grimm. Vortrag, gehalten in der Jaliresversammlung
der gelehrten Estnischen Gesellschaft am 18. Jan. 1885. Sonderabdruck
aus der N. Dörpt'schen Zeitg. 1885. 8. (26 S.) Dorpat 1885.
49. Bech stein, Reinh., zu Jacob Grimms Gedächtniß. Akademische Fest-
rede.
Wissensch. Beil. der Leipz. Zeitg. 1885, Nr. 2.
50. Bechstein, Reinh., bespricht in der Rostocker Zeitung 1885, Nr. 33
einige anläßlich der Grimmfeier erschienene Schriften.
51. Löschhorn, H., Rede auf Jacob Grimm. Zu seiner Säcularfeier. gr. 8.
(31 S.) Berlin 1885, Weber. 0,50 M.
52. Bartsch, K., Jacob Grimm.
Allg. Zeitg. 1885, Beil. vom 10. Jan.
53. Weinhold, K., Jacob Grimm.
Die Nation 1885, 10. Jan. S. 197—199.
54. Dahn, Felix, Jacob Grimm.
D. Revue 1885, Bd. 4.
55. Roediger, Max, Jacob Grimm.
Westerra. Monatsliefte 1885, April.
56. Sijmons, ter herinnering aen Jacob Grimm.
De Gids 1885.
57. Boxberger, R., J. Grimms hundertster Geburtstag.
Mag. f. d. Lit. d. In- und Au.slandes 1885, 2.-
58. Sintenis, F., über Jacob Grimm.
Baltische Monatsschrift 32. Bd., Heft 3.
59. Sepp, zur Gedächtnißfeier der Geburt Jacob Grimms.
Allg. Zeitg. 1885, Beil. 22.
60. Schienther, Paul, Jacob Grimm.
Frankf. Zeitg. 1885, 4. Jan.
61. Wulckow, R., J. Grimm.
Frankf. Journal 1885, 4. Jan.
62. Weitere Artikel über J. Grimm in: N. evang. Kirchenzeitg. 1885,
1 — 3; Philipp's Sonntagsblatt 1885, Nr, 2, N. Illustr. Zeitg. 1885, Nr. 15;
D. Wochenschrift 1885, Nr. 1; Sehorer's Familienblatt 1884, Nr. 52;
Gartenlaube 1885, Nr. 1 (0. Sievers); Alte u. neue Welt Nr. 7; Europa
Nr. 1 ; Neue Welt Nr. 9. — In Cassel fand eine Grimm-Ausstellung statt,
darin u. A. das Porträt J. Grimms v. J. 1787, Grimms Handexemplar der
D. Grammatik von 1819 etc. Interessantes bietet der Artikel in Hess.
Blätter 1885, 3. Jan., worin besonders beachtenswerth Erinnerungen von
L. S. Ruhl in Cassel an J. u. W, Grimm.
Hazelius s. Nr. 1046.
63. Hoefer, Albert. Von ReiflFerscheid.
Nd. Jahrb. 10, 148—156.
64. Klopstock. — Zacher, J., Zusätze Klopstocks zu seinen grammatischen
Gesprächen.
Zeitschr. f. d. Philol. 17, 341—346.
65. Kurz, Hermann. — Briefwechsel zwischen Hermann Kurz und Eduard
Mörike, herausg. von Jacob Baechtold. 8. (XII, 172 S.) Stuttgart 1885,
Kröner. 2,80 M.
I. BEGRIFF UND GESCHICHTE DER GERMANISCHEN PHILOLOGIE. 63
66. Lachmann. — Ans Moritz Haupt's Rede De Laclimanno critico.
Berl. pbil. Wocheiischr. 1885, Nr. 1.
67. Teza, E., Lachmanniana, mitgetheilt von G. Hinrichs. III. über Petrarca.
Eiv. crit. della lett. ital. 18S4, Juli.
68. Lüning, Hermann. Von J. Baechtokl.
Allg. D. Biogr. 19, 642 f.
69. Maler, Josua. — Selbstbiographie eines züricherischen Pfarrers aus der
zweiten Hälfte des 16. Jahrh.
Züricher Taschenbuch 1885.
70. Roder, Christian, die Familie „Maler" von Villingen.
Schriften d. Ver. f. Gesch. u. Naturgesch. der Bnar 1885, S. 71—95. Darin
Jusua Malers Lebensbeschreibung.
71. Marienburg-, G. F., von G. D. Teutsch.
Allg. D. Biogr. 20, 379 f.
72. Meier, Ernst Heinrich, von C. Siegfried,
Allg. D. Biogr. 21, 189 — 192. (Der schwäbische Sagensammler.)
73. Meinert, Job. Georg, von R. Müller.
Ailgem. D. Biogr. 21, 226 f.
74. Merkel, Paul Johannes, von Böblau.
Allg. D. Biogr. 21, 439 — 444.
75. Merula, Paul, von Eyssenhardt.
Allg. D. Biogr. 21, 476.
76. Meusebach, K. H. Gregor v., Von — r.
Allg. D. Biogr. 21, 534—541.
77. Happe, Franz, Briefe von Meusebach an Cl. A. Schlüter.
Germania 30, 222—250 u. 363—381.
78. Michelsen, A. L. J., von Maria Michelsen.
Allg. D. Biogr. 21, 695-698.
79. Mohnike, G. C, F., von Hülkermann.
Allg. D. Biogr. 22, 62-64.
80. Mone, J. F., von Weech.
Allg. D. Biogr. 22, 165 f.
81. Morel, P. Gabr., von Gabriel Meier.
Allg. D. Biogr. 22, 220 — 222.
82. MüUenhofF, Karl, von W. Scherer.
Allg. D. Biogr. 22, 494—499.
83. Nekrolog, Zeitschr. f. ailgem. Gesch. I, 319 f.
84. Müller, Christoph Heinrich (Myller), von J. Baechtold.
Allg. D. Biogr. 22, 526.
85. Oberlin. — Charakteristische Züge aus J. F. Oberlins Leben.
Stöber's N. Alsatia S. 30 — 44.
86. Palm. — Prof. Dr. Hermann Palm.
N. Lausitzer Magazin 61, 345 — 347.
87. Scherer, Wilhelm, von 0. Brahm.
D. lllustr. Zeitg. 1885, Nr. 23. Mit Porträt.
88. Schmeller. — Nicklas, Job., Johann Andreas Schmellers Leben und
Wirken. Eine Festgabe zum 100jährigen Geburtstage des grossen Sprach-
forschers. 8. (VI, 174 S.) München 1885, Rieger. 3 M.
Vgl. Allg. Zeitg. 1885, Beil. 314.
89. Nicklas, Job., Schmellers Gedanken über das vaterländische Moment
in Erziehung und Unterricht.
Bl. f. d. bayr. Gymnasialwesen 1885, Nr. 7 u. 8.
64 BIHLIOGRAPHIE VON 1885.
90. Hofmann, Konrad, Joli. Anclr. Schmeller. Eine Denkrede. 4. (37 S.)
München 1885, Franz. 1 M.
Dazu Yg\. Allg. Zeitg. 1885, Beil. Nr. 205.
91. Ettmayr, C, Schmellers Leben und Dichten.
Allg. Zeitg. 1885, Beilage vom 12. u. 13. Nov.
92. Zu Schmellers 100. Geburtstage.
Alig. Zeitg. 1885, Beilage vom 6. u. 7. Aug.
93. Schmeller, J. A., die Ephesier. Als Festgabe des Wilhelms -Gj'm-
nasiums zu München. Zu Schmellers Säcularfeier aus dessen Nachlass
veröffentlicht von J. Nicklas. 8. (IX, 58 S.) München 1885, Eieger. 1,20 M.
s. Keinz Nr. 1268.
94. Schöpflin. — Crueger, Joh., Briefe von Schöpflin und anderen Straß-
burger Gelehrten an Bodmer und Breitinger.
Straßbg. Stuflien 2, 440—498.
95. Schmidt, Gh., docuQients inedits pour servir k la biographie de
J.-D. Schöpflin.
Bull, du Miih^ee hist. de Mulhouse 8, 5—35 (Berl. Jahresber. 1885, Nr. 2052).
9l). Stöber, August — Martin, E., August Stöber. Anhang 1. Epistel an
A. Stöber von Fr. Otte. 2. Briefe von L. Uhland an A. Stöber.
Jahrb. f. Gesch., Sprache u. Lit. Elsaß-Lothringens I. Jahrg. S. 5 — 24.
97. Stöber, A., analytisches Verzeichniß seiner Schriften über das Elsaß
. 1834 — 1884.
Neue ALsatia 293—300.
98. Stratmann, Franz Heinrich, von Trautmann.
Anglia 7, Anz. 21 fi f.
99. Von Kölbing.
Eng!. Studien 8, 414 fF.
100. Uhland. — Ein Bi-ief L. Uhlands an Lassberg. Mitgetheilt von Franz
Happe.
Germania 30, 221 f.
101. Wackernagel, W. — Wackernagel, Rudolf, AVilhelm AVackernagel.
Jugendjahre 1806 — 1833. Mit 2 Bildnissen in Lichtdruck. 8. (VIII, 217 S.)
Basel 1885, Detloff. 4 M.
Vgl. Lit. Ceutralbl. 1885, 11 (Behaghel); D. Lit. Zeitg. 1885, 14; Lit. Blatt
1885, 4 (Pfaff); Gegenwart 1885, 34: Saturday Review 1885, 1556.
102. Mähly. J., Neues über Wilhelm Wackernagel (im Anschluß an Wacker-
nagels Jugendjahre herausg. von Rudolf Wackernagel).
D. Revue 1885, Bd. II, S. 221—224.
103. Wissmann. — Dr. Theodor Wissmanu, von R. Wülcker.
Anglia 7, 507—511.
104. Worsaae. — Nekrolog.
Academy 29. Aug. 1885; Athenäum 3017, 249; Corre.spoudenzblatt d. Ges. f.
Anthropol. 1886, 1.
105. Zielke, Oskar, von E. Kölbing.
Engl. Studien 9, 198 f.
lOG. Bericht über die Verhandlungen der deutsch-romanischen Section auf
der XXXVII. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner zu Dessau.
1.— 4. October 1884.
Germania 30, 251—256; Zs. f. d. Philol. 17, 115 — 126 (Roethe), dazu ebd.
S. 126 f. (Zacher).
II. HANDSCHRIFTENKUNDE UND BIBLIOGRAPHIE. 65
II. Haiidschriftenkiiiide und Bibliographie.
107. Oesterley, Herrn., Wegweiser durch die Literatur der Urkunden-
sammlungen. 1. Th. gr. 8. (VI, 574 S.) Berlin 1885, Reimer. 12 M.
108. Ilgen, Th., Rheinisches Archiv. Wegweiser durch die für die Ge-
schichte des Mittel- und Niederrheins wichtigen Handschriften. 1. Theil:
Der Niederrhein.
Westdeutsche Zeitschrift f. Geschichte u. Knnst, Ergäuzungslieft II. gr. 8. (VII,
•JU8 8.) Trier 1885, Liutz. 3 M.
109. R eif fers che id, Alex., Beschreibung der Handschriftensainmlung des
Freih. August v. Arnswaldt in Hannover. U. Hss. in gr. 8.
Nd. Jahrb. 10, 5—4.3. Vgl. Zs. f. d. Phil. 17, 505 (Brandes). Darin: nd. und
iidld. mystische Tractate, Predigten, Sprüche, Übersetzungen biblischer Bücher ;
Kui^bioek, Gerard v. Zütphen, Hendrik v. Herp, Joh. Bruguian, Seuse, Mech-
tild fünf Bücher von der geistlichen Gnade, Tuudalus Vision und Patricias
Fegfeuer, Legende von St. Franciscus Gesellen. — Von dem auf S. 18 erwähnten
Buch von den 15 Graden befindet sich eine ältere und bessere Hs. in Prag,
vgl. Germ. 6, 444 ff. (Bartsch). — Dazu: Strauch, nd. Korrespbl. 1885, S. 49f. ;
und Zupitza, zum nd. J.ahrb. X, S. 13 u. 35 in: nd. Korrespbl. 1885, S. 33— 35.
1)0. Gropius, R. , die älteren Handschriften der Gymnasialbibliothek zu
Weilburg. 4. (15 S.)
Progr. des Gymn. zu Weilburg 1885.
111. Ilgen, Katalog der sog. Kirchenbibliothek zu Sorau I. Progr. 188.'). 4.
112. Zeller, F., Beschreibung in der fürstlich Fürstenberg'schen Bibliothek
in Pürglitz (Böhmen) voi-handener Incunabeldrucke bis zum Jahre 15Ü0.
Neuer Anz. f. Bibliographie 1885, Hefe 7 — 9.
113. Steffenhagen, E. , die Klosterbibliothek zu Bordesholm und die
Gottorfer Bibliothek. — Wetzel, A., die Reste der Bordesholmer Bibliothek
in Kopenhagen.
Zs. d. Ges. f. Sclileswi^-Holstein-Lauenburg. Gesch. 14, 1 — 156. Hemerkenswertli
darin: Ecken von Repgau Chronicon S, 14; Kepertorium des Saehsenspiegi-ls
S. 17; Lex Salica S. ;-iO; deutsches Low Buch S. 35; Asinarius S. 100; Rapu-
larius S. 103: Brunellus Asinus S. 104; Facetus S. 113 und zahlreiche aude-e
lat. Ged. (Bartsch). Vgl. D. Lit. Ztg. 1884, 43; Journal des Savants 1885, Sept.
114. Bartsch, K., eine Straßburger Sammelhandschrift.
Beiträge zur Quellenkunde 334 — 354. Darin: Leben und Wunder der Klausnerin
Elisabeth von Rüthy (vgl. Bibl. 1881, Nr. 1089 und 1882. Nr. 1213), gei.stiiche
Gedichte und Lieder, Meistergesänge, Tractate, Sprüche der Mystiker, der
Tugenden Kranz. Strickers König im Bade.
115. Bartsch, K., Handschriften und seltene Drucke.
Germ. 30, 383. Darunter: Klagelied dreier Vögel, Gedicht von 1556; H. Foltz,
Kargenspiegel; Bechsteins Liederbach; Nachtigal, Gedicht über die Grumbacli-
schen Händel von 1567; Zierle, Rebecca, ein schöne Hochzeit Comedia (1572),
unbekanntes Stück.
116. Ward, catalogue of Romances (Bibl. 1884, Nr. 86).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, Nr. 28 (K.Z.); Anglia 8, Anzeiger 163—167 (Wülker).
wonach griech., lat., ita!., franz., engl, deutsche, altnord., iiolländ. und wälsche
Hss. aufgeführt werden. Von deutschen: Ulr. v. Eschenbachs Alexandieis,
Hartm. Iweiu, Wirnts Wigalois, Albrechts Titurel, Sammlung von Erzählungen
und Fabeln.
117. Handskrifts förteckningar utgifna af svenska historisk föreningen.
2. Förteckning pä handskriftsamlingen ä Bergshammar.
Historisk Tidskrift V, Beilage.
GERMANIA. Nene Reihe XXIII. (XXXV.) .Jahrg.
66 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
118. Hayn, Hugo, Bibliotheea Germanorum erotica. Verzeichniß der ge-
sammten deutschen erotischen Literatur mit Einschluß der Übersetzungen,
nebst Angabe der Originale. 2. Aufl. gr. 8- (IV, 483 S.) Leipzig 1885,
Unflad. 18 M.
119. Katalog des Börsenvereins der deutschen Buchhändler. 8. (XXXVI,
708 S.) Verzeichniß der Sammlungen des Börsenvereins deutscher Buch-
händler. I. Katalog der Bibliothek. Leipzig 1885, Verlag des Börsenvereins.
Sehr reichhaltige Sammlung das ßüehervvesen betreffender Schriften.
120. Katalog der Raczyriskischen Bibliothek in Posen. Bearbeitet von
M. E. Sosnowski und L. Kuntzmann. 4 Bde. 8. (X, 984; XV, 953; XI,
667; 277 S.) Posen 1885, Jolowicz. In Bdn. 30 M.
121. Bartsch, K., Bibliographische Übersicht der Erscheinungen auf dem
Gebiete der germanischen Philologie im Jahre 1884.
Germania 30, 411—608.
122. Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der ger-
manischen Philologie herausg. von der Ges. f. deutsche Philologie in
Berlin. 6. Jahrg. 1884. 8. (IV, 418 S) Leipzig 1885, Reißner. 10 M.
Vgl. Zs. f. d. Philol. 18, 382 f. (Zacher); Lit. Blatt 1886, 2 (Behaghel); Athe-
näum I, 49 (Kraus).
123. Mündel, C, Bibliographie für 1883 und 1884.
Jahrb. f. Gesch., Sprache u. Lit. Elsaß-Lothringens. 1. Jahrg. (18-^5).
s. Stöber Nr. 97.
124. B ad i sehe Gesehichtsliteratur des Jahres 1884, zusammengestellt von
K. Hartfelder.
Zs. f. d. Gesch. d. Oberrheins 39, Heft 1. Auch als Sonderabdruck erschienen,
8. (III, 29 8.) Karlsruhe 1885, Braun. 0,60 M.
125. Pö Ich au, Arthur, Die lievländische Geschichtsliteratur im Jahre 1884.
12. (95 S.) Riga 1885, Kymmel. 1 M.
126. Grotefend, H., Verzeichniß von Abhandlungen und Notizen zur Ge-
schichte Frankfurts aus Zeitschriften und Sammelwerken, gr. 8. (VIII,
95 S.) Frankfurt a. M , Völcker. 1,G0 M.
III. Sprachwissenschaft und Sprachvergleichung.
127. Techmer, F., Bibliographie 1883.
Internat. Zs. f. allgem. Sprachwissensch. I, 416 — 499.
128. Müll er , Friedr., Grundriß der Sprachwissenschaft. 3. Bd. Die Sprachen
der lockenhaarigen Rassen. 2. Abth. 2. Hälfte. Die Sprachen der mittel-
ländischen Rasse, gr. 8. (S. 225—480.) Wien 1886, Holder. 5,40 M.
Vgl. Herrigs Archiv 73, 439 f. (H. Buchholtz); Allgem. Ztg. 1886, Beil. 24.
129. Delbrück, Einleitung (Bibl. 1884, Nr. 105).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (v. Bahder).
130. Pott, A. F., Einleitung in die allgemeine Sprachwissenschaft, Forts.
(Bibl. 1884, Nr. 104).
Internat. Zs. f. allgem. Sprachwissensch. II, Heft 1.
131. Humboldt ed. Steinthal (Bibl. 1884, Nr. 106).
Vgl. Vierteljabrsschrift f. wissenschattl. Philosophie IX, 1 (L. Tobler).
132, Noir6, L. , Logos. Ursprung und Wesen der Begiüffe. gr. 8. (XVII,
362 S.) Leipzig 188 5, Engelmann. 8 M.
Vgl. Academy 1885, S. 360.
III. SPRACHWISSENSCHAFT UND SPRACHVERGLEICHUNG. 67
133. Curti , Tli., die Entstehung der Sprache durch Nachahmung des Schalles.
8. (72 S.) Stuttgart 1885, Schweizerbart. 1,G0 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 40 (v. d. Gabelentz); Wochenschrift f. class. Philol.
3, 1 (Uphues).
134. Seemann, 0., über den Ursprung der Sprache. 8. (33 S) Leipzig
1884, Friedrich. 0,50 M.
135. Wegener, Ph. , Untersuchungen über die Grundfragen des Sprach-
lebens. 8. (Vni, '208 S.) Halle 1885, Niemeyer. 5 M.
V^rl. Lit. Centralblatt 1885, 36 (Paul); Wochenschrift f. clas.s. Philo!. 1885, 51
(Uphues; .
136. Baynes, IL, on the psychological side of language.
Internat. Zs. f. allgem. Sprachwissensch. II, Heft 1.
137. Wundt, W., die Sprache und das Denken.
In : W. Wundt, Essays, gr. 8' (V, 386 S.) Leipzig 1885, Eugelinann. 7 M.
138. Gerber, Sprache und Erkennen (Bibl. 1884, Nr. 113).
Vgl. Lit. Zttr. 1885, 8 (Simmel); Revue critique 1885, 42 (V. Henry); Zs. f.
Völkerpsychologie 16, 3 (L. Tobler); Philol. Run.lschau 5, 29 (Saalfeld).
139. Gerber, Sprache als Kunst (Bibl. 1884, Nr. 114).
Vgl. Lit. Ztg. 1885, 32 (Simmel); Revue ciitiqae 1885, 42 (V. Henry); Philol.
Kundschau 5, 29 (Saalfeld).
140. Byrne, J. , General Principles of the Structure of Language. 2 vols.
8. London 1885, Trübner. 36 sh.
Vgl. At-ademy 1885, 28. Nov. (Sayee\
141. Hovelacque, l'evolution du langage, Conference transformiste. 8. (23 S.)
Paris 1885, Hennuyer.
142. Grundig, F., Einiges über Ursprung, Entwickelung und Verzweigung
der Sprachen, mit besonderer Berücksichtigung des indogcrin. Sprachstammes.
Rhein. Blätter f. Erziehung 1885, Heft 4
143. Abel, C. , Sprachwissenschaftliche Abhandlungen. 8. iVIII, 468 S.)
Leipzig 1885, W. Friedrich. 10 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1884, 42 (Mahlow) ; Lit. Blatt 1884, 11 (Behaghel); Engl.
Studien 8, 192 (Kölbing) ; Berl. philol. Wochensclirift 1884, 15, 16, 50 (Ziemer);
Westerm. Monatshefte 1885, Juli; D. Rundschau 1885, S. 316 (Linduer).
144. Spiegel, Fr. v., psychologische Sprachforschung.
D. Revue 1885, Sept., S. 368 ff. (AnschlielJend an Abels Al)handlungen).
145. Abel, C. , zur Frage nach den Kennzeichen der Sprachverwandtschaft.
Internat. Zs. f. allgem. Spracliwissensch. II, Heft 1.
146. Abel, C, Einleitung in ein egyptisch-semitisch-indoeuropäisches Wurzel-
wörterbuch. 1. Heft. (IV, 112 S.) 20 M. — 2. Heft, 1. Hälfte. (S. 113
bis 168.) 10 M. 8. Leipzig 1885, Friedrich.
147. Brunnhofer, Ursitz der Indogermanen (Bibl. 1884, Nr. 120).
V"gl. Berl. philol. Wochenschrift 1885, 36 (Spiegel).
148. Van denGheyn, l'origine europenne des Aryas. 8. Antwerpen 1885,
de Backer. 1,75 frc.
Extrait des Bulletins de la societe roy. de geographie d'Anvers.
149. Fumi, glottologia e preistoria, lettura per l'inaugurazione degli studii
nella r. universitä di Palermo. 8. (27 S.) Palermo 1884.
150. Bö hling, Georg, Sprache und Cultur unserer Ahnen, der Indogermanen.
Nordische Rundschau II, 6.
151. Meyer, Gustav, das indogermanische Urvolk.
Essays und Studien (Nr. 431) S. 3 — 12.
68 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
152 Curtius, Gr., zur Kritik der neuesten Sprachforschung. 8. (161 S.)
Leipzig 1885, Hirzel. 2,60 M.
Vgl. Lit. C.ntralbl. 1885, 10 (G. Meyer); D. Lit. Zt?. 1885, 10 (Job. Sclimidt) ;
Lit Blatt 1885, 11 (Wackernagel); Berl. philol. Wochenschrift 1885, 5t (Ost-
hoff y ; Wochei schritt f. class. Philol. 1)^85, 48 i Holthausen) ; philol. Anzeiger
XV, 5. fi tM'iller); Philol Kundschau 5, 886—889 (Saalfeld); Revue crit. 1885,
26 (Regiiaud); Athenäum 1885, 18. Juli.
153. Delbrück, B. , Die neueste Sprachforschung. Betrachtungen über
G. Curtius' Schrift zur Kritik der neuesten Sprachforschung. 8. (49 S.)
Leipzig 1885, Breitkopf u. Härtel. 1 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1 85, 24 (Paul); Lit. Blatt 1885, 11 (Wackernagel); Philol.
Anzeiger XV, 7. 8 (Müller); Berl. philol. Wochenschrift 1885, 51 (Osthoflf) ;
Philol. Kundschau 5, 917—925 (Saalfeld); Wochenschrift f. class. Philol. 1885,
48 (Holthausen); Allgem. Ztg. 1885, Heil. 2. Juni.
154. Brugmann, K., zum heutigen Stand der Sprachwissenschaft 8. (144 S.)
Straßburg 1885, Trübner. 2,50 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 24 (Paul); D. Lit. Ztg. 1885, 40 (F. Hartmann);
Philol. Rundschau 5, 917 — 925 (Saalfeld); Berliner phil. Wochenschrift 1885, 51
(Osthoff); Wochenschrift f. class. Philol. 1885, 48 (Holthausen); Revue crit.
1885, 34 (V. Henry).
155. Merlo, Pietro , Cenni sullo stato della grammatica Ariana istorica
e preistorica. 8. (34 S.) Torino 1885 u. Rivista di filol. class. 14, 5 — 6.
Vgl. Revue crit. 1886, 12 (V. Henry).
156. Whitn ey and Siev ers 'Philology in: Encyclopaedia Britannica Bd. 18.
Vgl. Athenäum 3003, 625 ff.
157. Schuchardt, H., über die Lautgesetze. Gegen die Junggrammatiker,
gr. 8. (VI, 39 S.) Berlin 1885, Oppenheim. 0,80 M.
158. Müller, Sprachgeschichtliche Studien (Bibl. 1884, Nr. 109).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 10 (v. Bahder); Philol. Rundschau 5, 110—113 (G.Meyer).
159. Eegnaud, F., Melanges de linguistique iudoeuropeenne. 8, (60 S.)
Paris 1885 Vieweg. 1,50 fr.
s. D'Arbois de Jubainville Nr. 767, Hovelacque Nr. 766.
160. Zehetmayr, Seb., Die analog vergleichende Etymologie, in Beispielen
erläutert. Wort-Register, gr. 8. (15 S.) Freising 1885 (Leipzig, Brockhaus
Sort.). 1 M.
(Bibl. 1884, Nr 162.) Vgl. Philol. Rundschau 5, 316 f. (Saalfeld).
161. Strodtmann, Begriffsetymologien (Bibl. 1882, Nr. 96).
Vgl. Internat. Zs- f. allgem. Sprachwissenschaft I, 492.
162. Skeat, W. W., Algebraical signs for the terms 'Umlaut* and 'Ablaut
in Etymology.
Academy 1885, 15. August.
163. Hübschmann, Das indogermanische Vocalsystem. 8. (192 S.) Straß-
burg 1885, Trübner. 4,50 M.
164. Bersu, Fh., Die Gutturalen und ihre Verbindung mit v im Lateinischen.
Ein Beitrag zur Orthographie und Lautlehre. Gekrönte Preisschrift, gr. 8.
(VI, 234 S.) Berlin 1885, Weidmann. 5 M.
165. Leskien, A., Die Partikel am- in der Declination. Ber. d. Ges. d.
Wissensch. zu Leipzig 1884, 94—105. (Berliner Jahresbericht 1885, 92).
166. Bezzenberger, A., Die indogerm. Endung des Locativ Sing, der
M-Declination.
Nachrichten von der kön. Ges. d. Wissensch. zu Göttingen 1885, S. 160 — 162.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. Qg
167. Osthoff, Perfect (Bibl. 1884, Nr. 151).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 4 (G.Meyer); Lit. Centralbl. 1885, 5 (Kluge); Berl. philol.
Wochenschrift 5, 11; Zs. f. d. Gymnasialwesen 39, 457 — 464 (Ziemer); Revue
erit. 1885, 35 (V. Henry); Philol. Rundschau 5, 433-445 (Stolz).
168. Bezzenberger , A., lat. emo — got. nima.
Bezzenberger, Beitr. 10, 1. 2.
169. Müller, Max, The original meaning of ma^ri „mother", hhrdtri ..bro-
ther", and svasri „sister".
Academy 663, 48; dazu E. V. Arnold ebd. 665, 83.
170. Vogrinz, G., Gedanken zu einer Geschichte des Kasussystems. Leit-
meritz 1884. Progr. 34 S. 8.
Vgl. philol. Rundschau 5, 347—349 (Zirwik) ; Berliner philol. Wochenschrift
5, 533 f. (Ziemer).
171. Phonetik. — Sievers, E., Grundzüge der Phonetik zur Einführung in
das Studium der Lautlehre der indogerman. Sprachen. 3. verb. Aufl. 8.
(XVI, 255 S.^ Leipzig 1885, Breitkopf u. Härtel. 5 M.
172. Hoffory, Prof. Sievers (Bibl. 1884, Nr. 132).
Vgl. Bezzenbergers Beitr. 9, 337 f. (Pniovver).
173. Vietor, Phonetik (Bibl. 1884, Nr. 133).
Vgl. Anz. f. d. Alt. 12,, 121—130 (Kräuter); Centralorgan f. d. Interessen d.
Realschulwesen 1885, Dec. (Strien); Americ. Journal of Philol. 5, 4; Zs. f. d.
Realschulwesen 10, 293 (Würzner)
174. Trautmann, Sprachschatz (Bibl. Ib84, Nr. 144).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 17 (Hotfory) ; N. Jnhrb. f. Philol. u, Pädag. LSO, 12. Heft;
Herrigs Archiv 73, 426 ff.; Academy 1885, 24. Oct.
175. Breymann, über Lautphysiologie (Bibl. 1884, Nr. 142).
Vgl. Herrigs Archiv 74, 461 f.; Centialorgan f. d. Interessen d. Realschulwesens
1885, 11 (Kirchner).
176. Techmer, F., naturwissenschaftliche Analyse und Synthese der hör-
baren Sprache.
Internat. Zs. f. allgem. Sprachwissenschaft. I, Heft 1.
177. Techmer, F., zur Veranschaulichung der Lautbildung. Lex.-Octav.
(32 S. und 1 Wandtafel.) Leipzig, IJarth. 1,60 M.
178. Han dmann , R., die menschliche Stimme und Sprache in physiologisch-
psychologischer Beziehung.
Natur und Offenbarung 31, 8 ff.
179. Gutersohn, Vocallehre (Bibl. 1884, Nr. 146).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 2 (Felix Franke); Anglia 8, Anz. 29 f. (Einenkel); Engl.
Studien 8, 489—494 (Deutschbein).
180. Michaelis, G., über die Theorie der Zischlaute.
Zs. f. Orthographie 5, 1.
IV. Germanische Sprachen.
A. Gemeingermanisch und Westgermanisch.
181. Kluge, F., nominale Stammbildungslehre der altgermanischen Dialecte.
8. (X, 108 S.) Halle 1886, Niemeyer. 2,60 M.
Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialecte. Ergänzungsreihe 1.
182. Bremer, 0., germanisches e. I. Die lautgesetzliche Entwicklung des
indogerm. e in den ältesten germanischen Sprachen.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 1 — 76; auch separat als Leipz. DLss.
II. Der indogerm. Ablaut e — ö — a im Germanischen.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 262—286.
70 ' BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
183. Bechtel, F., über die urgermanische Verschärfung von j und w.
Nachiichteu von der kön. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen 1885,
S. 235—239.
184. Bechtel, F., Beiträge zur germanischen Lautlehre. 1. Altnord. hvi.
2. Zur Flexion der adjectivi sehen «(-Stämme. 3. Gutturale und Labiale.
0) got. slcpan-^ h) got. stigqan; c) germ. tvlltan.
Zs. f. d. Alt. 29, 366-368.
185. Holthausen, F., die reduplicierenden Verba im Germanischen.
Zs. f. vergleichende Sprachforschung 27, 618—622.
186. Fokorny, J. , über die reduplicierten Präterita der germanischen
Sprachen und ihre Umwandlung in ablautende. 8. Wien 1885, Pichlers
Witwe. 0,60 M.
187. Grandjean, J. M., tableaux comparatifs des principales modifications
phonetiques que presentent les infinitifs des verbes faibles dans les dia-
lectes germaniques. 8. (25 S.) Laval 1885.
Extiait de l'annuaiie de l<a Faculte des Lettres de Lyon 1884 — 1885.
188. Sievers, E., kleine Beiträge zur deutschen Grammatik. 11. Zur Verbal-
flexion. 12. Das Pronomen jener.
Faul n. Braune, Beiträge 9, 561 — 568.
189. Kluge, F., sprachhistorische Miscellen. 11. Urgermanische Lehnworte.
1 2. Etymologien.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 439-445.
190. Holthausen, F., grammatische und etymologische Kleinigkeiten.
Zs. f. vergleichende Sprachforschung 27, 623.
191. Schulze, W., Etymologisches.
Zs. f. vergleichende Sprachforschung 27, 603 — 607.
192. Sievers, E., germanisch alup.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 449.
B. Gotisch.
193. Bernhardt, Ernst, Kurzgefaßte gotische Grammatik. Anhang zur
gotischen Bibel des Vulfila. 8. (VlII , 120 S.) Halle 1885, Waisenhaus.
1,80 M.
Sammlung germanistischer Hilfsmittel IV. Vgl. D. Lit. Zttr. 1885, 38 (Wilraanns);
Lit. Blatt 1885, 7 (Kögel); Anz. f. d. Alt. 12, 97 (Franck) ; Zs. f. d. Philo!.
17, 254 (Gering); Noord en Zuid IX, 1 (Gallee).
194. Meyer, Leo, über die Flexion des Partie, präs. und des Comparativs
im Gotischen.
Nachrichten von der kön. Ges. d. Wiss. zu Göttingen 1884, 534 — 544 (Berliner
Jahresbericht 1885, 94).
195. W. B. H. V. D., gotische Werkwoorden op — jan.
Noord en Zuid VlII, 4.
196. Dorfeid, C, über die Function des Präfixes ge- (got. ga-) in der
Composition von Verben. Theil 1 : Das Präfix bei Ulfilas und Tatian.
8. (47 S.) Halle 1885. Gießener Diss.
Vgl. Anz. f. d. Alt. 12, 178 f. (Erdmaun).
197. Tegner, Es., Hebreiska namns behandling i gotiskan (vgl. Bibl. 1883,
Nr. 112).
Nord. Tidskrift f. Filol. N. R. 6, 304-314.
s. Bezzenberger Nr. 168; Bechtel Nr. 184.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 71
C. Deutsch.
a) Grammatik.
198. Singer, S., zum althochdeutschen Vocalismus.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 287—309.
199. Kelle, J., das Verbum und Nomen in Notkers Boethius.
Wiener Sitzun<jsber. 109, 2-29— .^16 und separat. 8. (90 S.) Wien 1885, Gerold
in Comm. 1,40 M.
200. Siebs, Th., der Vocalismus der Stammsilben in der altfriesischen
Sprache.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 205—261.
201. Paul, mittelhochdeutsche Grammatik. 2. Aufl. (Bibl. 1884, Nr. 166).
Vgl. Lit. Ceutralhl. 1886, 4 (E. S.).
202. Hahn, mhd. Grammatik herausg. von Pfeiffer (Bibl. 1884, Nr. 167).
Vgl. Anz. f. d. Alt. 12, 131 — 134 (Franck); D. Lit. Ztg. 1885, 42 (Kossinna),
dazu Pfeifi'er ebd. Nr. 47; Lit. Blatt 1885, 11 (Ehrismaun).
203. Mhd. Dialecte: Birlinger, A., altschwäbische Sprachproben, Ale-
mannia 13, 282 — 288; ferner s. Fischer Nr. 1189 (Germania 30, 101,
schwäbisch); Neuling Nr. 1238 (Paul u. Braune, Beiträge 10, 369 ff.,
alemann.); Strauch Nr. 1394 (Zs. f. d. Alt. 29, 428 ff., bairisch) ;
Kraus Nr. 1292 (Germ. 30, 1 — 18, böhmisch); Flohr Nr. 1279 (Straß-
burg. Studien III, 110 ff., Gegend zwischen Metz und Straßburg); Bech
Nr. 1326 (Germ. 30. 257 ff., mittelrhein.) ; v. Bahder Nr. 1325 (Germ.
30, 385 ff., mittelrhein.).
204. Herz, Siegfried, Beiträge zur Geschichte der regelmäßigen deutschen
Conjugation im 16. Jahrhdt. 8. (30 S.) Hallesche Diss.
205. Ich frug.
Xanthippus, Spreu 5. Hampfel (Nr. 1187) S. 42—44.
206. Eupp. M., über die S-Laute im Deutschen.
Rrform IX, 6.
207. Jütting, W., phonetische, etymologische und orthographische Essays
über deutsche und fremde Wörter mit harten und weichen Verschlußlauten.
8. (291 S.) Wittenberg, Herrose. 3,50 M.
Vgl. Lit. Blatt I88ö, ö (Bellas; hei); Anz. t. d. Alt. 10, 418 f. (Seemüller); D. Lit.
Ztg. 1884, 2 (Stejskal); Herrigs Archiv 75, 338 f.
s. Michaelis Nr. 1234.
208. Syntax. — Schnee, R. , über die Stellung des Verbums im althoch-
deutschen Relativsatze.
Festschrift zur Einweihung des Wilhelm-Gymnasiums in Hamburg am 21. Mai
1885, S. 151 — 154.
209. Starker, Wortstellung (Bibl. 1883, Nr. 178).
Vgl. Lit. Blatt 1884, 12 (Tomanetz); ebd. 1885, Sp. 131—134.
s. Dorfeid Nr. 196.
210. von Monst erberg-Münckenau , S., der Infinitiv in den Epen Hart-
manns von Aue. Germanistische Abhandlungen, herausg. von K. Weinhold.
5. Heft. 8. (VI, 176 S.) Breslau 1885, Köbner. 5 M.
Theil I auch als Breslauer Diss. 4. (31 S.) Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 49 (Löiiner).
211. Ullsperger, Franz, über den Modusgebrauch in mhd. Relativsätzen.
8. (40 S.) Progr. des Gymnasiums zu Siiiichow 1885. Forts, von Bibl.
1884, Nr. 219.
Vgl. Zs. f. d. Philol. 18, 384 (Erdmanu).
72 BIBLIOGEAPHIE VON 1885.
212. Steig, R. , über den Gebrauch des lufiuitivs im Altniederdeutscben,-
Zs. f. d. Philol. 16, 307-345 u. 470—501.
213. Nissen, C. A., Forsag til en middelnedertysk Syntax. 8. (3 Bl. 149 S.)
Kopenhagen 1884, Prior.
Vgl. Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 30 (K. E. H. Krause).
213^ Fritsche, E. F., Gebrauch der Negation bei Walther v. d. Vogelweide.
Programm von Wismar (15 S.) 1885.
214. Bech, F., Beispiele eigenthümlicher Verwendung der Präpositionen
äne und sunder im Mhd. Programm des Stiftsgymnasiums in Zeitz. 4.
(VII S.) Zeitz 1885. 1,10 M.
215. Schwarz, Hubert, zur neuhochdeutschen Verbalrection.
Zs. f. d. Philol. 17, 72-98.
216. Über die Sprache des jungen Goethe. Vortrag von Burdach, gehalten
bei der Dessauer Philologenversammlung.
Germ. 30, 254; Zs. f. d. Philol. 17, 120.
ß) Lexicographie.
217. Deutsches Wörterbuch Bd. 6 (Heyne).
Vgl. Allgem. Ztg. 1885, Beil. vom 15. Dec.
218. Sanders, Ergänzungs-Wörterbuch (Bibl. 1884, Nr. 235).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 367—369 (Kummer).
219. Kluge, Etymolog. Wörterbuch (Bibl. 1884, Nr. 236).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 882 (Seemüller); Revue crit. 1885, Nr. 52
(J. Kirste).
220. Lexer, M. , mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 3. Aufl. 8. (VII,
413 S.) Leipzig 1885, Hirzel. 5 M.
Vgl, D. Lit. Ztg. 1886, 4 (K..ediger); Anz. f. d. Alt. 12, 182 (. (Steiumeyer).
221. Sprenger, R., zum mittelhochdeutschen Wortschatz. V.
Bezzeubergers Beiträge 9, .S20— 327. lobderanz; überhrünstic ; sackhendel; ente;
7)iürsnitze\ ungelerret; lih-zen; ric^ chu; malk; grüsen; fA; gotzeil; quertine\
triben; ez (Dual); nacsnai-z-, hatwät.
222. Trötscher, J., zum mhd. Wörterbuch.
Germ. 30, 315 f. {inosanze).
223. Böhme, 0., zu Lexers mhd. Handwörterbuch.
Germ, 30, 111—119.
224. Birlinger, A. Lexicographisches.
Zs. f. d. Philol. 17, 228—238. Aus einer Hs. des 15. Jlis. , bairischer Dialect.
225. Diefenbach, Lor. , und E. Wülcker, hoch- und niederd. Wörter-
buch der mittleren und neueren Zeit. Zur Ergänzung der vorhandenen Wörter-
bücher, insbesondere der der Brüder Grimm. 7. (Schluß-) Lieferung. Lex.-
Octav (III u. Sp. 793—930.) Basel, Schwabe. 3 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 41 (Heyne); Anz. f. d. Alt. 12, 100 f. (Huidach).
226. Lübben, A. , und C, H. F. Walther, mittelniederdeutsches Hand-
wörterbuch. 1. Hälfte. 8. (240 S.) Norden 1885, Soltau. 4,50 M.
Wörterbücher, heiausg. vom Verein f. nd. Sprachforschung II, 1. Hälfte.
227. Hagedorn, A., zum mnd. Wörterbuch.
Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 25.
228. Peters, Ign., zu mnd. beseven (Mnd. Wb. 6, 57),
Ebenda Ö. 93 f.
229. Seelmann, W,, dilde, dulde (Zu Flos und Blankflos V. 60),
Nd. Jahrbuch 10, 131 f.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 73
230. Woeste, F., Beiträge aus dem Niederdeutschen. Zur Geschichte der
Conjunction man oder men.
Zs. f. d. Pbilol. 17, 43-2—438
231. Walte math, Wilh. , die fränkischen Elemente in der französischen
Sprache. 8. (106 S.) Paderborn 1885, Schöningh. 1,20 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 4.5 (Feit).
s. Tobler, Kiinioividi , Nr. 1236; Klugre, Etymologien, Nr. 189;
Holthauseii, rabe, Nr. 399; Schulzj! Nr. 1230.
232. V. Bah der, K., Worteiklärungen.
Germ. 30, 399-401. {ingirhino b-i OttVied ; sich mnrawen und swid bei Notker;
jehen.)
233. Martin, E., Worterklärungen.
Zs. f. d. Alt. 29, 467 f. (feirji, hundes Zo?// bei Walther 18, 27; gelt [zum deut-
schen Wörterbuch].)
234. Zingerle, J., Zitelöse. (Vgl. Bibl 1884, Nr. 276.)
Zs. f. d. Philol. 17, 292.
235. Fischer, Herrn., Anfrage.
Germ. 30, 124 f. (Verhältniß des heutigen schwäbischen ja, jao, Jo zu mhd.
ja, joch.)
236. Bolte, J., Lantzt = Landsknecht.
Zs. f. d. Philol. 17, 200.
237. Möller, Salbader.
Ge.m. 30, 256.
238. Geschichte des Wortes 'galant' und dessen Bedeutung in: Die galante
Lyrik, von M. Freih. v. Waldberg, Quellen und Forschungen. Bd. 56,
S. 1 — 16. Straßburg 1885, Trübner.
239. Schaible, K. H. , deutsche Stich- und PTiebworte. Eine Abhandlung
über deutsche Scheit-, Spott- und Schimpfwörter, altdeutsche Verflu-
chungen und Flüche. 2. Ausg. 8. (IX, 91 S.) Straßburg 1885, Trübner. 2 M.
240. Müller, Ed., Sinn und Sinnverwandtschaft deutscher Wörter nach
ihrer Abstammung aus den einfachsten Anschauungen entwickelt. Lief. 1
u. 2. gr. 8. (VIII, 120 S.) Leipzig 1885, Pfau, k 1,20 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 3 (Seemiiller); N. Jahrb. f. Phil. 185, 132, 476 f.
241. Pogatscher, Volksetymologie (Bibl. 1884, Nr. 257).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 10 ("Behaghel).
242. Sanders, D., der Zopf in der Amtssprache.
D. Revue 1885, 206— 20;<.
243. Wörterbuch der Waidmannssprache (vgl. Bibl. 1884, Nr. 258).
Der Waidmann, Jahrg. 18S5 u. 1886.
244. Jägersprache.
Alemannia 13, 139 (Biilinger, Findlinge).
245. Birlinger, A., Das Wort Wildfang.
Alemannia 13, 64.
246. Glaser, L. , zur Etymologie und Nomenclatur der Eulen (Noctuae.)
8. (34 S.) Berlin, Friedländer. 1 M.
s. Seytter Nr. 429.
247. Denk, V. M. Otto, die Verwelschung der deutschen Sprache. Ein
mahnendes Wort an das deutsche Volk und die deutsche Schule. 8. (42 S.)
Gütersloh, Bertelsmann. 0,60 M.
248. Dunger, H., das Fremdwörterwesen in unserer Sprache. 8. Zeitfragen
des christlichen Volkslebens. 10. Bd. I.Heft. Heilbronn 1884, Henninger.
1,20 M.
74 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
249. Schramm, Paul, von den Fremdwörtern überhaupt und deren Aus-
sprache im Besonderen.
Reform von Fricke IX, 7.
250. Riegel, Herrn., der allgemeine deutsche Sprachverein, als Ergänzung
seiner Schrift: Ein Hauptstück von unserer Muttersprache. (Leipzig 1883,
Giunow. 8. (ßO S.J 1 M) Ein Mahnruf an alle national gesinnten Deut-
schen, gr. 8. (56 S.) Heilbronn, Henninger. 1 M.
251. Personennamen. — Kleinpaul, R., Menschen- und Völkernamen.
Etymologische Streifzüge auf dem Gebiete der Eigennamen, 8. (XX, 419 S.)
Leipzig 1885, Reißner. 8 M.
Vgl. Lit. Blatt 1885, 10 (Beliaghel); Berliner philol. Wochenschr. 5, 52 (Gust.
Meyer); Allgem. Ztg. 1885, Beil. 145 (Sanders); Blätter f. lit. Unterh, 1885, 34
(Sanders); Magazin f. d. Lit. d. In- u. Aus). 1885, 473 (L. Frey tag); Eumpa
1885, 36; lit. Handweiser 1885, 373 f. (Buschmann).
252. Bück, M. R., Alte Familiennamen.
Alemannia 1.^, 10 — 39.
253. Cämmerer, Bruno, Thüringische Familiennamen, mit besonderer Be-
rücksichtigung des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen. 1. Th. 4. (24 S.)
Progr. der Realschule in Arnstadt 1885.
Vgl. Lit. Blatt 1885, 11 (Pauli).
254. Wernicke, Ewald, seltsame Familiennamen des Mittelalters in Frei-
berg.
Mittheilungen vom Freiberger Alterthumsverein 21. Heft.
255. Wossidlo, R., der typische Gebrauch der Vornamen im meklenburger
Platt.
Nd. Koi-respondenzbl. 1884, S. 81—88; 1885 (X), S. 41.
256. Latendorf, F., Beispiele einer sprichwörtlichen Anwendung von Vor-
namen aus Mecklenburg-Strelitz.
Nd. Korrespoudenzbl. 1885, S. 3 f.
257. Walther, P., der Name Germanus.
Germ. 30, 306—310.
258. Kossinna, G., raioßonaQog.
Zs. f. d. Alt. 29, 268.
s. Dahn Nr. 1075.
259. Ortsnamen etc. — Rhode, D., über Ortsnamen.
Verliaiiiilungeu des iünfteu deutschen Geographentages zu Hamburg 1885, S. 141
bis 160.
260. Pfister, H. v, Idistawiso?
Hessische Blätter 1^85, 12. August.
261. Kirchhoff, Alfred, der Name des Thüringerwaldes im Alterthum und
im Mittelalter.
]')eiträge zur Landes- und Volkskunde des Thüringerwaldes Heft I, S. 1 — 10.
262. Stehle, die Ortsnamen des Kreises Thann. 4. (32 S.) Progr. des
Realprogymn. zu Thann 1884.
Vgl. Korrespoiidenzbl. der Westdeutschen Zs. III, 12.
263. Geyer, Paul, der elsäßische Ortsname Gemar.
Alemannia 13. 224—2-26.
264. Bück, M. R., altburgundische, elsäßische welsche Ortsnamen.
Alemannia 13, 1 — 10.
265. Fahre d'Envieu, J., le dictionnaire allemand enseigne par l'analyse
etymologique des noms propres. Noms looaux tudesques ou onomatologie
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 75
geographique des contrees occupees par les Allemauds, avec des appeu-
dices et des apercus nouveaux relatifs k la toponomastique des Celtes.
16. (XVIII, 451 S.) Paris 1885. Thorin.
266. Bernaerts, Etudes etymologiques et linguistiques sur les noms de
lieux romans et bas-allemands de la Belgique.
Annales de l'Acad. d'archeologie de Belgique X, 1 — 132.
267. Buck,M. R., die Endung -er, ern (erren) in oberdeutschen Ortsnamen.
Alemannia 13, 215—224.
268. Steub, L. , zur Namens- und Landeskunde der deutschen Alpen. 8,
(IV, 175 S.) Nördlingen 1885, Beck. 2,80 M.
269. W essinger, A., Beiträge zur deutschen Namenkunde aus dem Mangfall-
gebiet.
Zs. des deutschen und österr. Alpenvereins 16, 159—176.
270. Unter forcher, A. , romanische Namenreste aus dem Pusterthale.
Progr. des Gymn. in Leitmeritz 1885.
271. G fall er, Carl, über alpine Nomenclatur und ihre Festsetzung.
Zs. des deutschen und österr. Alpenvereins 16, 131 — 158.
272. Prinzinger, A. , über den Namen des salzburgischen Höchstgebirgs-
zuges (Tauern).
Mittheilungen d. Gesellschaft f. Salzburg. Gesch. 25, 113—11«.
273. Oh len s chlager , Erklärung des Ortsnamens Bibuvg.
Sitzungsberichte der Münchner Akad. 1885, 3. Heft.
274. Kellner, W., Einiges Alterthümliche aus Hungen.
Quartalblätter d. bist. Ver. f. d. Großh. Hessen 1885, 2, S. 10-16. Dialect-
Ausdrücke. Etymologie von Ortsnamen.
275. Nehring, schlesische Ortsnamen auf -ivitz {-it£).
Scblesiens Vorzeit in Bild und Schrift' Bd. 4, S. 485—493.
276. Wossidlo, R., Meklenburgische Krug- und Gehöftnamen.
Nd. Korrespondenzbl. 1884, 92 f.
277. Detlefsen, Philologisch-antiquarische Bemerkungen zur alten Geo-
graphie Schleswig-Holsteins.
Zs. d. Ges. f. Scblesw. -Holst. -Lauenburg. Gesch. 15, 323—333. (Ortsnamen.)
278. Niederdeutsches Korrespondenzblatt 1885, X. Ditmarscher Flurnamen
und Wörter (S. 6 f., H. Karstens); Zu den Namen Exter und Extern-
steine; Was bedeutet der Name des Flusses Werre, welcher oberhalb Mün-
dens bei Rohne in die Weser mündet? (S. 8 — 10, Th. Lohmeyer);
Ortsnamen auf -cy in Westphalen (S. 22 Jellinghaus, S. 71 f. Cre-
celius); Was bedeutet der Name Jöllenbeck? (S. 84 — 90, Lohmeyer);
Medofuli (S. 90, Jellinghaus).
279. Schulze, K., Erklärung des Namens Mägdesprung. 8. (14 S.) Quedlin-
burg 1886, Huch. 0,30 M.
280. Wäschke, H., über den Namen Mägdesprung.
Mittbeilungen d. Ver. f. Anhalt. Gesch. 4, 300 f., und Schulze ebd. S. 434-440,
281. Hertel, G., zum Namen Mägdesprung.
Gescbichtsblätter f. Stadt u. Land. Magdeburg 20, 196—198.
282. Hey, die slavischen Ortsnamen der Meißner Gegend.
Mittheilungen d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Meißen Bd. 1, Heft 3.
283. Siebenbürgisches Korrespondenzblatt 1885 (VIII). Deutsch - Kreuzer
Localnamen (S. 3 — 7, Schuster); Flurnamen aus dem Repser Bezirk
(S. 42—44, Binder); Rauthai (S. 108 f., Wolff); Gassen- und Flur-
namen aus dem Burzenlande (S. 118 f.); s. WolfF Nr. 865.
76 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
284. Vogt, Herrn., die Straßen-Namen Berlins, gr. 8. (X, 109 S.) Berlin
188.5, Mittler in Comm. 2 M.
Schriften d. Ver. f. die Geschichte Berlins, Heft 22.
s. Tettau Nr. 850; Höfer Nr. 423; Pyl Nr. 963.
y) Mundarten.
285. Schuchardt, H., Slawo-Deutsches und Slawo-Italienisches. 4, (140 S.)
Graz 1884, Leuschner u. Lubensky. 10 M.
Vgl. Lit. Ztg-. 1885, 26 (Brückner): Lit. Blatt 1885, .3 (Paul); Revue critique
1885, 27; Acnderny 675, 261 (W. R. MorfiUj, und ebd. 685. 441 (Schuchardt).
286. Biskupski, über den Einfluß des germanischen Elements auf das
Slavische. II. Die Diphthonge in der Sprache der Lüneburger Slaven.
Conitz. Programm 1885. 4. (22 S.)
Vgl. Nd. Korrespondeuzbl. 1885 (R), S. 45.
287. Neumann, Ludw., die deutsche Sprachgrenze in den Alpen. 8. (36 S.
mit 1 Karte.) Heidelberg 1885, Winter. 0,80 M.
Sammlung von Vortrügen, herausg. von Frommel und Pfaff Bd. 13, Heft 10.
288. Czoernig, C. Freih. v. , die ethnologischen Verhältnisse des öster-
reichischen Küstenlandes nach dem richtig gestellten Ergebnisse der Volks-
zählung vom 31. Dec. 1880. Mit einer ethnograph. Karte, gr. 8. (35 S.)
Triest 1885, Schimpif in Comm. 4 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 37 (K— ff).
289. Schweizerisches Idiotikon herausg. von F. Staub undL. Tobler (Bibl.
1884, Nr. 352). Heft 8 u. 9 (Sp. 1089 — 1344 und Bd. 2, Sp. 1 — 48).
Vgl. Academy 1885, 12. Sept.
290. Bachmann, A., Beiträge zur Geschichte der Schweizerischen Guttural-
laute. 8. (56 S.) Züricher Diss.
291. G. Meyer v. Knonau, Geschichtliches über das Lötschenthal.
Jahrbuch des Schweizer Alpeuclub 20. Jahrg., S. 3 ff.; darin Darstellung des
Dialectes S. 32-36.
292. Bühler, V., Davos in seinem Walserdialect. IV. Der Obersaxer Dialect
in seiner Eigenart. 8. Aarau, Sauerländer. 3 M.
293. Leck,H., deutsche Sprachinseln in Wälschtirol (Bibl. 1884, Nr. 331).
Vgl. Jahrb. d. Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande 80, 209—222
(Lotz).
29 4. Schlesinger, L., die deutsche Sprachinsel von Iglau.
' Mittheilungen d. Vereins f. Geschichte d. Deutschen in Böhmen 23, 305 — 373,
u. a. auch über Raimund von Lichtenberg, deu Gönner Heinrichs v. Freiberg
(S. 329 ff.).
295. Textor, Ludw., Vindobonismen.
Festschrift der 38. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner, ge-
widmet von dem Lehrer-Collegium des Gymn. zu Gießen. 8. Gießen 1885, Keller.
S. 1-52.
296. Zwei Sprachproben in Schönbacher Mundart.
Mittheilungen d. Ver. f. Gesch d. Deutschen in Böhmen 22, 2.
29 7. Aichele, Eichelweise.
"Württemberg. Vierteljahrshefte 1885 (8), 183 f.
s. Fischer Nr. 235-
298. Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Litteralur Elsaß-Lothringens,
herausg. von dem histor. -litterar. Zweigverein des Vogesen-Clubs. 1. Jahrg.
gr. 8. (III, 148 S.) Straßburg, Heitz. 2,50 M.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 77
299. F. K(iirtz), Glossographie des patois de l'Alsace.
Revue de l'Alsace 14, 5—23, 168 — 185. Vgl. Westdeutsche Zs. 5, 74.
300. Birlinger, A., zum elsäßischen Wortschatze aus Dannhauer.
Alemannia 13, 48 — 56.
301. Martin, E., Volkssprache von Metz.
Jahrbuch f. Gesch., Sprache u. Lit. Elsaß-Lothringens Bd. I, 107.
302. F ollmann, die Sprache der deutschen Lothringer.
Ailgem. Ztg. 1885, Beil. Nr. 183.
303. Birlinger, A., Lexicographisches.
Zs. f. d. Philol. 17, 439—449. Hauptsächlich aus dem Moselgebiet, Mitte des 17..Jli.s.
304. Faber, K. W., und K. Christ, Beiträge zu einem Pfälzer Idiotikon.
Pfalz. Museum 1885.
305. Birlinger, A., Sprachliches aus Hessen, s. Nr. 571.
s. Kellner Nr. 274; Thüringer Mundart Nr. 573.
305^ Diederichs, Aussprache von si^ etc. (Bibl. 1884, Nr. 328).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 1 (Behaghel).
306. Haushalter, B., Sprachgrenze (Bibl. 1883, Nr. 284).
Vgl. Magazin f. d. Lit. des In- und Ausland, s 1835, Nr. 36 (K. Wolf).
307. Jellinghaus, H. , nd. Mundarten (Bibl. 1883, Nr. 285, und 1884,
Nr. 339").
Vgl. nd. Jahrbuch 10, 158—160 (Tümpel).
308. Jellinghaus, H., zu den nd. Mundarten.
Nd. Korrespoudenzblatt 1885 (X', S. 17 f.; dazu S. 51 (Abels).
309. Jellinghaus, H., westfälische Grammatik. Die Laute und Flexionen
der Ravensberg. Mundart mit einem Wörterbuche. 2. Ausg. gr. 8. (VHI,
156 S.) Norden 1885, Fischer. 4 M.
310. Holthausen, F., die Remscheider Mundart.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 403—425, 546 — 576, 599 †” 601. Vgl. Nd. Korre-
spondenzblatt 1885, S. 62.
311. Holthausen, F., der Vocalismus der Soester Mundart. Habilitations-
schrift. Halle 1885. 8. 37 S.
312. Kaumann, J. , Entwurf einer Laut- und Flexionslehre der Münsteri-
schen Mundart in ihrem gegenwärtigen Zustande. 1. Theil: Lautlehre. 8.
(||2 S.) Münster 1884. Münsterer Diss.
Vgl. Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 62 f.
313. Bremisch-niedersächsisches Wörterbuch. 2. Ausgabe, gr. 8. (424 S.)
Bremen 1886, Haake. 6 M.
314. D oornkaat - Ko olmann, ostfriesisches Wörterbuch (Bibl. 1884.
Nr. 364).
Vgl. Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 15 f.; Atbenäum 1885, 5. u. 12. Sept.
315. Jan icke, 0.. (f) Neue Beiträge zu einem Idiotikon des Oderbruches.
Mittheilungen d. histor. Ver, zu Frankfurt a./O. Heft 15- 17, S. 86-89. Vgl.
Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 62.
316. Knoop^ zu den Idiotismen aus der Magdeburger Gegend, welche turani-
schen Ursprungs sind.
Am Urd,s-Brunnen 1885 (4. Jahrg., 2. Bd.), S. 189—190. Dazu H. Rabe ebenda
S. 216—218 u. 237— 24(».
317. Nd. Korrespondenzblatt 1884, Heft 5 u. 6.
Humperdinck, G., die Laute der Westmünsterländischen Mundart und deren
Darstellung in der Schrift (S. 66—71); Niederdeutsches Allerlei (S. 71 — 74,
Krause); Synonyme aus Meklenburg für „schelten" (S. 74 f. , Wossidlo);
Reise, Wasser (S. 70); salewerte, schemseggen, Wraksld (S. 92).
78 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
318. Korrespondenzblatt des Vereins für niederdentscbe Sprachforschung,
Jahrg. 1880, Heft X. 8. (110 S) Norden und Leipzig 1885, Soltau. 2 M.
Euthält: Mnndurtliciies aus dem Osnabriickischen (8. 4 f.); emelwisch (S. 7 f.);
niedeid. Namen der Spielkarten (S. 10 u, 69 — 71); mnd. asche esche, helarckinge,
h'ögelss , fledige Busche (8. 10 u. 11); Wörter für Grabscheit (S. 11 f. u. 59 f.);
hot und här (S. 13 f. u. 44); Ketelhöter, Stoppelmeter (8. 14); Zu den nd. Mund-
arten (S. 17 f., Je!linghau-i, und 8. 51, Abels); Placeho singen (S. 19 f.); Kai
(3. 22 — 25, 72 — 74); Da-Lehm, kökelen peteren, Liehnüss-Miehler , schol (S. 25
bis 27); der Name des Stichlings im nd.; mnd. tarnen und. törn' (S. 27 f. u. 76);
Wälbred (8. 28); Hildeshuimsclie Wörter und Redensarten (8. 41 — 44); Hasen-
brod, Mus wie Mine (S. 44 f.); up den stör gän (8. 45 u. 74 — 76); Nasalierung
im hinterpoinmerschen Platt (S. 51); Lükwarm, im Stiche lassen (8. 60); Pflanzen-
und Fruchtbenennungen im Nordmünsterlande (8. 59 u. 95); a für e (8. 83 f.);
zum niedersächsisclien Wortschatze (8. 90 — 93, Birlinger); nd. Ausdrücke für
Leichenkleid, elf Morgen, Wraksid (8. 94 f). — 8. dazu das reichhaltige Register
von W. Zahn (S. 97—109).
319. Walther, C, Kai.
Nd. Jahrbuch 10, 1—5 u. 103 — 107.
320. Carstens, H., dat Bosseln (Ditmarscher Mundart).
Nd. Jahrbuch 10, 52 f.
321. Korrespondenzblatt d. Vereins f. Siebenbttrgische Landeskunde, 8. Jahrg.,
redig. von Joh. Wolff. 8. (152 S.) Hermannstadt 1885, Michaelis. 2 M.
Enthält u. a. : Keintzel, G. , der Konsonantismus des Mittelfränkisehen ver-
glichen mit dem des Siebenbürgisch-Sächsischen während des 13. bis zum Be-
ginn des 16. Jiis. (8. 15 — 19 u. 26 — 30); Schullerus, A. , zu Keintzels Auf-
satz über den Konsonantismus des Mittelfränkisclien und Siebenbürgischen
(S. 44 — 47); Keintzel, G., zur Herkunftsfrage (74 f); Schullerus, A., noch-
mals zum Ausfall des Nasals vor s und / inij Siebenbürgisch-Sächsischen (8.89
bis 91); Beiträge zum siebenb. -deutschen Wörterbuch (S. 105 — 107, C. Kisch).
— Weiteres siehe Register S. 146 f. und besonders S. 149 — 152.
(D. Niederländisch folgt Bibliographie für 1886.)
E. Englisch.
a) Grammatik.
322. Sievers, E., An old English Grammar. Translated and edited by
A. S. Cook. 8. (XVI, 235 S.) Boston 1885, Ginn, Heath & Co.
Vgl. Engl. Studien 9, 152 (KöUiingj; Modern Laiigunge Notes 1886, Nr. 2.
s. Sievers Nr. 1210 (Sprachliche Ergebnisse).
323. Losch, F., u. H. Hagen, die Berner Runenalphabete.
Germania 30, 287 - 306. (Northumbrischen Ursprungs..)
s. Nr. 373 u. 980.
324. Mätzner, Ed., englische Grammatik. 3. Aufl. 3. Theil. Die Lehre
von der Wort- und Satzfügung. 2. Hälfte. 8. Berlin 1885, Weidmann. 14 M.
325. Stratmann, F. H., mittelenglische Grammatik. 8. (IV, 43 -|- 12 S.)
Crefeld 1885, Pläschke in Comm. 2 M.
Vgl. Engl. Studien 9, 106—109.
326. Turner, englische Sprache (Bibl. 1884, Nr. 172.
Vgl. Literar. Centralbl. 1885, 44 (Wülker).
327. Western, engelsk Lydlaere (Bibl. 1884, Nr. 175).
Vgl. Engl. Studien 8, 348 ff. (Kliughardt).
328. Western, Aug., englische Lautlehre für Studierende und Lehrer.
Vom Verfasser selbst besorgte deutsche Ausgabe. 8. (98 S.) Heilbronn
1885, Henninger.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 79
329. Holthaus, E., Beiträge zur Geschichte der englischen Vocale.
Bonner Dissertation lS>iö, und Anglia 8, Aiiz. 86 — 144.
330. Cook, A. S., Vowel Length in Old English.
American Journal of Philol. 1885, 3.
331. Fick, W. , Vocalverkürzung in englischen Wörtern germanischen Ur-
sprungs.
Engl. Studien 8, 502—510.
332. Sturmfels, A. , der altfranzösische Vocalismus im Mittelenglischen
bis zum Jahre 1400.
Anglia 8, 201—262; auch Gießener Diss. 1885.
333. Balg, G. H., The I-Sound in English. 8. (18 S.)
Abdruck aus American Journal uf Philol. 6, 1.
334. Bright, J. W., On 'Silent T' in English.
Moderne Language Notes 1886, 1, Sp. H — 6.
s. Effer, Cons. im Ormulum, Nr. 1674.
335. So hr au er, Max, Kleine Beiträge zur altenglisehen Grammatik. 8.
(53 S.) Berliner Diss. Berlin 188G.
336. Storch, Th., angelsächsische Nominalcomposita. 8. (IV, 72 S.) Straß-
burg 1886, Trübner. 1,50 M.
337. Grondhoud, C. , Doublets in English. (Vgl. Bibl. 1884, Nr. 256.)
Taalstudie VI, Nr. 1, 3 n. 4.
338. G o eders , Christian, zur Analogiebildung im Mittel- und Neuenglischen.
Ein Beitrag zur Kenntniß der Sprachgeschichte. 8. (40 S.) Kiel 1884,
Lipsins u. Tischer. 1,20 M.
s. Dieter, Sprache der ältesten engl. Denkmäler, Nr. 1629; Svensson, om spraket
i Ruthworth-Hs. , Nr. 1626; ten Hrink, Cbaucers Sprache, Nr. 1643. Heesch,
Sprache in 'Debate' etc., Nr. 1650; Krön, Langley, Nr. 1658; Knigge, Sprache
d. Dichters von Sir Gawayn, Nr. 1655; Hellmer, Rob. Mannyng, Nr. 1670;
Hoofe, Lautuntersuchungeu zu Osbern Bokenam, Nr. 1667; Krüger, Sprache
der mittelenglischen Homilien, Nr. 1676; Fick, Perle, Nr. 1675.
339. Syntax. — Brinkmann, Syntax (Bibl. 1884, Nr. 215).
Vgl, Lit. Centralbl. 1885, 35 (A. St.); D. Lit. Ztg. 1885, 28 (Varnhagen); Lif.
Blatt 1886, 1 (Klinghardt); Engl. Studien 9, 123—132 (Thum).
340. Kellner, Leon, zur Syntax des englischen Verbums mit besonderer
Berücksichtigung Shakespeares. 8. (103 S.) Wien, Holder. 2,80 M.
Vgl. Lit. Blatt K^85, 6 (Klinghardt), Eujjl. Studien 9, 84-91 (Deutsclibein).
s. Schürmann, Syntax in Cynewulfs Elene, Nr. 1611; Rössger, syn-
taktischer Gebrauch des Genitivs in Cynewulfs Elene, Nr. 1612;
Holtbuer, synt.ikt. Gebraucii des Genitivs in Andreas etc., Nr. 1610;
Wohlfahrt, Syntax des Verbums in Aelfrics Heptateuch und Hieb,
Nr. 1623: Fleischhauer, Gebrauch des K<mjuiictivs in Alfreds Cura
past., Nr. 1618; Flamme, Syntax der Blickling Ilom., Nr. 1677.
ß) Lexicographie.
341. Murray, Dictionary (Bibl. 1884, Nr. 247).
Vgl. Anglia 8, Anzeiger 8 — 18 (Helwich).
342. — Part II (Ant— Batten).
Vgl. D. Lit. Zti2. 1886, 11 (Zupitza); Academy 1885, 28. Nov. (Bradicy).
343. Skeat, W. W. , an etymological dictionary of the english language.
Second edition, revised and corrected. 4. (874 S.) London, Frowde 2 1. 4 s.
344. — Supplement to the first edition of an Etymol. Dict. of the
E. L. 4. London, Frowde. 2 s. 6 d.
Vgl. Athenäum 1«84, 25. Oct.
80 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
345. Stormonth, J. A., a Dictionary of the english language, pronouncing,
etymological and explanatory. I. A — N. 8. (1230 S.) London, Blackwoods.
31, 6 s.
Vgl. Academy 188i, 5. April (Brarlley).
346. Annandale, Gh., a concise dictionary of the english language, lite-
rary, scientific, etymological and pronouncing, 8. (8 IG S.) London, Blackie.
Vgl. Academy 1885, 81. Oct. (Bradley).
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based on Groschopp's Grein. Edited, revised and corrected, with gram-
matical appendix, list of irregulär verbs and brief etymological features.
London 1886, Trübner.
Vgl. Academy 1886, 2. Jan.; Moderne Language Notes 1886, Nr. 2.
348. Mätzner, E., altenglische Sprachproben. 2. Bd. Wörterbuch. 9. Lief.
Berlin 1885, Weidmann. 4,80 M.
349. Le Hericher, E., glossaire etymologique anglo-normand ou l'anglais
ramene k la langue fran^aise. 8. (XVI, 224 S.) Paris 1884, Maisonneuve.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 1 (Ziipitza).
350. Kluge, F., zum altenglischen Sprachschatz. Excerpte aus der Inter-
linearversion von Bedas Liber Scintillarum.
Engl. Studien 9, 35—42.
351. Kluge, F., englische Etymologien.
Engl. Studien 8, 479. Sehott. swats, ags. solmonad.
s. Nr. 189.
352. Trautmann, M., Wortgeschichtliches.
Aijglia 8, Anz. 144 f.
353. Zupitza, J., zur Etymologie von ne. merry.
Engl. Studien 8, 465—472.
354. Zupitza, J., a curious pronominal form,
Academy 1885, 28. Nov.; Mitteleuglische Namen.
355. Wedgwood, H., the Etymology of „Gossamer".
Academy 1885, 2f. April.
356. Blind, K., the Etymology of „Gossamer".
Ebenda 16. Mai.
357. Skeat, W. W., the word 'flue'.
Athenäum Nr. 2955.
358. Skeat, Hall und Wedgwood: Bezonian.
Academy 1885, 10., 17. u. 24. Jan.
359. Murray, J. A. H., Auncel Weight.
Athenaeum Nr. 2972.
360. Hruschka, Alois, ags. Namensforschung. (Bibl. 1884, Nr. 320.)
Vgl. Lit. Hlatt, 188.",. 8 (Kiiiger).
361. — zur angelsächsischen Namensforschung. II. Theil.
Separatabdruck aus dem 24. Programm der Staats-Oberrealschule in Prag.
8. (38 S.)
362. Stevenson, Errors in Anglo-Saxon names.
Academy 1885, 11. Juli.
363. Stevenson, Anglo-Saxon names.
Academy 1885, 1. Aug.
364. Freeman, E. A., Sumorsaetan.
Academy 1885, 18. Juli.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. Q\
365. Kerslake, Davidson, Boult : Defnsaete, Defnsaetas, Dunsaetas.
Acailemy 1885, 25. Jali bis 15. Aug.
366. Tomkins, H. G,, The 'Langandene' of King Alfred's Will.
Academy 1885, 13. Juni.
367. Picton, on tlie Place-Names in Pembrokeshire, illustraded of its
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son. — Mise. Nr. 5. Four words: *^Elem, Lake, Oss and Nes' by T. Hallain.
369. The Nation in the Parish, or Records of Upton-on-Severn, with a supple-
mental chapter on the Castle of Hanley, by Emily M. Lawson, with a Glos-
sary of Local Words and Phrases, by Robert Lawson. London, Houghton
& Green.
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of Northampton and Leicester.
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cc) Grammatik.
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Vgl. Lit. Blatt 1885, 8 (Brenner).
372. Stephens, G., det seldste, hidtil kjendte Dokument paa Dansk.
Aarb. f. iiord. üldkyndigh. 1885, 1 — li. (Eine Runeninschrit't. )
373. Burg, Fritz, die älteren nordischen Runeninschriften. Eine sprach-
wissenschaftliche Untersuchung. 8. (176 S.) Berlin 1885, Weidmann. 4 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 20 (Holthausen); Auz. f. d. Alterth. 12, 42 51 (Heiazel) •
Arkiv f. iiord. Filol. 3, 185—188 (Falk); Nordisk Revy 1885, 28 (Noreen) '
s. Losch Nr. 323 u. 980.
374. Noreen, A., altnord. Grammatik (Bibl. 1884, Nr. 178).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 29 (Hoffory); Engl. Studien 9, 311 f. (Kluge).
375. Fornislenzk mälmyndalysning eptir L. F. A. Wimmer. }jytt hefir Valtyr
Gudmundsson. 8. (92 S.) Reykjavik 1885, Jiorgrimsson.
Übersetzuug von Wimmers altuord. Grammatik.
376. Nilsson, supplementhäftet tili fornisländsk grammatik. Nr. 1. 8.
(VIII S.) Stockholm, Centraldruckerei.
377. Noreen, A., de nordiska spräkens nasalerade vokaler.
Arkiv f. Dord. Filol. 3, 1—41.
378. Olsen, B. M., om overgangen e — je i islandsk.
Archiv f. uord. Filol. 3, 189 — 192.
379. Brenner, 0., über altnordische U und nn.
Paul und Braune, Beiträge lU, 4'i6 — 438.
380. Mogk, E., noch einmal p und 'f im altisländischen.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 446—448.
381. Machule, Paul, die lautlichen Verhältnisse und die verbale Flexion
des Schonischen Land- und Kirchenrechtes. Diss. 8. (54 S.) Halle 1885,
Niemeyer. 1,20 M.
OEEMAMA. Neue Reihe XXIII. (XXXV.) .labrg. g
g2 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
382. Hoffory, J., die reduplicierten Praeterita im Altnordischen.
Zs. f. vergl. Sprachforschung 27, 593—602.
383. Tamm, F., strödda sprakhistoriska bidrag. 1, Bortfall af h framför S;
2. (t för r genom dissimilation ; 3. Omljud, värkadt af palatalt h-^ 4. Fsv.
dögliae för döici; 5. Fsv. ficßra f. ebb = isl. fjara; 6. Fsv. heta v. brygga;
7. Fsv. pceninger; 8. Fsv. stcpgh, preter. tili stigha^ 9. östnord. fegha
för e^/«a, vestnord. eiga; 10. Nagra etymologier.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 342—349.
384. Kock,Axel, sprakhistoriska undersökningar om svensk Akcent. Andra
delen. IL 8. (S. 329—524.) Lund 1885, Gleerup. 3 Kr. 25 Ö.
385. Kock, Axel, historiska anmärkningar om dansk akcentueriag.
Arkiv f. nord. Filol. 3, 42—82.
386. Bennike, Johannes, Tonelagene i dansk.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 376 — 384.
387. Lyttkens, J. A., och F. A. Wulff, Svenska sprakets Ijudlära och
betäckningslära , jämte en afhandling om aksent. 8. (XI, 351, 115 S.)
Lund 1885, Gleerup. 6 Kr. 50 Ö.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 6 (Holthausen).
388. Lyttkens och Wulff, Svenska sprakets Ijudlära. Kortfattet framställing.
2 M.
Auszug aus dem großen Werke.
389. Syntax. — Klockhoff, Relativsatsen (Bibl. 1884, Nr. 220).
Vgl. Arkiv f. nord. Filol. 3, 91—94 (Groth).
390. Nygaard, M., om brugen af Konjunktiv i oldnorsk.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 356—375 u. 3, 97—120.
ß) Lexicographie.
391. Fritzner, Ordbog (Bibl. 1884, Nr. 249), Heft 6 {frarnsnocTinn — gera).
392. I'orkelsson, Supplement til islandske ordboger (Bibl. 1884, Nr. 250)
S. 561—639 (Schluß).
393. Sunden, D. A., och J. M. Fl. Janson, ordbok öfver svenska spräket.
1. Heft. 8. (320 S.) Stockholm 1885. Beckman. 2,50 Kr.
394. Söderwall, K. F., Ordbok öfver Svenska Medeltids-Spräket. 1. —
3. Heft. S. 1 — 192. 4. Lund 1884 u. 1885, Berling.
Samlingar utgifna af Svenska Fornskrift-Sällskapet, Heft 85 — 87.
395. Kaikar, Ordbog til det a;ldre danske Sprog (Bibl. 1884, Nr, 253)
Heft 9 (S. 833—838, Tillseg og Rettelser, XXI S. Vorrede). Schluß des
1. Bandes.
396. Brate, Erik, nordische Lehnwörter im Orrmulum. (Nachträge und
Berichtigungen.) (Vgl. Bibl. 1884, Nr. 248.)
Paul u. Braune, Beiträge 10, 580—586.
397. Bugge, S., Blandede sproghistoriske Bidrag. II.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 350—355.
398. Kock, Axel, Förklaring af nagra nordiska ord.
Arkiv f. nord. Filol. 3, 146—158.
399. Holthausen, F., altn. hrd; rahe (zu lat. crepo).
Zs. f. vergl. Sprachforschung 27, 4. Heft.
400. Falk, Hj., oldnorsk hannyrd.
Arkiv f. nord. Filol. III, 89 f.
V. VOLKSKUNDE. 33
401. Schagers tröm, A., han ock lion.
Arkiv f. nordisk Filol. 3, 132—145.
402. Vigfusson, G., Oähr Edda, Lödh Ledda, Stödh Stedda.
Academy 1885, 8. Au^.
403. Leffler, L. Fr., En anmärkning tili I, 270.
Arkiv f. nord. Filol. 3, 192. Vgl. Bibl. 1883, Nr. 220.
404. Dyrluud, F., Rettelser og optegnelser.
Aarboger f. nord. Oldkyndighed 1885, 261—322. (Sprachliche Untersuchnngen.)
405. Nyrop, K., Forblommede Ord.
Nord. Tidskr. f. Filul. N. R. 7. 2.
s, Bechtel, Nr, 184; Kluge, Etymologien, Nr. 189: Leffler,
Ana-sött, Nr. 1700; Storm, EyMarstadr Nr. 1709.
y) Mundarten.
406. Nyare Bidrag, herausg. von Lundell (Bibl. 1884, Nr. .348).
Vgl. Ärchivio per lo studio delle trad. pop. IV, 3 (Martino).
407. Hernlund, H. , Svenska Tungomals-gillet och dess förhallande til
Vetenskapsakademien.
Samlaren 1885, 25—41.
408. Lindström, K., Studier pä svensk spräkbotten i Finlnnd.
Finsk Tidskrift 1885, 264—273 u. 452—462.
409. Nöa sagor ä paschaser pä dalbonnespräke, varmelänske ä anre tonge-
mäl. Samlade ätä Albrecht Segerstedt. 12. (36 S.) Stockholm 188.'>.
0,25 Kr.
Öreskrifter för folket Nr. 135.
410. Bergström, spring, min snälla ren! (20 S.)
Nyare Bidrag etc. 21. Heft, 1885.
411. Sauerwein, Frie Viso ifrä Viggu'n sjunje i nordre-gudbrandsdalsk
D0lamäl. 8. (XVI, 159 S.) Christiania 1885, Cammermeyer. 1,50 Kr.
412. Vidsteen, Ch., Oplysninger om Vossemaalet. 8. (55 S.) Bergen 1885.
V. Volkskunde.
Mythologie.
413. Mähly, J., über vergleichende Mythologie. 8. (32 S.) Heidelberg 1885,
Winter. 0,80 M. Sammlung von Vorträgen herausg. von Fromm el und
Pfaff. Bd. 14, Heft 4.
Vgl. Anz. f. d. Alt. 12, 105 f. (Laistner); Wochenschrift f. class. Philol. 2, 4(1
(O. Gruppe).
414. Vau denGheyn,J., Essais de Mythologie et de Philologie comparee.
8. (Xm, 424 S.) Brüssel 1885. 8 fr.
415. Regnaud, quelques observations sur la methode en mythologie com-
paree.
Revue de l'hist. des religions XI, 3.
416. Meyer, E. H., indogermanische Mythen (Bibl. 1884, Nr. ÖOO'^).
Vgl. Lit. Centralblatt 1885, 39 (Cr.); Berliner phil. Wochenschrift 1885, 1
(Röscher).
417. Schwartz, W. , indogermanischer Volksglaube. Ein Beitrag zur Reli-
gionsgeschichte der Urzeit, gr. 8. (XXIV, 280 S.) Berlin 1885, Seehagen.
8 M.
Vgl. Theol. Lit. Ztg. 1885, 15 (Bradke); Blätter f. lit. Unterli. 1885, Nr. 42.
6*
84 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
418. Schwartz, W. , die Vermählung der Himmlischen im Gewitter. Ein
indogermanischer Mythos.
Zs. f. Ethnologie 17, 4.
419. Mannhardt, Mythologische Forschungen (Bibl. 1884, Nr. 460).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, 16 (Laistnei); D. Lit. Ztg. 1885, 26 (Rödiger) ; Berl.
philol. Wochenschrift 5, 31 f. (Bruchmanti).
420. Dahn, Walhall, 5. u. 6. Aufl. 1885 (Bibl. 1884, Nr. 454).
421. Rydberg, V., Sejerssvaärdet. Oversigt over de gothiske^Folks mytho-
logiske Epos. Oversat af Otto Borchsenius. 8. (230 S.) Kopenhagen. ^,b{) Kr.
422. Gelbe, Th., zu Simrocks Mythologie.
Germ. 30, :-?82 f.
423. Höfer, P., der Feldzug des Germanicus im Jahre 16 n. Chr. 2. Aus-
gabe gr. 8. (103 S.) Bernburg 1885, Bacmeister. 2,40 M.
Nach D. Lit. Ztg. 1885, 31 (Klebs) finden sich darin zahlreiche etymologische
und mythologische Ausführungen, Ortsnamen, Sagen.
424. Taylor, J., G. Vigfusson, F. Max Müller, H. Gaidoz: Odin.
Academy Nr. 6(54, 64: 665, 80; 666, 99; 667, 116.
425. Pleyte, Mars Thincsus.
Verslagen en mededeelingen der kgl. Akademie van wetensch. Afd. Letterk.
3. reeks, II. — Auch Sonderabdruck.
426. Chantepie de la Saussaye, P. D., Mythologie en Folklore.
De Gids 1885, August, S. 213 — -Ji-i. Im Anschluß an Lang, Custum and Myth
(Bibl. 1884, Nr. 449).
427. Sz. (Szczepanski), der romantische Schwindel in der deutschen
Mythologie und auf der Opernbühne, gr. 8. (39 + 27 + 46 S.) Elber-
feld 1885, Bädeker. 3,20 M. L Das humoristische altisländische Gedicht
von Harbard und Charon , Fährmann weiland in der griech. Unterwelt.
U. Wer ist LokiV HI. Odin, Baidur und Hödr.
Vgl, Nat.-Ztg. 1885, Nr. 426; Europa Nr. 36; Lit.-Blatt 1885, Sp. 346 (Behaghel).
428. Unruh, G., das Urkultussystem.
Am Urds-Bruunen III, 38-40, 43—48, 49—59.
429. Seytler, E., die Schlange in Sprache und Mythus.
Gaea 21. Jahrg. Heft 2—5.
430. Frahm, L. , Spuren ehemaliger Scblangenverehrung in Holstein und
Lauenburg.
Am Urds-Brunnen 1885, S. 187 — 189.
Märchen und Sagen.
431. Meyer, Gustav, Essays und Studien zur Sprachgeschichte und Volks-
kunde, gr. 8. (Vn, 412 S.) Berlin 1885, Oppenheim. 7 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 41 (E. Zamcke); l>. Lit. Ztg. 1885, 21 (Sclirader);
Lit. Blatt 1885, Sp. 83 f. (Neumann); Wochenschrift f. class. Fhilol. II, 23
(Gruppe); Berliner philol, Wochenschrift V, 39 (B. Delbrück); Philol. Kund-
schau 5, 889-893 (Saalfeld); Revue crit. 1885, 22 (V. Henry); Arch. per lo
studio delle trad. pop. IV, 2 (Pitre); Blätter f. literar. Unterh. 1885, 21 (Schlossar);
Literar. Handweiser 1885, S. 118 f. (Norrenberg).
432. Keith-Falconer, Kalllah and Dimnah (Bibl, 1884, Nr. 568).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 11-.85, S. 753—757 (Nöldek-); Academy 685, 432 (Rieh.
F. Burton); Athenäum 1885, 24. Oct. ; Saturday Review 1885, 394.
433. Landau, Decamerone (Bibl. 1884, Nr. 570).
Vgl. Magazin f. d. Lit. d. In- u. Auslandes 1885, 34 (Kraus); G. Meyer, Essays
(oben Nr. 431) S. 208—217.
V. VOLKSKUNDE.
85
434. Waruke, K. , die Lais der Marie de France. Mit vergleichenden An-
merkungen von R. Köhler. 8. (CVIII, 276 S.) Halle 1885, Niemeyer. 10 M.
Bibiiotheca Normannica Bfl. III. (Darin: K. Köhlers Anmerkungen über die
Sagenstoffe S. L VII— CVIII). Vgl. Romania 1885, 598—608 (G. Paris): Lit
Lit. Centralbl. 188(5, lü.
435. Varnhagen, Longfellow (Bibl. 1884, Nr. 571).
Vgl. Lit. Centralbl. I88ü, 30 (Wülker); Lit. Blatt 1885, 11 (Ullrich).
436. Puymaigre, Comte de, Folk-Lore. 8. (367 S.) Paris 1885, Perriu.
Vgl. Lit. Blatt 1885, 6 (Liebrecht); Archiv, per lo studio delle trad. pop. IV, 2
(Salomone-Marino). Enthält u. a. auch die Nr. 548 u. 652 dieser Bibl und
Nr. 617 der Bibl. 1884.
437. Paris, G., la parabole des trois anneaux. 8. (19 S.) Paris 1885,
Durlacber.
Aus: Eevue des etudes juives T. XL
438. Prato, St., 1' Apologo di Menenio Agrippa: Le membra ribellate allo
stomaco nelle varie redazioni stranieri.
Arch. per lo studio delle trad. pop. IV, 1.
439. Grimm, J. u. W. , Kinder- und Hausmärchen. Kleine Ausg. 33. Aufl.
16. (IV, 311 S.) Berlin 1885, Dümmler. 1,50 bezw. 3 M.
440. — große Ausg. 20. Aufl. 8. (XX, 704 S.) Berlin 1885, Hertz.
6 bezw. 7,20 M.
Vgl. Allgem. conserv. Monatsschrift 1885, Februar (Kinzel).
441. Grimm' s Household tales (Bibl. 1885, Nr. 502).
Vgl. Acadetny 665, 74 (Bradley); 666, 99 (Cox); 667, 118 (Bradley).
442. Grimm's Aeventyr. Hlustrerede af V. Andren. Oversatte af F. C.
Sarensen. 1. Bd. (128 S.) Kjobenbavn (1885). 2 Kr.
443. Contes populaires tires de Grimm, Musaeus, Andersen, Herder et Liebes-
kiud et pubiies avec des notes sur les auteurs et des notes en fran^ais
par D. E. Scherdlin. 16. (466 S.) Paris, Hachette (1885).
444. Bech stein, L., Br. Grimmove a. j. Vybrane bächorky pro dospölejsi
mlädez. Prelozil P. J. Sulc. 8. Prag 1885. Hynek.
Czechische Märchenübersetzung.
445. Bech stein, Märchenbuch. Volksausgabe, 45. Aufl. 8. (27 6 S.) 1,20 M.
Prachtausgabe, 40. Aufl. Wien, Hartleben. 3 M.
446. Bechstein, L., Eventyr. I. Med 28 Billeder (3 Bl. 151 S.) Christiania,
Damm. 1 Kr.
447. Musäus, J. K. A. , Volksmärchen der Deutschen. Volksausgabe in
1 Bde. Hamburg, Haendtke u. Lemkuhl. 3 M.
448. — Russische Übersetzung. 2. Aufl. 8. St. Petersburg 1885.
449. Schmidt, Ferd. , Buch deutscher Märchen. Für Schule und Haus
gesammelt. 4. Aufl. gr. 8. (V, 230 S.) Berlin, Haack. 3 M.
450. Büchner, Frdr., deutsche Märchen, ^gr. 8. (261 S.) Glogau (1884),
FIßmming. 4 M.
451. Feit, P. , das deutsche Märchen. Ein Vortrag zum Besten des Denk-
mals der Brüder Grimm in Hanau. 4. (16 S.) Lübeck 1885, Gläser. 0,50 M.
452. Haltrich, Jos., Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in
Siebenbürgen. 4. Aufl. 8. (VIII, 332 S.) Wien, Graeser. 4 M.
Siebeubürgisch-deutsche Volksbücher Bd. 2.
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Mittheilungen d. Litauischen lit. Gesellschaft 9. Heft.
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Sprichwörter. Nach lappländischen, norwegischen und schwedischen Quellen.
Mit Beiträgen von Felix Liebrecht, gr. 8. (XII, 274 S.) Wien 1886, Gerold.
6 M.
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458. Bosset, R., la Fille aux mains coupees.
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Ruodliebmärchen, s. Laistner Nr. 1763; Märchenerinnerung, s. Bir-
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öffentlichen Sitzung der k. Akad. d. Wiss. zu München, 28. März 1885.
gr. 4. (40 S.) München, Franz. 1,20 M.
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des Volks und deutscher Dichter. 2. Aufl. 8. (XIX, 515 S.) Basel 1886,
Schwabe. 6 M.
462. Klee, Gotthold, sieben Bücher deutscher Volkssagen. Eine Auswahl
für Jung und Alt. 2 Theile. Mit 8 Bildern. 8. (XII, 301 u. VIII, 339 S.)
Gütersloh 1885, Bertelsmann. 7 M.
463. Buschmann, J., Sagen und Geschichten für den ersten Geschichts-
unterricht. 2 Theile. 8. Paderborn, Schöning. 1,50 M.
Inhalt: Deutsche Sagen und Geschichten aus dem Mittelalter. 2. Aufl. (VI,
252 S.)
464. Heitemeyer, F., deutsche Sagen. 12. Paderborn, Schöningh. 2,50 M.
465. Kassebeer, F., und H. Sohnrey, deutscher Sagenschatz, gr. 8.
(IV, 80 S.) Bernburg 1885, Bacmeister. 0,60 M.
466. Stockhausen, M. , Sagen und Geschichten aus dem Alterthum und
dem Mittelalter. 8. (VIII, 148 S.) Darmstadt 1885, Würtz. 1,20 M.
467. Strackerjan, K. , der Mensch im Spiegel der Thierwelt, eine ger-
manistische Studie. Progr. der Oberrealschule zu Oldenburg 1885.
A^gi. Lit. Blatt 1886, 2 (Behaghel). Zur Thiersage.
468. Vaucher, Pierre, les traditions nationales de la Suisse. Etudes au-
ciennes et nouvelles.
Memoires de l'institut national Genevois Bd. 16, S. 1 — 50. Darin auch Tell-
sage, Stretlinger Chronik.
469. Berdelle, Gh., Legendes et traditions populaires alsaciennes.
Revue d'Alsace 1885, April-Juni.
470. Z Öhr er, F., österreichisches Sagen- und Märchenbuch. Teschen 1884,
Prochaska. 5 M.
V. VOLKSKUNDE. 87
471. Manzer, Rob. , Sagen aus dem ßöhmerlande. Volks- und Jugend-
bibliothek red. von Jessen, Nr. 62. 12. (74 S.) Wien, Pichler. 0,70 M.
472. Gabel, J. A. von, Nordböhmische Sagen und Volksgeschichten. 1. Bdchen.
B.-Leipa 1885, Verlag der Leipaer Zeitung.
Vgl. Mittheihiugen d. Ver. f. d. Geschichte d. Deutschen in Köhmeu 1885, lit.
Beilage S. 68.
473. Wurm, Fr., die Teufelsmauer zwischen Oschitz und Böhmisch-Aicha.
Böhmisch-Leipa 1884.
Enthält einen Sagenanhang von A. Pandler. Vgl. Lit. Beil. zu den Mittheilungen
d. Ver. f. d. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 1885, 26.
474. Goedsche, Otto, die Sagen des Riesengebirges. 8. (X, 128 S.)
Warmbrunn 1884 (Schmiedeberg, Sommer). 1 M.
475. Hörn, W. 0. von, der Rhein. Geschichte und Sagen seiner Burgen,
Abteien, Klöster und Städte. 8. 3. Aufl. Wiesbaden 1885. 18 M.
Auch in englischer Ausgabe.
476. Lehmann, 0., die schönsten Sagen des Rheins. 3 Bdchen. Bibliothek
interessanter Erzählungen Nr. 145 — 147. 8. (80 S.) Müllheim, Bagel.
0,50 M.
477. Gredt, N. , Sagenschatz des Luxemburger Landes. Lex. 8. (663 S.)
Luxemburg 1885, Bück. 7,50 M.
Vgl. D. Lit. Ztg, 1885, 33 (E. H. Meyer).
478. Herrlein, Ad. v. , die Sagendes Spessarts. 2. Aufl. herausg. von
Joh. Schober. 8. (XVI, 420 S.) Aschaffenburg 1885, Krebs. 3 M.
Vgl. Lit. Handweiser 1885, 503—505.
479. Pfister, Sagen aus Hessen (Bibl. 1884, Nr. 547).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 30 (Köhler)i D. Lit. Ztg. 1885, 27.
480. Sechst ein, Ludw. , Thüringer Sagenbuch. 2 Bde. 2. Aufl. 8. (VIII,
272 u. 311 S.) Leipzig 1885, Koch. 3 M.
481. Ziehnert, W., Sachsens Volkssagen, Balladen, Romanzen und Legenden.
5. Aufl. Nebst einem Anhang, enthält 146 Sagen in Prosa. 10 Hefte.
8. (XVI, 537 S.) Annaberg, Rudolph u. Dieterici. ä 0,30 M.
482. Liebusch, Georg, Sagen und Bilder aus Muskau und dem Park.
2. Aufl. herausg. von E. Petzold. 8. (V, 82 S.) Dresden, Zahn u. Jaentsch.
1,50 M.
483. Gebser, Th., die Sagen vom Bodfeld bei Elbingerode. 8, (30 S. mit
3 Taf.) Wernigerode 1885, Angerstein. 0,75 M.
s. Günther Nr. 789; Höfer Nr. 423.
484. Mägdesprung s. Nr. 279 — 281.
485. Schreck, Ernst, Sagen aus dem Osnabrücker Lande.
Am Urds-Brunneu II, 195 f. u. 236.
486. Streckfuss, Ad., 500 Jahre Berliner Geschichte. Vom Fischerdorf
zur Weltstadt. Geschichte und Sage. 4. Aufl. (In 33 — 35 Lief.) 1. — 3. Lief.
4. (S. 1 — 120.) Berlin 1885, Goldschmidt, ä 0,60 M.
487. Wagenfeld's, F., Bremer Volkssagen. Herausg. von K. Eichwald.
3. Ausg. 8. (VI, 387 S.) Bremen 1885, Haake. 4 M.
488. Brauns, D., Beiträge zur deutschen Sagenkunde.
Zs. d. hist. Ver. f. Niedersachsen 1885, 277—283.
489. Handelmann, Waldemarstoft.
Zs. d. Ges. f. Schleswig-Holstein-Lauenburg. Gesch. 15, 309 f. Nachtrag zu
MüUenhoff. Andere Sagennachträge S. 310 ff.
88 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
490. Wiedemann, E., das Todtengerippe. Eine Sage.
Mecklenburg. Landesnachricbten 1885, Nr. 175. (Rostocker Localsage.)
491. Knoop, Sagenumrankte Steine.
Am Urds-Brunnen II, 177, 194, 218—220; dazu Höft Bd. III, 8—15.
492. Fr ahme, L., vom Feuermann und Ohnekopf.
Am Urds-Brunuen III, 17 f.; vgl. S. 40.
493. Sohnrey, H., zwei Christnachts-Sagen.
Am Urds-Brunnen II, 72 f.
494. Sundermann, Friedr. , Altmütterchen zu Husum oder Altväterchen zu
Emden?
Am Urds-Brunnen II, 213—216.
495. Jacoby, Leop., der Teufel im Flachs. Nach einer Volkssage poetisch
dargestellt.
Altpreußische Monatsschrift (1885), 22, 3. 4.
496. Knoop, Otto, Volkssagen, Erzählungen, Aberglauben, Gebräuche und
Märchen aus dem östlichen Hiuterpommern. gr. 8. (XXX, 240 S.) Posen
1885, Jolowicz. 5 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 49 (Köhler); D. Lit. Ztg. 1885, 45 (E. H. Meyer);
D. Revue 1885, Dec.
497. Knoop, Otto, Volkssagen und Erzählungen aus der Provinz Posen.
Zs. der bistor. Gesellschaft f. d. Provinz Posen I, 134 — 137.
498. Müller, Friedr., Siebenbürgische Sagen. 2. Aufl. 8. (XXXVII, 404 S.)
Siebenbürg. -deutsche Volksbücher Bd. 1. Wien 1885, Gräser. 6 M.
Vgl. Siebenbürg. Korrespoudenzbl. 1885, 143 f.
499. Von einem, der in Siebenbürgen gedauert wurde.
Siebenbürg. Korrespoudenzbl. 1885, S. 10 f.
500. Nagele, A., der Teufel in der Volkssage.
Europa 1885, Nr. 1.
501. Nagele, A., der Specht in der Volkssage.
Europa 1885, Nr. 44.
502. Berghaus, A., Lein-, Hanf-, und Nessel-Sagen.
Europa 1885, Nr. 4. 5.
503. Seidel, H., humoristische Sagen.
Scborer's Familienblatt 5. Bd. Nr. 1.
504. Birlinger, A., Sagen des 30jährigen Krieges.
Alemannia 13, 188-192.
505. Alexandersage. — Meyer, Küno, eine irische Version der Alexander-
sage. 8. (32 S.) Leipziger Dissert. 1884.
s. Nr. 1238.
506. Ratsherr Alexander. — Brehmer, der Ratsherr Alexander v. Soltwedcl
in Geschichte und Sage.
Zs. des Vereins für Lübeckische Geschichte 4, 3.
507. Amis und Amiles. — Schwieger, Paul, die Sage von Amis und
Amiles. 4. (38 S,) Berlin 1885, Hayn, Progr. des Friedrich -Wilhelms-
Gymnasiums.
Vgl. Romania 1885, 318 f.; Engl. Studien 9, 149 (Kölbiug); Franco-Gallia II, 9.
508. Apollonius von Tyrus. — Lanza, C, Apollonius de Tyr.
Le Museon 1885 (4), S. 64—72 u. 199—202.
509. Barlaam. — Braunholtz, Barlaam (Bibl. 1884, Nr. 579).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 10 (J. Koch); Anglia 8, Anzeiger S. 24—26 (Brandes).
510. Barlaam und Josaphat. Von P. Gas sei.
Aus Literatur und Symbolik (unten Nr, 1186) S, .152 — 228.
V. VOLKSKUNDE. 39
511. Zotenberg, H., Notice sur le livre de Barlaam et Josaphat. 4. Paris
1885, Librairie des Bibliophiles. 7 fr.
512. Bertasage. — Feis[t, Alfred, zur Kritik der Bertasage. Habilitations-
schrift. Marburg 1885. 8. (32 S.) Ausgaben und Abhandlungen aus dem
Gebiete der roman, Philologie.
Vgl. Romaiiia 1885, S. 608—611 (E. Muret).
513. König Dagobert von Albers (Bibl. 1884, Nr. 581).
Vgl. MittheiluDgen aus der histor. Lit. IH, 211 f. (Hahn).
514. Don Juan. — Busch, C, die Don Juan-Sage.
Wissenschaftl. Beilage der Leipz. Ztg. 1885, 44.
515. Ewiger Jude. — Gas sei, P. , die Sage vom ewigen Juden. Eine wisseu-
schaftliche Abhandlung. Mit einem kritischen Protest wider E. v. Hartmann
u. Adolf Stöcker. gr. 8. (70 S.) Berlin, internationale Buchhandlung. 1 M.
Vgl. Zs. f. wissenschaftliche Theologie 1886, 1 (Frank).
516. Suchomel, Sage vom ewigen Juden (Bibl. 1884, Nr. 583").
Herrigs Archiv 75, 215.
517. Wesselofsky, H., der ewige Jude.
Archiv f. slav. Philol. 8, 2.
518. Faust. — Engel, Karl, Zusammenstellung der Faust-Schriften vom
16. Jahrh. bis Mitte 1884. Der Bibliotheca Faustina [vom Jahre i874]
2. Aufl. gr. 8. (Xn, 764 S.) Oldenburg 1885. Schulze. 18 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 36 (R.M.Werner); Lit. Ceutralbl. 1885, 15 (B— e); Lit.
Blatt 1886, 2 (ßehaghel); N. Anzeiger f. Bibliographie 1885, 2; D. Buchliäudler-
Akademie TI, 5 (Kelchiier); Börsenblatt 1885, Nr. 114 fEilissen); Blätter f.
literar. Unterh. 1885, 36 (Buchner); literar. Merkur 5, 20.'
519. Schmidt, Erich, zur Faustsage.
Zs. f. d. Alterth. 29, 85—101.
s. Nr. 546, 1449, 1465—1468.
520. Flore. — Herzog, Flore (Bibl. 1884, Nr. 587).
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 498—501 (J. Koch).
s. Hausknecht Nr. 1653.
521. Graf von Gleichen. — Weilen, Alex. v. , der Graf von Gleichen in
deutscher Dichtung und Sage.
Zs. f. allgem. Geschichte 1885, S. 442-462.
522. Guter Gerhard. — Esmein, A. , debiteurs prives de sepulture. Mc-
langes d'Archeol. et d'hist. (Ecole franc. de Rome) V, 228 — 242.
Behandelt auch die Sage vom guten Gerhard und den dankbaren Todten.
523. Heldensage. — Günther, Heldensage (Bibl. 1884, Nr. 591).
Vgl. Zs. f. d. Gymnasialwesen 1885, Juni (Kuntze).
524. Richter, Alb., Götter und Helden. Griechische und deutsche Sagen.
1. Bdchn. 3. Aufl. gr. 8. (148 S.) Leipzig 1885, Brandstetter. 1,20 M.
(Vgl. Bibl. 1884, Nr. 525.)
525. Wann er, H. , deutsche Götter und Helden, nebst der Sage vom
Parzival. gr. 8. (VI, 138 S.) Hannover 1885, Helwing. 1,20 M.
526. Höcker, Oscar, deutsche Heldensagen. 8. (176 S.) Reutlingen, Enslin
und Laiblin. 2 M.
527. Schwab, G. , der gehörnte Siegfried. 8. (39 S.) Lahr, Schauenburg.
0,25 M. Volksbibliothek des Lahrer hinkenden Boten Nr. 294—298.
528. Knoop, über die Umwandlung, welche die deutsche Sage von Walther
und Hildegunde in Polen erfuhr. Vortrag.
Zs. d. bist. Ges. d. Provinz Posen I, 564—566.
s. Linnig Nr, 1761; Heinzel, Nibelungensage, Nr. 1373,
90 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
529. Kaisersage. — s. Jastrow Nr. 847.
530. Kaiser und Abt. — Sprenger, R., der Schwank vom Kaiser und Abt.
Sievers' Akad. Blätter I, 324—330.
531. 14 Nothhelfer. — Weber, Heim-., die Verehrung der heiligen 14 Noth-
helfer, ihre Entstehung und Verbreitung, gr. 8. (IV, 132 S.) Kempten
1886, Kösel. 2 M.
532. Octavian. — Streve, Paul, die Octavian-Sage. 8. (50 S.) Erlanger Diss.
1884.
s. Sarrazin Nr. 1673.
532". Parzival. — s. Wanner Nr. 526.
533. Der Rattenfänger von Hameln. Von G. Meyer.
Essays (oben Nr. 431) S. 231-241.
s. Rudolf Nr. 543.
534. Rip van Winkle. Von G. Meyer.
Essays S. 277—286.
535. Knortz, K., die Sage von Rip van Winkle. (Schi.)
Reform 9, 2.
535*. Robert der Teufel. — s. Breul Nr. 1657.
536. Roland. — Hagberg, Theodor, Rolandsagan, tili sin historiska kaerna
ock poetiska omklaednad. 8. (143 S.) Upsala 1884, Almqvist & Wicksell
(Bibl. 1884, Nr. 606*).
Vgl. Lit. Ztg. 1884, 52 (Appel).
537. Rübezahl, seine Begründung in der deutschen Mythe, seine Idee und
die ursprünglichen Rübezahlmärchen herausg. vom österr. Riesengebirgs-
Verein. gr. 8. (IV, 170 S.) Hohenelbe 1884. Prag, Dominicus in Comm.
3 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 42 (H. Pf.); Anz. f. d. Alterth. 12, 167 — 172 (Laistner);
Mittheilungen d. Ver. f. d. Gesch. d. üeutschen iu Böhmen, lit. Beil. 24, 28 f.
(Chevalier).
538. Salomon und Marcolphus. — s. Birlinger Nr. 557; Nr, 1363.
539. Störtebeker. — Fr ahm, L., u. Frdr. Sundermann, Klaus Störte-
beker in Sang und Sage. gr. 8. (56 S.) Reinfeld-Hamburg, Nolte. 1 M.
540. Tannhäuser. — Die Sage von Tannhäuser. Von P. Cassel.
Aus Literatur und Symbolik (unten Nr. 1186) S. 1—17.
541. List, Guido, die Tannhäuser-Sage.
Deutsche Zeitung Nr. 4847.
542. Böckel, Otto, Zur Sage vom Venusberg.
Alemannia 13, 141 f.
543. Rudolf, Adalbert, KyiFhäuser, Tannhäuser, Rattenfänger.
Herrigs Archiv 73, 179—204.
s. (Grisebach) Nr. 648.
544. Taucher. — Croce, B. , la leggenda di Niccolö Pesce.
s. Giambattista Basile III, 7 u. 8.
Vgl. Melusine Nr. 63 2.
545. Teil. — Hub er, Alfons, die Tellsage.
Zs. f. allgem. Gesch. 1885 (II), S. 502—515.
s. P. A^aucher Nr. 468.
546. Theophilus. — H. Sutherland Edwards , a Faust of the first Century.
Fortnightly Kevew 1885 , 683—690.
V. VOLKSKUNDE. 91
547. Trojanersage. — Greif, die mittelalteilicheu Bearbeitungen der Tro-
janersage. Ein neuer Beitrag zur Dares- und Dictysfrage. IL 8. (57 S.)
Marburger Diss.
(behandelt B6uoit de S.-More.).
548. Virgil. — de Puymaigre, Virgile au moyen-äge. (s. Nr. 436).
Revue nouvelle d'Alsace-Lorraine V, 6.
549. Wilder Jäger. — Wohlthat, Tod und Schicksale des wilden Jägers.
Am Urds-Bruuuen Bd. II, 190—194, -201—208, 2-25— 227; III, 1 — 8, 25—35.
550. Zollernfrauen von Schrammen (Bibl. 1884, Nr. GI5). Lief. 5—13
(S. 257—814) Schluss. complt. 10 M.
551. Trog, C. , Zollernsagen, auch sagenhafte Züge u. Charakterzüge aus
dem Leben der Hohenzolleru. 2 Bde. 8. (IV, 203 u. V, 200 S.). Düssel-
dorf 1885, Bagel. 2,40 M.
Sitten und Gebräuche.
552. Vom Jura zum Schwarzwald. Geschichte, Sage, Land und Leute. Hrsgb.
von F. A. Stocker. 2. Bd. 4 Hefte. 8. Aarau 1885, Sauerländer. 5 M.
Vgl. Bibl. 1884 Nr. 528.
553. Stöber, A. , Neue Alsatia. Beiträge zur Landeskunde, Geschichte,
Sitten- und Rechtskunde des Elsasses. Schlussband der Alsatia. 8. (II,
303 S.). Mühlhausen i. E. 1885, Petry. 4,50 M.
Vgl. Ü. Lit. Ztg. 1885, 27 (Hollaender); Mittheil, a d. bist. Lit. 13, S. 365.
(Schädel).
554. Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Litteratur Elsass-Lothringens
(s. Nr. 298).
Enthält u. a. Elsässische Volksmärchen .S. 85 f. ; zur elsässischen Sitten-
geschichte S. 86 f.; Stengel, Sagen und Geschichten aus Deutsch-Lothringen
S. 87—92.
555. Stehle, B., Volkstümliches aus dem Oberelsass.
Alemannia 13, 172 — 175.
556. Das Großherzogthum Baden in geographischer, naturwissenschaftlicher,
geschichtlicher, wirtschaftlicher und staatlicher Hinsicht dargestellt. Nebst
vollständigem Ortsverzeichniss. Nach amtl. Material bearbeitet. 13 Lief,
gr. 8. (XV, 1000 S.) Karlsruhe 1885, Bielefeld. 16,50 M. (vgl. Bibl. 1883,
Nr. 651).
Darin: Geschichte und Alterthümer, (vorgeschichtl. Zeit S. 139 — 156, römische
Zeit S. 156 — 175 von K. Bissinger; vgl. Lit. Centralbl. 1885, 6); das Volk
(Stämme, Sitten und Gebräuche, Sagen, Trachten, S. 223 — 265, von K. G. Fecht).
557. Birlinger, A. , Findlinge.
Alemannia 13, 133-141.
Enthält u. a. : Volksbücher, Märchenerinueruug, Comoediespiel , Gegen
Komödien, Lieder, Gegen unzüchtige Lieder, Salomon u. Marcolphus, die Bibel-
sprache die beste, Jägersprache, verschollenes Volkslied.
558. Birlinger, Sittengeschichtliches.
Alemannia 13, 176 — 180.
559. Lande nberger , Volkstümliches von der schwäbischen Alb.
Alemannia 13, 193—215.
560. Stehle, B. , Geographie und Heimatkunde der HohenzoUerschen Lande.
8. (Vm, 193 S.) Sigmaringeu 1884.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 11 (Gerlaud). Darin auch Sitten u. Gebräuche,
92 BIBLIOGRAPHIK VON 1885.
561. Stehle, B., Volkstümliches aus Hohenzollern.
Alemannia V2, 1 — 12.
562. Herzog, H. , Schweizerische Volksfeste (Bibl. 1884, Nr. 698).
Vgl. Blätter für lit. Unterhaltung 1885, 725.
563. Grenee, R. , Nürnbergische Volksfeste und Hochzeitsgebräuche im 15.
u. 16. Jhdt.
Westermanus Monatshefte 1885, April.
564. Hohenbühel, Frhr. Ludw. v. , genannt Heufler zu Rasen, Beiträge
zur Kunde Tirols. 8. (IX, 254 S.). Innsbruck 1885, Wagner. 2 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 33 (Kauffmann); Kevue crit. 1885, 46; Mittheil, des
Instituts f. österr. Geschichtsforschung 1885, 477.
565. St. Nicolaus v. Schnell (Bibl. 1884, Nr. 722), 3. Heft, 2. Abth. :
Salzburg, Tirol und Vorarlberg, compl. 3,25 M.
Vgl. Mitth. d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 1885, lit. Beil. S. 16 f.
(0. Lohr).
566. Branky, F., zur Volkskunde.
Her.-igs Archiv 74, 83—90.
567. Haltrich, Jos,, zur Volkskunde der Siebenbürger Sachsen. Kleinere
Schriften. In neuer Bearbeitung hrsgb. von J. Wolft". gr. 8. (XVI, 535 S.)
Wien 1885, Graeser. 7 M.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 15 (Seemüller); Lit. Centralbl. 1885, 34; Siebenbürg.
Korrespondenzbl. 1885, S. 109; D. Revue 1885, Mai; Bl. f. lit. Unterhaltg.
1885, 21 (Schlossar). Siebenbürg.-deutsches Tagebl. Nr. 3367.
568. Binder, M., Volksthümliches. 1. Der Aschertag in Galt.
Siebenbürg. Korrespondenzbl. 1885, 86 — 88.
569. Wenrich,W., Der Schmuck des Mediascher Schützenkönigs und die
Inschrift des Schmuckes.
Ebda. S. 113—116.
570. Zink, A. G., Hochzeitsgebräuche in Seligstadt.
Ebda. S. 116 f.
571. Kinn, G., Wie man in Weilau zu Gevatter bittet.
Ebda. S. 118.
572. Fontaine, E. de la, Luxemburger Sitten (Bibl. 1883, Nr. 659).
VsrI. Siebenbürg. Korresbondenzbl. 1885, 23.
573. Kirchhoff, Alfred, Erstlingsergebnisse der Beantwortung des umge-
sandten Fragebogens. Beitr. zur Landes- und Volkskunde des Thüringer-
waldes. Heft 1, S. 15 — 48.
Darin: Sitte und Brauch S. 37—42, Mundart S. 42 — 48.
574. Spiess, B. , das Antonius-Fest in Schweina.
Europa 1884, Nr. 9.
s. Günther Nr. 789.
575. Wossidlo, R., Volksthümliches aus Mecklenburg. I. Heft. Beiträge zum
Thier- und Pflanzenbuch, Thiergespräche, Räthsel, Legenden und Redens-
arten, aus dem Volksmunde gesammelt. 8. (32 S.) Rostock 1885, Werther.
0,50 M.
576. W(ossidlo), R. , Volksthümliches aus Mecklenburg.
Kostoeker Ztg. 1885, 30. Aug. II. Der Tod im Munde unseres Volkes.
577. Gebräuche bei der Taufe, Ernte, Hochzeit, Fastnacht, Aberglauben u. dgl.
Am Urds-ßrunnen II, 197 u. 242; 111, 15 f. u. 22 — 24.
578. Lemke, Volksthümliches aus Ostpreußen. (Bibl. 1884, Nr. 560).
Vgl. Bl. f. literar. Unterhaltung 1885, S. 725.
V. VOLKSKUNDE. 93
579, Frisclibier, H., zur volkstliümlichen Naturkunde.
Altpreuß. Monatsschrift '22, 218—834.
.580. Weihnachten.
D. Herold 1885, Nr. 48—50.
r)81. Süddeutsche "Weihnachtsbräuche.
Daheim XXIf, 12.
.'i82. Jensen, Christian, Weihnachtshriiuclie aus Nordfriesland.
Ausland 1885, Nr. 46
58. 3. Cassel, P. , der Tannenbaum am Weihnachten.
Aus Literatur und Symbolik (unten Nr. 1186), S. 310 — 'il5.
584. Das Heidenthum in der Weihnachtsfeier.
Schorers Familienhlatt VI, 49, Heilag^e.
585. Ostern im Lichte der Völkerkunde. Vom Nordgestade des Pontiis.
Das Ausland 1885, Nr. 12 — 1(5.
586. Carstens, Heinr., das Aprilschicken.
Am Urds-Brunnen Bd. II, 177; vgl. S. 197.
587. Schlossar, A. , die Sonnenwendfeuerräder in Kärnten u. Steiermark.
Illustrirte Ztg. Nr. 2191.
588. Bock und Ziege im Volksmund und Volksglauben.
Europa 1885, Nr. 34.
589. Der Vogelbeerbaum im Volksleben und Volksglauben.
Europa 1885, Nr. 21.
590. Die Hirse im Volksglauben und in der Volkssage.
Europa 1885, Nr. 11.
591. Was mann sd orff, E., die Trauer um die Todten bei den verschie-
denen Völkern, gr. 8. (44 S.) Berlin, Habel. 1 M.
Sammlung gemeinverständl. wissenschaftl. Vorträge, hrsgb. von Virchow n.
Holtzendorff, Heft 457.
592. Raute nberg, E. , Verbrennen und Begraben bei unseren Vorfahren.
Hrsgb. auf Veranlassung des Vereins f. Leichenverbrennung in Hamburg,
gr. 8. (58 S.). Hamburg, Voss. 0,75 M.
593. Aberglaube. — Kuli scher, der primitive Materialismus (zur Philo-
sophie des Aberglaubens , insbesondere des russischen).
Correspondenzbl. d. d. Ges. f. Anthropologie 1885, S. 150 fF.
594. Hamerling, R. , der Geisterglaube in seinem Verhältniss zur Kunst-
und Culturgeschichte.
AUg. Zeitg. 1885, Beil. 316.
595. Grünbaum, M. , Einige Parallelen zu dem Aufsatze: „Beiträge zur
Kenntniss der abergläubischen Gebräuche in Syrien" (ZDPV. Vll, 97 fl'.).
Zs. des deutscheil Palästina-Vereins 1885, (VIII), S. 80—94.
59G. Meyer, Aberglaube des M. A. (Bibl. 1884, Nr. G88).
Vgl. Hist. Zs. 54, 315—318.
s. Blaas Nr. 855.
597. Hollenbach, Wilh. , Bilder aus Thüringen. I. 8. (IV, 50 S). Jena
1885, Mauke. 0,75 M. Enthält einen Beitrag zur Geschichte des Aber-
glaubens, eine Geisterbeschwörung aus Jena v. J. 1715.
598. Treichel, A. , vom Bilwitz.
Am Urds-Brunnen III, 36 f.
599. Rabe, der Pilmsschnitter.
Am Urds-Brunnen III, 18—21 (Bilwiz!).
94 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
600. Hock, A. , Legende du Loup et origine du Lousberg an Belgique.
Archivio per lo studio delle trad. pop. IV, 2.
601. Birlinger, A. , gegen Aberglauben.
Alemannia 13, 142 — 145.
602. Birlinger, A. , Jägerglauben.
Alemannia 13, 186—188.
603. Laszowska, Gt. de, Transylvanian superstitions.
The Nineteenth Century 1885, .Juli.
604. B ebb er, v., Glaube und Aberglaube in der Witterungskunde.
Humboldt 1885, Heft 1. 2.
605. Sebillot, P. , le crachet et la salive dans les superstitions et les
eroyanees populaires. 8. (16 S.) Paris 1885. Libr. Doin.
Extrait de 'L'Homme.'
606. Pitre, Gr., lo sputo e la saliva delle tradizioni popolari di Sicilia.
Archivio per lo studio delle trad. pop. IV, 2.
607. Das Taufwasser im Aberglauben.
Europa 1884, Nr. 19.
608. Binz, Carl, Doctor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste
Bekämpfer des Hexenwahns. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte
des 16. Jhs. Mit den Bildnissen Weyers und seines Lehrers Agrippa. gi-. 8.
(Vn, 167 S.) Bonn 1885, Marcus.' 3 M.
Vgl. Grenzboteu 1885, Nr. 52.
609. Ein Beitrag zur Geschichte des Hexenglaubens.
Siebenbürg. Korrespondenzbl. 1885, S. 37—39.
610. W ernicke, Grüneberger Hexenprocesse im 17. Jhdt.
Zs. d. Ver. f. Gesch. Schlesiens 19, 400—403.
611. Scher er, W., altdeutsche Sagen.
Sitzungsberichte der kgl. preuß. Akademie der Wissensch. zu Berlin 1885,
577—585.
612. Stob er, A., der St. Johannes-Segen.
Neue Alsatia (oben Nr, 553) 223—225.
613. Bartsch, K., Schwertsegen.
Germania 30, 410.
614. Schönbach, A., ein Segen.
Zs. f. d. Alterth. 29, 348 f.
615. Schönbacb, A., gegen die fallende Sucht.
Zs. f. d. Alterth. 29, 354.
616. Seelman, W., mittelniederdeutsche Wurmsegen.
Nd. Korrespondenzbl. 1885 (X) S. 5.
617. Dürnwirth, R., ein Wundsegen.
Zs. f. d. Alterth. 30, 88.
618. Altdeutsche Zaubersprüche.
Berliner Monatshefte von H, Hart, 1886, August.
s. Breslau Nr. 1800.
619. Sohnrey, H., dat Hilge, dat wille fuier (Schluß zu Bibl. 1884, Nr. 496).
Am Urds-Brunnen 1884, S. 95 f.
620. Rabe, A., Zauberformeln aus „Albertus Magnus, egyptische Geheim-
nisse." Forts, (vgl. Bibl. 1884, Nr. 497).
Am Urds-Brunnen Bd. II, 175—177 u. 222; Bd. III, 134 f., 141—143.
621. Goehlert, V., Beiträge zur Culturgeschichte der Deutschen im Erz-
gebirge.
Mittheil. d. Ver. f. Geschichte der Deutschen in Böhmen, 24, 327—330. Sym-
pathetische Formeln.
V. VOLKSKUNDE. 95
622. Some German charms.
Saturday Review 1885, S. 379.
623. Teutsch, Fr., Zauber gegen den Vögelfraß.
SiebeDbürg. Korrespondenzbl. 1885, S. 97.
G24. Fossel, Victor, Volksmedicin und medicinisclier Aberglaube in Steier-
mark. Ein Beitrag zur Landeskunde, gr. 8. (VI, 172 S.) Graz, Leuschner
u. Lubensky. 3,B0 M.
Vgl. Bl. i. lit. Unterhaltung 1885, 50 (Schlossar).
625. Wichner, P. J. , Beiträge zu einer Geschichte des Heilwesens, der
Volksmedicin, der Bäder und Heilquellen in Steiermark bis incl. Jahr 1700.
Mittheil. d. bist. Vereins f. Steiermark 3.3, 3 — 1 '23.
026. Zur Geschichte des Geheimmittelwesens; ein Brief aus dem 15. Jhdt.
Westdeutsche Zs. 4, 299—302.
627. Teutsch, Fr., Recept. — Wie man sich vor Pest bewahren soll.
Siebenbürg. Korrespondenzbl, 1885, S. 120 u. 122.
628. Neuwirth, J., Wundermittel.
Zs. f. d. Philol. 17, 215—217.
628*. Crecelius, Alte Recepte.
Alemannia 13, 63 f.
629. Haltrich, J., Aberglauben.
8iebenbürg. Korrespondenzbl. 1885, S. 98 f. (Für das Wachstlmm der Kinder).
630. Müller, Alois, Quomodo crocus coli debeat.
Germania 30, 381 f.
s. Fischer, Arzneibuch Nr. 1243.
631. KQV^tädicc (vgl. Bibl. 1884, Nr. 743).
Vgl. Germania 30, 350—355 (Liebrecht).
632. Melusine II, 12 — 22: eine Reihe Artikel behandeln den Aberglauben
des Meeres (vgl. Bibl. 1884, Nr. 744 — 748), dabei auch: la chanson 'le
plongeur.'
633. Boletin Folklorico Espanol 1885 (I).
Guichot, AI., El agua del mar en las supersticiones y creencias populäres
(Nr. 1 u. 2); Cuestionario para recoger los materiales folkloricoa relatives al
mar (Nr. 1); Olavarn'a y Haarte, Por que es salada el agua del mar (Nr. 2);
Vigon, Folk-Lore del Mar en Asturias (N. 6).
Volks- und Kinderlieder.
634. Naaf, Neue Beiträge zur Bibliographie der Volkslieder.
Lyra 1885, 18.
635. Meyer, G., zur Kenntniss des Volksliedes.
Essays (oben Nr. 431) 287—407.
I. Indische Vierzeilen. II. Neugriechische Volkspoesie. III. Studien über
das Schnaderhüpfel.
636. Weddigeu, Volkspoesie (Bibl. 1884, Nr. 1072).
Vgl. Herrigs Archiv 'i3, 438 f.
637. Herders Volkslieder, hrsgb. v. Redlich. 8. Berlin 1885, Weidmann. 4 M.
638. Volkslieder, hrsgb. von R. Freiherrn von Liliencron. Kürschners
National-Literatur Lief. 219. 220. 224. (LXX u. S. 1—208). k 0,50 M.
639. Liliencron, R. Freih. v., deutsches Leben im Volkslied um 1530.
Kürschners National-Literatur Lieferung 248. 253 (V und S. 209—436).
k 0,50 M.
96 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
640. Höfer, A., die Liebe als Gegenstand der volksthümlichen deutschen
Poesie.
Germania 30, 401—410.
041. Vilmar, A. F. C. , Handbüchlein für Freunde des deutschen Volks-
liedes. 3. Aufl. 8. (XIX, 260 S.) Marburg 1886, Elwert. 2,40 M.
642. Kinzel, K., das deutsche Volkslied des 16. Jhs. gr. 8. (IV, 63 S.)
Berlin 1885, Neuenhahn. 1 M.
643. Otto, H. , das deutsche Volkslied und seine Bedeutung für die neu-
hochdeutsche Kunstdichtung. (28 S.) Wien, Pichler. 0,60 M.
644. Ziegler, H., deutsche Soldaten- und Kriegslieder aus fünf Jahr-
hunderten. 8. (XVIII, 424 S.j Leipzig 1884. Breitkopf u. Härtel. 3 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1884, 47; D. Lit. Ztg. 1884, 51 (lloediger); Allgem. Ztg.,
Beil. 1885, 14. Januar (M. Greif); Grenzboten 1884, 48; Gegenwart 1884, 51.
645. Pröhle, H., das Gesellschaftslied und das volksthümliche Lied.
Sonntagsbeilage der Voßiscben Ztg. 1885, Nr. 89 u. 101.
Meyer, R. M., alte deutsche Volksliedchen, s. Nr. 1351.
646. Simon, Wilh., altdeutsche Volkslieder, nach Melodien aus F. M.
Böhme's „altdeutsches Liederbuch" für vierstimmigen Männerchor gesetzt.
Qu. -8. (12 S.) Neuwied, Heuser. 0,35 M.
s. Nr. 1348.
647. Bartsch, K., Volkslieder.
Beiträge zur Quellenkuude (unten Nr. 1185) 305—310. Das Bruchstück S. 106
ist wohl die Schlußstrophe eines Mühlenliedes (E).
648. Der neue Tanhäuser. 13. Tausend. Editio ne varietur; nebst einer
Tanhäuser-Bibliographie, sowie dem Texte des Volksliedes von dem Tan-
häuser. Hoch-Quart. (171 u. 21 S.) Berlin 1885, Lehmann. G M.
649. Distel, Th., das Lied vom Igel, als Spott auf die Leinweber.
Archiv f. Literaturgeschichte 13, 3.
650. Meyer, Wilh., das Lied des 15. Jhs. „Verkert ob allen wandel".
Münchner Sitzungsberichte 1885, 369 — 376.
s. Birlinger Nr. 557; Stolte Nr. 1215.
651. Tobler, L., Nachtrag zu den Volksliedern (vgl. Bibl. 1884, Nr. 636).
Anzeiger f. schweizerische Gesch. 16, 2.
652. de Puymaigre, chants allemands de la Lorraine (s. Nr. 436).
Revue nouvelle d'Alsaee-Lorraine V, 1 ii. 2.
653. Na äff, das deutsche Volkslied in Steiermark.
Lyra 1885, Nr. 8.
8. G. Meyer Nr. 635 (Schnaderhüpfel).
653*. Bö ekel, Otto, deutsche Volkslieder aus Oberhessen. Gesammelt und
mit kulturhistorisch-ethnographischer Einleitung herausgegeben, gr. 8. (IV,
CLXXXVIII, 128 S.) Marburg 1885, Elwert. 4 M.
Vgl. Lit, Bl. 1886, 2 (L. Tobler); D. Lit. Ztg. 1^86, 1 (E. Schröder).
654. Bolte, J., zu den niederdeutschen Volksliedern.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 36—39.
655. Frischbier, H., zum nd. Liederbuch (Bibl. 1884, Nr. 1358).
Nd. Korrespondenzblatt 1885, 25.
656. Hofmeister, Ad., das Rostocker Mühlenlied und die Mühlenbilder
in Doberan, Rostock und Retschow.
Mecklenburg. Anzeigen 1885, Nr. 215 f.. Vgl. Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 61
(Seelmann); S. 83 (A. Hofmeister).
s. Bartsch Nr. 647.
V. VOLKSKUNDE. 97
657. Hofmeister, Ad., die allegorische Darstellung der Transsubstautiation
unter dem Bilde der Mühle.
Inj: Wichmanns 'Mecklenburgs altniedersächsische Literatur III (unten Nr. 1177).
658. Bolte, zum Mühlenliede.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 19.
659. Ferber, die Gesellschafts- und Volkslieder in Hamburg an der Wende
des vorigen Jahrhunderts.
In: Koppmann, Aus Hamburgs Vergangenheit (unten Nr. 763).
660. Hofmeister, Ad., die niederdeutschen Leberreime dos Johannes
Junior vom Jahre 1601.
Jahrbuch f. nd. Sprachforschung 10, 59 — 89.
661. Kipke, C, von dem Witz der Volkslieder.
Lyra 1885, Nr. 4 ff.
662. Nagele, die Vögel im Volksliede.
Europa 1885, 29-31.
663. Jeitteles, A., Lied vom Ursprung der Eidgenossenschaft.
Germania 30, 323 f.
664. Liebenau, Th. v., Werner Schadelers Beschreibung der Schlacht bei
Marignano 1515.
Anzeiger f. schweizerische Gesch. 16, Nr. 1.
665. Meyer V. Knonau, Gr., Anmerkungen zu dem bei Furrer: Geschichte,
Statistik und Urkunden-Sammlung über Wallis, Bd. 2, S. 146, abgedruckten
Volkslied auf die Schlacht im Baldschiederthal.
Anzeiger f. schweizerische Gesch. 16, Nr. 1.
66G. Schmidt, Adolf, Brand der Herberge zum Spanbett in Straßburg 1497,
Gleichzeitiges Gedicht.
Jahrbuch f. Geschichte, Sprache und Literatur Elsaß-Lothringens 1885, 57 — 63.
667. Wyss, Arthur, über die drei Gedichte von den bürgerlichen Unruhen
zu Mainz 1428—1430.
Forschungen zur deutschen Gesch. 25, 99 — 112.
Die Nachtigal, Gedicht über die Grumbach'schen Händel, s. Bartsch oben Nr. 115.
668. Bossert, G., zwei Lieder aus der Zeit des schmalkaldischen Kriegs.
Germania 30, 211—213.
669. Eembe, Heinr. , die Grafen von Mansfeld in den Liedern ihrer Zeit.
Volkslieder aus dem XVL u. XVII. Jahrhundert, gesammelt und erläutert.
Lex.-Octav. (VIII, 60 S.) Halle 1885, Hendel. 1 M.
Auch: Zs. des Harzvereins 18, S. 1 — 39.
670. Van den Detmerschen isdyt ghedicht (auf die Schlacht bei Heraming-
stedt, 1500) von F. Prien.
Nd. Jahrbuch 10, 89—102. Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 503 (Brandes).
671. Prien, F., zum Dietmarschen Liede (Jahrbuch 10, 97).
Nd. Korrespondenzblatt 1885, 50.
672. Bader, Th., über ein auf der hiesigen Gymnasialbibliothek befindliches
Fragment eines historischen Volksliedes aus dem Anfang des 16. Jhs.
4. (24 S.) Progr. des Gymn. in Schleusingen 1885.
673. Kinderlied. — Herzog, H., alemannisches Kinderbuch. 8. (174 S.)
Lahr, Schauenburg. 1 M,
674. Hartmann, Berthold, das volksthümlicbe deutsche Kinderlied. Ein
Beitrag zur Würdigung und Wiederbelebung desselben, 8. (71 S,) Anna-
berg, Eudolph u. Dieterici. 1 M.
GERMANIA. Neue Reihe XXIII. (XXXV.) Jahrg. 7
98 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
675. Wi ehern, C, alte und neue Weihnachtslieder für Schule und Haus.
4. Aufl. 8. (48 S.) Hamburg 1886, Agentur des Rauhen Hauses. 0,40 M.
676. Kosch, Thomas, WeihnachtsHed.
Siebenbürg. Korrespondenzblatt 1885, S. 94 f.
677. Mehlis, C, Frühlingslied.
Pfalz. Museum 1885, Nr. 4. Ein Kinderlied aus der Pfalz.
678. Karstens, Heinr., die Schwalbe im Volksmunde und im Kinderliede.
Am Urds Brunnen VI, 240—242.
679. Sello, G., das Halberstädter Schlummerlied.
Zs. d. Vereins f. anbaltische Gesch. 4, 333—348.
680. Kinderspiel. — Carstens, Heinr., Kinderspiele aus Schleswig-Holstein.
Nd. Jahrbuch 10, 49—52.
681 . — Berichtigungen und Nachträge zu den Kinderspielen aus Schleswig-
Holstein.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, 67—69.
682. Rühl, H., vier Spiele aus Pommern.
Monatschrift f. d. Turnwesen 4, 1. 2.
683. Knoop, Kinderspiele in Hinterpommern.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 51 f.
684. Sohnrey, H., Öppelken.
Jahrbuch f. nd. Sprachforschung 10, 112—114 (Kinderspiel).
685. Eäthsel. — Seelmann, W. , das niederdeutsche Räthselbuch vom
Jahre 1594.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 35 f.
686. Frischbier, H., Verbrecher-Räthsel.
Am Urds-Brunnen 1885 (Bd. II), S. 172—174 u. 233.
s. Breslau Nr. 1800.
Volksbücher. — s. Birlinger Nr. 557.
Geistliche und Volks-Schauspiele.
687. Froning, geistliche Spiele (Bibl. 1884, Nr. 1078).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 8 (K. Meyer); Mittheilungen aus der bist. Lit. 13, S. 225.
688. Meyer, C, geistliches Schauspiel und kirchliche Kunst.
Vierteljahrsschrift für Ciiltur und Litteratur der Renaissance 1885, 2 u. 3.
689. Bartsch, K., Bruchstück eines Dramas.
Beiträge zur Quellenkunde (unten Nr. 1185), S. 355— 358 (Gothaer Hs., 15. Jhdt.,
Titus rächt Christi Tod an den Juden , die .Verfolgung der Apostel an Nero).
690. Brandstetter, R., die Luzerner Bühnen-Rodel. (Schluß.)
Germania 30, 205—330 u. 3-25—350.
691. — die Technik der Luzerner Heiligenspiele.
Herrigs Archiv 74, 69—82.
692. — über Luzerner Fastnaehtspiele.
Zs. f. d. Philol. 17, 421-431.
693. — das Luzerner Fastnachtspiel vom Jahre 1592.
Zs. f. d. Philol. 17, 347—365.
694. — Musik und Gesang bei den Luzerner Osterspielen.
Geschichtsfreund 40, 145—168. Die lateinischen Worte S. 164 bilden zwei
Distichen, die anders abgetheilt werden müssen (Bartsch).
695. — die Figur der Hochzeit zu Kana in den Luzerner Osterspielen.
Alemannia 13, 241 — 262.
s. Brandstetter Nr. 1489.
V. VOLKSKUNDE. 99
696. Sterzinger Spiele, nach Aufzeichnungen von Vigil Kaber, herausgeg. von
Oswald Zingerle. 1. Bdchen. 15 Fastnachts-Spiele aus den Jahren 1510
u. 1511. 8. (XII, 295 S.) 4 M. — 2. Bdchen. 11 Fastnachts-Spiele aus
den Jahren 1512 — 1535. 8. (V, 263 S.) Wien, Konegen. k 4 M. Wiener
Neudrucke, Heft 9 u. 11.
697. Weissenhofer, R. , das Passionsspiel von Vorderthiersee. Nach den
alten Motiven neu bearbeitet. 8. (X, 153 S.) Wien, Holder. 1,80 M.
698. Schmid, Th., das Passionsspiel am Vorderthiersee in Tirol.
Stimmen aus Maria- Laacli XXIX, 10.
699. Maurer, J. C, das Bauernspiel in Tirol.
Europa 1885, Nr. 5.
700. Mayer, Arnold, ein Weihnachtsspiel aus Kreutzburg (Oberschlesien).
Zs. f. d. Alterth. 29, 104—112.
701. Seelmann, Fastnachtspiele (Bibl. 1884, Nr. 1350).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 40-42 (E. Schröder); D. Lit. Ztg. 1885, 7 (Strauch);
Lit. Blatt 1885, 4 (Sprenger); nd. Korrespondenzblatt 1884, S. ,34 f.; Gegen-
wart 1885, 31 (P. Schütze); Rostocker Ztg. 1884, Nr. 292 (Krause).
702. Freybe, A. , das Meklenburger Osterspiel, vollendet im Jahre 1464
zu Redentin, übertragen und behandelt. 2. Ausgabe. 8. Norden 1884,
Fischer. 5 M.
703. Gerstmaun, Ad.^ Eine kurtze Comedien von der Geburt des Herrn
Christi. Nach der Hs. vom Jahre 1589 herausgeg. und mit einer Einleitung
versehen. 8. (74 S.) Reclams Universalbibliothek, Nr. 2071. 0,20 M.
Vgl. nd. Korrespondeuzblatt 1885, S. 76 f. (J. B.) Abdruck des Berliner Weih-
nachtsspiels (Bibl. 1884, Nr, 1338).
704. Bolte, J., zum Berliner Weihnachtsspiel von 1591.
Nd. Korrespondenzblatt 1884, 91.
705. Sprenger, R., zum Dramenfragment*
Nd. Jahrbuch 9, S. 48. (Zu Jahrb. VI, 137 ff., Hänselmann, Drama von Simsen).
706. Bolte, Joh., zu den niederdeutschen Bauernkomödien.
Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 65—67.
707. Jonas, Rieh., ein deutsches Handwerkerspiel, nach einer handschrift-
lichen Überlieferung aus dem königl. Staatsarchiv zu Posen herausgegeben.
(Aus: Zs. d. histor. Ges. f. d. Provinz Posen I, 65—117.) gr. 8. (53 S.)
Posen, Jolowicz. 1,50 M.
708. Deutsche Puppenspiele, herausgeg. von Rieh. Kralik und Jos, Winter,
gr. 8. (X, 321 S.) Wien 1885, Konegen. 4 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 52 (A, v. Weilen); Lit. Centralblatt 1886, 25; Blätter
f. literar. Unterh. 1885, S. 795 (Schlossar).
s, Nr. 1552—1557, Nr. 1783 f.
Sprichwörter.
709. Wand er, K. F, W. , deutsches Sprichwörter-Lexikon. Ein Hausschatz
für das deutsche Volk. Neue (Titel-) Ausgabe. (In 75 Liefgen.) 1. — 14. Lief.
Lex.-Octav (1. Bd. Sp. 1 — 1792). Leipzig 1885, Brockhaus, k 2 M.
710. Höfer, Edm. , Wie das Volk spricht. Sprichwörtliche Redensarten.
9. Aufl. kl. 8. Stuttgart 1885, Kröner. 2,40 M.
711. Urväter Hausrat in Spruch und Lehre. Von dem Herausgeber der
deutschen Inschriften an Haus und Gerät. 8. (VII, 231 S.) Berlin, Hertz.
Vgl. Berliner Jahresbericht 1885, 966.
7*
100 BIBLIOGEAPHIE VON 1885.
712. Pitsch, J, , de proverbiis nonnuUis latinis, quae cum germanicis qui-
busdam congruere videntur. 4. (13 S.) Programm des Gymn. zu Marien-
werder 1885.
713. Guerike's, Otto v., Sammlung lateinischer, französischer, italienischer,
holländischer und deutscher Sinnsprüche. Nach jüngst im Archiv der Stadt-
bibliothek zu Magdeburg aufgefundener Original-Aufzeichnung geordnet und
mit Einleitung nebst freier Übersetzung veröffentlicht von K. Paulsiek.
gr. 4. (51 S.) Magdeburg 1885, Baensch. 1 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 47 (Reimann); Herrigs Archiv 75, 204.
714. Jellinek, A. , der jüdische Stamm in nichtjüdischen Sprichwörtern.
3. Serie. Französische, italienische, rumänische und slavische Sprichwörter,
gr. 8. (V, 76 S.) Wien 1885, Bermann u. Altmann, 2 M.
7J5_ — Dasselbe, 1. Serie. Französische, polnische, deutsche Sprichwörter.
2. Aufl. gr. 8. (V, 42 S.) V^ien 1886, Bermann u. Altmann. 1,30 M.
716. Knittelverse. Von M. Mo eh.
Ersch und Gruber II, 37, S. 311 f.
717. Bernoulli, A., Keimsprüche des XV. Jhs.
Germania 30, 214-216.
718. Birlinger, A., Sprichwörter.
Alemannia 13, 183—186.
719. Neuwirth, J., Sprichwörter.
Zs. f. d. Philol. 17, 217.
720. Bosch, H., alte Sprüche.
Mittheilungen aus dem german. Nationalmuseum I, S. 120 u. 192,
721. Bosch, H., Bauernregeln.
Mittheil, aus d. fierm. Nationalmuseum I, 191 f.
722. Zu Sprichwörtern und Redensarten.
Xanthippus Spreu 5. Hampfel (unten Nr. 1187) S. 16—31.
723. Der Lehrer im deutschen Sprichwort.
Magazin f. Pädagogik 1885, Nr. 32 f.
724. Birlinger, A., Altstraßburgische Weisheit.
Alemannia 13, 40 — 42.
725. Birlinger, A., und G. Bessert, Schwabenneckereien VIII.
Alemannia 13, 181—183.
726. Seelmann, W., Niederdeutsches Reimbüchlein. Eine Spruchsammlung
des 16. Jhs. 4. (XXVIII, 122 S.) Norden 1885, Soltau. 2 M.
Drucke des Vereins für nd. Sprachforschung II. Vgl. Nd. Korrespondenzbl. 1885,
S. 2 f.
727. Mielck, W. H., Sprichwörter aus Westfalen.
Nd. Korrespondenzbl. 1884, S. 88 f.
728. Holstein, H., einige hildesheimische Sprichwörter.
Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 43 f.
729. Hagedorn, A., Aus lübischen Handschriften.
Mittheil, des Vereins für Lübeckische Geschichte u. Alterthumskunde 1885,
S. 79 f. Reimsprüche von 1469. Vgl. nd. Korrespondenzbl. 1885, 8. 47.
730. Knoop, Plattdeutsche Sprichwörter aus Hinterpommeru.
Nd. Korrespondenzbl. 1885, S. 52—59.
s. Latendorf Nr. 256.
731. Inschriften. — Draheim, H., Deutsche Reime. Inschriften des 15. Jhs.
und der folgenden. 8. (XVII, 176 S.) Berlin 1883, Weidmann. 4 M.
Vgl. Siebenbürg. Korrespondenzbl. 1885, S. 11.
V. VOLKSKUNDE. IQl
732. Rabe, die Inschrift des im Braunschweiger Museum befindlichen
Trinkhorns.
Am Uids-Brimnen III, 37 f.
732*. M ündel, Haussprüche und Inschriften im ElsalJ.
Mittheil, aus dem Vogesen-Club Nr. 15.
733. Inschriften, siebenbürgische.
Siebenbüig. Korrespondenzbl. 1885, s. Register S. 145.
s. Schäfer Nr. 944.
Niederländische und englische Volkskunde folgt Biblio-
graphie für 1886.
Nordische Volkskunde.
734. Poestion, J. C. , Island. Das Land und seine Bewohner nach den
neuesten Quellen. Mit einer Karte, gr. 8. (VIII, 461 S.) Wien, Brock-
hausen u. Bräuer. 10 M.
Vgl. Magazin f. d. Lit. d. In- u. Auslands 1885, 790—792, 804-807 (Maurer);
Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 647-649 (Heinzel).
735. Schweitzer, Ph., Island, Land und Leute, Geschichte, Literatur und
Sprache, gr. 8. (IX, 203 S.) Leipzig, Friedrich. 4 M.
Vgl. Magazin f. d. Lit. d. In- n. Auslands 1885, 790—792, 804—807 (Maurer);
Centralorgan f. d. Realschulwesen 1885, 699 (Lenk); Nord. Revy 1885, 441—444,
470-475 (Arpi).
736. Baumgartner, A., das katholische Island des Mittelalters.
Stimmen aus Maria-Laach 29, 1.
737. Retzius, Gr., Finnland. Schilderungen aus seiner Natur, seiner alten
Cultur und seinem heutigen Volksleben. Übersetzt von C Appel. gr. 8.
(Vm, 158 S.) Berlin, Reimer. 5 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, 17 (K.— ff.); D- Lit, Ztg. 1885, 27 (Meyer-Waldeck).
738. Topelius, Zach., schwedisches Märchenbuch. Deutsch von Alma v.
Podewils. 8. (V, 210 S.) Wiesbaden, Bergmann. 2,70 M.
Vgl. Gegenwart 1885, 41; D. Rundschau 1886, März.
739. Vigström, Sagor. (Bibl. 1884, Nr. 516).
Vgl. Arch. per lo studio delle trad. pop. IV, 2 (Moratti); Germ. 30, 125 — 127
(Liebrecht).
740. Bergström, R., och J. Nordlander, Sagor, sägner och visor. Nyare
bidrag 1885, V, 2.
s. Cederschiöld Nr. 1702.
741. Storm, Gustav, om Thorgerd Hölgebrud.
Archiv f. nord. Filol. II, 124—135.
742. Bondeson, A. , en saga frän Dal och hännes Kalla. 8. (124 S.)
Upsala 1885, Almqvist u. Wiksell. 1,25 Kr.
743. Di Marti no, La ragazza dalle piume di cigno, nov. pop. trad. dallo
svedese.
Giambattista Basile III, 1 — 4.
744. Liebrecht, F., Kistudans.
Germ. 30, 216—221.
745. Gauthey, Antonie, quelques raots des chants populaires suedois.
Archivio per lo studio delle trad. pop. IV, 2.
746. La Courte-Paille, chanson populaire (version de la Haute Bre-
tagne; 4 versions scandinaves.
Melusine II, 20 u. 22.
102 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
747. Valentin, V., Studien über die schwedischen Volksmelodien, gr. 8.
(XII, 73 S.) Leipzig, Breitkopf u. Härtel. 1,60 M.
VI. Alterthümer und Kulturgeschichte.
748. Kolb, Kulturgeschichte (Bibl. 1884, Nr. 753) 3—9. Lief. (1. Bd., XXIII
u. S. 161—587 und 2. Bd. S. 1—112); 10.— 16. (Schluß-) Lief. 2. Bd.
XVIII u. S. 113 — 688. Leipzig, Felix ä 1 M.
Vgl. Bl. f. lit, Unterhaltg. 1885, 43 (Kenne am Ehyn).
749. Lippert, J. , die Kulturgeschichte in einzelnen Hauptstücken. 3 Ab-
theilungen. 8. (VI, 246; VI, 206; VI, 228.) Prag-Leipzig, Tempsky-Frey-
tag. 3 M. Wissen der Gegenwart Nr. 35, 47, 48.
Vgl. Lit. Beil. z. d. Mitth. d. Ver. für d. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 24,
18; Bl. f. lit. Unterhaltung 1885, 45 (Henue am Rhyn).
750. Biedermann, K., deutsche Volks- und Kulturgeschichte für Schule
u. Haus. 3 Theile. gr. 8. (VIII, 112 S. : IV, 182 S. ; IV, 252 S.) Wies-
baden, Bergmann. 7,50 M.
751. Scherr, Germania. (Bibl. 1884, Nr. 756.) 5. Aufl. In 40 Hftn, 1. Heft.
4. (12 S.) Stuttgart, Spemann. 0,40 M.
752. Müllenhoff, Alterthumskunde (Bibl. 1884, Nr. 754).
Vgl. Eist. Zs. 54, 319—321 (Erhardt); Zs. f. d. Philol. 17, .366—382 (Mogk).
753. Dahn, Felix, Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker.
(Bibl. 1884, Nr. 759). 3. Bd. S. 385 — 480 u. 481—640. ä, 3 M.
754. Götzinger, Reallexicon (Bibl. 1884, Nr. 755), Heft 16— 24 (Schluß).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 1—17 (Kossina); Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, S. 730
(J. Schmidt); Mitth. aus d. hist. Lit. 13, 4 (Froboese).
755. Lindenschmit, Alterthümer (Bibl. 1884, Nr. 7887).
Vgl. Hist. Zs. 53, 508 (C. Erhardt).
s. Lehmann, Brünne u. Helm. Nr. 1601.
756. Beck, Ludw. , die Geschichte des Eisens in technischer und cultur-
geschichtlicher Beziehung. I. Abth. von der ältesten Zeit bis um das Jahr
1500 n. Chr. 8. (X, 1090 S.) Braunschweig 1884, Vieweg. 30 M.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 49 (Mehrtens).
757. Bapst, Germain, Etudes sur l'etain dans l'antiquite et au moyen äge.
Vgl. Revue des questions historiques Bd. 37, 709 — 711 (D. Francjois Chamard).
758. Rau, Charles, prehistoric fishing in Europe and North America. 4.
(XVIII, 342 S.) 1884. Smithsonian Contribution to knowledge. Vol. XXV.
759. Wattenbach, W., Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis
zur Mitte des 13. Jhs. 1. Bd. 5. Aufl. gr. 8. (XIV, 451 S.) Berlin 1885,
Hertz. 8 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 16 (Dümmler).
760. Lorenz, 0., Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter seit der
Mitte des 13. Jhs. 1. Bd. 3. in Verbindung mit A. Goldmann umgearb.
Aufl. gr. 8. (X, 348 S.) Berlin 1886, Hertz. 7 M.
761. Droysen's, G., allgemeiner historischer Handatlas in 96 Karten mit
erläuterndem Text. Ausgegeben von der geogr. Anstalt von Velhagen u.
Klasing in Leipzig unter Leitung von R. Andree. fol. 10 Lief, ä 2 M.,
complt. geb. 25 M. Bielefeld, Velhagen und Klasing.
Vgl. Berl. philol. Wochenschrift V, 51 (Beiger).
VI. ALTERTHÜMEK UND KULTUUGESCIIICHTE. 103
762. Lorenz, 0., und W. Scherer, Geschichte des Elsaßcs. 3. Aufl. gr. 8.
(X, 574 S.) Berlin 1886, Weidmann. 7 M.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 50 (Holländer).
763. Koppmann, Karl, aus Hamburgs Vergangenheit. Culturhistorischc
Bilder aus verschiedenen Jahrhunderten, gr. 8. (VII, 398 S.) Hamburg u.
Leipzig 1885, Voss. 6 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 17.
764. Stämme, Siedelungen. — Wilser, Ludw., die Herkunft der Deutscheu.
Neue Forschungen über Urgeschichte, Abstammung und Verwandtschafts-
verhältnisse unseres Volkes, gr. 8. (92 S.) Karlsruhe, Braun in Comm.
1,80 M.
Vgl. Correspondenzbl. d. d. Gesellsch. f. Anthropologie 1885, S. 122 — 124, mit
Bemerkungen vonVirchow; Bl. f. lit. Unterhaltung 1885, 47 (Henne am Rhyn).
765. Becker, Keltenfrage. (Bibl. 1883, Nr. 756).
Vgl. Pbilol. Rundschau 5, 726—728 (Hahn).
766. Hovelacque, A., Essai de Solution d'un probleme linguistico-ethnique.
Revue de liuguistique 18, 2. — Kelten und Germanen.
767. D'Arbois de Jubainville, unite primitive des Italo-Celtes , rela-
tions de l'empire celtique avec les Germains anterieurement au second
siecle avant notre ere. Etüde grammatical.
Comptes rendus des seances de l'Academie des inscriptions et belles-lettres,
1885, 4. Serie T. XIII, 316—325.
768. W auters, Alph., sur les premiers temps de l'histoire de la Flandre.
Bull, de l'Academie des sciences etc. de Belgique 1885, serie III, T. IX,
p. 165—191.
769. Wauters, Alph., les origines de la population de la Belgique, etude
precedee de quelques nouveaux dctails ä propos des Sueves de la Flandre.
Bull, de l'Academie des sciences etc. de Belgique 1885, serie III, T. X,
p. 99—181.
770. Vanderkind ere, L., notice sur l'emplacement des Aduatiques et sur
quelques autres questions de geographie ancienne de la Belgique.
Ebda. p. 369-378.
771. Vanderkind ere, L. , les origines de la populatione flamande. —
La question des Sueves et des Saxons.
Ebd. p. 431-458.
772. Wauters, Alph., les origines de la population flamande. Roponse
aux observations faites sur mon travail.
Ebd. S. 794-815.
773. Bertolini, David, Sur une inscription de magistrat romain de la
Gaule belgique qui fournirait la date de la Separation de cette provincc
des deux Germanies.
Bull, de l'Academie des sciences etc. de Belgique 1885, Serie III, T. X,
p. 184—189 (dazu s. S. 94—98).
774. Schricker, älteste Grenzen und Gaue (Bibl. 1884, Nr. 777), populär
wiedergegeben in
Mittbeiluiigen aus dem Vogesen-Club Nr. 17.
775. Grober, alamannisch-fränkische Ansiedlungen in Deutsch-Lothringen.
VI.— VII. Jahresbericht des Vereins für Erdkunde in Metz für 1883—84, S. 91
bis 111.
104 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
776. Honsell, der deutsche Oberrhein in vorhistorischer und historischer Zeit.
Correspondenzblatt ä. d. Ges. f. Anthropologie 1885, S. 100—110.
77 7. Koenen, Konst. , über die Urbevölkerung der Rheinprovinz und die
ersten Spuren von deren Kultur und Religion.
Correspondenzblatt d. d. Ges. f. Anthropologie 1885, Nr. 3. 4.
778. Manitius, Max, über die Wohnsitze der germanischen Marser. 8. (9 S.)
Progr. d. Erziehungsanstalt von MüUer-Gelinek in Dresden 1885.
779. Schmidt, Ludw., zur G-eschichte der Langobarden. 8. (80 S.) Leipzig
1885, Fock. 1,20 M.
Quellen zur ältesten Gesch. der Langobarden; älteste Sitze und Wanderungen,
Eroberung Italiens; Anhang: ethnographische Stellung und älteste Verfassung.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 15 (Dahn).
780. Diepenbrock, J. B., Geschichte des vormaligen münsterschen Amtes
Meppen oder des jetzigen hannoverschen Herzogthums Areuberg-Meppen,
mit besonderer Berücksichtigung der früheren Völkersitze und Alterthümer
zwischen der Ems und Hase, der Einführung des Christenthums u. s. w.
2. Aufl. in 5 Lief. 1. u. 2. Lief. 8. (S. 1 — 320.) Lingen , van Acken,
k 1 M.
781. Stein, Friedr., die ostfränkischen Gaue.
Archiv d. histor. Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg 28 , S. .S27 — 376.
782. Blind, Carl, die ost-deutschen Völker der Vorzeit.
Magazin f. d. Lit. d. In- u. Auslands 1885, 463—66, 478—81.
783. Szulc (Schulz), über die Ureinwohner zwischen der Weichsel und der
Elbe.
Correspondenzblatt d. d. Ges. f. Anthropologie 1884, S. 132—143.
784. Schottin, Reinhold, die Slaven in Thüringen. Progr. des Gymn. zu
Bautzen 1884.
Vgl. Hist. Zs. 54, 144.
785. Heyn, H., Noch einmal: Sind die Halloren Slawen, Kelten oder Ger-
manen? (Vgl. Bibl. 1884, Nr. 775).
Das Ausland 1885, 178 f.; dazu ebd. S. 600: A. Kirchhoff, thatsächliche
Berichtigung zur Halloren-Frage; ebd. S. 888 — 890: H. Heyn, Noch ein Wort
zur Hallorenfrage; ebd. S. 976: A. Kirchhoff, Kurze Antwort u. s. w.
786. Lippert, Jul., Germanen und Slaven. Die geschichtliche Entwicklung
der Gegensätze ihres Volkswesens. (.23 S.) Sammlung gemeinnütziger Vor-
träge, herausgeg. vom Deutschen Vereine zur Verbreitung gemeinnütziger
Kenntnisse in Prag, Nr. 100. 1,20 M.
787. Regel, Fritz, Die Entwicklung der Ortschaften im Thüringerwald.
Ein Beitrag zur Siedelungslehre Thüringens. Mit 1 Karte, gr. 4. (HI,
100 S.) Petermanns Mitth. Ergänz.-Heft 76. Gotha 1884, Perthes. 4,40 M.
788. Reischel, G. , Beiträge zur Ansiedelungskunde von Mittelthüringen.
Mittheilungen d. Vereins f. Erdkunde zu Halle a./S. 1885, S. 45—109.
789. Günther, F., der Harz in Geschichts-, Kultur- und Landschaftsbildern
(in circa 8 Lief.) 1. — 5. Lief. gr. 8. (S. 1 — 464.) Hannover, Meyer, ä 1 M.
U. a, : Vorgeschichtliches, Besiedlung, Sagen, Bräuche. Vgl. Lit. Centralbl. 1885,
40 (K-ff.).
790. Günther, F., die Besiedelung des Oberharzes. Vortrag.
Zs. des Harzvereins 17 und Separatabdruck. 8. (41 S.) Clausthal 1884, Grosse'sche
Buchhandlung.
791. Günther, F., der Ambergau. 1. Abth. gr. 8. (160 S.) Hannover 1885,
^leyer. 2,50 M.
VI. ALTERTHÜMER UND KULTURGESCHICHTE. 105
792. Tacitus. — s. Jahresbericht über die Fortschritte der classischcn Alter-
thumswissenschaft, begründet von C. Bursian, hsg. von Iwan Müller.
12. Jahrg. (Bd. 39) S. 91 — 170 (von G. Helmreich).
793. Pflugk-Harttung, J. v. , Römer und Germanen im 3. u. 4. Jahrh.
(Die Grenzwehr von 268 — 375).
Zs. f. allgem. Gesch. 2, 321—339.
794. Schultheiss, F. G., die Germanen im Dienst der römischen Reichsidec.
Zs. f. allgem. Gesch. 2, 801—817.
795. Jung, Julius, die Germanen an der Donau und das römische Reich.
Z.S. f. allgem. Gesch. 2, 481-501.
796. Reuter, Römer im Mattiakerlaud (Bibl. 1884, Nr. 770).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1884, 41; Histor. Zs. 54, 361 ff. (Duncker).
797. Tobler, das germanische Heidenthum und das Christenthum. Eine
religions-geschichtliche Studie.
Tbeolog. Zs. aus der Schweiz. II, 233—261.
s. Rautenberg Nr. 592.
798. Prähistorisches und Funde. — Tröltsch, Fundstatistik (Bibl. 1884,
Nr. 789).
Vgl. Histor. Zs. 54, 359; Mittheilungen aus der histor. Lit. 13, S. 114 (Aifr.
G. Meyer).
799. Fundchronik. — Anzeiger des germanischen Nationalmaseums 1885
(= Bd. I, S. 155 — 230); monatlicher Bericht über neue Funde.
800. — Zs. d. bist. Ges. f. d. Provinz Posen I, 144—149, 305—308.
801. Museographie über das Jahr 1885.
Westdeutsche Zs. IV, Heft 2.
802. Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst, herausgcg. von
F. Hettner und H. Lamprecht. Jahrg. IV, Trier 1885.
Enthält außer einer Anzahl Oiiginalartikel eine Bibliographie (Heft I) mit vull-
ständiger Inhaltsangabe aller einschlägigen Zeitschriften von: Elsaß-Lothringen,
Baden, Mittelrhein, Rheinprovinz, Westphalen und den anschließenden Gebieten
der Schweiz, Luxemburg und Belgiens, Hollands.
803. Korrespondenzblatt der Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte und
Kunst. Jahrg. IV, 1885.
803". Korrespondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- u.
Alterthumsvereine. 33. Jahrg. 1885.
804. Korrespondenzblatt der deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethno-
logie und Urgeschichte 1885. 16. Jahrg.
805. Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie 1885.
806. Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns 1885.
807. Naue, J., die prähistorischen Schwerter. Vortrag. Sonderabdruck aus
„Beitr. z. Anthropol." 4. (24 S.) München, literar.-artist. Anstalt. 4 M.
SOS. Bissinger, K., Verzeichniß der Trümmer- und Fundstätten aus römi-
scher Zeit im Großherzogthum Baden, gr. 8. (21 S. mit e. Karte). Karls-
ruhe 1885, Bielefeld. 0,60 M.
s. Das Großherzogthum Baden, Nr. 556.
809. Wagner, E. , Hügelgräber und Urnen-Friedhöfe in Baden mit beson-
derer Berücksichtigung ihrer Thongefäße. gr. 4. (III, 55 S.) Karlsruhe 1885,
Braun. 5 M.
810. Kurtz, K. M., die alemannischen Gräberfunde von Pfahlheim im ger-
manischen Nationalmuseum.
Mittheilungen aus dem german. Nationalmuseum I, S. 169 — 174.
106 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
811. Leube, der Gräberfund bei Allmendingen.
Württemberg, Vierteljahrshefte 1885, Heft 3.
812. Donner -von Richter, 0., die Heddernheimer Brunnenfunde (20 S.
u. 5 Tafeln.) Neujahrsblatt d. Vereins f. Gesch. u. Alterthumskundc zu
Frankfurt a. M. 1885.
813. Plümacher, 0., Pfahlbauten am Rhein.
Ausland 1885, 218 f.
814. Mehlis, Studien (Bibl. 1884, Nr. 793).
Vgl. Literar. Centralblatt 1885, 14.
814% Mehlis, Grabhügel (Bibl. 1884, Nr. 812).
Vgl. Berl. phil. Wochenschr. 1885, 11 (Wolff).
815. Meyer, A. , das Gräberfeld von Hallstadt, gr. 4. (17 S.) Dresden,
Hoffmann. 4 M.
816. Jentsch, die prähistorischen Alterthümer aus der Stadt und Landkreis
Guben. Progr. d. Realschule zu Guben. (27 S.) 1885.
817. Moschkau, die prähistorischen Alterthümer der Oberlausitz und deren
Fundstätten.
Neues Lausitzisches Magazin 61, 79—131.
818. Handelmann, H. , 38. Bericht zur Alterthumskundc Schleswig-Holsteins,
gr. 4. (32 S.) Kiel 1885, v. Maack. 2 M.
819. — antiquarische Miscellen.
Zs. d. Ges. f. Schlesw.-Holst.-Lauenburg. Gesch. 15, 303—322.
819*. Rautenberg, aus der vorgeschichtlichen Zeit.
In: Koppmann, Hamburgs Vergangenheit (oben Nr. 763).
820. Über Vendel-Fund und andere.
Altpreuß. Monatsschrift 1885 (22) 657 f., 661 — 663.
s. Pyl Nr. 963.
821. Aspelin, J. R., antiquites du Nord Finno-Ougrien. V. L'äge du fer.
Antiquites des provinces baltiques. gr. 4". (S. 323 — 399). Helsingfors
1884, Edlund.
Vgl. Lit. CentralbL 1885. 42.
822. Deppe, die Teutoburg. (Bibl. 1884, Nr. 787).
Vgl. Philol. Rundschau 5, 27.
823. Grenzwall. — Cohausen, A. v., der römische Grenzwall in Deutsch-
land. Militärische und technische Beschreibung desselben. Lex. -8. (VIH,
368 S. mit 52 Tafeln). Wiesbaden 1884, Kreidel. 24 M.
Vgl. Lit. Zeitg. 1885, 9 (Velke); Lit. CentralbL 1884, 52; Westdeutsche Zs.
4, 55—68 (Haug).
824. Haupt, Herm., der römische Grenzwall in Deutschland nach den
neueren Forschungen. Mit besonderer Berücksichtigung Unterfrankens ge-
schildert, gr. 8. (54 S.) Würzburg 1885, Stuber. 2,50 M. Auch: Archiv
des bist. Ver. v. Unterfranken 28, 275—326.
Vgl. Lit. Ztg. 1885, 40 (Velke); Lit. CentralbL 1885, 29; Hist. Zs. 54, S. 356
(Duncker); Philol. Rundschau 5, 594 — 596 (Schlegel); Berliner philol. Wochen-
schrift 5, 10 u. 22 (O. Keller).
825. Haug, Ferd. , der römische Grenzwall in Deutschland. 8. (20 S.)
Mannheim 1885, Löffler. Sammlung von Vorträgen, gehalten im Mann-
heimer Alterthumsverein, erste Serie, I.
826. Wolff, G., u. 0. Dahm, der römische Grenzwall bei Hanau mit den
Kastellen zu Rückingen und Marköbel. gr. 8. (86 S.) Hanau, Alberti. 4 M.
Vgl. Lit. Ztg. 1885, 40 (Velke); Westd. Zs. 4, 177—192 (Hammeran) ; Hist. Zs.
54, 363 ff. (Duncker); Berl. phil. Wochenschr. 5, 29 f. (0. Keller).
VI. ALTERTHÜMER KND CULTURGESCHICHTE, 107
827. Hodgkin, Thomas, the Pfahlgraben.
Vgl. Hist. Zs. 54, 356 (Alb. Duncker).
828. 0hl en Schlager, F., die römischen Grenzlagcr zu Passau, Künzing,
Wischelburg und Straubing, gr. 4. (54 S.) München 1884, Franz in Comra.
1,80 M. (Aus den Abhandlgn. der bair. Akademie der V^'^issenschaften).
Lit. Centralbl. 1885, 29; Berliner philol. Wocheuschr. 5, 22 (Melius).
829. Kofi er, der Limes Romanus und eine neue Kömerstadt.
Verhandlungen der Berliner Gesellsch. für Anthropologie 1885, 186 â €” 198.
830. Paulus, E., die neuesten Forschungen am rätischen Limes.
Württemberg. Vierteljabrshefte 1885, S. 293 f.
831. Mommsen, Th., der oberrheinische Limes,
Westd. Zs. IV, 43-51.
832. Conrady, W. , die Ausgrabungen des Limes-Kastells in Obernburg
a. M.
Westd. Zs. IV, 157 — 177.
833. Straßen. — Schneider, Heer- u. Handelswege. (Bibl. 1884, Nr. 810).
Vgl. Hist. Zs. 54, 321 f. (A. Duncker).
834. — Heft 4. gr. 8. (20 S.) Leipzig 1885, Weigel. 1 M.
835. Köln. — V. Veith, das römische Köln, nebst einem Plane der römi-
schen Stadt. Winkelmannsprogramm. 63 S. Bonn 1885, Marcus.
836. Düntzer, H., der Umfang des ältesten römischen Köln.
Westd. Zs. IV, Heft 1.
837. Mittelalter. — Essenwein, A. , über die Herausgabe eines umfas-
senden Quellenwerkes für die Kulturgeschichte des Mittelalters, bestehend
aus 2 Hauptabtheilungen: Monumenta iconographica medii aevi und Reli-
quiae medii aevi. Eine Denkschrift. Nürnberg 1884.
Vgl. Hist. Zs. 54, 261 ff. (Ehrenberg).
838. Henne am Rhyn, 0., die Kx-euzzüge und die Kultur ihrer Zeit.
Prachtausgabe mit 100 ganzseitigen Illustrationen von G. Dore und ver-
schiedenen ganzseitigen Illustrationen deutscher Künstler, und über 100
Text-Illustrationen (in Holzschn.). (Bibl. 1883, Nr. 809.) 25—30. (Schluß-)
Lief. Fol. (XII u. S. 421 — 498) Leipzig 1884, Bach, ä 2 M,, complet
geb. 78 M.
839. Henne am Rhyn, 0., die Kreuzzüge und die Kultur ihrer Zeit.
2. Aufl. Volksausgabe mit 100 Illustr. von Dore u. s. w. In 15 Lief.
1 — 13. Lief. gr. 4. (352 S.) Leipzig, Bach, ä 1 M.
840. Frey tag, G. , Bilder aus der deutschen Vergangenheit. 2. Bd. 1. u.
2. Abtheil. 15. Aufl. gr. 8. Leipzig 1885, Hirzel. 1. Vom Mittelalter
zur Neuzeit. (VIII, 466 S.) 5,25 M. — 2. Abtheil. Aus dem Jahrhundert
der Reformation (1500 — 1600). (384 S.) 4,50 M.
841. Fischer, Karl, deutsches Leben. (Bibl. 1884, Nr. 817).
Vgl. Bl. f. literar. Unterbaltg. 1885. 51 (W. Müller).
842. Weinhold, deutsche Frauen. (Bibl. 1882, Nr. 833).
Vgl. Hist. Zs. 54, 322 (L. Erhardt).
843. Semmig, H. , Eva's Töchter bis auf Luthers Käthe. Sieben Capitel
aus der Geschichte der Weiblichkeit. Unterhaltungen für den häuslichen
Herd. 8. (V, 197 S.) Jena 1884, Mauke. 3,50 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 16 (G. B.); Theo!. Lit. Blatt 1885, Nr. 1. Behandelt
die Stellung des Weibes in geschichtl. Entwicklung; Abschn. III: die Frauen
bei den Germanen; IV. Troubadours und Minnesinger oder Frau Minne und
Frau Venus; V. Minnelieder von Walther v. d. Vogelweide u. Frauenlob.
108 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
844. Renier, Rod. , il tipo estetico della donna nel medio evo. Appunti
ed osservazioni. 8. (XIII, 192 S.) Ancona 1885, Morelli. 6 L.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 51 (Wilmans); Romaiiia 1885 S. 316; Lit. Blatt 1886,
1 (Wiese); Giornale Ligustico XII, 305—309.
845. Urbach, Theod., zur Geschichte des Naturgefühls bei den Deutscheu.
25 S. 4.
Progr. d. Gymn. z. h. Kreuz in Dresden 1885.
846. Settegast, F., der Ehrbegriff im altfranzösischen Rolandsliede.
Zs. f. roman. Philol. 9, 204—222.
847. Jastrow, J. . Geschichte des deutschen Einheitstraums und seiner
Erfüllung. In den Grundlinien dargestellt. Gekrönte Preisschrift. 1. u. 2.
Aufl. (IX, 339 S.) 1885. Allgemeiner Verein f. deutsche Literatur. 6 M.
Vgl. Gegenwart 1885, 20; Jahrb. f. Gesetzgebung, N. F. IX, 4. — Enthält auch
die Kaisersage (Friedr. II.).
848. Gesellschaftsleben. — Buch wald, Gust. v. , deutsches Gesellschafts-
leben im endenden Mittelalter. 1. Bd. Zur deutschen Bildungsgeschichte
im endenden Mittelalter. 10 Vorträge. 8. (XII, 223 S.j Kiel 1885, Ho-
mann. 4 M.
Vgl. Bl. f. literar. Unterhaltg. 1885, 47 (Henne am Rhyn).
849. Hänselmann, Ludw., deutsches Bürgerleben. Alte Chronikenberichte
bearbeitet. I. Bd. Das Schichtbuch. Geschichten von Ungehorsam und
Aufruhr in Braunschweig 1292 — 1514. Nach dem Niederdeutschen des
Zollschreibers Herm. Bothen und anderen Überlieferungen bearbeitet. 8.
(XXIV, 274 S.) Braunschweig 1886, Goeritz u. zu Putlitz. 4,30 M.
850. Tettau, W. J. A. Freiherr von, Beiträge zu einer vergleichenden
Topographie und Statistik von Erfurt, gr. 8. (V, 220 S.) Jahrbücher der
kgl. Akad. gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfui't. N. F. 13. Heft. 3 M.
Enthält sehr viel culturgeschichtiich Interessantes; auch über die alten Straßen-
namen.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 43 (K— ff.)
851. Meyer, Christian, die Entwickeluug unserer bürgerlichen Freiheit.
Studien zur alten und neuen Gesellschaftsgeschichte.
Zs. f. allgem. Geschichte I, H. 9.
852. Jacobs, Ed., Markt und Rathhaus, Spiel- und Kaufhaus.
Zs. d. Harzvereins XVIII, 191—254.
853. Stob er, A., über einige Lieblingsspiele des Mittelalters und die Ein-
führung des Kartenspiels in Straßburg.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 241-252.
854. Holt hausen, F., u. K. Bartsch, über den Tanz.
Germania 30, 193—202,
855. Blaas, C. M. , aus den Predigten Georgs von Giengen. 1. Zimmer-
und Bettausstattung; 2. weltliche und geistliche außeramtliche Tracht;
3. Gastereien, Spielleute, Musik, Gaukelbücher u. Kinderzucht; 4. Aber-
glauben und Gebräuche; 5. zur Glasmacherkunst.
Germania 30, 88-98.
s. Kettner Nr. 1375, Pawel Nr. 1379.
856. Herbert, H. , die Gesundheitspflege in Hermannstadt bis zum Ende
des 16. Jhs.
Archiv des Vereins f. siebenbürg. Landeskunde, N. F. 20. Bd. S. 5 — 46.
857. Hingst, mittelalterliche Sanitätsverhältnisse Freibergs und darauf be-
zügliche obrigkeitliche Maßnahmen.
Mittheil, vom Freiberger Alterthumsverein 21. Heft.
VI. ALTERTHÜMER UND KULTURGESCHICHTE. jQq
858. Stob er, A. , die ehemalige P]lendenlierberge. Ein Beitrag zur Ge-
schichte vou Straßburgs Wohlthätigkeitsanstalten.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 266—276.
859. Hoffmann, Robert, die Augsburger Bäder und das Handwerk der
Bader.
Zs. d. bist. Vereins f. Schwaben und Neuburg XII, 1 — 35.
860. Regnet, A., ein Kochbuch von 1350. Culturgeschichtliche Studie,
Wissenschaftl. Beilage z. Leipz. Ztg. 1885, 67.
861. Peters, Herm. , mittelalterliche Destillationsapparate.
Mittheil, aus d. germ. Nationalmuseum I, 156 — 164.
862. Gothein, E. , die Lage des Bauernstandes am Ende des Mittelalters.
Westdeutsche Zs. IV, 1—22.
863. Li eben au, Th. v., Urbar der niederen Burg zn Baden.
Anz. f. Schweiz. Geschichte. N. F. XVI, 5.
864. Wolff, J., Beiträge zur Siebenbürgisch-deutschen Agrargeschichte. 4.
(53 S.) Mühlbacher Gymnasialprogramm.
Vgl. Siebenbürg. Korrespondenzbl. 1885, 120. Darin auch Flurnamen.
865. Fronius, F. F., Bilder aus dem sächsischen Bauernleben in Sieben-
bürgen. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. 3. Aufl. 8. (XVI,
252 S) Wien 1885, Graeser. 3,20 M.
Siebenbürgisch-deutsche Volksbücher Bd. 3.
866. Fronius, F. F., noch zwei Stücklein vom Zigeuner.
Siebenbürg. Correspondenzbl. 8, 139 — 143.
867. Zünfte. — Seuffer, Ordnung der Schmiedezunft zu Ulm vom J. 1505.
Württemberg. Vierteljahrshefte 7, 265—277 und 8, 59—64.
868. Büscher, die Statuten der früheren Gilden, Acmter und Zünfte binnen
der Stadt Essen ; und
869. Grevel, die Statuten der früheren Gilden und Aemter in der Stadt
Steele und im übrigen Hochstift Essen.
Beitr. z. Gesch. von Stadt Essen u. Stift Essen Heft 8.
870. Rüdiger, 0., die wiedergefundene Handschrift der Zunft der Bader
in Hamburg.
Mittli. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 8, 130—142.
871. Blümcke, Handwerkerzünfte. (Bibl. 1884, Nr. 884).
Vgl. Hist. Zs. 55, 1.
872. Warschauer, die mittelalterlichen Innungen zu Posen.
Zs. d. hist. Gesellsch. f. d. Prov. Posen. I. Bd.
873. Trachten. — Essenwein, A., Kulturhistorischer Bilderatlas. II. Mittel-
alter. CXX Tafeln mit erklärendem Text. Qu. -4. Leipzig 1883, Seemann.
10 Lieferungen ä 1 M.
Vgl. Mittheil, aus d. histor. Lit. 13, 376 ff. (Noack); hist. Zs. 54, 261—265
(Ehrenberg).
874. Hirth, G. , Kulturgeschichtliches Bilderbuch aus 3 Jahrhunderten.
München, Hirth.
Vgl. Hist. Zs. 54, 260 ff. (Ehrenberg).
875. Racinet, A. , Geschichte des Costüms in 500 Taf. in Gold-, Silber-
und Farbendruck. Mit erläuterndem Text. Deutsche Ausg., bearbeitet von
Adolf Rosenberg. 2. Bd. 4. (100 Tafeln mit 100 Bl. Text) 40 M., 3. Bd.
1. u. 2. Lief. (20 Tafeln mit 18 Bl. Text) k 4 M. Berlin, Wasmuth.
Vgl. D. Rundschau 1885, Dec.
876. Hefner-Alteneck, Trachten u. s. w. (Bibl. 1884, Nr. 853). Lief.
62 — 72 (6. Bd. 1 — 16, mit je 6 Chromolithographien) ii 10 M,
110 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
877. Hottenroth, Trachten (Bibl. 1864, Nr. 854). 12. Lief. (2. Bd.
S. 17 — 40). 3,50 M.
878. Sammlung historischer Bildnisse und Trachten aus dem Stammbuch
der Katharina v. Canstein. Hrsgb. v. F. Warnecke. In 10 Lief. 1. — 7.
Lief. fol. (ä 12 Lichtdr. -Tafeln). Berlin, Hermann, k 7,50 M.
s. Blaas Nr. 855.
879. Waffen. — Demmin, A. , die Kriegswaffen in ihrer historischen Ent-
wickelung von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. 2. Aufl. 1. Hälfte.
8. (IV, 400 S.) Leipzig 1885, Seemann. 5 M.
880. Kurze Geschichte der deutschen Trutzwaffen der Leibbewaffnung vor
Anwendung des Pulvers zum Kriegszweck.
Allg. Militär-Zeitg. 1885, Nr. 63.
881. Essenwein, A., Waffen aus dem 4. — 9. Jhdt.
Mittheil, aus d, germ. Nationalmuseum I, S. 60—68, 105—109, 176—179.
882. Essenwein, A., der Übergang des Scramasax zum Dolche des 14. Jhs.
Mittheil, aus d. germ. Nationalmuseum I. S. 117 — 120.
883. Essenwein, A., der Eibenbogen.
Mittheil, aus d. germ. Nationalmuseum I, S. 153 — 156.
884. Kriegswesen. — Galitzin, Fürst N. S., allgemeine Kriegsgeschichte
aller Völker und Zeiten. 2, Abth. Das Mittelalter. Aus dem Russischen
ins Deutsche übersetzt von Streccius. 2. Bd. 2. Hälfte. Von Einführung
der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege [1350 — 1618]. gr. 8. (IX bis
XII u. S. 197—828 mit 9 Karten) Kassel, Kay. 21 M. (vgl. Bibl. 1884,
Nr. 832).
Vgl. BI. f. lit. Unterhaltung 1885, S. 692 (Herrn. Vogt).
885. Horawitz, Ad., Wiener Bürger in Waffen.
Zs. f. allgem. Gesch. II, 598 — 610. (Zu M. Beheims Buch von den Wienern).
886. Stöber, A. , elsässische Absagebriefe aus dem Ende des 15. Jhs.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 226 — 240).
887. Handel und Verkehrswesen. — Hasse, Ernst, Geschichte der Leipziger
Messen. Hoch-Quart. (VIII, 516 S.) Leipzig 1885, Hirzel. 15 M. Preis-
schriften herausgeg. und gekrönt von der fürstl. Jablonowski'schen Gesell-
schaft zu Leipzig. XXV.
Vgl. Literar. Centralblatt 1886, 22.
s. Hase Nr. 929.
888. Stob er, A., die großen Jahrmärkte oder Messen in Straßburg.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 253—265.
889. Heyd, G., II commercio delle cittä tedesche del Sud con Genova nel
medio evo.
Giornale Ligustico XII, 3—22; dazu S. 81 — 90 (Belgrano).
890. Beisse 1, Stephan, Goldwerth und Arbeitslohn im Mittelalter. Eine
culturgeschichtliche Studie im Anschluß an die Baurechnungen der Kirche
des heil. Victor zu Hauten [= Ergänzungshefte zu den „Stimmen aus
Maria-Laach" 27.] gr. 8. (VIII, 190.) Freiburg i. Br. 1884, Herder. 2,50 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 29 (Lamprecht).
s. Tölners Handlungsbuch Nr. 1592.
891. Die Botenanstalten des Mittelalters in: Veredarius, 0., das Buch
von der Weltpost. 3. Heft. Berlin 1885, Meidinger.
892. Unterrichtswesen. — Pauls en, Unterricht (Bibl. 1884, Nr. 903).
Vgl. Lit. Centralblatt 1885, 7; D. Lit. Ztg. 1885, 6 (G. Voigt); Centralorgan
1885, 7 (Sohns); Philos. Monatshefte 22, 4. 5 (Richter); histor. Jahrbuch VII, 1
VI. ALTERTHÜMER UND CULTURGESCHICHTE. Hl
(Orterer); literar. Handweiser 1885, 3 (Reichensperger); Der Katholik, Juni
1885 (Stillbauer); Grenzboten 1885, S. 239-248 und 273—281; Nationalztg.
1885, Nr. 531 ft'.; Modern Language Notes 1886, 2.
893. Specht, Franz Anton, Geschichte des Untei'richtswesens in Deutsch-
land von den ältesten Zeiten bis zur Mitte des 13. Jhs. Eine von der
historischen Commission bei der kön. bayer. Akad. d. Wiss. gekrönte Preis-
schrift, gr. 8. (XII, 411 S.) Stuttgart 1885, Cotta. 8 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 30 (Kaufmann); Berl. philol. Wochenschrift 1885, 30
(Noble); Archiv f. kathol. Kirchenrecht 1885, 5 (Silbernagel); Stimmen aus
Maria-Laacb 29, 4 (Drewes); Der Katholik 1885, Juni (Stillbauer); Allg. Ztg.
1885, Beil. Nr. 159.
894. Deuifle, H. , die Universitäten des Mittelalters bis 1400. l.Bd. Die
Entstehung der Universitäten des Mittelalters bis 1400. gr. 8. (XLV,
814 S.) Berlin 1885, Weidmann. 24 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 40 (Paulsen); Theol. Lit. Blatt 1886, 2 (Bestmann);
N. Evang. Kirchenztg. 1885, 49 ; Studien und Mitth. aus dem Benedictiner-Orden
VII, 1 (Grube); histor. Jahrb. VII, 1 (Orterer); Stimmen aus Maria - Laach
1886, 1 (Drewes); Der Katholik 1885, Dec. (Stillbauer); histor.-polit. Blätter
96, 8 (Bellesheim).
895. Stein, Lorenz v., die innere Verwaltung. 2. Hauptgebiet.. Das Bildnngs-
wesen des Mittelalters. Scholastik, Universitäten, Humanismus. 2. Aufl.
3. Theil, I.Heft. Die Zeit bis zum 19.Jahrh. Stuttgart 1883—84. Cotta.
Vgl. Anz. f. d. Alterthum 11, 220 — 223 (Kaufmann); Lit. Blatt 1885, 10 (Boos);
Berl. philol. Wochenschrift 5, 39 (Schepß).
896. Laverrenz, C. , die Medaillen und Gedächtnißzeichen der deutschen
Hochschulen. Ein Beitrag zur Geschichte aller seit dem XIV. Jahrh. in
Deutschland errichteten Universitäten. 1. Theil. Mit 8 Ansichten und
16 Tafeln Medaillenabbildungen. gr. 8. (XII, 493 S.) Berlin, Mittler & Sohn.
20 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 7 (Kaufmann).
897. Kehrbach, Monumenta paedagogica (Bibl. 1884, Nr. 904).
Vgl. Berl. philol. Wochenschrift 1885, Nr. 45.
898. Müller, Johannes, Vor- und frühreformatorische Schulordnungen und
Schulverträge in deutscher und niederländischer Sprache. 1. Abth.: Schul-
ordnungen etc. aus den Jahren 1296—1505 (XIV, 141 S.) Zschopau,
Raschke. 2,80 M. — Sammlung selten gewordener pädagogischer Schriften
früherer Zeiten, Heft 1 2.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 46 (Paulsen).
899. Akten der Universität Köln.
Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Heft 7, S. 105 — 115.
900. Daisenberger, Mich., Volksschulen der zweiten Hälfte des Mittel-
alters in der Diöcese Augsburg. Progr. von Dillingen. (79 S.).
901. Kränkel, die Schulen in der Fürstenbergischen Baar. Ein Beitrag zur
Geschichte des Schulwesens.
Schriften des Ver. f. Gesch. u. Naturgeschichte der Baar 1885, S. 25 — 73.
902. Meier, P. Gabr., Geschichte der Schule von St. Gallen im Mittelalter.
Jahrbuch f. schweizerische Gesch., 10. Bd.
903. Knod, G., zur Schlettstadter Schulgeschichte.
Straßburg. Studien II, 431 — 439.
904. Stöber, A., die armen Schüler in Straßburg während des Mittelalters.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 277—285.
112 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
905. Jagdgeschichte. — Schwappach, Adam, Handbuch der Forst- und
Jagdgeschichte Deutschlands. In 3 Liefgen. I . Lief. Von den ältesten Zeiten
bis zum Schluß des Mittelalters (1500). gr. 8. (256 S.) Berlin 1885,
Springer. 6 M.
906. Ludwig, W., über den Vogelfang im Mittelalter.
Monatsschrift des deutschen Vereins zum Schutze der Vogel weit X, 11.
907. Weinbau. — Reichelt, K. , Beiträge zur Geschichte des ältesten
Weinbaues in Deutschland und dessen Nachbarländern bis zum Jahre 1000
n. Chr. gr. 8. (IV, 91 S.) Reutlingen 1886. Kocher. 1,20 M.
908. Schriftwesen nnd Buchdruck. — Paoli, C, Grundriß der lateinischen
Paläographie und der Urkundenlehre. Aus dem Italienischen übersetzt von
K. Lohmeyer, gr. 8. (VIII, 79 S.) Innsbruck, Wagner. 2 M.
Vgl. Bibl. de l'^cole des Cbartes Bd. 46, 529—31 (E. Berger); D. Lit. Ztg.
1885, 51 (S. L.).
909. Gottwald, B., zum Schriftwesen des Mittelalters.
Anz. f. schweizer. Alterthumskunde 1885, Nr. 1.
910. Zum Schriftwesen im Mittelalter.
N. Anzeiger f. Bibliographie 1885, S. 141 f.
911. Meier, P. Gabriel, Bemerkungen über die Bestimmung des Alters von
Handschriften.
Centralbl. f. Bibliothekswesen 2, 225 — 231.
912. Kraus, F. H., ein Diptychon der Abtei S. Maximin bei Trier.
Westdeutsche Zs. IV, 138-157.
913. Das tironische Psalterium der WolfFeubütteler Bibliothek. Herausgeg.
vom kön. Stenograph. Institut zu Dresden. Mit e. Einleitung und Über-
tragung des tironischen Textes von Oscar Lehmann, gr. 8. (IV, 208 S.
u. 120 autograph. Doppels.) Leipzig 1885, Teubner. 1 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 34 (W. Schmitz).
914. Diekamp, W. , ein Evangeliar des Klosters Freckeuhorst aus dem
12. Jahrb.
Repertorium f. Kunstwissenschaft VIII, 2. 3.
915. Becker, Gust. , catalogi bibliotecarum antiqui, collegit G. B. I. Cata-
logi saeculo XIII vetustiores. II. Catalogus catalogorum posterioris aetatis.
gr. 8. (IV, 328 S.) Bonn 1885, Cohen. 8 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 3; Lit. Centralbl. 1885, 48; Centralbl. f. Bibliotheks-
wesen II, 26 — 33 (Perlbach), ebd. Meier, Nr. 6 und Dümmler, Nr. 7.
916. Huemer, J., aus alten Bücherverzeichnissen.
Wiener Studien 7, 325-336 (Berliner Jahresbericht 1885, Nr. 1976").
917. Diekamp, W. , ein Marienfelder Bibliotbeksverzeichniß aus dem
13. Jahrh.
Zs. f. Vaterland. Gesch. u. Alterthumskunde Westphalens 43, 161 — 177.
918. Widmann, S. , das älteste Bücherverzeichniß des Klosters Arnstein.
Annalen d. Ver. f. Nassauische Alterthumskunde 18, 28 — 32.
91 9. Lange, H. 0., über einen Katalog der Erfurter Universitätsbibliothek
aus dem 15. Jahrh.
Centralbl. f. Bibliothekswesen 2, 277— .287.
920. Bücheranzeigen des 15. Jahrhs.
Börsenblatt 1885, Nr. 257 u. 261. Aus dem Centralbl. f. Bibliothekswesen, von
W. Meyer.
921. Ein Bücherkatalog aus dem Mittelalter.
Börsenblatt 1885, Nr. 125, S. 2625.
VI. ALTERTHÜMER UND KÜLTURGKSCHICHTE. 113
922. Miither, R., Was lasen unsere Vorfahren in den ersten Jahren nacli
Erfindung der Buchdruckerkunst?
Börsenblatt f. d. d, Buchhandel 18»5, Nr. 17S, S. 35"22— 24.
923. Mut her, Eich., der Buchdruck vor Guttenberg.
Grenzboten 1885, I, IHO — 187 u. 17« — 183.
924. Kraus, F. X., Johann Guttenberg und die Erfindung der Typographie.
D. Rundschau 1885, Sept., S. 410—424.
925. Die Anfänge des Holzschnittes und des Buchdrucks.
Börsenblatt f. d. d. Buchhandel 1885, Nr. 57, S. 1146-48. Referat üljcr einen
Vortrag von R. Muther.
926. Nor dhoff, J. B., Nachlese zur Buchdruckergeschichte Westphalens. HI.
Zs. f. Vaterland. Gesch. n. Alterthumskunde We.stphalens Bd. 43, 124—141
(s. Bd. 41 u. 42).
927. Hermannstädter Buchdrucker und Buchhändler.
Siebenbürg. Korrespendenzbl. 1885, S. 72—74 (W. S.).
928. Teutsch, Fr., Neue Beiträge zur Hermannstädter Buchdrucker-
geschichte.
Ebd. S. 121—12.3.
929. Hase, Oscar, die Koberger. Eine Darstellung des buchhändlerischen
Geschäftsbetriebs in der Zeit des Überganges vom Mittelalter zur Neuzeit.
2. Aixfl. 8. (X, 462 und Briefbuch 1.^)4 S. m. f) Pacsim.) Leipzig, Breit-
kopf u. Härtel. 10 M.
Vgl. Börsenblatt 1885, Nr. 290 (R. Muther); Allgein. Ztg. 188G, Beil. 5.
930. Butsch, A. F., Ludvpig Hohenwang kein Ulnier, sondern ein Augs-
burger Buchdrucker. Lex.-Octav. (16 S.) München, Hirth. 1 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 36 (E. N.); D. Lit. Ztg. 1885, 46 (L. Müller).
931. Klemm, die Entwickelung der Formen der Steinschrift, geprüft an
den Proben im Germanischen Museum.
Christi. Kunstblatt 1885, 8.
932. Stockbauer, J. , die Bücher der Schreibmeister des 16. — 18. Jhs,
im German. Museum.
Mittheiiungen aus dem German. Nationalmusoum 1, 77 — 102.
933. Druckschriften des 15. — 18. Jhs. in getreuen Nachbildungen herausgeg.
von der Direction der Reichsdruckerei unter Mitwirkung von F. Lippmann
u. R. Dohme. 1, — 5. Heft. Folio. Leipzig, Brockhaus, ä, 10 M.
s. Zeller Nr. 112.
.'34. Ke lehn er, E. , der Pergamentdruck der Agenda Ecclesiae Mogunti-
uensis von 1480 der Stadtbibliothek zu Frankfurt a. M. Bibliographisch
beschrieben. Mit 4 Tafeln in Lichtdruck. 8. (18 S.) Frankf. a. M. 188r>,
Baer. 4 M.
s. Katalog des Börsenvereins Nr. 119, ferner Nr. 1014 fif.
93.5. Münzkunde. — Numismatisches Literaturblatt herausgeg. von M. Bahr-
feldt. gr. 8. Stade (Hannover, Meyer). VL Jahrg. 1885.
Gibt einen fortlaufenden Bericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der
Münzkunde.
936. Heraldik. — Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik
und Genealogie. Red.: A. M. Hildebrandt. 1 6. Jahrg. 1885. 12 Nummern,
gr. 4. Berlin, Heymann. 12 M.
937. Warnecke, Kampfschilde (Hibl. 1884, Nr. 837).
Vgl. Hist. Zs. 54, 150; Der deutsche Herold 16, 136 f.
GERMANIA. Nene Reihe. XXIII. (XXXV.) .Talug. 8
1 14 . BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
938. Siebmachers, J. , großes und allgemeines Wappenbuch in einer
neuen vollständig geordneten und reich vermehrten Auflage mit heraldisch-
und historisch-genealogischen Erläuterungen neu herausgeg. 236 — 242 u.
243—250. Lief. gr. 4. (211 u. 204 S. mit 103 u. 131 Steintafelu.) Nürn-
berg, Bauer u. Raspe. Subscr.-Preis k 6 M., Einzelpreis k 7,50 M.
939. Luchs, sechs unedierte schlesische Wappenbücher (Nr. 1 — 4 aus dem
15. Jhdt., 5 u. 6. aus dem 17. Jhdt.).
Der deutsche Herold 16, 59—62. Ebenda S. 86 f.: Ein altes Wappenbucli
(Stadtbibliothek zu Bresaln, Mitte 16. Jhdts.).
940. Kindler V. Knobloch, J., das goldene Buch von Straßburg. l.Theil.
Mit 23 Wappentafeln, gr. 8. (192 S.) Wien (Straßburg, Trübner). 10 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 48 (Aloys Schulte); Lit. Centralbl. 1886, 2; Archival.
Zs. 10, 314—316.
941. Löher, Fr. v., über der Helmkleinode Bedeutung. Münchner Sitzungs-
berichte 1885, 2. Heft.
Vgl, Archival. Zs. 10, 302-313.
942. Die westphälischen Siegel des Mittelalters. Mit Unterstützung der Land-
stände der Provinz herausgeg. vom Verein f. Geschichte und Alterthuius-
künde Westphalens. 2. Heft. 1. Abth. Folio. (VH, 32 u. 14 S.): Die Siegel
der Bischöfe, bearbeitet von G. Tumbült. Münster, Regensberg in Comm.
15 M.
943. Otte, Glockenkunde (Bibl. 1884, Nr. 8ß9).
Vgl. TLeoiog. Lit. Blatt 1885, 36.
944. Schäfer, Rob., hessische Glockeninschriften.
Archiv f, hess. Ge.sch. u. Alterthumskunde XV, 475 — 544.
Kunst.
945. Hasenclever, kirchliche Kunst.
Theolog. Jahresbericht V, 503—517. Gibt einen Überblick über die Eischei»
nungen von 1885.
s. Nr. 688.
946. Otte, Kunstarchäologie (Bibl. 1884, Nr. 917). 2. Bd. 5. Lief. (XIV,
641-855). Schluß. Compl. 36 M.
Vgl. Theoiog. Lit. Blatt 1885, 36 (Zucker); D. Revue 1885. Dec.; Theolog.
Lit. Ztg. 1885, 16.
947. Geschichte der deutschen Kunst. I. Die Baukunst von R. Dohme.
H. Die Plastik von W. Bode. HL Die Malerei von H. Janitschek. IV. Der
Kupferstich und Holzschnitt von F. Lippmann. V. Das Kunstgewerbe von
J. Lessing. Mit zahlreichen Illustrationen im Text. (In circa 24 Lief.)
1.— 6. Lief. Hoch-Quart. (Bd. L 1—44, Bd. II, 65—112, Bd. III, 1—48.)
Berlin 1885, Grote. ä, 2 M.
948. Reber, Franz v., Kunstgeschichte des Mittelalters, gr. 8. (1. Hälfte
352 S. mit 244 Abbildungen.) Leipzig, F. 0. Weigel. 16 M.
949. Springer, Anton, die deutsche Kunst im 10. Jahrhundert.
Westdeutsche Zs. 3, 201 — 227.
950. Dehio u. Bezold, Baukunst (Bibl. 1884, Nr. 926).
Vgl. Lit. Handvveiser 1885, 312 flf. (Friedr. Schneider).
951. Die Schmiedekunst, nach Originalen des XV. — XVIII. Jhs. 1.— 3. Lief.
Berlin, Wasmuth. ä 4 M.
VI. ALTERTHÜMER UND KULTURGESCHICHTE. 115
52. Hefner-Alteneck, J. H. v. , Eisenwerke oder Ornamentik der
Schmiedekunst des Mittelalters und der Renaissance. 2 Bde. (Fortgesetzt
bis zum Jahre 1760.) In 14 Lief. 1 — 7. FoL (ä G Kupfertafeln mit Text
S. 1—16.) Frankfurt a. M., Keller, ä 3 M.
953. Förster, Karl, über deutsche Keramik.
Die Wartburg 1885, Nr. 3-5.
954. Schorn, Otto v. , Geschichte des Kunstgewerbes in Einzeldarstel-
lungen. III. Die Textilkunst. Eine Übersicht ihres Entwickelungsganges
vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Mit 132 in den Text gedruckten
Abbildungen. 8. (VIII, 260 S.) 1 M. .
Wissen der Gegenwart Bd. 34.
955. Hirth, Wilh., das deutsche Zimmer der Gothik und Renaissance, des
Barock-, Rococo- und Zopfstils. 3. Aufl. Mit circa 400 Illustrationen.
(In 10 Lief.) 1. Lief. gr. 4. (48 S.) Leipzig, Hirth. 1 M.
956. Baukunst und Plastik. — Adamy, R., die Einhard-Basilika zu Steiu-
bach im Odenwald. Im Auftrage des histor. Vereins f. d. Großherzogthum
Hessen untersucht und beschrieben. Mit 24 Zinkätzungen und 4 Tafeln
in Lichtdruck. Fol. (VII, 36 S.) Hannover, Ilelwing. 12 M.
Vgl. Histor. Zs. 54, 545.
957. Adamy, zur Einhard-Basilika.
Quartalblätter d. histor. Ver. f. d. Großherzogtlinm Hessen 1885, III, S. 5(>— 64.
958. Riehl, B., das bayrische Volk in seinen frühmittelalterlichen Bau-
denkmalen.
Beilage zur Allgem. Ztg. 1885, Nr. 209 u. 210.
959. Vetter, Ferd., das Sankt-Georgen-Kloster zu Stein am Rhein.
Schriften des Vereins f. Geschichte des Bodensees und Umgebung, l.'i. Heft,
Auch Sonderabdruck, gr. 8. (56 S.) Basel 1884, Schwabe. 1,60 M. — Darin über
Konrad v. Ammenhusen S. 14 f.
960. Vorhalle und Paradies in der ehemaligen Cistercienserabtei Herrenalb
in Wüi'ttemberg.
Archiv für kirchliche Kunst 1885, 2.
961. Der Dom zu Lübeck. 12 Blätter Abbildungen (in Lichtdruck) nach
Aufnahme von F. Münzenberger und J. Nöhring. Text von Th. Hach.
Herausgeg. vom Vereine von Kunstfreunden und vom Vereine f. Lübeck-
Geschichte u. Altertkumskunde. Fol. (IV, 35 S.) Lübeck (Schmersahl). 24 M.
962. Das St. Johanniskloster in Hamburg. Grundrisse und Abbildungen mit
erläuterndem Text von C. F. Gaedechens, M. Gensler u. K. Koppmann
mit 24 Tafeln. 4. (IX, 218 S.) Hamburg 1884, Gräfe. 20 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 44 (K. E. H. Krause).
963. Pyl, Theodor, Geschichte der Greifswalder Kirchen und Klöster sowie
ihrer Denkmäler, nebst einer Einleitung vom Ursprünge der Stadt Greifs-
wald. Mit 18 Abbild, gr. 8. (XVI, 662 S.) Greifswald 1885, Bindewald.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 42 (K. E. H. Krause), — Darin auch vorgescbichtlielie
Ortsnamenerklärungen, Rechtsgeschichtliches,
964. Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der
Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Herausgeg. von der histor.
Commission der Provinz Sachsen. N. F. 1. Bd. 3. — 7, Lief. Die Stadt
Halle und der Saalkreis, bearbeitet von Gust. Schönermark. 3. u. 4. Lief.
(S. 97 — 368.1 k 1,50 M. — 10. Heft. Der Kreis Calbe. Unter Mitwirkung
116 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
von Gust. Hertel bearb. von Giist. Sommer. (V, 94 S.) Halle, Hendel.
2,50 M.
9 65. Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des
Königreichs Sachsen. Auf Kosten der kön. Staatsregierung herausgeg. vom
K. S. Alterthumsverein. 4. u. 5. Heft. gr. 8. Dresden, Meinhold in Comm.
5 M. — Amptshauptmannschaften Annaberg und Marienberg, bearb. von
R. Steche. (92 S. u. 35 S. mit Figuren und 21 Tafeln).
Vgl. Lit. Handvveiser 1885, 488—440 (A. Reichensperger).
966. Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Westpreußen. Herausgegeben im
Auftrage des westpreuß. Provinziarl-Landtages. 2. Heft. Danzig, Bertling.
6 M.
Inlialt: Der Landkreis Danzig (VIII, S. 75—149).
967. Steinbrecht, C, die Baukunst des deutschen Ritterordens in Preußen.
I. Thorn im Mittelalter. Mit 14 Tafeln u. 39 Abbild. Fol. (VHI , 45 S.)
Berlin, Springer. 24 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 3 (Kraus).
968. Kunz, Herm. , das Schloß der Plasten zum Briege. Ein vergessenes
Denkmal alter Bauherrlichkeit in Schlesien. Hoch-Quart. iVHI, 62 S. mit
7 Tafeln.) Brieg, Bänder. 8 M.
969. Amelung, F., Revaler Alterthümer. 8. (86 S.) Reval 1884, Kluge.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, .S6.
970. Kespler, Ignaz , die symbolischen Reliefbilder am südlichen Hahnen-
thurme des Freiburger Münsters.
Freiburger Diöeesan-Archiv 1885, Bd. 17, 8. 153—195..
971. Schricker, A. , die Fenster-Rosetten der Fa9ade des Südkreuzes am
Straßburger Münster.
Jahrbuch f. Ge.sch., Sprache u. Lit. Elsaß-Lotliringens. I. Jalirg. 1885, 40—44.
972. Les recherches historiqnes relatives k Erwin de Steinbach et k sa
famille.
Revue nouvelle d'Alsace-Lorraine V, 7.
973. Merz, Job., die Bildwerke an der Erzthüre des Augsburger Doms.
Mit 2 Tafeln, gr. 8. (52 S.) Stuttgart, Steinkopf. 1,60 M.
Vgl. Theolog. Lit. Blatt 1885, 26 (V. Schnitze); Theolog. Lit. Ztg. 1885, 21
(J. Ficker); Christi. Kunstblatt 1885, "2.
974. Aus'm Werth, E., die Elfenbeinreliefs an der Kanzel im Münster
zu Aachen.
Die Wartburg 1885, S. 81—89, 111 — 117, 161-172.
975. Dobbert, Ed., zur Geschichte der Elfenbeinsculptur.
Reperforium f. Kunstwissenschaft VIII, 2. 3.
976. Die Bernwardsthüren an der Westfront des Domes zu Hildesheim.
Archiv f. kirchliche Kunst IX, 7.
977. La Roche, E., Bauhütte und Bauverwaltung des Baseler Münsters im
Mittelalter.
Beiträge zur vaterländischen Geschichte von der hi.stor. n. antiquar. Gesellschaft
zu Basel XII, 77-112.
978. Seitz, Fritz, zur Baugeschichte des Heidelberger Schlosses.
Mittheilungen zur Geschichte d^s Heidelberger Schlosses 1885, S. 222—253.
Dabei mehrere Tafeln Steinmetzzeichen.
979. Klemm, Ariadnefaden im Labyrinth der Steinmetzzeichen.
â– {^,^1 Korrespoudeuzblatt des Gesammtvereius der deutschen Gesebichts- und Alter-
, thumsvereine 1885, 7 — 10.
VI. ALTERTHÜMER UND KULTURGESCHICHTE. |17
980. Klemm, A., Runen, Steinmetzzeichen und Hausmarken.
Württemberg. Vierteljahishel'te 1885, 50 — 52.
980*. Losch, F., Runen unter den Steinmetzzeichen.
Ebenda S. 37—50.
981. Münzen berger, C. F. A. , zur Kenntniß und Würdigung der mittel-
alterlichen Altäre Deutschlands. Ein Beitrag zur Geschichte der vater-
ländischen Kunst. l.Lief. Folio. (24 S. mit 10 Lichtdruck-Tafeln.) Frank-
furt a. M., Foesser in Comm. 6 M.
982. Dahlke, H., ein altdeutscher Altarschrein in der Kapelle des Schlosses
Tirol aus Michael Fächers Schule.
KuiLst und Gewerbe 1885, 8. Heft.
983. Grousset, Rene, Etüde sur l'histoire des sarcophagcs chrctiens.
Bibl. des ecoles fran^aises d'Athenes et de Iloine. Heft 42. (110 !S.) V«^\. Lit
Centralbl. 1885, 52.
984. Essenwein, A., Karolingische Goldschmiedearbeiten.
Mittheiluugen aus dem germau. Nationalmuseum 1, 137 — 146.
985. Essenwein, A., goldenes Kreuz aus einem Longobardengrabe.
Mittheilungen aus dem germau. Nationalmuseum 1, 110 f.
986. Schnütgen, Sifridus, ein deutscher Goldschmied des 13. Jhs.
Kunstgewerbeblatt 1. Jahrg., Nr. 6.
987. Essenwein, A., Emailliertes kupfernes Becken des 13. — 14. ,Jhs.
Mittlieilungen aus dem germau. Nationalmuseum 1, 102 — 104.
988. Erman, Adolf, deutsche Medailleure des 16. u. 17. Jhs. Mit 11 Tafeln
und ausführlichen Registern, gr. 8. (123 S.) Berlin 1884, Weidmann.
6 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 9 (Danuenberg).
989. Weber, Anton, Leben und Werke des Bildhauers Dill Riemenschneider.
Mit 5 Abbild. 8. (VIII, 40 S.) Würzburg 1884, Woerl. 1 M.
Vgl. Lit. Ceutralbl. 1885, 34; Archiv des histor. Vereins von Uuterfranken
28, 377 f.
990. Bergau, R., der Bildschnitzer Veit Stoss und seine Werke. 20 Photo-
graphien mit erklärender Beschreibung und Biographie des Künstlers.
Neue Ausgabe. Folio. (15 S.) Nürnberg, Schräg. 30 M.
991. Reissenberger, L., siebenbürgisch-deutsche Bildhauer, Goldschmiede
und Siegelstecher.
Siebenbürg. Korrespondenzblatt 1885, 133 — 137.
992. Haus- und Burgenbau. Lachner, Carl, Geschichte der Holzbaukunst
in Deutschland. Ein Versuch. l.Theil: Der norddeutsche Holzbau, in seiner
historischen Entwickelung dargestellt. Mit 4 färb. Tafeln und 182 Text-
illustrationen. Hoch-Quart. (VIII, 132 S.) Leipzig, Seemann. 10 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 10 (Jessen).
993. Henning, R. , die deutschen Haustypen. Nachträgliche Bemerkungen.
gr. 8. (34 S.) Straßburg, Trübner. 1 M.
Quellen und Forschungen 55, II.
994. Teutsch, F., Haus und Hof bei den Siebenbürger Sachsen.
Das Ausland 1884, 26.
995. Lasius, 0., das friesische Bauernhaus in seiner Entwicklung während
der letzten vier Jahrhunderte. 8. (VIII, 34). Straßburg 1885, Trübner.
3 M.
Quellen und Forsschungeii 5'), 1.
118 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
996. Prinzinger, A. , Haus und Wohnung im Flaehgau und in den drei
Hochgebirgsgauen.
Miltheilungen d. Ges. f. Salzburger Gesch. 25, 119 — 125.
997. Näher, J., die deutsche Burg, ihre Entstehung und ihr Wesen, ins-
besondere in Süddeutschland. 8. (III, 44 S.) Berlin 1885, Toeche. 1 M.
998. Zeller-Werdmüller, H., das Ritterhaus Bubikon. Mittheilungen der
antiquar. Gesellschaft in Zürich Bd. 21, Heft 6. gr. 4. (S. 143—174.)
Zürich 1885, Orell, Füßli u. Co. 3,50 M.
999. Ikonographie. — Strzygowski, Jos., Iconographie der Taufe Christi.
Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der christlichen Kunst. Mit 169
Skizzen auf 22 Tafeln. Hoch-Quart. (VII, 76 S.) München 1885, Liter.-
artist. Anstalt. 12 M.
1000. Klemm, Christus als Fisch.
Württemberg'. Vierteljahrshefte 8, 249 f.
1001. Otte, zur Staurologie und zur Ikonographie des Crucifixus.
Jahrbuch der köii. preu(!>. Kunstsammlungen VI, 4.
1002. Grousset, Rene, le bon pasteur et le scenes pastorales dans la
sculpture funeraire des chretiens.
Melanges d'Arclieol. et d'histoire V. Annee, S. 161 — 180 (Ecole fran9aise de Kome).
1003. Gas Sei, P. , Gräbersymbolik; das Henkclkreuz ; das redende Lamm.
Aus Lit. und Symbolik (unter Nr. 1186) S. 258—289; 316—322; 323-326.
1004. Voss, das jüngste Gericht (Bibl. 1884, Nr. 923).
Vgl. Lit. Ceutralbl. 1885,' 34 (H. J.).
1005. Portig, Gustav, das Weltgericht in dei bildenden Kunst, gr. 8.
(75 S.) Heilbronn 1885, Henninger. 1,40 M.
Zeitfragen des christlichen Volkslebens Nr. 69.
1006. Springer, Anton, das jüngste Gericht. Eine ikonographische Studie.
Repertorium für Kunstwissenschaft VII, 4.
s. Kessler Nr. 970; Hofmeister Nr. 65ö f.
1007. Malerei. — Katalog der im german. Museum befindlichen Gemälde.
4. (68 S.) Nürnberg 1885, Verlag des german. Museums.
1008. Über altdeutsche Malerei.
Histor.-polit. Blätter Bd. 95, 342—356.
1009. Janitschek, Hub., zwei Studien zur Geschichte der carolingischen
Malerei, gr. 8. (30 S.) Stuttgart, Spemann. 3 M. Straßburger Festgruß
an Anton Springer.
1010. Kraus, Wandgemälde (Bibl. 1884, Nr. 948).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 1 (Friedr. Schneider).
1011. Engelmann, R., Die Inschriften der Wandgemälde von Oberzeil auf
der Reichenau.
Beiblatt zur Zs. für bildende Kunst 19. Jahrg., Nr. l u. 2.
1012. M. C. S., Les peintures murales d'Oberzell. ,
Gazette des beaux arts 1885, Mai.
1013. Zingerle, 0., zu den Runkelsteiner Fresken.
Allg. Ztg. 1885, Beil. 205. — Bemerkt u. a., daß die Fresken auch eine Dar-
stellung von Pseudo-Neidharts 'Veilchen' enthalten.
lOM. Riehl, Geschichte des Sittenbildes (Bibl. 1884, Nr. 920).
Vgl. Lit. Ceutralbl. 1885, 52 (H. J.).
VI. ALTERTHÜMEK UND KULTURGESCHICHTE. 119
1015. Lecoy de la Mar che, los manuscripts et la mintature. 8. Paris
1885. Quantin.
Vgl. Journal des Savaiits 1885, Sept.; Revue des questions bist. Bd. 37, 662;
Academy (1885), 661 (Bradley).
1016. Kraus, Miniaturen (Bibl. 1884, Nr. 941).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 1 (Friedr. Schneider).
1017. Neuwirth, Jos., datierte Bilderhandschriften österreichischer Kloster-
bibliotheken. Lex. -8. (62 S.) Wien, Gerold's Sohn in Coinm. 0,90 M.
Aus: Wiener Sitzungsberichte 109, S. 571—630.
s. Nr. 908 ff.
1018. Frimmel, Th,, die Apokalypse in den Bilderhandschriften des Mittel-
alters. Eine kunstgeschichtliche Untersuchung, gr. 8. (VIII, 70 S.) Wien,
Gerold. 1,60 M.
1019. Seidlitz, W. v-, die gedruckten illustrierten Gebetbücher des XV.
u. XVI. Jhs. in Deutschland. (Schluß.)
Jahrbuch der kön. preußischen Kunstsammlungen VI, 1, S. 22 38.
1020. Schmidt, die ältesten Holzschnittdarstellungen der Heiligthümer von
Maestricht, Aachen und Coruelimünster. II.
Zs. des Aachener Geschichtsvereins VII, 1. 2.
1021. Glasmalerei. — Kolb, Glasmalereien (Bibl. 1884, Nr. 934). 2. Heft.
(6 Chromolithogr. mit 5 Bl. Text) 10 M.
Vgl. Histor.-polit. Blätter Bd. 95, 567—569.
1022. Glasmalereien des Mittelalters und der Renaissance.
Hitsor. polit. Blätter 1885, Nr. 7.
1023. Neuwirth, Franz, das Benedictinerstift Tegernsee als Miterfinder
der Glasmalerei.
Studien und Mittheilungen aus dem Benedictiner- und Cisterzienser-Orden VI, 4.
1024. Liebenau, Th. v. , vom Aufkommen der Glasgemälde in Privat-
häusern.
Anz. für schweizer. Alterthumskunde 1885, Nr. 2.
1025. Rahn, J., die Glasgemälde im gotischen Hause zu Wörlitz. gr. 4.
(50 S.) Leipzig, Seemann. 3 M.
Aus: Festschrift für das Anton Springer- Jubiläum.
1026. Bendel, IL, Nachträge zur Thätigkeit des Zürcher Glasmalers Chri-
sto£F Murer.
Anz. für schweizer. Alterthumskunde 1885, Nr. 2.
1027. Schäfer, C, und A. Ro ss teu seh er, ornamentale Glasmalereien
des Mittelalters und der Renaissance, nach Original-Aufnahmen in Farben-
druck herausgeg. (in 8 Lief.) 1. Lief. gr. Fol. (15 Taf.) Berlin, Wasmuth,
50 M.
1028. Katalog der im Germanischen Museum befindlichen Glasgemälde aus
älterer Zeit. Mit Abbild. 4. (54 S. u. XIII Taf.) Nürnberg 1884. Verlag
des german. Museums.
1029. Burckhardt, Alb., die Glasgemäldc der mittelalterlichen Sammlung
zu Basel. 4. (20 S.) Basel 1885. 0,80 M.
1030. Friedrich, Gläser (Bibl. 1884, Nr. 936).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 5.
s. Blaas.
1031. Die Ulmer Malerschule am Ausgange des Mittelalters.
Histor.-polit. Blätter 1885, Nr. 7 u. 8.
120 UIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1032. Liebhaber -Bibliothek alter Illustratoren in Facsimilc-Reproduction,
10. Bdchen. gr. H. München 1884, Hirth. 5 M.
Inhalt: Hnns Holbeius Todtentanz. Lyon, Trechsel fratres, 1588. (108 >S.)
103;^. T hau sing, M., Dürer. Geschichte seines Lebens und seiner Kunst.
2. Aufl. In 2 Bdn. 8. (XVI, 384; IV, 336 S.) Leipzig, Seemann. 20 M.
Vgl. Theolog. Lit. Blatt 1885, 13 (Rade).
1034. Memling, Hans, Von Wessely.
Ailgem. D. Biographie 21, 307-309.
1035. Spielkarten. — Lehrs, die ältesten deutschen Spielkarten des kön.
Kupferstichcabinets zu Dresden. 4. (42 S.) Dresden 1885, Hoffmann.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 19 (H. Tliode).
103G. Katalog der im germanischen Museum befindlichen Kartenspiele und
Spielkarten. 4. (35 S. u. XXXX Tafeln) Nürnberg 1886, Verlag des
german, Museums.
1037. Bosch, Hans, alte Buntpapiere in den Sammlungen des german.
Nationalmuseums.
Mittheilungen aus dem germ. Nationalmuseum I, S. 121—136.
1038. Aldenkir chen , früh-mittelalterliche Leinen-Stickereien.
Jahrbuch des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande 79. Heft.
1039. Schweizer, P., zur Geschichte des Kunsthaudwerks in Zürich.
Anz. für schweizer. Alterthumsknnde 188.T, Nr. 1.
1040. Muther, R., deutsches Künstlerleben im 15. u. 16. Jhdt.
Grenzboten 1885, Nr. 27, S. 15-29.
1041. Musik. — Naumann, Musikgeschichte (Bibl, 1884, Nr. 959). 30. bis
36. (Schluß-) Lief. (S. 657-1128 u. XIV S.) Compl. 18 M.
1042. Naumann, Muziekgeschiedenis (Bibl. 1884, Nr. 960). 15. — 28. Afl.
ä 0,30 fl.
1043. Liliencron, R. v. , über die Entstehung der Chormusik innerhalb
der Liturgie.
Kirchliche Monatsschrift 1885, 2.
1044. Müller, Hans, Bruchstücke aus der mittelalterlichen Musiktheorie.
Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft 1. Jalirg., 2. Heft.
1045. Ranke, Ernst, Chorgesänge zum Preis der heil. Elisabeth, aus mittel-
alterlichen Antiphonarien mit Bearbeitungen der alten Tonsätze durch
Müller, Odenwald und Tomadini. 2. Abth. gr. 8. (S. 67 242) Leipzig
1884, Breitkopf u. Härtel. 5,60 M., compl. 8 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 34 (Bellermann); Zs. für wissenschaftl. Theologie 1886, 1.
s. Nr. 1550; Hucbald Nr. 1766.
■luiNi c d e r 1 ä n d i s ch e und englische Alterthümer und
Kulturgeschichte folgen Bibliographie 1886.
Nordische Alterthümer und Kulturgeschichte.
1046. Liebrecht, F., Arthur Hazelius und das nordische Museum in
Stockholm.
Germania 30, 355 — 363.
1047. Sehestedt, archaeol. Undersogelser (Bibl. 1884, Nr. 801).
Vgl. Korrespondenzblatt d. d. Gesellschaft f. Anthropologie 1884, April (Undset).
1048. Montelius, 0., Om tidsbestämning inom bronsalderen med särskildt
afseende pä Skandinavien. 8. Stockholm 1885, Sampson u. Wallis. 6 Kr.
Abdruck aus Svenska fornminnesföreningens tidskrift.
VI. ALTERTHÜMKR UND KULTURGESCHICHTE. 121
1049. Montclius, 0., die Kultur Schwedens in vorchristlicher Zeit. Über-
setzt von C. Appel nach der vom Verfasser umgearb. 2. Aufl. gr. 8, (VIII
198 S.) Berlin 1885, Reimer. 6 M. • • >
Vgl. Korrespoudeuzblatt d. d. Gesellschaft f. Anthropologie 1886, 1.
1050. Montelius, 0., Den förhistoriska fornforskningen i Sverigc 1882
bis 1884. Kortfattad öfversigt.
Sveiiska fornminuesföreningeus tidskrift VI, S. 27 — 102.
1051. Rygh, 0., norske oldsager ordnede og forklarede. Tcguede paa traj
af F. Lindberg. I. Afd. 2. Heft. II. Afd. S.Heft. Christiania 1885, Cammer-
meyer. 12 Kr. 30 ö.
Vgl. Korrespondenzblatt d. d. Ges. f. Anthropologie 1885, S. 48; Academv 188.'3
11. Juli (G. Stephens). "^ '
1052. Mandelgren, N. M., Atlas tili Sveriges odlingshistoria. Afdcl-
ningen XI: Helgedomar, H. 2. Med X plancher, eller 295 ritningar jemtc
tillhörande text. Atlas de l'histoire de la civilisatiou en Suede. Scction XI:
Objects du culte. Fascicule II. Avec X planches et un texte explicatif.
4. Stockholm 1884. Skoglund. 10 Kr.
1053. Nordin, F., Fornlemningar i Vestkinde soeken pä Gotland.
Svenska fornminnesföreningens Tidskrift VI, 1, S. 1—26.
1054. Vedel, E., Yderligere Undersegelser angaaende Boruholms Oldtid.
Aarb0ger f. nord. Oldkyndighed 1885, S. 77 — 217, Mii Abbildungen.
1055. Haliburton, R. G., A search in British North America for Lost
Colonies of Northmen and Portuguese.
Proceedings of the R. Geographical Society and monthly rccord of Geograpliy
1885, T. VII, S. 25—38. U. A. nordische Alterthümer.
1056. Dietrichson, L., Middelalderens traekirker.
Nordisk Tidskrift 1885, S. 197—240.
1057. Tuxen, N. E., de nordiske Langskibe.
Aarbe^ger for nordisk oldkyndighed 1886, S. 49 — 134. Mit Abbildungen.
1058. Falkman, L. B., Om matt och vigt i Sverige. Bd. II, r885 (VII.
228 S.). (Vgl. Bibl. 1884, Nr. 894.)
Vgl. Lit. Blatt 1885, 6 (Maurer). Dazu:
1059. Hildebrand, H., Matt och vigt i Sverige.
Historisk tidskrift 1885, S. 199—224.
1060. Cass el, P., Russen und Waräger. Ein Sendschreiben an Prof. Thomsen
in Kopenhagen.
Aus: Literatur und Symbolik (unter Nr. 1186) S. 348—367.
1061. Sprinch orn , Carl, Om Sveriges förbindelser med Nederländerna fran
äldsta tider tili ar 1614.
Historisk Tidskrift 1885, 102 — 160.
1062. Steenstrup, J., Zeni'ernes Reiser i Norden. 1391 — 1405.
Aarb0ger f. nord. Oldkyndighed 1883, S. 55 — 214. Über die Reise des Vene-
zianers Zeni im Norden. Mit Karten.
1063. Hildebrand, H., Sveriges Medeltid II, 2 (S. 161 — 272). (Bibl. 1884,
Nr. 826).
1064. Hildebrand, H. , Om välgörenhet under medeltiden. I. Den äldre
tiden. De andliga riddareordnarne.
Svenska forumiuuesföreuingen tidskrift VI, 1, S. 102 — 112,
1065. Cederschiöld, uppfostran (Bibl. 1884, Nr. 850).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (Mogk).
122 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
VII. Verfassung und Recht.
1066. Waitz, Georg, deutsche Verfassungsgeschichte. 4. Bd. 2. Abth. Die
Verfassung des fränkischen Reichs. 3, Bd. 2. Abth. 2. Aufl. gr. 8. (XIV
u. S. 365—744. Berlin 1885, Weidmann. 8 M.
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, 8 (Waitz); Lit. Ztg. 1885, 24 (Bresslau).
1067. Sickel, Wilh., zur germanischen Verfassungsgeschichte.
Mittheil. d. Inst. f. österr. Geschichtsforschuug 1. Ergänzungsband, 1. Heft.
1068. Heus 1er, Andr., Institutionen des deutschen Privatrechts. 1. Bd. 8.
(XI, 396 S.) Leipzig, Duncker u. Humblot. 8,80 M. Systemat. Hand-
buch der deutschen Rechtswissenschaft herausgeg. von K. Binding. 2. Abth.
2. Theil. 1. Bd.
Vgl. Literar. Centralbl. 1885, 47.
1069. Kohler,J., Beiträge zur germanischen Privatrechtsgeschichte. 2. Heft.
8. (VIII, 50 S.) Würzburg, Stahel. 2 M.
Urkunden aus den Anticlii archivi der Bibl. comm. von Verona. II. Folge.
Herausgeg. und mit Annotationen und Kechtsausführungen versehen.
1070. Thudichum, Friedr. , Rechtsgeschichte der Wetterau. 2. Bd. 1. u.
2. Heft. gr. 8. (S. 1—104) Tübingen 1874 u. 1885, Laupp. 2,20 M.
1071. Jäger, Alb., Geschichte der landständischen Verfassung Tirols. 2. Bd.
2. Theil. Die Blüthezeit der Landstände Tirols von dem Tode des Herzogs
Friedrich mit der leeren Tasche 1439 bis zum Tode des Kaisers Maxi-
milian L 1519. gr. 8. (VII, 539 S.) Innsbruck, Wagner. 12 M., compl. 32 M.
1072. Franklin, Grafen von Zimmern (Bibl. 1884, Nr. 976).
Vgl. Literar, Centralbl. 1886, 1; Krit. Vierteljahrsschritt f. Rechtswiss. 27, 2G1 flf.
1073. Fustel de Coulanges, les Germains connaissaient-ils la propriete
des terres?
Seances et Travaux de l'Acad. des sciences morales et jiolitiques (Institut de
France) Bd. 123, 705 — 776, Bd. 124, 5—66. Dazu: Obseivations von Glasson,
Aucoc u. Ravaisson, S. 66 — 162.
1074. Lüttich, S., zur Geschichte der deutschen Markgenossenschaften.
4. (48 S.)
Programm des Domgymnasiunis zu Naumburg a. P. 1885.
1075. Dahn, F., die Könige der Germanen. Das Wesen des ältesten König-
thums der germanischen Stämme und seine Geschichte bis zur Auflösung
des Karolingischen Reiches. Nach den Quellen dargestellt. 6. Bd. Die Ver-
fassung der Westgothen. Das Reich der Sueven. 2. Aufl. 8. (LI, 704 S.)
Leipzig 1885, Breitkopf u. Härtel. 18 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 23; Theolog. Lit. Blatt 1885, 24; Aeademy 689, 38 flf.
(T. Hodgkin). Am Schluß ein Register germanischer Eigennamen.
107 6. Voss, Republik und Königthum (Bibl. 1884, Nr, 766).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, S. 309—320 (F. Dahn); Histor. Zs. 54, 8. 333—336
(Erhardt); Lit. Centralbl. 1886, 11.
1077. Sickel, W., die Entstehung der fränkischen Monarchie.
Westdeutsche Zs. IV, 3 u. 4.
1078. Fahlbeck, P. E., la royaute et le droit royal francs durant la pre-
miere periode de l'existance du royaume (486 — 614). gr. 8. (XV, 346 S.)
Lund 1883, Gleerup.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 9; Gott. Gel. Anz. 1885, S. 97—114 (K. Zenner).
VII. VERFASSUNG UND RECHT. 123
1079. Brunner, H., die Landschenkungen der Merowinger und der Algilol-
finger.
Sitzungsberichte d. Akad. d. Wiss. zu Berlin 1885, 1173 — 1202.
1080. Havet, J. , questions M^rovingiens. I. la formule: N. Rex Franco-
rum V inl.
Bibl. de l'ecole des Chartes 46, 138—149.
1081. Borch, L. v., Über die Entstehung des Titels Romanorum Rcx. Eine
Entgegnung an Prof. Mühlbacher. Innsbruck, Rauch.
1082. Borch, L. v., Heinricus (II), Romanorum invictissimus rex. Eine
Untersuchung über diesen Titel, gr. 8. (21 S.) Innsbruck, Rauch. 0,30 M.
1083. Dahn, F., zur neuen Literatur über westgothische Reichs- u. Rechts-
geschichte.
Krit. Vierteljahrsschrift für Gesetzgebung 27, 343 — 368.
1084. Hermann, Ständegliederung (Bibl. 1884, Nr. 978).
Vgl. Histor. Zs. 64, 341—345 (Pappenheim); Mittheil. a. d. histor. Lit. 13, 304 ff.
(D. H. Weber).
Verfassung der Langobarden s. Schmidt Nr. 779.
1085. Sohm, Lex Ripuaria (Bibl. 1883, Nr. 1002).
Vgl. Histor. Zs. 54, 336—340 (Pappenheim); D. Lit. Ztg. 1884, 9 (Brunner).
Lex Salica (Hs.) s. Nr. 113.
1086. Borch, L. v., das höchste Wergeid im Frankenreiche. 8. (86 S.)
Innsbruck, Rauch.
1087. Lehmann, Rechtsschutz (Bibl. 1883, Nr. 969).
Vgl. Histor. Zs. 54, 340 f. (Pappenheim); Zs, f. vergl. Rechtswissensch. 6, 136
bis 140 (Pappenheim).
1088. Borch, L. v., das sächsische Freienwergeld.
Forschungen zur deutschen Gesch. 25, 579 — 582.
1089. Brunner, H., über das Alter der lex Alamannorum.
Situngsberichte d. Akad. d, Wiss, zu Berlin 1885, S, 149—172, Vgl. Bibl. de
l'ecole des Chartes 46, 161 f. (Ad. Tardif).
1090. Kohl er, J. , zur Lehre von der Blutrache. 8. (31 S.) Würzburg,
Stahel. 1,40 M.
1091. Cosack, K. , die Eidhelfer des Beklagten nach ältestem deutschen
Recht, gr. 8. (95 S.) Stuttgart, Enke. 3 M.
1092. Simson, R., zu der Stelle über das Kampfurtheil bei Widukind.
Forschungen zur deutschen Gesch. 25, b69 — 373.
1093. Behrend, J. F., Anevang und Erbengewere. Festschrift im Namen
und Auftrag der Breslauer Juristenfacultät verfaßt. Lex. -8. (55 S.) Berlin,
Guttentag. 3 M.
1094. Jacobs, Ed., Bäuerliches Heergewette und Gerade.
Zs. des Harzvereins XVIII, 473—479.
1095. Schmidt, Arthur Benno, die Grundsätze über den Schadenersatz in
den Volksrechten. 8. (VIII, 64 S.) Breslau 1885, Köbner. 2 M. Unter-
suchungen zur deutschen Rechtsgeschichte herausgeg. von Gierke, XVlIl.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 29; Lit. Ztg. 1885, 19 (Pappenheim).
1096. Hammer, Otto, die Lehre vom Schadenersatz nach dem Sachsen-
spiegel und den verwandten Rechtsquellen, gr. 8. (VIII, 108 S.) Breslau,
Köbner. 3 M. Untersuchungen zur deutschen Staats- u. Rechtsgeschichtc,
herausgeg. von Gierke, XIX.
124 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1007. Steffenhagen, E., die Entwicklung der Landrechtsglosse des Sachsen-
spiegels. IV. Die Tzerstedische Glosse. Lex.-8. (40 S.) Wien 1884, Gerold
in Comm.
Aus dem CVI. Bande der Wiener Sitzungsberichte. Vgl. Lit. Ceutralbl. 1884, 51 ;
D. Lit. Ztg. 1884, 48 (Laband).
1098. Steffenhagen, E., die Entwicklung der Landrechtsglosse des Sachsen-
spiegels. V. Die Bocksdorf'schen Additionen. Lex.-8. (85 S.) Wien, Gerold
in Comm. 1,30 M.
Aus dem CX. Bde. der Wiener Sitzungsberichte. Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 49 (S.).
1099. Tannert, die Entwicklung des Vorstimmrechts unter den Staufen
und die Wahl-Theorie des Sachsenspiegels , eine Vorgeschichte der Ent-
stehung des Churfürstencollegs. 8. (IX, 90 S.) Cöln 1884, Ahn. 3 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1884, 48.
1100. Distel, Th,, Kleine Nachrichten betreffend Eike von Repgow.
Zs. der Savigny-Stiftung 6, 192.
s. Nr. 113.
1101. Kraus, E., ein Bruchstück des Schwabenspiegels.
Germania 30, 170 — 174.
1102. Frensdorff, Bemerkungen über die Stellung des Deutschenspiegels
in der Geschichte der Rechtsbücher.
Nachrichten von der kön. Ges. d. Wiss. in Göttingen 1885, Nr. 4.
1103. Lindner, Gust., Der Codex Altenberger. Textabdruck der Herraann-
städter Handschrift. 8. (XII, 300 S.) Klausenburg 1885. 8 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 25; Siebeubürg. Korrespondenzblatt 1885, S. 49—63;
dazu Schuler-Libloy S. 75 f.
1104. Hertel, G., das Wetebuch der Schöffen von Calbe a. S.
Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg XX, S. 43 — 62, 125 — 148,
217—264, 349-380.
1105. Distel, Th., Nachrichten über den Schöffenstuhl zu Geithain in
Sachsen.
Zs. der Savigny-Stiftung 6, 190—192 (Weistliümer).
1106. Baumann, L., Weisthum des Kelnhofes Obergailingen. XIII. Jhdt.
Alemannia 13, 239 f.
1107. Loersch, Hugo, der Ingelheimer Oberhof. gr. 8. (VI, CCXII, 560 S.)
Bonn, Marcus. 15 M.
1108. Stob er, A., der rote Turm und das Rechtssymbol des Seidenfadens
im Basler Bischofs- und Dienstmannenrecht.
N. Alsatia (oben Nr. 553) 195 — 201 und „Vom Jura zum Schwarzwald" II, 153
bis 157.
1109. Blume, E., Alterthümer in Anhalt.
Mittheil. d. Ver. f. Anhalt. Gesch. 4, 287—300. Rechtsalterthiimer u. Gebräuche,
1110. Freund, Lüb. ehel. Güterrecht (Bibl. 1884, Nr. 977).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 37 (Pappenbeim).
5. Pyl Nr. 963 (Lübisches Recht in Greifswald).
im. Höhlbaum, K., Wisbysches Seerecht.
Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln 8, 39. Über die Kölner Hs.
1112. Kreüger, J., Bidrag tili upplysning om Wisbys sjörättsliga för-
hallanden under medeltiden. 8. (II, 59 S.) Lund 1885, Gleerup. 1,50 Kr.
1113. Frensdorff, Dortmunder Statuten (Bibl. 1882, Nr. 999).
Vgl. Lit. Centralbl. 1883, Sp. 1072; D. Lit. Ztg. 1884, 46.
1114. Hoeniger, R., der Rotulus der Stadt Andernach 1173 — 1256.
Aunalen d. histnr. Ver. f. H. Niederrhein Heft 42, 1 — 61.
VII. VERFASSUNG UND RECHT. 125
1115. Rosenthal, Rechtsgeschichfe von Landshut und Straubing (Bibl.
1883, Nr. 9 75).
Vgl. Revue crit. 1885, 26.
1116. Stöber, A. , Recherches sur le droit d'asile de Mulhouse au XVr
siecle. Nouvelle edition. 8. Mühlhausen i. E. 1885, Petry. 2 M.
1117. Stöber, A., das Asylrecht des Städtchens Oberbergheim.
N. Alsatia (Nr. 553) 119—139.
1118. Wolfstieg, A., Verfassungsgeschichte von Goslar bis zur Abfassung
der Statuten und des Bergrechtes, gr. 8. (IV, 96 S.) Berlin, Hertz. 2,40 M.
Bergwerksbncli s. Nr. 1457.
1119. Hagedorn, Anton, Verfassungsgeschichte der Stadt Magdeburg bis
zum Ausgang des 13. Jhs. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen
Städtewesens.
Cre.scliichtshlätter für Stadt und Land Magdeburg 1885 , S. 63 — 95 , 307 — 348.
1120. Richter, Otto, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Stadt
Dresden. 1. Bd. Verfassungsgeschichte, gr. 8. (XH , 450 S.) Dresden,
Baensch. 8 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 25 (H. Ermisch); Lit. Centralbl. 1885, 21.
1121. Hoeniger, R. , Kölner Schreinsurkunden des 12. Jhs. Quellen zur
Rechts- und Wirthschaftsgeschichte der Stadt Köln. 1. Bd. 1. Lief. gr. 4.
(X, 116. S.) Bonn 1884, Weber. 7 M. Publicationen d. Ges. f. rhein.
Geschichtskunde. L
1122. Liese gang, Erich, die Sondergemeinden Kölns. Beitrag zu einer
Rechts- und Verfassungsgeschichte der Stadt, gr. 8, (140 S.) Bonn, Cohen,
3 M.
Vgl. Lit. Coiitralbl. 1885, 33.
1123. Harster, die Verfassungskämpfe in Speier während des Mittelalters.
Zs. f. d. Gesch. des Oberrheins 38, 210—320.
1124. Rosen, G. v. , das älteste Stadtbuch der Stadt Garz auf der Insel
Rügen. 4. (XIII, 163 S.) Stettin 1885, Saunier. 5 M. Quellen zur pommer-
schen Gesch. I.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 39 (Perlbach).
1125. Liebe, Georg, die communale Bedeutung der Kirchspiele in den
deutschen Städten. Ein Beitrag zur Verfassungsgeschichte des deutschen
Mittelalters, gr. 8. (55 S.) Berlin, Weber. 1 M.
1126. Zimmermann, Franz, die Nachbarschaften in Hermannstadt. Ein
Beitrag zur Geschichte der deutschen Stadtverfassung und -Verwaltung in
Siebenbürgen.
Archiv d. Ver. f. siebenbürg. Landeskunde 20, S. 47 — 202.
1126^ Vecchio, A. del, Le seconde nozze del conjuge superstite. 8.
(XXXIX, 304 S.) Florenz 1885.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 41 (Sohm).
1127. Freisen, J., die Entwickelung des kirchlichen Eheschließungsrechts.
(Fortsetzung.)
Archiv für kathol. Kirclienreclit N. F. 47, 3., 4. n. 6. Heft.
1128. Bennecke, Hans, die strafrechtliche Lehre vom Ehebruch in ihrer
historisch-dogmatischen Entwickelung. 1. Abth. Das römische, canonische
und deutsche Recht bis zur Mitte des XV. Jhs. 8. (X, 147 S.) Marburg
1884, Elwert. 3 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, 7 (K. v. L.).
126 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1129. Schmidt, Carl, Beitrag zur Frage vom jus primae noctis
Zs. f. vergl. Rechtswissensch. 6, 156 — 160.
1130. Silberschmidt, Commenda (Bibl. 1884, Nr. 986).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 10 (R. W.).
1131. Reese, Rud. , die staatsrechtliche Stellung der Bischöfe Burgunds
und Italiens unter Kaiser Friedrich I. gr. 8. (VIII, 118 S.) Gröttingen,
Akad. Buchhandlung. 2 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, ,33 (E. Burheim).
1132. Plischke, Max, das Rechtsverfahren Rudolfs von Habsburg gegen
Ottokar von Böhmen, gr. 8. (78 S.) Bonn, Cohen. 1,20 M.
1133. Quidde, L. , die Entstehung des Kurfürstencollegiums. Eine verfas-
sungsgeschichtliche Untersuchung, gr. 8. (119 S.) Frankfurt a. M. Jügel.
2,80 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 30; Revue histor, Bd. 29 156 (Alfr. Leroux).
1134. Quidde, L. , Studien zur deutschen Verfassungs- und Wirthschafts-
geschichte. I. Heft: Studien zur Geschichte des rheinischen Landfriedens-
bundes von 1524. gr. 8. (X, 54 S.) Frankfurt a. M., Jügel. 1,20 M.
Vgl. D. Lit, Ztg. 1885, 40 (LamprechtV
1135. Keussen, Herm., die politische Stellung der Reichsstädte mit beson-
derer Berücksichtigung ihrer Reichsstandschaft unter König Friedrich HI.
1440—1457. Diss. gr. 8. (73 S.) Bonn (Leipzig, Fock). 1,20 M.
1130. Seeliger, Gerhard, das deutsche Hofmeisteramt im späteren Mittel-
alter. Eine verwaltungsgeschichtliche Untersuchung, gr. 8, (IV, 138 S.)
Innsbruck, Wagner. 3,60 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 36 (Wenck).
1137, Rettich, Heinr, , die Völker- und staatsrechtlichen Verhältnisse des
Bodensees, historisch und juristisch untersucht, gr. 8. (X, 191 S.) Tübingen
1884, Laupp. 4 M.
Vgl. D. Lit, Ztg. 1882, 42 (Gierke).
1138. Verslagen en mededeelingen van de Vereeniging tot uitgave der
bronnen van het oude vaterlandsche recht I, Nr. 5. s'Gravenhage 1884,
Nijhoff. 1 fl. 80.
1139. Stadtrechten, de friesche, uitgegeven door Telting. 8. (XV, 257 S.)
Haag 1884, Nijhoff. 3 fl.
1140. Rechtsbronnen, oude vaderlandsche. Westfriesche stadrechten. Uit-
gegeven door M. S. B. Pols. II. DeeL 8. Haag 1885, Nijhoff. 7 fl. 50.
1141. Muller, recht en rechtspraak te Utrecht in de middeleeuwen. In-
leiding tot de Studie der Utrechtsche rechtsbronuen. 8. (XVI, 426 S.)
's. Gravenhage, Nijhoff. 7 fl. 50.
1142. Pols, de middeleeuwsche rechtspleging in zake van doodslag.
Verslagen en mededeelingen der Kon. akad. van weteuscbappen. Afd. Letter-
kuude 3. reeks, II, 2.
1143. Digby, K. E., An introduction to the history of the Law of real
Property, with original Authorities. 3. ed. 8. (XVI, 404 S.) Oxford 1884,
Clarendon Press.
Vgl. krit. Vierteljahrsschrift f. Rechtswissensch. 27, 266 f. (K. Maurer).
VII. VERFASSUNG UND RECHT. 127
1144. Seebohm, Fred., die englische Doi-fgemeinde in ihren Beziehungen
zur Gutsherrlichkeit, zu der ursprünglichen Stammesverfassung, zur Flur-
eintheilung und Feldgemeinschaft. Ein Beitrag zur Greschichte der Volks-
wirthschaft. Nach der dritten Auflage aus dem Englischen übertragen von
Th. V. Bunsen. Mit 14 Tafeln, gr. 8. (XII, 320 S.) Heidelberg, Winter,
10 M.
1145. Laveley, E. de, la propriete primitive dans les townships ^-cossais.
Seauces et travaux de TAcad. des sciences morales et politiques Bd. 124,
S. .364-376.
114G. Ingle, Edward, Local institutions of Virginia.
Jolin Hopkins University. Studies in historical and political Science Seriell. III.
Behandelt auch das ags. : the hundred, pagns.
1147. Wilhelm, L. W., Local institutions of Maryland.
Ebenda Serie V. VI. VII.
1148. Scrutton, the Influence of the Roman Law on the Law of England.
8. (194 S.) London 1885. 10 sh. 6 d.
1149. Riess , Ludwig, Geschichte des Wahlrechts zum englischen Parlament
im Mittelalter. 8. (XI, 115 S.) Leipzig, Duncker u. Humblot. 2,80 M.
(Geschichte des Wahlrechts zum englischen Parlament. I. Abth.)
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 30; Mittheil, aus der histor. Lit. 13, S. 311 ff. (Weber)
1150. Storm, G. , Norges gamle Love indtil 1387. IV Bind. 4. (XXVI.
797 S.) Christiania 1885.
1151. Serlachius, J. , om Klander a jord enligt de svenska landskaps-
lagarne. (173, XV S.) Helsinfors 1884.
1152. Amira, Obligationenrecht (Bibl. 1882, Nr. 976).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, 13—14 (Brinz).
1153. Maurer, Verdachtszeugniß (Bibl. 1883, Nr. 1000).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1884, 26 (K. Lehmann).
1154. Uppström, Öfversigt (Bibl. 1884, Nr. 999).
Vg. Gott. Gel. Anz. 1885, 4 (von Amira).
1155. Kreüger, J., den svenska kriminalprocessens utveckling frän medlet
af det femtonde tili slutet af det sjuttonde arhundradet. 8. (201 S.) Luud
1885, Gleerup. 3,75 Kr.
Abdruck aus Tidskrift för lagstiftuiüg etc.
1156. See her, V. A. , om Vitterlighed og Vidnebevis i den seldre danske
Proces. L 8. (VI, 237 S.) Kopenhagen 1885, Gad.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 24 (K. M...r), D. Lit. Ztg. 1885, 42 (Lebrn:inn).
1157. Wolff, Theophil, zur Geschichte der Stellvertretung vor Gericht nach
nordischem Recht.
Zs. f. vergl. Rechtswissensch. 6, 1 — 87.
Gragds, Dombok s. Nr. 1721 f.
Schonisches Land- und Kirchenrecht s. Nr. 381.
(Schluß folgt).
1^)^ MISCELLEN.
MI8CELLEN.
Preisaufgaben der fürstlich Jablonowskischen Gesellschaft in Leipzig.
Für das Jahr 1892.
Bei der großen Bedeutung, welche die deutsche Einwanderung und
Colonisation während der zweiten Hälfte des Mittelalters für das ganze nord-
östliche Deutschland hat, als deren Mittelpunkt — wenn wir von den nieder-
ländischen Einwanderungen im Nordwesten absehen — die Germanisierung
der Wettinischen Lande gelten muß, wünscht die Gesellschaft eine Ge-
schichte der Colonisation und Germanisierung der Wettini-
schen Lande. Preis 1000 Mark.
Für das Jahr 189.3.
Die Frage, wann die Nationalsprachen in den verschiedenen Ländern
und Kanzleien in den urkundlichen Gebrauch eintreten und die lateinische
Geschäftssprache mehr oder minder in den Hintergrund drängen , ist von
den älteren Diplomatikern regelmäßig in Erwägung gezogen worden. Für
Deutschland liegt heute ein ungleich reicheres, besseres und bequemeres
Material vor, und doch hat jene Frage, die mit dem Aufstreben unseres
Bürgerstandes in einem so engen geistigen Zusammenhange steht, meistens
nur beiläufig einige Beachtung gefunden. Die Gesellschaft wünscht daher
eine kritische Übersicht über die allmähliche Einführung der deut-
schen Sprache in öffentlichen und privaten Urkunden bis um
die Mitte des 14. Jahrhunderts.
Auf Stadtrechte , Weisthümer oder das weite Feld der verschiedenen
Acten mag gelegentlich hingewiesen werden , aber den festen Faden der
Untersuchung soll doch die eigentliche Urkunde abgeben. Das Auftreten der
deutschen Sprache in den Königsurkunden und in der Reichsgesetzgebung
wird durch das 18. Jahrhundert und mindestens bis zum Tode Karls IV.
und der Ausbildung der festeren Kanzleischreibung zu verfolgen sein. Dia-
lektische oder sonst sprachliche Untersuchungen, die sich daran knüpfen
könnten, würden zwar willkommen sein, könnten aber auch Spezialforschern
überlassen bleiben. Bei den Urkunden der Fürsten, Herren, Städte u. s. w.
wird eine Vollständigkeit der Übersicht an sich nicht zu erreichen sein,
da nicht selten brauchbare und bis auf die Zeit der deutschen Urkunden
fortgesetzte Urkundenbücher noch fehlen. Wo aber solche vorliegen, sollen
sie auch ausgenutzt werden. Das Interesse an der Sache hört natürlich
mit dem Zeitpunkte auf, in welchem die deutsche Sprache in den Urkunden
allgemein überwiegend oder doch schon ganz gewöhnlich geworden ist. —
Preis 1000 Mark.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS
ILSENBURG ') UND DER STADT HALBERSTADT 2)
UND DIE HEUTIGE MUNDART.
Es wird ziemlich allgemein angenommen, daß es eine mittel-
niederdeutsche Schriftsprache im Gegensatz zu den Dialekten oder
der Volkssprache gegeben habe, ohne daß es jedoch bis jetzt gelungen
ist, diese Annahme zu beweisen. Man weiß noch nicht, wie jene
Schriftsprache sich eutwickelt hat, aus welchem Dialekte sie vor-
nehmlich erwachsen sein mag. Für das Westphälische hat neuerdings
Jostes es sehr wahrscheinlich gemacht, daß es eine vom Mittelnieder-
deutschen abweichende Volkssprache gegeben hat^).
Aus der Annahme einer mittelniederdeutschen Schriftsprache folgt
die Annahme mittelniederdeutscher Dialekte oder Mundarten, die von
der Schriftsprache verschieden gewesen sein müssen. Ob erheblich
verschieden und wie? Man weiß über die mittelniederdeutschen Dia-
lekte bis jetzt auch nur wenig, meist nur Einzelheiten, die eine Ein-
theilung und Abgrenzung kaum gestatten. Und doch glaube ich, daß,
wenn man zu einer besseren Erkenntniß und Einsicht in das Wesen
und die Entstehung der mittelniederdeutschen Schriftsprache gelangen
will, man mit der Erforschung der mittelniederdeutschen Mundarten
beginnen muß. Letztere scheint mir, wenn auch auf Umwegen und
theils erst durch Rückschlüsse, doch möglich, da sie sich zunächst
und meist auf die Localurkunden stützen muß. Feststellung des Dia-
lektes der Urkunden ist also das erste Erforderniß.
Wenn nun die Ansicht derer richtig ist, die meinen, daß die
Urkunden die betreöende Mundart wiedergeben und für sprachliche
') Ed. Jacobs, Urkundenbuch des in der Grafschaft Wernigerode belegenen
Klosters Ilsenburg. 1. u. 2. Hälfte. 1875—1877.
^) Gustav Schmidt, Urkundenbuch der Stadt Halberstadt. 1. u. 2. Theil. 1878
bis 1879.
') Jostes, Schriftsprache und Volksdialekte. Bemerkungen zu einer historischen
Grammatik der niederdeutschen Sprache. Jahrbuch für nd. Sprachforschung XI,
S. 85—99.
GERMANIA. Neue Reihe XXUI. (XXXV.) Jahrg. 9
130 ED. DAMKÖHLER
Untersuchungen zuverlässiges Material bieten, so dürfte es nicht allzu
schwer sein, nach den Urkunden die Mundarten älterer Zeit festzu-
stellen. Und so hat denn bereits Tümpel nach urkundlichem Materiale eine
Eintheilung des mittelniederdeutschen Sprachgebietes vorgenommen ').
„Zu scheiden sind die sprachlichen Eigenthümlichkeiten des nieder-
sächsischen Landes zwischen Rhein und Elbe in solche, die einem west-
lichen, südlichen und östlichen Gebiete angehören, sowie solche, die
auf den Südwesten und solche, die auf den Südosten beschränkt sind.
Das südliche Gebiet geht ungefähr bis inclusive Essen, Dort-
mund, Werl, Soest, Rietberg, Eversberg, Homburg, Stötterlingenburg,
Osterwieck, Halberstadt-, das östliche bis inclusive Quedlinburg, Salz-
wedel. Die Grenzpunkte eines mittleren, das die niedersächsische
Mundart am reinsten bewahrt, sind Oldenburg, Diepholz, Sternberg,
Hildesheim, Braunschweig, Isenhagen, Lüneburg.
„Der Südosten umfaßt Stötterlingenburg, Osterwieck, Drübeck,
Halberstadt, Quedlinburg, Aschersleben, Walkenried, Mansfeld.
Die Haupteigenthüralichkeit des Westens, wenn auch ihm nicht
allein augehörig, ist der Vocalnachschlag. Gleichfalls sonst vorkommend,
aber im Westen besonders beliebt ist ch für k im Auslaut.
Dem Süden ist eigenthümlich ek, niek, sek neben ^Ä:, mik^ sik,
Vorkommen des Diphth. neben Monophth. in ouk neben oä;; os neben
WS, allet.
Im Südosten begegnet o neben e, i im Pron. der 3. Person; xoe,
loey, wie neben ivy^ het neben heft.
Den Osten zeichnet der regelmäßige Gebrauch der Pluralendung
-en statt -et aus; häufiges ü neben o = got. t); t, ie neben e = alts. e
und alts. io.
Gleichmäßig im Süden und Osten findet man von neben va»,
oder {ader) neben eder\ % für gemeindeutsches e aus germ. ai.^''
Also auch das Gebiet der Urkunden von Ilsenburg und Halber-
stadt ist von Tümpel behandelt und einer Eintheilung unterworfen
worden. Sind diese Urkunden nun in der mittelniederdeutschen Schrift-
sprache abgefaßt oder liegt ihnen eine bestimmte Mundart zu Grunde?
Nach Tümpel sind sie mundartlich. Indessen scheint mir die Frage
nach der Mundart der Urkunden von Ilsenburg und Halberstadt nicht
so leicht zu beantworten, und man würde doch wohl eine irrige oder
■*) Tümpel, Die Mundarten des alten sächsischen Gebietes zwischen 1300 bis
1500 nach den Urkunden dargestellt. Paial u. Braune, Beiträge zur Geschichte der
deutschen Sprache und Literatur VII, S. 1 — 104.
MUNDAKT DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURO etc. 131
wenigstens nicht ganz richtige Vorstellung von der älteren Mundart
gewinnen, wollte man sie genau nach den Urkunden reconstruieren.
E^s handelt sich hier um die Zuverlässigkeit der Urkunden,
die mir durchaus nicht feststeht. Ein großer Theil derselben sind
Copien^). Haben die Abschreiber auch immer gewissenhaft gearbeitet
und waren sie vor Allem des Dialektes kundig, den sie im Original
vui fanden?'') Ja, sind denn die Originale zuverlässig? Dürfen wir
annehmen, daß die Verfasser, also die Abte etc. immer der Mundart
mächtig waren und sie richtig wiedergaben? Wo liegen Abweichungen
von der Mundart vor?
Um die Zuverlässigkeit der Urkunden in sprachlicher Beziehung
zu prüfen und zu bestimmen, bedarf es einer sicheren Norm. Diese
kann meines Erachtens nur in der heutigen Mundart gesucht werden.
Von der jetzigen lebenden Mundart haben wir also als der besten
und sichersten Grundlage auszugehen, wie dies auch schon von anderer
Seite bemerkt ist, um zu einer einigermaßen sicheren Kenntniß der
mittelniederdeutschen Mundarten zu gelangen; und erst dann, wenn
diese besser als bislaug festgestellt sind, wird es gelingen, auch den
Nachweis für das Vorhandensein, für die Art der Entstehung und der
Entwicklung der mittelniederdeutschen Schriftsprache zu liefern. Ver-
gleichung der Mundart der Ui'kundeu mit der betreffenden heutigen
Mundart ist das zweite Erforderniß.
Bei der nachfolgenden Untersuchung über das Verhältniß der
Mundart in den Urkunden von Ilsenburg und Halberstadt zur heutigen
Mundart bin ich von folgenden Annahmen ausgegangen.
1. In den Fällen, in welchen die heutige Mundart der Gegenden,
denen die Urkunden angehören, mit diesen übereinstimmt, wird man
ohne Bedenken annehmen dürfen, daß die Urkunden die ältere Mund-
art wiedergeben, daß diese mithin bis auf den heutigen Tag unver-
ändert geblieben ist.
2. Wenn sich herausstellt, daß die Übereinstimmungen der heu-
tigen Mundart mit den Urkunden zahlreich sind , so wird man an-
nehmen dürfen, daß die Urkunden im Ganzen die ältere Mundart
bieten, und daß eine wesentliche Veränderung derselben bis heute
nicht stattgefunden hat.
') Siehe Jacobs I, S. 1 fif.
') Vgl. Jacobs zu Nr. 248: Ein nicht unmerkwüidiges Beispiel von der Um-
wandlung der Sprache und von der Freiheit, mit welcher man in früherer Zeit Ur-
kunden abschrieb.
9*
132 ED. DAMKÖHLER
3. Sollte für eine häufioje Erscheinung in den Urkunden die
heutige Mundart nur vereinzelte übereinstimmende Beispiele bieten,
so wird zu untersuchen sein, ob eine Veränderung der älteren Mund-
art anzunehmen ist, so daß wir nur noch einzelne Reste ehemaliger
Regel übrig behalten hätten, oder ob ein anderer Grund für die Ab-
weichung zu suchen ist.
4. Bei Abweichungen der Urkunden von der heutigen Mundart
ist zu untersuchen, ob dieselben auf einer inzwischen stattgefundeneu
Veränderung der Mundart beruhen, oder ob vielleicht die Verwendung
einer fremden Mundart vorliegt.
Es bleibt stets zu berücksichtigen, daß ich das ganze Gebiet,
welches bei dieser Untersuchung in Frage kommt, nicht vollständig
und nach allen Seiten hin genau habe durchforschen können ; dazu
würde ein längerer Aufenthalt in jedem Orte erforderlich gewesen
sein; nur die Mundart von Cattenstedt und nächster Umgebung ist
mir vollständig geläufig. Es kann mir daher Manches unbekannt ge-
blieben sein, namentlich Ausdrücke und Formen älterer Leute, wo-
durch die Urkunden Bestätigung finden würden.
Bevor ich mich zu der Untersuchung über die Sprache der
Urkunden selbst wende, wird es nöthig sein , das Gebiet näher anzu-
geben, welchem die Urkunden angehören. Ich beginne mit der süd-
lichen Grenze des Niederdeutschen. Von den Orten auf dem Harze
liegen keine Urkunden vor, außer von dem jetzt thüringischen Orte
Walkenried. Ferner von Aschersleben, Hoym, Halberstadt, Quedlin-
burg, Blankenburg, Reinstein, Kloster Michaelstein, Wernigerode, Ilsen-
burg, Abbenrode, Lochtum, Goslar, Hildesheim, Braunschweig, Königs-
lutter, Helmstedt, Magdeburg, Groningen und anderen Orten inner-
halb des eben angegebenen Gebietes.
C ap i t e 1 I.
Ost- und Westharz.
Die Mundart der Urkunden für dieses Gebiet ist im Wesentlichen
dieselbe. Aber wie steht es mit der heutigen Mundart desselben? Die
heutige Sprache dieses Gebietes ist nicht dieselbe. Eine scharfe Sprach-
grenze zieht vom Nordrande des Harzes, bei Harzburg beginnend,
nach Norden bis Braunschweig und theilt das niederdeutsche Sprach-
gebiet in ein östliches und westliches'). Zu dem westlichen Gebiete
*) Siehe meine Schrift, Die pronominalen Formen für „uns" und „unser" auf
dem nd. Harze etc.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 133
gehören als Grenzorte Harzburg, Lochtum, Abbenrode, Bettingerode,
Wiedelah, Stötterlingenburg, Bühne, Rimbeck, Roden, Osterode, Sein-
stedt, Hedeper, Kalme, Groß- und Klein-Bieweude, Kissenbrück, Nein-
dorf, Denckte, Halchter. Der Hauptunterschied dieser beiden Gebiete
liegt im Vocalismus. Der Osten zeigt Monophthongierung, der Westen
Diphthongierung. Im Westen lautet
1. altes ü = iu oder oii, öm, z. B. hivs, mius^ tut, an, öu findet
sich an der Ostgrenze, z. B. in Lochtum und Abbenrode, während
das übrige Gebiet meist in hat.
'2. Der Umlaut des alten w = itü^ nicht ui, wie ich früher etwas
ungenau angegeben habe, z. B. huüser. An der Ostgrenze soll er fast ü
lauten.
3. Altes ^ = ei, eu-i, u-i] ei findet sich im östlichen Theile,
z. B. Lochtum, Abbenrode, Derakte, Wolfshagen, Langeisheim, eu-i
um Hildesheim '), ?(-i, eigentlich ein Mittellaut zwischen o-i und u-i,
bei Lutter am Barenberge, in der ganzen Umgegend von Ganders-
heim und in der Nähe von Osnabrück, in Borgholzhausen, wie ich
selbst gehört habe.
4. Altes iu â– = ui, z. B. luie = Leute, ftiir =â– Feuer. Aus Forste
bei Osterode am Harz ist mir louie und aus Badenhausen am Harz
leiie geschrieben.
5. Altes e, alts. i, = % oder le, doch ist das e wenig hörbar.
wie ich in Wolfshagen bemerkte, z. B. htke = Bach, eschriem = ge-
schrieben. Aus Echte liegen mir die Formen biek, schrieben = ge-
schrieben, giehen = gegeben, ek giebe vor, aus PLattorf biek, jeschriem,
chiem, ähnlich aus Dörste, Südheim,'^Hammenstedt. Aus Forste schrä-iben.
Langes e statt i erscheint dagegen in Münchehof: ek jexoe,
eschreben, ejeben, in Herrhausen: geewe, schreem, geem , in Lasfelde:
beek, eschräioen, ferner in Westerhof, Hahausen, Badenhausen, Höckel-
heim bei Northeim.
Im Osten lautet
1. Altes ü = ü, z. B. hüs, müs, üt.
2. Der Umlaut des alten ü = ü oder strichweise i, z. B. hUf^er.
3. Altes ? = ?, z. B. min, din, siöin.
4. Alts, i = e oder e, z. B. bek, eschrebben.
5. Altnd. e in offener Silbe = e (ä), z. B. betei; eten.
Es erübrigt noch, die Grenzen dieses westlichen Gebietes anzu-
geben, soweit ich sie habe ermitteln können. Die Südgrenze wird
') J. Müller, Andeutungen zu einer Lautlehre der hildesheimischea Mundart.
Die deutschen Mundarten II, S. 118 ff. u. 193 ff.
134 ED- DAMKÖHLER
zunächst durch den Nordrand des Harzes von Harzburg bis Hahausen
gebildet, wie ich schon früher ausgesprochen habe. Von dort ab läuft
die Grenze südlich am Westrande des Harzes hinab bis Osterode.
Ob Osterode selbst, wie ich der Lage nach allerdings vermuthe, noch
zu diesem Gebiete gehört, habe ich nicht erfahren können. Ebenso
habe ich aus Lerbach keine Antwort auf meine Anfragen erhalten.
Nach den Dialektproben, die Pröhle in seinen Harzsagen, zweite Auf-
lage, aus Lerbach gibt, würde dasselbe nicht zu unserem westlichen
Sprachgebiete gehören. Leider ist aber die Sprachprobe aus Hütten-
rode so vollständig falsch und ebenso die aus Gittelde, daß ich Be-
denken trage, Pröhle in dieser Beziehung irgendwie zu glauben. Von
Osterode läuft die Grenze südwestlich. Die mir vorliegenden Sprach-
proben weisen dem westlichen Gebiete folgende Orte zu: Nienstedt,
Forste, Uehrde,Dorste, Hammenstedt, Wiebrechtshausen, Denkershausen,
Langen-Höltensen, Höckelheim, Hillerse, Südheim, Buhle, Elvese.
Nicht zu diesem Gebiete, sondern zu dem Göttingisch-Gruben-
hagen'schen gehören Horden, Hattorf, Wulften, Schwiegershausen.
Übereinstimmend mit Schambachs Wörterbuch der Fürstenthümer
Göttingen und Grubenhagen heißt es hier min hüs, hüser, gas = Gans,
elapen = gelaufen, ek sm, ferner anlautendes g = ch; in Schwiegers-
hausen auch beek, eschrem\ in Horden heek, eschreben, egähen, ek geive,
lue = Leute. Abweichend von Schambach in Wulften und Hattorf
biek, dasselbe ist mir aus Weende bei Göttingen mitgetheilt; in Hat-
torf, Wulften, Schwiegershausen luie, niegen ^= neun, ek yiewe (giebe)
= ich gebe, chiejen (giegen) = gegen, Schwiegershausen tiegen, Horden
gegen, Wulften, Hattorf eschrieben (eschrieni). Den weiteren Verlauf der
Südgrenze habe ich noch nicht feststellen können; nur noch einige
Orte kann ich als diesem Gebiete angehörig angeben, nämlich Nien-
hagen am Ostrande des Sölling, Markoldendorf, Meinbrixen südlich
von Höxter, Bevern bei Holzminden.
Im Westen gehört der östliche Theil Westphalens hierher: hius,
muüse, stuigen oder steigen, loieke = Woche. Jellinghaus ^) nennt diese
Mundart die engrisch-westphälische und bestimmt ihre Grenzen fol-
gendermaßen: „Im Osten wird ihre Grenze ungefähr durch die Linie
Sachsenhagen in Lippe-Schaumburg, Stadthagen, Hessisch-Oldendorf,
Pyrmont, Höxter, Beverungen, Warburg, Brilon, Medebach; im Süden
durch die Linie Medebach, Winterberg, Fredeburg, Attendorn, Lüden-
scheid gebildet. Im Westen läuft die Grenze von Limburg a. Lenne
^) Korrespondenzblait für nd. Sprachforschung VI, S. 75.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. I35
über Schwerte, Unna, Hamm östlicli, Lippstadt, Delbrück, Verl östlich,
Bielefekl nördlich, Halle, Versmold östlich, Riemsloh bei Melle bis
Rödinghausen im Kreise Herford. Im Norden liegen Lübbecke und
Minden, sowie das Steinhuder Meer bereits außerhalb ihres Kreises."
Was die Nordgrenze anlaugt, so kann ich nur für die nächste Um-
gebung von Braunschweig bestimmte Angaben machen. Nicht zu dem
westlichen Gebiete gehören Riddagshausen, Gliesmarode, Quorum,
Lehndorf, Olper, Bortfeld, wohl aber Wettlenstedt, Lamme, Vechelde,
Densdorf, Gleidingen, Timmerlahe.
So ergibt sich hier ein stattliches Sprachgebiet, das sich nach
allen Seiten von den angrenzenden Dialekten besonders durch die
Diphthongierung der Laute ?, €, v merklich unterscheidet und in dem
wir vielleicht den engrischen Dialekt zu sehen haben.
In Betreff dieser von mir zuerst angedeuteten Eintheilung in ein
östliches und westliches Sprachgebiet sind zwei Aufsätze Scelraanns
von Bedeutung, nämlich „die Ortsnamenendung -/e&en" und y,der Zeta-
cismus und seine Verbreitung in Niedersachsen". Die Untersuchung
über die Ortsnamenendung -leben ') hat ergeben, „daß, wo diese Eodung
Verbreitung fand, einst Warnen, Juten oder Heruler eingewandert sein
müssen. Die Zeit dieser Einwanderung muß vor das Jahr 531 , in
welchem die Sachsen Thüringen eroberten, und nach 174, in welchem
eine große Anzahl seiner Bewohner es verlassen hatten, fallen". Die
Endung -leben findet sich nun aber in unserem östlichen Gebiete,
„nähert sich der Grenze des altsächsischen Gebietes, d. h. dem Flarze,
der Oker, der Ise, bis auf geringe Entfernung, überschreitet sie aber
nirgend", mit Ausnahme des einzigen auf. der äußersten Grenze liegen-
den Wetzleben. Hier liegt vielleicht eine spätere Verschiebung der
ursprünglichen Verhältnisse vor. „Andererseits berechtigt die aus-
schließliche Zugehörigkeit der Endung an bestimmte Volksstämme
aber auch die Annahme, daß in diesem Gebiete die Grenzen des
Harz- und Derling- und Drevanigaues alte Stammesgrenzen sind."
Die Untersuchung über den Zetacismus'^) hat ergeben, daß sich
derselbe gleichfalls in unserem östlichen, aber nicht in dem westlichen
Gebiete findet. Das Vorkommen desselben im Hildesheimischen erklärt
sich durch westfriesische Colonien im 12. Jahrhundert. „Auch Ilarz-
und Derlinggau sind durch Einwanderer aus Gebieten, deren Mundart
dem Zetaeismus unterworfen war, nämlich durch Nordalbiuger, be-
') Niederdeutsches Jahrbuch XII, S. 7 — 23.
^) Niederd. Jahrb. XII, S. 64—75.
136 ED. DAMKÖHLER
siedelt. Es können demnach auch jene Sachsen, .... denen nur Harz-
und Derlinggau verblieben, nicht aus Engern oder Ostfalen stammen,
sondern sie müssen gleichfalls aus Schleswig-Holstein eingewandert
sein."
Es kann wohl keinem Zweifel mehr unterliegen , daß der Osten
und Westen sprachlich und ethnographisch zwei ganz verschiedene
Gebiete sind. Vergleichen wir nun die heutige Sprachgrenze mit den
Gaugrenzen in Spruner-Menkes historischem Handatlas, Nr. 33, so
stellt sich heraus, daß sich dieselben nicht decken. Während die Ocker
bis Braunschweig Gaugrenze bildet, läuft die heutige Sprachgrenze
östlich derselben und umfaßt die Orte Harzburg^ Lochtura, Abbenrode?
Stötterlingenburg, Hornburg, dessen Zugehörigkeit zum Westen ich
früher auf Grund der mir gemachten Angaben zweifelhaft lassen mußte,
Rimstedt, Achim. Die heutige Grenze des Göttingisch-Grubenhagen-
schen läuft mitten durch die Gaue. Warum diese Grenzen nicht zusammen-
fallen, muß hier unerörtert bleiben.
In den Urkunden aus den Orten, die heute zum westlichen Sprach-
gebiete gehören, also aus Abbenrode, Loehtum, Goslar, Hildesheim
findet sich der heutige Dialekt nicht, wie er denn überhaupt in der
mittelniederdeutschen Schriftsprache fehlt. Hat man nun daraus zu
schließen, daß derselbe in der Periode des Mittelniederdeutschen, also
in dem Zeiträume von 1300 — 1600 überhaupt nicht vorhanden war,
daß er sich erst in der Neuzeit gebildet habe?
Schwerlich! Ich meines Theils bin vielmehr der Ansicht, daß diese
Mundart mit ihren eigenartigen Lauten auch schon in der mittelnieder-
deutschen Zeit im Wesentlichen so bestand, wie sie uns heute entgegen-
tritt. Vielleicht ist es mir möglich, diese Ansicht wenigstens wahr-
scheinlich zu machen. Im Waldeck'schen Dialekte gilt ein Lautgesetz
nach welchem altniederdeutsches kurzes e in offener Silbe zu ie wird').
Dieses Gesetz gilt theilweise auch im westharzischen Gebiete; gegen,
alts. gegin, lautet gigen in Langenholtensen, Uehrde, Echte, ebenso
im Lippischen '^). Jostes meint, die Tondehnung oder Verschärfung des
Lautes e zu ie sei älter als die Beseitigung des r vor folgendem st.
Doch auch wohl vor einfachem s? Nun lautet aber schon bei Widu-
kind der Name Merseburg auch Meshurg^) und Chevremont bei Leo-
') Jostes, Über das vergleichende Studium der niederdeutschen Mundarten.
Korrespondenzbbitt für nd. Sprachforschung XI, S. 30.
') Hoffmaun, Die Vocale der lippischen Mundart §. 15, 2 c.
') WiduUindi rerum gestarnm saxonicarura II, 18.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 137
dium Kievermont '). Allem Anseheine nach haben wir hier bereits ein
Beispiel obigen Gesetzes. Vielleicht beruht auch die Form Stediera-
hitrg, Stediei-ehurg'^), Stidarabm-g^), das heutige Steterburg bei Wolfen-
büttel, im Gebiete des Westharzes, auf demselben Lautgesetze, das
hiernach schon im Altniederdeutschen gegolten haben müßte. Zu den
oben angegebenen Merkmalen des westlichen (engrischen) Sprach-
gebietes würde dieses noch hinzukommen.
Altes m lautet im Westen heute ni und ebenso der Umlaut des
heutigen m. Zur Bestimmung des Alters dieses Lautes kann ich
Folgendes beibringen. Er fehlt im Heliand , zeigt sich aber in den
Psalmen und Homilie 3 in der Form luidi*). Zu leutcunnea im Heliand
M. 1617 läßt sich vielleicht das heutige leue um Hildesheim ver-
gleichen. Der Name Lüneburg lautet in den Monumenta Welforum
antiqua Lüineburc^) und verhält sich zu Lüneburg wie huiser zu hüser,
d. h. die Form Luineburc ist engrisch. Im Lippischen kommt vom
Jahre 1564 der Name Toidtluike vor^).
Wenn es mir nun Avahrscheinlich ist, daß der Dialekt des west-
lichen Sprachgebietes auch in der mittelniederdeutschen Zeit im Wesent-
lichen so war, wie er heute ist, so ergibt sich das wichtige Resultat,
daß die dem Westen angehörenden Urkunden den Volksdialekt nicht
wiedergeben, sie zeigen genau die Sprache der Urkunden aus dem
östlichen Gebiete.
C a p i t e 1 H.
Hoch-, bezw. Mitteldeutsches in den Urkunden.
Es ist bekannt, daß um 1300 das Thüringische oder Mittel-
deutsche von Süden nach Norden vorzudringen beginnt und das Nieder-
deutsche verdrängt. Halle und Merseburg sind die südlichsten Punkte,
aus denen niederdeutsche Urkunden vorhanden sind'). In Merseburg
tritt der Umschwung bereits um das Jahr 1340 ein. Halle nimmt im
fünfzehnten Jahrhundert das Hochdeutsche als Urkunden- und Gesetzes-
sprache an. Im Beginn des sechzehnten Jahrhunderts dringt das
') Widukindi rerum gestarum saxonicarum II, 22.
2) ibidem II, 14.
') Brunonis de hello saxonico über, c. 40.
^) Gallee, Altsächsische Laut- und Flexionslehre I, S. 13.
^) Herausgegeben von Weiland, S. 50.
^) Preuß, Die lippischen Familiennamen, Niederd. Jahrbuch IX, S. 3 Anm.
') Tümpel, Die Mundarten des alten niedersächsischen Gebietes zwischen 1300
und 1500 nach den Urkunden dargestellt. Paul u. Braune, Beiträge VII, S, 1 — 104.
138
ED. DAMKÖHLER
Mitteldeutsche bis in die Diöcese Magdeburg*). Kaum zweifelhaft
kann es sein, daß das Hoch- oder Mitteldeutsche von den Gebildeten
Niederdeutschlands verstanden wurde. Socin meint sogar, „bei den
literarischer Cultur zugänglichen Ständen Niedersachsens mag das
Hochdeutsche auch als Umgangssprache nicht ungebräuchlich gewesen
sein" '■'). Die Urkunden von Ilsenburg und Halberstadt bestätigen dieses
Vordringen des Hochdeutschen und bieten eine nicht unwichtige Er-
gänzung des vorhandenen Materiales. Hochdeutsche Urkunden liegen
vor von
Magdeburg v. Jahre 1403. Urk. des Erzb. Günther.
Halberstadt
)5
Blankenburg 75
Quedlinburg
n
Wernigerode
7)
1437. T) n n n
1486. Urk. des Administ. Ernst.
77
1489.
77
1490.
J7
1494.
77 n n
1502. Urk. des Erzb. Ernst.
1509. 77 r 77 77
1512. 77 77 7, n
1515. 77 77 77 77 und öfter.
1360. Urk. des Bisch. Ludwig.
1361. 77 77 77 77
1363. 77 77 77 7»
1363. Urk. des Hans Thus.
1415. Urk. des Bischof Albrecht.
1427. Antwort des Rathes an den Rath zu Erfurt,
mit niederdeutschen Formen gemischt.
1527. Urk. des Procurators d. V. d. St. U. L. Fr.
1530. Urk. d. Vicarien vom Dome.
1544. Urk. d.' Official.
1519. Urk. der Grafen von Blankenburg und
Regeustein.
1520. 77 77 77 77 77 77
1495. Urk. der Pröpstin Agnes.
1532. Urk. der Pröpstiu Anna.
1534. Urk. des Rathes. Hd. und nd.
1536. Urk. der Bürger und des Rathes.
1536. Urk. der Bürger.
') Hülsse, Das Zurücktreten der niederdeutschen Sprache in der Stadt Magde-
burg. Geschichtsblätter für Magdeburg XIII, ö. 150 — 166.
') Socin, Der Kampf des nd. Dialektes gegen die hd. Schriftsprache S. 18.
MUNDART DER URKUNDEN DES KL0.STER8 ILRENBURG etc. J 39
Werni{?erorIe v. Jahre 1544. Schiedsspruch des Schössers Lüdderodt.
" " 1546. Schreiben des Befehlshabers a. d. Grafen.
n 75 1547. Urk. des Rathes.
Ilsenburg v 1346. Urk. d. Abtes Ditmar. Hd. und nd.
n n 1452. Urk. d. Abtes Obbirbeck.
V Vi 1477. Vergleich zw, dem Kloster Ilsenburg und
den Einwohnern von Drübeck.
V n 1481. Urk. des Abtes Hermann.
n n 1499. n ti n 75 Hd. und nd.
n n 1502. 77 n 75 77 Hd. und nd.
77 77 1510. 77 77 77 77
V 77 1521. Urk. des Abtes Johann. Hd. und nd.
77 77 1522. 77 77 77 77
77 57 1526. Beschreibung der Grenze der Flur des
Klosters Wollingerode bei Ilsenburg.
? 77 1526. Vertrag zwischen dem Abte zu Ilsenburg
und Jacob Förster.
»1 n 1527. Vergleich zwischen dem Kloster Ilsen-
burg und Andreas Köhler.
77 n 1527. Vergleich zwischen dem Kloster Ilsen-
burg und Degen von Wasserleben.
77 n 1534. Urk. des Abtes Henning.
77 '7 1539. 77 77 77 77
77 1 1540. 77 77 77 JJ
77 77 1533. Vertrag des Klosters Ilsenburg mit Vogt
Nappe und Rentmeister Bessel zu Wol-
fenbüttel.
Hildesheim 77 1424. An den König Sigismund.
Aderstedt 77 1547. Bericht des Hofes zu Aderstedt, nördl.
von Halberstadt.
Außer diesen rein oder doch zum größten Theile hochdeutsch
geschriebenen Urkunden giebt es noch eine Anzahl niederdeutscher
Urkunden, in denen sich vereinzelte hochdeutsche oder mitteldeutsche
Worte und Formen finden. Es ist wohl nicht nothvvendig sie alle
aufzuführen, ich hebe folgende daraus hervor:
Halberstadt 1289, Urk. des Rischof Volrad : an.zeigung, keine,
vihlmall, etzliche, entrichtung, ansehnlich. 1310: meijster in tinsmeyster.
1320: tage, dinstages. 1340: sech, och, loelch. 1365: in gote, getan^
herzogen, vorkoufit, tage. ISQlisich. 1398: vortragen, gutem, gotteshitsen,
tag, aber, des tages, gottes, fritages, 1401: zu, daz. 1402: zu (siebenmal
140 ED. DAMKÖHLER
in derselben Urkunde). 1408: schejfel, beschriben, sontage, sontages. 1416:
gottes, dmsfages. 1428: teile, orteile^ daz, schotz, usz, alles. 1430: borger-
meyster, burmeister. 14Sb: pherner. 1439: kein^ meister, tmide, wir haben,
offen. 1440: pliarkerken.
Magdeburg 1315: sich, ouch, mei/stern, enf Scheidungen, konten.
ßlankenburg 1324: Blankenburch, Magdebitrch, ist. — burch, bürg
statt borch ist überbaupt bäufig in den Urkunden.
Braunscbweig 1337: Brunswigh, och. 1481: eck.
Helmstedt 1370: ich.
Ilsenburg 1413: gottes, offenbar, diessem, guether, verkaufft,, bitten,
gotteshxisses, Grossen Lochtene, hezalet seint, kirchen eto. 1456: kein, ich.
1484: lueck. 1524: uff, aiiff, habenn, gnanter. 1535: auch.
Drübeck 1509:\(/f.
Formen wie ech, pharkerken, borgermeister zeigen das Scbwanken
zwischen Hoch- und Niederdeutsch').
Wie biirch, burgh so ist auch die ICndung leben, leven, die sich
mehrfach statt leve findet, z. B. Aschersleveu, Ingeleben, Schandersleven,
liochdeutscb. Nach Seelmann ist sie hochdeutschen Kanzleieinflüssen
zuzuschreiben^). Die Form lä oder le, z. B. Haunsle = Honsieben,
Bailä ^=. Badeleben, die heute in der Umgegend von Helmstedt im
Volksraunde üblich sind, findet sich in den Urkunden nicht.
In dem Urkundenbuche für Halberstadt finden sich die ersten
niederdeutschen Urkunden aus den Jahren 1289, 1310, 1315, 1319,
1321, 1323, 1324, 1326, 1328, 1335. Von da ab werden sie häufiger.
In dem Ilsenburger Urkundenbuche sind die frühesten niederdeutschen
Urkunden vom Jahre 1326, 1328, 1332, 1333, 1342, 1346, 1347.
Daraus ergibt sich, daß die frühesten hochdeutschen Urkunden nicht
viel jünger sind als die niederdeutschen, daß sogar in den ersten
niederdeutschen sich bereits hochdeutsche Formen finden. Die Ver-
fasser der Urkunden, namentlich der hochdeutschen, waren meist
Erzbischöfe, Bischöfe etc., d. h. Männer mit gelehrter Bildung, Diesen
scheint das Hochdeutsche wie das Niederdeutsche gleich geläufig ge-
wesen zu sein, bisweilen finden sich von ein und demselben Verfasser
Urkunden in hoch- und niederdeutscher Sprache vor. jMit anderen
Worten: unsere Urkunden liefern den Beweis, daß bereits um 1300
in den gebildeten Kreisen Niederdeutschlands das Hochdeutsche in
Urkunden angewandt wurde.
') ech noch heute iu der Markranstädter Mundart. Franke , Der obersächsischa
Dialekt S. 12.
^) Niederd. Jahrbuch XII, S. 27.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 141
Ob und wie weit das Hochdeutsche auch in die übrigen Schichten
der Bevölkerung eingedrungen sein mochte, ist schwer zu sagen.
Noch heute spricht man in den Städten QuedHnburg, Halberstadt,
Blankenburg, Wernigerode und selbst in Braunschweig vielfach ein
ziemlich reines Niederdeutsch, obwohl das Hochdeutsche ja von allen
Bewohnern gekannt und auch gesprochen wird. Für die Beurtheilung
und Feststellung des früheren Dialektes auf dem Lande kann das
Hochdeutsche in den Urkunden schlechterdings nicht verwerthet wer-
den, wie der heutige Dialekt genügend beweist.
Noch bleibt eine Anzahl einzelner Fälle zu behandeln, in denen
man bei der immer noch ungenügenden Kenntniß der heutigen Mund-
arten im Zweifel sein kann, ob man niederdeutsche oder hochdeutsche
beziehw. mitteldeutsche Formen vor sich hat. Daß hochdeutsche
Formen überhaupt vorliegen können, ist meines Erachtens nicht mehr
zweifelhaft, und so befinde ich mich in einem principiellen Gegensatze
zu Tümpel, der hochdeutschen Einfluß im Allgemeinen nicht annimmt,
eher Druckfehler für möglich hält. So heißt es bei ihm: „Vereinzelt
kommen schon früh in Urkunden, die sonst niederdeutsch sind, Fälle
von Verhärtung (des d) zu /, vor, von denen einige allerdings als
Druckfehler zu beseitigen sein dürften, z. B. Braunschweig 1467 bitten'^
Quedlinburg 1320 thaghe, hatten; Göttingen 1377 tonde, 1421 vorant-
wortende.^^ Bei tonde bemerkt Tümpel: „Vielleicht wegen des vorher-
gehenden to verschrieben" '). Wo solclie Fälle durch die heutige
Mundart keine Bestätigung finden , ist man meines Eiachtens nicht
berechtigt, niederdeutschen Lautwandel anzunehmen; sie sind nur für
den betreffenden Schreiber beweisend, der aber nicht als Vertreter
des Volksdialektes gelten darf. Ich wende mich jetzt zu der Be-
sprechung der einzelnen Fälle.
1. Gegen.
Für 'gegen' erscheinen in den Urkunden die verschiedenen For-
men jegen, geg{Ji)en^ tegen, ti(e)gen, hegen, kein. Daß alle diese Formen
in dem östlichen Sprachgebiete zu ungefähr derselben Zeit in Ge-
brauch gewesen seien, ist schon an sich unwahrscheinlich und findet
durch die heutige Mundart keine Bestätigung; besonders auffällig sind
aber hegen und kein. „Allgemein von der Wetterau bis Schlesien findet
sich das auch oberd. beliebte hegen, zusammengezogen hein'^'^). Außer
im Mittel- und Oberdeutschen findet sich der Anlaut k noch im Ost-
') a. a. O. §. 51.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 211. (1. Auö.)
142 F-l^- DAMKÖHLER
friesischen: ygägen, einzeln auch kägen und jagen, meist tagen"- '^). In
unserem östlichen Gebiete ist meines Wissens heute nur jegen üblich.
Ich trage daher kein Bedenken, trotz Tümpel und Lübben die Formen
kegen und kein für fremde, d. h. für mitteldeutsche zu erklären. Sie
finden sich in einer Urkunde des Rathes zu Halberstadt vom Jahre
1392 (Seh. Nr. 643): keinwortigen und der Stadt Braunschweig von
1415 (Seh. Nr. 753) : kegen. Ferner in der hochdeutsch geschriebenen
Antwort des Rathes zu Halberstadt auf die Klagepunkte des Ammen-
dorf (Seh. Nr. 808). In der Urkunde von Braunschweig stehen neben
kegen zugleich noch die Formen tigen, tegen, liegen. Kein Mensch wird
glauben, daß jene vier Formen zu derselben Zeit in Braunschweig
üblich gewesen sind. Es wäre der reine Hohn auf die Volkssprache.
Fraglich erscheint es mir sogar, ob tegen und tigen braunschweigisch
sind oder überhaupt dem östlichen Gebiete angehörig. Vergl. westf.
tiegen, aus tigegen (Woeste); lippisch jjT^en (Hofftnann); göttingisch-
grubenhagensch gegen (Schambach), aber in Wulften giegen, Schwie-
gershausen tiegen, Langenholtensen jigen; altmärkisch gegen (Danneil);
um Hamburg tegen (Richey).
2. Groschen.
'Groschen' von grossus , ital. grosso, franz. gros, grosse, lautet
meist grossen oder groschen. In zwei Urkunden des Abtes Hermann
von Ilsenburg, Jac. Nr. 432 und 433 steht krossen, ebenso bei Seh. I,
S. 577 und in einer Urkunde des Abtes Anno von Ilsenburg vom
Jahre 1376, Jac. Nr. 248 krosghen neben groschen. Heute spricht man
allgemein mit anl. g. Woher das kf Es wird thüringischer Einfluß
sein, das Nordhäusische spricht heute anl. g stets wie k.
3. ge- vor dem Infinitiv.
In einer Braunschweiger Urkunde vom Jahre 1415 (Seh. Nr. 735)
steht der Infinitiv gedon: konden wy aver des nicht gedon. Ferner in
einer Halberstädter vom Jahre 1425 (Seh. Nr. 792): konde we des nicht
gedoiL und in einer Magdeburger (Seh. Nr. 357): konten wy aver des
nicht aedon. Lübben setzt im mnd. Wtb. ein selbständiges Verbum
gedon an und belegt es mit zwei Stellen: kunne we aver des nicht ghe-
don und ind toeert saike, dat loy die hetalinge op tyt vorschreuen nyet
gedon en künden. Der Infinitiv gedon findet sich also nur nach dem
Hilfsverb 'können'. Der Umstand, daß gedon in anderer Weise nicht
vorkommt, daß sich dieses Verb in den heutigen niederdeutschen
Mundarten selbst im Infinitiv nach Hilfsverben nicht zu finden scheint,
') ten Dornkaat Koolman, Wtb. der ostfr. Sprache,
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. I43
veranlaßt mich zu der Annahrae , daß qedon nicht als selbständiges
Verbum zu betrachten ist. Ich halte ge- für die bekannte Vorsilbe
beim Infinitiv nach Hilfsverben ;, die im Mittelalter allgeraeindeutsch
sich jetzt auf das Oberfränkische und Hennebergische und zahlreiche
Striche Thüringens zurückgezogen hat, deren wahres Schiboleth sie
geworden ist. So findet sie sich um Nord hausen, im Helmethale und
im südlichen Vorlande des Harzes. Für das Mansfeldische ist es von
Größler aus Urkunden des 14. und 15. Jahrhunderts nachgewiesen,
obwohl es sich heute dort nicht mehr zu finden scheint'). Demnach
ist ge- in gedon kaum für niederdeutsch zu halten.
4. ch statt h
Statt der Tenuis k erscheint im Auslaut öfter ch und r/, ucd
zwar in denselben Urkunden neben k, z. B. ich, ech, sich, steh, och,
auch, die ich schon oben unter den hochdeutschen Wörtern angeführt
habe, ferner -lieh und -liehen neben -lik und -liken, auch marg, kram-
werg (Halberst. 1425). Dann vor t: tvercht, gewercht (Halberst. 1402).
Tümpel glaubt in letzterem Falle wirkliche Verschiebung annehmen
zu dürfen. Im ersteren läßt er es unentschieden, ob Verschiebung
oder aspirierte Aussprache oder hochdeutscher Sprachgebrauch vor-
liege, und meint, Keim und neuere Mundart werde Licht bringen'^).
Die hetitige Mundart unseres Sprachgebietes bestätigt Formen wie
ich, ech, och, sich, marg, loercht durchaus nicht, während doch in dem
südlichsten an das Thüringische angrenzenden Theile die Verschiebung
von ^ zu z, von k zu ch häufig ist. Dagegen erscheint licli statt lik
wohl ausnahmslos, außer in gtik, gltke, das nie ch zeigt. Für die ch
in den Urkunden nehme ich daher hochdeutschen Schreibgebrauch
an, da es mir sonst unerklärlich ist, daß der Proceß der Lautver-
schiebung sich nicht nur nicht weiter entwickelt hat, sondern sogar
wieder rückgängig geworden sein müßte. Daß marg, iverg, wercht
mitteldeutsch sind, hat Franke bereits ausgesprochen; nach ihm wird
noch jetzt im Obersächsischen furioärchen = fuhrwerken und fulch =
Volk gesprochen ^). In den obersächsischen Urkunden der mlid. Zeit
steht öfter vorwerg, auch waldwerch. Auch die hochdeutsche Kanzlei-
sprache hatte derartige Formen, und bei Luther sind sie gleichfalls
nicht selten*).
') Vgl. Haushalter, Die Mundarten des Harzgebietes S. 13.
^) Tümpel, a. a. O. §. 59, 1.
^) Frauke, Der obersächsische Dialekt §. 60 u. 62.
*) Franke, Grundzüge der Schriftsprache Luthers §. 99.
144 ED. DAMKÖHLER
5. Vertreter von alts. io, ia, ie.
Alts, io, ia, ie ist im Mittelniederdeutschen e oder ei, in unserem
östlichen Gebiete lautet es heute wohl durchweg ei oder richtiger ai,
da ein ei überhaupt nicht gesprochen wird, außer in einigen wenigen
Fällen: leij (as. Hof) lieb, deip (as. diop) tief, deif (as. thiof) Dieb,
jeneifen (as. niotan) genießen, hedreien (as. hidrioyan) betrügen, beien
(as. hiodan) bieten, deinen (as. thionön) dienen, vorleiren (as. farliosan
verlieren, dei, de, tonlos de (as. thie, tJmi) der, die, sei, tonlos se (as.
siu, sia) sie, hei, tonlos he (as. hie, hi, he) er. Das Altmärkische hat
e (Danneil), das Göttingisch-Grubenhagensche ei (Schambach), das
Westphälische ai (Woeste). In den Urkunden sind die Formen mit
ei {ey) seltener als die mit e, daneben erscheinen oft Formen mit i,
y, ie, z. B.
Magdeburg 1315 dy, live, lyven, sy, \nr, kysen.
Goslar 1351 sie, die, enhieden, vierteyn.
Halberstadt 1339 die.
Hadmersleben 1351 hie, sie, die, vir, liven.
Braunschweig 1337 sie, dienen.
In den heutigen niederdeutschen Mundarten scheint i, ie als
Vertreter des alts. io, ie nur vorzukommen in den niederrheinischen,
Mühlheim a. d. Ruhr: diep = tief, dif =^ Dieb, diene == dienen, liewer
= lieher '). Gallee und Halbertsma verzeichnen für die Mundarten der
sächsischen Niederlande vriezen = frieren, die/ = Dieb, gieten = gießen.
Doch bemerkt Hellinghaus dazu: „Es ist vielleicht aus dem Hollän-
dischen eingedrungen"*^). In älterer Zeit findet sich ie im Mittelwest-
phälischen, z. B. bieden, kiesen, daraus wird dann nach Köne keesen
und kesen und zuletzt, indem sich ie umstellt, keisen; durch Umstel-
lung des alten ia {kiasan) in ai oder äi ist jetzt das Wort kaisan oder
käisen geworden^). Ich weiß nicht, ob man dieser Ansicht noch irgend
huldigt, für mich ist die Umstellung von ie in ei oder ia in ai un-
möglich; ich würde vielmehr die Reihenfolge keosan (Heiland 2808),
kesen \ keisen erwarten, wie alts. ^e/" neben Hof nnd mwestph. beiden
vermuthen lassen. Ist mwestph. hieden neben beiden gesichert? Könnte
Heden nicht holländisch sein? Zur Zeit des Altsächsischen hat es
höchst wahrscheinlich innerhalb des Sächsischen oder, um es allge-
meiner zu bezeichnen , innerhalb des Altniederdeutschen ebensogut
dialektische Verschiedenheiten gegeben wie im Mittelniederdeutschen
') Jeüinghaus, Zur Eintheilung der nd. Mundarten S, 7.
") Jellinghaus a. a. O. S. 10.
') Köne, zum Heliand 2668.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENIJURG etc. 145
und im Neuniederdeutscben , was mir schon durch die verschiedenen
Volksstämme bedingt zu sein scheint. Dahin rechne ich z. B. den
Wechsel von io, ia, ie und eo, e: farliosan^ farliesan und farleosan,
kiosan und keosan, liof und Ipf. Daß diese Formen in derselben Mund-
art neben einander bestanden hätten, ist mir wenig wahrscheinlich.
Dem alts. io, ia, ie wird das mwestph. und niederrheinische, vielleicht
auch holländische i, ie\ dem alts. eo, e aber das mnd. und nnd. e, ey
entsprechen. Wenn dem so ist, so würden die urkundlichen Formen
mit i, ie dem östlichen Gebiete nicht angehören können. Noch kommt
das Hoch- oder Mitteldeutsche in Frage, das umsomehr Beachtung
verdient und an Wahrscheinlichkeit gewinnt, da in den Urkunden
mit den ^-Formen sieh auch andere wie och, ouch, kegen etc. finden,
die ich nicht für niederdeutsch halte. Unwahrscheinlich ist es aber,
daß derselbe Schreiber bald mitteldeutsche, bald niederrheinische, bald
ostniederdeutsche Formen sollte gebraucht haben. Auch die Form
hi = „er" braucht nicht nothwendig holländisch oder niederdeutsch
zu sein: sie findet sich neben he und selbst hey im Mitteldeutschen,
Nassau und Hessen '). Ebenso verhält es sich mit wie = wer, das
gleichfalls im Mitteldeutschen begegnet'"').
6. Ihm, ihn, ihre.
Ihm, ihn, iiir, alts. ^mw, ina, im; mnd. iine, emc, ome, ine, ene,
one, Gn. PI. erer, orer [irer)^) lauten heute auf dem niederdeutschen
Harze tue, ere; nördlich der Linie Langeustein, Wernigerode;, Ilsen-
burg öme^ öne, öre. In den Urkunden kommen vor und wechseln mit
einander eme, ene, ere und ome, one, ore. Daneben begegnen bisweilen
Formen mit i, Halberstadt 1326 iren, irme. Ilsenburg 1376 ym = ihn,
i/m = ihnen. Wernigerode 1479 ire = Gen. PI. Sind letztere Formen
niederdeutsch? Sie können es sein. Da aber die heutigen Formen
mit e und o schon in den frühesten niederdeutschen Urkunden er-
scheinen, ihr Vorhandensein um 1300 unzweifelhaft ist^ so fragt es
sich^ ob damals die t-Formen noch vorhanden waren. Da sie in den
heutigen Mundarten zu fehlen scheinen^ so ist mir Entlehnung aus
dem Hochdeutschen wahrscheinlich.
7. i für e in den Affixen.
Über i für e in den Affixen sagt Lübben*): „Besonders häufig
findet sich in den Affixen der dünne^ hohe Klang des i statt des ge-
*) Weinhold, Mhd.Gr. §. 458.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 471.
') Lübben, Mnd. Gr. §. 76.
*) a. a. O. §. 12.
GERMANIA. Nene Reihe XXIII. (XXXV.) Jalirg. 10
146 ED. DAMKÖHLER
bräuchlichen e; es ist aber nicht allgemein der Fall. Westwärts findet
sich diese Erscheinung selten ; dagegen ostwärts — Braunschweig,
Halberstadt, Göttingen, Brandenburg — tritt sie häufig auf." Auch
in unseren Urkunden fehlt sie nicht. Magdeburg 1315 odir. Aschers-
leben 1355 unsir, hundirt, edir, gudin, unsin, vurndin, alUrhande, hrekin,
wedirsprake, eynir, dissir, anehanghedin. Halberstadt 1356 hetugin, dis-
siin, edir, sekin, paschin, afkopin. Sie erscheint auch in den hoch-
deutschen Urkunden des Abtes Ludwig vom Jahre 1360, 1361, 1363
und sonst, während sie in den niederdeutschen Urkunden desselben
Abtes Ludwig fehlt. Nun ist dieses i der Affixe echt mitteldeutsch
und findet sich auch bei Luther *). Der niederdeutschen Mundart un-
seres Gebietes kann es nicht eigen gewesen sein; es wird nur eine
aus dem Mitteldeutschen stammende Erscheinung der Schriftsprache
sein, zumal da es sich besonders im Osten, in der Nähe des Nord-
ostthüringischen findet. Hier konnte sich ein Einfluß der gemeinen
deutschen Sprache am ersten zeigen.
8. e für 0.
Auf dem niederdeutschen Harze mit Einschluß der Orte Wege-
leben, Harsleben, Westerhausen, Börnecke, Langenstein, Heimburg,
Benzingerode, Wernigerode spricht man heute statt der Kürzen und
Längen ü ü, ö ö stets i t, e e^). Diese Erscheinung könnte man dem
Einflüsse des angrenzenden Thüringischen unbedingt zuschreiben, wenn
sie sich nicht auch um Hildesheim fände ^), wo thüringischer Einfluß
kaum anzunehmen ist. Auch auf das Englische darf wohl hingewiesen
werden, wo in hrethren, PI. v. brother\ mice, PI. v. mouse; lice, PI. v.
louse'^ geese, PI. v. goose] feet, PI, v. foot; teeth, PI. v. tooth u. s. w.
auch ein verdünnter Umlaut vorzuliegen scheint. Wie alt dieses i
und e für ü und ö im Mitteldeutschen sein mag, weiß ich nicht, bei
Luther findet sich einmal herthe = hörte*). Die Urkunden bieten
ein einziges Beispiel: wad dar over lept, dat schütten de arnien lüde in
ore nud keren (Urkunde des Bischofs Heinrich von Halberstadt vom
Jahre 1408). Wenn nicht etwa ein Schreibfehler vorliegt, so glaube
ich doch nicht, daß man aus diesem Beispiele einen Schluß ziehen
darf auf das heutige i und e in dem oben angegebenen Gebiete,
schon deswegen nicht, weil Halberstadt außerhalb desselben liegt.
*) Franke, a. a. O. §. 28.
*) S. meine Schrift, Zur Charakteristik des nd. Harzes S, 9.
^) Müller, Andeutungen zu einer Lautlehre der Hildesheimischen Mundart. Zs.
d- deutschen Mundarten H, S. 128, 13.
^) Franke, Grundzüge der Schriftsprache Luthers S. 12.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 147
Eher könnte man es für hildesheimiseh halten, wenn man ein so
hohes Alter für diese Lauterscheinung im Niederdeutschen annehmen
darf. In diesem Falle hätten wir zugleich einen Beweis für den Um-
laut von o, den ich allerdings für so alt halte. Gleichwohl neige ich
zu der Ansicht, daß lept eine mitteldeutsche Form ist.
9. Präfix ver-.
Das Präfix ver, alts. /o?% far, mnd. vor^ lautet heute auf dem
Harze vor, um Braunschweig und Fallersleben ver. In den Urkunden
findet sich vor und ver, einige Male vur, z. B. in der Urkunde der
Edlen Otto und Hans von Hadmersleben vom Jahre 1349. Dieses vur
glaube ich dem Hoch- oder Mitteldeutschen zuweisen zu müssen.
10. gekart.
Einige Male begegnet das Ptc. gekart (Halberstadt 1377, 1439)
für gekert, wie es heute in allen niederdeutschen Mundarten zu lauten
scheint und auch im Gebiete der Urkunden lautet. Schon dieser Um-
stand warnt uns, das a in gekart für unterbliebenen Umlaut oder für
Rückumlaut zu halten. Zwar könnte man gekart mit tivalffe und faf-
tein auf gleiche Stufe stellen, da es aber echt mitteldeutsch ist und
hier weder Rückumlaut noch unterbliebener Umlaut angenommen wird,
sondern eine von beiden unabhängige mitteldeutsche Wandlung '), so >•
glaube ich gekart für eine mitteldeutsche Form halten zu müssen.
11. Frau.
Frau lautet heute in dem östl. Sprachgebiete frd, entsprechend
mnd. vruive, as. früa, an. frü, schwed. fim, dän. frup; im westlichen
Gebiete fröu. Göttingisch frxie, altmärkisch frü, ostfriesisch fro,
westph. frau, mndl. vrouwe, mnd. vrouioe neben vrmoe^ mhd. vrouwe,
vrowe, vrou, vro. Die Urkunden haben fruwe: Aisleben 1385, Halber-
stadt 1425, Wernigerode 1448, Hedersleben 1385, Ilsenburg 1458, 1495
und sonst; frowe: Quenstedt 1400, Halberstadt 1389, 1387, 1386, Hars-
leben 1392, Wernigerode 1332, Ilsenburg 1485, Dannstedt 1486;
fromve: Halberstadt 1397, Harsleben 1392, Ilsenburg 1415. Unter
diesen Formen dürfen wir unzweifelhaft fruwe als diejenige ansehen,
die dem Dialekte unseres Gebietes angehört. Die anderen sind ent-
lehnt, aber ob aus dem Niederdeutschen oder Hochdeutschen? Die
Verbindungen vrowen {Maria) und vrouwen {Maria) lassen vermuthen,
daß vrowey vrouwe als edler Ausdruck galt, wie auch im Reinke Vos
vrouwe als Ehrentitel gilt'), und aus dem Hochdeutschen entlehnt ist.
') Franke , a. a. O. S. 47 , §. 45. [Es ist eine Analogiebildung nach rück-
umlautenden Verben. O. B.]
*) Lübben, Reinke de Vos, s. v. vrouwe.
10*
148 ED. DAMKÖHLER
12. Brief.
Brief, lat. hreve, alts. href; ^öttingiscb hreif, westpb. hraif, lip-
pisch broeuf, ostfries. hrSf, holländisch hriev, im Gebiete der Urkunden
hreif, lautet in den Urkunden bre.if, bref und fast ebenso oft brief,
brif. Letztere Formen sind ohne Zweifel Entlehnungen, und zwar
wohl eher hochdeutsche als holländische.
Hiermit schließe ich das Capitel über hochdeutsche Entlehnungen,
nicht in der Meinung, daß es erschöpfend sei — es bleibt noch Manches
zu besprechen übrig — sondern weil ich überhaupt nur darauf hinweisen
wollte, daß in der mittelniederdeutschen Schriftsprache, wozu auch
die Sprache der Urkunden zu rechnen ist, weit mehr Hoch- oder
Mitteldeutsches zu suchen ist, als man bisher angenommen hat. Wenn
auch Manches von dem, was ich als hochdeutsch bezeichnet habe,
als solches nicht befunden werden wird, so glaube ich doch einige
hochdeutsche Elemente und damit überhaupt Hochdeutsches in den
Urkunden nachgewiesen zu haben. Für die Erforschung der mittel-
niederdeutschen Schriftsprache ist dieser Umstand von Bedeutung.
Eine Anzahl der hochdeutschen Entlehnungen erwiesen sich als echt
mitteldeutsch und finden sich auch bei Luther, Wir dürfen demnach
wohl weniger die kursächsische Kanzleisprache, sondern die gemein-
mitteldeutsche Sprache als Quelle ansehen, die gewiß den Gebildeten
und Gelehrten bekannt war und als Muster diente^).
Manches hierher Gehörige wird unten in anderem Zusammen-
hange besprochen werden.
Capitel m.
Niederdeutsche Entlehnungen in den Urkunden.
Im zweiten Capitel habe ich dargethan, daß in den niederdeut-
schen Urkunden von Ilsenburg und Halberstadt manche hochdeutsche
Elemente vorhanden sind, wodurch allein schon die Annahme hin-
fällig wird, daß die Urkunden die Mundart des Gebietes oder des
Ortes, dem sie angehören, wiedergeben. Dabei habe ich bereits die
Möglichkeit einer Entlehnung aus anderen niederdeutschen Dialekten
angedeutet. Im Folgenden werde ich den Nachweis liefern , daß die
Urkunden außer hochdeutschen Elementen auch solche fremder nieder-
deutscher Dialekte enthalten, die dem Sprachgebiete der Urkunden
heute nicht eigen sind und vermuthlich nie eigen gewesen sein können.
*) Pietsch, Martin Luther und die hochdeutsche Schriftsprache S. 10.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 149
1. my.
Babucke hat in seinem Aufsatze „Über Sprach- und Gaugrenzeu
zwischen Elbe und? Weser" *) nachgewiesen, daß heute die Formen
mek oder mik üblich sind in einem Gebiete, welches durch eine Linie
begrenzt wird, die ein wenig südlich des Einflusses der Ohre in die
Elbe beginnend in nordwestlicher Richtung bis Hann. Münden reicht,
von dort in südwestlicher Richtung bis zum Stelnhuder Meere und
Hess. Oldendorf an der Weser läuft. Nördlich und nordwestlich dieser
Linie spricht man my. Daß diese Sprachgrenze schon im Mittel-
niederdeutschen vorhanden war, dürfen wir annehmen. Demnach ge-
hört das Gebiet unserer Urkunden in das mtfc-Gebiet, und diese ver-
leugnen ihre Entstehungsorte nicht; nur vereinzelt kommt my statt
mik {mek) vor, Hoym 1443 (Seh, Nr. 943); Braunschweig 1481 (J.
Nr. 361), daneben mek; Urkunden Hennings von Neindorf a. Selke
1512 (J. Nr. 506) 3 my, 1 mek; Halberstadt 1456 (Seh. Nr. 988); öfter
in den Urkunden eines Heyse von Kerstlingerode (J. Nr. 439 und 440).
In der mittelniederdeutschen Schriftsprache gelten die Dative und
Accusative mik, mek, dik, dek nur landschaftlich, um den Mittelpunkt
Hannover herum bis Magdeburg**). My ist die übliche Form in der
Schriftsprache und gehört dem Norden und Westen Niederdeutsch-
lands an; sie gibt uns einen Fingerzeig, wo wir die Heimat der
mittelniederdeutschen Schriftsprache zu suchen haben. Collitz bemerkt
sehr richtig, daß die Denkmäler, die wir als mittelniederdeutsche an-
zusehen pflegen, nahezu sämmtlich dem niedersächsischeu Dialekte,
der Sprache der Hansa angehören^).
2. ju = euch.
In meinen Bemerkungen zu den Fabeln Gerhards von Minden
habe ich ausgeführt*), daß für 'euch im mik-Gehiete consonantisch,
im my-Gebiete vocalisch auslautende Formen üblich sind. Im Mittel-
niederdeutschen „heißt der Dativ und Accusativ meist ju-, gik, juk,
jucli, entsprechend dem oberdeutschen iuioicli, mh, iuch, finden sich
einzeln, besonders gern da, wo sich auch dik und mik findet (um
den Mittelpunkt Hannover herum bis Magdeburg), aber nicht aus-
schließlich; so kommen sie z. B. vor im Oldenburger Codex des
Sachsenspiegels und auch in lübischen Urkunden" ^). Also auch im
*) Niederd. Jahrbuch VII, S. 71 — 79; in erweiterter Form als Programm, Königs-
berg 1886.
^) Lübben, Mnd. Gramm. §. 76.
^) Korrespondenzblatt für niederdeutsche Sprachforschung XI, S. 29.
*) Niederd. Jahrb. XIII, S. 80 u. 81.
5) Lübben, Mnd. Gr. §. 76.
150 ED- DAMKÖHLER
Mittelniederdeutschen tritt das heutige Gebiet mit den consonantischen
Formen merklich hervor, und die Urkunden bestätigen dies, wie nach-
folgende Zusammenstellung zeigt.
Halberstadt Seh. Nr. 383 2 gik.
n ri n 455 11 gik.
7) n n 455* 8 gik.
n n n 631 9 gik.
n V V 683 3 gik.
» n 77 686 4 gik.
n 77 77 760 8 gik.
77 77 71 781 1 gik, 1 juk.
n 77 77 782 2 gikf 3 juk, 1 ßi.
n 77 77 784 18 gik.
n 77 77 935 4 ^{Ä;.
Kloster Huysburg Seh. Nr. 956 5 juw.
Braunschweig Seh. Nr. 790 5 gik.
77 77 77 791 2 gik.
77 77 77 1003 1 gik.
77 77 77 1205" 1 juw.
» 77 77 1219* 2 juw.
77 77 71 1224 1 juw.
Goslar Seh. Nr. 960 "i- gik, in der Anmerk. dazu 3 jto.
Kloster Münzenberg Seh. Nr. 769 3 gik.
Ilsenburg Jac. Nr. 590 1 ju, 2 juck.
Urkunde Heyses von Kerstlingerode, Jac. Nr. 439 1 ju.
n n n v Jac. Nr. 440 1 jioe.
Urkunde des Ammendorf, Seh. Nr. 837 1 gik.
Lübeck Seh. Nr. 1053 8 juw.
Urkunde des Kölner Freigrafen, Seh. Nr. 805 2 ju, 1 juk.
Abgesehen von der Form ju in der unserem Sprachgebiete nicht
angehörenden Urkunde des ßathes zu Lübeck, des Kölner Freigrafen,
des Heyse von Kerstlingerode, welche letztere außerdem auch my hat,
findet sich diese vocalische Form also einmal für Halberstadt neben
zahlreichem gik und dreimaligem juk, fünfmal für das Kloster Huys-
burg, dreimal für Goslar neben einmaligem gik, viermal für Braun-
schweig neben öfterem gik, einmal für Ilsenburg neben dreimaligem
juck. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß ju der Mundart
unseres Sprachgebietes nicht angehört, sondern aus der mittel-
niederdeutschen vSchriftsprache in die Urkundensprache hinüber-
genommen ist.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 151
3. Toulanges a für ö.
Im Meklenburgischen spricht man heute statt des tonlangen ö
ein ä. Dieses a zeigt sich seit etwa 1400. „Seit der Mitte des 15. Jahr-
hunderts nimmt diese Neigung (o in a zu dehnen) immer mehr zu,
so daß in der letzten Hälfte desselben a und o in buntem Wechsel
mit einander um den Vortritt streiten, bis im folgenden Jahrhundert
das o anfängt zu verschwinden" '). Wie weit dieses tonlange a heute
nach Süden reicht, weiß ich nicht; dem Grebiete des niederdeutschen
Harzes und nördlich bis Fallersieben, Braunschweig, Hildesheim ist
es fremd, ebenso der Altmark. In den Urkunden findet es sich daher
nur vereinzelt. Halberstadt 1421 (Seh. Nr. 771) hevalen; 1452 (Seh.
Nr. 970) dranen; 1457 (Seh. Nr. 992) apenhar; 1485 (Seh. Nr. 1112)
ape7ibar\ 1491 (Seh. Nr. 1176) xtpgenamen-. Regenstein 1431 (Seh. Nr. 844)
apenen, apenbav] Hoym 1443 (Seh. Nr. 943) strame-^ Ilsenburg 1482
(Jac. Nr. 364) nnvorhraken\ 1483 (Jae. Nr. 367) gadeshuszes, auergeuen,
warnen; 1520 (Jac. Nr. 548) aueranttvorden; 1483 (Jac. Nr. 367) de
Voszhaler, Flurname. Auch canvente, caventes findet sich (Seh. Nr. 844)
und gebmvet für gebmoet (Seh. Nr. 1176, oder lid. '?). Dieses tonlange
ä für ö stammt also aus den nördlichen Gegenden Niederdeutschlands,
ging in die mnd. Schriftsprache über und gelangte von dort in die
Urkunden.
4. ane = ohne.
Das Gebiet der Urkunden kennt heute kein dne, sondern nur
ein dne = ohne. Ahd. äna; mhd. a«e; alts. äno; altn. an; altfries.
dni, one, on, dne, dw, mnd. dne; göttingisch-grubenh. dne, gew. dne;
altmärk. aon; westph. ane] im Laiendoctr. 159: 7iicht Ön. Die Ur-
kunden bieten abweichend von der heutigen Mundart, wie es scheint,
nur a?ie. Daß dne aus dem Hochdeutschen in die Mundart einge-
drungen sei, ist nicht anzunehmen, wir haben uns vielmehr zu denken,
daß es nie schriftniederdeutsch geworden ist. Hier mag zu Gunsten
des ane das Mittelhochdeutsche mitgewirkt haben.
5. oder.
In den heutigen niederdeutschen Mundarten finden sich für 'oder'
verschiedene Formen; es lautet im Göttingisch-Grubenh. ör, häufig
auch oder (Schamb.), im Westph. äder, är (Woeste), im Altmärk, edder,
nicht mehr viel im Gebrauch (Danneil) , in und um Hamburg eddei'
(Richey), im Gebiete der Urkunden oder. Alts, eftho; mnd. 1. edder,
odder, 2. eft{e), oft{e), aß{e), ift) ahd. oder; gemeinmd. ader; thür. edir,
') Lübben, Mnd. Gr. S. 15.
152 ED. DAMKÖHLEE
eder) in Ripuarien, seltener im Mosellande, einzeln im Engersgau
neben ode das alts. etho^). In den Urkunden begegnen die Formen
adir, ader, adder, eder, edder, yder, odev^ efte, ifte, ofte.
Halberstadt 1289 ader, eder. 1319 eder. 1320 edder und öfter.
1552 odfir, edder, eder. 1360 oder. 1361 edir, oder.
1497 ifte. 1499 adder. 1500 adder, edder, efte.
Magdeburg 1315 odir, adir, ader. 1351 oder.
Regenstein 1321 oder. 1349 eder. 1328 qfte.
Blanken bürg 1367 eder.
Aschersleben 1326 eder.
Wernigerode 1332 oder, eder. 1339 eder. 1351 eder.
Ilsenburg 1358 oder. 1376 yder. 1399 eder. 1401 eder. 1403 oder.
Quedlinburg 1343 edder.
Braunschweig 1351 eder. 1498 ofte 1500 ofte.
Goslar 1351 oder.
Helmstedt 1351 eder.
Hadmersleben 1351 adder.
Croppenstedt 1352 eder, oder.
Groningen 1363 oder.
Diese urkundlichen Formen stehen zu der heutigen Mundart im
grellen Gegensatze, und niemand wird versucht sein zu glauben, daü
sie alle in dieser bunten Mannigfaltigkeit in der Mundart neben ein-
ander bestanden hätten, so wenig wie sie es heute thun; sie werden
auch ursprünglich landschaftlich oder dialektisch verschieden gewesen
sein, oder ist zwar nicht die häufigste Form in den Urkunden, kommt
aber so ziemlich im ganzen Gebiete vor und stimmt auffällig mit dem
heutigen Gebrauche. Nur diese darf als die echt mundartliche ange-
sehen werden, die anderen sind entlehnt.
6. von.
'Von' lautet ahd. fotia:, mhd. von; uid. van:, alts. fan, fon\ ndl-
van:, ostfr. van; westfr. van; westph. van; altm. van; mnd. va^i, selten
von, doch führt das mnd. Wtb. kein Beispiel mit von auf; satl. fon:,
afries. fan', fon ; hoy. vun ; nordditm. vun ; göttingisch-grubenh. von ;
hildesheimisch von; im Gebiet der Urkunden von. So sind heute von,
van, vun landschaftlich und dialektisch verschieden. In den Urkunden
sind van und von fast gleich häufig und wechseln bisweilen in der-
selben Urkunde. Daß sie beide in der Weise, wie sie in den Urkunden
auftreten, zu deren Abfassungszeit auch in der Volksmundart neben
») Weinhold, Mhd. Gr. §. 314.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENMURG etc. 153
einander bestanden hätten, läßt die heutige Mundart wenig wahr-
scheinlich erscheinen. Die mittelniederdeutsche Schriftsprache hat ihre
eigentliche Heimat mehr im nördlichen oder nordwestlichen Nieder-
deutschland- das Gebiet der Urkunden hat ihr wenig Material ge-
liefert. Daher ist van echt schriftniederdeutsch geworden, zumal da
es mit dem Mitteldeutschen übereinstimmt, von ist dialektisch geblieben
und tritt mehr in den Urkunden auf. — van in den Urkunden ist
Entlehnung.
1. un â– =^ ihnen, uren â– == ihren.
In einer Urkunde des Hermann und Nicolaus von Orsleben (ver-
muthlich das heutige Ohrsleben östlich von Jerxheim) Bürgers zu
Halberstadt, vom Jahre 1349 (Seh. Nr. 483), steht un — ihnen und
uren = ihren, Dat. PI. Diese Formen sind ganz vereinzelt 5 am nächsten
scheinen die heutigen lippischen Formen wr, Dativ Sing. =r ihr und
ünen = ihnen*), ferner üöne am Solling'^) zu stehen, die auch im
Mittelniederdeutschen bereits vorhanden gewesen sein können. Oder
sind es mitteldeutsche Formen? Im Ripuarischen und Thüringischen
erscheinen un, un, une , ume; ure, uri, ur, urre^) Vgl, «r, wn, Urtier
in der heutigen Ruhlaer Mundart*). Fast möchte ich mich für letzteres
entscheiden.
8. Wechsel von ü und 6.
Alts, ö (uo), germ. 6, ahd. uo entsprechen in den heutigen nieder-
deutschen Mundarten folgende Laute:
1. im Altmärkischen (Danneil), in und um Hamburg (Richey).
2. au, im Gebiete unserer Urkunden und in dem übrigen Theile
des mik-GehieteSj ferner meist in den meklenburgisch-vorpommerschen
und hinterpommersch-preußischen Mundarten ^) und im Westphälischen
(Woeste).
3. ü, im Niederrheinischen und in den holländischen Mundarten,
z. B. tu = zu, dun = thun, güds müds = gutes Muthes**).
4. Su, im Lippischen').
Im Mittelniederdeutschen stehen ü und ö neben einander. Übri-
gens ist dieser Wechsel des ö mit il '= uo nicht überall in gleicher
Stärke aufgetreten ; seinen hauptsächlichsten Sitz hat er in den mittleren
1) Hoffmann, a. a. O. §. 17 c.
') Jellinghaus, a. a. O. 6.
») Weiuhold, Mhd. Gr. §. 458—461
') Regel, Ruhlaer Mundart, S. 96, 2.
^) Jellinghaus, a. a. O. S. 24 u. 30.
«) Jellinghaus, a. a. O. S. 8.
') Hoffmann, a. a. O, §. 28.
154 ED. DAMKÖHLER
und östlichen Gegenden'). Ebenso im Alts., z. B. don, doan, düan,
duon\ besonders hat der Cottonianus gern uo, der in anderer Mundart
geschrieben ist als der Monacensis''). Ich nehme an, daß alts. uo
und ebenso dialektisch verschieden waren, wie sie es heute sind.
Dem uo wird das heutige ü im Niederrheinisclien und Holländischen,
dem o das heutige ö und daraus mit Lautwandel au entsprechen.
Oder ist au nicht aus o hervorgegangen? Es scheint mir nicht auf
Zufall zu beruhen, daß ü sich heute gerade da findet, wo auch t, ie
= alts. 10, ia, ie herrscht.
In den Urkunden steht meist o, daneben erscheint u, u, oft im
Wechsel mit ö, oi, oe.
Halberstadt : tti, stules, gutUken, genug, müde, bruders.
Hoym : ik du, tu, gcrured, dun.
Quedlinburg: gudern. stules.
Regenstein: gudere.
Aschersleben: tu, vormuden, dun.
Ilsenburg: verwüsten, tue, genüge, guder, jjluchginges.
Magdeburg: vorsuken, furende.
Hadmersleben : tu, dun.
Ohrsleben: hruder, tu, wukere.
Heute herrscht hier au mit wenigen Ausnahmen, die sich aus
dem Hochdeutschen erklären lassen: gut, aber noch göiet bei Königs-
lutter; güts miits, aber stets mek is schlecht te maue, einen toat än-
mauen svi. Daher ist es mir unzweifelhaft, daß die Formen mit n
in den Urkunden dem Dialekte dieses Gebietes nicht angehört haben
können. Es liegt nahe, sie für niederrheinisch oder holländisch zu halten.
Aber auch mitteldeutscher Einfluß scheint mir nicht unmöglich,
spricht man doch heute noch im Osterländischeu und Dessau-Herz-
bergischen dun^). Für das Mittelalter sind Formen wie dun, gude
belegt *).
Statt ö oder ü erscheint öfter auch ow und einige Male ow.
Halberstadt 1453 koudael, kowdael. 1464 guldehouk.
Braunschweig 1498 bouke.
Ilsenburg 1482 Schoiiwen, Schouwessche. 1494 kowhovede. 1498
brouke, fouwre = Fuhre, daneben voer. 1502 nouchsamen,
brouk. 1503 brouke. 15Ö8 flouchginges , brouke. 1549 brauck.
') Lübben, Mud. Gr. §. 23.
*) Heyne, Vorrede zum Heliand.
') Franke, der obersächsische Dialekt, S. 11.
*) Weinhold, Mhd. Gr. §. 173; Franke, der obersächs. Dialekt, S. 31.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc I55
Wernigerode 1498 steynbrouke.
Goslar 1497 bouk.
Lübben äußert sich über dieses ou folgendermaßen: „In den
Handschriften (meist aus jüngerer Zeit) findet sich auch wohl einzeln
das lange geschrieben ou, z. B. oitk, dout {faciunt) houk, kouke,
moude u. a. Diese Schreibung ist schwerlich als Hinneigung zum
Hochdeutschen noch auch als echter Diphthong aufzufassen, sondern
sie constatirt nur die breitere, gezogene Aussprache des jeweiligen
Schreibers — ähnlich wie bei dem nachschlagenden i — die wir ja
noch täglich aus dem Volksmunde hören können"'). Zunächst ist zu
bemerken, daß = germ. ö, ahd. uo von = germ. au durchaus
zu scheiden ist. Sodann glaube ich nicht, daß die Schreiber feinere
Nuancen in der Aussprache auch in der Schrift zum Ausdruck ge-
bracht haben. Dazu war eine genaue Kenntniß des Dialektes erfor-
derlich, die wir gewiß nicht immer bei den Schreibern voraussetzen
dürfen, und die Schrift auch zu constant. Wenn daher Abweichungen
von der üblichen Schriftsprache erscheinen , so dürfen wir eher auf
erhebliche Unterschiede der Dialekte als auf bedeutungslose Nuancen
der Aussprache gefaßt sein. So sehe ich meinestheils in dem ou den
Vorläufer des heutigen mi, d. h. die wirkliche Mundart unseres Ge-
bietes. Was die Aussprache des ou anlangt, so glaube ich, daß sie
der des heutigen au sehr nahe gekommen ist. Dies scheint mir durch
die Schreibweise hraick 1549 statt des üblichen brouk, unrauioe 1480
statt unrouioe bestätigt zu werden. Während um Blankeuburg au wie
das hd. au in blau lautet, hörte ich aus der Gegend östlich von
Helmstedt einen Laut, in dem sich das a etwas nach ä senkte: däun.
Doch weiß ich nicht, ob dies allgemeine Volksaussprache oder nur
eine Besonderheit der betreffenden Frau war, von der ich es hörte. —
Die Schreibung 010 halte ich nur für eine graphische Verschiedenheit
von ou.
Noch käme das Alter des Lautes ou in Betracht. Darüber läßt
sich wenig sagen, ehe man nicht darüber im Klaren ist, ob ou durch
Lautwandel aus entstanden ist. Meine Ansicht hierüber will ich
nicht zurückhalten. In der Halberstädter Urkunde von 1453 kommt
dreimal koudael, einmal koiudael, niemals kodael vor. Die in der
Urkunde angeführten Zeugen sind Männer im Alter von über sechzig
und siebzig Jahren und stammen aus der Umgegend von Halberstadt,
aus Langenstein und Groningen, zwei andere, wie es scheint, aus
» Lübben, Mud. Gr. §. 23.
156 ED. DAMKÖHLER
Halberstadt selbst. Sie haben seit 40 bis 50 Jahren im koudael ge-
arbeitet und wissen von denen, die vor ihnen im koudael gearbeitet
haben, über denselben zu berichten. Hieraus scheint mir hervorzu-
gehen, daß koudael allgemeine Benennung war, daß kodael nicht ge-
kannt wurde, ou würde demnach schon um 1400 vorhanden gewesen
sein. Wenn ferner ou sich gern in dem Worte bi'ouk findet, so ist zu
bedenken, daß dieses Wort wie heute, so auch sicherlich schon
früher als Name, als Flurname gebraucht wurde und als solcher nicht
leicht aus seiner volksthümlichen Gestalt in die schriftniederdeutsche
Form umgeschrieben wurde. Ahnlich verhält es sich mit plouchginges
und fouwre. Diese Erwägungen deuten auf ein noch höheres Alter
des Lautes ou hin.
9. Wechsel von o und ou (au).
Alts, ö z=: germ. au entsprechen in den heutigen niederdeutschen
Mundarten folgende Laute.
1. ö, im Niederländischen und im Gebiete der Urkunden, z. B. ok.
2. rt, im Göttingisch-Grubenh.
3. au, im Lippischen, z. B. auk.
4. ou, im Ditmarschen, z. B. groude.
5. ue, im Niederrheinischen, z. B. duet.
Die Urkunden bieten o, oi, ou, au, oe, wovon o am häufigsten
ist. ouk: Halberstadt 1474, 1484, 1495. Regenstein 1431. auck: Ilsen-
burg 1476. auch: Ilsenburg 1535. oick: Ilsenburg 1514. noit: Wer-
nigerode 1427, Halberstadt 1443, 1485, 1500. groit: Halberstadt 1424,
1500. doire: Halberstadt 142 L broit-. Halberstadt 1500. doit: Halber-
stadt 1480 u. a. m. loen, noeth, groeth: Halberstadt 1507. o und oe be-
zeichnen wohl denselben Laut, das nachgeschriebene e nur Dehnungs-
zeichen '). ou läßt sich dem lippischen au vergleichen, doch auch
hochdeutscher Einfluß ist möglich. Für oi bieten die heutigen nieder-
deutschen Mundarten nichts Analoges, wir werden es ohne Bedenken
für mitteldeutsch halten dürfen, wo es sehr oft begegnet'^). Demnach
bleiben nur o und oe, als der Mundart des Gebietes der Urkunden
eigenthümlicli, übrig.
10. ? statt e.
1. Im Meklenburgischen werden vor in- oder auslautendem r
alle e, unbekümmert um die Vocalreihe, welcher sie angehören, seit
Ende des vorigen Jahrhunderts in i verwandelt ; also ivir = ich wäre,
') Lübben, Mnd. Gr. S. 30. Tümpel §. 30 erklärt es für Vocalnachschlag.
■') Weinhold, Mhd. Gr. §. 123.
MUNDART DER URKUNI>EN DES KLGSTERS ILSENBURG etc. 157
Irste = der erste*). Wie weit dieses t nach Süden reicht, weiß ich
nicht; um Helmstedt spricht man e, ein einziges Mal hörte ich iren
= Ernte, wo t für gedehntes e steht. Dieses e reicht bis au das
thüringische Gebiet. Auf dem Harze und in den Ortschaften Timmen-
rode, Wienrode, Kattenstedt, Blankenburg spricht man das gedehnte
e = ae (e)\ wahrscheinlich durch Einfluß des Hochdeutschen. Die
Urkunden haben neben den Formen mit e oder ei mehrfach solche
mit i (ie), z, B. irste (i = germ. ai), Halberstadt 1377, Blankenburg
1367, Quedlinburg 1404, Hoym 1443. wiere (t-Umlaut von ä), Halber-
stadt 1339, 1358 (daselbst emcere). Vielleicht gehört hierher auch der
Ortsname Wirstedt 1311 = Wehrstedt, nordöstlich von Halberstadt
gelegen. Es spricht nichts dafür, daß diese Formen im Volksmunde
unseres Sprachgebietes vorhanden waren; sie werden entlehnt sein,
und da scheint das Meklenburgische am nächsten zu liegen. Doch
könnten es auch mitteldeutsche Formen sein ; im Ripuarischen erscheint
ierste, wier^), und das Obersächsische hat heute noch sire, loire^).
2. Die 3. Pers. PI. Präs. von 'sehen', aJts. sehan, lautet bisweilen
.st7j, sien, syeu, z. B. Magdeburg 1315, Ilsenburg 1376, Halberstadt 1358,
1360, 1400, 1447, Regenstein 1426, Hoym 1443 qfergesin = gesehen.
Heute ist nur sein, esein üblich. Aber im Holländischen heißt es zien,
geziert. In Ripuarien gesien^) und im heutigen Nordthüringischen sien,
gesien. Entlehnung kann kaum zweifelhaft sein • es fragt sich nur,
woher entlehnt ist. Ich meinestheils vermuthe Entlehnung aus dem
Mitteldeutschen, und zwar deshalb, weil ich die Formen schin = 3. Pers.
PL Präs. von 'geschehen' und geschin = Ptc, von 'geschehen', ahd.
skehan, die mehrfach vorkommen, z. B. Halberstadt 1339, 1380, 1467,
1367, Quedlinburg 1422, Croppenstedt 1352 nur aus dem Ripuarischen^)
und dem heutigen Nordthüringischen belegen kann**).
3. i, ie an Stelle des heutigen ei, des mnd. e oder ei, des got.
ai erscheint noch in Regenstien (got. staitis) in einer latein. Urkunde
von 1211, in vie Halberstadt 1369, vienamen Goslar 1351 (got. faihu\
mhd. vehe, vihe; md. ve, vie)', in ßisch, flischschernen Halberstadt Seh. I,
S. 574, in ni7ie =: kein. Es ist schwer zu sagen, ob dieses t jemals
der Volksmundart unserer Gegend angehört hat. Eine Stütze könnte
') Nerger, Grammatik des meklenbuigischen Dialektes S. 132.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 114.
') Franke, der obersächs. Dialekt S. 16.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 113.
") Weinhold, Mhd. Gr. §. 113.
*) Schnitze, Idiotikon der nordthüringischen Mundart S. 52.
158 ED. DAMKÖHLER
es vielleicht in dem heutigen inzich = einzig finden, das in der Ver-
bindung ein mziges mal vorkommt; doch ist mir der Entwicklungs-
gang e, t, ei unwahrscheinlich. Dieses i wird einem anderen Dialekte
angehören *).
4. In Betreff der redupl. Verben fehlte es Tümpel ^) an genügen-
den Beispielen für den Übergang von e zu ?. In den Urkunden findet
sich enhilden, Halberstadt 1439; aher enheüde, Halberstadt 1370 — 1400
(Seh. I, S. 574) und heylde, Halberstadt (Seh. I, S. 573). Heute heißt
es um Blankenburg heilte. Auch dieses i halte ich für mitteldeutsch,
ripuarisch hielde^).
11. hike und hek.
Oben hatte ich bereits bemerkt, daß im westharzischen Sprach-
gebiete heute hike, westph. hieke, im ostharzischen dagegen hek üblich
sei. Die mit diesem Worte gebildeten Ortsnamen lauten hier meist
auf -ke aus in der heutigen Mundart, z. B. Walpke = Walbeck,
Waupke = Wobeck, Harpke = Harbke, Str'&pke = Ströbeck. In den
Urkunden habe ich außer in Ortsnamen nur heck oder heke gefunden,
z, B. allerheck, hasseheke 1383. Die Ortsnamen zeigen bald hike, hik,
bald heke, hek. Einmal begegnet heikel Westerheike 1504, Drübeck
lautet Druheke 1154, Druhiche 1086, Drubike 1211, Druhigk 1477,
Druhike, Druheke 1514, Druhke 1484, Druhig 1525, Thruhiki, Thru-
hiche 1136. Daß diese verschiedenen Schreibweisen nicht Ausdruck
derselben Volksmundart sein können, ist klar; einige können nicht
einmal als niederdeutsch gelten. Es handelt sich hauptsächlich um
das Verhältniß von hike zu beke, hek. Nimmt man an, daß hek, heke
aus alts. hiki entstanden ist, so würden die Urkunden ergeben, daß
bereits um 1154 der Lautwandel von i zu e wenigstens theilweise er-
folgt war. Nun wissen wir aber, daß heke weit älter ist, folglich
müßte jener Lautwandel ebenso alt sein. Auffällig und mir unwahr-
scheinlich ist das Fortbestehen des hike neben beke bis in das 16. Jahr-
hundert. Ich kann nicht glauben, daß der Kampf um die Alleinherr-
schaft der einen oder anderen Form so lange gedauert habe, nehme
vielmehr an, daß neben alts. hiki ein dialektisches heki bestand, dem
das heutige bek(e) entspricht, wie o neben iio, eo neben io, daß mit-
hin die hike der Urkunden nicht der Mundart des östlichen Sprach-
gebietes angehören.
') Aus Ripuarien Engelstien, Miene belegt. Weinhold, Mhd. Gr. §. 114. Richey
bat in seinem Wtb. nin = kein.
^) a. a. O. §. 33, III, 2.
^) Weinbold. Mbd. Gr. §. 115.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 159
12. Got. cd.
Gotischem ai entspricht:
1. Im Alts, e: siaet, hred, mer, het, weh, del, en, ben.
2. Im Mnd. e und ei: heu und hein, del und deil, hrede und hreide.
„ei findet sich meist zu e verdichtet ; nur in einigen Wörtern
findet es sich ausschließlich oder doch nur äußerst selten im Wechsel
mit e; in anderen ist ein steter Wechsel zu finden, jedoch bevorzugt
ein Schriftsteller, je nach seiner Gewohnheit, mehr die eine oder die
andere Form"^).
3. Im Westphälischen e: ben^ hred, del, het, wek.
4. Im Lippischen ai oder oeu, doch so, „daß die betrefi'enden
Wörter entweder den einen oder den anderen Diphthong, aber stets
nur denselben in dem einzelnen Worte haben"**): sivait, lait, mair,
brait\ hoeut, xooeuk, doeul, boeun.
5. Im Göttingisch-Grubenhagenschen ei und e: heit und het, del,
beinig, weih.
6. Im Altmärkischen e: ben, bret, del, het, toek.
7. Im Meklenburgischen ei: hein, deil, heit, sioeit.
8. Im Gebiete unserer Urkunden ei (= ai): bein, breit, deil, heit,
tveik; eine Ausnahme machen klet, stvet, sxoeten.
Die heutigen nd. Mundarten zeigen eine gewisse Gesetzmäßig-
keit, indem sie entweder e oder ei (ai) gebrauchen. Über das Ver-
hältniß des lipp. oeu zu den übrigen Lauten kann ich nicht urtheilen.
Wo zwei Laute als Vertreter des got. ai vorkommen , werden sie
nicht willkürlich für einander gesetzt, außer im Göttingisch-Gruben-
hagenschen, was mir jedoch noch der Aufklärung zu bedürfen scheint,
sondern das eine Wort hat nur diesen, das andere nur jenen Laut.
Wem eine Mundart Muttersprache ist, der wird das ganz natürlich
finden, er müßte sich wundern, wenn es anders wäre; in der Mundart
herrscht durchaus Gesetzmäßigkeit. Im Mittelniederdeutschen und
auch in den Urkunden ist diese Regelmäßigkeit nicht zu finden. Hier
haben dieselben Worte, bisweilen in derselben Urkunde, bald diesen,
bald jenen Laut. Den Grund hiervon in der Gewohnheit der einzelnen
Schreiber zu sehen, ist mir unmöglich, vielmehr bin ich geneigt
auf Grund der heutigen Dialekte dialektische Verschiedenheit anzu-
nehmen. Es ist im Grunde ganz gleichgiltig, ob ein Schreiber sich
einer bestimmten Mundart bedient hat oder nicht. Es handelt sich
') Lübben, Mnd. Gramm. §. 28.
'') Hoffmaun, Die lippischen Vocale §. 26.
160 ED. DAMKÖHLER
hier um die Möglichkeit des willkürlichen Gebrauches verschiedener
Laute in demselben Worte in der Volksmundart. Diese Möglichkeit
muß ich entschieden in Abrede stellen.
Caspar Abel, geb. 1676, gest. 1763, tadelt es sehr, daß man das
dialektische ai für e gebraucht und bemerkt: „Es ist eine Schande,
daß man in Plntt-Teutsche Gedichte die garstigsten Dialectos der
Bauren zusammenschmiert"'). Dieses breite ai für e wird Abel, der
aus der Altmark stammte, aber später in Braunschweig, Helmstedt
und Halberstadt lebte, eben hier auch genug gehört haben. Zugleich
ergibt sich, daß er eine über den Dialekten der Bauern stehende
Schriftsprache kennt und verlangt, daß man sich ihrer bediene. Dieser
war unter Anderem auch e für ai eigen. Nun findet sich aber in der
Schriftsprache ai nicht, sondern ei, mithin wird letzterer Laut nicht
dem e ähnlich gewesen sein, sondern dem heutigen ai entsprochen
haben, wenigstens sehe ich keinen Grund zu der Annahme, daß sich
ai erst seit der Zeit des Mittelniederdeutschen aus ei entwickelt haben
soll, da es doch im Gotischen bereits voi'handen ist. Da nun schon
in den ältesten Urkunden ei neben e erscheint, z. B. Halberstadt 1319 :
einander, voreinet, meinheit, heider ; 1320: endrechtikeit , ghemenSj eyne.
Regenstein 1321: Reghenstein, eghen, eyneme. Michaelstein 1323: stene,
ghemene, eghene, so glaube ich daraus mit Sicherheit folgern zu dürfen,
daß schon damals der dialektische Unterschied zwischen e und ei {ai)
bestanden hat, daß die Formen mit e in den Urkunden nicht der
Volksmundart Unseres Gebietes angehört haben.
13. ei an Stelle eines kurzen e.
Als Vertreter eines kurzen e findet sich ei mehrfach. In einer
Urkunde der Grafen Kourad und Dietrich von Wernigerode vom Jahre
1385 steht gheweyst. In einer anderen des Hans Wetterhahn, Bürgers
zu Wernigerode vom J. 1480 steht Weyderhane, leysen = lesen, weygen
= wegen, beleygeti = belegen, Rammesbeike =â– Bach. Aber in einer
Urkunde desselben Hans Wetterhahn vom J. 1482 steht Wederhane,
lesenn, heleghen, Ramsbeke. Halberstadt 1289 (Urk. d. B, Volrad)
weissenwass = Wiesenwachs, vorreikung des tollen'^ 1377 leydich\ 1394
utreiken, veile = viel; 1407 eydelen = edeln; 1410 reiken\ 1417 geweysen;
1430 eyne statt en = nicht; 1481 weysen = sein. Abbenrode 1522
steyde = Stätte. Ilsenburg 1542 deyn = den. Deersheim 1462 eyn =
nicht, eyn bouen = enboven. Die heutige Mundart unseres Gebietes
scheint ei für e nicht zu kennen. Nur aus Mörse^ südlich von Fallers-
') Niederd. Jahrbuch VIII, S. 14.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 161
leben ist mir rotkeilike = Rothkehlchen bekannt'*). Sonst hat sich
altes e entweder gehalten oder ist zu e und e (ae) gedehnt z. B.
eii?esen um Braunschweior; lesen um Blankenburg und anderwärts aber
in Derenburg und Umgegend noch mit Vocalkürze leschen-, weder =
Wetter, wejen-, wese in Cattenstedt bei Blankenburg nur noch in loesen-
kemmel = Wiesenkümmel, sonst stets ivische. eioest um Blankenbur"-
ebenso edel oder el in ellof = Edelhof, elman = Edelmann, rekken =
reichen. Ob die nd. Mundarten Belege für obiges ei bieten, weiß ich
nicht. Schambach führt in seinem Idiotikon ein holl. reiken an. Viel-
leicht haben wir es mit mitteldeutschen Formen zu thun; Weiuhold
führt unter zahlreichen Beispielen mit ei für e und e auch eidel, qe-
tceist, loeigen, leisen an''). Tümpel nimmt Vocalnachschlag an und
findet ihn besonders im Südwesten des nd. Sprachgebietes^). Sollte
dieses ei wirklich niederdeutsch sein, so glaube ich es einem anderen
Dialekte als dem des Gebietes der Urkunden zuweisen zu müssen.
14. voyr.
In einer Ilsenburger Urkunde vom J. 1504 findet sich voyr Vier'
statt des üblichen veyr, veer, vier. Diese Form steht ganz vereinzelt,
und ich wüßte nichts ihr Ahnliches beizubringen; sie läßt sich höch-
stens mit engl, foyr vergleichen, voyr könnte für vor stehen, wie doin
für don etc., aber auch so ist diese Form dem heutigen Dialekte
fremd. Oder liegt ein Schreibfehler vor?
15. gewisen.
In der schon mehrfach angeführten Urkunde des Bischofs Volrad
von Halberstadt vom J. 1289 steht gewisen = gewesen. Diese Form
findet sich sonst in den Urkunden nicht und ist auch dem heutigen
Dialekte um Halberstadt fremd. Vielleicht ließe sich lippisches hinkst
= Hengst vergleichen , doch darf auch auf das Mitteldeutsche hinge-
wiesen werden, wo i für e nicht selten isf*).
16. ei an Stelle von ä.
Auffällig sind mir einige Fälle, in denen ei an Stelle eines langen
ä steht. Zwar bietet die heutige Mundart östlich von Schöningen ein
Beispiel; der Ortsname Bädeleben wird hier Baile gesprochen, aber
ich weiß nicht, ob dieser Fall beweiskräftig genug ist für die in den
Urkunden vorkommenden Formen, die sich in der heutigen Mundart
eben nicht zu finden scheinen. Halberstadt 1395 seite ive = saßen
') Deumeland, Ilapütjen ut mienen Blaumcnjaliren, S. 409.
'> Mhd. Gramm. §. 104 u. §. 105.
3) a. a. O. §. 19.
Weiuhold, Mhd. Gr. §. 39.
(JEKMANIA. Neue Keihe XXm. (XXXV.) .lulirs,'. ] J
162 ED. DAMKÖHLER
wir, mnd. säten oder seten'^ 1415 neiher = Nachbar, auch neist für
negest, nagest, nast ist hierher zu rechnen. In der heutigen Mundart
lauten diese Formen säten, näwer, nechste oder nechste. Aber das Lip-
pische hat ai: gnaidich, naijer == näher, schaiper = Schäfer'); auch
das Mitteldeutsche bleibt zu berücksichtigen^). Westph. neist = nächst.
Schamb. wi selten.
17. ö an Stelle von ä.
Ilsenburg 1526 nogest für nagest. Halberstadt 1467 utsproke, 1483
sproke. Die heutige Mundart hat meines Wissens ein solches 6 nicht,
dagegen das Lippische: sproke, wo = nahe, swor etc. ^). Ferner kommt
ö für ä vor im Mitteldeutschen, „Unendlich verbreiteter, eine gemein-
md. Wandelung, ist ö für «"*).
18. ö für a.
Der Übergang von a zu o, o vor It und p findet sich heute nicht
bloß im Gebiete unserer Urkunden, sondern in fast allen nd. Mund-
arten: alt, kolt , solt, mölt, loolt, — schop. Die Urkunden bieten ein
solches aber auch vor anderen Consonanten: over = aber Halberst.
1343, Quedlinburg 1343. Michaelstein 1323. mocht neben macht Wer-
nigerode 1406. Wenn in den letzteren das o volksthümlich gewesen
ist, warum hat es sich dann nicht gehalten wie in den übrigen Worten,
sondern ist zum ursprünglichen d zurückgekehrt? Besser empfiehlt
sich wohl die Annahme der Entlehnung, over findet sich als ober,
öwerst in der Lüneburger Heide ^). Für mocht fehlt es mir an Belegen.
19. dregen.
Im Mittelniederdeutschen begegnet mehrfach dregen für dragen =
tragen und so auch in unseren Urkunden, Wernigerode 1406 der Inf,
dregen, 1401 Ptc. vordregen. In der heutigen Mundart herrscht nur
dran oder, wie auf dem Harze, dragen, aber afries. draga, drega'^ satl.
drega', westph. dregen. Will man nicht etwa annehmen, daß dregen
neben dragen bestanden habe, aber mit der Zeit ausgestorben sei, so
liegt es nahe, dasselbe für fremddialektisch zu halten.
20. Participiales ge.
In Betreflf des ptc. ge scheiden sich die heutigen nd. Mündarten
in solche, die dasselbe ganz entbehren, und solche, die statt ge nur
ein tonloses e haben. Zu den letzteren gehört das Gebiet der Ur-
») Hoffmann, a. a. O. S. 22 c. y.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 106.
^) Hoffmann, a. a. O. §. 24 a und b.
') Weinhold, Mhd. Gr. §. 80.
■'') Krüger, Übersicht der heutigen plattdeutschen Sprache, S. 44.
MUNDART DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 163
künden*). Das ptc. e- erscheint schon im Mittelniederdeutschen: „Ab-
geworfen oder verflüchtigt wird das g im Anlaut in der Vorsilbe ge
(gi), die zu einem bloßen e wird, z. B. eioesen statt gewesen. Doch ist
dies nur landschaftlich der Fall; es erscheint diese Abweichung nur
in den Urkunden (schon des 15. Jahrhunderts) aus den Fürsten -
thümern Göttingen und Grubenhagen, wo es noch heute geschieht,
und aus den angrenzenden Districten""). Die Urkunden bieten neben
unsicheren Beispielen ein sicheres. In den Halberstädter Statuten
von circa 1400, Seh. I, S. 578, zweite Reihe steht gudenoch für gut
genoch. Hieraus ergibt sich, daß man schon damals^ vor ungefähr
500 Jahren, genau so sprach wie heute, abgesehen von dem o. Schon
damals wurde in der Aussprache das ptc. e enklitisch an das vorher-
gehende Wort gehängt, so daß es mit diesem gleichsam verschmolz,
und das t in gut wie in der Flexion zu d wurde. Wie heute güde-
nauch, so erschien damals gudenoch als ein Wort. Welche Zähigkeit
der Mundart! Fünfhundert Jahre haben das tonlose e nicht vernichten
können! Dieses eine Beispiel genügt für die Annahme, daß im All-
gemeinen neben dem e kein ge bestanden hat. In anderen Fällen
wie oppestan, ane worden {dar he jegen se hrochaftich ane tvorden was)
Halberstadt 1423; ophelaten Ihenhixrg 1401, läßt sich zwar das ptc. e
nicht mit Bestimmtheit nachweisen, aber gerade wegen der Seltenheit
dieser Formen möchte ich es doch annehmen. Gewöhnlich heißt es
opgestan, z. B. Halberstadt 1423. In den meisten Fällen erscheinen
die Participien mit ge (ghe) , weniger oft ohne dasselbe, z. B. Magde-
burg 1315 komen^). Auch hier liegt die wirkliche Volksmundart nicht
vor; die Formen ohne Präfix gehören einem anderen Gebiete an,
die mit ge beruhen entweder auf Tradition oder auf md. , respective
hochd. Einflüsse. Sollte nicht auch damals der bäuerische Dialekt für
unschön und platt gegolten haben? Man vergleiche z. B. ein im
Jahre 1654 in Helmstedt gedrucktes Gelegenheitsgedicht, als dessen
besondere Eigenthümlichkeit die Vorsilbe e statt ge von Scheller her-
vorgehoben wird*), mit den noch jüngeren Gedichten Abels, in denen
er ein reines Niederdeutsch anstrebt und ge- gebraucht, das damals
im Volksmunde gewiß nicht mehr vorhanden war.
21. Inlautendes und auslautendes sJc und seh.
Der Lautwandel von sk zu seh erscheint schon frühe. Im Mittel-
') Näheres in meiner Schrift: Zur Charakteristik des nd. Harzes, S. 4 — 6.
') Lübben, Mnd. Gr. S. 55.
') Hier fehlt es doch auch mhd.! O. B.
*) Scheller, Bücherkunde der sassisch-niederdeutschen Sprache, S. 323.
11*
164 EU. DAMKÖHLER
niederdeutschen wechseln im Auslaut s, sk und seh. Lübben meint:
„Es wird in der Schreibung -seh, die auch sonst (nicht bloß im Aus-
laut) mit sk wechselt, wohl nur die Hinneigung zum Zischlaut aus-
gedrückt sein, die natürlich in dem einen oder dem andern Munde
bald stärker^ bald schwächer auftrat" '). In den Urkunden wechselt
sk mit seh. Wernigerode 1332 flesch, Ilsenburg 1384 wysehe, 1419
twisken und twyschen, 1549 wiske u. s. w. Es fragt sich nun, wann
und wo sk zu seh wurde. Daß dieser Lautwandel nicht überall er-
folgt ist, lehrt lippisches twisken, ostfr. tiisken (selten twisken), meklen-
burgisches fisk. Auch darf als sicher gelten, daß diejenigen Mund-
arten, die heute sk haben, dieses auch zur Zeit des Mittelnieder-
deutschen gehabt haben. Darf man nun annehmen, daß die heute
nur seh gebrauchenden Gebiete, also z. B. das Gebiet unserer Ur-
kunden, zur Zeit der Abfassung derselben sk und seh neben einander
hatten? seh ist häufiger als sk, daraus schließe ich den Vollzug des
Lautwandels von sk zu seh. Ein Bestehen beider Laute neben ein-
ander io derselben Mundart ist für mich nur insofern möglich, als
etwa ältere Leute das ältere sk, jüngere das jüngere seh gebrauchten,
wie heutige Mundarten Ahnliches lehren. Ob sich aber aus einer
solchen Annahme alle jene vielen Doppelformen, die in den Urkunden
begegnen , erklären lassen , bezweifle ich sehr. Mir scheint die Mög-
lichkeit nicht ausgeschlossen, daß schon im Mnd. da seh herrschte,
wo es heute herrscht, daß die Formen mit sk den Gebieten angehören,
die es noch heute haben. [Oder historische Schreibung. O. B.]
22. snoder.
Eine auffällige Form ist snoder für snider = Schneider, z. B.
Halberstadt 1380 dreimal in derselben Urkunde. Vielleicht findet sie
aber eine Stütze in dem heutigen lösehen, das in ]\[örse bei Fallersleben
üblich ist^), in Hessen löseken lautet und dasselbe wie lise = leise
zu sein scheint.
23. u für 0.
Im ganzen Gebiete der Urkunden lautet heute Burg = horch,
Bürger = börjer oder gar, wie um Blankenburg, harjer, Wort =
wort, PI. wöre, sie wurden = loorren oder, wie um Braunschweig,
wörren. Diese und ähnliche Worte haben im Mittelniederdeutschen
und auch in den Urkunden meist ein o. Doch tritt dafür oft auch
ein u ein, z. B. Halberstadt 1310 hurghere, 1289 hurgher. Aschersleben
1343 hurgheren, wurden. Halberstadt 1427 bnrgermestern; 1363 wurden
') Mnd. Gramm. §. 35.
■^) Deumeland, Hapütjen ut mienen Blaumeiijaiiren, S. 135.
MUNDAKT DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. 165
— geworden, icürden. -^^ Worten. Got. vaurd, haurgs. alts. loord, bicrg.
Die Formen mit u werden schwerlich dem Gebiete der Urkunden
angehören.
Im vorstehenden Capitel habe ich eine Anzahl von Lauten be-
sprochen, die sich einerseits in der heutigen Mundart des Gebietes
der Urkunden nicht finden, wohl aber in anderen Mundarten; ander-
seits in den Urkunden weniger oft, bisweilen vereinzelt, vorkommen
neben denjenigen, die auch heute noch in der Mundart allein vor-
handen sind. Diese Doppelformen, zunvil in der großen Anzahl, wie
sie in den Urkunden, oft in ein und derselben Urkunde erscheinen,
verdienen Beachtung. Tümpel hat sie zwar auch in seiner Arbeit
meist verzeichnet, ohne indeli Anstoß daran zu nehmen. Die heutigen
Älundarten bestätigen diese Erscheinung nicht, und ich persönlich
stehe durchaus der Ansicht entgegen, daß aus einer Form sich zwei
verschiedene entwickeln können, daß z. B. aus alts. hiodan in der-
selben Mundart bieden und beiden hervorgehen und neben einander
bestehen können. Wenn nun dennoch solche Formen neben einander
in den Urkunden und in der mnd. Schriftsprache erscheinen, so sind
entweder Entlehnungen anzunehmen, und solche habe ich angesetzt,
so weit ich sie aus anderen Dialekten belegen konnte, oder es liegen
verschiedene Formen desselben Wortes vor, wie sie sich zu verschie-
denen Zeiten, also nach einander gebildet haben^ und zwar so, daß
aus der ersten die zweite, aus der zweiten die dritte u. s. w. hervor-
ging, nicht aber so, daß die zweite und dritte direct aus der ersten
sich gebildet hätten. So kann eine ältere Form sehr wohl eine Zeit
lang neben einer jüngeren bestehen. Ob sich hieraus alle Doppel-
formen der Urkunden erklären lassen, bezweifle ich sehr. In diesem
Falle würde die Zeit von 1300 — 1500 als eine allgemeine Übergangs-
periode erscheinen, die wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. Die
Sprache in dem Zeiträume von 1300 — 1500 bleibt sich gleich, ein
Schwinden der einen und stärkeres Hervortreten der anderen Form
ist nicht wahrzunehmen. Außerdem ist die wichtige Frage aufzu-
werfen, in welcher Weise die jüngere Form aus der älteren entstan-
den ist oder entstanden sein kann , wie die zunächst vorausgehende
Form gelautet haben kann oder wird. Eine historische Grammatik
der niederdeutschen Sprache fehlt uns leider gänzlich. Das Mittel-
niederdeutsche kann so, wie es vorliegt, nicht als sichere Vorstufe
des Neuniederdeutschen betrachtet werden ; aus ihm können die vielen
heutigen Dialekte sich nicht direct entwickelt haben : wir sind ge-
nöthigt, mittelniederdeutsche Dialekte anzunehmen. Diese lassen sich
1G6 ED, DÄMKÖHLER
aber nur aus einer Vergleichung der heutigen Mundart mit der Mund-
art der Urkunden aus demselben Gebiete erkennen. Ebensowenig
kann das Altsächsische als gemeinsame Vorstufe des Mittelnieder-
deutschen gelten, sondern es kann nur ein einzelner Dialekt gewesen
sein, den wir freilich, weil uns kein anderer überliefert ist, überall
zur Vergleichung heranziehen dürfen, aus dem aber alle mnd. und
nnd. Dialekte herzuleiten ein großer Fehler sein würde. Ich habe
oben mehrfach angedeutet, wie sich die alts. Vocale theilweise weiter
entwickelt haben könnten: alts. uo = mnd. ü (u) = nnd. ü; alts. io
= mnd. ie = nnd. ie (?); alts. i = mnd. i = nnd. i {ie). Das Nieder-
rheinische würde demnach dem Alts, am nächsten stehen oder directe
Weiterbildung desselben sein. Für das Gebiet der Urkunden glaube
ich einen vom Alts, verschiedenen Dialekt als Vorstufe ansetzen zu
müssen und zu dürfen, dem u, a. o statt wo, eo statt io, e statt i eigen
gewesen sein wird. Durch diese Annahme werden alle jene unbe-
wiesenen und einer natürlichen Sprachentwickelung entgegenstehenden
Zwischenlaute und Übergänge vermieden, die bislang als Nothbehelf
angenommen wurden, z. B. „Wie bei alts. io zunächst eine Con-S|
traction (zu e) und dann eine neue Diphthongierung in der lippischen
Mundart stattgefunden haben dürfte, so ist wahrscheinlich ein ähn-
licher Entwickelungsgang auch bei alts. iu zu lipp. üi eingeschlagen" ').
„Im Mwestph. schließt sich an den Inf. und die dazu stimmenden
Formen das ältere kiesen. Daraus wird dann keesen und kesen und
zuletzt, indem sich ie umstellt, keisen. Durch Umstellung des alten
ia in ai oder äi ist jetzt das Wort kaisen oder käisen entstanden" '^)
u. A. m.
Somit hat die Untersuchung auch in diesem Capitel ergeben,
daß die Urkunden auf keinen Fall den Dialekt des Gebietes, dem sie
langehören, genau wiedergeben, sondern zum großen Theil Formen
anderer Dialekte enthalten. Diese sind aber vielfach Gemeingut der
mittelniederdeutschen Schriftsprache und deuten somit an, wo wir die j
Heimat derselben suchen dürfen. Die Mundart des Gebietes der Ur- i
künden hat von ihren Eigenthümlichkeiten wenig oder nichts für die <
mittelniederdeutsche Schriftsprache beigesteuert. Wo sie trotzdem mit
ihr übereinstimmt, ist es Zufall. Diese Übereinstimmungen, sowie
die Verschiedenheiten innerhalb des Gebietes der Urkunden selbst
(mit Ausschluß des Westharzes) sind in einem besonderen Capitel zu
behandeln, das auch noch manche Nachträge bringen wird,
•) Hofifmanu, a. a. O. §. 111.
') Köne zum Heliand 443.
ML3DÄET DER URKUNDEN DES KLOSTERS ILSENBURG etc. IßT
Die Ergebnisse vorstehender Untersuchung sind also kurz folgende.
1. Westlich der Linie Harzburg — Braunschweig erstreckt sich
heute ein Gebiet bis in das östliche Westphalen hinein, welches sich
durch seinen Vocalismus so sehr unterscheidet . daß es als ein be-
sonderes fengrisches ?; Sprachgebiet gelten muß.
2. Der Dialekt dieses Gebietes hat im Wesentlichen schon zur
Zeit des ^^littelniederdeutschen so bestanden, wie er heute ist.
3. In den diesem Gebiete angehörenden Urkunden findet sich
dieser Dialekt nicht, außer vielleicht in vereinzelten Fällen.
4. Hochdeutsche Elemente zeigen sich in den Urkunden von
Halberstadt, Magdeburg. Blankenburg etc. schon seit 1289.
5. Außer dem Hoch- oder Mitteldeutschen finden sich auch Ent-
lehnungen aus fremden niederdeutschen Dialekten.
6. Die Sprache der Urkunden bietet nicht den Dialekt ihrer
Entstehungsorte, sie ist eine Mischsprache.
7. Die mittelniederdeutsche Schriftsprache ist nicht im Gebiete
der Urkunden von Ilsenburg und Halberstadt entstanden.
Nachträge.
Seite 18, 8. i für ü finde ich für Kattenstedt in einem Namens-
verzeichnisse vom Jahre 1701. Hier ist der häufig begegnende Name
Müller stets Müder geschrieben. Dieser Umstand beweist, daß um
1700 die Aussprache Milder ganz allgemein gewesen sein muß.
S. 2^, 8. Auch Ol ipy) erscheint an Stelle des gotischen o, des
heutigen au: doin Halberst. 1417, Wernigerode 1419, Deersheim 1462.
genoyge Halberst. 1421, oenoicJi Halberst. 1428. moide Goslar 1429,
Halberst. 1442, Kloster Münzenberg 1443. moydes Halberst. 14,39,
Ilsenb. 1526. hrcyyke llsenb. 1507. ploichlikes (Jacobs Nr. 535). Tümpel
hält das i für Vocalnachschlag. Ein solcher ist der heutigen Mundart
fremd. Nur ein matt nachklingendes e hört man wohl bisweilen,
wenn die Leute langsam sprechen und die Laute dehnen. Doch
möchte ich fast daran zweifeln, daß dieses e in der Schrift wirklich
zum Ausdruck gebracht ist. zumal da sich auch nach kurzen Vocalen
ein e findet, z. B. staed, wo es in der Aussprache nicht bestanden
haben kann. Wenn man nun auch in dem Laute oe, der in den Ur-
kunden nicht selten ist, Vocalnachschlag annehmen wiU, so ist doch
der Vocalnachschlag i neben e unwahrscheinlich^ ja ich möchte sagen,
überhaupt nicht niederdeutsch. Auffällig ist femer, daß er nicht
einer bestimmten Gegend anhaftet, sondern sich im ganzen nieder-
deutschen Gebiete findet.
168 G. EHRISMANN
Obwohl sich heute um Königslutter noch ein göijet = gut mit
offenbarem Umlaut findet, möchte ich das oi der Urkunden doch nicht
für Umlaut halten, sondern für mitteldeutsche Schreibweise, in der
oi und oe häufig sind.
S. 33, 16. Nicht hierher zu rechnen ist der Name Scheinich =
Schöningen für Scheningen, vielmehr hat sich Scheinich regelrecht
aus Scahdiigi gebildet, das sich in den Annales Einhardi findet.
BLANKENBUKG AM HARZ. ED. DAMKÖHLER.
AGS. TWEGEN, BEGEN UND EINIGE GER-
MANISCHE VERWANDTSCHAETSBEGRIFFE.
Ags. hegen wird von Holthausen nach Sievers' Vorgang erklärt
als Composition des Zahlwortes mit dem Pronomen *jlno- (P. u. Br.,
Beiträge 13, 372). Dagegen möchte ich folgende Ansicht zur Er-
wägung geben:
Mit dem Suffix gin werden im an. die Dualbegriffe fedgen, Vater
und Mutter, möügen, Mutter und Sohn, systken, Bruder und Schwester,
fridgen, Liebespaar, gebildet (Kluge, Stammbildungslehre §. 68).
Sie werden als Plurale behandelt, sind aber ursprünglich, wie got.
fadrein, an. faäerni, möderni (J. Schmidt, Pluralbildungen S. 14 — 16),
ahd. gestcisterlde etc., collective Neutra Singularis. Fedginit wird
Stjörn 97 sogar als Singular gebraucht; das häufige altdänische sin-
gulare syzkän (syzkyni) jedoch ist jedenfalls von kyn, Geschlecht,
beeinflußt, indem man eine ähnliche Zusammensetzung unterstellte
wie in hicärskyns, 'J)äsky)is, alzkyn.i-^ daneben erscheint auch der jo-
Stamm syzkyni (Wimmer, Navneordenes böjning S. 33 u. 62 f.), im alt-
schwed. systkini, und hier ebenso mSpgivi neben raepgin (E. Brate,
äldre Vestmannalagens Ijudlära S. 67; ob die altschwed. Wörter auch
im Singular vorkommen, kann ich augenblicklich nicht contro Heren),
und so ist vielleicht auch fedginit als ji'ü-Staram zu fassen. Brate nimmt
an, daß die beiden Bildungen mSpgin und mopgini u. s. w. auf einen
noch mit idg. (Z-Suffix, dem nämlichen wie in gr. jtatQtö-, abgeleiteten
Stamm zurückgingen. Aber es ist nicht wahrscheinlich, daß das im
Germanischen ursprünglich überhaupt seltene Suffix d an ein schon
mit zwei Ableitungssilben gebildetes Wort (Guttural -\- ?i-Suffix) an-
getreten ist, zumal in unerweiterter Gestalt — d. h. ohne daß das
betreffende Wort sich der o-, bezw. jo-Decl. anschloß — in welcher
AGS. TWEGEN, BEOEN etc. 169
es überhaupt nie productiv gewesen ist, denn productiv ist es erst
durch Antreten eines Suffixes, z. B. jo, geworden, wie in den mittel-
rhein. CoUectiven auf ze {gevogeke etc.)- Me'pgini kann nun durch
Einwirkung von möpärni neben mapqin entstanden sein. Aber auch
eine nicht durch Analogie hervorgerufene Erweiterung des o-Stanimes
zum _yo-Stamm ist möglich, denn gerade im Altnord, wird jo gern zur
Collectivbildung verwendet.
Die beiden Bestandtheile des Suffixes gin (gmo-) , idg. /c-Suffix,
das Zugehörigkeit bezeichnet, im German. aber auch collectivbildend
ist, und Ino, das für Abstammungsverhältnisse gebraucht wird, finden
sich auch sonst in germanischen Verwandtschaftsnamen : germ. g (//)
in got. broprahans, an. fedgar meiägur (könnte muprkii, Noreen, Germ.
Grundriß I, 486 nicht Dual sein?), vgl. gr. TiKZQixog, (xf]tQix6g; ferner,
alem. gesioistergide. , hier in Verbindung mit dem besonders im mhd.
häufigen ebenfalls collectiven Suffix ide (unmöglich ist die Annahme
Deecke's, die deutschen Verwandtschaftsnameu S. 212, der g =ji' an-
setzt und an Ableitung von einem Verb *geswisterjan denkt ; unerklärt
bei Tobler, über die Wortzusammensetzung S. 44) ; und sunufatarungo
des Hildebrandsliedes, das keinenfalls patronymiscbe Bedeutung â– =
„Leute des Vaters und des Sohnes" haben kann. Suffix Ino ist ent-
halten in got. fadrein, altschwed. und altdän. fäprine, moprine (vgl.
lat. sobrlnus) ; andere w-Suffixe in an. faderni, möäerni (vgl. lat. pater-
nus, maternus), Heliand Gott. V. 1264 gisustruonion (vgl. lat. patrönus,
matrönd). Vereinigung von Guttural- und n-Suffix in lat. patröcmmm.
Die nämliche collective, bezw. duale Function hat nun das Suffix
gin auch in twegen, hegen-, wie feifgin etc. sind auch sie ursprünglich
Neutra Singularis, = ^tivöglnom, ^högtnom. *Twö-, *b5- sind am ehesten
Nomin. Dual. Die Genitive twega, hega sind Neubildungen. — Diese
Erklärung von twegen , begen als ursprünglich collective Substantiva
hat eine Parallele an Meringers Auffassung von got. bajops (Kuhns
Zs. 28, 237 f.). Verwiesen sei auch auf an. eining, Einheit, twenning
Zweiheit, preyining, Dreiheit, welche Zahibegriffe ebenfalls als collective
Substantiva gebildet sind mit dem Zugehörigkeit bezeichnenden
Suffix ing.
PFORZHEIM. G. EHRISMANN.
170 AD ALBERT JEITTELES
PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER.
In der auf Pergament geschriebenen Miscellan-Handschrift der
Innsbrucker Universitätsbibliothek Nr, 364 in 8" befinden sich neben
mehrfachen lateinischen Abhandlungen einige altdeutsche Bestand-
theile: auf Bl. 52* — 60* eine Predigt auf Johannes den Täufer, auf
Bl. 68"— 71" mystische Tractate, auf Bl. 96"— 104" eine Predigt auf
den heil. Bernhard, endlich auf Bl. 188* — 221* das Arzneibuch des
Bartholomseus nebst Anhängen. Mit diesen altdeutschen Stücken habe
ich mich schon zu wiederholten Malen, während meines Aufenthaltes
in Innsbruck und nachmals, beschäftigt, und gestatte mir nun vorläufig
die Mittheilung der ersterwähnten Predigt. Diese letztere ist theils
wörtliche Übersetzung, theils freie Bearbeitung des Sermo in Nativitate
S. Johannis Baptistae vom heil. Bernhard (Patrologia latina ed.
J. P. Migne, Vol. 184, Col. 991 — 1002) und dürfte insofern ein beson-
deres Interesse für sich in Anspruch nehmen.
Ich gebe in Folgendem den getreuen Wortlaut wieder und bessere
nur dann, wenn grobe Verderbnisse den Sinn stören oder offenkundige
Schreibfehler und Nachlässigkeiten vorliegen, selbstverständlich bei
gleichzeitiger Anmerkung des Originaltextes in den Fußnoten. Auch
die Orthographie des Denkmals ist von mir beibehalten worden , mit
Ausnahme jener Vocalbezeichnungen , für welche die Schriftzeichen
(a, d, u, Vy u, V, ü, V, o) in der Druckerei mangeln. Dagegen habe
ich zur Erleichterung der Leetüre die Interpunction und Quantitäts-
bezeichnung durchgeführt, Abkürzungen — ein paar dunkle lateinische
Schriftstellen abgerechnet — aufgelöst, getrennt geschriebene Composita
zusammengezogen.
Die Predigt und ebenso die übrigen geistlichen Stücke der Hand-
schrift, wahrscheinlich noch dem 13. Jahrhundert entstammend, zeigen
unverkennbare alemannische Sprachzüge. Von Wörtern, die in den
mhd. Wörterbüchern fehlen oder darin nur spärlich belegt sind, ver-
zeichne ich: anpetlich (adj., adorandum), beahten (zuweisen, angehören),
erharmherzicli , gruntlos, judischen (judaizare) , kindschuoch, künder,
muozich, rainig, unberich, vertribcer , vile (stf.), vorheraiter, vür varen
in der Bedeutung 'praeterire^, vür keren (m. acc. , überschreiten) , vür
zukken (praeferre) , widerglestig (zurückstrahlend, wiederspiegelnd) ; von
Constructionen : an suochen mit acc. pers. und gen. rei), sich erdenken
mit acc, innen loerden mit der Praep. von.
^ PEEDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER. 171
(52") Sermo in Nativitate Johannis Baptiste.
Johannes est nomen eins. Hiut ist vns ein höber tak erschinen,
der als vil hoeher, als vil loblicher ist vor andren tagen, als vil er vns
bat präht ainen edlern menschen an disiu weit. Hivt ist der geborn,
der ain schin ist aller bailigen, ain ere aller rebter, ain frövd aller
5 engel. Hiut ist der edelst mensch geborn , der näh got vnd näh vnser
frowen üf ertrich ie kom ; er ist der böhgelobte mensch , vnsers herren
mäk, ain fi-iunt des gemahel des almsehtigen gotes. Er ist der allein
der auf erde sinen geliehen nie gewan , der mit besvndrem lob vnd
wirdikait sich gemischet hat in die englischen chcere also, daz sin lop,
10 sin ere, sin wirdikait übertriffet allez daz, daz üf ertrich ie geborn wart.
Wer ist er aber? Er ist der, von dem got selber sprach ditze wort:
Inter natos etc. ; daz von wibes lip höher noh edler mensch nie ward
geborn denne sand Jöhans der taufer, von des geburt fi-öwent sich die
engel in dem himel , vnd allez menschlich geslähte daz wundert, daz
15 ain sögtäner mensch ist also höh geborn, daz er ist gegangen in die
tiefFe des götlichen lichtes vnd sih hat gesenket in die gruntlösen tiefin
der ewigen gothait, also daz er mit siner lüterkait widerglestig mach
die lüterkait der engel. Nu gangen alle balligen zesamen vnd vor dem
gestuele der götlichen magenkraft vnd sag da ie der man sin lop, sin ere,
20 sin wirdikait, die er bat von got, vnd hab ieglicher sunder frövd, lob
vnd wirdekait von sinem lob , so kan doch kainer komen zvo dem lob,
ze den eren , zvo der wirdikait mins herren sand Jöhans. Nv gangen
alle zesamen vnd nemen war, waz got mit hülfen tugend an in hab ge-
leit, wan von dem tage siner geburt bis an den tak sins tödes was sin
25 wandel also üf der erd, daz er was ain bilder vollekomens lebens vnd
ain lere aller vollekomenhait, vnd dar vmb so hat er in mit sögtänem
lob gezieret vnd auch geert, daz er zehen ere in hat an geleit, daz er
nit wil , (52'') daz ie kain ballige ie werd geborn, der sand Jöhans ge-
liehen vnd genözzen müg.
1 Lucas 1, 63. 3 disiu. Über diesen und weitere adjectivische accus, fem. sg.
auf iu s, Weinliold, Mhd. Gramm.' §. 506. 7 gemahel. Das genetivische a der sub-
stautiva fehlt mehrfach in dieser Predigt. Vgl. Weinhold §. 448. 454. 12 Inter natos
mulierum major Joanne Baptista Matth. 11, 11. 12 ward aus wurd corrigiert.
13 — 22 Bernardus 999(1): Laetantur Angeli et utriusque naturae numerositas admiratur
hominem sie ingressum abyssum luminis et intra interna divinitatis absorptum, ut ipsam
reverberet aeiem angelicae puritatis. Eleventur omnes et meritorum praerogativis ante
consistorium majestatis exsultent; non erit tarnen qui ad beati Joannis Baptistae Privi-
legium audeat aspirare. 16 liehtes mit blasserer Tinte übergeschrieben. 18 det-
engel mit blasser Tinte am Rande hinzugeschrieben. 19 Zwischen magenkraß und
vnd von wahrscheinlich späterer Hand übergeschrieben : frowen sich. ie der man.
Ich wage die getrennte Schreibung nicht anzutasten; der Ausdruck dürfte wohl der
älteste bekannte Beleg für dieses Pronomen sein. Vgl. DWb. IV, 2, 2291. 22 gangen;
vgl. Weinhold, Alem. Gramm. §. 326. 23 mit huffen: cumulatione. 26 er (i. e. got)
zwischen hat und in mit sehr blasser Tinte übergeschrieben.
172 AD ALBERT JEITTELES
Die erst ere vnd wirdekeit ist, als er gechundet wart. Daz mag ich
noh wil niht versweigea, wie gar loblich ditz chint wart gechundet in
dise weit. Da waz der edel fürstengel sande Gabriel vnd diu sterchin
gotes wart von himel gesant vnd stuont zuo der gerehten haut des alters.
5 Er waz auch nit der gemainen engel einer, die man ze potscheften von
himel sendet, ez was der uzgenomen engel, der der suezen küngin
von himel bräht die botschaft, daz si gotes muoter solte werden ; der
wart da zvo erweit, daz er des ritters sand Jöhans geburt solt künden,
der auch da zuo wart geweit, daz er den künich solt künden. Da stvont
10 der fürst sand Zacharias mit sinen priesterlichen klaidren wol gezieret
ze vollepringen daz lop gotes stnes schepfers, dö was div höhzit gröz
vnd lobsam. Da samnot sich von allen landen daz volk dar in die stat
ze Jerusalem vnd die mengin des volkes machet manicvaltich die materie
der frövden. Da zwischen kom der edel fdvstengel sand G-abriel vnd sprach
15 also: Ne timeas , Zacharia etc., fürht dir nit, Zacharia; dir wirt ain
svn geboren, der wirt ain fraeud vater vnd muoter, ain edel kint allez
dins geslsehtes, ain bilder aller weit, ain end der alten e, ain anevank
der niwen &, ain vertribaer des tödes, ain tür des lebens , ain gezierd
aller Ivit, ain sehin alles wandeis , ain fürst aller rehtikait. Sich an vnd
20 trabt die grözen wirdikait sand Gabriels des fürsten der engel , der die
geburt diss kindes sand Jöhans hat gekündet, die wirdikait der stat,
an der ez gekündet wart, die höhen wirde, die des tages was, (53'') dö
er gekündet wart, so mäht dv erst verstau vnd bi dir selben betrahten,
wie gar üzgenomenlichen disses kint (sie) geburt wart gekündet. Mit
25 vrlaiib vnsers herren wil ich sprechen, wan wir doch nit wider got tvon,
swenne wir sinen ritter loben vnd eren, wan er ist der herre, sand
Jöhans der kneht, er ist der schepfer, sand Jöhans div geschepfd — ;
so solt dv wizzen , daz sand Jöhans loblicher vnd erlicher wart gekündet
an disiu weit denne got selber: er was des hailigen gaistes vol, auz
30 des munde got ez sprach. Sand Bernhart der also sprach: Christus vil-
liht wart gekündet vnser frawen in der kamer an dem pette, Jöhans wart
gekündet in dem tempel vnd nit allain in dem tempel, er wart ovch in
der hailigen stat, dö die hailikait inne beslozzen was, gekündet vnd an
dem höhzitlichen tage. Jöhans wart von dem selben engel gekündet^
35 von dem auch got gekündet wart, an ainer wirdigern stat, ze hailigerr
zit vnd mit schinbererm zaichen. Vberlauf vnd suoch daz alt vrkünde allez
samt vnd suoch von allen die gekündet sint von englen , als Ysaäc vnd
Samsön vnd alle die dv dich erdenken kanst, so vindest dv sand Jöhansen
gelich nit.
40 Die ander ere ist, als er gehailigt wart in siner muoter libe. Swaz
vnser ist die an dise weit von muoter libe sint komen, die ziehent alle
1 ff. Die erst ire — ez was der {izgenomen engel mit anderer Tinte und anderen
Schriftzttgen eingetragen. 3 Hs. sterchiu. 14: fürstengel: Hs. fürst. 15 Ne ti-
meas etc. Luc. 1, 13. 19 Ivit undeutlich und wahrscheinlich erst später über-
geschrieben. 19 — 21 vnd traht — hat gekündet auf Easur von wahrscheinlich späterer
Hand, die Worte sand Jöhans hat gekündet am Rande. 30 ff. Bern. 993 (2). 36 Hs.
schinberm. 38 vindest dv doppelt, das zweite Mal schwach gestrichen.
PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER. I73
die erbsünd näh in als ain langez sail ; an allain ist der uz genomen, der
von dem mEegdlichem libe sand Marien wart geboren, der auch von dem
hailigen gaist ward enphangen, vnd was auch daz pillich, daz der
(53'') der vnser sünde wolt vns ab nemen, daz auch der äne sünd wurd
5 geborn. Wan danne ain gemain vrtail über vns get, daz wir alle in
Sünden werden enpfangen vnd in sünden geborn, so lesen wir nieman
in aller weit in siner muoter lib gehailigten worden denne den wissagen
Jeremiam , Johannem den taufer vnd Maria , swie daz si, daz von vnser
frowen kain zwivel si, niwer si si vngelich wirdiklicher in ir muoter
10 lip gehailigt denne Jeremias oder Johannes, wan daz was ouch pillich,
wan si der sagrfer was der hailikait, da des werden gotes svn wolt die
menschait in ir Hb an sich nemen. Aber verre minr was die hailikait
des wissagen Jeremias denne sand Jöhans. Jeremias in siner muoter lib
wart gehailigt. Johannes wart in siner muoter lib gehailiget vnd da zvo
15 des hailigen gaistes erfüllet. Vil loblicher vnd erlicher ist, daz ain mensch
des hailigen gaistes werd erfüllet denne daz er werd gehailigot, wan
die hailikait was nit danne ain rainikait siner sünde, in den er enphangen
wart vnd also wart gerainigt, daz er äne sünd hailiger wart geborn;
die hailikait het auch sand Jöhans vnd als vil rae, daz er von dem
20 hailigen gaist ward erfüllet genäden.
Sich die gnäd die alle zwelfpoten enpfiengen von dem hailigen gaist,
von dem man liset, daz si an dem vümfzigosten tag näh siner vrstend,
daz ist an dem pfingsttage , des hailigen gaistes alle erfüllet wurden.
Juxta d. Repleti sunt omnes. Die enphieng alle min herre sand Jöhans
25 in siner muoter libe. Da pi sih vnd trabt fliziklich, wie der manichvaltig
gaist hat gehailiget Jeremiam, erfult Johannem den taufer, überflüzig ist
komen in Mariam. Vnd Jeremie hailikait ist wol ze wundren , daz der
in Sünden ward enpfangen, äne sünd ward geboren, (54*) als da stät
geschriben: Antequam exires de ventre etc.' Aber Johannem hat die
30 götlich craft verre loblicher erfüllet von den wegen , daz er baidiv von
Sünden wart gerainigot vnd also dez hailigen gaists erfüllet, daz er
baidiv rainiger vnd des hailigen gaists voller wart geborn. Da von
sprach ouch der engel : Erit n. magnus etc.' Vere magnus coram domino,
quem angelus nunciat, sanetificat deus, Spiritus replet, vita conmendat;
35 werlich er ist wol gröz, den ain so gröz engel kvnt, der almiehtige got
hat gehailiget, der hailig gaist hat erfüllet, sin volkomen leben lob vnd
ere git.
Die dritte ere ist die auzgenomen frövde, die er gewan in siner
muoter libe. In aller der weit wart nie me gebeert, daz ie kain kint
6 — 7 so lesen wir nieman — gehailigten worden: neminem unquam mortalium
intra materna viscera sanctificatura legimus ; mithin eine nach dem Lateinischen
gefügte Anwendung des Accus, mit dem Inf., wobei das praedicative part. pi-aet. flec-
tiert und der Infinitiv des auxiliare sXn ausgelassen ist. Der Fall ist zu Gramm. IV,
127 fi". und 1.34. (Verbalellipse) hinzuzufügen. 8 vnd Maria ausradiert. 16 daz
ez Hs. wan doppelt , das erste Mal schwacli radiert. 24 Repleti etc. Act. 2, 4.
29 Ante quam etc. Jerem. 1, 5. .^'i rainiger — geborn auf Kasur. 33 Erit etc.
Luc. 1, 15. Vere magnus — conmendat, Worte Bernhards (Col. 993 — 994).
174 AD ALBERT JEITTELES
sich hab gefraewet in siner muoter libe wan min herre sand Johans.
An dem betraht, wie sselicb div muoter sand Elizabeth were, zvo der
div muoter aller gnaden vol sei gegangen vnd ir gedient hab in ir kind-
pette. Michels sseliger was daz kint, durh des willen diu muoter des
5 almsehtigen gots dar kom, wan daz kint erkant die magenkraft in siner
muoter libe des, der in geschaffen het, vnd mit dem gruoz, den sand
Marien sand Elizabeth tet, dö wart daz kint sand Jöhans in siner muoter
libe also volle gnaden, daz ez die gnäd niht moht vzwendiklichen er-
zaigen, dar vmb so erzaiget er die fraäud vnd daz spilen, daz er tet
10 von fröuden , da mit er enphienk got sinen schepfer, inwendiklichen,
den er üzwendiklichen nit moht enphähen. Dö gie diu himelschiv küngin
ain perg üf in sand Zacharien hüs , daz si gruozte sand Elspeten; dö
truok si in ir libe den gotes svn, den künig aller eren, den herren aller
magencraft. Dö liuf min frowe sand Eispete ir engegen vnd het nv ver-
15 gezzen des fluoches der vnberigen frowen, wan (54''J si truoch sand Jöhans
in irem libe. Dö si zesamen kömen, dö vmbviengen si an ander, vnd
drukten an ander vnd kusten an ander; dö ruorten die zwen Hb an
ander, dö schiet die zwen, den künic vnd den ritter, von an ander nit
wan zwo dünne want, daz wären die zwen libe. Da pi nim war vnd
20 sich, ob im nit muozlich si ze tvon alliu dink , alliu zaichen, der als
nähen der gothait ist gewesen.
Die vierd ere ist Gaudium in natiuitate, die froud als er geborn
wart. Nu tvo dich vnder vnd smivch dich, Lucifer, wan von dinen
schünden vnd von dinen rseten ist ez da zvo komen, daz alliv disiv
25 weit wirt in sünden enphangen vnd in trürikait geborn. Sich, der ist in
siner muoter lip gehailigt, der ist in frovden geborn, der hat aller der
weit mit siner geburt fraeuden gemachet. Daz dv dir betest gedäht ze
ainem sige, daz ist sand Jöhans worden ze ainer cröne. Dv machtest
daz ain pruoder den andren ze töde sluoch vnd da von Chäyn vor gotes
30 äugen grözzer sünden schuldich wart. Qui prior natus erat. Jöhans ist
geborn in grözzen frovden vnd mit grözzen eren. Alle diu weit fraeut
sich siner geburt; der wil dir dinen gewalt nemen vnd auch drukken.
Sich sin grözze wirdikait an, ob in aller der werlt sin gelich ie kam,
des gebürtlichen tak die hailige cristenhait mer begange denne sand
35 Jöhans an allain gotes selb vnd vnser frawen.
Die vümft ere ist sin svnder wandel vnd sin bekerde, wan inner
siben iären dö lie min herre sand Jöhans die weit vnd flöch in die
wuest, dö in der hailige gaist in laitet. We, waz möht der kint getvon,
der in siner muoter libe hailich was, daz er also die weit flöch ! dö entsaz
3 vol sei gegangen\: properat. 9 Hs. eizaigef. Hs. daiz spilen. 13 den gotes]
des gotes Hs. 15 Hs. truch. 16 — 19 an ander, vgl. Lexer I, 53. 18 — 19 do schiet
die zwin] . . . zwo dünne want. Dieselbe Construetion Zeile 20 : si ze tvon alliu dink,
alliu zaichen und S. 180, 39. Aber disiv wort ist ain tiefiv vnd ain grundlösiv rede.
Vgl. Grimm, Gramm. 4, 197. Der plur. want für wende ist auffallend. 30 Hs. Qui
p''or natuerat. Die Stelle (28 — 30) lautet bei Bernhard: Tu fecisti ut fratricida Cain,
qui p rimus natus est, pollutus et obvolutus exiret, et originalis peccati resperge-
retur infamia, 36 Hs. sin'' bekerde.
PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER. 175
er, daz da stät geschriben: Ne leui saltem maculare uitam faminc posset.
(55*) Er weste wol, daz ez nit gewerlich was ze wonea pi der weit, dar
vmb so flöh er auch die weit; aber von sinem wandel wer kan da von
gesagen vnd von der herte sines lebens? Er hat also gelobt, daz er
5 nie spise geaz , die pi kainem fiwer gesoten wart , er az vnmenschlich
spise, daz was hsuschrikel vnd wildez honic; sin klaider die waren herte
vnd vnmenschlich, wan si wären von ains ksemlins här. Dv endarft mir
nit gegen im geliehen Jeremiam den wissagen, swie daz si, daz er dem
volk kümftigiv dink war seit, wan er was ain prophet, sand Jöhans ist
10 mer denne ain prophet. Jeremias der az swaz man im gap; des tet sand
Jöhans nit. Jeremias was alle zit pi den liuten, Jöhans flöh alle zit die
menschen. Helias az flaisch vnd swaz man im gap, Jöhans enbaiz nie daz
sinen lip ie lustich machet. Hertez gewant, vnmenschlichez ezzen, andjeh-
tigez gemuet vnd sei geheilgoten vnd gewihten den volkomen patriarchen.
15 Die sehst ere ist die niwe siner predige. Hie wil ich daz iwer
andäht grözzen fliz erzaige, wan daz hoeret wol an die stat siner predige.
Näh der ersten sünde hern Adam vnd der grözzen sinfluot, dar inne
alliv weit verdarp biz an aht mensch, dö stvond üf ain michel menige
guoter vnd rehter Hute, mit den got facie ad faciem hat gereit. Enoch
20 wart enzukket, Nöe got im selben weit, Abraham got selbe ruoft, Ysaäc
got mint, Jacob got von antlütz ze antlütz sah, Joseph ain hailant ward
aller weit gehaizen. Sich , weder von got hintz den noh von den hintz
got wart nie kain wort weder gedäht noh gesprochen von der wesung,
von der herberg des himlischen (öS*") vaterlant. Möyses wart dem künig
25 Pharao ze ainem got geben , ze ainem pfleger der Juden vnd ze ainem
laitajr auz Egyptenlant. Got tet durh Möysis willen gröziv dink in
Egyptenlant, wunderlichiv dink in dem land Kanaan, vorhtlichiv dink
in dem röten mer, da er alle sin vind inn ertrankt. Möyses gieng üf den
berg Sinay zvo got, da er auch der iuden e enphie. Got mit Möyses
30 reit als ain frivnt mit dem andren. Nihtes nit wolt got verporgenz hän,
daz er Möysen niht wolt wissen län, vnd der höhgelobte nam Adonay
vnsers harren , der aller weit was verborgen vnd vnerkant , der wart im
da geoffent, vnd bi dem allen so wart des himelrich nie gedäht noh ge-
beert noh genennet. Sich sin pruoder Aarön den obersten bischof an,
35 der die gruenden ruot truok, die über naht äne wint vnd an regen bluot
1 Ne leui — posset. Diese Schiiftstelle ist der fünften Strophe des dem Paulus
Diaconus zugeschriebenen Hymnus de S. Joanne Baptista entnommen, die folgender-
maßen lautet: Antra deserti teneris sub annis
Civium turmas fugiens, petisti,
Ne levi saltem maculare vitam
Famine posses.
S. Daniel, Thesaurus hymnologicus I, 204. Strophe 5—8 haben zugleich in das Bre-
viarium romanum Aufnahme gefunden und bilden mit etwas abgeändertem Wortlaut
den Hymnus matutinus in Nativitate s. Joannis Baptistae. 4 Hs. vor der herte.
13 ie übergeschrieben. 14 Hs. gehulgoten. 15 ist fehlt in der Hs. 16 Hs. grozzer.
23 got von späterer Hand gestrichen und dafür corrigiert: zv de viezin. 26 Hs.
groziv. 30 Hs. Niht nit. 34 bischof am Rande zugeschrieben. 35 die vor gruemlen
übergeschrieben.
176 ADALBERT JEITTELES
vnd fruht präht. Sih näh dem an Jösue, der gotes als gewaltik was, daz
er gebot der sunnen, daz si ainen sumerlangen ta,k stvont an ainer stat,
bis er sich an sinen vinden errach; sich alle die rihter an der alten e,
mit den got vil wunder het getan: bi den allen so wart weder von got
5 hintz in noh von in hintz got nie kain wort kainer predige des himel-
richs gedäht noh gehoert noh gesprochen. Sih , näh den vant got im
selben ainen menschen näh allem sines herzen willen, Däuid. Sich sinen
svn an, künich Salomön, den got ert mit üzgenomenr wishait vor aller
weit, vnd da näh alle propheteu an, vnd da bi wart nie gedäht noh
10 gesprochen kain wort, daz ze dem himel hört. Sich, Elias beslöz den
himel driu jär vnd ain halbez, daz nie (56*) wazzers trophe üf erde
kom. Sich, Eliseus was so haiüg, dö er in daz grap wart geleit näh
sinem töde, sich, dö warf man ainen andren töten menschen in daz
grap, da der wissag inne lach, vnd wart wider lebend. Waz sol ich me
15 sprechen? Sich von anegenge dirre weit bis an sant Jöhans, Überlauf
alle die, die ie geboren wurden, so vindest dv weder an worten noh
an werken noh an predige kainer slaht wort, daz ze himelrich müge
ziehen , daz von kaim ie wurde gesprochen. Sit denne daz ist , daz dv
nieman kanst vinden, so kvm her ze sand Jöhans, ze dem niwen pre-
20 diger, vernim von im daz niwe wort, hoer die stimme der froeden, die
rede der eren, die milte der gnaden, daz got het verholn, daz die engel
heten verswigen , daz die patriarchen was verborgen, des die wissagen
niht kvnden vinden. Sich, daz hat der niwe prediger, der edel lerser
sand Jöhans geoffent vnd offenlich geprediget, Waz ist ez? Poenitentiam
25 agite etc. ; habt riwe, ez näht daz himelrich . Nv merket, daz wort der
riwe daz ist suezze vnd erlich, daz wort des liimelrichs daz ist frcelich
vnd anpetlich vnd gezimt vnd hoert sünderlich den an, der pi dem ersten
het gruntvest geleit dem niwen vrkünd. Daz ist div stimme, von der sand
Jöhans ewangelist, der aller groest vnd hoester schower der himlischen gesiht,
30 also hat gesprochen : 'Vox prima, quam audiui tamquam cytharoedorum etc.;
div erst stimme, div ich hört, reht als der hferpfaer, die hserpften an
iren hterpfen. Wol ist ez vnd reht ain sueze harpf gehaizen daz wort
der riwe , wan an weler stvnd der sünder mit rehter riwe ersiuftet vrab
sin Sünde , so wil got vergezzen vnd im vergeben alle sin sünde. Vn
35 propheta. (56'') In quacumque die in gemu. pet. etc. Die de pma si
vis. Nv merkt von dem tag hern Adam biz hintz sand Jöhans ziten
15 sant Jöhans auf Rasur, wahrscheinlich später geschrieben. 22 die pa-
triarchen ivas verborgen: latuerat Patriarchas. 24 — 25 Poenitentiam agiteM atth. 3 ,2.
Hs. Hab riive. 27 Nach hbrt ist am Rande von wahrscheinlich .späterer Hand ge-
schrieben: pi de erstin (oder ersten'^), wovon der Buchstabe n durch den Buchbinder
weggeschnitten ist. Hs. sonderlich den ander pi dem ersten. Die Stelle (24 — 28)
lautet bei Bernhard: Verbum poenitentiae duice et gloriosum, verbum regni coelorum
laetum et adorandum, illi soli primo conveniens, qui primus novi testamenti funda-
inenta posuit. 28 Vor gnmtvest steht interpunktiert: gemlmunt vnd,. 30 Vox etc«
Apoc. 14, 2. 34 — 35 Das lateinische Citat gehört weder der Bibel an, noch ist
es der Predigt Bernhards entnommen.
PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER. I77
het sich vnser frovd verkert ze ainem wainen , wan da was emzigiv
sünd vnd kain stat der riwe vnd dar vmb was zwivaltigiv materie vnd
vrsach des wainens. Wirst dv an kainern schvldik, so sol man dich
toeten. Prichest dv den vigertak, 0O sol man dich stainen, vnd der der
5 nit anders kan danne milt vnd erbarmherzich sin, der kvnd dö nit
anders danne slahen vnd mürdeii. Sich, Johannes der hat die erzenie
fvnden, die den sünder solten erzenen. Was was aber daz? Poenitentiam
agite etc. Sich dö, betraht got, wie er dem sünder wider hülf, wan sin
erbarmherzikait get über daz geriht. Got übersiht vnd pittet den sünder,
10 die milt vnsers herren ist rihsend worden, da muoz sin rehtikait sich
smiegen. Sich, vnd der der nit anders kvnd denne nider slahen, der
sucht UV von dem wort ain vrsach erbarmen.
Die sibend er ist die wirdikait sines taufes. Siebtes daz ist ain
svnder wirdikait vnd ein svnder diemuot. Dö got mensch was worden
15 vnd ze sinem vollekomen alter was komen, als da stät geschriben: 'Erat
Jhesus incipieus quasi xxx annorum etc. , dö liez er alle mengiu vnd
gie vnd suoht sand Jöhans vnd begert sand Jöhans vnd kom ze sand
Jöhans vnd sprach also hiutz sand Jöhans : *Jöhaus, dv solt mich taufen.'
An dem wort erschricht sand Jöhans vnd bestvond in ain grözze vorht
20 vnd sprach: herre, ich kenne mich wol. Dv pist min herre, ich pin din
kneht; ich sol von dir getauft werden, ez ist nit pillich, ez ist nit zitlich,
(57*) daz dv mich taufes an suochest. Des antwurt im got vnd sprach:
'La sin, Jöhans. Ich sih din diemuot vnd erkenne si wol, din vnder-
tsnikait sih ich wol; wir mvezen also die rehtikait erfüllen.* An dem
25 wort erbot sich ze der gehörsam der guot sand Jöhans vnd berait sich
zemphähen den herren aller engel. Dö leit der minneklich got ab sin
klaider vnd bot sich den banden des guoten sand Jöhans. Dö kömen
die engelschar von himel her ab vnd erkanden da iren schepfer vnd
buten im da ere vnd lop. Da fluzzen die vische in dem Jordan zvo got
30 vnd erkanden da iren schepher. Du tauft die geschepfd den schepfer,
dö Iaht von frovden der Jordan, dö erschrikt der himel, dö zitert daz
ertrich , dö wundert die engel, daz dominus Sabaöth het sich genaiget
in die hende des guoten sand Jöhans vnd da inne wolt beslozzen werden.
Daz ist auch daz, da von div götlich pfife sand Bernhart sprichet;
35 Johannes, waz ist daz daz dv nv tvost? Cherubim et Seraphim vix
audent respicere, et tu nudum teuere presumis? die minnenden vnd die
prinnenden engel, zwischen den vnd got nieman ist, die geturren in
käme an gesehen; den getarst dv nakenden gehandlen? Dir ist allain
1 — 2 emzigiv sünd über.setzt die Worte: peccatorum frequeutia. 7 H.s. den
svnden; darnach entweder die sünden oder den sünder zu emendieren. 9 — 12 Bern.
998(8): Superexaltat misericordia judiciimi, peccatoribus parcitur, regnatur pietas,
jusfitia dissimulatur et miserendi[, non feriendi quaerit occasionem misericors et
mi.serator Dominus. 15 — 16 Erat Jhesus etc. Luc. 3, 23. 26 Hs. zem en-
phahen. 29 — 30 Da fluzzen — schepher, Zusatz des deutschen Predigers. 30 Hs.
tauf, 32 — 33 Bern. 998, 9: mirantur angeli dominum sabaoth inter manus bapti-
zantis concludi. 35 Cherubim etc. ebd. 37 got zweimal , das erste Mal am Ende
der Zeile.
GERMANIA. Neue Reihe. XXIII. (XXXV.) Jakig. 12
178 ADALBERT JEITTELES
gegeben, daz aller weit ist versait, daz dv den, der selb tauFt in dem
hailigen gaist, daz den, der der meid kint ist vud von dem hailigeu
gaist wart magt wesend geboren, tarst also gehandlen. Daz ist ain ere
vnd ain lop aller wirdikait.
5 Die ahtod ere ist die offeuung der hailigen driualtikait. Von ane-
genge dirre weit bis an disiv stvnd gap die hailige driualtikait sich nie
kainem menschen schinberlichen zerkennen, wan (57*^) swen man schribet
von der driualtikait in der alten e, daz ist so gar bedakt vnd verborgen
daz taugen der driualtikait, daz man ez nit wol kvnde noh moht versten,
10 als man list: 'Faciamus hominem etc.' Wan als wir lesen, dö got, der
ain schepfer ist aller creatiur, die grözen wirdikait der geschepfd des
menschen wolt prueven vnd loben, do sprach er also : 'wir süln machen
ainen menschen näh vnsrem bild vnd näh vnser glihuüz', daz ist ain
gröz er, die nie kainer creatiur verüben ist, wan dö div menige der
15 engel geschaffen wart vnd alliv dement geordent wurden, do wartet vnd
luoget mit grözem swigen zvo so grözem werch die götlich gegenwurtikait.
Aber do man kora zvo dem menschen vnd div edel creatür des menschen
seit geschaffen werden zvo der geschepfd, berait sich div hailige driual-
tikait vnd div götlich wishait. Der svn nimt rät von dem vater vnd dem
20 heiligen gaist, daz div wirdikait der geschepfd des menschen da bi be-
zaiget werde, vnd spricht, als ich gesprochen hau: F'aciamus etc.
Bi dem allem sint die namen der driualtikait bedakt vnd verborgen,
wan die vile der persönen an die vndersehaidung der namen wirt da
genennet: 's. faciamus etc.', swie daz si, daz etslich sprechen, daz got
25 reite ze den englen, dö er sprach: faciamus hominem etc. , daz doch
nit gewffirlich ist ze sprechen vnd also bedakt was vnd verborgen an
disen worten s. faciamus etc. die tovgen der hailigen driualtikait. Wir
lesen auch in der alten e des anegenges, daz her Abraham der patriarche
ze ainen ziten saz vnder siner tür, dö erschain im got vnd dö er üf tet
30 siniv ovgen, dö sah er dri vnd ai (58*) nen betot er an. Dö reit er
etswan mit im, als ob ir ainer waer, etswen als ob ir mer wser. Vnd
also was auch bedeket vnd verborgen an disen worten div tovgen der
hailigen driualtikait. Doch die luden machent hie ain lange rede vnd
sprecheut also, daz dri engel wurden gesant, ainer der künden solt die
35 geburt V'saäc, die andren zwen solten zerfueren div künikrich Sodomam
vnd Gomorram, Sebaim , Balim vud Bale. Daz sprechent die luden , die
1 versait aus versant corrigiert. 1 — 3 Bern. ebd. : Tibi datum est quod
Omnibus negatum est, baptizare eum qui baptizat omnes in spiritu saneto et igne
virginemque virginis filium irrigare. 10 Faciamus etc. Gen. 1, 26. 21 Hs. sprich.
23 — 24 wan — genennet : signa pluralitatis absque nominum differentia praedicantur.
Bern. 999, 10. Über vile (stfem.) s. Lexer III, 349. 35—36 'Nach Deut. 29, 23
waren es vier Städte, nämlich Sodoma, Gomorrha, Adama und Zeboim, Sap. 6, 10
spricht von fünf Städteu {Tt^vtunoUs) i die fünfte scheint jedoch die für den Unter-
gang bestimmte, aber auf Fürbitte Loths verschonte kleinere Stadt Segor, die auch
Bala heißt (Genes. 14, 2), gewesen zu sein.' Wetzeru. Weite, Kirchenlexikon X, 235
unter dem Artikel 'Sodoma'. Darnach fände Sebaim und Bale seine Erklärung; woher
aber der Name .BaZim? Bei Bernhard heißt es bloß: Sodomam.
PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER. 179
da raer begerent iudisehen denne gelovben. Nv merkent: bt dem allem
samt west man nit reht daz zaichen der driualtikait bediv von dem
vater, von dem svn vnd von dem hailigen gaist. Wild dv uv reht innen
weiden von dem zaichen der drivaltikait, so kvm ze minem herren sand
5 Johans vnd sich da an, daz er den wären gotes svn hat in sinen henden.
Sih an, daz die himel sich gen im ilf täten vnd mit liplicher gestalt
der hailig gaist in ainer tüben wise da erschain vnd daz die stimme
des vaters got von himel da wart gehoert vnd also sprach: "^Hic est
filius meus dilectus etc.' luxta ilhid pater auditur in uoce, filius bapti-
1 zatur in flumine , spiritus sanctus in columbe specie deinonstratur. Und
da von sprach sand Bernart: Adest Joannes tocius medius trinitatis etc.,
vnd also ward im schinber die ofnvng der hailigen driualtikait. Und da
von sprach wol von im der wissag: 'Domine, quis est homo, quia in-
notuisti ei T
15 Die nivnd ere ist daz vrkünd , daz er hat von der götlichen wis-
hait. Do Johans gevangen lac in dem kserker, do sand er sin langer
hintz got die siniv werk saähen, do wart in geantwurt: Ceci vident etc.'
vnd ander vil vnd genvog, als an dem ewangelii stet: 'Quid existis in
desertum etc. arundinem uento etc.' (58'') O wunderlich vrkünd gotes
20 vnsers schepfer! Wer ist ie in die weit gangen, der die weite mit etwiv
nit hab erkant? Wer ist der, den die franspuetikait oder die truebsal
dirre weit nit erheb oder druke oder vil liht nit zen sünden ziehe? Dv
endarft nit mir her engegen vnder die äugen werfen sant Johans, gotes
muomen svn, noch den fürsten aller zwelfpoten sand Petren, noh daz
25 erweit vaz, daz in den dritten himel wart gezuket, sand Paulus main
ich , noh den gemainen k(5r aller zwelfpoten ; die beten alle die iugend
vür kert, die beten alle die kindschvoch zerprochen, quia omnes isti
adolescencie metas excessei-ant, quoniam hoc uerbum a ueritate prolatum
fuerat: Inter natos, do von der götlichen wishait ditze wort wart ge-
30 sprochen: Inter natos etc. Da pi sich vnd Überlauf allen himel, daz alt
vnd daz niwe vrkünde ersuoch, so vindest dv sand Johans aller der weit
vür gezuket.
Die zehend ere ist daz lop der hailigen cristenhait. Roma die ain
muoter vnd ain maistrin alles cristenliches gelauben ist, die got selb
35 bedäht, dö er sprach hintz sand Petren: 'Ego pro te rogaui, Petre etc.',
die ist in der ere sand Johans näh got selb gewiht. Daz ist wol ain
svnder lop vnd wirdikait , daz in der stat ze Röme, da sand Peter hüs-
wirt ist vnd liplich da lit, da sand Paulus und die edlen lieht der hailigen
cristenhait sint bestaetet, daz da näh got sand Johans die wirdikait hin
40 treit. Sand Peter wart gecriuzigot, sand Paulus wart enthaupt vnd ist
8 — 14 Hie est filius etc. Math. 3, 16. 17. Die folgenden lateinischen Worte von
pater — demonatratur und ebenso Adest — trinitatis, ferner Domine — innotuisti ei sind
aus Bernardus Col. 1000 (10) entnommen; letzterer Satz i.st aber nichts anderes als
Psalm 143, 3. 15 Hs. gStliche. 16 Hs. in den kcerkK 17 Ceci vident etc.
Matth. 11, 5. 18 Qnid existis etc. Matth. 11, 7. 22—23 Bern. 1000 (11): Nou oppo-
nas mihi Evangelistam caeteris discipulis magis dilectum. 27 — 28 Bern. ebd.
35 Ego etc. Luc. 22, 32. 38 und fehlt.
12*
180 ADALBERT JEITTELES, PREDIGT AUF JOHANNES DEN TÄUFER.
doh die wirdikait saud Johans. Rom ist gezieret mit mänigem rosen-
varben pluot der hailigeu martraer, die da gemartert wurden, vnd da pi
ist doch daz lop, die (59^) ere vnd die oberst wirdikait näb got selben
des guoten sand Jöhans. Johannes ist allenthalben meror, mit sinem lob
5 ist er allenthalben besvnder, er ist ze wundren über alliv weit. Wer ist
als loblich gekündet als sand Johans? Wer ist des hailigen gaistes in
siner mnoter lib also erfüllet als sand Johans? Wer hat sich in siner
muoter lib also gefrovt als sand Jöhans? Wes geburtlichen tak begät div
hailig cristenhait mer denne sand Johans? Wer kind hat begert der wueste
10 als sand Jöhans? Wer hat als loblich gewandelt als sand Jöhans? Wer
hat daz himelrich vnd riwe als schinberlich geprediget als saud Jöhans ?
Wer hat den hailigen gotes svn getauft als sand Jöhans? Wem gap sich div
hailige driualtikait schinberlichen me ze kennen denne saud Jöhans? Wem
gap got ie kain offen vrkünde mer so höhez lobez als sand Jöhans? Wen
15 ert div hailige cristenhait mer als sand Jöhans? Sich da pi, nim war vnd
sih, ob im div wirdikait niht also svnder alle sint beaht, daz got nit wil,
daz ieman sand Jöhans geliehen müge. Nv bestät dich villiht ain gedank
vnd sprichest: er hat villiht div ere also besvnder, daz er mit andren
hailigen ir ere nit gemain hat. Hoer mich. Johannes ist ain patriarch, er
20 ist auch aller patriarchen haupt vnd ende; so ist er ain wissage, er ist
auch me danne ain wissag, quia quem venientem nunciat, digito demon-
strat. Johannes ist ain engel, er ist auch von gotes ziugnüsse inter
angelos electus, vnder andren englen ain üzerwelter engel, als er sprach
durh den wissagen Malachiam. Johannes ist ain zwelfpot, er ist auch der
25 vorderst vnder den zwelven, qui fuit homo missus etc. Johannes ist ain
ewangelist, er ist auch der vorderst vnd der erst prediger des himel-
riches. Johannes ist ain degen, er ist (59'') ovch ain gezierd des mag-
tvoms, ain bilder aller kiusche. Johannes ist ain martraer, er ist auch
aller martraer lieht vnd haubt, wan zwischen der geburt vnd des tödes
30 vnsers herren was er ain bilder vnd ain form aller staetikait ze liden
die marter. Pretereo quia vox etc.; daz wil ich für varen, daz er ist
gewesen ain stimme des der da geruefet hat in der wueste, daz ist in
dirre weit , wan er ist gewesen ain künder oder ain scherie des sunes,
ain forlaufer des rihters. Daz wil ich ovch läzen varen, daz er ist ge-
35 wesen ain end der alten e vnd der wissagen, daz er ist gewesen Helias,
daz er ist gewesen ain brinnendiu vnd liuhtendiv lucerne, ain frivnt des
gemahlen , ain vorberaiter der gemahlvn. Daz wil ich ovch verswigen,
daz er also mit den nvu kauen der engel verflohten ist, daz er ovch
zvo der hoehe der prinnenden engel seraphin chomen si. Aber disiv wort
40 ist ain tiefiv vnd ain grundlösiv rede vnd div krankait mines sinnes mag
ez niht begrifen. Daz sol vns genuegen ze disen ziten, daz ich ge-
4 Bern. 1001: Joannes ubique major. 15 — 16 Bern. 1001: Vide si non omnia
haec ita singulariter sint singularia, ut nullus mortalium praedictis audeat inhiare.
Darnach scheint div wirdikait für die wirdikaite (plur.) und sint für i-tn zu stehen.
Über die Redensart 'mir ist ein dinc beaht' vgl. Lexer I, 1.36. 21 — 25 Die lateini-
schen Worte sämmtlich aus Bernhard 1001 — 2. 31 Pretereo etc. gleichfalls aus
Beruh, (ebd). 37 vorberaiter fehlt bei Lexer. gemahlvn, eine echt alemannische
Form, vgl. Weinhold, Alem. Gramm. S. 438.
KARL OBSER, HISTORISCHE VOLKSLIEDER etc. Jgl
sprochen hän von dem lob sand Johans. Wan nv min herre sand Johans
so groz ist vnd alle die übertriifet mit lob vnd mit eren äne got vnd
vnser fiowen, die ie geborn wurden, vnd da zvo der frivnt ist des al-
mjehtigen gotes, so senden in zc boten hintz got vnsrem schepfer, daz
5 er vnser wort also da spreche vor der beschovd vnsers herren, daz got
sich gena3diklich geruoch zerbarmen über vns vnd vns geh also vnser
leben in sinem lob verzeren, ^az wir von im nimmer werden geschaiden.
Daz verlih mir vnd iv got Amen.
WIEN. AÜALBERT JEITTELES.
HISTORISCHE VOLKSLIEDER AUS DEM ÖSTER-
REICHISCHEN ERBFOLGEKIEGE,
Das historische Volkslied hat, wie man vreiß, im siebenjährigen
Kriege eine neue Blüthe erlebt; an die gewaltigen Ereignisse dieser
Jahre, vor Allem an die Heldenthaten des großen Preußenkönigs und
seines tapfern Heeres knüpft sich eine umfangreiche Literatur an,
in der sich in lebendigster Weise die Stimmung im Volke abspiegelt.
So sehr man bisher mit Vorliebe bestrebt gewesen ist, die Lieder aus
dieser Zeit zu sammeln, — ich verweise nur auf die Publicationen
und Aufsätze von Richter '), Ditfurth") und Pröhle^), — so wenig hat
verhältnißmäßig die Literatur des österreichischen Erbfolgekrieges
Beachtung gefunden^). Wie mir scheint mit Unrecht. Sind doch gerade
in den Jahren Lieder entstanden, die sich an natürlicher Frische,
an Kraft der Empfindung und echter Volksthümlichkeit denen des
siebenjährigen Krieges getrost zur Seite stellen lassen: ich meine die
unter der Bezeichnung „Hahnengeschrei" bekannt gewordenen Lieder.
Sie entstammen dem österreichischen Heerlager ; auch die Sprache
weist auf oberdeutsches Gebiet hin. Die wenig rühmliche Rolle, welche
in den Liedern des siebenjährigen Krieges, vor Allem der Roßbacher
Schlacht, die Reichsarmee mit ihrem kläglichen Fiasco spielt, fällt
hier den Franzosen zu, über deren Mißgeschick sich oft in recht derber
Weise der vernichtendste Spott ergießt. Strophenform und Refrain sind
überall gleich, ebenso die Einkleidung des dichterischen Gedankens:
') „österr. Volkslieder und Volksschriften im siebenjährigen Kriege."
') „Histor. Volkslieder des siebenjährigen Krieges."
') „Friedrich der Große und die deutsche Literatur."
*) Einiges gibt: Ditfurth, „historische Volkslieder vom Ende des dreißig-
jährigen Krieges bis zum Beginne des siebenjährigen Krieges", und „110 Volks- und
Gesellschaftslieder des 16., 17. und 18. Jahrhunderts, S. 90 ff."
182 KARL OBSER
der flüchtige Franzmann wird unter dem Bilde des Hahnes verhöhnt;
originell ist aber durchweg die Ausführung des Bildes im Einzelnen.
Soweit ich sehe, existieren fünf Lieder in diesem Tone. Sie ge-
hören sämmtlich den drei ersten Kriegsjahren, 1741 — 1743, an. Zwei
davon, aus den Jahren 174P) und 1742, hat Ditfurth schon mitgetheilt,
das letztere nach einem Flugblatte'') ; beide hat auch Pröhle gekannt;
die von ihm aus dem Mscr. Boruss. der Berliner Bibliothek fol. 506,
Bl. 23 citierten Spottlieder auf die Franzosen mit dem Refrain :
Ki ki ri ki^) sind, wie ich einer gefälligen Auskunft der dortigen
Behörde entnehme, mit den von Ditfurth veröffentlichten identisch.
Ein weiteres Lied aus dem Jahre 1742, das ebenfalls den Rückzug
des französischen Marschalls Belleisle aus Böhmen im Winter des-
selben Jahres behandelt, gibt Pröhle nach der Berliner Handschrift
auszugsweise wieder^). Unbekannt sind die beiden Lieder aus dem
Jahre 1743, die hier folgen mögen. Sie finden sich mit den zwei erst-
genannten neben zahlreichen Flugschriften der Zeit als handschrift-
liehe Beilagen unter den Reichstagsacten des Karlsruher General-
landesarchivs. Leider fehlen weitere Bemerkungen über ihre Ent-
stehung und Verbreitung. Der Einsender, der bad. durl. Comitial-
gesandte Joh. Kaspar v. Pogarell, bezeugt lediglich, daß sie in Reichs-
tagskreisen vielfach „roulirten". Sind sie auch sammt und sonders
nicht frei von Verstümmelungen, so kommt doch ihre Überlieferung
den Originalen sehr nahe, weit näher, als beispielsweise das Diffurth'sche
Flugblatt von 1742^). Sicherlich haben wir es, wie ja die Lieder auch
ihrem Werthe nach nicht auf gleicher Stufe stehen, mit verschiedenen
Verfassern zu thun ; daß man den Ton häufig nachgeahmt hat, beweist
die Nachschrift des unten an zweiter Stelle folgenden Liedes zur Genüge.
Zweifellos ist die neue Weise, der wir in fünf Liedern begegnen,
rasch populär geworden und hat weite Verbreitung gefunden: beruft
der Dichter sich doch selbst darauf, daß sie auf allen Gassen ge-
') In einer Nachdichtung von 1758: „Histor. Volkslieder des siebenjährigen
Krieges, S. 80 ff.
2) Histor. Volkslieder vom Ende des dreißigjährigen Krieges etc. S. 317 f.
») a. a. O. S. 62.
') Ebenda S. 65.
«) Wenn z. B. das Flugblatt im Gegensatze zu den Karlsruher Ms. Str. 1, 5
statt mardi {mordieu) ici; Str. 5, 5 statt envain das farblosere enßn] Str. 6, 1 statt
des bezeichnenden Pelzmann (= Winter) das sinnlose Blüzmann; Str. 6, 4 statt kappen
Mappen und endlich Str. 8, 3 statt glucksen gleichsam druckt, so liegt hier überall
eine Entstellung des Textes vor, welche klar bezeugt, daß das Ms. dem Drucke weit-
aus vorzuziehen ist.
HISTORISCHE VOLKSLIEDER AUS DEM ÖSTERR. ERBFOLGER KIEGE. 183
sungen werde. Selbst im siebenjährigen Kriege ist man zu der alten
beliebten Melodie noch einmal zurückgekehrt: ein preußisches Spott-
lied auf die Franzosen vom Jahre 1758 ist mit geringer Abänderung
nach dem Hahnengeschrei von 1741 umgedichtet.
Von den beiden hier folgenden Liedern knüpft das erste an den
Rückzug der Franzosen vor der pragmatischen Armee im Sommer 1743
im Allgemeinen an. Nach Form und Inhalt steht dieses dem ältesten von
1741, welches, frei von fremdsprachlichen Zusätzen, den volksthüm-
lichen Ton am glücklichsten trifft, entschieden am nächsten. Von
minderem Werthe dagegen ist unleugbar das zweite, welches die
Niederlage, die König Greorg IL von England am 27. Juni den Fran-
zosen bei Dettingen bereitet, in den Mittelpunkt stellt; der Witz klingt
vielfach matt und forciert, die französische Schlußzeile, die sich zu-
erst in dem Flugblattdrucke von 1742 findet, trägt ein fremdes Ele-
ment in das Volkslied hinein : das Gleiche gilt in noch höherem Grade
von dem Nachtrage.
Bei der Wiedergabe der beiden Lieder ist die Schreibweise der
Handschrift beibehalten.
I.
Hahneng esc hrey 1743.
(Beiliige zum Reichstagsberiehl vom 23. Juli 174:3.)
Hier komm' ich müd und matter Hahu, Ich scherr so gern auf fiembdem Mist
Den jedermann will kappen^).
Aus Böhmen und aus Bayern an,
Allwo nichts zu erschnappen.
Jetzt macht mir noch der Görg") viel
Müh'.
Ki ki ri ki.
Bei Franckfurth steht er an dem Mayn
Und würgt schon meine Brüder,
Er schlägt wie tausend Teufel drein,
Paris singt Todten lieder:
Nun komm' ich erst recht in die Brüh'.
Ki ki ri ki.
Mein Vatter Louis ^) kratzet sich.
Da meine Brüder sterben,
Die Hühner weinen bitterlich,
Weil sie vor jetzt nichts erben,
Herr Görg macht Beute dort und hie
Ki ki ri ki.
5, 197,
*) kappen = kapaunen, D. Wtb.
') König Georg II. von England.
Und muß auch stets 'was kriegen,
Das ärger als der Pippes *) ist.
Und wenn ich heim will fliegen,
So spühr ich nichts als Maladie.
Ki ki ri ki.
Der CarP) hat nun die Gelder weg
Und lässt die Spatzen siegen,
War' Gold und Silber Blei und Blech,
So Hess sichs wohl noch biegen.
Allein nun ist kein Geld mehr hie !
Ki ki ri ki.
DrumHansz spann an und bringe mich
Noch heut zu meinen Leuthen !
Die Hitz am Mayn sticht bitterlich
Und ich kann nichts erbeuthen.
Enfin je suis toujours perdu.
Ki ki ri ki.
') König Ludwig XV. von Frankreich.
') Die bekannte Hühnerkrankheit.
^) Kaiser Karl VII.
184
KARL OBSER7 HISTORISCHE VOLKSLIEDER etc.
n.
Hahnenges
(Beilage zum Reichstagsberi
Was bin ich ein geschändter Hahn
Den alle Welt verlachet,
So gar daß mich auch jedermann
Zum Gassen Liedgen machet,
Nach der verdamten Melodie.
Ki ki ri ki.
Die Zeugen meiner Kraft sind [fort],
Der Hunger schnitt verteuffeit
Mir war es ein verfluchter Tort,
Darumb ich ganz verzweifelt,
Qu'on m'öcoutoit jusqu' ä Paris.
Ki ki ri ki.
Und solch ein Schimpf quält mir die
Brust,
Der Schmerz frißt meine Glieder,
Ach ! wüchse mir doch der Verlust
Gleich einer Krebsscheer wieder!
Ce seroit un chose bien jolie.
Ki ki ri ki.
Umbsonst gewünscht! ich hab nicht
Ruh,
Man will mich ganz verjagen,
Es gehet täglich ärger zu
Und gilt mir umb den Kragen.
Car on me veut oter la vie.
Ki ki ri ki.
Therese '), das vertrackte Weib,
Verschwört sich hoch im Reden
Und wiedmet meinen armen Leib
Zu einer Fleischpasteten.
C'est eile qui me prend au cul.
Ki ki ri ki.
c h r e y 1743.
cht vom 24. August 1743.)
So scheinet auch der Nachbar Georg
Auf eben das zu dencken,
Bei Dettingen war ich voller Sorg,
Denn er sprach viel von hencken
Und wiesz mir stets sein Band am
Knie*^).
Ki ki ri ki.
Der Orth hieß schon der Hahnenkampf ^)
Vor ziemlich langen Jahren,
Jetzt aber zog mich erst der Krampf
Als ich den Nahm erfahren.
So daß ich voller Zittern schrie :
Ki ki ri ki.
Zwar flog ich wieder dort zurück.
Doch weiß ich gewiß ich sterbe.
Und wünsche mir daß mich ein Strick
Am schönen Halsz verderbe
n dolce mal di Napoli !
Ki ki ri ki.
Die Stunde kommt, mein Nachbar Lips,
Leb wohl mit Deiner Liesen!
Sprich, wenn man fragt, daß mich der
Pips
Ins Todenreich gewiesen.
Und schreib mir auf das Grab : cy git
Ki ki ri ki.
*
Ein Postcantatum **) füg ich bey.
Es machet, wie ich höre.
Ein frembder Vogel ein Geschrey,
Als ob ich, Hahn, es wäre.
Mais, c'est une grosse fourberie.
Ki ki ri ki.
') Kaiserin Maria Theresia.
^) Anspielung auf den englischen Hosenbandorden, der hier als Strick dienen soll.
^) Volksetymologisch umgebildet aus Hahnenkamm, dem Namen eines Berg-
rückens nördlich am Main zwischen Hörstein und Dettingen, der in der Schlacht eine
wichtige Rolle spielte. Siehe Steiner, Geschichte des Freigerichts Alzenau. Aschaflfen-
bnrg 1820, S. 172.
â– ') Der Dichter verwahrt sich hier in ziemlich derbem Tone gegen fremde Nach-
ahmung seiner Verse.
FEDOR BECH. LESEFRÜCHTE. 185
wenn doch nur das dumme Thier Drum sag ich jedem allenfalls,
In den Esopum blickte : Der solches nicht verstehet,
Da sich die Raab *) zur Ungebühr Was mir mit einem rauhen Halsz
Mit frembden Federn schmückte, So läppisch nachgekrähet,
W&rd sie zu Spott mit'^) anderm Vieh. C'etoit la voix d'une'*) grand cocu.
Ki ki ri ki. Ki ki ri ki.
KARLSRUHE. KARL OBSER.
LESEFRÜCHTE.
Ane giezen, stv.
Vgl. darüber die Bemerkung in dieser Ztschr. 30, 271. Außer
den beiden dort angeführten Stellen, in welchen sich dieser sonst un-
gekannte Ausdruck noch vorfindet, vermag ich noch eine dritte bei-
zubringen, und zwar aus Ulrich v. Liechtenstein 339, 32: dd hnoh
sich sä ein loint vil groz, mit regen ez (Hs. regenes) ungefüege an goz.
Das Subst. goz hat immer nur die Bedeutung von fusum, fusile, nie
die von guz {fiisio) oder gilsse; schon aus diesem Grunde ist der Text
bei Lachmann wie bei Bechstein verdächtig. Über die adverbiale
Form ungefüege vgl. Bechsteins Ausg. 80, 6 und die Anm. dazu.
hanchen, swv.,
:= haneken bei Lexer I, 120; dieselbe Form ist, glaube ich, auch in
der Überarbeitung des Herzog Ernst, hrsg. von Bartsch 4046 wieder
herzustellen:
do der recken kiel gestuont,
sie täten als noch Hute tuont,
die lange an eitier stat hänt legen
und gerne hanchens loolden pflegen.
In der Hs. steht dafür parchens, wofür Bartsch barkens in den Text
gesetzt hat, das Lexer in den Nachträgen S. 43 aufführt; aber das
Wort ist wohl besser zu streichen. Die Formen panchen, panichen,
hanchen = haneken findet man noch geschrieben im H. Georg 160 u.
1070; in der Kindheit Jesu ed. Hahn 95, 32; im Anzeiger für K. d. V.
V, 455; im Parzival von Wisse und Colin 27, 8; 111, 6; 169, 40;
547, 28 der alre gebancheste weg.
') Die Rabe, s. D. Wtb. Bd. 8, Sp. 5.
^) So! statt devi.
') Sei statt d'un.
186 FEDOR BECH
hechersinner, m.,
der, welcher die Becher, die Trinkgefäße zu visieren, nachzumessen
hat; so verrauthe ich statt bechersemrv* in den Sätzen u. Geboten des
Bischofs Otto von Wolfskel ed. A. Bulant, Art. VI: ez sol auch kein
winmezzer über (außer) den tdinrüffer vnd den hechersemiv* mer denne
zwene knehte haben; die Stelle ist nicht genau wiedergegeben in den
Nachträgen von Lexer S. 46. Über sinner, Visierer, vgl. Alemannia
V, 17, 19, 22, 42; VI, 249, 41 u. 43; 250, 2; Steinm. Zeitschr. 27, 94;
sinnen := visieren, ohmen wird von Schmeller- Frommann II, 292 be-
sonders am Unter-Main nachgewiesen.
beigezein, m. u. n.,
findet sich bei Michelsen, Mainzer Hof S. 23, 32 u. 44, wofür aus
Versehen bei Lexer in den Nachträgen 232 heigezein angesetzt ist;
gemeint sind damit die dünnen Weidenruthen {zein), welche zum beigen
der Weinreben verwandt werden ; beigen ist = altmitteld. bougen,
böigen, böigen, jetzt beugen, bögen, im heutigen Düringer Dialekt noch
bege, ein bekannter Ausdruck der Weingärtner; es bedeutet nach
Sanders I, 184 die Rebe über den dabei stehenden Pfahl biegen und
mit einer Wiede anheften. In einer Zeitzer Kämmereirechnung von
1580 heißt es: 33 gr. ihrer sechs haben geböget, 16 arbeitern die geheftet,
57 tagelönern die gerürth; und in einer von 1579: 29 gr. ihrer neun
haben geböget; dazu Konr. StoUes Chron. fol. 253'': do icören die ivin-
berge dy helfte lool geboyget; ebenda fol. 254'': do erfroren die boyge-
reben; fol. 269'': Walpurgis woren dy berge küme halb vorböget; German.
25, 355: die stocke im graben heften u. beigen; Grimm Weist. 11, 286
(aus Pallast an der Obermosel a. 1463) : abe sy {die loingart) woil ge-
buegei sint; IV, 595: man soll an den wtngarten "pfele, miste graben,
biegen, sticken, lanken, hefften; — dy boygern = die Rebenbinderin bei
K. Stolle fol. 269''; — in der hoyge = in der Zeit des Weinbeugens,
ebenda fol. 270''; nach Frisch I, 116' bedeutet böge, böge f., die stärkste
Weinrebe so man bieget und an den Pfahl bindet; für letzteren Aus-
druck bei Adelung auch die bogenruthe.
Von Wörtern , in denen ei für öu gesetzt ist , wie in beigezein,
finden sich in der oben citierten Schrift von Michelsen noch folgende,
so S. 22 gereicht =: geröuchet (geräuchert), S. 29 bereyfen = beröufen
(den Gänsen die Federn ausraufen), S. 39 zeyme = zöunie {frena).
ber ecken, stv.,
zuscharren, zudecken war für alle die Stellen anzusetzen, welche bei
L§xer I, 191 und in seinen Nachträgen 63 unrichtig unter beriechen
LESEFRÜCHTE. 187
angeführt sind. Lesenswerth ist darüber besonders, was Homeyer in
seinem Glossar zu dem Richtsteig Landrechts S. 535, s. v. fjerochen
darüber vermerkt hat. Der Ausdruck dem feuer ist herochen im Minne-
falkner 108, wie ihn Lexer wiederholt citiert, ist bereits in der Ger-
mania 8, 478 verbessert. Berach = sepelivit ist wohl auch für brach
zu lesen in dem Pass. K. 597, 94:
hinnen dirre zit geschach,
daz man zu Turon brach (?)
einen hischof der da starh,
Köpkes Erklärung dieser Stelle S. 707 wird schon durch den Zu-
sammenhang widerlegt, Unberochen findet sich noch in der Martina
102, 40.
heriver, stm.,
ein KleiderstoflF, von Lexer Nachtr. 66 aufgeführt; vgl. Cod. dipl.
Silesiae 8, S. 51, 23 (Urkunde vom J. 1360 = Breslauer Urkunden-
buch von Korn S. 200) is sal kein cromer smden tohitlan harras noch
berwer noch kein wullin geivant; Wismar. Bürgerspr. 3: quod nuUus
institor dehet alios pannos incidere preter antiquitus consuetos ut sunt
yren swesterdok (eine irländische Tuchart) ^ bertver, sagen, tyrletey, spi-
resch, et sardokes, bei Schiller-Lübben I, 391" und IV, 548'' (a. 1345
u. 1350); Erfurter Weist, ed. Kirchhoflf S. 113: dirdendei, berwer et
alii panni; Argovia vom J. 1862 — 63, S. 167: ez git ein berwer zwen
Schilling] Altprager Stadtr. ed. Rössler S. 32 — 33: loir richter u.
schepfen — — haben gemacht — — , das man von loden, von pericer
und von puchzpaum chain gelait ouf der pruken nicht nemen sol'^ über-
schrieben ist dieser Abschnitt mit folgenden Worten: de theloneo per-
verii puchspaum et aliis seminihus. Dahin ziehe ich auch S. 7: item
de qualibet ligatura quae zäum dicitur de Golz seu gallice vel bavari-
calis (?) thele 1 gros. Gemeint ist wohl harbaricalis , das würde etwa
dem Adjectivum herwerm entsprechen in dem Weistum von Bernhard-
zeil a. 1393 bei Grimm V, 180, wo zweimal erwähnt ist: der in (den
Hafer) uf ainen berioertnen mantel schüttet. Außerdem findet sich der
Ausdruck noch in den Zusammensetzungen berwermantel , berwermen-
tellin, herioertzmantel, herwerdaphard, so in Schreibers Urkundenbuch v.
Freiburg i. Br. II, S. 72 (14. Jhrh.) : item do nam er einer klöster-
pfrouwen 2 lilachen und ein berioer menteUm ; in Weist. 1 , 369 ist die
Rede von einem achteiligen berioermantel , und I, 28 heißt es: der in
(den Hafer) schütti uff ein berwertzmantel', ebenda S. 254 bärlinmantel,
wohl verderbt aus härberin m., vgl. D. Wrtrb. I, 1539. Ferner in
188 FEDOR BECH
Quartalblättern des histor. Vereins für das Großherzogthum Hessen
von A. Wyss (Jahrg. 1880) S. 17; item, ein grae herwer undirrock; item
zwene herwer dapharde\ S. 18: item ein grae herwer daphard\ bei
Sehmoller, Straßb. Tucher- u. Weberz. 22% 84, 87, 88. 90.
Aus dem Zusammenhange, in welchem das Wort hie und da
steht, folgert Kirchhoff in der Anm. 350 zu den Erfurter Weisthümern
S. 113 mit Recht, daß es ein zottig wollener Stoff gewesen sei. Es
bleibt nur die Frage übrig, woher ist es abzuleiten? Im Deutschen
Wörterb. 1, 1. wurde vermuthet, herwermantel sei gleich mit harchent-
mantel'^ Lexer I, 200 denkt an das mlat. herhicinus, Schaffell. Aber
schon die oben erwähnten Formen havaricalis und härlinmantel führen,
wenn sie richtig von mir gedeutet sind, auf eine andere Ableitung,
nämlich auf Barharie, das Land der heutigen Berberen, dorthin, wo
zottig wollene Kleider von jeher zu Hause gewesen zu sein scheinen.
Über Barharie, die harhern, barharisch terrc, vgl. Mhd. Wörterb. I, 88
und Lexer Nachtr. 42; Wolfr, Willeh. 74, 13 Cursaus von Barharie;
256, 12 der künec von B. ebenso Partonop. 15472; Demantin 9909
Falissän von B.\ Krone 22650 manic ritter komen luas von i?. ; J. Tit.
2750, 2 ein wint der treip uns dar von Barharie die rihte; der Tan-
häuser in MSH. 11, 95*, 4: die loinde die so sere loaent gegen mir von
B.; 95*", 5: ein icint von B. waet; Schachgedicht Heinrichs v. Beringen
4598: daz er (Dionysius) frömde geste seit uz B., der scharfen diet (bei
Hecht 277, 3 der nam die harbaros vil scharf)] Suchenwirt 14, 294:
dar nach so fuor der loandels frey \ durch Serdeny in Barharey^ Clara
Hätzlerin S. 4* (20, 6) durch Barharia das gelendt; Osw. von Wolken-
stein 3, 1, 1 durch Barbary, Arahia\ 13, 2, 1 von Lizabon in Barbarey
gen Zepta, das ich loeglent half gewinnen, do manger stolzer mor so frey
son seinem erb must hinden aus entrinnen; v. d. Hagens Museum II,
205 dry kung üz loilder harhary {=: morlant, Aethiopia, vgl. Grieshaber
Vaterl. 291) die brachten opfer alle dry\ Pilgerfahrt Arnolds v. Harff
93, 34 der oeven (Brutöfen) ich auch vil in desen landen as in Hispa-
nien Granaten ind in Barharyen geseyn have. Andere Stoffe aus der-
selben Gegend werden in dem Nibelungenliede erwähnt 408, 3 em
loafenhemde sidin — von pfelle üzer Lyhiä\ 355, 1 von Marroch dem
lande und ouch von Lybiän die aller besten siden.
heslützen, swv.,
findet sich im Sinne von einschließen, verschließen, bewahren, ver-
wahren bei Rost, dem Kirchherrn zu Sarne, in MSH. HI, 133'; dort
reimt beslützet : nützet ; ferner in den Nürnberger Polizeiordn. 37 : ein
LE8EFRÜCHTE. 1 §9
heslützef gemach', beide Stellen hat Lexer I, 220 bereits augemerkt.
Aber hierher gehört auch Walther v. Rheinau 5, 4 und da von ist
nütze, daz man die rede beslütze, sowie Reinfrid 25503 umh die veste
drte graben schon heslützet giengen\ aus Versehen sind diese beiden
Citate von Lexer in den Nachtränken unter bestützen aufgeführt, einem
Worte, das sich bisher im Mhd. noch nicht hat nachweisen lassen.
Zu beslützen kann ich dagegen noch folgende Nachweise bringen:
Heinr. v. Beringen Schachged. 8725 ein schrin der wol heslützt (: nützt)
mit drin groten slüzzeln tvas; Birlinger, Die Sprache des Rotweiler
Stadtrechts 42'^: es soll kain müllerknecht kain beschluzt vass in kainer
mulin haben, er lege dann den Schlüssel hinder seinen maister' Grimms
Weist. I, 365, Z. 22 der dinckhoff — — sol beschlütz[t] smi; Md.
Schachb. 284, 2.
binwerf, stm.,
bei Lexer I, 280 vermuthungsweise als stu. angesetzt und mit „Klinge"
übersetzt, ist sicher ein und dasselbe Wort mit dem mnd. biworp, vgl.
Schiller-Lübben I, 348** und Crull, Das Amt der Goldschmiede in
Wismar; der letztere führt S. 6 aus wismarischen Rollen an: enen
byworp ghelecht timme en rness] enen byworp baven up dat mess\ aus
lübischen Rollen: enen biworp mit smelte; aus lüneburgischen Rollen:
ein par byioorpe mit sioibogen und mit dereken darinne; en par biworpe
mit gesmelze. Aus dem Breslauer Stadtbuche vom J. 1437 habe ich
mir angemerkt: 20 fledern leffel mit sylbern beyworffchen. Über die
Bedeutung des Wortes ist die von Schiller-Lübben 1, 350'' s. v. black-
malen angeführte Stelle zu vergleichen : arcidum cultello circumdatum
dictum byworp, welches übersetzt wird mit: eine ringh eenem messe
umme ghedaen gheheten byworp. Näheres darüber bei Crull 1. 1. S. 7.
buhel, stm.,
als Bezeichnung für einen besonderen, abgesonderten Standort oder
eine besondere Vorrichtung auf dem Markte für die Gerber oder
lederer, erscheint zuerst in einer Urkunde des Pegauer Magistrates
vom J. 1390: ouch haben sie {die schüchioorchten) die friheit von dem
gotshüse , daz vff dem Buel keyn gast leder kouffen sal , unde an dem
marktage nach mittage unter den ßeischhouwern sullen sie rüchleder kouf-
fen und nymand mer-^ ferner im Urkundenbuche der Stadt Leipzig
(= Cod. diplom. Saxoniae VIII) T, Nr. 518 = Innungsartikel der
Gerber vom J. 1481, S. 426: item, es sol kein gewercke des handtioercks
geselschaft haben oder machenn auf dem buel noch auf dem marckte,
bey peen und busse eines pfundt ivachs; item wer rauchleder auf dem
190 FEDOR BECH
buel ader vnder den fleischhauernn keuffet, der sol es hinweg tragen ader
ein zeichen darauf legenn, hey husse eines halben pfundt toachs; und wel-
cher gewercke selber eine haudt auf dem marckte ausschütten ader auf-
binden wurde^ der sol das mit einem halben pfundt wachs verbussenn; —
S. 427 : item, loelch gewercke das leder von dem aufdecker alhier in der
gruben keuffen wil, der sol es dem handtwerge sagen , also das das
handtwerck allewege den vorkauff dar an haben — soZ; — — und wer
es in der gruben keufet, der sol dem handtwerge vom leder drey pfeninge
gebenn, ader auf dem marckte sol es einem iderman frey sein zukeuffen \
— in den Artikeln der Zeitzer Gerberionung vom J. 1686: auch sol
kein meister vor der stadt oder in der stadt von dem buhle wegkauffens
halber imanden entgegengehen; es soll auch keiner dem andern auf dem
Leder Marckte gegen dem biihel vorkatiffen; — der erste stand so der
nechste gegen dem buhle an gewölhen ist; — niemand soll fug und recht
haben irgendwo zumahl auf dem buhl oder ledermarckte sich zum vor
und nachtheil der gerber rohe feil oder leder zu kauffen. Auch im Stadt-
recht zu München ed. Auer findet sich der Ausdruck, Artikel 440:
es sollen all käuffel, die gest sein, alles getraid, daz sie herbringent, nur
auf dem püchel niden auf dem markt verchaujfen vor meiner herren
der bürger hoffstat-^ — — die kätiffel, die purger sein, sullen ir getraid
bey der kapellen vail haben; — vgl. auch Nürnberg. Polizeiordn. 291:
geteidingt wart zwischen den purgern u. H. Tenczel, daz der puhel vor
seiner tur sol ahe gen ewiglich,
durch, praep.,
mit dem Genitiv, ist in den mhd. Wörterbüchern und in dem Deut-
schen Wörterbuche von Grimm, soweit ich sehe, noch nicht besprochen
worden. Es läßt sich zuerst am Ende des 13. Jahrhunderts wahr-
nehmen und erscheint dann nicht bloß auf mnd. Sprachgebiete, vgl.
Schiller-Lübben I, 545^ s. v. dorch, sondern auch bei mitteld. sowie
bei oberd. Schriftstellern. So bei Ebernand v. Erfurt 1733: durch
siner grozen müdekeit häte er rüwen sich geleit , wo der Herausg. sine
statt atner geschrieben hat ; Lambert Rathsges. von Mühlhausen i. Th.
87 : durch bezzers gluckis als Übersetzung von spe melioris ductus for-
tunae\ Urkundenbuch von Dresden S. 194 (a. 1394) durch siner barm-
herczikeit'^ Eisenacher Rechtsb. II, 11 (ed. Ortlofi") dorch des rechten
daz'^ Md. Schachb. ed. Sievers 283, 27 wer vruntschaft durch genizcis
gerfj Fichard Frankf. Archiv III, 310, 6 so mustä umtner i^tede bliben \
dorch der du dich voreinet hast (= Schule der Minne in Laßb. LS.
III, 589, 397 gen der du dich hast vereinet)) Bruder Hans Mar. 4612
LESEFRÜCHTE.
191
durch ir\ 4884 durch der luchten) Job. Kothe ChroD. 713 her muste
durch des schadin unde der schatzunge Sangerhitsen vorkoufen, wo nach
V. Liliencrons Bemerkung im Glossar S. 697 iviUen ausgelassen ist-
H. Dorothea von Job. Marienwerder S. 217, Z. 26 durch der ohir-
swenkin ijyn'j in einer Sangerhäuser Urkunde von 1467 bei Menzel
Die von Sangerbausen S. 101: dorch myner mergklichen noed. Aus
oberdeutschen Quellen kenne ich folgende Beispiele : Hugo v. Langen-
stein, Martina 133, 6 sus veryaz er gotes \ durch wihe minne gebotes (a.
1293); Schoenbach, Altd. Predd. II, 20, 36 durch der^) ere der hiligen
gehurt', 110, 19 durch einer jjoesen dirn^); Urkundenb. von Klostcr-
neuburg ed. Zeibig Nr. 285 (a. 1339) dm-ch der lieb die ich zu dem
selben gotshüs Jidn; Nr. 300 (a. 1342) durch der liebe die ich zu dem-
selben goczhüs hän-^ Laßbergs LS. I, 190, 580 ob allii rieh loaerent nun,
die wolt ich läzen durch d%n\ Christine Ebnerinn 15, 22 man so! daz
groz ampt durch des clainen niht ab läzen\ Twingei' v. Koenigshof'en
317, 27 durch der fruchtherkeit des landes itnd wolgelegenheit {-= 51
10 ed. Sehilter) ; Erlauer Spiele ed. Kummer III, 825 durch der drier
tempeltreten, was im Glossar vom Herausgeber falsch gedeutet worden
ist^); Hans Vintler 451 durch der guettät^ 510 durch der swachen ge-
sellschaft\ 2916 ich wais durch wes (: Aristoteles)] 4166 durch zwaier
sach-^ 4318 durch der veinte sein.
ellent
= onager in einer durch den Reim gesicherten Stelle des Väterbuches
bei J. V. Zingerle Findlinge II. S. 64:
do sach er in wilder art
durch den walt uf ir vart
loufen ein teil eilende^
die liefen harte snellende
über den wec vor im da.
In der lat. Quelle steht, wie mir R. Köhler mittheilte: vidit eminus
onagros transire per desertum:^ in dem von J. v. Zingerle beigefügten
') Dafür durch, die vom Herausg. in den Text gesetzt.
'^) Vom Heransg. willen nach dirn eingesetzt.
^) Dort war die tempeltrete anznsetzen, nicht daz tempeltreten. Derselbe Feliler
im Mhd. Wb. III, 98", 22, wo kapeltrelen angesetzt ist als stn. statt kapeltrete, f.;
denn nach dem Zusammenhange, in welchem dasselbe bei Mone, Altteutsche Schausp.
S. 123, 467 steht, ist dort die ancilla uxoris mercatoria zu verstehen, dieselbe, welche
einige Verse später (V. 945) mit du aide tempeltrete angeredet wird; vgl. Das große
thüringische Mysterium ed. L. Bechstein S. 18 wy wollen uns von desen alden tempel-
treten scheyde.
192 FEDOR BECH
Glossar ist des seltenen Wortes gar nicht gedacht worden. Sonst
wird damit auch hyaena, camelopardiis , murmena (Carmina Burana
S, 176) glossiert, vgl. Deutsch. Wörterb. III, 406 unter den Wörtern
eleUj elend und S. 411 unter elendeis.
entloufen, swv.,
= ausläufern, enthülsen, refl. sich losmachen, ein sehr seltenes Wort,
findet sich in J. v. Zingerles Findlingen II, 40, 76 wie man sich ent-
lauben (: chaiiffen) sol von iceltleicher hob. Es geht zurück auf louf
oder louft, m., d. h. hier Bast, Hülse, Schale (eine Art Katheter bei
Wolfram v. Eschenbach), vgl. German. 7, 299 und Kehrein Samml.
IS**. Das Verbum steht aber auch noch in St. Margareten Marter ed.
Bartsch (= German. 4, 454) 524: so wirt diu sele der helle entloufet
(: getoufet), von Lexer in den Nachträgen erwähnt mit der Erklärung
„zum Entlaufen bringen, entkommen lassen". Man vergleiche dagegen
noch laufen, laufen == lauf ein bei M. Heine im D. W. VI, 325 ; leuffen
und leuften = grüne Nüsse enthülsen bringt Birlinger in dieser Ztschr.
25, 353; aus einem md. Manuscript des 15. Jahrh. (De plantatione
arborum) fol. 5, 3 notierte ich mir: haselnüsze seint reif, toen sie sich
lauften :, 5, 7 wenn sie sich lewften\ vgl. Weigand Wörterb. s. v. Läufe.
erbrochen
hat Lexer I, 619 Köpke folgend als schw, Verb, angesetzt nach der
Stelle im Pass. K. 99, 55: in dem hat gennger sich Idn hie bevor zu
tode erbrochen (: gesprochen) ; richtiger hat man anzunehmen, daß hier
nach ich hän läzen vielmehr das partic. praet. von erbrechen gesetzt
ist statt des sonst vorkommenden Infinitivs, gerade so wie in dem-
selben Gedichte 115, 34 der hat in län erstorben (: erivorben) und zu
tode geslagen. Auf md. Sprachgebiete ist diese Ausdrucksweise nicht
ganz selten; vgl. K. Rother 882 die du hast gevangen län) Giseler v.
Schlatheim (Myst. I) 103, 39 got hete die anderen olle läzen gelebet -,
109, 13 da von habe ich vil läzen geschriben; Hoefer Ausw. S. 308
(a. 1336) ich hän läezen gehenkit und ebenso S. 321 (a. 1337); Henne-
berger Urkundenb. III, S. 46 (38) a. 1339: si habin ir insigil läzin ge-
hengit\ H. v. Hesler Apokal. 3102 er het uns läzen gebliben (: werden
vertribeji) 'j Alte Gesetze von Nordhausen bei Förstemann N. Mitth.
in, l, 58 (105): he hat ume läzen gevullet\ (106) he hat ez zu dem
nüwen läzen gereith (= gereitet, gerechnet) ; 4, 74 he hette läzen gespelt
in sime huse] 4, 83 disse stucke hat man in die einunge läzen gesazt\
Chemnitzer Urkundenb. 68, 21 (a. 1411): er hatte geworcht läzen und
getzügit; 74, 32 dy loir gewist und geeygent haben läzen unsevm capplän;
LESEFRÜCHTE. ,^93
Leipziger Urkundeub. 11, S. 274 (Nr. 245, a. 1453): toir haben
geholt läzen; Leipziger 8achsensp. II, 36, 3 geworcht läzen-^ 58, 3 ge-
sewet läzen. Am häufigsten ist aber dieser Gebrauch im Mnd., vo-1.
die Beispiele, welche Hoefer gesammelt hat in der Germania 18, 308
bis 309; weniger üblich in oberdeutschen Schriftdenkmälern, vgl.
Gramm. 4, 126; Lachmaun zu Nib. 585; Beneke zu Iwein 3142;
Strauch zu Adelheid Langmann Einl. S. 41; Heinr. v. d. Türlin 17215:
ir habet mich läzen xvorden (: morden); Kindheit Jesu 1825 flg. der wirt
hete läzen boume so ze mäzen utnhe den hof geleitet; Had. von Laber 364
er het sich län ergdhet; Grieshaber D. Predd. I, 134: der sich hat län
ferdainet; II, 103 daz ich in hete län gestanden; M. Beheim, Buch von
den Wienern 153, 25 si heten in gelegen läzen.
velden, swv.,
= auf das Feld, ins Freie hinaus bringen, gehen, bei Lexer III, 52
(wo Martina 173, 102 zu lesen ist statt 104, 103); dasselbe Wort ist
nach meiner Auffassung auch wieder herzustellen in der auffallenden
Stelle der Rabenschlacht 679, 4:
dö hete der von Berne
den kunec von Niderlaid,
weit ir ez hoeren gerne,
geveldet vür mit heldes hant.
Dietrich hatte den Niederländer aus der loalstat hiuausgetrieben ; gleich
darauf heiüt es (680, 1) :
do in her Dietrich brähte
wider an die icalstat.
Statt geveldet ist gevetelt überliefert und solches von Lexer III, 331
s. V. vetelen angesetzt; Martin bringt es zwar mit vürvazzen in Bezie-
hung;, weiß aber sonst auch mit veteln nichts anzufangen.
veligen, veiligen, swv.,
-=1 schützen^, sichern, sicher geleiten, ein bekanntes mnd. Wort, von
dem bei Schiller-Lübben III^ 226 die Rede ist^ ist höchst wahrschein-
lich einzusetzen für vigilien im Kulmer Recht ed. Leman III, 143:
her sal yn vigilien das ist sychirn und irlouben vor tzu kamen; als Varr.
werden für vigilien angeführt loygelyen, biligen ; die Form vigilgen bei
Lexer III, 346 ist zu streichen.
verbachen, verbacken, stv.^
in der Bedeutung von zusammen- oder aneinanderkleben, verhärten.
Bei Lexer 3, 70 aus Kolm. 75, 122 citiert; denselben Sinn hat das
(4EBMANTA. Neue Rtiihe XXIII. (XXXV.) .lalirg. 13
194 FEDOR BECH
Wort in den Altd. Neujahrsblättern von Birlinger und Crecelius 41
(fol. 193): das uftün der wunden dy vor woren vorhacken', bei Job.
Vegbe ed. Jostes 61^ 15 eyn mensche der so verhardet unde verbacken
is in synen sunden', desgl. 170, 10", bei Wiggert Seberflein I, 39 dyne
logehackenden lounden xoorden geopent-, Birlinger u. Crecelius 1. 1. 40
(fol. 190) das geivant was em so sere gebacken in dy loonden und in das
hlüt. Dasselbe Verbum muß wohl auch im Pass. H. 70, 43 wieder
hergestellt werden: do man vtntUche von im brach
den roc über den nacken
und sioaz dran loas virbacken/^),
hie ein vlec, da ein vlec,
daz ructen st vil gar entvec;
vorher heißt es V. 35: do was im hüt unde roc zusamne sus virhartet.
Ein Verbum verlacken, wie es im Mhd. Wörterb. und bei Lexer auf-
gestellt ist, wird man kaum nachweisen können. (Vgl. Vocab. Niger
Abbas s. v. epifora S. 43.)
fortuUf f.,
im Sinne von Mißgeschick, Ungewitter, namentlich Sturm zur See,
widriger Fahrwind bei Meister Altswert 204, 8 durch ivild fortün din
segel kan meisterlichen rüdeln; Lexer TU, 483 übersetzte es hier mit
„Zufall". Ebendahin gehört bei M. Altswert 145, 23 durch xoellen
(Hs. toollen) und fortün fuor es gar meisterlich; Osw. v. Wolkenstein
28, 21 fortün (Hs. forton) lä dich nit dringen, du, var e in die hab, wo
es von Weber S. 324 und Lexer III, 482 = vorten „weiter fort" ge-
nommen wird. Gabriel Tetzel (Reise Leo's von Rozmital) 153 do kam
der grosse ivind un fortün an uns) 159 Darnach kam ein solch gross
fortün und ungewitter an uns\ 160 loir kamen mit grossem ungeioitter
und fortün in ein stat', 168 dö ist ein gross fortün an sie kummen und
hats mit gewalt gen Burges geschlagen) — Appollonius von Tiria ed.
Schröter in den Mittheil, der D. Gesellsch. zu Leipzig V, 124: das
schiff fert schnelliclich von dem wind durch menig grüssenlich fortün und
wellen und lät doch kein spor nner vart) Arnold v. Harff, Pilgerf. 68,
35 dae hoeff sich off ein grois wint ind fortuyne\ vgl. Staub u. Tobler
im Schweiz. Idiot. I, 1043 und fortuna bei Diefenbach-Wülcker
Wörterb. 591. Etwas anderes ist unter virtün zu verstehen im De-
mantin 6190: ich such dar manchen virtün und manchen ritter ellent-
haft) ich halte es hier für eine Reminiscenz aus Wolfr. Parzival (vgl,
335, 4 und 432, 25) und für entstellt aus Bertün oder Britün.
') In der Hs. virlacken.
LESEFRÜCHTE. I95
vnlter, volter, stn.,
bei Lexer III, 564; vgl. außer den dort angemerkten Stellen noch
Bruder Hermanns Jolante in Pfeiffers Altd. Übungen S. 107 (356) .ms
icas dy zarte reine \ der loerlde ein oig spyelglaa, \ dat ganz dog äne
volter ?m.s und S. 111 (151) so tcas dat herze also dtir-polyvet \
dat nyt da volters ynne entoas \ rtht als ein Inter spygelglas; aber auch
Laßb. LS. I, 269, 9 gehört hierher: gar unheniigig was das 10% \ und
kunt vil V alters titben \ des man vil von lolhen \ ietz in der xoelt ver-
nimet, wo man vulters oder volters zu lesen hat; Lexer bringt es III,
15 mit f alter in vwalter zusammen und vermuthet die Bedeutung von
Flatterhaftigkeit.
gargarizieren, swv.,
= gurgeln, ist anzusetzen für das von Schmeller-Frommann I, 917
und von Lexer Nachtr. 172 aufgestellte ganizieren'^ in der betreffenden
Hs. steht gar ganizieren und das ist = gargnrizare bei Diefenb. 257^
golden, golden, swv.,
im Altprager Stadtrecht ed. Rössler S. 44, Z. 3: auch unser dyner
2(nd der losunger diner und putel dye schulten eioiclaichen kayn jar zu
weynachten zu noch oherigsten golden gen = S. 95 {in vigilia nativitatis
Cristi riec famnU civitatis nee fartndi judicis nee precones nee tortor nee
famuli hraxatores nee ductores aquarum ad hraseas dehent iransire co-
lendisatum^ nee etiam meretrices debent aliquo tempore tronsire colen-
disatum\ dasselbe Wort in den Stadtgesetzen von -Eger, hrsg. von
Khull S. 9 (II, 1) ez schütten auch loeder vrouwen noch man zu keiner
zeit mit golden, mit droe noch, mit bete den clostern noch den Juden gelt
ah erdringen; ebenso S. 13 (11), wo mit golden geschrieben ist;
S. 17 (8) tmd man sol iveder praitt noch preutigam nicht angolden
noch in kein gelt abnemen noch auf sie icht vertrinken on geverd. Nach
Rössler S. 198 1. 1. bedeutet es „ein Christgeschenk einsammeln (böhm.
koledowati), das Geschenk selbst koleda, etwa mit coUecta verwandt" ;
nach F. M. Mayer, Über die Verordnungsbücher von Eger S. 14, wird
es dem nkoldern (wie kollern), zanken, lärmen" gleichgesetzt; eher ist
es mit golenzen und goln bei Lexer I, 1045 — 46 zu vergleichen.
got-däehtic, adj.,
â– =^ devotus, gottergeben, im Urkundenb. der Stadt Arnstadt ed. Burk-
hardt Nr. 168 (S. 116): mit gotdethigen bedirffen lüthin und , ebenda
zioene bedirffte gotdeczige (? = gotdethige) manne (a. 1369); vgl. Graff V,
163 gotedaht, gotedehti, devotus; gotedehti, devotio; gotedehtigo, sancte.
Hiernach ist gotdechtig aufzufassen in J. Rothes Chron. 150 und in
13*
196 FEDOR BECH
Myst. I, 155, 16. Bei Lexer I, 1054 ist unrichtig gotehtio angesetzt.
Vgl. noch Ui'kundenb. von Arnstadt S. 113 (a. 1391) man sal messe
anheben und gotdechtlichen singen', ebenso in Nr. 217 (S. 153^ a. 1387)
und Nr. 550' (S. 296, a. 1446); dazu Trebnitzer Ps. 39, 18 dechtic
umme mich, sollicitus mei', \A2, 5 dechtic (niemor) was ich der aldin
tage] German. 27, 415; Schiller-Lübben I, 493'' unter dechtich.
gramen
als dritte Person Sing. Conj. des Präsens glaube ich annehmen zu
müssen in einer Stelle bei Heim-, v. Hesler Apokal. 15.3, mitgetheilt
von K. Amersbach in dem Programm des Gymnasiums von Constanz
a. 1884 S. 28:
daz mir die werlt nicht engramen,
Heinrich heiz ich mins rechten namen.
Handschr. A liest hier untgramete : namen, welches nach Amersbach
vom Corrector später in grame : name geändert ist; in B findet sich
engrame : namen: in C steht grame : Heinrich ist mm rechter name.
Amersbach will engrame : name gelesen haben: das n in namen sei
dem thüringischen (?) Dialekte gemäß abgefallen 5 die ungewöhnliche
Genitivform 7iame habe die Änderung in C hervorgerufen. Aber ein
Abfall des n im Genitiv namen scheint mir unerhört, trotz aller wun-
derlichen Mißhandlungen, die man sich bei dem Worte sonst erlaubt
hat, um es reimgerecht zu machen. Das Schwanken der Überlieferung
läßt sich auch aus der dialektischen Form gramen = grame erklären.
Man sehe darüber die Beispiele, welche in dieser Zeitschr. 23, 152
und 222, sowie 29, 26; 30, 276 von mir beigebracht sind. An letz-
terer Stelle ist noch ein anderes Beispiel aus Heslers Apokal. 3754
erwähnt: ich bitte den lesere — — daz er entrümen \ oder uhervar den
lUmen. Ich füge noch folgende Stellen hinzu: Steimmeyer Zts. 32,
429, 89 (Bruchstiick einer Margarethenlegende aus dem 14. Jh.): daz
her uch uwer sunde vorgehen \ und nem üch in daz ewig leben 5 — Leyser
Predd. 98, 29 daz si (die Seele) cumen zu dem etoigen himelriche; 104, 1
daz uns allen müzen daz geschehen (nach der Hs.); — Hl? 42 daz er
geweldich sin ober die andern engele alle\ — Giseler v. Slatheim (Myst. I.)
129, 24: hir uf ist ein vräge — — toeder di voruunft er enphahen daz
goiliche licht oder de mugeliche vornunft; — 135, 24 xcer ist also stete,
den der vrowen list nicht intziehen von deme rechten! — Breslauer Ur-
kundenb. ed. Korn Nr. 289 (a. 1374) : er sal swerin, daz her dy vor-
geschrebene geseczcze ganz und gar gehaldin haben', — Oxforder Bene-
dictinerregel ed. Sievers 1, 21 daz üch die vinsternisse nicht inbegriffen',
LESEFRÜCHTE.
197
— 10, 4 daz die snster gotes vorte ummer vor den ourjan draqen — und
ummer gekugic sie alles des gof gehute-^ — 11, 17 daz die suster — un-
derdenig sie — und nächvohjen den herren; — 12, 33 daz die suster so
sie sprechen sal, äne spot redeliche loort und immaniche sprechen;
— 14, 15 daz die ebdisse ire huvdiv sicherlich under sie deilen'^ — 24, 5
daz der düvel da stade vinden; — 24, 15 da sie [= soror] libnarunge
alleine nemen'^ — 29, 16 einer snster die got vochten und irre sele sorge
hahen-^ — 34, 8 m keinen steden inioerden kein alder under scheiden-^ —
35, 12 so gedenke sie — loenne sie rede gehen siilten-^ — 35, 16 daz sie
daz selbe irvolgen- — 35, 26 da ane sie halden; — 35, 33 daz sie von
unseme heroben hören müzen ; — 43, 3 daz kein junfframoe keinen mmt-
schen - kein kint üz dem dauff heben-, — Pegaxxer Stadtbuch a. 1443,
fol, 35'': item 10 gr. Koche pro labore cum precio, daz es der stad ge-
czünt haben; — Laßbergs LS. II, 271, 96 daz st der tiufel dräte \.
binden in der helle grünt | un si erwünsch in sm slunt-, daz merken loer
toölle\ — 563, 166 lä dich benügen daz dir got zu fügen; — 593, 17
ob Crist stner getaet nemen war; — III, 167, 150 lob dich ieman dir ze
gagen, so merk ob er dir war sagen-, — Albrecht von Eyb in Steinm.
Zts. 29, 374, 29 lüie sie mochten einen loeg finden, daz ir herre ein edel
loeib nemen.
Es scheint mir nicht unmöglich, daß diese Form des Conjunc-
tivus auf die Entwickelung des Pluralis majestaticus in dem heutigen
Curialstil, wie z. B. gerulien, gestatten, genehmigen eio. majestaetj einen
gewissen Einfluß ausgeübt habe. Vgl. Rudolph v. Ihering, Der Zweck
im Recht II, 709 fg.
leit, n.,
in der Betheuerungsformel : so mir dat veil heiige leit, du enblires hei
langer neit bei Gotfrid Hagen Cöln. Chron. 3941 hat mit dem „Leiden
Christi", wie es in der Anmerkung dazu und im Glossar 414" ge-
deutet wird, nichts zu thun ; es ist vielmehr rheinfränkische Form
= mhd. lieht. In dem westdeutschen Sprachgebiete ist diese Formel
eidlicher Versicherung nicht so selten. Vgl. König Rother 1058 so
mir daz heiliche licht; in der altd. Exodus ed. Kossmann 1081 semniir
daz here s i innenlieht , sine varent von mir nieht; Karlmeinet 105, 30 so
mir dat heiige licht; 107, 46; 110, 19; statt lieht erscheint auch zu-
weilen tac, so 14, 50 Summer der dach, de uns alle geve licht; Ger-
mania 26, 98*, 188 sam mir der vil heilige tac, du hast getobet reht an
mir; 18, 52 in einem Segen gegen die bernmuoter : sam mir der vil
hailig tag; — ferner steht hin und wieder guot für heilig in dieser
Formel, so in den Beispielen bei Bartsch über Karlm. S. 329; in
198 FEDOR BECH, LESEFRÜCHTE.
Der Junker und der treue Heinrich ed. Kinzel 1128: so mir der gut
tag und 1759 als mir helf der gut tag; ebendahin gehört summer gotes
stok (ursprünglich = tac) in den Chroniken der D. St. 17, 361, 4,
vgl. darüber Zarnckes Centraibl. a. 1882, S. 173. Darauf scheint
schließlich auch zu gehen, was aus einer Erfurter Chronik in den
Osterländischen Mittheilungen I, 306 veröffentlicht worden ist: thü
mir einen eidt gegen die sonne, dasz u. s. w. und ähnlich in den D. R.
Akten VII, 253, 29: si hüben da miteine die hende nf gen der sonnen,
und stabete in hurggraffe Friderich den eid.
Uephouhet, n.,
als Bezeichnung des liebsten, nächsten Verwandten, fehlt bis jetzt in
den mhd. Wörterbüchern; es erscheint aber im Pass. H. 50, SS: jene
wol gelouheten \ mit des töden (Hs. todes) liebhouheten = des toden mäge
52, 34; in Leysers Predd. 69, 30 uwer almüsin sidt ir vil gerne tun
vor uwer liehhouhtin'^ in Myst. II, 119, 19 swenne in ir Uephouhet stirhety
so loerdent sie gar durchgozzen mit leide '^ vgl. auch Berthold ed. Pfeiffer
I, 331, 39 ir sult getriuweliche über iuxver liebes (?) hoid)et sin. Häu-
figer zeigt sich der Ausdruck in niederd. Denkmälern in der Form
lefhovet, vgl. Schiller-Lübben II; 6S&' und VI, 200.
der nälden ouge.
In den Bruchstücken des niederrh. Tundalus ed. A. Wagner S. 113,
V. 14 flg. heißt es: daz eim rehte sundere daz himelriche si also un-
chunde alse eime olhende, daz er sih könne gebogen durch der ndldin
ougen ; hier hat der Herausgeber ohne Noth ändern zu müssen ge-
glaubt und ore für ougen in den Text gesetzt. Vgl. dagegen Matth.
V, Beheim Evangelienbuch Luc. 18, 25 wan lichter ist ein camel durch
einer nälden ouge durch gen, nach der Vulg. =: facilius est enim came-
lum per foramen acus transire\ Gotfrid Hagen 5941 van Colne vlö
menich sunder jagen j ilz dem loche weder heim , \ als der olvant zo Je-
rusaleim \ durch einre nailden ouge crouf; in dem lat. Gedicht Con-
flictus ovis et Uni 260: transit acus pinnum, modicum, mea munera,
filum secum transfixo traiciens oculo; Deutsch. Wörterb. I, 799 (20);
Cornel. Kil. ed. Hasselt 411 naalden-ooge, acus foramen.
(Schluß folgt.)
ZEITZ. FEDOR BECH.
O. BEHAGHEL, DIE HEIMAT WALTHERS VON DER VOGEL WEIDE. 199
DIE HEIMAT WALTHERS VON DER VOGEL-
WEIDE.
Die Waltherfrage ist in ein neues Stadium getreten. Domanig
hat entdeckt, daß Walther selbst uns über seine Heimat Auskunft
gibt. In seiner Schrift über den „Jdosenaere'^ Walthers (Paderborn,
Schöningh 1889) legt er die Ansicht dar, daß der JdOsencere einen
Mann aus Klausen, bezw. aus der Gegend von Klausen bedeute, und
daß Walther damit sich selbst bezeichne, mithin sich deutlich als
einen Tiroler hingestellt habe. Diese Meinung hat sich W. Golther
angeeignet (in einem Feuilleton der Münchner Neuesten Nachrichten,
Nr. 179, Morgenblatt), und J. Schmidt zeigt sich geneigt, ihm gleich-
falls beizutreten (Zs. f. d. österr. Gymn. 1890, S. 231). Es erscheint
daher wohl angebracht, dem jungen Otterngezücht den Kopf zu zer-
treten, ehe es heranwächst und verheerend um sich frißt.
Ich will nicht auf die Frage eingehen, ob [die neue Deutung
sach- und stilgemäß sei. Denn sie krankt schon an einem unheilbaren
grammatischen Gebrechen : ein Mann aus Klausen müßte mhd. kluse-
ncere heißen, nicht klosenaere. Der Liebenswürdigkeit von Herrn
Professor von Wiesner in Innsbruck verdanke ich umfassende Aus-
kunft über die urkundlichen Formen des Namens Klausen. Danach
kann ich Folgendes bemerken. Sehr zahlreiche Belege des Namens
bietet das Urkundenbuch von Neustift, Fontes rerum Austr. II, 34;
vgl. den Index S. 645. Einzelnes findet sich im Codex Wangianus
(II, 5); vgl. den Index S. 529. Ich vei'zeichne ferner Belege von 1027
(Sinnacher, Beiträge zur Geschichte von Sähen und Brixen II, 365),
von 1028 (ebenda 369), von 1202 (Redlich, Traditionsbücher von
Brixen 191), von 1211 (ebenda 192), von 1238 (Fontes rer. Austr.
II, 31, S. 134), von 1287 (Redlich S. 233), von 1298 (ebenda 247),
von 1310 (ebenda 255, 271). Weitere Belege bietet das Urbar Main-
hart II. aus dem 13. Jahrb., das demnächst von O. Zingerle ver-
öffentlicht werden wird. In dieser ganzen Fülle von Belegen enthält die
Stammsilbe, im Einklang mit der heutigen Namensform, ausschließlich
den Vocal u, bezw. dessen jüngere Entwicklungsstufe. Dem ent-
sprechend begegnet denn : Hainrick Clusinarius (Redlich a. a. O.
S. 127, ungefähr 1170), Hainrich der chsencBve (F. R. A. XXXIV, 67,
1192). VI. der Chlousener (Urbar Meinhart II, XIX, 81, zweite Hälfte
des 13. Jh.), Taegno dictiis Clausner (Redlich N° 694, 1302), Jacob der
200 O- BEHA GHEL, DIE HEIMAT WALTHERS VON DER VOGELWEIDE.
Chlausner (Redlich S. 269, 1322). Diese letzteren Belege waren auch
Domanig zum Theil bekannt (S. 6). Er setzt sich jedoch über ihre
Beweiskraft hinweg durch den Hinweis auf Wilraanns Bemerkung:
„Walther hat nie klose, immer klüs, aber nie klüsenaere, immer
klosenaere." Verstehe ich Domanig recht, so will er damit sagen:
wenn Walther von Mus die Ableitung klosenaere besaß, warum sollte
er nicht auch von Klüsen die gleiche Ableitung bilden? Dagegen ist
aber zweierlei einzuwenden. Erstlich, daß bei Appellativen Manches
möglich ist, was bei Eigennamen ausgeschlossen bleibt. Zweitens, daß
klosencere keine Ableitung von klüs ist. Sondern das eine geht auf
lat. clusa, das andere auf lat. closa zurück: wir haben es also mit
Doppelentlehnung zu thun. Bei dem Eigennamen aber liegt nur eine
Grundfoi'm vor, und die zeigt, wie bemerkt, lediglich u, bezw. au.
Trotzdem scheint das Unmögliche möglich zu sein: Domanig
liat selber aus dem Neustifter Urkundenbuch S. 240 einen Ulreioh der
Chlomer (vom Jahre 1329) beigebracht. Allein die betreffende Urkunde
ist uns nicht im Original erhalten, sondern in der sog. registratura
vetus, einem Urkundenbuch, „in welches alle wichtigen Verträge ein-
getragen wurden, ohne auf die Zeitfolge der Urkunden zu achten"
(Fontes rerum Austr. 34, II, S. VI), Da sie nun auf fol. 112 von
Band III dieser Registratura steht und auf fol. 82 des gleichen Bandes
sich eine Urkunde von 1429 befindet (F. R. A. 34, II, S. 523), so ist
die uns vorliegende Abschrift mindestens hundert Jahre jünger als das
Original. Der Urheber der Abschrift war also gewiß nicht in der
Lage zu beurtheilen, ob der in Frage kommende Zeuge aus Klausen
stammt oder seineu Namen sonst woher trug, ob er z. B. mit dem
Hofe ze der klosen oder der klosner zu thun hatte, der im gleichen
Bande der registratura, fol. 116 (a. a. O. S. 327, vom Jahre 1375)
und fol. 256 (a. a. O. S. 272, vom Jahre 1358), erwähnt wird.
Wenn Domanig behauptet, daß die Sprache Walthers viel mehr
vom tirolisch-bayerischen Dialekte an sich trage als bisher festgestellt
wurde (S. 41), so bringe er Beweise. Sie müssen allerdings stich-
haltiger sein als das S. 41 in Anm. 4 Gesagte.
GIESSEN. O. BEHAGHEL.
FELIX LIEB RECHT, ZUR VOLKSKUNDE. 201
ZUK VOLKSKUNDE.
Nachträge^).
A. S a g e n k u n d e.
S. 1. Der Mäusethurm. Wlislocki , H. Die Mäusethurmsage in Sieben-
bürgen. Germ. 32, 432 ff.
S. 6, Anm. (*). Grimm, Kinderm. 3, 2, S. 237. H. Gering, Islacnzk Aevcnt.
Halle 2, 180 ff.
S. 8, Z. 10 V. 11. Manhardt, German. Mythen S. 270.
S. 17. Eomulus und die Weifen. Globus 36, 236. Melusine, Recueil etc.
par Gaidoz et Rolland, Paris 3, 212, 253 ff. — Z. 26. Bancroft 1. c. 3, lO.ö-
.,Belonging to the Northern Indian Brauch of the Finnch [stretching north
of the 55"" parallel nearly to the Arctic Ocean and to the Pacific] we find
a narrative in which the Dog holds a prominent place: The earth existed
at first in a chaotic State, with only one human inhabitant, a woman who
dwelt in a cave and lived on berries. While gathering these one day, she
encountered an animal like a dog, which followed her home. This dog
possessed the power of transforming himself into a handsome young man,
and in this shape he became the father, by the woman, of the first men."
Vgl. die Ainossage. Germ. 11, 168.
S. 18, Z. 5. Indische Studien von Weber. — Z. 9. Andree, R.
Ethnol. Parallelen S. 62 ff, — Z. 13. Schwartz, F. L. W. Naturanschauungen
2, J 24 f. Bancroft, The Native Races etc. „The Tlinkeet [an der Küste im
Nordwesten von British Columbia] will Kill a bear only in case of great
necessity, for the bear is supposed to be a man that has taken the shape
of an animal." 3, 129. Cf. 132. „The Apaches greatly respect the bear,
neither killing him nor tasting his flesh.'" Lubbock, Les Origines de la
Civilization [Origin of Civilization. 2'' ed. 1871] traduit de l'anglais. Paris
1873. p. 274. „Les Vogulnitzi de Siberie (Strahlenberg, Voyage to Siberia
p. 97) quand ils ont tue un ours, lui adressent la parole et cherchent k lui
prouver, que les fleches ont ete faites par les Russes que ce sont eux ausai
qui ont forge le fer et que c'est k eux par consequent que doit s'attacher
tout le bläme." Schoolcraft (Metiah Katlah, p. 96) raconte que sur le bord
du lac Superieur, il a entendu un Indien demander pardon ä un ours qu'il
venait de tuer. "
S. 22, letzte Zeile. Stutensohn. Der Familienname einer vornehmen
Familie in Marokko lautet gleichfalls Ben Au da, d. i. Stutensohn. Tour
du Monde 37, 199. — Z. 12 streiche die Worte „und Todtenbestatter". —
Z. 19. Blick des Hundes. Vgl. Spiegel, Avesta 2, 33.
S. 24, Z. 13. Statt „Fug'n" 1. Fung'.
S. 28, Z. 11. Sebillot, P. Traditions Popul. Paris 1883. Gargantua
p. 308. Killinger, K. v. , Erin 3, 161-165. — Z. 19. Hylten Cavallius,
') Am 3. August ist Felix Lieb recht zu St. Hubert im Alter von 79 Jahren
gestorben. Uie Nachträge beziehen sich auf Liebiechts liuch „Zur Volkskunde". 0. ß.
202 FELIX LIEBRECHT
Wärend och Wirdarne Hörlewind 2, 13 f. — Z. 30. Daemon meridianus bei
Du Gange, s. v. Herba (aus Greg. v. Tours).
S. 29, Z. 1. Brauns Dav., Japanische Märchen und Sagen S. 366 ff.
Hertz, W., Spielmannsbuch. Stuttg. 1886. S. 318 f.
S. 31, Z. 1 ff. Auch in Indien werden zum Schutz gegen böse Geister
Lampen u. s. w. bei neugebornen Kindern angezündet; s. Katha Sarit Sägara,
transl. by Tawney. Calcutta 1880. 1, 305. — Z. 18. Wigström, Eva. Sagor
och Efventyr. Stockh. 1884. S. 98. cf. 151. 2, 84 f. — S. 33. Pedroso,
Consiglieri, Tradi^oes popul. Portug. Porto 1881. 2, 15. 8, 16. Es sind neun
Hefte. Die ersten sechs mit dem Titel Contribucoes para una mythol. pop. portug.)
Gröber, Ztschr. 3, 128. 5, 418. — Z. 34. Landau, Marcus, Die Quellen
des Dekamerone. Wien 1869, 2, A. Stuttg. 1884. Zu Decam. no. 78, n. 2.
S. 36, Z. 8. Vampyr. s. jedoch Andree, Richard, Ethnograph. Parallelen
und Vergleiche. Stuttg. 1878, S. 65, Anm. 3.
S. 40, Z. 11. S. Germ. 25, 33 ff. Salomon u. Morolf.
S. 44, Z, 25. Gunlaugssaga Ormstungu hat eine Parallele in Traus-
lations from the Hamäseh. By C. J. Lyall, CS. (Reprinted from the
Journal of the Asiatic Society of Bengal, 1881) Die Liebesgesch. des Taubeh
und der Leila (Academy 12. Aug. 1882, no. 536, p. 120*^). — Eine andere
Parallele (zur Baronessa di Carini) ebd. die Klage des Muweylik el Mezmüm
um sein Weib Umm-el-Alä an ihrem Grabe.
S. 47, Z. 8 ff. Gering, Isl. Aev. p. 246—249; 2, 192. Ellis, Mctr.
Romances p. 284 f.
S. 48, Z. 8 ff. Gering, 1. e. 2, 33 f. Engl. Studien herausgeg. von
Kölbing 3, 173.
S. 49, Z. 1. De Sutore etc. Wlislocki, Märchen und Sagen der trans-
silvan. Zigeuner. Berlin 1886. S. 97 f. Welcker, Griech. Götterlehre 2, 715 f.
-— S. auch Gartenlaube 1869, S. 367* Zastrow. — Z. 25. De Nicoiao Pipe.
Ullrich, H. Beiträge zur Gesch. der Tauchersage. Dresden 1884. (Progr.)
Melusine 1. c. 2, 223 ff. 3, 41. Archivio per lo studio deila tradiz. popol.
diretto da Pitre e Salom. Marino. Palermo 1882 ff. 4, 603 f. Revista da
Expos. Anthrop. Brasil. Rio etc. 1882. 1, 176. Lazar. u. Steinthal, Ztschr.
für Völkerpsych. Bd. 17, Heft 2. Pesce Cola v. Steinthal. — Z. 26. „Statt
Pipe ist zu lesen Pisce." S. jedoch Melusine 1. c. 2, 225, n. 3. 3, 37 ff.
S. 50, Z. 6. Birch-Hirschfeld, Über die den provenz. Troubadours be-
kannten epischen Stoffe. Halle 1878, S. 90.
S. 54, Z. 25. Cassel, Paulus, Der Schwan in Sage und Leben. Berlin
1861. S. 13 f. Schwarz, T. L. W. , Indogerm. Volksglaube. Berlin 1885.
S. 43 ff.
S. 55, Anm. (*). Keller, 0., Jahresbericht über naturgesch. Alterthümer.
Freib. 1880. S. 66 ff.
S. 56, Z. 16. Puymaigre, Comte de-. Folk-Lore. Paris 1885, p. 113 ff.
Revue des Traditions Pop. Paris 1, 89.
S. 57, Z. 21. Krauss, Fr. S. Sagen und Märchen der Südslaven. Leipzig
1883. 2, 81 ff.
S. 63, Z. 26. Arnason 1, 284.
S. 65. Die Ragnarlodbrokssage in Persien. Wlislocki , Germ.
32, 362 ff.
ZUR VOLKSKUNDE. 203
S. 70 Anm., Z. 11. Tarascus. E. Rolland, Faune pop, Paris 187 7. 3, 45.
S. 72 — 73. Der Satz „Ehe ich diesen Gegenstand verlasse" bis „Or.
u. Occid. 2, 98" gehört zu S. 70, Z. 20. Füge hinzu: „Avec son veneur
Ssaid il [i. e. Izdoubar, roi de Sourippak in Chaldäa, Gemal der Göttin Istar]
delivre le pays d'un monstre marin, nomme Boul, qui devorait Ics jeunes
fiUes exposees k sa fureur, Izdoubar dit k son veneur" „Va mon veneur,
avec la femme Hakvitou et la femme Oupasamrou, et quand le monstre
paraitra, sortant de son erapire, que chaque femme depose son vCtemcnt:
ainsi leur beaute sera en vue, et lui, le monstre, se precipitera vers eile.
Alors toi, immole le se livrant ainsi." „Au beut de trois jours Ssaid rentra
triomphant dans la ville d'Ouroukh." Maspero, G. , Histoire ancienne des
peuples de l'Orient. Paris 1875, p. 165 f. nach Lenormant, Los premiercs
Civilizations II, p. 1 — 146.
S. 76, Z. 5 st. 429—449 lies 929—949. — S. 76, Anm. Füge hinzu:
Röscher, Die Schlangentopfwerferin in Fleckeisens Jahrb. f. class. Philol.
1886, Heft 4, S. 226 ff., bes. 237 f.
S. 77, Z. 4 V. u. st. I, 109 (1" ed.) 1. II, 249 (2'"' ed.).
S. 79, Z. 5 ff. Black, W. G. Folk-Lore Medicine. London 1883, n. 32.
id. Folk Lore Record 2, 36. Leite de Vasconcellos, Annuario para o cstudo
das tradi^oes popul. Portug. Porto 1882, p. 65 ff.
Z. 80 1. u. Tendlau, Abr. Das Buch der Sagen und Leg. jüd. Vorzeit.
2. A. Stuttg. 1845, no. 42.
S. 81, Z. 5 V. u. Cedrenus ed. Bonn 1, 193. Gasler, M. Beiträge zur
vergl. Sagen- u. Märchenkunde. Bukarest 1883. „In dieser neugriech. Sage
sind zwei Momente , die aus zwei verschiedenen Erzählungen stammen , zu
unterscheiden, nämlich die zwei Geldstücke, wodurch der bekehrte, aber
verarmte Geizhals wieder reich wird, und der Edelstein, der das Mittel hierzu
ist. Das erste Moment bildet den Kern der folgenden talmudischen Sage.
„Ein Araber lieh einem frommen Manne zwei Geldstücke, womit dieser dann
handelte, so daß er sehr reich wurde; er vergaß aber nie, die Almosen, die
er reichlich austheilte, genau zu buchen. Als dann eines Tages derselbe
Araber, der kein anderer war als der Prophet Elias, zu ihm kam und die
zwei Geldstücke von ihm zurückfordern wollte, zeigte ihm der Mann, wie
er das Vermögen verwaltet und welchen Gebrauch er davon gemacht. Eliah
ließ daher die zwei Geldstücke bei ihm."
Die zweite Erzählung ist die von Damah, der als Muster kindlicher
Liebe und Ehrfurcht citiert wird. Jer. Peah fol. 15"; Kiduschim fol. 61''
oben; Deuteronom. r. s. 1 ed. Amst. fol. 286" und ed. 1725. 234*"; Aboda
Sura fol. 23^ — 24*; daraus Midrasch d. Zehngebote Praec. 5 No. Ged.
Jellinek; Beth hamid 1, 76 f. „Einst ging der Edelstein des Stammes Ben-
jamin aus dem Brustschilde des Hohenpriesters verloren. Da kamen die
Weisen Israels zu Damah b. Nethina, von dem sie wußten, daß er einen
ähnlichen Stein besaß , und boten ihm eine Summe für denselben. Damah
war mit dem Angebote zufrieden und ging ins Haus, um den Stein aus der
Truhe zu holen , worin er ihn verschlossen hatte. Als er hereinkam, sah er
seinen Vater, welcher schlief und seine Füße auf dieselbe Truhe gelegt
hatte, die er eben aufschließen wollte. Er aber mochte den Vater nicht stören
und ging zu den Weisen zurück, mit dem Bescheid, daß er ihnen den Stein
204 FELIX LIEBREDHT
jetzt nicht geben könne. Diese glaubten^ er sei mit dem zuerst gebotenen
Preise nicht zufrieden und erhöhten diesen immer mehr. Inzwischen war
der Vater erwacht und Damah hatte den Stein den Weisen gebracht, die
ihm auch den zuletzt von ihnen gebotenen Preis bezahlen wollten. 'Ich will
die Ehrfurcht gegen die Eltern nicht bezahlen lassen' und begnügte sich
mit dem ersten Preise. Der Lohn für diese schöne That blieb auch nicht
lange aus; denn in derselben Nacht gebar seine Kuh ein rothes Kalb, ganz
wie es im Tempel gebraucht wurde , um daraus die Entsühnungsasche zu
bereiten. Das Volk Israel wog ihm das Gewicht des Kalbes mit Gold auf
und kaufte es von ihm."
Aus diesen beiden Sagen ist bei den Griechen eine einzige geworden,
in der die wesentlichen Momente der sonst ganz verschiedenen Erzählungen
in eine zusammengeschmolzen sind. — Z. 4. Jeremias Gaster 1. c. no. XI.
S. 82, Z. 23. Athenodoros. Cf. Zosimus , p. 627 f. Graesse, Lehr-
buch u. s. w. 1, 664. — 1. u. Glycas ed. Bonn, p. 382. Constantinus Manasses
Breviar. ed. Bonn v. 1871 S. Zonaras 10, 38.
S. 83, Z. 8. Trotzdem. ,,ovTog 6 Ttrog &Qa &SQOvg navrjiiSQOv bSomoqrjans
Ticcl ulnoQQayrjaccg dia täv fivnryQCov , vnb rjUov rf cpXsx&slg Kai nävv IsiTcd-vfi^aag,
e'rt ffiitv^ovzog avrov svsßccXsv 6 aSsXcpög avrov Jonsriavbg slg XaQvaKa ^vUvrjv %l6-
vog ysfiovaav mg d^&sv &£Qa7i8vawv, ükI intsKtsLVEv.'-' Cedrenus vol. 1, p. 380. sq.
ed. Bonn. — Z. 12 wie bei Cedrenus. — Z. 13. Die standhafte Jungfrau.
S. Voigt, Lucretiafabel S. 16 ff. 21 ff. 26 ff. ~ Z. 29. Diese wahrscheinlich
aus dem Orient stammende Legende. Vgl. Cedrenus 1, 465 f.
S. 84, Z. 8. f. A. Kuhn, Mark. Sagen S. 255, no. 241.
S. 85. Der Zauberspiegel. Füge hinzu Constantini Manassis Brev. ed.
Bonn. p. 525 v. 5275 sqq.
„ö iiQLOiia&seratog sv cpiXoaöcpotg A?€ov[vi\
TM q)L7>,0K(xXa} ßaatlsl tm Mi^ai^X ysvsvrj
s^aCßhov HQyäauTO ansvog WQOvofiCov,
dt,'' ov TtaQHxs xa&OQ&v ra ßaoilsl HaO"' ojpav,
SV fisGOig SLaxQißovxi rolg ßaailsöoig ol^oig,
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TsXovvTi yovv TCO Mi%a7jl noxh SttpQTjlaatag
UvQCov GTQUxög s^OQUi^&ng TtQog xivog sfitjvv&t]
fisxa ßaQsiag xal acpoSgäg xal ßgKXQcig xijg QVfirjg-
onsQ änovaKg Mi%ar]l^ -/.al äslaag fir/ xb nXrj&og
xölg ay.ova&slai xaQccx&hv xb &8axQ0v sxXscTir/, ^
avxCxa xb fitjxävtjfiK xsXsvsi avvxQißrjvai.y-
Cf. Symeon Magister, De Michaele et Theodora c. 47 hinter Theophanes
continuatus p. 681 sq. ed. Bonn.
S. 87, Z. 2. Bocca della veritä. S. Dunlop S. 187.
S. 88, Z. 9 ff. Philologus 28, 355. Gaster a. a. 0. S. 26 ff.
S. 89, Z. 9. Gröber, Zeitschrift 6, 133.
S. 92, Z. 19. Lu bancu di Ddisisa. Salomone-Marino, Leggende popol.
in poesia sicil. Bologna 187 7 (Sonderabdruck) p. 111 — 118. S. Gröbers
Ztschr. f. rom. Philol. 4, 394 ff. Raffaele Castelli , Credenze ed Usi popol.
sicil. Palermo 1878. 1880 (zwei Hefte Sonderdr.) 2, 9. — Z. 25, Häussner, J.,
Die deutsche Kaisersage. Bruchsal 1832 (Progr.). S. 46 cf. S. 10.
ZUR VOLKSKUNDE. 205
S. 93, no. 3. La malu Gugghiennu. Globus 36, 23G''. Ritter, Asieu.
4, 1029 erzählt von den Buddagur, einem Nilgherry-Volk : „Als einer der
anf^esehenen Männer gestorben war, sah Harkness , daß man ihm sogleich
ein Stück Geld in den Mnnd steckte. Vgl. auch die Sitte der Garrows.
Gervas. S. 149. Du Meril, Melanges archeol. et litter. P. 1850, p, 140.
Academy 342.
S. 94, no. 4. Lu Vespiru sicil. Archivio per lo stud. delle tradiz.
popol. diretto da Pitre e Sal. Marino. Pal. 1882. 355 ff., 14 f. — p. G v. u.
Die Worte „wenigstens in Piemont unter dem Namen cVizzagio" habe ich
in meinem Handexemplar gestrichen.
S. 95, Z. 13. Archivio 2, 276. Herbert Spencer, Ceremonial Tnstitu-
tions etc, Lond. 187 9, p. 45. — Z. 13 v. u. Spencer 1. c. Andree, Richard,
Ethnographische Parallelen und Vergleiche S. 138, n. 4.
S. 96, Z. 12. Globus 36, 236. — Z, 18. manus dextras Spencer
1. c. — Z. 26. Theobald bei Spencer 1. c, p, 66,
S. 100, Z, 7. Stokes, Maive, Indian Fairy Tales. Calcutta 1879, p. 243 f.
— S. 100 1, u. Correspondenzbl. d. deutschen Ges. f. Anthropol. u. s. w.
für Oct. 1881, S. 143 ff. Schaafhausen, Zur Kenntniß der verglasten Burgen,
wo sie in Frankreich und Deutschland nachgewiesen werden. — Febr. 1882,
5. 8. Cohausen, Vitrifried Forts, Glasburgen, (Art der Bereitung.)
S. 101, Z. 7 v, u. Krauss, Sagen und Märchen der Südslaven, no, 102.
S. 102, Z. 2 St. 1847 1. 1852. — Z. 12. Ethnolog. Mittheilungen ed.
Prof. Herrmann. Budapest 1888 ff., S. 142.
S. 104, Z, 18. „The 'Procession of Lady Godiva' .... has been the
distinguishing feature of Coventry Show Fair, for many years one of the
cbief marts in the Kingdom. This celebrated fair has generally commenced
upon Friday in Trinity-week, the charter for it having been granted, it is
Said, by Henry HI in the year 1218, at the instigation of Rändle, Earl of
ehester. It is note worthy, however, that the tradition of Lady Godiva is
not confined to Coventry fair, a similar one having been handed down in
the neigbourhoog of St. Briavel's, Gloucestershire. Thus Rudder, in the
History of this county (17 79) teils us how, formerly, after the divine Ser-
vice on Whitsounday, pieces of bread and cheese were distributed to the
congregation at church. To defray the expenses, every bouseholder in the
parish paid a penny to the cburchwardens, and this was said to be for the
liberty of cutting and taking wood in Hudnalls, Tradition affirms that this
privilege was obtained of some Earl of Hereford, then lord of the Forest
of Dean et the instance of his lady, upon the same hard terms that Lady
Godiva obtained privileges for the Citizens of Coventry." Chambers' Journal
1884, p. 599.
S. 107, Z. 1. Breul, Karl. Sir Gowther. Oppeln 1886, S. 51, n. 1
ad fin. — Z. 11. Ebert Lemcke's Jahrbuch 1867, Bd. VIII, S, 241 ff. Italie-
nische Volksmärchen von Reinhold Köhler, no, 3 „Der Grindkopf". — Z. 20,
Breul 1, c. S. 114 ff.
S. 109, Z. 3. Wilh. Hertz. Spielmannsbuch. Stuttg. 1886, S. 336 ff,
B. Märchen und Fabeln.
S. 110, Z, 17. Eberts Jahrbuch 3, 155. L. Laistner, Nebelsagen.
Stuttg. 1879, S. 252.
206 FELIX LIEBEECHT
S. 113, no. 39 „zu spinnen gegeben" 1. zu spinnen erhalten,
S. 115, Z. 15 f. Sebillot, Paul, Litterat. Orale de la Haute-Bretagne.
Paris 1881, p. 255 f. — Z. 26. Eva Wigström, Sagar och Äfventyr. Stock-
holm 1884, p. 165. Garcin de Tassy, Hist. de la Litter, hindoui et hindoust.
1, 174 berichtet nach dem Prem-sägar (Ocean der Liebe), dessen Held
Krischna ist und welches auf dem zehnten Cap. des Bhagavat-Puräna beruht,
Folgendes: Yudischtir alla ä l'endroit oii le Daitya May avait bäti un fort
beau palais , orne ^e pierreries de belies couleurs. . . . La au milieu de la
cour, May avait dispose les choses de maniere que ceux qui marchaient sur
la terre ferme, croyaient etre dans l'eau, et prenaient au contraire l'eau
pour la terre. Comme Daryodhan entra dana le palais et crut voir de l'eau
en apercevant la terre, il ota ses vetements; puis en voyant de l'eau il
crut que c'etait la terre ferme; il avanga son pied et ses vetements furant
mouilles. Cette meprise excita les rires des courtisans." Cf. Germ. 25, 292 ff.
Laistner, Nebelsagen S. 171.
S. 117, Z. 8. Anzeiger f. d. Alt. u. d. Litt. 9, 404 f. — no. 64.
Adolpho Coelho, Contos popul. Lisb. 1870, p. VIII f. — no. 69. Melusine.
Recueil etc. par Gaidoz et Rolland. III, 65 ff.
S, 122. Eine mittelhochdeutsche Fabel. Gasters Monatsschrift 1880,
S. 57. David Brauns, Japan. Märchen und Sagen. Leipzig 1885, S. 64 flf.
Herrmann, Ethnolog. Mittheilungen aus Ungarn 1, 165 ff. — Z. 10 — 11
st. befestigen 1. besteigen; letztes Wort st. nach 1. nah.
C Novellistik und Schwanke.
S. 127, Z. 3 V. u. Prym und Socin , Syrische Sagen und Märchen.
Göttingen 1881, S. 37 ff.
S. 128. Von den drei Frauen. Jacob Ulrich, Fortini. Beitrag zur
Novellistik, S. 79. Wlislocki in der Germ. 32, 442 ff".
S. 133, Z. 19 St. (Decam.) IX, 4 1. VII, 9.
S. 135, Z. 17. Magazin f. d. Litt. d. Ausl. 20. Sept. 1879, S. 595^
Gosche, Archiv f. Littgesch. 11, 555.
D. Volkslieder.
S. 168, Z. 7. st. (Dg F.) 3 1. 2. — Z. 10 flP, „Die Abenteuer des
Abulfaouaris [1001 Jours, p. 269 ff.] und der mir nur aus einzelnen Notizen
Lane's (1001 nights III, p. 109, p. 520, n. Il) bekannte arabische Roman
von Seyf Zu-1-Yezen . . . haben viel entschiedener als die Fahrten Sindbads
auf die mittelalterlichen Dichtungen von den Reiseabenteuern des Herzogs
Ernst und Heinrich des Löwen eingewirkt. Seyf Zu-1-Yezen scheint das
eigentliche Vorbild für die Abenteuer des Herzog Ernst zu sein ; Abulfaouaris
enthält auch einige Züge für diese Sage (namentlich den Magnetberg , den
als am Indus gelegen übrigens schon Plin n. h, 2. 211 erwähnt); vor Allem
aber findet sich hier (cab. des fees XV, 336 ff. [1001 Jours, p. 307 ff.]) das
orientalische Urbild für die im Orient weitverbreitete und namentlich an
Heinrich den Löwen geknüpfte Sage (s. Bartsch, Herzog Ernst, p. CXIV f.,
CXVII f.) von dem Traumgesicht des in der Fremde Weilenden, von bevor-
stehender Wiederverheiratung seiner Frau , seiner zauberhaften Rückkehr,
seiner Ankunft im entscheidenden Augenblick." Erwin Rohde, Der griechische
ZUR VOLKSKUNDE. 207
Roman und seine Vorläufer. Leipzig 1876, S. 182. Ferner Marcus Landau,
Die Quellen des Dekameron. 2. A. Stuttg. 1884, S. 195; Francis James
Child, The English & Scottish Populär Ballads. Boston 1882 sqq., no. 53;
cf. unten zu S. 212 zu no. 12 7; Litteraturblatt 1885, Col. 18.
S. 178, Z. 30. Germ. 25, 335 ff. Folk-Lore Journal (published for the
Folk-Lore Society). London 1883, p. 8. Melusine, Recueil par Guidoz et
Rolland. Paris 1888 sqq. 1, 358 f. 3, 140.
S. 179, Z. 10 V. u. Germ. 10, 109; Simrock, Mythol. 4. A., S. 583;
Schmidt Karl, Streit über Jus primae noctis. Berlin 1884, S. 40 u. 41, n. 1
(Sonderdruck). Laistner, Nebelsagen, S. 249. Erwin Rohde 1. c. S. 484 f.
„Achilles Tatius" IV, 13, 2 ff. Die Bukolen flehen scheinbar um Gnade.
Greise ziehen voran, grüne Zweige tragend; zur rechten Zeit springen
die vorher durch die Zweige verborgenen Bewaffneten hervor. Erinnert diese
durchaus märchenhafte Geschichte nur zufällig an Malcolm'» List und den
wandelnden Wald von Birnam in „Macbeth?" Ich vermuthe, Achilles habe
dieses alte Märchen gekannt und in seiner Art sich zu Nutze gemacht.
Dasselbe findet sich bereits (worauf Andreas mich hinweist) bei dem per-
sischen Historiker Tabari (j 922), Chronique traduit par Zotemberg II, p. 30.
Ferner bei dem fränkischen Chronisten Aimoin, s. Grimm, DS. , no. 429
(n, 92). Vgl. auch Grimm 1. c. no. 91 (I, 149); MüUenhoff, Schlesw.-Holstein;
Sagen N. IX, p. 13, p. 591 ; Wuk, Volksmärchen der Serben, no. 42 (p. 235).
endlich eine altarabische Sage, auf welche Hariri anspielt. Rückert, Makamen
des Hariri (2. A.) II, 14. — Z. 2 v. u. Sarka Aljemamah. Sie lebte zu
Aljemamah (in Central-Arabien) als Frau des dortigen Fürsten. So erzählt
Mes-udiyy in seinen Meadows of Gold and Mines of Geras anno Heg. 333
(A. D. 943), c. 47. S. Redhouse, Acad. 7 (24) 86, p. 58.
S. 180, Z. 10. Pinkerton. 16, 229 (1682). Child 1. c. 1, 239. —
Z. 8 V. u. Melusine 1, 356 — 358. Steinthals Zeitschrift 5, 63. Coelho, Contos
pop., no. 1. 13.
S. 183, Z. 4. Child 1. c, no. 7; De Gubernatis , Mythol. des Plantes
2, 53 f. berichtet nach Schlegel, Uranographie chinoise p. 679: „Hangnang,
etant secretaire du roi Kang, de l'epoque des Soungs, avait une femme
jeune et belle, nommee Ho, qu'il aimait tendrement. Le roi, desirant cette
femme , fit mettre son mari en prison, oü le malheureux se donna la mort.
Sa femme pour echapper aux odieuses poursuites du roi, se precipita d'une
haute terasse. Apres sa mort on trouva, dans sa ceiture, une lettre qu'elle
adressait au roi pour lui demander, comme derniere grace, d'etre enseveli
dans le tombeau oü gisait son mari defunt. Mais le roi, irrite, donna au
contraire l'ordre de la faire enterrer separemment. La volonte du ciel ne
tarda cependant pas k se montrer. Dans la nuit, deus c^dres pousserent
sur les deux tombeaux; et, en dix jours, ils etaient devenus si hauts, et
si puissants qu'ils parvinrent ä entrelacer leurs branches et leurs racines,
quoique eloignes Tun de l'autre. Le peuple nomma donc ces cedres: „les
arbres de l'amour fidele".
S. 194, Z. 6. N. G. Politis, ^r^ncodsis n8T8Qco?.o)V>iüi Mv&ol. Athen 1880,
p. 9 sq. (Sonderdruck).
S. 196, Z. 4 v. u. (der Anm.). Richard Andree, Ethnographische Pa-
rallelen und Vergleiche S. 66,
208 FELIX LIEBRECHT
S. 197 , Z. 8 V. u. N. G. Politis , To drj^iottxov Aafia tcsql xov vsxqov
ASslcpov. Athen 1885 (Sonderdruck). Germ. 28, 456, no. 580; 31, 117 f.
Büchmann, Geflügelte Worte. 12 A. Berlin 1880, S. 77 f. Sebillot, Litter.
orale de la Haute Bretagne, p. 197. Carl Meyer, Aberglauben des Mittel-
alters etc. Basel 1884, S. 357, n. 2.
S. 198. Zwischen no. 539 u. 587 schalte ein: no. 574 a. Child 1. c.
2, 400".
S. 199, Z. 3. Gröber, Zeitschrift 5, 145 f. Gaster a. a. 0. „Der Prophet
Jesaiah und der Baum. Der König Manasse suchte den Propheten Jesajah
zu tödten. Dieser flüchtete sich zu einem Baume, sprach einen geheiligten
Namen aus und wurde von dem Baume verschlungen. Manasse ließ den
Baum durchsägen und tödtete so den Propheten." Jebamoth fol. 49''. s. JalkutjII,
fol. 43% §. 274. ... In Bezug darauf, daß ein Baum den Verfolgten ver-
schlingt und rettet, vgl. Tuti-Nameh , Wickerhauser S. 85: „Da öffnet sich
die Linde, das Mädchen, um welches viele streiten, schlüpft hinein und die
Linde schließt sich wieder. Rosen 1, 163; Iken 5, 37; cf. Benfey, Pantschat.
1, 483."
S. 201, Z. 15 v. u. Academy 6. März 1880, p. 177, col. 3.
S. 203, Z. 16 ff. Reifferscheid, Westphäl. Volkslieder u. s. w. Heilbronn
1879, S. 137'^ (zu no. 4); Child no. 11. Archivio 2, 526 f.
S. 205, Z. 18 ff. Hahn, Griech. und alban. Märchen. Leipzig 1864,
no. 108 und dazu Pio, NsosUtjVixa TTaQafiv&tK, Kopenhagen 1879, p. 235. —
Z. 12. Eva Wigström, Folkdikning Visor etc. Kjöb. 1880, 1, 563 f.
S. 211, Z. 22. Graf Puymaigre, id. Ethnogr, p. 9.
S. '212, Z. 21. Grimm, Rh. Fuchs CLXXI Zusätze, — Z. 24 Reiffer-
scheid 1. c. no. 13. Child no. 17. 76 (III, 215). Cf. oben! Neugriech.
Lieder, S. 168.
S. 214, Z. 15 V. u. Reifferscheid 1. c. no. 4. Child no. 12. Archivio
2, 526. Herrmann 1. c. 1, 89 ff.
S. 212, Z. 17. Puymaigre. Romanceiro. Choix de vieus chants portu-
gais, Par. 1881, p. 166 f. Archivio 2, 510 ff.
S. 219, Z. 21. Chasiotis, 2v?.loyr] rcov xaza xrjv HnsiQOv cSi^iicorixwv
aOfiarcov A&i^vi]Oi 1866, p. 147, no. 21.
S. 222. Ein sicilian. Volkslied. Child 4, 346.
S. 223. Scibiliu Nobili. Salomone Marino, Leggende pop. sicil. Palermo
1880, p. 160 ff. Gröbers Ztschr. 4, 398.
S. 227, Anm. Vgl. Garcin de Tassy, Allegories, Recits poet. et chants
pop. de l'Arabe, du Persan , de l'Hindoust. et du Türe. II. ed. Par. 1876.
p. 352 (in Indien), slaae hender. Svend Grundtvig, 1. c. D, g F. 20 A. u. 5.
Sigurdarkvida 325.
S. 233, Z. 14. Reifferscheid 1. c. no. 5.
S. 234, Z. 5. Reifferscheid 1. c. S. 144 (aus der Ukraine). — Z. 9 f.
jed. Sal. — Marino, Leggende etc. p. 167. — Z. 17 st. 1848 1. 185l\
S. 236. Z. 15. Reifferscheid 1. c. S. 140'' f. 143 f. (zweite und dritte
Gruppe). — Z. 10 V. u. Hock, Aug. Croyances et Remedes popul. au pays
deLi^ge. Supplem. Liege 1887, p. 37. Saga-bibl. 3, 77. Melusine 2, 19.—
Z. 5 V. u. Hardung, Romancero Portug. Leipzig 1877. 1, 77.
ZUR VOLKSKUNDE. 209
S. 237, Z. 17. Schmitz, Sitten, Sagen, Bräuche und Lieder u. s. w.
des Eifler Volkes. Trier 1856. 8. S. 65.
S. 243, Z. 28. Kölbing, EngL Studien 3, 173. Melusine 2, 2G0 f.
480. G. Meyer, Essays und Studien (Amor und Psyche). Kölbing, Die ver-
schiedenen Gestaltungen der Parthonopeussage (in Bartsch's German. Studien
Bd. 11); id. Über die englischen Versionen der Parthonopeussage, in dessen
„Beiträge zur vergl. Gesch. der Poesie und Prosa des Mittelalters. Breslau
1876, S. 60."
S. 244, Z. 15. Kuhns Ztschr. 18, 61. Ferner „Das Seehundweibchen.
Eine faröische Sage. Die Seehunde stammen ursprünglich von Menschen,
die sich freiwillig im Meere ertränkt haben. Einmal im Jahre, in der Drei-
königsnacht legen sie ihre Häute ab und belustigen sich in Menschengestalt
durch Tanz u. s. w. in den Klippenhöhlen und auf den großen Steinen am
Strande. Ein junger Fischer aus dem District Mikladal auf Karlsöe, der
davon gehört hatte, schlich sich einmal in jener Nacht an eine solche Stelle,
stahl die Haut, welche das schönste Mädchen am Ufer abgelegt hatte, und
zwang sie so, da er sie ihr, als es Tag wurde, trotz alles Flehens nicht
wiedergeben wollte, ihn nach Mikladal zu begleiten. Dort lebte er mit ihr
viele Jahre und hatte auch mehrere Kinder mit ihr, hielt aber stets die
Seehundshaut sorgfältig in einem Kasten verschlossen. Eines Tages jedoch,
als er auf dem Meere war, erinnerte er sich, daß er den Schlüssel des
Kastens zu Hause vergessen , und da er rasch heim eilte , war seine Frau
verschwunden; indeß hatte sie aus Vorsicht, damit die Kinder nicht zu
Schaden kämen, das Feuer auf dem Herde ausgelöscht und alle Messer bei
Seite gelegt. Sie war alsdann in die Seehundshaut geschlüpft und in dieser
ins Meer geeilt, wo ein Seehundsmännchen, iiir früherer Gatte, die ganze
Zeit über in der Nähe ihrer Wohnung auf sie gewartet hatte. Wann dann
später die Kinder, die sie mit dem Fischer gehabt, an das Meeresufer kamen,
sah man oft eine Eobbe emportauchen und landwärts schauen , und man
hielt sie für die Mutter dieser Kinder. Nach längerer Zeit sollte der Fischer
einmal an einem Robbenschlag in einer großen Klippenhöhle theilnehmen
und träumte in der Nacht vorher, daß seine verschwundene Frau zu ihm
kam und ihm gewisse Robben näher bezeichnete, die er nicht tödten sollo,
da es ihr Mann und ihre zwei jungen Söhne wären. Der Fischer indeß
achtete nicht auf den Traum und alle in der Höhle befindlichen Thiere
wurden getödtet. Da auf seinen Theil der große Seehund ganz, sowie die
Vorder- und Hinterpfoten der zwei Jungen gefallen war, so ließ er den
Kopf jenes, sowie die Pfoten der letzteren zum Abendbrot bereiten; allein
als das Gericht auf dem Tisch erschien , so hörte man plötzlich ein lautes
Krachen und ein fürchterliches Troll trat in die Stube, das die Schüsseln
beschnupperte und ausrief: „Hier liegt der Kopf mit der emporstehenden
Schnautze des Mannes, die Hand Hareks und der Fuß Fredriks ; dafür sollen
die Mikladalsmänner büßen und zum Theil auf der See umkommen, zum
Theil von den Felsen stürzen ; und dies soll so lange dauern , bis die Zahl
der Verunglückten so groß ist, daß sie einander bei den Händen haltend
die ganze Karlsinsel umspannen können." Hierauf verschwand sie (das Troll)
und man sah sie nie wieder. Da nun aber fortwährend Unglücksfälle der
bezeichneten Art in Mikladal vorkommen, so muß die bestimmte Zahl noch
QEBMANIA. Nene Eeihe XXIH. (XXXT.) Jahrg. 14
210 FELIX LIEBRECHT
nicht erreicht sein." Antiquarisk Tidskrift, udgifvet af det kongelike Nordiske
Oldskrift-Selskab. Kjöbeuhaven 1852, p. 191 f. Cf. Arnason, Jon. Islenzkar
rjodsögur och Aefint. Leipzig 1862. I, XIII; 632 f. Ferner erzählt eine
Sage aus Lew Chew , daß ein Mann , der eine sehr schöne Frau in seinem
Brunnen baden sah, sie dadurch, daß er ihre Kleider raubte, dazu brachte, daß
sie ihn heiratete. Nach zehn Jahren jedoch, innerhalb deren sie ihm zwei
Kinder gebar, war ihre Zeit um (her fate was fulfilled), und eines Tages nahm
sie in Abwesenheit ihres Mannes von den Kindern Abschied, bestieg einen
Baum und verschwand auf einer Wolke. Dennys, The Folk Lore of China.
London 1876, p. 140. S. auch Brauns, Dav. , Japan. Märchen und Sagen.
Leipzig 1885, S. 349. Algerie Traditionelle, p. 87.
S. 246, Z. 10. Cf. Folk-Lore Journal. London 1883. I, 202 ff.
S. 247, Anm. (*). Füge hinzu: Sabatini, Rivista di Letterat. popol. Roma
1877. I, 238 f. Ben Brierley's Journ. Oct. 1879, p. 311"; Germ. 16, 220
Melissa in Fischgestalt: vgl. Artemis-Eurynome halb Jungfrau, halb Fisch,
s. Pausan. 8, 41; cf. Echidna und Herakles in Gallien. Massilia von den
Phokäern unter den Auspicien der ephesischen Artemis gegründet; so auch
die übrigen Colonien jener. Strabo, p. 179. So entstand vielleicht die gal-
lische Göttin Ovana oder Auvana, eine Frauengestalt mit Fischschwanz ;
s. Martin, Relig. des Gaulois 2, 110. Auf einer Ecke des Forts Saint-Jean
sieht man „une figure gigantesque moitie femme, moitie poisson. Si on l'a
ainsi reproduite dans la construction du fort St. Jean ce ne peut etre que
parceque eile existait bien anterieurraent comme monument national. Son
nom. le meme que celui de la ville Mars eille, indique qu'elle representait
la divinite locale la ville meme divinisee." Eusöbe Salverte, Des Sciences
Occultes 2, 345 ff. Cf. Revue Celtique 6, 122. Melus. 2, 22 f. Brauns,
Japan. Märchen S. 144.
S. 257, Z. 7, Anm. Sebillot, Contes des Provinces de France. Paris
1884, p. 74 0.
S. 259, Z. 5. Revue Celtique 6, 254, Anm. (**), Z. 15 und S. 302,
Anm. (***). Füge hinzu: „Die Götter nahmen Anfangs den Menschen als
Opferthier. Da wich von ihm der medha (das Opfer, die Opferfähigkeit) und
ging in das Roß. Sie nahmen das Roß, da entwich auch diesem der medha
und ging in das Rind. Und so fort von dem Rind auf das Schaf, vom
Schaf auf die Ziege, von der Ziege in die Erde hinein. Da durchgruben
sie diese suchend und fanden den medha als Reis und Gerste. Darum so
viel Kraft in allen jenen fünf Thieren, so viel Kraft ist hier in diesem (aus
Reis, resp. Gerste) bestehenden havis (Opfevkuchen) für den nämlich, der
also weiß. Die gemahlenen Körner entsprechen den Haaren, das gegossene
Wasser der Haut, das Zusammenrühren dem Fleisch, das festgewordene
Gebäck den Knochen, die Bestreichung mit Opferschmalz dem Mark. So sind
die Bestandtheile des Thieres im Opferkuchen enthalten." A. Weber, aus
dem ^athapatha Brähmana in der Zeitschrift der deutschen morgenländ. Ges.
18, 262 ff.
S. 260. Ein Fuchsmythus. Engl. Studien 3, 173. Rolland, Faune
pop. Par. 187 7. 11, 295 ff.
S. 261, Z. 4 ff. Fuchs. A. Kuhn, Westphäl. Sagen, n. 167. Gaidoz,
Gargantua p. 19, n. 5. Mannhardt, Wald- und Feldculte. Berlin 1875.
ZUR VOLKSKUNDE. 211
1, 515 (Katzen). „L'abbe Leboeuf, auquel on doit quelques renseignements
sur les feux de la Saint Jean, publies dans le Journal de Verduu
en 1749 et 1759, ajoute une circonstance bizarre, c'est qu'on y brulait
vivants un grand nombre de chats. II cite la piece suivante." „A Lucas
Pommereux, Tun de commissaires des quais de la ville, cent sols parisis
pour avoir fourni durant trois annees finies k la Saint Jean 1573, tous les
Chats qu'il fallait au dit feu, comme de coütume; meme pour avoir fourni,
il y a un an , oü le roi y assista, un renard, pour donner plaisir k sa
majeste, et pour avoir fourni un grand sac de toile oü etaient les dits
chats." Les feux appeles bures ou brandons se rattachaient egalement
au paganisme. Le premier dimanche de careine , les paysans parcouraient
les campagnes avec des torches. Cette coütume rappelait une cerömonie
des paiens qui, armes de torches, purifiaient les champs , afin d'en eearter
les mauvais genies." A. Cheruel , Dictionn. histor. des institutions, moeurs
et coutumes de la France. Paris 1855, p, 42G.
S. 267, Z. 14. Folk-Lore Record. London 1878 ff. 1, 129. — Die
geworfenen Steine. Richard Andree, Ethnogi-aphische Parallelen und Ver-
gleiche S. 46 ff. cf. 58 ff. Ztschr. f. Völkerpsych. Bd. XII, Heft 3: Haber-
land, Die Sitte des Steinwerfens und der Bildung von Steinhaufen. Literatur-
blatt 1881, no. 11, CoL 413.
S. 269, Z. 5. Kurgan. S. Petzholdt, Umschau im russischen Turkestau,
S. 33 ff. — Z. 17. Szekler und Magyaren. Vgl. Rev. Henry Callaway, The
Religious System of the Amazulu. Natal, Capetown. London 1869, p. 100 f.
— Z. 25 f. pieces of rag. S. Academy, no. 430 (31. Juli 1889), p. 86
„Rag Bushes in the East" ; Tylor, Primitive Culture 2** ed. II, 150-, Andree
a. a. 0. 8. 58; Black Folk-Lore Medicine. London 1883, p. 39 ff.; Engl.
Studien 7, 128; Deutsche morgenl. Ges. 38, 657; Nyrop, Kr. Kludetraeet etc.
p. 1 ff . ; „The old thorn-tree which overhangs the holy well is all covered
with little bits of rays fastened to its branches. These are the offerings of
devotees." (Zu Kerry in Irland.) Chambers' Journal. March. 1885 (Vol. II,
p. 96). — Letzte Zeile: Callawaj' I. c.
S. 270, Z. 14. Folk-Lore Journal 1, 57 n.
S. 273, Z. 8 v. u. st. 1847 1. 1852.
S. 275, Z. 19. „Dem Todten wurde eine" Fußfessel (küdl) angebunden,
die seinen Fuß hemmen sollte, daß er nicht wieder störend in die Welt der
Lebenden zurückkehre." Zimmer, Altindisches Leben, S. 402. Cf. Kittredge,
Arm-pitting amony the Greeks, p. 12 ff. bes. p. 19, und Zur Volkskunde,
S. 284 Anm.
S. 276, Z. 10 fl\ Herbert Spencer, Ceremonial Institutions etc. London
1879, p. 8 ff.
S. 277, Z. 13. Folk-Lore Journal 1, 57 n. — Anm. Bastian^, Geo-
graphische und ethnologische Bilder. Jena 1873, S. 199. 201.
S. 278, Z. 5 V. u. Spencer 1. c. p. 81.
S. 282, Z. 19. R. Andree 1. c. S. 53. — Z. 5 v. u. auch accQxafifvos;
vgl. Andree 1. c. S. 88.
S. 284, Z. 1 ff. Wohin gehört: G. Paris, Chanson du P^lerinage de
Charlem. Paris 1880, p. 47? — Z. 13. Die vergrabenen Menschen. —
Andree 1. c. S. 18. Globus 36, 236 f. The Antiquary (Ztschr.) 3, ö ff.
14*
212 FELIX LIEBRECHT
Melusine 3, 497. Journal de Liege 13. April 1880: „On telegraphie de Ran-
goon au Daily News. '700 personnes ont ete enterrees Vivantes k Man-
dalay per ordre du roi Theeban. Celui-ci voulait par ces sacrifices apaiser
les mauvais esprits qui visitaient en ce moment la ville oü regne une vio-
lente epidemie de petite veröle.'" — 1. u. des Textes: Germ. 26, 186.
S. 285, Z. 2. Irländische, Folk-Lore Journ. 1, 23. — Z. 10 st. Stones
1. Bones.
Z. 286, Z. 7 v. u. TccvxrjS (die Kaiserin Irene, Mitregentin ihres Sohnes
Konstantin)
■KQUxovGrjS SV [laxQa tsl^bl ©Qczyitjg
avijQ Öqvttwv xatä tvyrjv Gxanavsvg
IvTvyji^ävsi IccQva-aC nvi h&Cvrj
V8XQÖV cpSQOvcrj yQ&fificcx' syysyi.vfisvtj
i.gyovTcc XQiarbv Magiag sx tckqQ-svov
fLsi.Xsiv T8x&yvai. xal &£bv rovtov asßsLV,
STil d^avuxTcov EiQijvyg Kcovaxuvxivov
Ttähv^iSslv fjlLov avTÖv a^rlaiv. Ephraemus v. 1879 sqq. p. 85.
— Ebenso bei Zonaras 15, 10. Hier scheint Jemand zur Festigung der
Mauer lebendig in einem Sarge in dieselbe beim Baue eingemauert worden
zu sein. Der Sarg enthielt auch vielleicht eine Inschrift, freilich nicht die
hier angegebene. — Folk-Lore Record. London 1878 sqq. 3, 282 f. (Rumänien).
S. 287, Z. 13. Cf. Dennys p. 233. — Z. 19 cf. Steph. Byz. v. ö BLsvvog,
wo %OQfvovGa vielleicht auf die Freiwilligkeit hinweist: s. Zur Volkskunde S. 293.
Ferner heißt es von der Gründung Antiochia's durch Seleukos Nikator :
„fv rfi TCsStädt, rov avX&vog ■tiarbvccvTL rov ÖQOvg nXrjaCov rov ^gaHovrog noxaiiov
xov nsyäXov xov [iSxaxXrj&h'xog ^Oqovxov , onov ■^v i] xä^irj ?) xalovnfvrj Baxxia^
ävxt.'XQi'g xijg lanökscog fxft Sis^üqu^uv [1. äiS^dQa^s] tu &fii?Xia xov x8i%ovg, &va(.(x-
cag dl 'Anq}Covog aQj^csQSOog kccI xsXsaxov xÖQrjv TiaQ&avov övöfiaxi, Aina&rjv xaxu
fiBGOv xfjg TiöXfag xal xov itoxuuov firjvl &QxsfUGicp x(o acd fia'iw x/3', wQa ^fiSQivfj a,
xov rjXLov avaxsXkovxog , xaXsaKg ccvxrjv ^AvxioxsCav , slg övofia. xov l8Cov avxov viov
xov Xsyofisvov 'Avxiöxov Umxrjgog, xxiaag sv&swg xal csqÖv, o SKÜlsas BwxxCov zlibg,
ävBysiQag xul xk x£i%rj anov§ai.cog cpoßsga Slcx ^B^svuiov ccQxixsxxovog , cxrjaag ScpSgiav-
Tü> axtjlrjv x^lxrjv xrjg acpayLaa&BLarjg xöqrjg xvxfjv xrj tiöXsl vnsQÜvco xov noxafiov,
Bv&scog TtoCrjaag avxy xy tv^rj Q-vaLav." Malalas 1. VIII, p. 200 sq. ed. Bonn.
Die bei der Stadt geopferte Jungfrau wurde also als künftige Schutzgöttin
(xv^v) derselben betrachtet und ihr alsobald die Opfer dargebracht; cf. Ma-
lalas p. 275. Ottfr. Müller, Antiquit. Antioch. 1839. Arehivio etc. diretto
da Pitre e Salom. Marino. Palermo 1882 S., 2, 371. — Bei der Gründung
Laodicea's (am Meere) durch Seleukos Nik. heißt es, daß er, einen Adler
vei folgend , auf einen Eber stieß und diesen tödtete: „xat cvQag xb Xsixpccvov
ccvxov, fx xov uifiaxog avxov 8LB%aQci^B xa xbI^tj Bocaag xov ccsxöv acd ovxcog xrjv
ccvxrjv nöliv sxxiaev hmkvca xov ccZfiaxog rov cvuyQOv , Q-vaiäaccg xÖQtjv udarj ovönaxt
"Ayuvrjv noirjoag avxfj cxrjXrjv x^Xxrjv Big xv^^jv xijg uvxrjg nölBcog." Malalas 1. c.
p. 203. — ^^Avyovaxog, 6 xat ^Oxxccßiccvög . . . XBi^iaag yidifitjv xtjv XByouBvrjv ^Aqgl-
vTjv BTtoirjGB tiöIlv, ijvxivcc BxälBasv 'AyxvQCiv dia xb usarjv avxyv Bivac, 8vo Q^aXccaacöv
x^g XB TIovxLxfjg ■xal x^g ^Aacccvrjg 9'ccXäGarjg' &vci.äaccg 8b KÖQtjv TidQ&Bvov dvöfiaxi
rQTqyoQlav Big änoxa&aQLGfiöv xtA." id. 1. IX, p. 221. „La fondation de la ville
de Gortys en Crete a ete cimente par le sang d'une jeune fille ; k l'article
Mccfiag de son lexique, Suidas parle d'un pont pour la solidite duquel on a
ZUR VOLKSKUNDE. 213
sacrifi^ multitude de boeufs et de brebis et meme beaucoup de jcunes filles."
Revue Catholique 47, 341 f.
S. 288, Z. 8. 0. Kellei-; Sub Corona vendere p. 845 sqq.
S. 289, Z. 4. 0. Keller 1. c. p. 849 sqq. Wir sehen also auch, daß
die Erklärung bei Zonaras 8, 19 unzutreflPend oder ungenügend ist. Es heißt
nämlich daselbst: „ÄoyCov nors rolg Pco^cäoig skO-övrog, yiui "EUijvag Kai ralarag
tö äaxv zcitalrj'ipsaQ'ciL , Talccxai 8vo xat "EllrivEg f-'rsQot, sz Tf rov aoosvog xkI
rov d-rjXsog ysvovg, ^ävrsg sv rfj ayoQa KurcoQvyqaav , Iv' ovrwg snLxsksg %6 nsitQco-
tievov ysvsa&at, Soxf/, kccC ti yMT£%siv zyg nölemg xazcoQvyiisvoi vofii^ovrccL.^
S. 289, Z. 11. Folk-Lore Journ. 1883, p. 23 — 24. 1. u. Revue Celt.
4, 120 f. „Des Orpheus Kopf wurde ins Meer geworfen, schwamm nach
Lesbos und ertheilte dort aus einer Felsspalte Orakel (Philostr. Her. 5. Vita
Apollon. 4, 14). Einen Orakel ertheilenden Kopf (vgl. den abgeschnittenen
Kopf des Bei von Babel) hatten auch die Sabier zu Haran (Chwolson 2 154)
und Odin befragte den abgeschnittenen Kopf des Mimir-Kronos." Braun
1, 380. Cf. Schwartz, Sonne u. s. w. S. 127. Philol. 21, 689. Braun, Natur-
geschichte der Sage 1, 242 heißt es: „Schließlich habe Bei [nach Euseb.
Chron. 2, 4, 6. Sync. p. 28] sich selber das Haupt abgeschlagen (oder einem
der Götter befohlen es ihm abzuschlagen); die Götter aber hätten das strö-
mende Blut mit Erde gemischt und Menschen daraus gebildet. Darum
seien die Menschen vernünftig und göttlicher Einsicht theilhaft."
S. 290, Z. 20. Coelho, Ethnogr. port. p. 2. C. Meyer, Aberglauben
des Mittelalters u. s. w. Basel 1884, S. 288 f. — Anm. (*). Dezobry. Rome etc.
1, 347.
S. 292, Z. 4. Auf den Simsen der Erkerfenster in dem Eckthurme des
Breslauer Rathhauses (nach der Ohlauer und Schweidnitzer Straße zu) sind
zwei weibliche Köpfe angebracht, die aus den Fenstern zu blicken scheinen
und die Zungen gegen einander ausstrecken. Diese steinernen Wahrzeichen
heißen seit alter Zeit ,,die bösen Schwestern". Cf. Germ. 10, 407. — Z. 11
V. u. des Textes. Köpfe oder auch bloß Schatten, Revue Gelt. 4, 121, n. 4. 5.
Germ. 26, 212; oder ein Stock, Folk-Lore Journ. 1, 24. „Dans plusieurs
parties de ce pays (la Grece moderne) quand on pose les fondations d'unc
maison, on ce garde bien d'omettre l'immolation dune victime. Ce sera,
Selon l'occurence, un belier, un bouc, un coq. Parfois ce sera l'ombre
d'une victime humaine, c'est ä dire, qu'on placera la premiere pierre sur
l'ombre projetee par un corps humain. Mais dans ce cas , ou fera choix
autant que possible, d'un vieillard, parce qu'on est persuade que celui dont
l'image est en quelque sorte enterree dans les fondements, doit mourir dans
le cours de l'annee. II arrive que des mechants instincts se traliissent
k l'occasion de cette ceremonie. Si un Grec veut du mal ä quelqu'un , il
prendra la mesure de la longueur et de la largeur de son corps avec du fil
ou un bäton et il portera cette mesure ä Tun des ouvriers. Marges de
placer les assises de la construction; celui-ci moyennant salaire, enterre cet
echantillon de la dimension humaine et on s'imagine que l'ennemi repre-
sente par deux de ces valeurs geometriques meurt bientöt ou tombe on
langueur k mesure que le fil ou le bäton pourrit. — Ces pratiques per-
verses ne sont que l'imitation bien affaiblie de ces sacrifices humaius que
nous voyons s'accomplir dans l'antiquite meme hellenique." Revue Catholique
47, 341.
214 FELIX LIEBEECHT
S. 293, Z. 9. Prof. Troschel zeigte in der am 6. October 1878 zu
Bonn abgehaltenen Greneralversammlung des naturhistorischen Vereins eine
mumificierte Haselmaus , die in einem anscheinend römischen Becher aus
gebranntem Thon beim Abbruch einer alten Mauer in Bonn innerhalb der-
selben gefunden wurde. Schaafhausen bemerkt dazu, daß sich im Museum
zu Leipzig eine Katzenmumie befinde, die man in dem Hohlräume einer
Mauer eines mittelalterigen Gebäudes daselbst entdeckt habe. Die sitzende
Stellung derselben beweise , daß man das Thier lebend eingemauert habe,
und es sei diese Sitte aus dem grausamen Grebrauche , beim Neubau eines
Hauses Menschen lebend einzumauern, hervorgegangen. Archiv f. Anthropol.
1878, S. 396; s. auch Globus 36, 237^ — Z. 11. Tettau u. Temme S. 109,
no. 104. — S. 13 V. u. Cf. Preller, Rom. Myth. S. 466 ff. 2. A. Philol.
28, 356. — Z. 3 V. u. in Schottland. Revue Celt. 4, 121.
S. 294, Z. 2. Revue Celt. 4, 121 f. — Zur Abwendung der Rinder-
pest diente ein so vergrabener Ochsenkopf. Als beim Bau eines Sommer-
palastes für den byzantinischen Kaiser Romanus II. der Grund gegraben
wurde, kam ein solcher Ochsenkopf aus Marmor zum Vorschein, worauf die
Rinderpest alsbald wieder losbrach. Cedrenus vol. II, p. 343. ,,'EnoirjGs 6s
6 avrög SsXfvxog tiqö r^ff nölscog (d. i. Antiochia) nsQUV rov 7torcc[xov aXXo
ciycclfjici (er hatte bereits in und vor der Stadt mehrere Statuen errichtet)
nscpukv^g Irniov v-ul xaaGiScc yisxQvacon8Vt]V nXrjciov fTuyqä'ipag sv avrolg, scp'' ov cpvymv
o UsXsvKog TÖv ^AvzCyovov dt.sGa)&rj- xai vnoaxQBipug h.sl&£v cevslXsv uvtöv.^' Mala-
las 1. VIII, p. 202. Die Inschrift (und vielleicht auch der Helm) wurde
wahrscheinlich später hinzugefügt, als man die Bedeutung des Roßhauptes
nicht mehr verstand. Cf. Globus 36, 236 f. — Z. 10 v. u. Germ. 26, 466,
no. 755.
S. 298, Z. 5. Grimm, DG. 2. A. S. 693. „So according to a speech
reported by Gregory of Tours (1, 7), the Thuringians stretched women
over the ruts of the roads , fastening them to the ground with stakes , and
then made laden waggons pass over them. So according to the tripartite
Life of St. Patrick (Rawlison B. 512). fo. 27 a, 2: „Patrick was enraged
with bis sister Lupait for the sin of lust, which she committed so that she
become pregnant. He causes bis chariot to be driven over her, and she
dies." Whitley Stokes, Paralells between the Old-Norse and the Irish Litte-
ratures and Traditions. Academy Nr. 677 (25. April 1885), p. 298.
S. 308, Z. 3. Engl. Studien 3, 173. — Z. 4 ff. Bastian, Geographische
und ethnologische Bilder S. 210. „Enfin! nous partons. L'avant des pirogues
a ete soigneusement entoure d'un fil de coton blanc , precaution infaillible
contre le danger des rapides . . . Les cases sont protegees contre l'invasion
des mauvais genies par des fils de coton blanc, tendus tout autour du toit."
Le Laos et les populations sauvages de l'Indo-Chine par Harmandin Tour
du Monde 38, 22. 30.
S. 310, Z. 13 ff. „Pendant la prison du Roi Jean, les Prevöts des
Marchands et Echevins presenterent k Notre Dame une bougie (aparemment
roulee) aussi longue que l'enceinte de Paris avoit alors de tour. Ce don
qu'on renouvelloit chaque annee, fu suspendu du temps de la Ligue pendant
vingt cinq ou trente ans." Saint-Foix, Essais Historiques sur Paris. Nouvelle
Ed. Londres 1759. I, 118 sq. Adolpho Coelho, Revue d'Ethnol. Lisb. 1881,
p. 67—68.
ZUR VOLKSKUNDE. 215
S. 313, Z. 13. Hylten Cavallius, Wärend etc. 1, 227. Black, Folk-
Lorc Mediciuc. London 1883, p. 24. Gervasius, S. 142. Mannhardt. German.
Mythen, S. 617. 628. 728. — Z. 18. Pedroso (Consiglieri) TradiQoes popul.
Port. Porto 1880 — 81. (Die ersten sechs mit dem Titel Contribu^;oes para
uma mythol. pop. port.) 1, p. 5.
S. 314, no. 22. Vgl. no, 152 und überhaupt Mannhardt, Germ. Mythen,
S. 629 f.
S. 315, no. 34. Ethnol. Mittheil. ed. Prof. Herrmann. Buda-Pest 1888 ff.,
S. 143.
S. 316, no. 40. Vgl. Henderson, Folk-Lore etc. London 2'' ed. 1879,
S. 162. — no. 42. M. Moe, ludberetn. 1880, p. 2 (Sonderdruck). — 1. Z.
K. Maurer, Über die Wasserweihe des german. Heidenthums. München 1881.
S. 317, Z. 30. Eva Wigström, Sagor och Äfventyr. Stockh. 1884, p. 151.
S. 318, Z. 19 st. 1847 1. 1852.
S. 319, no. 48. Vgl. no. 152. — Archivio etc. ed. Pitre 4, 269 f.
Melus. 1, 365.
S. 320, no. G3. Aus Rußland, in der Nähe von Charkow, wird be-
richtet: „When onc of our young friends gaped, the Baroness made signs
of the cross before the open niouth, believing in this way to preveut any
evil spirit entering therin." The Graphic, Jan. 3, 1880, p. 18, col. 2. Gröbers
Ztschr. 3, 128, Leite de Vasconcellos, Trad. pop. de Port. Porto 1882, p. 253.
Archivio ed. Pitre 1, 496.
S. 321, no. 66. Engl. Studien (1883) 7, 128. — no. 69. Dio Chrys.
vol. 1, p. 124. Tylor, Primit. Cult. 1, 129 (2^ ed.).
S. 322, Z. 7. Child, no. 6. — Z. 19 wie bei den Kamtschadalen ;
Andree, Ethn. Parallelen etc. S. 33. Kölbing, Engl. Studien 7, 130.
S. 323, no. 78, Z. 7. Vgl. dagegen im Register s. v. Cuunus in Betreff
der entgegengesetzten Vorstellung. — no. 80 zu Ende. Plin. H. N. 28, 2 (5).
S. 324, no. 88. Herrmann, Ethnol. Mittheil. 1, 143.
S. 827, no. 118. Hunt's Romances and Drolls of the West of England,
p. 430. Thiselton Dyer, Engl. Folk-Lore, p. 279. — no. 120. Über Elstern
vgl. Jahrbuch f. roman. u. engl. Litteratur. Neue Folge 1, 232. Socin, Die
neuaramäischen Dialecte u. s. w. Tübingen 1882, S.' 175. Eva Wigström,
Sagor och Äfventyr, p. 114. Eug. Rolland, Faune pop. 2, 137 ff. Kölbing,
Engl. Studien 3, 2. Henderson, Folk-Lore of the Northern Counties etc.
2" ed. London 1866, p. 126. Folk-Lore Record. London 1878, 1, 89.
S. 328, no. 133. Pedroso 1. c. Contrib. IV, p. 9, no. 58. — no. 135
id. il. no. 82.
S. 329, no. 141. Island. ästir. — Da,ä. Z. 9 st. 1847 1. 1852. Gröber,
Ztschr. 5, 420. Biblioteca de las Tradiciones pop. Espanolas. Sevilla 1883 sqq.
1, 266. Melus. 2, 481 ff.
S. 330, no. 150. Eine Rose im Licht heißt auch in England Ictter.
Dyer, Engl. Folk-Lore p. 277 (nach Grose). — Ein Räuber im Licht heißt
engl, thief, auch stranger. cf. Aubry 1. c. p. 26. 27. — no. 151. L'Homme,
Journal illustre ; enthält auch Sebillot, La Literat, orale en France, und Les
Jeux des Enfants sur le rivage. 10. Fevr. 1884, 25, Oct. 1885. Le Crachat etc.
— no. 152. Daselbst Z. 13. Siehe Hylten-Cavallius, Wärend etc. 2, 17. 22.
24. Holberg, Peder Paars p. 203 1. ult.
216 FELIX LIEBRECHT
S. 331, Z. 9. Folk-Lore Record. London 1878 sqq. 1, 59 sq. Melus.
1, 370. Rolland, Faune pop. 2, 337. Eva Wigström, Folkdikning 1, 35.
Black, Folk-Medicine p. 163. Kölbing, Engl. Studien 7, 129. Arnason,
Islenzkai" Folksögur etc. 1, 622.
S. 334, Z. 3 s. jedoch Holberg, Peder Paars p. 91, Anm. — Z. 16
V. u. Peter Lerch, Forschungen über die Kurden. 1. Abth. Kurdische Texte
mit deutscher Übersetzung. Petersburg 1857 führt ein Märchen an, worin
es heißt: „Der Anführer der Leibwache sagte zu Hasanek : Sobald der
Dev ins Zimmer tritt, nimmst du sein Schwert in die Hand; wenn er im
Zimmer vorschreitet, versetze du ihm einen Streich aufs Haupt, schneide es
ihm ab und wirf es zur Erde. Im Haupte des Dev ist eine Zunge, welche
spricht; spricht sie zu dir: 'Gib einen zweiten Streich, so sage: 'Einen
zweiten Streich gebe ich nicht mehr; denn die Rede der Helden ist eine.
Hasanek erhob sich, ging zur Wohnung des Dev . . . der Dev kam, Hasanek
nahm das Schwert in seine Hand, der Dev schi'itt vor im Zimmer, Hasanek
führte einen Streich mit seinem Schwerte und schnitt dem Dev das Haupt ab.
Der Dev fiel zu Boden. Er sagte zu Hasanek: 'Gib einen zweiten Streich.'
Hasanek sagte zu dem Dev: 'Die Rede der Helden ist eine'; der Dev starb."
Dies bildet den Schluß des Märchens von den drei Brüdern, S. 57. Der
Grund , warum der Dev die Wiederholung des Hiebes verlangt , wird nicht
angegeben.
S. 335 , Z. 8. Siehe meine Übersetzung von Basile's Pentameronc
1, 400, n. 25. Statt des dort befindlichen „unerschrocken sein" lies besser
„schon viel mitgemacht haben, viel Erfahrung besitzen". S. ferner Arnason,
Isl. Folks. 1, 555; Rolland, Faune pop. 6, 89. Im Journ. asiat, VI""* serie,
vol. 14, p. 119 sagt Baiinas (i. e. Belinus = Apollonius von Tyana) bei
Kazwini: „si le regard d'un loup tombe sur un homme avant que celui-ci
Tait apercu , l'homme s'affaissera et le loup deviendra plus fort; dans le cas
contraire les resultats sont inverses." - — Z. 4 v. u. st. pouvier 1. pouvoir.
S. 336, Anm. S. auch Germ. 26, 508.
S. 340, no. 212 das., Z. 8. Black, Folk med. p. 170 sq.
S. 342, Z. 1. Callaway, Religious System of the Amazulu etc. p. 355, n.
S. 343, Z. 3 V. u. Der Finger ist übrigens oft ein Symbol des Phallus ;
so der digitus infamis, famosus, impudicus; vgl. Volkskunde S. 496 „dactylus,
der eilfte Finger".
S. 344, Z. 23. Henderson 1. c. 2^ ed. p. 233 jS.
S. 345, Z. 11 ff'. Gott. Gel. Anz. 1883, p. 248; Child, Ballads 3, 143.
Vgl. Zur Volkskunde S. 332, Nr. 169. Rev. da Expos. Anthropol. etc. Rio
1882, p. 62 (Gedicht).
S. 346, no. 10. F. L. W. Schwartz, Indogerm. Volksglaube S. 150 ff".
S. 347, Z. 17. S. auch Rolland 1. c. I, 52, n. 1. IV, 1, 82. — Z. 29
Pedroso 1. c. 2, 16.
S. 348, Z. 13 v u. st 506 1. 1106, cf. 1112. — Z. 7 v. u. „Amongst
other remedies in use Lord Bacon's History of Life and Death men-
tions 'pigeens split asunder, opened and applied to the feet of those in
desperate sicknesses." Ben Brierley's Journal. March 29, 1879, p, 104
[Manchester].
ZUR VOLKSKUNDE. 217
S. 349, Z. 6. NsoUfjvcKcc AvccXsktu. AQ-^v 1870. 1, 332. — no. 14.
Pitre, Archivio 1, 573, n. 1. Melus. 2, 39. — Z. 5 v. u. Gröbers Ztschr.
f. roman. Philol. 3, 129.
S. 350, Z. 8 V. u. An das Fenster des Sterbezimmers wird (bei den
Tschuden) ein Gefäß mit Wasser gestellt, damit die Seele sich „baden",
weißwaschen kann; s. Archiv für Anthropol. 1878, S. 332.
S. 351, Z. 15. EvaWigström, Sagor och Äfvent. p. 106. Coelho, Rev.
d'Ethnol. p. 178.
S. 352, Z. 6 s. jedoch Germ. 26, 87.
S. 353, Z. 1. Diez, Etymol. Wörterbuch u. s. w. 3. A. v". Gotta. —
Z. 15. Herrmann 1. c. S. 145.
S. 354, Z. 17. S. auch Folk-Lore Record 3, 169. Rolland 1. c. IV,
p. 59. Medicinisches Vademecum 1, 106. Germ. 27, 376. Pedroso, Contrib.
4, 12, Bibliot. de las Trad. Esp. 1, 62.
S. 355, Z. 9. corpse-candle. Schwed. feg-ljus. Hyltcn-Cav. Wärend etc.
1, 361 cf. 455 f. — Z. 12 v. u. schwed. varsel. Wärend 1, 360. — Z. 6
V. u. Herrmann 1. c. S. 139.
S. 356, Z. 9. Orient und Occident 2, 545. — Z. 19 cf. t« I^qcc d'st-
Kvva&aL. Cox, Mythol. of the Aryan Nations 2, 126 n.
S. 357, Z. 11. Mit demAbbot's way in Sommerset (einem Knüppel-
damm zwischen Morästen) vergleiche die Holzstraßen, Bohlwege, die in Nord-
westdeutschland (Oldenburg u. s. w.) von den Römern angelegt sein sollen
und besprochen sind von Presuhn in der AUgem. Ztg. , woraus ein Auszug
sich findet im Correspondenzblatt d. deutschen Ges. f. Anthropol. u. s. w.
Nr. 2, Febr. 1881, S. 1 1 ff. (herausgeg. von Prof. Dr. Job. Ranke in
München). — Jener Abbot's way wird den Gelten zugeschrieben und ist
jetzt wie die Bohlwege tief unter den Moor versunken. — Sind die Schrat-
wege, Elrichrode u. s. w. auch Bohlwege? Letzterer geht durch Sümpfe. —
„According to Jacob Grimm, Robin Hood was originally the name of a
supernatural being identical with the wood sprite known in Germany as
Hodeken ... Hudswell, in Yorkshire, and Hudspeth (preserved as a
surname) seem to be of a similar origin, and may be compared with the
longer forms „Robin Hood's well" and Robin Hood's path", which are com-
mon in various parts of England." Henry Bradley, The Name of Robin Hood.
Academy Nr. 593, p. 181 (15. Sept. 1883). — Z. 7 v. u. Literaturblatt
1884, S. 181.
S. 359, Z. 1. Folk-Lore Record 3, 280. — Z. 1 7 füge hinzu: Schweden,
Hylten-Cav. Wärend etc. 1, 377. Cypern, Unsere Zeit 1880. 8. Heft, S. 292 :
„Viele glauben, wenn sie des Morgens einem Priester begegnen, an dem
Tage Unglück zu haben." Kölbing, Engl. Studien 5, 164. — Z. 18 v. u.
Folk-Lore Journal 1886, p. 13.
S. 361, no. 7, Z. 1. Herrmann 1. c. S. 146. — ib. Z. 9. Folk-Lore
Rec. 1, 38. Henderson 1. c. p. 142. Black, Folk-medicine p. 153. Kölbing,
Engl. Studien 7, 129, no. 8. Pedroso, Contrib. IV, 5, no. 15. Publ. de las
Trad. pop. Espan. 1, 289.
S. 362, Z. 21, Melus. 2, 17 no. 11.
(Schluß folgt.)
ST. HUBERT. FELIX LIEßRECHT.
218 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
BIBLIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT
BEB
ERSCHEINUNGEN AUF DEM GEBIETE DER GERMANISCHEN
PHILOLOGIE IM JAHRE 1885.
VON
KARL BARTSCH und GUSTAV EHRISMANN.
(Schluß.)
VIIL Litteratiirgeschichte und Sprachdenkmäler.
1158. de Gubernatis. Storia universale, T. XIII— XVHI (Bibl. 1884,
Nr. 1026).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 39.
1159. Stern, Geschichte der neueren Literatur (Bibl. 1884, Nr. 1028).
25.— 30. (Schluß-) Lief. (Bd. VI, 513—560; Bd. VII, VIII u. 1—499 S.).
Leipzig 1885, Bibl. Inst, ä, 1 M. Compl. 20 M.
Vgl. Allgem. Ztg. 1885, Beil. zum 2. Dec. (Muncker).
1160. Paris, Gr., la poesie du moyen äge. Paris 1885, Hachette.
Vgl. Academy 1885, 688 (Saintbury) ; Athenäum 1885, 10. Oct.
1161. Mall, E., zur Geschichte der mittelalterlichen Fabellitteratur.
Zs. f. roman. Philol. 9, 161- 208.
s. Rodeiiwaldt Nr. 1182.
1162. Mann, M. F. , der Physiologus des Philipp von Thaün und seine
Quellen. Ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Literatur des Mittel-
alters. 8, (53 S.) Leipziger Diss.
s. Maun Nr. 1235.
1163. Ahrens, K. , zur Geschichte des sogenannten Physiologus. Progr.
d. Gymn. zu Ploen 18 85. 4. (23 S.).
1164. Reu seh, F. H. , der Index der verbotenen Bücher. Ein Beitrag zur
Kirchen- und Literaturgeschichte. 2. Bd. 2 Abth. gr. 8. (XI, IV, 1266 S.)
Bonn 1885, Cohen. 25 M.
Büclierverbote vom Jahre 1600 — 1884.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 41; D. Lit. Ztg. 1885, 38 (K. Müller); Theolog. Lit.
Blatt 1885, 24—26 (Bestmann); Theolog. Lit. Ztg. 1886, 4 (Harnack).
1165. Deutsch. — Koberstein, Grundriß (Bibl. 1884, Nr. 1030).
Vgl. D. Lit. Blatt 1885, 37 (Matthiessen) ; Westermanns Monatshefte 1885, Aug.;
Athenäum 1885, II, 287.
1166. Goedeke, Grundriß L (Bibl. 1884, Nr. 1032).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 11, 247—257 (Strauch); Bl. f. literar. Unterh. 1885,
380 f.; Athenäum 1885, II, 26 (Kraus).
1167. Goedeke, Grundriß 2. Aufl., 3. u. 4. Heft (Bd. II, 1—416) Dresden
1885, Ehlermann. 7,80 M.
1168. Scherer, Literaturgeschichte H. Ausg. (Bibl. 1884, Nr. 1033).
Vgl. Athenäum 1885, I, 164 (Kraus).
1169. Seh er er, W. , Geschichte der deutschen Litteratur. 3. Aufl. (in
9 Heften), gr. 8. (XII, 815 S.) Berlin 1885, V^eidmann. 10 M.
VIII. LITTERATURGESCIllCHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 210
1170. Kluge, Herrn., Geschichte der deutschen National-Litteratur. Zum
Gebrauche an höheren Unterrichtsanstalten und zum Selbststudium.
16. verb. Aufl. gr. 8. (VIII, 247 S.) Altenburg 1885, Bonde. 2 M.
1171. Brenning, E. , Literaturgeschichte (Bibl. 1884, Nr. 1036) 7. bis
9. Lief. (S. 481 — 720). Lahr, Schauenburg. k 1 M.
Vgl. D. Lit. Blatt 1885, 37 (Matthiessen).
1172. Hirsch, F., Literaturgeschichte (Bibl. 1884, Nr. 1041) 14.— 24.
(Schluß-) Lief. (Bd. 3, S. 129 — 7 78). Leipzig, Friedrich, ä 1 M.
Vgl. Anz. f. d. Alterth. l'i, 179 f. (Steinmeyer); Herrigs Archiv 73, 436—438;
Athenäum 1885, I, 164 (Kraus); Academy 1885, 675 (Blind).
1173. Lange, Alb., tableau de la litterature allemandc. 8. (168 S.) Paris,
1885, L. Cerf. 1 fr.
Vgl. Revue crit. 1885, 10.
1174. Brümner, Lexikon (Bibl. 1884, Nr. 1038).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 82 (Bernliardi).
1175. Kirchner, Friedr. , Synchronismus zur deutschen National-Iiittcratur
(von der frühesten Zeit bis 1884). 8. (IV, 129 S.) Berlin 1885, Mayer
u. Müller, 2 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, 12 (Strauch).
1176. Koennecke, Gust., Bilderatlas zur Geschichte der deutsclicn Nadonal-
litteratur. Eine Ergänzung zu jeder deutschen Litteraturgeschichtc. Nach
den Quellen bearb. (in 10 Lief.) 1. Lief. (8 Bogen mit Facs. u. Holzschn.)
Marburg 1885, Elwert. 2 M.
s. Wattenbach Nr. 759; Lorenz Nr. 760; Lorenz u. Scherer Nr. 762.
1177. Wiechmann, C. M. , Mecklenburgs altniedersächsische Literatur.
Ein bibliographisches Repertorium der mit der Erfindung der Buchdrucker-
kunst bis zum 30jährigen Kriege in Mecklenburg gedruckten niedersäch-
sischen oder plattdeutschen Bücher, Verordnungen und Flugschriften.
2. u, 3. Theil. gr. 8. Schwerin, Stiller. Bd. 2| Zweite Hälfte des 16. Jhs.
(Vn, 152 S.) 1870. 2 M. — Bd. 3 (1600—1625) mit Nachträgen und
Register. Nach C. M. Wiechmanns Tode bearb. und herausgeg. von Ad.
Hofmeister. (XIII, 244 S. und Register 28 S.) Leipzig 1886. 6 M.
Vgl. Nd. Korrespondenzblatt 1885, S. 64.
1178. Simrock, K. , altdeutsches Lesebuch in neudeutscher Sprache.
2. Aufl. 8. (XIV, 414 S.) Stuttgart 1884, Cotta. 5 M.
1179. Kohn, Max, die Meisterwerke der deutschen Literatur in mustcr-
giltigen Inhaltsangaben. Eine Sammlung erlesener Darstellungen. Lex.-8.
(VI, 331 S.) Hamburg 1886, J. F. Richter. 3 M.
1180. Gude, C, Auswahl deutscher Dichtungen aus dem Mittelalter. Nach
den besten Übersetzungen und Bearbeitungen zusammengestellt für Schulen.
3. Aufl. gr. 8. (VI, 233 S.) Leipzig 1885, Brandstetter. 1,60 M.
1181. Dreyer, der Teufel (Bibl. 1884, Nr. 1068).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 9 (Vogt).
1182. Rodenwaldt, die Fabel in der deutschen Spruchdichtung des XII.
u. XIII. Jhs. Beil. zum Progr. der Victoria-Schule, Ostern 1885. 4. (27 S.)
Berlin 1885, Gärtner. 1 M.
s. Mall Nr. 1161.
1183. Raab, K. , über vier allegorische Motive in der lateinischen und
deutschen Literatur des Mittelalters. Jahresbericht des Gymn. zu Leoben
1885, 8. (38 S.).
220 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1184. Strauch, Mechtild (Bibl. 1883, Nr. 1082).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 881 (Werner); Histor. Zs. 54, 3 (Egclhaaf).
1185. Bartsch, K., Beiträge zur Quellenkunde der altdeutschen Literatur.
8. (392 S.) Straßburg 1886, Trübner. 8 M.
1186. Gas sei, P. , aus Literatur und Symbolik. 8. (VI, 386 S.) Leipzig
1884, Friedrich. 8 M.
1187. Xanthippus, Spreu fünfte Hampfel. 8. (44 S.) Leipzig 1885,
Heinrichs. 1 M.
1188. Schönbach, A., Miscellen aus Grazer Handschriften.
Zs. f. d. Alterth. 29, 350—354.
1189. Fischer, Herrn., Kleine Mittheilungen.
Germania 30, 98—107.
1190. Niederländisch. — Jonckbloet, Geschiedenis 1. Deel, HL uitg.
(Bibl. 1884, Nr. 1043).
Vgl. Romauia 1885, 168 f.
1191. — G-eschiedenis 2. Deel, HI. uitg. 8. (V, 571 S.) Groeningen 1885,
W^olters. 2,90 fl.
Vgl. Noord eu Zuid VIII, 1,
1192. Kuipers, R. K., Kleine Geschiedenis der nederlandsche Letterkunde.
Vgl. Noord en Zuid VII, 6.
1193. Englisch. —Wülcker,R., Grundriß (Bibl. 1884, Nr. 1046) 2. Hälfte,
S. 244—532.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 61 (Varnhagen); Lit. Ceutralbl. 1886, 1 (Fr.); Litt. Blatt
1885, 11 (Krüger); Mod. Language Notes 1886, 2; N. Aaz. f. Bibliographie 1886,
S. 52.
1194. Filon, A., bist, de la lit. angl. (Bibl. 1883, Nr. 1065).
Vgl. Revue crit. 1885, 47.
1195. Taine, H., histoire de la litterature anglaise. 6 ed. T. I. 18°^ (XLIX,
416 S.) Paris 1885, Hachette. 3,50 fr. — T. V et compl. (IV, 484 S.)
1196. Karges, G., Leitfaden der Geschichte der englischen Literatur.
2 Theile in einem Band. (l. Deutsch. 2. Englisch.) 8. (128 S.) Berlin
1886, Parisius. 2 M.
1197. Robinson, W. C., Introduction to our early English literature, from
the earliest times to the Norman conquest. 8. London 1885, Simpkin,
Marshall & Co. 5 sh.
Vgl. Athenäum 1885, 26. Sept.; Academy 1885, 11. Juli.
1198. Steinbach, P. , der Einfluß des Chrestiens de Troies auf die alt-
englische Literatur. Diss. 8. (50 S.) Leipzig 1886, Fock. 1,80 M.
1199. Sweet, H. , first middle English Primer. Extracts from the Ancren
Riwle and Ormulum with Grammar and Glossary. 12. (XII, 96 S.) Oxford,
Clarendon Press. London, Frowde. (104 S.)
Vgl. Engl. Studien 9, 115—117 (Kölbing); Academy 1886, 2; Athenäum 1885,
10. Oct. ; Modern Language Notes 1886, 1 (J.W. Bright); the American. Journal
of Philol. 1885, 23.
1200. Sweet, H., Anglo-Saxon Reading Primers I u. II. 8. Oxford 1885,
Clarendon Press I (80 S.): Selected Homilies of Aelfric. 1 s. 6 d.; II (80 S.) :
Extracts from Alfred's Orosius. 1 s. 6 d.
Vgl. Lit. Blatt 1885, 12 (A. Sehröer); Atheucäum 1885, 26. Dec.
1201. Morris, R. , Specimens of Early English. 2. ed., carefuUy revised.
8. (756 S.) London, Frowde. 9 sh.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 221
1202. Halkett, S. , and J. Lang, a dictionary of the anonymous and
pseudonymous literature of Grreat Britain. Vol. 3. Edinburg 1885, Paterson.
42 sh.
1203. Altnordisch. — Schuck. H., Svensk literaturhistorie. H. 1. 8. (S. 1
bis 64.) Stockholm 1885, Seligmann. 0,90 M.
1204. Hansen, dansk Lit. (Bibl. 1884, Nr. 1059), bis zur 18. Lief.
1205. Meijer, B., Literatur-Lex. 1. Heft (Bibl. 1884, Nr. 1057).
Vgl. Nord. Revy 27.
1206. Dasselbe, 2. u. 3. Heft.
1207. Baumgartner, A., Islands mittelalterliche Literatur. Skizzen einer
Nordlandfahrt.
Stimmen aus Maria-Laach 29, 2.
1208. Metrik. — Meyer, Wilh., Anfang und Ursprung der lateinischen
und griechischen i-hythmischen Dichtung, (Abhandlungen der kön. bayr.
Akad. d. Wiss., philos.-philol. Classe, 17, 267 — 450.) Separatdruck, gr. 4.
(186 S.) München 1885, Franz in Comm. 5,50 M.
Vgl D. Lit. Ztg. 1885, 25 (E. Hiller); Zs. f. wissenschaftliche Theol. 1886, 1
(Rönsch).
1209. Meyer, Wilh., zur Geschichte des griechischen und lateinischen
Hexameters. Wiener Sitzungsberichte 1884, Heft 6.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 20; D. Lit. Ztg. 1885, 25 (Hiller).
1210. Sievers, E., zur Rhythmik des germanischen Alliterationsverses T u. IL
Paul u. Braune, Beiträge 10, 209—314 u. 451—545.
I. Vorbemerkungen. Erster Abschnitt: Die Metrik des Beowulf. —
II. Zweiter Abschnitt: Sprachliche Ergebnisse. Anhang I. Bemer-
kungen zu einzelnen Stellen (ags. Gedichte). Anhang IL Das Ver-
hältniß der ags. Metrik zur altnord. und deutscheu.
1211. Hoff mann, Otto, Reimformeln im Westgermanischen. Freiburger
Dies. 8. (90 S.) Darmstadt, Leske.
1212. Schwarz, Friedr., über die metrischen Eigenthümlichkeiten in Wolf-
rams Parzival. 8. (78 S.) Rostock 1884, Stiller. 1,25 M. Rostocker Diss.
Vgl. Lit. Blatt 1886, 1 (Behaghel).
1213. Bock, C, Kritische Bemerkungen zur Metrik Wolframs von Eschen-
bach, in: Festschrift zur Einweihung des Wilhelms-Gymnasiums. Hamburg
1885, S. 53—65.
1214. Weissenfeis, Richard, der daktylische Rhythmus bei den Minne-
sängern. 8. (161 S.) Freiburger Diss. 1885.
1215. Stolte, metrische Studien über das Volkslied (Bibl. 1883, Nr. 1119).
Vgl. Lit. Blatt 1884, 12 (Paul).
1216. Welti, Sonett (BibL 1884, Nr. 1073).
Vgl. Ana. f. d. Altertli. 12, 51—54 (Borinski); Lit. Blatt 1885, 7 (Muncker).
1217. Trautmann, M., Otfrid in England.
Anglia 7, Anz. 211—216.
Otfrieds „Viertreffer" auch iu Wulfstans Predigten. Aeifric hat sie
in England eingeführt.
1218. Menthel, E., zur Geschichte des Otfridischen Verses im Englischen.
Anglia 8, Anz. 49—86.
s. Heesch Nr. 1650.
1219. Seitz, Alliteration im Neuenglischen (Bibl. 1884, Nr. 1101).
Vgl. Engl. Studien 8, .S89— .393 (E. Regel); ebd. 9, 183 (Seitz).
222 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1220. Wagner, blanc-verse before Marlowe (Bibl. 1882, Nr. 1113).
Vgl. Engl. Studien 8, 393 (Schipper).
1221. Schipper, metrische Randglossen.
Engl. Studien 9, 184—194.
1222. Brate, E. , Fornnordisk Metrik. 8. (55 S.) Upsala 1885, Almqvist
& Wiksell. 1 Kr.
Vgl. Engl. Studien 9, 311 f. (Kluge).
1223. Recke', E. v. d. , dansk verslaere i kortfatted fremstilling. En vej-
ledning til selvstudium og undervisningebrug. 8. (VIII, 178 S.) Kopen-
hagen, Gyldendal. 2,50 Kr.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 50 (Larsson).
A. Gotisch.
1224. Heyne, M., F. L. Stamm's Ulfilas oder die uns erhaltenen Denk-
mäler der gothischen Sprache. Text, Wörterbuch und Grammatik. Achte
Aufl. 8. (XII, 432 S.) Paderborn 1885, Schöningh. 5 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 45 (Seemüller).
1225. Bernhardt, Vulfila (Bibl. 1884, Nr. 1105).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 859—861 (Seemüller).
1226. Scott, Charles A. , Ulfilas, apostle of the Goths, together with an
Account of the Gothic churehes and their Decline. 8. (XIV, 239 S.) Cam-
bridge 1885, Macmillan and Bowes.
1227. Peters, Ignaz, die Zahl der Blätter des Codex argenteus.
Germania 30, 314 f. Vgl. Zs, f. d. Philol. 17, 127 (Zacher).
1228. Zu Ulfilas Math. 3, 25 vgl. Mahn, Germ. 30, 256 und Zs. f, d. Philol.
17, 126.
s. Nr. 193—197.
B. Althochdeutsch.
1229. Holthausen, Ferd., Hildebrandslied 65. Zs. f. d. Alterth. 29, 365.
Stoptun = ahd. stouptun 'instigabant\
1230. Schulz, Sprachformen des Hildebrandsliedes im Beowulf (Bibl. 1882,
Nr. 1125).
Vgl. Engl. Studien 9, 149 (Klinghardt).
Kero s. Singer Nr. 16.
1231. Herzog, Hans, zum Memento mori.
Germania 30, 60—63.
Notker s. Kelle Nr. 199, v. Bahder Nr. 232.
1232. Otfried v. Piper, Bd. II (Bibl. 1884, Nr. 1112).
Zgl. Zs. f. d. Philol. 17, 492—495 (Gering); Lit. Bl. 1885, 12 (Behaghel).
1233. Olsen, Wald., Arator und Prudentius als Vorbilder Otfrieds.
Zs. f. d. Alterth, 29, 342—347.
1234. Michaelis, G., Bemerkungen zu Otfrid ad Liudbertum.
Heirigs Archiv 73, 73—84.
s. V. Bahder Nr. 232; Trautmann Nr. 1217; Menthel Nr. 1218.
1235. Mann, Max Friedr., die althochdeutschen Bearbeitungen des Physio-
logus.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 310—329.
s. Mann Nr. 1162, Ahrens Nr, 1163.
1236. Tobler, L., Kuniowidi im Merseburger Spruch.
Germania 30, 63—65.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 223
Tatian s. Dorfeid Nr. 196.
1237. Liber confraternitatum v. Piper (Bibl. 1884, Nr. 1115).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (Kögel); Mittheil. a. d. histor. Literatur 13, 2 (Bresslau).
0. Mittelhochdeutsch.
Albrecht V. Eyb s. Prosanovellen Nr. 1394.
Albrecht v. Scharfenberg, Titurel, Londoner Hs. , s. Ward Nr. llß.
1238. Alexanderlied. — Neuling, Ernst, die deutsche Bearbeitung der
Alexandreis des Quilichinus de Spoleto.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 315—383 und Leipziger Diss. Halle
1884, Druck von Karras.
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 491 f. (Seelisch).
Über Alexander s. Nr. 505, 1324 ff., 1402 ff., 1778 ff.
1239. Äiphart. — Löhner,, R., Beiträge zu Alpharts Tod. Progr. des Gymn.
zu Kremsier. 8. (24 S.)
1240. Arnold, Priester, s. Legenden Nr. 1328.
1241. Arzneibuch. — Fischer, Herrn., Fragment eines schwäbischen Arznei-
buches.
Germania 80, 98—101.
Beheim s. Horawitz Nr. 885.
1242. Beichtbücher. — Weber, Heinr., die Bamberger Beichtbücher aus
der ersten Hälfte des XV. Jhs. mit einem Anhang über die Bamberger
Pönitentialbücher. 12. (100 S.) Kempten, Kösel. 0,80 M.
1243. Benedictinerregel von Troxler (Bibl. 1884, Nr. 1124).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 9 (Behaghel), dazu ebd. 11, 8p. 478 (.J. L. Brandstetter).
1244. Zu Bertholds Predigten, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185) 107 — 156.
1245. Neumannn,C. W., der Grrabstein des Bruders Berthold von Regens-
burg.
Verhandlung des histor. Ver. v. Oberpfalz u. Regensburg 39, 257 — 260. Mit
Abbildung des im Jahre 1862 wieder aufgefundenen Grabsteins.
124G. BibeL — Der Codex Teplensis (Bibl. 1884, Nr. 1126).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 29 (Br.).
1247. Haupt, Herm. , die deutsche Bibelübersetzung der mittelalterlichen
Waldenser in dem Codex Teplensis und der ersten gedruckten deutschen
Bibel nachgewiesen. 8. (64 S.) Würzburg 1885, Stahel. 1,60 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 29 (Br.); Theolog. Lit. Ztg. 1885, 15 (Harnack);
Theolog. Lit. Blatt 1885, 27 (Kavverau) ; N. evangel. Kirchenztg. 27, 24; Herrigs
Archiv 75, 337; Börsenblatt 1885, Nr. 173; Academy 26. Sept. 1885 (Pearson);
Athenäum 1. Aug. 1885.
1248. Haupt, H., zur Entstehung der ältesten deutschen Bibelübersetzungen.
Centralblatt für Bibliothekswesen 2, 287 u. 290.
1249. Jostes, Franz, die Waldenser und die vorlutherische deutsche Bibel-
übersetzung. Eine Kritik der neuesten Hypothese. 8. (44 S.) Münster 1885,
Schöningh. 1 M.
Vgl. Lit. Centralbl, 1885, 36; Theolog. Lit. Blatt 1885, 37 u. 38; N. evangel.
Kirchenzeitung 1885, 37; Stimmen aus Maria-Laach 29, 5 (Knapenbauer) ; der
Katholik 1885, Oct., S. 438-442.
1250. Witte, L., die deutschen Bibelübersetzungen vor Luther.
Daheim 1885, XXII, IL
1251. Zöckler, 0., Luthers Vorläufer im Bibelübersetzungswerke.
Evangel. Kirchenztg. 1885, 697—706.
224 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1252. Hutchison, John, Grerman translations of the Bible before Luther.
Academy 1885, 700 u. 702.
1253. Pearson, Karl, Grerman translations of the Bible before Luther.
Academy 1885, 701 u. 704.
Boner s. Crueger Nr. 5 (Hs. A).
Bruder Rausch s. Bobertag Nr. 1363.
1254. Brun von Schönebeck. — Fischer, Arwed, über das Hohe Lied des
Brun von Schonebeck. I. Breslauer Diss. (35 S.).
1255. Bartsch, K., Bruchstück eines geistlichen Lehrgedichts.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185) 168 — 170 u. 386.
1256. Cato. — Bartsch, K., Bruchstück eines deutschen Cato.
Germania 30, 120—124:.
1257. — Chroniken und Urkundenbücher. — Chronik von Lübeck (Bibl.
1884, Nr. 129).
Vgl. Aue. f. d. Alterth. 12, 37—40 (Ed. Schröder); Lit. Centralbl. 1886, 1;
nd. Korrespondenzblatt 1885, 31 f. (Hagedorn).
1258. Frankfurter Chroniken und annalistische Aufzeichnungen des Mittel-
alters, bearb. von R. Froning. 8, (XLIV, 492, S.) Frankfurt a. M. 1884,
Jügel. 10 M. (Quellen zur Frankfurter Geschichte, herausgeg. von H. Grote-
fend. Bd. 1.)
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, 1035 ff. (Alois Schulte); Lit, Centralbl. 1885, 28;
D. Lit. Ztg. 1885, 25 (Wyss).
1259. Die Berner Chronik des Valerius Anshelm, herausgeg. vom historischen
Verein des Kantons Bern. I. 8. (VIII, 441 S.) Bern 1884, Wjsä. G M.
1260. Heyck, Eduard, Ulrich von Richental.
Forschungen z. deutschen Gesch. 25, 553 — 555.
1261. Urkunden zur Geschichte der Stadt Speyer. Dem historischen Verein
der Pfalz gewidmet von Heinrich Hilgard -Villard. Gesammelt und heraus-
gegeben von Alfred Hilgard. 4. (XII, 565 S.) Straßburg 1885, Trübner.
25 M.
Vgl, Lit. Centralbl. 1886, 30.
1262. Kurmainz und Duderstadt in den Jahren 1477 — 1479, nach einer
gleichzeitigen Aufzeichnung des Duderstädter Stadtschreibers (Kurd Wiche-
nand) herausgeg. von Jul. Jäger. 8, (61 S.) Hildesheim 1885, Lax. 2 M.
1263. Weitere Urkundenbüchert Dortmunder Urkb., bearb. von K. Rubel,
I. Bd. 2. Hälfte, v.J. 1341 — 1372; Urkb, der Stadt Duderstadt bis 1500,
herausgeg. von J.Jäger, 2. Abth. ; Fürstenbergisches Urkb,, 5. Bd., v. J.
700 — 1359; Urkb. der Stadt Jena und ihrer geistlichen Anstalten, I. Bd.
1182 — 1405, herausgeg. v. J. E, Martin, Thüring. Geschichtsquellen
N. F. III; Liv-, Est- und Kurländisches Urkb. Bd. 8, v. J. 1429—1435,
herausgeg. von H. Hildebrand; Urkb. der Stadt Lübeck, 7. Th, 11 u.
12. Lief,; Mecklenburg. Urkb. 13. Bd., v. J. 1351—1355; Nassauisches
Urkb. (Cod. dipl. Nassoicus) herausgeg. von K. Menzel, Bd, I, Abth, 1,
Die Urkunden des ehemaligen kurmainzischen Gebietes von VV. Sauer;
Pommer'sches Urkb. IL Bd. 2. Abth., v. J. 1278—1286, von R, Prü-
mers; Neues preußisches Urkb. H. Abth. Bd. 1, Bisthum Culm v. J.
1243—1266, Heft 2 u. 3, von C. Woelky; Urkb. der Cisterzienserabtei
Salem (Cod. dipl. Salemitanus) Lief. 7, v. J. 1281 — 1290, von F. v. Weech;
Urkb. der Vögte von Weida, Gera und Plauen u. s. w. I. Bd., v. J. 1122
bis 1356, von Berthold Schmidt, Thüring. Geschichtsquellen N. F. II;
VIII, LITTERATURGE3CHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 225
Urkb. des Klosters Teistungenburg, von J. Jäger; Westphäb'sches Urkb.
1. Lief, bis 1019, von W. Diekamp.
Stretlingei- Chronik 5, Nr. 468; XVI. Jlult. Nr. 1401.
1264. Dalimil. — Teige, Jos., Zur Zeitbestimmung der gereimten Über-
setzung des sog. Dalimil.
Germania 29, 418.
1265. Teige, Jos., Chronikon Opatoviense secundum.
Mittheilungen des Instituts für österr. Gescliiclitsforschung 6, 450—454. (Zur
Quellenkunde Dalimils.)
1266. Eckenlied. — Hofmann, Bedeutung des Eckenliedes. 8. Progr. des
Obergymn. zu Kaaden 1885.
1267. Erzählungen. — Schröder, Edward, Zu der Wiener Meerfahrt.
Zs. f. d. Altertb. 29, 354 — 357.
1268. Die Gründung des Klosters Waldsassen. Altdeutsches Gedicht zur
Tirschenreuther Schmeller-Feier aus der Handschrift neu herausgeg. von
Friedr. Keinz. 8. (22 S.) München 1885, Ackermann. 0,60 M.
1269. Ritterpreis, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 176 — 195.
Sammlung von Erzählungen s. Ward Nr. 110.
1270. Exodus. — Kossmann, E. , Untersuchungen über die altdeutsche
Exodus. 8. (83 S.) Straßburger Diss.
1271. Kossmann, E. , die altdeutsche Exodus mit Einleitung und Anmer-
kungen herausgegeben.
Quellen und Forschungen Heft 57. 8. (149 S.) Straßburg 1886. Triibner. 3 M.
12 72. Eacetus. — Ehr is mann, G., Bruchstück eines Facetus.
Germania .30, 2S4— -287.
Flore s. Konrad Flecke Nr. 1311.
Fraiienlob s. Semmig Nr. 843.
1273. Freidank. — Neidhardt, E. , über Freidanks Bescheidenheit. Ein
Vortrag. 8. (52 S) Berlin 1885, Wiegandt u. Grieben. 0,80 M.
1274. Xanthippus, Freidank niederländisch.
Spreu 5. Hampfel (oben Nr. 1187) S. 29 f.
1275. te Winkel, J., Vridanc's Bescheidenheit in het Dietsch.
Tijdscbrift vor Nederl. Taai- en Letterkunde 5, 310 — 329.
1276. Friedrich von Hausen, von Neunteufel (Bibl. 1884, Nr. 1139).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 8 (K. Becker).
1277. Gauriel von Muutabej, eine höfische Erzählung aus dem 13. Jahr-
hundert, zum ersten Male herausgeg. von Ferd. Khull. 8. (IV, 160 S)
Graz 1885, Leuschner u. Lubensky. 3,60 M.
12 7 8. Gedichte. — Bartsch, K., Verzeichniß A — AL.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185;, 350 — 3S5.
1279. Glossen. — Flohr, M., deutsche Glossen in dem Vocabular Niger
Abbas (Metzer Hs. Nr. 203).
Straßburger Studien 3, 1 — 134. Vgl. Nd. Korrespindenzblatt 1885, 72.
1280. Gottfried von Straßburg. — Bahnsch, Fr., Tristan-Studien. 4. (20 S.)
Progr. des Gymn. zu Danzig 1885.
Vgl. Herrigs Archiv 75, 2O0.
1281. Tristan und Parzival, von P. Gas sei.
Aus Literatur und Symbolik (oben Nr. 1180) S. 40—103.
Griseldis a. Prosanovellen Nr. 1394.
Hans Foltz, Kargenspiegel, Druck von 1534, s. Bartsch Nr. 115.
(JERMANIA. Neue Keilie XXIII. (XXXV.) Jahrg. 15
226 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1282. Hartmann von Aue. — Henrici, Emil, die Handschriften von Havt-
manns Iwein. M
Zs. f. (1. Philol. 17, 385—389 u. 438, i|
1283. Henrici, Emil, die Iweinhandschriften T u. II.
Zs. f. d. Alterth. 29, 112— 115 u. 360—365.
Londoner Iwein-Hs. s. Ward Nr. HG.
1284. Hartmanns a. Heinrich, von Wackernagel -Toischer (Bibl. 1884,
Nr. 1146).
Vgl. Lit. Ztg. 1885, 31 (Martin); Lit, Blatt 1885, 7 (Behagbel) ; Grenzboten
1885, 8. 404-408 (M. Koch),
1285. Seipgens, E. A. H. , Erklärung eines mhd. Gedichtes (Hartmanns
armer Heinrich).
Taalstudie VI, Nr. 4-6.
1286. Martin, Ernst, zum Prolog von Hartmanns Gregorius.
Zs. f. d. Alterth. 29, 466 f.
1287. Hausen, Kampfschilderungen (Bibl, 1884, Nr, 1152).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 31 (Niedner); Lit. Blatt 1885, 12 (Ehrismann).
1288. Kauffmann, Hartmanns Lyrik (Bibl. 1884, Nr. 1151).
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 382 f. (Emil Henrici).
s. V. Monsterberg-Müaekenau Nr. 210.
1289. Hartmann von Brixen. — Schönbach, A., Versus de beato Hart-
manno.
Zs. f. d. Alterth. 29, 352 f. (vier deutsche Verse).
1290. Herzog Heinrich IV. von Breslau. — J aekel, H., zum urkund-
lichen Itinerar Herzog Heinrichs IV.
Zs. d. Ver. f. Geschichts- u. Alterthumskunde Schlesiens XIX, 354 — 369,
1291. Milko witsch, Wlad,, Heinrich IV. und Boleslaw II. 1277.
Zs. d. Ver. f. Geschichts- u. Alterthumskunde Schlesiens XIX, 370— .385.
1292. Heinrich von Freiberg. — Kraus, Ernst, über Heinrich von Frei-
berg.
Germania 30, 1 — 18.
s. Nr. 294.
1293. Markgraf Heinrich von Meif^en. — Bartsch, die Lieder des Mark-
grafen Heinrich des Erlauchten.
Mittheil d. Ver. f. d. Gesch. der Stadt Meißen Bd. I, Heft 3.
1294. Heinrich von Melk. — Wilmanns, W.*, Beiträge zur Geschichte
der älteren deutschen Literatur. Der sog. Heinrich von Melk, Heft I. 8.
(62 S.) Bonn 1885, Weber. 1,50 M.
Heinrich von Mornngen s. Grimme Nr, 1317.
1295. Heinrich von Mügeln, von Steinmeyer,
Allgem. D, Biogr. 22, 454 f.
1296. Heinrich von Neustadt, Pudmenzky (Bibl, 1884, Nr. 1159).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 9 (Proeschoidt).
1297. Bartsch, K., Bruchstücke aus Heinrichs von Neustadt Gottes Zukunft.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 207—228.
1298. Helbling, von Seemtiller (Bibl. 1883, Nr. 1181).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 755—761 (Lambel).
1299. Historienbibel. — Gleisberg, E., die Historienbibel (Merzdorf I)
und ihr Verhältniß zur rudolfinischen und thüringischen Weltchronik.
Leipziger Diss. 8. (50 S.) Leipzig 1885, Fock. 1,20 M.
1299\ Hugo von Montfort, von WackemelL
Allgem. D. Biogr. 22, 190—193.
Vm. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 227
1300. Hugo von Trimberg. — Ehrl s mann, G., Das Handschriftenverhältniß
des Renner.
Germania 30, 129—153.
1301. Strauch, Ph., Die Tübinger Rennerhandschrift.
Zs. f. d. Alterth. 29, 115—118,
1302. Wölfel, E. J., zum Renner.
Zs. f. d. Alterth. 29, 369.
1303. Bartsch, K., Bruchstücke aus dem Renner.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185) S. 229 — 215.
1304. Schröder, Edw., die Summe der Tugenden und Laster. Zum Renner.
Zs. f. d. Alterth. 29, 357— 3ßO.
s. Schröder Nr. 1267.
1305. Jansen Enikel. — Strauch, Ph., Studien über Jansen Enikel.
Zs. f. d. Alterth. 29, 35—64.
1306. Johann von Morsheim, von K. Bartsch.
Allgem. D. Biographie 22, 327.
1307. Johannes Schmidt. — Haupt, H., Aufzeichnungen des Franziskaners
Johannes Schmidt von Elmendingen bei Pforzheim 1356 — 1455.
Alemannia 13, 148 — 153.
Jüdel s. Nr. 1790.
Kalenberger s. Bobertag Nr. 1363.
1308. Karl der Große. — Wyss, Arthur, ein Gedicht über Karl den Großen.
Zs. f. d. Alterth. 30, 63—71.
Klage s. Kettner Nr. 1376.
1309. Zum König von Odenwalde, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185) 263—267.
1310. Konrad. — Thamhayn, Willy Ernst, Über den Stil des deutschen
Rolandsliedes nach seiner formalen Seite. Hallesche Diss. 8. (64 S.) Halle
1884, Hendel. 1,50 M.
s. Ammann Nr. 1413.
Konrad von Ammenhusen s. Vetter Nr. 959.
1311. Konrad Flecke. — Bartsch, K., Zur Kritik von Flore und Blancheflür.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185 , 60 — 86.
1312. Zu Konrads von Fußesbrannen Kindheit Jesu, von R. Sprenger.
Germania 30, 153 — 170.
1313. Konrad von Fußesbrunnen, Die Kindheit Jesu. Ein Legenden-Epos.
Umgedichtet von Ch. Stecher. 8. (XÜI, 116 S.) 0,60 M. In: Dichtung
für die christliche Familie und Schule. Graz 1884, Styria. 42. Heft.
1314. Konrads von Würzburg Klage der Kunst, von Eugen Joseph. Quellen
u. Forsch. 54. 8. (X, 92 S.) Straßbnrg 1885, Trübner. 2 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 25 (Strobl).
1315. Zum Engelhard, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 157 — 167.
1316. Kräuterbuch. — Bartsch, K., Gereimte Vorrede zu einem Kräuter-
buche.
Beiträge zur Quellenkunde (eben Nr. 1185), 171 — 175.
1317. Kristän von Lupin. — Grimme, Fr., der Minnesänger Kristän von
Lupin und sein Verhältniß zu Heinrich von Morungen. Münster'sche Diss.
8. (45 S.) Heiligenstadt 1885.
1318. Kudrun, herausgeg. von K. Bartsch. 8. (XIX, 267 S.) Berlin und
Stuttgart (1885), Spemann. Kürschners Deutsche Nationalliteratur Bd. 50.
15*
228 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1319. Das Gudrunlied für das deutsche Haus nach den besten Quellen be-
arbeitet von Emil Engelmann. gr. 8. (153 S.) Stuttgart 1886. P. NefF.
"Vgl. Nord und Süd, Januar 18»6.
1320. Gudrun, im Anschluß an MüllenhofFs Ausgabe für den Schulgebrauch
ins Neuhochdeutsche übersetzt und mit einer Einleitung versehen von
P. Vogt. 8. Leipzig 1885, 0. Wigand. 2 M.
1321. Erdmann, 0., zur Kudrun (Str. 649).
Zs. f. d. Philol. 17, "226 f.
s. Eidmann Nr. 1327.
1322. Otto, Theodor, Bemerkungen zum Gudrunliede.
Belletristisches Fainilienblatt 18&5, Nr. 1. Namentlich zur Geographie.
1323. Kürenberger. — Neubourg, H., zum Kürenberger.
Germania 30, 78-84.
1324. Lamprecht. — Lamprechts Alexander von Kinzel (ßibl. 1884, Nr. 11 69).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 11, 257—281 (Koediger); Zs. f. d. Philol. 17, 487-490
(Seelisch); Komania 14, 1(58 (P. Meyer).
1325. Bah der, K. v., Lamprechts Alexanderlied und seine Heimat.
Germania 30, 385—396 u. ÖU8.
1326. Bech, F., zu Lamprechts Alexander.
Germania 30, 257—284.
1327. Erdmann, 0., Lamprechts Alexander und die Hilde-Kudrun-Dichtung,
Zs. f. d. Philol. 17, 223—226.
Nr. 1238; s. Nr. 1440.
1328. Legeuden. — Sprenger, R., zu Arnolds Juliane.
Germania 30, 75 — 78.
1329. Birlinger, A., Legende von den Jakobsbrüdern.
Alemaunia 13, 42 — 45. Aus Erkenbreciit Kolers Reisebeschreibung (1587 — 1593),
1330. Birlinger, A., legenda aurea. El säßisch,
Alemannia 13, 65 — 131.
1331. Legende vom heil. Rock. Handschrift, angez. von Korth,
Mittheil, aus dem Stadtarchiv von Köln Vlll, 38.
s. Neuwirlh Nr. 1337.
Elisabeth von Reute s. Bartsch Nr. 114.
1332. Lieder, geistliche. — Bartsch, K., deutsches Kyrieleison,
Beiträge zur Queileuliumle (,oben Nr. 1185), 302—301.
1333. Schönbach, A., Schlachtgesang.
Zs. f. d. Alterth. 29, 3o3 f. (Ave Maria).
1334. Haupt, H., Nota vulgariter de X preceptis et X plagis Egipti. 1405.
Alemannia 13, 146 f.
1335. Neuwirth, Jos., Zwettler Marienlied vom Jahre 1519.
Zs. f. d. Philul. 17, 206 -2u9.
1336. Neuwirth, Jos., Wilheringer ,.Salve Regina".
Ebd. 17, 215 f.
1337. Neuwirth, Jos., die Zwettler Aufzeichnung des Liedes vom heil.
Rocke zu Trier vom Jahre 1519.
Ebd. 17, 201—206.
s. Korth Nr. 1331.
1338. Pick, B., German hymnology before Luther.
The Lutherau Quarterly 1885, April, 191 — 2u9.
s. Bartsch Nr. 114; Lieder der Mystiker, Nr. 1362;; Kirchenlied, Nr. 1483 ff.
Liederbuch, Bechsteins, s. Bartsch Nr. 115.
1339. Loheugrin. — Traunwieser, J. , die mittelhochdeutsche Dichtung
Lohengrin y,eine Mosaik aus Wolfram Eschenbach"', gr. 8. (66 S.) Wien,
Pichlers Wittwe. 1,30 M.
Vm. LITTERATURGESCHICIITE UND SPRACHDENKMÄLER. 2^0
Lucidarius s. Schladebach Nr. 1745.
1.340. Ludwi? der Baier. — Englert, zwei neue Bruchstücke des Ge-
dichtes auf K. Ludwig den Baier.
Zs. f. d. AlterUi. 30, 71—75.
1341. Mair, Hans, von K. Bartsch.
Aügem. D. Biogra])hie 20, 118.
1342. Mandelreiss, Balthasar, von K. Bartsch.
Allirem. D. Bioorraphie l'O, 170.
1343. Manesse, Rüdiger, von G. v. Wyss.
Allg-em. D. Biographie 20, 188 f.
Marina s. Prosanovellen Nr. 1394.
1344. Marner, von Wilmanns.
Allgem. D. Biographie 20, 39ß.
1345. Meffrid, von K. Bartsch.
AUgem. D. Biographie 21, 17ö.
1346. Meistergesang. — Bartsch, K., ein Baseler Meistergesangbuch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 275—301. Aus der zweiten Hälfte
des 15. Jhs.
s. XVI. Jhdt. Nr. 1533 u. 1534; Bartsch Nr. 114.
1347. Mennel, Jacob (Manlius), von Horawitz.
Alliiem. D. Biographie 21, 358—362.
1348. Minnesang. — Böhme, Fr, M. , Originalgesänge von Troubadours
und Minnesingern des 12. — 14. Jahrhunderts. Aus den handschriftlichen
und gedruckten Quellen nach Ton und Text übertragen und zum Concert-
gebrauch für Bariton mit Pianofortebegleitung. 4. (33 S.) Mainz 1885,
Schott.
Vgl. Lit. Blatt 1885, Sp. 84. Enthält von deutschen Liedern 1 von Tanliauser,
1 von Neidhart, 1 von Meister Alexander, 1 von Wizlaw, 2 von Oswald von
Wolkenstein, 1 Lied eines Fahrenden.
s. Simon Nr. 646.
1349. Schmidt, Erich, Parallelen zur mhd. Lyrik.
Zs. f. d. Alterth. 29, 118—120.
1350. Herzog, zur Pariser Liederhandschi-ift.
Anz. f. schweizer. Altertlumiskunde 1885, Nr. 3.
1351. Meyer, Richard M., alte deutsche Volksliedchen.
Zs. f. d. Alterth. 29, 121—236.
s. Weissenfeis Nr. 1214.
1352. Mönch von Heilsbronn. — Tomanetz, K. , Bruchstücke aus des
Mönchs von Heilsbronn Buch von den sechs Namen des Frohnleichnams.
Zs. f. d. Alterth. 29, 318—325.
1353. Mülicl>von Prag, von K. Bartsch.
Allgem. D. Biographie 22, 490.
1354. Mystik. — Pearson, Meister Eckehart the Mystic.
The ]\riud 1886, Januar.
1355. Denifle, H., Actenstücke zu Meister Eckharts Proceß.
Zs. f. d. Alterth. 29, 259—266.
1356. Roth, F. W. E., Die Visionen der heiligen Elisabeth und die Schriften
der Äbte Ekbert und Emecho von Schönau. Ein Beitrag zur Mystik und
Kirchengeschichte. 8. (CXXVni, 359, LH S.) Brunn 1884, Verlag der
Studien aus dem Benedictiner- und Cisterzienser-Orden. 8 M.
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 25 — 37 (Strauch); Liter. Handweiser 1885, S.
1357. Margareta Ebner, von Strauch.
Allgera. D. Biographie 20, 332—334.
230 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1358. Mechthild von Magdeburg und Mechthild von Hackeboru, von Strauch.
AUgeni. D. Biographie 21, 154—158.
s. Reifferseheid Nr. 109.
1359. Merswin, Rulman, von Strauch.
Allgem. D. Biographie 21, 459—468.
1360. Schieler, H., Magister Johannes Nider aus dem Orden der Prediger-
brüder. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte des 15. Jhs. 8. (XVI, 423 S.)
Mainz 1885, Kirchheim. 7 M.
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 186-188 (Edw. Schröder); Studien u. Mittheü. a. d.
Benedictinerorden 7, 1 (Goldmaun); D. Lit. Ztg. 1885, 37 (Fuuk).
Suso s. Reifferseheid Nr. 109.
1361. Hess, W., Stellung der Theologia Deutsch zur heil. Schrift.
Jahrb. f. protest. Theo!. 1885, Nr. 2.
1362. Bartsch, K., Lieder der Mystiker.
Beiträge zur Qiielleukunde (oben Nr. 1185), 311 — 333.
s. Bartsch Nr. 114; Sprüche s. Bartsch Nr. 114, Reifferseheid Nr. 109.
1363. Narrenbuch, herausgegeben und erläutert von Felix Bobertag. Kürsch-
ners National-Litteratur Bd. 11. 8. (VII, 388 S.) Berlin und Stuttgart.
Spemann.
Enthält: Kalenberger, Peter Leu, Neithart Fuchs, Markolf, Bruder Rausch.
1364. Neidhart. — Wilmanns, W., über Neidharts Reihen.
Zs. f. d. Alterth. 29, 64—85.
1365. Altdeutsches Tanzlied. Nach Neidhard von Renenthal (um 1220).
Gartenlaube 1884, Nr. 19.
s. Zingerle Nr. 1013.
Neithart Fuchs s. Bobertag, Narrenbuch, Nr. 1363.
1366. Nibelungen. — Das Nibelungenlied nach der Hohenems-Münchener
Hs. (A) in phototypischer Nachbildung nebst Proben der Hss. B und C.
Mit einer Einleitung von Ludwig Laistner. 4. (48 S. und 124 Tafeln.)
München 1886, Verlagsanstalt für Kunst u. Wissenschaft. 60 M. Auch u. d.
Titel: Berühmte Hss. des Mittelalters in phototypischer Nachbildung. I.
1367. Nibelungenlied von Engelmann (Bibl. 1884, Nr. 1195).
Vgl. Bl. f. literar. Unterh. 1885, 24. Dec. (Adalb. Schröter); Revue critique
1885, 51 (AHalb. Schröter).
1368. Das Nibelungenlied übersetzt von L. Freytag. 2. Aufl. Berlin 1886,
Friedberg n, Mode. Ausgabe A: mit Einleitung und Anmerkungen. 8.
13C9. Das Nibelungenlied übersetzt und zum Gebrauch an höheren Töchter-
schulen eingerichtet von L. Freytag. gr. 8. (IV, 319 S.) Berlin, Friedberg
u. Mode. 2,50 M.
1370- Kamp, H. , der Nibelungen Not in metrischer Übersetzung, nebst
Erzählung der älteren Nibelungensage. gr. 8. (VII, 188 S.) Berlin, Meyer
u. Müller, geb. 2,25 M.
1371. Das Nibelungenlied für die Jugend bearbeitet von A. Bacmeister.
3. Aufl. Stuttgart, Neff. geb. 2,25 M.
1372. Niedola Nibelungöw przeklad L, Germana. 8. Warschau 1885. Wislicki.
Polnische Nibelungenübersetzung.
1373. Heinzel, R., Über die Nibelungensage. 8. (50 S.) Wien 1885, Gerold
in Comm. 0,80 M.
Aus dem 109. Bande (S. 671 — 718) der Wiener Sitzungsberichte.
1374. Roediger, kritische Bemerkungen (Bibl. 1884, Nr. 1198).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1885, 21 (Wilmaons); Lit. Blatt 1885, 11 (Sijmons); Revue
critique 1886, Nr. 2 (Chuquet).
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 231
1375. Kettner, Emil, Zur Kritik des Nibelungenliedes. IV. Abreise und
Abschied.
Zs. f. d. Philol. 17, 129—17.3.
1376. Kettner, Emil, Zur Kritik des Nibelungenliedes. V. Nibelungenlied
und Klage. VI. Rückblick.
Zs. f. d. Philol. 17, 390—421.
1377. Xanthippus, Ein bischen Nibelungenkritik.
Spreu, fünfte Hampfel (oben Nr. 1187). S. .32—41.
1378. Zarncke, F., die Jagd im Nibelungenliede.
Paul u. Braune, BeitrJtg-e 10. 384—402.
Siebt das Otenheini der Hs. C mit Otinheim im Lobdengau als identisch an.
1379. Pawel, die Hoffeste im Nibelungenlied mit ihren Kampf- und Ritter-
spielen. 8. (28 S.) Wien 188.5.
Aus: Zs. f. d. österr. Turnwesen.
1380. Plaumann^ Emil, „Markgraf Rüdiger von Bechelaren" von F. Dahn
und das Nibelungenlied. Programm von Graudenz 1885. (25 S.).
1381. Osterwald, K. W.. Erzählungen aus der alten deutschen Welt.
2. Theil. Siegfried und Kriemhilde. 6. Aufl. 8. Halle. 1884, Waisenhaus.
2,50 M.
1382. Böhm, F., Ilias und Nibelungenlied. Eine Parallele, gr. 8. (84 S.)
Znaim 1885, Fournier u. Haberler. 1,60 M.
1383. Bormann, W., die Form der Nibelungen.
Allgem. Ztg. 1885, Nr. 224 u. 225.
1384. W^öber, F. H. , Die Reichersberger Fehde und das Nibelungenlied.
Eine genealogische Studie. 8. (164 S.) Heran 1885, Plant. 2 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 25; D. Lit. Ztg. 1885, 40 (Wilmanns); D. Revue
1885, October; Berliner Monatshefte 1885, 6 (Bleibtreu); Bl. f. literar. Uiiterh.
1885, S. 820 f. (Adalb. Schröter).
s. Crueger Nr. 6.
1385. Otte. — Eraclius ed. Graef (Bibl. 1884, Nr. 1207").
Vgl. Revue eritiqae 1885, 46 (Chuquet).
1386. Herzfeld, Eraclius (Bibl. 1884, Nr. 1208).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 103 (Steinmeyer); Lit. Blatt 1885, 5 (Behaghel).
1387. Ottokar. — Dürnwirth, R. , Rosegger Bruchstück aus Ottackers
Reimchronik.
Zs. f. d. Alterth. 29, 307—318.
1388. Passional. — Zingerle. Es. des Pass. (Bibl. 1883, Nr. 1149).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 11, 233—235 (Strauch).
1389. Fischer, H., ein Fragment des Passionais.
Germania 30, 101 f.
1390. Bruder Philipp. — Neuwirth, Jos., das Seitenstcttener Fragment
des Marienlebens Bruder Philipps des Carthäusers.
Zi'. f. d. Philol. 17, 209-215.
Physiologus s. Bemoulli Nr. 1410.
1391. Pleier. — Tandareis und Flordibel. Ein höfischer Roman von dem
Pleiaere, herausgeg. von F. Khull. 8. (248 S.) Graz 1885, Styria. 8 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1, 1886 Martin).
1392. Predigten und Tractate. Altdeutsche Predigten herausgeg. von Anton
E. Schönbach. I. Bd. : Texte, gr. 8. (XVIII, 531 S.) Graz 1886, Styria.
9 M.
Blaas, C. M., aus den Predigten Georgs von Giengen.
Germania 30, 88-98.
232 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1393. Grien bergcr, Th. v., Predigtbruchstücke aus Salzburg.
Zs. f. d. Alterth. 30, 58—63.
s. Birliuger Nr. 1330; Bartsch Nr. 114 und Bertholds Predigten Nr. 1244.
1394. Prosanovellen. — Strauch, Ph., Deutsche Prosanovellen des 15. Jhs.
I. Marina. II. Grisardis von Albrecht von Eyb.
Zs. f. d. Alterth. 29, 325—342 und 373-443.
1395. Reimprosa. — Rödiger, M., Deutsche Reimprosa.
Zs. f. d. Alterth. 30, 84 f.
1396. Seinhart Fuchs. — Schönbach, A., Die Überlieferung des Reinhart
Fuchs.
Zs. f. d. Alterth. 29, 47—64.
1397. Reinmar, von A. Nagele.
Europa 1885, Nr. 7.
1398. Reinolt von Montelban oder dieHeimonskinder, herausgeg. vonFridrich
Pfaff, 8. (680 S.) Tübingen 1885. (74. Publ. d. Lit. Vereins.)
1399. Reisen. — Hans Schiltbergers Reisebuch nach der Nürnberger Hs.
hrsg. von Val. Langraantel. 8. (V, 197 S.) (172. Publ. d. Lit. Vereins.)
s. XVI. Jhdt. Nr. 1543.
1400. Socin, A., Bericht über neue Erscheinungen auf dem Gebiete der
Palästinaliteratur 1883.
Zs. des deutschen Palästinavereins 7, Nr. 4.
s. Hirlincrer Nr. 1329 (Erkenbr. Koler).
1401. Rother ed. Bahder (Bibl. 1884, Nr. 1218).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 8 (Vogt).
1402. Rudolf von Ems. — Zingerle, Quellen (Bibl. 1884, Nr. 1221).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 17-24 (Toigcher); Zs. f. d. Phik.1. 17, 490 f. (See-
lisch); Lit. Blatt 1885, 5 (Ausfeld); Berl. philol. Wochenschr. 5, 25 (G. Land-
graf).
1403. Aüsfeld, Rud. Alex. (Bibl. 1883, Nr. 1253), und Kinzels Rec.
(Bibl. 1884, Nr. 1220).
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 108 f. (Ausfeld, A., zur Alexandersage).
s. Nr. 1238.
1404. Fischer, H., Fragment aus Barlaam und Josaphat.
Germania 30, 102.
1405. Stecher', Gh., Rudolf von Ems, Barlaam und Josaphat. Ein Legenden-
Epos. D. Dichtung für die christliche Familie und Schule Nr. 43 u. 44.
8. (VII, 27G S.) Graz 1885, Styria. k 60 Pf.
s. Braunholtz, Cassel, Zotenberg Nr. 509—511
1405". Doberentz, Erd- und Völkerkunde in der Weltchronik des Rudolf
von Ems (Bibl. 1881, Nr. 1143). Separatabdruck.
Vgl. Zs. f. wissensch. Geographie 5, 64 (Günther).
1406. Loserth, J., Zwei Bruchstücke aus Rudolfs Weltchronik.
Zs. f. d. Alterth. 29, 236 — 246.
1407. Jeitteles, Adalb., Bruchstück aus Rudolfs Weltchronik.
Germania 30, 120.
1408. Fischer, H., Birlinger , A., Gelbe, Th., Bruchstücke aus Rudolfs
Weltchronik.
Germania 30, 175 — 193.
s. Gleisberg Nr. 1299.
1409. Barack, K. A., Bruchstück aus Rudolfs von Ems Wilhelm von
Orlens.
Germania 30, 107 — 111.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACIinKXKMÄLKR. 233
Salomon und Markolf s. Bobertag Nr. 1363; Birlinger Nr. 557.
Schauspiel s. N. 687—708.
1410. Sprüche. — Bemoulli, A., Reimsprüche des XV. Jhs.
rJerniania .HO, 214 — 21G. Nr. 9 behandelt einigte Thiere des Pliy.siologus.
Sprüche der Mystiker s. Mystiker Nr. 1362.
1411. Spruchverse der Tugenden und Laster, von K. Bartsch.
BeiträKe zur Quellenkunde foben Nr. 1185), 268— '^74.
1412. Stricker. — Jensen, Ludwig, Über den Stricker als Bispel-Dichter,
seine Sprache und seine Technik, unter Berücksichtigung des 'Karl' und
Amis'. Als Einleitung zu einer Ausgabe kleinerer Stricker'scher Gedichte.
8. (112 S.) Marburg 1886, Ehvert. 2 M.
1413. Amman, J, J. , das Verhältniß von Strickers Karl zum Rolandslied
des Pfaften Konrad mit Berücksichtigung der Chansons de Roland. I. Theil.
gr. 8. (-27 S.) Wien, Pichlers Witwe. 0,60 M.
König im Bade s. Bartsch Nr. 114.
1414. Der älteste Tristrantdruck, von F. Pfaff.
Germania 30, 19 — 55.
1415. Der Tugenden Kranz, von K. ]5artsch. Heiträge zur Quollenkundü
(oben Nr. 1185), S. 246 — 262. Weitere Hss. des von Milchsack in Paul u.
Braune's Beitr. 5, 548 ff. herausgeg. Gedichtes 'Der scle cranz*. Dazu
s. Beitr. zur Quellenkunde S. 337 (Nr. 26'').
Ulrich von Eschenbaehs Alesandreis.
Londoner H.s. s. Ward Nr. II G.
1416.' Ulrich Füeterers Prosaroman von Lanzelot, nach der Donaueschinger Hs.
hrsg. von Arthur Peters. 8. (362 S.) Tübingen 1885. (175. Publ. d. lit. Ver.)
1417. Ulrich, von Lichtenstein. — Frauendienst oder Geschichte und Liebe
des Ritters und Sängers U. v. L., von ihm selbst beschrieben. Bearb. von
Ludwig Tieck. Mit Einleitung von Alfred R. Ruhemann. gr. 16. (VI, 247 S.).
Volksbibliothek f. Kunst u. Wissenschaft Bd 20. Leipzig, Brückner. 0,60 M.
1418. Ulrich von Zatzikhoven, von Neumaier (Bibl. 1881, Nr. 1238).
Vgl. Henigs Ar-hiv 78, 450.
Urkunden s. Chroniken.
1419. Väterbuch. — Bartsch, K,, zu den Handschriften des Väterbuches.
Beiträ?e zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 196-206.
1420. Fischer, Hermann, zwei Fragmente vom Leben der Väter.
Germania ?><<), 104— 1 07.
1421. Westermayer, 6., Tölzer Bruchstücke aus dem Buche der Väter.
Z--. f. d. Alterth. 29, 296—307.
1422. Visio S. Pauli. — Brandes, H. , Visio S. Pauli. Ein Beitrag zur
Visionslitteratur mit einem deutschen und zwei lateinischen Texten. 8. (VI,
102 S.) Halle 1885. Niemeyer. 2,80 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 19 (J. Koch).
1423. Zu Volmars Steinbuch, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), S. 95 — 106. Drei weitere Ii.uihI-
.schrift liebe Quellen.
1424. Vorauer Hs. — Waag, Albert, Die Zusammensetzung der Vorauer
Handschrift. Mit einer Tabelle.
Paul u. Braune, P.eitrüge 11, 77 — 158.
1425. Wachf^mut. — Schulte, AI., Ein Minnesänger der Baar. Herr Wachs-
mut von Künsingen.
Schriften d. Ver. f. Gesch. u. Naturgeschichte der Baar 1885, -S. 112—117.
234 BIBLIOGKAPHIE VON 1885.
1426. Walther von der Vogelweide, Schulausgabe mit einem Wörterbuche
von K. Bartsch. 2. Aufl. 8. (VIII, 156 S.) Leipzig 1885, Brockhaus.
• 2 M.
1427. Fritzsche, E. J., Zur Kritik Walthers (Lachm. 65, 33).
In: Festschrift zur Feier des öOjährigeu Dienstjubiläums des Gymnasialdirectors
Nölting. Wismar 1886.
1428. Giske, H., zu Walther 121, 37.
Zs. f. d. Phiiol. 17, .365, Schlägt 'verhalten' für 'gedageu' vor.
1429. AV alt her, Paul, zu Walther von der Vogelweide.
Germania 30, 310— ,314.
1430. Xanthippus, zu Walther (98, 9; 103, 13 ff.).
Spreu 5. Hampfel (Nr. 1187) 11—15.
s. Fritzsche Nr. 213"; Martin Nr. 233; Semmig Nr. 834.
1431. Wartburgkrieg, von Strack (Bibl. 1883, Nr. 1287).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 10, 326—331 (Wilmanns).
1432. Zum Weinschwelg, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 87 — 94.
1433. Zu Wernhers Maria, von K. Bartsch.
Beiträge zur Quellenkunde (oben Nr. 1185), 1 — 59.
1434. Wernher von Elmendorf, von H. V. Sauerland.
Zs. f. d. Alterth. 30, 1—58.
1435. Sauerland, H. V., Werner von Elmendorf. 8. Frankfurt a. M. 1885.
Boselli. 1 M.
1436. ZuWernher vom Niederrhein und dem Wilden Mann, von K. v. Bahder.
Germania 30, 396-399.
1437. "Wierstraat. -— Ulrich, A., Zur Geschichte der Belagerung von Neuß
1474—75.
Mittheilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, Heft 8, 1 — 37. „Vorarbeit zu einer
Ausgabe der Wierstraatschen Chronik" vgl. Westdeutsche Zs. V, S. 84, Nr. 290.)
1438. Wigand von Marburg, von Lohmeyer.
Allgem. D. Biographie 20, 293 f.
Wilder Mann s. v. Bahder Nr. 1436.
Wirnt von Gravenberg.
Londoner Hs. s. W^ard Nr. 116.
1439. Wolfram von Eschenbach. — Parzival von Wolfram von Eschenbach
in neuer Übertragung für alle Freunde deutscher Dichtung erläutert und
zum Gebrauche an höheren Lehranstalten eingerichtet von Gotthold
Bötticher. 8. (LXXI, 352 S.) Berlin 1885, Friedberg u. Mode. 3 M.
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 97—100 (Martin); N. Jahrb. f. Phiiol. 1885, 10—11
(Kinzel); Zs. f. d. österr. Gjmn. 1885, 10 (Wackerneil); Allgera, conservative
Monatsschrift 1885 (A. Schulz).
1440. Bötticher, G., zum Parzival.
Zs. f. d. Alterth. 29, 266 — 268. Reminiscenzen im Parzival an Lamprechts
Alexander.
1441. Barack, K. A., Bruchstück aus Wolframs Parzival.
Germania 30, 84 — 88.
1442. Baechtold, J., Züricher Parzival-Bruchstück.
Germania 30, 317—323.
1443. Sievers, E., zum Parzival.
Paul u. Braune, Beiträge 9, 568 — 570.
1444. Bock, 0., zu Wolfram von Eschenbach.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 184—197.
VIII. LITTERATURGESCmCHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 235
1445. Kupp, W. 0., Quellen des Paizival (Bibl. 1884, Nr. 1254).
Wieder abgedruckt Zs. f. d. Philol. 17, 1—72.
1446. Meyer, Parzival (Bibl. 1883, Nr. 1293).
Vgl. Anz. f. d. Alterth. 12, 183 (Steinmeyer).
1447. San-Marte (A. Schulz), zur Theologie in dem Parzival Wolframs
von Eschenbach.
Zs. f. d. Philol. 17, 174—200.
1448. Gas sei, P. , aus dem Königreich des Gral. Parcival. Tristan und
Parzival. Der König. Die heilige Einfalt. R. Wagners Bühnenweihfestspiel.
Aus Lit. u. Symbolik (oben Nr. 1186), 18—152.
1449. Gietmann, Gerh. , Klassische Dichter und Dichtungen. 1. Theil.
Das Problem des menschlichen Lebens in dichterischer Lösung: Dante,
Parzival und Faust, nebst einigen verwandten Dichtungen. 1. Hälfte.
8. (XII, 426 S.) Freiburg i. Br. 1885, Herder. 4,50 M. Inhalt: Die gött-
liche Komödie und ihr Dichter Dante Alighieri.
Vgl. Theolog. Lit. Blatt 1885, 50.
1450. Klinsor (Klingsor).
Ersch u. Gruber II, Ö7 (1885), S. 125-127.
1451. Seeber, Willehalm (Bibl, 1884, Nr. 1260).
Vgl. Herrigs Archiv 73, 448.
s. Wanner Nr. 525; Schwarz Nr. 1212; Bock Nr. 1213.
Litte ratur des XVI. Jahrhunderts.
1452. Har tfelder , K., Heidelberg und der Humanismus. I. Erste Blütezeit
des Humanismus.
Zs. f. allgem. Gesch. I, 177—195, 671-696.
1453. Ackermann, von Holstein (Bibl. 1884, Nr. 1264).
Vgl. Magazin f. d. Lit. d. In- u. Ausl. 1885, 31 (Bechstein); Bl. f. lit. Unterh.
1885, 81 (Becbstein).
Alberus s. Nd. Nr. 1569.
1454. Aventinus. — Turmair ed. Riepler (Bibl. 1884, Nr. 1266).
Vgl. Literar. Centralbl. 1886, 8; D. Lit. Ztg. 1885, 20 (Roediger); Revue erit.
1885, 15 (Stern).
1455. Beatus Rhenanus. — Knod, G. , zur Biographie und Bibliographie
des Beatus Rhenanus.
Centralbl. f. Bibliothekswesen 2, 253-276.
1456. Knod, G., zur vita Geitleri des Beatus Rhenanus.
Vierteljahrsschrift f. Kultur d. Renaisscioce 1, 3.
1457. Bergwerksbuch. — Dechen, H. v., das älteste deutsche Bergwerks-
buch. Abdruck aus Zs. f. Bergrecht Bd. XXVI. Bonn 1885, Marcus.
Älteste Ausgabe von 1518, Worms. Vgl. Lit.-Beil. zu den Mittheil. d. Ver.
f. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 24, 24 — 26.
1458. Birck. — Sievers, E., Notizen zu Thomas Birck.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 199 — 205 u. Nachtrag 450, dazu Notiz von Holstein.
1459. Brant. — Wolfram, Georg, Ein unbekanntes Werk Sebastian Bvants.
Jabrb f. Gesch., Sprache u. Litt. Elsaß-Lotliringens 1, 106 — 107.
1460. Hermann von dem Busche. — Liessem, H. J., Herrn, v. d. Busche.
Sein Leben und seine Schriften. I. Theil. 4. Köln, Bachern.
1461. Chroniken. — Deutsche Chroniken aus Böhmen herausgeg. von
L. Schlesinger. Bd. III, Die Chroniken der Stadt Eger bearb. von
236 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
H. Gradl. gr. 8. (XL, 496 S.) Prag 1884. Leipzig, Brockhaus iu Comm.
10 M.
Vgl. Lit. Centralbl. IBBfj, 1.
s. Hu? Nr. 1478; Justin^er Nr. 1482; Sicher Nr. 1.560.
Cordatus s. Luther Nr. 1527.
1462. Erasmus. — Horawitz, Adalb., Erasaiiana IV. (Aus der Rhedigeraua
zu Breslau 1530—1536) 8. (86 S.) VS^ien 1885, Gerold. 1,20 M.
Abdruck aus den Wiener Sitzungsbei-ichteii.
14G3. Till Eulenspiegel, Abdruck der Ausgabe vom Jahre 1515. 8. (XXIIT,
145 S.) Halle 1885, Niemeyer. 1.20 M.
Neudrucke deutscher Litteraturwerke des XVI. u. XVII. Jhs. Nr. 5,5 u. 56.
Besorgt von H. Knust.
1464. Till Euleuspiegel. Nach der Überlieferung erzählt von E. Linden.
2. Aufl. Volks- u. Jugenderzählungen, Nr. 90. 12. (6 4 S.) Oberhausen
1885, Spaarmann. 0,25 M.
1465. Faust. — Das älteste Faust-Buch. Historia von D.Johann Fausten,
dem weitbeschreiten Zauberer und Schwarzkünstler. Nachbildung der zu
Frankfurt a. M. 1587 durch Joh. Spies gedruckten ersten Ausgabe. Mit
einer Einleitung von W. Scherer. 8. (XXXV u. XXI, 236 S.) Berlin
1884, Grote. 20 M. Deutsche Drucke älterer Zeit in Nachbildungen. II.
Vo;!. D. Kundschau 1885, Sept.
1466. Braun, J., Das älteste Faustbuch und sein Verleger. Ein Beitrag zur
Faust-Literatur.
Börsenblatt 1886, Nr. 27—31.
1467. Schwengberg, Max, Das Spies'sche Faustbuch und seine Quelle.
8. (68 S.) Berlin u. Leipzig 1885, Parrisius. 1 M.
1468. Widmann, G. R., Fausts Leben in Pfitzers Bearbeitung. Herausgeg.
von H. Dttntzer. 8. (236 S.) Berlin u. Stuttgart 1885, Spemann. 1 M.
Cullection Spemann Bd. 7 7.
s. Nr. 518 u. ol9.
1469. Fisehart. — Der Dichter Johann Fischart und insbesondere sein
„glückhaft Schiff", das Hohelied von Manneskraft und Mannestreu. Mit
Einleitung und Bemerkungen. Eine Jubelausgabe zum sechsten deutschen
Turnfest von H. Stiehler. 2. Aufl. 8. (77 S.) Dresden 1885, Lehmann.
0,60 M.
1470. Das glückhafte Schiflf von Zürich, nebst dem Schraachspruch und
Kehrab und einigen verwandten Gedichten von Joh. Fischart. Erneut und
erläutert von Karl Pannier. 8. (119 S.).
Keclams Universalbibliothek Nr. 1951. 0,20 M.
1471. Schwarz, Gottlieb, Rabelais und Fischart. Vergleichung des „Gar-
gantua" und der „Geschichtsklitterung'S von „Pantagrueline Prognosti-
cation" und „aller Practick Großmutter". Züricher Diss. gr. 8. (96 S.)
Winterthur 1885. Halle, Niemeyer. 2 M.
1472. Lienhard Flexel's Lobspruch des fürstlichen Freischießens zu Inns-
bruck im October 1569, herausgeg. und eingeleitet von Aug. Edelmann.
8. (63 S.) Innsbruck 1885, Wagner. 1,80 M.
1473. Ortwinus Gratius. — Reichling, D., Ortwin Gratius. Sein Leben
und Wirken. Eine Ehrenrettung, gr. 8. (V, 107 S.) Heiligenstadt 1885,
Delion. 2 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 25 (G. Voigt).
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UNI) SPRACHDENKMÄLER. 237
Häberlin s. Laienprediger Nr. 1498.
1474. Joh. Haselberg und sein Gediclit auf die Stadt Köln,
Annalea d. histor. Ver. f. d. Niederrhein 18S5, 139 — 170. Dazu Anmerkungen
von Norreubeig ebd. S. 170 — 175. — Vom Jahre 1531.
1475. Johann Heermann. — H. Schubert, Leben und Schriften J. Heer-
manns von Koben. Ein Beitrag zur schlesischen Literaturgeschichte.
Zs. d. Ver. f. Gesch. u. Altenii. Schlesiens XIX, 182 — 236.
1476. J. Heermanns Schwanengesäugleiu.
Blätter f. Hymnologie IbSö, 10; zum öOOjährigen Heermann-Jubiläum.
1477. Mathias Holzwart, von A. Merz.
Programm der Realschule zu Rappoltsvvciler 1885. 4. Rappoltsweiier 1885,
Drunschweig.
1478. Hug's Villinger Chronik von Roder (Bibl. 1884, Nr. 1278).
Vgl. Schritten d. Ver. f. Gesch. n. Naturgeschichte der Baar 1885, S. 149
(1< . L. Baumannj.
1479. Hütten. — Ellinger, G., über Huttens Charakter.
Vierteljahrsschrift f. Kultur der Renaissance 1, 2.
1480. Hütten in Rostock, von Max Hobrecht. Rathenow 1885, Babenzien. 2 M.
1481. Justus Jonas. — Der Briefwechsel des Justus Jonas. Gesammelt u.
bearb. von G. Kawerau. 2. Hälfte, gr. 8. (LVIII, 413 S.) Halle 1885,
Hendel. 10 M. Bd. 17, 2. Hälfte der Geschichtsquellen der Provinz Sachsen
und angrenzender Gebiete.
1482. Justinger. — Th. v. Lieben au, die älteste Copie von Justingers
Chronik.
Anzeiger f. schweizer. Gesch. XVI, Nr. 2.
1483. Kirchenlied. — Blatter für Hymnologie, herausgeg. von Alb. Fischer
und Johannes Linke. 3. Jahrg. 1885, 12 Nummern, gr. 8. Altenburg.
4 M.
1484. Dreves, Gesangbuchfrage (Bibl. 1884, Nr. 634).
Vgl. Literar. Handweiser lb85, 408—410 (liäumker).
1485. Orphal, H,, das evangelische Kirchenlied. 36 Kernlieder, für den
Schul- und Konfirmandenunterricht erläutert und mit einer historischen
Einleitung versehen, gr. 8. (VI, 190 S.) Langensalza 1884, Beyer. 2 M.
1486. Pape, Jos., das Kirchenlied, zu erweiterter Benutzung, insbesondere
für Schule und Haus, bearbeitet. 8. (VIII, 184 S.) Büren 1884, Hagen.
1,50 M.
1487. Weigelt, Carl, aus dem Leben der Kirche in der Geschichte ihrer
Lieder. Ein Beitrag zur schlesischen Kirchen-Geschichte, gr. 8. (VII,
160 S.) Breslau 1885, Korn. 3 M.
1488. Zimmer, Friedr. , Königsberger Kirchenliederdichtcr und Kirchen-
komponisten.
Allprbuß. Monatsschrift XXII, 91 — 121.
1489. Brandstetter, R., das angesehenste Luzerner Kirchenlied.
Paul u. Braune, Beitrage 11, 198—203; dazu Paul, ö. 204.
1490. Hosäus, W., geistliche Gedichte aus dem ersten Jahrzehnt des
16. Jhs.
Mitlheil. d. Ver. f. Anhalt. Gesch. IV, G. Wahrscheinlich verfaßt von Fürst
Magnus (1156—1524).
1491. Buchwald, G., zwei Lieder auf die Reformation.
Zs. f. kirchliche Wissensch. 1885, 9.
1492. Linke, Wir leben wie ein Wandersmann.
Bl. f. Hymnologie 1885, 2.
238 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1493. Linke, „Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, Las mich."
Bl. f. Hymnologie 1885, 3.
1494. Linke, Valet will ich Dir geben.
Bl. f. Hymnologie 1885, 10.
1495. Wolfrum, Ph. , erste Quelle der Melodie 'Ach Herre Gott, mich
treibt die Noth' bezw. 'Ich dank Dir schon'.
Bl. f. Hymnologie 1885, 10.
1496. Nelle, zu der Zusatzstrophe des Liedes Erhalt uns Herr bei Deinem
Wort': 'Ach Herr lass dir befohlen sein'.
Bl. f. Hymnologie 1885, 6.
s. Link Nr. 1500; Lossius Nr. 1501; Luther Nr. 1514—1518.
1497. Kunst. — Sillem, W., Heinrich Knaustinus.
Mittheil. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 8, 143 f.
1498. Laienprediger. — Vogt, W. , zwei oberschwäbische Laienprediger.
1. Sebastian Lotzer. 2. Hans Häberlin.
Zs. f. kirchliche Wissensch. 1885, 8—10.
1499. Leodius. — Hartfelder, K., der Historiker Hubertus Thomas Leodius.
Forschungen zur deutschen Gesch. 25, 2.
Peter Leu s. Bobertag, Narrenbuch, Nr. 1363.
1500. Linck. — Wenzeslaus Lincks guter Gott in Ewigkeit', von Bach-
mann.
Bl. f. Hymnologie 1885, 2.
1501. Lorichius, Wie junge Fürsten (Bibl. 1884, Nr. 1285).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1884, 50 (Sallwürk).
1502. Lossius. — Bode, gibt es eine Ausgabe der Psalmodie des Lucas
Lossius vor 1553?
Bl. f. Hymnologie 1885, 8.
1503. Görges, W. , Lucas Lossius, ein Schulmann des 16. Jhdts. Alteu-
burger Programm 1885. (28 S.).
1504. Bode, Lucas Lossius.
Bl. f. Hymnologie 1885, Nr. 3 n. 4.
1505. Bode und Müller, Ergänzungen zu Lucas Lossius.
Bl. f. Hymnologie 1885, 6.
Lotzer s. Laienprediger Nr. 1498.
1506. Luther. — s. Theologischer Jahresbericht herausgeg. von R. A. Lipsius,
Bd, V, 192—196, 199—203 (Fr. Nippold); S. 55 f. (Carl Siegfried).
1507. Dr. Martin Luthers Werke. Kritische Gesammtausgabe. 2. Bd. (Bibl.
1884, Nr. 1287).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1884, 25 (Kolde); D. Lit. Ztg. 1885, 35 (Kawerau).
1508. — 3. Bd. Lex.-8. (XV, 652 S.) Weimar 1885, Böhlau. 16 M.
Vgl. Theolog. Lit. Blatt 1885, 41 (Kawerau).
1509. Luthers, Dr. M., sämmtliche Werke. 26. Bd, 8. Frankfurt a. M. Evangel.
Verein. 3 M.
Inhalt: Reformations-historische deutsche Schriften. Nach den ältesten Ausgaben
kritisch aufs Neue bearb. von E. L. Enders. 3. Bd. 2. Aufl. fVII, 426 S.)
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 30 Kolde); Theolog. Lit. Blatt 1885, 19 (Kawerau);
Theolog. Lit. Ztg. 1885, 16 (Brieger); Theolog. Studien u. Krit. 1886, 1.
1510. Luthers, M., sämmtliche Schriften, herausgeg. von J. G. Walch. 10. Bd.
Katechetische Schriften und Predigten. Aufs Neue herausgeg. im Auftrage
des Ministeriums der deutschen evangel. -luth er. Synode von Missouri, Ohio
und anderen Staaten. 4. (IX, 2325 S.) St. Louis, Mo., 1885. Dresden,
H. J. Naumann in Comm. 16,50 M. (1, 2, 10 — 13: 82,50 M.)
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 239
1511. Lutheri, Dr. M. , Opera quae extant omnia et latina et germanica,
tarn e codicibus manu scriptis quam ex editionibus principibus edd., cum
editionibus repetitis contulerunt, apparatu historico et critico instruxerunt
J. K. Irmischer, Chr. S. T. Elsperger, J. G. Plochmann, H. Schmid,
H. Schmidt, E, L. Enders, J. Linke. 8. Frankfurt a. M. 1884. Evangel.
Verein. 4. M
Inhalt: 24. Continens commentarios in Oseam prophetam tres (V'II, 536 S.). —
25. Continens conimeutarios in Joelem, Arnos et Abdiam prophetas (VII, 527 S.).
Vgl. D. Lit. Ztjr. 1885, 30 (Kolde); Theolo<r. Lit. Blatt 1885, 12 (Kawerau).
1512. Probebibel (Bibl. 1884, Nr. 1295). Die Literatur darüber s. Theolog.
Jahresbericht V, 23—28 (Carl Siegfried), 100 (Holtzmann).
1513. Zur Lutherliteratur.
Grenzboten 1885, I, S. 30.3—308.
1514. Luthers Lieder. — Linke, Johannes, Wann wurde das Lutherlied
„Ein feste Burg ist unser Gott" verfaßt? Historisch-kritische Untersuchung,
gl-. 8. (V, 192 S.) Leipzig 1886, Vereinshaus. 3 M.
1515. Linke, J., Wieder etwas über Luthers 'Ein feste Burg'.
ßl. f. Hymnologie 1885, 8.
1516. Biltz, K., Noch ein Wort über die Zeit der Abfassung von Luthers
Lied „Ein feste Burg ist unser Gott".
Sonntags-Beilage der N. Preuß. Ztg. 1885, 12., 19., 26. Juli.
1517. Biltz, K. , die neueste Schrift über die Zeit der Abfassung von
Luthers Lied Ein feste Burg ist unser Gott'.
Herrigs Archiv 75, 45 — 62. (Aus dem Jahre 1529.)
1518. Mearns, J., Luthers Lieder in englischen Übersetzungen des IG, Jhs.
Bl, f. Hymnologie 1885, 9.
1519. Prosaschriften. — Ungedruckte Predigten, herausgeg. von G. Buch-
wald. 3. Bd. Predigten aus den Jahren 1537 u. 1538. 1. Hälfte (vgl.
Bibl. 1884, Nr. 1309.) gr. 8. (272 S.) G M.
Vgl. Gott. Gel. Änz. 1885, 15 (Kawerau); D. Lit. Ztg. 1885. 26 (Brieger).
1520. Buchwald, G., ein Beitrag zur Textkritik der Predigten Luthers,
Zs. f. kirchl. Wissensch. 1885, 9.
1521. Buchwald, G., zwei ungedruckte Casualreden M. Luthers.
Zs. f. kirchl. Wissensch. 1885, 11.
1522. Benrath, K. , Luthers Schriften an den christlichen Adel deutscher
Nation. Halle 1884, Niemeyer.
1523. Kawerau, G., Zu Luthers kleinem Katechismus.
Zs. f. kirchl. Wissensch. 1885, 1.
1524. Koffmane, Zu Luthers Briefen und Tischreden.
Theolog. Studien u. Krit. 1885, S. 131 — 148.
1525. Xanthippus, Noch einmal der Lutherspruch: Wer nicht liebt Wein,
Weib und Gesang. â– ',
Spreu (Nr. 1187) 5. Hairqjfel, S. 3-8.
1526. Bodemann, E., Handschriften Luthers. I. Briefe Luthers. IT. Ver-
schiedene Aufzeichnungen Luthers.
Zs. f. Kirchengeschichte 8, 1 u. 2.
1527. Cordatus, Dr. Konrad, Tagebuch über Dr. Martin Luther, geführt
1537, Zum ersten Male herausgeg, von H. Wrampelmeyer, gr. 8, (521 S.)
Halle 1885, Niemeyer. 14 M.
1528. Evers, Luthers Leben (Bibl. 1884, Nr, 1318). Heft 7. Die Bann-
bulle. 8. (IV, 303 S.) Mainz 1885, Kirchheim. 2,85 M.
Vgl. Literar. Centn.lbl. 1884, 45; Literur. Handweiser 1885, 304-306 (Köaistedt).
240 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1529. Linke, die heilige Katerina und Luthers Käte.
Bl. t. Hyinnologie iööö, o.
s. Semrai^ Nr. 843.
1530. Nikiaus Manuel. — Schaffroth, J. G. , der Reformator Nikiaus
Manuel von Bern. 8. (51 S.) Basel 1885, Schwabe. 0,80 M.
1531. Nikiaus Manuel, von Baechtold.
Allgem. D. Biographie 20, 275—280.
1532. Johann Mathesius, von Ledderhose.
Allgem. D. Biographie 20, 586—589.
1533. Meistersänger. — Widmann, H., zur Geschichte des M tter-
gesanges in Oberösterreich. Mit Benützung bisher unedierter Handschrift n.
gr. 8. (44 S.) Wien lb85, Pichlers Witwe. 1 M.
1534. Kelle, Joh., der Meistergesang.
Allgem. Ztg. 1885, Beilage zu 207 u. 208.
s. Mhd. Nr. 1346.
1535. Melanchthon. — s. Theolog. Jahresbericht V, 196 flf., 208 ff. (Fr.
Nippold).
1536. Krause, Karl, Melanthoniana. Eegesten und Briefe über die Bezie-
hungen Philipp Melanchthons zu Anhalt und dessen Fürsten, gr. 8. (X,
185 S.) Zerbst 1885, Zeidler. 3,60 M.
1537. Philipp Melanchthon, von Wagenmann.
Allgem. D. Eiugr. 21, 208 — -.^79.
1538. Dr. Philipp Melhofer. — Bossert, G., ein unbekannter Volksschrift-
steller der Reformationszeit.
Zs. f. kirchl. Wisseuscii. 1884, S. 432-440.
1539. Melissus (P. Schede), von Erich Schmidt.
Allgem. D. ti'M. 21, 293-297.
1540. Martin Montanus, von Erich Schmidt.
Allgem. D. Bibl. 22, I8a— 182.
1541. Murner. — Die Narrenböschwörung von Thomas Murner. Erneut und
erläutert von Karl Pannier. gr. 16. (286 S.) Reclams IJniversalbibliothek
Nr. 2041—43. geb. 1 M.
1542. Neander. — Klemm, Moriz, Michael Neauder und seine Stellung im
ünterrichtswesen des 16. Jhdts. Diss. gr. 8. (48 S.) Großenhain 1884
(Leipzig, Fock). 1,20 M.
1543. Reisen. — Röhricht, R., und H. Meisner, die Jerusalemfahrt des
Fridrich Eckherr von Käpfing und Karl Grimming auf Niederrain (1625)
im Auszuge mitgetheilt.
Zs. d. d. Baläbtiua -Vereins 8, 174 — 178.
1544. Eiugwald. — Bolte, Joh., Bartholomäus Ringwalds Todesjahr.
Bl. f. Hymuologie 1885, 7.
1545. Rinkart. — Martin Rinkart, Eislebisch-Mansfeldische Jubel-Comödie.
[Indulgentiarius confusus] Eisleben 1618. Mit Einleitung und Anmerkungen
herausgeg. von Heinr. Rembe. 8. (30 u. 195 S.) Eisleben 1885, Winkler.
2 M.
1546. Mutianus Rufus. — Der Briefwechsel des Mutianus Rufus. Gesammelt
und bearbeitet von Karl Krause, gr. 8. (Xlli, LXVIII, 700 S.) Kassel
1885, Freyschmidt in Comm. 12 M. Zs. des Vereins f. hess. Geschichte
u. Landeskunde. N. F. 9. Suppl.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 15.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 241
1547. Hans Sachs, herausgeg. von A. v. Keller und E. Goetze. 15. Bd.,
lirsg. von E. Goetze. 8. (583 .S.) Tübingen 1885, 173. Publ. des literar.
Vereins.
1548. Hans Sachs, Dichtungen. 2. Theil. Spruchgedichte, herausgeg. von
J, Tittmann. 2, Aufl. 8. (XXXVIII, 264 S.) — 3. Theil. Dramatische
Gedichte, hrsg. von J. Tittmann. 2. Aufl. 8. (XLTI, 269 S.) Leipzig 1885.
Brockhaus, k 3,50 M. = D. Dichter des 15. Jhdts. 5. u. 6. Bd.
Vgl. Blätter f. literar. Unterh. 1H85, 33 (Boxberger).
1549. Hans Sachs' Werke herausgeg. von Arnold, Bd. 1 u. 2. Berlin
und Stuttgart (1885), Spemann. h 2,50 M. Kürschners D. National-
litteratur.
1550. Bock, J.. Über die Musik bei Hans Sachs.
Deutsche Kunst- und -Ahisik-Ztg. 1885, Nr. In.
1551. Bosch, H., Hans Sachs als Capitalist.
Mittheilungen aus dem gerraan. Museum 1885, S. 174-176.
s. auch G. EUinger, Lichtwers Fabeln, Zs. f. d. Philol. 17, 314
bis 340 (S. 328 der Müller mil dem Studenten).
1552. Schauspiel. — Meissner, englische Komödianten (Bibl. 1884,
Nr. 1084).
Vgl. Revue crit. 1885, Nr. 47 (A. Chuquet).
1553. Trautmann, K., englische Komödianten in Ulm (1594 — 1057).
Archiv f. Lit. Gesch. 13, 3.
1554. Riedel, Emil, Schuldrama und Theater. Ein Beitrag zur Theater-
geschichte. [Aus: „Aus Hamburgs Vergangenheit, herausgeg, von K. Kopp-
mann".] gr. 8, (75 S.) Hamburg. Voss. 2 M.
Vgl. Auz. f. d. Alterth. 11, 192 f. (Minor).
1555. Fleischlin, Bernh., die Schuldramen am Gymnasium und Lyceum
von Luzern von 1581 — 1797.
Kathol. Schweizerblätter f. Wissenschaft, Kunst und Leben, N. F. 1. Nr. 3, 4,
6, 8. (Berliner Jahresbericht Nr. 1445.)
s. Birlinger Nr. 557 f.
1556. Ilwof, Franz, die Anfänge des deutschen Theaters in Graz.
Mittheilnngen des Histor. Vereins für Steiermark 33. Heft, S. 128 — 149.
1557. Gaedertz, nd. Schauspiel (Bibl. 1884, Nr. 436).
Vgl. N. Jahrb. f. Philol. 132, 343— 350 (Holstein); Gegenwart 1886, 31 (P. Schütze);
Eevue crit. 1885, Nr. 48 (A. Chuquet).
Vgl. Ackermann Nr, 1453; Birck Nr. 1458; Manuel Nr. 1530 f.;
Rinkart Nr. 1545; H. Sachs 1547 ff.; Schmeltzl Nr, 1558: Zierle
Nr. 115. — s. Nr. 687 — 708.
1558. Schmeltzl, von Spengler (Bibl, 1884, Nr. 1335").
Vgl. Literar. Centralbl. 1884, 16; Bl. f. literar, Unterh, 1884, 52 (Boxberger);
Eevue crit. 1885, Nr. 47 (A. Chuquet).
1559. Schweinichen, — Des schlesischen Ritters Hans von Schweinichen
eigene Lebensbeschreibung. Neu herausgeg. von Ernst v. Wolzogen. 8.
(XII, 244 S.) Leipzig, Unflad 1885. 2.40 M.
1560. Sicher. — Ernst Götzinger. F. Sichers Chronik. Mittheilungen zur
Vaterland. Geschichte, herausgeg. vom histor. Verein St. Gallen, Heft XX
[N. F. X] 8. (284 S.) St. Gallen 1885, Huber. 4,80 M.
1561. Teuerdank. — Tewrdannckh. A Reproduction of the Edition printed
at Augsburg in 1519. Edited by W. H. Rylands, with an Introduction
by George Bullen. (Piinted for the Holbein Society.)
Vgl. Academy 667, 121 und 669, 158,
GERMANIA. Nene Reihe XXIII. (XXXV.) Jahrg. 16
242 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1562. Trithemius. — Silbernagel, Isidor, Johannes Tritliemius. Eine
Monographie. Zweite, mit einem Anhang vermehrte Auflage, gr, 8. (VIII,
263 S.) Regensburg 1885, Manz. 4 M.
Zierle s. Bartsch Nr. 115.
1563. Zwingli. — s. Theolog. Jahresbericht V, 197 f., 214—216 (Fr,
Nippold).
1564. Flaig, Neuere Zwing! i-Literatur.
Theolog. Zeitschrift aus der Schweiz 1885, 219—224.
1565. Baur, A. , Zwingli's Theologie, ihr Werden und ihr System. 1. Bd.
(VIII, 543 S.; Halle, Niemeyer. 12 M.
D. Altsächsisch.
1566. Bechstein, R., Der Heliand und seine künstlerische Form. Vortrag,
gehalten am 26. Mai 1885 auf der Jahresversammlung zu Rostock.
Nd. Jahrbuch X, 133 — 148. Darin Excurs: Zur Reimbrechung im
Hdiaud, 142—148.
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 502 (Brandes).
1567. Sievers, E., Bemerkungen zum Heliand.
Paul u. Braune, Beiträge 10, 587—590.
1568. Schumann, Colmar, Zum Heliand.
Germania 30, 65—75.
E. Mittelniederdeutsch.
1569. Alberus. — - Bolte, J., ein Dialog des Erasmus Alberus niederdeutsch
Nd. Korrespondenzblatt 10, 50 f.
Ancelmus s. Zeno Nr. 1595,
1570. Bugenhagen. — Literatur des Bugenhagen-Jubiläums im Theolog.
Jahresbericht herausgeg. von Lipsius, Bd. V, 203 — 208 (Px. Nippold).
1571. De Psalmen, na de plattdütsche Owersettung vun Dr. Job. Bugen-
hagen, gr. 8. (108 S.) Kropp, Buchhandlung „Eben-Ezer". 0,60 M.
1572. Bugenhagen, J., Sechs Predigten, aufgefunden und mitgetheilt von
G. Buchwald, veröffentlicht von H. Hering, gr. 8. (31 S.) Halle 1885,
Niemeyer. 0,60 M.
1573. Bertheau, F., in welchem Jahre wurde Bugenhagen geboren?
Theolog. Studien uud Kritiken 1885, 313—321, Im Jahre 1485.
1574. Bertheau, 3., Bugenhagens Beziehungen zu Schleswig-Holstein und
Dänemark.
Zs. d. Ges. f. ScMeswig-Holstein-Lauenburg. Gesch. 15, 191 — 241.
1575. Brandes, W^ilh. , J. Bugenhagen und die Reformation in der Stadt
Braunschweig.
Grenzboten 1885, S. 663-673.
1576. Bugenhagen, Job., Kirchenordnung für die Stadt Braunschweig,
nach dem niederdeutschen Drucke von 1528 mit histor. Einleitung, den
Lesarten der hochdeutschen Bearbeitungen und einem Glossar herausgeg.
von L. Hänselmann. 8. (LXXXIII, 393 S.) V^olfenbüttel 1885, Zwiszler.
10 M.
1577. Bugenhagen, Job., Kirehenordnung für die Stadt Hamburg vom
Jahre 1529 herausgeg. von C. Bertheau. gr. 8. (XLII, 186 S.) Hamburg
1885, Gräfe in Comm. 4 M.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 243
1578. Rinn, H., Zum Gedächtniß J. Bugenhagens. Festschrift der Gelehrteu-
scbule des Johanneums zur Feier des 400. Geburtstages J. B. am '21. Juni
1885. gr. 8. (VI, 62 S.) Hamburg 1885, Nolte. 2 M.
1579. Zitzlaff, D. Johannes Bugenhagen, Pomeranus. Sein Leben und
Wirken zum 400jährigeu Gedächtniß seiner Geburt erzählt. 8. (IV, 144 S.)
Wittenberg, Herrose. 1,20 M.
Vgl. Literar. Ceutralbl. 1885, .SO.
Eike von Repgow, Chronik s. Steffenhagen Nr. H3; Sachsenspiegel
s. Nr. 1096—1100.
1580. Everhards von Wampen, Spiegel der Natur, von W, Seelmanu.
Nd. Jahrbuch 10, 114—131.
Vgl. Zs, f. d. Philo!. 17, .002 (Brandes).
1581. Crull, Eberhard von Wampen.
Nd. Korrespondenzblatt 10, S. 18.
1582. Der guden farwen Krans, von H. Brandes.
Nd. Jahrbuch 10, 54-58. Der Anfang 'Meyuer ist richtiger
In eyner' zu lesen, wie schon Hoflmaun las (Bartsch).
V^l. Zs. f. d, Philol. 17, 502 (Brandes).
Flos und Blankflos s. Seelmann Nr. 229.
1583. Gories Peerse's Gedicht Van Island, von W. Seelmann.
Nd. Jahrbuch 9, 110— l'iö; dazu ebd. 148—145 (C. Walther).
Mystiker s. Reifferscheid Nr. 109.
1584. Predigten und Tractate. — Jostes, F., westphälisehe Predigten.
Nd. Jahrbuch 10, 44—48; s. Reifferscheid Nr. 109.
1585. Jostes, F., drei unbekannte deutsche Schriften von Johannes Veghe.
Histor. Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 6, 3.
1586. Prosaroman. — Jacobs, E , Bruchstücke eines nd. Prosaromans.
Zs. f. d. Alterth. 30, 76 — 82. Aus Girart von Roussillou. 14. Jhdt.
Rätselbuch von Seelmann s. Nr. 685.
Reimbüchlein von Seelmann s. Nr. 726.
1587. Reinke Vos. Reineke übersetzt (Bibl. 1884, Nr. 1363).
Vgl. Nd. Korrespondenzblatt V\ S. 63.
1588. Sprenger, R., Zu Reinke Vos.
Nd. Jahrbuch 10, 107—11 I.
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 504 (Brandes).
1589. Damköhler, Ed., Zu Reinke Vos, Vers 49 ü".
Nd. Korrespoudenzblatt 10, 20 f.
1590. Seelmann, W., Der Lübecker Unbekannte.
Centralblatt f. Bibliothekswesen 1, 19 — 24. Darnach ist der Drucker
des R. Vos etc. wahrscheinlich Matheus Brandis (B).
Schauspiel s. Gaedertz Nr. 1557.
1591. Stricker. — Hagedorn, A., Johann Stricker, Prediger an der Burg-
kirche.
Mittheilungen d. Ver. f. Lübeckische Gesch. u. Alterthumskuude
2. Heft, S. 50—55.
Vgl. Nd. Korrespoudenzblatt 10, S. 47.
1592. Johann Tölners Handlungsbuch (1345 — 1350) hrsg. von K. Kopp-
mann. 8. (III, XXXVI, 72 S.) Rostock 1885, Werther. 2,40 M.
Vgl. Literar. Centralbl. 1886, 3.
1593. Valentin und Namelos, von Seelmann (Bibl. 1884, Nr. 1368).
Vgl. Herrigs Archiv 75, .342 f.; ü. Lit. Ztg. 1884, 52 (Franck); dazu Seelmann,
Valentin und der verlorene Sohn, ud. Jahrbuch 10, 160—162; Franck u. Seel-
mann D. Lit. Ztg. 1885, Öp. 1619, 1733, 1849—52.
16*
244 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1594. Zeuo, oder die Legende von den heiligen drei Königen. Ancelmus,
vom Leiden Christi. Nach Handschriften herausgeg. von Aug. Lübben.
3. Ausgabe. Norden 1884, Fischer. 2,50 M.
F. Mittelniederländisch folgt Bibliographie 1 886.
G. Altenglisch.
«. Angelsächsisch.
1595. Beowulf. — Fahlbeck, Beovulfsqvädet (Bibl, 1884, Nr. 1409).
Vgl. Academy 1886, Jan., S. 12.
1596. Beowulf ed. Holder (Bibl. 1884, Nr. 1403).
Vgl. Lit. Ceiitralbl. 188.i, 30 (Wülker).
1597. Beowulf, Text and Glossary, on the basis of Heyne, edited by J.
A. Harrison and R. Sharp. Second revised ed. Boston 1885, Ginn & Co.
1 sh. 12 d.
Vgl. Modem Langiiage Notes 1886, 'J.
1598. Beowulf, an Anglo-Saxon poem , and The Fight at Finnsburg.
Translated by J. M. Garnett. With facsimile of the unique Ms. in the
British Museum. Second Edition, revised. 8. (XL\1, 110 S.) Boston
1885, Ginn, Heath & Co.
Vgl. Engl. Studien 9, 151 f. (Krüger); Modern Language Notes 1886, 2.
1599. Beovulf, übersetzt von Grion (Bibl. 1883, Nr. fl423).
Vgl. Engl. Studien 9, 64—77 (Krüger).
1600. Sarrazin, G. , der Schauplatz des ersten Beowulfliedes und die
Heimat des Dichters.
Paul und Braune, Beitr. 11, 159—183.
1601. Lehmann, Hans, Brünne und Helm im ags. Beowulfliede. Ein Bei-
trag zur germ. Alterthumskunde. Diss. Leipzig 1885, Lorentz. M. 2,20.
s. Schulz Nr. 1230.
1602. Caedmon. — Hönncher, E., Studien zur angelsächsischen Genesis.
Anglia 7, 469 — 496.
1603. Hönncher, E., über die Quellen der ags. Genesis.
Anglia 8, 41—84.
1604. Muller, J. W., Ags. Genesis 431.
Paul u. Braune Beitr. 11, 363 f.
1605. Caedmon' s Exodus and Daniel, edited from Grein by T. W. Hunt.
Second edition. Boston 1885 (vgl. Bibl. 1884, Nr. 1418).
Vgl. Modern Language Notes 1886, 2.
1606. Merry, G. R., a translation (from the Anglo-Saxon of the so-called
Caedmon).
Academy 1885, 7. Febr.
1607. Sievers, E., zu Codex Jun. XL
Paul u. Braune, Beitr. 10, 195 — 199.
1608. Cynewulf. — A legend of St. Andrew. Edited with critical notes and
a glossary by W. M. Baskervill. Based on the manuscript. 8. (IX, 78 S.)
Boston 1885).
Vgl. D. Lit. Zeitg 1885, 45 (Zupitza) ; Academy 1886, 2. Jan., S. 12; Modern
Language Notes 1886, 1 (Bright).
1609. Ramhorst, F., das altenglische Gedicht vom heiligen Andreas und
der Dichter Cynewulf, 8. (72 S.) Berliner Diss. 1885. Leipzig, Fock.
M. 1,20.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 245
1610. Holtbuer, Fritz, der syntaktische Gebrauch des Genitivs in An-
dreas, Giidläc, Phoenisae, dem heil. Kreuz und der Höllenfahrt.
Leipz. Diss. u. Auglia 8, 1 — 40.
1611. Schürmann, Syntax in Cynewulfs Elene. (Bibl. 1884, Nr. 214).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, '29 (Wülker).
1612. Rössger, R., über den syntaktischen Gebrauch des Genitivs in Cyne-
wulfs Elene, Crist und Juliana.
Ans^lia 8, 338—370.
1613. Kirkland, J. Hampton, a study of the anglo-saxon poem the
Harrowing of Hell. (Greins Höllenfahrt Christi.) 8. (54 S.) Leipziger
Diss. 1885.
1614. Kluge, F., zu altenglischen Dichtungen. 2. Nochmals der Seefahrer.
3. Zum Phönix.
Engl. Studien 8, 472 ff.
1615. Sievers, E., zum ags. Reimlied.
Paul u. Braune, Beitr. 11, 345 — 354.
1616. The Battle of Maldon. Translation by E. H. Hickey.
Acadeniy 1885, 23. Mai u. 12. Sept.
1617. The Battle of Brunnanburh.
Athenaeum 1885, 15. Aug. (Weymouth), 22. Aug. (Cann-Hughes, H. E. Maiden
u. Th. Hodgkin), 12. Sept. (H. Norri.s), 3. Oet. (James B. Davidson n. M. Murphy);
Antiquary 1885, 68 (Welby), 168 (Brooks), 201 (Wake), 231 (Ross).
s. Sievers Nr. 1210 (Bemerkungen zu einzelnen Stellen [ags. Gedichte]).
Aelfred. — Orosius s. Sweet Nr. 1200,
1618. Fleischhauer, Wilh., über den Gebrauch des Conjunctives in Al-
freds altenglischer Übersetzung von Gregors Cura pastoralis. 8. Erlangen
1885, Deichert.
Aelfric. — Selected Homilies s. Sweet Nr. 1200.
1619. Ass mann, B. , Abt Aelfric's ags. Bearbeitung des Buches Esther.
8. Leipziger Diss. 1885.
1620. Skeat, W., Aelfric's Metrical Lives of Saints. MS. Cott, Jul. E. 7.
Part. H. 12 s. (s. Bibl. 1883, Nr. 1417).
1621. Zupitza, J., Bemerkungen zu Aelfric's Lives of Saints (I) ed. Skeat.
Zs. f. d. Alterth. 29, 269—296.
1622. Thompson, Aelfric's Vocabulary.
Journal of the Brit. Archaeol. Association XLI, 2.
1623. Wohlfahrt, Th., die Syntax des Verbums in Aelfric's Übersetzung
des Heptateuchs und des Buches Hiob. 8. München 1886, lit. Anst.
1,50 M.
1624. BenedictinerregeL — Die angelsächsischen Prosabearbeitungeu der
Benedictinerregel. Hrsgb. von A. Schröer. 1. Hälfte. 8. (VII, 141 S.)
Kassel 1885, Wigand. M. 4.
Bibliothek der ags. Prosa 2. Bd. 1. Hälfte. Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 43.
1625. Byrhtferth. — Kluge, F., Angelsächsische Excerpte aus Bp-htferth's
Handboc oder Enchiridion.
Anglia 8, 298—337.
Wulfstan 3. Trautmann Nr. 1217.
1626. Ruthworth-Hss. — Svensson, F. V., om spraket i den första (mer-
ciska) delen af Ruthworth-Handschriften. I. Ljudlära. (V, 68 S.) Göteborg
1883. Dissert. Upsal.
246 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1627. Wright-Wülker, Vocabularies (Bibl. 1884, Nr. 1446).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (Schiöer).
1628. The Oldest English Texts. Edited with introductions and a glossary
by Henry Sweet. 8. (VIII, 668 S.) London 1885, Trübner. 20 sh. Early
English Text Society 83.
1629. Dieter, Ferdinand, über Sprache und Mundart der ältesten englischen
Denkmäler, der Epinaler und Cambridger Glossen. .8. (97 S.) Gröttingen
1885, Akadem. Buchhandlg. M. 2,40.
1630. Kluge, F., Angelsächsische Glossen.
Anglia 8, 448—452.
1631. Bright, J. W., Anglo-Saxon Glosses to Boethius.
American Journal of Philology 5, Nr. 4.
1632. Cartularium Saxonicum ed. W. de Gray Birch. Part. XII. (London,
Whitning 1885) enthält Urkunden von 854 — 866.
1633. Stratmann, F. H., eine englische Urkunde von 1155.
Anglia 7, 220—221.
1634. Behm, Peterborough Chronicle. (Bibl. 1884, Nr. 173).
Vgl. Anglia 8, Anz. 18—24 (Würzuer).
ß. Mittelenglisch.
1635. Amis and Amiloun v. Kölbing (Bibl. 1884, Nr. 1398).
Vgl. Anglia 8, Anz. 27—29 (Einenkel); Engl. Studien 9, 175—177 (Stoffel).
Ancren Riwle s. Sweet Nr. 1199.
1636. Arthur. — Branscheid, P. , über die Quellen des stabreimenden
Morte Arthure.
Anglia 8, Anz. 179 — 236; auch Bonner Dissert.
1637. Auchinleck-Ms. — Schwartz, M. , kleine Publicationen aus der
Auchinleck-Hs. IV. Die Assumptio Mariae in der Schweifreimstrophe.
Engl. Studien 8, 427—464.
1638. Stoffel, C, zur Assumptio Mariae in der Schweifieimstrophe.
Engl. Studien 9, 177—179.
1639. Zupitza, J. , Bemerkungen zum Lob der Frauen (Engl. Studien 7.)
Engl. Studien 8, 394—398.
1640. Zupitza, J,, Bemerkungen zu 'A PeniworJ^ of witte' (Engl. Studien 7,)
Engl. Studien 8, 496—501.
1641. Chaucer. — Koch, J., die Chaucer-Literatur aus den Jahren 1882 — 84,
Lit. Blatt 1885. 8.
1642. Geoffrey, Chaucer's Werke übersetzt von A. v. Düring. 2, Bd. 8.
(XII, 410 S.) Strassburg 1885, Trübner.
Enthält den 1. Theil der Cnnterbnry-Erzählungen. Hier hatte der Übersetzer
mit der trefflichen Arbeit von Herzberg zu wetteifern; seine Übersetzung ist
von H. ganz unabhängig und verdient ihr in jeder Beziehung würdig an die
Seite gestellt zu werden (Bartsch).
Vgl. Anglia VIII Anzeiger 1 — 8 (I. Bd, besprochen von J, Koch); Allgem.
Zeitg. 1886, Beilage 3; Blätter f, litt, Unterhaltung 1885, 41.
1643. ten Brink, Chaucer's Sprache (Bibl. 1084, Nr. 174).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 5 (Einenkel); Nordisk llevy 1885, 29 (Erdmann).
1644. Willert, H., Geoffroy Chaucer. The Hous of Fame (Einleitung und
Textverhältniss). Berliner Dissert. .8. (34 S.) 1883.
Vgl. Anglia 7, Anzeiger 24 — 30 u, 208 iJ. Koch); Aeademy 607, 415,
1645. Holthausen, F., zu Chaucer's Canterbury Tales.
Anglia VIII, 453 f,
1646. Tawney, C. H., the Buddhist Original of Chaucer's Pardoner's Tale.
Journal of Philology 24.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 247
1647. Furnivall, F. J., Dr. Morris's edition of „Chauccr's prologuc" etc
Academy 708, 359.
1648. Lendrum, W. J., Dr. Morris' edition of ..Chaucer's prologuc" etc
Academy 707, 378. i o •
1649. Curtesy. — Breul, K,, The boke of Curtesy.
Engl. Studien 9, 51 — 63-
1650. Debate of the Body and the Soule. — Heesch, über Sprache und
Versbau des halbsächsischen Gedichtes 'Debate of the Body and the Soule'.
8. Halle 1885, Niemeyer. 1,50 M.
1651. Destruccion ofTroy. — Brandes, H., die mittelenglische Destruction
of Troy und ihre Quelle.
Engl. Studien 8, 398—411.
1652. Dunbar, von Schipper (Bibl. 1884, Nr. 1439).
Vgl. Literar. Centralbl. 1885, 50 (Wülker); Nord und Süd 1885, October.
1653. Floris and Blaunchefiur. Mittelenglisches Gedicht aus dem 13.Jahrh.
nebst litterarischer Untersuchung und einem Abriß über die Verbreitung
der Sage in der europäischen Literatur, herausgeg. von E. Heusknecht.
8. (XX, 252 S.) Berlin 1885, Vi^eidmann. GM. Sammlung englischer Denk-
mäler in kritischen Ausgaben V.
Vgl. Engl. Studien 9, 9-2-1U6 (Kölbing); D. Lit. Ztg. 1885, 35 (Breul).
1654. The Tale of Gamelyn from the Harleian Ms. colleeted with six
other Mss. Edited with Notes and Glossary by W. Skeat. 8. (64 S.)
London 1885. Oxford, Warehouse.
Vgl. Engl. Studien 9, 111—113 (Lindner); Academy 680, S. 347; Athenaeum
1885, 7. März; American .Journal of Piniol. 1885. 23; Herrigs Archiv 73, 424
(Znpitza) ; Revue erit. 1885, 19 (.Jusserand).
1655. Sir Gawayn. — Knigge, F., die Sprache des Dichters von Sir
Gawayn and the Green Knight; der sogenannten Early English Alliterative
Poems und De Erkenwalde. 8. (120 S.) Marburg 1886, Elwert. 2,80 M.
1656. Ghismonda. — Zupitza, J., die mittelenglischen Bearbeitungen der
Erzählung Boccaccio's von Ghismonda und Guiscardo.
Vierteljahrsschrift für Cultur und Literatur der Renaissance. 1. Jahrg. 1. Heft.
1657. Sir Gowther, eine englische Romanze aus dem XV. Jahrh. kritisch
herausgeg. nebst einer litterarhistorischen Untersuchung über ihre Quelle,
sowie den gesammten ihr verwandten Sagen- und Legendenkreis mit Zu-
grundelegung der Sage von Robert dem Teufel, von Karl Breul. 8. (XVI,
241 S.) Oppeln 1886, Franck. 8 M. (s. Bibl. 1883. Nr. 604).
1658. Langley. — Krön, Richard, William Langleys Buch von Feter dem
Pflüger. Untersuchungen über das Handsehriftenvorhältniß , den Dialekt,
die Unterschiede innerhalb der drei Redactionen, sowie über Entstehungs-
zeit und Verfasser. 8. (130 S.) Erlangen 1885, Deichert.
Der Anfang auch als Göttinger Dissertation erschienen.
1659. Lanval, von Erling (BibL 1883, Nr. 1447).
Vgl. Engl. Studien 8, 378—380 (Kölbing).
1660. Erling, zu Chesters Launval.
Entil. Studien 9, 182.
1661. Legenden. — Editha, von Horstmann (Bibl. 1883, Nr, 1455).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 445 (Brandl).
1662. Hall, J., Note on Saint Katherine ed. Einenkel, 11. 1G90.
Engl. Studien 9, 174 f.
248 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1663. Nachträge zu den Legenden.
Herrigs Archiv 64, 327—365.
1664. Horstmann, C, Prosalegenden,
Auglia 8, 102 — 196.
Einleitung; S. Elizabeth of Spalbeck; S. Christina mirabilis; S. Mary
of Oegines; über S. Katerina of Sejiis.
1665. Smith, L. Toulmin , S. Patrick' s Purgatory, and the Knight Sir
Owen. From a manuscript of the 15"^ Century.
Engl. Studien 9, 1 — 12.
1666. Eckleben, S., die älteste Schilderung vom Fegefeuer des heil. Patri-
cius. Eine litterarische Untersuchung. 8. Halle 1885, Niemeyer. 1,60 M.
1667. Hoofe, A., Lautuntersuchungen zu Osbern Bokenam's Legenden,
Engl. Studien 8, 209—254.
Lucidarius s. Schladebach Nr. 1745.
1668. Lydgate. — Koeppel, Emil, Laurents de Premierfait und John Lyd-
gates Bearbeitungen von Boccaccio's De Casibus Virorum Illustriuin. Ein
Beitrag zur Literaturgeschichte des 15. Jhs. 8. (112 S.) München 1885,
Oldenbourg. Habilitationsschrift.
Lydgate, von Koppel (Bibl. 1884, Nr. 1459).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 7 (Brandt).
1669. Lyndsay. — Knauff, Gustav, Studien über Sir David Lyndsay. I.
Berliner Diss. 1885. 8. (9l S.)
1670. Mannyng. — Hellmers, G. , über die Sprache Eobert Mannyngs
of Brunne und über die Autorschaft der ihm zugeschriebenen 'Meditations
on the Supper of our Lord'. 8. Goslar 1885, Koch. 2,40 M. Göttinger Diss.
1671. L. Minot, von Scholle (Bibl. 1S84, Nr. 1460).
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 28 (Wülker) ; Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, 477 (B.).
1672. Schröder, Edw., zu Laurence Minot.
Engl. Studien 8, 510 f.
1673. Octavian. Zwei mittelenglische Bearbeitungen der Sage herausgeg.
von Gr. Sarrazin. 8. (XL VI, 192 S.) Heilbronn 1885, Henninger. 4,50 M.
Altenglische Bibliothek von E. Kölbing, Bd. 3.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 42 (Lüdtke); Herrigs Archiv 75, 186 f.
s, Streve Nr. 532.
1674. Ormulum. — Effer, H., Consonanten im Ormulum (Bibl. 1884,
Nr. 1462).
Vgl. Engl. Studien 9, 114 (Menthel).
s. Brate Nr. 396; Sweet Nr. 1199.
1675. Perle. — Fick, Wilh., zum mittelenglischen Gedicht von der Perle.
Eine Lautuntersuchung. 8. (42 S.) Kiel 1885, Lipsius u. Tischer. 1,20 M.
Vgl. Lit. Centialbl. 1885, 52 (Wülker); Lit. Blatt 18S5, 12 (Kiiigge).
1676. Predigten. — Krüger, A., Sprache und Dialekt der mitteleuglischen
Homilien in der Hs. B. 14. 52. Trin. Coli. Cambridge. 8. Erlangen 1885,
Deichert. 2 M.
Vst], Athenaeum 1885, 25. Juli.
1677. Flamme, Syntax der Blickling Homilies. 8. Bonner Diss. 1885.
1678. Questions bytwene the maister of Oxenford and his clerke, von
C. Horstmann.
Engl. Studien 8. 284—287.
Vlir. LITTERATUßGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 249
1679. Reisen. — Horstmann, C, Vorschläge für eine Orientreise.
Engl. Studien 8, 277—284.
1680. Roland und VernagU. — Wächter, Wilh. , Untersuchungen über
die beiden mittelenglischen Gedichte 'Roland and Vcrnagu' und 'Otuel'.
8. (44 S.) Berliner Diss. 1885.
1681. Rolle. — Kribel, G. , Studien zu Richard Rolle de Hampole, II.
Engl. Studien 8, 67—114.
1682. Adler, Max, über die Richard Rolle de Hampole zugeschriebene
Paraphrase der Bußpsalmen. 8. (28 S.) Breslauer Diss. 1885.
168.3. Rose. — Fick, W. , zur Frage von der Autheucität der mitteleng-
lischen Übersetzung des Romans von der Rose.
Engl. Studien 9, 161 — 167.
1684. Schauspiel. — York Plays. The Plays performed by the Grafts or
Mysteries of York on the Day of Corpus Christi in the 14"', 15"' and
16"" Centuries. Now first printed from the unique Ms. in the Library of
Lord Ashburnham. Edited with Introduction and Glossary by Lucy Toul-
min Smith. Oxford 1885, Clarendon Press. 8. (LXXXVIII, 557 S. und
3 Tafeln). 21 sh.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 37 (Zupitza) ; Academy Nr. 6S)2 ; Athcnaemn Nr. 3Ü1.Ö;
Antiquaiy 1885, Sept.; Saturday Review 1885, 233 ; Scottish Review 1885, 12;
Revue crit. 1885, 50 (Jusseraud).
1685. Smith, L. Toulmin , Abraham and Isaac , a Mystery Play; from
a private ms. of 15"' Century.
Anglia 7, 316-337.
1686. Smith^ L. Toulmin, Two old Religious Plays.
Antiquary 1885,, 101 — 103.
1687. Schmidt, K., die Digby-Spiele.
Anglia 8, 371 — 404.
1688. VernOii-Ms. — Horstmann, C. , Mittheilungen aus Ms. Vernon.
1. La estorie del Euangeli. 2. A disposition betwene a god man and
fie deuel. 3. ))e pope Trendal.
Engl. Studien 8, 254—277.
1689. Wiclif. — Theologischer .Jahresbericht, herausgeg. von Lipsius, V,
S. 186 — 189 (Paul Böhringer).
1690. Loserth, J., Neuere Erscheinungen der Wiclif-Literatur.
Histor. Zs, 53, 43 — 62.
1691. Loserth, J., zum Wiclif-Jubiläum.
Protestant. Kirchenztg. 1885, Nr. 1.
1692. Buddensieg, R., Johann Wiclif und seine Zeit. Zum 500jährigen
Wiclif-Jubiläum (31. Dec. 1884). 8. Tausend, gr. 8. (VI, 214 S.) Gotha
1885, Perthes. 3 M.
Auch als Heft 8 u. 9 von: Schriften des Vereins für Reformations-
geschichte, gr. 8. Halle 1885, Niemeyer in Comm. 2,40 M.
Vgl. Lit. Centralbl. 1885, 51 (S.); Histor. Zs. 55, 304; Theolog. Literaturhlntt
1885, Nr. 46 (Bossert); Mittheilungeu d. Ver. f. Gesch. d. Deutschen in Bölimen
1885; Lit. Beil. S. 50-52 (Loserth); Lit. Handweiser 1885, 018 (Beilesheim).
//. Altnordisch.
1693. Stokes, W., Parallels between the Old-Norse ande the Irish lilera-
tures and traditions.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 339 — 341 und Academy 1885, 25. April, S. 298.
250 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1694. Edda. — Sievers, E. , Proben einer metrischen Herstellung der
Eddalieder, gr. 4. (80 S.) Halle, Niemeyer in Comm. M. 3,60.
Nordisk Revy II, 32 (Brate); D. Lit. Zeitg. 1886, 9 (Hoffory).
1695. Hoffory, J., über zwei Strophen der Voluspä.
Sitzung^sberichte der Berliner Akademie 1885, Nr. 27.
1696. Lieder der alten Edda. Deutsch durch die Brüder Grimm. Neu hrsgb.
von J. Hoffory. kl. 8. (XIV, 95 S.) Berlin 1885, Reimer. M. 1,50.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 4 (Rödiger); Lit. Blatt 1885, 12 (Symous).
1697. Mogk, E. , das zweite Liederbuch des Cod. reg. der Eddalieder
(Hövamol).
'Zs. f' d. Pbilol. 17, 293—313.
Über die geplante Ausgabe der Edda von Symons und Gering s.
Germania 30, '252 u. Zs. f. d. Philol. 17, 114.
s. Müllenhofif, Alterthumskunde Nr. 752; Sz. Nr. 427.
1698. Islenzk fornkvaedi ved S. Grundtvig og Jon Sigurdsson. 4 Hefte
(Schluss), hrsgb. von Pälmi Pälsson, = Nordiske Oldskrifter Bd.
XXXm. Kopenhagen 1885, Gyldendal in Comm. (S. 217—332). Kr. 1,50.
1699. Sendibitr. — Bugge, S. , Bemaerkninger til norröne Digte. IV.
Sendibitr.
Archiv f. uord. Filol. 3, 96 (zu Vigfusson's Corpus II, 322).
1700. Ynglinga-tal. — Leffler, L. Fr., Ana-s6tt.
Archiv f. nord. Filol. 3, 188 f.
1701. Islendzk Aeventyri v. Gering (Bibl. 1884, Nr. 1315).
Vgl. Nordisk Tidsk. f. Filol. N. R. 7, 50 — 61 (Pälsson); ebd. 7, 61—66 (Nyrop).
1702. Cederschiöld, G., Meddeltidsberättelser, sagor, legender och anek-
doter Iran fornisländskan.
Nyare bidrag 1885, S. 1—96 (V, 6).
1703. Fornaldarsögur Nordranda. 1. B. 8. Reykjavik 1885, Gudmundsson.
3 Kr. 35 Ö.
Neue Ausgabe der Ausgabe von 1829, rev. von \^. Asmundarson.
1704. Kälund, Kr., Droplaugarsona-saga i den ved brudstykket AM. 162
fol. repraesenterede bearbejdelse.
Archiv f. uord. Filol. 3, 159—176.
1705. Gjessing, G. A., Egils-saga's Forhold til Kongesagaen.
Arohiv f. nord. Filol. 2, 289—318.
1706. de Kantzow, Harald Ejesons saga. 8. Stockholm 1885, Fritze. 2 Kr.
1707. Götz, W., die Njalssaga, ein Epos, und das germanische Heiden-
thuDi in seinen Ausklängen im Norden. 8. (32 S.) Berlin, Habel. M. 0,60.
Sammlung gemeinwissenschaftl. Vorträge Heft 459.
Vgl. Lit. Blatt 1885, 11 (Schnorr v. Carolsfeld).
1708. Islendingabök. — Olsen, B M., Om forholdet mellem de to bear-
bejdelser af Ares Islendingebog.
Aarb. f. nord. Oldkyndigh. 1885, 341-371.
1709. Flateyarbök. — Storm, Gustav, Om Betydningen af „Eyktarstadr"
i Flatöbogens Beretning om Vinlandsreiserne.
Arkiv f. uord. Filol. 3, 121—131.
1710. Bääth, A. U., Studier öfver Kompositionen i nagra isländska ättsa-
gor. (Akad. afhandl.) 8. (VI, 160 S.) Lund 1885. 2 Kr.
1711. Fornsögur Sudrlanda v. Cederschiöld (Bibl. 1884, Nr. 1514).
Vgl. Zs. f. d. Philol. 17, 465—486 (Mogk); Arkiv f. nord. Filol. 3, 177—185
(P. Grotb).
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 251
1712. Speculum regale v. Brenuer. (Bibl. 1881, Nr. 1340).
Vgl. Gott. gel. Anz. 1884, 12 (Hoffory).
1713. Brenner, 0., zum Speculum Regale.
Germ. 30, 55—60.
1714. Storm, Gr., Ora Tidsforholdet mellem Kongespeilet og Stjörn samt
Barlaams og Josafats Saga.
Arkiv f. nord. Filol. 3, 83—88.
1715. Fagrskinna. — Sueti, Friedr., über die auf den König Haraldr llilr-
fagri bezüglichen Gedichtfragmente in der norwegischen Königschronik
Fagrskinna. Kieler Dissert. 42 S. 8.
1716. Biskop Isleifs Kr^nike, von G. Storm.
Arkiv f. nord. Filol. 2, 319—338.
1717. Legenden. — Isländska handskriften Nr. 645, 4". i den Arnamagnä-
anska Sämlingen pä Universitetsbiblioteket i Kobenliavn i diplomatariskt
Aftryk utgitVen af Ludw. Larsson. I. Handskriftens äldre del. 8. (LXXXVIII,
130 S.) Lund 1885, Gleerup.
1718. Storm, G., om en Olafs-Legende fra Eibe. 8. (18 S.).
Abdruck aus ChristiHuia Vidensk. Selsk. Forliandl. 188> Nr. 3.
1719. Af Bibelen pä norsk-islandsk, vonBelsheim (Bibl. 1884, Nr. 1517).
Vgl. Zs. f. d. Philo!. 17, 222 f. (Möbius).
1720. Grägäs. — Kempe, Arvid, studier öfver den isländska Juryn enligt
Gragäs. Diss. von Lund 1885. 4. (70 S.) Lund, Gleerup. 2,50 Kr.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885. 48 (Lehmann).
1721. Briem, Pal, um Grägäs.
Timarit hins i'slenzka bokmenta-felags VI, 133 — 226.
1722. Visböcker, von Noreen u. Schuck (Bibl. 1884, Nr. 1525). II. Broms
Gyllemärs Visbock. H. 1 u. 2., S. 103—182 u. 183—246. Stockholm 1885.
1723. Dombok. — Konung Erik XIV's nämnds dombok. Af kongl. sam-
fundot för utgifvanäe af handskrifter rörande Skandinaviens historia utgifven
genom Carl Silf v erst olp e. 8. (332 S.) Stockholm 1884. 5 Kr.
1724. Reykjaholts-mäldagi. Det originale pergameutsdokument over Reyk-
jaholt Kirkegods og — inventarium i 12. og 13. ärh., litografisk gengivet,
samt udferlig fortolket og oplyst, udg. af Samfuud til udgivelse af gam-
mel nordisk litteratur. fol. (35 S. mit 1 Tafel). Kopenhagen 1885.
1725. Danske Skuespil. — Studier pä det danske Skuespils Omräde af S.
Birket Smith. 8. (284 S.) Kjobenhavn 1883, Gyldendal.
Vgl. Lit. Blatt 1884, 9 (Mogk).
1726. Smästykker 4 — 6, udgivne af Samfuud til udg. af g.-n. lit. S. 99—130.
Kopenhagen 1885.
Enthält: Bugge, S., Bemaerkniuger til det gammel-norske Runedigt, S. 103 — 113;
Jonsson, F., nogle Skjnldevers om Olaf Tryggveson, Marginalier fra AM. 61 fol.,
S. 114—126; Kälund, Kr., en Kontrakt med jomfru Marie, 8. 127 — 130.
/. Lateinisch.
s. Wattenbach, Geschichtsquellen, Nr. 759; Lorenz, Geschiehts-
queilen, Nr. 760; Raab, allegorische Motive, Nr. 1183.
1727. Brandt, Sam., Verzeichniß der in dem Codex 169 von Orleans ver-
einigten Fragmente von Handschriften lateinischer Kirchenschriftsteller.
Lex. 8. (10 S.) Wien, Gerold 1885. 0,30 M. Aus den Wiener Sitzungs-
berichten.
252 BIBLIOGKAPHIE VON 1886.
1728. Lactanz. — Brandt, S. , der St. Galler Palimpsest der diuinae in-
stitutiones des Lactantius. Lex. 8. (110 S.) Wien 1885, Gerold. 2 M.
(Aus den Wiener Sitzungsberichten.)
1729. Sulpicii Severi opuscula de S. Martino episcopo Turonensi et
S. Eusebii Hieronymi Stridonensis presbyteri vitae S. Pauli,
S. Hilarionis et Malcbi Monachorum. Bd. 48 von: Sanctorum patrum
opuscula selecta ad usum praesertim studiosorum theologiae. Ed. H. Har-
ter. (317 S.) Innsbruck 1885, Wagner. 1,50 M.
1730. Claudiani Mamerti opera. Reo. et commentario critico instruxit Aug.
Engelbrecht. Lex. 8. (XLII, 262 S.) Wien 1885, Gerold in Comm.
6 M. Corp. Script, eccl. lat. , ed. consilio et impensis acad. lit. Vindob.
Vol. XL
1731. Eugippii opera. Pars L Eugippü excerpta ex operibus S. Augustini,
rec. et com. crit. instruxit PiusKnoll. Lex. 8. (XXXIV, 1149 S.) Wien
1885, Gerold in Comm. 22 M. Corp. script. eccl. lat., ed. consilio et
impensis acad. lit. Vindob. Vol. IX.
1732. Hilarius von Poitiers. — Zingerle, Anton, Studien zu Hilarius'
von Poitiers Psalmencommentar. (Aus: Wiener Sitzungsberichte 108, 869
bis 972.) Lex. 8. (106 S.) Wien 1885, Gerold in Comm. 1,60 M.
1733. Sedulii opera omnia. Rec. et commentario critico instruxit Joh.
Huemer. Accedunt excerpta ex Remigii expositione in Sedulii paschale
Carmen. Lex. 8. (LH, 414 S.) Wien 1885, Gerold in Comm. 9 M. Corp.
Script, eccl. lat., ed. consilio et impensis accad. lit. Vindob. Vol. X.
1734. Prudentius. — Allard, Paul, l'hagiographie au IV siecle, martyres
de St. Hippolyte, de St. Laurent, de St. Agnes, de St. Cassien d'apres
les poemes de Prudence.
Revue des questions bist. Bd. 37.
Arator und Prudentius s. Olsen Nr. 1233.
1735. Passio S. Sebastian!. — Hagen, Hermann, Berner Palimpsestblätter
aus dem 5. — 6. Jahrh. zur Passio S. Sebastiani. Lex. 8. (34 S.) Wien
1885, Gerold in Comm. 0,50 M. (Aus den Wiener Sitzungsberichten.)
1736. S. Johannes Reomaensis. — Stob er. Fritz, zur Kritik der vita
S. Johannis Reomaensis. Eine kirchengeschichtliche Studie. Lex. 8. (82 S.)
Wien 1885, Gerold in Comm. 1,30 M. (Aus den Wiener Sitzungsberichten.)
1737. Pseudo-Isidorische Studien, I. u. IL, von F. Maassen. Lex. 8.
(44 u. 62 S.) Wien 1885, Gerold in Comm. 1,70 M. — I. Die Text-
receusion der echten Bestandtheile der Sammlung. IL Die Hispana der
Hs. von Autun und ihre Beziehungen zum Pseudo-Isidor.
1738. Abälard. — Meyer, W. , und W. Brambach, Petri Abaelardi
planctus virginum Israel super filia Jeptae Galaditae. 8. München 1885,
Kaiser. 0,80 M.
1739. Denifle, H. , Die Sentenzen Abälards und die Bearbeitungen seiner
Theologie vor Mitte des 12. Jhdts.
Archiv für Literatur und Kirchengeschichte des Mittelalters I, 2. 3.
1740. S. Bernardi abbatis Clarae-Vallensis de consideratione libri V ad
Eugenium III et tractatus de moribus et officio episcoporum. Ad Henri-
cum Senonensem archiepiscopum. Vol. 47 von: Sanctorum Patrum opus-
cula selecta ad usum praesertim studiosorum theologiae. Ed. H. Hurt er.
16. (277 S.) Innsbruck, Wagner. 1,20 M.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPRACHDENKMÄLER. 25^
1741. A'^acandarcl . Etüde siiv les poeines latins attribiu's ;\ Saint Bernard
par M. Hureau. Note lue ü l'Academie des sciences etc. de Koueu. 8. (16 S.)
Rouen 1884.
1742. Gerhoch. — Jakscli. A. v,, Zu Gerhochs von Reichersberg Schrift
'Adversos simoniacos'.
Mittlieilungen des Instituts für österr. Geschicbtsforsehung (">, 2.
1743. Mühlbacher, G., Ein Brief Gerhochs von Reichersberg.
Mittheiluugen des Instituts für österr. Ge'^cliiclitsfDrsehung G, S. 307 — .310.
1744. Adam von St. Victor. Studie zur Literaturgeschichte des Mittelalters,
von G. M. Dreves.
Stimmen aus Maria Laach '29.
1745. Honorius Augustodunensis. — Schladebach, H. , das Elucidarium
des Honorius Augustodunensis und der französische metrische Lucidaire
des XIII. Jahrhs., von Gillebert de Cambray. 8. (63 S.) Leipzig 1884, Diss,
Behandelt auch die deufschen und enoflischen Bearbeitungen; aller-
dings kurz nnfl niaiigelliaft (Bartsch).
17 46. Alexander de Villa Dei. — Neu d ecke r, Karl, das Doctrinale des
Alexander de Villa Dei und der lateinische Unterricht während des Mittel-
alters in Deutschland. Progr. der Realschule in Pirna 1885. 4. (.'56 S.)
Auch als Leipziger Dissertation erschienen.
1747. Nicolas de Strasbourg et con traite „de recte studiomm fine ac
ordine", von N. Paulus.
Revue catol. d'Alsace, HI" annee.
1748. Thomas a Kempis. — Schulze, L., bespricht Gott. Gel. Anz. 1885,
S. 610 — 620, folgende Schriften von Spitzen, Thomas a Kempis als
Schrijver der Navolging (Utrecht 1881); Desselben: Nalezing op myn
Thomas a Kempis (Bibl. 1881, 1389): Les HoUandismes de iTmitation
Jesus Christ (Utrecht 1884); Nouvelle defense de Th. a Kempis (Utrecht
1884).
1749. Uhlhorn, G., Thomas a Kempis und das Buch von der Nachfolge
Christi. Vortrag. Neue Einzelausgabe. 8. (36 S.) Stuttgart 1886, Gundert,
0,40 M.
1750. Ennodius. — Magni Felicis Ennodii opera, rec. Frd. Yoge\. Mon.
Germ. bist. Auct. antiquissimorum tom. VII. gr. 4. (LXII, 418 S.) Berlin
1885, Weidmann. 20 M.
1751. Prokop, Gothenkrieg. Nebst Auszügen aus Agathias. sowie Fragmenten
des Anonymus Valesianus und des Johannis von Antiochia, übersetzt von
D. Coste. 8. (XI, 398 S.) Leipzig 1885, Duncker. 7 M.
Geschiclitsehreiber der deutschen Vorzeit in deutscher Bearbeitung,, Lief. 76.
1752. Gregorii Turonensis opera, edd. W. Arndt et Br. Krusch. Pars 2:
Miracula et opera minora. Mon. Germ. bist. Script, rer. Meroving. tomi 1,
pars 2. gr. 4. (S. 451—96 4.) Hannover 1885, Hahn. 15 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 7 (Bresslau); Revue crit. 188.5, 1 (Bonnet).
1753. Aldhelm. — Manitius, M., über Aldhelmus von Malmesbury.
D. Dichterheim 6. Jahrg. Nr. 1 n. 2.
1754. Kaiser Karls Jugendleben, von ihm selbst erzählt. Übersetzt von
Ludwig Oelsner. 8. (XXXII, 124 S.) Leipzig 1885, Duncker. 3 M.
Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit in deutscher Bearbeitung,
Lief. 77.
254 BIBLIOGRAPHIE VON 1885.
1755. Die Lebensbeschreibungen Karls des Großen und Ludwigs des Frommen,
von Einhard und Thegau. Deutsch von Ernst Meyer. Reclams Uui-
versalbibliothek Nr. 1996. gr. 16. (76 S.) Leipzig 1885. 0,20 M.
1756. Einhard. — Dorr, Rob., Beiträge zur Einhardsfrage.
Neues Archiv für ältere deutsche Geschichte 10, 2.
s. Adamy Nr. 956 f.
1757. Alcuin. — L arge au, Inscriptions metriques composees par Alcuin
ä la fin du VIT!' siecle pour les monasteres de S. Hilaire de Poitiers
et de Nouaille.
Memoires de la Soc. des Antiquaires de l'Ouest II, 7.
1758. Nasos (Modoins) Gedichte an Karl den Großen, herausgeg. von
E. Dum ml er.
N. Archiv für ältere deutsche Geschichte 11, 75 — 91.
1759. Lullus, — Dümmler, E., nochmals die Grabschrift des Erzbischofs Lul.
Forschungen zur deutschen Geschichte 25, 177 f.
1760. Lateinische Gedichte des 9. — 11. Jahrhs., von E. Dümmler.
Neues Archiv für ältere deutsche Geschichte 10, 331 — 337.
1761. Waltharilied. — Linnig (Bibl. 1884, Nr. 1557).
Vgl. Lit. Blatt 1885, 9 (Mogk).
s. Kuoop Nr. 528.
1762. Ruodlieb. — Laistner, L., die Lücken im Ruodlieb (mit Facsimile\
Zs. f. d. Alterthum 29, 1—25.
1763. Laistner, L., Rundlieb-Märchen in Rußland.
Zs. f. d. Alterthum 29, 443—168.
1764. Isengrimus ed. Voigt (Bibl. 1884, Nr. 1559).
Vgl. Philo!. Rundschau V, 12 (Huemer).
1765. Hroswitha, von Grashof (Bibl. 1884, Nr. 1536).
Fortsetzung: Studien und Mittheilungen aus dem Benedi ctiner-Orden VI, 1 — 4;
VII, 1.
1766. Hucbalds Schriften, von Müller (Bibl. 1884, Nr. 964).
Vgl. Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft 1885, 2. Heft.
1767. Metellus von Tegernsee, von v. Oefele.
Allgem. D. Biogr. 21, 508-509.
1768. Grillenberger , Otto, Zur handschriftlichen Überlieferung der Quiri-
nalien des Metellus von Tegernsee.
Studien und Mittheiluugen aus dem Benedictiner-Orden VI, 4.
17 69. Notker. — Dümmler, E. , das Martyrologium Notkers und seine
Verwandten.
Forsch, z. deutschen Gesch. 25, 195—220 (380).
Liber confraternitatum ed. Piper s. Nr. 1237.
1770. Todtenbücher. — Friess, Godfr. Edm., die ältesten Todtenbücher
des Benedictinerstiftes Admont in Steiermark.
Archiv f. österr. Gesch. 25, 315 — 506 u. Separatabdruck Lex. 8. (192 S.) Wien
1885, Gerold. 3 M.
Widukind s. Nr. 1092.
1771. Chronicon Moguntinum ed. Carol. Hegel. Scriptores rer. gcrm. in
usum scbolarum ex mon. Germ. bist, recusi. gr. 8. (XXI, 103 S.) Han-
nover 1885, Hahn. 2 M.
1772. Lambert von Hersfeld der Verfasser von Gesta Heinrici quarti me-
trice, von A. Pannenborg.
Forsch, z. deutschen Gesch. 25, 407 — 448.
VIII. LITTERATURGESCHICHTE UND SPKACHDENKMÄLEU. 255
1773. Otto von Freising. — Lüdecke, W, , der historische Werth des
ersten Buches von Otto's von Freisiug gesta Friderici. Progr. d. Gymn.
zu Stendal 1885. 32 S.
1774. Bernheim, Ernst, der Charakter Otto's v. Freising und seiner Werke.
Mitth. d. Inst. f. österr. Gescbichtsforsch. 6, 1.
1775. Saxonis Grammatici Gesta Danorum hrsgb. von Alfred Holder. S.
(LXXXVm, 724 S.). Straßburg 188G, Trübner. 10 M.
1776. Cosmas. — Die Fortsetzungen des Cosmas v. Prag. Nach der Aus-
gabe der Mon. Genn. übersetzt von G. Grandaur. 8. (XVI, 238 S.)
Leipzig 1885, Duncker, 4,20 M.
Gescliichtschreiber der deutschen Vorzeit in deutscher Bearbeituuf', Lief. 75.
1777. Reisen. — Neumann, G. A. , Ludolphus de Sudheim, de itinere
Terrae Sanctae.
Archives de l'Orient latin II, 305 — 377.
1778. Die Vita Alexandri Magni des Archipresbyters Leo (historia de preliis).
Nach der Bamberger und ältesten Munchener Handschrift zum ersten Mal
hrsgb. von G.Landgraf, gr. 8, (140 S.) Erlangen 188f), Deichert. 3 M.
Vgl. Anz. f. d. Altertli. 12, 163—165 (Toischer); Lit. Ceutralbl. 1886, 7 (Aus-
feld); D. Lit. Zeitg. 1886, 10 (Ziiigerle); Komania 1885, 631 f.
1779. Kinzel, zur historia de preliis.
Zs. f. d. Phil. 17, 98—108.
1780. Ausfeld, A., Zur Alexandersage.
Zs. f. d. Philol. 17, 108 f.
s. Nr. 1238.
ftuilicMnus s. Neuling Nr. 1238.
17 81. Apollonius. — Traube, L., zu der Ausgabe der Gesta Apollonii.
Neues Archiv f. ältere d. Gesch. 10, 381 f.
1782. Visionen. — Fritzsche, C. , die lateinischen Visionen des Mittel-
alters bis zur Mitte des 12. Jhs.
Roman. Forsch. II, 2.
Visio S. Pauli von Brandes s. Nr. 1422.
1783. Schauspiel. — Lange, C, ungedruckte lateinische Osterfeiern.
m— VI.
Zs, f. d. Alterth. 29, 246--259.
1784. Novati, F., un preteso monumento longobardo, L' iscrizione cremo-
nese di Lantelmo Ribaldi.
Arcbivio storico lombardo XII, 138 — 165. Zu W. Meyer LuJii.s de Antichristo
(Bibl. 1882, Nr. 1490).
s, Nr, 687—708.
1785. Hymnen. — Klemming, G, E., Hymni, sequentiae et piae cautiones
in regno Sueciae olim usitatae. 8, (VIH, 178, 3 S.) Holmiae 1885, Nor-
stedt et filii,
1786. Schleussinger, über ein ungedrucktes lat. Marienlied.
Sitzungsberichte der Münchner Akademie 1885, 2,
1787. In divae Catharinae laudem rhythmus.
Bl, f. Hymnoi. 1885, 3.
1788. Linke, Hymnus: Festi laudes hodierni.
Bl. f. Hymnoi. 1885, 7,
1789. Linke, J., Hymnus 'Tonat evangelica vox in claro mundo.
Bl. f. Hymnoi. 1885. 9.
256 MISCELLEN.
1790. Schönbach, A., zum Jüdel.
Zs. f. d. Alterth. 29, 350—352.
Eine latein. Fassung des Stoffes in Hexametern.
1791. Huemer, Joh. , zur Geschichte der mittellateinischen Dichtung.
Arnulfi delicie cleri.
Roman. ForschuHgen 2, 211 — 246.
1792. Omont, interrogationes de fide cathoHca (joca monachorum).
Bibl. de l'Ec.ole des Chartes T. 44, S. 58-71 (1883).
1793. Huemer, J., Rhythmus über die Schlacht auf dem Marchfelde (1278).
Archiv f. österr. Gesch. 67, 1.
1794. Linke, J., Codex Buranus.
Bl. f. Hymnol. 188.5, 9.
1795. Carniina clericorum. Studentenlieder des Mittelalters. Edidit domus
quaedam vetus. 6. Aufl. Heilbronn, Henninger. M. 1.
1796. Klemming, Gr. E,, Dialogus creaturarum moralizatur.
Samlaren 5, 36 — 42.
1797. Brunco, W. , zwei lateinische Spruchsammlungen kritisch behandelt.
Progr. d. Studienanstalt in Baireuth 1884—1885. 8. (44 S.) Baireuth
1885, Grau.
Vgl. D. Lit. Zeitg. 1885, 49 (E. Voigt).
1798. Huemer, J., Versus anonymi.
Zs. f. d. österr. Gymn. 1885, S. 505 f.
1799. Krause, K. E. H., zu den Versen im N. Archiv IX, 628.
N. Archiv f. ältere d. Gesch. 10, 405—406.
1800. Breslau, H., Aus Archiven und Bibliotheken.
N. Archiv f. ältere d. Gesch. 11, 93—108.
Darin: lat. Verse aus Engelberg (S. 97) ; lat. Beschwörungsformeln
aus Trier (S. 107 f.); über ein latein. Räthsel (S. 214).
1801. Holder-Egger, 0., Aus Handschriften.
N. Archiv f. ältere d. Gesch. 10, 369—374. (Auch lat. Ged.).
s. Steffenbagen Nr. 113.
MISCELLEN.
Mittheilungen.
Die Leitung der Zeitschrift für deutsches Alterthum ist von Professor
Steinmeyer auf Professor Schröder (Marburg) und Roethe (Göttingen)
übergegangen.
Der Privatdocent Dr. F. Munckor wurde zum a. o. Professor der
neueren deutschen Literatur an der Universität München ernannt.
An die neugegründete Universität Gothenburg in Schweden wurden
berufen: Axel Kock für nordische Sprachen. Hjalmar Edgren für ger-
manische Sprachen.
Der a. o. Professor Dr. H. Baumgart an der Universität Königsberg
wurde zum Ordinarius ernannt.
J. Seemüller in Wien wurde zum a. o. Professor für deutsche Sprache
und Literatur an der Universität Innsbruck ernannt.
j am 1. Juli zu Leipzig Professor Adolf Ebert, im Alter von
70 Jahren.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM
WIGALOISTEXTE UND DEN LESARTEN DER
HANDSCHRIFTENGRÜPPE Bb IN HARTMANNS
IWEIN.
I.
Es sei mir gestattet, Folgendes vorauszuschicken. Wie bekannt,
finden sich im Wigalois des Wirnt von Gravenberg viele Verse, die
mit solchen in Hartmanns Iwein ganz oder fast wörtlich überein-
stimmen. Schon Benecke, der erste Herausgeber und vorzügliche
Kenner des Iwein, hat in den Anmerkungen zu seiner Wigaloisaus-
gabe') „mehrere Zeilen ausgezeichnet", die mit Stellen im Iwein ganz
oder beinahe gleichlautend sind. Andere Stellen werden aufgezählt
von Lachmann '^), Bech'), Meißner'*) Medem^) und Bethge'*). Doch
ergibt eine Nachlese noch reiche Ausbeute, wie folgende Übersicht
zeigt. Es stimmen überein:
Wigalois
Iwein
Wigalois
Iwein
5, 6
= 2510 f. (Medem).
16,^28 ff.
= 4626ff (Lachm.)
5, 18
= 3820.
16,30
= 4665 (Bech).
7,38
= 251 (Medem).
17, 3
= 4701 (Lachm.).
7,39
= 1720.
18, 12 f.
= 4620 (Medem).
10,35
= 3702 vgl. 8039.
18, 18
= 4718 (Bech).
11,35
= 7239.
18, 25 f.
= 4393 f. (Bech).
12, 10
= 4537.
19, 3
= 1012 (Medem) vgl
14, 3 f.
^ 4580.
5027.
16, 11
= 4593.
19, 9 ff.
= 10 17 ff. (Meißner)
16, 25 f.
= 4567 f. (Benecke).
19, 17 f.
= 7 123 f. (Benecke)
') Benecke, Wigalois 1819.
^) Lachmann, Iwein. Benutzt ist die 3. Auflage (1868).
") Bech, Iwein (1869).
^) Meißner, Wirnts Verhältniß zu seinen Vorbildern (Genn. XX, 4.30; 187.t).
*) Medem, Über das Abhängigkeitsverhältnis Wirnts von Gravenberg von Hart-
man von Aue und Wolfram von Eschenbach. Progr. des Realgymnasiums zu St. Johann
in Danzig 1880.
^) Bethge, Wirnt von Gravenberg 1881.
UKRMANIA. Nenp Reihf XXIH. (XXXV.) .lahrg. 17
258
OSCAR BÖHME
Wigalois
Iwein
Wigalois
Iwein
19, 3 r ;
= 2002.
34, 24
= 2803.
20, 9 f.
= 4270 f.
34, 25 f.
1
20,23
= 6184.
1 14, 28
i = 3213.
20,25
=:= 7567.
35, i
=: 7790 (Bech).
21, 40 ff
= 6078 ff (Medera).
35, 9
= 203 (Medem).
22, 2 f. 1
= 4361 f.
38, 18
= 4548 vgl. 4538
96, 9 f. j
5508.
22, 20 f.
281 f.
39, 1
= 2961 (Medem).
22, 22 ff. )
104, 29 ff.
= 5593 ff. (Medem).
40, 7
40, 1 1
= 1467.
= 1316.
22, 30 f.
= 2189 f.
40, 27
^ 5761.
23, 7 f. (
-^ 350 f.
41, 1
= 3454 (Benecke).
116, 7 f. J
41, 33 ff.
= 2443 ff. (Lachm.).
23, 12 ff.
= 5601 ff (Medem).
42, 33 f.
= 5325 f.
23, 17
= 367.
42,36
= 5303.
23, 31 f.
= 6464 ff
43,21
= 6908.
23,36
= 3417.
44, 2
= 1203.
24, 3 f.
= 308.
44, 11
= 5584 vgl. 309").
26, 25
= 2749.
44,' 14 ff
= 4386 ff.
26,31
^ 6386').
44, 28
= 2147 vgl. 3637.
28, 11 :
=^ 4455.
2522. 7717.
28, 30 \
= 3812 vd. 2595.
44,29
= 524.
145, 1 1 J
o
44, 36 f. 1
30, 9 f.
= 339 f. (Meißner).
186, 11 J
= 5523 f.
30, 12
= 3038 (Medem).
45, 4
= 3687 vgl. Parz.
31, 2
= 8158.
752, 5.
32, 1 f.
= 4305 f.
45,25
= 29633).
32, 9 f. ]
46, 11
= 3029.
93, 8 f. 1
= 3097 f. (Lachm.).
47, 26 ff.
= 2444 ff. (Medem).
33, 16
= 3419 (Medem).
47,34
= 7807.
33, 30 f.
= 4951 f.
47,39
= 2193 (Benecke).
34, 1
= 2024.
49, 6 f.
-= 3111 f. (Medem).
') Dieselbe Zeile findet sich auch Greg. (Paul .3387); Parz. 168, 3; Krone 8223 5
wird also wohl dem allgemeinen Sprachgebrauche augehören.
») Ebenso Er. 4913; Trist. (Hagen) 17364; Krone 6903; Flore 508. 1378. 2036,
also jedenfalls auch allgemein gebräuchlich.
=) Wie Wig. 45, 25 lautet auch 53, 22; 62, 9; 115, 32; 240, 28; 249, 19.
Krone 420. 4269. 7245. Steyr. Chron. 264^ Flore 5051; vgl, auch TrisV.~4195";~'Nib!
(Zarncke) 9, 5, 3.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 259
Wigalois
Iwein
Wigalois
Iwein
49, 26 f.
= 4533 f.').
78, Iff.
= 6374 ff
50,25
= 7064 f.
70,32
= 6647.
52, 29 fF.
= 6617 f.
70,39
= 6071.
53, 2
= 4059.
71, 7
= 3414.
53, 11
= 4261.
71, 16
= 6458.
53, 14
:= 4845.
71,35
= 359.
53, 29 1
= 3434.
71,38
= 1941.
123, 25 1
74, 10
= 3644 vgl. 967.
53,32
= 190.
75, 6
= 7669.
54, 31
= 692.
75, 11
=^ 5104.
55, 3
= 1263 (Meißner).
75,39
== 720.
56, 17 f.
= 3829 f. (Lachm.).
77,29
= 7003.
56, 37 ff.
= 267ff. ^Lachm.).
77, 29 ft:
= 1385ff.vgl.l686ff
57,26
= 4509.
(Mei(.hier).
57, 29
= 4344.
77, 35 f.
= 4307 f.
58, 15 ff.
= 7253 ff.
78, 1 ff.
= 6374 ft\
59, 2
^ 5429 (Medem).
• 78, 39
= 6751 (Meißner).
59, 11 \
= 8115'^).
79, 2 ff.
:= 5139 ff.
86, 29 1
79,23
= 3051 vgl. 6583.
62, 7
= 5315 f. (Bethge).
80, 1 f.
= 6423 f.
55, 10 J
80, 23 ff.
= 7010 ff
62, 1
80,27
= 1266.
258, 33 .
= 4127.
82, 17
= 3076.
110, 7
83, 16
= 5523.
62, 37
=3 707.
83, 37
= 5548.
63,20
= 4326.
85, 9
:= 3836.
63, 35
= 4960.
85,28
= 4662.
64, 5
= 6799.
85, 32 \
= 3204.
65, 19 f.
= 3463.
103, 28 f. J
66,28
= 3852.
85, 34 f.
= 5530 f.
67, 7 ff.
=: 1681 ff. (Lachm.).
86, 21
= 6223.
68, 2
= 2959 (Meißner).
62, 17/
69, 9
= 1962 vgl. 5700.
86, 5 f.
= 6511 f. vgl. 799.
70, 25 ff.
= 6374 ff.
86,30
= 3824 3).
*) Die ganze Erzählung, wie Wigalois von Artus Urlaub begehrt, Wig. 49, 25
bis 50, 10 hat viel Ähnlichkeit mit Iw. 4533—4546.
') Dieselbe Zeile auch Kindheit Jesu 83, 64; Steyr. Chron. 44*', 68' u. ö. ;
lore 7335; Trist. 17516.
^) Den Inhalt von Wig, 43, 14-87, 21 (1523—3286) soll Wirnt genommen haben
ans dem „Bei Inconnu" von Renaud de Beaujeu (vgl. Mebes, über Wirnt von Gravenberg
17*
260
OSCAR
BÖHME
Wigalois
Iwein
Wigalois
Iweio
87, 33 \
6080.
109,' 16
= 4084.
151, 18 1
—
109, 18
= 3872.
88,24
=
7566.
111, 24
= 5190.
88, 33 f.
=
6475 f.
112, 26 f.
= 369 f.
91, 13
=
4444.
114, 20
= 3047 (Lachm.).
92, 6
=
6546.
114,35
= 2980.
92, 10
=:
5814.
116, 1
= 7813.
92, 11
:rz
6571 (Lachm.).
116, 15 ff.
= 2993 f. (Benecke).
93, 18 f.
—
5311f. (ßenecke).
116,34 f.
= 5360 f. (Benecke).
93,27
=
1013»).
117, 2
= 5160.
94, 12 f. 1
120, 36 J
=
5329 f.
117, 15
117,27
= 5563.
= 3877.
94, 19
=
1413.
117, 31 f.
= 471 f. vgl. 421 f.
94,23
=i
10 (Medem).
119, 19
= 6731.
95,22
=
7726.
120, 27 f.
= 3827 f.
97, 18 f.
=
6177 f.
122, 13
= 3990.
98, 71
123, 26
^ 1398.
208, 34 (
=
7806.
125, 15
= 2983.
98, 29
=
6912.
125, 17 f.
= 3065 f. vgl. 31 f.
100, 32 f.
=
3252 f.
127, 3 f.
= 274 f.
101, 2
=
3481.
127, 34 ff.
= 1325 ff (Meiß-
101, 33 f. 1
108, 29 1
=
1686vgl.Er.338f.
127, 37
ner)'').
= 3197.
103, 17 f.
—
1455 f. (Medem).
128, 71
= 4442.
103, 18
=
3038.
66, 13 J
103, 19
rzr
4089.
128,32
= 1469 (Medem).
103, 23
=
4111.
130, 3
= 5751.
104, 11
=
3102 vgl.
694.
130, 35 ff.
= 983 f. (Medem).
105, 35
=
7756.
131, 2
= 1137 (Haupt).
106, 4
=
3723.
132, 19 f.
= 4959 f.
106, 8
=
5681.
133, 8 ff.
= 5379 ff. (Lachm.).
106, 40
3=
4307.
134, 29 f.
= 4613 f.
108, 15
=:
5199.
135, 3
= 5850.
108, 16
=
4532.
136, 21u.ö
. = 1779.
108, 38
7=
4079.
137, 34
= 8099.
und seine altfrz. Quelle. Programm Neumünster 1879) und doch ist auch diese Partie
von Iweinversen durchsetzt.
') Vgl. Er. -2779; Greg. 2119.
') Wig. 127, 34 ff. schließen sich enger an Er. 8825-27 an als an I\v. 1325 ff.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 261
galuis Iv.eiu Wigalois Iweiii
29 = 6997 vgl. 7455. 185, 2 f . == 75()3 (Meißner).
1 f. = 1419 f. 185, 38 f. = 1857 f.
16 = 3352. 186, 2 f . = 2779 f.
15 f. = 5355 f. 186, 40 = 6185.
22 = 1993 vgl. 2245. 188, 6 ^ 36.
20 f. = 3621 f. (Medem). 197, 27 = 1412.
26 = 2949. 198, 22 f. = 2993 f.
39 = 5103. 199, 7 = 5583.
11 = 2974 (Benecke). 200,26 = 5043 vgl. 5018.
16 f. = 3507 f. (Benecke). 203, 19 == 4532.
22 f. = 3357 f. (Lachm.). 203, 26 = 6740.
24 f. = 4283 f. 205, 24 f. | ^ 2781 f. 2879 f.
26 f. ^ 6309 f. (Lachm.). 220, 3 f. f vgl. 3527 f.
37 = 3595. 209, 5 = 1474.
17 r:- 4383. 209, 31 = 1236.
18 1 _ 212,27 = 624.
35) —'"-'■215,30 = 3483.
24 f. = 4751 f. 222, 18 f. = 5755 f.
1 = 245 (Meißner). 224, 8 = .3193.
39 = 4563. 224,32 = 2750.
12 ff. = 5128 ff. 225, 34 = 4265.
6 f . = 3469 f. 230,261 _
.33 = 445 f. 291, 23 ( ~
40 = 463 f. (Beihge). 234, 19 j _ 0777
32 = 7464. 280,24/ *
32 = 998 (Lachm.). 238, 1 f. = 8065 f. (Medem).
31 = 5352. 238, 25 ^ 5076.
39 --=. 799. 238, 33 = 5964.
6 f. := 6025 f. (Meißner). 239,37 =6686 vgl. 55, 25
34 1 „,/. 1 in-, ^ (Meißner).
40} = ^^1^ vgl. lOol f. 239,39 =3781.
1 f. = 6724 f. (Meißner). 243, 36 f. = 3025 f. ').
39 = 1126. 244, 2 f . = 2907 f.
33 = 5188. 244, 33 = 6200 (Bech).
33 f. = 299 f. 245, 39 ff. =2613 ff. (Medem).
30 — 6722. 246, 29 = 8120 (Medem).
') Wig. 178, 37 und 232, 5 stimmen zu Parz. 158, 13. — Wig. 266, 15 und
268, 25 haben: als uns diu aventiure seit. — Auch Nib. 52, 1. 4 stobt: als vns diu
aventiure gild.
262
OSCAR BOHMIC
Wigaluis
Iwein
Wigalois
Iweiu
249, 4 = 7401. 281, 6 = 5028.
249, 18 f. = 4617 f. 281, 21 f. = 6993 f.
252, 24 z= 7855. 281, 28 =7130.
255, 34 = 1412. 290, 22 • = 6897.
259, 13 = 6422. 293, 1 f. = 4319 f.
263, 21 f. = 4234 f. 293, 16 f. = 2767 fF.
267, 6 = 3053. 295, H f. = 6423 f.
280, 38 = 10.
Die Zahl der angeführten übereinstimmenden Zeilen (die sich,
wenn man eine entferntere Ähnlichkeit noch gelten lassen wollte,
leicht vermehren ließe) beträgt etwa 370, das macht durchschnittlich
auf 32 Wigaloiszeilen eine Zeile. Im Einzelnen stellt sich das Ver-
hältniß wie folgt: im ersten Viertel des Gedichts (bis v. 3000) kommt
eine übereinstimmende Zeile schon auf 18, im zweiten Viertel (bis
V. 6000) eine auf 23, im dritten Viertel (bis v. 9000) eine auf 60 und
und im letzten Viertel (bis v. 11708) eine auf 80 Wigaloiszeilen.
Bisweilen scheinen ganze Partien des Wigalois mosaikartig aus Iwein-
zeilen zusammengesetzt zu sein, z. B.:
Wigalois 22, 20—28:
sus reit er für daz hürgetor
da siuonden edel knappen vor
riter unde knehte,
die in nach sinem rehte
enpfiengen ivünnecliche
er natu gesellecliche
kern Gäioein bt der hant
den heim man im abe bant
und fuorte in an guot gemach
Wig. 92, 5—11:
daz man solde ezzen
desn loart niht vergezzen
in gcBhe der wirt loirtschaft
und alles des die überkraft
des er haben mohte
als ez im ze nemen tohte
darnach bette man in
Wig. 154, 16—20:
mit der frouwen faor er dan
üf ir hüs an guot gemach
Iwein:
281 ich reit engegen dem bürget or
da stuont ein riter vor
5593 riter unde knehte
die in nach sinem rehte
enpßengen unde gruozten
1172 ... und nam in bi der hant
4832 und vuorte in dan
üf daz hüs an guot gemach.
6545 ezzen
und enwart des niht vergezzen
2444 und alles des diu überkraft
5813 mohte
daz ir ze nemenne tohte
657 1 do (= darnach B) bette man in.
4382 und vuorte in dan
üf daz hüs an guot gemach
DIK ÜBKREINSTIMMUNGEN /WISCHEN DEM WIGALOISTKXTE etc. 2(38
Wig. 154, 16-20: Iwein :
da im allez guot geschach 1119 da im allez guot geschack
der wirt seihe gegen im gie 5599 der selbe engegen ime gienc
vil minnecltche er in enpße. unde in vroeliche enpßenc.
Derartige Zusammenstellungen ließen sich mehr machen. Aus
Allem geht hervor, daß Peiffers ') Ansicht: die wenigen Verse, die
gelegenthch von Wirnt aus dem Iwein entnommen wären, könnten
in einem Gedicht von etwa 12000 Zeilen unmöglich hoch in Anschlag
gebracht werden, nicht stichhaltig ist, daß vielmehr Benecke Recht
behält, wenn er von einer Familienähnlichkeit zwischen dem Wigalois
und Iwein redet^). — Ich bin nicht der Meinung, daß Wirnt alle oben
angeführten Stellen aus dem Iwein entlehnt habe. Manche Überein-
stimmungen sind rein zufällig, andere lassen sich aus dem all-
gemeinen Sprachgebrauche oder aus dem der höfischen Dichter er-
klären. Nach Abzug derselben bleibt aber noch eine große Zahl übrig,
die sich nur durch Entlehnung aus dem Iwein begreifen läßt. Daß
Wirnt bei Abfassung seines Wigalois Hartmanns Iwei.n
benutzt hat, kann daher nicht in Zweifel gezogen werden
Fraglich ist, in welcher Weise diese Benutzung stattgefunden hat.
Meißner^) ist der Meinung, daß die zahlreichen wörtHchen Benutzungen
nicht als bloße Reminiscenzen angesehen werden dürfen, sondern „daß
Wirnt eine Hs. des Iwein vor sich gehabt hat''. Wenn damit gesagt
sein soll, daß Wirnt bei Abfassung des Wigalois in einer Iweinhs.
die für seinen Zweck brauchbaren Partien immer nachgeschlagen
und aus derselben abgeschrieben habe, so stimme ich Meißner nicht
bei. Ich nehme vielmehr an, daß Wirnt die aus dem Iwein entlehnten
Stellen aus dem Gedächtniß niedergeschrieben oder dictiert hat und
zwar deßwegen, weil er gewöhnlich nur eine Zeile, seltener zwei und
höchstens 3 — 4 Zeilen auf einmal, aber nicht größere zusammen-
hängende Partien entlehnt und weil die herübergenommenen Zeilen
nicht in derjenigen Reihenfolge, die sie im Iwein haben, auch im
Wigalois auf einander folgen, sondern bunt durcheinander stehen.
Die Reihe wird noch bunter dadurch, daß zwischen den Iweinzeilen
auch solche aus dem Erec, dem Gregorius, dem armen Heinrich und
dem Parzival vorkommen. Daß aber Wirnt, der den Iwein fast
1) Franz Pfeiffer, Wigalois 1847, XVI.
^) Die angeführten Verse sind auch nicht das einzige Gemeinsame zwischen
dem Iwein und dem Wigalois. Auch im Wortschatz , in den Reimen, in vielen Rede-
wendungen, in ganzen Beschreibungen und Erzählungen zeigt sich die Ähnlichkeit
deutlich.
3) a. a. O. S. 430.
264 OSCAR BÖHME
auswendig gekonnt haben muß, seine Kenntniß dieses
Gedichts nicht dem zufälligen Hören, sondern dem Stu-
dium einer Hs. verdankt, ist m. E. gewiß. Wennner „vielmehr
Verse wörtlich" aus dem Iwein als aus dem Erec herübergenommen
und die letzteren „viel mehr verarbeitet" hat als die ersteren, so
erklärt sich das daraus, daß er den Erec vor dem Iwein studiert hat.
Während der Abfassung seines Gedichts lernte er dann noch den
Parzival kennen und benutzte diesen für den zweiten Theil des
Wigalois , in welchem Stellen aus dem Erec und Iwein seltener vor-
kommen. — Welche Iweinhs. hat nun Wirnt zur Benutzung
gehabt? Vorausgesetzt, daß es eine der vorhandenen oder eine Vor-
lage von vorhandenen war, so müssen — sollte man meinen — die
Lesarten, die Wirnt in den oben angeführten entlehnten Iweinzeilen
aus seiner Hs. in den Wigaloistext aufgenommen hat, Antwort auf
diese Frage geben. Aber so einfach liegt die Sache nicht. Wohl finden
sich zahlreiche Übereinstimmungen zwischen dem Wigaloistexte und
Lesarten von Iweinhs., im Ganzen etwa 130, aber in den meisten
Fällen handelt es sich nur um Kleinigkeiten, in denen überhaupt die
mhd. Hss. außerordentlich leicht variieren, so daß schwer zu ent-
scheiden ist, wie viel davon auf Rechnung des Zufalls gesetzt werden
muß. Nur verhältnißmäßig wenige erheben sich über dieses Niveau,
und auf diese wenigen muß man fußen, wenn man die Frage beant-
worten will, aus welcher Iweinhs. oder -hss. Wirnt geschöpft hat.
Ich gebe im Folgenden das Verzeichniß der mit dem Wigalois über-
einstimmenden Lesarten aus Iweinhs., die ich für die wichtigsten
halte ^) :
Wig. Iw.
'22, 20 '^) 281 B: sus reit ich = ich reit AdDbacfrz.
ich gerait J.
') Außer dem gedruckten Material konnte ich die Iweiubss. J, c, f, r, z (nach
Henricis Bezeichnung vgl. Z. f. d. Phil. XVII, 385 flf.) benutzen. Den geehrten
Directionen, die mir die Benutzung gütigst ermöglichten, sei auch an dieser Stelle
der ergebenste Dank ausgesprochen.
^) Wig. 22, 20 = 18, 21 und Iwein 281 B = 5931 B D C.
Wig. 162, 40 der rücke was ir 'uf gebogen
da engegen ein hover üz gezogen
Iw. 463 sin rücke was im üf gezogen
uz D b f , gepogen J
hoveroht und ilz gebogen
II f D r f , gezogen J.
Auch Krone 19654 steht uf gebogen: diu oren wären ^/gebogen (Beschreibung des
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 265
WifT. Iw.
162, 40. 41 463. 4 Ü b J f: uz tjezogen ~ uf gezogen A B d c a r z.
D r J f : uf gebogen = uz gebogen A B d b c a z.
117, 32 472 Db Je: rehte = tool Bdfar z — A.
54, 31 692 B D b J d f r z : frouc = betroh A a c.
166,32 998 DbJcfrz: niht = nimer ABd, nyrgin a.
19, 9 1018 BDb Jdfr: — = beide Aaz.
7, 39 1720 D b J: muot = herze A B E a d c z.
47, 26 2444 A D b J K f : rfm = — B E d c r z ein a.
293, 17 2769 D b J c a r: besunder = sunder A B d f z.
33, 16 3419 A d a D J c f: des trostes = der rede B b z r.
56, 18 3830 BbEacrz: - = doch A d J, auch f.
doch mit D.
109, 18 3872 A d a D J c f r: hie liez er sine = ane allerslahte B b z.
109, 16 4084 D b E a: er muse dulten = em dulde A B z, der ge-
dtdte d, er dulde Jfr, er tette es c.
EaJc: — = die AD, ir h, von in B, dan-
noch d f , dan mit c , auch danne r.
263, 21. 22 4234. 35 B b z teil ligen = lige A d D J a c f r.
225, 34 4265 B b D J d c f vor = von A a z r.
B b D z r si c^o = si A d a J c f.
57, 29 4344 A D d r J c f : dehein schade = ze schaden B b z,
schade E a p.
Ackerknechtes). Dagegen heißt es im Erec 7349 f. von dem Pterdc, das Enite von
den Schwestern des Guivreiz geschenkt erhält:
sin kel die und üf gezogen
ze rehter mäze gebogen.
Zu Iw. 998 vgl. Paul in Beitr. I, S. 350 und Lachmann zu 998. — Iw. 1017: Die
Zeile fehlt in c. — Zu Iw. 1720: in f fehlen 1719.20, in r 1720. 22. — Gegen die
Autorität aller Hss. hat Lachmann in v. 1720 stuont weggelassen und in die folgende
gesetzt, „weil herz abgekürzt diesem Dichter nicht geziemt". — Zu Wig. 47, 26 vcl.
Er. 380 dez häten s% die Überkraft. — Zu Iw. 3830 : Das doch fehlt auch bei Clirestieu
3338: un cri molt dolereus et haut. Auch Er. 8991 f. steht es nicht: nü gehörte er eine
stimme starc unde grimme. Er. 5295 f. hat: do horter eine stimvie jccmerlichen grimme
und Trist. 9053 : einen 'doz und eine stimvie so griuüch und so grimme. — Zu Wig.
225, 34: Das do fehlt in der Wig.-hs. D, steht aber in ABC. — Zu Iw. 4751: In B
Lücke, in r fehlen 4751. 52. — Zu Iw. 6185: Die Zeile ist aus der Erzählung von der
Einkehr Iweins in die Burg des Riesen, beziehentlich des Wigalois in die des Roas.
Beide Erzählungen bieten manches Ahnliche. Iwein wird von dem Pförtner mit Droh-
worten empfangen (6174) und auch dem Wigalois schloß mau das Thor yiiit zome
auf (187, 1). Von dem Pförtner heißt es im Iwein kurz vor unserer Zeile : sümt ern
{er »ick Jdcfrz) unlange (6172) und von Wigalois: do sümder sich unlange vrist
(186, 33). — Zu Iwein G466: In z fehlen 6459-70.
266 OSCAR BÖHME
Wjg. !\v.
160, 39 4563 B b z D a c f : — =: ie AdEJr.
156, 24 4751 b: oh ich dem risen = daz ich im AdaD Jcfz.
179, 40 5165 b : komer = laster AdaDJBcfrz.
181,33 5188 BbDJEacfr: sich = si Ad.
186,40 6185 BbD: — = ?üe'7er A d J E a c f r z.
b D : dem Inise = de7- hure AdBJEacfrz.
86, 2 6223 BbOr; do, c: da, D: doch -- im A d J E a f .
B D O r c: michels = michel A d E a f b , vü d,
dester J.
6466 B b: gewizzen = richeit AdDJEacfr.
B b : ganze = kiusche AdDJEacfr.
6476 AdEaDJOcfrz: als ein loirt den = als man
liehen B b.
657 1 B : darnach = do AdDJbEar, nu c f.
6908 J d : daz {ditz d) danchte = ez duht A a D c f z ,
nu duhtez B b und duckte, r.
69 1 2 J d : diu loerlt = man AaBbDcfr got z.
7103 BDHJdcfr: ze = in A a b z.
B D H J d c f : stücken = stücke A a b r z.
7124 Bb: über = an AdDJHEacrz.
7239 D b E J c f r: icol, A : t;oZ = — B d a z.
7401 B : freuden = eren ADJbdcfarz.
7669 J d c f r: soll = müezet A a ß b D z,
8158 J d f: der {irer f) arbeit = des kumhers A a B b Der,
sin z — ^).
*) Zu erwähnen ist noch, daß die Iweinhs. f einige bedeutende Annäherungen
an einzelne Stellen des Iwein zeigt. Es sind folgende:
1. Iw. 1316 den vAp ze liehe ie gewan
I
freunde f
Wig. 40, 1 1 den imp ze friunde ie gewan ;
'Z. Iw. 1485 saget wä wolt ir hin
oder wä habt ir den sin
genuinen der iu ditz geriet,
f: saget an ica wolt ir hin
gewunnet ir ye guten sin
dem tut ir hie gar ungeleich (: reich).
Wig. 152, 20 si sprach herre wä weit ir hin
gewunnet ir ie guoten sin
deiswär dem tuot ir tmgelich (: rieh).
3. Iw, 3 1 1 1 ( künec Artus mich hat gesamt
\f: herre kunec mich hat gesant
mhi vrouwe her in iuwer lant
23,
32
88,
34
92,
11
43,
21
98,
29
19,
9
19,
18
11,
35
249,
4
75,
6
31,
2
Wig.
150, 16
Iw.
7123
1
Wig.
19, 17
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DKM WIGALOISTEXTK etc. 267
Wenn man die angeführten 33 Stellen überblickt, so ist man
zunächst geneigt, alle Übereinstimmungen für zufällig zu halten.
Wig. 49, 6 herre kunec mich hat gesant
min frouwe her in iuwer lant.
Die Wig.-hss. A und C haben nur einmal herre, was wohl das Riclitigc sein wird,
während das von Pfeififer bevorzugte herre her nur in B enthalten ist.
4. Iw. 3507 1 imd sich so griultchen such
\ f: do er so gretdich sich ersuch
wider sich seihen er do sprach
do er sich also nacket sach
wider sich selben er do sprach.
in heten diu ras niht getan
si liezenz an den lip gän
si Uezzens über si selben gan
diu TOS enheten in niht getan
si liezenz über sich selben gdn.
Wie erklärt sich dieses auffällige Zusammengehen der Iweinhs. f mit dem Wigaluis?
Daß Wirnt aus f geschöpft habe, ist eine Unmöglichkeit, da f eine junge Hs. ist
(vom Jahre 1415); auch die Vorlage von f kann er nicht benutzt haben, da die
nächsten Verwandten von f, also besonders c, die Übereinstimmung an keiner ein-
zigen Stelle theilten. Es wird daher anzunehmen sein, daß der Schreiber der IIs. f ein
Kenner des Wigalois war, und daß er obige Stellen beim Abschreiben des Iwein mit
hat einfließen lassen. Für diese Annahme läßt sich noch etwas anführen. Die Hs. f
läßt am Schlüsse 8 Zeilen (8159 — 66) weg, fügt aber dafür 106 Zeilen hinzu, in denen
erzählt wird, daß Iwein und seine Gemahlin in Liebe und Eintracht zusammen lebten,
daß Iwein seinen Ruhm mehrte , daß er Luneten an einen Grafen verheiratete , daß
ihm Gott einen Sohn schenkte, der auch Iwein genannt wurde, daß er Klöster und
Spitäler stiftete, Gefangene aus ihren Banden befreite, Brücken und Stege baute, das
Ungeld verbot vind am Ende seines Lebens auf seiner Seelen Seligi<eit eifrig bedacht
war. Dann heißt es:
er und auch sein loeib
dew edlew salden reich
lebten sa lichleich
gar an mizzewent
vncz an irs leib es ent,
auf welche Worte noch 10 ZeiUn folgen.
Dieser Zusatz in f entspricht den letzten 104 Zeilen im Wigalois (295, 21 bis
298, 22), in denen erzählt wird, daß Wigalois mit seiner Gemahlin im Lande Korntin
angekommen in Freuden lebte, daß er die wüste Stadt vor seiner Burg wieder auf-
baute, daß er den Armen ein Helfer war, daßMIim ein Sohn geboren wurde, welclier
den Namen Lifort Gawänides erhielt und viele Thaten vollbrachte, daß Wigalois und
sein Weib ein reines Leben führten, wodurch sie sich Gottes Gnade erwarben.
Auch hier steht 9 Zeilen vor dem Schluß (298, 10 ff.):
her Wigalois und sin wtp
richeit und iren pflag ir Itp
an alle missewende
schöne uns an ir ende.
268 - • OSCAR BÖHME
Sieht man aber genauer zu , so stellt sich die Sache anders heraus.
Wir wissen^), daß die Gruppierung der Iweinhss. eine andere ist von
V. 1 — 3000, eine andere von 3000 bis etwa 6 — 7000 und wieder eine
andere von da bis zum Schluß. Im ersten Theile stehen besonders
häufig folgende Hss. -Gruppen einander gegenüber:
DbJ — ABdcfarz
DbJc - ABdfarz
DbJcf — AJ3darz
DbJcfarz — ABd,
welche man nach den Endgliedern kurz die Gruppen DbJ und ABd
nennen kann. Überall nun, wo Wirnt eine Zeile aus dem Iwein ent-
lehnt, in welcher die Lesarten von DbJ und ABd zur Wahl stehen,
hat er die von D b J in seinen Text aufgenommen. Oben sind fünf
Stellen angeführt; es lassen sich vier weitere hinzufügen (Wig. 19, 12
= 1020; 56, 37 = 267; 45, 2.5 = 2963; 19, 31 = 2002), in denen es
sich um weniger bedeutende Lesarten handelt. Nie hat Wirnt die
Lesarten von ABd. Sollte das Zufall sein? Sollte Wirnt in allen
Fällen, wo nicht DbJ geboten war, an den entlehnten Zeilen ge-
ändert haben, jedesmal zu Gunsten von DbJ? Das ist nicht möglich.
Es ist vielmehr anzunehmen, daß er die Lesarten der Hss. DbJ in
seiner Vorlage gefunden hat. — In der mittleren Partie des Iwein
stehen folgende Hss. -Gruppen einander sehr oft gegenüber:
BbD — AdJEacfrz
BbDzr — AdJEacf
BbDJzr — AdEacf
BbDJEacfzr — Ad,
die man nach den Endgliedern BbD und A d nennen kann. Wo
Wirnt eine Iweinzeile entlehnt, in welcher die Lesarten von BbD
und A d einander gegenüberstehen, hat er immer die von BbD auf-
genommen. Oben sind fünf Fälle angeführt; außerdem gibt es noch
neun unbedeutendere (256,27 == 6647; 122,12 = 3640; 240,24
= 7672; 85,37 = 5284; 28,30; 152,27; 86,5; 35,9; 78,1), im
Ganzen 14. Eine einzige Stelle nur ist mir bekannt, wo Wirnt der
Gruppe A d folgt: 239, 37 der grozen mort het getan — 6686 und heten
(A d J c f z = heten ouch B b D a r) grozen mort getan] aber hier ist zu
Der Schreiber von f scheint also die letzten 100 Verse, die er geschrieben, an die
letzten 100 Verse des Wigalois angelehnt zu haben. Ein solciier Zusatz finilet sich
— so weit mir bekannt — in keiner anderen Iweinhs.
') ^'gl- Paul in Beitr. I, 288-401: Über das gegenseitige Verhältniß dfr Hand-
schriften von Hartmanns Iwein.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGKN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE et:. 269
bedenken, daß das ouch für Wirnt in seinen Zusammenhang gar nicht
brauchbar war. Es stehen also 14 B b D gegen 1 A d. Auch hier ist
es wahrscheinlicher, daL- Wirnt aus BbD oder einer Vorlage der-
selben geschöpft hat. als daß die zahlreichen Übereinstimmungen mit
Gruppe BbD dem Zufall ihre Entstehung zu verdanken haben. —
Im letzten Theile des Iwein endlich, etwa von v. 6000 ab, stehen
sehr oft gegenüber:
Jd — AaBbDcfrz
Jdcf — AaBbDrz.
Immer hat Wirnt die Lesarten von J d (2mal s. oben) und I d c f
(Tmal: 281.22 = 6994: 77,29 = 7003: 175,2 = 6725: 95,22
= 7726; 238, 2 = 8063: 31. 2 und 75, 6, einige mit leichten Schwan-
kungen) aufgenommen. — Das Register ließe sich noch fortsetzen.
So hat der Wigalois . um nur noch ein Beispiel anzuführen . niemals
die Lesarten von A a. — Aus keinem Theile des Iwein hat also Wirnt
die Lesarten der Hss. -Gruppen, welchen A und B zugleich angehören,
in sein Gedicht aufgenommen, sondern immer die der anderen (an
mehr als 20 Stellen").
Bei solcher Consequenz kann m. E. vom Zufall als einzigem
Erklärungsgrund keine Rede sein. Sollte Alles durch Zufall erklärt
werden können, so müßten doch auch Fälle zu verzeichnen sein, wo
Wirnts Test nicht bloß mit Lesarten aus Gruppe x, sondern auch
mit solchen aus der entgegenstehenden übereinstimmt. Aber das ist
nie der Fall — außer bei den Gruppen.
Bbiz) — AdDJacfr.
von denen wir einstweilen absehen, da von ihnen unten weiter die
Rede sein soll.
Wenn auch die Zahl der angeführten auffälligeren LT)erein-
stimmungen zwischen dem Wigaloistexte und den Lesarten der Iwein-
hss. nicht sehr groß ist, auch einige Fälle noch abgerechnet werden
müssen als minder wichtig oder zufällig, so bleibt doch immer noch
eine hübsche Anzahl übrig, die eine Erklärung heischt. Und sollten
selbst von jeder Gruppe nur wenige Fälle bleiben: man kann selbst
diese nicht einfach übergehen. Ist es aber unmöglich, auch diesen
Rest durch den bloßen Zufall zu erklären, so sehe ich keinen anderen
Ausweg, als anzunehmen, daß Wirnt die mit den Iweinhss. überein-
stimmenden Worte aus der von ihm benutzten Iweinhs. entlehnt hat.
Denn daß etwa die betreffenden Schreiber der Iweinhss. den Wigalois
ffekannt und aus demselben absreschrieben hätten, ist nicht denkbar.
270 OSCAR BÖHME
Welche von den Hss. DbJ, BbD, Jd(cf) hat aber Wirnt
benutzt? Denn eine von diesen oder eine von ihren Vorlagen kommt
doch zunächst in Frage. J kommt zweimal vor, ebenso b; aus ihnen
könnten also wohl die Übereinstimmungen mit zwei Gruppen herrühren,
aber nicht die mit der dritten. Außerdem gibt es ja auch schwer-
wiegende Übereinstimmungen mit anderen als den angeführten Gruppen,
die keine Erklärung fänden bei der Annahme, daß Wirnt aus I oder
b geschöpft hätte. Eine andere der verzeichneten Hss. kann aber
noch viel weniger Wirnts Hs. gewesen sein. Ebensowenig reicht die
nächste Vorlage einer der drei Gruppen zur Erklärung aller Fälle aus,
auch nicht die an sich unwahrscheinliche Annahme, daß Wirnt mehrere
Hss. benutzt hätte. Nun bliebe noch zu erwägen^ ob nicht etwa die
Übereinstimmungen mit einer Hss. -Gruppe bloß aus Wirnts Iweinhs.
stammen, während die mit anderen alle zufällig sind. Das anzunehmen
wäre man nur dann berechtigt, wenn Wirnt aus einer Gruppe viel
mehr oder viel bedeutendere Lesarten entnommen hätte, als aus den
anderen. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Er muß eine Iweinhs-
benutzt haben, aus welcher sämmtliche mit demWigalois
übereinstimmende Hss. -Gruppen des Iwein geflossen sind^
und das kann nur das Original des überlieferten Iwein-
textes selbst gewesen sein.
Wenn das so ist, dann muß sich nachweisen lassen, daß die in
den Wigalois aufgenommenen wichtigeren Lesarten aus Iweinhss. der
Mehrzahl nach den echten Text überliefern, und das läßt sich m. E.
nachweisen. Aus den Lesarten, die Wirnt aus den verschiedenen Hss. -
Gruppen des Iwein aufgenommen hat, läßt sich weiter ohne erhebliche
Schwierigkeit das Abhängigkeitsverhältniß dieser Hss. -Gruppen von
dem von Wirnt benutzten Original feststellen und der Hss.-Stamm-
baum reconstruieren. Wie bei Untersuchung von Hss. -Verhältnissen
die gemeinsamen Abweichungen vom ursprünglichen Text entscheiden
so sind hier die wichtigeren Übereinstimmungen entscheidend.
Nimmt man also an, daß Wirnt den ursprünglichen
Text des Iwein benutzt hat, so lassen sich alle wesent-
lichen Übereinstimmungen zwischen dem Wigaloistext
und den Iweinlesarten erklären, auch die, welche nicht unter
die obenerwähnten Gruppen fallen. Von den unbedeutenden bleibt
natürlicherweise ein kleiner Rest übrig, der zufällig sein muß. Die
Mehrzahl der unbedeutenden aber scheint auch aus der von Wirnt
benutzten Hs. geflossen zu sein. — Nur die schon oben er-
wähnten Gruppen B b (z) — AdDJacfr bieten Schwierig-
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 271
keit.en insofern, als derWio;alois ausnahmsweise an unge-
fähr ebensoviel Stellen zu B b (z) , als zu den übrigen Hss.
stimmt, und zwar — wie schon aus dem oben angeführten Ver-
zeichniß ersichtlich ist — mit den wichtigsten Lesarten von
allen. Diese Übereinstimmungen des Wigaloistextes mit B b (z) und
gegen B b (z) sollen im Folgenden eingehender behandelt werden.
IL
Bekanntlich weicht in Hartmanns Iwein von v. 3000 ab die Hss.-
Gruppe Bb sehr häufig von den übrigen Hss. ab, nach Lachmanna
Variantenverzeichniß an über 300 Stellen. Diese Ziffer reduciei't sich
allerdings, wenn man mehr Hss. heranzieht, als Lachmann gethan,
es bleiben aber auch dann noch so viele Abweichungen übrig, mit
denen Bb allein steht, daß sie die Zahl derer von Ad, Aa, Dbi
E a und J d (von 6000 an häufig) weit übertreffen. Ich gebe hier
das Verzeichniß der Varianten von Bb, wie es Lachmann anführt,
füge aber die von mir verglichenen Hss. hinzu, wo sie dieselben
Lesarten bieten wie Bb. Wo die Ziffer der Iweinzeile allein steht,
stehen Bb immer den übrigen Hss. gegenüber:
3069 1)
3311 -
- BbG
3121 —
BbJf
15 -
- BbGcf
31 -
BbJcd
20 -
- BbGz
69
24
3266 -
BbJfrz
33 -
- BbG
75.76
— BbGf
38 -
- BbG
77 —
Bbz
45 -
- BbGz
90 —
Bbz
54 -
- BbGzr + a
92 —
BbGz
59 -
- BbGJz
94 —
BbGz
68 -
- BbzJf
98 -
BbGzcf + J
70 -
- Bbz + ra
99 -
BbG + z
72 -
- Bbzr
•)
3069—74 fehlen in z.
3121-26 fehlen in z. — .3121 J f: von
erste.
3266 B J z : strale, b f r : stral.
3277 z: do.
3290 b z : do, a : yn do.
3292 z: da wand er in sicher sin.
3298 J: vnd ist vmh mein leben ergangen.
3299 z: ich armer wie ich midi..
.3311—18 fehlen in z.
3320 z: nu tet im das der tor bekant.
33;i3 — 44 fehlen in z.
3345 hat A: twalte.
3354 a: vnd ab er ye manheit begy
Iceyne sulchin pris.
3368 hat Lachmann: do AHb, aber A
hat so, wie D.
3370 a : dy kort ivgder , r : sie kerlen ze-
hant.
272
OSCAR BÖHME
3376 —
Bbzc
77 —
Bbz
3417 -
Bbzr
19 —
Bbzr
22 —
Bbzr
51 —
Bbzr
55 —
BbzJcfr
78 -
Bbz
79
80
88 vor
85 + 2 Ze
87
3522 —
Bbz
28 —
Bbz
29
36
46 —
Bbf
57 -
Bbz
58 —
Bbz
70
77 —
Bbz
78 —
Bbz
79 -
Bbz
89 —
Bbc
98 —
Bbz
3613 -
Bbzf
17 —
Bbr
22 -
Bbzrf
34 -
Bbz
36 —
Bbz
3377. 78 fehlen in f.
3417. 18 fehlen in a.
3581 — 3502 fehlen in z.
3522 z : lian viit manheit prifi.
3529-48 fehlen in z.
3546 f: er äffet sich sich' ane not., c: er
hat sich geeffet one not = D.
3569. 70 fehlen in z.
3577 z: wie stant es vnih min leben.
3613 f: vn navi ir dar vmb nicht kunt.
3634 z : ivan fürtend ir.
3645 ■/: nun fürt si in dan , J : sn^ fürte
3642
— Bbz
44
— BbzJ
45
- Bbz+J
50
- Bbz
67
77
3709
- Bbr
14
44
— Bbf
45
60
75
81
83
87
— Bbf
98
3832
35
38
50
61
63
64
72
— Bbz
78
— Bbz
94
- Bbz
3919
23
— Bbz
24
— Bbz
30
. .r dan (Wasseifle
schrieben, aber unlesbar; Platz für
circa 6 Buchstaben).
3667 hat auch b: zu der, nicht an der,
wie L. anmerkt.
3781—84 fehlen in fc; in z lautet 3781:
vnd er iust ir das land.
3787 b : den auch yme da geschach ;
f : dami herrn yhein da geschach.
3835 hat auch b : nu wiste dy styme yne
3919—22 fehlen in z.
3924 z : d.as er wißt nit.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 273
3940 -
- Bbr
41
69
85 -
- Bbr
97 -
- BbzrJcf
4011
12
29
30 -
- Bbf
35
39
42
66
71
4110 -
- Bb -f f
16
31
44
48
65
73 -
- Bbr
75 -
- Bbzc
77
84
87 -
- Bb + z
99
4205 -
- Bbr
X -
- Bbz
24
4228 -
B b J z a c r
29 —
Bbzf
35 —
Bbz
53 —
Bbf
62 —
Bbz
81 —
Bb/;
87
95 —
BbJd
96 -
Bbzr
97 —
BbJcf
4300
2
17
19
24
25
26
28
34 -
BbJ
43 —
Bbz
44 —
Bbz
47 —
Bbz
49 -
Bb + J
50
52
56
85
92
94 -
Bbz
3981—92 fehlen in z.
4031—44 fehlen in z.
4066 c: den ich iiidert lebendig iveste.
4071 b : so ivollen sie mir nemen den
lip.
4110 f: die drei/ der f/ewaU ich da dol.
4116 b: sie sich des.
4125 — 44 fehlen in z.
4165-68 fehlen in z.
4175 f hat noch für 7iu.
4187 z: ye ze liebe vil ze gnch.
4191—4202 fehlen in z.
(JKUMANIA Npiip KftiliP XXIII. (XXXV.) .Tabr.'
4208 lautet in f : war er an ern ir r/eleich
in c: vnd wer seym leibe (/deich.
4228 Die angeführten ll.s.s. 'haben .sämnit-
lich slahen lan.
4253—56 fehlen in ?..
4281 c: der ye rang vnd noch nach eren tut.
4317 emoage hat nur'B, 'in b .steht en-
wagen.
4323—34 fehlen in z.
4347 z : sj/ müssen vch lanssrn irifS gnt fry.
4349—56 fehlen "in z.
4349 J: ir durh sein.
18
274
4400
8 —
Bbz
27
47
53 —
Bbr
77 —
BbJdcf
4544
52
68.
70
81 —
Bbz
82
4606
10
11
4801
43 —
BbJfr
45 —
BbJ
53 —
Bbr
71 —
BbJ
73 -
Bbr
77
79
80
98 —
BbJ
4900
26
5002. 3
23 -
BbJf
58
OSCAR BÖHME
5063
65 -
BbJr
83 --
BbJf
93 -
BbJ
5117
20
28
37
48 -
BbJ
54
60
80 -
BibJ
86
5204 —
BbF
17 —
BbFr
23 —
BbF
27 -
BbFJ
37
55 —
BbJ
59
61
73 -
Bbr
77
93 —
BbJc
96 -
BbJf
5310 -
Bb + Jf
17 —
BbJ
27
40
54
4421—30 fehlen in z.
4447— 52 fehlen in z.
4549 — 54 fehlen in z.
4801 b: vmb uwer vnschulde
vnd durch myner fraiiwen Imlde.
4837—4913 fehlen in z.
4871 r: wegst, c: weger, f: w'dger.
4873 f: ein %ahe getaut spil.
4879 J: ine viohter paide gephlegen, vgl.
a: in enmack yr beid' nyt gepflegin.
4907—5006 fehlen in z.
5063—66 fehlen in z.
5180 J: swaz vb'' si hie ist gechlaget.
5167—5218 fehlen in z.
5255 r: verban; f: engan; in c lautet
die Zeile: ir erbarmet mich vil sere;
in z fehlen 5229—80.
5259—62 fehlen in J.
5310 B: zen orsen, b: zu den roßen, I: ze
rossen, f: czu orzzen.
5317 Bb: wiae, J: weis.
5317. 18 fehlen in c.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 275
5377 -
- Bbzr
84 -
- BbJ
5429 -
- BbDJcfr
45
61 -
- BbJfr
65 -
- Bbr + z
77 -
- BbJ
82 -
- BbJ
5504 -
- Bbc + Jz
9
18 -
- Bbcf
42 -
- B b -f J
43 -
- ßbzrc
46 -
- Bc -f f
62
71 -
- BbJa
83 -
- Bbf
86
88 -
- Bbf
5619
20 -
- Bbc
57 -
- Bbcf
60 -
- Bbz
70 -
- BbJr
76 -
- BbJ (ouch)
76 -
- Bbf {loht)
82
5687 nach 88
BbJ
5710 -
- Bbc
21 -
- Bbcfr
23
70 -
Bbz
79
5808 -
- BbJ
24
33
45 -
- Bblr
48
61
64 -
- Bbra
78 -
- Bb + z
83
92 ~
BbJ
5905 -
- BbJ
6 -
â– BbJc
9 -
BbJ
41
68 -
- Bbz
81
6003 -
- BbJ
4 -
- BbJcf
57
59
rüter ichtes sag ;
5377 r: er lieff so gegen den maoi.
5883. 84 fehlen in c.
5429-38 fehlen in z.
5465 z: man lose.
5471—86 fehlen in z.
5504 c: V071 eynem
J: von ienne ritter sage; z: von ainevi
rüter sage.
5507—32 fehlen in z.
5515—18 fehlen in J.
5542 J: ze im selben sprach also.
5546 f: da daz verserte kercze mein.
5561. 62 fehlen in z.
5581 — 90 fehlen in z.
5588 f: daz er do nam.
5677 — 98 fehlen in /..
5705 — 14 fehlen in z.
5710 r : die müsse vollehringen.
5723 B: minen rehten erheleil niht hin
b ; viein recht erbe teile nit lan.
i>110 z: ir siechait vnd ir kuviev cl.
5808 J : vil lichte.
5823—20 fehlen in n.
5878 z: Messen si ritten.
5901 — 50 fehlen in z.
5946—74 fehlen in r.
5977—82 fehlen in z.
0055-68 fehlen in z.
18*
276
OSCAR BÖHME
6062 —
BbJf
6855
68
6908
6200 ~
BbJ
14 —
Bbc
23 —
BbOr
44 —
BbHJz
26 —
Hb Je ff
63 -
Bbcr
27
69
91
7003 —
Bbr
96 -
Bbr
20
6303 —
Bbr {sere fehlt)
53 —
BbHzr
14
58 —
Bbr
34 -
Bbr
7112 —
BbHJcz
69 —
BbzJ
24 —
Bb + f
70 -
BbzJ
7217 —
Bbz
6466
97
76
7321 —
Bbr
87 —
BbO
72
88 —
Bbr
78
6517 —
BbJOr
80 —
Bbc
23
7433 —
Bbz
42 —
BbJcfr
88 —
BbzJr
83
7500 -
Bbr
6604 —
Bbr
26 —
BbJfr
62
53 —
BbzJcf
65
75 —
Bbzr
6716 —
Bbr
92 -
BbHfr
41 -
BbJ
7616 -
Bbr
47 —
BbJ
50
62
68 -
Bbz
6819 —
BbJDcf
7737
44
64 -
Bbcfar
Zu 6062: In 6061 haben Bf dtirch got,
J U hy got, c durch gotte.
6221—32 fehlen in z.
6281—92 fehlen in z.
6291 r: under in- J : pei in da.
6311—16 fehlen in z.
6369 J: vnd weer ab'' dahein so scelich man
z : icer aber kain so selig man.
6370 J z : der in paiden gesiget {gesige z) an.
6459—70 fehlen in z.
6487 O: [meden (vorne verschnitten).
6513—48 fehlen in z.
6517 BOr: sich ö; Jb: sich ie.
6659-70 fehlen in z.
6715. 16 fehlen in c f .
7019-22 fehlen in rc; 7019.20 fehlen
in z.
7124 s. oben!
7499. 7500 fehlen in J d e f .
7610—19 fehlen in z,
7693—7939 fehlen in z.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DKM WIGALOISTEXTE etc. 277
7852 — ßba 8080
7910 — Bbr 84 — Bbz
66 90
8079 — Bbzfr 8165 — Bbr
Nach dieser Übersicht bleiben im Ganzen reichhch 130 Stellen,
an denen Bb allein stehen. Lachmann war der Ansicht, daß in B
und b das Gedicht schon stark verändert war. Die Abweichungen,
mit denen Bb allein stehen, hielt er für willkürliche Änderungen.
Ihm pflichtet Paul voll und ganz bei. Weil die Lesarten in B b in
einer Anzahl von Fällen offenbare Abweichungen vom echten Text
enthalten, nahm man an, daß sämmtliche Lesarten dieser Hss.
unecht seien. Die große Anzahl und Bedeutsamkeit der Abweichungen
in B b hätte aber eine gründliche Untersuchung derselben erfordert
und dann würde sich herausgestellt haben, daß an vielen Stellen
Bb den echten Text überliefern, so um nur einige anzuführen:
3333, 3760, 3861, 4208 (Bbz), 4300, 4319, 4324.25, 4879, 5058,
5160, 5878, 5883, 6314, 7124, 7372, 8084 (B b z) ')• Mindestens ebenso
7852 B: wise, b: weis, a: wiß. 8089—96 fehlen in c f .
7787—7854 fehlen in J. 8159—66 fehlen in f.
') Zu 4208 : wcer si (er Bbz) sime libe geltch. — Lachmann hat st und erklärt
die Zeile: „Wenn diejenige Harmonie der Gesinnung zwischen beiden wäre, die zu
einer glücklichen Ehe durchaus nothwendig ist", dann würde er sich darüber freuen,
daß sie ihn zum Manne genommen hat. — Das paßt auf alle Ehen. Etwas so All-
gemeines, sich von selbst Verstehendes kann Lunete au dieser Stelle nicht gesagt
haben. Sie ergeht sich in Vorwürfen gegen den Mann, der ihre Herrin verlassen hat.
Sie sagt, daß er kein edleres Weib habe bekommen können als ihre Herrin (4203 bis
4206) , und wenn er — fährt sie fort — so gewesen wäre , wie er seinem Äußeren
nach schien (vgl. Iw. 3575 min herze ist mtme libe ungltch), so würde er froh gewesen
sein, daß sie {so schoene und so rieh 4207) ihn genommen hat; statt dessen hat er
sie böswillig verlassen. Es wäre geradezu widersinnig, wenn man v. 4207 — 9 über-
setzen wollte: Sie ist so schön irnd edel, harmonierte sie mit ihm, so würde er sich
freuen, daß sie ihn genommen hat.
Zu 3861 : doch dähter (so A, tet er B b , waget cj-2 D E a J d c f r) als ein vrumer
vian. — Lachmann hatte in der ersten Auflage des Iwein tet er, in der dritten hat
er dahter, Paul möchte waget erz in den Text gesetzt haben, Bech hat tet er, was
jedenfalls das Richtige ist im Gegensatze zu dem bedächt sich in v. 3848, Daß er den
Kampf wagen wollte, darüber war Iwein nicht einen Augenblick im Zweifel, und ein
Wagniß war beides, der Kampf gegen den Wurm und gegen den Löwen. Sein erster
Gedanke war, dem edlen gegen das unedle Thier beizustehen; dann kam ihm aber
die Besorgniß {vorhter 3850), ob nicht nach Erlegung des Wurmes der Löwe ihn an-
greifen würde. Aber trotz dieses Bedenkens handelte (tet) er als ein vrumer man, der
dem Edlen gegen das Unedle zum Siege verhelfen soll, er erbeizte und lief den
wurm an. [Aber v/ie soll tet er Anlaß zu Änderungen gegeben haben? 0. B.]
278 OSCAR BÖHME
viele Stellen gibt es, an denen Bb das Richtige überliefern, wie solche,
an denen sie das Falsche haben. In den meisten Fällen freilich läßt
sich etwas Entscheidendes weder für noch gegen Bb sagen '). Es ist
Zu Ö058: do (nu b) wände diu ruote Bb
und loante (erzvante E, wendet c) die ruote A E d c r z
und want gegn dem lewen die r. D .
do wand er die ruote J.
vn erhuh allda dew ruete f.
vnd daz dy große rute a.
Lachmanu hat wancte diu ruote in den Text gesetzt, während er in der ersten Anflage
ivante die ruote hatte; für letzteres ist auch Paul (a. a. O. 385). Daß ein Dichter wie
Hartmann dasselbe Wort in einem Gedichte kurz hintereinander (Iw. 4525 u. 5958)
stark und schwach braucht, darf ohne Noth nicht angenommen werden. Die Stange
{ruote), welche der Riese trug, vertrat die Stelle des Speeres. Dieser wurde bei Beginn
des Kampfes „unter den Arm geschlagen" und die Speerscheibe fest „an die Brust
gedrückt", damit der Speer nicht „wancte^ (Iw. 7079), was vielleicht ein technischer
Ausdruck war. Das „toenAren" des Speeres war ein Zeichen der Schwäche. Wenn es
also vom Riesen, den der Löwe anfiel, heißt, daß ihm Kleider und Fleisch vom Leibe
gerissen wurden, daß er anfing zu schreien und seine Stange hin und her schwankte,
so kann ich nicht finden, daß der Sinn wenig passend wäre, und wenn Paul behauptet,
das folgende: und dö er nach dem lewen sluoc, setze voraus, daß vorher geschildert ist,
daß er Anstalten zum Schlage gemacht habe, so ist zu entgegnen, daß schon zweimal
von Schlägen die Rede war, die der Riese ausgetheilt hat (5033. 5047), ohne daß
von Anstalten zum Schlage auch nur die geringste Andeutung gemacht worden wäre.
Zu 5878: Setzt man in 5878 und 5883 die Lesarten von Bb ein, so gewinnt
man erst eine logische Gedankenfolge.
Zu 8084 vgl. ehrest. 6754 viialz volsisse tote ma vie vanz et orages endurer.
Paul (a. a. O. 303) schlägt vor zu lesen: ichn wolde ez Itden immer e. Warum denn
aber dann nicht gleich den Text von Bb z?
') Wenn man allerdings so verfährt wie Lachmann zu 3622, wo er zu swaz ir
toelt (Bb) setzt: „eine schlechte Änderung", dann kann man viel schlechte Lesarten
in Bb aufdecken. Ich sehe nicht ein, warum gebietet besser sein soll als weit. Der
Wechsel zwischen gebietet und weit findet sich auch Pai'z. 29, 23 f.:
frouioe, gebietet über mich :
sivaz ir weit (gebiet G), darst vmi gerich.
Dagegen ist er nicht vorhanden Parz. 554, 17 f.:
herre, gebietet über mich :
swaz ir gebiet, daz leist ich.
Er findet sich Trist. 14563 f.:
ich wil varen, gebietet mir,
swaz ir weit, daz sag ich ir.
Desgleichen Wig. 110, 23 f.:
ir sult gebieten über mich
wan swaz ir weit daz tuon ich.
Er fehlt wieder Wig. 148, 20 f.:
und sprach : gebietet über mich
swaz ir gebietet, daz tuon ich.
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 279
nicht meine Absicht, hier eine specielle Untersuchung anzustellen über
die einzelnen Lesarten in B b und ihre Bedeutung für die Herstellung
des Iweintextes. Bemerken will ich noch, daß schon Pfeiffer (Germ.
III, 338) die Behauptung aufgestellt hat, „daß in sehr vielen Fällen
der echte Text nur mit Hilfe von B und der mit ihr verwandten Hss.
herzustellen ist", und daß Bech in seiner Iweinausgabe in vielen Fällen
die Lesarten von B b in den Text aufgenommen hat.
Mit Bb (Bbz) zeigt, wie wir schon oben gesehen haben,
der Wigalois einige sehr auffällige Übereinstimmungen.
Es sind folgende:
1. Wig. 23, 31 schoene unde jugent
geiüizzen unde ganziu tugent
Iw. 6464 schoene
itnde jugent
richeit und kiusche tugent
geivizzen B b ganze B b.
Ganziu tugent begegnet im Iwein noch 340. Das subst. gewizzen kommt
im Iwein nicht vor, außer hier in B b. Die Zeile gewizzen und ganziu
tugent steht im Wigalois dreimal, außer 23, 23 auch 30, 10 und 49, 9.
— Obgleich Schilderungen weiblicher Schönheit bei mhd. Dichtern
sehr häufig sind, so ist mir doch diese Zeile weder sonst bei Hart-
mann, noch bei Gottfried oder Wolfram aufgestoßen, während im
Übrigen solche Schilderungen einander oft sehr ähnlich sehen. Das
ganziu zwar braucht Wirnt nicht aus dem Iwein zu haben, denn dieses
Adjectiv scheint ein Lieblingsepitheton Wirnts zu sein , das er be-
sonders häufig im zweiten Theile des Wigalois (von 6700 an), doch
auch schon im ersten anwendet. Er setzt ganz außer zu tugent zu
loärheÜ (8,33; 20,17), sm (6, 16; 265,30), kraft (19,19; 78,8;
81, 36; 90, 10; 171, 1; 172, 1; 251, 6), triuioe (38, 21; 84, 6; 191, 37;
199,2; 202,16.39; 242,5; 212,6; 288,30; 294,34), riterschaft
(45,2), manheit (90,10; 93,34; 203,12), kunst (171,16; 184,6;
193,34), stnt {111,20; 181,13), /WcZe (185, 17), fröude (193,27),
^rös« (198, 12), Zop (201,8: 239,24), liebe {200, A) , herze K 201,%
pris (217, 5) , varwe (229, 27) , toille (266, 30) , werdekeit (280, 40),
Mit demselben Eechte , mit dem Lacbmann zu den Lesarten von B b setzt :
eine scblechte Änderung", könnte man aucb, wenn man sieb auf den Standpunkt
stellt, daß bier B b das Ecbte haben, zu gebietet setzen: „eine scblechte Änderung". —
Übrigens haben wir unten diese Stelle nicht mit aufzuführen, da zu Bbz sich hier
die Hss. r f gesellen.
280 OSCAK BÖHME
rtm. (297, 10). Trotz alledem wird man die Zeile gewizzen und (janziu
tugent wegen ihrer Seltenheit als von Wirnt aus dem Iwein (Hss. B b)
entlehnt ansehen müssen.
2. Wig. 293, 1 der rede ist mir von iu ze vil
nu wizzet daz ich iemer loil
Iw. 4319 mir locer der rede gar ze vil
I
ist Bb.
und lüizzet daz ich immer ivU
Die Situation ist hier in beiden Gedichten ganz ähnlich. Wie
Wigalois den ihm von Artus angebotenen Dienst (292, 32 f.) zurück-
weist, so Lunete die ihr von Iwein angebotene Hilfe.
Da es sich hier um eine weniger bedeutende Übereinstimmung
handelt, so würde man dieser Stelle an und für sich wenig Gewicht
beilegen ; aber neben der unter Nr. 1 angeführten entscheidenden
Stelle ist auch diese nicht ohne Bedeutung. Dasselbe gilt von den
olgenden.
3. Wig. 19, 17 diu ros enheten in uiht getan
u liezenz über sich seihen gän
Iw. 7123 jz/i heten diu ros niht getan
I diu ros heten in niht getan B
si liezenz an den Ivp gän
über B b.
Von einer weitergehenden Übereinstimmung mit der Iweinlis. f
war schon oben die Rede.
4. Wig. 263, 21 und icolde zvr angesihte
.... ligen
Iw. 4234 und zuo ir angesihte
(durch ir tvillen lige
loil ich hie ligen Bb z
ö. Wig. 117, 2 des lihes het er sich bewegen
Iw. 5160 (wan B) des libes het si sich bewegen B b
und hete sichs libes bewegn {begeben A) A E
wan sy het sich des leybes verwegen (erwegen a c,
bewegen z) D d a c z
und het dez leibes sich pewegen f
diu sich des leibes het verwegen J
vnd hette sie des libes ergeben r.
Auch 255, 6 stellt Wirnt des libes voran : des libes si sich gar bewac.
Anders ist die Wortstellung, wenn nicht des libes Object zu bewegen
DIE ÜBEKEINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGALOISTEXTE etc. 281
ist: 18, 30 st heten sich am gar heicegen\ 146, 17 ich hete mich inwer
gar beivegen.
Schließlich ist noch eine auffälligere Übereinstimmung zu ver-
zeichnen, die nur b mit dem Wigalois theilt, da in B an der be-
treffenden Stelle eine Lücke ist:
6. Wig. 156, 24 oh ich dem heiden an gesige
ist abe daz ich da tot gdige
Iw. 4751 daz ich im an gesige
oh ich. divn risen b
oh {und b) ich vor im niht tot gelige.
Man mag dem Zufalle noch so viel auf Rechnung schreiben, der
Zusammenhang zwischen dem Wigalois und den Iweinhss. B b läßt
sich m. E. besonders in Rücksicht auf Nr. 1 nicht leugnen.
Wie aber der Wigalois an den angeführten, dem Iwein ent-
lehnten Stellen die Lesarten bietet, welche Bb haben, so hat er an
anderen diejenigen, welche Bb nicht haben, und zwar an
folgenden :
1. Wig. 88, 33 er gie gegen in und enpfie si wol
als ein wirt den gast sol.
Iw. 1474 engegen in
unde enjyfiengn in also wol
als ein loirt den gast sol
als inan liehen gast sol B b (== 4766).
Unmittelbar nach diesen Versen steht bei beiden Dichtern guoter hande-
lunge (Wig. 88, 37 und Iw. 64, 80). — Die steirische Reimchronik,
welche den Iwein häufig nachahmt '), hat an unserer Stelle den Text
von AdEaDJOcfrz. Sie entlehnt (Bl. 16*") vier aufeinander fol-
gende Zeilen aus dem Iwein:
.... enphieng yn harte icol
als der Wirt dem Gast schol
der ym loillechomen ist
darnach in vil churczer Vrist.
Der französische Text steht B b näher. Er lautet (Chrest. 5405) :
com on doit feire a son hoen oste. Paul (a. a. O. 326. 7) hält diese
Übereinstimmung zwischen B b und dem Französischen an unserer
Stelle für zufällig. Es läßt sich, wo es sich um so gang und gäbe
Redensarten handelt, wie als ein ivirt den gast sol und als man liehen
gast sol, schwer entscheiden, ob die Übereinstimmungen zufällig sind
') Vgl. J. Henrici in der Zs. f. d. A. XXX, 195 fif.
282 OSCAR BÖHME
oder nicht. Auch die zwischen dem Wigalois und den Iweinhss.
AdEaDJOefrz an unserer Stelle kann zufällig sein, wenn es
auch nicht gerade sehr wahrscheinlich ist. Die Möglichkeit ist vor-
handen. Dagegen ist m. E. der Zufall ganz ausgeschlossen in folgen-
der Übereinstimmung:
2. Wig. 57p 28 niemer gerne übersehen
swä dehein schade mac geschehen
Iw. 4343 niht gerne sehn
'â– z '
ungerne B b z
daz in kein schade mac geschehn
ze schaden B b z ,
schade E a p.
Die folgenden Zeilen bieten in beiden Gedichten eine ähnliche Wen-
dung. Wig. 57, 31 heißt es: ern ivendes und Iw. 4345 da ichz kan
erwenden.
3. Wig. 109, 18 hie liez er sine sinne
Iw. 3872 hie liez er sine grimme
ane allei slahte B b z.
Auch hier ist die Umgebung der angeführten Zeilen im Iwein sowohl
als auch im Wigalois ähnlich. Auf sine sinne im Wigalois reimt minne
und auf die aus dem Iwein angeführte Zeile folgt (3873. 4) sime sinne
: minne.
4. Wig. 43, 21 daz dühte si alle samt ein dinc
Iw. 6908 ez {daz J, ditz d und r) dnhte si alle santent ein
" ' dinc
nu duhtez B b.
So wenig wie sämmtliche oben verzeichnete Übereinstimmungen
mit Bb (z), ebenso wenig kann man auch die hier verzeichneten gegen
Bb (z), besonders in Rücksicht auf Nr. 2 und 3 für zufällig halten.
Wenn es auch angeht, bei den unbedeutenderen Nr. 1 und Nr. 4
zufälliges Zusammentreffen anzunehmen, die bedeutenden lassen sich
nur durch Entlehnung erklären. Es wäre unmethodisch und hieße die
Schwierigkeiten umgehen statt beseitigen, wenn man so bedeutende
Übereinstimmungen des Wigaloistextes mit B b (z) und gegen B b (z)
wie die angezogenen dem Zufall in die Schuhe schieben wollte, etwa
weil sie zu wenig zahlreich wären. Wenn sie wichtig genug sind,
dann muß jede, und wäre es eine einzige, ihre Erklärung finden.
Der bisher geltenden Ansicht über den Werth der Iweinhss. B b
würde die Annahme entsprechen, daß wohl die Übereinstimmungen
DIE ÜBEREINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIGÄLOISTEXTE etc. 283
des Wigalois mit den Iweinhss. AdEaDIcfr(z) gegen B b (z) auf
Entlehnung zurückzuführen seien oder doch sein können, nicht aber
die Übereinstimmungen mit B b (z) gegen die übrigen. Ich habe oben
kurz angeführt, daß und warum die bisher geltende Ansicht über
den Werth von B b (z) falsch ist, und die darauf gegründete Annahme
muß also auch falsch sein.
Wenn im ersten Theile dieser Untersuchung dargethan worden
ist, daß der Wigalois in denjenigen Zeilen, die aus den ersten 3000
Versen des Iwein , in welchen die Hss. -Gruppen D b J und A B d
gegenüberstehen, immer die Lesarten von Db J hat (in 9 Fällen),
und nie die der anderen; daß er von v. 3000 ab, wenn die Hss.-
Gruppen B b D und A d in einer von ihm entlehnten Zeile einander
gegenüberstehen, in 14 Fällen die Lesarten von BbD und nur in
einem Falle die von Ad aufgenommen hat; daß er endlich von
V. 6000 ab, wenn es sich um J d (c f) und A a B b D r z handelt, stets
(in 9 Fällen) die Lesarten der ersteren hat: so haben wir in Bezug
auf B b (z) und die gegenüberstehenden Hss. zu constatieren , daß
Wirnt sowohl die Lesarten der letzteren hat (in 4 Fällen) als auch
die der ersteren (in 5 Fällen). Handelte es sich bloß um diese Über-
einstimmungen mit oder gegen B b (z) , so würde es zu ihrer Erklä-
rung genügen, anzunehmen, daß Wirnt zwei Iweinhss. benutzt habe,
eine aus Gruppe A und eine aus Gruppe B, und daß er bald aus
dieser, bald aus jener entlehnt habe. Aber diese Erklärung ist un-
möglich wegen der Übereinstimmungen des Wigalois mit den anderen
Hss.- Gruppen des Iwein. Bei Besprechung der letzteren habe ich
wahrscheinlich zu machen gesucht, daß Wirnt den ursprünglichen
uns überlieferten Iweintext benutzt habe, und daß die bedeutenden
Übereinstimmungen zwischen dem Wigalois und den Hss. -Gruppen des
Iwein in der Regel den echten Iweintext überliefern. DieThatsache
aber, daß der Wigaloistext bald mit Bb, bald gegen Bb
stimmt, erklärt sich, sobald von v. 3000 ab das gegenseitige
Verhältniß der Iweinhss. den Grundzügen nach folgen-
des war:
Bb Ad-f-Ea + D-}-J-|-cf + r
X ist die von Wirnt benutzte Iweinhs. Die griechischen Buchstaben
bezeichnen die angenommenen Mittelglieder. AdEaDJcfr stehen
zu ß und zu einander in verschiedenem Verhältniß. Ihre specielle
284 OSCAR BÖHME
Gruppierung liegt außer dem Bereiche dieser Untersuchung, welche
nur zeigen soll, daß B b und AdEaDJcfr einander im Allgemeinen
gleichwerthig gegenüberstehen. Diese Gleichstellung wird gefordert
durch die Thatsache, daß an vielen Stellen der echte Iweintext nur
in B b überliefert ist, wofür ich einige Beispiele angeführt habe*J,
und wird gestützt durch die Übereinstimmung des Wigalois mit B b
einerseits und AdEaDJcfr anderseits.
Wenn aber B b den übrigen Hss. gleichwerthig gegenüberstehen,
dannmüssen die Gruppen BbJ, BbEa, BbD, BbDr,BbDJ,
BbDJdcfr, BbDJEacfr, wenn nicht etwa die eine oder
andere Specialgruppe (z. B. E a) zwei Quellen gefolgt ist,
überall da, wo es sich um bedeutende Abweichungen han-
delt, in der Regel den ursprünglichen Text überliefern.
Ich habe alle diese Verhältnisse geprüft und bin zu dem Ergebniü
gekommen, daß jene Gruppen in der That in den meisten Fällen
den echten Text bieten.
Paul ist in seiner öfters erwähnten scharfsinnigen Untersuchung
zu dem Resultate gelangt, daß für den zweiten Theil des Iwein das
Abstammungsverhältniß der Iweinhss. in den Hauptzügen folgen-
des sei:
Ad 4-Ea -f- c4- f
S. 322 sagt er: „Wir haben alle Fälle, in welchen Ad, Ea, ß b
je allein den anderen gegenüberstehen, aufgezählt und nirgends Ver-
anlassung gefunden , die Lesart der einzelnen der der Mehrzahl vor-
zuziehen." Die Sache liegt aber doch so: Während es keine be-
weisende Stelle dafür gibt, daß Ad oder Ea den echten
Text überliefern, gibt es eine ganze Anzahl dafür, daß
das in B b der Fall ist. Paul sucht weiter S. 325 — 27 nachzu-
weisen, daß B b D in mehreren Fällen gemeinsame Abweichungen vom
ursprünglichen Text bieten, und da gemeinsame Fehler die Zusammen-
gehörigkeit von Hss. entscheiden, so leitet er B b -f- D aus einer gemein-
samen Quelle ab. Was er aber am erwähnten Oi'te gegen BbD vor-
bringt, ist alles nicht stichhaltig. Zu 5983 alrerst get mir angest zuo
ist zu bemerken, daß (wie in der vierten Auflage des Iwein jetzt
auch steht) nicht das b in A a b , sondern das in B b D verdruckt war
') Eine vollständige Untersuchung beabsichtige ich später zu liefern.
DIE ÜBERKINSTIMMUNGEN ZWISCHEN DEM WIG ALOISTEXTE etc. 285
statt d. Es liegt also hier die Gruppe B b D gar nicht vor. Fügen
wir die von uns noch verglichenen Hss. hinzu, so haben mm B D d c f ,
mir A a b J r z. — Zu 6087 da komen si in geriten AdaJcfr = dar
in si beidiu {heyde samet b) inten BbD: Das Französische hat hier
(Chrest. 5104) ce chastel vieneut aprismant, was wegen des vieneut den
Lesarten in AdaJcfz näher steht. Doch ist auf das Französische
kein Verlaß. Wie hier gegen BbD, so spricht es 5950 für BbD,
wie Paul selber ausführt (S. 326). Bei 6087 nimmt er die Autorität
des Französischen gegen B b D in Anspruch, und in 5950 möchte er
die Übereinstimmung von BbD mit dem Französischen für zufällig
halten. Ein solches Verfahren ist natürlich unstatthaft. Ich bin zu der
Ansicht gekommen, daß man den Übereinstimmungen mit dem Fran-
zösischen, wenn sie nicht sehr bedeutend sind, keinen hohen Werth
beimessen darf. Iw. 3752 haben AEr: hiderve hovisc unde ivis, Jdz:
hofsche piderhe und iveis^ a: biderve vnd wis BbD: hofscJi nnde lois,
c: erbere (= er wsere) , hübsch biederb vnd weiß. Bei Chrestien 3186
lautet die Zeile: wes li cortois, li lyreuz, li buens. Das spricht gegen
B b D -f- a- Wenn man aber Chrest. 5004 et vit devant la porte genz,
dames chevaliers et sergenz mit den entsprechenden Versen im Iwein
vergleicht: 5932 da mohte si wol vor (dem bürgetor) von ritern und
von vrouwen ein selch gesinde schouioen, wo Hartmann ein Substantiv
wegläßt, so fragt man sich, ob er nicht vielleicht auch an jener Stelle
ein Adjectiv weggelassen hat, um den Vers nicht zu überladen. Doch
soll nicht geleugnet werden, daß es ebenso gut möglich ist, daß
B b D -j- a durch Weglassung eines Wortes, was oft vorkommt, zu-
fällig übereingekommen sind. Nur ist eine solche Stelle nicht geeignet,
die Zusammengehörigkeit von B b D zu beweisen. — Zu 5522 danne ich
an iu gesehen hau AdEacfr = danne in noch hie schinet a/t B b D J.
Hier soll nach Pauls Ansicht .mit Benutzung von 5476 {als iu hie noch
scMnet an) geändert worden sein, um den Reim hän : man zu ver-
meiden. An dem Sinne der Zeile, die BbDJ bieten, ist jedenfalls
nichts auszusetzen, an der Wiederholung derselben Zeile in 5476 und
5522 auch nichts, wie Paul selbst gezeigt hat (S. 354 &.) , an dem
Reime man : an auch nichts ; also kann die Fassung , welche BbDJ
haben, recht wohl echt sein. — Zu 7672: uf iuioer gebot A d E a — uf
(ze f) iuwerm gebot JRcirz —in imverm gebot BbD. Während der
Schreiber der Vorlage von BbD in v. 5522 den Verbesserer gespielt
haben soll, soll er hier der Verschlechterer sein, weil der Reim des
dat. gebot auf den acc. got bei Hartmann nicht zulässig sei. Das scheint
mir aber sehr fraglich zu sein. Ein Dichter, der nam (nomen) : zam
286 KARL BORINSKI
(Er. 8912) , der dem : nem (Iw. 5207. 8, B F D J a d r) i) reimt, dem
darf man auch den Reim got (acc.) : gehot (dat.) zutrauen (? 0. B.). Paul
weist 296. 97 nach, daß im Iwein das Dativ-e bei Pronomen und
Adjectiven oft nur durch die Hss. A und a bezeugt ist. Das ist aber
auch manchmal der Fall bei Substantiven. Ein recht schlagendes Bei-
spiel findet sich 7400 diu naht si gote wülekomen, wo nur A gote hat,
dagegen BbDadJcr got (E f fehlen). Es ist die Frage, ob man
berechtigt ist, in solchen Fällen das Dativ-e in den Text zu setzen. —
Zu 4194: Was Bb (D) bieten, ist ebenso gut als das, was EadJf
haben"); auch Paul gesteht zu, daß sie „einen leidlichen Sinn" geben.
Läßt sich so an keiner Stelle etwas Triftiges gegen
BbD vorbringen, so finden sich auf der anderen Seite
eine ganze Anzahl Stellen, an welchen BbD den echten
Text hab en.
Was von Paul gegen B b E a vorgebracht wird (S. 330 — 332)
ist noch geringfügiger als das gegen BbD Vorgebrachte.
REICHENBACH i. V. OSCAR BÖHME.
ZUR WARNUNG.
Die Warnung ist herausgegeben von M. Haupt in Bd. I seiner
Zeitschrift (S. 438 ff.), leider sehr unglücklich, so daß bei einer Be-
schäftigung mit dem Gedichte der Nachtrag (N) zu berücksichtigen
ist, den der Verf. nunmehr in der Zs. für deutsches Alterthum hat
folgen lassen. Das für die Litteraturgeschichte durch seine Polemik
gegen den Minnesang nicht unwesentliche Gedicht wird gleichfalls
allein dem sorgfältigen Schreiber aus dem Anfange des 14. Jahrh.
(s. Ed. Schröder, Deutsche Litteraturztg. 7, 882 f.) verdankt, dessen
Sammlung (Wiener Hofbibl. Cgm. 2696) mit 6iner Ausnahme (Kind-
heit Jesu von Konr. v. Fußesbrunnen) lauter Unica überliefert.
Es steht dort (S. 251*— 302'') zwischen Albers Tundalus und dem
Priesterleben, welches letztere Graff, Diut. III, 403 noch mit der Wg.
in Beziehung setzen mochte. Durch Ausschnitt fehlt dem Priester-
leben der Anfang, Wg. der Schluß. Es scheint nicht, daß Wg. viel
eingebüßt hat. Der erhaltene Schluß (Hpt. 3635 f.) wendet sich
*) z fehlt, r ändert beide Zeilen vollständig, c hat denen : nemen.
') Are: ich lobt m.
ZUR WARNUNG. 287
offenbar zu den Anfangsworten zurück. Die Individualität des Dichters
macht es nicht wahrscheinlich, daß er sich in den fehlenden Versen
genannt, eher, daß er sich noch einmal genauer chrakterisiert hat.
Zwar nennt sich ja Heinrich am Schlüsse seiner analogen geistlichen
Rede als Verfasser (gegen Scherer, Zs. f. d. Alt. 24, 432, vgl. dessen
Geistl. Poeten II, 62). Aber Heinrich ist eine lebhaftere, energischer
hervortretende Persönlichkeit.
Seinem Gesammtcharakter nach schließt sich das Gedicht an
die geistliche Dichtung des 12. Jh., tritt aber wie der wahrscheinlich
vorbildliche Heinrich sehr frei in die Zeit hinaus. Es leitet so zu jener
specifisch österreichischen Zeitsatire über, die vom Stricker bis zu
Heinrich dem Teichner eine ununterbrochene Reihe bildet und den
Anschluß an die Didaxis (Konrad von Haslau, Lucidarius-Gedichte im
Seifried Helbling) festgehalten hat. Denn daß das Gedicht durchweg
österreichisch ist, bestätigt der Wortgebrauch aller Orten. (3308 (je-
leichen [inludere Lachmann, Kl. Sehr. II, 490 zu Parz. I, 21] hier in
der Bedeutung 'biegen', wozu Schmeller I", 1418 gelaich = Gelenk.
1970: entlmen, Schmeller I'^, 1482 aufleinen = aufthauen. 1811 vor-
reisel stützt sich nach mhd. Wb. II, 666* nur auf das simplex i^eisel
Helbling 2, 158 genau unser 'Vorfahren'. 1795: schehen Haupt, z. Nith.
XLI, Dietrich Zs. f. d. Alt. X, 320. — 438. 3012'). jariä. Bair. Gr.
§. 163. — 513. 553 owt eb. §. 261. S. 271 Praet. von mugen mähte
Bair. Gr. §. 326. 2875 : dalde 2997. 3351 viahten : hedah'ien u. a.)
Allein es zeigt keinen so einheitlichen Charakter wie Heinrichs Erin-
nerung, deren Abschweifungen auf Zeitzustände angemerkt und ent-
schuldigt werden (Er. v. 435 ff.) und mit der Gesammtpersönlichkeit
des Dichters stimmen. Eine ganz bewußt kirchliche, nicht bloß
geistliche Seite steht hier unvermittelt neben laienhafter, ja ganz
weltlicher Unbefangenheit. Ihre Auseinanderhaltung fordert eine genauere
Untersuchung. Erschwert wird dieselbe freilich durch den Mangel
handschriftlicher Vergleichung und die im Ganzen durchgehende Reim-
genauigkeit des offenbar schon der guten Zeit angehörigen Gedichtes.
Man ist also für etwaige Kriterien auf die keineswegs hochstehende
Verstechnik, sowie auf genaue Beleuchtung der Anordnung und der
Persönlichkeit des Dichters angewiesen. Nicht bloß diese, schon der
Stand des Dichters ist zwiespältig. War es gar ein Fahrender, wie
aus der an die des Stricker erinnernden Klage v. 1669—1834 hervor-
•) N 263 enphnutten Schmeller V, 452 f. — 265: geschozet Sciimeller IV, 479.
Grimm, Myth. • 1192. Zs. f. d. Alt. 6, 205.
288 KARL BORINSKI
gehen müßte (s. besonders v. 1820 ff. unsenße miiez icir Itden — Tsioä
wir nu ze herhergen sin : da toirt uns unminne schm — a^i frömder
gebäre — diu bint man uns zewäre — iind ander guottcete niht — tvan
man uns ungerne siht), was eifert er dann so ausdrücklich gegen den
spilman in dem bispel 2707 — 2789;, welches sich wie der Kern des
ganzen Gedichts ausnimmt? Was soll dann 421 ff. die nicht mißzu-
verstehende Anspielung 'also tribet er daz jär hin — ze fremden naht-
seiden. — daz zimt wol snellen heldenf Aber auch mit einem vagieren-
den Cleriker, wie dem Bruder Wernher, haben wir es nicht zu thun.
Dem widerspricht zu deutlich die Confession des Dichters von seiner
Weltfahrt v. 2925 — 3078, die vielmehr auf einen armen (v. 3007)
Adeligen (3035 ff. 3075) schließen läßt, eine Persönlichkeit, wie Heinreh.
von Melk, die im Kloster ihre Zuflucht sucht. Das ganze Gedicht
auseinanderfallen zu lassen, hindert aber wieder ein wichtiger Umstand
Der durch seine Abstractheit vielleicht ein wenig verdächtige Titel
'^daz buoch heizzt dev warnunge ist nämlich nicht etwa zufällig zu dem
Gedichte getreten. Er muß ihm von Anfang an zugekommen oder
aus ihm als einem zusammengehörigen Ganzen entnommen sein. Denn
eben dies Stichwort 'warnen verbindet den Anfang und den Schluß
des Gedichts {den ungewarnten tot 102. durch daz ivarnet iuch enzit 179.
sine ivarnmige er hat N 87, des loarn ich iu N 155, daz er ungeioarnet
stirbet 3111. Vgl. warnen vor dem Tod: in Baracks Memento, Zs. f. d.
Alt. 23, 212, V. 85. 99 ff. 137 ff., in Verbindung mit der sera poeni-
tentia Erec 1223 f. nu rticet ez mich ze späte \ ja warne ich mich ze
unzit.)
Diese Klage (Kl.) wäre daher möglicherweise auszuscheiden.
Ihre Einführung (1669 f.) hat das Gepräge eines Zusatzes 'zioeier
loerlde lolze ist in beschert, swaz Hute nu ze helle vert : in ist dort we
unde ouch hie. der erde leben wart noch nie so boese als ez nu ist.
Auch 1782 ff. und 1827 f. wenden sich direct gegen das Thema der
Wg. Scherer hat (Deutsche Studien I, Wiener Sitzungsber. 64, 313)
diesen Theil der Warnung zu jenem Kreise österreichischer Zeitsatiren
gezogen, dem er dort die künstlich gebaute Spervogelstrophe (Z. 61
bis 76) zuweist. Zu den von ihm beigebrachten Parallelen ist noch
hinzuzufügen Wg. Kl. 1817 f. \oä ist nu aller der gemach des man
guoten wirten jach' zu Sperv. 72 da man e loirte in vollen stceten vröiden
vant ... Scherer denkt etwa an die Empörung Friedrichs des, Streit-
baren gegen Friedrich IL und die Ereignisse von 1236 — 1240 (vgl.
Alfons Huber, Geschichte Österreichs I, 412 ff.). Allein die Anspie-
lungen auf kirchliche Nothlage weiß er damit nicht zu reimen. Mit
ZUR WARNUNG. 289
Recht denkt er an Kriegsnöthe. Welcher Art dieselben aber sind,
illustriert gerade der Spervogelspruch 73, 76 durch die Verbindung
dan krcet diu Jienne noch der han . . . dan hrechent ouch die (jlocken nie-
man sinen släf, diu kirche ist cede . . . Allein Wg. Kl. ist noch ver-
zweifelter als der Spervogelspruch und in ganz anderem Sinne als
die Klage des Stricker (Hahn XII, v. d. Hagens Germ. II, 82 ff.),
die auf geordnete Verhältnisse weisen (vgl. auch Ulrichs Klage um
Friedrich 529, 29 ff. und Roethe, Reinmar v. Zweter 35 f.). Hier da-
gegen wird allgemeine Zerstörung beklagt, und zwar in Wg. Kl. 1808
diu werlt ist endehaft emväge . . . sine mac nicht länger so gesten. [Zu
dieser Stimmung der Zeitklage (Wg. 1781 wä nu elliu toünne?) ist
man versucht, die in C gerade an Ulrichs Lieder angehängten Strophen
loä nu freude wä nu ere? (MSH. II, 69; vgl. Lachmann zu 582, 3;
V. d. H. IV, 403; Knorr, Q. F. IX, 13) heranzuziehen.] Man wird
also doch wohl schon an die Zeit nach Friedrich des Streitbaren Tode
zu denken haben, in der seit 1248 der Bürgerkrieg, seit 1250 die
Ungarneinfälle zu unseren Andeutungen besser passen, (s. MMG. SS. IX,
bes. 598. 642 f.) Die kumanischen Schaaren des papsttreuen Ungarn-
königs, dessen Abgesandte Innocenz IV. 'mit heiterem Antlitze empfing',
machten bei Plünderung und Zerstörung wenig Unterschied zwischen
kirchlichem und weltlichem Gut. Wenn nun Wg. Kl. 1763 f. zu ihren
Klagen noch die Andeutung fügt ''über jär was da hochzit da der hof
nu jcemerlichen lit' und zum Überfluß noch die Zeit, wo Alles besser
war V. 1685 "vor vier unt zweinzic jdren bestimmt, so kann selbst das
Jahr nicht mehr zweifelhaft sein, in das Kl. zu setzen ist. Ein Sub-
tractionsexempel kann der Dichter damit kaum aufgeben , ebenso-
wenig mit denen, die damals "barmic xoären auf bloß ihn interessierende
Privatverhältnisse deuten. Er meint damit ein rundes, als Abschnitt
einer Epoche traurig empfundenes Jahr. Und dies Jahr ist 1230, das
Todesjahr des glorreichsten Babenbergers Leopold VI., des vir facun-
dissimus et litteratus (Arnoldi Chron. MG. SS. 21, 248,3), seit dem
Österreich keine Ruhe und die Sänger keine Freude mehr dort hatten.
Und die 'hochzit über jär' an der Stelle 'da der hof nu jcemerlichen lit
(1763), muß dann besonders in der engen Beziehung zu 1755:
V?* vordem ere pflägeti gleichfalls mehr andeuten wollen als eine
beliebige Festlichkeit. Kein geringerer Anhaltspunkt bietet sich hier
dar, als die gerade nach dieser Seite traurig ausgezeichnete Hochzeits-
feier der älteren Babenbergerin Margaretha mit Ottokar 1252, mit der
man dem Lande endlich die Ruhe verschafft zu haben glaubte, bis der
neidische Ungarkönig mit jenem fürchterlichen Einfalle im nächsten
GERMANIA. Neue ßeilie XXIII. (XXXV.) Jahrg. 1 9
290 KARL BORINSKI
Jahre dem Böhmen einen Strich durch die Rechnung zu machen suchte.
Der Ort des Beilagers, das am meisten gegen die Uugarngrenze vor-
geschobene Haimburg, war der ersten Wuth der Zerstörung ausgesetzt,
die bis Klosterneuburg in mongolenhafter Weise raste. (Siehe Lorenz,
Geschichte Deutschlands im 13. u. 14. Jahrh. I, 112 f.; Alf. Huber,
Gesch. Österreichs I, 528 ff. „usque Viennam" heißt es barbarisch
selbstgefällig in einer Urkunde Bela's von 1256 in Fej^r, Cod. dipl. IV,
2, 391 bei Lorenz 108 A.)
Folgendes sagt die lateinische Reimchronik eines Anonymus aus
Österreich (Chronicon Rhythmicum Austriacum, ed. Wattenbach MMG.
SS. 25, 349 sq. bis zum Jahre 1268), welche nach Wattenbach (Deutsch-
lands Geschichtsquellen ^ 2, 442) „Beachtung verdient, weil sie die
Gestalt gibt, welche die Ereignisse im Munde des Volkes annahmen"
zum Jahre 1254 (a. a. O. 362)
Hunc (sc. Ottokar) heredem Ungarns dolens suspicatur
Fremit, it Moraviam, quam depopulatur.
Moravus Australiens passim venumdatur
Sacerdos occiditur, sacrum prophanatur ...
Clamor it ad sidera, sexus maculatur
wozu zu vergleichen Kl. 1767 ff.
Wenn ferner Kl. 1740 ff. darauf anspielt, daß Gott den Menschen
ihre Lebenszeit kürzt, '^ daz der mensche e tot lit, e er halbez daz gelehe,
daz im got gesatzer järe gehe' und '^nu geiselt ers genote, e man si vinde
tote, si gräwent in der Idntheit, so wird man sich unter den vielen vor-
zeitigen Todesfällen , die diese Jahre dem österreichischen Herzogs-
und dem Kaiserhause gebracht hatten, doch hauptsächlich an den des
jungen Königs Konrad IV. in diesem Jahre 1254 erinnern. Ein bös-
artiges Klimafieber raffte ihn in Italien dahin. Die Auffassung der
Sachlage paßt in die Umgebung dieses geistlichen Gedichts. Man
vergleiche sie mit der Ottokars von Horneck im III. Cap. (Pez, Script.
III, 17.) Die resignierte Kreuzzugsklage (bes. 1715 ff.) bedarf in diesem
Jahre keiner näheren Erläuterung.
Die äußere Form dieser Partie kann das Ergebniß nur bestätigen.
Zweimal zeigt gerade hier der sonst so genaue Reim Längungen kurzer
Vocale (1678 hin : grin, 1807 klage : emväge). Der Versbau weicht voll-
ständig ab. Neigt er in den übrigen Theilen noch zu älterer unvoll-
kommener Kunstübung, so geht er hier in jenen Gleichtakt über, den
Jänicke Zs. 16, 403 f. mit unzweifelhaftem Rechte schon in dieser
Zeit der classischen Versbetonung entgegenwirken läßt. (Vgl. 1681.
1704. 1705. 1713. 1739. 1746. 1754 [offenbar im Takte des vorher-
ZUR WARNUNG. 291
gehenden]. 1821). Schon der Stricker kann für die Wucherung der
versetzten Betonung Belege bieten (vgl. die Verse, die Hahn XIII
bezüglich der letzten Hebung anführt und die gegen Anm. zum Iwein
6575, S. XV, Ulrichs Versbau s. Knorr, Q. F. IX, 52—55), und See-
müllers nunmehrige, oft glückliche Rettung der Metrik im Seifried
Helbling wird sie in der Hauptsache kaum entkräften (vgl. besonders
XLV ff. seiner Ausgabe). Belege für die häufige Diärese durch Fehlen
der dritten Senkung Jänicke a. a. O. 402; Seemüller XLVIII s. 1715.
1718. 1727. 1728. 1815.
Durch Ausscheidung von Kl. gewinnt man den Ausschluß von
1835 ijm sehet ir Binder d'ougen unt merket ir valsrhe tougen) an der
werlt trügenheit 1661 , die hier nicht wie in Kl. ungefährlich und
reizlos dargestellt wird, sondern eben lockend und gefährlich.
Von 1835 bis zum Schluß der erhaltenen Verse erregt der Zusammen-
hang inclusive des Nachtrags keine Bedenken. Die Absätze zeigen
meist ausdrücklich Verkettung mit einander; von 3150 an wird eine
bestimmte Disposition eingeführt, und wenn auch unter Abschwei-
fungen zahlenmäßig (es handelt sich um vier Stufen der Reue)
innegehalten. Hier finden sich von 1835 — 2428 jene oft poetischen
Warnungen vor Naturfreude und Minnesang, welche dem Gedichte
seine eigenthümliche Stelle in der Litteraturgeschichte sichern. Die
Beziehungen dieser poetischen Klänge zu den Pönitentialerörte-
rungen eines von seiner Weltfahrt offenbar auch nicht ohne ganz
reales Podagra (N 265. 2189 ff.) ausruhenden alten Laien entbehren
nicht einer bestimmten litterarhistorischen Begründung. Eben dem
seines poetischen Talentes wegen seiner Zeit über Gebühr werthen
Hildebert von Tours nämlich dankte man die kanonische Festsetzung
der Bußphilosophie des Zeitalters (vgl. Kurz, Kirchengesch. §. 105, 4.
I, 198. Hildeberts Sermones de tempore bei Migne, 171, 447 B. cordis
conjunctio [contritio vgl. Wg. 3173] oris confessio (vgl. Wg. 3289)
operis satisfactio ; die letztere -findet in Wg. keine deutliche Entspre-
chung. Genauer mit je drei specialisierten Unterabtheilungen führt
diese Theorie durch Innocentius, in septem psalmos poenitentiales
commentaria Opp. Innocentii III. ed. Colon. 1575 fol., p. 217 f. [bei
Migne, Innocentius III. 4, 967 ff.], ein Innocenz III. kaum zuzuschie-
bendes trockenes und geistloses Schulwerk), wie wir sie hier bis auf
die sehr erklärliche Abweichung in der Zählung (die Evangelienzahl 4
statt 3, vgl. die vier Dinge, die zur rimoe führen bei Berthold, ed.
Pfeiffer I, 550, 35 ff., die vier Richtungen des Kreuzes Christi s. Schön-
bach, altd. Predigten I, 74, 25. 4, 34 ff., und des Teufels ebda. II, 3, 17 ff.)
19*
292 KARL BORINSKI
genau antreffen. Zudem aber ein in seinem Kreise sicher vereinzeltes
und deswegen auch gewiß schon damals mit besonderem Stolze hervor-
gehobenes Gedicht, in welchem der für rechte poetische Wirkung viel-
leicht allzu virtuose Dichter nach einer überaus lockenden Schilderung
der 'regia natura , 'quia flos mundi cito transit et aret', *ad illam
quae nun quam marcet rosam' andächtig hinzueilen auffordert (de
ornatu mundi, Migne 171, 1238 C). Es ist wohl anzunehmen, daß die
Verbindung dieser Themen von dieser Seite her in dem ungelehrten
Geiste unseres Dichters angeregt wurde. Allein die zeitgemäße An-
wendung derselben ist das Werk einer frischen und liebenswürdigen
Individualität. Das Lied 2018 ff. hat schon Jacob Grimm, Myth. ^ 666
volksthümlicher Töne wegen herangezogen, und es ist in der Hinsicht
werthvoller als mancher aus der höfischen Kunst mühevoll heraus-
gehorchte Anklang. Von solchen hübschen Klängen sind hervorzu-
heben 1875—1885. 1913—1932 (wo auf die Bedeutung der Formel
zu achten ist: 'uberal dorret daz gras daz den swner grüene ivas' :
Heinrichs Er. 234 f. in dem loinder wirt dürre daz groz daz des sumers
was grüne : Marbods Contemptus praesentis vitae Migne 171. 1667 C
ut flos apparet venit aestus protinus aret', wobei sich Marbod aus-
drücklich auf Hiob [14, 1 f.] bezieht, was wohl hinzuzufügen wäre
zu Heinzeis richtiger Anm. zu Er. 234). Sehr deutlich zeigt sich hieran
der Ansatz der bald überwuchernden freien poetischen Empfindung
an geistlichem Stamm. Noch Bernhard von Morland, dessen litterar-
historische Fixierung durch die epistola dedicatoria (Petro dignissimo
Abbati Cluniacensium fr. Bernhardus eins fiüus bei Flacius 240 ff.)
über allen Zweifel erhoben ist '), zieht das Naturbild nur für Vergleich
vergehenden Fleisches, schwindender Jugend herbei [flos ruit rosa
defluit juvenilis, bei Flacius 273 u. ö. vgl. auch Jesaias 40, 1]. Bald
konnte wie in der Wg. die weltliche Poesie hier dem geistlichen
Bedürfniß entgegenkommen). 2291—2310. 2375-2387. 2431—2440
(gleichfalls Liedanklang). 2733 — 2762 • (lebendig ausgeführte drama-
tische Scene aus der Wirklichkeit, der die Vorstellung zu Grunde
liegt, wie sie sich in der gleichfalls dem Hildebert zugeschriebenen
Lamentatio peccatricis animae Migne 171. 1343 findet [v^e vse tune
mihi misero, si mihi portam clauseris, si me pulsantem spreveris], die
') Gleichwohl kennt sie weder Fabricius I, 232, was schon hist. litter. de la
France XII, 237 bemerkt, noch Leyser p. 412 ff. Eichtiger wohl, sie beachteten sie
nicht, denn sie findet sich in allen Ausgaben. Danach zu berichtigen Heinzel (Heinr.
V. Melk 43 und Anm.), der verneint, daß Leyser die Ausgabe des Chytraeiis kannte
(wogegen Leyser p. 413).
ZUR WARNUNG. 293
auch sonst namentlich in der Anordnung des Schhisses [imraaculata
conceptio, Passion und Kreuzigung] gemeinsame Züge trägt; hervor-
zuheben die Zurückweisung des Verlachens: tunc mihi risus deerit,
unde nunc miser rideo, parce parce nunc risibus vgl. Wg. 1912, 2152).
3033 — 3048 (Schilderung unbesorgten fröhlichen Weltlebens).
Eingeordnet ist das Alles ja nun eben nicht in die stehende
Form der Litanei und Sündenklage, auch nicht die phantastischere
der Vision oder die ihrer Natur nach erst in der (disputationslustigen
zur Allegorie neigenden) Zeit absinkender Kunstbildung beliebtere
Form des Conflictus oder des allegorischen Dialogs (Lucidarius), son-
dern es ist die älteste freieste Form des Memento mori, wie sie in
dem von Barack (Zs. f. d. Alt. 24, 432) veröffentlichten Gedichte und
in Heinrichs Erinnerung vorliegt. Letztere ist für unser nicht bloß
local ihr so nahestehendes Gedicht sicherhch nicht ohne Bedeutung
gewesen. Wilmanns chronologische Hypothese wird diese Annahme
nicht mehr stören, sondern durch sie nur noch mehr entkräftet. Her-
vorgegangen aus den sehr berechtigten Grundanschauungen, wie Wil-
manns sie besonders im Vorwort zu seinem Walther (S. VI) nieder-
gelegt hat, ist sie in ihrem Falle über das Ziel hinausgeschossen.
Was den chronologischen Zweifel an Heinrichs Sittenschilderungen
anlangt, so berücksichtigt sie nicht die übertreibende Tendenz jeder,
auch dieser geistlichen Satire. Das vielumstrittene 'trütlied' aber
(Er. 612) kann unseres Dafürhaltens , so werthvoll es als litterar-
historisches Zeugniß ist, zunächst nur negativ als solches gelten.
Es belegt nur, daß im siebenten Jahrzehent des 12. Jahrh. in Öster-
reich die Versuchung vorlag, die internationale geistliche Warnung
vor weltlicher und Liebespoesie auch in ein Gedicht in der Landes-
sprache hinüberzunehmen. (Vgl. unter den Gedichten Hildeberts bei
Migne 1428: 'desine scribere, desine mittere carmina blanda — car-
mina turpia carmina mollia vix memoranda.' de mundi miseria bei
Wright, Walther Mapes 150 non est tunc qui frivolis sive ludis vacet'
u. ä. Auch der heilige Bernhard mußte ja gegen die „Verdächtigungen"
seiner Gegner [Berengars] 'cantiunculas mimicas et urbanos modulos
fictitasse' vertheidigt werden, 'quippe Cistercienses nihil admittebaut
quod metricis legibus coercetur.' Mabillon 2, 891 bei Migne 3, 1307.)
Viel einschneidender in den Entwicklungsgang der damaligen Litte-
ratur scheint es, daß Heinrich sowohl als die Warnung (Er. 594 ff.,
Wg. 147 ff. , wobei gerade die wörtlichen Übereinstimmungen zu be-
achten) ihr Bild des Gatten und der Gattin an der Bahre der ver-
storbenen Ehehälfte schon rein auf die Empfindung der Liebe und
294 KARL BORINSKI
Sehnsucht gründen (vgl. Wg. 2355 ff.). Die visio Philiberti, die auch
wohl schon der zweiten Hälfte des 12. Jahrh. angehört (ins 12. Jh.
setzt sie schon Karajan, Frühlingsgabe 153. Vgl. nun C. Fritzsche,
die latein. Visionen des MA. bis zur Mitte des 12. Jahrh. in Voll-
möllers, Rom. Forschungen 2, 249), kennt hierbei nur die Vorstellung
von der Seelenmesse (Kar. 80 ff. Non crede quod mulier tua sive
nati darent duo jugera terrae sive prati ut nos qui de medio sumus
jam sublati a poenis redimerent quas debemus pati) allerhöchstens
die vom lachenden Erben (bei Kar. 74 ff. et tuae tristitia cessavit
uxoris de qua dotis gaudium tulit vim doloris). Dagegen betont gegen
Ende des Jahrhunderts Innocenz schon den Gegensatz zu dem früheren
liebreizenden Anblick allerdings ganz im Allgemeinen (de contemptu
mundi, vor 1198 verfaßt. Sonderausgabe von J. H. Achterfeld. Bonn
1855. 127. Cui gratissimus erat amplexus in vita molestus etiam erit
aspectus in morte). Die gewiß ganz individuelle und starken Auf-
schwung der Phantasie bezeugende Scene zwischen dem Sohne und
seinem abgeschiedenen Vater (Er. 664 — 880) scheint gleich in der
Einleitung des Wg. (49 ff.) nachzuwirken. Von den vielen Anklängen
in allgemeineren Punkten ist hervorzuheben die Stelle über die ritter-
liche Erziehung Wg. 1503 ff., die einen bedeutungsvollen Gegensatz
enthält zu Er. 520 ff. Der Formelkreis der geistlichen Dichtung des
12. Jahrh. ist eben in der Wg. noch vollständig vertreten. (Eine
Zurückführung desselben auf die lateinischen Originale im Zusammen-
hange steht noch aus. Außer den symbolischen und moralischen
kommen auch ganz allgemeine Wendungen in Betracht, wie Wg.
2343 f. noch sehe wir ez alle tage : daz ist ein härmlichiu klage = z. B.
im Gedichte auf Thomas Becket (du M6ril, Poesies populaires latines
ant^rieures au douzieme siecle p. 417), quod et nobis hodie praesens
probat luctus'. Die Bedeutung der Phraseologie der geistlichen Dich-
tung für den Minnesang s. Burdach, Reinmar 42. 48. 1 14). Das htspel
zeigt sich wie die von Pfeiffer Zs. f. d. Alt. 7, 319 richtig darauf hin
unterschiedenen älteren überall noch einfach, frei von bewußter Didaxis
bis auf das vom Zabelhüs 1285 — 1414, wobei aber der verdächtige
parenthetische Vers 1314 [daz spil er ungerne Ifit] und die Wiederauf-
nahme des Reimverses 1313 \als er phandes niht mere hat] vor 1386
zu beachten ist; denn zwischen diesen Versen [1313 — 1386] befindet
sich eine dem Sinne des hispels [der Spieler am Ende des Spiels ohne
Pfand gleicht dem Sünder am Ende des Leben sj gerade zuwider-
laufende Nutzanwendung des '^ antlazzes* . Es ist dabei lebendig und
volksmäßig (besonders der Kriegszug des Herrn mit seinen Knechten
ZUR WARNUNG. 295
Wg. 2711 fF. vgl. Hochzeit. Kar. 30, 14 f.), noch ferner von subtiler
theologischer Nutzanwendung und breiter allegorisierender Moralität.
Die Anlehnung an den sprichwörtlichen Thiervergleich der alten Gnomik
ist wie in der Predigt unverkennbar (459 ff. 1257 ff.). Die Lebens-
weisheit über das Alter (3025 — 3077) ist eindringlich aus der Erfah-
rung abstrahirt und erinnert wohl an die Herger-Strophe in den Sper-
vogelsprttchen MSF. 26, 20 ö\ (vgl. auch die Redensart 'ez zimt wol
helden MSF. 20, 25 mit Wg. 922, zum Korn des armen Mannes
N 16S ff. ebenda VI, 30,6 '^korn scet ein human , zur ere 881 ff. ebenda
VI, 29, 34 ff. ^ein man sol haben ere, auch Hartmanns Credo 2498 fl.).
Die angehängte Moral ist hier wie überall noch sehr schlichte Predigt-
weisheit, fern von der selbstgefälligen Weltlehre der bereits litterarisch
erzogenen Zeit, wie sie sich schon bei Konrad von Haslau, in den
Allegorien des Helbling und schließlich bei dem bereits mit philo-
sophischen und theologischen Problemen beschäftigten Teichner (vgl.
besonders die Probe in Wackernagels Lesebuch 406 ff. und Karajan,
über Heinrich den Teichner, Wien 1854, 29 f.) herausgebildet hat.
Auch die Sittenschilderungen sind noch in sehr allgemeinen Zügen
gehalten und können sich, was realistisches Detail und novellistisches
Interesse anlangt, mit den in Nithards und Ulrichs Weise begründeten
nicht messen. Besonders deutlich wird dies, wenn man die Warnungen
vor dem Minnesang mit der späteren österreichischen Parodie (so der
in V. d. Hagens Germania 8, 295 ff.) vergleicht. Wie man das Gedicht
im Ganzen nicht hoch ins 13. Jahrh. setzen darf, wie sich noch näher
erweisen wird, so deuten diese Warnungen vor dem Minnesang, die
offenbar gegen eine als neu und mächtig aufgefaßte Zeiterscheinung
gerichtet sind, auf frühe Zeit. Erläutert wird das chronologische Ver-
hältniß durch die auffällige und darum nicht unwichtige Beziehung,
in die sich gerade diese poetische Minnewarnung zur Marienverehrung
setzt: 3437 ff. \tnd strtten daz er looire als ein ander sündoire von einem
manne her komen der sine muoter hete genomen. Joseph sin vater niene
was. diu maget sin maget toesent genas, ez was ein groziu tougen. Man
hat hier wiederum einen bedeutsamen Beleg für die tiefgehende Über-
einstimmung, in der die Marienverehrung zu dem wundersamen Er-
wachen des poetischen Dranges im 12. Jahrh. steht. Eben damals (1140)
und bezeichnend genug im südHchen Frankreich (Lyon) kamen einige
Kanoniker zuerst auf den Gedanken, nicht bloß die Sündlosigkeit der
Maria, sondern im wörtlichsten Sinne ihre Unbeflecktheit zu lehren
und ein Fest zu Ehren dieser Thatsache einzusetzen. (Gieseler, KG. 2,
2, 472 ff.; Kurz I, §. 105, 7; E. Hergenröther I, 984.) Ihr Vorgehen
296 KARL BORINSKI
erschien selbst dem tiefsinnigen Verehrer der Gottesmutter, dem hei-
ligen Bernhard, so einschneidend, daß er an sie ein merkwürdig
schroffes Veto richtete (novam inducendo celebritatem quam ritus
Ecclesia nescit non probat ratio, non commendat antiqua traditio, bei
Migne 1, 333 A) in der berühmten epistola (CLXXIV) ad canonicos
Lugdunenses de conceptione S. Mariae, die man ihm eben darum ja
später gern abstreiten mochte. Das Fest wurde in Paris (1175) geradezu
verboten, und keiner der berühmten Kirchenlehrer hat unzweideutig
gewagt, das Dogma zu halten, bis Duns Scotus mit seiner hier furcht-
samen Opposition gegen Thomas auch hier der Stütztpunkt der Fran-
ciskanertheologie gegen die der Dominikaner wurde. Allein gerade
mit dem Verbote beginnt allenthalben die Aufnahme des festum con-
ceptionis (man reservierte sich wohl wie Thomas in der Summa III
qu. 27, 2, Note 18, indem man 'immaculatae' fortließ, vgl. Gieseler
a. a. O. 475 A), und gerade gegen Ende des Jahrhunderts warf der
Mönch Nicolaus von St. Alban in England sich zum eifrigen Ver-
theidiger der neuen Lehre auf, so daß Petrus Cellensis, der Abt von
St. Remigius in Rheims, deshalb gegen die „englischen Träumer" an-
kämpfte (Hergenröther a. a. O. 984; Gieseler a. a. O. 474 A). Auf-
fallend ist es nun immerhin, daß durch diese im Kreise der deutschen
Mariendichtungen hervorstechende Vertheidigung der immaculata con-
ceptio auch unser Gedicht in eine gewisse Beziehung zu den „eng-
lischen Träumern" tritt; was noch stärker hervortritt, wenn man sich
der (nach Albrecht Wagners Visio Tnugdali XXIII ansprechender
Vermuthung, directen) irischen Beziehungen in dem der Warnung in
der Hs. vorausgehenden Gedichte, in Albers Tundalus erinnert. (Vgl.
auch die Übereinstimmung in der theologischen Begründung dieser
Lehre Wg. 3444 f. ""mit vleischltchen ougen möhtet ir nieman gesehen dem
man gotes namen muoz jehen mit der Hervorhebung derselben im Tnug-
dalus 1975 ff. 'er sach da diu tougen diu vleischlichiu ongen nikt mugen
vol sehend Auch 10 ff. \oir suln si gerne schriben, daz unser hant und
unser zunge sl ein warnunge ist anzumerken. Sprengers nachträgliche
chronologische Hypothese Germ. 22, 267 f. scheint verfehlt und. durch
Albr. Wagner XLVII ff. widerlegt.)
Die auffallend reine Reimtechnik der Warnung weist sie, wie
schon ihr Thema, in die classische Zeit (außer den bei KI. angeführten
nur in N 183 siat : rät. Die rührenden Reime 53. 99. 1653. 2085 ge-
hören zu den allgemein berechtigten). Aber sie wurzelt auch mit ihrer
Form in der Vergangenheit, besonders wenn man berücksichtigt, daß
der Erzähler der Weltfahrt am Schluß sich nicht als Geistlicher heraus-
ZUR WARNUNG. 297
stellt. (Vgl. die volleren Endungen im Part, praet. der 2. sw. C. im
Reime genagelot : tot 1233, verivandelot : not 3051, im Part, praes. [wie
häufig, mit onomatopoetischem Anklang an die Bedeutung des Verbs?]
loeinunder 124. 569. grisgramunden 549; dagegen loeinendiu in Kl.
1800. Verwendung der Worte mit sam [gegen Haupt, z. Engelh. 188ö|
3417 ziersam. 2339 unvertrac. 2334 iclzen stn. Strafe, nach mhd. Wb.
und Lexer nur hier. 3169 zioisch, ziceifach, mhd. nur noch Genesis
Diut. III, 60, 105. Krone 735. Vgl. Schmeller IP, 1184. Älteres Ge-
schlecht 1974 luft m. (Bair. Gr. §. 329 lewegte Luft). 1880 sano n.
(Schmeller IP, 310. Bair. Gr. §. 241.) 3173 diu gewizzen (vgl. Kar.
Zs. f. d. Alt. 2, 13). Merkenswerth nach dieser Richtung sind auch
die dem Gedicht eigenen Wortbildungen 139 roticiz. 129 sicarzgel
113 loänzit, bei denen die Theile, wo sie vorkommen, zu beachten sind.)
Die Grenzen zwischen überlangem Vers und mehrsilbigem Auftakt
sind in einem Gedichte, in dem er wohl 15 ^ der Gesammtzahl der
Verse einnimmt, von vornherein schwankend. Als schwerer Auftakt
(-^) zeigt er sich 99.3. 2173. 2259. Demonstrativ im Auftakt 875.
2515 ff. Fünf Hebungen nehme ich an 470. 977. 1395. 1495. 2591.
3221. 3591. Haupts Kürzungen durch Streichungen von Worten 977.
1807. 2130. 2153. 3021 sind daher dem Gedichte kaum gemäß. Vier-
hebige klingende Verse in Paaren sind schon seltener (2367 f. 2937 f.),
häufiger aber auf dreihebige reimend 266. 376. 432. 494 u. ö. Das
Enjambement zeigt sich schon häufiger gegenüber der älteren Spruch-
dichtung (36 f. 853 f. 1088 f. 3142 f. 3478 f. 1658 f.). Unregelmäßige
Betonung scheinbar in dem freien Verseinsatz 365 meinsicerer und
lügenmre (vgl. Kindh. Jesu 403. 2302), in Eigennamen 3441 Joseph, in
dreisilbigen Wörtern mit zwei Längen schäntlichen (Kl. 1739), in vier-
silbigen 2704 ünspr eckende. Dagegen zeigt die feinere Technik inner-
halb des Verses (Häufung der Synkopierungen , Schleifungen zur Her-
stellung einsilbiger Senkung, deren Fixierung wir in diesem Zusammen-
hange unterlassen) große Mängel, und zwar, wie sich herausstellt, ganz
unverhältnißmäßig mehr in der ersten Hälfte des Gedichts. Hiatus in
der letzten Senkung (z. Iwein 7764) 613. 858, fehlende letzte Senkung,
wo Änderung des durchgehenden vnt der Hs. in unde (Haupt, z. Engelh.
463) nur in 285 hilft, harte Versschlüsse wie 849 nü loä geschach auch
däz ie (Anm. z. Iwein 4098), sehr häufige Betonung formaler Wörter
über die Satzbetonung, vornehmlich die vielen kurzen, auf schwache
Hebungen angewiesenen Verse, wo auch Haupt (811) durch Einsetzung
eines Wortes (sünde) abzuhelfen suchte, und solche mit lauter ein-
298 KARL BORINSKI
silbigen, wenig bedeutenden Wörtern (1200. 1496) finden sich in
diesen Theilen, zu deren Stellung-innerhalb der Anordnung des ganzen
Gedichts wir uns nunmehr wenden.
Anordnung der Warnung.
Denn wenn auch die bloße Form eines Memento mori ein weiter
Rahmen ist, so fragt es sich doch, ob man in ihm eine so freie und
unstete Bewegung in Bezug auf Wahl und Anordnung der Themen
für möglich hält, wie sie in der ersten Hälfte des Gedichtes entgegen-
tritt. Man versuche von dem nach Ausscheidung von Kl. erzielten
Anschluß 1668 weiter rückwärts zu gehen und sich das Grundthema
gegenwärtig zu halten, wie es in den oben erörterten charakteristischen
Hauptbestandtheilen des Gedichts auftritt, und wie es diesen gemäß
in der Einleitung unverkennbar angeschlagen wird.
Diese Einleitung (e) ist zunächst sicher bestimmt bis zu v. 179, 80
durch daz toarnet iucli enzit, der tot m uf dem rükke lit', die zudem
eine augenscheinliche Parallele haben in N 65 'igeltet dt enzit, diu zit
iu üf dem rükke Ut". Da ist zunächst von 1668 — 1606 (ü'^) Gleichheit
der Anlage und des Vorstellungskreises zu constatieren, wie er sich
noch deutlich concentriert in dem Bilde der loerlt als einer '^smielenden
verrätcerinne' 1616 ff, — 1643 ff. der hat verlorn sin wip etc. greift
noch deutlich über zu 151 ff. loar umbe get der man niht da er sin
wip tote siht etc. '^friunt unde mäge und was sich daran knüpft, auf
den Gedankengang 15 ff. ; missetcete : tiuvels rcete 1612 f. bekräftigt und
verstärkt 51 f. missetät : tiuvels rät. Die Einführung 1606 ist die dem
Warner in v. 1 charakteristische {nu vernemt silndcere : nu ver-
nemt man unde wip). Was aber nun von 1606 rückwärts gemessen
kommt, springt völlig ab. Es ist eine 1521 deutlich als solche ein-
geführte, streng auf ihren Beziehungskreis beschränkte o'ede über die
kiusche (K 1521 — 1605). Sie hat offenbar Beziehung zu einer gleicher-
weise eingeführten und in sich abgeschlossenen Ausführung über die
Ehe (E 1043 — 1161). Allein ihr Charakter ist völlig verschieden.
Verfasser von E ist ein wohlmeinender Rathgeber für das Betragen
in der Ehe und das Verhältniß zur Frau, ähnlich dem Verfasser von
Recht und Hochzeit und wohl ein Weltgeistlicher wie dieser. Denn
die Mahnung in E 1091 ff. *m' weit tocenen daz diu e also lihte zerge und
unsenfte si ze behalten weist deutlich auf die kirchliche Inanspruch-
nahme des Ehesacraments und die schroffe Einschärfung seiner bin-
denden Kraft in der Innocentinischen Zeit. [Kurz, K. G. §. 105. 6;
Hergenröther I, 992. Strenge Einschärfung der Ehe war gegen die
ZUR WARNUNG. 299
eigenthümliche mystische (in der Praxis sehr freie) Ascetik der
Katharer (Bogumilen) nöthig, die ja für Österreich besonders wichtig
sind (vgl. Bruder Wernher HMS. 2, 227; Strickers Klage XII, 503 ff. 5
Buch der Rügen 599 Zs, f. d. Alt. II, 73; Berthold ed. Pfeiffer I, 406.
9 — 13.) Sie bildet den zugespitzten Schluß des berühmten ersten
(Ketzer) capitulum der zwölften allgemeinen (lateranischen) Synode
1215: Non solum autem virgines et continentes verum etiam conjugati
per fidem rectam et operationem bonam placentes Deo, ad aeternam
merentur beatitudinem pervenire (bei Hefeier, Conciliengeschichte"
5, 880). Unsere Ausführungen in Wg. sind nur Variationen über dies
Thema, was chronologisch wichtig ist.] Anders der Verfasser von K.
Er theilt jene seltsame und unerfreuliche Anschauung von der Ehe
als einer verschärften Keuschheitsaskese gegenüber dem münichleben
und klosterman (1574. 1556) , die ja öfters in der früheren geistlichen
Poesie begegnet. Nun ist es merkwürdig (vgl. Heinzel, Heinr. v. Melk
S. 49), daß kurz auf E eine Art Zusatz (E^ 1175—1218) erfolgt, welcher
nicht nur eine K analoge Einführung aufweist (K 1521 diu kiusche
ist ein vil hertez leben, E^ ez ist ein vil engez leben sioer der e ir reltt
loil geben), sondern auch die asketische Beziehung zum Mönchsleben
(K 1556 er ivcere sanfter ein klosterman. E** 1178 er wcere lihte ein kloster-
man) wörtlich wiederholt. Bei diesem seine naive Sorgfalt gerade
unbewußt oft genug verrathenden Schreiber ist es sicherlich als
Beweisgrund mitzunehmen, wenn gerade K und E^ im Gebrauch
des (gegenüber dem sonst durchgehenden gen-stSn) vereinzelten gän-stdn
übereinkommen (K 1575 f. gät : stät. E" 1185 f. loiderstän :gän).
Nur noch einmal findet sich gän : stun im ganzen Gedicht, und zwar
537 f. {ergän : histän) in einer der in dieser Umgebung stereotypen
Höllendrohungen, welche in den nächstfolgenden Versen (540 ff. den
hat des tiuvels kiuioe verslunden tmz an die füeze durch der valschen
werlt süeze) ein doch nicht so gewöhnliches Bild aus E'^ (1205 ff. vnt
darben sölJier süeze diu aller freuden flieze keret in den hellegnont) wieder-
bringt.
Als eine gleichermaßen für sich bestehende größere Partie tritt
das bispel vom zabelhüs (Z 1285—1414) heraus, abrupt eingeführt und
ebenso wieder abbrechend, ohne eine Spur zu hinterlassen. Unter den
Lockungen der Welt, die die Warnung in ihrer zweiten Hälfte auf-
führt, befindet sich der zabel nicht, in e kündigt sich nichts darüber an.
An einer einzigen Stelle wird sonst noch darauf angespielt (267 im
zabelt ouch da niht tvan da niemen ivürfel siht), die durch ihre derbere
Fassung der Minnewarnung (265 f.) aus der Stimmung unseres Gc-
300 KARL BORINSKI
dichts etwas heraustritt (vgl. die analoge Stelle 3353 ff.). Wenn man
nun bedenkt, wie die Spielwuth in der späteren österreichischen Zeit-
satire in den Vordergrund tritt (im 'Jüngling' 295 ff."387 ff. ; vgl. See-
müller, Studien zum kleinen Lvicidarius, WSB. 653 f.), so wird man
die isolierte Stellung von Z in der Warnung stark betonen müssen,
um so mehr, als das hispel ganz unverblümt auf den Ablaß gewendet
wird, eine Form der Buße, die der Anschauung des Warners fremd,
ja geradezu entgegen ist.
Weniger streng in sich abgeschlossen zeigt sich schließlich eine
Partie, in der mit deutlich erkennbarem Einsatz die mäze zum Thema
gemacht (359. 648. 682) und durch disponierten Übergang (747 f.
daz ühel erkemit ir alle lool, des guoten ich iu beiutsen sol) mit der
Caritas (769) verbunden wird (M 325 — 1042; vgl. die Eingangsformel
diu mäze ist reine und gxiot und sivachet niemen rehten muot' mit der
von Bartsch Germ. VIII, 97 herausgegebenen Mdze v. 19 f. diu mäze
machet allez guot unt gihet dicke holten mnot'). Im Gegensatz zu der
späteren flüchtigen, plaudernden, allgemeinen Berührung dieser Themen
(mäze 2447 ff., der loerlt ere 2541 ff.) werden sie hier mit Ausschließlich-
keit, methodisch und mit bestimmtem Bezüge auf den fehdelustigen
Adel (881 — 938 daz zivit wol snellen Helden 922, vgl. Recht, Kar. 5, 12 ff.)
abgehandelt. 353 ff. finden sich abgerissene Variationen über das
Motiv „loer ist got und xver ist der iverlt genceme^'', und dessen Gegen-
theil , zum Theil in sich abgeschlossen, priamelartig (zur Reimkette
auf cere 360 ff. [10 Glieder] vgl. die Aufzählung der Sünder in der
Predigt MSD.'^ 217, 56 f.) im Tone der volksmäßigen Gnomik der
Spervogelsprüche.
Was dann noch übrig bleibt, ist: I. eine wüste, sich wieder-
holend überbietende Höllendrohung (P 192 — 324) ; II. abspringendes
Himmelsversprechen zwischen E^ und E'' (I' 1162 — 1174); III. Erinne-
rung an die Marter der Heiligen (P 1218 — 1244), die bei dem Warner
ganz zurücktreten (nur M. 667 f. die heilegen die ez hahent geschriben
als 'testimonia de suppliciis aeternalibus' Innocenz de cont. mundi
III, 11 und Kl. 1767); IV. aus verschiedenartigsten, stellenweise ganz
abweichenden (1469—1474. 1512—1516. 1516—1520) Bestandtheilen
zusammengesetzte Mahnung eines lercere (1486) an die Gemeinde unter
Vorausschickung einer Himmelsbeschreibung (I 1415 — 1520), als An-
schluß (1426) an Z.
Im Tone der Warnung und in ihrer Bildlichkeit gehalten, mit
ihrer Einführung [nu vernemt dixi gotes mcere, iuot hin den sündcere)
versehen und in ihren Zusammenhang passend, erweist sich höchstens
ZUR WARNUNG. 301
1245—1284 (w'). Überblickt man den Gang des Gedichts 1—192.
1245—1284. 1606—166^. 1835 bis Schluß, so wird man den Eindruck
eines einheitlichen, stetig fortschreitenden Ganzen erhalten.
Die Übersicht über die Anordnung im Gange der ersten Hälfte
der Wg. ergäbe nach obigen Bezeichnungen: e V M E' P E'' T'' ü'
Z V K ü'^ Kl.
Dies vergleiche man nun mit der bei aller Breite wohl disponiert
fortschreitenden und namentlich ihre Themen gut zusammenhaltenden
zweiten Hälfte:
A. Ausführung des in e (ü' ü*^) angegebenen Themas der War-
nung 1835—3482.
a) Warnung vor den Freuden der Natur und Welt 1835—2706.
a) Gegensatz zwischen ihrem lockenden Scheine und ihrer Wirklich-
keit (Verblühen, Alter, Tod, Undank, Vergessen, Siechthum)
1835-2120. 2273—2424. 2121—2140.
ß) Wie wenig dies beherzigt wird 2140-2273. 2425—2428.
y) Einwurf dagegen und Erörterung, wie man die Freuden der
Welt zu genießen habe 2430—2618.
h) Der Lohn 2618—2924.
a) Der Welt Lohn und Himmels Lohn 2618—2706.
ß) Beide können nicht '^mit senften (bemerkenswerth genug in
gerade entgegengesetzter Bedeutung bei Heinrich von Melk;
s. Heinzel, zur Er. 531) gewonnen werden. Mspel vom spil-
man. Vergleichung der beiden Löhne 2706 — 2924.
c) Bestätigung durch die Erfahrung an sich selbst 2925 — 3482.
a) Erzählung des Dichters von seiner Weltfahrt und Conversion
2925—3120.
ß) Wie er sich geholfen, so will er es den Anderen rathen. Die
vier Reuen 2120-3482.
B. Übergang zum Schluß 3482—3490. N 1—222.
a) Recapitulation und Ermunterung, sich bei Zeiten zu ent-
schließen 3482—3491. N 1—78.
ß) Ein guter Wirth sorgt bei Zeiten vor. bispel vom Samenkorn
des Armen. N 79-222.
a Schluß. N 222—298. 3490 bis Schluß.
Da aber der Mensch schwach und in der Welt Lockungen be-
fangen ist, so erinnert der Dichter an das Erbarmen, das Gott zu den
Menschen hat. Er wird des Menschen Schwäche gedenken, wenn man
ihn an seine Leiden als Mensch erinnert. N 222—298. 3490—3516.
302 F. GRIMME
Beschreibung der Passion und des reuigen Schachers am Kreuz 3516
bis Schluß.
Daß gerade solche Gedichte in dieser Zeit einem dem Dichter
gerade nicht vortheilhaften'Anwachsen ausgesetzt sind, ist durch Kon-
rads von Heimesfurt (Urstende, Hahn 103, 20 ff.) und besonders Kon-
rads von Fußesbrunnen (Hahn 192, 59) Verwahrungen ausdrücklich
bezeugt. Wie sie anwachsen konnten, bemüht sich obige Erörterung
der Anordnung der ersten Hälfte der Warnung als wahrscheinlich
auseinanderzusetzen. Daß ein poetisch leidlich geschickter Geistlicher
leicht auf den Gedanken kommen konnte, in das wirkungsvolle, warm
empfundene Gedicht ihm zur Zeit besonders wichtig dünkende Aus-
führungen einzuflechten oder derartige vorhandene hineinzuarbeiten,
hat an sich bei diesem freien Gedichte nichts Unwahrscheinliches. Ihre
Einreihung an erster Stelle diente nur dazu, die Charakteristik dieses
Bearbeiters zu vervollständigen. Daß Kl. zu dieser Bearbeitung erst
hinzugetreten sein müßte, bedarf nach dem dabei Gesagten keiner
besonderen Erörterung.
BERLIN, April 1889. KARL BORTNSKI.
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER.
„Die Schweizer Minnesänger" nennt sich eines der letzten Werke
des für die deutsche Wissenschaft leider zu früh verstorbenen Heraus-
gebers dieser Zeitschrift, Karl Bartsch. In ihm ist meines Wissens
zum ersten Male der Versuch gemacht, diejenigen lyrischen Dichter
der ersten Blütheperiode unserer Litteratur zusammenzufassen, welche
einer bestimmt en Gegend angehören, und dieses wahrlich nicht leichte
Unternehmen ist voll und ganz gelungen. Die Ausgabe der Lieder
und Gedichte selbst hier näher zu besprechen, ist nicht die uns ge-
stellte Aufgabe; eine gerechte Würdigung dieser wollen wir denen
überlassen, welche sich mit der Textkritik der Minnesänger ein-
gehender beschäftigt haben, als es dem Unterzeichneten in den letzten
Jahren möglich war. Sie ja können uns nur recht vor Augen führen,
welche Mühe und Arbeit es dem Verstorbenen gekostet, aus dem
manchmal sehr verdorbenen Texte der Handschrift ein Gedicht wieder
herzustellen, daß es lesbar wurde und Genuß gewährt. Wir wollen
an dieser Stelle uns nur mit der 220 Seiten umfassenden Einleitung
beschäftigen, welche die, wenn auch — wie es die Natur der Sache
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 3Q3
mit sich bringt — selir spärlichen Nachrichten über das Leben der
Dichter bietet. Meistens sind es ja nur Namen, zerstreut in Urkunden,
welche uns Kunde geben von der Lebenszeit der Einzelnen, und
glücklich müssen wir uns schätzen, wenn uns der Zufall eine Urkunde
erhalten, die von einem ritterlichen Sänger selbst ausgestellt ist und
uns spärliche Einblicke thun läßt in das Treiben und die Vermögens-
lage des Betreffenden, es sei denn, daß der Dichter — was aber der
weitaus seltenste Fall ist — einem großen und mächtigen Adels-
geschlechte angehörte und in die Geschicke seiner Zeit bedeutend
eingriff; dann fließen die Nachrichten über ihn etwas reichlicher.
Es ist nun für den ersten Blick eine merkwürdige Erscheinung,
daß bei den Minnesingern meistens die Nachrichten über ihr Leben
im umgekehrten Verhältnisse stehen zu der Bedeutung ihrer Dich-
tungen. Während von den größten mittelalterlichen Dichtern, einem
Walther von der Vogelweide, Nithart, Hartmann von Aue, Reinmar
dem Alten u. A. auch nicht die geringste urkundliche Notiz uns über-
kommen ist, haben wir dagegen von höchst mittelmäßigen und ganz
unbedeutenden Sängern eine solche Fülle historischer Nachrichten,
daß wir über ihr Leben ziemlich genau unterrichtet sind. Hierher
sind vor Allem zu rechnen Walter von Clingen, der Markgraf von
Hohenburg und Graf Albrecht von Hohenberg-Heigerloch. Eine Er-
klärung dieser Thatsachen ist jedoch nicht schwierig. Gerade die
Dichter, welche am hellsten glänzen in der Geschichte des Minne-
gesangs, gehörten entweder ganz armen Adelsgeschlechtern an, oder
sie waren jüngere Söhne, deren Los nicht zu den beneidenswerthen
zählte. Sie waren daher gezwungen, mit dem Talente, das ihnen Gott
verliehen, zu wuchern, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Die Ausübung der Dichtkunst wurde ihre Lebensaufgabe, ihr Leben
selbst ein ununterbrochenes Wandern; sie wurden fahrende Sänger,
welche die deutschen Fürstenhöfe aufsuchten, bald hier, bald dort
verweilten, um durch ihr Talent sich Ehre, Anerkennung und auch
leibHche Nahrung zu erwerben. Da nun die meisten Nachrichten über
die Minnesinger überhaupt sich in Urkunden erhalten haben, so ver-
steht es sich von selbst, daß in ihnen die kleinen Ministerialen-
geschlechter sich viel weniger finden, als die großen Adelsfamilien.
Weil aber Dichter, wie Walther von der Vogelweide u. A. sich fast
niemals in ihrer engeren Heimat aufhielten, vielmehr durch das unstäte
Wanderleben von einer Gegend Deutschlands in die andere geworfen
wurden, so treffen wir sie einerseits durchaus nicht in den Urkunden
derjenigen Gaue, denen sie durch Geburt angehörten. Anderseits
304 F. GRIMME
erscheinen sie aber auch nicht in Urkunden , welche im weiteren
Deutschland ausgestellt sind. Was zunächst die Kaiserdiplome be-
trifft, so hatten sie keinen Anspruch darauf, in ihnen genannt zu
werden, weil im Gefolge der Herrscher sich stets eine genügende
Anzahl der höchsten Adeligen befand, welche als Zeugen in Urkunden
zu benützen waren, und die Sänger ja fast durchgehends den Mini-
sterialen angehörten. Anderseits konnte man sie aber auch nicht in
Privaturicunden, welche meist localer Natur waren, benützen; denn
gerade bei diesen Urkunden kam es zur Bekräftigung vor Allem dar-
auf an , eine große Menge der in der Nähe ansässigen und dort be-
kannten Adeligen aufzuführen. Welches Gewicht aber hätte der Name
eines fahrenden Sängers haben können, der nur kurze Zeit sich in
der betreffenden Gegend aufhielt und der großen Menge so gut wie
unbekannt war? Aus diesen Gründen erklärt es sich demnach sehr
leicht, daß gerade über unsere bedeutendsten Dichter uns keine oder
doch nur äußerst lückenhafte Nachrichten in Urkunden überkommen
sind und wir daher über ihr Leben in völliger Unkenntniß sind,
wenn nicht Anspielungen auf die Zeitgeschichte in ihren Gedichten
das Dunkel in etwa klären.
Anders verhält es sich mit den aus den höchsten Adels-
geschlechtern hervorgegangenen Sängern. Durch ihre Stellung fiel
ihnen ein bedeutender Antheil an den Geschicken des Reiches zu,
sie waren häufig in der Umgebung der Kaiser, deren Diplome sie
bezeugen und besiegeln, und weilten sie daheim auf ihren Besitzungen,
so brachte die Verwaltung ihrer Länder und Güter mannigfache Ur-
kunden mit sich, in denen sie handelnd auftreten, und so sind wir
über ihr Leben häufig gut, wenigstens aber in ausreichendem Maße
unterrichtet. Da diese Großen ferner ihre Hauptaufgabe in der Er-
füllung der äußeren Ritterpflichten, im weitesten Sinne genommen,
erblickten, da es für sie an erster Stelle darauf ankam, tüchtige
Kämpfer zu sein und ihren Platz unter der deutschen Ritterschaft
würdig auszufüllen, so konnten sie sich der Pflege der Dichtkunst
und der schönen Wissenschaften nur in zweiter Linie widmen. Was
ihre Sangesgenossen als ihre Lebensaufgabe ansahen, damit konnten
sie nur ihre Mußestunden ausfüllen 5 sie blieben Dilettanten in der
Dichtkunst, und ihre Lieder waren wohl nicht sehr zahlreich. Da diese
außerdem wahrscheinlich nur zu eigenem Vergnügen gedichtet wurden
und nicht für das große Publicum bestimmt waren, so blieben sie
zum größten Theil auf einen engeren Kreis beschränkt; sie gingen
nicht in den Schatz der Fahrenden über, und so ist denn wohl der
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 305
bedeutendste Theil derselben für uns im Laufe der Zeiten verloren
gegangen. Daher finden wir die Mitglieder der mächtigen Adels-
familien im Allgemeinen mit nur ganz geringen Resten ihrer dichte-
rischen Thätigkeit in den Handschriften vertreten, und Avährend wir
uns von ihren Lebensschicksalen ein klares und deutliches Bild machen
können, ist eine Kritik ihrer dichterischen Begabung für uns unmög-
lich geworden.
Doch kehren wir nach dieser Abschweifung zu unserer eigent-
lichen Aufgabe zurück. Wie gesagt, bietet uns Bartsch in der Ein-
leitung zu der Ausgabe der Schweizer Minnesänger diejenigen Nach-
richten über das Leben der Dichter, derer er habhaft werden konnte,
und besonders dieser Theil des Werkes legt ein beredtes Zeugniß ab
von dem regen Sammeleifer und andauernden Fleiße des Verstorbenen.
Wer, wie der Unterzeichnete selbst, Jahre lang Nachrichten zum
Leben der Minnesänger aus Urkunden gesammelt, der nur kann die
Größe der Bartsch'schen Leistung voll und ganz würdigen. Man muß
wirklich staunen, wie der Verfasser bei seinen sonstigen Arbeiten und
Berufspflichten noch die Zeit gefunden, tausende von Urkunden zu
studieren und zu excerpieren. Und wenn der Unterzeichnete zu den
von Bartsch mitgetheilten Urkunden im Folgenden einige wenige
Berichtigungen und Zusätze gibt, so geschieht es nicht, um den Werth
jener großartigen Leistung herabzusetzen oder zu bemängeln. Nein,
durchdrungen von der Bedeutung jenes Werkes, glaubt er, dem An-
denken des großen Todten zu dienen, wenn er die kleinen Lücken
ergänzt, wie er ja von Bartsch selbst noch in der letzten Zeit seines
Lebens geradezu aufgefordert wurde zu diesem Beginnen und ihm
die Spalten der Germania zur Verfügung gestellt wurden.
Bartsch hat in seine Sammlung 32 Dichter aufgenommen, „welche
der Schweiz zuzuweisen er sich berechtigt glaubte". Unter diesen findet
sich zweimal der Name Otto zem Turne. Die Gründe, welche Bartsch
für die Trennung anführt, sind sehr wohl durchdacht und kaum an-
fechtbar; ob sie aber jeden Leser davon überzeugen werden, daß auch
der ältere Minnesinger den Namen Otto getragen, bleibt sehr zweifel-
haft, wenngleich Bartsch kein Bedenken trägt, den in einer Urkunde
vom IL August 1275 sich findenden Otto vom Turne als den Dichter
anzusehen. Wäre dieser wirklich der Minnesinger, so würde es sehr
auffällig sein, daß sein Leich nicht unter den Gedichten des jüngeren
Otto eine Stelle gefunden, vielmehr sich in die Lieder Winlis verirrt
hat, wo er in der früheren Pariser Handschrift sich findet. Ich glaube
mit Bestimmtheit, daß ihm vom Schreiber der ihm gebührende Platz
GERMANIA. Neue Keiho XXIII. (XXXV.) Jahrg. 20
306 F- GRIMME
angewiesen wäre, hätte der Dichter den Namen Otto getragen. Da
dies nicht der Fall, so bleibt die Bartscli'sche Ansicht eben nur eine
Hypothese, die kein Recht hat, mit solcher Bestimmtheit aufzutreten.
Sie würde bedeutend gestärkt werden , wenn uns aus dem letzten
Drittel des 13. Jahrhunderts nur das eine Mitglied der Familie zem
Turne Otto bekannt wäre; da uns aber eine ganze Reihe von Namen
in Urkunden begegnet, so ist die Person des Dichters durchaus zweifel-
haft. Die betreffenden urkundlichen Nachweise werde ich weiter unten
geben.
Als Schweizer Dichter werden von Bartsch unter Anderen auch
genannt Her Pfeffel, Her Goeli und Gast. Nach eingehendem Studium
der uns überkommenen Urkunden kann ich mich nicht zu der Ansicht
bekehren, daß die erwähnten drei Säuger dem Gebiete der heutigen
Schweiz angehörten, vielmehr glaube ich, sie aus dem Verzeichnisse
der Schweizer Dichter streichen zu müssen. Was zunächst Pfeffel
betrifft, so spricht ja wohl seine Stellung in der Handschrift C zwi-
schen dem von Wengen und dem Taler für schweizerische Herkunft,
aber gerade in der zweiten Hälfte der Handschrift ist die Vereinigung
von Dichtern, welche derselben Gegend angehörten, nicht mehr genau
durchgeführt, und man muß sich daher hüten, aus der Stellung allzu
feste Schlüsse zu ziehen. Steht doch z. B. wenige Seiten nachher
Steinmar, welcher unzweifelhaft der Schweiz entstammte, zwischen dem
tugendhaften Schreiber und Alram von Gresten. Auch das Lob,
welches Pfeffel dem Herzog Friedrich von Osterreich spendet, läßt
sich nicht gut mit der fernen Schweizer Heimat vereinigen, und wenn
Bartsch fragt: „warum sollte nicht, wie von anderen Schweizer Sän-
gern bezeugt ist, auch dieser sich zeitweilig in Osterreich aufgehalten
haben?", so ist darauf zu erwidern, daß, so viel bis jetzt bekannt,
unter der Regierung der Babenberger, also vor dem Jahre 1246,
Schweizer Dichter in Österreich sich nicht nachweisen lassen. Viel-
mehr finden wir diese erst dort, als mit Rudolph von Habsburg ein
Schweizer Geschlecht den deutschen Kaiserthron bestiegen und sich
im fernen Osten eine Hausmacht gründete. — Der Hauptgrund aber,
den Dichter Pfeffel der Schweiz zuzuweisen, war für Bartsch wohl
der, daß ihm vor dem Jahre 1260 nur der in der Schweiz ansässige
Heinricus pfeffili miles bekannt war. Wie ich aber schon in der Ger-
mania 33, 53 gezeigt habe, begegnen uns bis zu dem genannten Jahre
in den verschiedensten Gegenden Deutschlands vier Träger des Namens
Pfeffel, denen wir wenigstens mit großer Wahrscheinlichkeit adelige
Herkunft beilegen können, und wie die weiter unten mitzutheilenden
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 307
Belege ergeben, findet sich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
in Osterreich selbst ein Edler Pfeffel, dem doch mit größerem Rechte
ein Loblied auf den letzten Herrscher von' Österreich aus dem Hause
der Babenberger zuzuschreiben ist, als einem Schweizer Dichter
Daher ist Pfeffel aus der Zahl der Schweizer Miiniesänger zu ent-
fernen.
In Betreff des Dichters Goeli kann ich auch nicht Bartsch's
Ansicht theilen, der ihn, gestützt auf Mittheilungen Herzogs, mit dem
Diethelm Goeli identificiert, welcher in den Jahren 1259 — 1276 nach-
gewiesen ist. Es ist ja schwierig, den Dichter der Schweiz absprechen
zu wollen, zumal da mehrere Träger des Namens daselbst sich finden,
und doch glaube ich dazu berechtigt zu sein. Bartsch führt für die
Heimat des Dichters ins Feld, daß er in seinen Liedern Trachten der
Champagne, Kolmarer Hüte und den Rheinstrom erwähnt. Was zu-
nächst den ersten Punkt betrifft, so ist aus dem Verse Goelis:
f>tn kursit ist ein schampeneis
noch lange nicht zu entnehmen, daß ihm überhaupt die Trachten der
Champagne bekannt waren; vielmehr haben wir es hier wohl mit
einem Kleidungsstücke zu thun, welches im ganzen Süden Deutschlands
bei den Bauern gebräuchlich war. Darf man denn aus der Erwähnung
fremdländischer Trachten und Kleidungsstücke bei Nithart zum Bei-
spiel gleich schließen, daß er die Länder gekannt und genau über
ihre Trachten unterrichtet gewesen? Und so glaube ich denn, daß
der oben genannte Vers für die Bestimmung von Goelis Heimat
belanglos ist. Gedenkt er nun in seinen Gedichten des Rheines und
der Hüte aus Kolmar, so muß deshalb der Dichter auch noch nicht
der Schweiz angehören, vielmehr kann seine Heimat gerade so gut
das heutige Elsaß oder Baden gewesen sein; und daß letzteres Land
ihn wirklich zu den Seinen zählen kann, werden wir sogleich sehen.
Doch zuvor haben wir noch zwei andere Beweisgründe zu entkräftigen,
wobei ich jedoch an dieser Stelle mehr andeuten als ausführen kann.
Die gründliche Widerlegung werde ich einem anderen Orte aufsparen.
Herzog führt in der Germ. 31, 327 einige Urkunden aus Basel
an, in denen sich eine Frau Sibilia, Gemahlin des Diethelm Goeli,
und ein Weibel Conrad finden, und in diesen will er einerseits die in
Goelis Gedichten auftretende Frau Bele, andererseits Küenzelin den
weibel wiederfinden. Auf den ersten Blick mögen ja diese Mitthei-
lungen bestricken, doch bei näherer Betrachtung findet man leicht
die Unmöglichkeit heraus. Zunächst ist Bele ein so häufig wieder-
kehrender Name in der höfischen Dorfpoesie, daß man ihm gar kein
20*
308 F GRIMME
Grewicht beilegen darf. Betrachtet man aber die Rolle, welche Bele
in Goelis Gedichten spielt, so wird man sofort zur Überzeugung
gelangen, daß der Dichter seiner eigenen Gemahlin niemals ein so
zweifelhaftes Denkmal setzen konnte. Das mag auch schon Bartsch
empfunden haben, da er sich die Herzog'sche Ansicht nicht angeeignet
hat; wenigstens erwähnt er sie gar nicht.
Was den Weibel Conrad in Basel dann betrifft, so rehen wir
aus den von Herzog angezogenen Urkunden, daß er ein angesehener,
wenigstens aber ein vermögender Mann gewesen, der mit den reichen
Abteien jener Gegend in Verbindung stand. Wie kommt nun dieser
Bürger der Stadt Basel unter die Bauern, und wie kann man einem
mit ihm in der gleichen Stadt wohnenden Dichter zutrauen, daß er
es gewagt habe, auf diese Weise seinen Spott auszulassen? Denn die
Schilderung, welche Jener von ihm entwirft, ist nichts weniger als
schmeichelhaft. Und dann, wenn wir diesen Küenzelin mit dem in den
Gedichten mehrfach genannten Kuonze identificieren wollen, welch
traurige Rolle spielt er erst dann! Ich glaube daher nicht, daß der
Dichter Goeli hier seinen Zorn an einem ihm persönlich verhaßten
Manne ausgelassen habe, vielmehr würde er dies sicher etwas ver-
blümter gethan haben. Wir haben es wohl hier nur mit einer freien
Erfindung des Sängers zu thun, und umsoweniger möchte ich an
die reale Wirklichkeit glauben, weil eben der Name Kuonze ein in
der mittelalterlichen Dorfpoesie ziemlich häufig vorkommender ist,
wovon uns ein Blick in Nitharts Gedichte sofort überzeugt. Auch
dieser Name ist stereotyp und beweist nichts; wir können es daher
höchstens als einen merkwürdigen Zufall erklären, daß sich ungefähr
zur Zeit der Entstehung von Goelis Gedichten ein Weibel Conrad in
Basel findet.
Gestützt auf zahlreiche Stelleu aus der Dorfpoesie, die ich an
anderem Orte mittheilen werde, bin ich der festen Überzeugung, daß
der Weibel in Goeli's Gedichten überhaupt kein Gerichtsbote im ge-
wöhnlichen Sinne ist, daß er vielmehr eine Persönlichkeit darstellt,
welche beim Tanze der Bauern eine Rolle spielt, und deshalb könnte
durchaus nicht der Weibel Conrad in Basel mit dem Genannten identi-
ficiert werden, und die Herzog'sche Hypothese würde in das Reich
der Mythe zu verweisen sein.
Somit wären sämmtliche Gründe, den Dichter Goeli in dem oben
genannten Diethelm zu suchen, widerlegt, soweit sich überhaupt aus
den Gedichten selbst etwas folgern läßt. Hierbei bleibt jedoch noch
immer bestehen, daß der Erwähnte trotzdem der Dichter sein kann,
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGEK. 3()9
wenn wir keine andere Persönlichkeit aufzuweisen haben, der mit
mehr Recht die Urheberschaft der unter Goelis Namen überlieferten
Gedichte zugeschrieben werden kann; indeß ich glaube diese gefunden
zu haben in der Person Goeli's, des Vogtes des Grafen Egone III. von
Freiburg im Breisgau, welcher in den Jahren 1273—1289 sechsmal in
Urkunden sich findet, so am 9. Juni 1273', 27. August 1280, 17. Juni
1283, 29. August 1285, 14. Mai 1286 und 13. Januar 1289. (cf. Mone,
Zeitschrift 9 u. 10.)
Welche Gründe haben wir nun, in dem Letztgenannten den
Sänger zu erblicken? Wie schon gesagt, können wir die Erwähnung
des Rheines und der Hüte aus Kolmar für jeden in diesen Gegenden
lebenden Goeli als Beweis beanspruchen, doch möchten die Hüte von
Kolmar noch eher einem in Freiburg Wohnenden bekannt gewesen
sein, als einem Bürger aus Basel, da die beiden erstgenannten Städte
näher beieinander liegen, und von den Kolmerhüten als etwas All-
bekanntem nur Jemand reden kann, der in der nächsten Nähe von
Kolmar zu Hause war. Wenn man aber durchaus in den Gedichten
Anhaltspunkte für den Minnesinger suchen und finden will, so möchte
ich vielleicht in dem Verse:
si vent sieh vor allen vögten frien
eine kleine Anspielung auf die gesellschaftliche Stellung des Dichters
erblicken, der eben Vogt zu Freiburg war. Noch mehr aber möchte
ich aus dem tinkhof-tor im ersten Liede herauslesen, und da ist eine
mir gewordene Mittheilung des großherzoglichen Landesarchivs in
Karlsruhe von Wichtigkeit, nach welcher zu Theningen, das mit Vogt
Goeli, wie aus den Urkunden hervorgeht, in näherer Verbindung stand,
wirklich ein Dinghof sich befand. Dieser Ort ist noch heute durch
seinen ausgedehnten Hanfbau bekannt, und vielleicht gerade mit An-
spielung auf die Hauptbeschäftigung der Bauern dortselbst, singt Goeli
im ersten Liede:
wil sich einer in dem hanfe iht siimen,
der bedarf zer rehten hant des dümen.
Aus den angeführten Gründen sind wir nun zu der Überzeugung
gekommen, daß wirklich kein Anderer als der Vogt Goeli zu Frei-
burg der Minnesinger ist, und somit wäre auch dieser aus dem Ver-
zeichniß der Schweizer Minnesinger zu streichen.
Der Name Gast findet sich, wie wir später zeigen werden, in
ganz Süddeutschland und Österreich verbreitet, und wir sind daher
auch nicht ohne Weiteres berechtigt, den Dichter dieses Namens der
310 F- GRIMME
Schweiz zuzuweisen, wenngleich die größere Wahrscheinlichkeit auch
wohl für letzteres Land sprechen mag; doch cf, weiter unten.
Bleiben uns nun, wenn wir wirklich zwei Minnesinger zem Turne
annehmen wollen, aus der Bartsch'schen Sammlung 29 Dichter, die
wir ohne jegliches Bedenken der Schweiz zuweisen können, so vei'-
missen v/ir in derselben nur ungern zwei Sänger, welche bis jetzt
allgemein für Schweizer gehalten wurden: den Hardegger und Rudolf
von Rotenburg. Welche Gründe Bartsch gehabt, dieselben auszu-
schließen, ist uns unbekannt.
Was zunächst den Hardegger betrifft, so mag vielleicht der
Umstand eingewirkt haben, daß „seine Strophen mehr den Charakter
der lehrhaft bürgerlichen Poesie tragen, so daß die Annahme adeliger
Herkunft zweifelhaft erscheint". Die Hardegger in der Schweiz ge-
hörten aber dem Adel an, und Bartsch selbst sucht in seinen „deut-
schen Liederdichtern" im Anschluß an v. d. Hagen und Lassberg den
Sänger in dem Geschlechte der Edlen von Hardegge in der Schweiz.
Nun ist aber, wie ich an anderer Stelle nachgewiesen, der Minne-
singer wirklich von edler Herkunft, und damit fällt der obige Grund
von selbst fort. Gehörte der Dichter aber nicht den Schweizer Herreu
von Hardegge an — wofür jedoch spricht, daß zwei Schweizer Dichter
in der Handschrift ihm vorangehen — so bleiben uns nur die steier-
märkischen Grafen von Hardegg übrig, zu denen der Sänger gehören
könnte. Das ist aber unmöglich; wäre der Dichter ein geborener
Graf gewesen, so hätte er in der Handschrift C seinen Platz unter den
ersten zwanzig Sängern erhalten, nicht aber wäre ihm die bescheidene
fünfundneunzigste Stelle angewiesen inmitten von Ministerialen und
bürgerlichen Personen. Auch wäre es undenkbar, daß der Schreiber
der Handschrift den Grafentitel so ohne Weiteres fortgelassen hätte;
wenigstens findet sich hierzu kein Gegenstück in der ganzen Hand-
schrift. Somit bleiben uns nur die Edlen von Hardegge in der Schweiz
übrig, und unter diesen ist es wiederum Heinrich von Hardegge —
in den Jahren 1227 — 1275 urkundlich erwähnt — welcher das meiste
Anrecht auf den Dichter hat. Nähere Nachrichten über denselben
habe ich in der Germania 33, 55 gegeben.
Wie Bartsch in den „deutschen Liederdichtern" sagt, stammte
Rudolf von Kotenburg aus einem ritterlichen Geschlechte in der
Schweiz, in der Gegend von Luzern, wohin ihn schon seine Stellung
in der Pariser Handschrift mitten unter Schweizer Dichtern weist,
und der Dichter ist nachgewiesen in einer Urkunde des Klosters ölur-
bach aus dem Jahre 1257. Warum fehlt er nun unter den Schweizer
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 311
Minnesingern? Ich weiß keinen Grund dafür. Ein Rudolf von Roten-
burg ist in anderen Gegenden, z. B. in Thüringen, wo auch ein Ge-
schlecht dieses Namens existiert, nirgends nachgewiesen, warum sollen
wir den urkundlich bezeugten Dichter der Schweiz absprechen, um-
somehr, da gerade ein Schweizer Sänger, „der von Gliers", ihn in
seinen Gedichten erwähnt?
Indem ich nun dazu übergehe, einige Nachträge zu den von
Bartsch bekannt gemachten Urkunden zu liefern, bemerke ich, daß
ich zu Rudolf V. Neuenburg, Werner von Teufen, Kraft von Toggen-
burg, Heinrich Teschler, Hesso v. Rinach, Conrad v. Altstetten, Werner
V. Hoiiiberg, Johannes Hadloub, Eberhard von Sac und Otto zem Turne
neues Material nicht habe beibringen können ; ich lasse sie daher bei
Seite. Was Walter von Klingen betrifft, so habe ich Abstand ge-
nommen, die Urkunden, von denen ich mehrere hundert gesammelt,
hier zu veröffentlichen, weil es einerseits zu weitläufig sein würde,
anderseits Bartsch selbst das gesamrate Material zum Abdruck bringen
wollte, und ich nicht weiß^ ob die Ausführung ihm noch vergönnt war.
1.» Ulrich von Singenberg.
1. Im Jahre 1227 bezeugt Ulrich von Singenberg, daß sein mütter-
licher Oheim, der Ritter Rudolf von Hagenwil, da er über das Meer
zu fahren sich rüstete, über sein Maieramt Muolen zu Gunsten des
Klosters St. Gallen verfügt habe. (Pupikofer, Gesch. des Thurgaus,
2. Aufl. 416.)
2. Nicht wie Bartsch nach v. d. Hagen 4, 231, a. 4 angibt, im
Jahre 1227, sondern am 20. Februar 1228 (Neugart, cod. Dipl. Ale-
manniae II, 156, 914 schreibt 23. Februar) ist Ulricus dapifer de
St. Gallo zu Ulm Zeuge, als König Heinrich VII. die vom Grafen
Diethelm von Toggenburg aufgegebene Vogtci über das Kloster
St. Johann im Turtbal übernimmt. (Wartmann, Urkundenb. der Abtei
St. Gallen 3, 863.)
3. Das von Bartsch S. XXIX, a. 4 angeführte Verzeichniß der
Mitglieder der Familie von Singenberg findet sich in anderem Wort-
laut auch bei Neugart, Episcopatus Constantieusis II, S. 189. Hier
heißt es:
XIV Kai. Martii obiit Uolricus dapifer de Singenberg, de Friman-
husen et Einswiler Anno 1219 Udalricus dapifer praedium in Frimans-
husen St. Gallo legavit, ut pro uxore sua Adelheide, cuius obitus III
Idus Septemb. notatur, sacra anniversaria agerentur. H Kai. Jan-
Otprechtus dapifer et Adelheidis de Hagenwille coniux eins obicrunt,
312 F. GRIMME
quorum anniversarius celebratur de Vrimanshusin et Niderwiller.
XIV Kai. Febr. obiit Uolricus dapifer — VIII Idus Maü Benedieta
de SiDginberg, uxor dapiferi de Ekke iufra Blidekke et Singinberg.
XVII Kai. lulii obitus Otprechti laici de Nidirnwille et de Vrimans-
husen. IX Kai, Decembris Wolricus dapifer de Frimanshusen. VII Kai.
lan. obitus Rudolfi dapiferi militis de Eggon inter Blidegge et Siginberc.
2. Der Taler.
Wenn Bartsch meint, daß die Stellung des Talers in der früheren
Pariser Handschrift, unmittelbar nach zwei Schweizer Dichtern, dafür
spräche, daß auch dieser der Schweiz angehöre, so ist der Schluß doch
etwas anfechtbar, besonders da wir, wie wir schon oben sahen, kaum be-
rechtigt sind, den ihm unmittelbar vorhergehenden PfefFel jenem Lande
zuzuweisen. Da ihm fernerhin in der Handschrift der tugendhafte
Schreiber folgt, so gibt uns die Stellung des Dichters gar keinen
Anhalt zur Bestimmung seiner Heimat. Aber dennoch hat die Schweiz
vor anderen Ländern die meisten Ansprüche auf den Minnesinger,
und allgemein wird ihr derselbe auch zugesprocjien. Bei den geringen
Nachrichten, welche uns über die Edlen von Thal in der Schweiz
überkommen sind, werden die folgenden Beiträge nicht unwillkommen
sein, wenngleich sie zum Theil auch jünger sind als die Mitte des
13. Jahrhunderts, um welche Zeit der Dichter gelebt und geschaffen
haben muß.
1. Winterthur, 27. Februar 1244. Mehrere Edle, darunter Rudolf
de Thale miles, verbürgen sich für die Summe von 100 Mark, welche
die Edlen von Reginsberg vom Stifte Kreuzungen geliehen haben.
(Regesten von Kreuzlingen 51.)
2. 19. Februar 1294. Schirmbrief des Rathes und der Zweihundert
der Stadt Bern, unter diesen Burchard Thaler und H. Thaler, an die
neulich erwählten sechszehn, oder der sogenannte Ratstuberbrief.
(Zeerleder, Urkunden für die Geschichte der Stadt Bern 2, 422/878.)
3. Freudenberg, 3. August 1321. Graf Hug von Werdenberg ver-
zichtet auf die Zehnten zu Tellers, die sein Schwiegervater Heinrich
von Wildenberg von dem Gotteshause Disentis gekauft hatte. Zeuge:
Rudinus de Tale. (Mohr, Codex diplomaticus 2, 264/187.)
4. Brugg, 11. September 1330. Herzog Albrecht weist Berthold
von Rinach an die Schuld von 40 Mark Silbers um ein Roß, das er
Johann dem Taler, seinem Marschalk gab, einen Satz von jährlich
12 Pfund Pfennigen auf den Zoll daselbst und zwar für so lange Zeit,
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 313
als nicht die Hauptschuld abbezahlt werde. (Hopp, Gesch. d. eid-
genössischen Bünde V, 2, 192.)
5. Jahrzeitbuch von Fraubrunnen: Item nach Schwester Annen
Taleren tod sol man began Heinrich Talers und Eisbeten siner ewirtin
irer vatter und muoter. Und der egenanten Schwester Annen tochter
Klosterfrouw disz Huses ir aller dryer jarzit in der oetava baptiste
(1. Juli), (Regesten von Fraubrunnen 747).
6. Urbar des Klosters Rheiuau aus dem Anfange des 14. Jahr-
hunderts: Cünrat dictus Taler de bono an dem belle HH modios
utriusque 1 maltrum avene. Item de bono der boimleren 1. quart.
tritici et 1 quart siliginis 1 quart. avene.
3. Pfeffel.
Schon oben habe ich gezeigt, daß Bartsch's Annahme, Pfeffel
gehöre den Schweizer Minnesängern an, auf sehr schwachen Füßen
steht; nach den folgenden Urkunden wird sie wohl überhaupt nicht
mehr aufrecht gehalten werden können, da uns in österreichischen
Landen um die Mitte des 13. Jahrhunderts ein Ritter Pfeffel begegnet,
dem man doch an erster Stelle die Abfassung eines Lobgedichtes auf
Friedrich den Streitbaren zuschreiben muß, wenigstens mit größerem
Rechte, als einem im fernen Basel wohnenden Ritter. Außer den schon
in der Germania 33, 53 angeführten Urkunden habe ich noch folgende
beizubringen :
1. Schweiz : 1. April 1275. Heinricus dictus Phaffo miles Basi-
liensis, Heinricus et Johannes fratres eiusdem und 6 Genossen schwören
der Stadt Freiburg im Breisgau Urfede wegen des Todes des Werner
von Michelnbach, der in Freiburg hingerichtet ward. (Schreiber,
Urkb. der Stadt Freiburg I, 73/23.) Der genannte Heinrich mag
identisch sein mit dem von Herzog erwähnten Heinricus pheffili miles
aus einer Urkunde des Jahres 1243, welchen mit ihm auch Bartsch
für den Minnesinger hält.
II. Österreich (Tirol). 1. 1240. Friedrich von Rodanch urkundet
über die Grenze zwischen dem Kloster Neustift und dem comicium Ras.
Zeuge: Fridericus Phaffe. (Mairhofer, Urkundenbuch des Augustiner-
Chorherrenstiftes Neustift in Tirol 110.)
2. 1247. Der Streit zwischen Friedrich von Rodanch und seinem
Bruder Gotschalk einerseits und Rudolf von Rescn anderseits wird bei-
gelegt. Zeuge: Berhtoldus Pfaffe .... milites. (ib. 115.)
3. 1248. Tausch vertrag zwischen Hugo von Taufers und dem
Kloster Neustift. Zeuge: Perhtoldus Pfaffe, (ib. 116.)
314 F. GRIMME
4. 1254. Hildigund von Taufers überläßt dem Kloster Neustift
den dritten Theil eines Hofes in Luehdach. Zeuge: Perchtoldus Pfaffe . . .
milites. (ib. 121.)
5. Die Freisingiscben Urbarien melden zum Jahre 1316: Anno-
tatio praedii in St. Petro: C. Pfäffel XII denarios. (Zahn, cod. dipl.
Austriaeo-Frisingensis III, 509.)
6. Ebendaselbst heißt es: Isti sunt defeetus quos dominus epis-
copus patitur in hofmarchia Insticensi 1308 . . . item filii Pfaffonis
dederunt nepti sue unum quartale in Toblaco quod est ecclesie Fri-
singensis (ib. 117).
7. December 1255. Botzko, Graf von Bernek und Burggraf von
Znayn schenkt an das Kloster Geras den Hof Gogitsch. Zeuge Wal-
therus Phephel. (Archiv f. d. Kunde österr. Geschichtsquellen II, 25.)
8. 1256. Srailo von Brunow, Botzkos Bruder und nach ihm
Graf des Berncker Bezirkes, stellt dem Stifte Geras den Hof zu Ray-
storf zurück. Zeuge: Walter Phephel. (ib. 33.)
III. Oberpfalz. 1251. Die Landgrafen Friedrich und Gebhard
von Leukenberg entlassen eine Frau Namens Hazka in Pleissen bei
Waldsassen aus der Leibeigenschaft. Zeuge: Conradus dictus Pfefflinus.
(Verhandlungen des histor. Vereins von Oberpfalz und Regensburg,
33, 7.)
4. V. W engen.
Über die im Thurgau ansässige Familie v. Wengen hat Bartsch
keine biographischen Notizen gegeben, ganz entgegen seiner sonstigen
Gewohnheit. Daß ihm solche nicht bekannt waren, ist mehr als zweifel-
haft, da ihm doch einsehr beträchtliches Urkundenmaterial zu Gebote
stand, und auf sie bezügliche Nachrichten auch in den Werken sich
finden, welche er für das Leben anderer Minnesinger benützt hat.
Wir wollen daher an dieser Stelle einige Urkunden anführen, in
denen das Geschlecht von Wengen auftritt, besonders solche aus der
Mitte des 13. Jahrhunderts, um welche der Dichter, nach den Andeu-
tungen seiner Gedichte, gelebt und gedichtet haben muß. Möglich ist
es ja immer, daß unter den uns namentlich bekannten Personen der
Minnesinger sich befindet; vielleicht mag er der unten genannte
Burchard sein.
1. 1229. Burcard von Wengen bezeugt eine vom Grafen Diet-
helm von Toggenburg dem Kloster Ruite gemachte Vergabung. (Pupi-
kofer, Gesch. des Thurgaus, 2. Aufl., S. 420.)
2. Tobel, 6. Mai 1258. Burchardus miles de Heithinowe schenkt
dem Kloster Tännicon, in das zwei Töchter von ihm eingetreten sind,
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 315
seine Besitzung in Heitershoven mit allen Rechten. Zeuge: Burchard
von Wengen. (Regesten von Tänuicon 3.)
3. Veltpach, 23. Mai 1273. Abt und Convent von Reichenau
geben ihren Consens zu einem Tausch zwischen Feldbach und Rei-
chenau. Zeuge: Burcavdus de Wengen. (Regesten von Fcldbach 28.)
4. Frauenfeld, 20. März 1296. Heinrich und Berthold, Brüder,
Söhne des verstorbenen Burchard von Wengen, verkaufen ihren Wein-
garten zu Kalthusiren dem tiause Tobel. (Regesten von Tobel 16.)
5. 17. März 1334. Burchard und Jacob von Wengen, für sich
und ihren landesabweseuden Bruder Johannes und übrige Geschwister,
verkaufen für recht Eigen dem Heinrich von Homburg, Comthur von
Tobel, „die egerden, die mau nennet Wengnerre Gründi" um 2^j„ Pfund
Pfennige, (ib. 27.)
6. Zürich, 18. Mai 1370. Beatrix von Wollhausen, Äbtissin zu
Zürich, fertigt den Kauf über einen Garten zu Stadelhofen. Zeuge:
Rüdger von Wengen, Chorherr zu Zürich. (Regesten der Benedictiner-
abtei Pfävers 250.)
7. Im Nekrologium von Wettingen heißt es: Dicthelmus de Wen-
gen benelicator. (Herrgott, Genealogia Habsburgica H, 841.)
5. Heinrich v. Strettlingen.
1. Pater Rudolfi Heinricus senior de Strettlingen fiiit, maritus
ferainae Rapersvillanae. Ex hoc matriraonio prodiere praeter Rudol-
fum Henricus jr. , Johannes atque Margaretha, nupta Lutholdo sen,
de Bebingen, cui Lutholdum peperit, iisdem in litteris nominatum.
Heinricus jr. de Strettlingen j. a. 12.Ö3 testis occurrit in charta Hait-
manni jr. de Kiburg. Nomen uxoris latet. Filius patri cognominis
erat. lu necrologio Wettingensi absque uUa nota chronica adnotatum
legimus: Rudolfus nobilis dominus de Stretlingen benefactor in hoc
capitulo tumulatus est. Tum: H idus Aprilis ob. H. nobilis de Strett-
lingen, qui contulit nobis XXV marcas; probabilius jr. frater Rudolfi.
(Neugart, episcopatus Constantiensis H, 270; cf. auch Herrgott, genea-
logia Habsburgica H, 844.)
2. Bern 1257. Rudulf v. Strcllingen verkauft Güter und den
halben Kirchensatz zu Gurzelen an den Convent von Interlaken.
Zeuge: dominus frater mens H. de Stretelingeu. (Zeerleder, Urkunden
für die Geschichte der Stadt Bern 1, 527/404.) „Das Siegel ist darum
besonders merkwürdig, weil es in der Umschrift den Namen Rudolf.s
Freiherrn von Wimuiis aufweist. Rudolf v. Stretelingen sagt in der
Urkunde ausdrücklich, er habe sein Siegel angehängt (littcr;i.s mei
316 F. GRIMME
sigilli munimine roboravi)". Waren also die Strettlingen damals Herren
zu Wimmis, das sonst als eine Besitzung der Herren von Weißen-
burg vorkommt? War der in einer Urkunde vom Jahre 1239 (cf.
unten) genannte Heinrich von Wimmis, Ritter, eben der Herr Hein-
rich von Strettlingen, dessen oben als Bruders des Verkäufers gedacht
wird?
3. 22. Juni 1239. Zeugenverhör in dem Rechtsstreite über die
Abtretung des Fischteiches zu Weitmansöy an das Kloster Interlaken
durch U. Warnagel zwischen Ritter Heinrich v. Wimmis und jenem
Gotteshause, (ib. 326/229.)
4. 2. Mai 1271. Walter von Wediswyl verzichtet auf die von
seinen Voreltern von Uspunnen auf ihn vererbte Kastvogtei des Chor-
herrenstiftes Ansoltingen in die Hände des dortigen Propstes und
des Capitels mit Zustimmung seiner sechs Söhne. Zeuge: Heinricus
de Streteliugen nobilis. (ib. H, 70/562. Stettier, Regesten von Amsol-
dingen 1.)
5. 2. Mai 1271. Die Freien von Wediswile übergeben Besitzungen
in Utingen an Rudolf von Ansoltingen. Zeugen: Rudolf und Heinrich
von Stretlingen. (Kopp, Urkunden zur Gesch. der eidgenössischen
Bünde H, 133/68 a.)
6. 1271. Walter von Wediswyl und Conrad von Uspunnen über-
geben dem Rudolf von Ansoltingen einen Theil von Ybenesche. (Zeuge :
Rudolf und Heinrich von Stretelingen. (Zeerleder, I, 312/275.) —
7. 1. Februar 1312. Johann, Heinrich und Ulrich von Strett-
lingen, Edle, Herren von Spiez, schenken zum Heil ihrer Seele und
zu Almosen der edlen Frau dementia, Schwester Heinrichs und
Ulrichs von Strettlingen und Nichte Johanns, das Patronatsrecht zu
Leuxingen dem Kloster Interlaken. (Regesten von Interlaken 175.)
8. Heinrich von Strettlingen, Junker, Herr von Laubegg, Sohn
des Rudolf von Strettlingen und der Marmita, Tochter Rudolfs von
Greiers, schenkt dem Kloster Interlaken das Gut der Kirche Zwei-
simmern im Bisthum Lausanne 30. September 1335. (ib. 287.)
9. 17. October 1335, Spiez. Heinrich von Strettlingen verkauft,
da auf keine andere Weise seinen Schulden begegnet werden könne,
den Kirchensatz von Zweisimmern dem Kloster Interlaken für 620
Pfund Heller, (ib. 288.)
10. 19. Februar 1336. Peter von Greiers verkauft um 2300 Pfund
Lausanner vom Jungherrn Heinrich von Strettlingen, der hierzu von
seinem Vetter Johannes von St. und dessen Sohne sich die Einwilligung
gobeu ließ, die Vesten Laubeck und Manuenberg. (Kopp, Gesch. der
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 317
eidgenössischen Bünde 5, 2, 581.) Nach letzter Urkunde ist die Mit-
theilung Bartsch's zu berichtigen, welcher den Verkauf bereits im
Jahre 1335 geschehen lä(k,
6. Heinrich v. Frauenberg.
1. Schloß Cur, 24. September 1266. — Heinrich von Frauenberg
reserviert dem Stifte Cur, daiJ er auf den ihm übertragenen Schirm
der Kerzner jederzeit ohne Widerspruch wieder Verzicht leisten werde.
(Mohr, Codex diplomaticus 2, 134/78.)
2. — 30. November 1284. Vertrag zwischen dem Bischof
Friedrich von Cur und den beiden minderjährigen Söhnen des Frei-
herrn Walter IV. von Vaz. — Alle sunt wizen daz .... herre Hain-
rich von Frowenberc an Johannes und Donates stat herren Walthers
säligen Kint von Vaz, haut versünet und verslihtet denselben bisschof
Fridrichen von Kur .... (ib. 28/25.)
3. Schloß Räzüns, 5. April 1288. Heinrich von Räzüns der ältere
erwählt sich in der Domkirche zu Cur seine Grabstätte und stiftet
dafür einen Altar in derselben. Zeuge: dominus de Frowenberch
(ib. 52/42).
4. Urseren, 5. August 1288. Bündniß zwischen fünf Walliser
Herren eines- und Bischof Friedrich von Cur, Abt Simon von Disentis,
und Heinrich von Frauenberg anderentheils. (ib. 142/83.)
5. Vicosuprano, 8. October 1293. Beschwörung des von Bischof
Berthold II. von Cur und dem Lande Curwalden mit Matheus von
Visconti von Mailand errichteten Bundes : coram ceteris nobilibus et
baronibus terre Curvallie, videlicet dominis Henrico de Frowenberg . . .
(ib. 79/61.)
6. Älaienfeld, 2. December 1295. Vertrag zwischen Bischof Ber-
thold II. von Cur und den Gebrüdern Johann und Donat von Vaz.
Zeuge: her Heinrich von Frowenberch. (ib. 85/67.)
7. Cur, 11. November 1300. Walter Röttiner und Johann Aier
aus Wallis erhalten von dem Convent St. Luci ein ewiges Zinslehen
in gleicher Weise wie die Walliser auf Davos. Zeuge : nobilis de Fro-
wenberg. (ib. 165/97.)
8. Cur, 26. Januar 1305. Bischof Sifrit von Cur bestätigt den
Tausch zwischen dem Convent von Curwalden und Heinrich von
Frauenberg um die Capelle zu Balzers und das Patronatsrecht zu
Feldberg. (ib. 195/119.)
Da der Kirchensatz zu Balzers zur Veste Gutenberg gehörte,
so folgt daraus, daß Heinrich von Frauenberg 1305 sich im Besitze
318 F. GRIMME
der Veste befand. Später erlioben die Brüder von Werdenberg An-
sprüche auf diese Veste, weil sie solche von den Kindern des Herrn
von Frauenberg erkauft hatten , verzichteten aber 1314 darauf zu
Gunsten der Herzöge von Osterreich, (ib.)
Die Freiherren von Vrowenberg waren ein altes edles Geschlecht,
das im bündnerischen Oberlande begütert war. (ib. I, 350/232.)
7. Heinrich von Sax.
1. 1208. Kaiser Otto IV. verpfändet dem Edlen Heinrich von
Sax die Vogtei über die Abtei Pfävers für 300 Mark. Eckehardi casus
St. Galii. (Wegelin, Regesten der Benedictinerabtei Pfävers 55.)
2. 1200—1215. — Vorsichtig hatte Abt Ulrich die Schirmvogtei
über sein Stift St. Gallen seinem Bruder Heinrich von Sax übertragen.
Aber auch diese Verfügung wurde von König Otto umgestoßen und
unter dem Vorwande, die Schirmvogtei sei ihm durch seine Gattin
Beatrix, die Tochter Philipps, erblich zugefallen, dieselbe an das Reich
gezogen. (Pupikof'er, Gesch. des Thurgaus, 2. Aufl. 343.)
3. Disentis, 31. Mai 1213. Abt Burkart I. von Disentis verpfändet
Besitzungen seines Klosters in Italien. „Burcardus abbas disent. cum
consensu suorum fratrum et militum et servientium, nee non Thomasii
de Turri, quem elegerunt advocatum in hoc negotio, eo quod dicebat,
de missum esse domino Anrico de Sacco advocato istius monasterii
oppignoravit quaedam bona in Lombardia. (Mohr, Cod. dipl. I, 252/180.
Regesten von Disentis 45.)
4. 4. Juni 1228. Schenkung des Hermann von Ragatz an das
Kloster Pfävers existente advocato domino Henrico de Saxo et filio
eins domino Alberto. — Auffallend ist, daß Heinrich von Sax hier
neuerdings in der Eigenschaft als Schirmvogt erscheint, während das
Kloster Pfävers durch Urkunde Kaisers Friedrich II. vom 3. März 1221
von aller Abhängigkeit gegen denselben befreit war. (Wegelin 69.)
5. Ende 1247. Johannes I. dictus de Malderon , abbas mon.
Disentinensis vigilantia sua efficit, ut advocatia monasterii a nobilibus
de Sacco, qui a rapinis desistere nolebant, ad comites de Werdenberg
devolveretur. (Regesten von Disentis 52.)
6. 1253. Albert von Sax nimmt mit seinem Bruder Uli'ich eine
andere Theilung der Güter vor. Zeuge: H. frater noster de Clanx.
(Wegelin 83.)
7. Die Burg Clanx, als deren Inhaber 1258 der Ritter Heinrich
von Sax, auch von Clanx, genannt ist, wurde im Kriege des Königs
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 319
Rudolf gegen Abt Wilhelm 1289 zerstört, naclidem der Befehlsliabor
Sigbert sie dem Reichsvogt Ulrich von Ramswag übergeben hatte.
Von Abt Wilhelm bald wieder hergestellt, fiel sie 1402 dem Freiheits-
trieb der Landleute zum Opfer. (Pupikofer 451.)
Das Wappen der Edlen von Sax ist uns auch in der Züricher
Wappenrolle überliefert; über dasselbe und das Geschlecht heißt es
in den Mittheilungen der antiquar. Ges. in Zürich 6, 32: Stammsitz
Hohensax bei Gambs, dann theilt sich das'Geschlecht in verschiedene
Zweige auf Wildenburg, Frischeuberg;, Forstegg; der Letztere erwirbt
auch Bürgein im Thurgau. Verschieden von dem in der Rolle sich
findenden Wappen dieser Hohensax ist das Wappen der Sax von
Masox, Monsax, Misox. Diese führen als redendes Wappen zwei
Säcke im Schild. Und auch für einen Zweig der Hohensax, die Sax
auf Wartenstein bei Pfävers, kommt nach Tschudi ein besonderes
Wappen vor: im senkrecht von Gold und Roth getheilten Schild ein
rother und goldener Stern. Die Helmzier ist dagegen überall dieselbe:
der Kopf eines schwarzen Hundes oder Wolfes. Ganz abweichend ist
das Siegel eines Henricus de Saxo von 1286. Hier erscheint im quer-
getheilten Schilde oben ein liegender Adler , unten ein Löwe. —
Wappen : senkrecht Gold und Roth getheilt. Helm golden, Zimier ein
schwarzer Hundekopf mit weißen Zähnen, rother Zunge.
8. Gast.
Die Heimat des Minnesingers Gast, welcher unzweifelhaft einem
bürgerlichen Geschlechte entstammte, ist entschieden unsicher. Mögen
sich auch zwei Personen des Namens in der Schweiz nachweisen lassen,
so ist, eben weil der Dichter sich unter den Nachträgen der Pariser
Handschrift befindet, in welchen die Vereinigung der Sänger bestimmter
Gegenden durchaus nicht mehr genau durchgeführt ist, daraus in keinem
Falle der Schluß zu ziehen, daß er der Schweiz zuzuweisen sei.
Umsomehr müssen wir Zweifel an seiner Schweizer Heimat erheben,
als der Dichter sich als einen Nachahmer Reinmars v. Zweter dar-
stellt, welcher die längste Zeit seines Lebens im fernen Österreich
zubrachte. Dazu kommt, daß sich auch in anderen Gegenden Deutsch-
lands Träger des Namens Gast finden, von denen zwei noch dem
13. Jahrhundert angehören; hinter diesen kann man mit gleichem
Rechte den Dichter vermuthen, als in den von Bartsch angeführten,
der Schweiz angehörenden. Das ist ja wahr: da die frühere Pariser
Handschrift in der Schweiz entstanden, so sind naturgemäß die Dichter
320 F. GRIMME
derselben in ihr am zahlreichsten vertreten, und wenn man die Wahl
hat zwischen Personen aus verschiedenen deutschen Theilen, so wird
man aus dem angegebenen Grunde im Allgemeinen dem Einwohner
der Schweiz den Vorzug geben, aber dies consequent durchzuführen
ist unmöglich, besonders bei einem bürgerlichen Poeten, von dem uns
nur zwei Spruchstrophen überkommen. Mit völliger Sicherheit wird
man den Dichter Gast nie der Schweiz zuzählen können.
Außer den schon von v. d. Hagen und Bartsch erwähnten
H. Gast von Affeltrangen und B. dictus Gast kann ich noch die
folgenden Persönlichkeiten anführen :
1. Bruchhausen, 4. Mai 1259. Graf Hartmann v. Werdenberg
gibt dem Kloster Raitenhaslach einen Hof in Nidergoltsawe. Zeuge:
Heinrich Gastli. (Monumenta Boica 3, 157.)
2. 30. Mai 1271. Urkundlicher Ausweis über den Hof Heimbach,
von dem die Hälfte Hedwig, die Tochter des Otto Triller, der mit
seinem Sohne von dem Schenken Walter IL von Limburg damit be-
lehnt war, die andere das Kloster Lichtensteru besitzt, über den
Bezug des Erträgnisses von demselben und das Verpachtungsrecht.
Zeuge: Her Gast. (Mone, Zeitschrift 5, 203.)
3. Die Urkunde aus dem Jahre 1266, in welcher B. dictus Gast
genannt wird, ist zu Utinberch am 10. üecember ausgestellt. (Regesten
von Tobel 9.)
4. Der obenerwähnte H. Gast v. Affeltrangen, dessen Lebenszeit
sich nicht genauer bestimmen läßt, wird vielleicht gar erst dem
15. Jahrhundert angehören. Wenigstens ist uns eine Urkunde aus
Lichtensteig vom 1. Februar 1447 erhalten, durch welche Petermann
von Raron, Freiherr zu Tockenburg, mit seinen Zusassen den Streit
schlichtet über Leibeigenschaftsrecht an der Familie der Gast von
Affeltrangen, der zwischen Walter von Bussnang, Comthur von
Tobel, und der Äbtissin von Schännis bestanden, (ib. 88.) Als Siegler der
Urkunde ist verzeichnet Peter Frovenlobs, stadtschreiber in Bischofszell.
5. Schließlich wird noch zu Regensburg am 20. Februar 1484
Ulricus Gast in Pressat erwähnt. (Ried, Codex dipl. episcop. Ratis-
bonensis 1067/1117.)
9. Heinrich von Tettingen.
Zunächst möchte ich an dieser Stelle ein kleines Mißverständniß
berichtigen. Bartsch theilt Seite CHI im Anschluß an v. d. Hagen mit,
daß das Wappen der Schweizer Edlen von Tettingen aus einem in
sechs rechteckige Felder getheilten Schilde bestehe, während das
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 321
Wappen der badisehen, am Bodensee heimisclieu Familie nicht be-
kannt sei. Nun hat aber der Ritter Heinrich v. Tetingen, welcher
unstreitig dem letzten Gescblechte angehören muß, an eine zu Con-
stanz am 23. Juli 1295 für das Deutsche Haus zu Meinau ausgefertigte
Urkunde sein Siegel gehängt, welches im großherzoglich badischen
Landesarchive erhalten ist und einen in sechs Plätze getheilten, zwei-
mal gespaltenen Schild aufweist. (Roth v. Schreckenstein, Die Insel
Meinau 333.) Daß dieses Siegel das gleiche ist, wie das oben den
Schweizern beigelegte Wappen, wird wohl Niemand in Frage stellen.
Was ist nun aus diesem Umstände zu schließen? Entweder haben
wir zu folgern, daß die Schweizer und badische Familie von Tettingen
dieselbe ist, daß demnach die von v. d. Hagen und Bartsch vor-
genommene Theilung hinfällig ist, oder aber müssen wir annehmen,
daß Siebmacher, welcher uns das Wappen des Schweizer Geschlechtes
überliefert, sich geirrt und dasjenige des am Bodensee heimischen
Geschlechtes uns beschreibt. Im letzteren Falle könnte das in der
Pariser Handschrift befindliche Wappen wohl das des im Zürichgau
ansässigen Geschlechtes sein. So lange uns nun dieses nicht an Ur-
kunden entgegentritt, können wir immerhin zweifelhaft sein, welche
der obigen Annahmen die richtige sei, wohl aber sind wir nicht be-
rechtigt, auch ferner noch den Angaben v. d. Hagens unbedingten
Glauben zu schenken.
Bartsch bemerkt an erwähnter Stelle, daß er das auf die
badische Familie bezügliche Material an anderer Stelle mittheilen
würde. Da ich nicht weiß, ob er bei Lebzeiten diesen Vorsatz aus-
geführt, ich aber auch der Veröffentlichung seines Nachlasses auf
keine Weise vorgreifen möchte, so lasse ich die Nachrichten, welche
sich auf den am Bodensee heimischen Heinrich v. Tetingen beziehen,
vorläufig bei Seite und beschränke mich darauf, einige Urkunden
hier mitzutheilen, welche der Schweiz angehören und einen Heinrich
V. Tettingen aufweisen.
1. Apud Lutigern 1258. Ulrich und Hugo von Tuffenstein ver-
kaufen dem Johanniteroi-den augiam prope Clingenowe, quam H. de
Tettingen feodaliter possidebat, für 3 Mark Silbers. (Mone, Ztschr.
1, 464.)
2. St. Blasien, 20. Februar 1270. Arnoldus abbas St. Blasii Eber-
hardo episcopo jam oppidi Clingenowensis domino , praedia ad prae-
posituram Blasianam ibidem sitam pertinentia in tutelam tradidit „cu-
rias videlicet in superiore et inferiore Tegerfeld, curiam in dem Gerute
dictam, montem Tegervelt, in quo situm fuerat quandoque castrum etc. —
GERMANIA. Neue Reihe XXIH. (XXXV.) Jahrg. 21
322 F. GRIMME
de viris nobilibus Waltero de Clingen, et Hugone de Tuffenstein,
militibus Bertoldo de Tegervelt, Henrico de Tettiugeu et fratribus suis
emptas. (Neugart, episc. Constantiens. 11, 456.)
3. Clingnau, 18. Juni 1259. Abt Arnold von St. Blasien batte
von den Gebrüdern von Gippingen einige bei Tettiugen gelegene
Güter gekauft. Der Handel wurde von den Rittern von Tettiugen an-
gestritten, weil sie als Schutzherren ibre Zustimmung nicbt gegeben.
Der Streit wird durcb Schiedsriebter geschlichtet, und das Kloster
St. Blasien muß 3 Pfund Pfennig zahlen. (Huber, Regesten von
Klingnau 10.) Unter den nicht genannten Rittern von Tettingen be-
fand sich ohne Zweifel auch Heinrich.
10. zem Turne.
1. Zürich, 17. October 1259. Landgraf Rudolf verzichtet auf
das Hofrecht in Dietinkon. Zeuge: Heinrich ab dem Turne. (Kopp,
Eidgenöss. Bünde 2, 1, 472.)
2. Raprechtswile, 7. December 1259. Rudolf! comitis de Raprechts-
wile litterae fündationis et donationis pro monasterio sanctimonialium
in Wurmspach. Zeuge: Rudolfus de Turri. (Herrgott, Genealogia Habs-
burgica 2, 357).
3. Raprechtswyl, 10. Januar 1261. Rudolf von Raprechtswil ver-
macht der Abtei St. Gallen zwei Lehen in Pfefiikon Zeugen: R. und H.
vom Thurme Ritter. (Kopp 2, 1, 346.)
4. Zürich, 18. März 1267. Walter von Vatz fertigt als Vormund
des jungen Grafen von Raprechtswil ein Gut zu Hegnau, das der
Ritter Rudolf vom Turn um 14 Mark an Gevenn verkaufte, (ib. 348.)
5. 22. Mai 1275. Heinrich Revel, Bürger zu Zürich, bestimmt
für seinen Streit mit Hartmann im Hofe Schiedsleute. Zeuge: Ulrich
im Thurn. (ib. 301.)
6. Raprechtswile, 2. September 1282. Graf Rudolf v. Habsburg
bestätigt dem Abte Conrad von Pfäffers die Abtretung der Kirche
Wurmsbach mit Hof und Hube. Zeugen: Drei Brüder von Thurme.
[Rudolf, Heinrich und Burchart], (ib. 849.)
7. Raprechtswile, 19. November 1284. Ludevicus comes de Hom-
berg bona quaedam in Togeruu uxori suae Elisabeth in vital itiuni
assignata fratribus domus Hospitalium in Klingnovve titulo venditionis
tradit. Zeuge: Rudolfus de Turri. (Herrgott 2, 522.)
8. Raprechtswile, 30. Januar 1286. Elisabeth, Gräfin von Hom-
berg, veräußert vier Weingärten um 100 Mark an Heinrich ab Dorf,
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 323
Bürger von Zürich, ihren Wirth. Zeugen: Rudolf, Heinrich, Burchhart
an dem Turne, ritter. (Kopp 2, 1, 352.)
9. Wediswil, 30. December 1286. Rudolf von Wediswile entsagt
zu Gunsten des Klosters zu Fraucnthal auf melirere Güter. Zeuge:
Rudolf vom Thurne, ein Ritter, (ib 365.)
10. Wolhausen 1288. Adelheid von Wediswile macht verschiedene
Schenkungen. Zeuge: Rudolf ab dem Turne, (ib. 389.)
11. Raprechtswile, 11. Februar 1295. Elisabeth v. Raprechtsvvile
tritt um 80 M. Silbers Güterzinsen zu Wolrau und Richtiliswile, Eigen
für Eigen, und Vogtei als Lehen von Einsiedeln, Herrn Conrad dem
Wissen, Chorherrn zu Zürich, ab. Zeugen: Her Burghard und Her
Heinrich in dem Thurne, Ritter, (ib. 3, 1, 121.) —
Im 14. Jahrhundert finden sich noch Johann, Albert, Arnold,
Peter und Hartmanu zem Turne.
11. Steinmar.
1. Klingnau, 5. September 1257. W. v. Clingen verkauft im Ein-
verständniß mit seiner Gattin Sophie und seinem Sohne Ulrich, dem
Abte Arnold von St. Blasien, um 6 M. S, sein Landgut Azinbach,
Unrechtun genannt, mit allem Zugehör. Zeuge: C. Steinmar. (Huber,
Klingnau S. 8.)
2. Klingnau 1263. Jac. von Wirnelingen hat alle von seinem Vater
ererbten Güter samuit Zugehör dem freien Manne Noggerus, Bürger von
Klindenau, um 30 M. S. verkauft. Zeugen: C. u. B. Steinmar. (ib. 11.)
3. Klingnau, 30. April 1265. Hugo v. Tuffenstein verkauft dem
Custos von St. Blasien seinen an der Büle am Ufer des Gisenbaches
in Nieder -Tegerfeld gelegenen Hof mit allen Rechten um 41 M. S.
Zeuge: Bertold Steinmar. (ib. 12.)
4. 4. December 1269. Walter v. Klingen übergibt mit seiner
und seiner Kinder Hand die hove bede in Bezenowe und Stilli den
megiren mit holze und velde, und wune und weide, und die wizen in
Rora und di ze Tegerveldt, daz di dar zu horent. Zeuge: Cunrat
Steimar und Bertold sin bruder. (Mone 1, 460 und HI, 188.)
5. Clingnau, 20. Februar 1270. Walter v. Klingen und Conrad,
Komthur zu Klingnau, verkaufen ihren Hof Menings in Nieder-
Endingen mit Zugehör dem Kl. St. Blasien um 22 Mark S. in haar.
Zeuge: Berthold Steinmar. (Huber 16.)
6. — 21. Februar 1270. Prior und Convent v. Sion stiften einen
Altar im Kloster Sion bei Klingnau. Zeuge; Chünrat Steimar. (Mone
3, 189.)
21*
324 F. GRIMME
7. Sonntag nach Michaeli messe 1270. Jacob ein Frye von
Wessenberg und seine Frau Gerhilt beurkunden, daß sie Peter von
Wessenberch, der ir eigen was, und den si mit frigem rehte bessassen,
dem St. Johanns huse zu Clingenowe zu einer Gottesgabe vermacht
haben. Zeuge: Conrat Steinmar. (Mona I, 465.)
8. Clingnau 1270. Walter von Clingen verkauft dem Kloster
St, Blasien den Hof zu Litteberch, seiner Frau Morgengabe, saramt
Zugehör um 12 M. S. Zeugen: Conrat und Berthold Steinmar. (Huber 15.)
9. Zürich, 21. Januar 1273. Meister Ulrich Wolfleibsch, Heinrich
von Rosenberg und Walter u. Heinr. von Iberg entscheiden zwischen
den Deutschordensbrüdern zu Bughein und Heinrich Wesin zu Zürich
wegen eines Gutes zu Bellikon. Unter den Bürgen des Klosters auch
Conrad Steymar. (Mone 28, 398.)
10. ? ? Oetenbach, 7. October 1284. Priorin Adelheid und Con-
stant von Oetenbach verkaufen, weil von Gläubigern gedrängt, ihren
zu Böstein gelegenen Hof sammt Waldung dem St. Blasien'schen Amt-
mann Berthold (Steinmar?) in Klingnau zu Händen des Kl, St. Blasien
um 34 M. S. baar. (Huber 20.)
11. Waag, 11. Mai 1285. Bruder Conrad v. Hagenbach, Kora-
thur zu Buchein, verträgt sich mit Rudolf und Conrad Slup zu Schwör-
stadt wegen ihrer beiderseitigen Ansprüche auf die sogenannte Want-
fluhe. Zeuge: her Conrat Steiraar, (Mone 28, 410.)
12. St. Blasien, 7. September 1290. Ritter B, Steimar von
Klingnau vergabt zu seinem Seelenheil und dem seiner Voreltern dem
Kloster St, Blasien eine Schupose zu Melzdorf und eine Wiese zu
Bebinkon. (Huber 20.)
13. — 25. Januar 1293. Die Commende Beuggen bei Rhein-
felden erwii'bt das Bürgerrecht zu Waldshut. — „Fridericus scuetetus;
consules et universi cives in Waldeshut noticiam subscriptorum. Quia
Berchtoldus dictus Steymar miles noster civis (!) cum fratribus domus
Theutonicorum in Buchein pactum fecit tale ....
14. Säckingen, 20. April 1300. Graf Hermann von Homberg
schenkt sein Vogtrecht über zwei Schuposen zu Oschgen dem Bruder-
hofe zu Säckingen. Zeugen: Cuonrad Steinmar et Henricus dictus
Schor-pih cives in Sekingen.
12. Der von Gliers.
Über den jetzt allgemein als den Minnesinger angesehenen Wil-
helm von Gliers theile ich noch folgende Nachrichten mit:
DIE SCHWKIZEK MINNESÄNGER. 325
1. 1300. Littera super certa guerra inter dominum episcopum
Basiliensem et dorainos de Gliers; qualiter episcopus litem renuntiat,
sie quod dominus de Gliers; qualiter episcopus litem rcnunciat, sie
quod dominus de Gliers hoc t'aciat hoc idem. (Trouillat, Monuments
de Bäle II, 736.)
2. Tanne, 23. Mai 1300. Alheidis de Regensperch, cui Wilhelm
de Gliers est advocatus, renunciat in favorem fratris sui Thiebaldi
de Pfirt haereditati paternae. Siegler: Wilhelmus de Gliers.
3. [29. September 1300. Renaud von Bourgogne, Graf von
Mömpelgart, überläßt das Schloß Froberg mit Zugehör dem Bischof
von Basel, um von ihm den Verzicht zu erlangen auf das Schloß
Blamont.] Zu dieser schon von Bartsch mitgetheilten Urkunde ist fol-
gende Notiz Trouillat's von Wichtigkeit: Das Schloß von Froberg
war damals ein Hauslehen von Montbeliard, womit Wilhelm von Gliers
belehnt war. Es scheint nicht, daß diese Cession jemals ausgeführt ist;
denn sein Object erscheint niemals in der Zahl der Besitzungen der
Baseler Kirche. Es ist annehmbar, daß der Bischof Schwierigkeiten
hatte mit den Herren von Gliers, und daß ein Vergleich, im selben
Jahre stattgefunden, dieser Kirche nur einen kleinen Theil des Ge-
bietes zusprach auf dem rechten Ufer des Doubs, oberhalb des Pla-
teaus des Pommerats, genannt la Terre de Malnuit und la petite
seigneurie de Chauvelier auf der östlichen Grenze der Propstei St. Ur-
sanne. (Trouillat II, CX.)
4. Porrentruy, 15. October 1330. Der Pfleger der Kirche zu
Basel, Bischof Johann von Langres, brachte seine Tage meistens im
Juralande zu. Doit schied er den Forst der Leute des hl. Ursicinus
aus von demjenigen des Herrn von Froberg, des Ritters Wilhelm von
Gliers, eines Freien. (Kopp, Gesch. der eidgenöss. Bünde V, 2, 545.)
5. 2. November 1350. Ludwig, Graf von Neuenburg, als Oheim
und Schützer seiner Neffen Rollin und Ludwig, Söhne des ver-
storbenen Wilhelm von Montjoie und Gattin Catharina ,
Schwester des Grafen Ludwig, gibt Vollmacht im Namen
jener Kinder an Ritter Aignelot de Glay, und Johann dictus Ruegeli
von Pruntrut. (Trouillat III, 872.) —
Außer dem von Bartsch erwähnten Siegel des Johann von Gliers
an der Urkunde vom Jahre 1360 hat sich noch ein desselben Ritters
aus dem Jahre 1350 erhalten. Es ist bei Schreiber, Urkundenbuch
der Stadt Freiburg II, Tafel 7, Nr. 27 abgebildet und zeigt einen
mit dem Barte nach oben gekehrten linksschauenden Schlüssel, wäh-
rend dieser sonst nach rechts gewandt ist.
326 F. GRIMME
13. Conrad der Schenk von Landegg.
1. Loben bei Frauenfeld, 7. März 129L Leutold und Conrad
von Landegge verzichten auf das Kiburg'sche Lehen zu Slattingen^
des Wilhalm zer Linden von Schaffhausen bis dahin von ihnen be-
sessen. (Kopp, Urkunden zur Gesch. der eidgenöss. Bünde II, 141/76.)
2. Wil, 12. October 1313. Heinrich und Lütold, Ritter, und Hein-
rich der Junge von Griessenberg übernehmen die Vertretung des
Abts Heinrich von St. Gallen gegen jede Forderung des Ritters Eber-
hard von Bichelsee um 30 Stück Kernen jährlich, die ihm und seinen
Kindern aus dem Kelnhofe zu Wil bisher gegeben worden sind.
Zeuge: Cunrat, der Schenke von Landege. (Wartmann, Urkb. der
Abtei St. Galleu. 3, 1215.)
3. Kaiser Ludwig schlägt den Brüdern Lutold und Conrad,
Sehenken von Landeg, weitere 100 Mark Silbers auf den ihnen schon
für 30 Mark verpfändeten Hof zu Scheftenau. Eßlingen, 30. April
1333. — Den gleichen Gegenstand behandelt eine Urkunde desselben
Kaisers, ausgestellt zu Hagenau am 22. October 1333. Bartsch ist
hierbei ein nicht geringes Versehen unterlaufen. Während er im Text
(Seite CXXXII) nur die Eßlinger Urkunde anführt, bringt er in der
Anmerkung 5 den Wortlaut des Hagenauer Docuraentes (wan Kunig
Rudolf unser vorvar und anherre u. s. w.). Die frühere Urkunde hat
folgenden Wortlaut:
„.... daz wir den vesten mannen Liutolden und Chunraden,
brudern, schenken von Landegge, unsern lieben getriuven, schuldig
worden sein umbe ir dinst, die si uns unde dem riche getan habent,
hundert march silbers. Und die selben hundert march silbers haben
wir in geslagen auf den hof ze Schefteuouwe, der gelegen ist in dem
Turtal, und der in vor phandes stat dreizzig march silbers von Kunig
Rudolfen, unserem aneherrn und vorvarn ...." (Wartmann, a. a. 0.
1347.)
4. Conrad, wohl der jüngere, Schenke von Landegg hatte eine
Tochter Elisabeth, die am 2. Januar 1363 genannt wird. „Conrad von
Wollfurt, Ritter, für Egliu von Wollfurt, seinen Bruder und für Elisa-
beth, seine Frau, Conrads des Schenken von Landegge Tochter, geben
um der Seele ihres Schwiegervaters willen den Klosterfrauen von
Tännikon die Eigenschaft au den Hof, der da heißt Koppa hof auf
dem Kyenberg, auf^ (Regesten von Tännicon 69.)
5. Unter den fundatores et benefactores von Maggenau werden
in dem Nekrologium desselben neben den Grafen von Toggenburg,
DIK SC1IWEIZP:K MINNESÄNGER. 327
den Herren von Altstetten, den Freiherren von Klingen auch genannt
Domini Schenk de Landegg. (Herrgott, Genealogia Habsb. IH, 851.)
6. Unter den in den Jahren 1305 u. 1306 geraalten Wappen, welche
eine noch erhaltene Ritterwohnung in Zürich schmücken (cf. Zeller-
Wertraüller: Die heraldische Ausschmückung einer Züricher Ritter-
wohnung in: Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft zu Zürich,
XVni) findet sich unter Nr. 41 auch das Wappen der Schenken von
Landegge, welches, übereinstimmend mit sonstigen Nachrichten, im
weißen Felde zwei übereinander laufende rothe Löwen mit erhobenem
Schweife und goldener Krone auf dem Haupte zeigt.
7. Aus dem Geschlechte von Landegg, dessen Stammschloß bei
Ramsau im Canton St. Gallen lag und das vom Stifte St. Gallen das
Schenkenamt zu Lehen trug, findet sich sclion 1167 ein Ruf. Zu
Lindau besaßen Anton von Landegg und seine Frau Agatha an der
ehemaligen Salzstraße im Jahre 1445 drei Häuser hinter einander,
von denen die davon zum Theil gebildete Straße lange Zeit das
Schenkengäßchen hieß. (Zeitschr. d. liistor. Vereins f. Schwaben u.
Neuburg 6, 130.)
14. Jacob von Warte.
1. Kiburg , 11. September 1247. Die beiden Grafen Hartmann
von Kiburg erklären, daß das im Jahre 1242 von Conrad von Warten-
berg an Gräfin Margaretha von Kiburg abgetretene Besitzthum nie-
mals in ihrer Gewalt gewesen sei, und daß sie keinen Theil je daran
gehabt haben. Zeugen: Rudolf und Jacob von Wart. (Kopp, IP, 264.)
2. 24. October 1274. Jacob L von Wart besiegelt eine Verhand-
lung der Freien Cuno von Tüfen und Reinard von Wasserstelz, (ib.
H.S 456.)
3. Kloten, 13. April 1293. Seit der Sühne zwischen den Her-
zogen Albrecht und Johannes von Osterreich und der Stadt Zürich
hatte der Ritter Heinrich von Wagenberg den Zürichern Schaden gethan.
Die Schiedleute beider Theile traten zusammen und verfällten den-
selben zum Ersätze; allein die hierfür festgesetzte Frist verfloß ohne
Erfolg. Da erschien Herr Jacob, ein Freie von Wart, Ritter, als
Obmann zu Cloten und erklärte die Züricher ihres Eides ledig, (ib.
HP, 104.)
4. Winterthur, 15. Januar 1295. Heinrich und Ulrich von Eschenz,
Brüder, und Ulrich von Rulazingen verkaufen ein Gut an Töss und
ersuchen die zwei Freien Jacob und Rudolf von Wart, Ritter, ihre
Herren, um Gewähr und Siegel, (ib. 125.)
328 f'- GRIMME
5. 18. Juni 1300. Die Brüder Walter, Berrtold und Mangold
von Eschibach verkaufen dem Propst Peter von Aeschi und dem
Capitel von Interlaken drei Eigenleute. „.... nos vero B. et Mane-
goldus prefati, quia nondum sigillis utimur, rogamus nobilem virum
dominum Jac. de Wartha, ut pro nobis suum sigillum etiam presenti-
bus apponet in robur et testimonium eorundem. Ego Jacobus de
Wartha meura sigillum huic carte appendi.." (Zeerleder, Urkb.
von Bern II, 486/928.)
6. Interlaken, 31. August 1302. Die Herren von Eschenbacb
verpfänden mehrere Besitzungen an das Kloster Interlaken. Zeuge :
her Jac. von Wart ein freie und ein Ritter. (Kopp, IIP, 277.)
7. Als die beiden Freien Rudolf und Jacob von Wart sich ver-
mählten, theilten sie ihre bei der Stammburg liegenden Besitzungen.
Von diesen verkaufte dem Gotteshause Töss Herr Rudolf zuerst um
21 Älark Silbers eine Hube zu Tettlinkon, dann um 83 Mark den
Kelnhof daselbst, auf welche Güter er die Heimsteuer, die Gertrud,
seine Gemahlin, von ihrem Vater empfangen hatte, angewiesen hatte.
Winterthur, 25. Februar 1299 und 23. Juni 1303. Herr Jacob, sein Bruder,
ist Mitsiegler. Demselben Kloster gab Herr Jacob vorerst seine Eigen-
habe zu Rorbas um 11 Mark, später um 72 M. den Meierhof zu
Tetlinkon zu kaufen (Winterthur, 1. April 1300 und 15. December
1307). Herr Rudolf ist Siegler. Der letzte Brief nennt die Gemahlin
Kunigunde; er hatte die Wittwe Cunigunde von Hewen, deren Söhne
Friedrich und Rudolf bereits Ritter waren, zur Ehe genommen. (Ur-
kunde Hewen, 23. Juni 1308.) Übrigens standen die edlen Leute Jacob
und Rudolf von Wart in vielfacher Berührung mit den Freien von
Bechburg (Urk. 30. November 1298 und 22. August 1305), von Wol-
husen (27. Juli 1303), von Regensberg (27. Januar 1299), v. d. Balm
(20. Februar 1306) und von Eschenbach (18. Juni 1300, 15. Jiini 1304,
7. Mai 1306). (ib. IIP. 270.)
8. Zürich, 7. Mai 1306. Walter von Eschenbach gibt die Vogtei
des Gotteshauses in die Hand des Propstes Peter von Interlaken zurück.
Zeugen: domini Jacobus et Rudolfus de Warta fratres. (ib. IIP, 412.)
9. Hewen, 23, Juni 1308. Jacob von Wart berichtigt seinen Stief-
söhnen Friedrich und Rudolf von Hewen, Freien und Rittern, die
50 Mark von der Heimsteuer seiner Gemahlin Cunigunde, ihrer Mutter,
die er ihr auf dem Meierhofe zu Tetliukon niederlegt, diesen aber
später an Töss verkauft hatte, (ib. IV', 12.)
10. Zürich, 16. October 1308. An dieselben Frauen des Prediger-
ordens veräußert Jacob von Wart um 12 Mark ein Gut zu Rorbas,
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 329
und Graf Rudolf von Habsburg, von dem es der Freie zu Lohen
getragen, tritt ihnen zu Zürich die Eigenschaft desselben ab. (ib.)
11. Zürich, 26. August 1314. Nach Zürich kam der Freie Lütold
von Regensberg mit seinen Söhnen, als sie den Kirchensatz zu Buchs
bei Regensberg, der ihr Lehen vom Reiche war, dem Hause der Spital-
brüder zu Bubinkon gaben und zu dem Ende durch Graf Friedrich
von Toggenburg, Jacob von Wart u. A. die Lehenschaft dem Reiche
aufsagten, (ib. IV^ 27.)
12. Winterthur, 23. April 1316. Frau Gertrud, Witwe des Rudolf
von Wart, verkauft mit Herrn Jacob von Wart als ihrem Vogte an
die Predigerinnen zu Töss um 130 M. S. den hinteren Hof im üorfe
Tetükon, eine Hube und einen Weingarten daselbst, (ib. 279.)
13. Töss, 16. August 1318. Jacob von Wart verkauft an die
Priorin und den Convent zu Töss um 85 Mark viele Eigengüter zu
Tetlikon mit der Schupose, in welche der Kirchensatz gehörte, und
nebst mehr als 30 besonderen Eigenleuten auch jene, welche er und
sein verstorbener Bruder Rudolf zu Tetlikon gemeinsam hatten,
(ib. 280.)
14. Töss, 26. Mai 1319. Jacob von Wart tritt an Töss einige
Güter zu Bebinkon ab. (ib. 280.)
Das Wappen der Freien von Wart ist uns außer in der früheren
Pariser Handschrift der Minnesinger auch sonst noch verschiedentlich
überliefert, so in der Züricher Wappenrolle, welche im sechsten Bande
der Mittheilangen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich näher
beschrieben wird. Hier heißt es Seite 30:
Wart. Der Stammsitz dieses Geschlechtes ist die Burg Wart
unter Neftenbach an der Töss, wovon nur noch wenige Überreste.
Das Wappen auch im Cod. Par. Es sind jedoch hier in dem schräg
geviertheilten Schilde die Seitenplätze von Silber, der obere und untere
blau, während es in der Rolle sich gerade umgekehrt verhält. Auch
die Helmzierde bilden in dem Cod. nicht zwei Hörner, sondern ein
Hahnenkamm in den Farben des Schildes.
Im 18. Bande derselben Zeitschrift berichtet Zeller-Wertmüller
über die heraldische Ausschmückung einer Züricher Ritterwohnung,
deren Wappen in den Jahren 1305 und 1306 gemalt sind. Auch hier
findet sich das Wappen der Edlen von Wart, und hier sind ebenfalls
die Seitenplätze blau, der obere und untere weiß. — Demnach wird
wohl dem Schreiber der Pariser Handschrift der Fehler mit der Ver-
wechselung der Farben zuzuschreiben sein.
330 !'• GRIMME
15. Der von Buwenburg.
Zu den von Bartsch beigebrachten Nachrichten über das Ge-
schlecht der Edlen von Buwenburg füge ich noch einige weitere.
1. 1. Mai 1229. Euker, Canonicus in Straßburg, und Ulrich von
Buwenburg, Canonicus in Haslach, erkennen zu Recht, daß Walter
Ritter von Brumat verpflichtet sei, der St. Tliomaskirche zu Straß-
burg jährlich vier Eimer Wein zu liefern. (Urkuudenbuch der Stadt
Straßburg 1, 169/215.)
2. 1230. Bischof Berthold von Straßburg gestattet dem St. Thomas-
capitel daselbst, die Einkünfte vacant gewordener Präbendeu drei
Jahre hindurch zu gemeinsamem Nutzen zu verwenden. Zeuge: Ulri-
cus de Buwenburc, canonicus in Haselha. (ib. 172/219.)
3. Oberdürkheim, 20. August 1280. Graf Eberhard von Würtem-
berg beurkundet den Verkauf eines Weinberges in Stuttgart durch
Adelheid von Königsegg an das Kloster Salem und befreit denselben
von allen Lasten. Zeuge: Wernher de Buwenburc, civis in Ezzlingen.
(Mone, Zeitschr. 38, 112.)
4. Eßlingen, 22. November 1280. Derselbe beurkundet den Ver-
kauf eines Weinberges in Stuttgart durch Friedrich von Bernhausen
an das Kloster Salem. Zeuge: Werner de Biiweuburc. (ib. 116.)
5. Haigerloch, 15. Februar 1320. Werner von Buwenburg gibt
an das Kloster Alpirsbach zwei Malter Roggen aus seinem Gute zu
Aldorf zu seinem Seelenheile. (Glatz, Geschichte des Klosters Alpirs-
b;ich auf dem Schwarzwalde 279.)
6. 15. März 1350. Hans Vasalt, ein Edelknecht, und Frau Anna
von Buwenburg, seine Eliewirthin, verkaufen mit Einwilligung des
erbern Knechts Johanns Schultheiss von Hasela acht Viertel Haber-
gilt aus ihrem Thale Hagslach um 7 Pfund Straßburger Pfennig.
(Riezier, Fürstenbcrgisches Urkundenbuch H, 279.) Beide Gatten
hängen ihr Siegel an die Urkunde; während das des Vasalt drei Lilien
im Dreizack aufweist, zeigt dasjenige der Anna von Buwenburg (ab-
weichend von dem in der Pariser Handschrift überlieferten) eine
Zange. Anna kommt weiterhin noch vor in Urkunden aus den Jahren
1354, 1355 und 1367. (cf. ib.) —
7. 1152. Privileg des Bischofs Heinrich von Regensburg für das
Kloster Raitenhaslach in Betreff der Abgabenfreiheit. Zeuge: Gotschal-
cus de Bounburch. (Älon. Boica 3, 110.) Ob der Letztgenannte auch
ein Mitglied des Würtembergischcn Geschlechtes gewesen, läßt sich
nicht bestimmen.
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 331
16. Der von Trostberg.
1. Ende 1282. Rudolf von Trostberg erhält vom Grafen Rudolf
dem jüngeren von Raprechtswyl Einsiedeins Vogtei zu Tagmarscllen
zu Lehen. (Kopp, Eidgenöss. Bünde IT, 1, 442.)
2. 18. November 1286. Rudolfus miles de Trostberg ecciesiac
Beronensi praedia sua in Columbe cum iuribus annexis adscripsit,
pretium sibi stipulatus 34 marcas denariorum. (Neugart, episcop.
Constant. IT, oGl.)
3. Sursee, 21. Juni 1289. Abt und Convent zu Einsiedeln und
das Capitel zu Zofingen theilen durch Vermittlung des Züricher Chor-
herrn Meister Ulrich Wolfleibsch die Kinder des mit Cuno von Kalt-
bach, einem Eigenmanne Zofingens, verheiratheten Einsiedelnschen
Eigenweibes Mechtild, daß die zwei jüngsten den Chorherren ver-
bleiben, alle übrigen mit der IMutter dem Kloster gehören und dem
Ritter Rudolf von Trostberg als ihrem Vogt und Beschirmer gehorchen.
(Regesten der Benedictinerabtei Einsiedeln 114.)
4. Kam, 1. December 1300. Vor Hermann von Bonstetten, Land-
richter im Aargau, und vielen Freien, Rittern und Edelknechten (dar-
unter Her Rudolf von Trostberg) nehmen Frau Margarethe, Witwe
des Hartmann von Hünoburg, und Frau Elisabeth, Witwe des Walter
von ßütikon, den freien Herrn Eberhard von Bürgein zu ihrem Vogte.
(Kopp, Eidgenöss. Bünde 3, 2, 274.)
5. in Castro Arburg, 13. Januar 1309. Urkunde des Herzogs
Leopold von Ostreich, eine Erbsache betreffend. Unter den Zeugen
auch Rudolf von Trostberg. (ib. 4, 1, 55.)
(3. Zolingen, 30. Mai 1335. Heinrich von Badachtal, Propst zu
Zofingen, erklärt, daß ßurchard, Sohn des Reimbold Reimboldis
de Strassburg in seiner Gegenwart alle seine Besitzungen in Pfastatt
um 40 Mark Silbers an Werner von Eptingen und Werner Truchseß
von Rheinfelden, Rector der Kirche in Wilen, verkauft hat. Zeugen:
Rudolf von Trostberg . . . Jacob von Trostberg, Ritter. (Trouillat,
Monuments de BTde 3, 765.) Bartsch setzt das letzte Auftreten Rudolfs
auf den 18. Juli 1329; die angeführte Urkunde beweist das Gegentheil.
7. ca. 1300. In officio Willisowe: Lacus inferior in Egoltzwile,
quem comites in Habsburg possiderunt usque ad obitum, a dominibus
in Eberesegge occupatur. Tertia pars maioris lacus in Egoltzwile,
propria monasterii Heremitarum. iure advocaticio pertinens dorainio,
a domino de Trostperg occupatur. (Pfeiffer, das habsburg-österrei-
chische Urbarbuch 319.)
332 T^^- CiKlMME
8. Item H. de Buole et Burchardiis frater suus, mancipia mona-
sterii Heremitarum a domino de Trostperg occupatur. — Item Heinrieus,
Guntzo et H. Mittelest, mancipia monasterii Heremitarum ab eodem
de Trostberg oceupantur. (ib. 322.)
9. Redditus in Lenzburg. Item de quondam de Hedingen in
Greukon IUI marcas reddituum, quas nunc recepit dominus de Trost-
berg, (ib. 328.)
Die mitgetheillen Urkunden und Nachrichten beziehen sich sämmt-
lich auf das in der Schweiz ansässige Geschlecht von Trostberg und
speciell (auch sicher die drei zuletzt genannten) auf Rudolf v. Trost-
berg, welcher nach v. d. Hagen und Bartsch wohl das meiste Anrecht
hat, für den Minnesinger gehalten zu werden. Aber schon der letztere
Forscher läßt berechtigte Zweifel laut werden über die Schweizer
Heimat des Dichters und führt besonders die Verschiedenheit der
Wappen ins Feld, die hier umsomehr ins Gewicht fällt, als der
Ritter Rudolf v. Trostberg in unmittelbarer Nähe von Zürich ansässig,
und dem Schreiber der Handschrift sein Wappen sicher bekannt war.
Man wird daher nicht umhin können, auch die bis jetzt völlig ver-
nachlässigten Edlen von Trostberg und Velturns, welche in Tirol in
der Nähe von Bozen ansässig waren, in die Betrachtung hineinzuziehen,
und zwar müßte zunächst nach dem Wappen derselben geforscht
werden, welches nach Bartsch bis jetzt nicht bekannt wäre. Sollte
dieses Übereinstimmung mit dem des Minnesingers zeigen', so hätten
wir kein Recht, den Letzteren weiter unter die Schweizer Dichter
einzureihen, wir müßten ihn vielmehr dem heutigen Kaiserstaat Öster-
reich zuzählen, wie ja auch in der Handschrift C ihm zwei Sänger
folgen, welche jenem Reiche angehören. Der Vollständigkeit wegen
füge ich die Urkunden bei, welche uns über die Herren von Trostberg
in Tirol Kunde geben.
L 1262. Das Capitel von Brixen übergibt dem Grafen Meinhard
von Tirol zwei Theile an dem Hof zu Planätsch; der dritte Theil
gehört den Domherren von Freising. Diesen Hof besitzt Herr Arnold
von Trostberg mit Gewalt. Der Graf gelobt, das Capitel zu schützen
gegen den von Trostberg. (Archiv f. Geschichte u. Alterthumskunde
Tirols 1, 343.)
2. 1282. Wilhelm von Trostberg und Velturns belehnt den
Götschlin von Gufidaun mit einem Weingute zu Albeins. (ib. 357.)
3. 1290. Graf Meinhard von Tirol kauft von Hug von Trostberg
das Haus Trostberg um 70 Mark Silbers mit Abwechselung gegen
Velturns. (ib. 367.)
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 333
4. 1291. Herzog Meinhard von Kärnten kauft von Hugo von
Velturns sechs Höfe beim Schlosse Trostberg sammt einer Mühle und
einer Neuraute unter Trostberg um 250 Mark. (ib. 368.)
5. Schloß Stein auf den Ritten, 27. April 1293. Der Komthur
des Hospitals zu Lengmoos kauft um 170 Pfund Berner als freies
Eigenthum einen Hof zu Puechbach von Hugo und Ulrich von Vel-
turns und deren anderem Bruder Hern Arnold von Trostberg. (Ladurner,
Urkundliche Beiträge z. Geschichte d. deutschen Ordens in Tirol 19.)
6. 1296. Lehenrevers von Hug und Wilhelm von Velturns, dicti
von Trostberg, auf Berthold Propst v. Brixen um den Hohenhauser
Hof. (Archiv f. Gesch. Tirols 2, 381.)
7. ca. 1310. Isti sunt dantes vinum in Perbiano .... item domi-
nus Ekchardus de Trostbergh dat duas pacidas de Gasleit. (Freisin-
gische Urbarien in: Zahn, codex Austriaco-Frisingensis 3, 48.)
8. Häufig kommen Herren von Trostberg vor in dem Urkunden-
buch des Klosters Neustift in Tirol, so Arnold, Vater Hugos und Wil-
helms von Velturns 1303 — Ekkehard 1346—1382. Hartwicus 1193.
Heinrich 1325. Katharina, Tochter Ekkehards, Gemahlin Friedrichs
von Wolkenstein 1382. Randolfus, iudex «1299. Waltchuon miles 1193.
Zwenna, Gattin Ekkartsl382.
17. Job. v. Rinkenberg.
1. Nach einem unmittelbar dem 15. April 1303 vorausgehenden
Kundschaftsrodel haben der Ritter Nögger von Littau und Johannes
der Vogt von Ringgenberg denselben Groliwater gehabt. (Kopp, H'^, 105.)
2. Freiburg, 4. Juni 1308. Als die Berner den Freien Herrn
Johann von Ringgenberg, Ritter, der mächtig war im Lande um Briens
zwischen dem Thale von Interlaken und der Landschaft Oberhasle,
zum Bürger aufnahmen und hierzu' von denen in Freiburg i. O., zu
deren Hilfe sie kurz vorher mit Macht wider den Grafen von Savoyen
über Milden hinauszogen (22. Mai 1308), in Gemäßheit ihres Bundes
die Einwilligung begehrten, thaten diese es in so entgegenkommenden
überhöflichen Ausdrücken, daß sie ihren Freunden und Eidgenossen
nicht nur zu Allem und Jedem , was derselben Vortheil und Ehre be-
träfe, die herzlichste Dienstbereitwilligkeit, sondern darüber erklärten,
daß Berns Bitte bei ihnen geradezu als Befehl gelten sollte, (ib. IV', 2.)
3. — 22. September 1310. Junker Johann, Sohn des verstorbenen
Arnold von Wädiswyl, und Johann von Rinkenberg, Vogt zu Brienz,
schenken das Lehen des Dorfes Wyler, Pfarre Gsteig, welches der
Erstere vom Reich, und Letzterer von Johann von Wädiswyl zu Lehen
334 F- GRIMME
gehabt, mit Twing und Bann dem Kloster Interlaken. (Regesten des
Kl. Interlaken 173.)
4. — 1. Februar 1312. Johann, Heinrich und Ulrich von Strett-
lingen, Edle, Herren von Spiez, schenken zum Heil ihrer Seelen und
zu Almosen der edlen Frau dementia, Schwester Heinrichs und
Ulrichs von Strettlingen und Nichte Johanns, das Patronatsrecht zu
Leuxingen dem Kl. Interlaken. Zeuge : Her Johann (v. Rinkenberg),
Vogt zu Brienz (ib. 175).
5. — 7. Juli 1315. Landleute und Gemeinde von Untervvalden
geben auf Bitte des Johann von Rinkenberg dem Kloster Interlaken
Tröstung für dessen Leute und Güter bis Weihnachten, so daß sie
von ihnen ungeschädigt bleiben sollen, (ib. 185.)
6. — 31. März 1317. Conrad Muttach , Bürger zu Interlaken,
vergabt mit Einwilligung des Propstes daselbst zu seinem, seiner
Ehefrau und ihrer Voreltern Seelenheil an Katharina, seine Tochter,
Klosterfrau, zu Interlaken, und nach deren Absterben dem dortigen
Frauenkloster 20 Schilling jährlichen Zins ab 4 Jucharten zu Tausen-
bach, zur Begehung von Jahrzeiten obiger Verwandten. Siegler : Johann
von Rinkenberg, Ritter, Kastvogt (ib. 630).
7. — 31. August 1325. Das Kloster Engelberg erwirbt Zehnten
und Gut durch Rudolf, Leutpriester zu Briens. Siegler: nobilis vir
dominus Johannes ad/ocatus de Rinkenberg. (Kopp, V, 50.)
8. — 5. September 1325. Dasselbe erwirbt Güter durch Johann
von Rinkenberg, Vogt zu Briens (ib.).
9. — 1. Juni 132G. Johann von Rinkenberg, Vogt zu Brienz,
gibt das ihm von W. von Wädiswyl übertragene Reichslehen zu Tuff-
bach im Grund in Grindelwald wieder an Obigen zurück, damit dieser
es dem Kloster Interlaken übertrage als ein Almosen für die Aufnahme
seiner Tochter Maria in das Kloster. (Interlaken 238.)
10. — 16. April 1331. Philipp von Kien resigniert an Johann
von Ringgenberg, seinen Oheim, die von ihm zu Lehen gehabten Leute
und Güter zu Güntlischwand u. s. w. und ersucht ihn, dieselben dem
Kloster Interlaken zu Lehen zu geben, (ib. 252.)
11. Bern, 24. August 1331. Philipp von Kien, Ritter, verkauft dem
Kloster Interlaken für 128 Pfund alle seine Besitzungen in Güntlischwand
und in den Parochien Gsteig und Grindelwand, die er bisher von
Johann von Rinkenberg als Lehen innegehabt, (ib. 253.)
12. — 26. August 1331. Johann von Rinkenberg übergibt die
letztgenannten Güter dem Kloster Interlaken mit allen Rechten, (ib. 255.)
[cf. Kopp, V", 237.]
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 335
13. — 16. November 1332. Die Leute von Unterwalden erklären,
dem Gotteshause von Interlaken und dessen Leuten guten, getreuen
und steten Frieden gegeben zu haben und zu geben. Die Echtheit
dieses Briefes bezeugen Johannes von Ringgenberg, der Vogt von
Briens, und Johannes von Strätlingen, beide Ritter und Freie. (Kopp,
V'^ 437.)
14. — 30. September 1333. Urkunde von Landammann und
Landleuten von Unterwalden, wodurch sie das Kloster Interlaken für
allen von dessen Leuten ihnen vor und seit dem Kriege mit den Her-
zogen von Osterreich zugefügten Schaden freisprechen und ihm Sicher-
heit vor daherigen Angriifen oder Bestrafung der Thäter versprechen,
da das Kloster ihnen dafür 300 Pfund bezahlt, womit sie sich befriedigt
erklären. Zeuge: Johannes von Ringgenberg, Vogt zu Brienz. (Inter-
laken 262.)
15. — 6. November 1344. Anna, Tochter Werners Münzer f von
Bern und Gattin Herrn Johanns von Ringenberg, Ritters, verkauft
dem Kloster Interlaken wieder ihren von ihrem Vater ererbten Dritt-
theil an der von Letzterem gekauften halben Herrschaft WeißenaU
um 230 Pfund, (ib. 320.) —
16. 22. Januar 1301. Heinrich Veschant von Saxeten und Else,
sein Eheweib, verkaufen den Klosterfrauen zu Interlaken 12 Kühberg
auf Suis um 10 Pfund Pfennig. Siegler: Johannes von Rinkenberg,
Edelknecht, Schultheiß zu Unterseen. (ib. 047.)
17. 16. November 1391. Johannes von Ringgenberg verspricht,
die von der Herrschaft Ringgenberg zu Mannlelien tragenden Güter
im Fall von Verkauf oder Verpfändung der obigen Tlenschaft für den
nämlichen Preis anzubieten, (ib. 429.)
18. Alb recht Marschall v. Raprechswyl.
Zu den von Bartsch beigebrachten Belegen über das Vorkommen
von Marschällen der Grafen von Raprechtswyl füge ich noch folgende,
die leider auch nur andere Personen aufzählen, während der Minne-
singer selbst noch immer nicht aufgefunden wurde.
1. Litterae feudales Ludovici comitis de Froburg Henrico epis-
copo Basiliensi datae super castris Waldenburc et Oltun. Basel
S.November 1205. Zeugen: Jacobus et Albertus marscalci. (Herrgott,
Genealogia Habsburgica II, 391.) Ob die genannten Zeugen zu den
Marschällen von Raprechtswyl zu rechnen seien, ist fraglich; ich führe
die Urkunde auch nur deshalb hier an, weil ebenfalls Bartsch eine
Baseler Urkunde beibringt.
336 F. GRIMME
2. Raprechtswyl, 2. September 1282. Permutatio iuris patronatus
Winnspach cum iure patronatus ecclesiae in Rapuswiler a comite
Rudolfo de Raprechswile et abbate Fabariensi facta, testibus R. B.
et H. railitibus de Turri, H. marscalco. (ib. 509.)
3. Kloster Zürich, 12. December 1282. Äbtissin Elisabetli von
Zürich überträgt verschiedene Besitzungen, bisher Erbe der Familie
von Itschnach, auf Begehren der letzteren in gleichem Rechte an das
Kloster Oetenbach. teste: Marscalco de Raprechswile (Mittheilungen der
antiquar. Ges. in Zürich VIII, Urkb. 248/277). Diese Urkunde mag
identisch sein mit der bei Bartsch angeführten aus dem Jahre 1288,
welche ausgestellt ist von Elisabeth v. Witzikon.
4. Ludovicus comes de Homberg bona quaedam in Togerun
uxori suae Elisabeth in vitalitium assignata fratribus domus Hospi-
talis in Klingnowe titulo venditionis tradit. Raprechtswile, 19. November
1284. Zeuge: .... Henricus marscalcus. (Herrgott II, 522).
5. Rapperschwyl, 5. Februar 1288. Ludwig von Homberg ver-
kauft Schulden halber den Hof zu Gelterkinden in Baselland an zwei
Bürger in Rheinfelden um 40 M. Silbers. Zeuge: Heinrich, der Marschall
V. Raprechtswile. (Rochholz, die Homberger Gaugrafen des Frick-
und Sissgaues II, 46; Mone, Ztschr. VII, 445,) Die von Bartsch
erwähnte Urkunde über denselben Gegenstand ist ausgestellt am
21. Januar 1288. cf. Mone, Ztschr. 28, 415; Boos, Urkb. der Land-
schaft Basel 1, 120/167, wo die Unterschrift lautet: Heinrich der
Marschalch burger von Rapprehzwile.
6. Raprechtswil, 23. März 1333, Johann comes de Habsburg
firmat donationem monasterii Rutinensi factam. Zeuge: Jacob der mar-
schalk V. Raprechtswile. (Herrgott II, 649.)
Die Frage, welchem Geschlechte die Marschälle von Raprechts-
wil angehörten, ist schon verschiedentlich einer Untersuchung unter-
worfen worden, ohne daß es gelungen wäre, sie in befriedigender
Weise zu lösen. In dem Wappen, welches die Pariser Handschrift
dem Minnesinger beilegt, sah man immer dasjenige der Grafen v. R.
(so V. d. Hagen und Bartsch), und somit fehlte jede heraldische Grund-
lage, auf der man hätte fußen können. Auch Ferdinand Keller, welcher
im sechsten Bande der Mittheilungen der antiquar. Ges. in Zürich die
Gedichte des Minnesingers veröffentlichte, schrieb in der Einleitung
zu denselben: „Aus dem Bilde des Marschall von Raprechtswil in der
Pariser Handschrift ist nichts über das Geschlecht zu entnehmen,
da dies das Wappen der Grafen von Rapprechtswil — die rothen
DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER. 337
Rosen — ist." Im selben Bande der Zeitschrift jedoch bringt er eine
Notiz, welche, so viel ich gefunden, bis jetzt völlig übersehen worden
ist; und dennoch ist sie gerade geeignet, endlich etwas Licht in die
Herkunft des Dichters zu bringen. Er schreibt nämlich auf Seite 238
im Anschluß an die oben erwähnten Worte Folgendes:
„Mein Freund, der Kunstmaler Hartmann in St. Gallen, der
erfahrenste Heraldiker der Schweiz, hat die Gefälligkeit gehabt, mich
auf einen Irrthum, den die obige Angabe enthält, aufmerksam zu
machen. Die Rosen — so schreibt er — auf dem Schilde des tur-
nierenden Ritters sind wohl nicht das Wappen der Grafen von Rap-
rechtswil. Es ist mir nie vorgekommen, daß Dienstleute sich das
Wappen ihrer Herren aneigneten; wohl durften sie dasselbe auf an-
deren Dingen, als Schild und Wappenrock, anbringen, wie z. B. im
vorliegenden Bilde am Sattel des siegenden Ritters der habsburgische
Löwe zu sehen ist. Ich habe irgendwo gelesen, daß die Marschalle
von Raprechtswil des Geschlechtes von Sewen oder Seon gewesen
seien, welche aus dem Aargau stammten', dann sich bei Bülach im
Kanton Zürich niederließen, endlich Bürger zu Zürich wurden und
weiße Rosen im schwarzen Felde führten. Für diese Ansicht
spricht auch die Helmzierde, welche berücksichtigt werden muß.
Anfänglich führten die von Sewen drei Sturmhauben im Schilde,
auf dem Helme eine derselben, welche später zur gewöhnlichen Spitz-
mütze mit Beibehaltung des Knopfes wurde. Meines Freundes Ver-
muthung trifft mit der Blasonierung des fraglichen Wappens in der
Pariser Handschrift zusammen. Der besiegte Ritter gehört ohne Zweifel
dem Geschlechte derer von Ottenbach an der Reuß an." Soweit Keller.
Leider kam mir diese Notiz erst zu Gesicht, als ich meine Forschungen
über die Schweizer Minnesinger so gut wie abgeschlossen hatte und
das nöthige Urkundenmaterial mir nicht mehr zu Gebote stand. Ich
war demnach auch außer Stande, nähere Untersuchungen darüber
anzustellen, ob sich in der Familie von Sewen gegen Ende des 13. Jahr-
hunderts ein Albrecht findet, welcher der langgesuchte Minnesinger
sein könnte. Vielleicht wird durch obige Notiz ein Anderer angeregt,
der Lösung der Frage näher zu treten. Vorläufig aber begnügen wir
uns mit dem Ergebniß, daß das Marschallamt zu Raprechtswil im
Besitze der Familie von Sewen gewesen.
19. Rost, Kirchherr zu Sarnen.
Allgemein nimmt man jetzt an, daß unter dem Minnesinger Rost,
Kirchherr zu Sarnen, der Kirchherr Heinrich daselbst zu verstehen
GERMANIA. Neue Reihe XXm. (XXXV.) Jahrg. 22
338 F- GRIMME, DIE SCHWEIZER MINNESÄNGER.
sei, den Bartsch in den Jahren 1316 — 1329 nachgewiesen hat. Aber
bereits in den Sechziger Jahren des 13. Jahrhunderts findet sich in
Sarnen ein Decan Heinrich. Es läßt sich nicht mit Sicherheit ent-
scheiden, ob zwei Träger des Namens Heinrich hintereinander den
Kirchenstuhl in Sarnen innegehabt haben, oder ob ein Einziger ein
ungewöhnlich hohes Alter erreicht hat.
An einschlägigen Urkunden führe ich hier an:
1. 2. October 1261. Peter Schneider in Rathhausen macht ver-
schiedene Schenkungen an das Kloster daselbst. Zeuge: H. decan in
Sarnen. (Kopp, II, 1, 115; Neugart, epis. Constant. II, 273.)
2. Zürich, 19. Februar 1267. In einer Urkunde des Walter von
Vatz findet sich unter den Zeugen auch H. decan von Sarnen. (ib.
n, 2, 279.)
3. 19. Mai 1316 wird in einer Urkunde erwähnt auch Heinrich
Kirchherr zu Sarnen. (Kopp, IV, 2, 215.)
4. Desgleichen als Chorherr zu Wettingen am 14. April 1322.
(ib. IV, 2, 273.)
5. Als zu Sarnen am 7. März 1304 die Anstände der Stadt
Luzern mit Leuten aus dem Haslethal verglichen wurden, wird inner-
halb der Zeugenreihe auch ein Heinrich von Kilchove von Sarnen
genannt, (ib. III**, 249.) Sollte hier nicht ein Versehen Kopps vor.
liegen, und „der Kilchherre" zu lesen sein? Wenigstens ist mir ein
anderer Träger des obigen Namens nie in Urkunden begegnet.
Dürften wir annehmen, daß der Genannte ebenfalls der Dichter sei,
so wäre dadurch die Zeit um zwölf Jahre verkürzt, innerhalb welcher
sich der Minnesinger nicht nachweisen ließe, und unsere Ansicht, daß
Heinrich von 1267 — 1329 in Sarnen gewesen, würde um Vieles mehr
gefestigt erscheinen.
Im österreichisch- habsburgischen Urbarbuch, welches Pfeiffer,
Stuttgart 1850 herausgegeben, finden sich auf Seite 227 einige Nach-
richten, aus denen hervorgeht, daß die Familie Rost im heutigen
Canton Zürich ansässig war und habsburgische Lehen innehatte. Die
Notizen haben folgenden Wortlaut: Ze Wintertür ligent ouch garten,
wisen und acker; etsliche, die genommen sint üsser den drin gebreiten,
die da vor geschriben sint, die geltent über die LXXX stücke, die
die gebreiten jerlichs geltent, sunderigen zins als hie nach geschriben
stät .... Kuonrät Rost ein vierteil Zuriches mes .... Heinrich Rost
ein vierteil zuriches mes. Wernher Rost II vierteil, IIH imi minre.
FEDOR BECFT, LEREFRÜCHTE. 339
Eine adelige Familie von Rost gab es auch in Tirol, von der
Mitglieder in den Jahren 1369 — 1444 in Urkunden des Augustiner-
Chorherrenstiftes Neustift sich finden, desgleichen am Niederrhein;
Personen dieses Geschlechtes sind Heinrich, 15. Juli 1260, Wilhelm
aictus Rost miles 2. Mai 1273 und 29. Juni 1299. cf. Lacomblet,
Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins I, 277. 371 u. 602.
METZ. F. GRIMME.
LESEFRUCHTE.
(Schluß.)
•picze, f.,
enthält nach einer Mittheilung^ die ich J. Peters verdanke, ein hand-
schriftlich im Kloster Marienstein befindlicher Psalter (aus dem 14. Jh.)
als Übersetzung von ßagellum in Ps. 90, 10; ebenso 31, 10; 34, 15
ßagella, piczen. Es ist wohl der älteste Beleg für das jetzige deutsche
Peitsche, das dem böhmischen hie, poln. bicz entlehnt ist. In dem
Copialbuch Mscr. LXXXV der Zeitzer Domherrenbibliothek fol. 213'
heißt es: ich liß mir gehen eynen sporn vnde eyn piczsche, do strickete
ich den sporn vmhe, sunder tvolde der piczsche nicht hahen (15. Jahrb.) ;
Diefenbach-Wülcker Hoch- und Niederd. Wörterb. 796: picze, peutsche,
ßagra, pkimhatum. Dahin gehört wohl auch Giseler von Slatheira
(Myst. I) 176, 12: dar nach Uz her in slahen mit puzzen (?), daz aller
dn lip voriüundet was und mit blute hine seic^ Lexer II, 312 denkt an
eine Ableitung von biuzen; wahrscheinlicher ist mir, daß hier das
slavische piczze für puzze gemeint ist.
pladeke, hladicke, ra.,
aufgeführt vom Mhd. Wörterb. 11"^, 521 unter der falschen Nominativ-
form pladeMuj ebenso von Lexer II, 276, hat mit der Bedeutung von
zühleser oder kleßer so wenig zu thun als mit der von paltenaere^ pel-
tekän oder palatinus, worauf es bei Lexer 1. I. zurückgeführt wird.
Auch Frisch II, 62**, s. v. pladeken befand sich auf falscher Fährte.
Mit Recht hat dies zuerst O. Böhme geltend gemacht in dieser Zeitschr.
30, 118 unter Hinweisung auf die aus Marbachs Chronik v. Schöneck
erbrachten Beispiele. Es ist offenbar ein slavisches Wort, gleich-
bedeutend mit Freiherr, Magnat, nohilis und dasselbe, was im Altprager
und im Brünner Stadtrecht viadicke und vladeke (slaviseh vladika)
genannt wird, vgl. Lexer III, 384. Bei Koeditz v. Salfeld 27, 1 heißt
22*
340 FEDOR BECH
es : do vorstorte he alle böse rete unde orhldsuncje der untogintlichen pla-
dekin, und dies entspricht den Worten bei Dietrich v. Apolda I, 81 :
dissipavit consilia malorum^ reprohavit persuasiones magnatorum;
ebenso entspricht pladeke bei Koeditz 30, 12 dem vir nobilis der in
der Anm. von Rückert citierten Reinhardtsbrunner Annaleo.
regelbilhslm, n.,
in Laßbergs LS. III, 393, 95: si schüttelt im die phenning üz dem
regelbuhslm in den kuttenzipfel sin.'^ in der Hs. regelhüchlin und sol-
ches bei Lexer II, 37, 1 angesetzt; allein in denjselben Gedicht S. 392,
V. 67 heißt es : daz si denn nem ztven pfenning und leit ez in hüchsUn,
so gesamnet si Itcht dar in der regelpfenning ein geschoch. Sonst findet
sich regelbuoch bei Schreiber, Urk. v. Freiburg I, 218 (a. 1316).
reittac, m.,
Rechnungstag, richtig angesetzt im Mhd. Wtb. III, 7 und bei Lexer
II, 399; dieselbe Stelle ist aber aus Versehen wiederholt in den Nach-
trägen bei dem letzteren S. 347 unter ^raittach, n. Rechnung" ; das
Wort raittag, m. , findet sich auch noch im Wiener Stadtrechtsbuche
ed. Schuster, Art. 12.
resalm, m.,
= der Psalm de profundis, nach Schmeller-Fromraann II, 1 so genannt
von den Leonisten (Ketzern); vgl. die von Keinz in den Sitzungs-
berichten d. bayer. Akad. d. Wiss. 1867, II, 1 herausgegebene Be-
schwörungsformel {= K. Roth, Kleine Beitr. IV, Heft 18—19, S. 185)
V. 63 folg. ich hesuere dich vil sere
hl dem miserere
bi dem henedictus.
bi dem magnificdt,
hl dem aller trinität,
hl dem re salm (oder resalin) also her,
daz du vares ohir mer.
Keinz dachte bei resalin an Jerusalem, Roth an rex Salem oder Salim ;
näher liegt wohl resahn. Gegen einige der hier vorkommendeu aber-
gläubischen Anschauungen und Gebräuche richtet sich eine theo-
logische Abhandlung des Jahres 1483, aus welcher A. v. Keller in
seinen Fastnachtsspielen Auszüge gegeben hat; dort heißt es S. 1463:
„verboten ist der Zutritt zum Genüsse des Abendmahles allen den
die — — — den repsalm lesen ine dem falschen gelaubenn , das sie
LESEFRÜCHTE. 341
alheg die sde, dariimh sie in sprechen^ atts dem fegfewer lösen. Ps. 34
in einem Psalterium zu St. Lambrecht (12. Jahrh.) bei Steium. Ztschr.
20, 177 führt die Überschrift: Den verckvluoch (so!) salm macht Davit
uher alle sine viende.
schafhütte, f.
= eine Hütte, in welcher die schaf d. h. die Schöpfgefäße oder Feuer-
einier aufbewahrt wurden, bei Tucher 142, 23 (148, 14; 149, 2); aus
Versehen wird es bei Lexer II, 633 mit „Schafhütte, -Stall" erklärt.
schern, stn.,
= das Scheren, auch im Pass. H. 167, 36: an des heuhtes scherne
{'.gerne)) = beim Scheren des Hauptes; Lexer II, 710 meinte aus
dieser Stelle auf ein scherne, stf., schließen zu können.
schoene, adj.,
in der Bedeutung rein, frei von etwas, bald mit dem Genitiv, bald
mit Präpositionen verbunden; so im Lohengrin 2820 siver danne ent-
ran, der düht sich zageheit schoene, was bei Lexer II, 768 nicht richtig
wiedergegeben wird mit „schon durch, wegen"; Nie. v. Jeroschin
25265 doch horte man der sachin den 'pabist sich schone machin (=: se
pxirgare) ; J. Tit. 933, 4 die loären ie vor valsche gar schoene (nach
Germ. 13, 17; 24, 183); Alemannia I, 74 daz er ims do von schone
mache; II, 214 Marie was schone u. so lieht von doetlichen Sünden \
Schoenbach, Predd. I, 15, 5 der mensche ist schone von den siinden
(vgl. Gloss.). In demselben Sinne steht schoener im Reinfrid 5395 sin
lip vor aller schände icas unz dar geschoenet.
schroven, swv.,
in der Bedeutung torquere oder asperare, strigilare, rodere, crnciare
und die Stelle eines Substantivums vertretend in der H. Martina 70, 18
do kam — ein engel in den eitoven halde in des fiures schroven\ 146, 99
do du, herrCy loantest des grimmen fiures schroven in dem brinnenden eit-
oven ; 230, 98 var hin — in der helle eitoven, in des heizen fiures
schroven'., dazu vgl. verschroven bei Lexer III, 220 und Schmeller-
Frommann II, 598 unter dem W. schrafen. Auch schrowel = Peiniger
ist wohl hierher zu ziehen, Pass. K.122, 63; 164, 89; Väterbuch 25955
(Lexer II, 806) und H. Magdalena fol. 20'*, wo es von den Henkern,
die Herodes aussandte, heißt: di schrupfer, /rechter, schrofer \ säzen
üf ir Idfer \ sament unde randen \ her und dar in landen. Die Citate
über schroven sind bei Lexer unter schroffe, schrote swm. untergebracht,
342 FEDOR BECH
serwen, swv.,
ist nicht richtig gedeutet worden in der Strophe des J. Tit. 1395:
Vo7i Graswalt geheizen, nach Grasicalt geverivet,
Dich kann diu minne reizen, werde minne hat dich üzgeserioet.
Von Lexer II, 892 wird es unter serwen, marcescere , und 2030 unter
„üzsericen, auszehren, entkräften" aufgefübrt. Es gehört viehnelir unter
serwen = rüsteü, waffnen, vgl. sar, sarwe und geserice. Das Wort steht
noch in J. Tit. 2569 und 2723 geserioet : geverwet. Dagegen ist serwen
anzunehmen an einer Stelle Heinrichs v. Müglin bei Adelung, Altd.
Ged. in Rom 264: nit darin vff alte wät nun sin Hz her geserhet hat.
teicscherre, f. und m.,
ursprünglich das Kratzeisen, mit dem man den am Backtroge hangen
gebliebenen Teig zusammenscharrt, dann ein aus solchen Teigresten
gebackenes Brötchen oder eine Art Kuchen in länglicher Form (so
nach Weigand^, II, 887; Vilmar, Idiot. 695 unter deltscher); es findet
sich in der zweiten Bedeutung in Baur's Urkundenbuche des Klosters
Arnsburg Nr. 171 (a. 1279) parns vulgo dekserre dictus] nichts an-
deres bedeutet es im Renner 1652: sin mfime — hat hräht vir kese,
zwei hüner und zwen teicscherren {= Lexer II, 1414); Hess. Urkundenb.
hrsg. von Arthur Wyss I, 941 (a. 1357) unus panis triticeus ein deig-
scherre\ ebenda: zu geldene uf die zit als pachtes recht ist eyne gans,
ein hün unde uf den järistag eine weizsen deitschirne\ Sätze und Gebote
des Bischofs Otto von Wolfskel, Art. 78 (S. 103) : swelich pfister heim-
hachen hrot hecket ungeioegen — — der sol — ztcen Schillinge pf. geben ;
wen man auch einen t es ehern oder zioene oder küchelech sinen kinden
mit dem hrote bringet, waz die wegen, als vil sol dem pfister abe gen an
dem gewihte; in W. Reins Thuringia sacra II, S. 194 erscheint aus
dem Jahre 1314 urkundlich ein Waltherus dictus Teycscherre und in
der Ztschr. f. thüring. Gesch. u. Alterth. III, ö. 56 ein Hans Teic-
scherre aus dem Jahre 1402. In der Form deißer, deutscher findet man
es unter den Glossen colipheum, pastilla, potenta bei Diefenbach.
tüwen, düiven, swv.,
:= tibizare finde ich außer der im D. Wtb. II, 1775 aus Diefenb. 582"
unter tibisare und außer der von Lexer II, 1592 aus des Teufels
/Sege 8152 vermerkten Stelle noch in Laßb. LS. I, 33, 15:
davon bitt ich üch, süssi frucht,
daz ir nit hnbent für unzucht,
LESEFRÜCHTE. 343
daz ich mit^) düicen üchz missebiet:
mm sendez herz mir ez geriet;
in den hierauf folgenden Versen wird denn auch die Geliebte fortan
mit du angeredet.
lüickeler^ wichehr, m.
vgl. Diefenb. Gloss. s. v. aruspex und augur; Koelhoff'sche Chronik
377, 4: 7nan icoude sagen y dat he ein sioert hedde, dat vurzifz geioest
were eins icichelers, den man vur ziden plach zo halden vur einen afgot
overmitz sin zonverie\ Vilmar, Idiot. 454 ariolus, dat düdet eyn ivickeler.
Ebendasselbe Wort verrauthe ich in Pass. K. 390, 49: bistii ein toikeler
an loitzen und ein goukeler, daz du — — Laurencium hast begraben?
In der Hs. steht ougekeler für ivikeler, die Silbe ge mit Punkten dar-
unter versehen. Sonst vergleiche man über wichelen, divinare, zaubern
und über loickelinge, wickelte K. Frommanns Mund. III, 59*; Sachs.
Weltchron. 264, 9 u. 19; Dorow, Denkm. I, 70; Genn. 17, 78; 7, 100.
wirble {würbic), adj.,
= wirblicht, schwindlicht, drehend bei Lexer III, 925; dahin gehört
nach meiner Vermuthung auch die von demselben unter wurdic S. 1005
aufgeführte Stelle aus der Krone 19856:
{daz i^fert icas) härslihtic unde kranc,
tüürbic unde ungesunt,
ez icas von allem tadel wunt;
in der Hs. steht wurdic für würbic. Vgl. xoirfic ros in den Gesta Rom. 91
(r:= unsinnig ros S. 92) und Schmeller- Frommann II, 995 — 96; werbil-
suchiig im Zeitzer Progr. a. 1879, S. 9, 30; loorvelsiek, appiosus, bei
Kornel. Kil. ed. Hasselt S. 819.
zele,
aus einer Frankfurter Urkunde von Lexer III, 1051 angeführt, ist
weiter nichts als der Plural von zagel = zagele oder zegele die Theile
am Wipfel des Baumes, die Spitzen, die äußersten Zweige des gefällten
Stammes. Weist. HI, 403: loann ein stamm — — gehauwen ist, das
dan die von Offendan zu den tzelen davon auch recht haben sollen; —
428 : ivaz he darf von posten u. von banden , die sal he hauwen us den
zehn u. von tirholz; sie soln die stecken machin von zehn u. spitzen in
dem loalde. Dieselbe Wortform, zähle, ze/, zehl, bei Vilmar, Idiot. 464;
vgl. eines slangen zail (: stail) in dieser Ztschr. 3, 404, 23< ; der werlde
Zeil (: urteil) im Kreuziger 3184; um Zeitz heißt ein böser Geist, der
'^ Hs. nit.
344 0. GLÖDE, NOCH EINMAL ZUR TRISTANSAGE.
Windwirbel, sauzel, d. i. Sauzagel = süswanz bei Schambacli, Wt. 119;
Vilmar, Idiot. 338; Regel, Rubl. Mund. 60.
zendelhorte, m.,
lese icb in Laßbergs LS. I, 134, 118:
ieglich seil ivas sunderbar
grüen blä rot toppel var
geioürket also rehte vhi,
gar ein zendelbort sidin.
Die Hs. bietet zadelport für zendelbort-^ Lexer III, 1018 hat darnach
vermuthet: ,,zadel-borte, swm. borte^ an dem kein sarfeHst", was schwer
lieh richtig ist. Zendel findet sich in demselben Gedicht 137, 227.
zippeil, n,,
in Bertholds Crane 1333 u. 4513 ist nicht := mhd. zipfel zu nehmen,
wie Lexer III, 1131 vermuthet, sondern =^ mhd. schapel. So findet
sich tzeppel in einer Schrift des Naumburger Bischofs Dietrich von
Bucksdorf; tzappiel bei Stenzel, Urkundensammlung 359; zaepelin in
den Scriptores rer. Pruss. II, 200; sapel u. zapel bei Crull, Amt der
Goldschmiede S. 29 und Schiller- Lübben IV, 25 — 26; vgl. auch zepe-
laere (= schapelaere) bei Lexer III, 1060.
ZEITZ, December 1888. FEDOR BECH.
NOCH EINMAL ZUR TRISTANSAGE.
[Eine Entgegnung auf Kölbings Artikel «Zur Tristansage", Germania
XXXIV, 2, p. 187 — 194.]
Als ich Kölbings Aufsatz „Zur Tristansage" in der Germania las,
ging ich sofort an die Widerlegung aller einzelnen , mir von Kölbing zur
Last gelegten Thatsachen. Daß er einen wunden Punkt zu A'erbergen hat,
zeigt die Art seiner Polemik , denn eine gerechte Sache braucht man nicht
durch Worte zur Geltung zu bringen, die beleidigen sollen, anstatt zu wider-
legen. Da der Herausgeber dieser Zeitschrift eine genaue Widerlegung mit
der Bemerkung zurückgeschickt hat, daß sie viel zu umfangreich sei, muß ich
mich kurz fassen, auch auf die Gefahr hin, daß Kölbing mir wieder Mangel
an Sorgfalt vorwirft. Wenn Kölbing Golthers Urtheil zu Hilfe nimmt, weise ich
hin auf Lyons Zeitschrift für den deutschen Unterricht, Jahrg. II, 37 3, die
meinem Urtheil, das ich mit guten Gründen veitheidigt hätte, durchaus
zustimmt; ich kann die Stelle ja leider nicht ganz anführen, Kölbing kann
sich noch manches Andere daraus zuziehen. Mein „sicheres und selbst-
bewußtes Auftreten" hat also doch Eindruck hinterlassen Meine Arbeit war
stark gekürzt, und das hätte K. mit einigermaßen gutem Willen einsehen
O. GLÖDE, NOCH EINMAL ZUR TKISTANSAGK. 345
können ; mein Urtheil beruht auf der V'ergleichung der ganzen Sage mit dem
Tristan. K. nennt meine zehn Seiten lange Abhandlung ein literarisches
Curiosum, seine Widerlegung ist ein Unicum von 3 '/„ Seiten; die letzten
S'/ij Seiten gehören nicht zur Sache. Was K. vorbringt, beruht auf irriger
Auffassung oder flüchtiger Leetüre meines Aufsatzes. Er wirft mir (p. 188)
vor, ich hätte über Heinzeis Arbeit nicht gesprochen, was ich p. 18 an-
gekündigt hätte; ich muß ihn auf p. 19 hinweisen, wo der letzte Absatz
beginnt: „Ebenso weiß R. Heinzel etc. etc." Kurz mußte ich mich fassen,
um die Leser der Germania nicht durch Bekanntes zu langweilen. Weßhalb
die Darlegung, inwieweit auch die Form, in der uns G. sein Gedicht hinter-
lassen hat, sein individuelles Gepräge trägt, aus Lüth und Bechstein zu-
sammengestoppelt zu nennen ist, will mir nicht einleuchten; sie liest sich
ganz glatt; daß sie nur 21 Zeilen netto lang ist, scheint mir ein Vorzug.
Oder paßt Kölbing der Ausdruck Darlegung nicht? Daß ich zu wenig vom
Prosaroman in der Parallele mit Gottfrieds Tristan drucke, ist falsch*). Auf
p. 23 hebe ich die schlechte Überlieferung der Sage hervor. K. entgegnet,
daß er dies auch gethan hätte (p. XIV). Er sagt dort, die Überlieferung
mindere den Wertli der Saga herab. Das ist gerade meine Ansicht; beim End-
resultat hat er dies nur leider nicht berücksichtigt, p. 189 macht K. mich
darauf aufmerksam, daß auch er hervorgehoben hätte, daß man in Zukunft
bei Vergleichung von mhd. Epen mit ihren afrz. Quellen das Augenmerk in
höherem Grade wie bisher auf die stilistischen Unterschiede zu richten habe etc.
Er hat dies nirgends gethan, p. 190 sagt K., er wolle nicht bestreiten, daß
Gottfrieds feinfühlige Art der Darstellung und sein poetischer Sinn überall
die Sage übertrefl:'eu ; wenige Zeilen später aber behauptet er, daß die ganze
Persönlichkeit Gottfrieds als Mensch und Dichter in einem erheblich weniger
idealen Lichte erscheine, wie nach Heinzeis Ausführungen. Schließlich beruft
sich K. auf das Urtheil Golthers (Zs. f. rom. Phil. XII, p. 363). Golther hebt
hier die Vorzüge des Thomas hervor, während ich immer von der nor di-
ch en Sage gesprochen habe. Ich weiß nichts, wie meine Behauptungen
besser unterstützt werden könnten, als durch die Worte Golthers: ... ,,Vom
rein ästhetischen") Standpunkt aus betrachtet haben wir zwei großartige
Tristangedichte, ein französisches und ein deutsches; letzteres erscheint uns
als noch gewaltiger, da es die Vorzüge seiner so vollendeten Vorlage noch
mehr erhöht." .... Wie überzeugt K. von vornherein von der Richtigkeit
seines Urtheils war, zeigen die Worte (p. 220), wo er Behaghels Arbeit
(Germ. XXIII, p. 223—229) sehr abfällig und mißliebig bespricht.
Daß K. eine Vorliebe für die Saga hat, die ich nicht theile, kanu
ich mir wohl erklären^). Zu der Art und Weise seiner Polemik gegen Andere,
die wie er die Wahrheit erstreben, hat er weder Recht noch Grund'*).
WISMAR, December 1889. O. GLÖDE.
■) Nach meiner Meinuug hat Kölbing Recht. 0. B.
^) Mein Aufsatz in der Germania lieitt: „Der nordische Tri.stanronian und die
."isth etische Würdigung Gottfrieds v. Strasburg.*
^) Weil er sie ediert bat.
'*) Das gilt auch von seinem nach üttenbann Diuckfelileiu gebildeten Urtheil
über meine altn. Kenntnisse.
346 FELIX LIEBRECHT
ZUR VOLKSKUNDE.
Nachträge.
(Schluß.)
S. 364, Z. 2 V. u. Hardung Romancero Portug. Leipzig 187 7. 1, 257.
263. Steele, Kusa Jataka etc. London 1871. Str. 675. Valer. Max 9, 3, 4.
ext. „quand Monseigneur l'Eveque de Cahors prend possession de son Eveche.
le Vicomte de Cessac , son prämier Vassal, doit aller l'attendre ä la porte
de la Ville, tete nue, la jambe droite nue, et le pied nud dans une
pantoufle. II doit prendre la bride de la mule sur laqaelle Monseigneur est
monte et le conduire au palais Episcopal. II doit pendant le diner de Mon-
seigneur, le servir ä table, toujours tete nue, la jambe droite nue et le pied
nud dans une pantoufle. Apres le diner, il prend le butfet de Monseigneur
qui doit etre de vermeil, le met sur sa mule et s'en va'. la dite mule et
le dit butiet lui appartenant en recompense des dits Services. — L'abbaye
de Figeac a donne son nom k une petite ville dans le Querci; quand l'Abbe
de Figeac fait sa premiöre entree dans cette petite ville , le Seigneur de
Montbrun et de la Roque, habille eu Arlequin et une jambe nue, est oblige
de le conduire jusqu'ä la porte de son abbaye, tenant sa jument par la
bride; ensuite l'Abbe et l'Arlequin dinent ensemble." Saint Foix, Essais
Historiques sur Paris. Nouvelle ed. Londres 1759. I, 118 sq.
S. 370, no. 17. Nachträge. Füge hinzu: „Au convois des Chevaliers
(in Frankreich) on portait les diverses pieces de l'armure. Quelquefois on
faisait representer le Chevalier mort par un homme k gages revetu de son
armure et charge d'imiter ses gestes et sa demarche. On ne se contentait
pas de l'effigie qui devait rappeler ses traits et son costume; en voulait en
quelque sorte le retrouver dans un autre lui-mcme."' Cheruel, Dictionn.
histor. des institutions, moeurs et coutumes de la France. Paris 1855. 1, 420
(s. V. Funerailles).
Nach Anführung von Suet. in Vespas. 16 führt Sainte-Fois 1. c. Essais
Histor. 2, 218 so fort: „Dans un compte de depense de la maison de Poli-
gnac de Fan 1375, on trouve un article de cinq sols bailles ä Blaise
pour avoir fait le Chevalier defunct, ä l'enterrement de Jean,
fils de Randonnet Armand, Vicomte de Polignac."
„Aux funerailles de Charles VI on imagine d'enfermer le corps dans
un cercueil et de faire une effigie en cire revetu e des habits et ornements
royaux." ib. 2, 200 f. Weiter unten p. 203 heißt es, bei dem Pompe funebre
de Louis XII., Frau^ois I., Henri II, Charles IX. und Henri IV. „marchoient
les seize Gentilshommes de la Chambre portant la litiere ou lit de parade
. . . sur le lit etoit couehe la figure ou effigie du Roi en cire, la couronne
sur la tete etc.", mit dem übrigen königlichen Schmuck und Gewändern.
Der, Sarg mit der Leiche befand sich gewöhnlich unter dem Paradebett. —
Von Cromwells Begräbniß heißt es unter Auderm : „The hearse, adorued with
plumes and escutcheons , was drawn by six horses in trappings of black
velvet. On it reclined a recumbent waxen effigie of the late Protector habited
ZUR VOLKSKUNDE. 347
in the robes of royalty, with a crown on its head and the globe and sceptre
in its hands." J. Henneage Jessy, London, its celebrated Characters and
remarkable Places. London 1871. I, 162. — „Exactly seven years after
the day on wbich the victor (Heinrich V) bad ridden in tiiumph over
London Bridge after the battle of Agincourt [25. Oct. 1415, also 25. Oct.
14'22] the funeral car wbich contained bis remains, rolled over the same
tboroughfare The car drawn by six horses, supported a recumbent effigy
of the deceased monarch, maguificently arrayed in the robes of sovereignty."
ib. 2, 287, — no. 20. Fletcher, ßasset, Legends etc. s. Melus. 2, 536, n. 3.
S. 372, Z. 6. Pedroso, Contr. 5, 14, no. 294. — Z. 26. „Faire un
trou dans la toiture!'' s'ecriaient les Papous [die Papoua's der Insel Korido
unweit von Neu-Guinea] e'est ouvrir la porte aux esprits des morts (lui
envahiraient bientöt la maison en y apportant toutes sortes de malefices,
demolissons plutot les murs, mais ne touchons pas au toit, seul endroit par
oü ils puissent entrer." Raffray, Voyage en Nouvelle Guinee. Tour du Monde
37, 282.
S. 373, Z. 7. Von den Begräbnissen bei den Betschuanen heißt es
unter Anderem: „An openiug is made in the fence surrounding the house
and the body is carried through it . . . it is theu lowered into the grave."
Der Grund, warum die ()ti'nung in den Zaun gebrochen wird, ist nicht an-
gegeben; wenn es aber gelegentlich eines anderen Begräbnißbrauches heißt:
„evidently a relic of some tradition longago forgotten, or at all events of
wbich they profess to be Ignorant", so findet dies auch auf jenen Umstand
Anwendung. J. G. Wood, The Natural History of Man. Afric^a, London
1868, p. 3o4. — Z. 22. S. unten: Zur Volkskunde, S. 414 f. A Abbeville
ou trainait le cadavre du suicide par une Ouvertüre pratiquce sous le seuil
de la maison oü la mort avait eu lieu. II en etait de meme a Metz." Chc-
ruel 1. c. p. 1175. (v". Suicide.) Andree, Ethnograph. Parallelen etc. S. 86,
Z. IG V. u. Sonneberg. Weimar 1858.
S. 374, Z. 2. Hylten-Cavall. Wäreud etc. 1, 384. Vasconcellos 1. c.
Trad. p. 39. 40, no. 85.
S. 375, Z. 6 V. u. Gröber, Ztschr. 5, 418. Faune Popul. 6, 97 f.
Germ. 28, 110. Krauss , 1. c. Sagen u. s. w. der Südslaven 2, 141. Bibl.
espari. 1, 237.
S. 379, Z. 18. Der Gebrauch des Kiltganges ist feste Sitte bei vielen
Afghanen und Stämmen des nordwestlichen Indiens. Ephinstone, Cabool.
2. ed. 1, 240 ff. bei Zimmer, Altiudisches Leben S. 309.
S. 380, Z. 15 st. Gudrun 1. Brynhild. — Z. 16. Grimm, Geschichte
der Sprache S. 139; vgl. Zimmer, Altindisches Leben S. 329; Wilh. Müller,
Geschichte und System der altdeutschen Rel. S. 76, n. 4, „AVeiber der
Heruler" ; cf. Kistudans, Germ. 30, 216 a. unten: Zur Volkskunde S. 508.
S. 381, Z. 3, Wood, natural History. Africa p. 544.
S. 382, Z. 5. Bastian, Geograph, u. Ethnol. Bilder S. 345 f. — Z. 17.
Herrmann, Ethnol. Mittheilungen aus Ungarn S. 147. Das Programm des
Gymnasiums zu Dortrecht (Holland) für 1882 — 83 enthält „AI Kestis en
Savitri, Mythol. en Poesie" und „De Stroohalm als Rech ts sy mbo 1"'
by Dr. J. J. Warren.
S. 383, Z. 2. Germ. 16, 86, no. 2.
348 FELIX LIEBßECHT
S. 386, Z. 9 V. u, Henderson, Folk-Lore etc. 2'* ed. p. 29.
S. ^387, Z. 12. Cheruel, Dict. bist. etc. 1, 420 s v. Chevauchee de
l'äne. „A Lyon la chevauchee de l'äne se celebrait en grande pompe au
mois de novembie. Cette procession burlesque etait dirigee principalement
contre le maris qui se laissaient battre par leur femmes. On en trouvera
ane description dans le Recueil des meilleurs dissertations sur
l'histoire de France par M. Leber f. II, p. 150 et suiv" Cf. unten Zur
Volkskunde S. 429. Eoxburgh Ballads ed. by Hindley. London 1873. 2 vols.
2, 73 und das Bild dazu p. 79.
S. 398, Z. 10 flf. Kr. Nyrop, Kludetraeet etc. p. 1 ff. Pitre etc. Ar-
chivio S, 294. Carl Meyer, Abergl. des Mittelalters. Basel 1884, S. 195.
Kölbing, Engl. Studien 7, 128. Crane (Prof. zu Ithaca), Mediaeval Sermon
Books and Stories 1883 (Sonderdruck) p. 68. Black, Folk-Med. p. 65. Germ.
28, 110. 31, 353. Gröbers Ztschr. 5, 419. Coelho, Revista etc. p. 78,
no. 110. „Apres ces diverses ceremonies [bei dem Feste der Purification
des fautes, vrelches die Kamtschadalen im Monat November nach Beendigung
der Herbstarbeiten feiern] on apporte dans l'yourte des branches de bouleau.
Chaque chef de famille en prend une; et apres l'avoir courbee en cercle,
il y fait passer deux fois sa femme et ses enfants qui dansent en rondeau
sortir de ce cercle. Cela s'appelle se purifier de ses fautes." Migne, Nouv.
Encyclop. Theologique Tom. 37, col. 1083 (nach Steller). Mannhardt, Wald-
und Feldkulte 1, 32.
S. 399, Z. 13. Bastian, Geograph, und Ethnol. Bilder S. 168. —
Z. 22. „A la tete des tombes creusees ä ciel ouvert (bei Latakia) ou re-
marque un trou rond de six k huit ceutimetres de diametre et qui communique
avec l'interieur de la sepulture. Dans les souterrains, ce meme trou est
place au dessus ou de chaque cote de la niche funeraire . . . cette lucarne
funeraire et caractt'ristique de tous les monuments sepulcraux de pierre brüte;
toutes les dalles fermetures des dolmens sont percees de la meme maniere.
Encore aujourd'hui les Turcomans de la mer Caspienne, comme leurs parents
des environs d'Antioche, et comme les Ansarii'es , trouent les dalles qui fer-
ment leurs tombeaux." Les Ansaries par M. Leon Cahun , Tour du Monde
38, 396. „Les chätaignes comptent parmi les fruits funeraires . . . En Pie-
mont elles constituent le repas rituel de la veille du jour des morts; et,
dans certaiues maisons ou en laisse encore tout expres sur la table ä l'in-
tention de pauvres morts, qui sont censes venir le nuit pour s'eu rassasier."
De Guberuatis, Mythol. des Plantes 2, 63.
S. 400, Z. 15 V. u. Bachofen, Antiquar. Briefe. Straßburg 1880, S. 3 ff.
— S. 18 id. ib. S. 9.
S. 401, Z. 5. Gaidoz, Deux Paralleles, Rome et Congo. In der Revue
de l'hist. des Religions 1883, p. 9. — no. 13 cf. Cox, Mythol. of the Aryan
Nations 2, 12 7. Vgl. unten Zur Volkskunde S- 492, no. ** und dagegen
S. 323, no. 78. — ri^he currency used instead of eoin (auf den Maldiven)
in the wada: According to Golius the Concha Veneris but according
to the author of the Kämooz [s. Herbelot v". Camoz] ... a white shell,
which is taken out of the sea , the fissure of which is white like that of
the date -stone; it is hung (about the neck) to avert the evil eye." The
Travels of Ibu Batuta, transl. etc. by Samuel Lee. London 1829, p. 178;
ZUR VOLKSKUNDE. 349
aus Jahn, Böser Blick S. 80. Andree, Ethnograph. Parallelen etc. S. 36 u.
37, no. 1.
S. 402, Z. 11 ff. Germ. 31, 356. — Gaidoz 1. c. Deux Paralleles p. 2 ff.
S. 404, Z. 9. Bachofen, Gräbersymbolik S. 174 vgl. unten Zur Volks-
kunde S. 491.
S. 405, Z. 21. Antaeus, Philol. 2G, 730. Movers, Phönizier 1, 440:
„Antaens, der gewaltige Kinger im Sande der Wüste, von dem er seine Kraft
empfängt, weil auf dem glühenden Wüstensande der giftige Harrur oder Har-
mattan entsteht, der die in der Wüste unbegraben liegenden Reisenden, weil
man an ihnen keine Spuren der Verletzung sah , durch Eingen umgebracht
hat und dann von ihren Schädeln sich einen Palast erbaute (s. Pindar,
Isthm. IV, 90) gehört gewiß gleichfalls der phönizischen Mythe an." — Z. 5
V. u. Zu Ispahan füge noch Bagdad und Aleppo, Spencer, Ceremonial Insti-
tutions etc. London 1879, p. 39. — Z. 3 v. u. Ein Schädelthurm ist auch
in Nippon vorhanden. Brauns, Japan. Märchen etc. S. 362.
S. 406, Z. 7, no. 21. Ritter, Asien 2, 625: „Wenn dem Radja (in Ladakh)
ein Sohn geboren wird, so dankt der Vater ab und die Minister regieren in des
Prinzen Namen. — no. 22. Verstorbene beklagt. Kölbing, Engl. Studien 3. 5,
n. 195. — no. 23. Festus v . membrum Spencer, Cerem. Inst. p. 55. Tylor,
Primit. Cult. 1, 407. Andree, Ethnolog, Parallelen S. 148. — no. 24. Kleider
dem Todten mitgegeben. Potters Griech. Archäol. übersetzt von Rambach
2, 417. Spencer p. 91, Gleiches findet auch in Palermo statt. — no. 25.
Haare geweiht. Spencer 1. c. p. 61 sqq. 64. Andree 1. c. S. 150 (als Zeichen
der Sclaverei). — no. 26. Spolia opima. Spencer 1. c. p. 50 sq. — no. 27.
adorare nQoaxvvHv. Spencer 1. c. p. 123.
Italische Mythen.
S. 408, Z. 10. Folk-Lore Record 3, 268. Kölbing, Engl. Studien 5, 164.
S. 410, Z. 19. Gerland, Bericht u. s. w. S. 342.
S. 411, Z. 6. Über Anna Perenna gibt eine von der dortigen ab-
weichende Erklärung Baissac, Les Origines de la Religion 1, 271 ff. —
Z. 5 V. u. Von dem verbannten Manlius Capitolinus heißt es bei Cedrenus
vol. 1, p. 263 ed. Bonn: „oaovg ij6vvi]9-rj t&v noUzwv 'iial syxcaQLCov avVJ^ag
-/.«(. KnQOÖTTTCog Tolg rükkoig snntsaoiv, nüvzug fiar« xov Q7]ydg BqCoov [1. Bqrjvov
i. e. Brennus] &ni-/.TSiv8 'accI trjv nöhv Trjg avficpoQug slvxqäaaro, diö kul Mähog
fiövog sipYjcpCaQ'rj xa. x&v Pcoficcicov äior/.ulv. xat £v&vg xbv ex&göv (L'sßgovÜQMv kcc-
taa%<i>v , 8i ov zal anscpvyadsvsxo , xcä s-Kßaloov s^co xrjg nölscag yv[iv6v, il)t,u&a)
9'QVLva) nsQt-ßsßltjfisvov xal G%OLVito xrjv oacpvv nsQis'Qcaanivov cug %uiyviov, v.ccl QÜßSoig
TVTixöfisvov , xolg KcixaxQ'oviOLg avxbv &£olg dod-r/vixt, Q-vaiav Ttgogärcc^s. I^s^ziXiog
ijv XQX8 fi^v, ov cog xo'/.oßöv 6 Mähog ^sßQOVÜQLOv hiKovönuasv. oQ-bv xai. xarr' sxog
ipiad-ov fjr' äyoQCig nQoxi&tvxsg Paiialov xvitxovat, Qccßdoig smcpavovvxFg 's^sld'S
(pfßQOVKQic xrjg TröAfois'." Cf. Preller, Rom. Mythol. S. 317.
S. 416, Z. 15. Aus dem Lagerbuche des schwäbischen Klosters Adel-
berg vom Jahre 1416 sieht man, daß die diesem Kloster unterthänigen
Bauern das fragliche Recht [d. h. die Ausübung des jus primarum noctium
der Mönche] folgendermaßen ablösen durften. Von jedem in die Ehe ein-
tretenden Paare mußte der Bräutigam eine Scheibe Salz, die Braut aber
1 Pfund 7 Schilling Heller oder eine Pfanne „daß sie mit dem Hintern
3^ ZUR VOLKSKUNDE.
darein sitzen kann oder mag" entrichten. Sugenheim 1. c. S. 360 (i. e.
Gesch. der Aufhebung der Leibeigenschaft. Petersburg 18ßl). ... In meh-
reren Gegenden Deutschlands hatten die Bräute als Ablösungsgebühr für
dieses Recht der vorläufigen Begattung dem Grundherrn so viel Käse und
Butter zu entrichten, „als dick und schwer ihr Hintertheil war";
in anderen Gegenden einen Sessel, „den sie just damit ausfüllen konnten".
Sugenheim a. a. 0. Kulischer, Die communale Zeitehe und ihre Über-
reste im Archiv f. Anthropol. 1878, S. 224. 2t?8. — Z. 12 v. u. a) Dieses
Recht der deutschen Barone ist ui-kundlich nachgewiesen durch zwei im
Zürich'schen Staatsarchiv aufgefundene Öffnungen von Stadelhofen und Hirs-
landen und von Maur am Greifensee. Beide Urkunden , die eine vom Jahre
1538, die andere von 1543 bestimmen ausdrücklich, daß wenn „hoflüt",
d. h. die Hörigen auf den bezeichneten Gütern zu der „helgen ee kumben",
der Bräutigam „den meyer soll by sin wyb lassen ligen die erste nacht".
Scherr, Deutsche Culturgesch. Leipzig 1876, S. 238. ... öl In Baiern wurde
dieses Recht noch im XVII. Jahrh. von den Grundbesitzern in der primitiven
Form ausgeübt. Sugenheim 1. c. S. 371 Anm. . . . e) Sehr gebräuchlich war
dieses Recht in Rußland noch im vorigen und im laufenden Jahrhundert bis
zur Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861, wo Beispiele gegeben
sind. Semewsky, Die Leibeigenen zur Zeit Katharina's II. u. s. w. (russisch).
d) Den neapolitan. und sicilian. Gutsbesitzern mußte noch im ersten Decen-
nium des 1 9. Jahrh. für dieses „Hochzeitsrecht''', wie es dort zu Lande hieß,
eine bedeutende Geldablösung entrichtet werden. Sugenheim a. a. 0. S. 238.
Alles bei Kulischer 1. c. S. 227. — Vgl. Karl Schmidt. Jus primae noctis.
Freiburg i. Br. 1881. — Derselbe, Der Streit über das Jus prim. noct.
Berlin 1884 (Sonderdruck).
S. 417. Z. 12 V. u. Kulischer 1. c. S. 227. — Karl Schmidt 1. c.
S. 259. — Z. 2 V. u. Karl Schmidt 1. c. S. 295.
S. 418, Anm. s. Karl Schmidt 1. c. S. 296.
S. 426, no. 7. Vgl. Originelle Friedensstiftung zwischen Ehegatten.
Parole. Amtliche Zeitung des deutschen Kriegerbundes, Berlin (20. Februar
1879), Nr. 8.
S. 427, Z. 10 ff. Archivio v. Pitre etc. IV, 285 ff. — Z. 12 v. u.
„On voit encore dans la maison de Ville de Padoue la pierre du bläme
Lapis Vituperii, oü ceux qui etaient recus ä la cession [des biens] di-
soient ä haute voix en frappant par trois fois le cul contre cette pierre:
Je cede mes biens." Saint-Fois Essai Histor. etc. VII, 172. — no. 9, zu Ende.
„KÖ-fafiOKorrorf' nvss BVQS&svzsg i&Qi(xjxßsv&)]aav xuvXoSourjd-fvrss (wurden mit ab-
geschnittenem Penis wie im Triumphzuge durch die Stadt umhergeführt)
^syiGxavsg o/io? xal aQ^t'^Qstg, xal ovzco TiEQLayö(ifvoi oi'AXQCog hs?.evTrjGav,-^ Zur
Zeit des Justinian I. Glycas p. 501 ed. Bonn.
Rechtsalterthümer.
S. 430, Z. 8 V. u. Folk-Lore Record I, 163 sq. — Engl. Stadien
ed. Kölbing 3, 8.
S. 431, Z. 18. Cleasby and Vigfusson, Icelandic Diction. v". Foli. —
Z. 24. Hoppe, Engl.-deutsches Supplement-Lex. S. 466 s. v. Handhaband. —
Z. 27. Karl Schmidt, Jus primae noctis S. 27.
ZUR VOLKSKUNDE. 35I
S. 433. Frauenprärogativ. Eine Frau, die sich geneigt zeigt einen zum
Tode Verurtheilten zu ehelichen, in dem Augenblicke, wo er das Schaffot
besteigt, erhält ihm das Leben. Siehe meinen Aufsatz in den Gott. Gel. Anz.
1866, S. 2018: „Buddha's Nonnen galten damals [im 4. Jahrh. v. Chr.] (in
den späteren Jahrhunderten verschwinden sie in Ceylon wie in Siam) für so
heilig wie die Vestalinnen bei den Römern; der Verbrecher, der ihnen be-
gegnet, wird begnadigt (Mahavausi ed. Upham I, p. 99)". Ritter, Asien .O, 237.
S. auch Ducange, s. v. Matrimonium (ed. Henschel IV, 325); Roxburghe
Ballads ed. Hindley. London 1873. 1, 409 — 16. Die Monatsschrift f. d.
Gesch. Westdeutschlands enthält auch Alex. Kaufmann, Über das Freibitten
Verurtheilter durch Jungfrauen. — Z. 21. John Aubrey, Remains of Gentilism
and Judaism, ed. by James Britten. London 1880, p. 126.
S. 435, Z. 3 V. u. Zosim. 4, 36, p. 347 ed. Reitern. Preller, Griech.
Mythol. 1, 185, n. 1. Litt. Blatt 1882, S. 359. Herrmann, Ethnol. Mitth.
aus Ungarn 1, 56.
S. 436. Der aufgegessene Gott. Gaidoz , Les Gäteaux Alphabt'tiques.
Paris 1886, p. 3, n. 1. La Flandre Liber. 1. Dec. 1883 hat einen Artikel,
La Theophagie, L'Antbropophagie et les Sacrifices Humains chez les Egyp-
tiens nach Maspero. Er beginnt: ,,M. Maspe.ro vient de faire ä la Societe
asiatique de France une communication sur un des textes hieroglyph. de
couverts dans les pyramides des royales de Saqqarah , recemment touillees
par lui. Ce text apporte des lumieres nouvelles sur les idees religieuses des
Egyptiens de l'ancien empire, notamment en ce qui concerne la vie de Tarne
au delä du tombeau; etc. etc.
S. 439, Anm. füge hinzu: Dunker. Gesch. des Alterthums 1, 359
(über Astarte).
S. 440 Anm., Z. 2. Stiefel sind etwas Männliches, s. Archivio etc.
ed. Pitre etc. 4, 44.
Allgemeine Literaturgeschichte.
S. 441. Cosquin, La Legende des Saint-Barlaam et Josaphat. Paris
1880 (Sonderdruck). — Braunholtz, Die erste Parabel des Bai-laam und
Josaphat. Halle 1883. — Paulus Cassel, Mischle Sindbad, Secundus etc.
S. 346. H. Zotenberg, Notice sur le livre de Barlaam et Josaphat. Paris
1885. Wlislocki in Kochs Ztschr. f. vergl. Lit. 1, 4G2 ff. Kirpitschnikov,
sur le Bari, et Jos. in Hist. des dix Vizirs. Trad. par Rene Basset. Paris
1883, p. n. — Die Identität des Buddha und des Josaphat zeigte bereits
Diego de Conto, f 1616 (Dec. V, liv. VI, cap. II); s. Yule, Marco Polo.
2^ ed. II, 308 und Derselbe in Aead. no. 591 (1. Sept. 1883), p. 146,
col. 1.
S. 453, Z. 6 v. u. Tylor, Adress etc. 1879, p. 7. Bergmann, Les Chants
de Sol. Strasb. et Paris 1858. 2'' ed.
S. 455, Z. 14. Braunholtz. Inauguraldissertation. Halle 1883.
S. 45 7, Z. 9 ff. Hierher gehört folgende Stelle eines Briefes an mich
von Schiefner. St. Petersburg 20. April (2. Mai) 1879: „Neulich entdeckte
ich ein auch in mongolischer Übersetzung vorhandenes tibetisches Werk :
„Lehre durch Beispiele", dessen Grundlage einem der frühesten buddha-
gläubigen Tibeter, Po-to-ba, zugeschrieben wird. Da findet sich eine andere
352 FELIX LIEBRECHT
Fassung der Parabel [als bei Stanislas Julien, Avad. no. XXXII]. Ein Mann
hat einen an einem tiefen Abgrunde befindlichen Fels erklommen, um dort
Honig oder süße Früchte zu genießen ; er stützt seine Füße auf einen Gras-
baufen und erfaßt mit den Händen einen eben solchen. Während er so dem
Genuß hingegeben ist, merkt er nicht, wie eine weiße und eine schwarze
Maus das Gras der beiden Haufen fortschleppen; er verliert endlich beide
Halte und stürzt in den tiefen Abgrund. — So eben finde ich die früher
für Alex. Wesselofsky angefertigte Übersetzung der Stelle, welche ich lieber
gleich hersetze u. s. w. p. 15G.
S. 489 Z. 4 V. u. St. dir 1. ihr.
S. 494, Z. 9 v.u. Pedroso, TradiQoes pop. Portug. Porto 1880, VIII,
no. 414. Vasconcellos, Tradi^oes pop. de Portug. Porto 1882, §. 193.
S. 506. Zu S. 251. Acad. no. 430, p. 87'''\ — Zu S. 278, Z. II
st. 1878 1. 1877. Über die Kammenija Baby oder Steinfrauen s. Archiv
f. Anthropol. 1878, S. 303 f. 312. — Zu S. 307. „Djudju (prononcez
Djoudjou) signifie [gleichfalls am Bonny] fetiche, objet consacre. 11 se
prend du reste dans diverses acceptions . . . on fait aussi djudju en etendant
une corde devant la maison pour ne pas laisser entrer la petite veröle."
L'Afrique Equatoriale. Gabonais, Pahouins — Gallois par le Marquis de Com-
piegne. Paris 1875, p. 74. — Les portes, chez les Indiens de Curaanä, ne
se fermoient qu'avec un fil de coton et quiconque rompait ce fil, etait
puni de mort (Inerrera). Demeunier, L'Esprit des Usages et des Coutumes
des difFerents Peuples Londres et Paris 1786. 3, 75. — Z. 11 v. u. Auch
als Todtenopfer wurden von den heidnischen Russen kleine Kinder in Flüssen
ersäuft: „fi'ß'ytfffiou? ts Tisnoirjxötsg , snl xbv "laxQOv vtio^ü^lo. ßQtcptj kccI alsyiTQvo-
vag an^nvL^av'" [im Jahre 972]. Leo Diaconus, Historiae IX, 6, p. 149
ed. Bonn.
S. 507, Z. 9 V. u. Acad. no. 897, p. 427^
S. 508. Zu S. 380. Germ. 31, 350 ff. Salomone Marino, Storie popo-
lari in poesia siciliana. Bologna 1877 (Sonderdruck). Henry Callaway, the
religious System of the Amazulu. Natal, Capetown, London 1869, p. 212 sqq.
— Z. 10 V. u. Hugo Gering, Islaenzk Aevent. Halle 1882. 2 Bde. 1, 234 ft'.
Germ. 30, 216 ff. — ■1. Z. Cleasby -Vigf. v". Grafgangs mattr.
S. 509, Z. 9. Gröbers Ztschr. 6, 447 ff.
S. 512, Z. 9. Hylten-Cavall. Wärend og Wird 1, 354. — Zu S. 422.
Pedroso, Discours p. 4.
S. 513, Z. 23. Steiutragen. Ztschr. f. deutsche Culturgesch. N. F.
1, 371. „Un des supplices qu'on infligeait autrefois aux femmes debauchees,
etait de leur faire porter d'une paroisse ä l'autre deux pierres liees par
une chaine. Voy. du Gange v°. Lapis." Cheruel, Dict. bist. etc. p. 978. —
1. Z. Cf. Acad. 27. Oct. 1879, p. 223.
S. 514. Zu S. 431. S. dagegen Andrew Lang, La Mythologie. Trad.
par Parmentier. Paris 1886, p. 222, n. 3. — - Z. 3. Borough-English. Germ.
30, 471, no. 990 u. 991.
ZUR VOLKSKUNDE.
35
Nachtrag zum Sachregister der Volkskunde.
Aschermittwoch 512.
Baba s. Slatababa.
Barbara 391. 261.
Begraben den Todten füge hinzu 403 ;
lebendig begraben 284 ff. 380 f.
ßsQßsQu^a 261.
Beschlafen todter Frauenzimmer 49.
Bildsäule gemißbraucht 138 f.
bissextus 221.
Bögein 397 f. vgl. durchkriechen,
buaus 35.
Büßungen, strenge, erschrecken die
Götter 453.
cadeberiz 420.
cessio bonorum 427.
chitomfe 401.
clavum figere 402.
Coitus mit Thieren 395.
Cola Pesce 49.
cunnus füge hinzu 438. 492.
Dach als Eingang 372.
Dankbare Todte 428.
Decamerone 154.
dictator clavi figendi 402.
Drei Frauen 124.
Drei Blutstropfen 352.
Durchführen, -gehen s. durchkriechen.
cf. Bögein -ziehen 372 f.
Eher sehen 335.
Entbindung füge hinzu 367.
Ertrinkende 211.
Erst s. Eher.
Färben s. Wasser.
Federn s. Hühnerfedern.
Feig, füge hinzu 355.
Feuer, füge hinzu 316.
Flachsfeld 115.
Fledermaus, füge hinzu 121.
Flußopfer, füge hinzu 254.
Frau schlägt den Mann 384. 426.
Frauen retten vom Tode 433.
Frauen, todte, beschlafen 49.
Frauenkleidung der Männer 410.
Füße gebunden 275.
Gänseschmalz 440.
Ganesa 277.
GERMANIA. Neue Keihe XXIII. (XXXV.) Jahrg.
Geburt s. Entbindung.
Gendarua 356.
Gesichtstäuschung, füge hinzu 115.
Gespenster s. Geister.
Gifts 329.
Ginevra degli Almieri 62,
graili 2 73.
gundarüa 356.
Hängen, füge hinzu 301.
Hand, füge hinzu 404.
-gehen auf den Händen 401.
Hände reiben, zusammenschlagen
227 n.
Hasenblut 440.
Häufelliedchen 180.
Haupt 8. Kopf.
Haut, nachschleppende 354.
Heitsi Eibip 270.
Herakles 406.
Herbeizaubern (ein Mädchen u. s. w.)
205.
Hermotimos 206.
Hinterer, füge hinzu 427.
Hinterer als Maß 416.
Hiongnu 20.
Homöopathie 353.
incendiariae aves 109.
Isländisches 362.
Ishtar 439.
Japanesische Sage 72.
lebendig begraben 287.
Keuchhusten 361.
Kinder, undankbare 120 f.
Kindergebete 391 f.
Kinderlieder, füge hinzu 390 f.
Klebekraft 330.
Knabenzeugung 440, cf. 330, no. 151.
Kollyridianerinnen 436.
Kopf, füge hinzu 289 ff.
Kopf an Gebäuden 291.
Kopf, weissagender 290.
Kunstzeugung 240.
Kurgan 269.
Lebendig vergraben 284. 380.
Lubins 257.
Mädchenraub 377.
23
354
0. BRENNER, ZU GERM. 34, 369.
Mauer s. Wand.
Menenius Agrippa 120.
Menschenopfer, füge hinzu 287 f.
Menschenopfer, freiwillige 293.
Michelrieder Recept 440.
Mittagsgeister, füge hinzu 46. 47.
Mond 321.
Mordgeräth 321.
Mühlstein aufs Haupt, füge hinzu 333.
Münzen im Munde der Todten 93 f.
Muschel 401.
Nachtraben 353.
Namengebung 310.
n9a 276.
Neugeburt s. Wiedergeburt.
n'gombo 401.
Nilopfer 254.
Orestes 343.
Ovengua 35.
pantoufle 497.
Perigyne 400.
Pflug, ungarischer 128.
Phallus, füge hinzu 438.
Phallus als Trophäe 95 f.
Piscis, Nicolaus 49.
Quoniam 136.
Robert est mort 257.
Rose im Licht 1. 330.
Rothkehlchen 264.
Rusalka st. Ruselka.
Sabala (Kuh) 71.
Schalttag s. bissextus.
Scheintod 59 ff.
Schlangen geschleudert 75 (nicht 375)
Schuh, füge hinzu 372.
Schuß 330.
Schwalben 264.
Schwanenfrau 57. 243.
secondsight 355 (nicht 335).
Seele wäscht sich 350.
Sibilja (Kuh) 71.
ST. HUBERT.
Sieben Brüder 368.
Sinnis 400.
Sohn, siebenter 346 s. auch Vater.
sot 491.
Speichel als Vorzeichen 330, n. 151.
Syrien 79. 304. 330. 331. 337.
Stiefel 440.
Störche 264, marmorne 88.
stranger 330.
Strohlager 367. 492.
Stutensohn 22.
Svanhild 297.
Sympathetische Cur 354.
Tauchersage 49.
Tod, füge hinzu 55 f.
Todte Frauenzimmer beschlafen 49,
Treue Liebe 44.
Umspannen 309.
Undank der Kinder 120.
Unnatürliche Laster 395.
Usener 407.
Verstorbene beklagt 407.
Vögel; füge hinzu: Hochzeiten der-
selben 199.
Vulva s. cunnus.
Wasser; füge hinzu: s. auch Sturm-
quellen.
Weiber u. s. w. s. Frauen.
Werfen des Schuhes 324 f. 492;
übers Dach 372.
Werwolf 321; vgl. Vampyrismus.
Wiederholung u. s.w. 333 (nicht 332).
Wunden geheilt 353 f.
Wundermühlen 302.
Xenophon Ephesius 44.
Zahn verloren 319.
Zertreten 297.
Zeugung s. Kunstzeugung.
Zombi 372.
Zweimal schlagen, schießen s. Wieder-
holung.
FELIX LIEBRECHT.
I. BEGRIFF UND GESCHICHTE DER GERMANISCHEN PHILOLOGIE. 355
BIBLIOGRAPHISCHE ÜBERSICHT
DEK
ERSCHEINUNGEN AUF DEM GEBIETE DER GERMANISCHEN
PHn.OLOGIE IM JAHRE 1886.
UNTER MITWIRKUNG VON J. TE WINKEL IN GRONINGEN, K. F. SÖDERWALL IN LUND UND
L. M I L N E R- B A ß E Y IN LONDON.
BEARBEITET VON
GUSTAV EHRISMANN.
I. Begriff und Geschichte der germanischen Philologie.
1. Boeckh, Aug., Encyklopädie und Methodologie der philologischen
Wissenschaften, herausgeg. von Ernst Bratuschek. 2. Auflage besorgt
von Rud. Klussmann. gr. 8. (X, 884 S.) Leipzig 1886, Teubner. 14 M.
2. Handbuch der classischen Alterthums -"Wissenschaft in systematischer
Darstellung mit besonderer Rücksicht auf Geschichte und Methodik der
einzelnen Disciplineu, herausgeg. von J. Müller, gr. 8. Nördlingen, Beck.
Bd. 1, 1886 (XX, 712 S.); Bd. II, 1885 (XX, 624 S.).
Bd. I enthält u. a. : Grundlegung uud Eintlieilung der Philologie, Geschichte
der Philologie, von Urlichs; Hermeneutik und Kritik, von ßlass* Paläo-
graphie, Buchwesen und Handschriftenkunde, von Biass.
3. Körting, Gust., Encyklopädie und Methodologie der romanischen Philo-
logie mit besonderer Berücksichtigung des Französischen und Italienischen.
3, Theil. Die Encyklopädie der romanischen Einzelphilologien, gr. 8. (XX,
838 S.) Heilbronn 1886, Henninger. 10 M. (vgl. Bibl. 1885, Nr, 4).
4. Gröber, Gust, Grundriß der romanischen Philologie, unter Mitwirkung
von 25 Fachgenossen herausgeg. (in 6 Lief.). 1. Lief. gr. 8. (280 S.)
Straßburg 1886, Trübner. 4 M.
5. Bahder, K. v., deutsche Philologie (Bibl. 1885, Nr. 1).
Vgl. Herrigs Archiv 76, 220.
6. Pf äff, Fridrich, Romantik und germanische Philologie. Vortrag, gehalten
am 18. Februar 1886 in der Aula der Universität Freiburg. Sammlung
von Vorträgen von Frommel und Pfatf, XV. Bd., Heft 9, 8. (33 S.) Heidel-
berg 1886, Winter. 1,40 M.
\^gl. Wissenschaftl. Beilage der Leipz. Ztg. 1886, Nr. 82; AUgem. Ztg. 188G,
Beil. Nr. 199.
7. Strackerjan, zur Feier deutscher Dichter (Bibl. 1885, Nr. 7).
Vgl. Herrig.s Archiv 76, 213.
8. Vi 1 mar, A. F. C. , Lebensbilder deutscher Dichter und Germanisten
nebst litterargeschichtlicher Übersicht. 2. verm. u. erweiterte Aufl. , hrsg.
von Max Koch. 8, (XVI, 232 S.) Marburg 1886, Elwert.
Enthält S. 1 — 37 'Litteraturgeschichtliche Übersicht'; dann von Germanisten:
Bodmer, Uhland, «imrock, 8chmeller, die Brüder Grimm. — Vgl. Lit. Blatt
1886, Sp. 394 f. (Ehrismann); Blätter f. d. bayer. Gymuasialschulwesen 1886,
229 f. (Zettel).
23*
356 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
9. Curtius, Georg, Kleine Schriften, berausgeg. von E. Wiudisch. 2 Tlieile.
8. (XXX, 173 u. VII, 270 S.) Leipzig 1886, Hirzel.
Theil I: Ausgewählte Reden und Vorträge von G. C. , mit einem Vorwort von
Ernst Curtius. Enthält: Über die Pietät ; Franz Bopp; Jacob Grimm; W. v. Hum-
boldt; Karl Lachmann; über den König; über den Beruf der Universitäten;
über die Bedeutung des Studiums der class. Lit. ; über die Geschichte und
Aufgabe der Philologie; Philologie und Sprachwissenschaft; Sprache, Sprachen
und Völker.
Theil II. Ausgewählte Abhandlungen wissenschaftlichen Inhalts. Darin u. a. :
Über die Spaltung des A-Lautes im Giiech. und Latein, mit Vergleichung der
übrigen europäischen Glieder des iudogermau. Sprachstammes; Bemerkungen
über die Tragweite der Lautgesetze, insbesondere im Griech. u. Latein.; über
die localistisclie Casustheorie mit besonderer Rücksicht auf das Griech. u. Lntein.
10. Bacmeister. — Bacmeister, Ad., Abhandlungen und Gedichte. Mit
einer Biographie Bacmeisters herausgeg. von J. Hartmann, J. Klaiber
und Rud. Schmid. 8. (XXXVI, 160 S. mit Lichtdruckbild.) Stuttgart, Kohl-
hammer. 2,80 M.
11. Bechsteiü. — Vom Märchen-Bechstein.
Daheim 22. Jahrg., Nr. 26.
Benecke s. Nr. 31.
Bodmer s. Nr. 8.
Bopp s. Nr. 9.
12. Fergusson, Dr. James, Nekrolog.
Allgera. Ztg. 1886, Beilage '20.
13. Fronius, P. F., Nekrolog.
Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürg. Landeskunde IX, 36.
14. Gabelentz, Hans Conon v. d. G. als Sprachforscher, von v. d. Gabelentz.
Berichte über die Verhandlungen der kön. Ges. der Wissenschaften zu Leipzig
1886, 217-241.
Gervinus s. Nr. 15.
15. Grimm. — Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhelm Grimm, Dahlmann
und Gervinus. Herausgeg. von Eduard Ippel. 2. (Schluß-) Band. gr. 8.
(592 S.) Berlin 1886, Dümmler. 10 M. (s. Bibl. 1885, Nr. 18).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 684 f.; Blätter f. literar. Unterh. 1886, 616 f.;
Wissenschaftliche Beilage der Leipz. Ztg. 1886, 66.
16. Fischer, Hermann, Dahlmann und die Brüder Grimm.
Zs. f. allgem. Gesch. III, 701—712.
17. Briefwechsel der Gebr. Grimm mit nordischen Gelehrten (Bibl. 1885,
Nr. 19).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 313-316 (Kölbing),
18. Briefwechsel zwischen J. Grimm und Halbertsma (Bibl. 1885, Nr. 20).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 813 f. (Franck).
19. Briefe von Jacob und Wilhelm Grimm an Karl Müllenhoflf, von Stein-
meyer.
Anz. f. d. Alterthum 11, 235—246.
20. Noch ein Schreiben J. Grimms an F. H. v. d. Hagen (von Stein-
meyer).
Anz. f. d. Alterthum 12, 251 — 253.
21. Arnold Ruges Briefwechsel und Tagebuch aus den Jahren 1825 — 1880.
Herausgeg. von 0. Nerrlich. 2 Bde. 8. Berlin 1886.
Enthält auch ein paar Briefe an die Brüder Grimm, einen Brief von M. Haupt.
22. Koch, Max, neue Grimmbriefe.
Grenzboten 1886, Nr. 14.
I. BEGRIFF UND GESCHICHTE DER GERMANISCHEN PHILOLOGIE. 357
23. Stengel, Beziehungen der Brüder Grimm zu Hessen (Bibl. 1885, Nr. 26).
Vgl. Lit. Cenfralblatt 1886, Sp. 1324 f.; D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1828 f. (— r— ) ;
Lit. Blatt 188ti, Sp. 398 (Behaghel); Revuo crit. 20, Nr. 37; Modern Langua<re
Notes 1886, 3 (Goebel) ; Greiizboten 1886, Nr. 14 (M. Koch).
24. Seh er er, Wilhelm, die Brüder Grimm.
D. Rundschan 1886, Juli.
25. Toischer, W. , die Brüder Grimm. Zum 100jährigen Gedächtnißtage
der Geburt Wilhelm Grimms, gr. 8. (19 S.) Prag 1886, deutscher Verein.
0,20 M. Sammlung gemeinnütziger Vorträge, Nr. 110.
26. Scheffler, Wilh., zur Erinnerung an die Gebrüder Grimm.
Universum II, Heft 11 (März 1886).
27. Löschhorn, Hans, zum Andenken an Wilhelm Grimm.
Herrigs Archiv 76, 1 — 16.
28. Wehl, Feodor, der Ruhm im Sterben, gr. 8. (VI, 416 S.) Hamburg
1886, Richter. 5 M.
Darin: Jacob Grimm, S. 187 — 192.
29. Zur Erinnerungsfeier von Wilhelm Grimms Geburt.
Deutsche Wochenschrift 1886, Nr. 8; Gartenlaube 1886, Nr. 8; Dalieim 1886,
Nr. 21; Illustrierte Ztg. 1886, Nr. 2225; Phillips' Sonntag.sblatt 1886, Nr. 8.
s. Nr. 8, 9, 31.
30. Gruter. — Bolte, Johannes, Briefe einer deutschen Professorstochter
1618.
Alemannia 14, 273 — 27.5. — Sind an Janus Gruter gerichtet.
V. d. Hagen s. Nr. 20.
31. Hahn. — Jeitteles, Ad., aus dem brieflichen Nachlasse von Karl
August Hahn,
Germania 31, 367 — 376. — Briefe von Benecke, J. und W. Grimm, Haupt,
W. Wackernagel.
Halberstma s. Nr. 18.
32. Haltrich, Joseph, Nekrolog.
Korrespondenzblaft des Vereins für siebenbürg. Landeskunde IX, 71 f.
Haupt, Moritz, s. Nr. 21, .Tl.
33. Hoefer, Albert. — ReifFerscheid, Alex., ein Brief Friedrich Rückerts
an Albert Hoefer,
Archiv für Literaturgeschichte 1886, 217 f.
34. Humboldt. — Bruch mann, K. , W. v, Humboldt. Sammlung wissen-
schaftlicher Vorträge, herausgeg. von Virchow und HoltzendorfF. 8. (36 S.)
Hamburg 188 6, Richter.
s. Nr. 9.
35. Jonckbloet, W. J. A., Levensbericht door H. E. Moltzer.
Jaarboek van de Kon. Akad. van Wetenschappen, Amsterdam 1886,
36. Lachmann. — Ein Brief Lachmanns.
Zs. f. d. Philologie 18, 380 f.
s. Nr. 9.
37. Lemcke, Ludwig, von W. Mangold.
Englische Studien IX, 496—505.
38. — von Breymann.
Herrigs Archiv 74, 109—114. ,
39. Magnussen, Arni. — Bjamason, Th., Kafli i'ir jardabök Arna Magnüs-
sonar og ägrip af a>fi bans.
Tfmarit hins islenzka bokmentafelags 1886, 193 — 285.
40. Merula, Paulus, von Hofmann.
Bijdrageu en mededeelingen van het Histor. Genootschap te Utrecht, 9 deel.
358 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
41. Merzdorf, Theodor, vou Mutze nbecher.
Allgem. D. Biograpliie 21, 485.
42. Meusel, Joh. Georg, von Steinmeyer.
Allgem. D. Biographie 21, 540 ff.
MüUenhoff s. Nr. 19.
43. Palm, Hermann, von E. Reimann.
Zs. d. Vereins f. Geschichte u. Alterthum Schlesiens XX, S. 364—369.
44. Scherer, Wilhelm, Nekrologe: in Techmers Zs. III, 217 — 224 (Martin);
Zs. f. d. Österreich. Gymnasien 37, 803 — 813 (Rede, gehalten von Pro-
fessor Heinzel bei der Gedächtnißfeier für Wilhelm Scherer am 30. October
1886 im kleinen Festsaale der Universität Wien); Zs. f. allgemeine Ge-
schichte III, 862 — 8G7, von J. M.Werner; D. Rundschau 1886, Bd. 48,
S. 460—462 (Rodenberg), ebda. Bd. 49, S. 132—146, von Wilhelm
Dilthey; Mittheilungen, Organ des Vereins deutscher Lehrer in England I,
Nr. 3; Daheim, Jahrg. 23, Nr. 49; Illustrierte Ztg. Nr. 2251.
45. Scilmeller. — Über Schrift und Schriftunterricht, geschrieben 1803 von
J. A. S c h m e 1 1 e r.
Techmers Zs. III, S. 127 — 144. — Abdruck dieser Erstlingsschrift Schmellers
durch Techmer.
46. Nicklas, Schmellers Leben (Bibl. 1885, Nr. 88).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 1365 f.; Lit. Blatt 1886, Sp. 481 f. (Behaghel) ;
Anz. f. d. Alterthum 12. 247—249 (St.); Herrigs Archiv 77, S. 414.
47. Rockinger, Ludwig, an der Wiege der baierischen Mundart-Grammatik
und des baierischen Wörterbuches.
= OberLayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Bd. 43. — Ist ein
Beitrag zur Schmeller-Biographie.
48. Mayr, Jos., die 100jährige Geburtsfeier des Sprachforschers Joh. Andreas
Schmeller in Tirschenreuth am 15. und 16. August 1885.
Verhandhnigen des histor. Vereins von Oberpfalz und Kegensburg, Bd. 40.
49. Andreas Schmeller.
Histor.-polit. Blätter Bd. 98, S. 611—621.
s. Nr. 8.
Simrock s. Nr. 8.
50. Uhland. — Holland, Wilhelm, zu Ludwig Uhlands Gedächtniß. Mit-
theilungen aus seiner akademischen Lehrthätigkeit. gr. 8. (102 S.) Leipzig
188G, Hirzel. 1,80 M.
51. Dederich, Hermann, Ludwig Uhland als Dichter und Patriot. Nebst
einem Anhang: Quellennachweise zu den episch-lyrischen Dichtungen und
litterar-histor. Beilagen und Bemerkungen, gr. 8. (163 S.) Gotha 1886,
Perthes. 2 M. Biographien zu der Sammlung classischer deutscher Dich-
tungen, Bd. 2.
52. Mayr, Ambros, der schwäbische Dichterbund. L. Uhland, Just. Kerner,
G. Schwab, Karl Mayer, Ed. Möricke, G. Pfizer. Studien. 8. (XI, 224 S.)
Innsbruck 1886, Wagner. 2,80 M.
53. Bechstein, Reinhold, aus Ludwig Uhlands akademischer Lehrthätigkeit.
Wissenschaftliche Beilage der Leipz. Ztg. 188P, Nr. 99.
s. Nr. 8.
54. Vilmar, A. F. C, von Joh. Haussleiter.
Real-Encyklopädie für proteslautische Theologie XVI, 477—498.
55. Wackernagel, Philipp, von Ludwig Schulze.
Real-Encyklopädie für protestantische Theologie XVI, 588 — 601.
II. HANDSCHRIFTENKUNDE UND BIBLIOGRAPHIE. 359
56. Wackernagel, Wilhelm, Jugendjahre (Bibl. 1885, Nr. 101).
Vgl. Theolog. Lit. Bktt 1886, Nr. 12.
s. Nr. 31.
Weigand 3. Nr. 61.
57. Wimmer. — Gering, Hugo, L. F. A. Wimmer, der nordische Sprach-
forscher.
Rheiuische Blätter für Erziehung und Unterricht 60, Heft 3.
58. Worsaae. — Müller, Sophus, Mindetale over J. J. A. Worsaae, med
saerligt hensyn til hans betydning for Nordens archaeologi, holdt d. 7. No-
vember 1885.
Aarbarger for nordisk Oldkyndighed 1886, II. R, I, 1, S. 1—48.
59. Müller, Sophus, discours commemoratif sur J. J. A. Worsaae.
Memoire.s de la Societe des Antiquaires du Nord, 1886.
60. Wybrands, A. W., Levensbericht door J. G. R. Acquoy.
Jaarboek v;iu de Kou. Akad. van Wetenschappen 1886, 95—126.
61. Bericht über die Verhandlungen der deutsch-romanischen Section auf
der 38. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner zu Gießen,
30. September bis 3. October 1885.
Germania 31, 238—245; Zs. f. d. Philologie 18, 370—380 (Strack); Z.s. f. d.
Gymnasial wesen 1886, S. 164 — 190. — Vorträge von Wenker über sein Sprach-
atlasunteinehmen ; Kluge über die Principien in der Entwicklung der Wort-
bildungselemente; Mittli eilungen Stengels aus dem Briefwechsel Weigauds;
Gutachten der Bibelcommission.
n. Handschriftenkunde und Bibliographie.
62. Blau, A., Verzeichniß der Handschriftenkataloge der deutschen Biblio-
theken.
Centralbiatt für Bibliothekswesen 1886, 1—35 u. 49-108.
63. Oesterley, Hermann, Wegweiser durch die Literatur der Urkunden-
sammlungen. 2. Theil. gr. 8. (VI, 423 S.) Berlin 1886, G. Reimer. 9 M.
(s. Bibl. 1885, Nr. 107.)
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 6 f. und 1347 f. (P. H.); Gott. Gel. Anz. 1886,
890—896 (Steindorff); Centralbl. f. Bibliothekswesen III, 279—288 (Perlbach);
Archivalische Zs. 11, S. 311; Rivista critica della Lett. ital. III, H. l.
64. Ilgen, Rheinisches Archiv (Bibl. 1885, Nr. 108).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 93 f. (Goecke).
65. Heinemann, Otto v. , die Handschriften der herzogl. Bibliothek zu
Wolfenbüttel beschrieben. 1. Abth. Die Helmstedter Handschriften. H,
Lex. 8. (340 S.) Wolfenbüttel 1886, Zwissler. 15 M. (s. Bibl. 1884, Nr. 88).
Vgl. Germania 31, 123—125 (Bartsch); Centralbl. f. Bibliothekswesen 4, 38.
66. Schnorr v. Carolsfeld, Dresdener Handschriftenkatalog (Bibl. 1884,
Nr. 84").
Vgl. Germania 31, 233—238 (Bartsch stellt hier die deutschen Hss. der Dres-
dener Bibliothek zusammen und gibt literarische Nachweise dazu); Centralbl.
f. Bibliothekswesen 3, 237—240.
67. Lier, H.A., die Handschriften der kön. öflfentl. Bibliothek zu Dresden.
Wissenschaftliche Beilage der Leipz. Ztg. 1886, Nr. 29 u. 30.
68. Reiff er scheid, Alex., Beschreibung der Handschriftensammlung des
Freiherrn August von Arnswaldt in Hannover. IIL Hss. in 4 .
Niederd. Jahrbuch XI, S. 99-110 (s. Bibl. 1885, Nr. 109, 1884, Nr. 85). —
Enthält lauter geistliche Schriften, u. a. : Der Seelen Trost (S. 101); geistliche
Lieder (geistl. Wächterlied; Peter v. Arbergs große Tageweise u. a. S. 103 f.);
Ausgang der Kinder Israels und Erklärung der zehn Gebote (106); spiegel der
jonfferen (:= der Maechden Spieghel, S. 108).
360 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
69. Roth, F. W. E. , die Handschriften der ehemaligen Benedictiner- und
Cistercienserklöster Nassaus in der kön. Bibliothek zu Wiesbaden.
Stndien und Mittheilungen aus dem Benedictiner- und Cistercienser- Orden Vil,
Heft 2 u. 3.
70. Roth, F. W. E. , Geschichte und Beschreibung der königl. Landes-
bibliothek in Wiesbaden. Nebst einer Geschichte der Klosterbibliotheken
Nassaus. 8. (31 S.) Frankfurt a. M. 1886, Reitz und Köhler. 1,20 M.
Vgl. Korrespondenzblatt des Gesammtvereins der dentschen Geschichts- und
Alterthumsvereine 1886, S. 35.
71. Lohmeyer, Eduard, aus der fürstlich Starhembergischen Schloßbibliothek
zu Efferding.
Germania 31, 215 — 232. — Enthält u. a.: Anonymus Neveleti mit ahd. Glossen;
Riedegger Hs. des Willehalm; Neidhart, Ivvein, Amis, Dietrichs Flucht, Raben-
schlacht; Partonopier; Prosaauszug aus Konrads Trojanerkrieg; prosaischer
Trojaneikrieg; Hartliebs Alexander; Mandeville (Diemeringen); Melusine (Ringol-
tingen); Christherre-Chronik; Prosaauflösung derselben; Väterbuch (Prosa);
Bücher Moses und Psalmen; Legende von Maria und Jesu Leben (Prosa);
24 goldene Harfen; Buch Belial ; Waidmännisches Buch in Versen (16. Jhdt.);
Predigten ('Jacobinus de Tempe').
72. Keysser, A., die Stadtbibliothek in Köln. Ihre Organisation und Verwal-
tung. Beiträge zu ihrer Geschichte, gr. 8. (VIII, 109 S.) Köln 1886, Du Mont-
Schauberg. 4 M. Veröffentlichungen der Stadtbibliothek in Köln, H. 1.
73. Köhler, J. , die Handschriften und Incunabeldrucke der Rastatter
Gymuasialbibliothek. (24 S.) Progr. des Gymnasiums zu Rastatt, 1886.
74. Kade, Proben aus dem Freiberger Handschriften-Katalog. Progr. Nr. 495,
Freiberg 1886.
75. Zell er, Felix, die Incunabeldrucke der fürstlich Fürstenberg'schen
Bibliothek zu Pürglilz. Stuttgart 1885.
iSonderabdruck von Bibl. 1885, Nr. 112. — Vgl. Mittheilungen des Vereins für
die Geschichte der Deutschen in Böhmen 25, Beilage S. 17 (Lolir).
76. Gisi, M., Verzeichniß der lucunabeln der Cantonsbibliothek Solothurn.
1. Hälfte. Ä-Gr. 8. (VI, 72 S.) Progr. der Cantonsschule in Solothurn,
Ostern 1886.
77. Gross, Julius, seltene Druckwerke in der Bibliothek des evangel. Gym-
nasiums A. B. in Kronstadt.
Korrespoudenzblatt des Vereins für siebenbürg. Landeskunde IX, S. 1 — 5. —
'Geistliche Lieder durch H. Andream Moldner gemacht', 1543; 'Trostbüchlein
u. s. w. durch Ca«parem Helth', 1551.
78. Katalog der sogenannten Dominikaner-Bibliothek zu Warburg. I.Hälfte
[umfassend die Folio- und Quartbände]. (32 S.) Progr. des Gymn. in War-
burg 1886.
79. Ilgen, Paul, Katalog der Kirchenbibliothek zu Sorau. 2. Theil. 4. (20 S.)
Progr. des Gymn. zu Sorau, Ostern 188 6 (s. Bibl. 1885, Nr. Hl).
80. List, W., Mittheilungen über die Kirchenbibliothek zu Beerfelden.
Centralblatt für Bibliothekswesen HI, 217-221.
81. Hoffmann, L., die Bibliothek der Sz. Egidiuskirche zu Bartfeld.
Ungarische Kevue 6, H. 7.
82. Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der ger-
manischen Philologie, herausgeg. von der Gesellschaft für deutsche Philo-
logie in Berlin. VII. Jahrg. 1885. 8. (352 S.) Leipzig 1886, Reissner. lO M.
Vgl. Lit. Centralbl. 188«, Sp. 1435; American Journal of Philol. IV, 3 (J. M.
Garnett).
II. HÄNDSCHRIFTENKUNDE UND BIBLIOGRAPHIE. 361
83. Bibliographie der Zs. für romanische Philologie, herausgeg. von
G. Gröber: Bibliographie 1881, von Willy List.
Zs. für roman. Philologie VI, Heft 5 (= Snpplementheft VI).
84. Ehering, Emil, bibliographischer Anzeiger für romanische Sprachen
und Literaturen. 3. Bd. H. 1,2. 8. (S. 1—80.) Leipzig 1885, Twiet-
meyer. 3 M.
84". Jahresbericht über die Fortschritte der classischen Altertluimswissen-
schaft, begründet von C. Bursian, herausgeg. von Iwan Müller. 12. Jahrg.
1884, 38.— 41. Bd. Berlin 1885, Calvary. 36 M. — Suppl. Schlußheft,
1886. Ebenda. 6 M.
85. Jahresberichte der Geschichtswissenschaft, im Auftrage der Histor.
Ges. zu Berlin, herausgeg. von J. Hermann, J. Jastrow und Edm. Meyer.
5. Jahrg. 1882. 8. [L (Alterth.) 244 S. , II. (Mittelalter) 457 S. , IIL (N.
Zeit) 350 S.] Berlin 1886, Mittler u. Sohn. 22 M.
86. Bibliographie.
Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst V, 72—125 (f. Zeitschriften
von Elsaß-Lothringen, Baden, Mittelrhein, Rheinprovinz, Westphaleu, Schweizer
Anschluß, Luxemburg-belgischer Anschluß, holländischer Anschluß. IT. Bücher-
schau: vorrömische und römische Zeit, Mittelalter, I.ocalhistorisches, Rechts-
und Wirtbschaftsgeschiclte, Kunstgeschichte, Kultur- und Literaturgeschichte.)
87. W ür tt erab er gi sehe Geschichts-Literatur vom Jahre 1885.
Württembergische Vierteljahrshefte 1886, H. 4.
88. Badische Geschichtsliteratur, von F. Lamey.
Zs. f. Geschichte des Oberrheins N. P. II, 248—272.
89. Markwald, E. , und C. Mündel, Elsaß-Lothringische Bibliographie.
Jahrbuch f. Gesch., Sprache und Litteratur Elsaß-Lothringens 1886, 214 — 250.
90. Pfälzische Bibliographie. Verzeichnis der Pfälzer Broschüren aus der
Sammlung des Herrn Albert Mays in Heidelberg, zur 500jährigen Jubel-
feier der Ruperto-Carola herausgeg. von der Universitätsbibliothek in
Heidelberg, gr. 8. (VII, 151 S.) Heidelberg 1886, Winter. 4 M.
91. Übersicht über neuerdings erschienene Schriften und Aufsätze zur
sächsisch-thüringischen Geschichte.
N. Archiv f. sächs. Gesch. VII, 171 — 171: u. 336 — 339.
92. Werth, 0., und E. Anemüller, bibliotheca lippiaca. Übersicht über
die landeskundliche und geschichtliche Literatur des Fürstenthums Lippe-
Detmold. 8. (88 S.) Progr. des Realgymn. in Detmold.
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 1274 f. (K-ff.).
93. John, Alois, aus dem geistigen Leben des Egerlandes. Ein Überblick
über die neueste Literatur desselben. Separatabdruck aus der Egerländer
Zeitung. Eger 1887, Selbstverlag.
Vgl. Mittheilungeu d. Ver. f. d. Gesch. d. Deutschen in Böhmen XXV, Beilage
S. 55.
94. Schlos sar, Ant., Bibliotheca historico-geographica stiriaca. Die Literatur
der Steiermark in historischer, geographischer und ethnographischer Be-
ziehung. Ein Beitrag zur österreichischen Bibliographie. (Xll, 171 S.) Graz,
Goll. 6 M.
Vgl. Centralblatt für Bibliothekswesf n III, 235 f. (Kossinna).
95. Pölchau, lievländische Geschichtsliteratur (Bibl. 1885, Nr. 125).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 184 f. (K. L.).
362 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
96. Theologischer Jahresbericht, herausgeg. von E. A. Lipsius. V. Bd.,
enthaltend die Literatur des Jahres 1885. gr. 8. (X, 566 S.) Leipzig 1886,
Eeichardt. 10 M.
Für die Bibliog:rapliie der Germania sind darin besonders von Interesse: Kirchen-
geschiclite vom Nicänum bis zur Reformation. S. 153 — 191, von P. Böhringrer,
wegen der deutscheu kirchlichen Schriftsteller, auch VViclef; Kirchengeschichte
seit der Reformation, S. 192 — 275, von Fr. Nipnold, wegen der Reformatoren
(Luther S. 192 — 196, 199-203, auch S. 23 ff., 53 ff. u. ö.; Melanchthon
S. 196 f.; Zwingli S. 197 f.. 212—214; Rugenhagen S. 203—208, u. s. w.).
97. Niederländisch. — Catalogue des manuscrits neerlandais de la biblio-
theque nationale, par M. Gedeon Hu et. 8. (74 S.) Lille 1886, Danel.
98. Catalogus der Bibliothek van de Maatschappij van Letterkunde te
Leiden I, 3. II, 1. 4. Leiden 1885/6, Brill.
99. Niessen, L., die Bibliothek des Barbaraklosters in Delft.
Germania 31, 334—343,
100. Kleyn, H. Gr., de Catalogus der boeken van de abdij te Eginond.
Archief voor Nederl. Kerkgeschiedenis If, 127 — 170.
101. Muller, S., Catalogus van het Archief van het Kapittel van St. Pieter.
(XV, 144 S.) 's Grav. 1886, 1 fl.
102. Sepp, C, Bibliotheek van Nederl. Kerkgeschiedschrijvers. Opgave van
hetgeen Nederlanders over de geschiedenis der Christelijke kerk geschreven
hebben. 8. (XIV, 508 S.) Leiden 1886, Brill. 5,25 fl.
Vgl. De Nederl. Spectat<.r 1886. 312-314 (\V. P, C. Knüttel).
103. Dirks, F. S., Histoire litteraire et bibliographie des Freres Mineurs
de rObservance de St. Fran^ois en Belgique et dans les Pays-Bas. 8.
(XXIV, 456 S.) Anvers 1886, van Os de Wolf. 3,80 fl.
104. Englisch. — Lüns, Friedrich, Übersicht der in den Jahren 1883 und
1884 auf dem Gebiete der englischen Philologie erschienenen Bücher und
Aufsätze.
Anglia IX (84 S.).
105. Nordisch. — Lind, E. H., Bibliografi för ar 1883.
Arkiv f. nord. Filol. HL -257-279.
106. Lind, E. H., Bibliografi för är 1884.
Ebenda S. 345—365.
107. Lind, E. H., svensk literaturhistorisk bibliografi.
Samlaren 1886.
108. Lenk, H., bibliographisches Verzeichniß wichtiger neuer Erscheinungen
auf dem Gebiete des Altnordischen im Jahre 1885.
Centralorgan für die Interessen des Realschulwesens 1886, 347 — 349.
109. Catalogue of the books printed in Iceland 1578 — 1880, in the
library of the British Museum. 4. (41 S.) London 1885.
110. Fiske, W., Icelandic Books of the XVI"* Century. 8. Florence, printed
at the Le Monnier Press.
111. Bibliotheca Danica. Systematisk Fortegnelse over den danske Lite-
ratur fra 1482 — 1830, efter Samlingerne i det störe kongelige Bibliothek
i Kj0benhavn. Udg. ved Chr. V. Brunn. H. 5, 6. (B. 2, h. 2, 3) Kopen-
hagen 1884/86. 4. (LXI— LXXXXVIir + 389 — 704 och XX -j- 705 —
1086). k 2 Kr. (Ans: Bibliografi von Lind, Arkiv f. nord. filol. V, 172.)
III. SPRACHWISSENSCHAFT UND SPRACHVERGLEICHUNG. 363
III. Sprachwissenschaft und Sprachvergleichung.
112. Tee hm er, F., Bibliographie 1884.
Techmers Zs. II, 277 — 390. — Diese Musgezeichiiete Hibliogiaphio ^ibt zu^leicli
inbaltreiche Besprechung-en , auf die jedoch hier unter den einzelnen Numniein
nicht verwiesen werden kann.
113. Müller, Friedrich, Grundriß der Sprachwissenscliaft. 3. Ikl. Die
Sprachen der lockenhaarigen Rassen. 2. Abth. 2. Hälfte. Die Spraclien
der mittelländischen Rasse, gr. 8. (VII und S. 481— G79.) Wien 1887,
Holder. 5 M. (s. Bibl. 1885, Nr. 128).
Vgl D. Lit. Ztg. 1885, Sp. 527, und 188(i, Sp. 1228 f. (W. Tomaschek); Herri<rs
Archiv 76, 219 (Buchholtz).
114. Pott, A. F., Einleitung in die allgemeine Sprach\vi.ssenschaft. Zur
Litteratur der Sprachenkunde im Besondern. (Fortsetzung von Bibl. 1885,
Nr. 130).
Techmers Zs, II, Heft 2.
115. Humboldt ed. Steinthal (Bibl. 1885, Nr. 131).
Vgl. Wochenschrift für class. Philologie 1886, Sp. 1025 f. (Ilulthausen) ; histor.
Zs.. 55 385.
116. Noire, Logos (Bibl. 1885, Nr. 132).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886. Sp. 699 f. (Glogaul.
117. Paul, Hermann, Principien der Sprachgeschichte. 2. Aufl. gr. 8. (XT,
368 S.) Halle 1886, Niemeyer. 9 M.
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 441—448 (Behaghel); Modern Language Notes II,
447-455 (G. Karsten).
118. Byrne, General Principles (Bibl. 1885, Nr. 140).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 320—322 (v. d. Gabelentz); D. Lit. Ztg, 1886,
Sp. 555—557 (Bezzenberger); Revne crit. 1886, S. 241—246 (V. Henry).
119. Sayce, A. H., the principles of comparative philology. 3. ed. revised
and enlarged. 12. (XLVHI, 422 S.) London 1885, Trübner. 10 s. 6 d.
119*. Kruszewski, N. , Principien der Sprachentwickelung, Fortsetzung
(s. Bibl. 1884, Nr. 112).
Techmers Zs. H, 258—268 (II.) und III, 145-187 (III.).
120. Wegen er, Grundfragen des Sprachlebens (Bibl. 1885, Nr. 135).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 265 — 267 (Misteli) ; Berliner philol. Wochenschrift
1886, Sp. 181 fi'. (Ziemer) und 386 f.; Gymnasium 1886, U9 f. (Ziemer); Blätter
für höheres Schulwesen 1886, 83 ff. (Sanders).
121. Darmesteter, A., the life of Words as the Symbols of Ideas. 8.
(173 S.) London, Kegan Paul. 4 s. 6 d.
121*. Techmer. F., Sprachentwickelung, Spracherlernung, Sprachbildung.
Techmers Zs. 2, 141 — 192.
122. Merlo, P., gli studi delle lingue.
Rivista di filosofia s'jientitica IV, 2. 3 und separat.
123. Abel, sprachwissenschaftliche Abhandlungen (Bibl. 1885, Nr. 143).
Vgl. Berliner philol. Wochenschrift 1886, Sp. 1125 ff. (Lincke); Gegenwart 29,
Nr. 4 u. 5 (Sanders); Kosmos 188,ö, 71 — 79 (Lindner).
124. Abel, Karl, Slavic and Latin. Ilchester Lectures on comparative lexico-
graphy delivered at the Taylor institution. (VI, 123 S.) Oxford u. London,
1888.
Vgl. Techmers Zs. I, 423 f; Zs. f. Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft
XV, S. 175-196 (^Misteli); dazu Abel, Erwidenmg, S. 197 — 199.
364 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
125. Abel, K. , Groß- und Kleinrussisch, aus Ilchester -Vorlesungen über
vergleichende Lexicographie, gehalten an der Universität Oxford. Übersetzt
von R. Dielitz. 8. (VI, 140 S.) Leipzig 1886, Friedrieh. 6 M.
12(3. Abel, Karl, Einleitung in ein egyptisch- semitisch -iirdoeuropäisches
Wurzelwörterbuch. 2. Heft, 2. Hälfte; 4. Heft, 2. Hälfte (Schluß), gr. 8.
Xu. S. 169 — 393 und Index S. 1—48.) Leipzig 1886, Friedrich, ä Hälfte
10 M. (s. Bibl. 1885, Nr. 146).
Vgl. Berliner philol. Wochenschrift 1886, 1125 (Lincke).
127. Abel, Gegensinn.
Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie 1886, 500 — 507.
128. Pott, F., allgemeine Sprachwissenschaft und Karl Abels egyptischc
Sprachstudien, gr. 8. (VIII, 106 S.) Leipzig 1886, Friedrich. 3 M. Einzel-
beiträge zur allgemeinen und vergleichenden Sprachwissenschaft 1. Heft.
129. Whitney, W. D., on roots.
Proeeedings of the Americ. pliilol. Assoc. July 1886.
130. Mikch, J., l'idce et la racine.
Revue de liuguistiquo XIX, 189—206 u. 213—231.
131. Kluge, F., über die Principien in der Entwicklung der Wortbildungs-
elemente.
s. Gießener Philologenversammlung Nr. 61.
132. Wundt, Wilh., das Sittliche in der Sprache.
D. Rundschau 1886, Bd. 47, S. 70—92.
133. Gerber, Sprache und Erkennen (Bibl. 1885, Nr. 138).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, 254 f.; Berl. philol. Wochenschrift 1886, Sp. 1097 ff.
(Bruchmann); Wochenschrift für class. Philologie 1886, Sp. 481 — 483 (Ziemer);
Zs. f. d. österr. Gymnasien 1885, 650 (Jerusalem); Philos. Monatshefte 23, 179
bis 199 (A. Jung).
134. Gerber, Sprache als Kunst (Bibl. 1885, Nr. 139).
Vgl. Berliner philol. Wochenschrift 1886, Sp. 1282 ff. (Vogrinz) ; Wochenschrift
f. class. Philologie 1886, Sp. 481—483 (Ziemer); Zs. f. d. österr. Gymnasien
1886, 432—434 (Jerusalem); Pädagogium 1887, S. 550; Centralorgan für die
Interessen des Realschulwesens XIV, 481—486 (Bindewald).
135. Kunze, Georg, die Bedeutung der Sprache für das wissenschaftliche
Erkennen. Halle 1886, Pfeffer. Heft 11 der Berliner philos. Vorträge.
1,20 M.
136. Brunnhofer, Hermann, die Ästhetik der Sprachen.
D. Revue 1886, III, S. 83—99.
137. Stevens, J. , Philological Studies. Part I. Mechanism of Language.
8. (135 S.) Turin 1886, Bona. 3,50 fr.
138. Marty, A., über Sprachreflex, Nativismus und absichtliche Sprach-
bildung. 2. Artikel, (s. Bibl. 1884, Nr. 140).
Vierteljahrsschiift für wissenschaftliche Philosophie 10, H. 1 u. 2.
139. Baynes, Herbert, die psychologische Methode in ihrer Anwendung
auf die Sprache, (s. Bibl. 1884, Nr. 139).
Zs. für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft XV, S. 445 — 457.
140. Stricker, W., Sprachwissenschaft und Naturwissenschaft.
Der zoologische Garten 27, Nr. 12.
141. Handmann, R., die menschliche Stimme und Sprache in physiologisch-
psychologischer Beziehung (s. Bibl. 1885, Nr. 17 8).
Natur und Offenbarung Bd. 32, H. 1 — 11.
142. Stricker, de la parole et des sons Interieurs.
Revue philosophique 1886, Nr. 7.
III. SPRACHWISSENSCHAFT UND SPRACHVERGLEICHUNG. 365
143. Hermann, Konrad, über das Geberdenartige iu der Sprache.
N. Jahrbücher für Philologie und Pädagogik Bd. 133 u. IM, H. 8 u. 9.
144. Wolzogen, H. v., Kleine Schriften. I. Über Sprache und Schrift
(Ethnologie, Spiachwissenschaft, Stilistik und Orthographie). 8. (VI, 248 S.)
Leipzig 188(5, Schlömp. 3 M.
145. Grünbaum, M., Mischsprache und Sprachmischungen. 8. (48 S.) Berlin
1886, Habel. 1 M. Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vor-
träge Nr. 473.
Vgl. Lit, Centralbl. 1886, Sp. 1320 (v. d. Gabelentz).
146. Schulz, Franz, Ursprung der menschlichen Sprache. Physiologischer
Beweis für Natur, System und Abweichung des menschlichen Sprachbaues.
8. (VIII, 123 S.) Berlin 1886, Luckhardt. 4 M.
147. Haie, H., the origin of languages and the antiquity of speaking man.
An address before the section of anthropology of the American Assoc. for
the Advancement of Science, at Buffalo, Aug. 1886. 8. (47 S.) Cambridge,
Wilson and Sou. Aus: Proceedings of the American Assoc. for the Ad-
vancement of Science, Vol. XXXV.
148. De -Vit e Merlo, un po' di polemica suH' origine del linguaggio.
Kivista di filologia 14, 5 — 7.
149. Le Dain, A. , la linguistique vulgarisee. Etüde sur l'origine et l'uni-
fication du langage. Premiere Serie. 8. (XLVI, 94 S.) Paris, Leroux.
150. Rethwisch, E. , die Inschrift von Killeen Cormac und der Ursprung
der Sprache. 12. (38 S.) Norden 1886, Fischer Nachf. 1,2 M.
151. Franke, über die Entwickelung der menschlichen aus der tliierischen
Sprache.
Kosmos 1886, I, 2.
152. Schulz, K. , eine theologische Ansicht über das erste menschliche
Sprechen.
Protest. Kircheiizeituug 1886, Nr. 11 — 13.
153. Wundt, W. , über den Begriff des Gesetzes, mit Rücksicht auf die
Frage der Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze.
Philos. Studien 111, Holt 2.
154. Wundt, W., Wer ist der Gesetzgeber der Naturgesetze?
PLilos. Studien III, H. 3.
155. Curtius, zur Kritik der neuesten Sprachforschung (Bibl. 1885, Nr. 152).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymnasien 1885, 626—631 (Stolz); N. philol. Anzeiger
1886, 3 ff. (Ziemer); Gymnasium 1885, S. 843 ff. (Golling),
s. Curtius Nr. 9.
156. Delbrück, die neueste Sprachforschung (Bibl. 1885, Nr. 153).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1885, 1781 (F. llartniann) ; Zs. f. d. österr. Gymnasien 1885,
626—631 (Stolzj; Gymnasium 1885, 843 ff. (Golling).
157. Brugmann, zum heutigen Stand der Sprachwissenschaft (Bibl. 1885,
Nr. 154).
Vgl. Philol. Anzeiger 1885, 7 f.; Neuer philol. Anzeiger 1886, S. 3 ff. (Ziemer);
Zs. f. d. österr. Gymnasien 1885, 626 ff. (Stolz).
158. CoUitz, Hermann, die neueste Sprachforschung und die Erklärung
des indogermanischen Ablautes.
Bezzenbergers Beiträge XI, S. 203—242 und separat, gr. 8. (40 8.) Göttingen,
Vandeuhoeck und Ruprecht. 1,60 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1614 f. (F. Hartmann).
366 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
159. Osthoff, Hermann, die neueste Sprachforschung und die Erklärung
des indogermanischen Ablautes. Antwort auf die gleichnamige Schrift von
Dr. Hermann CoUitz. gr. 8. (20 S.) Heidelberg 1886, Bangel u. Schmitt.
0,80 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1645—1647 (Job. Schmidt); dazu Lit. Centralblatt
1886, Sp. 1776 (Osthoflf).
160. Steinthal, H. , zum gegenwärtigen Zustand der Sprachwissenschaft,
Mit besonderer Rücksicht auf die Schriften des Dr. K. Abel.
Die Nation, 20. November 1886.
161. Del presente stato degli studii linguistici. (s. Bibl. 1884, Nr. 110).
La Civilta cattolica 831 — 877.
162. Schuchardt, Hugo, über die Lautgesetze (Bibl. 1885, Nr, 157).
Vgl. Gott. Gel. Anz. 1886, 509—512 (bezzenberger) ; Lit. Centralblatt 1886,
Sp. 223—225; D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1023 f. (F. Hartmann); Lit. Blatt 1886,
Sp. 1 — 6 (Paul), und dazu Sp. 80 — 84 (Schuchardt u, Paul); Berliner philol.
Wochenschrift 1886, Sp. 924 ff. (Ziemer); Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886,
190—192 (Stolz); Kevue crit. 1886, Nr. 12 (V. Henry) und Erwiderung von
Schuchardt ebenda Nr. 15; Academy Nr. 752.
163. Schmidt, Johannes, Schleichers Auffassung der Lautgesetze.
Zs. f. vergleichende Sprachforschung 28, 303 — 312.
164. AscolijG. J., due lettere glottologiche. II. Dei Neogrammatici. Lettera
al prof. Pietro Merlo. In : Miscelianea di filologia, dedicata alla memoria
di Nap. Caix e U. A. Canello, Firenze 1886, Le Monnier. — Auch: Archivio
glottologico italiano IX, H, 3 (due recenti lettere glottol. e una poscritta
nuova).
165. Whitney, W. D., the Method of phonetic Change in Language.
Proceedings of tiie American philol. Assoc. 1886, Juli.
166. March, F. A, the Neo-grammarians.
Proceedings of tiie 17. Americ. philol. Assoc, Juli 1885. XIX — XX, — Dazu
Whitney ebenda XXI.
167. Jespersen, 0., til spörgsmälet om lydlove.
Nordisk tidskritt tur filol. N. K. VII, 207—245; deutsch in Techmers Zs. 3, 188
bis 216 (Zur Lautgesetzfrage). — Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1556—59 (Schu-
chardt).
168. Bredsdorff, J. H,, om aarsagerne til sprogenes forandringer, Paa
ny udgivet af V. Thomsen. 8. (32 S.) Kopenhagen 1886, Gyldendal.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1556—1559 (Scbuchardtj.
169. Regnaud, Paul, essais de linguistique evolutionniste. Application
d'une mcthode generale a l'etude du developpement des idiomes indo-
europeens. Roy. -8. (XIV, 515 S.) Paris 1886, Leroux.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 1625—1627 (Brugmann),
170. Regnaud, les principes de la nouvelle grammaire.
Revue de linguistique 1886, Januar.
171. Mondry Beaud ouin, les nouvelles theories linguistiques.
Annales de la Faculte des lettres de Bordeaux 1886, N. S. Tome 111, p. 321 — 338.
172. Phonetik. — Sievers, Phonetik. 3. Aufl. (Bibl. 1885, Nr. 171).
Vgl, Lit. Centralblatt 1886, Sp. 555 f. (W. B.) ; D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 771 f.
(Collitz); Lit. Blatt 1886, Sp. 191—195 (Gärtner); Modern Language Notes 34
(Sheldon).
173. Vietor, Elemente der Phonetik (Bibl. 1885, Nr, 173).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 411 ft. (A. Schröer); Zs. f. roman. Philologie 8, 478
(Gröber); Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 435 ff. (Seemüller).
III. SPRACHWISSENSCHAFT UND SPRACHVERGLEICHUNG. 367
174. Vietor, die Aussprache der in dem „Wörterverzeichniß für die deutsche
Rechtschreibung zum Gebrauch in den preußischen Schulen" enthaltenen
Wörter. Mit einer Einleitung: Phonetisches, Orthoepisches. 8. (IV, 64 S.)
Heilbronu 1885, Henninger. 1 M.
Zs. t'. d. österr. Gymnasien 1886, 435 ff. (Seemüller). — Vgl. Blätter f. d. bcayr.
Kealschuiwesen 1886, S. 40.
175. Vietor, W., German pronunciation. Practice and Theory. 8. (V, 123 S.)
Heilbronn 1885, Henninger. 1,50 M.
Vgl. Revue crit. 1886, Nr. 46.
176. Christoph Friedrich Hellwag, Dissertatio de formatione loquelae
(1781). Neudruck besorgt von Wilh. Vietor. (Phonetische Bibliothek.) 8.
(IV, 60 S.) Heilbronn 1885, Henninger. 1,'20 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 87 (Michaelis); Franco-Gallia 1886, Februar.
177. Trau tmann, Moriz, die Sprachlaute im Allgemeinen. 2. Hälfte. (S. 161
bis 330, Schluß.) Leipzig 1884—1886, Fock. Compl. 6 M. (s. Bibl. 1885,
Nr. 174).
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 195 f. (1. Hälfte, E. S.) ; Lit. Blatt 1886,
Sp. 411 ff. (K. Schröer); Revue crit. 1886, Nr. 46; Henigs Archiv 77, 442 ff.
178. Trau tmann, M., über Wesen und Entstehung der Sprachlaute. Vor-
trag, gehalten bei der 38. Versammlung deutscher Philologen und Schul-
männer in Gießen, 1885.
179. Breymann, Lautphysiologie im Unterricht (Bibl. 1885, Nr. 175).
Vgl. Blätter t. d. bayer. Kealschuiwesen 1886, S. 40.
180. Techmer, Veranschaulichung der Lautbildung, Sonderabdruck (Bibl.
1885, N. 177).
Vgl. D. Lit. 1886, Sp. 54 (G. Michaelis).
181. Gutersohn, Vocallehre (Bibl. 1885, Nr. 179).
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 195 f. (E. S.).
182. Freeman, H. , on speech formation as the basis for true spelling.
kl. 8. (Vm, 85.) London 1886, Trübner.
183. Bell, A. M. , essays and postscripts on elocution. 8. (212 S.) New-
York 1886, Werner. 1 s. 5 d.
183*. March, F. A., on Consonant Notation and Vowel Definition.
Proeeedings of the Americ. Philol. Assoc. 1886, Juli.
184. Merlo, P. , problemi fonologici sull' articolazione e suU' accento.
I. Tentativo di classificare in un sistema unico di articolazioni le vocali
e le consonanti. IL Diverse gradazioni delle vocali toniche, e perdita
o naturale rotazione delle atone. In : Miscellanea di filologia e linguistica,
dedicata alla memoria di Napoleone Caix e Ugo A. Canello, Firenze 1886,
Le Monnier. 20 L.
185. Brandt, Johannes, Ton und Geräusch in der Sprache und den Sprach-
lauten.
Verhandlungen des deutschen wissenschafllicheu Vereins zu Santiago, 4. Heft
(1886), S. 315—334.
186. Alexandrow, A., über die Bedeutung der Sprachstörungen für die
Sprachwissenschaft. 8. (14 S.) Antrittsvorlesung. Dorpat 1886, Mattiesen.
187. V. d. Gabelentz, Georg, zur Lehre von der Transscription.
Techmers Zs. 2, 252—257.
188. Michaelis, G., über das mittlere A.
Techmers Zs. 2, 269-276.
368 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
189. Grammatik. — Bopp, F., Grammaire eomparee des langues indo-
europeennes, comprenant le sanscrit, le zend, l'armenien, le grec, le latin,
le lithuanien, l'ancien slave, le gothique et ralleinand. Traduite 8ur la
seconde edition et prdcedee d'introductions par Michel Breal. 3^ edition.
T. 3. 8. (LXXXVI, 486 p.) Paris 1886, Hachette.
190. Hübschmann, Vocalsystem (Bibl. 1885, Nr. 163).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp! 365—367 (F. Hartmann); Berliner phiiol. Wochen-
schrift 1886, Sp. 322 (Br.).
s. Curtins, Spaltung des A- Lautes, Nr. 9.
191. Bersu, Gutturale (Bibl. 1885, Nr. 164).
Vgl. Lit. Centralbl. 1886, Sp. 24; Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 650-658
(Heberdey); Revue crit. 1886, Nr. 51.
192. Merlo,P., considerazioni fisiologiche sulla storia delle gutturali ariane.
Kendiconti del R. Istituto Lombardo 1886, S. 371 — 389. — Ebenda S. 715 bis
724 von P. Merlo: Rispondenza di ga del sanscrito a ka del greco e del latino.
193. Schulze, Wilhelm, das Suffix des Nom. pl. masc. und fem.
Zs. für vergleichende Sprachforschung 28, 275 — 279.
194. Meringer, Rudolf, Beiträge zur Geschichte der indogerm. Declination.
I. Über den indogermanischen Dual der o-Stämme. II. Flexion der Zweizahl.
Zs. für vergleichende Sprachforschung 28, 217 — 239.
195. Johansson, Karl Ferdinand, de derivatis verbis contractis linguae
graecae quaestiones. gr. 8. (II, 218 S.) Upsala 1886, Akademiska Bok-
handeln. Ups. Univers. Arsskrift.
Unter Vergleichung aller indogerman. Sprachen; das Germanische wird be-
sonders Cap. V beigezogen (Verba auf -aico, kabeo, haban).
196. Sibree, The Jndo-European Noun and Verb.
Academy Nr. 716.
197. Syntax. — Wagner, Jos., Junggrammatisches für die Schule. Lex. -8.
(16 S.) Brunn 1886 (Wien, Holder). 0,60 M.
Schließt sich an Ziemer an.
198. Vogrinz, G., sprachgeschichtliche Bemerkungen zur Lehre von den
Präpositionen.
Berliner phiiol. Wochenschrift 1885, Sp. 225—230.
1 99. Vogrinz, G., offener Brief über die Casustheorie an Herrn Dr. H. Ziemer.
Zs. für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft XV, 201—208.
200. Imme, Th. , die Bedeutung des Casus. I. Vom Aceusativ. 4. (36 S.)
Progr. des Gymn. zu Essen 1886.
Vgl. Gymnasium 1886, 607 f. (Ziemer).
201. Dittel, Cölestin, Beitrag zur Ansicht vom Infinitiv als Locativ. Das
Wichtigste über die Theile des Satzes. Eine grammatische Plauderei, von
Prof. M. Zirwik. gr. 8. (18 S.) Wien 1885, Pichlers Wwe. & Sohn. 0,40 M.
202. Kovär, Em., über die Bedeutung des possessivischen Pronomens für
die Ausdrucksweise des substantivischen Attributes.
Zs. für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft XVI, 386 — 394. Die syn-
taktische Wenduug: ,.Dem Vater sein Garten" in einer großen Anzahl von
Sprachen.
203. Schuppe, Wilh., subjectlose Sätze.
Zs. für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft XVI, 249-297.
204. Kleinpaul, Rudolf, Interjectionen.
Gegenwart 1886, Nr. 31 u. 32.
205. Grasserie, R. de la, etude de grammaire eomparee de la categorie
du nombre.
Revue de linguistique 1886, 1 ff.
I
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 369
206. Smith, W. W., and R. E. ßhipkwell, :i parallel Syntax Chart ol"
Latin , Greek , French , English and Gernian , based on logical Analysis.
12, Boston, Ginn. 1886.
207. Lexicographie. — Miklosich, Franz, etymologisches Wörterbuch der
slavischen Sprachen, gr. 8. (VIII, 546 S.) Wien 18SG, Braumüller. 20 M.
Anch das Germanische wird zur Vergleichiing beigezogen.
208. Klein, A., über Bedeutung der Etymologie für die Jurisprudenz.
Zs. für Völkerp.sychologie und Sprachwissenschaft XVI, .394 — 414.
209. Sprachvergleichung- und Urgeschichte. — Seh rader, Sprachver-
gleichung und Urgeschichte (ßibl. 1884, Nr. 121").
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 227 f. (Tomaschek).
210. Schrader, 0., linguistisch - historische Forschungen zur Handels-
geschichte und Waarenkunde. 1. Theil. gr. 8. (XII, 291 S.) Jena, Coste-
noble. 8 M.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 1496—1498 (Bgm.); Wochenschrift für class.
Philologie 1886, Nr, 47 (Ulümner).
211. Gibb, John, The Original Home of the Aryans.
Quarterly Rev. 80, 377—389.
212. Haberlandt, Wilh., sind die Indogermanen in Europa eingewandert?
Mittheiluugen der Authropol. Gesellschaft zu Wien XIV, 86 — 90.
213. Geiger, W., la civilisation des Aryas.
Le Museon III.
214. Bachofen, J. J. , antiquarische Briefe, vornehmlich zur Keuntniß der
ältesten Verwandtschaftsbegritie. 2. Bd. gr. 8. XXXI —LXI. (IV, 244 S.)
Straßburg 1886, Trübner. 4 M.
Vül. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 1485 f. ; D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 953 f. (Schrader) ;
Revue crit. 1886, Nr. 45 (Th. Reinach). — Über die Aclitzahl ; über da.s Avunculat.
215. Zmigrodzki, Mich. v. , die Mutter bei den Völkern des arischen
Stammes. Eine anthropol. -historische Skizze als Beitrag zur Lösung der
Frauenfrage. 8. (444 S.) München, Th, Ackermann Verlag in Comm. 6 M,
Vgl. Revue crit. 1886, Nr. 46 (S, Reinach).
IV. Germanische Sprachen.
A. G e m e i n g e r m a n i s c h und Westgermanisch.
216. Kluge, Stammbildungslehre (BibL 1885, Nr. 181).
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 394 (H. P.) ; Lit. Blatt 1886, Sp. 48-2-48.-.
(v. Babder).
217. Bremer, germanisches e (Bibl. 1885, Nr. 182),
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 443—445 (KaufTmann) ; Herrigs Archiv 75, 189.
218. Kluge, F,, zur altgermanischen Sprachgeschichte.
Paul u, Braune, Beiträge 11, 557—562. 1. ags. Vocalquantitäten; 2. Labiali-
sierung der iiidogermaii. Velaren Tenuis im Germau- („Indogerm. q wird urgerm.
zu p, wenn innerlialb des Wortkörpers ein w oder ein anderer Labial er.scheinf'j.
219. Gallee, J. H., uitzonderingen op de wet der klankverschuiving.
Etudes, dediees K Leemans (Nr. 1297), S. 279—282.
220. Fierlinger, J, v. , gibt einen Nachtrag zu „Zur deutschen Verbal-
Flexion" (Bibl. 1883, Nr. 150) in
Zs. für vergleichende Sprachforschung 27, 480. — germ, akl > al, •/.. B. germ.
sklüten, altfries. skluta, slvia.
GERMANIA. Neue Reihe XXIII, (XXXV.) Jahrg. 24
370 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
221. Saussure, F. de, compaiatifs et superlatifs germaniques de la forme
'inferus, infimus .
Melantres ßenier, lecueil de travanx publies en memoire de Leon Renier,
Paris 1886, Vieweg:.
222. Grandjean, tableaux comparatifs (Bibl. 1885, Nr. 187).
Y^\. Revue critiqut- 1886, Nr. 38.
223. D'Arbois de Jubainville , Celtes et Germains, etudes grammaticales.
(12 S.) Paris 1886, Imprim, nationale, '
Abdruck aus: Comptes rendus de l'Acad. des Inscr.
s. Nr. 1000,
224. Holthausen, F., Miscellen.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 548 — 556. — 1. Textkritisches zu den kleineren
altniedd. Denkmälern. 2. Etymologien (nd. schade, Zins, Wucher, zu Iht.scatere:
jains und waila Angleichungen an ains und loai — ; germ. ^atam zu xöSavog;
mitteldeutscher Übergang von eu in ei, Steiss, Heirat u. s. w,, iie in ie, Mieder,
Mini, Bims, Kissen u. s. w. ; germ. dwe7':^az zu asQCpog ; pramstei zu tremere ;
heien zu caedo; wivsc; biese). 3. Grammatisches (zu den altnord. Auslauts-
gesetzen; zur ags. Comparation).
225. Etymologien in der Zs. für vergleichende Sprachforschung, Bd. 28:
"W. Meyer, kleine Beiträge zur lat. Grammatik, S. 162 — 176 (mhd. gamz,
Gemse, = lat. (kelt?) dama] latle zu lat. lammina; ahd, sce-)-n — lat. scurra\
Salt, ßU] gramjan — fremo. — Joh. Schmidt, noch einmal die griech. aspir.
Perfecta, S. 176 — 184 (ob zd in hiizd = urspr, Aspirata -\- t ist unsicher; ahd.
dehsa — gr. tsxtcov). — W. Schulze, Etymolog. Miscellen, S. 279 — 282
(germ. hvila = *käilä, ahd. tUa, &i]kt], = *dheilä). — F. Holthausen, Etymo-
logien, S. 282 — 284 (an. grimpo — gr. %Q£(i\p; got. gunds — gr. ^ccv&vlrj;
mnd. muten — abulg. myja, gr. /jilSog; mhd. kloz klöz, mnd. klüte — lat. glüs etc.;
i in ent«, viiti = id, wie in sai; furhen — it^snoi), — P. v. Bradke, Etymo-
logien, S. 295 — 301 {geist — Skr. h^da etc.; geil Skr. Wzl. hei; mast = *mazd
Skr. viedas).
226. Etymologien in Bezzenbergers Beiträgen, Bd. 10:
Collitz, die dreifache Abstufung in der altindischen Decl. (herza S. 33,
fötus S. 36, guma S. 54). — Bezzenberger, lat. emo — got. nima, S. 72. —
Bugge, Beiträge zur Erforschung der etrusk. Sprache (ags. hS, S. 75, got.
hi — in hi-7ia etc., Ö. 77). — Bechtel, Parerga . S. 280—289 (ahd. drosca,
ags. prysce, nu. prostr, ags. prostle , mhd. trostel , S. 286 f.; ags. hruxl, mhd.
rüschen, S. 287; ags. beom, alts. bium, S. 288 f.). — Froehde, Etymologien,
S. 294 — 301 {Bär und Braun; mhd, quast, quesfe, ags. clipe, ahd. chletta; ags.
bysig, got. anabusns; nhd. damisch; got. sifan; hd. h&r — lat. caerimonia', an,
kapp; mhd. kloz, klöz, ags. ßint, germ. ßlta- , ahd. milti; hd. knöpf, knoten,
knüppel, knorpel, knauser etc.; nd. küt , mhd. kutel; germ. hrah-; mhd. tec;
ahd. rthan, rigil etc.). — Lefmann, zur Etymologie von leo, löwe, S. 301 — 303.
227. Etymologien nus Memoires de la societe de linguistique VI':
M. Breal, allemaud selber, selbst , anglnis self{S. 137 — 139); L. Havet, /orma
— got. baris — (S. 108); V. Henry, &c&aLßcoaaa>, faber, tapfer, dobrü (S. 93 — 95);
L. Ponsinet, Teuto Touto, germ. piuda (S. 72), Novio. — Nevio , in Novio-
dünuni — Neviodünum (S. 72 f.); F. de Saussure, ^Adijv — lat. ingven,
anord. sakkvinn, eikkr, Noreen, Gramm. §. 71, 4 (S. 53), &XKvav — Schrcalbe
(S. 75 f.), vvalä^co — germ, Wzl. snü — in ahd. snüdan, snnzen, m\\(\. snuben,
snupfe (S. 76), KQ'^vrj — anord. hrenn, ags. härn (S. 119), ßovKoXog, zu Brug-
mann Kuhns Zs. 25, 307 (S. 161 f.).
228. Bartholomae, Chr., arische Forschungen, IJ. Heft. gr. 8. (VIII,
223 S.) Halle 1886, Niemeyer. 7 M.
Darin von germ. Wörtern: nhd. /«r^ (S. 40); an. hjarsi (S. 42); got. hairto
(S. 44); ahd. sumar (S. 46); got. vulfs, an, ylgr (S. 49); got. guma (S. 56);
Präfix ä in ahd. äwiggi etc. (S. 169).
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 371
229. Bradke, P. v., Beiträge zur altindiscben Religions- und Sprach-
geschichte.
Zs. der deutschen morgenländ. Gesellschaft 40, 347 — 364 ii. 655—698. 1. Der
ar. Asura und die german. Äsen; 2. Skr. marut = lat. Mars, skr. garut, germ.
Zwerg; 3. skr. grha = germ. Garten; 4. über skr. h = indogerm. dA, bh.
230. Mahn, A. , germanische Wörter dunklen Ursprungs. Verhandlung der
37. Versammlung deutscher Philologen in Dessau.
Vgl. Herrigs Archiv 76, 465 (Reinsch). — Ross , Taube, Zaun, teuer, ambactu.t
kommen aus dem Keltischen; statt got. aibr : giba. Vgl. Germ. 30, 256.
231. Krebs, H., Russian Loan-Words in German.
Aeademy Nr. 726 u. 728; dazu Hanusz, ebenda Nr. 733.
232. Laistner, L., Ur und Wisent.
Germania 31, 395 — 430. — Diese und eine Anzahl anderer Thiernamen werden
etymologisch zu deuten versucht; im Nachtrag (S. 428 — 430) wird auf Hertz
'über den Namen der Lorelei' (unten Nr. 232) eingegangen.
233. Snow, on Indo-European Words for Fox and Wolf',
Transactions of the Oxford Philol. Society 1884/85.
234. Rhys, J., a note on some of the words for flax.
Revue critique VIT, 241 — 244. — linum, an. lesni, Urept, Lein etc.
B. Gotisch.
235. Bernhardt, got. Grammatik (Bibl. 1885, Nr. 193).
Vgl. Anz. f. d. Alterthum 12, 97 (Franck); Noord en Zuid IX, H. 1 (Gallee).
236. Egge, Inchoative or N-Verbs in Gothic.
The American Journal of Philology VII, Nr. 1.
237. Ludwig, A., über den sogenannten medialen Imperativ im Gotischen.
Sitzungsberichte der kön. böhmischen Ges. der Wiss., philos.histor. Cl., 1886,
S. 48-62.
238. Douse, T. le M., Introduction, Phonological, Morphological, Syntactic,
to the Gothic of Ulfilas. 8. (289 S.) London ISSß, Taylor and Francis.
239. Kluge, F., die Krimgoten.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 563 f. — Dürftige Nachrichten in Engelbert
Kämpfers Japan. Reisebeschreibung,
Etymologien s. Nr, 224 ff. ; Liden Nr. 550 (jains).
C. Deutsch.
(x) Grammatik.
210. Olshausen, über einige der symbolischen Zeichen des Müncheberger
Runenspeeres.
Verhandlungen der Berliner Ges. für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte
1886, 288—295.
241. Olshausen, über den Runenspeer von Torcello.
Ebenda S. 295-300; dazu Munier, S, 510 f.
242. Virchow, R., neue Funde von Torcello.
Ebenda S. 264.
243. Koehl, Runenspange aus der Koblenzer Gegend.
Korrespondenzblatt der Westdeutschen Zs. V, Sp. 44—46 ; dazu 105 f. (Dieffen-
bach).
Runen in England s. Nr. 452 — 454; in Skandinavien, Nr. 514 — 518.
244. Behaghel, Otto, die deutsche Sprache. 8. (IV, 231 S.) Leipzig,
Freytag-, Prag, Tempsky, 1886. 1 M. Das Wissen der Gegenwart Bd. 54.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 994 f.; Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 863
bis 865 (Tomanetz); Anz. f. d. Alterthum 12, 351 (Martin).
24*
372 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
245, Braune, Wilhelm, althochdeutsche Grammatik, gr. 8. (XVI, 260 S.)
Halle 1886, Niemeyer. 4,60 M. Sammlung kurzer Grammatiken ger-
manischer Dialecte V.
Vgl. Wissenschaftliche Beilage der Leipz. Zt^. 1886, 68.
246 Cüppers, Ad. Jos., die Laut- und Flexionsverhältnisse der alt-, mittel-
und neuhochdeutschen Sjirache, in ihren Grundzügen dargestellt, gr. 8.
(67 S.) Düsseldorf 1886. Schwann. 1 M.
247. Sievers, E., Warnung.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 545 — 547. Gegen Singers Artikel 'zum ahd. Voca-
lismus' (Bib. 1885, Nr. 198).
248. Ottmann, Eich. Ed., grammatische Darstellung des althochdeutschen
Glossars Rh. gr. 8. (VI, 84 S.) Berlin 1886, Weidmann. 2,40 M.
Niederdeutsch (Heiland), s. Nr. 2063).
249. Kelle, Joh., das Verbum und Nomen in Notkers Aristoteles.
Zs. f. deutsche Philol. 18, 342—369.
250. Kelle, Joh., Verbum und Nomen in Notkers Capella.
Zs. f. d, Aitertlium 30, 295—345.
251. Siebs, Th., der Vocalismus der Stammsilben in der altfriesischen
Sprache. 8, (41 S.) Leipziger Diss. 1886 (s. Bibl. 1885, Nr. 200).
V}j;l. Niederd. Korrespondenzblatt 10, 78 — 80 (Bremer;.
252. Siebs, Th., die Assibilierung der friesischen Palatalen, gr. 8. (49 S.)
Tübingen 1886, Fues. 1,60 M.
s. Fierlinger Nr. 220.
253. Hahn, mhd. Grammatik ed. Pfeiffer (Bibl. 1885, Nr. 202).
Vgl. lilätter f. d. bayer. Gymnasialscliulwesen 1886, 231 f. (Brenner).
254. Behaghel, 0., zur Frage nach einer mittelhochdeutschen Schrift-
sprache. 4. (18 S.) Sonderabdruck aus der Festschrift der Universität
Basel zum Heidelberger Jubiläum 1886. Basel, Schultze'sche Univ. -Buch-
druckerei.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, 1499 f.
Mnd. s. Jcstes Nr. 416.
255. Luick, Karl, die Qualität der mittelhochdeutschen e nach den lebenden
Dialecten.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 492 — 517.
256. Lohmeyer, Ed., mittelhochdeutsch ? « ü = neuhochdeutsch ei au eu.
Reform von Frikke, Jahrg. 10, Nr. 1.
s. Holthausen Nr. 224 (mitteldeutsch eu > ei, üe > ie, ü > i).
257. Mhd. Dialecte: Birlinger, A., altschwäbische Sprachproben (Schluß)
Alemannia 14, 108 — 113; s. Jeitteles Nr. 1771 (Germania 31, 293, bai-
risch; S. 292 md.) : Meinerich Nr. 1694" (Wierstraat's Chronik).
258. Diederichs, Aug., unsere Selbst- und Schmelzlaute [auch die eng-
lischen] in neuem Lichte. Oder Dehnung und Brechung als solche und
letztere als Verrätherin alltäglicher, vorzeitlicher und vorgeschichtlicher
Wortwandlungen, gr. 8. (XVI, 315 S.) Straßburg, Trübner in Comm. 5 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1680 f. (Holthausen).
259. Orthographie. — Zeitschrift für Orthografie, Orthoepie und Sprach-
physiologie. Organ des deutschen Orthografie-Reformvereius. Herausgegeben
von W. Victor. 5. Jahrg. 1885. 12 Nummern, gr. 8. Rostock, Werther. 3 M.
260. Reform, Zeitschrift des allgemeinen Vereins für vereinfachte deutsche
Rechtschreibung, herausgeg. von F.W. Fricke. X. Jahrg. 1886. 12 Num-
mern, gr. 8. Norden, Soltau. 2,40 M.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 373
261. Syntax. — Erdmann, Oscar, Grundzüge der deutschen Syntax, nach
ihrer geschichtlichen Entwicklung dargestellt. 1. Abth. : Gebrauch der
Wortclassen. Die Formationen des Verbums in einfachen Sätzen und in
Satzverbindungen, gr. 8. (X, 197 S.) Stuttgart 1886, Cotta. 3,50 M.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 1729-1731 (H. P.).
262. Peters. Fritz, der Satzbau im Heliand in seiner Bedeutung für die
Entscheidung der Frage, ob Volksgedicht oder Kunstgedicht. Promotions-
schrift, gr. 4. (26 S.) Schwerin, Stiller. 1 M.
Vgl. Nd. Korrespondenzblatt XI, 44—47 (Rötteken); Herrigs Archiv 77, 22.5.
263. Pratje, H., Syntax des Heliand. 1. Das Verbum.
Niederd. Jahrb. XI, 1—84.
264. Branhofer, Ig., über den Gebrauch des Genitivs im Nibelungenliede.
(34 S.) Progr. des k. k. Gymnasiums in Weißkirchen 1885/86.
265. Kraz, Gebrauch der starken und der schwachen Form des deutschen
attributiven Adjectivs.
Correspondenzblatt f. d. Gelehrtenschulen Württembergs 32, 11. 12.
266. Braune, Wilh., mhd. ein als Demonstrativpronomen.
Paul u. Braune, Beiträge 11, 518 — 527.
267. M on s terberg-Münckenau , S. v., der Infinitiv nach wellen und den
verba praeteritopraesentia in den Epen Hartmanns von Aue.
Zs. f. a. Philo!. 18, 1—54, 144—185. .301— .320.
268. Uli sp erger, Franz, über den Modusgebrauch in mittelhochdeutschen
Relativsätzen. (Schluß.) 8. (24 S.) Progr. des deutschen Staatsgymnasinms
in Smichow, Ostern 1886 (s. Bibl. 1885, Nr. 211).
Vgl. Anz. f. d. Alterthum 12, 352 (Erdmann).
269. Kern, Zustand und Gegenstand. Betrachtungen über den Anfangs-
unterricht in der deutschen Satzlehre. 8. (XIX, 134 S.) Berlin 1886,
Nicolai. 1,80 M.
s. Zupitza Nr. 475.
270. Andresen, Karl Gust. , Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit im
Deutschen. 4. Aufl. gr. S. (VIII, 315 S.) Heilbronn 1886, Henninger. 5 M.
Vgl. Zs. f. d. Osten. Gymnasien 1886, 920—923 (Löhuer); Blätter f. d. bayer.
Gymnasialschulwesen 1886. 230 (Zettel); Pädagogium 1886, 63.
2 71, Oertel, G., allerhand Mißhandlungen unserer Muttersprache.
Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Ztg. 1886, 82.
Sprache der Lutherbibel s. Nr. 1940; auch Nr. 1942.
272. Würfl, Christoph, ein Beitrag zur Kenntniß des Sprachgebrauches
Klopstocks. Jahresbericht des II. deutschen Obergymnasiums zu Brunn
1883—1885 (120 S.).
Vgl. Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 399 (Prosch).
ß) Lexicographle.
273. Deutsches Wörterbuch IV. Bd. 1. Abth. 2. Hälfte. 7. Lief. (Sp. 3305
bis 3496, Gemüt — Genug), bearbeitet von H. Hildebrand. Leipzig 1886^
Hirzel. 2 M.
274. — VIL Bd. 6. — 8. Lief. (Sp. 961— 1536, Nothwendigkeitsgewebe —
Pelzflatterer), bearb. von M. Lexer. Leipzig 1886, Hirzel. a 2 M.
V(;l. Lit. Centralblatt 1886, 8p. 664 f.
275. Kluge, etymolog. Wörterbuch (Bibl. 1885, Nr. 219).
Vgl. Zs. f. d. Gymnasialwesen 1886, 128 (Mahlow).
374 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
276. Diefenbach und Wülcker, Wörterbuch (Bibl. 18H5, Nr. 225).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 172—176 (Pietseh).
277. Birlinger, A., zum deutschen Wörterbuche. iV.
Alemannia 14, .37-43, 239—247.
278. Birlinger, A., Lexicographische Nachträge zu Bd. XVI u. XVII;
zum deutschen Wörterbuche (Hampelmann, Junker).
Zs. f. d. Philol. 18. 491—493.
279. Birlinger, A., Lexicalisches.
Zs. f. d. Philol. 18, 381 f. — Erve, erven, unterven im Altköluischen (mit Be-
ziehung auf die Eiljleihe) ; zur Sprache der Hamburger im vorigen Jahrhundert.
280. Waltemath, fränkische Elemente (Bibl. 1885, Nr. 231).
Vgl. Franco-Gallia 1886, Nr. 1.
281. Braune, Th., über einige romanische Worte deutscher Herkunft.
Zs. f. roman. Philol. X, H. 2.
282. Mischi, J., deutsche Worte im Ladinischen. gr. 8. (32 S.; Wien
1885, Pichler. 0,70 M.
s. Kluge, Eomaneu und Germanen Nr. 1001.
283. Brandstetter, R., Blasphemiae accusatae 1381 — 1420.
Zs. f. d. Alterthum 30, 399 — 414. — Schimpfwörter, Verwünschungen aus
Luzerner Rathsprotokollen des 14. u. 15. Jahrhdts.
284. Behaghel, 0., zu Zs. 29, 468 (= Martin, Bibl. 1885, Nt 233. — gelt).
Anz. f. d. Alterthum 12, 120.
285. Lucae, K.^ eichen.
Zs. f. d. Philol. 18, 405.
286. Heyck, E., über Gutentag.
Zs. f. d. Gesch. des Oberrheins N. F. I, 117.
287. Zingeler, zur Bestimmung des „Gutentag^^
Mittheilungen d. Ver. f. Gesch. u. Alterthumskunde in HohenzoUeru XX, 126 f.
288. Andresen, K. G., Dienstag.
Zs. f. d. Alterthum 30, 414—417.
289. Andresen, K. G., Leider Gottes.
Zs. f. d. Alterthum 30, 417 f. — = Leiden Gottes.
Redensarten s. Nr. 890, 893—896.
290. Völker, P,, die Bedeutungsentwickelung des Wortes Roman.
Zs. f. roman. Philol. X, 485 — 525; vgl. Revue des langues romanes Serie IV,
I, 618 (C. C).
291. Zum mnd. Wortschatz, von Schlüter (korde , dut); Sprenger (tor-
neisnämc, Jcunnenber, rust, gevetse) ; Hölscher {wolfhinken, sx^ecswin, be-
smete, slopebrade).
Nd. Korrespondenzblatt XI, S. 71 — 75.
Ahd. und mhd. Etymologien s. Nr. 224 flf.
292. Müller, Ed., Sinn und Sinnverwandtschaft deutscher Wörter (Bibl.
1885, Nr. 240), 3.-5. Lief., compl. (VIII, 322 S.) 6,40 M.
A'^gl. Wissenschaftliche Beilage der Leipz. Ztg. 1886, 81.
293. Riegel, allgem. d. Sprachverein (Bibl. 1885, Nr. 250).
Vgl. Lit. Blatt 1888, Sp. 55 f. (Behaghel); Anz. f. d. Alterth. 12, 184—186
(St.); Blätter f. d. bayer. Gymnasialscliulwesen 1886, 50 (Brenner).
294. Sarrazin, Otto, Verdeutschungswörterbuch. gr. 8. (VI, 214 S.) Berlin
188ö, Ernst u. Korn. 4,60 M.
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 1862 f. (Heyne); Gymnasium 1886, 606 (Blasendorf).
295. Zeitschrift des allgemeinen deutschen Sprachvereins, herausgeg. von
H. Riegel. I, 1.
Darin: H. Riegel, der allgemeine deutsche Sprachverein; H. Dunger, welche
Fremdwörter sind nicht zu bekämpfen? H. Goverts, Gelehrtendeutsch.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 375
296. Personennamen. — Zehetmayr, S., Deutseh, Germani, Preußen
etymologisch gedeutet.
Blätter f. d. bayerische Gymnasialschulwesen 1886, 377—386.
297. Preuss, Th., über Namen und Herkunft der Salier. (6 S.) Progr. des
Gymnasiums in Tilsit, 1886.
298. Freybe, etymologische Streifzüge auf dem Gebiete der Eigennamen.
Allgem. conservative Monatsschrift 1«86, März.
299. Ilwof, Franz, zur Geschichte der Taufnamen.
Zs. für allgem. Geschichte u. s. w. III, S. «.30 — 632.
300. Leist, Fr., zur Geschichte der Bürger- und Bauern -Vornamen.
Zs. für allgem. Gescliichte III, H. 4.
301. Andresen, K. G., deutsche Geschlechtsnamen mit verwachsenen
Präpositionen.
Heriigs Archiv 75, 349 f.
302. Andresen, K. G., Personennamen.
Germania 31, 439—442. — Delius, Laugguth, Astfalk.
303. Andresen, K. G., Christianus.
Herrigs Archiv 74, 124 f.
304. Krause, K. E. H. , Christianus (zu Andresen, Herr. Arch. 74, 124).
Herrigs Archiv 75, 478.
305. Andresen, K. G., Bartholomäus, Nikolaus. Zu Christianus. Berich-
tigung.
Herrigs Archiv 75, 473—476.
306. Bück, zum Personennamen Ital^ Eitel.
Mittheiluijgen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde zu Hohenzollern
20, 119—123.
307. Tschiersch, Otto, deutsche Familiennamen rothwälschen Ursprungs.
4. (18 S.) Progr. des Gymn. in Küstrin, Ostern 1886.
308. Mieck, über niederrheinische Familiennamen. (8 S.) Progr. des Real-
gymnasiums zu Düsseldorf, 1886.
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 346 (Behaghe!).
309. Preuss, Otto, die Lippischen Familiennamen mit Berücksichtigung
der Ortsnamen. 2. Aufl. gr. 8. (IV, 132 S.) Detmold 1887, Meyer. 2,80 M.
(Vgl. Bibl. 1884, Nr. 319.)
310. Preuss, der Familienname Presun,
Niederd. Korrespondenzblatt XI, S. 42 f.
311. Cämmerer, thüringische Familiennamen mit besonderer Berücksich-
tigung des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen. IL Theil. 4. (26 S.)
Progr. der Realschule in Arnstadt, 1886. (I. Theil s. Bibl. 1885, Nr. 253.)
312. Needon, R., zur Entstehung der obersächsischen Familiennamen.
Wis.senschaftlicbe Beilage der Leipz. Ztg. 1880, 103.
313. Jecht, Richard, die Rufnamen der Schuljugend in der Stadt Görlitz.
Neues Lausitzisches Magazin 62, H. 1.
Hamburger Familiennamen s. Nr. 1109.
314. Kadler, A. , germanische Eigennamen der Stadt Rawitsch. (50 S.)
Rawitsch 1886, Birkenstock.
Vgl. Zs. der hi.stor. Ges. f. d. r'rovinz Posen II, S. 457—459.
315. Seelmann, W^., Rapbode, Lupbode.
Nd. Korrespondenzblatt XI, S. 78.
316. Peters, J., Sisenop.
Nd. Korrespondenzzlatt XI, S. 9.
376 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
317. Fröhlich, Jos., die Keisder Personen-, Gassen- und Flurnamen.
Koirespondenzblatt des Ver. für siebeubürgj. Laudeskunde IX, 8. 42 — 44. StJ— 84.
317*. Brenndorf er Familien- und Personennamen.
Ebenda S. 143 (W. S.),
318. Brunner, Hugo, ein altgermanischer Hundename.
Germania 31, "246. — Was.ser.
319. Piper, liber confrat. (Bibl. 1885, Nr. 1237).
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 730— 73L>.
320. Baumann, A., Necrologia Germaniae I. Dioeceses Augustensis , Con-
stantinensis, Curiensis. gr. 4. (344 S.) . Berlin 1886, Weidmann. 10 M.
Mon. Germ, bist.
321. Herzberg-Fränkel, S., über das älteste Verbrüderungsbuch von
St. Peter in Salzburg.
N. Archiv für ältere deutsche Gesch. 12., S. 53—107.
322. Redlich, Oswald, die Traditionsbücher des Hochstiftes Brixeu vom
10. — 14. Jahrhdt. gr. 8. (LXHI, 356 S.) Innsbruck 1886, Wagner. 15 M.
Acta Tirolensia, I. Bd.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Öp. 1716 f. (Hb. „Namenfoi scher machen wir spe-
ciell auf den hier gesammelten Wortschatz aufmerksam").
323. Ortsnamen etc. — Egli, J. J., Geschichte der geographischen Namen-
kunde. Leipzig 1886, Brandstetter. 10 M.
324. Egli, J. J., über die Fortschritte in der geographischen Namenkunde.
Separatabdruck aus dem geograph. Jahrbuch Bd. 10, S. 355 — 384.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 655 f. (K— ff.).
325. Mahn, etymologische Untersuchungen (Bibl. 1884, Nr. 277).
Vgl. Herrigs Archiv 75, 464 f.
326. Thomas, A. , etymologisches Wörterbuch geographischer Namen,
namentlich solcher aus dem Bereich der Schulgeographie. 8. (IV, 192 S.)
Breslau 1886, Hirt. 3 M.
Vgl. Zs. für das Gymnasialvvesen 1886, 626 (Oehlmann).
327. Weber, Henry, neues vollständiges Ortslexikon der Schweiz. 2. Aufl.
herausgeg. von 0. Henne am Rhyn. Lief. 1 u. 2. (S. 1 — 144) St, Gallen
1886, Kreutzmanu. ä 0,80 M.
328. Tobler-Meyer, W., über einige in der Schweiz sich wiederholende
Gruppen von Ortsnamen.
Anzeiger für schweizer. Geschichte 18>^6, Nr. 1 u. 2.
329. Küchler, A., die Ortsnamen Feld, Zuhn und Bündt in Obwalden.
Anzeiger für schweizer. Geschichte 1886, Nr. 3.
330. Wessinger, Ant., bayerische Orts- u. Flußnamen. Erklärungsversuche.
2. verb. u. ergänzte Auflage. 8. (140 S.) München, Kellerer in Comm. 2 M.
331. Wessinger, Anton, die Ortsnamen des kön. Bezirksamtes Miesbach.
Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns VII, 33—77.
332. Gsaller, Karl, zur Nomenclatur der Stubaier Gruppe um das Jahr 1500.
Zs. des deutsehen und österr. Alpenvereins 17, S. 158 — 162.
333. Ratzel, Fr., der Wendelstein.
Zs. des deutschen und österr. Alpenvereins 17, S. 361 ff. — Über den Namen,
S. 361-364.
334. Umlauft, Friedr. , geographisches Namenbuch von Österreich-Ungarn.
Eine Erklärung von Länder-, Völker-, Gau-, Berg-, Fluß- und Ortsnamen,
gr. 8. (XVL 304 S.) Wien 1885, Holder. 4 M.
Vgl. D. Lit Ztg. 1886, Sp. 1035 f. (W. T.); Zs. f. d. Gymnasialwesen 1886,
306 f. (Oehlmann).
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 377
335. Stenb, zur Namens- und Landeskunde (Bibl. 1885, Nr. 268). [NB.
Das Buch enthält auch einen Artikel: Die tirolischen Weisthümer, S. 95
bis 103].
Vgl. Lit. Ceiitralblatt 1886, Sp. 1456; D. Lit. Ztg. 1886, 1068 f.; Lit. Blatt
1886, Sp. '242 f. (Uiiterforcher) und 243—249 (Alton).
336. Unter forscher, romanische Namenreste aus dem Pusterthale iBibl.
1885, Nr. 270).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 188-191 (Alton).
337. Müller, Eich., neue Vorarbeiten zur altösterreichischen Ortsnamen-
kunde.
Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich N. F. XX. 70 — 196.
338. Grienberger, Th. v. , die Ortsnamen des Indiculus Arnonis und der
Breves Notitiae Salzburgenses in ihrer Ableitung und Bedeutung dargestellt.
[Aus: „Mittheilungen der Ges. für Salzburg. Landeskunde".] gr. 8. (76 S.)
Salzburg, Dieter in Comm. 1,20 M.
339. Grienberger, Th. v., über romanische Ortsnamen in Salzburg. 8.
(62 S.) Salzburg 1886.
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 801 f.
340. Hruschka, Alois, Schnauhübel.
Mittheilungen des Ver. für Gesch. der Deutschen in Böhmen XXV, 92 — 95.
341. Halwinger, A., über den lateinischen Namen des Riesengebirges.
Das Riesengebirge in Wort und Bild, Heft 19 --22, S. 13.
342. Wolff, J., die Landesnamen Siebenbürgens. (22 S.) Progr. des Gymu.
in Mühlbach, 1886.
343. Morl-, muri- in Flurnamen.
Korrespondenzblatt des Ver. für siebeubürg. Landeskunde IX, S. 24; s. ebenda
S. 85: Riednamen.
s. Nr. 317.
344. Bohuenberger, Karl, die Ortsnamen des schwäbischen Albgebiets
nach ihrer Bedeutung für die Besiedelungsgeschichte.
Württemberg. Vierteljahishefte 1886, S. 15 — 25.
345. Bessert, G., zur älteren Topographie Württembergs.
Württemberg. Viertelj.-thrsliefte 1886, S. 238-240.
346. Bück, M. R., die Forstortsnamen des Reviers Justingen.
Württemberg. Vierteljahrshefte 1886, S. 105—115.
347. Bück, M. R., die Hausnamen der oberschwäbischen Dörfer.
Württemberg. Vierteljahrshefte 1886, S. 41—48.
348. Birlinger, A., die Hohenzollerischen Flurnamen.
Alemannia 14, 215 — 227.
349. Gas sei, Paulus, der Name Heidelberg. Eine wissenschaftliche An-
merkung, gr. 8. (16 S.) Berlin 1886, Kühl. 0,45 M.
350. Martin, Ernst, handelt über den Namen 'Beleben.
.Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Literatur Elsaß-Lothringens H, 193 f.
351. Becker, Heinr., der Name von Alzey.
Pfälzisches Museum 1886, Nr. 8.
352. Pohl, Jos., Verona und Caesariacum, die ältesten Namen für Bonn
und Mainz. Ein Beitrag zur Kritik und Erklärung des Florus. 4. (33 S)
Progr. des Gymn. zu Münstereifel, Ostern 1886.
353. Christ, Karl, gesammelte Aufsätze über das rheinische Germanien,
gr. 8. (32 S.) Heidelberg 1886, Grooß.
378 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
I. Die Bodensee- und oberrheinischen Gegenden (Konstanz, Argen, Linzgau,
Lindau, Arbon, Vindonissa u. s. w,). II. Die Lippe- und Wesergegenden (Aliso,
Idista-viso, Egsternstein, Flußnamen),
Vosegus s. Nr. 1297.
354. Hertz, W., über den Namen Lorelei.
Münchener Sitzungsberichte, philos.-histor. Gl. 1886, S. 217—251.
s. Nr. 232.
355. Ohlenschlager, Biburg (Bibl. 1885, Nr. 273).
Vgl. Allgeni. Ztg. 1886, 3. März, zweite Beilage (J. Frene).
356. Ui beleisen, zur Abwehr.
Correspondenzblatt der Westdeutschen Zs. 1886, 277 — 279. — In Bezug auf
des Verfassers 'lothringische Ortsnamen Bibl. 1880, Nr. 207.
Luxemburger Flurnamen s. van Werweke Nr. 657.
357. Bernaerts, G., etudes etymologiques et linguistiques sur les noms
de lieux romans et bas-allemands de la Belgique (Forts, zu Bibl. 1885,
Nr. 266).
Annales de l'Academie d'archeologie de Belgique 40, H. 2 — 4.
358. G-rössler, H., Erklärung der Ortsnamen des Mansfelder Gebirgskreises.
Zs. des Harzvereins XIX, S. 323—361.
359. Grössler, H., der Name der Gaue Suevon, Hassegau und Friesenfeld.
N. Mittlieilungen des Ver. für thüring.-sächs. Gesch. XVII, 207 — 220.
360. Werneburg, A. , über die Herlcitung der Namen der thüringisch-
sächsischen Gaue Suevon, Hassegau und Friesenfeld.
Mittheilungen des Ver. für Gesch. und Alterthumskunde von Erfurt, H. XII. —
(Nr. 359 u. 360 aus Berliner Jahresber. 1886, Nr. 42 u. 282.)
361. Schierenberg, Exter und Externsteine.
Nd. Korrespondenzblatt XI, S. 39—41 u. 76 f.; ebenda Jellinghaus S. 41 f. —
Erklärung des Namens.
s. Nr. 353 u. 1083.
362. Schulze, Karl, noch einmal der Name Mägdesprung.
Mittheilungen des Ver. für Anhalt. Gesch. und Alterthumskunde IV, 6.
363. Holstein, H., der Name Magdeburg in den Urkunden Ottos I.
Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg 1886, 355 — 364.
364. Lommer, Victor, Flurnamen im Amtsbezirk Kahla.
Mittheilungen des Ver. für Geschichte und Alterthumskunde zu Kahla und Koda
III, H. 2.
365. Schulenburg, Willibald v., der Name Berlin.
Mittheiluugen des Ver. für die Geschichte Berlins 3, 53 — 56 u. 66—68.
366. Vogt, Straßennamen Berlins (Bibl. 1885, Nr. 284).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 482 (Erman).
367. Friedel, E., Ausbildung von Ortsnamen.
Mittheilungen des Ver. für die Geschichte Berlins 3, 128; dazu 4, 73.
368. Müschner, M., die Bedeutung des Namens der Prignitz.
Verhandlungen der Berliner Ges. für Anthropologie 1886, 376.
369. Ohnesorge, Name, Alter und Ursprung der Stadt Sebnitz.
N. Archiv für sächsische Geschichte V, 1. u. 2.
370. Brummer, über die alten Ortsnamen der Gegend bei Deutsch-Krone
und Tempelburg.
Zs. des Westpreuß. Geschichtsvereins, H. 16.
371. Pick, A., Schweriner Flurnamen.
Zs. der histor. Ges. für die Provinz Posen II, S. 422—425. III, S. 115.
372. Focke, W. 0., die ältesten Namen des Nordseeküstenlandes.
Abhandlungen des naturwiss. Ver. in Bremen IX, H. 3.
373. Peters, J., Ortsnamen auf ey.
Nd. Korrespondenzblatt 1886, S. 5 f . ; ebenda Jellinghaus S. T7.
IV. GERMANISCHE SPRACHEN. 379
374. Carstens, Heinrich, Ortsnamen.
Am Urds-Brunnen 1886, Heft 5, 59 — 64. U. 7, 83—88, H. 10, 116, H. 11, IHS f.
375. Winckler, Johann, niederländische Beleuchtung zur Erklärung nord-
deutscher Ortsnamen.
Am Urds-Bmnnen 1886, Heft 8, 95 f., H. 9, 106—108.
376. Bazing, H., die Katze in Ortsnamen.
Württemberg:. Vierteljahrsliefte 1880, 57—64,
Für die Ortsamen vgl. auch die Nr. 998—1027.
377. Fierlinger, J. v., slav. Visla (Weichsel).
Zs. für vergleichende Sprachforschung '27, 479 f.
378. Petzold, die Bedeutung des Griechischen für das Verständniß der
Pflanzennamen. Braunschweig 1886. Progr.
Friesische Thier- und Pflanzenuaraen s. Nr. 425.
y) Mundarten.
Wenker, Sprachatlas s. Nr. 61.
8. Luick, mhd. e nach den lebenden Dialecteu, Nr. 255; Holt-
hausen, md. eii > ei etc., Nr. 224; s. auch Nr. 256.
379. Schuchardt, Hugo, Slawo-Deutsches (Bibl. 1885, Nr. 285).
Vgl. Lit. Centralblatt 1885, Sp, 1552 f. (v. d. Gabelentz).
380. Schuchardt, Hugo, zu meiner Schrift „Slawo-Deutsches und Slawo-
Italienisches". H.
Zs. f. d. österr. Gymnasien 1886, 321 — 352 (vgl. elienda 1884, 900 f.).
381. Schweiz. — Schweizerisches Idiotikon, herausgeg. von F. Staub und
L. Tobler (Bibl. 1885, Nr. 289). Heft 10 (Bd. 2, Sp. 49—208).
Vgl. Lit. Centralblatt 1886, Sp. 631 f. (K. K.); Cenlralorgan für die Interessen
des Realschulwesens XIV, 640 (Freytag); Bibliotheqne univers. et Revue Suisse
XXTX, 219—221.
382. Bachmann, schweizerische Gutturallaute (Bibl. 1885, Nr. 290).
Vgl. Lit. Blatt 1886, Sp. 395—397 (Fr. Kauftmaiuil.
383. Sutermeister, O., Schwizerdütsch. Sammlung deutsch-schweizerischer
Mundart-Literatur. Heft 23 u. 24 (aus dem Kanton Basel); H. 25 (aus
dem Kanton Zürich); H. 26 — 28 (Für d'Chinderstube , Poesie und Prosa
in den Mundarten der Schweiz); H. 29 u. 30 (Bilder aus dem Volksleben
des Vorder-Prätigaus alter und neuer Zeit); H. 31 u. 32 (Aus dem Kanton
Luzern); H. 33 (Aus dem Kanton Thurgau); H. 34 (Aus dem Kanton
St. Gallen und Appenzell); H. 35 u. 36 (Aus den Kantonen Uri, Schwyz
und ünterwalden) ; H. 37 (Aus dem Kanton Bern); H. 38 (vier einactige
Lustspiele, von Niedermann).
Vgl. Zs. für Völkerpsychologie XVII, 195-208 (Babad).
384. Studer, Julius, Walliser und Walser. Eine deutsche Sprachverschiebung
in den Alpen. 8. (56 S.) Zürich, Schulthess u. Co. 1 M.
385. Pf lugk-Harttung , J. v., eine Eroberung der deutschen Sprache.
Greuzboten 45. Jahrg., Nr. 50. — Das Deutsche in Graubündten.
386. Baden. — Birlinger, A., Hebelstudien.
Alemannia 14, 75 — 79 u. 186. — U. a. Erklärung alemannischer Ausdrücke.
387. Württemberg'. — Vogelmann, A, , Volksmundartliches aus der Ell-
wanger Gegend. Heimgarten. Ellwangen 18h6. Nr. 5 ff.
388. Vogel mann. Albert, aus dem Wortschatz der Ellwanger Mundart.
Württembergische Vierteljahrshefte 1886, S. 154—160, 247—252.
380 BIBLIOGRAPHIE VON 1886.
889. Elsaß-Lothringen. — Mankel, W., Laut- und Flexionslehre der Mund-
art des Münsterthales im Elsaß. .S. (V, 54 S.) Straßburg 1886, Trübner.
1,80 M.
390. Mundartliches: I. Sprachproben aus dem Münsterthale, von J. Spieser.
IL D' zwai Stiäfschwesterle, von G. Gayelin.
Jahrb. für Geschichte, Sprache u. Litteratur Elsali-Lot.hringens 1886, 166 — 173.
391. Lienhart, H., die Mundart des mittleren Zornthaies, lexikalisch dar-
gestellt.
Jahrb. für Geschichte, Sprache u. Litteratur Elsaß-Lothringens 1886, 112 — 144.
392. Socin, A., über eine in Straßburg 1720 erschienene Anekdotensammlung
in Versen.
Straßburger Studien 3, S. 135 — 146. — Mit vielen Straßburger Idiotismen.
393. Fol 1 mann, F. M. , die Mundart der Deutsch-Lothringer und Luxem-
burger. (24 S.) Progr. der Oberrealschule in Metz, 1886.
394. Glo ssographie des patois de I'Alsace IL Revue d'Alsace XV, H. 2
(s. Bibl. 1885, Nr. 299).
Verl.ältniß der französ u. deutschen Sprache in Elsaß-Lothringen.
s. Schuchardt Nr. 1601.
Bayern. — s. Stieler, Nr. 745.
395. Osterreich. — Czoernig, ethnolog. Verhältnisse des Küstenlandes
(Bibl. 1885, Nr. 288).
Vgl. D. Lit. Ztg. 1886, Sp. 18l'7 (Tomaschek).
396. Nagl, J, Willibald, die Conjugation des schwachen und starken Ver