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Full text of "Germanistische Abhandlungen"

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Germanistische Abhandlungen 



herausgegeben 



Karl Weinhold, 



Der Infinitiv 

in den Epen Hartmaiins von Aue. 

Von 

Dr. SylTius von Moiisterberg-Münckeiiau. 



Breslau. 

Verlag von Wilhelm Koebner. 

1885. 



Der Infinitiv 



in den 



Epen Hartmanns von Aue 



Von 



Dr. Sylvius von Monsterberg- Münckenau. 



Breslau. 

Verlag von Wilhelm Koebner. 

1885. 



Übersicht des Inhalts. 



Seite 

Vorrede • 1 

Einleitung 5 

I. Der luflnitiv als nrsprüngliclies nomeii actionis 6 

1. Der Nominativ des nomen actionis (> 

2. Der Accusativ des nomen actionis 11 

3. Der Genitiv des nomen actionis 13 

4. Der Dativ des nomen actionis 17 

IL Der luflnitiv als eine Kategorie des Verbnm 19 

A. Die Entwicklung des Infinitivs als einer Kategorie des Verbum 

aus dem verbalen Nomen durch Aufgabe der Casusnatur .... 19 

1. Der finale Infinitiv 23 

a. Der freie finale Infinitiv 23 

b. Der finale Infinitiv in Abhängigkeit von Verben 25 

a. Der finale Infinitiv nach den Verben der Bewegung . . 26 

ß. Der finale Infinitiv nach den Verben des Erstrebens . , 32 

wellen 49 

y. Der finale Infinitiv nach den Verben des Antreibens . . 52 

Die Verba des Erlaubens 63 

d. Der finale Infinitiv nach Verben einer geäusserten Absicht 74 

2. Der Infinitiv der Ilichtung . . . . 77 

a. Der freie consecutive Infinitiv 79 

b. Der consecutive Infinitiv in Abhängigkeit von Verben . . 82 

a. Der consecutive Infinitiv abhängig von Verben des Ge- 
schehens 82 

ß. Der consecutive Infinitiv abhängig von Verben einer Fähig- 
keit oder Bereitschaft (praeteritopraesentia) 93 

Verwandte Ausdrücke 99 

c. Der Infinitiv der Richtung in Abhängigkeit von Adjectiven 102 

3. Der Infinitiv als blosser Wortbegriff 104 

a. Der appositive Infinitiv nach Verben eines allgemeinen 

Tuns etc 109 

ß. Der appositive Infinitiv nach Verben einer allgemeinen 

Phase von Tun 114 

y. Der a- positive Infinitiv nach Verben einer allgemeinen 

Art des Tuns 120 

ö. Der appositive Infinitiv nach Verben der sinnlichen Wahr- 
nehmung eines Tuns 123 



VI 

Nach Substantiven 131 

Nach durch 133 

Absolut . 134 

B. Die Entwicklung des Infinitivs als einer Kategorie des Verbum 
aus dem verbalen Nomen durch weitere Ausbildung der Verbal- 

rection und Annahme verbaler Tempus - und Genusunterscheidung 135 

1. Die weitere Ausbreitung der Verbalrection 135 

2. Annahme verbaler Tempus- und G-enusunterscheidung .... 156 

a. Die Tempusausbildung des Infinitivs 156 

b. Die Genusatjsbildung des Infinitivs, Sein Subject .... 163 
III. Der lufluitiy als vou neuem substantivirtes Xoinen 170 

1. Der Nominativ 171 

2. Der Accusativ 173 

3. Der Genitiv 174 

4. Der Dativ 17ö 



Voi?i^ecie. 



Im November 1882 ersuchte ich Herrn Professor Weinhold 
um SteUung eines Thema zu einer Arbeit für das königl. ger- 
manistische Seminar, an dessen Übungen ich damals als ausser- 
ordentliches Mitglied teilnahm. Herr Professor Weinhold wählte 
zur Bearbeitung den Gebrauch des Infinitivs bei Hartmann von Aue 
und zwar zunächst auf den armen Heinrich beschränkt. Als aber 
im Laufe der Bearbeitung bei Gelegenheit der Leetüre im Seminar 
und bei wiederholter mündlicher Besprechung Herr Professor Wein- 
hold mein Augenmerk auf die Wichtigkeit der Verba praeterito- 
praesentia und deren begriffliche Entwickelung für die Veränderungen 
der Functionen des deutschen Infinitivs hinwies und mir die einzu- 
schlagende Richtung kennzeichnete, machte dies den Überblick 
über ein grösseres Material wünschenswert, um die vermittelnden 
Übergänge in jener Entwicklung vollständiger belegen zu können. 
Er erweiterte daher das Thema auf alle vier Epen Hartmanns und hielt 
zugleich eine nähere Untersuchung des Praefixes ge beim Infinitiv, 
das ich bis dahin nur statistisch behandelt hatte, für wünschenswerth. 

So ist es gekommen, dass die ursprüngliche Seminararbeit den 
äusseren Umfang der vorliegenden Abhandlung erreichte und, was 
für ihren Inhalt und ihre Anlage wesentlich ist, dass der eigent- 
liche Mittelpunkt meiner ganzen Untersuchung die Praeterito- 
praesentia in ihrem Verhältniss zum Infinitiv geworden sind; dass aber 
in ihrer hier zum erstenmal in grösserem Umfange gewagten Unter- 
suchung die psychologische Auffassung der sprachlichen Erscheinung 
als massgebende Methode in den Vordergrund gerückt ist und, 
denke ich, durch die ganze Bearbeitung gebührende Berück- 
sichtigung erfahren hat, ist ebenfalls das Werk der unmittelbaren 
Belehrung und Aufklärung Herrn Professor Weinholds. 

Für meine Behandlung des Infinitivs speciell dagegen verdanke 
ich die Hauptanregung dem Colleg des Herrn Professor Reifferscheid 
über lateinische Syntax, namentlich seinem Abschnitt über den 
lateinischen Infinitiv. Er namentlich war es, durch den ich zu der 
Überzeugung von der unerlässlichen Noth wendigkeit strengster 

S. V. Motist«rberg - Münekencni, Der lufiiiitiv in d. Epen Hartmanns von Aue. \ 



historischer Methode kam, wenn ich auch im Einzelnen für das 
Deutsche, soweit ich mich nicht an die allgemeinen Ausführungen 
Jollys haken konnte, meine eignen Wege gehen musste. 

Schliesslich verdanke ich mehrfache schätzenswerthe Anregung 
und Belehrung der Vorlesung Herrn Professor Dr. Rossbachs üljer 
griechische Syntax. 

Allen diesen von mir hochverehrten Männern spreche ich hier- 
mit für ihre lehrreiche Unterweisung und freundliche Leitung 
meinen wärmsten Dank aus, besonders aber fühle ich mich noch 
Herrn Professor Weinhold für die unermüdliche Bereitwilligkeit 
verpflichtet, mit welcher er durch Nachweis von Quellen und Leihen 
von Büchern meine Erstlingsarbeit beständig zu fördern bestrebt 
war. Möchte ich nur alles treu und verständig benutzt haben. 

Was gedruckte Hilfsmittel angeht, so habe ich natürlich, wie 
jeder es wird thun müssen, der über den Infinitiv vom historischen 
Standpunkte noch schreiben wird, fleissigdas hier Grund legendeWerk 
von Dr. Julius Jolly, Geschichte des Infinitivs im Indogermanischen, 
München 1873, benutzt. Im Übrigen ist trotz der seit langer Zeit 
allgemein gewordenen Anerkennung der bahnbrechenden Entdeckung 
Bopps, trotz der reichen Litteratur über den Infinitiv und namentlich 
Jollys die Wege ebnenden und erleichternden Vorgang über den 
Mangel von Einzeluntersuchungen vom historischen Standpunkte 
zu klagen. Trotzdem verdanke ich manche Belehrung mehreren 
obwohl nicht vom historischen Standpunkte unternommenen Ar- 
beiten, so vor allem dem Capitel über den Infinitiv in der Grammatik 
J. Grimms, der trotz verfehlter Methode (Jolly p. 54 if.) viele auch 
für eine historische Betrachtung schätzenswerte Beobachtungen macht, 
A. Koehler, der syntactische Gebrauch des Infinitivs im Gothisclien 
in Pfeifi'ers Germania XII 1867 p. 421 — 462, Alexander Reifi'er- 
scheid, über die untrennbare Partikel ge im Deutschen I. ge bei 
Infinitiven, Breslau 1871, und Zeitschrift für deutsche Philologie, 
Ergänzungsband, p. 319, Oscar Erdmann, Untersuchungen über 
die Syntax der Sprache Otfrids, Halle 1874, Hubert Rötteken, der 
zusammengesetzte Satz bei Berthold von Regensburg, Strassburg 
1884. Anderes ist an seiner Stelle citirt. 

Die vorliegende Arbeit über den syntactischen Gebrauch des 
Infinitivs in den epischen Dichtungen Hartmanns von Aue nun ist 
ein Versuch von dem durch die neueren Resultate der vergleichenden 
Sprachforschung geschafienen Gesichtspunkte aus die verschiedenen 
Arten der Verwendung, in welche das ursprüngliche nomen actio nis 
zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Litteraturgattung und 
bei einem bestimmten Individuum auseinander gegangen ist, vor- 



zuführen, geordnet und beurteilt nach ihrer Entwickelung aus jenem 
abstracten Nomen. Dies Verfahren scheint die Möglichkeit zu 
bieten eine Erkenntniss des Zustandes, welchen der Infinitiv auf 
dem Wege seiner historischen Entwicklung vom nomen actionis zur 
Verbalkatefforie des Infinitivs und wieder zurück zum Nomen durch 
neue Substantivirung innerhalb der genannten Grenzen einnahm, 
gleichsam in einem übersichtlichen Querdurchschnitt der einzelnen 
von einem einheitlichen Stocke nach verschiedenen Hichtungen 
streichenden Adern zu erreichen. Hierbei kann ein vergleichender 
Blick nach der Richtung, nach welcher alle jene Adern convergieren 
müssen, nur förderlich sein, und daher habe ich die parallelen That- 
sachen bei Otfrid nach O. Erdmanns Untersuchungen über die 
Syntax der Sprache Otfrids, Halle 1874 neben den Befund in 
Hartmanns Epen gestellt. Den Sprachgebrauch aber gerade des 
am Eingang der ersten Blütezeit unserer Litteratur stehenden 
Meisters festzustellen, muss für die Beurteilung des Ganges, welchen 
die Entwicklung des Infinitivs einschlug, von Wichtigkeit sein. Eine 
vollständigere Erkenntniss freilich könnte erst durch eine Reihe in 
zeitlichen Abständen unternommener ähnlicher Bohrversuche 
erlangt werden. 



Seit Bopp in seinem Conjugationssystem p. 39. 43 den Infinitiv 
aller Sprachen zuerst gelehrt hat als abstractes Substantivum auf- 
zufassen mit dem Privilegium den Casus des Verbum zu regieren 
und auch mancher andern Freiheiten in der Construction sich zu 
bedienen, ist auf die Natur des Infinitivs ein Licht gefallen, das 
vieles von dem räthselhaften Dunkel, das sein Verständniss den 
antiken wie den neueren Philologen entzog, zu zerstreuen geeignet 
ist. Neuerdings ist Bopps Auffassung die allgemeine und es muss 
bei dieser Untersuchung über den syntactischen Gebrauch des 
Infinitivs als erste Aufgabe erscheinen den Infinitiv hinsichtlich der 
Spuren seines nominalen Wesens zu behandeln und das Vorkommen 
der einzelnen Casus desselben, ihre Verwendung und Häufigkeit in 
Hartmanns Epen zu betrachten. Dies soll in dem ersten Teil 
geschehen. Nicht so einig ist man über die Frage, welcher von 
diesen Casus es war, der durch Aufgeben nominaler und Annahme 
verbaler Functionen einen von seiner ursprünglichen Natur so ver- 
schiedenen Charakter annahm, dass die Zusammengehörigkeit beider 
Bildungen so lange unerkannt bleiben konnte. Den Grad, bis zu 
welchem die Ausbildung jenes nunmehr Infinitiv genannten Casus 
in Hartmanns Epen sich vorgeschritten zeigt, zu untersuchen wird 
Inhalt des zweiten Teiles sein. Schliesslich wurde dieser zu einer 
Verbalkategorie gewordene Casus von neuem substantivirt, und die 
Feststellung der Fortschritte, welche diese jüngste Richtung der 
Entwickelung gemacht hat, wird in einem dritten Teile versucht 
werden. 

Vollständigkeit der Stellensammlung ist erreicht in Bezug auf 
wirklich vorkommende Infinitive, dagegen war sie mir nicht immer 
möglich bei andern ihn vertretenden Constructionen. 



I. 

Der Infinitiv als ursprüngliches nomen actionis. 



Der als sogenannter Infinitiv erstarrte Casus des nomen actionis 
steht wie in der ganzen älteren Sprache überhaupt so auch bei 
Hartmann noch nicht völlig isolirt. Neben ihm finden sich noch 
andre in voller casueller Kraft bestehende desselben nomens. So 
wenigstens glaube ich Jolly folgend (p. 154) das Verhältniss der 
Genitive auf ennes, ens, und der Dative auf enne, en zum ge- 
wöhnlichen Infinitiv auffassen zu müssen , nämlich als seine 
Schwestercasus, ebenso wie er selbst aus dem Stamme auf anja 
gebildet. Jolly allerdings will den Genitiv auf ennes weniger gern 
als einen unmittelbaren Sprössling desselben Stammes auf anja, 
der den Dativ auf ania, anne, enne, en hervorgebracht hat, denn 
als aus dem letzteren zu einer Zeit gebildet angesehen wissen, da 
dieser bereits dem Erstarrungsprozesse verfallen war. Einen Grund 
aber hierfür giebt Jolly nicht an, und ich finde keinen, warum wir 
von dem alten Verbalnomen mehr verloren zu haben glauben sollen, 
als wir gerade durch den Bestand zu glauben gezwungen sind. 
Angewendet werden jedoch bekanntlich nur der Genitiv und Dativ, 
während ein Nominativ und Accusativ nicht vorkommen und auch 
jene beiden Casus finden sich nicht allzu häufig und zeigen inner- 
halb Hartmanns Epen selbst ein starkes Zurückgehen. 

1. Der Nominativ des nomeii actionis. 

Vielleicht ist ein Nominativ der alten nomina actionis nie 
gebildet worden. Eine Untersuchung darüber, ob nomina actionis, 
von denen ein Casus zum Infinitiv erstarrte, im Sanskrit schon 
den Nominativ gerade unentwickelt oder doch schwach belegt zeigen, 
ist mir nicht bekannt. Im Griechischen, Lateinischen und Deutschen 
findet sich keine Spur. Man wird den Grund hierfür darin suchen 
dürfen, dass eine Sprache, welche ein abstractes nomen einem noch 
allgemeineren Praedicat unterordnen soll, bereits die Geläufigkeit 



eines abstracten Denkens voraussetzt, die man der älteren Zeit 
nicht wird zusprechen dürfen, während später, als sie sich einfand, 
bereits der Prozess des Absterbens bei dem nomen actionis über- 
haupt schon weit vorgeschritten war. Eine entwickelte Litteratur, 
wie die zur Zeit Hartmanns, fand also wohl das B§dürfniss den 
Begriff des nomen actionis als Subject zu setzen, im Sprachschatz 
aber nicht mehr das Mittel vor deipselben zu genügen. Wodurch 
hilft nun Hartmann diesem Mangel ab? Der zum Infinitiv er- 
starrte Casus zunächst selbst konnte die Function des Nominativs 
nicht übernehmen, obwohl die Verwendung eines casuslosen Nomens 
gerade als Nominativ leicht scheint, weil dieser gerade so wenig 
casuelle Natur zeigt, dass man von ihm wie von dem Vocativ sagt, 
sie seien überhaupt keine Casus. Aber in Hartmanns Sprach- 
gefühl gilt der Infinitiv noch gar nicht als so casuslos, die Er- 
innerung an seine oblique Casusnatur ist, wie ich später darzutun 
haben werde, noch nicht so gänzlich erloschen, dass er auf ihn die 
Function eines andern Casus hätte zu übertragen wagen sollen, 
während der ursprüngliche sich noch bemerkbar machte. Nie 
ersetzt also Hartmann den nicht vorhandenen Nominativ des alten 
nomen actionis durch den zum Infinitiv erstarrten Casus, nie ist 
der blosse Infinitiv bei Hartmann Subject (cf. Jolly 1. c, der 
eine Sammlung der Stellen, in denen der Infinitiv Subject ist 
oder Object, wünschenswerth nennt). Zu widersprechen könnten 
scheinen : 

E. 9427 ich habe ez üz ir munde vernomen, daz hin varn und 
wider komen ane ir haz mac geschehen. 
9438 wan bi den liuten ist so guot. 
Iw. 8159 ez was guot leben waenlich hie. 

Im 1. und 3. Falle aber wird man neue Substantivirung richtiger 
anzunehmen, im 1. vielleicht geradezu „hinvarn'*, „widerkomen^^ zu 
schreiben haben , cf. solche Compositionen unter der neuen Sub- 
stantivirung. Im 2. Falle hat man nicht nöthig ein „sin'* zu er- 
gänzen, das dann Subject wäre: unter Leuten zu leben ist so 
schön, sondern es kann „ist so guot" unmittelbar mit „bi den 
liuten'' verbunden werden. Zu 3 cf. die unten angeführte Stelle 
E. 9548. 

Um so mehr könnte es auffallen, dass nach den Verbindungen 
neutraler Adjectiva oder Substantiva mit dem Verbum substantivum, 
nach den Ausdrücken des Geschehens sich mehrfach der flectirte 
oder unflectirte Infinitiv mit ze findet. Man sollte meinen, was 
wegen der noch nicht ganz erloschenen Erinnerung an seine oblique 
Casusnatur dem einfachen Infinitiv nicht möglich war, könne ee 



8 

erst recht nicht dem präpositionalen sein, in dem sie ja von neuom 
wachgerufen ist. Indess halte ich die Meinung, der Infinitiv st' he 
zu jenen Ausdrücken im Subjectsverhältniss, für durchaus irrig und 
meine vielmehr, es sei ein consecutives. cf. unter jenen Ausdrücken. 
Sollte daher ein Nominativ möglich werden, so musste aus 
dem Infinitiv ein neues Substantivum gebildet werden. Dies konnte 
aber nicht mehr nach dem Muster des alten nomen actionis, an 
das das Gedächtniss längst erloschen war, nicht mehr mit dessen 
Privilegien, sondern nur nach der Analogie jedes andern Sub- 
stantivum gebildet werden. Es kommen hier natürlich nicht die 
Fälle in Betracht, in denen ein substantivirter Infinitiv zwar 
Subject ist, aber eine concrete Bedeutung angenommen hat. Diesen 
Weg, den VerbalbegrifF als Subject auszudrücken, hat Hartmann im 
Erec (8 mal) und Iwein (6 mal) benutzt (s. u.) 
E. 1078 sin twelen was im ungeraach. 

6537 ir strafen was im ungemach. 

8859 iwer weinen ist mir swaere. 

9548 hie waer' daz wesen inne guot. 

9804 trüren unde klagen, daz was ir ambet. 

2943 ir twelen was vil unlanc. 

4543 sin sitzen wart vil unlanc. 

7109 waz touc daz lange fragen. 
Iw. 4335 so ist bezzer min verderben, danne ob wir beidiu 
sterben. 

5133 min riten ist mislich. 
992 do was sin twelen unlanc. 

4830 min tweln enkumet mir nicht wol. 

6110 waz touc ditz schelten unde dreun. 
Gregorjus und armer Heinrich scheinen diesen Gebrauch nicht zu 
zeigen, auch war er unbequem, insofern der Begriff der Handlung 
beeinträchtigt wurde durch die nominale Form und das Subject 
nicht im Nominativ eines Substantivums oder Pronomens ausgedrückt 
werden konnte wie gewöhnlich. Häufiger setzt daher Hartniann 
einen Satz, der entweder ein Conjunctionalsatz mit daz, oder bei 
negativem Praedicat ein negirter Cunjunctiv oder ein Bedingungs- 
satz oder ein paratactischer Satz ist. Fast immer wird er durch 
das Neutrum eines Pronomens angekündigt oder hinterher nochmals 
aufgenommen und sehr oft steht nur dies und der Satz ist zu 
ergänzen. 

Nach der nhd. Entwicklungsstufe des Infinitivs kann er in 
allen diesen Fällen als Subject stehen, falls sein Subject nicht hin- 
zutreten braucht, sei es, dass es ein allgemeines oder dass es schon 



^9 

in der Nähe ausgedrückt ist. Der Grund kann nur der sein, dass 
inzwischen das Bewusstsein von seiner Casusnatur vollends erloschen 
ist. Schliesslich kann auch das Particip den Nominativ eines 
Verbalbegriffs vertreten, da aber alsdann die Construction eine per- 
sönliche wird, so wird das Particip nicht Subject, sondern prae- 
dicatives Adjectiv. Das Particip ist das zweite und scheint nur 
zu stehen, w^enn bei der Auflösung in einen Satz ein Tempus der 
Vergangenheit stehen würde. Die einzelnen Fälle sind zu finden 
imter den Verbindungen des Verbum substantivum mit Substantiven 
oder neutralen Adjectiven, unter den passiven Wendungen der 
Verben des Unternehmens. Ebenda sind auch die Fälle, in denen 
das neutrale Pronomen wegen einer dabei stehenden Negation im 
Genitiv statt im Nominativ (oder auch im Accus.) steht. Hier 
darf ich mich mit einigen, besonders unter jene Gruppen nicht 
gehörigen Beispielen begnügen. Zu vergleichen sind auch die 
unpersönlichen Ausdrücke unter den Verben des Erstrebens und 
Geschehens. 

1. Der Verbalbegriff könnte nach der nhd. Entwicklungsstufe 
durch den Infinitiv wiedergegeben werden, weil 
A, sein Subject ein allgemeines ist: Ich habe nur Beispiele hier- 
für, in denen ein neutr. Pronomen den aus dem Zusammenhang 
verständlichen Verbalbegriff vertritt: 

E. 5772 swer den wiben leide tuot: wand' ez'n ist manlich 
noch guot. 
6849 möcht ich im vorgesin. doch wirt ez versuochet. 
348 man sol dem wirte län sinen willen, daz ist guot 
getan. 
G. 249 daz ieglich man swestern noch niftoln si niht ze heim- 
liche bi: ez reizt daz ungefüere. 
B. sein Subject zwar ein bestimmtes, aber bei dem praedicativen 
Verbum bereits angedeutetes oder mit dessen Subject ganz oder 
teilweise identisches ist: 

a) er steht in einem Satz mit daz: 
E. 7478 daz ich iu rehte seite, daz wurde ze swaere eime als 
tumben knehte, cf E. 143. 
6502 wände ez möchte in niht gewerren, daz sie naemen 

einen riehen herren. 
2804 daz er in dem satel saz, vil sere priste Erecken daz. 
7823 daz wart im vil ungemach und begunde in vaste 
beswaeren, daz si dar komen waeren. 
Iw. 7490 daz ir dehein hete genomen des andern dehein arbeit, 
daz was ir beider herzeleit. 



10 

b) er steht in einem Bedingungssatz: 

E. 9362 daz mir daz minner werre, ob ich mit eren sterbe. 

a. H. 854 ez taete dime herzen we, soltest du ob mime grabe st an. 

c) er steht in einem paratactischen Satz: 

E. 4821 geruochot iuch mir nennen, ezn schadet iu niht und 
hilfet mich (wegen der letzteren Wendung gehört 
dieser Satz auch unter 2), ähnlich 5441. 
6106 du hast dine triuwe gar an im zebrochen, daz wirt an 
dir gerochen. 

d) ein neutrales Pronomen vertritt den blos aus dem Zu- 
sammenhang zu ergänzenden VerbalbegrifF: 

E. 7942 da erwindet durch die liebe min. daz enzaeme mir 
niht wol. 
3264 ichn haete ez iu nie geseit. ez geschiht mir nimmer 

mere, ähnlich 3267. 
3444 si fuorte se. swie verre ez wider frouwen site waere. 
G. 530 sine versanden'z üf den se. daz wart niht gefristet me. 
2. Der VerbalbegrifF hat eignes, bestimmtes Subject und könnte 
also durch den Infinitiv auch nach seiner nhd. Entwickelungsstufe 
nicht mehr ausgedrückt werden: 

a) er steht in einem Satz mit daz: 
E. 6958 ouch half ez, daz s' in nande. 

7485 ouch tuot daz minen sin ze krank, daz ich den satel 

nie gesach. 
6737 ouch irte daz sine vart, daz diu naht vinster wart, 
cf. 5774. 
G. 3370 daz ir min ze meiater gert, daz ist ein erdähter spot. 

3015 daz erz beiden tete kunt, daz raeinde, — 
a. H. 333 ouch half in sere, daz diu kint so lihte ze gewenene sint. 
Iw. 1731 dö begunde in dö anstriten, daz im gar unmaere elliu 
diu ere waere. 

b) in einem Bedingungssatz: 

a. H. 370 möht ez mit iuwern hulden sin, ich frägete vil gerne. 

c) nach negativem Praedicatsverbum in einem negirten Con- 
junctiv : 

a. H 1186 uns kan daz niht gewerren, iuwer maget ensi vollen guot 

d) in einem paratactischen Satz: 

E. 4680 im sult niht also scheiden, ez missezaeme uns beiden. 
4821 cf. unter A. 

e) ein neutrales Pronomen vertritt den blos aus dem Zu- 
sammenhange zu ergänzenden VerbalbegrifF: 

E. 5283 dö si schieden dan. den künec muote ez sere. 



11 

5636 het ich iu frumes gedienet iht, daz ob got wil noch 

geschiht. 
5979 ez was iuwer beider wän min dinc vil wol gebezzert 

hän. ouch was ez vil waenlich. 
8796 der disem ritter gesigte an (daz doch niht geschehen 

mac, ez sümet sich so manegen tac.) 
ebenso E. 9004. 9029. 9939, 40,41. 9973. 10110. 9038. 
8046. 8876. 
Participia schliesslich vertreten den Nominativ des Verbal- 
begrifFs, obwohl sie in Folge der persönlichen Construction nicht 
als Subject, sondern als prädicatives Adjectiv erscheinen (cf. die 
Participia nach Verben des Geschehens): 

E. 4136 von diu waer' ez niht guot verhorn. 

5070 ja, ist ein friunt bezzer vlorn bescheidenlichen, dan be- 
halten anders danne er sol. 
G. 72 daz ist unvaeterlich getan (oder unter Be?). 
a. H. 606 so waere er bezzer ungeborn. 
Iw. 4711 daz ist also guot vermiten. 

2. Der Acciisativ des nomen actionis. 

Wie mit dem Nom. verhält es sich mit dem Accus. Auch 
im Objectsverhältniss kann der YerbalbegrifF nicht durch den 
Accus, des ursprünglichen nomen actionis ausgedrückt werden. Auch 
hier hätte ein sehr abstracter Denkprozess eintreten müssen. Denn 
auch das Objectsverhältniss ist eine Subsumption. Nun ist zwar 
in andern Sprachen der Accus, gerade des nomen actionis zum 
Infinitiv selbst verwandt worden, aber er bezeichnet dann nie das 
Object, sondern die Richtung. Zur Bezeichnung der Richtung 
aber hat, wie ich mit JoUy und Erdmann annehme, das Deutsche 
eben den Dativ verwendet, so dass für das Deutsche dieser Grund 
einen Accus, zu bilden wegfiel. Wie dort kann auch hier nicht 
der als Infinitiv erstarrte Casus vertretend gebraucht werden aus 
gleichem Grunde wie dort. Denn wenn man den Infinitiv nach 
Verben, welche sonst in einem accusativen Object ihre Ergänzung 
finden, darum auch als Accus, betrachtet, so ist das grammatisch 
ebenso falsch, wie wenn man die Syntax des Infinitivs nach den 
Casus einteilt, welche sonst nach den Verben stehen, auf die hier 
der Infinitiv folgt, und von einem nominativen, genitiven, dativen, 
accusativen Infinitiv spricht. Der Infinitiv nach den transitiven 
Verben ist durchaus kein accusativer, sondern wie immer eine 
Ergänzung im Dativ (s. u.), Cf. die Abfertigung dieser falschen 



12 

Auffassung bei Jolly p. 183. Wohl aber kann dieselbe Vervoll- 
ständigung eines in sich nicht geschlossenen Verbalbegriffs eb( n- 
sowohl durch ein accusatives Object erlangt werden, wie durch 
den ergänzenden Infinitiv, und so setzt denn Hartmann oft ein 
stellvertretendes neutrales Pronomen, das in der That zum Verbum 
im Objectsverhältniss steht, dem aber darum immer noch nicht ein 
gesetzter Infinitiv grammatisch, wenn auch logisch, gleichgeachtet 
werden müsste. Beispiele solcher Vertretung durch neutrale Pro- 
nomina, die auch hier durch Sätze näher ausgeführt werden können, 
sind zahlreich zu finden z. E. unter den Verben des Unternehmens 
und Veranlassens. 

1. Der VerbalbegrifF könnte nach der neuhochdeutschen Ent- 
wicklungsstufe durch den Infinitiv wiedergegeben werden, entweder, 
wenn das Subject ein allgemeines ist, wofür ich Beispiele nicht 
nachzuweisen vermag, oder wenn es zwar ein bestimmtes, aber 
mit dem des Verbum, zu Avelchem jener Verbalbegriff im Objects- 
verhältniss steht, ganz oder teilw^eise identisches oder sonst in 
einem Casus angedeutetes ist. Hartmann giebt ihn durch 

a) einen Satz mit daz: 

E. 1045 daz ez die magt hat geslagen, von rechte sol ez 
garnen daz. 

b) einen Bedingungssatz: 

E. 3268 ob ez iu immer mere geschiht, ich vertrage ez iu niht. 
cf 67. 5432. 

c) eine paratactische Construction : 

E. 3448 si leit ez äne swaere. daz lerte si ir güete. cf. 5171, 
Iw. 4976, E. 3446. 

d) ein neutrales Pronomen vertritt den blos aus dem Zu- 
sammenhange zu ergänzenden Verbalbegriff: 

E. 2475 er reit uns imz diu naht benam. 

2841 wand' er den lip üf ere solde wägen sere unde wände 
erz versnobte. 
Viele andre Beispiele cf. unter den Verben : tuon, koufen, machen, 
wenden, bewenden, verworken, gebieten, raten, verbieten, vertragen, 
vergeben, län ze gewalte, wollen, kunnen, erdenken u. a. u. a. 

2. Der Verbalbegriff hat ein eigenes, bestimmtes Subject und 
könnte also durch den Infinitiv auch nach seiner nhd. Entwick- 
lungsstufe nicht mehr ausgedrückt Averden; Hartmanu setzt ihn 

a) in einem Satz mit daz: 

E. 1044 daz ez die magt hat geslagen, daz envvil ich nicht 
vertragen. 

b) in einem Bedingungssatz: 



13 

E. 3746 daz er'z lieze äne haz, ob er zuo ir saeze. 

c) bezieht sich auf ihn blos mit einem neutralen Pronomen: 
3260 ichn haete ez iu nie geseit (nämlich: dir sint ritter 

nähen bi 3185.) 
6068 (als 81 sich wolde erstechen) wann daz ez got gefriste. 
cf. auch hierzu die genannten Verben sowie : sagen, fristen, dulden, 
sehen u. a. 

Auch in dem nach der Praeposition durch stehenden Infinitiv 
wird man nicht einen Accus, des alten nomen actionis erblicken 
dürfen, wie wohl dieser Gebrauch unter andern nominalen Sub- 
stantiven viele Analogieen hat: z. B. G. 3631 man sol doch vre- 
velliche site durch die vorhte erzeigen. 3665 nü suohte si in 
durch rät. Aber die Verbindung ist nicht alt genug, dass 
man einen Rest des ursprünglichen Verbalnomens darin sehen 
dürfte. Es ist vielmehr der jeder Casusnatur völlig entkleidete 
Infinitiv (s. u.). Dagegen ist der Acc. des Verbal begriflPs auch nach 
durch durch einen Satz gegeben: 

E. 9598 durch daz in lebende was begraben min jugent, so ist 
et Joie de la curt gaenzlichen nider gelegen. 

3. Der Genitiv des nomen actionis. 

Die sogenannten flectirten Formen des Infinitivs auf ennes und 
enne, resp. ens und en sehe ich als unmittelbare Casusbildungen 
aus dem Stamme des nomen actionis auf nja (s. o.) an. Sie sind 
also Schwestercasus des sogenannten Infinitivs, und wenn dieser 
richtig als Dativ bezeichnet wird, so ist speciell der Dativ im 
Wesen mit diesem identisch, und der Unterschied besteht nur 
darin, dass er seine Casusnatur noch deutlich bewahrt, der Infinitiv 
sie aber mehr oder weniger aufgegeben und verbale Formation 
angenommen hat. Die Form betreffend finden sich in Hartmanns 
Epen die Genitive in der volleren wie in der verkürzten. Im 
Erec zieht er die auf einfaches ens vor (12 mal gegenüber 5 Formen 
auf ennes), im Gregor ist das Verhältniss gleich (1 zu 1), der 
arme Heinrich bietet gar keine Beispiele und im Iwein kehrt das 
im Erec beobachtete Verhältniss sich um (2 mal auf ens gegenüber 
6 mal ennes). Im Erec ist demnach der Gebrauch überhaupt am 
ausgedehntesten. Abhängen kann der Genitiv von allen den Wort- 
arten, von denen ein Substantivum überhaupt abhängen kann. 

1. Von Substantiven hängt er ab in einer Anzahl feststehender 
verbartiger Verbindungen von Substantiven mit Verben: 
E. 7078 nü was ouch släfennes zit. 



14 

1886 nü was ouch briutennes zit. 

6351 nü was ouch ezzennes zit. 
Iw. 333 do släfennes zit wart. 

5866 nü was ouch släfennes zit. 

5548 nü hete er ritennes zit. 
E. 5349 Weinens get mir michel not. 

6663 fliehens gieng in michel not. 
G. 265 des ist unlougen, mirne ge trürens not. 
E. 2385 giudens urloup möht' er hän. 

2355 da was ouch turnierens zil. 

2573 daz er justierens State gewan. 
Iw. 7148 wan hat er borgennes muot. 

2. Von einem Adverb hängt er nur 2 mal im Erec ab: 
E. 5568 dö was da vehtens genuoc. 

4224 den was vehtens genuoc. 

3. Von Verben: 

E. 5419 daz in schriens verdroz. 
2191 emphähens zeran in nie. 
8512 daz ir vehtens abe stät. 
527 Weinens sin herze wart ermant (so liest Bech wohl mit 
Recht statt: wan sin herze wart ermant in der 
Ambraser Handschrift, was Haupt beibehält). 
2411 wan den turnierens wol gezam. 
G. 1116 da si spilnes gezam. 
Iw. 25 daz er ouch tihtennes pflac. 
3043 swä, si turnierens pflägen. 
5465 sine mohte zeltens niht gehaben. 
Allen diesen Fällen lassen sich solche mit nominalen Substantiven 
zur Seite halten: cf. z. B. G. 415. 

E. 8841 waz get iu solher klage not. Iw. 6002 swem miaes 
dienstes not geschiht. cf. überhaupt die betreffenden 
Verben im 11. Teil. 
Sehr häufig ist der Verbalbegriff auch im Genitiv blos durch das 
neutrale Pronomen vertreten und diese bequeme Ausdrucksweise 
scheint nicht wenig auf das Zurücktreten der schwerfälligen Formen 
auf ennes und ens gewirkt zu haben. 

1. Nach Ausdrücken der ersten Art: 
E. 8000 Sit ir's niht wellent haben rät (der Verbalbegriff ist 
aus 7938 zu ergänzen). 
2641 als er erkuolet solde sin, des im doch niht State 

geschach. 
2419 daz er die just naeme — swä er des State funde. 



15 

3750 ob er zuo ir saeze) — ich bin es frö. 1276. 5524. 

4772 saget an, esn mac dehein rät sin. a. H. 925. 
• E. 5485 hilf im: dest im not. 5788. 

nach: not get 6170. G. 3712. Iw. 5388. 

zit ist: E. 5785. 8578. 

State gewinnen Gr. 710. 

einem ist ze muote E. 6394. 

war nemen E. 3089. 

rät schaffen E. 9453. 

gewis sin E. 9503. 658. 

fri sin E. 9568. 

äne wän sin E. 8348. 

willen hän E. 5638. 

reht hän G. 1225. a. H. 688. 

16n hän E. 9440. 

bilde wird G. 2814. 

bilde geben E. 5782. 

schol sin E. 9824. 
Wegen einer Negativen steht der Genitiv des neutralen Pronomens 
statt eines Nominativs oder Accusativs (cf. p. 12) z. ß. E. 5261. 
G. 672. a. H. 221. 1192. 

Auch hier kann das Pronomen durch einen Satz weiter aus- 
geführt werden, nirgend bei Hartmann aber durch einen Infinitiv, 
der erst im nhd. unter denselben Bedingungen wie beim Nom. und 
Acc. stehen kann. 

durch einen Satz mit daz z. B. G. 556. 

durch einen negirten Conjunctiv nach negativem Verbum G. 44. 

2516. a. H. 581. 
2. nach Verben: 
E. 4557 gewert mich einer gebe, des man ich iuch vil verre. 
cf. 4880. G. 2443. 
3700 der nimmer in kein missetät sinen fuoz verstieze, ob 

in's diu minne erlieze. cf. 4910. 5065. 
3750 ob er zuo ir saeze. gemocht ir's, herre. 
4570 (auf 4564: „bitent" bezogen), dochn sult irs niht so 

lange gern. cf. G. 2444. 
4690 weit ir mich dar bringen, ir müezet mich es twingen. 

cf. 4699. 
4886 ich bringen, mag ich ins erbiten. 
Ein Satz bringt eine nähere Ausführung, z. B. ein negirter 
Conjunctiv nach negativem Verbum: 



16 

Gr. 3094 des*n wolde in niht verdriezen, ern schliefe in ringen 
gemach. 
Ganz unausgedrückt und nur aus dem Zusammenhange au 
ergänzen ist der Verbalbegriff: 

E. 8849 dar nach haet ir guote zit (sc. weinens). 
4346 nü werent iuch ritter, ez ist zit. 
a. H. 1477 ez waere reht unde zit. 

Andre Beispiele für die pronominale Vertretung cf. unter den 
einen Genitiv regierenden Verben Teil II, namentlich: beginnen, hizen, 
hengen, mäzen, gewegen, erlän, sich mäzen, enbern, über sin, über 
werden, überkomen, sich abe tuon, bewart sin, geniezen, twelen, 
erbiten. ez belanget, wundert einen, nimt einen wunder, verdriuzet, 
zimet. gern, biten, erbiten, getrüwen, gewern, gunnen, volgen, 
sich frönen, ruochen, loben, geloben, jehen, vergezzen, twiDgen, 
gestiuren. äne angest sin. Doch auch blos eine adverbielle (cau- 
sale) Beziehung giebt der Gen. der neutralen Pronomina: E. 4158. 
2992. 8893. 9608. 9748. 2805. G. 1086. 1223. a. H. 145. 242. 
686. 608. cf. nach geniezen län und ze buoze stän unter sollen II. 
Schliesslich tritt ein Sprachgebrauch, der den fehlenden Xom. 
ersetzen half (cf. p. 11), hier als Concurrent des vorhandenen Genit. 
auf: die neue Substantivirung. Das alte verbale Nomen kann kein 
Subject an sich zum Ausdruck bringen, Hartmann setzt es daher 
nur immer, wo dies aus dem Zusammenhange selbstverständlich 
oder ein allgemeines ist. Ist aber die Bezeichnung eines bestimmten 
Subjects einmal nöthig und wählt er nicht Satzconstruction , so 
kann er es an dem verbalen Substantivum nur wie bei jedem no- 
minalen durch die adjectivische Form der Pronomina posse><siva 
oder die sie vertretenden Genit. der Pronomina personalia aus- 
drücken. Damit aber ist eine völlig neue Substantivirung nach 
Analogie der nominalen Substantiven vollzogen. 
E. 627 ir komennes nam in wunder. 
2068 ir komennes was er vil gemeit. 
3315 sines zuoritens was er frö. 
Iw. 219 doch sol man mines sagennes enbern. 
Doch zeigt sich bereits ein Fall im a. H. , in dem diese Oon- 
currenz die genannten Grenzen überschreitet und der substantivirte 
Genitiv des nomen actionis steht, ohne dass ein Subject bezeichnet 
werden brauchte. Die Substantivirung erfolgt hier nicht durch 
das Possessivpron. , sondern nur durch den Artikel. Dies betrifft 
freilich ein Wort, dessen Substantivirung sehr geläufig geworden 
war. cf. T. III: 

a. H. 1007 des weinens tet in michel not. 



17 

Eigenthümlich stellt sich dieser Gebrauch bei Otfrid (Erd- 
mann, I § 346). Er hat durchaus die substantivische Form und 
den Genitiv des alten nomen actionis ohne substantivirenden Zusatz 
nur 3 mal. 

4. Der Dativ des nomen actionis. 

Die Stellen für den Dativ stehen an Zahl denen für den Ge- 
nitiv nach (15, dort 27). Im Erec findet er sich 8, im Gregorjus 
5, im armen Heinrich 1 und im Iwein 1 mal , die Stelle im Iwein 
aber ist eine neue Substantivirung. Hier ist also das Zurücktreten 
noch auffälliger als im Genitiv. Die vollere Form auf enne findet 
sich nur 2, höchstens 3 mal im Erec. Wie bei Otfrid (Erdmann I, 
§ 347) findet er sich nur nach Präpositionen analog jedem andern 
Substantivum, cf. E. 2104. Im Otfrid waren es: in, mit, zi, hier 
lassen sich nachweisen: mit, ze, an, von, äne. 

1. mit 

E. 6236 mit weinenne. 

1462 mit triuten (nach Bech, Handschriften: triwen). 

5029 mit kürzenne (nach Bech, Handschriften: mit kurtzem 
wege, Haupt: mit kurzewile). 
G. 2150 mit weinen. 

722 mit wachen. 

723 mit vasten. 
2084 mit riuwen. 

a.H. 107 mit weinen. 

2. ze. 

E. 7183 hie sint hunde unde wilt und awaz ze jagen ist 
nütze. 

3. an. 

E. 2101 swes im an wahsenne gebrast. 

4. von. 

E. 3022 von fluochen. 
8693 von geheizen. 

5. äne. 

E. 4226 die fluhen äne jagen. 

Bisweilen kann es zweifelhaft scheinen, ob es eine neue Sub- 
stantivirung ist, wie bei G. 2150. 2084. E. 4226. a. H. 107, 
wie durch die Zusammenstellung mit andern Substantiven dies 
sicher ist für G. 722. 723, durch den Artikel für 
Iw. 997 mit dem giezen. 

Auch für den Dativ des Verbalbegriffs tritt oft ein neutrales 

S. r. Munsterherg - Münckenau, Der Infinitiv in d. Epen Hartmauns von Aue. O 



18 

Pronomen oder adverbiale Ausdrücke ein, die auch hier (liirch 
Sätze ausgeführt sein können: 

dar an G. 3592. a. H. 534. 
da von Gr. 3647. 3650. a. H. 502. Iw. 6025. 
dk mite a. H. 1293. 

dar zuo a. H. 1110. 1270. Iw. 3323. 2839. 
ein Satz steht dabei 

2, mit daz 
E. 6071 got ez gefriste daran, daz si begunde dem s werte 

fluochen. Gr. 2848. 
Gr. 1521 daz ich heize ein arm man, da bin ich unschuldec an. 

2. ein paratactischer: 
Gr. 2178 du hast mir da mite gemachet manege swaere, dune 
gesagtest nie guot maere. 



II. 

Der Infinitiv als eine Kategorie des Verbum. 



Einer der Casus dieses im I. Teil in seinen bei Hartmann 
noch vorhandenen Resten und den dasselbe vertretenden Con- 
structionen beobachteten verbalen Nomens war es, der durch all- 
mähliches Aufgeben seiner casuellen Beziehung und durch Aus- 
bildung verbaler Genus- und Tempusunterscheidung zu einer Kate- 
gorie des VerbmU; dem sogenannten Infinitiv, sich wandelte. Dieser 
Übertritt zum Verbum schliesst einen doppelten Vorgang ein, die 
Casusnatur musste erst absterben, ehe die Neubildung auf verbalem 
Gebiete erfolgen konnte. Je weiter der Infinitiv sich von seiner 
Casusnatur entfernt, um so weiter schreitet die Ausbildung der 
Genus- und Tempusunterscheidung vor. Ich werde daher zunächst 
die Grade des allmählichen Aufgebens der Casusnatur in dem ebenso 
manigfachem Gebrauche des Infinitivs in Hartmanns Epen und dann 
erst die Entwicklung des Genus und Tempus verfolgen. 

A. Die Entwicklnng iles Mnitiys als einer Kateprle des Venmin aus dem 
yerlialen Nomen Inrcli Anfialie der Casnsnatur. 

Wie zwar Einzeluntersuchungen vor allem die Pflicht haben 
für die Aufstellung allgemeinerer Sätze, die nichts als Schlüsse aus 
jenen sein sollen, das zuverlässige Material zu liefern, so bedürfen 
sie doch andrerseits auch dieser; denn nur mit Benutzung der 
weiteren, von diesen gegebenen Gesichtspunkte sind sie im Stande, 
eine jede Einzelerscheinung richtig aufzufassen und sie in das 
grosse System am rechten Platze einzureihen. Ohne Beeinträchti- 
gung ihrer vornehmlichsten Aufgabe aber können sie das nur, 
wenn die. von der allgemeinen Forschung gebotenen Gesichtspunkte 
sichere sind. In dieser Beziehung stösst die Untersuchung hier auf 
eine Schwierigkeit. Soll die Entwicklung einer neuen Kategorie 
durch Absterben früher ihr innewohnender Momente verfolgt werden, 
so muss zunächst feststehen, welches denn der Gesammtinhalt war, 

2* 



20^ 

von dem jene subtrahirende Bewegung anhob, d. h. hier, welcher 
Casus ursprünglich der Infinitiv war. Und eben diese Frage ist 
gegenwärtig noch nicht entschieden. Bopp und Schleicher lassen 
die Wahl zwischen Noniin., Accus., Locat. und Dativ. Grimm ent- 
scheidet sich für den Accus., Delbrück (Kuhns Zeitschrift Bd. XVllI 
p. 105) lässt die Wahl zwischen Accus., Dat., Loc, JoUy (Geschichte 
des Infinitivs im Indogermanischen p. 105 — 176) meint, es sei ein 
Dativ. Ihm folgt O. Erdmann, Untersuchungen über die Syntax 
der Sprache Otfrids I, § 199. Scherer endlich (Geschichte der 
deutschen Sprache p. 474^ p. 460^) hält ihn für einen Locativ. Peines 
aber wird von allen ebenso zugegeben, wie der erste Satz Bopps 
von der nominalen Natur des Infinitivs, nämlich, dass der Weg, auf 
dem er sich aus jenem entwickelte, der der Auflösung war. Hieraus 
ergiebt sich, welcher Gebrauch des Infinitivs als dem ursprünglichen 
Wesen desselben als am nächsten stehend zu betrachten ist, nämlich 
der, welcher bei kleinstem Umfang den grössten Inhalt des Begriffs 
bietet. Nicht weniger nun stimmen alle mit Ausnahme derer, die 
selbst den Nominativ berücksichtigen, darin überein, dass der Inf. 
ein Casus der Richtung gewesen sein müsse. Vom Begriff der 
Richtung indess gelangen wir zu dem der Absicht, welcher eben- 
falls ohne Widerspruch im Infinitiv und zwar gerade in seinen 
älteren Anwendungen liegt, nur durch Hinzufügung des ethischen 
Antheils der Person. Der Ausgangspunkt muss also der finale Ge- 
brauch sein. Übrigens meine ich, dass kein Casus den finalen Sinn 
vollkommener auszudrücken vermag, als der, welcher die beiden 
nach dem vorbemerkten zu ihm nöthigen Momente der Richtung 
und des ethischen Antheils enthält. Das ist aber der Dativ. Und 
so halte ich denn mit Jolly und Erdmann den Infinitiv für einen 
erstarrten Dativ. Indess, da dies doch immerhin noch strittig ist, 
so werde ich dieser Annahme keinerlei Einfluss auf die folgende 
Darstellung gestatten, sondern mich beschränken die Gebrauchs- 
weisen lediglich nach dem Schwinden der inhaltlichen Momente zu 
beurteilen und zu ordnen. So glaube ich einen auch bei dem 
heutigen Stande der allgemeinen Untersuchung des Infinitivs sichern 
Boden für die weitere Arbeit gewonnen zu haben, denn welches 
auch immer der Name des ursprünglichen Casus sein mag, mit der 
Darstellung einer in absterbender Entwicklung begriffenen Kategorie 
muss jedenfalls, soll sie historisch sein, da begonnen werden, wo 
noch die meisten inhaltlichen Momente an ihr erhalten erscheinen. 
Übrigens hat auch Jolly, in gerechtfertigter Vorsicht, trotzdem er 
den Inf. als erwiesenen Dativ ansieht, die Consequenz hieraus, alle 
Einzelfunctionen des Inf. streng aus der Natur des Dativs herzuleiten, 



21 

nicht gezogen, wie er selbst mit den Worten zugiebt p. 176: indessen 
würde keine einzige der gemachten Aufstellungen zu Boden fallen, 
wenn der deutsche Inf., wie die durch Grimms Grammatik herr- 
schend gewordene Annahme ist, ein Accus, (wohl auch „oder ein 
Locat/*) wäre. Die grösste Anzahl inhaltlicher Momente nun, welche 
im Infinitiv sich vereinigt zeigen, ist drei: 

1. Die abstracte Wortbedeutung. 

2. Die Bedeutung der Richtung. 

3. Die Bedeutung des ethischen Antheils der Person. 
Diese erlöschen in einer der angegebenen entgegengesetzten 

Reihenfolge: am ehesten schwindet der ethische Antheil des Subjects, 
stets verbleibt naturgemäss die abstracte Wortbedeutung. Daher 
kann das dritte nur im Bunde mit dem zweiten und ersten, das 
zweite mit dem ersten stehen. Consequent wäre es daher einzig 
hiernach die Behandlung des Infinitivs einzuteilen, es entstünde 
dadurch aber der Nachteil, dass die Behandlung des Inf. nach 
Verben, die ihn in verschiedenen Stufen seines Verfalles nach sich 
haben, namentlich nach wellen und den Verbis praeteritopraesen- 
tibus allzu sehr zerstückt würde. Ich werde daher immer den 
Gebrauch des Infinitivs nach einer Verbengruppe, wie das bisher 
von allen andern geschieht , im Zusammenhange und diese Verben- 
gruppen selbst in 3 Abschnitten behandeln, je nachdem bei dem 
auf sie folgenden Inf. noch alle drei Momente (der finale Infinitiv), 
oder nur die beiden ersten (der Infinitiv der Richtung, oder der 
consecutive), oder nur das erste sich geltend macht, die Fälle aber, 
in denen nach den nämlichen Verben der Inf. zugleich in einer 
schwächeren Bedeutung steht, immer bald an die, die ihn in älterer 
Kraft zeigen, anschliessen. Hierbei sei noch folgendes bemerkt. 
Das 2. und 3. Moment stammt offenbar aus der Casusnatur des Inf. 
Der Inf. der Richtung kann somit doppelter Natur sein, entweder 
ursprünglich, und in diesem Falle stehen die im 2. Abschnitt zu 
behandelnden Functionen der vollen Casusnatur noch ganz ebenso 
nahe, als die im ersten und von einer historischen Entwicklung 
gegenüber jenem ist nicht die Rede (dies trifft den Inf. nach den 
Verbis praeteritopraesentibus), oder aus dem finalen Gebrauch durch 
Aufgabe des subjectiven Antheils der Person erst geworden, alsdann 
ist im 2. Abschnitt eine Entfernung von der vollen Casusnatur und 
gegenüber dem ersten eine historische Fortbildung eingetreten (dies 
trifft den Inf. nach wellen). So hoffe ich mich wenigstens nicht 
allzusehr von der bisher üblichen Ordnung in der Behandlung 
dieser Verbenklassen zu entfernen , ohne doch zugleich die 
Consequenz der Darstellung Schaden leiden gelassen zu haben, 



22 

Immer parallel mit dem so sich entwickelnden einfachen Inf. 
verläuft eine verjüngte Form desselben. Während das Nachlassen 
in der Kraft des Infinitiv seinen ferneren Gang nahm, blieb doch 
das ßedürfniss nach dem Ausdruck derselben Gedanken, denen der 
Infinitiv einst in seiner Vollkraft zu genügen im Stande war. Dem 
nun durch die veränderten Verhältnisse eintretenden Mangel ab- 
zuhelfen war das nächstliegende Mittel die ursprüngliche Casus- 
natur des Infinitivs durch eine sie verstärkende Präposition von 
neuem herzustellen. Es bildete sich der Infinitiv mit ze, sowohl 
in der volleren als in der kürzeren Form, bei Hartmann in den 
Epen ohne bemerkbaren durchgehenden Unterschied. Auch dieser 
präpositionale Inf. kann zunächst nur zum Ausdruck des finalen 
oder consecutiven Gedankens geschaffen worden sein, ganz ebenso 
wie der einfache. Von hier aus ist daher seine Entwickelung als an- 
hebend anzusehen. Über die Richtung dieser Entwickelung aber war 
bereits von Anfang an entschieden : sie war untrennbar gebunden an 
die, welche der einfache Infinitiv vor ihr eingeschlagen hatte. Ich 
werde daher den Inf. mit ze immer neben den einzelnen Verwendungs- 
arten des einfachen behandeln. Dabei wird sich erkennen lassen, 
dass das ursprüngliche Verhältniss beider bei Hartmann noch ziem- 
lich rein hervortritt: die Neubildung mit verstärkter Casusbedeutung 
hat erst auf den Gebieten Boden gewinnen können, in denen die 
Absicht oder Richtung hervortritt und auf denen sich daher das 
Erblassen des einfachen Inf. am ersten bemerkbar machen masste 
(bei dem freien finalen Inf., bei den Verben der Bewegung, des 
Erstrebens; nach den Ausdrücken des Geschehens wie überhaupt 
in consecutiver Bedeutung herrscht sie sogar ausser nach den Verbis 
präteritopräsentibus, deren Verbindung mit dem Infinitiv der Zeit 
vor jener Neubildung überhaupt angehört, unumschränkt), noch 
aber hat sie sich von ihrem Ausgangspunkte, geschützt von der 
Präposition, auf dem Wege der Degeneration bei Hartmann nicht 
soweit zu entfernen vermocht, dass sie, wie bereits der einlache 
Inf., nur noch die abstracte Wortbedeutung zurückbehalten hätte, 
und so ist denn der letztere von ihr nach den Verbis präterito- 
präsentibus und nach wellen, nach den Verben der Wahrnehmung 
und nach den Verben der Aeusserung einer Willensmeinung gänz- 
lich unangefochten geblieben. Der Inf. mit ze hat also den ein- 
fachen Inf. auf dem Wege seiner parallelen Entwickelung noch 
nicht eingeholt, sondern dieser ist ihm voran. Andererseits erinnere 
ich hier an das p. 10 bemerkte: weiter als bis zur Aufgabe aller 
casuellen Beziehung hat es auch der einfache Inf. noch nicht ge- 
bracht, er kann in Hartmanns Epen noch nicht den doch unbedeutenden 



23 

Schritt zum Nominativ thun, der zwar ein beziehungsloser Casus 
wäre, aber immerhin doch ein Casus, noch weniger natürlich kann 
er andere oblique Beziehungen annehmen, und wenn er dies nicht 
kann, so kann dies der in der Entwickelung stets hinter ihm zurück- 
bleibende präpositionale Infinitiv erst recht nicht. 

Schliesslich dürfen auch hier nicht, wie im f. Teile, als weitere 
parallel laufende Entwickelungen die Constructionen unerwähnt ge- 
lassen werden, welche in Hartmanns Epen dem Infinitiv sein Ge- 
biet streitig machen und im Laufe der Zeit in einzelnen Punkten 
ihn zurückgedrängt haben: Participia, Satzconstruction, Vertretung 
durch neutrale Pronomina und in den Fällen, in denen der Inf. 
seiner Casusnatnr noch näher steht, sollen auch etwa sich findende 
Parallelconstructionen nominaler Substantiva nicht übergangen werden, 
insofern durch sie die Auffassung des Inf. als eines Substantivums 
uns näher gebracht wird. 

1. Der finale Infinitiv. 

Im finalen Gebrauch zeigt sich der Infinitiv im Besitz der 
meisten inhaltlichen Momente und also wohl seiner ursprünglichen 
Casusnatur, vermuthlich der dativischen, am nächsten stehend. Von 
hieraus nahm der ganze Prozess der Auflösung seinen Anfang, 
der nicht blos schwächere Bedeutungen des Inf. schuf und sie 
neben die alte setzte, sondern die letztere bedeutend zurückdrängte. 
Hier also, wo die grösste Anforderung an den Inf. gestellt wurde, 
scheint er am frühsten einer Unterstützung durch die Präposition 
bedürftig gewesen zu sein. In Hartmanns Epen ist er an sich, 
ohne durch die Abhängigkeit von Verben mit finalem Sinne in 
seiner eignen finalen Bedeutung unterstützt zu sein, fast gar nicht 
mehr im Stande jener Anforderung zu genügen. 

a) Der freie finale Infinitiv. 
Ohne durch die Verbindung mit einem Verbum bereits finalen 
Sinnes gestützt zu sein, tritt die alte finale Kraft des einfachen 
Inf. in Hartmanns Epen nur noch an einer Stelle hervor. 

G. 2871 da leite er gehalten sine isenhalten, 
ein Fall, den man also an Alterthümlichkeit jenen von Jolly ange- 
führten Nib. 252, 1: ir schilde behalten man do truoc und 4421, 2 
sine tarnkappe er behalten truoc gleichsetzen muss. cf. auch gute 
Frau 1919. Gesammt- Abenteuer 3, 220, 868. Salman und Morolf, 
Vogt, 369, 3 abe zöch er daz gewäfen und hiez im ez gehalten tragen. 
Sonst vermag der blosse Inf. nach seinem Entwickelungsstadium 
bei Hartmann dieser Aufgabe nicht mehr zu genügen, hierzu ist 



24 

das ethische Moment bereits allzusehr zurückgetreten, und auc h für 
die eben genannten Fälle bleibt zu berücksichtigen, dass legen wie 
tragen den Verben der Bewegung nahe stehen, cf. diese, nament- 
lich sich legen. Als ziemlich frei cf. auch E. 49 unter riten ib. 
Die selbständige finale Kraft erlangt er vielmehr erst wieder da- 
durch, dass die Präposition ze seinen casuellen Charakter hervor- 
hebt, ganz wie auch andere Substantiva dadurch bei Hartmann wie 
anderswo finale Bedeutung erhalten z. B. E. 5436 ichn frage iuch 
niht ze leide. Gr. 2819 die wil ich dir ze stiure geben, und ze 
wandel geben Iw\ 7555. cf. auch Parz 211, 28 inen was ze werke 
gegeben. Nach dem vorher über das Verhältniss des einfachen und 
des präpositionalen Inf. zu einander bemerkten, muss es nur natür- 
lich erscheinen, dass gerade hier die Neubildung, die ja von hier 
aus eigentlich gleichfalls ihren Ausgang nimmt, stark nachgerückt 
ist und den einfachen Casus ganz verdrängt hat. Solche Fälle, in 
denen der Inf. im Bunde mit ze wieder selbständige finale Function 
versieht, giebt es in Hartmanns Epen 11, nämlich 7 im Erec, 3 im 
Gregorjus, einen im Iwein, und zwar gehen ohne Unterschied die 
flectirten neben den nicht flectirten Formen her, doch sind auch hier 
im Erec wie beim Genit. und Dat. des nomen actionis (cf. p. 1(). 20) 
die unflectirten Formen häufiger (5 mal). 
E. 1458 nam urloup ze riten in eilende. 

2862 urloubes gerte er «a ze riten heim ze hüse. 

3963 daz ir munt ze sprechen iht üf kaeme. 

5664 durch schoenen list er sprach im ze benemeii sin 

Ungemach. 
6147 ie mitten unde si daz swert sich z'ertöten häte Lcesat. 
E. 9978 nam urloup ze varne heim ze hüse. 

3098 daz ze sprechenne ir munt iht üf kaeme. 
G. 566 ez waer' ze helne daz mein versant. 

594 im enwart da, benant wxder Hute noch laut, geburt noch 
sin heimuot. daz was ouch in ze helne guot. 
(Wenigstens ist dieser Inf. wohl nicht abhängig zu machen von 
„was guot'* in consecutivem Sinne (wohl fälschlich als Subjects- 
verhältniss aufgefasst) und daz als Object zu helne zu nehmen, so 
dass es bedeuten würde: dieses zu verhehlen war ihnen gut, sondern 
daz ist wohl vielmehr Subject zu was guot und der Inf. bezeichnet 
den Zweck = dieses zu thun war auch ihnen dazu gut, um os zu 
hehlen (s. u.). 

G. 2341 der hat tavel und sidin gewant minem hern ze koufen 

geben. 
Iw. 7775 arzte gewan her G&wein ze heilenne ir wunden. 



25 

Andererseits genügt die eine Präpostion zur Hervorhebung der 
casuellen Beziehung bei Hartmann vollständig, hier wie überall, 
einen Inf. mit doppelter Präposition kennt er nicht. 

Aber der Gebrauch des finalen wie des Inf. überhaupt ist be- 
schränkt auf die Fälle, in denen ein besonderes Subject der im 
Inf. angegebenen Handlung nicht ausgedrückt zu werden braucht, 
sei es, weil es ein allgemeines oder ein leicht zu ergänzendes ist, 
erfind dies ist wohl zunächst der Anlass, dass der Inf. namentlich in 
seinem finalen Gebrauch von der deutlicheren Satzconstruction an- 
o-egriflfen wird. Bei Hartmann ist nun diese Auflösung bereits be- 
denklich weit vorgeschritten. Sie ist geradezu das Gewöhnliche 
und steht auch bei gleichem Subject. 

Bei verschiedenem Subject steht ein Satz mit der Conjunction 
daz: z. B. E. 8556. 7418. 9751. 6431 (durch daz), 1815. 827. G. 282. 
2497. 2542. 2820. 3667. 2986. 6124. 3830. 3522. 3606. a. H. 254. 
24 (dar umbe dazj. Iw. 2176. 6836. 5990. 760 2. Mit finalem Relativ- 
pronomen z. B. E. 4011. 3563. 4402. 

Bei gleichem Subject z. B. folgt daz E. 2245. 225. G. 1703. 
2874. 3035. a. H. 19 (dar umbe daz). Iw. 3290. 5312. 

Zu einem Vergleich des Gebrauches dieses freien finalen Inf. 
mit dem bei Otfrid giebt Erdmann leider keinen Anhalt, doch möchte 
ich die I § 351 angeführten Fälle dem freien finalen Inf. als nahe- 
stehend bezeichnen. 

b) Der finale Infinitiv in Abhängigkeit von Verben. 
Leichter konnte der Infinitiv seine finale Bedeutung wahren, 
wenn er in Abhängigkeit von Begriffen trat, die nicht sowohl die 
Handlung selbst, die da bezeichnet werden sollte, sondern nur den 
Plan zu ihr als ihrer Voraussetzung ausdrückten. Da er nun 
keinesfalls seinem Ursprünge nach ein Genitiv war, so kann der 
Infinitiv überhaupt, so lange das Gefühl für seine Natur nicht ganz 
erloschen ist, nicht von einem Substantivum abhängig gemacht 
werden. Warum dies bei Hartmann in den Epen nirgend geschieht, 
brauche ich also nicht zu erklären, wohl aber verdient es hervor- 
gehoben zu werden. Etwas anderes ist es, wenn Substantiva mit 
einem Verbum zu verbalartigen Ausdrücken verschmelzen. In 
diesem Falle hängt wohl bisweilen ein Infinitiv (und zwar der 
präpositionale) in Hartmanns Epen von der ganzen Verbindung 
ab. Ebenso verhält es sich mit solchen Verbindungen von Adjec- 
tiven. Ich werde daher diese wie jene im ganzen weiteren Verlaufe 
nicht von den Verben trennen, weil dies für das Verständniss des 
Infinitivs nicht das geringste Fördernde böte, da er nach ihnen in 



26 

keinem andern Sinne steht als nach Verben. Die wenigen Fälle 
aber, in denen ein Infinitiv allerdings von einem Adjectivuiii un- 
mittelbar abhängt und auch in einem andern Sinne, werde ich für 
sich behandeln und im Anschluss hieran die Fälle auch bringen, 
in denen der Verbalbegriff nun zwar nicht durch den Infinitiv , aber 
durch andre ihn ersetzende Constructionen nach Substantiven aus- 
gedrückt ist. 

Der finale Infinitiv nun speciell hängt nur von Verben und 
verbartigen Ausdrücken ab. 

a. Der finale Infinitiv nach den Verben der Bewegung, 

J. Grimm, Gram. IV., p. 92 und ihm folgend Erdmann wie 
auch andre stellen an die Spitze der den Infinitiv regierenden Verben 
die Verba präteritopraesentia. Ich schliesse mich dem aus Rück- 
sicht auf das Entwickelungsstadium des von ihnen abhängigen Inf. 
in Hartmanns Epen nicht an, weil abgesehen davon, dass der Inf. 
nach ihnen selbst in seinen älteren Verw^endungen nicht sowohl 
finalen Sinn als vielmehr blos den der Richtung zeigt, er gerade 
nach ihnen durch alle möglichen Abstufungen hindurch das meiste 
von seiner Selbständigkeit aufgegeben hat. Aehnlich urteilt auch 
Jolly. Mit viel grösserem Recht glaube ich das Verzeichni.«s mit 
den Verben der Bewegung eröffnen zu dürfen, bei denen die Zweck- 
bedeutung des Inf. durch alle Zeiten unverkennbar geblieben ist 
und nach denen er auch eine gewisse Selbständigkeit bewahrt, die 
an seinen freien Gebrauch erinnert. Auch Jolly (p. 161) rechnet 
diese Construction zu dem freien alten Gebrauch, bestimmter schon 
vorher, A. Köhler, der syntaktische Gebrauch des Inf. im 
Gothischen, Pfeiffers Germania XII, p. 453 zu dem finalen. Der 
Inf. nach den Verben der Bewegung bezeichnet nicht lediglich 
die Richtung, denn diese könnte nur nach etwas bereits vorhan- 
denem gehen, sondern vielmehr die Absicht, die da auf etwas von 
dem Subject erst noch zu schaffendes abzielt, cf. die einzelnen 
Fälle. Fürs Latein freilich verlangt die accusative Form des nach 
den Verben der Bewegung stehenden Inf. (des Supinum) die 
Annahme, dass hier der Begriff der Richtung als Stellvertreter des 
der Absicht der Sprache genügend geschienen hat. cf. Eugen 
Wilhelm de infinitivi linguarum Sanscritae, Bactricae, Persicae, 
Graecae, Oscae, Umbricae, Latinae, Gothicae forma et usu. I^enaci 
1872, p. 63. ! 

Die häufigste Verwendung findet in Hartmanns Epen der 
Inf. nach 

Gän. Aber dem freien Gebrauch gegenüber, den uns das 



27 

Gothische und Althochdeutsche vermuthen lassen (Grimm, Gram. IV, 
96. Erdmann 204) zeigt Hartmann in den Epen eine immer mehr 
hervortretende Einschränkung. Noch sehr nahe der alten Freiheit 
steht der Erec. Zwar macht sich auch in ihm bereits eine Ein- 
engung des Gebrauchs auf Ausdrücke aus dem damaligen täglichen 
Leben, dem Familienleben und der täglichen Beschäftigung geltend, 
aber ein guter Teil der Verbindungen 'hat sich hier doch noch 
ausserhalb des Schutzes dieser zu einem einheitlichen Gedanken 
durch die Häufigkeit des Gebrauches verwachsenen Zusammen- 
stellungen zu behaupten gewusst. 

Ausdrücke der ersteren Art sind: 
gan ezzen 6357. 6379. 6410. 6421. 
gän släfen 3952. 8578. 8591. 
gan ruowen 908. 
gän schon wen 1156. 9919. 
gän spehen 7079. 
Ausserhalb dieses Ideenkreises aber fallen wohl: 
gan suochen 7083. 

gän blasen 9611 und die alterthümlich anmuthenden gän 
stän 6832. 7625. 8967. 8985. und 
gän sitzen 7877. 8255. 9928. 
In den drei andern epischen Dichtungen aber erscheinen alle 
jenem Gedankenkreise fernstehenden Verbindungen aufgegeben. Im 
Gregorjus erinnert nur noch 

Gän klagen 2143 
an die freiere Verbindung. Alle andern Fälle hier wie im armen 
Heinrich und Iwein fallen in jenen engen Kreis formelhaft gewor- 
dener Ausdrücke: 

G. gän släfen 2830. 

gän kurzwilen 807. 
a. H. gän släfen 470. 515. 
Iw. gän ezzen 351. 6545. 
gän schouwen 6427. 
Alle andern Verba der Bewegung treten bedeutend zurück. 

Varn. Kommt gän an Umfang und Art des Gebrauches am 
nächsten. Im Erec und Gregorjus findet es sich je 2 mal: 
im E.: varn kempfen 8642. 
varn schouwen 9764. 
im G. : varn vischen 2833. 
varn suochen 3306. 
im a. H. findet es sich gar nicht, im Xwein dagegen 6 mal; 
varn sehen 808, 



28 

varn sin dinc schaffen 1596. 
varn suochen 926. 5760. 
varn turnieren 2921. 3005. 
Das Wort scheint seit der ahd. Zeit an Gebiet nichts eingebiisst zu 
haben. Der erste Fall aus G. und die beiden ersten aus Iw. decken 
sich mit ahd. Verbindungen genau : Otf. 5, 13, 3 fuar Petrus fisgou. 
hymn. 19, 8 farant sehan.- Tac. 162, 1 ih faru garawen. 

Kommen ist dem gegenüber im Abnehmen begriffen. Von 
den reichlichen Belegen im Goth. und ahd. findet sich nur im Erec 
das auch mit gän und varn verbundene schouwen: 
5129 komen klagen und schouwen. 
Ausserdem kommt vor im Iwein ironisch 

komen sterben 5243. 
Von den ahd. so häufigen Verbindungen des Inf. mit Verben des 
Eilens findet sich bei Hartmann. 
II en im Erec einmal 

ilen emphähen 10010. 
Grimm, Gram. IV, 98 hätte es also Hartmann nicht ganz ab- 
sprechen sollen. 

riten. riten üz kurzwilen E. 3061. durch weitere Ausbildung zum 
Satze ziemlich frei folgt ein Inf. E. 49: sine woldo riten 
fürbaz den ritter frä-gen märe selben wer er wäre, cf p. 27. 
riten birsen G. 2290. 2300. 
riten suochen Iw. 6331. 
sich legen findet sich nur im Iwein 2 mal. 
Keii legt sich slafen 74. 
si heten sich slafen geleit 82. 
zu den Verben der Bewegung ist in einem Falle auch sin zu rechnen, 
wie schon Otfrid es gebraucht: 

G. 775 daz si benamen wären vor tage vischen üf dem se, 
(cf. Erdmann I § 335), 
wo sin gleichbedeutend mit dem Perfect eines Verbum der Be- 
wegung ist. cf. oben G. 2833. Dieser Fall ist wohl zu scheiden 
von dem Grimm, Gram. IV, 7. 92 erwähnten, wo das Praeteritum 
von wesan mit dem Inf. nur eine Umschreibung des Praeteritum von 
dem im Inf stehenden Verbum selbst ist. Letzterer Fall findet sich 
in Hartmanns Epen gar nicht. Bei dieser Gelegenheit sei eine 
Nebenbemerkung über den Inf. nach werden gestattet. Hartmann 
hat ihn nicht. Nhd. aber ist er in der erregten volksthüm liehen 
Rede erhalten, um grösseren Nachdruck zu erzielen, eben darum 
aber auch nur auf das Präsens historicum beschränkt z. B. von 
einer vergangenen Handlung spricht eine erzürnte Mutter; wird 



29 

Ihnen der Junge nicht auf den Baum klettern? u. ä. Den Verben 
der Bewegung stehen nahe die des Beharrens in einem Zustande: 

sitzen findet sich nur im Erec mit dem Inf. verbunden. 
E. 9699 als si frou Enite gesach dort sitzen weinen. 

womit die Stelle 

910 ze rouwe si dö säzen 
zu vergleichen ist. 

Stän hat den Inf. nach sich 
G. 2279 da ich in da stende sach klagen. 
Man könnte freilich auch von sehen den Inf. abhängen lassen, wo- 
für G. 2224 spricht, so dass es bedeuten würde : ich sah ihn im 
Stehen weinen. Treffender aber ist wohl, den Inf. klagen zu stende 
und dies Particip zu sehen zu construiren. 

Ebenso gehören zu den Verben der Bewegung deren Causa- 
tiva senden und auch füeren. Sie finden sich aber nur im Erec mit 
dem blossen Inf. verbunden. 

2517 frou Melde hete einen garzün gesant besehen, 
füeren ezzen 8359. 

Bei der noch ausgesprochenen finalen Function dieses Infinitivs 
ist das Eindringen der präpositionalen Verstärkung bei ihm leicht 
begreiflich und fand vereinzelt bereits bei Otfrid statt cf. Erdmann 
I § 349. Der Inf. zeigt bei dieser Verbengruppe immer die kürzere 
Form. Man kann den unterschied im Gebrauche beider in den 
Epen Hartmanns vielleicht so bestimmen: der blosse Infinitiv steht 
bei Verben der Bewegung nie, wenn der Zweck nicht ohne weiteres 
in seine Ausführung übergehen kann. Der Grund ist offenbar der, 
dass dann der finale Charakter mehr hervortritt und eine Hervor- 
hebung auch in der Sprache nahe legt. Man könnte auch sagen, 
bei Verbindungen, die dem täglichen Leben angehören, vermag die 
Praeposition nicht einzudringen. Im Grunde decken sich beide 
Beobachtungen, denn die dem gewöhnlichen Leben entnommenen 
Absichten lassen auch am wenigsten an ihrer Ausführung zweifeln, 
weil sie ja immer zuvor ausgeführt zu werden pflegten. Daher 
nannte ich p. 31 die Verbindung komen sterben Iw. 5243 ironisch, 
weil durch den blossen Inf. das Eintreten des Sterbens als ganz 
selbstverständlich gedacht ist. 

So ist es erklärlich, dass gerade gän, das ja namentlich in jenen 
formelhaften Ausdrücken zu stehen pflegt, dem einfachen Inf. treu 
bleibt. 

Varn findet sich einmal mit dem präpositionalen Inf. : 
E. 1784 ouch vuor der künec ungebeit ze behalten sine gewonheit. 

komen hat bereits im Erec ihn 2 mal nach sich: 



30 

468 daz er komen dar wäre ze nemen den sparwäre (womit 
zu vergleichen Trist. 3235). 
5254 die komen in ze schouwen. 
senden. G. 2070 senden ze loesen. 

Der Inf. aber überhaupt nach Verben der Beweguiior hat 
mancherlei Concurrenten. Ihm in seiner alten Bedeutung am 
nächsten kommen wohl die Fälle, in denen der Zweck der Be^veguno« 
durch ein Substantivum mit einer Praeposition bezeichnet wird, wie 
es im Erec und auch im Iwein gerade nach komen, einigemal auch 
nach riten geschieht: 

E. 2618 wand er dar niene kam üf guotes gewin. 2421. nament- 
lich mit durch und dem Inf. 
E. 9312 durch justieren mere nach riten. 
2658 enwäre er niht ze helfe komen. 
9101 si riten von einander dan durch justieren mere. 
Iw. 4294 do ich dar kom durch clagen. 4542 (nach). 
1853 komen einem ze wer. 

Ferner läuft hier wie oft Participialconstruction neben dem Inf. 
her. Statt des Inf. suochen nach gän und riten ist sogar viel 
häufiger das Particip. Den beiden oben p. 30 unter gän und p. 31 
unter riten gegebenen Fällen für den Inf. suochen E. 7083. Iw. 6331 
stehen acht für das Particip gegenüber: E. 6688 (nach gän). 8523. 
227 (nach riten). Iw. 6425 (nach gän). 530. 5775. 4163 (nach riten); 
die achte ist im Erec nach riten. Der Verschiedenheit der Con- 
struction liegt wohl ursprünglich eine verschiedene Auffassung zu 
Grunde. Der Inf. bezeichnet den Zweck, der da das Ziel der 
Bewegung ist und eigentlich zeitlich hinter dem Verbum finitum 
gedacht ist, so dass suchen mit dem ähnlichen Sinn von finden 
ziemlich identisch ist, das Participium praesentis bezeichnet eine 
der Haupthandlung bereits gleichzeitige Thätigkeit: mit Suchen 
beschäftigt reiten. Daher ist es natürlich, dass die participiale 
Construction gerade bei den Verben des Verharrens in einem Zu- 
stande den Inf. mit Ausnahme der oben angeführten wenigen Fälle 
(cf. p. 32) verdrängte. Sitzen, im Erec noch mit dem Inf. verbunden, 
hat im Gregorjus bereits das Part, nach sich: 

G. 315. sitzende swigende. 
ligen und beliben finden sich nur mit dem Part. < 

E. 919 si beide spilende beliben » ^ 

Iw. 3516 die wile ich släfende lac. 
cf. hierzu läzen mit dem Part. 

Am gefährlichsten aber war diesem wie dem freien finalen Inf. 
die Vertretung durch einen Satz, der entweder subordinirt mit der 



31 

Conjunction daz oder mit dem Relativpronomen oder para- 
tactisch mit und zugefügt erscheint. Über das Verhältniss von 
Satz und Inf. cf. jedoch die Bemerkung p. 49. 
Ein Satz mit daz folgt 
£. 70 ich wil riten dar, daz ich iu diu maere ervar. 

205 ouch was er komen, daz eru zem dritten naeme. 3676. G. 3606. 
1249 er hat mich her gesant, daz ich gewinne iuwer hulde. 3088. 
6363. 9751. G. 3035. Iw. 2176. 5849. 
mit dar umbe daz 
E. 6817 der lief durch den walt dan, dar umbe daz erz dem wenegen 
künege taete kunt. Mit dem Inf. verbindet sich loufen bei 
Hartmann nicht, doch z. B. F. Pfeiffer, Marienlegenden XX, 
171 sprechen ir gebet, 
mit durch daz 
a. H. 14.00 die riten unde giengen, durch daz si in enpfiengen. 
Ein Relativsatz folgt 
Iw. 2606 heizet eteswen komen, der sichs underwiude. 

.5775 er sante sin selbes tohter, diu vür si suochende reit. E. 2879. 4402. 
Ein paratactischer Satz mit und folgt bei Hartmann immer, wenn 
das Verbum der Bewegung im Imperativ oder auffordernden Conjunctiv steht. 
E. 24 rit unde ervar. 4994 rit unde sage. Iw. 8033 genc unde ervar. 
316 genc und bewar. 5834 ez kume her und ezze. 
Zweimal auch nach einem Indicativ (cf. 0. Erdmann I § 282) p. 39. 57. 
Iw. 3911 her Iwein legt sich unde slief. 

5942 daz er engegen ir gienc und si enpfienc. 

Zur inchoativen Bedeutung sind von den Verben der Bewegung 
gän und varn abgeblasst, ersteres in den Verbindungen gän stän 
und gän sitzen (p. 27), welche überall nur sich stellen oder 
treten und sich setzen bedeuten, varn in der Wendung Iw. 1596 
(p. 28, eine Parallelstelle führt G. F. Benecke an) und E. 1784 (p. 29), 
wo Haupt* mit Recht das überlieferte zu beim Inf. streicht und 
diesem ein Satz mit daz gleichgestellt ist: daz er' den kus naeme da. 

Zur blossen Umschreibung dienen sie dagegen nirgend, Fälle, 
in denen auch der abhängige Inf. ein Verbum der Bewegung wäre, 
wie sich ik kumu gangan, suogan, faran, uuallan im Andd. findet 
(R. Steig, über den Gebrauch des Infinitivs im Altniederdeutschen, 
in der Zeitschrift für deutsche Philologie XVI, a. 1884, p. 337), 
kommen bei Hartmann nicht vor. 

Weil nicht den Zweck, sondern die Art einer Bewegung bezeichnend 
gar nicht hierher gehören die Fälle, in welchen zu diesen Verben ein Particip 
tritt (J. Grimm, Grram. IV p. 126). Das zweite findet sich in geriten komen 
E. 2654. 2681. 8682. Iw. 608. 1000. 4531. 4916. 5807. 6087. 6349. 6900; 4380, das 
erste 

E. 6148 nü kam er ritent an die stat. 

Iw. 7106 ez lief kreiierende hie behender garzüne ^uoc, 



32 

ß. Der finale Infinitiv nach den Verben des Erstrebens. 
Um vieles natürlich wird dem Inf. seine finale Function er- 
leichtert, wenn die finale Beziehung bereits in dem Verbum finitum 
liegt. Er steht daher nach allen Verben und verbartigen Aus- 
drücken, welche ein Erstreben bezeichnen, und zwar enger ver- 
bunden als mit den Verben der Bewegung. Hier hat er vermöge 
seines Ursprunges seine gehörige Stelle, und es kann nicht gut sein 
diese grosse Gruppe nach Gesichtspunkten, die nicht von der Katur 
des Inf. hergenommen sind, in Unterabteilungen zerlegen zu wollen. 
Hierher ziehe ich nämlich auch die Verba des Gefühls, die weder 
als besondere Gruppe behandelt werden noch etwa dieser ganzen 
Klasse den Namen geben dürfen. Denn es wäre falsch zu glauben, 
alle Verba des Gefühls könnten bei Hartmann mit dem Inf. ver- 
bunden werden; so allgemein vermag der Inf. bei ihm noch nicht 
eine jede nähere Bestimmung, in welchem grammatischen Verhältnisse 
sie auch zum regirenden Verbum stehn mag, frei diesen Verben 
zur begrifflichen Vervollständigung hinzuzufügen, es stellt sich viel- 
mehr heraus, dass der Inf. hier noch seinen finalen Charakter ge- 
wahrt hat, in der grammatischen Tatsache, dass er nur nach den 
Verben des Gefühls steht, die eine finale Beziehung auf die Zukunft 
enthalten, also den Gefühlen des Erstrebens und Vermeidens. Noch 
nicht haben bei Hartmann den Inf. nach sich Verba der Gefühle, 
die ihre Beziehung in der Vergangenheit oder Gegenwart haben, 
wie die Begriffe sich freuen und sich betrüben. Zwar hat 
auch wünschen nur Satzconstruction nach sich, das doch gewiss 
eine Beziehung auf die Zukunft enthält, aber in den beiden Fällen, 
welche sich allein finden, tritt ein neues Subject ein. Hier kann 
also darum der Inf. nicht stehn. Auch einzelne andere derartige 
Verba nehmen den Inf. nicht zu sich, doch lässt es sich wegen des 
vereinzelten Auftretens nicht feststellen, ob bei Hartmann überhaupt 
oder nur zufällig nicht. Darin, dass gerade Verba des Gelühls 
ohne finalen Sinn trotz häufigeren Vorkommens für ihn unempfäng- 
lich sind, vermag ich keinen Zufall zu sehen, sondern glaube viel- 
mehr hier den Punkt in Händen zu haben, an welchem in dieser 
Reihe der Entwicklung, wenn auch natürlich nicht mehr in Hart- 
manns Sprachgefühl, aber doch in dem ihm überlieferten Spi ach- 
gebrauch, der auf älteren Verhältnissen beruht und schliesslich in 
seinen Grundzügen durch die ursprüngliche Natur des Inf. bedingt 
ist, eben die Nachwirkungen dieser Natur einer Übertragung von 
seinem Gebrauche nach finalen Verben des Gefühls auf das diesen 
begrifi'lich zwar nahe liegende, ihm aber nicht wie jene durch das 
ßedürfniss nach einer finalen Ergänzung seit uralter Zeit zugänglich 



gewordene Gebiet der Verben des Gefühls überhaupt noch hinderlich 
waren. Erst musste der Inf. zur blossen Specialisirung des Begriffs 
herabgesunken sein, ehe er nach allen Verben des Gefühls stehn 
konnte. Auch in dieser Entwicklungsphase zwar finden wir den 
Inf. bei flartmann längst (cf. den 3. Teil), aber nach Verben des 
Gefühls nimmt er diese Stufe noch nicht ein, und daher müssen 
sie in diesem 1. Teile unterm finalen Inf., nicht im 3. unter dem 
blos begrifflich ergänzenden dem Sprachgebrauche Hartmanns ent- 
sprechend behandelt werden. Eine Sonderung derselben von andern 
Verben des Erstrebens wäre nur aus logischen Gründen, nicht 
lediglich aus Rücksicht auf die Natur des Inf. getroffen, denn für 
den Inf. ist es nicht der Umstand, dass es Verba des Gefühls sind, 
der ihn zu diesen Verben gesellt, sondern dass in ihnen ein ihm 
verwandter Begriff der Absicht enthalten ist. 

Hierin liegt nun andrerseits der Grund, dass die finale Natur 
des Inf. hier leichter verkannt werden kann als bei den Verben 
der Bewegung; dort wurde der finale Gedanke lediglich von ihm 
getragen, hier liegt er schon im verbum regens, und man ist ge- 
neigt in diesem allein nur ihn bald noch zu fühlen, so dass dann 
der Inf. sich bisweilen einer blos begrifflichen Ergänzung zu nähern 
scheint. In Folge dessen wohl hat in dieser Gruppe der präpo- 
sitionaie Inf. nur geringen Eingang gefunden, nämlich nur nach 
gern (schon bei Otfrid, cf. 0. Erdmann I § 350), gelüstet, ge- 
denken und einem ist gedeiht. Dagegen steht er allein, soweit 
de: Iiif. übe.-iu-upt steh;;, nach allen mit Verben zu verbalen Aus- 
drücken vereinigcen Av^jectiven und Substantiven, wohl weil deren 
Entstehung jünger ist, ihrer mancher vielleicht erst unserm Dichter 
verdankt wird, so dass er hier also Avohl im Allgemeinen nicht 
erst mit dem einfachen um den Platz zu ringen hatte, sondern ge- 
mäss der zunehmenden Einschränkung des einfachen Inf. ihn meist 
von vornherein erhielt. Diese Beobachtung von der Vorliebe zu- 
sammengesetzter Ausdrücke für den präpositionalen Inf. wird sich 
noch mehrfach wiederholen. Gemacht ist sie bereits von O. Erd- 
niann I § 348 für das Nhd., doch widerspricht ihr schon Otfrid nicht, 
cf. gegenüber § 336 § 349 stal geban, § 353, und auch bei den 
ahd. Übersetzern ist sie in Kraft ^^A. Denecke, der Gebrauch des 
Inf. bei den ahd. Übersetzern des 8. und 9. Jahrb., Leipzig 1880, 
cf. p. 21 ff. gegenüber p. 69 ff.), sowie im Andd. (R. Steig p. 344 
gegenüber p. 492. 494 ff.). Im Got. folgt nach Verbindungen mit 
Substantiven wenigstens nie der einfache Inf. (A. Koehler p. 459). 
Die ursprüngliche Natur dieses Inf. kann aber keinem Zweifel unter- 
liegen. Es ist hier Veranlassung auf einen schon p. 11 berührten 

6'. V. Monsterberg- Miinckenau, Der Infinitiv in cl. Epen Hartmanns von Aue. 3 



34 

l^unkt zurückzukommen. Die Verba der Bewegung waren subjectiv 
und es konnte bei ihnen die Gefahr nicht eintreten den Inf. nach 
ihnen in irgend einer Casusrolle erblicken zu wollen, es sei denn, 
dass man noch seine ursprüngliche Casusaatur hätte wollen aner- 
kennen. Bei allen Arten objectiver Verba dagegen hat es sich 
der Inf. gefallen lassen müssen als der eine oder andre oblique 
Casus ausgegeben zu werden, je nachdem das Verbum von nominalen 
Substantiven sonst den einen oder den andern bei sich zu haben 
pflegte. Dies widerspricht aber aufs schärfste der historischen Ent- 
wicklung des Inf., wenn damit das grammatische Verhältniss be- 
zeichnet werden soll, wenn das logische, so hat es für das richtige 
Verständniss des Inf. keinen Zweck, weil wohl keine zweite syn- 
tactische Kategorie so streng historisch aufgefasst sein will als 
gerade der Inf., zu dessen Erkenntniss wir nur auf diesem Wege 
zu gelangen hoffen dürfen, wie wir auf ihm zu der bisher uns 
erschlossenen gelangt sind (cf. J. Jolly p. 183). Die Entwicklung des 
Inf. ist aber im Deutschen eine völlig einheitliche, wie in der Bil- 
dung, so in der Entwicklung der Bedeutung, er ist hier wie überall 
der finale Casus in den Abstufungen der Verblassung, die er durch 
Aufgabe inhaltlicher Momente erhält, vermutlich also der Dativ, 
und man darf die Entwicklungsreihe, die auch die bedeutende 
Depravation nicht völlig hat verdunkeln können, durch Zusammen- 
mischen ganz verschiedener Constructionen sich nicht aus den Händen 
spielen lassen. Zwar kann z. B. gern ein Object im Gen. bei sich 
haben, wenn es aber den Inf. bei sich hat, so steht dieser darum, 
weil es auch eine Construction mit dem Gen. bei demselben Verbum 
giebt, noch nicht in der Rolle des Gen. Das genitive Substantlvum 
bezeichnet unmittelbar das Object, welches von dem Gefühl des 
Begehrens betroffen wird, der Inf. lediglich die das Subject inter- 
essirende Richtung, in welcher das Gefühl sich äussert, um zu 
jenem Object zu gelangen. 

Mit dem einfachen Infinitiv findet sich 

1. gern, nur einmal im Gregorjus. p. 37. 40. 44. 45. 46. 
3820 Hartmann gert dar an gewinnen ze lone. 

Im Got. folgt nur reiner Inf. (A. Köhler p. 437), im Otfrid 
nur der mit zi (O. Erdmann I § 350), bei den ahd. Übersetzern 
der einfache und präpositionale (A. Denecke p. 17. 64). 

2. minnen, einmal im Erec. p. 46. 

666 die turnieren minnent (A. Denecke p. 18). 

3. trüwen (A.Köhler p.440; A. Denecke p. 18 ohne Präposition), 
p. 39. 40. 43. 45. 46. 

E. 6338 er entriut nie me geleben. 



§5 

8858 80 trüwe ich wol genesen. 
Gr, 1304 ich trüwe ouch wol geschaffen. 
1555 da getrüwe ich harte wol genesen. 
a. H. 193 daz trüwe ich vollebringen. 

1163 getrüwent ir mim herren sinen gesunt wider geben. 
Iw. 415 sone triut ich mich niht erwern. 
998 er entriut nime genesn. 
1496 ichn trüwe iun lip niht bewarn. 
1640 ichn triut ir nimmer benemen ir leit. 
4224 ich trüwe wol gesigen. 
4656 ich getrüw im wol gestriten. ' 
6422 so trüwe ich harte wol genesn. 
7811 daz niemen triute genesn. 

4. waenen. Im Got. oft mit dem Inf. verbunden (A. Köhler p. 437), 
bei Otfrid nie, bei den ahd. Übersetzern nur einmal, sonst mit dem 
Acc. c. Inf. (A. Denecke p. 18. 38), im Andd. zweimal (B. Steig 
p. 335), nirgend mit Präposition, p. 40, auch 36. 40; 38. 40. 42; 
46; 47. 

Es gehört hierher, wenn es die Bedeutung von hoffen hat, 
alsdann ist es ein Verbum des Grefühls mit einer Beziehung auf die 
Zukunft. In diesem Sinne steht es bei Hartmann in den Epen 
siebenmal. Der Inf. Präs. hat alsdann den Sinn eines Inf. Put. 
(cf. unter der Tempusausbildung). 
E. 5458 er wände in so gevristen. 

6568 si wände den tot da dienen mite. 
G. 737 nü wände er si gewinnen so. 
a. H. 555 sus wänden si die süezen gesweigen. 
591 so wände er si gesweigen. 
Iw. 691 ja wand ich vreude imer hän. 

5642 ich wände mich genieten groezers liebes mit dir. 
Heisst dagegen waenen nur die Meinung haben, dass etwas 
sei oder gewesen sei, so fällt in der Bedeutung des folgenden Inf. 
sowohl das Moment des ethischen Anteils als das der Richtung 
aus und es verbleibt ihm nur die abstracte Wortbedeutung. In 
diesem Falle steht er in dem Sinne, in welchem sich mit ihm der 
3. Teil zu beschäftigen haben wird, nämlich bloss als begrift- 
liche Vervollständigung eines in sich selbst nicht einen abge- 
schlossenen Sinn enthaltenden Verbum. Jede grammatische Be- 
ziehung zwischen dem Inf. und dem regirenden Verbum ist dann 
gelöst, der Inf. erscheint als absolute Apposition mit der rein 
logischen Aufgabe der Specialisirung. Um das Verbum nicht 



36 

mehrmals vorbringen zu müssen, führe ich auch diese unter den 
3. Teil gehörenden Fälle hier auf (cf. p. 21). 
G. 1231 ichn bin nicht, der ich wände sin. 
2153 er wände siniu tougen wol bewarn, 
a. H. 96 so wir aller beste waenen leben. 
111 so er allergrüenest waenet sin. 
Iw. 3292 dane wänder doch niht sicher sin. 
5795 do si wände sin verlorn. 
Daher steht selbt der Inf. Perf. (cf. Tempusausbildung). 
E. 764 er wände ein kint bestanden hän. 
4418 dö wände er haben vunden ein zagen. 
4427 ja waene ich iuch verlorn hän. 
5043 ich waene mich verriten hän. 
5525 er wände ie sä gewunnen hän. 

9582 ich waene hiute erworben hän ein schadelöse schände. 
G. 2402 ich waene si gespaetet hän. 
Ebenso nach der Verbindung 
5. ist eines wän. p. 40. 
E. 5978 ez was iuwer beider wän min dinc vil wol gebezzert hän. 
6. vürhten. Got. nie mit Inf. (A. Köhler p. 438), bei den ahd. Über- 
setzern je einmal mit und ohne zi (A. Denecke p. 19. 64). p. 40. 45, 
auch 42; 44. 

E. 2838 so vorhte si in unlange hän. 
3011 si vorhte in da Verliesen mite. 

3136 daz si vorhte werden weise des aller liebesten man. 
6741 ouch vorhte er schaden gewinnen. 
8969 wan si vorhte ir gewerren. 
Iw. 7154 des vorhten si engelten. 
7453 ich vürhte laster gewinnen. 

7. geruochen (R. Steig p. 491 mit te). 

Unter 28 Fällen sind 13 Umschreibungen des positiven Imper. 
(E. 6, G. 3, Iw. 4 mal), p. 38. 40. 45. 46. 
E. 318 der unser gast geruochet sin. 
1005 nu geruochet mir den lip län. 
1334 daz er die naht geruochte sin mit im. 
1461. 2499. 3006. 4820. 4951. 5838. 7283. 9352. G. 95. 950. 2511. 
3195.3366.3397. a. H. 255. Iw. 182. 519.765.987.2281.2338 
5539. 6057. 6412. 8127. 

8. werden (A. Denecke p. 14, O. Erdmann I § 333 ohne 
Präposition). 

E. 9129 got herre, nü werde des künec Ereckes pflegen. 



37 

9. g e (1 enken(A. Denecke p. 18 ohne, R.Steig p. 491 mit Präpos.). 
p. 37. 40. 41. 44. 45, auch 39; 43. 

E. 7797 si gedähten reisen. 

6355 er gedähte mit ir vil guote naht hän. 

6734 er gedähte riten allez vür sich durch daz lant. 

9193 er gedähte et vellen sinen kampfgesellen. 
G. 161 daz er benamen gedähte mit siner swester släfen. 

462 sus gedähte er rümen daz lant. 

10. sich gedenken. 

E. 257 wände er im gedähte beliben da. 
Am meisten zurück tritt der finale Begriff nächst den erwähnten 
Fällen von waenen bei geruochen und werden, sie erscheinen nur 
als höfliche Umschreibungen der entsprechenden finiten Form des 
im Inf. folgenden Verbum, wie denn auch Iw. 767 auf den Inf. nach 
ruochen mit einem sehr geringen Unterschiede die finite Form folgt. 
Ich habe aber gleichwohl geruochen hierher gezogen, weil es bei 
Hartmann noch seine ursprüngliche Bedeutung von gern hat (s. u.). 
Von ihm schien es nicht gut das eine Beispiel für werden zu 
trennen. Fest haftete der einfache Inf. bei dem wohl durch häufigen 
Gebrauch mit ihm ziemlich eng vereinigten trüwen, bei dem 
das Gegenteil von Erstreben bezeichnenden vürhten, bei dem zur 
blossen Umschreibung herabgesunkenen geruochen und werden, bei 
dem nur selten hoffen bedeutenden waenen. 

Der präpositionale Inf. erscheint einige Mal neben dem einfachen 
bei gern und gedenken. Nur erfindet sich je einmal nach gelüstet, 
sich bewegen, sich an neraen und nach den Ausdrücken muot 
hän, muot gewinnen, der muot eines stet und der vliz eines 
ist gröz. Der Inf. zeigt hier bald die längere, bald die kürzere Form 
und zwar im Iwein nur die längere, im Gregorjus und im Erec beide 
neben einander. Die eine Stelle des armen Heinrich zeigt die längere. 

1. gern. 

E. 7174 swes muot begunde gern ze jagen. 
G. 2264 nune ger ich doch deheine geschiht ze wizzn niht. 
a. H. 1255 daz du gerst ze lebenne. 

2. gedenken. 

E. 3485 wände si gedähten dö da ze ruowen. 
Iw. 706 ich gedäht ze lebenne noch. 

3. einem ist gedäht. 

E. 5985 swem daz ze wendenne ist gedäht. 

4. gelüstet (bei den ahd. Übersetzern Imtön zL A. Denecke 
p. 64). p. 46. 

G. 3225 daz iuch in ze wäre ze sehen gelüste harte. 



38 

5. sich bewegen, p. 40. 41. 

G. 171 do er dise groze missetät sich ze tuone bewac. 

6. sich an nemen. p. 41. 46. 

Iw. 7852 naem ich mich an ze rätenne. 

7. den muot hän. p. 39. 46, auch 40. 41. 45. 46. 47. 

Iw. 1059 ez hete der halptöte man ze vliehenne einen gej eiten 
muot. 

8. der muot eines stet. p. 41. 45. 

Iw. 1717 sone stuont doch anders niht sin muot, niuwan ze 
belibenne da. 

9. den muot gewinnen, p. 41. 

E. 3720 daz er dem man sin wip ze nemenne muot gewan. 

10. der vliz eines ist groz, cf. auch p. 41; 44. 46. 
E. 3068 sin vliz was ze helne groz. 

Zu der muot eines stet sind die Wendungen mit nominalen 
Substantiven zu vergleichen G. 1342 ze ritterschefte stet min wän. 
1400 so stuont ze ritterschaft min muot. 

11. Auch nach geruochen scheint Hartmann im Iwein einmal 
den präpositionalen Inf. gesetzt zu haben. 

7874 ob er ze komenne mochte. 

A D E b der Handschriften geben ze komene, B ad aber chomen. 

Anderwärts findet sich ze nach ruochen Flore 3539 ze sagend 
3760 ze wizzende. 

In der Meinung, dass zur vollständigeren Erkenntniss des In- 
finitivs seine Behandlung zu einer solchen des Verbalbegriffs zu 
erweitern sei, werde ich wie bisher auch reichlich die Belege der 
mit dem Infinitiv concurrirenden, einen Verbalbegriff wiedergebenden 
Constructionen geben. 

Es ist zunächst der substantivirte Inf. zu erwähnen. 

1. einem ist gäch. p. 45. 47. 

Iw. 997 daz im ze gäch mit dem giezen waere gewesn. 

2. wän ha n. p. 40. 42. E. 8041 noch hän ich zuo dem lebene wän. 

Von jetzt ab werde, ich auch die Constructionen nach denjenigen 
Verben der Gefühle, nach denen der Inf. gemäss seinem Entwicklungs- 
zustande bei Hartmann überhaupt nicht stehn kann, zum Beweise 
meiner Behauptung (p. 32) hinter den eigentlich allein hierher 
gehörenden Verben aufnehmen (cf. auch einige Fälle von p. 9). 

1. vro sin (p. 39. 43. 46. 47) E. 1475 des gedingen. 3315 sines zuoritens. 

2. sich schämen (p. 43 — 46) Iw. 5499 mins lebennes. 

3. tuon we einem (p. 43. 44. 46) Iw. 3984 daz senen. 2960 daz scheiden. 6513. 

4. V er 8 mähen (p. 46. 47) Iw. 4652 daz gemeine nach gähen. 

5. riuwen (p. 43. 46. 47) Iw. 2919 daz geweren. 

6. verdriuzet einen (p. 40. 44. 45. 46) E. 9312 des lebennes. 



39 

Die Satzconstruction hat wie bei Otfrid (cf. O. Erdmann 
I § 283. 286. 289) nach diesen Verben noch eine bedeutende Aus- 
dehnung inne. Wir finden paratactische wie abhängige Construction, 
und zwar die aUertümliche paratactische sowohl ohne Ver- 
bindung neben das Verbum gestellt, als auch durch und mit dem- 
selben verbunden. Letzteres ist immer der Fall nach dem Im- 
perativ (p. 31). 

sinen muot bekeren. 

Gr. 1501 noch bekere dinen muot und belip. 

Nach einem Verbum des Gefühls ohne Futurbedeutung. 

1. sich erbarmen, cf. auch p. 43. 47. 

E. 5817 erbarme dich unde heiz in leben. 

2. wesen vro, mit wan Iw. 1761. 

Die asyndetische Parataxe nicht imperativischer Formen 
findet sich bei Hartmann nur nach dieser Verbengruppe und auch 
hier nur unter Umständen, die sie weniger hart erscheinen lassen 
(cf. u. die Parataxe bei Verben des Antreibens). Ein Vordersatz 
trennt den logisch abhängigen Satz von dem Verbum des Erstrebens. 

1. trüwen, das immer den Inf. nach sich hat, wenn es gleich hoffen, dagegen 
einen Satz, wenn es bedeutet einem etwas mit Sicherheit zutrauen. 

Iw. 5138 ich getrüwe abe in des wol, mugen si mirz ane erstriten, sine 
länt mich niender riten. 

2. den muot hän. 

a. H. 564 ich hän den muot, e ich in sihe verderben, ich wil e vür in 
sterben. 

3. ist eines muot. 

G. 1331 was ie min muot, haet ich die gburt, ich wurde gerne ritter. 
Der abhängige Satz erscheint als directe Rede nach dem 
nicht futurischen 
sich gedenken. 

E. 9272 „nü wirde ich wol gerochen", gedähte im der rote man. 

Viel häufiger aber ist die abhängige Satzconstruction. Sie 
erscheint bei gleichem wie bei verschiedenem Subject und ihre 
häufige Notwendigkeit in letzterem Falle scheint der Grrund zu 
ihrer Verbreitung nach diesen Verben überhaupt zu sein. Denn 
während bei den Verben der Bewegung das Subject des Inf. immer 
gleich dem Subject oder (nach deren Causativen) dem Object, nach 
denen des Antreibens und der Wahrnehmung immer gleich dem 
Object, nach den verbis praeteritopraesentibus u. v. a. immer gleich 
dem Subject des regirenden Verbum ist, kann das in der gegen- 
wärtigen Gruppe ausgedrückte Streben auf die Tätigkeit eines 
anderen Subjects sich beziehen, ohne dass dies zugleich irgend eine 
grammatische Beziehung zu dem regirenden Verbum hätte. Der 
abhängige Satz steht entweder im blossen Coniunctiv, 



40 

1. waenen, gleich meinen, bei verschiedenem E. 852. 5952. 6965. G. 2189. 
a. H. 1018. Iw. 3951. 5586, bei gleichem Subject Iw. 2523. Hierher <:ehört 

auch der Couiunctiv nach dem eingeschobenen waene, z. B. bei verschiedenem 
E. 344. 356. 5236. G. 3149. Iw. 2459, bei gleichem Subject E. 3373. I^^. 843. 

2. vürhten, bei verschiedenem E. 6976. 8181. Gr. 2425. Iw. 2160, bei gleichem 
Subject E. 293. 403G (cf. No. 10 wän hän). G. 2258. 3412. Iw. 2483. 2834. 

3. geruochen, nur einmal, bei verschied. Subj., E. 2843. 

4. gedenken, des, bei gleichem Subj. 

G. 801 wan si häten des gedäht, so saehens — 

5. sich bewegen, ebenso. 

Iw. 6711 do bewägen si sich, sine vaehten niemer wider in. 

6. gewegen einem, des (p. 58), beide Sätze negirt, verschied. Subj., E. 8815. 

7. sich versehen, des (p. 45. 46), ebenso. 

a. H. 1119 wan si sich des wol versach, ir hülfe des tages der tot üzer 
werltlicher not. 

8. zwiveln, beide Sätze negirt, gleiche Subj., G. 1538. 

9. erbiten niene kunnen (p. 46), beide Sätze negirt, verschied. Subj., E. 6328. 

Nach den Verbindungen 

10. wän hän, gleiche Subj., E. 4036 (cf. No. 2 vürhten). 

11. wir t einem not (p. 42, auch 45. 46), beide Sätze negirt, das Subj. des 
Nebensatzes gleich dem Dativ. 

a. H. 1316 do wart ir nie dernäch so not, sine verlüre gar ir bete. 

12. komt iemen in den muot, das Subj. des Nebensatzes ist nicht gleich 
dem Dat., G. 528. 

13. gedingen und trost hän, gleiche Subj., E. 6562. cf. p. 42. 

14. lieber ist, daz liebest und daz beste ist (p. 43. 45. 46), Iw. 2849. 
6965-6971. 

Nach nicht finalen unpersönlichen Ausdrücken. 

1. verdriuzet- einen, in beiden Sätzen Negation, Subj. gleich dem Obj. 
beim regirenden Verbum, G. 2001. 3095. 

2. betraget e.inen (p. 43. 46. 47), ebenso, G. 998. Iw. 521. 

der Verbindung 

3. ist eines wän, neues Subj., E. 3846. 

oder mit daz, 

1. gern, verschied. Subj. 

G. 2584 er gerte, daz in got gesande in eine wüeste. 

3189 im dürft gedingen noch gern, daz wir in lebenden vinden. 

2. trüwen, des, in der p. 39 erwähnten Bedeutung. Das Subject des Neben- 
satzes ist gleich dem bei trüwen stehnden Dativ. 

E. 2499 Erec triute im (gote), daz er geruochte pflegen (Lachmann z. 

Iw. 415), gleiche Subj. 
Iw. 4983 ich getrüwes minen banden, daz ich sin dro genidere. 

3. waenen, gleich meinen, verschied. Subj. E. 4599 als ir waenet, daz ez 
81. Iw. 502. 2582. 2882. 6275, gleiche Subj. E. 260. 

4. vürhten, verschied. Subj. G. 1192. 1930. a. H. 360. 709. 1129. Iw. 7982, 
gleiche Subj. E. 3044. Iw. 4299. 6558. 

5. geruochen, des, verschied. Subj. E. 4979 geruochet , daz ich iuwer 
dienest müeze sin. 131, gleiche Subj. E. 954. 2392. 



il 

a. H. 1372 Sit er des geruochte, daz er si versuochte. Iw. 378. 5941. 7140. 

6. gedenken, auch in der nicht finalen Bedeutung an etwas denken 
oder meinen, verschied. Subj. E. 150, gleiche Subj. 

Gr. 2316 si gedähte, daz si zuo der helle waere geborn. 
a. H. 171 er gedähte, daz er waere vil lihte genisbaere. 

E. 3669 scheint der Satz nur von riuwen abzuhaengen s. p. 43. 
E. 6015 daz er gedäht haete. daz er ir wolde warten, ist es final. 

7. sich bedenken, verschied. Subj. 

a. H. 881 sich bedähte ir güete, daz si niht enwolten si wenden noch en- 
solten, gleiche Subj. 
Iw. 3848 er bedäht sich, daz er wolde helfen dem edelen tiere. 

8. sich bewegen, des, gleiche Subj., tatsächliche Folge, G. 1896. 

9. sich verwegen, des, gleiche Subj. 

a. H. 527 des einen si sich gar verwac, daz si ir leben wolte geben. 

10. sich an nemen, daz, gleiche Subj. 

Iw. 910 wand er sich häte angenomen, daz er dar eine solde komen. 

1851 swelher sich daz nimet an, daz er der beste si. 4149. 4995. 
Nach den Ausdrücken 

11. daz in sinem muote hän, gleiche Subj. 

E. 1057 daz häte der guote niht in sinem muote, daz er also tuon solde. 

12. der muot eines stet, Subj. des Nebensatzes gleich der von dem bei muot 
stehnden Possessivum bezeichneten Person. 

E. 718 also stet hin ze iu min muot, daz ich damie kein guot naeme 
vür iuwem lip. Iw. 16i5. 4843. 

13. den muot gewinnen, gleiche Subj., E. 7014. Iw. 6329. 

14. einen muot nemen, verschied. Subj., a. H. 1498. 

15. den muot erkiesen, gleiche Subj. 

E. 3957 daz er im den muot het erkorn, daz er so schoene ein wip meit. 
(3r. 2036. 

16. ist einem ze muote (p. 46), das Subj. des Nebensatzes gleich dem Dativ 
im regirenden, a. H. 989. 

17. daz gemüete komt einem, ebenso, a. H. 1050. 

18. so wol gemuot sin, gleiche Subj., Gr. 1866. 

19. der sin eines stät so (p. 42. 44), Subj. gleich dem Gen., Iw. 1503. 

20. sinen sin dar an keren, (p. 44), gleiche Subj. 

E. 4605 der kere dar an sinen sin daz er in emphähe schone. 
Iw. 7892 die sinne kere ich alle dar an, daz ich im ir zornmuot vertribe. 

21. sinen sin dar an kerende sin, gleiclie Subj. 

Iw. 7931 daz ich mine mäht und minen sin dar an kerende bin, daz ich 
im wider gewinne siner vrouwen minne. 

22. sinen vliz legen dar an, verschied. Subj. 

G. 732 der leite sinen vliz dar an, daz si in naeme ze man. 

Nach folgenden Verben und verbartigen Ausdrücken steht nur 
daz, obwohl ein finaler Begriff in ihnen liegt. 

23. wünschen, verschied. Subj. 

E. 5708 Erecke wünste diu künegin, daz er saelic müese sin. 
Iw. 3757 si wünschten, daz si des zaeme. ,, ^ 

24. sich trösten, des, verschied. Subj., Iw. 6928. 

25. gedingen (cf. p. 40. 42) noch gern, ebenso, G. 3189. '" 

26. besorgen, ebenso, Iw. 7152. 



42 

27. j^e sinnen, gleiche Subj., E. 8448. 

28. erringen, gleiche Subj., G. 2810. 

29. ringen dar nach (p. 44. 45), verschied. Subj., Iw. 4189. 

30. war nemen, des, daz, verschied. Subj. E. 3091, gleiche Subj. Iw. 4533. 

31. toben, gleiche Subj. 

Iw. 2500 wand niemen vür in gerne tobt, der sine bosheit prise. 

32. jämert einen nach (p. 45), Subj. des Nebensatzes gleich dem 01>ject. 

Iw. 3217 nach eime dinge jämert in, daz er waere eteswä. 

33. sich bewarn, gleiche Subj. 

Iw. 1084 da muose man sich vil wol bewaru vor der selben slegetür, daz 
man den lip da niht verlür. 

34. sich huoten (p. 46), gleiche Subj., E. 4645. 

35. bejagen, daz, verschied. Subj., E. 10039. 

36. gewinnen, verschied. Subj., Gr. 3822. 

37. V liehen, daz, gleiche Subj. 

E. 9809 so vluhen si daz von leide, daz si dar Inder kaemen. 

38. sehen, gleiche Subj., Iw. 959 sich, daz duz wol verdagest. 

Nach den Ausdrücken 

39. get einem not, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat. 

E. 4919 von triuwen gie im not, daz er imz wider sande. 

40. ist einem not dar zuo, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat. 

E. 9293 do was dem andern dar zuo not, daz er in zuo im vienge. 

41. wirt einem not, ebenso, tatsächliche Folge, E. 3247. 

42. einen sogen tuon über einen, verschied. Subj. 

E. 9987 daz s' einen gemeinen sogen täten über den degen, daz got 
siner eren wielte und im die sele behielte. 

43. gerne sehen, verschied. Subj. 

a. H. 808 nü sihe ich gerne, daz mich iwer minne iht unminne. 

44. den rät setzen an einen, das Subj. des Nebensatzes gleich dem von an 

abhängigen Acc, Gr. 522. 

45. gedingen noch wän hän, gleiche Subj., Iw. 7865. 

46. gedingen hän, verschied. Subj., Gr. 558. 

47. gedingen und trost hän, ebenso, E. 6564 cf. p. 40. 

48. vorhte hän, ebenso, E. 5496 cf. No. 54 wän hän. 

49. diu vorhte tuot einem we, ebenso a. H.534, Subj. gleich dem Dat. 537 

50. angest da zuo hän, gleiche Subj., a. H. 1108. 

51. äne angest sin, des, verschied. Subj., G. 2839. 

52. b ei t ende sin, des, ebenso, Iw. 4173. 

53. die saelde bejagen, gleiche Subj., G. 1875. 

54. wän hän, verschied. Subj. 

E. 3727 don häte Erec keinen wän, daz er im schaden solde. 9564. 
9634. 5496. cf. No. 48 vorhte hän. 

55. geschiht einem üf den wän, neues Subj., Iw. 6673. 
ÖG. twingen einen üf den wän, neues Subj., E. 562. 

57. einen tumben gedanc hän, gleiche Subj., a. H. 1254. 

Andre Verbindungen mit not fallen unter den consecutiven Gebrauch 
des Inf. 

Nach den Verben der Gefühle, welche keine Beziehung auf 
die Zukunft enthalten. 



43 

1. sich senen, (gleich sich grämen), gleiche Subj. 

a. H. 1Ö8 er sente sich vil sere, daz er so manege ere hinder im müeste 
läzen. 

2. sich vreuen (p. 44. 47), verschied. Subj. G-. 3692, gleiche Subj. Iw. 7487. 

3. sich schämen, verschied. Subj., E. 106. 5469. 

4. stritet einen an, verschied. Subj., Iw. 1733. 

5. beswaeret einen, das Subj. des Nebensatzes teilweise gleich dem Acc. 
bei beswaeret, E. 7824. 

6. riuwec sin, des, dasselbe Subj. Iw. 3147, neues 3148. 

7. riuwet einen, neues Subj. Iw. 2012, das Subj. des Nebensatzes gleich 
dem Acc. bei riuwet 

E. 3669 nü begunde den gräven riuwen und gedähte wider sinen triuwen, 
daz er die vrouwen erliez, daz er im si niht nemen hiez. 
Die beiden Nebensätze hängen, wie es scheint, blos von-riuwen ab, während 
gedähte absolut steht: und hegte damit Gedanken gegen seine bessere Über- 
zeugung (ßech) ; Haupt macht in beiden Ausgaben den Satz mit daz von gedäht 
(dähte in der 2. Ausg.) abhängig, indem er wider sinen triuwen in Kom- 
mata einschliesst. E. 8781. Iw. 413. cf. p. 41. 

8. erbarmet einen, neues Subj. E. 8346, Subj. gleich dem Acc. a. H. 1236. 

9. betraget einen, des, Subj. des Nebensatzes gleich dem Acc, E. 8454. 

10. müet einen (p. 44. 47), ebenso, Iw. 2831. 

11. wundert einen (p.44. 47), neues Subj., E. 5559. 9154. Gr. 2511. Iw. 4063. 

12. loben, des, gleiche Subj. Iw. 7954, neues Subj. E. 1263. 

13. verwizen einem, daz, Subj. gleich dem Dat., E. 4261. 

14. verdenken einen, Subj. gleich dem Acc, Iw. 2301. 

Nach den Ausdrücken 

15. vro sin, des, verschied. Subj. G. 3699, gleiche Subj. Iw. 2168. 2455. 

16. liep ist E. 4173. G. 1892. Iw. 7634. 

17. unvro sin, gleiche Subj., Iw. 7747. 

18. ist swaere einem (p. 46), Subj. gleich dem Dat., Iw. 6831. 

19. ist Ungemach einem, ebenso, Iw. 2073. cf. E. 7824 (p. 9). 

20. ist einem 1 ei t (p. 47), ebenso E. 7925, neues Subj. 144. 4786. G. 1143. 

21. leides überladen sin, verschied. Subj., Iw. 7460. 

22. ist schaedelich, Subj. man, G. 1107. 

23. tuet einem we, Subj. gleich dem Dat., Iw. 2805. 5415. 

24. genäde sagen einem (p. 46. 47), das Subj. des Nebensatzes gleich dem 
Dat., a. H. 702. 

25. weiz mir selben, gleiche Subj., E. 4791. 

26. zihen einen missetät (p. 46), das Subj. des Nebensatzes gleich dem 
Obj. des Hauptsatzes, E. 5799. 

27. ist min klage, daz ich, G. 2186. 

28. nimt einem untüre der rede, das Subj. des Nebensatzes identisch 
mit dem Acc, G. 2622. 

Es ist nicht zu übersehen, dass das finale Moment, das sonst im Inf. liegt, 
in Sätzen mehrmals durch wellen und soln gegeben ist. cf. p. 62. 

oder ist ein Fragesatz, , 

1. trüwen, gleiche Subj., G. 3722. 



44 

2. wundert, 3. nimt wunder, neues Subj., E. 14 4849. 4939. 

4. ringen, gleiche Subj. 

Iw. 7885 daz er da nach hülfe ringen, ob er durch in iht taete, daz er 
wider haete siner vrouwen minnen. 
Der Satz, welcher das Ziel des ringen angiebt, ist eigentli' h erst 
der, welcher grammatisch von tuon abhängig gemacht ist (cf. tuou). So 
trachtet sind die Subjecte ungleich. 

5. sich vlizen, gleiche Subj. 

E. 168 der vlizt sich dicke dar zuo, wie erz mit vuoge wider tuo. 

3776. G. 2139. Wenigstens logisch gleich 
E. 2931 sich vlizzen sine sine, wier alle sine sache wante ze gemache. 

6. gedenken, gleiche Subj., E. 4031. G. 2065. 

7. sinen sin keren dar an, gleiche Subj. 

E. 2621 dar an kerter sinen sin, ob er den pris möhte bejagen. 

8. gät einem angest zuo, verschied. Subj., Iw. 5984. 

Nach Verben ohne Beziehung auf die Zukunft. 

9. ist einem unmaere (p. 46. 47), verschied. Subj., Iw. 6828. 
oder ein Bedingungssatz, 

1. sich V reuen, des, die Subj. gleich. 

Iw. 6159 mües ich iuch danne sehn, des vreut ich mich. 

2. sich schämen, ebenso. 

Iw. 3188 mac sich der künig iemer schämen, hat er iuch mere in riters 
namen. 

3. müet einen, neues Subj. 

E. 3927 müet mich, sult ir dulden schaden. 

4. leit ist, ebenso, E. 1000. 

oder ein Temporalsatz, 

1. truobet einen, der folgende Satz mit dö eingeleitet, das Subj. des 
Nebensatzes gleich dem Acc. bei truobet. 

Iw. 7293 do diu junger ersach der guoten riter ungemach, daz trucbte si. 

2. verdriuzet, ebenso, a. H. 245. 

oder ein conditionaler Relativsatz, 

tuet einem niht wol, das Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat. 

Iw. 6936 wandezn tuot dem biderben man niht wol, der sandern tot 
sehen sol. 

Einige Mal ist nach Verben von Gefühlen eines futuren Cha- 
rakters der Verbalbegriff zu entlehnen. 

1. gern, die Ergänzung findet in einem Relativsatze aus dem Hauptsatze 
statt, die Subj. sind gleich, wenigstens logisch. 

E. 10101 des vant ern schone gesunden als im sin herze gerte. 
G. 1815 daz er wesen künde ritter swie er gerte. 
Iw. 8155 (Lunete) hete ir beider unminne bräht z'allem guote als si 
lange bäte gegert. 

2. gedenken, ebenso. 

E. 7434 er gabez den ers gedähte. 
a. H. 1066 do er si voUebrähte hin als er gedähte. 



45 

Iw. 6870 dar er da vor gedähte, dar kerte er nü zehant. 
3. 1 i e p i s t a. H. 1223. 

Aus dem Zusammenhange zu ergänzen bei 

1. sich versehen a. H. 979. 

2. einem ist gäch G. 1473. 3534. 

3. sich schämen Iw. 2968. 

Die Richtung ist durch ein Ortsadverb angedeutet und der 
Verbalbegriff eines Verbum der Bewegung oder des Verharrens 
bleibt unausgedrückt, ohne im Zusammenhange schon genannt zu 
sein (Ellipse). 

1. gedenken. E. 7242 er gedähte dan. 

2. der muot eines stet, dar, E. 5290. 

Nicht final, 
verdriuzet. Gr. 794 daz si üf dem se verdroz. 

Auch in einem nominalen Substantivum (oder dies ver- 
tretenden Pronomen) findet das Verbum .des Gefühls seine Er- 
gänzung, zu dem es entweder mit Hilfe einer Präposition tritt, 

1. jämert einen nach Iw. 3216. 

2. ringen, der präpositionale Ausdruck ist zu ergänzen. 

Iw. 4280 der ie nach vrouwen willen schein, ie ranc und noch tuot? Ich 
verbinde wenigstens nach vrouwen willen lieber unmittelbar mit 
ringen, als aass ich zu ranc erst, wie Benecke tut, ze schinen ergaenze. 
Jedenfalls findet sich ringen in Hartmanns Epen weder mit dem ein- 
fachen noch mit dem präpositionalen Inf. Auch müsste man nach Benecke 
tuot sich zu dem schwer fälligen nach vrouwen willen (ze) 
schinen ringen tuot vervollständigen ,während ich nur nach 
vrouwen willen ringen tuot zu denken habe. 

3. gedenken üf Iw. 7460. 

4. not ist einem, nach dem tode Iw. 3952. 

5. 1 8 1 einem gäch, ze Iw. 4187. 5063, an 4989, mit E. 5901. Iw. 827. 3163. 

Cf. auch den Ausdruck dar nach oder dar z u o vor daz oder dem 
Coniunctiv. 

Kaum noch hierher zu ziehen ist E. 2674 erwegen einen von stete, p. 58. 

oder als ein mit dem Verbum unmittelbar verbundenes Object, sei 
es im Acc, sei es im Gen. 

1. geruochen, in der Bedeutung Rücksicht nehmen E. 4340. Iw. 5759, 
oder wünschen E. 9981. Iw. 2573. 5738. 

2. t r ü w e n , in der p. 39 erwähnten Bedeutung. 

Iw. 5286 ich getrüw im helfe baz dan ir. 

3. g e r n. Gr. 691 die gerten ir ze wibe. 

1420 des selben ich ie gerte. 
2102 sone gerte er nihtes mere. 
Iw. 6003 swer des (dienstes) gert. 4443. 1378. 1379. G. 2553. 

4. vürhten, mit einem Dat. 

Gr. 67 ja vürhte ich diner schöner swester. 

5. gedenken. 

G. 1161 wes ist im gedäht? E. 5998. G. 1205. 2989. 



46 

6. sich bedenken a. H. 1075. 

7. minnen. G. 1857 der zabel sere minnet. 

8. sich an nemen Iw. 126. 1918. 

9. sichhüeten G. 179. 

10. sich vlizen, der objective Gen. des neutralen Demonstrativpronoinens ist 
vor dem ßelativum zu ergänzen. 

E. 5126 sich vleiz ir iegliches muot, swaz im dienest mohte sin. 

11. gelüstet E. 7353. 

12. ist einem not Iw. 6615. 

13. muot hän Iw. 7148 (p. 14). 

14. sich versehen E. 2496. i: 

Nach Verben des Gefühls ohne Beziehung auf die Zukunft. 

1. genäde sagen E. 10087. Iw. 3686. 

2. sich schämen G. 1494. Iw. 2105. 4965. 6313. 

3. V r 6 sin. G. 1098 daz er sin was ze kinde vrö. Iw. 2354. 

4. zihen einen, der valscheit Iw. 4124. 

Bei den auch unpersönlichen Ausdrücken wird, wenn sie persönlich con- 
struirt werden, das Obj. Subj. (p. 38), ebenso wie das vertretende Pro- 
nomen, s. u. 

5. r iu wet E. 3713. a. H. 964. 969. Iw. 3728. 6134. 8129. 

6. versmähet (p. 38). 

7. b e t r ä g e t E. 8193. 

8. y 6 r d r i u z e t a. H. 288. 405. • 

9. tuet we (p. 38). 

10. swaere ist und 

11. ungemach ist (p. 8). 

12. unmaere ist Iw. 4499. 

Ein neutrales Pronomen vertritt wie p. 8. 10 den Nom. 
des noraen actionis, p. 12. 13 dessen Acc., p. 14. 16 dessen Gen., 
so hier den Inf. Dasselbe kann auch durch präpositionale 
Adverbien geschehen. 

1. gern, es, der vertretene Verbalbegriff hätte ein neues Subj. E. 4570. 
G. 2444. 2445. 2804. Iw. 5524. das gleiche E. 5241. Iw. 7118. 

2. trüwen, des, das Subj. des Verbalbegriffes gleich einem bei trüwen stehn- 
den Dativ, G. 426. 

3. verwaenen, es, neues Subj., Iw. 7862. 

4. geruochen, es, gleiche Subj. E. 3750, neues Subj. E. 6850. 804:1 8510. 
Iw. 6000. 7958. 

Nach den Ausdrücken 

5. erbiten niene kunnen, des, neues Subj., G. 2289. 

6. sich an nemen, ez, gleiche Subj., Iw. 2482. 

7. einem ist ze muote, es, das Subj. des Verbalbegriffes ist gleich dem 
Dativ, E. 6394. 

8. einem ist ernest, dar zuo, ebenso, G. 2829. 

9. einem ist gäch, dar nach, ebenso, a. H. 963. 

10. gelüstet einen, Subj. des Verbalbegriffes gleich dem Acc, G. 2240. 

11. liep ist einem E. 5441. Iw. 8115. cf. leit ist p. 47 No. 18. 



4? 

Nach Verben ohne Beziehung auf die Zukunft. 

1. sich vreuen, des, neues Subj., a. H. 913. Iw. 53S8. 7647. 

2. genäde sagen einem, des, Subj. gleich dem Dat., Iw. 2276. 

3. vergeben, wohl dasselbe Subj., E. 6801. 

4. üz dem muote län, daz, neues Subj., E. 563. 

5. wundert einen, des, neues Subj., a. H. 377. 

6. riuwet einen, daz, das Subj. des Verbalbegriffes meist gleich dem Acc, 
E. 3800. 4352. Gr. 1284. a. H. 969. Iw. 8103. 

7. müet einen, ez, neues Subj. 

E. 5283 do si schieden dan. den künec muote ez sere. 8876 

8. V er s mähet, ez, neues Subj., E. 9005. 

9. belanget, des, ebenso, E. 9618. 

10. betraget, des, ebenso, E. 2975. 

11. erbarmet einen, ebenso, Gr. 3278. 

12. vro sin, des, ebenso, E. 1276. 3750. 4533. 5524. a. fl. 1202. 

13. vro werden, des, ebensc, Gr. 2497. 

14. gemeit sin, des, a. H. 1202 (cf. vro sin). 

15. äne wän sin, des, verschied. Subj., E. 8348. 

16. waenlich ist, ez, ebenso, E. 5979. 

17. unmaere ist einem, daz, ebenso, -G. 798. 

18. leit ist einem, ez, daz, Subj. gleich dem Dat., a. H. 503. Iw. 5861. 8115. 
cf. liep ist p. 46 No. 11. 

Schliesslich ist der Verbalbegriff (meist der Bewegung) ganz 
zu ergänzen nach 
gäch ist Iw. 958. 2143. 2542. 3612. 4154. 4602. 5925. 

Von den hier, wie ich glaube, ziemlich vollständig zusammen- 
gestellten Fällen können freilich nicht alle als Concurrenten des 
Inf. angesehen werden. Zunächst die nicht, in denen das regierende 
Verbum keine Beziehung auf die Zukunft hat, so dass nach ihm 
der Inf. nur in einer abgeschwächten Bedeutung stehn könnte, 
in der er eben bei Hartmann nach Verben der vorgenannten 
Art nicht steht. Ferner gilt es von allen den Fällen, in denen der 
Nebensatz ein eigenes Subject haben muss, unter denen mit daz 
eingeleiteten aber auch von mehreren, in denen zwar das Subject 
dasselbe bleibt oder im Hauptsatze auf irgend eine Art schon an- 
gedeutet ist, in denen aber der Nebensatz nicht sowohl das Ziel 
als ein zu erstrebendes, denn als ein bereits erreichtes bezeichnet; 
denn auch in Hartmanns Epen findet sich diese Prolepsis ziemlich 
häufig, wie bei Otfrid (cf. 0. Erdmann I § 286), w^enngleich ich 
sie nur selten, als nicht hierher gehörig, bezeichnet habe. Ebenso 
darf ich als vom Thema abliegend den Versuch unterlassen einen 
Bedeutungsunterschied zwischen den concurrirenden Constructionen 
zu suchen, der übrigens nur eben so allgemeine Resultate ergeben 
würde wie für Otfrid (O. Erduiann I § 294). Über das Verhältniss 
des Inf. aber diesen gegenüber ist zu bemerken, dass er als auf 



48 

die Zukunft bezüglich die Handlung noch nicht als Tatsache, son- 
dern als erst noch dem Subject vorschwebende Vorstellung be- 
zeichnet und darum dem Conjunctiv am nächsten steht. Die Sätze 
mit daz dagegen lassen im allgemeinen schon vermöge des demon- 
strativen Ursprungs ihrer Conjunction die Handlung mehr plastisch 
als Object erscheinen, was meist noch dadurch hervorgehoben wird, 
dass ein Demonstrativum als Object im Hauptsatze die Keben- 
handlung gleichsam concret verdichtet zusammenfasst. 

Eine Vergleichung der vier hier in Betracht kommenden AVerke 
Hartmanns lässt keinerlei irgend sicheren Unterschied im Sprach- 
gebrauche des Infin. erkennen. Eine um so überraschendere Er- 
kenntniss eröffnet ein Blick auf den Tatbestand bei Otfrid. Otfrid 
hat bei keinem der hierher gehörenden Verben, soweit sie sich 
auch bei ihm finden, den einfachen Inf., nur nach zweien von 
ihnen (geron und werden) je einmal den präpositionalen (cf. 0. Erd- 
mann I § 349. 350). Viel häufiger (ib. § 283) ist bei ihm die bei 
Hartmann bis auf wenige Reste (p. 39) eingegangene Parallel- 
construction, auch mit joh und inti. Ich führe von den bei ihm 
sich findenden die denen bei Hartmann nahestehnden an: thes 
gißizan, ginenden, gisinnan, zilön, thenken, tharazua liuggen, thes aouma 
neman, thaz muat haben, wellan. Oder es folgt ein im Grunde ja 
auch paratactischer Satz mit thaz im Indicativ oder parallelem 
Conjunctiv (ibid. §286): giagaleizön, inoellan, thenkan, gißizan, oder 
ein wirklich abhängiger Finalsatz im Conjunctiv (ib. § 289): %c arten, 
ahton, drahtön, thaz dihton, gimeinen, thenken, huggen, i^uachen, gouma 
neman, wunsgen, gilustit, geron. Man wird hieraus zu schliessen das 
Recht haben, dass der Grebrauch des Inf. nach diesen Verben nicht 
gar zu alt ist, dass er hier vielmehr als Eindringling auf fremdem 
Gebiete erscheint. Bereits R. Steig p. 471 ist gegenüber der ver- 
breiteten Ansicht von der Auflösung des Inf. durch spätere Satz- 
construction (J. Jolly p. 172) der Meinung, dass vor der Entst'hung 
des Inf. die einzelnen Sprachen schon das syntactische Verhältnis^ der 
Abhängigkeit eines Satzes von dem andern ausgebildet hatten. Vor dem 
Inf. behalf man sich mit der altertümlich starren, dem logischen 
Abhängigkeitsverhältnisse nicht Rechnung tragenden paratactischen 
Construction; sollte die Abhängigkeit bezeichnet werden, so setzte 
man den Conjunctiv. Dieser genügte aber einer solchen Aulgabe 
darin nicht vollständig, dass er die logische Nebenhandlung nur 
als gedacht hinstellte, und daraus die grammatische Abhängigkeit 
vom Hauptsatze nur folgern liess, im Übrigen aber dem formalen 
Ausdruck nach ebenfalls paratactisch neben dem Hauptsatze stand. 
Diesem Mangel abzuhelfen zugleich mit Beibehaltung des vom Con- 



46 

junctiv gebotenen Vorteils musste einem feiner ausgebildeten Sprach- 
gefühle der Inf. als finaler Casus geeignet erscheinen, der eine streng 
grammatische Abhängigkeit vom regirenden Verbum möglich machte 
und auch, indem er die Nebenhandlung nur als Vorstellung be- 
zeichnete, sie logisch gegenüber der tatsächlichen Haupthandlung 
gehörig zurücktreten Hess. Hiernach wird die vorsichtige Ver- 
mutung erlaubt sein, dass das Gebiet, auf dem der Inf. nach diesen 
Verben zuerst eindrang, das des Conjunctivs gewesen sei, denn nur 
mit ihm konnte er in seiner finalen Bedeutung anfangs rivalisiren, 
die paratactische Construction mit daz gleichfalls anzugreifen, musste 
er erst jene Bedeutung fallen lassen und gleichfalls paratactisch zu 
einem begrifflich unvollständigen Verbum treten können. Gleich- 
wohl ist sein Gebrauch in Hartmanns Epen noch auf eine im Ver- 
hältnisse zu den vielen hierher gehörigen Verben geringe Anzahl 
derselben beschränkt, und zwar scheint er da der Satzconstruction 
vorgezogen, wo die Nebenhandlung durch Häufigkeit des Gebrauchs 
der ganzen Bedewendung und bisweilen auch Erblassen der begriff- 
lichen Schärfe des Hauptverbum mit diesem sich enger verband 
und ein Satz (sowohl der Conjunctiv als namentlich ein Satz mit 
daz und Indicativ oder nur parallelem Conjunctiv oder gar eine 
vollständige Parataxe) die Nebenhandlung zu selbständig gestellt 
haben würde. Übrigens kann der wichtigen Frage, ob, und wenn, 
auf welchen Gebieten zuerst der Satz den Inf. verdrängte, oder ob 
nicht vielmehr das Verhältniss das umgekehrte gewesen sei, erst 
dann näher getreten werden, wenn in allen Einzeluntersuchungen 
über den Inf. seine Behandlung zu der des VerbalbegrifFs in allen 
seinen mit jenem concurrirenden Formen erweitert werden wird. 
Hiernach ist auch die p. 25 und 30 noch beibehaltene gewöhnliche 
Ansicht zu beurteilen. 

Bei den ahd. Übersetzern steht sowohl der einfache als der 
präpositionale Inf. (A. Denecke p. 17. 64), ebenso im Andd., der 
letztere seltener (E. Steig p. 335. 491). 

Gar nicht von den hier betrachteten Verben zu trennen ist 

wellen, 
und wenn ich es trotzdem von ihnen sondere, geschieht es nur aus 
äusserlichen Bücksichten. 

Eine eingehende Betrachtung dieses Verbum darf bei einer 
Untersuchung des Infinitivs wegen seiner engen und häufigen Ver- 
bindung mit letzterem und seines nicht zu unterschätzenden Ein- 
flusses auf dessen historischen Entwicklungsgang nicht unterlassen 
werden, doch muss sie einer besonderen Abhandlung vorbehalten 

S. V. Monsterlierg-Münckenaxi, Der Infinitiv in d. Epen Hartmanns von Aue. 4 



50 

bleiben, welche im 18. Bande der Zeitschrift für deutsche Phik logie, 
herausgegeben von E. flöpfner und J. Zacher, erscheinen wird. 
Ebenda wird auch das Verhältniss der Verba praeteritopraesentia 
zum Infinitiv wie auch das Praefix ge- bei diesem in Hartiaanns 
Epen behandelt werden. Hier muss es genügen die Veränder ingen 
der Functionen des Infinitivs nach wellen in den Hauptpi.nkten 
zu kennzeichnen. Da aber ist nur möglich, indem man die Bedeu ungs- 
veränderungen von wellen selbst verfolgt. 

Wellen verbindet sich mit dem Infinitiv in allen drei 

seiner Functionen, während die Verba praeteritopraesentia 

den finalen nicht bei sich haben können. 

1. Finalen Charakter trägt der Infinitiv nach wellen, wenn dieses 
ein Streben bezeichnet, sei es als Ausfluss mehr eines Ge- 
fühls, sei es als Aeusserung des Verstandes. Im letzteren 
Falle bedeutet es vorhaben, entschlossen sein. Im 
ersteren lässt sich ein stufenweises Abnehmen der Stärke in 
der Bedeutung verfolgen. 

A. Am nachdrucksvollsten ist sie als die eines Wunsches 
oder einer Forderung. Hier kann sie auf mehrfache 
Weise noch verstärkt werden, namentlich indem der 
Infinitiv in die Vergangenheit tritt. 

B. Schwächer ist sie, wenn wellen nur eine Neigung, ein 
Belieben bezeichnet. 

C. Nur einen geringen Rest finalen Sinnes wird man dem 
Infinitiv noch zusprechen dürfen, wo es sich der Be- 
deutung von geruhen nähert. 

Gleichfalls mit noch entschieden finalem Sinne setzt wellen in 
der Bedeutung hoffen, gedenken an, leitet dann aber durch 
Übergang iu die von meinen, behaupten den Infinitiv zur bloss 
appositiven Function hinüber. 

2. Mit dem Infinitiv der Richtung verbindet sich wellen, wenn 
es nicht das eigne Streben, sondern nur die Bereitschat't be- 
zeichnet auf einen fremden Willen einzugehn. 

3. Mit dem appositiven endlich zur Umschreibung einfacher 
Verbalformen, des Futurum und des Conjunctivs. Das ge- 
wöhnliche Futurum umschreibt wellen in der ersten Person, 
in der indirecten Rede auch in der jene vertretenden dritten, 
das periphrastische auch mit dem Infinitiv des Perfects, den 
Conjunctiv zunächst in den Fällen, in denen er das Futurum 
vertritt, nämlich in indirecter Rede und in Haupteiitzen 
irrealer Bedingungsperioden, deren Zusammenhang mit dem 
Futurum aus dem Lateip erhellt, dann gleichfalls, doch loser, 



51 

ZU seiner Futurbedeutung in Beziehung stehnd, in bedin- 
genden Nebensätzen. Mehrfach endlich steht wellen mit 
dem appositiven Infinitiv lediglich, um die Handlung als 
dem Interesse des Subjects nahe stehnd zu bezeichnen, 
indem es dem Ausdrucke eine mannigfach subjective 
Färbung verleiht. 
Es sind zum Schluss noch die Constructionen zu erwähnen, 
welche mit dem Infinitiv concurriren. Bei der engen Verbindung, 
die wellen mit diesem eingeht, ist es leicht verständlich, dass solche 
ihm hier nur wenig Abbruch tun können. Eindringen des jüngeren 
ze findet sich ebensowenig, wie bei Otfrid, den ahd. Übersetzern, 
dem Andd. oder Berthold von Regensburg. 

Satzconstruction findet sich bei wellen nur bei Verschieden- 
heit der Subjecte. Daz folgt nach wellen gleich 

1. wünschen. 

E. 4190 weit ir, daz ich iu läze den lip. 9429. Iw. 7059. 7465. 

2. geruhen. 

Iw. 4046 got welle, daz ich sine hulde niemer gewinne. 4490. 4782. 8065. 

3. meinen, behaupten. 

E. 2060 ir ieglich wolde, daz da baz sin habech gevlogen haete. 6901. 

8620. 9262. Iw. 1549. 1554. 

Ein selbständiger Satz im wünschenden Conjunctiv folgt Iw. 2117. 

Ein Übergang aus dem Infinitiv in Satzconstruction findet 

immer statt nach wellen e. Einmal steht wellen mit dem Infinitiv 

an zweiter Stelle. 

E. 8174 ich wil sterben e ich in sihe verderben. 
Gr. 1252 ich wold e sin da niemen ist, e daz ich belibe. 
a. H. 564 e ich in sihe verderben, ich wil e vür in sterben. 
Iw. 8084 ichn woltez hän geliten e, danne ich mines libes gunde deheinem 

80 gemuoten man. 
Durch ein neutrales Object ist der Verbalbegrifif vertreten 

E. 20. G. 1249. a. H. 823. 
Ein allgemeines Obj ect in Gestalt eines neutralen Pronomens 
steht bei wellen gleich 

1. wünschen E. 32. 85. 4925. 9323. 9507. 9508. 9516. G. ISO. 2104. Iw. 2291 

2. bezwecken Iw. 6693. 

Ein nominales Object nach wellen gleich wünschen 

E. 966. 3212. 5207. 6045. G. 736. 1505. Iw. 2116. 2833. 3801. 
Ein Adverb bei wellen gleich 
wünschen Iw. 2290, meinen 2702. 

Echte Ellipse eines Infinitivs von einem Verbum der Bewegung, 
das durch eine Ortsbestimmung angedeutet ist, findet statt 

E. 94. 6424. G. 3415. a.H. 844. Iw. 417. 1485. 1719. 5720. 6243. 6263. 8034. 
An wellen reihen sich endlich Verbindungen mit wille, die 

4* 



62 

natürlich ihrem Prototyp auf seinem complicirten Entwicklungsgänge 
nicht zu folgen vermochten. 

Keine von ihnen hat den einfachen Inf. (A. Denecke t). 64. 
A. Köhler p. 437. E. Steig p. 492). p. 33. 

Der flectirte Inf. mit ze findet sich, und zwar der länger«^ 
E. 1473 wand er den willen haete ze tuone siner armuot buoz. 
Iw. 3411 die iu der gräve noch ze tuonne willen hat. 

Sonst steht nach willen hän daz bei gleichem Subject 
Iw. 4082; der Gen. des neutralen Pronomens E. 5638 in Bezug 
auf einen Verbalbegriff, und G. 1340 ist dieser ganz aus dem 
Nachsatz im bedingenden Satz zu entlehnen. 

Nach des willen sin steht daz bei gleichem Subject a. fl. 227 
und 449. 

Nach ist eines wille findet E. 3516 Ellipse eines Inf. von 
einem Verbum der Bewegung statt. 

er wein hat daz bei gleichem Subj.E. 3817, 6415. beide Mal mit e. 

Wir können die Untersuchung über den Inf. nach wellen nicht 
schliessen, ohne einen vergleichenden Blick auf den älteren Sprach- 
gebrauch geworfen zu haben. Hier bestätigt sich nun wiedei das 
auf p. 48 Bemerkte. Auch wellen hat die Satzconstruction bei 
Otfrid noch ganz gewöhnlich, zunächst die Parataxe (O. Erdmann I 
§ 283), dann einen Satz mit thaz (ib. § 289). Auch im Altndd. 
folgt meistens that, allerdings tritt aber in allen diesen Fällen 
ein neues Subject ein (R. Steig p. 474). Während aber bei den 
übrigen Verben des Erstrebens jenen Constructionen in Hartmanns 
Epen noch nicht allzuviel Gebiet durch den Inf. abgenommen ist, 
zeigt sich dieser nach wellen bereits im Besitze der Alleinherrschaft, 
nur bei verschiedenem Subject hält sich daz. 

y. Der finale Infinitiv nach den Verben des Äntreibens. 

An die Verben des vom Subject selbst ausgehnden Strebens 
schliessen sich diejenigen Verba, welche eine andere Person zur 
Verwirklichung der Absicht des Subjects zu veranlassen suchen. 
Diese Gruppe hat also stets das Object einer Person bei sich, meist 
im Acc, seltener im Dat., oder es ist doch leicht zu ergänzen. An 
dieser Stelle bemerke ich am besten das Wenige, das bei historischer 
Behandlung des Infinitivs und in Bezug auf Hartmanns Epen liber 
den sogenannten Accusativus cum Infinitivo nötig ist. 

Den Casus haben unter Verwerfung der traditionellen Lehn als 
vom finiten Verbum abhängig, abgesehen von Appolonius Dyacolos 



53 



nach F. ßopps (Gv. III, 321) und G. Curtius' (Schulgr. § 
Erläut.^ p. 201) Vorgang nunmehr wohl fast alle Forscher anerkannt. 
So auch O. Erdmann (I § 338), A. Denecke (p. 27), R. Steig (p. 770), 
H. Rötteken (§ 206). Cf. J. JoUy p. 251. 

Der Inf. aber steht zu dem regirenden Verbum in diesem 
Falle in keinem anderen Verhältnisse, als nach einem intransitiven, 
d. h. ursprünglich trat er als ein obliquer Casus (welcher, ist strittig) 
hinzu (Gr. Curtius, Erläut.^ p. 199. C. Albrecht, de accusativi cum 
infinitivo conjuncti origine et usu homerico in Gr. Curtius' Studien IV 
p. 12 ff.) und verband sich dann in seinen verschiedenen Entwick- 
lungsstufen mit Verben, deren Begriff einer jeden derselben ent- 
sprach, also mit den Verben des Antreibens und Erlaubens in 
finalem, mit denen der Wahrnehmung in bloss appositivem Sinne. 
Mit dem Merkmal der Richtung allein steht er nicht neben einem 
Acc, weil es unter den entsprechenden finiten Verben keine tran- 
sitiven giebt. 

Verhält es sich aber so, dann darf die Lehre vom Acc, c. inf, 
in der Geschichte des Inf. keinen Platz finden (J. JoUy p. 243). Bei 
der Behandlung des Inf. findet erst dann die des Acc. u. Inf. eine 
berechtigte Stelle, wenn in einer Sprache oder bei einem einzelnen 
Autor eine Weiterbildung dieser Construction in der Weise des 
Griechischen und Lateinischen dadurch stattgefunden hat, dass der 
Acc. auch nach nicht transitiven Verben zum Inf. tritt. Auch in 
diesem Falle kann er in einer jeden seiner Entwicklungsstufen 
stehn, hat aber bekanntlich tatsächlich nach Verben des Sagens 
seine grösste Verbreitung in den klassischen Sprachen erlangt, d. h. 
die Fortbildung aus der Construction zur Manier hat namentlich 
auf Grund des appositiven Gebrauchs stattgefunden. 

Für diese freie Fortentwicklung findet sich in Hartmanns Epen 
kein Beispiel, im Besondern steht nie ein Acc. u. Inf. nach einem 
Verbum des Sagens, und so habe ich denn auch für die Behandlung 
dieser Construction bei Hartmann keinen besonderen Abschnitt ein- 
zuräumen. In gleicher Lage befand sich O. Erdmann für Otfrid 
(I § 338), H. Eötteken für Berthold von Regensburg (§ 206). In 
gleicher Lage befand sich auch R. Steig für das Andd., auch hier 
steht nirgend ein Acc. u. Inf. nach intransitiven Verben oder nach 
denen des Sagens, (p. 484); die Fälle, welche er unter dem Capitel III 
Der accusativus cum infinitivo zusammenstellt, sind dies nur im Sinne 
jener streng construirten, ursprünglichen, und viele (nämlich alle, 
deren Inf. er passive Bedeutung beilegt, cf. beim Genus des Inf.) 
sind auch dies nicht, sondern Inf. mit einem Object, während das 
Object der regirenden Verben, das den Subjectsbegriff des Inf. ent- 



54 

halten sollte, zu ergänzen ist. Auch für die ahd. Übersetzer fasst 
A. Denecke p. 52 das Resultat seiner Untersuchung dahin zusammen: 
Wir haben es also hier nur mit einer noch erlaubten Anbequemnng an 
das Lat., nicht mit einem Acc. c. Inf, im Sinne des Lat. zu tliun, 

1. heizen. 
Nicht hierher gehören die Fälle, in denen es bedeutet einen 
Namen geben G. 963, oder einen Namen führen 1521. 3316. 

A. Der Acc. der Person steht dabei. 

E. 44 unde hiez si stille dagen unde daz si — 

1065 er hiez ez zwene knehte üf einen tisch strecken unde 

wol durchrecken. 
1084 swie si iuch heize leben. 
3052 zehant hiez er si üf stän, daz si — 1018. 
3086 do hiez er si da biten. 3537. 5306. 5714, 
5002 heiz inz rümen und daz er — 
6308 die knehte hiez er houwen do eine rosbären. . 
6379 er hiez si mit im ezzen gän. 9027. 
9494 si hiez mich loben ze leisten. 3240. 3249. 5487. G. 1185. 
a. H. 1071. 1201. 1216. 

Iw. 351 der hiez uns beidiu ezzen gän. 

1216. 1773, 1975. 2141. 2604. 3445. 5220. 5288. 6050.6703.8045. 

ß. Der Acc. der Person ist als selbstverständlich ausgelassen. 
Meist betrifft er dienende Personen. 

E. 2409 si hiezen ir isengwant vegen unde riemen. 
2962 er hiez si also wol bewarn. 
3653 ein bat hiez er bereiten. 
3661 den tisch er do rihten hiez. 
3670 daz er im si niht nemen hiez. 

3949 er hiez in betten beiden und doch diu bette scheiden. 
4066 nü heizet selbe ersuochen gar. 
4180 ich hieze iuch haben hie zehant. 
6317 er hiez im lieht gewinnen. 
8131 er hiez selten machen dehein viur. 
G. 857 nü hiez erz heven üf den sant. 
962 daz kint hiez er ze toufe tragen. 
991 er hiezz diu buoch leren. 
3117 si hiezen in im gelten sä. 
a. H. 1269 er hiez sich läzen dar in. 

1470 biten unde gebieten hiez er allenthalben dar, die sines 
Wortes naemen war. 



55 

Iw. 899 daz hiez er über al sagen. 
3449 daz hiez si an in strichen. 
4978 er hiez die brüke nider län. 
5223 heizt iuch dräte ledec län. 
5895 do hiez ir vrou Lünete ir pfert gewinnen. 
6272 der vräge hiez er sich erlan. 
6931 do hiez er rümen den rinc. 
7315 heiz den kämpf lazen sin. 
Auch mit heizen ohne finalen Sinn, wo es bloss = sagen ist, 
verbindet sich einige Mal der Inf. (cf. waenen p. 35. 40, wellen 
p. 50, gedenken p. 41), zum Unterschiede aber von den früher ge- 
nannten ähnlichen Fällen steht dann der Inf. nicht für den Indicativ, 
sondern für den Imperativ, so dass dem Inf. hier w^ohl nicht wie 
dort auch der finale Charakter wird abgesprochen werden dürfen. 
So namentlich in dem Ausdruck: einen heizen willekomen sin = 
zu einem sagen: „sei willkomen". Wie Iw. 8030 „nü si er wille- 
komen" wirklich steht (cf. E. 304). 
E. 626 dar hiez der herzöge Imäin si groze willekomen sin. 

1526. 4913. 7025. Iw. 309. 5584. — Ausserdem 
E. 2922 er hiez si beide gewaltic sin = er sagte zu beiden: 
„sit gewaltic." 
5819 heiz mir in leben = sage zu ihm: „lebe!" 

2. biten. 

A. Das persönliche Object steht dabei. 

E. 21 si bat in da bi ir tweln. 
146 si bat in län die reise. 
066 da bit ich mir so helfen got. 
1482 mit heile bat ers da bestän. 

3643 einen knaben er sich do wisen bat. 3999. 4004. 4124. 
4776. 5031. 6433. 7626. 9317. 9623. 9871. G. 3119. 3553. 
Im armen Heinrich findet sich biten nur mit daz. 
Iw. 187 nü bitet in sin maere volsagen. 
416 ich bat mich got genern. 
1837 er bat mich iu daz sagen. 
2321 nunc bit ich iuch niht vürbaz sagen. 
4668 als er den gast bat keren. 4744. 5159. 5759. 5898. 
6423. 7933. 

B. Das selbstverständliche Object der Person fehlt, 
E. 613 er bat im ez zeigen dar. 
2790 er bat im ez rümen. 



56 

4795 daz ich mir sin ros lihen bat. 
6380 des bat diu vrouwe sich erlän. 
9492 und bat si des geniezen län. 
G. 824 der abbet im dö sagen bat. 

2257 ob ich mirz sagen bite (Lachmann und Bech ichn ). 
Iw. 482 ich bat mir sagen maere. 
3244 er bat nach ime gän. 
6884 her Gäwein sich helen bat. 
3. gebieten. 
E. 2296 dar üf er slahen gebot ein mouwe. 
Wie bei der vorangehnden Gruppe (p. 33. 37) ist auch hier der 
präpositionale Inf. kaum eingedrungen. Er steht nur einmal in 
flectirter Form nach raten G. 3771 cf. p, 57. 

Alle andern hierher gehörigen Verba haben Satzconstruction. 
Genau so war das Verhältniss schon bei Otfrid (O. Erdmann I 
§ 340. 350); auch bei ihm finden sich von solchen Verben mit dem 
einfachen Inf. nur heizen und hiten, und zwar heizan auch mit 
oder ohne einen Acc. der Person, mit dem präpositionalen nur 
raten (II, 14, 24 steht zi c. inf. nach hittan in anderer Bedeutung). 
Nur das ist zu bemerken, dass bei Hartmann der Inf. da, wo er 
einmal in Gebrauch gekommen ist, sich eine herrschende Stellung 
erobert hat, namentlich nach heizen, während bei Otfrid alle über- 
wiegend thaz nach sich haben (O. Erdmann I § 290), selten paral- 
lelen Indicativ (ib. § 284) oder Conjunctiv (ib. § 287). Dies trifft 
auch ganz für das Andd. bei Mtan und hiddian zu (R. Steig 
p. 477. 479). Cf. auch A. Denecke p. 29 ff. So entspricht denn 
auch in dieser Beziehung der Stand des Inf. in dieser Gruppe dem 
jn der vorigen und die p. 48. 52 gemachten Bemerkungen finden 
hier eine Analogie. 

Ist also der Verbalbegriff zu entlehnen, so ist er nach heizen 
und biten wohl gewiss, nach raten und gebieten vielleicht im Inf. 
resp. präpositionalen Inf. zu denken. 

1. Nach heizen. 

Aus dem Hauptsatze im Relativsatze. 
E. 352 sine taete als si ir vater hiez. 
G. 936 ern taete als in sin herre hiez. 

2. Nach biten. 

A. Aus dem Hauptsatze im Relativsatze. 
E. 3540 er tet als in der knabe bat. 
4012 nü tuot als ich iuch bite, 
8756 daz er in wiste als er bat. 1246. 6430. 7540. 8756. 



57 

G. 2008 daz wart ir vollecliche erstat, als si gebot unde bat. 
Iw. 7170 81 beten vergulten me und e dan man si bat. 5773. 6048. 
Im allgemeinen Relativsatze. 
E. 5251 er wolde da niht langer wesen, swie vil si in gebäten. 9528. 
G. 1802. 
B, Aus dem Zusammenhange. 
E. 4756 „tuo mir erkant disse rosses herren". — „nein, herre. ich bit 

iuch vil verre." 
Iw. 4325 so torst ich iuch wol biten. 6048 s. o. 

3. Nach gebieten. 

A. Im Relativsatze. 

E. 3492 gewunden als man im gebot. 

E. 5913 s'in do schalt als ir der wille gebot. G-. 1085. 200S. s. o. 
Iw. 5598. 

Im allgemeinen. 
G. 755 daz die winde würfen swar in got gebot. 

B. Im Bedingungssätze. 

Iw. 8057 gebietent ir, diu lät ir zorn: gebietent ir, er ist verlorn. 

C. Aus einem Inf. mit ze. 

G. 3770 als ir Gregorjus gebot und ir ze büezenne riet. p. 56. 

D. Aus dem Zusammenhange. 

Iw. 2294 „so nim ich iu lihte den lip." „swie ir gebietet." 

4. Nach raten. 

Im Relativsatze. 
G. 660 do si von ir bruoder schiet als in der wise beiden riet. 3060. 
Iw. 2180 er hal sich als si im geriet. 

Eine Ellipse vielleicht von tuon hat man anzunehmen, wenn 
biten mit gebieten verbunden ist und dies ein Object der Sache 
im Acc. bei sich hat, weil dies Object nicht unmittelbar mit biten zu 
verbinden ist, oder man muss aus dem Acc. sich für biten einen 
Gen. entlehnen G. 1716 swaz er dem gebot und gebat. 

Das ursprüngliche grammatische Verhältniss auch dieses Inf. 
machen wieder einige nominale Substantiva mit Präposition 
klar, nach manen und raten etc. 

G. 3199 üf die kurzen reise so wart er tiure gemant. 
149 an siner swester minne so riet er im. 
Jw. 783 min herze mir an minen wirt geriet. 

2898 daz si eins alten wibes rät gebringen mac ze missetät. 

Von Satzconstructionen findet sich zunächst die parat ac- 
tische nach biten, raten, manen, und zwar folgt der Imperativ 
(O. Erdmann I § 284). 

1. biten: E. 4928 ich bit iuch, nü lät werden schin. 

5827 ich bite dich, daz duz staete last und ensunder uns niht. 
Iw. 5459 doch bat si in vil verre, si sprach „lieber herre, durch 
got belibet hie mit mir". 

2. raten: E. 3911 nü rate ich iu wol, ir volget miner lere. 

4993 daz selbe rät ich. rit dräte dinen wec unde sage. p. 31. 



58 

3. maneu: Iw. 1860 durcli daz sit gemant, weit ir den brunnen niht Verliesen, 
so warnet iuch der wer. 
6837 nü man ich iuch vil verre, bedenket iuwer h rschaft, 
daz iwer gelübde habe kraft. 
Auch volgen ist hierher zu ziehen, und zwar stehn parallele Imierative, 
mit und ohne und. 

E. 639 volget miner lere und lät — 

9333 volget guotem rate und saget mir vil dräte. 
G. 1292 nü volge mir, nii enziuch dich niht. 
Doch einmal steht die Parataxe auch nach dem Indic. Perf. G. 3475. 
Im Iwein macht sich das Streben geltend die Parataxe weniger hart er- 
scheinen zu lassen (cf. p. 39), wie auch aus Erec eine Stelle kaum noch hierher 
zu ziehen ist: 

E. 4871 Gäwein, nü wis gemant, wiez under uns ist gewant, daz du min 
nächster vriunt bist und süme dich deheine vrist. 
Den blossen Conjunctiv haben von dieser Verben gruppe 
nur einige Mal die bei sich, welche den entgegengesetzten Sinn 
von Antreiben haben, nämlich den von Abhalten: bewarn, erwern, 
wenden, gewer ren und die Verbindung, welche die Negation 
von wern ist (s. u.), das seinerseits wieder dem biten entspricht. 
Besser hierher zu ziehen ist wohl auch ge wegen und, mit einem 
Substantivum, er wegen E. 8815. 2674 p. 40. 45. Die Verl)a wie 
der Conjunctiv sind immer negirt. 

1. bewarn, gleiche Subj., E. 6866. 

2. erwern, Subj. des Nebensatzes gleich dem Casus bei erwern, E. 6547. a. H. 850. 

3. wenden, ebenso, E. 4965. Iw. 2360. 

4. die gnade widersagen, gleiche Subj., Iw. 5655. 

5. gewerren, verschied. Subj., a. H. 1187. 

Eine indirecte Frage folgt nur einmal nach miinen, 
E. 4872 (s. o.), wo manen den nicht finalen Sinn von an ( twas 
erinnern hat. Er geht dann über in den paratactischen Imperativ. 
Bei weitem am häufigsten findet sich auch bei Hartmann noch 
nach diesen Verben die Conjunction daz, auf die oft ein neu- 
trales Pronomen beim regirenden Verbum hinweist. Selbst bei 
biten ist sie noch häufig (der Inf. findet sich im E. 20, G. 4, Iw. 12 
mal, a. H. gar nicht, zusammen 36 mal, daz ungefähr E. 20, (t. 11, 
a. H. 4, Iw. 15 mal, berücksichtigt man nur die Fälle, in denen 
der Inf. stehn könnte, so doch immerhin E. 13, Gr. 7, a. H. 1, 
Iw. 12 mal). Am festesten dagegen ist der Inf. geworden nach 
1. heizen. Ich vermag bei ihm daz nur nach vorangegangenem Inf. nach- 
zuweisen, ganz wie bei Otfrid (0. Erdmann I § 290) der Conjunctiv einen 
vorangehnden Inf. zweimal aul'nimmt. Dies geschieht, obwohl kein neues 
Subject eintritt, 

E. 5004. heiz inz rümen und daz er sich vür mache. 

3053 er hiez si üf stän, daz si sich wol kleite unde anleite daz beste 
gewaete (wohl vielmehr frei final). 45. 



59 



2. bitcD. 

a. Das Subj. des Nebensatzes ist weder mit dem Subj., noch mit dem Obj. 
des Hauptsatzes identisch. 

E. 545. 1116. 3524. 6204. 8894. 10130. G. 3825 (bitende wesen). a. H. 642. 
1518. Iw. .5238 (des). 5352. 

b. Das (nicht immer ausgedrückte) Object von biten ist das Subject des 
Nebensatzes. 

E. 1143. 1334. 1467. 1821. 3629. 3746. 4401. 4818. 5824. 6443. 6795. 9555. 
G. 916. 974. 1223. 1656. 1698. 1752. 1915. 2031. 2438. 2913. a. H. .569. 
970. Iw. 378. 2172. 2280. 2389. 2391 (des). 5095. 5130 (des). 5140. 
5207. 6864. 6919. 6920. 7325. 7327. 8127. 
Frei die factische Folge bezeichnet daz z. B. E. 1421. Iw. 4454. 
0. Dasselbe Subject ist E. 1407. Iw. 4586. 

Nach senden mit ausgelassenem biten steht daz G. 3831. 
Ein Übergang in Parataxe war E. 5827 p. 57 augeführt. 

3. gebieten, das Subj. des Nebensatzes identisch mit dem bei gebieten stehu- 
den Dativ. 

E. 3096 gebot ir, daz si miiose vür riteu (tatsächliche Folge). 

3993 ir triuwe ir daz gebot, daz si gie (ebenso). 

8606 er gebot den kameraeren. daz si ir vlizic waereu. 36. G. 774. 
Iw. 3114. 3442. 5483. 

G. 1660 er gebot den marnaeren, daz si den winden waeren undertän. 
Neues Subj. a. H. 642 cf. gebiten. 

4. raten. 

E. 3914 da mite rate ich, daz ir twelt. 3675. 5896. 6197. G. 2060. 2984. 
Iw. 5213. 7325. 
Das Subj. des Nebensatzes gleich dem bei raten stehuden Dat. 

E. 4795. 7635. 8582. 9827 (vier abhängige Sätze). G. 1751. 
a. H. 1509 nü raet mir aller min sin, daz ich si ze wibe neme 
Iw. 637 und riet mir min muot, daz ich göz üf den stein (tatsächliche 
Folge). 
5254 ich rate iu daz, daz ir iuch bedenket baz. 3642. 

Die übrigen zahlreichen Verba, welche hierher gehören, ent- 
halten entweder den Begriff des Antreibens im Allgemeinen: reizen, 
einen erkiesen dar zuo; die Verbindungen : einen dar üf brin- 
gen, üf die vart, die stat, daz zil, den zwivel, ez dar zuo 
bringen (dies gehört wohl besser zu den Verben des Erstrebens); 
oder sind Synonyma zu heizen: bevilhen, sagen, sprechen, 
ruofen, die Verbindung: kunt tuon; 

oder zu biten: erbiten, vlegen, manen, ermanen,ane ligen, 
ane ruofen, beswern, zuo sprechen, muoten, die Ver- 
bindungen: ist eines bete, eines vüeze mit bete suochen, 
eich bieten an eines vuoz; 

oder zu gebieten: ist ein gebot, ist ein gebot gegeben; 
oder zu raten: ist min rät, rät geben, den rät erkiesen; 
oder sie bezeichnen den Erfolg des biten: einem an gewinnen, 



60 

einen überkomen, überreden, überwinden, überstriten, 

die Verbindung: mit bete einem abe gewinnen; 

oder eine dem biten entsprechende Tätigkeit: volgen, gCAvern, 

die Verbindung: einen einer bete gewern; 

oder das Gegenteil von Antreiben: verbieten, warnen; 

oder endlich eine Nötigung: twingen, noeten. 

5. reizen. 

E. 3251 wan daz ez iuch reizet, daz irs niht muget vermiden (tatsäch- 
liche Folge). 

6. einen erkiesen dar zuo, neues Subj. E. 9614,' das Subj. des Neben- 
satzes gleich dem Obj. E. 6123. 

7. einen dar üf bringen. 

G. 160 unz er in dar üf brähte, daz er benamen gedähte — (tutsäch- 
liche Folge). 

8. einen üf die vart bringen, Subj. des daz-Satzes gleich dem Acc (tat- 
sächliche Folge), E. 1362. a. H. 340. 

9. einen üf die stat bringen. 

Gr. 2439 daz got mich braehte üf die stat, daz mir so wol geschaehe 
(ein consecutiver Relativs. Gr. 1753). 

10. einen bringen üfdaz zil, Subj. gleich dem Acc, E. 5671, Iw. 5421 
(tatsächliche Folge). 

11. einen bringen üfden zwivel, Subj. gleich dem Acc, E. 595. 

12. ez dar zuo bringen. 

G. 2569 wir sulnz bringen dar zuo, daz uns noch got geliche gesamne 
in sinem riebe. 

13. bevilhen, das im Otfrid an zwei Stellen Übergang in die Bedeutung 
von jubere zeigt, wo es thaz (0. Erdmann I § 290 Ende), im fleliand an 
einer, wo es präpositionalen Inf. nach sich hat (R. Steig p. 491), hat bei 
Hartmann nur die Bedeutung von übertragen. Das Subj. des ]Seben- 
satzes ist gleich dem bei bevilhen stehndeu Dat. G. 91. 

14. sagen und sprechen hat mehrmals den Sinn von heizen. Das Subj. 
des Nebensatzes ist gleich einem bei sagen stehnden Dat. 

E. 8329 wan künde ich iu me gesagen, daz ir dise reise haetet. län. 
3058. 4002. G. 1677. Iw. 953. 

15. ruofen. 

G. 1928 die ruoften daz man drate im sin ors gewünue. 

16. kunt tuon, Subj. des Nebensatzes gleich dem bei kunt tuon stehnden 
Dat., Iw. 3182. 

17. er biten, des. 

Iw. 5810 den mac man lihte des erbiten, daz er da bestät. 

18. V 1 e g e n. 

E. 8639 er vlegete got vil sere, daz er im behielte den lip. Iw. 8316. 

19. manen, Subj. gleich dem Acc. 

E. 4561 bi der mane ich iuch, daz ir ritent und bitent. 9359. G. 75. 
3519. Iw. 4619. 

Ein neues Subject findet sich in einem Satze nach einer Parataxe, 
doch ist dies daz wohl das freie finale: Iw. 6838 cf. p. 58. Nicht linal, 
gleich erinnern E. 5822. Iw. 4854. E. 4873 cf. p. 58. 

20. ermanen, Subj. gleich dem Acc, E. 49J[5. 



21. einem ane ligen, Subj. gleich dem Dat. 

a. H. 993 daz si uns allez ane lac, daz wir ir sin gunden. 

22. einen ane ruofen, Subj. gleich dem Acc. 

Iw. 5793 daz si got ane rief, daz er ir not bedaehte und si zen Hüten 
brachte. 

23. b e s w e r n. 

Gr. 3315 si besvvuoren in bi gote, daz er si wizzen lieze. 

3419 nu beswuoren in die zwene man also verre bi gote, daz er doch 
stille gesaz und horte ir rede vürbaz (tatsächliche Folge). 
a. H. 1116 vil tiure wart si aber besworn, daz si sichs abe taete. 

Einmal ist ein Satz, etwa : daz si im sagete, verschwiegen, von diesem 
aber gleichwohl ein indirecter Fragesatz abhängig gemacht, 
a. H. 1083 er beswuor si, ob ir iht ir herre die rede hete üz erdrot. 

24. zuo sprechen einem. 

G. 3002 diu gotes stimme sprach in zuo, daz si baeten. 

25. muoten von einem. 

£. 4469 ichn muote mere von iu, wan daz ir mir nennet iuwern namen. 
4472 (von Bech für interpolirt erklärt). 

26. ist eines bete, Subj. ein allgemeines, Iw. 5691. 

27. eines vüeze mit bete suochen. 

Gr. 3163 ir vüeze suochte er mit bete, daz si im rät gaeben. 

28. sich bieten an eines vuoz, 

E. 7972 ich wil mich bieten an iuwern vuoz, daz ir erwindt. Iw. 2172 
(cf. biten p. 59). 

29. ist ein gebot, neues Subj., a. fl. 825. 

30. ist ein gebot gegeben, ebenso, Iw. 6145. 

31. ist min rät. 

E. 907 80 ist min rät, daz wir ditz bloede vehten län. 4616. 5676. Gr. 2044. 
430. 

32. rät geben. 

E. 8512 so gibe ich iu den besten rät, des, daz ir vehtens abe stät. 

33. den rät erkiesen. 

E. 8402 wie er im den rät erkür, daz er den lip iht verlür. 

34. einem an gewinnen, Subj. gleich dem Dat., Gr. 2855. 

35. überkomen einen, des, Subj. gleich dem Acc, Iw. 5955. 

36. überreden. 

E. 3944 sus überrette si den man, daz er schiet dan (tatsächliche Folge). 

37. überwinden E. 5490. Tatsächliche Folge 9954. Iw. 4117. 

38. überstriten, gleiche Subj., E. 4696. 

39. mit bete einem abe gewinnen. 

G^. 405 mit bete gewinnet uns daz abe, daz wir der vrouwen hulde swern. 

40. volgen. 

G. 2415 ir sult mir volgen, daz wir gedagen, gleiche Subj., des, a. H. 837. 

41. gewern, Subj. gleich dem Acc. bei gewern, E. 3587, des Iw. 221. 

42. einen einer bete gewern, gleiche Subj., Iw. 1465. 

43. verbieten, das Subj. nicht gleich dem Dat. 

E. 3098 verbot ir, daz ir munt üf kaeme, das Subj. gleich dem Dativ. 
3239 ja verbot ich iu, daz ir iht soldet sprechen. 

44. warnen. 



E. 1060 er wolde daz getwerc warnen mite, deiz ez dar nach ermite. 

45. twingen, neues Subj., Iw. 6502. Das Subj. gleich dem Obj. E. 5^5. 4517. 
4837. 9704. Iw. 1055, 3889, 5588 (Folge). 

46. noeten, das Subj. gleich dem Acc, Iw. 4489. 

Wie in der vorangehnden Grruppe bei der Construction mit da? wellen 
oder soln sehr häufig den sonst im Inf. liegenden finalen Begriff wieder^ iebt, so 
findet sich in dieser Gruppe in dem Satze mit daz entsprechend öfter ein 
soln oder auch müezen. p. 43. 

Zu entlehnen ist der Yerbalbegriff ausser nach heizen, biten, 
gebieten und raten (p. 56. 57) nach 

5. manen, aus dem Zusammenhange. 

G. 3317 do er so tiure wart gemant. Iw. 4852. 6050. 8131. 

6. ermanen E. 527, doch cf. p. 14. 

7. schünden, im Relativsatz. 

Gr. 10a daz er dar üf sündet, als in diu jugent schündet. 231. 
Aus dem Zusammenhange. 

E. 6569 si schunt in vil verre. 

8. verleiten, aus dem Zusammenhange. 

E. 8782 daz ir her komen sit. iuch hat verleitet iuwer strit. 

9. den muot benemen, aus dem Zusammenhange, E. 8403. 

10. den willen benemen a. H. 901. 

11. twingen, im Relativsatz. 

E. 3672 manecvalt wart sin gedanc, als in der vrouwen schoene twanc. 
9497. 10016. 

12. gewerren bedarf nirgend einer verbalen Ergänzung. Gr. 1905. 1302. 
E. 4698. 4750. 90. 6501. a. H. 491. 1062. 908. G. 2026. Iw. 3753. 3544. 4267. 

13. gewern E. 1021. 

Auch hier können Substantiv a und zwar sowohl substanti- 
virte Inf. als Nomina den Zweck bezeichnen. Hierunter ordne ich 
auch neutrale Pronomina, sofern sich von ihnen nicht Beziehung 
auf einen Verbalbegriff behaupten lässt. 

a) Mit einer den Zweck oder die Richtung bezeichnenden Präposition. 

1. twingen, üf disen gaehen gedanc Iw. 7791. 1642. ze den buochen (1. 1411. 

2. gebaerde unde bete tuon einem, durch beliben Iw. 3822. 

3. bringen üf solhe schände E. 4762. 

b) als Objecte im Genit. oder Acc. (cf. jedoch auch hierzu p. 34). 

4. biten, im Gen., E. 494. 5928 (hier noch ein Dativ der Person), G. 348. 

708. 2609. Iw. 4596. 

5. raten. 

G. 451 ouch rate ich dir den selben muot. 
a. H. 376 daz ir deheines list ze iuwerme ungesunde niht geraten künde. 
1469. 

6. gebieten, mit Acc, G. 1716 swaz er dem gebot und gebat (cf. A. Denecke 
p. 41). Iw. 515 gebiut in vride her ze mir. 243. 4544. 7726. 7959. 

In der Bedeutung anbieten. 
Iw. 35G ezne gebot nie wirt mere sime gaste groezer ere. 2287. 



63 

6831 daz ichs ie iuch an gebot. 
c. Dat. == entbieten oder Herr sein. 
E. 5927 und gebietest eime an sine stat. 10104. 
a. H. 1470 biten unde gebieten liiez er dar (der Dativ zu ergänzen). Oder 
ist in den 3 letzten Fällen Ellipse von komen anzunehmen? 
Gr. 1233 uü sult ir mir gebieten. 

7. mauen, mit dem Gen. des Verbalsubstantivum, E. 527 cf. p. 14. Im Sinne 
von antreiben, ein Ross = menen ist es nicht final, E. 4774. 9103. 

8. volgen, mit dem Dat., Iw. 2153 swer volget guotem rate. 

9. gewern, E. 1021 einen einer bete, p. 62. 

Ein neutrales Pronomen als Object bezieht sich auf einen 
VerbalbegrifF. 

1. biten E. 3564. 3583. 6055 (dar umbe). 6802. 8640. 9495. G. 3725. Iw. 4582. 
5525. 6817. 7290. 

2. gebieten E. 598. 5516. G. 3270. a. H. 1460. Iw. 3622. 6292. Absolut 3621. 

3. raten E. 6210. G. 2691. 

4. geraten a. H. 345. 

5. manen E. 4557. 4880. 

6. erbiten E. 4887. 

7. schünden Gr. 410. 3804 (vorher Lücke). 

8. gelieben a. H. 347. 

9. verbieten E. 6068. 3256. 

10. gewern (p. 62) G. 2443. a. H. 950. Iw. 5246. 7206. 

11. verzihen Iw. 6922. 

12. twingen. 

E. 4690 weit ir mich dar bringen, ir müezet mich es twingen. 4699. 
G. 662. a. H. 920 (derzuo). Iw. 844 (derzuo). 

Einige dieser Worte nehmen bisweilen Bedeutungen an, in 
denen sie einer Ergänzung weder durch einen Inf. noch ein Sub- 
stantivum bedürfen. Sie stehn daher absolut. 

1. biten := eine Bitte aussprechen. Iw. 4574 der beteliche biten kan. 

2. rät tuon. Iw. 4591 die disen rät täten. 

3. warnen, sich = sich schützen. 

E. 238 er het sich niht gewarnet dar. 732 (dar).. 
2596 er warnte sich mit schilte baz. 

4. twingen = bezwingen, c. Dat. Iw. 4143, c. Acc. 344. 



Im Anschluss an diese Verben am besten wird man behandeln 

die Verba des Erlaubens. 

Der finale Charakter tritt hier wie bei den Verben, so beim Inf. 

etwas zurück. Auch findet sich der Inf. hier noch viel seltener 

als nach den eben behandelten Verben, nämlich nur nach lazen, 



64 

der präpositionale nur zweimal nach bestet zuo und diewallän. 
Gleichwohl werde ich aber auch hier alle hierher gehörenden Vorben 
mit andern Constructionen aufführen. 

läzen. Es gehört hierher eigentlich nur in dem Sinn« von 
zugeben, nichts dagegen haben, damit einverstanden sein. 
In seiner Verbindung mit dem Inf. hat es aber auch eine zweite 
Bedeutung: veranlassen, schaffen. Dann ist der Inf. nur der 
appositive, der mit ihm zu einem Begriff in der Art verwächst, dass 
er durch dasselbe in die causative Bedeutung gewandelt wird. 
Das Object der Person kann auch hier unausgedrückt bleiben. 

1. läzen = zugeben. Da es ein blosses Geschehenlassen 
bedeutet, ist es ziemlich schwach und verliert in gewissen Fällen 
seine Selbständigkeit fast ganz. 

A. Am meisten gewahrt ist sie noch in seinen Verbindungen 
mit Verben einer Tätigkeit; ich ordne die Fälle nach 
ihrer Häufigkeit, 
leben E. 1016. 3824. 4464. 5799. 9318. 9385. a. H. 1290. Iw. 174. 
3302. 6794. 7843 (gelebn). — geniezen E. 3413. 4133. 4552. 9492. 
G. 357. Iw. 1177. 2016. 4967. 6382. — genesen E. 5357. 9376. 
a. H. 995. Iw. 2047. 2240. 5178. — riten E. 503. 1481. 3640. 4975. 
9780. Iw. 5138. — werden alt E. 5929. alten Iw. 8146. — ezzen 
E. 3663. Iw. 363. — geschehen G. 1754. a. H. 1265. — varn 
E. 4675. Iw. 1465. — bevinden E. 7986. — komen Iw. 5134 
(der Inf. ist zu entlehnen). — vazzen baz E. 639. — üf stän E. 831. 

— üz den siegen komen E. 944. — walten E. 1822. — ruowen 
E. 2466. geruowen G. 1046. — grasten G. 724. - släfen a. H. 549. 

— bi ligen E. 3951. — einen arzet gewinnen E. 4617. — gesunt 
machen Iw. 5464. — sagen E. 7524. — verdagen E. 7500. — 
schoen sin Iw. 628 (der Inf. ist zu entlehnen). — wesen E. 4566 
(ditz lät wesen äne strit). — bringen G. 213 (lä dich von dinen 
sinnen den tiuvel niht bringen). — volgen; G. 1314. — gän G. 1662. 

— verderben a. H. 220. — sterben a. H. 623. — keren a. H. 814. — 
geweinen a. H. 841. — sehen a. H. 1195. — nemen Iw. 2164. — 
wandel hän Iw. 4155. — erwerben Iw. 3817. 

Ist das Object des Inf. ein Pronomen, das identisch ist mit 
dem Subject von läzen, so gewinnt es den Anschein, als wäre der 
Inf. im passiven Sinne gebraucht, in Wahrheit aber verschmilzt 
läzen mit dem activen Inf. zu einem passiven Ausdruck. Dass der 
Inf. activisch zu verstehn ist, zeigt, dass das Object von läzeii und 
das Subject des Inf. nach wie vor im Acc. und nicht mit der 
Präposition von steht (s. unter C). cf. p. 64 G. 213. Am deut- 
lichsten tritt der passive Sinn dieser Verbindung hervor 



65 

Ivv. 3817 dazs umbe den würben, — dan si sich den Hezen er- 
werben (cf. auch Parz. 235, 26 zur passiven Bedeutung), 
cf. unten beim Genus des Infinitivs. 
Zu entlehnen ist der Inf. nach läzen in dieser Bedeutung 
im Bedingungssatze dreimal. 

Iw. 628 der morgensterne möhte sin niht schoener, s wenner üf 
gät und in des luftes trüebe lät. 201. 
5134 ich kume iu gerne, länt si mich. 
B. Mit dem Infinitiv von Verben eines Zustandes verschmilzt 
läzen fast zu einem Begriff: etwas in seinem Zustand belassen, 
stän E. 691 (den sparwaere). 3038, 4624 (die rede), 

beliben E. 4192 so lät beliben daz wip. 

8741 er muoste unde solde daz ander da beliben län. 
ligen Iw. 99. 747. 6290 (und liezen ir werc ligen). 

Unter läzen in dieser Bedeutung glaube ich am richtigsten 
läzen mit einem durch das Praefix un- negirten Partie. Perf. Pass. 
unterordnen zu müssen. Grimm nimmt hier eine Vertretung des 
Inf. durch das Partie, an. Besser aber wird man wohl mit Benecke 
(Wtb. zu Iwein s. läzen) hier Ellipse von sin, das einen Zustand 
bedeutet, annehmen, wie auch Bech zuL. 2, 8 tut: nicht zugeben, 
dass etwas unverändert in seinem Zustande sei oder 
bleibe, d. h. mit Sicherheit für das Eintreten einer Ver- 
änderung Sorge tragen, flartmann zeigt in diesen Fällen 
jedoch eine doppelte Construction , deren erste sich allerdings in 
der Weise Grimms auffassen lässt, nämlich wenn die die Ver- 
änderung erleidende Person oder Sache als Object zu läzen und 
das den Inf. ersetzende Partie, ganz wie jener zur näheren Er- 
gänzung hinzutritt, indem es unmittelbar mit dem Object prädicativ 
verbunden wird. Das eine Beispiel also hierfür 

G. 3414 der keine missetät ungerochen niene lät 
ist ganz ebenso zu construiren (mit zwei Acc, einem des Objects, 
einem des Prädicats), wie 

Iw. 1659 da von sol si mich niht län als unbescheiden under wegn. 
In allen übrigen Fällen aber steht der Inf. für eine unpersön- 
liche finite Form, von dem dann das logische Subject, das vorhin 
Object zu läzen war, im Gen. oder Dat. abhängt, je nachdem das 
Verb den Gen. oder Dat. regirt. 

E. 4844 daz man sin ungespottet lie. 
G. 1222 der deheiner guottät niemer ungelönet lät. 
a. H. 1171 er lät sin ungelönet niht. 
Iw. 1066 der niemens ungespottet liez. 

S. r. Monsterheig - Münckenau, Der Infinitiv in d. Epen Hartmanna von Aue. 5 



66 

Die durch diese zweite Construction notwendige Annahme, dass 
eine verbale Form in der finiten Auflösung vorschwebt, keine 
nominale, scheint mir die Ellipse eines Inf. zu erweisen. Daher 
wird man vielleicht besser sogar da (G. 3414. Lied 4, 40. 1. Büchl. 
762. 1781), wo von läzen ein Acc. abzuhängen scheint, d( n man 
dann als Subject des prädicativen Partie, mit Grimm verstehn 
müsste, richtiger den Acc. von der durch Ellipse verstümmelten 
verbalen, unpersönlich zu denkenden Form abhängig machen. 

Aus den andern Schriften Hartmanns stellt ßech zusammen 
zu Lied. 2, 8 

Lied 2, 8 ich wil ir anders ungevluochet län. 
4, 82 si wil mir ungelonet län. 

4, 40 ich mac wol minen kumber klagen und aber si un- 
gevelschet län. 
1. Büchl. 762 den sule wir ungenidet län. 

1781 ob mich unerloeset lät din tröst von solhem bände. 
Es gehören davon die ersten 2 Stellen der zuletzt erwähnten, 
die übrigen 3 der erstgenannten Constructionsweise an. 

C. Aus läzen in der Bedeutung von auf sich beruhen 
lassen entwickelt sich leicht die von unterlassen, 
sin, die rede E. 4678. 6419, din klaffen E. 82, sus grozen zorn 

Iw. 178, den kämpf Iw. 7315. 
wesen, die vische, Bech, Egger mit A rede, G. 821. (wesen dagegen 

in der Bedeutung geschehen cf. E. 4566 p. 64). 
stän, din singen E. 8168, din wiplich weinen G. 297. 

Das Object ist ein neutrales Pronomen, das einen Verbal begriff 
vertritt. 

beliben, Iw. 5400 do liez erz ouch beliben. 
understän, Iw. 7356 so liezen siz wol understän. 
sin, Iw. 4356 so lie siz sin und muosez län. 

Zu entlehnen ist der Inf. im letzten Beispiele. 

Das Object schliesslich nach läzen in dieser Bedeutung fehlt, 
wenn es selbstverständlich ist. Grimm hielt dann den Inf. für einen 
passiven, indem er das Object. des Inf. als Object zu läzen ver- 
standen zu haben scheint, z. B. ich läze mir e nemen den lip con- 
struirte Grimm: ich läze den lip — mir e nemen (= von ihr ge- 
nommen werden) statt : ich läze (si) e mir nemen den lip. cf . p. 64. 
E. 7950 daz lieze ich an mir vinden. 
9347 wan daz ich mich 6 toeten län. 
9367 ich wil mich läzen twingen. 



Iw. 2231 ich läze mir e nemen den lip. 
6634 daz ich mich slahen läze. 
Wie Grimm würde R. Steig diesem Inf. passive Bedeutung 
beilegen, wenn nicht immer im Audd. wie im Got. (A. Köhler 
p. 449) das Object von lätan dabeistünde (p. 334. 477), da er es 
in allen analogen Fällen (^bei horian, sehan, hetan, hiddian) tut. cf. 
unter dem Genus des Inf. 

2. läzen = veranlassen, verursachen, schaffen. 
In dieser causativen Bedeutung ist läzen gleich tuon und auch 
machen. Der Inf. ist wie dort (s. u.) wohl nur dei- appositive, 
wenngleich man bei allen diesen Causativis auch das Moment der 
Richtung erblicken könnte. Ich ordene die Fälle wieder nach der 
Häufigkeit. 

wizzen (mit län = sagen) E. 40. 3735. 4474. 5437. 5450. 7488. 
7947. 7957. 7997. 8459. G. 3315. Iw. 486. 524. 5691. 
6266. 7754. 
schouwen (mit län = zeigen) E. 60. 649. G. 1759 (beschouwen). 

Iw. 1451 (beschouwen). 3724. 
sehen (ebenso) G. 1565. 3720. 3749. a. H. 859. 1072. sich ge- 
sehen län G. 1745. Iw. 1401. 
engelten (mit län = strafen) G. 2550. 2673. 
ze buoze stän (ähnlich) G. 412. 
Ion enpfän (mit län = Ionen) a. H. 634. 
geniezen (wo län nicht gleich zulassen, sondern geuiezen län etwa = 

Ionen) Iw. 5103. 
gesten (mit län = stellen) a. H. 663. 

gän (mit län etw^a = senden) E. 8259 diu ougen über gän. 
vliegen (mit län = werfen), die schenke! G. 1427. 
varn (mit län soviel wie vüeren), doch könnte man das hierher ge- 
hörende Beispiel auch unter No. 1 bringen. 

Iw. 2977 daz Artus hern Iweinen vuort ze hüs und 
liez sin wip wider varn. 
gewerren (mit län = schaffen, dass etwas hindert). 

Iw. 224 nü enlänt disen herren mine schulde niht gewerren. 
sin (mit län = machen) Iw. 2136 er läze de naht ein tac sin. 

Das Object nach läzen in dieser Bedeutung ist nicht ausgedrückt, 
a) wenn es selbstverständlich ist, namentlich bei folgenden 
Ausdrücken, in denen diu ros zu verstehn ist (cf. unser: 
marschiren lassen): 
zesamne oder dar strichen E. 765. 811. 2607. 9083. 
zesamne oder dar gän E. 832. 6911. 
von ein ander gän Iw. 5311. 

5* 



68 



Ausserdem, wenn es aus dem Zusammenhange klar ist. 
G. 370 lät hoeren iuwer gebot, 
a. H. 1166 länt sehen, weih meister ir sit. 

b) wenn es durch einen ganzen Satz dargestellt ist. Dieser 
Satz kann auch durch ein dann als Object von läzen 
erscheinendes neutrales Pronomen angekündigt 'sverden. 
E. 4928 nü lät werden schin, ob — 

G. 3395 lät mir daz ze einem heile sin geschehen, daz ir mich 
hie habt gesehen. 
Die von län abhängig gewordenen unpersönlichen Ausdrücke 
lassen ihr Subject, d. i. das Object von läzen teils weg, teils ist es ez. 

a) ez steht. 

E. 3536 lätz an iwern hulden sin. 
4515 lät ez iu niht wesen leit. 
a. H. 692 länt ez an iuwern hulden stän. 
Iw. 7124 si liezenz an den lip gän. 

b) das Object fehlt. 

E. 442 nunc lät iuch niht belangen. 
4884 lät mir got so wol geschehen. 
7640 des lät iuch, vriunde, erdriezen. 
G. 997 eznlie sich niht betragen. 

3822 daz ir iu lät gevallen, daz — 
Iw. 958 lä dir wesen gäch. 

2143 er läz im nü wesen gäch. 
Auch hier war wohl die volle Bedeutung von län die von sorgen 
für etwas, veranlassen. Namentlich aber in den Verbindungen 
mit den genannten unpersönlichen Verben ist sie so sehr geschwächt, 
dass län kaum mehr als geruhen und nur noch eine Umschreibung 
des (meist als Bitte ausgesprochenen) Verbum des Infinitivs ist. 

Hieran schliesse ich bald einige Fälle, in denen läzen noch 
weiter in seiner Abschwächung gekommen ist, die sich im a. H. 
und Iw. finden. 

a. JB. 847 diu länt iuwer vröwede sin. 
Iw. 2946 lät ditz vingerlin ein geziuc der rede sin. 
5012 lät schelten ungezogeniu wip. 
Hier reicht für läzen weder die Bedeutung zugeben noch ver- 
anlassen aus. Es hat hier keinerlei eigne Wortbedeutung mehr, 
sondern einzig den Einfluss, dass es eine Handlung vom Gesichts- 
punkte einer andern Person als der des Subjects der im Inf. aus- 
gedrückten Handlung betrachten lässt, und zwar ist diese J^erson 
immer die, die nach dem jeweiligen Zusammenhange nach der 
Meinung der redenden Person mehr bei der Handlung interessirt 



69 

ist als das Subject selbst. Daher steht es stets in der 2. Person, 
und zwar wird diese immer zu einer gewissen Betrachtungsweise 
im Imperativ aufgefordert: diu Idnt iuwer vröwede sin heisst also 
nur seht die Sache €0 an, dass nunmehr jene eure Freude 
sind. Iw. 2946: dieser Pingerreif sei in euern Augen ein 
Zeuge eures Versprechens u. s. w. Es fliesst dies wohl aber 
aus dem causativen Sinne von län, während Iw. 5012 dem unter 
1 A angeführten näher zu stehn scheint. Län hat es in diesem 
Gebrauch zu einer ebenso grossen Feinheit des Ausdrucks gebracht, 
als wellen und die Verba mit verschobenem Präteritum. 

Eine Ellipse des Inf. ist nach lä-zen auch in seiner causativen 
Bedeutung anzunehmen, und zwar betrifft sie wieder wie bei der 
nach läzen = zugeben (s. o.) das Verbum substantivum oder werden. 
Ich stelle hierher aber nicht die Fälle, in denen läzen ein Object 
und ein auf dieses bezogenes prädicatives Adjectiv bei sich hat 
(G. 2359 ja liez ich si vil harte vrö und gesimt, Iw. 6873 s. u.j, 
Fälle, in denen die durch das Adjectiv bezeichnete Aussage dem 
Object auch ohne und bereits vor dem Eintreten des in läzen 
liegenden Begriffs zukommt und in denen zur Vervollständigung 
der Construction, wenn überhaupt etwas, ein das Object und Ad- 
jectiv verbindendes Particip von sin zu ergänzen w^äre, sondern 
nur die Ausdrücke, in denen die causative Bedeutung von län sich 
darin zeigt, dass dem Object die Aussage erst vermittelst der Hand- 
lung von läzen zukommt, und in denen das Eintreten eines Zustandes 
verursacht wird, wie einmal auch w^irklich der Inf. beliben dabei 
steht. Trotzdem indess könnte man wohl auch den Zustand selbst 
als verursacht ansehen und dann das Adjectivum unmittelbar mit 
län verbinden. Es gehören folgende Ausdrücke hierher: 
ledec län Iw. 1712. 5223. 6840. 
vri län Iw. 1532 (gelän). 4347. 
eine län Iw. 1511. Hier ist der Inf. hinzugefügt 

a. fl. 343 diu guote maget in liez beliben selten eine, 
staete län E. 4266. 5824. G. 2012. 
war län E. 6800. Iw. 5555. Das Object liegt in einem Satze 

Iw. 4608. 
Es ist also hier zu constatiren, dass sich weder die Ellipse 
noch die Entlehnung in Hartmanns Epen bei län häufig findet, im 
Ivvein doch häufiger als im Erec und Grögorius, bei denen die 
Ellipse nur bei staete län, die Entlehnung gar nicht vorkommt, 
ferner dass Hartmann nie den Inf. in den bei ihm überhaupt sel- 
tenen Fällen weglässt, in denen ein unpersönlicher aus Adjectiv 
und wesen bestehender Ausdruck im Inf, neben einem Dativ des 



70 

persönlichen Pronomens steht, wo sonst Ellipse bei Otfrid uiid den 
mhd. Dichtern häufig ist (Grimm, Gram. IV, p. 133), z. B. Parz. 
159, 2 und Idz dir mm laster leit (so G, Handschrift g schiebt 
wesen ein cf. ib. 24, 18. 526, 28). Hartmann schreibt stets wesen 
cf. E. 4515 p. 68. Iw. 958. 2143 p. 68. cf. Benecke zu Iw. :il42. 

Iw. 4121 der si da nach niht wol enlie 
halte ich die Annahme einer Ellipse für ungerechtfertigt ; nilit wol 
scheint mir nicht, wie Benecke Anm. zu Iwein will, eine durch 
län am Object hervorgerufene Eigenschaft (= so dass sie in grosses 
Leid kam), sondern urteilendes Adverb zu län, und dies = ver- 
lassen s. u. cf. Iw. 2025. 

Ein Participium vertritt den Inf. nach lan wohl nur in 
einem Falle, denn 

E. 9070 da er sin ros stende lie 
steht das Particip nicht für einen Inf.; stän län würde ja bedeuten: 
wo er sein Ross unverändert stehn Hess, wie es zuvor stand cf. 
unter 1, B. län heisst hier vielmehr verlassen und ist wie G. 2359. 
Iw. 6873 cf. p. 69 construirt s. u. Dagegen nimmt Grimm, Gramm. IV, 
p. 126 eine solche Vertretung an 

Iw. 3142 und het si min genozzen län. 
Cf. hierzu die Anm. Beneckes zum Iwein. genozen steht in der 
alten heidelberger Handschrift No. 397 (Lachmann A), der alten 
giessener (B), die aber wie die aus derselben Quelle fliessende 
heidelberger No. 391 (b) stark ändert, geniezen zeigt die florenzer 
Handschrift des 14. (D), die Riedegger zwischen dem 13. und 
14. Jahrhundert nach den von Benecke in B eingetragenen Vari- 
anten und drei Handschriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert, 
darunter auch die bis Zeile 6238 ungefähr aus guter Quelle stam- 
mende ambraser von 1517. Die älteste Überlieferung bietet dem- 
nach genozen als sicher, das selbst B noch nicht zu ändern wagte. 
Hän zu ergänzen, wozu Bech a. h. zu neigen scheint, wäre in den 
Epen Hartmanns ohne Beispiel. Nur einmal G. 3395 (p. 68) steht 
nach läzen ein Inf. der Vergangenheit, aber mit Beziehung auf eine 
wirkliche Vergangenheit, cf. Tempusausbildung des Inf» 

Man wird also nicht umhin können hier die Vertretung eines 
Inf. Act. durch ein Part. Perf. Pass. in activem Sinne anzunehmen. 
Grimm führt nur noch ein mhd. Beispiel an Wilh. 275, 8 diez im 
da heten läzen üf der tavelen gestanden. Doch liegt hier das Ver- 
hältniss etwas leichter, weil es das Part. Perf. eines intransitiven 
Verbum ist, das sich eigentlich nur temporal, nicht generell vom 
Part. Praes. Act. unterscheidet. Freilich ist genozen gerade mhd. 
in activem Sinne öfter nachweisbar, cf. ßenecke zu unserer Stelle, 



71 

Ende. War also die Möglichkeit einer activen Anwendung des 
Wortes vorhanden, so waren dafür, dass Hartmann sich für sie hier 
entschied, wohl von Einfluss einmal, dass geniczea bereits 3139 steht 
und dass län selbst in einer Vergangenheit stand. 

Der präpositionale Inf. findet sich nach Verben des Er- 
laubens nur nach einem die wal län und dem unpersönlichen 
bestet zu o. 

Gr. 2061 daz man ir lieze die wal ze nemen. 

Nach einem bestet zuo zeigt der Inf. die vollere Form. 
E. 6543 da bestet doch niemen zuo ze redenne. 

Dies stimmt also überein mit der bis jetzt durchweg be- 
obachteten Vorliebe für den präpositionalen Inf. nach zusammen- 
gesetzten Ausdrücken (p. 33. 52). 

Die Satzconstruction ist auch hier wieder das gewöhnliche 
und nach allen anderen Verben des Erlaubens ausser den genannten 
beiden das einzige. Daz folgt 

nach län in der Bedeutung zulassen. 
Iw. 5403 er lie'z ouch äne grozen zorn, daz er in sine helfe spranc. E. 1062. 

sowie nach der Verbindung einem ze gewalte län. 
G. 2702 lä mir daz ze gewalte, daz ich in noch behalte. 

Ein Bedingungssatz nach län in gleichem Sinne. 

E. 3747 daz erz lieze äne haz, ob er zuo ir saeze. 
In der Bedeutung von unterlassen (cf. p. 66) findet sich 
nach negativem Verbum sehr häufig ein negirter Conjunctiv. Eine 
Ellipse von sin, stän, beliben anzunehmen ist nicht nötig, da auch 
län an sich oft genug unterlassen heisst, s. u. 

E. 48 diu maget enlie niht umbe daz, sine wolde riten vürbaz. 

352 diu juncvrowe des niht enliez sine taete — 5677. Gc. 936. 981. 
2201. 2239. Iw. 814. 5305. 

Nach läzen in causativer Bedeutung, in der es mit dem 

Inf. geradezu zu einem Begriff verschmelzen kann, steht nie ein Satz. 

Nach allen andern Verben des Erlaubens steht nur daz (cf. 

0. Erdmann I § 292). Nur nach dem Imperativ von län in sinen 
hulden sin folgt eine Parataxe. 

E. 3537 nü lätz in iwem hulden sin und heizt die vrouwen biten unde 
wider riten und enbizet hie. 

1. erlouben. 

G. 1092 got erloubte dem AVunsche über in, daz er lip unde sin meistert 
nach sim werde. 

2. sich gevallen län (p. 68). 

Qr. 3824 daz ir iu lät gevallen, daz ir bitende wesent. 

3. gunnen (p. 73), auch der eren gunnen. 

E. 8560 ob mir got der eren gan, daz ich gesige. 5125. 7667 (des). 
G. 2693. 2706 (des). Iw. 939 (des). 2102. 5915. 6141 (des). 



72 

4. erbunnen (p. 73) Iw. 5256 (des). 

5. län in sinen hulden stän. 

a. H. 693 länt ez an iuwern hulden stän, daz ich ouch die beide von dem 
tiuvel scheide und mich gote müeze geben. 

6. vertragen, ez (p. 73). 

E. 68 daz er ez vor im vertruoc, daz sin getwerc die maget sluoc. 6459. 

7. die unzuht vertragen. 

E. 1242 daz ich die unzuht vertruoc, daz min getwerc die maget sluoc. 

8. einem die muoze län, das Subj. gleich dem Dat., Iw. 290. 

9. erlän (p. 73) E. 4761. Iw. 3131 (doch cf. ßenecke hierzu). Wenn negirt, 
folgt immer negirter Conj. E. 4275. 8044. 8574. Iw. 2229. 4157. 6600. 7226. 
7905. 

Schliesslich erfolgt auch hier die Ergänzung durch Substantiva. 

Einmal steht eine präpositionale Wendung nach die wal län (p. 71). 

E. 3205 ir sult mir die wal län an diesem roube. 
Ein Object steht nach 
läzen. I. = entlassen. 

1. in der Bedeutung überlasse sich selbst E. 8274 (?). 

2. lasse von mir (y. 640. Iw. 2025. 4570. 6713. 

3. verlasse E. 7559. Iw. 4121 (cf. p. 70). 

4. lasse im Stich E. 1341. Iw. 4888. 4893. 

5. lasse frei. E. 4195 nü lät se. 5474 mugt ir in län? 

E. 5490 daz er den ritter haete län. 
Iw. 5266 ir müezet die juncvrouwen län. 

6. zurücklassen, a) bloss mit Object. G. 463 den schätz, den in ir vater lie. 

ß) mit Object und prädicativem Adjectiv. 

G. 2359 ja liez ich si vil harte vro und gesunt (p. 69). 
Iw. 6873 die ir niftel siech liez. E. 8304. oder Particip E. 9070 cf. p. 70. 
y) mit Object und adverbialer Ortsbestimmung E. 4891 (da). G. 2928 (da); 

3526 (wä). Iw. 963. 1518. 5903 (da); 5634 (lebendige hie). 
S) mit Object und präpositionaler Bestimmung E. 2616. 6183. G. 1794. 

2355. 3182. 3528, a. H. 159. Iw. 3263. 6843. 6903 (under wegen). 
s) mit Object und Dativ G. 1524. 1547. Iw. 7659. 

7. sich verlassen auf. 

Iw. 7173 dane lät sich ouch niemen an. 
II. = gebe auf, unterlasse, lasse zu. 
1. mit blossem Object. 

E. U6. 582. 710. 711. 3806. 6286. 6287. 6451. 6490. 7635. 7945. 7956. 8329. 
8503. 8838. 9352. — G. 843. 1619. — a. H. 569. 1178. — Iw. 352. 1636. 1861. 
2062. 2148. 2162. 2521. 2834. 3638. 3872. 4030. 4504. 5009. 5261. 5946. 6923. 
6968. 7863. 7988. 8006. 8057. Ein substantivirter Inf. ist es E. 6280. 6490. 
G. 338. Iw. 1370. 1942. 

Ein neutrales auf einen VerbalbegrifF bezügliches Pronomen 
ist dies Object, das oft durch einen folgenden Satz weiter aus- 
geführt wird, 

E. 78. 398. 877. 3578. 3618. 4124. 6444. 7452. Iw. 678. 812. 1703. 4888. 
5304. 7355. 
.2. mit Object und adverbialer Ortsbestimmung. 

G. 751 (hie); 1507 (nider). - Iw. 1125, 4373, 4978 (nider); 4297 (da). 



73 

3. mit Object und präpositionaler Bestimmung. 

an einen etewaz (== übertragen) G. 2984. a. H. 1362. Iw. 4547. 4553. 
4572. 7649. 7690. (Iw. 4553. 7690 her ze einem etewaz). zuo einem 
(raeumlich) E. 9299. — under wegen E. 3271. 3710. Iw. 4257. 4880. 
4911. — üz der ahte E. 1049. 8412. - bi libe E. 962. — einen bi sich 
a. H. 420. 433. — ez ane haz E. 3746. Iw. 338. — ez äne clage E. 4531. 
Iw. 5736. — ez äne widerstrit E. 3782. äne strit E. 6352. — ez äne 
zorn E. 3048. 4571. G. 2243. Iw. 2391. — äne bete E. 1061. 
In der folgenden Gruppe könnte man, wenn man E. 8390 daz houbet 

im ze tal seic berücksichtigt, auch den causativen Gebrauch von läzen sehen 

mit ausgelassenem Inf. eines Verbum der Bewegung. 

diu ougen ze tal E. 7878. — den vuoz zer erde E. 7440. — die britel 
von den banden E. 4392. — mich in die burc. Iw. 6562. — in (dar) 
in G. 1917. a. H. 1279. — sich dar in a. H. 1269. — si üf a. H. 1287. 

4. mit einem Acc. der Sache und Dativ der Person. 

mir die wal E. 3204 (mit präpositionalem Ausdruck). G. 2060 (mit Inf. 
p. 71). — mir min erbeteil Iw. 5657. 5723. — den lip E. 4191. Iw. 722. 
— den strit Iw. 118. 121. 4075. 7006. — E. 695. 7418. 347 (dem wirte 
sinen willen). 3333. G. 2701 (mir daz ze gewalte). 1183. Iw. 289. 3743 
(den sige). 7688. 7702. 
Kach anderen hierher gehörenden Ausdrücken ist das Object 
meist ein substantivirter Inf. 

1) im Acc. nach 

2. vertragen (p. 72), (ein Nomen, min laster Iw. 181. a. H. 1339). 

Iw. 7640 daz eren er im niht vertruoc. — Passiv? 

E. 6585 ditz bliuwen waer vil unvertragen. 
2. im Gen. nach 

3. diewalhän (eigentlich nicht ünal, sondern in Teil 2 gehörend und nur 

wegen: die wal län hierher genommen). 
G. 2545 der guotes lebens wal hat. 

4. urloup hän (ebenso), E. 2385 giudens (p. 14). 

Ein Nomen nach 

5. gunnen (p. 71) E. 1289. 10073. Iw. 2648. 

6. erbunnen (p. 72) E. 5966. 

7. V erbunnen E. 6504. 

Ein neutrales Object vertritt einen Verbalbegriff. 

1. vertragen (p. 72* 73). 

E. 3268 ob ez iu immer mere geschiht, ich vertrage ez iu niht. 
5432 e er inz haete vertragen. 95. 1044. G. 1146. 

2. dulden G. 1147. 1159. mit Acc. a. H. 1333. 

3. gunnen (71. 73) E. 5847. 6390. 7924. 7925. Iw. 1928. 

4. hangen einem E. 5260. verbeugen Iw. 7334. 

5. er län E. 3700. 4910. 5065. 8971. 9581. Iw. 244. 7415. 

Absolut ist läzen einmal gebraucht. 
Iw. 510 daz si durch mich tuont unde länt. 



74 

S. Der finale Infinitiv nach Verben einer geäusserten Absteht. 

Am nächsten zu den beiden zuletzt behandelten Verbengi uppen, 
denen des Strebens und Antreibens, treten schliesslich noch die 
wenigen Verba einer geäusserten Absicht. Der Infinitiv stellt, das 
verdient hervorgehoben zu werden, nicht nach Verben einer Aeusse- 
rung überhaupt (p. 53). Es ist dies dieselbe Enthaltsamkeit des 
deutschen Inf., der wir schon bei den Verben des Strebens be- 
gegneten (p. 32). Wir haben sie dahin zu beurteilen, dass er nach 
diesen Verben eben nicht so weit in der Verläugnung seines Ur- 
sprunges ging, wie der grieschiche, oder gar der lateinische, der 
ja sogar den finalen Gebrauch ausser in der verkümmerten An- 
wendung des sogenannten Supinum nach Verben der Bewegimg in 
klassischer Prosa ausschliesst, während ihn Plautus und Terenz 
nach Verben der Bewegung, mittere und Verben des Antreibens 
noch sehr wohl kennen und die Dichter ihn hier nie ausser Fimction 
setzten (cf. Golensky, de infinitivi apud poetas latinos usu, Königs- 
berg 1865). 

Eine Ausnahme machen nur diejenigen Verba einer blossen 
Meinung, die zugleich auch in finaler Bedeutung mit dem Inf. ver- 
bunden werden und ihn auch da beibehalten, wo sie, mit ihnen der 
Inf., jenen finalen Sinn aufgegeben haben. Man hatte eben auch 
hier den finalen Gehalt nur noch im Verbum finitum gefühlt. 
So appositiv gebraucht nach Verben des Meinens ist der Inf. nach 
waenen p. 35, wellen p. 50 und heizen p. 55. cf. gedenken p. 36 
gegenüber 41. 

Nahe allerdings dem Gebrauch nach Verben einer Aeust^erung 
steht der Inf. nach leren und lernen (je einmal), die man hierher 
wird ziehen dürfen. Indess wird sich auch in ihnen noch ein tinaler 
Rest finden lassen. Sonst steht der einfache Inf. nur noch einmal 
nach der Textesgestalt bei Bech bei geloben. 

1. geloben. 

G. 3203 dö gelobet er in ze hant dem wilden steine zuo die 

barke bereiten. 

fl. Paul liest aber die (reise) gelobte er in ze hant. des morgenes 

vil vruo kerten st dem wilden steine zuo. Übrigens hat geloben 

nur den präpositionalen Inf. viermal nach sich. cf. verloben unter 

Ergänzung durch ein Object. 

2. leren (A. Koehler p. 444. A. Denecke p. 65. R. Steig 
p. 483). 

Iw. 2801 dar under 1er ich iuch wol iuwer ere bewarn. 

3. lernen (A. Koehler p. 444. A. Denecke p. 19). 



75 

E. 9283 nü hei Erec vil wol gelernet ringen. 
Der präpositionale Inf. ist häufiger und dies Verhältniss 
stimmt ganz wohl mit den bisher gemachten Beobachtungen über 
die Setzung von ze. Der finale Begriff tritt bei dieser Verben- 
gruppe mehr zurück und es blieb daher wohl der Sprache besser 
im Bewusstsein , dass sein Vorhandensein in der gesammten Ver- 
bindung zum grösseren Teile auf dem Inf. beruhe. Ebenso war es 
bei den Verben der Bewegung und im freien Gebrauche, umgekehrt 
bei den Verben des Erstrebens und Antreibens. Die zusammen- 
gesetzten Ausdrücke haben auch hier nie den einfachen Inf. nach sich. 

1. geloben a) in kürzerer Form. 

E. 9495 si hiez mich loben ze leisten, swes si baete. 
G. 2057 si gelopt ze nemen einen man. 

b) in längerer Form. 
E. 1499 wand er gelobt häte ze komenne an dem selben tage. 
Iw. 4582 unde gelobet im des staete ze leistenne, sw^es er baete. 

2. ein phant geben, in kürzerer Form. 

E. 3902 ouch gap si im ze leisten, des er gebat, ein phant. 

3. üf sinen eit nemen, in längerer Form. 

Iw. 7266 heter genomen üf sinen eit ze sagenne die w^ärheit. 

Im Übrigen steht nach Verben einer geäusserten Absicht und 
natürlich nach denen einer Aeusserung ohne finalen Sinn Satz- 
construction. 

Parataxe nach 
sagen und sprechen E. 3185. 5440. 9027. 9033. G. 3526. Iw. 4629. 

Blosser Conjunctiv nach 

1. geloben. 

Iw. 4777 (do gelobt er äne bet, nach Lachnann unecht) er welle durch 
uns tot ligen. 

2. geheizen, das Subj. des Nebensatzes identisch mit dem bei geheizen 
stehnden Dat., G. 3170. 

3. swern. 

Iw. 5741 do begunde si vil tiure swern, sine teilte ir niemer niht mite. 

4. mit eide bestaeten, daz, gleiche Subj., G. 890. 

5. vergezzen, nach negirtem Verbum negirter Conjunctiv. 

Iw. 3656 diu vrouwe ouch des niht vergaz, sine wolte wizzen daz. 

6547 und enwart des niht vergezzen, si buten deme gaste also 
groz ere. 

6. sagen Iw. 6544. E. 4630. 

7. sprechen a. H. 835. Iw. 4774 (gleiche Subj.). 

8. jehen, bei ungleichem Subj. E. 1074. a. H. 1325, bei gleichem a. H. 647. 

Ein Satz mit daz folgt, der aber öfter nur die tatsächliche 
Folge angiebt. 

1. geloben. Iw. 5677 doch gelobet ez her Gäwein so, daz si ez niemen solte 
sagen (ein von so verursachter Consecutivsatz). E. 4264. 



76^ 

2. geheizen, verschied. Subj. a. H. 645. 1341, gleiche E. 3048. Iw. 555V. 

3. swern, gleiche Subj., E. 9052. Iw. 900. 

das regirende Verbum ist verschwiegen. 

Iw. 7928 daz ich an allen list minen sin dar an kerende bin. 

4. leren, Subj. gleich dem Acc, Iw. 7000 (tatsächliche Folge). 

5. gewisen, ebenso, Iw. 6037. 

Nach den Verbindungen 

6. vür war verpflegen, gleiche Subj., G. 1297. 

7. Sicherheit geben, gleiche Subj., E. 1014. Iw. 6365. 

8. Sicherheit enphän, verschied. Subj., Gr. 2010. 

9. Sicherheit tuon, gleiche Subj., Iw. 7882. 

10. Sicherheit schaffen, ebenso, Iw. 4158. 

11. ein phant haben, verschied. Subj., E. 1053. 

12. «nein werden, verschied. Subj., Gr. 901. 

13. ze rate werden, gleiche Subj., G. 2029. 

14. die wisheit leret einen, Subj. gleich dem Acc, a. H. 878 (Folgel 
•15. die lere hän, gleiche Subj., E. 4199 (Folge). 

Kein finaler Sinn liegt in 

1. sagen, verschied. Subj. a. H. 166. 186, gleiche E. 2094. 2099. G. 2724 u.s.w. 

2. sprechen Iw. 271 (ebenso). 7030. 

3. jehen, des, gleiche Subj. a. H. 912. Iw. 7697, verschied. G. 1239 (verjehen). 
a. H. 1209. 

4. antwurten, gleiche Subj., a. H. 1079. 

5. sich an nemen, ebenso, Iw. 1851. 

6. sich bediuten, verschied. Subj., a. H. 95. 

7. bedüten, gleiche Subj., E. 8801. 

8. sich üz tuon, des, gleiche Subj., E. 8664. 

9. erzeigen a. H. 86. 

10. klagen E. 4778. 8082. G. 70. 2389. a. H. 715. 

11. den gedanc hän, verschied. Subj., E. 9499. 

12. den strit län einem, Subj. gleich dem Dat., Iw.4076. den strit behalten, 
gleiche Subj., E. 201. 

Cf. waenen p. 40, gedenken p. 40. 41, wän hän 40. 42, einen tumben gt danc 
hän p. 43. 

Zu entlehnen ist der VerbalbegrifF nach 

1. geloben. Im Relativsätze. 

E. 586 ich leiste als ich gelobet hän. G. 2904. Iw. 4794. 
Aus dem Zusammenhange Iw. 5554. 

2. geheizen. 

Iw. 6557 — 6561. nü vürht ich aber vil sere, daz ich dise groz ero vil 

tiure gelten müeze als mir der arge schale gehiez. 
Aus dem Zusammenhange a. H. 570. 

3. leren. 

E. 672 menneclich ze vröuden vie, als in lerte sin muot. 3452. 5309. 
G. 1663. a. H. 249. Iw. 195. 4371. 5329. 5800. 
Umgekehrt kann zu dem absolut gebrauchten leren im regirenden 8atze 
aus dem Relativsatze ein Verbalbegriff ergänzt werden. Iw. 782 unz mich min 
herze lerte, daz mir an minen wirt geriet. 

4. lernen G. 1372. 



77 

5. gfedingen. 

a. H. 1288 als ich mit iu gedinget hän. 

Ein Object steht bei 

1. geloben. Iw. 4755 dar ich mich gelobet hän. E. 9496. 

2. geheizen Iw. 6874. 

3. sprechen Iw. 5478. sagen 258. 

Das Object ist ein substantivirter Inf. bei 

4. verloben. 

E. 4141 swie diu guote warnen verlobt haete. (Oder ist es verbaler Inf. Y) 

Das neutrale Object vertritt einen VerbalbegrifF nach 

1. geloben. Iw. 5127 daz gelobte der herre. 4609. 4799. 5676. 

2. geheizen. E. 7560 er enleiste ir niht, des er gehiez. Iw. 7905. 

3. leren. E. 3448 si leit ez äne swaere, daz lerte si ir güete. 5171. Iw. 4976. 

4. vergezzen G. 3757. 

5. sagen E. 8260. a. H. 718. sprechen Iw. 153. 

6. jehen E. 9428. 

7. gwis sin E. 9506. 

8. erdenken E. 8980. 



2. Der Infinitiv der Richtung. 

Gleichfalls noch vermöge seines casuellen Charakters steht der 
Inf., wo er blos eine Dichtung anzeigt. Von dem bisher behandelten 
unterscheidet sich dieser Gebrauch dadurch, dass hier der ethische 
Anteil des Subjects nicht vorhanden ist, und zwar entweder früher 
vorhanden war, aber auf dem Wege der historischen Entwicklung 
des Inf. weggefallen ist — dies ist bei allen denjenigen Inf. der 
Richtung der Fall, welche ich als ursprünglich finale im 1. Teile 
behandelt habe — oder von Anfang an sich mit dem Moment der 
Richtung nicht verband. Nur in dem letzteren Falle steht der Inf, 
der Richtung dem finalen in Bezug auf die Nähe ihres Verhält- 
nisses zur ursprünglichen Casusnatur gleich, während diese im 
ersten Falle als bereits angegriffen erscheint und ist bei allen fol- 
genden Inf. der Richtung der Fall. Cf. p. 21. 



?8' 

Über den Inf. der Richtung macht bereits Leo Meyer, der 
Inf. der homerischen Sprache, ein Beitrag zu seiner Geschichte im 
Griechischen, Göttingen 1856 p. 42 die richtige Bemerkung: seine 
Bedeutung ist hiei' gleichsam einen Grad schwächer geivorden (als der 
der Absicht). Hier wie im 1. Teile steht der Inf. sowohl irei als 
auch ergänzend bei Verben, die an sich nicht die Handlung, auf 
die es gerade ankommt, selbst, sondern nur eine Vorbedingung zu 
derselben enthalten. Wie dort der Inf. durch die ausser der Wort- 
bedeutung in ihm liegenden Momente der Richtung und des ethi- 
schen Anteils jeder beliebigen Handlung die speciellere Angabe 
hinzufügen konnte, dass sie in Hinsicht auf eine andere, für die 
das Subject sich interessirte, d. h. in einer gewissen Absicht des- 
selben geschehe, so vermag er hier, wo er nur den Begriff der 
Richtung enthält, ebenfalls jeder beliebigen Handlung die nähere 
Bestimmung hinzuzufügen, dass sie im Hinblick auf eine andere 
erfolgt, die aber nun nicht mehr als vom Interesse des Haupt- 
subjects gefordert erscheint, sondern unabhängig von diesem nur 
darum eintritt, weil sich im Satze bereits in einer Eigenschaft Irgend 
eines Satzteiles die Vorbedingung für sie ausgesprochen findet, d. h. 
der Inf. bezeichnet eine Folge. Dieses consecutive Verhältniss aber 
kann bei dem freien Gebrauch einen doppelten Charakter tragen, 
insofern die Folge entweder nur möglich oder notwendig gedacht ist. 

Die Aufgabe, welche hier dem Inf. zufällt, ist eine nicht 
weniger seine ganze Casuskraft in Anspruch nehmende, als die der 
Bezeichnung einer Absicht, und sie ist um so schwerer, als im 
freien Gebrauche die Eigenschaft, aus welcher die Handlung des 
Inf. als Folge fliesst, nie einen sprachlichen Ausdruck findet. Wenn 
daher im finalen Gebrauch der Inf., soweit er diese Function allein 
tragen musste, und nicht durch die Abhängigkeit von einem gleich- 
falls finalen Verbum unterstützt war, in seiner freien Verwendung 
durch\veg (mit einer Ausnahme p. 23), nach den Verben der Be- 
wegung, die gleichfalls in sich selbst einen finalen Sinn nur wenig 
angedeutet enthalten, noch zum grossen Teile der Hilfe der Präpo- 
sition bedurfte, so lässt es sich wohl verstehn, wenn hier der Inf. 
im freien Gebrauche und nach Verben ohne Hinweis auf das con- 
secutive Verhältniss ohne die Präposition nirgend mehr in Hart- 
manns Epen gefunden wird, nur nach müezen in seiner Bedeutung 
eines Verbum des Geschehens (s. u.) steht der blosse Inf., weil er 
hier aus einer Zeit zu stehn gewohnt war, in der er vermöge seiner 
noch klareren Casusnatur dieser Aufgabe gewachsen war. Ganz 
so wie andererseits ihre Häufigkeit abnahm, wo der finale Gedanke 
auf einem stark ausgesprochen finalen Sinne des regirendeji Ver- 



bum mit ruhte und bald allein zu ruhen schien, so dass sie bei 
den Verben des Strebens, Antreibens und Erlaubens wenig, bei 
wellen gar nicht statt hatte, bei den Verben einer geäusserten Ab- 
sicht dagegen, bei welchen der finale Begriff weniger bemerkbar 
hervortritt, wieder weiter eindrang, ganz ebenso schien der Inf. 
auch hier jener Unterstützung nicht bedürftig in dem Falle, dass 
er abhing von einem Verbum, das die bedingende Eigenschaft in 
sich ausgesprochen enthält, so dass auf den consecutiven Charakter 
des Inf. schon durch sie hingewiesen ist, nur mit dem Unterschiede, 
dass in diese geschlossenen Verbindungen die Präposition nirgend 
einzudringen vermochte, auch da nicht, wo diese Verben jener 
Eigenschaft verlustig gegangen waren, ausser einige Mal bei tugen 
und wizzen s. u. Für Otfried III, 20, 124 O. Erdmann I § 349 
waz skal es avur thanne nü so zi frdgenne cf. A. Denecke p. 10 
und R. Steig p. 490. 

Solche Verba aber sind die mit verschobenem Präteritum, denn 
sie bezeichnen alle eine Fähigkeit oder Bereitschaft zu etwas, 
wenigstens in ihren durch Abstraction noch weniger aufgelösten Be- 
deutungen, die wir natürlich zur Erklärung ihrer alten Verbindungen 
allein heranzuziehen haben. 

Diese Übereinstimmung zwischen der grösseren oder geringeren 
Schwierigkeit der Function des Inf. und dem Zutreten oder Weg- 
bleiben der Präposition bei Hartmann ist so hervorspringend, dass 
ich mich nicht entschliessen kann hier nicht ein, wenn auch un- 
bewusstes, Verfahren des Sprachgefühls nach einem einheitlichen 
Gesichtspunkte anzunehmen, und es genügt nicht, dass anerkannt 
wird, dass ursprünglich einmal die Präposition den Inf. verstärkt 
habe, denn sie von Anfang an bedeutungslos neben ihn zu setzen 
wäre gegen das Gresetz der Sparsamkeit der Sprache, vielmehr 
muss aufgesucht werden, unter welchen Bedingungen die Sprache 
zuerst das Bedürfniss einer solchen Verstärkung empfand und von 
welchen Fällen ihre Verbreitung ausgegangen ist. 

a) Der freie consecutive Infinitiv. 

Wie schon bemerkt, zeigt sich der consecutive Charakter des 
Inf. im freien Gebrauch viel deutlicher als in der Abhängigkeit 
von Verben, welche die Vorbedingung zur Folge und damit einen 
Hinweis auf den consecutiven Gebrauch des folgenden Inf. in sich 
enthalten und der Inf. hat daher bei Hartmann hier stets die Präposition 
bei sich. Der Annahme, dass der Inf. ein erstarrter Dativ sei, wider- 
spricht diese Function nicht. Auch das ist bereits ausgesprochen, 



m 

dass die Eigenschaft, welchem der Satzteile sie auch zukommen 
möge, nie genannt wird, sondern es schwebt ein allgemeines „so, 
unter solchen Umständen, Bedingungen, Verhältnissen" vor. Indem 
aber so die verursachende Eigenschaft verschwiegen, die durch sie 
hervorgerufene Folge nur gesetzt, wird muss aus dieser auf jene 
geschlossen werden, und der Inf. erscheint nun in demselben engen 
Verhältnisse zum Satze, wie jene adverbiellen Zusätze es eii^entlich 
sollten. Hierin documentirt sich aber die nahe Zugehörigkeit des 
Inf. zum Verbum des Satzes: er ist eben wie jeder andere Casus 
unmittelbar zu ihm zu construiren und zwischen ihm und jenem ist 
kein Raum für Adverbien. 

E. 5486 im ze sehenne er in sluoc. 
a. H. 1045 dö si ir liebez kint von in gevrumten so gesundez hin 

nimer ze sehenne in den tot. 
Mit E. 5486 ist zu vergleichen Iw. 4481 und hat ir zwene erhangen, 
daz ichz ane muose sehn. 5850 er sluoc in, daz ichz an ^ach. 

(Hiermit verglichen wird man keinen Anstoss nehmen Parz. 
260, 15 den heim er mit den snüeren eben ze sehne ructe gleichfalls 
consecutiv zu fassen: so dass er gerade anzusehen war cf. über 
das Subject des Inf. beim Genus.) 

Seine Ausbildung aber fand dieser Gebrauch nach den Verben, 
die an sich ein Sichverhalten, Sichbefinden bezeichnen, so 
aber, dass auch an ihnen die Eigenschaft desselben nicht zum Aus- 
druck gelangt, sondern dunkel meist durch zugefügte Adverbien 
auf sie hingewiesen ist: nach sin, werden, stän, vinden, hän 
und gewinnen. 

1. Nach sin (cf. O. Erdmann I § 349. A. Denecke p. 13. 60. 
E. Steig p. 489). 

E. 2806 dane was ze tuon niemere. 
5867 daz si z'erbarmenne was. 
Iw. 775 unde betrahte daz, waz mir ze tuonne waere. 
2858 riterschaft, diu im ze suochenne si. 
5764 wä er ze vinden waere. 
G. 2261 swelh sache im ze leide od ze ungemache geschaelie, diu 
ze sagen ist. 

2. nach werden (0. Erdmann 1. 1. A. Denecke p. 13). 
E. 5573 wä er im ze vinden wart. 

3. nach 8 tan. 

Iw. 4512 wie habt ir daz verlän, im suochtet helfe unde r:it, da 
si iu ze suochen stät. 

4. nach vinden (A. Denecke p. 62). 



81 

E. 9001 ob er iht ze tuone vunde. 

9021 swenne er niht ze vehten vant. 
G. 1699 da ich ze tuone vunde. 
Iw. 2455 daz er ze spottenne vant. 

5. nach hän (0. Erdraann 1. 1. A. Denecke p. 61). Hän hat 
hier eine Bedeutung, wie sie häufig ex^tv hat: sich in der Lage 
befinden, Ursache, Grund, Anlass haben. Ebenso ist lateinisch 
habeo, quod, cur zu vergleichen. 

E. 3455 so haeten dar an ze tuone vier knehte. 
4668 ich hän ze varne verre. 

5448 nü waz hast du tumbe ze vrägen dar umbe? 
Iw. 5087 wander hete sich da niht ze sümen mdre. 

5479 ob 81 niht groz herzeleit üf in ze sprechenne hat. 
6. nach gewinnen. 
Iw. 7426 daz ich nie gewan ze tuonne mit deheinem man. 

Angedeutet findet sich jene verursachende Eigenschaft durch 
demonstrative Zeit- oder Ortsadverbien, welche auf gewisse temporale 
oder locale im Zusammenhange näher bezeichnete Verhältnisse hin- 
deuten, aus denen die im Inf. stehnde Handlung folgt: E. 2806 
(genau: zu der Zeit hatten die Verhältnisse sich so gestaltet, dass 
ein tuon nicht mehr stattfand), 5573 (genau: welcher Ort die 
Eigenschaft besitze, dass ein vinden stattfindet), E. 3455 (locale 
Auffassung einer Handlung), 9021. G. 1699. Iw. 4512. 5087. 5764. 
Im Subject oder Object liegt jene Eigenschaft E. 5867 (sie 
war so beschaffen, daz erbarmen daraus folgte), Iw. 775 (was so 
beschaffen wäre, dass ein tuon meinerseits daraus folge), E. 5448 
9001. G. 2261. Iw. 2858. 

Selbst diese Andeutungen fehlen Iw. 2455 (ich finde ganz all- 
gemein etwas so beschaffenes, dass spotten daraus folgt, oder ich 
finde Gelegenheit, Anlass zum Spotten). E. 4668 (ich befinde mich 
in einer solchen Lage, oder ich habe Grund, Nötigung, so dass verre 
varn daraus folgt), Iw. 5479, wo herzeleit Object zu sprechen 
ist. Dass der präpositionale Inf. bei vinden hier gänzlich andere 
Bedeutung hat als der einfache, cf. Verba der Wahrnehmung. 

Lediglich einen consecutiven Sinn hat also diese Construction, 
und den bringt der Inf. aus seiner Casusnatur mit. In der Folge 
liegt an sich der Begriff der Notwendigkeit wie der der Möglichkeit, 
die DifFerenzirung ist aber bei Hartmann noch nicht durchgeführt, 
sondern erst in der Entwicklung begriffen. So bedeutet ze sehenne 
E. 5486. a. H. 1045 weder: so dass er (sie) sehen resp. nicht sehen 
rausste noch sehen konnte, sondern beides geht auf in dem all- 

S. V. Monsterberg - Müncketutu, Der Infinitiv in d. Epen Hartmanns von Aue. Q 



82 

gemeineren Gedanken der Folge. Die Möglichkeit freilich zu jener 
BedeutungsdiflFerenzirung liegt von Anfang an in diesem Gebrauch 
und E. 4668 ist auch bereits ein Ansatz zur Bedeutung der Mossen 
Notwendigkeit. 

Was den Gebrauch der längeren und kürzeren Form angeht, 
so stimmt er mit den schon früher gemachten Beobachtungen über- 
ein (p. 13. 17. 37. 75). Erec und Gregorjus zeigen beide gleich 
oft (4:4 und 1 : 1), der Iwein bevorzugt die längere (6:2). Auch 
bei Otfried (O. Erdmann I § 337. 349) steht der freie consecutive Inf. 
nur noch einmal ohne Präposition, sonst ist nach sin, haben u. ä. 
ze haeufig. Interessant ist, dass sich bei ihm das bei Hartmann 
vermisste Adverb der Art und Weise so zwischen Verbum ünitum 
und Inf. einzuschieben vermag. 

b) Der consecutive Infinitiv in Abhängigkeit von Verben. 

a. Der consecutive Infinitiv abhängig von Verben des Geschehens. 

Unmittelbar an den eben behandelten Gebrauch des consecutiven 
Infinitivs schliesst sich der nach den Ausdrücken, welche ein Ge- 
schehen oder Modificationen desselben bezeichnen. Die hier zur 
Verwendung kommenden Verben zeigen Verwandtschaft mit den 
eben besprochenen (namentlich mit sin, werden, stän). Als conse- 
cutiv wird ja das Verhältniss zwischen den Verben des Geschehens 
und der specialisirenden Beifügung auch im Lateinischen aufgefasst. 
Ich glaube aber nun unter denselben Gesichtspunkt stellen zu 
müssen den Inf. nach den Verbindungen von Substantiven oder 
neutralen Adjectiven mit dem Verbum substantivum, insofern sie 
nicht blosse Variationen zu schon behandelten oder noch zu be- 
handelnden Verben bilden, sondern lediglich ein Urteil entlialten. 
Alle diese Ausdrücke lassen sich als Modificationen eines Geschehens 
auffassen, wie ja auch wirklich lateinisch nach ihnen oft genug ut 
consecutivum statt des gewöhnlicheren Acc. u. Inf. steht. Die all- 
gemeine Ansicht, dass der Inf. in diesem Falle als Subject zu be- 
trachten sei, halte ich, so schlechthin ausgesprochen, für unrichtig, 
weil sie abgeleitete Verhältnisse für die ursprünglichen setzt. Wir 
haben bisher in der Wahl der Präposition eine in dem historischen 
Entwickelungsgange des Inf. gegebene Gesetzmässigkeit anerkennen 
müssen, wir werden den einfachen Inf. selbst in seiner weitesten 
Entfernung von seinem Ursprünge nie denselben so verleugnen 
sehen, dass er, ein obliquer Casus, die Rolle des Nominativs über- 
nähme, wir haben p. 7 ff. die Mittel verfolgt, durch welche Hart- 
mann den fehlenden Nominativ des Verbalnoraens sich zu ersetzen 
bemühte und von ihnen die Verwendung des Inf. durchaus aus- 



8§ 

geschlossen gefunden : wir dürfen jetzt nicht annehmen, die Sprache 
habe hier mit der historischen Ueberlieferung der organischen Ent- 
wicklung gebrochen und ihn in einem Sinne zugelassen, der ihm 
erst in einem weiteren Zustande des Verfalles angemessen war, und 
zwar launenhaft nur hier, während er anderswo bei gleichem Be- 
dürfnisse streng ausgeschlossen bleibt und lieber viel entferntere 
Mittel herangezogen werden, und obendrein habe sie hier, wo es 
ihr darauf hätte ankommen müssen, den Casuscharakter des Inf. 
möglichst vergessen zu machen, ihn durch die Präposition wieder 
in Erinnerung gerufen. Leicht dagegen in die organischen Ent- 
wicklungsstufen reiht sich der Gebrauch ein unter dem Gesichts- 
punkte des consecutiven Verhältnisses. 

Entstehn freilich konnte jene falsche Ansicht leicht und mag 
früh genug entstanden sein aus der (zufälligen) Gleichheit des Ver- 
hältnisses, das zwischen Subject und Prädicat und das zwischen 
dem Inf. und den hier in Rede stehnden Ausdrücken obwaltet, es 
ist beide Mal das des Besonderen zum Allgemeinen. Aber je näher 
die Verwechselung Hegt, um so nötiger scheint mir hier, wo es 
darauf abgesehn sein muss alle Verwendungen des Inf., so lange 
es angeht, aus seiner ursprünglichen Casusnatur, und erst, wenn der 
Zusammenhang nicht mehr aufzufinden ist, aus der Annahme ab- 
geblasster Verhältnisse zu erklären, eine scharfe Hervorhebung des 
wahrscheinlicheren Sachverhalts. Uebrigens sind der hierher ge- 
hörenden Fälle bei Hartmann nur wenige. 

Der präpositionale Infinitiv findet sich nach 
1. geschehen. Der einfache Inf. steht z. B. noch ßitterolf 3686 

do ez im scheiden geschach. Es ist hier ein Unterschied zwischen 

der persönlichen und unpersönlichen Construction zu bemerken. 

Der unpersönliche Gebrauch ist bisweilen nicht viel anders 

als eine Umschreibung des einfachen Verbum. Ein Dativ der 

Person steht dabei 
E. 2484 im waer ze lobenne geschehen (so Bech, doch mit der 
gegründeten Vermutung: er waer. s. u. Haupt im was 
des dhents geschehen, des groezUchen wart gejehen), 

2724 swa €z im ze tuone geschach. 

7747 ob ieman ze vinsterr naht ze ritenne geschaehe. 

7804 do in ze ritenne geschach. 

7869 dem dar ze varne geschach. 

4271 daz im ze liden noch geschach. 

4971 daz mir lip unde guot durch in ze wagen geschiht. 

5870 do ir ze sterben niene geschach. 

8808 dem ze blasen geschehe ditz hörn. 



84 

9796 im waer ze weinen geschehen. 
G. 37 daz einem herten wibe ze lachenne waere geschehen. 
2171 im enist ze weinen niht geschehen. 
2229 umb einen so geherzen man, swä, dem ze weinen geschiht. 
2251 nü waz mag im ze siner jugent so vil ze weinon sin 
geschehen? 
a. H. 141 do ez ime ze lidenne geschach den siechtuom. 
293 die arbeit, diu ime ze lidenne geschach. 
1298 im enwaer ze weinenne geschehen. 
1292 daz ir ze sterben niht geschach. 
Iw. 330 do uns ze scheidenne geschach. 

4872 mir ist ze spilne geschehn ein gäch geteiltez spil (spil 

ist wohl Obj. zu spiln). 
6653 sit mir ze stritenne geschiht. 
7855 daz mir ze lidenne geschiht. 
3367 bi der lantsträze, diu in ze riten geschach. 
Auch diese Verbindung aber hatte ihre Schicksale. Öfter tritt 
das consecutive Verhältniss sehr klar hervor (namentlich in G. 2171: 
ihm ist nicht derartiges widerfahren, daz er weinen sollte. 2229. 
2251. E. 9796. a. H. 1298), und speciell mit E. 4271. a. B. 141.. 
293. Iw. 7855 ist zu vergleichen die nominale Wendung G. 2260' 
swelch Sache im ze leide od ze ungemache geschaehe, bisweilen ist 
es aber nur wenig bemerkbar, wenn geschiht nur bedeutet: es begiebt 
sich. In der persönlichen Oonstruction aber kann es gänzlich 
schwinden und es tritt eine Vereinigung beider Verbalformen zu 
einem Begriff derartig ein, dass der Inf. nur die Wortbedeutung, 
geschehen aber vermöge seiner intransitiven Bedeutung die passive 
Genusbezeichnung darbietet. Dieser das Passiv umschreibende Ge- 
brauch findet sich aber nur im Erec und Gregorjus und einmal 
steht auch die persönliche Form im Erec entschieden consecutiv: 
E. 9790 swenne er iht des gesiht, daz wol zerbarmenne geschiht. 
(Iw. 4872?) 
Umschreibungen des Passivs dagegen sind alle übrigen persön- 
lichen Verbindungen von geschehen mit dem Inf. 

E. 1291 er hat es wol begunnen, daz er ze lobenne sol geschehen. 
2399 daz ir ieglicher was vro, swa er im ze lobenne geschach. 
2484 er waer' ze lobenne geschehen (nach ßechs Vermutung). 
G. 1095 swä von ouch dehein man ze lobenne geschiht, desn 
gebrast an im niht. 
Es kommt also nur die eine Redensart ze lobenne geschehen 
so vor und im armen Heinrich und Iwein iv«t der ganze Gebrauch 
aufgegeben. Zu vergleichen ist E. 647 ob si ze lobe stat. 



85 

2. zimet. 

E. 1414 daz im ze ritenne gezam. 

2712 und gezam si deste mere ze sprechen sin ere. 
9862 da, in ze wesen niht gezam. 
Iw. 7996 swenn ez ze geltenne gezimt. 

3. niht rehte komt, raissezimt. 

E. 7452 wan deiz niht rehte kaeme und ein teil raissezaeme von 
einem phaerde also vil ze sprechen. 

4. gilt. 

E. 840 ez galt ze gebenne da zehant minre noch mere wan 
beide lip und ere. 

Nach zusammengesetzten Ausdrücken. 

5. not geschiht. 

E. 4378 daz im ze vehten not geschach. 

6. not ist. 

G. 2266 wan daz mir ditz durch einen list also not ze wizzen ist. 

7. State wirt. 

E, 4120 als SO vil ze redenne State wart. 

8. stät einem verre. 

Iw. 4317 so stüendez iuch ze verre, ze 'wagen ein als vordem lip. 
Von Verbindungen neutraler Adjectiva mit sin haben 
den Inf. mit der Präposition nur zwei nach sich. 
G. 2963 wan got ist niht unmügelich ze tuone. 

594 daz was ouch in ze helne guot (doch cf. p. 24). 
Von solchen eines Substantivum mit sin eine. 
Iw. 6933 nü was ez doch ein starkez dinc ze sehenne ein vehten 
von zwein so guoten knehten. 
Alle andern Ausdrücke wie Verben des Geschehens und Ver- 
bindungen von Adjectiven oder Substantiven mit sin haben 8atz- 
construction nach sich. 

Die alte Parataxe zunächst findet sich nach 

1. dunket. 

£. 3519 mich dunket, ir sit gast hie. 

4329 mich bedunket, ir muget wol ein degen sin. 

2. wirt schin. 

a. H. 115 an hern Heinriche wart wol schin, der in dem hoechsten werde 
lebet üf dirre erde, derst der vermaehete vor gote. 

3. ist untiure. 

E. 5180 ouch was ir daz untiure, si wonte in dem viure. 

4. Site ist G. 2180. 

5. tougen ist G. 3343. 

6. guot ist Q. 445. 

7. ist getan umbe einen E. 8743 (s. u.) 



86 

Der blosse Conjunctiv nach 

1. schinet. 

E. 8159 nü schinet dune wizzest wol. 

2. dunket, sowohl wenn das Subj. des Nebensatzes gleich dem Acc. bei 
danket ist, 

E. 5249 in dühte, er waere gar genesen. 
Iw. 5375 do dühte den leun, er hete zit. 

5526 mich dunkt, ichn überwinde niht daz laster. 
7789 in dühte, ob — , so müeser schiere sin tot. 
als auch wenn dies nicht der Fall ist. 

(j. 3102 in düht, dan waer niht nutzes an. 

3. stät ringe, beide Sätze negirt, E. 3411. 

4. vergät einen. 

U. 1809 so vergie in selten daz, ern getaete ie ettewaz. 
Das häufigste aber ist auch hier wieder ein Satz mit der Con- 
junction daz. ,^^ .^ , ..j 

1. geschehen. Teilte schon geschehen mit dem Inf. bisweilen nur einen 

Gedanken mit, der al)er formell in zwei Verben zerspalten war, so ist 
dies noch mehr der Fall hier, wo das zweite Verb in einer finiten Form 
erscheint und mit fast paratactischer Gleichberechtigung neben geschehen 
steht, flartmann braucht daz, um eine Handlung hervorzuheben, und 
bei inbrünstigen Bitten zerfällt er die Handlung wohl gar in drei Verben, 
indem er geschehen s^nerseits abhängig macht von einem der im 3. Teile 
zu besprechenden Verben eines allgemeinen Tuns oder Lassens oder 
von einem der schon besprochenen des Antreibens, speciell derer von 
diesen, die blos ein Verhelfen zu etwas bezeichnen. Cf. auch tuon u. 
G. 2437 — 2441 ditz ist, des ich ie bat, daz got mich brachte üf die stat, 
daz mir so wol geschaehe, daz ich mit vreudeu saehe 
mine liebe muoter. 
3338 wand ich der eren wol enbir, daz mir diu gnade iht geschehe, 
daz ich iemen guoter ane sehe, 
cf. E. 2725 (hier steht ein Inf neben daz). 6293. 6325. G. 3396. 3720. 
Iw. 1876. 3198. 3986. 5435. 6640. 
Immer steht daz, wenn geschehen ein urteilendes Adverb bei sich hat 
(cf. tuon). 

E. 824 als Erec do so wol geschach, daz er den ritter nider stach. 
2582. 4885. 
9861 da geschach im hovelichen an, daz er si von danne naia. 

2. geziuhet einem G. 1526. 

3. gevüeget sich Iw. 1615. 7355. 

4. ergät. 

E. 1104 nü was ez also ergangen, daz den hirz hete gevangen der künec 
Artus. 1756. 5646. 

5. vergät einen. 

E. 5392 ez möhte doch einen zagen immer mere vergän, daz er getorste 
81 bestän. 

6. gevalt. 

G. 1113 nu geviel ez eines tages sus, daz der knappe Gregorjus quam. 

7. kumt E. 3013. 9461. E. 3761. a. H. 374. Iw. 5508. 6651. 

8. ist E. 137. 355. 3211. 3781. 3977. 4618. 4757. 4868. 5012. 5339. G. 1141'. 2617. 



87 

a. H. 652 (daz ich gerne lebe, daz ist durch dich). Iw. 6645. 6674. 7466. 
7861. G. 3801. 

9. gelinget. 

E. 1265 81 lobtens unsern trehtin, daz im also jungen so schone was 
gelungen, daz im sin erstiu ritterschaft mit lobelicher heiles 
kraft iedoch also gar ergie (oder hängen beide Sätze mit daz 
parallel von loben ab?). 1296. 

10. vrumt einem, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat Gr. 3405, neues 
Subj. a. H. 197. 

11. hilft einen, Subj. des Nebensatzes gleich dem Acc, Iw. 4251. 

12. schinet. 

Iw. 3128 ez schinet, daz min vrouwe ein wip ist. 

13. dunket. 

E. 3531 mich dunket, daz ir habt gestriten und gröze arbeit erliten. 

9362 mich bedunket des vil verre, daz mir daz minner werre. 
G. 2608 den düht, daz niender anderswä daz vischen waeger waere. 
Iw. 6694 uns dunket, daz er uns dreu. 

14. zimt, bei neuem Subj. Gr. 1140. Iw. 3758, das Subj. des Nebensatzes ist 
gleich dem Dat. E. 3016. 5057. 7912. Iw. 6979. 

Auch in persönlicher Construction. 

E. 3790 diu mir gezaeme, daz ich si naeme. 
Nach folgenden Ausdrücken: 

15. not ist. 

E. 9971 nü was des sinem lande not, daz er sich abe taete solher un- 
staete und daz er heim vüere. 
a. H. 1087 dir ist not, daz du dich beratest baz. Iw. 7121. 

16. unnot ist. 

Gr. 3752 so ist unnöt, daz ir des twelt. 

17. kumt dar an E. 9156. 

18. kumt üf daz zil einem, bei neuem Subj. E. 3974, das Subj. des Neben- 
satzes ist gleich dem Dat. a. H. 609. 

19. kumet üf die vrist, neues Subj., a. fl. 580. 

20. daz dinc eines kumt E. 6042. 

21. der tac kumt einem, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat., E. 3570. 

22. diu zit kumet. 

G-. 388 so uns nü kumet diu zit, daz min swester gelit. 

23. daz ungemach kumet Gr. 657. 

24. stät E. 10043. 

25. diu State geschiht einem, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat., 
G. 796. 

26. stät umbe einen. 

a. H. 929 Sit ez alsus umbe iuch stät, daz man iu gehelfen mac. 

27. ist gewant umbe einen E. 10046. 

28. lanc ist, in dem Sinne von es ist lange her E. 7966, in dem von es 
wird nicht mehr lange waehren, bis 

E. 8162 nü ist doch leider dar niht lanc, daz din vroclichez sanc ein 
vil riuwic ende git. 

29. zit ist E. 1750. 7766. 8358. 9913. G. 3403. Iw. 2764. 4834. 

30. einem geschiht diu schände. 

E. 829 daz im diu schände waer geschehen, daz er in ligende het er* 
slagen. 



88 

31. diu saelde. 

G. 3826 daz im diu saelde geschehe, daz er iuch noch gesehe. 

32. diu gnade G. 3340. 3700. 

33. diu schwacheit Iw. 3394. 

34. diu ere Iw. 2676. 

35. diu unzuht Iw. 4784. 

36. Site ist E. 3848. a. H. 229. 

37. wider den siten ist Iw. 4327. 

38. Wirt bilde G. 2815. 

39. eines gnade ist vol da an. 

E. 8089 da waere vol din gnade an, daz du in haetest bewart. 

40. gevalt einem daz reht. 

E. 1108 daz reht was im gevallen, daz er eine küssen solde. 

41. diu ere E. 2434. 

42. wiplich ist Iw. 1800. 

43. guot ist Iw. 4768. 

44. unmügelich ist, neues Subj., Iw. 7017. 

Vielleicht darf man hierher auch ziehen eine persönliche Verbindung 
eines Adjectivum mit sin. 

a. H. 546 du bist vil alwaere, daz du dich so manege swaere von solher 
klage hast an genomen. 

Daz nach Verbindungen von Substantiven und neutralen Adjectiven mit 
sin steht, abgesehen von den schon genannten, die Bedeutung von geschehen 
deutlicher aussprechenden, nach vielen die ein blosses Urteil enthalten, 

1. so, dass das Subject des Nebensatzes ein allgemeines ist. 

G. 3627 ez ist reht, daz man behalte deumuot in gewalte. 2467 (un- 
mügelich ist, daz iemen — ). a. H. 235. 

Iw. 5246 nü ist ez gnuoc billich, daz mans ouch den gewer. 
6463 ez ist reht, daz man si kroene. E. 6231 (der schoeniste list ist). 
Iw. 2733 (guot ist). 6648 (ein not ist). 8105 (gewonlich ist). 

2. so, dass das Subj. des Nebensatzes ein bestimmtes, im regirenden 
Satze aber schon angedeutet ist. 

E. 2714 do dühte von im vollen groz, daz er durch sin houbet bloz von 

ungewarheit niht vermeit, daz er — 
G. 1838 ouch was daz sin gewonheit, daz er eine dicke reit. 52J*. 

3. so, dass im Nebensatz ein neues Subject auftritt. 

E. 3524 mich dunct gevüege unde reht und bite iuch des verre, daz von 
iu min herre si geeret. 
3955 (ein wunder ist). 4183 (ein arger wanc ist). 8537 (gnaedt clichiu 
dinc sind). 
G. 642 daz ander der siechtuom was , daz si des kindes genas. 708 
(wider dem site ist). 3370 (ein spot ist), a. H. 454 (unmügelich 
ist). 902 (guot ist). 1055. Iw. 5456 (wunder ist). 249^. 4247 
(reht ist). 3134 (des schaden niht genuoc ist). 2810. 4327. 5430 
5744 (site ist). 4032 (unmügelich ist). 
vervähet einen, verhangen, gevüegen, geben, beschem cf. unter den den Verben 
mit verschobenem Praeteritum sich anschliessenden Ausdrücken. 

Ein consecutiver ßelativsatz nach 
stät umbe einen Iw. 4107. 



89 

Ein Temporalsatz mit causalem Sinn nach 
geschehen G. 3106. 

Ein Fragesatz steht nach 
sc hin tuon, ob, gleiche Subj., Iw. 2855. (>Jur dem schinet und dunkel zu 

Liebe hierher), 
zimt, neues Subj., E. 5812. 

Ein Bedingungssatz nach 

1. genuoget. 

E. 357 ich waene in da gnuogte mite, ob er solhen marschalc hete. cf. 8204. 

2. ist G. 2229. 

3. vrumt Iw. 561. 

4. hilft G. 3537. Iw. 6155. 

Nach Verbindungen mit sin. 
E. 151 im waere daz ze verre ob er hin wider wolde riten. 
6381 ob ich nü aeze, daz waere ein unwiplich maz. 
7010 wirt ims gelonet, daz ist guot. 

9524 wan daz ist der meiste teil rehter vreude, swä ich iht des mac 
begän. 
G. 2646 swer guote gewarheit im selben schaffet, deist ein sin. 

3150 ich waene ez unnütz waere, ob ich taete kunt. 
Iw. 7147 swer gerne giltet, daz ist guot. 7185. 5729. 6960. E. 2223. G. 3728 
G. 3736. a. H. 370. 

Auch das Participium begegnet uns hier wieder als Con- 
current des Inf., doch selten. 

Bchinen in persönlicher Construction verbindet sich mit einem Particip 
wie das Verbum substantivum selbst. 

Iw. 6778 da er ungewäfent schein. 

3956 wan daz im der herre Iwein dannoch lebende vor schein. 
Nach Verbindungen von Adjectiven mit sin. p. 11. 
E. 4136. 5070. G. 72. a. H. 606. Iw. 4711. 

Entlehnt muss der VerbalbegrifF werden nach 

1. geschehen, im Relativsatz. 

E. 6221 gehabet iuch ein lützel baz, danne iu doch si geschehen, 
a. H. 128 daz in niemen gerne an sach, alse ouch Jobe geschach. " 

2. dunket, ebenso. 

E. 671 menneclich ze vreuden vie dar nach als in dühte guot. 

3. zimet, ebenso, E. 179. 5276. 7699. 8404. 10034. G. 102. 495. 

4. ergät a. H. 956 (absolut). Iw. 4190. 

5. ez gevalt, in der Bedeutung beliebt. 

E. 6547 ichn tuo ir, swaz mir gevalle. 
Nach einigen Verbindungen. 

6. dunket guot. Iw. 1715 daz er vüere, swär in dühte guot. 

7. ist ze späte. Iw. 6156 nü ist ez aber ze späte. 

8. Site ist G. 174. 207. 

9. ist an miner unmuoze E. 4671. 

Eine Ellipse des Verbum substantivum tritt immer ein bei 
dünken, sowohl wenn es persönlich, als wenn es unpersönlich ge- 



• 90 

braucht ist. Cf. ß. Steig p. 336. Bei Otfrid und den ahd. Über- 
setzern findet es sich nicht. Doch verweist Steig auf Graft V, 174. 
fl. Roetteken p. 121. Es geht eben selbst in die ßedeutULg eines 
scheinbaren Seins über. Ist der abhängige VerbalbegrifF nicht aus 
dem Verbum substantivum und einem Adjectiv oder Substantiv zu- 
sammengesetzt, so steht Satzconstruction , es selbst unpersönKch 
(p. 85. 86. 87.). 

Unpersönlich. 
E. 1846 der tage dühte in ze lanc. 

3406 nü dühte iuch dar an niht genuoc. 8649. a. H. 277. Iw. 3484. 
671 als in dühte guot. 

9912 unz in des dühte zit. 

3522 mich dunct gevüege unde reht. 
G. 812 des dühte den abbet alze vnio. 
Tw. 845 dazn dunket keiner schalkheit viL 

7015 ez dunket de andern unde mich vil lihte unmügelich. 1945. 
Persönlich. 
E. 2387 em dühte sich so volkomen noch an manheit vemomen. 

2503 nü dühte si diu gnendekeit lobelich uude groz. 

2818 sin milte dühte si so groz. 

5194 daz mich daz meiste dunket. 

5272 ditz dühte se alle missetän. 

6330 swiez doch dühte schände alle sine dienstman. 

6638 der wec dühte si vil lanc. 

7260 die dühten in als manec jär. 

7497 dunk ich dich ein wiser man? 

7879 den dühte daz gevelle sam er saehe in die helle (sam — helle 
vertritt eine adjectivische Bestimmung). 

8260 nü dühte in einiu wol getan. 

8269 diu niunde in dühte gekrönet, diu zehende baz geschoenet. 

8583 daz selbe dunket mich ein sin. 

9004 daz dühte in torlich getan. 

9031 da dunket ir mich ze halt. 

9567 so rehte tiure dühte ich si. 

9903 daz dühtse ein vremde sache. 

9939 ditz dühte in wiplich unde guot. 

G. 138 si dühte in alze groz. 

367 dirre gruoz, der dühte mich ze groz. 

444 so dunket mich daz guot. ^ 

452 der rat düht si beide guot. 
1799 daz er sich dühte vreudenrich. 
1861 so dunket er sich harte rieh. 
2313 do düht si sich unsaelic gnuoc. 
2960 daz dunket manegen niht war. 
a. H. 344 er dühte si vil reine. 

1073 daz dühte in ungelouplich. 

1246 in dühte do daz niht guot. 1466. 



91 

Iw. 1868 daz si doch ofte dunket guot. 5749. 6461. 7338. 7467. 
1872 doch dunketz mich ein guot site. 
6909 ez düht si alle sament ein dinc vil harte clagebaere. 
807Ö diu rede düht si wunderlich. 
Auch bei schinen kann man kaum von einer Ellipse reden, es ist viel- 
mehr gleichfalls selbst eine Modification von sin. Denn durch die Annahme 
einer Ellipse wird ja doch nicht der Grund ihres Vorhandenseins erklärt. 
E. 358 swie si schine in swacher waete. 
a. H. 418 nü schinet alrest din triuwe. 
Iw. 2458 ez schinet noch, als ez dö schein und ich waenez immer schine. 

Einer verbalen Ergänzung bedürfen diese Verben und Ver- 
bindungen des Geschehens gar nicht, wenn sie mit nominalen 
Casus verbunden werden. Bei unpersönlichem Gebrauch ist 
dies der Genitiv, bei persönlichem der Nominativ. 

1. einem gät not c. gen. des Verbalsubstantivum, cf. p. 13. 14. 

E. 5349. 6663. G. 265. 

2. zit ist, ebenso, E. 7078. 1886. 6351. Iw. 383. 5866. 

Cf. zit hän, das ich unter die an die Verben mit verschobenem Prae- 
teritum sich anschliessenden Ausdrücke gestellt habe. 

3. zimt, ebenso, E. 2411. G. 1116. Ein Substantiv. Inf. 

E. 6272 des lebennes mag iu baz gezemen. Der Gen. nominaler Sub- 
stantiva oder sie vertretender Pronomina E. 7216. 7284. 

4. zerinnet c. gen. des Verbalsubstantivs E. 2191 cf. p. 14, womit zu vergl. 
E. 883 daz in der geböte zeran. 

Der Nominativ steht bei (für sin sind Beispiele unnötig) 

5. geschehen E. 828. 1074. 3125. 3209. 5610. 6724. 6889. 8051. 8977. 9344. 
9525. 9681. 9697. G. 241. 473. 487. 625. 656. 2058. 2140. 2247. 2259. 250i. 
3339. 3699. 3735. 3825. a. H. 403. 1125. 1285. 1417. Iw. 1405. 1735. 1888. 
1978. 2237. 2675. 3393. 4118. 4230. 4783. 5929. 6348. 6824. 7643. 

6. ergän E. 5990. 6841. 9151. 9289. Iw. 4246. 
volgän G. 1450 (Paul; Lachmann und Bech begän). 

7. komen Iw. 4830 (niht wol, substantivirter Inf., p. 8). 

8. helfen, substantivirter Inf., E. 6348 ir widerstreben. 

9. zemen. 

G. 2032 der in ze herrn gezaeme. 2633. 3392. E. 364. 5056. Iw. 2091. 
6625. 

10. komen einem ze allem heile E. 6268. 

11. unlanc sin, ein substantivirter Inf., E. 4543. Iw. 992. cf. p. 8. 

12. not sin. Iw. 7725 wan iu ist beiden ruowe not. 

Bei Verbindungen von Substantiven oder neutralen Adjeetiven mit sin; 
und zwar stelle ich nur die Fälle mit substantivirtem Inf. zusammen cf. p. 8. 
Einige sind schon bei den Verben der Afiecte unter denen des Strebens genannt. 
E. 1078. 6537. 8859. 9548. 9804. Iw. 4335. 5133. 8159. 

Bei missegät einem steht eine Präposition Iw. 4059. 

Der Gen. oder Nom. eines neutralen Pronomens oder auch ein 
adverbieller Ausdruck bezieht sich auf einen Verbalbegriff. Vor 
einem Relativum fehlt bisweilen das Demonstrativum. 



92 

1. danket. G. 812 dö vuoren si dort zuo. des dühte den abbet alze vruo. 

2. zimt E. 5183 (nach Bech). 6386. 7942. 9730. Gr. 121. a. H. 1510. Lw. 4898. 

3. missezimet E. 4680. 

4. hilft E. 4821. Iw. 6389. 

5. schadet E. 577. 4821. 5441. G. 1509 (schaden tuot). Iw. 2939. 

6. gevrumen unde gewerren dar an G. 1904. 

7. genuoget a. fl. 946. 

8. zit ist E. 2865. 5785. 8578. 

9. not ist E. 5485. 5788. G. 589. 

10. not gät E. 6170. Iw. 5388. 

11. geschehen E. 641. 703. 2689. 3022. 3156. 3264. 3267. 4801. 4f'52. 5000. 
5636. 6239. 7916. 8096. 8160. 8164. 8518. 8795. 8851. 8950. 9322. 9328. 9790. 
9901. G. 1119.1238.1512. 1712. 1732. 1738 1746. 1798. 2498. 2504. 2698. 3750. 
a. H. 770. 980. 1094. 1169. Iw. 1402. 1435. 3927. 4127. 4702. 4987. 5077. 
5302. 5968. 6160. 6230. 6335. 6345. 6567. 7666. 7861. 8032. 8160. 

12. gevüeget sich. 

Iw. 2063 ich läze minen zorn, ob ez sich gevüegen kan. 1745. 
(gevallen =*= placere, nur wegen des gevalt = accidit hierher gezogen. 
E. 9941 als si der künec ersach liden, ditz muoste im wol gevallen). 

13. ergät E. 9294. 9.564. a. H. 1512. Iw. 4238. 

14. ist E. 517. 5114. 10048. G. 672. a. fl. 188. 221 (Gen. wegen der Kegation). 

Iw. 3418. 4352. 

15. kumet G. 1118. Iw. 4289. 

16. kumet ze allem guote G. 3618. 

17. State geschiht E. 2641 (p. 14). 

Bei Verbindungen mit sin. 

1. Der vertretene Satz hat ein allgemeines Subject. 
E. 3330 man sols im nemen, daz ist reht. 348. 5772 (p. 9). 

2. Das bestimmte Subject des vertretenen Satzes ist bei der regirenden 
Verbindung angedeutet. 

E. 981 hetent ir iuwer hochvart ein lützel baz an mir bewart, seht, daz 
waere iu nü guot. 3734. 7478. G. 1502. 2033. a. H. 1431. 

3. Das bestimmte Subject des vertretenen Satzes ist ein neues. 
E. 9029 wer hiez iuch so nähen gän? ez ist et vil torlich. 

9973 daz er heim vüere: daz waere gevüere sinem lande. 
3677 daz was doch wider dem rehte, daz — 3444. 85S3. 90li4. 9903. 
9939. 
G. 1235 ich sol mich nieten not. daz ist reht. 2561. 2492. 2960. 3084. 
». H. 724 daz ist ein jaemerKchiu not. 773. 774. 807. 1073. 1466. 807. 
Iw. 1872 doch dunketz mich ein guot site. 
1945. 2494. 3484. 5749. 6644. 6842. 

Bei einigen dieser Verben des Geschehens steht bisweilen ein 
urteilendes Adverb und dies ersetzt dann jede speciellere Angabe 
über das, was geschieht. 
1. geschiht einem liebe, wol, baz, sinneclichen , leide, übel, we, wirs 

E. 1026. 1867. 3191. 6919. 6965. 8673. 8828. 9814. 9838. G. 93. 1712 (dar an). 

1798 (dran). 1932. 3105 (ein Satz mit sit). 3379 (ze mir), a. H. 771. 1106. 

1107. Iw. 1313. 4482. 5077 (dar an), 5968 (dar an). 5969. 6230 (da en). 6512. 

6707. 



9^ 

8. ergät E. 3429. 4598. 7978. G. 1466. 2019. a. H. 1301. Iw. 5973 

3. missegät E. 4623. 8148. 8866. 

4. gelinget E. 4462. 4518. 4530. 6463. 7967. G. 524. 

5. misselinget Iw. 762. 1388. 

6. ist Iw. 1239. 

7. gevallet a. H. 1528. 

8. vert Iw. 919. 

9. geziuhet Iw. 4452. 

Trotz der Hilfe der Präposition war der Inf. also nicht im 
Stande der gestellten Anforderung in grösserem Umfange zu ge- 
nügen, völlig eingeführt zeigt er sich nur nach geschehen, im 
Übrigen vermochte er sich ein grösseres Gebiet nicht zu erobern, 
und der Grund war wohl der, dass nach diesen Verben des Ge- 
schens der consecutive Sinn von ihm allein getragen werden musste. 
Selbst ohne jene Unterstützung dagegen vermochte er leicht zur 
unbedingten Herrschaft zu gelangen im Schutze von Verben, die 
jene Last auf sich nahmen. Hier steht er unerschüttert bis heut, 
und um so leichter, je enger jene Verben selbst sich mit ihm ver- 
banden und hierbei das ganze consecutive Verhältniss aufgegeben 
wurde, so dass er hier, wozu er ja so grosse Neigung hatte, die 
aus seinem casuellen Ursprung stammenden inhaltlichen Momente 
unbeschadet seiner Aufgabe bis auf den letzten Rest aufgeben 
durfte und schliesslich nur sein stets unveräusserliches Eigentum 
der Wortbedeutung zu wahren brauchte. 



ß. Der consecutive Infinitiv abhängig von Verben einer Fähigkeit oder 

Bereitschaft, 

Eine eingehnde Behandlung ihres Verhältnisses zum Infinitiv 
in den Epen Hartmanns werden die Verba praeteritopraesentia im 
18. Bande der Zeitschrift für deutsche Philologie, herausgegeben 
von E. Hoepfner und J. Zacher, erfahren. Hier folgt wie bei 
wellen p. 50 eine gedrängte Übersicht der Wandlungen jenes Ver- 
hältnisses. 

Während der Inf. bei wellen in seiner inhaltreichsten Ver- 
wendung der finale war und von hier aus durch die manigfachsten 
Abstufungen hindurch bis zu dem des blossen WortbegrifFes ver- 
blasste, beginnt seine Entwicklungsreihe nach den Verba praeterito^ 
praesentia mit dem der Richtung, in welchem das Moment des 
ethischen Anteils der Person nicht enthalten ist Und zwar ist er 
in diesem Falle (p. 21, 77) keine Fortentwicklung erst aus der 



94 

vollsten Bedeutung, sondern historisch betrachtet ihr gleich ^vertig. 
Ursprünglich wurde er mit diesen Verben bloss darum verbunden, 
weil er deren Bedürfniss nach Ergänzung durch Angabe einer 
Bichtung genügte. Die Verbindung wurde aber eine so innige, 
dass sie auch blieb, wenn jener Grund wegfiel. Letzteres i^onnte 
geschehen durch BegriiFserblassung jener Verba oder des Inf. Bei 
welchem von beiden sie zuerst eintrat und den analogen Vf-rgang 
bei dem andern beförderte, wird nie erwiesen werden, denn steht 
es auch fest, dass die Verba praeteritopraesentia nie zu der Fein- 
heit und Manigfaltigkeit ihrer Bedeutungsentwicklung gekommen 
wären, wenn ihnen nicht ein grammatisch wie begrifflich leicht zu 
handhabender Inf. zur Verfügung gestanden hätte, so ist es doch 
auch nicht weniger glaublich, dass sie auf eben diese Erleichterung 
desselben einen bedeutenden Einfluss geübt haben. Vermutlich war, 
nachdem der Inf. erst einmal durch Verbindung mit solchen finalen 
oder consecutiven Verben, die später diese Beziehungen aufgaben, in 
begrifflich ärmere Bedeutung hinübergeleitet war, die Einwirkung 
eine gegenseitige. 

Erkennen lässt sich der Gehalt an begrifflichen Beziehungen 
des Inf. nur an dem der regirenden Verben. Wie bei wellen ist 
es daher auch hier nötig die Bedeutungswandlungen der Verba 
praeteritopraesentia zu verfolgen. Die bedeutendsten haben miigen, 
soln und müezen erfahren, während kunnen, dürfen, turren, 
tu gen und wizzen sich einfach verhalten. 

Für das Got., das Andd., für Otfrid, die ahd. Übersetzer und 
Berthold von Regensburg cf. A. Koehler p. 425, R. Steig p. 317 ff., 
O. Erdmann I § 332, A. Denecke p. 9 ff., H. Roetteken § 303. 

1. mugen. 

Von der alten, in sich noch völlig abgeschlossenen Bedeutung 
von valere, Kraft haben, gesund sein sinkt es durch manig- 
fache Abstufungen bis zur blossen modalen Umschreibung herab, 
laicht, wie wellen, auch zur temporalen. Die doppelte Bedeutung, 
in welcher es in Verbindung mit dem Inf. auftritt, eine Möglich- 
keit haben und einen Anlass haben, tritt immer mehr zurück, 
je entfernter oder abstrakter die Beziehung ist, in welcher der die 
Möglichkeit oder den Anlass bietende Factor gesucht werden muss. 
Deshalb ist die Entwicklung beider parallel. Adverbien, nament- 
lich wol, wie bei wellen gern, Stellung in abhängigen und con- 
ditionalen Sätzen, sowie Übertritt in den unabhängigen Conjunctiv 
sind auf sie nicht ohne Einfluss. 

Liegt bei der ersteren Bedeutung jener Factor in der blossen 



§5 

Denkmöglichkeit, so kommt mugen dem potentialen Conjunctiv 
ziemlich nahe, liegt er nur in einer allgemeinen Möglichkeit, so 
entwickelt sich daraus die Stellung von raugen in allgemeinen Re- 
lativsätzen und sein concessiver Gebrauch. In beiden Fällen findet 
geradezu Concurrenz mit dem organischen Conjunctiv statt. Auch 
die Entwicklungsreihe der zweiten Bedeutung geht in so grosser 
Schwäche aus, dass mugen wiederum nur umschreibende Function 
behält. Hier findet Berührung mit dem Imperativ statt und zur 
Optativen Verwendung zeigen sich Ansätze. 

Wirkliche Ellipse eines Inf. von einem Verbum der Bewegung 
das durch ein Ortsadverb angedeutet ist, findet sich Iw. 1126. 1147. 

2. kunnen. 
kunnen behält seine alte Bedeutung fast durchweg, doch nähert 
es sich mehrfach der von raugen, und zwar im a. H. und Iw. mehr 
als im E. und G. 

3. so In. 
Hier ist die Auflösung sehr weit vorgeschritten, nur der von 
wellen und müezen vergleichbar. 

1. soln mit dem Inf. der E-ichtung. 

A. Ausgehend von Verbindungen, welche sich noch an die 
alte Bedeutung einer Verpflichtung durch Schuld (J. Grimm, 
G. d. d. Spr. II p. 892 fF.) anlehnen, gelangt es durch Auf- 
gabe des BegriflPs der Schuld und weiter des in Verpflich- 
tung liegenden ethischen Momentes zu dem Sinne eines 
blossen Zwanges. 

B. Durch Zurücktreten des den Zwang ausübenden Factors 
geht soln allmählich in die Bedeutung von Anlass, Ge- 
legenheit, Möglichkeit haben über. In bedingenden 
Sätzen ist die Notwendigkeit nur noch ganz allgemein eine 
gesetzte, anderwärts nur die Absicht einer andern Person. 

Der Übergang in den appositiven Gebrauch ist oft ein 
so leiser, dass eine strenge Scheidung nicht stattfinden darf. 
So wenn soln einem Imperativ oder Futurum gleichbe- 
deutend ist. 

2. soln mit dem appositiven Inf. ist anzunehmen erst da, wo sich 
nirgend mehr eine Beziehung auf besondere Verhältnisse findet, 
die an den eigentlichen Sinn von soln erinnert. Es umschreibt 
wieder wie wellen Tempus- und Modusformen, von ersteren 
das periphrastische , erste und, mit dem Inf. des Perfects, das 



% 

zweite Futurum, von letzteren den Imperativ und Conjuncti\ . Da- 
durch ist auch ein irrealer und abhängiger Imperativ möglich. 
Den Conjunctiv umschreibt soln zunächst wie wellen, wenn er das 
Futurum vertritt, auch mit dem Inf. des Perfects, ferner in finalen 
Conjunctional- und Relativsätzen, in Vordersätzen conditionaler 
Perioden, in vorgestellten Vergleichssätzen, in dubitativen oder po- 
tentialen Fragen und, nur zweimal im Erec, in allgemeinen Ilelativ- 
sätzen. | Wul 

Von concurrirenden Constructionen findet sich nur einmal Ver- 
tretung des Verbalbegriffs durch ein neutrales Pronomen, falls 
nicht vielmehr eine Ellipse von tuon anzunehmen ist. 

E. 4067 „nü heizet selbe ersuochen gar." „entriuwen, daz ich 
daz sol." 

Wirkliche Ellipse eines Inf. von einem Verbum der Bewegung, 
das durch ein Ortsadverb angedeutet ist, findet sich E. 5938. Iw. 8034. 
(p.51). 

4. müezen. 
Mit müezen verhält es sich etwas anders als mit den bisher 
behandelten Verben. Seine ursprüngliche Bedeutung nämlich ist, 
entsprechend dem got. gamotjan, sich treffen, ereignen, der 
Fall sein und es verbindet sich daher mit dem Inf. zunäclist als 
ein Verbum des Geschehens. Statthaben in Folge äusserer Ver- 
hältnisse geht erst über in die Bedeutung notwendiger Weise 
statthaben. 

I. müezen als Verbum eines Geschehens hat 

1. den consecutiven Inf. bei sich, ich muoz lieisst es trifft 
sich, dass ich oder es ist über mich verhänge oder 
ich habe es so an mir. 

2. Mit dem appositiven Inf. umschreibt es wie mugen nur 
einen Modus, den Conjunctiv. Der dieser Erscheinung zu 
Grunde liegende Vorgang ist aber ein anderer, als bei den 
modalen Umschreibungen von mugen , den modalen und 
temporalen von wellen und soln. Jene Verben berührten 
sich mit dem Futur und Conjunctiv vermöge des in ihnen 
liegenden Momentes der Vorstellung und sie vermochten 
jene daher im Indicativ selbst zu ersetzen. Das vermag 
müezen als ein blosses Verbum des Geschehens nicht, viel- 
mehr zerlegt es blos die das Subject interessirende Hand- 
lung wie geschehen selbst (p. 86) und gewinnt nur, wenn 
es in den Conjunctiv tntt, dadurch, dass jene schliesslich 
auch ohne besondern Nachdruck angewendete Be*^riffs- 



97 

Spaltung gewöhnlich unbeachtet bleibt, den Anschein, als 
ersetze es den Conjunctiv. Stets steht es daher selbst im 
Conjunctiv. So aber steht es in Wunsch-, Final- und be- 
dingenden Sätzen. Auf derselben durch Zerlegung hervor- 
gerufenen Begriffshervorhebung beruht wohl auch noch seine 
Stelle in abhängigen negirten Sätzen nach doppelt negativen 
regirenden. 
II. müezen bezeichnet sich in einer Notwendigkeit be- 
finden, entweder sich beziehend auf das Subject oder auf dasPrä- 
dicat. Schwächer wird diese Bedeutung des Zwanges, je entfernter 
und abstracter der denselben ausübende Factor ist. Ist es der Wille 
der sprechenden Person selbst, so bezeichnet müezen den Vorsatz 
in der 1. Person (eine bestimmte Färbung des Futurum), einen Be- 
fehl in der 2. u. 3. 

Wirkliche Ellipse eines Inf. von einem Verbura der Be- 
wegung, das durch Ortsbestimmungen angedeutet ist, findet sich 
E. 6376. Iw. 392. 1289. 

5. dürfen. 

dürfen bewahrt überall seine Bedeutung und steht nur in nega- 
tiven Sätzen. 

6. turren und 7. tugen 

verhalten sich in Bezug auf ihre Bedeutung ebenso, tugen aber 
hat nie den einfachen, nur zweimal den präpositionalen Inf. bei 
sich. Sonst ist das, in Hinsicht worauf etwas tauglich ist, einige 
Mal durch einen consecutiven Relativsatz bezeichnet, 

E. 272 welher (winkel) im dar zao töhte da er inne beliben möhte. 7082 
oder durch einen Satz mit daz, 

Iw. 504 ich wände niht, daz äne got der gewalt iemen töhte, der si be- 
twing-en möhte. 
oder durch ein Substantivum mit Präposition, 
a. H. 331 daz dem kinde tohte zuo ir kintlichen spil. 
Iw. 2451 im entoht ze herren niht ein zage. 
3000 waz touc er nü ze riterschaft? 
6726 daz vür die kolben töhte. 
oder allgemein durch ein neutrales Pronomen, 

E. 7109 waz touc daz lange vrägen^ Iw. 5019. 5986. 6110. 6942. 7135. 
7573 (8. u.) 
oder gar nicht, mit dem Dat. der Person, der etwas angemessen 
ist, Iw. 738. 811. 208 (s. u.), ohne denselben 3766. 

Nicht der ßegrifif der Richtung, sondern das Subject zu tugen ist durch 
einen Satz mit daz ausgedrückt Iw. 2087, mit ob 7573, durch ein neutrales 
Pronomen 738. 

S. V. Honsterberg - MiinckenaUf Der Infinitiv in d. Epen Hartmanns von Aue. 7 



98 

8. wizzen. 
wizzen hat in der Bedeutung verstehn nur einmal im Srec 
den präpositionalen Inf. bei sich. 

Der einfache Inf. von gebären, welcher zweimal nach wie auf 
negirtes wizzen folgt, hängt nicht von diesem ab, sondern ist ein 
absoluter (cf. den appositiven Inf. Ende). 
a. H. 1420 si enwesten wie gebären. 
Iw. 2252 er enweste wie gebären. 

Ellipse des Inf. sin tritt regelmässig ein, 

1. wenn zum Object von wizzen ein prädicatives Adjectiv tritt. 
E. 7118 da er si bewart weste. 

a. H. 1145 wan daz ich mich weste des muotes also veste. " 
Iw. 3770 gein einer siner veste, die er da nähen weste. 
3901 nü schant erz da erz weste veizt und aller beste. 
7703 wander weste ir herze also veste. 

2. wenn sich mit dem Object eine Ortsbestimmung verbindet (nicht, wenn 
mit wizzen Gr. 3010). 

E. 9909 nü weste der künec Artus die geste gerne in sinem hüs. 
G-. 1923 da er in inne weste. 

2799 wizzt ir iender hie bi eine stat. 

2806 ich weiz hie bi uns einen stein. 
Iw. 2224 min vrouwe weiz iuch hinne wol. 

4647 wester mich hie. 

Das Participium statt des Inf. steht einmal in dem ersten 
Falle. 

Iw. 4066 den ich lebende weste. 
Ein Satz mit daz folgt 
E. 359. 4694. G. 617. 2034. 3021. Iw. 156. 858. 1188. 1531. 1618. 1906. 
2018. 3408. 3674. 4244. 4320. 4605. 4878. 5234. 5462. 5544. 5738. (>151. 
6579. 7425. 7565. 8011. 

ein indirecter Fragesatz 

E. 46. 1597. .3616. 5938. 6103. 8860. G. 179. 648. 1148. 1160. 1876. 8056. 
Iw. 907. 1641. 1644. 1671. 1875. 1944. 2116. 2130. 2223. 2472. '2586. 
2837. 2841. 3319. 3657. 3832. 3981. 4221. 4231. 4239. 4838. 5698. 5822. 
5858. 5880. 6096. 6641. 7375. 7500. 7755. 7793. 8160. 

ein paratactischer 

E. 5438. 5864. G. 1892. Iw. 525. 563. 1193. 2546. 4097. 5108. 5277. 5519. 
6267. 6416. 
ein Fragesatz mit zu entlehnendem Verbum 

Iw. 3218 daz er waere etswä daz man noch wip enweste wä. E. 5289. 
Iw. 127. 1461. 7757. 
ein neutrales Pronomen für den VerbalbegrifF 
Iw. 868. 2211. 2212. 3307. 4177. 4522. 5691. 6568. 

Bei wizzen gleich Kenntniss haben kann der Inf. eben so 
wenig stehn als bei einem Verbum des Sagens. p. 53. 



9§ 

An die Verben mit verschobenem Präteritum schliesst sich an 
eine Reihe von Verben und Redensarten, welche ganz wie jene eine 
Fähigkeit oder Bereitschaft zu einer Handlung bezeichnen oder die 
Verleihung einer Möglichkeit zu einer solchen an einen andern. 
Der Verbalbegriff steht also zu ihnen in dem nämlichen Verhält- 
nisse wie zu den eben behandelten und kann hier mit demselben 
Recht wie dort stehn. In Wirklichkeit wird er aber nicht eben 
häufig gesetzt von Hartmann und dann allemal mit der Präposition. 
Es ist also hier wiederum die Beobachtung zu machen, dass der 
Infinitiv durch Übertragung von seinem Gebrauche nach einem ur- 
sprünglich eng begrenzten Verbenkreise, bei dem er vermöge der 
gemeinsamen Momente der Absicht oder der Richtung naturgemäss 
seinen Platz hatte, auf ähnliche Verbindungen und Ausdrücke sein 
Gebiet erweitert hat. Otfried bietet keine derartigen Fälle, für 
Vulfila, die ahd. Übersetzer und das Andd. dagegen cf. A. Koehler 
p. 425. 426. 430. A. Denecke p. 21. 69. R. Steig p. 344. 492 fF. 
Das Got. zeigt einfachen und präpositionalen Inf., letzteren immer 
nach substantivischen Verbindungen, gleichfalls überwiegend diesen 
die ahd. Übersetzer und das Andd. Für Hartmann bestätigt sich 
hier, was p. 33. 52. 71. 75 bereits hervorgehoben ist, dass nach 
zusammengesetzten Ausdrücken nie der einfache Inf. steht. 

1. Eine Möglichkeit oder Fähigkeit allgemein wie mugen be- 
zeichnen: State hän, wal und urloup hän (p. 73), eine 
specielle Art der letzteren: bin so wise, vrum, holt, 
riebe, diemüete, so gemuot, wert, vri, werde so 
holt; ich hän den sin, die triuwe und den sin, die 
tugent und den sin, einen site, die gewonheit, 
daz reht, die genäde, die zit; diu witze wonet 
einem bi, diu triuwe ist einem erkant. 

2. ein Verständniss wie wizzen: sich verstau. 

3. eine Verpflichtung wie soln: schuldec sin, schol sin, 
schulde hän, daz ambet hän, ähnlich verschulden. 

4. Das Gelangen zu einer Möglichkeit oder Fähigkeit drücken 
aus: vaz vinden, State vinden, State gewinnen. 

5. Das Verleihen einer Möglichkeit oder Fähigkeit an einen 
andern: gestiuren, vervähen, einem erwerben, 
schaffen, verhangen, gevüegen, geben, bescheren, 
daz heil bewarn, eines heil meren, der volleist 
sin, die sinne geben, die genäde tuon, ze staten 
gestän, ze staten komen, (helfen). 

6. Eine Bereitschaft zu einer Handlung: bereit sin, sich 
bereiten, vähen ze, (beginnen). 

7* 



100 

Unter den Verben des Geschehens sind hier zu ver- 
gleichen diu State geschiht, site ist, zit ist, reht ist, 
unter denen des Erlaubens wal und ourloup hän. 

Hiervon finden sich indess mit dem präpositioiialen 

Inf. nur die zit hän aus 1; vaz vinden aus 4; (gehen), 

ze staten gestän aus 5; bereit sin und sich bereiten 

aus 6. 

Iw. 5376 dö dühte den leun er hete zit sich ze hebenne an den 

strit. cf. p. 14 zit ist. 
E. 1495 däne vant nit noch haz ze blibenne dehein vaz. 
G. 319 der uns ze staten gestät ze verhelne unser schände. 
E. 1015 daz er im waere bereit ze leisten. 
G.32a ich waere gerne bereit ze sprechen die wärheit. 
621 dem ist der munt niht so gereit rehte ze sprechen da von. 
E. 1817 daz er sich wol bereite ze varne in sines vater laut. 
Nach geben, das nur in der übertragenen Bedeutung von ver- 
h aengen hierher gehört, steht im eigentlichen Sinne emmal der 
Inf. mit ze. Da man in diesem Sinne an dem Verbum selbst ^veder 
den Begriff einer Absicht noch den einer Richtung wird annehmen 
dürfen, so kann ich an ihm nichts anderes als einen freien finalen 
Inf. sehen, unter den ich diesen Fall daher auch gestellt habe. Cf. 
p. 24 G. 2341 und auch G. 2819 Iw. 7555. R. Steig p. 343. 494. 
A. Denecke p. 15. 62. H. iloetteken § 210. A. Koehler p. 435 f. 
will in dem blossen Inf. nach giban dessen unmittelbares Object, 
in dem präpositionalen dagegen den Zweck, neben dem das Object 
von giban immer ausser einmal noch besonders ausgedrückt ist, 
erblicken. Cf. auch Plato Phaedr. 228 E ki^iavrov oot ef.ij.ie'keTäv jcag- 
ixuv, Cf. Stallbaum ad. h. Matthiae Gr. p. 1039. Krüger § 55, 3, 20. 21. 
Eine nominale Analogie findet sich nach vähen. 

G. 2878 do er ze släfe gevie. Cf. auch gestiuren Iw. 1804. 
Meist steht im übrigen ein Satz, gewöhnlich durch daz ein- 
geleitet. Ein paratactischer steht nach so wise sin, diu 
triuwe ist einem erkant aus 1; vüegen aus 5. 

Iw. 7270 ir deheines ouge was weder so wise noch so clär, desne moh- 
ter ir dewederm nie gejehn (ßech möhte er — hän gejehen). 
E. 3204 daz iu diu triuwe si erkant und sult mir die wal län. 
G. 1119 nü vuogte ein wunderlich geschiht, er tet des vischaers kinde 
also we. 
Ein indirecter Fragesatz nach sich verstau aus 2 
E. 3078. 

Ein consecutiver Relativsatz nach s6 wise sin und so 
holt werden aus 1. 

E. 7443 daz niemen waer so wise, der den trit gehoeren künde. 



101 

Iw. 2948 ichn wart nie manne so holt, dem ich ditz golt wolde lihen. 

Ein Satz mit daz bezeichnet meist die tatsächliche Folge. 

1 wise o-nuoc da zuo sin, gleiche Subj., Iw. 3324. 

vrura sin, verschied. Subj., E. 5265. so vrum, gleiche Subj., Iw. 4108. 

so riebe sin, gleiche Subj., E. 2262. 

so deumüete sin, ebenso, Gr. 3367. 

also, so wol gemuot sin, ebenso, E. 8049. Ot. 1866. 

der unmäzen wert werden, ebenso, Iw. 7551. 

den sin hän, ebenso, a. H. 316. Iw. 6196. 

die triuwe und den sin hän, ebenso, a. H. 291. 

die tugent und den sin hän, ebenso, Iw. 3915. 

den Site hän, ebenso, E. 602. 

die gwonheit hän, ebenso, Iw. 894. 

daz reht da zuo hän, ebenso, Iw. 1650. 

die genäde hän, ebenso, a. H. 1495. 

einem wonet diu witze bi, ebenso, a. H. 595. 

2. sich verstän, verschied. Subj. E. 6838. G. 209, gleiche Subj. a. H. 135. 

3. schuldec sin, gleiche Subj., Iw. 4909. 
schulde hän, ebenso, Iw. 2041. 
verschulden, verschied. Subj., E. 4960. 
daz ambet hän, gleiche Subj., E. 6336. 
5. gestiuren. 

Iw. 5015 uude gestiurt in des sin sin, daz er im eine wunden sluoc. 
5799 des gestiurtes unser herre, daz si des endes kerte. 
vervähen einen, im Nebensatz neues Subj. E. 5857, gleich dem Acc. Iw. 5174. 
erwerben einem. 

G. 1301 daz ich dir nü erwürbe umb unser samenunge, daz si dich 
naemen z' herren. 
3784 ouch erwarp er sinem vater daz, daz er den stuol mit im besaz. 
geschaffen. 

Gr. 1305 ich trüwe ouch wol geschaffen, daz diu rede nimmer kumt vür 
ir munt. 
1469 do schuof er, daz man im sneit kleit. 
Iw. 4580 der künec schuof, daz man in brähte. 4126 (verschied. Subj.). 
verhangen. 

E. 9056 do verhancte des got, daz ez wart der Hute spot und gebären 

eine veltmüs. 
(j. 166 war umbe verbeuget im des got, daz er so manegen grozen spot 
vrumt über sine hantgetät? 
den tac gevüegen einem, Subj. gleich dem Dat., E. 490. 
geben. 

Gr. 1466 got gebe, daz ez dir wol erge, neues Subj. a. H. 1510. Iw. 3264. 6000. 
bescheren einem, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat., Iw. 3466. 
daz heil einem bewarn, verschied. Subj., Iw. 2339. 
eines heil meren, verschied. Subj., E. 139. 
der volleist eines sin, neues Subj., G. 3302. 

die sinne geben einem, Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat., a. H. 704. 
ze staten komen, gleiche Subj., E. 607. 

helfen glaubeich besser dem folgenden Abschnitt einzuordnen, 



102 

weil es zwar mit daz die Bedeutung von einem verhelfen zu 
etwas hat, wonach es hierher gehört, mit dem (einfachen) Inf. aber 
bei Hartmann stets blos mit einem gemeinsam etwa^ tun 
heisst. Dieser Infinitiv aber ist dann der appositive. AehnUch 
verhält es sich mit beginnen und dem einfachen Inf. Es be- 
zeichnet nicht ein Sichrüsten, Sichanschicken zu einer Hand- 
lung, sondern immer diese bereits als unternommen, aber in ihrem 
Beginne. 

Zu ergänzen aus dem Zusammenhange ist der Verbal begrifi 
nach wert sin (Iw. 4903, doch vielleicht gehört der von schiildec 
bin abhängige Satz mit daz 4909 auch zu ihm) aus 1 und einem 
die gnäde tuon (a. H. 1494, auch hier gehört vielleicht 1495 
ausser zu 1493 zu 1494) aus 5. 

Der Genitiv eines nomen actionis steht nach urloup hän 
(p. 14. 73), zit hän, (p. 14) aus 1; State gewinnen (p. 14) 
aus 4. 

Ein neutrales Pronomen nimmt auf einen Verbalbegriff Bezug. 
1. State hän, es. 

E. 366 hie wart der gast beraten als si des state häten. 
vri sin, es E, 9568 (p. 15). 

3. schol sin, des E. 9824 (p. 15). 

4. State gewinnen, des G. 710 (p. 15), vinden E. 2419 (p. 14). 

5. gestiuren einen, des G. 3834. 
vervän einen, ez E. 6228. G. 298. 

6. bereit sin, dar zuo G. 2881. 
sich bereiten, dar zuo Iw. 4307. 

Mit mugen, insofern der die Möglichkeit bietende Factor in vorhandenen 
Mitteln liegt, ist haben an einer Stelle zu vergleichen. 

E. 10020 die ez haben mähten unde ritter wären genant, die heten ir 
baniere rihe undersniten waehe. 
ez haben ist nichts andres als mugen in jener Bedeutung. Ob dieses 
ez ein allgemeines Object ist (= Vermögen haben) oder auf den Verbalbegriff 
bezogen ist, lässt sich nicht wohl entscheiden. 

Zweimal begegnet auch im Got. in dieser Bedeutung haban mit dem Inf. 
A. Koehler p. 427. 

c. Der Infinitiv der ßichtung in Abhängigkeit von 
Adjectiven. 
Der finale Inf. kann von Haus aus nur nach Verben j>tehn, 
weil er den Anteil eines Subjects voraussetzt, das sich nur am 
Verbum ausgesprochen findet. So finden wir das Verhältniss noch 
bei Hartmann. Wenn wir heut den Inf. auch von Substantiven 
und Adjectiven abhängig machen, welche eine Absicht des aus dem 
Zusammenhange zu entnehmenden Subjects bezeichnen, so wird das 
finale Moment nicht mehr vom Inf. getragen, sondern ruht lediglich 



103 

in jenen regirenden Worten, der Inf. aber ist nur der appoeitive, 
der zu jedem begrifflich einer Ergänzung fähigen Worte treten kann. 

Der Inf. der Richtung aber, welcher an jene Voraussetzung 
nicht gebunden ist, könnte an sich sowohl bei Verben als Sub- 
stantiven als auch Adjectiven bezeichnen, nach welcher Richtung 
zu speciell die allgemeiner in jenen Worten angegebene Vor- 
bedingung gelten soll. In Hartmanns Epen findet er sich aber nur 
nach Verben und Adjectiven, nach Substantiven höchstens vielleicht 
einmal im Iwein. Auch in dieser Erscheinung dürfte die ursprüng- 
liche Casusnatur des Inf. noch fortwirken, denn welcher Casus 
auch immer in ihm verborgen sein mag, den Genitiv, welcher für 
gewöhnlich allein von allen mit dem Substantivum sich verbindet, 
wird man am wenigsten in ihm suchen dürfen. Der Dativ aber, 
falls er es ist, steht gewöhnlich nur bei Verben und Adjectiven. 
Mit Verben verbunden stellte der Inf. der Richtung eine Handlung 
neben eine andere, welche bereits durch (ausgesprochene oder aus 
dem Zusammenhange sich verstehnde) Qualitätsbestimmungen auf 
die erstere hinwies. Sie enthielt die Vorbedingungen für jene und 
diese war eine Folge von ihr. So drückte bei Verben der Inf. der 
Richtung ein mehr oder weniger deutlich consecutives Verhältniss 
aus. Den Verben stehn völlig gleich Adjectiva, wenn sie mit sin 
verbunden sind, und ich habe sie daher mit den Verben der Fähig- 
keit und Bereitschaft vereinigt. Ein bereit sin kann dem Inf 
gegenüber in keinem andern Verhältniss stehn als sich bereiten. 
Folge aber kann eine Handlung nur sein von einer andern Hand- 
lung oder von einer Eigenschaft, welche sich an einem Subject 
äussert, was eben sin bezeichnet. Hier nun aber haben wir es mit 
dem Inf. zu tun, welcher lediglich zu einem Adjectiv allein tritt. 
Hier kann er daher auch nicht consecutiven Charakter haben, 
sondern nur den Begriff des Wortes näher bestimmen, angeben, 
in welcher Richtung, Hinsicht der Begriff der Qualität 
gelten soll. Der Inf. hat also hier dieselbe determinirende 
Function, welche im Lat. der auf u versieht, der sich formal 
wie syntactisch sowohl als Dativ wie als Ablativ auffassen lässt. 
Darüber, dass er hier oft passive Bedeutung zu haben scheint, cf. 
die Genusausbildung des Infinitivs. Die Adjectiva sind wie die 
entsprechenden im Latein von einer allgemeinen Bedeutung und 
darum namentlich einer beschränkenden Ergänzung bedürftig: 
lihte, wol(?), guot, ze lanc. Das Moment der Richtung aus- 
zudrücken hat allein der Inf. und wir finden daher auch hier wieder 
bei Hartmann ihn durchweg durch ze verstärkt, cf. p. 78. 

E. 3876 do schein wol, daz kint lihte ze triegenne sint. 



10 4 

a. H. 334 daz diu kint so lihte ze gewenenne sint. 
Iw. 3322 daz der tore und diu kint vil lihte ze wenenne ^int. 
E. 4692 wan ich iu wol ze gwinnen bin (so schreibt Haupt^ 
die ambraser Handschrift bietet ze wunne, Bech will 
ze wenenne). 
Gr. 999 ezn wolde dinglichs vrägen, diu guot ze wizzenne sint. 
Iw. 2477 ez ist ze vehtenne guot, da nieman den widerslac tuot. 
5218 ditz machet im sinen muot ze vehten starc unde guot. 
E. 7483 so waerz iu ze sagenne al ze lanc. 
7572 daz waer ze sagenne ze lanc. 

Anderswo: erbäte einen palas, da vil von ze sagenne 
waere. 
Iw. 2477 ist ze vehtenne nicht als Subject zu guot ist auf- 
zufassen; Subject ist das allgemeine ez. Iw. 5218 könnte man ze 
vehten unmittelbar mit muot verbinden, indess wäre dies das 
einzige Beispiel bei Hartmann für eine Verbindung des Inf. mit 
einem Substantiv. Iw. 8159 cf p. 7. Die Form des Inf. ist überall 
die längere ausser Iw. 5218 und, falls Haupt Recht hat, E. 4692. 

Einmal übernimmt ein Particip diese Deterrainirung eines 
Adjectivs. 

E. 2479 der ist der beste tuende man. 



3. Der Infinitiv als blosser Wortbegrilf. 

Entäussert sich der Infinitiv der ihm von seiner bestimmten 
Casusnatur her innewohnenden Momente des subjectiven Interesses 
und der Richtung, so verbleibt ihm nur der abstracte Wortbegriff 
ohne jede relative Beziehung, Darnach kann sein Verhältnit^s zu 
dem ehemals grammatisch regirenden Worte nur noch das einer 
Apposition sein, nicht mehr das einer grammatisch abhängigen 
Kategorie. Wie jeder Casus brachte der Inf. schon bisher eine 
Determinirung des regirenden Wortes. Diese Specialisirung war 
aber bisher vermöge der aus seiner Casusnatur stammenden Momente, 
des der Richtung im Bunde mit dem des subjectiven Interesses 



105 

« 

beim finalen als finale, durch das der Richtung allein bei deni der 
Eichtung als consecutive oder begrifilich determinirende genauer 
gekennzeichnet und daher auch der Umfang ihrer Anwendung ge- 
mäss der grösseren Anzahl inhaltlicher Momente eingeschränkt. 
Mit dem Aufgeben dieses Inhalts jetzt nimmt die Möglichkeit seiner 
Anwendung zu, er kann nunmehr bei allen begrifflich einer 
Ergänzung fähigen Worten als specialisirende Appo- 
sition stehn, die Abhängigkeit ist aber nach dem Verlust des 
allein eine relative Beziehung schaffenden casuellen Inhalts nur 
noch eine logische. Es ist das eine paratactische Construction 
zweier einzelner Begriffe, wie es eine solche ganzer Sätze giebt. 
Die grammatische Beziehung gelangt nicht zum Ausdruck, denn 
sie ist in den hier zu betrachtenden Fällen nicht mehr die eines 
subjectiven Interesses oder die einer Richtung, welche ja der Inf. 
allein zu bieten vermag, sondern es bleibt dem Verständniss über- 
lassen eine hinein zu legen, wie denn auch häufig diese Infinitive 
je nach der sonstigen Construction des regirenden Wortes bald 
accusative, bald genitive etc. genannt werden, obwohl im Grunde 
kein anderes Verhältniss obwalten kann als das einer specialisirenden 
Apposition zu ihrem zu determinirenden Worte. Sehr recht nennt 
R. Steig p. 315 bereits den Inf. eine Specialisirung des dem re- 
girenden Worte innewohnenden Begriffs , nur entging ihm , weil er 
wie H. Bötteken noch vollständiger als A. Koehler und A. Denecke 
die historische Entwicklung der Functionen des Inf. unberück- 
sichtigt lässt und lieber die zwar bequemere und übersichtlichere, 
dem gegenüber aber auch äusserlichere Anordnung J. Grimms und 
O. Erdmanns befolgt, dass nicht in jeder Function der Inf. zu dem 
regirenden Worte in dem Verhältnisse einer blossen begriflflichen 
Specialisirung steht, sondern dass dies nur in einer erst abgeleiteten, 
auf dem Wege des Absterbens entstandenen der Fall ist, während 
die finale wie die consecutive zwar auch eine Specialisirung, aber 
eine von casuellem Charakter ist, und dass nur im ersteren Falle 
das Verhältniss ein blos logisches, im zweiten dagegen ursprünglich 
ein grammatisches ist. Dass bei der nun hier zu besprechenden 
von jeder casuellen Beziehung losgelösten Verwendung der Inf. der 
Beihilfe einer Präposition nicht bedarf, ist natürlich, ihre Setzung 
müsste unter Verhältnissen, welche noch mit der Entwicklungs- 
geschichte des Inf. in naturgemässer Verbindung stehn, auff'allen, 
wenn man bedenkt, dass Hartmann die Präposition im Allgemeinen 
noch keineswegs grundlos setzt wie eine spätere Zeit und seine 
leichte Function im gegenwärtigen Falle erwägt. Und Hartmann 
ist auch hier jener sachgemässen Verwendung der Präposition treu 



106 

und spart sie durchweg vielleicht mit einer einzigen Ausnahme nach 
kürzen. Dabei soll nicht zu bemerten unterlassen werden, dass ander- 
wärts namentlich nach beginnen zu dieser Zeit schon ze erscheint. 
Trist. Gottfrids 10114 begunde ze tribenne. Eilhart Bearb. 9008 
zu spreciiene sie begundin. 6596 zu trütene sie in began. Biuder 
Lambrecht, Tochter Sion 2781. Franciscus 384. 2851. 3662. 
1291. 1300. 

Der Weg, auf dem der alte Casus zu solcher begrifflichen 
Armut herabgesunken ist, in der ihm nur das zu seinem Bestehn* 
durchaus Notwendige verblieb, lässt im Einzelnen sich nicht mehr 
verfolgen, das aber scheint mir als sicher anzunehmen, dass 
seine Verbindung mit Verben, welche in sich den Sinn einer Ab- 
sicht und Richtung ursprünglich hatten und diese Bedeutung später 
aufgaben, von grossem Einfluss war. Den Löwenanteil aber an 
dieser destructiven Entwicklung wird er unter jenen seiner durch 
so häufigen Gebrauch unlöslich gewordenen Verbindung mit wellen 
und den Verben mit verschobenem Praeteritum zu verdanken haben, 
in Folge deren er auch dann nicht sich von ihnen zu trennen 
vermochte, als jene im unmerklich leisen Bedeutungswechsel das, 
was ursprünglich die Ursache war, die ihn zu ihnen gesellte, den 
Begriff" der Absicht und der Bichtung, aufgaben und dadurcli zu- 
gleich ihn selbst allmählig aber sicher um dieselben beiden Momente 
und dadurch um die Erinnerung an seinen Ursprung brachten. 
Ferner werden sie es gewesen sein, welche durch ihre ungemeine 
Häufigkeit die Sprache an ihn in seiner neuen abgeblassten Be- 
deutung gewöhnten, in der er ein bequemes Mittel für das ent- 
sprechend der w^achsenden Neigung der Sprache zu abstracterer 
Ausdrucksweise immer mehr hervortretende Bedürfniss zu speciali- 
siren wurde. Darum antworte ich auf Scherers zweifelnde Frage, 
ob man die Praeteritopraesentia beim Inf. zu behandeln habe, ent- 
schieden mit ja, denn weder sind diese ohne den Inf. zu ihrer viel- 
seitigen Entwicklung fähig, noch wäre der Inf. so früh den Weg 
der Degeneration gegangen ohne jene (cf. Zeitschrift für östr. Gymn. 
1878 p. 119). Wir sahen, dass dieser für den Inf. verhängniss volle 
Bedeutungswechsel jener interessanten Verben bereits bei Otfrid 
vereinzelt ansetzte, wir sahen, bis zu welchem feinen Ausbau er 
sich bei Hartmann in zahlreichen Übergängen vervollkommnete, 
wir sahen ihn ferner schon bei andern Verben, die sich in Bezug 
auf ihre Bedeutung ähnlich verhalten, eingeführt (cf. waenen p. 35, 
heizen p. 54, läzen p. 64, auch geschehen p. 83). Er steht aber 
nun bei Hartmann bereits, und mit diesem Schritt ist der Bruch 
mit seiner Vergangenheit entschieden, nach einer Anzahl Verben, 



107 

welche vermöge ihrer Bedeutung niemals auf einen subjectives 
Interesse und Richtung bezeichnenden Casus Anspruch erheben 
konnten, sondern die nur wegen ihrer zu allgemeinen, an begriff- 
lichen Einzelmomenten armen Bedeutung einer Specialisirung be- 
dürfen. Der ganze Kreis solcher Verben, welcher sich bei Hart- 
mann findet, ist folgender: 

1. Allgemein ein Tun oder Nichttun, ein Tunlassen oder Über- 

heben bezeichnen: tuon, machen, leisten, triben, 
ane vähen, erliden, sich underwinden, begän; 
entwesen, enbern, sich mäzen, gehaben, sich abe 
tuon, abe stän, abe gän, verlän, (erlän ist bei län be- 
sprochen), miden, vermiden, sich erwern, entwenken, 
Verliesen, verkiesen, rät hän, rät tuon, rät ist, 
über werden, über sin, bewart sin; übertragen 
einen, rät schaffen einem, erwern einem, bewarn 
einen, understän, wenden, erwenden, bewenden, 
begeben, benemen, legen. 

2. Eine Phase des Tuns: beginnen. 

3. Eine allgemeine Art des Handelns: helfen, pflegen, 
wenen, gewon sin, ist eines gewonheit, kürzen, 
heberten, behalten, gevrumen, staete beliben dar 
an, sich wenen, gewenken, twelen, sümen, sich 
sümen, verdulden, versitzen, verworken, vristen, 
eren, geren, einem die ere bieten, versuochen, 
suochen, garnen, geniezen, gedienen, verdienen, 
engelten, koufen, ze wandel geben, die gnäde be- 
gän, die unzuht begän, die übele begän, der 
tugende walten, der törheit walten. 

4. Die Wahrnehmung eines Tuns: sehen, scheu w^en, 
hören, vinden, vernemen, erkennen. 

So gross war unter den Verben und verbartigen Verbindungen 
bei Hartmann allein das Gebiet, welches dem Inf. vermöge seiner 
neuen Beschaffenheit zur Besitzergreifung offen lag. Hierzu kommt 
aber noch eine Anzahl von Substantiven mit unvollständigem Be- 
griffe, von denen ich unten mehrere Beispiele anführen werde. 
Nach allen diesen könnten wir heut den Infinitiv, und zwar, da in- 
zwischen die Abschwächung bereits weiter um sich gegriffen hat, 
den präpositionalen setzen. In dem Wesen des Inf., wie es in 
dem oben näher ausgeführten Stadium seiner Entwicklung beschaffen 
ist, liegt auch für Hartmann schon kein Grund mehr vor ihn in 
allen diesen Fällen nicht zu setzen, falls nicht etwa ein neues Sub- 
ject bezeichnet werden muss. Auch nach Substantiven war das von 



108 

jetzt ab möglich, denn alle Momente waren gefallen, welche daran 
erinnerten, dass der Inf. ein Casus war, der nicht nach Substantiven 
zu stehn pflegte. 

Wie weit ist nun aber tatsächlich der Inf. in das ihm neuer- 
dings eröffnete Gebiet eingedrungen? Wie es in der Sprache nie 
Sprünge giebt, sondern alles langsam auseinander folgt, so sind 
auch hier nach dem Aufgeben der casuellen Momente, trotz dessen 
Vollständigkeit, keineswegs alle hieraus folgenden Consequenzen in 
der practischen Anwendung bei Hartmann schon durchgeführt. 
Das, was ihn daran hinderte, ist nun nicht mehr das Wesen des 
Inf., sondern lediglich der objectiv gegebene Factor der sprach- 
lichen Gewohnheit. Diese aber kannte aus früherer Zeit den Inf. 
fast nur nach Verben, und so finden wir denn auch in seiner 
neueren Bedeutung ihn bei Otfrid noch nicht nach Substantiven 
und auch Hartmann hat sich von diesem Gewohnheitszwang des 
historischen Sprachgebrauchs -noch nicht befreit, er setzt gleiclifalls 
den erklärenden Inf. noch nicht nach Substantiven. 

Aber auch was Verben anlangt geht Hartmann über den bei 
Otfrid sich findenden hierher gehörenden Bestand nur wenig hinaus. 
Otfrid verband mit dem Inf. ausser beginnen noch einige Vorben 
der Wahrnehmung: sehan, gisehan, hörend irkenan, und Hartmann 
tut es von jener grossen Anzahl, bei der ihm Gelegenheit und 
Möglichkeit dazu geboten war, nur bei den wenigen Verben: be- 
ginnen, tuon, helfen, pflegen; sehen, schouwen, hören, 
vinden und vernemen 

Mit kürzen verbindet er, wie schon gesagt, angeblich einmal 
den präpositionalen Infinitiv im jfcrec, doch s. u. Sonst wird der 
Begriflf auf andere Weisen vervollständigt, nämlich durch Sätze, 
Participien, Objecte, oder der vervollständigende Begriflf ist aus 
dem Zusammenhange zu entlehnen oder ganz hinzuzudenken, oder 
aber er ist gar nicht nötig, weil es nur auf jene allgemeine Be- 
deutung ankommt. 

Durch ein Particip geschieht die Ergänzung nach sehen und 
vinden, auch tuon. 

Durch einen Satz 

a) einen paratactischen bei tuon, sich underwinden ; twelen, 
^ren; war nemen, tougen ist. 

b) einen mit daz eingeleiteten bei tuon, machen, ane v.ihen, 
abe gän, verlän, vermiden, Verliesen, rät hän, rät tuon, be- 
wart sin, übertragen, wenden, erwenden, benemen; be- 
ginnen; helfen, heberten, gevrumen, staete beliben dai* an, 
verdulden, versitzen, vristen, geren, die ere einem bieten, 



109 

geniezen, gedienen, koufen, ze wandel geben, die gnade 
begän, die unzuht begän, die iibele begän, der tugende 
walten, der törheit walten; sehen, hören, verneinen. 

c) einen im blossen Conjunctiv bei hören. 

d) im negirten Conjunctiv bei enbern, sich abe tuon, verlän, 
miden, vermiden, entwenken, rät hän, über werden, über- 
tragen, erwern einem, begeben einen ; gewenken, sich sümen, 
einen sümen. 

e) einen Fragesatz bei suochen; sehen, schouwen, vernemen. 

f) einen Relativsatz bei sehen. 

g) einen conditionalen Relativsatz bei engelten. 

h) einen Conditionalsatz bei geniezen län. 

Durch ein Object, ein nominales Substantivum oder ein dieses 
vertretendes Pronomen bei tuon, sich underwinden, begän 
entwesen, sich abe tuon, abe stän, abe gän, über werden 
übertragen, rät schaffen, bewarn,erwenden; beginnen; pflegen 
wenen, engelten; schouwen, vernemen, erkennen; einen sub 
stantivirten Inf. bei enbern, gehaben, abe stän, Verliesen, ver 
kiesen, benemen, legen; beginnen; verdienen; hören, vernemen 

Durch ein einenVerbalbegrifF vertretendes neutrales Pronomen bei 
tuon, machen, leisten, triben, erliden, entwesen, enbern, sich 
mäzen, sich abe tuon, vermiden, sich erwern, rät hän, rät 
ist, über sin, übertragen, bewarn, understän, erwenden, be- 
wenden, benemen; beginnen; pflegen, behalten, twelen, sümen, 
vervvorken, versuochen, garnen, koufen; sehen, vernemen. 

Sie ist zu entlehnen bei tuon, erwenden; helfen, pflegen, gewon 
sin, ist eines gewonheit, sümen; vernemen. 

Sie ist ganz zu ergänzen bei helfen; sehen, vinden, erkennen. 

Der unvollständige Begriff steht absolut bei tuon und helfen, 
wie anderwärts oder er findet auch durch Adverbien eine 
Vervollständigung. 

a. Der appositive Infinitiv nach Verben eines allgemeinen Tuns etc. 
Der Infinitiv hat in dieser Verbengruppe sich allein nach tuon 
einen Platz erst zu erobern vermocht. Otfrid verbindet dies 
Verbum nicht mit dem Inf. (0. Erdmann I § 332), doch findet er 
sich sonst ahd. und got., cf. J. Grimm, Gr. IV p. 94, A. Koehler 
p. 450, für das Andd. R. Steig p. 332. 483, für die ahd. Über- 
setzer A. Denecke p. 14. In Hartmanns Epen verbindet er sich 
mit tuon in doppelter Weise, ist dieses intransitiv, so bildet er mit 
ihm bloss eine Umschreibung des einfachen Verbum, ist es tran- 
sitiv, 80 bildet er mit ihm das Causativum zu seinem Verbum. 



110 

1. Der causative Gebrauch von tuon findet sich nur mit sub- 
jectiven Verben. Cf. läzen und über die Natur des Inf. nach 
Causativis p. 67. 

E. 2718 daz er die vinde tet entwichen. 

3881 manege kumberliche zit tuot er mich liden. 

5307 und tetes erheizen da ze wege. 

8103 unde din vil roter munt, der die liute dir engegen 
lachen tuot. Cf. Plato Phaedo 64 B or Ttdvv ye (.u vvv 
öq yeXaaelovra eTtolrjoag ysldoai. Fischart, glückhaft 
SchiflP 849. 50 und welchen das Glück an thut lachen, 
der kan auch andre lachen machen. 
Iw. 1679 ouch taet si got erkennen daz mir an min selbes 
libe baz. 

3731 wand sin eines manheit diu tetes entwichen. 

7825 daz er die liute alle gar verzwivelen tete. 

8038 er vuor, swie in diu varen tete. 

2. Der umschreibende Gebrauch findet sich in Hartmanns 
Epen vier Mal und nur mit schaden, Grimm konnte ihn fürs Ahd. 
gar nicht, fürs Mhd, nur in 2 Fällen nachweisen, aus dem Heliand 
bringt R. Steig p. 333 eine Stelle bei und erkennt in dem ganzen 
Gebrauch eine Eigentümlichkeit der ndd. Syntax. 

E. 1230 daz höchmuot dem manne lihte schaden tuot. 
3935 ich weiz wol, daz er schaden tuot. 

G. 1509 ja tuot ez manegeme schaden. 
Iw. 636 der mir vil dicke schaden tuot. 

Doch finden sich viele Fälle, in denen der Inf. zu entlelinen 
oder durch neutrale Pronomina vertreten ist und in denen gegen 
die Meinung, tuon stehe selbständig und nehme als allgemeines 
Verb nur das vorangehnde specielle auf, der Umstand spricht, dass 
tuon mehrmals die Construction des speciellen Verbum bei sich 
hat. Einige Mal umschreibt es auch Verben, die gar nicht eine 
Tätigkeit, sondern ein Sein oder Sich verhalten bezeichnen, s. u. 

In einem Participium liegt die Ergänzung bei tuon, insofern 
einem erkant tuon etewaz gleich einen erkennen tuon 
etewaz ist, cf. wizzen län, also in causativem Sinne. Es ist das 
zweite Particip (cf. A. Denecke p. 46). 

E. 4748 tuo mir erkant disse rosses herren. 

Iw. 5124 80 tuot im daz erkant. 

Die Stelle des Particips nehmen auch Adjectiva ein: kunt, 
schin tuon cf. unten. 

In einem Satze, tuon hat in diesem Ealle aber weder cfiusa- 
tive noch umschreibende Bedeutung, sondern zerlegt wiederum, wie 



111 

wir schon p. 86 bei geschehen es sahen, zum Zwecke grösseren 
Nachdruckes eine Handlung in zwei Teile. Der allgemeine Begriff 
geht immer voraus (ausser Iw. 6264) und deutet bisweilen auf den 
folgenden speciellen durch ein neutrales Object hin. Der specielle 
ist durch einen paratactischen Satz ausgedrückt nach 

1. tuon, meist im Imperativ, mit oder ohne und. a) Mit und. 

E. 3565 nü tuet, des ich iuch bite unde nemet die wal. 

4359 ir sult ez durch got tuon und mich mit gemache län. 4803. 6220. 
Gr. 917 daz man den abbet baete, daz er so wol taete und daz kint 
selbe toufte. 2057. 2)303. 
Iw. 6921 daz er die altern baete, daz siz durch got taete unde der jungern 
teilte mite. 7326. 
b) Asyndetisch. 

E. 4013 nu tuot als ich iuch bite: diu siben ros nemet ir. 4887. 
Gr. 2047 ez waeren ir raete, daz si noch baz taete wider die werlt und 
wider got, daz si einen man ir naeme (beide daz stehn ein- 
ander parallel). 2994. 

2. underwinden, mit und, gleiche Subj., Iw. 4198. 

Der specielle ist mit daz angefügt bei 

1. tuen. 

E. 7991 nü war umbe tuot ir daz, deir so lange mich verdaget, daz ir 

mirs niht ende saget? 
Or. 3521 er mant den man, daz er durch got taete, daz si im wider würde. 
Iw. 2303 daz ichz von unstaete tuo, daz ich iuwer alsus vruo gnade 

gevangen hän. 2719. 5455. 6264. 7886. 
Etwas anders ist der Fall Iw. 1650, hier fasst tuon mehrere Verbalbegriffe 
zusammen und es folgen darauf die einzelnen mit daz als Zerlegung von tuon. 
— wol und übel tuon daz E. 8527. G^. 2625. unrehte tuon Iw. 843. 

2. machen, daz, verbindet sich in causativem Sinne mit einem Satz mit daz 
bei verschied. Subj. Iw. 5672. 

3. ane vähen 

B. 3372 wie ich ez ane vähe, daz ich mich niht vergäbe. 

4. abe gän, des, verschied. Subj., E. 4963. 

5. Verlan, daz, gleiche Subj., Iw. 1702. 

6. vermiden, gleiche Subj., E. 2716. 

Iw. 4709 daz ich si alle nenne, daz ist also g^ot vermiten. 

7. Verliesen, daz, ebenso, Iw. 6040. 

8. rät hän, des, verschied. Subj., Iw. 6807. 

9. rät tuon, gleiche Subj., E. 975. 

10. bewart sin, des, daz, gleiche Subj,, Gl^. 2752. 

11. übertragen. 

a. H. 279 dar zuo er in übertruoc, daz er dehein arbeit leit. 

Iw. 1405 do in sin stein des übertruoc, daz im niht arges geschach. 

12. wenden, daz, verschied. Subj., E. 8351. 

13. erwenden, daz, Subj. des Satzes mit daz gleich dem (stehnden oder zu er- 
gänzenden) Dat. beim regirenden Verb, B. 8402. Iw. 3959. 



112 

14. benemen einem, daz, Subj, gleich dem Dat., Iw. 2520. 
Durch einen Bedingungssatz. 
E. 361 8 ir missetuot ouch, ob irz lät. 
Im negirten Conjunctiv nach negativem Yerbum. 

1. enbern, des. 

E. 1023 des enwil ich niht enbern, ezn müez min vrowe geret siu. 

2. sich abe tuon, des, gleiche Subj., iw. 2857. 

3. Verlan, daz, ebenso, Iw. 4511. 

4. miden, ebenso, Iw. 1101. 

5. ver miden, daz, vermiten sin, des, verschied. Subj. E. 1037, i^ieiche 
E. 4590. 

6. entwenken, des, gleiche Subj., Iw. 1289. 

7. rät hän, des, ebenso, E. 8480. 

8. über werden, des, ebenso, Iw. 2829. 

9. übertragen einen, verschied. Subj., Iw. 4043. 

10. erwern einem, daz, Subj. gleich dem Dat., a. H. 850. 

11. begeben einen, gleiche Subj., Iw. 4124. 

Die Ergänzung liegt in einem Object. 

1. tuon, in einem nominalen E. 608, Gr. 2816 (rät), a. H. 1079 (raete). 
E. 2041 (vluc). 4272 (not, ungemach ze teile). Iw. 3410 (not). E. 4757. a. H. 
975, Iw. 5730 (gnade). E. 6098, Iw. 7940 (reise). E. 9985, Iw. 5987 (segen). 
Gc. 77 (lere). 996 (willen). 2010 (leit). 3161 (bihte). 3471 (vart). a. H. 48S (dro, 
bete). 1343 (vil vlüeche, bete, scheltens). Iw. 3821 (gebaerde, bete). 2478 ( wider- 
slac). 3201 (smaehen). 4636 (spot). 5009 (werc). 5326, 6502 (wanc). 55ö2 (ge- 
selleschaft). 6131, 6132 (rede). 7687 (gewalt). 7881 (Sicherheit). Mit einem 
zweiten, prädicativen Object E. 7484 (sin— krank), a. H. 1226 (tot— sanfte). 
1575 (rede— kunt). 

In einem neutralen, waz oder relativem daz E. 4886. 5449. 6901. 9262. 
9500. 9826. a. H. 498. 1257; swaz E. 3253. Iw. 1463; demonstrativem daz 
a. H. 977. Iw. 243. 3622; fehlt vor folgendem Kelativum E. 4965. 6547. a. H. 
498. Iw. 5312. 7726. 8052; ettewaz Gr. 1810; ez (praegnaut) E. 2719. 2724. 
4314. G. 1840; iht Iw. 491. 5296. 7885; niht E. 4360. G. 1084. a. H. 1318. 
1341. Iw. 492. 2490; niene G. 3635. Iw. 484; mere (des) E. 4127. Ein nomi- 
naler Genitiv hängt von ihm ab E. 3776, Iw. 7479 (waz, swaz leides) 
E. 9161 (der kere so vilj. Iw. 5213 (iht guotes). 

2. sich under winden G. 758 (sin ze huote). Iw. 2606 {es). 

3. begän G. 1450 (die ritterliche gir), doch cf. p. 91. 

4. entwesen E. 3274 (iwer ze knehte). 

5. sich abe tuon E. 9972 (solher unstaete). 

6. abe stän E. 5270 (siner vart). 

7. abe gän, unpersönlich, E. 9595 (min). 

8. über werden G. 3346 (der ewigen not). Iw. 2168 (der lantwer). 

9. übertragen E. 4982 (zornes\ Iw. 7870 (lasters). 

10. rät schaffen E. 9453 (sin), rät tuon E. 608 (unwirde). 

11. bewarn E. 980 (iuwer hochvartV 4800 (daz). 

12. er wenden E. 3005 (also gemeinen haz). 

Dies Object ist ein substantivischer Inf. 

1. enbern Iw. 219 (mines sagennes). 

2. gehaben Iw. 5965 (zeltens p. 14, wo verdruckt 5465). 

3. abe stän E. 8512 (p. 14, Haupt des vehtens, ßech vehtens). 



113 

4. Verliesen E. 3346 (ir liezen). 

5. verkiesen E. 9724 (trüren). 

6. benemen Iw. 4692 (daz gaben). 

7. legen E. 9065 (daz giuden). 

Ein neutrales Pronomen oder ein Adverb vertritt den 
specialisirenden VerbalbegrifF. 

1. tuon, hier immer in umschreibender Function cf. p. 110. a) Ein Pronomen. 

E. 41 mugt ir mich daz wizzen län, äne schaden ir daz tuot. 

1354 er engulte siner armuot, des er niene tuot. 350. 3574. 3861. 
4532. 4574. 4584. 4609. 4868. 5261. 5461. 5896. 6013. 6531. 6696. 
9240. 9754. 
Ü-. 2149 daz er an der tavel las. do er des harte vil getete. 

2691 der solde got vor ougen hän. daz tuo abr noch. 2030. 2843. 
3097. 3474. cf. 72 p. 11. 
a. fl. 229 daz si den tot Ute. nu enist ez niht der liute site, daz ez iemen 
gerne tuo. 1090. 1165. 1168. 
Iw. 1295 solden si in immer vinden, daz heten si ouch do getan. 

4061 geriet ich irz ie, daz tet ich durch ir ere. 324. 2490. 5692. 6510. 
7277. 7717. 
b) Ein demonstratives Adverb, 
also E. 1369. a. H. 147. 965. Iw. 4260. 5108; alsam a. H. 524. Iw. 4704; so 
E. 1340. G-. 2802; da an (j. 2038; dar an Iw. 842. Es fehlt vor folgendem re- 
lativen Adverb E. 352. 3069. 3540. 3930. 4012. 9527. G. 24. 936. a. H. 959. 
Iw. 1866. 3268. 3612. 7296. 7358. Ein relativer adverbialer Ausdruck steht 
da mite und) E. 899. 

Für den umschreibenden Gebrauch von tuon bei Hartmann steht hiermit 
fest, dass er sich, abgesehn von der Verbindung mit schaden, nur da findet, 
wo er dem Verfasser den Vorteil gewährte eine Wiederholung desselben Verbum 
vermeiden zu können. 

2. mac hen, daz E. 8319. 

3. le isten, daz a. H. 827. 

4. triben, des vil G. 1847. 

5. erliden, daz a. H. 1140. 1332. Iw. 6385. 

6. entwesen, es E. 8811. 

7. enbern E 4965. 6058. Iw. 4444. .7714. 

8. sich mäzen, es E. 6443. 

9. sich abe tuon, es a. H. 116. 

10. vermiden, ez Iw. 4711 (p. 11. 111). 

11. sich erwern, es E. 3897. 

12. rät hän, es E. 8000. 

13. rät ist, es E. 4772. a. H. 925. 

14. über sin, es Iw. 221. 

15. übertragen, ez E. 6489. 

16. bewarn, daz, ez E. 4800. 8254. Iw. 911. 

17. un der st an, ez G. 748 (Paul understän. Lachmann und Bech undervän). 

S. V. Monsterberg - Münckenatt, Der Infinitiv in d. Epen Hartmanns ron Aue. g 



114 

18. erwenden, ez, lützel es E. 3178. 7566. Iw. 4345. 7630. 8000. 

19. bewenden, daz E. 10109. 

20. benemen, ez, es E. 2475. G-. 2270. 

Er ist zu entlehnen. 

a) Aus demselben Satzgefüge. 

1. tuon, es umschreibt auch subjective Verba und selbst unpersönliche. Es 
hat mehrmals die Construction des zu entlehnenden Verbum bei sich. 

b) Im Relativsatze. 

E. 97 mit der geisel ez in sluoc, als ez die magt hete getan. 
990 nü schämt iuch, als ich mich gester tete. 
9786 so entweich im aller sin muot, als ez dem erbarmherzen tuot. 
4969 kumt ez immer dar zuo, als ez doch vil lihte getuot. 294. 864. 
889. 2062. 3715. 4158. 5942. 8565. 
G. 60 die begunden so gebären als ein ingesinde guot umbe ir lieben 
herren tuot. 
1769 nü sach si in an und me, dan si deheinen man vordes ie getaete. 
1787 ouch behagte ir der gast baz, danne e iemen taete. 1186. 1217. 
1748. 2209. 2689. 
a. H. 136 daz er der werlte widerstuont, als alle sine glichen tuont. 
396. 1445. 1481. 
Iw. 1379 wände si sins todes gerten, alsam der wolf der schäfe tuot. 1175. 

1420. 2306. 2470. 3610. 5216. 6860. 8096. 
b) Aus einem andern Satzgefüge. "^ 

E. 7494 „nü swic". „ich tuon". 
Iw. 347 ezn betwanc min gemüete unde bekumbert minen lip nie so sere 
magt noch wip, und entuot ouch lihte nimer me. 4281 (p. 45). 
2. erwenden E. 1139. Iw. 1492. 

Absolut steht tuon 
Iw. 510. 1866. 3268. Nur ein urteilendes Adverb ist beigefügt E. 843 (dem 
gelich). 7009 (toerliche). 516, 9529 (missetuon). Iw. 2793 (rehte). 5894 (hövesch- 
lichen). 

Teils bedürfen einer Ergänzung nicht, teils haben dieselbe in Objecten 
oder Sätzen bei sich viele Verbindungen von tuon. war tuon E. 8268. 8292; 
schin tuon E. 5089. G. 1632; kunt tuon E. 2879. 3088. 3129. 6767. 6818. 9615. 
Gr. 3015. a. fl. 197; leide tuon E. 5771; we tuon E. 5493. G. 1119. a. H. 532. 
Iw. 2804. 3984. 5414. 6309. 6513; unsamfte G. 721; zuo a, H. 585; üf 1272. 
Iw. 1151; sich abe tuon a. H. 257; tuon wie ein Verb der Bewegung E. 6i04. 

ß. Der appositive Infinitiv 
nach Verben einer allgemeinen Phase von Tun. 
Wir haben es hier allein mit beginnen zu tun. Schon bei 
Otfrid (O. Erdmann I § 333) bezeichnet das Verbum nicht sowohl 
sich rüsten zu einer noch zu unternehmenden Handlung, als viel- 
mehr den ersten Teil der schon begonnenen. Daher wird man es 
ieber hier als bei den Verben der Bereitschaft etc. behandeln (p. 102). 
Got., Ahd. und Andd. hat es nur den einfachen Inf nach sich, cf A. 
Koehler p. 432, O. Erdmann a. a. O., A. Denecke p.l4, R. Steig p. 331. 
Ebenso verhält es sich bei ßerthold von Regeusburg (H. Roetteken 



115 

§ 204) und Hartmann, während sonst mhd. auch der präpositionale 
erscheint (cf. p. 106). 

Von Otfrid wie von Hartmann wird das Verbum sehr häufig 
gebraucht. Es liegt in der Natur des Epos gerade den Beginn 
einer Handlung oder eines Zustandes hervorzuheben. Dies geschieht 
nun bei Hartmann keineswegs nur da, wo wirklich jener, sondern 
auch da, wo nur schlechthin diese in Betracht kommt, ja selbst bei 
momentanen Handlungen, bei denen nicht mehr von der besonderen 
Abscheidung des Beginnes die Rede sein kann. Hier bezeichnet 
beginnen gleich der Form des griechischen Aorist den Eintritt, 
das Auftauchen der Handlung, dient also zu einer temporalen Um- 
schreibung. Mit dem griechischen Aorist vergleicht schon R. Steig 
seinen Gebrauch im Andd. Nun steht aber weiter beo^innen selbst 
bei längst begonnenen oder längst im Fluss befindlichen Handlungen 
oder Zuständen , dann bildet beginnen blosse Umschreibung der 
einfachen Formen. Diese umschreibende Verwendung von beginneu 
ist namentlich im Erec sehr ausgedehnt, nimmt aber im Gregorjus, 
armen Heinrich und Iwein bedeutend ab, speciell werden Verba 
der Bewegung zur blossen Umschreibung mit beginnen in den 
letzteren beiden gar nicht mehr verbunden, die unten bei gäben 
und schiuften angegebenen Stellen aus Iwein lassen alle die volle 
Bedeutung von beginnen zu. 

Der Gebrauch des Verbum steht demnach bei Hartmann in 
den Epen, namentlich im Erec, noch sehr nahe dem im Otfrid und 
Heliand. Auch dort ist mit Vorliebe eine Handlung in ihrem An- 
fange bezeichnet, was schon damals das Wort bis zur blossen Um- 
schreibung hat sinken lassen, die sich bei Otfrid wie bei Hartmann, 
nach den von Erdmann gegebenen Beispielen zu schliessen, gerade 
häufig bei Verben des Redens findet (bei redinön, bredigon, antwurten- 
itiwizon). Auch die Entlehnung des Inf. ist bei Otfrid schon die- 
selbe, indem nämlich bei beginnen die eigentlich dem fehlenden 
Inf. zukommende Construction steht. Cf. tuon p. 110. 114. 

1. Den Anfang einer Handlung im Gegensatze zum weiteren 
Verlauf bezeichnet beginnen nicht oft. 

E. 4403 nü begundens vehten. 
G. 2684 Sit wir begunden büwen hie. 
a. H. 16 nu beginnet er iu diuten ein rede. 
Iw. 93 der begunde sagen ein maere. 

1371 die begunden suochen anderstunt. 
7815 der ie von erste began büwen hie. 

2. Viel häufiger nähert sich beginnen einer Umschreibung des 

8* 



116 

Aorists, den Eintritt, das Auftauchen bezeichnend. Oft findet sich 
in gleichen Fällen daher die einfache Form. 

E. 3081 und begunde kroijieren (stiess den Kampfruf aus). 
G. 661 do begunde er siechen sä zehant (verfiel in Siechtum). 
3587 sich begunden über al die glokken selbe liuten und 
künden den liuten. 
Iw. 1360 er begunde bluoten anderstunt. 

1362 also begunden im bluoten sine wunden. 
7230 daz die meilen roten von bluote begunden. 
an sehen bekommt durch die Verbindung mit beginnen den 
Sinn von erblicken, zu Gesicht bekommen, ansichtig 
werden, sehen die von die Augen aufschlagen. 
E. 162 vil schiere begunder s'an sehen. 
5379 unz er se begunde sehen an, 
6599 er beo^unde mit den ousren sehen. 
8765 da, si begunden sehen. 

8835 als si wider sehen began und sich widere versan. 
Ebenso ist beginnen wachen gleich erwachen. 
G. 2CX) dö si begunde wachen (wo Bech aus dem von A über- 
lieferten begunden mit Unrecht erwachen vermutet). 

beginnen stän gleich treten E. 3725. 
Mit Verben von einer Zeit- oder Wettererscheinung. 
E. 221 nu begunde sigen der tac. 

4109 do begunde üf gen der tac. 
G. 1908 do es begunde tagen. 

Iw. 643 diu wölken begunden in den selben stunden von vier 
enden üf gän. 
672 und begunde lichten der tac. 
Mit Vorliebe aber in ihrem Entstehungsmomente als Aoriste 
hervorgehoben sind durch die Umschreibung mit beginnen die 
Verben, welche einen auftauchenden Gedanken oder eine sich auf- 
tuende Erkenntniss oder ein sich einstellendes Gefühl oder eine 
eintretende Sinnesänderung sowie deren Aeusserungen bezeichnen. 
E. 65 Erec do ahten began. a. H. 869. Iw. 2004. 
E. 930 unz daz Erec begunde denken dar an. 3023. a. H. 1010. 
E. 2646 nu begunde in bedunken daz. 

6177 nu begunde der gräve ahten und bi im betrahten. 

762 do begunde jenen triegen sin hochvertiger wän. 
6836 nu begunde sich Guivreiz verstau. 
7412 do begunde wol erscheinen des phaerdes güete. 9700. 
885 daz die zwene man muoden begunden. 2631. 
1311 ir spil begundens meren. 



117 

3667 nü begunde den gräven riuwen und gedähte. 4216. 
4638. Iw. 2011. 
E. 6536 daz der man vil aere zürnen began. 

7173 swes muot begunde gern ze jagen (auf den Wunsch 

verfiel). 
7823 und begunde in vaste beswaeren. Iw. 2251. E. 9214. 
9315. 9752. 3168. 3310. Iw. 4932. 
E. 2933 sin site er wandeln began. 2975. 5082. 8079. 
G. 583 daz er ze gote sinen muot wenden begunde. 205. 313. 
a. H. 894 daz gegihte begunde brechen die muoter von leide. 
Iw. 1731 do begunde in d6 an striten, daz — 4509. 
Wechsel mit den einfachen Formen ist z. B. E. 8836. Ver- 
gleiche zu E. 221, 4109, G. 1908, Iw. 643, 672: 
Iw. 627 swenner (der morgensterne) üf gät. 

5782 diu naht wart vinster unde kalt. 

5783 ez kom ein regen unde ein wint. 

E. 3473 vil schöne der tac üf gie. 6738 (p. 10). 
zu E. 162, 5379, 8765: ersehen E. 7821. 9002. 9931. Iw. 279. 6471. 
zu der zuletzt aufgeführten Gruppe: 

gedähte E. 3003. 9189. 9784. G. 3517; bedähte sich a. H. 1021; 
gemarhte Iw. 5663; trürte E. 8889; ahte Iw. 5664. 6540; truobte 
Iw. 7293; daz bes warte sinen sin E. 8398. — zu E. 3667, 4216, 
4638: a. H. 1012. — zu G. 3168, 3310, Iw. 4932: a. H. 1235. Iw. 
4740. 6407. — zu G. 200: a. H. 482. — zu Iw. 1360, 1362: E. 6522. — 
cf. auch a. H. 1002. 1006. 

Aeusserungen eines Gefühls enthaltende Infinitive. 
E. 62 daz begunde si vil tiure clagen. 851. 4478. 5871. 6586 
7005. 8081. G. 69. 3044. a.H. 358. Iw. 1348. 
E. 2992 des begunden vluochen, die an in wunden. 6073. 

7057 begunden si vil verre klagen und gote gröze gnade 

sagen. 
8441 der rede begunde er lachen. 

526 do begunden dem alten truoben diu ougen. 
6436 traehne begundes vellen. 
G. 58 alle begunden so gebaren, als — Iw. 4614. 
G. 261 nü begunde si da von siuften von herzen, — erzeict. 
287 er begunde sere weinen. 1121. a. H. 1013. Iw. 3391. 
G. 874 ze gote begunde er uigen, — huop — lobete. 
a. H. 1023 er begunde sagen in gröze gnäde. 
Iw. 1271 do begunden si vor zorne toben und got noch den tiuvel 
loben. 
2845 8U8 beginnt er trüren unde clagea unde sagen. 



118 

76B6 die rede begunder Iwein clagen und wart schaiuerot. 
(In Klagen, Tränen, Fluchen ausbrechen). Wechsel mit ein- 
fachen Formen z. B. G. 261. 874. Iw. 7636. Zu G. 287 etc. ver- 
gleiche G. 845. 

3. Indem das erste Moment einer Handlung gesondert aus ihrer 
einheitlichen Gesammtheit hervorgehoben wird, erhält die Vorstellung 
die Anleitung in der Zerlegung derselben in einzelne Momente fort- 
zufahren. Daher dient die Umschreibung mit beginnen, fa^t im 
Gegensatz zu der eben besprochenen und doch auf derselben Ur- 
sache beruhend, um Handlungen, welche nicht als abgeschlossene 
vorgestellt werden sollen, zu bezeichnen, insofern sie nämlich ent- 
weder in ihrem Verlauf geschildert werden (als aus mehreren Einzel- 
handlungen zusammengesetzt, als eifrig, sorgfältig etc. betrieben), 
oder insofern sie eine andere Handlung als begleitend oder vor- 
bereitend gedacht werden sollen. 

E. 22 ein maget begunde si üz wein. 
259 daz hüs er chiesen begunde. 
1485 Erec begunde schouwen sine juncvrouwen. ouch sach 

si vil dicke an ir man. 
2359 als er wolde riten und er von vroun Eniten do be 

gunde scheiden. 
3009 si begunde dise swaere vil wiplichen tragen. 
3499 ze vlize begunde er schouwen die bekumberten vrouwen. 
3641 urloubes begunden si dö gern, unz er sis muoste ge- 
wern. 
5026 Gäwein Erecken sümen began, swä er künde. 
5167 swenne si begunde ougen ir zouberlist. 
5730 als sich der halptote man zuo neigen began. 
8641 ze vlize begunde er sich bewarn. 
G. 230 — 233 der tievl ders schünde der luoder der begundes 
mere schünden, unz daz in mit den sünden lieben be- 
gunde. 
3120 nu begunde er in zevellen, daz si ez alle sähen an. 
3234 do si in suochen begunden. 

3558 nü giengen si mit gabelen und begunden sunder brechen 
daz unkrüt. 
a. H. 8 dar an begunde er suochen. 

246 nü vuor er heim und begunde geben sin erbe. 

252 er begunde bescheidenlichen sin armen vriunde riehen 

und tröste ouch vremde armen. 
1229 da begunde erz ane strichen. 
1238 nu begunde er suochen unde spehen. 



119 

1268 und begunde bözen an die want. 
1442 daz begunde er allez keren hin ze gote. 
Iw. 1251 so beginnent si iueh zwäre in manegen ende suochen. 
5199 nu begunder umbe schouwen und sach — 
6425 sus begunder suochende gän und sach — 
4. Bloss die einfache Form umschreibt beginnen, ohne Bedenken 
auch von Handlungen, die schon begonnen haben oder sogar als 
vollendet anzusehen sind, und selbst von momentanen, namentlich 
mit Verben des Sagens und der Bewegung. Es offenbart sich hierin 
wohl eine alte epische Ausdrucksweise, auch ist dieselbe nament- 
lich im Erec häufig, nächst dem im Iwein, armen Heinrich, am 
seltensten im Gregorjus. 

vrägen E. 446. 2765. 8194. 8776. und sich engesten 9712. G. 906. 
2781. a. H. 368. 483. Iw. 2083. 7614. — antwurten E. 7981. 8423. 

— jehen E. 450. 1073. 1292. 1741. 6182. 8069. 9879. — sagen 
E. 6174. 6833. 6984. 8691. G. 3146. Iw. 5769. — zeln E. 1402 
(und sprach). — wizzen län E. 8459. — rede drumbe hän Iw. 7278. 

— wehselmaere han Iw. 7377. — mit namen zeigen E. 1826 (bater 

— nande). — strafen und beruofen E. 2523 (er sprach), a. H. 550 
(si sprächen). — genäden E. 4905. — beclagen und twingen Iw. 
5626. — glichen E. 2814. — undersagen E. 3302. — verzien E. 1338. 

— biten Iw. 5093. 6008. 6918. 7898. — urloubes gern Iw. 3805. — 
raten E. 9825. Iw. 7324 (bäten), unde prisen a. H. 1462. — swern 
Iw. 5740. — vristen E. 3940. 4410 (dar bot). — pflegen Iw. 2188. 

— vergezzen G. 2765. — rechen E. 9249. — anden E. 9231 (und 
gap). — streben E. 4792. — smiden E. 6087. — neigen diu sper 
und ouch ir kraft erzeigen E. 6909 (liezen). — keren Iw. 3750. 
7282. — wenden daz res E. 806. den schilt E. 855 (sprang, gap, 
vaht), den kolben E. 5521. — striten G. 1958. — zoumen G. 1971. 

— vür setzen G. 2716. — sich wern G. 406. — nemen in die 
haut a. H. 1218. — heften Iw. 6757 (und warf). — gäben E. 159. 
2424. 3487. 6825. 3472. 9006. G. 780. 1979. 3051. Iw. 1073. 6472. 
7511. cf. p. 115. — gän E. 3952. — sich üf machen E. 4000 (er 
Seite). — sigen E. 5553. 9303. — vären E. 254. — riten E. 799. 
3600. — ilen E. 3062. — schiuften unde draben Iw. 5966. cf. p. 115. 

— vliehen unde wenken E. 6643. — vliegen E. 9079. — entslifen 
E. 9288. — entwichen G. 1933. — vellen E. 3397. — sich veUen 
6943 (entweite — sprang). — vallen 2611. 

Wechsel mit einfachen Formen findet sich E. 855. 1402. 1826. 
2523. 4000. 4410. 6909. 6943. 9231. 9712. a. H. 550. Iw. 6757. 
7324. — cf. G. 3143. E. 456. 

Durch einen Satz mit daz geschieht die Ergänzung nach be- 



120 

ginnen, wenn es wie ane vahien (s. o.) bedeutet anstellen, zu 
Wege bringen, zweimal im Erec. 

E. 1291 er hat es wol begunnen, daz er ze lobenne sol geschehen. 

7547 wie des wart begunnen, daz si (Troyä) was gewunnen. 
Durch ein substantivisches oder pronominales Object 
im Genitiv. 

E. 8341. Gr. 211. Iw. 7258. 7945. Der Genitiv des substantivum ac tionis 
ist es E 2252 wander vor der stunde turnierens nie begunde, was p. 14 nach 
Zeile 22 nachzutragen ist. 

Das neutrale Object bezieht sich auf einen Verbalbegriff. 

E. 5183. Gr. 1277. Iw. 6990. 
Diese concurrirenden Constructionen finden sich auch schon bei Otfrid 
(0. Erdmann I § 333), nur steht statt des Satzes mit daz ein paralleler. 



y. Der appositive Infinitiv 
nach Verben einer allgemeinen Art des Tuns. 

Mit dem Inf. finden sich von diesen Verben bei Hartmann nur 
helfen und pflegen. 

1. helfen, bei Otfrid nicht mit dem Inf. verbunden, bei Hart- 
mann stets nur in der Bedeutung mit jemandem gemeinsam 
etwas tun, nicht einem zu einer Handlung behilflich sein, 
cf. p. 101. 

E. 936 daz half im vaste striten. 

5748 nunc half ir niemen mere klagen. 5752. 
5865 ez müeste ir die swaere helfen weinen. G. 379. 
E. 6237 so hülfen wir iu alle klagen und iuwer swaere gliche 
tragen. 
8893 des helfent sinem wibe biten alle. 
9815 nü half in Erec trüric sin. 
G. 279 nü half der bruoder trüren siner swester. 

493 diu half in stein, ir vrouwen kumber heln. 
Iw. 2183 er künde ir helfen liegen und triegen. 
4174 wan die mirz hülfen wenden. 
7884 daz er da nach hülfe ringen. 

2. pflegen findet sich nur einmal mit dem Inf. 

E. 5765 wan daz siz phlegent enblanden ougen unde banden. 

3. Der Inf. mit ze nach kurtzen, den die ambraser Hand- 
schrift bietet und Bech beibehält, ist unmöglich: 

E 2135 da von ich iu kurtzen wil ze sagen von der wirtscliaft. 
Mit Haupt ist vielmehr die Verbesserung . von Müller 
anzunehmen : da von ich iu kurze wil gesagen, Cf. Haupt 
zu E. 6201. 



121 

Die Ergänzung geschieht durch einen Satz, einen paratac- 
tischen bei 

1. twelen. 

E. 6942 si entweite keine wile, si sprang üz dem zile, gleiche Subj. Iw. 
3469. 7511. nicht imperativische Formen mit und 4359. mit 
wan 6765. 

2. eren. 

E. 3630 daz si in da mite erten und üf sin hüs kerten und daz si wolden 

da besrtän. 
Gr. 3337 80 eret got und get von mir. Iw. 4553 (auch Imperative mit 

und). 

durch einen mit daz bei 

1. helfen, in dem Sinne von beitragen dazu, dass jemand etwas tue. 

Iw. 7879 ezn hülfe niemannes list, daz er vüere weder her ode hin. 
Gr. 1450 nü helfet mir, daz ich die ritterliche gir mit werken müeze be- 
gän (so F. ßech, H. Paul aber daz diu — gir — fnüeze volgdn). 
Sonst giebt der Satz nur die factische Folge an. 
E. 4583 nü half er vrowen Eniten, daz si üf ir phaert gesaz, Subj. 

gleich dem Dat. 4877. 
G. 979 daz kint hülfen starke die sine zwo marke, daz man sin deste 
baz phlac. 

2. beherten. 

E. 9553 hie beherte ich wol mite, daz ich iuwer müge beliben. 

3. gevrumen diu maere, gleiche Subj., Iw. 5516. 

4. staete beliben, dar an, ebenso, G. 1219. 

5. sich wenen, ebenso, Iw. 3341. 

6. verdulden und versitzen, verschied. Subj., Iw. 3199. 

7. vristen einem, das Subj. des Nebensatzes gleich dem Dat., Iw. 6731. 

8. geren. 

E. 138 daz mich got so geret, daz er min heil meret. 

3526 daz min herre da mite si geret, daz ir üf sin hüs keret und 
geruot. 
Iw. 2561 do in got so gerte, daz erm solte gelten, Subj. gleich dem Acc, 
5355. 

9. die ere einem bieten, gleiche Subj., Iw. 751. 

10. geniezen, es, ebenso, G. 2776. Iw. 1694. 

11. gedienen, verschied. Subj., E. 5937. 

12. verdienen, daz, ebenso, Iw. 5520. 

13. koufen, daz, ebenso, G. 3346. 

14. ze Wandel geben, daz, gleiche Subj., Iw. 7556. 

15. die gnade begän, ebenso, E. 4464. 

16. die unzuht begän, ebenso, E. 1043. 

17. die übele begän, ebenso, G. 3073. ^ 

18. der tugende walten, ebenso, E. 2958. 

19. der törheit walten, ebenso, G. 2618. 

durch einen im blossen Conjunctiv mit Negation nach negirtem 
Verbum bei 

1. gewenken, es, verschied. Subj., E. 9521. 

2. sich BÜmen, gleiche Subj., Iw. 6655. 



122 

3. einen sumen, ebenso, Iw. 6173. 

durch einen Fragesatz bei 

suochen, ebenso, a. H. 9. 

durch einen conditionalen Relativsatz bei 

engelten, es, ebenso, Iw. 7156. 

durch einen Conditionalsatz bei 

geniezen län, das Subj. des Nebensatzes gleich dem Acc, Iw. 5104. 

Durch ein Object geschieht die Ergänzung, ein nominales bei 

1. pflegen, in der Bedeutung habe als etwas mir untergebenes, treibe 
als ein Geschäft E. 3. 286. 5097. 8134. 9620. G. 407. 2127. 2876. Iw. 52. 
494. (863). 935. 1661. 2571. 3515. 3529. 4018. 4741. 4816. 4957. 5079. 5778. 5804 
6578. 7196. Der Genitiv des nomen actionis ist es Iw. 3043. 25 cf. p. 14. ein 
allgemeines es Iw. .5.344. 

in der Bedeutung habe in Obhut 

E. 1461. 2499. 5838. G. 95. 3195. a. H 1456. Iw. 1739. 1782. 2188. 2196. 
5014. 5159. 5226. 5536. 5854. 6423. 6719. 6846. 7776. 

2. wenen E. 2966. 

3. engelten Iw. 2562. 

durch einen substantivirten Inf. bei 
verdienen, sin loben E. 2824. 

Ein neutrales Object bezieht sich auf einen Verbalbegriff bei 

1. pflegen. 

E. 664 da si messe vernamen. des phlegent se aller meiste. 
Iw. 7002 daz er getar unde kan baz vehten danne ein küener degen, der 
es niht hat gepflegen. 

2. behalten einem, daz, das Subj. wäre gleich dem Dat., Iw. 7402. 

3. twelen, des, gleiche Subj., G. 3752. 

4. sümen, es, gleiche Subj., E. 2789. ez sümet sich 8796. 

5. verworken einem, daz, Subj. gleich dem Dat., a. H. 408. 

6. versuochen, ez, gleiche Subj., E. 2841. 8509. praegnantes ez G. 1850. 
ez wirt versuochet E. 6849. 

7. garnen, ez, ebenso, E. 1045. 

8. koufen, daz, ebenso, a. H. 666. 

9. vristen, daz, ez, passiv G. 530, verschied. Subj. E. 6068. 

Zu entlehnen ist der Verbalbegriff bei 

1. helfen. 

E. 9390 ir ietwederre enbant des andern wäfenriemen. wand in half 

ander niemen. 
G. 3138 er vie sich in daz här. ich het geholfen im. 

2. pflegen. 

E. 2405 nü lebte disiu ritterschaft mit gewonlicher vröuden kraft, als 
man zu turneien «phlac. 
Iw. 1120 done mohter als er e pflac niht vürebaz gejagen. 
7358 si täten als er ie pflac. 
8. gewon sin, gleiche Subj., G. 2611. 
4. ist eines gewonheit, Subj. gleich dem Gen., G. 2148. 

Ellipse eines Verbum der Bewegung findet sich bei 
helfen. 



123 

E. 6860 daz er dem eilenden man üz dem lande hülfe dan. 

9387 nü half erm üf bi der hant. 
G. 1913 der half im vür die stat. 

2835 ich hilfe dir üf den stein. 
Absolut steht 

1. helfen E. 943. 6958 (die Sätze mit daz sind hier Subjecte). 

2. sümen E. 583. a. H. 930. 

ö. Der appositive Infinitiv 
nach Verben der sinnlichen Wahrnehmung eines Tuns. 
Hier ist die Verbindung des appositiven Inf. mit dem (logisch) 
regirenden Worte, die ja beim appositiven Inf. überhaupt keine 
grammatische mehr sein kann, am losesten, denn zu allen diesen 
Verben tritt ein unmittelbar mit ihnen zu verbindendes Object oder 
muss doch eines hinzugedacht werden und damit ist das Verbum 
schon bis zur Verständlichkeit ziemlich ergänzt, der Inf. tritt gleich- 
sam erst noch nachträglich, nicht durchaus nötig zu weiterer Ver- 
vollkommenung des Gedankens appositiv hinzu. Es trifft also hier 
wieder der Inf. mit einem Acc. zusammen, hier als appositiver, 
bei den Verben des Antreibens und Erlaubens als finaler cf. p. 52 (F. 
1. sehen (A. Koehler p. 440. A. Denecke p. 30. O. Erdmann 
I § 341. R. Steig p. 481). 

A. Das Object, auf welches die Tätigkeit des Inf. zugleich 
logisch bezogen w-ird, ist ausgedrückt. 
E. 8 ^ daz si zuo riten sähen einen ritter. 3625. 4321. 

29 da 81 daz getwerc riten sach. 3193. 3319. 8066. 9009. 
680 nü sähen si dort zuo gän Erecken. 
761 dö sach man schenke! vliegen. 
833 dö sach man si vehten. 
2041 man gesach nie vederspil so manegen schoenen vluc 

getuon. 
2044 den antvogel sähens vor in üf stän. 
2554 si sähen die gesellen viere gäben. 1158. 
2599 6 er die sine zuo sach varn. 
2628 man sach in manliche leben. 
2643 wände er die sine sach entwichen. 
4805 die mich wider in sehent gän. 
5841 der si deheinez komen sach. 
8129 er sach über den wec varn die iuwelen sam den 

müsarn. 
8235 wan raans ouch selten lachen sach. 
9003 nu ersach er da disen gast vor der vrouwen stän. 
9846 80 saehers ungerne alten. 



124 

9932 als ei der künec ersach liden. 3759. 
9039 zwiu sihe ich iuch gewäfent sin. 
G. 61 als er diu kint weinen sach. 2231. 

1367 so man dich danne gesiht umbehendeclichen riten. 
1680 do die burgaere sähen daz schef dort zuo gähen. 
1931 als in Gregorjus komen sach. 
2210 dö ich in sach dar in gän. 3246. 

2215 ich sach in grozen ungemach begän. 

2216 unde sach in vor im hän ein dinc. 
2224 ich gesach ouch nieman mere weinen. 

2280 da ich in da stende sach klagen (doch cf. p. 29. klagen 
schreibt mit A Lachmann und Bech, klagende H. Paul). 
2727 do in der vischaere die kranken spise ezzen sach. 
3145 do si in so tiure sähen klagen. 
G. 3175 nü sähen im die grisen diu ougen über wallen, die 
heizen zaeher vallen. 
Iw. 287 als er mich von verre zuo ime sach riten. 3604. 3704. 
3788. 4947. 8021. 
312 vil schiere sach ich komen eine juncvrowen. 4825. 

4991. 
407 da gesach ich eine swaere ougenweide, al der tiere 

hande vehten unde ringen. 7626. 
473 zehant sach ich in üf stän unde nähen zuo mir 

gän. 1152. 
1453 nü saher die vrouwen liden not. 
1701 dö er si vür sich gen sach. 1747. 4374. 5592. 
3403 den ich so swahe sihe lehn. 

3718 do si den gast sähen zuo den vinden gäben. 7732. 
4593 dö in der riter zürnen sach. 
4691 die in sit hangen sähen. 
5287 ich siehe iuch ein geverten hän. 
5301 er müese ouch sä die junevrouwen brinnen sehn. 
5380 man sach die ringe risen. 6727. 
5529 swer iuch üz mime lande also wunden siht varn. 
6161 mües ich iuch danne sehn her wider üz keren. 
6191 dar in er sach wurken wol driu hundert wip. 
7012 man sach si dort zesamne komen und vientiiche gebären. 
7513. 6689. 
B. Das Object, auf welches gleichwohl die Tätigkeit des In- 
finitivs bezogen wird, ist als selbstverständlich weggelassen (O. Erd- 
mann I § 341). 



125 

E. 3360 8ol ich den slahen sehen. 
Iw. 1305 er sach zuo im gebäret tragen den wirt. 
4623 die si da vüeren sähen. 
Die hier stehnden Accusative sind Objecte zu den Inf. Mehr- 
mals wird sehen bei geistigen Erfahrungen gebraucht, um diese, 
den Eindruck zu erhöhen, gleichsam sinnlich plastisch vorzuführen. 
E. 3174 e ich in sihe verderben. 

3854 da von ich dicke hän gesehen wiben michel leit ge- 
schehen. 
a. JB. 563 ö ich in sihe verderben. 

866 do si daz kint so sähen zuo dem tode gäben. 
Iw. 3486 so gerne sach si in genesn. 

7645 daz man ir ietwedern sach des andern pris meren. 
Am losesten an das finite Verbum geknüpft ist der Inf., wenn 
es der des verbum substantivum oder eines dem ähnlichen ist 
(sitzen, ligen, stän, gän , geschehen, halten, sweben); diese er- 
scheinen, je allgemeiner sie sind, um so weniger erforderlich. Sie 
haben im Wesentlichen nur die Bedeutung einer sinnlicheren Fassbar- 
keit. Ist dagegen eine auf das Object bezügliche Ortsangabe vor- 
handen, so sind diese Inf. streng genommen nötig, um jene beiden 
mit einander zu verbinden, da adverbielle Bestimmungen sich nicht 
unmittelbar an ein Substantivum anschliessen können. Wir lassen 
sie häufig weg und beziehen logisch jene sofort auf dieses, flart- 
mann läsat in gleichem Falle jene Inf. nur sehr selten weg, für 
Erec vermag ich kein Beispiel zu nennen, für armen Heinrich nur 
eines, für Iwein höchstens drei, dagegen für Gregorjus fünf, 
sitzen steht 
E. 273 do sach er sitzen da einen man. 

1733 wan si nie me gesach sitzen ensamt so manegen helt. 
8220 hie sähens inne sitzen den wünsch von den wiben. 
8925 hie under er gesitzen sach ein wip. 
8957 dö er si da sach sitzen. 

9699 als si vrou Enite gesach dort sitzen weinen. 
Iw. 418 do gesach ich sitzen einen man. 

4535 daz er die von der tavelrunde umbe den künec 
sitzen sach. 
Ohne Ortsadverb E. 1709. Iw. 5193. 
ligen. 

E. 3296 sl vor ir ligen sach vünf roubaere. 
G. 789 daz si darinne sähen ligen daz wenige vaz. 
859 do sach er ligen dar inne seltsaene gewinne. 



126 

Iw. 2590 dö er in vor im ligen sach. 

3585 als er diu vrischen cleider einhalp bi im ligen sach. 
Ohne Ortsadverb Iw. 3467. 
stän. 
E. 6625 man sach da niemen hoher stän. 

7085 nü sähen si dri buochen stän. 

7819 ein burc si sähen vor in stän. 

8060 die stat, die'r drunder sach stän. 

8901 nü sach er vor im dort eine pavilüne stän. 

9003 nu ersach er da disen gast vor der vrouwen stän. 
G. 2174 ich sach in hiute stän. 
a. H. 1215 nü ersach diu guote maget einen hohen tisch da stän. 

1506 die ir hie sehent bi mir stän. 
Iw. 716 wie sihe ich minen walt stän! 

1241 daz ir si seht bi iu stän unde dronde umbe iuch gän. 

4977 sin ros saher bi im stän. 

6187 nü saher inrehalp dem tor ein witez wercgadem stän. 

6426 er sach ein schöne palas stän. 

6689 als si den grözen leun bi sinem herren sähen stän und 
die erde kratzen. 

6704 ich sihe in gerne bi mir stän. 
gän. 

E. 8750 man sach ein wölken drumbe gän. 
geschehen. 

a. H. 102 des muge wir an der kerzen sehen ein wärez bilde 
geschehen, 
halten. 

E. 6897 er sach in halten in dem wec. 
Iw. 2558 dö er jenen halden sach. 
Sweben. 

E. 7652 die sach man ouch dar inne sweben. 
Diese vermittelnden Inf. fehlen. 
(E. 7821 als si (die burc) Guivreiz ersach. Ohne Ortsadverb). 
G. 253 also der junge solhe wandelunge an siner swester 
gesach. 
942 da er den abbet sach bi sinen bruodern. 
3052 da si daz gebirge sähen. 

3167 dö si daz gröze riuwen gesähen an dem armen., 
3430 diu (banden) ir hie sehent umb miniu bein. 
a. H. 121 dö man die zuht gesach an sinem libe. 
(Iw. 279 unz ich eine burc ersach). 



127 

5219 da er si sach. 
5577 da er eine burc sach. 
Hierher gehören natürlich nicht die Fälle, in denen eine Orts- 
bestimmung zu sehen selbst gehört, z. B. Iw. 7952 do er si sach 
von verre. 

In einem andern Falle dagegen fehlt der Inf. sin immer ausser 
E. 9039 cf p. 124, nämlich wenn die Ergänzung bestehn müsste 
aus ihm und einem prädicativen Adjectivum oder Participium. 
E. 8315 daz man si e hete gesehen vröuden var. 
8845 daz ir mich saehent bluotvar. 

9270 und gesach im itel die hant und daz swert zebrochen 
9473 wände si min ouge ersach s6 edel und so wünneclich. 
G. 3307 als in die baten gesehen des libes also armen, 
a. H. 1241 er ersach si nacket unde gebunden. 
1251 nu er si alse schoene sach. 
Iw. 1314 wand si muose töten sehn ein den liebesten man. 
1876 daz man si also dicke siht in wankelm gemüete. 
5415 daz er den lewen wunden sach. 
6296 da man vil wibe ensament siht. 
6762 swä er in blozen sach. 
An Stelle des Adjecdvs tritt ein Participium, des Präsens 
E. 801 da er si weinende sach. G. 2279 cf. p. 29. 124. 
Iw. 4269 sit daz ich minen herren lebende gesehen hän. 
des Perfects 

G. 3096 wand er si wol beraten sach. 
a. H. 1281 da er die maget gebunden sach. 

In diesen Fällen die Construction als aus dem Verschweigen 
des Inf. sin entstanden zu erklären legt die Analogie mit den Ad- 
jectiven nahe. 

2. hören (A. Koehler p. 441. A. Denecke p. 30. O. Erd- 
mann I § 341. R. Steig p. 480). 

A. Das Object, auf das die im Inf. ausgedrückte Tätigkeit be- 
zogen wird, ist gesetzt. 

E. 575 ir armuot hoere ich iuch clagen. 3042 Iw. 5426. 
E. 4138 nü hörte si si zuo varn. 

5297 dö hörter eine stimme wuofen, ein wip nach helfe ruofen. 
5459 ich hörte in ruofen verre. Iw. 4952. 
E. 6140 dö gehörte er daz wip mit wuofe quelen ir lip. 
6878 ich hoere riten ein michel her. 
7298 des hörte ich im den meister jehen. 7892. 
7753 guote goltklenken die hört man verre klingen. 
G. 1195 nu erhörte er st dar inne schelten äne mäze. 



128 

2252 als ich dich da hoere jehen. a. H. 1324. Iw. 800. 6887. 
a. H. 635 dan ich dich hoere sprechen. 

853 ja horte ich dich clagen unde sprechen e. 
. Iw. 5202 die horter gebären harte claegelichen. 

B. Das Object, auf welches gleichwohl die Tätigkeit d< s im 
Inf. stehnden Verbum bezogen wird, ist als selbstverständlich weg- 
gelassen (E. Steig p. 336). 

E. 7267 als ir e wol hortent sagen. 8744. 9745. G. 3124. Iw. 
548. 4272. 7743. 
a. H. 23 swer si hoere sagen oder lese (A lesen). 

830 ich hörte ie daz sprechen (vergleiche a. H. 1324 o. und 
Grimm, Gram. IV p. 161). 
5797 dö hörte si ein hörn blasen von verre (oder ist blasen 
intransitiv und hörn Object zu hören?). 
3. vi n den. Bei Otfrid nie, bei den ahd. Übersetzern einmal, 
im Andd. 6 Mal. A. Denecke p. 36. R. Steig p. 482. Zu ganz 
anderem Zwecke war der präpositionale Inf. gesetzt p. 80. Die 
Inf. sind hier durchweg von Verben der Ruhe oder von Modi- 
ficationen eines Seins. Ihre Verbindung ist daher wie in dem ent- 
sprechenden Falle von sehen eine sehr lose, eine Ortsbestimmung 
steht meist dabei. 

E. 1613 da si den künec vant sitzen. 

8485 so vindet er si (die porte) oifen stän. 
G. 203 ir munt unde ir wangen vant si im so gelime ligen. 
783 in der widerreise vundens üf der vreise sweben des 
kindes barke. 
Iw. 629 dö ich daz becke hangen vant. 
884 da er si sament sitzen vant. 

982 er vant den griulichen mau üf jeneme gevilde sten bi 
sinem wilde. 
2530 daz becke, der da hangen vant. 
Der Inf. dieser Verben (sin, gän, stän, sitzen, sweben, hangen) 
fehlt ganz wie bei sehen, nur verhältnissmässig ungleich häufiger, 
wenn er mit dem Object von vinden verbinden sollte 
1. eine Ortsbestimmung. 

E. 3723 ob dem tische er si vant. 1075. 2883. 9464. 
G. 1471 den man da bi im vant. 
1758 da er si an ir gebete vant. 
2303 da si die tavel vant. 
a. H. 324 daz man si selten iender vant wan under ir herren 
vuoze. 
Iw. 5580 er vant — einen knappen da vor. 



129 

5660 ich vinde ouch kempfen da ze hüs. 
5674 do vant si die alten da. 

8025 da si an ir gebete ir vrouwen alters eine vant. 
Nicht hierher gehören natürlich die Fälle, in denen die Orts- 
bestimmung zu vinden selbst gehört, z. B. E. 3787. 5291. 7624. 
8529. 8537. Iw. 603. 7829. Auch Iw. 5660 könnte man ze hüse 
mit vinden verbinden. 

2. ein prädicatives Adjectiv oder ein ein solches vertretendes 
qualitatives Adverb oder einen präpositionalen Ausdruck. 
E. 10100 des vant ern schone gesunden. 
G. 2375 sus vant er si totvar. 

3248 sus vunden si den gotes trüt. 
3563 wände er sine tavel vant als niuwe. 
1802 nü vant man ritterschaft vor der stat ze orse oder ze 
vuoze. 
Iw. 928 den stic, den Kälogreant so engen und so ruhen vant. 
1171 michn vindet niemen äne wer. 
1834 do er in do toten vant und iuch in seiher swaere. 
3627 da hän ich mich hie vunden des libes ungesunden. 
5915 daz ir in gesunden vindet. 2201. 
Gr. 1860 (vindet er ein glichez spil) ist das Adjectivum attributiv 
mit dem Object verbunden. Dann fehlt natürlich kein 
Inf. mehr. Ebensowenig Iw. 600. 
Ein Particip steht an Stelle des Adjectivum, des Präsens 
E. 2522 die er ligende noch vant. 
G. 3189 daz wir in lebenden vinden. 
a. H. 1240 unze daz er durch die want ein loch gände vant. 
Iw. 283 den ich da stende vant, einen müzerhabech üf der 
hant. 
3438 diu in noch släfende vant. 

3459 daz si in in dem walde dannoch släfende vant. 
3897 da er ein rech stende vant. 

4684 der in da hangende vant niht anders wan als einen 
diep. 
des Perfects (R. Steig p. 483) 

G. 880 daz kindelin si vunden mit phelle bewunden. 
1156 der wart vunden in ein vaz gebunden. 
1571 die er vil wol beraten mit sidiner waete vant. 
a. H. 17 ein rede die er geschriben vant. 

1199 in einer kemenäten, die er vil wol beraten mit siner 
arzenie vant. 

S. V. Monsterbeig - Münckenan, Der lufinitiv iu d. Epen Hartmauus tou Aue. 9 



^130 _ 

Iw. 1261 die vunden da vor daz ros halbez abe geschlagen. 
5579 er vant beslozzen daz tor. 

4. schouwen. 

Dies Verbum hat nur einmal den Inf. bei sich. 

E. 7165 swenne er moht schouwen loufen die hunde. 

5. vernemen. 

Ebenso, das allgemeine Object (die Hute) ist ausgelassen. 

E. 2827 do vrowe Enite vernam so groze tugent zellen Erecke. 

6. erkennen (0. Erdmann 1 § 341). 

In drei Fällen tritt zum Object eine prädicative Bestimmvmg. 
Der beide verbindende Inf. sin aber fehlt wie bei sehen und vinden. 

E. 8048 Guivreiz erkande in wol also gemuot. 
a. H. 1115 sine erkante sich vil staete. 

1390 die er erkande der saelden und der güete. 

Dies letzte Beispiel übersetzt Grimm quos cognoverat esse ejus 
honitatis. 

Obwohl demnach der Inf. bei diesen Verben, namentlich bei 
sehen, hören und auch vinden, sehr gebräuchlich geworden war, 
laufen doch auch hier concurrirende Satzconstructionen nebenher. 

Paratactische. 

Das Subj. des Nebensatzes ist ein neues, nur E. 3195 gleich dem Acc. 
bei sehn. 

1. sehen, nur einmal, neben einem Infinitiv. 

E. 3195 ich sihe dort riten einen man. er vüeret eine vrouwen. 

2. war nemen, nur U. 3388. 3730. Auch 

3. einem ist niht tougen wird man hierher stellen dürfen G. 3343 gote ist 
daz niht tougen, min vleisch ist so unreine. 

Mit daz. 

Das Subject des Nebensatzes ist nirgend gleich dem des regireiiden; 
G. 2305, 3689 gleich dessen Object, Gr. 3663, Iw. 377 durch von bei ihm an- 
gedeutet. 

1. sehen, in sinnlicher Bedeutung. 

E. 53 daz sach diu künegin unde Erec, daz ez si mit der geisel sluoc. 

268. 4721. 5061. 
G-. 1705 nü sähens, daz er waere vil harte lobebaere. 

2147 unz si rehte gesach sinen ungemach. und daz er an der tavel las. 
a. H. 1419 do si häten gesehen, daz si gesunt wären. 
Iw. 4035 ich sihe wol, daz ir stet unde ritet unde get. 
in übertragener. 

E. 3127 si sach an ir gebaerden, daz si roubaere wären. 
5870 also si ersach, daz ir ze sterben niene geschach. 
G. 1473 er sach wol, daz im waere gäch. 1562. 3574. 3694. 
a, H. 386 du saehe wol, daz offen stuont min tor. 1292. 
Iw. 6309 ich sihe wol, daz iu we tuot diu schäme. 6930. 8099. 

2. hören Iw. 1000. 8099. 



131 

3. verneinen E. 2890. G. 3663 (von dem habest, daz er — ). a. H. 1181. Iw. 377 
(von dem, daz er — ). 

4. erkennen. 

G. 3689 do erkande er si zestunt, daz si sin maoter waere. 2305. E. 3007. 
a. H. 596. 

5. schouwen E. 653. 

Ein negirter Conjunctiv nach negativem Verbum bei sehen. 
E. 2723 daz nimmer dehein man gesach, ern schine da ie in dem worte 
Ein abhängiger Fragesatz. 

1. schouwen E. 8324. 

2. sehen E. 5790 nü sich wie tniric ich stän. 

6815 nü seht hie, wä ein garzün entran. 

3. vernemen E. 1145. 4009. 

Ein Relativsatz einmal nach sehen. 

E. 2447 menneclich diu ros sach, da si da liefen hin und her. 
Oder die Ergänzung liegt in einem Object. 

1. sehen a. H. 1266. 1285 (des kindes tot = daz kint sterben). 

2. hören Iw. 4528 (maere). Ein substantivirter Inf. ist es Iw. 98 (sin sagen = in 
sagen). E. 8687 (untrostes gnuoc und ir stille liezen). 

3. vernemen E. 5301 (daz ruofen). G. 2886 (sin rüefen). E. 3049 (maere). G. 1197 
(itwiz). Iw. 2171 (rede). 2206 (maere). 4539 (milte, vrümekheit). 5508 (niht). 
5922 (maere). 8028 (maere). 

Ein neutrales Object bezieht sich auf einen Verbalbegriff. 

1. sehen, daz, ez, ditz E. 52. 64. 113. 5428. 

2. vernemen, ez, daz, ditz Iw. 245. 904. 2092. 6108. Bei diesem Verbum 
finden sich auch einige Fälle, in denen der Verbalbegriff zu entlehnen ist: 
Iw. 607. 1113. 4548. 7728. 



Bei Substantiven den erklärenden Inf. zu setzen hiatte Hart- 
mann öfter Gelegenheit. Er tut es aber nicht. An seiner Stelle 
erscheinen durchaus noch unangegriffen Sätze mit daz, und zwar 
sowohl wenn kein neues Subject zu bezeichnen war, wo im Nhd. 
der Inf. möglich ist, als auch wenn dies nötig wird, wo auch nhd. 
der Inf. nicht ausreichen würde. Das erstere ist z. B. der Fall 
E. 599 nach dem wäne, daz ichz im lihen solde. Iw. 6673. 
2504 nü dühte si diu gnendekeit lobelich unde gröz, daz er 

tne wäfen blöz ze velde kam. 
6775 diu swaere spaehe und diu vremde wache, daz er si 

mit gruoze meit. 
6809 ez huop mich allez ringe wider dem dinge, daz ich 
iuch muoste miden. 
G. 3055 der zwivel tet in harte we, daz si niht wizzen künden. 



132 

a. H. 178 d^ vant er niht wan den untrost, daz er niemer würde 
erlost. 
Iw. 8108 und daz er in der buoze lebe, daz erz niemer me g( tuo. 



Hiermit haben wir den Infinitiv bis zu der Grenzlinie begk itet, 
bis zu welcher im Allgemeinen er auf dem Wege seiner Entwicklung 
vom obliquen Casus zur Verbalkategorie, soweit diese der nega- 
tiven Ursache der Aufgabe seiner casuellen Natur verdankt wird, 
bei Hartmann gelangt ist. Im Grossen und Ganzen betrachtet, 
steht sein Gebrauch im appositiven von seinem Ursprung bei diesem 
Schriftsteller am entferntesten, d. h. in dem, in welchem er ledig- 
lich den WortbegrifF wenn auch nicht mehr in grammatischer, so doch 
in logischer Abhängigkeit neben Verben zeigt. Aber auch hier ist 
wie bei jedem organisch Werdenden der Entwicklungsgang kein 
solcher, dessen letzte Phase gleichsam mit einer geraden Linie scharf 
abschneidend gedacht werden kann. Wie Reste älterer Stufen, so 
finden sich auch Ansätze folgender. Zwei vereinzelte Erschei- 
nungen wenigstens greifen über die von Hartmann im Allgemeinen 
eingehaltenen Grenzen hinaus. 

Die ganze Entwicklung des Inf. bis hierher ging im Schutze 
von Verben, bisweilen Adjectiven vor sich. Nach ihnen hatte er 
als obliquer Casus in grammatischer Abhängigkeit seinen ursprüng- 
lichen Stand, der Verbindung mit ihnen dankte er seine häufige 
Verwendung, vermöge deren er, während seine Geschwistercasus 
zurücktraten, sich eine bevorzugte Stelle als besondere Kategorie 
erwarb, in welcher er seine Verwandtschaft so lange verleugnete, 
sie waren es wohl, die ihn zuerst veranlassten sich seiner casuellen 
Beziehungen zu entäussern, und durch ihre Vermittelung bildete er 
sich zu einem grammatisch unabhängigen Begriflf aus, der eine 
wunderbare Mittelstellung zwischen dem Nomen und Verbum ein- 
nimt, aus der heraus er einerseits der w^eitgehndsten Entwicklung 
als Verbum fähig ist, während er andererseits schon eine grosse 
Aehnlichkeit mit dem verrät, was wir uns unter dem beziehungs- 
losen Casus des alten nomen actionis d. h. dem Nominativ des- 
selben zu denken haben. Seine Entwicklung nach der verbalen 
Seite zu wird der nächste Abschnitt behandeln. Als Nomen, sei 
es als Nominativ, sei es als Accusativ, fungirt es bei Hartmann 
noch nicht (cf. p. 7. 11). Hieran hindert ihn ein wesentlicher Um- 
stand, der scheident zwischen seinem letzten Entwicklungszustand 



bei Hartmann und der Fähigkeit als Nominativ zu fungiren steht, 
was dann weiter der Grund sein mag, dass er auch nicht als Ac- 
cusativ vorkommt, zu dem der natürlichste Weg über jenen führt. 
Er haftet ihm noch von seinem Ursprung an und hat ihn während 
des ganzen bisher verfolgten Laufes seiner Entwicklung nicht ver- 
lassen, das ist seine Abhängigkeit von Verben, teils auch von Adjec- 
tiven, wenn sie auch nach den ersteren zuletzt nur noch eine logische 
war. Die Stellung des Infinitivs nach diesen beiden Wortklassen 
war bedingt ursprünglich (nach den in den 1. und 2. Teil gehörenden 
Verbindungen) durch die Natur des Infinitivs als eines bestimmten 
obliquen Casus, wohl des Dativs, im weiteren Verlaufe (Teil 3) 
durch seine historische Entwicklung. Im ersteren Falle war er 
aber auch durch eben diese Natur beschränkt auf die Abhängigkeit 
von Verben im 1. Teile, auf die von Verben und Adjectiven im 2. 
Im 3. Teile dagegen war das, was ihn auf die Abhängigkeit 
von Verben beschränkte, lediglich der überlieferte Sprachgebrauch, 
der ihn nur in Verbindungen zu sehen gewohnt war, die eine un- 
mittelbare oder mittelbare Folge davon waren, dass er ursprünglich 
ein bestimmter obliquer Casus gewesen war. Einen Verstoss nun 
gegen diese auf historischer Entwicklung beruhende Beschränkung 
führt ersichtlich die Sprache, wenn sie den Inf. von einer Wort- 
klasse abhängen lässt, nach welcher er weder seiner ursprünglichen 
Natur noch dem bisher innegehaltenen Sprachgebrauch nach stehnkann. 
Diesen Befreiungsversuch macht die Sprache in ihrer Ver- 
bindung des Inf. mit der Präposition durch. Cf. p. 13. 30, wo das 
Citat E. 9312 zu streichen ist. Es ist hier der einzige Fall, in 
dem man genötigt ist im Inf. den Accusativ zu sehen. Aber diese 
Verbindung ist erst mhd. und mnl., es kann also wohl nicht davon, 
die Rede sein, dass wir hier den Accusativ des ursprünglichen 
nomen actionis zu den im I. Hauptteile besprochenen Genitiven 
und Dativen haben. Andrerseits aber ist es schwer zu glauben, 
dass es der verbale Inf. in der Rolle eines Accusativs sei, bis zu 
der ja seine Entwicklung nicht einmal nach Verben, nach denen 
sie doch am ehesten in diesem weiteren Stadium erscheinen müsste 
bei Hartmann gediehen ist. Es muss also der völlig casuslos ge- 
wordene Inf. sein, der blos den Wortbegriff giebt und daher schliess- 
lich als jeder beliebige Casus gelten kann. Und zwar hört er zu- 
nächst noch nicht auf die Spuren seines obliquen Charakters an 
sich zu tragen, sondern der Fortschritt zur grösseren Freiheit besteht 
nur darin, dass der Inf. bisher unmittelbar als ein bestimmter 
obliquer Casus gesetzt war oder in weiterer Folge dieser Natur, 
jetzt aber als ein obliquer Casus überhaupt steht. 



134 

E. 6780 ez was durch versuochen getan. 

9101 si riten von ein ander dan durch justieren mere. 
G. 1839 daz er eine dicke reit durch justieren vür daz tor. 
Iw. 3822 die man im durch beliben tete. 

4294 do ich dar kom durch clagen. 

6265 daz ist durch vrägen getan. 

7736 da vloch man unde wip durch behalten den lip. 
Doch war das, um das hierdurch die Entwicklung des Inf. 
gefördert wurde, nicht bedeutend. Ganz musste die Losreissung 
von der Gewohnheit, im Inf. eine stets abhängige Kategorie zu 
sehen, erfolgen, ehe er fähig werden konnte für die Freiheit des 
absoluten Casus, des Nominativs. Dies letzte Ziel zunächst nun 
hat er bei flartmann , wie gesagt, noch nicht erreicht, aber um 
eine weitere Station gleichsam nähert er sich ihm noch in einer 
allerdings vereinzelten kühnen Wendung und erlangt damit seinen 
äussersten Entwicklungspunkt in diesem Bildungsprozess bei Hart- 
mann überhaupt; zweimal, im armen Heinrich und im Iwein, er- 
scheint der Inf. in voller Freiheit von jeglichem andern Worte, in- 
dem er den abstracten VerbalbegrifF absolut bezeichnet, aber — und 
hier zwischen diesen beiden einander so nahe liegenden Stufen geht 
die äusserste diese Entwicklungsreihe des Inf. bei Hartmann end- 
gültig abschliessende Grenzlinie hindurch, über welche hinaus nicht 
ein Beispiel fällt — ohne dass er als Nominativ gedacht wäre. Es 
sind dies die beiden bereits p. 98 citirten Stellen a. H. 1420 und 
Iw. 2252. 

In einem ganz andern Sinne lässt sich hier von einem freien 
Gebrauche des Inf. sprechen, als dies beim finalen und consecutiven 
geschah: frei hiess dort nur nicht an bestimmte andere, seinem 
eignen Inhalte v^erwandte Worte gebunden, aber doch an andere 
Worte gebunden, frei heisst hier tatsächlich absolut den abstracten 
Begriflf bezeichnend und an nichts gebunden, hart streifend an den 
Nominativ eines Nomen. 

Eine weitere Ausdehnung aber hat dieser absolute Inf., der 
gleichwohl noch nicht als Nominativ gebraucht werden kann, bei 
Hartmann nicht erfahren, namentlich findet er sich bei ihm nirgend 
in imperativischem Gebrauch, und ebensowenig ist ein Inf. historicus 
nachzuweisen, dessen wahres Wesen zuerst von meinem hoch- 
verdienten Lehrer, Herren Professor August Reifterscheid erkannt 
und in seinen Vorlesungen über lateinische Syntax charakterisirt 
worden ist. Einen solchen führt dagegen aus Berthold v. Regens- 
burg an H. Roetteken § 211. 



B, Die Eütwictelni des Infinitivs als einer Kategorie des Verlinm ans üei 

yerialen Nonien änrcti weitere AnsMlilnng der Verlialrection nnil Annahme 

yerlialer Teinns- nnd Gennsnntersclieiilnns, 

Hand in Hand mit dem bis jetzt verfolgten negativen Ent- 
wicklungsprozesse, in welchem der Inf. sich durch Aufgabe seines 
nominalen Charakters fortbildete, geht ein anderer, positiver, der 
der Annäherung an das Verbum. Von Haus aus ist das nomen 
actionis dem Verbum ja aufs innigste verwandt auf Grund seiner 
Bedeutung einer Tätigkeit. Dies muss aber auch der Grund ge- 
wesen sein, weshalb es von Anfang an zugleich in seinem formalen 
Verhalten Aehnlichkeit mit dem Verbum zeigte, es hatte Verbal- 
rection. ßopp, vergleichendes Conjugationssystem p. 39. 43 (cf. p. 5) 
nimt sie als ein dem Verbalnomen gegenüber allen andern nomi- 
nibus von Anfang an zukommendes Privileg in Anspruch. Es ist 
klar, dass dies Vorrecht bei dem Aufgeben der nominalen Natur 
nicht zu leiden brauchte, sondern im Gegenteil seine Ausübung in 
Folge der durch dieses hervorgerufenen Verdunkelung des Gegen- 
satzes zu der allen andern nominibus eigenen Rection erleichtert 
werden musste. Hierdurch gewann dann die Sprache einen weiteren 
wichtigen Grund in dem Inf. eine Verbalform zu sehen und nun- 
mehr in Nachahmung des finiten Verbum ihm auch Tempus- und 
Genusunterscheidung zu verleihen. 

1. Die weitere Ausbreitung der Verbalrection. 

Da die Verbalrection dem Inf. bereits als Nomen zukommt 
und von ihm als verbaler Kategorie naturgemäss erst recht bei- 
behalten wird, so muss sie sich ohne Ausnahme beim Inf. in jeder 
seiner Functionen finden können. Indess wird die Erwartung be- 
rechtigt sein, dass dieselbe bei denjenigen Functionen des Inf., 
welche seinem nominalen Ursprünge noch näher liegen, zwar mög- 
lich, aber wegen des freilich nur zu Anfang ihrer Bildung wohl 
gefühlten, eben damals aber auch für die ganze fernere Entwicklung 
entscheidenden Gegensatzes zu der Construction anderer nomina 



136 

beschränkter zugelassen worden sei als bei denen, welche ent- 
weder nur appositiv waren oder mit solchen Verben sich verban den, 
die in abgeblassten Bedeutungen sehr häufig diesen verlangten. 
Eine Untersuchung vom historischen Standpunkte wird daher sich 
zu der Frage gestalten, ob der geringere oder grössere Grad der 
Leichtigkeit, mit welcher Hartmann in den Epen von dem Eecht 
der Verbalrection bei dem Inf. in seinen verschiedenen Functionen 
Gebrauch macht, als zufällig zu betrachten sei, oder aber, ob er 
mit jenen ursprünglichen Verhältnissen übereinstimme und wir in 
ihm noch eine Nachwirkung derselben zu sehen haben. Die Ant- 
wort wird in dem letzteren Sinne ausfallen. In der Tat spiegeln 
sich jene ursprünglichen Verhältnisse in Hartmanns Epen noch 
wieder; Infinitive der ersteren Art scheinen in der Ausübung ihres 
Privilegs gehemmt und stehn in der Freiheit ihrer Verbindung mit 
Casus und adverbialen Ausdrücken entschieden hinter der bedingungs- 
losen Freiheit zurück, mit welcher die zweite Art von ihrem zum 
allgemeinen Recht gewordenen Privileg Gebrauch macht. Die 
Klarheit dieser Verhältnisse aber wird durch den Einfluss dreier 
Umstände nicht unbedeutend getrübt. Während man nämlich er- 
wartet, dass der weitere satzähnliche Ausbau durchweg verkümmert 
sei in Hauptteil I und beim finalen und consecutiven Inf. des 
Hauptteiles H, völlig frei aber erst gegeben werde beim appositiven 
Infinitiv, trifft dies vollständig nur beim I. Hauptteile zu, in den 
andern Fällen treten Beschränkungen ein. 

Der Gen. und Dat. des nomen actionis also . zunächst hat in 
Hartmanns Epen sogar nie eine weitere Bestimmung bei sich, was 
zu den wenigen Fällen bei Otfrid stimmt (O. Erdmann I § 346). 
Beim finalen und consecutiven Inf. ist die Constructionsbeschränkung 
nur noch zu constatiren für den freien Gebrauch beider und 
ausserdem für den nach Verben der Bewegung im finalen, für den 
nach Adjectiven, auch wohl für Verben des Geschehens in dem 
der Richtung. Bei den Verben des Strebens, Antreibens, Er- 
laubens und Versprechens ist dies nicht mehr möglich. Völlig frei 
ist die Construction beim Inf. nach allen Verben mit verschobenem 
Praeteritum und wellen gegeben. Der Grund ist wohl darin zu 
suchen, dass hier viele den Inf. regirende Verba ihre finale und 
consecutive Bedeutung fallen lassen und dass dann, was bei ihnen 
in der abgeschwächten Bedeutung so leicht geschehen kann, auch 
auf ihre älteren übertragen wird. Genügend hervorgehoben ist 
dieser Bedeutungswechsel bei den Praeteritopraesentia, denen wir 
auch hier wieder als den ersten Vorarbeitern für eine Annäherung 
des Nomen ans Verbum begegnen, aber auch bei geruocheu 



137 

werden, trüwen, waenen, gedenken, heizen, läzen wurde er bemerkt 
Dazu kommt ein zweiter Umstand. Tritt die Präposition zum- Inf., so 
ist seine Abhängigkeit von dem regirenden Verbum nicht mehr eine 
so unmittelbare als ohne sie. Diese grössere Selbständigkeit, in welcher 
er einem finalen Satze mit daz näher kommt, erleichtert ihm die 
Möglichkeit seinerseits fernere Bestimmungen zu regiren. Dies 
macht sich namentlich bei dem mit der Präposition verbundenen 
frei -finalen Inf. und bei dem nach den Verben der Bewegung 
geltend, gar nicht dagegen ist das hinw^iederum beim cohsecutiven 
Inf. der Fall, so dass im Gesammtdurchschnitt der präpos. Inf. 
weniger häufig erweitert erscheint als der einfache. Cf. die Tabelle. 
Umgekehrt zeigt sich, vom 3. Teil bei dem Inf. nach Verben der 
Wahrnehmung das Recht eines weiteren Ausbaues nicht so häufig, 
Avie man erwarten könnte, benutzt. Hier liegt der Grund, worauf 
bei jenen Verben schon aufmerksam gemacht worden ist, wohl 
darin, dass der Gedanke auch ohne den Inf. meist genügend ver- 
ständlich ist, so dass jenem zur weiteren Vervollständigung meist 
nichts Neues beizubringen übrig bleibt. 

Es folgen die speciellen Belege und darauf eine den Über- 
blick erleichternde Tabelle. 
Es findet sich beim Inf. 
in frei-finaler Function mit ze 

der Accus. E. 6147. G. 566. Iw. 7775. 
der Acc. und Dat. E. 5664. 
Präpositionen E. 1458. 

ein adverbialer Ausdruck und eine Präp. E. 2862. 9978. 
nach Verben der ßeweofunor 

der Acc. E. 10010. Der Inf. hängt seinerseits von einem 
Inf. ab E. 9611. mit ze E. 468. 1784. 5254. G. 2070. 
der Gen., der Inf. hängt seinerseits von einem Inf. ab, 
E. 49. 
nach den Verben des Strebens 

der Acc. nach trüwen a. H. 193. Iw. 415. geruochen 
E. 3006. 4951. 9352. G. 2511. gedenken E. 9193. G. 462. 
gedäht ist ze E. 5985. gelüstet ze G. 3225, sich be- 
wegen ze G. 171. beim Inf. der Vergangenheit nach 
waenen E. 764. 4427. G. 2402. 
der Dat. nach trüwen Iw. 4656. ruochen Iw. 8127. vürhten 

E. 8969. 
der Gen. nach geruochen E. 1461. 2499. 5838. G. 95. 3195. 

9 



138 

Iw. 519. 2281. werden E, 9129. vürhten E. 3136. 

Iw. 7154. 
der Dat. und Acc. nach trüwen a. H. 1163. Iw. 1496. geruoohen 

E. 1005. 4820. G. 950. Iw. 2338. 6412. muot gewinnen 

ze E. 3720. 
adverbiale Bestimmungen nach gern Gr. 3820. geruocher E. 

1334. Iw. 765. gedenken E. 6734. G. 161. im ge- 
denken E. 257. ze E. 3485. der müot stet ze Iw. 1717. 

beim Inf. Perf. nach waenen E. 5525. 
Acc. Praep. nach ruochen E. 7283. Iw. 6057. waenen beim 

Inf. Perf. E. 4418. vührten E. 6741. gedenken E. 6355. 

gern ze G. 2264. 
Gen. Praep. nach waenen Iw. 5642. 
Acc. Adv. nach geruochen Iw. 987. waenen E. 5458. 6568. 

G. 737. vürhten E. 2838. 3011. beim Inf. Perf. nach 

waenen E. 9582. ist eines wän £. 5978. 
Acc. Praep. Adv. nach waenen G. 2153. a. H. 555. 591. Iw. 

691. vürhten Iw. 7453. 
Acc. Dat. Praep. nach trüwen Iw. 1640. 
Acc. Dat. Praep. Adv. nach geruochen Iw. 5539. 
nach wellen, den willen hän etc. 

Acc. E. 18. 80. 432. 830. 865. 877. 1011. 1044. 1051. (1110). 

1236. 1590. 1751. 2789. 3040. 3266. 3382. 3913. 3951. 

3991. 4130. 4374. 4376. 4474. 4514. 4569. 4823. 4852. 

4999. 5514. 5669. 6271. 6927. 7021. 7177. (7181). 7452. 

(7455). 7488. 7615. 7830. 7997. 8004. 8023. 8124. 8517. 

8574. 8664. 8674. (8739). 9370. G. 371. 843. 853. 1942. 

2020. 2037. (2061). 2352. (2963). 3645. 3751. a. H. 

209. 608. 636. 798. 805. 850. 881. 1195. 1266. Iw. 49. 

181. 250. 524. 551. 751. 798. 808. (846). 861. 1006. 

1218. 1436. 1825. 1981. 2120. (2164). 2238. 2466. 2765. 

3867. 3889. 4167. 4339. 4355. 4550. 4893. 5103. 5739. 

5879. 6023. 6708. 6924. 6958. 7290. (7380). 7676. 7713. 

7840. 7938. 7966. 8031. 8095. 8145. beim Inf. Perf. 

E. 3223 (nur Haupt ^ rechen woüen). 4032. 4049. 4072. 

4440. 6161. Iw. 2045. 2402. 3243. 5846. 6767. 7436. 

8084. 
Dat. E. 43. 1130. 3682. 4040. 4148. 4270. 4750. 5132. (5219). 

6980. 7276. 7664. 9005. 9458. G. 3238. a. H. 842. 

1340. Iw. 1490. 3849. 4778. 6361. 6664. 7048. 
Gen. E. (535). 726. 1022. 4533. 4965. 5271. 6443. 7015. 7454. 

8000. 8478. 8510. 8811. 9550. 9682. 9845. G. 211. 



139 



1357. 2100. 2540. 2775. a. H. 438. Iw. 4444. 5499. 

6531. 6581. 7714. beim Inf. Perl E. 3037. Iw. 3797. 

7334. 
Acc. Dat. E. 1140. 1856. 2383. 3783. 3898. 4193. 4302. 4777. 

5454. 5820. 6169. 6546. 6844. 7016. 7499. 7591. 8788. 

9049. 9052. 9382. 9443. 9574. 9841. ze 1473. G. 28. 

358. 518. 1275. 1626. 1907. 2388. 2416 (Lachmann, Bech 

lüilz, Paul enkan), a. H. 486. 489. 560. 701. 839. 1226. 

1289. Iw. 258. 1227. 1342. 1482. 1774. 2588. 2949. 

3976. 4497. 4529. 4728. 5905. 5906. 6343. 6819. 7041. 

7329. 7470. ze 3411. beim Inf. Perf. E. 3679. 4710. 

G. 839. 
Acc. Gen. E. 1888. G. 1465. 3094. Iw. 244. 2228. 2309. 

3806. 6236. 7415. 
Dat. Gen. E. 600. 704. 2531. 8149. 9066. 9321. 9483. G. 2361. 

2365. a. H. 1408. Iw. 1887. 3301. 5647. beim Inf. 

Perf. E. 5260. 
Adv. E. 48. 69. (94). 1401. 3420. 3631. (3834). 4578. 5250. 

5960. 5961. 6340. 7261. 9332. (9588). G. 998. 1631. 

a. H. (844). Iw. (417). 1341. (1485). (1719). 5095. (5720). 

5955. (6263). (8034). beim Inf. Perf. Iw. 54. 
Praep. E. 1364. 4245. 5285. 5648. (6424). 8655. 8668. 9041. 

G. 402. 844. 2897. a. H. 564. 1467. 1513. Iw. 903. 

955. 1481. 1841. 2864. 3192. 5181. 5183. 5784. 5897. 

6138. (6243). 6281. 7320. 7430. 7670. 7919. 
Acc. Praep. E. 538. 1049. 3430. 3813. 4129.4221. 4531.4869. 

6065. 6349. 6405. 7972. 8147. 9440. 9813. G. 749. 969. 

1560. 1859. 1885. a. H. 528. 639. 648. 707. 797. 967. 

1468. 1511. 1517. Iw. 248. 1504. 1645. 1859. 1965. 

2043. 2175. 3638. 3954. 4004. 4321. 4487. 4503. 4756. 

4800. 5001. 5089. 5635. 6030. 6632. 6904. 6954. 7086. 

7373. 7920. 8126. beim Inf. Perf. E. 1112. 5489. 6162. 
Acc. Adv. E. 1059. 2229. 4689. 5876. 6113. G. 1220. 1897. 

Iw. 1902. 4488. 4570. 5959. 7994. beim Inf. Perf. 

E. 6937. 
Acc. Praep. Adv. E. 3887. 4883. 6066. 9276. G. 3173. 
Dat. Praep. E. 2130. 3183. 9180. G. 1296. 2564. Iw. 1135. 
Dat. Adv. E. 1185. 2622. 3829. 3864. 5465. 6291. 6509. 8013. 

8407. 8862. G. 1261. 3643. a. H. 613. 1126. 
Dut. Praep. Adv. E. 2837. 
Gen. Praep. E. 235. 3275. 6015. a. H. 996. Iw. 4495. 5015. 

5648. 7605. 



140 

Gen. Adv. E. 6058. Iw. 956. 

Acc. Dat. Praep. E. 1450. 5223. G. 2819. a. H. 625. Iw. 

876. beim Inf. Perf. E. 3129. 
Acc. Dat. Adv. E. 4343. 5233. 5681. 8538. 9562. G. 1530. 

a. H. 650. Iw. 528. 849. 
Dat. Gen. Praep. Iw. 6114. 
Praep. Adv. E. 152. 1482. 2044. 3085. 6882. a. H. 306. 

Iw. 4655. 
nach Verben des Antreibens 

Acc. nach heizen E. 2409. 3240. 3249. 3653. 3661. 3950. 4180. 

5487. 9492. G. 991. a. H. 1071. 1201. Iw. 2141. (i931. 

7315. biten E. 146. 4124. 9623. G. 3 119. Iw. 187. 

416. 6884. gebieten E. 2296. 
Dat. nach heizen E. 3949. G. 1185. biten G. 824. 
Gen. nach biten Iw. 5159. 5759. 6423. 
Acc. Dat. nach heizen E. 6317. Iw. 5895. biten E. 613. 

2790. 4795. 9317. G 2257. Iw. 482. 1837. 
Acc. Gen. nach heizen Iw. 6272. biten E. 6380. 
Praep. nach heizen E. 6379. Iw. 6703. biten E. 4004. Iw. -5244. 
Adv. nach heizen E. 3086. 9027. Iw. 1975. biten Iw. 2321. 

4744. 
Praep. Adv. nach biten E. 21. 1482. 9871. Iw. 5898. 
Acc. Praep. nach heizen E. 1065. 8131. G. 857. 962. Iw. 

3449. biten E. 3643. 
Acc. Adv. nach heizen E. 1066. 2962. 5002. G. 858. a. H. 1269. 

Iw. 899. 3445. 4978. 6050. 
Dat. Adv. nach biten G. 3553. Iw. 7933. 
Dat. Praep. Adv. nach biten E. 566. 
Gen. Adv. nach heizen E. 5714. 
Gen. Praep. Adv. nach heizen E. 5306. 
Acc. Dat. Adv. nach heizen G. 3117. 
nach den Verben des Erlaubens (läzen) 

Acc. E. 40 (Inf. v. Inf. abh.). 442. 4675 (Inf. v. Inf. abh.). 5437. 

5450. 7488. 7500. 7947 (Inf. v. Inf. abh.). 7957 (ebenso). 

8459 (ebenso). 9347. 9370 (Inf. v. Inf. abh.). G. 370. 

997. 1745. 3720. 3749. a. H. 634. 859. 1072. Iw. 224. 

1401. 3817. 4155. 5464. 5691 (Inf. v. Inf. abh.). 
Dat. E. 3824. 3951 (Inf. v. Inf. abh.). 4515. G. 3822. a. H. 

1265. Iw. 958. 2143. 
Gen. E. 1822. 3413 (Inf. v. Inf. abh.). 4133 (ebf.). 4552 (ebf.). 

(4844). 5816 (ebf.). 9492 (Inf. v. Inf. abh.). G. 357. 



141 

(1222). 2673. a. H. (1171). Iw. (1066). 1177. 4967. 

(Inf. V. Inf. abh.). 6382 (ebf.). 
Acc. Dat. E. 7524 (Inf. v. Inf. abh.). Iw. 2231. 
Acc. Gen. E. 7640. 
Praep. E. 503. 1481. 3536. 3640 (Inf. v. Inf. abh.). 3662. 4975 

(Inf. V. Inf. abh). G. 3395. a. H. 663. 692. 814. 995. 

Iw. 363. 1465. 7124. 7843. 
Adv. E. 765. 811. 832. 5799. 6911. 8741. 9318. Iw. 5311. 
Praep. Adv. E. 2607. 9083. a. H. 841. 

Acc. Praep. E. 944. 4617. 7950. 9367 (Inf. v. Inf. abh.). G. 213. 
Acc. Adv. E. 639. G. 1759. 
Acc. Praep. Adv. Iw. 6634. 
Dat. Praep. G. 412. - Dat. Adv. E 4884. 
Gen. Praep. G. 2550. 
nach Verben einer geäusserten Absicht 

Acc. Iw. 2801. ze G. 2057. Iw. 7266. 
Praep. ze E. 1499. 

Acc. Praep. G. 3203 (doch cf. p. 74), 
beim freiconsecutiven 

Praep. Tw. 7425. Adv. E. 4668. 5448. Acc. Praep. Iw. 5479. 
nach den Verben des Geschehens 

Acc. nach geschehen E. 4271. 8808. a. H. 141. 293. Iw. 3367. 

4872. Zimt E. 1414. 2712. giltet E. 840. not ist G. 2268. 

State wirt E. 4120. ist ein starkez dinc Iw. 6933. 
Praep. nach geschehen E. 7747. 
Adv. nach geschehen E. 7869. zimt E. 9862. 
Acc. Praep. nach geschehen E. 4971. zimt E. 7452. stät einem 

verre Iw. 4317. 
Der das Passiv umschreibende Inf. steht immer absolut, 
nach mugen 

Acc. E. 40. 112. 373. 395. 412. 418. 448. 490. (730). 1040. 

1133. 1139. 1395 (Perf.). 1544. 1989. 2385. 2449 (Perf.). 

2609. 2621. 3004. 3021. 3178. 3184. 3251. 3331. (3442). 

3673. 3815. 4344. 4800. 4851. 4939 (Perf.). 5076. 5161. 

5197. 5426. 5466. 5558. 5784. 5802. 5854. 5910. 5999. 

6032. 6228. 6280. (6316). 6398. 6444. 6451. 6499. 6510. 

6532 (Perf.). 6553. 6554. 6926. 6938. 7179. 7456. 7937. 

7943. 7947. 7986. 8 121. 8193. 8225. 8280. 8400. 8437. 

8554. 8601. 8706. 8743. 8949. 9152. 9503. 9524. 9570. 

9840. 9984. 10020. (10119). G. 125. 143. 298. 629. 779. 

911. 1753. 1937. 2065. 3088. 3278. 3380. 3644. 3747. 

a.H. 202. 411. 553. 559. 571. 576. (591). 614. 1147. 1285. 



142 



Iw. 26. 174. 214. 486. (737). 777. 778. 812. 847. 
911. 1043. 1207. 1288. 1614. 1745. 1923. 1928. 
2118. 2861. 3129. 3693. 3736. 3765. 3794. 3993. 
4079. 4080. 4099. 4887. (4958). 5034. 5225. 5261. 
5312. 5399. 5468. 5590. 5612. (5813). 5934. 6678. 
6888. 7115. 7203. 7279. 7440. 7501. 7540. 7546. 
7835. 7988. (8053). 8119. 
Dat. E. 75. 90. 2389. 3118 (Perf.). (3186). 3191. 3921. 
4623. 4698. 4750. 4878. 5127. 5390. 5717. 5805. 
6427. 6501. 6515. 6847. 7216. 7508. 8025. 8125. 
8866. a. 795. 1302. 2026. 2234. 2250 (Perf.). 
3144. a. H. 929. (945). 1062. 1345. 1407. Iw. 
1735. 2597. 2844. 3544. 3753. 4143. 4267. 4499. 
5020. 5707. 6625. 6725. 6867. 6945. 8059. 

Gen. E. 827. 873. 1013. 3077. 3130. (3288). 6409. 6434, 
8032. 8738. G. 1078. 1436 (Perf.). 2289. 2517. 
a. H. 973. Iw. 210. 2354. 2923. 3580. 3684. 4033. 
5965. 6980. 7667. 

Acc. Dat. E. 541. 3140. 4862. 7970. 8421. 8433. G. 

2270. a. H. 849. 901. Iw. 1262. 2232. 2287. 

2650. 4028. (5112). 5137. (5813). 6376. (6416). 

7429. 7844. 
Acc. Gen. E. 4887. 6057. 7216. 7284. 7353. 9618. G. 

2503. a. H. 950. Iw. 5808. 72C6. 7904. 
Dat. Gen. £. 8814. G. 126. 2398. Iw. 7271. 
Praep. E. (142). 517. 1794. 2601. 3196. 4187. 4670. 5177. 

5901. 7764. 8151. 8844. 9206. 9427. 9913. G. 13. 

2470 (Pei-f.). 3719. a. H. (329). 370. 490. 548. 

Iw. 188. 1435. 1462. 2129. 3571. 5732. 6091. 7241. 

7447 (Perf.). 8032. 
Adv. E. (258). 266. 272. 1205. (1347). 1893. 2482. (2592). 

4572. (5164). (5768). 6732. 7502. 7884. 8486. 8751. 

G. (555). (932). 1361. 1732. 3232. 3241. a. H. 

Iw. 270. 764. 1121. 1239. 1281. 1400. 1801. 2267. 

2776. 3448. 3609. 3908. 4352 (Perf.). 4661. 5264. 

6157. 6454. 6685. 7412. (7542). 
Praep. Adv. E. 814. 2961. 6019. G. (608). 3171. Iw. 

4754. 5909. 7558. 
Acc. Praep. E. 887. 962. 2276 (Perf.). 2396. 2674. 2972. 

3620. 3861. 3917. 4316. 4537. 5437. 5474. 5481. 



S64. 

2' >26. 
4i30. 
5o04. 
6724. 
7596. 

4218. 
6284. 
8148. 
2512. 

1388, 
4945. 

7639. 

S093. 
4879. 



1650. 
2399. 
6613. 

2240. 



Ö278. 
1746. 
1155. 
7355. 

2868. 
9209. 
1016. 
2525- 

5315. 

3875. 

3409. 

5682. 



143 

5909. 6187. 6343. 7164. 7453. 8531. (8580). 9142. 9287. 

9379. 9843. G. 436. 471. 1108. 1268. 1652. 1881. a. H. 

101. 399. 464. 609. Iw. 1021. 1069. 1160. 1318. 1527. 

1803. 1880. 1896. 2059. 2134. 2570. 2898. 3046. 3223. 

5515 (Perf.). 6509 (Perf.). 7005 (Perf.). 7295. 7355. 7405. 

7985. 
Acc. Adv. E. 23. 888. 1434. 1769. 2116. 3570. 3771. 4300. 

4855. 5266. 6029. 6432. 6554. 7296. 8287. 8780. 9565. 

9767. 10078. G. 435. 1476. 1516. a. H. 11. (329). 485. 

803. (1029). 1439. Iw. 1038. 2000. 2312. 6500. 
Acc. Praep. Adv. E. 1835. 4484. 6153 (Perf.). a. H. 753. 

Iw. 5719. 
Dat. Praep. E. 1567. 5343. 9345. G. 448. 3735. a. H. 505. 

1161. Iw. 1402. 1978. 2237. 2908. 4798. 4808. 5339. 

6707. 6781. 7910. 
Dat. Adv. E. 1181. 7082. 8872. G. 1905. 2808. a. H. 491 

Iw. 257. 1239. 4482. 6342. 
Dat. Praep. Adv. E. 2264. a. H. 908. 
Gen. Praep. E. 388. 

Gen. Adv. E. 2120. 3257. 7638. G. 107. 
Gen. Praep. Adv. G. 2945. 
Acc. Dat. Praep. E. 499. 6236. G. 146. 442. 2087. a. H. 761. 

Iw. 761. 7276 (^Perf.). 7429. 
Acc. Dat. Adv. E. 7504. 7662. 8222. G. (1932). a. H. 15. 
Acc. Dat. Praep. Adv. G. 3295 (Perf.). 
Gen. Acc. Praep. E. 3897. G. 2812. 
Gen. Acc. Adv. E. 8700. 
Gen. Dat. Adv. E. 6272. . 
nach kunnen 

Acc. E. 3155. 3322. 3696. 5572. 5685. 5848. 5926. 7444. 7602. 

7616 (Inf. V. Inf. abh.). 8254. 8439. 8497. 9305. G. 383. 

668. 865. 1398. 1517. 2784. 3651. a. H. 72. 871. 893. 

Iw. 797. 841. 1500. 1619. 2063. (2486). (2962). 3973. 

4345. 4462. 4967. 6011. 6137. 6382. 7090. 8145. 
Dat. E. 8622. a. H. 1186. Iw. 2183. 4429. 6808. 
Gen. G. 1334. Iw. 1899. 6124. 8117. 
Acc. Dat. E. 8328. 8454. G. 1130. 1360. 3043. Iw. 2093. 

2096. 3629. 5361. 5889. 7768. 7899. 8164. 
Acc. Gen. E. 593. a. H. 736. Iw. 4965. 5954. 6580. 
Acc. Dat. Gen. Iw. 3686. 
Praep. E. 923. Iw. 3022. 5522. 6345. 6397. 



144 



Adv. E. 1172. 1962. 6326. 8709. G. 2766. a. H. 304. I^^. 7. 

2264. 2772. 4064. 4195. 4574. 6457. 7001. 
Praep. Adv. G. 3623. Iw. 3561. 6992. 
Acc. Praep. E. 594. 887. 3771. 4650. (5027). 5235. 5544. 8440. 

G. 1076. a.H. 219. 376. 444. 871. Iw. 948. 1910. 2 »73. 

5320. 
Acc. Adv. E. 236. 888. 1288. (1603). 2300. 3194. 4568. (5258). 

5532. 6241. 6452. (7491). 7509. 7672. 7696. (8244). 9735. 

G. 873. (1100). 1428. 1443. 1529. 2241. a. H. 437. Iw. 

24. 920. 1103. (2963). 2978. 
Acc. Praep. Adv. E. 5010. 5530. a. H. 58. 317. Iw. 3162. 
Dat. Praep. E. 4548. Iw. 2638. 

Dat. Adv. E. 100. 4791. 5001. G. 322. (375). 1028. 1762. 
Dat. Praep. Adv. G. 1215. 
Gen. Praep. Iw. 3139. 
Gen. Adv. E. (3289). 3345. 9436. a. H. 905. Iw. 2196. 5536. 

7458. 
Gen. Praep. Adv. E. 3709. 
Acc. Dat. Praep. G. 2854. Iw. 2423. 
Acc. Dat. Adv. E. 7481. 7618. (8190). Iw. 862. (1775). 3632. 

5881. 
Acc. Dat. Praep. Adv. G. 2468. 
Acc. Gen. Praep. a. H. 811. Iw. 1999. 

nach soln 

Acc. E. 19. 129. 503. 874 (Perf.). 1021. 1045. 1109. 1286. 1341. 

1346. 1530. (1590). 1753 (Perf.). 2038. 2119. 3239. 3252. 

3365. 3373. 3413. 3559. 3572. 3589. 3735. 3836. 4009. 

4036. (4067). 4133. 4552. 4701. 5077 (Perf.). 5816. 6124. 

6550. 6842 (Perf.). 7264. 7279. 7524. 7826. 7829. 7989. 

8014. G. 83. 569. 735. 871. 2538. 2729. 3018. 3218. 

3377. a. H. 361. 493. 882. 968. 974. 1108. 1237. 1287. 

1290. Iw. 226. 520. (1003). 1170. 1177. 1586. 1S21. 

2016. 2148. 2223. 2272. 2521. 2526. 2839. 3159. 3171. 

3464. 3677. 3685. 4000. 4173. 4192. 4228. 4340. 4S71. 

4960. 4969. 5288. 5432. 5691. 5913. 6266. 6606. 6626. 

6628. 6637. 6936. 6975. 7313. 7675. 7686. (7761). 7S63. 

8006. 8047. (8053). 8101. 
Dat. E. 698. 2465 (Perf.). 3156. 3727. 4161. 4172. 4801. 4927. 

5801. 5921. 6966. 7338. 8576. 8977. 9328. 9793. G. 94. 

340. 1158. 1233. 2103. 2746. a. H. 337. Iw. 924. 2812. 

3393. 3847. 3985. 4602. 4651. 5638. 6567. 6617. 



145 

Gen. E. 436. 658. 2137. 2541. 5332. 7006. 7272. 7682. 9375. 

9602. G. 1277. 3391. Iw. 4220. 4322. 4466 (für den 

Acc). 4970. 7937. 
Acc. Dat. E. 79. 347. 599. 656. 1050 (Perf.). 1448. 3031. 3330. 

3333. 3374. 4071. 4535. 4981. 6303. 7162. 7418. 8975. 

G. 27. 961. 2282. 3738. a. H. 611. 675 (für den Acc). 

785. 924. 953. Iw. 121. 191. 722. 830. 1814. 1944. 2561. 

4650 (Perf.). 5111. 5120. 5641. 5677. 5723. 
Acc. Gen. E. 343. 3252. 3632. 4982. 8110. G. 179. 1234. 

Iw. 215. 220. 768. 2799. 
Dat. Gen. E. 1048. 1289. 4766. 6303. 7925. G. 2398 (Lach- 
mann, Bech mit A sult, Paul mit GEa mitget). 2503. 

a. H. 684. Iw. 914. 2068. 
Acc. Dat. Gen. Iw. 2276. 3686. 
Praep. E. 265. (733). 1351. 1365. 2239. 2772. 3209. 4426. 5014. 

5055. 5369. 6318. 6350 (Perf.). 6695. 8098. 8851. 9693. 

G. 25a. 682. 3228. a. H. 715. 855. 1152. 1169. Iw. 512. 

1022. 1503. 1952 (Handschrift A sal, Lachmann muoz). 

3417. 4230. 4246. 5135. 6350 (Perf.). 6824. 7401. 7911. 

7917. 7949. 9441. 
Adv. E. 1057. 1357. 2224. 2351. 3410. 4194. 4679. 5007. 5726 

(Perf.). (5938). 6048. 6265. 6302. 7916. 7985. 8791. 9062. 

9441. 9452. 9610. 9649. 9945. G. 48. 1590. 2527. a. H. 

245. 934. 1196. Iw. 582. 729. 919. 1201. 1592. 2881. 

2942. 3978. 4223. 4516 (Perf.). 4789. 5408 (8034). 
Praep. Adv. E. (178). 1355. 4031. 7022. 8347. 10003. G. (16a). 

a. H. 599. 687. 823. Iw. 323. 512. 924. 1142. 1893. 2802. 

3194. 4743. 7461. 7971. 
Acc. Praep. E. 78. 532. 563. 564. 1083. 3457. 3640. 3927. 4358. 

4359. 4559. 4975. 4990. 5208. 5631. 6030. (6214). 6785. 

7007. 9579 (Perf.). 9580 (Perf.). 9921. G. 84. (382). 399. 

401. 570. 1140. 1534. 1611. 2690. 3482. 3631. 3632. a. H. 

35. 494. 669. 829. 949. 1176. Iw. 205. 485. 1658. 1660. 

4241. 4547. 6198. 6649. 6535. 6698. 6840. 
Acc. Adv. E. 293 (Perf.). 481. 488. 2229. 3075. 3177. 3622. 

3681. 4036 (Perf.). 4069. 4137. 4675. 4827. 6053. 6107. 

6810. 7921. 8035. 8167. 8626. 8741. 8797. (9038). 9457. 

G. 545. 872. 926. 1533. 1554. 2539. 2568. 2681. 2903. 

3048. 3106. 3793. 3812. a. H. 361. 656 (Ergänzung). 

Iw. 122. 867. 1294. 1667. 1796. 2030. 2309. 2922. 4343. 

4642. (4766). 5004. 5182. 5829. 6068. 6149. (6476). 7462. 

8068. 

8. V. Monsterberg - Mütickenau, Der Infinitiv in d. Epen Hartmanns ron Aue. 10 



146 

Acc. Praep. Adv. E. 2840. 7773. Iw. 7176. 7319. 

Dat. Praep. E. 646. 7938. 9422. G. 2414. 2537. Iw. 509». 

Dat. Adv. E. 550. 635. 2018. (2912). (3908). 3938. 4098. 4)60. 

4982. 7122. 8096. 8160. (8408). G. (1262). (1784). 2 126. 

a. H. 1301. Iw. 3176. 5973. 6246. 6673. 8080. 
Dat. Praep. Adv. Iw. 57. 
Gen. Praep. E. 1007. 1028. 1848. Ö630. G. 47. a. H. 141. 

Iw. 1660. 
Gen. Adv. E. 576. 4570. (8607). 
Acc. Dat. Praep. E. 3204. G. 558. 3640. 
Acc. Dat. Adv. Iw. 4650 (Perf.). 6252. 6321. 7601. 
Acc. Dat. Praep. Adv. E. 3792. 4808. 
Acc. Gen. Adv. a. fl. 362. Iw. 1624. 6250. 
Acc. Gen. Praep. Adv. E. 6833. 
Dat. Gen. Praep. E. 1221. Iw. 721. 

Dat. Gen. Adv. E. 3888. 4960. 7666. 7924. 10073. Iw. 1197. 
nach müezen 

Acc. E. 64. 487. 1404. 1997. 2658 (Perf.). 3103. 3247 (Bech .^s). 

3436. 3587. 3882. 4299. 4676. 4778. 4788. 4819. 5875. 

5895. 6108. 6466. 6809. 7215. 7359. 7915. 8741. 9451. 

9704. G. 38. 475. 750 (Perf.). 2518. 3702. 3703. 3728. 

3736. a. H. 224. 446. 508. 604. 1089. Iw. 140. ;552. 

1314. 1511. 1636. 1736. 1826. 2060. 2320. 2829. 2834. 

2968. 3275. 4229. 4305. 4347. 4356. 4481. 5265. 5266. 

5301. 5530. 5658. 5946. 6136. 6159. 6218 (cf. Benecke 

hierzu). 6385. 6600. 6713. 6812. 6823. 6923. 7150. 7678. 

7708. 7713. 7903. 
Dat. E. 3041. 4660. 5333. 6299. 6413 (Perf.). 6487. 6866. 8930. 

8977. 9342. G. 472. 1177. 2558. 2693. a. H. 714. Iw. 

762. 1888. 4549. 5238. 6830. 
Gen. E. 523. 1258. 1467. 7651. 8666. G. 407. 2342. 3351. 

Iw. 6719. 
Acc. Dat. E. 120. 1447. 3796. 5989. 6697. 9331. G. 3447. 

a. H. 695. Iw. 1638. 2831. 4779. 5531. 5657. 6605. 

6866. 7469. 
Acc. Gen. E. 494. 3642. 4690. 6952. G. 1494. 4966. Iw. 1768. 
Dat. Gen. E. 8813. 9380. a. H. 1433. Iw. 938. 2647. 7448. 
Praep. E. 705. 1023. 1396. 1600. 1770. 3367. 3368. 3593. 3697. 

4386. 5990. 6259. 6477. 8380. 9677. G. 45. 1381. 2789. 

a. H. 1286. Iw. (392). 3818. 4451. 5568. 7413. 8094. 
Adv. E. 1282. 1582. 3095. 3458. 3470. 4237. 4741. 4825. 5000. 

(6376). 7495. 8330. 8760. 8874. 9736. G. 1451. 3540. 



147 

2699. 2918. 3360. a. H. 762. 1314. Iw. 1081. (1289). 

2841. 2851. 2950. 4306. 5303. 7789 (Perf.). 7812. 
Praep Adv. E. 190. 3835. 9669. G. 2587. 2825. 3082. a. H. 

665. Iw. 1512. 6337. 7161. 7226. 7413. 
Acc. Praep. E. 992. 3469. 4392. 4571. 4811. 6051. 6935. 7255. 

7972. 8489. 10111. G. 1274. 1349. 1369. 1528. 2369. 

3050. 3449. a. H. 159. 457. 1395. Iw. 1018. 1637. 1703. 

1901. 2314. 3276. 3986. 4236. 4911. 5224. 6793. 6821. 

7052. 7912. 
Acc. Adv. E. 1390. 1407. 4352. 5059. 5584. 5866. 6038. 6812. 

7543. 7681. 7934. 7988. G. 480. a. H. 1302 (Perf.). 

Iw. 2071. 2469. 2483. 4307. 4586. 5316. 5493. 6559. 6638. 

6912. 7416. 8129. 
Acc. Praep. Adv. E. 3801. 8873. • G. 1455. 1966. 2688. Iw. 

1082. 6248. 6346. 
Dat. Praep. E. 4765. 8986. G. 3412. a. H. 223. 1107. 1528. 

Iw. 4100. 4638. 4731. 5262. 
Dat. Adv. E. 1867. 3429. 4546. 5853. 5865. 7978. 8285. 8518. 

9941. G. 418. 524. 2019. Iw. 2762. 5969. 
Dat. Praep. Adv. E. 7783. 9239. G. 889. 
Gen. Praep. E. 8766. Iw. 6357. 
Gen. Adv. E. 3272. 8737. Iw. 2169. 6158. 
Acc. Dat. Praep. E. 5199. Iw. 2319. 5257. 5631. 7006. 
Acc. Dat. Adv. E. 2687. 4394. G. 1179. 3450. Iw. 4985. 

6366. 6391. 6584. 7669. 
Acc. Gen. Praep. Iw. 2070. 
Dat. Gen. Praep. E. 6222. 
Dat. Gen. Adv. Iw. 5745. 
nach dürfen 

Acc. E. 515. 2466. 3713. 4149. 7275. 8509. 
Gen. Iw. 1252. 4443. 
Acc. Gen. Iw. 2105. 
Praep. E. 1253. 
Adv. E. 4752. 8861. G. 492. 
Acc. Praep. E. 2991. 
Dat. Praep. E. 4373. 
Dat. Adv. E. 2901. Iw. 1313. 
nach turren 

Acc. E. 215. 4248. 5392. 5496. a. H. 1139. 1140. 1332. 1333. 

1339. Iw. 4325. 
Gen. E. 6681. a. H. 438. 
Acc. Dat. E. 3010. 3145. 

10* 



148 

Praep. E. 8443. Iw. 5212. 

Adv. E. 8470. Iw. 3020. 7001. 

Praep. Adv. Iw. 1254. 

Acc. Adv. E. 123. (2757). 

Dat. Praep. Iw. 1853. 
nach tugen (ze) 

Acc. E. 9504. Iw. 5814. 
nach wizzen (ze) 

Dat. E. 7138. 
nach zusammengesetzten Ausdrücken der Fähigkeit oder Bereitschaft. 

Acc. Gr. 32 a. 319. 

Praep. E. 1817. 

Adv. G. 621. 

Acc. Praep. Iw. 5376. 
nach Adjectiven 

Dat. E. 7483. 
nach Verben des Tuns 

Dat. E. 1230. G. 1509. 

Praep. E. 8103. 

Praep. Adv. E. 5307. Iw. 3732. 

Dat. Adv. Iw. 636. 

Acc. Dat. Praep. Iw. 1679. 

nach beginnen 

Acc. E. 18. 22. 162. 259. 446. 762. 806. 851. 1272. 1402. 1485. 

2646. 2933. 3302. 3667. 4638. 5167. 5379. 5521. 6087. 

6436. 6909. 6910. 7005. 8459. 9231. 9700. G. 1971. 3120. 

3168. a. H. 246. 358. 483. Iw. 93. 2083. 4932. 5626. 

6918. 7614. 7636. 
Dat. E. 4905. 5082. 6073. 8423. 9288. 9825. G. 3588. 
Gen. E. 1292. 2975. 3641. 8441. 9214. Iw. 2188. 3805. 
Acc. Dat. E. 7058. G. 2716. a. H. 16. 1023. Iw. 1348. 5769. 
Acc. Gen. G. 406. 2780. 
Dat. Gen. E. 1338. Iw. 6008. 
Praep. E. 2358. 3725. 4792. 5553. 6178. 6599. G. 313. 874. 

1979. a. H. 869. 1268. Iw. 643. 1271. 2004. 
Adv. E. 254. 930. 3487. 6586. 6825. G. 58. 287. 780. 2684. 

a. H. 1013. Iw. 5740. 7511. 7815. 
Praep. Adv. E. 798. 3472. a. H. 1010. Iw. 3391. 
Acc. Praep. E. 855. 1311. 1826. 3499. 3940. 4410. 5026. G. 583. 

a. H. 894. Iw. 1251. 1731. 3750. 5627. 6756. 7377. 7S98. 
Acc. Adv. E. 62. 3009. 4216. 7057. 7823. 8081. 9249. G. 205. 



149 

231. 3310. 3558. 3587. a. H. 252. 550. 1229. 1231. Iw. 
2011. 5093. 7278. 

Acc. Praep. Adv. G. 288. a. H. 1442. 

Dat. Praep. E. 2424. 8079. G. 233. a. H. 1462. Iw. 4509. 

Dat. Adv. E. 159. Iw. 2251. 

Dat. Praep. Adv. E. 526. G. 1933. 3146. Iw. 1073. 

Gen. Praep. E. 1741. 9879. 

Acc. Dat. Praep. E. 2814. G. 3044. 
nach Verben einer allgemeinen Art des Tuns 

Acc. E. 5752. 5865 (Inf. v. Inf. abh.). G. 494. Iw. 4174. 

Praep. E. 2135 (ze; doch cf. p. 120). G. 493. 

Adv. Iw. 7882. — Acc. Adv. E. 6238. 

Acc. Dat. Praep. E. 5765. 
nach Verben der Wahrnehmung 

Acc. E. 575. 2041. 8042. 3360. G. 2727. a. H. 23. 830. 
Iw. 548. 4623. 5287. 

Dat. G. 3175. — Gen. Iw. 800. 6887. — Dat. Gen. E. 7298. 

Praep. E. 2043. 3296. 6897. 7819. 8060. 8129. 8750. 8901. 
9003. G. 783. 3124. 3176. 3246. a.H. 866. 1506. Iw. 287. 
474. 982. 1241. 1242. 2590. 3604. 3718. 4535. 4977. 6689. 
6704. 

Adv. E. 6625. 7652. 7753. G. 1367. 2224. 3145. Iw. 3719. 
5202. 7513. 

Praep. Adv. E. 4138. 5297. 5298. G. 1195. Iw. 1747. 7626. 

Acc. Praep. E. 6140. G. 2215. 2216. Iw. 1305. 1453. 7645. 
7743. 

Acc. Adv. Iw. 5797. — Acc. Praep. Adv. Iw. 6691. 

Dat. Praep. E. 3854. 
nach der Präposition durch 

Acc. Iw. 7736. — Adv. E. 9101. 

Die Citate sind, wie stets, für E. und a. H. nach F. Blech ^, 
G. nach H. Paul, Iw. nach K. Lachmann ^ gegeben. 

Hier und da wird etwas übergangen, bisweilen eine Ungleich- 
heit in der Beurteilung der Fälle untergelaufen sein. Oft ist es 
nicht zu entscheiden, ob eine nähere Bestimmung besser zum Inf. oder 
zum regirenden Verbum gezogen wird. Ellipsen und Entlehnungen 
des Inf. sind übergangen oder eingeklammert und nicht mit ge- 
zählt, wohl aber zu entlehnende Bestimmungen zu gesetzten Inf. 
Zugleich sieht man aus der Zusammenstellung, dass eine weitere 
Ausbildung des Gedankens weder beim Inf. Perf. noch bei einem 
bereits von einem Inf. abhängigen Inf. irgend welchen Beschrän- 
kungen unterworfen ist. 



150 











i du 


rch 


durch Adv. 


durch Gas. 




überhaupt 


erweitert 


! Casus 


od. Praep. 


und rräp. 


Der Inf. steht 
















oder A.dv. 




ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne ; mit 




ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze { ze 




E 




7 




5 




2 




3 




1 


frei final 


H 
I 


1 


2 

1 




1 
1 


i 
i 


1 
1 












E 


28 


3 


3 


3 


1 3 


3 










nach Verben 


G 


8 


1 




1 




1 










der Bewegung 


H 


8 






















I 


7 






















E 


34 


4 


28 


3 


1 
14 


2 


4 


1 


10 




des 


G 


15 


3 


10 


3 


6 


2 


2 




2 


1 


Strebens 


H 


7 


1 


4 




2 








2 






I 


24 


4 


17 


1 


9 




1 


1 


7 






E 


55 




36 




20 




7 




9 


1 

1 


Antreibens 


G 
H 


13 
5 


1 


10 
3 




' 5 
1 2 








5 

1 


1 




I 


35 




25 




1 13 




6 




6 






E 


65 




44 




23 




15 




6 


1 


Erlaubens 


G 


23 


1 


13 




8 




1 




4 




(läzen) 


H 


16 




9 




4 




5 










I 


45 




18 




12 




5 




1 






E 


1 


4 




1 








1 






einer 
























geäusserten 


G 
H 


1 


1 


1 


1 




1 






1 




Absicht 
























' 


1 


2 


1 


1 


1 


1 












E 




9 




2 


] 






2 






frei 


G 




2 


















consecutiv 


H 
I 




8 




2 








1 




1 


nach Verben 


E 




21 




11 1 




6 




3 




2 


des 


G 




V 




1 




1 










G-eschehens 


H 




4 




2 




2 












i 




8 




4 




3 








1 




E 


281 




226 


1 


127 




31 




68 




a 


71 




61 




32 




9 




20 




mugen 


H 


44 




37 


1 


17 




5 




15 






I 


207 




176 




97 




36 




43 





151 







überhaupt 


erweitert 


durch 
Casus 


durch Adv. 
od. Praep. 


durch Cas. 
und Präp. 




Der luf. steht 














oder Adv. 




ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 








ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 






E 


57 




54 




18 




5 




31 






nach kunnen 


G 
fl 


26 
13 




25 
15 




11 
5 




2 

1 




12 
9 








I 


69 




64 




32 




14 




18 








E 


231 




210 




94 




42 • 




74 








G 


65 




61 




25 




6 




30 






Solu 


H 


40 




37 




16 




10 




11 








I 


186 




163 




80 




37 




46 








E 


U7 




130 




53 




32 




45 






müezen 


G 
H 
I 


52 

28 

132 




47 

18 

123 




18 

7 

56 




11 

4 

18 




18 

7 

49 








E 


14 




12 




6 




3 




3 






dürfen 


G 
H 

I 


2 
6 




1 
4 




3 




1 




1 








E 


12 




10 




7 




2 




1 






turren 


G 
H 
I 


6 
6 




6 
6 




6 
1 




4 




1 






■ ' 


E 




1 




1 




1 












tugen 


G 

H 

I 




1 




1 




1 














E 




1 




1 




1 












wizzen 


G 
H 

I 
























zusammenges. 
Ausdr. 


E. 
G 
H 

I 




3 
3 




1 

3 




2 




1 
1 








d. Bereitsch. 




1 




1 










1 








E 


238 


1 


194 


1 ' 


116 


1 


24 




54 






wellen, den 


G 


60 




47 




28 




5 




14 






willen hän etc. 


H 


39 




38 




20 




4 




14 








I 


180 


1 


150 


1 i 


88 


1 


21 


41 







152 







überhaupt 


erweitert ' 


durch 
1 Casus 


durch Adv. 
od. Praep. 


durch Gas. 
und 1 räp. 


Der Inf. steht 




1 


i 


oder Adv. 


ohne 


mit 


ohne 


mit i 


ohne 


mit 


ohne 


mit 


ohne 


mit 






ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 


ze 




E 




4 




1 




1 










nach 


G 




1 






, 












Adjectiveu 


H 

I 




1 
4 






i 










1 

! 




E 


6 




3 




1 




2 








Vb. eines Tuns 


H 

I 


1 
5 




1 
3 




! 1 




^ 




2 






E 


121 




74 




40 




13 




21 


1 


beginnen 


Cr 

H 


32 
19 




25 
16 




7 
5 




7 

4 




11 

7 






I 


44 




32 




12 




7 




13 






E 


7 




3 


1 


2 








1 




helfen 


H 

I 


3 

3 




2 
2 




l 
1 




1 
1 










E 


1 


1 


1 


1 


1 






1 


1 




pflegen und 


G 






















kürzen 


H 

I 








1 

j 
















E 


63 




22 


1 


5 




lo 




2 




Vb. der 


G 


22 




12 




i 2 




8 




2 




AVahmehm. 


H 


10 




4 




2 




2 










I 


63 




28 




5 




17 




6 







E 


1 




1 








1 






durch 


G 
H 


1 






















I 


4 




1 


1 


1 













Kann demnach auch jeder Inf. ausser den Gen. und Dat. des 
nomen actionis durch Casus wie adverbiale Beifügungen näher be- 
stimmt werden, so ist es doch interessant bei Hartmann noch eine 
gewisse Gesetzmässigkeit in der Häufigkeit zu finden, mit welcher 
dies geschieht, und diese Gesetzmässigkeit sich anlehnen zu sehen 
an ursprünglich vorauszusetzende Verhältnisse und sie also aus 
Nachwirkungen derselben erklären zu dürfen. Freilich ist aus den 



153 

früher angegebenen Gründen manche nicht unbeträchtliche Störung 
eingetreten. 

Für die vier Epen unter sich ergeben sich folgende Verhältniss- 
zahlen : 

der einfache verbale Inf. steht im Ganzen im 

Erec 1362 mal, erweitert 1051 mal, pro Tausend 772. 

Gregorjus 396 mal, erweitert 316 mal, pro Tausend 798. 

Heinrich 235 mal, erweitert 187 mal, pro Tausend 796. 

Iwein 1017 mal, erweitert 813 mal, pro Tausend 799. 
der präpositionale verbale Inf. steht im Ganzen im 

Erec 60 mal, erweitert 31 mal, pro Tausend 516. 

Gregorjus 22 mal, erweitert 10 mal, pro Tausend 454. 

Heinrich 6 mal, erweitert 2 mal, pro Tausend 333. 

hvein 30 mal, erweitert 12 mal, pro Tausend 400. 

Gleichfalls mit der Frage, wie weit sich die verbale Auffassung 
des Inf. bei Hartmann in verbaler Eection äussert, hängt zusammen 
der Umstand, dass ein Inf. sow^ohl coordinirt als namentlich super- 
ordinirt mit einem andern Inf. sowohl als mit einem Satz ver- 
bunden werden kann. Es lässt sich auch dasselbe Verhältniss 
nachweisen wie bei der Erweiterung durch Casus oder adverbielle 
Bestimmung. Gar nicht vermag ich dergleichen nachzuweisen für 
das nomen actionis, den freien finalen Inf.; der nach den Ver- 
ben der Bewegung, des Strebens, des Erlaubens, einer geäusserten 
Absicht hat nur einen Satz nach sich, einen Inf. von allen finalen 
Inf. also nur der nach den Verben des Antreibens. Ganz ebenso 
finde ich bei der parallelen Beihe des Inf. der Richtung nichts 
Aehnliches beim freien consecutiven Inf. und bei dem nach den 
Verben des Geschehens. Zur freien Ausbildung kommt auch dieser 
complicirte Periodenbau erst wieder nach den Verben mit ver- 
schobenem Praeteritum, wellen und beim appositiven Inf. 

Was speciell die subordinirte Verbindung von Infinitiven an- 
geht, ist zu bemerken, dass deren Zahl nie mehr als zwei ist, z. B. 
E. 130 nicht: ir mit geruochen mich län varn, während von zwei 
einander subordinirten Inf. oft noch ein Satz abhänget, z.B. a. H. 1195. 
Sie findet sich nach heizen; mugen, kunnen, soln, müezen, 
wellen; beginnen und sehen. Die Wahl des ersten, von diesen 
Verben unmittelbar abhängigen Inf. ist beschränkt auf län (am 
häufigsten, nach allen genannten ausser sehen mit Beispielen zu 
belegen), die Verba der Bewegung (nach allen ausser kunnen 
und mugen), die Praeteritopraesentia (nur nach wellen, näm- 
lich E. 7615 ich wolt si gerne erkennen und kunnen genennen, 



154 

sonst sind diese Verba auch bei Hartmann nicht im Stande ihrer- 
seits den Begriff eines andern Verbum näher zu erläutern wie bei 
Otfrid (O. Erdmann I § 332) und Heliand (R. Steig p. 317). Von 
wellen selbst führt R. Steig bei Heliand Inf. nur auf, insofern das 
Verbum nicht blos auxiliar gebraucht ist (cf. p. 474), geschehen 
(nur nach mugen), heizen (nur nach soln), helfen (nach kunnen 
und miiezen), gern ze (nach beginnen), geloben (nach heizen) 
und sehen (nach mugen und müezen). 

Die häufigste Form der Abhängigkeit ist die, dass von einem 
Inf. ein zweiter abhängt (a), seltener, dass von einem zwei ab- 
hängen (ß) oder ein finites Verbum 2 Inf. regire und der eine der- 
selben seinerseits einen Inf. bei sich habe (y). Die Gruppirung, 
dass zwei coordinirte Inf. je wieder einen Inf. regiren, kommt nicht 
vor. Die grösste Zahl der coordinirten Inf. ist drei, und zwar nur 
einmal (cf. dagegen R. Steig, p. 3 18. 319. 324. 326. 328. 476. 478). 

Nach einem Verbum der Bewegung hat der Inf. einen Satz 
nach sich E. 2517. 

Nach einem Verbum des Streb ens ebenso E. 3006. G. 3820. 
Iw. 2338. 

Nach heizen folgen zwei coordinirte Inf. durch eine Conjunction 
verbunden E. 1065. 2409. 3949. G. 857. a. H. 1470. — Zwei sub- 
ordinirte, der erste ist ein Verbum der Bewegung E. 6379. Iw. 351, 
län E. 9492. Iw. 7315, loben E. 9494, alle in Form a. 

Nach läzen hängt von dem Inf. ein Satz ab E. 60. 4928. 
G. 3395. 3822. a. H. 1166. Iw. 3724. 7754. 

Nach geloben ebenso E. 3902. 9495 (geloben selbst im Inf.). 

Nach mugen folgen zwei coordinirte Inf., asyndetisch E. 5177, 
verbunden durch eine Conjunction E. 541. 5909. 7456. G. 629. 
1270. 1905. a. H. 553. Iw. 1880. 4879. 6454, drei Inf. E. 6464. 
9767. Iw. 6965. — Zwei subordinirte, der erste ist län E. 40. 5437. 
7986. Iw. 174. 486, geschehen ze G. 2251, sehen a. H. 101, alle 
in der Form a. — Ein Satz hängt vom Inf. ab E. 827. 1352. 1596. 
5558. 9152. G. 3729. Iw. 3398. 

Nach kunnen 2 coordinirte, verbundene Inf. E. 593. 5010. 
8708. — Subordinirte, der erste ist län E. 7491. Iw. 4967. 6382, 
helfen 2183 (ß). 

Nach soln, coordinirt, syndetisch E. 3457. (4741. 9579 s. u.) 
4359. 4700. 4981. 7007. (9945). G. 47. 569. 871. 2681. 3631. a. H. 
361. 493. 1108. Iw. 721. 924. 2811. 3005 (y), asyndetisch E. 1365. 
G. 83. 1533. 2537. Iw. 3685. 6321. — Zwei subordinirt, der erste 
ein Verbum der Bewegung E. 8642. 9609 (y), 9919 {ß oder y). Iw. 
3005; län E. 503. 3413. 3640. 3735. 4133. 4552. 4675. 4975, 5S16. 



155 

8741. a. H. 1290. Iw. 1177. 2016. 5991. 6266, heizen Iw. 5288. — 
Ein Satz nach dem Inf. z. B. E. 220. 658. 7374. 

Nach müezen, coordinirt, syndetisch E. 1404. 2627. 3367. 
3469. 4392. 8873. G. 3702. Iw. 724. 1081. 1511. 1636. 2319. 3742. 
4306. 5265. 5657, asyndetisch Iw. 3275. — Subordinirt, der erste 
ein Verb der Bewegung Iw. 2921, helfen E. 5865 (/), sehen Iw. 
5301. — Ein Satz hängt ab von dem Inf E. 6222. 7972. Iw. 6830. 

Nach dürfen, coordinirt, syndetisch, G. 31 88. — Ein Satz G. 3 188. 

Nach wellen, zwei coordinirte Inf., syndetisch E. 7015. 7607. 
8124. G. 843. 1899. a. H. 209. 797. 1340. 1467. Iw. 250. 955. 1341. 
1481. 2949. 4487. 4725. 4777. 6023, zwei Inf. der Vergangenheit 
E. 6161, asyndetisch E. 48 (vom zweiten hängt ein Satz ab). Iw. 
7919. — Zwei einander subordinirte Inf., deren erster von einem 
Verbum der Bewegung, E. 3060. G. 2290, einem Praeteritopraesens 
E. 7615 (/), län E. 1011. 1482. 3951. 5450. 7488. 9367. G. 1565. 
a. H. 1195. Iw. 524. 7754. — Ein Satz folgt auf den Inf. E. 3864. 
4270. 5132. 5936. 7488. 7830. 9458. a. fl. 1126. 1340. Iw. 2532. 
2598. 3172. 3656. 3976. 5879. 6417 (von einem Verbum der Be- 
wegung ein Satz mit unz). 6898. 7754. 

Nach beginnen, coordinirt, syndetisch E. 2523.6177.6643. 6909. 
7057. 8079. 9712 G. 3587. a. H. . 1238. 1462. Iw. 1271. 5626. 
5769. 5966, drei Inf. Iw. 2845, asyndetisch a. H. 1229. — Sub- 
ordinirt, der erste ein Verbum der Bewegung E. 3952, län E. 8459, 
des Strebens E. 7174. — Ein Satz z. B. E. 18. 7823. Iw. 1731. 
2004. 2011. 5093. 6917. 7324. Cf. die meisten Fälle von beginnen 
vrägen p. 119. 

Nach helfen, coordinirt, syndetisch Iw. 2183 (cf. kunnen), 
asyndetisch E. 6237. G. 493. 

Nach sehen oder hören, coordinirt, syndetisch Iw. 407. 
473. 1241. 3717. 6689. 7012. (nicht a. H. 23, wo B, d.i. Coloczaer 
Handschrift, lesen, A aber lese hat), asyndetisch E. 5297. G. 3175. 
— Subordinirt, der erstere ein Verbum des Beharrens E. 9699. 

Wenn die coordinirten Inf. der Vergangenheit angehören, so 
kann beim zweiten der Inf. hän wegbleiben, nach soln E. 9579 
(cf. dagegen nach wellen E. 6161), ähnlich beim ersten sin E. 4741. 

Trotz der nicht unbedeutenden Zahl der Fälle, in denen von 
einem Verbum mehrere coordinirte Inf. abhängen, ist doch nicht 
zu übersehen , dass sich wohl ebenso oft die Neigung verrät aus 
der schwerfälligen Infinitivconstruction herauszutreten und im 
finiten Verbum fortzufahren, wenn es der Sinn erlaubt, welche 
Fälle bei den einzelnen Verben aufgeführt sind, namentlich so 
immer nach wellen e, öfter wenn beide mit oder zu verbinden 



156 

gewesen wären nach müezen, cf. zum letzteren Fall Iw. 2060. 4"347. 
4985, ferner E. 44. 5002. Iw. 3450. G. 3791. E. 855. 1402. 1485. 2523. 
9231. G. 261. 874. a. H. 252. Iw. 6425. 6756. 7636; bisweilen i.uch 
wird das regirende Verbum noch einmal gesetzt G. 3448. 



2. Anuahme verbaler Tempus- und Genusunterscheidun?;:. 

Die Natur des Substantivum ist ohne Beziehung auf Zeit und 
Genus. Der Casus aber, aus welchem der Inf. sich bildete, erhielt 
durch Vermittlung des in ihm liegenden localen Begriffs der Richtung 
eine temporale Bedeutung und gab sie der neu sich bildenden 
Kategorie als Erbteil mit. Es scheint so erklärlich, dass ihre 
Ausbildung der der generellen Unterscheidung etwas voraus ist. 
Daher werden wir zunächst untersuchen, wie der Inf. mit jener 
temporalen Hinterlassenschaft gewirtschaftet hat. 

a) Die Tempusausbildung des Infinitivs. 
Die Frage nach einer temporalen Beziehung des Inf. konnte 
überhaupt nur zulässig werden mit dem aufkommenden Gefühl vom 
Inf. als einer verbalen Kategorie. Die locale Bedeutung der Eich- 
tung, welche das Verbalnomen zur Bezeichnung der Absicht und 
Folge befähigte, musste in diesem Falle als eine temporale der 
Zukunft aufgefasst weiden, insofern der Raum, in welcher jede 
Handlung geschieht, die Zeit ist, und vertritt das finite Praesens 
im älteren Deutsch das Futurum, so konnte dies der Inf. Praes. 
mit einem gewissen Becht. Der finale und consecutive Inf. stehn 
daher im futuren Sinne, aber vermöge des ursprünglichen Wesens 
jener futuren Bedeutung, die sich nur in abhängiger Construction 
finden kann, ist sie nur eine relative, eine Zukunft vom Standpunkte 
des regirenden Verbum aus. In den Fällen, in denen der Inf. 
die Bedeutung der Bichtung aufgab, im appositiven Gebrauch also, 
gab er eigentlich auch jede Beziehung auf eine Zeit auf, er ent- 
hält hier nichts mehr als den blossen Wortbegriff. Da seine Hand- 
lung parallel neben die des regirenden Verbum gestellt ist. so 
wurde seine Zeit durch die für letzteres angegebene bestimmt. 
Seine Handlung galt als der Haupthandlung gleichzeitig und er- 
schien nun jener Gleichzeitiges selbst zu bezeichnen, also von dem 
Standpunkte jener aus in der Gegenwart Liegendes, und so erliielt 
denn auf diesem Umwege der Inf. auch die Bedeutung eines 
präsentischen Tempus, das aber aus gleichen Gründen wie das 
future nie die absolute Gegenwart bezeichnen kann. Die K( ime 
zur Entwicklung einer temporalen Bedeutung lagen demnach für 



157 

das Futur in dem ursprünglichen Wesen, für das Praesens in dem 
weiteren Entwicklungsgange des Inf. selbst. Sehr nahe lag es nun- 
mehr diese temporalen Beziehungen nach Analogie des finiten 
Verbum durch Hinzufügung auch des dritten Tempus, des der 
Vergangenheit, zu vervollständigen. Otfrid kennt es noch eben- 
sowenig als die ahd. Übersetzer (A. Denecke p. 6), und die Prae- 
position ze ist bis hierher auch bei Hartmann nirgend nachgerückt. 
Natürlich beruht die Tempusausbildung des Inf., des Praesens wie 
des Perfects, und zwar sowohl des mit hän als des mit sin oder 
Wesen und w^ erden (s. u.) auf seinem appositiven Gebrauch. 

In Hartmanns Epen findet sich der Inf. der Vergangenheit 
nui; nach einem sehr beschränkten Verbenkreise, nämlich nach 

waenen im E. 6, G. 1, Iw. 1, nach wän ist im E. 1 mal, zu- 
sammen 9 mal. 

län im Gr. 1 mal. 

wellen im E. 16, G. 2, Iw. 13 mal, im Ganzen 31 mal. 

mugen im E. 8, G. 6, Iw. 8 mal, im Ganzen 22 mal. 

soln im E. 13, Iw\ 3 mal, im Ganzen IG mal. 

müezen im E. 4, G. 1, a. H. 1 mal, im Ganzen 6 mal. 
überhaupt also steht der Inf. der Vergangenheit in Hartmanns 
Epen 85 mal, wovon auf E. 48, G. U, a. H. 1, Iw. 25 entfallen. 
Gebrauch macht Hartmann vom Inf. der Vergangenheit in folgen- 
den Fällen: 

I. Aus logischem Grunde. 

1. Die Notwendigkeit eines Inf. der Vergangenheit trat ein, 
wenn seine Handlung eine vergangene war. Seiner futuren und 
präsentischen Bedeutung entsprechend, die, wie oben gezeigt, immer 
nur eine relative sein kann, sollte man auch für diese Neubildung 
nur eine relative Vergangenheitsbedeutung voraussetzen; und sie 
bezeichnet denn auch zunächst der Haupthandlung vorausliegende 
Handlungen nach den oben genannten Verben, wenn sie eine Be- 
deutung annehmen, welche einer Denktätigkeit oder Behauptung 
gleichkommen und vergangene Ereignisse zum betrachteten Object 
haben, nur einmal bei wünschendem wellen. 

Nach waenen und wän ist (p. 36). 

E. 764 er wände ein kint bestanden hän {bestdn muss hier 
die Bedeutung angreifen, nicht sich im Kampfe 
mit einem bereits befinden haben). 
4418 dö wände er haben vunden einen zagen. 
5043 ich waene mich verriten hän. 
9582 ich waene hiute erworben hän ein schadelöse schände. 



158 

5978 ez was iuwer beider wäii min dinc vil wol gebezzert 1 an. 
G. 2402 ich waene si gespaetet hän. 

Nach niugen, wenn es die von einer Überlegung für die Er- 
klärung eines geschehenen Ereignisses offen gelassene Möglichkeit 
bezeichnet oder nach ihr fragt, cf. p. 95. 

E. 2449 wer mac disiu res erledeget hän? 

4939 dö nam uns wunder, wer ez möhte hän getan, 
G. 2167 waz möhte er vernomen hän der maere? 

2250 waz mac im ze weinen sin geschehen? 
Iw. 7005 81 mohten von riterschaft schuole gehabet hän. 
Nach soln in der Bedeutung behauptet werden. 
E. 9636 der des hete deheinen wän, daz der ritter Mäbonagrin 

solde überwunden sin. 
Nach wellen in wünschender Bedeutung. 
Iw. 54 ichn wolde dö niht sin gewesn, daz ich nü niht enwaere. 
Nach län. 
G. 3395 lät mir daz hiute ze einem heile sin geschehen cf. 

p. 70. 
2. Aber dem Inf. ist hier in seiner ihm eigentlich nicht zu- 
kommenden, erst aus Bedürfniss von der Sprache durch einen will- 
kührlichen Act verliehenen Function mehr geworden ^ als er auf 
dem berechtigten Wege organischer Entwicklung für seine future 
und praesentische Bedeutung je zu erlangen vermochte, er vermag 
auch absolute Vergangenheit zu bezeichnen, bei relativer Gleich- 
zeitigkeit. Dies geschieht nämlich nach abgeschwächten Bedeutungen 
der Praeteritopraesentia und wellen, welche mit ihrem Inf. eine 
untrennbare Einheit eingegangen sind, so dass an dem einen oder 
dem andern zum Ausdruck gebrachte temporale oder modale Be- 
stimmungen gleichsam auf gemeinsame Rechnung gehn und ad<lirt 
werden müssen, um den Modus und das Tempus der von beiden 
bezeichneten einen Handlung zu erhalten. Diesen Weg, ein l*er- 
fectum oder Plusquamperfectum zu bezeichnen, musste die Sprache 
bei den Yerbis praeteritopraesentibus wählen, weil diesen selbst 
jene beiden Tempora abgehn. 

a. Der Indicativ des Praesens der Praeteritopraesentia soln, 
mugen, müezen mit dem Inf. der Vergangenheit bezeichnet eine 
Handlung der Vergangenheit im Indicativ des Perfects. 

E. 5077 sol ich iuch beswaeret hän, daz ist doch durch guot 

getan (= falls ich euch beschwaeret h abe, die 

Bedeutung von soln fällt aus, p. 96). 

6413 Sit daz ich minen gesellen also muoz hän verlorn 

(so Haupt; Bech mir mm geselle also muoz sin verein). 



159 

6532 die andern rettenz tougen, ez waere toerlich get^n und 
möhtez gerne läzen hän (direct du mäht ez gerne 
läzen han parallel dem ez ist toerlich getan, 
vielleicht aber würde es direct auch lauten du möhtest 
ez gerne läzen hän mit der bei wellen, müezen, 
soln, kunnen und mugen üblichen Übertragung der 
eigentlich der abhängigen Handlung zukommenden 
Irrealität auf diese regirenden Verba). 
6842 welch ein schade muoz ergän, und sol den lip ver- 
loren hän der beste ritter (= wenn das Leben ver- 
loren hat, oder steht hier der Inf. der Vergangen- 
heit nur wie unten II, und bedeutet es wenn er das 
Leben verliert?), 
b) Der Conjunctiv des Perf. der Praeteritopraesentia mit dem 
Inf. der Vergangenheit bezeichnet eine Handlung im Conjunctiv 
des Plusquamperfects. 

a. Wenn soln mit der eben berührten Übertragung im Conjunctiv 
den Imperativ der Vergangenheit umschreibt. 
E. 1050 ez soltz der magt niht haben getan. 
1082 ir soldet nü geriten sin. 
Iw. 4516 ir soltet dar sin geriten. 

ß. Wenn wellen, mugen, soln, müezen den Conjunctiv einer 
Bedingungsperiode umschreiben, sowohl im bedingenden Satze 
(wellen, mugen, soln). 
E. 5260 und heten es gerne vil getan, wolt ins Erec gehenget hän. 
Iw. 3797 Wolter lones hän gegert, des waerer da gewert. 

7334 daz hete si lihte getan, wold es der künec verhenget 
(ßech gevolget) hän. 
E. 2276 möhte er gehabet hän volle hant. 

3118 swer so in waere ze den ziten widerriten, dem si 
möhten hän gestriten, so häten si den wec behuot. 
G. 1436 ders möhte hän genomen war. 
Iw. 4352 si waere gerne genesn, möht ez also sin gewesn. 

6509 möht die üz sime gemüete deheines wibes gviQiQ iemer 

benomen hän, daz hete ouch si benamen getan. 
7276 möhten siz in beiden nach eren hän gescheiden, daz 

heten si gerne getan. 
7447 möhtet ir vor der naht ze zwein siegen hän gesehn, 
so müese ich iu des siges jehn. 
E. 874 einer ellenlanger wunden mohter vil wol sin bekomen^ 
der daz phantreht solte hän genomen. 



160 

2465 swer im gewartet solde hän, der endorfte d'oigen 
ruowen lä,n. 

5726 solt er iht vürbaz sin geriten, so müeste er beliben sin . 
als auch im bedingten (wellen, mugen, soln, niüezen). 

E. 98 ouch wolt er sich gerochen hän, wan daz er — 
Iw. 2402 wan düht siz alle missetän, si wolt in doch ge- 
nomen hän, 
E. 873 einer ellenlanger wunden mohter vil wol sin bekomen, 
der daz phantreht solte hän genomen (s. o.). 
1395 der vater möhte ez niht erziuget hän. 
Gr. 471 man möhte grozen jämer hän gesehen. 

2470 sich möhte vil nach der tot gemäzet haben ze dirre not. 
3295 man möhte im sin gebeine haben gezalt. 
Iw. 135 sit unser keiner sine sach, do möht ir ouch gesezzen sin. 
5515 ich möhte mittem muote gevrumet hän diu maere. 
7271 desne mohte er vür war ir dewedern hän gejehen (so 
ßech; Lachmann mohter — nie gejehi). 
E. 9579 den solte ich mit iu hän bestat und iuwer houbet drüf 

gesät. 
E. 2658 enwaere er niht schiere ze helfe komen, si müesten 
schaden hän genomen unde enschumpfieret sin. 

5727 solt er iht vürbaz sin geriten, so müeste er beliben sin . 

y. In andern vorgestellten Sätzen der Vergangenheit. 
E. 9901 wan daz vrou Saelde ir stiure lech, sone möhte ez 

nimmer sin geschehen. 
Iw. 8084 mim tete daz w^eter nie so we, ichn woltez hän geliten 

e, danne ich — 2949 dagegen steht der einfache Inf. 

II. Aus Gründen des Gefühls. 

Weder die abhängige Handlung liegt vom Gesichtspunkte des 
regirenden Verbum in der Vergangenheit, noch die von beiden ge- 
meinsam bezeichnete Handlung. Gleichwohl steht der Inf. der 
Vergangenheit, weil in Folge eines bedeutenden Interesses des Sub- 
jects die Handlung in seiner Vorstellung als vollendete zu bilden 
ihm näher liegt, denn als noch ausstehnde oder werdende. Cf. 
Dillenburger zu Horaz ars poetica 98, der aus Horkelius anführt: 
observasse inihi videor Hwatium perfecti temjwrls infinitivos ciiu vis 
potissimum verbis conjungere , quorum ea vis est, iit tota ad futurum 
tempus spectent. Otto Jahn zu Persius I, 42 inf. pf., ubi inf. praes. 
exspectesy pluries posuit Persius. Grimm, lateinische Gedichte des X, 
XI. Jahrhunderts p. X. 



161 

Das Interesse ist das des lebhaften Wunsches, bei den meisten 
Fällen mit wellen (p. 50): E. 1112. 2211. 3037. 3129. 3223 (wo 
Haupt 1 rechen wollen), 3679. 4032. 4072. 4440. 4710. 5489. 6161. 
6162. 6937. G. 839. 3245. Iw. 2045. 3243. 4292. 5001. 5846. 6591. 
6767. 

Hierzu vergl. als sehr lehrreich .Plato, Phaedo 64 A otl ovöev 
oiXko avTol eTtiTrjöevovOLV rj djtod-viqoy.uv re xal Te^vdvai. Ferner 
Hör. sat. 2, 3, 187. 2, 8, 79. ep. 1, 17, 5. 2, 2, 109. ars poet. 98. 
435. c. 1, 1, 4 und Madvigs disputatio de formarum quarundam 
verbi Latini natura et usu II p. 32 ff. 

Hier liegt der Begriff des Wunsches im regirenden Verbum; 
höchst interessant ist es nun aber ihn, ohne sprachlich ausgedrückt 
zu sein, den Inf. Perf. verursachen zu sehn. Dieser steht nämlich 
einmal auch nach län Gr. 3395 (p. 70. 158). Gregorjus in dem 
sehnlichen Verlangen in seinem ferneren Büsserleben nicht gestört 
zu werden, versetzt sich schon in die Zeit, in der er wieder allein 
auf dem Felsen sein werde, von wo aus betrachtet die gegenwärtige 
Störung in der Vergangenheit liegend erscheint. Ganz derselbe 
Grund waltet für das Praeteritum eines finiten Verbum nach der 
treffenden Erklärung J. Classens ob Thuc. I, 35, 5 otl ol te avxol 
TtoXeixiOi rif^uv i^oav. Dieser Inf. nach län hat also in der Auf- 
fassung des Subjects wirkliche, logische Vergangenheitsbedeutung. 
Cf. noch Terent. And. 570, 203. Hör. ep. 1, 17, 35. 

Als blosse eigentümliche Umschreibung des abhängigen Inf. 
durch hän mit Part. Perf. fasst diesen Inf. der Vergangenheit nach 
wellen H. Roetteken p. 118. 

Zudringlichen Verlangens. 

E. 4631 daz er danne wolde sagen, er solde gevangen sin. 
Iw. 6350 er solte mit in hän gestriten. 
Furcht, Besorgniss oder Schmerzes. 

E. 293 wand er vorhte die gewonheit, er solt in üz ge- 
triben hän. 
4036 wand er des vorhte und häte wän, er solde sich ver- 

sümet hän. 
4427 ja waene ich iuch verlorn hän. 
6153 er mohte sich vil nach an der rede versümet hän. 
G. 750 ezn welle got der guote mit sinen gnaden imderstän, 
si muoz ouch die verlorn hän. 
a. H. 1302 muoz ich alsus verlorn hän die riehen himmelkröne, 
cf. a. H. 1016 er zwivelte vaste dran, weder ez bezzer getan möhte sin 
oderverlän(p. 167) Iw.5795d6siwändesin verlorn. Plato, Phaedo 64 A 

S. V. Monaterherg-Münckenau, Der Infinitiv in d. Epen Hartraanns von Aue. ]^\ 



162 

'/.ivöuvevovoL yccQ oool xvyxdvovOLv dg^iog aTtTÖjuevoL (pikoooqiag 
lelrj&svai rovg allovg, auch das Perf. im lat. perii, interii, occidi, 
peristi, periisse etc. z. B. aus Terent. And. 213. 346. 914. 928. alter 
exitus 4. 6. Eun. 55. 292. 360. 378. 610. 643. 655. 664. 701. 770. 
827. 905. 947. 977. 984. 993. 1007. 1016. 1024. 1029. 1043. 1053. 
1054, Hör. ars poet. 168. 455. (Dagegen And. 244 pereo). 

Der Überzeugung oder Zuversicht, dass etwas sicher oder schnell 
sich ereignen werde. 

E. 5525 er wände ie sä gewunnen hän. 

6812 solt ich daz langer liden, dar umbe müeste ich doch 
min leben als schiere hän gegeben (wie der Vordersatz 
zeigt, ist es keine Bedingungsperiode der Vergangen- 
heit und der Nachsatz wird also genau wiedergegeben 
durch so würde ich ganz gewiss mein Leben bald auf- 
geben müssen, nicht hätte — gemusst). 
Iw. 4650 ich sol sim schiere hän benomen. 
Auch das finite Verbum steht in diesem Falle im Perf., z. B. 
Iw. 1491, und auch hier steht dann gern wie beim Inf. ein Wörtchen 
wie schiere oder sä dabei, z. B. Iw. 4988. 5016. cf. Plato, Alcib. I 
p. 105 A w ^Ahußmöri Ttorsgov ßovXsL triv e^ojv a vvv eyi^tg rj avrUa 
Ted-vdvar^ Mus. 79 avima ted-vairiv Xexecov IjtLßrifievog "Hgovg. Da- 
gegen steht trotz gesetztem schiere der einfache Inf. nach müezen 
E. 3801, womit 4352 zu vergleichen ist, nach soln Iw. 4223. 
5004; cf. auch Iw. 7789 so müeser schiere sin tot. 

Der Erwartung, welche eine Handlung erregt, die soeben, 
jeden Augenblick vor sich gehn sol oder gegangen wäre. 
E. 1753 ir wizzet, daz er solde sin reht hän genomen. 
4049 er wolde wäfen hän geschrirn. 
Iw. 7436 die rede die ir habent getan, die wold ich ge- 
sprochen hän. 
Passive Inf. der Vergangenheit sind hiervon nach müezen E. 
2659, soln 4631. 9636. Das finite Verbum ist sowohl ein Perfect 
als auch ein Praesens, letzteres nach wellen Iw. 5001, mugen 
E. 2449. G. 2250, müezen E. 6413. G. 750. a. H. 1302, soln E 5077. 
6842. Iw. 4650, waenen E. 4427. Hierdurch, glaube ich, erweist 
sich die Erklärung Grimms, Gram. IV p. 172, wonach sich der 
Inf. der Vergangenheit aus dem Grunde mit den praeterito- 
praesentibus verbinde, weil man dem anomalen Praeteritum die 
Vergangenheitsbedeutung nicht recht zutraue, für Hartmanns Epen 
als nicht treffend. Vielmehr gilt das, was Grimm Gram. II p. 850 
{== 835*) über ge- beim Inf. nach mugen und kunnen sagt 



163 

{schwerlich waltet ein Zusammenhang oh zwischen dem der Partikel an- 
haftenden Vergangenheitshegriff und der praeteritivischen Natur von 
mag und karin, welche ehenwohl eintritt hei soll, muss u. a, ja dann 
würde nach dem wii'klichen Praet. aller gewöhnlichen verha ein Inf. mit 
ge erwartet werden können), ganz ebenso für den Inf. der Ver- 
gangenheit. 

Näheres über das Verhalten des Praefixes ge — vor dem Inf. 
in den Epen Hartmanns ist zu finden im 18. Bande der Zeitschrift 
für deutsche Philologie, herausgegeben von E. Hoepfner und J. 
Zacher. 



b) Die Genusausbildung des Infinitivs. 
Sein Subject. 

Das Genus des Verbum ist die Art, in welcher seine Handlung 
auf das Subject bezogen wird. Als Nomen aber enthält das Verbal- 
substantivum den Begriff der Handlung im Allgemeinen oder schlecht- 
hin und ruhend, daher auch ohne Bezug auf ein Subject verständ- 
lich. Kein Subject brauchen wir daher hinzuzudenken bei den 
nominalen Formen im Gen. und Dat. Sobald aber sein Begriff als 
vor sich gehnde Handlung erscheint, sobald aus dem Nomen ein 
Verbum wird, bedarf er notwendig des Bezuges auf ein specielles 
Subject. Ein solches aber nach Art des finiten Verbum im Nomi- 
nativ auszudrücken vermag der Inf. wegen seines Ursprunges nicht. 
Der grammatisch correcte Casus seines Subjectes kann nur ein 
Casus des Bezuges sein. In Hartmanns Epen steht so der Dativ 
einige Mal, im frei-consecutiven Gebrauche 

E. 5486 im ze sehenne er in sluoc (= er schlug ihn so, dass 
die Eolge ein Sehen war für ihn), 
und bei geschehen 

E. 2399 daz ir ieglicher was vro, swa er im ze lobenne geschach 
(genau = wo er für ihn, in seinen Augen, zum Lobe 
gereichte). 
Nach stän, sin, werden und geschehen gehört der das Subject 
des Inf. enthaltende Dativ näher zum Verbum substantivum. 
E. 5573 wä er im ze vinden wart. 
Iw. 775 was mir ze tuonne waere. 
2858 diu im ze suochenne si. 

4512 irn suochtet helfe unde rät, da si iu ze suochen stät. 

11* 



164 

In allen übrigen Fällen ist der Bezug eigentlich ein lediglich 
logischer. Er findet in einfachster Weise statt: bei regirenden 
Verben ohne Object gilt dessen Subject auch als das des Inf., z. B. 
a. H. 1045, bei solchen mit einem, eben dieses Object (bei den 
Verben des Antreibens, Erlaubens, Wahrnehmens, bei causativem 
tuon, senden, vüeren und geben, bei letzlerem das dativische Ob- 
ject). Auch wenn es als selbstverständlich ausgelassen ist, bleibt 
dennoch das Subject für den Inf. aus ihm zu entnehmen. Ist das 
Subject ein ganz neues, so muss es völlig dem Zusammenhange 
überlassen bleiben das zum Inf. gehörige Subject aufzuweisen. iJies 
ist der Fall nach durch, 

E. 6780 ez was durch versuochen getan. 
Iw. 6265 daz ist durch vrägen getan. 

3822 beide gebaerde und bete, die man im durch behben 
tete steht es im Dativ wenigstens beim Verbum regens. 
im frei-consecutiven Gebrauche, 

E. 2806 dane was ze tuon niemere. 
5867 daz si z'erbarmenne was. 

G. 2261 swelh sache diu ze sagen ist. 
einmal auch im frei-finalen 

G. 566 ez waer, ze helne daz mein, versant. 
und immer nach den Adjectiven. Ersatz für diesen Mangel des 
Inf. bietet Satzconstruction oder auch der substantivirte Inf., bei 
dem dann das Subject im Genitiv oder im Possessivpronomen stehn 
kann (cf. p. 8. 16). Abgeholfen haben ihm nur die Sprachen, 
welche durch äusserliche Analogiebildung zu dem Verhältnisse des 
Inf. nach transitiven Verben den Accus, als den dem Subject eines 
Inf. zukommenden Casus bestimmten (p. 53). 

So wie der Bezug auf das zugehörige Subject, so war auch 
ursprünglich die Art dieser Beziehung eine blos logische. In dem 
abstracten Begriff des Nomen war actives und passives Genus nicht 
geschieden. Sehr bezeichnend ist Vulf. Marc. 10,45 y.cd yccQ 6 utög 
Tov dvd-QOJTtov ovx i^ld^c öiaxovrjO^^vai, dlla dia/.ovijoat jah auk sunus 
mans ni quam at andhalitjam, ak andhahtjan. Vulfila hatte also in 
der Verlegenheit das Gefühl, als könne dem Substantivum immer 
noch eher der passive Sinn zugemutet werden als dem bereits völlig 
verbal gefassten Inf. Cf. J. Grimm, Gram. IV p. 58. Das active 
Genus gewöhnte die Sprache in ihm zu sehen sich einzig darum, weil es 
das näher liegende ist. Im Gotischen wie Althochdeutschen kann 
der Inf. daher active wie passive Bedeutung haben. Cf. Grimm, 
Gram. IV p. 56 ff., für die ahd. Übersetzer A. Denecke p. 5, für 



165 

(las Andd. R. Steig p. 312. Die aus dem Mittelhochdeutscheu 
meist angeführten Fälle von angeblich passiv zu verstehnden Inf. 
nach allen transitiven Verben, sofern deren Object nicht ausgedrückt 
ist, während der Inf. ein solches hat und überhaupt zu einem 
Verbura gehört, das ein Passivum bilden kann, gehören nicht hier- 
her, sondern shid auf die eben angegebene Weise zu construiren 
(cf. unter den Verben des Antreibens, der Wahrnehmung und läzen), 
z. B. E. 3360 sol ich den slahen sehen? Dies beweisen die Fälle, 
in denen das Object des Inf. identisch mit dem Subject des regi- 
renden Verbum ist. 

Iw. 5223 heizt iuch dräte ledec län. 

6272 der vräge hiez er sich erlän. E. 9442. a. JB. 1269. Iw. 
1401. Dieser Acc. würde, wenn die Inf. passivisch zu fassen wären, 
wegbleiben. Cf. Iw\ 3817. Parz. 235, 26, Sehr neigen zum passiven 
Sinne wollen w^ir namentlich in den Fällen w^ie E. 9367 durch die 
Gewohnheit, in dem Subject des regirenden Verbum auch das des 
Inf. zu sehen, namentlich aber in folgenden Fällen: bei den meisten 
Inf. nach Adjectiven (p. 103 f.), beim frei - consecutiven mehrmals, 
z. B. E. 2806 dane was ze tuon niemere, oft steht aber hier nach sin, 
werden, stän das eigentliche Subj. des Inf. in dem zum regirenden 
Verbum gehörigen Dativ dabei, w^odurch dann die active Natur des 
Inf. erwiesen wird: E. 5573. Gr. 2261. Iw. 775. 4512. cf. p. 80, selbst 
nach tugen, 

E. 9504 swaz mir ze tuone tohte. 

Iw. 5814 daz ir ze nemenne tohte. 
einmal auch bei einem substantivirten Inf. 

E. 2824 sus verdiente Erec sin loben (das aber nach Pfeiifer 
einem späteren Einschiebsel angehört). 

Auch Iw. 7640 p. 73 kann ere7i act. wie pass. verstanden werden, 
je nachdem man als Subject Gäwein oder Iwein versteht. 0. Erd- 
mann I § 330 findet daher mit Eecht überall nur die active Be- 
deutung bei Otfrid und ß. Steigs zweifacher Einwand p. 311 ist 
abzulehnen. Otf. IV, 17, 29 sie sdhun druhttn iro hintan soll nach 
Erdmann mit Recht der Acc. druhttn nicht von sdhun, sondern von 
hintan abhängen. E. Steig macht hiergegen geltend, 1) dass man 
den Acc. druthin unmöglich von sdhun trennen könne; denn die in sdhun 
ausgedrückte Taetigkeit erstrecke sich sogar in höherem Grade auf den 
druhttn als auf das hinden. seien wir aber genoetigt druhttn von sdhu?i 
und nicht von hintan ahhängen zu lassen, dann müsse man hintan in 
passivem Sinne verstehn. Allerdings erstreckt sich die Handlung des 
Sehens naturgemässer auf das concrete Object einer Person als auf 
das abstracte einer Handlung. Dies muss aber nicht gerade druhttn 



166 

sein, sondern kann ebenso gut der zu ergänzende Begriff ,.die 
Knechte" sein. Dass aber gerade solche aus dem Zusammenhange 
selbstverständliche Objecte, namentlich wenn es dienende Personen 
sind, oft nicht ausdrücklich bezeichnet werden (cf. Odyssee ^214), 
beweisen die Beispiele p. 54. 55. 124. 128. 2) Erdmann widerspreche 
sich selbst, weil er hei demselben Beispiel, falls es activen Sinn hahen 
solle, genötigt sei druhtin doch von sdhun abhängig zu machen. Hiermit 
sagt Steig nichts, als dass verschiedene Construction derselben Worte 
verschiedenen Sinn derselben bewirke. 

Mit Unrecht stellt er daher viele Inf. nach horian, sehan, hetan, 
biddian als passive hin, bei denen das Object zum regirenden Verbum 
fehlt. Die Unhaltbarkeit seiner Ansicht wird sofort klar, wenn der 
vom regirenden Yerbum abhängige Casus ein andrer ist als der 
vom Inf. abhängige, z. B. wenn der erste (fehlende) ein Dat., der 
zweite ein Acc. ist wie 

E. 2296 dar üf er slahen gebot ein mouwe, 
oder umgekehrt der erste (fehlende) ein Acc, der zweite ein Dat. 
ist, wie bei den von ihm selbst p. 334 gegebenen Fällen 

endi im hiet seggian . . . 

endi im helpan bad, 
wo er denn die für ihn entstehnde Verlegenheit nicht anders lö^'en 
kann, als indem er ein wia ergänzt und dadurch einen Acc. c. Inf. 
act. bildet, d. h. tatsächlich dasselbe tut, was er an Erdmann tadelt. 
Ist doch die Weglassung des Subjects Thucyd. I, 142, 2 ovdk tö 
vaimyiov avTcov ä^wv g)oßr]S-YJvaL, I, 138, 3 ä^iog d-avf.iaGai, wohl auch 
I, 141,6 Ol öh ßovlovTai cog fJKiOTa tu ovAua cpd^üqai viel härter und 
niemand wird behaupten, diese Inf. sind passiv gebraucht. Und 
ohne Grund zieht R. Steig nicht noch andre Fälle an die bezeichnete 
Stelle, sondern erklärt sie lieber als passive Inf. und verbindet 
p. 313 Hei. 4101. 4503 und 5473 sogar ein sachliches Object 
des Inf. mit hetan. 

Den durch Umschreibung nach Analogie des finiten Verbum 
aus dem zweiten Particip und werden und sin oder wesen ge- 
bildeten passiven Inf. hat Hartmann in den Epen nur nach Verben 
mit verschobenem Praet. und wellen, nur einmal nach waenen, mit 
werden nur im Erec, nach mugen, soln, dürfen, wellen; mit sin 
oder wesen nach mugen, soln, müezen, wellen, in allen vier Epen, 
nach waenen im Iwein. 

Mit werden sind gebildet 5 im Erec nach 
mugen E. 6247 irn müget wol werden ergetzet. 
soln 7338 daz sol iu werden gezalt. 
dürfen 2901 ezn dorftc vrouwen libe baz erboten werden nie. 



167 

wellen 4338 der ze deheinen stunden werlos wil werden vunden. 
9341 ich wil e werden erslagen. 
Mit sin oder wesen 29 nach 
mugen E. 6019 dem möht von einem troume niht serre sin be- 
trogen. 
Gr. 513 wie ez verholn möhte sin. 
a. H. 1016 weder ez bezzer getan mÖhte sin oder verlän. 
soln E, 544 durch got sult ir erbeten sin. 
952 als er solde erslagen sin. 
2640 als er erkuolet solde sin. 
3201 nü sult ir herren sin gemant. 
4631 er solde gevangen sin. 
4927 daz sol iuch unverswigen sin. 
9945 du solt immer sin gepriset unde geeret. 
G. 3797 wie soldest du verwäzen wesen? 
Iw. 4322 ir sult der rede sin erlän. 
5408 soltens da von sin behuot. 
müezen E. 1023 ezn müez min vrowe diu künegin wider ir laster 
geret sin. 
1116 daz ez gevristet müeze sin. 
2658 si müesten schaden hän genomen unde enschum- 

pfieret sin. 
2675 doch müestens sin gevangen und waere daz er- 
gangen. 
2981 ern müeste sin verdorben. 
4741 oder ich'muoz immer me verswachet unde ge- 

hoenet sin. 
6413 Sit daz mir min geselle also muoz sin verlorn 
(p. 158). 
a. H. 223 da von muoz iu diu helfe min durch alle not 
sin versaget. 
665 du muost von gotes hulden iemer sin gescheiden. 
Iw. 838 iwer zunge müez guneret sin. 
7527 diu müezen guneret sin. 
7812 vervluochet müezer iemer wesn. 
a. H. 714 gote müeze ez sin geklaget, 
wellen G. 274 dazu wil niht me sin verholn. 

Iw. 5496 ich wil sin erkant bi mime leun. 
waenen Iw. 5795 do si wände sin verlorn. 

Beide Arten der Umschreibung sind nicht ganz gleichbedeutend, 
vielmehr ergiebt sich bei näherem Zusehen, dass die mit sin oder 
wesen nach Art eines Inf. Ferf. das Moment der Vollendung oder 



_ J68 

Dauer, des Verharrens in einem voihaadenen Zustande (G. 274. 
513) enthalten. Gern stehn daher aiuh Immer, nilit me etc. dabei: 
E. 4741. 9945. a. H. 665. Iw. 7812. bieselben Momente lieger in 
E. 2981. G. 3757. Iw. 4322. 5408. 5496. In andern Fällen kann 
man Aehnlichkeit mit dem p. 160 f. besprochenen Gebrauche des 
Inf. der Vergangenheit (cf. auch ge-) finden. Auch ist die Vorliebe 
von müezen für die Umschreibung mit sin zu beachten, das hier, 
abgesehn von den Fällen, in denen es den Wunsch ausdrückt, 
immer die Notwendigkeit in Bezug auf das Prädicat (cf. müezen) 
bezeichnet (E. 1023. 2981. a. H. 223). In 2 Fällen endlich scheint 
sin mit dem Part, wirkliche Vergangenheit zu bezeichnen, und zwar 
absolute, wenn es nämlich den Conjunct. Perf. von müezen zur Be- 
deutung eines Conjunct. Plusquamperf. wandelt: E. 2658. 2675; 
E. 2675 entspricht dieser Verbindung wirklich ein finites Plusquam- 
perfect, 2658 entspricht dem Inf. aus Part, und sin ein solcher aus 
Part, und hän, wozu p. 160 zu vergleichen. 

Weiter ist die Ausbildung der Tempus- und Genusimterscheidung 
bei Hartmann noch nicht gediehen. Er kennt keinen durch Um- 
schreibung gebildeten Inf. der Zukunft, weder des Activs noch des 
Passivs, die ja auch im finiten Verbum von Hartmann nur mit 
Hilfe von wellen, soln etc. gegeben wird. Ze findet sich bei den 
mit hän, werden, sin oder wesen zusammengesetzten niemals (cf, 
J. Grimm, Gram. IV p. 171), ganz im Einklang mit seinem früher be- 
sprochenen Gebrauche, wonach es bei Hartmann noch keineswegs 
seine Bedeutung beim Inf. verloren hat, sondern den in diesem 
liegenden Begriff einer Richtung verstärkt und daher nur bei einem 
Inf. mit futurischem Sinne (finalem und consecutivem) stehn kann. 
Die mit sin und wesen oder werden stehn überdies auch nur nach 
Verben, die überhaupt nie ze beim Inf. haben. Auch bei den ahd. 
Übersetzern steht bei einem mit Partie, zusammengesetzten Inf. 
nie zi. Denecke p. 7. 54 findet den Grund für das stete Wegbleiben 
der Präposition darin, dass die Sprache nur gezwungen schwerfällige 
Formen bildet. Von Interesse ist es die historischen Vorstufen 
dieser Entwicklung zu betrachten, so weit darüber Untersuchungen 
vorliegen. Im Got. findet sich die Umschreibung des passiven Inf., 
doch ist sie selten und offenbar ungeläufig (J. Grimm, Gram. IV 
p. 57), im Ahd. begegnet sie nur bei Übersetzern, und zwar wird 
sie gerade von den bessern gemieden (A. Denecke p. 5), während 
sie bei Otfrid sich überhaupt nicht findet (O. Erdmann I, 380). 
Dagegen weist R. Steig Z. f. d. Ph. XVI (a. 1884) p. 310 aus 
dem Andd. 22 Fälle mit werthan, 4 mit wesan nach. Da sie sich 
DU« hier nur nach sculan (16 mal), mugen (7 mal) und mötan (3 mal) 



I 



169 

findet, bei Hartmann aber auf diesen nämlichen V^erbenkreis be- 
schränkt ist (es kommen nur dürfen und wellen ausserdem hinzu), 
so liegt die Vermutung nahe, dass diese ganze ßildungsweise vom 
Ndd. ausgegangen und ihr Bestand im Mhd. nur eine wenig er- 
weiterte Fortbildung auf dem Grunde des vom Ndd. Gebotenen ist. 
Ein Inf. act. der Vergangenheit ist im Got., Ahd., Andd. nicht vor- 
handen (J. Grimm, Gram. IV p. 107, A. Denecke p. 6, R. Steig 
p. 483). 



III. 

Der Infinitiv als von neuem substantivirtes Nomen. 



Als Ersatz für das nur im Gen. und Dat. fortlebende nomen 
actionis trat eine neue Substantivirung des aus jenem entstandenen 
Inf. ein, welcher mit dieser letzten Entwicklung seine Geschichte 
schliesst. Das neue Substantivum besitzt nicht wieder die Privi- 
legien des alten, sondern steht völlig gleich jedem andern. Im 
Andd. findet sich neue Substantivirung nur einmal im Acc. , Hei. 
1965 wateres drinkan. Hier beweist der Gen. die neue Substanti- 
virung. 5641 drinkan hiddian ist zweifelhaft, denn was R. Steig 
dafür geltend macht, es müsste, wenn es ein gewöhnlicher Inf. 
wäre, da eine Bitte nur an eine andre Person gerichtet werden 
könne, bei drinkan ein neues Subject stehn oder doch hinzuzudenken 
sein, was aber nicht angehe, spricht angesichts der Eälle von p. 475 
nicht mehr gegen die Annahme des verbalen Inf. und zwar, was 
ich für wahrscheinlich halte, eines finalen. Wie vollends, wenn die 
Ergänzung des Subjects gar nicht so fern läge? Ist nicht das 
Subject beider Verba dasselbe? Mir deucht die altertümliche Kürze 
hiddiu drinkan für dass ich trinken mag oder darf nicht un- 
möglich. Kein grammatischer Grund kann angeführt werden gegen 
ich bitte zu wissen nach Analogie von ich fordere zu wissen. 
Hand postulo me in lecto accumbere (Plaut«), qui se scire aut pcsse 
postulet (Cic.) bei gleichem Subject ist lateinisch aber nicht deutsch 
und auch nicht griechisch. Denn wenn zwar die Beziehung des 
Inf. nach bitten auf dessen Object als Subject das Gewöhnliche ist, 
so muss doch auch die auf sein Subject nicht ausgeschlossen sein 
wie bei so vielen intransitiven Verben, und ist es auch nicht erlaubt 
ein intransitives Verbum transitiv zu gebrauchen, so doch jeden- 
falls das umgekehrte, zumal wenn das Object selbstverständlich und 
übrigens wiederum eine dienende Person ist, cf. p. 54. 55. ^lit 
Recht hat R. Steig dagegen etan und drinkan nach gehan als finale 



171 

Inf. aufgefasst. Bei Otfrid (O. Erdmann I § 345—347) ist das 
neue Substantivum schon ganz gebräuchlich und auch bei den ahd. 
Übersetzern mehrfach zu finden (A. Denecke p. 55). Ebenso nun 
ist es Hart mann ganz geläufig geworden. Häufig ist bei ihm auch 
bereits die Zusammenstellung mit andern, nominalen Substantiven, 
wofür Grimm, Gram. IV p. 260 nur zwei Beispiele anzuführen 
vermochte. Sie findet sich nicht selten von Verben, welche (trenn- 
oder untrennbar) eine Präposition oder ein Adverb bei sich haben. 
Diese verschmelzen alsdann meist mit ihr zu einem Compositum 
(nach jagen, zuoriten, wider komen, hinvarn (? cf. p. 7), wider keren, 
umbevähen), seltener bleibt sie getrennt (daz wesen inne, daz wesen 
in sinem lande). Mit Nominalstämmen ist nur das völlig als Sub- 
stantivum gefühlte leben und ezzen componirt. 

Ein Plural findet sich nicht. Im Ganzen enthalten die Epen 
71 substantivirte Inf. an 201 Stellen, und zwar im Nom. 89 (E. 36, 
G. 13, a. H. 7, Iw. 33) — Acc. 84 (E. 20, G. 20, a. H. 9, Iw. 35) — 
Gen. 13 (E. 7, G. 1, a. H. 3, Iw. 2) — Dat. 15 (E. 5, G. 6, a. fl. 2, 
Iw. 2). 

Das Verzeichniss sämtlicher Substantivirungen ist folgendes: 
bä,gen, binden, bliuwen, verderben, gedingen, dreuen, ezzen, 
abentezzen, gäben, nach gäben, jagen, nach jagen, wider keren, klagen, 
klaffen, wider komen, kroijieren, lachen, laden, leben, lancleben, 
wunschleben, lesen, liezen, loben, lougen, mezzen, genäden, genesen, 
prisen, ringen, riten, zuoriten, riuwen, ruofen, sagen, scheiden, 
schelten, schrien, senen, singen, sitzen, siusen, släfen, smaehen, 
springen, strafen, widerstreben, striten, widerstriten, suochen, tanzen, 
triegen, triuten, trüren, turnieren, twelen, umbevähen, vallen , hin 
varn, vasten, vehten, vinden, vischen, vlegen, wachen, warnen, 
weinen, gew^eren, wesen, wizzen. 
1. Im Nominativ stehn folgende: 

1. ohne jede Beifügung : klagen E. 9804; sagen, singen E. 2153, 
tanzen E. 1314. 2141. 8062; triuten E. 2950; trüren E. 2144. 
9724. 9804. 

2. mit einem Genitiv: einer toerinne klaffen G. 1303; dirre 
werke leben a. H. 696, maneges leben G. 2521. 

3. mit einem Adjectiv: michel gäben Iw. 4624; gesundez lehn 
Iw. 7782, guot leben Iw. 8159; gröz weinen G. 54. 

4. mit einem Pronomen, a) possessivum (resp. Gen. des per- 
sonale): min verderben Iw. 4335; sin ezzen Iw. 6544; ir 
vehten E. 844; din klaffen E. 5476; unser lachen a. H. 106; 
min, unser, iuwer, sin, ir leben a. H. 786; 730; Iw. 8001; 



172 

G. 1039, a. H. 55; Iw. 7316, 7346; ir lesen Iw. 6470: ir 
mezzen E. 9090; min riten Iw. 5133; sin schrien E. 7411; 
din schelten Iw, 151; sin sitzen E. 4543; ir strafen E. 65;)7; 
ir widerstreben E. 6348; sin, ir trüren G. 1576; 335; nun, 
sin, ir twelen Iw. 4830; E. 1078. Iw. 992; E. 2943; i^^er 
weinen E. 8859, sin weinen E. 7411; sin wesen E. 10047. 

b) demonstrativum : ditz bliuwen E. 6585; ditz dreun Iw. 
6110; ditz ringen G. 214; ditz schelten Iw. 6110. 

c) interrogativum : welch vallen Iw. 2599. 

5. mit dem Artikel, a) dem bestimmten: daz ezzen E. 3091, 
3659; daz vischen G. 2607; daz giuden E. 9065; daz clagen 
Iw. 1166; daz laden E. 5856; daz leben Iw. 5574; daz 
scheiden G. 483, Iw. 6513; daz senen Iw. 3984; daz smaehen 
Iw. 3201; daz suochen Iw. 1407; daz trüren Iw. 4427; daz 
twelen Iw. 3084; daz weinen E. 9729; daz wesen E. 9548; 
daz geweren Iw. 2919; daz gnaden Iw. 5100. 

b) dem unbestimmten: ein leben G. 1359; ein prisen 
Iw. 151; ein siusen Iw. 994; ein striten Iw. 1020; kein 
widerstriten E. 8054. 

6. mit dem Artikel oder Pronomen und einem Adjectiv oder 
Genitiv: ein kurzez dingen G. 3116; unser bloedez vehten 
E. 901; daz vlehen siner sünde G. 3502; daz lange vrägen 
E. 7109; sin ewigez clagen Iw. 6964; daz aller beste leben 
G. 2051; ein jaemerlichez scheiden G. 1648. a. H. 1042, ein 
vil gemüetlich scheiden Iw. 7248. Von Compositionen: daz 
gemeine nach gaben Iw. 4652 ; daz gaehe wider keren Iw. 3203. 

7. mehrere substantivirte Inf. sind zusammengestellt: sagen und 
singen und snelleclichen springen E. 2153; sin schrien und 
sin weinen E, 7411; trüren unde klagen E. 9804; ditz schelien 
unde dreun Iw. 6110; din schelten ist ein prisen Iw. 151. 

8. nominalen Substantiven gleichgestellt, a) mit ihnen ver- 
bunden: groz buhurt huop sich da unde tanzen anders wä 
E. 1314; buhurt, tanzen huop sich hie E. 2141; daz vil 
süeze seitspil und ander kurzwile vil, sagen unde singen 
und sneUeclichen springen E. 2151; tanzen und aller slalite 
spil E. 8062; nü mäht diu gröze triuwe und diu ganze 
riuwe und siner ougen ünde, daz vlehen siner sünde G. 3502; 
sin ere und sin leben a. H. 55; unser leben und unser jugcnt 
a. H. 730; kraft unde gesundez lehn Iw. 7782; ein siusen 
unde ein doz Iw. 994; daz smaehen, daz gaehe wider keron, 
der slac siner eren, das smaehliche ungeraach, diu versümde 
riuwe und sin groziu triuwe, diu verlust des guotes, der 



173 

jämer nach dem wibe Iw. 3201 — 3212; sin weaen und sin 
schin E. 10047. 

b) in losere Beziehung zu ihnen gestellt: ir lancleben (ist) 
ein gaeher tot a. H. 720 (s. u.), cf. 2. Büchl. 116; wie unser 
lachen mit weinen erlischet. unser süeze ist vermischet mit 
bitterre gallen a. H. 106. 

Einmal ist der substantivirte Inf. durch ein Adverb 
näher bestimmt: E. 2154 snelleclichen springen; ähnlich 9548 
daz wesen inne. Einmal hat er auch eine Präposition bei 
sich: E. 4112 nach im wart michel gäben. 

Compositionen finden sich hierunter: sin äbentezzen ö. 
2711 ; hin varn und wider komen E. 9427 (cf. p. 7); lanc- 
leben a. H. 720 (so nach Lachmanns Besserung, die strassb. 
Handschrift hat lange leben, heidelberg. Kol. und ein lanch 
leben, Bech lanclip. Cf. a. H. 1524). 
2. im Accusativ: 

1. ohne jede Beifügung: ezzen Iw. 816; äne jagen E. 4226 
leben Iw. 6144; äne lougen a. H. 1426; genesen G. 1276 
äne schämen E. 4469; schelten G. 3462; triegen E. 9080 
verderben G. 1276; warnen E. 4141; weinen Iw. 4010. 

2. mit einem Gen.: der wibe liezen E. 8123; vür des todes 
schelten Iw. 7162; vriundes umbevähen iw. 7508. 

3. mit einem Adjectiv: so jaemerlichez clagen Iw. 1160, groz 
clagen umbe die vrouwen 4297; michel kroijieren E. 2563; 
geistlichez leben G. 3652; groz riuwen G. 56; michel sagen 
Iw. 249; michel weinen a. fl. 1006. 

4. mit einem Pronomen a) possessivum: min vinden Iw. 5994; 
sin nach jagen Iw. 4298; din klaffen E. 82; sin klagen G. 
1075, ir klagen 2463; min, unser, din, sin leben Iw. 1646, 
1895; 6320; G. 1268, a. H. 647; Iw. 5632, 6365; ir liezen 
E. 3346; sin loben E. 2824 (nach PfeiiFer Einschiebsel eines 
Schreibers); sin rüefen G. 2886; sin sagen Iw. 98; din singen 
E. 8168; ir scheiden G. 2482; ir släfen E. 2524; iwer weinen 
E. 6280, ir weinen G. 338. 

b) demonstrativum : ditz bägen Iw. 4566; ditz vehten von 
disen guoten knehten Iw. 6939; ditz lehn Iw. 6317; (ditz 
schelten G. 2642 nach Handschrift A, der Lachmann und 
Bech folgen); ditz suochen Iw. 5976. 

5. mit dem Artikel, a) dem bestimmten: daz eren Iw. 7640; 
daz gäben Iw. 4692; daz klagen a. H. 1038; daz lachen 
a. H. 1424, Iw. 4010; daz leben E. 6235, G. 756, 2948, 



174 

Iw. 6614, 7220, 7330, 7408, 8128; daz rufen E. 5301; daz 
wesen in sinem lande E. 3883. 

b) dem unbestimmten: kein antwurten E. 3221; ein veliten 
Iw. 6933; ein clagen Iw. 4430; ein lachen Iw. 6459; ein 
schelten Gr. 2674, a. H. 1319; ein weinen Iw. 4430. 

6. mit dem Artikel oder Pronomen und einem Adjectiv: ein 
vriuntlicher binden E. 4483; daz ewige leben G. 1625, ein 
reinez leben a. fl. 296, ein kumberlichez lehn Iw. 6378, daz 
aller süezest leben G. 1335, ein wünneclichez leben 2088; 
daz groze riuwen G. 3165; ditz bloede vehten E, 907; iuwer 
tumbez klagen E. 6490; ditz lesterliche leben a. H. 1259, 
iuwer unwerdez leben Iw. 6411; ir stille liezen E. 8687; 
sin ungevüegez schelten Iw. 2562 ; din wiplich weinen G. 297. 

Von Präpositionen hängen ab: in daz leben G. 756; in 
ein weinen und ein clagen Iw. 4430; an daz leben Iw. 7330; 
an ditz suochen Iw. 5976; äne triegen E. 9080; nach ezzen 
Iw. 816; äne schämen E. 4469; vür daz lachen Iw. 4010; 
vür des todes schelten Iw. 7162; vür daz leben Iw. 7220, 
über geistlichez leben G. 3652, über leben Iw. 6144, umbe daz 
ewige leben G. 1625; umbe ir scheiden G. 2482; umbe sin 
nach jagen Iw. 4298; umbe ir släfen E. 2524. 

7. mehrere substantivirte Inf. sind zusammengestellt: genesen 
ode verderben G. 1276; in ein weinen unde ein clagen 
Iw. 4430. 

8. nominalen Substantiven gleichgestellt: sine vreude und sin 
klagen G. 1075; ir jämer unde ir klagen G. 2463; die herze- 
riuwe und daz klagen, der muoter grimmeclichez leit und 
ouch des vater arbeit a. H. 1038; in daz leben ode in den 
tot G. 756; unser lehn und unser burt Iw. 6320; gesunt 
und sin lehn Iw. 5632. 

Gompositionen : daz selbe wunschleben a. H. 393; nach 
jagen Iw. 4298; umbevähen Iw. 7508. 

Mit einer Präposition: groz clagen umbe die vrouwen 
Iw. 4297; daz wesen in sinem lande E. 3883. 
3. im Genitiv: 

1. ohne jede Beifügung: vil scheltens a. H. 1344, swaz scliel- 
tennes a. H. 1347; turnierens zil E. 2355 (besser wohl p. 14 
gestellt). 

2. mit einem Possessivum: ir komennes E. 627, 2068; mins le- 
bennes Iw. 5500; sines zuoritens E. 3315; mines sagennes 
Iw. 219. 

3. mit bestimmtem Artikel: des gedingen E. 1475; des le- 



175 

bennes E. 6272, 9312; des scheltns Gr. 2667; des weinens 
a. H. 1007. 
4. zusammen mit nominalen Substantiven: mins lebennes und 
mins rehten namen Iw. 5500; swie vil si vlüeche unde bete 
unde ouch scheltens getete a, H. 1344. 
Compositionen : zuoritens E. 3315. 
4. im Dativ, nur nach Präpositionen: 

1. ohne Beifügung: nach ezzenne Iw. 5815; mit vasten G. 723; 
von vluochen E. 3022; von geheizen E. 8693; an jagen G. 
1826; mit tri wen (Haupt '^ triuwen, Bech vermutet triuten) 
E. 1462; mit wachen G. 722; mit weinenne E. 6236, mit 
weinen G. 2150, a. H. 107; mit riuwen G. 2084. 

2. mit Possessivum: zuo sinem gähenne G. 2907; z'ir lebene 
a. fl. 683; mit minem wizzen Iw. 727. 

3. mit Adjectiv: in allen gäben E. 7. 

4. mit andern substantivirten Inf.: wie unser lachen mit weinen 
erlischet a. H. 107. . 

5. mit nominalen Substantiven zusammengestellt: von geheizen 
und von starker drö E. 8693; mit weinen unde mit gebete 
G. 2150; mit wachen unde mit gebete, mit almuosn und 
mit vasten G. 722; an jagen ein houbt, an vluht ein zage 
G. 1826. 



Berichtigungen und Druclifehler. 



p. 8 nach Z. 22 füge zu: 6348. 

p. 9 Z. 35 tilge: cf. E. 143. 

p. 11 Z. 7 tilge: 40. 41; Z. 17 füge zu: 1016; Z. 18 1.: also. 

p. 13 Z. 10 1.: wiewohl. 

p. 14 Z. 3 1.: 383; Z. 27 L: 5965. 

p. 24 Z. 28 1.: mit urloube er do danne schiet ze etc. 

p. 25 Z. 13—23 1.: 

Bei verschiedenem Subject steht ein Satz mit der Conjunction daz 

z. B. E. 225 (durch den sin). 827 (umbe daz). 1815. 6431 (durch daz 

Haupt 1 und Bech, daz Haupt 2). 7418. 8556. 8558. G. 2497. 2820. 2986. 

3522. a. H. 24 (dar umbe). 254. Iw. 5990. 7602. 

Bei gleichem Subject E. 2245. 3120. G. 1700. 2542. 3667. a. B. 19 

(dar umbe). Iw. 3290. 5312. 

Ein finaler Relativsatz findet sich bei gleichem Subject E. 3563. 4011 

G. 2874. 

Auch bei Otfrid ist in diesem Falle die 'Satzconstruction häufig 

(0. Erdmann I § 278 — 280), doch findet sich nicht selten auch der pi äpo- 

sitionale Infinitiv (ib. § 351). 
p. 30 tilge Z. 13; Z. 36 1.: sitzen, 
p. 40 Z. 29 tilge die gehobene 2. 
p. 45 Z. 25 1.: schwerfälligen, 
p. 50 Z. 7 1.: das. 

p. 79 Z. 13, p. 82 Z. 9, p. 99 Z. 14 1.: Otfrid. 
p. 80 Z. 5 1. : gesetzt wird, muss. 
p. 100 Z. 8 1.: hete. 
p. 121 Z. 22 1.: beherten. 
p. 132 Z. 36 1.: fungirt er. 

p. 136 Z. 41 setze das Komma ans Ende der nächsten Zeile, 
p. 137 Z. 12 tilge das Komma. 

Die Zahlen der Rückverweisungen sind p. 1 — 30 infolge nachträglicher 
Aenderung in der Paginirung um 3 zu gross angegeben. 



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