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Full text of "Gesammtabenteuer: Hundert altdeutsche Erzählungen: Ritter- und Pfaffen-mären, Stadt- und ..."

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(iesammlabenlener. 

Herausgogebt'i» 



Friedrich Heinrich von der Hagen. 




.'•'Di'tiii'iili^fiiiiua^/M' 



<iiiSi.ll Ml. iiM- ,|,iii,rill ilfiiilrml 



(iosiiiiimliilMMiloucr. 

Hundert altdeutsche Erzählungen: 

Ritter- und Pfairen-llläreii 

Stadt- and Dorfgeschichten 
Schwanke, Wandersagen ond LcKendeii 



» % 



Jakob Appet, Dietrich von Glatz, den Freudenleeren 
Heinz dem Kellner, Jansen Enenkel, Heinrich und 
Johannes von Freiberg, Hermann Frefsant, dem HuiTerer, 
Konrad von Würzbu^, Niefi^d, Ra^ld, Rüdiger dem 
Hunthover, Rtid%er^on Wüi*?r) ÜMpr^ht von Würz- 
burg, Sibot, dem Stricker, Volrat, dem Vriolsheiiner, 
Wernher dem (lartener, Herrand von Wildonie, dem 

Z^'ingäuer und Anderen, 

* 

meist zum erstenmal gedruckt ] 

lind herausgegeben von 

Friedrich Heinrich von der Ha^en.'^ * 



Zivcltcr BAüdi. 



Stuttgart und Tübingen. 
J. (;. r. o l l a 's c h e r Verlag. 

1850. 






LIBRARY" 



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Kih^fuiriickoroi der J. G. CotUi'srJioii Bunhhandluiiß in StuttKnrt. 



Gveschichte der eiuzeliieii Erzahlougeii. 



XXi. Das 

hat im ersten Theile zwar viel Aehiilichkeit mit dem 
folgenden Sperber, ist aber schon dadurch milder gehal- 
ten . dafs die unschuldig um ihre Minne Betrogene keine 
Braut des Himmels, sondern ein kindliches LandmAgd- 
lein ist, für welche das bei der Aernte gefangene 
Häselein auch befser pafst, als der Sperber für die 
Nonne. Der dazu sehr gut stimmende und versöhnende 
zweite Theil, die Hochzeit, ist ganz eigenthümlich, 
und wie dieses Gedicht nur in der Strafsburger Hand- 
schrift übrig (Quellenverz. 4), so ist es auch dem In- 
halte nach sonst nicht bekannt Die Worte des Dichters, 
dafs er zur Ergctzung und Gunst der Edlen , und trotz 
der Neider, mit Trau Venus Hülfe diefs »Abendmär- 
lein« Deutsch reimen wolle, besagen nicht noth wendig 
eine Uebertragung aus fremder Sprache; welche in 
Bezug auf den ersten Theil sonst wol verstanden wer- 
den könnte, obgleich sie, wegen dieser Beschränkung, 
und auch übrigens näher vom folgenden Gedichte gilt. 
Die Art wie die vornehme Braut, mehr als naiv, sich 
verschnappt, wird noch in ähnlichen Verhältnissen 
von unserm Pommerschen Fräulein und ihrem Hof- 
meister erzählt. 

XXIL Der Sperber. 

Hier beruft sich der Dichter auf mündliche Sage, 
und weicht auch bedeutend genug von dem entspre- 
chenden Alt französischen Gedicht ab, sodafs dieses 
auch wenigstens nicht unmittelbar seine Quelle ist. 




VI tfcfi^i^tt bei (injclncn djd^lBBgtB. 

Es jsl dort die viel kürzere Erzählung vom Kranich,' 
um) anstatt dos Klosters ist es ein Thurni, wo elu 
Burgherr seine schöne Tochter, zur Sicherung ihrer 
Ehre, mit ihrer Amme versperrt hat. Wahrend diese 
einen LofTel holt und i\v Thilre olTen leftt, kömmt 
ein Knappe mit einem (durch einen Sperber) gebaizteti 
Kranich. Nach dem ersten Schaden geht die Amme 
abermals weg, und holt ein Mefser, den gerupften 
Kranich zu bereiten; und nach dem rückgängigen Han- 
del nimmt ihn der Knappe wieder mit sich weg. ~ 
Dieser rohern Gestalt gemäfs ist auch die Darstellung 
vielmehr eine Blofsstellung von der schamlosesten 
Nacktheil; wie solche denn überhaupt sehr vielen Alt- 
französischen Gedichten von der Minne' gemein {sL 
Ahsonderlich klingen dicht daneben die Betheuningen bei 
allen Heiligen von Orleans, und beim Apostel PetrusI — 
Unser ritterliches Gedicht vom Sperber und der kindli- 
chen Nonne mit ihrer geistlichen Mutter nimmt sich ge- 
gen diesen Französischen (Fischart dolmetscht »franksAui- 
schenn) Kranich ebenso züchtig, wie gebildet aus. 

Die Beliebtheit dieses Gedichts durch mehre Jahr- 
handerle bekunden acht Handschriften und eine Alt- 
niederrheinische DmBchreibung. Vgl. Quellen Verzeich- 
nis 26. Zwei Abdrücke ebd! 4. 6. 10. 

XXItl Das Gämelem. 

Auch dieses Gedicht ist auberdem ebensowenig 
bekannt, als der Dichter deaselbeu. Das Ginselein ist 
aber sichtlich das Seitenstuck zu dem vurstflbndeu 

> Bariataa-Mion IV, 2B0: £)e Itf Orot- 148 HaimiHli-ii. 
Aus d«n HandictiTinrn Ttffl. TBIB. lind ^1. Gtrmaln (830. Lc- 
arand IT, 390 Aufiug; in clor Ausg. viid 1839 IV. 302, mii 
Imberl'ü Reimen 

' Bo stehi hier für diof« «ehitnc Worl Immer fr ^rt, 
WM fWllleti noch «in m illgeitleJncr Fnnittlaeher Au«mr 
id, ditKMhMi «in tanU titi Ar4«*M>-Afit» III,. 4W (btfrand 



Sperber: Kloster , MOnch und AM sind gank entspre- 
cheod der Nonne and ihrer Oberin, das Ginselein ist 
ingieich das Ifigdelein. Die Reden des Mönchs und 
seine firommen Wunsche fOr das Kloster sind ebenso 
vergnüglich, wie jene der Nonne; und der Abt roufs 
ebenso durch seine eigene Schuld sich trösten, und 
schweigen 9 wie die Oberin. Der alte Fibelsprach: 
»Das Fleisch der Gänse schmecket wohl« bewährte 
hier sieh in neuem Sinne. — Des Dichters Seitenblick 
am Schlufse auf das Kloster Drahow, wo zwei oder drei 
lioDcfae aolchen Geschmadies ebenso ihren Abt alles 
mögen lum besten kehren lafsen, meint wol das 
noch so stattliche und wolhäbige Benedlktiner-Kloster 
StrahoT hoch am Hradschin in Prag; in welcher 
Stadt damals, am Hofe der Böhmenkönige, Deutsche 
Sprache und Dichtkunst gepflegt wurden; sodafs ich 
dort namentlich auch Inder glänzenden Bibliothek Stra- 
hovs, Altdeutsche Ueberbleibsel davon gefunden habe. ' 
Drahov, was ich sonst nicht finde, ist aber gleichwol ein 
Böhmischer Name, wie Drahomira u. a. Ist hier Stra- 
hov za verstehn, so wohnte der Dichter auch wol in 
Prag, und kannte das Leben dieser Mönche. 

£in kurzer Reimspruch eines viel spätem Französi 
sehen Dichters, Martin Franc um 14^K), deutet den In- 
halt nur im Allgemeinen an: dafs einem Mönche die 
schönen Frauen für Gänse ausgegeben wurden, und 
er nun weder efsen noch trinken, sondern nur die 
Gänse sehn wollte, wie er den anderen Mönchen sagte. ' 

Früher erzählt Boccaccio ^Eingang zu IV): ein 
Florenzer Bürger, Filippo Balducci, wird Witwer und 

IV, 3i2j von einem FrJulein erziihtl. die jedesmal darüber in 
Ohnmacht fiel, jedoch die Saclie sich so genaa timsrhreiben 
lind an sich attsführen liefs, wie hier fseschieht. 

* Briefe in die Heimat (1816) I. i8. 

* Das kiine Gedicht in « arhtreimigen Strophen wiederholl 
L Ideler. Allfranz. NaL-LiU. S 85«. tgl. S. 213. Anm. 9. 




VIII tftfdi^U k(t CM)cbi(ii tfrjä|(Bii0(M. 

begibt sich auf den Berg Asinajo als Einsiedler, 
wo er seinen Sohn bis tum ISIea Jahr erzieht, dann 
mit nach Florenz nimmt, und ihm dort junge. von 
einer Hochzeit kommende Mttdcben junge üftose (pa- 
ferej nennt, aber vergeblich davor warnt, well sie 
dem Jüngling über alles gelallen, sodafs er gern eine 
davon mitnehmen will. — Lafontaine hat hienach 
seine ErzShlung lei ow de frere Pküippe gereimt. ' 

Hiedurch bildet sich ein Uebei^ag lu den £r- 
lAblungea, wo dieses bedeutsame, mit der reiM fit- 
dauque und mere d'oye märchenhaft verwachsene Gfln- 
selein ganz aus dem Spiele bleibt, aber dafür der 
Teufel eintritt. 

Solcher Art ist, alter als alle vorigen Erzählun- 
gen, das Beispiel im Barlaam usd Josaphat: einem 
Kltnigssohne , welcher, um seine Erblindung zu ver- 
meiden, neun Jahre im Dunkeln erzogen ist, werden 
dann die Herrlichkeiten der Welt gezeigt und Iwnannt, 
darunter auch zwei Reiben Manner und Weiber im 
Schmucke. Die letzten nennt man ihm znm Scherze 
Pamonen: und auf die Frage, was von allen ihn) am 
meisten gefallen, neunter die Teufel. — Dieses durch 
viele Uebertragungen der Griechischen Legende des Jo- 
hannes von Oamascus imSteo Jahrhundert,' auch 
durch Rudolfs vonHohenems Altdeutsches Gedicht, be- 
kannte Beispiel, ist einzelu daraus übersetzt in den CaUo 

> Omtei tl HMivil/t, «1 urr. [/•arit HM) t. 2. p 1. 

* Gruiiddrs 28t. Die Griechliche Urichrifl Hehl In Bmi- 
mtada antobt» Ol-, t.-i; tlmus verdaiiliehl fati F. Liebrecbl 
{■HtiMer ISfT]. Aus litr Ut, gcbon von VIncMli fon Beio- 
riti crwühnlen Uebentuung fius welcher dlrfi Heliplel (mh 
wol Jn der rou Warton Aitt. «/ £ngL poHry IN , 41. 161 tn- 
gerahrteii Perg. Hds. lon 200 Slückcn BUbl) lit niebl illeln 
lindolb Ged. (her. ton F. X, Küfika tSlO, von F. Pfeifer )8i3). 
und eine* Andern Gedieht [IScchr. von Diefenbecb 1836}. son- 
dern euch die Altdauu Pros«, sowie dl« Fiuuöslicbe , Il«llt- 
nlKhe, Spaoisebe und NoTdlacbe. : ' 



SoctUe onliche (o. 13) ^ und wol ans diesen zunächst 
Yoo Boccaccio entnommen. Früher, im iSten Jahr- 
hundert, ist es auch in Herbers Dolo]>atos (7 weise Mei- 
ster] übertragen; ' sowie später (Ende des 15ten Jahrhun- 
derts] in Cornazzano's Proterhi (pr. 9). Hans Sachs 
erzählt es (IV, 2, 125) von dem Sohne des Schweden-* 
köoigs Haidan, vermuthlich aus einem Nordischen 
Geschichtsbuche. 

XXIK Der wekiMngere Jßhwk^ Von dem Zmmgäuer* 

Der hier in der Reihe von Klostergeschichten 
auftretende Schwank ist manigfaltig anders angewandt 
und verbreitet Die kurze Erzählung unter den Fa- 
beln der Marie de France' hat nur die Einbildung 
der Schwangerschaft, mit eigenthümlicher Wendung, 
indem einem Bauern, bei nOthiger Verrichtung im Ge- 
büsch ein Mistkäfer ; escarbot) in den Leib schlüpft, und 
er sich fortan für schwanger hält, was grofse ärztliche Be- 
rathnngen veranlafst, und wichtige Ereignisse verkün- 
digt, sodafs man Tag und Nacht auf die Wunder- 
geburt harrt: bis eines schönen Morgens der Käfer 
wieder hinausschlüpft, wie er gekommen ist, und die 
Sache vergefsen und lächerlich wird. — Der weitere 
Zug in noch gangbaren Volkserzählungen, dafs der 
Bauer ein hinter ihm aufspringendes Thier für sein 
lündlein hält, stimmt noch fOrder zu unserm Gedichte. — 



' V. Schmidt Beiur. *27. A. Keller vor des Uühelers 7 
w. M. 19. 69 mil üinweisung aiir Dunlop hist. of fiction II» 
273. Im Dolopaios finde ich es aber Dichi. Dunlop wie(l<*r- 
hull Fauchet torigine de ia Umgue ei poesie Franc. (Paris liMl) 
p. 106. der nur gelegentlich bei Hebers Dolopatos bemerkt« 
dafs Boccaccio*« Erzählung aus dem Josaphat herrührt. 

^ Legrand IV. 408: Du viliedn et de teecarhot. In der 
Ausgabe von 1829 auch ohne Urschrift, welche in RoqueforU 
Ausg. von Marieiis Werken II. 203. Legraud scheint diese Fabel 
eine Parodie lu der vom Berge, der eine Maus gebiert. 




fiesamnilabenlener. 

Herausgpgebfii 
Friedrich Heinrich von der Hagen. 




Die gllmendste. in ihrer Art vollendete Ausbildntig 
nnsers Slolfts, zwar mit echt Spaulsch »uf die Spitie 
getriebener Wendung und tragischem Ende, ist alt- 
bekannt mit dem Don Quiiote, in der Novelle von 
dem BpUrwittigen Neugierigcna (et curiogo inpfrlittmtr}. 
(Mlllot) hiUoWc dt» Trovbadourt III. 296 gibt Raimond 
Vidtä'» Nordt^niös. ähnliche Er^fthlnng von zwei Ära- 
goniMhen Rittern, die dem Künig Alfoni von Gastilieii 
(st. 13- 11) vorgetragen ward. 

XX nn Die Teuftlucht. 

In der Novelle Boceaccio's (111, 9) ist der 
Nerv das rmettere it diacolo tn tnferno gemeinsam 
mit unserm Gedichte, dort aber nocb bedmtsamer, 
indem die jange Alibech eine Heidin der Barbarei zu 
Kapia ist, und b^erig, nach Weise der Chriiteo Gott 
zu dienen, sich lu den heiligen Einiiedlern der l'hfr 
baischen WlMte begibt, wo sie, von einigen weit«r- 
gewieaeo, endlich am Bruder Budico ihreo Lehrer des 
Dienstes ßndet, in welchem aie bald so eifrig wird, 
dafs RuittDo froh ist, ibrer wieder ledig zu werden. 
Sie ist Dtmücb unterdessen Erbin bedeutend«! Ver- 
mOgeos geworden, und ein junger Freier Neerbale 
sucht sie auf, und führt sie heim. Sie beklagt .«ich 
g^en die Fraaen, dafs sie dem frommen Dienst ent- 
logen worden, und wird zwar auf ihren Briutigaro 
verwiesen^ seitdem aber ist das rimetlere ä diacolo in 
infemo sprich war tlich Obers Meer berU heimkommen. 

Aach diese Novelle hat Casti' gereimt, sowie 
vor ihm schon Lafontaine.* 

Unser Gedicht [In zwei Handschriften die nur fttr 
Eine stthlenj bebt erst beim Schlnfse der Novelle an, 
und macht den BrAatigam mm Tenfelslehler. 

• JVtftOt gabaUi M. 

■ II. MS: £e üOb m mfv. 



XXIX. Der .wmhntagende Bmtm, 

Zu diesem Gedicht (in drei, eigentlich nur zwei* 
Haudschriften) weifs ich nichts Entsprechendes nach- 
zaweiseo. Das ländlich *sittliche Bild dOrfte wol ein 
heimisches sein. I>er Ton heilenden Heiligen bewohnte 
hohle Baom ist noch eine Verwandlung der heidni-2 
sehen Baum- und Hainverehtting^ in Christlichen Hei- 
ligendienst Man deniie an die Altgermanische Eiche 
ihres Jupiters (Donnergottes == Thor) und an des Deut-' 
sdien Apostels Bonifacius Umhauen der Donnereiche 
desselben an der Dimel, wobei man erwartete, dafi^ 
Feuer herausfahren und ihn vernichten wQrde. Im 
Niederland, zwischen Koeklenberg und Moelenbek, un- 
weit Brüssel, erzählt man noch, dafs einen uralten 
hohlen Eichbaum nachts eine Flamme umspielt, und 
eine graunvolle Stimme daraus einem Wanderer zu- 
gerufen: »Geh zu, geh zu! fQr dich ist der Tag, und 
die Nacht ist ffir mich!« und bei jedem Worte star- 
kes Feuer aus dem Baum gefahren: sodafs der Wan- 
derer erschrocken heim eilte. ' Auch sonst singen und 
sagen Volkslieder, Abend- und Morgenländische Nachl- 
und Tag-Märchen von singenden und redenden Bäu- 
men mit ihren Blätterzungen, namentlich von solcheo 
Orangenbäumen, Hasel- und Holunder- oder Holler- 
büschen. 

XXX. Der entlaufene Hasenbraien, Firn dem 

Vrioisheüner. 

Das Altfranzösische Gedicht von den Rebhüh- 
nern ' weicht von unserm Altdeutschen nur in ein- 

* Gtdr. «08 dtr Gothaer Hda. (Quellenferzeichnis 39). Aiis- 
fog ftn Genth« II, 248. 

' Niederländifcbe Sagen, her. foa J. W. Wolf (Leipiig 
1843) Nr. 421. 

" Bm'hmmn'MHm III. 181: U dii ^ pmriru, ans der 




zelnen OmfiUnden ab : dort ht ein Bauer, Gombaud (Gun- 
debald), der in seinem GehAge iwei Bebhahn(>r filngt, 
die Frau il^t sie allein, ond sagt, die Katze habe sie 
gefrersen , beacbwichtigt dann aber des Hannes Zorn da- 
durch , daf^ sie vorgibt, der Brat«« stehe verdeckt warm. 
Der Kaplan umarmt vertraulich die Frau, und diese bildet 
ihm ein, ihr merserwetzender Haan wolle ihn abilar- 
disiren, ' lodafs er entrinnt, und sich vor dem Nach- 
laufenden iu seinem Hause verschliefst. 

Uanigfaltig ist dieser Schwank wiederholt, und 
Legrand führt folgende Sarnmluugen an: 

Patia tfmpo dt' curioti p. ^2. 

Nauvtaua: cottlei ä rire p. 266. 

Facetie, motti e burle da Chr. Zabata p. 96'. 

Contu du »ieur d'Ouville L S, p. 2MS. 

Wiedemm gereimt von Imbert. 

Ihnen ist beizufügen: Timoneda Almio de Cami- 
nanlet P. II. n. 51. Bibl. de amt EtpaüoL vol 5. Uad-, 
rid 1846. 

Der Verfafser unsers Gedichts (in twel, eigentlich 
nur Einer Handschrift).' der sich Vriollheimer 
nennt, ist nicht weiter bekannt. Sein Name ist doch 
wol von Friaul herzuleiten. Altdeutsch Vrtlll, Frldl 
(noch näher am ursprünglichen Forum JvUil, wie e« 
im Gedicht des dort benachbarten Wildonie (XLUI, 21) 
steht — Derselben Gegend könnte andi der Vriols- 



Handirhrlfl 7218, tB6 RclmHilen. Lexriiid lt[, 442 betfkh- 
n«l M mll nr«l Sleman , ils wenn m mm Cattoitmuat im» 
pav i loajiü (BrlchruDg lo Beispielen, bei Birbutn-Hton II) 
gehOne, «u Jedoch olchl der F«ll Isl. Die AuegitM lon 1839 
IV. 38 rügl dleUrsfhrin nirhl bei. Eine Deutecbe Ueberaelzung 
der leuienhiebt Im Berliner ConverseUMis-BltUtSW. Nr. SH2i 
.J)le beiden ScbDepfen." Deul. Uebere. Letraada IT, 110. 

* Du meinen' «neb die belda Z. 1(M and der ein« 
IM, Tergllehen mii 76 IT. 

■ Aus dar Kaloeuer Hdi, cnwot ton Milleib SM. 



•ffd|u|te )rr rU^riaen <r)il^aii0eii. ivu 

heimer angeboren. — Ueber den verwandten Theil des 
folgenden Tiedichts mehr bei diesem. 

XXXL Der Reihet: 

Der vordere Theil dieses nur in zwei Handschrif- 
ten (die für £ine gelten) stehenden Gedichtes * ist eine 
Variation des vorigen: hier ist eine Gevatterin, deren 
Mann nach St. Jakob (in Spanien) gewallfahrtet, beim 
Geloste der Fran nach dem verbotenen Braten stärker 
im Spiele. Und dieser Braten ist ein Reiher, welcher 
Vogel der hohen Jagd der Reiherbaize nicht blofs 
der Federn wegen gejagt wurde, sondern auch, wie der 
Kranich (zu XXII) und Pfau, die ritterliche Tafel 
zierte. Sonderbarer Weise wird hier der Reiher durch 
einen Hahn erschreckt und gefangen, und der wolhä- 
bige Landmann, der mit dem Hahn auf der Hand, . 
wie ein Ritter mit dem Falken, lustwandelt, will den 
Reiher seinem Herrn vorsetzen. £s erinnert, zuföllig 
wortspielend daran, dafs der Mann ein Hahnrei, oder 
laut alter Auslegung ein »Hahnreiher« ^ ist, in einer 
folgenden Erzählung, wo die Züchtigung und das Haar- 
abschneiden ^ der Frau dadurch befser begründet ist. 
Zu jener Erzählung (XLIU), wo die uralte Ueberlie- 
ferung in ihrer spätem Ausbildung und in vollem Zu- 
sammenhange auftritt, ist die Geschichte dieser Dich- 
tung gehörig. Vorliegendes Gedicht vom Reiher ist 
sehr nachläfsig in den Reirozeilen und scheint von 

* Gedr. Kolocz. Cod. 127. Aasznff von GrüfM II. 243. 
' Zu Dr, Lüicke*s Abhandlung über dieses Wort in Ger- 
mania I (1836jt 158 isl noch anturöhren: der Hahnreyen Ab- 
kanfl 1652. mil der Ableitung von einem Hshoen-Reigen- 
Taaz. den auch ein ffnlzschnitl abbildet: ist mit v. Naglers 
Sammlung in die Berliner Bibliothek gekommen. 

' YerhMngnfsvoM klingt hierZ. 10 der scholl in XVfIf und 
XXVI vorgekommene Spruch vom langen Haar and kunen 
Sinn der Weiber. Vgl. die Klage: ..spannelanger Weibewinn." 

•. d. Ifmftm, 0*Ma»anbtaiM«r. It. 11 




iviii V(|<4üM' ^i (itifUci <t)i|lH«ni. 

ungeübter Hand, der eii jedoch nicht an Anspielnng«n 
mancher Art fehlt. < 

XXXn. Shetland, Tod und BoehMil- 

Auch zu diesem Gedicht ist mir nirgend etwas 
Entsprechendes vorgeliommen, und meine Ueberschrift 
ist nur Hindeutung auf die davon unabhüngige Dich- 
tung eines Ähnlichen, doch tugteich ganz eigenthum- 
lichen VerhUltnisses. Das lebhaft ausgeführte Gedicht 
ist eine Suddeutsche Dorfgeschichte; und dorthin ge- 
hören auch die sieben Handschriften derselben darch 
mehre Jahrhunderte. J)atg es in der Wunborger 
Handschrift von ütrickers »Welt« [Quellenven. 12) 
aleht, weist ebendahin. 

XXXIII. ehe im Leben und Tode. 

Ein Altfraniüsisches Gedicht' stimmt mit 
dem unsrigen nur in dem wirJisamen Kunstgriffe der 
Frau, den Mann zu beschwichtigen, dafs sie sogleich 
in ein Kloster gehn will, und nun der Mann ho\\ 
ist. dafs sie sich erbitten l&rst. bei ihm lo bleiben. 
Der Antafs dazu ist aber ganz anders, indem ein Bauer 
sein Weib, die er mit einem Freunde ins GebDsch 
gebn sieht, eifersüchtig deshalb, schilt; worauf sie 
es für eine gespenstische Erscheinung ausgibt, welche 
ebenso ihres Vaters und ihrer Mutter Tod angekftn- 
digt habe, daher sie ihr Seelenheil berathen wolle. — 
Von nnserm in denselben sieben Handschriften mit 
dem vorigen enthaltenen Gedichte gut auch darselbe. 

> Anher der (Kter (XLIIJ erwahnirn St. Gertrud (380). 
Woirhari (S06J. 

' Legrind III, 440: Da viUmn fw dl m /«wm «mc n 
a»lrt. Die Aaegabi *an ISSV IV, 3S IUri dlMam AnwofM 
(IIb Orachrlft nicbl bei. Dem. Debfr*. IV. 108. 



XXXIV SfkMmmg umd SOme. 

Aach dieses, zwar nur io zwei Handschriften 
(wekbe Oberdieß nur flQr Eine zlhlen) enthaltene Ge- 
dicht gehört dem Inhalt und der DarsteUong nach 
gßBE m demselben Kreise mit den beiden Torigen, 
«Bd das fröhliche Liedersingen ist so wie in einem 
folgeoden Abenteuer. 

In dem entsprechenden Altfranzösischen Gedichte 
des Jean le Galois d'Anbepierre ' wohnt der 
Kaufmann Renier zu Decise in der Grafschaft Nevera, 
auf einer Loire- Insel, und seine schöne Frau Ph^lise 
ist eine Ritterstochter; er unterhalt nur £ine Rulerin 
Mabüle, und verspricht ihr, als er mit Samt- und 
Seidenzeug, Gold- und Silbergerflth zum grofsen 
Markte nach Troyes reist, ein Kleid von Ypem. Ein 
Spanischer Gewflrzhändler aus Galizien eröffnet ihm 
das Verständnis des Hellerbeutels (hourn (Tun dtnier) 
YoU Witz, welchen die Frau verlangte; und nach der 
Bewährung, worin die Frau all ihre Habe darbietet, und 
anch das Ar die Rulerin gekaufte Kleid erhält, prüft 
der Kaufmann noch seine Freunde, die ebenso schlecht 
bestehn, wie die Rulerin , und durch die Ankunftsei- 
ner reichen Waarenlager beschämt werden. 

Fauchet gab schon einen umständlichen Auszug 
dieser Erzählung,' und darnach hat der ungenannte 

* Birbaian-M^on III, 38: De U Baurse pkitte de 9em». 
Fmr JthmmM U Oaloie ^AtJbfpiarre^ am den Hdts. 7318 oad 
7M6. 43t Reimvilen. Ugrand Hl. 401 Ausg. ▼. 18S9. lY, 
1. Deut Urbers. IV. 77. 

' Heemeü de f angine de la immgue ei poeeie Prttne. cParie 
1581) ;». 167—89. Gereimt im Meremre geäani 1684 Octob. 
^ Unter den drei AeAepmrr^ ift wahrscbeinlicli das nichsie 
an Nerart in der Mmrtke, an der Grinie foa Barri« aameinl. 




Heraasgeber der Italienischen Novelleiuammlung eine 
Novelle gearbeitet, die einzige darin von ihm, womit 
er die Sammlung beüchlieCst, um an diesem Beispiele 
tu bewähreni wie die Italienl'irhe Novellendichtung 
vornämlti^h aus den alteren Französischen Erzählungen 
hervorgegangen ist. ' 

Unser Deutürhes (iedicbt hält sich auch dem 
Franzü-sisrheii ziemlich nahe, zwar fast namenlos, von 
einer Stadt, die etwa Hermans heimisches Augsburg 
meint, von wo die Handelsreise durch Frankreich 
Flandern (207. 3^] gebt,sodars der Kock von Ypeni 
[84- 335) vüllig mit dem Französischen stimmt, aber 
mit der zweiten Bulerin noch (ient (169] hinzukümmt. 
Der kuriere Absehlufs ist befser, die (Ibrige Darstel- 
lung Busruhrlirher und frischer. gemSfs dem einge- 
standlich ersten Werke des Dichters, der mit Recht 
billiges Ilrtheil dafür anspricht, nach dem alten Sprich- 
worte, nicht sin der Mnhie harfen« will (8), und sich 
vertraut zeigt mit der biblischen Geschichte [Tobias 
S90), and Mythe (Sirene 587), wie mit den Dichtan- 
geii von der Tarelrunilc (Parzival, Tristan 585 IT.] 
Auch in der Wahl des Stoffes ist er glücklich gewe- 
sen, und behandelt ihn mit herzlicher Theilnahme. 
Kenneu wir diesen Herman Frefsant zwar weiter 
nicht, und gehört er auch zu den jüngeren Dichtern, 
so hat er sich hier jedoch den Dank der oft sprichwört- 
lich mit Itecht gerühmten schönen und tugendsamen 
Frauen seiner guten Stadt Augsburg verdient In 
derselben ist auch die handschriftliche Sammlung (9) 
von Erzählungen im J. 1447 gemacht, welche uns sein 
Gedicht vor allen erhalten hat. 

Eine audre Altdeutsche Bearbeitung desselben 
Sto0es von einem namenlosen Dichter, in der Lafs- 
bergischen Sammlung (Queljenverzeichuis 10) ist auch 

' JVoBwäitro /taUaut (V«n«dlg 17M) I. IT, p. »41 -4a 
Torrfde^. XXItl. 



übrigens ganz namenlos, unbestimmt, kurz und dürf- 
tig (nur 102 Reimzeilen] : hier ist schlechthin ein jun- 
ger Mann, mit zwei jungen Geliebten ', neben seiner 
Frau; er macht eine Meerfahrt; gibt vor, gefangen zu 
sein, und bittet um Lösegeld; die Frau erh&lt beide 
für die Nebenweiber gekaufte Kleider. 

Beide Gedichte scheinen ziemlich gleichzeitig, das 
letzte nur nach Hörensagen verfafst. In den Nach- 
trägen habe ich es zur Vergleicbung wiederholt. 

XXX f^L Das warme Aimosen 

ist aufser den vier (eigentlich nur zwei) Handschriften, 
auch dem Inhalte nach, nicht weiter bekannt Kaum 
enthält Rudolfs Barlaam und Josaphat (vgl. zu XXIH] 
eine Anspielung darauf. Ich habe die Stelle zu Ru- 
dolfs Minneliedern vollständig mitgetheilt,' und bei 
dem Anlafs, dafs eine Schöne den frommen Jüngling 
verführen und sich dafür taufen lafsen will, sagt der 
Dichter: 

Ich wurde über wunden sus, 

Ob mir so manigen sue5en kus 

Bute also ein schoenes wtp, 

Da5 ich minnete ir werden Itp, 

Uf die rede, da3 si sich 

Gote ergffibe, des hülfe ich; 

Ein solich almuosen waer' mtn gir. 

Ob es geruochte ein wtp von mir. 
Ob die ganze Stelle, die nicht in allen Hand- 
schriften steht, ein Einschiebsel ist, darauf kömmt es 
eben nicht viel an: sie bezeugt wenigstens für sich 
den sprichwörtlichen Ausdruck »Almosen« der Minne, 
welcher hier freilich als Gabe der armutseUgen Haus« 
frtu etwas stark bethdtigt ist 

* „Amyen." LaFsberg überschreibi daher dieses Gedicht 
„Tob den FreundiiMien.*' — Pr—nmi ist wol onfs-Mui/. 
' Minnesinger IV. 846. 




XIII •tf4i4lt tn ttmitUat <iiJi^Ui«ci. 

XXXyn. Die drei Wibuche. 

DieCi Beispiel von der Thorbeit menschlicher Wqd- 
sche, die zum Verderben ausschlagen, oder sich selbst 
wieder anibeben mUfsen, um nur den vorigen leidli- 
chen Zustand herzustellen, geht auf das Altindischfl 
Fabelboch zurUck. Pantscha (antra ' erzlthlt: Der 
Weber Maiithara, der seinen Webestohl zerbrochen, 
will einen Baum am Ufer des Heeres fallen. Ein darin 
wohnender Geist erbietet ihm für den Baum die Er- 
füllung jedes andern Wunsches. Der Weber berath 
sich mit dem Barbier des Dorfes, der ihn auffordert, 
sich nun Künige machen lu larsen. Die Frau dagegen 
beredet ihn, sein (lewerbe zu behalten, sich jedoch 
zwei Kflpte und vier Aerme (wie ein Indischer (lott) 
SD wünschen, um es desto wirksamer zu betreiben. 
Sein Wunsch wird erfüllt, als er aber so verwandelt 
zurückkämmt, wird er von den Dorfleutea als ein Un- 
geheuer erschlagen. 

DieGriecbischen, Hebrüischen und Arabi- 
schen Bearbeitungen der sieben Weisen Meister ' 
gebn schon ins Abendländische über: 

Ein Mann hatte einen Wahrsagergeist [itv^m], 
der ihm viel Gewinn brachte, und als er von ihm 
schied, ihm noch die Erfüllung dreier Wunsche vei^ 
hiefs. Auf Betrieb seines Weibes wünschte der Mann 
sich viele Zeugungsglieder, und alsbald hatte er den 
ganzen I<eib voll davon (i/t^v »oi öfx'"^)» ui> ^^^ 
Last wieder ledig zu werden, wooscfate er alle hin- 
w^, und damit auch das ihm angeborene, welches 
der dritte Wunsch ihm zurückgeben moste. 

Dem zuiutchst steht das A 1 1 f ra n z<t s i seh e Gedicht 



> Am WilMH 1V5. M Loiwlaur 54. Febll ImI Uubols. 
' A)u SrnüpBs S4; Sntdabar; umI sieben Tisire IH. 
bei Lolseleur 114. 



Too dea Tier Wouschen des Heiligen Martin; ' welcher 
▼omlmlicfa in Frankreich verehrte Heilige' hier die 
Slelle des Geistes vertritt, und einem Bauern der Nor» 
Biandie, der fleifsig zo ihm betet, vier Wünsche ver- 
leiht. Der Mann gibt seiner Frau einen Wunsch ah, und 
sie wünscht nun dafselbe, vne die vorige Frau. Daranf 
wünscht aber der Mann ihr eben so viel weibliche Zeuge- 
glieder; und die beiden übrigen Wünsche werden dann 
ebenklls zum Wegwünschen und Herstellen verbraucht 

Züchtiger ist die Auflassung in einem Gedicht der 
Marie de France:* Ein Bauer hat einen Geist 
(FoUtJy der im Hause spukt, endlich gefangen, und 
dieser löst sidi durch Verleihung dreier Wünsche. 
Der Bauer berith sich mit seiner Frau, und bevor 
sie sich entscheiden können, gerdth der Frau am 
Sonntag ein Hammelknochen in den Hals, und sie 
wünscht nun ihrem Mann einen Waldschuepfenschna- 
bei; worauf er sich durch den gleichen Wunsch an 
ihr rächt, und der dritte Wunsch dann beide her- 
stellen mufs. 

Durch irgend eine Vermittelung ist diefs auch wol 
die Quelle von Lafontaine 's Fabel Us trois souhaits, 
und C Perraults Erzählung les souhaits ridicules.^ 

Dem nähert sich am meisten unser Altdeut- 
sches Gedicht, wo ein Engel anstatt des Geistes 
und Heiligen, das Ganze noch bedeutsamer erhebt, 
indem Gott ihn herabsendet, die Klagen des Mannes 

» Barbaum 'Aleon IV. 386: Le» quaire souhais S. j'l/ar- 
tin. aus Hds. 7218. 200 Reinizeilen. 

' Seilten Mantel, die capa S. Martini, als ein Haupt- 
beiligihuoi, führten die darnach benannten eapelani den ältesten 
FriDfösischen Königen mit in den Krieg. — Vgl. zu L. 

• ünler den Fabeln, in ihren poetiet ed. Haquefort U, 
140. Ugrand IV. 401; in der Ausg. von 1829. IV. 385 ohne 
die Urschrift 

* Keller Einl. CLXXXII rerweist hiebei noch auf Mad. 
de Betaummif im Afa^asin de* enfanlt. 




XXIV ««fi^i^lc Wt (mjcImb <ri«|URgn. 

und seines Weibes Über ihre Armut, da sie »ich 
docli keiner Schald bewaht seien , luoi Schweigen lu 
bringen. 

Unter den sieben Handschriften, welche die Ver- 
breitung dieies üedichtes durch Jahrhunderte bekun- 
den, ' findet sich auch die Sammlung von Strickers 
Welt, dem also daTselbe auch angeboren würde. 

Aus der Heidelberger und Würzburger Handschrift 
gibt es W. Wackemagels Altdeutschet Lesebuch 45S 
{3. Ausg. «67.] 

Auf den Inhalt dieser Dichtung deutet auch Rei- 
mar von Zweter:' »Unt het' ich drter wünsche ge- 
wali« Dieselben Worte wie in unserm Gedichte Z. 81. 

Spätere Deukche Bearbeitungen dieses Stoffes sind: 

Kirchhofs Wcndunmutb (Frankfurt 1673) 1, 180: 
. aVori tinem geitzigen weih ein Fabel.« 

Lehmanns erneuerter polilisdier Blumengarten 
(Frankfurt IMO): ein Weib, der St. Peter drei Wün- 
sche verliehen, wünscht sich erstlich schünes gold- 
gelbes Haar, dann eine fiürste dazu; worüber der 
tiwia erzürnt, einen bösen Wunsch thut, dessen Er- 
füllung der dritte wieder aufheben mufs. 

Hebels ndrei Wünsche* gibt ein »weifses Weib- 
lein« die Bergfey »Anna Fritze« (vgl. zu LIV) einem 
Ehepaar, das sich lange bedenkt, bis der Lise beim 
Hosten der Kartoffeln der Wunsch einer Bratwarst 
dazu eotführt, und der Hans im Zorne darüber ihr die 
Bratwurst an die Nase wünscht, welche der dritte 
Wunsch ihr wieder wegwünschen mafs.' — 

' KIntD AuMxg lue dar Wiener Hamkcbrin 4S8 «Juel- 
liiiteriHcfanli 6i gebtii Grimm Sliidcr- und lliuimkrcb«ii 
11822; III, IHl. Anni. i>i 87. Die hirMcb von Docrn, der 
i)u Gedichi drm Siriiker luiihrclbi, bcMheiw Biiidichrirt. 
1*1 wul Dur die WttribUTg-Müuebciier (Qoillenien. Ilj. 

■ Mlnneslngrr fl, 1S7. 

■ ScbiUUUlfln dfs RMiuiM'bea Haa«trauad«t (Täbingcn 
1811] S. 1(7. 



Das Widerspiel zu all diesen unseligen Wün- 
schen bilden die klüglich gethanen und wolgcrathe- 
nen Wünsche. Dergleichen sind auch meist drei, 
oder vier, die Christus, St. Peter und andere heilige 
Männer für gute Herberge gewähren. Meist ist es 
ein Schmid, und Yornämlich der von Jüterbog, aber 
auch der von Bielefeld, von Apolda, von Mitterbach 
in Baiern, und anderswo in Süddeutschland, von Tachau 
in Deutscbböhmen u.a. Die Wünsche, welche hier meist 
durch Werkzeuge [Hammer, Tasche, Kappe, Stuhl, Baum] 
vermittelt wirken, zwingen dem Tode Frist ab, bannen 
und vertreiben den Teufel, bringen in den Himmel. 
Ein Hannoverscher Schmied wird sogar dadurch vom 
Bündnisse mit^ dem Teufel (unser LXXXIV) befreit. — 
Diesen Mären und Sagen reihen sich an die mancher- 
lei Wünschelkleinode und Zaubergeräthe, welche ir- 
dische Gewalt und Genufs jeder Art gewähren, wie: 
der allesfafsende Uanzen des Oesterreichischen »Bru 
der Lustiger; die Karten und Würfel des Böhmischen 
»Spielhanselsa, der damit die ganze Welt gewinnt ; die 
alles festspielende Geige des Münsterischen »Hans 
Lustig«; der alles aufnehmende Ranzen und nie leere 
Geldbeutel eines Hessischen Märchens : * also auch die 
drei WOnschkleinode des Fortunatus, der Rolands- 
knappen u. s. w. — 

IBin andres Hessisches Märchen verbindet solche 
wolberathene Wünsche mit den unseligen: als der 
liebe Gott noch auf Erden wandelte, ward er vor der 
Thflre des Reichen abgewiesen , von dem Armen herz- 
lich aufgenommen, und gewährt diesem drei Wünsche: 

' Auszüge and weitere Nachweisungen über alle diese 
INchtuogen gibt Keller zu den 7 *ag^* Einl. CLXXXII— lY. 
um4 za Bühelers 7. w. M. Einl. 54. Meist nach Grimm III, 
135—149, wo der Schmid durch Thor mit dem Hammer, der 
Teufel darch einen Riesen u. s. w. gedeutet werden. Das 
Märchen von dem Schmied und seinem teurelbannenden Baum 
kenne ich aus meiner Heimat, der Ukermark. 




die ewige Seligkeit, Gesundheit und Genüge bi« zum 
Tode, und Erneuung des HBU§ei. Der darob neidiiclie 
Reiche reitet dem abgewiesenen Herrn nach, und 
erbittet auch drei Wunsche; darauf sinnend, von sei- 
nem stolpernden Pferde gestürt, wünscht er, dafs dieses 
den Hals breche; als das geschieht, tragt er selber 
das Sattelzeug, und unter der Last Urgerlich wünscht 
er den Sattel heim und dafs sein Weib darauf test 
sarse: so findet er es daheim, und matt durch den 
dritten Wunsch sie wieder befreien. ' 

XXXyilL WeiberUat. 

Dieses nur in Einer Handschrift gefundene Ge- 
dicht' weifs ich auch dem Inhalte nach nicht wei- 
ter nachzuweisen. Es gehurt im Allgemeinen zur 
grofsen Sippschaft der ErzShlungen, welche die Ueber- 
scbrift bezeichnet, und welche zum Theil im Altindi- 
«chen Fabelbache (Pantscha-tantra, von Duboii frs einq 
nwcs übersetzt), und noch mehr in den eigens darauf 
angelegten sieben weisen Heistern, manigfaltig ver- 
ändert und vermehrt (bis zu den 40 Visiren] , voi^etra- 
gen werden, sowie ihnen ein besonderer Tag des 
Decamerone gewidmet ist, in welchem sie auch sonst 
noch genug wuchern. Damit beginnt auch hier noch 
eine Reibe solcher BrzAhlungen (bis XLV), derglei- 
chen schon zuvor [H. IX. XIV. XVIU— XX. XXVI. 
XXX XXXI] sich einmischten. Die eigenthttmliche 
Weise, wie hier der Mann dumm gemacht fdujt^J 
wird, die Verzauberung, ist zwar etwas dick aufge- 
tragen, jedoch nicht unglaublich. 

' Grimm Mürcbwi II, i. Nr. 87. dna III. IBS, wo «b Phl- 
lemoa uDd Biuei« und den iiKIkfO. iDdltchen und Nonllirhcn 
GdUer-BMtieb der Meniebcii ertnnfit wird. Vgl. J. Grimm 
DCQtKhe Milboloeli, Vorr. B. XIX. 

> In Ptom v«b Omtlie I. 441. 



XXXIX. Der Riiier umd die Nüfge. 

Ist eine der manigfaltigeo ErzAhlungen, wie ein 
Ehemann mit sehenden Augen blind gemacht wird. 
Zuerst erscheint sie in dem Altindischen Fabel- 
buche, zwar nicht im Pantschatantra , sondern im 
Hilopadesa.* £ine junge Frau, von ihrem alten 
Manne mit ihrem Bulen überrascht, schlingt sich ihm 
um den Hals, überhäuft ihn mit Liebkosungen, und 
hall sein Haupt so zwischen ihren Händen, dafs der 
Liebhaber entwischt — Dann, inPetri Alfonsi disci- 
plma eieriealis X, 6 — 8: Ein Ritter (müe$) besucht 
seinen Weinberg, und kömmt früher heim, weil eine 
Rebe ihm ein Auge verletzt Die Frau hält ihn von 
der Bettkammer zurück, wo sie den Liebhaber ver- 
borgen hat, und will ihm das gesunde Auge vor ähn- 
lichem Schaden sichern durch ihre Heilkunde und 
Besprechen (carminare; franz. charmer)^ indem sie ihren 
Mund daran hält und so lange anhaucht (fovetj, bis 
der Versteckte ungesehen entschlüpft ist. * 

üebertragen, unverändert, indem Alt französi- 
schen Gedichte des Vaters Lehren in Beispielen.' 
Ebenso übersetzt von Steinhövel. bei seinem Ae- 
sop: »Die xii/. Fabel von eim listigen Weib eins Wein- 
gartners. Kein böser thier aulT erden ist dann ein 
weih von argem list« Auch im Folgenden ist manche 
Freiheit des Ausdrucks, und zum Schlufse heifst es: 
»Durch den behenden bösen list der frawen ward der 
bidermci betrogen, als auch vor zeiten in Kriechenlande 

' B. 1, Fab. 6; bei Schlegel -Lassen S. '27; bei Wilkins S. 
St. ¥gl. Loiseleur 76. 

' Bei V. Sclimidi p, 48. 123—26, wo die meisten folgen- 
ilen VerinderoiiKen beigebracht sind, meist nach Legrand. 

' Le CatioiemerU cfnii pkre a $on fiU. Conie YIL Ve la 
imMJe ferne. Bei Barhazaii-Meuii II. 81. Legrand IV. 158. wo 
nicht genau uberseut isi . dafs die Frau das kranke Auge kÜM>i 
und das gesunde zuhält. 




beschechen Ist, gelobt sey Gott, dafs solchs bey vns 
nil Wirt erfunden.» ' 

Zum Theil wörtlich, etwas verkOnt, übergegan- 
gen i» die Getta Romaaorvm. ' 

Ein sonst unbekannter Adolfug hat unter seineu 
zehn, im J. 1315 einem Ulrich gewidmeten BrzflbluD- 
gen in elegischen Versen, auch diese, stark mit My- 
thologie aufgestutzt, * besonders die verliebte Zusam- 
menkunft. Der Schiurs warnt die Studenten: 

Omntt iilim fraudti auditt , Uudenles, 
Ne voi »fducal fetnina rmgigera. 

Thaii amort carti , juveni tum lertat amorem : 
Fitci boni» vigct hie, Itqut carenle perit. 

Spater, und freier ist das Lateinische Hedicht in 
Senarcn von M o ii ii o y e, ' welches den Mann schon vor- 
weg als einäugig aufTUhrt, wie die Novellisten thun. 

So die Cent noueeUe$ nomeäet: ein Ritler in Artois, 
der im Kriege das linke Auge verloren, zieht deu 
Preufsen gegen die Heiden zu Hülfe, und kömmt, 
nach tapferen Thaten, unerwartet nachts h^im. Die 
treulose Frau will geträumt haben, er sehe wieder 
auf beiden Augen; was zu bewähren, sie ihm das 



' Der Aacp. von ISSB Kl. IM. 

' Crp. 129. Kallrra Ausg. p. IttS. GrifM'a UcberMtiung 
I. 2S0. II, 271. Albieiiisch« UrbarMUung (1498) Bl. 107: „ton 
dam rilifr, Atnt ein reb In dis «ug srhtug, und drn ««In wcib 
(Im be'roH . wann »i jrrn bblen In da« pedl gflegl hfle." — 
In der Lil. Ausg. 1489 [o. O. Fol. | Bl. LI , mll der ^fi^rm■ 

< AuR ilvr Wolrcnbiillelct Haxdii-lirin. gadrucki in F. Lty- 
ttri hiit. poelar. et parmal. mad. ami (Halat 1731) p. Mit. 
PmiaU III. Darin eine An«(ilehiiig auf den «rmrn Btinntam, 
d. I. Mnnritai Stptim»Uiuit , gcmelnllcl) H. paaptr geiianiil. 
Vgl. MlHReRlnger. IT, 878. Vnrn. In Akroiücheii. nennt eich d«r 
DIchier. Die Widmung biniwi Int In Leonlnlacben Venen. 

* A la Mantny o—nm eAaü. (La Hmr* 1770) t. \. p. 
36t : l/Kor Oethti: Den Scbluh wiedWboU 8cbnldl lU. 



rechte Auge zudrückt und das Licht vor das linke 
hält, so dafs er nichts sieht * 

Die von Legrand in dieser Reihe genannte No- 
velle des Sabadino hat jedoch einen ganz andern 
Inhalt > 

Straparola gibt in der Mundart von Treviso 
eine breit ausgesponnene Erzählung mit Aenderungen 
und Uebergang zur folgenden Variation, indem der 
Mann sich auf den Boden legen mufs, und ihm das 
Haupt umhüllt wird. ^ 

In Bandello's Novelle ist es, unschuldiger, ein 
Mädchen, die ihre einäugige Wärterin so hinters Licht 
ftihrt« 

Der Heptameron der Königin Margaretha von 
Navarra macht aus dem Ritter einen alten Kammer- 
diener des Herzogs Karl von Alen^on, der seine Frau 
in Verdacht hat, und auch ihre List hinterher ge* 
wahrt, sich deshalb von ihr trennt, jedoch durch 
Verwandte versöhnt wird. ^ 

* Der Ausgabe von Köln 1701M,/>. 121—28. NoaotUe XVI. 
Le horgne aoeugle. Da sind let Iforu »eigneurt de Prüfte vmya 
defemeur» de ia iree taincte foy ehreiienne; und die Heiden 
lieffiMn SarraiitUt wie in den Altfranzösischen Heldengedichten 
von Karl d. Gr. die Sarhsen. 

' Sabadino degli Arienti Le Porretane tettantuna wh' 
veüe\.k!^ und sechs folgende Ausgaben sind nicht zur Hand: die 
ron LfgrancL (und nach ihm von Dnniop hitt. offict. ff. 404} 
angeführte Noo. 4 Ist in dein Novelliero-ItaUano (f^en, 1754) 
1f. 141 wiederholt, und daraus Französisch in der BM. dse 
rom, 1778. 

' JVotie 5, fav, IT ; Afartilio Fereeleee ama la Thia mog* 
Ue di Ceccaio lUMatOt e in casa h eondace, e mentre, ch*eUm 
fm vn eadaao al mariiOy egU chetamente ti fmgge. — Die Faien. 
welche die Frau mit dem Mann anstellt, erianem an die in 
unterm LT und XXXI. 429/! 

♦ Th. 1. Nov. 23. 

^ Joarn. 1. nouo. 6 : SMiliie Jttme femtme gui feit eoader 
eom mmuTt iw» yne ton muay^ t/ui eUoii bargne, lee peneoit eur* 




XXX •tf^i^C ^'i riijftan <qJ^Ui|ti. 

Malespini's NoTalle ist eine Uebertragung ans 
den cenl ttouveUet tumvtlU», mit Aenderang des Ge~ 
schicbtiichen , Anslafsung von ArtoiS, und wie der 
Mann einäugig geworden. ' 

In der Arcadia di Brenta eines Unbekannten ist 
ein ausschweirender Schwank daraus geworden: Die 
Frau hat eine Menge Buler, deren zwei durch einen 
Ring sich begünstigt erkennen, und das Gelflbde einer 
WallEahrt nach Loretto ist dabei ins Spiel gebracht. * 

Aufserdem fuhrt Legrand noch folgende Bearbei- 
tungen an: 

Conta dit iievr d-OtmilU. t. «. p. HS. 

Nouvtau recueil de bon» moti, l. i, Si6. 

EUte dft bon» moti. t. 2, p. 390. 

Zuletzt wiederholte sich diese List rn der Liebes- 
gescbichte des Grafen de Gtiiche mit Madame, laut 
der Briefe der Herzogin von Orleans, Charlotte £li' 
sabeÜi Ton der Pfalz und der Biographie wurersetb 1. 
52. y. iOS, unter Philipe d'Orletuu. — 

Sehr nahe hiemit verwandt ist ein andrer Schwank: 
ein Mann vertraut wahrend einer Reise seine Frau 
ihrer Mutter: diese begünstigt die Liebschaft ihrer 
Tochter, und als der heimkehrende Mann sie flber- 
rascbt, holt sie eine Webe Leinwand von der Tochter 
und ihren Banden, um sie ihm zu zeigen, und beide 
breiten sie ihm so weit vor den Augen aus, dafs der 
Buler entschlopfb 

■ Celie MaUipini iocento imnäe IVriitdlf 1609] «nl- 
hilun so Ummillche Cent nano. luuv,, -mXt DwJop hiil.ef/itt. 
II. 473 einzfln nachgewiesen faal. 

* BrI Legnnil p. 131 iHoer nirtat nthrr anjiriFbenen 
Simmlunf lusKger GcMhiehien. di« in Ebtru bibl. Ui. fchll, 
und von wfkher T. Brhmlill 13H «lue ipllrre Aasgib« I»«- 
tlultle; tjlrcadia in Brmtm, ootro la mtlmeoma tbmüta, Ji 
Oimuio Ommi-do Vacahria (Holognl IflTJ. 11). wetcher N*m«, 
tiut drr Zuelgnnni iIm Terlegen, einen »ehr Tornahmea HaiiQ 
mstUrt. 



So erzihlft Petrus AlfiMisos (XI, 1—4), uninii- 
telbar auf den vorigen Sebwoli; und ebenso folgt 
er dicht auf diesen, mit fast wörtlicher Aufnahme, 
in den Genta Romanorum (c 123); in den Alt- 
französischen Reimen des Ca$toiement* (wo der 
Ritter zu St Peter in Rom wallfahrtet und die 
Leiiiewand zu Samt wird); in Legrands Auszug;' 
und in Steinhövels Verdeutschung nach Alfonsus:' 
während der Altdeutsche Druck der Ge$ta Bomanorum 
ihn übergangen hat, ^ wol eben der grofsen Aehnlich- 
keit wegen. Das Unterscheidende, zugleich Mildernde 
ist, dafs hier ein altes Weib, Schwiegermutter (noch 
sprichwörtlich »des Teufels Dnterfuttercj, die Hände 
im Spiele hat; noch mehr, dafs hier der Mann nicht 
£in Auge zudrücken niufs, sondern beide ihm ver- 
schleiert werden. Alfonsus allein fügt auf die Re- 
merkung der Schwieger, dafs ihre und ihrer Tochter 
Hand das Linnen gewoben, hinzu: Cui maritus: Et tu, 
domina, 9ci$ tote linteum praparare? — Et üla: füi^ 
muüa hujusmodi prcBfaravu — Im Widerspruche des 
gleichwol am Ende bewährten Sprichworts: »Es ist 
nichts so fein gesponnen, Kömmt doch endlich an die 
Sonnen.« — 

Lange vor Alfonsus waren aber diese Weiber- 
Schwänke und Ränke schon im alten Griechenland 

■ Barbazan-M^on II. 85: Conie Till, aaire de la mmle 
dmme. 40 ReimsrHen. 

' IV, 160. In der Aimg. von 1829. IT, 188 auch ohne 
Urschiin. « 

' Hinter dem Aesop Bl. 104. ..Die liiij. Fabel von dem 
allen Weib mit dem Linlachrn. Die alten weib seind schnel- 
ler baralist. de» bdr ein argomeni. Do ein kauffhiann vf»- 
for" u. f». w. 

^ In GrXfse's Anmerkang zu seiner Vcrdeutschang II, 271 
ist die Hinweisung auf den Griechischen Sjntipas sammt Loi- 
seleur p, Tl. 100 za streichen, die sich auf die folgende ver- 
wandte Eriählang beziehen. 




bekannt, und in dM-^tltophanes Thetmophoria- 
zasen [v. 498 0.] kHMli"ncben den mtncherlei an- 
stelligen und aasBchweifenden Streicben der Weiber, 
auch Tor, wie eine dem Manne dnrch Voneigen eines 
Gewandes das Aage verhüllt, und deii Buler ent- 
schlüpfen larst ■ 

So hat deoii auch die neuere Zeit diesen Schwank 
selbst auf die Bübne gebracht. Die Englischen 
Komödien und Tragödien haben im ersten Theil 
vom J. 1624 ein sLustigcs Pickelherings-Spiel von der 
schänen Maria und alten Hanrey,« worin ein Laken, 
das die Hause sollen zerfrefsen haben, diese ßolle 
spielt. Dafselbe hat L. A. 'v. Arnim verarbeitet in 
seiner Schaubahne (Berlin ISIS): »Herr Hanrel und 
Maria vom langen Markte.« ' 



Eine dritte Erzählung dieser Gruppe von Weiber- 
listen, welche sich dadurch von den beiden vorigen 
sondert, dafs hier nicht Verblendung, sondern Spie- 
gelfechterei im Spiele ist, verbalt sich in ihrer Ge- 
schichte auch ganz ähnlich. 

Im Allindischen Hitopadesa, wo die obige Fabel 
als die Grundlage der beiden vorigen Schwanke zu 
betrachten ist, findet auch dieser dritte sich zuerst: ' 
Eine Pächtersfrau verkehrt zugleich mit einem Richter 
und dessen Sobne. Mit diesem vom Vater uberrascbt, 
verbirgt sie den Sohn auf dem Kornboden, und em- 
pfUngt den Vater. Da sieht sie auch ihren Mann 
kommen, und hetfst den Richter mit einem Stock 
wie in grofsem Zorne fainau »treten. Dem darüber 
verwunderten Manne sagt sie, der Sohn des Richters 

■ Die ganie Sicire «Ibi Schmlril IM. Tgl. lu I.TIt. 
' In der neuen Auegibe Miner Werke bd. S. ft. 
• V. S, Pib. 9. Bei Schlegel-Lawii ». U; bei Wllklns 
8. 138. Vgl. Lnixeleur T7. 



•f f<|UkU ßn . iiiiitieR- Cof^atli«. xmn 



habe sich vor dessen Zon'itt'fytWtm gefltlehtet . ivo 
sie ihn verborgen, sodafs der Täter ihn nicht* ^ge* 
fanden habe. Der JOngKng wird hierauf vom Korn- 
boden geholt und freuiuyicb aufgenommen. 

Zunächst ist diese Weiberlist in die siebeii^'wei- 
sen Meist er übergegangen« welche dergleichen, einem 
gefilbrlichen Weibe gegentiherv. ersahlem In der (jri)»* 
chischen Uebertragung aus dem Syrischen,' wo 
der zweite Weise diefs-vortnigt, vertritt denKfchter 
und seinen Sohn ein königHoher ftriegsmann and sein 
junger AlaYe« der als Bote dient, und im Innern* des 
Hauses versteckt wird. Der Kriegsmann mufS'Seiil 
Schwert ziehen und sich auch zornig als Verfolger rftel^ 
len. Das Uebrige stimmt:' • - '* 

. Ebenso erzählen dieHebrai»ohe Uebertragung, * 
und die Arabischen sieben Visire (wo der Dieiier 
unter einem Korbe verftK)rgeo:^wird« und die Frau 
sagt, sie sei gerade beim Waschen gewesen) ,*" nicht 
auch die Abendländischen Darstellungen. 

Gleich der vorigen, zweiten Erzählung ist diese 
ebenso unmittelbar die dritte: 

. Bei Alfonsus/ (XII, 1-^4). Die Anlage ist ganz 
wie die vorige, und eine Schwiegermutter dabei thatig, 
auch nur Ein Liebhaber, dem sie ein Schwert in die 
Hand gibt, ihn an der Thnre stebn heifst, und dem 
eintretendeo Manne sagt,, jener habe im Haose vor 
drei Mördern Zuflucht gefonden: worauf der ManiV 
ihn bis zur Nacht dort behalt und bewirthet. 

hn Cattoiement, mii derselben Deberscbrift, wie 

' Syniipag ed, Boiuorutie /i. 29. Aus der Wiener H^. iSe 
uad Pariser Hds. 2912 bei V. Selraiidt iii jßfmui ditdpl. 
derie, S. 127. Dacier*« Aaueg {Äi&mi, de Hü. defa€tii,'tty^ 
/. 41. p. 9M} wiederholt Loiseleiir 160^ 

' Misehl« (ParaMn) Sendabar. 

' Bei Jon. Scott a 67. In 1001 Nacfal, meiner mit Ha^ 
blelit und ScbaU ■fUeroomnieiieD Verdaaisehung ynd ErgXn- 
tVBg ans der Tunesischen Hds. dareh HaWcht Ifaeht« 984. 




die beiden vorlpfe 1|MlM>ttol«i • ■■>'■' ■"(* z*^ M«r- 
dfirn. ' ' ■ ■ ? 

lo SteinhAwel* Verdeotfchang des AHonsnu. 
steht diese »Fabel« vor den beiden vorigen. ' 

Die Geita Rommonm luiben ije flbergangen. ' 

Dagegeo lifst Adolfos sie dicht aaf die erste 
folgen, noch mehr mythologiscfa zageriditet, and flber- 
geht die zweite.* 

Kocoaccio (VII, 0) steht in nlherer fierahrung 
mit den weisen Meistern, 'nnd bat keine Schwieger- 
natter, dagegen zwei fialer der Isiabella sind zwei 
JbleileDte, Lionetto nnd Lambertuecio. Der Mann 
«(dint in Florenz, wo diefs wirklich' geschehen selfi, 
also sich wiederholt haben soll. * — fiei Santmino Hl, 10. 

Poggins, anch ans Florenz, hat Boccacdo's No- 
velle Lateinisch knn lusammengezogen. * 

Legraod (IV, 161) ftthrt noch folgende Bearbei- 
tungen auf; 

Suiet d'Amowr. 

BandtUo u S, noo. ti ( Una dotma ri troDs m 
HH lempo aver tre ütamorali m aua, e tme»do ü 
manlo qvtUo nuraMlnwnl« beffa; ist verwandten Inhalts). 

' DirlMiui-Mion II, 8B; Oaiit IX. j^Un J» bt mmk 
ftmt. Leinnd Vt, 1«Q [AuHibe ton IS». IT, 189) n«nM 
irrli nch den Dolopilos. 

* aiDlbt iMOp, BL 101: J>i« X raUlraa «Ihem 
KuffttaH, Mlnam Waib, Batm. vnd MHflBar." 

■ Sie toll In der Zurtcb» Bds. der PMUcbH 0m/« Jb- 
m^jtonm Btebn, Im|| Kallcn Elnl. tan Bübfler S. W, wo 
alier dfc Angibe, sie mI aacb In die Litelnlsebte Ontm Ro- 
wtfmtmm übergagiBgca. uobdegt IM- 

* Bei LcjMr fita. mti. amti p. 3013: J'mlulm IV. t^ir M- 
»ri ~f^^Tr iMVMfaw tarnt ad JWbi. 

' Einen Aonug gibt Ltfnai IT, 1«1. Aui|. v. ISSR 
IV. lOO. Tgl. lu dlescT Nofelle T.BchnMB Belir.tf. Hanoi 
Uli IIa (Dr geHblektllek. 

* r«rgü tptr» (■aial tSSS) p, 4M; CWUfa 'tawfJb Fh- 



•ffd|t4rtr )fr fiii$rliifii Cr)ll»liiii|KW. XXtv 

(Ga$tJ CoMivales sermmei ^(Bairt 1545) t f, p: 37. 

fEtienne) Apologie pour ßUrodote. 

Ottomari Luieinii joH ac salm. 

ConUi du $imr d'Ouville IL 304. 

Les facäismaet jowm4$$ p. 251. «^ L&$ amam hm- 
rem» f. 135b -^ Lt printempi de Famour. 

Dunlop fhüt. of ficLj nennt (mit Lagrand) als Nach- 
ahmung noch Parabosco*s Nov. 16 fl diportidi Para- 
boeeo. Lond. 4795. p. 226), die nur entfernt hieher gehört 

Unser Hagedorn hat frei nach Boccacdo ge* 
dichtet (II, 154)\ und fohrt.dazu aufser tiast, noch 
als Nachbildung an le Misanihrope I, 44. 

Aqch für die Bühne ist diese weitverbreitete £r^ 
Zählung verarbeitet Hans Sachs bal im Jahr 1553 
ein Fastnachtspiel j»die listig Bulerin« daraus gemacht ' 

Von Beaumont und Fietcher ist die Novelle 
Boccaccio's mit einer darauf folgenden, (VIK & unser 
XUU) in ihr Lustspiel PFomen i^oMd^ auf welches 
schon Shakspeare's Tamng of the shrew (vgk zu II) 
anspielly' verwoben; im zweiten Aufzug« spielt der 
verkleidete Bruder der Frau Lionetto's Holle, nur 
um seine Schwester zu versuchen, und diese wird 
nicht wirklich verführt, sondern mit ihrem geizigen 
Manne gebefj^ert ' Dancourt com^die La ParisUntui 
mit drei Liebhabern« wie bei Bandello. 

XL. Die Meierm ml der Getfo*. 

■ 

Abermab eine Weibertist, emer Jungen mit ein^ 
Alten, den eifersllchligen ^Mann durch Geifsgescbrl^i 
seiher zum gehörnten Tbiere zu äfien und die Mei^rth 

* B. lY. Tb. 3, Bttf. Dtn^chlufe wiederbolt Schmidt 70. 

* In ctem Yonpiele. Näherei» darAber gibt T^k tu sei- 
Dir Ueiieraeltuiig Shekspeare'« Tb. T (1832). S. 303. ScHmftfJ 
71 Mkki Bick nocb über die beiden verrtnigten Didiier tüs: 

. * Tkf nm-kg #f Fr. Bernrnnmi anä Fhicher (l.ond. i79C^:^ 
o. 8. p. 26. 




ixxviii ' •rfdtidik ttt «i^clBn <Qi|l4iB|tn. 

Oi« Frau schilt, dalb er ed wolfeil Terkaud, während 
sie es theurer verhandelt habe an einen, der es ebMi 
inwendig beevhe. Zugleich springt Gianello heraiH, 
and bestätigt den Handel . wenn es gehörig gereinigt 
werde. Nun steigt der Mann hinein, nnd wahrend er 
damit beschäftigt ist, sctaant die Frau mit Gianello 
über den Kand hinein, und beide machen es, wie gli 
»frenati coKoHi. 

So erzählt schon Apuiejas im nennten Bnche 
seiner Metamorphosen , ' woraus Boccaccio frei aber- 
tragen hat. 

Aber nicht nur in das antike Fraaendmmer (G7- 
oäceuin}, sondern sogar in den Morgenländisohen Ha- 
rem ist diese Weiberlist eingednnigen, nur mit Ört- 
lichen Aenderungen. 

In 1001 Nacht ist es selbst die Favoritin des 
Sohadu von Persien eu Iipahan, die, in einen jungen 
Seidenhändler verliebt, dnrch Vermittelung ihrer Amme, 
ihn in einer von mehren grofsen Kisten voll Seiden- 
waaren in ihr Zimmer bringen lärst, jedoch vom 
Sultan Überrascht, den kanm daravs heÄviten Lieb- 
haber wieder darin verbergen maTs. Der Snilan ist 
neaglerig die Seidenzeuche zn sehen, die Favoritin aber 
weigert sich, weil ihr Liebhaber sich in dner Kiste 
befinde; und als der Sultan daroh in Woth gerlM. 
lacht sie ihn aas, dafs er den Sehers fttr Ernst halte, 
und reicht ihm die Schluftel, will aber nicht länger 
bei ihm bleiben, weil sie sein Vertraoen verloren 
habe. Dadurch kieiiiUut gemacht, hat er gienug nt 
than, ihren Zorn iti besänftigen.* 

Diese mit nnserm alten Gedichte stimmende 

' Dcf Piriwr Auigibe inn 1688 B. 269. Bcmrrki* Mhon 
Ph. Bcroildua Im Commentir diiu: traarptnut nrnmaiimim. 
IM« tJ inirrpm, itd at eanditor, 

■ IH mrinar VardfuUchaag NMht U9. -M. XII. «. «M. 
Dua XIII, STB. Tgl. rite Klsic LXTIII 



ucMesiBWon^ftTt; «od JMIWhatt 4er Frm . M andi 
md die IM^i)a^ gebmcdlit» in fimn. FraagMitehtii 



!• . i >! 



■-/ ■•♦!: ,mh^ ■• « ■'T^ rr, — r».' . .■.:.-■. r:. •■■;■'* 

. Eoftkf^ter s^ht, ak. G^naMfeftck, io deb 4lebn 
Visiren der 10,01 NeeJht dÄe.MdittaSEiiUitiigd» 
n«ii:.des Soltw Sfito.irtid in. «iMm KMteay wäl- 
cbeo 4Ki Visir». «to wiie er yM Eoilb*keiteii, eineni 
Eanliniiyi jn Verwehnuig gibt, nt i. deiaea . scbdaar 
Fno gebncbt» mil der er ^A eechs 'Atge hng «er- 
gni^: bis. der Vater oacli ihm Yerhogt*' and er ao 
sdiboiiig abgeholt wird^ dab der Kaiteii«. niefat feit 
varscbfofMa, sieh öflaet, eod den PrimBen enkdeckl» 
veraiif der Maiu) die Frau T«8tAftt * 

Diese KrzSbhing findet sieb auch schon in* einer 
alten Französischen Sammlnng l$s Comptes du numie 
acanimreux, contetuuU liiij dtseomn (Paris 158^, die 
sweite: JLe fa^tm ^*ihis Juifoe fui coiMwrlie ä Id foi 
de Jenu Christ par la pamnmie d*un jeune Romain. — 
Dann auch in le$ ddiees de Verboquet h yi^eux 
(Paris leS) p. 3SS.' 

Froher hatsieaiich Straparola (IV, 2) verärbei- 
tat: in Attien Tersperrt der eifersüchtige aKe Erminibne 
sein schönes Weib Filenia aaf einem Thufm; udd eih 
Scholz (Stadent) Hippolito aus Kreta, der sie froher 
schon liebte, gibt selber ihm einen von zwei gleichish 
Kasiaii, mit Kostbarkeiten, in Verwahrong, wird in 

* Ebenda Nacht 003. Bd. XV, & 103. Habielits Ursia- 
mDg aus der Tuoesischea Handschrifl. Bei Jon. SeoU 131. -- 
Der eifersfirblige Mann hilt die schöne Frau in eineni festen 
Sehtahe fww i fcr t , der Prfnx scbieflit Briefe and den Kasien- 
ecMärscl am FTelle za tbr biaaaf: wie aof dem Bilde zti' dn- 
screm Minnesinger Buhin (bei den Abhandlaagea der Berliaer 
Akademie der lyifsenschaCleq) 1848 Taf. VII, und febon in 
dcBB Griecb. Ged. de mmoriü^ Iffhitiri H BMUumm» bei A- 
Sridi h'hl. Gr. ^, BrnrU» Vlll, 155. 

* Beides nach Loiseleur 139. . " 




dein andern, durch VermfUelung seines Dieners, hiu- 
■nf getragen, vergnügt sfch imU der FTBu,"und Ikftt 
sich vor Heimkehr des Uannci wieder Iregt^geii. 
Dieser argwöhnt aber ans gewissen Spuckilecltea act 
der Decke des Schiafgemachi , die er 'A'lcfA errei- 
chen kaiui, den 'Betrag, nml verklagt die Frau dex 
Ehebracfas. Sie- soll diTentJich 4hre Cnsehnld beschwor 
ren, und da atellt HIppolito sich als ein WahtiWitziger 
und umarmt sie auf der Strafae, «o dAft sie getroM 
den Eid leistet; ganz wie l'rirtan dnd Isolde. Auch 
mufs sie (anstatt des glühenden Eisens, im Tristan) 
der (ehernen) Schlange anf der rothen Slnle die Hand 
JD den Kachen stecken, der ihr nieht schadet, xdto 
Zeugnisse der Wahrheit: abnllcb der steinernen bvcca 
lU vtrüä Virgilti die noch in Rom geielgt wird. * Der 
Ankläger sollte non aelber verbrannt werden, w^rd Je- 
doch znm Oebngnis l>egnadigt, worin er bald starb, lo- 
dars die beiden Jnngeu sieh ebliebei) konnten. 



Aehnliche Zage hat ^e andre Novelle Boacacf 
cio's [V, 10): In Perugia wird Pielnt't Fraa'tnlt ihret) 
Uel)h«ber überrascht,, und ; versteckt ihn unter einen 
HUfaperkwb; ein £sel tiitt ihn aberaHt Ma Finger, 
sodaff er entdeckt wird. Die Frau beschwichtigt 
jedoch den l^ann, und; alle Drei ' veraehrHi dal für 
^Weji bereitete Ahendersen. r-r ti . 

Auch di^ Novelle ist aus .ApaJejjuB.'Metnnoit- 
phosen (I. IX. p. 291) übertragen. Manni und Dunlop 
vei^eiehen damit noch Giro). Morlihi's Nov. 31 
and 83! von welchen jedoch die letzte uicht hieber 
gehdrL Schmidt (Beitr. 61} fügt a.wegen des allg»- 
meinem hinzi^: Dauie InL canto Ifi nnd. 16j and 
Bandello I, 8. 

■- T|l. iMlne Brlefr In die Htlmti aus DauliehtiDd, i» 
8chw«t and llilIM (1816— 17] IV.. lOA. 120. Eine Scblaoga auf 
einer Slule *ubt Bocb vm 8. Aiäbrofio jnlhllaDd. Ebd. I. 
18«. Vgl. XCII. 



XLIL DiB «n0M Mm9d 

kA wie Miederdeutscbev .qar in JEinar Handschrift 
(QqelleBvecL 31) ibrig^ Barstellmiig des Torigen AJl^en- 
taoew, muhhii^ von dem Hochdeutachen» «as ge- 
meinsainer.DeberiieferaDgft dabei jjcbtiich mit eigen- 
thamlicher Aasf&hnmg. J jBs. ist ein lieblicbei ^ild 
eines dannilgen Spolera (Stadenten), der nacb Paris 
reitet, wie andere nacb Padoa«* zugleich der freien 
KOnste ood des ritteriichen Fraoendienites beflÜsen, 
ein fahff»der Sqbflier.im edlen Sinne. Sein aJUahend- 
liebes, Gebet IQ St. fiiertrud (170. JMISQ: bat hier se 
Irtf^ge Wiikong, daCi er im einsamen .Landbauae 
des Waldes die reizendste Herberge in den Armen 
der schönen Wirthin findet Wie beide so innig ver- 
schlungen, nur £ins scheinend, im Schlafe liegen zu 
Angesicht des Mannes und ihrer beiden BrQder, Ober- 
bietef glänzend den Versteck unter Zuber oder Bade- 
kufe, wie die Uebertraguug der Rettung von der 
Nachbarin auf die zuvor schon die Entdeckung sorg- 
lich verhütende Magd, deren lYeue selig gepriesen, 
and nach ihr die ganze Erzählung benannt wird. 

DieH. Gertrud aber, welche auch XXXI, 380. 
LL 890 so vorkömmt, wie bei Boccaccio und Lafontaine 
(11, S2} der H. Julian als Schutzheiliger der Reisenden, ' 
hatte sich in ein Kloster begeben, obschon' ein Rit- 
ter sie liebte und dennoch in ihrer NIhe blieb (wie 
der Ritter Tcfn Toggenburg). Diesler verschrieb sogar 
steine Seele nach sieben Jahren dem Teufel, der 
ihm jedoch nicht zu helfen vermochte. Da erschien 
SL Johannes Gertruden im Traum und mahnte sie, 
den Ritter zu retten. Sie trat, als Aebtin, mit ihren 

» Z. lOi. Vgl. XfV. XVI. 70. 

> Auch m einem Fabifau bei Legruid III. 410: thiief 4t 
S. Jmäm. EM. 4M. Auch tJköiel S. Mmriim kömiiii eM. 418 
■o vor. Vgl. M L. 




Nonnen vor das Klostartbor, at& eben der Teufel 
mit dem Ritter vorüber fuhr, und bot dem Ritter 
einen Becher Wefns, ihn auf ät Johannes Schott cn 
leeren. Er that's, und beim letzten Tropfen flog unter 
Iteheal des TeafeN dfe Verschrelbnng zerrifsen in 
Minen Fofsen. Daher malt man St' (iertroden mit 
dem Hirtemtab in der einen Hand, und dem Ketch 
in der andern, nnd trinkt man anf »Sinte Geerle- 
minne.it • — 

Neben diesem halbheidnisdien Minne (Gedflehtnis)- 
'IVioken, welches noch allgemeiner mit 8. Jobannes ver- 
banden ist, erscheinen hier auch der ganz heidnische Nie- 
derdeutsche Ansruf sJodule« (819), nnd der geheimnlt- 
Tolle mirchenhafte Ansdmck: »die Sonne geht zu 
Golde.« ■ 

XLUt. Der verkehrte Wirth. Von Berrwid «vn 
WadmUe. 

Die Grundlage dieser Erztbluug ist das zweite 
Beispiel des Altindigcheo Fabeltiuchs Pautscbatan- 
tra. und East aller UetKrtragungen und Bearbeitungen 
desselben: eine 8chust9rfrau mit ihrem Buler von 
ibrem Mann. überrascht, wird von dieaem au eine 
SSule gebenden und gezUcbtigt, bin er müde xu Bett« 
geht. Eine Baderitfrau, die «Is Kupplerin diente, und 
sie jetzt zu ihrem Buler abruft, llfit sich an ihrer 
Statt binden. Der aufwachende Mann, dem sie nicht ant- 
wortet, springt wütbend auf, schneidet ihr die Nase 

' J. W. Woir NIederiandjMb« StRcn (Lalpi. 1843] Kr. SSO, 

■I» miümoan HildegtUTMiorgh (13M). In CUgnrltt By^rmgm. 
WkA Dt RtifftnBtTg /Vanoel/n mrtMvrr UlvrifMi ISVT. Nach 
(«. RidnwiLi, Ikoiiofinphl« drr HflllRcn (Berlin 1834) B. 38 
wird 81. Gertrud von El*l«bfn mit den ZcicbfB (Kromm- 
■ub) der AebiiHtii ibgeliililel, St. Gertnid von NJiell« oitl gai» 
aaderan AbHichM. 

> Vai. iH l«fl di« Usirlen. 




iKiMl.BiUi «Mkn i« iltftBaBd, •(■ ik«mLtehh«bv 
k«M« )W«ck. I«tlt«tf4w dnslackUebt MMl JM tift 

■I».. 4Bk,,Jlh)v»iitniA>(ili «w, mm Z rt tho »..ibwr.Ba-- 

Hhfaht^. wAdffrMun-oinBitiw nnig.tl»i«in Wm- 
im m- , J^ aiteafnp mMrgt JbrM^SdHdMtl <mi 

bripgft cie.Mm 4n(tnHl dM'«QlHMiin»rta», mtfaal.,» 

sMkr Dewacvnu, deD dw &h«sler behsrbatgt, nad 
dw Alles beobicfatet hat, die Wahrbett oSeDbart > 

Das Altfrautisische Gedicht tdu tinerin albert 
sich scboa mehr den Deutschen aod ^rigen Abend- 
tiiidiscben OarstelluDgeD: eiD.RlUer, dei'niit derFrU 
eines lodern BiUers bei sciiner Schwester hdnllcbe 
ZnsuDineiiktUifte hat, schleicht nachts, in ihr Zimmer, 
gerttfa aber aa den Mann, der ihn, als «inenRbuber, 
ergreift, in eineo Z«her stQntt und nach. Lieht raft. 
Die Frau erbietet sieht den Kltuber so lange zn hatten, 

' WilwMW Dcbcnleht des PiniadtiUDlra (itLill) nicli drii 
■ ■wdwfcf m — ■ »nrthiit dies B«)apld nicht Lofselnr, der In Ta- 
rii nur eiM ■bsekänla Tslln«as-Band*ehrfn hatle, Rtbl nlOI 
■■. T«hw M Min» loiiaff {& M) ttttornnta. B*< DuboU 
MM 4tth BttovM «Mk- B* And« «leb d^f^enr jM BlioMi- 
*M (tel WiEUu lU)i in SinwDD Buhf* GrlKh. UetaM. 
CT** " ' «M- /«<- -BM-Un ISOTj; in iMf Htir. Ueben. (sM 
«■■ AraNMtan MaHJa «nd Dimn*). dl* nar iwfa ■■• Donft 
IW. BtwMlDi« Cte >faM>a Mvvir. Ttnad. IMt) btkiam 
f«. HBd dafana t» Atr Lat. Dahar«, Johanw im Capua, w^ 
Mnk m in «IIa lAiMndl. Sptacben übcrg^abfl«B lu; ebenen 
WMk in Galland'a nnA;(^rdrHine's Frini. Ueban. ■■• dem lar- 
Uacben (ITU). V- BcbMidt m Boceaeciara ND«*lle, Bellr. V* 
■büiiiit dM UHWMbCL Lactand II. tM «ib» aiMn *«n« 
MCb Galtand^CardtHMi ,.!'"> >u3ii no^\;- -^ - -i- ' ■ - 




xuv •«r^^tt >rr najtliti €T)l|(iKg«i. 

und der Mann gibt ihr dessen Haare in die Hand. 
bii er Licht und Degen geholt Sie aber laf^t ihren 
Bvler entwischen, holt das Manlthier berein an den 
Zuber, nnd hält es hei den Ohren. Der Mann erkennt 
den Betrag, und weist sie aos dem Hauüe, dem Ent- 
laEwnen nach, and will nichti mehr mit ihr zu sdiaf- 
fao haben. Sie geht auch zu diesem bei dessen 
Schwester, und beredet eine Freundin, bei ihrem 
Mann ihre Stelle einiunehmen. Der Mann, von den 
Wehklagen der vermeintlichen Frau aufgeweckt, zOcb* 
tigt sie mit Stofaen und Schlagen, nnd schneidet Ihr mit 
dem Mefser die Zopfe ab- So kömmt sie ni der 
wirklichen Frau, welche ihr reichen Lohn und auch 
die Haare wieder verspricht, sich zn ihrem schlafen- 
den Mann begibt, die Zöpfe unter seinem Kopfkissen 
findet und einen abgeschnittenen Pferdeschwant dafür 
tainl^ Am andern Morgen bewährt sie durch ihren 
fleckenlosen Leib und lange Locken ihre Unschuld, 
und rath dem Manne, der sich för beraascht oder 
verblendet halt, zur AugenstSrkung nach Yendatme 
und ä la aemu Ltrme ni gehen. Er widerspricht fortan 
de» Fran nicht, und halt alles was ihm anders vor- 
kömmt fOr Täuschung oder Traum. ■ 

Die Hauptanderungen sind hier die Locken an- 
statt der Nase. Nase- und Obren-Abschneiden siud 

. > BarbaHD-M«on IT, 3B3: Dt trteet. Fwr Owiri» (dM- 
MD NiDM im G«dldne selber niehi TnrkOmmi). Ana Himls. 
18» ton 8l GermsiD. 434 Ralmtellcn. Ugrand II. SW: 

Da la Ummä fai ßt mtcroin ä «a iksn ffil mtail rto*. jllimt 
£m c^tom tMMpem. Hier wird Aubt(ii (md dem Lefraiid «Mh 
dni eadere Enlblongen bat. Vr). I. cur), tm BlH*<it* I*- 
MPnL Der liuing welctit euch wnsl (ti RlnHlbelien ib: m 
M da Kaib eneUU des Mtuiiblers und Phrdea, und die Lel- 
dtada Im d(« Magd der Freu (wie bei Boeetcelo). Lebend er- 
vabiit atirb clM andre ..Version," werlo der Mann ein Raner 
W, 4m Uebrige Jedoeb venia abwelcbi. Ol« AuH. *M IS» 
11.^40 mJl der DctcbrllL DeuL Uebera. n, tSO. 



iwit 'alle icbimiifliche Leibesstrafen: aber das Haar* 
Ifcfhtrrfn war schoa bei den Geraaaiiefi des Tadli» 
(Gem. c 19} TonaAnriich Strafe des aeltenea Eiie- 
bnMhs, and kommt so im liitlelalter Öfter vor; * wüh 
read das lange» inmal blondlockige Haar ood das 
Niciitbesclieerett desselben (schon im alten and aeiiM 
Testament) eine Aosiekfannng, nicht nur der Franen 
(mit langem Haar ond knnem Sinn) war, sondmn 
anch der edlen Mlaner,^ und der alten Konigngo- 
scUechter, vomftmlkh der Franken- Borgnnden, wo 
das Abscheeren des Haares mr .Tbroniblge anfthig 
machte. Es geschah mit goldener Sclieere (wie nodk 
in Vitets Barricaden gedroht wird); zum leidigen 
Vorrechte* wie das Enthaupten des Kaisers mit golde- 
nem Beile laut des alten Weichbilds (Kap. 8). Leib- 
eigene und Knechte waren geschoren; wie die Geist- 
lichen aus Bemuth, als Gotteskoechte, zugleich im 
Bilde der Dornenkrone. -<- 

Dnser altes, nur in einer jQngern Abschrift Tor- 
liandenes Gedicht stimmt in diesem Haarabschneiden, 
wie alle folgende Darstellungen tberein mit dem Fran- 
zösischen und auch sonst in^ den HauptzQgeu. Es 
fügt aber zuerst die Sc h n u r an der Fufszehe hiozu* und 
erweckt dadurch sogleich die Eifersucht des »alten« 
Kitters» der aus gleichem Grunde« aber minder glaub* 
lieh, die Frau den Ertappten halten VktsU Der Esel 

* Bei Legrand H, 259. Im HepUmeron IV, 2 (Stollbergs 
nfifMndc vgl. XI}. Legrand bem^kl aus alten Handschrfflen. dato 
KapplerinBeB der Khen-aoen ao den Sehandpfkihl (pilori) gebon- 
den, ihaen die Haare ahieachniuen ead for ihnen ferbraant, 
sie selber verbanai wurden. Dieselbe Strafe litten Ifätter, die 
ihre Tbcbter verkuppelten, und Tor etlichen Jfhren noch (vor 
1781) wnnlen öffentliche Weiber mit Haarabschneiden be- 
straft 

* Der so den kahIfcOpSgen Tdlkem gehörige Pascha ven 
Jaaina erkannte den Lord Bfron für einen vornehmen Mann« 
weil der lorfcifes Haar, kleine Obren ^ßd kieiaa Hilada haue. 




stimmt xum obigen Maalthier, führt aber wHUr In 
difl Irre. Die dort schon vod der Leidenden ge W wi Mc 
tielegenbeitimsdierio fehlt hier ganz, olmol die Ge- 
TMtlerin euch dafQr gelten kann, welche dts Aben- 
teaer aber nicht Tenchweigt — Von dem Dichter 
Herrsnd von Wildonie and seinem Gewährsmann 
Ulrich von Liechtenstein ist schon bei seiner ErUhlnng 
von der schonen Frau, die dagegen ihren nnsohünen 
Mann lieber hat, als ihren Augapfel (XU), das Nothige 
gesagt. Die Oertlichkeit des Abentenen im Walsohen 
Friaul weiset auf gemeinsame Qaelle mit den fol- 
genden italienischen Novellen. 

Bei Boccaccio (VU, 6) ist es ein reicher Kauf- 
mann Arrigncdo Berlinghierl, der eine adlige junge 
Frau Monna Sfsmunda g^eiratet, und von dem jungen 
Roberto ■ gekrönt nnd gehörnt wird. Kein andre« 
Thier ist tni Spiele. WAhrend beide Mltiner auf der 
Strafse fechten, beredet die Frau ihre Hagd, ihre 
Stelle einzunehmen. Der Mann, dnrch die vom Llrni 
erwachenden Bürger vom unbekannten Nebenbnier 
geschieden, holt ■m'IIOrgeD ihre drei Brüder and 
Mutter herbei, die Ihn aber heilig Hchdten und be- 
drohen, als die un«chuldig ersaheinende Frau ihn an- 
klagt, dafa er beraoscht wol eine der Balertnnen, mit 
denen er verkehre, so behandelt habe: widafs er ver- 
itnmmt und sich Ihr völlig unterwirft ' 

Die der Ehebrecherin gebürende Strafe des Haar- 
abschneidens bähen wir schon in dem Hahn^Beiher- 
Abentener (XXXI) gesefaeu, aber als . unschicklicb 
angewendet für eiun dem Mann abgeliugneten und 
von der Frau selber verehrten Braten. Die Geratte- 
iln, die ml^egefsen hat, moTs dort auch aushelfen, 
und zwar aas dem eigenthOmlidien Verwände, weil 
der Mann so ungenügsam im. Bettapiele s«i, dafs die 



SMlSMlbeniiers anwol, m okhi ertragen köone; mmä 
"«iHMfl» tKenmb leckere GeTtUerin, mit ihren abge* 
schnltteBeii Z<lpfen in der Hand, weiifclagend iieiai- 
gelit, wird ife von der Firan noeli terlidlifit -* 

Die Vermisdiang jenes in den eiitlaaiMieR Har 
senbraten (XXX) nnd anderen entqffeclienden Brzili- 
iongen sidi angemeften tiamdos alisclilielltenden AIm»- 
tenen mit den iilntigen Zfft^iitigQngen findet aidi 
vuA m deti Ceni m omäk $ nenadbi: ' Bin Kanfmam 
in Toors bringt «iner' Frau eine Lamprete, den 
Pbrrer imd einige andere Gaste damit tu bewir- 
then. Sie behanplel, nnr andere Fisclie enipiaugett 
in liaben, und hitM unter dem erwihnten Vor^ 
wand eine Freundin- Witwe« ihre Stelle einzunehmen, 
auf welche der Mann ein Bündel Ruthen zerschlagt 
Jedoch schneidet er Ihr nicht die Haare ab, weil er 
keinen Ehebruch zu strafen im Sinne hat, obgleich 
die Frau wirklich diese Strafe verdiente; denn wäh- 
rend ihre Stellvertreterin gezOchtigt wird , lafst sie die 
lecker zugerichtete Lamprete zu ihrem Franziskaner- 
bruder Bemard tragen, bringt- die Nacht bei ihm zu, 
und kömmt erst am Morgen heim, den Mann dumm 
zu machen, und ihm zu beweisen, dafs er ihr ebenso 
die Lamprete flbergeben, als sie geschlagen habe. 

Mit der ganzen Sammlung ist auch diese Novelle 
von MalefpinI Übersetzt^ 

Hans Sachs hat sie zu einem Schwanke, »der 
Bauer mit dem Zopf,« verarbeitet ^ 

Nach Boocaocio ist die dritte Erzählung in Lafon- 
ta ine's Gageure de$ troi$ commere$. (I, 31). — 

Der Erzählung des Indischen Fabelbuchs stehn 



> Arno. XXXVIII. ITme vergt^ pomr tuuire. Ansiog bei 
UffiiHl 11. IM. 

' Dmiumim mmftUt n. 140. 
« n. It Th. 4, M^ IM. 




nahe: die Persischen ßapageiinttrcheii Tutim^t^Kfll 
und das Persische Mirch«ibiich Bahar-DanW^Nlk 
üarl«n der firkenntnis,' worin die Weiberlist, k^v 
den Bramiaen, der den fOnften V«d« nnta- den besten 
Lehrerinnen studirt hat, besiegt. 

Uit dem Indischen Buche stimmt auch: unter 
den NovtlU amorou 4t gli Incogniti die äSste, and die 
erate der beiden Novellen d«8 Annibai Campeggi, 
m Anfang des 17ten iahrhaaderte- ' Sie spielt in 
Neapel und ist mythologlichi ,aiustafGrt: der Eifer- 
süchtige trBamt. er sei in einen Satjr verwandelt 
worauf er dem Weibe die Nase abscbneidel. 

Die Englischen Bühnendichter haben auch dieser 
Brzihlung sich bemKchtigt HaRsi&ger,.Shaitspeare'B 
ilterer Zeitgenofse, lafsl in seinem Lustspiele Tkt 
fiiMirifum,. ebenfalls der an die Saale gebundenen ver- 
meinUicheu Frtv die Nase abschneiden. 1 

Dagegen ist ein Theil des schon ni XXXIX ge- 
dachten Lustspiels Womm pUattd von Beaamont 
und Fletcher aus Boccaccio genommen, und oament* 
lieb der Faden, welchen der Mann, aber am Fii«er 
de* iB ihren Kleidern.. entsoblafenen Fraa entdeckt * 

Die in den meisten neueren Bearbeitungen aui- 
gelabene fiinmiscfaung eines Tbierea tritt dagegen 
anderweitig in Ifanlicber Verbindung auf. 

' Tgl. zD IX. LXTIII. LolNlauraS fÜhit dl« Englitdw 
Uclwra. ^. B8. und dl« FrinsütliclM vqn Marie d'Hcar«» (Paris 
18SS, lU* dem Engl.) p. W >n: In der DtulaeheD finde Idi 
Icdocti dl«M Enlbliing nicht. 

' Id8 EngIfMbe flberseixt nn JofI- 8Mlt (SbrewÄorr I7W) 
Bd. S. 8. 83- 

* JVaaat» 4m upett» nnUa ttil» äi- M. Oim. Aumw» 
4t^ AeadfirntQ (haav (Venedig 1630 4J. Beide wledwbolt Im 
AoHUfTD IltU. IT. 373. 

, * TA* plv* •/ ^A. AUtbigv (L«ad. 1813) t. 4. p. ISS. 
Dies« Stelle danu« hai Schmidt (Rellr. 79} tiberMtat. Tgl. Dm- 
l9p. hiit. o/ßelitt« II. 315. 

" Aach die« Stell* ^Ibt ScbmMt (Biiir. S0> DwUcb. 



•t fl^h Mi ^CT fiinffami ttqilhMifHi. xui 



«JE'ili dcB XaU «oiWiffM fMKHMOft (61) wM ein Ritter 
4ll(l0lil9Mhesoch einer Kaofnannafrao in ein dnnli- 
fet ZimBier versperrt: aber wahrend der Mann die 
Verwandten der Fran lierbeihoK, befreit sie den Ge- 
fiebten, nnd sperrt dafihr einen Esel ein, der beim 
Oeffiien der Thfir Allen entgegenbroltt. 

Deberselit in Malerpini's Sammlung Nov. 61. 

Ebenso erzihlen: 

(Gast) Cmmoaki s&rmomi t 9^ p. 99. 

Die Nov9He dt Domeuitki p. 74; tind 

Melandri Joco-ssriei r. 9, p. 44 ^ mit einigen 
Verinderongen. 

Legrand 11 , 988 fogt diesen Anftthrangoi hinzn: 

In ArisiaeneH ejrisL wird eine Frao niit ihrem 
Bnler von ihrem Manne naehts .überrascht und einge- 
sperrt: sie bindet nun ihrem Geliebten die Hftnde nnd 
nberliefert ihn als einen Rauber ihrem Mann. Dieser 
will ihn tddten, sie aber rith, ihn am Tage der Ge- 
rechtigkeit zu übergeben, nnd erbietet sich« ihn in 
bewachen. Sobald der Mann entschlafen ist, lUfst sie 
den Minnedieb entwischen. 

XLJy. Die BeUhU. 

For diese ErzAhlung, die nur in Einer Abschrift 
vorhanden, und nicht mit einer manigfaltig verbreiteten 
ähnlichen zu verwechseln ist, wo ein Mann in Verklei- 
dnng des Beichtvaters die Beichte der Frau hört habe 
ich keine anderweitige Nachweisung. Sie bietet ein 
landlich-sittliches GemSlde in Wintereinsamkeit 

XLK Der behobene Ehenuum. 
Das entsprechende Altfranzösische Gedicht von 
Jean de Boves beginnt, ohne die vorbereitende 
Abrichtung des Mannes, damit, dafs die Frau, in ihrer 
Vertraulichkeit mit dem Plarrer, ihrem Mann, einem 
Baner in Bbiileol in der Pieardie; entgegeneilt und 



f 



ihm Krankheit und endlieb d«n Tod «ioMdÜf te 
auf dem Stroh im Stalle mit einem LeicbentodiK^lte 
deckt, lind wehklagt. Der Pfarrer kommt auch mr 
Todtenfeier, singt seine OremuB. und ^eht ^öann mit 
der Witwe in die Stube. Der Seheintodte hebt auf 
ein Gerltusch in der Stube dai Tuch auf, und ruft 
dem PfsfTen lu, wenn er nfdit todt wtne, warde er 
ihn todtprügeln. ' 

Das lafst noch einen minder grausamen Ausgang 
zu, als das Deutsche Gedicht Andere Erzlhihngen 
machen wirklich nur einen Scherz daraus, und lafsen 
euch den anstürsigen Ehebruch mit dem Pfaffen weg. * 

In Des Periers ErtüUnngen i'nMv. £,X^/ dient 
ein naitre Berthaud in Ronen sar allgemeinen Belasti- 
gong, und wie er in allerlei Verkleidung auftrat, 
Narrenteiding trieb, und sich viel darauf einbildele, 
daCs man ihn Meister nannte, ward er rall% tum 
Narren. Lustige Vögel redeten ihm ein, er sei krank, 
und endlich gar todt, und fahrten ihn so mit Ubera 
me, Dommtl durch die Stralken, wobeier sogar mao- 
chen Nadelstich in die Lended auihiett, bis er Einem, 
der es zu scharf gemacht, zornig zurief: »wire ich nicht 
todt, ich würde dich sogleich todtA^lagen.« Bei dem 
fortgesetzten Leichenbeglngnis Und Klage: sBerthaud 
ist tvdtl* ohne ihn Heister tu notmen, erhob er sich 
vnd rief: »Ihr lügt, aoch lebt euer Ueistcrl* 

Ebenso enählen: Po^gii fametint, * wo der Znraf 
»NarrU dieselbe Wirkung thut; und 

£m iUuttFM proMr6M p. iO. 

Boccaccio's Novelle (111, 3) bringt dagegen die 

' Ltgnnd IV, 19S: Lt eHh/n it SmUiaX. Alioi Lmftmmt 
fu fit crvf'rv d *m tnmri lu'il itmt mart. DI« Ausg. von 1829 
bai tu dem Auiiug IT. 219 niebi dss alle Gadlchi, wHches 
In der Berner Perg^ Hindiehrin 354. 4 siebl. 7. A. Siiaur em/al. 
eeJa.6iU Btnuru. IM (177t]. 377, 

• AUMM« g)M Ugrind llfiin. 

^Panii.FhriaM 9f»f («sMl IM« JI.4N.: T. MnMt 



GtUOkbäMi fiel irger ins Spiel: einem, bis auf die 
Weiber« gsoi heiligen Abt, in einer einsamen Gegend 
Toieana*s, geftllt die schöne Fran eines reichen eiier* 
süchtigen Bauern dermafsen, dab er sie mit einem 
Ringe beschenkt and beredet« ihm wahrend ihr Manh 
im Fegefeuer sei, dessen Stelle verlreten eu kise». 
Ein Pulver, durch welches der Alte fem Berge seine 
iflngar (die n»di soJdiem beraoschenden Hanfsafte 
giiMinten Assassinen) in sein Paradies verztlckt, ver- 
senkl den Ferondo in dreittg^^ Schlaf, sodafs er 
fflr tedt eingesargt, dann aber heimlich durch HoMe 
eines Boiognesischen Mönchs wieder herausgenommen, 
in das dunkle Klostergeflingnis gesetit, und dem 
Erwachenden eingebildet wird« er sei im Fegefeuer, 
wo er für seine Eifersucht bufsen müfise, und auch 
täglich zweimal stark mit Ruthen gestrichen wird. 
Unterdes vergnügt sich der Abt mit Ferondo's Witwe, 
und benutzt dazu dessen Kleider, sodafs er als (ie- 
spenst erscheint Nach zehn Monaten aber fühlt die 
Witwe sich schwanger, und Ferondo wird wieder in 
Schlaf versenkt, in den Sarg gelegt, erwacht und er- 
steht vom Tode, unter feierlichem Gepränge des 
Kiosters. Anhings für ein Gespenst gehalten, kömmt 
er heim, ist nicht mehr eifersüchtig, und nimmt den 
im Fegefeuer ihm mit der Urstinde verkündigten 
Sohn, den er zum Danke nach dem Heiligen Benedict 
nennen soll, als den seinen au. Der Abt aber, dessen 
Heili^eit durch diefs Wunder noch vermehrt worden, 
setzt den heimlichen Umgang mit seinem Weibe fort. * 
Diese gottlose Einmischung der GeistlichkeV ist 

ra seiner Debersetiang des Straparola S. 809. — Anderweitige 
verabreMe Einbildangeii (Mysiificaiionen) sind lu XXIV 
angeführt. 

* Scknidt (Beiir. 24) fährt bieiu eine Nofelle nandello*s 
(11» 17) ao: eines Brescianers tninksüehtiges Weib fSllt in 
einen Mehlkasten, und beneliell . aocb vom MeMsiMbe , wihnt 



^ 



Lti •(f4i4t( krr riKtrtHfi Ciji^liii^n. 

wieder dorch einea andern Hintergrund eraeUt Jo einer 
Novelle von Grazzini, genannt Lasca, der Ton 1503 
Im 1S83 lebte: Manente, ein Arct in Florenz, ward 
dem Lorenz Medici, benannt der Prlchtige, so flber- 
IHstig, dsfs er ihn in der Trunkenheit in ein dunkles 
Gemach bringen, und darin ein Jahr lang von Hasken 
in langen weifsen Uönchskleidern mit blorsem Schwert 
in der Hand bedienen litst, sodars er sich einbHdet. 
in einem Zauberpalast zu sein und galer Dinge l«t. 
Unterdessen wird ein Leichnam an seiner Statt be- 
graben, und seine Witwe heiratet wieder. Hieraaf 
wird er in einem abgelegenen Thale ausgesetzt. 
nnd bei der Heimkehr ftlr ein Gespenst gehalten: 
alles zu grofser Brgetilicbkeit Lorento's, der ihn 
auch nie erfahren llfst, was mit ihm geschehen ist ' 
— Hier ist der alte Schwank zur Belustigung des 
Hofes erneuet. 

Fernere Bearbeitungen sind: in Doni t^ere (Flo- 
renz 1547) /. 2. p. 44; oder NowUe äi Doni (ed. 
Zamda 18iS) noe. S. — Von Lafontaine (II, 91) 
nach Boccaccio. — Im Akntmack dn Munt par Bar- 
doitin 4778: Le mort parlanl. — 

Nach dem AUfranzösischen Gedicht hat Imbert. 
in seinen Now^ei hiMlorielte» m wrt IIl, 4 dieses 
Abenteuer gereimt. 

ÄLfl. Da» heifu Eüm. 

Us gibt zwar alte Geschichten genug von Gottes- 
urteileo der Keuschheit, für welche besonders die 
Feuerprobe gehörte: jedoch kenne ich keine Ueber- 
lieferung, welche auf ähnliche abenteuerliche Weise 
Ton der treulosen Frau herausgefordert, sie so hart 
sie lieh in Jener Walu belcblet Ihre Sttnden, obne iondertlelie 
Reue, tmd mUi dann *DCb ihre Vbllerri Fort. — Nur all eiM 
wol kaum abitchillchc Umkehrani gehört iitt» bteher, 

■ rfcotät tU OnmaU. i»tU i\ L-tm (Land. 1793) t. 9, p. 
117. EJBta Anastig glbi BckmWi U. 



gestraft hitte, zoni«! da der Mann durch den Betrag 
keineswegs seine Dnschold bewahrt hat Auf ahnUehe 
Weise ward Isolde gegen die Feaerprobe bewahrt» * 
el>^eidi sie dorch den Hinneaubertrank mit ihrem 
emi^n Tristan entschnldigt war. 



XLyiL D09 Sekmeekmd. 

Ein sehr altes , oft erneutes llire, in alten und 
Sprachen. 

Des Lateinische Gedicht um Anfang des Uten 
Jafarlionderts, nach der eigenen, zwar nicht aufgezeich- 
neten Sangweise, Modms Liebinc benannt, ist in den 
Nachtragen (Bd. 3, S. 728] gegeben.^ Das kurze La- 
teinische Gedicht, welches neulich wieder herausge- 
geben,' und von Geoffrey de Vinesauf, einem 
Normannisch-Englischen Dichter um 1200 verfafst ist, 
lautet so: 

Rebus tu agendis longc remorante marito, 
Vxor moecha parit puerum: post muUa reuer$o. 
De nite conceptum fingit: frans mii(tia: caute 
Sustulit, cuportat^ tendii , mtUrique repartan* 
Ridiculum simüe, lique factum sole reßngit. 

Das Altfranzösische Gedicht hat dagegen noch 
einige nähere Bestimmungen: der Mann bleibt zwei 
Jahre aus, und die Frau yergeht sich mit einem 

1 GoUfrieds von SirAfsburg Tri&Un und Isolde, in meioer 
Ausg. seiner TVerke (1824j Z. 15.73ü IT. 

> Die Zeit bestimmt sich dadurch, dafs in dem Afodu* 
»Oiitne (vgl. ni IT] anch K. Ollo 111 gepriesen wird. 

• Durch Thomf» Wrighl essay* on tabjecis connected wiik 
ike Uttermtmrey popalar superstiiions mnd AiH^ry of England in 
ihe wüddle mges iLond. 1846; /. t. p. 180. Dafsrlbe hat schon 
Leywer (poei. med. aeoi p, 001) in Galfridi de Ftnofaho Lehr- 
ged. Poetria nooa vom J. 1216. aus 4 Hdss., wo es als Bei- 
spiel bündiger Kürze dient. Galfrid beklagt unter andern auch 
den Tod Richards Löweohen. Lesarten : agwtdi* — distanie 4. 
Srnstimei — rtportmt. 



icMvr (Jüngling . Als der Schnecknabe fünfzehn- 
Ahrig ist, führt dt^r kaiifinnnn ihn durch die Lom- 
iardei nach Genua, und verkauft ihn an vUwu llündlor, 
der ihn luich Aleiaodrien führt zum weitern Vorkauf. 
Es schliefst mit einem ähnlichen Spruche, wie das in 
den Nacbtrigen stehende Altdeutsche Gedicht: 
Dien Ven woini qu* wotmr dnt, Qu'dk bra$$a et qu*eU btU. * 

Dmer in der Reihe stehendes Altdeotschei Ge- 
dicht ist das ältere, aus welchem das nur in einer 
spittra Abschrift vorhandene Gedicht des Nachtrages 
noch einzelne AnkUnge behalten hat, und gehört in 
d^ WUrzburg-MOnchner Handschrift zu Strickers 
«Welt«» dem es auch wol zuzuschreiben ist. Jiigen 
ist ihm der spottische Trost des Mannes: weil alles 
WaCier binnen Jahresfrist zu seinem Ursprünge zurück- 
kehre, werde der geschmolzene Schneesohn ihr auch 
wieder zufliefsen. 

Italienisch findet sich dieser Schwank in Doni 
Füoiofia morak (Venedig 1552) t. !i, p. 141; und als 
eine der hundert Novellen bei Francesco Sauso- 
vino, eigentlich Fr. Tatti geheifsen. ' 

Ferner Französisch, in den Fadtieuui jimr- 
n^es p. 505. 

In den Cent NouveUes nouveUes (n. 19 J ist der Kauf- 
mann erst drei, dann zehn Jahre abwesend, und fin- 
det einen siebenjährigen Knaben ; und die Frau meint, 
sie sei länger mit diesem Kinde gegangen, als ge- 
wöhnlich; oder als sie im Garten ein vom Schnee be- 
decktes Blatt ffeuäh dotUk) gesucht, habe sie nur. 

' Barbmn-Mten IIL tl6: De tmfkni ^ /mi remu tm 
9oini. Aus Hds. 7318. 148 Zeilan. ^ Legraod III, 80: Ar 
rmfiaU gm fandii tm s^hiL In der Aosg. TOD 1829 III. 81 
auch ohne Urscbrifl. Deot. Ueberi. III. 03. 

' Ctmio mooeUi M«tf« (Venedig 1098) §iorn. 9, nov. 0. 
Vgl. Aber diese Sammlung und Ihr Verblltnis tum Decanie- 
rone. Schmidt Beiir- 103. 



eki SlOck Schnee genofien, und Mi davon schwanger 
g ewo rfen: kun, et sei ein Wunder. Der Mann ver- 
fcanft den Schneesobn selber in Alexandrien. 

In Malespini's iweihnndert Novellen Obersetit 
mit allen Obrigen dieser Samnlüng (Nov. 38) 

Confca d» Grieouri L 5, p* S7. *^ 

Denlseh findet sich diese Enihlnng auch sehen 
in der alten Sammhing »Ernst mit der Wahrheit« 
(Fnnkfart durch Egenolf) Bl. 38 a. 

Endlich, lebt sie noch in I>eatscher Mundart, 
unmenflirh in der Frinkischen um Miltenberg am 
Maine, woher sie Josl v. Schmeller in den »Mund^ 
arten Baiems granunatjgch dari^telltc (MOnchen 18M) 
S. 449 aufgenommen hat Hier ist es ein Kaufmanii 
aus Frankfort, welcher den aus einem Eiszapfen ent- 
standenen und so genannten Knaben einem Hollandi* 
sehen Seelenverklufer verhandelt 

XL VUL Die halbe Decke. 

Diese und die folgende Einschiffung des vierten 
Gebotes durch bedeutsame Beispiele gehören auch zu 
den weitverbreiteten manigfaltig dargestellten und noch 
lebenden Geschichten. 

Das Aitfraiizösische Gedicht, die getheilte Decke, 
von Bernier, hat manches Eigene, und stimmt zum 
Theil mehr mit dem Gedichte des Hufferers, im 
Nachtrage, als mit dem hier aus vier (eigentlich nur 
zwei] Handschriften* in der Reihe stehenden, auch 
hinsichts der AasfQhriichkeit Der sonst nicht be- 
kannte Dichter, der sich am Ende nennt, beschwert 
sich eingangs, daCs die Hofdichter ( Mifi^rin$ ^ Mini- 
sterialesj immer nur ihre alten Geschichten wieder- 
holen, wahrend man doch in den Schlöfsem, wo viel 
lebhafter Verkehr ist, und alle Welt aus- und ein- 
geht, tausend neue schöne Geschichten vernimmt 

' Abgcdruckl in Kolocuaf Codes S. 143. 




ivi tftf^i^I' k'i crajcluii tfTjii^iBftB. 

welche mau benutzen solle, wie die Vorfahren gethan 
haben. l£r wolle nun eine Mkhe enShlen, welche vor 
etwa 20 Jahren einem Barger von Abbeville begegnet 
aei. Dieser Mann, wolbegutert, begab sich wegeu 
Feindschaft einer mächtigen Familie nach Paris und 
ward des Küiiigs Lehusmann. Als »lue Fran starb, 
vermalte er seinen Sohn mit einem edeln Fraalein, 
deren Brllder nur einwilligten, wenn er sein V«rm<>' 
gen völlig dem Sohne Übergabe, weil er sonst noch 
weiTser oder schwarzer Mönch oder Tempelherr werden 
undifam dadurch alles entziehen kümite. Bald mochte die 
hochmüthige Frau den Alteu nicht mehr leiden, und drang 
auf seine EntfernuDg. Der Sohn folgte, und vergeblich 
flehte der Vater bei der Verstofsung aus dem Hause we- 
uigstens um einen befsern Rock gegen die Kälte, und be- 
gnOgte sich endlich mit einer Bossdecke. Der aieben- 
jfthrige Enkel zerschtieidet die Decke, and sagt den 
kindlicii-herben Spruch. ' 

Die Geschichte ist hier weit härtet' durch die 
Ausstofsang des alten Vaters, im Winter, ohne wai^ 
mes Kleid, obgleich etwas gemildert dordi die Ein- 
wirkung des Weibes auf den Sohn, welche in ühsers 
sonst nicht bekannten Hufferers Gedicht von einem 
Ritter und seinem Sohne, noch mehr allmtlig gestei- 
gert ist Unsere beiden Gedichte heben auch die 
unbefangene Rede des Kindes als Gottes Stimme des 
vierten Gebotes herv*»*: wihrend in dem Französischen 
Gedichte der Kuabe, um die halbe Decke tankend, 
seinem Vqter droht; wie der Oicliter am Ende nur 
davor warnt, von der Kmder Gnade zu leben. 

Dem nfiher steht die Italienische Novelle des 

' BtrtMMo-lfton IV. 471: Im Aautt parlit. Par Btmim. 
Aus Hd«. 7118. 410 Zeilen. Legrind IV, 74: U Jait^mm 
tjfbUmlU. Ali» La hmun tmipn «n 4»iit. Uie Aus);, von 
IB» IV, 117 bii auch dlB UrtchrtfL Deui. Ueber«. IV. ivt. 
~ Haute, ImuM Ist ditialba Wort mit untsnn l«l»n. 



•ffii^^^ Ui mjfüMim Cisi^afiiai. lvu 

Mailio^iiGlieo Aiztes Orleosio Lando um Mute ife« 
l€leQ JahrhuDderts, der Lnlhen Lehre oachDeutedi- 
lamA ibIsCe. Der Veler isl dort eio reicher Floreazer 
K^ofm^nn Rkctfdo CtppoDi, der. seinem Sohne Vio- 
eenli, einem ebenso eifrigen und geizigen Kanimann, 
dnich Alter nnd Wafserancht so Oberlistig ward, da(s 
dieser ihn in ein Krankenhaus terstiels. Dorthin 
sandte der Sohn ihm zwei Hemden durch den sedis» 
jahrigen Enkel, der eins davon behielt, und seinem 
Vater ganz gleiche Behandlung drohte, mit dem 
Spruche Chi ia fa, Fa^f^iß, * welcher seitdem spnch- 
wörtUdi durch ganz Italien geworden. ' 

Denselben Gegenstand behandelten nodi wenig 
später die Novellisten: Niccolö Uranucci von Lucca: ' 
und Sercambi [nov. 5J. 

Auf ähuliche Weise wie Lando erzählt der Abb^ 
Le Monnier:^ der Sohn sendet seinem ins Kranken- 
haus verwiesenen Vater von Zeit zu Zeit etwas Suppe 
in einem Zinngeftfse. Als der Alte gestorben, will 
der £nkel den Napf behalten, um ihn auch seinem 
Vater ins Spital zu senden. 

Das Altfranzösische Gedicht hat Imbert neu 
gereimt 

Auch in alten, und noch lebenden Deutschen 
Volksstimmen ertönt diese Gottesstimme: »das 

' Altdeotscb seiAe ieeie, te&e habe. 

' Lando's flenehn Novellen stehn in seinem f^«r/ compo- 
mmtemii (Venedig 1553). Dictt dreiiehnte Novelle ist unter den 
vier in den PhoMero ItmUamo (Yened. 1754} niifKenommenen 
Novellen. Rd. 3, S. 180: NeVa ttguenie noveüa narrasi wt nu- 
rmeoiato memUnie; e imparati tfttmnto sia mbbomineooi casm Im 
ermdeÜi de^ ßgimoli oertü i padri ioro. Vgl. die Vorrede 
«I. XII. 

' Lm pimctool moiie e lieio giomo, operu jmormle (Venedig 
\Sth) L % p. leo. Tgl. AbodfrVro limämo Bd. 4. Vorr. S. VI. 
Gmncd öbertmg auch Boccaccio*« Teteide ans den Oiuven 
in Prosa. 

* In feine» FmUm p. 68. Aiisiug gibt Legrand IV. 83. 




vierte GeboU, ein Lied von efiiem alten KSaig« von 
Fnnknich, * and eine Erzählung in der Hundart 
nm Simmern: dem alten kranken Vater wird an- 
statt des irdenen Napfes, der ihm entMlen and ler- 
brochen ist, ein hAlierner la seiner schlechten Kost 
ao der Thflre gegeben, and dar vierjlhrige £nkel 
will nun auch einen (olchM hftlzemen Napf für sei- 
nen Vater sohDitten.' 

XLIX. Der Scklä^tt. Ma Rädigtr Jm Hmthawr. 

Nicht so verbreitet, als das vorige Beispiel von 
dem unnatUrlicben Sohne, dem der Enkel gleiches 
Schicksal verkündet, wenigsteoH nicht bei den Roma- 
nischen Völkern, wo sonst, namentlich in Frankreich, 
riemlich allgemein der erwachsene Sohn sich durch 
den alten Vater im Besitz und Genofs des Vermögens 
ftlr beeinträchtigt hält. Fast weniger grausam, aU 
die Verstofsung vom Besitz ist bei heidnischen Stäm- 
men, auch der Germanen, dasTüdten der schwachen 
Greise.' Hier erscheint nun auch der kindliche Un- 
dank derä Töchter, sowie der3 Sühne, zugleich noch 
verstärkt durch ihre Männer und Weiber. Frtlh und 
manigfaltig ist dieser Stoff dargestellt, wenn auch 
sonst nicht in so vollem Chore der Familie, zumeist 
in England, vor und nach Shakspeare's Lear;' er 

■ Id 0. L. B. Woir* UauucbiU der TaUupoctia (Uipilg 
tat6] 8. t81. .., 

* J. M, Flrm«nl«b: Germanlani rHlUruiniBiin Bd. I (B«r- 
lln 1843-4«]. 8. 1132. 

' Ton den Herulern meldet ei Priikop Oatk. II, ]4- Ad- 
dera AlinordJKhe, mehr Sluliche, AltpreohliclM. NordanMri- 
kaoiiche, ROmlBche Zeugnitse bei l. Grimm Rechualiertb. 8. 
486. Auch Zlgeunir. 

* Ton dan vcnchledanen DanMInaian lundeln dl« Aitf> 
laiar 8haluprire's tum Lear, bai uai ; Eichanburf tu Miliar 
Ueberaeiinng (n. A. ITTT) Bd. 11. 8. U7-80; Hnrock 
QuellaD Skaka^vf's Th. S (1831), 8. aw-r14. Graft« LIU. 



bcif«^ sieh usprOngiieh dort, wie GymbeNne (Tgl. in 
LXVni), im konlgiidien Kreise der Britttschen Sagen* 
gekhichle. 

Galfrfd rmk lloniiiorali, im 19t6D Jahrhundert, 
wil bei König Leir wirküdi altere WeHsisohe Qoellen 
haben, iD der 'Kdo^roDik Tysilio's, Bischofii tod 
Wales gegen Bnde de« 7ten Jahrhiinderts, welche nur 
in wenigen Abeefariften ^driunden ist Hier ist Llyr, 
ndddnds Sohn, der eilfte Britüiidie König, oHd wird 
seine Geschichte ans nmndlicher DeberHeferang er^ 
lihlt:' ohne Sohn will er seinen Tochtem nadi dem 
Ihafs ihrer Liebe das Brbe geben. Goronilh und 
Kegan schworen bei Himmel und Erde, dafs die ersto 
ihn mehr Hebt als ihre Seele, die andre onaassprech- 
li<rh; worauf er sie mit den Forsten Magion Ton Corn- 
wall und Henwyn Ton Alban (Schottland) vermalt and 
ihnen die Hallte des Reiches gibt Gordeilla, die nur 
sagt, sie liebe ihn wie ihren Vater, und yerkOndet, 
er werde nicht mehr geachtet als er Macht und Muth 
habe, geht leer aus, und wird dem König Aganip- 
pns von Frankreich ohne Erbe gegeben. Als Llyr 
alt wird , bemächtigen sich die beiden ersten Schwie- 
gersöhne des ganzen Reichs, und Llyr wohnt ab- 
wechselnd bei ihnen, wird aber seines Gefolges von 
40 Rittern allmalig so beraubt und von den Töchtern 
so schnöde behandelt, wahrend er zweimal von einet 
zur andern geht, dafs er wothend und klagend Ober 
die Bewahrung der Worte Gordeilla's, mit Einem Ritter 
zu ihr flieht, die ihn in Amiad (Amiens) so ausrüstet, dafs 
er mit Gefolge in Paris einzieht. Er erhält von Aganip- 
pns ein Kriegsheer, Gordeilla allein begleitet ihn, er 



Gfecb. II, 3, 09—100 ond s. Uehert. der Oesia Bomanor. 
11, »9. 

* Origmai wiwry of kimg Leur, aus dem Ckromieie of Um 
HimgM^ im Edin6, JamnuUi Deuisch im lllt Unt«rh.-Bl. 1849. 
Nr. Sil. W««isrt Narbweiseag Mit 



« 



erobert sein Land wieder, und- veijagt die böien 
Schwiegersöhne von der Intel. Daterdes stirbt Aga- 
Dippus, und Cordeilla bleibt bei dem Vater,, und re- 
giert mit ihm bis zu seinem Tode. Llyr wird in dem 
von ihm erbaotea Tempel des Jonui bifrotu bei seiner 
ätadt Caer Llyr (Leicester) am Soramflufse begraben, 
uud sein Jahtesfest gefeiert. Cordeilla regiert allein 
noch fanf Jahre, bis ihre Schwestersühoe Hargan und 
Cunedda sie beltriegeti, das Reich erobern, nod sie 
ins GeflLnguis werfen, in welchem sie sich ersticht: 
1500 Jahre nach der SundDuL 

Galfrid. und nach ihm Holinshed, dessen 
beschichte Shakspeare zunächst, und oft wörtlich 
folgte, weichen nur in einzelnen ümstinden and Na- 
men hievon ab:' Cordeilla ist eigentlich Leirs liebste 
Tochter; wie sich zuletzt auch bewihrt. Die 
schntkle Behandlung durch die beiden bfisen Töch- 
ter und deren HSnner wird nur allgemein angegebea 
AganippuN zieht mit nach Britannien. Maglanus und 
Henninus fallen im TreiTen, Leir wird wieder König, 
und liegt bei Leicester unter der Wafserleitung des 
Doreflnfses begraben. 

Cordeilla's Schicksale fehlen bier, finden sich je- 
doch eb«iso in Speosers Feenkönigin (II, 10, 
97~33), nur dafs sie sich nicht ersticht, sondern er- 
hangt; welche Todesart sie auch bei Shakspeare er- 
leidet.' 

Die Altenglische Ballade von König Lear and 
«einen Töchtern,' deren Zeit nicht genau bestimmt 

' HolinitkCdt BnUblang fardeaUehi EicbcnborR «am LHr 
8. M8-61. 

* 8lH*«u b«roerkl rain gchlufie dts Lear. Sbakipcar* 
bab« dleft Bcblckul Cordellli'i so In der Geichlchta gernaden, 
und enIhH dl«M RSni «le Tititl«. Etwa n*ch Tjrrrtl gtntrml 
iutary of StgUMd (Uad. ITOOJT 

■ B«l Fttrr itjii. 1, tSS aui dar BamntlMifl 7%* g^Um 



•cfi^iiltf Itr < t^| f*»»» Cisfi||hiiifM. LH 

ist, enilill im Ganzen ebenso: Lear sebenkl so- 
gleich beiden TOcbtern sein ganzes Reich. GordeHa 
irrt Terlafsen im Lande omher, bis der König von 
Frankreidi sie findet Leirs Behandhing wird nm- 
stindiidi gesdiiMert : bei der Wiederkehr za den bei- 
den Tocfatmi erimi er den Abfall der Speisen Ton 
der Kochenmagd, und wird znletit hinansgestofsen. 
Er irrt wahnsinnig umher. Gordelia allein hilft' Ihm 
sein Reich wiedergewinnen, kömmt aber im Trefi<»n 
um. — Die nur trocken darstellende Ballade könnte 
die nihere Aehnlichkeit mit Shakspeare, z. B. Lears 
Wahnsinn, erst aus ihm selber haben: aber Anden- 
trug desselben enthslt schon TysihVs Geschichtbuch, 
und Johnson bemerkt richtig, der Balladenschreiber 
Würde mehr dergleichen entlehnt haben, wenn er 
Shakspeare^s Lear vor sich gehabt hätte. 

Das ältere Schauspiel König Lear, welches 
schon 1605 In London gedruckt,* zuvor manchmal 
aufgeführt, und von Tieck als Shakspeare^s eigenes 
fraheres Werk verdeutscht ist,' hat den Wahnsinn 
noch nicht, und endet mit Lears Wiedereinsetzung 
durch Cordelia und ihren Gemal. Auch sind Gloster, 
Edgar und Edmund nicht eingeflochten, welche die 
Ballade zwar absichtlich absondern mochte. 

Die Geschichte dieser drei ist aus Sidney^s Ar- 
kadia ' genommen; ihre Verbindung mit der Brittischen 

GmHtndL Deatscb von i^lwiibarg 852—58. 25 Stanzen. 
Wiederholt O. L. R. Wolf Haossrhatt der Volkjspoesie. 

' 7%e inae chroniele hittory of hing Ldr and hit ihrt€ 
dmm^hihert Gonoril, Ragan and CordeUa, at ii ha* Ben dinen 
anä nmdry Urne* laiefy aded. 4. Wiederholt in den Six M 
pU^9 ond bei SieeTens Ausg. von 20 Stöcken Sbakspeare'a 
(Load. 1706 4 Bde.) Bd. 4. 

' Altengl. Thealer II (1811). 205. Vgl. Torr. X-XIV. 
Einen Auszag gibt Escbenburg 559-66. 

' Ber Ausgabe fon 1590. 4. p, 142. Shak»p, iUatir. 
III, 291. 




LHiv «cf^i^r ttr fiijrlMi Cqtli|lmiara. 

Hans Sachs hM diesen StolT vermathlich aorh 
aDs lebendiger Hage und Anschaaung gedichtet, ' und 
drückt den Spruch, welrher in dem Bitern Cedicbl« 
da« Vermachtnf« des SchligelR enibllt, in folgenden 
Reimen aus: 

Wer tein kinden bei seinem Üben 

Sein hob und gut thvt übergehen 

Den lol man denn zu Kfiand und tpott 

Mit dem kalben whiagen tu lodl- 

Diefi nabert sieb sehr dem noch gangbaren, in 
seinen drei bedeutungsschweren Heimen noch kräftiger 
lautenden Volks spru che : 

■Wer seinen Kindern gibt das Brod, 

Und leidet selber dabei Notb, 

Den soll man schlagen mit dieser Keule todt.« 
So deutete dieser, aocb wol daneben stehende 
^rucb die an manchem Stadttbore aufgehängte Keule. 
wie solche namentlich in Stblesien zu sebeu waren, 
and wol noch sind, obschon dergleichen immer mehr 
verschwindet; weil die heutige hohe lilrleuchtung sich 
solcher ZeugaifBe finsterer Jahrbonderle schltmt: zu- 
letzt (1821] habe tcb sie noch in Krossen am Thorc 
nach Berlin gesehen. 

In England hing, und hingt vielleicht noch, hin- 
ter dem Kircbthore the holy maule, womit der Sohn 
deo 70jahrigea untOcbtigen Vater eriicblagen mochte. ' 
Dieser Widerspruch mit unse^m Spruch ist nur scbejn- 
fosr, weil jener die unzeitige und völlige Gutsverthei- 
Ipiig ao die Kinder meint: die Knglische £rlaubnis 
dagegen in Besag auf das hohe imtt^btige Alter i^d 
biblische Lebensziel von 70 — 80 einen auch bei uns 

' Der Nfirabergvr Auagabe von «eintm Gfidlchie nn 1500 
L II. Th. S, M. 106. 

* Aineiat»» tmi IrtJitlan* diriuti frem nu. teartei, aäited 
hy fr. J. nomi (Land. 1889. 4. hir dif O^mden MÜfyJ 




nifM &«mdm Siiid • aoidrilckt ' Den letateni Mt 
J. Grimn* Mr den altcten^ und den heiligeo aHaoir 
ncr oder SchllgeU lircprlnglich ftir d«n Htniner det 
Gottes DoBir, Nordisch^ Thor, welcher etwa am.£iiH 
pDge seiMS'T«mpeb gcOuageo-' oder MMlioh auui^M 
haoen mu ttMn kam hlDaufageii' äita die scbo& irii 
NaiMD den GoUe gewidmetea Orte and SUdte ' sol- 
ches aadt in OrMlicber Zeit als WarlMichen behat* 
leo moehteä. Die Gestalt der Keule oder Kolbe, an- 
rtatt des flaBMMts, macht keine Sohüerigkoit, da 
TboK BlitibamiiMr anch efae Streitaxt ist, tfud er in 
des noch vorhandenen zahlreichen Bildern des gemeiiH 
Samen GennAlf^en DÖniiergottes;' Wh im Norden, 
mehr mit der Keule, als mit dem Hammer gebildet 
isL* Unser Scbligel befarst beides: wie das Alteng- 
lische motcb, jetit mmit. Franz. maä, Koibe, von 
mtaBt»tt kömmt Indessen ist kein rechter Grund, in 
vorliegender Verbindung des Schlägels, aucli d(^s Hng- 
Kscfaen heiligen, an Thor zu denken. Ihn durch die Stelle 
am 'Ihor mit Thor-Donar zu verknflpfdn, wäre ,eben 
auch nur ein thörichter Einfall, wie die ilerliner 
Thotstrarse Tom Gotte Thor herzuleiten. — Wir wirsen 
wol, dars man im Norden sich im Alter vom Felsen 
ins Meer stürzte, um zu Odhin zu fahreu, weil nur 
gewaltsamer Tod za ihm nach Walhall führte, wah- 
rend die von Alter und Siechthum Sterbenden ins 

' Ein bTtvrr Landmion mcints Geburü-dorrM in sotebini 
IDT l*ng|ewohnlCD Arbcri unlfichrificn Alter pOcgie uiimolhlB, 
DBi halb schCnmlse in isgCD: ..Smb aätm Minteiaa. i/t nütehl 
mtr iödJ, mültat Jet tt/USm." 

* In M. Uaupls ZeiUchriK V (I849i . 72 — 14. 

' Donnersbrri, Domburfi. DnTsUJ. Tho»? Wie im Nor- 
den ThfÜmrg. TharüSrg, Thertnat. 

* Unier den tob Etuscbing anfings lux Tfr-Siidtr erkihricn 
Knbildm) Tbore. dntn «al twaniig lam Thcil in den ttm- 
sm GermaniMkn Lindern R«tuiid«ii sind, habe ich nur etat 
(bti GrifKenn MKobleai IMS) mit eiMin Hammer RMelMa; 




Invrige Baus der Hei (Stäe, Hölle) kamen. Die») 
Vorstellung lag auch wol d<>[n Tddten der Greise 
darcbs Schwert (bei den vom Norden kommenden 
Herulern) mit zum Grunde. Es bliebe nun anzuneh- 
men, dafs hier der Donar-'llior, im Mittellatein meist 
JmpiUr (TotumtJ genannt, als höchster Himmels-Gott, 
selbst aber Wodan-Odhin {MeratrMtJ, angesehen ward; 
wovon sich allerdings Spuren im Norden teigeii, wie 
JB Bezug auf Tyr fTy, Tiu, ZiuJ, auch bei uns.' 
Anf jeden Fall sind uns hier uralte KnnbiJdar, Spruche 
and Beispiele tMWahrt und aufgegeben. 

Z>. Martmtfett. Von dem Stricker. 

■ Unter den sechs Handschriften dieses Schwanke* 
iit auch die Wiener grOste Sammlung Strickflr-«cher 
Gedichte, ' und ihm derselbe auch ohnediefs wol 
zuzuschreiben. Der Inhalt ist mir sonst noch nicht 
vorgekommen. Dan Beiligen Martin haben wir schon 
als Verleiher der drei Wunsche an seine Verehrer 
gesehen, xu XXXVII. Vgl. anch zu LV. 

LI. Der WUtur Meerfmhrt. Vom dem Firaudem- 
leeren. 

Nur in zwei Handschriften vorliegend, welche 
Oberdiefs imr als Eine gelten, ist dieser schon der 
antiken Welt angebOrlge grofsartige Schwank ebenso- 
wenig durch frühere mittelalterliche Darstellungen be- 
kannt, als der ans Z. K namhaft gemachte Dichter, 
der Freudenleere: ein angenommener bedeutsamer 
Name, wie dergleichen damals sdbon, im 13ten Jahr- 

> Vgl. OtrmaiHK I, 3U K 

■ Quellcnven. 16. DI« 3t«hl 38U b«l dtn Umhcd Ut Ir- 
rif, ■MIaiiSTOB (dirrn cUtna du SSils Qedleht Ist), und RehOrt 
dar Wiener PiflarhiiidBehrin. QneUeBTStKlchDls 6. — Aosf. 
m§n fledichis nn Htha iO. Dirasch In Ptm« von GcbIIn 
n. IM. Am 4ar ¥otoM. Hda. eraaat trän HafUlh US. 



liiiiMten; «lifkaimii. ' ^ Der Dichtet rtthait den Bm^ 
gnifen Hvfmin iron>l>evtii, t6n wekiieB eriiü 
Abenletilir'te Wien wrnomiiieü, wid dttradbe es tm 
golen Leuten gehört litlie. Devin «ehemt Mentidh 
das alle Dngaffech-Shvfsche DeTin/i^awMi, lloema^^ 
«nlerlieib Wien Mi Kdsatnineiifliiili^ der Herch wM 
Dooen« das m Deveil'nnd Tbebeti) geworden; 
wie dier Pfilffii ton Kaienberg (bei^ Wien > eigentUdb 
We^and fon^beben biefs. ^ Bdr^^rafen Ton Dew 
sind iwar be«Miden nnr von dem Sach^iseb^SliYisdMtt 
Derin» jede Debto^ bei Griimnav bekannt, ob^eiA 
kein Hermam Aber auch von dem Donan-Derin^ gab 
es damals Bofggriien, namenUich: Heinrich 1960 ««d 
1909, &et die Wilwe des Grafen Otto von Hardeek 
heiratete, und seitdem auch von Hardeek heifst; und 
ein jüngerer Heinrich von Devin 1312: sodafs der 
auch hier fehlende Uerman doch wol hieher gehört.* 
Der mit ihm befreundete Dichter beschreibt zugleich 
noch das Leben zu »Wien in Oesterreich« : dort gebe 
es eine Art Bad, wo man des Silbers und der Kleider 
völlig blofs und baar gemacht werde. Er meint wol 
ein Frauenhaus, vielleicht zugleich ein wirkliches Bad 
mit ins Wafser gehenden Frauen; und der Dichter 
kannte diefs wol nicht blofs von Hörensagen, sondern 

• Vgl. Mhinrsirigpr IV. 710. 

' dvitas qnae Ungna gtntit iOitu Dowinä, id esi pueHk 
ütümr. ihMji mmol PuUmB. a. 064 bei P^rH wmm. Mai. 
Gtnm. I, 370, weiu der Her. bemerkt, dafs er 1831 die Trüm- 
mer Ton Thärmen und Mauern auf steilem Felsen an der Donau 
gesehen habe, wie es 864 schon eine Feste war. 

■ Tgl. Grimdrifs S. 357. 

^ Wirken Geschichte der Krenxiäge Hd. 4 (18S6), Beilagen 
& 54 erwähnt aus dem Gedichte von des Landgrafen Ludwig 
des Frommen Kreuzfahrt drn Burggrafen Heinrich v. D. . und 
ans Sagittarius (Nachr. von den Burggrafen and Herren zu 
Devin. in der Sammlung verm. Nachr. zur Sjichs. Geschiehfe Bd. 
9, S. 307) «och die ilteren Burggrafen. Konrad 1180, Erlien- 
bert 1196. ISIO. , 




MU ErfshrD^. sodars er daher etwa sich den Freu- 
denleeren aaonte. Das gsb daon auch Dllchaten Aolafs 
lar umiUndiicheQ Dichtung dieses nugeheuerlicben 
Abenteuen in einem Wiener Weinbanse. 

Anüserdem gibt er der Stadt Wien das schönste 
Lob: raan lebt dort, freilich fttr Ueld («wer ein Geld 
hat«), in Herrlichkeit, Freuden und Falle, bei kmii- 
dien FiMheu und Wein, und xdiOnen Frlulem, Rossen 
Bad allerlei' [ritterlicher) Kurzweil, Sagen, Singen 
and Saiteiispiel : eine Schilderung der fröfalidiea Zeiteo 
Wieus vor dem Falle des letzten fiabenbwgers, Friedt 
richs deft Streitbaren (in der Ungarnschlacht 1246), 
der selber den Tanzreigen anführte und vorsang;' 
worauf die trUhen freudenleeren und gesanglosen Zei- 
ten Oesterreicbs folgten, welche Ulrich von Liechten- 
stein und der Stricker beklagen. ' 

Wenngleicli der Freudenleere dieses Abenteuer 
aus mündlicher und Ortlicher Sage dichtete, so sind 
die GrundzUge desselben doch uralt, und gehören schon 
der GriechenieiLi Atheaius ' enthlt ans dem Altern 
Sicillschen Geschichtschreiber TimilUB von' 1'aor- 
mina, weshalb ein Hans in Agrigent das SchifT ge- 
nannt werde: eine taumelnde Trinkgesellschaft darin 
bildete sich ein, m Schiffe im Sturme zu: sein, so 
dafs sie Tische, Stuhle, Bunke und andres Hausge- 
mtfa Aber Bord .warfen und tobten, bis am Jörgen 
die Obrigkeit erschien, dem Unfuge lu steü«rn: einer 
der * Trunkenen hielt die Beamten fOr Meergötter, 
und begrafste sie als ihre Retter; diese hiefsen alle 
heimgehn, und die noch Taumelnden gelobten« wenn 
sie glücklich aus dem Sturme kirnen, ihnen daheim 
bei den andern SeegOttem Bildsäulen ni errichten. 

< Vgl. MinaMnger IV. tU. 
■ ■ ' Mliinwlngcr tV. 381. GemMsli ll, M. . 

^■Diipiwiftlatt.i. X *. K. .IMMfHbi tn Stiildeli Avrg, 
der Mwrr«hrl 8. 3. -tf ■•"■; \i,j 



Dock ■■bekannte Vemiltetuag aigt unser Ge- 
dicht «MM latikea SiAwwk im der Ttmiit des Hitt«*- 
alten. Die Seereise und Verehrung der SeegAtter 
nnd hier eine KmuAJuI nach dem beillgeM lande. 
Ak weita EstferB^ae werden- Akers und Prag i» 
1 (138).. Aken (Akkon, 8L ieui d'Acn 
I Saladio 1187 erobert, vob »icbud 
X UM <riadargeweiinen , Sitz der Johauniteou 
Hill«, war eamthalklL' I^ndnngwrt der Krenefchrork 
bia <9M'd«! Asflyptiscfav-Snltan et einnahm, nnd^d*- 
■H dia£faris(«a gBBi aoanalUUna vertrieb. Dadurch 
hestioHBlilKh die Ztit deS'Didite«, der ohne Zwel^ 
fei noch vihrend solcher Heerfahrtea lebte. DisM 
gingen Ober Brandeis (360), was nicbt dieser Ort 
unweit Prag, sondern nur Bnindusjum, jetzo Briiidisi 
an der Italischen Oslkasle sein kann, sodafs die 
Fahrt von dem Wien lunächst liegenden Adriatischen 
Heer ausging. In Prag aber, wo damals, Tornämlich 
unter dem König nnd Minnesinger Wenzel Deutsche 
Dichlknnst biQhte, mochte der Dichter wirklich be- 
kannt sein. Als andere damals gangbare Walllahrtoa 
und Kreuzlafarten gedenkt er auch St. Jakobs Weg 
(nach Gompostella in Spanien) und der PreuTsen- 
fahrt (115. 117), d. L der Heerfahrten gegen die 
heidniscimt Preufsen, auch Litauer genannt, welche 
seit dem Uebei^ ange des Deutschordens aus Palistina 
(1230) auch too Ueeterreicb und Böhmen aus sich 
Tielfiütig bewegten. ' Der Freudenleere zeigt sich 
auch sonst als ein kundiger Dichter, der (iertrudena 
gute Herbei;ge (vgl. in XLU] der Kriem bilden 
^Nibelnngen) Jiath g^enttberstellt (624. 629). Seia 
Gedicht ist auch eigenthümlich ausgebildet durch die 
nicht hiußgen dreireimig geiicblorsenen Sätze ^Bd. I, 
S. \ll), und dem gemäfs ist die mit Fleifs ausgeführte 
Darstellung anschaulich und lebendig. 

■ Vfl. Hinncsin^CT IV, 13. M5. BOO Qrandr. 188- 



Dct Inbilt dleiM Gedichts lit sefl4«in x«w Altor 
DentKh wiederholt, jedoch aai anderweitlgeD Ver- 
nlttetnngen. 

Nicht IsDge darnach enihlt Hago von Trim- 
berg, in uinem 1300 begonnenen Henner ItUralich 
diesen Schwank: In einer Stadt entschliefen Baiem 
nachts vom stalten saTsen Holte; da riefen xween im 
Tnnme; »Wolauf. Über Meer, mit des Königs Heerl* 
and Viele erhnben sich; einer dar gentredit da lag, 
ward« far todt und dem Schiffe geflhrlich, hinab- 
geworfen von der hohen Lanbe.w dah et Ann und 
Bein brach, and last schrie; worauf die droben erst 
ntichtern wurden. ■ 

Stadt und Völkchen sind hier anders; die Baiem, 
fetio mehr ein Biervolk, pafsen nicht so gut lum Moat- 
rtnsch, als die Wiener; oitd die Heerfahrt erat nach 
dem Aufruf Im Tranm Ist auch keine glückliche Aen- 
demng. Der Auswurf des Leichnams vom SdUer und 
dessen Unheil stimmt xa dem tiedichte; das Uebrige 
ist verkUnt. 

Weit ab, fn aller Hinsicht, steht, was in Mitte 
des 17ten Jahrhunderts Hans Mich. Hoscberosch, 
in seinen wunderliehen und wahrhatlea Uesiohteii 
Philanders von Sittewald, als- Urlebnis eraahlt 
(st 1669). Phllander und seine beiden Freunde Exper- 
las Hobertns und Tbnmmeyr haben in der Herberge 
bei einer Burg an der Saar mit einem Saufbnidcr 
LMla« und ein^n Scbwetiem und FranEosen geweht, 
nnd ergehn ^h im Freien, wthrend dte flbrigen 
sedis oder sieben mit Lllius fort saufen, von Hollln- 
4«m und HeerfahrIeD ichwatun, nnd sich einbilden im 
Sdiiffe zu sein and Starm m leiden, alles Ger«tb 
dnd Ihre Kleider aus dem Fenster werfen, sich dabei 

' Briinw: In iler Auig. t« 
berger Amg. 1834 Z. I0,«08- 
Gerinanli T. 13B. 



so hnge ntrinkeo, bi( cie niadflniiA«». fiiaer 4ff 
ni^ ant dio ohere KamiDet veftroclwi) M. vom Lin- 
meo onten aa^vvecät, MnH di« Treppe hioab. IHi 
■MS den FreisB io die Herberg« ZiirtcUeLnad«B Gw 
dMi alle am Bodra im Dnlat BagHi vnd aeblafea. — S«kr 
■BcUndlklriitaUesaBagenatt, nod gute Lehre bei^fQg^f 

BaM darasf erzählt Ulrich Megerle, der unter 
den NanMB Abraham a Saata Clara bekamil« 
barleike Vüeaer KaoielfediiMr (st 1701), denselben 
Scfemak tod den StraAbaigero. ' 

Die leide bekanntt Darslelliuig, «eicte ebeeUlr 
■■•bhingig 100 4tm drei Torigen ist, enthllt das Mh 
teae ftndi ^eo eröffnete Instige SchaubObpe Menseln 
lieber Gewon- oad Tboriieiteii< (0. J. uod O. 13) S> 
190: >Biere-Jx>gia«, wo, aus Wirkung des alten Bieres, 
Sanfbroder sich eiobilden. im SvhüTe auf stürmischem 
Meere zu seis, nnd alles vom Verdecke werfen, bil 
ilie Wache kömmt, welche sie fUr Tritoneo oder 
Heei^ötter farsf&llig anbeten und ihnen daheim Opfer 
geloben. Das Haus wurde seitdem ■Triremis oder die 
Galeere« genannt ' 

Hiemit kehrt diese ErzShlung su ihrem antiken 
Ursprünge mrflck, wenn auch nicht aumittelbar. 

Wie die§elbe maolgfaltig, fast für alle Deutsche 
Stamme, wiedeiliolt worden, ist auch unser altes Ge- 
dicht davon besonders OeiTsig bearbeitet worden. Zu- 
erst hat es Bosching in Prosa erneuet, aus Glöckle's 
Abscbrifl der Heidelberger (damals noch Vatikanischen) 

< Naeli dtr Stnbburger Autgabe IBM Th. %. 8. 227. bri 
Schidel V «ledertiolt. Es gehört mm neunten Gesicht „Htnis 
binäbei, Ginb hrrübrT-. Jlckel blenaus, JtMktl herein; Gins 
ibera Mter, und widcr berübtr." irelchrs ^egen die Amlandenl 
geriditri 1*1; wie vir noch safro: ,.rs Bog ein Ginileln Ober 
den Rhein . nnd kam eine Gans wieder heim.*' 

> In dem Bescbelderben 183«. 8. 384. 

* migEtheiil TOD L. T. Solua tn Mone-t Aniriger de« M. 
A. 1834, 8p. 4«. Danas vMetbirii ton LdMe 141. 



Handschrift, in den Ertthlaugen n. a. v. tki Mitldalten 
H: 1 (Bt-eslaB 1814], S. 314—31. Dann ist es aus 
der Koloczaer Abschrift mit 14 andern (iedichten durch 
Meirath und Kafflnger (Pesth 1817) S. 55—74 
abgedruckt. ' Diesen Abdmdi hat Genthe in den 
Dichtungen des Mittelalters II (Eisleben 1841}, S. 2ä4 
— 3S nochmalt in Prosa tibersettt. * Femer, hat Scha- 
d«l ans demselben Abdrucke, mit Vergleichung eini- 
ger Stellen der Heidelbei^r Urschrift durch Hahn, eine 
Ausgabe, als Programm des Gymnasiums zu Klausthal, 
1842 besorgt. Endlich, bat Ltktcke in der Berliner Deut- 
schen Gesellschaft einen Vortrag Über dieses Gedicht 
gehalten, welcher im Jahrbuche derselben oder Ger- 
mania Bd. 5 [1843), S. 132—42 gedruckt ist.' 

Es bevahrt sich in solcher vielfachen und viel- 
Mtjgen Erneuang dieses Abenteuers ausschlierslich 
bei den Deutschen dfe eigenthdmliche Aruiiehung des 
StolTes ftlr sie, and dafs mit Recht von jeher ihre 
fil'andllchkeit auch m dieser Hinsicht berühmt ist. 
Za verwundern ist daher, dafs der HbeinUfMlische 
Gervinus ein solches Missfallen an diesem Gedichte 
bat und ei fio unbarmherzig verurteilt, ' ungeachtet 
des klassischen l]rs|M-unges , welchen er vol uoch nicht 
kMinte. Dtr Schwank ist hier freilieb Jiicht harmlos, 
man darf ihn jedoch den freudigen Wienern wol .zu- 
trauen, die im iitea Jahrhundert noch heftiger Eroat 
machten aus dem Spafs, als im Jahre 1848, laut Be- 
heims Buch von den Wienern. 

' Vf[. dal QuallenvcnfIchDis 2 (8. 7S7). 

' Den Irrlhum, «flchcu ar lus dtm torigcn Jttuch über- 
kommtii. bai ictioo ScbKdel S badchiigt. 

* Er iii, mit Sehadel, geneigl, ilen Stricket für dtu Ttr- 
tallKT lu ballen 1 d(in wldrrtprlcbi eber. auber dem Nemen, 
ancb Deniellung und Sprache. 

* Geirhichir der poeiischtn.J{iUonillf(teraIur derDenuchfo 
Jk. 1 (I83S]. 8, 300. wonacb dfcaca Gedrrhl noch In Lab- 
barg« Lledertael lUbn aall. 



Inhalt 



XXL 9m BlMMa (Mi Mftkm») ..,'.-.. 

xxn. Dw irmbiw (tro I.) 

xxm. Du (HweMa («n B.I 

IllT. [tar Mbwi^n«M6Beb. Tm <«■ Zwiatloi 
XXT. Di« KtMigÜl nU R.) 

XI¥L I 

XXfU I 

XXrUL DiaTeafdlMkl ISMLI 

niX. Ott «■bmaaade Bum (lÜ R.) 

XXX. Dm MlbiDlM« BuMibnwa. VonKn VrioUbeimei 
|U0 R.) 

XZXl' Dct Xdker (MO K.| 

XXXU. BhMMd. Tod DBd HoebnfMSUR.) 

XXXm. Kfe* iB UtMB uod Tode |IW R.| 

XXXIT. 8cteidB>c Dsd SihH lua R.) 

XXIT. BketaD PDd BuhleilD. Voo B«raiaDD Prehini 

rmR-i 

XXXn. Bw wanu AIbomi (ISO R-J 

XXXVD. Di« drei «Bmicke «§ I ) . . . 

XXXTUI. WelbwIlM («0 R.I 

XXXIX- DwRiucr ud die mbc (tMR.) 

XL UellnariB Bit diT Gair* IIMR-I 

XLI. Dar liun uiUTB ZnlMr. Von Jtktb AfFBl fSB*-) 

XLU. Dt« MM HMd nu R-) . 

XLlll. D« TOkehMa Wink. V«a Hitriad tob Wlldomle 

[SBiR.| 

XLir. Dl« lakku (M R.| . . 

XLV. l>«rb«pibn«KbeBUB (WR-I 

XLTL Du Mb* BiHB (H S.} 

XLTU Dm Bc«B«BUBd m R.I 

XLTIU. DK halb« DiAa (SM R.) . . 




3m4«U 



SLIX. Dar aoliUial Von Rfld<«er <>«iii Huntho 

[UOO B.l 

L. MtnlairMt. Toi dem Slrlokar itlt R.J . . . 
LI. Dar Wiener NeerTihrl. Von dem FraBdaalo 

(nsB.i . 

AnkiD(. Aui Jemen BoeDkel: 

I. XCI. AtsklUei nsd Deldesile {BBS B.) . . . 

1. XCli. Der Zcnlwrer VlisHloi (BIO R.I . . 

1 xail. BreUIni (SSO R.| 

i. XCIV. Der Teuteli-Pepil [SBt H.). . . . 
K XCV. Keller Dnaberl (M8 B.| . . . . 

«. XCVI, ConiUnlln ISM a|,. 

7. XCVll. De« HeuhenUsJ|i Tochter IMO K.) 
H. Kerl dar Graria: 
I XCVIII. 
II. XCIX. 

«. <:. BaUdln (IM R.| I 

CLXVII. Harr Friedrich loo AuehenfuH Von JeoieB Bnan- 

kel |3B8 ai : 

LMtrwn, Anmerknnieii, BerlchUfungeii und Nicblrlt« . . . . I 



XXI. 




Mltiaii^ in>^ 



Orr Dicbier, von Gollfs Gnaden . will seine Zeil* nicht verlieren, 
vmdem. den Kleidern tu Leide, ein AbendmMrIein DeiiCsch reimen. 
Jen Eillm lu Liebe, und diese mit HOlfe der Frau Venu« im Minne 
dienste bestärken. 

Ein edler Ritter riti lor Amteieit mit iweien Hunden und einem 
Speitier aof die Jagd : ein Hislein entrann ilim in das Korn , wo ein 
Schiilier es fing nnd dem JSger gab. Dieser streicheile es. und ge- 
dachir. es einem Friulein lu bringen, um deren llinnt» er lange schon 
vergeblich wari>, und nun durch diefs Spiel werk versuchen wollte. Sein 
Wec führte ihn durch ein Dorf, %o ein odies schönes Jungfräulein, 
noch y(*\] kindlicher Einfalt, in einer Laube an der Slrafse stand, und 
auf «einen Grufs sich das Häselein wünschte, wenn es ihm feil würe. 
Er «olllc es um ihre Minne geben. Sie fragte, was das w.irc, und 
Im)! ihm drei Pfund Fiogerlein (Ringe), zehn Birkelsleine und einen 
G«irtel mit Gold und Perlen. Der Riller vorlan^lc jedoch nur ihre 
Minnr; «ie wollte sie gerne geben, wenn sie sie nur halle; und da ihn> 
Müller nnd Gesinde in der Kirche war. stieg er rasch ab. setzte den 
Sperber ab. band das Ross an, und ging in die Laube: die Holdselige 
«^inpfinz freudi): das lläfelfin. und liefs ihn gerne die Minne suchen, 
die er auch giürkiich f.ind. 7u beider Wonne, so dafs sie ihn nicht 
über%orthei]en wollte, und nochmals suchen liefs. und als er heim 
dritten Nachsuchen l'berras<'hung fürchtete, ihm nachrief wiedtTzu- 
kommen: sie wolle nicht seinen Schaden. 

Als ihr MüUerlein heimkam, zeigte sie fröhlich ihr Häselein. und 
erzählte ihr Alles; da wurden aber ihre gelben Locken zerrauft und 
ihre Ntrahlenden Wangen gezwickt, so dafs sie hurtig entsprang. Sie 
trauerte weniger um die Minne, als über die Schläge, und schaute 
täclirh von der Laube nach dem Ritter aus. um den Handel zurück 
zu ihiin. 

.Vra dritten Tage kam er wieder, und «chon von ferne forderte sie 
ihre Minne zurück und klagte ihm ihr Leid. Er war sogleich bereit ; 
Me- iiof herab mit dem Häselein. nahm mit Freuden ihn* Minne wieder, 
und mahnte aus einem Weibe wieder Magd geworden zu sein, sah 
jedorh traurig auf das Häselem; der Ritter liefs es ihr gern obenein. 
und sie freute sich, ihn so ül>ervortheilt zu haben. 

>ie eilte, es ihrem Mütterlein zu % erkünden, als die heimkam. 
«urJe aber wieder gerauft uod gescholten wegen des doppelten L'n- 
K<-miones. Die Mutter gab sich selber Schuld, und wehklagte. Die 
Tochter jedoch blieb getrost: sie wolle ihre Schuld tragen, und zum 




liwelBfn 



ind irahlirh den ]un|tfiTi 



Darnarh Ubtr (in Iilir irrlobtr der Rillirr lieh mit einem irhüneii 
und rpichen Frlnlrln, und lud tu suincr Hochiell tirip Freunde. D* 
(BdichlF er luch dei Higillcin« mU dem tlKeleln . rill hin . und lud dl« 
Müller mil ihr und Ihrcni llänekin lu lelnem KhrenUKe. Du- Müller 
liefi lieh niehl« merken, und «illiHlr. obwohl mil «rhwrrrm Henc-N,ein. 

Am lli>chiell|ige uh der Rlller ncLcn iriner Bnul, und al« di> 
MHüdlein mil dem Uiteiein daher tili, liehlf er, ringedruk de« ganicn 
Handelt, m taul auF und >n anhaltend, daf« Alle ihn dfshalb Traglen. 



ir Alien a 



■n FUr«i 



'raagen »u gereiic 



«ard. 


dafi >ir 


ihm keine guten Tage v 


ethief», wenn er ni 


rchl B< 


■Kheid 


S»be. 


Nun er 


■ihlto er ihr Alle*, iinc 


1 ile eiwiedeite. J< 






reehle Thöiin , 




habe der kagiisu « 


uhl hii 


inderl- 


mal d 


aftelhe « 


eihan. ohne dar« 5>e eK 


ie ihrer Müller |e«a 


.gl h.h 


e. Da 


ertehrack der 




ie Farbe, enttchlori 




jedoeh 


ra*eh, 


, iprang 


auf und rilhrle die BehBne mil dem lliiel< 


Pin lu 


mSili 


an aeliie Seile. 


Damach, ila alle tiitai 




n, erhub er 


aieh. 




hile laul die ganie find 


üiehle ton Anlang t 


>it lu 


Knde. 


Dann 


IUI er ■ 


»■Ine Freunde um luth 


und Wahl iwitcben 


den 1 


Leiden 


Vt»aV 


m. All< 




in mi 





Brlnligani angetraut. 




XXI. 
Da3 heselin. 



uXrib« ich die tli vei^ben» hin,« 

sll icb Tou Gutes genidcu bio 

Grueramet iu der mazen. 

man soltr mich vcntilzen: 
5 Ich v\\ durch kurze wlle. 

d«i oldxren ic blU 

Ein ab<^nt mKrtln welieii . 

Ulli TiuUcbllcheti velzeti 

Dise rlmes rode, 
in und wer' ich so behende. 

Da3 ich sü reine worhte. 

das ><='> <»■■' "ibt cnvorfau- 

Der lösen uldsre schimpf. 

die du zi'hanl uDgelimiif 
15 Vf ander Hute haut pelän. 

und doch niht ^rcTi mag an in släii. 

Na «i>lt' ich hän der edeln ruiisU 

und glt Trou[we] Venus mir vermiiisl. 

Sü sprenge ich üf ir zuo vcrsiht , 

2() die man nich minncn riniien sihl. 

Ein ritLcr. woigeb.irendc. 

der welle güuste viirende 

Mit niille und uuch mit vrumckeil. 

reil, dii mengellch sin körn sneil. 
2ä 7^ velde lU slneu akker. 

mit »ein hunden «nkker 




\XI. 9» i^iftltitt. 

(lud mit eime spcrwsre; 

der selbe l*i3Kre 

Krsach ein jungrs heseltn. 
30 dit jagcl' er xiiu die hunde jtn. 

Uiich jaget' er inie selber iiAch: 

tf vtllhtc was dem hasen gäch. 

IJud cnlra» hin in das lium: 

des «arl sliiiu vrihcit verlorn . 
:)5 Wan <'3 gevieiig ein iniücr. 

und galt PS dero selben ritter. ' 

üag was uuch rehl, das "133« (jul. 

wan er het es gejagüt. 

Des vri>u[we](e sich der ritler dii. 
Vi und gedäble in sinem rouot olsd: 

»Dil ist rehte ein Avenliure.» 

nii Iwlrdhte^e] der gehiure. 

Wa3 er bieniile laste: 

du rirl stn heric ime stalle. 
i& lir siilt' es bringen cinre msRet. 

diu ime lange was versaget. 

N'äeh der sin minnc tragender mimt 

jlluejel' in der senedc gluol. 

\U in der essen tuol das So''- 
i(l des wart sin mjiul inein geholt;' 

Wa« man kumet- geringe 

mit solkhem dinge 

Ze vriunde |wul] gewinnet; 

ein kiiil den apfet minnel 
.'i.4 l'nd n«me ein ei Tür des riehes )anl. 

alsus reit er alzehanl 

Ijcgcn Cime dürfe bin. 

als in bewUete sin sin. 

m siniu strAse durch gie; 
60 sin heselln ei' streicliel' ie. 
NA lag ein junLvrouwellu. 

edel, scb(Ene utide fin. 



XXL 9t* ^ifdrii. 

Der j^re ein kmt« und ouch einYall, 

an einre louben, diu gestilt 
65 Was en gegen der strji5en hin; 

und als er kam geriten in 

Mit dem tierlln wilder art 

vfir die junk¥r^we(n) zart, 

Ds^ ersach diu junge magt 
70 er gruo3te si; siu sprach: »her[re]. sagt. 

Wannan kam iu da5 heselln? . 

wan wolle Got, und wsr^ e5 min! 

Oder wer* e5 iu aber feile ?a 

er sprach: )»C3 mak xe teile 
75 Iu fil wol werden, sch(Bne5 kint, 

ob ir des koufes f ll5ik sinL « — 

uJa, vil lieber herre min, 

vil gerne het' ich da5 heselln; 

NA sagenl mir, wes ist C3 wert? 
NO und han ich den iht des ir gert, 

D^mit ich iuch geweren mak, 

ich cDgelebete nie so lieben tak.u 

Er sprach ?il balde: »ich gib' e5 iu 

umbe iuwer miune.« do sprach siu: 
Ho »^inne, herre, wa3 ist da3? 

ir Yordernl, Got wei3, ich(n) wei3. was: 

N^met da3 ich geleisten müge; 

ob iu der muot se koufe züge. 

Uerre, ich han in mime schrln 
90 beslo33en driu pfunt vingerlln. 

Und sehen bikkel steine. 

und einen borten kleine, 

Stdln, mit golde wol durch slagcn. 

dar Af berlln sint getragen , 
^*ö Gemischet r6t unde wt3, 

daran min muoter leite im VII3 

l'nd aller meisterschefte list: 

den nemeU ob iu ernest ist. 

Lud laut den kouf nii vür sich gäii ; 
100 wall ich es nü niht be33er hau.« 




XXI. Vat «üratiii. 

Der riller dur ü|irach aber du: 

>ider kouf mag niht ergän alsü, 

Ich eiiwil weder golt. noch steine. 

w»n iu«er miiwe reioe." — 
lOä iiDer faäii ich niht.« — iJcb vinde si wi>l 

t)l iu, ob ich si suocheii sol.« — 

uSü Dement 91 hini wes beilenl ir? 

uiid gänl den jungen hasen mir. 

Und hänl Ir iuwer miane.a 
li> er sprach: »ist ieman hinne. 

Der uns hoeret oder sihl, 

s& mag ich ir gencmen nifal: 

Ir muesent sin aleinc.« 

da sprach diu' magei reine, 
tö Daj linde turleltiubelln: 

uze kircben ist mtn noueleritn, 

Und alles daj gesinde.« 

do erbcijel' er geswinde. 

Den sperwer säst' er van der haut, 
'M und als er dt> sin pfert gebant, 

Dö huob er sich le der louben in 

und gap da3 junge heseltn 

Der jungen maget, da siu sa3. 

an der niht des Gut verj^as, 
'J5 Da5 schteniu wtp erzöugen sol; 

sin nie islers Chart schein au ir wul, 

Ir foime was versniten niht. 

engclvar was ir gesihl. 

Ir wouten wlbes Site hl, 
10 diu mäse lic si wandeis *rl; 

Ir was wo) sü rehte geschehen,' 

Gol mühte selber gerne sehen 

Die selbe junkTrouwen 

in sime himel schoUwen. 
3.') Und dö da5 selbe megetln 

eopfangeu hete ir heiellD, 

Sin sprach: »herre, ich bin gcwert, 

nrmet selber, des ir da gerl." 



X\l. WtK 4«f(Uin. 9 

Der ritter tct, als imc gelank, 
liO da5 junge kint er zuo(z')ime twank. 

Unt kuste ir müDdeltii rosenrot. 

als im sin wille d^ gebot, 

Herrc, wie gewarp er dö, 

Sil ime diu State wart also. 
i5 D^ lag er sanfte, äne vluocli. 

nider üf da5 liunger tuoch , 

Und betwang in kündekllche ir wer. 

diu betwungen hat vi! manik her 

Unde alle künige twinget; 
50 der durch liebe ringet, 

Swa5 lebeltchen lebende ist, 

Minne und minnekllcher list 

Hat noch der weite gesiget an. 

die vant ouch hie der junge man . 
55 Und no3 ir jungen sue^en lip. 

bi3 da5 diu maget wart ein wtp. 

Da5 dunket, üf niinen orden, mich 

d5ermä5en wunderlich. 

Und do diu junkWouwe zart 
(VO der sumerzile ginre(t) wart. 

Siu sprach: »suochet [her wider], tiurro hell. 

iine zorn, swie vil ir well, 

Bi5 ir die minne vunden hant; 

sint iuwers hesellns gemant.« 
(k> Do suochl' er aber vürha5; 

da5 lie diu junkvrouV ane ha^. 

Darnach düht' in varndes zit; 

diu junk ^rouwe twang in ahiT sil 

Mit irs herzen gelüste 
70 TÜ liepllch an ir brüste 

Und bat in zertliche. 

da5 er niht entwiche, 

E5 waeKiim anders sünde. 

d er die minne vünde. 
75 Da noch [niwan] ze einem male. 

dö \orhr <T. da5 diu twäle 




\XI. 9» «ifrlfim. 

Vreiien wäre swanger. 

d(i enbeitet' er niht langer. 

D6 rief [im] diu junk n-ouwe aber m 
180 »herr«, war ist iu sA gäch? 

Wes nemet ir niht die miDDC gar? 

leb wirde, wei^ Got, wol gewar, 

Daj ir si gar nihl faänt genomeD; 

wcllenl ir nihl herwider kamen, 
86 So iit mir iuwer schade leite 

der ritter lachende dannan reil. 
Nä hat' ir muetcrltn vernoroen 

messe, und was herwider komen. 

Und als[e] diu lohter si enach. 
90 siu lief en gegen \r, und sprach: 

»Luogc, liebe muoter, sich, 

larle muoter, waj hin ich, 

Ein ahi hUbeschej hescltnl» 

siu sprach: usage. kint min. 
9ä Wer gap dir daj hUbescbe Üeritn?" 

siu beschict vi! eben ir den sin. 

Wie siu den hasen hete kuull. 

des warl ir gelwej har lerrouß. 

Darnach ir[e] liebten wangen 
200 begunde diu muoter zwangen 

Hil irm[e} nl leiden vinger. 

iliu tuhler wart geringer. 

in Sprüngen stu von dannan vlücb, 

irs Korncs siu sich sus eniikh. 
5 Der jungen lel ir schade w6: 

doch muuten si die siege mc. 

I>an der minnc[nj verloste; 

kein trdren an ir brUste 

Kam nach der verlornen minnc. 
10 sus gir siu in dem sinne 

le lages an die'louben. 

und wartet' in dem glouben 

Des ritters, ob er ksme. 

das ■■<■ ir ninne wider lurrnie. 



XXI. 9i# fliffieii. 1 1 



215 Uiide ir Uele, als er ir e let, 
da5 siu ir minne wider het\ 
Ab obe der koufschaz w«re verlorn, 
des bele siu dO wol Kcsworn. 
NA kam er ouch geriten sider 

90 an dem dfitten tage wider, 
Und als siu in Ton.örst an sach. 
vil lüte rief siu unde sprach, 
Alse siu niht bete sinne: 
uherre, mlne minne 

23 Süllenl ir mir her wider geben, 
icb bin ein marteillcbe5 leben 
Und jsmerllcbe bochgezit 
gebabet von mtnre muoter sll, 
Siu hat mir A3 min bar gcrouft: 

M) ich hdn niht wol urabe iuch gckoiitt: 
Cient mir wider die miunc min. 
und nement ir iuwer heselln; 
Wir süln des koufes wider komen, 
ich hÄn sin schaden gnuog genomen, 

'^o Sil ich die minne hän verlorn.« 
du sprach der riller wolgeborn: 
»Mügi'l ir damile zc hulden komou, 
die minne, die ich han genomen. 
Wxr' ich eine, die leite ich wider.« 

U^ nü lief diu schocne hin nider. 
Und brahle mit ir da5 heselln. 
siu sprach: »zarter herre min. 
Sit ich uü aber eine bin^ 
so nement luwern baseu hin, 

i5 Und g^nt mir mine minne.« 
der rttter guoter sinne 
Ervulte do der jungen bei' : 
da5 er ouch dn' da5 gerne tct. 
Des lie3 ^i* ^^^^^ ^i^^ erbiten. 

50 man pfligel uoch der selben siten. 
Swar zuo dem manne süit sin niuut . 
«la^ er da^ durch kleine bete luut. 




XXI. 9i« «ätdtin. 

Su» wart villi cimi; wtiti; miiRi'l. 

d»3 ist doch Molton tat gesaget: 
-Ji5 Ich meiti'3 nlsus, ml mcrkenl iIh^, 

DIU w.indr stn. alt[e] siu ödes was. 

Kin mngcl isidcr worden. 

ati[i'] mcgcülchen or<len; 

Wer zwivdt ml dem mxrc. 
UQ dem guolcn rilter wsre 

Mit irre reiner minne wolt 

nie man (la3 unbildcn m\. 

Noch wa3 der dventiure geschiht. 

als uns dag mxrc faic verjihl. 
Kä Der miDncii Über guide. 

nA wer bcbuup ir hulde? 

Der rilter seiden ri che . 

daj diu miniickllche 

Wände ein maget stn, al» c. 
70 das ^i" verworbt babe i. i'i) 

Und du disiu ävenliure ergie. 

diu junkvroawc [dikke] biikki-i' ii- 

An ir vil liehc.i beselln; % 

oueb tet er sine tugent «cbtn. 
7.1 Und liej ir irc minne wider, 

und gap ir uuch den hasen .«ider, 

[>er bleip ir luo gewinne: 

>ii dühic in inne sinne, 

Siu het' e5 wul geschafiet. 
MI und LT wfer[e] gar wrafTi-t. 

Nu da5 der rilter wol bedäbt 

xtn liiert le veide hite bräbt. 

Dl) was uucb konien ir muclerlln: 

daj kint lel ir aber scbln. 
tUi Und lief vil lialde gegen ir, 

und rief vi] Idle, rat den iwir; 

'<Nd, muoter, mag icb noch genesen. 

der ritler der ist hie gewesen. 

Und hat mir mine minne wider 
9I> und oucli den hasen lge)geben tider, 



XXI. 9«o ^ifrifia. 13 

Deu hdn'icfa vor le teiles.a 

siu sprach: »w6 mir dtns heiles, 

Tod ow^ dem gewinne!» 

siu kripfle in irme sinne 
295 Ir schüene tohtcr in da5 hiir^ 

siu sprach: »nü wei5 ich wol vür war, 

Sd da3 ich dtn muoter bin, 

er hikt dtneu mageluom ddhiu. 

Des muo3 ich iemer trörik sin: 
300 und ow6, kint^ der eren dln! 

Ich solle dtn ba5 war hAn genomeu, 

so waer^ ich niht ze leide komen. 

In dem mtn hene muo5 sin begraben 

die wlle wir da5 leben haben.« — 
5 »^Nii gehabe dich wol, diz. ist geschehen. 

man sol ze dem besten sich versehen.« 

Sprach da5 wenige kinl. 

»min leit da5 wert ane iinderbinl, 

Tnd wisel an mtn ende mich.rc -- 
10 I) liebe muoter, m\ trceste dich. 

Ich tct Cj, und sol '3 ouch gerne tragen, 

swlg und la dtn jamer klagen.« 

Oes kindes trost der alten wak, 

siu sprach: »noch roue^' ich lieben tak 
15 An dir geleben und sxlikeil! 

vröude dir ist unverseit, 

La sin, sez i!kf den borten stolz; 

dtn sezzen ist noch niht ze holz. 

Swtg. und \k dich vro'lichc sehen, 
20 dir mag noch wunder wol beschehen.<« 
Darnach wart über ein jar, 

do wart dem rilter ofTenbar 

Einre junk vrouwen llp 

gelobet vür ein eltch wtp, 
25 Dill was schren(e) unde kluok, 

wolgevrinnt und rtch genuok, __ 

l'nt truog der meide schappelln, 

durch da3 siu ein maget solte stn. 




\XI. Sa* ^jftUiii. 

Der borle ist der nM^edr rchi. 
3S0 der drei) ein getriuwer knebl 

[l'Dd] verüacb sich njhl wan guoles: 

dc5 was er hohes rouoles 

l'nd bewab sich kosten unde schaden: 

vrouwen nnde bcrreii laden. 
35 Die er ze vrinnt beLande, 

hegunde er in dem lande 

7,e slnre ärcn hdcb geilt. 

Dfl pruevct, wi min trJn an 111: ' 

Swas geschehen sol. daj geschihi. 
40 also wenc ich, nnd anders niht 

Das v^rt an disen dingen schln: 

<>3 ergicDg. als cj snite aln. 
Der werde junge ritter fln 

gedäht' ouch an sin hcselln, 
tö Unde an da^ kini gehiure. 

lind aller [der] äventiure, 

Wie C3 umbe den kouf ergie: 

sin edel beftc nibt cnlie> 

Siu nnieste AA le bove sin: 
%0 stn junkvrouwe und ir beselln, 

Wie hei' er si gelAjen dA! 

hie mite reit er hin iesA, 

DA Ime der lieb« kouf geschach. 

diu junfc vrouwe von Int ersach 
55 Ir vriuni, ze dem ir herao truog, 

siu sprach: »liebe muoter, luog', 

Der ist, der die minne nara.« i 

düvjin diu muoter sfire crkam; 

uAch, kint, wes hästu mich ermanllc 
00 nü was ouch er biniuo gerant, 

Linde bat ir [vrouwc ir] mucterlln, 

da.:; stu icmer durch den willen sin 

Ze sture ^ren knme, 
' und das siu mit ir nnme 
65 Die junkvrouw« und ir besello. 

siu gedjht': »owi der ina min! 



XXL 9«0 ^ifdrt«. 15 

kum ich zuo des höchgezit, 

der mtne (ohter hat gevrtt 

Ze kebse, wan ich den sihe au, 
370 wie lüzzel ich dao vrouden h^n! 

Sit er des hoyes solle 

billlch, ob er wolte, 

Pflegen mit der Cohter din. 

oucb Türht' ich s^re, und U3'*ich slii. 
73 Dai3 ^^ offene die gesehiht« 

sin wolt' e5 im eht versagen nihl. 
»Herre, gerne ^« sprach siu du, 

»ich bin in werte 6ren Trö. 

Wir süllei^ beide gerne komcn.« 
80 d6 sprach der ritter d5gcnomen: 

»Genide und dank habent iemer. 

der lugende vergi5 ich niemer.« 

Er schiel von dannan heim vil vro. 

nA sich diu itl gelruog als6, 
85 Da5 er an sinre vröuden tak. 

an dem sin höchgezit gelak. 

Durch k^sen bl ir stten sa^. 

diu ime gelobet ze wtbc wa:». 

Ein wunder du kam in gerilon. 
90 da5 kiul mit kintitchen silen. 

Von dem ich e hau geseit« 

und brahlc sin heselin gemeit 

Mit ime, an' arge liste. 

der wirt, der da wol wiste, 
^ Wie der hase wart rjekouft, 

und wie diu lohler wart zerront't. 

Und wie der wehscl kouf geschech . 

der lächele, unl tel einen kach« 

Und began s6 sere lachen 
400 von den selben sachen. 

l'nd mohte sich des nihl enlhaben, 

da3 man in ieze wolle laben. 

Und wider küme kam te sich. 

dd wolle vrägen mengeltch. 




\XI. 9if ^i^tU\». 

405 Wcs i-T K<flachrt hffilc. 

des cnlhiio|) sich wol der sieeie; 

Ich wxnc. [daj] er sine heinlikeii 

vjl iinKemc iemaii hmlt geseit. 
Nu lief^uiiilc in ouch tla.^ iTöuwellti, 
lÖ diu sin gemahel soltc stn. 

Hil crnsles vräge understäii, 

ilurch waj er liKle geUii 

S<') herzekltchej lacheu. 

di'i wolt' er die Sachen 
IS Nibt entslieaen. und bal si, 

(las sin in der vrage lieje jt\. 

Üpr Türwiz reisete »i dö mc. 

wan ir lief starker warl, dau e. 

Siu wolle wi3,5en dö bl Damen. 
20 wd von kKme dirre gamcn. 

Dö wert' er: »fsjicb eniuon sin iiihl.« 

siu sprach: i^r sagent mir dise geschihi, 

Samir leben unde llp. 

oder ir gewinnet nie|mer{ guol wip 
-i3 An mir, unde lieben tat." 

der vruuwen krieg dö iiider wak. 

Da5 er der jungen briulc zarl 

irea willen volgende wart. 

Unde si dö gewertc 
30 der rede, der siu gerte. 

Und seit' ir von des hascn varl . 

wie er in dem kornc ertlichen wart. 

l'nd wie er darnäcb war) verkauft. 

und wie diu lohler wart lerrouft, 
35 Da5 9it> die minne verlüs- 

und wie er si aber wider nü,^. 

Do er ir die minne wider gap. 

siu sprach: »samir das heilige i^rap. 

Üiu was ein rehle Uertn: 
40 hete siu gehabet den willen mlii. 

Siu euhet' es, weis Got. nihl geseil; 

es was ein gräje äumpheiU 




XXI. "»** «Sfrtri«. 

iDi! Joch bet mir unser kappdin 
«rol hu odert sinnt >UA gcUU) 
445 l'Dd wer* mir, wei3 Gol, [noch] biatt 1«il ■ 
wQrde P3 der mnoler min gCMit. 
inl! wa5 seif siu re^lea tteriln, 
win lie siu nibt ir Uitffeii stnla 
DA der ritter diz vemsn, 
30 ein schrcUe im ut sin bene kam. 
Sin larwe s6 TerwaDdell was, 
das "T ^'"^ l^) geH3< 
leie bkich und denne rAt, 
als im der scbreUm iü gebAL 
S3 L'nd dö er wider sich versan. 
10 haut er trabten began. 
Wie der rede wKrc du; 
er feddhte: »ist disero dinge alsiV. 
Sü «irt min bnütluft vol br.'ibi 
60 anders, dan ich bin gedibt.» 
Sin sizien was nibl langer, 
in eime lome Af sprang er. '' 
Er lie hin gen dem kinde traaen, 
daj du was komen mit dem hasen. 
63 Bl sine sIte »al er die, 

die er von Aret mit spotte enpfle. 
Swaj durch in dar komen was, 
dA sich daj alles lesamen gelas, 
Beide, vrouwen unde man. 
70 si wjnlen eine brAt bin 
An der gemahelten magel: 
Af stuont der wirt, sü man saget. 
Und hies sich bwren überal 
und Seite tod oben le tal 
75 Vil eben, wie 03 ergangen was. 
umbe dii unde umbe das. 
Wie köufltch er das ^int gewan. 
und wie er ir roinne vuorle dan . 
Ind wie er si ir gap hin wider; 
80 dar nicb seit' er aber sider. 




XXI. 9» JpifHriK. 

Wie ej nmbe die brüt was gelln, 

und ouch unib« iren tappeUn. 
Unde als« er ToDe seile, - 

dA bat er gereite, 
V& Die stne friunde wAren dl, 

das si ime durch liebe seilen id, 

Unde des würden in rin, 

welhiu im geviele under den ivrtn, 

Daj er die »tme llbe 
90 bebuebc %e einem wlbc. 

Dö rieten s' an der stände 

alle mit einem mnnde. 

Da; er die junge nne 

mit dem hesellne 
93 Ze reble wlben Bolte, 

ob er gedenken volle, 

Wa3 billlch wnre und tn. 

do enbeJIel' er niht m^e, 

Er nsm si mit dei pfaffeA hsnt. 
500 din ander wider heim wart gesant 

Ze inne ksppeUne. 
Nocfa bin Ich in dem «Ine, 

Und gloub' e3, und wil es iemer Jehen 

da3 stn hA, das muoj geschehen. 
S Als an dtien selben Ewein 

geschach, nnd offcnllch erschein. 



la einen tUiUicIicii Fk«ocBkloster, wm man sagt, welieifert«!! 
Alle «Da jQBfe im Goltetdieait, und waren aoAerdem nie müfsig, 
sondern webten und wirkten, leiefaneten und sehrieben. Eein Mann 
durfle das Kloster betreten , und nur die Nonnen im Amte kamen ber- 
f&r: die jungen unerfahrenen blieben stets drinnen, und die Schul- 
■aetsterin lehrte sie singen und lesen, sprechen und gehen, und im 
Chore sieben und sich Temeigen, dem Ordcft gemifs. Sie waren so 
lieblich, dais Gott ihren rosenrotben MOnden keine Bitte versagen 
konnte. * 

Unter ihnen war ein so schönes Jungfriulein , dars sie unudlich 
erschien, und ihr durchaus nichts gebrach, als dafs sie gar nichts von 
der Well aurserhalb des Klosters kannte, in welchem sie schon 15 Jahre 
gelebt halte. In dieser klösterlichen Einralt stand sie einst an der 
Bingmauer des Klosters, unweit der Thüre an der Landslrarse. Da 
kam ein Bitter daher, lu Bosse, einen Sperber auf der Hand. Sie 
grüfsle ihn, und fragte, ob er das Vöglein weit her Tühre; und als er 
Terncinte, fand sie es wunderschön, es singe gewis auch sufs, und 
die Frau, der er es bringe, müfse ihm immer hold sein. Der Bitler, 
ihre gute Einfalt erkennend, sagte, es sei ein Sperber, und ihm wohl 
foil. Die Jungfrau beklagte, dafs sie kein Geld habe; Jedoch wolle sie 
gern sonst etwas dafür geben. Da erbot ihn der Bitler für ihre Minne. 
Diese war ihr unbekannt: sie habe in ihrem Schrein nur iwei Bilder, 
drei Nadeln, eine Scheere, iwei neue Haarbünder, ihr feiertäglich Gewand 
und ihren Psalter ; darunter gebe sie ihm die Wahl. Der Bitter besUnd \ 

jedoch auf ihre Minne, die er bald bei ihr Qnden würde. Sie wollte 
ihn gern suchen lafsen, er hub sie von der Mauer, führte sie in einen 
Baumganen, band das Boss und den Sperber an einen Ast. safs mit 
der Schönen in den Klee, und fand bald die Minne, lu beider Freuden, 
so dafs sie sich nicht durch Kargheit versünden wollte, sondern ihn 
aufforderte , sich nach Herzenslust bezahlt zu machen. Darnach hob er 
sie wieder auf die Mauer, und ritt weg. 

Das Fräulein ging fröhlich mit dem Sperber zu ihrer Lebrmeisterin. 
erzählte ihr den wohlfeilen Handel, und beklagte, dafs das Kloster 
keinen solchen Minnesucher habe, für den sie Alle ihre Pfründe her- 
geben sollten. Die Alte schalt sie, dafs sie ein Weib geworden, raufte 
und schlug sie zwier zu Boden, so dafs sie fast todi lag. Die Junge 
gedachte, es wieder gut zu machen, und wartete fkübmorgens heimlich 
auf der Mauer, bis der Bitter wiederkam. Sogleich forderte sie ihre 
Minne und Magdlhum fiir den Sperber zurück. Der Bitter war bereit. 




er thu Ihr ibcmiLi. wie iutot , UDd lie biclt gcniu dinuf, diA er 
ihr die Minne M dnfticb «iedergib , wie er (ic gcnommaD. Dinti cUlc 
ilc *ei^Ugl lUT ilUn KoDiie, icrkOndigM ibr dsn glQekUebcii Tiutcta, 
und rtttamle Ata ebrlicbin Htnn , der dem KJa>(«r itbr lu wQnidiMi 
wlrs. Die Alle rOgte die Obencbwliiilicba Elnrill der luogen, di* 
Dbel IrfeT gemicbt; wirf lich lelbeT Jedoeb iot, dah tie nlebl beftar 
taifewheB heile, und liet) ihre« Zon Bbat de« UnwiederbtlngllAr. 



xxn. 
Der Sperwtere. 



9Kir ist OB mmn gcseil 

*3 gar Tür eino wirheil, 

Niht Tür ein lug, noch vUr «d ipel, 

e} ist hübescb onde snel: 
S Ich sage iu'3, in*n Mite mir'j: 

üs ir'5 gelernt, so sagt onch ir'j. 
E3 was hie vur, als man seit, 

ein klöster guot und wol bertit, 

Erbouwen scbia unde wo), 
1» als man tod rchl ein Uosler sol: 

Di wären vrouwen inue, 

die dienten Got mit sinne: 

Die allen und die jungeu 

läsen uade suDgen 
15 Ze iesUcher ir tag« lit, 

si dienten liole ze wider slrll. ' 

So si allerbeste knnden, 

und muosten understuiMlMi. 

Sü si nibt sf^dcn singen. 
M tuen oder borten dringen , ~ 

Oder würken an der ram: 

iegllchiu «rold' des haben jcham . 
Diu du muesik wnrc beliben. 

■<i entwürfen uder scbriben. 

■ T.. 13-10 f-w«. n 




XXJI. V» »ftthtt. 

25 legilcbiu nüch ir ahtu 
warbtc. («83 si gcmahle. * 
NA wu «3, als mir ist gcsrit. 
ir rehl und ir gcwunhcit, 
Dij nimmer dcbeia man 

30 in ir klAster getorste gln 
Durcb de he ine sache; 
si wJiTcn mit gemache 
InAe^baip d«s kl^en tur; 
ir debeiniu l(um her vUr, 

3S WaD die der amt(c] pOigen: 
an den die wiiie uibt llgm. 
Die m 11 Osten innerthalben sto. 
K^ IM' diu tchuule meiiterln 
Die jungen singen unde leaen, 

40 wie si mit tühten soldeii «esen. 
Beide, iprechen unde gtn, 
le köre nlgen u&de sCöd, 
Als in der orden di geb6t 
in wären die mtlnde ilM) nJl.- 

45 Swes si Got gebälen, 
üb si c3 mit vllje Uten, 
Uaj er niht enkundc 
sü rasen rölem munde 
Wcrilcbiu dink' versagen. 

SO PiA was bl den selben tagen 
Ein sdKBOiu junkvrouwe di: 
wKr' si gewesen anders wA , 
m mau si mobte hin geseben. 
sü muesten ir die liute jehen, 

55 Ü83 si bc namen waro 
gar Howandelbterc 
Mbcs unde muotes. 
lU bl allei guol«s 



u (wlltod,n Ztil,. n-M /'rUnt ,U. 



XXII. Wn »fitkn. 25 

W«re vollikltch gewert, 
60 des ftaan an schsnen Troowen gert: 

Wan das ir des einen gebrast, 

di^ si den Haien was ein gast, 

Und da5 si in dem lande 

weder liul noch site erkande, 
65 Der man i^er halben pflak; 

wan si was vil manigen tak 

IM le klikster beliben 

und het ir itt da vertriben 

Vil nihen üf fünf lehen *■ jir; 
TD si ahte niht als umb ein h4r 

Uf der werll üppikeit, 

si lebet' in einyaltikeit 

Unde reht nüch klöstersilc, 

da si was eriogen mite. 
75 Diu selbe junkvrouwe 

eines tages durch schouwe 

l'f die rinkmüre gie, 

diu da5 kloster umbe vie, 

Tuverre ^ von der klöster tür . 
HO dk gic diu lantstr^e vür; 

D6 kom ein ritter ^ dar geriten, 

dem stuont wol nAch ritters silcii 

Stn 11p unde sin gewant; 

ein sperwer vuorf er üf der hant: 
H5 Do er kom ir s6 näihen, 

ir gruo3 und ir enpf;lhen 

B<^t si im, dö si in sach, 

da3 si alsd zuo im sprach: 

»Ich wil iuch gerne vr^gen, 
^) des lat iuch niht betragen« ^ 



• «ler unl iweiniik R. 
- Verrc. B. 

«chriber. B. .m immc* 

• /. M» {Ml frUr». R 




XXII. 9» »fnktf. 

Htii vjl lieber hsrre. 
hab?'t ir iht veirc 
Üiz vogelln gevu«ret hert« — 
iiuein ich. vrouwe.u tö iprach er, 
95 Si sprach: "sä tugt mir bekaiit. 
wie iuwer vogci sl genant: 
Im sint sIq luese aUA gel. 
siniu ougen scbieo' und Mikewel, 
SId gevider v^ch ' und sieht: 
lOU wKre im sin «»bei gereht, 
Sonc wibt' kein gebreaf daran: 
' vil wol ich mich dci entsUn, 
Dag c3 tu suoje lioget. 
swelher vrou[wc]n ir'g bringet. 
H Diu muoj iu immer halt sin: 
('S ist ein scboenej vogella.'r 

Der rittcr vil wol hörte 
an der junkvrouweD «orte. 
Da5 si bc namen WBre 
10 guot und alwcre; * 
Kr tet ir abö bekaot. 
e5 wer* ein sperwer* genaiiL, 
»Und ist mir, ttouwc, vcile: 
«3 wirl iu vol xe-teile, 
15 Und weit ir ej mir gelten.« 
si sprach: »mau glt mir teltrn 
Ze pfnicnde * preiminge: 
kumt ir an ein gedioge, 
Dag ich selber mak gebin, 
20 ich Ia5' des koules niht lergin, 
Sü gern het' icii daj vogtlln^f 
er sprach: »vil liebe vrouwe raln. 
SU ir koufcs an mich gcrt, 
sü nim ich gern iuwern ««ri : 




XXIL »er »pnfccr. 

195 Ich wil's niDb iuwer fflinue geben; 
dl mit ir niht wider itrefaen^ 
Spnch diu jault vroawe dA: 
nd>3 tef ich gerne uod war* du *n; 
Nun' veij ich leider, w>3 ir weit, 

30 das " ™>r ^"^^ ^' veteH 
Und «3 niane tubt genant, 
das üt mir leider umbeluiit. 
Ich weis tüliti *^ es muge geslo: 
ich hin Diht in mtnem Khrln, 

HS Dome sw£o bUdsre, * 
drt nldel' und ein schere, 
tlnt iwei niuwe birbant, 
nnd min Tlrtegllch gewanl, * 
Dartuo mlnen salter, 

40 ich gewan bt mtnem alter 
Nibt mir guotes bl der xal: 
darnnder las' ich iu die wal;' 
Unt lümet dan min muemello, 
sü bin ich doch das vogelln.« 

45 Er sprach: uTrouwe minoeUlcb. 
iuwer 11p ist ininne rieb, * 
Die wold' ich tialde vindeu, 
solt' ich mich uuder winden. 
Das *'^^ bl i" so't' suocben; 

50 und woll ir sin geruochen. 

Ich hucb' iucb von der mdr* bor uider.« 
»wie knm' ich danne hcrdf wider?» 
Sprach diu juok vrouwe dö- 
dcr ritter wart der rede vrö; 

SS »Das gevueg" ich, vrouwc, wol.a 
sin benc das *i*'^ vriiuden toI. ' 

• Din ouoncn birdcn. B. 
' Z. 131-130 /rUn. B. 
I- guoln unb tia hii; 

ton drn nrmel ein In' 'ir. R 
' läbfrlltli minlich. S 




XXII. Wn »pnb». 

Der lieben er sieb tindcrwaiit. 

er vuorte si darbl lehant 

Id einen bonm garten; 
160 er begund' mit vllje varteti, 

Da3 es nie mau gesKhc, 

waj von in beiden gcschBhe: 

Sin pfert bant er vaslc 

ze eines boumes ' aste 
65 Und stnen «perwsre; 

«In ben' «art rroudenbcre , 

Er sa3 zun (i')ir an den kIC, 

der lieben tet er sanRe w£, 

Er suocht' die minne, um er si vant; 
70 diu suege minne si beide bant; 

Er hiels si unde kustc, 

als vil in des gelüste. 

Und suocht' die minne aber M. 

dö sprach diu junkvrouwe siV: " 
73 >i|Ierre, nemt iuwer mione gar, 

das ■<=h '" rehtc mite *ar, 

Da3 ich mich iht vcrsünde; 

und merliel, wag ich iu künde: 

Swer ein dink gewinnet, 
80 und sich des niht versinnet, 

Daj er ej gar vergolden hat, 

dag ist ein gröge misseldt. 

N)\ nemt hin iuwer minne, 

und suochet sr mit sinne, 
85 nemt ir, swie vil ir nd weit; 

ich hän da3 rebte wol geielt. 

Das ich iuch niht Mn gar gewerl. 

iiil aemet ir, swie «M ir gert: ^ 

SU ich mit minne gflten sol, 
90 so getriuwe ich iu vergelten wol; 



XXIL 9n »ftthtt. M 

Geltes bin ich iu bereit« 

der ritter hübsch und wolgemeit 

Saochl' aber d6 die minne» 

uni in düht' in stm' sinne, 
195 ]>a5 im stn sperwsre 

▼U wol vergolten w«rel 

Im sagte ouch da5 hene stn, 

da5 im defaein vogdtn 

WQrd' ba5 vergolten , vor, noch sider. 
200 er half ir üf die müre wider. 

Und nam nrloup tno(t^r säi 

d6 reit er hin, und lie si di. 
Nu hcsret, wie es ir ergie 

und wie si ir dink ane fie: 
5 Si gie and gahete lehant, 

da si ir meisterinne vant; 

Si sprach: »vil Iiebe5 muemeUn, 

dizie schcene vogelln 

Hin ich gekoufet ringe, 
tO an' alle pfenninge. 

Ein herrc bat mir 65 gegeben: 

da3 er mit ssldcn mue5e leben! 

Also wil ich im vluochen; 

ich Iie5 in darumbe suochen 
15 £ine5, da3 ist minnc genanl, 

und ist mir worden wol bekaut, 

AlsA da5 ich cnnioche, 

wie oft er si bi mir suoche; 

Er ist reht ein mcister daran. 
20 da3 diz klostcr nie gewan 

Ein solhen suochsre, ^ 

da5 ist mir immer sw«re; 

Wir stn doch guotes wol so rieh, 

65 ist harte unbillich, '^ 



* fcbuoUrre. B. 
> unmägellcfa. B. 




XXIi. 9n »pnktr. 

'225 D33 man uns ibl gebresteo lil: 
üint man 'minne feile hH, * 
Wer' iiDS guot s& tinn, 
sd sollen wir le stiure 
Unser prrucnde geben dar an : - 

:iO sA liebes irh nie ntbt gewan, 
Ich cuhelfe 05 dl mil gellen-a 
diu' alte begundc schelteu, 
Si roufl' ri tära und» slnok: 
da} si des kantet ie gewuok, 

35 Daj mohte si wol Gote klageo; 
si her ii nAeb le Ude erslagun , 
Ir tomes si taoge pllak, 
iini si iwir äf der erde lak: 
»NA bistu worden ein wip, 

40 dtn vil sinne läier llp 
Hki dir benomen dtn Cre, 
des gewinstu niminermere 
Wider juak vronwen namen, 
vttrwilr, dd mäht dich üamer sc 

45 Ir zom was umnisen grAj, 

nunigen iwik " unde stö3 

Het diu guot' enpfangen. 

IM das *" ergangen, 

Des vröule sich diu gnote, 

50 und gedAhle in ir muot«,^ 
Wie si nach ir schulde 
kam' Ee ir muomen hulde, 



Udk biUw proveod* ftbta . 
umbe ein t& kuiiewtlcj leben . 
Du aJi6 kin der (aeja niin, 
■' Z. (I3T-U4 fM,m. B. 



XXII. 9cT Stpiktt. 

Der gedanL' ir an dem herien lak 

bi3 an den driltrn tab, 
K3 Do b«guiMl' si heimellctwn 

wider Af die mftre sltchen. ■ 

Ob ir daj bei! geschnhe. 

d>3 si den ritter saebe. 

Dar Dich staont aller ir gedank. 
60 dA wart darnlch ualanb, 

Daj er kam dort her gerilen : 

si sprach im iud mit unsilcn: 

nHebet mich von der müre rüder, 

und gebet mir min minne wider, 
fö Und nemet ir iuwer Togelln; 

wan «5 hil min mnemelln 

Hit mir piilrnet s^re. 

und jiht, ich hab' min in 

Durch den sperwer TerLom 
70 und min nagetuom Terinrn: 

Hebet mich le der erde. 

ä»i mir wider werde 

Uln minue, und iu daj rogelln.« ' 

der ritter sprach: uttou, da^ sol sin." 
T5 Er huop si nidcr in den tii. 

unt tet ir rchte alsam t. 

L'nd suocht' aber ir minne. 

als er von sinem sinne 

Allerbeste künde. 
HO si sprach: »der mir des ftundr. ' 

Ich koud' al tag zwei vugelln: 

nA jiht aber min muemclln. 




XXn. 9n »ptilKr. 

Ich hab* «In grilses tastor: 
dA muel iiich dester ' vtster, 

285 Oa3 ir mich machet ms^t, als £; 
ir vBinel Itht, 05 tao mir wä. 
Und weit mir lihte* borgen: 
darurob sult ir nibt sorgen: 
Machet ir mich wider magt. 
90 sCi Sit ir von mir unbeldagt, ^ 
leb hin es aUe5 wol verguot, 
sA wa3 ir mit mir nd tuot: 
Waa üA muog min muemelln 
ir grAjes lUmen llQea iln, * 
95 S(l ir diu mBre werdest IninL« 
dd galt er ir dA ander ' stunt. 
Und sprach: »liebiu rrouwe min, 
ich tar niht lenger hie gesln, ' 
Wan ich mucj von binne Tarn: 

300 Got muej' iuwer Ar* ' und Hb bewarn!« 
Si sprach: »ir vart alaä nibt hin; 
durch (la3 ich so einvalUk ^ bin. 
So weit ir mich betriegen: 
sich hueb' ein langes kriegen, 
5 E daj ir nierel sä von mir: 
ir habt mir vergolten niht wan iwir, 

1 matiU iuch de. B. 
• wtli die minna. S. 
I Z. S88-SW '••>>«• iuB.: 



C. »91-388 /•*'". 



XXII. 9tT ShP^er. 33 

Und nimet mtn minnc drtstunt: 

e5'wKi^ ein iingetrhiwer vunt. 

Welt ir mir so entwichen : ^ 
3fO ir moeset mir nemllchen 

Die dritten minne wider geben: 

und weit ir iht di wider streben. 

Des habt ir immer mtnen ha5.« — 

»▼il gerne, TTouwe, tuon ich da.),« 
15 Sprach der ritter tngentllch, 

diu rede ddht' in gemellcfa. 

Er galt ir gnetllch nnde gar; 

er spracii: »Gut gebe, da5 ich wol gevar.^< 

Er half ir hin wider ^ in; 
90 s6 reit dö der ritter hin. ^ 

Diu junkvrou was ir wehsels jt6, 

ze ir meisterinne sprach si do: 

»Nu, TÜ Iicbe5 muemeltn. 

\ä dtn grÖ5e5 zürnen stn 
2H Und U mich dine hulde hiin; 

ich hän e5 alle5 wider t4n. 

Darurabe du mich hast geslagen. 

ich wil dir liebiu m»re sagen. 

Ich han wider min minnc, 
110 do ir alle sliefet hinne. 

Hiute vor der nöne. 

do galt er mir vii sch6ne. 

Der ritter, dem ich min minne gap; 

ungehalten und änc stap 
.13 äberg^n ich noch wol witen rink; * 

C3 was ein se1tscne5 dink. 



■ Z. 305—309 feUm, mmd mmf 310 ,neniHiche> Hf- 

sA mir Gol der riche. B. 

' ir Ar die nüre. R. 

3 er reii in wek . si gienk in. A. 

* Gieng* ich wol ambe eine« rink. A. 

4 «VM OMW*«dk«>MMr II '^ 




XXII. Vn StftAn. 

Das ■'i> lurDlrsl sA tire 

and sprachst, mir wKr" min tn 

Mit der minne gar benomeo; 
Ittl) und wEer" er niht hcrwider komen, 

Dannoch muest' ich jtn geneien: 

ich wil im immer hott wesen. 

Wan er i»t cio gelriuwer man, 

des venlön ich mich wol daran, ■ 
45 Wan er galt mir guetllchen* gar; 

(lot gebe, da^ er wo] ge*ar! 

Des wünsch' ich im, als ich inl; 

er inme hie le klästcr wol. 

Wan w^r* er hie, des wnr' ich vn'i 
SO diu alte diu sprach aber M: 

Swas ieman seit oder tuot, 

iü häslu aiwKren muot; 

Wierc der schade ntt einer, 

sü wier' er dcster kleiner: 

59 >'A ist e3 iwimt geschehen; 

des solt' ich 6 Ma nndersehen: * 
Sint ich des niht hjjn geUn, 
sü 111U03 ich mlnen loro IJn.o 
Swer dnj Tiiir ernenne, 

60 der hiipl', A»^ in iht brenne: 
Swer sich aber übersiht, 

das im sother schade geschifat. 
Den nieman erwcndenjcan, 
es sl wlb oder man, 
bS Der Bol in guelllcb Ugen vam, 
alder sol in fi bcwam. 



> guellldi iindp. 

> Z. 3IIB-3M U 



XXII. 9ff Stftxha. 



35 



Oi^ ist wlser liote site. 
hie st iu bescheiden mite 
Db tU hfibsche nuere 
310 Ton dem sperwsre. ^ 



IIa A. nf 



z. sw-a70, 



We dese mere geliori liayt 
De iQirke deses koften rayt 
lade behalde dese lere 
Id vioflMi ene TBuntefnere 
Werne to gedane schade iveder uert 
Dal be den uor neyt erweri 
De lais id geaeiüiclieo oareii 
Or Im fals uaa einte bewaren 
Dal it wiser lüde lede 
Hey eodit tich dese mere mede 
Oyg heitsit dese mere 
Der vrauwen sperwere. 



WM Itmtti 




IM tl' .' 



\ 



F 




xxni. 

9a0 ^anftUtn. 



Eia sUtUiches Kloster tUod in groCicD Ehreu , fein iiastiuiat b«- 
«irtketejcdcB, der es belral: wenn aber das Klostertbor geschloüien 
«er, durfte bei Leibesstnfe kein Weib eingelafsen werden. So lebten 
darin mehrere Höncfae» die nie aus dem Kloster kamen, darunter auch 
ein Junger Höncb, der von Kindheit an drinnen war, und gar nichts 
von der Welt wuste, und Bosse und Reiter nur von Hörensagen kannte. 
Der bat den Abt, als dieser die GQter des Klosters besuchen wollte, 
ihn mitiunefamen; der Abi gewihrte, um ihn mit Land und Leuten 
bekannt lu machen, damit er einst dem Kloster nützlich werde. So 
ritten beide Über Feld , und der Abt nannte dem jungen Mönch alles 
Getbier, das ihnen begegnete. So kamen sie xu einem Maier des 
Klosters, dort zu übemachlen, und safsen, i»oblaufgt*nommen , beim 
Feuer. D»^ Weib und die Tochter des Maiers , ein wuhlgeslalles achl- 
lehnjähriges Mägdlein, musten sich, auf Geheifs des .\b(e$, zu ihnen 
setzen, und der Mönch Tragte, was das für (Kreaturen w&ren. Der .\b( 
sagte ihm , sie hiefsen Gänse. Dem Mönche gefielen sie . und er be- 
dauerte, dafs das Kloster nicht solche Gänse hätte, wo sie doch Weide 
genug Tänden. Beide lachten , und wunderten sich über des Mönchs 
tnwifsenbeit, und der Abt erklärte sie ihnen. Der Tochter aber gefiel 
der junge Mönch, und sie nahm sich im Stillen vor. die Wahrheit zu 
«ersuchen. Cm Schlafens Zeit fügte sie es so , dafs dem Abte , seines 
Gemaches wegen , fernab von dem Mönche gebettet wurde. Alle gingen 
hierauf zur Ruhe; der Mönch aber konnte nicht einschlafen, und dachte 
über die zum erstenmal gesehenen mannigfaltigen Geschöpfe und ihn* 
Namen nach; auch die Maierstochter lag ohne zu schlafen, und sann 
auf die Yollbringung ihres Willens. Sie stand leise auf, und schlich 
zum Bette des Mönchs, und als dieser fragte, was da wäre, nannte sie 
sich das Ganselein , und bat ihn, weil es kalt sei, sie nicht erfrieren 
lu lafsen , sondern unter seine Decke zu nehmen. Der gute Mönch 
that es gern, und es bewährte sich, dafs er gar nichts von dem Bett- 
spiele «erstand: sie aber konnte es etnas bei'ser, und gab ihm spi<>- 
lenden Unterricht, so dafs er es alsbald begriff, und mit Freuden so 
lange trieb , bis es Tag ward. Sie schärfte ihm aber beim Scheiden 
strenge Verschwiegenheit ein : der Abt tödic sie sonst beide. 

Am Morgen besorgte der Abt die Geschäfte des Klosters, und ritt 
mit dem Mönche heim. Dieser ergetzte die Klosierlente durch die 
Erzählung von der Reise, verschwieg Jedoch sein Abenteuer mit A^m 
Ganselein. 




Vor WcJhuactaltD hiiln der Abt den Kocb UQd Kellner dar U«l«'- 
leule ntgta ttt tlelen SinKtD* URi] Lcmbi reichlich ptlrgan. Dl ritUi 
der luiige Monrh, lur volliländigen B«irirlhun|| , Jedem Bruder euch 
eine Gini lu Keben. Der Abi verwiei- Ihm lomig die Rede , « 
!■ kein Heitch UrKu. und drohte Ibm Buhe. UerHDDcb muile wekhn. 
urkllile Jedoch illeix^e UlnH und Ulnititln lUr gute Speiie 
Abt nahm ihn blrnuf heiieile und gebot ihm crnillich , lu Mgeo, 
«•tum Mio denn oich tilnien lu gelUiie- Ui beicbliie der 
Mönch aJIPt', und der Abt legte Ihm iwir BuAe luI, gab itel 
■clher diu Schuld, »eil er ihn getJiuicbl, und Hgle ihm nun, d 
«In Weib erhinnt hibe. — Lug und Trug ftominl nimmer, tienii 
UnhoT lind wühl iwel . diel MOnehe, die beTier ein WHb erk( 
denen rallw ich, lieh dli Huld Ihre» Abtei lu erwerben. 



xxni. 



Da5 genselln. 



Du mmn htk^H 4^5 geiifelln , 

uad iagt voB eiMB mttDcbe und von «iotm nuiftdln. 



Ich wil iu sagen ein ouere, 
da5 [hie bevor] ein kloster waere 
Schoene und erboawen wol, 
als noch von rehte ein kl6ster so\,, 
5 Ir gasthüs unde ir spital 
da3 was gesezzet in sulhen wal. 
In s weihen zlten da5 der man 
geriten oder gegangen kwam, 
Da5 e55en vand er ie bereit, 

10 minncnkltch unde unverseil 

Gid>en si im, swa5 si mohten häin; 
also sollen noch diu kl6ster sUn; 
Ir splse wart vor nie man verspart: 
und wen da5 tör verslo55en wart, 

15 So was geboten an den Itp. 
da3 man keiner slahte wip 
lomier Ue5e darin; 
si sazten niht wan iren sin, 
Da3 si behielten (gar) ir leben, 

20 als in ze rehte was gegeben. 

Ich hört' ouch msre von in sagen. 
da3 ir klöster waer" underslagen. 




\X11I. 9«* tfänfdcin. 

Uaj die müiiche und iren gemach 

te rehlo vrcmdcs aicmaa sach. 
25 Ich sag" iu selbe ein motre, 

da} roanger mUnch dA wtere, 

Der Dimmcr Ü3 dem klästcr kwam. 

dik was uuch itinc ein junger man. 

Der hei sin jär t\s& Tertriben, 
30 dag er darinne was beliben 

Von einem kleinen kindellni 

des moost' im unerkenniL stn . 

Waj lebt' in dem Isnde , 

wan Aii er ros [nach sag*] crkande . 
33 D33 man diu solde rllcu. 

dsj WM b1 den illen, 

Da; der aplc rtlen wulde. 

und niht bellben solde. 

Rihten umb »Ines Llüslera diuk. 
40 in bat der selbe jungclinti. 

Da5 er in vuerl' mit im in diu lanl, 

darumb daj im würden erkanl 

Diu reht vun dem laude, 

der er niht erkande. 
*5 Der apie ii gewerle, 

des der münche gerle : 

In einem sinae dag gcschach, 

er gcdähl' and wider sich selben sprach: 

uUnd werden! im diu rebt bekam, 
SO beide, liut und ouch diu lant, 

S6 mag man im enpfelben wo). 

wes ein man (hie) pflcffen sol. 

Und wirt ein vil nUiier man." 

alsC vuorl' er in miL im dan; 
5ft Si sägen üf unde riten, 

die kläsler liute nibt vermiteii. 
Dö si kwamen Af dag vcll. 

ir pfert giengea schöne enieUi 

Swag in vieiies widergie. 
60 der münche des niht vrriie. 



XXin. 9w MafcUi«. 43 

Er TTigtef wie 65 waer* genint, 

di^ 65 im wttrde bekant, 

Oder wie stn name solde sin, 

C5 wsren schlif, riiid[er] oder swin, 
65 D«5 macht' im der apte kanL 

si kdmen i'einer karxen sUmt 

Ze ei[ne]m meyer, du si wolden 

bdlben unde soldeD. 

Der meyer des niht ?erlie, 
70 stnen herren er enpfie, 

Er sprach: »wilkomen, herre mtn, 

and aOe die mit ia komen slo.« 

AldA man in din ros eopfle; 

der mtnche ond der apte gie 
75 Ze einem ▼iu[we]r an ir gemach, 

bt einer wilc da5 geschach. 
Der meyer het ein wtp 

und eine tohter, der Itp 

Was xe wünsche wolgestalt 
80 und was ahxehen jir alt; 

Der apte bat si sitzen nider; 

seht, des wikren si niht wider« 

Si sä^en an derselben stat 

der münch d6 den apte bat, 
85 Da3 er in wi55en Iie3e, 

wie diu creatüre hie5e. 

D6 sprach der apt siizehanl: 

)}da5 sint gense genanL« — 

»CrMe mich!« sprach der münich 
90 »sd sint die gense siuberllch. 

Wie kumt, da5 wir niht gense hin? 

nü mohten si sich wol begän 

An unser Uöster weide.« 

des lachten si d6 beide, 
95 Des Wirtes tohter and sin wlp. 

wunder nam (si), das ^^ ^'P 

Waer* sd rchte minnenkltch, 

und das ^^ i^ht verstuende sich. 




XXUI. V«i »iufiinu. 

Wie dA wip wer' geuoL 
100 deo apl« nagten >i te hut , 

Ob er sinuik wäre. 

dA »agf er in diu nrnre 

Vil rehte, wie er dar wu bekomen, 

■b ir A habt vernamen, 
5 Wie er crwabsen wKre. 

dd dizie selbe mcre 

Oet wirtea lohtei (wart) bekant, 

li gedibte ir tebaot: 

»Dil ist eiD siuberltcber man; 
10 das '**■ *'r< (>'> i^'S gevuegen luui. 

Ich Tenuodie noch hlut, ob sin Dp 

erkennen kan, vie nun diu wIp 

An dem belle handeln sol.« 

er gefiel ir harte wol, 
IS Der rede «i slUle gedagte, 

ir gedank li nie man sagte, 

Um man sllfen saldc gin, 

der wirt der wolde nifat etüln, 

Er hie5 in bellen nach ir site; 
90 dt was auch alo lohter mite , 

Si scbuof, daj dem jungen man 

wart gebettet wol hindau 

Von dem aple verre. 

darurabe daj der berre 

35 Stnen gemach het dester tuj: 
nlch ir willen geschacb das- 

Dö sich die herren [dAJ geleilen, 
der wirt hiej aldi gereiten 
Die liut' alle sUfen gdu, 
30 die berren iren geroacb bin. 
Der mUnch niht slAfen mahle, 
er het in stner ahte, 
Wie ein ieslich dink ««r* genanl 
als es im vor wai genaoL 

36 Din jiinkTrouw' unaUlende lak, 
vil manger gedutk(e) li dö pflak. 



Wie ir wüte wflrde Tolbriht, 

als si ir £ het gediht 
Diu junknoüwe sich dö sttl, 
140 si kom dar in* allen schal 

Und gienk hin Tfir sin bette dar. 

als ir der mflnche wart gewar« 

Er sprach lehant: »was ^^ ^^^ stnT« 

[si sprach:] »ich bin*3, dä$ junge genselln, 
45 Und hän hie Trostes tu gellten , 

und wolde locht herre, gerne biten, 

D«3 ir hinonder linset mich 

in der mmne, (s6) das i^ 

Iht errnes*, es ist hie kalt« 
50 dA was der manch als einhält. 

Das ^^ si hin ander lie, 

in der minne das ergie. 

Ü6 si dk hin ander kwam, 

do enkund* der selbe junge man 
oo Weder w^nik, noch ▼!!, 

das ^^^ heiset bette spil: 

Doch künde si es ein w^nik bas, 

mit guoten Tuogen scbuof si das« 

Das c^ i^ kurzer stunde 
60 des selben spils begunde ; 

Der münch das gensei brüchte 

mit Titse, in des düchte« 

Im w«re wol und dennoch bas; 

alsA lange triben si das« 
65 Das s> ^^ düht', es were tak, 

(diu maget 6ä nibt lenger lak,) 

Si stnont üf nnde sprach: 

»weit ir haben m^r sulhen gemach. 

So sult ir nimmer man veijehen, 
70 was nnder uns beiden ist geschehen; 

Und wurde es dem apt bekant, 

er t«t' uns beiden säsehant 

Niht wan den grimmigen töta 

fil tiuwer si im das Terb^t, 




xxm. Um eu^titiw. 

175 (Das " ^f^ ''"^" Bemach.) 

nie sä schiere das geschieh, 
linder des gio Af d«r'lak, 

der apl oucb njht lenger lak. 

Er sluond öf und scbuof stce« kl6alen dink, 
80 er und der selbe jaDgeUnk, 

Darumbe « kdmen dar: 

dö si das gesdiuofen gar, 

Si sdjen Af unde riteo; 

die kldslerliutc niht Termiten. 
8S Dö si heim vftrea komen, 

der junge mUnch wart vemomen, 

Si begunden in vrftgen tu; 

^In rede was ir aller spil, 

■doch pllag er der kUndikeJt, 
DO das "r nieman niht eoseit. 

Wie im des nahtes Ar der vart 

diu junge gani tt teile irarL 
Dil geschach vor einer hAchitt. 

diu noch in dem winder llt 
95 Und die winahle ist geDaat- 

der apte sich (dö) besant', 

Beide, keiner unl koche, 

er sprach: »uos nlbt ein woche, 

Da3 wir muejen vil singen nnd lesen, 
200 nu sult ir alle Tlljik wesen 

Und sult uns eine wirtscbaft geben, 

die wUe die liate in arbeil leben, 

Daj man ir pflege destcr bag.« 

die herren lobten all« dag. 
S Der junge mllnch stnond oucb dlbl, 

er apradi: »sIt iawer Trille st. 

Dag ir rollej ampt irellet hin, 

sb sult ir nimmer rcrlän, 

Ung* eg an iuirem stal«n itn, 
10 ir Schaft, lieber berre ratn. 

Dag ie dem manne «in gans «erde; 

sA geschach Af dirre erde 



XXIII. 9«f •iifrlri«. 47 

Nie deheinen liuten bft5.« 

der rede getie der apte has: 
215 »Eijü, bnioder, tuot die rede hin; 

w^, war habt ir iuwern sin 

Oder iuwer wixie hin gelin? 

selber wmgi ir iuch TersUn, 

Da5 wir niht vleisch(es) e55en; 
äO ich wil mich des vermessen, 

Ir mueset buos' darumbe bestin.u 

er hies in balde g^n hindan. 

Des torst' er Terlüsen niht, 

idoch sprach er: »swas mir geschiht. 
^ Gense, wer die möhte hki, 

die wieren minnenkllch getin, 

Gense und junge genselin 

mugen wol guutiu sptse stn.« 

Der junge münch wart 66 yertriben, 
30 die alten alle dk beliben. 

Si schuofen umb ir llpnar, 

dar umb si wAren komcn dar, 

Und umb ir singen unde Cumb ir] lesen. 

wer des meister solde wesen. 
33 Do das allesamt gcschach, 

der apt ze einem roünche sprach : 

»Bringet mir den jungen man.a 

den viiort' er verre hindan 

An sine heimliche, 
40 er beswert^ in tougcntiche, 

Er sprach (zuoim); »nü sag(e)t an, 

von wem diu rede kwam, 

Das ^^ ^^^ gense hast gegert?« 

der junge münch in do gewert, 
45 D6 er s6 tiuwer wart gemant, 

d6 verjach er im zehant, 

Wie im des nahtes üf der vart 

diu junge gans zc teile wart. 

Als es dem apte wart bekant, 
50 trOrikltch sprach er zchant: 




XXm. 9<« ««nftlrU. 

»I.eider mir, dd bist betrogen, 

ich hAn dich selber Uberlogen: 

Ofide mich, e,; was ein wip: 

dln vil sione läser llp^ 
3S5 Der ist wlben bl )(c legen. 

ich soll' dln ba3 hin gepflegen, 

Si) hcl' ich rehle getAn.» 

buo5c hie5 er in bestin, 

1>ie leist' er njch ttnem gebot, 
60 e$ ensolt' im doch sin kein spot; 

Wan bei' er im die wirheil 

reht und ine spol geseit. 

SA hei' er sich faas behuot. 

liegen unt triegeti ist selten gUAt. 
6& E3 ist stlndn und un6rc. 

wa3 mag ich in sagen ni£re, 

Dij noch le Drahov sl 

iwAne münche oder dri, 

Die ouch wlb erkennent baj. 
70 Verdienern die irs aptei haj. 

Die werben umb sin hulde. da,; ist mtn rll: 

hie mit das "x^' ^i» '"^^^ h^'- 




XXIV. 

Von 

dem Zwingäuer. 




fhaoÄ r»fliHi«iti1 1^5 



1 

i 



CiB joBfer Möiicb war ieiC dem •■«beiilen Jahr« in einem Wald- 
klotler Bm4 watte nidiU ton der Welt. Da las er eines Tages in einen 
Bocbe -die Worte „ der Minae Rand /' und ward von Stand an nacb- 
dcaklich ikbcr ihre Bedeutung. Er schUch lu einem Knechte , der sUU 
BHt den Abtn ausrilt, und befragte ihn um die Minne. Der Knecht 
rihmte ihm die Macht der Frau Minne und ihr wonneroUes Haus. Der 
Mdacfa wellte dahin , und auf des Knechu Rath bat er den Abt um 
Pferd und Knecht su einer Reise in Ingelegenheiten seiner Verwandten. 
Der Abt gewihrte, und gab ihm auch Reisegeld. So ritt der Junge 
Mönch, der selber lehn Prond daxu sparte, hinweg mit dem Knechte, und 
dieser brachte ihn in einer Stadt zu llerberge bei einer Frau in ihren 
besten Jahren, deren Mann über See war. Sie hewirihete den Gast 
köstlich mit Speisen und Wein , so dafs er sich diesen Minnebof auch 
in Kloster wünschte. Der Knecht forderte sie aur, dem Mönch auch 
ein Fräulein zur Minne zu ?erschaffen; und da sie für sechs Pfund 
selber dazu bereit war, löste sie ihre Pfinder ein, schmückte sich, und 
setzte sich zu dem Mönche: ihre strahlenden Augen, Rosenwangen, 
hermcltnwei£M Brust, zarten Finger, runden Arme und ansehnliche 
GesUlt behaglen dem Mönche gar sehr. Der Knecht rielh ihm , alles 
lu thun , was sie ihn hiefse , und sie dreist anzugreifen : sie werde ihm 
die Minne zeigen. Bald brachte sie den Mönch zu Bette, zog ihm den 
Rock ab, den er anbehalten wollte, löschte das Licht, legte sich zu 
ihm. und drückte ihn an sich; er aber, der Minne ganz unkundig, lag 
wie ein Stock. Da godachle sie im Aerger, ihn zu kffen: sie stiefs ihn 
Bit den Fiifsen, da£i er an die Wand rollte, rückte ihm nah auf den 
Leib, knatete ihn mit ihren Knieen und trat ihn mit Füfsen ; zuleUt 
gab sie ihm einen Schlag, dafs er stille lag, und sagte, das sende ihm 
Frau Minne. Der Mönch empfand die Minne zu schmerzlich, und regle 
sich nicht Lm Mittemacht wandle die Frau sich um, und streckte 
unwillkürlich die Hände nach Minne aus: sie ergrifT abermals den 
Mönch , schlug ihn derb , und sagte , das sei der andere Denkzellel der 
Frau Minne. Derselbe Ihat sie zum dritten Male gegen den Morgen, 
und entliefs den schlaflosen Mönch . der nun zomtg dem Knechte rief, 
um schleunigst zu entrinnen* Der Knecht erschrak, im Wahne, der 
Hausiiirth sei heimgekehrt, und beide ritten eiligst querfeldein, über 
drei Meilen: da stiegen sie ab, und der Knecht fragte den Mönch um 
die Minne ; dieser wollte jedoch nichts davon rühmen. 

Als beide wieder daheim im Kloster waren , gerieth der Mönch in 
Sorge wegen des Kindes, welches, wie er oft gehört, «on der Minne 




konmc, und rragle im Knrchi. wn von hrldcn « irifr. Dif<«r int- 
Tnrmr: dtr nnipn lirfr. Du M M ihn) üchwer irifs ll*n. <Iari rr 
dli'n Rr«i>*Mi , lind nun diirrb (icbuK cid» Kindu Kine Ehre und 
■•rrUndr virlirrfn «rrde, Wohl II Wochen ging tt to itnrhligfn und 
trhweigvnd nmhrr: d* kUgIc rin Biupr dem Ablc, ein Hotmann den 

irhiatten, diiri n rin Kilb vpTworlMi; und der Alil tnlMhlrd loglekh 
■iif ürhidenrrKili. Der Mdnch mcrkla lich dintn Handel , und bal 
brimlich den Witirenaohn. Ihn auch lo tu d-hlagen, daf* dai Kind »11 
■hm Rrhe, Der Schalk, narbdem er ihn gefraRl, ob dPr Abi oderKellner 
■n di-m Kinde Scfavld lel, und alle* vcmonimen haue, war bereit in. 
demllientle, [flrveJrhen er drei Ftund erlilell. ■lar«pni>trDh IW« er ihn 
in dal (iehnli brini Kloalrr kommen, nahm drei derbe eirbene KnDlIH, 
log ihn aii> bii anf den Rock , »aif ihn nieder und lerblHulr ihn der- 
maarsFR, dai't Ihm wohl «ieheii Kinder abgegangen waren. Beim Zer- 
■rhlaicen de« drillen KnDUeli sprang von den Gerluacb ein Hais aitt dem 
KeliliKhe : da Her* der HBnrh Inoehallen , und lief «einem KIndleln nach, 
um es einer Annis >u bringen. Alf e« >o «ehnell •arauiliti , prie« er eii, 
dar« e< f um riiratllehen Brlefhoien gui »Ire , so wie neine LBIFrl ;Uhren) 
einen giiien Korh lerkandiglen. Bald alter enltrhwand e) Ihm, und er 

Haneh geritten, und liiell ihn rUr wahnnlnnlg, gab ihn einen Kolben- 
•ehlag , lind da jener iiel «einer Kede verhime . band er ihm die lIMnde, 

Abt und allen BrUdem niederholte der Unglückliche «eine Wehklage. 
dar« aein Kindlein iingelaull bleibe, bei dem der Prior und Kellner 
lietallem «ein aollten. Die «aben «elntn terarhlagenrn Leih, hielten 
ihn rtlr bewfien, und wnllien diircb den Füller und andere BHeher 
lind Reaefawttrungen den bHaen Uel«! aualrelben : ei half aber nicht, 
und eben to arnig, dar« aie ihn mit Weihwafier beaprengten nnd ihm 
die Riale umhlnglen, i>s «arde er, ala iiahnilnnig. in den Kerker 
geworfen, bei WaAer und Brod, wo er norh immerKoll um «ein KInd- 
leln Imi, dar^i e« doch ein Chrial warde. Endlieh, am tSten Tage, In 
der Beiehle, DlTenbarM er Alles dem Abte, wurde «oglelrh Ini gelaraen. 
iDBgeipriH'hpn , und wieder all guter Bnider aiirgenommen . in deaten 
Uebelder Abt aiefa betahl. 




XXIV. 
Der swanffer miiiieh. 



t tu ein rebot 



Ich Mit' iu Kern elswaj, 

iki3 iu luste cksler bas- 

So ich bi iu wKre: 

uA hoBr[i;)t dbin mKrc. 
5 Diu siol sellsKD[e) giiuuk. 

wie ein mtlnch ein kinl truuk. 

Lude wie er «3 gewan: 

di sull ir wunder (irucreii an. 
Ein kleine} kint wart gCRcbcu 
U> le einem mttucb in ein reines leh«n . 

Im was diu werlt unbekant. 

du wart e3 anderswo gesanI 

Ze eiaem kläster iu einen wall: 

e3 was wan siben jir all; 
13 £3 lernt' die schriß und wtsheil. 

diu kunsl wart im alsü bereit. 

I>a3 ej alles daj wol las, 

daj vur im gcschriben wa&. 

Daj kint nam an der lenge luu. 
20 mer den ej ao der grisse tu«. 

Bij da3 ej wart ein jungeliuk . 

der apt e,<; le kameren enpßeiik. 




Eiui-s iDurgcn» uich metllii 

saj er vor slncm bcUttn 
ttö lliid las, waj er gescbrib«» vaul: 

ili sach er »der Uinne baot« 

tieschriben an einem bletteltn: 

er dähr, waj «3 möbte geslii. 

Oder waj c.; bediuU. 
30 üa5 ej bUnde die llule. 

Zehaat tct er daj buucfa biu 

und leit(e] darAf itnen sin, 

Oa3 im wurde beLauL 

welhc3 vmf der Uinne banl. 
35 Der müncb bcgundc iltcben 

le einem kneht[e] heimlichen. 

Der pftak le allen itleu 

mit dem ap[(e) rltcu; 

Lr däbt' in vil gewKrc, 
40 und vräg[e]t' in, wag Hiune wa:re. 

Und wä man si mühle viaden, 

bt allen oder bl binden , 

Und ob si bot' iht grOje liraft, 

oder ob ti blinde von meistenchafu 
45 Der knebt autwurl' im des: 

uir wieset selbe niht, wei 

Ir mich dl habt gevriget: 

üb ir ikch lageL, 

Vrou[wcl Uittne machei' iuch k^^'i^' 
SU vi bindet nibt le aller itaal, 

Swura li gibt iren tröal, 

der wiri von allem leide ecUliI: 
Ir bds i*t geuerct wol , 

giiotcr spl»e und wtnea tuL« 
59 Der münch sprach: »id wil ich dar, 

e da5 werde ein halbcj jlr.a 

Der knebt gab im die naie, 

da5 er den apt bste 

Umb(e) kneht und umb ein pfnrt; 
GO sine vriunt waren beiwxrt 




Hil nl swmna MCheo: 
das volle er le guote muhen. 
Der apt {«wert in ilner bei', 
koeht nnde ptert an der itet'. 

6& Und da luo lilben genuak. 
er wu euch idber *A kluok, 
Da5 er in einer kanen ituDr 
geumtnejt bei «ol lehen pfuiK. 
Ab in der kneht Une, 

70 von bAs er dA kbrU: 
Der hnebt reit allej vor, 
der manch Tolgte flmm spor, 
Wan er wm nie mCr 43 komea; 
da5 bete der kneht «ot vemoBwo. 

75 Si kirnen in ein gaote ital, 
der kneht herberge bat 
Ze einer vrouwen, diu was halt. 
weder » jonk, noch le alt, 
Ir man was über ti geTam, 

80 si solt' diheim daj( hAs Iwwarn. . 
Der kocht hiej bereiten gnuok, 
der rronwen er die malhen [lUo] truok. 
Vil gem(e] ai diu vrwiw' enpfienk, 
«il vaate si di umb(e) gitmk 

8S Und bete srAje arbeit, 

wie sin gemach wart bereit, 
Heini(e)Uch(e) , von dem wege, 
dl si des mÜAches «ol (dege. 
D6 briht' man «pbe maniktalt . 

M beide, wann iinde kalt. 
Dar luo edeln kuelen wtn. 
der mflnch sprach; uhie mag wol sin 
Der llinne[n] hof und ir gewalti 
63 danket mich sd wol geslalt, 

95 War* ej in mlnem klAster s4, 
die manche waren alle vrd.« 

Der kneht sprach ino der wirlio: 
»wijael ir ein Trßuwelln, 




XXIV. *(f f^Riflmr» iH«a4. 

Da3 rnlnem herren getmne 
100 und guot darutDb(e) Bame?» 

Dill vTouwe sprach: »wie sttt ttn leben T 

mag er geicislen und gegeben 

ZehcB (ifunt an lieber stat?« ' 

der kiieht die rrouwen. vaste bal. 
5 Da3 si den mUnch lo ir Iie3e; 

des tnöfal' si wot gonieseo. 

Diu vruuwc sprach aliehant: 

»ich hin terseiicl mtniii pbnl; 

Werdent diu mir geldsi, 
10 so wirt der junge mUnch gelrösl. 

Und ich luon alleg, das >cb sul.« 

der knebt sprach: m6 tuol ir wuli 

Das Bo*'t iiBbt ir beslo55en, 

nd iiemet unverdrossen, 
lö Swie *il ir selbe wolt; 

er isl iu von herzen holt, 

Wan er söre nich iu lobl.n 

da wurden sebs pfnnt gelobi 

Unt lehant dd geialt; 
SO alsA der kneht die minne galt. 

Diu vrouwe ervolte sin gebet, 

diu besten kleider si an let, 

Zuo dem mUnche si gesa^, 

ir munl was niht an Worten laj. 
'25 Ir ougen ab der 8tem(e] schln. 

rdsen var ir wengdln, 

Ir kel wtj als an bann, 

ir vinger klein, sinewel ir arm. 

Si was le guoter mAje gröj 
'H> den mOocb des dinges niht verditt.^: 



Üei kDübl di< TKmwgn türb«} liil 
d« (i lutl gusdct hil. 
Ill) Kl u. *. «. 




Anden kund' er nihl m£re; 

der kncht gab im die lire. 

Swa3 io diu rronwe hieje. 

dl} er de« nibt enlieje; 
135 Ef ipnch: »si sol iu leigeii 

die Üinoe ist iuwer eigea: 

Nä gitfel si TiUlcheu an, 

wan ich si wol Teriftnet bän.« 

Der münch wart der rnnre Tn>. 
40 er sprach: »ich wil rj vuegeii so. 

Das ^^ Minne mit mir vert 

und dem apte «röude märt, 

Dariuo der samenunge. 

all' unde junge.« 
45 Der tiire wint[e] des vürwir. 

der apt und der müncbe scbar 

Wcrea sunder minne enogeu: 

di was er s^re au betrogen. 
Zebant diu wirtinne kwam, 
So den miincb si b) der bant uain; 

Eijä, wie schiere er wart bribi. 

da si bin het gedilhtl 

Di stuont ein belle wo) bereit. 

da wart der manch id geleiu ■ 
55 Stnen rok behielt er an. 

da sprach diu vrouwe wolgetcin: 

alr slt in iuwenn-klöster nibt. 

tuot ab den rok.« dö lasch da} liebl. 

Nibt lenger si di beile, 
60 le dem münche si sich leite. 

Der tdre lag. als ein siok; 

diu vrouwe lAch im ab den rok. 



w^ 



Hin niber si u im rukle, , 

s^re si in luo ir drukte; 
165 Si bete gerne gesehen, 

das ir ein guel wor* geicbin. ' 

Er lak slille, als ein ron, 

wanne cta' wesle niht dt von. 

Wag er di soldc Irlbeo: 
70 er was vor allen wlbcn 

Von kintbcit sicher gewesen; 

er kuDde singen unde lesen 

Vil ba5, detme minnen. 

diu vrouwe in iro lirmeQ 
75 Hit liste des gedihte, 

wie fii in le tAren mähte, 

Wan si des muojligena verdrüs: 

si gab dem müoch einen slös 

Hit den vuesen aliehant, 
äO da5 er wicli an die want; 

Der vrouwen was le dem münche gäch. 

vil vaste si im rukte nich. 

Hit iren knien si in knal, 

mit iren vuejen si in trat ; 
- 85 An rükke und an henen 

begiind' 03 in shrt smeneu. 

Als er verbrant wäre; 

er däht' im vil unmrre 

Alliu wip te minnen; 
W vil gern wolt' er enUinnen: 

Daj er die minne het* erkom, 

des hcC er wol gesworn. 

Im gab diu vrouw' einen slik. 

da5 er (aber) sUlle lak, 
flu Si sprach: »aü liget, ir bflP8(e)wibt. 

iu gescbihi an dem Itbe niht, 

Oa3 bat iu vroiiw(e) Minne gesanI, 

nach der ir vart in diu lant.n 



V0II ^tm ^min%iütx. 59 

Des slahens ^art (16 wol geswigen, 
200 der müuch belelp d^ stille liger.. 
D6 C5 mittiu naht wart, 

diu vrouwe tct nach ir art, 

Si begund' sich umbe wendeu, 

Ü5 warf si die hende 
5 Nach mione, so diu natüre tuol, 

sO si ze schänden hat den muot. 

Den münch si aber an gewant. 

mit grÖ5en siegen al ze hant 

Kürzet' si im die wtle. 
10 er wer* über hundert mtle 

Gewesen lieber, danne d4; 

in düht', im wsr^ diu Minne ze nä. 

Ow^, wie w6nik er du sliefl 

si sprach: x>da^ ist der ander brief. 
15 Den iu vron Minne hat gegeben: 

nü mugt ir wol mit vröuden leben.« 

Er sweik vil stille, und gedäht(e) doch: 

»wer* ich ii\ mlnem klöster noch, 

Und se3[e] vrou Minne vor dem tör, 
20 ich enkcem' nimmer dar vor.« 

Dar niich ein w^nik vor dem lag(e) 

huop sich der vrouwen dritte klag(e), - 

Da5 si von im versümet was; 

eine[n] lezzen si im.d6 las 
25 Mit siegen, das ^^^ <^iu dritte not. 

do sach si den morgen röt, 

t-rloup gab si dem münche do. 

des was er von herzen vr6, 

Ungcsegent er von danne lief; 
30 dem kneht er dO mit zornc rief, 

Da3 er diu pfasrt braehte n4, 

er wolt' niht lenger bellben da. 

Der kneht erschrak der masre,- 

er wAnt', [das] ^^r ^^^^ komen wsrr; 
35 In was beiden vil gäcb, 

der münch vuor dem knehte n^ch. 




XXIV. 9(r f^mMittt Mm^. 

Si ritcn bas, den enieli. 

alles twerhcs tlbcr veli 

Mür den guoter mlle dri; 
*J40 ir 'twedcr was di sorgnn Trt. 

Bij le einer ^ruenen beide; 

da vrbeijleii si beide. 

Der kneht sach den herren an, 

er dübl' in inissevar getan, 
43 BIcicb gar an den wingen, 

er vrägL', wie es im [wnr'] ergangen 

(WffiTc) mit der Minne. ' 

der müncb ipracb mit sinne: 

»Ob es mir ist ergangen wol, 
SU davon ich mich niht rueraen sul; 

Wen ruemen daj ist Gol(c) leit. 

des sag' ich dir die wärbeil.u 

Der knehl vräxt' in niht märe. 

der müncb II le Site 
^ Heim le sinem kläsicr wider: 

tuo dem kneble sprach er sidcr: 

»leb hin vil dikke (wol) lernonien. 

das davon kint sint komen, 

Wi zwei bt einander stn: 
60 aü sag* mir, df die Iriuwe dln. 

Wer sul das kint Iragent« — 

»das '"'■^ '(^b rchte sagen:« " 

Sprach der knehl, »der under 11L<< — 
, »owä der ja:merllchen iU!r 
65 liedähL' der mOnch alzchant, 

alräsl wart im leit crkanl; 



Wcdrrj Iruil lU] kindclls*' 
-d«j ug' Ich Ur die Irluse 
Sprich drr knchl ilA 
"illifm ding i«l iM, 
Wcdcf} linder lil 



Vis IfM ^mn^iscr. 61 

Er gediht': »owd, wes sol ich pflegen'/ 

nü bin ich armer under gelegen, 

Nu wirt ein Idnt tod mir gebom: 
STD s6 hab' ich mtn ^re gar verlorn; 

Darzno Terliase ich mtn pfruend(e) gar. 

ob stn der apt wirt gewar, 

Und die münche gemeine' 

werden! mich von in scheiden; ' 
75 S6 wer* mir lieber der tot, 

6 ich lide iren spoL« 
Darnach wol iwdf wochen 

d6 gienk der mfinch soeben; 

Sd bete si in lestd^en. 
80 in Trigeten stn gen65en 

Wie er w«re so gar dürre, 

und ouch, wa5 im würre. 

Er woll' e3 keinem verjehen, 

wa5 im von [der] Minne wKr* gesehen; 
85 Wan er wol bete gesworn, 

e5 wurde ein kint von im gebom. 
Darniich an einem tag(e) 

kom dem apt ein gr65iu klag(c) 

Von einem slnem hofman; 
90 da5 bort' der Iragent münch an; 

Der man sprach: »ich muo5 iu klagen. 

der Witwen sun h^t mir geslagen 

Dort oben in dem dorfe, 

ein rint, da5 65 hat verworfen 
95 Ein vil scboßne5 kelbeltn.« — 

»ich wil guot ribter stn.« 

Sprach der apt ze dem hofman, 

»er ist mir so under tin, 

Da5 ich in wol betwinge, 
300 und er mit dir dinge. 

Und vergilt dir dtn kalp wol , 

als er*3 ze reht(e) gelten sol.« 

i Im ttrr aitdrrm Uumdackrifi : 

die scbtVnenC min kleine. 




XXIV. 9tt r4Mn«(t( iHjn4 

Der Iragent mflnch hei wol gehört 
vil eben des hoTcmannes wort; 

305 Nach der wiiwen siin er sBnt(e) 
wnn er io «ol eTkanl(c), 
Daj er beimllch zuo im kweiiie 
und sin worl veniBme. 
Der witwen snn in daj IclAiter gienk; 

10 der inilnch in tiepllchen enp6enk. 

Und vuorl' in heiinllch[enj an stn gemach; 
nd h(er(e]t, wie der münch sprach: 
iilcb härL' hinl' über dich klagen, 
da5 dA ein rini hcteat geslagen, 

IS Da3 03 ein kalp verwÜrTe: 

mich dünkt, wie ich ouch wol bedürfe 
Sulher siege von dlncr hant: 
wan mir is[ leider wo! bekant, 
Daj ich (ein) lebendes kint trage; 

20 nA lürhr ich, ob ich'3 ic man sage, 
Das ich (gar) werd(e) geschant.« 
der Witwen sud sprach iä ze hant : * 
»Wo, wdfon ist iu bomen dajT 
nd dunket mich der prior ze laj, 

25 So ist der apt gar le alt: 

wer hAt da5 wunder an iu geslalt? 

lUt 63 der keiner getjin, 

so ist er ein vrevelltcher man.« 

Der mUnch sprach: »wnrilch, nein er. 

30 der mUnch[e] ist keiner 
Schuldig an mtnem llbe: 
ich Irag' C3 von einem wlbe. 
Mit der hhi ich mtnne getriben, 
d33 mir daj kint ist beliben.« 

' II» filifdi. 4 Zril— fmiirri di. mnitt UtmdKtrlfi : 
Wlvon iil dij bekamen, 
daj iu (In bim <■! lae lieBocnenT 
Nä dunkel «ilcb der priol Inj, 
■6 mag der ipl borrii baj; 
Wer hll dit wunder an Iu geilallT 




335 Kt (pnch aber (Ir- witwen son: 
~i>1mik, idi wil gerne tnon 

Alles. d>s in liep ist: 

idocb w^k liut« genüt, 

Die tr kint (nihl) raugeu gelngen 
40 ToUc ilt K ircD tagca« 

Der mBncfi sprach: sich wit e3 wlgen. 

sA Uj dkfa's nihl bctrlgea: 

Sadi mich s<re, des ist mir n6l, 

DÜit gedenke an mtnen Ut; 
45 Ich lergib' liuterllchen dir, 

srnj dA fOnden begAit an mir. 

Das '^ ^'^ >labeni gewii it, 

ich gitr dir gtioter pfiinde drt.a 

Der «itwen siin was des geraeit, 
50 niht leider er dö beit', ■ 

[Er sprach:] »das bfAt das bt dem kidsler III, 

Darin kumt mo^en te prtroezU, 

So wil ich iu helfen, ob ich mak, 

i daj werde milter tak.a 
55 [Der mQnch sprach:] »ich wil volgen dinem rll.* 

kun ouch du niht le spdLo 

Der witwea lun was ein schalk, 

er niacht(e] Af des mOnches balk 

Dri knaiel eichin, 
60 die bräht' er mit im darin. 

Der mflnch was ttuo komen dar: 

da er des knehtes wart gewar, 

Er gab im drin pfunt unde sprach: 

uunverdrossenOtchen) slach, * 



>tr mttDch ipncta: ilch Talg' dir drlt.« 
hm ImMln n Wn- trim Humitcliiip : 
M er dw kmbics w«rl g«irir. 
lA gab er im dit lilber dir . 




X\1V. V» fi^o*"!'" JMgHd). 

365 Du sott mto niht schAnen, 
icli wil dirl'snoch) ba3 löoeti.« 
Dar/uo sprach der witwen sun: 
iiir sult abiu die kappen iDon.« 
Da3 «ras vil schiere geUn, 

70 ira belcip niht dan ein rok an : 
Er warf in nider. ah «in rint. 
und sluog in, [und] waren siben kint 
In slnem llbe gewesen, 
ir w«r(e) keines geneseo; 

7S Alle sine knocfaen 
wurden im zebrochen * 
Und(cr] mangen heften ilak. 
dd bt in einer (vurhcn) tak 
[Lag] mit vorbten ein junger hase, 

80 der was bcdekket mit dem grase. 
Der forste sich niht geregeu 
10 r den enge stilchen siegen: 
Du der dritte knUtel brach , 
der mÜDch den hasen loufeuaach, 

8S Er sprach: »U die siege stn, 

ich wil [loufen] nach dem kindc min. 
Ow6, möht' ich 03 gevAn, 
ich wold' «3 einer ammen län. 
Das si 63 cmerte.« 

90 der hase gegen walde karte: 
Der münch sach im alles »ich, 
vil ismerltchen er dd sprach: 
»Owö, min *il liebes ^in\, 
wie snel dir diu bein sint! 

95 Das muös ich immer klagen: 

da soldest [eines] vUrsten brief tragen , 
Wan in einer kurzen wtl' 
liefest dd manik mtl', 

Hii torhiiD WM >ia Uiiaw bw' 
varboifcn In dem fr». 




Oder soldeit worden sin ein koch. 
4O0 wan dil trcist die lafTet nocb 

Bereit, als ein inder mm. 

der wol iV^sen micben kan.« 
NA pruent «n dem tAren : 

er meint' des hi*en Aren, 
5 Diu er tf gerekket skIi. 

gegen walde wart dem mUncbe g»rh . 

Er woll' daj leil nihi lengcr doln. 

er wolt(e) sId kint wider holn. 

Er lief, als ein tobender liunt. 
10 itn bene «inog er ittienlstunl. 

Sin heode er iKmerltchen want: 

sin kinl er do{cb) niht cnranl: 

Von leide rou(t' er 1^5 sin hdr. 
Des wart ein aller münch gewar. 
15 Der kam [ron] unwi33en(d') dar gerileii. 

er sprach: »waj meiuie)! ir hiemitenV 

Oder wes b( diu schulde. 

das ir ^^'P' ^<* P^5' undulde? 

Oder meint cj unsers herren 10m ?« * 
30 er sprach: ><mtn kint hab' ieb veriorn. 

Da3 ich selbe bah' geiragen: 

d»3 muo3 ich von schulden Magen. n 

Der Titende raUnch mit zorne sprach: 

uCiOt weis wdl. da3 ich nie gesar.b 
25 UUnch kint mit gelragen: 

icb wil e5 dem apt(e] sagen. 

Dariuo der samenunge.« 

des anlwurt' im der jnnge: * 



Des ■■litiin' im ilfr Jungr 
•41] mir nä fKlungr , 
Dl] mir min klat atirdr. 
*t wer' kt Im bardr 




\XIV. 9n fdfW€M§nt AUmk- 

»leb eDruecht«, wer «5 weite, 
430 der baraest' oder der beste, 

HeC ich wan intB«lii>>t wider, 

hie llt mla vrüude g*r der nider.« ' 

Er gab im einen kolben >Uk, 

da5 er vor im nider Uk. 
35 [Er sprach:] »ir ilt aniinnik worden 

und schendet uru den orden 

Und alle die diiiiDe sioLo 

er sprach: übet' kh mtn Idnt 

Noch t' ci(nem)iDU geteben, 
40 jchn' mochte, waj mir [noch] nöht' gcKbtn.x 

uln nomine!« sprach der aide 

»daj ir in disem walde 

Ein bint woldet vioden.« 

er bef unde im sirc binden 
tS Die hende, als einem diebe; 

er sprach: »sint tu 14 liebe 

[st le rremden kinden, 

ir sUtt e3 wol erfinden, 

Wie mir darumbe itl ae muote.a 
SO vi] laiiel er ib ruote, 

Er tluuft in mit der kiule 

vil manik grAse Mule. 

Wa3 der alle mOnch gereit, 

der junge alles neben im schreit. 
5S Gebunden an ei[ne]m sttikke; 

vil hei3(e) weint' er dikke, 

Stn[e]s kindes er gedAht(e). 

do er in in das kloiler brlbl(e). 

Die müncfac nämen stn atpe] war, 
60 unt kirnen mit der menige dar. 
D6 in der apt an gesach, 

vil tougenitchen er dö sprach : 



Vbft htm AriHfan. 67 

nSag* an« Ikbe, wie ist dir gocfa^nt« 

er sprach: »hef ir mtii kint gesehen, 
465 ^5 muest in wol behagen; 

ich kan in niht m^r gesagen« 

Wan, möht' ich e5 erloufen, 

ich wolt' 9$ Ujen lonfen. 

Und i^iM' iuch le getatem biten, 
70 fod den prior d&miten, 

Daiuo den kclncre.«' 

den mfinchen disin mcre 

Wanderltch(e} dühlen; 

den rok si im üf Idhten, 
TS D6 si die siege akkaa^ 

mit alle si da jihen« 

Da^ er w»re behaft 

von der b<£sen geist(e) kraft 

Der apt hies dd suochen 

80 den salter mit andern boocben. 

Und hie5 beswem den bocsen geist 

mit aller slner volleist, 

Da3 der mttnch erlöst würde 

von slner swsren bürde. 
85 Des aptes gebot si [dd] t4ten, 

über den münch si [d6] traten. 

Guote Segen si [dö] lisea 

der münch begnnde risen. 

In disem grÖ5en leide 
90 [sprach der münch :] »min kint ist noch heide(n) ; * 

Hef e5 enpfongen die Knstenheit, 

so w«i^ lergangen min leit« 

Der apt sprach: nnü. beeret, 

wie ans der tiovel Unret! 
95 Slniu wort sint [96] spche. 

da5 bannen ist im smaehe. 

Er kan bceser liste genuok.« 

den wlh brunnen man dar tniok . 



er sprach: »er ist iMcb ein beid« 




XXIV. Vir fi^an«m JKSnd), 

Und b«guad' in mit >preii)teD, 
500 mil der alol' umb hengea. 

Swa3 si im tät«D, 

» drölcn odt^r Uten, 

Da3 was alles «<» wint;. 

er sprnch: uhel' Ich min liebcj kinl. 
tt Da5 ich wol iwelf wochen truok, 

sä faeC ich aller vrüuden genaob.« 
Dö wart den müncben ailci) soni . 

si hetcn alle des geswoni, 

Uaj er unsianik wnrc. 
10 in einen karkxre 

Saiten si in mit grimvHT. 

d4 was der arme inne ' , 

Vicrichcn Ug" unde tobt, 

das im e55ens niht wart bribl. 
IB Wan Itel wnjser unde br4t 

xt allen lUtn bat er Gol. 

Da3 er sin kint dar sanle. 

das <!3 Krisle n nam(eii] erbaute. 

An dem vunf lebenden tage 

20 der münch beguode dem apt sagen 

In siner blhle rebte 

von der minnc und von dem knehte 

Und von der trrouwen, diu in dA Rbiok. 

fon der er dag kint tmok, 
tS Und wie er under ir lak, 

d& ai der minnc mit im pflak. 

Und sagt' von ende, wie «3 gescbacb. 

da sprach der apt: »din ungemach 

Sol biute (hie ein) ende nemeni 
:iO dd darTt dich Dimmer(md) scbemen 

Vor mir, noch vor dem prtAre. 

du soll g£ti le kAre. 



tu w«« rr ilfnrtwn Mhi 




Via itm 3aiiigiiu(i. 

L'nt sull singeo unde lesen. 
ODde soll ein guot kiat weseii. 
535 Alt da gewonbeit vur tet; 

und hab' mich in dlnem gebet! 
Dln sttnde siiil dir vergeben: 
nd wirb umb d>5 ^wige leben.« 
' Hie endet sich dii mcre: 
Vt da3 macht' der Zwinge ( u)w are . 
L'nd bat geseit des münches nül. 
ud biten wir dev selben Got. 
Daj er uns an dem iüngslen lagii-' 
sin bimelrlch(e) niht versag(e). 




i 



I 




XXV. 

IPit 1lad)ttfl(iU. 




Blaa M(l. IB ciBCB du Ufa tim Killtr auf ciDHi hoben feilen 
HiuM. der hatle reiche* Gut und eine TothteT. lein einiigM liiDil und 
•eil uBd biFil dH icbenfM Fr«ule<D. Dt sah in der NHbbinebirt ein 
■■drei reicher Killer, der bille einen Kbdnen Sohn, «ucfa wln einiige> 
Ei^d, den er wriHltit er»g, bii er «einea Sinn nnf Hinnt richlele. 
Dir beiden Junfen waren iwinilg Jafare ■il. und derJQngling warb mil 
■Itligei Liebe un die UunM der Sefatincn, die ihn aurh lieber halle, ds 
alles Silber und Uold. Sie war *ber in ibrem Hause «o oenperrl. dafi 
beide nirhi lu einander kommen koonlen. 

laumen und Blumen dieLun befier und fulttt Kar all andvR<>u. und 
!■ orirhrn ein enget Thürlein «ui dem Hause nihru. Urinnrn slan.l 
(■■ hohe* laubigti Sommerhaui, in »elchem gespeivl »urde. Nu« 
Mndle in Kraulein ihrem tielieblen einen Bolen, dali er .>aebls heitu- 
lieb in den Baumgarten käme, no tie ihn etwarle. Kr saulr mit Freu- 
du lu. und sie Irgie tich ru Belle und klagie lehr Uljer Weh an. 
BauFIe. Henen und illenlhatben. Her Velei rieih lu einer guten Sa Uie. 
die Toebler «uile aber ein befteres Hillel: wenn sie die >ai-hl auf der 
Ijube sehliele, «o die Lnfl so itenbriig tei. und ibr yiellrieht SBch 
(in Vo^lein to nahe klme. dafs sie ei tieage und sieb erfreue. Dir 
■niieT lirr« M^leich ein fiiiche« Belle tat der Laube bereiten, und 
dem tieiinde «urde alles üeräuich teilMIM, am dai liebe Kind njehi 
in ■ecken, die sieh beim Schlafengehen wich ein U|as gulrn Wein- 
iDf das Belle Hellen liefs. Hie Huller iperrlc die Ihürr lu . und liel> 
lai Tochlerlein allein. In der üachl schlich der Juniiberr hrrbei. slir^ 
an einem Sehafl in den Carlen . und kam in das Luslhaiis lu der 
Jungfrau, die ihn lieblich «mpBng , und mil ihn bald im iübvn Minne- 
ipill nichi auf den Vagelgcsang icblele. to dth der Morgen der lu 
kunen >achl (ie noch darin fand. Sie lerMlilicfen dann ab<-r licid'- 
*e Zeil, so daf) die Sonne »ie überschien. 

Die Mutier «ar besorgt dariilicr. und der Vater «land aul. ging hm. 
md sab durch ein kleines Fensler in das liemuih in Tuehlerleini : da 
lagen die Uelieblen. obno Uewand und Decke, die hinabgriunken >ar 
mnif in einander geschmiegt. Der ^aler tjiiii; leise luiuck . und lei- 
kündele dei Huiler. «ie das Tochlerlein «irklich einen Vogel grfnngiii 
nnl ibB fett beim Kraben balle. Hie Mutu-i nahm e« Idt S|hiIi^ der 
Vater beschrieb ihr aber die Pracht des Thicrrs ^ und >ie. das (liglriit 
beklagend, Iral selber an das Fentlerlein. Bei dem Anblicke tcblug sie 
die Hlnda lusamnen, lerrauf Igjiicb . und erhub ein Wehgescbrei. 




DiTon crwiehU der IUag]la|, etMfarit, ui 

SoDDCDidieln lic beid« UtMrriKbl btbt. 

herein, und frcule lieh, dafi dia Tochler 

und geneicn k>, rieth ihi ibtr ei ntchl tn 

liBg bil um »In Leben, und der Vtlir vetiicherui ei Ihm , «sna et 

die Uemlnoeie lum Weibe nehme. Er wir gerne bereit d»u , und lon 

beiden Aeliem wnrdaa die Üeüeban einander lur Ehe gegeben, und 

reichlich lutgeitiUM, M dif) «ia in Freuden und Ehren lebien. 



d wehkiigte. def* der bell« 
■ Inl der Viter lur ThDrt 
du VOglein geringen bÜM 
rinnen lu Janen. Der JUng- 




XXV. 

Diu nahtigal. 



Swi3 elD iqtelicti hubüch niao 

iTenlinre weij oder kao. 

Von gemeinchea dingCD ,^ 

die 3ol er Tür bringen; 
$ Wan geTellet «5 einem nibi, 

ist «3 seltsene gescbiht. 

So behaget li dem andern wol; 

dj Ton man des nibt faeln sol. 

DiTOn kan ich nibt geUjen da^. 
10 ich muoj iu Mgen ctwaj; 

Uan saget, ej war' gcHjsen 

CID ritter, wol TennesJen, 

Uf einem göu«(e] hiefor. 

der bei ein hüs, da5 stuont enbur. 
15 Da5 was erbAweu *cste, 

darinne was kein gebresle. 

Er was des guotes ein rlcher man. 

und hele ein tohter wol getan. 

Und hele ouch niht rniv Linde. 
20 als ich ej bie bevinde, 

Schtsn' und wol gestall was ir llp, 

das man weder magt, noch wip 

In der gegene, noch über lant, 

sä scbiBoes niergent niht eniant. 




X\V. Vit 1la4li«alt. 

■i> Und was (läbl gesejjen 

ein ritUr, gar verntej^eu'. 

Des guoles oucb gar rtchi^ 

der sa3 gar weidellcbe; 

Einen scboenen sun hete Jer. 
30 unde uuch kindei niht mit. 

Den idch er [schTln bi^] an div stundi^. 

daj der sud trabten begundc 

Und war le nemenp umb ein wl|): 

er bete einen «chcenen llp, 
:i5 Er was hübiscb undc Iduak 

unde dariuo fiatig gnuak; 

Er was uuch. als man im lall'. 

niht mit den zweinzig }it all. 

Sus wären si beide siubcrllch. 
40 ouch vlci3 der junkberre sich 

Umb^cr junkvruuwcn miaue; 

wie er des [soliej beginne. 

Daran wante cr,slnen muut, 

als noch vil mauger llbte tuot, 
tS Der da vindet, daj im behaget. 

aljiü warb er umb die maget 

Hit vllje ze aller stundet 

wen(ne] si im dei gunde, 

Unde ej ime luoge moblc gciln. 
30 si was oucb, daj megcttn. 

Dem knabcn worden elsd holt, 

da3 si weder silber, noch golt 

DA vUr (nicmer) bete gcnomen, 

swü si luo im m(>htc komen. 
'■& Üttch was diu maget s6 verspan 

unde in irs vaterg bils bewarl, 

Da3 weder bl lag, noch bt naht. 

kein mensche tuo ir kumen mahl*. 

Weder darü^, auch dariti; 
irO da3 was der xweier uagewin. 

Vor dem büse ein boum garte lak 

ilariimb gieng ein veslea bik, 




XXV. 9u «•«tiMl. 

Di mit er bevridet was: 

beide, bluomeu unde gnu 
fö lfm dariolDc) ste(be)n »eh. 

die helen ein vil rlcbcj dach 

VoD TU edelen boomen breit. 

die minn schcBD' und wol bekleJL 

Onch bete der ritler vil trdt 
70 manip wune unde krikt. 

Diu er darinnen bet erlogen; 

man sagt Ttlr wir und ungelogen. 

Da} der lufl be^er da 

und suejer wnre, denne anders wi). 
T3 Von dem hAse gicng darin 

ein vil engej tflriln. 

>ii häte der wirl onch da vur 

frebili«r^l ein louben buch enbor. 

Diu was gcmacfaci umbc da,;. 
80 daj der «in darinnc saj. 

In dem sumcr. wen er a^: 

in dAbC. in beLiem' diu sptsc des baj. 
Eines tages diu magel Dum 

oin[en! boten, der dariuo get.im. 
Sä Den santc si siiehanl. 

di man den junkhcrrcn vanl. 

l'nd hiej im sagen mcre. 

i]a3 er des nahtes wsere 

Aller dinge bereite L dar. 
90 und verholn[e) kxme dar 

In den boum garten. 

dd wolte s) sin warten. 

Ob si ej mit getuegen dingen 

[iemer] dariuo mühte bringen. 
95 So wolle si leisten sin pebet, 

der knabe e^ «illekllchen tet. 

Als er die botschafl vernam. 

diu Ton der junk irouwen kam. 

Er wart (des) von henen vrö, 
100 slner junkfrouwen danket' er dA. 




XXV. Vit «•4tiBti. 

Dag im s6 liebe toll« gcich«bcn, 
das *^ ■■ ^^ lolle arten. 

DA ir daj wart wider (ge)Mit, 
an ein bette li lieh leif 
106 Und begunde sich atre klagen; 
da3 künde si nibt vertragen. 
Ir muoter, all si daj vemam, 
le hant si ino der tobler kam , 
Und sprach: »sage mir, lohteritn. 

10 waj mag dir geschehen stnT 
Oder wi llt din ungemach? 
diu tohter luo ir muoter sprach;- 
»In dem boupt, und waj mir ist, 
da3 »wachet iiie an dirre vritL« 

tS Und dd dij der raler vemam, 
balde er luo in beiden kam, 
Zuo der tohter er d6 sprach: 
uwä ist dIn meistes ungemacbTa — 
»Umb das berae nnde allenthalben.« 

20 er spradi; »mit einer gnoten salben 
Sol man dich bestrichen, 
sA muoj von dir entwichen 
Oln leit und dtn ungemach.« 
diu junkvroawe bin wider sprach: 

äs »Valer, ich bin vnnden einen list, 
der mir benamen guot ist, 
Und der mir wol mag getrumen, 
sol mir ihtes le staten kumen. 
Ob 63 [l)lhl alsA geschibt.« 

301 er sprach: nkint, des bil mir nibt, 
Des {en)wirt dir niht teraigea.a 
si spradi: sbenameu, dl wil ich ligen 
Uf der louben, diu dl vor aMt; 
wau von dem lüde der dl gil, 

3S Von dem snakke der hriuter gDOt» 
llblert mir mtn swsrer maot, 
und ran dem boom garten; 
ich wotte ]oeh gerne warten. 




XV/. 9U «a^liial. 

Ob mir ein vogtl \atme nihen, 
ItO di3 ich iD möhle gevibeu. 

[wui] sA bete mla wrge ein eode.« - 
aGot dir dea scbiere lende'H 
^mch ir mnoter di MhauL 
sctuBD and rösches betgewant 

45 Hies mu dar berehcD, 
nun wolt' Diht lenger beiUD, 
Essen nnt biaken mn dar Iniok, 
dlfeni mao xebaat gewuok, 
Oncb TerbAt man den ichal 

50 den bAigesinden flberal, 

Das man dag lunt iht scfarekkele. 
oder A3 dem sllfe erweldiele. 
E das ^3 »abt wurde gar, 
dd kam ir muoter wider dar, 

55 und sprach, ob si iht wolle. 
51 sprach: uiQuoter, ich solle 
Ein glai mit guolem wine hin, 
das sol vor minem bette stän. 
Das i<^ mich mit gelabe, 

60 ob ich mkb bas gehabe.« 

Der wtn Til achtere braht wart, 
diu mnoter die tür nach ir terspart'. 
liod lies ^'' lohter eine da; 
fwan] ir was di baj. den anders wi. 

65 Ab balde dA der tag entweich, 
der junkherre [balde] ino ir sIeich. 
Wan er vil grdsler) viioge pllak, 
mit listen kam er durch den hak. 
EiDe(D] schaß er luo im nam, 

70 bis '' i>> d'i> boum garten kam , 
Daran ste^ er darin tehant, 
da er die junkTrouwen vant, 
liepllch ti sich enpfiengen. 
an das '>e'te si [beide] gicngen. 

75 Unt triben dl der minnen spil. 
si beten kurMwIle tiI, 




XXV. Vir 1l>4tiBik. 

Si ahtrii niht der *(^el gesank, 

diu naht diihte si nihi tt Innk. 

ünde als ich vornomen hin, 
ISO di> der tag wolte äf gdn. 

Si beten sich gesmaUet 

zcsamrn linde gcdrükket 

Mit wtjeii armen, diu troawe sprach; 
' »lieber mir nie mi gpschacb. 
85 Wan daj ich dich flisügen man ', 

htnahl nach mlnem wliren h^n.'c > 

Duch TcrslieFen si gemein, 

tii,^ st diu sunne über schein. 
Der mnoter ifrarl (dil) luo ir gAch. 
!H) ZV irem mctsler si M sprach; 

»Mir ist tlbrl (vil) geschehen, 

da3 ich das '■'"t D'^' '<''> besehen. 

Ob uns Ciot die snide glt, 

da5 si noch lebendig Itl.« 
95 Er sprach: »ir sOlet hie besten, 

ich wil selber dar gdn.« 

lind leil' er an stn gewaiit, 

er stuonl it( und« gienk tcbani 

An ein (engcj) »ettsler spehen, 
'JOO da wolt' er stn tohter sehen, 

Ob si, nach ir iwtere, 

[iht] in [ein] rnowe komen «aere: 

1)6 sach er an dem Vensleriln, 

das d^ knabe nnd diu tohter sin 
:> Bl einander Iflgen 

nnd schirricr ruowe pflfigen: 

Als<') sluond er und sach 9i tm: 

da vhTfa si gar wolgetdn. 

Der i\it hete si beffriffcn, 
10 und was ab in geililTen 

I).13 dekkc lachen undc ir gewRnt. 

si hete den sineq in der hanl. 

Der stuond in aller slner brafl. 

und ragelc vaste als ein schaff. 




XXV. Vir Ib^tita. 

äl5 Er s(uond ir rlllcher nir. ■ 

der rilter 66 TcnnHl dir lür. 

Wui er si also sUfen lid 

IC slnem bette er wider gie. 

Er vpracb; nnl liebe «rouwe. 
jO dA stand M, undc scbouwe. 

E3 ist diner tobter wo) ci^tngeii. 

s\ hit den «ogel geTiiigen, 

.U5 di li Dcblen bdrtett sagen, 

si hit in begriffen bl dem kragen.n 
äs ä spracb: Mj ist Itht dtn spoLa — 

»netD ej, Tronwe, lammer Gol. 

Wol il mir des geloubcl, 

er brinnel nmb stn bonbel. 

Da5 er nibl schcencr mublc gesln." 
30 »ow£ daj (arme) YügelUn!« 

Sprach si eich «il ouch dar gdii 

unde wlrheit schouwen sän.n 

Si gie luo tkm vcDSlerlln, 

di der koabe und daj megctln 
35 Bl einander lägen, 

und hübischer niowc pflegen. 

Als balde diu muoter C3 gesach. 

lebanl si roufet' sieb und sprach: 

»Da3 micb min muoter ie getruok:» 
40 die heude si rasl le samcn sluob. 

Der knabe erwachle und hört' den schal. 

und dö diu sunnc schein Überal. 

Er sprach: uw^fen, herre. wäfenl 

wir haben te lange geslifen 
t3 Beide an discm belle hie.» 

der rilter luo der lür in gie. 

Und sprach luu dem megetln: 

»lohler, tUstu da3 vogcllln^ 

Bislu genesen, daj ist guoi: 
30 din täheu gli uns swsren miiui. 




XXV. »if 1M4ttg«ll. 

NA «arte des vogels mit sinne, 
dij er dir ibl entrinne.« 
Der knabe sprach: »lieber herre, 
ds3 mir zc dem llbe iht werre>» , 

25S [Er sprach;] »iii wirret niht le dem Ithe, 
bchabt ir si le [einem] wtbe, 
Sil ir ir sll gelegen bt, 
sü wartet, das iu cm(e|st at.« 
Er sprach; »ich wil si gerne bituu 
60 alsi^ wart er ir (man, 

Ir bädcr vetcr glben in guot, 

si gewunnen gnuog, und höhen muot, 

Des bejaglen si pris und in. 

der nahtigal [rede] ist niht mere. 



XXVI. 



Svantnix^ 



I 



rt/.f 



rlioimV M 



i 



EiB ScbOler, lagettdlteh gemuth, mied schnöde GeseUschafl , redete 
sie Abel TOB Fnneo, oad widenpnch solcher Rede: e« gebe tausend 
fale gegce eine böse; alle Meaichen seieo Fraoenkind, und wer Fraaea 
ehre uad Gott Hebe, dessen Ende werde gut; Gotl schuf sie, wie die 
Engel in Hinund, so lo Engeln .der Erde. INeser JQngling Terlieble 
sich stctblich in eine Obenos schöne Frau , die aber so spöttisch und 
<• hoch TOB Gebart war, daft er sie nicht aniureden wagte, und hin 
■Bd her sann; endlich Tcrtraule er seiner Bestindigkeit und grQfste sie 
eines Koiseas mit lieblichen Worten. Sie sprach höhnisch : »ich spüre, 
hier fuhr gestern anch einer Torbei.« Den andern Tag, als er den Hat 
lOg und gnifste, sagte sie: »mefst uns sieben Füfse, das sind drei und 
\ier, die anderen kommen nach.« Ebenso am dritten Ta(;e: rsie kom- 
men nimmer ber.^ Als er fragte : »wer?« sagte sie : »die wilden Heiden.«« 
Zum viertenmalc kehrte sie sich verächtlich um zu ihrer Dirne und 
hiefs sie ihm danken; sie habe Kopfweh. Abermals wünschte sie 
Gotl möge es ihm nimmer danken , dafs er so gröfssam sei : so könne 
er es lange treiben. Ihm war wohl mit diesem Gezanke, und er er- 
wicderte. wer den Vogel fangen wolle, müfse ihm viele Stricke span- 
nen. Leber diese Worte ward sie daheim so nachdenklich, dafs sie 
ihren Fürwiu nicht bezwingen konnte , sondern ihre Dirne nach dem 
Schüler sandte. Er kam toU Freuden , und auf ihre Frage bedeutete 
rr sie, dafs er mit allen Sinnen sie in der Minne Stricke zu verwirren 
trachte, weil sein Den fast zerspringe vor unsäglicher Liebe. Sie ver- 
höhnte ihn: wenn dem Esel zu wohl sei , gehe er aufs Eis; bchiHei|;en 
hätte ihm vielleicht eher ihre Huld gewonnen; der zu früh aus dem 
Neste fliegende Vogel werde ein Kinderspiel: er rede wie ein Kind 
Er erklärte sich auch für ein Kind, rede ebenso die Wahrheit und be- 
harre kindlich in seinem Verlangen. Sie warnte ihn darauf vor der 
Ruthe: er aber wollte gern alles Weh von ihr leiden, weil er so sehr 
»e liebe, dafs ihr in jener Well seine Seele leibeigen sein «olle, wie 
hier der Leib. Sie erwiederte, der Dorn steche, wie schöne Rosen er 
trage, und die Galle bleibe bitter, wie viel Honig man darauf streiche: 
er belheuerte dagegen seine herzliche Liebe , und tlehlc um Erwledening. 
Sie achtete sein Wort so gering, als eine Beere; erinnerte, dafs er ihr 
State Nachstellung gedroht, und bot ihm eben so stäte tiegenwchr. 
Er erklärte, er ringe nur nach ihrer Huld. Sie nannte ihn einen klugen 
Fuchs, rühmte sich aber auch der Schule, sie habe der Minne Buch 
i:elesen, und sei längst gewesen, wo er hin wolle; er sei ein Thor, 
and wähne, sie auch zu beihören: sie wolle nichts mehr hören. Kr 
achte, dafs sie sein Herz, das sie mit der Minne Pfeil verwundet, durch 




ibr«ii Ratenmund hellt. Sie lioUM Mioca lawn Heden, und vnin « 
aoeh lirim«! n itbim wlre. Er «Olli« gern icbveigeD, nenn er nur 
einmal tit kUiim dUrfk. Sie habnie: ehe >le Ihm «In Leid gnchehan 
llefie. lieber lief» lia Ibn lUupen und Kbeeten , und dnihle . Ihm ein 
Bad lu bereuen, und e> Ihrem Manne lu (igen. Er ergab eich gintlicb 
ibrem Willen, und wenn ihm da> Heri nicht brerhe, «erde er aleh 

All de ihn lo benlleb und ilandban iib, gereule et ile, itü n 
um *le iterbn lollle, und hlafa Ihn geben, beiror Ihr Mann kUne. Er 
woUm nicbl ohne Troil ale •nJarMn: «1> rerhleft ihn, alcfe nlt Ihran 
Uenen lu beralben, and ibn bald Xnnie lU geben: da fing er trftk- 
lleh von ibr. In demjaUien Augenblicke kam auch der Kaen. 

Die Flau braprach ilth nun mll IbnmHeneo. und dletra Tirth ibr, 
dem Werbenden lu gawlbren, um idn •ebnenllebei Leid und lelne 
henllche Liebe, Auf den Einvand der Ehre antvoitete dai Herr: na 
die Liebe lolle mau Leib, tiut und Ehre Tagen: die Lieb« gebot G«U 
■eiber: fle In aUrlier al* der Tod. Endlich in Betreff dea SbeBaunen 
rieih dai Hen, alle Schuld eben nur dem Herten tu geban, daa bb- 
aldrnlebllcb aei. So [olgM die Fnu Ihrem Henen, und bal nur um 
Uebeimhallung , die da* Heu rarhleri, wafDr dl« Fnn aelue Wunden 
■uu Veuua Pfeile lu faeilen leriprarii, 

Sic Mndle nun nach den Schaler, umatnie Ibn, und ergab aleli 
ibn gani lu Willen: nach herillcbrn KOiaen gingen lie In die Kammer; 
und ■» ale darin Ihaleo , daton rill der Dichter nur lagen, dalk et 
ihm telber lieber wlie, denn Ituiend Pfund finldea, Ali der Schaler 
wieder heraniglng. erbllekle ihn der EbemanOi der gerade beim kam. 
Dleier befragte die Fnu deihalb, und il« machte Ifamireiri. derSchUler 
habe ihr drinnen einen Brief gegen d» labnweh getchrleben: wie er 
noch Bfler Ifaun mlirae. «eil e< io gut «Irite, Bin andermal tah ibn 
der Mann nieder ani der Kammer kommen, und meinte, er ichrlebe 
eine Üble Bchriri: ile gab tor, er habe ibr den lluMen geheilt, *M 
heimlicb getefaehen mtirte. Der Mann lief) ei gut a«in . gab aber fortan 
•(filrfer Acht; und all er abermali den Schaler tou lelnem Weib« 
kommen iah , wollte er Im Zomo ile IBdten. Sie entaebiildlgte lieli, 
und da er lieh «ul den Aogenieheln berief, wodureb er wifte und nlctat 
glaube, rabne ile Ihn Über einen nab« liebenden WaAennber, «oria 
er tie und atch enab, da hieh ale ibn hinelngnifen , alcb lon der 
" , und Iffle- Ibn waill, dar* er 




xxvt 

Vronwen list 



IH elt jr h<eren eia hübsche^ nuer' 

von eiDem slolien scfauolKr*: 

Der hil'. als ich ferrihtel bin, 

darnach gewendet stnen sin, 
5 Da5 er reiner tagende wielt, 

die er in stn hene fielt, 

Das im 1)5 staem munde 

nie le keiner stunde 

Enlran ein unbesnilenj wort. 
10 er het' sich Un ic t6de crmorl. 

E er Lein uniuht het' gestifl. 

vor vröudcn reht als ein vergift. 

MAcb er sntede gcsellcscbafl; 

wan er vorht(e), das c" behalt' 
13 Und sich verwurre in bffsen silcn, 

da3 er mit Untugenden wurd' vcrsniten. 

Wan mit den guoteu wirt man gU4t. 

und bffise bl dem, der baulich tuot. 

Swd man vrouwrn fibel sprach, 
20 d«3 was sln[cjs herxen uDgemacb, 




XXVI. icaucnlill. 

D>3 wider Tel' er immer. 

und sprach; »mao sol nimmer 
- Vrouwen übel sprechen. 

mla hcrie müht' e Ijrecheu. 
29 Swen ich h(Er[e] solbe luese. 

ist ir eioiu bccse. 

SA sint tüsenl oder mit, 

den niht sd tiep ist, als ir tr'. 

Die niht durch aller «erlüe guui 
90 weiden velscheo iren ronol 

Und ir hene reine; 

der vindet man niht eine. 

Swer den vrouwen Übel spridil . 

mit dem hin ich keine plliht; 
35 E3 ist ein schänden wcrnder sit'. 

er unürl sich selbe damit, 

Wan wir sin alle vrouwen kint. 

tump stnes herzen sinne sint. 

Ir sult da5 (wijsen) sunder ipo^, 
40 swer vrcuwcn ör[e]t und roinnel tiut, 

D113 sin ende wir(dc)l guut: 

ülirl im gcschihl, swer des niht tuul. 

Wir sul[le]n die vrouwen 4ren, 

und ir lob niht vcrsären: 

45 Wanide) Got mit sinem worl 

' (im) bcschuof die engel dort: 

8olch[e] geiiddc er an uns begie, 

das er si ga|) vür engel hie.« — 

Mit lUhten er sich lAfle: 
SO selben er sich sträric. 

Swcn stn hene in vallc ncik 

gegen Untugenden . dl wider Irt'ik 

Stil sloiien muoi cii vollen. 

sin hene was uubcwoUen 
35 Mit der uulugcnde schamfcj. 

wand der lugent s4m|e) 

ticwunelt het so *£re 

darinne, da.; inht und erc 




Bluet' 1I5 liDCs henen gnift, 

W dl} was stncr saldcii guft. 
Der selbe stolie schuotier', 
Ton dem gelihtet ist d>3 incr'. 
I>«r was dner VTOUwen holl. 
djl voD (stol bene smencD doli'. 

65 Diu was iiiuii}«! ichaDC. 
and di bl ouch gar hoene, 
Oucb VIS ti m geburt sd hoch, 
das in sire darab lach, 
Daj er slnea benen gir 

70 mit rede nibt tonte iUnden ir. 
»EijJia, diht' er in dem herwD sin 
utürst' ich reden den willen min. 
Sä muest' mir sorge wildco, 
mtn vröiide muesic iwlspilden; 

73 Üb mtn muin)t nü sprichel iht. 
si HH mir als lange niht, 
D^ ich volende min wort: 
sü sprich' icb, min sio[nc} der lilrl , 
leb wei5. si ist s6 tugcnlllch, 

tJU da3 si niht vcrsrnsebet mich; 
Ir Ingent darzuo tvkingefn't sie. 
tuot si mir niht mcr^ das ^' *'*)<^'i >*' 
.\n minen würtem inne wirt. 
daj mir ir llp trüren birt, 

85 l'nd was >>■'■■ bene leides doli 
däfon, da3 ich ir bin sd holt.« 
Da gedihl' er sider her wider: 
»si ist le hoch, und ich le nidor. 
leb hört.ej sagen, da} der viel. 

90 der le buch stigen «il.» 

Er begundr aber her wider heben : ' 
»03 ist gröjer dink geschehen. 
Wan ob da} geschiehci 
swie si mir sl ic wKbe- 




XXVI. /Hunlift. 

95 T>och wil ich dar an nibt «crtagcD. 
ei, liebes herze, wir sullen's w^en.« 
Er dlht' im aber: »leider, 
snisdc sinl min kleider, 
Darumb ai liht veramshet mich, 
lOO (laj ich bin 11111, und ai iit rieb.« 
Wider sich selben er aber aprach: 
»die gedanbe die aint iwach, 
Kwtein' ich in ira herxen echrtn, 
cj diuht' li alle} tcharlach iln. 

S Wie ob si cj iren vriundcn klaget, 
und ouch irem wirte saget, 
S«k mOhl' ich leben unde II p 
verlicscJ) durch daj reine wip. 
^A hin, daj wil ich alles wägen, 

10 wird' ich durch die schiene eralagen, 
Da.5 iai niht ein grAje ndt; 
ich weis doch wol, dag mich der tdt 
Immer mi^r nihl leben Ul; 
daruinb(c) wirt sin vil guot rüL — 

15 Z'wjr.ci dAbl' er »ich wil dar ab Iln, 
e3 mag doch nimmer vür sich gdn; 
Wil ich niht Ton dem willen treten, 
daj mag mich mi^schanden weten. — 
Darumb ich'3 nimmer lljen wil; 

tiO ich hän davon gehöret yl, 

SwarnJIcb der man mit stnte rank, 
dnj im [iedoch) ein teil tw'ank. 
Ob cj im niht allcj werden kan; 
ich wil üf den selben wän 

^ Versuochen min gelükke: 
wie ob min sa:lde vlükke 
Wir(l) von ir trüstei stiaren! 
swaj mir von der (^ehiurcn 
Ocschihl. des hAn ich mich verwegen. 

30 ich muhte s<\ lange swtgens pflegen, 
Daj ich gar verdürbe, 
oder vor leide slürlw: 




XXVI. JnaniUfl. 91 

Vil^ofle ein diok verdirbet, 

das iD*Q >uh^ enwirbct *• 
133 Di TOD ich sin Use niht, 

swa5 halt mir diTon geschiht. 

Entwerf ich wider ir Icinsch' iht nd, 

s^, wa5 sprichet si darxu? 

lUn sin der ist daran verirt; 
40 ich weis wol, das <l>u guote wirt 

Zürnen und mir tragen has. 

Terwiir^ s6 wiBr*^ mir Terre bas, 

DüS ich begraben wKre, 

£ ich ir holde enbrare; 
45 Nein, si ist s6 tugentsam, 

si wirt mir nimmer darumbe gram. 

Soll' si mir triuwe gelden 

mit uiitriuwe und mit scheiden. 

Daran het' ich ?il schiere erspurt, 
50 da5 sie ein boese äder ruort'; 

Das tuon(t) die uAgcslahten; 

son' enwold' ich nimmer ahtcn 

Der liebe, die ich hau getragen 

zuo ir, und wold* ouch nimmer klagen, 
55 Das mir ie w«r(e] worden kunt. 

des trouw' ich dir niht, roter munt! 

Etslichiu sich ein wile vrist 

mit Worten, alles durch (den) list. 

Das si werde inne, 
60 wie des mannes sinne. 

Sin muot und ouch sin herze ste; 

solch triegen^ das ^uot sanfte wc. 

Ob er*s mit triuwen meine. 

ob si der st eine, 
05 Das het' ich schier an ir vemomen, 

wier* ich mit ir ze rede komen: 

Darüf kan ich mich verstan, 

sint ich mich*s mdr genietet hkn, 

' Wry/. Wmitker roii rfcf V»9timeide. Minncs. I., 200 




XXVl. iiincnlifl. 

Vil licbcj h«ne, nA wii vrü. 
170 05 muoj reht(e) weseo sü. 

Ich wil reden, and wil es wägeu. 

solil' ich le Ude wcrdea enlagen.'< 
Er Mcb eines morgens vruo 

Die vrouwen, und sprach ir licpltch zun 
76 »Got grues' iuch. liebe vrouwe mini« - 

udes sul[lc] wir >lle vraellch sin, 

Ich prucT(e) wol AI disem spor 

hie vuor oucb einer gestern vor.n 

Dil was ir antwurt, hönschaCL vol. 
W) dd däht' der schuoler: »es wil wol.» 

Des andern (tages) er niht venneit, 

du er si aach, er was gereil. 

Da,5 er vün dem houpt den huot 

lies vliegen und sprach: »vrouwe guot, 
85 Daj iuch min engel gruesel« — 

Msü mest uns siben vuese. 

Das ■i"l tr' und «iei^e), 

die andern kumen(t) 5chier(c).'r 

Das W3S aber ir aniwurt dö. 
90 des dritten lages kom ej also, 

Das " ■^>B vronwcn aber sach, 

mit atnem gruos er ir luo sprach. 

Das w^ ^'^f vrouwen gar unronr', 

si sprach: nsi bument nimmer hcr.n 
95 »Wcr?a sprach er »vrouwe milde.« 

si sprach: »die beiden wilde.« 

Dar nich kürzlich aber geschach , 

das er >■' >»*' ""l gruose sprach: 

Srnnhllch si sich umbe kilrt' 
200 und sprach ze der dirnen: »liebe, uarl'. 

Wer uns grucse, dem danke äit; 

ich bin ein leJI le krank darzuu. 

Mir. ist in dem houbet wä; 

red' ich den[ne] vil, sin wurde me.« 
ö Ein ander mal ej aber kwani, 

das er sie gruojle in hönsam ' 



XXVI. gxmnlk^ 93 

Des hei si aber iren spot, 
jC und sprach: »dii5 05 io nimmer iiot 

Vergdde, da5 ir so gnie3sam stt; 
210 s6 habt ir'3 vor io lange ilL« 

Mit dem geienke was im wol, 

er sprach: »vroawle), togentvoK 

Swer den vogel vAhen wil, 

der mua3 im (legen) strikke vü, 
15 Das er sich darinne 

▼erwerre and niht entrinne; 

Er darf gnoter sinne wol^ 

der ein solch tier Tihen sol.ct 
Dia wort si in ir hene nam^ 
90 and du si an die herberg* kwaro. 

In die kemenAte 

gicni si ein (vil) drüte, 

Vil vaste si sich darinne 

versl65, im Tlt5, ir sinne 
23 Leget' si darüf, was ^^^^ ^'^^rt 

meinten, diu si het' gehört 

Si torte rehte sam ein kint; 

als [si] vrouwen vürwizz(ik) siiil, 

Ir wart so swinde, und wc darnach. 
30 das si 'uo der dime sprach: 

»Vil liebe mlne, 16se her, 

sende uds nach dem schuoler. 

Der uns grueset so gerne, 

das ><^ ^^^ ^ lerne 
35 Ein dinky das ><^b ie wissen sol: 

des darf ich As der mdse wol.« 

Das ^et dia dirn' mit willen gar, 

si gieng nach im; er kom dar. 

Diu vrouwe hies in wiI[le]komen sin. 
iO er sprach: »Trouwe, was dürft ir roln^ 

Das iuwcr tugend und iuwer zuht 

von iuwcrn gnaden des geruocht. 

Das >f n^<^^ inii* ^^^1 gesant; 
und wser" ich in dem vierden lauU 




XXVI. MwtM% 

245 Ich wolde gerne komen her; 
icb wei3 wol, ej tinl vremdiu b 

D6 sprach diu vrouwe n 
•üuwer wort' der wundert mich, 
Diu sint a& selUnn, dia ir spricht; 

50 di [ha] hin ich sider üf geddht, 
Waj ir damit meinet, 
das '1^ '»i<!l> ^'^ betcheidcLo ' 
Er sprach: »ich weij niht, was ich h.tn 
gereLa diu vronwc wol getAu 

55 Spradi: »ir sagt von einem tier.n 
er sprach: nentfiuweD, daj alt ir. 
Ich lege darAf mlnen tin, 
swä ich in der werlde bin, 
Uil allem vtls ich rioge, 

tiÜ wie ich'3 darzuo bringe, 

Da3 ich iuch in der minne strik 
wurrc, das "^ behab' den siL 
Vrouwe, swen iuch mtn ougrn sehen, 
so mühl[cj mir niht lieber geschto; 

(o Vor liebe spilt das berie min 
in mlnem Itbc sunder pIn, 
E3 Wirt sü ganier vrüudcn vol, 
es weis »''>'• '"><> ^3 geblren lol. 
Es kan nirgen bcllben, 

70 CS wil vor liebo icklieben, 
Gcloubpl mir, das ■(^'> >" sagle] 
die liebe, die ich iuo(x'|iu tragfcj. 
Die mak kein henc durchdenken niht, 
menschlich mu(n]t es niht wol ' spricht; 

75 Des sult ir mich geniejen lin. 
vrouwe, das "^^ 'i v<>l ">■" 
Si sprach: »jl, ist das d>u not? 
der blich Tsrt Über beb' iuch Got,- 
Ir habet errtten, stigct herab.« 

80 soihe utwurl si im in hAwcbaft gap 




XXTL /mnli|L 

uSiot (taj ich ^ iD sagen sol, 
Swenne dem csel iit le wo), 
SA g<t er Unisn Af dis b : 
ir snlt wissen, VKr* er wts', 
S85 Er ^ntg* lieber Terra tod dan. 
dem selben habt ir gllcb gelin, 
D6 ich in gunde, durch mtn luhl, 
se reden; nd habt ir mich Tersnochl: 
Das " suodit, des rinl ir nibi, 

90 imrer rede ist gar enwibL 
Was l^bt ir gewannen dran? 
es ist besser vor geUn; 
Het ir geswigen, wisset das, 
ir het min faulde liht des[ter] bas. 

9ä Der vogel sich iclben Iriugel. 
der Ton dem neste Tliugel 
7.C Tfuo, der wirC der kinde spil; 
d35 seihe ich iu geliehen wil: 
leb bare küI, ir sIt ein kint, 

300 des iuwer wort ouch kinlllch slnt.u — 
ulch bin ein kint, daj ist war. 
darumbe ich kintllch gebär'; 
Diu kint redent m^r die wärheit; 
sw'ariuo ir kintllch sin[ae] si treit. 
5 Darnach sirebent si söre: 
also mitos ich immer mdre, 
Vrouwe, nach iawem hiilden streben, 
die wlle ich einen lak sol leben. 
Swä diu kint gcvallent an, 
tO muellcb man si dar ab kan 

Gerihten mit bilen und mit *li[he]n. 
es muo3 nach irom willen gen: 
Der selben kint ich ein^s bin, 
das nimmer niemen mlnen sin 
lä Ab gcrihte[n} tag, noch nabl, 
esi'n') tum', als ich hän gcdäht.« — 
»Habt ir aber vcraomeu iht. 
wie dem kinde dan geschibt?« 




XXVI. MttmttAii. 

Sprach diu vrouwe volgeUii. 
'^^ »iwen sie niht vnn dem IcricKe üo. 

Man lUhügt sie dar umb oUü, 

beide, mit slei^en und mit dn^. 

Das ^'^ lieber int ptn 

mühten mit gemache iln.n 
=^^ Kt sprach: »liebe vrouwe min, 

SWB3 ich smenen oder plo 

Durch iuwem ^üloa llde, 

darumbe ich niht vermlde. 

Ich trag' iu immer holden muoi. 
'M vrouwe hlr", swic ir mir tuoti 

In dem niuot ich sterben wi), 

ej ist mir ein wusnen apil. 

Ob durch iuwem willen iht 

Ungemaches mir geschihti 
3ü Ze trösl(e] hin ich iuh erkorn. 

ich bin le dienst(c) iu gcborn 

Immer al die wtle ich hän 

von Got daj leben; und «wen ich d«i 

Sterbe, tö aol diu ifile mtn 
M> iu undcr lin mit dicncit sin 

In jener werlt, als [ich] hie den < lip.« 

dö sprach dag wol gemachet wip: 

»Der dnrti vil schoener röscn birt, 

des stechen doch vil si^e swirt; 
45 Od vor sul ich mich huelcn noch. 

diu galle wrs ie bitter duch, 

Swag man boniges dar lU streich: 

iuwcr smieren wirt niht weich.« ' 

Er sprach: »vrouwe tugentrtch, 
ÖO ir sult niht erkennen mich 

VQr einen gllhsenerfe) : 

P3 so! mir sin iinmnrle). , 




XXVL AiumUft. 

Dij ich rede mil dem inimt, 
das <!<■■> berscn sl aDkmii, 
3K5 So enwerd' ich nimmer sorgen >rl, 
ob iht nlschei dlbt al. 
SA liebes U'P virt mir nie kunt, 
liebe gtt As des benen gnint. 
Alles Tilsches koe. 

60 etjl, lueje wolgetine, 

lUn[e]i herun IrOst, mtn keiserin, 
Ilst mieh in inwern balden stn.« 
Si sprach: »ich gib(e] nihl ein ber[e] 
(unb inwer rede; mich wandert sfr[ej. 

Kl l>>3 inch der rede nibt benlt, 
mtn vriuDtschafl' so) iu wesen will, 
leb kan sin nibt *erswtgen: - 
ir sprech[e]t. ir wellet kriegen 
Mit mir. und weit nihi ab(e) län, 

70 iu[we]r wiUe mnese für sich gio: 
Ich kan, des geloubel mir. 
kriegens als(ö) tU, als ir. 
Ich kriege mit iu immerm^, 
und besibe, wes kriek tUt ge.« — 

75 »Als4 sult ir's nibt verstdn.o 
sprach er »vrauwe wolgetin: 
Anden krieges ich nihl pflege 
wider iuch, wan daj ich alle we^e 
Hit fltse dar Dich ringe. 

80 daj mir s6 wot gclioge, 

Da3 iu mtn dien{e]sl wol behage, 
das i'' '"''' Irabten alle tage. 
Vrouwe häre, dag ist der slrtt, 
den wil ich haben le aller ilt.« — 

tfö »Ir sIt ein klut^r luhs, aleioe 
es iuch wider mich helfe kleine. 
ii bin ich oucfa le scfauole gewesen, 
und hau »der Uinneii buochu gelesen; 
Swi ir bin weit, da bin ich vor 

90 gewesen, ir sIt ein rehter lAr'. 




XXVI. ii»niLtft. 

I>»; ir iuch des nemet an, 
daj miicllch mik vUr lich kAii: 
Ir sull iuch der rede m^sen, 
[und] mich sin vürbaj crldjen, 
395 Ich wil sin nimmer hcercn: 

ir wKnt, ir suU mich tirrcn.u — 
"Krin törheit suoch' ich in iu nilit: 
ich wcij wol. daj min herze hiichl 
Von bitterlicher kwäle: 
■Wt mh der minfien strllo 
Habt ir min bcrie (rnlTen : 
diu wunde slM oodi uffen. 
Diu nimmer mak f^chrilen. 
ir(n'] wellet mit mir teüen 
5 iuwern minnenkllchen 11p. 
noch tnnsUi db mich, Metib wlp! 
Wiltu, ich wird(e) wo! gesunt; 
hiir, röten varwer rölcr mnntln -- 
»Ir kutit Idser rrde ftennok: 

10 und wKr[e]l ir vier stund als lluoL, 
Ir verk^rl niht mtnen munt: 
da ton wcset hi'«h ftemuot.n — 
»Vrouwc, ich rede An' valMhen liiil, 
das 'O'r "'"^ <^*3 bene i«t; 

15 Der rede wnjd' ich geiwlgen. 
müht' ich mir daj erkriegcn. 
Da3 ich kusle le einer atunt 
iiiwera rosenroten monL« — 
•iSi. was het' ich an iu ersehen! 

20 £ ich in lies' ^'^ '^* geschAn, 
Ich lies' ■*><^h Tillen unde schent. 
t'wär, weit ir sin niht enbem. 
iu Wirt *on mir ein bat bereit, 
das ■"'^h beriuwet and wirt leit: 

25 Ich wil es mtnem wirte saften. 
iind(e) wil stn niht *erda;Ni.K — 
»VrAuwe, darnmb tuot. iwas ir well: 
min hene sich (vill atn kwell 



. /rtttfKltfl. 99 



Nach iu, da5 ich nihl lange lohf, 
430 ob ich in solhero leide strebe 

Die lenge, Trou[we], s6 bin ich töl. 

£ ich leble in solher n6t. 

Wolf mir da3 hen[e] niht brechen. 

ich wold' midi selbe erstechen.« 
35 Dd di^ gepraeft dio vrouwe guot, 

da3 sin hene und ouch stn maot 

in ganzer liebe \s6] st»te was, 

die liebe si in ir hene las. 

Und bedidite gar ebene, 
40 ob er Ton dem lebene 

Durch ir willen km-mne. 

da5 ir das i^ht enisme. 

Si sprach: »g^t, da5 ist iuwer Trum*. 

^ da5 mtn man er heim her * kum\« 
io Si w«re gerne von im erlöst. 

er sprach: »ich kum' niht ungetr6st 

Von iuwer gnMen, sue5e5 wtp.« " 

dö sprach da5 wunncn bemde5 > [scho^n] wip 

»Nu tuet ein dink, da5 wo! stüt. 
SO unde get ich wil nemen rAt 

Darüber zuo dem herzen mtn; 

und wa5 e3 danne mag gesln, 

Da5 sag* ich iu in kurzer Trist« 

als liep mtn vröullch ere mir ist.« 
55 Des wart er vrö. und schiet von daii. 

sä ze hant dö kwam der man. 
Diu vrouwe gie ze rüte. 

beidiu, ttuo und spdte. 

Mit irem herzen unde rank 
^ mit der liebe, diu sie twank. 

Si sprach: »liebes herze mtn. 

was dunket dich das ^^^^^ ^^"' 



■ Bef$et man b«r heiine. 
> Br/Wr Tuejer lip. 




I X\V). gMinUft. 

KAl, wie ich gebAre, 
da3 ich mtn in bewarc.u 
465 Ir herie antwurt' ir d«s sdiier 
und sprach; »wiltu *oli;eD mir, 
Sd tuostu niht wan des er gert» 
vaa dei ist er (vil) wol wert; 
Dariuo sollu niht werden las-« — 

70 uwäroit hat er verdienet dajl« 
Sprach diu rroawe »hene min.« — 
»dd hat er aiDeraen unde pIn 
;Durch dtnen willen vil erliden; 
den tut den hct' er niht vermiden. 

75 Sol(del er in durch dich kiesen; 
des sol er nihl Verliesen.« 
Dö sprach diu irouwc wolgetin: 
»wie stuend' da3 mlnen £ren an? 
Müht' ich di3 verwinden [w]ie?« 

W> dö sprach das hcne wider sie:" 
«Man sol durch vriundcs liebe vil. 
als ich dich verrifaten wil. 
WAgen, Itp, guot, £re. 
noch hterc ein ander läre: 

85 Ist er dir Jiolt, stt wis im sam: 
reinen vrouwen da^ ie lam; 
Die liebe selbe Gol gcbät: 
diu liebe ist sterker, den der tdL« 
Si sprach: »du weist wol, da.) ich bin, 

90 vil liebes hene, einen man, 
Der mir ist iii(r] t gegeben: 
darumbe bedenke dich vil eben, 
Das ''li ■'^t darüber sl, 
das <ch werd[e] dei^ Iren vri.« 

9S Das herze aber antwurt' ir 

und sprach: »gib die schulde mir, 
Sprich: mtD4ieri[e] mich dariua twank. 
es wil dar, An' mlnen dank. 
Ich muos im slneti willen Idn. 

SÜO sint ich im niht erweren kan.« 




XXVL iniCMlilt. 

Si ipradi: uich wil lolgeo dir. 

das dA hii^ geriteii mir. 

?iA gib mir, hen^e], di« liDDe. 

dtj nun sla niht werde inne, 
SK D>3 mir niht ein uDgem«ch 

difon entaU.« daj hene sprach: 

uDln lorge die ilii kleine. 

darumb U mich eine 

Sorgen, nA unt le alter frisl; 
10 ich ban wol td mangen liil. 

Das '^ ^^"^ ■■"■■ enpfuere, 

daj er dar nich geswaere. 

Das des nie niht wter" getcbcu, 

dt} er mit ougen bet' fieseben.a 
15 Si sprach: uliebcj ^ene min, 

ich luon durcfa den willen diu, 

Das '^^ >i vräuden werdest geil 

und din wunden werden heil. 

Die Venus mit ir strälc 
m dir schÜ3, di von du kwdie 

Udest also bitterlich: 

darumb muoj ich erbarmen mich. 

Ich faän alrärsl enpl'undeu 

an dIncD bitlem wunden, 
2!» Was Ungemaches im wirt tum. 

den diu Uinne reht verwunL« 
Nich dem schuoler sande sie. 

mil armen sie in umbe vi«. 

Sie sprach: ulrdt geselle mUu 
30 hiut(e) sol der wille [sin] diu 

Ergin nich dloes henen gir; 

swes dA muoten tarst an mir. 

Des wirstu williUlcb gewert, 

sprich mir luu, des dIn henp gert.n 
35 Sü wart, als sie wolden. 

mil kttssen kas vergolden 

Ijepllch von in beiden. 

wer möhte die gescheiden. 




I XXVI. fiannliU. 

Diu so holt einander siot, 
ö44) die lieb(e) »Irikkel aade biot: 

Was >■> ■» »Pi [oder] an stf geKtiiht. 

lies enruucbt sie an in nihl. 

In die kemeDlilea 

sie giengeiA wa5 sie tdieu 
iö Uarinne dö, dtvo» wll Mt 

iiiht vUrbsj sagen, wan daj ich sprich'. 

Üaj icb nnm' ein solhe itunt 

vür rdles goldes tOaent pfunt. 
Dö sie her A3 lolden giti, 
SO dö kwam ir Mlcher man, 

Er sacb (il wol den schnolnr'. 

und[e] vrigel' die vrouwen, wer er wer' 

Und was ^'^ ^^^ ■»■( ir geUn 

in dem gadem. sie sprach sün; 
56 'iSiDt ir das ^'SS^t gerne, 

er hdt vUr den Eantsweme 

Hir geschriben einen brief.« 

also elTei' sie den gier, 

Sie spracb: »sie tuont mir nimmer wü: 
60 iduch 1DU03 er mir schrlben mt» 
'le einer andern stunl geschach. 

das c den scbuoler aber sach 

Cs der kementten gAn: 

iise, was •**' ^" fiie geling« 
65 Sprach er zuo dem wlbe. 

"ila^ dich der liuvel schrlbe! 

lUich dunkl, er sehrtb' ein brese tchrifi. 

das inir schand' und schaden stifln — 

»Zürne nihl, vil lieber man,i' 
70 sprach diu trouwe wol geUn 

»Er buuste mir des buoiten: 

dar umbe wir gäii muosten 

An ein boiin(c|llcb(e) stat; 

wan den menschen niht rerlAt 
7S Diu siucbe, swen ej ieman sibt. 

sii hilfel sulhin buose niht.« 




XXVI. 

Er Ut. ab dn guot auo, 

und lic3 ej abt» bin gin; 

Idocfa befoaäf tt pruevea daj. 
580 und der vrouven boelcn Imj. 

EiD{e]s lag» kam er rttr die lür. 

und Mch aber gtn di faervflr 

Den »baoler von dem wtbe; 

n wold' sie to& dem Itbe 
85 Raben getln for lorne: 

udA bist ej diu Terlome,« 

Sprach er »sint ich nibt cnkan 

dir erleiden rremdcn man!« 

Sie sprach: »berre, waj ist diu schult, 
M> da3 da bdst solhen ungedult?» 

Er sprach: »sold' ich etimen nibt 

darumbe, daj mtn ougen sihl, 

Da3 ich so ofle bän vunden, 

p)eide] nü unL ze [aUen] andern Jtundeii 
H5 Bl dir einen rremden man? 

df min triuwe, man sol mich bän. 

Üb ich dir'3 vcrtmege 

und dich nibt lesluege. 

Z'wär. swa^ min ouge rcbl ersihl. 
GIW da3 wei3 ich. und geloub[c] sin nihl.» 

Diu vrouwe gunde in cITen wul, 

über einen luber W335ers vol • 

Vuart' sie in, und stuont däbl: 

»«rarli, «33 darinnc sl.« 
5 Sprach diu vrouwe. er sacb dar. 

«a3 da wjer". des nam er war. 

Er sprach: nich sich mich unde dich.« 

da sprach diu vrouwe minnenkllch: 

»(jrtf dar. wart', ist daj iht'j« 
10 er greir dar, und sprach: »nein r,^ nihl." 

»Alsä ist jene,; gewesen, 

lieber man, \i mich georseii. 
Unde geloube nimmer mc, 
«a3 da sihsl, dd grlfesl P3 e.« 




\XVI. /nanlifl. 

S Susi wart geeffel der tumbe man, 
als noch maogei' «rirl geUn, 
Dil buecbel heisel Vronwen liit: 
von leide idieide uns Jesu Krist! 




XXVIl. 

/rontnbe(l5iilitöKttt. 



In OsterlaBde tafs ein rekker und ehrenkafter Ritter, der hatlr 
eise Mbtac und i&chUg« Frau , nnd beide lebten glDcklicfa lusamBeo. 
Da gehclb der Haan auf den unfeligen Gedanken , die Treae der Frau 
luvennehen. Erbaue einen gelreuen KdelknecklHinfelein, den bat er 
keimlick, um die Frau lu werben. Der Knappe weigerte e^», der Herr 
aber gebnl es bei seiner Ungnade, nnd wenn die Frau ibm ibre Gnnsi' 
Sewäbre, wolle er ;der Mann; an seine Stelle treten. Der Jüngling ge- 
borcbie ungern. Er war luniclist um die Herrin , nnd macfate sieb ibr 
auf alle Weite dienstlich und geflUlig: endlich bat er sie um Erlaubnis. 
«as er schon lange im Herzen trage, zu sagen. Sie gewährte, sorem 
es bescheiden sei; und er erklärte ihr nun seine glühende Liebe, die. 
unerwiedert. sein Leben verzehre. Sie nahm es riir zu starken Sehen, 
und gebot ihm Schweigen , bei seinem Leben. Er aber ergab ihr Tod 
und Leben. Da drohte sie, es seinem Herrn zu sagen. 

Der Knappe seiher hinterbrachte alles seinem Herrn. Dieser hiefs 
ihn dennoch in der Bewerbung fortfahren; und als solches geschab, 
klagte alsbald (die Frau es ihrem Manne, und bat ihn. den Knappen 
zurecht zu weisen. Der Mann wollte Jedoch dergleichen nicht hören 
und sich den getreuen Knecht dadurch nicht verdächtigen lafsen. Die 
Frau erschrak iiber diesen Bescheid, und bat leidvoll Gott, sie zu be- 
hüten. 

Der Knappe setzte seine Liebeswerbung fort. Die Herrin drohte 
ihm nun , es nächste Feiertage ihren Verwandten zu klagen ; er aber 
beharne. und koste es auch seid Leben. Die Frau bedachte nun, 
«ie sie ihre Ehre bewahrte, ohne das klägliche Ende, da der Knappe 
«on ihren Verwandten sicher erschlagen würde. Sie rief die Mutter 
Gottes an, und fand einen andern .Ausweg. 

Als der Knappe wieder kam . hiers sie ihn sitzen . und sagte ihm 
freundlich, seine Beharrlichkeit habe sie überwunden, und sein Loben 
sei ihr lieb, weil er doch von edler Geburl sei: er möge des nächsten 
Tages, da sein Herr wegreite, spät durch das Gärtlein zu ihrer Kammer 
kommen . wo sie selber ihn einlafsen werde. Kr dankte Tröhlich . eilte 
zu seinem Herrn und sagte ihm alles. Dieser fand nun Freidanks 
Spruch vom Wankelmulhe der Weiber bewährt. 

Die Frau aber entdeckte alles heimlich ihren Jungirauen . und bat 
<ie. zur Bewahrung ihrer' Ehre den Frechen züchtigen zu helfen. Sie 
«aren gern bereit dazu ; das Kammerweib muste drei derbe Knittel umi 
•trei zähe Kulhen berbeischaffen . und allen wurde verabredet. 




Am bnilmmlen BoonUg Abfad Kblicb d«t Bcrr 



:■ thn ■ 



Alibald aber «riir ihm i 
iDi Hiar und 



. UopR« in, 
'de In die r»( dunkle Kimmer gdirKD. 
kiie der Jungrnuen mil beiden [linden 






rieh nieder 



n Jung- 
1 tugleleh mil den SUIben und 
Ha[)ch<lk tD lecblluel 
wird: ole lehr er um tinide riet und >icb lu erkennen gib, iletehlugm 
nur um lo lUrker; kein Turnier und Slrell bille ihm to ireh gethin; 
und lulelil muiiF er. venu er giueren wollw. Huld Khvdren. Hin 
Lebelang ihrem Willen in gebortben. Nun wurde du TencbiueM 
Kenenllchl lul^deekl, und mit Entiunen erkinnte die Freu ihren 
lelblicbBD Eheminn. Auf Ihre iDmende Frage bekinnle er leinen un- ■ 
wllgeti FanrlU und die Venleltung. und bii um Gnade, Die Frau 
•Chili Ihn emiülch: wie tein lertcbtigener Leib kein Mllleld und 
Hege terdiene. iie belheuerle, dift kein Mann lur Erden lebe, der 
tl« leiner Bbre tergerien machen kenne. Wie mlilnuiirb er aber auch 
gegen lie gehindelt hibe, dennoch «olle ile ihm beriere Treue be- 
welien. Bis llefi logtelch Morgeni einen Hellkandigeo kommen, und 
den Zenchligenen mll Bilben beilrelchen. >a dali er nach einem 
halben Jahre gebeill wir. Er l«bate et der irnien GaUln torun durch 




xxvu. 
Vrouwen stsetikeit 



Seltener dinge *il geschiht. 

als man bi£r(e)t unde siht 

Tegellcfaen besunder: 

der selben rremden wunder 
S Ich eines *^ sagen, willen hän. 

TOD einem riehen werden man. 

Uil rlmen so ich beste kan, 

und hebe alsü lAn Ersten an. 
E3 was in dsterlande 
10" ein ritler äne schände 

Gesejsen. rieh und vriim genuofc. 

der lobes \i\ und ären truok 

Vor andern stnen geodsen, 

riehen unde blöjen: 
15 Der selbe edel biderb' man 

het ein vronweinl wol getan. 

Rein und ouch wolgeiogen; 

ir lob was also Tür geflogen. 

Der edclen (unde^ suejen vrubt. 
äO da3 an kiusche, an stxter luht 

In dem lande bl der [selben] stunde 

der suesen niht geliehen künde. 




XXVII. ixünn^tViinVtiknl 

Der riller undc stn w)p 

stallen ir leben und ir Itp 
25 Nach triuwen und odch i;ren. 

aü begunde verkircn 

Unheil des wirtes sin , 

Af der vrouwen ungewin, 

Im selber nuch le ungnolc, 
30 da3 er gcdäht' In staem muole: 

»Mich, wundert an der vrouwen min, 

ob ii aUete miige stn. 

Als si kan gebären, 

da5 ich dB5 [a& irj möble ervareu.'i 
35 Hsret, wie ein wunderlich sin, 

<kn' wiiie wol, Tcrleitet iu. 
Nu b«t der ritter einen knehi, 

der waa gelriuwe unde sieht. 

ünde waa wol von der an, 
40 das ^^ ritterg mmen vdrt' 

Vun migen und von [den] vriunden stn. 

der waa geheiseu Henseltn: 

Den bat der ritter heinile)llch, 

da3 er under wunde sich 
45 Gewerbes gein slner nouwen: 

»min vorderunge iioderhouwen [unverhouwen T) 

Muostu dar umbe immer hin.« ~ 

oherrc, des sult ir mich erlin 

Durch iuwer selbes ^e, 
50 UDt tuol der bet' niht märe 

Durch luht und durch iuwern prls; 

mich dunkel diu bete unwts,« 

Sprach der selbe jungeliuk 

»ej sint wunderllcbiu dink, 
55 Der ir, berre, gert ao mich: 

mit hui den ai verilhe ich 

luch dirre üppigen bet', 

diu nA geio mir iuwer muni tel.» 

AJ>er da der ritter sprach: 
60 »Ich jib0 noch, ab ich i jach. 



XX YD. icMuntefUlOtilirtt. 111 

Ob du d«5 tn mtn bel(e) tuost, 

da5 dd des genieseo maost; 

Verzlhesta mich «ber der bet\ 

swa5 ich dir triawen ie getet. 
65 Diu mD05 darambe ein ende hin. 

doch soitu reht mtn bei' Terstin: 

Mäht du mit hübschen dingen. 

e5 immer dariuo bringen ^ 

0*5 dtn TTonwe dnr (e)s gan, 
70 unde ob dtn mnot erwerlien kan 

Da5 si dir ganxe liebe jiht* 

swenne s6jda5 geschiht, 

Da5 si dir'5 geheisen hAt, 

s6 wil ich treten an dtn stat; 
75 DA von s6 schat 65 wSnik dir, 

e5 sei ouch w^nik schaden ir. 

Ouch wil ich dich*.". wi53en lAn. 

warumbe ich e5 hegunnen hAn: 

Da5 ist darumbe geschehen, 
80 da5 ich gerne wil besehen 

Diner vrouwen ststikeit, 

die man wtten von ir seit, 

Zug der schcene die si h«1t; 

ist, da5 si nA stste bestat 
85 Gein der rede, der ich dich wiso, 

da5 wil ich [djir zelen ze prIse.« 
D6 disiu seltsftniu msre 

der knappe hübsch und gewnre 

Vemam von stnem herren, 
90 da5 im niht moht' gewerren 

Der dienst den er t«te, 

ob er sin frouwen [der minne] b«Ple 

In sd verborgener wtse. 

An' schaden und An' unprlse, 
95 D6 tet er, als ein biderber kneht, 

er sprach: nherre, ich bin gereht 
^ lu ze dienst(e), swie ir weit, 

wan, da5 ich triulös gezelt 




XXVII. inwnibf^iitiflint. 

Wurde; daj wer* mir In' i-iide 
KID schade, in* scbaade wende, 

Uerre, bl iuwern huldeii. 

well ir gerne dulden, 

Dirre dinge war' ich gerne ab: 

doch daj ich iuwer hulde bebaU', 
5 Sü wil ich werben aliA dar, 

dag mich ilarunder (jot bewar. 

Dcfl bit' ich in vil sAre, 

mlo Iriuwe und oucfa mtn £re.u 
Hie mit oam diu rede ein endu; 
10 der knappe hUbscb und behcndi- 

Was [an] siner vrouwen wBgc 

mit Uienste, und nibl ze iraef^e. 

Von lak le tage ie bis und Itaj. 

an einem tage gevuugt' lieh da^. 
lä Das s' ioW von liircben gin. 

als si vor dikke bele getan: 

Der jungelink des niht enlie. 

wen er was der nnbite ie, 

Kinlweder enneben oder bevor 
iW wtste er sie hubschlicb cnbor. 

Als man noch tuot, näcb vrouwen sit'i 

nö bcgunde er oucb bie mit 

An der selben stunde, 

ab er beste künde, 
iü Er sprach: »vruuwe min, genidu, 

durch iuwer tugent, daj mir iht schadi- 

Mln rede, der ich beginne 

[wil] gegen iu, küneginne, 

Al^ ich ir lange gedäbl hin; 

30 in buldeu sol daj sin geUa« 

Diu vrouwe tugenlrlcb 

antwurt' als<) lUhlikllch: 

»Sage mir. Ilebej llenMllu, 

was ttie mak sü diii(e] sin, 
'iö Das ^^ urloup nimest von mirf 

icb gunde ie wul se reden dir, 




.Us den andern knappen min: 

nü rede reht den wülen din 

Ouch gein mir in triuweo noch, 
110 nnd das bescheiden sl (ie) doch.« — 

»Genide, vroawe suese, 

das icb leben muege 

Die ilt' mlner jir', 

mir blt hene und sinne gar 
45 Betwnngen mtn gemuete 

inner schoene und iuwer guele. 

In minen tagen jungen 

so befangen und betwungen, > 

Da3 mlD leben muos swiuden, 
30 ich len)muge genäde vinden 

Lf liepllcher <rrouwen [battr Truudenj wäii . 

den ich lange gehabt bän 

Mit gelriuwen ougen v. 

gein iu in henen taugen.« 
53 Des antwurt' im diu guote, 

Tor Taliche volbehuote: 

»Dir bt des Schimpfes gar le vil, 

di TOn gebiut' ich unde wil, 

Da5 dik der rede dich mäsest 
60 nnd mich der bei' erläjest. 

Ab liep sü dir daj leben sl.a — 

"genäde, vrouwe, misscwende vrl. 

Ich hau mtn lip und min leben 

iu in iuwer genUe ergeben, 
65 Leben und des tAdes lil 

Dden, swie iuwer genide wil.« 
Dö sprach diu reine minneokltch: 

»dd bitest unsicberllch [better unsinnekitch 

Sint dd uiht wilt erwinden, 
TO e3 mno3 din herre befinden, 

Nihi mere wil ich dir sagen. 

noch in diten zweien tagen.« 
Damit gie si le dem bdse in. 

ud hete der knappe den sin. 




i \XVII. tnnntHfLiMiktit. 

I7S Da3 er zao dem berren gic 

und die rede in wissen lie. 

Er sprach: »herrc, mtn vrauwe 

ist BÖ vegte, dag rdi gctrouwe 

Mit rede gein ir geschaffen nibt; 
80 wan si vil zornllchen }iht, 

Si welle iu LIagen über mich.n 

der herre sprach: »nim ^nnioche dich, 

So versähe ich ir'j in der wise. 

das B> ofTeiiltch, noch Ilse 
85 Mir sin gcwshent nimmer in£.n 

hierait warp der knappe, als t. 

Aber nach sines hcrren bef; 

ouch gie diu vrouwe sft gar stnt', 

Ze irem wIrt« lühliktlch 
90 unl klaget' im bcscbeidenlteh 

Und bal in des x'einer gftbe, , 

d33 er sulhcs mtioles abe 

WIsle diaen jnngeliolc. 

dA sprach er: »Tronwe, alsHMt dink 
95 Sult ir mir nimmer bringen rür: 

ir weit. dB5 Jeh den kncht vei^Ur. 

Des muest' ich immer schaden Mm 

hat er iu anders iht getan, 

Vrouwe, des sult ir mir terjeheni 
200 wan ich cnhAn nie [mtr) gesehen 

Einsen] hnebt alsA getriuwe», 

des muest' er mich jiminer] riuwcn. 

Ob ir im pruewt snlbe nAl, ' 

dag er miieste ligen von mir fcM. 
5 DAvon, liebe vrouwe mtn, 

mUgt ir Inwer klagen tt^tn sin.» 
Der aalwort diu vrouwe erschrak. 

si gelebet' nie sA leiden lak. 

Hanikvall was ir leit, 
10 daj si im die red« hele geseit. 

Und er ir'» dö tM vervie, 

vil nihe[&] Ir di3 n berren gie^ 




»VoD himeirtcbe [til] latyrr Gol. 

hilf, d>3 keiner bände nüt, 
215 Noch luler Af mich werde geiognl« 

Der knippe hübsch und nihl betrogen. 

Aber nich aJnes heiren lit, i 

die Trouwe(D) nmb ir minne bat 

Hit geraegen warten, 
9D der kund' er ril an allen orten. 

Si sprach: nsint ich'j han geseit 

dtnem herren, und er da^ verdeit, 

Da3 er difg nihl undersdt. 

daj ist mir AoA Ton benen laiti 
85 Doch sä wil ich, ob ich mak, 

als schier sä mir der ilhertak. 

Kami, roluen vriunden klagen. 

da3 si den gewerp dir under sagen; 

Willu mich tla niht überheben. 
10 du muost darumbe das leben gebco« 
Er sprach: »Trouwe, ich w«i3 wol, 

da3 ich sterben muoj und sol. 

Des bän icb ^es mich erwegen, 

6 das *^ welle niderlcgen 
35 Die rede, der icb begunnen hän: 

min llp muoj le pfände sUn: 

Doch bil' icb fiot. daj ir iuch bas 

verdenket, gerne hnre icb das.» 
Tougen disiu rede crgie. 
(0 diu TTOuwe doch des nibt enlie. 

Si entrahte hin und faerc, 

wie si geTri9te[n mohle] ir in. 

Ir leit was underscheiden 

mit tweierbandc leiden, 
15 Si gedäht': DtoM* ich nfl klagen 

minen niunden und mlnen mägen 

Dise wlplleh' gesdiihl. 

son enläsent sie des niht, 

Sie ^en)sUben in daramb le tAt, 
50 sA hin ich jImt nnde n6t 




I XXVII. /[antabf^iittgktit. 

Diewlle ich lebe immer m^re; 
verliuse aber ich min tre, 
Des bin ich luter unde spot 
von der werlde und von Goi. 
2S5 Nun enweij ich, waj ich tuo. 
beide, spftt nnde vrua. 
Was da3 in irem sinne: 
'^himelische küneginne,« 
Sprach iliu luKcnlTeite, 

60 «DÜ {lil' und] Tuef;e mir d>3 beste; 
Des bit' ich dich vil s^re 
durch dines kiudes Crelu 

Kü gant' ir Got der guoL' 
in ir sinne und in iren muol 

65 Uit guolen listen einen gedank, 
der Iei[ unt kumber vor ir twank. 
Ouch wu der knappe wise 
dar komen sA Ilse * 

Ze der vrouwen mit vuogen; 

70 mit spiehcn Worten kluogen 
Von hcnen uut tO]i munde 
warp er, so er heile künde. 
DA hies in diu vrouwo siiien. 
si sprach mit guolen wiiien: 

75 »Ich bare ab wol dln slsle. 
das "t'" bete, noch mtn rste 
lltn vljhen, noch mlh drö^ 
ej niht kan geschaffen sä, 
Ich muoj der Aren mich enregeo, 

80 und dich durch liebe zuo mir legen; 
Des hän ich wo) bedähl mich, 
das dizie noch geTneg(e)t sich, 
E daj dln Jlp und dln leben 
dem lade durch mich wurd' gegeben, 

8fi Und dd doch bist von edeler art, 
s6 Hin ej lenger nibt gespart 
NA merke rehl, was ich dir sage- 
dln berre wil ntch disem tag« 



XXYU ünuinikeftaaWBlictt. 117 

RUen, $d kum[e ouch] du spite 
290 ze mloer Icemen^te 

Oorch da5 kleine gertellD, 

d4 wil ich 1^560 dich selber in.« 
0es dankte er ir und was slti vrö, 

heimlichen zao dem herren d6 
95 Er Til bakle gihte; 

die rede er im zuo brUite. 

Der herre sprach: »dii seit ich dir, 

wUta noch gelouben mir, ^ 

Die vroawen sint ir mnotet ktank, * 
300 als uns saget der Yrtdank, 

Sie wttren alle stete, 

der ir keiner [niht en]b«te 

Ir Itbes, noch ir minne: 

des bin ich [noch wol] worden inne.a 
3 Diu TTOuwe doch des niht enlie, 

eines tages si heimlich gie 

Mit Iren junk ?rouwen in ir kemenite 

und hie5 die tür sperren dr^te, 

Ein alte5 kamer wtp gienk nAch ir, 
10 si sprach: »junkTrouwen, helfet mir, 

Da5 ich min triuwe behalte 

und ouch mit [mluen] ^en alte, 

Als(ö) jch her komen st.« 

sie sprachen: »sagt an, vrouwe, wie? 
15 Des sf wir willik und bereit.« 

diu \Youwe in d6 tII rehte seit'. 

Wie der knappe junge 

von eren sie gerne Terdrunge, 

So da5 er ir minne gert, 
20 und da5 hete wol ein \är gewert : 

»Nu wil ich mit listen 

slnen Itp Tristen: 

Des suntages naht sp4t(e) * 

kumt er an mtn kemenAt(e), 
25 DA wil ich in in län: 

als ich im geheisen hAn, 




XXVII. ^»Kkr|linligk(h. 



So siilt ir vTouwen bl mir stn.. 
uode awen ich in läie ber id. 
Sd sich bt dinen Dbe.n 
330 sprach ü i« dem ksverwlbe 
»D«3 di driu slirke apis boli 
babesl luo dem knappen Koli 
Brihi, lind dri [guole] nioten 
mil ZKhen uun guotes. 
35 Da mit wir in sin hAt tcberB, 
und uns vor scbanden wol eraem; 
Diu uader uns diu itcrkesl' sl, 
diu st im diu Dvhest bl 
Unt vähc ip reble bl dem hir 
40 und werfe in Af den «strich tu. 
Das demselben >fleo 
rükkc und rip(pe) (beffioAen] klaffen: 
Die andern mit den gerten 
in sISben luo der berten 
45 Und mit den iwlgeu stabeo. 

Das "iBn in mit wasgec muoj labea: 
Wir Buln im ölen das ^^^ 
bis ''^S *('> verworbte hAt 
Sich schrinde uDt zeilien m*k: 
SO durcb mtnen willen Itl tüht >b, 
, Swaj ich spreche odsr tu«: 
sH lUhle)! (Hieb ir vute luo. a — 

Diz geviel des herren wol; 
»vil gerne ich dir danken soL« 
55 Sprach er zao dem jungeli>k 
»dirre beiBeUeheu dink.« > 
Da mite gie er drAte« 
nach sId« knappen rlle« 
Des selben abendes ipAle 
60 le der TTOuwen kemenll«', 
Unt klopfet' diian geruiige. 
diu schcene und die kluofc 
Spradi: »wer mak oä di alnT» — . 
»Trouwe, das bia.icb Uenaclln» ■■ 



XXVIL iiMr«^filiii)UlifiL 119 



3(5 laiver langer diener und iuwer knehL« — 

vmich danket des, dd habest reht. 

An dem gange und an der stimmt dÜLv 

nü was ein klcine5 keraelin 

Verborgen geseixet verre hindan, 
70 da5 selbe lilJif unde bran. 

»InU5ens ist nü zlLa 

ein iv^nik lif und niht se wlt 

Wart diu kemenüt' getikn 

onde dirre man in gelin. 
75 Zehant was ouch din tote, 

diu tjurest unde horste 

Mit beiden henden koBcn dar 

und nam in reht(e) bl dam hät^ 

Uf den estrich si in ywank, 
80 da5 er muost' strüchen ine dank 

,Und im der Itp erklaffel'. 

drl jank vrouwen, als si het gieschaffet, 

Wär(e}n ouch ze hant da , 

und da5 kamer wtp alsd^ 
85 Mit den starken, Testen 

stehen, und auch den esten 

Zesluogeu sie im (so] den balkr 

Da5 nie kein hofschalk 

Mit stehen s5 wol durch slagen wart. 
90 in gerou wol lehenstnnt diu vart. 

Die er dar het getan; 

er ruofi' Taste die vronwen an: 

oGenAde, vrouwe, ji hin ich es!« 

s5 wart im i^ eines Striches 
95 Deste me gegeben 

mit den »wachen {kesMer starken) stehen. 
D6 er dd wol wart durch slagen, 

so da5 er hl sinen tagen 

In tumei. noch in strtte 
400 nie gewan riuwiger ztte. 

Do hie5 si in hulde swerii, 

ob er sich selbe^woliie eniern. 




I XXVir. /rmnkffUnbiBhnt. 

Dei wu er willih und bereit, 
er swuor des üf stnem eil 
405 Und Af sin meDlIch in. 
das *•■ immer mite 
Gerne Uete und auch vcrbnre 
alles ^^3 " v>"c wKVt, 
Die wlle das '^^ lc'>''- 

10 lehant d6 wart erbebt 

Das 'ichl, dij dA Tcrborgcn wm: 
alrirst cnach diu vrouwe dag, 
Daj er ir wy-t wsre: 
si begunde in vrägen der m«re, 

15 Diu reine und ouch diu guole 
mit gröiem unmuole 
Hin luo im d«- rede began: 
»sagt mir, vil unueliger man, 
Wa3 blt iuch her in brähl 

20 btnte in [ti] sulh^r aht?« 
Von der gröjen vreise 
er sprach: »unsslde leise 
mt mich Tcrwtset. vrouwe: 
luwern gGnikden ich gelrouwe, 

25 Ir helfet mir, daj ich genese; 
M genäde, wil ich Terjeben des, 
Wider iuch hän ich getin, 
mich bdt betrogen mlntumber wän.» 
DA sagt' er ir vil reht, 

30 wie er sluen kneht 
Het gebeten. Hcnseltn: 
"daj was allej von den schuldeu rotn, 
Swaj er warp unde gebat-a 
diu vrouwe sprach an derselben stat: 

36 kPA dich, ungetriuwer nanl 
und stuend' es mir nibi übel au, 
Ich liej* iuch alsA dürftigen 
in bette rise wtae ligen. 
WKnt ir, daj ich min sUstc 

40 und min in Über trnte 




XXVII. /rannibr9«>>t«fcfit- 

Durch in oder durch ander man? 

ich weij df der erden nie man 

In allen Diulschen riehen 

fi> schienen, noch [so] werlUlcheu, 
443 Der guotet aü vil geBabeu künde. 

das i^ ■»c'i I' keiner stunde 

Woide mit im Qberseben. 

iu ist vil rcht geschehen; 

Swie aber ir mir habt geUn. 
50 sd wU ich bejjer triuwe hin . 

Dannc ir habt eneiget mir.« 

si hiej le hant bringen ir 

Dm morgens einen wlsen man. 

der streich Im guote salben an, 
55 Diu im benam diu meit 

und macht' im die wunden heil. 
VUrwär ich iu dar safteu wil. 

daj er in halben järes lil 

Kam geheilel' schiene; 
60 Til mangen Gotes löne 

Gab er der hübschen Trouwen. 

ouch woid'er getrouwen 

Vfirba3 immer roere. 
Durch der Trouwen cre 
65 Wart das kune mcre 

sieht unde geware 

Genant, als man mir seil. 

der reinen vrouwen statikeil. 




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1. A^*iN..> |.<<>*'Im><<- 

um om mmi ii> ikmiv' 



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XXVIU. 



9%t €ettfel6ttd|t 



In den gatea Tagen, all der neae Bnnd an die Stelle des allen 
trat . lebte eine sebdne Jongfran , die ?on ihrer Mutter tugendsam er- 
logen worde , bis tu SO Jahren : da wurde sie , mit Willen der Ver- 
wandten , einem anständigen Manne vcnnihiL Als sie am ilochtzeitiage 
ru Bette gehen wollte, belehrte ihre Mutter sie noch, alles gern tu dul- 
den was der Briotigam mit ihr thue in ihrem Heile. Dieser begann 
mit ihr alsbald das Werk, wodurch die Welt rennehrt wird; sie, ver- 
wanden Ober ihre Lage , fragte ihn , was das w&re. Er sagte . damit 
verde der Teufel, den es Srgere, geächtet. Der Minne ganz unlcundig, 
erbot sie um so lieber ihre kräftige HQlfe' gegen den llöllenwicht; und 
als es geschehen war. schalt sie eifrig auf den bösen Geist. Der junge 
Mann küsste und herzte sie nun inbrünstig; auf ihre Frage, bedeutete 
er sie, das sei Minne, und fragte, was ihr lieber wäre, diese, oder die 
Teufelsächtung. Sie meinte, wenn man j}icht beides haben könne, 
müfse man. nach ihrer Mutter und ihres Pfarrers Lehre . zuvörderst das 
Seelenheil bedenken, und den Teufel wieder in die Hölle treiben; es 
sei ihr lieber als Psalterlesen : sie erbot sich mit Beinen und Annen 
dazu, und er war ebenso rOstig zum Heileswerke. Damach {r^dachte 
sie all ihrer Sünden, und beichtete ihrem Mann, wie sie ihre Mutter 
bestohlen. um Haarband. Nadeln und Ringlein zu kaufen*, wofür sie 
sicherlich in die Hölle müfse, wenh er ihr den Teufel nicht vertreiben 
helfe. Es geschah abermals so^ dafs sie Tag und Nacht den Lucifer 
ächten wollte. Dann entschliefen beide lieblich , bis der Tag sie be- 
«chien. Die Mutter trat ein, und wünschte ihnen Gottes Segen und 
Heil. Die Braut wurde nun als junge Frau in Linnen und S<*harlach- 
mantel gekleidet, und dem jungen Paare ein kräftiges Morgenefsen be- 
reitet. Als sie mit Freunden fröhlich beim Mahle safsen. rühmte die 
Braut , wie sie beide nachts den Teufel dreimal in die Hölle verjagt 
und wie es ihr dabei ergangen. Alle sahen einander an und lacbten; 
der junge Mann ward schaamrolh , und die Mutter hiefs die Tochter 
schweigen; diese aber sagte zu ihres Mannes Schwester, die Mutter 
selber habe sie ja vorm Niederlegen ermahnt, des Bräuiigaros Willen 
zu ihun . und das habe sie willig geleistet, und wolle auch fürder gern 
mit ihm den Teufel ächten. Die Mutter lachte, und bekannte sich für 
die Schuldige. Die Männer musten hierauf hinausgehen . und die Frauen 
liefsen sich nun umständlich von der Braut erzählen , wie sie sich bei 
der Teufelsacht anstellen muste: sie empfahl es ihnen aber, ungeachtet 




XWIII. Bit fttnfrlM^t. 

M man iles willen warl gcwnr, 

vil schiere knm in einer dar. 
'iS I>cr ir ic manne wol gciam 

und s\ wil willikltchcn nam. 

Du da5 gelübde Ai geschach, 

und muH des lagcs nimmc sach. 

Die schmnen hie3 man sl^ren gAn. 
30 diu muolcr bat sj stille stdn. 

[Si sprach:] lEuhter, merke mtncn rAt. 

ich we(5 »il wo). Wie'3 dir ei^t. ' 

Swaj diu geraechid' mit dir tuot, 

da5 snltti haben gar vcr guol 
^5 lind solt es willikllchcn dolii. 

da,^ mak dir s^ikeil erholn. 

NA cnruoch', wie er dir tiio. 

oder ich verwlzc dir c,5 vnio.'i 

nie mit leite sl sich nider. 

ifl und gienk von der guoLen wider 

7.ua dem jungen hübschen man, 

und hiej in ouch da sUfcn gän. 

Der schienen er sich under wani, 

er worhle mit ir s<l ic haut, 
45 Damit diu werlt ist gemüret, 

daa wart si du |;eläTet: 

lind du er des werkcs pdalc 

und si sü wundeTlIcben lak, 

D6 sprach diu schiene sunder baj: 
50 »sagt mir, heire, waj iat da^, 

Des wir mit einander pßiKcnT 

ich muu3 tö gemclichcn ligcn, 

E3 dunkct mich ein vremdc sit'.« 

(er spradi:] »du aible wir den tiuvel mi 
56 Ucm ist e3 leit und ungemach.« 

der scbnenen er alsusl vcrjach; 

Si wesle niht, wa3 minnc was, 

dji vun si Sil vil wol genas. 

Di'> was der j()i4ge wol gemuot, 
60 beide, sü hiibsch und si) gupt. 



XXYUI. Wit «ettfeltt^L 129 

Da5 er ir tet, ab man sol, 

da3 ir wart sanft unde wol, 

Mit guetllcher worhte. 

[si sprach:] »ist dii des tiavels vorhte, 
fö Und mak man den d^mit verjagen, 

sone wil ich niht Tenagen,« 

Sprach diu schoene wolgetün 

»ich hilf iu, sd ich beste kan. 

Den tiuvcl in die ahte bringen; 
70 ich wil an iuch gedingen, 

Da5 wir diz angetriuwe wiht 

noch htnte bringen gar ze niht. 

Sieh, nü tuo mir, swa5 du wilt, 

des mich nimmer (m6r) bevilt, 
75 SM e5 dem tinvel ist s6 leit, 

des ehtens bin ich vil berciLa 

Diu minnekllch' sich des bewak, 

da5 si des ehtens mit im pflak, 

So si immer beste künde, 
80 ze leide dem heile hunde; 

Der ehte wurden si beide vro, 

si ehten wekkerllchen du. 

Da3 ehten was uulank, 

e da5 in beiden geswant 
85 l'nde stille geUgen, 

[und] des ehtens nimme pflagen. 

Der guoten guetiichen geschach; » 

O5 wtbes guete si do sprach: 
»Mim' getet nie ehten ba5, 
90 tU bccser geist, nü wi55e da5, 
Stt ich diz ehten also wei5, 
da5 du mir rümen muost den kreis.« 
Der junge man dö niht enlie, 
die schoenen er zuo im gevic 
95 Und drukte ir liebten wengelln 
also n4hen an da5 shi. 
Er kustc si an ir röten mant 
in kurzer wtle wol drtsik stunt. « 

4. A«rw. «MMBttWalM-r II 9 




) XXVni. 9\t «taMxi^t. 

Dö daj küssen WBS'gcichCa < 
tOO zehant bat si, ir verjchen, 

Si sprach: »herre, tuu mir kunl, 
warumbe histu dlnen muDi 

So dikke gestoben an den min? 

wag ist es, oder was mig eg slnT 
5 Min 11p sich'« niht versionct.« 

er sprach: ne3 ist geminnct 

Di von balde sage mir , 

weder; baj gevaUe dir, 

Diu minne oder diu ahtcTn 
10 diu reine wol bcdjthte : 

ubcs pinen Bul[lf] wir uns bcw^en, 

und des andern sul[1e] wir pflef^cn,'! 

Sprach diu schmnc wolgelAn 

»niugc wir ir beider niht gehän, 
IS So ist ej vil ungeteilcl, 

di mil man die r^Io heilet 

rndc AeD tiuvel verjaget. 

mir hat min muoler vil gesagel 

Und' »uch min pfarnerc 
20 vil jnmcrilchiu mnre, . 

Diu helle sl ein Übel hol : 

dj von gcvcllet mir vil wol, 

D.13 wir die minne iA$tn, 

und chlen den verwesen, a 
23 In Gutes dienste si gerne sdfetn: 

ir sichle linden wlgen bein 

Gab si ir gesollen in die haot, 

si sprnch: »nu, hett, wis gcmint, 

Bringen in die ahte; 
30 ein inlik man, der*« ie gedäbl«,. 

Da3 man au der sälc mak genesen; , 

ich nim 03 vUr min saltcr lesen, 

Nu lä sin niht gcrastcn; 

wnn ich wil m innen vosten, 
35 VUr keine mlne sttnde, 

er muo5 in dag ab.grllnde. 



XXVHI. 9ic «nfriM«!. 

Wider in die helle; 

neinä, trdt geselle, 

LA dar niher strichen, 
140 und efate wekkerllchcD. « 

Da3 chtCD [das] Bienk sü hin in ein 

n vlibten sm uode kein, 

Vnese unde bände, 

da3 man niht erkande, 
4S Wederj da d«3 ander was. 

si triben aliA lange dB5. 

Big in beiden venvanl, 

darnücfa ielwederg want 

Hcnd«, ann' uit vueje, 
SO M wart daj ehten iHcje : 

Si lägen eine wllf . 

*ol ein halbe mllc. 

Si begundc[a] ir sünde riuncii. 

si sprach: »in fehlen Iriuncii. 
S5 Ich hin begangen harte «iL 

da3 ich dir ieiuo blhlen wil. 

E5 Wirt niht lengcr verhuln. 

ich hin mtner inuoter verstuln. 

S«a5 ich in ir hOse vant, 
60 d35 gab ich umb diu bärbaiil. 

Mdeln unde Tingerlln; 

des muo3 ich leider immer sin 

Gesinde in der belle: 

neinä. trül geselle, 
ttS Hi!( mir, daj ich'3 gebue^c. 

da] dir Got Ionen muese : 

Wol im, der's ic gedäbtel 

bring* wir'n in die drillen ahte; 

Des wil ich immer wescn Tni.« 
70 vil dräle erhuoben si du 

Die dritten afate in beide: 

»swer diz ehten scheide, 

Der gewänne nimmer heraen liep: 

LAcifer, dA rehter diep, 




2 XXVm. 9« C«af(Ua4t 

176 Ich tuon dir lastcr unde Icil,. 
ich wil IC ehten sin bereit 

Hinnen TÜr naht unde tak, 

das 'ch dich chle, awen ich mab.« 

Da5 rhlen vriuntltch ergie, 
80 ietvederj das ander umbevie. 

Vil wänik si da ricreti, 

liepltcb si enUliefen 

Beide gaint um an den Uk; 
. der schein über si, diu brAt erschrak, 
85 Si wakt' ir man, der dannoch alief. 

an der lUr ein vrouwe rief, 

Diu was ir muoter und sin swigcr, 

si lägen dennoch beide nidcr. 

An daj gadem tet si mangen SUI3, 
90 schier man ir die.tür Af sldj, 

Si sprach: »Got grnej' iucb, kinder, 

ros unde rinder, 

Korn unde wln 

bescher iu unser trehttn, 
95 Sotlde unde heil, 

guotes ein michel teil , 

Immer £wikl1che, 

und ouch sin himel rtche 

Teil er mit iu beiden'.« 
200 diu vrouwc was bescheiden. 

Diu iflT wart nAch in zun getan, 

UM das ^' ^'^^ geleiten an. 

Diu wirtln gie mit guoten sJten 

und nam diu bette, diu zeriten 
5 W.Iren von ein ander nidcr, 

und leite ai vil schflne wider, 

Darnach BIA3 ai üf cin[cn} sdirin 

und nam dar A3, das »luostc sin, 

Harte guole Itn wM , ' 

10 kleine -unde wol gendl, 

Und banl si mit tHjc 

in ein küreen wise, 



XXVIIL 9» SctfelMiM* 133 

[In] einen scharlaches mantel guot, 

den man oucb hervür truok, 
9t5 Den leit(e) si ir iohler an, 

der der briute wol gezam. 

Zoo dem knappen sprach sin swiger: 

»lieben kint, nü siuet nider; 

Ich wil g6n nAch den liuten, 
90 e5 ist bflllch» da5 man mit briuten 

An dem morgen essen soL 

das ^Q ich geschaffet woL« 

Si sprachen beide: »das sol sin.« 

man truok dar brOt unde wln, 
S5 Ir hüs was wol beraten, 

gesoten und gebriten 

Truok man dar ein michel teil; 

si Äsen vasle und wiren geil. 

Diu bröt, do das ^^^ muoter isacli , 
30 si begund' ir winken unde sprach: 

»Tohter, was histu gedAht?« — 

»muoter, dA hAn ich ze ahte brAhl, 

Ich und min geselle, 

den tiuTcl in der helle, 
35 illnaht dristuül verjageL« 

vil rehte wart in dO gesaget'. 

Was ^i ^^^ nabtes hete eiiiten. 

du wart lacfaens niht vermilen. 

Igltches ^^ d>S ander an. 
40 des schemte sich der junge man. 

Das ^ch man wol* wau er wart rot. 

diu muoler ir zehant verbot. 

Das si geswige der msre, 

si wsrcn lasterbaere 
45 Ze sagen einer briute. — 

»[muoter,] was nebten oder hiule 

Ich hAn begangen dar au, 

dA bistu reht schuldik an, 

Nu ist diu schulde niergen min. 
oO ich wil dir sageu, swesterlln,« 




I XXVIII. Vit CtifiUii^t. 

S()rach si te ir rotnMS swcsler 

»nchtun unde gcster 

Ilie3 mtu muoter dikke mich 

uiidc bal mich, das >(^ 
-^5ä WilliUtcbcn täte, 

swcs mich diu bnwder baste; 

llic mite leiten *i mich nider; 

ileswAr, done wart ich nie vider, 

Ich iKlc, swa3 er wdde, 
t)ü und swie ich mich legen aoMc, 

Das 'et ich «Krllcbc; 

und wil oncfa slcberllcbc 

Den tiuvcl [helfen) cbten gerne, 

wen ich ei baa geleme.a 
fiä Diu muoter lachen bcgan, 

die rede nam si sich an, 

Si sprach: »swlk, liebe lahter min, 

Ich wil di)i schuldige sin. « 

luv niile der rode wart geswigen; 
70 die man wurden Ü3 gctriboa. 

Die vruuwcn dar inne bliben, 

die knchtc und manwurdeo 63 gelribeui 

AI res 1 hu üb sich ein brebten 

von den vrouwen umb da^ ehten, 
75 Si vrAglen si der matt, 

wie sü gröse swtere 

l)cr lluvel lide ton in iwein. 

si sprach: »cebant er mir diu bein 

In beide bcndc gevie, 
80 [eines dinges er mich niht eriie,] 

da drukl' er mir diu knie 

Nähen luo dem henen, 

du muost' ich Itden smeneii; 

Wa^ Bol ich in sagen nrit 

d^ ehtcn tuot von tnte we. 
KU Und beginnet darnicb sue3en; 

welle iuwer keiniu buejen 

SUnde oder mitteUl, 

diu ehte den liuvel, daj isl min rät. 




XXVUl. 9i( «nfrlM^i. 135 

In manger wbe dmd die sele geoert. 
990 TÜ liute gegen BAme rert. 

St varent eUlOch' über mer; 

man sol immer mit wer 

Wider den vilant sin: 

gnQ(^ CnpQbent kerrln' 
9S i'nt vastent vflr die misseUt; 

etsitcber oucb den siten hit, ' 

D*S er Tastet nnd betet vil: 

min sQnde icb anders buchen wil, 

Wil mir helfen ehien min man, 
300 ich bringe mange sCle [dan] von der belle bau 

Ifit der abte wlie 

[daj si kument] in das paradlse. 

Mir ist le ehten gar gäch. 

ich ruowe sanße darnach 
5 An mtnes mannes armen. 

er sol mich klein erbannen , 

Der der helle hlt gewall. , 

ich tuan im laster manikvalt; 

Den leidigen helle hunden. 
10 die da sint gebunden , 

Den wil ich immer stn gebaj: 

ir TToiiwcn, wi53el alle daj. 

Das <(^ '^^ linvel ehtcn wil 

um an mlnes tAdes lil.« 
15 Sieb den vrouweu ein böte kwam. 

si sollen luo der kircben gän: 

Des antwurt(e] dö diu brdt, 

beide. sUlle und überlAI: 

uWan ich und der geselle min 
20 wellen rehle hie beime sin, 

Wir begin wol anders unser th.« 

alsust ehtent si immer sU 

Den tiuTel Tür ir missetät. 

bie mite diu rede ein ende hdl. 




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lU-bitn II nif 'ci'. iiDit 

*Mt ibltV ^1 >tlM l*|k ^HI<|>|) 




.iuun(i >irin(^nYi(|iuit yi(7 



Ein eiBflUUger Maon nahm vor Faslnachl eine junge Braut, die er 
fo lieb balle, daüi er die leiseste Bescbwerde von ibr abbielL So lag 
er aucb nachts bei ibr» and Qberwand ibr beider Jogendgelüste, um 
ibr ja kein Leid za tbun. Das verdrofs jedocb auf die Linge die jung- 
frialicbe Fran , and sie unn Tag und Nacbl darauf» ihren Bettgenofsen 
andres Sinnes lu machen. Endlich fand sie's : sie klagte ihrem Manne, 
ihr Leib thue ihr so vrebe, sei bald beifs bald kalt, und sterbenskrank. 
Der Mann beklagte sie ijirtlich, wusle aber auch kein Mittel. Da Bei 
Ihr ein : in der Nähe stehe ein hohler Baum , in welchem Heilige woh- 
nen und Aller Gebet erhören; an dem solle er hingehen, und auf- 
■eiken, was er dort vernehme. Der gute Mann ging alsbald hin. Sie 
aber lief unbemerkt, wie ein Preil voraus in den Wald, und versleckle 
»ich in dem Hohibaume. Darauf trat der Mann heran , Gel auf seine 
Knie und rief lu den Heiligen des Baumes um Hülf^ für seine Frau. 
Da sprach eine Stimme aus dem Baume: das beste Miilel gegen all ihre 
Webtage sei, sie wirklich lur Vrau lu machen, viermal vor dem Hah- 
nenschrei, und dreimal darnach; darauf möge er Nacht und Tag be- 
flilsen «ein, so werde sie lange Jahre gesund und fröhlich mit ihm 
leben. Der gute Mann ging glSubig damit heim; die Frau jedoch eilte 
ihm wieder heimlich zuvor, und als der Mann an die Thüre kam . Ibat 
sie ihm auf, und fragte ihn sogleich, was er vernommen habe. Er 
lärchleie» dals es ihr sehüdlich sein möchte; sie aber drang darauf, 
and als er ihr nun den Ausspruch des Hohlbaumes sagte, ermahnte sie 
ihn. getrost denselben xu erfailen. Das geschah denn auch, und die 
Frau «ar wirklich alsbald genesen und zuflrieden. 




I 



»•M .>«I|MI> . ..91 
«V Om. m,t a.i mA 



XXIX. 

Der holboum. 



Dil ist von einem alwcren man. 
den stn wip elTeB began. 



15 was ein alwaere man, 

?on dem ich niht gesagen kan 

Reht an disem mserc, - 

wannen oder wä er wsere, 
5 Der nam vor vasenaht ein bnU, 

diu was im liep unde tnU, 

Da5 er ir niht engunde, 

noch geliden Ininde, 

Da5 ir ieman t«tc, 
iO da ?on sie swxrc hsete. 

Des nahtes als sie lägen, 

kurze wlle pflegen, 

Ais noch jucge liute tuont, 

so sie diu yröude bestuont 
15 Und sie bereit warn zuo dem spiL 

»nein, z'wär e3 ist ze vil,« 

Daht' er in slnem muote 

»1^56 e5 kumen dir ze guote.« 

Sust lie5 cr*5 dikke besten, 
20 ob er 65 doch wol hete getün. 

E3 waere äne zom beliben. 

du er dizze hetc getriben 




i XXIX. 9« nal|[ffl(|(n)t 9»h- 

l^ngc unde alte langj, 
dö wart der vrouwcn bingc, 
25 Wi» sie ir des crdshtc, 
' daj sie in innc brechto. 
Von allem irem sinne, 
des spiles von der minne. 
Du was sie üt gcdjbt, 
30 beide, tag unde nabt; 
. Dar umbe vanl sie einen list, 
sie sprach: »vil lieber man, mir iii 
In mtnem Ilbc also wi, 
ich enmak ieiunl nimmäj 
35 Ich vürht', ich sterben muojei 
kündestii keine buoseT« 
Er sprach: »owfrmir, mt' 
nA wart nie manne mi 
WIp sA licp, so Aü mir bist; 
40 kündeslu selbe keinen litt, 
DA von da mühtest genesen, 
und dir guol möhte wesenT« 
Sie sprach: »i'wär, ich cnweiji 
ich bin kalt, ich bin bei3, 
45 Ich envei3, waj mir guol st: 
wan, ein hol houm st£l hie bt; 
Nä hiere, wie dd soll an vAbcD, 
lebant soltu dar gibeo, 
Swa3 dd dk [hieregt oder] merkeit, 
50 daj da dich dar an slerkeat 
An ülnen guoten sinnen; 
ilh sinl heiligen innen, 
Die erboüren aller liule gehet! u 
Der selbe gnote man dij tet; 
55 Er was gar alwnre 

und gcloubet' wol der mtere, 
Unde huop sich vil balde 
hin luo dem walde. 
Diu vrouwe lief Tor in du boli 
60 alsA snel als ein Bbls, 




XXn. Wn 9«^rfc0ni%r 9«i«. 143 

In den holen boam sie sichbonk, 

nA beert, wie sie den man betrouk. 
I>6 der alwaere man 

dem boume sd niihen kwam, 
65 Er viel an stnin baren knie 

and sprach: »wa5 heiligen sint hie, 

Die bif ich vil sdre, 

durch ir selbes £re, 

Da5 sie mir rlit wolden geben 
70 umb mlnes lieben wlbes leben, 

Wie ich ir gehelfen sol.« 

do sprach diu tronwe A5 dem hol: * 

»NA beere mich, vil guot man, 

den besten ritt den ich kan 
75 Dir geraten zuo dem wtbe, 

da5 sie mit gesundem übe 

Mak gelcbcD noch manik jär; 

SU sage ich dir vor war, 

Triute sie vierstunt vor der hankr^t, 
80 dri stuDt darnach, s6 wirt ir rillt 

Aller irre w^ tagen, 

und beerest sie nimmer m^ geklagen % 

Weder hei5, noch kalt. 

ich sag* dir, wa3 dA tuon salt : 
85 Naht unde tage habe die site, 

da5 dA ir vaste spiles mite 

Mit vli5e disiu selben spil, 

so gevellest dA ir vil; 

Und triute ouch vasle dln wlp, 
90 so gewinnet sie gesunden Itp.» 
Der man was alwaerc 

unde geloubte wol der maere, 

Unde huop sich dA vil baldc 

wider A5 dem walde. 
95 Dia vrouwe lief ümbc 

die rihte und die krümbe, 

Z. 73 - 88 frhirm in G. 




Und was wider heim komcD, 
t]a3 der man nihl hdtc vernomcn, 
l'nd Uli er kwam .vür die tOr, 
lOÜ sie «|)t'ach; ulielte, bistu dävür? 
Iläslu iht guutcs vcrnumen 
daj uns beiden nit niuge vrumeoT» 
Er sprach: »ich dir d>3 noJle sag«, 
daj ich lag lange an mtner Uagc, 
5 Ich vUrhlo, das '^ ^*^^ heswicrr.ii 
sie sprach: »swas ej ml wture , 
Ues soitu mir niht verheln-, 
wie lange boI ich ad kweln 
In der jtenierl leben diH? 

10 jA wicre mir lieber der tot. « ' 
IM s|iracb der man alware: 
»nä hierc di&iu mKre, 
Diu ich ilurt vcrnam, 
du ich dem buuni ȟ nAhcn kwam, 

16 Dl) (prach ein stimme wider mich, 
ich solle vaste minnen dich: 
Nu wen' ich dir schaden tut). » — 
»gebiert anders ibt dariuo, 
Davon ich muge genesen 

2U unde mir guut rouge wesen. 
S6 dir Gol länen mnose, 
ni\ ball vaste die liuuse, 
Ich gcnise wol dilil, 
ejn' st, d33 ich vcige tl. u 

25 AlsA biell er die biiose 
sinte unde mit muosej 
Davon wart sin wip gesunt, 
und aldä wart ir kunt 
Da3 spil von der minnc, 

30 da bcgundc sie gcninucn 
Vröude immer mtrt. 
abiut endet sich da^ miere, 

•XU- U ftUn (■ a. 




XXX. 

Wtt entlnufenf ^aftnbvaXt«. 

Von 

dem Vriolsheinipr. 




I 






-'indd loi.l ( MITlh 



I 



£in Ritter etjagie einst twei Hasen, brachte sie beim, und biefs 
sie wohl l>ereiten. Die Hausfrau rielh, den Pfarrer, ihren Gevatter» 
daxn einxnladen. Der Mann ihal's gern, aur Erwiederung so mancher 
Bewirtbung, und hiefs die Frau ein reichliches Gastmahl zurichten. Sie 
fing hurtig ans Werk, und bat auch ihre Muhmen, Basen und Nifteln 
(Richten) dazu. Das geschah am Sonntage, und während der Mann 
ftoch in der Kirche, und das Wild schon gebraten war, forderte sie 
ihre Gefrennd innen auf, mit ihr den einen Hasen su efsen: die Männer 
hauen an dem andern genug. Als der eine rerzehrt war, liefs sie aber 
aoch den andern auftragen uftd getrost verspeisen .* Frauengelüst geht 
ror Männergen iefs. 

Indem kam der Wirth mit dem Pfarrer geritten. Die Frau enlschul- 
dtgte sich, dafs das Efsen noch nicht bereit wäre, weil er Magd und 
Knecht zn lange schlafen lafse. Der Pfarrer musle sich neben sie setzen, 
und es wurde Trinken gebracht. Der Wirlh, unzufrieden und hungrig. 
nahm sein Mefser und schärfte es auf einem Welzslein. Der Pfarrer 
fragte die Frau, warum der Herr so unmuthig sei. Sie sagte ihm leise, 
es gf<chehe deshalb, weil sie mit ihm [dem Pfarrer, eines verbotenen 
l'mganges fäl^hlich bezichtigt worden. Der Pfarrer* voll Furcht, es 
möchte ihm ergehen, wie so manchem Pfaffen wegen >erslolilener 
Minne.* schwang sich heimlich auf sein Pferd, und trabte ohne Knecht 
Ton hinnen. 

Jetzt brachte ein Diener feine Fifchlachen , und Recken mi( Hand- 
wafser: der Herr fragte nach dem Pfarrer, und die Frau sagte, der sei 
davon geritten mit den beiden Hasen. Er fand das sehr unziemlich. 
und setzte sich auch sogleich zu Pferde, ihm die Hasen wieder abzu- 
jagen. Als er ihm nachkam, rief er ihm schon von weilen zu: er 
müfse sie ihm beide da lafsen. Der Pfarrer eilte um so mehr, und 
schalt den feindseligen Freund ; er wollte auch nichts hören . als ihm 
lugenifen wurde, wenigstens ei n en da zu lafsen, sondern erreichte glück- 
lich seinen Freidhof, entrann in die Kirche, und verschlofs sich darin. 

Da liefs der Ritter seinen Zorn fahren, ritt heim, und afs was noch 
vorhanden war. Damach vernahm er, wie es zusammenhing, und sagte 
m der Frau. Scherz sei zuweilen gut, wenn kein Zorn dabei sei. 

Diese wahrhafte Erzählung dichtete der Vriolsheimer. 

I Naaüch, wi« !#■ Akalarrf. 



I 



/ 



XXX. 

Die h a s e n. 



DU ist vmi dtii hawa , 
di« man Jaget Af dea raiatt. 



lin ritter eines tiges reit 

kane wlleo an sin gejeit, 

D6 er iirdne hasen Tienk, 

▼on siner kOnste da3 ergienk. 
5 Stn gelOkke er dran spurte, 

die hasen er [b^e] heim Tuorte, 

Er hie5 sie im bereiten wol. 

dö sprach diu hAsvrouwe: »man sol 

Unsern gevatern dar zuo laden , 
10 gese wirs* eine, da3 möht' uns schaden; 

Wirtschaft soenet dikke ha3.cc 

d6 sprach der wirt: »s5 schaffe5 ba^, 

lÄ dir 's niht werden swsre: 

nnsem gevatern den pfarrsre 
15 Wil ich dar luo biten komen. 

der hat mich dikke geuomen 

Hin heim ze slner sptse ; 

ich \v<erc niht vil wlse, 

Solt' ich*s niht wider tuoii; 
20 da5 lamp, schäf, gaus, kizze, da^ buoii 

Hei5 bereiten und den antyogel.cc 

do wart diu wirtln so gogel, 




I XXX. Pk tnUtKfrnt ^afmbitrtn. 

Da3 sie dar luo kumen bat 

ir niriel, Diuomcn an der slat, 
2S Sie bat ir basen oucb dar tuo. 

Diz geschieh eines suntages vruo. % 

Die wtle der wirt xe kirchen was; 

des vordem lagcs gevangen der has' 

Was und da3 willprsle, 
30 diu wdrheit diu ist atcte. 

Sie sprach; »miiome, niftel, basen , 

■<A S^sse wir den einen basen, 

Der wir! bat an dem andern geoiiok, 

und der techant siat sd kluok, 
35 Das ^''5 w*>' können Tlhcn.« 

dd sie den gAien nähen, 

Dö hic3 sie den andern oucb dar tragen, 

[sie sprach:] »solf ich werden gar lerslageii, 

Im wirt der baten nimnwr niht, 
40 swa3 halt mir <lar4imbe geschiht; 

Vrouwen schin)i>f gft [dikkc] iratmeD *or. « 
In[nenJ des kern geritm an dag tor 

Der wiri und der prarrcre, 

in dem hAse vrigt' er der ra«re, 
45 Ob d.ij C33en wer* bereit. 

diu vronwe sprach mit hfindileit: 

"H, wie ir nCt vor bunger Teht! ' 

ir Ujet die dirne und den knebt 

Des mo^ena lange sUfen, a 
50 [alsA] begsnde aic den ritter itrifen, 

[Sie sprach:] »e^ i*t noch niht ad niben, 

ir mugt stn nihl ergäben, 

ir muejet noch Icnger bllcn.a 

an der häs vrouwcn sllen 
St> Saite man den pfaffen. 

der wirt hicj im trinken schaETen, 

Wan er was lorniklteh genaot, 

er (et, als noch ein man luot. 

Den hungert, and hat splse daheim. 
60 er zäch Ai einen weiiel ftein. 



Vfs ^e« VtiH^l^eliifr. 151 

Sin me53er begand* tr wexieD, 

er wolt' sich schiere seilen. 

D6 der pfaffe da3 gesach, 

ZOO der Troairen er dd sprach: 
d5 »Vil liebe gCTater, saget mir, 

durch Got, unde wieset ir, 

War ambe ist der wirt so ongeBiiiotf a 

sie sprach: »iri5t ir, wsruinb er da5 tuot?« — 

i>Triawen,(c sprach er »nein, ich.« — 
70 »man hit iudi unde mich 

Gezigen, da5 wir h^n getan, 

wir solten es billtch hin TerlAn; 

Ir slt gein im belogen« 

do begund* er gein der tür zogen, 
75 Er sprach: «mir ist ein teil ze heis.« 

er gedüht'r »mir geschiht Itht, Gotwei5, 
Als mangem pfafTen ist ergän, 
der Tcrholne minnet', sunder w4n; 
Di^vor sol mich Got bewarn: 
80 mag aber ich das nnderyam, 

So geschiht mir hie niht pfafTen reht.« 
üf stn pfcrt gesas er Ane kneht, 
[Dannen] trabet' er vil kekke. 
tisch lachen unde bekke. 
85 firaht' ein kamerere dar, 
ein tish lachen WI5 gevar 
Von bilden yit ahtbserc. 
»wi ist mtn gevater der pfarrsre« 
Sprach der wir! »hin bekomen?« 
90 din Trouwe sprach: »er hdt genomen 
Die hasen b^de, und ist da hin.« — 
»triuwen,« sprach der wirt »den sin 
Prueve ich niht vür werdikeit. « 
des Wirtes pfert was ouch bereit, 
95 Er sprach: »er Ist sie hie, weis Got, 
▼uerl' er sie hin, das ^^^ ^^^ spot, 
Man het' mich vür ein[en] äffen.« ' ' 

d6 rant' er nach dem pfaffen; 




t XXX. 9*1 ntlufnu jQsftBbntni. 

DA er in vcrceit ane Mcb, 
100 er rief läl« unde «prtch: 

»Weis Got, ir tlyt lie bMe hie!« 

der pfafTe dar nAber loufen lie. 

Er sprach: »ich entuoD, ob Got «üi 

mir «arl nie erteilt sulch ipil, 
5 Et ut gar An' die schulde min: 

ich vkni', ir aolt min vriuat ain, 

Des eniit nibt, das *>be ich wol; 

icbn' weis "ibt) wa ich mich bneten lol.« - 

.»Eijl, sd lA) mir doch den einen!« — 
10 oneiif. ioh, trinwen. keinen, 

Die wlie ich'j wol erwenden mak.a 

sin kirche im >4 niben lak, 

Das er den Yrtlhof gewan, 

wie btide er in die kircfae entrai)! 
IS Die slds er vaste nAch im uio. 

do bedlhle sich der ritter duo, 

Do er sin nibt mohl' ergrtfen, 

dö lies er loro enttllfen, 

Von dannen er dd karte, 
SO atn Euht er di mit £rte, 

Er reit heim, unde sb5 

und hies im vür tragen, und aj 

Die sptie, die er mohle hin, 

nni das '^' ^b' >bi[cn] tom verUp. 
95 Und das ^' "^^ '»■>« wart 

umb die hasen und [umb] dei prafTen vart. 

Er sprach: njl, Trouwc, schimpf i*t guot 

underwticn, A& man in äne lorn tuoL« 
Dil ungelogen ronre 
30 macht' uns der Vriolsbeimcre. 




5 er Uti^tr. 



( 







i 



W^M aller Well bebagt , lo singeo und lu sagen ohne Sünde, daiu 
gebort ein Wunder: TcrMändig ist, wer gater Leute Ganst durch seine 
Kusi behalten kann. 

,£s beiftt: Flauen haben langes Haar und kurzen Siun: befser als 
ach erkannte sie, wer sie zuerst Frauen nannte^ welche Frau aber 
ftt^icb thut in rechter Zucht und so sich ehrt, dafs sie ein Weib 
VM reinen Sitten heifsen mag, um die mag ein Mann gerne werben. 

WolU ihr nun schweigen, so sage ich ein artiges Mire , welcbes ein 
lebendiger gedichtet hat 

Ein Mann, reich an Gut und Ländereien, halte seine Freude an 
etaeoi Hahne, der auf seinen Rur ihm auT die Hand Oog und sich so 
bberall mit umherlragen liefs. So Tand der Mann einst an seinem 
Teiche einen Reiher, der sich beim Anblicke des habiditahniicben Uahns 
niederduckle. Der Manu trat näher, schwang den Uahn >on der Hand, 
warf sein Gewand über den Reiher und fing ihn. Kr cille nach Hause. 
und frohlockte, dafs er mil seinem Hahne, den er wieder wie einen 
Falken, auf der Hand trug, einen Reiher gebeizt habe; worauf seine 
Frau ihn ofler so jagen biefs. Er liefs einen Koch kommen . den Reiher 
köstlich zurichten, und ihn seiner Frau bringen. Sie hiei's die Magd 
ihn bewahren , und willigte in den Vorschlag ihres Mannes , seinen 
Berni zu dem Wildpret einzuladen. Frühmorgens ritt der Mann zu 
dem Herrn; die Frau aber lud ihre Gerallerin zu Tische, und als beide 
gegefsen und gelruaken, bezeigte die Frau Gelüsie nach dem Wild- 
prete; die Gevatterin ersann den Vorvand , dafit ihr, als einer Kranken, 
ein Flügel und eine Keule davon gesandt worden: und als diese ver- 
zehrt waren, erbot sie sich auch für das Cbrige büfseu zu helfen, und 
10 afsen beide den ganzen Reiher, und vergruben das Gebein; worauf 
i\t Gevatterin heimging. 

Cnterdcssen hatte d^r Mann seinen Herrn zu Gaste geladen, und 
kam mit ihm zu Hause geritten Die Frau empfing ihn ehrerbietig; 
es wurde ihm Handwasser gereicht und mancherlei Speise und Trank 
vorgesetzt; worauf der Wirth ihm den Reiher ankündigte, und der 
Frau gebot den Braten aufzutragen. Diese wollte von keinem Reiher 
vifsen : es möge ihn derjenige bringen . dem er ihn zu Bewahrung ge- 
geben habe. Der Mann fand den Spafs unzeitig: sie aber berief sich 
nt ihr Gesinde, und alle bezeugten es als unglaublich, dafs man 
einen Reiher mit einem Hahne finge. Der Wirth sah sich überslritten, 
drohte aber Vergeltung. Der Herr forderte ihn auf, ihn nach Hause 
zu begleiten, und beide ritten hinweg. 




Dip Fnu lief» noftlricli die Utvitlrrin kominrn . iii^llic »kh itnuobl. 
iinil IUI aip, die Nirhl Ihre Strila bt< ihttm Mannr cintiinelimpn , dei 
lingirnMKBiiii tri im Belupicl und lucb ilic Kranke n)chl In Hiihr lifiinl 
■trdr. I)i> Gctdwrin «indle drn doppcllrn Khrbnirh rin . der ptnem 
TodMcblige iglpich kI : die Fnii aher trboliirh durch drelhigMr«<rTi und 
Sp«i<iiii| dreier DürdlRen in JrJem Hannug tin hhrlang , die Sunde 
Ell burien . und achpilklF drr <ieTiilcrin einen «rhOnen neuen Ürhleier. 
Uieat «illigle rin. und beide »111» lich in rin KUmmcrlein und Iranken 

AI« der Mann heiinkain. uhnill er ilcb drei Silbe, und Hechle 
lie im Schlalgf mache neben demBellbrelle, ging dann lu seinen Leulen 
und ipleile mil dem Kinde. Dir Ptau kam herrsr, er biefa »in lornlt 
trhliren gehn , und ais lief« nun die (ierallerin lieh ina nrttr an die 
Wand legen, Dleis hatle Tcrgerien, 81. UerlTuden um «Ute Herberge 
lu billen ; der Mann ging In Weifbarti Mulho tu BeUe. und leracblaf 
auf ibr die drei SUbe, mil demZunir: er lei noch der Mann , dpr den 
Kciher mit dem Hahne Bng; dann achnill er Ihr lum Waneichcn beide 
Zdpfe ab. Sie ralRe nun IfareZdpfe auf und achlUpRe hinaim. Auf die 
Frage der WIrIhtn, ob aie der Minne (all aei , lerüueble alc daa CelDil 
nach dem Reiher, und «UnKblo, ätSi i<e mil ihrem Mann ein Wolken- 
bnieh ertaure. Die Wirthln hleFi aie, dieae Minne lAngedcnken) Ton 
ihnen lu haben, und aie abiurelben, wenn lir irockne. 

Am Morgen wecklo die Frau ttirenHann , der alrh KUDdene, ala M 
munter lu eehen. und lieh liul rllhmle, drei KnDtlrl auf ihr ipmcblagen 
ni haben. Sie erviederle, daa aei eben 10 nähr, all et den Reiher mil 
dem Hahne gefangen; und ala er aicb auf die abgeachnillenen ZUpfe 
berief, lieta aie ibr langei wochxgelbaa Haar «allen. Da bekannte der 

Koptband, maf« Ihn damll die Unge und die <Jueere. fafale ea iwel- 
rarh, hier* Ihn, auf ihren rechten Fiifi treten, hindurcbblaaen , )ich lu 
Belle legen, bi« er aebwitie, und dann driltbalb Roggenkllrner etaen. 
•n werde et geneHCO. 

Sa ülfle die Frau ihren Mann 




XXXI. 
Der reiger. 



vl^er nd kan singen onde sagen. 

da3 al der werlde sol behagen. 

Hak das ^i" sUnde sin, 

dji mn03 wunder wesen bl. 
5 Wer Tflr bringen Lau sin kunsl 

[al]s<> da3 er guoter liule gunsl 

Hit Tuogen tan behalten, 

der mak wiiie walten. 

Ich h6rt' ie sagen, daj ist war; 
10 TTouwen die haben laogej här. 

DibI einen kanen sin. 

alsd dunkel mich an in, 

Da3 si sie ba3 den ich erkanleii, 

die sie alr^st TTouwen nanten. 
15 Aber welch ttoud' Troullcben tuol. 

so dai si ir hene und iren muol 

Wendet an rehte inht. 

sä hat diu tchaode Ton ir Tluht; 

Als ein TTouw' iren werden llp 
20 sA tiuret, das ^' ^in w)p 

Geheimen mak tnil reioen sileu, 

der mak ein mao vil gerne biten. 




t XXXI. 0n H*i^n. 

Des Diorgens dö e$ »Ket«, 
100 der wirt nihi langer endagele. 

Er hie3 gereiteD diu pfort, 

des wsri er schiere gewerl, 

7.e sinem hcren da5 er reit 

diu vrouwe Diht laDgcr beit', 
5 Si spracb: iimeil], gi ber le mir 

und e bfrre, waj ich tage dir, 

G& le miner gefalem hl, 

und varl', ob ai diheime sl: 

Helge ai luo mir kumen ber, 
10 sprich, ich ■nug' ir uiht eobem.« 

ZcbanI diu meit des nihl enlies, 

das *> ■' vrouwc luon biej, 

Si lief alzehant, 

dil si die gevatcrn *ant, 
15 [Si sprach:] »vrouwe, mlo berre ist 1)5 gerilen, 

min vrouw' Icl iucb le hOse biteo. 

Wir wellen [noch hiutej baben einen guole» Ink, 

ob ich e3 umb iub erwerbep mak, 

Herten liebe vrouwe , 
20 nü 113! iuch balde louwen.u 

[Si sprach:] »z'wAr, du wirbelt din botschaft 

also mit gewallikllcber kraft, 

VoD swanncn dö ber bist bekomen; 

ich bab' ovcb dikke vcrDomen: 
25 Wer einen biderben [boten] sendel, 

sine 4ro er wol Toleodek 

Ob ich e5 nA gerne liege, 

si rauest* des boten geniesen.« 

Si sprach: »meil, nA breng" her in 
30 dag gebende und ouch diu blcider mlü.n 

Vil schier hit' si sich an gelelt. — 

»wiltu g£n, ich bin bereiL» 

Si giengen beide «1 le heoi , 

dA si die gerate ra va&t. 
35 Als si die gevatem an geiacb. 

da3 wort si gnetllchen sprach. 




XXXI. »R «ri^R. 1 

Si sprach: otU liebe gcvater min. 

da3 ir sclik moejet slu, 

Wie mag das inuner geschdn, 
140 das '' nur dt $6 Mltuea'l 

Das ■c'> ■<>'> dikke Biueste sehen, 

mir küode liebera niht gucb^.a 
Diu vrouwe btgunde winken. 

diu meil diu brlht(e) trinkcD; 
45 Si trunken nnde tuten nider. ~ 

niimmeit, genk her wider, 

lit das *SS"* bereit?« — 

uji, vrou[we], d^s brOt ist df gelciL« — 

«Kft hin, [gevaler.] si g£ wir essen, 
SO das «ir ouch vergessen 

l'nsre grösea leide, 

ir und ich. wir beide.« 

Si Hilen lidi le dem tische. 

vieiscb unde fische 
55 Wart di vil vilr getragen. 

ich wiles iu wKrllcben sagen. 

Als si du bäten gessen. 

diu wirliD[De} sprach; »ich liab' vergessen. 

Gevater, gebet mir iuwcr rcte, 
GO min wirl Üt ein wilpra?te, 

Wie wir des mit uusern siniien 

im ein wenik an gewinnen." 

Si sprach: »den rAl den vinde ich wul. 

beis uns das wilprxte holn.u 
65 Als der reiger «art bräht, 

si sprach: ngevalcre, ich hab' gedäht, 

Ir ault sprechen, ich st siecb, 

einen *itch und ein diech 

Habet ir mir gesendet« — 
70 DSD ist diu teidink vol endet, 

Gut gebe uns guot gelOkkca 

si nämen des reigcrs iwei slQkkc-, 

Diu hiten vor in kunen vuos; 

die wärheit ich ml aprechen muos. 




I XXXI. 9n «fi^n. 

175 DA sprach diu f;ettinne: 

»ich kan mich niht TerainMn. 

Ob ich ie be35ers wilprato eobeia. 

diu galreide ist Ton wflrun beig. 

(levatere, ich bile inb uode vM. 
SO gebt mir des wilprRies m^.a 

Si sprach; »diu bei' itt ftar verlorn, 

ja türht' ich mlnes mannea lom, 

Und abt' ouch dikbe ilnea gebot«« 

»erre mit, denne Golea.n 
85 [Si sprach : ngevater.] mich igt ifotnen an ein gelnn 

nü fitbl mir des reigers brüst, 

Und neml darnAch daj beste sltlkbe: 

so) man eg buejen, ich wil mich btikten 

Und wil mir M^tn smiizen 
90 mit willen sibert spitzen.« 

[Si sprach:] »getatcr, nAt ir'5 uodersl^n. 

sd wil ich P3 mit lu an gAn, 

Da5 ir mir'3 helfet buejen, 

ob sAr kumt nich suejen.n — 
95 »JA ich. vil liebe gcvaler min, 

das " ^'^''1' rnue^Pt sin. n 

NA hin, der rcigcr wart gesgen, 

dd wart niht lenger gesejjen, 

Si nflmen dag gcbeine, 
200 beide, gr&i unl kleine, 

Si begruobcn'3 in einem stalle 

mit lüzt[e1)em schalle. 

Als daj gebeine wart begraben, 

diu gesli» sprach : »ich «il urlonp haben, 
S Min gesjndo ich selber mnog bewarn, 

le sent Jakob ist min man gewm.« 
Als si den urloup genam, 

lehant der wirt gerilen kwam, 

Di er stuen h<ren vant, 
10 er sprach mit willen siiehant: 

»H£re, abA liep als ich iu si, 

sA tuot midi hinte sorgen n) 




XXXI. Bit «rittr. 163 

Und «sjAt wt mir ■ni(eii) mm ■ 

des ich in i« gebenfc] Ud.« 
SIS [Er apracb:] »att dA u mit mllcn hiirgegcrt. 

id EOltu sin TÜ Mol gewert.« 
Als dio vroawc dA3 veniait, 

di3 der hm mit dem wirte kwun,' 

Si wurde« w«l enpfwiieD , 
Stpi kwungegen in BCgangM, 

Si (pnch: »vil lieber btrt Bin, 

Gol moMtti Wille komeo itoi; 

Ich gesteh bl einem jire 

u« liehcnt gut, ver vlre.a 
S5 All din nunwe den wirt an gesachi 

dag vor! si guetlichen tpracfa: 

I) Heijet ejjen nnsern faeren 

mit vil ErÖ3cti inn.ii 

Ze haot der htrc wajser n*ni. 
30 der gerihle tu ze tisdie kwam 

VoD spbe Dod ouch von tränke. 

dag stuoni da wol le danie. 

Der wirt vOr tiaen biren tril, 

[erspracb:«wi3tir,J warumbichiuchaehüse bat? 
35 Eg ist mir wol ergaagen, 

ich habe mit einem haD einen reigcr gevangen. 

Des enlle wir eggen. 

tr denoe wir's vergeggen.« 

Er sprach: »trouwen, ist dag gesehen? 
40 dag habe ich selten m£r gesehen.« 

{Der wirt sprach :]»vroaw', als liep idi in muge sin, 

sA bringet niu den reiger berin.u 

Du sprach diu «rouwe luo der sliint: 

»mir ist unb keiaen reiger [nild] kunt; 
45 Dem ir einen re^er le halten habt gcldn, 

den mnget ir'n iu biingai Uu.» 
^ [Er sprach:] sscbade und schimpf ist bmsc, 

mich moet alsost gdusse; 

TrouwB, ich enwil sin niht enbrrn, 
SO in^ bringet oas den reiger be[.« 




t XXXI. 9rr «ti^n. 

[Sl ipnch:] »nA hcerel, H«b«D all«, 

wie iu das ge*aUe, 

Oa3 mir hie uiuer man 

wit ertwingen einen reiger an.« 
255 IM spräch(en) li le der stunde 

toit gemeineni munde: 

»Z'wAr, ich wtene, da^ «3 do«b i« «tgienge, 

das """ ><■■' banni. reiger rlenge.« 

DA sprach der wirt mit gooten liten: 
60 »sehl, nA bio ich ObcrMriten: 

Eg muo3 aber eUwer engelden.« 

»jl ,» däht' si »der mit 83 , der maoj mit geldeo.« 

Als der h^re di3 gesach, 

da3 der wirt hiV ungemach, 
65 Er sprach: nah l<lt iuwer sollen; 

ich wil iu vröude borgen. 

Ir sutt niht Icnger blten, 

ir sult mit mir geftcn hdse rilcn; 

Ir IcuUt dennoch sider 
70 wol bl sunnen schtn bcrwider.» 
Als er den hof gcrünele, 

diu vronwe nibt ienger sämele, 

Si leget' siuh nider df ir diech 

unde Seite, si wtere siech, 
75 Si sprach: »meit, gank her ze mir, 

und hiErc, was "^^ ^"B^ ^"' 

I^uf{e] te minei getateren 

und ruof ir llbcr den gateren.u 

Zebant diu meit des niht cnlic^, 
80 das si ir rrauwe tuon bieg, 

Si lief tuo ir getateren, 

und rief ir über den galeren. 

Dö kwam si geswungen; 

ir was oDch 6 gelungen. 
85 Ak si die gefateren an gesacb, 

dag wort si gvolltchen sprach: 

»Ei]l, liebe geTsler, wie ist iu geicb^nl 

ich halt,' iuh itften mi sA knuk geMfaen.« 



XXXL 9n lUi^ft. 165 

D6 sprach ü luo der sUiDt: 
S90 »ich bin siech uDd ungesunt, 

E^ grimiiiet mich se dem heneo 

and llde gr65en 8menen.a , 

[Si sprach: »gcYaterJ sagt, mir, was iu werte; 

uid sold* ich e^ holen rerre 
95 Uf mtnes selbes übe, 

imrer siache [wil] ich gar Yerirtbe[D}.<( 

{Si sprach:] »gevateif, ich habe einoi man, 

ich enweis» w^ den ist komen an; 

Als ich mich in das ^^ ^^8^* 
900 nade mich nirgen rege 

Unde 6 ich ToUen werde warm» 

sA nimt er mich an stnen arm, 

Und das <^ heiset bette spil, 

des kan er ü^er masen yH, 
5 Das ^1* ™>r keiner niowe [niht] enUt: 

und hef er den Yisch von salüt 

An einem ende g^S3^9 

er w»r(e] gnuok vermQS3®>^* 

Sol ich ouch hlnaht bt im ligeO} 
10 der tot der mnos mir an gesigen: 

[Gevater,] wdt aber ir, das i^ genese, 

sd Salt ir hlnaht bi im wesen.« 

Si sprach: »die rede l^St bestto; 

also braech' ich zw6 6, 
15 Und IsBge ich bi im ein(e) naht, 

bas bueste ich ein(e) man siaht a 

[Si sprach: »nein, gcvaterj ichsag'iu, wasi<^iuo, 

ich bringe es vil wol anders nio: 

I>rtsik bete messe 
iO werden til gewisse 

Von mir geyrümt; 

und das ^ '^ staien kttmt, 

ADe snntage ein jdr 

dri durftigen, ds^ ist wir, 
25 Von mir xe tische gesesset; 

dimit werde wir ei^uet 




I \XXI. 9rt «n^». 

[Alle] der sOiri« dit wir duM beg«*, 

die 113t alledf mir bettAD.o 

[Si apraoh:] »genWr, mt% «5 abd geweseu. 
330 lü wil ich iucb gerne hetfen geoMen.« 

Diu Wirtin nUi die Uden Af den neb&i, 

Vit schiere il Af gceMs, 

Si mm inil ir hende 

her A5 ein [weis] ■lol> gcbebde, ■ ' 
3» [Si ipratft:] •gCTBtar, k slL ate getriuwe, 

dA samct Hn die (iitoalnwe.«' 

DA liwuD d«r wirl seritM n», ' • 

[si spracli:] ngenter, wnj sid ieb »* UNUiV« 

[Si ipraeb:] »ddgA wir aliA drile - 
40 bl uDser kemiDtte 

In ein Ideineg kenerlln, . 

dA welle wir um Reiten iu 

Uat trinlieD dei besten. dca dt st, 

s* werde wir aller sorge *rl.» 1 
4S Als der wirl erbetstc,'' 

stn maot in s^rerwüte. ' " 

Er buob'iltb «iMtant, 1 '' '■■ 

da erciaen bAfen holt tani:^';' 

Dards nett er'drtstabet ' 
SO merket, warsaa Wald' Sr 4ie baben? 

Er truok sl >M drke ^ ■^■■- •',- ;-' 

in sine kemeuiu 

Und siies ai bl itn betbrett 

merket, war umb er daj tat; i. 
' Bi Er giepk ut ilDBm geslndt i' ' 

und Spike mit dem kiiKte. ' - 1 ' 

Diu wirün sprach: »gent«r; ir aril oirf en %ia, 

ich wil warten, wie^oml) dcnwtet mu^e sUn.« 

Als der wirl die Trouweo an gesaob, 
60 da3 worl «r toraiklhben spncii:' 
UE3 wnr(e] sUfeDs ilt;< 
ich liig luch fnoobe^'^uner dk« 
Si sprach: oidi Mn «Ibereit, " ' 
ich her mich Unraln gem^geWlK — 




XXU. 9tx Vfi^n. IC 

Si tpracfa: »getaler, well ir nA üf st6o* 

der Wirt der hei5et mich sUfen gin.« 

VU schiere hli' si sich bediht, 

Gol der gnbe ir guot(e) nahL 

Si sprach: »86 st^ üf si sehant, ^ 

70 and kgei iuch ia d«^ bette bt die want « 

Und swlget gar stille, 

bis da5 ergfti sin wille, 

S6 Wirt er der allerbeste man, 

den ie kein Yrouwe gewan.« 
75 Slifen gienk der guote 

in Wolfharles muote , 

lüiiel was sin rüsen. 

si begunde K)^n; 

Si hüt* ouch bl aller wochen 
80 Sente Gedrüden nie gesprochen 

Noch iimb kein guote her berge gebeten. 

merket, was ^^r ^^^^ ^^^^9 

Unz er crtihte, 

üf er sich rihte, 
85 Niht lenger er dÄ lak, 

wan dA was niht wan: siüiA, stach 1 

Er sprach: »jA bin ich es noh der man, 

der [du] Tienk den reiger mit dem han!« 

Ich wil es iu wserllchen sagen, 
90 bis ^r ^^^' ^ ir dri knütel xeslagen, 

£r loch das Bieter üs der scheide 

und sneit ir abe die zöpfe beide, 

[Er sprach:] »diz wil ich ze worxeichen habn, 

das s^l^ ir >n>c <ioch morgen niht ab. « 
95 Uf der erden si du reifte, 

bis si die zöpfe erkreiite; 

I>6 wart niht lenger gespart, 

si spür des samen mit der vart, 

Als üs der kemen^ten trat, 
400 diu Wirtin sprach: »slt ir noch triutens sat?« 

» J4,« sprach si, »das oi>ch iuwers reigers hätgelust, 

des ertrenke iuch beide ein gr^s wölken brüst.« 




I XXXI. Vd^Vci^ci. 

' Si spracfa: ndi« mioiM mit ir tod hu hibeii; 

getrnkkcnt si, sd ribet li abe-o 
405 Des mor^iu M man Ittle, 

diu vruuwe gienk u irem trAte, 

Si spra(A: »weit ir niht Af sUnI 
man libt, ir lolt le kirchen gin-u 

Er «(irach; »siiii, stt ir ieiuut geneHtiT« 
10 si sprach «in: »was tal mir weienT« — 

»Ich wdDl', ir wBr(e)t lange tAL« 

li sprach: dvod welber handc nöl?« — 

ujfl, lieben, lil iu ugeti, 

ich faab' dri knUtol an ir leibgen.« — 
15 »Ja, da} ist reht als vil er^amgen, 

als ir mil hanen reiger habt gevaDgea.a 

Er sprach; »ich sneit iu die löpfe ab.« — 

»i'wir, ich wkq', daj ich si alhic hab'.o — 

»JA, bringet ir inicb dan iuwen hires iono, 
20 ad hafa' ich niht rebler sinne.« 

Si swank bervUr ein vahi, 

der was gel als ein waha, 

!ii sprach: »ji ist wunder, das " '^^^i 

und dooh altA iin fn grimme strebUa 
2$ Er spradi: »tiebe, ich habe niht mtner sioiie, 

hjlf mir , da5 ich si gewinna; 

Buejt dA mir nibi, ril liebes *)?• 

so verijus' ich minen Itp.» 

Si sprach; »»0 halt her und 1^3! iuch messen, 
30 ob ihtes an iu sl vargeasen.« 

Si was ungetriuwe, 

si nam ir risen Diuwe, 

Si maj in nach dertengc: 
. di was e3 im le enge. 
. 36 Si ma3 im twerhes Ot>er houbi — 

swas ich spreche, daj geloubt — 

Si nam die risca zwhalt: 

»bUsel dardnrcb mit gewall, 

Uni trot mir Af mlneo rehten tuoz, 
40 lA Wirt ni Ivwer aiucbe bnos. 




XXXL 9tt Urtier. 



169 



Ir tttU lach Id di^ belle legcu 
uDde soll iodi nirgen regcq, 
B^ di^ ir erhixiet 
und ein w^nik erswixxety 
443 So €33et drilhalp'rokkenkorn, 
s6 wir! iawer sioche gar Yerlom, 
Und Ut in den jongelouben 
der sinne niht m£ berouben.« 
Seht, al$6 efle diu ▼rouw' iren mau , 
50 relit als ich in gesaget hän. 



xxxn. 



€^tfimt^, %o)» utib §od^}t\t 



\ 



Ete Bancr liall« auf Min Weib eiBW MkhMi H«ri seworfen , daf« 
er sie OBgebncbt bitte » weon er nicht die Leate gefiiitfatel; ihr An- 
blick und Bede war ihm in wider, und er bat (lOU, der Tod möge ihn 
vea ihr bcfkelen, oder der Donner lie beide enrhlagen: der Teufel und 
«eine Mutter habe fie maanniengebracht Er raufte und fcfalug sie, 
bia er sie fDr todt liegen liefs, und schalt und ilucbie, dais sie doch 
■•Tbl davon sterbe. Gleichvobl wnste er keinen gerechten lirund seines 
Bafses aniogeben. Die Mifsbandlung ward so arg, dafs die Frau auch 
lieber todt gewesen wire. Da kam eine Gevalterin lu ihr , der klagte 
sie ihr Leid, und diese verhiefs ihr. den Mann so lu verwandeln, dafs 
er sie lieber haben sollte, als all des kaisers Gold. Die unKlückliche 
Frau erbot der Geratterin grofsen Lohn dafUr; diese aber wollte es nur 
ihr lu Liebe Ihnn , und beide verabredeten sich. 

Die GcTaticrin ging hinaus in dem Manne, der eben aufs Feld 
liehen wollte, und sagte ihm, er m<>ge nur daheim bleiben, seine Frau 
liege drinnen todlkrank, so dars er sie nicht mehr lebend trife, wenn 
er nicht sehr eilte. Er hielt es (Ur Sehen, wollt« aber gern 10 Pfund 
fär die Wahrheit geben, und Tcrhiefs ihr Botenlohn, weon es binnen 
sieben Tagen geschähe; ihn gelüste nicht, sie lu sehen, er wolle auch 
nicht eher heimkommen, als bis m begraben wire: der Pfarrer und 
sie die Gevatterin, möchten nur das Begräbnifs besorgen, er wolle gern 
alles bezahlen. 

Die Gevatterin ging wieder zu der Frau , und biefs sie all ihr Lin- 
nenzeug, kleider und Geld zusammensuchen; sie thalen es in Sacke, 
«ad gingen damit heimlich in die Wohnung der Gevatterin . die unver- 
beirathet und ein erfahrenes Biedermeib war. Dort bezog die Frau ein 
annehmliches Schlafgemacb mit Liden, und hielt sich verborgen darin. 
Die Gevatterin ging dann wieder zur Wohnung des Bauern, scblofs 
den Hof lu, und trug einen Block ins Haus; den kleidete sie als eine 
Leiche ein, meldete dann dem Pfarrer den Tod der Frau, die vor dem 
Hahnenschrei verschieden sei, und verhicfs ihm die reichliche Gabe 
, des Mannes , wenn sie heute noch begraben würde. Der Pfarrer wun- 
derte sich, dafs sie so schleunig, ohne Beichte und Geläute, gestorben; 
und die Gevatterin gab der tnminne des Mannes Schuld , dafs sie nicht 
gehörig besorgt worden : Jedoch habe Ja der Pfarrer ihre Beichte ofl 
gehört, und sie sei gewifs selig gestorben. Der Pfarrer forderte Pfand 
für zwei Pfund , lieXs durch seine Knechte die Leiche abholen , und sie 
gehörig begraben. 




HfBriut ging lis id dem Wliwer uod meldrte Ihn illei; dlewr, 
der rbtn nill •!» Ochisn lu pOUg(D lOg, erbot Ihr (ar Freuden den 
Ochien umml dem POuge, ]■ leln bilbM Gul. Sit bltfi Ibn GoU 
dinken , und TniingW nur, dih er ile lu Bilhe lOge , v»nn er ilch 
vifdn bevelbrn wollle. Er Tenpnrh tt Ihr, dli^ ihm lieber utre, ili 
ÜOU, und Irble nun in iuifd Freuden fOnl Wochpn lang. 

Da iigls'er der Uerillerin , difi er nicht Mnger ohne Weib aeln walle. 
Ble wiT bereit , ihn binnen einer Wocbe m II einer Frau gsni nach ileneni 
Wunache bekannl lu machen. Er war rmb , und alE pllegle der bei 
Ihr Vertiorgenen tut deren Milleln auf alle Veiae to wobl, dafa il« 
narh den •eefaa WorbM wieder tOIUi In Ihrer Sobonhell blBhU. 9ia 
lilriM« ai« «b«a u rata ond tierlich, und fahna nun den Mann hein- 
lich lu ihr In daa kOalllcti geachmUckte Gemadi. Dia aehonr erüttU 
Ihn rreuDdlleh; er erwiedeite bMIcb, ond aie gcael ihm Ober dl« 
Haaften, ala eine nie OeaAeae. Er ah m; nU|l mll ihr, ond naota 
dem rrichllchen Mahle nahm er die Ueialtarin bei Seite und drm( 
aal Verblndflng Bit der Schflnen Aal ihr Bedesken «rgrn aelnerMia- 
hindlnng der erWn Frau, gelobte er dia Uebrelebale Behandlung dar 
Holden. Die tinaitertn hlefa Ihn belmgeben, und «ir Nacht heimlkt 
wlpdMkomnien. Dai getchah ; der Verlieble fand (inadn bei der Scbfinea, 
und ea ward Ihm die Hackt bei Ihr ao wohl, dafa er den Tag vei^ 
wunichte. Er kDinle ilch ihrer Litbe niehl anliulgei) , blieb Tag und 
Nacht bei Ihr, und klimmcrle aicti ilcbl um Wagen und l>flug. 8*Im 
Freunde kamen ond achallan ihn daihalb, ei aber anUchBldigle alch 
darrh einen unwideralchllrben Zauber, und blieb hi aeineni Himnel- 
relehe. Da rngle ala ibn endlich, warum ale, dl« rrOher MI>hande)M, 
ihm denn nun ao lieb «el ; nnd enldeckle die THoicbang , dli ihn nun 
M belehrte. Er bat ai* umGebalnhaltnng; dennoch ward dl« Reich itbW 
Khon binnen iwollTtgen laBdkundlg, and er blieb tmmerdar dtrLeuH 
Rpolt, wliwoU er faitn mit ielBem Weibe In Frl«d«D lebte. 




D » 3 b 1 o eh. 



E3 was hie vor ein gehüre 
den dähle biller und silre 
Bl slnem wtbe das wesen, 
ern' trütc bl ir niht genesen 
5 pA'eder] an sele, noch an llbc; 
ejn' warl keinem wlbe 
Ir man nie mer sA gram; 
da5 er ir den llp nibt ennam, 
Daj Iie3 er durch die liute mf, 

tO denne durch die geislUcben i. 
Ern' roohr ir niht luo gesprechen: 
im wänle stn berte brechen, 
Oaj er sie bArt' unde sacb; 
!>«a3 sie tet und swas sie sprach, 

15 Da5 dühle in allej bcese. 

»daj mich Got von dir erltese!« 
Da^ sprach er le allen itlen 
»wie sol ich des erbllen, 
Da3 uns der tot scheide? 

90 der doner slahe uns beide! 
0er UuTel brlhte mich le dir, 
tint dich iln muoter her ze mir.« 




Svenoe er sie roulte unde iluok, 
dea ddhl' id nimmer genuak,' 

SS Um er sie Tür tM ligea lies; 
er trat sie sfre undc slie3. 
Des genuoget' in vil selten, 
itn vIuochcD uDd sin schelten 
Diu wären Aoe mije gar; 

SO er nam der vuoge oinder war, 
Er swuor vi) enslllche, 
al[le dip] liule ü( extrtche , 
Beide, min, kiit unde wip, ' 
ob sie alle sluegeo äf ir llp. 

35 Sie wuMe ninuuer wo) erslagen. 
ern' künde nieman gesagen, 
Was gf'liresten an Jr vcre, 
und was im doch uomnre. 
Daj wip weinte sdre; 

40 sie muele das ^^^ min. 
Das er ir misseUl nie gewüolc, 
denne alles '^'5 er sie gesluok: 
Er (et ir wirs daune vi, 
unt leich sie di bl nihtet mi, 

45 Wen, das er ir «tnl was; 
■d sie vil käme genas, 
SA sluog er sie aber Dider, 
und habte danne niht wider 
Um er sie brähte in die nflt , 

60 das " michel lieber der tut 
Und euch besser wKre gewesen, 
denne alsd liuinbcrllch genes eil. 

Dl) sieb ir oil soll' enden 
und sie Gel wolde wenden, 

55 Dö komein ir gevater dar, 
diu wart ir leidet wo! gewar. 
Diu sprach: »gevater, saget mir, 
durch Got, wariimbe trdret irl 
Ist iu min geiater gram, 

60 ich mache in iu s4 gehorsam. 



' XSXtt. «^(fUii^i «tb «») i^tJ^itit. 177 

O^ er iu nimmer niht getuot, 

wan, alles da5 iach dunkel guot« 

Sie sprach: »er ist mir geha5, 

ern* wei5 niht selbe, umhe wa3, 
65 Ich was im holt mit triuwen ie, 

ich über gie sin gebot nie. 

Sin Wille und stn ^re 

diu wiren mir also söre 

BeYoIhen, s6 mtn s^e. 
70 der Got, der D4ni^Ie 

Von den Iduwen löste sinen Itp, 

der loBse mich tA armes wip! 

lehn* iLünde iu nimmer tollen sagen, 

was ^ ™>^ b^^ gerouf[e]t und geslagcn 
75 Und getreten unde gest^sen. 

under allen sInen genOsen 

Wart nie tiuwerre man geborn, 

swen erliese stnen com.« 
Dd sprach diu ander ze hant: 
80 »min triuwe diu sl iuwer pfant, 

.Tuol, als ich iuch l^re, 

ern* gesiebt iuch nimmer m^re , 

Und wirt iu dar zuo sO holt , 

het' er des keisers golt, 
85 Das gsbe er iuwerm llbe 

e, danne deheinem wtbc.« 

Si sprach: »des enger ich niht; 

gewinne ich oder hau ich iht. 

Des ir zc 16nc dar umbe'gert, 
90 des stt ir alles gewert. 

Das ir iDir*s bringet dar zuo, 

Das ^r sich slahens abe tuo. « 
Sie sprach: »slt ringes muotcs, 

ichn' ger niht iuwers guotes; 
95 Ich wil iu mtn meisterschaft 

erzeigen durch der liebe kraft. 

Die ich iu hän lange getragen; 

irn' sult an mir niht rerzagen. 




178 XXXII. e^tHixb, ««» ttH» i^i^tü. 

Swaj ich Juch heJse, ans Uiot; 

100 ich mache iu vröuden Heben muot: 

So ir in von aUier .varen Mhet* 

»6 leget iucb nider, ande Jebet, 

, la tuo daj herie vil w£; 

ich wil in ouch gesprcchen t, 
5 Und wil im weerltchen mgen. 

daj ir in disen iwein tagen 
Vil gewinltchen iterbel, 

unde nibl lange sorbet. 

lach hit der islden lak belagt, 
10 der al der werlde wol behagt, 

Da5 ich iu tuo komen bin.« 
Hil der rede gia sie hin. 

Da sie in le alilier raren ««chi 

sie Rruosl' in weinde unde iprach: 
15 »0 vi, trat gevater aüa, 

141 tuwer te akker varen alnl 

Min gevslcr. iuwer wip, 

diu wil verwandeln disen Ilp: 

Sie in der tat ine kamen.« 
SO als er daj bete vernomen, 

Er sprach: »ej ist iuwer spoi-a 

sie sprach: »sO helfe mir Gol. 

Im' gäbet denne säre, 

irrT geiebet sie nimmer mite 
25 Weder lebent, nocb geiunL« 

er sprach: nhet' ich lehen pfunl. 

Diu sold' icb in le Idne geben, 

lol ich siben tage leben, 

Gellt mir da3 wIp töl, 
30 ich gibe iu gerne ein boten bröl: 

Swie vil mir te vasteir gcschibt, 

ich wil dester i heim niht, 
' Mich enluslel niht, da^ ich sie lebe. 

sl, da5 mir lA wol ge<ch£, 
36 Das^ie Terwandel daj leben, 

swa3 ich dem pfalTra sol geben, 



Da Tür seiie ich n(k ein pfimt, 
da5 er mir helfe le hant, ' 
Da3 sie begraben werde. 
140 yerslunde sie diu erde, 

S6 wold' ich vr6 dar heim virD : 
da5 wil ieh ^ Til wol bewam» 
Die wlle ich sie unbegraben wei5i 
s6 swizze ich biuotigen awei5. 

45 $wa5 ir weit, da5 gebet dar abe« 
da5 man ir balde ein grab grabe« 
Als ir diu Mt A5 ge; 
begrabet irs* ouch ein wftnik £, 
Sie stirbet in dem grabe wol; 

50 swa5 es mich danne kosten soi, 
Da5 ich sie vinde begraben, 
den schaden wil ich gerne haben, u 

Do gie sie balde von dan% 
und d^te vasle dar an, 

55 Wie sie Ir gevateren beide 
erlöste von ir leide; 
Sie muetc ir beider ungemacb. 
zuo dem wlbe sie do sprach, 
D6 sie hin wider heim kwam: 

60 »min gevater ist iu vil gram; 
Nu sll ein herzen haftes wip: 
ir werdet im liep, sam sin 11p. 
Nu traget vür her ze hant 
iuwer beste llnln gewant 

65 Und dar zuo alles das guot, 

das >>* ^^^ f^^™ wirte habt behuoi, 
Tuoch, kleider, pfenniuge; 
d^war» ich madie iu ringe 
Mit einander iuwer leben» 

70 oder ich wil in mlnen Up geben. « 
üö sie ir guot all^ biihte, 
diu meisterinne gl^te. 
Das s^®*3 i^ sekke gesties; 
ir gevateren sie hies 




180 XXXU. tiitftMi, Cot nrt jQai^irit. 

175 Vi) balde mil ir heiiD(e) gin. 

daj warl schiere geUn, 

Sie kwimen lougenltchcn d«T, 

unt (mögen dag iniol gar, 

Des ir geviler also wielt , 
80 dB3 sie'3 dem wirte vür gehielt. 

DA wu diu meiiterinne 

eia wip Tol rlcher siDiie ; 

Sie was lange ia' man genesen, 

und wolt' euch immer älsA wcsen. 
85 Uud was til wärhaft erkanl; 

da von geloubten ir ic hanL 

ir gevatern beide dester ba3; 

sine warp ouch ninder umb ir baa- 

Sie hei ein scbcenes sUfgadem, 
90 da3 was geworht mil guoten laden i 

Di lel sie ir gctalem in, 

und gie «il balde wider hin. . 

Nu hceret, wes sie dö pflak: 

in ir gefatem hove )ak 
95 Ein bloch wol also swnrc, 

sam ej ein nienache wnrc, 

Und was ouch in der rndjc gräjl 

den hof sie Taste bcsldj, , 

D>3 bloch sie in d>3 hüs truok, 
200 da5 sie nie man ino gcwuok. 

Sin wart ouch nie man gewar; 

dA kleite sie das bloch gar 

Und macht' ej alsA gestall. 

daj es weder junk, noch alt, 
6 Nie man hct an gesehen, 

er muest' es se einem töten jeben: 

AlsA machte si'j gescbaiTen. 

dA gie sie luo dem pfaHen 

Und saget' im das »ucrei 
10 das ■' gevater lAt wMre 

Nebten *or der -bAn krlt: 

»nü wil der wirl keinen rit 



XXXn. C^efli«^, «•¥ M^ 404mU. 181 



Vorstnem lorae des haben ^ 
sine werde hiote begraben, 

215 Em* wil ooch tao (ir)ir grabe niht : 
swa5 im le gebene geschiht, 
DI Tür sezze ich io ein pfant, 
da5 ir sie leget sl ze hant« 
Der pfafie sprach: »wie ist das dornen? 

20 ich solde ir bthte hin temomen 
Und solt' ir rehte bin getln, 
und soir ir oadi geliatet hin 
Dar nich ze hant ^d sie starp.a — 
»dai3 ir &a^ hie nie man warp,cc 

25 S6 sprach dia meisterinne 

»da5 schaof dia grd^e nnminne. 
Die ir ^t wirf nA lange tmok: 
der düht' in dannoch niht genuok, 
Daoe hit er sie niht wol behuot; 

30 dlYür nemet ir sio gaot, 

Ich sezze iu pfant vür swa5 ir weit, 
da5 ir langer niht entweit, 
Im' leget sie, dl sie ligen sol; 
ir habet an ir bthte wol 

35 Vil dikke und ofte vemomen, 
sie ist mit triuwen her komen; 
Nu ist sie des gehen tödes beliben: 
slt an den boochen ist geschriben, 
Swie der rehte mensche slirbet, 

40 da5 diu s^le niht verdirbet; 
DI von sult ir gewis wesen, 
sie ist zuo der s^Ie wol genesen. — 
»NA g6t hin balde,« sprach er 
»und tMingct mir ein pfant her, 

45 I>a3 zweier pfunde wert sl.« 
sin knehte stuondcn dl bl, 
Die sanf er nIch dem t6teii , 
dem bloche wart geschroten 
Ein grab, dl si*5 in huoben 

50 und e5 vil wol begraoben. 




Swie dem piafTen ww gelt^U, 
er was idoch niht gu belrogeo. 
Er bet tun pfui Ttir iwci pfuDl. 
<la3 Ict diu meiaterinDe kuut 
25S Ir gevaterD vil scAicre. 
der obsen wären viere, 
DA mit er le akker gie; 
er sprach: ug^fater, nMuet bie 
Disen ohsen mit dem pfluoge; 

60 ob iu des nibt genooge, 
Osj sult ir mich wIjjcd Un, 
ich gibe iu balbcg, itj ich hin, 
E ich mich der ncre veriige. 
Bit bäl mlu vrüude den sige 

65 An mlnem b^rien leido ereiriten; 
der saildfi hin ich käme «rbiten.u 
D6 sprach diu meisterinoe: 
»gevaler, ich gewinne , 
luwer gugt wo), swenne ich wU, 

70 ej st w€nik oder tÜ, 

Swaj iu le heile sl gescbeu) 
der gniden sull ir Gol jän. 
Des bin ich ine schulde i 
doch wil ich iuwer hulde 

7K Ze holen bräle gernfe) Un, 
und wil iuch des nihl erliu. 
Im' gehet mir iuwer ttiuwe, 
und leijte} ine rinwe, 
Swennc iuwer muot le miiinen »M, 

60 des ir ein wip le iuwer i 
Tiich mlnem rite kieset; 
Bwaa ir daran lerlietet, 
IMswar, des wirt vil kleine:- 
ichn' rit' iu an keine^ 

85 Im' muejcl mir dei immer jehen, 
e3 wurde nie bejjer wIp geieheB.»- 
Er sprach: »des wil ich in swern, 
die wdvc mues«! mich venem, 



Ich wei5 iuch wol b6 reioe, 
990 geDeme idi inmer keine, 

Wan, die mir leig^t iuwer täi; 

da5 ir mir ad vil guotes hAt 

Getin, unde oucb noch tuot, 

des gib* idi Itp imde guot 
95 VU gar in iuwer gebot, 

ir alt mir lieber, danne Gota 
Stn h^ch gemnete di5 nam lua 

mit Tröoden spät unde vnio, 

Swa5 im leides ie gewar, 
900 des Tergas er alsd gar, 

Das ^^ ^™ ^^' ^P bdeip, 

. un^ er vOnve woehen yertieip. 
Dö sprach er: »trüt gevater min, 
ichn' mag niht An(e) wlp gesln; 
5 Nu machet aber niuwe 
die gevaterllchen triuwe. 
Und helfet mir, das ^^ inwer kunst 
und iuwer[n] munütchen gunst 
Dar an geniesen muese; 

10 diu mere sint so suese. 

Diu man saget von wlbes guete, 
das >ch immer mtn gemuete 
Vürbas getwingen mak: 
sol ich möre keinen tak 

15 Eines wlbes enbern, 

so mag ich lenger niht gewern.« 
Sie sprach: »geyater, nü sll ttö, 
ich wil es vuegen alsd. 
Das i^ iu zeigen wil ein wlp. 

90 diu einen wunnenkllchen Up 
Von Gotes meistenchefte hit, 
der alles das '® wünsche stit, 
Das ^^^ ^^ wlben loben sol: 
sie ist der tugende $6 yoI, 

85 Ist es an iuwerm heile 
das aie iu wirdet ze teile, 




1S4 XXXII. <ekt^ni, «*) M» «fillrit- 

So geschach nie maunes IUm 
so will mit einem «Ibe; 
Sic isV oucb also stete, 
330 das Sic nie man des erbnte, 

Oaj sie immer wurde mannes wlp, 
sine tuo es (Ien[De] durch mtnen 11p. 
Nu cnthabcl iuch dise wocbcn, 
um das hdn ich sie besprochen. 
3S Sul ich in disen sehse tagen 
dsj le samenc getragen. 
Das ir cfa ander muget sehen, 
das niuo3 ir halben geschehen 
Von grüjcr mlner arbeil, 
iO slt ich iu von ir hdn geseil. 
Ich wäge guot undc Itp, 
sine mucje werden iuwer wlp.« 

Er ucig ir unde sprach dö: 
«gevaler, ich bin iuwer vni 
45 Ir Bull gebieten [al le hanL] Über mich: 
swa3 ir weit, daj wil ouch ich 
Mit Worten und mit niuole; 
mit llbe und mit guote 
Diene ich nach iuwern hulden. 
60 ich bin von iuwern schulden 

Ein vröudenrlch (und) seelib man.« 
er Bchiet mit urloubc dan 
ÜDl pllag wol stnes llbes. 
Dd pOag ouch sie des wlbes 
55 S6 rehio meisterliche wol, 
da5 man sie darumbe loben sol; 
Diene Uej sie ninder vür das gaden: 
ejsen, slifen iinde baden, 
Da3 was ein leben, des sie pQik; 
60 ir bette Ai sie äCe lak, 
D»5 was senrte unde hoch; 
dane mohte ein sueller vl6ch 
Mit springen niht gelangen, 
«3 was Til wol bdungen 



XXXIL «HU«» , «•» «O 4a43nl. 185 

965 AI umbe und umbe» vür den stoup; 
beide, krüt, gras unde loup. 
Des lag der estrich toI; 
dfllen and wende wiren wol 
Biit biaomen gar bedekket; 
70 der was daran gestekket, 

Da3 man dk nibt wan bluojnen sacb. 
ir was sd wol, da5 sie des jach, 
Sie wsjre in dem paradlse. 
der allerbesten splse, 
75 Diu an dem market teile kwam, 
sie waere will oder xam» 
Der koufte diu meisterinne genuok; 
wan sie in dem biutei truok 
Ir[re] gevaleren pfennioge, 
80 die dübten sie vil riogf^. 

Sie^ künde oucb vil wol kochen, 
und machte in den sebs wochen 
ir[re] gevalern eiu[en] so scboBneu Itp, 
da3 man (ein) so schcene wip 
85 in der gegende ninder vant 
sie het onch besser gewant, 
Denne kein gebiurinne dk: 
ein[en] niowen mantel der was bU, 
Der was genit ze vllse; 
^ ein snoBde kürsen wlse, 
Die sie darunder truok, 
diu stuonden beide wol genuok; 
Ein sldln boubet lachen guot, 
und einen wol standen huot, 
9ö Unde guot linln gewant« 
dem sie d was wol bekant. 
Dem waere sie nü vremde. 
ir rökkel und ir bemde 
Diu w4ren klein unde WI5; 
400 sie bete michelen VII5 
An kleine valten geleit; 
ir gürtet was le m^se breit, 




Ej WM «in borte wol beglagen, 

daran miiuste sie tragen 
405 Einen schoencn biuiel «ürien vol; 

ir schuohc stnonden harte wol 

Unde ir wisen achepelinge. 

sie was uucb aller dinge 

Vol komen an dem llbe 
10 i'eincm vil biderben vtbe. 

Dd diu sehste woche ende Mm, 

der man vil vröllchen kwam, 

Do enpflenk in stn gerater wol: 

oicbn' weij, wij ich 's getfiescD aol,!! 
16 SA ipracli diu meiiterinne 

»ich hin umbe inwer minne 

Erliten michel arebeit, 

und hän von iuwer vrumekeil 

lucb Taste Tennieret : 
20 ist, da3 ir ej nihl bewaret, 

Sd hin- ich min üre Teriomi, 

icb hän ril stre geiwom, 

Getriuwe und örbsre, 

ir Sit, biderbe und ge««re, 
äS GeTboge, milt unde guot, 

bescheiden, stnte und nolgemaot, 

Da5 hän icb henuo genomeo. 

nfl wil diu vrouwe her komen 

Und wil iuch hiule gesehen; 
30 da} sol sA «ttlle gescbta, 

D35 C3 nie man wijge, danne wir: 

sie wil bie eDbljsen mit mir. 

So sull oucb ir hie C53en, 

und suU des tiiht>erge33en, 
35 Als ir die mess« habe vernomen, 

ir sult s6 hcimeltcbeD komeo, 

Da5 nie man wisje, wer ir alt; 

wir 5ul[lejn e^ belen an der ilt, 

Di^ wir tougen gcMfaen, 
40 wes wir offenllchen wellen jehen.u 



XUUL C^rfltiiii ««^ M) ««4u<it 187 

06 muoste er zuo der kirchen gln, 

da5 het' er gerne verUn, 

In dühte diu wlle vil lank, 

unz man messe gesank; 
445 Do entsagte er sich den liuLen gar^ 

und kwam vü heimfejUcben dar. 

D6 Ue3 in sin gevater in, 

und wlsle in in di^j gadem hin, 

Da^ dd 86 wol geblucmet was, 
50 niuwe loup, krüt unde gras 

01^ machte darinne kuele; 

d6 bete sie die stuele 

Mit vöhen küssen bed^t, 

und het oueh alle die naht 
55 Bereitet wol ze prIse 

ein Wirtschaft gaot^r splse. 

D6 er in da^ gadem gie, 

das ^^P iii' minncnkllch enptie ; 

Da5 galt er ir mit wizzen. 
60 sie hie5 in zuo^ir sizzen. 

Des düht' er sich ein saelik mau.. 

er sach sie rrdllchen an, 

D6 dühte sie in ein so scbcpues wip, 

da5 in dühte ^ sin 11p 
65 Wsr* immer m6 Tor alier nüt 

gcvrlet unz au slnen tot, 

Wurde sie im le teile; 

da5 wsf' vor allem heile 

Sin beste sslde immer me: 
70 bet er sie ie gesehen 6, 

Da3 was im nü nnbekant 

d6 gab im Walser zehant- 

Ir gevater, diu wlse, 

und gab in guoter splse 
75 £in Wirtschaft willekltche. 

der man was vröadenHche 

• 

Durch die schoBne des wlbes, 
in dühte , ob er des llbes 




188 XXXII. tf^t|t«»I>,*««t BBl J^a^jeÜ. 

' Gewallik wesen solde, 

480 daj er immer werden wolde 

UDgsdik, arme und unvrA; 

er wolt' ouch danken alsA 

Stner gcvatero unde Goti 

er woir ir zweier gebot 
bS Lcislcn größer slnle, 

dannc ie kein man geUete. 

Dö da3 eggen ergie, 

sin gevatercn er gevie 

Vröllch b1 der hotide, 
90 bin au dca gadcmes ende 

Wlslc er sie von dem wtbe, 

er sprach: umit mlnem llbe, 

Mit allem mincm ^iiote 

luot, swes iu bI » muote, 
95 Und samet mich unt dag wip; 

dag bellen nimet mir den Itp.« 

Sie sprach: »ich entsitie das, 

dag min gevaler grögen faag 

Von iu iDucse dulden, 
SOG ich euweig von weihen schuMen: 

Tuot ir nA diiem wlbe Mm, 

(so ist le wäre gräg diu schun) 

In der ich danne muog gesUn: 

wan ich rür iuch gelobet hin. 

Ir glt der bette wlbei man, 
6 den disiu wcrid ic gowao.« — 

» Djk vllr ncmct mlyen cit 

und alle die gcwisheit, 

Der ir gedenket,« sprach er. 
.10 sie sprach: »nA gdl xo Ashlo her 

Und ligct ir [ougenllchcn bt; 

swie sie iu danne morgen il. 

Darnach sul wir uns kören: 

wir sin von untern Aren 
16 Beide samt getcheiden, 

beginnet sie iu leiden. 



XXXa <M^»^i ^^ ««^ 4i4)Ht. 189 

Da3 sint gar iuwer schulde , 

so tersag* ich iu mtn hulde; 

Sie ist s6 genzllchen guot, 
520 woli' ein herre slnen muot 

An ein wtp durch tagende k^ren, 

er nsme sie le allen ^ren. 

Nu Ut sehen, ob ir darzuo tuget, 

da^ ir gnot tür guot nemen muget.« — 
25 »Ji,(c sprach er »ob Got wil: 

wirt mlner seiden (^)s6 vil, 

Da5 sie mir holt mak gewesen, 

s6 möhte ein pfaffe niht erlesen 

Die TÜ manikralde £re« 
30 die ich immer an ne kere.« 

Sie sprach: DgM hin verholn(e), 

ant kernet her wider verstoln(e) 

Zc nable so man sUfen sol; 

ich beere morgen vruo wol, 
35 Welch gebt iuch dann^ vueret; 

swa5 ir mir nü swuerct, 

Ich geloube iu dannc äif eide ba5. 

nü sprecbcnt doch die wtseu da3, 

Tinde der töre goldes iht, 
40 e3 muge in doch geheifcn niht: 

Swer sich der ^ren niht wert, 

ir ist im dester m^ beschert« 
IM gie er daune über mäht, ' 

unt kom dar wider hin ze naht, 
45 Da wart er wol enpfangen; 

dd was diu naht ergangen, 

£ dan im liep waere: 

»diz ist da5 IxBSte msre,« 

Sprach er x>da5 i<^ i^ vernam,« 
50 do sin gevater dar kwam 

Und sprach: »st^t üf, e5 ist tak.« 
- er sprach: »gevater, ich enmak: 

Swa5 mir dar umbe geschiht, 

ich kom von dem wlbe niht 




) XXXII. «Haut, «rt nb «lifocH- 

555 lehn' ««13, waj Gol ^ndden habe, 

er hit mir rehl herabc 

Ein himel riebe gCReben, 

lic^c et mich nü sä lange leben. 

Das >^ ">><''> '^ (lo<^'' geniete, 
60 ab waire reht, das ■c'> ■'> »iete. 

Hit guote und mit Itbe.» 

SUSI beleip er b1 dem wtbe 

Vil lange naht unde tab; 

swie vil er b1 ir gelak, 
65 Des ciiJAht' fn alle,; niht genook; 

er lie den wagen und den pQook 

Sä lange stille dar umbe lün, 

da3 im xuo begui>den gAn 

Sine vriunde, nnd jShen. 
70 da sie in ligen nähen, ' 

Er woldc gar verderhen<' 

unde hiejen in werben. 

Als ein ander sin fienAj*. 

er sprach: »diu liebe ist aA fft6ft. 
75 Diu mich le dem wlbe twinget, 

swer mich von ir bringet, 

Daj muo3 mit loober geichte: 

ich hän alr^sl nä gesehen, 

Was gnMe an guolcn wtben iiLii 
80 »iisl lag er stille unt an die vriat, 

D>5 die vremdcn und die knnden 

sId leben gar beninden 

Id der gcgende überall 

wan er sIt nie man des «nhal, 
85 Im enhete Got an ir gegeben 

hie an erde ein himelitcbes leben. 

AIsA veriert(e) der man 

alles das er ie gewan. 

DA sprach er luo dem wlbe, 
90 »ich muo3 b1 dinem Itbe 

Von hunger ligen tAt, 

uns wil nie man ein bnvt 



Weder Hhen, noch geben; 

sol ich Verliesen mtn leben, 
595 D«5 muo5 hie bt dir gesehen, 

ich stirbe, sol ich dich niht sehen.« 
Dö sie wol hete vernomen, 

da3 er von ir nihi mohte komen 

So verre uns er gewunne ein bröt, 
600 done wolte sie s& grd5e n6t 

Mit der liebe wol erwerben, 

da5 sie hungers wolde sterben: 

»Durch Got, n6 saget, a sprach da5 wip 

»von swelhen schulden ist min llp 
5 Nu so guot wider ^, 

dö ir mir litet so wo 

Mit siegen naht undc tak? 

ich wei5 wol, als ich c lak. 

Ab ich hän stt bl iu gelegen.« 
10 d6 tet er vür sich einen 9egen 

l'Dd sprach: »hUstu mir war gcseit?'« 

sie sprach; >ie5 ist diu w^rheit, 

lehn' starp uiht, ich lehe noch, 

und hän dich underwtset doch, 
15 Da5 du ein vi! tumber man hisl, 

und enwcist, wa5 suot oder übel isU« 

Er sprach: »nü swige durch Got; 

ich muo5 der lant liule spot 

Liden unz an mlnen t6t, 
20 sie tuout mir so grö5e not, 

Vreischent sie da5 mserc. 

da5 ich gerner tot waere.« 
Swie wol sie e5 verdageten, 

und nie man niht ensageten, 
25 Da5 m«ere wart in zwelf lagen 

durch die gegende getragen 

Allenthalben in da5 lant. 

dd man die wärheit bevani, 

Do wart er so ze schalle, 
30 da5 die lant liute alle 




Mil im unnmrjik wir«D. 
in allen stncn jltreo 
Höht' er d«n spol nicht Über ilrvhMi: 
soll' er tüscnt jlr Icbrn. 
635 Er wierc der Utile spol geweiien. 
sIt Iic5 er dftj wip geneson. 
Die getorat' er schellen, noch loben,: 
man nant' ictwcderj rUr ein Uibrn. 
Susi was stn lumbhcit erkant, 
40 and wu sln.wlsfaeU gescbanL 

Wan das man's niht versuochen uil, 
mau rande noch den man wol, ' 
Den man aM wol belrUge, 
dem man bA kUndikltchcn Mgc. 




xxxm. 

®|)e im ftben mit ^it. 




.in." . . 



I 



Ein Mann verlangle toii teinem Weibf , sie solle ntfh seinem 
Tode ohne Mann bleiben . um sich , mit seinem Danke . das Lob der 
Welt und das Himmelreich su verdienen. Sie erwiederte, er möge nur 
sorgen, dafs sie bei seinem^ Leben ohne andern Mann bleibe: sie 
kümmere sich nicht, was er' nach ihrem Tode thue. Er aber bestand 
darauf, schalt sie eine L^nchristin . und drohte ihr den Tod. Sie erbat 
sich drei Tage Bedenkieit, ging lu einer Gevatterin und bot ihr Geld 
für guten Rath. Diese wollte gern umsonst solche Forderung von allen 
Freunden abwenden, und belehrte sie, so dafs sie fröhlich ward und 
manches Lied sang, bis lum vierten Tage. Da kamen ihre und ihres 
Mannes Verwandten , die Zeugen ihres Gelübdes sein sollten. Sie wollte 
xnvor wifsen , ob er es aus Liebe oder Hafs fordere. Er betheuerte 
seine Liebe, und sie verlangte nun von ihm das gleiche Gelijbde. Er 
leistete es mit einem Eide, und setzte ihren Verwandten 30 Pfund zum 
Pfände, dafs er ihn nicht bräche. Da sagte sie, sie wifse kein befüeres 
Pfand, als dafs sie beide sich sogleich schieden und jedes mit der 
Hälfte ihrer gemeinsamen Habe zur Pfründe in ein Kloster ginge. Er 
aber beiheuerte , er könne ohne sie nicht leben , er wolle lieber seinen 
Eid brechen und alles hingeben, als ihr Pfand annehmen. Sie be<itand 
darauf; da bat er sie fufsRillig. und hiefs alle Gegenwärtige Hir ihn 
bitten . bis sie endlich gewahrte, jedoch mit der Biifse, dafs er ihr 
noch einen Mann zt beliebiger Zeit erlaube. Er willigte in Alles, sie 
gab ihm den Versbhnungskuss , und freudig feierte er mit ihr von 
neuem seine Hochzeil. Er hielt nun seine Frau um so werther, damit 
sie nicht von ihrem Rechte Gebrauch machte, und beide lebten seitdem 
vergnügt ond in Frieden mit einander. 




i 




XXXEU. 
Man und wip. 



Ein man «prach tc ilnem wlb«: 

ddA wis nach mlnem Ilbe 

Durch mlnea willen Ane mui, 

da gewinnest du tII dinges an. 
5 Dich lobet diu werlt geltcbe. 

und verdienst oach Gotes riebe ; 

Dariuo wil ich «3 verschulden 

fA wol gegen dlnen bulden. 

Das i»*" i>B dienst baj Tei^alt. 
10 ich wil diT'3 gelten huDdertTall. < - 

»Ir muget wol gräwen.a sprach da3 wtp 

»sich mak wo! rümpfen iuwer Itp, 

Das " r^emde] swxre boi^et 

und ir darumbe sorget. 
15 Wie es nach iuwenn töde ergi-: 

ob ej bl iuwenn leben wol sie 

Hts lobet ir Got vil s^re; 

und enbilet mich nihtes mite. 

Wan, das i*^ )>' iuwenn Ilbe 
9ü äo* ander man beltbe. 

Und nemet d«3 von mir vttr guot, 

iwaj ir Dich mtnem idde taoi . 




X\XIII. «|)( im £At» an» ««tr 

Di soff^e ich tUiid umbe: 

wsret ir niht ein lumbe, 
25 Ir tsret mir vil rehU aluim; 

das ich mich der rede vilr iuch achun 

Und ir iuch selben niht enschBmt, 

dA habet ir rehte tären amt.« 

Er sprach: »nd iä die rede alin: 
30 des ich dich ii gebeteabin, 

Desn' wil ich von dir niht enbero; 

wil dA mich sin nibt [vil] %»tü goMro. 

fMswtr, ich nime dir den Itp; 

dd bist ein unkristen wip, 
35 Da^ du dich seizest wider mich: 

des wil ouch ich mich wider dich 

Mit alte setzen ze hant. 

dA gib mir ein gewisses pfant. 

Ob dd mich überlebest, 
<Ut dise werlt mit alle üf gebett. 

Des wil ich dich erlilsen nihl: 

sprichst aber du Ai wider iht, 

Swie ej mir dlroilcb erg£, 

dun'en aprichcst wort nimmermt.« 
4S Si sprach: »Ich wand«, weij Gol, 

es wnre ein schimpf und ein apot: 

SU dir der rede emesl ist. 

sA gib mir dri tage vrist. 

Um das *'' '<^)i bedenken mich; 
90 »i solt ouch da bedenken dich. 

Was pfandes sich geruegc, 

des dich von mir genuege.« — 

»Da5 tuon ich gerne;« sprach er 

»ich wil des tagcs bringen her. 
53 Beide, min vriunt und oiich die diu, 

das ^' *^'^' f^^^ geiiuk atn.« 
DA si die vrist von im gewau, 

di mit gie ai von dan, 
TA si ein ir gevatem vant, 
<<0 der Ict si schiere bdiant, 



C^c km ithtm «r^ t§U. 199 



Di^ IT man darnlch strebete, 
ob si in über lebete, 
Di^ si aUe man ferbere, 
und ab ein nonne wsre, 

65 »Des wU er haben gewisheit, 
ej sl mir liep oder leit, 
Rehte an dem tierden tage xnio; 
durch Got, nü ritet mir darsuo, 
Mugt ir t^ immer understAn, 

70 ich gib* iu alle5 da5 ich hin.« 
Ir gevater lachet' unde sprach: 
»wurde iuwer sdde s6 swach, 
Da3 er ioch des fiberkwcme, 
sd da^ diu werlt femcme, 

75 S6 wolf e5 danne ein ietsUch man; 
da5 wil ich wenden, ob ich kan. 
Sit vr^llch unde wolgemuot 
und habet iu alle5 iuwer guot, 
Ich gelSre iuch da5 vergebene, 

80 da5 er iu bt slnem lebene 
Ein[en] andern man erloubet; 
da3 habet ü( min houbet.« 
Si hie5 si suo(z')ir sizzen 
und lerte si mit wizzen, 

85 Wie si ir man solde 
über reden > swes si wolde» 
Si Idrte si tu schiere also, 
da5 si wart geil unde vrö 
Und gar von ungemuete schiet; 

90 si sank vor vröuden manik liet 
Des vierden tages komen dar 
ir vriunde und ouch des mannes gar 
Do huob si selbe ir rede an, 
si sprach: >>mich bitet min man, 

95 Da5 ich n4ch stnem llbe 
an* ander man bellbe; 
Nü sult ir alle beeren da5, 
ob er da3 tuo durch mlnen ha3. 




t XXXIII. tttt im icbtit unb «tfrr. 

Oder «{'s durcb mtoe liebe tuui 
100 mir Ist dester lieber dariuu. 
Ob cr'3 durch rebte liebe tuot.x 
er sprach: »min llp und min guul 
Mueje ich Verliesen, als ein diep. 
dune stsl mir alsA reble liep, 
5 Das ■'^S durob ganie minne gen 
und wesle ich hiule.e sprach er 
uDa3 du nimmer man geiuemest m«. 
ich stürbe tebcu jär desler <;.« 
Si sprach: unil tun, des icb dich bil«. 

10 da bewarestu die liebe mite, 
Vei'mld[c] dd nach mir eltiu «Ip. 
so vermtdc ich aller manne llp. 
Und gewer mich, des ich dich wer.« - 
i>da3 [uon ich gerne,« sprach er 

15 »Daj habe AC mtnem llbe, 
ich gewinne le keinem wlbe 
Nimmer nie keinen muoL« 
si sprach: »diu rede ist vil guul. 
Der fcib mir ein gewisse^ pfant. 

20 daj selbe gib' ich dir lehanLn 
Er sprach: »swas praades dd gersl, 
daj ouch du mich de« selben werst. 
Des Pfandes bin icb vil bereit.« 
si sprach: »des swcr mir einen eit.n 

25 Den eit swuor er sizestunl. 
si sprach: »uA sezie drille pfunt 
Ze wider weite vür den eit, 
ob dA brechest dtne wärheit. 
Das ^^ '''u mlnen vriundcn gebest 

30 und dawider niht enslrebesL« 
Diu drtsik pfunt saite er dar, 
unt tct ir willen vil gar. 
IM wart si vröudenrtchc 
und sprach vil vrüllche: 

3fi »lehn' weis kein gewisser pfant, 
*A , das wir una scheiden le baut 



XXXIIl. tflic t» fthtn anH ««be. 901 

Mit Übe und mit guote, 

und mit guotem muote 

Durch Got in xwei kluster varn; 
140 wir niugen^ uns nimmer ba^ bewani , 

So gelern' ich um an dtnen tot, 

da5 ich wol danne äne not 

An' ander man bellbe; 

so entwonestu uuch dem wlbe 
45 Unz hin an mtnes tödes vrist , 

da5 dQ rinkitch änt wlp bist 

Des pfandes wil ich niht enbem, 

de« sul wir beide einander gewem.a ^ 

»Ow£!(c sprach er »yrouwe mtn, 
50 sei ich dtn selbe äne sin , 

So stirbe ich aber hie lehant: 

het' ich dir umbe da5 pfant 

Tüsent cide gesworn, 

si würden alle verlorn.« 
55 Ir mäge sprächen sdzestunt: 

»ir mue5ct uns geben drl5ik pfunt, 

Welt ir den eit niht stste lün.a 

er sprach: »so nemet, swa5 ich hin. 

Der eide mak niht stste sin.« 
i>0 si sprach: »da5 guot ist halbe5 min. 

Da wil ich pfruende koufen mit, 

und leben nach der nunnen sit'; 

ir sult ouch als ein münch leben; 

ir mue5c^t drl5ik pfunt geben, 
65 Und brechet dariuo iowern eit; 

da5 wurde ein grd5e unwerdikeit, 

So verlürt ir guot und ere 

und wert danne immer möre 

Aller der werlde ungeneme 
70 und ouch mir s6 wider zcme, 

Da5 ich e3 mit iu niht enwige.« 

dö kniet' er vür ir mäge 

Und bat si, swie er künde, 

da5 si in der drisik pfunde 




! XXXJII. C^t in fAn nn» «att. 

175 Durch den riehen Gol erliejen 
und da,; wip ir lornei hiejen 
Vergessen durch die namen dri, 
und in des eid» liesen vrt. 
Da sprächen li alle gemeine: 

80 »sine läse den dt aleine 
tindc \i^t dariuo ir lorn, 
diu drtjik pFunt sint gar verloro.» 
Des swuoren si bl ir llbe. 
dd gieng er luo dem wlbe 

85 Und viel ir an ir vueje 
und bat il durch die aat^. 
Die an ir lügenden wlren 
und durch ir schcpfer baren , 
Daj si ir lorn Tara lieje, 

90 er tier. swas il in hiese. 
Der bete nam si ninder war. 
dd rief er stncn mdgen dar , 
Da3 si ir müge bteieo, 
und ej danne alle tnten 

»S Durch Gol und durch Goles lAl, 
da3 si im hlltren von der nAl. 
Des schämten sich stne mlge: 
sumellcher tet es träge, 
DA was i>ucb der, der ej gerne lel: 

aoo düch Itomen s' alle luo der bet' 
Und bäten im umb ir hnlde. 
si sprach: »ichn' wU die schulde 
Nibl läjen, dan enbiiejest mir.« 
er sprach: »Trouwe, ich buege dir 
5 Dane zwivel aber nimmer an.a 
si sprach: »di muosl mir einen mau 
ErlouLen, des bedenke dich, 
und muosl daj lägen ane mich. 
Da} ich den neme, swanne ich wil: 
10 dd mabt mir llfate sä vil 
iiedicDeii, dag ich ej läje. 
dich dühte daj lumiis«, 



XXXIU. C^r im fAtm «O «i^r. 203 

Ob ich Dich dir nmne einen: 

nü wil ich dir keinen 
215 Verloben bt dlnem leben(e).<i 

er sprich: »das 1^^ ^M cben(e], 

lÄ niht wan dlnen sora Tarn; 

dA kanst dln ^re wol bewam, 

Tuo aUe5 da5 dich donket guot« 
20 d6 lie5 si sitfen ir mooi, 

Und hoob in Af oni kust' in. 

d6 was diu ungenAde hin. 

Des genidei' er in allen; 

er sprach: »nu ist es mir gevallen 
25 Ein seit * Yon iuwem schulden, 

das i<^ ^^^ komen se hulden; 

NA wil ich brAÜoft machen.« 

des begundens' alle lachen, 

Das I™ ^iu schände geschach^ 
30 und er doch ssiden daran jach. 

Er machete ein höchzlt, ^ 

und bete die hüs vrouwen sU 

An allen dingen dester bas, 

das si ir zomes fergas 
35 Und ander man Yerb«re 

die wtle er lebende wsere ; 

Des dAht' in gar ze lüzzel e : 

dA gerf er Yon ir nibtes m^ 

Si leblen vröltchen slt 
40 und beten nie keinen strtt; 

Er tet alles das ^^ wolde, 

do tet si, swas si solde. 

Si beswcrten beide einander nie; 

du er sf leides erlie , 
45 Do erlies si in aller swsre. 

sus endet sieh das m«re. 

i irjWr teil. 




xxxrv. 




Wi/iAfi Unit liuttfiittb^ 



Ein Mann srball beflig aor sein We^b. ond wollte nicht mehr ein 
Jabr bei ihr bleiben, ja er ereirerte ticb allmählich so, dafs er von 
Stand' an von ihr scheiden wollte, als von dem abseheulichsien aller 
Weiber an Leib und GemQtb. Sie erwiederte , es möge auf der Stell« 
an ein Scheiden gehen, jedoch sich bedenkend, hielt sie morgen fQr 
befser. und so in umgekehrter Steigerung , beschlofs sie damit, dafs 
«ie nnn nnd nimmermehr bis lum Tode von ihm scheiden werde, das 
könne weder der Teufel, noch Gott verhindern: und sie drohte dem 
Hanne, wenn er dawider spräche, ihn wie ein Huhn tu erwürgen. 
Alsbald ward er kleinlaut, bat rufBnUlig um (luade, entschuldigte sich 
durch Trunkenheit, und pries sie hoch über alle andere Weiber an 
Schönheit und Tugend. Da rergah sie ihm , beide küsslen sich . rer- 
«Ahmen sich sogleich rollends auf dem Bette und sanken ein Lied in 
einer hohen Weise. 



XXXIV. 



W i p und man. 



Dil ma're ist von man und ton «ilx* 
die hi ein ander woldcn nibi lielibrn 



lin man sprach ze slnem wlbr. 

»waenstu, da5 ich bt dir heltbe 

Immer alle5 min leben? 

ich wil dir iirloub geben 
Ö Von hiute über ein jär; 

wir muc3en uns scheiden, da5 ist war 

Von hiut über vierzik wochoii: 

ich hän missesprochen, 

Ir werdcnt vil kQme drl5ik; 
10 ich bin des gerne vll5ik. 

Da5 e5 in zweinzigen erg^; 

05 geschihl, weis ^^^t niicheKs c. 

Wan ich e5 in sehzehen tuon wil; 

dannoch wirt ir niht $<^ viL 
15 Wan e5 muo5 in zwelven gesehen; 

ich wil dich selbe läsen sen, 

Da3 e5 in zehen geschult; 

rrn' wirt idoch s6 vil niht. 

E5 muo5 in ehten ergän; 
20 und wirt noch michels d getan« 

E5 wirt mit sehsen geendet; 

so werde aber ich geschendel. 




XXXIV. »4ri»ni« nKb »ü^iit. 

Im' §aln niwan viere «Im 

behalt' aber ich de^ llp min, 
2S E5 gescbiht über vieriehen naht; 

und Wirt noch lueher gemacht, 

E3 geichihl in disen siben tagen ; 

ir Wirt noch mfi ab geslagen, 

Der tage werden niwan drl; 
30 da bist mir aliA swcra bt. 

Wir oiuejen uns scheiden morgen; 

ich bin in grasen sorgen, 

Wie icfa bt dir betlbe dlien Ctk; 

da3 ich getüon \iihl enmak , 
35 Wan dA inuosl ie luo von mir. 

Siich ich den tiuvel an dir. 

Das ich ie so lange bt dir heicip, 

da3 ich dich von mir niht entreip'.' 

Bit liisl liirse unde ark. 
fO Übel gcstalt unde kark. 

Dd bist gcrumpfen nndc swari, 

iltn arme smekkent als ein hari; 

litt bist aller wlbc iinöre, 

dil schadest der werlde sirr. 
U Die iiute engeldent alle din, 

da3 sie alle unsnlik muejen slo, 

Mir wart nie bteser wtp knni; 

der mir gxbe drisik pfunt, 

Das ich um moi^n bt dir w*rc, 
50 diu wxren mir unmcre; 

Mir grt^lei. daj ich dich sehen sol; 

hcl' ich prenninge einen sak vot. 

Die fxbe ich äne swnre, 

das ich ein mtte von dir wnre , 
S5 Wsr' ich von den oogen dtn, 

wair" alles ertriche mtn, 

Da3 woldc ich gerne drumbe geben: 

ich behalde anders nimmer mtn leben.» 
Dawider sprach dd d«3 wtp-. 
fiO »es maeM, lam mir nin llp. 



XXXIY. ftlriUM M^ Si^e. an 

An ein scheiden le suo gto, 

wan, das ^ >ni^ bediJit h^n, 

Wir suln unz morgen eni samt wesen ; 

sold' aber dü*s ninmuer genesen, 
65 Wir stn noch samei siben tage. 

du jihest, wie Übel ich dir behage: 

Oa^ wirt an dir gerochen, 

wir sin noch samet i^w6 wochen ; 

D^war, ir werdent wol drl, 
70 diu vierde moo5 dl wesen bt. 

Und dannoch dia vQnfte dar f uo : 

swie w^ e5 dlnem Itbe tuo. 

Diu sehste woche muo5 ooch her; 

swie dir dln herse dnimbe swer, 
75 Ich wil die *) siben wochen hin; 

die ahlen wil ich dich niht lan. 

Und dar suo die niunden; 

mit allen dinen Yriunden 

Mahtu des niht werden vrl, 
80 ichn' st dir sehen wochen bl; 

Die einleften \h^' ich dich niht 

üb man dich töten ligen siht. 

Ich wil dln zwelf wochen pflegen: 

dim' möhte ein kciser niht gewegon, 
85 Dun' slst drl sehen wochen mtn ; 

diu vier zehende muo5 dl mite stn. 

Und diu vünf zehende als6 wol; 

dln ougen sint mtn niht so vol, 

DU muust mich sehzehen wochen sehen: 
90 des war, 63 muo5 noch mö geschehen. 

Diu siben zehcnt muo5 ouch dar , 

und diu absehende also gar. 

Und dar zuo diu niun zehende; 

wirdc ich der wirheit jehendc, « 

95 So gesagel' ich dir rehte nie, 

du bist noch zweinzik wochen hie 



1 dich? 




Uni iweiniik wdcheo darnlchi 
dirne sl von mir ninder tA gich. 
Ich bin immer mit dir; 
100 der tdt (eii)scbeide dich vod mir. 
Du muoBl leisten min gebot j 
das enmak der tioTel, noch Got, 
Noch alliu diu wfrlt wider tuon; 
ich tebriche dich rehte als ein huon, 

5 Sprichest ein wort di ;wylere.« 
IM ueigete er sich ddnidere 
Und suocht' ir holde umbe daj, 
daj er genese dester baj. 
Er sprach: »dA aolt dtnen lorn Ma-, 

10 ichn' wcij, waj ich gesprochen hin. 
Ich bin sA trunken disen lak, 
daj ich mich niht versinnen mak, 
lehn' wcij, wa3 ich dir buejen soi. 
sprach ich übel oder woi. 

IS Uaj was gar von dem wtne; 
des tttptih[e] die triuwe mine, 
SA heir mir unser berre Krist, 
dd wter' mir ie und immer bist 
Als lifp, sam ratn eigen Itp; 

20 ejn' wart nie vrouwe, noch wip 
Besser, noch bas geschaffen; 
ein' mähten alle pfaffen 
Dtn tugent niht volschrlben; 
da bist vor allen wlben, 

25 Sam diu sunne vor den Sternen; 
die Trouwen solten lernen 
Uln tugent alle gemeine; 
ejn' wart nie wIp sd reine, 
DIn name schlnet Tor Got obe 

30 allen den vrouwen mit lobe. 
Die man ioder künde vinden 
under allen Adames kinden; 
DIn vll minnenkltcher IIp 
der macbet SBÜk elliu wtp; 




XXXIV. »d)fikHi0 art MI» 

135 Diu werit soll' elliu wesen dln! 

doDC mohtul niminer besjer slu . 

Got CDwart nie besjer wip bunt: 

dA soldest junk und gesont 

Immer ftwikUche leben!« 
40 si ipijBCh: vnüil dir vergeben. 

Sw>3 dd ie ge[Ue)te wider mich.' 

iesi Inuten sie sidi, 

D6 Dam der lom ein ende; 

er vic ne bl der bende 
45 Und wtite s' u ein belle hin : 

do ergie ein raone nnder in. 

Diu srAje vröade machte; 

sie lächle, und er lachte. 

Oo. sie schieden voa dem bette . 
50 sie kusten sich le wette 

Und sungen ein liet ze prIse 

in einer vil höhen wisc. 




XXXV. 

%l)efrau unb flulerin. 



Hermann Fressant. 



) \ 



■er Dicbler billit für diun tia tn^t^ tinlklii, wpichei ihn 
lemand Dich xincr EnlUung dicbltn bliri, um rnundlichi: Aufnahme. 

Ein Jnngrr KiufmiDa in «incr Sudl hiilc eine lugcndrcichs Fnu. 
drr lum Hmeltid tr glclcbnoU noch iwri Bulerinnen UDleriiiell. die 
rr flciriig b«urhM und rtIchliA bMcbraklc. So kim «r >ar einer 
VLeitt lu der einen, ergelili iidi mit Ifar und trtgle sie, «a« «r iiir 
miibtingen lolk. Sie lerUigte einen reihen Rock und Haniet lon 
Vpem. «eiile beim Abichied lebr, und veThicfi. ba lu seiner Wieder- 
kehr lu lallen und tu belen und in keinen Srbuh tu ireten. Als er 
III der indem Buierin k*m, bellte ihn ein Hündtein m, und *iir ein 
andrer Mann oben bei ihr. Üieten lersleckle sie ilsbild in einer Kisle. 
■'illr dem KinFminn entgetien. und fiihrle ibn unten In ein (iemat-h. 
Bo nf ihm >ile«LJeliM rmies. Beim Ab*cbledr «etnie sie sehr, «ulllr 
MetKn tind Almosen (ür ibn geLen und iliiu Inuem . bis lie ibn «ivder- 
Mbr, und bil Ihn um einen Bock und Minlel lon tieiil. — Bei der 
>rhilderun|{ ihrer Lielikoiungrn bekligl derUichier. dafi er i-it der 
Blinde ton Rosen und Sonne rede. — lllrriut gini: der Kaurmanii heim 
ra «einer Hausfrau, die liebreieh wjn AutbleÜH'n bekli^le, und beim 
Absehird ihm tinen Heller gab, mil derBille. ihr dalür aus derPrcnidr 
eiseo llelleriienh ViU miUubriKiien. Kr teispraeh Ihr. sich n>'iMF 
•larnacb umtnlhun, und scbied lärllirh von ihr. die ihm il. lobiat 
äefen narhrlef. 

Cr nu [riihbcb durch Knnkreich und Flandern . und forsch» lu^lvlcli 
überall n*rh dem üellervertb Witi. M ging et aiirli in Vpem du- 
Uaften auf und ab. laut seinen Heller aiisbielenri, und surrio >on imi'i 
lieselJen. die es lerdrofs, derli iligedrujrhen. Kin (;^el^, der tor winvi 

• nn Ihm den Manien Zusammen hang. Da Kati er ihm «eisen Italb. iinil 
■Tbicll darur den Heller. 

Der kaufmiin lo^ einen ichlecliUii Hock an und ti'").' beim, l.t 
kam lu der einen Buierin. klai:le ihr. daft er iiaaj licraiibl aare. ' 
lind mnhnic sie der geloblen Treue sie alier «icii ihn an einen Juden, 
und sa^le ihm Irerb ihre Uunil aul. Heil er ohne Uul sei. IIa pinii 
er III der anders Uulrnn . und i ertm'hle auf itlrirhe WeiM' ihre Irene 
dieiveruiEle ihm sai:ar einen Trunk Waher. sehliii; ihm einen Scbliifsel 
.•n den k'>ii[. und sllef« ibn ml Uulfe eine« andern «eibes (ur Ihurr 
hinauf. ' Der Dichlor schilt auf die lH>scn «ober du' alle Scbiiulieii 
und Tuccnd Guiernalt. Vamtils. Irislans. i;a<iaB>. «lamiiirl» «iid 
den »irenengeMD« mil leerer Uapd tersrbnsahen aber MiSRCslall und 




IfnlugFnil lim (itld mlanen. •Itfegfa kBnrtin illsMeltlFr, wiKl>>ldlui>, 
illc giilrn Wi^llicr , ilia llerrllchilr iinloT in Sonnm , nie RMug lobi-is — 
Ott Kaufmann ging nun ton Oen (tit«a Dirnen lu icincr Hauarlirr , dir 
■Im freudig und Ucbsiall empllng. und InuUeh Mine tontebltthr HoUi 
bakligID. Sie *uKh Ihm di* Haupl, und •ulllc niinmebr frUb und 
ipll rar ilc beide n«faen und ipinncn. Di pHea itt Mann ilrn Tag 
glDckiellif , da er lokho Treue gtlunden, olTuibarlr Ihr tllra, vir er 
rnillii'h dun WIU geluuri, und geloble Ibr aucji ForUn >UU Ttrur. 
Sie ilankii.' Cull tUr die BekehrunK . und b«lde leblea glUcklicb mli- 
•ammen bla am Ende. 



ilelK 



: ilcb d 



«r.Uei 




XXXV. 

Von den ledigen wiben. 



^Wct die Icng" wider waj^er »wiin[mc i 

und sich vlljet. daj er k)iiii[me1t . 

DA sich nie man gpheben mak. 

lind wer rueri einen ganzen tak 
S l'Dd im doch nie man antwurl. 

und wer diu wasser rit in' vurl. 

Der verliurt grdser arbeil vi|: 

und wer id der mttl harpfen spil 

Trtbi und sue5e3 gigen, 
10 der roöbl' tU lieber swlgen. 

Wan im sin nie man saget dank. 

mir mag diu wM' wol wesen laiik 

Wan ich dise rede sagen. 

und da bt nie man wil bedagen. 
lö Der si wel merken und verneinen. 

so ist mir reht als» jenem. 

Der sin körn sst an daj gries. 

der ttrm auch allen stn genies. 
Dil ist min ersies geühti 
Sl> si lit iu venmihen nihl 

Hebt durch iuwer kurtesln: 

swic krank mir die sinne sin . 

So enmag ich doch nicht geläii 

die rede, der ich begunncn him 






*^ l)ct »e\bcn «» ^a^eil 

der »i» »'' ^\i' na»» * 

s«cnnc er ^.^^^ »c 




XXXT. tf^tfm n* »tlnii. 

tt einer ledigen er dA gienk ; 

inioneldlcli >i in eDpBeok, 
55 Si begaod* in ino [("Jir seiieo. 

er sprach: »ich wil mich leiien.n 

Und hie5 dar tragen gaolen wIn. 

ond M^ mir, Uebiu TTOuwe min. 

Was dir aller best behage, 
70 d45 bring* ich dir, als ich dir sage. 

So ich idiierest mag Ton lande i 

Uj dir niht wesen ande. 

Daj ich bl dir niht mag gestn. a 

si sprach; »min jimer and mtn ptii 
75 Muejen immer niuwe weseu, 

waa ich in' dich niht mag genesen. 

So gelriu ist das berie min. 

stt rj Diht anders mag gesln. 

Sü Silin wir*3 lem taeslen rlden: 
M dd solt niht vermlden . 

DA brii^est mir in' wandet. 

bpjdiu, rok nnd mandel 

In röter varw* der guoten 

Ton Vper, wiii idi muoten.n — 
83 »Das tuen ich gerne.« sprach der man. 

mit ir ringen er began 

Und warf si an ein bette. 

dö wart es alles weite, 

Wan er suochte (da) ichanl 
W ein sut, diu ist mir unbekani. 

Ich kan niht wijsen, wie man si nenl. 

wan. man da die Trouwen dik an rem 

Hit so Treisndier hurL 

[nu] wisset, das ^ ■^c» selben Tnrt 
9S !^A vunden hpt an' alles 1'^^'- 

was *'>■> ■■> beiden aü geschibl. 

Des bedarf man niht vrägeni 

ich sag* iu. das " lägen 

Gesmukl in' allen smerien, 
100 ichimpfen und oucb sciierae» 




XXXV. tfljffrtn nnb tfulfnn. 

175 n.15 ich al 1II gern b1 dir w»r': 

alle man sinl mir unin«r', 

Denne ild, des miiU3 ich jeben, 

wan mir niht liebes mag geschehen. 

Den sA ich dich erwische: ' 
WJ von dir so wird* ich »rischo 

An muot und an dem benen." 

IC hant begnnd' er schcrren 

Mil ir an einem bette. 

wer wi) nü (des) weiten, 
85 Ob [nu] von in lenger wurde Termiini. 

das ^> ">■( hoDIchen silen 

WArcn. hn' allej kriegen? 

der red' ir mich niht liegen 

I(ei3cti wan ej »on in geschach. 
HO ntt wijjel, da.«; si ddht' niht üwach 

Da,; vriiudenrtchc beltespil. — 

man vindet [noch] blinder liutr vit, 

Uic noch beginnen! hdsen 

von liebten glänz rösen 
SU tTnl von der sunnen alsd kldr: 

ich sage iu , das niht vür wftr 

Zc diser red* geliehen kau 

ein alsd htipschcr man, 

SU ich vo:i vremden dingen 
200 rede muoj beginnen. 

Der ich niht (en)hän gesehen,' 

des ist mir reht als dem geschehen, 

Der da saget mnre, 

wie tief dag mcr wBre, ' 
5 Und der doch nie dar (bejkam. - 

si Ugen, als in wol geiam, 

Vit guol' wit' bt einander; 

da3 er suochl', daj vand er. 

i:nd alsd schiere da3 ergie, 
10 er sprach: »ich mag niht lenger hro 

Deltben, wan es ist nä ilt, 

dA soll ej lAn 9n alten strit. 




* XXXV. ilffm K«k •■Irrim. 

Dij kb muo3 von dir g4ben. << 
halsen and umb TJtfaen 
215- Wart to» in niht •ergessen. 
smil alBnoaen nnd [mit] nwssrn 
So wil ich dtn [alj «ol] gedenken.« — 
»Got geb*. das ich dir schenken 
Mne^ mit vrOnden, als kh ger.« 
tt di u bant Dan er 

Urionb, unt kon gegangen 
hin heim, dJi er enpbngen 
Wart wol in alnem hAi; 
uw4 bistu sA lang As 
95 GewesenT« sprach stn Trouwr. 
»das icb dir sü «rol getrouwe. 
Des engilt' ich dikke &iw. 
dd soltest nach miner läre 
Leben, des fröuwet' ich mich." 
30 er spnch: »lil gern« tuon ich 
Alles <1"3 dir lieb ist.« 
si sprach: <inim bin an diser vriNt 
Einen helbling. und nibt mir, 
und kouf mir. als kh beger. 
35 Dar umb «in baller wert wiiie. ■• 
er sprach: nwliuo so] diize. 
Das d<^ »>>r bievor hdsl genant? 
das soitu tuon mir bekaut. 
Das ><^ ^^^ '"* '"^'' xoi^Bn- 
40 ich gloab*, ob man es eAennen 
KQQd' in allen landen, 
Ton wtben und «on mannen. 
[Ob] ich es [nibt] ertorschen mag.« 
si sprach: DTemim, was kh dir sag*. 
45 Wen du kumest in diu laut, 
dl min ie gooten kouf vant. 
Ein baller wert wiite, als icfa ger, 
wiltu «olgen mtner lir*, 
Sd Tindestu et wen einen man. 
SO der dir den helbling gelten kan. 




R XXXV. «krfn» ■■» »tUri«. 

NA tuo, da3 ich dich bit', 

da erwirbcst dd mil 

Hin hulde «wücUcben.« - 

»miT welle denn(ej entwtclwD« 
S5S Sprach er »der lUi und das SOoK 

■ö bin ich vol in dem muot, 

Das <<^ ^'f '"^^ ">^' eiillj(e, 

swa ich var üf der slrdsc, 

UdI kam oach herhein ninmer, 
-60 und soll' ich farea immer, 

Bis das ich viDd' ein hlller veri wii, 

-unt lAo das >llermeiit mnb dii. 

Das ^^ ■■■'■' mUgest sprechen. 

das i*^ "*' icrbrecheo 
65 Min triuwe und das i*^ ^^ ''*'>' 

geheisen, des gang' ich dir niht ab; 

Des mahtu wol wegen «eher.« 

si gedäht' ir innekllcher: 

»S6 mag min ding wol werden guotj 
70 ist er den al«! gemuot, 

Das ^f <^er vrAge niht enriot, 

iö weis "^^ (wol], dag er vint 

Vil mengen willigen man, 

der im den helbling gelten kan.a 
75 Ir gedank was abus. 

manik trätllcher kus 

Von in beiden dJk geschach. 

dar nach der man aber apracb 

Hit senfter rede lues«: 
SO »Got dich bebueten muese 

Ujt stner ttieten huote! 

mir ist dei wol se mnote. 

Das i*^ lehaut wil rtlen, 

ich mag niht lenger biten, 
86 Wan eg iit (dei) toIUu ilt* 

do bcgund* er li An' allen nit 

Hallen und nmbvUien. 

hie mit begunf er gMien 



XXXV. «^fn« Mt iNierim. 227 

Ze Awm ros imd dir Af mj. 

S90 »der gaole her Smi Tobtasa 

Sprach ai »der gemoch' din pflegen!« 

ai tet im nlch vil mangen aegen, 

Unde Hanf in aber dit, 

d^ di hmsJL ein helweri wii, 
95 Si enpfalch in Gol vU liure. 

hin reit der gehiare 

Gegen Frankrlch dem lande, 

da er die wirf wol erkande, 

Und ouch in Flandern flberal; 
300 er vuor hin f rcBttch mit schal. 

Di^ im sin wtp enpfolhen het 

vil mengem er es Ininl tet. 

Der im niht geraten Ininde. 

er lief vil menig stunde, 
5 Da5 wisset sicherllche, 

dem vil gar gellche. 

Der sin kuo verloren bdt, 

der vriget ouch, sw4 er gAt, 

Ob si ieman gesehen hab'. 
10 ein gassen öf, die andern ab 

Begund' er schrien und loufen : . 

•»wer gibt mir le koufen 

Ein haller wert, als ich beger?« 

vil manger sprach {da): »was ^il der? 
15 Dirr* wil uns hie beloeren 

und nie man Mn gehceren.« 

Er enruochte, swas ^ n^an seit'. 

von vmomes bis *® vesperilt 

Lief er schrien alle tage, 
20 es ist wir, was >^ lu sage. 

Von einer stat ler andern 

Oberal in Flandern, 

Das ^^ lue kund' ervorschen dii. 

das ^ heist ein haller wert wia. 
25 Swann' er (dar nAch) vorsehen began. 

s6 gediht' im ie der man: 




l XXAV. «krfMK H» »«IniH. 

»DA mabt wal hin eliu rurren lia.« 

und gi«iik lehsnt von im hin. 

.M» er itn niht veraUDden heL 
330 wie (oA) der koufman let, 

Der Dich dem hei wert wii vrigelT 

ob iucb der red" niht betraget, 

Si Mg* ich iu. wie im gelaiik. 

ej stuoDt dariiicb unluik, 
.15 Das er gen Vper karte, 

als in stn gin Itrte, 

Da lief er an den atrAjen. 

des woll' er niht lAjen, 

Von ga53en hin le gajsen. 
40 unz man in [tir] begunde -hassen. 

Er gieng eins tagci vruo dtg. 

di liefen iw^n' gen im her A3 

Die begunden in wol erdreschen 

das *■>" keiner weichen, 
4fi Diu in der hant ein »lagen hit, 

weder hcmd', noch niderwit 

Nie sü wol geblnwen wart. 

vi! Sit gerouw in diu vart, 

Daj er ie dar kam. 
50 der ein' in bl der hant nan 

Und warf in [under aicbj üt die erdfe), 

er wart gar iinwerd(e} 

Gehandelt Ton in beiden: 

»wir stn noch ungescfaciden , 
55 E da der wiiie wir(de)sl (at!u 

der eine aluog, der ander trat. 

Um er sin genuog gewan. 

nA beeret, wie der koufman 

Tel, dd si in beten geläjen: 
00 dA gieng er an die slri^eu - 

ünl klg^te s^r stn ungcmacb. 

vil schier ein buigcr d«} ersadi. 

Der WM mit litten wlie 

und von alter grts«. 




XXXV. «IcffH iRk »lim«. 

%5 Der uj alten ein(«) 

vor [sinejm häs Af einen stein(c) . 

Er begund' im niefen iDO(i')in dar. 

er sprach . er i«h' wol und luem' war . 

Ua5 im *il leides wai* bescbehcn, 
70 das küDd' er wol an im enchen, 

Doch *rAgl' er in der nwre, 

was ™ bescbehcn w«re, 

Udcr wer im getin hnte. 

das " >"> '^ ''*">' tele, 
75 Ob er im uiht küMf geritcn 

umb die selben geUten. ~ 

»Mir ist Til grdses nngemach 

nun das ich *Ar si gie und spracli. 

Wer gKb' mir le kaufen ein helwerl wi 
8U dA sprach der bui^r: uwas ist ditT 

D«3 dd mir vor hast genant, 

das Sii't" !"'>■> '■ür bekaiit.« 

Er voort' iD an ein heimlich' ülal. 

di er in Tcrjehen bat ' 
H5 Von dem heiwert «iitei 

er nam in bl dem ditie 

Und hics in nider siisen. 

M seil' er im mit wiiien 

Von den ililen wlben. 
!M> die red' begund' er scfarlben 

In slues herten porte, 

dA er diu lUKr* erhörte . 

Als die wisen gerne tuuut. 

er sprach: »dir wirt *on mir kunt 
93 Wiltu mir gerne volgeii 

und niht wesen erbolgen, 

Si wil ich dich tären einen list, 

der wul eins helülinges wert isl: 

NO vemim, wa^ ich dir sage. 
4U0 ob es dir wol behage, 

[Warumbe si das taten] 

S6 volg* dA mtnem rite 

und Türder dich <ril drile 




I XXXV. «Urfm ■■« SsIctiR. 

Heim i^n dlnein lande; 

in vii trastem gewandc 
W> Soitu dich lAgcD ichoumn 

Tor den dilen «rouwcn, 

Und ervir michel wunder. 

II nl klag' ir ieUllch beinndcr 

Dtn iware und dtn anotiot, 
10 und wie man dir illej dln guul 

Beroubel und genomen hafa', 

[und] man zUg* dir alj diu gewanl ab. 

Und habest üf aller erdp 

nibt eines Schilling* werde; 
IS Und man si aller triuwen, 

der allen uod der niuvren. 

Der dA ie xe in gewttnnc, 

und da3 man (ie) dich [k allen tllciil fttiidi-. 

Bl in in hdbem mnole 
90 die wll' dA waretf bt gnote, 

Da3 si des noch gedenken, 

und hei} dir etwas schenken 

Dar nach als ir genMe st. 

alsA versuoch* si alle dri, 
SB Und merke eben minen rit: 

welhiu denne dich wol hJt 

Und nihi siht gerne dln annaot. 

der soKu Irageo holden muot: 

Wan diu meint dich mit triuwen gat: 
3t\ der guoten trriunde nimi man war 

In der rehten ncste.« 

der koulman waigencBtc 

Des rätes, den er lou im nam. 

und sprach, als im vil wol geiam: 
3ft »Ir hünt vil wol tergolten mir 

den heihtiag nach mini faenen gir.'i 
Er nam arloub und icfaiet von dan. 

er tet einen htsien rok an 

Als in der burger Mrle. 
iO dA lehsnl er ktde 



Heim gen slnem lande. 

io vil boBsem gewande 

ILun er hin heim gegangen. 

er wart vil trig* enpfangeu 
445 Von der örslen vrouwen, 

die wolf^er gerne schonwen. 

Uni kam vil dril' gelotfen 
' le irem Ute, di^ vant er offen, 

0ä vant er ti inne siisen, 
50 d6 gruo5l' er si mit winen, 

Do seil' er ir da^ ic mere, 

di^ er beroubet were 

LIbes und ouch guotea 

( ) 

55 Da3 war* dahin Eemül\e)> 

»und sich an die bittern kwil(e) . 

Die ich dulde von armuol, 

nu gedenke, da5 ich hdhen muol 

WUenl bete durch dich, 

60 und da5 du dikke vröuden rtch 
Von miner g^be würde, 
nu entloBse mich der bürde.« 
Si sprach: »mUi vriuntlicbe hüll 
ich gen dir vil lüuel gedult, 

<»5 Und muo3 dir immer sin versparl. < 
do si von im des inuen wart, 
Oa5 im was genomen sin guot, 
d6 tet si, als noch mengiu luot. 
Und rette luois'jim vil unwert, 

70 und sprach, wa5 er bete begert 
Von einem wilden beiden: 
»du soll von hinnan scheiden. 
Ob du will mit vride sin. 
ein Jud' und ouch ein karitn ') 

75 Die tuonl dir m< le guoUu 
er sprach: »dir ist min munt 



* keuerin? 




! XXXV. Clt<r»i> n«t 9>ltfii. 

Uewesea ie hold nüt triuweii; 

03 rang micb vil wo) riuwen, 

üb dA des «ilt vergessen; 
4tlU ich bin oucb dib guejaen 

Bt dir abä näben, 

da5 halteii und umbviben 

Von dir nibt warl vermiten: 

ich wil dich man«D und biten. 
8S ti»i du weJDenl ipr»ch' le mir. 

do ich xejuDKWl scfaiet toh dir. 

DA wollest durch den willen min 

alle die wU' die ich d^ wült' aln. 

Vil visten unde beten 
90 und wültest oucb nimmer treten 

In keinen Mhuoch bis an die stunt, 

daj dir min kunfl wurde kunt: 

NA bin ich Lomen leider 

({uotes und oucb kl eider 
9S Nakket (und] cnblcejet gar.« — 

»da3 ich dir sage, daj ist wAr,« 

Sprach si an derselben slunt 

»des mag gelougcn nibt min muui. 

Ich wmf dir wllenl underUni 
500 da5 let ich nun Af den win, 

1)15 ich dln möble geniesen. 

bocr', ich wil dir enlsliesen 

Ein vKmde red' an diser vrini: 

stt dA des guotes tne bist, 
S SA schaffe, swa3 dA wellest, 

ich sag' dir, dA gevellesi 

Mir nihi eines hires wert: 

helcstu giiot hiur', als vert. 

SA weerestu vil gcbinrc: 
Kl dir inuD3 sust wescn liure 

Von mir genid' und vriuntschali. 

üA wärest dan sA sUlbaft, 

D«3 dir Itiihi) wer' genomen dln guol. 

»A wasr' ich baj gen dir gemiiut: 




XXXV. «|tfm ank »lUiiM. 

SIS Sit dil nimmer gnol«* hisi, 

Vit twid du A3 mlneo ougen (tAai. 

Oder es geriuwet dicfa.« 

mit der red' M tchied» xi sich- 
M gedlht' er im und sprach: 
H} »wie nbte liebe mir getcfaKb, 

Des BUU) mir den belbling galt!« 

da lebuit li«f er vil b«lt 

Ze der andern led^n vronwen 

uitd wolt' onch ir triu icbouwen. 
35 Hit disen niuwen ncren 

wnU* er ü onch errarcD. 

IM er ino (i'jir koBMD was« 

dA seil* er ir le nuere d35. 

Des im gcDomen mn' iId guot. 
90 uut klagt' ir t£r >Id araiuol 

LiDd was *' iiumben het' erlilen. 

er sprach: »ich wil dich roanen und bilen 

Aller der iriuneo. 

der alten und der aiiiwcn, 
35 Die ich ie ic dir gewan, 

das dd gedenkest daran 

Um tuo mir dluer genideu schlii, 

das *■' ><^ immer dienent sin. 

Die wU' und ich das leben hin. <c ■- 
40 cdA sult die bete abe län« 

Sprach si »und din kallen; 

dA muust mir missetallen, 

Sit maj) dich beroubet bll, 

SU vUrder dich hin A3 drAt', 
fS Wen ich gib' dir niht an der sluut 

einen wassers trunk in den mint. 

Di von is6| swig stiUe.n 

er sprach: »min gtioter wille 

Was gen dir wlkat niuwe 
äO in vriuntUcber Inuvre. 

Des sollu niht ve^ssen.n 

er «a> luo (>') ir gesessen 




t XXXV. «^(ftM in» »ilnifl. 

Des 91 dähte, le nibeu, 
(las begund' ir gar venmiheD , 
565 Und iluog in an den drüssel, 
mit einem gipsen slüsjel 
Sluog li in lanien aa den köpf, 
daj im bluotig wart der Kbopf. 
Ir wären mi in der tUibcn. 

60 mit ein ander si in schufaen 
Hin Ü3 mit dem hab. 
üi sprach: »nA trui undc kah, 
Daj ich geweien st din wIpU 
er gedAhte: »wäre min llp 

65 Mit Inn komen binAa!« 
si stie5cn in vür daj bü^, 
Ab ob er wäre ein diep. 
<:r gediibte: »wart ich dir i6 liep. 
Dem hästu geUn gar ungellch.« 

7l> von dem hüsc huob er lieh. 
Und begundc ntgeo in dag lant, 
ila er das hei wert wiice vanl. 
AI») schied er von ir hin. — 
Ej hat betruebel mir den lio, 

73 Das manik lierllcfaes wtp 
sd rebt wo! fait ein lieren Itp 
Und sA rebt unendlich tuot, 
daj si sich Ul durch guol 
Erwerben und gewinnen. 

HO als ich mich lun veraionen, 

Sä bdnt vil tronwea nach den ail', 
welber man in nibt gK, 
Der wirt in schier unnugro, 
und ob er als kluog wäre, 

HS Als der hllpsche Curvenil, 
und WKf er icboan als Parcivil. 
Und sUnge baj, wenne StrAn', 
hdt er den vrouwen niht le gAn. 
Si kUnnen in acbier' «ersmUicm 

90 63 künd* in niht verrUwn, 




Und aiiat' er 1ms> denne Tristan, 
und war* er tia GAwin ein man 
An tagend and an Baote , 
and war' er kaen und Trnote 
595 AU Gimaret genanl, 

er kOndB dock mit \mnr baat 
Nimmer nouven ganat bejagea 



Zoht mit backeidentieit 
600 and rilarband bebeodilieit, 

Svas der weit ie Tröudea brtlil'. 

das ■>* *U*S darch wtb enUht : 

Der «cnt h niaamer ahteo, 

si b^DHent büd «e Irahlea 
5 Umb ein guotes riehen man. 

den lebent si «il lieber an. 

Swie uDgettalt er wäre, 

cj diubte ai niht le sware. 

Ob- im sin item stinke, 
10 und WKr* er lam and hinLo. 

Und war* an allen tugctulen iMf. 

bef er lilia siniu jir 

Verlriben und alle sine ill. 

ob er den frouwea guot gli. 
15 Er liebci in an der stuut; 

bei' er einen wllen muni 

Hit dri lefseu oder mit , 

wKr* er swari als «n ber, 

L'nd bat' ein hoYer binden uut tun 
20 das üt^ta li du' allen lorn. 

Und würde von in gewerl 

alles des sin ben' begerl. 

Aber einou reinem «)p 

der wer* ein söllcber llp 
:£i UnnuBT*, imd het' er alle) golt. 

si kfind' im nimmer werden bull. 

Ddiun weis Jcb woi Au' wlo. 

das reiniu wtp der ären Tau 




> \W\. Cltfni M> »Kltriü. 

Tragenl uud den boabsien pris. 
630 Ovidiu« der siuae «U 

Und alle die mcister, der icb 

iiocb aller versinnc mich 

le gevreisten von Addmen, 

die Uianeik nimmer wtbei namen 
3S Niht volpriien &f ein ort: 

si sinl eiD schai und ein hört 

Und aller tilgend genUhtik: 

ein reinej wip gar tUhtih 

Ervriscbel (einea) mannei inuol> 
4U waj WKi* diu weit, waj war« guvt. 

Wie soll' tuon [eint] jangcn mannea ll| 

waren üf erd' niht reiniu wtpT 

ber name ist also rein, 

das tl'" suDue über schein 
4ä KeJQ ding a& vröudenrlcb: 

«i mag joch nibt sin ir gellch 

Üb der erd', noch darunder; 

aller tugend' ein lunder 

Sint reiniu wlp, daj muoj icb jebeo. 
. SO man mag oucb mangeo vunken ipehen 

All ei[ne]ffl unreinen wlbe. 

diu eneigl mit irem llbe 

Maugen [argen) falschen liat, 

der al bie bewnret iil 
S5 JUit disen wtben unreine. 

iö ai der tiuTel meiuel — 

Oo er sin tüeb «rouwen vaut , 

du beguud' er klagen lebant, 

üaj im war* alles d*3 genomen, 
SO dimit er wsere 6s komen. 

Hit schcenen lOhteu si bedagl 

hiui' das ^r " '>^t< KC**gl, 

Wie gir er war' beroubet. 

ob ir mir a& gdoubei, 
65 S6 sage ich in, wie li täte: 

st hies im an der selben stelr 



XXXY. «^dcw «ft^ Med«. 337 

NAeh slnen arbeiten 

ein guot bad bereiten. 

Er wart von ir wol gehandl6t, 
670 ir moot wart nie Terwandlöt 
^ Swie gar er irsr* beroubet, 

si iwttog im wol da$ houbet, 

Wan si was aller tngend vol, 

81 sprach: »Trinnt, gehab' dich woL 
75 Sit dir genomen ist dln guot, 

sd Yenag* nihi an dem muot 

Uni valge minem rite, 

ich wil Ymo und spite 

Mir selber des enblanden , 
90 ich getritt mit mlnen banden 

Uns Til genuog gewinnen 

mit ncjen und mit spinnen, 

Unz e5 w»ger werden mak.« -> 

tiwol mich, da3 ich ie disen tak 
85 Hän gelebet !a sprach der man 

»nü bin ich worden innan, 

W4 ich tritt sol suochen. 

vrouw', willu geruochen^ 

S6 sag* ich dir an diser Trist, 
SO wie mir gelungen ist.« — 

»Jü wil ich,« (alsd) sprach sie. — 

i>s6 femim wol, rehte wie 

Mir gelang an diser farL« 

▼il schier si von im innen wart 
95 Der m»re, als ich hän gesagt; 

mit sdioenen zühten si bedagt', 

Bi5 er si het ermsret, 

wie er diu wlb enrsret, 

Und wie im divor geschach. 
700 d6 lehant si da sprach: 

»Ich wil des immer loben Krist 

da5 du innen worden bist, 

Wer dich mit triuweii meinte < 

gar wol si hescheinte. 




I XXXV. C^cfru M» »alrrii. 

TOS Das " ■«< *■■ ■»>< triuw« bl: 
»ab rehte lieb ich dir il, 
SA lermld ir gecdloidian; 
daj da nibt mi mrdeat behftfl, 
[Des] wil ich [dir] mit triuwen rilM. 

10 gedenk' , daj li dir Uten 
SA rehte ungetrinwellch.« — 
»was du wilt, das wil ooch ich:« 
Sprach er »das ^ >^ ^^^ iwtm: 
dtn Iriu, dtn guat' mtf vor enrem. 

15 Da3 ich muos mldea allia «Ip« 
dea dlaen tugeDtllcben Up, 
Des mag ich lennldaD niht: 
min ben' dir ganter triu verjibt, 
Wenn' ich gedenk' an die geUt, 

SO die dln ilp begingen bU 
An mir in rehtcr triuwe.« 
91 sprach: ndaj) wirt noch niuwe. 
Ob ich des leb«n cöl hin, 
so wirt dir von mir lont gaUn. 

25 Des dA dich lUitel lolt adiaiiKD 

(■ •'■ ) 

Do spradi der man luo dem wtp: 
»dA bist mins herien leitTertrlp, 
Ich wil dir der [ganien] wirheit(e) Jehen, 

30 8wie gröjcs leit mir ist geschehen. 
BJ3 ich dir bouft' ein helwcrt wis, 
so wil ich dir doch lagen dii > 
DA solt haben gnolea muol. 
wan ich hAn Doch tt und guot, 

3S Dirnmb lolta niht sorgen: 
ich hof, es kumcn Übermorgen 
Niun wegene wol geladen. 
ich bof, ich bab* den grceaten tcbaden 
NA vUrbas Überwunden; 

40 wan ich min triu Un rundea. 
Von Flandem A3 den lande 
( ) 




XXXV. 4^ffm m» «lUti*. 

Unde VOD Vper der itat 

ü nerent I*il) riche wdLa 
74S Dq ist «^ bfl lumen. 

ODde «ent ir sloen namen. 

Der dite rede tut beriht 

unde Ttlr biibl in gcübl, 

Der Wirt iu allen bi« bdwnl: 
n er beiset Herinan Pressant. 

Also hU er sich genennet ; 

te Aagspurg man in [doI] erkennet. 

Das galoabcnt, ob ir mugent. 

mit vil Benger tngenl 
55 Ltbtax disiu ttodw' nnd man , 

als ich von in vemomen bin, 
• S6 «>s ir leben wunnildich. 

das ''^<>"' i*^ gerne, sicherlich. 

Das ei" i«Ütch zühiig man, 
60 der tugent und ^ erkennen kati: 

Het' ein also lühlig wip, 

UDd eines sölhea mannes llp 

Ein ielllch reine vrouwe hKt'. 

darnmb ich gienge, der mich biet', 
4>S Drisig mlle oder mite; 

durch reiner vrouwen ^re 

Wöir ich es tuon mil willen. 

ein reine wIp kan stillen 

Mannes ungemuete 
70 mit ir wlpllch(er] guete. 

Das '^' "> <^cr vrouwen schln; 

si kund' ir man wol wenden pIn. 

Weiui(e) er ungemuol was. 

wipitcher guet' si nihi vergas 
75 Und eneigl' im reiner *ronwen sit'. 

hie hat din red' ein ende mit. 



XXXVi 

?rt0 mamt Äimofeti. 



r' *'r*»mm ijwfy .ti |] 



16 



iA 



mkm llann var «o karg, dafs er sogar vor seineBi Weib« allet 
«craelilors and 4m Scbl&ftel silU bei sieb trug, aueb wenn er nicbi 
dabei» war ; er liblle die Kite und wutte Jedes Ei , das ibm gelegt 
vard : aeia Weib aber balle kanan su efsen. Eines Tages war er naeb 
4er Hllblt gelbbrcB imd aie alleiii su Hause; da irat ein armer Mann 
berein md bat sie m Goileswillen ibm etwas tu geben. Sie klagte 
ibm ibre eigene Notb, und daA ibr/wie gern sie gXbe. ibr Mann «Des 
versperrte: wölk er (der Billende, Jedocb ibre Minne, so gebe sie sie 
ibm um G^Hetwilka. 0er Arme bielt es für Spolt: sie aber führte ibn 
in einem tetce vnd gab ibm ibr Almosen sowohl anslaii des Fleiscbes, 
als des Brotes. Der Armf liefs es sich Wohlgefallen, und rühmte , daA 
rr nimmer ein befser Almosen empfangen habe, und St. Michael und 
das beilige Grab m9gen es ibr lohnen. Damit ging er hinweg, gerade 
als der Mann heimkam. Dieser bdrte vor der Thüre die Danksagung, 
eilte hinein und fragte seine Frau , was sie dem Armen gegeben habe. 
Sie liugnele Jede Gabe, weil er ihr Ja nichts dazu gelafsen habe. Er 
aber ergriff ein Sebeit und schlug sie, bis sie weinend gestand, dafs 
sie das tum Seelenbeil nötbige Almosen, in Ermangelung anderer Mittel, 
dorrb ihre Minne gegeben habe. Da rerwQnschte der Mann seine Karg- 
beii , die ihn so tbener tu sieben gekommen war , übergab der i^au 
die Scblüfsel und liefs sie von nun an über alles im Hause sehalten 
und walten . rerbot ibr aber bei ihrer Ehre , fürder ein solches Almosen 
KU geben. Der Dichter meint Jedoch, es wXre immer noch ein grofses 
Almosen . wenn es minniglich um Goileswillen gegeben würde 




XXXVL 
Da5 warme almaosen. 



K3 wu hieioT ein Largcr miu. 

der nun sieb udcd uten an. 

Des er ril liiiiel gendj, 

vor (Inem wlbe er TenlÜ3 
j Allq <1>5 er Ule, 

beide, ttuo und tifiXe, 

Er pdak de« noch der karge |>ait. 

den slSsjel truog er s'aller ill. 

äwi er gieuk oder reit. 
10 wie muiik ei in wart geleit, 

Daj weste er wul bl dem läge : 

sie künde im eines ■■i^^ enUag cu. 

S)n kne wiren uucb {«all. 

er lies ir keinen gewalt 
1& lieber dii, noch Ober daj; 

ir wart bOme d>3 sie ga}- 

Gins Uget «rif er le der miile 1 

imd sie dl heim dt^ büs bewun. 

M kwam sich ein ril arm man 
M iuo(i']ir in daj hüi gegdn. 

£r bat sie inneUlcben 

durdi tiot den tU riehen. 




XXXVI. 9u mMtmi 3Um»^tM. 

Daj lie im gnbe eletvty 

diu vrouwe klcile im dij, 
as Dl] «ie nihi enhaie, 

swie geroe *ie di} laU , 

Sk iprach; »mir bat mtn liuger mau 

beslojueii alles dag ich hto. 

Beide, vkisch unde bröl; 
30 5uld' ich vor bupg^r li^en, tAt, 

leb künde sto nihi g««iMbeD : 

wult ir mine minneu, 

Di«.(^lte,iGb.4a.duri^;l|i<^ , 

er sprach; "vruuwe, Ii5t den spol; 
35 Ich Ijiii ein sd armer man, 

mich git nibt spotleni an. 

1)13 ouch daa selbe nuut 

juwcr erueat wiere, 

Des wEer' mir iDQeukllcbeii oüt; 
W niaii gibt mir vteiBch unda brAt 

Sd tll, tlaj ich den Jlp gener 

und mich des hundert wul arwcr.ic 
Diu vruuwe um in bl der taanl, 

sie lUQvV iu, dd lie ein tteUe «ant, 
W Hie leiten (sie] aicb (twide) an, 

diu vruuwB und der guote hhd; 

Sehcl, du ipill' er ir mit 

mit vföuüeii, nich der werlde fit'. 

Und iiani da5 almnosen M, 
30 und sprach, das im >>>e anders wt 

En wurde nie m<re 

erboten grce3er toe. 

Sie sprach: udaj icli gegeben hin, 

das hin ich vUr dag br6t getia: 
55 Nemt iu vür daj vleisch darntu, 

ob iT'3 nd gerne wellet tuon.u 

ilie gewant' [aber} der guole mau 

at>er itne «rouwcn an, 

Und nam das abauosen bag; 
IM) mit vlljc gab sie im daj. 




Er sprach: »min berre Senl Hicbtit 
der tergcldes irre tVfl 
Mir wert bt allem mlncin lebeo 
ein solch •Imuosea ni« gcgebeo; 

W Das sie mir dar zoo gap, 
d>}-ltee ir di3 Eeiiige grap!« 

Smt gie er danken vQr die Uir. 
iA bcgegenl* im difOT 
. Der wirt, und bdrl[e) slo gebet 

70 unde daj danken, d«3 er tet. 
Der Wirt der lief hin io le hanl , 
di er die hOatrouwen Tant, 
Er sprach: »irouwe, saget au, 
wag gjib[e)t ir dem guolen man, 

75 Der gein mir hiDä3 gut, 
und iu 5Ö TU gedanket hltTo 
Sie sprach: »ich lenjgab im niht; 
wenn« linset ir mir ibt, 
Da3 ich ieman mohte gegebenT 

M> ich hab' ein s£le, and weis, wes lebeu. " 
Hie erwischt' der wirt ein schli 
und sluok die Trou[we], bis *^ ^^ ''t> 
Das sie im der wärlieit bejach, 
sie begunde weinen, unde sprach: 

K »HA weis ich doch ein dink wol, 
wer le himel kumen sol. 
Der muos sin almuosen geben; 
ich hab' ein söle, und wil nihl Icbeo, 
Als ein [ander] heideninne: 

90 ich gab im mlne miune 
Zuo seiegenete, 
wan ich anders nihl enhnte, 
VUr iuwer sOode und fflr die mlu. 
das l^n *<>1 ui»^'' be><le'' sto-« 

K W> lieb di der guote man 
umbe das ^^f lersau. 
Es was im leit uod^ungemach, 
vil Idle tief er unde sprach; 




I XXXVI. >«t wtmt 3iim»fn. 

•.Olli. dJ.; ich ie wart geborn! 
tOO da} da dln i!re hast Tcrlorn, 

Undc ich daj gemachcl hka\ 

daj lasier das ^^ hdsl geUlii 

Das betcilu wol bewart; 

wan ich dir vor hit' venparl 
ö Wet dd loltut leben 

uDd den armen liuten geben ; 

Des ist diu schulde mtn 

al}(d) vasle, als diu dlA. 

Nu uuderwint dich alles des ich faliii 
10 und alles des icti ie geirui. 

Beide, vleiscb unde brAt, 

und gib, wes deo armen sl abt; 

Und gibest du [der dinge] ibl mjru . 

C3 gäl dir an diu tre.a 
iä Susi gcwau diu vrouwc ir[cn) man 

(l«n gcwall und die slO^^el an, 

Undc gewan ein vil guol lebcu; 

sie muhte da} almuwscn [gerne] gelten. 
Nuuh uimt mich immer wunder, 
tA> da} pruevel besunder. 

Ob »3 noch ein vrouwc tnte, 

»b sie iiln almuosen h«le. 

Eine} sprich' ich wol, sunder wän, 

iie txV nuch grä} almuosen dran, 
'2o Uiu c} gnlie minnciikllche 

durch Uot von hioicl riebe. 
Ilie bH dix maire Hb endi' 

in' alle missewciidc 

Muescn die vrouwc» iinmei' leben. 
'M die sulch[e3j almuosen gerne geben. 




XXXVII. 



pie tixei Wmfd^t 



Ein MaBo klagte seinem Weibe bitterlich ihrer beider Armut, da 
er doch Dicht wifse, womit er sich gegen Gott versündigt habe, und 
fragte sie , ob sie etwa sich einer Schuld bewufst wäre. Sie verneinte, 
und er glaubte nun , wenn sie beide Gott recht ernstlich Tag und Nacht 
bäten , werde er sie reich und glQcklich machen. Das thaien sie denn 
auch so lange, bis (iott den Engel des Mannes herabsandle, der ihn 
belehrte, er mfifse nicht um Gut bitten, weil er es ohnediefs erhallen 
hätte, wenn es ihm beschieden und zuträglich ikäre. Der Mann Jedoch 
bestand auf seiner Bitte , dafs ihm Hecht geschehe , und der Engel 
gewährte: da er ihm und Gott nicht glauben wolle, möge er sein 
Heil versuchen , und selber die Schuld tragen , wenn er wieder arm 
werde. Er gab Ihm drei WOnscbe, die unfehlbar erfüllt würden. 
Der Mann ging fröhlich beim su seinem Weibe und pries sich mit 
ihr überglücklich durch diese Gabe. Sie gingen nun zu Käthe über 
die drei Wünsche. Kr schlag vor: einen grofsen Berg Goldes, mit 
einer festen hohen Maoer nmber gegen das Vieh; oder einen Schrein 
immer gleich voll Goldes, wieviel auch davon genommen würde. Das 
Weib bat ihn auvor um einen der drei Wünsche, und als er ihr ge- 
währt, war, wünseble sie sich ein so schönes kl«rid, wie es noch nie- 
mals ein Weib ti^t der Welt getragen habe: und auf der Stelle war sie 
damit bekleidet Da schalt sie der Mann , dafs sie nur an sich gedacht 
habe, während sie doch zngleicb alle andere Frauen hätte bekleiden 
können, und Terwünsehte das Kleid ihr in den Bauch , damit sie satt davon 
würde. Aach dieser Wunsch ward erfüllt: das kleid fuhr dem Weibe 
sogleich in den Bauch, und tbat ihr so weh, dafs sie fürchterlich schrie. 
Die Bauern liefen alle herbei, und das Weib klagte ihnen, dafs ihr 
Mann es ihr angethan habe. D» drohten sie ihm und zückten Mefser 
und Schwert, wenn er sein Weib uicbt wieder erlöse. Es blieb ihm 
nichts anderes übrig, als sie durch den dritten und letzten Wunsch von 
ihrer Qual zu befreien. So waren die drei Wünsche schmählich ver« 
bracht, und beide überwiesen, dafs sie kein Gut verdienten. Doch gab 
man dem Manne die meiste Schuld , und er ward so der Leute SpoU . 
dafs er Gott um den Tod bat , und auch vor Leid verdarb und surb. — 
Der Dichter besehliefii t mit der Betrachtung : es gebe dreierlei Tburen : 
sekhe , die weder wUsen . noch können; solche, die nicht wifsen wollen; 
und solche, die wohl wiTsen und können, jedoch das Uebelste ihun, 
und nur nach Gut und Freude trachten . ohne der Seele lu gedenken. 




XXXVII. 
Drt wünsche. 



Ein man sprach le sincm wlbr : 

»an DDser iweicr II be 

Tuol Got gT43e uDgendde schln 

das er uns sasi Ist arme stn: 
S Sol ich aiu ao mtDen Mt 

«on annuot llden suihe not: 

Ich wolde mich selbe toelcn ii 

mir Inol irmnol s6 wi. 

Das ■<^'> eDweij, wie ich gebitren «o1- 
tO ich bin tornes und leides lol . 

Icbu' tan des nihi versiunen mich. 

das '^^ >'■■<='> Inder wider dich 

Verworht habe, oder wider Gol: 

histu Inder Gotes geboi 
15 Zebrochen. das ^" ^^ '»■'^ sagen: 

ich hilfe dir die buose tragen. 

Um ich dich dtner schulde 

bringe an Gotes hulde.« 

Si sprach: uswaj ich begangen hau. 
30 das ist S"' "■>( dir geUn.» 

Er sprach: »so ist mir nihi betant. 

war umbe uns Got habe gepranl 




i XXXVII, 9kt tKi «K«f4(- 

Eren und grA^es gnotei: 

Got ist td rehtei intiote<i 
3S Gert(eD) wir's, ab wir falten. 

er wert' uns sweg wir wollen: 

Wir Buln wachen Aber mäht 
' und biteii ja tak ande naht. 

Da} er nm ^cM BJchefguol; 
30 ersihi er untern sl«len muot 

Und die grölen arbeit darauo. 

die wlf bJide apit unt Truo 

Hit der bete ilden maejen, 

er beginnet uns itn lihte bliesen.« — 
35 »Ob3 tuon Ich gerne,« sprach da3 wtp 

»sol ich's Verliesen den Itp, 

S& \fiOt mir baj ein kurier UM, 

denne dtj ich ein lange nöl 

Vor armuot mues» Itden; 
(0 die wil ich gerne mlden^ 

Sine sdrolen sich niht nitre. 

sie blten Got ril sAre 

Umb wer(l}lllche richeit, 

und liden michel arbeit 
i5 Hit wachen und mit Tasten, 

sin cnliejcn ir llp niht rasten 

Hit venia unde mit gebet, 

swaj ie man mit gcbet[e] lel , 
a Des liegen sie niht under wegen; 
SO des begunden sie s6 lange fliegen, 

Unt (jot ir tumpheil schände 

und in sln[en| cngel sande, 

Der kwam, d^ er den man vaut, 

Euo dem sprach er zehaU: 
55 »Dun' ensolt niht bitcn umbe guoi ; 

tiot hit tö gcnsdigen mnot. 

Suldestu guot gehabet hän. 

er bete dir rehu geläi), 

Als er den andern rehle luol, 
00 Die er ttel haben michel guol. 




xixvn. m* kni w£ir<i(. 

Ich bin der tigcl, der din pfligel; 
dl) dir dia ttiBpiieit an gnigel. 
Dm rarifase iA min iriMit. 
dis ist mir ianeUlcfaeii leiL» 

«S Er ipneh: »das i^ »Htt gooL bin. 
- di hat mir Got itewall geUn; 
Ich wvr' all «ol gnotoi wert. 
Hm alle die er gnotei Mt gewerl : 
tobe er mir'3. 16 «ot tcji es Mn; 

70 ir mnejl genUe an mir begln. 
Ich bir dich immer nmbe guot. 
DI» das ^ mtnen vflleii Inal.n 
Dö sprach der faimeliiche bot': 
Mit dA dem oberiiteu Got 

75 Niht gelooben wil, noch mir, 
sA «il ich gaotes geben dir 
Noch ratre. dcnne ein michel leit. 
das dd veriDocbest dto heil; 
Winta danne ein armer man . 

80 äi histu Mibe tchuldik an. 
Habe drler wünsche gewalt: 
swie dtne wansche siDt geslalt. 
Die ersten drl die werden wir: 
soldestu leben tAsent jir, 

SB Dd bist märe, dannc Wl, 

ob daj guot mit dir wesen wil.« 
Er sprach: »so bin ich riche.« 
er gie fil vrAllche 
Hin heim se sinem wtbe, 

90 [er sprach:} sunscr iweier Mbe 
Hit Got ir nilt rerendct. 
er hlt uns guot gesendet 
Htr dan wir in gebetm hin, 
wir rougen in wol mit «ride Un 

95 Und mugen wol mit Trüuden leben : 
er hil dH wünsche mir gegeben 
Die werdenl wir alle drt; 
dA ril, was '"^' <1*3 t*^*^ ■!■ 




XXXVII. Vit krti Wi*14t- 

Dunkel dich dii wol gowant , 

100 Bü wil ich wUuchDn xe hant 
Vot ffoldcs einen firösen berk, 
und dar umbc ein ad ve>(Q werk. 
Von einoT hAhen mAre guol. 
(laj uni das v>t>e niht enluoti 
5 Daj wUuche ich le einem wunKhe wol, 
oder ich wUnich' einen schrln vul 
Swie guoler prenninge ich wil, 
der immer il geltch(e) vil, 
Swie vil ich drüj gcnemen kaii , 
10 und Rwem ich drds ic ncmen gaii: 
IM3 er doch sl gellcbe vol.« 
dit sprach da^ wip: »ich hiere wol, 
Wir haben märe, dannc vili 
nA tuo, des icb^dich bitcn wil, 

IS l>a soll mir einen wünsch geben, 
und soll dd wider nihl olrcbcn, 
Dil hlsl genuok an den cwein; 
dl) wcisl wol. da3 ich mtniu bcin 
Sä vil darnach gebogen hin; 

an c5 hil (iot al»ä wo) geüin. 

Durch min gcbelc. sam durch daj diu: 
ein wünsch isi l)illlcl)(e) miu.u 
Rr sprach: »ni^ habe dir einen, 
lehn' gib' dir mi dcheinen. 

■iü Und sich, da^ du in beilalcal sü, 
d43 CS alliu diu wcril werde vru.u 
oDü wolle Gut,a sprach sie lehanl 
uhele ich da.^ besle gewanl ' 

IcEuo an mlnem Übe. 

30 das an keinem wlbe 

Ze dirre wcrll ie warl gesehen.u 
als der wünsch was gescifehen. 
M hele sie daj gewanl an. 
»wii mir wel« sprach der mau 

35 »Bü vil (un)ssliges wtp, '. 
dA mtthtesl aller wlbe llp 



XXXVtt. 9« km Wi«r<kf. 

VU wol ino dir geUoiiM Un. 

und faeteit dannoch bas ReUn. 

WsTstu isnun boU gewesen: 
140 din sCIe iai immer UDgeneieii, 

Da3 du uiemaiu vriimt geweien bisl; 

d*5 wolde der hciliga Krist, 

Uli dA triuwcn bist l«re, 

da5 ej dir in dem buche wcre . 
U Daj dA gewandei wurdeil sal^i 

di3 wart wtr ui der stal, 

Das Rewant wu in dem wlbe 

da3 bete li in dem Ube 

Vil näcb gexeiret enswei) 
50 fil uogcTuoge sie icbrei. 

Wen ir wk win, danue w£. 

Me schrei ie m6 unde me. 

D6 men gehörte disen schal. 

die geboren kämen überal, 
M L'nl viigten, waj ir «ere. 

üü sagete si in daj msre, 

Oa^ es ir von ir manne geschach- 

das *^ if niunden ungemach. 

Die dröuten im mit icballe, 
GO und sprlcbeu das *^^ '■ 

»Lceset ir uns nibt daj wip 

»ir nemeu iu ie mo den llp.» 

Üie lukten ir mesjer und ir swrri 

und drungea vaxte darwerL 
65 Dil er wol hört' unde s«ch. 

beide, des wtbes ungemacli 

Unde slner vlnde drö, 

d6 macht' ert' allesamt vrO, 

Er sprach: udas woldc tiot. unter trdst, 
70 das sie sanrtc wxre erlöst, 

Das sie getunt wer*, als e.« 

do enwarl ir alwr nihl wä me. 

Sie was ir ungenjlden vrl. 

Lod heten die wünsche alle dri 




'i XXXVIL mt »iri 

175 Ein ichsnülcb Mite ftuiMu, 

und wireu ■!« des n ende kOBCD, 

Di3 tie niht gnotM Mlten bin. 

sie beten beide miiMUn: 

Docli wsrt dün ineD[ne] der schall vi 
W dem wu oueb veite nÜMfchehen, • 

Des wart im wol rergollco, 

er wart lA vil geacholten 

Und wart tb gir der werlde ipol, 

dag er nnsem berren Got 
85 ISiht andara bat, wan umb d«n UH: 

itn acbade wai ein grAse n6t, 

Ü6 wart sin unwerdikeit 

*il vollikllcb ein beneo leit. 

Sin lasier und *U achande 
90 vulten alle in dem lande 

[Beide] naht unl tak ir Aren, 

er wart vor allen tdreo 

Mit [den] worten ungaactuBael 

und wart sA gar terhmnat, 
VS D13 er *or leide verdarp 

um) durch das ^^^ *■>' l^' slarp. 
Swer sA vi] gnolea noch veridr, 

swie grAje klage er drumbe «kUr, 

Er möht' ej volle klagen niht, 
äOD als uns der tären sit(c) jiht: 

ünrehtiu gir, unrehte bejagen, 

und nich vluste unrehte^ klagen, 

Da5 ist der tAren ahte. 

die tArcD sint drler slahtei 
5 Die niht sinne hlnt gewnnnen, 

din enwijjen, nocb eokunnen; 

Die andern wellenl wiegen niht, 

die sint noch vUrbag ein wiht; 

SA sint die dritten sinne vol, 
10 die kunnen unde wijjen wol, 

Unt tuoDt daj bcBsta dibt: 

swie 63 in allen laint at. 



XXXYU. 9ie Im Wün\i^t. 



259 



Manik töre ist des muotes, 
ob er vil Tröode und [vil] guotes 
213 Gewinnen und behalten kan, 
s6 dank[e]t er sieb ein Twlse man. 
Swa5 Tröude er hdt, swie rtch er isl, 
und ist der heilige Rrist 
Stn vriunt niht alters eine, 
20 so hilft e5 alle5 Jdeine, 

8wa5 er vriunde und guotes h4t, 
swenne er munde und guot Ut, 
Ist im diu s61e danne ungenesen, 
$6 ist er ie ein tör* gewesen. 
25 Swer die s^le niht emert, t 
der ist ein t6re, swie er vert 
E3n' hki nie man wtsen muot, 
wan, der Gotes willen tnot 




XXXVIII. 

«f t i b ( r l i |l. 




II i » 1 . d i » »«f 



W^eib^slisl auf Minne is( so behende, dafs lie den Mann mii 
sehenden Augen blind macht. 

Ein Mann sah einen Buler von seinem Weibe gehen: sie wollte 
ihm einreden , er habe sich versehen , und das Geschrei darüber brächte 
ihnen beiden nur Schande ohne Noih. £r aber licfs sich nicht weg- 
läugnen , daTs er an ihrem Leibe vier FOfse gesehen , ergriff ein Scheit, 
zerbläute ihr den Kücken und zog sie bei den Haaren , dafs sie laut 
um HOKe schrie. Die Nachbarn liefen herbei und machten sie los; sie 
klagte ihnen, ihr Mann sei vom Teufel beselsen und habe sich aufser 
dem Hause voll Weines getrunken. Es wurde Sühne gestiftet, und 
beide lebten vier Tage in Frieden, 'Die Frau aber sann darauf, sich 
vor solchen Wehtagen zu verwahren. Sie ging zu einer alten Fügerin 
(Kupplerin; in der Stadf, klagte ihr die ffoth, und bot ihr reichen 
Lohn, wenn ihrem Manne die Eifersucht, sie wifse wohl auf wen, be- 
nommen würde. Die Alte war bereit, und fragte, ob sie an jenem Tage 
nicht etwa eine ungewöhnliche Speise gegefsen haben. Die Frau er- 
innerte sich , es sei Kerbelkraut gewesen. Da hiefs die Alte sie gutes 
Muthes sein , und die Junge ging heim. Der Mann fragte , wo sie ge- 
wesen; sie sagte, in der Kirche, und schalt zugleich auf ihn, dafs er 
beim Eingang in die Kirche viel nach einer Bulerin geblickt, und 
beklagte sich Über seine Untreue. Er aber erwiedcVte, sie wolle sich 
nur damit beschönen ; und als sie weinte und wehklagte , ging er zornig 
hinaus. Da trat ihm die alte Kupplerin entgegen , grüfsle ihn , und ent- 
fetzte sich zugleich vor seinem ungeheuerlichen Ansehen mit zwei 
Käsen und vier Füfien. Er lachte, und hielt es für Spott; sie Jedoch 
wiederholte ernstlich, dafs er so entstellt sei. Als erbetheuerte, er fti 
unverändert, besann sie sich, dafs sie gestern ein übles Kraut gegefsen. 
wodurch sie immer missehe, und enfschnldigle sich, wenn sie ihm 
Unrecht gethan habe: es geschehe jedem so, der von dem Kraut efse. 
dafs er eins für zwei und zwei für drei sehe. Kr fragte sie darauf, 
wie das Kraut heifse , und sie nannte es Kerbel. Alsbald gedachte der 
Thor, dafs er vielleicht sich ebenso versehen und sein Weib unschuldig 
mishandelt habe. Er ging heim , und fragte sogleich seine Uausfrau, 
was sie an jenem Tage gegefsen hallen. Sie verwies ihn an die Küchen* 
uagd: die habe ihr geklagt, dal's sie damals ein Kraut in die Speisr 



gethan , davon fr gewisi lo uniiooig geworden , dar» aie gedadii , ei 
wire vom Weine. Auf feine Frage, nannte sie es Kerbelkraut: da be- 
reute er laut, dafs er ihr unschuldig so webe gelben, bente und 
tröstete sie . und verspracb ihr lur SUbne das scbftnste neue Kleid. 

So ward er von der allen Kupplerin und der losen Jungen geäfft: 
wie norh so mancbom Manne gescbiebt: drum Ist es ebenso verlorene 
Arbeil. «eines Weibes xu hüten, als einen Todten tu Stuhle xu tragen. 




xxxvm. 
Der wibe liist. 



Ein DMCre ich iu lageu «il. 

das wttws lisl «bA nl. 
, Siu st jung [oder] all. und 5wie siu s1 

und ist ir muot alsd vrl, 
5 Dij siu wil pDegcn miune, 

sia hit ouch soliche sinne 

Uf Iduoge sfinde w«hc . 

ob «3 ir man jocb Hohe, 

Siu sprKcl)'. er hei' es nibt gesehen. 
II) djbt mag man wunder spehen, 

Wie einem man hie vor geschach. 

der von stnem wlbe sach 

Einen sicherilchen gän: 

er sprach: »ej ist unrehl getitniu 
15 Und h^unde lUrnen stire. 

siu sprach: »dd wül mtr min itf 

Benemen, mtn «il lieber man. 

AA weist wol, daj ich nie genan 

Unrefate sinne g^en dir; 
31) du soll TU baj geloubcn mir. 

Dan dtneo ougen, mag ich jehen; 

siu hänt dir stire misseseben. 




XXXVIIL Wnkiüifi. 

Unt Iriegeul dir die >inne dlo. 
dur tiot, d& li, die rede sin, 

25 Uod gip mich nibt den liutcn vUr: 
iinl kumet diu rede vUr die tür. 
SA Ab wir ienerinä gcicbanl. 
ich wolt' i, dS3 ici) wsre verbraul, 
Üb ich e3 Uele.« nprach das wtp. 

30 er sprach : vdji3 dir tiol dloen Itgi 
Schiere tchenden maese! 
doch steh ich vier vneje: 
Die tUnt an dtme llbc nihu 
sol man gelouben daj man sibl, 

35 86 ist ej Ane lougea, 

ich Mch (3 mit den ougen; i 

Oder siu wurden mir iis gegrabvit. 
eiu biderbe wip wAnde ich haben: 
Nu ist ictn win enbundeii; 

40 ich hahe es wol bevunden, 
Daj du mir iite hAst gelogen 
und lange (mich) ddber belrogL-u, 
tjemachel le eime tärea« 
eins schlles begunde er väreu 

45 Und gap ir df den rOkksR bar, 
in dem hüse hier und dar 
Xöch er sie U dem liire nider. 
siu schrA eht alles viste wider: 
»DA luost mir unreht, samir Goi'. 

öO und macbesL unt der liute spol.» 
Vi! lüte schrei siu umbe Atj, 
das " 'B helfe desle b>5 
Die näh gebilren kamen. 
s6 siu deu schrei verwemen. 

äS Vil schiere ir dA le beit« kau, 
beide, vrouwen unda man. 
Ab irem man läch und sliej. 
um er ir daj hir veriies. 
IM vrigele man in mmn. 

bO was ime bsacfachen wKra. 




XXXVia IMknIifL 

Oder wie es «n« ergtogcD. 

sin f pnch : «er iit genngen 

Hit dem tiutrd leider, 

er Ut.mir mloia kleider 
6S Zenerret rat urbrochen. 

bt ine diiie iht gesprochen. 

Ds3 ist mir ticheilldien leit 

tln grAse anbescfaeidonheit 

Dia tuet mir mutig angemech; 
70 er «eit ein ding, daj nie geschieh. 

Und (n)le mer jocb geschehen so). 
, er iit dl Ase worden Tol, 

Des muo3 ich heime engeltcn; 

vluocheo unde schelten 
Ti ütb' ich von tme, und anden nihi : 

der ungeslehte brnse wiht 

Der bit sich wtnes errüllet, 

darnmbe er mich hie krüllet lkiiülk>l1).>t 

D6 bAtcn sin umbe einen- vride. 
HO ie doch hJl' er ir diu {Kli(I[ej 

Harte wol gestreicfael. 

mit bengeln so erweichet, 

Uej e3 ir was ein ungehibc. 

der iride werte vier tage 
83 Zwischen in du l>eidea, 

altus wart ej geschcideu. 

Uiebl erdähte siu einen lisl. 

wie da3 siu sich gevrisl', 

Dsj e^ geschehe nie mer me , 
W die siege Uten ir sA wi. 

Eines morgen! siu getial 

le eim' allen wlbe in die sUI. 

Diu was ein «uegcrinne 

und wislc Oüch solfae miune. 
!>D Diu hies sie tiol« wilkomc stii. 

siu sprach: »tiot 16n' dir , muolrr min . 

L'Dt let oucb nie sd rchle nüt: 

rotn man wil mir den grinuneu lül 




( XXXVia WriknIHt. 

Tuun mit itarkao siegen grös- 
10D wnr' ich ein harter ana bis- 
Ich »olle divoTi lerlclieben: 
mäht' ich mich ime gelieben, 
Das '<^'i ine würde, all in wu e, 
dnr umbr woll' ich dir iemermi. 
a Beide. lUfen nnde geben- 
min Khulde maoj ich 4ir fajebeni 
Kr steh eilten *on mir gCn. ' 
dd weist wol. wen ich di mein'. 
Hnoter, nA solta mir geben. 

10 des ich dir bin ver|ehen, 
l>tn[en) rfil und dine stiiirp 
xe dirre ävenliure.« 
Diu alte sprich: ntuot m dir n61, 
sü kan ich dir «ol gnoten rit 

15 Geben luo der Sachen, 
und dtoen man gemachen, 
Daj er swnere hundwt eide. 
ime geschähe nie sA leide 
S6 dag er aluege dlnen llp.« 

20 dA lächele daj junge wip. 

DA sprach [onch] diu Tuegeriune; 
>ili Inieben niht die sinne, 
Liebe totaler, unde saRe, 
äget ir an dem tage 

2& Kein[e] seltssene sptse? 

der mtere dd mich bewlse.« — 
"JS,a sprach diu junge » hani 
»ein krüt ist kerie genant 
Das '<>'» '1 unser eggen. 

'Mi dag hdn ich onvergc^gen. « 

DA sprach diu alte: »dag ist guot. 
tohter, nü bab' ich htiien muol. 
Ich getriuwe dir gebelfen wol, 
wan ich dir billldi[«] gebelfen sul.« 




1% Diu junge [M] von ir urloup Dam. 
dA lia wider beim di kam. 
D6 spndi der man: »vi wKr" du hinf << — 
nmneding.« ipnch ün wider in 
»Snbe dA micfa niht vor [der} kircben süii' 

40 wie sol'j mir amen wtbe erginl 
Uod wiltu alius miMeieben, 
l6 mahtn wol >e den oa§en jehcu : 
»Wie well ir nücb betrieben 



4S IM gienge doch le der kitchen in, 
uut sluende bl dem neven diu; 
DA HCb ich gar dikke. 
das ^ anefalikke 
Einre scbumpfen wären bl : 

30 d«3 ich divon sach. da5 sl. 
Divon ich Itde hencleit, 
uod das min Itp dir das vertreil, 
Daj din ungeslahter 11p 
minnet lieber aTider[e] wl|t, 

35 Divon ich kumber dulde 
gar lue mtne schulde.« 
klil rede siu begnnde 
versnobten, obe liu künde 
Dekeine sache vinden. 

60 dl mite (in in möbte gelinden , 
Das er stn tflrnen liejie »In. 
er sprach: »die valsdien tilkke dtn 
Die iinl mir komen luo gesihl: 
dA mafat dich beachoenen niht, 

65 Wan ich es mit den ougen sach.« 
nd beeret, wie sin wider in sprach: 
»E3 ist noch wir, das ii*'> ^i*' 
das mannes triuwe ist nihi ze breit. 
Das Uq ich wol bevundeo 

70 an dir le maniger itntideu.u 
Sin weinde und wani ir hende: 
»)1, Got. (dfl) mir sende 




) XXXVIll. Wcibnlilt 

Iten lAt, ds) ich niht lebe mtl 

mir tuol niht ■M rehtc «4, 
176 Als, deme ich nie ungetriuwe wart, 

der hA sln[e) triuwe gegen mir iptrl." 

Hit lorne er «Ur die 10 n i;ie. 

diu alle vuegerin wh hie, 

Uni trat engegcn im har; 
HÜ uü beeret, wie siu in tArte ger: 

Siu sprach: asun. Got graejo dich. 

durch Got, da loll twcfacidtn Bilcb, 

Obe da stit WOTden wiMe: 

lieh htt din mcfucbeo bilde 
85 Si wunderlich entschikliet, 

da3 >tn min hene ertdirikket.« 

Er ipncb: »wie iit mir den bescMnfu 

siu sprach: oich bAa an dir ers^n 

ZwA naien und lier tu^; 
90 das dir Got l^nen muese, 

üi beim: ej stil dir übel an.u 

er sirt lachen AA began: 

Und sprach: »muoter, «6 dir (jot. 

oder ist dir ernst, oder ipol, 
% Oder ist dir diu gwibt^e) 

worden dA n niht|e]T« 

Siu sprach: »obe mir sin emit slf ' 

mir wont wol solicb alter bl, 

Das Kb nie mauDes spotten *oi. 
'JOO dariuo gesibe ich bade w«t. 

Du hdsl rier fueje und nasen iwi.a 

halde sprach er auo(t)ir dö: 

uHuoler, dir ist gar unrehl; 

mir ist min anDis aliA siebt, 
6 Als ei[nejm oMiudien sol billlchien) sin. 

dd sprach diu sIte niegerln: 

» M \i mich dich bescbouwen baj: 

ein veigej krAt ich nehten as, 

IM von ich ie sll miasesibe; 
10 sunder mnre ich dir verjibe. 




XXXVm. WttkrrlW. 

Das Kb dir anrehl Uo geUn, 
dA U gen nir dbeii lora aUn, 
Und U mich bin dln huld«! 
d>3 krAt daj Ut diu schulde, 
915 Wer es isset. den guctiibl. 
da$ er iIhu nbsenht, 
SinS Tdr iwoi, iwci vür driu. 
Udw snn. nA si Bin liiu, 
I^ ni^ )d leide nie geiefaMhn 

90 >1hu nü diu alle sprach 

sAn dir, dA warfe] mir ie. lA (nll; 
das ungwlibtc nige bnU 
Das bei sich lA getoret, 
der tione min sentcercLa 

95 Er sprach: »wie ist da} krdt geBanirn 
sin sprach: adas 'o»" >^ <^'r bekatil. 
Es heiset kemd i^win.« 
lehant gedUit[e] der tAre: 
»Mir ist ouch llhte alsd Rescfachen; 

30 ach, und b^n ich miasesebeD 
Ad mbne lieben wtbe, 
wie Um ich denne ir[me] llbe 
UnschuldekUch gctin s6 we! 
ich Tflrhle , ich itn le buose sU 

35 Umbe die sünde Got und ir; 
ist cht alsus geschehen mir. 
Das ich des selben krütes aj, ' 
ich geloub' es ir iemer destc bas-« 
Niht langer wolf er dA gesUn. 

40 er sprach: umuotar, ich wil gin 
Heim Tcrsuochen, obe mir sl 
das >clbe krtl gewesen bLn 
M lächele aiu, und k^rte [sich) dan. 
heira(e) gie der tumbe mm 

45 Geswinde und ouch gedrile. 
sin wtp er balde vräle, 
Waj er des tages «3«, 
daj er sA ungerocse 




! XXXVIH. Wrikrrlill. 

Mil siegen wm Af irea Itp. 
SM) gar lomUchf apncb dag wlp: 

»Da.; sollu «rigen dlne maget; 

siu bat mir «ider wol geklagel. 

Siu tct ein krüt in uDMr muos, 

di von dir rehter sinne buo5 
5S Wart i in dem birne, 

dir umb lief dlne atirae. 

Ich winde, ej war[e] von «Ine.« 

»ach, liebe vrouwe inlne. 

Wie itt da3 krAl genennetfu — 
60 Ddas "">i >(^ <'■'' bekennet, 

E3 ist geheijen kerael krüLa ~ 

aowil« spracb er »liebej Irdt, 

Nd aolt dd'3 vergeben mir. 

att ich unichnMeliUche dir 
65 Hin getiu sü rehle «<; 

sich, 65 gescbiht dir niemermi. 

Des «ol min triuwe itn din pfanL 

le suoDe kour ich dir ein gewani. 

ÜB} beste da^ man viodet.« 
70 alsus wart er geljndet 

An niuot uttd an dem sinne. 

da3 geicbuof diu vuegnrinne 

Und der junge löse llp. 

«US ktinnen sflioeltchiu wtp 
75 Noch wol ir man vertmren, 

die eht siu'went geh(BreD. 

Di von nie man eowuele, 

(183 ^r "1"^ wtbes bucle: 

Es ist verluroiu arbeit, 
SO wer den täten scbljen treit. 




XXXIX. 

9n Bitter unJ» liit Huffe. 



Ulan soll von den Frauen Gutes reden, denn sie haben vielKQnste. 

Ein Ritter ritt eines Tages mit Windhunden auf die Jagd. Seine 
Frau sandle alsbald heimlich zu ihrem Bulen, der auch sogleich kam und 
mit ihr tbat, was ein Mönch rathen mag. Ein heftiger Regen aber veran- 
lafxte den Ritter heimzureiten ; da traf er unterweges Kinder, dieNöfse ge- 
pflückt hatten, und auch heimgingen; er liefs sich in seinem Hute Nüfse 
Ton ihnen geben , und knackte davon. Seine Hunde liefen voraus und 
kratzten an derThüre. Der Ritter, der bei der Frau lag, erschrak; die 
Frau aberstund auf, hiefs ihn ruhig liegen und zuaUem stillschweigen: 
sie werde ihn schon befreien ; sie zog den Umhang zu . und setzte sich 
davor. Der Hausherr ritt in den Hof, liefs sich das Pferd abnehmen, 
und ging zu seiner Frau. Sie empfing ihn freundlich, und sagte, sie 
wollte eben schlafen gehen , weil ihr so allein die Zeit lang werde, und 
beklagte sich, dafs er stäts auf die Jagd ritte. Er beschwichtigte sie 
damit, dafs er ihr zur Kurzweile NQfse mitgebracht, schüttete sie ihr 
in den Schoofs, und beide safsen und bifsen sie auf. Die Frau rief 
laut dem Ritter im Bette zu, er dürfe nicht sorgen, sie werde ihn, wie 
sie versprochen, sicher hinaushelfen; er möge sieb auch die Zeit mit 
den Nüfsen vertreiben: und damit warf sie eine Handvoll uifftr den 
Umhang. Der Mann verwunderte sich, und sie wiederholte, es läge ein 
Ritter da an ihrer Bettstatt. Der Mann nahm es für Scherz ; die Frau 
aberforderte ihn auf, sich zu überzeugen, und beklagte, dals ihre Kurz- 
weile gestört worden , da der wackere Held bei ihr gelegen. Der Mann 
schalt sie Tür besefsen: sie möge sich doch besinnen. Sie jedoch hiefs 
ihn aufstehen und selber schauen. £r meinte, sie wolle ihn nur äffen, 
um ihn darnach mit anderen Weibern zu verspotten. Sie schalt ihn ver- 
zagt, und mit Recht liege der Kühne dort. Dieser hatte nicht Lust, die 
ihm zugeworfenen Nüfse zu knacken, und wäre lieber zu St. Jakob 
von Compostella) darnach gewaliet. Der Mann blieb aber ruhig sitzen 
Da sagte «uch die Frau , es sei alles nur Neckerei : Jedoch vermaafi sie 
sich, wenn wirklich ein Ritter dort läge, ihn füglich hinauszubringen. 
Er war neugierig zu vernehmen, wie. Da sagte sie, sie würde ihn fest 
an sich drücken , ihm ihr Gewand überwerfen , mit ihm ringen , und 
den Ritter hinaujgeheo heifsen. Indem that sie diefs alles wirklich: und 
der Ritter eilte hinaus und kam unbemerkt von dannen. Nun liefs die 
Frau ihrem Mann das Haupt wieder frei, und bat ihn um Verzeihung, 
dafs sie sich den Scherz mit ihm erlaubt habe. 

Tor bösen Weibern, die so mausen können, soll man sich hüten, 
Qod den Narren mit Kolben lausen. 




XXXIX. 

Von dem ritter mit den nö33en. 



Hu so) TTouw^D reden guot. 

er üt SKÜg, wer daj tuol, 

Wea die Trouwen [die] künDcn vil : 

difOD merket eiu btspil, 
5 Wie ein ritlcr wart betrogen. 

das *>>' ><^ sagen uneriogen. 

IM er TOD sloer vrouwen reit 

eins tages, näcb gewonheil. 

Ze velde mit den hunden. 
10 si besant' an disen stunden 

Iren minneUlchen trdt, 

da} tel si nibt Überldt. 

Da3 er balt luo ir k«me 

und da ir red' Ternxme. 
15 IM er die boUcbalt vernam. 

er was vrA, nnde kam. 

Di er in die bamer trat, 

d6 giengen si an die bette slät, 

Diu iwei beimilchen holden. 
30 und leten, waj si wolden. 

Aber waj si täten 

das möht' ein münch raten. 

Nu wider vuor dem hem ein rege 

d>5 er wider kM' under wegen, 



278 XXXIX. »er «itt« nn^ ^ie «ifr. 

125 Er gcdAhle: »uü wirstu ua3, 

kdr* wider hein, da tuostu ba3.« 

Wan diu wölken vlu55cn. 

da waren gangen nu55en 

Kint, zuo den er (hin) reit, 
30 diu vluhen ouch den regen breit, 

E da3 C3 vcster [an] gü55e. 

da hcten si [ein tcilj der nü^p 

In iren buosem gebrochen. 

davon ich hän gesprochen. 
35 D6 bat er, im der ntt53e geben. 

des gewerten si in eben, 

Er huob dar stnen huot. 

in düht' diu kurzwtle guot, 

Diu kint teten niht dA wider. 
40 d6 reit der rittcr hein wider, 

Stn winde liefen im vor, 

der eine krazzet' an dem tor, 

Da5 der ritter s6r erschrak. 

der an des wirtcs beltc lak, 
i5 Er gedäht', der wirt waer* komen. 

du da5 diu vrouwe het vernomeu, 

Si stuond üf in allem g4n: 

»ir bedürfet kein' angest hAncc, 

[Si ^sprach,] »her rittcr^ liget still(e), 
50 ich rät' [iu C5] und ist min (wille), 

Der umbe hang ist gelesen, 

uns mag arges niht bt wcscn, 

Ich sol iuch [wol von] hinnen bringen, 

mit wol vuogllchen dingen; 
55 Swa5 ich sprich', s6 swlget ir; 

ich hilf iu [von] hinnen, gloubet mir.u 

Dö der wirt in den hof kam, 

zehant man im stn pfer(l)t nam; 

Bi5 er an die kemnAten kam hin(vürj, 
m dö het si üf getan dip tür, 

Und was nidcr gese33en bt einem stein, 

dort lag der ritter al ein 



XaUUlL 9(f Httln «id ^u 1lif<. 97» 

Under dem ambe hange. 

darnAch was niht lange, 
65 Da3 der wiii in gienk. 

dio ▼ronw' in gueülch enpflenL 

»Wtbyd sprich er uwa5 ^^osi dATcc — 

vdö woll* ich« sprach si »iezuo 

Slifen sin gegangen; 
70 mich begonde s^r belangen, 

Di^ ich als6 einig sa3. 

ach Got, wi^ (mag) dich helfen da5, 

Das ^^ s^ *1^ stunden 

rttest mit den banden, 
75 Und list mich einig sixtenT 

unt pflsgesto guoter wizien, 

Oü waeresl dildcer bl mir; 

wen ich dtn unsanft enbir.« 

[Er sprach : »swtg,] ich hin dir hasel nÜ35e brähLu 
80 si sprach: »dd bist wol gedaht, 

Da5 ich niht kurze' wUe hin, 

dem hislu wol gellch getin; 

Wen du bist wol ?e1rwi55en.« 

di Susen si und bissen 
85 Der nüsse ilis ^^^ vrouwen schds* 

des gastes angest diu was gros^ 

Der di lak y erborgen. 

»dir bedürfet niht sorgen«, 

[Sprach si] »her ritter an dem bette , 
90 ich hilf iu, ine wette, 

ÜS diser kemenilen 

ir slt hie unverriten, 

Als ich iu vor beschict, 

iu kan hie geschaden niet. 
% Was sol man iu verwlsen? 

helfet uns [ouchj der ntiss^ blsen, 

Wan iu nie man schaden sol.« 

do nam si der nOssc ein hant vol 

Und warf si under den umbe hank. 
100 das btsen dühf den gast ze lank. 




280 XXXIX. 9n «ittn •«> %U «i||V. 

Der Wirt beguade li tn teben, 
er sprach; »ach Got, wsj Ut dir befdieheD, 
Zc wem spricbsta disiu wort Tu 
ü sprach: »<U Itl eiD riUer dort 
105 Ad unser betlesUL« 
der ritter sprach eil dr4t 
Ze dbcD selbeo itlen : 
»er lürsl' min niht [dt] erblten. 
Und wier" er da.« — »das gioub' ich dir, 

10 du seilest «3, weis ^'>'< Uianlc mir. 
Nä wil ich sin Icein sUndc hin: 
ich beis' dich selber dar gtn, 
Stand df und luog', wer er it: 
er la|{ mir sider vil njhe bl. 

15 Daj da sü schiere bist Vomcn, 

des hilglu du uns kuriwll' vil benomen, 
Wen er ist ein helt vermesjen.u — 
»z'wArx, sprach er »dich hil besessen 
Eil) tiuvel, genant Lesle[r]linli ; 

tW tiut der bcjser diniu dliih, 

[Und heir mir,] da^ du dtne sinnefn] 
wider muckest gewinnen. 
Des wiere dir, weig Got. udt 
wer wxr* der, der ti( slnen tut 

2S An mlnc bctstat gienge, 

daj ich in erslueg* oder vJengeV 
So dir tiol keir, bedenke dich 
und U3 unbekUmbert mich.« 
Dö sprach des herren vronwe: 

30 »nA stand üf und schouwei 

Wsnesl dil, das' ich unbesinnet st? 
mir sinl tÜ guotcrwiiic bt : 
DA bist an dir selb' betrogen.« / 
[er sprach:] »ich bin von dir unbetrugcn, 

35 Swas du tälesL fteschaffesl, 
und das <^u "^"^ ^sä äffest. 
Das '^ 1"' ^" kxme 
und nie man dd venwme , 



XXXIX. 9tt HtUft nm% )»tr «äfr. 281 

Da5 dA sin dan lacbetesl 
140 und dinen spol niachetesl ^ 

U5 mir under andern wlben: 

ich sol und ^il hie beltben, 

Wen ich getriuw' dtn[eu] werken (b. Worten) iiihl.d 

si sprach: ))diu rede ist vür nibt, 
45 Getrouwwol den hengsl hin reil: ^ 

doch ist €5 gar ein warheit, 

Da5 wil ich nemen üf mluen eit , 

alle3 da5 ich dir hän geseiL 

Du getarst niht dar gän, 
50 des bistu gar ein verzagter man: 

86 lU er d^ von rehte, 

gelich einem kuenen knehte.« 

8wie vil si in des beschiel. 

dennoch kam er dar niet 
55 Jeuer der da5 bette büte, 

und ir gar wol getrüte. 

Der bei5 der nü55e klein(e) : 

[wen] er het si lieber [alters] Cine 

Gehoiet zuo Sant Jakop, 
60 wen er bejagt' wol ritlers lop. 

»Benamen,c< sprach si »da3 gloub' mir, 

ich hän unreht gesaget dir, 

Wan d^ ist waerllch nie man, 

wan ich dir alles guotes gan, 
tiö Doch sag* ich dir ein m»re, 

ob nu ein rittcr dk wa^re, 

Den wölt' ich danncn bringen 

mit gar vuokllchen dingen, 

Da5 er Ü3 dlnem hüse ka^m' 
70 unt keine !>chandc davon n<eui\a 

Er sprach: »wie wöltestu da3 tuon?'< 

»da3 ich dir sage iezuon: 

Do n«m' ich dich also zc haui 

zuo mir under min gewaut 

« 

• Hl« Ummdaduift reimt, lacbolist: niacholiftt. 

* ^VoM ein tprichwörllicher Ausdruck. 




383 XX\]\. 9(1 «iltft nt ti« «Iff*. 

175 Und beffUnd' dich an mich Iwtngtn 

unt vastc mit dir ringen, 

Ahit vcrdakt' ich dir dits lioupl: 

hcire gast, iu il erloupt, 

Hü ktrcl bald iuwer slrAsc. 
80 wan ich sin nihl erldje, 

Und titmet uns dsj häi iAd. 

da5 hoiipl ich im verdetikct hin." 

DA si dem gasl als6 gesclt, 

er sich niht sAmcte, er schreit ') 
Ha Dei wcgcs hinds vil verholn. 

alsd hair li irem booln, 

Da3 er kam iln atrisen. 

do begund' si Im dnj houpt Idjen. 

Si greif im vonien an den scho|if! 
90 »heb- üt. lieb, dlncn köpf 

Undo sich mich vrlllch an, 

daj ich den schimpf begangen hän 

Und vergib mifj durch din guetc.« 
Vor [bssenj wtben man sich huetc, 
95 Die alsü kUnncn mAsen. 

man stA narren mit kollien lAscn. 

Dci «tge> er «idi nicht hApiM', 



XL. 



P« JHeimti mit >eir ®ei^ 



Ht Fraoeo, die durch strenge Hut an ihrer Minne gehindert wer- 
den, erfinden oft solche Listen, dafs es lustig lu hören ist. 

E>Q Meier hatte das schönste Weib, so je ein Mann gewann: ihr 
Baar war gelb wie Seide and lockig. Kinn und Brauen waren lieblich, 
4ie Augen wonniglich, Mund und Wangen rosig, die Brüstlein fein und 
rand, die Anne voll und weifs, die Bändlein lierlich und hng: sie 
verdiente eine tirSfin lu seyn, und der Dichter würde noch mehr ihren 
boldseligen Leib loben, fttrthtete er nicht den Hafs höharer Frauen. 
Der Meier hatte dieCs schöne Weib so lieb, dafs er sie nimmer ohne Hut 
ließ. Wenn er etwa eicht daheim schlief, so kam seine Schwester und 
gab auf sie Acht 

In der Nihe stand eine Burg, da safs ein Ritter, dem die Meierin 
10 wohl gefiel, dafs er lu ihr durchs Meer gewatet wäre. Er bot einer 
Werberin Gabe und Geld, und die erwarb ihm auch bald die Gunst des 
schönen Weibes. Es war lur fröhlichen Sommerzeit, und er meldete 
der Schönen: wann sie lu der Pfarrkirche bei der Burg durch das Ge- 
böli ginge, sollte ein in den Weg geworfener Zweig bedeuten, dafs er 
rcchtsab versteckt ihrer harre. Sie waudte ein, dafs ihre Schi^iegerin 
DDd deren Bruder sie stäts begleiteten; und die Alle, ihr die grofse 
Brunst des Ritters vorstellend, hiefs sie etwas anderes erfinden. Da 
besann sie sich und sagte: ihr Mann habe eine GeiLs, nach welcher 
vorige Nacht die Wölfe gegraben; der Ritter möge durch seinen Schüler 
die^eifs heimlich wegführen lafsen, so werde der Meier hinterdrein 
laufen , und der Ritter könne unterdessen zu ihr ins Haus schleichen. 
Der Alten gefiel dieser Anschlag, und als eben der Meier dazu kam, fing 
sie dermafsen an zu husten, dafs er wähnte, es wäre ihr Ende, und 
hiefs sein Weib ihr etwas geben. Die antwortete schnöde , sie hätte sie 
noch lange ohne Gabe sitzen lafsen, wenn er es nicht geböte. Das 
gefiel dem Meier, und die Alte ging weg, so lange ächzend und kräch- 
zend , bis er sie nicht mehr hörte. 

Der Ritter war vergnügt über ihre Botschaft, und richtete den An- 
Khlag sogleich'ins Werk. In der finstern Nacht ging er mit dem Schüler 
und einem Knechte zur Meierei, und sie brachten die Geifs zum schreien. 
Da weckte die Meierin ihren Mann : die Wölfe wären wieder da. Der 
Meier fuhr auf und lief der Geifs nach, welche der Schüler über man- 
chen Zaun hinwegführte und ihr das Ohr kniff, dafs sie schrie. Der 
alle Thor lief laut rufend so lange hinterdrein, bis er sie dem Wolfe 
wieder abjagte. Unterdessen hatte der Ritler mit der schönen Melerin 
ein kurzweiliges Spiel gelrieben, und war schon wieder von hinnen, 
als der Meier mit seiner Geifs heim kam. 

Wer salnes Weibes lu ingsilich hütet, verliert all seine Arbeil. 




XU 
Von der meirtn mit der j^i5. 



^Wer beimllch wirbet umb diu wip, 

dem eriachet dik der Itp, 

Sd er le weide liulen liuml. 

diu min[Dej dea vrouweu also TTumi, 
5 Wen ein Trouwe le irem man 

i» willen [oiht] gevuegen kan 

Siht »or gröjer huote, 

si findet in irem muote 

Vil manigen sphRben list, 
10 daj sich le iBcheone isi. 

Da3 ist mir in meDgei^ dingen knnl. 
E5 was ein meir le einer stunt. 

Der het daj aller schcenesl wIp, 

s6 si ie gewsD manne« Itp, 
IS Da3 ist äne iwtvel wir: 

gel als diu slde was ir hir, 

Ir kinne, ir brdn man loben sol, 

ir ougen gluonden wunne[kl leben] wo) ib. id\), 

Ir mund und auch ir wengelln 
SO diu gäben nxsciohlen schln, 

Ir hir was reid unde gel , 

ir brOstltn klein und sinewel , 

Ir arm' gedroUen unde blank: 

WI5, boDIdi unde Unk 




AL. jDic iMfifriii mit Vre «tk^. 

25 WSrpn ir diu hendrlln: — 
ila.; si iiiht xolt' ein grecvln »In, 
na.3 kUK* ich itlille und ofTenbir; — 
ir III) was hübsch uudc klir: 
Ir lob dii5 wjill' ich mcren bij, 

M sü vUrhr ich biihcr vrouwcn ha3. 
lies wil ich vnn di>r mcirln gedageii, 
lind wil von dem meire sagen. 
Wie dem sId wip i: herzen gie: 
wnn »hö, da3 er uiht rnlie 

;Ui Ah' huotc Ein wlb einen tak. 
wan i>r niht dAheime lak. 
Si'i kam sin licbiu swcster dar 
und nam ir vil eben war. 
Kin iifarrc bi einer bürge w», 

V) darüi man sang unde Us; 
l>ä bl was ge9C33en 
ein riUer gar venne33en, 
Der selb' riller was unveraagti 
diu mcirin im «A wol behagt', 

iS Kr leite an si nl die litt. 
d>3 es ine mj.^e ist, 
l)cT selbe riltcr alsA h^ 
er wKr' gewalpn durch das mer 
7.UO der kluogca meirln, 

30 da,; er ze ir komen mtihle «tn. 
Et gedäht' in sinem muole: 
»ej kum( mir liht le guotc. 
Wall si te der kirchen sol gAn, 
sä mag si oihl gclAn, 

55 6i muo3 gän durch daj bali.« 
des vrüutc sich der ritler stoli, 
Üb diu kluoge meirln 
wolt' im einiei) gcnndig sin. 
licT kuene Hllerllche man. 

60 ein werberln er dk gewan. 
Der gab er gftbe unt pfennink, 
diu hete balde rinin dink 



XL. 9ic Mtmkm »it %n »ft^. 889 

licworben gen der mcirtn, 
• ila5 si wölt' den willen sin 
65 Rehte gerne Tuegixi. 

des mnosl' [doch] in wol benuegen. 

1)05 geschach in einer somerzU, 

SU icUtch fögelln wider strlt 

Vfl 8U05e sang, swä e^ s&^i 
70 do enbOt der hübsche riUer d»^ 

Der fil kluogen meirin, 

er wö!l' üf gnid' ir diener sla, 

So si le der kirchen gienge, 

d^ si da3 eben venrienge, 
75 IM si Tünd' ein gruene5 zwik 

für sich gevallen in den sUk, 

Däbt soll' ir sin bekant, 

da5 si gicng* ze der rehlen hant, 

Da3 si in an der[sclb€n] stunde 
80 sicherlich da vunde. 

06 sprach diu kluoge meirin: 

»da5 Uet' ich gern, und mohl' e5 sin: 

Swä ich nü hine gän 

und ein wlle d^ gestan, 
85 So g4t min geswle mit mir 

und ir bruoder ouch mit ir. 

Und huetent ze allen ztten min; 

und mag ouch leider niht gcsln.« 

Der böte was ein alte5 wip, 
90 si sprach: »?rou, mtnes herren llp 

fJdct von iu su grö3e not, 

da5 im wseger waer* der tot: 

Besehet, ob ir die stunt 

icnan (s6) geruegen kunt, 
95 Da5 min her bl iu müg" wesen: 

oder er ist immer ungenescn.cr 

fr houpt iu da nider seik; 

ein kleine wlle si da sweik; 

Du si uü wider üf sach: 
100 »üf mlnen eid, »sid6 sprach 




) XL. Wn JHliittim mit krr l^rif. 

üaj ich besaers niht (en]wei3, 
wpii: wir haben dne gei.5, 
DA gruobrn nchtcD [die] wolve luo; 
sprechet ze im, da.3 er [oticti] tlii4 hin 
105 Und das <^ ilncii schuoler faei5' 
sllchen hcimtld) tuo tler geij; 
SA weis ich wol, le der Mlben ttl 
da.; der meier niht veritt . 
Er loun allF3 binden uftch, 

10 und ist im le belfenne gieh, 

Er schrlt ahahat [ha ha] dA moost hie lin!« 
so kan der ritter in daj hA» gtn.« 
Dill alte sprach: »od wnnt ■ ir wirf, 
min berre sich des vrSuwen sol, 

15 Und muo3 oucb immer nb sin.« 
tc bsnt gieng der meier in; 
Die alten da der huoite brach. 
da3 si weder sacb, noch sprach: 
Er wänt', si möhle niht genesen, 

au er biej ir sin wtb etwa} geben. 
Da sprach diu stotie meirln: 
unä muest' si lang gescjjen sin, 
E ich ir hci' geben in" iur worl.« 
daj däbr den meier gar ein horl. 

!25 Dö nd diu alte äj gienic, 
oowäk si dd schrien rienb, 
Dd schrei si alj: no y/i und ach'." 
bi3 sl nie man mi (ge|sach, 
Dö dA nie man $33, [f) 

30 wie balde si dar komen was, 
Di si vanl den ritter kluolt, 
si seil' im liebes hart genuoL 
Er sprach ; »ich hfln Af miner vest(e) 
ein schuoler, der rät mir daj bes((e); 

36 Dennoch hin ich einen Imeht, 
der vuoget dartuo vil rebt, 




XL Vi( ÜUtcriii Mit »CT »rif. 391 

D«r wtij des dinges wol ein ahl.« 
Du kam gar ein vJnster naht, 

DA gieogen die dri iä hin, 
140 unt telen nich der meirtn sin. 

Ab sich dl diu \ire vani, 

d6 wart diu geij an geranL 

Da diu gei3 (Iflte) sehr«. 

M schrei din meirin : »o w£t 
45 Her tnder, Ulstu nihi TenoinenT 

die kidigen woIt* sint aber Icomen.n 

Bis da5 diu meirlu gedidite, 

wie ü den ineir Af brchte, 

D6 het der scfauoler die geis 
50 aber mengen län, Got weij, 

Er bei} si [vil] vast in da} är(e}. 

{binden] nlch lief der alte Ur(e] 

Und schrei al}: »haho! dd veiger grAs!u < 

dö sprang der riller in da} hüs. 
55 Bi} der meir dem woIf die geig genam. 

dö was der ritter komen hin dan. 

Der ifenünr* was geswigen [lai den] ein jdr. 

das üt sicherllchen wir: 

Wer aberig* buot' an sin «tb leit. 
GO der «erlinset micfael arbeit. 

Da} isl der meirin mcre: 

Got bue}' uns [al] unser swiere. 

An' aUe missewendel 

hie hlt diu red' ein ende. 




XLI. 

9tr Hittfr unterm JJubtr. 

Von 

Jaknb Appel. 



« v 




VM *M trOkll. «la l^u« Ar* UvuatT ilbrriMri. H« itt- 
*abM kfa atick eis AbcDlrver au* itw Munde (inrt Biltrn. der Mit 
Ci«KT Fnu luf im looiplen LiebMimUndninH Irtae, liii ri luchl- 
bair nrri. Ihr Ulan halte dnl lUrtr Bruder, die ibm die tudlkuadige 
Khiloilsketl Mine* Weibei lorbiellen; et «olli« n nicfal Klauben , tie 
«tm «flMIM lieb, ikD lu ikbeneuiTD. und terabndelen allr« miL ihm. 
An Haiita |ab derüiBD eine drio|enile «eile Reite lur, und hieri 
die Frau dM Haut hDln. Sie ■Dille 1ha mit ilrtiichm Wactro. küuea 
«and Thrhaea lurOekhallFD . ao dari er ilc (Dr •ehiildl« hiell, Jedoeh 

Alultald. »andle lie lU ihrem Killer. deraucfaiurNacbthim, minnl|- 
Lirti enpfanfen wurde, mil ihr lU Beils ging und ein Spiel beginn, 
'vic Bin lentetl dea Bhelnei ihul. Sie eriählle ihm nwh den rühren- 
den Abirhicd: da aar der Mann schon heimlich mil Kinen Brbdein 
«Mtifckfekonown, leinahm beide drinnen, und pochle an die Ihür. 
Der Killer apiaag auf. uad lerbarg sich, hioli im Niederkleid, beia 
Heerd ualFT einem Zuber; «ein Ubrigei Gevaad lentrekle die frau, 
BDd ADtaele den un(e«IQin llereindiintienden. die isfleii-h im Belle 
«Khicn. aber dal ?leil Irer bnden. Sie bdiU lichl antünden, der 
lann kehrte da* ganu Uau* um. und schall ihre Inulnigkeil, die «r 
«ohi bclauMht habe. Sie enlichuldigle lieh mil ihrer grofsen Liebe n 
ihm. dafa lie im Tiaune ihn lu umarmen iievkhnt und elwi taut ge- 
redel habe. iJe beiheuene ihre Treue und lirbkiHte ihm. Er bettnlüpe 
>iih, lamal da aie lelber noeh lergeblich suchen half. Kr dankleUoll, 
data der TcaM ihn nichi auin Horde seinet Weihea verblendet habe, 
■elale sieb Dil Minen Brüdern am Feucrheerde. liels S|iciic und Wein 
bringen, uad alle aaren gulerDinffe. Einer lata auf den Zulier, darun- 
ter der Riuer alak, und brmeriKe. daA Überall geturht worden, bii 
auf diesen Zober. Die Vrau achall aelne ^acbarBi|:kell . denn lie habe 
wirklich den Killer diiunler rertleckl Jener iarhta. und wollte alc* 
nicht noch mehr belhOren lafsen. Sie wiedeAolIc, der RittCT ailie 
•erdilerslich darunter, und mülte durch Abenteuer befreit werden. Der 
Haan bat a)e, ihr Spstlen lu lafsen. et sei genug an des Teufel! Spolt. 
Sic CTWiedrrlc. Spoll gehOre auf Schaden, und er aolle noch tOrdee 
bclhdrt werden. 

Nebenan wahnle eine Beeherin, der der Zuber gehdrt'. die tändle 
am Maigen. alt sie liacken nollle. ihre Nagd darnach. Die bedringle 
h'rau lieft lie bei ihrer Gevattcnchaft billen, ihr den Zuber noch lu 
lilten: und alt die Beekerin abermits ihn fordern lieft, bal sie, iie 
durch WeibeanoUi lu enischuJdigen. Die Beckerin. die lolcbe Abrn- 
iMlt am* *ei bcinlicben HinneHechl wohl leialund. lUmle. daft ihre 



Nachbarin dieft nichi eher gcMgl: sie «Urde sie fOffleich befreie babwi. 
Damll ergrifr sie einen Brand, ittndele ein abvMrli ttehendei Scheuer- 
ieln an, und schrie Fenerl Da lief der llann mit seinen Brüdern eiligst 
lum Löschen, und die Frau liefs unterdessen den Bitter lurHinlertbÜre 
hinaus, gab ihm seine Kleider, kiksste ihn und bebhl ihn Gott Ho 
kam er glücklich beim , und bewährte sich Weiberlist. 

JakobAppet sagt: wer bat, der hüte wobi; fcrlicrt er etwas 
ohne es lu vemissenU was schadet ihm du? 



II * 



Xlil. 

Diz ist der ritter underm zuber 



E5 ist uns dikkc wol geseit, 
wa5 liste und grd5' kündikeit 
Künnent sümcltcbiu wtp, 
däiiiile siu vil dikke ircn Itp 
5 Vor irn mannen vristent , 
die siu vil dikke übcrlistenl 
Und machent si ze t6ren gar. 
hiebt nemet einrc maere war. 
Wie einiu iiventiur' bescbach 

10 Cime ritter, den ich sach, 
Der mii^5 mit slnem munde 
Seite ze einre stunde : 
Er minnete eine wirtin, 
diu selbe ouch söre minnefin. 

15 Si beten bMe an ander liep; 

ir zweiger '^rriuntschaft möbt' ein dicp 
Unsanfte in beiden bän verstoln. 
wenne e5 mohte sin verholn, 
S6 k6men si ze einander, 

2i) so enwart nie sMamander 
In dem bei5en viure ba5, 
denne in zwein btnander was. 
Diu vriuntschaft werte langen tak: 
zc jungest, als melde nie gclak, 

25 Der wirt bete starker brueder dri. 
nach langer rede, wie dem si, 




\LI. 9(1 IMtUi uflUin 3tb([. 

Diu mm-c si bevund«n, 
si bc|;uiiden an den stunden 
DcD Itniodor Hriten tcre: 

W »das dir tiot alle dln £re 
Neme, dA rehte tMBsewihll» 
sprachen si < weist dil niht, 
Wie man von dine« wibe seil 
so rehtc p-ü^' unstxtikeilf 

:iä Siu roinnel einen ritler, 
der lebet ali6 nilir, 
Db3 wir iln haben ichande 
in allein diiero lande.« ■ 
Der wirt spradi: udd ist niht an, 

U) min wip enmiunct keinen man 
Anders, wsrilch, danne mich, 
des voll' ich swern sicherlich; 
Siu ist sü slKle und ist sä guul, 
ich weis '*">'• ^5 ^'u lihl cutuuL« 

45 Si sprächen: »e^ ist sicher wir, 
siu tribct 63 ieie wdI ein jjr, 
Da3 siu in olTenllche Ml, 
"5 ^'^■j geroeinllche al diu stat, 
Kim, wtp und alle die man; 

öU des lasten mani^er dir verbau.» 
Do sprach der wirt: »das '^^ mir Icit 
wie bevinde ich niÜ die wArbeitf« 
Spruch er aber luo (i')in. — 
»willA nd hoeren uosern sin 

35 Und will der wärheil kumeu iui>, 
sA sollü sprechen morne vruo, 
I>i\ wellest rllcn elewar: 
des nahlcs sA knm wider bar. 
Und lij uns alle mit dir gin 

fiO und vür alle tre lUren stin, 



- XLL Sff mitte «Ntmi Ji^r. 

Und ging dd selber an die want, 
lA hcBreft ia dinne altelual.a 

Der Wirt des r^tes schiere pSak. 
■MCBB rmo dd es wart tak, 

6S Und er aich icMne an geleit 

und aich din vroiiwe oueb Ut' bereil, 
D6 ipncb er: »liebe nouwe min. 
U dir min hüf be*olhen >ln: 
Wan ich in disen dten 

70 imos lerre von dir rtteo; 
Mir ist lollchiu botscbaft getin, 
das '^ '5 niebt mag abe Un; 
Dnd enknme niht in knner vrist: 
hncte wol, also liep du mir bist.« 

75 D6 sprach diu vrouwe: »was seist di)t 
willu aber von mir Dil? 
Was wiltu dlmile meinen?» 
liu begiinde weinen 
Und sprach: agn})' siinde du begast. 

80 das <]Ä mich allerseine lisL 
Lieber wirt, bellb bl mir; 
wan ich dlo also käme enbir.u 
Von triuwen rette siu nibl da^^: 
ir tet das iünscheiden bas; 

HB Wan siu des was *on henen *rd. 
mit armen umbe tricng siu in da 
Unt kuste in mit irem munde: 
der kos gienk nIht von gründe. 
Sin sprach : amin lieber trüter wir! . 

!)0 wie kAme dIn mlu llp enbirtl« 

Doch dAbC siu hcimitch: »das ist w4r. 
ach Got, weu wärest du ein jikr. 
Das wolt' ich barle ringe wegen, 
und iiese din dort den tiuvel pDegen. 

9S Und hei' ich hie niinnc und gemach 
mit dem, den ich ic gerne sach.» 
Vor ime siu grase trebeD(en| lic. 
das "'■■■S ir le henen gie 




:tflO \U. 9tt «illrr BitrrM Ul^i. 

l>a.; RrAjo weinen dij liu let. 
KN) der wirl vil nikh vcnaget hct, 

IIa,; er belibcn wolle sin; * 

er dahl[cj: ndist vir, die brueder din 

Die hänt dich sidicrllch hetngen; 

wan 81 htnt Ar din wip gclogeD.« 
S Und sprach tc ir: »gehabe dich woL« 

.sin sprach: »ich (uon haj, dan ich xitl. 

Wai) mir din bine rarl swnre llt.« 

IT sprach: ntuo wol, c$ itl rilens itl.n 
Alsus dA Wirt von hAse reil. 
10 dem ritler wart dil balde gcscit. 

Da.; er des nah^es bieme le hds, 

der wirt va>re j^rilen A3: 

Kr solle hdn minnc und gemach. 

»der riebe tiut mich ie gesach.« 
1ü Sprach der ritlcr, und wag vriV 

dt buop er »ich baldc dö 

Des nabtcs undc knm aldar. 

diu vniuwc nam sin schöne war. 

Und hie.) in <>ote wilkome sin: 
21) »vriiinl tmd lieber hcrre min, 

NA süln wir wtinnckllcheu leben. 

sll uns Got den tag hat gegeben. 

1)^3 uns gen^mft h;U min roair. 

ir sUll g.tr llcinc sorge hftn, 
■£i L>a3 er iht kume in kurier slunt. 

da5 bAl vetjehrn mir stn munt.n 

Siu truog dar ir amisc 

vil reinre guoter splsc, 

Dariuo den nllerbesicn wln; 
ÜU siu'sprach: «vil lieber herre min, 

»yii Süll ir leben imc sAsC) 

ir Bit bie wirl le hilsc, * 

Kr gedlhic : „dii int nihl vir 

llll i*l kUOl UBlIO OlTMblT." 

> t>«.'M licidcaZeiJiD läfUM. lut, uad kndcn die i torbclflvbt 
l'i'<KrlMU|H «rlchl ton hier «1 M. lUrkrr »h 




XLL' 9fi «ittn mttm >ikn. 

W)5 ir weit, dij ist geschehen. 

dawider geUr nie min jehen. 
t}5 Doch wil ich iu sigeu den muri: 

wqlüT, ej ist dt, diu naht isl ki],n. 

Wir süln le aimeo sUfeo gin.« 

der rittcr sprach: »das ^ geUkn. - 

Dei ir gert, dei bin ich *r4.« 
W n giengen nit ein «oder du 

l» bette dA u standflii , 

eins spflei si di begundcn, 
^ AkA man jcnsll Bloes tuol: 

di5 »pit deo wir( niht d&bte guol. 
45 Da dis apil ein ende nam, 

diu TTOUwe ugen dö began. 

Wie *oa ir gescheiden was 

ir man vi) gar äne allen haj. 

Und wie siu dnimbe weinle, 
50 und da5 niht anders meinte, 

Wan daj siu was des scheidens vrü. 

alsus seile siu [dem ritler] du 

Diu[selt)en] msre dem rittcr; 

das diUil[e] den wirt gar biller. 
äS Der [wirt] was des abendes wider komen. 

und heie werk und rede TernomeD; 

Und dariuo stner brueder drt, 

die im di stnonden nihe bt. 

Si sprächen: »bruoder, b<Erstu in dä?-< 
60 »entriuwcn,« sprach er «bruader, ji. 

Ich hoere in leider dinoe, 

mich iriegeo denfoej inlD[e} sinne. 
^ Beide, man und ouch min wtp; 
* dist wir, es Ki1t[et] ir beider llp.« 
65 Die bmeder sprächen: uso ist es itt« 

si begunden widerstrtl 

Klopfen harte s£re. 

»owä, iemermere!« 

Sprach der ritter »war sol ich, 
70 di ich wol verbeiß michf« . 




i XLI. 9tx Rilttr irIkm 3iktt. 

Di sprach diu tiI gehiDre:« 

iidä Oge bl dem viure 

Ein vil grAjer luber sUt , 

da sliefel under, d«5 itt mtn rJkL« , 
17ä Der riller nibt 30 tnege wu, 

linder dea luber er dA ms, 

Ze mAle barb er sich darin. 

sin bäbe wnr' ich lieber ftiln 

Des taütt, deD[ne] «In niderkleit, 
KO als er mir selber lider seit'. 

Die wtlc rerbars aiu sin gewani 

als4 das ^3 nieman vanL 

D6 das verbergen geschacfa, 

dort Aje der «irt mit lome tpradi: 
ttö »Wiltu mich nibt Itjen in«? 

»ja, vil lieber meister min.« 

Siu lubte die tttr Af scbiere; 

db drungen si alle viere 

In dij (hds) in weite, 
HO si suohten an dem belle, ' 

Ob ieman daran wKre: 

dl) vundcn si ej Inre, 

Die vogel' wiren äj} gevioges. 

der wirt wart gar ungezogen, 
V5 Dö er nieman dinne ervanl: 

>jiüDd''df ein lichl!« sprach er lehant 

»La mich enuochen alle gaden 

tilch dem, der mir luol grdsen schaden 

An guote und an iren.« 
200 er begunde dag hAi nmb ktnn. 

Diu trrouve sprach: »wie verstu nuaf 

er sprach: mU muostu bdeier ms« 




XLI. 9n Vllttr tmtrrai liWr. 

Von mir noch hiule erblsen, 
«jitu mich sA bescfalsen. ' 
a05 Dd bcese loUcrville' 

joch bdrt' ich iuwer balle. 
Die ir (ribet bMesant, 
du ich sluont b1 iu an der wan( 
Und ir mta olmet kleine war, 

10 dd hArt' ich iuwcr ballen gar.« 
Sia iprach: ndaj'U mkfa dirs^en, 
ich wil «3 Gote von bimcl Uagcn, 
Da3 ir midi blt enchrekket 
tiDd alM antuofte erwdikct. 

15 In eime IroaiDe Ö6 Ich lak 
und ich fit gröjer vröudcn pflak; 
(ch wände, ds^ ich didi hette 
b1 mir an dem bette. 
Sä reite ich tu llhle etowaj; 

20 wan ich din selten ie verlas; 
Wan wer dem andern guoles gan. 
küme er des vei^e^jen kan, 
Er släfe oder wache, 
kumcl mir da5 i'ungemache. 

25 Das i'^h hin gegen dir triuwe gröj, 
so engillc ich des ich nie genüs, 
Und m^ mir iemär werden leit 
min triuwe und ouch min sUetikeit: 
Wan dd luo keinen stunden 

30 bist untriuwe an mir befunden; 
Wes ilbest dA mich armes wlpT 
le pfände sce ich mtnen tlp, 
Das i*'^ '''■■i v'p Ii^'c einen man 
s6 refate liep, als ich dich hin.« 

3S DU der wirt die rede bevani, 
do begund* er millen dl lebant 

• In M. Umint ^h 3 Zt<lm • 

«ea wnilg liodco in d«ai bA*I" 
Et ipraota: J>e*cU3"Mu bkü iM. 




t XU. V«r Viiici HirrM ^bn. 

Lnd li<-3 ein teil stn wucicn. 
uGot muejc dich behurlcii 
Vor Bllem leide!« sprach uu di) 
'J40 »lieber wirL, wie luoitu sä 
tiegea dime reinen «Ibe! 
tiot rech' es an irem Übe! 
Die dich dnriua bringen, 
mir luo ungclingen, 
49 Daj (lä mich faringest le ruofe liie.n 
mit armen siu in umbc vic, 
Siu sprach: »dA soll din lUruen Un.n 
du s|irach der wirt: »4a5 sl gc(än.« 
Kr lie sin lUrnen ii lebint; 
30 siu half ouch, da} er ojeman vani. 
Beide, hürte, noch eosach. 
zuo den bruedcrn er di sprach: 
»UiT tiuvcl mit uns umbc gjkl, 
der dikLe morl geschaflcn hat, 
äü Der woltc lihtc, daj ich mtn wl|) 
ermordet' uade da} min llp 
Davon würde zc spotte, 
ich dank' es icmär (lOte, 
I)a3 des tiuvels boisiu kraft 
tiO hie niht ist worden sigebafL« 

Sus nani der soni ein etide gar. 
der wirt hie} Lalde tragen dar 
IJpIse und darcuu Quoten wlu; 
er und ouch die bruedcr slu 
HS Zuo dem viure säjcn 
unt trunken uiide i^ta, 
Ir schallen daj was harte grv}. 
da} doch den ritter s^re vcrdrü}, , 
Der Ai nnder dem lulier lalc 
7U und dl vil kleinrc vriJudeu pElak. 
Einer lU den lubt^r sa}, 
(lä der ritter under was. 
Er sprach: naft hdn ich alles gar 
da} hOs enuocbel har nnd dar, 



VJ. ßn «ittn t»tmi Aiktt 305 

975 Wan, under disem lober hie, 

dar ander gesoochete ich nie.a 

Mit der fiuste er den sluok. 

diu TTOuwe sprach: »ddst ongeTiiok , 

Da3 du des äiht enruochesC, 
80 under dem suber suochest, 

Wan er ist drunder, wissest das, 

der bt mir an dem bette was. 

Was er eht an dem bette dk^ 

s6 findestu in du, niht anders wa, 
85 Wan ich in drander sliefen hies, 

d6 mtn man an die türe sties, 

Die rehte wArheit ich dir sage; 

suochestu in niht, so bist ein lage.^c 

Des begunde er lachen: 
90 »wiltn mich« sprach er »machen 

Zuo eime toren? sage mir; 

des riles ich niht volge dir. 

j& stn wir genuok vcrtoeret.« 

siu sprach: »düst war, er hoeret, 
95, Was ^ir ^^'^ ^^^ geseit; 

ime ist das lange sizzen leit, 

Wan ime ist vröude tiure. 

mit vremder aventiure 

Muos er von iu werden bräht, 
300 swie Übels ir über in hiit gedaht« 
) Der Wirt sprach: »liebe wirttn, 

du solt dtn spotten liis^n stn; 

Het' ich in Tunden hinne, 

ime wsren dinc minne 
5 Ze sürc worden, samir Got! 

du von so lüs ^^^ ^^^ spot; 

Mtn ist gespottet harte genuok: 

das ^^ des tiuvels unvuok.« * 

D6 sprach aber diu wirtln: 
10 »wol verstandenre meister mtn, 

* In M. fehlen diese beiden Zeilen. 

* 4. Kmf»m , G«>aai«lab«Blc««r II 20 




) XLI. >ft Vitlrt ntttm 3*kn. 

Spot nich icbaden hoBrel. 
ir werdet bas nttanet, 
Da3 wil ich otTenlldie sageo.n 
innen de> begund' ej tagen. 
315 NA was geHssen neben in 

ein büsbacb (Uaoge] brttbekkerin, ■ 
Diu wol der mnre aich vcntuonl, 
alse liUbsche vrouwen dikbe tngni, " 
Diu wijte wol der minnen reht, 

90 slu wüte, b<de, knimp nnd sieht, 
Wa^ heiroellche minnc hörte an, 
dardf sin sich gar wol Tersan; 
Der selben ouch der luber was, 
da der riller nnder gas, . 

25 Diu wolle des morgent bachen 
unde ir Icig machen, * 
DA muosle sin iren inber hin; 
sin sprach tt der megede: ngd hindan 
Zuo mlnre geratcrn hils, 

30 bring mir den luber baldc henHj, 
Den ich ir nehlen späte Ittb, 
und ir'n ungeme veraCcb.« 
Diu magel diu gienk balde dar, 
siu sprach: »rrouwe min, gtt bar, 

36 Gebt uDt den luber wider hein, 
wir muesen in haben Uberein.« * 
Diu vrouwe sprach; nmln trat gespil, 
hnre, wa3 ich dir sagen wil. 
Sage dlnre tronwen, er st haft, 

40 daj siu durch rehte gevaterschafl 
Uir den inber lAse hie; 
siu tet mir sA liebe nie.« 

I U M fikU bflltMCh. 

■ Aach illCM beiden ZMta ftUm in H, 

> Bctde Zeilen ItVt» In M. 

t r*r iUtt 4 ZfUn Urin Im M. mv. 

Bin ■prach: „mto nonw«, dlj il pUn." 

■lu kirn tu* der «Irtln |ln. 



XLL 9n «tttff «ntcffi Mut. Wl 

Dio maget din peak widcff henk 

dia frouwe tfirack: »hrinfetUita ^ »neio.o 
315 Sia sprach: vmie gevaegei sieh da^Y« ~ 

»Trouwe, siu wä m brachen bits« 

Und wil ^ ce grOsem dienste iUn, 

weit ir ir de» uiber Ufekot 

Dia YTouwe umde aerte, 
50 sia sprach: »ttf alie mltt te, 

Hei5 mir den lober wider gto; 

oder e5 msco aJies di^ Temtoy 

D^ Ib dinre ga55en ist, 

aaner der werde aac^e KrisIS« 
55 Dia maget gie balde wider dan, 

sia sprach: »kh macQ den aober hAn, 

Vroowe, das geloabet.mir.« 

sia spneh: ^ wider, und sage ir, 

Wlbes not dia irre mich; 
60 niht m^ le dlnre Troawen sprich: 

Ich hka d&Yür, sia merlc' €5 wol, 

des ich ir gethkwen soLa ^ 

Dia maget gie wider hein und sprach: 

»Trouwe min, hüt guot gemach, 
d5 Des zabers mueset ir enbern; 

des wil ich iuch mit triuwen wem, 

Wanne 03 meinet wlbes not« 

»Idsäla [sprach siu] »durch des tiuvels lut! 

Bristet mtnre gevatern anders niht? 
70 da5 ist ein wunderlicher sit', - 

Hete sia mir des hiute [lange] gedäht, 

ich hete sie Ton sorgen bräht, 

Swie zornig min gevater sl.a 

nü staont ein schiurltn d4bl 
75 Ein w^nink von dem hüse hindan, 

da5 zante diu brotbekkerin an 

I Z. 343-6i fehlen in M. 
> M. Urft: 

des wunden mich, wenn« diu geschiht, 

Hftl die drti f^ifrmdem ZeUem mm, mmd fährt f»rt: 

ich wil sie machen leides Tri. 




XLI. 9tt «Httt iKtMM jMhn. 

Mit eime tinn lAuhant. 
dA das ufaiaritn vu eobraDl, 
D6 «ehrt aiu: •vinrAl«* tbrt. ■ 

80 was lol <!■*■ ^' mint 
Dar kam gelonfeD manig man, 
der virl mit ituen brnedern kao 
G«loufen luo dem vini«. 
die wtle dia gehiara 

SB Den lober abe dem ritter iti^, 
ler hindertür nu in dg lieg, 
Din Ueider gap «a im an den «m, 
siu (prach: nnd mues« iucb Got bawara!« 
Unt kiuM in guelllch in «In mnnt. 

90 bin aclilet der ritter dl lestnnL 
Alsus 80 wart der wirt betrogen, 
dii mnre iit wir nnd nibt gelogen. 
Wtp können gräje kUndikeit: 
atifl lakob Appet dA Ut geteil: 

SB Der habe, der hnet« desu bag; 
verliurt er ihl, was aditt iroe das? ■ 



■ AnUmU *tr 8 /iM» Zäln, lUirfil M, irt^tlmif. 

dis fil um dlkke lor gncit 
dta mtigeii im wol itn geualL 




xLn. 

^te treue £Aa%i- 



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k '« • 



fi •. 



Höret Alle meine heilfame Rede. Niemand kennt genugsam die 
Welt: Jedock soll er klüglich thon» wie einst ein Schreiber (Stu- 
fest) , der ligUck iwei Gebete sprach: eins des Morgens, an den 
^raieinigeB Gott am Beh&tong vor Schaden ; und eins gegen Abend, an 
dio Heilige Gertrud um gule Herberge. Der Junge Schreiber war eines 
rtickeB Herrn Sohn , fleifsig lur Schale , und so tugendsam , dafs er 
ftbeiall, wo er hinkam, Heiterkeit verbreitete. Da fing er an, über die 
Zierheit vFreudei der Welt nachiusinnen, von welcher er so mancher- 
lei hdrte. Er bc^fragte seines Vaters Knecht deshalb. Dieser pries ihm 
4« Leben der Fürsten und Edelberren , die stiu in hohen Ehren, 
Festen und Eitterspielen leben. Ein Anderer pries mehr die PfafTen 
(Geistlichen), welche sich hoher Künste und Lehre beOeifsen, und da- 
durch gemichlich und geehrt leben. Der Dritte erhob über beide die 
aarten mmniglichen Frauen und ihre Freuden. Der junge Schreiber 
beschlofs hierauf, sich den Künsten (Wifsenscbaflen und zugleich dem 
Frauendienste tu widmen, und bat seinen Vater, ihn noch mehr lernen 
Sil lafsen. Der Vater sagte ,^ wenn er das gewust, hätte er ihn längst 
nach Padna oder Paris gesandt; er gab dem Sohne Silber und Gold 
nnd einen Zelter, darauf nach Paris zu reiten. Die Mutter gab ihm 
beim zärtlichen Abschiede noch 50 Gulden (Goldstücke). Freunde und 
Verwandte begleiteten ihn bis auf eine weite Ueide. 

Der Schreiber ritt in Gottes Namen allein fürder. Da traf er unter- 
weges reiche Krämer und Kaufleule, gesellte sich zu ihnen , und sie 
ritten fröhlich 60 Meilen zusammen, bis lu einer Stadt, von welcher 
jene heimkehrten. Er wollte hier nicht sein Gut verzehren, hefahl 
sich dem dreieinigen Gott, und ritt einsam' weiter. Als die Sonne 
unterging, bevor er die nächste Stadt erreichen konnte, da rief er zur 
Heiligen Gertrud um Herberge, versah sich jedoch im Walde, noch 
3 Meilen von der Stadt, übernachten zu müfsen, und liefs sein Pferd 
gemächlich gehen. Da sah er seitwärts ein Mägdlein Lämmer und 
Schweine aus der Heide treiben, dankte Gott, dafs er Leute antreffe, 
und ritt nach einem Hofe, und spornte sein Pferd stalllich hinein. Ein 
Kindlein sah ihn , lief hin und meldete es der Herrin. Diese trat an 
ein Fenster, und der hofeliche Schreiber sah sie oben stehen, wie eine 
Kose , die sich am Morgen aufschliefst. Seine Augen spielten , er grüfste 
sie und fragte nach dem Herrn. Die Frau erwiedertn, ihr Mann sei 
schon über drei Tage aufsen, und fragte, ob er etwes bedürfe. Er bat, 
als ein armer fremder Schüler, nur um eine Herberge. Die Frau war 
eibötig auch wohl seiner drei zu beherbergen, wenn ihr Mann zu Hause 
wate. Der Schüler bat sie um Gotteswillen . weil ihm die Sudt lu ferne 



wire. Er redete so zutraulich, dafs der Frau das Herz imIAibe lachte, 
und sie minoiglich antwortete, sie thite ef.^me, wenn nur die Leute 
nicht so lästerlich wXren. Da' tröstete der Schreiber sich mil dem 
Spruche : „ was nicht sein kann , darnach soll man nicht ringen ;*' er 
hoffte dennoch bessern Abend , und wollte fürder durch die Nacht rei- 
ten. Die Frau hielt ihn noch mit lieblichen Worten auf; ihr ward so 
weh ums Herz, und gerne hätte sie noch lange mit ihm gesprochen. 
Indem kam ein Knappe Über den Hof, der grttfste den Jungberm, 
nahm ihm das Pferd ab, und sagte der Frau, es sei der Sohn eines 
refehen Mannes, dem er lange gedient habe, und bat fDr ihn um Her- 
berge. Da willigle sie ein, licfs das Pferd in denSUll flehen, und den 
Schreiber Maiwasler und Romanischen Wein schenken. Darnach ward 
ihm HandwaTser gereicht , und lud sie ihn tum Abendbrod. Er saft 
neben ibr, und sie war so minnignch und sah ihn stlts so lieblich in, 
daüi er zu den wundersamsten Reden aufgeregt ward. Alle lachten dar- 
über, und die Frau entbrannte dermafsen, daTs ihr die Speise im Munde 
erstarb , und ihr so wehe ward, wie dem Fisch an der Angel. Auf seine 
Verwunderung darüber, entschuldigte sie sich, dafs Ibr das Herz wehe 
thue , wenn sie am fröhlichsten sein sollte ; sie stund auf und gab ihm 
ihren Segen. Dann hiefs sie Ihre Mügde dem tiasie betten , wie einem 
Herrn, dafs er morgen früh bei der Abreise ihnen danke, und legte 
sich nieder. Als aber auch der Gast und alles Gesinde schlafen ge- 
gangen waren, da stund sie wieder auf und ging, Ton der Minne be- 
zwungen , zu dem Gaste ; sie umarmte ihn, und sagte, sein Junger Leib 
tödle Hie. Kr wüste nicht, was er gethan,*und bereute, wenn er etwas 
geredet habe, das ihr Leid sei. Sie beruhigte ihn darüber: sie komme, 
mit ihm zu kosen und auf dem Minnefelde mit ihm Rosen zu brechen. 
Er hielt es für Scherz; sie versicherte ihn Jedoch ihres Ernstes, und er 
gab sich ibr ganz zu eigen , und erwiedcrte ihre Küsse mit inniger Um- 
armung. Was weiter geschah, kann ich nicht errathen. 

Als es Tag ward und beide entschlafen waren , kam der Wirth heim 
mit zweien ihrer Rrüder und stieg im Hofe vom Pferde. Die Drenst- 
magd kam herbei , und der Wirth , der mit seinen Schwigem in das 
Gutzimmer trat, hlefs sie Feuer anmachen. Die beiden lagen dort im 
liefen Schlafe, und hielten sich so fest umschlungen, dafs es aussah, 
all wenn nur Ein Mensch im Rette läge, Als der Wirth beim Scheine 
des Feuers sie sah , sagte die Magd ihm , wer es wäre. Der Herr hiefs 
den Gast ruhig schlafen lafsea , und als der eine Schwager den weifsen 
Arm bemerkte, den die Frau aus dem Rette streckte , meinte der Wirth, 
so ein Schreiber habe ein gemächliches Leben und sei nur auf Frauen- 
dienst bedacht. Der andere Schwager rühmte darauf die weifse Hand 
des Gastes, und der WIrih erklärte es, weil die Schreiber keine Äxte 
and Hauen angreifen. Er hicj^ die Magd seine Frau aufwecken, und 
als diese das Rette derselben leer fand, erschrak sie, und vcrmuthete 
sogleich, dafs sie bei dem Schreiber läge. Sie zerschlug und zerraufte 
sich , ging Jedoch wieder zum Herrn, und entschuldigte die Frau durch 
Wehtage, dafs sie nicht sogleich käme. Sie nahm einen Tisch und 
jlellle ihn an das Feuer, damit der Schreiber nicht von dem Ranch 



erweckt würde. Als aber die Frau immer noch nicht erBChien, ward der 
Wirth ungeduldig, und befahl der Magd abermals sie zu rufen. Die 
Magd ging mit einer Kerze in ihre Kammer, klebte die Kerze an ein 
Fensierlein, und safs auf dem Bettbrette, wand jemmemd die Hände, 
und wüste nicht, was sie thun sollte. Da gab St. Gertrud ihr einen 
Uaih: sie ging wieder insvüasizimmer, meldete, die Frau kleide sich 
an und werde alsbald kommen; sie selber müfse in den ilof gehen, zu 
sehen, warum die Ferken so laut grunzen. Nun lief sie schnell ums 
Haus, nahm die Kerze aus ihrem Kammerfenster, rannte damit zur 
Scheune und entzündete das Dach. Dann eilte sie wieder zum Uause, 
und rief: „lo Jodute!" (Zeter!) Die Herren sprangen hinaus zu löschen, 
und die Magd schlüpfte hinein ; sie weckte die Frau und den Schreiber, 
die beide erschrocken auffuhren , sich schnell ankleideten , und nun alles 
vernahmen. Der Brand wurde bald gelöscht, und die Frau ging hinaus 
ihren Mann und Brüder zu empfangen. Der Schreiber trat auch henror, 
und der Wirth bedauerte , dafs er so unsanft geweckt worden , und lud 
ihn freundlich ein ; so dafs er noch drei Tage bleiben , und mit ihm 
und den Schwigern zu Gaste umherrciten muste. Als sie wieder heim- 
kamen , vergafs der Schreiber nicht sein Gebet an SL Gertrud , und 
wurde von der Frau minniglich empfangen. Sie koste heimlich mit 
ihm, gab ihm einen Goidring mit einem Edelsteine, wohl 10 Mark 
werlh, küsste ihn, und bat ihn zu schweigen und wiederzukommen, 
wenn er heim reite. Er Terhiefs es, umarmte sie herzlich , und Beide 
schieden freudig , obscbon mit Thrinen. Hierauf dankte er dem Herrn 
für die gastliche Aufnahme, und ritt nach Paris. 

Er ward ein hochgelehrter Mann: aber stäts, wenn er in die Vor- 
lesungen gehen sollte, gedachte er mit inniger Freude der Frau, die 
ihm so Liebes gethan hatte. — Wem Gott das Heil gönnt, dem ge- 
lingen noch wohl hübsche Dinge. 

Diefs Mihre heifst die treue Magd, deren Treue den Tod nicht 
fürchtete. Drum bitten wir alle Gott und die Heilige Jungfrau, dafs 
wir am jüngsten Tage mit solcher Treue bestehen mögen , wie diese 
Magd im Dienst ihrer Frau. Amen ! 



XLII. 



De trawe maged 



Wu höret algelike, 
se sin arm idder rike: 
wil he de fand bowen, 
he ensal sik nicht laten niwen, 
5 he enmcrke, wat ik sage, 
so settet he uppe de wage, 
beide, levent unde gad; , 
nein inan weit der werlde mudr 
se is leider bos genoch, 

10 doch sal ein man wesen kloch, 
und don, als ein skrfver dede, 
he sprak alle dage twe bede, 
des morgens wan he solde ut gan, 
so gink he mid bedende dan; 

15 dat God durch sine namen dri 
ome makede van allen jamer vri ; 
wan dat an den avent trat, 
dat ander beth he denne bat, 
dar en hemelik idder lud, 

20 der hilgen sunte Gertrud, 

dat se ome schope herberge giid, 
ik mene wo! an minen mud. 



• • 




\UI. 9» um Mh*. 

hedde dnl sulve betfa (nicht) gedu, 

dal were ome jamerliken gan. 
25 wo deme skriwcr lang', 

dat sage ik ju, beddtf ik des dank; 

höret, wo eme si gelangen, 

van Jaren was he junge, 

und Tornemet disse mere 
30 van den sulvea skriverc. 

sin kumpan sede ome abo, 

sin vader were ein here ho 

und des gudcs also rik, 

dal roen nergen sin gelik 
35 mochte hebben gerunden. 

to den sulven stunden 

de ikriver alto der scbole ging 

und so grote tere entving 

aller dat he horde, 
-iü mid dem sulven wordc, 

dat he sinen sin daran kerdc, 

dal hc dat alsovort lerde. 

dario was hc so dogentsam, 

wor ho eins henne kwain, 
ih mit tuchten he dat makede, 

dat men dikke lachcde. 

dat warde so lange. 

dal dem skrivero wart bange 

na der werld^sirhcil; 
ÜO ome wart dillR geseit 

so selsene vromede mere, 

de in dcme lande were. 

he sprak to sines vaders knechte; 

»tlo wal und sage mi rechte, 
03 wal de werlt al sirheit ball 

und wo so si in vraudcn stall. 

kundc mi dat ieman sagen.« 

de hnecht sprak: usnnt ji mi vragcn, 

ik wil ju des berichten wal, 
60 wal man vor de besten keaeu sal. 




XLIl 9i* li«M ia«|». 317 

darna mach ein lereo 

und lost der weride heven: 

düt ttnt ronten and edele heren, 
^W> de ICTen «d groten eren, 

und ok to tllen tiden 

durch Inst dastern and striden, 

M bebben darth lere stedcD mad 
"70 o&d an dem lande muiigc tncht gud, 

beide, lulver node gold, 

dura tteoe, Ueder manigrold, 

de sinl stolt ande vriscb.« 

ein ander sprak: oik geve den papen hogeren piis, 
75 de Ük Tlitcn jummermere 

an bogen fconsten sere, 

so leTen m mid gemake 

oad hebben dcdcs dioges brake, 

se Yorwerren mid der lere 
SO Tan den laden lof und ere; 

kenen riddern nude knapen, 

dat beste lof gere ik den papen; 

nu und to allen tiden.« 

de dcrde aprak: Hik mach des nichl liden. 
SS vor ridder and Tor knapen 

und Tor den lerden papen, 

lore ik de werden n-auwea tarl, 

gesiret na minnichlikcr art, 

de alle sorgen swaken 
90 and manige vraude maken : 

{dat mach men alle dage schauwen:] 

den hogeslcn pm gere ik den vrauwen.n 

de skriter sprak: »ik wil nnmmer ranweii. 

Hii dunkel an mines sulyes mud, 

dat kunsie mögen vesen gad: 
9ä ok so borde ik tagen, 

dal wi macb wal bebagen 

and der joget Toget wa). , 

dat men larten *rauwen denen sali 

und nencr lade man mer vint, 
100 den der, de geleret sint. 



318 XUI. jiie ttnif Jlfoi». 

de dat vor war menen, 

dal se hoveschen vrauwen duiflB.« ■ 

he ging io deme yader sin 

und sprak: »lere vader min, 
105 were dat an juwer gonst« 

ik lerdo gerne groter konata 

do sprak de vader altoliant: 

»ik hedde di lange gesant 

to Padawe idder to Paria, 
10 wiste ik, dat du dinea fUt 

woldest darto keren, 

dat du woldest leren. « 

de sone lovede ome dkt 

de vader ging unde mat 
15 ome, beide, sulver nnde gokl^ 

wente he was ome fan horten iiold, 

und gaf ome en gut teldene perd, 

und het ome riden to Paris werd. 

do sin moder dat vomam, 
20 al weinende dar se to ome kwara, 

se sprak: »leve sone here, 

ik vruchte, ik se di nummer mere; 

darumme so wil ik di mode geven, 

dat du desto bet mögest lefen, 
85 viftich gülden de sint hi[r], 

de nim, leve kint, to di[rj, 

und vcrtere se to tiden.« 

do sach se ome drovicfaliken van or riden. 

be nam or orlof, unde reit; 
30 he wart herde wal beleit 

van vrunden und van magen, 

de oue begunden to klagen; 

wente on was vor ome leide. 

vor euer groten beide, 
35 de do sine vrund wem, 

de heil he weder torugge kern 

he reit aUeine in Godes segen. 

do af reit ho under wegen 




krunerc und koplade 
140 dit Mge ib ju hnde, 

he grölte h herde utnelik: 
M wereo weldicfa onde rifc 
and diukeden ante mid vliten: 
he begandfl mid on to ridcn. 
45 a) ia Godes dudmi 
reden se UinmHi 
mid TTanden aitd ok mid ile 
des weges seitich mile; 
do gingen se ome ave, 
50 se beliosten grate beve, 

nnd mosten to hus weder nra. 
he sprak: nwene God wil bevani, 
de ts to alkn liden wal behut. 
er ik vorterde hir al min gut, 
ä5 ik rede er a1eine.a 
de jonge skmer reine 
gar drotelik reit ut der slat 
na möge ji boreo, wo he bat; 
he sprak: »eija. vader lein god, 

CO wene da behodesl, de is behot, 
do dat durch diner namen dri, 
und make mi ran sorgen Tri!« 

Ben reit de jnnge tkrirer. 
dat ging ome wal na siuer ger, 

65 suDdcT dat ome waa de stal. 
ilto veroe und was spat, 
to 3er he riden lolde; 
de sunne ging to golde, 
do skrei he overlud: 

70 Leija, junkvrauwe sante Gertrud, 
do mi guder herberge kund, 
dat ik behoMe mine sunLa 
be moijde sik gar balde, 
wente he reit in einem walde 

7$ und in einer groten beide; 
darniame was ome Mde, 




I XL», 9it itni iHi|t. 

und bcRundr sere ilen, 
wenle bc hadde groter roilen 
drc, er he de slat bonde acdauwen. 
ISO he dachte: »du mosl hir doch ruiwen; 
dal ik dit perd to dmlc rinne, 
doch konde ik nicht komen darinne; 
darummc wil ik sachlc. riden.u 
du sach hc fcme hi der siden 

85 ut der hcide ein megedin 
driven Icmnier undc twin 
in eines riken ridders hofi 
he sprak: uGod des hebbe Inf, 
dal ik dar'gekomen bin, 

90 dar ik lüde mach ain. o 
rechte he to dem bore reit, 
ome was leve undc leit, 
do he bi den hör kwam, 
dat perd hc mid den sporen nam. 

Ü5 und rriJ gar hovclikcn darin, 
do leip ein klenc kindelin 
und sede dal der vrauwcn. 
se stund up und wolde acbauwen - 
und ging vor ein klene veniter stan. 

200 de sbriver hovesch und «algedan 
sach de vrauwen boten ome stan, 
so ein rose, de des morgens is up gan: 
sine ogcn spelden, do he se sacb: 
lohanü de junge skriver gprak, 
5 und brgunde gruten 
mid dogcntlikcD worden sulon 
de vrauwen an der stunde 
rechte so he wal künde: 
»God gructc ju, cdte vrauwe hie'. 

10 dol wal unde saget mi[r], 
wor de herc möge sin.« 
de vrnuwe spraki »de bare min 
de reit over.4r«i.dagey ut; ' 
he Solde lange komen weien to hiu.r< 



XUI. Pif tmc JH«|>. 321 

S15 se sprak: abedorte ji sin icht nodlik?» 

he sprak: «nein, t'war« vrauw, jo bin ik 

do arm elende schokre; 

wil ji mi herbergen unme Unser Vrauwen ere?» 

se sprak: «cwere hir heime min here, 
90 dat jawer noch twe were, 

ik herbergjsde nn alle gerne.» 

he sprak: «mi is de stat to veme; 

hirumme, edde vranwe god, 

durch Unser Vrauwen willen dut, 
25 heii>erget mi man disse nacht.» 

sine Wort weren trorelik und sacht, 
• de wort begunde he so hovelik to makeii 

der vrauwen herte to lachen 

begunde in orem live: 
90 went he nicht mid kive, 

gar tuchtichliken he de vrauwen bad. 

nu hört, wo minnichliken si to ome sprak: 

cceija, vil herte leve kint, 

ik dede dat gerne: went nu sint 
33 de lüde also unslicht, 

dat dar nemant blift unvordicht. 

werlik, mochte dat gescfaein, 

ik lete ju nicht van hinnen tein.» 

do de skriver horde 
40 an der vrauwen worde 

und vomam an orer rede, 

dat se nicht twiden wolde siner bede, 

doch he de vrauwen an sach 

und sprak: ccwat nicht wesen mach, 
45 ik hebbe dat ut den boken lesen, 

wat nicht mach wesen, 

dar na sal ein nummer ringen. 

sal mi noch aventlang gelingen, 
so bin ik des seker unde wis, 
50 dat wert noch beter, wan dat sun(n)e is. 
sart mi ok gan wunderliken, 
so mpt ik van hinnen wiken. 




! XLII. Üie Unt JH««K 

ik eukMi des nicht Tormiden. 

wente ik mut van hlonen riden 
2&5 durrh dat holt and durch den struk 

ditae nacht alut und iit: 

dach wil ik dal ringe wegen. 

dat is mi nu also gelegen 

und anders nicht nach aini 
60 God segene ju,.edele rrauve fin, 

went^ ik mut ran hinnen BcheideB.» 

do heil le oae beiden, 

und heilt ane mid worden losen 

uppe, dat i« mid ome mochte koien. 
65 de rrauwc one do an getach; 

Torwar ik jo dal sagen nach. 

dat van den tertliken werden, 

de de vrauwe van ome borde. 

went ik ja der warheit je, 
7ü OT wart to dem hcrten we 

und an dem müde bange; 

sc hedde gerne lange 

dar mid ome gesproken, 

dat hedde or niciit vordroleo, 
75 dal segge ik ju alsuodcr wan. 

do sach be dar komcn gan 

uver den hof einen knapcn sore, 

de sprak: asit wilkomen, lev« junkhere.» 

he sach wal, wo it ome was bewani, 
80 dat perd nam he ome «t der bant, 

he sprak: avrsnwe, linl dil nicht setien i 

dal one God gcsent heil here: - 

sinem vader ik lange gedenet han; 

de ii so gar ein rike man, 
9S dat borge und lant sin egen sin. 

ik bidde ju, lere vrauwe min, 

dat ji one ran diuen avende nei^;« lan.» 

do apnk de vnnwe walgodan: 

«so te dat'pcfd hibln.» 
90 se leit dam akrivertobeBken «iu^ 



MJI. 9u ttrat JMtfli. 393 

molmesie, romame und goden drank; 

se sprak: «wi maken dat alto lank, 

men drage uns dat brot hirin; 

wolde min hera komen sin. 
295 he viert komeD lange» 

ore spilden ogen und or bloinde[r] wange 

van deme akfiter nicht wolde gein, 

se wolde one «tedelik an gesein. 

tohand droch men dai brot henin^ 
300 se sprak: «stat up* leve her gast min, 

nemet water, des ia tid; 

ik weit wal , dat ji mode sit. » 

de skrifer tobant watcr entfing, 

gar tuehtichlike he Tor se ging« 
5 se sprak: «konet und settet ju her, 

ik ete mid ju also mer, 

als ik aleine sete 

unde nicht vel ete.» 

de skriver bi de vrauwen aai. 
10 so minnichlik de vrauwe was« 

dat se den skdTer darto band, 

dat he sehene rede vand, 

dat se alle moaUn lachen« 

de Trauwe Tan den solveo aachen 
15 van ome wart so gar nn[t}sund, 

de spise de ae in dea mnud 

gesteken hadde, de «oratarf; 

sin hofeseheit de vorwarf, 

dat der vranwen ward ao we, 
20 als de tische in der ae, 

de in den angel komen is 

van sulker kwale, als ji wal wist; 

also kwelede de vrauwe sere. 

de skriver dachte: «ach nmn>er mere, 
25 wat mach der Trau wen sinT» 

he sprak: aeteii lere vrauwe min.» 

se sprak: «etet vor Ju, lete her gast. 

eine sake dul mi overlast. 




L xui. ai» t»ic iiutt. 

wao ik aller TTolikeit mI lin, 

330 so dat mi we dat herle min. 
we gerne ik bi ju gete, 
uppe dat ]i deste bei etcD, 
nu wil dat God also nicht fasn.» 
■e tliuid up and ging vin dan, 

36 se gaf deme akriver oren i^en; 
deme gMinda heit te ainer plegen, 
ok iprak u ta den megedeo also: 
ngat und halet deme gaMe stro, 
und aemet beddewand bir?OT, 

40 ik wil sluten de dor, 

beddet ome, ab einen hern; 
wenle he wil no van hinnen kern, , 
10 mach he ja daob aeggen: 
ik mut mi to bedde leggen.» 

4S de megede deden wat le on beiL 
do de dach was al Tarecbeil, 
men bei! den ikriver up tian 
und heil one to bedde gan. 
de akriver lede sik neder. 

50 also dede dal ingesiane seder. 
do dal gewinne slapen wai, 
de vrauwe in deme bedde aat, 
ore was vil we to müde, 
se sprak: «riker God vil gnde, 

S5 sal ik hude nicht bi eme sin, 
so vorlese ik dat lerant min.» 
up stund de vrauwe altoband, 
de werde sute minne ae darto band, 
dat se lo deme akriver ging, 

60 mid oren armen' se ene nmme *ing, 
se- sprak; «eija, leve skrivere, 
uppe juwe gnade kome ik here, 
dat mut ik doo durch de nod, 
juwe junge Ur dut mi den dod.» 

65 alna ae sik bi one lede. 
nu bore, «o de akriver lede: 




. XUL VI« inu JHm»- 

oeija« le*e vnawe her. 

ml do ilt ja, wit wile Ji mJrl 

God Tui hJDKle dit wal weit, ** 

370 lun ik icht geredet, dat ju n leil. 

dat rawat mi tsd bcrten lere-o 

se iprak: «cija, mia Ibtc skrivere, 

ji bebt mi nicht la leide gedan: 

docb w Diosle ik to ju gan, 
7$ und TTnndlikeii mid ju koaen, 

und breken mid ju de roien 

appe der HinneD velde. 

eija, min utinretde. 

aal ik min leil Tordriven, 
80 ao mut ik na bi ja bliven. u 

tohand de junge ikriver spraki 

«eddele vrauwe, hebt juwe gcmab 

und lalet juwe scfaimpent sin. » 

se ipnk: aieve broder mio. 
85 wat Hilde des lusten mi, 

dat ik aldus kweme lo di 

an disse nach! aleine, 

«erliken ik dat meine, 

wo temede mi. dat ik solde up stan 
90 und hire to juwe bedde gan 

und bidden des min wille nicht enwerc? 

dat weren aelsene mere.» 

^he tprak: aeddele vrauwe gnd. 

ik bin juwe egen, darumme dut 
W •) dat ji nicbl willen lau.» 

tohand ore kussent und ore ummevan 

den jungen skriver darto band, 

det he de Trauwen nam bi der band. 

und lede se in den arm sin; 
400 do was ome vraude worden scbin: 

gar minnichliken se urome ringen sik . 

des geweten nicht kan ik 

und nein man luvuUen reden. 

wo lefliken de twe dedcn. 




) XUi; mt tnrnt Mmt* 

409 over wat se dir daden. 

dea enkan ik nichl eutraden. 

doch teggfl ik ju, aU ik «arDun: 

do il in den dach kwam, 

und se aUe beide enUlapen w^ro. 
10 und hiddca des vil kleine nro, 

dat de werd gekomen wsi 

und in deme bofc af ut, 

und ore- brodere Iwe. mid im. 

he sprak to finem knedite: «Dini 
IS de perde und von se btDi&n 

do sprak be lo den iwegeni sin: 

Mwalan, ga wi in dat hus.n 

do kwam de maget legen ome ut. 

»c enlfeng de knapcn atolt. 
90' de werd de aprak: «men baie uns hott. 

und mähe uns en gnd wux to haut, » 

noch was den twen de slap bekanL 

do si bcgonden in gan, 

und dat bedde sejen slan 
36 und kwemeu alle gegangen, 

do legen de twe alunune bevangen 

und wem alna tosamende komen, 

und hedden sik leOik ummenomen. 

dal se alle hedden gesworn, 
W dal dar nene ^we in dem bedde warn. 

ein grot *iir ward dar gemakel. 

de werd Trageda sine maget, 

we in deme bedde wäre. 

se sprak: adal is ein skriverc; 
:U i'avenl be de herbergc bat, 

juwe knecht sinem vader denet bat. 

de secbt, sin vader sj ein so rike nun, 

dal ome borge und land sin underdan.» 

do sprak de here; ulalel one nngeweUet,>. 
to de vrauwe hadde ut der dekken sirekkel 

om arm, dat man one saefa; 

(ohand da jungeste broder spnk: 



XUL 9it ttm JUh^. 937 

«isegge, leve swager Qini, 

acjesia ju 'linen arm so fiih 
445 90 du machsi schauweDf dat segge ik di[rj> 

▼an wiiler hui, ab(o) hi[r]Ti) 

he sprak: aswager, ik segge di dat. 

dai Miieii luden is bat; 

se endonren nicht vele sorvren * 
50 unde ok nicht borgen: 

dat mach wal wesen ore hogeste kwal. 

wo se schonen vrauwen denen wal.» 

de (anner) broder sprak to band: 

ase, leye broder, welk ein wit band! 
55 sejestu ju ene band so suterUk?» 

he sprak: as wager, weistu nicht, 

dat skriver weke hende ban? 

wente se gripen seiden an 

axen^unde hauwen. 
60 darumme lat din schauwen, 

und lat ome bebn sin gemak.» 

de werd to der maget sprak: 

«lat dine vrauwen up stan 

und lat se hire vor gan.» 
65 De maget in de kemenaden ging. 

dat bedde se al umme viog, 

se sprak: a^rauwe, is |u worden batT» 

töhand begonde se to denken dat. 

do se dar nicht inne lach, 
70 vil sere se do vorschrak , 

ore herie dat was leides vol, 

wente se mefkede wol, 

dat se bi deme skrivere lach; 

van leide gaf se sik manigen slach. 
75 se ging weder, vor de dore. 

he sprak: »kumpt se noch nicht hervore?«.. 

se sprak: «here. ik sage iu dat, 

dat ore t'aveode gar we was: 

doch wil se schere hir vor gan. » 
HO do sach se dar enen disch stan. 




\ XLU. mt tm» Mt$*. 

'dene diicb drocb is «or de glud; 

se iprak: «ili mut dem« »kriier weien gud; 

ik le wal. dar de wiat weit 

und de roib one nicht slepen leiL» 
485 de lüt hadde se bedacht. 

dat se or vraiiwea hedde nn dannen bracht. 

do se eine wile ieten, 

der frauwen se nicht Torgetcn, 

do Iprak de werd: ahanto, 
90 wo lange alept din vrauwe nu? 

ga und bete se hir ut gtn.» 

de maget moste aver up *laa, 

ore hende se jameriiken wand; 

L-ine kerse nam se in de band, 
'J5 se ging anderwem heoin, 

de kersen Uetede te.bi ein veasterlin, 

se sette sik uppe dat bedde bret. 

so jamerliken als de junk vrauwe berl 

mid mwen und mid klagen, 
SOü dat^ik ju des nicht half kan lageo. 

dat dede se Dicht o verlud. 

ik mene, min *rauwe Sunle Gertrud, 

de de skrifer des avendes an bad, 

de gaf der junkfrauwen einen rad, 
5 dat se ging weder vor de dore, 

und ^rak: «se kumpt schere hirvote, 

s<! deit sik vasle an. 

ik mut in den ho[ gan, 

ik [en)weit, wat de varken mach erren, 
10 ik bore se vaste gerren. » 

de magel ging lohand benut 

und leip snelle umme dat bui 

tu der kemeoaden vensicriin 

und grep suverlikeu darin. 
15 de kersen nam se in de band 

und lep dar sc de achune vaud, 

sc stak de keneu in dal dak. 
' KP leip weder in, ond sprak: 



XUL 9if txtnt JMü0. 329 

«to Jodute, hude und jummer mer!» 
520 de hern lepen ut legen er, 

und lepen in der schunen wand, 

de maged lep in dat hus to hand 

und wekkede up de vrauwen gud. 

do se sach de groten glud, 
25 io vorschrak le also sere, 

and on wunderde beiden, wo it darum me were, 

unt togen sik snelliken an. 

de maged sede or, wat se hedde gedau,- 

wo ore man und ore broder komen was 
30 und aller bi dem Ture saL 

de schune to band geleschet wart. 

de yrauwe des ok nicht enspart, 

gar snelle se henut ging, 

dene werd und ore brodere entfing. 
35 de ene broder sprak ako: 

«wo bistu also unvro?» 

se sprak: «jo wil dat God aldus han.» 

se begunden weder in dal hus gan. 

de skriver hadde sik bereit, 
40 de kleder hadde he an geleiL 

de werd sprak: awe heft ju gewekket? 

ji mochten wol wesen vorskrekket» 

fdruwen,» sprak de skrivere 

«dat sint selsene mere, 
45 dat ik so sere slapen han, 

dat diss' allent is gedan 

und disse vur is gemakel, 

und ik bin nicht entwaketu 

de werd sprak: «ji mochten alle sin vorbrant: 
50 God heft uns hire henne gesant, 

dat wi geleschet hebt de schune; 

hus, hof hedde gebraut und de schune.» 

do sprak de wert to deme skrivere: 

uleve her gast, seilet ju here.» 
55 de skriver moste sik dar selten, 

leides wolden le vorgeten; 




t XLil. 9t* tinc Mh^. 

dre dage bad ba ODe to hut. 

dat he rejd hiid ome ut, 

dal be one wolde lalen Deroe, 
560 de BWAgere mid oin« reden gerne: 

w>l dre dage le ute wern. 

do begundeD m weder kern. 

do se aldus weder reden, 

bemelik sprak he line beden, 
ttS der he pUch herde lere. 

in Sunte Gertrudis ere. 

do ae kwemen in riden, 

des de vrauwe plach U allen iMen. 

uk se dei do nicht enleit, 
TU de vrauwe se alle widekomen beit, 

also se lo allen tiden placb: 

God wet wal, wene le leTcit aacb. 

dar wefu se alte vraaden rlk. 

de edele vrauwe dogenlik 

79 dem« skritere begunde Taken 
(faemelike vraude maken.) 

de minnichlike traawe fla 
gaf oine ein golden vingeriin 
mit edelem duren steine, 

80 dal kostede wol der marke tetne. 
in der suWen stund 

kussede he der nnuwtn vor oren Bund. 

se sprak: aeija, lete skritere. 

iL bidde ju, dat ji disse mere 
HS nemande openbam. 

wen ji willen weder (p hns *arn, 

so komet weder to ttiir.» 

do antworde be def vrauwen scbir: 

«ik weit wol, wBt ik swigen sal.» 
!NI nmme grep he de rrauwen smal: 

nicht lenger dorate he dat maken. 

sc schedefdejn lik mid laciien, 

docb se beide le[i]ten 

dat waler ute den ogen vielen. 




XUI. 9» IKK JM«»k. 331 

595 de mawe doch silc vin ome wind. 

he reid dar he den hern vand 

and dankede ome mid ganter tliL 

he reid hen to Paris 

und ward an Imnsten ein groler man. 
600 wan he to der lebiion solde gaD. 

ome were wal idder uosacble, 

mid vnmthejt he jo der Tnawco dachte, 

de ome God hedde gedan. 

deme God noch der (aide gan, 
5 deme mach an hofeachen dingen 

noch rechte wal gelingen. 
Nn hebbe ik ju de mcre geuget, 

unde heit de truwe maged, 

de durch truwe du (A. nicbl) Trucbte den dod. 
to des bidde #i alte den le*e(n] God 

und de edelen vrlen, 

de milden moder Harten , 

dat uns uummer werde schia 

der ewigen helle- pin, 
15 and wan wi komen an den dach, 

dar sik nein man vorbei^n mach, 

be enmute Tor gerichie gan, 

dat wi an truwen vaste stan, 

als disse miged orer Tr[a]uwcn 
30 was an oren densle tniwen. ' 

de(5) helpe aus allen de milde God 

durch sinen billern dod 

und durch sine bilgen dre namen. 

nu spreket alle: amen! 




XLni. 

9tt vtrhti)tu Wttth. 

Von 

Herrand von Wildonie. 




.inj>: 

■iiimhH7/ mi liliiinnlj 



"-> 



SnihbiBg TOB AiMQlBiicr toU tahr uad heteugi Mio , danil ein 
Uabikbfchcr sie oicht l^OgcQ sinre. Folgendes Abeoteuer hat mir ein ta 
allewef{e Tollkommeoer Hitler , Herr Ulrich vooLicklensteiB, 

Ein; aller.Rilter in Friaul halle ein schönes Junget Weih: sein 
Hof lag aof der Ebene und dahinter ein lustiger Hag. In der Nähe saß 
ein stattlicher Ritler, welcher der Schönen so fleifsig diente, bis sie ihm 
Lohn verfaiefs, und durch einen Bolen la dem Erker besteille, der nach 
dem Hage hinausgieng, wo er einen Ring an einer Schnur finden werde, 
welche, an ihren Fufs gebunden, ihr seine Ankunft anieigen solle. Der 
Riller schlich in der Nacht herbei, und log an der Schnur. Der Mann, 
dem sie Ober das Bein gieng, erwachte zuerst davon, spürte' nach, und 
fand wo die Schnur angebunden war ; er zog sie an sich mit dem Ring, 
und erkannte die leidige Untreue. Er sprang auf, lief durch ein Thür- 
lein in den Hag hinaus, ergrilTden dort harrenden Ritter beim Haar, und 
rief sein Gesinde. Da erwachte die Frau, erschrack, und lief hin, wo 
die beiden mit einander rangen. Der Mann rief, er müfse seinen Khren- 
Tiuber erkennen, und die Frau erbot sich, ihn zu hallen, bis er Licht 
bringe. Der Mann fQrchtele, wenn er die Frau nach Licht gehen liefse. 
wo mehr als zehn Minner lagen, gröfsem Schaden, als durch den einen 
hier, und übergab ihr diesen, milder Drohung, sie umzubringen, wenn 
sie ihn enüiefte. Als der Mann weg war, hiefs die Frau den Ritter 
in den Hof gehen und ihrer warten. Der Ritter wollte lieber sein Leben 
lafsen, als das ihre geflhrden: sie aber hiefs ihn getrost gehen ; er 
kQssie sie, und Ihat's; sie holte nun einen Esel herbei, und ergriff ihn 
bei den Ohren , wurde aber von dem Thiere weit umher durch Nefsein 
und Dornen gezerrl, bis ihr Mann mit der Fackel kam. Als dieser den 
Esel sah . schalt er ihre Treulosigkeit , und hiefs sie zu Bette gehn. Er 
legte steh auch nieder und schlief fest ein. Da stand die Frau wieder 
auf. gieng in den Hof zu einer tievalterin , und bot ihr ein halb Pfund, 
wenn sie ihre Stelle eiunähme, und von ihrem Manne, wegen eines 
kleinen Zwistes, sich etwas gefallen liefse. Diese war bereit, und 
die Frau gieng nun zu dem Ritter, und ergezie sich mit ihm nach Herzens 
Lust Die Gevatterin aber wurde von dem erwachenden Mann erst tüchtig 
mit einem Riegel durchgeblftucl, und ihr dann zum Warzeichen das 
Haar abgeschnitten, ohne dafs sie sich durch ein Wort veirieth. Dar- 
nach kam die Frau und forderte ihren Mann zurück , der jetzt in tod- 
Ähnlichem Schlafe lag. Die Gevatterin beklagte sich schwer, wurde je- 
doch durch den Lohn getröstet Die Frau legte sich nuh wieder zu ihrem 
Manne . umschlang ihn . bis er bei hoher Sonne erwachte. Da schalt er 




■Iv, iiad hielt Ihr d«D it>ni*n Vcrliuf itt anraUttn Racfai var: »ieabcr 
llngnelc illn, und bcwlei Ihm durch Ifaren flceknlom Leib und Ihr 
Ubrr dia Hatlcn hcribwillindn lliir Ihrr Unichuld , und dih allM nur 
ein bMerTraumgtVMea. Di ugla er. er hebe Bur geidieril: ile aber 
Dihm den Sehen nl( Ihrer Kbr« Qbrl . und er muite Ile didurch be- 
■ailgen. diA rr ihr einen Hinlel tan Simnil oder BtIdakin (Zeuch aui 
Beldek, Rigdid} tenprech. 

Wir würden nlchlR rni dieier Genchlchle wlAen, oetin die ler- 
Khligene Uentlerln ile niebl rerliutbiri hliie. «eil die Fnn ihr nlehi 
d» Vertelhene geben wollte. So hil Herrend ran Wlldonle dicr* 




XLDL 
Der verkÄrte wirt. 



Oij boMfarl MiM *«■ »»rfc4fl» wiM, 

AfeDüure wer die seit , 
der sol die mit der wlrheit 
Oder mit geiiugea bringen dar; 
ob Cj ein hQbscfaer faab' vür wir, 

5 S6 wil übte ein unhabscber jeben. 
es en bab' nie min ■ geMben: 
Su[n]sl geUnes striten 
wil ich an 4i$eii illen 
Zevneren mit der wirbelt; 

10 wan mir ein ritler bit gesell 
Dise iventiDr(e}, 

des Üb ist s6 gebiar(e| " 

Und an ircn s6 Tolkomen. 
waj ich hin *on im verDomen. 

IS Da3 ich da3 mit ittn mak 

wol b[e]reiten an den liebten tak: 
Her Uolricb von Liehtenst^in 
der ie (in) rillers irtn schein . 
Sagt(e) mir dii mcre. 

SO das B<» ritler wiere 
Ze Frlül gesessen; 
and bll er sin vergej^en. 

I drr RJi. tirfu V*te3 twb «leBand. 




XLllI. 9cc vnheliTtr Wirtl». 

Da5 er in mir nibt blt genant, 
t6 tuon oucb ich*5 iu nibt beknnL 

:1s Der lelbe ritler bet ein wtp, 
diu bet ein s6 scboraen llp, 
Daj si wu guot te sehen' an: 
da bl wai vil alt der man. - 
Sin hof an einer eben' lal, 

90 darhinder was ein «chone half; 
1^3 gegen dem beg ein Hrlier * gic , 
dA er des nabtes nioif «npfie. ' '- 
Nik was geiejsen nAhen bl in 
ein ritler. -der bet itnen iin 

36 Gewodet * an dii icfaane «Ip; 
dem selben ritler was der llp 
Ze sothen dingen wolgeslaK, 
des er niht gegen ir engalt. 
Nd er gedienet het »6 vil , 

40 (laj diu vrouwe im gab ein lil, 
Wie si im lunen wolte. 
der ritter gerne dolte 
Disiu miere, wan er nie 
s6 rchte guotiu mar' cnpße. 

45 Der bot(e] sprach: »min rrouwe iu I 
enbotcn, des ■'' "*e gA 
Hin luo dem hüse, und in dem * ba 
wartet, unde vor dem tage 
Gihet under den irlier, 

60 dl vindel ir, nlch iuw(«)r ger. 
An einer snuor ein vingcriln 
bangent, da) diu vroiiwc ntn 
IUI gebunden an ir[en] »031 
ddj liehet: aliehanl si muoj 

65 Sin werden inne, da} ir'5 t\l 
hie, unt kumt iu an der alt.« 



Der ritter sleich hin bt der naht. 

als sin diu fffHiwe het gedAhC, 

Er vant die snoor und da5 Tingerltn 
60 hangen, niich dem wiUeo sin. 

Du greif er loo ant iuk[ke]te dar. 

nü wart der wirt der snuor gewar, 

Wan si im gie Qber di^ ein-stn bein: 

dö in da5 twang, er wart enein, 
65 Er woll(e) wekken niht stn wip, 

und doch besehen, wa5 im den Hp 

Beaiffelt; stille greif er dar; 

nü wart er 8€hier(e) des gewar, 

Wä diu smior gebunden was; 
70 die selbe(n) snuor er alles las 

Du «n ein ende [als] in stn hant: 

dö er da5 vingerltn da vant, 

Dö erschrak stn alter \\p; 

er d4ht': <ve5 wil niht wol min wip.» 
73 Vor leide im viel da5 Tingerlln 

unwi55ende yon der hende sin: 

Er sprang üf von dem bette stn 

nnd lief, dd er ein türelln 

Wiste^ gtode in da5 hak. 
80 der ritter, der da wartens pflak, 

Gedäht': «65 ist diu vrouwe min.» 

d6 er da5 kleine türelln 

Hörte üf giin, er gähte dar. 

der wirt 'erwischte in bl dem hir, 
85 Und schr^ nich dem gesinde stn« 

der gast gediJit': »were ich mich din, 

S6 kumt diu vrouwte) mtn in wort, 

sA bin ich an den ^ren mort 

Ich hiin mich schier(e) dir benomen, 
90 du bist An[e] swert und [^n'] nie55er komen 

S6 hin ich bt mir mtn wer, 

d^von hdn ich dir über her.« 

* WiSMl im der Hd$. , mtkkt^ mtttt die l'rätrtitm mt/f le t« «Mtr/*/. 




XLIU. Vn «ikt^rtr Witty 

Von des «irtes raof endink 
diu vrouwte), diu tot iltfu pflak: 

9S Si inkte bald an tich ir wit, 

und dlhte: iirw£, mtn man der blt 
Disen ritler ynnden hie.« 
>i lief, nihl bltde ü d^r gie. 
Und apnnk te in beiden in daj hak, 
IflO Jetuo der ob, der [ander] under Uk, 
Si tprach: nwie nd, waj Mt das ■^■'^ 
Til lieber wirt, bedarfta mlnTo 
Er sprach; mU wiste ich gem(e), «er 
diier wsre, der mir ber 
S'lsl bekomen Af mlnen ichaden-a 
>i iprach; »des wiratn Itbt entladen, 
Gib mir in her, und bring ein licht: 
und gib' ich dir hin wider niht, 
Was dd mir gtst iu mln(e] hani, 

10 »6 bah' mtn hoHb(e}t dir le pfant.« 
Der wirt gedAhl': nläa' ich si gin 
dahin, di mtr dun lehen man 
Ligenl, unde tUDden[t] liebl, 
ich wnn', mir schaden da geschiht, 

15 Dannfe) von dem einen hie.» 

er sprach: »nemt hin, und merlel, wie 
Ich iu beruhe disen man: 
und Idt ir den. sA slt ir daran 
Schuldig, da3 er her ist komen. 

30 sA wisset, das ia «in benomcn 
Hie der IIb an siner staL« 
diu vrouw(e] sprach: »waj ir mir Itt. 
Das wit idi iu hin wider geben, 
oder ir nemt mir mtn leben.» 

35 Er gab in ir, und lief dihin 

ntdi einem lteh[[e], d^ was stn sin. 
Der ritler sprach: »ich bin her komen 
iu leider, vrouwe, niht le vnimen.n 
Diu Trouwe sprach: »git, wartet mtn, 

30 hin in den bof.» — »des mag niht sin,» 



XLUI 9er »erkel^rlf ia»i(t>. 341 

Sprach der ritter x>sch(BD(e) wtp, ^ 

nü habt ir Tür mich iuw(e)ni Itp 

Beseiiel: ^ dan ich den verlür, 

den t6t ich ^ mit willen kttr.» 
135 Si sprach: «nü sorget niht umb mich.» 

er kuste si: »tiot der segen' dicht« 

Wa3 si d6 tet, das ^^^5 ^ch wol, 

und wei3, wie ich'5 iu nennen sol, 

Wan einen. esel, den si vant. 
iO den nam diu vrouw(e) sAiehant 

Bl stnen 6ren, und habet' in. 

nü hat da5 kunter sölhen sin, 

Da5 63 im niht wol geiimt, 

wer 65 bt den 6ren nimt; 
45 Da3 kunter hinder sich dö gie, 

da3 hag wart sd dikke nie, 
^£3 endente sich darin. 

si d4ht': »und 1^5' ich dich, so bin 

Ich schuldig gar umb disen man, 
50 wan ich dich wil ze worte hän.« 

Dorn, ne33el, manig ast 

was du niht der vrouwen gast, 

Wan si ir n4hen w^ren bl, 

aller kleider wart si vrl. 
55 D6 diu Yrouw(e) wart gar blÖ3, 

von bluote ir schosner IIb hin g63. 

Inedes Jief luo der wirt, 

unlange het er sich verirt, 

Oö brdht' er ein(e) pühel grÖ3, 
60 diu bran. die vrouw(e) des vefdrÖ3, 

Da3 er ad lange was gewesen , 

diu Trouw(e) schr^: »ich mag genesen 

Niht, ir ungetriuwer man, 

von dem, da3 ir mir habt verlün.» 
65 Nü lief er bUsende, im was gich, 

dA er sin wtb in noeten sach, 

Er wolt' ir hdfen: d6 er vant 
. diz kunter in irer hant. 




Vi enchnik er, unde (pnch: 
t70 »awä, daj ich iucb i« gcMchl« 

Er sprach; »war ist kamen der nanfu 
si sprach: and seht da5.iGh die hin, 
Dij ir mir giibtl in min hant, 
so ir dem tiiivcl slt bektnt. « 

75 Er sprach: sgjit i\ätea, ich wei'g wol. 
d33 ir slt boBter {un][riuwen vol.« 
Der wirl gicng sUfen , und tin wtp 
, was vor dem belte; schier sin Itp 
EntsUfen was; dia «roiiwe gi«, 

SO M li iD lach su[a}st mueden hie, 
Hin in deo bof, und bat ein wtp, 
der gevater wm ir llp, 
Si sprach: »gil mo dem wirt« mtn 
und sjiiet vlir ds3 bette sin; 

MS Ret er mit iu. sA swiget ir: 

ich kam iu, daj geloubel, schier.« 
Si sprach: »was ^'^^ " geUn? 
das ir »■')' selber weit dar gfio.« ' 

Diu vrouwc sprach: nein lomlln 

DO bt zwischen um; nä Ut daj sin, 
üb er iuch slahe, des ist vit, 
daj selb' ich wider dienen wil, 
Ich wil iu geben ein halp pfunt.» 
si diht': »und wird' ich von im wnnt. 

95 Daj würde mit dem halben heil; 
die andern werden mir le teil.» 
Si gieng hin, und «15 hinvilr, 
unt tet Til Ilse luo die ittr. 
Diu vrouwe disem es wol bdt: 
300 wes si dl pfUgen, des ist nnoAt, 
Da} ich das ieman tuo bekant. 
- Der Wirt erwachU; M er *ant 
Sin wlb niht au dem bette stn, 
er sprach: «weit fr noch qiutlcB mlDl» 
S Si sweig; er sprach: «bA legi inch her.» 
si sweig; den rlgel lokket' er 




Und legi' li vür itcb, uudc $lw>k, 

UDI in selber dAfate genuok. 

Er leget' sich nider unde pfBub. 
ilO aber er xoroikllcben sprach: 

»Ut ir nihi her, iu mag guchefaen. 

daj ir ungcrne mflget sehen.« 

Diu arme dihte: »uud melde ich auch, 

sA ist veriom gar, waj ich 
IS Leidu hie erliten hjn, 

und muoj des gvotes ab gestio. 

Das "HD iu' 8lt= unscide hit 

mich brthl an dise Teigen sUt.» 

Si sprach: ntind weit ir nicht luo mir, 
90 so kum aber ich iu sA, das " 

Uich gerne wisset anders vi.» 
- er nam den selben rigel dA 

Und sluog ir manigen grAjen slali. 

er sprach: »sd 63 nü werde lak, 
95 So jefat, ich hab' iuch iiiht geslagen; 

ein worticichen sult ir tragen, 

Das muo5 bewam mir den man , 

den ir nlsehllch habt ierlän.n 

Die armen er len vuesen swank, 
30 unt zukte ein mejser das *>> \aak. 

Und sneid ir ab ir schoene hdr 

oBerlhalb der ören gar. 

Er sprach: »ich bin in' angest i'wir, 

das ir in müget ein ander här 
35 Genuchen, als ir Aj drm man 

einen esel habt getin.» 

Nu bei so s6rc sich erwegen 

der Wirt, d6 er sich wolle legen. 

Das. er )>>» *i^' ^^^ ^' ^^ 
W Diu vrouw' es wo! ir[n] vriunde[ii] biit. 

Und gab im urloub . uud gie hin 

wider luo der LemeDsteu in, 

Si sprach; «gewlerin, ir sult gan. 

ich'wil ouch trlutvB mlnen man.» 




t XUIL Vn vnht^ Wirt|. 

HS Diu arme sprach: »das triulen min 

mag wol gin im verloren stn; 

Ich enweij, waj ir im habt geUa, 

ich bän vUr iucb ein buoj^ enplJUt, 

Der ich gedeokeu immer mak, 
SO sä maDgea uiigehiuT(e}a slak 

Hei', ich wbh', nie wlb eriiten, 

dariuu hil er mir ab geaniten 

HtD scb(Bii[e) hit.a diu troawe ipncb: 

»wer Dibt lldet ungemacb, 
65 Dem wart nie mit gemache wol: 

billlch ich iuch crgeuen igl.u 

Diu arme gieuk le iren luDder(D) wider. 

diu vrouwe smukte sich daraider 

Zuo irem wirle Itse gar. 
60 vor muede wart er niht gewar, 

Daj in daj vil karge wtp' 

twaiik vil nthen an ir llp 

Unt twang ir wauge an da3 sin. 
DÖ hoch üf kam der lunnen schtn, 
65 Der wirl erwachte, und sach si an, 

er sprach: «biet ir daj i geUD, 

SA möht ir mit ruuwe aln.» 

si sprach: «was meinitu, herre mini» - 

iilch mein', dnj ir vil bcetes wip 
70 mir habt beswer(e)t miaen llp.u — 

»Hit weihen dingen, herre mInTn 

er sprach: Hwa5 ist daj vingerlln, 

Da,; an iuwer snuere was 

gehangen abbin üt äa^ gras 
75 Und gelegt an iuwer ichen? 

nd welC ir mir das *^ ervlAhen, 

Das ^^^ vergesse söiber tit, 

die iuwer Hb begangen hiL« 

Si sprach: ui'wiu bet' ich das geUn''<< ' 
80 udi bet ir einen vremden man 

Heisen Inimen in das '»I'' 

diu snuor tt mlnem beine lak, 




XLUL Vn vnfer^ftr Wltl^. 

DA er lubea die begui, 

<U kam ooät ich, den ^ selben mau 

S86 Bepctf ich, Dich dem willen rotn, 
bl dem bir and den ören Bln.« 
Si iprach; »war tet tr den aanTn ~ 
uir gewunnet mir in an, 
AbA daj iuwern ralschen llp 
90 idi immer hasge, böses wlp!<< — , 
»Sh ich in in an ge»an, 
nä wihin hin ich in getinT« — 
uDi gibel ir vil tabchej wip - 
mir mtnen esel vdr slnen llp, 
95 Den hieltet ir bt slnen Aren, 
habl ir mich vür einen türen, 
Di bin ich iu doch te gri.« 
si sprach: »wag Ict ir mir diT>' — 
«Db3 bt an iurem rul(ke[n] schlu.» — 

300 si sprach: «seht ir die siege min, 
SA sult ir haben ej Tür «ir.» 
si endakte sich: di sacb er dar. 
Si sprach: »ist scboen' der rukke min, 
sü mag e3 iu wol getroumet sln.u 
5 Er* sprach: unA leiget iuwer hir.« ~ 
uwarumbe?« — »dl bin ich'3 iu gar 
Ab gesnilen.« — »ji, ir hell! 
und habt ir mich dartuo erwell. 
Das '■■ *on mir trounien sol, 
10 da} mincn Aren Stil niht wol?« 

Er sprach: uir li[3ejt es ungern sehen.« 
si sprach: »und ist es niht geschehen. 
SA sIt ir gar in(e) sin, 
sü wisset, da5 ich immer bin 
15 Iu gehas, und wil eg klagen 
dariuo allen mtnen migen.« 
Er sprach; »den lom well ir hin 
darumb, ich mues' ej iu verlin: 




Wijjel, sin mag oiht gucfaebai, 
3i0 ich(D') iDMS' iuch schdn gettKl(aH sehen. 
Si sprach: »weit ir sin niht «nbera, 
i6 1^3' ich iuctfj sehen gern: 
SA hin Mfadü ^slrelet ich 
gegen im, mil dem ir iltiet mich.« 

S5 Si brach ir rlseu ab in tom, 

und sprach: »hin ich mto Mir verlorn, 
Ds} ist dem leid, durcfa den idf{ tragen 
wil an den oihslen vir« tagen.« 
Nd was der Troawsn hjkr ad laok, 

30 das «5 ir ^ <*ui hUSM spraaJi. 

Der wir[ erschrak, und dlhte: nich bin 
unsaelig und gar ln|e} sinl 
Wes hän gezjgen ich mtn wlp? 
ej ist billlch, da) mir ir llp 

35 Kimmermire werde holt, 

dag bin ich wol g£n ir lerscholt. 
WAfen, wie ist mir gctcfaebeu! 
und het' ich selber niht gesehen 
Ir schtenen IIb, ir scboenfe) hlr, 

40 icb walte wKnen, ej wter" «ir.u 
Er sprach: »liebe iroawe mto, 
nd Ujct iuwer liirnea sin, 
W>D icb mit iu geichimpfel hin.« 
si sprach: »des sült ir mich erllni 

4S Dag ir die schimpfe mit mir bint, 
die mir an mtn trt giol: 
Nd auochet sijlhiu wlb genuok. 
die sotbe schimpfe hün verguoL« 
£r sprach: »liebe vrouwe nlo, 

SO von samit oder von baldekln > 
Gib' ich iu einen maotel guot, 
da3 ir Ul inwetn zornes muot« 
Si sprTch: ddA sI. durch iuch gelfUit 
ir Sülles aber vUrbas mich arUo.o 




XLDI. Vn »(rtt^ttt Wirt«. 

355 NA in$ht(e) wir des wissen nibi, 
TOD weihen dingeD dia geschihi 
Wer* geschehen, «an, dij wtp, 
der senligeo wart der Itp, 
Dia saget' ej, durch solhen muot, 
60 diu trouwje) woll' ir niht daj gnot 
Geben, das >> ■' ^^^ benanl; 
U von wart uns das msre bekant. - 
Der lach der iTentiur(e] mant, 
der j»l TOD Wildonie HerranL 




.1.1 t .f.H. •* • 




XLIV. 

9 X t jP e i d) t (. 



BiB Main wohnte vor einem Walde, fernab von der Kirche. An 
•inea Palmaonnlage , da tiefer Schnee lag, und alle Leute lur Beichte 
CiBgen, machte der Mann seiner Frau , von der er viele kleine Kinder 
katie, den Vorschlag, weil die Wege so verschneit wären, sich daheim 
Ccgenfeitig in beichten und lu sQhnen. Die Frau willigte ein , kniete 
Bieder vor ihm , and beichtete : als im vorigen Jahr ihr Junger Hert. 
engen sie beide sehr en&mt gewesen, habe sie ihn lu sich gelegt, so 
4als er ihm gnidig geworden; der Amtmann Heinrich, der ihm auch 
Schaden gethan, hfbe tur Amte<eit sie beredet, ihn in ihre Stube lu 
lafsen und seinen Willen lu thun ; auch ihr Nachbar Kuns habe sie, 
als sie vom Brunnen gegangen, lu seinem Willen verleitet; und auf dem 
Wege lOT ütthle habe ein Pfaffe sie angehalten und bewogen , ihm lu 
Willen lu sein. 

Auf des Mannes Frage, ob das alles sei, betbeuerte sie es, und 
gelobte Befserung, und der Mann bog sie in seinen Schoofs, gab ihr 
drei kleine Stöfse, und venieb ihr in Goties Namen die Schuld. 

Sie forderte hierauf seine Beichte , und er versicherte , so lange sie 
sein Weib, sei er ihr nicht untreu gewesen, aufser einmal, da ihr 
INenstmidchen Adelheid am Feuer gelegen in einem feinen Hemde, 
dnrch welches ihr Leib so minnigüch geschienen , dafs er seinen Willen 
mit ihr gethan habe. 

Da schalt das Weib laut den treulosen Mann , ergriff ihn bei den 
Haaren , log ihn lur Thöre hinaus und schlug ihn mit dem verkehrten 
Besen. 

Wo der Mann vom Weibe geschlagen wird , das heilt nimmer. Uott 
tüchtige die treulosen Weiber, die ihre Minner um kleine Schuld 
meistern wollen 



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xuv. 
Diu bihte. 



Bin nu vor eEnem walde »3. 

io dAhte, er 103(6) niendert baj, 

Wan d>3 er oiemir des rergaj, 

dij er der tircben te verre wu. 
5 Sich tuogl' in einfin balmlage, 

■Is Qocb die liut(e) glnt le der klige 

Und *ne liut' le Ürchen sint; 

der man bet vil Ideiniu liinl, 

DA was der sai unmisen grAj, ' 
10 da} in der kirchverte bcdrä}. 

Er nam luo der vroawea rAt, 

und sprach; »te der kirchen niht pfadei gtt; 

Trouwe, dA soll blhlen mir: 

alsA wil ich tuoii oucb dir. 
15 Das '"■'o ■<='> ^^ Dinhe das, 

d^ linder aas werd' desl minder has-u 

Diu TTou bedäht' sich st«t(e) , 

dag si das gerne tKt(e), 

Unt kniuwet' rüder vflr im wirt, 
90 si sprach: urert wurden vir verirt 

Gen UQserm jungen berren, 

der truog uns grAjen werreu: 

Den hin ich sider geleit tuo mir, 

sld ist er gnsdig worden dir. 
S5 Und Heinrich der amman, 

der blt dir ouch vü leid geUn. 




XUV. 9i( 9«i4tr. 

Verl dA mao daj kora ineit, 
d6 pniefl' er mit itner kUndikeit, 
Daj ich in in die stubes lie, 

90 itu willen er sn mir begie. 

UdI Rtint, der unter nlchgebflr iit, 
der enUbt' im einen liit, 
Dl ich von dem,lanuuieD gie, 
bt der hend' er Mth ffiiw 

Vi Und möret' mir mtn vröude ie, 
bij das *tt> vi u Air «ipe. 
IM ich le mOle solle gtoi 
d6 Mch ich an dem wege lUn 
Einen praffen wolgetin, 

40 der wott(e] mich euch nihU eriln, 
Br vOrtrat mir daj pftt, 
altd TBit er mich bat, 
Das ich in n»m', darch atn bet' 
ich such stnen willen teLa 

4S Er iprich: »sag* M die triuwe din, 
mag aber ir iht mör(e) atnTa 
Si tpracfa: »ich hin dir gar verjehen; 
ej so) nicmermt beichehen.« 
Er bouk si in stn schtegeltn 

60 und gab ir driu stmaelln, 

Er sprach: nvergeben sl dir din icholt 
Tor Got, $6 habe oucfa min hulLu 
Si sprach: »nü wil ich niht gedagea, 
dA soll mir ouch dln blhle sagen, 

55 DA fil kundiger > man, 

wa3 häsiu wider Got getln?« — 
nVrou, sld da mir würd' geben ie, 
tid UberhUpft' ich dich nie, 
Nu(n) unser dirne Adelheit, 

60 diu bet sich gen dem viur geleit, 
Ein kleines beinde bei si an, 
ir wiser IIb dar durch schein, 




kh Hch ir iren iIoIicd llp, 

d6 wu ai gar ein mioniUldi vIp, 
6S Und gefuegt' lieh sider hie, 

d«S mtn wil an ir ergie.n — 
aOwt, ir tA bipser nun, 

habt ir das wider mich [{rbcr* wlb) getinin 

Si Dam do) man bl dem Uir, 
70 si lAch in nmb tU nngeTlr, 

Si lAch in A3 Tür die tflr, 

si kCrf dem besem das biuler herTQr 

Und iliM^ in dl mit s^(e). 
Daj heilet nimerm^e), 
TS Swa dn mau nn wtben wirt geslagen, 

snsl bar' ich das »Here »gen. 

Und «il stn machen ein end(e). 

daj Got diu valsdieo wtp scheDd(e}, 

Die graser schuld hla, dan ir man, 
BO das wünsch' ich , id ich beste kan , 

Das in fiot geb' ein boBses jJir, 

beidia, iti) und offentttr, 

Std li Ton kleiner icbuld went twingen 

die man mit allen dingen. 




XLV. 

9tr bt^nbrnt «itmomi. 



9 



XLIV. 

» » * f » * t » 




XLV. 
Der be^abene ^man; 



Dil «mn (Mll), wl« ein *lp ii 



Ein man spneh nider (In «Ip: 

»da bist mir liep al>& d«r Itp, 

Z'vlre, wärest dd mir 

i& rebte holt, als ich dir, 
5 Daj ruem' ich tut der Krieoben gult: 

duD enmöhtest mir nimmer fä holt 

Werden, als ich dir bin; 

mir ist d*5 bcne und der sin 

So rebte sin an dich geslagen, 
10 d«3 ich dir nimmer kau gesagen^ 

Si sprach: »d«} Ii werden schln; 

ich tet durch den willen diD. 

Swes du mich ic gebKte, 

und bin dran immer slKte. 
15 Tun ein dinki des ich dich liit': 

d^swir, di wirbest Ü mit. 

Ej ti wCnilc oder *il, 

da3 ich «3 immer alles "■o" *''• 

Swes dd gesinnesl ane mich, 
20 und wil des inne bringen dich. 

Da5 dd noch lieber bist mir 

tdsenlslunl, dan ich dir.« 




XLV. 9tt btitikfxt C^mm. 

Er «prach: »nd Mge, waj ist d>5? 

ich tuoa «3 michel vUrbij, 
SS Danne dtfs' immer gegerest: 

dai^iimbe das ^^ o^'*^ ^^i gewerfst, 

Dij du >]i6 itre minnett mich 

mit trioveo immer, «li ich dich-u 

Si sprach: »des gel9ube mir, 
30 miD iTüt, iwas ich gesage dir, 

E3 muet ein ietiltch «Ip, 

■p4 fM i( rebte an dca Up ■ 1 • 

Swas li geiaget ir man. 

da^ er des niht gelouben kau, 
3S Hna entuot kein dink «A ir&u 

er ipracb: »enisl des Difal mt, 

Des dA mich bilesCT« si sprach: »nein.« 

er sprach: nda^ wer* ein mort und [eio] 1 

(EDJWBr* ich dir des vil liereil; 
40 ich wil dir swercn einen eil, 

Durch das ■'■^ ^^ ^^ ^^ behagest, 

swa3 da (immer) mir gesagest, 

Daj ich des geloubea wOi 

dlner triuwea ist aft vil, 
tö SA dd mich mtnnest, all ich dich , 

dB3 dd Dimmer getriugcst mich.« 

Als er der rwle ToUetuor, 

das '^ >r <'o ^' gesvuor, 

DA geddhte li daran: 
60 »wie lersuoch' ich, ob min man 

Gelouben welle das <^ MgeTs 
Das *■■ ■" ciQBm mitten tage, 

Si sprach: »geseUe, ej ist nahl, 

ich hdn uns i'esseii gemäht, 
5S Wir Süllen essen nnd sUfen gin-u 

er sprach: uwie hlstu tt getan? 

E5 iit noch kAm' mitter tak.o ~ 

ndas ich din ie lA wol gepDak,« 

Sprach dag wip »da<[ ist mir lejt. 
60 nA bffire ich die wlrbeit, 




UV.! <9« fctgniknir t^twmm. 
/ 

Das ^ RMiine trtiwc boa« iit. 

nl dd mein eil worden bist 

In sA komr «lle wider nJcb; 

icb wolt' nnd bin Terauochel dich, 
6B üb din triowe nnd dln eit 

hctcD debeiM itBÜkeit: 

•NA sich icb nnde btare w(ri, 

dag icb dicb imiieT baben sol 

T&r ein trinwelAies vij. 
70 WI3 jiele dir geworren dag, 

Dach ich dir sagte, «3 wnr' naht, 

Iwtestu dich wtobaft gemäht. 

Und heteil geiprochen: oes ist wtrTw 

ich liin mft danne eia haip ]Ar 
TS [Noch] bas getriulet dlncn llp, 

danDOcfa ie dehein wip 

Ir manne mt getete: 

sA ist diu triuwe nnstcte, 

Des scheidet sich [diu) Trinnlacbalt nd. 
80 ich sach ej atsA wol, als dA, 

Daj eg kOm mitte(r) tak ist, 

wan, das ><^ «S '^t« durch den list. 

Dag ich dich dl mit ernior.« 
' Vit sire si bl ir Itbe swnor, 
85 (Er) gewünne ir holde nimmermi. 

diu drO diu tet im also wt. 

Das '' *>I iiime genas, 

wan im daj vIp »6 llep was. 

Dag wort er IrArikllchen sprach: 
90 Bow£, dag eg mir ie geschach. 

Dag leit unde dag nnheii! 

diroD llde ich grügen meil 

An diem minem Itbe. 

dag ich mtnem wll» 
95 Niht gevolget hin sb vil 

an irem tugeothafteß spi), 

Dag ist mir Icit vil s£re, 

unt klag" eg vronwen Ere, 




XLV. 9tt httBämmniäti 



Und iniM3 oiulh:[ili5] Got« 

100 «5 was mir werltannen 

Vei^eSjcD, sam ntr mlD Up.« 
dd kni«te er nid« vflr das wtp, 
[Er sprach:] »tiebe vronwe (ae$t, 
pmae miri di5 ich ej bueje, 
5 Und di3 ich «3 immwini geluo: 
ich wi) dir geloben darinot 
(icsdieh' ej mir iht nat, ■ 
das CS immer uarertneiKt liku 
Si sprach: »sA wil ich ej tern Un;' 
10 dd solt dij} vil gewii bin, 
1^3 muet mich nd i4 lire, 
geiuosiifg immer mire, 
So ist diu vriunlschaft difain, 
unl kiimest uimnier, dl ich bin.« 

15 DA was er vrd, das ■' '^^^ 'oni 
Sil schiere heLe rerlora. * 
Daroicfa in iwelf t^^n 
bcgunde si im aber sagen 
Ein gelogen mnre, umbe daj, 

M da3 >i in versuochen wolle basi 
Si dühtc an disem mwn, 
das >> <l» nieitter wäre, 
Des wart ü stall unde ball: 
si macht' ein TOlbal das *>* i^lt« 

25 Und sprach: »gank in, eg ist warm.» 
du was ei de« muolos >ä arm. 
Das er (U wider nihl oiapracbi 
wan er «ich aber dei MTtacb. 
Das er >r hulde verlQi; 

30 swie icre er in dem bade vrllr, 
Er sprach: »es ist warm geauok.« 
wan er das sd wol verlruok. 
Des wart ir hcne vrftuden vol. 
. stt böl si's im «Isä wol. 



135 San m diror i geinte, 

und beleip daran sd «Uete, 

Das u in i' machte «A holt, 

bete ri gesprochen; »dia erde bt galt,» 

Er hete gesprocbni: »eg iit «Ir.u 
40 das ^^ *■ '>ii<^ *ol 0»^ *<>' "'■> '■■'P j*<'' 
DA wis ein pbffe ^n der stat , 

der si des llbes dikke tut, 

Swen ei's geraegen konde; 

das ^^P er an die Btundo, 
IS Daj ü in minnen began. 

einn tagea Hcb li ir man 

-Von ira As '>' ■l*dd gti», 

er sprach: »dag iit missetän. 

Das da dem pTifh« [sA] heimlich bist» 
50 si sprach: udft liugest, wisge Kristi 

Es muet aber dinen sin, 

das ><^ dir >A b<*" ^^^'• 

Ejn' wart nie w)p, geloube mir, 

ir manne hoMer, danne ich dir; 
55 WQ du mir des gelouben nibt, 

und sprichest dA di wider iht. 

Ich tnon dir salben tom schtn, 

das *ir gescheiden immer stn. 

Swas ich gcsptiche und begio, 
60 iril da daj niht Tiir guot hin. 

Das so'l" balde sagen mir, 

sd «il ich mich scheiden ton dir» 

Er sprach: »es ist allej gnot. 

swas <Ut> reiner Dp getuot; 
66 Dlniu wort [diuj sint alle wir; 

svideslu leben täsend jür. 

Ich gezihe dich nihtes mi.« 

M let si im aber bas, dan t, 

Si bot es im wol und dannoch baj; 
70 sd lange besserU si dast 

Unt si in daraao bribte, 

das er n atten dien dible: ' 




XLV. Vr btftgktKt C^MMR. 

Swa5 er geriaf und guchrel, 
D dd sprichen doch disin nrei , 

Dia dl weiten diu mnre, 

di3 0$ der tiural w»re. 

Und liejen in nibt Aj gnben. 

den schaden ntuosf er de» hiben, 
5 Das er Mit' ein tuobes wtp 

te ineisler Über iloen Itp. 



Ein Weib pries ihren Mann . und betbeuerte ihm , da/s kein Weib 
•hie« Mann so lieb bäUe , ferlangte aber dieselbe Tersicbening Ton ibm. 
Er erbot sich lo Jedem Beweise, nnd sie forderte die Feoerprobe seiner 
Treae, dafs er ein belAes Eisen tragen solle. Er war bereit dato: das 
Einen wurde alsbald geglDhet, und auf iwei Steine gelegt; der Mann 
hatte lufor einen Span in seinen Aennd gesteckt, welchen er unTer- 
merfct in die Hand gleiten llefs , als er hinxutnt , das glühende Eisen 
anibob, nnd es sechs Schritte» mit Bethenrung seiner Treue, trug; wo- 
rauf er den Span wieder heimlich in den Aermel schob , und die nn- 
▼ersehrte Band leigte. Die Fnu war befriedigt, und ferfaiers ihm ihra 
fltite Huld. Der Mann forderte nun aber von ihr auf der Stelle denselben 
Beweis. Sie meinte, er wire ohnediefii schon von ihr Ckbeneugt, dafs 
er ihr tausendmal lieber als ihre Seele sei. Er Jedoch bestand darauf, 
lieft das Eisen wieder ins Feuer legen und glühen. Da sie sich nicht 
mehr weigern konnte, bat sie ihn, den starken Mann, um Nachsicht mit 
dem schwach geschaffenen Weibe, und umZulafsung nur Eines Mannes, 
welchen sie aufser ibm gehabt habe. Er bewilligte, drang aber auf die 
Feuerprobe. Darauf bat sie noch um iwei MMnner, und als auch diese 
lugestanden wurden , erbotsie ihm drei Pfund Geldes , welche sie heim- 
lich bewahre , wenn er ihr noch drei Minner verstalte. Er gewährte 
auch diefs , drohte ihr aber den Tod , wenn sie fürder Ausrede mache. 
Sie muste also schweigen , und nahm das Eisen , verbrannte sich aber 
so sehr, daft sie es schreiend fallen lieft. Er hatte ein Wachs und' 
Tuch bereit, sie damit lu verbinden: sie aber wies ihn zurück , und 
wehklagte, daft ihre Hand für immer unbrauchbar sei. Da gerieth er 
in Zorn, verkündigte ihr seinen Abscheu , und schall ihre eingestandene 
Treuloivigkeit , für welche sie den verdienten Lohn empfangen habe. 



XLVL 



Da5 heise isen. 



Dil isl ein mrre fpiot genuok . 
«ir ein ikip das hcije isen Iriiok. * 



■in wtp sprach zuo ir man: 

»da5 ich cUd künde ie gcwan. 

Des wil ich immer wesen vre: 

(lOt hat dich gezieret s6 
5 An schoene und an vrümikeit. 

und hat s6 gar an dich gcleit, 

Swa3 einem manne woNgezimt , 

da5 mir diu sorge den lip benimt. 

Die ich din ?or andern ivtben han; 
10 wser* dIn muot nü s6 getikn, 

Da5 du mich des gewis tatest, 

da5 du niht ander ivtp hxtest. 

Da5 wolt' ich immer mere 

gedienen also sere, 
15 Da5 du des selben jaehest. 

so du die wirheit sehest, 

Da5 nie kein wtp iren man 

▼on herzen als6 liep gewan.« 

1 Im d€t ütttd Hd$ Nu sehet, mit welhem vuogt diu mei dii.5 heij«* 
^en Iruogtn. 




XL VI. 9*» \n^t Ctfra. 

ILt ipracb: »vi) liebiu miooe mlo. 

aO icba' ger keinei wlbei, deo dto, 
DA bist mir lieber, dune liep; 
ich i\ ein ungeoamer diep, 
Hin ich debeine. wui dich; 
tö dir Got, nibt eniihe mich, 

tI5 Das i^ lolbej ibt luo, 
di bbtu mir te liebe luo; 
Ich bin dir geme btnUt 
aller der gewisheit. 
Der dd an mich g*ruo«bet(, 

30 di5 dA wol versaocbnt, 
n>3 ich dlnen lieben Itp 
minnen wil vUr alliu wlp.n 
Si sprach: »imde tnostu daj, 
ti wart nie kein man baj 

3S Gehandelt von it[ne]ra wtbe, 
dBn[ne] dA von mlnem llbe ' 
Gehandelt immer werden muost, 
ob dA mir ein gerihte taoit. 
Des ich dich wll beWtten: 

40 trag mir daj beije ben, 
Als liep ich dir le vrinnde sl. 
da wil ich rehte lebeu bl, 
Welch liebe dA luo mir hist, 
lind ob dA ine schulde sUsI, 

(9 Des wil ich von dir niht enbera; 
und will dd mich es niht gewem, 
So histn immer mlnen ha3, 
sO liestu es nibt, waAnmbe das. 
Das ^^ minnest ander wip 

60 und enahtest nibt df mlnen 11p.« 
Er sprach: ndiu reAe ist ine not, 
mir wfer* lieber der bitier tot, 
Danne ich erwürbe dlnen faas; 
ich Luon tfl gerne alles ^^^ 



XLVL Pflf ^citf «f«L afTS 

55 Damit ich dir gedieoen mak; 

ichn' wil dir weder oalit, noch tak 

Dtnes willen nihl versagen; 

ich wil da5 taen ieiao tragen 

Darumbe, dB$ Got bescheinef 
60 das ^i^ alters eine 

Mit iriuwen minnet mtn Up, 

und anders an dehein wip 

Nie gewan keinen muoL« 

da5 Isen wart sehant gegluot, 
65 Zw6n' steine w4ren d4 bereit« 

dA wart da3 Isen üf geleit. 

Da e5 nich sine« rehte Uk. 

si sprach: »hebe üf unt Irak,, 

Da5 ich dtne triuwe enrac« 
70 der man neigte sich dar: 

D6 het er einen ge^negen §pän 

vor in den ermel get^n. 

Den lie5 ^^ taUen in die hant, 

da3 es da5 wlp niht bevant, 
75 Darüf nam er das isen: 

er sprach: x>nA sol Got wtsen, 

Di^ dir min Itp, noch mtn gedaiik 

noch nie getet keinen wank 

Und dir was ie mit triuwen mit.« 
80 er truog 65 m^r dan sehse schrit; 

D6 da5 schiere was getin, 

do bark er aber slnen spAn 

Unde lie si die hant seftien. 

si sprach: »ich wil dir immer jehen, 
85 Da5 dii dich wol bewart bist 

und alles valsches Ine stist, 

Diu hant ist schcene, als ein golt. 

ich wil dir immer weSen holt« 

Er sprach: »des löne dir Got; 
90. nü ist min bet' und min gebot, 

Da3 ouch d6 mir da5 Isen tragest; 

ichn' State niht, d«^ du mii^3 versagest, 




XLVI. 9n ^fiKf Cir». 

E5 muoj hie lehant geiohto, 
ich wil ouch dtne (rinwe »hen.« 

95 Si sprach : utrAt gcflelle niln , 
dartuo wil ich dir le liep sin, 
Daj 03 immer Vom' ia dlnen gedank, 
das ■*='> ^" [^] gcUele keinen wanki 
DA weist doch wol, wie mir ist, 
100 da5 da mir tAsentstunt bist 
Lieber dannc diu s€\e min.« 
er sprach; »M die rede sin, 
Dune woldest mich sin niht eridn, 
z'wär, alsA wirst ouch dA geUUi, 
6 Dune kanst dich sin niht entsagen, 
dA muost dit3 tsen ieiuo tragen.« 
Zcbant er'3 in di3 Tiuwer truok 
nnde gluot' 03 sfre genuok 
Und Icir es, dd 03 ouch im lak, 

10 er sprach: »hebe Af unt trak 
Diewilc und ej die hiiie hAl.a 
si sprach: »ist es kein ritt« — 
»Nein c3, entriuwea,« sprach er 
»dA hebest dich werllche her, 

IS Und mnoit e; tragen, als ouch ich." 
si sprach: »geselle, sd bit' ich dich 
Einer vil wenigen gebe, 
das gediene ich immer um ich lebe, 
Swas ich dir liebes ie gelele, 

20 gewerstu mich der selben hele. 
Des gedenke mir hie mite 
unt tun nA, des ich dich bite. 
DA weist wol, das sieb ein man 
gcnuoger dinge cnthaben kan, 

29 Kr hAt starken muol und lIp: 

so sl wir swach' und brsdiu wip 

Und enmugcn uns niht enthahen tö wul: 

die man sint gr^ser krefle vol, 

Des mugen si tuon unde lln 

30 und nugen'dem dinge wideriUn; 



XLYI. 9i» l^etf^f Cifeir. 377 

Da5 wir der krefte niht enhin, 

da5 hM Got an uns geUin, 

Des sol uns nie man verdenken, 

ob wir etewenne wenken: 
135 D^Ton \ä mir vor einen man; 

wan ich nie keinen md gewan, 

Ane dich, des wil ich Got jehen, 

da5 soitu an dem gerihte sehen.« — 

»Da5 wil ich tnon;« sprach er 
40 »nü hebe dich luo dem Isen her.^« 

Si sprach: »lieber man, nü tuo, 

des ich dich bite, darzuo, 

Da5 gediene ich als6, 

da5 du muost immer wesen vrö, 
45 Da5 dü'5 ie getote; 

so ist oach immer st«te 

Diu herzeltche vriuntschaft 

mit innüdlcher' triuwen kraft 

Und diu liebe, die ich zuo dir h5n, 
50 s6 h^stu wol luo mir getün, 

Da5 d(k mir noch zw^ne vor l^st; 

stt du s6 wol zuo mir getün h^st, 

Nü tuo wol vollen wider mich, 

da5 diene ich immer umbe dich.« 
55 Er sprach: »das st getan; 

du muost halt zuo dem tsen gkn.a — 

»Lieber geselle,« sprach siu 

»ich h^n noch guoter pfunde driu, 

Der du einen pfennink niht enweist: 
60 nü tuo'5 durch Got allermeist. 

Und nim diu selben driu pfunt, 

ob dir ie ze keiner stunt 

Kein liep st von mir gesehen; ^ 

daran soltu hiate sen, 
65 Als liep so dir dtn selc st, 

und \ä mir Ü5en noch dii.« ^ 

^ P. fügt kirnen: 

Vier und darzuo aber einen, 
und nimmer m^ keinen. 




\ XLVl. Vm %ntt «fM. 

Er apracb: aUie «it ich dir «crEla: 
dA Uit der rede geauok getin, 
üetpricbito llUnk kein wort tat, 
170 du CDtrageit mir da^ Imd i, 
tWswAr, ich tu«n dir den Ut« 
dö muoitB (i swlgcn durch odt, 
D>^ beD nanu' df die haQt, 
und wart alid itra rerbraul, 

75 Da3 li Idl ichrei mit uugebabe: 
»ow£. mir iit diu banl abe!« ' 
Ein walis fiet er febreitet 
and ein tuodi dariuo bereitel 
Und wolle « verbinden. 

80 des hiej u in erwinden, 

Si ipracb: »wa5 bilfet daj bantt 
mit ist diu baut «J gar ferbrant. 
Das " foit nA nimmermä 
ze Trumen nak werden, all i.a 

85 Ab er daj b6rte unde Mcfa, 
O13 grAjem lorne er di) iprach; 
uUie ist diu (riuwe worden achU; 
nü solt oucb da das gewis ttn, 
Das ">ir hiutc kein wip 

90 unmerre ist, danne dln llpi 
Und allej daj dir leit ist, 
das wil ich luon nAch dirre vri»t. 
Nd falslu df dich geladen, 
beide, lasl«r unde schaden, 

95 Diu wil ich dir helfen mtoeni 
reht als dd [der] dlner inn 
Umher bist geschönet, 
aliA Wirt oucb dir gelöneLu ^ 



rMn « Zrlfai , »>HUr/W P 

Jilt dliiu nd' ein <ndt. 
vttith' ul» «in gurt cadr. 




XLVII. 



Ein Kaufmann halle ein Weib, die seine herzliche Liebe mii 
Falschheit erwiederte. £in8l fuhr er nach Gewinn über Meer, und kam 
in ein fernes Land, «o er so guten Kauf fand, dafs er drei Jahre dort 
blieb, und erst mit Ende des vierten Jahres heimkam. Sein Weib 
empfing ihn minniglich: ein Kindlein ging mit ihr. Auf seine Frage, 
wem es gehöre, erzlhll« sie, wie sie, im brünstigen Verlangen nach 
ihm, in ihr GMrtlein gegangen, Schnee in den Mund genommen, seine 
Minne gespürt, und so das Kindlein von ihm empfangen habe. Der 
Mann meinte, es möge wohl sein, und wollte das Kind erziehen. Er 
lehrte den Knaben Jagen mit Hunden und Habichten und allerlei Feder- 
tpiel, dazu Schach ziehen, artig sprechen und schweigen , harfen, geigen 
und allerhand Saitenspiel, und viele andere Kurzweile. Hierauf, nach 
zehn Jahren, ging er abermals zu Schiffe, und nahm den Schneesohn 
mit. Er wurde in ein schönes Land verschlagen, wo er einem reichen 
Kaufmanne den Schneesohn akWaare darbot, und ihn für dreihundert 
Mark verkaufte: damit fuhr er beim. Seine Hausfrau empfing ihn 
minniglich; und auf ihre Frage nach dem Kinde, erzählte er: als der 
Wind auf dem wilden Meer Ihn hin und her verschlagen habe . da sei 
das Schneekind nafs. geworden und zu Wafser geschmolzen. Sie dürfe 
Jedoch nicht klagen, denn wenn es wahr wMre. wie er höre, dafs Jedes 
Wafser, wie weit fs auch wegfliefse, binnen Jahresfrist zu seinem Ur- 
sprünge zurückkehre, so fliefse dafselbe wieder zu ihr. 

Es ist klug gethaOf wenn ein Mann so Weibeslist überbietet; denn 
die Weiber haben bekanntlich manchen Mann betrogen. 




XLvn. 
Des snöwes sun. 



B3 bei ein koDfnin ein wtp, 
■ diD wu im liep ib der llp. 

Er wäre ir liep, des jacb onch sie: 

iedoch gewiD ir hene nie 
5 IHe wirheil darinne: 

daj wiren falsche minne. 

£s Retchid) bl einen itten. 

niht Imger wotde er blten . 

Von sinem hüse »aor er 
10 mit konfe durefa gewinnes ger. 

Er huop lieh df des meres vloot. 

als Doch mtnik konfroan tuoi. 

pA kom er in ein Tremdej lant, 

da er guoten koaf inne nnl. 
16 Er beletp durch gewinne 

drin jlr darinne, 

Da; er nie wider heim kam. 

UM dl} Ticrde jlr ende nam. 

Sin wip in minneUlche enpfienk; 
90 ein kindelh) Mitsamt ir gienk. 
DA TTigt'er der msre, 

wes da3 kinl wnreT 

[Si sprach:] »herre, mich gelöste dtn, 

dA gieng icfa in mtn gertellD: 
SS Des snAwes warf ich in den munt, 

dA wurden mir din miDne kunt. 




\LVII. Vm »4ii((hiR>. 

Ik) gewan ich dizze kindella: 

le mtnen triuwcn, cj ist dln.« — 

»JA mahtu vil wol wir hän; 
30 wir suln ej ziehen.« sprach der man. 

Em' brähle sl des Innc, 

da3 er valseher minne 

An ir was worden -geww, 

um dar nach [wol] Ober lehea jir. 
35 Er lArtej kint understundcn 

mit bebecbea and miCbundetiP. 

Schächzabel, und mit vederspil 

maneger hant vruude vil , 

Hit lühte sprechen [und} iwlgen, 
40 herpren, rotten [u.id] gigen 

Und allerbande scilspil, 

lind ander kurzwlle vil. 
Kr gebot daj slu kochte 

diu sehet bercitlcn reble 
45 Mit splsc nach dem allem titc. 

des sni^wca sun vuortc er mite. 

Er biiop sich üf da5 wilde mer. 

die unde ' sluogen in entwer: 

Si sluogen in in ein schosne lanl, 
60 da er einen rieben kourman vant. 

Der vräglc in der mxre, 

wA sin koufscbaz wsrc. 

Des snewcs sun wart vür geslalt. 

mit (drin] hundert marken er in galt; 
55 Da3 was ein grüacr rtcbluom. 

ouch bete er des vil grA3en ruom, 

Das ^r daran nibt was betrogen, 

daj er da3 göuchei ° hste gesogen. 

Der schaz bräbt' im in sloen gewalt, 
60 das <■"« '*■*' als vil galt. 

Nu beleip er uiht langer d4, 

mit Tröuden vuor er beim sdi. 
ind<-. 

iMrln :'|DUCll«lia, (CBMi, (TSCliel. 



XLYII. 9m »^nrektiili. 385 

81a hüsvrouwe gein im gienk. 

minnekltchc sin enpficnk. 
65 Si vrAgte in: »wä ist da5 kinl?« 

er sprach: » ' mich sluok der wint 

Beidiu hin unde her 

üf dem wildem mer entwer: 

D6 wart da3 kint na5 6ä 
70 und wart ze wa53er iesA: 

Wände ich het von dir vernomeii, 

da3 er von sn^we wäre hekomeu. 

Ist aber wir, deich hoere sagen, 

sone darft du*n nimmer geklagen. 
73 Dehein wa33er ▼lie5e {s6) sero, 

e3(n') habe (die) Wider kcre 

Innerthalbe järes vrist. 

zem ursprink, dannc 05 kernen ist: 

So solt ouch d\\ gelouben mir, 
80 e5 vliu5el schiere wider ze dir.« 

Sos hete er wider nullet, 

da5 er was betrüllct. 
Swelch man sich des bedenket, 

ob in sin wtp bekrenket, 
H5 Da5 er den schaden (wider) stürze 

und mit listen liste lürze, 

Da5 ist ein niichel wlsheit; 

wan diu wtp hiknt mit karkeit 

Vil manegen man überkomen, 
90 als ir (^ dikke habt vernomen.* 



« \roiiw«»? 



a. J, Hrnftm. 0»HMtll»M<f ri. II 



25 



* . 




XLVIII. 

fit bolbe P«At. . 



Ein rekher Bürger in einer Simll , der sehr mild ihüiig war. Ubeigab 

al» das Alter ihn an die krllckc brachte und sein Weib surb, Haus 

und Habe seinem SOj&brigen Sohoe. Dieser aber vergafs gani seiner 

Pflicfal, aod wenn er lu Tische tafs, liefs er den Vater wie einen armen 

Pilger an der TbQre siben und ihm geringe lost reichen. Der Sohn nehm 

ein Weib, und lebte mit ihr in grofser FQlle , welche der Alte dem Kinde 

bereitet hatte. Diesem «ard nun aber eine Btreu auf der Erde unter 

tler Stiege angewiesen, wo er jämmerlich gehalten wurde: ihm lunichst 

lagen die Mastschweine seines Sohnes, von deren Kleien die Knechte 

ihm gaben. Die Frau geb^r einen Knaben, der, als er siebenjihrig 

mard , dem Grofsvater so liebevoll zugeChan war. dafs er fast den ganzen 

Tag bei ihm unter der Stiege lag, und ihm spät und früh das Beste aus 

Küche und Keller, oder, auch ein altes, für ihn gestolenes Gewand zutrug. 

Der Alle herzte und küsste den holden Enkel und flehte Gottes Segen auf 

ihn herab. 

Ilierauf kam ein sehr kaller Winter. Der Alte litl hart vom Frost, 
und hiefs den Enkel, ihm zum Schulzo der Beine und Schenkel vom 
Vater einen allen Kotzen Teppich , Decke' erbitten , welchen er selber 
einst über Heer mitgebracht habe. Der Knabe gieng sogleich, und bat 
den Vater darum , der auch einen Knecht den rauhen Kotzen holen hief«. 
zugleich aber klagte, dafs der Tod ihn noch immer nicht von dem alleu 
Manne befreie. Der Knabe wünschte , dafs Gott ihn nicht bei dieser 
Rede lafse. Der Vater jedoch , als er den Kolzen so lang und breit sah. 
schnitt ihn mit einem Mefser mittendurch, und liefs das befsere Stück 
wieder bewahren, weil das andere für den .Allen genüge. Der Knabe 
brachte es dem Grofsvater, der sich über das Erbarmen des Sohnes 
innig freute, dem Enkel weinend dafür dankte, und sich auf dem Stroh 
so behaglich in die Decke hüllte , dafs der Knabe sogleich wieder zu 
dem Valer lief, ihm um den Hals fiel, und dringend um das andre 
Stück bat. Der Vater gewahrte, und fragte, was er xiamit ihun wolle. 
Da sprach das Kind: „wenn das Aller dich an den Stab bringt und du 
»0 hülflos liegst , wie der Giofsvater , dann gebe ich dir dieses Stück 
tsegen Frost und Wind." Der Vater erkannte in dieser Rede des Kindes 
Gottes Eingebung . und gieng in sich Er hiefs sogleich in einem Stü- 
lM*lein ein warmes Bad bereiten, gieng zum Vater, knieete nieder, und 
grüfste ihn freundlich. Der Alte . der den Sohn wohl in einem Halb- 
iahren icht gesehen halle, verwunderte sich, und fürchtete, dafs ihm 
die Decke wieder genommen werden sollte. Der Sohn aber bat um 
Vergebung seiner Missethat, zerbrach die Thür des VeVsdilagcs unter der 
Stiege, hob den Valer auf. und trug ihn in das Bad; hier wtisi^b er 
«eiber ihm Haupt und Haar iruckncle ihn , und Ic^le ihn in sein eigencN 



BelU). Nach dem tkhiare sog er ihm Linnen undPeligevMd an, nihi 
ihn in den Saal , seilte ihn neben dieHauthrau , und erquickte ihn mit Wc 
lind Speiie. Damach fragte er das Kind , wie es iht| einst bebaaic 
wollte; und das Kind sagte: ebenso, wie er an dem Grofs? ater, wolle 
einst sein Aller ehren. Der Vater wUnschte das lu' erleben, hieb ah 
den Kotxen aus dem Hause schaffen und den Armen geben, und g 
lobte, seinen Vater bis aniKndeiu ehren als seinen Ucrm und ilm d 
Khrenplati am Tische lu geben. 

Also soll man , nach Gottes Ueboie , Vaivr und Mut^ ehren , u 
die Kinder dadurch lehren, dall sie desgleichen thun . und mao aa • 
gemeinen Sode auf (votias tinade hoffen darf. 




XLVlfl. 

Der kozze< 



Ihi heiyl des koiifs iiNi*ro- 
(aut benene uim unser 8««:i^ 



13 sa3 eiu rlchcr burgsi^e). 

mill', biderb' und gewxr(e). 

In einer sUl oiil hüs(e); 

nü btaeret alters grusle): 
5 Der tugend was er unverzcil, 

sin brol was den unverseil, 

Die ze sinem hClse kwikmen 

und e5 in der minne n4mcn. ^ 

Nu kom 05 im an die stunde. 
10 da3 eiu krükkeu begundc 

In vor sin[en] triten leiten, 

von [stnes] alters arbeilen, 

Da5 im an der kraft gebrast. 

des sint engait (manik) anner gast, 
15 Dem er winikliche[n] cnbol 

sinen win, sin vleisch, [und ouch] sin brot. 

Sin wip eupfolhen wart dem grab(e); 

beide, sin büsere und sin bab(e) 

Sinem lieben suu er seit', 
20 dem waren zweinzik jar gezelt 

l)a5 selbe kinl gewan den muol, 

al$(6) kinl noch hiutc.luoty 




XLVIII. 9ir kMt 9tAt. 

Dö er von im selben kwam, 
das <=r ^^^ valcn klein war' nan 

23 llnd[e} slner Iriuwea gar vergas 
an im; so man le tische sas, 
So lie er den valer sin, 
als einen armen pilgerin, 
lln(l)riu[wek]l1ch[cnj sizien li) der tUr, 

30 dem Iruog mnn'wi>mb des besten \ür. 
Das h^i 1^*^^ '^rc" *>^ erbuuD, 
da satte der sun im ein vroun. 
Diu vand darinne, swaj ein man 
ze bette, le tische ertrahlen kan, 

35 l'iit ze allen den Mchen 
das gebresten. kan swachen, 
Ua3 der alt' mit wiizen l^ren 
da er het gchür[e]t mit i'ren 
üb des jungen menscheil 

44) tlarumbc nie-«rleil arhriL 
Davon cnwi.^en niht diu kint, 
s<> si in gnisem vollen sint. 
Beide, gcwegcl und erzogen, 
wannen die krjln sint Revlogcn. 

iS Unt vcrtma^hent den allen stam.' 
nu hterel, wie ej ende nam. 
Der alle muost' sich smrcgen, 
lii der erde undcr ein stiegen 
Wart im ein beltclln geslrötit. 

Hü der sun iti seilen da gevröul 
Mit gulller handelunge. 
DU gcwan der selbe junge 
Ouuh vin dcgenkindelln, 
dnj im gebar diu vrouwe sin. 

fiÜ Di^ da3 slben jär all wart, 
den cnen 03 vjl seilen spirl' 
Mit liebe, er cj an sich wciit 
und der muoler sin enlspcnl, 
l>>3 e5 Vit nich allen den lal» 

60 bl im undcr der sliegefnl lab. 



XLVIII. Wit ktlkt 9tät. 393 

Unt tniog im sp4t aodc vruo, 

swa5 e5 künde, d83 beste «oo, 

Da5 e3 ze tische, le keller vant. 

etwen staP5 ein alt gewant 
65 Unt truog e5 ouch dem enen dar: 

wan sin vergessen was vil gar, 
, Das >>" nie man nibt cnböt; 

des leit er arronot unde n6t. 

Mit slncn tagenden es in nert', 
70 der tdt in ander(s) bei' entwert 

Des lebens von gebresten. 

bt im xe nebest mesten , 

Des jungen wirles knebt' diu swtn, 

die gftben oacb im der selben Uln, 
75 E das ki"^ darzno wttrd(e), 

das es im half tragen sin bürd(e). 

Er drukt' es dikke an sin brüst, ^ 

diu wengelln, den munt er kust' 

Und swas er bk^s^s an im vant, 
80 er sprach: »Got hat dich mir gesant 

Von stner grosen barmberzikeit. 

din Ion ze himel wirt bereit, 

Und üf der erde wunnebaft. 

der p4triarken segen kraft 
85 Die sullcn, kint, an erben dich; 

den wünsch du dienest umbe mich 

Mit diner handeln nge gros, 

dtn tugent sint cngels genos.« 
Nach den ziten kom ein wiuder 
90 so kalt und so swinder. 

Den man krefliknchen kos, 

wan manik wasser tief gcvros; 

Do muost' ouch vriesen den alden 

von der grosen kalden. 
95 Er sprach zuo dem kleinen: 

»der vrost mir an den beinen 

Tuot WC und an den lenden; 

^etörsl* ich dich gesenden 



394. XLVIII. Wtt l|«lbe Wtät. 

/uo luiiiem herreoy dliiem valer« 
100 einen allen Lozzen b&ter, 

Den br^hr ich.wtlent über mer: 
senl' er mir den, der wnr* mtD wer- 
Vür dise kalden , die ich dol.« —: ' 
»ja, enel,-ich trouw(e) wol 
5 Den kozzen dir gewinnen, 
und ist er indert hinnen.«* 

Da5 kindelln huob sich xe haut, 
da e5 sinen vater vant, , 

ümb den kozzen C3 in bat 

tO er sprach: »wer hit dir deu rdt 
Umb den kozzen gegeben?« ^ 

e3 jach: »min enel wil da5 leben 
Von der kaklen enden; 
d^von sollu im senden 

15 Den sctben alten ruhen vlek.« 
er sagr einem kneht: )»nü ge enwek 
L^ml bringe minem snn * den kozzen, 
da5 er darüf rouge getozzen,^ 
Undcr die stiege(n) dÄniden. — 

2() wa3 hiin ich ungemaches erliden 
Von dem selben alten manl 
da5 C5 der tot.niht enden kan 
Undc nem' in von hinne!« 
da5 kint sprach mit sinne, 

25 Als im s!n engel gab die l^re: 
»dise rede Got an dir vcrkere! 
Ja lebt er doch mit kranker mahUa 
der alte kozze der wart briiht, 
Des der alte sieche gert', 

30 er was doch krankes schazzes wert, 
Ze mä^e^ lank, ze ma5on breit, 
an der mitte er in sneit 
Enzwei mit einem me55er, 
und (hie5) hin tragen das heiser 

1 hejfii : \alcr. 

^ Kann amh t^ccozzcn gtietcn tcerärt». 



I 

135 Teil behalten ab dem wege; 

er stiV: »Idtit, dix teil da5 lege ' 

Im über, er h4l sin genuok.« 
den halben koxzen e5 dar iruok 
Slnem enen üf da3 strö. 

40 des dankt' er im, und was sin vro. 
Er sprach: »Got löne dir, kindelln, 
der kintltchen triuwen dtn, 
die dA mir kanst bescheinen.« 
er begunde tor tröuden weinen, 

45 Diu ougen im Ober wielen, 
da5 im die treher vielen * 
ZStal Ober den grAwen hart, 
er sprach: »6 wol-mich nO wart, 
Oa5 min sün hit ernen(d)et 

50 und den koxxen mir gesendet« 
Da5 kindelln warte[t] alles dar 
und nam des e[i]nen vröude war, 
Die er mit dem kozzen treip; 
niht langer e5 da beleip, 

55 Hin wider e5 suo dem vater lief, 
sin arm' e3 umb den hals swief, 
E3 weint* , e5 bat, e5 kusf ic, 
e5 sprach: »gedenk et,"da5 ich bin 
DIn eine3 kint, gewere mich.« - 

60 Dswes du gerest, des were ich dich, 
Yil lieber sun, gehabe dich wol.« — 
»sint min bet' vcrvlihen sol, 
S6 ger ich, lidbes veterlln, 
des -andern tnimes,-da3 sl min, 

65 Da3 ab dem kozzen ist gesniten.« 
er vräget' da3 kint mit suc3en siten, 
Da3 C3 im sagt', durch weihen vrum 
C3 halden wolde da3 selbe trum. 
Der vräg" e3 im antwort gap: 

70 »so nü dln trit kumt^an den stap, 
Da3 dich da3 alder binden wirt, 
und dir > aller gemach verbirt, 

» *r/iicr . dich 




L XLVIir. 9» kMi 9tAi. 

Sam mtni^n «Dcn, der da 111, 
dem niemen trAst, ooch helfe giL, 

176 SA llhc ich dir des boxten ort, 
der Wirt dir denne, hIs im, eia bort 
VüT den vrost unt vtir den wint.« 
er sprach: nvi mir w6, liebej kinl, 
Wiltu mir »hü mil(c) vani! 

tut ob Gut wil, da5 roI ich bewara: 
Dd üpTJchest üs der wImd munl, 
An' Gotes Ure, [dir] niemao kunt' 
Dir, kiot, gemessen disen'xin; 
der dir in hU geatAjen in, 

Sä I)»3 ist Got der sucje, 

der wil, das *^^ <^35 buc^e; 
Der moo.^ gelobt aln und ge£r[e]t, 
da.; er den sin dich faäl geJcrfc]!!« 
Er hiej junge und aide, 

W) dn3 mau bereite) baldo 
In shicm sltiliellu ein bat; 
da5 wart bereitet an der stat. 
Hinab er luo dem grli>cn pe, 
lU siniu knie er sich lie, 

!'S Et bot im minnciikllchen gruo.;. 
der al((e) neig im df den V1103, 
In wundert', ob er wolde, 
daj er im wider solde 
Den kozien gehen; wan er t'wär 
20(( in (in) einem halben jär 

Mit .sinen wiesen (nilil) hiV gesehen ; 
»der was ™ 'nxr'. gesehen , 
Da3 er die diemuol an Dich nam 
iint zuD slncr slirg(en] kwam, 
'S Da er bl den swlnen lak 
und was gelegen mangen tak. 
Der snn den allen vatcr bal: 
"vergiji mir mlnc missctät. 
Die ich an dir begangen hän. n 

10 diu starke riuwe hct in liegiän 



XLVIil. Wu haiht 9rtkr. »97 

Und der gebresl(e) , den er 5.ich ; 

die spang' und diu breter er brach 

Von der stiege(n) ttirltn. 

üf huob er den vater sin , 
. 215 In da5 bat er in truok « 

selbe reib er in unt twuok. 

Beide, stn houbt und stn hAr. 

darnach ein bade lachen kldr 

Das 8*^ ®' ^^™ alden an, 
20 und wtsle in an ein botte dan. 

Dar er selbe an lak. * 

nich dem slAfe «r in wak[t] 

Wider üf s4xehant, 

guot llnln unde v^cb gewant, 
25 Des er hete dikke wol gepflegot. 

da5 wart der alte vor an gelcget. 

Und gewtset in den sal, 

da er dyrch hAs^re manik mM 

Vil willikllchen hkV gegeben; 
30 der schoBnen hüsvrouwen neben 

Wart der werde geseuet 

und siner muede ergeszet: 

Mit wIn und mit spise / 

ergenet wart der grtse 
35 Dts koiien und der kllen, 

mit der sue5e Ü5 den bten, 

Da3 von dem bonig gegrawen ^ wart, 

und mit manger handelunge lart. 

Der an im wart vergejsen. 
40 Nach des tisches e53en 

Ilie3 den kleinen g^n vür sich 

stn vater; er sprach: »kint, nü sprich. 

Wie wil du mir \än gesehen?« — 

»vater. als ich hän gesehen, 
45 Wie ir mtnem enen' getötet 

und in ze tische gebätet. 

* gebniwrnt 




I XLVIII. Bit kMt Wtdit. 

t's der Klivien) gcwaadelt, 

nAch £ren ichOn gehandelt: 

Das gibct mir die Krc, 
950 da,) ich din alter £rc, 

Ol) ich' das Be(lc)ben sol.« - 

»lieber aun, sü lerne wol. 

[Gegen] dem koiien hin ich f^M, 

er muoj Aj dem hdse, 
SA Von heracn ich im vlnt bin; 

nA traget in den armen hin. 

Er ist mir ungi^ncme 

und ist mir «idericme. 

Den vatcr mtn ich £ren wil 
(lA um an mlnes ende(i) lil; 

DA hast die l^rc mir gegeben; 

die vtl' ich und er mI Iclwn. 

Sü muoj er mtn hcrre »In, 

unt le llfiche ob halb mtn. 
65 NAch häHei 4rcn, linrn. 

Ool gunne mir der wiuu>n, 

Die mir t wilde wAren 

minen lagen und jlren.« 

Daj merket, arm' und riebe. 
70 junge und alt' gellche, ^ 

Das nach Gotca lArc 

ein icgilch meiKche cre 

Sinfen] laler und alo rauuter; 

Got in im dester guoler 
75 An «Ines lebe» ort« , 

a6 diu s£le von der porte 

Scheiden lol des mundei. 

und befiet im des gründe« 

Der Ewigen belle. 
HO daj merke, geselle. 

Ob dd li beide £re>t, 

dln selbes kint dA Itreit, 

Da} ej hcrnlch dich trel, 

.so der "tap dich treten Uret, 



XLVIII. Sir Ipalbr 9riKr. 399 

285 l'iidc godenk'el daran: 

'»als du dtncm vater häsi gctnii. 

Als6 tuoii ich, vater, dir.a 

mit disen dröiiwcn sulle wir ■ 

Leben an unser ende, 
90 unz (wir) diz blind* ellendi' 

Mit sue5en zOhten rümcn, 

die wärheit niht ensümen. 

Die ^wikeit erkennen, 

und Goles baimde nennen. 
95 StD[en] höhen. namen prtsen. 

da5 tuont alle die wtseu. 

Die betrahtent disea sin, 

da5 die tage sltchent hin 

Und der t6t allc3 nach, 
300 der sagt uns mit den* alten »schAchlx 

Darniich erzeiget er sin »mat.« 

wie aber e5 dar nach ergät , 

An Gotcs genäden da5 slüt: 

wir mue5cn ot alle an da5 plat. 



XLIX. 

9 t V ^d)la0eL 



Von 



Rüdiger dem Hnnthover. 



4 Hmgtn . (irM*«la>-tn;fitr II 



26 



Höret von mit, Rüdiger dem Uualhover, ein wunderumet. 
wahres MXre, das die Jungen GoUes Gebot, Vater und Mutter su ehren, 
Ithrt, und die Alten warnt, sich den Kindern gam hinzugeben. 

Ein reicher Kaufmann war durch seine grofse Milde, Gott zu Ehren 
«■d der Welt zum Frommen , weit umher belobt. Dabei hatte er zwo 
T4tohter und drei Söhne reichlich ausgestattet, dafs sie in vollen Ehren 
lebten. Im hohen Alter starb seine Ga^in, und lebensmüde gedachte 
•r, die übrigen Tage sorglos bei den Kindern zu verleben. Er beMhied 
Mt§€ zu sich, und erbot ihnen all seine übrige Gabe, um als Witwer bei 
Ibaen sein Leben zu beschließen. Der illeste Sohn sagte, ihm gebüre 
m, den Vater bei sich zu pflegen» ^rührte ihn in sein Haus, und ehrt« 
ilui kindlich, sieben Wochen lang. Da rieih er ihm, eine Weile zu dem 
Brader zu gehen , damit dieser es nicht übel nähme. Das that der Vater, 
••dl der zweite Sohn und die Schnur empQengen ihn freudig, und pflegten 
Ihn zu Tische und zu Bette /vienig Tage lang. Da bfefs er den Vater, 
des jüngsten Bruders Haushalt und Pflege einige Zeit zu versuchen, 

dann wieder zu kommen. Auch das geschah, und der dritte Sohn. 

gerade beim Brettspiele saTs, sprang ihm entgegen, und bewirthete 
Ihm gastlich, sechs Wochen lang. Da forderte er ihn auf, auch die 
beiden Schwestern und Schwieger nicht zu verschmihen. Er gab ihm 
eto SUblein in die Hand , sich der Hunde zu erwehren ,' und der Alte 
kroch so zu der nächsten Tochter. Auch diese erbot ihm alle Ehre, zwei 
Veaden lang. Da wies sie ihn zu der andern Schwester, welche eben 
fette Schweine und Rinder geschlachtet habe. Willig ging er zur Jung- 
elen Tochter, die, vorzüglich reich an Uausrath, sogleich Teppiche auf 
4^ Rinke legen und an die Wände hängen, und die Stühle mit Seide beklei- 
4eo liefs, und den Vater köstlich bewirthete, sieben Tage lang. Da wies ^ 
ätf Töchlerlein ihn zum ältesten Bruder zurück, der wol hundert Fuder 
teeten Rheinweins bekommen habe. Der Alte nahm den Stab wieder 
oir Hand , und gieng zum Sohne , der eben zu Tische sais , und den 
Tafer, welchen er erst nach einem Jahre wieder erwartete, höhnisch 
finifte, wo er so lange gewesen. Der Alte klagte, dafs die Jüngste 
T«chler so bald seiner überdrfifsig geworden , und der Sohn hieds ihn , zur 
YaffgOtong, am Glutheerd im Winkel siuen, sich su wirmen, und liefs 
Mm ia schmnuigem Geschirre Speise und Trank reichen. So schnöde 
Mid fcfichtlich hielten der Sohn und sein Weib, während sie in Oeppig- 
kaic lebten ,^ fortan den Vater, der nun die Vertheilung all seiner UaJ>e 
bannte, sich jedoch noch des andern Schnei getröstete, und in seinen 
•eblbigea Kleidern mit zeriumpteai Mnntel, zu ihm icbUch. Dieser Sohn 
■M sein Weib machten es al>er ebenso : er hiefs den Vater auf den Ofen 
fllsen und ihm Kraut und Rier reicbea, wortn dieser niehft gewöhnt 



' - r 



war. Traurig begab er sich zum dritten Sohne , der gerade beiB Um- 
spiele *. war. und schon alles wüste, jedoch, den Vater, der kaoB 
eingeiafsen wurde, auf der Bank am Feuer ebenso gering abspeiHt, 
Kuleizt mit einem Käse und einer Bim. D^r Alte bereute noch tllitfr 
seine Thorheil , und selztc bald seinen Stab weiter, zu der Sltem Tockto, 
Diese thai, als halte sie ihn nie gesehen, fragte was er wollte, bbI 
wi^s ihn zu seinen Söhnen , denen er so viel gegeben habe. Natibdca 
er lange gestanden, hiefs sie ihn auf die Ofenbank sitzen, und gab ihn 
dünnes Mus, Erbsen und Bohnen. Er hatte bald genug, und kam ct^ 
lieh zu seiner jüngsten Tochter: die lag eben auf seidenen Kissen , gräAk 
ihn -verächllich . und schalt den Tod, dafs er ihn noch immer, ihaca 
allen zur Schande , so zerlumpt herumgehen lafse. Der Vater sagte. 
dafs er vor Hunger nicht an Kleidung denken könne, und erhielt ma 
Brod , Käse und Aflerbier. Da weinte der Alte , und sah hierin die 
Strafe, dafs er zuvor nicht die Armen gespeist und gekleidet habe. 

Nun hatte der gute Mann in seinen wohlhabenden Tagen einen Freoii 
der über See zum heiligen (irabe gefahren und mehr als ein Jahr laai 
ausgeblieben war: der kam gerade damals heim, und wurde von teiaca 
Bekannten in der Stadt , wo er Weib und Kind und angesehene Ver- 
wandten hatte, freudig empfangen. Dieser Bürger stund eines T^ei 
an der Kirchthüre seiner Pfarre , als der alte Elende, mit gesenktoi 
Hute, vorühen;in(;. und bei seinem Anblicke vor Scham erscfaracL 
Sein Freund hielt ihn am Mantel, zweifelnd, ob er es wäre. Beide er- 
kannten sich unter Thränen ; der Arme wollte die (.'rsache seines Zv- 
stnndes bei brfserer Gelegenheit erzählen: der Freund aber nahm iba 
sogleich mit in sein Haus, bewirthete ihn gastlich, und vernahm ouB 
Alles. Er sclialt den tndank der Kinder, und erbot dem Allen ein 
Mitlei, bis ans Ende sorglos zu leben; was dieser mit Dank annahoL 
Er liors aus vier Blöcken eine Kiste machen , schwer mit Eisen beschfagfa, 
und an starken Spangen , mit fünf grofsen Schlöfsern versehen , deren 
kleine Schlüfsel künstlich gezahnt imd gebohrt waren. Diese Kiste, 
an welcher wol zwanzig Mann zu tragen hatten, wurde leer in ein Ge- 
wölbe gesetzt , und einen der Schlüfsel moste der Alte an einem Rienca 
umhängen , und damit nach Verabredung thun. 

So ging der Vater wieder zum ältesten Sohne, Her mit seinem G<^ 
sinde zu Tische safs, und bat um Brod. Der Sohn . unwillig, ab der 
älteste zumeist angesprochen zu werden, und den Eigensinn des Todes 
scheltend, der Gesunde wegraffe und den allen Siechen immer noek 
umkriechen lafse, wies ihn wieder auf die Ofenbank und gab ihn m 
efsen. Der Alte gebarte dabei so , dafs der Sohn den funkelnden SchlfiM 
am Kiemen auf der linken Seite durch den löcherigen Mantel erblickte. 
Als das Gesinde gegefsen hatte und hinaus gegangen war, trat der Saks 
zu dem Alten hin , ergriff den Schlüfsel , und besah ihn. Der Alte ikM 
erschrocken , und wollte ihn verstecken. Der Sohn aber hiefs ihn ge- 

* »Der vingerlln spiln ,« oder »vingerlin snellen« — einen am Fidci 
aufgehängten Ring auf einen Haken an der Wand schnellen . ist 
in Schlesien und auch sonst wohl üblich. 



iTMl fciD, UBd fragte, ob der künstliche Si-hlUfsel el»a zu einem Kist- 

Im fek«n«. Er rief alsbald seinem Knecbie llelmbrernt, biefs ihn 

m sUberneo Berber Morat ,Ge«üri«ein- bringen, seilte sich traulich zu 

4tm Vater» bot selber ibni den Berber, und TurM'ble ikeiter nach dem 

fcUikIsel. Der Vater \ertrautc ihm nun. i»eil er doch einmal den 

ScUüLfsel gesehen . daf« er noi-b eine urolVte kiste mit Geld \orlttngst 

•■ einem Gewölbe bei einem Freunde verjährt habe, der kiir/Iicb erst 

vwi Jcmaalem heimgekehrt sei , so dafs er bis dahin ihrer ermangelt 

^abe: lu den fünf Schlöl'sern derselben gehören fünf Schlüfsel. deren 

einen er bei sieb trage; so wie er jedem kinde einen Schlüfsel hinier- 

laläcn wolle. Der Sohn liefs sogleich seinen Fuchspelz und einen guten 

Slantel bringen, and erbot dem Vattr ein Bad. Dieter »eigene sich, 

vnd woüte die schon ein halbes Jahr getragene Entbehrung bis an sein 

nahes Ende hallen : der Sohn aber entkleidete selber den Vater bis aufs 

Hemde, und gab ihm schöne Kleider; er ging mit ihm ins Bad, legt« 

Ihn dann in ein Bette mit iiammt und Pelzdecken , gab ihm feine Speise, 

nni pBcgte ihn, wie einen Altherren. 

Des andern Tages ging der .\lie zu seinem Freunde, dankte ihm 
henlicb. und «urde »eiter \on ihm angewiesen. Am dritten Morgen, 
da die Brüder zur Kirche gingen , snhcn die beiden jüngeren den Vater 
im Pellkleide und heiteren Angesichts bei dem älteren , und beide arg- 
wöhnten sogleich den Grund. Sie traten zu ihm , als er betete , grüfsten 
ihn, und blieben neben ihm bis xuni Segen; im Uinausgeben fafstcu 
sie ihn beim Rocke, beschwerten sich, dafs er sie verschmähe, baten 
ihn lu »ich. und stritten, »essen Gast er zuerst sein sollte. Der Valer 
lersprach, mit beiden abiu»ecli>ein, und ging mit dem einen. Köstliche 
Speisen und edler Wein »unien ihm geboten; und nach dem .Male liefk 
er %on ungefhhr den Sohn seinen Schlüfsel an dem Riemen sehen. 
welcher noch durch eine schone Kelle verstärkt »ar- Der Sohn fragte 
darnach, und üul'serte. der Vater habe wol »eine Kisle. wozu der 
SchliiCsel gehöre, dem allern Sohne gebracht, der ihm dafür Nein alte» 
Kleid gegeben, nachdem er ihn zuvor habe erfrieren lafsen : der solle 
aber nicht Alles illein erhallen. Der Valer stillte .>eineu Zorn durch 
die Erzählung \on der starken Schatzkisle im Gewölbe eines kürzlirh erst 
heimgekehrten Fieundci. mit ihren fünf Scblöfsern und Schlüi'seln, 
deren Inhalt allen fünf Kindern gleich getheill »erden solle: eben diese 
Entdeckung habe den iilteslen Sohn so freigebig gemacht. Der zweite 
Sohn rief seinen Knecht Irniried, hiefs ihn schleunig seine besten, 
mit Borten und Pelz geschmückten Kleider, Hut und Si-huhe bringen, 
welche der Valer anstatt der «Lumpen» anlegen muste. Dieser diuikle 
im Stillen seinem Freunde, und gab das abgelegte Ge»and den .\rmen. 
wie er sie manchmal beschiMikl halle. Kr ging zur Kirche, Goil zu 
danken , und Alle wunderten sich über seine Veränderung. Der jüngste 
Sohn sachte ihn , trat nach dem .\mtc zu ihm, und sagte, er dürfe nicht 
ohne ihn zu seiner Frau kommen: er führte ihn heim, wo die Frau ihn 
herrlich empfing, neben sieh setzte, und selber es ihm bequem machte. 
Ba liefs der Alte den Schlüfsel blinken . »eichen der Sohn fortan mehr 
beachtete , als das aufgetragene Wildpret . Weifsbrod und Wein. Nach 



dem fröhlichen Maie , fraglo er , und verDahm da« Miricm tos der 
Srhaizkisio und ihren fHof Schlurtelo. Da wollte er den beiden irttden . 
nichls vorautlafA^n , rief feine Blagd Pravgt, nad biefi aie scUeualg 
sein Gewand , Kock and Mantel bringen , und der Vater muila Bcbir- 
lach mit neuem PeUwerk anlegen , anstatt »der alten Schliaken« (Utlel), 
welche er den Armen gab. 

Bald kam auch den beiden Töchtern, Jeu te und HUde, dastterttcki 
von der Schatzkiste lu Ohren, sie besprachen tich, tiad wollte» awb 
hinter den Brüdern nicht zurückstehen. Nichsteo Taget legten bdde 
ihre Festkleider an , gingen zur Kirche , und sahen auf dem Kircfabofr 
ihren Vater mit dem Sohne, TonTreonden umgeben, wie einen BiKboL 
Sie fielen ihn an mit Vorwürfen, dafs er sie vencfamMbe, vertiefaan 
ihn nicht wieder, und nach dem Segen muste er mit ihnen belmgebea, wo 
beide sich zur besten Bewirtbung rereintea , Ihn mit ScbmelchelwortM 
bedjenten, und ihn küssten, als er ihnen auch' Alles eröffkiete. 

So ging des Alten Glück wIedtr auf, wie ein Teig; und Mine fftnf ^ 
zlrllichen Kinder vereinten sich, dafs sie abwechselnd, JedM ei^laltf 
lang . ihn behalten sollten ; und die Kiste verschaffte ihm fortan das ehren — 
vollste Leben. « 

Als er endlich seinen nahen Tod fühlte, liefs er alle Kinder, vler^ 
Bürger und seinen Pfaffen kommen, übergab jedem dieser FUnfe eini 
Srhlüfgel . nnd bat sie , nach seiner Bestaitung , gemeinsam die Kiste 
öffnen und den Narhlafs zu theilen: er selber wolle es nicht mehr tbun^ 
weil etwa Zwist sein Abscheiden irren könnte. So kam er auch mim 
, grofAcn Ehren ins Grab. Die Kinder konnten kaum die Zeit erwarteik, 
dafs in Aller Beisein zur Kröffnung der Kiste gescbrlflen wurde. Müh-» 
«am hob man, nach Auf^chiurs der fünf Schlöfser, den Deckel: da ragt» 
der Stiel eines grofsen Schlägels empor; weiter war nichts in der iUsle: 
nn dem Stiele hing ein Zettel, welcher öff'entlich gelesen wurde, und 
'^ also lautcie: '-Wer so närrisch ist, und all seine Habe seinen Kindern ^ 
gibt, so dafs er gelber. Noth leidet, dem soll man zuletzt mit diesen 
Schlägel das Gehirn einschlagen, und ihn auf den Rindsanger werfei.t 
Die Krben sahen verdutzt einander an; ihre Freude war wie ein Strob- 
leuer verloschen: anstatt des gehofTlen grofsen Schatzes, war ihnen eia 
Streich gexpielt, welchen alle Gegenwärtigen ihnen als wohlrerdleal 
gönnten: alle fünf tnigen gleiches Iheil davon. 

So hatte der getreue und sinnreiche Freund den guten Mann gegen 
die ungetreuen Kinder beraihen : wie man noch wohl mehr Gutes tob 
Fremden, als von Blutsfreunden erßihrt. 

Dieses Mirlein heifset der SchUgcl. - Wer sich auf Kegel- und 
ander Spiel einläfst, mufs auf Tlusrhung gefalsl sein: und wer sich 
affien Ufst, der^wird zum Narren. 



xux. 



Der siege]. 



DU Bcre Ist der tlegel geAUit, 
und sdiaof im manik tn bekaol. i 



HKanhoeret, der e^ verneinen wil, 
wunderlicher dinge vil, 
Diu nü ergant und sint geschehen , 
der ich iu eines wil veijeheu, 
5 Ruedeger der Hunlhovcr(e),^ 
und ist ein wAre5 ni2er(e), 
Und ist durch tugenütchcn muol 
alten und jungen ze hoBren guot, 
Da3 der junge ^, nich Gotes l^re, 

10 vater unde muoter ere, 
Und da5 alter sich behuet(e) 
Tor der jungen ungemuet(e) ; * 
Wan da5 zehent kindelln 
tuot niht dem vater die triuwe schln, 

15 Die er im erzeiget 

diu werlt da5 ^ sere veiget, 
Wan si tegellches ab^e) 
nimt an aller tugende hab(ej: 



t 



■ientn gebe sin guoi 03 d^r haoi. k«Im«. Ak^krift. 
* Biidiger vnd binighUser. IX 'DrtU. B4m. 
> Das JugenL D. 

* BBgUCte. D 

» vU. D. 




\LIX. 9» »4Ui(t 

Dag wllent wis gehiura, 
ao nerat war, dag ist nü [leider] * tiurc. 
Ob e3 ni mug' mit vuogen sin, 

tu beeret (Uit(e] mKrltn, 

Üaj ich TOD der wärheil Up. 

eg wai ein richer koufman, 
^ Er was g«r ^ mille, 

des in oiht bevilte, -> 

Ze <iot und udch der werlde lo[t 

lag er ■ teg(e}tlchen op 

Mit lugeDden uot,* prlie, . 
30 hohes lop het der wUe 

Alumb in denl lande. 

di man in erkande. 

KA het der werde man da bt 

tmi tuhter unde sün[e) dri, 
3S legltcb kint bestalet ^ eben 

mit grüjetu guol[c] i)I stnem leben. 

Da si s^3cn mit eren last • 
f und in nihtes gebrast. 

Nd kom der t6t mit iilber krafl 
4U und nami- stn wip tugenlhaft; 
' Des vcrdn')} in le leben; 

er gedAhl': »ich wil min habe geben 

Minen kinden gemeine, 

niid wil leben mit in eine, 
4& Sunder hdsvrouwcn, 

mich U[3e]n' durcbnehlik tcbuuwen. 

Wan ich bin ein man alt, 

unde sint mtn tage geialt 

Vil nähen an ein ende. 
üO mln(iu) kint ich besende 



Und ng' in allen mlucn muoL 

wag sol mir in unde* guoi? 

Sinl das ^^ * sterben tnuos. 

und gerech' ^ ich mtaen VU03. 
55 So b( mtn s^le eilende; 

ej ist guol, das icb weodc 

Min guot* mlnen kinddln, 

daj si hernich gedenken min.« 
Ze bant' er des niht enliej. 
60 dio kint er im bringen bies; 

Den willen stn er niht enbarii. 

er g»be in wol Hl tüsent mark, 

Und sprach: ulieben kint, diu ^ mtneu, 

m kintltch trinwc an mir schlacn , ' 
63 Helfet mir mit eren le dem grabe; 

ich gia nü leider an dem Stabe, 

Und hAses mak (ich) niht gepaegeu;' 

min guot wil ich iu alles «egen. 

üb ich nük mir ein koneil * nxme . 
70 mtn[eD] alten tagen^ daj niht eaicme, 

Cnd w«r' ouch iu vil IIb 1(0 svKt". 

ich wil nü stn ein wilwcr*, 

Vfir die grüsen missetät 

die min tip begangen hjtt, 
73 Sit ich Sünden ärst began. '" 

kint, nü bebet mit mir an, 

D>3 IT e5 endet mit Gren, 

als tucb iuwer gewissen" lereii.« ■ 



" Bir ab grij » 


> Sil icb doch Khitr 




• fool im. D 


> diu frUl U. 


> liiu nvbinen. D. 


' U. m. b. D. m« pHegf 


« kh mir tia .ip v 


1 BlMm ■IUt, 


•• v,™w D. k.^., lOB 


■■ mit. D. 



410 XLIX. Wtt »iMSirt. 

Der alte sud- sprach: »vater min, 

80 e5 ist billtch', du soll sin 

In mtnen triawen ^ ond bl mir, 
kintltch iriuwe leist' ich dir.« 
Bt der hende gefie er in 
und wtst' in ze stnem hAse hin 
^ 85 UAt tet im sch6n unde wol, 
als ein kint slnem Tater sol, 
Da5 er des keinstunt* verga5, 
ab slner schü55el er 85 
Mit im al die stunde, 

90 und im des saelde gunde. . 

Diu zlt mit vröuden wart Tertribeu, 
bi5 da5 Tergiengen wochen siben; 
• Der sun sprach >: »vater h^re, 
nü volge mtncr l^re, 

95 Unde tuo n^ch mlnem rAt: 
min bruoder liht vür übel hat, 
Da5 du so lange bist bt mir; 
kurzwile ze im, da5 rät' ich dir, 
Und habe e^ Tür übel niht, 
100 dtn snuor^ dich vil gerne siht, 
Wis bl im ^ ein wlle ouch d&, 
unt kum mir denne her wider sLa^ 

Der alte sprach: »da3 sol gesehen, 
ich wil ouch dlnen bnioder sehen; 

5 Er wsnt übt, da5 e5 mir TersmähLa 
urloup er nam und guot(e) naht 
Ze dem andern sun, dk klopft' er an. 
vil balde wart im üf getAn , 
Gegen im lief sun unde snuor 

10 mit vil snelllcher ruor, ^ 

• miner pfleg. D. 
> des nimmer. D. 

^ D6 sprach der sun. H. (Heidelberg. Ud». ) 

• dins suns wip. D. ' 
'-> Bis im bi. D. 

«• ftkü D. 
..liefen siin und suns wip 
Von krenen irs Itp. D 




XCIX. jDti jl^lifltl. 

' l'ud hiejeo in wilkomea < sin. 
Bialras, bolster * pDüm Tcderln 
Wurden im tu sch6n geleget? 
irnde sin nach eren gepßeget,* 
115 Ze lisch, ^ le bette, dort und bie. 
shzeot, ligent. swä er gie. 
D«n sun sin wille leite dsj. 
d^ er fn ichikkele ' vllrbas: 
Dd er den viler ilten 

30 bei Tienik ' t«f;' beballen . 
Er sprach: unliebes Telerllu, 
dA solt den jungou br^ader mlu 
(jcjcben, wie er hAses pOege 
und wie er an den lugenden mege: 

2ä L'nd wis oucb di ' etliche vrist, 
uQt lium her wider: dio geobt 
Daj gib' ich dir mit Iriüwen"* geru.« 
er jacb : »des wil icb dicb gewem, 
leb wil den jungen wir! oucb scbouwen 

30 und sin lieben hüs Ti^ouwen.u 

Uit urtaub er oucb scbiet van dau". 
te dem drillen kinde kom er sdn. 
Und ruoTt' den rink an der tttr. 
diu mfere kAmen snelle vür; 

3b Der sun der ijbelt '- üf dem bretiej. 
daj spil sluog er üf le sieljel 
L'nd lief*^ dem alten en gegen, 
jind hii-s im schön(e) lepich legen, 

lar otcb (iIuHkd- " 

tan II. r. ürpOc^rn. O. 




XLIX. 9» »4lU|*l. 

(juof s[itte UDde kllrcn' wltl, 
140 und 8wa3 cclels - moht' gesln. 
Das '^'''' ^'' ''^'^ ^''tc'' >»>'' 
iiA le[ er nach der andcni üt', 
[Das] sebs* wochen nimDU ende: 
der sun seit'; »valer, neode 

45 Dich le mlnea geswlen,* 

unt versuoch' ouch di der btlcn,' 
Ze nilnen sweslern beiden; 
unt doch vou mir niht scheideii 
Du enkumest mir ^ kureltch',. 

50 mil triuwen ichdir niht eulwlch'.» ' 
Er jach: »sud, dil «eist mir wir, 
ich wil ein siben tag* ouch dar. 
Wie sidi mtn tühter haldeu.u 
dem grben ein valdcri 

5£i Wart gegeben sin geverte, 
das was ein slebllii herte. 
Da mite er sich der bunde werte 
iui> der selben veric. '* 

Us dem böse er du kreuch. 

tiO ze der niehsten [übler kom er uuch. 
Unt kloplV oben an die waiil; 
diu lies ' >" >■> ouch sä ic baut. 
Die rede ich iu kürzen wil; 
man erbüt im ouch da ürcn.'" vil; 

li3 Itis das vergiengcn miiien" iwen, 
si sprach: »valer, du soll gen 




XUX. Sn S4US<1- 

Ze der'joDgen miner > swester, 

diu bit gcsUhlel gesler 

Gri5iu swin und rinder.« 
170 er sprach: »Got lüne iu,4 kinder, 

Ir tuot mir belDIch unde wol, 

des iu Got immer lüoen ^ sol!« 

Urtoup er ouch le der tohler nam . 

le dem jungen toblerltn er kwam, 
75 Diu was gar en vollen 

mit guote bewollen * 

L'nde mit hüs^ rit[e); 

li bie3 im * bringen (lrit(e} 

Tepicb' ino den ' beoken 
' 80 und an die wende henken 

Sldlniu stnol lachen, >• 

und ganie wirUchafl machen. 

Des sich ervrüul' dns gesinde, 

guotcn wln und spise linde. 
% Getemper(t) wol mit vllse. 

gab man le dem imbl3e " 

Den äbent und den morgen. 

nü wold' <" nibt kngcr borgen 

Da5 tohlerlln junge ": 
90 di^ siben tag* verdrungen, 

IM gab si im urloup. 

des wart der grtse harte '- toup. 




l XLIX. 9tt »JUiftl. 

Kr sprach: »liebe, war sol ich nAf« - 
uvater min, dA toU Ift 
195 ti£n IC drm ■Uem mlnem ' bruoder, 
dem hit ' wol hundert viioder 
GrAjer »833* bribt der» RIn, 
daj ist^der allerbesle «tn, 
Dei i&(hät] kein miint bekort, 
200 und'Wis ein wlle oucb mit im dort.x 
Der alt' gedihl' le tuon(ej daj: 
»er ist liht rcrslanden baj,* 
Ich kom aldar, als er mich hif5: 
mtn tohter hJit min bie Tcrdriej-n 

ü Sloen geverten er nifat )ie, 
der voj slnen triten fle, 
Der was geleiiiet an ein wanl, 
den nam er * sA in die hant 
Urloiip er nam,^ind sIeich dan. 

10 als ein guat einvall man, ' 
Zuo des allen suns lor, 
di was ein gchtene taube vor 
l'nd ein lUrttn en neben, 
da3 Ycl SIÖ5 niort' * er eben 

15 Und bat sich in li3en. 
wirV und hds vrou säjen 
Mit vröudcn ob dem tische 
und heten rtche Tische: 
Dem sun ki^men mxrc, ^ 

SO da3 der vat^r ik wnre ; 



Und l*b' dl dia langan 

in dem «tn, und die [unftn. 
(IUI leralll licta bij. O 




XUX. 9n »^ttl. 

Vil tiige sprach er: unA lA in'; 
wie tchiere er komen ist her in!' 
Ich hete du win, tewir, 
er mjde uns doch ein * jär.« 
99S Vilr den tisch der alte gie. 

der >an seil': »vater, sag* an, wi« 
Bist dA gewest* sA lange nist?« 
diu Trige was ein Talscher list, 
Wan hÖnischen^ upderhunt 

30 eneigetr sin hene n&d sin munt. 
Er jach: steh hin bescbouwet doch 
diu kinder; ich bin iltlich noch 
Konen; einej ich dir sage, 
ich bin gevcst wan * siben tage 

33 Ze der' jungen tohler, diu gab mir 
urloupi M gie ich her le dir;^ 
Mich ddht', si hdtfe] mtn vcrdriej; 
sust si mich von ir scheiden lieg.n^ 
Er sprach: »des mag wo) werden rät: 

tO vruo si sich din genietel hat 
N4 gangt" hin und sii dort 
luo dem gluot herd au dag on: " 
Hin sin'- dag wol kiuael, 
dag dich sere vriuscl.» 

t.1 Di '^ man im le e3.;en tniok, 
«In Silber rag '^ dag was ein krnok 



(•3 wu In hfn*n git, n. 

tl«5. D. 

lUk. M. 

;lMfaan in drn. D 




i XLIX. Bn SUtli$t\. 

1*11(1 ein lircber vil sah 
Rinn erlie,^ in dd * der gu6lai mal. 
Uer mnn in vor hele gewenet, 
^1 der guolrn handelunge entspenel 

Wart er *üt sin ilmnoscn; 
' maoigem armen (ruog er le buosem. * 
Her sun ahlcl' stn nihl umb ein ei, 
wen aU ein voller Lruphei, ' 

35 Der gäl lU einem tcnnc, 

und ah ein vol gekrufliu * henne ■ 
Diu uiht miw gluftgen '■ mak, 
aWi giengent' alle den" tak, 
üiii hdsvronwte) und er, 

00 buch brogcnt in dem hilt en Iwer; 
Ir kurt wll^e) diu wm gani, 
üi künden Iwidu wol den iiwnni. 
Den alten *erdrA3 der sit', ' 
da3 man im vunr unrehle mit; 

tiS Er gcdäht': »ich bin liie iiiht wol: 
IC dem andern mlncn sun ich sol. 
Der denket llht der triuweii stn 
an mir und gibt mir sinen wIn 
Und r'twcnnc sch<riie3 brül ; 

70 ich lige hie vor huiigcr " tot. 
Min 5un hat gegen mir hüchvart- 
wi^, daj ich ie gebom wnrtl 
Wes bän ich silber iiiide golt 
gar minen kindcn dar geholt." 




\HX. 9n »dftiiti 



ZJS Ua3 ich nu »rlbc > Dihi cnhän. 

des bia ich ein uDsielil< maa. 

Diu «lle ist idir von schulden lant 

ich bin alt* oode krank 

linde bin aü gar ab geschahen; 
M> Gol wolde, daj ich vxr' begraben!« 
U5 dem bäse sieicb er * lerfaulni 

im wiren versliffen gar' die soln, 

Und d33 gewani erarmeli 

ir deheinen * das erbarmet' , 
MS Dcr^ im gäbe ein gewant; 

der mandel was im " dA lerhant 

Durch ücid^ di le dorn" eile bogen: 

aUü gie der arme gcunogen 

Zc dem andern snn le dem andern ' mAI 
90 der saj in stner stubea sal 

Und cnpGe in über weudikllchc. '" 

»nu län' dir Got der rlche'.« 

S<i sprach der einvalte , 

»mir sini diu Ud erkalte, 
95 Ich «il ül aineii " oven Sitten; 

der rok mir dürhel ist te den sliixen '■ 

Die schüobe sint mir'' unden hol." 

der sun " sprach; »sd gcvcllel mir wul, 

Dil göit'"' di dir werde warm." 
30U üt den uvcti ^as der arm'. 







) XLI\. Wn »iklä«rl. 

Di'i er ein wUc di kcmj, 

im wnrl K^dicnel ■ lüzxcl has, 

Uan pib im ein kejselkrdt 

lind ein liier, iiln snn der ' Irdl' 
ÜW Sflch im »Isit mil «Ilse luo . 

beide, spAt unde vrAo, 

Em' raiichl(c|,^ wie er lebt(e); 

diu «i;lc kAm in im klebt(e).* ' 

Wan der nrme (trtse 
lf> hcl tu kranker spiso 

Niht ffcwcnct den sinen llp. 

Uli der " tet auch [th] äea wirtei wip. " 

Er ffcdühl': unwä mir «iil 

ich vlirht', da^ ej mir Dbel erRc; 
IS llise iwi)n(e] siin' gint gar 

gedOht ' in ein ksa kar. "n 

Piihl lenzer wold' er Ah besinn, 

xe dem drillen sun kom er sAn; 

IM S|iilten üi der viniccrlln: 
•M doch mil iiikIoo kom er in 

In die xtubcn iiiuwe; 

ilä snochl' er kiniles Iriuwc. * 

nVater, du wia willckomen;« 

seil' der snn »ich lii'in vernnmcn, 
3S Da; dir min hruodcr •" nihl «il Relirn 

und dich armen " lü^en leben:'- 



1 RiMllPnA 


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■ dir A*ft ». 




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I, weiffl din hcnd<'«. 




XLIX. 9h S4U«cI. 

Sil luo der gluol üf die ■ bank, 
ich sibc wo), das ^* ^'^^ krank.« 
Von im leint' er sloen stap, 
330 le bant man im le e^sen gap 
Ein ril undsr" rihte. 
diu was gemacht vnn nihle,' 
Darnich ein bea' ' und ein birp, 
dB5 feiten * geriBut im sin him'. 
3S AIrdst begnnde im leiden. 

da3 er *on guot was gescheiden. 
Und« ged.^bt' ^ hinder sich, 
er sprach: »ow&\ «15 hin ich 
An mir selben gelin! 
40 das ich mtoei gnölea " hän 
SA vil niht behalten . 
daj ich mir armen alten 
Doch koufl' ein labunge. ' 
mir ist niht wol gelungciii' i* 

tS Nu in minen allen tagen; 

das *'' ii^^ ^°^ ^^^ himcl klagen 
l'Dd allem liimelbchem ber: 
icbn' weis, ^^^ ^^ ™'^^ armen ucr. 
W4 '"» gol ich helfe [nu] " vindcn» <■ 

30 sint ich [nu] versmihe'- mtu[ei)] kinden; 
Des hat mich de£te[r]'^ unwcrde. 
swas lebet iM der" erdc-<< 
dm otrn i( den. I>. 



' (CT arnr«: nw». 

1 |DO!ra tCltlfT. H 

*IalMa(ca. D 
■• Ich nA lT)u. a 



490 XLIX. 9tt S^ligfl. 

Nibt lenger er sich süml(e), 

da5 büs er baldc rikrot(e), 
355 Und gic zc siner tohter; 

vor leide vil * übel mobt' er. 

Diu tet, als ich iu wil verjeheD, 

sam si in niemcr hei' gesehen; 

Si vrÄgt' in, wa5 er wolde? 
60 8wa3 ^ er kumbers dolde 

An henden und an vuesen, 

da5^ sollen im wol* buesen 

Stn[en] süne[n] , den hei' er ^ gegeben 

guoles fil bl stnem leben; 
65 Bl den sold' er bellben. 

er gedähr: »isl ntt* den wlben, 

AI« den leiden ^ mannen, 

m6 bin ich wol ^ verbannen 

Von^ mtncn kinden allen; 
70 in unsselde ich bin l^efallcn: 

Da5 sol ich Hden mit gedult, 

65 ist min eigen schult « ^® 
D6 er nü lange was gestän, 

diu tohter hie3 in sizzen gän 
75 Bl dem ovcn zuo der want; 

e55en gab man im zchanl; 

Ein dünne5 muos und [einen] lötTei. 

diu yi\ liebe [lohterj >« Söffe! 

Pflak sin also schone, 
80 arbei5 '^ nnde b6ne 

1 Vil fehä D. 

> oder W15. D. 

3 die. H. 

• 8i im. D. 

i Was er in hei. D. 

(» bin ich. D. 

' Als nnmcr*, als den. D. 

8 4fSt D. 

9 Vor. D. 

>° E3 ist mtn gemde zuht. ü. Wermmf »ieäerMt D. : Bill ich leb es i 
>i dia lieb' sin C. D. Vgl 968. 
» erwis. n. 




~ XUX. 9» »4Ue(i. 

Gap si im vür brlleo. 
der tiuvel hct ir'3 gerjjtco; ■ 
Wan si het guoles iae lal. 
da- si im gab so krankiu mal. 

38S Er hei sich schier genielct ^ di, 
von dannen schiet der alte grj. 
Sin* geaellea tMi» er. den stap. 
der in lelteti je ^ begap 
SIner reise deheincn iril, 
90 der volgt' im endikllchen ' mit. 
Ze der jungen tob'er kom er wider 1 
diu het df sldln pddme ' nider 
Sich geleit durch ir ^ gemach; 
im valcr si sust armen sack 

95 Dort her treten aa dem stab(a) 
mit ummehtiger kreft[e) hih(e), 
Wan sin mage bet dikken slln 
«on dem muose und von dem briu: 
Si gruo3l{c} in vil undär* 

WO und 3eit(e); »wie bist Ifl »6 bar? '" 
Wä ist dtnes gewandes m&l« 
er jach: nmir ist von hunger vi, 
Das '■='> gewandes [gar^ vergisse. « — 
10 sd sine nider und i5je.11 
5 AlsA sprach diu junge 
mit uomiltor" luagen: 
» Gehl im >- kss' undc bnit. — 
wie wunderlich doch ist der tut. 



r.u m. 
■Ukbtn. 
WS.B. 




I \U\. >K Jl^lStd- 

I).i3 ur dich iiiht vun hinne oimi! 
tlü (Itii swBchcj leben uns niht limt. 

Wnn tili uns le schänden gIM. 

und weder umbe. iiuch ao ■ hisU" 

Si hicj im bringen schier 

luu ^ dcDi kKs' ein a(Ler hier. 
19 Da.) beweint' er vi) tuugCD. 

er 'sprach:, »mtnin ougen 

SuUcn des engellen, 

[)a3 ich die armen seiteit 

llicTur Ma gesplsel; 
•m dt» sinl si ' nü gewiset, 

Da,; si mich sclbe(n) lehciil arm 

iinl vun ((cwandu seiden warm*.« 
Nä hei der tfuule man gewwr' 

10 gesellen einen burgcr', 
Ü.'i Wlleut dö er wai lil hBb(e) ; 

der was luu dem heiligen grabiei 

(icvani über den wilden se, 

und was gewest ^ ein jär und me. 

Der lom wider an den stunden; 
W schön und lirllch von den künden 

Wart er enphngen in der slat. 

di er wtp unt kint häV 

Und ander rlche raifdi. 

der stuonl nn einem tage " 
HS III ' slncr pfarre kirchtür, 

tlA gic der ^ i-llendc vtlr. 



lilD ich. 1' 








w r.imi anfi: rm«rtli Uun 


1"/ h 


./pn. 




Ule hnid' brgtiiK 


lir »udr 




und «ich h»U.-|l 




«chii 




All ein n.» Iiiol 




U-idl< 




Ji'iu au |<'*aii<] 


und 


.|.i.'. 




Vnä in kn-rifn • 


iliKi 


:ntt. 




und lieh du n>« 




erb! 


dt »emttttL. D. 






c. flriHC 


D. 






Vm. D. 








der tir. i> 










XLIX. V(c »4lig(l. 

L'nd Ik'I den hiiot gesrnket 

unt vür diu uugen gebeuLcU 

Wan d>> er in erbliklie^ 
VIO vor schäm er stürc erschrikliel. 

Des iiam war ' der pilgerin, 

n gedäht': uweder niahlu eg gc^ln. 

MIa vil ^ lieber gi'sdte« 

des Got nifal enwelle, 
VH Üb dl) als ann wurden bisl 

Lüm in einer ^ järcs vrist.» 

Er warEe[l} um er her wider gie» 

vü blidiklkhcfü} ' er in gevie 

Bl dem sinen mandel: 
SO »ziiTuel iiiht. ob ich vcrhaudel..' ' 

Sprach der pilgrin wert 

<imin. Wille iuch ic vr<lgun gerl. 

Sit ir'3'' der geselle niiaf« 

do über wieten- im diu uugen sin. 
30 Der wirheil er im sä verjach. 

dem ))ilgr1u ouch «lag weinen bracli, 

Da,5 n die »eher ri'rl.,ej: 

»geselle," woj [hall vcrki'rl:e 

Dliie griiäe richeil? 
' üO mir gät ic benen scrfc) " diu leit. >' - 
»Geselle, wie mir geschehen ist. 

des mag ich "* m dirrc vrisi 

Nä nihl gcsagt-n au citi zil . 

vUrbaj ich cj in sagen wil. 
(hl Sä mir des wirl bi-33cr slal. . 

der pilgrin seil*: npcsolli'. sii i;nl 




i XLIX. 9(t S4lä«fl, 

Mil mir heiin(c) e^yn; 

mtner triuw' ■ ich vci^^gcn 

Nimnicr wil an iu rcwitri 
470 wall wir mit vruudcii mangiu jir 

llibcn gelebt liepllcb(n]. n 

in nam der " triuwcn rlchie) 

Und Iic3 in dd niht ^ langer >Un . 

er miiosl' mit iro hciin(p) gAn. 
TS DA loht' er stne nenscheil; 

darnAch der guol(c) man im seil'. 

Wie er über eine 

sin giiol al gemeine 

Stnen kinden hei gegeli^n. 
Mt und in nü alstt * licjcn leben 

Uit gebrcsten^ armen. 

»das mucsc (iot erbarmen.« 

Sprach der" burgnr(el 

biderb' und ' gew9er(e) 
H6 »Ua3 wir um IJ[5e]n an unser kini. 

und «i uns" ungehorsam sinl; 

Sü wir Itp umle leben 

und dir s£l(e] durch » [ge]gebcn- 

Si verdienen wir wau ^ du,;. 
90 d«3 si unlriuwG undc haj 

Immer m£r uns bielenl, 

fund] sich unser schiere geniclcui. 

Si'i c3 uns kumt an die rcr', 

da5 wir in niht geben mei.« — '" 



■ Art tli: H 
ie In nIM. ff 
II rt tvich. » 



' M loic da Icilicfa • 
die ■ir «r lebl, fteif 




XUX >ftc 941l«(l- 

195 Er Etiracb: »getelle, [nA] volge nir, 
ich wil gar wol ritten dir. 
-Da3 dil sonder wende 
mil tren kumst [um] an din ende.» 
Des kual' der arm' [man] sin heade; 

500 in' alle misse «ende, ' 

Er lopt(e} - leisten stu gebo{, 
nnd bat im oucfa danken GoU 
ZebaDl hie3 er mit listen 
vflrkcD eine kisten * 
5 Von Tier grCsen blocben, 
und oben wol belochen,* 
Beilagen mil Isnln* Spangen. 
d>3 Uberlit wol angehangen; 
Uil Iserlnen spangen starli 
tO wart geworht diu selbe ark, " 
Als si wwr' ergo3.;en, 
mit vUnf starken slüjfjjen. 
Dariua' slUssel kleine, 
gemerit * barle reine, 
15 Die bolten* inner halben bol. 
alsA was diu kisie wol 
t!rab und umb^e) beslagcn; 
iweiniik man beten le tragen 
An der kisten [da] genuok; 

SO in ein gewelbe man si truok, 

>»» ^ HriiKHlni r»l«i ■■ I). 

Das du hnniit mil ttfn lo dlD nti * . 



Vütfcen ungrruFK.* - 
4ij mia ii lil küai gelruigit;, 
■ D. riinj blokken : bcdrkLcB 




t \LIX. 9» »«UifH. 

I>a !iail(e) man si abd laf, 

sam si lubcn jir ' geilanden wair'. 

Di mit und uucb üaj geschacli, 

XU tiluem^ gesellen er cid apracta: 
U'Jä "Sieb, (lim! slüsjel wirl dir uiii, 

dun mach' an din kat -^ 

Iriticrthalb an eiu[ODj rieme» 

und li^ in sehen niemea; 

Nur* üb in dIn tun gestehe, 
30 und in' diu wiesen dia] gcscfashe.« 

Und sagt' im danuo die rail(c), 

wie er gebärt' unl lail{e). ■• 
lliu ^k der Bil[e] unvcriagel. 

aU der geselle im hut gesagut, 
:i5 Hin Euu dem ettislc» ^ sun 

uude bal, im di Af luoa 

Man vrägllc) t wer dd wäre. 

>ida3 bin ich , der arm' gengelErc. ' 

Und K3' gern intues " suues brül, 
iO mich hungurt, und «nr' mir atn nül 

IhT suu " ob den lücbe sas . 

und da^ gt>$indc Utieral aj. 

Der lor wertet ><* gie hin «ür 

und sagt', der all' wasr* an der tür, 
45 <lb e3 der wirl «uldc, 

dn3 man in in " Idjcn solde. 

Der vräg" anlwurl(e) du '= der wirt; 

»fflin vater seilen mich vvrbirl. 



r«(: III. II 

" «»iiglrr. D. 

Wirt. I>. 
" lorwan drr. i> 
•I )n bin In. K 




ÜDd[e] suocht mtn brueder selten; 
550 sol ich des cngelteD, 

Da3 ich das cl^>s^ ^^^ bin stn? * 
nü gank hin und 1^ in her in. 
Mich muet sin umb(e) kriechen; 
da3 der tot in siechen 

55 Mit ncelen hat gebunden, 
unt toBtet einen gesunden, 
VQr michel wunder ich da5 hän.« 
der arme^ der wart in verlän. 
Er gie, da er ^ was gesessen, 

60 zuo dem uven, essen, 

Unt k^e die tenken' alten dar. 
das^ der sun möht' nemen war. 
Da luo dem eilen bogen, wie 
der slflssel an dem riemen hie. 

65 Der sun vil dik ^ dar wartie) ; 
vil wile was diu scharl(e)^ 
Diu durch das mcnleliu gie: 
der slüss^l dd ze blikke hie, 
Als ob er wsre silberin, 

70 SU reht(e) ^ lieht was sin schtu. 
D6-das gesiude gess<^u h^l', 
und das ^^^ ^^^ tisch ^\iilUit'/ 
Das diu Stube wart eine, 
der sun stuont üf vil seine, ^ 

75 Und gie an dcstisches ende, 
dh sas der arme eilende.^ 

rir «bt$€ Ztib /»igt IN ü. hdittcr ID ill 

2UO mir in das ^üs miD 
llt D. 
inkcD. ü. 
11. B. 
Ukke. B. 
ib gar. D. 

and der lisch «a& U 
Oi€U Z*»t< ftkit D 
Umt F«/ymif« Imutet m Ü 

* TrJkriklicbfco ; üf d«r bink . 

stn pfruendie^ was gevesetf krank , . 



4S8 XUX, 9tt »4Ulift. 

Und leint' sich, dk der slü53el hie, 

bt dem riemen er in gevie 

Und schout' in, wan er was gemeit. 

580 der alte tet, sam eis im wer' leit, 
. Da5 er in het' erblikket, 
er zittert' ^ und erschrikket' 
Und wolde in haben verborgen, 
»dun- ensolt niht sorgen, a 
85 Jach der sun »Vater min, 
sag* mir hästu ein kisCelln? 
Ich gesach nie slü^sel so Iduogen, 
noch als6 gevuogen.a^ 
Er raoft(e) stnem knehUe), 
90 dem suellen Helmbreht(c),^ 

Da5 er im bräht' den silber^ köpf: 
»d^von erburt sich dln^ schöpf.« 
Und dar inne möras- ^ 
zuo(z') im üf die bank er ^ sa5 
95 Und gab ^ dem vater an den mtmi : 
»trink vaste, so wirstu gesunt; 
[Und] \ä dich niht belangen hinne, 
ich enbiut'^^ dir kintltch minne; 
Trink, lieber teteP' vaste, 

600 da5 der köpf ^- iht geraste,^^ 

Das er verfaoln da beweint;e'. 

der sun sich gen im leint(e; 

ze der stten , dA u. s. w. 
• ziur6i'. if 
» du. V. 

3 kluoge, gewürkt mit sölichem vuoge. D 
« Hellepreht. D. 
) bracht' den siibrin. u. 
<> sich enpori der. D 
' in guot win was. D. 
** er üf die b H den b. ü 
"* gab iu. U. 
»• erzeig'. D 
" vater. D. 
'-> becber. U 

>3 Hhrmuf hmt D. noch . 

Dü bist düs* s^r eikliben» 
dft folteii bi mir sin beiiben . 




XLIX. 9ci S4l«|tl. 4! 

L'nd lag* mir, lieber valer, tai, 

wie 65 umb den s1(t35el sig.n — 

»Sdd, sIt til ID hjst eraeb«D, 

.; vil ich beimltcb dir Teijehen: ■ 
6A3 Ich biu tia man, der alt ist. 

und «rirde ichiere asche niid '' mist . 

Und bin oueh du muoles: 

und het' ich vil giioles, ' 

Da5 mucste miner ' bindelln 
10 dies °^^b mtnem töde sin; 

Doch das sel'>« ^^ >ch bia, 

noch hutr einen wtwn man. 

Ich bin ein[e) liislan'venpart, 

diu lellen ie cntslojgea wart, 
IS Daran sint vOnf sldj tu" stark, 

und darinnc, ichn' weis, wie' manik mark. 

Diu hän ich noch behalten. 

was ><>' ^i * ^" alten? 

|p einem gewelbc si ist 
90 le mtnem gesellen lange vrist 

Gestanden, der di nd ist kamen, 

des kuaft ich gemte) hin' vernomcn, 

Von Jerusaldm her wider; 

ich bän sin sdre gemangelt^ sider. 
£ 0er slüssel einen hin ich hie, 

den ich noch nie von mir verlie; 

So weis '^ *'''' ^'^ ficre, 

swen ich wil, die vindc ich schiere; 

Ich Un i-wlr.r. hittil 
■I* vil, ila mtn geoAs' kll. 

iefe dir der ■Irfacii Jetaen i> 




) XLIX. V» 94IS«'l- 

lind swcr M luim wil den ührin. 
630 lA murjcns' nlle dJi stn: 

Der wi) ich niich ' mlncm leben 
ilsllchcm kinde einen geben, k 

Tier sun hiej bnlilc springen, 
sin ^ vlihsln gcwani im bringen 

115 Und einen lüier v£hcD ^ hiiol, 
und * dar luo ein kappen gnnt: '' 
"Valcr min, das '('S' >■> dich; 
ziuch nb das i*'^'* ^^ crbanncst mich i 
l'nd gniik " dnn und bade wir, 

M) ich wil ouch selbe g(-n mit dir. >< 
Der vater Nprich; usun, nein ich. 
ich snl vür Sünden ' alsÄ mich 
Hinnen vttr l)ehallen; '' 
Got der* miieje min walten! 

tH DIn gpwant heij tragen ab dem wege,< 
03 ist »finde, ob ich C3 an " lege; 
Ich 81)1 iiiht wxher wät tragen: 
der tiU mir siiicl Af dem kragen. 
Ouch bin ich gewcst 7'wir " 

SU ungeliadel '^ ein halbes i''' 1 

Und wart nie si w.irm, noch sü kalt, 
das "<<' 'lin wtle" würde gentalt. " 



• un>t ffUi II. 

■ H,f.^-f foiti .» n .«-1. 



" KrireKn lUj ül wIt. U. 
" uniciwlet. N. 
■• »II' 1», D. 




XLIX. 9n 94l<g(l 

Der jun s|mch; »tctel'' da^ lä ligen, 

des* inu03 ich dir nn gesigen, 
tS& Es ist mir ^ beia £re niht, 

daj man dich altd gt-n * siht.« 

Den alten huot er Ton im nam, 

den mactel und den rok alsam. 

Hemde,' schuohe und niderhleit: 
60 sin gewHit er im an leil', 

l'nd[e] begunde den grlsen 

mit im le.bade «tsen 

Und da feisieren* schiln(e). 

er gedahf: »das ^"^ dir Mn(cl 
65 Geselliche liebe' mir bekanl! 

Got bit 5e IrAst dich mir gcsant 

Mit dtncm gar getriuwen rit, 

den mir die mnnt gegeben hdl.c< 

Hit'triuwen der geprisel' 
70 wart ton dem bade gcwlsel 

An ein bette durch ^ gemach. 

dH man grä3(el richeil' sacb. 

Das helle was bedekket, 

mit samtl übcrslrekket,'" 
75 DA bl mit wihr und mit ** bunt. 

des wart der siech' ein teil gfeuni; 

Wan man sin pOak besunder 

mit edler sptse '- wunder. 



ICHllc lieber. D 
Inrch «In. D. 




432 XUX. Wn jl^Uiftl. 

AI Dich slnen öreD, 
680 als eines alt h^ren. 

Des audern läge« er niht enlie, 
le sinem gesellen er di gie 
Und dankt' im slner triuwcQ. 
»nü swlk, jd muo5 sich niuweD 
85 IMn vröude,ai sprach der geselle 
»>e5n' sl, da5' Gol niht welle, 
^ Sd jeniu kint dich nü gesehent, 

s6 wlrstu [wol] inne, wes ^iü jehent.« 
Des dritten morgens dd man unk 
90 unt vor der kirchen was gedrank, 
[Und] die süne te kirchen wollen gftn, 
dö sAhen si den vater sUn 
In wiltwerklm*-^ gewand(e); 
der junge in küm erkand(e), 
95 Swie licht w»r'* slner ougen schlu; 
er seil* le dem andern^ bruoder sin: 
»Warf, wA^ unser vater' stAt! 
wcistu, ^ wa5 in berAtcn hat? 
Des nimet mich gr65' wunder; 
700 er hat otcwa5 bcsunder 
Behalten slii(e) tag(e) her; 
sihstu niht , wie kuenllch ^^ stikt er 
In slner vöhen *' houbcn. « — 
»ein ander5 wil ich gelouben,o 
5 Sprach der ander (sun) tehaiit 
»er treit unsers bruoders gewant, 



■ vniin. D. 

1 ob es. D 

3 wlUwerklne. V 

fc wJIreB. IT. 

> «100111 f*klt M. 

• Wi«. D. 

' f Bier dort. B. 

• wcifl nfL V. 
1 Qlelicl. D. 

» kiBÜicb. H. 
» oOlfdriB. D. 




XLIX. 9k Si^iiaa. 

Das TÜbslD und (U3 niuwe.« — 
*d>5 in wir, df mla triuwe. « — 
«SA bin ich da^ betnhtet eben, 

10 er Ul iin'5 tuht* umbaust RcgeLen: 
Uns sol des niht betrigeo. 
wir suln der mtif io Trägen, 
Und der wdrfaeit[e) lägen, 
nnd uihl leoger gedagen.« ■ 

15 Si giengCD dar si le siel', 
di der vater aprach sin gebel: 
Er sliiont in' * ttosIcs sorgea; 
si glbeu im guotcn morgen. 
Den gruoj er si* nilil Tersweik. 

30 er dankte in beiden unde neik. 
Neben im si staonden eben, 
bij man den segen bei gegeben. 
Und mau bei gesungen, 
und die liute vol ^ druagen 

95 Und heim le dem ej^en ^ giengeu, 
diu kint in gevieugen 
.En neben bl dem güren: 
» dA soll danue küren , 
Lieber vater, beim ' mil uus; 

30 d& sollest doch dlus ^ allen suns 
Uns niht län * engellen; 
daa d(t kumsl so selten 
Heim le unserm tische, 
das s'^t '* ungellche, wi^se: " 



I. fMi di,„Z,il,, -«( A. 3 '«S»,,'SM<»/'.^nH: TllTtSill!. 



434 XUX. 9rr 94li0d. 

7:i5 Wir 8tn duch,> wi55e Krist. 
• ouch dtniu killt , als er ist.« 
Si wollen in des nihl crlAn, 
den vater, er muoste mit ^ giii. 
Der eine siin sprach: »vater min. 

40 du solt hiute min gast sin.« 
Der ander jacli: ' »vater mtn, 
du solt gAn mit mir heim.«* 
I>a5 was ir kriegen und ir schal, 
der vater sprach : » gebt mir die wnl. « 

4o Diu wart an> in verlasen. ^ 
»86 wil ich, sunder ha53cn.* 
Den einen hiute ^ inbt5ens wem, 
den andern morgen, harte gern.« 
Des ^ wart verbeuget {dh) von in; 

50 mit 'dem einen gieng ^ er hin. 
Dem andern lobet' er xewAr. 
er knm' des andern tages dar. 
Im wart erboten woi das ^^^ 
mit spise, der man hete die wal. 

55 lind mit edelem ^^ wlne. - 

da5 vuogt' sich von dem schrlne: 

8wa5 hall darinno wror' verspart, 

I dos bring* ich iuch wol an die varl. *' — 



Nu wclln wir uns ertrahtin, 
da5 wir le der ammc r<*rwrhM>ll nln. 
!•* •« hrrichtigem i ISftn' wpik «n«er Irehtln 
' (loch, da^. D, 

* Er m. mit in heiii. n 

1 siin sprach. D. ^ 

* hrfifr bin. •der nein fär nun. 
» Usen. tf. 

* ich mit dir 03560 zo m^jon. 1>. 
' und hiut eins in^iif. lt. 

* Day U. 
9 gie. H 

»• von kUrem. D. 

Und üb ir «rlt das >ch in ino, 
dA gehört iuch fJochT^ swlgcn tuu. 




XLIX. 9er »4Uftl. 

Du maa iiu bei ge^jcii. 
'360 dö was der alte gesi'jsen 

Gegen dem sun. ichlii') vcig, ' wie, 

also da3 der - slü^jel bie 

Von der * gttrtel eD neben 

le blik. da3 in der sun sach eben. 

6t Und bei einen smit gebeten, 
der im eiD(e) kluoge* i,etea 
Zua dem rieroen het gewortit. 
saro er sin le Helen vorht'. 
DA der sun den slüjsel sach. 

70 alsA er luo dem valer sprach: 
»Sag' an, ist der slbjsel dtn*i< — 
sjji, entriuwcn, er ist min.» 
hSo enmag ich des nihi verdagen. 
da hast din kisletln getragen 

75 Ze mlnem bruoder [dem] alten . 
der wil e; dir^ behalten: 
Ich siclj" wul, di ist iiine. 
du betest ' ungerne hinue 
Das s^ll>c kistel lajen slia; 

80 du woldesl le allen illen gen 

WaQ in sin hCts, und niht le mir:^~ 
des ich doch niht geltoule dir. 
Da3 rede ich nur durch diu. '' 
er Lau wol siniu sibeniu. 

85 Das iii^t er getäti ' beLant. 

und dir gcgetbc)n *" slu alle} gewam 
Uuch mag man dA b1 J[iesen, 



«T Ue «al Ub 




or hat dich Ma ervriesen 

Her allej diii(e) ' lange jdr. 
790 DU ist im dis kistel boineii dir.*' 

Dainne weis er den murieliiüi; 

er kan wo! schalTen ilniu dink 

Hit sinen listen grüjcn. 

wir mugen uns ^ wul daran itAjCB, 
95 Das er uns diii(e) « häl vcrholn: 

er iDiiDj ouch uns der broscm' smoln , '■ 

Swic verrc uns al diu kiülc, 

in hcifent niht sin liste.« 
Der sun wart harte lorn var. 
800 des nam der valcT ril wot «ar, 

Kr sprach: »Sun, disc rede verhir. 

ein ander inKr(e) .sag* ich dir, 

Ich wil des Wesen liin gewer. 

dil bist mir als[ü) liep, als er. 
S Und häti dich ais[<'i) liart crarnli 

der Iriuwcn wis ouch (di!i) gewarnt. '' 

Die ich im hjln crncnoel: 

(ii)L hilt in' wider gesendet. 

De» vil lieben gesellen min. 
10 in des gewclbe * si£t min schrln : 

Daj ist der, 4en mir min vater lie, 

der wart enlsparl noch ' seilen ic 

Von keines menschen banden. 

lirslagcn mit starken '" banden; 
15 lind dö min t(üs vruuw((.-) starp. 

an einem smide ii;h da,^ erwarp. 

(«,■1. hi..r hpr .Ui n 
lUnllng. H. 




XUX. 9« 94fS|(t. 

Der ist mir vuck stc tdt gesciu ' 

das '"' >■>■' '>^f ^^^5 ''<'>■■ l^i'' ' 

Und TüDf sia53el dariuo; 
HSO ob der tut kHDi spit' oder i^uo 

Und midi weite iDeiuen, 

[so] sol min iesllcbem einen 

Geben mtner kinde, 

und swaj man darinne * vinde, i 

SS Dai sol man in f((e)tlch[e) ^ wegen. . 

da3 si «3 ihl teilen mit den siegen.' 

Dar ino vil ieh schaffen 

leijcn unde pfaffcn. * 

Ich bet' «3 Verboln noch laDge^ vrisi, 
30 wan daj dtn elter" bruodcr ist 

Etlicher mlje gewertik, ' 

der erblikl' * des riemcn slrik, 

TU dirre sliijsd an hie, 

lehant er mich des ' nihl enlie. 
33 Ich muosi' im sagen die wärheit; 

dar umbe hat er an mich geleit. 

Als dil"> sihesl. dizz[e] kkit 

mit manger hande schcenheil h " 
Der sun jach: »ist alsü den marn, 
10 sü sol dich, valer, nihl heswKm. 

DA muost dise lumpen län, 

und miniu kleider legen an.« 

Er rief Irnvriden, 

und [gejböt im bl der widen.'- 

«« Ml aiich •rriH'lH-iJpn ill. » 
iMrh nlnfm IM, «■) man J> 
fHta. D- 
OJf*t Kfimftr frUl r> 



4n frUi a 

it «Ol. I> 

Diu. Ziifa l'Ui II 

Mb» lUimf—r U-Irl ; l> 

Ri Tiiul 'inor dirnrn 4*r. 
und Lü ir bi dtr «II' fMr. 



438 XLDL 9er StdfiiiA. 

845 Da5 er im balde ' brshte 

sin gcwant, mit borten gewichte , 
Und niht den viktnen^ huot; 
von Muret ein gugeln' guot 
Mit lütrem veheu ^ bunde: 

50 daz muost' er an der stunde 
Legen an uuverholn; 
er wart der versliffen soln 
Harte wol ergezzet; 
und in gemach gesezzeL 

55 Der genäden und der^ roinne 
dankt' er in ^ slnem sinne 
Sl[n^]m gesellen, der in'j' Idrt(e). ^ 
X da5 man in s6 hoch ® M(e). 

Des morgens d6 diu sunne erschein, 

60 du dakt' er ^ stn alt(e)3 gebein , 
Da5 im davor was ervrorn, 
en neben, binden unde vorn ^^ 
Mit^* gewande warmen: 
jene5 gab er den armen; ^" 

65 Wan er davor bi stnem leben 
den armen manige5 het gegeben. 
Hin gieng'3 er ze kirchen wider 
und banht' ze Gote ^^ stniu glider 
Mit venigen ^^ und mit gebet(c) " 

70 an einer heim(e)llchen stel(e), 

' »i im dar. D. 

* villin. D. 

' mürrit ein kappen. D. 

* iüterem. H. 

i Der kintlichen. if 

6 der all' in. H 

^ in dA. H. 

8 alsA. H. 

' ward im. D. 

lo l)ie$ Rrimpatu fehlt D 

>> In dem. ü. 

'■' H. reimt arm: warm 

13 gie. 11. 

»♦ huop ze Üot W. n 

•* weinei. D. % 




XUX. V» S4I«8(I. 

Bl dem kör^e) uäbeu. 
alle [die] wunderl', die iu sjibeii, 
L'od in vor heUo gesehen , 
v>83 bildes ' an im w«t' geschiu 

»75 IJod in [siecheD] in kunea sluoden 
bet gemach Gt wolgesundeu. - 
Slu juDger sua der lestie) 
disiu^ msre ulbl enwesl(e). 
Der suochL' ia her unde dar 

HO und nun slu dort und bie war. 
Oä da3 ampt wsrL* geliu, 
dd vanl er in eiaeu^ sUa, 
IM er was unde bat, 
er' sprach: »valer min, od gjl 

Sä Mit mir le iuwer £nuer(e}, ' 

ich bau rebt, das 'i^ "^'^^ *uci'(e] 
lieim(e) in mlQ '' büs le tr; 
das' hat si geboten mir 
Bl ir minne b3n[dc)ae.u 

90 er muust' g£n mit im daune. " 
Tür Bat tur im wart enb|>arl, 
mit ereo er eiipfangen wart 
Ze menschlicher geiinhtsam; 
diu suuor'' iu bl der bcnde nam 

9S IJnd sut' iu au ir alleu, 
do enwart oibtfenger'^ blleu, 
Den swxhcr si enge.sle. 
der sun vragt' in zelesLe. 



:r° 




I XLIX. Dir »i^iaflrl. 

Was ' daj gcwnDt w^r^ej komm 
WO unde wer iin'3 ^ hele genomeD. 
In dähtc, sId liruodcT beide 
Mnten im ein' kleide:* 
»itl den borten Jcb'3 erkeiiue; 
mir mag noch ' ctwenne 

5 KuDt werden das gt\Kst, 
da ich gestuend' oder fesmy.«* 

Der alt' die gürtel rukt(e),' 
da3 dc^ alUjs«! sich Tenulit(e) ■■ 
Hit der ketcD Af dag bein: 

10 lebaDt er dem Sud erschein, 
Wan er was lieht Silber var, 
und daran gclegel «llj gar, * - 
Br'° sprach: »nA ]i schouwen 
mich und min bAsvrouwen 

15 Disen guoten" slüsgei.« . 
. für getragen wüm die scbSsje] 
Hit edclni willi)rEt(e} 
und manger hende gcrstfe), 
Win unde sch(En(e3) brAt. 

20 dem sun er den sKlj^el bdL 
Das C55en lies'' ^^ '""SB stln 
und sacb wan^' den slÜ33el an. 
Wie schdn der sittjsel was gevtK. " 
da enwarl niht gellt.'' 



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XUX. 9tt St^li,A. 

9iä Win man muesil liehen s^s. 
uDd vrAllchen' trank und a^. 
Der- sun des kAm erbeite, 
das ™>'i >b [dem] rische geleite 
D»5 wtje tisch lachen; 

30 di vrAgf er lon den sachetT 
Umb den slflssel siiestuot. 
d«3 iiD der later tKt(ej kunt, 
Wes der slOsael iiiSht(e) sin. 
er Jach: »ein kiste diu ist min, 

35 Da hoert* er ido und slttasel vier; 
des wAnes bewise* ich dich schier: 
Der* buifer. der nA ist bomen, 
des kunft ttt nd wol hJst veroomen. 
Der ist min neselle, i'nrär, 

40 gewesl' mSr denne drljik jdr; 
Der bat von tagen allen 
ein kisten mir behalten, 
Di hterent luo viinf slüg^el eben, 
der wil ich dir einen geben 

45 Und einen ie dem kinde, 

nach ml[ne]m t6d, ' swaj man rinde, 
Da3 sitln gi teilen äD(e) sirltj 
man wirl wol innen, wag drin x IlL 
Ich bin alt, wag sot ej mir? 

50 ich lag" (e^f rolnen kinden und dir.u' 
l!nd sagt' im, wie daj wKr* gesehen, 
dag sin bruoder hei gesehen 

' Den slOgsel, und wie er im te hanl 
gab'* sin rübsln gewant: 
mit TMudrn. l> 
Dttb äti. H. 




149 XU3L 9«! fU^iiiA. 

955 Und f on dem andrem bruoder. 
er sprach: »ich wil das ruoder' 
Glich nach dem winde' wenden: 
^si wolden mir den senden 
V^or ziehen raiit listen: 

60 des gesmides in der listen 

Muo5 mir, ob Got wil, Werden ouch; 
M wttnent des,^ ich st' ein goncb; 
L^g* ab die alten jluklcen: 
si wollen mich verdruklcen. 

65 Du muost an legen Scharlach, 
da5 beste das '® ^^^ gesach; 
Darunder ist ein niuwe veder, 
das "»^D bruoder ietweder 
Nie SU guotes niht getniok: 

70 darzuo wil ich dir genuok 
Geben alles das du wil, 
unz an dtn^s cndes zil.a 
Er ruofl' stner magde Prange: 
»bring mir^ ab mtner stange^ 

75 Min gcwanl, rok und mandel. — ' 
du muost der kleidcr haben wandet. 
Diu dir ipln bruoder hat gegeben;*^ 
diu sint ze wtt und stänt niht eben.' 
(jot günne mir dtn lang'* zc leben! 

80 wan ich wil dir's gern(e) geben.« 
Das Sit' gowant er den armen gap, 
da ort' er mit^ das heilige grap, 

' den winden. 1> 

> libL D. si «1. « 

* sukkeln. D. 

^ bringe mir bilde. M. 

^ P. rtimt llrangrn : HUngcn 

ft Diۤ* und Z*ih 080 fekfem D 

' dife lim «im ii. s(^nt dir ebrn. ii 

« lang fthä H 

'* da niil «r6i er. 1> 




XUX. 9tt S4UlH. 

IM itn geselle wu fieweseD. 

DDd wider kom, vor' Ude geneMO-' 

85 Melde kom, diu nie gelak. 
und selten mich geligea mak. 
StD[eD] (ohtera, den wlbes bildeo. 
Jiulen^ unde Hilden, 
Ds5 ein kiste {Tunden} w«re 

90 (Tunden)* uDmljeR iwnre. 
Id des Tilcr* gewalt, 
dar inoe wvr* gnot* ungeiaU; 
Und wie in mit ricber kraft 
ein sun rflr den udera lifl' 

DB Hit spbfl und mit gewuide. 

>ie5 ist uns schade uud schände.« 
IHu eine luo der andern sprach 
nsBl wir der kisicn sehen nicb: 
Di3 uns der niden^ niht enwirt. 

00 in mtDcm herieu mir* daj swirt: 

' lind an den mteren ich dij spür. 

nA habent unser hruoder vür 

^ In durch daj guot geTajset; 

wir werden "■ sd niht verlasset" 

S Von in des'- lieben vater min, 

wir haben oucb brAt unde wlni 





*** -A« der fcÄii^O' 

al8 ein bei« 
Si vielen be»d ^.,. dir J^» 

N« d* «t?«" » d« utnb d& Wden 
Sa< an, «eoe ^.^, 
^ ""f "llur«n.er brftH „ 



*»»*■*'' tden ".e haut ü.nü.hui.n. 
« ich- *• 

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» •«» **• " , ,.d« «»»"' """" • 



XUX. 3tt S^Uffl. 445 

Wir geben dir'5 willeklichen * gern. 

z'wär, wir wellen^ des niht enbern, 
1035 Vater min, dQ gäsl^ mit uns 

als billich, als^ keins dtnes suns, 

Durch gemach in unser hi)s, 

und y/is ouch in unser Uüs, 

J5[3cs^] unser ^ br6t dar ander, 
40 itllch(er)*^ besunder.cc 

Si stuonden im bl, unz da5 geschach, 

da5 man den segen (da) gesprach, 

Si entwichen im niht einen <trit, 

unz er in muoste volgen mit.^ 
45 Zesamen si ir pfruent truogcn, 

und herzten in^ mit worten kluogen. 

Als die vrouwen wol kunnen; 

dem andern si niht gunnen, 

Dd kunnen si mit worten 
50 krenken an allen ortfen. 

Mit also behenden siten, 

da3 dh an' wafen wirt versniten. 



> mit iriuwen. D. 

> Vür neines wel wir. D. 
3 Vater, du sisL H. 

« billich kein. H. billich ze flds. als. U , wo tiat folfeml* Reimpaar frkU. 

i Br6t {336 du da3 unser H. 

( Als in ir itlichs. D. 

f Da3 si mbt wollen von inr unz er muo«te volgen in. H. 

> henlen in fehti m D., w» •H$tatt ZeiU 10i7— 70 f/^'A/ 

Giengen si im sicherlich e nArh . 

unz er in ouch verjaeh, 

Da3 er den sUnen hei verjebeu. 

wie si den 8lü33el beten ersehen . 

Der zuo der kisten wart gesmit, 

dem volgent vier slössel mit. 

Der b6rt,en; si ouch, sunder wiu. 

zw^n nAch ninem IM an, \ 

In würd' ir teil ouch vürwür 

gelich geweg^n als ein hir. 

Dd er in nä gar hei geseit . 

des wAren u. %. w. 



446 



<ii« ""^t Vrefw» heUel, 
4055 Diu von « " aet 

^tel) Mit unrein 

Dartuo. d.5 «J^^ machet .bu«3. 
ÖO de» ir Ireinel s.» ^^^ ^.^ „ ,,t 

"" Mit 'Vo«*«'" rite te to«n(e) m»t. 
habe wir «At hw ^^^ .^^en, 

Ö8 De» ««»»J^'^de vroo. 

"^'^'tn IC W «Ol erhaben. ,,,„.. 

Xl» «in ^"'' . ...„ in ab ge»«»»»' 
die vrouxvc« hei«» ^^^ 

-;0 er sagte m »e «» ^^,„,. 

der rede v»*«»;« »neu barl. 

^^"^ '"*'"U g^hat^deit «an 
vaur we ba3 S ^.j^^j„. 

»•^ '* ^ iih Vint gar 

«^ Ö3 "«"^ *" , „„d mit sP*s«- 

«*■'' **" ' der gri»e 
,^sö»vraridcrB ^^ 



I in f'W' ** 



XUX. 9rr SU^ta. 447 

1 

Da5 er sterben bekande: 

stiiiu kinl er besande* 

Vier burger und ein* pfaffen. 
1090 slii^ dink wold' er scbafFen, 

Er sprach: »nü hcBret^ liebe kinl, • ' 

vier werde burger "^ hie sint *■ 

Und min her der* pfarr«r(e). 

biderbe und gewer(e), 
95 Die bit' ich des waldcn, 

da5 si iu behalden 

Die slü55el, unz ich ze[r] erde 

schön beslatet werde. 

Als e5 kristenitchen cem: 
1100 zehant iuwer iegllcher^ nem 

ßesunder den slü^sel stn, 

unt tuot ikf alle* den schrtn, 

Unt teilet da3 gueteP schöne: 

da5 iu mtn trehttn^ löne! 
5 Wan ich dise vorhte^ bän, 

ob er würde iezoo üf gelin ^ 

Da5 übt ein krick dik/<^ würde, 

so wa^r* beswxrt** min bürde. 

Unde Iie3t den llch[D]inD^^ ligen, 
10 dem der. tut wil an gesigen.ct^^ 

1 sinen. H. 
s siniu. H. 
i vier ribler. D. 

• her der f^kü H. 

* irtlich3. il>. 

* gemein üf. D. 
y gell. I>. 

• iiicb immer Gqi. D. 
9 dise vorhleii ich. n. 

» di ftkH H. 
II wurde geswotrt. H. 
i> Ir Ile3ent d. I. Übt. D. 
II D, fährt fort : 

nü tuonl an mir tiules ^r*. »siner bihl' het er verjelien , ' 

im was mit ril geschehen, 

Da) er disiu ding begienk, 

darnüch er sUirkie) riu gevienk. 




18 XUX. 9r »4Uid. 

hie «lllssei er liehillen f;ap. 
mil *ren liom er in. 1)113 ftraji 
lind mit schcener bevildc. 
da.; wer' im geweten wilde, 
tll5 Wan sin gcMlIe mit der biiten. 
der gedUil(e] des mit' lisicn. 
I)b3 si In der ichanilen werten, 
[und dochp die Me an im nerleii. 
Dar rede Jidme wart erbiten, 

SX) darnach si mit geineinea titen, 1 
Beide, vronwen unde nun, 
gicngen lua der kisten dan.' 
Diu vrüllchen *on in wart 
mil vünr slüsgelii entsnart;^ 

2j Da3 Utierlit man lidlli crwcgt': 
oben äs der kisten regt' 
[T3 einem grasen siege! ein Stil, 
iiiht'' mir ich iu sagen wil. 
Wa5 in der ktslen WBre . 

90 «an der lelbc sicgel swiere ; 
I>er rede lAt iiich nihl liclangcn: 
an den slil was gehaugen 
Ein brief,' ze breit, noch ic i>ninl. 
der wart gelesen liberal 

:)5 Den, die der kisten «iren* bl; 
di was" gescbribcu: »9wer dt-r s1, 
Der öre hibe unde guot, 
äi 1)1 si'i nerriscbdi " muot, 
Das er al[le] sine"* habe gebe 

40 slnen kinden. und selben" lebe 

• AI gMplH. ('. 
> irdpl. O. 



* Uli dsTbl •« QirKhra. J>. 
* M aln, n. 
•• ufl n trlb. D. lellir ti 



XUX. 9erMti|d. 449 

Mit iKBlen und mit gebresten, ; 
den sol man lelesten^ 
Slahen sd die birnbonen 
, mit disem siege! en vollen,^ 
1145 Da5 im da5 biro mit alle 
üf die xuDgeu valle. 
Und sol ia denne Tuereo en wek> 
und werfen in einen rinderxwek.«> 
Daran nibt m£re ^escbriben w#s. 
50 und dö man den Brief gelas, 
E5 erplalerl'^ wlp und man, 
und sähen vaste ein ander an; 
Ir aller Tröude diu wart toujß, 
reht® als ein erloschen schoap. 

• 

* tuo 4tm bellen. U. 

3 D. rrimt ballen: le valton. 

i io vueren den weg 'fiber^ineB Ii6b«a Meg. D. 

• Irek /'.. mit dtm Stm$mim0, 4tr hirr UtthUäVitk f^ift: 

AuflT ainf lach stind ate kra ^ ^^: 

8i »cbray Tast ha b« ^ hä ''^' 

Narre bifln da 

Ko nerck mein tprac^jabii 

Uastii deinf cliindff dein §ßl gtbfi 

Vir ir gCTMd dein bab 

So piiiu lumF dei ain rab 

Wan der uSpirKi die uarüg nia 

\ or den jügeia chiodelin 

kr fürt si In ir Jugend 

Ir rabitcb unliigend 

Hie ob ir werd gri63 

l)a) er find sein apisj 

Wan er si pringt xe flügen 

So weiM er ti mit schöne zOgen * 

Vö dem uesi in au^u laod 

Also u^färi er ti zehand 

Vn clubel er defi sein kom 

Dö er bat u'porgen vorn 

Vnd nüsset sein geiiid* 

AlM*r gen dem winti* wid* 

' Da erlatrut D 

k rela frh/t U 

m. 4. Hmftm, OMiawt«k«»lt«*r U 







Et hei in tcn^^ ;^^g die « *" 

60 de« i^l^Jf . ,o «Bdet to- 

«'^''"!&4«««^'^'^"'.Ud.». 
-i bej«P*. _^ d«iine. "" 

"Jud^-^^TdÄ** 

f ^JeT5*^^''''Sp»<>^"«*"• 
,S lm»^\^ fremden l»«' . * 

,i,.r detn '«^^ tränt« 

Oanne» B*" 10 „jbl der mu 

das luon 1* 




Es üt gciunl der alegel. — 

swer spilcD welle der k^el , 
1 18B Der sol gen Af den ptu , 

dl Tiodet er mangeil Tflrsui' 

Oder gt* df di3 Tennen, 

dl seit nun Tür' elwennen, 

Dl TOD tU manger wirt* betrogen: 
90 in wirt da^ helmel* vür geiogen. 

JVelt IT snochen kamel*spi], 

in wirt^ din «oder, nnd iu der Ul. 

Uod ennwcbt.B nrq man iu gootes* ^eii. 

ejtl ot" nftch der affenheit, 
96 DM we$et daran nnveneit, 

s4 wirt iuwer*! eselbeil 

Ze Mden stten vil breit, " 

und wert den narren gemdt. 

Und den wben benenleit: 
1900 dag nim ich Af mtnen eit. 

* OirH Ztilt frkk D. 

^ Vit m. m. dl. D. 
9 balBlia. P 
■ loocfaei. B. Alu giBpai. 



■• m. D. 

■' dJg. P. 

9» *al bnalL 




L. 



Martin»fe|L 



Von 

dem Stricker. 



* 



Em reicher Bauer Teierle die Martins * Nacht mit seinem Gesiudu 
über diemafsen; sie trunken so viel guten Weines, dafs alle von Sinnen 
kamen. Das gewahrten schlaue Diebe, brachen ein Loch hk seinen 
Kinderstall, uad der Verwegenste schlüpfte hinein. Da flngw aber 
iween llorwarie (Hofhunde; grimmig an zu bellen, dafs der Wlrth es 
hörte; er nahm ein Licht und ging zum, Stalle. Der Dieb konnte nicht 
entrinnen , warf rasch sein Gewand all^ so dafs er nackt dastand , al» 
' der Wirth eintrat; und so machte er über ihn und seine Kinder, 
desgleichen über Jedes Rind mehr als swanzigmal das Kreuz, und mur- 
melte dazu «ie einen Segen. £r winkte dann den Wirth näher, sagte 
ihm, er sei St. Martin, und segne sein Gut» zur Vergetlung des Weines, 
welchen er am Mariinsfcste gespendet habe. Zugleich habe er (der Heilige ) 
«eiwiBindergegen eindringende Diebe behütet, und wolle IBrder all seine 
ulbe bewahren, drum möge der Wirth getrost sein Fest fortsetzen. 
Der Wirth weinte vor Freuden, priee sich glücklich, dafs St. Marlto 
ihn so gewürdigt habe, löschte das Licht, und ging wieder ins llaus. 
Hier verkündigte er die Erscheinung des Heiligen , und forderte AI|| 
^auf, zu Ehren desselben fUrder zu trinken: er würde seinen Hühnern 
schenken , wenn sie Wein trunken. Sein Weib muste einen alten K'ise 
auftragen , damit der Wein desto befser schmeckte; und man trank auf 
sein und seines Weibes Leibes- und Seelenheil, und vor allen zu 
St. Mariiof Minne (Gedichtnif) , so viel, bis AUe sinnlos dalaKen. Un- 
terdessen trieb der Dieb alle^Orhsen und manche Kühe hlttvqp. 

Als der Wirth seinen Rausch aasgeschlafen hatte, und am Morgen 
io den Stall gtfg, fand er ihn leer, und klagte seinem Gesinde, dafs 
St. Martin alle Rinder genommen habe, dem er nun keinen Becher 
mehr schenken wolle. £r heulte , und alle seine Kinder mit ihm. Sein 
Weib aber jibalt ihn selber ein Rind, dafs er den Heiligen Marti« ge- 
sehen zu hafien wähnte. So hatte er Schaden und Schande, beklagte 
Jedoch mehr jenen , als diese. ^ 

Drum soll man keinem Diebe trauen, der sich keinen Tag frliCen 
könnte, wenn er sicU Tür einen Dieb gäbe, und der dei Leichtgläubigen 
am meisten betrügt. 




6 XUX. Pn »i^Uftl. 

Ir rede ül ab ein lalbe guol, 
diu wol einer wuivlen tnot, 
IU3S Diu voD ir krcflen heilel, 
[ist] ob sie geroeilel 
[Hl] Mit unreinca scbam. 
ilA kumt vil llbt der k|ain 
Dartuo, da} si bleichen muoa; 

00 des ir [reiac] salbe madiet buoj. 
Mit ttoDweii gelsje ond mit ir sit' 
habe wir uiht bie le tnoD(e) mit 
[Muust'} wir Mgen von dem alten, 
wie des wart gewalten: 

4)5 Des genuhtsain nam luo, . 
beide, spit undc vriio. 
Als ein icik wol crbabcn. 
die vrouwcD beten in ab geschaben: 
Die lälen im ie dij betle. 

70 er sagte in ic Icsie , 

Als er den süncn het gesell, 
der rede wlrcn si geraeit, 
llnl kusten tn an sincn bari: 
vali'r nie ba^ gebatidell wart 

'7ö Von keinen sluen kinden. 

Nd woUens' iiibl erwindeii. 
Si wurden mit einander 
le rät(cj, ein und ander, 
Daj in ' i^lldi kinl gar 

m ä3 und in^ bcbiell' ein jlr 
Uil gcwanl und mit sptse. 
alsü' wart der grisv 
Von stiieii kinden crgexiel, 
Ulli von der kislea geseizct. 

M5 Ueidu, in ^rc uud in guniacb. 

L'ud duch leleslen* da5 ge^cbaeh. 




XUX. 9tt »iMM 

Db3 er sterben bekandc: 

sluiu kint er besande. 

Vier burger und ein' pralTeii. 
1090 slii* dink wold' er scbitTcn. 

Er sprach: »nfl hreret. liebe kint. 

Tier werde barger ^ hie sint 

l'nd mtn her der* prarrKr(e}. 

biderbe und gewEr(e), 
95 Die bil' ich des waldcn, 

daj si iu behalden 

Die slOssel, udi ich ie[r] erde 

schön beslatet werde. 

Als «5 kristeoltchen lem; 
IIUO lehant iuwer iegltcher^ nem 

Besutider (Jen slü.isel stn, 

unl (uot dr alle* den schrto. 

Lnt teilet das guetel ' schöne : 

da5 iu mhi trehtln'* löitel 
b Wan ich dise vorbte* hin, 

ob er würde iciuu Af geljn, 

Da5 liht eiu krick di,'" wttrde, 

sü wicr* beswaert" min bürde. 

l'nde liesL den tlch[n}am ■-' li)(eii< 
10 dem der tut wil an gesigen.n '* 

■iniu. H. 



«rlL I>. 

iiKh immer G«i. I> 

diK tDTtiten idi. II. 

dl frU H. 

»Btde gtiM 11. H 

b liejenl d L liht. U 

D. f,i^ /-.rl-- 

nC (uanl «n inir Uulrt tt'. •i\mt bihl' h 

Dl] *r diiiu ding bcgirnli, 
dirnii'h CT iUTk[c) riu gc>iraL 




18 XLIX. 9tt MUfri. 

Die slUssel er tiehalicn K*p. 
mit ina kom er in. das gra|i 
lind mit ichoencT bevildc. 
daj war" im gewesen wilde, 
1115 Win rin geselle mit der Listen, 
der gedAbl(e} des mit* listen, 
I>i3 si in der ichanden wcrlen, 
[und doch]^ die sCle ui im nerleii. 
Der rede käme wart crbiteu. 

SO darnach si mit gemelneu sitcn, i 
Beide, vrouwen unde man, 
giengen luo der kisten dao,^ 
Diu vnMIchen Ton in wart 
mit vUnf slüjseln entsnart;^ 

üj Daj Ubcriit man käSi erwogt': 
ol)eD Ü3 der kislen regl' 
t'g einem grasen siegcl ein stil. 
uihf' m£r ich iu sagen wil, 
Wajj in der kislen wttrc. 

90 wan der Mibe Siegel swnre ; 
Der rede IJiI iuch niht belangen: 
an den slil was gehangen 
Ein iirief,^ le breit, noch ig smal. 
der wart gelesen übcral 

35 Den, die der kislen wären' bl; 
6i was'' gesctirihen; »swer der sl, 
Der i-re habe unde guol, 
dibi so Herrischen^ muut. 
Dag er >l[le} sine ■" habe gebe 

40 stnen kinden. und selben" lebt- 
> bIi dtn. H. 
■ ufi ouch. I'. 




XUK. 9» »4li«tl. 

Mit iMBlFD und nit gebresteu, '. 
deD Bo! min u lesten * 
iOibeD sn die bim boücD 
.inil disam tlegel eo vollen.* 
il45 Das im das i^*" inilalle 
Ar die sungeu valle. 
Und Ml in denne iaei«D en wek* 
und werfen in einen rindersvek.«' 
Dyan oilit in<re geachriben w»a- 
50 und dd man des firicf ffiUa, 
E5 etylalert'* wip nnd mau, 
und sihen vaila einaader an; 
k aller vründe dia vart loop, 
rehi< als ein erloscben adiiMip. 




(■TAxfWlr* f>lil' 



tr tin il In ic juind 
Ir ntaarb uBliigm4 
Hie ab ir verd tiitj 



Vn clubil er drfi x 



t nbl /'M " 



160 L. Mati'iMUfi. 

Gcscgent undc mtn giiot, 
da5 mir deheiner niht entuoL 
Die mir nd triiiwen schuldik stn, 
die trinken hln(te) mtnen wln 
105 Durch Sant B(0rtlDet Ire. 
ich wtt dA nimmer m^ 
An sinem lohe gehinken, 
wollen mln[e} huener trinken , 
Den wolde ich schenken.« sprach er. 

tO »schenke TröUchen her,« 
Sprach er ze sinem knehte 
»ich hikn bevunden rehte, 
Swer die Heiligen Iret, 
da5 ist vil wol beköret. 

15 Wir suln trinken mlnen wln 
s6 s6re, da3 Sant Mertln 
Immer mir ein herre sl. 
und suln trinken da hl , 
Da5 er uns sin iomer'dank sage: 

20 slt ich im so wol behage, 

Da5 er mich Tor schaden wil bewarii, 
nu enwil ich nimmer niht gespam, 
Swa5 ich gewinne hinneu hin, 
da5 wil ich trinken durch in; 

25 Des \\hn ich rehte schulde, 
wie mohlc mich sin hulde 
Immer sanfter ane komen! 
slt ich von im hikn ▼emomen 
Da5 er trinken(ne)s gerl, 

M) lies wirl er von mir wol gewerl.« 
I^r sprach wider sin wlp: 
»nü gank, sd dir dln 11p, 
Unt trag cin[en] alten kies(e) her, 
den sul wir e55cn,a sprach er 

35 »DA ist da3 Irinken guol ndch. er 
dö wart dem wlbe vil g4ch, 
Und brAhl* im, swa3 er vor sprach. 
(s)wa3 [ddj dA lrinken(ne)s geschach . 




Des wart (nü) ein vil michel teil; 
140 si trunken uiDb(e) diu zwei heil. 

Sin. [sinne] und stnes wtbes. 

der s^le und des llbes. 

Und der andern [alle}* gemeine : 

diu wurdtn des nahtes kleine. 
i5 [Er sprach:] »trinket vaste, lieben kinl; 

e3 ist reht aile^ ein wint, 

Swa3 hie trinkens ist geschehen. 

man sol noch solhe trün|^e sehen. 

Die wol mit dren mugen sin. 
50 wöl dir, herre Sente Merttn. 

Wer möhte dir geliehen! 

si mue3en dir alle entwichen. 

Die da ze himel riebe sint. 

hebet üf den becher, liebiu kint, 
55 Und schenket in des kalten. 

Sant Mertin muo3 es walten, 

Da3 wir hlnt' getrinken s6, 

da3 unser söle werden vr6. 

Trinket vaste über mäht! 
60 welch Heilige hat euch eine naht 

So guot, so Sant(e) Merlin! 

möhte wir allen mtnen win 

Noch htnt' allen getrinken Ü3. 

ichn' want' e3 niht mit einer gru3.fr 
65 Sus trank er und die sine 

dem guoten Sant Mertlne 

Ze liebe unt ze minnen, 

unz si kwamen von den sinnen , 

Unt keiner wizzen pflägen * 
70 und enwesten. wa si lAgen. 
Daran geschach dem diebe 

des nahtes harte liebe, 

Der treip Ü3 sinem stalle 

stn starken ohsen-alle, / 
75 Und darzuo mange guote kuo. 
' D6 der wirt des morgens ttuo 




I L. JHuttnfr^ 

EnluoDl foo stiier Initikflabeitt 

uDd hin xe slnem stalle Khrait, 

D6 was er rinder lare. 
180 dd MgV er bcBsiu mere 

Uod sprach ino dem getinde sIq: 

»ich wsn', uns SiQl(e) Hertla 

Diu rinder elliu hat genomen; 

ichn' weij niht, mar si siti( komen.» 
Hü DoD enwart der morgen, dnnket mich, 

dem Abende ninder gdkh; 

Dem er dei tbendes het wal 

gescbenket iweiniik becber toI, 

Dem scbankl' er nü niht einen; 
W er bcgunde *aste weinen. 

Also Uten alliu stuiu kint. 

iü sprach sin wtp, er vnr' «in rinl 

An allen {den] wiiten sinen, 

da3 er Saut Herttnen 
1)5 Mit sInen ougcn winde sehen. 

susl was im schade und schände geadiehen 

Doch klagt' er michel taster 

•icn schaden, dan[ne] da^ lasier. 
DA mane ich mine vriunde bl: 
' :iOO swie guut des diebes rede sl 

Und stn geberde dariuo, 

da3 man im doch sin rchl loo 

Und (in) vUr einen dieb hab(e); 

er muÖ3 die liute leiten Bb[e) 
» Mit sincn worlen, swä er mak: 

ern' werte nihl einen tak, 

Jtehe er aelbe, er wer* ein diep; 

des ist im nül uiide liep, 

Swämit er sich gevrtsicn kan. 
Kl man sol in vUr ein[eD] getriuwen man 

Durch slniu wort niht (en)tiän, 

ern' ]i$e diu werk dernAch gAn. 

Ern* triuget nieaien $& vil, 

sA deOi der im gelooben wil. 



LI. 



9tv Wienn Mtexfa^vt. 



VOD 



dem Freudenleeren. 




He><>< 



Vomili «at du Well froUoi, dtc jciio oui *>il liü gi 

KhMo (erachiDHhHI. I>«ch lebt RWb minüfacr, dor (ic livlwr 
llrriutD (OD »L'Oin jeuo Tcbeii. unlerbirii f'ienj, 
iiIfI. JesiBD äfdgtiod gnidn, crUlill« mir 
lirwi wiiarirrlii-hE Mure. Der Frf uilifnluisfe bil et grillchtcl, wir 
r ci tu WiaD tau Kuwn Lculcn hdrle. 

bi dieser gukao Bliill, in Urilerrüicb, Icljl mao voonJKlirh, und 
in ollci in HilU« unil Fülle. Dgrt i» tinr' Arl »ta, in welcbem ein 
Fremder bald de« Hilban und d«r Klaldtr «(Ullg blari gcnichl vltd 
DiMFi Uid geblli mir niobl; tan» itt Wiat la loben, belebt too aoa- 
»n und illerlei Kuri«ei)iil Sagsn. Üingm , gailenij'iel und andenn 
; rtir ticid giebli da ikl kCitllJchef. den Haufen iDunau- 
id tUAen .Untii- Wein, und mincb ichOaei Früiileia (raliUcli 

nun ufw» "mtl reiche ftUrn<r. Tremde und btkanau. bsim 
und af*»n iliiu Spelten mil it^m und aoilervn WUrt«. die 
ken Wrin Trr^UCien. »i< »(icn aut einar Laube (bcdackua 
SnlUT , iIpi- Ulli C"' lir'tirriiel *ar, und teertao, bei maneherlei Kurt- 
■ viU', .Ik' •■<!■■•• lir'ilKt- und (illter >o vrUndllcli , dali llincn die FuTae 
tiiT^rliuNil oNi.l' [i . iiiid manclKr (einen Kachbir nichi nvbr trkanntt. 

Trinkru ">n >rurm an. Der Vein irar gut : der Kellenebi eiber ngile. 
fur Freude dc> Wirthct. imineT nebr lirinKan- Alle wunl«n telcb, d« 
llUrUc« «erhielt de »l'rModo Silber und tiewind. Uleaer biriule aeine 
lUUdeDi Jener berechnete t«n Adam« Hippe hvr leine äippicfead mil 
rinan andern. Mi nahe alt Aekeri läl. J«n d'Acra! an 1*181. Einer 
iviacb Ton SeereiH. ein androi lan der Walllabri nacb 8t. Jakob (io 
Comps'tellai , der dritte vun dar Preufitfu fahrt , gegen die haidnitcben 
l'tnifsenj. All* lüriBten, inmortorl trinkend, durdie inandar ; uancbcr 
uumcito. und iprang anl die Danke, oitncher unk daneben. 

Da verkWidlgle ein reicher Bärger einen guten Bnih. und Alle tiefen 
nar.b Weiu , um lu baren. Jener lordtno nun Alle luI. tum Kbuldigen 
GMleidienU Ober Heer lu labten; lein rtaebbar alitniale bei, dann ein 
driiter. und bald woUleoAlIc sich Hi dm kraltigaten Ablala holen, und 
auf dti Stelle gen Acken Meuera. Sie rueklen luumnieii. uM tekair- 
len >iel »pelie, u>d iMiat liaiik in ihr VbifT Her KeHarKbrcber 
brachte deaarn die FDIIe. Dir Wlrlb Mlbi'T aar einer dir ilfrigUen 
Pilger. undileCiLalverge holen; andere gaben II Ukkal. lag*er, baIgM. 
Kubabtn. Melken: wataur der Wem tkeili «arm. theila.kall, desto 

gaben iJe ticb lum ScUO», liehen d«* 9egel anrnchlen,' und il* « 

über Hiurmarbi kam, wkbnW« aia aicb uhau auf dem Ueurv. und 

■> 30 



Hiincon ihren l.n.con K>rirl(Mfl : ..in (lOttrt Nampn fahren wir." Kiacr 
omprahl RrhfMdtMKl srint^m Frnmdr Weib und Kind. *Alto ftMlMi um 
^iilrn Wind, und liornrn immprrort Wpin bringen: einer lag und achllef. 
il(>r andre lobio laiii . d«>r driiif «iraüchrlle und RH; der vierte metal«, 
daH SchifT urhikanUp «», und Alle atimmtrn endlich ein, dar« ein Sturm-' 
ikind Nif> ireilip. Mancher ward üfokrank : andere wehklagten um Weib 
und Kind. S4*elc und <iut. und gelnblen, ihre SDndcn tu bUr*en. Sic 
Mhrn. Ton der Laiibo bedeckt, kein ReRlim, und gegen Morgen, aii 
Hie erKt halbweKim gen Brandela Ilrnndiflum] waren, ward der 
Sturm immer heftiger Die Laube Hehwamm von Wein; und den L'a- 
lergang fi^rrhtend, riefen nie tu (lOlt um llttife. Da aah einer Hnen 
reichen llür^er neben der llank Ilcgeus veiliUndIgte darin Göltet IllUre. 
und liiefM den Todten, deMen RoRheit Schuld an dem Sturme «el, in« 
Meer werfen, um e« yu benNn fügen. Alle «timmlen ein. Munden nQh- 
sam auf. hüben den Betrunkenen zum Fenster, und atOrzfen Ihn, 
iroi/ M*iner l.ebenxlielheunmg . ala einen Todten in die Slrafiie. auf 
Stock und Stein, daf^ er Arme und Beine brarh. Dann aetiten iie 
4ich frhhlich wieder hin, tranken fUrder. freuteh alch, dafa nie gen 
Acker« gefahren, und «nngen Loblieder, «o daf« sie das Zetergeschrei 
de« ilinabgeworfenen nicht hiirlen. Kndbeh big(*n Alle «innlof da.der Wirth 
«amnil den GüMen . und auch der Kellerschreiber, mit der Zeche im Kopfe 

Am Morgen kamen die Narhbam. und riefen die Trunkenbolde 
auf: die Sonne «lehe ^rhon badmeHhoch. Da enHhlten diese fon ihrer 
4tilrmi«ehen Meerf.ihrt und Heilung durch den Aufwurf. Die ?fächlernen 
lachten. npranKm aiHT dem Ausgeworfenen in Hülfe, und schalten 
die Meerfahrer; die, noch immer tninken. in ihrem Wahne heharrten. 
Iiariiber kamen die Kreiinde de« Beschädigten herbei, und schon erlnib 
sieh (ledrHnge und Schwerterklan;; yur Hache desselben: die Besonnenen 
ledoeli iN^wirkten durch Bitlrn und Vorstellungen eine Slihne, und mün- 
niKlich führte «einen ininkenen Kreiind zu Bette. Ks wMhrle wobi bi« 
/um drillen Tage, ehe sie vMlig den Hauath ausgeschlafen h.ilten , und 
de« Schadens inne wurden; St. («eirudens Minne {Anrufung um gute 
Herberge) ward ihnen Leid. Der «cliwer Verletzte i>erk legte sie Alle: da 
hub «ich Krie nihil den« Noih: «chamrnlh sahen sie, was sie ange- 
richtet hatten ; und kaum konnten die Vermittler es dahin bringen , dafis 
rwi'ihundcrl i'fund Silbers zur Hülse für des Mannes Sch.lden angenom- 
men wurden. DaMIr hütien sie die Meerfahrt milKhren machen kfinnen. 
So ward ihnerf der siirse Wein sauer, der, mafsig getrunken, Weib nnil 
Mann erfreuet, aber im l-nmanfse an Seele. Leib imd.tiut achadel, und 
an allen llauidsünden Theil hat. 

Jedoch mag einer, der (Sut lieber ha^ais Rfare, zuweilen wohl Über 
den DurHt trinken . damit er doch eine kleine Müdigkeit l>egehe. Wer 
immer nur auf (;ui gestellt, und allen Dillen taub ist. er sei nikehtem 
fuler satt, der ist voll Bosheit, und (lOit storse ihn vom (jlücksrade. 

S<i endei der Wiener Meerfahrt; ich kurse gern einen reihen Mund 




Der Wiener mervart 



Diu wcrlt stüoDd ctswennc m>, 
das <''* "ot^ wären vrö 
Id tngeaUlchcm mnolc 
unde kMen ic guole 
o Alles ''■3 ^'^ kunäcn; 
swcj sie dö bcgundeo. 
Das «ras gerne [ugenlHch: 
oü häl diu werlt vertärcl lieh 
Alles ^^^ 1^'^b guole; 

10 in wunnenkltchem muotc 
Vindet man ir kloine, 
die riehen alle geroeine 
Haben! iczuo lieber guoi, 
dennc wiinnenk liehen muol: 

15 Vrdllcher muol ist tiuwcr: 
ii»i guol isi sd gehiuwer, 
Daj sin alliu diu werli gert. 
hie vor dA was »rouw' Ere wert: 
NA ist das ßuot Werder gar, 

SO deone Trouw' Erc, daj ist wir, 
neD.bcesen missewenden. 
roan vindel mingcn enden 
Noch sA logend riehen man . 




LI. 9tt WUnt ßtttxft^rt. 

ÜCT Brc 1103 Retriulen kau. 
'JS Dan ein schi-mrllchcj aaul : 

<I.13 isl buvcllchcr muot, 

swer die vuogc gerne luoL 
Mir hil ein wdrhnflcr munl 

v)n(c) rede geroachcl liunl, 
30 ftiu m.ig wol hcijen wunderlich; 

als6 hdt verrihlet mich 

VoD Dcwln burgrifc Herman. 

der nie nchandcn m.ll gewan 

An sehen Hiebe r misseUt 
35 das '"■ ^^^ ^^^^ werd« rdi, 

Des sol man im von icbuMen bitm; 

er was ein man vuii guoten silen, 

iicEugcii und gelriuwe gar 

wag der hcrrc, das '*^ wir, 
¥> (iegcn vremdcn und[e] gt^t-n vrOoilen; 

dca mach' in Got von sündea 

Dort an der sälc vrt 

durch siner böhüten itamen drt! 

Der Mgel' mir dii miere: 
45 das ^^ (ter Vröudenlnre 

tiemachel, all i'3 durl geicbach, 

als man im le Wienen jach. 

Von guoler liute wortc, 

d& er daj mnre börlci 
SO Das llt ■" Oilenlche, 

man lebt da wunneulltcbe: 

Swer Silber unde goll hat, 

der vindel manger hande rät. 

In dcrKelbcu guotco tlal 
65 man vindel einer hande hat. 

Das ^^^ ><^') dikke wol gchAn, 

dl man um an den Ie[l]stcn ort 

Einen unbckanlcn man 

ichiere blöj gemachen kan, 
tiO Des Silbers und der kleider ^^ 

prendet man in beider. 




LL Wti'ymntr JKfnfan. 

Swer dem bade volgen wil, 

der wirt gesellet an daj lil , 

er habe wänik oder vil. 
CS Da3 bat gerellel mir nitil wol. 

die stat ich «nden loben sol: 

Wiene daj ist labes wert, 
'dl nodet man ros onde prerl. 

firAser linnewlle ril. 
70 sagen, singen, witengpil, 

Des findet man le Wiene(n) gnuoli. 

hOlMcbeit iiiid(e) angevuolc, 

Swem diu wirl le teile, 

die vindel man dl Teile. 
TS 8ifeich[e] man bit den pfennink, 

der findet manger hande dink. 

Den bdsen und den niejen «In, 

und manek schonej vrSuwHIn 

Vfl wunnenldlches mnotes 
80 nnd rtche des gnoles, 

Die mag man di te Wien(cnl sehen. 

in der stat ist geschehen 

Dil sellsKne msre. 

die riehen burgiere 
f& Sijen IC einen stunden. 

die fremden mit den künden, 

Ze einem wine, der was guol, 

der dikke [rtregCD muot 

Ze vröuden kan gewenken gar, 
90 und liejen Taste holen dn 

In ho vcl Icher wlie 

ir wol gemachten spise 

Hit wurien und mit safrin, 

der iclsllches wol gemachen kan 
95 Dem starken wine suejen smak. 

sie trunken Taste durch den lak, 

um ir trAren gir gelak. 
Dt einer louhen d6 geschaeb 

dii TrMtche UtsgeaiKb, 



410 



'^"'^'' ila in die vaey 

des «or*«» J" .ine«e\; 

MS die Wugcta «»«;'^ .^V; 

cincher stncn ^^^^^ 
./^.jungest i«ni ^^^nu. 

darnach »»J »Jd,4«,, 

* dö der abend »JJjj^er.M»«' 
sie hiesc« r^»*^^^,, „irgen ««• 

de! vii Uum'j-^äU .«oste ieUeu. 

der v»o\de da w ^^ 

»>''^*''*:Irt^d' gewani 

?,on Adkmes nv»pe 
•«5 St «ir B»' " f 'präjte.« 




LL 9n Wiaut JMcrifa^rt. 

und wnräen Aa der 1DI3CD ttA: 

Sie sagten ir nuerc. 
t40 der slolic schrltHera 

Holte Tule kuclen wln, 

der wolde mit den besten sin: 

Sie tranken taste, i(ie wer. 

einer Mgete von d«a mcr 
(5 Unt von Sant Jikob« wege. 

unt tniukcD Taste [dl] le liflefte . 

Der von der Priu^cn varl: 

mit heliender stimme wart 

Vil swinde di getrunken. 
äO da5 die starken sunken 

leider bl die licDke: 

der wart sü geleoke, 

Üaj er tümclt' iindc iprapL 

von der tävel df die bank, 
55 das " >i''<' ^'^^^ bank. 
Du dii alles geschach, 

ein rlcber burger sider sprich: 

i)Wo)(de]t ir mir volgcn nü. 

icb wolde rJilen wol dariuo, 
W Waj (las beste mohle stn.u 

sie riefen alle: ubringc wln. 

Sü lose wir dem msre.« 

du sprach der burgsre : 

»Ich sag* in, WB5 mich dunkel guul: 
65 wdt ir an (Uol) den muol 

Nddt minem rdte kdren, 

wir sulicn unserm h^rtn 

Dienen Ivbellchc, 

wir sin des guotes riebe 
70 Unt tcrrouRcn'3 harte wol, 

Gol uns darumbe danken sol, 

tjnd Süllen über mer varn ; 
r da enwil icb nimmer vor gesparn 

Weder llp, noch das guut.« — 
TS »ich hin ouch den selben muot.n 



472 U. 9rr WUprr JKrri^^Kl. 

Sprach sin ndkcbAr dl bt. 
dar nuch schiere wart ir drt , 
Die sprachen alle gemeine: 
»der antl^s ist reine« 
180 Den man über mcr holt« 

[und] unlangc wart diz sint verdolt 
Sic riefen (da) mit äthalle, 
die kumpän' almetalle: 
»Wir wellen endellchen dar 

85 mit einer kreflikllchen schar 
Varen durch Gotcs guete.« 
des wtncs übervluetc 
Half vil scrc zuo der vart, 
da3 in des ze rouote wart, 

90 Da3 sie der gr65en arbeit 
gerne wolden stn gereiL 
sust wart diu mervart Af geleit. 

Diz wart gelobet under in, 
sie wolden mit einander hin 

95 Gegen Akers varen, als man pQil, 
k%m' c,5 immer an die zll, 
Da5 man ze rehte varen so! ; 
dn5 gcviel in allen wol. 
Do rukten sie zesamne ba3, 
200 sunder allen bcpsen ha5, 
Undc vi[e]l dnrundcr; 
sie sagetcn alle wunder, 
Wa3 sie wolden vueren; 
der wtn begunde rueren 
5 Jr houbet dö mit stner kraft; 
sptse wart da vil geschafl 
lTnd[e] guotes trankes in den kiel; 
mit Worten, als ich waeuen wil, 
Mit den werken kleine. 

10 da3 wi33et algemeine, 
Sie waren vil vermc33en: 
da enwart niht verge35eu, 
Swa5 man haben solde. 




LI. 9n Winn JHnifii^it. 

TOD lilber unt von golde, 
915 Dei heten sie le Wien[tii) gnuok. 

der ichrlber *ute wIn dir truok, 

Uiid[c] iprach gegen in illen: 

»U3I iu die rede gevallcn, 

Wir hiben unser leche aü.v 
SO er gip «il grA^e IrOnke luo. 

Der wirt was ouch der besten ein. 

der des nihtei da erschein 

An der pilgert me schar; 

der lies lejungcst holen dir 
25 VD liklwitrje drille; 

der gab die muschite, 

Der ingeber, der galgtoj 

dlbt gab ein bObtchcr min 

Kubt-ben; dirre neiliklo. 
3U dir nach Lrunkea sie den wIn, 

Den gewermel, disen kiU, 

daj die jungen wurden alt 

L'nd die aldcn s£rc junk. 

sust begegcnl in matiik trunk. 
35 [L'oder] ein ander Af der loiibcn da , 

luo der varl wart in gä: 

das '><■=■' was noch vi! unnä. 
DO huob sich singen unde sagen, 

da] diu loube muhte wagen 
40 Von dem gräjcn schalle. 

die knmpin' almetalle 

Helen (sich) geneiget, 

daj in wart eneigct 

Des suesen wines guete; 
45 sie beten ir gemucte 

Alle luo dem mcr gekirt; 

trinken wart dl niht gespart; 

Sie titcn ir strdse; 
• von wlnet Übermije 
SO Hctcn sie den sin verlorn; 

sie heten alle wo) geiwom. 



474 LI. Vre Wirarr JllMffb^rt. 

Sic wasrcii halben weg gevarn; 

(16 iiie5eii sie den kil bewarii. 

Das ^^ ^^3 wa55er schalle nihl: 
1tö& SUSI warl der segel ükf gcriht 

Und ir dink wul begat: 

sie wArcn verrc von der slal. 

Da Gol menschlichen gienk; ^ 

des wlnes krafl sie bevienk; 
fiO Da3 sie wurden Idrehl gar, 

als diu kinl, da5 isl war. 

Mil sulhcn vröuden Sikjen sie. 

und rellen dorl undc hie, 

unz diu lU hin gie, 
ßö Alle3 von dem Gotes wege; 

sie Irunkcn vaste (dA) sc pflege "^ 

Den starken wln über mahl; 

do kuni C5 über die milternahu 

1)6 wurden sie durch sehellik 
70 undti sA gar gcscllik. 

Von des wlnes sue5ikeil 

^irdcn sie so gar gcmoit 

Und des muolcs also vr6, 

dn3 sie waiilon alle du, 
75 Sic wahren ictuo an dem mrr: 

sie Iic5en allen herzen s6r 

Und sungcn vil schöne 

in einem IQten dAne 

Uf der louben ofTcnbAr ', 

80 irn leisen, da^ ist wAr: 

»In Goles namen vare wir!« 

der sprach: »vriunt, ich lA3e dir. 

Beide, kinl undc wip 

üf sdle undc Af Itp, 
85 Da3 dük der mil triuwen pflegest, 

und dich nimmer des bewegest. 

Als ein vriunt zc ruhte sul. ' 

■ \^\ Wallhc» von der Vogelweide Krcuilied. MmneftinKerlli l.si.lTS. 



LI. 9(f «Nrnr illmf«l|it. 475 

da5 geviel ia allen wol. 

wan sie wdren wlues vol. 
290 Susi viioreo sie mit vröudeii hin, 

äüe wtsHchen sin, 

Sie wären tumb, als diu kint. 

sie bdlen unibe guoien winl. 

Da5 in den Gut gesente; 
95 da5 ein bruuder kente 

Den andern, des enwan' ich iiihl; 

dö sie vuoren in der schihi 

Und an der wunneiüdlcheu slai, 

der gebOt, dirre bat, 
:UX) Da5 der schrli>er brshte wlu; 

mich dunket an den sinnen min, 

Sie beten guotes w indes genuok; 

sü man den wln vttr sie Iruok, 

Durch trunkenheit und durch gut'l. 
5 so sluog in diu vil sue^e iufl 

Allen under diu ougen; 

ich rede e5 dne lougen, 

Sie trunken harte swinde, 

des wlncs ingesinde, 
10 Da5 einer lag unde slief, 

der ander schallei' unde ijef^ 

Der dritte strouch unde viel, 

der vierde sprach: »e5 ist der kiel, 

Der sust wankende göt.« — 
15 »ein stürm weter uns bestet,« 

Sprach der vUnfle s&zehant; 

dem sehsten sorge was bekant, 

Der gesegent' sich vil swindc 

vor dem gru3en winde; 
20 Do Wanten sie der maire, 

da5 e5 das ^^^ wäre: ^ 

Dö was e3 der vil suese wln, 

der tet stne giiete schln. 

Sust wurden sie ervsret; 
25 von wtne gar bcsw«ret 




LI. 9fc Wina JMfnfa^rL 

Wrs ir faoubet. dis üt mir. 
He wären alle tninben gar. 
Das *■> '' hnhiter ungemach. 
der eine jcmerllchen sprach: 
330 oHJr luot daj houbet itn «6; 
twas tiot welle, da^ ergt, 
Ulis wil ein slurm weler immeii, 
da5 Wirt um allen klein[e) vnimeii. 'i 
D6 huob sich michcl Irünn 

3j Ton den nikebdren, 
Der eine kla^(c) den 11p , 
der diu kint, der das «Ip, 
Der die lilc, der dag guot. 
ahust Inft ir tlbermuot, 

iü nis er noch vil dikke tuot. 

Der wln hegundc *asie*toben, 
sich huub ein gwem und geloben 
Mil hendcn und mit ruegen; 
sie woldcD gerne bliesen 

4S Swas sie heien getln, 

und[ej wolden du le buctS« lUn- 
Der eine ic ielstlchem sprach: 
»dtj diu vart ie geschieh, 
Das muesc Gol(e) sin geklagel'. 

50 der wiut den kiel ic s£re jaget 
Und des «assers Undei 
mich riuwc(ti)[ mtn Sünde.« 
in tobte das gchime, 
sie künden das gestiroe 

&5 Vur der loubcn nihL f;eseben, 
des wil ich iu verwirc jeben, 
DA gieng es an den inorgen; 
sie vuoren (di) mit sorgen. 
Und wiren dannoch, üoleweist 

fiO (niht] halben wck ge^en Brandeis 
Dö nnm der wla Überhant, 
sie ruortcn dannoch niht dag laut, 
Und[e] riefen docÜ vil stre: 




LL 9n Winn 0UtTia%tt. 

Mbütt-, lieber hdrre, 
34H Diner srmen hanl gellt: 
da engebesl [in unde räl, 
SA mue^e wir Terderbea gar.« 
innes uch der eine dir, 
IM l>g ciD rlcher burger dort. 

70 der wu von einer idvdn ort 
Bl die baok gevillcn, 
er sprach Begen ia allen; 
oGevertcD, oi gehabt iuch wot. 
meoilch Gi>t[e) daakcn sol, 

73 Das " uiu geholfen hiti 
fln sol werden vit guut rät , 
Dirre grAjen wB^eru6t: 
ein pilgertm der Itt hie Idt, 
Dej iit gewesen üisiu tchull, 

SO daj daj mer sin ungedull 
An uns bil eneiget hier. 
ir hären, volgct alle mir, 
Nemel disen Idlcn man , 
der uiu uiht gehelfen kui, 

HS Den werfet drile kae wer 
1)3 dem kiel(e) in daj mer, 
SÄ lagt ej slu toben sin.« — 
BUA walde sin unier irrhtl»:» 
Sprächen sie gemeine 

90 sdaj mer ist id reine. 
Da] ej keine bäsheil 
mak gelldeu, lö man seit.« 
und wurden alle gar gemeit. 
Sie stuonden ttf vil drlte. 

% mit gemeinem rite, 

Den vor gröjcr trunkenhdt 
dannoch da^ gen was gerdl', 
Und nämen iren iiikebAr, 
dem wart der sue^c wln vil *Ar, 
400 L'nd'eJ truogeo in mil grimme 
in einer lAten itlinni« 







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U. 9n WitMt JMnrfaliTt 

m l'nd A3 dem fcicie gesant 

mit slncr ftolllrhcn hinl. 

l'nd^p^ hAl UDS alle erMrl; 

<]a3 wii33cr gieng nns an den bnri.« 

(ind[e] sunften *aste lobrs worl. 
13 NA schrei der burgcr iite : 

nielhcr immer mcrp'. 

Waj isl an mir Kcrnchent 

mh) bein ist mir ichrocbrii 

l-nd der arm ouch cniwei.o 
'><l hl jsemerltcher alimme schrei 

Der riche burgnre 
, von sü grAger sware 

l'nde khgte stnen val. 

d<ij ej über al die Ba53c schal. 
>5 Die her ):csellen wären vrü, 

und[c] sunf;eii also läte du. 

Das sie in niht enhürten. 

ton susl{;clanen wnrten. 

Dill der burger Llagelc 
10 bl der tit P3 taget«. 

I>rr eine zun dem andern sprach; 

»W0I uns. da3 ej je geschach. 

Das *■■* ücgen Aliers sin (tevarn! 

Hol sol uns deslerbas bewarn 
IS S6le, guot linde llp: 

Got behitclc unser wip 

l'nd diu kinl, nitch grünem vrumen . 

um dnj wir 10 lande lumrn. n 

Sie cnweslen niht der raKfc. 
"0 die lumh^n Wieiuerc, 

Da5 sie tv Wicncfiit wiren. 

da sie von kindes jdren 

Alle w.'ircn criogen; 

der will helfe) sie betrngco. 
5 Darn.-ich wart es Jiehler tak. 

das i^h TcrwAr sagen m>k, 

Sie munsien sinne darben: 



» * 



480 LI. 9n «Kmcr JHmfii^. 

sie wAreD, sam die garben, 
GestrAcbet und gefallen. 
480 der burger lie5 sin schallen. 
Der des nahtes also rief, 
und sd rehte kleine slief. 
Der was noch betoubet, 
doch bete sin houbet 
85 Des wtncs kraft gerümel; 
er bete sich versümet, 
* A, Da5 er ze schiere eutslifen was, 

"da von er küme sint genas, 
Dem tel der val harte w6, 
90 und was im verre wirs, dan [wld; 
D|^ was sin bester anll^s, 
da5 er was von bluote na3, • 
und des valles niht vergas- 
Des morgens vruo körnen dar 
95 ir n^ch[t] gebüren, das ist w4r. 
Die den schal vernämen; 
dö sie zesamen kw4men, 
Die nueblem sprächen alle do: 
»ir sU Ü5 der m^seu vrö 
500 Gewesen alle dise naht 

und habt lange gnuok gewaht 
Und habt grösen schal gclriben. 
ist des wlnes iht rndre hüben V 
Diu sunnc stdl wol boumes hA.« 
5 die trunkenbolde sprächen dö: 
»Ir sull uns des wol gunnen, 
wir sin in grösen wunnen 
Htnaht gevarn über mer« 
gewaldikltchen, äne wer; 
10 Da hAt uns Got gieholfen zuo, 
beide, spat unde vruo« 
Er gab uns sSre guolen wint: 
dar nach huob sich aber sint 
■v,^^^ Ein Sturm weler harte gros, 

^ 15 das uns das ^'Me mer vl6s 



U. Jkt Vßitntt JMkftfilft 481 

GewalUkltchen in den kiel; 

da von huop sich sorgen vil , 

Wir wiüiten alle des verwär, 

wir solden stn ertrunken gar, 
520 Wan da5 uns doch ein heil geschach, 

da5 ein pilgertm crsach 

Einen man, der was töt, 

als e5 selbe Got gebot, 

Den würfe wir vil drite, 
25 mit gemeinem r4te, 

U5 dem kiele über den bort , 

als wir heten vor gehört 

Und der mamer uns geb6t, 

unt verwunden sulhe n6t^ 
30 Dö der stürm wint gelak 

unt vil manik doner slak.« 

Die nuohtem lachten vaste; 

der wirt lag bt dem gaste, 

Und wären sdrc trunken; 
35 der schrtber was gesunken 

Bt der bank hin le tal , 

der weste kletn(e) von der zal, 

Wer da3 meiste teil galt; 

noch was der wln unbezalt. 
40 D6 rief der bmgere 

und[e] klagte iloe sw«re, 

Der in di^ mer geschossen wart. 

dd wart ein michel zuovart 

Zuo den seilten stunden, 
45 d6 sie den man vunden. 

Der was gevallen, hoch enpor 

von dem venster, in da^ hör, 

Das man sin niht erkante, 

unz er sich selbe nante; 
50 Dö was er der besten ein. 

sie sprächen alle: »trinwen, nein, 

Der Spot ist nü niht guot gewesen; 

der man sol küme genesen: 

» ä. Hmg»m . GtMaiaiubraUur. II. 31 



48i U. Wn Witm JHmfi^ct. 

diz I63 buoch ist unreht gelesen. « 
555 D6 die irriunde 6k gesAn , 
da3 der schade was gelAn 
An dem manne rlcfae, 
sie tiefen zornikltcbe 
Mit einander alle hin, 

60 übelltch was ir begin, 
Sic weiden jene ersUn, 
die da5 het(t)en getln, 
Sie sprachen zornikitchen gar: 
»ir habt unsem vriunt Ter wir 

65 Verderbet ▼revelltche, 
der was nehten rtche, 
Dero isl der Itp scbrochen; 
05 wirt an iu gerochen, 
Da5 ir die gr63en kündikeit 

70 an disen man habt geleita 
Die harren sprächen $ä se hanl : 
»diu m«re sint uns unbekant, 
Wir haben rehte gevarn, 
Gol so! uns dester ba5 bewarn, 

75 An des diensle vare wir (i)e; 
beswsrl ir uns an ihte hie. 
Des welle wir uns mit rehte wem; 
sulle wir guot also veriem, 
Da5 ir uns missebieten wolt? 

80 }ä habe wir silber unde golt 
Uf dem Gotes wegc verxert; 
dan da5 uns der hit ernert. 
Wir waercn alle hüben tdt; 
wir kwdmen in so gr65e n6t, 

85 Da5 wir küme sin genesen; 
weit ir uns darilmbe vint wesen, 
Da5 ist uns leit, da5 wi33e Got; 
e5 was des marners gebot. 
Und iiiht gar ein kindes spol: 

90 [des loble(n) wir alle GotJ.cc 

Nu huop sich aber ein gr65er ha5 
von den vriunden umbe da5 




fj. 9fr Wtmrr Jürerfil^rt. 483 

Und ein zuo dringen 

und ein swerl klingen 
595 Und ein bceser slurmwint: 

wan da5 die besten alle sint 

Vaste dar zuo traten, 

vleblen unde bäten. 

Unz si5 brähten ze tage. 
600 alles n4ch ir beider klage. 

Des mannes schade was in leit, 

und wären vrd der trunkenheit. 

Diu den herren was geschehen: 

sie beten alle wol gesehen, 
5 Da5 diz von grösen trunken kwam. 

meniich slnen vriunt dö nam 

llnd[e] Yuorlen sie ze bette. 

da5 ich die muo5e bette. 

Ich sagetc hie von wunders gnuok. 
10 den burger man ze hüse truok. 

Der s6 hob' gevallen was, 

da3 er küme genas. 
D6 sie da gelägen 

unde der ruowe pflägen 
15 Wol bi3 an den dritten tak, 

da5 der stürm wint gelak 

Unde des sue5en wlues kraft. 

da mite sie wären behaft, 

D6 stuonden sie mit sorgen 
20 üf gegen dem morgen: 

Alrest wart in d6 bekam, 

da5 sie wären gepfant 

Von trunkenheit, der sinne. 

Sant Ge(r)drüden minne 
25 Wart in sider harte sAr. 

der burger, ir näbgebiftr, 

Der was der reise nibl ze vr6, 

der beklaget' sie alle d6: 

D6 huop sich Krimhilden not: 
30 sie wurden schemeltchen r6t, 



484 IJ. Jicv Witntt Jüecrfi^ft. 

D6 sie die w^rbeit gesAii, 

da5 sie het(t)en geUn 

Den schaden an dem guoten man ; 

da gewannen sie nihl an. 
63Ö Die burger sprAcben alle nü 

da5 beste vaste dariuo, 

Das ®3 küm(e) darzuo kwam, 

da5 man besserunge nam, 

Da5 sie gasben zuo der stunt 
40 dem selben man[ne] zwei hundert pfunt 

Vttr den gr65en schaden sin. 

sust wart in sür der suese wIn, 

D6 sie da5 silber wuogen dar. 

ddmite wsren sie verw^r 
45 Mit £ren über mer gevarn. 

swer den wln niht kan gesparn. 

Und wü in trinken über rehl, 

dh wirt der man des wtnes knehl , 

Und niht des wtnes h^rre. 
50 swer trinken wii ze s£re, 

€5 krenket im sin ire. 
Nü hoeret, wa5 der wln tnot: 

er vrüiiwct trürigen muot. 

Beide, vrouwen undc man, 
55 swer in ze rehte trinken kan; 

Und schadet doch den cren, 

swer den sin wil k6ren 

Uf den gr63en über trank, 

davon wirt der 11p krank, 
60 Und[e] schadet ouch dem guote. 

nük merk[ejt in iuwerm muote, 

Wa5 der wtu geschaden mak: 

der wln ist der s£le slak; 

Swer in trinket über da5 zil 
65 unt kein mk^e haben wil, 

Daz ist der s^le unbeil; 

an allen houpt Sünden teil 

Hdt diu leide trunkenheit; 




LI. Vn WincT JHMifatri. 

divon Wirt der llp gemeit. 
670 Dem er vliu^et durch den munt. 

daj machet mangen ungeiunt 

Die s£le, guol uode llp. 

des haetel, man unde wlp, 

Daj ir *on sulher tmokenheil 
75 iht kumei te langer arbeiL 

U*D fiodel oucb ril mangen man, 

der die beste(n) m^se kan 

An grAsem übertruike; 

da3 ist Got wol le danke 
80 Und der werlde oucb dAmil, 

swer trinken wil nicb rehtem sit'. 

Swer aber sl des des mnotes, 

di5 er des kranken guotes 

Mir scbdnel, dan der eren, 
8S den wil icb trinken l^reu; 

Der mag underwtlen wol 

sin ho üb et giioles wtnes vol 

Uurch kunewile [rinken: 

sA muo5 sin karkeit sinken, 
90 Da5 er durch gröse trunkenheil 

eine kleine miltikeit 

Underwlien doch begiU 

swem der muot aber sUl 

Anders niht, dan üf guol. 
95 der bdt laghaften muot. 

Er st nüchtern oder sat, 

swaj man den biesen ie gebat. 

il35 hiilel niht ein minicnblsl; 

Got werfe in von gelilkkes rat. 
700 der sich bAshcit undersat, 

swer worden ist an inn mal. — 
Diz msre ist A^ an dirrc stat, 

Das ist (li" ""^ v*''^ genant: 

den namen l^t iu stn bekanL 
5 Das mere isl Ü5 an dirre stunl: 

ich kuste gerne ein[en] röten munt. 



A n h a n i^« 



AU8 



Janfrit itntnktit 

I 




^d)tlU« unii JPttliamia. 



Srhon neun Jahre und einen Ta^ lagen die Griechen vor Troja. 
wo Schach- und Breil^piel und Würfel erfunden wurden von einem 
Griechen; der Sireil wihrle fort, und der furchtbare Heklor erschlug 
viele Griechen , so dafs sie missmulhig waren. Da befragte ihr König 
den Weifsager am Brunnen:, wie Troja endlich lu gewinnen wäre, 
und dieser verkündigt, es könne nur durch den jungen Achilles ge- 
schehen, der in Frauenkleidern bei Jungfrauen verborgen sei. Sogleich 
ging der König zu Käthe, wie Achilles zu finden wäre. 

Achilles, des Peleas und der letis Sohn, wurde von ihrem 
Wildschützen Schi ro , der halb Ross halb Mann war, eraogen . und 
dieser lehrte ihn Springen , Ringen . Steinwerfen . Bogenschiefsen und 
alle Künste. Als .Achilles zwanzig Jahr alt war, hörte er viel von der 
schönen Tochter eines Königs , jenseit Meeres , der gelobt hatte , sie 
nur dem zu geben, den sie wollte. Achilles gedachte, sie in Frauen- 
verkleidung zu erwerben, und wünschte ein Mittel gegen den Bart, und 
Schiro brachte ihm eine Wurzel in einem Linneuluche. die um den 
Mund gestrichen , kein Haar wachsen liefs. So völlig einer Jungfrau 
gleich, schiffte er ins Heidenland nach der schönen Oeidamia. 

Dort anlandend, ging er alsbald auf die Burg, an deren Thor er 
die Wäscherin der Königin traf und sich für eine unglückliche ausgab, 
welche ihren fürstlichen Verwandten entführt worden , von einem 
Manne, der ihr viel Ehren verheifsen. sie aber verlalsen habe, so dafs 
sie hülflos sei, und gerne eine Königin Griechisch lehren möchte, damit 
sie ihre bisher bewahrten Kleider nicht verzehren müste. Die Wäscherin 
erbot sich mitleidig, ihre Herrin für sie anzusprechen, ging hinein und 
meldete es der Königin. Diese liefs die Fremde kommen . erkannte sie 
Tür ein edles Weib , und befahl ihr die Tochter zur Lehre , für reichen 
Lohn. Achilles dankte der Gnade, fafste die Jungfrau bei der Hand. 
und verhiefs. sie Griechisch zu lehren, wenn sie ihn dafür lieb hätte. 
Die Jungfrau wurde ganz seiner Pflege übergeben, und man bettete l»eide 
zusammen. 

Achilles >ann nun darauf , wie er sie mit ihrem Willen gewinnen 
möchte, und erzählte ihr traulich die seltsame Griechische Sitte, wie 
die Jungfrauen, unbeschadet ihrer Ehre, sich vergnügen können, wenn 
ihrer zwei heimlich beisammen sind, und fragte sie, ob sie wol ein 
Mann sein möchte. Sie wünschte e& lieber, als der Griechen Gold; sie 
wollte dann um Frauen in fremden Landen ritterlich abenteuern , und 
verhiefs reichen Lohn Achilles lehrte sie hierauf die Kunst, dafs eins 
von ihnen beiden ein Mann werde ; er kenne einen fröhlichen Gott K a (- 
van. der auf inbrünstiges Gebet solches verleihe. Er sprach ihr da.s 



Gebet vor, worin dem Gölte, mit drei EniabeugiiDgen , höbe Ehre und 
ein Bethaut gelobt wird. Nachdem beide et für aich dreimal gesprochen, 
hiefs Achillet die Jungfrau sich mit Ihm Ina Bette legen, um die Wirkung 
lu errahren. liier fand er noch Busen und wooniglichea Frauenapiel, 
nur Weibheit an ihr, und rühmte, dafa sein kriftiget Gebet befaec 
erhört aei. Sie überteugte aich handgreiflich, und beide lebten die 
Nacht, und fortan In Freuden. Der Gewinn war beideraeilig : die Königs- 
tochter gewann daiu ein Kindlein. 

Unterdes ward Ihr Vater krank ; der Ant kam , und hiefs den 
Harn dea Kranken im Glaaa bewahren, um Ihn zu beachauen. Das 
Glaa wurde der Sorgfalt der Tochter übergeben. Dieae aelite es aber, 
als ea am nichsten Morgen gefüllt war. verkehrt hin, ao dafs alles 
verschüttet ward. Sie wuate Jedoch lich zu helfen, und ersetzte den 
Verlust gleich aua eigenen Mitteln. Ala nun der Arzt kam und den 
Harn beachaute, da verkündete er ein Siechthum, wie nooh kein Mann 
gehabt, und den sichern Tod: weil der König ein Kind trage, davon 
aein Leib verderbe. Der KOnig fragte, woher daa kime, und als der 
Arzt ohne Antwort wegging , liefs er die Königin rufen und schalt sie 
zornig, dafs aie Schuld habe an aeinen Kindeanöthen und Tode, weil 
sie von Jeher mit Teufrls Gewalt auf seinen Mhwachen Leib gestrebt 
habe , wie ein Mann. Sie beklagte aein Web und entachuldigte sich, 
indem sie ihm nur Liebes thun wollen , und hiefs die wunderliche (je- 
schichte den Arzt nochmals prüfen lafsen. Dieter wiederholte zornig 
seinen Ausspruch, kam Jedoch und beachaute dieamal den wirklichen 
Harn des Königs, und crtheilte nun die frohe Kunde, da/a der König 
de» Kindes ledig sei und genesen werde. Dieser liefs ihm alsbald 
hundert Mark geben, und die Königin war voll Freudeu. Nicht minder 
ihre schöne Tochter, die fortwMhrend minniglicb bei Achilles lag. bis 
sie ein Kind trug. 

Als sie dessen iiine ward , miachle beider Freude auf der Minnen 
Heide sich mit Leid, und sie furchten den Tod. Sie wehklagte; Jedoch 
tröstete sie Achilles: sein Gott werde sie beide behüten und alles zum 
besten rügen; es sei nicht ohne Ursache so ergangen. 




1. 

Achilles und Deidäiniä. 



Da3 her da vor der stat )ak 

DJun jär und einen tak, 

Daj sie des ligens verdröj dA: 

ii wart Rianig spil vunden si, 
5 Daj man nie vor het gesellen . 

des muo^ ich von der wärbaii jehen. 

Schachxabel ünd(e) breUpil 

wart Tuaden di unmäjen vil, 

Würfel wurden da berait : 
10 das tet ain Kriech' mit kündikail. 

Des ligens sie lil gar verdrAj, 

beidiii, man sluog und schöj 

Der Kriechen lü ein michei teil. 

daj was der selbec unheil, 
t5 Und was der Troijer Tröud(en) spil; 

auch wart dar luo hart(e) vit 

Von den Kriechen leben lös. 

davon der kuriweil' sie »erdrts- 

Hektar du des nicht eniies, 
SO lil mangen er [da] von dem leben slie3; 

Wan in des vecblens nicht verdrüj. 

beiden, er slu(% und schöj 

Da vil mangen Kriecheo här. 

des vröuten sich die Troijer ser: 
'JS Er was le streit ain vrum man. 

er rant' die veint degenleicfa an 




494 1. Ai^ile« «ii) WnUmin. 

D6 die Kriechen manige zeit 

lAgen vorTroiJen weit. 

Und sie des ligens dk verdr65; 
30 wan man ir [dk] vil ze t6d' erschö5. 

Als ich eu vor gesag(e)t hAn. 

der künik von Kriechen kom geg/in. 

Da er aiuen weissagen vant, 

er sprach: »dA solt mir toon bekant, 
35 Wie wir Troijen gewinnen, 

seit du hAst weis(e) sinnen.« 

Er sprach: »da5 sag* ich dir schier, 

wilt du e3 gelöuben mir: 

Du macht mit deinen sinnen 
40 Troijen nicht gewinnen, 

Dd gcwinst dan ainen man , 

den ich dir wol nennen kan, 

Der ist Achilles genant, 

ze streitfe) gar ein weigant.« 
45 [Der künig sprach :] »wA sol ich in suoch 

ob ich des mans wil ruochen?« 

Er sprach: »er ist verborgen 

under junkvrau[we]n mit sorgen, 

Unt trait an der vrouwen klait, 
50 ungevuog(e) ist im lait.c< 

Dö der kttnig da erhört' 

des weissagen wort, 

1)6 sant' er vil dr4t(e) 

n^ch seinem n^hsten riit(e) 
55 Und betracht' an den stunden, 

wie sie Achillen vunden, 

Der da was in vrauwen klait 

durch seines leibes hübschait — 
Nil \ä^en wir die rede stän, 
60 und greifen da5 msere an. 

Wie 65 darzuo ksm(e)^ 

da3 Achilles nsem(e) 

An sich weipleichen klait. 

durch seines leibes hübschait 




6& Gieng er in vrauwen wit, 

recht >lsl4] lin Trauir(e) stit, 

D>3 tet er durch ain vrouwen guot. 

d«u aimmer kam auj seinein muoi. 

Und het sie doch nie gesehen; 
70 des inuo5 ich von der wirbeil jehen: 
Ain biderb man gesejsen was. 

der was gchaijen Pfleas 

Sein weip was tilis genant. 

den baiden ward ain hind bckant. 
7B Achiltea sein naro(e) hiej; 

seinem wildncr' er C3 Iiej. 

Der was gehaiien SchirA; 

die pfafTen nennent in «Isä, 

Der was halbs ros, halbes man, 
80 vüT war ich eu daj sagen kau. 

Das ^chirö läch dar kint, 

003 er fil Trum wart und besint. 

Er wart auch ron im wo) gezogen; 

er Ifrt' «3 schiesen mit dem bogen. 
85 Springen, nugen, werfen den stain 

alle gevuog* \itV er e3 gemaio. 

Dd das l'i»! gewuochs, njlcb recbl. 

es wart i'wär ain vramer knecbl. 

Und woi iwainiig jär alt. 
90 im ward dikk(e) vor geialt. 

Wie ain junkurauw' wnre. 

vi] edel und irbcre, 

l'nd wKr* enhalb[en] dem wilden mer; 

ir vater hci(e) man ig her 
95 Und wxr* ain kUnig reicb(e), 

der bete [die junkvrauwen] xicherleich(e) 

Gelobt, das " ^i« nie mau solde 

geben, wati den sie nemen wolde. 
Do Achilles' wart kunt getjii 
100 das mare. dö bcgund' er gin 

Zc Schirt), da er in vant. 

IT spracht »müchl' mir werden bckant 



0.5 dir »•»»", cb.»l ••»•" 
l-«'« vÄdM«"»"' . 

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1. Jli^tltt MHfe jPtibaaii«. 

Er gein der bürge tor [erj dö gie, 
der kQDJgin wasch' in di enpfie. 
L'nt vrigtfe) sie der nuere, 
*on wannen sie koroen wRre.a 
145 Er sprach: »icli bin ain armeg weip 
und hikn «il traurigen leip; 
Uelörsl' ich ej, liebeu vrauwe mein, 
eu hie gegagead(e) sein, 
Das ^3 <"Bf' verborgen: 

50 icb lerd(e) raanige soi^n 

Umb meinen kranken bösen lei|i; 
ich bin ain ndligej weip; 
Von meinen Treunden bin icb dan 
gevuort, daj hat geUn ain man, 

53 Der mir micbel ^r" gehJej : 
an disem kumber er mich lieg. 
Dag er unselig mue5[e) sein', 
er b<iL mich von den verunden mein 
Gevuort, ii ich het £ren vil. 

61) vor eu ich des nicht enbit, 

leb Irauw" eu, liebeu rrauw(e) mein, 
mein gehrest' sol eu geklag(e]l sein; 
Wan ich hie laider nieman bin, 
da ich gelür mich lägen an. 

65 Swer mich hie wotl' versuochen 
in den Kriech iscfaen buochen, 
Deu künd' ich wol bescheidenleich . 
lern ain lAniginne reich, 
West' ich, wer mich darumb nert*. 

70 dag ich mein klaider nicht venert'. 
Deu icb han vil kaum erspart. 
sin( ich viior der unsxiden vart 
Und mich der man bat terldn, 
mit dem ich von lande bin gegän, 

75 Der machet' mich an sinnen blint: 
ich bin i'wAr aines rürsten kinta 
Deu wesch(e) lüchtiUeichen sprach : 
»mir ist vil laid cur ui^emach; 



t I, Jli^iU'* ■>■>% Vtikttnia. 

leb wil te mcioer vrauwcn fkn, 
ISO ob ir bie mflgt bei Ir betUs, 

D113 wil kli ru heul t^rvarii; 

ir inUgi bti euweni jArn 

Verdienen umb mela vrauweii kui», 

daj sie eu gr^S 6T(e} (uot.» 
N5 Achilles ward der rede vr4 

iiiiii danLt' der wetcbinn« dA. 

[leu wcschin dO dcf nicht enlicg, 

Achilles sie vil wal gchies« 

Und gie ttiu der vranwen M. 
90 sie sprach: nvrauwe, iid seit vrö. 

Ich hän mit meinem sinne 

ain l£r roeisterinue 

Vundeti nAch dem willen dein. 

deu nichl bas goKrl mag seiit.'i 
■Jfi Sie sprach : »heij sie Terauochen , 

an den Kriectiiicben buochen. 

Der ist sie gelCr«! wol. 

sie ixl aller kllnBt(e) *o) , 

Der ain vrauw(e) bünnen wil. 
tjtIO der kuust hdt lie An' mnsen tü.u 

Vau vrfliiwe(e) Rani' iiich ir tehnnl. 

mit dien»l üt sich ir undcr «aiit. 

Sie sprach: »auf die tr«uw[e) dein 
. \i dir wol enpfolhca leiii 
i Nein SGb<Bnc(n) toebler, die fcb hka, 

deu muo3 dir werden lUMlevUn, 

Lör* >i« von Kriechen den buoch, 

mit lUcbten dA an sie fersuoch'. 

Üb sie ej gerne lerD(en) wU. 
lü >6 gib' ich dir In* miiaeii *ii, 

Von Silber nanüt klainM, 

ain irmipank *aa gfilUt) rdt 

Uuo,) deifii besamen, seiti. 

ftb scfaair(e), da^ der herre nein 
15 Dir aeia Idnet ait Ireuwen, 

e$ sol dich nicht gereuwen. 




1. JU^ilU* ■■) VcitflWii. 

Ich sich, d>3 da aia edei weip' 
tust, wan dein wolgeslulter lejp 
Wef* wol ainei kflniges wert, 
220 dein leip vil böher «ren gerl, 
DeiD gebcrd' sini vil weipleich. 
t'wir, ich wil dich raichea reich.» 

Achilles lilcbtikleichen spncb: 
uDJcb meinem grögeD ungemach, 

05 Ist mir ain idd' *on eu bekanl. 
daj ich bin kamen in dix lanl, 
Des mag ich mit vröuden allen: 
mein tf mag ich behalten, 
Wan ich nie kaineo nun, 

30 in' disen bnM(e) wicht, gewan. 
Der mich her gevueT(e}l h2t: 
mein mag utt wol WNilcn ril.n 
Die junkvraun nam er bei der bani. 
er ^racb: »eu wirt von mir bekanl 

35 Z'wär die Kriechischcn buochslaben, 
weit ir mich darumb liep haben.« 

Den junkvrau «olgef ira mit 
Achillen gar nach seinem sil'. 
Darnich sag" ich eg rifenbir. 

40 da3 man Achillen fitrwAr 
Bettel' luo der schoenen magl. 
ala uns das buoch bjt gesagt, 
Da3 wi35et sicherleich(e}. 
der edel ktlnig reich(e) 

45 Der verhangf es mit willen gar, 
d33 er sich legt' luo ir, ifirwir, 
Wan er wänt', es wKr" ain weip. 
sä wülgestalt was ir der leip. 
Achilles begund(e) achten, 

50 ain selisain dink betrachten. 
Wie er erwllrb(e] die magt, 
di ich eu vor hin von gesagt, 
Das ^3 geschch' mit ir willen gar, 
das ^^i" nie man würde gewar. 



\ 1. Jli^iltti unt Vritamia. 

255 Alnes lisles er im gedieht', 
der im ireD willen brlchf; 
Er :i|)rncti : »junk vrnuw^ir) fMal. 
wtll ir mir »geu euwero niuut? 
leti wil «u moiiten willen aageo. 

^ wott ir mir «uwom nicht verdagcn.« 
Sie ipTicb: »main ich, i'wtr, 
ich l)in (iir hetni(e)1eich(e) gar: 
Sprich alles '^"3 <'''' '■^'' *<^'- 
dj «ol mein will(c] WHnen bei." 

6S Er sprach: »es habcnt die Kriecht-n , 
die gesundeD und die siechen, 
Z'wir ainen sellsaincn sit', 
da sie ir 6rc bchaltent mit: 
B3 isl dh Hindert Ain jun^e^ wcip, 

70 hdt sie wDlKcülaltcii trip, 
lln<l i«t ir dan ichl nihen bei 
ain junkvraii, (i)wie deu gcnani >ei, 
Uud wellenl die twö «ein erinin, 
und Terswei^enl ej under in iwaln 

75 Da3 ir betrachlung(p) iai . 

sie viudent mangcn vremdoti lixi. 

Nu saglt) mir, «ch(»nrii junkvmnw' mein, 

ir seit ain sr.hivne,^ ninK<^(irjti. 

Des ich eu wol von berim gtn, 

W Mgt mir. wart ir icbt gerne ■in manT« 
D6 sprach sie: »auf die treowe nein, 
mücht' ich ain man mit reclit gecein. 
Da} nnra' ich vflr der Kriechen golt, 
ib wolt' ich sein vraawen faoltj 

85 Zlhei! und sotd' ich wesen «in man, 
so wold' ich Wunders til iMgln, 
Ich wold(e) vam in vremden laut, 
und weit' di sein ain weigani. 
Und woll' di it" erwerben, 

90 Mer ich muest' dt enterben.« 
DA Acfaillei erhArt' 
der edeln jnnbTrauwen wart. 




Er sprach : »junt *rau , gehabt euch «ol . 
eur leib muos werden vröudea toI, 

293 Ich IDU03 besehen, ob ain man, 
TOD eu immer werden ban. 
Den lüt lenir ich le Kriechenlant, 
d6 ward er mir von ersl bekanU" 
D6 deu Junik f rau da «ernam 

300 sein red', in' aller slacbUe] scbam, 
Sie sprach: »liebeu meisterin, 
nO k6r(e) dariiio dein(en) sin, 
Daj diser list an mir erg£: 
ich schaffte), daj dö immer m# 
3 Mit TTöudeD muiejejst alten; 
dein treu soll da behalten 
An mir, ich bin aiD magedeia, 
ich wil dir hold mit treuwen sein, 
L'nd wil dir leihen und|e] geben 
U) in' allerhaDd(e) wider streben.'i 
Achilles liepleichen sprach, 
wan er in lüchlen gein ir verjach: 
»lunkTrauw(e). weit ir volgen mir. 
mein kunst wil ich eu leigen schier; 
15 Ir seit ain magt und ich ain weip, 
däion haben wir gelöchaD leip: 
Des mag mein weisheil tOr sich gjn, 
da3 ich oder ir wert ain man. 
Ich erkenn' eia[en] abgot vröuden reich, 

20 wel[le]n wir das bitten sicherleicfa 
Mit d>m gebet, als ich wol kan, 
so wird' ich oder ir ain man: 
B5 ertoesi uns schier «on smenen. 
w<'l[te]n wir mit lauterm henen 

-2B Da3 selb(e) abgot beten an, 
unser ainem muoj 63 wol ergan : 
Swem da3 dink sol wesen bei, 
deu tuo die andern sorgen vrei. 
JunkTranw', ich wil dir tuoo bekani, 

30 wie daj abgot ist genant. 



503 I. dl^tU» unH 9nlP*nia. 

E5 ist gehaiscn Battiao, 

au3 utiKr (inem wirt ain iMn, 

Ibj waij ich siclii'rlfichi'ii wf«!. 
wao «3 ist K{e)i)ideii vol.n 
335 ^u junkfrauw spracht »maislerin, 
iwaj dd will, d85 luon ich.n 
Achilles sprach: »junk Traun e guol. 
habt daj ahgot in ruwerm miiot, 
Und bilet eg [an] le allen idlen. 

40 nähen uode weilen, 

Und gl*! an ain verborgen Mal, 
da sUlt ir nider valleo drät 
Drei veiii dem abgoi ze tna, 
il.^niil sUIl ir eg fren, 

45 Und ruefl ej an niil stille, 
ich wai^, dag ist sein wille. 
Und sprechet: »her her Italuan, 
hcircl mir, daj irh ncrd' ain man: - 
Darumb wil ich euch Aren 

50 und cuwcr lob m^rcn, 

Ich wil eu ain helhans machen 
mit sel[sain(en) Mch«D, 
/.'«Ar nllch heid(e)nischeni sil'. 
Ah wert ir Wol getTGl mit," 

53 l)h sUlt ir dr«lstant tnon, 
so );ewinnel ir des abgots suon 
Und sein Imlde An iwoivel gar; 
dag ich eu(Gh) 1te(e] dag ist wir. 
S6 wil ich des selben pflegen 

SO und wil mich vQr fein Tueg(e) legen 
jH^ Und «il eg biten in(e] spot, 
mein genndigeg thgot, 
Wan ich wil nicht acfaallen, 
nider *llr eg fallen, 

65 Und wil eg rKn^ln von heraen, 
fa vertreibt eg nfr den ameneti, 
Dag wa)3 ich licherleichen wcA, 
wir werden von fn vrönden voL 



1. Jl^lff »») »ft^tniii, 503 

Gen^den goot tiI an im leit: 
370 li, wa3 c^ uns d6 Tröuden geit!« 
Deo junktrau lobt* im da3 st«t(e), 

da3 sie vil gern(e) tct(e), 

Wa5 er ir Tor het gesait, 

daran was sie uDTerzaiU 
75 D6 da3 le dem dritten mä\ geschach, 

Achilles gein der maget sprach: 

»JunkTrauWf habt ir da3 gebet getAn, 

so sül wir halt le bette gün, 

Da3 abgot wil eraaigen da3, 
80 wer im hab' gedienet ba3.(( 

Dö sprach deu mag! gar unvereagt: 

»wa3 du mir hist Tor gesagt, 

DI3 hän ich alles g^t^n*« 

sie begunden an da3 bett(e) g4n.« 
85 Dö sprach Achilles: »jankvrau mein, 

mag e3 in euwern holden sein , 

So zaiget mir hie, üne spot, 

ob ea da3 werd(e) abgot 

Hab' gewert euwer bet, 
90 da3 Ut mich greifen hie ze stel.c< 

Er graif an der bmst le tal 

gein dem bain überal 

An da3 werd(e) Tmiweiispil; 

dk vand er wunne atsA vil, 
95 Da3 ich sein nicht gesagen mak, — 

sein vröude wert' onz an den tak — 

Daran er nicht dan weiphait vant. 

er sprach: »mir ist da3 wol bekant, 

Da3 abgot h^t mir ba3 getAn: 
400 greifet her, ich bin ain man; 

Ich hkn im verlobt missetüt, 

da3 abgot mich ba3 erhört h4t; 

Ich sprach da3 gebet* Ton Kriechen lant , 

d^Yon mir vröade ist hie bekant.« 
5 Da sie 

Wan ir deu hant zetal slaif. 



904 L Jl4ilr» ■») »cÜmim. 

sie prach: »«5 ist ain wirhait, 

da5 d6 mir hie ¥or hast gesait, 

Da3 greif ich sichetleichen wol, 
ilO mein hand ist allea toL« — 

Dea naht gie in mit ,¥r6aden hin: 

sie beten bddcnthalben gewio. 
Der Tröuden triben sie genuok, 

um da5 den magt ain kind(el) iniok: 
15 Des wart sie dannoch nicht gewar; 

ir beimleich' was mit vröaden gar. 
Darnach ir ¥ater siech wart; 

die kemenlt(e) man ¥erspart', 

Do er dk siecher inn(e) lak, 
20 ain arz(l)t sein (vil) schdn(e) pOak; 

Dd wart im gewannen dk 

ain urinAl bie5 er im sk 

Bringen an der selben stunt : 

»daran so wirt mir knnt 
25 Da5 euwer leip niesen sol 

und eu tuot an dem leibe wol; 

Da5 muo3 ich an dem brunn(en) sehen , 

s6 kan ich darnach r6chl(e) spehen. 

Wie ich eu darnach erzen sol, 
30 da5 sich ich an dem brunnen wol; 

Des hai5(e)t pQegen tugenlleich.« 

also sprach der arzät reich. 

Er sprach: »Tochter, da3 du mir bist 

vil lieb, an* allen valschen list, 
35 Des solt du läsen geniesen mich, 

das ich ^^^ ^^ geminnet dich, 

Vür alles ^^ ^^^ 1^ gewan, 
' und dir von herzen guot(e)s gan ; 

D4von \k dir enpfolhen sein 
40 vil gar auf die treuw(e) dein 

Dizz(e) sch(Bn(e) urinäl 

huel' sein vor staub unt vor väl, 

Das es icht zerbrest(e), 

wan es ist krank, [und] nicht ve$t(e); 




445 Des trauw' ich nie man a6 «ol; 

nicht vürbas '^ ''■■^ manen 5oI, 

Da3 (d)ir nicht lait daran geichicht. 

iiDd daran gcwirrel nicht.» 

Die nacht der künig lag mit sorgen. 
SO mit socbong* bis ■» ''^■> morgen. 

Sein licbeu locfal«r muost' auch sein. 

Tor irem lieben Teteriein: 

Des wolt' er *on ir nicht enbern. 

mit lüchten muosl' sie in gewern. 
öö Dd in des leit daucht(e). 

das <'*■' '■!< schier laücbt(e|. 

Dö biea er im da} urinäl 

die tochter raichen, ln(e) schal: 

Sie enpGe darin den brunnen sein. 
ti<) er sprach: »vi! liebeg kint mein, 

Nil pflig dA des glases wol, 

wan ich dir sein danken sol.« 

De« f^as(e)s sie sich underwant. 

sie saiC t$ mi( ir weijen hao( 
r>5 Zclal, als er sie lerl(e). 

daj glas «ie uinh(e) k£rt(e); 

Da5 d.i lüiiel beleih darin. 

sie gedächt': »«03 sUllen nü mein sio! 

leb hän t'wir(e) misseUn, 
TU meiD[en] vater ich verlorn hin.i' 

Eines listes sie gedächl(e), 

der sie te vröuden brjkcbt(e) . 

Sic tiam das i\^ '" ^'^ hanL. 

ir brunnen sie darin Terswant'. 
T.5 Sie dacht' iu scbün und waidenkicb, 

des ward ir berie vröuden reich. 
Des morgens, dö der arzit kam 

und von dem künig(e) vernam 

Seinlcn] bresten und sein swcrje«. 
SO wie im die nacht were 

(■eweseu, senn oder bert(el- 

di> er da sein ge Verl (e) 




806 !• SUfUUi si^ ptifecwiib 

Vernam, wie im (dl) was, 
er hie^ im raichen das glat; 
485 D6 er den bmmieD an sacb, 
od siilt ir beeren, wie er sprach 
Gein dem kttnig slsestont: 
mir ist ein siechtoom von eo kant. 
Das wvrieich nie kain man 

90 solhen siech tagen [nie] gewan«« 

Der kOnig sprach: »lieber maister mein, 
was sicchtooms mag das goMiOt 
Biag ich genesen daran?« — 
»das muos an eawerm abgot sUn;<c 

95 D6 sprach der anit lehant 
»ir habt den t6d an der hant: 
Ir tragt ain kind, das ist w4r, 
di Ton eur leip verdirb(e)l gar.« 
Der kttnig sprach: »lieber maister mein, 
500 sagt mir Tonwen mag di^ gesein,« 

Er sprach: »das ^^^5 ^ch wvrieich nicht, 
dii ist ain wanderleich geschieht.« 
Der maister urlanb nam 
von dem kttnig huob er sich dan. 
5 D6 sante(ej der kttnig reich 
nich der kttnigin sicherleich. 
DA den kttnigin ¥ttr in gie, 
▼il lornikleich er sie empfie, 
Er sprach: »den t6t ich Ton eii dol, 

10 das ^913 ^<^h ^^^ d^f wArhait wol, 
Du wolt(e)8 mich sein nie erlAn, 
seit ich dich ie fe weib gewan. 
Du wolts auf meinen kranken leip , 
swie ich was man und dd weip; 

15 DATon trag* ich ain kindelein, 
daran muost dd Til schuldig sein. 
Das ^^ ^^ 1®><^ ^>® grösen not 
unt Ton dem kind muos ligcn tot; 
Des bietst dd mich wol ttberhebt, 

90 und (nicht) dein[en] leip.sd s6r gestrebt 




1. Jli^ift» Mt Ictttaü. 

Uf meiDen leip le aller *rnt; 
der leatel gab dir disen list, 
Di ich dcD leip uaab mu05 geben; 
du woll(e)it oar auf mich streb», 
SSS Des mno} kb *ertiesen meinen leip.« 
dö iprach das wolgeiogen weip: 
nOmt mir diser grdsen nAt! 
und lol dein Idp nA ligen Ut 
Durcb mein wnnderleidieD sit', 

90 ich geTDor dir doch mit trenwen mit. 
Und winf, ej wmf dir alsA liep. 
der teuvel der mii's ie geriet, 
Der muej' inner unsKÜk «ein! 
genid', vil lieber berre mein, 

3S JA sol dir doch gewerren nicht 
von diser wonderlelchen geschiebt: 
lAS «3 dan auisler bag an sehen, 
ob er Dodi kOn die vlirhait ipeben.« 
Der roaisisr loraikleicben s[Hacfa: 

40 uin dem ^s ich niudert sacb 
Des kfinigs leben le dhainer vriit, 
twie kiiDsi(e) reich mein leip ist, 
Ich sach nicht lebens, wan sein UL« 
doch gie er dar, des twang in uAt, 

45 Da} nrinll nam er le hant, 

sein brunn(e) ward im d6 bekant. 
Er sprach: »seit ttA, vil »Kliman, 
des kindes seit ir worden in', 
Und wöll ir mir die mtel(e) geben, 

50 ich behalt' eu wol da3' leben.« 
Ze hant gab er Im hundert mark. — 
»seit euw(e]r miet' ist also stark, 
Si «il ich eu daj leben neren; 
und wil eu des recht[e) sweren.« 

55 Dar nach der künik wol genas, 
den künigin des iii was, 
Und deu sch<Bn[e) tochter sein , 
den het wunnikleichen schein. 



1. 3i4<ll» uot VritcMM. 

Dfu slicf dnimuch lk-ptciche(nj 
560 bei Achille vrüuilcn TcJchc[n]. 

IJnü was le minnrn also kluok, 

(las sie ain kini Lei im Imok. 
Dil sie des wart von im gewar 

Aö ward ir baider vröudea schar 
65 Gemiscb{ejl wol von iHiUe 

auf der minnen haid(c), 

.Sie TorrhU'H den künik und die kUujgiüii{i-i. 

sie würden gpla>i:ejt iimb ir ininn(e). 

Die sie da l)ciin(e)loicben lel. 
70 alsA sie wider Ächillen ret. 

D6 sie der wärhait wurden gewar, 

sie TOrcht'. sie verlur ir leben gar. 

Und ir gesell' Achilles genant, 

in wilrd(e] beiden da brkänt, 
75 Das sie liltru grAje niU 

uDd(e) i'wär darumb den Ittt. 

llürh trüs({e) sie Achilles ser, 

vr S]jrac!i: »lieben vrauw(e) her. 

Uns mag baideu geschehen wol. 
80 meinen abgot ich manen sol 

Umb unser wunn(e), die wir hlo, 

ej mag uns baiden noch wot ergin. 

Ej ist nicht än(e) sach* gucfaeben, 

des muoj ich wol von tchiddeu jehen. 
85 Davon gebab(e)t euch wol: 

ich luon, W13 ich tuon sot.« 




Ptx iaubtxer l^trjiltus. 



iti Rom wohnte ein groiser Zauberer, Virgilius, ein Heide 
lind Kind der Holle. Kr fand die Zauberei so; er arbeitete in einem 
Weingarten und schlug mit der Haue tief in die Erde, dafs er auf ein 
Glas kam. welches \oll Teufel war. Er hob es aus dem Boden und 
freute sich des Fundes. Da sprach ein Teurel aus dem Glase und bat, 
ihn sammt allen darin fersclUofsenen Geistern aaf die Heide fahren 
zu lafsen, sie wollten ihn auch viele eigetxlicbe KQntle lehren. Vir- 
Silios tchirnr es lu than, wenn tle lUTor das Verbeütene leiileten. 
Da lehrten die Teufel alle ihn die Zauberfcunft, wie sie heute noch io 
der Oiristenheit Qberall umgeht Hienuf leibnch Vingilius das Glas 
an einem Stein, und entliefs die Teufel. £r freute sich, ohne HQhe 
Gut und Ehre tu gewinnen , und versuchte alsbald seine Kunsi. 

£r machte lu Rom das Steinbild eines Weibes, deren Leib mit 
solcher Kunst gebildet war, dafs alle Unkeusche, die tu einem Weibe 
geben wollten, sich daran verunreinigten. 

So trieb er noch viele andere Zaubereien , von welchen ich nur 
eine erxihle. Er warb um die Minne einer schönen Römischen Bürgerin, 
die Jedoch ihre Treue nicht brechen wollte, und wenn er so schön wäre, 
wie Absalon : eher mttsten alle Steine lerbrechen. Als er dennoch, und 
koste PS sein Leben, nicht ablafsen wollte, ihr Gold und Silber die 
Fülle bot, klagte sie es ihrem Mann und verlangte seinen Math. Der 
Mann fk^ute sich ihrer Treue, und die Frau that nach seiner Wahwig. 
Sie liefs den Virgilius rufen, klagte ihm, dafs ihr eifersüchtiger Mann 
sie hart geschlagen, und weil er lomig weggeritten, werde Virgilius in 
der Nacht sie willig finden. Virgilius war freudig bereit, und sie hiefs 
ihn sich heimlich in einem Korbe tu ihr auf den Thurm lieben lafscn. 
in der Nacht stellte er sich ein, und warf ein Steinchen an das Fenster, 
Die Frau, in Begleitung ihres Mannes, ttflhiele, rief hinab und vernahm 
Virgilius, der den Korb verlangte. Sie liefs den Korb hinab, und als 
Virgilius darin safs, lOg sie ihn empor, Jedoch nur drei Stockwerke hoch : 
da strickte sie fest undjiefs ihn hangen. Sobald es Ugte, vernahmen 
die Römer das Abenteuer; mancher wollte es dem weisen Manne nicht 
lutrauen. Alle Qberxeugte jedoch der Augenschein. Auf ihre laule 
Verwunderung antwortete Virgilius, es sei sein Wille- Der Ehemann 
fragte ihn noch schirfer, bedauerte ihn Jedoch, und liefs ihn frei. 

Virgilius sann nun auf Rache. Er machte, dafs alles Feuer in 
Rom erlosch, so dafs man« weder kochen noch backen konnte. In 
dieser Noih rietb ein Römer, sich an den michtigen Virgilius lu wenden. 
Alle flehten ihn , der Hungersnolh lu steuern. Er weigerte sich , weil 



sein Mittel ihnen lu schwer fallen wQrde; als sie ihm aber ihre stille 
Huld und alles, was er geböle, lu thuo lUMbwuren, erUirle er, dafs 
nur die Frau sie retten könne, an deren Thiinn er gehangen habe 
Man eilte lu ihr, und ihre Freunde drangen in ihren Hann, dafs er, 
obschon ungern, sie lu Virgilius gehen liefs. Dieser empfirag sie 
schön , und fragte sie , ob sie nach seltter Weisung Land und Leute 
retten, oder mit ihnen umkommen wolle. Sie bat ihn, sie aus dem 
Spiele lu lafsen, da sie doch Leides genug von ihm habe. Virgilius 
aber betheuerie, es mUste ehe^ der Rh.eln austrocknen, als daf« ahne 
sie die Notb aufhöre. Da ergab sie sich drein . und Virgilius er- 
öffinete ihr nun: sie mUste sich auf Jenen Stein stellen, nackt bis auf das 
Hemde, dort auf allen Vieren stehen, und das Gewand hinten aufbebep, 
so könne man da wieder Feuer anzUnden ; wenn Jedoch einer dem andern 
Feuer mittheilen wolle, so erlösche es, und mOfse Jeder also unmiUel- 
bar es dort am glimmenden After holen. Die Frau wollte eher Ver- 
bannung oder Tod dulden: Virgilius aber beharrte, und verkündigte 
ihr den Zwang. Wirklich baten anfangs ihre Verwandten und selbst 
ihr Mann, obschon ungern, und als sie trotz Flehen und Drohung lieber 
sterben wollte, liefs er sie binden, Entkleiden und auf den Stein stellen: 
so muste sie dort alle Kurzen, Cnschlittlichler , Reisig und Späne an- 
zünden , und solche Schmach und Nöth leiden , dafs sie schier erstarb. 

Damit Terliefs Virgilius Rom, und baute die noch wolbekannlc 
Stadt Neapel mit grofser Kunst, fndem er sie an drei Eier hieng. so 
daU, wenn man diese zerbräche, sie verSQhke und alles Volk ersöffe. 

Hierauf machte Virgilius ein ehernes Bild , dessen eine Hand auf 
den Bauch wies, und die andere auf den Berg (Vesuv); mit der goldenen 
Inschrift, dafs es einen Hort zeige. Alle gruben darnach den Berg um, 
fadden Jedoch nichts. Da kam einst bei Nacht ein trunkener Hann an 
das Bild, und schlug ihm. damit es fürtfer hiemand äffen sollte, mit 
eintl^Eolb« den Hals ab: so dafs das darin verborgene (iold ins Gras 
Oel, und den reichen Hort derjenige fand, dem er beschert war. 
Gott gebe auch uns QlUck und Hell! 




r g i I i u s. 



Ain mu le RAm(e) saj abiu, 
der was gcoant Virgitius, 
Der was le Rdiii[e) aUd kluok, 
daj er tauben vaot genuok, 
5 Als ich cu wil beschaiden. 
er was aia rechter haideu, 
An recblem glauben was er bltnt. 
er was gar der belle lunt. 
Ich wil eu sagen, wie er gewan, 

10 Vilnius der he)b[e)inan, 
Da3 er knnde laubers vil, 
vor nieman ti± da} heln wil. 
Ich sagte) eu le rechte 
von dem selben knechKe), 

15 Wie er (da) dag lauber vanu 
das üt mir von im bekaut : 
In ainem Weingarten baut' er 
vi! gar nach seines henen ger, 
Vil vast er In die erde slouk, 

20 da3e3 deu hauwe kaum vertrouk; 
So grö3 sein hauwen, sein slag was. 
daj er kam auf ain glas, 
Da^ was teuvel also vol, 
daj ich sein nicht sagen sol; 

25 Oaj glas er aus der erde nam: 
»vil wurme ich in dem glas{e] hin,« 



»WS«'"' 



» ■«• " k d« "»" .7, 




± Virfil»«. 

I» Seit die teatel not tob hinimi, 
nu getnuw* icfa wol gewinaen. 
Baklea, tr(e) aBd(e) guol; 
wie wd ds5 nieiKeii henen tuoi, 
Daj ich Tr>« uod Are 

70 gewinn' kn' faenen lArfe]!« 
Virgiligi der selb(e] mn 
begunde (nd] « Rdn(e) gin 
Hat Tenuoebl' sain maiMencbiA, 
ob («5] wKi' wir dw tantel kraft. 

75 Er macht' t« Köm' lin itiiBeiB weip. 
TOD kÜDSK«) <eu bet uoeB leip, 
Swanii' aiD sdutt, aia b«Mr man 
wolte tc aiaeiii weibc glti. 
Das ^r B'c I' dfn itaiafe) , 

HO der bm(e), der von»«, 

Daj im was bei des itainea Mp, 
recht als eb er wer" aia weip. 
Nicht Türbas ich eu sage« sei, 
neiB maiDung' wiit ir alle wol. 

85 Des laubers traib er geniMk, 
(T was aiii man «tuntjen kiuok, 
leb mag ei nicht gar fcsagen , 
der wärhait miioj ich vil verdagen , 
Wan aine3 waiä ich fdrwlr, 

'JO daj sag* ich eu eAeabir, 

Da3 er umb aiaer vtauwen min 
warb, deu was ain bar^rm 
IJnd was te Räm' in der atat 
ge5FJ5eu, uao er ne dikb(e) bat. 

95 Da3 sie sein[eii] willen \mUe] : 
iturh was deu vraawe ■tiBl'a), 
D35 sie in nicht wolt(e) gewern. 
des er an äe nochttej gem. 
Doch liej er nicht aein werben. 
100 er jach , er mueaf t sterben , 
»E das icb ***i> *■ Ujei 
eur minne kuat nir le mlse.s 




[Sie ■pneh:] »«ter uMin ea lait gebirl 

wao ich ng «5 iimimb wirti 
105 Dml wart Ir idHMMr dann' AbtoMo, 

meJD miniM Ut ea venaget »eUn; 

leb wil ea mId gv le rajni 

es mueiteo breiten alle lUin', 

E ich eu wKrleich «olf gewern , 
10 du ir weit aa mich begern. 

Get hin, Ut mich ln(«J n4t. 

mein man taol ea den lAt, 

Dem wH ich e^ tagen ticherleleh, 

enwer red' iit gar anbiUeich.« 
IB Tirgiliat (ud nicht enlia}, 

lilber, gold er ir gehies. 

Der rrauwen ■iGherieicb(e) , 

er WM in' mljao reiob(e). 

DA er die rrauwen wolgetln 
30 Ton dem gewarb nicht wolt(e) lln, 

DA gie sie luo irm wirt 

(und apracb): »aia weiser man ir birt, 

Und(e) Kit nicht le alt; 

achtet (nA), wie ich behalt' 
SEI Heinfe) weipleiche ii", 

die ich Ton meiner kinthait her 

Hit lUchten bin behalten; 

mit £ren muo3 ich alten. 

Ob e^ nA euwer wille iiL 
30 dA riUt mir in kurter vritl, 

Das ich ViigUiA engt; 

der tuot mir oAt and(e} w« 

Z'wir amb meiii(e) minne; 

nA nemt in euwer sinne, 
35 Wie ich sein kaut Hmb(e) g6, 

das mir mein ir' von im best&« 

Ir bleich man sprach lehanl: 

xvrauw', dein latter and dein schaut 

Wsr[ej mir von heraen lait; 
40 iwie t61 er iil der kflndiiuit. 




2. «ittUins. 

Sd wil ich trachlcD, vranwe roeio. 

das er muo3 gMctMQt sein. 

Nu Tolg'. Tnuw', mciDem riUe). 

Mnd(ej Dich im drätfe). 
Ii5 Und gtob' im. liebeu vrauw'e] mein. 

du «eilest {gar] deo willen sein 

Laisten heint bei diser oachl, 

des habest dd dich vil wol bedacht; 

Dd lotl im deu marfe) 
50 sagen, ich sei mil 8wKr(e) 

Von dir gerilen und mit lorn. 

dd hahst mein bald umbsust verlorn. 

Sag* Im, er m(lg(e) oicht schier 

in das ^>os komen zuu dir, 
äS leb hab[e) dich in starker huoti 

sprich: »mich dunket guot. 

Das '^ B" Iie3'ain[en] korp letal. 

darin s6 sizt ir äne schal; 

Den sorgte) euch vil gar verbirt. 
60 wan sein nieman innen wirl; 

Eurn willen luon ich sicherleich. 

auf zeuch ich euch vröleicb 

In den turn den ich hin, 

euwern willen wil ich begän.o 
63 So er sieht den willen dein. 

so «il ich An' Ang(elst sein.« 

Swas ir der wirt vor sprach. 

deu vrauwe tet «3 allcj nach ; 

Sie S3nt(e) nach Virgillum. 
70 sie sprach: »seil ir ein degen vrum. 

Das Süll ir [mir] heint enaigen: 

ich gib' mich eu vür aigen 

Heint'eJ bei diser nacbt: 

mein man hat sich nicht bedacht, 
75 Wan er mich s^r geslagen hat: 

du von sä ist das '^^■■1 ''■''> 

Das ir heintle) kamt le mir, 

des ir mich hit, das '»on ich schier 



"i V» «»> «■"■ 

ich «^ - «ine« ^^ . 
,1. e«"* '" .„-.eh TV" *" 

D» •» "\ IT-''"' ' 



2. «uitUat. 519 

Sie strikt' in luo, und Iie5 in hingen; 

sein will(e) was nicht ergangen; 

Sie was ein (fil) reine5 weip, 
SSO keusch und schoenfe) was ir leip. 
üts morgens d6 e5 tagte, 

den Römern man 65 sagte, 

Da5 der weis' her Virgilius 

wer' an ain[en] turn erhangen sus; 
25 D6 sprach (ril) manig man: 

»ich glaub' sein nicht , ich seh' e5 an ; 

Wan z'wäre, sein weiser leip 

ist weiser, denne man oder weip; 

D4von e5 nicht ergdn mak« 
30 sein leip ist weise nacht unt tak.« 

06 sagt'* man in deu maerfe), 

da5 63 deu wärhait w«r(e); 

06 giengen die R6m«re dar 

und uümen seiner n6t war. 
35 Zejung(e>st kam ir 6leich man 

schön ZUG im gerilen dan, 

Sam er wer' von dannen gewesen. 

Virgilius roocht(e) kaum genesen. 

Wan er het swer* und ungemach. 
40 iegleich RoBmer tuo im sprach: 

»Wie ist da5 komen, Virgilius, 

tla3 ir hie hanget alsus?« 

Virgilius sprach in stille: 

»e3 was z'wär mein wille.« 
45 06 sprach der vrauwen ^eich man. 

»wer bracht euch zuo dem turn(e> dan, 

033 ir hangt an meiner maur? 

ich W8en\ 63 sei eu worden säur. 

Ooch ist €3 mir an eu lait, 
50 ir habet erliten sm^chait.« 

0er wirt zehand den weisen man 

lie3 in von dem turn(e) dan, 

Oa3 in da3 volk alles sach. 

er het grÖ5en ungemach 



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2. vitflUiM. 

Der rtt beguDd' in allea 
TÜ rechte wol gevalleD; 
39G DA giengeo leichl' uDd(e) vram' 
alle *0r Virgilium, 
Und gprilchcn: »berre, euwcm rlt 
suochen wir, omb ain miueUt, 
Sie tuot niu alsA ^je oAt, 

300 vor huDger wellen wir ligen Utt, 
Wir mttgen oicbt gebachen , 
wir mOgen nicht esseo machen, 
Des muejen wir lerderben 
und hie le HAnr' enterben: 
5 Nd wi35en wir, her, dein weistnom, 
der ist uiu unmäsen Tnim.« 
Virgitius sprach: uich wil eu sageD, 
ir inügt der rede stille dagen, 
Wan sag* ich eu die wirhsit, 

10 d>j wurd' eu AD[e) mAsen lait, 
Ir liiet siT and ungemach.« 
alsus Virgilius gen ior sprach. 
Dd sprächen gar mit swttr(e) 
die weisen Römcrfe): 

tS uHerre, sein ist nicht le til, 
swa3 du. Trennt und herre, wil. 
Daj luon wir gern mit sinnen, 
daj wir veur gewinnen, 
E wir alsus ferderben 

20 unt hie le Röm(e] sterben; 
Der hunger machet uns blint, 
uns stirbet weib und(e] kinL« 
Er sprach: »ist eu der bunger lait, 
so sweret mir des ainen ail, 

2S Daj ich euch baigte] tuon in leit, 
da} ir dawider nimmer seit. 
Und dag ich euwer huide 
hab' umb die selben schulde; 
Wan ich durch euwern willen 

;(0 wil hie da^ Tenw(e)r tinden.t 




I -i. Vicgili 

Dd wurilcii Kic le riliei, 
das ''*^ ^ruo und g(il[(ej 
Im nimmer wollen wider sein, 
[sie aprächen:] »wir wellen den willen dein 
335 Tulin vil gar, nicb deinem rät; 
ob sich under um ienan Ui 
Veruunit gegen dir, da^ 1^5 dA nn, 
wir wel[le]n um gen dir vOrbaj beviun. 
Er iprich: iidaj iwert mir bie le »M^ 
40 >lsui Virgiliiu gen in ret; 
Des twuor(ejn tie ia mit laid« 
iegleicher swtn' aide. — 
»Mit huldeo ich ej iprecben sol, 
euch bewart niemad *A wol. 
i'.i Der euch ton laid'e) tcl>aid(ej. 
daj sag" ich cu bei mai[iu]m aid(ci, 
Sü deu vrauw(e] lidierteich , 
ücu da ist in dem lurD(e) reich. 
Da ich mit unten an bienL« 
üt) vil maniger nlch der vrauwen gienb, 
Die ir mäge wär:e}u, 
die sach man nSch ir vir(e)n. 

Ir man mit vleg(e) und mit bei'. 

doch er «13 UDgem(e] lel. 
;i9 Wan er muoit' in des gUnnen, 

IT und al sein künne, 

Da5 sie luo her Virgilio gie. 

Vii^ilius sie schän enplie: 

Er sprach: »n-auWe) «olgeUn. 
m weit IT da3 land nicht Un lergin 

Und die leuC darinne, 

so vulgel in einem linne 

Uni luol nAch meinem rit'.c,. 

^o gewini ir vett«(e]r drilfei. 
ti5 Oder ir mueji verderben 

und mitsamt in atcrben.« 

Sie sprach: »lieber herrfe) seiB. 

m5cfal' C5 in euwern hulden leiii. 




SA tMBl(ej ich euch (nl) gern , 
370 ob ir mich wolt(et) gewem, 

Sü tiejl «s lein aia ander spil: 

ich bin doch von eu laides vil.a 

Er tprach: oTrauw', des mag iiicbl gesein, 

«3 muest' i trukken sein der Rein, 
75 Ob ich ej lies' an disem Uk: 

Ad' euch, «3 nie man geschaffen mak.u 

Deu Trauw[ci sprach: »sü Ut mich sehen. 

swas mir bie süUe gnchehen.« 

Dlmil Virgitiiu sprach, 
80 d6 er sie scb6n(cj lor im s*ch: 

»Vrauw[eJ, sehl ir disen slain. 

darauf still ir slta alain. 

Das gewant sült ir ab liebrn , 

ab dem slaio sfUt ir nicht vliehcn. 
83 Ir sült nicht haben , van ain bemd(e, 

ander klaider sint eu vrerod[e,, 

L'ud sttll ir da3 aftermuoder i'näv 

binden auf heben gar. 

Und an allen Tieren slan : 
90 lehand s6 sol weih und man 

Zünden vor dem binderlail. 

swer dan gewinnet daj uuhail, 

Der luo dem andern lündeu wil. 

sü Wirt in baiden nicht ae tÜ, 
95 W»n sie erleschent baid' das licchli 

das man ej nimmer brinnea üchl: 

Wellen sie aber neuwfejr hau 

so muejen sie hin wider gdn 

Und muegen wider lündeii, 
tOO so bcgin[ne]t der after lündeii.« 

Du sprach deu TrauwIeJ wolgelin: 

ue wolt' ich den leib lAn, 

E ich het(e) solbc scbant, 

ich noU' e räumen allen lant.n 
ö D6 sprach Vitalins der man: 

»alsd mag ej nicht ergin , 




\ 2. WiflltH. 

Im muD3 anden geschehen: 
wein sie vröud' nnd wuoDe sehen, 
Sie muesen euch dariuo twingen, 
410 so mag in wol geiingen.n 

DA daj erhärten ir mäg[e). 
d6 hcteD sie manige Trlgfe); 
Auch sach ej lehand ir man, 
da} ej nicht anders mocht' ergün; 

IS DA griffen sie an mit t1^. roti bet'. 
den Traiiwe ej ungern(e) let, 
WaiJ sie schämt' sich sfire. 
ir laides des ward m£re: 
Sie jach: »ich las' mich treten d. 

20 c e5 also an mir crgt.u 

Dö nicht hall weder drö, noch bei'. 
nü hiBrel, wie ir wirt tel: 
Er wott' des nicht erwinden, 
er biej die vrauwrn binden, 

2S Da3 gewand hiej er ir ab aiehen . 
des mocht' sie nicht enpflichen. 
Kr stall' sie nider auf den slain, 
ir schäm was {6ki ntchl klain : 
Da mnosC den vrauwfc] mit schal 

30 da3 veuw(e)r geben überal, 

Wan sie muost' auf dem gtain!e) stäti . 
des woU(c) man sie nicht erlAn; 
Der 3in(cj iruog ain kerten dar. 
der ander unslit i'wür, 

35 Der dritKc) truok ainen schanji, 
der Tierdle) ainen boichen laup. 
Der vünftfc) truog ain bnechein her. 
der sechsHe) ainen brand swkt'. 
AlsA lunten sie allesamt : 
40 da5 was der vrau[wc1n ain bitter nml: 
Also muosl' sie C3 leiden 
und mocht' ej nicht «ermeiden, 
Sie muost' die schäm und die nAt 
leiden, sie was nihen tAl. 




ä. ViifUtBi. 

US Damit VirgUitts «kil 

nior von RAm', und baut' «in sut. 

Als sie heut(e) isl bekam, 

die ward Napels geuol, 

Hit listen er «3 bdc *ie. 
50 daj e3 tiAch seinem willen gie. 

Recht(e) als er wolde 

und als «r mit listen solde, 

Wan e3 ic recht alsd ergieok: 

die stal er an dreu eijer bienk, 
55 Das ^3 *<>'> ■"< i"^ bit die krall 

unt TOQ seiner meutencbaft, 

Swer sie lerbrach', deu stal rersüDk(e), 

da3 Tolk lil gar erlrfiak«). 

Da5 bewart man in der stal wol. 
60 swer t;egen dem eije greiCen sol, 

Sa zit't]ert deu stat überal 

und die heuser ine lal. 
Darnach Virgilius der her 

vant dennoch liste tair, 
65 Er macht' aiu bilde inia, 

da3 bilde muost' ton golde sein , 

An dem bilde was gegraben 

mit guldeinen buochstaben: 

»Da ich bin laig", das '^^ 31" bort; 
70 swer in begreift, da3 ist ain ort 

Seiner armuot ab bekomen.'i 

dö da3 die leut(e beten) Tcrnomen, 

Da k3ra[en] der Icut' ain midiel tail, 

iegleicher versuocht' sein hail, 
75 Ob im der hord wQrde, 

d35 im der sorgen bfirde 

Huest' diTOn geringet sein 

und ganzen vroude werden schein. 

Die ain band bet das ^i'^^ 
80 geleit auf den bauch wilde; 

Der ander arm stuond gerakl. 

des maniger dikke lacht'. 



SM a. INrgHiM. 

Da5 bilde dk saige» begin 
mit feiner hand wol getin 

185 An ainen berg, der gegtt ia lak; 
aM laigt' e5 naeht unl tak: 
Mit dem Tinger für sich bin: 
dft suochle maniger den gewin 
Und gruoben den berg mnbfe), 

90 der weise und der tmnbCe). 
Sein yinger im gefekk(e}l waa 
gegen dem berg, als idi e^ las; 
Der asder Tinger laigen began 
gegen dem bauch den boft an. 

95 Des Terstuonl sieb nie man 4k: 
sie fuoren nich dem tlnger sA, 
Der da sluond nAcb dem beilc, 
darin ne so worchloi sie manig werk, 
Wan sie winden , das *^® ^^^^ 
500 vUnden in dem berg den bort: 
Den bort dl nie «an ^}sacb. 
aines tages ain trunken man sprach : 
»Wie lang sol uns das ^^^de 
effen an dem wilde? 
5 Ich wÜ die leuC* an im rechen 
und wil es genileich terbrechen.« 
Sein[enJ kotben er bei dem orte vic. 
vil trunken er gegen im gie, 
Und sluog es dA an seinen nak, 

10 das ^3 ''"f ^cr erden lak, 
Seinen hals und sein(en) nak, 
dennoch schein nicht der tak, 
Wan es bei der nacht was: 

das Koli viel nider auf das 8^s* 
15 Daran sol man gesehen wol, 

wer gr^ses gnot haben Tol, 

Dem muos es werden besdiaffen. 

es sein laijen oder pfaffen; 

Als dem trunken manne geschach. 
20 der das bilde (dl) xerbrach. — 



2. Vniili». 

Dil bild' 5ol Die man effenl tein — 
der weil' nicht, daj daj guol wu sein. 
Um er dai golt truok von dan: 
di ward er «in reicher man, 
5SS Im wart beschert gri^t^ guot. 
awi, wie sanft e3 manigem tuol. 
Daj er gewinnet SKid' und hail. 
ow6, wnrd' uns des auch ain tail! 
Des beir um Got von liimel reich. 
90 t'wAr, sA wflrdeo wir vröuden reich. 




3. 



<E r k t i n a. 



Alt der König Pbokas io Rom herrschte, fcim ein Heide dabin 
und hol aar dem Markt einen Knaben feil, der aller Weisheit voll «ar: 
wie er dem Heiden lugekommen war, weifs ich nicht Des Königs 
Schaffner feilschte auf dem Markt um den Knaben, für welchen hundert 
Mark gefordert wurden , und der Knabe, Eraklius genannt, rühmte 
sich : er kenne die Krlfle aller Gestirne ; ebenso könne er jeder f rau 
ansehen, ob sie getreu oder wankelmijihig sein werde; endlich verstehe 
er sich auf die Tugenden und Mängel eines jeden Bosses: diese drei 
Künste habe er von einem heidnischen Stemseher gelernt. 

Der Schaffner legte dem Könige den Handel vur , und dieser liefs 
sogleich den Knaben kaufen. Als der Schaffkier ihn brachte, prüfte der 
König ihn, und befragte ihn über allerlei Gestirne: worauf der Knabe 
ihm eines Jeglichen Kraft angab. 

Nun führte der König ihn auf den Markt, und hieHs ihn das beste 
Boss auswählen. Der Knabe leigte ihm einen Jungen Hengst, der 
tadellos und des Königs würdig wäre, wenn er gut gepflegt würde. 
Das Boss wurde gekauft, und ward so treulich, daüs der König nicht 
ein Land dafür genommen hätte. 

Hierauf hiels der König den Knaben , ihm ein vollkommenes Weib 
lur Gemahlin aussuchen. £r liefs alle, die neue Kleider tragen wollten, 
SU einer Hochieit (Fest) ladcu, und es kamen viele Uenoge, Grafen 
und Dienstmannen, sammt allen schönen Frauen, die sich köstlich ge- 
schmückt hatten. Sie saTsen in drei Palästen , in einen) die Fürstinnen, 
im andern die Burggräfinnen, im dritten die Bitlerfrauen; die übrigen. 
Mann und Weib, saTsen im Hofe. Als aUe über Tische safsen , fafste 
der König den Knaben bei der Hand und führte ihn lur Brauischau. 
Im ersten Palaste fand £raklius keine des Königs würdig. Im folgen- 
den, wo die Dienstmannen und Bitterfrauen safsen, sah der Knabe 
auch nur solche, die willig wären, wenn man sie um Minne bäte. 
Ebenso war es im dritten Palast. Da führte der König den Knaben in 
den Hof, wo das gemeine Volk safs: da ersah Eraklius eine Jungfrau, 
die eben so rein und keusch, wie schön, und auch getreu wäre, wenn 
man sie ungehütet liefse. Der König wollte sie xur Gemahlin nehmen, 
wenn es sieb gewiss so verhielte. Eraklius setate sein Haupt zu Pfabde, 
warnte jedoch, dafs die Hut sie wankelmülhig machen werde; und der 
König gelobte, ihr zu trauen. 

Alsbald wurde die Jungfrau königlich gekleidet , die Frauen lehnen 
sie mancherlei Tugend, und so führte man sie aus einer Kammer her- 
vor. Da hatte der König alle Gäste, Edle und Bürger. Männer und 
Frauen berufen, und verkündigte, dafs er die Jungfrau zur Gemahlin 
erwähle. Erben zu gewinnen. Alle hiefsen es gut. Hierauf trat er 
mit ihr in einen Kreis der Herren, und Torderte sie auf, ihm die Jung- 
frau tu geben. Das geschah , und beide lebten in hohen Freuden. 

So vergieng ein Jahr, da ward die Frau dem Könige so -lieb, daXs 
er sie nicht ohne Hut lafsen konnte, und ihr seine Schwester spät und 



früh zur Aufseherin seute. Das that ihrLeid, sie sagte sieb, dafs ohne- 
dies ihr reines Herz getreu sei, wollte nun aber versucbeo, wu die 
mlslrauiscbc Hut helfen könne. 

Eines Abends safs sie fröhlich, mit der Krone auf dem Raoptc, in 
einem Fenster: da ritt ein Junger Römer vorbei, den grOftte sie minnig- 
lich. Der Jüngling, hocherfreut darob, sann Tag und Nacht auf ihre Minne; 
er ritt alle Abend an ihrem Fenster vorüber, und sie sah ihn heimlich 
und grürste ihn lieblich. 80 zwang die Minne sie beide, dafs er fast 
vor Liebe starb und sie ihm von ganzem Herzen hold war, obgleich 
sie noch kein Wort gewechselt hatten , doch liebten sie sich herzinnig. 
Die tödtliche Minnenotb war beiderseitig, dennoch wusle keines von 
beiden um des andern Herz. So minnewund versank sie in schwere 
Siechtage , dafs der König für ihr Leben fürc^itete. 

In diesem Siechthume kam zu ihr ein altes gewitztes Weib, Namens 
Romphea, die sah ihren Zustand, befühlte ihr Haupt, Hände und 
Hüften, und erklärte sie für minnesiech; sie möge aber ihren schönen 
Leib nicht verderben , sondern den geliebten Mann nennen , damit sie 
genese. Die Königin rühmte die Alte, dafs sie es getroffen, and bat 
sie verschwiegen zu sein. Romphea gelobte es bei tausend Toden, und 
die Königin vertraute ihr Alles. Romphea versprach ihr Hülfe, trotz 
aller Dehütung, und die Königin verhiefs ihr reichen Lohn. Nun rieih 
die Alte, die Königin solle Mittwoch in der Stadt umher reiten, und 
sich an das Haus führen lafsen, in welchem sie wasche und spinne, 
und vor welchem eine Lache von dem ausgegofsenen Wafser stehe: 
dort in ihrer Kammer wolle sie den Mann verborgen hallen. Die 
Königin konnte diesen nur dadurch kenntlich machen, dafs sie ihn 
zeigte; und die Alte blieb da, bis er am Abend wieder vorbei ritt. Da 
erkannte ihn Romphea, und verhiefs, ihn zu gewinnen: die Königin 
möge beim Heimreiten an ihrem Hause das Gefolge entlafsen und allein 
vorausreitcn , dort ihr Pferd an einem Stein stolpern lafsen und selber 
in die Lache fallen; man werde ihr heraushelfen, und während ihr 
trockene Kleider geholt werden, solle sie sich in das Haut führen lafsen, 
wo sie den bü'bschen jungen Mann in der Kammer Onden werde, erst 
thiin könne, als wäre es ihr Leid, dann aber stehe ihr Bette zur Lust 
bereit Der Königin war dieser Rath völlig zu Willen. 

Am Mittwoch früh ritt sie aus, mit Frauen und Rittern, deren zwei 
der Königin Boss am Zaume führten. Als sie an die Lache kam , ihat 
sie alles , was Romphea geraihen . und liefs sich in ihr Haus führen, 
wo der junge Mann sie erwartete, und beide der Minne pflagen. 

Das trieben sie heimlich so lange, bis der König es inne ward, sie be> 
obachlen liefs, sie bei einander betraf und beide tödtete: jedoch weifs 
ich nicht gewiss , ob sie nicht mit dem Leben davon gekommen sind. 

Der König sandle hierauf nach Eraklius, schalt ihn, dafs er ihn so 
getäuscht habe, und drohte ihm den Tod. Eraklius aber entschuldigte 
sich: man habe gegen seinen Kaih, die Königin durch argwöhnische 
BehUtung zur Misselhat gereizt. Der König erkannte sein Unrecht, and 
bereute, dafs er den Rath nicht befolgt und sein Weib behalten hätte. 




3. 
E r ä k I i u 8. 



Dar Dich ud kUnik le RAmle) was, 

der was gehaisen FAcas, 

Vil Wunders er dd begie; 

ich kan nicht wol wijjen, wie 
5 Oder *oo waDoen er dar kam, 

uDd(e) da sein ende nani , 

Wao, aioej ist mir von im gesait 

vUt die ganien wärhait, 

Da3 ain haiden bei der lell 
10 kam auf den markl weil 

Und het veil ainen knaben sus. 

der was genani Eriklius, 

Der knab' was aller weisbait vol ; 

das west' man Tür die wdrhait wol. 
tS Wie er dem haiden was luo komeu. 

des hin ich lan im nicht vernomen, 

Wan daj der haiden in het vail; 

da5 kam im seit le grÖ3em hail. 
Der bünig bei ainen scb3ffKr(e). 
äO der was treuw und ärbcr(e]. 

Der raii an den markl guol; 

als in di l£Tt(e] sein muot: 

Da3 kam dem kinl le hailfe}: 

Eräklius was vailfe). 
25 Der schafTxr' lies ^i*^ ■'■■^1>' betragen. 

den haideu begund' er vrägen, 



534 3. «rthlivf. 

Wie er den mao geben wolde, 

und wie er in kaufen solde. 

[Er sprach:] »ich gib' in umb(e) hundert mark; 
:)0 wan er ist än(e) mii5en kark.« 

D6 sprach der 8chaff8er(e) : 

»der kauf ist mir ze 8W8ßr(ej , 

Ir wolt(et) mir dan gunnen, 

da5 ich h6rt% was ^^ mocht' kunnen.« 
35 D6 sprach Erliklius zehant: 

»herr(e), ich tuon eu bekant 

Da5 ich in meinem herzen h^n . 

ob es mir hie der haiden gan. 

Jüein kunst ist nicht klain(e) : 
M ich kan ain iegleich gestainCe) 

Besehen, wa5 es krefte hAt 

und(e) wie 63 ze lobe stat, 

Saphier und(e) j6chant, 

deu sint mir allfe; wol bekant, 
i5 Und darzuo gemain(e) 

alie5 edel gestain(e), 

Wa5 kraft ir iegleiche5 hat , 

da5 kan ich besehen drät 

Darzuo kan ich m6r(e); 
50 65 ist kain vrau $6 h6r(e), 

Oder (al)s6 arm getün, 

swenn(e) ich zuo ir gftn, 

lch(n) sehe an ir ?arw(e) wol, 

ob sie stnt beleiben sol, 
55 Oder ob sie hat ain[en] kranken muot; 

da5 kan ich, lieber herre guot, 

Ich kan e5 sicherleichfe) 

vindcn an in geleich (e). 

Darnach wil ich eu m6r(e) sagen 
60 ain kunst muo5 ich stAte tragen , 

Des kan ich nicht vergessen, 

deu ist mit lieb gesessen 

^t(et(e} in meinem muot: 

das d(c)hein ros ist sd guot, 




6S Icli(D') bfln'n in im eneben wol, 
swaj guoter lugend' «5 haben so), 
Oder ob 63 ist ODtiigentbaft , 
daj sich ich wol an seiner kraft. 
Lauft e3 ■oell' und« drtt, 

70 di5 kenn' ich irol ttuo und ipil, 
Und wil ej recht an dem ros teben, 
alsd bau ich ir lugend ipehen. 
Die kaost(e) alle drei 
sint mir wvrleich gar bei. 

75 Ais icb eu wil bescheiden, 
ich lernt' es bei ainem haidea. 
Die da hujeut aterniehar{e), 
dji lernt' ich die kunst awnrfel.a ' 
Der scbaffsrCe] sprach lebanl: 

80 »meinem hern tuon ich es bekant; 
Er Ut den kauf nicht underw^en, 
er haiset dein schäu(e) pflegen.« 

Dem künik tet er e3 bekaut: 
iikaur in, ich nnm' in *fir ein lant.« 

85 Also sprach her Föcas, 
des kaufes er gar «rä was. 
Der scbaffKr* kaullfe) id lehant. 
und oam in schön an die bant: 
Vür den künig er dö gie. 

90 der herrie) in schdn enpfie. 

Er sprach: niA^ mich dein kunst sehen, 
ob ich sie von dir kttnn(e] spehen.« 
Er hie3 im stain(e) vU und genaok 
Tür in tragen: nbistu sA Uuok, 

95 Daj da mir sagst an diser Trist , 
wariuo iegleicher nd»(et isL« 
Die stajn' Eriklius nam, 
er saglfe) im dö, in[e) schäm. 
Was l"*^^' ^'^ iegleicher slain, 
100 er wier(e) gras oder Uaio. 
Des was der kUnik Trö. 
Er Tuort' in auf den markt <U 




586 3. «nUti«. 

Ze BAb' in d«r grtsen «Ut, 
ril Tleigekleich er in dd bat . 
105 Oi3 er im •in rot «rbiit{e), 
det tut er in und mautle), 
D«3 drlt lief und indüklekh. 
und wolimn' unem kOnigrcicfa. 
VtlT ia i6ch min mittchonbait 

10 maoig fcbao roa gemaiL 

Der kUnig iprtcb: swelbq lol ich nemen, 
das moiiieii ftrtn nitt^ geiemeaf 
Das tuoa ich gern, nlch deinem rlL« 
er iprach: »der vol der dort «Ut, 

15 Dem wirt nicht geleich{e) 
über illea lilinig reichte), 
Heiitu uin pQegen tchiofe). 
er limt wol deiner krdn(e), 
Er hat nicht vlAsgallen, 

30 er muos dir wol geTa]len.a 
Der kUnig dd des nicht eDlieg, 
den Tolen er dA koufen hiej. 
Er wart der best(e} den man Tant: 
der ktlnig hiet(ej nicht ain lant 

SS ticDomen Tür den Tolen guol, 
er bet in aUt in leiuem muol. 
Des was er herienleichen jrit, 
das er '>'t disen voleo dö. 
Er ipracfa : »ril lieber Eriddiui , 

30 na hi>[ da mir geiaiget aui 
Ros und edel geatain(ej, 
die wArhait gemain[e) 
lUn ich an dir wol geaehen: 
dd 9olt mir (nA) recht(e] speben 

35 Ainen gar volkomen leip; 
ich bin nicht ain Aleich weip.« 
DA sprach Eriklina der koecbt; 
»ich kan eu betcbiiden recht 
Ain «eib Dich euwenn willen gir. 

40 lA[3e]t ir mich ir nemen war. 




3. «ttaUii«. 

Gcscbecb eu daran immer ichl, 

sA Ut mich sein geniesen nicht« 

Zebant der künig sande 

weiten in dem linde 
145 Und[e) hies den kuten sagen, 

swer neuwen klaider wolL(eJ tragen, 

Daj der k»m' tuo der böchieit. 

da5 saif man in dem lande weit. 

Das CT w»lt' halten wirtschall. 
SO dar kamfen} der leut' ain michet kraft. 

Hertogen, griven, dienst man, 

die kämen luo der wirtscbaft dan. 

Und dariuo allen schsneu weip, 

den heien gebreiset im leip 
S5 Zuo der werden böcbieit 

beten sie sieb schön an geleit, 

tr wäriejn dariuo ijl bekomen, 

das 'Cb das *<'» '" bin Ternomen, 

Das •Irei gröslej palas 
60 von vrauw(e)n also vol was: 

In ainem sijen Türstin, 

in dem andern burggrikrin. 

In dem dritten rittersweip: 

sie beten irieicben leip. 

69 Dd was in dem hof gesessen 
alles ^'^ **)''' C33cn, 

Es wnr(e) weip oder man, 

das ino <'^r häcbteit wolt(ej gan. 

Di vie der künig Eräklium 

70 bei seiner hende ; »deio weistuom 
Der sol sich bie enaigen 

weist du, das <^<^ inoin aigeu 
Bist, U scheinen deinen weistuAm stark, 
ich kauft(ej dich umb hundert mark. 
75 Swie das selb^e) mein guot sei, 
gewer mich heirits, und bis orei. 
Das niir werd' ain raines weip. 
den Wirt mir lieb alsam mein leip. 



538 3. «nUtef. 

Den sei «rm oder reicb(e), 
180 wan ich ir nicht eiiiweicii(e).<c 
Erftklius antworte) dö: 
»herre, du solt weteii vr6. 
Ich inerk(e) dir au5 aiii(e) maii, 
deQ rain ist und anfenaiL« 

85 Ddmit er in den palast gie, 
der künig in bei der bend(e) vie, 
Da die Tttrsünne 
wAren gemain inne. 
Er sprach: »ich sih(e) kain(en) leip, 

90 der dir lom' xuo ainem weip.« 
Zehand d6 gie er schauwen 
luo den andern vrauwen, 
D^ dienst man und ritterweip 
helen wol gezierten leip. 

95 Der kttnig sprach: »nü nim vür vol, 
ob dir iemalb gevalKe} wol, 
Sint die hin nicht st«te.a — 
»etleich , der sie biete , 
Deu braech' ir treuw(e) gern, 

200 ainen man möcht' sie gewern, 
Der ir mücht' gedienen ?il, 
der sie umb minne biten wil; 
DA von ist etleich vrauw(e} guot 
rain und stet an irm muot, 
5 Ob man sie icht b»te, 
da5 sie e5 gern(e) tete.o 
In da3 dril palast er in bat 
g^n; da5 geschach drhu 
Der kttnig sprach: »tracht' mit sinn(e), 

10 ist icht junkvraun hie inn(e), 
Deu staet an mir beleib(e} hie.« 
in dem palast er umb(e} gie 
Und schauwet' sicherleich(e) 
die vrauwen dA geleicb(e). 
15 Er sprach: »ich sich nie man hie.« 
der kttnig in bei der hende f ie 




3. «TtUiRt 

Und wdsl' in in den bof ubant, 
di er daj volk genuiB(ej tant; 
Er f)>rach; »qA sieb mit sioae, 
220 ist indert liaineu hinne, 
Deu mir te weih geoemte) 
und die ich mit twitia UKmfei.u 
Da begand' er umb(e] scfaaawen: 
da sacfa er aio jnulk vrauwen, 

25 Er sprach: nich sich dort aioe, 
den wKT(e) liengch und rain{e) 
UDd(e] wkK recht wolgetln. 
der sie wolt' oich ina hin. 
Ich itg* eu, lieber berrfe) gaot, 

90 der sie haben wolt' in bnot. 
So behabl' sie nicht ir slclfe). 
wan sie dan mUselsHe): 
Wil'-aber man sie in' huote Un, 
sd mag ir nimmer missegän, 

35 Wan sie behalt ir keuschiit. 
daj sei dir, herr(e). *or geseilt 
Uö sprach der herr(e) wolgelln: 
»sol ich da3 auf dir hin, 
Das ^>^ belibfe) st»te 

40 und nimmer missctat(ej, 
So nim ich die mag(eit t'wir. 
swie hall ich an ir gevar.« 
Du sprach ErUlius zehant: 
>ides sei mein haub{e)t dein pfani, 

45 Witt da sie nicht ia huot[ej hin. 
sä mag dir nimmer missegin: 
Witt du ir aber hueten, 
so beginnet ir faen* wuelen , 
Sie mag di*on uorecbl Ireieo, 

50 ob sie ienian het gebeten.« 
»Nain ich,« sprach der kllnig drlt 
»z'wir, ich gerar nach deinem rit. 
Ich wil ir getrauwen wol, 
seit sie ist rainer keuache toL« 



540 3. <caii«0. 

255 Zehand mao der Junkvrauweii truok 

klaider deu wArn reich genuok. 

Als ainer küniginDe xam. 

deu klaider sie sich an nam , 

D6 wart sie ain schoBoea mait, 
60 da5 man dl wunder von fr sait'. 

Die vrauwen nAmen sit mit gewait, 

und IMen sie tngend manikvalt, 

Und weist' man sie leis und nicht drAt 

au5 einer kemenlt„ 
65 DA het sie sich an geleit 

z'wÄr an der selben leit 

Bat der kttnig die fürsten gAn 

und die vrauwen wolgetin, 

Dienst man und ritter(e), 
70 knappen und burgnr(e), 

Die muosten dA gemain(e) sein. 

der künig sprach : »liebeu vrauw(e; mein , 

fr seit zuo mir komen her 

nicht umbsust,c( sprach er 
75 »Ich wil ain weih mit sinn(e) 

nemen, dabei ich gewinn(e; 

Erben, deu ist wolgetAn.« 

d6 sprach weih und(e) man 

Alle geleich(e), 
80 arm' und(e) (reiche): 

»Hcrr(e), das dunket uns guot. 

von ir wert ir wolgemuot.« 

Man weiset' sie an ainen rink. 

nü hoBret des küniges taidink , 
85 Wie er gegen den herren ret; 

er sprach: »gebt mir sie hie ze stet, 

Wan ich wil sie gerne nemen, 

ze £r(e)n kan sie mir gezemen.u 

Dö gab man sie im wunnikleich. 
00 sie wAr(e)n baidcn ?röuden reich.« 
Dö sie der künig het ain jAr\ 

d6 ward sie im so lieb gar, 




3. «nUUf. 

Das ^ 'I' I>ie3 mit huot(e) pOegcD. 

und licj illlejs dink underwegen, 
295 Er sait ir sein swester luo, 

dag sie spit uod^ej ttuo 

Huolt' ir schän vor Qppiltsit. 

dag was der kttniginne lait, 

D6 sie die baot' ersach, 
300 wider sich selben sie da sprach : 

»Wil er dA gar In' angfejst sein, 

mich Ml das rainfej hera(e) mein 

Und(e] mein rainer maol 

mit ganier sUel(e) wol behuol; 
S Da5 ist in mir wol worden schein: 

wa3 dann' al den hoote sein! 

Seit er mir nicht getrauwen wil 

gar an meines henen lil, 

Sä wil ich besehen, ob sein huot' 
tO im icht grägen vromen tuoLa 

Ainer nacht sie in ain venster sag, 

als irs laides sie vcrgag; 

Dö raii ain junger R6mteT(e} 

Tür ir haus in' swcr(e); 
15 D6 »3 sie in irem venster schön 

mit irer guideinen krön'; 

Den gruo3t[e] sie minnekleicli. 

des wart' sein herzte] vröuden reich: 

Wan er tag und(e) nacht 
20 an ir minue (hei) gedäcfaL 

Darnach rail er al nacht spdt 

vUr ir venster, vUr ir kemnlL 

Sie nam sein Uugenleichen war 

und gruogt' in minnckleicben dar, 
25 Wan sie in dö wol erkauf, 

djvon sie twang der minne baut, 

Dag der knapple) vröuden reich 

rail vür die rrauwen wunnikleicb. 

In betwank sich ir der minne u6t, 
30 dag er vor lieb(e) nlch was tAt. 



512 ». «nhUBf. 

Auch betwank ir hen' sie nAch im, 
und ir mool unde sin 
Was im mit ganien Uneuwen bei. 
swie [doch] iwischen in nicht red(e) sei 
335 Ergangen, doch was sie im holt; 
er het e5 nicht umb sie verscholt; 
D6 was er ir in [ir] hen(en) guot, 
und het in stat in irm maoL 
Also het er sie x(e}w4r 

iO liep An(e) mli5en gar. 

B^denthalb helen sie iingemacb; 
s6 ie da5 ain das ender sacb. 
So w4s e5 nlhen nich im t6t; 
des betwank sie baid' der minn(e) not. 

45 Doch enwest' dhain5 des andern hert(cj. 
des laid sie von im smerzen, 
DÄTon sd ward sie minnen wunt, 
da3 ir der siech tag dd wdrt kunt 
Dö wAnt' der kflnik, sie l«g(e) tot: 

50 dö twank sie neur der minne ndt. 
D6 deu vraaw(e; s6 siech was. 
da3 sie vor siechtuom kaum genas, 
D6 kam xuo ir ain kundiges weip, 
deu sach ir leben nnd ir leip, 

55 Deu greif ir haub(e)t, hend* und diech, 
sie sprach: »ir seit von minne siech, 
Da5 wai3 ich wflßrieich vür wir, 
euch twingt deu minne also gar. 
Welt ir euw(e;m schcenen leip 

60 verderben hie, vil s«lik weipT 
Z'wlr da5 ist unrecht getln. 
sagt mir, vrauw', wer ist der man, 
Nach dem ir seit minne wunt? 
ich mach' euch schier dAvon gesnnt.« 

(>5 Da5 alt(e) weip hies RompheA. 
deu kflniginne sprach dA : 
»VttrwAr, ich des wol swuere, 
der al den krais ervuere 




3. «nUhif. 

Id Rdmiichem reiche . 
370 ist nindert dein geleicfae. 

NA «il ich dir luf giiid(e) Mgen , 
dA soll «3 auch von mir Terdageu; 
Und ist e3 von dir wol rerdait. 
mein heimleicfa* muos dir sein gesuL« 

75 DA sprach daj ■!(' weib Romphei: 
»ir sült des sein tn' ang(ejst sl. 
Und wer' c$ umbFe) taasent mori. 
ich bracht' ej oieinaQ >n ain ort.« 
Sie sprach; dsA wil ich dir sagen, 

80 und wil des rar dir nicht verdagen; 
Ich hin gen dir nicht galten: 
mir ist gar vast gevallen 
Ain junk man in das l>en(ej mein; 
wirl mir der nicht, sd muoj ich sein 

9i Immer (mär) an vröuden tAt, 
mir tuot sein minoe sölicb not. 
Das ich nach verschaiden bin, 
sein leip benimet mir den ain: 
lind blt noch nie d(e)bain wort 

90 mit mir gered(e]t an ain orLa 
Bomphei sprach: uvraiiwCc) mein, 
lät euwer trauren sein , 
Ich tuon euch der sorgen nei. 
swie gröj) euwer buot[ej seLn 

95 Sie sprach: »nA rit, nü Ifr(e). 
da3 dien' ich immer mArfe}-« 
Sie sprach: »liebe vrauw(e) mein, 
ir sült von hen«) ird (gejsein, 
Ueijl euch der mitüchen leit 
WO Tueren in die stat weit, 

Uf ainem pftert, des nim' ich gaum, 
und haijt euch vueren hei dem samn 
Vür mein haus, da ich inite 
wasch' UDd(e) spinne. 
S Di sttl ain lach', den lon mir ilensl, 
von dem wagser das *■>*■' 8^03'' 



5U 3. «nUitf. 

So birg* ich den selben man 
in mein kamer wolgeUn; 
West' ich nenr den mmr(e), 
410 wer der stoli' man wMte).« 
D6 sprach den kOniginn(e): 
»ich laig' dir in mit sinn(e}v 
Wan er reit al nachtekleich 
vür mich also vröuden reich. 

15 DA soll du mit vröuden speben, 
so macht du in heinachi wol sehen; 
Du macht in schier dA vinden.a 
»dein trauren muo3 verswinden, 
Gewin[De]st du mir den selben man, 

20 den ich dir getaiget hin.« 
RompheA sprach: »i(e)wAr, 
ir sült sein an' •ng(e}st gar, 
Ich sich [noch] heinacht sein reiten, 
ich wil sein hie innen heilen.« 

25 Des nachtes der junkher wolbeklait 
vür die kttniginne rait 
Sie sprach: »der rain', der wolgemuot', 
dem wider var hie alle3 guot! 
Sein ros da5 göt in sprung(e): 

30 da reitet her der jung(e) !<c 

RompheA in vil wol an sach, 
sie sprach: »habet guoten gemach, 
Vil edeleu kiiniginn(e), 
ich getrauw(e) meinem sinn(e}, 

35 Ich gewinne eu den selben man, 
wan ich in erken(ne)t hAn. 
In den selben seilen, 
dA ir sült ab reiten, 
So merket da5 ?il rechte, 

40 da5 eu rittcr unt knechl(e) 
Vor meinem haus entweichen, 
so sült ir Sicherleichen 
Vor in (allen) reiten ain, 
unt kArt da5 pferd auf ainen stein, 




4t5 SA toot, ab ir, in* eawern dink, 

Tillcl ab dem p&tnUe) l«nk 

In die lachen bernider. 

sA hilft man eu auf widn. 

SA seit ir na5 all ain maus, 
50 s6 hai^ euch weiien in mein baus ■ 

Und wndet nich klaideni lebant; 

sA bin ich es ror gesant 

Hieb dem hübschen jongen man. 

den Tint ir in der kaner^en) atln; 
56 SA sOlt ir tnon, all es eu Utt 

■d: i4 ist mein betl' berait, 

Zeband dl leget (trj euch an, 

and umb(e)TUit den selben man. 

SA han en nimmer werden bas. 
60 vOr wAr ich eu tsige daj.« 

06 sprach deu kDniginne: 

»du hitt vil wels(ej sinne , 

l'wit bei meiner wirbait, 

da bist gerlten und gesait . 
65 Z'wlr nlch meinem willen wo), 

recht als es ergte soLo 
An dem mitichen morgen fmo, 

deu kOnigin beraii' sich darnio. 

Alt ir deu alt' gerllen hlt', 
70 da5 sie wolt' reiten in die stat; 

Vrauwen nnd'e) ritler guot 

rileo mit ir, lie wirn Truot: 

Dd laumten iwAd' ritcre 

die künigin in' swvre. 
75 Du sie kirnen luo der lachen bin. 

dl fiel sie mit gnotem sin 

In da3 lrueb(ej w«5se'< 

da munst' sie werden nasjer; 

DA hies sie sich weilen si 
fW in das baus le Bomphel ; 

IM was der hübsch man inn« 

und wart[el] der li 



516 3. tftdUta*. 

Als sie der kOnigin het gesait, 

also ergie den hObtchait, 
iH5 Da5 sie der minoe pfliif en 

und bei ain ander l^en. 

Dö lobt' deu kOnigin slmUe), 

da5 sie e5 gem(e) UBl(e). 

Der baimieieh' nlmen sie in genuok, 
90 sie wAren wach ande kluok, 

Unz sein der künig innen wart. 

d6 wart nicht lenger gespart , 

Er sazt' in baiden ldg(e), 

ndch der meider sage. 
95 Unz er sie bei ain ander ? ant : 

der tdd wart in fon im bekant. 

Als man mir hdt von in gesait 

ich wai5 nicht selb'e) die wArhail, 

Ob sie schieden lebendig dan, 
500 oder in der töd gesiget' an. 
Doch ist mir gesaget sos, 

der künig sant' ndch Erdklius, 

Er sprach: »sag* an, ansslig man, 

wie ist dein weisbait aa5 gegiin, 
5 Da5 dö mich s6 s^r hdst betrogen! 

(!ü hdst mir von dem weib gelogen, 

D(i jseh', sie wsr* ain sUet^e) weip: 

dariimb solt dö deinen leip 

Waerleichfc) Ih^tn hie.« 
10 er sprach : »wariimb(e) oder wie 

Hhn ich den lAd hie verscholt? 

ich sait' dir, da5 ich nicht enwolt*. 

Den rät man gegen mir übergie — 

da5 ir ieman huetfe) hie. 
15 Darumb wil ich iinschuldik sein 

umb die lieben vrauwen mein. 

Hdt sie getAn dhcin missetikl, 

seit man hki den meinen r^t 

Daran übergangen. 
t20 ich solt(e) billeich hangen, 




Üb ich Kholdig w«r(ej, 
sb lid* ich billeich sw«r(e).a 
DA beguDd' dn ktlnig jehen, 
im wnre rechl gcichehea, 
^5 Er sprach; nnnd hkC ich deinem ri 
gefolgt, ich wsr' An' miuelit. 
Und biet' nicht henen iwM^e), 
und hiet' iiich al mein <r(e]. 
Und biet' ich geralget deinem rit. 
30 sA WKr" mein weih In' misMUl^ 




f er €tuftU-y«p|l- 



Ein Mano ward, wie ich %ernabm, rolgendermafsen Papst tu 
Rom. Er war vornSmIicb ein Spieler und ohne alle Tugend, aber 
wohlgelebrt; er scbrieb und las alles was man ibm vortrug, und war 
des neuen und alten Testaments aus dermafsen kundig. Dabei war er 
billerarm, weil er im Würfelspiel alles verlor. Da bescblofs er, sieb 
von der Armut lu befreien und dem leufel Seele, Leib und Leben 
lu ergeben. Er trat auf einen Kreuiweg, log einen Kreis um sieb und 
rief den Teufel berbei. Dieser erschien alsbald, und tbat unwillig, 
dafs der »Lotlerpfaffe« ihn so mObe. Der Beschwörer begehrte vom 
Teufel, dafs er ihn der Armut entrifse. Der Teufel erbot sich, ihn 
gewaltig fiber alle Christen lu machen, nimlicb lum Papst in Rom: 
dafür müfse er aber, sobald er am Altare su Jerusalem als Papst die 
Messe singe, seine Seele in die Hölle führen lafsen. Der Pfaffe bot 
sogleich Leib und Seele für das Papstthum . indem er nimmer nach 
Jerusalem au kommen gedachte. Der Teufel verlangte, dessen zu Ur- 
kund. einen Brief mit seinem Blute, und der Schüler stach sich in den 
Finger, und schrieb mit seinem Blute den Vertrag. Hierauf ging er, 
nach Weisung des Teufels, zum Bischof. Da war eben des Bischofs 
Schreiber, vom Teufel verleitet, tum Weine gegangen und ganz be- 
trunken. Der Bischof aber wollte gerade einen Brief absenden und 
hiefs eilig den Schreiber herbei holen: der Teufel liefs ihn jedoch nir- 
gends finden. Unwillig auf seinen Diener, rief der Bischof heraus, er 
wolle den reich machen , wer ihm zur Stund einen Brief schreiben 
könnte. Das hörte der arme Schüler, sogleich erbot er sich dazu , und 
vermafs sich, ihm zu genügen, und wenn es um ein Land ginge. 
Der Bischof glaubte ihm , gab ihm den Gegenstand an . und der Arme 
scbrieb einen Brief, dafs Keiner es befser gekonnt hätte. Das gestand 
ihm der Rischof mit Freuden , und erbot sich seiner anzunehmen, 
wenn er das Würfelspiel liefse. Der Schüler gelobte es mit manchem 
Eide , und der Bischof liefs ihm durch seinen Kümmerer neue Kleider 
geben, das beste Gewand von Ypern. Da war der neue Schreiber der 
sutllichsie und geehrteste Mann. Obschon er das Spiel nicht liefs , so 
drehte der Teufel ihm doch die Würfel zum Gewinnen. Der Bischof 
gewann ihn so lieb, dafs er ihn reich machte, und nach einjährigem 
Dienst ihn mit einer freudigen Bolschaft nach Rom sandte. Der 
Schreiber richtete dieselbe so tüchtig aus , dafs der Bischof ihn noch 
lieber balle und sich nimmer von ihm trennen wollte. Darnach sandle 
der Bischof ihn abermals nach Rom. Als der Schreiber fünf Tagereisen 



weil war, kam ein Bote und meldfle den Tod des Bitcbofi. Da er- 
nannle der Paptl den Schreiber, der ihn auch eio lieber Freaod ge- 
worden war, auf des Teufels Kalb, selber lan Bischof, asd verlieh 
ihn sogleich das Bisthun. Der Schreiber, bub als Bisdiof, OMchte 
sich durch seine Freigebigkeit bei Allea beliebt, und war firohgemuih. 
So lebte er drei Jahre : da starb der Papst , und der junge Bischof 
wurde durch EingebuBg des Teufels, einstimniig von den Patriarchen, 
Kardinilen und Fflrsien lum Papste gewählt : so safs er nannehr herr- 
lich auf dem pMpslIicheB Stuhle , wie der Teufel ihn verheifsen hatte. 
Da traten eines Tages die Eapline vor den Papst und forderten 
ihn auf, an nichsten Moigen, wie es Ihn gebQhre, in Jerusalem 
das Hochamt tu verrichten. Der Papst verwunderte sieh . weil er un- 
möglich binnen Tag und Nacht Jenseit Meeres nach Jerusalem gelangen 
könne. Die KapMne aber erklirten ihm, daTs nur ein nach Jerusalem 
benanntes Elrchleia tu Bom gemeint sei , welches 4er Papst Jährlich 
einmal besingen mikfse. Da erschrak der Papst, und wehklagte, dafi 
seine Seele verloren sei. Am Morgen muste er mit den Kardinilea 
nach dieser Kirrhe reltto. Dort legte er den pipstlichen Staat tun 
Hochamt an, bestieg so den Letner (das Lectorium), und rief vier 
seiner Knappen herbei. Sie musten ihm schwören, vor der hier ver- 
sammelten Christenheit alles lu thun, was er befShIe, so fern es ihnen 
nicht ans Leben ginge. Er Üefs einen Block , ein scharfes Beil und 
starkes Mefser bringen. Hierauf legte er eine öffentliche Beichte ab: 
wie er, vom Teufel betrogen, ihm Leib und Seele für das Papstthum 
verKhrieben habe, und heute ihm verfallen sei: Jedennoch hoffe er auf 
Gottes Erbarnuog. Er gebot nun den Knappen, ihm die FQfüe abiu- 
hauen, die ihn tum Teufrl getragen, und die Hände, womit er sich 
ihm verschrieben habe; dann liefs er sich die Ohren und Nase ab- 
schneiden und die Augen ausstechen, die alle so gern dem Teufel 
gefröhnt haben ; und endlich sollte man ihm die Zunge ausschneiden, 
die so willig mit dem Teufel geredet, und lästerlich Gottes Ordnung 
gebrochen habe: alles solle man den Teufeln hinwerren. Also geschab 
es. Die Teufel ergriffen alsbald die ihnen verfallenen Gliedmafsen. 
spielten Ball damit, und führten sie hinweg, angesichts aller in der 
Kirche Gegenwärtigen. Wie es aber Gott mit ihm JenseiU geschaffen 
habe« darüber bat noch niemand dorther Kunde gebracht. 




4. 
Des teuvels habest. 



Ze RAm' wart Ub(e)it auchttin mu, 
>U ich von im TernomeD hin; 
Wie es (aber> dariiio kam, 
daa man ia le blb{e)it nam , 
5 Da3 btt man mir knnd geUn, 
dlTon wü ich euch'j wisjcn Ud. 
Br wai dei inten ain apilcr(e), 
aller tagend' was er lar(e), 
Wan er wol gel<r(e)t wa>, 

10 da5 er wol schraib uiid(e] las, 
SwB3 man vor im xalt[e), 
die Dcuw* i nnd die alt(e) 
Kund' er gar in' mljen vil, 
dl TOD ich nicht versweigen wil . 

IS Ich weil' den lenten tuen bekant, 
wie er bibst wiird' nnd blbsl genanl. 
Er wu «in arm *lKtig man. 
wan der wtirfe) gewan im an, 
D«3 er was gnol(c)s als4 bar, 

90 daj ich es nicht gesagcn tar. 
Ze einen leiten er gedieht', 
das ii luo der bibsthail bricht*. 
Er dicht' in dem sinne sein: 
»wie lang(e) sol ich arm leinT 

35 Ich wil dem teard geben 
s4l(e], leib nnd mrin leben.« 



i. D» Scufd»-Va|>lV 

lUmil er an ain Kewik(ke} gie, 

er sprach; uwirumb oder wie 

Sol icb arm bie betUo T 
30 ich wil dem teuvel mein »iV Idn.« 

Vor aag(e)st was im haij, 

er umbraij sich in ainem krais, 

Uad ruo[t(c] deo teuTel dar. 

dar kam er oiTeabtr 
35 Hit aDg(e)sUeicher vtrt, 

i4 Mtten Bfe getcbeo wart. 

Er spracbi nwas «>It dfl loterpfair^Ci? 

dA bist ain rechter aff[e}, 

Das dik HMOb muejeil tA Ut.« 
40 der nakfkenjl mau ipracli: »ich wil dein[er]lir' 

Gem[e) haben umb(e) gaot; 

mein armuol mir unsamfle tuoUu 

Der leuvel (sprach): »will da mir 

volgen, sA lir' ich dich schier, 
45 Da3 dd wirst ain gewaltig man, 

und die Kristen dir [all] nndertiii 

Werden (al]gemaine: 

gib mir dein iiV ataine, 

Sd wil ich dich mit sachen 
äü le Röm(e) bib(e)st micben; 

Gib mir von deiner 'iV ain 1^, 

wann' icb dich sÜll' an »io 

le Jerusalem in bib|e)ttwäl 

und d^ dein munt sc singen glt 
55 7.e Järusal^ auf dem aller, 

das '<^ ("^ ^'^ »*'' sw' 

Vuerc, swar icb well(e) 

in die weij' oder in die hell(cj.i' 

Do gedacht im der lotterpCif: 
60 ottet' ich des nicht, ich wkt' aiii al. 

Wan liKm' ich le JdrustlünT 

daj mich dan der teuvel [hin] niem', 

Da3 geschieht an mir nimmer; 

ich bin vrei vor dir itiner. 




4. 9r «(«fciB.yt^. 

65 Wer sichl mich enhalb iDer(e)< gänTR 
ab& dAchl* in der tambe man: 
Dl «eat(e) er oichl die geschicbl. 
ä»S er le Mrusalim nicht 
MaiDt', da3 eubilb mercs lak, 

70 d«3 wu dem tumben man «Jn slak: 
Er maiol' ain lilain(e}3 kirchelein, 
das miioj sUt xe Rämfe] kid. 
Und miiost' aia iegleich bib[e]sl s'wir 
ainett besingea in dem jir. 

75 Des eDwe*t[e] nicht der man; 
er sprach: umag ich die 6r(e) hin. 
Das '<^ werd' blbst and mDg(e] sein, 
sA hab' dir leib und s£l(e) mein.« 
Der teuvel sprach: »des (soltu) mir 

SO (geben] deinen brief tu schier, 
AlsO das i'^'> "^'^ deinem bluol 
schreib' an ainen brief guot. 
Das ^^^ "i^ worliaichen sei. 
das dA ■eist mein, und nicht vrei.« 

85 Zehand dem schuolar(e) 
was den red' nicht BWBr(e], 
Et stach in den ringer guol 
als6 das '<» ^*i t6l{t] bluol 
Di tuo dem tinger beraos ran. 

9U di schraib der vilandcs man 
Ainen brief mit dem bluol: 
das '"^ ilem schuDlnr* nicht guot. 
Er sprach; »ich «il didi lär(e)Q. 
dd soll le dem bischof k6r{e)Q, 

95 Da wit ich dich beraiten «ol, 
das ^^ vii^t ganier vrSuden voL« 
Ze band er luo dem bischof gie ; 
nie man in da schän enpGe , 
Dj stuond er ausen an der tür. 
100 nie man lies >■> hin rOr. 

Des btschofls] schreiber von im schiel - 
als Im der leuvel riet, 




4. Vti «nfria-yiplt. 

Das V' B>c ■»(> ihKin wein, 

tunt trink.] ia$ er nicht ininkDer nöchr giMin 
t06 DA «olf der buchof an der stat 

■einen brier senden diit; 

Er iprach: uir itllt mir lenden drlt 

mein[en] scbreiber in aia keni(c)tilt. 

Und eil^e^t du baldikleich . 
10 Ich muo5 in haben wcrleich-a 

Dl weit' der teuvel an der Hat, 

der in le dem wein ge>cfail[k(e)t hAt'. 

Der lies oitbl *lnden den scbreibKr*, 

den herran -fflacbt' er in nDBuer*. 
IS Wie TUt er ans der kamer Her: 

DWKr* ieman, der mir ainen brier 

Kflnd' »chreibcn le ainer itund(e), 

sein armuol im Terswund'cj.u 

Das hArl' der arm[e) nakkenl man: 
30 iitlinl(el) IT euch an mich tAn,« 

Spracli er »ich schrib' euch aicherleicb; 

ich bin gar kaDat(c) reich, 

Da3 secht ir wol an meiner hant, 

und aoll' es sein umb ain lant, 
35 Ir wart mit mir Tersaumct nicht. 

an meiner geschrift man das (*">') licht.n 

Der bischor glaubt(e) im fii gar; 

die matery gab er im gar; 

Di mit schraib der nakkenl man 
30 ainen brief, daj nie man 

So guoten brief het gesehen ; 

dei muoit' im der biichof jeben , 

Dö er den brief dA gelai, 

des licbt(e)s er vil ttA was, 
SS Das " *'■■ '^ kflnst(e) reich; . 

er sprach: »ich sag' dir «vrleich. 

Wollest da das wUrfelipil lAn, 

ich wölt' mich umb dich nemen an.« 

Det swuor er im masigen ait, 
40 er sprach: »ich wfl mein stalikait 




4. Wn MtvfUt'Tßtf^ 

Herr«, Dicht serbrecfaeu.« 

do bcguod* der bücfaor ipredieu 

Zuo seinem liaiD;e)r«r?e; : 

nrisg' im leiiKc} sw«r(ej 
145 Uitd gib im an icia neuwen klaii, 

ob er mir biet' seinen ail, 

Daj er well' dag «Urfdspil 

Um, wan er Lao sein viLn 

IMtAt bAt «r manigen ait, 
50 daj er «Sil' täa lUelilcait 

Daran Ujen tflr gin.o 

dA gib man im Idaider an 

Von Iper das tw^«)) 

ddj ieman di wesKe]. 
55 Er ward der biA gerietueit (T| man, 

im ward berail der iren Tan. 

Umil CT dientfe) ■'«Ar 

dem bischoTe wo) ain jir. 

tSjwann' er begraif dag spil, 
60 der tenvel in nicht lies *" 

Veriiescn, wan er in I6rt[c]t 

den wQrfel er im JcCrKe) 

Ze dem betten nlch gewinn[e), 

das ^> nie mau ward inD(e}: 
iS M von der schnol«T{e) 

gewan lD[e) swarfe) 

Alles (^ ^' woltfe], 

wan der teu*el im helfen wolle. 
Das tnib er wol ain jkt. 
70 der Schreiber ward dem biscbof gar 

Lieb ücherleiGh[eJ, 

er machKe) in reichte], 

Do er seinen mnot eAint[e]. 

sc Rom' er in [in den |Wl«st] sant(ej 
75 HU ainer Trfiudcahotschaft, 

et gab im lemng* die knft; 

Des was der Schreiber gemait, 

ano dem palast er dA raU, 



558 4. 9n «<iTfl»-9«|p^. 

Und warb sein botschaft, ab ain man 
180 der kranken muot nie gewan. 

DU von warl er dem bischof liep: 

»er mu(e)8t(e) sein ain Obel diep. 

Der mich von dir wolt' schaiden; 

Juden, Kristen, haiden 
85 Mag mich von dir geschaiden nicht; 

den seid' muo5 mit dir haben pflichLa 

Also sprach der bischof guot 

»ich trage dir (vil) holden muot« 
Ze ainen leiten da5 geschach, 
90 da5 der bischof zuo dem schreiber sprach , 

Er soU(e) halt le Römfe) varn, 

und solt(e) sich dar zuo bewam. 

Damit der schreiber nicht enlie5, 

wa5 in der bischof tuon hies^ 
95 Er was im (vil) gar berait; 

er vuor ze Rom' mit stsetikait. 

Als er auf dem weg(e) rait, 

wol vünf tagwaid\ als man sait, 

D6 kam ain bot' und sait(e) mier(e), 
200 da3 der bischof t6t wffir(e}, 

Da5 sait(e) man im sicherleich. 

dö sprach der bdbfejst reich : 

»Schreiber, lieber vreunt mein, 

du soll selber bischof sein.a 
5 Ze band er im da5 bistuom lic5 , 

vil wol er im dar zuo gehie5, 

Als dem babst der teuvel riet. 

wan er in vil gem(e) biet. 
Da der schreiber bischof wart , 
10 dö wart nicht lenger gespart, 

Er liebt(e) sich den besten, 

künden und(e) gesten 

Gab er sein bröt willekleich; 

sein muot der was vröuden reich. 
15 Do er das ^■'^ib dreu jAr, 

dö starb der bAb(e)stf da5 ist wUr, 




4. «n «nfiU-Virft 

DA vid deu wal gar «d in. 

d>3 daucht' den teuvel aiu gewin. 

Wan er h alleR teilen riet. 

220 wan er den scbreiber geni(ej hiel. 
Patriarfceo unt Rardinll 
und die Tfirsten, die die wal 
HeteD (aOgenainte], 
die lobten in Kemain(e}. 

^ Das er blb{e)it wflrde: 
das ward im ain bOrde. 
Dd wart nicht lenger gespart. 
der bisch of le blb>l(e) wart. 
Dl be5«3 er den stuol scbdn. 

30 das *a* des teuvels I6n. 

Darnich giengen ainea tages Tflr in 
and gpricbeü mit gnotem sin, 
Sein liippeUn gemainte): 
nherre guol und rain(e}, 

35 Es bt morgen das fct^l dein, 
das (lA >' Järusaläm solt sein 
Und solt das *™P' f^ begtn, 
vil schAn(e} ob dem alter stCn.« 
DA (dasJ der blbst erfaArt' und sacb, 

tO wider die kappelFln) er [do] sprtch : 
»Wie sol das imner an mir ergenT 
nd muos Jtrusal^m stCn 
Enhalb mers; ich mnos rerugen, 
wie sol ich in sA Icunen tagen 

15 Die kirchen dl besingen? 

wie mücht' mir sA wol gelingen. 
Das '<=h möcfat' in tag und in nach! 
über mer, ala ir habt gedtchtTn 
DA strichen die kappetän: 

50 »her, es mag alsA nicht er^n: 
Kj ist ain kirch' hie nihen bei, 
dl solt du morgen sor^n trel 
In singen, das »luo^ ergin, 
des mah kain blbfejit ab gestio: 




\. Bn ^uffU-yaptl 



SS& Dcu kircb' ze J^rusal^m ist genant . 
und iüL fil weilen (wol) erkant« 
Der bibst dächte : »hoch geborn ! 
s6 i.st mein si\',e) verlora.« 
Alsä [da^] deu sorge mit im raok 

6n uuz daj der morgen auf drank. 
Doch muosL' er mit deo kardiuä) 
vam, daj im d33 heri' erhal. 
Er gedächt(e); uidi muog Tarn dar!« 
gegeu berg sä gic im da3 har, 

65 Udi er kam zc Jcrusaldm gerilen. 
xehand d6 ward (da) nichl vrrmiten. 
Kr garwte sich an, sicherleicb, 
alsam ain blti[e}*t nicli, 
Sun er dag ampt so(U lincent 

70 di gje er auf den letter ileigaD, 
Er sprach luo vier knappen sein: 
»euwer ireuw[e) so! mir werden schein. 
Ich hin eu hie getrauwet wol , 
ir habt mein redfej bie vür vol, 

75 Swerll) mir hie aineo ail 
hie vor diser Kristenhail, 
Uaj ich euch hai3e schaffen 
mil laigea und mit pfaffen, 
Da3 ir daj luol in' widerstreit 

80 hie bei mir an diser teiL« 

Die knappen spräch(en] all(e) vier: 
»herre, ir sult g[ejlauben mir, 
Wir schaffen hie euwer dink^a 
dA sprach under in ain jung(ejJJDk: 

RS »Daj uns nicht t%t) an daj leben, 

das $Ül[le]n wir oimmer widerstreben.« 

DA swuoren sie vil schier(e] 

starker aid(e) Tier(eJ. 

06 der bibst vernam ir ait, 

90 dem swuoren sie [beid] ir wirbail, 
Er sprach: onA bringt ain stok her, 
da3 ist mein(e)s herien ger, 




4. Bt% ScirrU-l^trft. ä 

Dabei lA sol lin beihel »in, 

da3 nicht scharfer mag gesein, 
j93 Und ain nl starkes niejjer. 

da5 Dimmer möcfat' sein be33er.« 

DA man das ""'S ^^ bricht', 

»ich Mg' eu, WCS ich hän gedächt." 

Sprach der bib{e}(t tebant 
300 ulieben leut', seit au mich geoanl . 

Ich «il mich beichteo offenbir 

fur di«er Kristenhait vürwlr, 

Undte; das ir wis,l!ejl drit, 

wie (söj mich der leuvel hii 
5 Geiwungen. ab ain krankes «eip: 

ich lobt' im sei' uDd(e) leip. 

Da} er mich bäb(e)st machKe) hie; 

alsÄ er mit mir umb[o) gie. 

Das ^5 ul bie lon im geschehen, 
10 des wil ich vor eu allen jehen. 

Heul' sol er mich vueren hin. 

nd hin ich le Gol doch aincn sin. 

Das " ^><^ barm' Über die gelät, 

die mein leib hie begangen hit-e 
13 Er s^l' in recht, als im geschach 

und ak der teuTel gegen im jach. 

Darnach hies er dar $in 

die vier knappen wolgetiu. 

Er sprach: »stacht mir \ab] die vues(ej hin. 
20 die truogen mich le dem teuvel hin.H 

Das wart vi! scbier(e, dÜ gel4n. 

er sprach: 'licb wil die hend(e) län, 

Damit ich im geschribcn hin 

dem selben leuvelleichen man.« 
£ Dä[mil] sail' er in mit Koo^^oi ^f" '■ 

»sneidel mir deu oren bin. 

Da mit häa ich gehon';e;t in, 

des muos zei^iu mein leib, mein sin. 

Mein näs[c) muos da leiden: 
30 sie woll' das ^ie «ermeiden. 




33l> Sil! woll' ilfM leuvcl smekLenil' sein 

ad slich mir auj den äugen mein. 

Üeu kuDdcii in *il rechtfej speheit, 

wan sie wollen in (an! sehen. 
35 Sü isi ilaj meins herzen gir. 

daj man mir au3 dem rächen hieivi 

Srieid' au3 mein *1aisch)eich{cl cun|^«i. 

(teil hit ir ord(e!niing(e; 

Zcrlimchen, wan sie mit im rel . 
tO da von (da.^i sie e^ gem'e) lel.- 

Er sprach (mal mit gualem sin: 

«wt-rft [sie] aile5 den leuveln hin. 

Daj sie ej in ir reichte) 

vuerfe)n gewaUekieich'e}." 
15 Dem leuTel e3 geworfen wai( 

da wart lenger nicht gespari. 

Sie spülen damit bal sch('n. 

lind beten in deu blainet i« loa. 

0^3 sähen alle gemain 
30 in der kirchen, groj unl blam. 

Die dar komen wAren 

bei den selben flrfejn. 
Wie es Got mit im schuof dort, 

des ist noch nieman ax ain ort 
53 Komen, an ain wirhait; 

wan es nie man herwidw sait. 




5. 



^a'x^tt IHoflobert. 



^Wir lesen, dafs Rom ohne Kaiser war, und die Kardinlle und 
Fürsten alle BUMmmen im Palaale Mfsen und gelobten, wer zum Kfsen 
oder Schlafe weggienge , der soUie die Wahl verloren haben. Da ge> 
scbah et , dafs Alle dafselbe Gesicht hatten : sie sollten einen Mann 
wählen, Namens Dagbrecht, der arm, aber gerecht war, und auf 
dem Kaiserstuhl alles Krumme schlicht machen werde. Als sie hierauf 
zusammen kamen und sich besprachen, da erkannten sie Gottes Weisung 
in dem wunderbaren Gesicht , und wollten es erfüllen. 

Während die Herren sich noch darüber beriethen, ward es ihren 
Kindern, die davon hörten, zu lang, sie ritten hinaus, schlugen ihr 
Geielt auf, und trafen nach einer Meile Weges, einen Eirer (Eier* 
hindier; , mit einem Korb auf dem Rücken , worin er Kise und Eier 
trug, weil er zu arm war, ein Ross zu kaufen. Sie grüfsten ihn und 
fragten nach seinem Namen. Der Mann wollte ihn nicht sagen, weil er 
unschön sei, und bedauerte, dafs man ihm keinen der manchen guten 
Namen gegeben, welche im Lande gangbar sind, wie Heinrich und 
Konrad. Die Jungherren aber hielten ihn fest, bis er sich nannte: 
Dagbrecht der Eirer. Sogleich riefen sie ihn zum Kaiser aus. Dag- 
brecht hielt es für Spott, und wollte fürder seinem Gewerbe nachgehen. 
Die Fürstenkinder betheuerten jedoch seine Restimmung, wie sie ver- 
nommen, obschon er manchen nachmals am Leben strafte. Sie nahmen 
einem Fischer mit Schiigen sein Netz, legten es Dagbrechten an und 
führten ihn so nach Rom. 

Als die Fürsten im Rathe die Unbesonnenheit ihrer Kinder ver- 
nahmen, hatten sie auch schon im Lande umfragen lafsen. ob ein 
Fürst Namens Dagbrecht da wire. Man fand jedoch keinen , und so 
musten sich Alle dabin vereinen , dafs sie den Gefundenen als ihren 
Herrn annahmen Dagbrecht bat, ihn nicht zo verhöhnen, und ihm 
nur zu efsen zu geben , weil er schon den dritten Tag nüchtern sei- 
Die Herren aber zogen ihm das Netz ab , legten ihm fürstliche Kleider 
an und erwiesen ihm hohe Ehre. Als Dagbrecht ihren Ernst und sich 
so auf den Thron erhoben sah . liefs er sich von Allen Gehorsam 
schwören , berief alsbald einen Hof, und verbot bei Lebensstrafe Allen 
Rauh und Brand. 



Da verdrors es manche Pfirsieti dabeiii. dafs dieser Eiter ibaenM 
ans Leben drlute , und sie hüben am so alirker wieder an m raobea 
und zu brennen. Als Dagbrechl dieses femahm , entlM>l er alsbsM 
alle Forsten des Reichs tu Bofe. Derselben kamen auch zweiaadTienii 
mit groTsem Rittergefolge. Der Kaiser , der sieh dazo Torbereitet ai4 
gerüstet hatte, rOgte hierauf mit Zorn den Frevel der Versammelten, 
und kündigte ihnen allen an, dafs sie Freiheit und Leben Terwirki 
haben. Alsbald liefs er die Fürsten ergreifen , und ohne tinade allen 
die Hiupter abschlagen. 

Seitdem fürchtete man den gerechten Kaiser Dagbrecbt so sehr, 
dafs niemand sein Gebot su übertreten wagte. £r machte alle^ Knimnir 
schlicht, und Friede herrschte unter ihm im Ranten Reiche. 



Kaiser DagbrehU 



Nu tnerkl da^ ich an doni buuch{r) U>. 

da.) nicht batsers le Röme was . 

üi .läsen zesamen die kardinal 

iiud die vünlcR, an den die wal 
a Stuonden le Köm sicherlcjch. 

die sä^eo tn dem palnsl reich 

Und ftelubten daj geniain. 

Uaj nnder in daLiiJ dchain 

Wxr'. der dehein[ejs 033eRS |ili«K(e,. 
tO der dünnen )>■<!■))(' oder Ixgv. 

Er ItieKe) sein(e/ wnl verlorn: 

da3 lobten die hern hi^ch geburii. 

Das iriben sie um an den lak. 

Tür »är ich dds gcsprecbcii mak, 
tö n>'u rpd' iüt äne laugen. 

in Um allen le nugeu. 

Üii' M)|[en nemen ainen man. 

den ich eu wol Dciinen kan. 

Er «as gebaijcii Dngbrecji! 
d(l und WAS IC rechten dingen slicbi 

Als ich cu tieschaiden kan. 

er was Ji'wär ain arm man. 



Do die hcro deu 



trici 



al vemämen 
> tegleicher besundi 



swKr(e). 



/ 




Ui lerdrori n Dincha Fflnlen dibvlm, difi dl«Mf Blnr Ihanto 
«ni Lcbsn drlBM, und il« hoben an «o •Urfeat «ltder an la nnbea 
lind lu brcKBtn. Ali Dafbrcctit dltiM Ternilim, »Ibol tt alilMld 
*llp FOnun det Bdcbi lu Bore. U«r««tb«* tinien «nefa ladandiicnii 
mil grorten Rille i|t(<ri>l§*. Der KiIkt, der iltA dun variHreilet und 
(crailFl fail[e, rUgta hiertiif nll Egni den Fretel der VerMlnnelieo, 
und kQndlcle Ibien ilten tn, dib lie Praibeil uBd Leben Tervirki 
heben. Alibald lier> er die Fttnicn ergniren , und ebne tinede illrit 
die H lupler 4bMbli|en, 

Seitdem rUKhtale nen den lerreliten HelMr Dsgbreefal lo itbi. 
dtb nlemind )eln 6«bel lu QbeMrelen wigw. Kr miehle illen BiuBnr 
Kblichi. lind Friede bemcbie unLer Ihm Im itinien ieiehe. 




Kaiser Dagbrebt. 



Nu merkt di^ ich kn dem buuch(c; Iiü. 

ila5 nicht liiisera le Röme was, 

m sü5en lesamen die lurdinil 

und die vünten, »n den die wal 
S SluoDden le Bäm sichcrleich. 

die sijeu in dem palast reich 

Und gelobten daj gemain. 

da5 under in d>[n| dehain 

War', der deheiD[eJs ejjens pÜKKie). 
10 der dannen gicng" oder Iffigc. 

Er hietfe) scinfej wal Tcrlorn; 

dag lobten die bern h6cbgcburu. 

Dag triben sie um an den tak, 

vür war ich dag geaprecheu mak, 
t5 Den r<>d' ist äne laugen, 

in koni aUca le äugen, 

Sic sollen nemeu ainen inan, 

den ich eu wol nemiea kan. 

Er was ge ha igen Dagbrecbt 
M und was le rechteD dingen sircht. 

Als ich eu bescbaiden kan, 

er was i'wär ain arm man. 
Dö die hern deu m«r(e) 

al vernämen in' sw»r(e). 
:t5 legleicher besundcr, — 

dag was ain slark'cg wunder -- 




Sic girngen ii^samcri, als in lam. 

jr iegleicher sprach iav schatn. 

Dil §ie zesamcn kjmpn, 
30 und ir rcil' TerndmeD . 

D.1 leil' nin jeglekber vllr, 

von dem gesidei unx nii die tür. 

Dnj in dag bcst(e) dsticht' grUn. 

dö sprach under in ain weiser inin: 
36 u.Nü h(crt ir alle bcsuoder, 

ich nil eu sDgen wunder, 

Bu allen geiii«iii(e), 

mir Ut beut' alainfe), 

Z« aa^n komen aln nan. 
40 den ich eu wol neoaen kaa. 

Der ist genant Dagbrechi 

und ist K rechten dingen siech l , 

Also iit er mir xe äugen komen. 

ain rechtikait hin icli remomen.a 
16 DA ir iegleicher erhArl' 

des Trumen herren wort, 

D6 ipricben algeleid)(e) 

die herren alid reich(e) 

E5 war' in auch le engen komen, 
50 sie beten gem(e) da^ vemomen, 

Da3 Daghrecht der Relb(ej man 

bem3(e) den atuol wolgetin. 

Daj wnr* ir will* und[e) recht, 

er möcbl' die kmroben machen ilecbi: 
55 Got bef e3 nicht in' nche geldn, 

daj er s6 maaigeD vrunien man 

Des nschtes wcr(e) le äugen komen; 

sie beten gern sein kunft vemomen. 

Dd sprach iegleicher besunder: 
60 »dit ist sin grAj wunder, 

Da} uns allen samt geleich 

ist das mnr(e) sieherleich 

Komen gar le äugen. 

daj in Got« Uugen. 




5. Astfti 9«(abttt ö 

fö Wir sfil[le]a nA nicht erwindeD. 

min inua5 den miil nnden. 

Der unser herr(e) hie so) «eien. 

in' herren mdgen wir nicht geneien.« 
Die weil' sie des ritei pOigen. 
70 do hegund' ir Und betrlgen, 

Dei riten sie ans ui das *dt 

und sliiogen aat ir geMlt, 

Sam noch tiiont der fflrtten kint. 

die dariuo gcbom lint, 
75 IM sie di riten in Ininer weil' 

follikleichen ain(e) meil'. 

Da wider Tuor in in' swarfe) 

ain armer air«r(e), 

Er Iruog ain kreiien auf dem ruk . 
80 die er het(e] manilt bruk 

Getragen und(e) mamgej mos; 

er het le Tergelten nicht aiuros; 

Er truob kos' und ay(e)r lil, 

sein[en] kaufschai ich nicht neanen wil. 
85 D6 sie den airer' slhen, 

do begunden sie tu« im glhen, 

Sie sprächen: »G«l gruej' dich, vruni man; 

euwern namen njeman nennen kan. 

Wie ir seit hie genant, 
9U di3 ist uns laidcr unbekant: 

Ir slUt euch hie nennen, 

daj «ir euch mügen erkennen.« 

DA sprach der tu Bnn(e] man: 

»mein namen ich nicht nennen kan. 
95 Wan er ist unschtene; 

er mag wol haijeo b(Bn(e}. 

Der mich alsA nennen hiej, 

und manigen guoten namen lies, 

Hb ine ich und^e) Knourlt 
100 alles in dem land umb git.« 

Die junkherren jihen lehanl: 

»eur nam(e) nuo} ans werden bdant. 




I 5. AcifiR »«MkcTt. 

Ir enlria[rw]l um dan von dnr(c} lUt. 

den Dtmeii wfll[le|ti >ir wijijen driL« 
10B 04 sprach der vil tniKe) man ; 

»Kit ich eu nicht eDlrinncn kau. 

SA wil ich in eu hie iteiiaen. 

das ■■' ■" D^Upt erlcauMti, 

Er ist mir dooh vU tmmUe): 
10 Digbrecht der «irarCe] 

Aliö bin ich geoaat.« 

»ie laiteci uid liat eu den lanl 

Warleich alliu underUn, 

die vUrtten all' eucfa erweit hin: 
15 In dem kaitertuom habl ir gelinpf.« 

Dagbrechl sprach : »Ut euwern schimpf, 

Ut mich g£n, das aUl eu wo! , 

meines Laufes ich pDegen soLu 

DA jAhen der Tttralen kint geiciuh: 
'Jit »ir werdet kalter sicherleicb. 

Als wir vor haben fjehtirl.a 

vil manigCD er von dem leben slört'. 

Sie gaben im an vremdcu klail. 

(lariuu wären sie berait: 
'tö Sie siben ainen vischRrte}. 

dem ward da^ di vil swcrfCi, 

Sie nänen im sein oeiKeJ. 

und gilben im [dt] die leH(e(. 

Da3 sie in zcrsluogen, 
30 sein red' lie im nicht vertruogcu. 

Digbrechtefn] laiten sie ej au, 

unl vuorlen in in die stat dan 

Vil snelli kleichen uod(e; drät 

hin le R6m(ej luo dem rit. 
3ö Dd den vUrsten ward gesall 

der edcia kindein] tobhiil, 

iü helen sie auch c gesant 

luo den vUrsten in dcu lanl. 

Üb icmsn west' deu rnnrle;, 
40 daj uuder in «in *(lrsr wnre. 



5. A«tfft 9«0ikett. 571 

Der Dagbrecht wnrCe) genant, 

da^ man in da5 tsst' bekant. 

Der vand man nindert kainen. 

dlivon rauosten sie sich ainen, 
145 Da5 sie disem guoten man 

waeren alle undertlo. 

Sie sprachen aHe gevMhfi») 

nu5 ainem round alainfe): 

»Seit euch Got blt her getant, 
öO so sült ir berr(e) sein beitant« 

Dagbrecht sprach: »her, disen spot 

den mue3' eu vergeben Got.« 

legleicher zuo im sprach. 

wan er gen im verjach: 
ö5 »/^w^r, auf die treuw(e) mein, 

ich wil nicht lenger sust sein; 

Ich bin heut' den dritten tak 

i'vfär unge55en; ich enmak 

Nicht lenger e5 vertreiben, 
(iO ich enmag nicht sust beleibeD.f< -- 

»Ir mue5et uns der bet' gewern, 

tuot e3 schier und nicht ungern. 

So ziehet dit nexz(e) ab« 

wan da5 ist ain boBsen hab'.« 
()ö Zehant man im klaider gewan« 

wan man im der ^ren gan. 
D6 der herr(c) Dagbrecht 

gewan herren und(e) knecht. 

Die im dienstes wären undertin. 
70 er sprach: »weit ir nicht rät hAn. 

Ich mue3e euwer herr(e) sein. 

so sweret alle den ^villen mein 

Laisten ze allen Zeiten, 

nsihen und(e) weiten.« 
75 Des swuoren sie im alle 

mit ainem gro5en schalle. 
Ainen hof geb6t er ze hant 

Don viirsten allen in den lant. 




D.ir kitmen ir aiu michel scbar, 
ISO da^ saRl iiu» das buoch lüTwit. 

Das gebut er in geleichen, 

deo armen und dea reichen 

Da3 lic (behidteuf >lleu lant 

[behielten] än(ej raub und änlej branl: 
8B Swer e}, 

er SU BMel, 

Das ^ !rtei. 

und b(^» ind Are. 

Dö in <. , ivard bekaat. 

90 du viior(e|n sie heim in ir lanl. 

Etleich[er] sprach: nej ist mir swKrfej. 

das luir <liser nirKrfe) 

fiol dröuwea an das haub(e)l meio, 

eä inuo3 wol halbes umb id seiu, 
96 Das ei' nicht gern an mir sieht, 

durch in sd Il3(e] ich sein nicht. 

Ich well' rauben und brennen , 

man muos mich herr(e}n nenoeo. 

Mir ist sein red(e] («■r(e). 
•DM des selben airarte).« 

Dl mit huoben aber den lanl 

starken raub UDd[e) brant. 

Da3 ward gesait Dagbrechtre;;, 

er sprach: ndii ist unrecht(e). 
5 SUI[]e]n den lint nicht mit Trid(e) wesen. 

s4 üji' ich i'wir nie man geneten.n 

Di mit er ainen hof lehant 

geb6t aber allen lant, 

Das ^i« le hoie kernen 
10 und sein red' dA vernaraen. 

Alle gemainleich(e) , 

beiden, ann' und reich(e). 

Die dem reich' wArn underUo 

unt vürslen namen solten hän. 
15 Dö sie sein(e) bolschifi 

vernomen heten und sein kralt. 




ö. jftMifet 9>sfWH. 

Dö kimen ir iw£ii unt vienik dar 

mit ritlem und mit bniter schar. 

DA >ie alle «Iren komen 
330 und das <ler kaiser kM fMMncD. 

ÜDd er sie tfsKe} an sach. 

sein wort er zornikleicheu sprnrli, 

Wau er sich het dAnuo berail 

mit hamasch und mit sicherhail, 
35 Er sprach: iiir hern gemeinte), 

das <'c '*"' ■li'^^l alain^e) 

Sttl[le]n habe» vun eu vrid' und suon 

diron wil ich eu kanl tuon, 

Das '' mueset gevaagen weien: 
30 enwer ainer mag nicht genesen.o 
Zchaat hies er gibea, 

die vQnten alle vÜien. 

Er lies o'cbl durch TKfa', noch bei, 

er (lies den herren dji le stet'. 
35 Deu haubt ab alahen gemein. 

es was ir nindert dfejhain . 

Er muost' sein haub(e)l vor im iüo. 

dtion ward der selb'e) man 

Gevorcht aUö sirt. 
Vt d»3 ir dfejhainer m£re 

Getorsf lerbrechen sein gebot; 

man vorcht' in g£rer, dann(e) GoL 

Es ward auch <nid' über allea lant. 

der rrid'e) wart von im bekaot, 
K Von dem herren Dagbrecht: 

er macht' alle krQmhe siecht. 

Des stuondeo alleu reich[ej 

hei im mit *ridc geleich(ei. 




C n H « t i «• 



Coattancia, des fidmiacbeo Reidit Hemcker, war der nn- 
ehlklM Bote Böaig Consta ntint ui Aar Helena, der fcMnsten 
seiner swantig Fraotn. Sein Vater war noch ein Heide, er selber 
jcdodi nicht mehr finilich , sondern herrschte Idblich und gerecht lu 
Rom. Seine (aemahlin aber war den Jongen Minnem hold , und liefs 
sich minnen. 

Consuniln k>eschlors mit seinem Schreiber (Kanzler), eigene Münze 
(mit seinem Bilde) zu prägen, wie die ton Kaiser Augustus geschlagenen 
Augustiner dessen Gedächtnis bewalirten. Der Schreiber besorgte 
gern , daCi die Münsstempel nach seinem Sinne gegraben wurden. 

Nun hatte der Schreiber einen Bruder, in einem Kämmerlein unter 
der Stiege wohnend, dessen krumme FüIm Ober einander gieogeo, wie 
eine Wiege, der aber dreister war, als wenn er unveriLrappelt gewesen 
wäre , und um die Königin warb. Kines Tages sah ihm die Königin 
nach, und gewährte, was er oft verlangt hatte; sie wies ihn in einen 
Keller, wo beide des Bettspiels pflegen. Das trieben sie so lange, bis 
es ruchtbar und dem Könige kund ward. Dieser stellte es so an , dafs 
er beide in einer Kammer betraf ; er schalt die Schamlose , dafs sie 
sich einem solchen Wichte , der wie eine Kröte schleiche , hingegeben, 
und durchstach sie mit dem Schwerte , dals es zum Rücken hinaus 
fuhr. Zornig spornte er dann sein Ross auf den Frevler, dafs es ihn 
zu Tode trat. So den Krummfüfsigen üherreitend sieht man ihn noch 
zu Rom auf einem Stein , den ein Römer aushauen liefs: wo es sehen 
kann , wer es nicht glaubt 

AU der Schreiber dieses vernahm , liefs er den Stempelschneider 
ein andres Münzeisen machen , weil das erste dem Herrn nicht ge- 
falle, und darauf eingraben, wie ein Mann sein Weib durchstich^: um 
den König und seine Kinder dadurch zu beschimpfen. Dann ritt er 
ans dem Lande. 

Während Cousuntin so noch gewaltig in Rom war, sandte Gottes 
Zorn ihm den Aussau. Der König berief die ersten Meister der Arznei- 
kunde, und verhiefs ihnen Reichthum für Heilung. Sie giengen so- 
gleich zu Rathe, und einer von ihnen nannte als einziges Mittel das 
vermischte Blut kleiner Kinder, womit man den Siechen bestreichen 
mfifse. Sie sagten es dem König , und als dieser sogleich bereit dazu 
war, hiefsen sie ihn einen tiefen Marmorstein beschaffen, darin das 
Blut gesammelt wurde. Er liefs nun durch viele Steinmetzen den Mar> 
mor aushöhlen , und gebot die zweijährigen Kinder des Landes zu 
bringen. Man brachte ihrer so viele , dafs dreifsig Wagen sie kaum 
trugen. Hinler ihnen her aber erscholl grofses Geschrei. Da fragte Con- 
fliantin , was es wäre , und als er vernahm , es sei das Wehgesebrei der 

• . i. M*fm, GtMaiataWatcacr. II. *'* 



Müller uud Väter der Kindlein, gieng der Jammer ihm socu Herrn, daf« 
er lieber aar seine Genesung venichlen wollie und den Älieni ik 
Kinder wiedergeben liefs; worauf Alle (tob beimkebnen. 

In der Nachl erschien 81. Peter am Bell» des Königs, den der 
Scbmeri nicht schlafen litffs , und sagte , Gott habe ihn gesandt , Cm- 
suntins Erbarmung an den Kindlein angesehen, und wolle ihm die 
Gesundheit wiedergeben : der König möge sich seine {Sl Peter« Er- 
scheinung wol merken. St Peler trug eine Casel , eine Infnl aof 
dem Haupte und einen Krommsiab in der Hand, alles reich und herr- 
lieh. Er hiefs den König am Morgen einen Mann aufsuchen , der ehrt 
solches Gewand tröge , and bei Baut und Haar fordern , dafs er ihn 
gesund mache. 

Sobald es tagte, berief der König seine Räihe und verkündigte ihnea 
die Erscheinung. Sie erklirten diese für eine TMuschuBK ^ der KöBig 
aber, in seinen schlaflosen Wehugen an allen Gliedern, ritt hinab in 
die Stadt , und hiefs ans Jeglichem Hause die Bewohner hervortreicn. 
So kam er endlich an ein Haus, ans welchem loletii, bei Todesstrafe 
geboten, St. 8 ylve ster in derselben Tracht henrorgieag, worin St. Peler 
erschienen war. Da fireute sich Constantin , er bat den heiligen Mann 
um G^undbeit und rerhiefs ihm reichen Lohn. Sylvester fürchtele Ge- 
fllngnis und Tod, weil er den Christen heimlich gesungen hatte. Maa 
führte ihn aber ins Haus, wo Constantin seine Bitte wiederholte. S^Uesifr 
entschuldigte sich , weil er kein Arzt wäre. Constantin jedoch drohte, 
und offenbarte ihm die Erscheinung und Verheifsung Sl. Peters. Da 
war Sylvester bereit, diese zu erfüllen, wenn Constantin an Jesun 
Christum glaube. Der König war willig , sobald er die Wahrheit ver- 
nähme. Nun sprach Sylvester ihm den Glauben vor, und Consianiia 
ihm nach. Das zum Kinderblute bestimmte Marmorbecken wurde mit 
Tiberwafser gefüllt, und nachdem der König seine Beichte geiban, lauf!«' 
der Bischof ihn: und auf der Stelle ward Constantin rein von den 
Aussatze. 

Hierauf liefs der König alsbald alle Heiden faben, die sich nirhi 
zum Christenlhumo bekehren wollten, und taufte so viele, dafs das 
Wafser (der Tiber) sie kaum fafsle. Zugleich begabte er die Geist- 
lichkeit so reich, dafs sie die Fülle hat, so lange die Christenheit lebi. 
jeder Laodbauer muste ihr den Zehnten, und jedermann ihr die Ehre 
geben. Endlich liefs er einen goldenen Mantel bereiten und St Peters 
Bild in Rom damit bekleiden. 




6. 
Konstaiitein. 



Dannoch muosi' vrid' le RAin[e} seiu. 

ain *ruroer kUniK hte3 KonstaDtein 

Darnach rcichsen began. 

als ich von im gelesen hin, 
3 Et ward nicht gebom von rechter i, 

darnach geschach im vil ml, 

[Wan] sein vater hei mil sinne, 

wol iwainzik ireuadinne, 

linder den allen was ain weip, 
10 deu faet wolgestatlen leip. 

[Unt truogj bei im [und] muosl' gewinnt 

deu selbe vreundinne 

Konstanlein ^en kiinig reicli, 

daj sag' ich'en sicherleich. 
15 Deu was Helena genant 

und die schmnatfe) die man vanl. 

Et hiej selber Koostantinos, 

davon schreibt man in alsas, 

Des gelauben was er ain haiden, 
20 dJi[voQ] ronost' er von Got schaiden. 

Von Konstantein seinem sun 

divon wil ich eu kunt luon, 

Wie der le R6me Iebt(e; 

und nach £ren strebKe). 
25 Er was (nicht) gar ain baiden, 

divon begund" im laiden 



6. Csflftantin. 
Alleu ungerechtikait. 

Er hcl aJD haiisvrauweD gDol, 
30 deu truug den jungcD holden miiol 

tlnd(e) lies ^■'^^ minncn, 

deu selb[e) küDiginne. 
Er lieg sich nicht betragen. 

er begund' scia[eii] schreibcr Trügen . 
35 Wan der was gewarte), 

er sprach ' »die AngustinKrfej , 

Die (kaiser) Augitslua sluok. 

der hän ich gesehen genuok. 

Dabei muoj man gedenken[t] sein; 
40 ich muoj haben pfenDiok, die siol mein 

Nil rät, lieber schreibiBr[eJ , 

wie ich Pfenning' sivBr(el 

Gewinn(e|, du bist also kluok. 

nit schaf. das <<^^' ''' '''''''' geauok.n 
i& Des ward der schreibKr(e) n& , 

er hies graben müni eisen dd, 

Wo) nach seinen sinnen 

muosL' man sie gewinnen. 

Nä het der schreibierfe) 

60 ainen bruoder mit gwBr(e|, 

0er was an baiden vueseg knimp, 

und was aucb ain man virtump; 

Er fael ain kiaincs kenKrlein, 

di er muosle inne sein, 
55 Das stnond onder ainer stieg', 

sein Tuese giengen. sajn «in wieg' 

Über ainander besunder: 

docli was der krnmbe tnmber, 

Dan ob er biet' gamen leip; 
60 er warb umb des büniges weipL 
Ze ainen leiten das gescbach, 

das ■m deu künigin nich sach, 

Sie sprach: »schemler, ntk bis gewert, 

des dd dikk(e) bist begerL« 




6. «mi^rHi. 

65 Sie weilt' in in lin keller guot, 

des wai der schemler wolgemuol» 

Di pDlgen sie des betl» spil: 

Dicbt *ürb>3 ich es sprechen wil; 

Das triben sie bis ■■>f '^*' ^'^t 
70 das ^3 wx'l erschellet weit. 

Und dem IcUnig wart kund getin. 

da begimd' er mit in umb(e) gin 

Vil recht kandikleich(e) 

um da3 er sicherleidi(e] 
75 Die vrau[wc]n vand und den knimbcn m: 

in ainer kamer wolgetin. 
DA sprach er: uuns«!^ weip, 

wie habt ir euwem Tcrtchunten leip 

Getailt mit ainem solben nun, 
HO der nicht eng6t, wan äffen kao, 

Recbl als ain boseu krot'l 

ir habt lerbrochen mein gebot, 

Des mue3t ir unsnlig weip 

mir hie iisen euwem leip.u 
85 Er stach daj swerl durcfa sie, 

das ^3 ^ >' '^c™ f^^ '"S P^ < 

Alsd wart im an' mAsen lom, 

er nam dis ros mit den sporn. 

Und ranl' aut den vil krumbenman, 
90 das er nie[mär) kam von dan, 

Er wart le töd ertreten dl, 

als man es noch findet sä 

Ze Römfej slin an aioem stain. 

das B' i"" >^ krumbeu bain 
95 Zertrat mit dem ross(eJ gar: 

wer des nicht glaub', der uem sein war 

Ze Röm(el es geworcht Stil, 

als es ain Römer' wttrken baL 

Dö das erhört' der achreilwr, 

100 CT sani' hin nach dem graber. 

Der deu eisen bet ergraben, 

er sprach; »ich mno} ain anders haben. 




tfonflanlm. 



Dil ciseu gefeilet mir nichL wo] . 

mein her wil e3 nicht haben vür vol : 
105 Grabet mir ain euen, äa^ daran 

Sit, äis ain gewallig inao 

Ain swcrl durch sein weib stach 

und sich mit grogem t»rnp räch.« 

Er gedacht in sciv....» muotre): 
10 i>wä die pfeiming' guot(e) 

Werdent an dem prKch bebant, 

so wirl mein herrc gcschint 

Und setneu klaiucu kindclein. 

wan nie man spricht, da^ sie sein seia 
15 Zehanl du das wart getan. 

und da man da^ pr<cch sach an 

Auf den pfennig(eD) guol, 

dd rail er dan mit vreiem muoti 

Umb des küniges schände 
'20 muosi' er von dem lande. 

Daonocb muosl' her Kons tan lein 

t'wAr le R6m' gewaltig sein. 
, Doch Got sant' im aioen tom, 

dag er lieber fuef Terlorn ; 
25 Wan er wart i'wär 

aujsezzik gar. 

Üü er des an im innen wart, 

dö ward nicht langer gespart, 

E3 ward snellikleich gesant 
30 nach vflrsten meistern zehant. 

D6 die selben ariit 

körnen ze RAra' in die stat 

Vür den künik Konstantein, 

er sprach : nlät eu gekl3g(e)t sein 
35 Meinen siechtuom den icb hän, 

mügl ir mir den underttitn, 

Z'wdr ich mach' euch alle reich, 

des swer ich eu sicberleich.« 
Den maiitern den ward latt, 
40 daj sie die au3MzjjlHit 




6. 



Ad dem kBoige siheo. 
sie jiben: »wir stillen gäben 
Und werden bie le rite, 
wie wir den künig dräle 
Itö Bringen tod seinem siecbtuom. 
des muesen wir baben vram.a 
Dd spracb ain maister under in: 
»ich wil ea sagen meinen sin. 
Mir ist daa vil wol kunt. 

äO da3 er nimer wirl gesont. 
Wan von klainen kindelein, 
der bluot muog bei einander sein, 
Oärail man in bestreicb(ej, 
sA wai3 ich sicherleich(e), 

55 Das '"^ ■^cr siechtuom lergit 
und in an der stat llUa 
Daj leiten sie dem herren vür. 
der kiinig sprach: »ich des swuer". 
Ich biet' IC Röm(e) wol daj hail. 

60 da3 icb gewunn' ir wol ain lail. 
Dartuo war' ich nicht le sain.« — 
»ir Süll uns ainen marmclstaia 
Gewinnen.« sprach der maister dö. 
des was der kSnig a\s6 vrd, 

65 Er sprach; »dag luon ich, maister mein; 
in welcher gewechst(e) sol er sein?« ■- 
»Ich mu03 haben also vil blnot,« 
dd sprach der maister guot 
»Ir siilt glauben [mir] der mcr(e), 

70 das »)au guot' niaaner(e) 
Uuo3 w«tleidi(ej haben, 
die den marmel au3 graben.u 

Zeband der kiinig sande 
nach maisiem in dem lande. 

75 Die (da) manren künden; 
oder mauren ie begunden. 
Der kam dariuo ain micbel lail. 
das **$ des kOniges unbail, 




(i. <«B|lMtiii. 

Den inarmel (stainj sie im i'wär 
180 worchlen nAeh seinem willen gar. 

Zehnnd der künig ssad'e) 

aiij in dem iaod^e), 

Oa3 man im brxchtfe) kindelein. 

dcu 7.weiiT jär" alt sollen sein. 
l!«5 Die buteu wurden «mj berail. 

als man in vor het gesail. 

Kindel bräcbl man im genuok. 

dreigig wegen sie kaum getruob. 

Da wart ndch ain mich«l schal . 
!K) ain grdjes geschrci überal. 

06 vrägt' der herre Konstanlein . 

«aj dii gcscbrai niöchlfe) sein, 

Dö sait' man im zc mteren. 

da3 e5 der kind' muoler wxren, 
!'ä Und iren velern den wer" nüt 

alles umb der kindel tot. 

DA gie der herre Koiutantein, 

do der jiiner nicht grAaer möcbt' gesein 

Von vater unl van maoler klag(e), 
200 der hentc), nicb des buocfaes sage. 

Und sacb den grA^en jlmer ui: 

divon er reuw(e) genan 

Und jlmer van der baroiiJiail, 

das der kindtej vaterfn) was so lait. 
5 Er sprach: »ich tuon eu allen kuDt, 

und soll' ich nimmer werden gesunt 

Um an meines leibes tat, 

ich «il die ang[e|tUeichcn ii6t 

Sehen an der armen 
10 und wil mich erbarmen, 

(S)wie mir swercu melneu glidnr, 

gebt iegleichem sein Und wiiler.« 

Sprach der herre Konitantein 

uich wil e mit nceten sein, 
tä E ich sA manige nAl 

sech , ich wil i ligen tAt-K 




Dimil man io deu kiiide) dd 

gab, du wurden sie *il trA, 

Unt Tuor i^leicbcj bin wider. 
220 Des nachtes leit' sich der Itünig nider. 

D6 kam Sant Ptler gegftD, 

bin vür dij bet{(e) sUd, 

Er sprach : »sUfeit dd , KomtaDtcinTu — 

»DaiD ich mag nicht sllfend' sein 
25 Vor meinem grAsen snerteo, 

den ii± hin an Idb' und [an] herien 

Undfe] trag(e) le aller leit, 

ich bän bitlerleichen slreiL« 

DA «prach Sant Piltr tefaant: 
30 »mich Mi GoC her nio dir gesant. 

Und bit (erkant) die barnung' dein 

(erkant], den nicht grAser mocht' gesein. 

Das '^^ dich über den kint , 

deu Tor dir genesen sint, 
35 Hist erbarmet guetleich, 

dil wil Got von bimel reich 

Dir deinen gesuni wider gehen. 

in' allerhand(e} widerstreben. 

Sit sich mich an, wie ich stin, 
40 und was '^^ gewandcs an mir bJu, 

Da3 merk' in deinem muoKeJ.« 

sprach Sani Piler der gnotlc). 

leb sag" eu, was ^ "< trook, 

sei» klaider wlr(e)n vremd' genudf. 
45 Ain kasul was im erkant, 

ain krumbstab in seiner haut 

Hei er sicherleich(e], 

er was in' mjaen raicb(ej. 

Ain infel er ob dem basbt tmok. 
50 deu was reiche genuok: 

Also sach er in vor im itin. 

sein gewanl ich alles oitbl enkan 

Tieraerken, waj er an truok: 

wan. C3 was reich g(e)nuok. 




Tl. tfcaftasltn. 

35S Vür wir ich ilaj geipfechcn tnak. 

Sani Pilet sprnch: uw-ann' 65 werd' laL. 

Sü soU dA suochen aiaen man . 

der da sei als ich getan 

ünd;e) sölich kUider tragfe); 
60 DÜ merk' recht, was ■'^'' ^^^ sag(c; : 

S& dir der selbe man werd' kuoi, 

sä sprich, das ^■' ^'^^ gesunt 

Mach(e} sicherleiche »'wir, 

ob dit wellest hau[b]l uod Mr 
6S Slahen von dem leibfc) sein, 

des sol er gewis sein, 

Betwing in darzuo schäniej, 

si) geil er dir re lön(e) ' 

Vil siehe rleich{en) deinen gesunt, 
70 das ist mir wsrleich von im kuul. 

Dein gebrest aller vod dir vert ; 

d»,3 M[ dir Gol darutnb beschert. 

Daj dA dein barmDiig[e] 

betest gen den kiudeD jangfe).« 

79 Des moi^ens dö es tag wart, 
i6 ward nicht lenger gespart. 
Er sant' nich seinem rit[e), 
das gescbach vil drdle. 
Zehand dd sein rät dar 

80 lesamen ktmen, snnder war, 
DA sait' er in die wärhait, 
als im Sant PHer bet gcsait. 
DA der ri( erhdrl' 

des küniges wort, 
85 Sie jähen, 63 wffir' ein trugenhait, 

daj im des nachtes wer* gesait. 

DA tet der kUnig, als ain man, 

der vor w^lagen nicht cokan 

Enlsläfen, wao er was siech 
90 an leib, an henden und an diech. 

Er rail zetal in die stat, 

au3 iegleichem haus er gia bat 




A11e3 sein gcsindfe): 

da} was eileicbeni geswiad(e). 
. S95 Zejoiigsl er an ain liaus gie, 

kainea menscheo man (di) lie, 

£3 muost' heraus, ^ ^ ^3 »eh. 

und'e) daa ej im Teijach, 

Daj oiemaD mer wKr* darin. 
300 oder e3 Itatta' le ungewin 

Den selben, «an er in Uel' ndt. 

oder sie muesUn leiden [den] tot. 

Di gie berau3 mit swcr' 

der gnot her Sant Silvester, 
Q Uni truog recht deu klaider an. 

als er Sant Peter sach lor im stin. 

Dd er ersacb den man vil guol, 

dl) wart gevröDwet sein muot. 

Er sprach; olieber Silvester, 
10 ringer mir mein grÖ3[e) svmt" 

l'nd schaf, da5 ich werd' gesunl. 

darumb gib' ich manik pfunt.« 

DA wänl' der her Silvester, 

er wolt' in toelen mit swaer", 
15 Wan er in dem gerwe gie. 

dö in Konstantinus vie, 

und het den Krislen gesungen; 

in daochl', im wnr* nicht gelangen. 

Zem hause weisUe} man in dA: 
20 »mach' mich gesunt, b£ wird' ich vn>.« 

Sprach der faerre Konstaulein. 

er sprach: »ich kan nicht »nil sein.« 

Zehand der kttnlg auj iorn(e) sprach: 

usü muost dd grasen ungemadi 
25 Leiden hie von mir, 

und machest dA mich nicht schier 

An meinem leib(e] gesunt. 

mir ward daj hein{(e] wol gekunt. 

Daj ich solt' werden sicherjeicb 
30 gesunla s6 sprach der kiinig reich 



ti. tfinßftBtJK. 



«Von liir an dem leibe meiD, 
des «il ich gewis sein: 
Nil hilf mir hie tob meioer mit. 
oder ich 1111105 schiere ligcn tdt.n 
33S Da sprach Silvester der guot*: 
»sag' mir hie recht deinen muoi. 
Wie dir heinUe) sei geschehen, 
des solt du vor mir vcrjehcn.« 
Damit der kUnig sail' tehant, 
iO wie im Sant Peter tet bekant. 
Das '"t " ■'" 5chön(e] kunt, 
er 5ol[(e) von im werden gesuul. 
Dö sprach Sant Silvestar: 
»ich wil dir ringen deine s«r»r'. 
tS Will dit geUuben an Jäsnm Krisl. 
der himel und erd' gewallig ist.« 
Dö sprach der künik KonstaDleio: 
»des wil ich geni[e) vJeijig sein , 
Ich wil gern der wSrhait 
50 gelauben, wer mir die Mit« 

D6 sprach er im den gelauben vor; 
er sprach hin nach, nAch seinein spor. 
D6 bie3 der kttn^ springen, 
der Teiler im bringen, 
55 linde hiej den manne) z'wir 
vUUen mit dem wajjer gir. 
Dd biej Silvester an der slat 
den kOnig sein beicht taoD dril, 
Unt lauft in aicherleicb(e), 
60 den werden künig reich(e): 
Da ward der künig an der stani 
von seinem siech tagen gesuL 

Darnich hies er glhen, 
alle baiden vdhen, 
65 Die sich nicht taufen wolden 
lind hekir(e;n, als sie soldeo. 
Er tauft(e) ir si geniiok, 
dn3 sie da} wasser kaum ertraok. 



i 




6. Cm^RliH. 

Der prafhait gab er die ir", 
770 di5 sie heul' und iinmer mir' 
ihbent, die weil' die Kristenhail 
lebt, iD grAjer wirdikait 
Er scbaoF, daj ain iegleich maii. 
der bauwet oder gebauwen kan, 

TU Gel)' der werden pfafliait 

und in roii dieosile} werd' bereit 
Alles bauwes den icboden lau. 
daj was in ain grAa'ej) bau, 
llDd bieg den bailigcD leicb[njani 

80 bestäten gar In' alle scbam. 

Und hies sie Aren, da5 was rechl. 
herren, rilter und{e) kneehL 
Er btej beralten von goldle) 
«inen maniel, als man sold(c|. 

85 Sant P^ler le Aren, 
sein lob damit meren, 
Sani Piters bild' mit lücbten itar 
den gab er le RömteJ i'wJr. 




7. 



pro Ue4«nk5mfl» t^odjt«. 



Im Reufsenlande herrschte ein michUger König, der halle 
ein sehfines Weib und eine noch schönere Tochter, die keinen Mann 
nehmen wollte, welcher ihr nicht zusagte. Den Vater freute ihr An- 
blick über alles, und als ihre Mutter siarb, und die Landesherren ihn 
drängten, sich wieder zu term&hlen, um einen Erben zu gewinnen, 
wollte er nur eine so schöne wie seine Tochter nehmen. Da wurden 
Bolen an den Rhein gesandt und in alle Länder: aber nirgends fand 
man eine eben so schöne Jungfrau. Nun gelobte der König, immer ohne 
Weib zu bleiben. Die Herren jedoch beriethen sich, und erkauflen vom 
Papste mit Gold nnd Silber die Erlaubnis, dai's der König seine Tochter 
heiraten könne. Der König, hocherfreut darüber, berief die Fürsten 
und seine Magen (Blutsfreunde] . und verkündete ihnen die Bewilligung 
des Papstes, und dafs es seiner Seele nicht schaden solle; worauf es 
Alle gu4 hiefsen. Freudig sandte er weit umher nach den kostbarsten 
Kleidern von Sammt und Seide. Die Tochter empfieng dieselben . im 
Wahne , dafs sie einen ihr anständigen Mann erballen sollte : als sie 
aber vernahm, daTs es ihr Vater wäre, gieng sie lielbetrübt in ihre 
Kammer, schnitt mit der Scheere ihr schönes Haar vom Haupte, warf 
das Brautkleid ab, zog einen grauen Rock an, und zerkraute ihr 
Anüiu dergesult, dafs das Blut herabrann. So trat sie wieder heraus, 
nnd Alle entsetzten sich, wie vor einem Teufelsbilde. Ihr Vater sank 
vor Leid in Ohnmacht, und als er wieder zu sich kam, entliefs er 
die Geladenen , und nahm Rache : gegen die Nacht liefs er ein Fafs 
bringen, und befahl dem Marschall, die Tochter mit den schönen 
Kleidern darin zu verschlagen. Sie wollte es lieber dulden, als in eine 
bei Christen unerhörte Ehe willigen , und wurde mit dem Fafse in die 
See geworfen. 

Die Fluten trugen sie nach Griechenland. Da stund der König 
am Ufer, und befahl einem Fischer, das schwimmende Fa/s ans Land 
zu holen, und seinen Knappen, es zu öffnen. Diese zogen die Ver- 
stofsene, sammt den schönen Kleidern hervor, und brachten sie dem 
Könige. Er fragte sie , wer ihr das gethan habe. Sie verschwieg es, 
und klagte nur ihr Unheil an. Auf seine Frage, ob sie noch Magd 
(Jungfrau) sei, betheuerte sie es, und dafs sie, so unglückselig, auch 
nimmer einen Mann nehmen wolle. Der König beklagte ihr Leid, und 
erkannte auch an ihren Kleidern die fürstliche Herkunft Er behielt 
sie am Hofe, und sie erwies sich so tugendlich, dafs er nach einem 
Halbjahre sie zur Gemahlin nahm. Bald darauf ward sie schwanger. 

Des Königs Mutter aber war ein böses Weib, die, samt allen bösen 
Weibern, in den Rhein ertränkt werden sollte; sie verwünschte ihren 
Sohn wegen dieser Missheirat in den Rhein, und vermaafs sich, bis 
zum Tode, der verhafsten Schwiegertochter alles Leid anzuthun. Hier- 
auf befahl der König dem Marschall, seine Mutter auf eine entfernte 
Borg zu fuhren , wo sie unschädlich wäre. Das geschah. 

Damals that ein streitbarer König einen Einfall in Griechenland, 
verwüstete es und erschlug Viele. Der Griechenkönig berief alsbald 

V d. Mmff-rm , fie»aaiNi!iKriitf ner II. vO 



ciM Heerfahrt , und log den FeiBd entgegen , den er an eieea breüri 
Wafier traf, und sich ihn gegenüber legerte. Unlerdeifen gebar 4ie 
Königin ein aehtaes Degenkind (8ehn), nnd meldefte, nach det In- 
aehalls Raihe . aolchei in einem Briefe dem König«. Der Weg lUito 
den Bolen auf die Burg der alten KOnfgin , bei welelier er f ich Ar dir 
ttohf Botschaft Lohn verdienen weüle. Sie ▼erhlefa ihm Bcichthan. 
machte ihn tronhen, und wlhrend er fett neblief. stahl sie des Brief 
aus dem Brie ffafse (Briefbüchse) , nnd schob einen andern dafftr eaier. 
Am Morgen eilte der Bote weiter lu seinen Herrn, und Otiergab des 
Brief. Der KOnig liefs ihn lesen ror dem Zelie. und ▼emahm. al» 
Meldung des Marschalls: die ungebeme Schande, wie seine GemaMia 
einen Teufel gei>oren ha£e, ein Scheusal, ror d^ Alle sich eaisettc«, 
so dafs der KOnig es nicht dulden könne, sondern die Mntter mit iha 
vertreiben mOfse. Der KOnig liefii auf der Stelle seinen Schreiber 
dem Marschall antworten, dafs er angesichu des Schreiliens, bei l,ehess- 
strafe , die Königin mit Ihrer Missgebort wieder in ein Fafs verKchlagc 
und den IHuten fibergebe. Weinend volltog der Mnrsehall den Befebl; 
die Königin betheuerte ihre Dnschald , nnd Aue beklagten sie und ihr 
schönes Kindlein. 

Die Wogen trieben das i^fs In die Tiber bis nach Rom. Da 
üiund ein edler Römer, der am Apulisehen Fieber Ifil. auf der 
Tiberbrficke, und hiefs einen Fischer das Fafs beransbolen; als er die 
schöne Frau mit dem Kinde und den kostbaren Kleidern darin fand, 
nahm er sio, als von (iolt behütet, freundlich auf, und übergab sif 
seiner Hausfrau , der sie ganc tu Willen lebte. 

Der (jriechenkönig besiegte unterdessen die Heiden, und führte ^\f 
gefangen heim. Als der Marschall ihm wehklagend entgegenkam, und 
sich die Täuschung entdeckte, Qel der König, von Jammer übermannt, 
auf die Heide. Der Rote wurde alsbald gerufen, und die VerfSüschaoc 
des Briefes befunden; worauf der König dem Marschall befahl, die 
teuflische Mutter zum ewigen Gefängnisse tu vermauern. Trauernd 
begab sich der König selber, lur Bufse. auf die Fahrt nach Rom. 

Hier hatte unterdessen der Papst vernommen, wie die Frau mit 
dem Kinde aus dem Wafser in das Haus des Bürgers gekommen, und 
diesem dafür Erlafs aller Sünden ertheilt , dafs er die Frau bei si<h 
behielte. Da geschah es im fünften Jahre, dafs der tiriecheoköni« 
nach Rom kam. Zu derselben Zeit traf auch der Reufsenkönig dort 
ein , um ebenfalls die Versündigung gegen seine Tochter tu büfsen. 
Als nun der Papst der beiden Könige Beichte vernahm , erkannte er 
in der zu Rom geborgenen Frau mit dem Kinde die von ihnen be- 
trauerte Gattin und Tochter. Er bat beide Könige lu Gaste, nnd beim 
Mahle liefs er die Frau mit dem Kinde in ihren kostbaren Kleiden 
hereintreten , und gab dem Griechenkönige die Gattin mit dem Soha. 
lind dem Reufsenkönige die Tochter wieder. Die Freude war über- 
«Thwänglicfa. 

Hierauf kehrten alle vergnügt heim , und die Königin lebte fortan 

ihrem Gemahl in hohen Ehren und Gnaden Gottes, der sie so nun- 

ar erhallen hatte. 



Den tochter des küDvges von Reu5en* 



Nu Süllen wir an' scband(e) 

von der Reusen land(e) 

Von dem künig heben an, 

wie der darnach reichsen began. 
5 Er was gewaltikleichen slark« 

er het geldes manig mark. 

Er het (auch) ain schoBnfe) weip, 

den was im lieb sam der leip. 

Dabei het er ain tochter guot, 
10 der was er vrö und wolgemuot: 

Sie was so 8ch(Bn(e), das ist war, 

das 0^3° nindert offenbar 

Vinden mocht(e) frn geleich; 

des muoies ward sie also reich, 
15 Das sie kainen man wolt' neroen , 

wan der ir te mann(e) möcht' gezemen. 

Deu tochter dem vater lieb was , 

das er vor vröuden kaum genas, 

S6 er sie ane sehen solt', 
20 sein herz(e), sein leib was ir holt. 

Do er also 4n(e) weib was, 

als man von dem künig(e) las, 

Do giengen zuo die herren sein, 

sie sprachen: »lieber herre mein. 



l 7. 0t9 tlrnßcnlüntge Üa^Ut. 

SS »Soll' dii laut verderben 
also das "■ 'öll sterben . 
Dnj wir nicht haben von eu ain kint, 
dem lant und leul* gematn(c) sint 
Vil gcnileichen iindcrtän? 

30 Süllen wir gcbrestvii hin. 

Das ''""'t davon, daj euwer lelp 
nicht wil haben ain weip.» 
Des antwurl' der künik zehanl: 
»t^ muos immer das '^x^ 

3S Von meinen schulden an' erben sein, 
ich muej' denn' haben ain magedeia , 
Dcu meiner lochtcr sei gcleicb.« 
also sprDch der liünig reich. 
Die Herren sprächen (da) zefaant: 

40 »so Süllen wir holen iii daj lant t- 
Senden sicherleic)i(e) , 
oh iemaD[I] ir geleich(e) 
MUg* finden ein(e) scbisae magt. 
den meinem henen ttoI behagt, 

45 Seit ej mag anders nicht geaein.« 
sie santen boten an den Rein 
Cnd in den land gem>tne(e): 
(U T«nd man nindert ain{e) , 
Den inn antlii wsr' geleicb. 

50 dl} sagte man dem kÜDig(e] reidi. 
Dag man geleicb nicht vund' inn leip. 
»so «il ich immer äne veip 
Sein,« sprach der Idlnig gaot 
•>(s)wie dag lant werd* behuoL« 

55 Di wurden die herren le rite dö, 
d sie belibea in' her[rela ab6, 
Sie sollen i mo dem bibste k^m 
und in mit gold and silber 4m, 
Da^ er dem künig er4aubt(e) dnj, 

CO das ^f die tochter, ine haj, 
NEem(e] le ainem weih(e) , 
(las von ir baider ldb(e) 




7. 9n 1l»|MUiBitfl ••4ttt. 

Got tie lins kindes bfriel(e) , 
da5 da5 laDt nlch ihm hiet(e). 

65 Des Voigt' in der bebest d6, 
W30 er des schaues was vil vrö, 
Daj man im gab silber und golt, 
davon er was dem künigCe) holt 
Und erlaubt' im sicherleich 

70 le nemen sein tochter wunnekleich. 
Dö die boten kämen, 
und [der kflnig] die Ren5en verndmen, 
Di3 er die loäter salt' nemen mit recht - 
des vröulea sich ritter unt knecht. 

75 Der kfinig was henenleichen vrA, 
wan er sanl' nach den vüraten dö 
Und nach seinen mdgen, 
und begund' in allen sagen, 
Dr3 im erlaub[e]t wsr{e) 

80 sein locbter ine s«(er(e) 
Nemen le eiDem weib(e], 
iren £ren und irm leib{e) 
Sott' er pflegen, als er kan: 
»der habest hil mir kund gelin,« 

VÜ Begund' er in dö verjeben 

»an meiner si\' sol [daj] nicht geschehen 
Von der geschicht(e) d(e)hain lait; 
alsd hit mir der bäbst gesaiL« 
Die herren begunden alle jehen.- 

90 »so mücht' ej wol mit recht geschehen. 
Seit es der btbst erlaubet hAt, 
so wEcr" ej Jn[e) misse tlt.cc 
Die herren begunden aber jeben, 
sd mächt' 03 wol mit recht gescheheo, 

95 Wan 63 der bibst eriaub(e)t biet'. 
er sprach; »seit mich Got ie beriet 
Der (vil) schmnen locbter mein, 
sd möcht' mein vröud' nicht größer sein.« 
Damit er auj in deu lant \ 

100 manigen fromes boten sant'. 




n im rcLch«u btaidcr bräche : 
*an er het im Jes gedächt, 
Da3 er gfeb(e) rdcheu klail 
al deu seiueo: aU man saJl. 
105 Der lochter sein hjeg er gebeo, 
!ta' allcrhandlc) «iderstreben. 
Von prelKcJr uuE von sameil 
gab er ir deu reitu^.^a klait, 
Deu ic kaio vrauwe an gciruok: 
10 z'wdr. sie wäriejn reich genuok. 
Doch was der vrauweu unbokani, 
da3 sie im vater zehaut 



Soll' I 



in[e) du: 



sie wind', er wiBr(e) anderswo. 
15 Der ir iv niann(e) soll' gczemen 

iiud(e) den sie sollle) ncmcD. 

Üü sail' man ir deu raier(e). 

da3 C3 ir vatcr wferle). 

Des wart sie traurig und unvrd; 
^ in ir kemnälen gie sie dö, 

Und nam aiu schifl^e] schBr(e), 

sie sprach ; »mir isl uDin«r(e) 

Mein schcenej här das <ch hio, 

und so) mein vater sein mein idmi.« 
25 Das hir sie von dem baubt(e] snait ; 

ir guol gewant daj ward ir Jait, 

Da3 zAch sie ab irem leip, 

das selb(e} wolgel4n{e) weip, 

Ain[eii] gtäwen rok kit' sie aa sich, 
30 sie sprach: uwärlcich, ich wii mich 

Machen als aja scbem genr.« 

sie xerkrait' ir antlii gar , 

Da5 ir da3 bluot lelal ran. 

also bcgund' sie hervUr gin 
35 Vür die viirsten äne lal, 

da5 sie sie sehen liberal. 

Dd sie sie da sähen, 

gemainleich sie da jähen, 




7. 9» Vn|ralii«i|« jbi^trt. 

Sie wKr(e) dem teuvel geleich, 

140 deu t was schsu und wuDuebleich. 
Dd dii ir vater eruch, 
wider sieb selben er dö sprach: 
»Herre, wa^ tatg daj gcseioT 
waj wirt der scb<ciie& toehter mein? 

45 Das ^'^ i^' '^^'^ bluoCvar 
über ir antliitie) gar.« 
Den Fürsten sie aUu genaik; 
ir vater binder sich [dö) saik 
Vor laid udI vor ungemach. 

SO do er wider kam, gegen in er sprach: 
»Ir hcrlre]D, vart heim le land(e); 
mein tochler deu hit schaDd[e) 
An mich geleit vil sir[e): 
sA wil ich nimmer mer(e) 

55 Erwinden, ir mues' wC geschehen, 
des wil ich vor ea allen jeheu.« 
Ain Tä3 er hiej beraiten dril, 
daj was gein der nacht(e) iplt, 
Und hieg sie feralahen schier; 

60 da3 guot gewant leit' man luo ir. 
Und lies ^'^ rinnen, >ls aia weip, 
deu gar hiet ainen verschamlen leip. 
Er sprach luo seinem marschalk guot: 
usie muo3 doln den krai, daj bluol. 

6S Das sie umbsusl hil gettu, 

des rouog sie wol le buo3(c) sUn.« 

Dö der marschalk dag erbörf, 
des küniges red' an ain ort, 
Dil sprach er: »liebeu juDkvrau mein, 

70 ir muejl so gar verstoßen sein 
In dbem vt^i mein herre Ut 
geschaflet, da^ ich es tuo dräl.« 
Deu junkTrau sprach traurikleich: 
»ä das ■i^'i ■■> meines vater reicJi' 

75 Wier" gewesen sein weip , 
i'wär, ich wil l meinen leip 



600 



7. ji(* 1lc«|f«himf# €M|tcr. 



Verliesen; wan e5 nie gasdiach.« 
a1s6 sie wider den marschnlk sprach 
»Wan fon Kristeu nie kain msD 

180 sein kint xe weib(e) gewan.« 
In da5 va5 man sie twank: 
ir klaider weit und(e) lank 
Leit' man xuo ir, den wAr(e)n reich. 
»berre Got, mir nicht entweich !« 
85 Sprach sie »wan du bisl a6 guoi.« 
man stie5 sie auf des wages vlaot, 
DI mit sie von danne ran. 

Den selb(e) magt wolgetin 
Deu ran se Kriechen in d«5 iant. 
90 da5 ward dem kOnig dl wol bekant, 
Wau er stuond bei dem nuer s'wir, 
er sprach: »tue war, wag dort wmt 
In des (wilden) wages fluot.« 
sprach er ze ainem viscber guol. 
95 Der viscber vuor dem wa35er ndcfa, 
als der künig gegen im sprach. 
Als er da3 va5 swebende vant, 
er fuorl' 03 mit im an da3 lanL 
D6 spracb der künig reich(e) 

2()0 vil gar gewallek]eicb(e) : 

»Beseh(e)t, lieben knappen mein, 
wa3 in dem va33(e) müg' gesein.« 
Die selben 03 auf sluogen gar 
und niroen in dem va33(e) war, 
5 Da sähen sie ain scbcBue mait, 
deu was rain und unfcrzait; 
Die selben maget sie viengen, 
vür den künig sie giengen 
Vil balde und(e) fil schier, 
10 ir klaider truogen sie mit ir. 
Der künig wider sie dö sprach: 
»wer let eu disen ungemach, 
Da3 ir gevangen seit gesant 
her zuo mir in di»(e) Iant?« 




7. 9n «ti^>Umti« «a^ln. 

'Mi Sit sprach: »der ej bSl getin. 

i'wir, ich den nichl geoeDDeii bin. 

E3 hjt geUn mein unbail, 

daj ich dem wasser wart le Uil.« 

Er sprach: »sagt mir, seit ir ain ou^ll 
'20 dos sol *0D eu sein unverdagL« 

Deu junliTrau sprach wunnikleicb: 

»da5 wai3 Got von himel reich, 

U13 ich nie kainen man 

bei meinem leben[e) gevan, 
25 Noch nimmermär gewinnen wil; 

wan ich hin not also vil 

Erliten,« sprach den junktrau guot 

nals ir mich auf des wasjers «liiot 

Sihet her le eu fliesen ; 
30 wolt* euch sein nicht «erdriegen , 

Ich klagt' eu meines knmber schier, 

wolt ir ej gelauben mir, 

Wan daj e^ wier' ain kinthait, 

ob ich eu meinen kumber klait'.« 
35 Der kOuik lüchtikleichen sprach: 

»mir ist tH lait dein ungemach; 

Ad eowern klaideni ich wijjen sol, 

da} ir seit edel und guot wol, 

Ir habt vUrstlcicbeu klait.« 
40 also er der junktrauwen sait'. 

Damit er sie behielt; 

ir lugend sich nicht enspielt; 

Si« was bei im, da^ ist wir, 

völlikleicb ain halhej jir, 
45 Daj sie nichl enlel, des sie hiel schäm: 

darnach sie der kfinig nam 

Ze ainer konen bleich. 

als e3 wolt' Gol *od bimel reich. 

Di sluond 63 unlanger, 
SO ains kindes ward sie swanger. 

Als 63 Got selber wold(e), 

und als ej wesen sold{e) 



7. 9tft lAtu^cnkäBig» Svi^Ifr. 

Der kiiiiig aJD muuler bet(e) i'wär. 

lieu was (Til) bitter gar. 
2(6 AI» noch deu Übeln weib siat: 

sie muejeD werden aU(e) blint. 

Die nicht wellen guot seia! 

man sol sie (.>rtreiiken in dcDi Itcin 

Und darin versenvcD. 
60 des niuoj ich ir gedenken. 

Des kOniges muoter au5 Kriecb<>Rlaot . 

deu was mit übel wal bekaui; 

Da von der vrauwen ungemach 

vil dikkle) dA tod ir geschachi 
6S Wan sie lao dem kÜQig{e) sprach: 

iidtt soldest billeieh iingeinach 

Leiden umb den heirät deio, 

man soll' dich werfen in dea Rein 

Und dich darinoe lersenkeu 
70 und dich le t6d ertreoken: 

Elast dl) genomen ain boeses weip, 

wie kan deu geiem^n deinem leip? 

leb sag(e] dir daj tut *oI, 

mit ir so kan ich nimmer wol 
75 tieleben um an meinen lAt, 

ich tuon ir hie vil grA3(e) ndLu 
Dö da5 der küuig erhört' und s«cb , 

wider den marscbalk er dd sprach : 

»Li dir von mir enpTolheD aein, 
80 nim die alten muoter mein, 

Unt vuer* sie auf ain burii ver hindan: 

}i bat sie laides vil geUn 

Der lieben hansvrauweD mein, 

las sie ver[re) von mir sein, 
89 Da ich s' nicht gehmreu mag, noch gesehen." 

als6 begund' der kUnig jeben. 

Dö der marschalk erhört' 

des kUniges red' and sein wort, 

Dö vuorl' er sie balde dan 
!fO auf ain(e) hurg wolgetJUi. 




7. 9n Vti^iUKti* ««^tec. 

Ze den leiten was aiu kOnig t»ll 

gerilen mit grdsem gewalt 

ia da3 lanl le Kriechea, 

und macht' di manigen siechen, 
29S Die wund(ej ligen in den tdl, 

daj sie Uten grAse nöL 

DA ward dem kOoig daj gesait, 

der hies auch uaverxait 

Ruofen zehand (tin) henarL 
300 dd ward nicht lenger gespart. 

Daj sült ir wol gelauben mir, 

mit her leit' er sich gen im schier 

An ainem wajjer, da5 was breit, 

da ligen deu her unvenait 
5 Baid(eu) gegen ain ander. 

DA ward den Trtuw(e) swauger, 

Deu kiinigJD auj Kriechenlant, 

ainen brief sie dem kanig(ej sant', 

?iäcb des marscbalkes rlt, 
10 als ir vrumkait wol an sUl, 

Der brief dA gescbriben wart, 

der bot(e) huob sieb auf die vart, 

Gescbriben was daran i'wär, 

das sie ain kind oüenblr 
15 Hei gewunnen mit liechtem schein, 

da3 nimmer scbtener möchl' gesein; 

Ain degenkinl «xr* es ze recht, 

«3 w(eT(e) ritter oder kuecht. 

Allen lieb, sA trum e^ wKr", 
SO der brief solt' sagen dem künig deu mer'. 
Dö der bot' tod dannen schiet, 

sein reiste) >uo der vrauwen geriet, 

.Des küniges muoter A3 Kriechenlant; 

wxrieich let er irbekaot, 
i£ Das " vuorl' dem kUnig(e) i'wär 

aitien brief offcobir. 

Er sprach: uliebeu *rauwe mein, 

mir sol nichl veisagtctt Hin 




7. V» VfugciiköiiiB* Sa4lci 



Euwer werdes boteo brät: 
330 meJD vrauw' ist genesen von irer nöl. 
Und häl aiu schiEiies degenbinL 
nü Treu Dt und{e) mäg(e) sint. 
Die sül[le]n des werden vröuden reich; 
£3 ist sin kind gar wunDekleicfa, 

35 Mein hefr(e) mag ich i'wär 
von meiner armuG.i ■} gar 
Schaiden unt von n »ner ndt, 
er geit mir reicbej Jroten bröl.'i 
Das Qbel «reib wider in sprach: 

40 »wän, mir lieber nie geschacb . 
Ich wil dir helfen auj der not 
und wil dir geben da3 boten bröt. 
So da kümst von deni sun(e) mein, 
dein armuot sol verswunden sein.« 

43 üiie macht' in trunken, daj ist war. 
and hies im 5atill(e] betten dar; 
Den rechten brief sie im stal, 
daj seih' sie vor den leulen hal, 
Ainen aDdeni briet sie im leif 

SO in sein briefvaj, daj was weit 

Des morgens M der tag auC bradi 
und ds5 er den schein ane sacfa, 
D6 hnob er sich drit(e), 
daj er nicht hnm' le spl((e] . 

K5 Und eili(e} von dannen zehant, 
dl er den werden vttrsien Taut 
Dd er den herren ane sach, 
vtl tUchtikleich er luo im sprach: 
»Eu eabeut mein rrau hächgemuot 

60 iren willen und iren dienfcjst guot. 
Und bat eu disen hrief gesant, 
und der marschalk von dem laut.« 
Den brief er di lesen hiej, 
als in sein TrUmikail tnon lies; 

6S An dem brief Üb geschriben was, 
den man im vor der hOtten las: 




7. 9» «(■firaUitgB «ai^trr. 

»Der mirschtlk enbeut eo, herre, 

da^ ain gröser «erre 

Isl worden in cBrm )>nd(e), 
370 des mue^t ir haben scbind(e): 

AJDen teuvel bit meio Tnuw' getragei., 

das "il ■(^'i cu *<ir "Jt^ [gcjugeit, 

Ej itt gcstilt aU ain scbem'i 

ain teuvel ej schier bin nem'! 
75 Ir muest mit im haben scbant, 

ant bceml ir immer in daj lant. 

So mOgt ir nicht beleihen. 

haist sie von hinnen treiben; 

Des habt ir vmm uad'£rc, 
80 oder ir mue3[e]t henen sin 

Leiden um an euweru tftt, 

alr^sl sd bebt sich euwer not: 

E3 ist aisleicb geUn, 

e} gelar nie mm sehen an.c 
85 Zehant dö der herre 

erhör t[c) disen werren, 

Do gewan er grägen ungemach, 

wider seinen Schreiber er dö sprach: 

»Schreib, snellikleicb(e) 
90 meinem marscbalk reich(e), 

Wan er den brief seb(e) an , 

daj er des nicht lij' understin. 

Er slah' die hausvnuwen mein 

in Bin vas aichein, 
95 Als sie mir i ward bekant, 

und sendfe] sie auj in deu lant 

Vil balde UDd[e) vil schier, 

und(e) leg* da^ kiot luo ir, 

Daj [so] aisleich ist geUn. 
400 wil er mein bolschafl Qbergia, 

Und er da^ tuo nicht lebant, 

er miiej' mir räumen dag lant; 

Und ist, das ''^ ^i" vinde, 

des ich nimmer er winde. 




406 Er muo3 mir Uii den leib »ein: 
das ^^^' '^^ ""'^ '"^ treuw(c) mein , 
Vind' ich Und oder weip, 
z'wär. ej gct Im an den leip.« 
Der bol(e) eill(e) drät, 
10 ah er in reiten bat, 

Itnl vuorl' dcD brier dem marsrhalt ttu"'- 
des ward dd traurig sein muol, 
DA er den brief da gelas. 
wie recht traurig er dö was, 
15 Das liiod' eu nie man gesagen , 
sein leib begunde d4 verzagen: 
Des Yorchf er rfes küniges zorn. 
das sein leib wfBr(e) Tcrlom. 
Ob er nü das licsl«). 
20 das '^«'f her luon hie5(e). 
Ain vag gcwan er drSt, 
die vrauwen er wain«Dd(e) bat , 
Das sie ™ *ergffib(e] das, 
er muest' sie slahen in ain »as; 
2S Des m5cht(e} d(e)hein r4t (ge)sein. 
sie sprach: »wem sol das kindelein 
Beleiben? das ^o'' ^^ ">''' s^^sen^ 
er sprach: »man sol es auch vertragen 
Zuo eu in das aichein vas-« 
30 doch er des «ainens nicht vergaj. 
DA sprach den »rauw(e) wolgeUn: 
»das '*=h <^'e ''"'' verlorn Mo, 
Und meines benen s«ar[e), 
west' ich , wannen daj nMBr(e) . 
35 Von weihen Sachen ej wer' geschehen. 
der mir des wolf ain winik verieben — 
Ich hief mich * geleit in sucht, 
e ich kain[e] uniucht 
Het an ichteu begin, — 
*0 ich Wind* es vil wol «ndcrslän.« 
Was so' '•^f' ni*f(el davon jehen? 
so manig(e) klag* ward nie gesebeo. 



7. Wn Vfa^mlulmiit ^^ter. 607 

Als umb da3 klainfe) Idndelein, 

und umb iren iDinnckleicheD schein, 
iio In dem ¥33 man sie versluok, 

da5 kindfelein} man zuo ir truok 

Und guoter k1aide[r] ain michel tail: 

reuw' und jamer was ir wolvail. 
Man stie3 sie auf des wages vluot. 
50 dar an deu schoene vrauwe guot 

In die Teifer, da3 ist wür, 

au3 dem mer offenbar 

Ze Röm(e) vür die grÖ3en stat, 

als sie Gotes wille bat. 
55 D6 was ain R6m«r(e) 

gegangen mit sw8er(e) 

Ze der Teifer auf die brükk(e) , 

dem was wo in dem rükk(e) 

Und het das Püllisch vieber gar; 
60 der sach da3 va3, da3 ist war. 

In der Teifer vliesen: 

»ir \äl euch nicht verdriesen,« 

Sprach er ze ainem visch8er(e) 

»da3 va3 sei vol oder l«r(e), 
65 Bringt mir e3 her an die stat; 

euwerh I6n gib' ich eu drüt.« 

Der vischsr' tet, als er in bat, 

er br^cht(e) da3 Ta3 an die stat, 

Da3 wart zerbrochen an der zeit, 
70 deu klaider man zesamen leif : 

Deu vrauw' was minnekleich getan; 

mit züchten sie der Römer an 

Sach, und sprach: »▼rauw(e) guot, 

Got hat euch in seiner huot, 
75 Euch und das klaine kindelein; 

davon wil ich e3 ziehent sein.« 

Als6 er zuo der vrauwen sprach 

»ir habt bei mir guoten gemach.a 

Da3 kindel und die vrauwen guot 
80 behielt er; des ward sie wolgemuot, 




7, 9(« Vfu^cnhünifl« 3to4>i' 

l)eu edel ItömKrinnt^ : 
vuu Kriechen deu küoi^nnp 
übcrgie der vrauwen willen nie. 
swä sie sa3 oder gie. 
485 Nä Ujeii wir die red(c] sUn, 

und greifen von Kriecben den kiinig ai: 
Der dort mil s( ■ her Uk. 
vor laid er kaii.^. mdcn pdak. 
Doch gesigt' d .k z'wAr 

90 den haideu an ... „.r. 

Uni vuoTt' sie haim gevangen; 
es was im wol ergangen. 
Dö er le lande kM(c). 
aU in aein vrümkait )€rl[e}, 

95 Und (er) den marschalk ersacb: 
»wie klagest du meinen ungemach,« 
S|jrncli er »lieber marschalk guul? 
63 wart loroig mein roiiot, 
DA man mir deinen brief las; 
500 wie rechte traurig ich wat 
Da3 kan ich dir nicht gesagen , 
mein hen', mein leib wolt' verzagen; 
Dö mir wart kunt vod ir getin, 
di muosl(e] mein vr&ud(e) ui^än, 
S Das ^5 3'^ >'■! leuvel wKr(e), 
du Wirt mein heri{e] swsrle), 
Wan mir laider nie geschach. 
ich muoj laider ungemach 
Leiden von dem brier dein.« 

10 Dö sprach der marscbalk: übende) me 
Den brief den ich gesant häa, 
da was da3 nicbl geschrihea an: 
Uein brief sprach, daj nie dbaia kint, 
deu &, noch seit gebom siut, 

15 Nie so schcenes wart getin.« 
der künig sich raufen begao. 
Vor jämer unl TOr laid'e} 
viel er auf die haid(0, 




7. 9i* «nfoiUaifi Ca^tK. 

Da} er ain wort nie gesprach, 

590 Doch weder liört(e}. Boch geiacb. 
Er hiej den boten *flr ücb gtn. 
er sprach : aug' mir, verUilier mau. 
Wie ist dem briefle] geicheheD 1 
der wiriiait lott dA mir TerjeheD , 

35 Oder ich tuon dir den tAL« 
den Torchl dem boten (66) gebdt, 
Daj er sprach: »lieber berrfe} mein, 
ich kan nicht wissende sein , 
Wie dem brien sei geschehen, 

30 wan, aines wil ich eu Teijehen: 
Do ich kom xuo der Tnnwen mein, 
den euwer mnoler uAtle) sein, 
Di belaib ich Ober nacht; 
ob sie icht arges mir bab* gedieht, 

35 Des kan ich gesagen nicht,« 
»der teuvel hftt mit ir pDicht'.a 
Sprach der kBnig an der stat 
»den brief sie dir Terk6r(c]t hiL« 
Vor lom hie3 er glhea 

40 und sein rouoter «4hen 

Und [hies] sie vermanren Awikleicb, 
äi mnoat' sie ir sflnde sunderleich 
Buesen ans an iren tdt 
mit smerien, jimer nnd[e} nAL 

45 »Ich leide biUeicb nngemach;« 
alsä der kflnig anj iom(eJ sprach 
»0«£ mir rii armen! 
wie lOisel ich ertiannen 
(Tuon) den al mecbügen Gotl 

60 des muo3 ich leiden ipot 

Umb die lieben Tranw[ejn meini 
s& muo5 ich immer traurig seio« 
Er gedieht': uicb muoj le RAni[e) gin 
und wil dj in le bno}(e) stln 

55 Umh mein ang(e)stleicben tit, 
die mein leib begangen Ul« 



> 7. T>tt Vtugrahünie« im^ttT 

Zi! Rom' liuol) er sicfa an der stal. 

in gn^3(e) buo3(c) er dA Irat. 
Du was dem bäbst gesaf;! macrfc, . 
560 das "in ^del Trauw[cj wKr(e) 

Und ain klaine^ kiudelein. 

daj nicht schoener kund' gesein. 

Zesamcn beslojjcn wKrie) 

in ain va^ mit sweer(e). 
GS Und wxr' le Rom' gerunnen dar, 

des biet' gcnomen ain burger war. 

Der het sie behalten scbüa(e}. 

"Sö wil ich geben le löoCe),« 

Sprach der bäbst ze nrkündi'e) 
70 »ich wil im vUr sein süDd(ej 

G«beD unt Tür sein miautit, 

die soin leib bqtiDgcn Ut, 

Db5 er behalt' die nrauirep guoi; 

seiner stV er aio gr&i' ir[t) tuot, 
TS Und behaltet er sie ictiän(e), 

im geit Got der £ren kröD[e).n 
Darnach den hfloig le urkQDdtej 

ruwen [darnach] sein(e) sfludle). 

Von Kriechen was er geoaDt, 
80 ze RAmfe] gie er, dl er vant 

Unsern Taler, den blb(e)st s'wjir, 

sein Sünde wolt' er sagen gar, 

Die er au seiner vranwen gnot 

getjn het, and den ÜbermuoL 
85 Daj was darnach i'wir(e) 

in dem vünRen i<lr(e). 
Ze den leiten Got der reich(e) 

mant' auch andzchlilileich(e} 

Den künig von Reujen, das ist war, 
90 er gedacht': »ich wil mein sUnd(e) gar 

Bue^en, die ich begangen hin 

an meiner lochter wolgetin, 

Wan ich ej gar umbsust tet. 

sie enhalf weder *1^, noch bei*. 



595 Sie mniMt(e) den lAt «od mir ijoId, 
auf das **£(*' ^^ '^ ■>* boln, 
Di hll rie nriom ireo Idp: 
ich gesKb nie aö ichaeMS weip. 
Ze Röin(e] wil ich beben an 
600 und in pAgtr buo3(e) lUn.a 
Ze BAm dersellKe) kOnig gie, 
wan im die Teuw* sein iMn(e) *it. 

Dd ie^ekfa kOatk se RAB(e) kam, 
und der bibst ir beicht femam, 
5 Dö wesl^ der bibst den n«r(e}, 
dag es den tnawle) warfe). 
Die der RAmcr' bet beballen, 
d*3 jung' Und und die alten. 
DA sie ir sUnd[e) beten gesail 
10 und iren gebrcsten geUait 
Dem bib{e)st an Gotet itat, 
der bUut die Tttratsn baidfe) bat. 
Das ^>c ■>■ '^ ''**" MQvn 
und sein brdt mit im agea 
15 Dd sant' der bUut tn' sw^ej 
nlch dem RAnuerte] 
Und bat iD durcb den willen sein, 
d*5 er bracht' das kixlelein 
Und die «rauwen di le sUt(e], 
30 das "u sein TUfaen und sein bel(e). 
DA brächt' der RAmar(e) 
die nauwen ine awvr{eji 
Deu Iriiog dA ireo reicheu klali, 
als ich eu *or hin gesaiL 
25 Do sie divor geaftsen, 
getrunken und geigen, 
DA sprach der Übst: »herr{e) guol 
TUD Reusen, nü seit wolgemnot. 
Saht ir icht gam euwer kiatl» 
30 er sprach: uich «olt(e ie) sein Uiot, 
Da5 ich soll' sehen die locbter mm 
und iren werden tieohton adieia.« 




DO sprach er: »her von Kriecheo lanL . 

ob eu eur hausvrauw' wirt bekanl. 
G35 WoUel ir des nicht vr6 [gejs«ii] ?« 

»ja ,H Sprach er »lieber herre mein, 

Da5 ich sie sehen solt[ej an. 

sd wxr' ich gar ain »iplig man, 

Darumbfe/ sä woll' ich K^ben. 
HO so mich Gol Iic3(ej lieben. 

Meinen vuoj und mein(e) hant, 

daj sie mir noch «Drcf okauLM 

Der Ubit rtcbtiUeiclien sprach: 

»ain end' hab' euwer angenuich 
45 Und «uwer bemn air, 

nü habt rr5nd(e) bald' nnd tr'.a 

Der Ub(e)st gie aug vflr die tfir, 

die Trauw(e]n ireisC er htoTfir 

Und das klainte] Undeleio. 
SO ir Tröud(e) kund' nicht grAjer geseiu , 

IM sie die vraun an sähen, 

do begunden sie beid(e} gäben , 

Daj was an in ain guot sin. 

der bäbst sprach: iineml die tochler bin, 
55 Her Iflnik toq Reusen, den ist guot.« 

dö ward der künig wolgemuot. 

Gein dem Kriechen er dö sprach: 

unä seit vrei vor ungenuch. 

Habt eu weih und[e} kint.« 
60 all(e) die & geborn gint 

Die wurden in ir reichte) 

nie so vrteleichfe). 

IM was ir vröud[e} nicht le klain. 

die vrauwen und daj kind(el) rain 
65 Vuorten sie baide geleich(e) 

haim in ir künik reich (e). 

Dö ward sie [schänj ain kilniginntej ; 

nach inn kund' sie ring(en), 

Baideu, tag unde nacbl, 
70 da wart vröud' in ir acbt 




7. 9t* %n.fitmüwit* Ci^t". 

Das ■"" i' wiggeD ■ll(e), 
«ie lebten mit grAsem sch*ll(e) 
Und mit gröser wtrdiLait, 
alleu wunne wu in berait, 
675 Und worden e^eiiet gar 
illes des in ie gewar. 
Von Got Ton bimelreicb[e], 
dem ist nicht nnraiigleichle]. 
Der geb' uns daj e«ig reich(e) 
80 und mach' uns f rduden i«icti(e| ! 




8. 



jtatl t.«t ®ro^e. 




I. Ijlebessaaber. 

Hirl Ihal finc HHrfihrl gegen dir üngirn und beginn ti* in 

tnil MiDf m Heere nihe im Heer. Er hilte seine Gemiblin betchleden, 
wenn er llnKer ili lehn Jibre iiiiblifbe, dinn 9in er luf der Fibn 
umgekommen. Kun *» er Kbon Db«r Denn ]ibre in Ungirn: d* faub 
sieb lu Achen im Rheine grorte Schinde, und überill Riub und 
Brand. Karl lulle mii leiner Frauen leribiedel, «enn ein B«le Ibr 
seinen King bricht«, ao lollle iie inner Boucbalt glauben. 

Ah es so titi in* lehnle Jahr gieng. dl Irileo die HerreB in 
Landes rar die Ktinigin, beschwerien licb liber die Verwirrung 
■ Ol herrenlown Lind, und lerlinglfD. da/i lie einen andern FftraleB 
lum Hanne nihme. weil Karl Ihr wol BoUchan geaaodl bllle, wenn er 
norh leble. Sie weigerte lich der Schinde: Karl werde sie iMien. 
wenn er komme; noch habe er ihr du Won -Zeichen l'erabredele 
Wabrieichenl oichl geundl. und lie wolle ihm Treu« halten. Die Herru 
behiupIcLen. durch Bolen lu wifien , difs Kirl ladt sei , und d'rungeo 
w lange in lie, bia aie eiuwittigte, dabei Jedoch aUe Schuld und Unheil 
lul dai Haupi der Herren lud Dieae renicherlen, die Foridauer dea 
herrenloaen Zuslandri *ire ibr Aller, und auch der Königin Unler- 
gangi und bald darnach gaben ale ihr einen michligen KBnig lum 
Manne, mll »elcbem am drillen Tage die Hochieit aein sollie. 

Da aindleGoll einenEngeltu Karl im llngiTland,der(ertandigteihm 
die DedrtDgnii leiner Hauilrau , und belehrte ihn mgleicb, wie er die 
IIS Easle bia in sein Land nocb Tor der Hocbieil lurücklegeD könne. 
Karl, nichl an tiollei Wundermicht iweifelnd, Ibii, wie der Engel 
gebol. Am ntchalen Morgen kiuhe er ton seinem Schreiber dessen 
lUrkes Pterd. ufa sogleich luf, und ei trug ihn in Einer Tigereiac ans 
der Bulgare! Ober Feld, Moor und Heide, bii lur Sladl Bab. Am 
folgenden Tage, noch bei Sonn e nach ei n . erreieble er P i s a i u an der 
Donau, fand dort den beieichnelen Wirifa, der ihn freuadllcb aul- 
■ahm. und ala am Abend das Vieh heimkam, lieC auch ein trhönef 
Hosi In den Hof; Karl ergriff es bei der Huhne und terlaogte es von 
dem Winhe. Oieaer wandte ein, ea wira noch lu jung, auch unge- 
bündlgL Kirl aber beilund darauf, und der WInh überlieft ei ihm 
gern für tirle GoldiiDcke: obenein bot ihm Karl «ein bisher gerillenes 
PCerd mm Leikauf.' Am drillen Morgen (rOh bestieg Karl das junge 
Boss, und es trug ihn denselben Tag bis ror seine Burg <u Achen. 
«o ein Wirth ihn beberbergle. Ueberill in den Girsea der Stwll wir 
Sang und Kling, Tinien und Springen: und Kirl reniabm, ntehstea 
Morgen sei die prichlige iloehiell seiner Termeinien Witwe mil einem 
KSBige, wobei ibra, wie Allen. Speise und Trink und Rosstulter ge- 
speodel werde. Karl aber wollte nicbu aom HoFe annehmen, und ge- 
bot dem Wirlbe, ibn Alles elBiukauleni was dieiw IQr das reichlieh 
gegebene Gold gerne lhal. So safsKarl herrlleb laTisebe, UBd lief* den 
Wirth und leiB ganiei Haus nil geBlehen. AI* es Nectal ward und 



le cläMM 9rt4e. Da pvki* 
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Uk«a«M. Dmb tubru rr An iB win Bwi. «Bd Iwfa A 
laUa. AU dW nr Bocbeil fcUdra« batlr tv lonkaa 



tii>iB biBwff: nat vw «iebl nilm kaBsie. ipmc bbn dif $uA- 
owa«. Dn Biarkol (All «kA «OB Kall ra LDhoc. dah n irt KM«a 
Birti Amt« : frrne ffVlbnp Kiel, und «n ikr bald , nie lomr - - 
All diroHb Karli HiDtlno lUrb . be«<» et. dir« Mt ibn (• M 
•u all du Ubra Et lirli du Hhtac Vtib baUancn, nud a 
icnnixlifT Zaub« , den «e uBicr dn lange ini«;, b««irkte, dib n 
■llnicbUich ail ibi DBgirbea moiK. wir rin Maiia Dil t^nra Vnlic 
^tcbo wntitB nat iif« Klnnctcr, «ckhe ihm du Lricbaam b*M 
oBd ia* Bellt Ir^rn mnilCB. Dorb wollle iba tiMI. ioKfand wiK 
■aic Kdw and Beirhtr, Bicbi an Leib und Srple lerderbes lal« ' 
Eiaei T>f«t UDg rio Biwbor lAegIdinx lor Ihm dir »ff<f : di tiB 
eiae lanb« inF iro Allir mii finem Rri-'<- -'.r-n Rir^' h.-ioilK*t 
Sandf g»rbri»[>rn sUnd: der BiKhnf li- ilr^ -in.i --i-. i .i-n boaf 
dad tr rine ToJiUDdT ifnrboirifn h.J." t^^r: !' .- :,tti t^ 

BiKbol ■beifüfaTU iba dunk die WOoilMniaB tob oDea, oad b« 
bcMlM* BUB •Ha, Mgle jedodi. er kdBaa atcbl daTon brsea De 
BJMbof •eritagle die Todte in nebfB . uad Eari «Skwte iba «K 
SdlirkimBii!r, wo die Fraa Im BetU I^, all «cbd sie acblKfc. Ad 
de* BlKfaeh Fnc«. i>b ihr >niid noeb wabj riecbe, btefa Kari Aa 
tieb bbeneogen : da ihal der Bbeliof ibr den Hand anf. and ertaaiR 
alibtid d«Q Zanbcr. der, Tie eine Sdierbe pori, beraiaicL Sa()nct 
«aak der Ldchnim aBgeakbU des KMlfi and Blacliof* mHaan. 
all wcDD er MboB lor eiuEm balbea Jabre fial geveeen . usd mtH 
tm lu AMbe. Da lerwandelle «leb dea KOaici Inbninat in Ab«4n 
md dal lodle Weib, die Ihm Leib und Seela Terderbeo aolht, «tat 
im wie ein fauler Htind. Hierauf bBftte er an dem Lctbe leine Sia* 




I. 

MiDoe Zauber 



Dämil vuor der weigant 

hin te Ungern in däj lant 

Und begund' sie Kristen machen. 

die Ungern um in Walacben, 
S D4 leit' er sich mit seinem her. 

es was nähen bei dem mer. 

Er gelobt' d«T iranwen sein, 

wenn' er [wbt'] sehen jär von ir schein 

Und daj er leoger wmte), 
10 da3 sie dan wesl' dea mnr(e{ , 

Da3 er wxr* mit grAser not 

z'wär auT dem weg(e) tAL 

Da beUib er ^cherleich vOrwir 

mer dann[e) neun jlr 
15 Ze Ungern in dem land|e]. 

di huob sich grAsic) schand(e) 

Ze Acb(e) bei dem Rein. 

dö er le lang auj wolt(e} sein . 

Sich huob raub unde brant 
20 t'wlr über allen lanl. 

Er hei gelobt der vrauwen sein, 

wenn' er ir lanf ain TiDgerlein. 

Oaj Bolft' ir) sein erkant, 

das selb' bei er ir vor genant 
2S Und bet ir eg geiaiget dji, 

er sprach: mö du ej genhesl ieai. 




8. AmI Im »r«^. 



Dl} guotfe) vJDgeriein, 

was dir gesagt der boKe) mein, 

Dea lolt dA gelaabig sein 
30 sehandi lieben thuwc meiD.a — — 

NA Ü$tn wir die red(e) >Un , 

und greifen den ktlnig in. 

Da er lag in Ungern lant, 

all icb en vor tet bekant: 
36 Er waa neun jir auj gewesen, 

das 'AI' ir en dem buodi gelesen, 

DA buob sich raub and[e) brant 

aber allen seinen lant, 

Ab ich eu vor bin verjehen: 
40 das wollen die hern nicht Aber sehen, 

Die in dem lande wlr[e)n 

bei den selben jir(e)n; 

Die giengeo te der küniginne: 

»i'weu süUen -unser sinne 1 
4S Seil wir nidii haben herren, 

des baben wir grdjen werren, 

Di von wellen wir euch des biten, 

das ir , vrau«', mit guoten sites 

Nenet ainen vUnten gnot, 
50 damit den laut sein behnoL 

Hein herK bt warleicb(e) tAt; 

in möcht' nicht twingen sölich nAt, 

Er biet' eu, vrauw", in diEi(e) lant 

seine bolschaft her gesanLa 
SS Den vrauw' antwurt(e) lebant: 

usA muest' ich sein von im geschanl, 

Swen Idlnik Karel rain(ej 

ktem' in die lant genuin(e), 

SA möcht' er mich wol taten 
60 mil ang(e)st und mit nsten. 

Mir isi dag wortiaichen nicht bekaol, 
Docb herwider nicfal gesant. 
Das BT mir gab, dAer sieb sdwat 
von mir; dA Buch sein Gol beriet, 




1. fttknjMibn. 

6S SA bneh icb nie die lreuw[e] metD. 
sie aol aach ininer 5tct(e) seia« 
Die herren tno ir jUien: 
»sOi[le]n wir en nA Tersmaben, 
Da^ wir disen werren 

70 haben, iat{e) liermiT 

Uns ist daj (nl) wol befcant 
Ton boten, die wir haben gesant, 
Daj anser her mit grA5er nAt 
ist auf den weg(e} tALtf 

75 86 langte) die herren ans sin 
redeten mit der Unigin 
Und manlen sie ir ongemach, 
am den kflnigin nijaeh: 
»Und sot mir icht werren, 

80 daj jnimt Ton en, ir boren; 
Ich leuch ej[ an Got den gooten, 
den gelrenwen, [den] wolgemnolen. 
Das ich fil gar unschuldig blD. 
tuot TOD mir die red(e] bin. 

85 Geschieht mir icht, da5 maos von eu 
ich künd' mich selber wol bewam.« 
Die herren spricben aber dA: 
DTraa, s6 wflrden wir nimmer ttA, 
Sai[le)n wir mit disem werren 

90 immer leben, In' herren, 

SA. wijt, ir muest des leuvels wtscn, 
wan unser Ifliiet mag genesen.a 
Die vrauw[e) iQcfatiUeichen sprach: 
»■wie grAj nA sei nein ungemach. 

95 SA wiJ idi eu nA *olgeDt sein, 
swic grAs nA sei der kumber meini 
Wan ir mich sein nicht weit erlin, 
euwern willen wil ich b^n, 
Es ergi mir Übel oder wot, 
100 eum willen ich nicht brechen sol.a 
Darnlch stnont es unlang(e} seit, 
oni sie ün grAs(e) böcbteit 



R. fiflti Hfl et^. 

Oeruollen mil ai[ne]in ktonif! reich. 

den gibeo sie ir sichrrlcich. 
lOS Dcu böchieit, olch de> buucbtc;s m 

solt' «trdeu an ilem diitlea lagt«): 

D>5 woll' Gol selber undersUn. 

als ich vor mir gehier|e,t hän. 

Wan Gol aioen etigcl saal' 
10 ze boteo in d»5 iDgerlanl. 

DA der künig iaae,' lak. 

nud was gelegen manigeu tat. 

Dd in der engel da vaol, 

deu bolschafl ward im wol bekaiil: 
15 »Ob es dir lieb b(. üdet lail. 

kunig. sei dir lürwär gesait, 

Kümsl du nicht tut» der künigin. 

i'när so Terfaiteul dich dein sio. 

AiD ander Lünig hat sie genomcD. 
90 da TOD soll dil ze lande komeu 

Z'wär an dem drillen tage). 

gelaub' du mir, «aj icb dir sagfe;. 

Dein hausvrauwlei wolgcliiD 

wil z'wilr Ivil unjgern(c» gän 
25 An aines küoiges betltej reich, 

des gelaub' mir sicfaerleich.« 

Der lüni'i Karl sprach lehant: 

iiwie sol ich kumen in ■ein lant 

In drein lagen offenbar? 
30 *'wär ich sagfe) dir vürwär, 

Das ^^' i^t hundert ra$l{e/ lank , 

dannoch so ist daj mein gedanb. 

Baideu, spjl uDd(e) vruo. 

daj vunfzehcD raste ist dariuo 
35 Z'wär in das l>'i') iBeiii: 

wie so] ich dar konieDd(e) sein? 

Solt' icb dar reiten oder gän? 

das $^'^' ich nicht betrachten kan." 

Da sprach der engel an der stunt: 
10 »und Ist dir nicht worden kuBt, 




I. ItcbcffjMbnr. 

Daj tiot nuk tuoa, swa3 er wil. 

sJDt er hat gewa]l[e)s vil?« 

Der künig sprach »daa mag «ol sein. 

ich glaub' ej. lieber herre mein, 
145 m häa ich kaiuen iweivel an; 

vil Wunders er getrachlco kan.« 

Zehand der enge! tU gewKr' 

sprach: ug£ le deiuem schreibsr' 

Der häl ain pferL alsd stark . 
SO daj kauT umb pfenning' und nmb mark. 

Wie du im ej mugesl gewinnen an, 

daj guol'e; pberd wolgeUn 

Daj reitest du vdilikleich ainen lak 

als ich vürwdr gesprechen mak, 
öS Deu tagte; waid(e} wirt dir lauk . 

dorb hat daj pferd solhen gauk. 

Daj ej dich snell' unde dräl 

trail ze Räb in die slat, 

0*5 ist dein £rst(e, tagte] wBid(eJ , 
60 «3 trait dich mos. veld und haid(e,. 

Des andern lag« ttuo 

soll dA beraiten dich dariuo.« 

Alsü sprach der engel reich 

»das '^^ reitest snellikleich, 
65 SA kümst di) gen Pa33au«(e, 

hinauf luo der Tuonauwe), 

Das i^t <'(^ii> aixlreu tag'e/waid(e. ; 

von dem pfxrd e) dA dich schaid(e^, 

Ze Passau viodest du ainen wirt. 
70 das <'i<^'> <'c>'> 'sil *■) S^'' verbirl. 

DA kümst dar bei sunnen schein. 

des solt dA fil gewis sein. 

Der selb[e wirt ist wolgeniuot 

hat ainen schcenen volen guol, 
75 Den solt dA kaufen an der stal. 

der trait dich bald unde drit; 

Sü understöst dA danuoch wol 

die htkhieit deu Ai wesen sol.« 



8. ftari *n «Mfc^ 

Zehud R (t^ |ibrd gcwa« 
180 *eineB Klmibcrc Mi, 

L'nd nüt des BMCurBS laagrmleicli . 

der cM Lönig reich, 
I'bi Bib. «b B d«t esgd svf: 
dd i»eb er die « jrfcüL 
aS Wm da3 nidil aio sUfit:cj r^Ke-T 
<b3 (T nil mit gr^er vrsä:ej. 
0*5 er TOfl der Balgard 
rui alsA genuches frei 
ilio le Biben in die stal, 
90 als in der eogel reilen baL 

Er spriLhr «ich Gol wol geir»nr(>> 

Des andern U^es feüi Pfts^aawfk} 
Kau er vun Bäbefi geritcn. 
nicti Gotes Itr", mil guoien sitcn. 
96 Als im der engel het gesail, 
TaDd er den «irt uDvenail: 
Er schuof im guoten gcmacb , 
mit guotem siten da^ geschacb. 
Er lum dar bei sunnen scheio, 
ÜOO des dankt' er seinem trechlein. 
Des äbents dd das ^^^ in gie. 
dö lief der vol', er id gevie 
Bei seinem köpf und bei der man, 
wan im des voln Gol wol gan. 
5 Er sprach; »her «iri, gebt mir daj ros, 
da3 *il ich reiten teld und mos.« 
Dö sprach der wirl: nherre mein, 
der Tol' mak ze junk sein, 
Er enmag euch nicht getragen.« 
tO er sprach: »waj weM[e)t ir mir sagen? 
Gebet mir den volen guoLa 
der wirt sprach: »er eu laid(ej luot, 
Z'wär, lieber herre mein, 
er muo3 euer aigen sein, 
15 Wer' er geieml und geriten.» 

der küoig sprach: »ich wil euch biteii 




Immer durch den tlieD(e)st mein, 

daj ir den voln Ijt mein sein. 
Und gebt mir in in kurter vrist.i 
ääO er sprach: »seit er eu sü lieb ist, 

S6 sol er eu nicht sein versaiL« 

dö luufl' er in mit stntikait 

Umb guidein preDning(ej guol; 

daj pfnrd er im le leikauf bAI, 
25 Daj er bei dar geriten 

von den Bulgern, mit guoten siten. 

E3 was ain wnnderleich geschieht, 

daj er im was erlegen nicht : 

Wan da3 selb(e) wunder 
3(t da3 schreibt man billeich besunder. 
Des dritten morgens »ruo 

der künig herait(e) sich dariuo, 

Oaj er rait alainfe;, 

drät und nicht sainfe], 
35 Hin ze Ach' vür daj bui^ldr; 

da vand er ainen wirl däTor, 

Der her bergt' in, als im gezam, 

den werden künig lobesam. 

Dl) hurt' er ainen grÖ5en scfaal 
40 in der sUt Uberal 

Von iloiien unt tod singen, 

von tanzen unt von springen 

Wart di ain michel wunder 

in den gajjen besunder. 
45 Dö vrägt' der künig der mRr(eJ, 

was '1 ^^'^ ^til wEr[e). 

[Ersprach:] nda3sag*icb eu [vürwär], herre n 

ain bücbzeil künd' nicht grdjer sein, 

Deu sol TTuo hie ergän, 
50 darzuo sä faät sich manig man 

Gcsamnel in die grasen stat, 
• als sie mein vrau her komen t>at, 

Deu bat geuomen ainen man, 

vUrwär ich eu di3 gesagen kan, 




8. Üml See 0t0gr. 

2S5 Der isL aiii kiinig reich(c): 
das sog' ich eu )iicherlcicb[ei . 
Ir müchtct Losl" wol än[e) sdn. 
WBO man geil brät und|e] wein 
In der sUt, und speis(e). 

fiO er sei junV oder grcislej, 
Man geit in allen geiiuok; 
den rossen man das vuoler iruok 
Ungeme53eti vür sie dar, 
des hän ich wol genomen war.n 

65 0er bünig wider in du sprach: 
ubeT wirl, mag ich hiDn(e) gemach 
Haben mit huldeo,« sprach er 
»so wil ich enruochen, wer 
Uie speis' vom hovc neraen süh 

70 i'wir, ich eobir ir wol, 

Ich han wol die kosl{e] mein, 
ich nil irpr lujf önc stin. 
Her wirt, kauft mir in der stat 
die speis' umb pfepiiing[ej Aril, 

75 Z'wär(e), die sinl guidein, 
her wirt, die lät von mir sein 
Eu gegeben ic iren, 
euT kost' die wil ich meren; 
Deu speisfe) so] sieb heint von mir 

80 m^rn, haijel sie beraiten schier, 
Daj euwer diene r und eur knecht 
mein heint genießen, daj ist recht, 
ir schaffet uns vil und g(e}nuoLn 
der künik vil pfenning* vür in truok. 

ttS Da der wirl da^ gold ersacb, 
wider sich selber er dö sprach: 
uDiser herre ist ain edelman, 
seinen gcleichi^n ich nie hän, 
Z'wär(e; , mit den augejj mein 

W gesehen, er kilnd' nicht miiler gesein 
Dö deu kosKej ward bcrait, 
xe tische saa er, als man sail. 




I. 



Von trinken unl tod speis(ei 
heleo sie da5 piradeiKej. 
:!95 Dimit der küDig des nidil enlie, 
als 63 «art Dscht, er släfen gie. 
Den wirt gar urber(ej 
bat er urota aimD wachUEr(e), 
Der sein des nachtes pa«g(e], 
300 do er an dem helle lieg(e). 

Er sprach: uwKchler, tuo mir bekuil,« 
also leuw[ejr er in mant', 
Wan den künig des nicht lerdröj, 
er sprach: »sü man den singä^ 
5 An tiech luo dem Uiom(ej reich, 
so wekk(ej dd mich sicherleich, 
So wil ich dir le niiet[ej geben, 
SV mich Got Üi'.t) leben, 
Dil vingeriein guidein, 

10 daj dA dir lisl enpfölhen sein, 
Da3 mir daj leulen werd' bekanl, 
da soll mich wekken lehant. 
Als lieb dir dii klunöt lei, 
wek mich, s6 wird' ich sorgen vrei.« 

15 Das t^l der wachUer* lehanl, 
den herren er slilfen(dej Tant, 
Er sprach: Mhenr(eJ wolgemuot, 
Stil auf, und gebi mir mein guot, 
Man leut(e]t den singu3.1t 

30 den herren äö des nicht Tcrdröj, 
Er leit' an sich sein reiche «iL 
den wirt er Tleijigdeichc) bat, 
Das Bi^ ixil im gieng(ej, 
so das "''" >" '<^l *ieug(ej; 

•2S Er wttr' du laider usbekanL 

den wirl den vieng er bei der hanl, 
Sie giengen luu dem burgtor, 
da waren slaiifej rigel' vor; 
Do begund der wirt ruefen : 

30 u[her,] ir muest.hie durch slicfea,« 




8. jftarl btr »toßr. 

Sprach er iixo dem künik lehant 

us6 wirl hürwig euwer gewanl.« 

Der kilnig sprach: »des acbl' ich nichl. 

oll ej wir(de)t gar eo wicbl, 
333 Daj wiäj[e)t sichcrleich[e). 

sA sprach der künig r«ich(ej. 

Zehand er slauf te dem tor hin in, 

der herre hct da weisen sin, 

Wan er zuo dem tiioin(e) gie, W *^ 
40 den Wirt er haimfe] gCn tie , 

Und gie er lelber in den loom, 

das macbt(e} tein weiatnom, 

0*3 er t'wlrle] nicht Tergag, 

wan er auf dem staoKe) laj, 
45 SA muosr er kOnig sein geiuinl: 

auf den stuol saj er tebant, 

Daj daucht' in dö ain guot gewin; 

ob dem swert[e) liej er hin 

Sliefen diescbaid^e], daj ist wir, 
50 er nam daj swert alsd bar 

Und leit' daj Ober seinen knie. 

leband der mesner luo gie 

Und woll' den buoch hervür tragen: 

dö begund' er gar vertagen , 
55 Dö er in als6 sizien sach 

mit blauem swert, er nicht ensprach. 

Er gie, dji er den priester vant, 

und[e) sprach: »mir ist bekant 

Ain vraidiges mKr(e), 
60 da3 ist mir hart(e) swar(e]: 

Es ist ain man leis(e) 

gesessen, der ist greise, 

Auf dem gesegenten stuot z'vit, 

er hat ain bläsej swert bar 
65 Geleit über seineu knie; 

du icb zuo dem alter gie 

Und ich in sach sitzen, 

do begund' ich aller swiiien.« 



L ptkmjitbti. 

Dö sprächen die tuomberren: 
370 Dwill da uDs machen werrea? 
Des mag an uns nicht ei^n.« — 
»die wärhait ich gesehen bin,« 
Sprach der mesncre 
»davon isL mir vil swKre, 

7S Gelaubt ir mir Dicht, daj ist mir lait: 
gct selb' und secht die wärhaittt 
Damit ain tuombene gie, 
der selb' ain liecht mit im gcvie, 
Und gie tuo dem stuol unvenait: 

80 da sach er selb(e) die wirhait, 
Wan ej im sicher ward beLant; 
daj liecht warf er an^ der hanl 
Unt Tlöch baldfe) von im dan, 
dö er sach den greisen man. 

85 Zuo dem bischof er dd gie, 
er sprach : »well ir beeren , wie 
Uns luo dem tuom bt geschehen'.« 
der wärhalt begund' er im vctjehen. 
Dö der bischof da} erbürC, 

90 der körherren wort, 
Dö eilt' er vil drlte 
au3 seiner kem^ejnäte. 
Gegen dem luome(c] man dö gie, 
zwo grÖ3(e) kenen man dö gevie, 

»5 Da3 Uten iweD(e) knechtM, 
und lauchten im vil rechte 
Hin, da der künig saj 
auf dem sluol, er nicht vergaß. 
Er het daj swert also bar. 
400 da3 s^t uns da3 bnoch vür war. 
Dö der bischer und sein man 
kämen luo dem 3tiiol(e) dan, 
Und er in da erb]ikt(e), 
vor vorchten er erscbrikt(e); 
5 Er sprach: »ir sfllt mich wi33en län, 
wer eu icht laidcs hab' getan. 




Oder wa5 mannes ir seil, 
da3 sagre)! mir, wgn des isl teil. 
Seit ir ungeheur(e]T 
410 euwer red' i^t mir teurfe). 

Icfi bcswer euch bei dem (lol , 

daj ir leistet mein gebot. 

Und sag[ejl mir recht an der zeil, 

1ä Wall des hl teil ifejwAr. 

die red^e) tuou ich ofTeiih.^r.K 

Der küDig antwitrl^ej i^ehanl: 

»ich was i wo! crkanl, 

Du ich der küoik Karl hie5. 
20 an gcwall ich nie man für mich licj." 

Zehind der bEicbof gein in trat, 

all in dd MiB irW(e) bM. 

Hit Ireuwen er gein im sprach, 

dö er in rechte aoe sach: 
25 »Seit wiiliomeD, lieber herre mein, 

eur IcänlUe) wil ich vrö (gejsein.« 

Zuo im er liepleichen gfe, 

mit arm(eD} er in nnibfe] vie. 

Und «eist' in sicherieicbfe) 
30 in sein haus reichte). 

Und hies die glokken Überal 

leiiten, dö ward ain grdser schal. 

DaoDocb e5 nie man i*est(e], 

die künden, noch die gest(e)» 
3S Die dar wjr(e)n komen, 

die heten diseu schal vemomen, 

DA vrägten sie der iiixr(e), 

was >■) <^er stat WEerfej. 

Dö sail' man in sicherleich|e) , 
40 das iiüni^ Kxrl der reichte) 

Wnr(e) komen in die stat 

damit ain iegleicb[er] gast bat, 

Daj man im bnecbt(e) sein ros, 

sie Tluhen leld uiid(e) mo«. 




1. Itfkftjtnkn. 

445 Swer nicht mocht' gereilen, 

der woit' nichl lenger beitep. 

Er fiel die maurfe] le U1. 

von den gesten ward ain schal , . 

IM sie entninnen von der stal. 
50 der bischof den liUnig bat. 

Das er ™ BKb{e} ainen soll, 

und der küuigin WKr(e) holt, 

Ej wter' gar an' ir schuld;«}, 

daj er ir gnb' sein huld(e}. 
SS Den bischof er gewert' der belle), 

und ward ir hold alAi ic siere. 

Dar oJch in kunen zelten 

woU' Got nicht lenger beiten , 

Im sturb' deu hausvrauwle) sein. 
60 da5 let er mit werken schein, 

Das sie im lieb was, sam der leip: 

daa seihte) wolgetAn(e) weip 

Ilie3 er balsamen, daj ist war, 

ain Zauber het sie bei ir gar 
6ä L'nder der zungen, 

des teuvels ordeuungen, 

Däton er sie nicht mochlfc) l'än, 

er muost' al nacht mit ir umb gän. 

Als ain man mit ainem weibfr) tuot; 
71) er het ainen vertailten rouol. 

D33 macht' das sauber da^ sie truok, 

im was nach ir w^ genuot. 

Doch West" nieman deu mxrtc), 

wan iwön.'c) lam(e)räBrle), 
73 Die baid(e) «arn in baimleich gar, 

die muoslen die *rauwcn löten z'wär 

Baden ze aller zeitCe), 

also tot man sie im leit(e) 

Ad daj bct, Aä er an lak: 
80 mit der töten er dd pllak. 

Als ich cu hän vor gesait; 

da} ward im darnach laiL 




8. |Ut[ tn 9ntt. 

Doch wollte) Got der rcichfe] 

lil gar sicherleich'ej 
48B In nicht läsen verderben, 

noch an der sfile ersterben , 

Er biet des guolen sif, 

äi er seio s^le behiell mit, 

Hit beicht, mii ze aller zeit, 

W swa er (Tuor] iL m land^e) weit 

[Vuorj, di ru n sein siind[cj, 

d33 was aio urhUndfcl. 

Do{b wolt' c sünd' Dicht l.in. 

die ich eu vor gesag(c;t hin. 
95 Doch te ainer leit das geschach, 

da3 man vor im messfe) sprach. 

Das l^t sin biscbof der was giiot, 

du kam ain [aub(e) deu was vruot 

Tür in auf den allar 
SOO deu brächt' aincn brjef [der was] offenbar. 

Der brief mit goldfe) was erhaben 

gar mit schienen buocb staben : 

DI was deu sünd' geschriben an, 

das der künig nicht wolt(e] iin 
5 Von dem töten welbe, 

w6 geschach ir s^l', ir leibe. 

Der bischer ob dem alter was, 

den brief er idö] schön(e) las. 

Dö er die messfe} gesank, 
10 er sprach : »ir habt ainen wank. 

Her kttnig , lieber herre mein , 

der euwer &i\' munj 5cbad[e) sein.« 

Künik Karl der bestle) 

sprach: »(sjwaj ich [meiner] beicht(e) wesl(e) 
15 Die hän icb eu kund getan.« 

dö sprach der bischor: »lieber man, 

Ain sünd;e) habt ir mir verdait 

und habt ir mir noch nicht gesait. 

Die bat mir Gol von himel reich 
kuot geUn gar sicherleich- 




L itd 

Ain vnnweu habt ir, deu itt töl, 

cUvoD muo3 eaer s§l(c) Ddt 

Leiden und (auch] euwer leip, 

d>3 ir habt aia Idteg weip.« 
525 Der küDig sprach: nlieber herre mein, 

mein sündfe] kan nicht gröjer geseiD; 

Ich kan mich nicht geinen ir leip, 

nie lieber ward mir kain weip. 

Mein leib mag sich ir geänen nicht, 
30 5wa3 mir hall darumb geschieht« 

Der bischor sprach: »gebt mir ain le[hejn. 

m mich selber das ^^'P sehen. 

Und gebt mir daj le lAn(e), 

ob ir leip noch smek sch6n(e).« 
35 Der künig sprach: »das tuon ich dräL« 

er tel auf die bem:e)nit 

Und weist' in luo dem bette hin. 

dag daucfat' den bischof ain guot sin. 

Des küniges betl[ej daj was tief, 
40 deu vrauw(e) lag, als ob sie slief. 

Davon der künig fiel sie Tür vol. 

usmekk(ejt ir der mund wol ,« 

Sprach der bischof »herre mein?« 

der kfinig sprach: »da^ sol sein, 
45 Ir muejt es sehen sicherleich.a 

alsü sprach der kiioig reich. 

Der bischof tet ir aof den munt, 

du ward im an der stat kunt 

Dag lauber auj dem mund[e] viel, 
50 in der gr(e3(e) sam ain schiel. 

Zehand da dag also geschacb, 

der bischof und der künig sach, 

Db3 sie viel lesamen in der gebxr(ej, 

sam sie vaul wzr(e] 
S5 Vor ajnem halben jSr, 

also ward sie ic aschen gar. 

Dem künig begund' sie wider stao, 

er sprach: »was ich lieb* luo ir han, 




S. lUri tcr »ni^. 



I>K bin ich :aA, ■! ««rtorn-. 
SCO MC bei Bir ktb oDd M^" «eriiMn. 
Sie iXimktl mh lin raaler hiiat. 
ir böskail bt nir vorden Lnnt.« 
DWBäck deu bao^e; iiiiiwt' erEin 
öea Itnig. win er bei sänd* ^lin 

(5 A« dna Uten wetb'e;, 

des maostr er Bit sei[ae}in leilXr 
Bnejen abO- t^e), 
der edel.liini; btt^n, 
UMta nuosr er grAye) l>M 

70 um m( seinen lAt. 



II. Maturrerlit« 

14arl war der beste Richter, so man Je gesehen. Ueberall wo 
er war, mufte man eine grofse Glocke aufrichlen, die jeder Unten 
konnte, der (Bereehtigkeit verlangte, und deren Klang ihn sogleich an 
Gottes Gericht mahnte. 

Eines Tages, als er am Mahle von Hühnern und Flehen safs, er- 
klang die Glocke, und Karl wollte sogleich dem Armen, der ihn so 
anriefe, jede UnbiU richten. Die vier Hikter der Glocke traten hervor, 
sahen aber niemand , und meldeten es dem Könige. Indem läutete es 
abermals , und Karl drohte den Hätern den Tod , wenn sie ihm nicht 
den Mann brichlen , der da läutete. Die Hüter spähten überall umher, 
konnten jedoch niemand entdecken, und brachten dem Könige die 
Nachricht. Da läutete es lum dritlenmale. Karl drohte den Hütern 
allen nochmals den Tod, wenn sie den Mann nicht herbeischainen. 
Diese beiheuerten ihre Unschuld, und suchten abermals vergeblich: da 
scliauie einer von ihnen in die Glocke, und sth darin eine lange Natter, 
die sich um den Klöpfel schlang , so dafs sie die Glocke läutete. Diefs 
meldeten sie nun dem Könige, der ein Gottes-Wunder darin erkannte, 
und die Thtir auriuthun geboL Alsbald schlüpfte die Natter herein, 
und nahte sich dem Könige, der ihr kein Leid lu thun gebot, inorauf 
sie sich lu seinen Füfsen legte. Karl erkannte daran . dafs sie ticricbt 
von ihm verlange; er redete sie an, und beschwur sie, ihm ihr Leid 
kund 2u thun. Hierauf gieng die Natter wieder hinaus ; Karl hiefs die 
vier Hüter sie begleiten , und sie folgten ihr in einen Baumgarten bis 
in ein Dickicht : dieses lerfübrten die Hüter, und sahen nun , wie eine 
Kröte breit über den Eiern der Natter lag. Da trieben sie die Kröte 
mit manchem Schlage bis vor den König bin: der hiefs alsbald einen 
Spiefs durch die Kröte stofsen- 

Wie gewallig der gerechte König war, dennoch konnte er den Wie- 
derschlag in der Welt nicht verbieten, l'nsim OAerland [Oesterreichi 
ist vienig davon bekannt; da sind nur iwei Rechtsbräuche: man gibt 
2W0 Nadeln für ein Ei , und iween gute Heller für einen Pfennig. 




Karies recht. 



Doch was er, mil der swcr(e), 

der bestfe) richtKrte), 

Den ie kain aag(e) bet geseheo, 

des muost(e) man im dd jehen, 
5 Swä er was oder belaip, 

mit gericht er nieman TertraJp. 

Das W3^ >■> ■>» ■■o dank. 

ain graste) glok deu taut criJauk 

{Die] muosf man aur richten, swl er was, 
10 davon er an der sele genas. 

Die glokken bet er durch die armen, 

die begunden in erbarmen. 

Wann' er sie börl' klenken, 

so begund' er gedenken 
15 An Gotes lom und an sein geriebt', 

des muosf er richten nich der slichl'. 
Ains tages saa er ob dem tisch, 

di er aj huener undfe) fisch, 

Als Ton recht ain kUnig aol, 
30 die glokken hört' er klenken wol. 

Er sprach: odii ist ain arm man, 

hat man dem laides icht'getän, 

Da3 rieht' ich schön, sun mir mein leip. 

e3 sei man oder weip.« 
25 Zehand die huetKre[e) 

gien^eo berauj tn' swarfe]. 



8. Itatt bn- »»ßt. 

Unt lälen des armmannes war. 

dcu Klukk(eJ aber oficnbär 

llet gcbleokel iimb itaj rectil: 
30 sie sJheD weder weib, Docb boechL 

D13 lateD sie irem herren knnt. 

deu glok klenkel' anderstunt; 

Er hiej sie aber beraas gbi, 

er ipnch: obringt ir mir nicht den man, 
35 Dem laid und nAt ist bekant, 

i'wlr, ich t(M[e) euoh ishdnd^ 

Da sie des IcOnges red* Ternimen, 

wie schier die Tier(e) kämen, 

Die der glokken pBJKeD^ 
40 die getarsl' des nii^t hcfricei^, 

Sie muosteu ii|nb(e) sch^avvni 

ob es wBr(9)a mßn od« xrauwcD , 

Wer die globken UuikVe), 

ir iesleicher sieb letal sankl(e}, 
45 Ol) sie ieman ssben, 

da3 sie dem'bünig lerjxben; 

Niemaii säben sie da. 

sie sähen auf und anders wä: 

Da künden sie nieman spehen, 
50 den sie mocblen di gesehen. 

Di giengen sie vür den kllnig sl^n, 

sie jähen: »wir sehen nieman, 

Der die glokken liäl geUcukl ; 

unser ieg1eich[erj het sich gesenkt , 
5S Ob wir ieman s«hen, 

da3 wir des vecjehen: 

Nu sehen wir nieman an der stiutt.« 

da3 klenken ward im aber kunt, 

Da3 was ze dem dritten male du. 
IJO der künig tet in manigen drü. 

Er sprach: »bringt ir mjr nicht den man, 

der dise glokken klenken kan, 

Z'wär, ich bai3', mit noBten 

euch all(e; vieite) Uelen.« 




6S Vi giengen sie auj schier(e), 

die knappen alle vier(e). 

In lel deu angfejst grAjfe) ntit, 

üie jäben: »sQ)[le]D wir IJgen iM 

(mb die grüjen unschuld(e}, 
70 so geb' uns Got sein huldfe)'.« 

Also ainer zuo dem andern sprach. 

der ain in die giokken sacfa, 

Und sacb daj aJQ naler lank 

sich umb den klechel swanb, 
75 Davon muost' deu glokke klingen. 

dimil begunden sie driagen 

Hin wider vür den künig guot. 

iiisl ieman, dem man schaden luot.'c 

Sprach der kiinig >idea haist her gan 
80 ich wil im gerichts nicht ab gesUn.« 

Die hueter jähen im zehanl: 

»her, uns ist daj woi bekant, 

Daj bei der giokken ist nieman, 

nan ain nater wir vunden h4a, 
85 Deu swingt sieb umb den swenkel gn'ij 

unt luot der glokkcu ainen stoj: 

E} ist ain greulich kunder.« 

ndaj ist Gotes wunder ;« 

Sprach der kiinik Karl dö 
90 »sie mag sein traurig und unvrü, 

Wan ir mag sein laiil geschehen. 

des sie mir wil gnr verjehen. 

Tuot auf die tür, Ut sie herin, 

ich rau03 besehen recht ir sin; 
95 Was ^'O' beschaSen wel mit ir , 

das li^" '<^'> besehen schier. 

Und wie es hie mit ir gevar, 

des Süllen wir nemen war.« 

Dö gie deu nater vraisam 
100 von der giokken äne schäm 

Unt kerl(e) gein der lUr hin; 

der künig bie3 sie läjCD in , 




8. Atel k(r »r^Sr. 



Er sprach: »was tuot dcu nater laptt 
sie hat ainen aisicichen ganL.i< 
105 DA sagten im die herreii reicb : 
»sie gct gein cu sicherlcicb.« 
Du verbot der Vlinig daj, 
da5 sie ir icht Iruegen hag, 
[Doch] ir nie man lait tstfe]. 

10 daj gcböt belaib »a ir s(Eet(eI. 
Der kilnig zuo'den seinen sprach; 
uder nater tuot nicht ungemach 
Kain menschre hie) vor mir. 
ir herreu sag(e}t [ir) mir schier, 

15 Waj diseu iiater tuo.n — 
»sie g^t Igelgen eu iezuo 
Und leit sich nider an den VU03: 
idrwär ich eu d.ij gesagen mud}." 
DA spnich der künig reich: 

äO »sie gcrl genäden sicherleich. 
Und wii , dag ich ir richt(e) 
und ir iren kumber s1icht(e}.« 
Er sprach; »dir sol geboten sein, 
dag da mir zaigst den kumber dein ; 

23 Bei Got, dem nichts verborgen ist, 
luo mir bekant deinen list. 
Wag dir laides werr(e).a 
also sprach der herre. 
Den nater gie von im herdan; 

30 dö sant' er ir tiich vier man. 
Dag sie beszben dag wunder, 
vtag ir war" besunder. 
Des begunden sie warten: 
sie gieng[eD] in einen bäum garten 

35 In ain dikk(eg] sUudacb , 
da sie nie man inii(e) sach; 
Dag zervuorlen (da) die man, 
die dar wär{c)D gegän 
Hit ir, dag sie sehen wolden, 

40 wag sie dem berren sagen solden: 




U. ««lint^L 

DA sihen sie ain krotea brait: 
daj was Idi) der natern lait, 
W»n sie ob im aijlejrn lak. 
der kroten tpt man matiigen slak , 

115 Und bricbr sie rUr dea künig bin; 
das **^ ^^^ brolen imgewiD; 
Der kfiaig richt(e) iriehant; 
aiaen ipis man durch sie Tenwaat. 
Das schaof der küoig Karl guot; 

SO des ward deu nater wol gerauot. 
(Sjwie gewallig der kfiaig was, 
als ich an dem buoch(eJ las, 
Doch kuod' sein gebot manik*all 
linder slän nicht den gewalt, 

55 Ah ich «Ur wir gesprechen mak, 
da} er nie den wider slak 
Kund' in der werlt rerbleten. 
die weisen im da rieten. 
Er soll' den wider slag undersUn: ' 

CO des mochtfej wxrleich nicht Crgün. 
Uns ist vil liiiiel bekant 
wcrleich in dem Osterlant, 
Der recht'e) sint neur twei: 
man geit tvü nadel' umb aln ai; 

6S Uan geil umb aincn prcnnink, — 
das ist 3>" v,'tr(e]3 dink — 
Zwenke) helbling', sinl sie guot, 
tiaran »ieman schaden lunL 




9. 



^ l *> ^ "• 



SaUdin war der mildeste König, er gab alles bia. Rosse, Kleider 
Gold . Silber und Edelgeslein , so dafs er nur einen Tisch behielt. J>as 
war ein Saphir drei Ellen lang und iwei Ellen breit, auf einem gol- 
denen Gestelle. Alle bewunderten ihn, wenn man ihn vor den König 
hinsetxle, und mancher Fürst bitte ein Land darOr gegeben. Saladin 
halle lehnUusend Pfund Goldes EinkOnfte, litt Jedoch Noth durch seine 
Freigebigkeit, indem er Keinem etwas versagte. 

Bei aller Milde ward er todtkrank. Er Hers die Aente kommen, die 
beschauten seinen Harn, und erkannten, dafs er nicht genesen könne. 
Da ward er traurig und besorgt für seine Seele. Er iweifelte : wenn 
er sie Machmet empföhle, so wire es der Christen Spott, die ihren 
Gott für michtiger hielten; dagegen die Juden ihren Gott als den 
stirkslen priesen: wer unter diesen dreien ihm Sicherheit gewihre, 
dem wolle er seine Seele geben , und die andern beiden verlafsen. 
Er verhiefs demselben Gott auch seinen Tisch ; weil er Jedoch keine 
Entscheidung dar&ber erhalten konnte, so beschlofs er, den edlen 
Stein allen Dreien zu theilen. Er licfs den Tisch bringen und durch 
ein Beil in drei gleiche Theile hauen. Er gab dem Machmet, dem 
Cbristengott und dem Judengotte Jedem ein Theil, und sagte: wer 
nun der stärkste sei , der möge ihm helfen , sei es der Beiden , oder 
Christen , oder Juden Gott Damil schied die Seele von hinnen. 




a I a t e i n. 



Ich kan eu w«rleich Dicht TwdagvD, 

TOD aiDem l[tlDig(e] wil ieb ußea. 

Der was gehaisoD Salitein, 

i'w4r, der kund' nicht ailler gueio, 
S Er gab ros und (anch] gewaol, 

so man aie wolfail(a) Taot, 

Silber, gold, [edel] geilaiti(e) 

gab er allei gemainte}. 

Sein milt' sich nicht Tor 6ren spielt. 
10 wan er neur ainen tiieh bebidt. 

Der WM ain nfir gr^, 

das nie man Tand seinen genAj, 

Besser daan' ain robeinj 

kain[esl bort kund* nkbt besser geteiD, 
15 Wan der ielb(et tiich wai. 

sein leng[e) ich geachriben laa: 

Er wai dreier den laok. 

ino dem tisch was manig drank, 

D6 man in Tür den Tflnten imok, 
90 sA bet er sGbauw(ejr genuok. 

Sein weit{e; wil idi eu mejsen , , 

des mag ich [eu] nicht Tergesjen, 

Wan er was an der selbm teil 

wol iweilejr den weiL 
35 Sein gesldl[e} wa* von gold{e) , 

all es Got T 




9. »olalPin- 

Sü reichen (lisch) nie man sacb , 

als et muiik var&Ke) jad). 

Wer disen Uichi deo lUin erhanl', 
90 er sprach: »ich nam* in Yflr ain luLa 

Der her wu milt, >h man im jach, 

16 miltej hen(e] nie man Mch, 

So er het in dem leib(e) sein, 

nnt tet dsj mit werif(e) icheia; 
d& Wan vor milt' im nicht belaip, 

den bort er allen f on Im traip. 

Ich Mg' eu alIe[D] lein gell, 

das ^' ■" Xeteo und in Yelt 
, Het vil ncberierch(e), 
40 der edel httnig reichte), 

Zehen tflsent pfund goUes röl: 

dli bei laid er graste) nM 

Und gebroten. tob der millikait; 

wan gröjcr gab' was er berait, 
45 Er fersait' seJD gjbfe) nieman, 

viirwär ich eu das gesagen kan. 

Dem gab' er niillekleicb(e) tet, 

DJeman Ten£ch er seiner bet', 

Wau milter heri' ward nie gesehen, 
SO des muo3 ich von schulden jehen. 
(S)wie milt der selbfej herrfe} was, 

doch wart er siech, und nicht genas; 

D6 im deu krankait was bekant, 

nach guoien maistera er dt> sant' 
S5 Und hiej sie seinen brunnen sehen. 

sie begundea alle jehen, 

Das ^' sicher nicht genesen 

mdcfat', er muesle tdt wesen. 

D6 ward er also sir geklail; 
60 *rauwen,'ritter und(e) mail 

K]ag(e)ten nicht aio[e], 

die vrauwea algemain(e} 

Und da3 volk allej gar, 

wan deu red(e) ist (al)wär, 




9. jt«U)im. 

65 Helen umb in aia solich klagen. 

d>3 ich es aimmer kaa gesagru. 

Dö der Trumfe] hajden 

gesscb, das c' ^"'1' Ehuden 

Von tT(e) und[c) tod guot, 
70 dd wart traurig seia rauot, 

[Waa] sein leben wolt' im laiden, 

er spracii : usol icli ai schaiden , 

Sd muo3 ich des ferjeben, 

wie sol meiner sei' gescfaehenT 
TS Wer sol der pflegend(e} sein, 

so sie icbaidel von dem 1eib(e) mein, 

Wer pOigt ir danne le stet(e)T 

sol ich sie MacbmeUe) 

Eopfelheo, das ■>> der Kristen spul, 
80 die jeheni, daj ir berre Got 

Sei sd slarli dan Hachmet, 

alsd iesleicher Kriilen red[e]t 

So isl mir das wol bekant, 

Das '''c Juden (al)iehan[ 
85 Jeheni, das " ^o' sterker sei. 

welb[er] under den [dreien] micb sorgen vrt 

Macht, dem wil ich mein säl(e) Ijlu, 

und disen zwai(eju ab gesiia. 

na ist laider diser streit 
90 wider den Juden [Kristen] le aller leit; 

Die (Kristenj jebent sein auch nicht 

das ist ain j&merleich geschieht; 

Uwe, west' ich deu inäBre[e), 

welher der teuT(ejst wKr[e], 
95 Dem wolt' ich metaen tisch geben 

an' allerhand(e} widerstreben. 

Seit ich den [rechten] nicht enwisJen kan 

und ich ir aller iweivel bin. 

So «il ich den edel(eja stain 
100 in tauen (allen drein} gemain, 

Ich (main'j, der tisch der Ai ist mein, 

i'mit, der muos ir dreier leiiLK 



9. Salotitt. 

Den tisch hiu3 er vür sich tragen. 
[t'wär] daj kan ich eu vQrwäT sagen, 

10S Ain bdl da berait(e) w.-irl. 
<lü ward lenger nicht gespart. 
Ilen tisch hiej er mi( hsil 
lailen in dren Ufl. 
Das >iD(e) lail gab er k st«l 

10 seioem got(«} ftUchmet; 

Das «oder tail [g«b erj ta(«) spot, 
gab er durch der Kriaten Gol: 
D>5 dritte tail gib er gar 
Tttr der Juden G«t i'wftr. 

15 Er sprich: »swdher tlerker aei, 
der muo3 mich luon sorgen Trei; 
Win idi nicht bessen wisjen kin.« 
aliö iprach der TraB(B} man 
"Und sei der Got der hiiden 

20 gewaltig, der muos mich scbaiden 
Von meinem ungemaehe gar, 
wen mein siV von hinnen var; 
Sei aber der Kdsten Got [Got] 
gewaltig, der heir mir aug not; 

25 Sei aber Got der Juden reich 
gewaltig, der hell* mir sicherleich: 
Der muo5 mich nicht von im verlinl« 
da mit deu s£le schiet von dan. 



f e a avttn, 



Aiiuierkuugeu, Berichdguugeii uiifl Nachträge. 




Lesarten. 

XXI. Bas HäaeUin. 



1. vei^ebcD. Vgl. Gottfried» Trtttaa t ff. 2. f^atlcs. 
3> Geoimet. 'b^ser md^eo: Tcrwäjea. 4. Men. 6. nid«nt. 
zo6ire. 10. VoAe. 13. micA. 13. nidöre. IS. han. 16. 
Hill (äflerj. 19. spreDKeM. 22. (euds(. 27. 36. Und^. 
38. hQlles. 40. Unde. Vi. mitte. 44. i. s. h. 48. Riuexel. 
51. mrn. 53. Z»o. 70. grunte so sü (meitt). 71. Cich 
(auUt). 81. Do. 89. schrin«: vingerljn«. 95. GcmMSchcl. 
96. ''(MTdj. 109. 22. UDdr. 33. do. 25. endigen. 26. 
DD in. '29. Sitte. 30. maJIsc. 33. ' b^tfr selben. 36. 
Enpfangca hcdr. 38. do. 42. im« (kann Sberall bleiben). 
41. Stade. 51. Wbetichea icbeot. 52. minnencl. 56. 
Bill«. 60. ii(. G3. Bit». GS. suoAt. 67. ' bejier farnes. 
73. im«. 73. nach nuwea — mal: iwal. 80. wer. 81. 
Wen. 82. wiirde. 96. cxben. 97. heKe. 202. dobtcr. 
6. muol«. 18. 23. het(«. 19. K^i'len. 21. 27. Und«. 
28. Gehfbel. 32. nemen. 33. süllenl. 37. do mi((e. 47. 
Errnttc. 49. erbideo: siflen. 50. Men. 52. be»e. 6t. 
reinen roionen. 64. die mire h. verjrlhl. GH. minoencl. 
70. habet. 75. Vaie. 79. heM. 81. do für dai. 82. 
hiiHe. 89. Uüdf h«t. 93. Und«. 95. ' 4</»«r sehten«». 
98. h«t — do. 304. wile« wiir. 6. U«o. 7. weninge. 
8. itt Tol Rede der Müller. 15. und«. 19. fro«jlichc. 
90. Di«. 26. gefrunt. 27. Und«— mrjr«de {;ftann bleiben) 
schappeftin. 29. b. ran d. mesed. 33. Und«. 34. und. 
38. pniret. 40. Als«. 49. Sl. do. 52. miflc — so. 53. 
Do. 98. h«siu. 66. -gedafal« (ist nicht fthlerkaft). 68. 
73. dohler (meitl). 74. Toerhl. 76. woll«*. 79. Wiir 
sWIlent. 81. haben. ^lugende. 87. siltcn. 89. ften'Hen: 
Sitten. 94. wurt der do. 98. Vndr 1. unde. 401. Vnd« 
mo«hte. 5. hefte: stite. 8. 12. bette. 11. ern«sles. 16. 
'b^seririnf. 20. gamefn »t DruckfeUer. 21. wert' sich. 
23. Aind. 28. Iren. 31. Vnd«. 33. d«r »ach. 36. Vnd«. 
4a Hettc SU geh«be|. 42. ein«. S9. brunlusl. 67. d«r. 




654 fnttXtu. XXI. 

470. monden, 72. wtirt — m«n. 73. Vnde. 75. tcbei. 
77. koeiflich. 79. er sie ir. 80. -Der. 85. warent. tt. 
so. 87. wurden. 88. Welle im#. C^ieiieiekiinfitr'me). 
95. 6libeD. 501. kappellane. 6. oeffeaflicb. 

XXII. Der Sfferber. 

HmmdBckrifttm: a*idelktr9«r Smmmimmg (B.} 191* C0l0e»*»r 
Aktekrifl CC.) i^ Strmfskmrftr 9 mmm hmg C^)M. Wi^ntr Smmm- 
ImmtCy^JHi lm$krm€herAk» ehrif i (/.J li. Dr^admer Smmmlm§iDO\. 
L«/«*«rf« Li*dtr$mml C^ ) Zi, Amdrrm Witm^r MStfiukmmimimifi Xr 
S70* Bl. S8-6i} yiärr Lmker» JmfdftdicklC^m.) Meriimer T 



üeberschriß: Diti ist ein scbötiei mere Von einem 
spenvere H. Cist beim Abdruck mkergekaO. Diu bucbel 
heiset der sperwer Des sit farwar gewer C Hie bebt 

Ssich) an der (von dem) sparber WI. Hie hebt sieb aa 
1er ritter mit dem sperwer Wn. Der vrouwen aperwere. 
0. FötgemdeM Eimgmng hat miiein Wn: DI. aeit schii] 
wir vertreiben Pey wol gemneten weiben Da nicht buk 
an geweiien Do schol man singen oder lessen Oder sagen 
ettewas^ Zu chürcseweile Trab dai Ob eiQ manichci ge- 
denche Daz im chan sorgen chrenche Dax er sich traTreo 
mazze Vnd die weile da von lazze. 1. Als mir (vns) e. 
m. i. (ward D.) H. ß. L, Wn. 2. Gar H, IVar L, Nit 
den D, Für e. (de) gantz(e) w. W. B. 3. eyne lügcneS. 
lügen Wn, N. defi v. e. bysp. D. Vnd auch mit sureni 
sp. L, 4. hübsch(e) L. D. H, eben W, ist für euch Wm, 
vn siittfbel W. 5. sag H. B. W, Wn. D. ey9 es D, id 
uch B. sait auch W. Wn. L. D. 6. So W. D. gelerne(D)t 
so sagefn.t B. L. D. [euch] H. 7. [b. ▼.] H. /#. ß. m. 
mir s. L. a. mir ist ges. ß. Als vns f&rwar i. ges Wn. 
8. indc wale B. u. g^m^'l IF. 7. 8. Ez w. e. kl. a. m. 
s. G. u. darzü w. b. D. [9. 10.] W. 9. Erbuwcn L. D. 
Gebuwet harde w. ß. 10. [man] D. B. durch r. D. t. 
kl. V. r. H. 13. w. schone vr. ß. 14. gote Wn. ß. m. 
minne D. [13. 14.] D. ß. [15. 16.] ß. 15. leglicbe(w) 
I/. H^ letlichu nach D. Gzc einer iczleichen t. Wn. tag 
H. 16. got w. li. W. D. L. 17. [a.] H. L. ß. best fl. 
W. D. 18. 8i m. W. Wn. ß. D. L. m. [sich] auch fr«. 
B. 19. Als W. B. mustcn L. man n. solt D. 20l Neben 
of B. Ain alter L. {meint niejen aide). Von seiden b. brin- 
n Wn. So mustcn si b. H. 21. Alder w. L^ Of wirken 
» Vnd w. H. in D. 22. sin für des £/. H^n. d. w. D. 
7eg(e)1eich wolt(e) sich (scre) scham(en} W. B. 23. 

•iz si m. W. Die aber m. Wn. [da] Ir, do B. wür L. 

F« waren H. D. Wn. w. m. D. plibn D. e. 24. Si II. 

^ D. Si hett entworfen ald gescbr. L. of si sehr. H, vn 

Chr. a, W. [25. 26.] Wn. 25. Ir i. 0. D. eigellch S, 



IftitteR. XX;i. 655 

ieüicba D. Ettlich baDt ir L. irre B. aht H. D. L. Alle 
in iren achten W. 36. Worht H. L. Ygliche w. oach ir 
m. L, macht L. D, gemäht H. Was si gutes m. D, Si 
worchteo als si macbtn W. [27—34.] B. D. 27. [ezjll. 
w. m. also g. //. Als in. nu i. g. Wn. 28. wonh. Wn, 
29. enkain L, cbain IF. [n.] chainer slachte m. W. 30. 
getorst H, solti I/, nicht enkam W, 31. Nach IVii. 
chainer bände s. FTn, (en]ch. slachte s. IF. I/. sach: 
gemach H. 32. warn da Wn^ lebtn IT. 33. Inderhalben 
H. Inretb. der kloster L, 34. cheinev k. nicht h. Wn. 
k. dehein 11. Da k. ir chainc nymmer ▼. W^ Das ir kaini 
kirn h. L. 35. [Wan] H^n, Vnd D. am(p)t ITii. D. tfmpter 
L^ a. da D. 36. Vnd an — wicz L D, Dar an d. v. 1. 
WUy Vnd die n. witzig waren L. 35. 36. Wan die wol 
chomen warn Zu iren gantzen iarn W. [35. 36.] ß, 37. 
Sie IFii, Die andern W. inrenth I/, inderth. H^it, inner- 
halb W. Das ir vrome müchte sin ü. 38. Do H^n, So 
letfde tr H. schülm. W. Wn. B. D. L. maistrin W. Wn. 
D. B. [39. 40.] W. 40. Vnd wi H. Inde m. schonen z. 
w. B. Als ir zucht solt w. D. 41. Baidi (u , ev) L. D. 
Wn,, Gepet W. gan (:stan) L. W. Wn^ sagen D. spr. 
ze chor g. W. Zu köre zyüichen geyn B. 42. chor H. 
J9y ker L. gen. jrnd auch D. Mit den andern bestan H^ 
Inde mit schonen zügten steyn L. 43. in ir Wn. [da] 
H. IT. P. I/. B. 44. warn d. münd tÜ FT. munt. I/. so 
L. B. irev mündel r. Wn^ iru mündlin r. D. 45. So w. 
B^ Wan waz W. baten D. H^n. B. L^ beten : teten 
H. 46. fleiz IT. H, willen Wn, zvhten H. Mit vi. si 
daz t. D. Vnd daz m. vi. t. L. 47. [er] L. Wn. er in 
D. nimer ITii. D. L. B. chund(e) D. L. Daz Got zc 
kainer stund W. 48. Den r. B. r6se1 echte m, Wn^ 
manigem r. m. W. Zu der selbn stund D. 49. Betleichev 
WMj Gaisüicher D, ErkainX«. Chain zimleich pit mocht 
T. W. 50. Ez D, Do Wn. 51. Eyne B. fraw D. W. 

52. Vn w. D. W. war Wn, swer W, werc si geweist ü. 

53. Do H, Das D. sin I/. moht H. L. Wn, möcht H. 
haben Wn. Da man si hedde gesevn B, Da sei die lawt 
hetn g. W. *{b^ser möhte). 54. levt H. D. L. mochten 
d. 1. han gej. L. Da müste man ir hain gegeyn ü, Daz 
si musin han gegebn {meint gejehen) W. 55. beyn W, 
By penam Wy sicher L, gar mineclich D. wer: her H. H, 
war: bar L. 56. vn w. W, an wände! vnd an erb D. 
Sch6n vnd alwere Wn. [57 — 60.] Wn. 57. 58. umgesetzt 
H. 57. vnd auch D. 58. Si was (oyg) a. H. L. B. 59. 
Wer V. Wy Vollic(enc)lichen H. L. ß. Daz L. Swes ain 
m. an weih g. W. 58 — 60. Fölclich wolt wert allez 
gütez D. 61. Nu L, An Wn, Ayn B. ir ainms W. B. 
[d. e.] Wn. Der schönen frawn daz g. D. 62. der lawt(e) 



656 IciirteR. XXII. 

IV. H. were Wn, 63. fUnd) W. Wn. J9. [dax] D. [M]ia 
IVft, Doch in H. d. selben I. Jf. IFii. 6C siel IT«, mH 
11, ere sede ü, vihe ir. Het si werder I. n. t. crkand 
( : land] H. LAt noch disz n. dns e. L, Niemant d« e. 9. 
[65. 66.] D. 65. Wes Wn, Was £r. Als IT, Noch d. B. 
auzzefth W. Ly anderswa ß, 66. [Wan] W. Wm, Want 
B. also m. Wn. mangen B. D. 67 In deni(e) W. L. A, 
Vn was in einem D. bleuen ü, plibii D. 68. hat H, 
hadde B. de z. ü. [dol L, dar inn D. 69. nach L. Wn, 
na B. Wol W. D. in dem fünfczechendjl D. zehn 11. IF. 
70. Vnd geachtet Wn, Inde in a. ß. achte(o)t L. 
1>. aht H. nie ITn. het n. acht W. [als] 17. JL. IT. IT». 
[a. u.] ü. 71. Vp al d. werlde B, weit IT. Z#. O. "iä 
lenede ü, lebet VT», in einer e. H. Wn^ in rechter e.1., 
gar in e. H. einvclt I/. P. B. 73. [U.l A. D. Ilicii 
rechtem (gantzes) kl. Wn, L, Rechte n. kl. m. Recht n. 
irs kl. ordfi D. . 74. [Da] L, Hie D. eri. w. i7. w. st e. 
L, D, Wn. e. wordA D. Si w. erwachsn da mit W. TS. 
fraw(en) W. D. 76. Ains tags W. L. D. d. ir schaw W. 

id.] schawcn H. gieng si schawe(n) Wn. D. 77. des r. 
lin aber g. H. m. si (do) gieng: vieng Wn. D, 75—77. 
E. l. se vp de mure gcync : ucync ß. 78. vmb Jf. W, 
vmme Hl«. 79. Nicht v. v. iv. L. Wn^ Nahe by D. des 
kloslcrs W. D. li. B. mar D. 80. [Do M'it.J D. gieoff 
D. irn. H. ein I. W. D. L. 8t. kam L. Dj qua^ B. [dar] 
W^. H'/i. her D, da H. 82. Dcme ß. [wale ff.] ITii. Gar 
n. rille flieh m s. D. 83. Paidcw I. vff g. w. B. Schön 
was s. I. D, 8i. Einen H. ß. uorte B. 85. er ir k. W. 
L» B. kam L. D, quam if. Der k. ir D. 86. Iren P. 
Im gr. begunde er c. D. 87. Waz (zehanl.) bi im H. W. 
ir». eroc ff. da da si in an s. Wn. M'^az da si den rittcr 
an s. ff. 88. Wan si a. wider W. Vnd dan z. IfVi. Vnd 
aber do si z. L. Mit züchln die jückfraw sp. O, Zu deme 
schriuer si sp. ff. 89. wold Wn. sol (wil) vnd müz i. vr 
W. L. Herr i. m. u. w. i. vr. ff. 90. lant L. [meist) 
ew W. Dnz ensol i. ff. 91. Sac^ent mir I. I>, Sit wiile- 
kome I. ff. 92. Habt ff. Wy Ha(be)nt L. O, Sait mir 
hail ff. [ir] W. ir hüt i. ff, ir aber i. Wn. 93. Das ff. 
ff. Gev. d. vogel Wn. vogalin Ly vogelgin ff. Irl. [i.] ff. 
Wn. jückfraw sp. ff. L. 95. [so] W, na ff. 96. dat v. 

vögelei/i W. D, uogelgin ff. ist i. v. ff. 97. Eme s. 
ff. Sin v. s. im W. Wn. lüz W. Wn. ff. [al] H. W. 

I, [also] Wn. gelc : scnewele ff. 98. Sin L. W. sin- 
H. ff. I*. 99. geucdere ff, vedern Wn. waich ff, 

ü Wn. 100. Wer ff. W. ff. I,. Vnd [w.] im I*. W'«. 

Qcwr (nü) IV. ff. der sn. Hf. snäbclin D. 101. So 

W^. L, in were ff, ist IF/i, west ich ff. brestc(n) ff. 

I, precliü ff, gehrüch ff. 2. walc ff. im fär mich M. 



jCetartcR. XXII. 657 

[des] W. D. enst. fl, verst. W. D. Wn. B. erst. L. Ich 
wen all i. m. t. D, Wie w. ▼. i. m. daran Wn, 103 er L. 
▼. wol IT. D. L. 4. Weiher IT. D. ü, Weler X.. [vr.j 
H^fi. ir es H. ITti. D, ir daz X«, man ez W^ dat in B. 
Hierauf Dw mag ez vil gern han £z ist so recht wolgetan 
W> 5. Vn m. — lieb W, 6. Wan ez D. schone uogelgin 
H. vogalin L. 107 — 10. versetzt B hinter 144. 7. [vil] 
D, wale B. 8. jjunk] W, 9. pey n. IVit. ü, sicher X«. 
ainig da D. 10. Sch6n IVji. Eynueldich inde B, albere 
W. Gar an wandelber D. 1f. Also t. er ir D. [also] If. 
FT. Der ritter t. ir erk. L. dede der süzer b. ü. 12. 
were ü, ist H. sparw(b)er IFii. W, 13. Er i. ro. nü v. 
D. Er sprach vr. ez (er) i. m. v. H. H^it, Vn (He) spr. 
er i. m. v. L. B, 14. J:.r L, D. Wn^ Inde ü. 15. wolt ü. 
ITii. Wilt A, We(ö)nd D. I«. in m. ü, m. in (nd) IFm. 
L* -D. Ob ir ez tewr w. g. IT. 16. nv g. m. m. Wn. 
17. Cz? der H^ii. pfründ die Wy pfunt H. Zechen pfund 
D. 18.' Chom an H, Vnd ch6mt ir in Wn^ Komet in H, 
Nem€t ir ain ander ding H. 19. [selber] IT. W. L, Wn, 
Ist d. i. m. han (ez erwerbn kan) L. D. 20. lazze H. ü, 
lan L, D. den kauf W. D, L. B, Den chauf liez i. n. 
21. gerne hedde ü. Ich h. v. g. d. schöne Wn, v6gelin 
H, H, vogalin L, uogelgin B. 22. [vill liebi L, liebew(u) 
W. D, junckfraw D. [23. 24.] W. ^ Seint Wn, Sint 
B, Sid daz L. des k. D. Wn. kauffs — beg. D. 24. 
neme B. gerne Wn. B. H.üwer I/, irn IFfi. ure minew. 
H. 25. wil evch H, wtl ez IF. B. w. in (evch) L. D. 
umbe B. ewr IT. 26. Da w. IT. D. H. sül(len)t Wn. D, 
sönd I/. n. hart sl. W. 27. Da sp. L. Wn. D. Do sp. 
de minecliche also B 28. doyn — bin is B. gern W. L. 
were B. Wn. [29. 30.] W. 29. Nv Ä. »Fii, Na U, Nu 
in ü. i. nit w. D. Ich w. nit I. X«. 30. hant vor X/, vor 
bait B. Oder w. ir m. band erz. D. [31 — 52.] D. 31. 32. 
umgekehrt W. 31. Vnd das m^ ist L. Das ir dw m. W. 
Wan dat irs m. B. 32. Id ü. So »T. vmbek. Ich han 
mich dar an nicht geflizzen Daz mir vmbe minne sei ge- 
wiszen Wn. 33. in w. w. minne m. B. mag W. I. L. 
sein W. Ich vnd alle die hinne : schreine Wn. 34. [n.] 
W. X, n. mer Wn. mime B. m. ch6sterlein X. 35 — 48. 
Hnd in 1 hinten halb weggerysen. 35. [D.] W. X, Wann 
L. Vol ctwene Wn. bildnir L. 36. nadeln W. X. IVii, 
oadlin X/, naylden. inde eyne ü. 37. zwo — want IT. 
ain nüwes L. 38. [m.] W. [vir] IX. X*. veiertegel. Wn. 
39. In. da bin;, A. Vnd och (auch den) m. L. Wn, Vnd 
mein W. I. 40. in g. bi mime B. . 41. Nie W» i* L. 
me X/. B. Nie n. g. m. Wn. 42. lan X«, liez Wn. aus 
.nem(eu) tcw IT. J. 43. czurnte H^m. danne U. Wn, denn 
I«, auch W. mümalin : vogalin L. 44. Doch h. i. If, 

•. d. Bmgtm^ GttaaaU^taUatr. II.. ^^ 




Cnattnu XXII. 

Ifldoch ImU i. 



fem ir«. {VfL *» vm. 145. JüBtUraL. 
H. I. de ig B. Bin 0, ninBcn Wit, M 
minicklieh h. Ir geit so recht wnDnikleicb W. L St. 
bilde H. Ji trsvt L (leb Rctrn) pei vreh v. &. IF& Dk 
i. pei ew vol traw t. W. I. Ite miBDe ieli ml« hi br 
TiDtte B. 48. Salt. £.. mir tr«. Ob t. m. s«ri o. IT. 1 
Of i. m. ur u. winde JB. [49. Sai £, «■««Mkrt B. 1$. 
i. ä bi uch [wlt] B. sol IT. I, getont a. Sa Oder 
TT«. In will ir dea a. [sirt] B. Ob ir j. weit %. W. h 
51. Dbi i. i. h, ab L. heb(e] IT. B. BMWcr Wn. [ber] 
W. KS. So kern i kom b. L. liom(e) H. B. Amn W. M. 
hin B. 53. 54. umgekehrt D: Zfl der j. tt. ap. er d*. 
5(. Des w. d. r. *ro W. B. De« reden w. d. «. SS. Er 
■prach 1F. i,. IT«, [vr. d.} IT. junkfro d. ffig f,. Kentep 
#**. Ich gewyu each w. I>. 66. [dai] H. J>. «■■ tf. 
Ii. *tfn hen(e). 57. De teuer fae B. Er bot ir die hm 
D. S8. Vnd T. L. f&rt L. ff. weiset ITk. auch iJ m 
K ff. lie HD le Wn, ai da it It- Da fftrt er ai le 0. 
S7. 58. erwetttrt W. Lat ew penim gentifpi Ich kaa a 
wo) gefttgn Dai ir -wider konil aar die mawr Ob ei ait 
wirt ain wenig sawr leb verchlay wol dw arbait Vil acbitf 
er hin zu rait Vnd nam dw fraw mOnnitlej<^ Auf dtt 
ras fttr sjcii. 59. Vn fürt sei in W. 60. b. jr H. nisi L. 
W. D. Hi[ vi. b. er W. L. 59. 60. mugrtetxt: Dej schone. 
dey zarte: garte B. 61. Ob D. Sa B. nimen H, ienun 
W. L. D. da (do) sieh : beschich L, D. enfach : sesebach 
ff. B. ' {Uet sxhe). 62. Swai H. W. [b.] W, b. da M. 
Ewainl«?; L. D. [63. 64.] W. 63. baft D. 64. An B. L. 
D. m. Indc ovg B. 66. hcne H. B. was B. L. *r. 
wire ff. Für 6^. 66. Ei lici sei zu der erde Er gedacht 
im vil werde W. 67. ifi der lieben in ff. Zu irs. er in 
dem W. de B. 68. guten t. [er] ff. Er t. d. 1. (galeoi 
W. D. L. d. süzer senfte B. [69. 70.1 W. 69. roiA P. 
L. bis 0, da B. 70. Er Irut [kuslej si da (dar na) te 
hant L. B, Dar nnch truckt er si zcb. D. 7t. hieise L, 
halst H. [si] D. 72. oftc ff, dirk vnd in g. L. 73. min 
L. ff. a. d. m. W. Die m. s. er a. D. 74. fraw also W. 
D. L. Hiermaf Herr ist daz dw minne genannt Dw wtri 
mir nie mer pekant Do sprach der ritter tugentleich Ei 
ist dw minne werleicb W. 75. Si sprach so n. ewr. W. 
Nu n. L. nement L. B. vre ff. 76. ' Uei rehi(e) mit(c). 
Vntz d. icli r. gen äch t. L. ich r. da m. D. gev. tr. D. 
da m. ucb neyt intv. ff. 77., m. an euch mt ff. T». 
lerkent £., Vcmemenl I). Ich borte genüch lüde künden 
: versflnden) B. 79. Wer e. gut D. i^. ff. Swelch meiucb 
W. 80. [neyt ff.] H. J,, recht ff. ei s. wol W. 81. 
;r [sin] niht a. a. D, er es n. [g.l M.. Dax ei dai niv. IT. 
82. Ei W. si eyne g. mU ff. [ES —SS.] ff. [83. 8t.] IT. 




ftBuUm. XXII. 659 

D. L. svrbt H. tun. IN. ir] U. Ir [Dan«i ». der minnc 
W. D, N. mioer min L. wie v. (wi) ir w. W. L. D. 
86. !<lj)i] H'. rpchl D, gar W. vil I., bort H. (mietnt har(e). 
en. 0. 87. h. gar «i L. ir n. sit wol g. H. 88. Nempt 
W, Nementl.. D. [ir] If, der iniü(>.') -mit D.W, hin w. 1.. 
89. 90. nmgetlHU D. 89. Sint B. man L. t. ew m. m. 
W, miD^Qcn] B. D. L. 90. gelru /.. W, [lu] B. Ich 
trewA euch D. 91. üeldens S. L. wil i. sin b. D. ich 
ger. B. 92. r. uil k- D. houischi inde g. B, |wal] fV. i;. 
93. Süchle B. [da Z,.] W. B. 94. Dai H*. D. im IF. Id 
dachte B. von allem B, in simc B. 95. eme B. nie bain 
B. 9S. Also D. Wale fl. 97. Eme B. sagt ff, sait I,. D, 
»t IT. [oiicb] B, also W. sins henen sin 11. 98. Dat 
nie (auch nie W.) kain (clejnes B.) L. vägelin 0. 99. 
Würde B. »ergoWen H. fl. B. v. v. fl, B. v. w. e W. 
900. halpt er B. hub sei fT. mur fl. H, mawr bin IT. 
L. X. Ur!. n. er {der ritter) W. U. [luo ir] H, van ir 
L, ie D. 2. Hin r. er H'', Vnd r. h. D, Er r. von dan 
L. liest L. D. do : so fl. i. 3. He rejrt in wech. sc fceync 
in Nu mirket rechte desen sin B. 3. An W, Inde B. 
hSrend IF. fl. hiJrL B. h. rechte weyt B. er^ieng: vieng 
O. B. Wönd ir h6i-en L. 4. lade B. an H. H'. fl. S. 
gieng sa ze D, hub sich lu \V. gahel B, ilte L. De tarte 
de gcvDc lü B. U. de m. B. maisirin W. D. 7. Vnd 
sp. W. L. liebe mämalin : vogalin L mämicin H', nun 
(ne)lin fl. H. 8. Diu U. B, Dai W. L. schonei B, schön 
W, gar s. fl. V. is min B. 9. erk. O, kauft gar tV. Ich 
baynt geküft B. 10: all fl. II. riller fl. schriuer de 
bayt IS m. B. gehen W. B. D. L. Dai hat e. h. m. W. 
12. So W. D. 13. eme S. 14. lie H, vinb L. vm vers. 
fl. in pei mir s. IF. 15. Aids dai i. fl. /., Ains i. d« 
W. 16. Dai IF. fl. L. B. m. nu w. S. [wol] IV. erk. 
fl. L. 17. Dai mich halt IF. enruchte : suchte IF. B. 0. 
18. dick(e) D. h. B. en L, maus IF. si uers. D. 19. [r.] 
IF. L, gar D. e. m. gar B. 20. vnser fl. 21. Ainen I.. 
P. B. solichen L, so getan nera. fl. 22. Ez H. m. hfit 
vnd iemcr L. fl. vns allfi W. raüvs m. werden sw. B. 
ein sw. B. (ein abfrgttckritken). ^. üint f.. [doch] IF. 
L. Nu seien w. dei g. r. fl. 24, Vnd i. D. halt IF, gar 
D. SO gar L. vngaDck). L. 23. 36. timgrkthrt. L. [ihi], 
fl. dei L. gebrechen B. enbr. let : bete B. 26. Dai 
man doch wol vail IF, Dai ain man w. h. fl, Dii ie man 
vail L. 27. Vnd w. IF. fl. Were euer u. fl. vnser g. nil 
fl. [so] IF. fl. B. 28. sold(en) w. alle 0. L. Wir s. alle 
fl. 29. Dw IF. pfrunteH. ptrflnd gebn halb (h. g.) IF. 
fl. L. Id. an] /.. 30. I. gut D. i. mtr n. B. [niht] W.. D. 
began H. Vnd soll ich tusent jar leben L. 31. nelfe B, 
inhfllpe B, hOlf L. IF, hilf D. in B. I.. ei m. willen 



66d IfMctc«. XXII. 

g. D. iSSL alt W. L. begnnd Ji. ÜT. Xr. alHeB bcgsdl 
D, si seh. P. B^ ser seh. L, $3. Die JT. Hkcbtc B. [aer ff.) 
If. 34. der komescbaf ey D. befog Z«. SS. 34. Si naft» 
si Til ser Vnd slügen si jAermer O. 95. mocht Ifl i^ 
musi Jf. got w. W, got immer IT, tu g. 1^ ii et gol 
möcbti L. 36. hadde si x^ t. na B. heltn B. gesl. B. Ib 
[37—44.1 Zr. B. [37. 38.] IT. B. 37. In A ^. 8i 
sprach(en) IF. B. du b. w. W. 40. [ril] B. 41. die e. 
B. 4fi. Die B. B. gewinnestu B. 43. Werden W. Tiukr 
rainen B. fraw W, 44. Des m. (musi) da D, W- [iBncr] 
B, wol B. 45. ward od masse B, w. micliel inde B, 
46. Mangen 2/. B, Mengen B. slag Z. B. B. IF. 47. Hadde 
B. lieb B, süze B. 18. dii B. nur w. 0. 48. freal B. 
IF; Do gedacht Lj Da beriet s. B 50. gedaht IT. B. B. 
*{!<«« gedaht(e)) Vil dick in L. ir[e1m IF. X. B. B. 5f. 
der seh. Lj den schulden : hulden Ir. Wer si wider koai€ 
in ir B. A dachte mit wilchen scbftiden : faüiden B. 51 
Wider kl(oJm se h. L, W^ Si weder queme xA irre n. 
h. Bj Zu irs nflnleins h. B. 53. dank ir in £». in im 
(irem, irme) B. B. B. 54. Hints an dem fF. Vntx an d. 
andern L. 55. Da TF. B. Sie b. 1». B. heiml. IT. VF B. 
L. 56. [Wider] B. //. B. mavr B. IF* B. Xr. hin wider 
sl. D. Bo« At'^ fit W folgende Reimpaar hat auch L: 
Vnd s. — [hin] W. mur L, I. auf vn n. IF. 57. de scilde 
B. besch. B. L. W» 58 r. aber s^ch : beschich B. 59. 
[st.] L. [al B.] B. 60. was id B. niht I. H. B. Vnd (Dax) 
d. IF. B, Stunl nu L, vi! u. IT. JD. 61. Bis B. VntzL. 
der rilter (schrinor) L, B. quam B.dört h. kam B. [d. b.} 
L. B. Do k. der rilter g. W. 62. eme B. zu im IF. 0. 
I/. m. (guten) s. IF. B. [63—70.] B. 63. 64. wnpeMetxt 
IF. .63. Herre (Vnd) h. L, B. IF. hebt B. IF, hebentL. 
B. mur B. B. IF. mich her n. L. 61. flerr IF. gebt 
IF. B, gebeut B, gelten I/. 65. nempt IF, nement L. B. 
[ir] B. ewr IF. [66 — 73.] IF. 66. Wen B. nünnelin B. 
B. 67. [M: m.J JD. (al) so s. B. I/. 68. gibt Bespricht 
B. X«.. 69. Vm B. einen JD. verlorn L. D^ 70. mioen 
L. magt von B. 1/. Vn hab weibez namS erkorfi B. 71. 
Nu I/. hebent //. B, Hebt B. sü d. B, an die I«, vp 
de erden B. 72. w. müge werden B. 73. MiAie inde B, 
vm /"«fr vnd iu B. ewer B. B, ur B. 74. Er JL. B. [vroü] 
B. B. Gern vr. IF. sal B. TÄw* f^iaierj. 'IF fährt fort 
Sprach der rittet* zehant Er nam sei pei der weixzn haot 
7S. satte B. sasz zu ir in L. Vfi fürt sei mit in IF. 76. 
Er n. IF. B. dede B. [ir] B, der liebn IF.' reht B. D. 
L, auch IF. aber a. B. als L. B. B. IF. 77. s. auch ir 
B. Vn galt ir ir IF. L. D wiederholt Alz er geUn bettete. 
78. So er in (an) IF. L, Daz er m. sein€ sinn^T Kund 
nimer mer gewinnt B. 79. Alz er a. B. best L. B. W, 



teuLtitn. XXU. 661 

SW. wer m. sein IT, vnd d. mirs D. 81. wölt aber kauffen 
P. aiD L. 83L So W. D, Want mir B. giht üT« spricht 
D. I», speht H^. [a.] B. daz H. Dunnelin H, DüAliii D. 
83. hajD is H, h. so 1/. groz H, grosses l>» grozzen B, 
michel I«. VT. 81. Des Br Da toii 1«. niü(g)ent IT. X,. 
mifia mich D. dez IF. I.. [85 — 88] W. In B. sind diese 
Reimpaare versetzt: 89. 90. 85—88. 85. Macht m. magit 
w. ü. ich (wider) werd m. H, D. 86. wen(en)t H, Ly 
fürchtend D. lichte, dat id m. do B. ir tü(ügc)nd D. L, 
87. Inde wilt B. we(ö)nd D. L. liht H. Ly uilleicht D. 
^iies Itht(e). 88. Des L. bedürfent L. D. Ir in dürfet d. 
QDibe n. B. 89. Macbent D. L. Daz (Vp. d.) ich w. 
werd* (werde w.) maget : klaget W, B. [91. 92.] W, Ly 
versetzt ü. hinter 94. 91. wale Tor g. H. Ich wil ez a. 
b. für g. D. 92. Waz D, H. vz m. H. nd m. m. D. 93. 
Wenn H. So m. doch L, Vü m. auch W. 94. [gr.] IV. 
D, z. gen mir O. grozzen zorn H, 95. Als Ly Wenn H. 
mer IT. P. £/. 96. Da P. Ir (Dw) min(ne) g. (gab) L. Wy 
He g. ir de minne. P. [da P.] P. L. W. an der P. IF. 
P, ze L. P. 97. Ich sags ew liebs frawlcin W. 98. lang 
pei ew W, 99. He sprach ich P. m. penam W. von ew 
IF. L. 900. müisse uch sele inde P. ew wol b. W. 
297 — 900. Vnd nam vrlavp (von ir) sa Wan (WeA) er torst 
n. I. da Bi der juncfrow^en] sin U. P. 1. n. a. P, n. so 
P, von mir n. P. ja v. ir n. da b. W, [2] P. Vmbe P, 
Dar vmb W. [so] P. H^. L, [3.-8.] W. [3. 4.] P. 3. 
wdt P. wülde P, wönd L. m. liht b. P. 4. grulich I/. 
£. wülde ich mit uch kr. P. 5. fvrt P. Si sprach ir 
▼arent so nit L, So vnbeschaidenlich P. 6. baut L. P. 
m. nu V. z. JL, non tuv. mir P. 7. ir nam^t P, namt 
P. 8. Das P. Ir sint e. u. bunt L. 9. Wcltent — also 
P. So w. ir m. W. mich so beswichen L. 10. must P. 
W. [mir] L. wärlichen L, P. 11. dritl(e) W. P, derde 
P. min her w. L. 12. Wilt ir i. P. Wolt ir da w. i. W. 
wöllent (wond) — [iht] P. L. 13. So bait P, han Ly bittet 
P, müzzt ir habn W. [i.] IT. P. 14. [Vil] W. P. 15. 
Der schriuer de was P. tugentricfa L. P. r. aber do W. 
16. In d. d. r. P. r6d dunkt mich P. gamenlich X#. Er 
wart aim seinem herzen fro W. 17. 18. ir an der seluer 
stat De dird^ mifie als si in bat P. Da gewert er si (Er 

g. si Ly Vnd tet aber W.) des si in pat. Vnd (Er L.) 
alf ir (hub sei W.) an die alten (wider an ir W. L.) 
slat P. L, W. D fügt Ikinzu Vrlop nam der ritter ie so 
Er getorst nit lenger pleibn do (rfL zu 300). 19. 20. 
Hey der juncfraw sein Er r. b. si gieng hin w. in P, Er 
r. da h. si gie h. in Dez solt si billich trurig sin Ly Vii 
fürt mit im sin vögelein Dw fraw schied mit fräwdn ein 
W* 21. Si w. des w. barde P, Irs w. w. si gar Wy Do 



662 ffMrtf«. XXII. 

w. si doch irs w. Ly VA w. auch ir ietwedru D. 322. 
irre By der L. maist(e)rii] W. D. B^ nvnnen H. gie W. 
33. Min V. L. Hene H. O, VA sprach v. W. nan(ne)|yi 
D. H. 24. Nu laz L, groys B. ziiru II. d. i. gen mir Jl. 
Du soll d. z. lazzn W. 25. lasz L. D. din H. W» D. 
haben i^. [26.] L, 27. 28. umgekehrt L, Tmb IT. D. L. 
m. fer h. )v. lib H. mer H, W, D. gcslagn : sagn H. W. 
L ersetzt 26: Das hau ich dir gern vertraj^cn. [29. 30.] 
W, umgekehrt L, mine m. B, Do wart mir w. JL. 30. 
Da B. Heut(c) U. B. ir sliefl(cn)t H. D. du sleyfes ((lieft) 
ü. L, hie inne L, 31. Hevt Jf. X#. lange v. L^ verre ▼. 
B. Vnd ee cz wer n. D, Da du schliett ze n. W, 32. 
Da D. W. fvil] B, JL. IT. P. 33. herr W. D. die /'«rmin D. Die 
min(n)e [minj die ich im (emc) L, B, 34. Vngehabt W, 
[undl IT. H. Ich gie von dannen L. one i;. H, ayn 0. 
Der halir mir an die altA stat O. i4fici^ dae Vebrige iet 
im D ganz abweichend. 35. gieng W, [g. i.] einen w. L. 
36. setzen B, JL, gemleich W. 37. mir zürnst H. zürnest 
M^ 38. gibt II, Sprech W. er hell(<*) I,. B, ich biet H'. 
mine B, 39. minncn II. mir /'ür gnr H^. I#. H. 40. 
[UndJ W. L, er ni(e) in dnz (dit) laut k. H. L. B. 41. 
So m. i. (Ich m.| doch W. L, B, |sinj H, 42. willc emc 
B. So er mit seldn müzze wesn W. 43. [Wan] B. L. 

f;nr e. g. I>, e. vil güyt Ä. gelwrer W. 44. verstau — 
wol] ly. Vil w. i. m. des vcrstan W, 45. [Wan] — giUlich 
vnd(o) L, \V, ß. 46. geh H. IT. /.. walc B. [47. 48. | 
W. wunsclie i. eme B, Ich w. n. i. von rechte s. L. \H. 
zcmcdc in dcscn kl. B. kSm dem kl. ze brobste w. L. 
49. MVir B. Soll er h. sin L. M^ 5(). Do (Nu) sp. d. ji. 
a. (d. mnislrin] du L. ir. «i. [diu| sp. H. ol. ^az IV. 
1^. B. icmnnt II ^ man vr. L. ß. dir saget 1/. singt ir. 
redit B. aldcr L, oC 0. 52. h. doch B. nlber(e}n H'. H. 
best als ninen andern m. I,. 53. Wan (Vnd^ w. IL L. 
w^r L, H. W, nu d. scb. 11. schaden e. L. ir. H. 5i. 
were n. cz IV. L, B. dos de (dar) ß. 1^. 55. Sid es nu 
aber i. bcsch. L, Sint nu der schade i. II. 5G. Daz IL 
W, So s. ichz — vers. L. 57. Seit W. Sid aber ichs L. 
58. wil L. mein zürn IV. 1^ fügt hier zu Der disz mar 
gehöret hat Der merck ninen kurtzen ral. 59. Wer L, IV. 
revwer H, mer IV. (H). da/ ez in IV, d. er sich IL nil 
L, In L und W folgt hier noch Ez si wib (fraw) oder 
man Wer (Der) ul)el vnd gut verstau kau (k. v.) Daz 
frumet (Kz frumt) in vil (im dick) sere Vnd behalt im 
och (im (ill) sin erc. 61. wer L, also ftir aber IL Ist a. 
daz er s. ü. W. 62. Vnlz im e. seh. L. niemant IV. k. 
bewarn H. [64] H. fraw W, 65. Daz s. er U', Den s. 
man H. [66] H. Aid er L, Oder er s. ez vor IV. 67. i. 
der weisn W, i. nu der L levt H. H''. 68. ist vns bf- 



fmrUR. XXlll. 663 

laicbnt W. 369. Dax hübsch (hofenliche) W. L. 70. der 
▼rowen (junckfrawo) //. W, An. If, Dax gut mer hat aiu 
ende IV. — MH 334 beginnt der ganz umgearbeitete 
Sckt^/9 in D: Dem ich mein mine gab (333) Der hüb 
nich zu im hinab Vn gab mir wider die mine mein Yn 
Mm auch wider sein fögelin Gar schon au(T sein band 
Die allt sprach (350) dz du seyest geschand Dz du so uil 
m€%€ schlag grosz Vnd auch darzü meg^ stosz Darvm 
hast enpfangen (2f6 — 47.) Vn pist aber da hin gangen 
Das haut gemachet dein tum' sin Dn wz der zorn vm si 
hin Da sprach aber die alt Daz sein der tüfel walt Der 
ain dinff uit kan vnd' stan (363) Der solt ez mit gut varü 
lan (36o) Weil ez wer ain schad pess* den zwen (353) 
Fürwar alz ich ez uerstcn Na tu ez nim* me Du bettest 
ez pas gelassii ez Des antwurt ir die gut Gar mitv'dachtcm 
müt Ich gib dir mein trewen Ez hat mich ser grrüwii Seyt 
du zürnest so sere Vnd sprechet ich hab mein ere (337 
^ Dar vm gar uerlorü >nd hab weibez nam€ erkorA 
(2d7 — 70) So wartet nO aufT mein er WaA ich tun ez 
Dimer mer llie mit v'gab si ir schuld Vnd liesz si habil 
ir huld Si halff ir poss'n vii püssn Der rain€ vnd der 
süssü Vnd das ist uon dem sperber (370) Got helff vns 
ausz aller swar. — In Wn steht am Schiti/se dieser Er- 
Zählung von derselben Hand: In pricio creavit deus celü 
et t*ram etc. Lieben frunt die meinen ich han ein wort 
in der latein geleget für. Dnran ich groize weishait spver. 
Daz ich die bescheid also daz ein iczleich mensche werde 
fro Dar vmb sprech ein frowe vnd ein man Einen pater 
nosier der in chan Vnd ein aue maria dar czu Daz got 
sein genad an mir tv. 

XX III. Das Gänselein, 

Htidtlkerger Sammlumf (H.^ 194; Colocmmer Mackiifi (C.) ISi. 
V9I. H^enrr ^Sammiumf (W.^ ±i; Imibrmcker Ah$ehrifl QlJ 23 

üeberschrifl: magfein H. (c ausgekratzt). Ditz ist von 
den genselein daz was ein schönes juncvrowelin C (ittfr 
noch Z. i — 11^: das Uebrige ist ausgeschnitten). Das 
mer von gens W. Daz mär von der gense 1. Die fol- 
genden Lesarten gehören H. 1. evrA (tneist), 2. y>er. 
11. tt-as. 13. 2%. niemauf. 21. mer. 2t>. mancA^. 39. 
Rilen. 42. wür*. 45. gewer*: gerf. 48. \nde, 53. nutzer. 
56. Icvt. 58. schone. 61. scAolden. 72. krmen. 74. 
rnfncA. 75. iren ikann bleiben). 89. mi;nch. 9t. gen«. 
98. verstvnt. 103. bekom. 8. gedach^ 11. heint. 15. 
gedagt : sagt. 19. sil : mif. 31. mochte. 36. manrAer. 
§9. frotr. 53. do. 54. enkonde. 57. konde. 63. wer 
w. vndf. 65. wer. 75. w^n. 79. ist wol und zu streichen 



664 futxitn. XXIV. 

utid stns zu ieaeti. 187. begondcn. 90. nimstni. 95. Uodf 
— sini, 96. besamt. 97. vnde koch : wocA. 98. ncfaeiit. 
201. \n6e schuM vns ein. 211. man. 16. wo tet ir 
eiwern. 17. wilz. 2i. ti^as m. gcschif. 27. vnde. 3i 
smbe — kom. 36. mvncA. 39. haimlicJk : tovgcniicA. 41. 
saget meint sag' et. 4'i. rieileicki dir diu. 43. gciu. 4i 
Hierauf folgt fioc/k, überzählig: Den apt alles des er ao 
in gert. -48. tai/. 49. a6te. 52. sclbei». 62. an. 68. 
zweii miiiicA. 69. erkennen. 

XXIV. Der schwangere Mönch. 

Heidtlberftr Smmmhmt (H.) 5ij C»l»c»mer AktckHfi CC.) 5t. £•/*• 

her 9 t Lieäeramal (L ) t'M» 

Veberschrift : ^enuc C 1. evch H. L Cmeist), eftwa« 
L. 2. So enwaisz ich nit was JL. 3. Wen JL. 4. wterckaU 
L. diiz H. 5. g^nug £/. 7. Vn^ H. jL. er« L. 8. suii^ 
L. geben L. 10. feinem] £/. C^^^^er), 11. w^/t 1«. Taib. H. 
12. er a. war I/. 13. ei» w. L *(b^iter), 14. Kr w. itu s. JL 
15. Er lernet echriben lesen u. £/. seh. ^^n zv alter zU 
U. 16. wol für also L. 17. ei L, 19. d. fro«« an d. 
lernen L. 20. Den ander liite vil tu L. 21. Tdaz] — 
jung/. L. 22. zc kamrer j/i L. 23. morge/i ror iL. melt^ii: 
bc«en H. 25. rfaz L. 2<). Do H. 27. ble/elin fl, 
bnV/^rtlin I/. 28. gedacht w. wm^ rfifz sin L. 29. bctü<: 
lüf JL, mohic bedcvt^ii : Ievl# H. 31. /at7 er d. büchalin 
ij. *{öefser UutHiiel hin). 32. in sines hcrtzeii srinL«. 33. 
wurl L. 34. iraz L. 35. begonde H. beguncf /liechen L. 
36. Oem k. ioyenl. L, [37. 38j L. 39. lunckt — gelar: 
waV /.. 41). l!;r L, 41. A/^/ L. wo L, H. möcht L. 42. 
[bi] L. [W. 4'f] L. 45. antwort 1/. 46. wissenl sel6 L. 
47. IdA] hawl gefragt L. 48. 49. icA han üch schier gt- 
sagt Ob — legewl vnd rngcs. Fro m. L, [50] L. * ;r«riai/ 
hffser), 51. W\»ni sy jii7 ir ^uten l. I/. o2. lai^ L, 54. 
spiss L. 55. mvsz L. 56. werrf L. 57. d«* tö/ : hat L. 
59. fein] L. 60. Sin L. 61. [vil] L. ror Sachen steht 
scÄMachon durchstrichen H. 62. woU er guf I^. 63. er- 
/oZ/f»^ sin geben JLr. 64. [u.] pliertt lech er \m ze st. X/. 
65. dar zu silbcr ^^n. L. 66. w. s. also L. 68. Gesamnet 
me den z. L. 70. da H. 71. r. ji» v. I^. 72. volgef 
sine» i/. 73. n. nie vz w. L, krmen : vernriii H, 1%. 
hc^le H. 75. komen H. 76. rmft herberg ^at L. Tl. 
gestnH L. 79. ü. \ant L, 80. [da h.] ü. 82. daz si/6er 
L. 83. ca //. 84. bald s\ hin u. L. 85. he«(e) X*. ff. 
86. Hisz ain L. *(befserj. 87. weg: pfleg L. 88. Do if. 
Df/rcA d. m. pfl. L, 89. Dar L. 90. Baidi («leint Beidiu) 
w. Mul L. vn H. (meist). 91. erflen JD. 93. httßz u. [ir] 
ii. 94. funcket L, 96. müncA wärenf L. 98. Wisse«! 



iffttten. XXIV. 665 

ir Irain L, 99. hent L. 100. d. u. pfeDnigii. 1. frotr— sUt s. 
ding: gel. pfaifiing 1«. 5. liezeit H. L. 6. [woljl«. 7. frou?— 
[allL. S.versez^I/. 9. Werdend. W^rt m. daxJf. iO.'jungLj 
(Mi H. 12. iun^L, 13. haitl JD. 14. lud if . Dement I/. 
IS. AI« — wdlt L. 16. HCT* wtfitch i. beschult L, 17. N. 
ewch er s. JL. 18. zechen L. 19. dar li. 21. Absatz U, 
h. erfolM L. 22. Mr L. 23. münch si ifo s. //. 24. 
[niht] au fröden L. 25. stcrn^ L, 26. varfr ir wum/alin 
L. 27. b^id L, 28. wisz für sinewcl L, 30. d. sHzens 
V. //. 31. kond der knecht n. H. [k. er] nit mer £/. 32. 
[kn.] H. [die] 1er £/. 33. Wat L, hiez : liez 17. 34. daz 
n. jL. 36. minn sy i. ir L. 37. gnfl>i»t si vrdl. 38. 
[wol] H. vergol/tfD L. 39. r^<fe £/. 41. du (row L. tv 
m. U, 43. 44. samenungen Allen tdiI jungen i«. 4£L 
Uht wont ez L, 46. «lü möncA ^rar £/. 47. Wero H, 
Wäreut ron der min L. 48. warf er ser. 49. wirtin ^om 
L. [51. 52] L. 56. fro jL. 57. sint L. Ja s. ir H. 58. 
TuMt — r. vnd iani den sitt (mit} L, 59. bait : lai^ JL. 
60. müncA I/. 65. hette H. gesehnt H. 67. still L. 68. 
Wann er ynist L. 69. «cAolde IT, soll L. 70. von JL. 
71. fs.] I«. 72. koDi s. snd L. 73. denn mit der minn^I/. 
74. rro in rr sinn« JD. 75. listen daz 6edachl : macbl L. 
Tl. shts «lllliegentz fredr. L. 78. ain L. 79. dem fmz ze 
L. 80. riel L. 81. warl aber g. JD. 82. VasI ruckt si 
im 1«. 83. 81. si r/f in Irat Der münch jätneriichen bat 
h, 85. rucken L, 86. [sere] L, 87. war I/. 88. im wer 
vn mär £/. 92. haz — <r6orn I^. 93. Wann si g. im e. 
!/• 95. ligent ir böser L. 96. Ii6 X«. 97. minn L. 98.. 
▼arent L. 99. Das slahen — [wol] L. 200. do H. %erte 
still 1. £/. 1. Htfz ez L. mitt^ JI. I«. 2. fro 1/. 3. 4. 
Vff w. sy ir bcnd Si graiffet vmb die wend L, 5. Von 
minnm ol« du nattfr L, * (bejser als für so). 6. schaden 
Hy Wann sy zu dm seh. L. 7. tränt L. 11. *li>« denne 
IT, dan L, 12. tiencM im war du minn L. 13. O 
wie lälztfl /#. do L. U. 14. ilts i. ain a. I/. 15. geben 
h. 16. mügent JD. nv hinter ir iriederhoit H. 17. [vil] 
still £/. 19. Sässz — der Itir i;. 20. kam n. me dafür L. 
21. e. klatn trtl v. t. L. 22. dritte L. *[befser drititti). 
23. [Si] L. 24. Ain lecyen — [do] L, leiten [oder leczen) 
a. 25. drill L, 26. das m. L. 27. münch L. 29. Vn- 
sesegen^t er dannen L, 30. er xomecllcAen L, 31. 
baroit ie «a L. 32. wöll— billen I/. 34. Wie es er^n^ren 
w. Ir. 35. b. ron Aarzen g. L, 36. t. Ain n. L, 37. in 
I«. 38. Kls entwerch« übers L. 39. Me dann slorkerl/. 
40. Ir lettweders w. s. 1«. 41. haid(en) L. IT. 44. Itfcht 
X«. 45. [^r] If. 46. [im] L. 50. Das s. i. /'ör w. I/. 
53. mer : \\et ser L, 55. zu dm sinm w. L, 56. Er sp- 
1. d. knecht L, 57. [v. .d.] X#. [wol] Temnnen : kvmen 



668 frtiftf«. XXVI. 

150. schrecket : erwecket 51. 17» ei. 55. fl<e. 61. schier. 
64. wo. 67. f«ge. 73. Wplicb. 75. do. 76. kurU. 7& 
duh^ 81. gesmtickctrgelrttckel. 86. Haiahl Doch fiinen. 
90. da. 95. sülcnt. 97. \tii. 98. ^b^Mer und. 902. mi. 
10. geslicAcD. 14. rago^ v. a. in. 20. stund. * b^/ier und, 
22. *iie8SL 29. m6hr. 36. plagen. 41. erwachet. 51. sinne«. 
54. were. 57. ir sittt. 58. wartent. 61. bed«. 63. beiagfo. 

XXYI. Frauenlißt. 

Beiäeihergtr Sammhimi (,B.) 4Si C«/«c»arr Aktekrift CC} 41. *r. L 

Der vil mancher wise isi.C, 16. wurde C. 19. Swo 
H. C. 21. reilel C. 25. stflche H, solich C. 28. Up iV. 
33. sprichel ü. 38. siner C. 41. din e. Uj die e. C. 52. 
do H. C, 53. Sine» C. *(irol steig — stolzer zu lesen). 
60. siner herzen C. 61. Icein Absatz H. C. 62. dit% C. 
69. hertzcn« C. 70. torpe C. 72, tor/a C. 75. muiil C. 
83. Wörtern ü. C. 91. i46«ifl2 ü. C. 92. bcgonde — w. 
hebe H. 94. mir si sei H. 96. scAullens C. 99. sie 
(immer) Uehl C. 105. siz C 14. 19. umbe C. 26. r»fl?cke 
ü. C. 28. K^nz H. C. 31. vcrturbc H. C. 33. vertirbet 
H. C. 35. sie C. .38. S^m C (i«t Sih im, vgl. hinter 348;. 
42. Vur war C 47. 50. 64. sie U. C. schelten : gelten C. 
52. Suiien w. H. C. S4. wolde C. 56. traf C. 57. Ettliche 
C. 65. schire C verntimen : ktimen //. C 68. michs 
H. gcffictet C. (U'ol nur Druckfehler). 72. Solde C. 75. 
itre/n i46«at2 C gret'Z er H, grtfz ucA — vrowc/i C 77. 
dise» C. 79. war C. aulworl H. C. 8± *sie A. C. (b^ser). 
83. hou6t H. C. 86 Ste meste C. 87. <lri unde C. 89. 
antwort H. C. 92. gnize C. 94. kumen H^ kome'i C. 

97. i46tfat2. C*. 2(K). Unde — dirne C. 4. Rede C. 6. st H. 
(tiiihci'nsam?). 7. grv(u)ssam H. C. 14. in H. 15. JLesrefi 
daz C. 19. kein Abaatz H. C*. 22. Gienge H. C. 24. 
iren vi. mit s. C 26. do H. C. 38. kome C. 42. geiiadcn 
C. gerrAt H. 47. vrowe« C\ 49. spraM U. 50. [ha] C. 
52. hcscheinct C. 58. Swo ü. C. 61. stricke C. 62. 
behnbe C t>3. o. an s. C. 64. 1. <e gcscheen C 65. 

, spielt C. 66. Uebc C. 68. geboren A. 71. sage : trage C. 
73. h. gedenken C. 74. Men«lich H. 80. 8ulch(c) antwort 
C. H. 83. daz i<;is 11. Hl. gondc ü. C. 97. kinde« C. 

98. • selAe für selAc ist Druckfehler. 303. m. de» d. C. 
5. sie H. 6. * bq/her ich /e mere. 9. Swo U, C, gcvallen 
C. 12. ircN H. 14. nimen H^ nieman C. 17. verntimen 
H. C. 18. da C. 21. si U. 25. ilft«ats. ü. C. 26. ich 
sj sm. C. 27. liden C. 28. uni6 C. 31. mute ich sterben 
C. 3U. Sterbe /«t Conjunciiry nach swen, tele 320. 40. 
dienst C. 43. il6«ats. H. C. 44. ser C. 45. Do U. C. 
httften C. 48. smtren A. C. Das hierauf allein in C. 



fnütttn. XXVI. 669 

Fbigemde iautei bmchsMbiich: Und allei dai ir an getliir 
für nichte enstel Da von laiet under wefpn . Und machet 
IQ mir iwer Stegen Nicht mer daz ist niht not Daz uch 
ihl beswere der tot Von sunderlichen schänden Und von 
grozen banden Die uf uch wirt gebunden In vil kurtzen 
stunden Sie dacht aber her wider Und sprach ouch sider 
Sim (vgl. 138) was tzihest du den man Der dich mit 
triwen kan Lieplichen traten doch Dem sollt du sin Ionen 
noch Mit sunderlichen dingen Und nach siner minne ringen 
Und im damit vergelten Daz du in dicke schelten Gedachst 
umb sin kose Dar an wer du böse Und unversunnen ge- 
nuc Wan er dir doch triwe truc Nu wil ich umbe kercn 
Sin selde und gelucke meren Und in bringen inne Daz 
ich in von herzen minne Daz gesrhach sie wolde Im 
Ionen nach ir holde Und im ertzei^en gunst Daz lerte 
sie der minne kunst Daz sie im bewiste Ir liebe und im 
geJeisle In ir herzen wol Als ein vreunt dem andern 
sol Des wart er ouch inne In sines herzen sinne Unde 
quam dar nach dar Und antwort ir zwar Unde sprach 
(349). 55. enwerde C. 57. Itp H, f. 60. eij4 steht 
öfter dMfierkalb der Reimzeile^ wie andere Ausrufe^ und 
wie Er, Si sprach. 62. * lies mich. 63. gib« — ber : 
ser C. 65. beviUt H. C. 68. krigen H. C. 70. mues 
C. 74. Unde C. *iies besehe [hefser besihe). 83. Absatz. 
a. C. 8i. zaller C. 89. Swar ir C. 91. daz für des 
H. C 400. * bejser minne. 4. wollet C. 5. Iwer C, 
jBIwern H. (ist durch das unrichtig hinzugemalte £ ent- 
standen^ wie 418), 7. Will du H, C wird« C. 8. r. roter 
varwer H, C, 10. sinnt H. C. 13. Absatz H. C. Vroir 
C. * 15. wok C. 16. erkrjgcn H, 17. zeiner C. 18. 
jBtfwern H, (wie 40*5). 20. geschehen C. 27. vmbe C. 

30. sulcheii C. 34. wolde C. 35. kein Absatz. H C. 39'. 
Unde C. 43. Sie — fröm : köm U. 47. eiwer H. (vgl. 
40Ö). iwem genaden suzzer /ip.C. 48. daz schone klare 
w. C. 52. mage sin U. C, 56. da C. 57. kein Absatz 
A. C. 58. Beide HC. 59. vnd H, M. vor bevraLre steht 
behäbe durchstrichen Ji. 65. antworl(et) — schire H. C. 
66. wiU du H. C. 69. soU ^r U. 70. Wo H. C. vcrdieiU 
C: 72. Do C. 78. sittnl H, sinnt- C. 79. Mochte C. 83. 
und fOr guot C. 88. dentte C. 95. antwort H. C. 96. 
din C. 500. Sind H. 3. gibe C. 8. umbe C. 9. vor 
yrist steht zlt durchstrichen H. 10. mancAen H. C 11. 
ist fffr ich C. 13. were geschehen C. 14. hete C. 22. 
umbe C. 23. alrest |f. (kann bestehen), eflipfunden C. 

31. £r gen H. a getarst C. 33. wirst du H. C. 40. 
liebe C. 41. im H. C. sele C. 42. im H. C. 47. neme 
C. . 49. kein Absatz. H. C. 54. gadeii — saM C. 56. 
zand H. €0. ledoch C. 64. So A, Sim C. (vgl. \^). 



670 Ibiftfn. XXVIII. 

567. <uQk(e)t U. C, schrib« C. 68/schandf C. 73. heim- 
liche C. 75. sweniif C. 76. sulche A. C. 78. Unde C. 
79. begond(e) H.C. *81. il««tfrf« H. C. C^serj: Vom H. 
88. fremd« C. 89. #vU H. 91. soU C. 9i. TaHeal C. 
andern /«< übergeschrieben H. 99. ougcu rechte C. mH. 
vro ti; H. gonde H. C, 5. da C. 7. s\ht C 9. dar ^flr 
da» t\ 10. DOM /^<rr ne/» C. 14. sihest C 90. scheid u. 
Jesu« C. ihü U. 

XXVII. FrmtienbesiändigkeU. 

Htidtihtrter Smmmtmn§ (K) 195. l^fA* jm-Wit Cmlo€%mtr Ak^krifl. 

Veherechrift reiner, mv/9 bleiben, wie 468. Die 
grll/seren Anfangsbuchstaben der Absätze sind nur in der 
kleinen Vorschrift da, vom Schriftwuiler nicht ausgeführt. 
Ebenso in den folgenden Stücken der Handschrift. 1. 
fremeden. 12. Dc#. 23. ynd. 26. bcgondc. 29. * selben 
(selber ist Druckfehler). 32. 33. sie (immer). 50. Vnikr. 
60. «ehe. 71. gibt. 106. scbaden. 2. w^lt. 13. Ug ze. 15. 
scAoll. 20. en^or. 32. nnlworl. 36. gonde. 39. gan. 43. 
Vielleicht AI die zit. 55. anlwort. 56. valsch. 65« vnde. 
70. herze. 72. ivfein. 77. Absatz. 80. i^ihl. 82. nuuen 
rucA. 95. Sc/iult. 207. anlwort. 20. kond. 26. viher 
(das U übergeschrieben). 28. gcwcrf. 36. han für stan. 
30. kein Absatz. 48. Sonen lazzenf. 50. 53. vn. 55. 
Nuiien weiz. * Die Redehäkvhen sind im Drucke vergasen. 
66. in *wank scheint t eher f. 68. krmen. 76. * hinter tcbX^ 
fehlt ein Komma. 82. di<2. 85. fv. hant ist als ungültig 
Unterpunkt irt, und art übergeschrieben. 87. Absatz. 92. 
^be/ser lii[ze]n. 97. * lies seif. 99. ir». 303. nach. 8. 
Vnde. 13. krmen. 25. Do. 27. schult. 31. spi«. 35. 
Do. 37. Uies sierkcst ( ohn^ Kürzungshäkchen ). 41. *lies 
dem se\hvn ( getrennt ). i&.* b^ser Unde. sieben mit über- 
geschriebenem a. 47. ölen. 49. vnde ze ritzen (tz t» z 
geb^sert: * lies acrisen). 62. *lieH und ouch diu. 88. 6e/*cr 
frol hovc. 93. ichz mit übergeschriebenem e. 97. do wol. 
101. sweren : erneren. 7. *//e«ouch. 14. begonde. derief 
überzählig. 20. hint. 22. 23. erklärt in den Nibelungen 
.3672vürwtse, urwlse. Vgl. Minnesinger l^ 35i' und War- 
terbuch zu Tristan verwlsen und weise. 26. dese. 27. 
"befser iu. 33. vfi. 38. risc bette. :». stc^ : tre^ 42. 
*brfser [der]. 55. nv für im. 57. kein Absatz. *lies da» 
für dar. 64. kein Absatz. 66. yh. 

XXVIII. Die Teufehacht. 

Htidtlberger Sammlumf (HJ S6; Coloematr Akaekrift (C.) S«. 

Ueberschrift [des] t. echt : koecM C. Folgende l^es- 
arten gehören H. 3. gäbe. 5. vA. 6. hellen {meist). 




iMtrtti. IXIX. 671 

16. woKe. 27. do. 29. schon«. 35. sctoll. 36. mag. 
37. 'M für Vn (liet lüA) Ut Drvckftliler. 38. verwhie 
*(l(M verwlte). 39. kein Msatz.. 42. do. 46 da. 51. 
pflfgen. ea evct ff«Mfl->. 69. «chic. 72. hint. 73. 
*Si«h /^dr SJrh fj( DrHC*^«A(«r. tcas 77. minncnclich. *iiet 
bewok ^di- hrwijk. 85. 86. \n. 109. «chle : be<l<«bte. 
16. Do. 17. Vn. 39. Brin);«n. 29. SO.m'ble : gcdfchle. 4ä. 
do. 60. hör. 71. echte. 80. vm^e. 81. weDinc. 85. 
wack«t. 230. bepond. 31. 'wm (mkA A/nVii> 32. «chte. 
67. sweiclt Nbc. 72 i$t Wieäerkolung ron 70, weit eir- 
MH(it/lcfc di« «u/' 69 reimmile Zfile mutgtfallm. 73. hvbe. 
78. Rroi, 84. ror ersle tIeU herien durchalrichen. 'Si v. 
etsidch far Sd v. etslich itt Draekfehler. varen. 300. 
Von — ban M ofc dritte Reimzelle abget*t*l, 1. «chle. 
16. scAolten. 17. >n(«orL 20. Wollen. 

XXIX. 

"" " '^'" ' ^'fio.) 
Vebartckrift: ron ifnM a. ~ w. bptrowft ysan C. Fon 
der Minne eint albern G. 1. alAer 6. 3- dem G. 4. 
Wo 0. con «an G. «o er «ontnden w. C. 5. vasD. 
e. wip G. 6. I. als der lip Q. 7. [ir] G. engonde : konde 
H. C. 9. iemanf H. 12. kurxui. Ue pf. C. 13. 14. rer- 
kehrt U. [noch] — Do s. d naiur O. 15. [sie] b. warm 
6. Svst w. s. 6. H. 16. [iwar] B. 17. Bei. O. 18. 
ir«j ir für div. Ich wil es lauen es ist k- ^' ^^- ^l*»* 
I. er es dicJlr G. 20. ers 0. [d. w.l O. 22. er tfb 0, 
er> dlcAe ff. 23. vnd H. [atte] G. 24. deM tri»« «il 
ange O. 25. W. äax. s. e G. 26. Fnd in innan G. 27. 
Udo mit wie getanen sinnen G. 28. Dax er d. sp. be- 
Hinoe G. 29. hat G. 30. [af;e U. 31. um6 G. 32. [Till 
G. 33. [alsoj G. 34. enm. recU nimMir me G. 35! 
furchte das i. G. mdiic : bciie H. 36. 40. Kondesf Ju 
H. G. kein G. 37. [o] G. 38. 39. E< enmj n. m. w. mc 
so I. alt G. 40. selber G. 42. m. g. G. 4.3. enlrgwen 
O. 44. und f. ich G. 45. sie : bie G. 47. ane H. (kmm 
bleiben). 48. solt rfv H. 47. 48. Dar solt du gen uf d«r 
stat Wan mich groi not betwungen bat G. 49. do B. 
50. du ähergetckrieben H. 49. 50. Was dir widerrar das 
merke Dai dich Got [müiie] sterke G. 51. dineai g. 
sione : inne G. 52. Do H. 53. er AAren H. könnt — 
Itete G. 54. keim Aluaix. H. O. Das s. d. m. tete G. 5S. 
[gar] G. 56. Vnde ff. ril w. m. O. ST. Vad b. s. »( v. 
G. 58. Hin He^ er tu G. 61. b. ftroch O. 62. boret B. 
[deo] m. betroch G. 63. ktt» Aitmt*. G. 64. [so] nahe 
0. K>. T. »M«t- nf a. knie C 66. Und« B. 67. mane 



«72 StMTlitt. XXXL 

e. 69. woften G. 70. Cmbr ff. liebca a. 71. »uW a. 
79. doi tcfp ui der hülfe O. [73—88] G. 89. i;D>te B. 
ülfnni' *. G. 91. kein Absata. H. G. m. der <«. G. tt 
Und (^tniinbet ril w. G. 9-2. 93. brjier Und. 93. ui f»T 
dö G. 99. 1. bald u. O. umnie ; bnimoie H. 96. u. MCt 
d. O. 97. kumen i hafte v^rnumcn i/. 97 — 1(11. D» tw 
heim wrs kumen vor Do der man kk iü ileoi tur Sit 
sp. bist du kiimen Was h»s[ du vernumen G. lOn. Si 

B. 3. Ein rf<ng d. i. dir iingn-n s. G. 4. [Daij Ö. ä. 
lurcht(c) H. G. 6. u>as 4aan w G. 7. Dai G. heln: 
: qvelm £1. S. Soff ich lnn){er o/m) q. O. 9. Immer nu^ic 
voa disfr n. O. 10. So w. veger m. d. C [11 — U' G. 
Absat%. H. 14. bovm« H. 17. Do wand i. d we Iud niii 
O. 18 Sie sprach bort a. d. i. it G. 20. Ilnri m. m. a. 
G. 21. Dar d. O. mvtte : biize H. 22. Halte G. i. 
srlhen b. H. 23 Ronfse H. G. ät. Es /tonn d. G. % 
Sl. m. gufw m. G. 27. Bo w. H. 28. {Vud) — », fl» 
sefftff k. G. 29. miuuen C. 30. begotide H. [32] O. 

XXX. Der enllatifene Haaetihralen. ton liem 
I riolaheimer. 

^*^> (SrM. KT Bwi nichlicbni fr ri(chlKhe> - 

Uebertckrift : Diu isl ein mere *on tweo faasen Dai 
ipuget ir losen one nisen. C. Die folgatdem Letarttm ft- 
Uinim H. 10. tiei^e. 15. kumeo : genuinen. 17. Im 
mm- 18. ner. 38. vodern. 40. (Tai. 39. keim Abemtt. 
SO. iragonde. 51. JA*«««. 54. Mlen. 55. Sali«. 61.74. 
beRODQ. 66. VDd WML 68. Sie sp. Ut Obenäkltg. 70. 
Yud. 78. verhol». 83. ifrabeL '(6^*«r Dan[Deii] Lr.) 85. 
kamerer. 88. Wo. (ixt Wa z« (rtra, oder min gevater 
ttMi%uwierxen). 89. bekamen : geaemen. 99. Abaälx. 
100. lete. 3. <tb. 5. *!««« Es 6. scAolt. 8. im. 9. En 

Sitt vHeder at{/ierlufli der Reimselle %m nekwux). Vi. 
er *r. (Aann betteken, alt Genitiv xu kirche]. 16. be- 
.dachf. SO. da. 22. vfi. 24. Vnd. 

XXXI. Der Reiher. 

atidtlitr§tr ammmbmf (M.) Ul Cifxoatr Mn l n if l fC.) O. 

Veber$chTift : mer : swer a. Diu mere ist wie eio 
man mit einem banen einen reimr vieng d 1. n ff. 
4. Do H. C. 5- vor ff. C. 11. Do ff. C. Der bekmemlt 
Spruch rreidmk. 5. Vgl. LVIII, 285. 13. sJ« »1 C. 14. airml 

C. IS. tre«lichen C. (tfordftM mU vro, vröulicfa). Xl. 
Jruret C. sie ff. C. 22. Outee für tie MMm, ikr wi»- 




If 



innItR. XXXI. 673 

Kktn. 24. evh H, uch C (itamer). 26. bei C. 33. 
mancAea H. C. 34. btgauA H. C. 36. [dail er C. 3T. 
WeDiM — lennal C. 38l her für er 0. da C. 39. vlock 
H. €. 41. «or in d^ble H. 42. [niU] C. 43. Z«iuea C, 
43. t. da» w. C {meint dar). 4fi. Do 0. C. 48. er wischein) 
H. C. 49. [fitwar] C. SO. habichs H, habcAea C. al. 
begondc H. C. 52. Geschehe C. S4. tloble H, ducbte — 
Itwtr C. 56. dcM hau C. äX 58. umgtMttUt. C. 61. 
belrog« fl. C. 63. Hie fär Er H. C. 67. vieu« C. * HfnKr 
hau fehlt Wm I^>ft(. 69. hab« C. 76. wvrticn If. C. 
81. traf!* B. 82. bebaRnt C. 85. we; : pble« a. C. 86. 
bald« C. 90. berreu 0. C C/'i'«' >a>M«r). 97. «inneukl. 
C 98. aatworl H. C. 99. iteht Abiatz. H. C. 100. 
eDdajrte H. 1. Aereilen C. 3. scbfr ff. 3. hern C 6. 
- tiet L'Dri biere. 9. Heis T- 10. muK« C. 14. Do U. C. 

;eva(ere C. 18. icbx C (hefätr). aa ec b. lovwe H. 

1. Aie für din C 23. Kennen — bekTmen : TerDvmen 
H. C. 24. hab« C. 36. Sin C- 28. genieie H. 29. brft)K< 
C. 30. [ouch] C. 31. schi» h<-t C- 32. Witt (* H. 33. 
34. 39. sie ff. Do H. C. 35. an «ach C. 36. gull. 0. C. 
39. KescbeAra C. 42. koode U. C. geschcAen C. 43. bc- 
gmide H. C. 45. vn 0. C. 46. SiM Mil Jf. Sim 4u m. 
gen« C. 51. -Uusr« ^«r Unser iit Druehfehier. 54. und 
C. 56. -wiU C (b^ter). 57. do batten 0. C. 60. 64. 
wiKprete C. 66. gevaler C. 68. vid'ch C. 73. Abiatx. H. C. 
hanen. 0. C. 76. ve(o)rs(Dne C. 0. 77. wiKpretes cnfpeii 
C. 79. Abtati. B. C. Gcvater C. vf) 0. 80. Gebet — 
wiltpretes C 83. gevater .Sander riater C. (Fliclatim, 
tarn den .Slretkren zu ktileu: wie 191, 21', ^Ij 987^ 
339, 335, :157, 36o. 403J. krm 0. C. 8& inans C. 89. 
mich C. 9t. gevater Sunder vieler C (wie 185J. wolE 0. 
C. 94. .4b 0. C. srer 0, smc«- C. 200. unile 0. 2. 
lululem C. 6. IFofl^oArt au St. JaAob nack Con;(oitel(«. 
9. Do C. lt. [als] C. 15. i4A«Alt. 17. kein Abtat*. B. 
C. lö. spr. xii IM Min friire dCi nfn C. (ähnliche »n- 
tkat, wie \8ä}. 16. so\t tv (dn) 0. C. 18. 'lie* kva* 
gegun. äO. kumeu 0. C. 27. *ie/äer Heiü. 29. Abtat». 
H. C. 34. 35. ich ucb bat Ze huse C. (irlll anch den 
Vert b^iern). 36. Ich hon C. m. e. h. (*( aber-nählig, 
jedoch au 2*0 erforJer/rt-A>. 37. ScAulle C. 38. fi fSr 
Er C. 39. inweii — ftescheAen C. 40. ha* C. 41. Ab- 
aatz. H. C. 41. 42. vrowe wtin Also liep ich uch si uad 
der berre diu So bringe u. d. r. Der von dem hau wart 
Teiger C. (rgi. 185j. 45. -jr in habt le h. C (br/terr 
46. Dem C. 47. und« C. Aose : gekose «. C. 55. sie 0. 
59. Abtatv. H. C. guter C. 60. Sehet C. «7. heilen 0. 
C. 71. Aeia jlt(«ts. genomnete; wamete H. C. 75. ginch 
0. C. Tl. 78. KevaiiTN Und« — gatem C. 80. rnHe T. 



674 fttttUK. XXXH. 

iSl. hHf Cf^ *^0 — gefatcm : gatorn C Mw tralcni 
C. 87. geTaler JemtH de§ gtU^r C (<ii imo S93, 9V7» 3ti; 
Firf. 185^. geschehen C. 88. nfo für vie C 91. des CL 
93. ge?ater €b9r 4m g^Ur C C^^ 987^ 94t. sali G. 
büleii A. 95. libes fl. 97. ge?aier #< ^n» §Mmr C C«* 
987;). 98. kernen if. C. 300. Umf JSI. C regvi C. t ' 
Unil C. 5. keine Cf. 8. wer# C. 11. wolt jf« ^^ geacm 
C. 14. zw« A. C. JE# if.. 15. ÜDde ä 17. getater Sa 
i<r ti*flr lim ifttier C. («Tfe 287J. SO. Jke99er werdeot SM« 
gefrumt : kumi C. 23. A^hOm^ M. C. 9ß. ]>• 11. C. SB. 
gerater Bi dem galer C. Curie 967>. 30. * [gerne] C. (k^fiirX 
31. ilte fcho« C. 32. aie «c* tealox p. 33. 'Sie A. 3i 
Minier w. eleM ei» ifurcMridbenet g. JH. 35. gevaler Uhtt 
4en gmier C. CuTle 287> 35. riesen C. 36. tnA] C. U 
11. C. r<» A ifl e<» « ktUem 9U9ge9tUeki). 48. DeH.C. 
43. Und fru ir. C [44.] A (eine Beile Ui 4mf0r imr 
0eUi/kem). 4iu kHn AhuUz. C. er Mite C 47. 04 er 
aich C. 48. (pal — iMwen C. 49. atebe a. C. fO. weMe 
er die M6e C. habe A. Tete Quentrich «4er dim e iil 



er die #e4e v. habe A. fete Quentrich 
verwiickij, 57. gevaler i?« l»* über dem gmier C (mk 
287J. 62. imiaer suchen C, 64. sa« C. 65. gevaicr AI 
dem pater C. C^ie 287> 68. gute C. TD. legi C. 75. 
Anspielung auf den grimmigen Wolfhurt der Heldenlieder^ 
BUerdf und Dieileib , Rosengarten , Nilfeiungem, 77. rfien 
: I^ien A. 80. Gelrudcn C (die man um gute Xacklker- 
berge anrief XLII, 2a vgl. XXXY, 290}. 81. gegeben C. 83. 
do A. C. 87. ichz C. 88. [da] d. r. v. C. 90. knvllel A. C. 
91. zojf C. 92. ab C. zopfe A. C. 93. worz. A, rorz. ha* 
C. 95. zopfe A. C*. erArreifle C. 98. d^s s. C. 99. keme- 
nate C. 400. trurens C. 2. [beide] C. 3. minne Von ir 
sinne C. (wie 185 >. 5. kein Absatz. A. C. 10. sol C. 
13. Ijbcn A. 14. kntfl(t)el A. C, an «cA ze el. C. 16. m. 
dem hanC. 17. zofibe A. C. 19. bringl C. 21. vor A.C. 
22. [als] C. 25. ha* A. C. n. gtiler s. C. 28. Terltes A. C. 
29. badt her C. 33. maze C. 34. Do A. C 35. maze A. C. 
36.geIoubetC. JI,^. umgesetzt. C. nameA.C 40.aocbeA. 
42. Un<l A. C. 43. ir <ler Aitzet A. C. 47. Mu fSr lue* lil 
Druckfehler. 48. belouben C. 49. Sehel also Aefte C. 

XXXII. Ehestand, Tod und BachzeiL 

Heiätlherftr Smmmltim§ fH.) 1S8{ Colocumtr Mtckrifi fC) fflT. 
Wür%bur§tr Smmmlmmg C^. — hier uU MSmekmer amätekrih MO U- 
%eichnrt) (KL Wiener Smmmtmmg ( W^) 31 Wiener Pergmm0mtkmmda€knfi 
CW9 ISVi- 'nthrmeker Sammimg (lyÜ. 



Dehersckrift: Hie fiel ein gevater der andern wie sie 
Ein block begrup zekant. C. Fe eine gebure MK Dax 
mer von dem plok? W\ plockAe 1. Fekit WK 1. IT* 




ifMri«. XXXIL 675 

p>wr (:uwr)- 4. .V W^ ainder bi irKCDCHii' 5- A'nr 
Cf(. kmbem wed«r. 8. CH. hw cd lum; W* Der ir dai 
l^en nam. tO. W gaistleich. 11. W Er tn. ir u. iv 
sprechen. 12. J(' w«lt sin. 13- rt" .«' So; W oder, 
U. ilffa oder, sprach, ntcr CM. vnd swai sie spr. 16. H^ 
J(»l08c. 17. JH'So. aa M'doQder, ir'londer. 23. H" 
die (*^«tf sie). «'oder. 24. »"enduchle. 25. jM' si ligeu 1. 
32. AUt Alle diel. 34. Kur CB. jii, die andn-n die. 35. 
CH. wo] erslagcQ. W volslagen, JlC lotle siasen '(gewiu 
brfser). 36. ATm- CH. ern, «ffe andern Undkuude doch 
n. ses. 37. M' ^ebrcsles. 39. Abtat*. Dai w. diu w. s. 
«. .«' si sl., W^ so sl. 44. H" niht mc. 4S. W' nibt 
holt wa». 46. M> H^ Do. 47. CH. W* JH" So. (Dot) 
50. M" D. irl. vaere gewesen (der lol con spdltTtr Hamd 
»wgefagt), W' D. ir I. im- der tot. S3. Jlf H" wolL 
55. H^ fihtt ein. 56. W w. irs L gewar. 57. M' IT* 
Si spr. eO. W fehlt so. 6t. 3P fehlt iuch. 64. H^ JP 
Er w. 69. H^ Enpholhen; atie als. 71. HP dem Uuwe; 
»n den lip, 73. M* W» Ich k., Ä> I. k. t ei. 74. JB» 
Wes; W Wie ser er mich hat gesl. 78. CH. wen, W* 
Er 1. newr s. i. HUMch haUm W- > M} Ich bcgerle 
niht für bai, wan mühtet ir geßlegen dai, dai er sin 
slahen wolde län. des hat er mir sd vil getAn, tuot er 
mir mir debeinen .slak, dai ich niht langer (Jf' W (Ür 
hai) tehen mak. 79. W di« gfatter. 80- W SP m. tr, 
si des i. ph. 83. Nur CH. haben Eni. 83. M' Uoder; 
W* iu als h., ar' iu also h. 8ä. M' De.<. 86. SP keinem. 
87. »■'■» fehlt en. 88. W- ' feUt ich. 91. W^ D. in 
br. 94. Kur CH. Ichu. 96. CH. lieben, W* Ert. d. I. 
kr. 98. H" -«' Ir s. 99. H^ Jtf" hciie luon d. t. 100. 
W M' Als. 4. M» W /"«AH ouch; W* besprechen, 8. 
M* W und. Jlf Und seht dai ir werbet, VT' Und s. d. 
Terderbenl. 9. JT* Vil rchte alt ich iu han gesagt, IF* 
Vit rehtc als ich iw sagt. (10=9) 13. CH. Dai. 16. SP- 
tcktt le. 17. HP W Hin trut gevaler. 18. JH^ W^ den 
lip. 23. «> W danoe vil sere. ^ M' lebendic 97. 
JM> H" Die wold ich. 28. JIP H^' Sold ich. 29. H" VA 
leit. 30. W iu ain g. dx b. br. 31. H" JP Swie mir. 
(tastene?) 32. .V* desi 1; H" e hin h. a. 37. -IT setiet 
im e. pf. 41. M' H" frfilich h. ». 42. W fehlt i. 46. 
JP gruobe; H" /■«*« bilde.' 47. -M' H" Sweune. 48. JB» 
H^ fehlt ouch. 49. jB' der gruoben. 52. JH* IT» woldicb 
wenic klagen. 54. JtP H" gedabte. 53. M* gevelrtde. 
66. .«> W^ l.6sle. S7. »^ Mir ist lait meins geFalfn 
«ngemach f «nrf 58 : tr7). 58. ir> feUt do. 61. W hcr- 
lehartci. 63. W als s. L, H* aUam der 1. 63. .V W 
Uod suochefnjt her fUr leh. 64. IT' peslei lein g. 6S. 
W» W altet luwer g. 67. Jf> H^ Silber deider ^. 68. 



^ 676 ftMitn. XXXII. 

W Zwar. 171. M» W* gar br. 72. Ä' W^ gedahte. 73. 
HP sliez. 76. H^ was; SP W* n\ schiere. 78. W Ä» 
U. brahtcn d. g. roil in (M' tr) gar. 79. SP Dai. 80. Jf* 
H^ behielt. 85. JfP ouch vil w^ H^ oucb w. 86. IF* 
geloubt man. 87. IT' M^ /"«A/^ beide. 88. H^ Jf* Si 
warb; W fehlt ouch. 90. IF» M^ von g. I. 93. M^ VP 
merke(n l. 96. M^ W^ Als ei. 97. flf* H^ Ex w. 98. 
jlf' W^ YII balde si d. h. besl. 99. ilf' Den bl. 900. JM' 
W^ Als si d«<. 1. M^ Es. 2. JH* dm bl. 3. üf* fs. 5. 
JW' H^» het ex. 6. W^ muose. 7. W^^ M' Sus; IT' vn- 
geschatten. 10. W^ Wie ir. 11. W Naechteo spat. 

13. W M» Von. 14. W hienrt («/«o hin<<f>, Jf» IT* 
blute 9 CH. heute. 16. IT» gelten. 18. W^fekUiSi. 21). 
ilf» IV» Man. 25. W^ M» Dd. 27. W^ fehlt nu. 29. W^ 
SP niht an ir beh. 31. W^ Jf» waz. 34. H^ Jf » ee 
[ttatt an|. 36. SP W^ Dicke u. oft v. 37. W* Jf » Und 
ist so. 42. SP Ir ist d. s. w. g., W^ Vnd ist ir die. 49. 
W^ SP dar in six, W da in; Jf» sie ez. 50. W^ SP 
Und daz. 52. W^ Jf» vil umbelrogon. 59. Jtf» »V» Die 
vier o. und den pfluc. 60. Jf» W» Ob iu des dunkel 
niht genuoc. 62. W^ gsebe iu; W^ waz, :1f» swaz. 65. 
Jf* ir* fehlt leide. 66. W^ Sf* saelde». 69. fr» wenn. 
70. Jf* Sin si w. 71. alle ze Uebe. 72. Jf» W» von gol j. 
78. ir* Jf» leiste(n)t. 79. Jf» W ze frouwen. 80. IT' 
Jf» zc rochier e. a3. IT» Zwar des; »oiwl daz. «>. H'» 
Ez en w. 89. M^» Jf » f^A« wol. 93. W» Jf» Cil Beide; 
W^ und noch t. 94. H^» Jf* gibe ich ^m. 98. W'» Jf* 
Beide sp. 99. CH leider. 300. Jf» W do vil gar. I. 
CU Do er. 2. IT» Jf » Hinz. 8. W Jf » grozen vernunsl. 
12. 67/ M^» Jf» immer. 13. fr»Jf»Vurbaz mer belw. m. 

14. W Jf» nie deheinen t. 16. IT' So enmagc. 17. 
W^ Si^ g. wescnl fro. 19. W^ Jf» zeige e. w. 23. IF» 
Jf» prüefen. 24. IV» Jf» Und ist aller t. vol. 28. IT* 
Jf* an e. w. 31. M^ nimmer. 32. W^ Jf» si luo. 33. 
H^*Jf*diew. 34. H^»Jf» llintz han i. s. g. 35. H'» ilf * 
Ich sol i. d. sibcn 1. 36. IV» Jf» Gcfüieclich^n an tragen. 
38. W^»Jf»irhalp; IV* beschehen. 39. IV»Jf» Von roiner 
grozen arb. 42. .1f» Si m.; IV»Wan si i«t ain roinnkleichs 
wip. 43. IV» Jf» also. 45. IV» Jf» fehlt alzehant. 46. 
IV* Jf » swic i. w. als(o). 49. Jf» fehU nach. 50. Ä» IV» 
Wan ich; W» fehU bin. 51. W^ SP e. fr. richer m. 52. 
Jtf» IV» von dan. 53. IV» auch wol. 56. IV» Jf» drnmb. 
57. IV* Jf* Si lic si. 58. »V» E. trinken sl. p. 59. H^ 
ir I. 61. Jf» vil scnfte, IV» vil lirfde. 62. Jf» IV» Dar 
uf; Jf» snclliü, IV» fehlt sneller. 63. IV» itf» Sprüngen; 
Jf» nit gelangen. 66. W^ Jf » Schoenez kr. gr. u. griienez 
I. 68. Jf» Dille. 69. Jf» M. schoencn bl. bed., IV» Da- 
mit schon bcd. 70. Jf» Die warn, IV» Vfl was. 78. Jf* 



inütttn. XXXII. 677 

H^ Wan si den b. toI tr. 81. CH fehlt vil. 383. IV^ JIT 
einen lip. 84. W^ ein sch6ns w. 85. M' gegen. 87. 
M* keines geborn, H^^ kein pawriT. 89. IT' M^Gesniten 
wol ze (nach W^) vlize. 90. üf' E. niwe, W^ sch6n. 
91. W^ 3f» Die (Sie JW*) under dem manlel Ir. 93. W* 
hawptuch. 94. W^ M' wol gestalten.' 96. W M^ wol was. 
97. Jirir» was. 98. M^ W^ rockelin. 40t. W^ M} An die. 
2. ze mazen. 3. W^ M} Daz; W^ fekU wol. 5. JSP guten 
b. w., VP päwü guter würtze. 10. IT* M} z. e. werden w. 
If. W^ BP ein ende n. 14. CB W^ 3f» waz ichs. 15. 
H^ M* Spr. d. m. 18. W^ ItP fehU iuwer. 19. H^ ilf» 
vi! vaste. 23 : 24 kehren W* M* um. 27. W* M^ uf mich 
gen. 30. W^ M' />Mt so. 32. jlf' empizzen hie m. m., 
W^ Ich vnd si vnd ir. 33. W Und sult o. hie e. 35. 
W* 3P fehlt die. 37. IT* JfP wa ir sil. 38. BP hintz 
an die z., W^ piz. 39. H^ iir> besehen. 41. W^ Jf^ ze 
k. g. 42. vn lieber lan. 44. W^ M* Biz die m. gcs. 
18. 1^ in d. scb. g. b. 50. N. I. und grüenez gr. 52. 
W^ M^ Nu h. ouch s. d. sL 54. 3f^ fehit ouch; IV^ beten 
al d. n. 57. W bin in. 60. IT»- » 3r» zuo ir. 62. W 
yit fr. 63. W*^ Si d. in e. schons w., IT* Do icas s. e. 
so scb. w.; W^ M^ fehU so. 65. H^ ^icklcich. 70. W^ 
fehU c. 71. W^ fem nu; IT* M^ vi! unbek. 73. H^ BP 
Sin. 74. IT' Jf» IM (wie 472^. 75. »F^ volieclicbe. 78. 
BP W^ irs 1. 81. W^ BP noch unvro. 85. W^ mit gr. 
8t. 88. M^ Sinen. 91. H^ ilf^ Besunder v. d. w. ^ 
H^» Jf* Und mit. 94. W swaz. 97. W^ M^ Do spr. si. 
99. H^ M* ie m. d. 501. W^ M^ T. ir disem w. alsam. 
2. Daz Wirt ein houbethailiu schäm (M^), W^ D. w. mir 
ain groz scb. 5. H^ M' diu. 9. W erdenkt. 10. JW' 
zehaut. 12. W^ Af' Morgen dcnne. 17. W^ M^ Daz ist. 
18. M^ versagt. 21. IT* Bt^ tugent. 23. W^ BOi^ f.at s. 
25. H^*3f*Jaich. 26. IV* Jtf' also vil. 27. IF* Jf* wesen. 
28. IT* So künd, Jf* Si künde; H^ lesen. 29. W^ ilf* 
Die manicvaltige e. 31. ilf* hinnan, W^ hinnen. 33. W^ 
Ze hant. 35. W^ fehlt danne. 39. VT Wurde dem torcn 
g. i. 40. W mobt. 41. M' enwert, W^ niht wert. 42. 
W^ Bi^ Dem ist ir. 43. H'* JW* wider n. m. 44. IV^ Jtt' 
hin w. ze n. 45. Dd? 46. W^ BP Als diu n. w. erg. 
Jf* zergangen. 47. W^ BP Do wart im gar (harte M^) 
swaere. 51. H^ Und spr. 58. W^ Und I. W^ BP fehU 
nu. 59. W^ BP mich ir wol gen. 60. W^ BP ist. 61. 
W^ Mit dem — dem. 62. VT Bt\ Sus lag er. 65. W 
Des end., W^ BP Dtts d.; W^ Jf* fehU alles. 67. WMf* 
dar umbe stille. 68. W^ zuo im. 69. W^ M^ alle unde. 
70. CH W^ BP So. 72. IT» M* U. h. si in w. 74. üf» 
Er jach. 7a W^ BP feUi nu. 83. üf' gegen. 84. ^cA 
des niht enhal. 86. W^ M^ uf e. 87. M> Alsus. 91. H^ 



678 Ifftartett. XXXIO. 



JH» Gar vor. 89i. W^ M' dax I. 97. W M» fMi wof. 
601. IT' M' m. d. I. n^AI erw. 3. H^ feMf du. 7. IT' 
M^ slahcn. 8. H^' JIP ich d« lac. 9. Alao bin ich sii 
ffel. H. M^ Et spr., W^ fekii mir. 15. W^ M* fekit ?«. 
16. IT^ Jf* übel 0. g. i. 4l. M' 0^ Vernement. 21. IT* 
Wie. '2%. Jlf' U. 0. ei). 8. 25. W^ M* doch m. 27. H'' 
JIP durch d. I. 28. W^ M^ crtanl. 37. W Dieo. 38. 
W» M» nam. 39. wart. 40. IT* ilP /"Äkll was. U. IV* 
iir' Der im so. W^' fft«^ sv : Ao all mis9cwebd Hie hat 
ditz mer aiti end. 



XXXIII. Ehe im Leben und i»n XMe. 

U^idetktrftr Sammlrnnf (B.) fS7j CoUemmtr Akttkrifl Cr.) !& 

Wiener Srnrnmlrnnf (W^J 40| im$hrmek^r Akwckrifl OO 86. Wiener 

Pergnmenihämäeehrift (WO I5t Wrmhmr^e, Smmmtm^ iW t kitr mh 

Mümehner Han«hekrift Afi ketiduut) 441. 

üeberachrifi: Hie bat ein man sin wip dax si nach 
sinem todc one man belibcn solde. C Dax mer von dem 
weib an man W^ 1. Von einö (man) yfi von sin^ wibe M^, 
Fehlt H". 2. M^ bis. 4. CH M* dinges^ H^ nutzes. 
6. W^ verdienst. 10. IFnusenIvalt, 13. H^ Sit ir. 14. W^ 
Daz ir. 15. M^ übe. 16. W lebenden. 17. W ir fekiti 
W^ got von himcl s. 18. W^ Vmbe mich b. nihl m. 2t. 
W^ vcr güot. 2i H^ gar t., ^f* gar ein t. 25 ; 26. fektt 
M\ 27. M^ Und ir iueh selbe des nibt schämt (W^ ew 
des n. seh.). 28. M' W Des; IT* der toren, W eis t 
30. M^ />A(< dich. 31. W^ W Jf* von dir niht. 32. W^ 
M^ Vnd wil; W^ fehlt vil gern. 37. W M^ Setzen nu 
al h. zc h., W* Setzen hie zeh., Jlf' S. al hie zf h. 39. 
üf' Daz du ob. 40. H'''' ' Daz du die w. uf g. 42. .«' 
aber fehU, 43. W^ Wie. 44. IF» Du ne gespr., W^ Du 
snr. ; W** ^ JH^n. w. m. 45. Jlf' wenc. 46. W^ din — din. 
49. M^ W^ Hintz wil. 50. M^ \V^ du ouch. 51. W* Des 
ph. 53. M' W^ Daz wil ich luon spr. er. 55. Jf^ Min; 
W' * iV' ouch fehlt, 59. W fehtt ein. 64. *ein Ut Druck- 
fehler für ein. W^ m^tc (statt nunnc). 67. W^ M^ fehlt 
Rehte. 69. W^ M^ Ob ir ez m. u. 70. W^ M^ »wlbez. 
74. 31^ Daz, W^ lud daz. 78. Af* W^ fehlt Und. 79. 
m^ lere, ir^ lern; IF^ M^ fehlt daz. 86. IV'^ M^ des si 
w. 90. IV^ fehlt manik. 91. H^' chom *(ties körnen). 92. 
IT» M^ fehlt ouch. 96. M^ IV' an alle m. b. 98. M^ 
tuot. 99. W A>Älf minc. 101. JV^ M^ von r. I. 4. M* 
rehte also. 5. Uies ich», VP blq/i ich; IV' M* liebe. 7. 
IV immer n. m. mc, M' nimmer genaemest man me. 
10. IT' erwirbst du. II. M' Vermidc du. 12. Jlf » IT* mide 
ich. 13. M' W^ des ich da beg«r. 16. IT' Daz ich g. 17. 
U^ M^ N. iNcr deh. m. (nie wieitU wot me). 21. H^ BP 




du 
Dar- 



ft**rtn. XXXIV. 

prandes des du gerat IM' begersl). 132. W M' D. 
mich ODCh, 23. W .«* So bin ich pf. dir b. 2i. O. 
ntteh folgt in 11" IT': Ob dA bncchest die «arheit, dai da 
des Pfandes gist bereit (Grmiä de* AiufmUtt) Und dai 
[dai du M'] mtnen vriunden gebest, und dd wider nihi 
enstrebesL 23. H" Jf' Dga sw. er da sr icsl. 26. W* 
seti mir x» ph. 32. W^' M' also gar. 3S. M' W' Ich 
w. 36. M» sct. uns. *38. W* M' tu g. m. 39. H^' W 
in ein kl. 40. W wir en m.; W niht b. bew. 41. W* 
So lern; W* M' biz. 42. W M' D. i. dir nicfa an all 
n. 44. W ouch du der wibe. 45. W JV> HinU an. 
4«. H"gwislieh, Wm'molane. 4a H^D. must du mich 
pewern, M* wem. 49. M" vr. «ain. Sa W' M' Sold 
Kh; JI' danbc lebender au dich s-, W dann leben an 
dich 8. NtKh 50 habe» M* H"' ': Dö (Und JT, Des IV, 
ir* Da] ich da« niht erlldeo tan. Db3 dd nich mir 
nnmesl (einen M') man. 52. H" Jf' fMt dir. 54. IT* 
ll> Die bete ieh a. t. 55. W feUt sa. 59. JH' W D. 
dL 65. W brecbenl dannoch, M' br. ir dennoch. 67. 
JP Sus. 68. (wKretll: Jll' dannoch. W darau. 69. W^ 
J(' /e*tt Aller. 71. H^' tetU «m 172: 17(. 7S. H" M* 
D. g. alle erl. 78. W Die der gothail wonen pei. 80. 
JP enllicien, ipi lieien. S1. W M' telae» Min 182:181; 
ir^ laica. (^ W aP fehU gar. 85. H" fthu dat ertfe 
ir. 86. jr ir s. ; W Durch ewr sit sQze. 87 : 88 IF> 
w»re : sebepfare. 89. W fHM varn. 90. tV' fektt in. 
98. IT' Trewnden. 93. W frewndeo. 94. H" Jf' U. si. 
91 »' durch den g. t., »" d. »ein l. 96. W »" am 
der n. 98. JH' W^ Etlicher. 99. W* AP Etlicher (Sita- 
leicher M") ci balde lel. 200. W M' Do. ' [Wei körnen). 
1. W im, Ä* si umb h. 2. W M' din seh. 5. H'^ M' 
feUt aber. 8. W M' des. 12. Jtf ein vmawe. 17. JT» 
niflr, IF> newr. 19. W' M* dunke. 20. (F' (liehen. 
21. H" hilf in. 23. W JH' dankt. 2». W M' Er spr. 
mir i. gev. 3S. «' sele, H. seit, C. selde. (se«?) 27. 
W hobieil. 30. CH Do ; H" selber jach. 36. H" le- 
bendig, W lebendich. 38. W Nu begerl, H" niht. 
39. W^ mit vralichen sit. 40. H"deb. widerslrit. 41. H" 
K» fthU allei; »V was. 42. W" Ä' als si s. 43. H" Ä' 
f€kU beide; IT' an ander nie. 45. H" JP Do erlie. 46. 
W Hie, H sis. 

XXXIV. Seheübing imd Sühne. 

Mtld,Htrttr S*mmlm*, (AJ l»> Cil><ii>r Jitl-rip (C.J ÜB. 

Bttertekrifl: [mare] — wibctt Die w. in. e. a. ' 
IMe folgtmdtn Lamtem " " — "~ '" 

kern. SB. mmui •i'ur. 



080 «TMitr«. IXXy. 

39. 40. 41. *n. 59. Do. 60. mne. 63. "Mwcatfm«. «El 

«ibest. 68. iw«. 70. da. 86 mlL S7. ftnf lebcndHi 
93. d« 1*. loa. teT/el. 6. ArAi .4*m(«. 29. Di« mm. 
31. indert cbonde. 36. mocbin * (*&a<r ra At«t). ü A 

XXXV. Bupm «mf Aifarfa. 



Dt^trtekrtft: Hl» htt(e}t (»idij m «Um Aefhrte«*. 
W. 1- ~ tUe -fotgaHt* Letartat §th6rtn D, «ro »mr BIS 
eimMtatx M. S. vfl (jMwrJ. 3. '(b^/ter äarj. nieniMl 
(Immtr). 4. rtteffel. a bfrptn. 11. W«A ~ let (mcM 
Mit). 13. Wefl — red. 14. befm. 16. al*. f7. kari. 
1& ncm. 31. loirttiyni. 29. me 33. Dil (m^tt). 31. 
Tid. 33. JfiDBJiDg. W. ffCMlchUg. 40. mer. 43. geacUL 
44. 49. WtR er woK. 50: m. 63. 'litt vertrfbcn. 5S. 
liebi. ee. IFen — laiul. 57. Nii (iwmerj. 58. 59. «oU 
ttfiU hlnUr er. 60. Vm — vurO. 63. d« 68. lieba 
fraw. 69. beha^ : sa^. 71. land : and. 75. AliUstnrf i. 
nem. 79. sülin. 82- manfel. 83. des. 84. *lJrs wif. 87. 
beU: weit. 88. Do. 89. sücbf. 101. RÖ*. 4. ser : e r. 
5 GerücA — gü( ; büt. 7. Ser. 8. Hlit. 19. ' htnte» feUt 
elH Ktnama. 20. Da. 23. sag für vrägte bwimI cfrffrleM 
sacA. wer: Gelaufr — mer. 3S. wjm. 27. würd. 34. 
schin-. 38. Od. 41. fOrf. 45. frair. 50. ^V»s. SO. 
WaincD* — «Hü. 60. ■ fies AWe. 63. gelus* : kiis*. 67. 
seA. 73- zwirnf a. Ibr : cehUr. 73. ^ern. 77. Den. 78. 
liebt. 79. erwisch : rriscb. 85, vurä. 89. Haissend veü. 
90. wissenl. *Dim KomMa vor dai gehört dahinter. SS. 
leu(. 300. Bedn. 3. mer .- wer. 9. Kbier. 25. frav: 
gelraw. 27. die* ser : ler. 29, kitUer Leben tcktiat surfe 
bat ZK »teken. 35. witi : diu. 45. komest. 47. wili. 
49. viiidcsf du. S3. erwirbestu. 53. hulrf. 54. we//. 57. 
enlasi : Ifa — stras». 65, trt<(. 70. d«fl. 71. fray, 76. 
Man;. 79. red sfisi : müsz. 8t, hüCmikf. 86. Da. 90. 
5(. ToUot tcfrd »n* glücklichen Reite angerufen: ,rie gl- 
Gertrud »» Nachtherberge. F^f. XXXII, 380. 92. mangeo. 
SS.gehür : tür 96, 'toUte ein Alitatx tein. 97, Innd : erkand. 
303. cbuDd ,- Blund. 6. wissent sicherleicA : grdeicA. 8. 
u-a. 12, geb [wuint gnb']. 17. enrAcbl wi. (9. mg: 
35. Wall. 35. kert : lerl. 40. flinti — begunrf. 
47. geblüwfi. 54. seyra. 55. witz, 56, 
- "'1. 60 da. 60. an an. 61, dag*. 67. 
-. 73. hat( : lä(. 78. uü meint niwaii. 
l Da 85. wiU : slilx. 91. pari : ctliiirt. 



ffMrtm. XXXVI. 681 

9a hclblingc. 399. sag : behag. Nach 400 fekU trol Hne 
tUimzeHe zu der ais überxähiig bezHckneieHy etwa: Ich 
wil dich wol beraten. 3. land : gewanif. 6. drey. 8. 
iellichif. 9. swer. 10. alz. 13. erd : werd. 17. gewuful: 
iund. 19. müt : gut. 23. geno^f. 24. aa. 25. rocrcAr. 26. 
den. 29. W^n. 30. frün^ nimpt, 31. not: genöt. 39. 
leitrDa—ker^ 41. land : gewand. 50. 51. Da. 51. 
mer : wer. 57. du/tf. 58. gedenck. 59. bat. 60. dick. 
61. gab würd: entlös — hürd, 63. fröntlicA. 66. 68. 
Da. 69. re^. 70. heU. 73. (rld. 84. ^h^ser unde. 85. 
sprecAe. 86. Da. 89. wnd. 92. wurd. 95. Nackmtf. 96. 
sag. 98. jEelarugnen. 500. nun ist niwan, wie 372. 1. 
mÖch^. 3. freoKl. 4. on. 5. schaff tcas. 7. bar«. 8. 
Hattest du. 9. werest du v. gehür : tür. 20. reche Iie6. 
28. Da sat — mer. 31. komers. 40. petf a^. 47. still: 
will. 53. daucAt. 55. frlssel. 64. gedacht wer. 66. stire« 
in. 67. wer. 68. gedacht 70. hansz. 71. begiinil. 72. 
witz. 75. zierlicJk. 76. ain^ zier. 81. *iie8 noch fOr ovch. 
83. vnmär : wer. 85. kürnual. 86. porliual. 87. süng. 
b. wen. 89. künnent. 91. minte — den. 92. gaftin. 
93. müt : frü/. 95. gümieriet 96. künil. 98. Yüd. 601. 
IFaz. 3. wen<l. 4. begönnen t. (nQ wie 373). 7. H^ic 

— war : deucht — swär. 9. stincA : hincAr. 14. erden. 
16. Hat. 17. laflUen. 19. hofer. 21. wurd. 25. alz. 
31. Alz ich d. m. die ich. 32. alle. 34. künnent. 35. trol 
Preisen. 37. genichtig. 40. wer g. 44. nam. 46. näcz 
für niht. 50. 53. ro^gen. 51. weift : Iei6. 54. bewert. 
56. vnrain : main. 57. 58. Da. 59. wer. 65. täf : stet. 
71. irie. 77. Tol^ — raut : spaut. 80. getmi. 82. naen. 
85. gclept. 87. truf. 95. mer. 96. betagt. 97. ermärt: 
erfart. 700. Do. 3. maint : beschaint. b. recht. 7. ge- 
selUchafl. 9. Uies [Daz]. 11. recht. 16. Den. 21. trui : 
nui. 27. Da. 30. Wie. 36. konk 37. wegn. 41. lanif. 
43- yppcT. 44. reicht/. 46. wenrf 47. red. 50. haissf. 
Woi Pre^zant Fre/kzahn. 51. genennt : erkent. 55. Leb- 
iend. 62. sölli'chn. 63. ra in frawn. 64. gie^. 65. meil 
o. mer: er. 68. rain. 69. ungemilt:g{it. 72. irm. 76. cnil. 

XXXVI. Das warme Almosen. 

Heidelberger SmmmUumg C^J 197; Cetoemaer Aheekrifl (C.) iü. 
Wiener SmmmUMmg C^.) 55; inehrmeker Jkeehrift (l.) Sa 

Veberschrift : Hie hebet sich an daz warme aimusen 
rom dem armen man C. Van der fratm aimus(e)n. W. 1. 

— Die folgenden Lesarten gehären H. 5. hatte. 7. phli^ 
9. Wo. 12. konde. 17. Ein^. 24. klait. 25. cnhette. 
26. H^ie. 30. ScAold. 31. konde. 38. ernste. 44. fM 
in do. 48. werft. 49. do : wo. 64. solche. 72.' Do. 78. 



Ott tmaUM. %lJLm. 

WenBe» Kesl. 84. begoode. M. Wm. 95. dp. *ffet der 
kmrg^nnn, 95. tiii6. 16S. seMtest 7. tchvtt. 9. Ab- 
MU. 49. Und« |i(ib#. 13. Code. 15. 19. JM» itlMTs. 
98. ipr«cb. 

XXXVIL DiB Jrei mi$uek0. 



WMr»kmrftr «mmAow flFi JUm* «fi H^mtkntr MmtdtekHß » !#- 

mMmO 40. W4^m0r^mkm$ C^*) 8Bf A** *» *^ imt^rmcktr M- 

stkHftcO Wismar Ptffmmm^^nit^ifi jW^yU. 

MMertekriß: Diu ist ein mere Ton drin wiinscb ge» 
ivtlten lu einer lere, C. Ain mer Ton drein wansdien. 
WK Ton eim man ffll t5 sin5 wibe. BP. ü. W* M* 
paider. 3. H^ groser ungeneden. 4. IT* D. er am tat 
te armen s. 6. W* m* grose. 7. BP selben« W* selb. 
& W* diu armuot (i«*din). 11. IT** ff' Ich k. 13.ff> 
Ode. 17. W rmb dein scbnld. 1& IT' ff» Wider bring 
ze. 20. WM* D. han ich gar (alz IF*) m. d. g. 91. H^ 
son. 22. W* Aabe g. g. S». IT* M> Grozcr e. u. g. 24. 
ff* gerechtes. 25. W* CU Gert, IT» Gerten; W* Wir 
sein, IT« ff» wirs. 26. IT« geb; W* ff» swaz. IT» ff» 
fügt nach: Wir sullen die gir na keren Mit alle nach 
gotes ereo. 27. W* ff» Vnd s. 30. W^ Er siht an, W* 
ff» S. er u. St. m. 32. IT* Daz wir sp. u. fr. ; ir*. ' ff » 
(ekU beide. 34. W* ff» si ii. ; IT» /«MI si(a). 36. ff» S. 
ich V. minen I., 1F» S. i. t. mei I., W^ S. ichs v. danne 
den I. 37. IF< ff» fehii bas. 38. W* ff» Baz danne i. 
1. n. 41. W* ff» Do 8. sis n. m. 42. W* ff» manten. 
45. ff» Von w. II. V. gebet (Reim von 47J, W ff. w. u. 
von gcpct r46 : 47 fehU ff» W*). 46. IT* L. si ir I. n. 
r. 50. W ff» Und b. sin so I. phl. 57. ff» gehabt. 56. 
W* daz r. 59. W allen tuet. 60. ff» fekit roichel. 69. 
ff» din t 64. W* Mir ist i. daz I. 65. W* ff» gutes. 
66. H^ Da tuet mir g. gew. an. 67. ff» bin. W* Als w. 
pin ich g. w. 68. W. ' ff» Als; H^ ff» Als die er. 69. 
W^ roirs; H^ ff» mir ez ich sold; W^ so soldichz h. 
70. IT' Er muoz. 71. W in isiaii dich). 72. IT* ff» 
Hinz er. 75. ff» W* wilt. 79. ff» W* arm m. 81. IT» 
Nu h. dir. 82. M» sin. 83. W* ff» Die w. alle dri w. 
84. W* ff» hundert 85. ff» So h. du. 86. W^ Obguot; 
W Ob g. bei d. beleiben w.; ff» mit d. bei. 87. W* 
ff» nu ($UUi so). 88. W* gahte, ff» gäbet. 90. IT 
ff» fehit Er sprach. 91. ff» da« n., IT' div. n. 92. W^ 
ff» erwendet. 93. W* ff» Noh m. d. w. geb. h. 94. W^ 
wol in. Darnach W* ff» Und biten in niht mer umbe 
ouot er hat erfallet unsern muol. 95. 17" ff» wir m. mit 
fr. (ff» imner) L 99. IT* ff» bewant. 101. W ff» Von 




itMiKfl. XXXVII. 683 

Kolde. (05. IV' Des — leinem male. »Viins wunschns. 
8. H" ewikleich. 9. »"■ > nemeD. 10. iVjH'Oder; Jf> 
feUt le. 12. H" M' Dai w. spr. 13. W M' ou roer d.; 
ItP te ril. 14. W -feUt Nn. Danaeh W M': Darch die 
iriuwe, die du mir l.etsleti soll und ich dir 16. W 
M' nihl da w. s(r. 19. W* BP fehlt So. 20. H". ' ■!■. 
31. W m' als d. d. d. 25. M* Nu s. d. dj den best 
so, H" wol [:). 86. M'Dai sin a! diu, W* D. wir sein 
werden frawden toI. 27. H" Nu, W M' Dai. 29. W 
Alls, M' all«. 30. W M> rrawen oder an w. 3t. W 
SP In der m. w. «s. 35. W" ilP nn». w. 36. CB wol 
a. w.: B" frowen. 37. W SP mii dir. 38. H" V. h. 
wol b. g., M' Ü. h. verre b. g. 39. W M' nietnen holt. 
43. ir* so I. 44. W^ T>. n in deim b. w. 48. M' in 
ieT» I. 49. JK' geriiieo. »V VB het si Remien nah 
eoiwei. SO. H" * do W M' Wie iaemerleich si. 53. W 
X' Do si ftehorten den seh. 5t. W burgern, W Mvt, 
M' liule; W hattSi: 153. 55. H" in. 56. JH' im seil. 
57. M' Wie ei; IT' JB' dem {tlatt ir). 39. CH ir. H" 
M' Die druRKcn lu m. stb. 60. H^ «> ö. spr. luruiklicbcn 
a. 61. W Erl6sent. 62. äT ieiunt. 63. ir~ir ffhU; »" 
SP M. n. sw. si luclen Auf in si do rukten (M' Dar nach 
her sie do ruckten). 65. H" j«' Als er do 66. W M' 
sioes w. u. 67. H^ Jf U. dar tuo (= im M') freuudc 
dro. 68. W M> »i. 69. W M' Und spr.: IT» M' D. w. 
uns (er M') aller ir. 70. H"- ' wurde. 71. »V Vft dai. 
72. H" Do ne uw, »« Da wmrt; W- ' .W ir laides n. 
(JP nihs nil) me. 73. W* !tP Si w. der a. fri. 76. H^ 
M* Nu; W fehlt sie. 77. JM' /■<?«( nihl; W gut. 78. 
W* M' Der w. ir seh. veij. 80. vaster; W -W* In wer 
beiden m. Hl. W aP ilem manne. 83. W M' gar besch. 
83. W M' fehlt wart. 87. W !tP was. 88. W* sein. 
90. W SP Die f.; HC. sollen; tf" alten den in I., M* 
allem dem in I. 91. W Aller l^ute ir o., Jlf> T. u. n. 
die o. 93. IF* Jf > Er wer über ander t. 93. W M* 
HR W. bcdJnet. 94. W* M' gehoenel. 96. W Und 
Ton grottem laid sl. 97. W Swer noch. 98, W^ M* 
gr. laid : W er dan kür, SP darumbe erkür, CB drumbe 
verchar. 99. CH doch fehlt; W' dai verkl. 2U0. W 
sil ven^iht. 1. JP klagen. 2. M* Vnrehte red *nrerhl3 
Mgen. 3. ir'D. i. wand. t. a. 8. IVgär'cnwiht. IS. H^ 
Wie wol e. in allen, W im »llez. 14. H" fremde, .«» 
frflnde; M' («Mt vil. 16. W ..H' wiser. 17. IT' M* 
Munde. 18 »T* der ril h. kr.; W JH' Isl unser hem 
Jesu Cr. 19. IV' ateine. 20. W* er gar kl. , M' hart kl. 
21:28. M' fikit, W hat daf'itt: Hie bat dai mer lin 
ende tiot tas aHe (orhait wende. 




684 jTntrtn. XXXIX. 

XXXVm. WStOerkwI. 

«(r-/.».r,.P g— h^ C") «■ «^ ^*^> ■4h' »• 

I. Ein« — ifCk CmtUt}. 3. 'JUafar lisl ftkit im Pmeki 
M. 3. wie. 9. heHei oilt C»*M). la Do n. m«, 
If. einea. 9ILUt. 37. «Dt. 34. mm — mm. 37. ««rden. 
49. d«. 43. torn : Tsra. 47. «if (Mwwr^. 63. Ifi/ieL TS. 
D«T. 79. D« — fridM : gelid««. 85. /wiiefaeiU. 90. U- 
len(. 93. lua ei«. 94. «lute o. ullche. 96. Ion«. 106. 
Hin«. 7. rHo. B. do. 14. rot. 33. *>hur(iMa<rJ. 
34. AsMt. 34. 'gebelfen f«r belfeo Itt Dr^ckftUer. 36. 
d«. 37. wo war. 39. kirch«. 43. «e»U 44. macb«. 49. 
wannt. 60. 61. d«. 61. Do miUe. flSL Mekt. 66. 
boenaf. 79. TH entral t. eine fa. 80. faoermt. 84. bct 
diu. 88. enttm. 309. D«. 10. ve^ihe. 13. düw. 14. 
'diu für di* M DmekfeUtr. 17. EU. 34^ vocrbte. 36. 
aliu. 38. ffiXoubet. ir. 46. gctrale. 61. mIU. 63. het 
{fitt hAl). 63. loltK Ait. 74. kAnneof. 79. «rbeit. 

XXXIX. Der Bäter und «fe Nüfte. 

Vebertckrift: vod far mit D. nuita IT. INC fot- 
gendttt Leimrttn gehörm D, «An« Abtat*. 3. tflDdA. 4. 
mcrckcNt. 7. Do. 9. ßld. 12. Dil Cm«WJ. 13. kam: 
näm. IS. 17. 18. Da. 15. vnJ. 18. beU. 25. Kcdacbl. 
33. heMen. 33. p&svn. 36. Da — nu»i. 38. weil 40. 
Do. 41. wind. 42. ain cratiot. 4t. pel. 46. D«. 47. 
gahA. 48. bcdürffent k. »ngil h»bi. 49. Matitd. BOi 
'(Wille) rfir wi1I(e) Ut DruckfeUer. 51. m. S&. Wat — 
sweigeNd. 56. glaubit. 60. Do. 63. D«rt. 63. banf;: 
lang. 65. ein. 67. do:(o. 70. besund. 74. RiHctt 
76. pflegest du. 80. SU. S1. kurUwcil. 82. ^eicb. 86. 
UM*. 86. anfsi. 88. 'il'itfar'itUt DnehfehUr. bedUrt- 
lent. 89. her*. 90. o». 91. VämnalR. 93. «lad. 94. Ic4 
für iu. 96. HellTmd — uus«. 97. oicmät. 98. D« — 
DUM. 99. vm. 101. beguDd. 3. wem. 5. bell. 10. 
taktg. 11. sUod. 15. ichier. 30. peuere. 31. dei«. 33. 
wer. 25. racl — gieng : erslieg o. vienf. 27. bedencA. 
29. Do. 29. 30. hrA Iraw ; scbaw. 31. vnbciiM. 32. wiU. 
'IlMguoter wiiie. 35. Wu du talett talattg. 37. kam. 
38. nicmäl da vcraem. 43. getrüwif. 44. Sü >p. da red. 
51. recht : knechl. 53. H^ie. hi. Dcnnocht. 55. pett 
uMKvt : geUmwtl. 62. gesell. 65. mcr : wer. 69. hauia. 
10. kai» schand. 73. aag. 73. D«. 75. beslDd. 76. vai(. 
79. kcrenl. 81. raarn«!. 83. verdecM. 83. D« — «Mt. 
85. TGihoM : pOln. 88. 0<k 91. Vnd. 93. gfit : fafli. 




XL. Die Mairin mit der Gmf». 

Cehfrtckrift : Von der 'ichOn mairin W. J. — Die 
folgenden anbe^etchnete» Lesarten gekSren Di ahne Ab- 
»ata. 3. W«i*f. ti. nit (wieittj, 7. hü( : inüf. 9. ' Uet 
SMbcn. 10. lachcnt. 15. on. 16. sejd. 17. kin» ir 
prawfi. 19. wenKlin. 21. vd4. 22. sinirel. 23. arm 
gefrorien nd. 24. mt. 25. hendfeiD. 26. gTifin. 27. 
still. 30. hoher. 31. getaRR. 32. mair. 35. hat. 36. 
haiM. 39. pfarr ~ pürf . 40. iLd. 45. I;t. 46. on maus*. 
47. sei». SO. müchr. 51. mar: gät. 54. -b^trr si (dts) 
nihl. 56. freut. 57. düg. 59. kiln rilterlicik. 61. gau6. 
62. he« paM. 65. Recht gern. 69. silsi s. ica. 70. Da 



hin. 84. weif. 85. geswey. 86. o. ir br. 89. bot. 93. 
Besechettd. 97. 'in ftr ir Ut Druckfehler. 98. cläiD «eil. 
99. D«. 100. da. •(litt sl da), ajo yetiK gaisi. 3. nächlf 
d. wollT- 4. SprecheBl. 8. malr. 10. belBent. 13. altt. 
(wend (tfM »fer Öfter für wclnl, wellet, wollt, tmä 
iMMlet Sckväbiich noch eaj. 16. mair «□. 17. da d. 
hüs/. 19. woud si möchf. 21. Da — siolts. 24. mair. 
SS. nIt. 36. 27. da. 28. 29. niemät. 29. Da da. 30. 

Kid. 32. Salt. 35. DeoDochf. 36. filsf. 37. ding«. 3S. 
isirir. 39. Da. 41. ler. 42. 44. Da. rieft d. id. fcay 
hmj I. (alto schrei in Rein). 45. mair D. I. habt fr i. 
47. gedacht : prechf D. PIe vns si jm gedacht J. 48. 
tnajM- aufl prallt i. 4!'. Da. 52. all. 53. frausi B. 
hay da Maus I. S4. 56. Da. S5. gani pnan 1. 56. ber 
dan I. abnlttr 0. [me den) /. 59. «6ri(f i. 60. *erlewsf 
J, verlärt D. ril a. J. 61. mer : swJr D. Hie endet sich 
6u m. J. 62. u< altt s«. /. [63. 64] I. allez m. wend.enil. 

XU. Der Bitter untere Äther. Von Jakob 
Appel. 

üebertchrift: DU ist nm der vAe lut St. okme Ab- 
«Mts. i. vor für wol. JH. 3. Dax grosie I. a. lt. JH. 3. 
ettHiche M. 4. Do mitte St. M. [vil] Jf. 5. yreo M. 6. 
[rill d. rerl. M. 7. sä St. M. Ommer). 8. nement St. 
M. der m. JB. in«T<n ^. 9. ein olTenlärc JH. 10. i. da 
s. S(. 11. mir m. H. 12. Kim( (rtte td cion- JH. 13. 
wifrlin St. M. 13. 14. Wie er einer w. Diente tnit hertien 
*fl mit sin U. 15. hettent St. JH. b«tde Hn a. m. 16. 
beider vr. mfihle »ein jr. 17. [in b.] M. 18. er JH. 



686 fnMtftn. XLL 

mdhte St. üf . vcf holen ( : versloUn) Jf. 19. Ument sfi 
beide xü M. 20. So w. St 22. [sw.] bv e^ a. JT. 23. 
werrte m0Mf|rtffi M. 91. War ist ax ich ieh sag Jf. 25. 
be(a]tte ilf. »se. drig«:d« sige M. 27. 56 /io b. M. 30. 
S#. g. itMi« d. e. Du rchter AT. 32. Vfi spr. b« Ine weynfn 
JM. 33. Wm 5/. diM« Jf. 34. groax« viiMfikcil Jlf. 99. 
wttrt Otnmer) — do »S7. ilf. 40i 41. Ir süllent sin ketoen 

Slottben han So hat niemao liep denne JM. werlicheJSI. 
2. Da; wolt# ich swtren M. 43. vA ouck so M, 44. nit 
aieo L Af . 46» A^ es getribcM m« demne c. ilf. 47. 6ffenl. 
8i. -liehen Jf. 4a a//^ mengiich in der Jf. all^ St. 48. 
?A OMCA m. Jf. 50. Dz lasier M. 52. [na] JV. 53. Do 
sprochene C^^ßer) iü — im Jf. 54. t^u] wissen Jf. 55w 
kümen Jf , komen St. 56. morDen St. 57. etwar Jf, 
ellcwer : her St. 58. n. kume Jf. 59. fa.] Jf. 60. So 
wem wir f6r# 6ie iure Jf. 62. *S6 /Vr m isi Druckfek- 
ler. Vn h6rf im al Jf. 63. kein Absatz, sehier fiTL 64. 
Morgen do Jf. 66. VII 0. d. vr. wart Jf. 69. Wran^ ich xd 
Jf. 71. ein soIicA g<!)6ot Jf. 72. n^t St (meist}. l>es tcb 
n. m. gHan Jf. 73. ich k. Jf. 75. Absatz, wie was seist» 
M. 77. [do] St. mittest. Jf. 79. Sü sp. [uroseNf] Jf. 80. 
mtso a//cinc Jf. 81. blifi Jf. 82. ^'mnc i. d. rnsangt c. Jf. 
83. In Ir. go riet sd ime St. 85. Vfenne sä w. Jf 86. 
vmb Jlf. 87. ircn St. an sinen inun<: hertzen gruni Jf. 
89. m. vil 1. w. Jf. 90. m. hertze d. Jf. 91. gfdohtf sü 
dz hainitfl. Jf. -lich^ St. 92. [wen] weresfu M. wertt St. 
93. \:ar vrenip Jf. 94. 2Vh mu^xe din der Jf. 95. So vfoite 
ich Ann h^tf gfft Jf. 96. dem« — ges. Jf. 100. wart St. 

Sil] jlf. noch Jf. St. ( öfter o — ausgesprochen i — für a ). 
/VifArf fort: vii bald schosz im in. 1. w. fr/. Jf. 2. ^' 
wettert M, 3. D/n brwder h. d. b. Jf. 4. [Wan] Jf. 5. Er 
sp. gehafyJf. 6. denne Jf. 7. Wmne — hin. Jf. din^^f. 8. 
M St 9. Ar^in Aöeatz. Also do d. Jf. 10. [w. do] St. 
14. 15. Der r. sp. wol dz m. g. ie ges. VA wart der mcren 
harte Tro Jf. 17. Vrä k. d. n. batde d. Jf. 18. würten 
Jl. schdne Jf. St. 19. in irilkttnime Jf. 20. Sü sprach 
vr. u. [1.] Jf. 21. su\te St, Wir sullent wunnenclicA Jf. 
22. g. u. h^ dz Ktlt g. Jf. 23. het g. Jlf. 2i. süllent 
St Jf. [g.] Jf. 25. [er] St 26. h«t Jf. 27. 28. tr. im d. 
▼il gute sp. VA pflng sii mit gute flifze Jf. [291 Jf , wo ds- 
für nach 30 Was ir gebieten! dz sol sin. 31. s6l/fnl St. 
32. sint St. [31. 32] Jf. a3. Vn w. Jf. wene St Jf. sol 
Jf- 34. Do St. Ich wil mich in truwen laszen sehen Jf. 
[35. 36] Jf. 37. 38. Duncket es 6ch wol g. So s. w. bede 
sl. g. Jf. Wtir siitteni St. Jf fährt fort Sit man es als 
gedencken sol So ist die naht kürtz dz wissent ir wol 
(aus 135 J. 39. gemt St. Was ir gebietenl di sol s/n:do 
hin Jf. 42. EIdm - [da] Jf. do St. 43. Alse men St. 




iMutt*. XU. 687 

gjHnlt M. [t45— 54] Jir. 48. one. 51. scheideorfes (wuM 
icheidediiesj. &3. selb«. 54. dahle. 65. Dts «bj d. w. 
t«r w. M. 56 — 58. h. ttne br4d«r mU ime gen Die it. i. 
do n. by Hiltenander tr; M, brwder drige; bige Sl. S6. ioM 
än.SI.M. 5a.biresluM.do:joM.St. 6(X Endriiwiiiit «. 
6t. id beiO« Ho inne Jf. G^. triegent St. M. 63. Ich hin 
den m. *ä. tlas m. M. 64. Zwore es Jf. 65. bnider W. 
[lo] es i. M. 67. also i. Jf. 68. Owe Mfiur rrs M. 69. 
war 5L 70. Do St. Di i. «erblrge Jf. 71. [tjI] M. 73. 
Do Si. M. aum Itt. 74. D« slieleii St. Dar u. s\. M. 75. 
<|« D. ir. M. 77. Naclml vtrb. JH. 78. ti. ine I. wer« 
Jf. 80. Also - atchet M. 83. getacb JH. 84. Do«rt St. 
Der w. rfo m. JH. 86. [vil] St. 87. lacftt« d. iAre M 
seh. Jf- 88. trungenl JH. JH. 91. do Jmm« Jf. 93. Sü t. 
Mf wlKCktl atle ler JH. 94. Da wart d. w. g. irol i. JH. 
95. [dinne] t. Jf. 'en. /'är env. <<f DruckftUer. 96. Z&nd« 
— d«r H->rt Jf. 97. Lot — dit g. JT. 98. 99. dcmmc 
d. m. de« scb. T&t an gut JH. 200. vmb« Jf. I. wiirMin 
Jf. 3. * erb. ftV enb. tit DnekfeUer. 6. & faltcN leb 
b^K getort« i. kallew JT. 7. tribeHl St. D« ir millm 
andrr taut JH. 8. »at usatwnätg ao Jf. 9. nameatiSt. 
Jf. k<. D. Jf. 10. horir ~ claffra Jf. II. Abtttit. Die 
/röirc sp. t« Jf. t9. got t. h. rieh Jf. 13. ba>t 5t. Jf. 
14^ [«.] Jf. 16. Vst demme trdwe — iane I. JH. 16. 
ftroH .!<(. sollen Jf. 17. Vi woh« Jf. bete St. 19. Do 
Jf. re4c St. ettevas St. 91. 20. 2f. Wrane - gftt» Jf. 
as. FH k. Jf. 34. So kaut — iii Jf. 36. engrite St. 27. 
we*en Jf. 28. [o.] Jf. 3». Wanne — keiner Jf. einre 
stunde St. 30. an m. n. nit Jf. Nie n. An m. beg»mi4 
St. 31. rinde» lie* t. St, Wm t- Jf. 33.-i. dir m. M. 
33. h«t JM. bdft« ein st. 3i. to ich .«. 36. Ar b. mit- 
lem al t. Jf. 41. dineM Jt. 43. irau «. 44. ang. Si, 
TDgeriiQgent JI. 46. lü r. br. Jf 46. vmt JH. 48. Der 
w. der sp. 49. liei sW Jf. 51. F» oiek nU b. Jf. 52. 
bruodern St. 54. bi*ts g. Jf. 55. fir w. ril l. Jf. 56. 
Ermfirdele d. m. Mlfrej I. Jf. St. De ^. Jf. 58. go»e 
Sf. JT. 59. mbrr kr. fit. 60. sige«cJaflt JL 61. A«lm iU- 
M(x. Atsm M. 63. 64. t» o. den britdcrn s. Hiucftgatell 
vnd ander «. Jf. 65. v. Sil s. Jf. 66. Sil Ir. JI. 67. 
schalle w. M. 68. es far doch JI. 69. 70. [do] kleiner 
Jf. 7t. Einre St, H^omw e. Jf. 73. Do «1. Jf. 73. f. 
m a. Jf. 74. [D. b.] «. btr vA onch tar Jf. e. aUet k. St. 
75. Wei*M u. d*mmt Jf. 76. Der al. m tuochef St. 77. 
IhsU .S(. er dmr vff Jf. 78. d« Aest f«r dast Jf. 79. es 
für des Jf. 80. Vi) in der a. s. Jf. 8t. W^nne ~ der 
u. Jf. 83. [ebl] Jt 84. Da findest in nitrgen a. Jf. d« 
St. 8S. Wanne— der u. ftf«Jen Jf. 86. d« /'Artn. m. Jf. 
ttt. Snachest du [in] M. bistit Jf. 90. Er sp. w. m. «4<r 



688 IfffitUii. XUI. 

m. M. *ii€9 wiltti. 291. einem i. gtöbt M, '92. KmA s. Si. 
siMl — 6el. M, 94. [d. w.] er kmi geh. JH. 93. Alles di 
w. h. JH. hanl Ht. jtf. 96. Zwar i. i. lange« M. 97. 
Wcnntf - vr. xHxen t. JH. 98. 99. Dodb m&sx iler «il 
0Mire mit glückkeU w. v. iiek M. 300. ITie — haut at. 
M. r</ ir vf M. 1. Do sp. d. w.' I. fr&we min Jf. 3. Vm 
httte M. 4. wer« sicher diner M. 5. sur w. sasiMn' Jf. 
6. Do M, [soj 6V. f?«« dinem sp. ilf. 10. verstandenar Jf. 
12. wcrdent iSt. jir. nocA b. 6«t. M. 13. offenl. St, -lichfli 
Jf. 14. i\rtt begund« es ketzen t. Jf. 15. kein A^miz, 
Do n. g. noke &o hy M. nebene Si. 16. Ein gor vii kl. 
br. M, 19. 20. wuste Si. Jf. otrcJI w. üf. sü für bcde SL 
21. gtfhort Jf. 22. [gar] Jf. 24. Do 5<. Jf. 27. Nii ^oUt 
Jf. 28. ganir hin an Jf. 29. min^r Jf. 30. VA br. rm 
d. z. h. Wider vsi Jlf. 31. nehKn Si, l^ich : venefch JL 
32« in ir nU g. /V. 3i. gant St. 35. Gent ;9<. 36. War 
C öfter J muescfif st. 37. wurtin Jf. 39. Sa^ diner — 
sijftfhart Jf. 40. 41. VA sag in das es sige sache schafl 
VA dos 8ü m. Jf. 42. So getet aü m. Jf. 48 Wem St. 
56. mcii für ich A7. 57. geloubcnt St. 64. haut iS't. Jf. 
65. muezenl St. Jf. 66. [milj Jf. 67. Weniie M. 6K. 
Do s . Jf. 69. Wdrt (meint wirrel) miner Jf. 73. Wit 
Si. 74. seh. nohe Jf. rfo *S<. Jf. 75. 76. Do ging die b. b. 
hin Vn sticsz ein liir dar in Jlf. 77. so »St. 77 — 80. Do 
man dp.s füros do befanl Do schrei man fürio all z. h. Jf. 
80. ^befser der. 81. 82. Do k. d. w. g. dar Vfi sine brucder 
alle gar Jf. 83. Vn lieüenl Jf. 84. d. cH g. Jf. 86. Zä 
der hindrr/i lureii Jf. 87. ime Jf. 88. VA bal g. dz er 
in solle b. yi, 80. an den m. Si. 90. llie Jf. do St. Jf. 
91. kein Absatz. [so]':tf. 92. Dise St. [m.] Jf. 93. kün- 
ncn/ St. Jf. llie hat der rittcr vnder den zubbef ein ende 
gol vns allen kiimmer wende amen Jf. 

XIJl. Die treue Magd. 

Kichemhurfi H»näsckrift. Ohme Ah$üt: Vit unmitit&mr vrmiulekemdrm, 
und hri Kickenburg a/« Kinjfmng drr Kt%Ahlumf frdruckten 38 HeUmmriten iimd 
eim ffar nicht da»u gtkörift» Gieiehnit von %wgi K»»en mmf tinem Attt , d«rtm 
rin« tick mit der Somu »ckHrftt und trkält, di« andre oftm kletkt und »Mi 
Sachukau verdirbt i ickmeriich auf ißü, %u bemiekeH. 

7. und. 10. kifich. 14. han für dau wol Druckfehler. 
19. der eyn. 20. rgl. XXXIl, 380. 25. Uiea skrioer. 28. 
yant. 30. "lies dem. 57. ycmchman (meint wot ciuich 
man). 67. dustern ist Hochdeutsch tschoslieren. 69. 
sieben. 71. 73. und. 74. mil den in zwei Zeilen 
abgesetzt: cielleicht fehlen zu^ei Reime. 78. helbn. 81. 
85. ri/^cr. 98. Izart^cu. Richtiger 267. 111. kern : lern. 
1 4. 15. und. 16. holt 17. perl : werf. 18. hcte. 19. 
milder. 24. des fobel. 29. * or ist b^ser zu etreichen. 




SmiUn. XLUI. 689 

134. gromn für groleo? auch 175. 36. ru^. 43. und. 
65. * iit 4a$ Komma kMer verDe zu veriHstH. 68. 4it 
Sonne hat eli% goldenet Bette: wie der Limtlwtirm 
auf 6atd liegt, und dadurch sieh nährt, wächtt mtd 
glei/it. 69. <fuer. 85. mcgelia. 86. 92. und. 9t. petl 
— spoTH. 98. staut. 202. dem« des moneii sini up. 4. 
btat. 6. mjt togentl. 9. 10. 'grtete — dol für grate — 
dHt sind DruOifekter. 13. uts. 15. ntrflick. 18. gy. 31. 
ju für Mul 27. inarAea. 33. berUe. 44. 46. wat. 48. 
a*enll3ng eniMprieht dewi Ügelang, tälaag: noch Sitdtr- 
täektUek ivelJDg abendt, gegen Abend. 49. und. 53. 
'vcrmjden far vormideii l*t Druckfehler. 64. 61. murf. 
63. injf. 69. g«. 71. mute. 73. myt. 75. se^e. 79. yd. 
80. pert. 87. gy. 89. per^ 9t. niolmeiie — dring:)anf. 
93. trace. 96. blaynder. 99. ii,mt. 303. g^. 8. sad. 9. 
MU. 11. dar (oAanl : vant. 19. wart. 81.jst. 32. ot. 
39. wand. 43. seyen .- leyen. 44. mxtd. 53. itix. 53. 
mute : gute. 55. hufe. 57. hant. 58. dar tofranf. 61. 
scriuerw«. 62. juwre. 63. mud. 64. do(. 68. 73. ff. 
75. *run(l. 79. vorfriuea. 80. mud. 81. hind. 91. er- 
were. 92. wem. 93. gf. %. hant. 97. dar lobant:han<. 
401. nagen. 7. sege. 9. cntscAlapen. 13 saU. 20. 
wert. 31. eyn. 34. se^n. 26. leg«. 33. werd. 38. laiK. 
41i ore für o>e. 43 hanl. 43. se^e ' (nfin für min Ut 
BnckfekUr). 44. se^slu. 43. m<)chsL— sepe. 47. seye. 
50. und. 53. baut : baot. 55. segestu — hant. 59. und. 
63. wert. 68. hant. 70. to. 76. bir. 77. dals. 81. glnt.- 
gut. 82. mud. 89. wert. 93. ouer. 93. want : baut. 
95. wen*e. 503. bat: rat. B. mud- 10. Taste. 11. 15. 
hant:Tant. 19. hüte. 31. want : hant. 33. gut . glut. 
36. yd. 38. maget. 30. saU. 31. hant. 34. 49. M. wert. 
ti. ff. 4fi. djns. 51. etwa fune {ür scbune xu iearn? 
57. bat. 58. reyt. 65. A«r d« sere. 74. togenlick. 79. 
* mit für mJd itt Druckfehler. 83. * der für Ae dugletchen. 
manL 84. 86. ff. 89. wo) wac. 91. macften. 95. want: 
▼anl. 97. vly». 600. lexion. 3. 'God fOr gud ist Druck- 
feUer. B. und ~- maget. 9. vrucbleden. 19. maget. 
3^ fod. Am Sehln/ie Ueht: scriptum in liuonja per ma- 
nus Johannis post crealionem mundi 7331.. dtu itt 1431, 
ujit unter de» folgenden Gedichte derielöen HandtChrift 
roa eben dieum Schreiber steht. 

XUII. Der verkehrte Wirth. Von Berrmd «m 
WUdmüe. 



5. So «Uleichte. 10. reitBt. 
~ i. sch^. 38. < 
44 



690 Sn0xUn. XLIIL 

• 

40. gab im. i5. euch (fasjt immer), 46. empolen*. 48. 
vnd. 56. kumbl. 62. ward (immer). 64. «wang. 69. 
Wo. 71. ^Dtz. 72. 73. 82. Da. 83. U6r^. 84. dermls^hH 
* (das Häkchen vom ist DruckfehUr). 9p. one ~ on. 93. 
rtiefr. 102. bedarfr< du. 3. wieset. 4. dfr mein her. 6. 
wirst du. 13. vnd. 31. rctitler. 36. küsscC. 59. 69. Da 
— vnd. 74. teuf/. .76. * b^seir fätU boi&cr tüeg , und bum 
tifitriuwen. 80. siinst. 85. Rcdl. 86. kum^. 96. werdn 
*ibefser werdcnf)* 2Ö1. ycmand. 2. erwachs*. 7. vnd. 
20. kum6. i21. wo: rigl do. -30. zugAret. 31. sch6«ii. 
33. anpst. 38. da. 43. soll. 46. *lies %en. 48. puesse 
emphan. H. ein bekannter. Spruch, 63.. zwang irwange. 
64. Da. 65. prwachtf^ 67. rue. 73. ct/?r. schniJro! /5. 
cur. 80. fr^roMen. S3. 8i. Da. 89. cwm. 91. eir. 
92. wohin. 97. * vor ze ist zuo im Drucke ausgefallen. 
301. soll.. 5. eti;r. 20. gestTelt. 21: empern. 25. verloren. 
29. vcj/cr. 31. crschrack«. 47. suechel. 51. manll.' 52. 

cwrit. 54. solts. 62. marc. 

• « 

XLIV. Die Reichte. 

Laf$htr9$ Liedtrtaul XXXlU. QAh« Vebertchrifi. 

5. fiigl -lag : klng. 6. gan^ Cuntl Druckfehler). 9. 
Dez. 11. Absatz. 12. ki/chen. 15. vm^. 18. gt^rn. 21. 
Absatz. t\Qrn. 28. frrün. ^{.Absatz. 37. mfiU solU. 
40. nülz. 49. bück — schosalin. 50. drü slösa/in. 52. 
ha6 Ich. 55. kundiger. 56. heslu. 57. Absatz. 58. hüb#t. 
61. kiencs. 62. schan. (Gl ist etwa umzustellen:- Si hei 
an ein hemde klein). 63. ir irem. 70 vielleicht iingeb^r. 
74. kein Absatz. T6. Wo. 78. wib^. 83. wend »wingcn. 

XLV. Der begrabene Ehetnann, 

Htidfihtrger Sammltmf («■) 966, C»l»em»er Ahtckrift (C) 13f. 

Ueberschrift: Dilz isl wie ein man «in wip begrup 
lebend ic ysan. C. ysan H. Die folgenden Lesarten gehlh 
ren H; ohne Absatz. 6. Dünen ro. 16. wirbesiv- 49. Da. 
52. mitlcfii. 54. gemacht. '57. milU. 65. vn. 66. Helesf 
dv— gcmacAt. 83. dar mit er fvr. 84. Übe. 85. Gewinne. 
Das n von nimmer ist übergeschrieben. 88. so desgleichen. 
91. vfi. 112. Getvsf dvz. 16. * \erkomfand'siCh Uuch bei 
nachmaliger Vergleichung der Abschrift mit der Urschrift. 
17. noch. 18. begonde. 19. umb. 21. Sie. 23. vfl. 25. 
gtnch. 30. [er]. 33. Warl inAcrze. 34. * im zwir als wol 
(ist aus der Uds.' zu berichtigen). 35. sie. 40. *die Wie- 
derholung von ouch wol ist Druckfehler. 46. sie. 66. dar. 
66. Soldes* dv. *«e* lüsenf. 68. Da. 70. bcizert. 79. 




ÜtMctri. JL\t 691 

«T*. 180. Einn. 62. ftescfaM. «4. meinntv. 85. bis( 4v. 
90. GiDch. »t. Da brochle. SOO. He. 3. sie sin«. 4. 
licbmmeii. 7. si». 8. schon. 12. leider mier«? ('(fnm 
Airaiu -i«! l«Mer mbgekSrzt). 13. Dvnn solL U. be- 
gowle 'CliM bcgandO. 15. 20. sie. 20. vA. 24. 'mWt für 
■werft Ut DruckftltUr. 29. 41. Sie. 3S. begoade. 42. 
Va. 45. liGhHmeB. 47. vfi. 51. Di«. 55'. sa(>et. 



XLVI. 0a« Ae^M fVM». 

Mmidinirt'r Sa—iOlf (B.) |» i C>l*mtr Aktelrift rC) IX 

nrtrair Sowtu« (ICJ ISi lailr.ct.r ^Klrtf) C''J I& DrfUntr 

S^mMa,, (DJ 6. 

UeberKkrifl: bais C. r<m dMi haixxen ciitn W. I. 
St., Die beide» Zeiten i» D gehören «hcA AieAer: Nin 
Mcbflt mit welchm füge Die iwcj di haiss eysii trOge.— 
Aj« falgendtH unbezeicinetfm Lttarten gehOr*!* D. t. Traw 
— irnn. 2. chcnde fl, chiod. 5. schäof — frOmftait 
7. WTi e. scMae «Mn i. 8. Do H. sor« ~ [bei. 10. m. 
tiso. 11. mir [des]. 12. du zn aifr andm w. n. 13. l«v 
wölt i. also ser Vm dich vord. 1. mer. 15. [des] selfr. 
IG. frerrfr. 19. liebu fraw. 20. Ich Aeger kain«- dMon. 
31. lict) pb olle 1. 22. vngflncr ^. Oder i. mfisi sein e. 
offner d. 23. de h einen H. Uab i. kain deü. 24. ^; hm 
D. leidb. 25. svlchez fl. söllichei nit mlü. 26. bist äw 
B. D. Web. 27. din H. iclX d. sein b. 29. begfrst : be- 
wer«U 31. lartn. 33. vA (rst (fr 0. Tnrf. 34. kaim m. 
n. m. 36]. 37. Gehandlot nid i. wcKn. 3& gerichr 
39. Dm. 40. haii H. D. A. recht J. — [le tt.I. 42. [r.] 
btt. 43. Was liebi. 44. on schuld. 45. d. t. d. 46. 
w. mber dv IT. willu ro. 4ei. 47. Oai ist ein ewiger b. 
JI. 48. D«i lasig n. wenn vm. 49. andru. 30. bist kain 
acht. 51. red i. o>. 53. Den dat i. erwirb. 54. wil L >. 
55. i. gerfcMii. 56.. Nit lenger ich das vertrag. 57. Ich 
wil dirs a. 58. jecx. 59. Dai g. daaiit beschaia. 60. 
tch a. ain. 61. mine deinen. 62. ander tan H. Vnd lO 
dir käin ander. 63. tioch n. k. andern m. 64. [ge]. 65. 
Zwene H. stain wordti. 67. D« H. Das — sein« recbtA. 
68. hed. 69. din H. deiner trui werd gewar. 70. naigf. 
71. Da a. D. 73. [Vor]. 73. lir fl. n. min — eapfand. 
TS. bm.- 77. (dir] m. I. cad m. D. danck B. 78. gewo«. 
79. ie -w. iraueh. 90. ei dane nfe s. H. VI sehr. O. 
79. 80. VR all dai da der ma« Volbracht het vA getan. 
Sl. Vn I. sie S. Da liesx er si. 84.. «ü miS» icbj. 85. 

eeballfi. 86. falsch« on. 87. dir schön. 88. müsi.. 89: 
m. 9a Ni ffMawrJ— gcpet. M. da o; [m.l SS^aUM«. 
Ich gnutc t3. [hie] — gWbecliA- 94. deüi Um. H- 



692 iiwUn. XLVa 

soll. 97. Tez] fiimer kern. 96. [dir] ie galt. 99. T<io€h] 
w. [wie]. 100. du c« t. mali. 1. mir 1. dem. 2. n« las« 
dein ciafffi. 3. Dm sollest. '4 [zwar] a. wM o. dir. 5. 
Dvnen H, Du -^ FsiD] D. 6. Owen m^gH B. [iexv] D. 
7. er €)» — fti<r. «. V« H. I>. gl^lei H. scr l>. 9. Irt 

— im 0. 10. he6. 11. weil ec d. hiUr. 12. Wwm ec i. 
D. xz H. 13. wärlich. U. heM — lichfi. 15. I^u. 
16. ffcsell. 17. [v.] c\ainer. 18. tun i. <ll« tiTell i. 19. 
20. Du last ez durch meio gepät H^as i. ye liei^s d. getit. 
ao. gewersi <lv H. 21. lanclc m. damit D, [mir] 17. 22^ 
[nv] — bil. 23. [sich]. 24. ilf«ii|r^ ding sich eothaltfl. 
a5. St. m. u. etarken I. H. 26. seym w. pUidii. 27. 29. 
30. m%enil — enthollü w. 28. Icraft. 29. sie L v» IT. 
viiil H. 30. den ding». 31. krefl. 33. n^roan H. 34. 
ellew. 17. 33. 34. ettwefi w. Vfi vns in sünd sencken. 
35. Da vor H. gib — aiii D. 36. Vji n. kain. 37. Deft 
d. dos — verj. 38. gerichl. 39. Vn d. 40. he6. 41. 
tnrt geselle 17. 42. Da« — bin. 43. gcdien ich A, wil 
i. verdienen D,- 44. w. i. 45. du et ye geläl:stäl. 47. 
hertz lieh. 48. trüwcr mifieclichcr. 49. Vnde H. Iicb<. 
50. WaÄ du A. w. an. 51. 06 - rfry. 52. [so] Ä. [iv] 
m. tan D, 53. So lü noch w. [v.]. 54. verdien — vm. 
56. bald« H, 57. mayi — stii: pfunil drui D. s^e : drleH. 
59. preR<g n. w. 60. Dü ei. 61. Von m. I. sey geschecÄii. 
62. [h.] scchfi. 63. A. recht I. ich d. 66. giD m. vor. 
67. vor lan. 68. red D. gnvc H, D, 69. Spr. [t.j 70. 
[enl. 71. Ich t. d. sicheriich. 72. müst — von. 73. 
nam si in, 74. übel. 75. [l.J seh. m. grozer u. Jf. vn- 

gehBb : a6 D. 79. woll H. 80. 81. sie B. 85. l>o D. 
ort H. D. vn B, vnd D. 86. Mit — da. 87. deiner. 
88. s. du ez dez. 89. furpas. 90. Vnmernr i. da». 91. 
das dz dir. 92. zti al/^. 93. Nv hast nv H. 94. vi\ fl. 

— In B. foigt unmittelbar hierauf, ohne Veberschrift, 
nur durch einen gemalten AnfangAtuchstaben bezeichnet, 
eins der y.Beiapiele'' aus Strickers „lf>ll" (das Bei- 
spiel von der Burgstatl) ; vermuthlich auch in C. 

XLVII. Das Schneekind. Vom Stricker. 

wiener Sümmlmng C^J 37; Imthrucker Akeckrift OO 3- Lmf$kerf$ 
Liederumml CL.J CCXLii in eine 9«ttiff Unuckmehmnf mit einigen üeher- 
hle^utn von Stricker» Rede und Reimen. — Mafimanm ktU »eine mir %mm 
Abdrucke mitgetkeitte Ahtckrift au» %we» Wiener und einer Münckner 

Hmndtekrift entnommen- Vgl, L. 

Ueberschrift : Daz mer von ainem (dem) sne pallA 
W. I. L. beginnt mit Sprüchen und vermehrt die zum 
SchlMfie, die Erzählung kürzend. 1. 2. Ain man hett 
ain schon w. Dtt im w. 1. sam sin üb L. (5. 6). 12. n. 




itMtttm. XLVUI. 093 

r tuot £.. [lOl. 2t. 22. er sl d. m. Wer d« 
Vinän vatter w. /.. [15. 16). 25. 36. Dei lait ich ia d. 
m. Do wart ich stcanfter le slunt L [2S, 36]. OerSekmee- 
mA« tcffd (M HeUtenlaade verkauft, M»d der K^ufmaim 
imfl, er tei f* Aeggpten cim der Hitze xertclmotten. L 
teUi^gt (»II Wiederhetmig ton 3. 4) Der isl gar ain 
«iier maD Der lug mit lug gellen kao. 

XLVUI. Du Ao/fte Decke. 



a tmmhmt (W.) ii tnitraclir Atic»rip (I.J B. — l»r>i4air Simmlmg 
(D.) II •» t'm imim Krx4M«> D«riMI»f , >>■ J.n Hmff,r,r. hmf- 
itTft Utitrittl (I..) UCXVtll M «kriufi >fa. fu* Kr»Unf»> pf 

Veiertckrlft: M — buxeC. Daz mervom dem ehot*ie)m' 
W. I. — Vö de» rttter mit dem'kocxem D..~~ 5. ODter- 
i«ft ; anmiagl C. 14. [roaaic] B. 15. bH willidichen 
Ut cli «t« BericUigtmg übergeeckrieien H. 16. [tH. o.] C 
19. •be/ier sali' : geiall. K. Vntf — ganex C. 37. "(W 
SS. 38. einew H. C. 29. Vriwclicben C. 30. trage C. 
33. Do »rtilc C. 33. loai C. 36. kan Machen C. 39. 
meiuctiAeit C. 43. sie B. C. 45. Vnde C. 46. jlAMtfx C. 
47. t[ch)mi%tn H.C. 49. gestrtwet:Rerri«et H, gestmel: 
gerrewet C. 50. seiden C. 51. handlunge C S6. Des 
C. 57. Kbe ». 61. *A H. 63. Swa ei C. 68. *n H. 
TD. ander« C. 74. ward« : borde C. 79. blotM C 83. 
»reit C. 83. wunne hsft a. C. patriarcken H. C. ,85. 
(ollen C. 86. dien«! C. imb H. C. -SS. vrfsen H. 94. 
atten fl. C. kalten C. 98. Gelorst H. C. 105 tniwe C. 
7. Artn ^Mts. H. C. 14. solf (r (dr) 0. C. 15. nrchen 
0. 23. VDd nem« C. 37. gN?c H. 44. begonde C. 49. 
er neniiet C. 52. nien C. 54. do B. C 58. gedenket 
a. C. rgt. 385. 60. wer C. 64. drvmes H. C. ^. ifnin 
B. C. 69. vriMC H. 73. dicA C. 73. mioeai C- 74. nie- 
in«n C. 79. WiU (v H. ^. kra4 A. 89. A«<m AAcots 
H.> r. 301. wJMcn H. 3. gesoheAen C 8. ver gib C. 
11. (ach C. 16. reibe H. unde C, vfi H. 17. BeiAe C 
Cwot nur Drurk fehirr'). 24. vnd B. C. 26. war C. 27. 
DndeC. 31. er fOr dtr C. 34. Et gtlttiC. 35. kielten: 
peicn ff, 37. Do - honige C. 40. kein Abtatx. B. C. 
43. geecheAe» C. 45. gelaätl C. 46. gWaifet IT. C. 53. 
de« C. 60. ende* a. C. 63. wile C. 68. vnde ff. C. 
76. *((e« So. 77. Sol seh. ff. C. 78. linde. 81. sie C. 
85. gedenket atetet sol gedenA* et; tde 158. 90. blinf C. 
99. anei C. 101. er leigel er C. 2. er f>t C. 



6M IfftfUn. XliX. 

XLK. Ihr Schlägel Vm Rüdiger dem Btmihoter. 

Htid0ik0rg0r8mmmlunfCB.)^tCol»emm*rAk$€hriftCC.}4^Drttdmtr 
Smmmlum^ (D.) 15.- Wiener 8mmwtlmm9 C^.) 38< imihrmcMer Aiae^ifl 
(^/.^•80l — Die erhehtiehtten- LeMTten der ärei ertlem JHmübekrifteu üekem 
mkoH mUer der Am»§«A* diaur Enäklükg, »• dtä mk M, htneietmeiem. LetmUm 
mmch ftar C. fettem. Die fol^mde» imkneiehMetem Leemriem §€k§rem Di ekm 

Abimla, 

üeberschrift: [roere] C Von dem gcMegel D. Hie 
kehl (sich) an dag mer von dem schlegl [siegeVj W, i. 
1. hüft. 2. din^. 3. nü (hnmer*) A^and H. geseh^D C. 
4. ains *(lie8i\iieii. 5. Ru(ü)diger C, D. 6. £z i. e. 
tugenthaftes, 7. 8. Und« C. Jungen n. a. z. h. g. So 
werdfi ir tailhafl säliges mut. 10. Vnd m. du e. il. d. 
daz. a. sey behi^t : jvjf^nt vngwf. 13. Wenn — kiniilein. 
14. d^c tr. C. irui D. 16. wfit r/l ser. 17. Fn ito« si 
täg/iches. 18. lugend. 19. D. s' w. w. gehuir : tuir. 20. 
Nemet D, leeter t. C. 21. mag m. fii^. 22. vernemA. 
24. Er — ktfuf C. 27. j/eit (immer). 29. vA pr. C, vnpr. 
H. 30. lobet. 31. umbe C, vm vnd vm D. 32. Wa. 
33. Auch h. 34. Zwu JV. C. Zwfi t^chlem D. und H. C. 
H. fune C. 35. Ig/ich tf. C, lellich« D. bestalfet H. C. 
36. gut. 37. Vtt clo« — in. 38. Vn <;at in nicha. 39. 
kam. 42. dacht C. 43. all gcmafn. 44. m. in 1. ailain. 

45. Bes. on. 46. Km m. 47. b. worden a. 48. Vnd C. 
yn H. D. 49. van C. 50. Meine. 55. sei. 59. [des]. 
61. er in n. 62. ge6 C, gab D. 64. Land (meist ). 65. 
[dem] D. gra6 : stafr C. D. 66. gan. 67. m. h. C. 68. 
evh(ch) H. D. C. (w^ist). aeben C. D. 69. mir nu C. 
70. [cnjzäm. 71. [o.] J'. lieble C. 72. auch fitr nu. 73. 
mein gtose. 76. he6t C. 77. nach. 80. Daz. 81. erzaig. 
83. hen<l enpf. 84. ^isle C, wiset D. 8$. ynd H. D. 
86. sinen H. 87. stunde C. 88. Ob. 89. alle. 90. Die 
weil VI) im«. 91. [w.]. 92. Hiniz. 95. \n H. D. Und 
C. merck recht meine. 96. vor U. C. 98. wi/. 99. ha* 

C. D. 103. sey. 5. wanl i/. C. Ich furcht daz ez in 1. 

D. 6. [naro]. 7. [da]. I). klopfet C. 8. schnell. 9. snur 
und sun für C. 11. Unde C. 12. malra^ C. 13. [vill. 
14. Ynd IT. C. 16. na (immer ohne s). 18. schickte. 2*. 
mt^ge H. 25. [und] — ettlicb. 27. [Daz]. 28. sprach 
— 6ew. 29. 30. jungen ist anstatt Üben versetzt. C. 31. 
seh. er o. 32, Lam C. D. /tin er da k. D. 33. Unde 
rurte C. ring H. 34. kamen. 36. der fiir ze. 37. Unde 
lie^C. d. vatterJD. 38. sch6n töppich. 39. unii edeln C. 
24. er aticA des. 43. ain e. 44. sprach. 45. geswiAen C. 

46. Unde C. do H. C. 49. *vor Du jst Solt, ausgefallenf 
durch Druckfehler: D allein hat es. 51. sprach — [mir]. 
52. [ein] o. s. t. 53. lohtcr C, töchlern D. 55. gcbn. 
57. mit. 59. da. 60. er da kam. 61. Unde C. klophet 



ifftfitii. XUX; 695 

C. D.' 162. lief \D. [ouch] C. JD. oi se C, xe D. 64. do C im 
da gdtec. 66. Sie C Cimmmt^. 68. Wie C. 69. Sw. a. 
auch r. 70. Ion C H. 71. m. schon D. vn If. D, 73. 
Ir^ii» Absatz, er von. 74. er ilo kam.' 75. in vollem. 77. 
Vnd C 79. Teppich. 82. Und« tf. 84. Gctempcrf C. 
[wol] H, C. 88. voldtf C. 90. vor ilrungen C. 91. da. 

93. Absatz. ET. C, lieb D, /eA/f C. 95. 96. alten br. Min. 
C. 97. V^sz. 200. Bis im by e. w. d. 1. Er — tftnJ. 
3. kam C. I>. [al] H. 7. <fi« w. 11. Er kam zö d. altem. 
13. schön j. 13. lia n. 15. Und« C. 19. kamen. 20. sein 
y. 2t. Ain liest nur C, iA H. 22. Ictcmen C. 23. es 
wänen fürwar. 24. vermißt. 25. Absatz B, C. 26. s^rai^h 
s. y. w. 27. bis#ii D. [so] C 28. rede. 30. £> «eiget 
Jf. C, Erzaigf l>. 31. sprach. 32. kinii ich hau. 33* 
Sun ain ding dz. 37. hält. 38. Susz. 39. i^irt gtff r. 
.41. gienc C. 43. s. vH w. 44. vil ser. 47. Oder. 48. 
erlie H. C. 49. Dez er vor was gewent. 50. hanJ). C 
D* wart er entwent. 51 . vor H. C. Dies vor (ztrar öfter 
anstatt vttr) find das Punkt hinter Wart, in H, deutet 
auch die Lesart von D an. 52. busei» C. 53. Absatz. 
H. C. [n.] C. 54. N/At w. C. 55. D«. 57. nit me. 58. 
si. 59. Baidu h. 60. HoA H. 65. gedacht« C. 66. kind 
mein. 67. Do« gedenckt — trüw«. 68. geit m. letrht w. 
69. yuder weilfi ain weisi br. 71. gen — hoffart D. mich 
C. 72. We mir D. geboren C. 74. [Gar]. 75. Vnd ich. 
78. gar ab. 79. Und bin nu C. 80. wölt. 86. dacz der 
h. 87. elleti Cy t\en D. 88. Susz gieng ^ rersm. 92. 
Um B. C. 93. [So]. 94. sin C. liile ü. glidnr D. 97. 
Und C. 98. ez ^esaU. 99. do if. C 301. do B. C. da 
e. w.u.. 6. Baidu. 7. ruchet C B. kaum« C. 9. af( 
gr. 10. da für so. II. [den]. 12. Und« C. irgt. 331. 
399). 13. g. im aber ach vn we. 14. ge. 15. Die D. 
siin If. C. 16. ie /"«r in— [gar] C. 18. 20. kam. 19. Da. 
20. Jedoch. 23. bis wil. 25. [vü]. 29. lainet. 30. Bar 
man. 31. under B. C. (vgi. 312). 32. berait. 34. im 
geirewet w. dz. 35. Alrerst C, Aller erstH. begonde tf . 

C, begiind D. 37. gedachte 6*. 39. selber. 40. 41. min« 

füts nit cithan Doch alz v. 43. [k.] 46. vom C. 47. 
imi. D. -ischen C. 48. leb enw. C, Ich w. fi<t — [a.] 
erner D. 52. [der]. 53. kein Absatz. C. säumet: räumet. 
55. Unde B. C. ffieng D. 57. ew. 58. sie H. C, sfi — me 

D. 59. fraget [ml. 65. Er s. uil wol by in. 70. bin 
ich B. C. D. 72. IVan ez. 74. In h. d. t. "D. 75. 
ßi den JI.. C. ofcn C- D. 77. mves H. 80. vn JI. B. 81. 
sie B. ( öfter ^ in C. immer). 84. die für so C. 85. schire 
C. 89. deheiner C, digg häftig D. 90. volget C. D. 

94. Iren -- fsust]. 96. vnm. C. D. 97. Ward s. m. vii 
h. dick. 98. de» — den. 99. vgl, 312. 400. Unde C Si 



696 ft§$titu. XUX. 

sprach D. bistu C. D, 401. dina. 2. sprach. 3. wol für 
gar. 6. cunge C D. 7. kese C. 8. i. d. 9. hinnen C, 
D. 11. vor. 13. So IT. 14. kes« C. 15. bevainet 17. 
SüM. 20. frew. 21. mü. nü s. 22. in dem Zusätze Uest D: 
gatit : laut; wie häuHf; au für ä. Ebd. komm ds aupk d^s 
sein. 23. heU C. getrui D. 28. U. e. }, da g. 29. cham 
her w. JD. gewesen f//r wider C. 32. 33. und« C. 35. 
kirchn. 36. Do C (;ien^ — A«r v. JD. 37. Vnde H. ^eh.: 
ge«. D. 39. Oft phck#t : ser crschrickef. 41.' pilgriMfn) 

B. C. D. 42. mahf tv H. [gel D. 46. kumi. 47. bU D. 
er her ist in H, umgesetzt^ aber zuerst gewiesen; daher 
feMt er in C. gieitg : geviensr D, 48. bildicl. 50. ich uck 
verha^del C. 51. pilgrim H, C. 55. so H, C, fehit D. 
56. Den H. C. H. pilgrim H. C. 59. Din C. D. 61. IrWn 
ii^a<«. C. 61. gesehen H. 62. diser. 63. TNül. 64. 
ew ez. 65. daz C, Sf<n l>. pilgrim H, C. gesell 1^. 67. 
hain. 68. i. nii v. 69.. ztrar C wil Xür w. D. 70. man- 
ge» C, man/^ JD. 73. langer. 75. *lqbl' für \ahV ist Druck- 
fehler, \9het D. 76. Der g. m. im <la s. 78. allez. 80. 
Aiczen C. 83. bürgere : unde gewere. 85. vnsere. 87. 
unde C. 88. u. auch d. gebil. 89. Damit D. verdien« 
H. C. 90. vn Hy \nd C D. 91. IJ. i. m. erb, 92. schier 
u. 96. vil w. 99. *[man] für [an] ist Druckfehler, 501. 
Uli I. 2. linde C. d. o. D. 3. l>/«««r Absatz beginnt 
schon 1. A. C. 6. obn. 10. * liest D auch sclb^ nicht halbe. 
11, were C. werfi geg. D. 15. inner^h. 16. ward. 17. 
umb« C. 18. h. sin ze C. 21. Do C, Da hin ^ [also] D. 
22. Alz. 23. Do C. 25. d«r. 27. halben. 28. «rsach. 
31. sag H. Cy gab im auch den D. 32. vn H. 33. Hie C. 
gl eng D, 35. Hie 0. 36. \n H. D, Unrf C. 37. fraget. 
38. arme C. 39. Unde C, ic/» — meis. 42. al vn az. 
43. gien^. 44. sait. 45. wöW ; sö^. 47. antwort H. C. 
48. m. s. 49. Vn — prödcr. 50. i. nü d. 52. gink H, 

C. laze C, 56. ain. 57. Für ain w. 58. gelan. 59. gieng 

D. do C. 60. An ain stal zö. 61. Unde — denken. 63. 
Dac« dem elii D. Do — eile C. 65. Absatz, H. C. gewart. 
66. Wan weif. 67. mentel in C, Die da d. den manlel 
gieng : hieng. 68 zc bilde C. 71. hett:enllett. 73. slül. 
75. gien^. 76. arm. 77. hie«^ : geOen^. 80. Der \ater 
(et alz. 83. woU in han, 84. Dvnen s. H. C 86. hast 
fv (du) H. C, 95. in den. 97. lasz. 600. Vn der k. nil. 
1. V. min me C um C, 2. [Sun] D. da C. I>. 6. 7. 8. 
Unde C. doch für auch D. 11. 12. ich noch han £2 b. 
D, hülfe C li. ic auff ^esl. 16. inn. 17. her für noch. 
21. 22. Yeczo ge«f. I. vr. Zft m. g. — [nuj. 22. gerne. 
23. J. Ut er h. 24. sie für sin C. 25. h. i. e. C. D. 26. 
gelie. 27. swen — w. ich d. C, 28. muzen C, mUssent 
si D, 32. Yeft. Dy leclicben C, 34. dar für im. 37. 



fnMnu XUX. 697 

leg« C. 639. Und« C. ginck. H. C. 40. und i. — selber 
C. ga» l>. 43. Hinntfn. 51. £« w. 57. [er] C. 58. r. 
o. m. 59. u, auch, 61. Yn. 63. do H. C. 68. geben. 
69. Absatz. H. C. 72. groze C. 79. AI«. 80. benrenlT. 
C, brn D. 81. Kein Absatz. H. C. [en] D, 83. dankU 
C. tanck^f im da s. JD. 84. sweig e«. 85. Die C. 86. 
Es sey Je» D. sin C 87. So du. 88. wz si. 89. kein 
Absatz. H. C. tagez D. 91. sün. 92. Da. 93. werktnem 
C. 94. jun^ D. uvime C. %. sprach. 97. wo J7. C. 700. 
elwas C. 1. lag« C. By seinen tage» b. H. 2. Sihestu C. 
6. trat meifis. 11. Dez s. u. n. 12. sülln — [in]. 15. 
Absatz H. C. [sa] D. 16. 17. v. an sein? g. St. 20. 
danket — geneig. 21. in. 22. Hincz — bot gebn 24. 
Pa. 25. bain. 28. Da n. 29. hain *(b^ser hein). 30. 
31. soU u. d. a. s. Docb n. D- [allen] H. C. 32. Du k. 
riM so D. kumest C. 35. wiz«e H, tische C. 38. Dem 
Ry Der C. 42. hein. 43. krieg. 44. lanii mir. 46. ha- 
zen C. 47. inbi««ens II. 48. Vh mit dem a. morn g. 49. 
vor henget H. C. 51. lobt er zurar C. \a 1. d. a. aucA 
zwar D. 52. kom Ji. C. 54. die man. 55. edeln C. 58. 
ew. 60. Der a. w. 64. blicke C. D. 66. Da« er im. 68. 
ii<z o6 er. 69. iSfo C. 70. Er also C. 73. Sonen m. C. 
ich dich des D. 74. kistilin H, kislen D. Auf 78 fo/^ 
80: gan. 81. Vn in. 82. Das i. n. d. getrtif. 84. seina 
sibnu D. sine C. 86. gegeben C 88. er vr. 90. k. d. k. 
I>..ktfmen C. 9t. Darinn waisz^ -:- trürczling. 96; u. o. 
801. die. 3. sein. 7. genennet. 9. [vil]. 12. [noch]. 
13. ilAaines. 15. [do] — dtii st. 18. Der — . daran D. 
in C. 20. [ob]. 21. Daz er m. 92. iet(s)1. C. D. 26. 
nil — [den]. 27. *so ist vor wil auegefmtien. Drutkfehier. 
33. der. 36. umb C. 39. meren : besweren C. D. 40. 
So ensol ez v. d. 43. im friden C. 44. Unde C. 46. 
6ewecht. 51. An 1. 53. Recht. 54. in grosz g. 66. b. 
roenges gebn. 68. Unde banch^e^sine C. 71. köre C' 74. 
wer an im ^escbechfi D. geschehen C. 76. H. in g. 
Xwol]. 77. lezl H, leUet C. 78. mer noch n. 79. Er D. 
und C. D. 80. h. u. d. 83. Do A. C. bell : gel D. 85. 
mir hain. 87. Hain in tr D. ze Ati«e C. 90. mit im gan 
M. 91. [im]. 95. salzte H. 96. Da. 97. sie H. C, sü D. 
98. fraget D. letzte H. 900. \}nd H. C. 1. dauche. 3. 
ich ez. 5. djcz« 7. alte C. 11. liest D silbn'n. *(silber 
ist DruckfeMer). 12. gelat'l. 17. edelem C. 18. Unde C. 
19. vn 17. D, unii C. 23. JSTwic H. C. schone— gevilel C 
24. Da D. [enj — ge ilel C. 27. kovme C. 29. Die weissen. 
30. vrogt JI. Fraugen er begund. 31. Umbe C. 34. sprach. 
35. noch für sl. 36. Dein« wons. 37. da für nÜ4 38. 
ha«tu w. T. 40. deß. 41. 42. v. «ernen l. — mir haut. 
47. sol man. 48. drtn C. 51. geschehen C. D. 52. ers. 



698 fnuitvL L 

955. V. sein^ aDdern D. Bü&renC 57. fO.] 59. zthen B. 
61. ab. 62. für s\ liest U. si sei. M. nucklh. 65. IrsigeQ. 
66. iemäf. {67—72]. 73. maget C. D. 75.. und« maneel 
C. 78. wil Üesl auch C 80. gern« C. 81. Jenes er «d^. 
84. Und« w. Vorne C. kam D, lii <fMi Wagenden liest D: 
b. an jr«weiset. 85. kein Absatz H. C. [kom] D. 86.- 
selifen C. 87. Ufchterit. 88. vA utic/l. 89. ein« kisten C. 
90. VilVL. C, Oft muM««« 1>. 91. vater« C. P. 96. und« 
C. 97. ain ü. andr«» if. 98. Su/^e C. SOllA w. s. d. k. 
1001. An disen m. i. wol sp. 2. 3. In h« — \m d. 5. 
IM C. 6. vn A. P. 7. sol engan so n. 9. Dez tagez. 
10. Den kirchfie. si n. 11 laiten an irß 12. Baid D. 
[lieh] C. 13. pfebein H, ptehine C, pfavfi C. 14. tUchi 

a. 19. Und« C, zc «ifi«r s. D. 20. g«bitcn C H. 22. 
sag WZ hS6en. 25. Heben H. sipp« C. D. 26. *tüs«u. 2B. 
du d. D. umb« C. 29. versinachii. 30. Unif H. C. 31. 
sparst du U, C. 3). dir ez. 34. sein. 36. dein«. 40. 
Illich«C. 41. bi im *Cbefser}. 42. [ge]*. 43. ni«- deinen. 
45. Ir pfr. si ze s. 46. lvr(t)zten H. C. 60. mache« H. 

C. 66. yf\ H. 70. lefsle H. C, 73. Und« C. 74. Nie v. 

b. 76. kein Absatz H. C, w. si D. 85. ßaidti in er. 86. 
kein Absatz: leisten //. C. 90. Sin« C. 91. minti k. 91. 
Biderd. 97. zu der. 99. g^zem. 1105. distr forch^ 6. 
Wur/f si ieczo. 7. licht« C 9. UA JRf , Unil C, Ir liess«nd 

D, 11. er z« b. 12. cbam. 13. beui/M. 17. im scb. 
19. kein Absatz. H. C. f^«b. D. 20. fsi]. 21. Baidii. 23. 
lieh. 24. aufT g«$p. 2d. koume C. crweg«l: reg«!. 26. 
Obnan. 30. der stüssel» 31. red sol euch nit lan. 36. 
Do //. C. 42. leisten H. C. 50. da H. 51. er platcrt H, C. 
56. Da, 58. r«rhilt. 59. r. m. in gevarn : warA H. waren 
C. 63. dann^. 64. fn. 68. an C. 69. heUc C. 70. 
mani^^f t. 71. sn H, D, 72. gebn. 73. Gen. 79. g«trüti. 
80. [DieJ. 81. kein Absatz. H. C. si« C. 82. Cll^ 83. 
gehaissil. 84. well. 85. gan. 88. selz«t C. eltweß D. 89. 
manigcr C. 91. Wend. 93. Und« C. ew. D. 94. Gaul. 
— af/'Aait. 95. Und« C. 98. dcA narre«. 

L. Mar litis fest. Von dem Stricker. f 

Heidelberger Samntiung ( ^.) f7i; C«1oemaer Mtckrifi (C.) 17S. 

Wiener Sammtung (Wi)Ui Insbrueker M$chrift fl.) W. Laf »bergt 

Ueder$aat (L.) CLXIX. Wiener PergamentktuidTchrift J2885 ( Wi). 

Veberschrift : geboutt«r H. Hie Iranc ein gebovr über 
macht An santc Martines nacht C. • Ain mer von snnt 
Martcins dich W. /. Wollen jr ain wil gedagep So wölt 
ich vch kurtzwile sagen 1. Von ainem riehen bur mann L. 
5. W* Also; /.. Sam teil och. 7. IT» fehU so. 9. W^ 
fehlt karge. 10. W^ Und. 11. \V^ geperden. 12. W 



D. si wol gelruDchen h., W^ D. si YDSHinikleicb tetA. 13. 
IT' So w. 14. (brirehen?) W^ Nu Torchtens (wtehU 
worhtens). 17. W hie vor, W^ L. hie auz. 18. W hin 
ein. 19. B^ ain' vnd*. 23. JL. le dem ersten , W^ ^ dts 
ersten. 24. W^ Des. 23. W^ benomen. 26. CL. gunden, 
H^ bund. 2B. W^ Do erhört d. w. den seh. 33. W* L. Er 
ffwan. 36. H^^ L. fehlt im. 38. W yegleichs sein, 2/. 
Vber all J sind r. 39. X. wol (^. roe) ; IT* zehen , i;. 
hundert, W* tawsent. 42. W^ fleizig, L. fehlt. 43. IF* 
JL. ersacb. 44. IF« gestünde; W^ L. fehlt en. 45. H^ 
er; H^^ JL. ot. 47. W^ bin n. b.^ IT' hin zo paz; JL. 
/«Att bin. 51. W JL. f. b. ez s. m. 56. vil fehlt, 57. 
IT* ' Ez w. , L. Da w. 58. W^ L. Und w. ; gerne fehU. 
59. IT' Ander din, W^ vnd dtn. 66. W^ fehlt nu; L. 
nu 1. 71. W* JL. ich ouch. 75. W ez. 84. IF»» er- 
laschte, JL. lüschr. 85. W^ Er w. 87. Cff. Der. 88. W 
wart; CH. lip Ut. diiep). . 90. W fehlt s6. 94. 14^ niht. 
96. IV* X*. fehlt ie; »F* /-^Alf 4e so. IW. IF» er seyiit 

4. W^ hi naht, /;. hie nu. 10. W^ schenka. 12. C. be- 
svndem^ W^ vernomen. 14. L, Daz er sin glücke mereL 
15. W* Ir sult. 16. W fthU ser. 18. £.. 11^ Vnd sult. 
19. JL. fehlt sin; W^ f^hU iemer. 23. W getrinke ; C. 
fVrbaz bin, W* nu bin. 28. W* b. v. i. 29. CA. IV» X,. 
trinkens, IV* trinkes. 34. IV* Des. 37. W^ Si br.; vor 
ir.spr. 38. IV* Swaz; ill/« do. 39. Alle ohne nu. 40. 
IV' fehlt diu. 42 All« sinne. 43. L. al, IV* aller, IV* 
fehlt. 45. IV* liebiu. 48. IV' svlhs, L. svlicb ; IV' > X,. 
trinken. 49. IV* "^ L. Daz; IV^ mag. 54. IV' liebfi. 55. 
Mj. alten. 56. L. moz sin^ IV' Sein müzz. 57. L. binacht« 
58. IV* P. sin die s. 61. IV* X^ als. 62. IV L. ir. 63. 
CL. binabt; allen fehlt AUen. 64. IV* ' L. Daz wände i. 
n. 67. IV* lobe. 71. IV* Da g. 72. IV* vil 1,, IV gar, 
L. manig. 74. IV* Die; L. grozzen. 75. L. fehlt guot. 
80. IV* Nu. 81. W* Er. 83. H' X. fehU elliu; L b^b. 
84. L. fMt nibt; IV* war diu rinder. 91. L. Sam. 93. 
IV* alden, L. allen. 94. 95. fehlen C. .96. IV* ' L. Des. 
97.. IV' michls. 201. IV* geheizze. 3. CIV*' L. in. 4< 
(M«« muosj. IV^'L ribten abe. 5. IV' witzen. 6. L. Ez; 
IV' wer; IV* ' L. halben t. 9. IV'liit wew. 11. L. enhan. 
14. CH.in", IV' getrouwen. 

LI. Der Wiener' Meerfahrt. 

Heidelherfer SmmwUtmf (B.) 37; C»Ue%mer Ak$ekrifl (C.) 38. 

Veöerschrift: [von] C. Unde H. — Folgende unhezeiehr 
nele Lesarten gehören C. 1. et^venne. 4. Vn U^ L'ndeC. 

5. si H. imeietj. konden ; begonden H freist, auch in C). 



700 ürMtli«. LL 

7. tugcDthaft: verkeft ir %t9Chaft, 9. tin für Jbin II. C. 
11. Ah9«U%. 13. iexunl. 17. all« die ff. <7. 22. maficAen 
Jf. C Cäfier). 26. hoverlicber. 32. Dewcn. 38 oode. 
40. und. 41. g. rW ▼. H. C 44. sagl. 46. vreuden lere. 
46. it R. C (häufig). 47. widimo. 52. Wl if . 57. Do. 
67. Wientte H, Wiennai C 68. vn J7. 71. winn«. 75. 

Srennich : dinIcA. 78. manch U, C. 81. do J7. wieii«»C. 
3. seltzene C, seltsame C 85. ifinen. 87. deinem. 88. 
trurtoen. 90. Und«. 98. da. 99. vrolicA. 102. gAioc. 
6. seuen. 8. erwärmte : erbarmte. 16. sauer : gebur. 17. 
siner. 18. jtigest. 19. liht IT. 23. liezen. 25. INe H. 
26. kvmerlicne H. 27. nuchtern A. C. 31. geben €s. 
32. klagre. 33. reitie H. C. 36. vn 17, und ftrage C. 
42. dem. 44. sag^e. 47. pr^zten Hy prunken C 64. 
sag« C evcb (uch) H. C, Ommer). 70. Und« Vermögens. 
TS. suln. 73. Dan«» wil. 76. nacA gebur. 83. mllalle. 

85. kreflicli^n H fcH Ui obenhinein (feb^sertj, kreft^^n 
C. 92. Syst. 93. gelobe. 95. a/zers. 96. kom H. C. 99. 
sam«n. 201. viU 2. safij^en. 10. aU. 12. einwart. 15. 
wien«n g«nuc. 29. ndikin frf^« eigentlich Niederdeutsche 
Verkleinerung^ negelikin, welche in diesem Worte allein 
noch Hochdeutsch ist: Nelke, neben dem Oberdeutschen 
Nage lein. Vgl. im LXVI. Helmbrecht 727. 744 die be- 
deutsame Unterscheidung dieser Mundart). .33. alten. 38. 
vft Hj und C. 41. mii. 46. %tstaU kart. 55. war. 60. 
w. s. 68. kam. 78. <onc. 80. Ir«n. 84. vfi Hj und C. 
96. tiV9ieiz. 97. g«schiht. 302. baten. 6. un^er. 12. 
Strauche C, vn H. 14. wankenden. 19. Ftir B. C. 28. 
hohster. 31. Wat. .35. nacA ^eburen. 39. lag« H. C. 
42. undi>. 47. ief sichern. 57. gieng« H. C. 59. Und«. 
66. Dunen g. C. \f\ H. 67. verderben H. C. 68. \]nder 
des. 69. lag«. 78. Itt H. 82. micr H. 85. Der werf« H. 

86. kiel«. 93. Und« waren. 96. grozcn. 98. naAr(ch)ffebur 
H.C. 406. Un<f. 9. [doch]. 12.[gejbat. 18. stein« ibein« 
H. '€. 19. die b. 20. zv brache H. 22. sulche (solch) 
g. H. C. 27. VA H. 30. kri«gen. 34. gescheA«n *(lies 
gesehen). 46. zecher. 49. entzwei. 70. wiennere H. C, 
71. wienncn. 72. Da«. 77. darii;en : garti;cn H. C. 79, 
und«. 87. mag für was. 90. dann« «. 98. nüchtern H. 
C, 50t. gewacht H. C. 3. über fUr mere. 5. trunken- 
Äoldc. 17. vi«l H. 29. solche. 30. D«r der H. .32. 
ntichtern H. C. 39. untbezalt H. C. 55. do H. C. 60. 
ube^ich H. C. 65. verferbet vreve/iche H. C. 75. wir« 
H, wir : hir C. 78. ScAulIe fl. C. verz«n H. 79. misse- 
bienten H. 90. wir got alle gof. 97. darzu drun- 
ten und traten. !)9. Un/f siz If. C. 605. trunken H. C. 
9. Afnvch H. Drf« H. C. burger« C. 11. hoc*. 13. doH. C. 
14.17. Unif. 20. den. 21.Alrerst. 24. rpl. XLII^ 70. 25. 



fi§nUn. 1. 701 

harten saure : nachlgebattre. 639. m^jiiI der Nibeiungen 
Noih durek KriemkUden, 31. gesah(e)n H. C. 37. koum«. 
39. gaben. 40. name für manne. 42. sau(w)er C. H, 
51. Ir für £z B. C. 56. 57. sind hinter 671 versetzt. 62. 

gewMcken mac 72. Der rerlevst sei gut uh, 74. solcher. 
1. na*. 83. [des]. 64. dan den. 90. ist für er JET. C. 
96. ntfchtern fr. C. 701. Absatzy anstatt 702. ff. C. 6. 
gern. 

Aus Jansen Enenkeb Weltbuche. 

1. Jii^iftcf un^ Iri^amio. 

Etidetherftr Bmmdaehrifi (H.) JM. 75. Münchner Ummdtektifi (M.) 
B/. 81. Gteinktr Momdtdirift (O.), GmitttkgdB Aktkrift S. 47. — th» 
foifmdem m ikneiekMeUn Lcimrien fehären H. Die Ffry/cicAMf nmm AC. rnekl 

99m Z, 99 fti« ifi. 

3. ligenil. -4. Do — iesa £f. 5. Des. 6. Daz G. mut 
H. 7. za^l. 8. an m. G. [9.-26.] JET. i2.*Ues beideti. 
13. IJM ta<l : unkail 26. Ainlm fe*/t ein Punkt. 27. Do. 
28. Troy G. 29. ligenif do. 30. ir da vil. 32. kirchen. 
35. Troy G. 36. witz vnd s. £f. 38. glouben H. mier G. 
43. Achiles Ci^i^^ier). 45. wo if. 6. 46. ob des m. ich 
r. H. manne» w. ger. G. 47. i. gor v. 48. vr chiait G. 
49. [der] 6. d. ertn kl. JET. 50. Vnd gev. i. im reckt H. 
51. 53. Da. 51. daz G. 54. norcAsten 6. 56. Achilem. 
59w las« Ji. re4 G. 60. dllz AT. G. merl Jlf, mer G. 
61. kam : nam. 64. seine G. hübschikait IT. 65. 66. Wie 
er — Gieng a. M. 68. chom AT. * 71. pider AT. 71—86. 
verkürzt G: Dö nA Achilles, als ich h las. Zuo seinem 
vater Peleas Haim kom, er wuochs n. t. 72. Poleas. [77. 
78.] AT. *77. lies gehaisen. 79. half» r. half» AT. 81. Ziro 
fr. zouch Af. 82. ee AT. er vil vrtmde w. eint JET. 83. 
im vil betrogen, 86. gefüg — [er]. 88. Da wart ez ein 
Afw vromer H.. 89. 90. Vnd do er ward w. — Do w. im 
G. [Und] H. 91. wer : erber AT. G. 93. ienh. des Af: 
94. hint in. Af. (meiiit biet). 96. htet der Af. 97. [er] ff. 
niemand soll : wok JET. G. 98. G. dem der si niemand J7. 
99. Da H. AchilleM Af. G. 100. mer Af. G. da Af. [do] 
H, 1. Schiroit do G. Schirone Af. 2. mir ieman w. 3. 
seltzein(s) Af. G y selcses fl. 4. miner geink. 5. w. iler 
b. G. 7. Da Af. 8. dksin Af. G. 10. glouben. 12. bare 
Af. G. 13. wa(e)chef iirein J7. G. dksin Af. 14. soffen. 
16. leinem G, Jeineinem Af. 17. liebee chitU Af. jamchherr 
G. 19. Diseu? AT. 20. ha6 Af. G. cJtainen G, Äonen Jf. 
21. ittaim Af. harelin H. 22. Wachset auf dem part dein 
Af. gewachsen ff. 23. Da. 25. Da legt es AT. liet G. 26. 
an m. Af. G. 27. haiiKnne My haidiunn G. 28. s. n. ▼• 



702 |(»«ttM. t 

h. mion« Jlf. mion O. 29. Dyadamia Jf. ff. 30. 9i ü. 
31. sei. 32. So w. O. 33. [von] fl. O. 3i. chom JM. O. 
35. [hin] O. 36. vrouw. 37. D« IT. er grin (gen) dar 
stat H. £f. 38. Sein rainem z. G. üf. z. ^ in H.*iiei 
sucht. 39. i^i O. 41. [Her] üf. ii/ii gen de« 6. burgfl. 
6. b. dar gie H. [do] O. 42. chünigintttf jlf. 43. vr. in 
M> mser :'w«r M. O. 44. [von] ÜT. O. er Jf.. [koroen]. 6. 
45. frömdee G. 47. Iie6 M. fraw M. G. 48. sagen! If. 6. 
5t. [bocken] O. 57. er mit \msx\den ro. IT. O. 59. do 
iftr. 6. 60. n. heln wil H. O. 61. g^traw M. 62. prest 
G. 63. {;n<l ich. 64. m. tttrr gel. M. 65. IFer. 67. Uieg 
beschnidenleiGh ohne Komma. 69. Wa ein kunig rieh 
wsr ein küniginn H. Pey ainer chüoiginn O^ 69. [ich]. 
70. verzer O, 71. gar k. M, [vif] G. kom verspr. ff; 7x. 
Seit JH. O, Seini ff. dfe unsellpm O, 74. ich bin von 
dem G.. \ünd ff. 6. 75. mache ff. <V. an den s. G. 76.. 
ein« G« 78. iuwer. 79. mtfe m. M. 80. ir (hie) bi ir m. 
ff. G. g^stan G; . 81. hcint if. G. 82< iar^o. 84. iu 
gtiUeichen t. G. 85. reJ ff. G. 86. wcschin ff. G. 87. 
wcsc/li ff. dez do ff. G. 88. Achillem ff. M. 90. frati; 
M. G, vro ff. 9i. 92. meinen sinnen : maistcrinnen. 92. 
leren m. M. mais^rin. G 94. möcht M. G. 97. Si i. so g. 
ff. gelere ff. G. 98. A. k. i. s. v. 99. Dein ein. 202. 
dienst^ sich si u. 5- Diu sehnen t. diu M. schoeneu? G. 
6. wehren M. G. 7. Krochen. 9. gern M. G. 11. ehleiMit 
M, 12. Ein paffg v. g. gros; snd weit Jf. 14. herrJf.G. 
15. Ionen. 17. Und s. G. 19..ains chünig« Q^ pfennxf^ 
ff. 20. cm G. wert ff. 21. licplich. 25. sslde Jf. 28. 
«ich ff. G. 29. H7e Jf. ilhaincn Jf. G. 30. disem. 32. 
^ein Jf.Jnu] ff. G. 33. vrou. 35. Der Kr. G. 36. ir 
wölt. 37. volge ff. [im} G. 38. 40. Achillem ff. Jf. rtl 
g. Jf. 41. m. schon. 42. b. «age Jf. 43. wize. 45. 
Verh^m^ Jf, verhängt ff. sein m. G. 46. lat ff, Ixt G 
(metne leit). 47. wont Jf. 48. w. s^tfn I. G. 49. begunde 
Jf. 52. [eu] G. von han Jf. 53. geschach mit w. ff. ir 
ff. m. w. gar G. sein« Jf. niemant G. wäre ff, wacrtf G. 
56. irn G? sinen ff. 60. ticnettm Jlfv G. -61. So w<^ 
ich G. */iV« nain für main^ 66. siechen vurwar, 67. üo^t 
a. ff. ein Jf. scitzsein Jf. G. 68. so ir er Jf. G. behalten 
ff. 69. niemlert. 71. nicht Jf. 73. wöllent — im ein ff. 
[sein] M. inain G. 74. vcrsu/^en i«t u. Jf. 75. H^azir 
erahtunge Jf. erachtung G. 76. ffi« Jf. mengen ff, ma- 
nagen Jf. 77. sag ff. schocne G. 80. [icht] ff. M. gern 
Jf. G. 81. treti7 G. 82. Jf/e ich ff. r. «ein Jf. G. [85. 
86.] H, Zahai Jf. ffey sole ich sein G. [89. 90;] Jf. [hf] 
ff. 90. t^eftferben G. 92. frawn ff. 91. iuwer. 96. iin 
ew nimmer Jf. 98. mir aA^rst Jf. erchant G. 99. [du] 
ff. G. 300. alle« ff. aU schäm G.. slacht cAm» Jf. 1. 




15. (ich], 
virde. 1 



17. Do mag G. maff einem «; ff. tS. w(rl Jt. 
19. ?ptf(ol JH. G. 2t. bet U. O. 23; wert {win) 
ir o. ich G. M. 23. Er — sicher 6. 3t. ffneriD JH. 25. 
■p^Kot raffen JH. G. 26. aincn M. 27. Wem H. Swem 
dann dits sol M. 28. Jen a. G. 30. aptgot Sf. G. 32. 
uD« G. 34. gnaden. 35. maislerinne JH. 36. Wn — 
VU icb H..G. 37. [iunk] H. G. 38. bab — in dinem 
0. G. [39 - 74.] H.. 39. pet G. 40. an<l 6. 41. ter- 
porgnen[new) JH. G. 42. sofl da n. G. 43. apfgot JH 
(iwtmer). 44. soll d» G. merta M. (mtint in cren] 4S. 
rueff — sli;i G. 46. dai ei' i. $. wiU G. 47. sprecAt G. 
48. HfffG. 49. ificAG. 50. dein G. t\. Air G. 53..-MM 
hajd(e)nischeB). 54. wirjt 4u w. geerC G. 35. Dai G. 
56. gewini G. 57. hjiM 6. .60. itk w. G. 62. gracdi» 
O. 63. w. mit scb. G. 6S. fielet) mU h. G. 66. er O: 
68. Vilgn. an C. 70. Hey — [nül G. 7t. [d»i] G. -fU* 
«N ilreickenj. 73. Swa» Ö. 75. da» gt*et g. H. 76. gen 

— lach JH. iH a. magf H. G. 77. die Anrede steht h^er, 
wie Öfter, au/terhatb der BeimaeHt. tan M. 78. Kk si4|e(n) 

— heu H. G. 80. hat B. gedient Jf. G. 81. [gar] M. 
82. [vor] A. O. 83. lan. 8t. begunrf JH, 386-410. thrf 
in Gattichedg Aitckrift vbK G nmr dwrct sicßi leere Zti^ 
Im angedeutet. 86. an JH. 87: an. 90. gräicflcH M. 93. 
Pey dem JH. 94. [alsü] JH. 96. rraw4f M. 97. D« er n. 
Win w. Jf. 96. [wolj JH. 400. Grif. 2. ««rhorl. 3. [dail 
M. g. DI der Kr. H. .4. mir worden ist H- fVr 5. 6 
wiederhaU H 399. 400. * Dm sk S fehlende Rtimrort itt 
ohne Zweifel grair. 7. '(HM «pracb). 4iit w. JH. 8. [hie] 
10. ist mir mlso s. M. [tl. 12.] U. poidenth. — vrceu^ G. 
13. si ailiu g. 14. [dai] O. 15. d«nnocbt. 18. chcMMlea 
a. 19. Da er der siec4 G. [21—26.] H. '27. Der sprach 
icb m. iuwern bninn. 38. [rechte]. 30. sf«h. 31. tu- 

f;enlich. 32. arut «. 33. [tochter] G. t. gedenk H. 34> 
■llenl. 35. Das H. Im Q. 36. ich ie ban lieb tdidpt. 
37-62.] a. 45. nieroant O. 55. laucfal G. 6t. der fOr 
ir. 65. iei. 67. [da] G. 68. [nä}. 69. misstan. 70. 
Zwar m. 73. ir fiirfiK G. 74. verswan. 75. dacAt — 
(«•»laJcAleich G. 80. wer O. 81. bort G. 87. G«n G. 
[Sä] H. 89. ittain O. 90. Salben siecfatiioa ic G. B3. 
CA «ein G. 95. arttt G. 98. [von] iuw«r. 99. Er spt. 
SOO. es sein G. '2. Ks iM.O. 7. Und ei da /'Or G. 8. 
ch(<FfleichG. '(tnennGe. [9.10]. 11. wolLst— nicht O. 
12. w. n«M. 13. wolUf G. 14.. ITie icb wier G. \^. 
chindein O. 16.' Da m. du an G. [17—33.] H. 19. hietat 
fi. 34. Si iprmek gMd O. fnll ff. 35. [«Kb\ 38. die 
w. kud. (39— 44].li. 4K. 46. Dm- bruuien ne min m 



704 - ftMtUu. 2. 

h. Der w. dem meister do. 549. mir darumh^ g. 6S. Uli 
O. FürJi — 82. hai H nur: D6 deu tochter des ward gewar 
(vgl. 563. 571) 9 Daz sie ain kind io irem leib ^ebar, D6 
ward sie alle^ laides vol (565); Doch tröst' sie Achilles 
wol (577). [85. 86] H. 



2. Mit Jaubrrrr HirgUiUf. 

Brnndtckrifttm »u Mümehen mwti (M, Mm) BL fü, i56; mi iltrf f. 

ftHrf (AJ tu. Mii »M Neretkeim C^), Z. SSTUf »m HtideUtrf (0; 

ßt. iXii •» Wmtfenbütlel m»<i (W, Wm) Bi. 141, 4«. 



1. Pei der zeit ein man .was alsus W. R. gesessen sl. 
Mm, 2. V'gilius H (meist so). 3. wait M. 4. zau^nns 
J7. Nach 4: Da von in Aüguslus lieb het Vil em vnd 
wirden er im tet W. 5. ew da w. M, A, N. 7. rehteit 
gel. M. Ä. N. 8. Da von ist er der A. hellcfi H. 10. *//e« 
«elbe ffir Aelbe. 11. kunif H. • 12. neman H. 16. Von 
im ist mir daz ff. 17. htit Hy hauet M. A. N. 19. erde 
ff. ^Hes sltiok. 20. daz der houwen kamen gituok ff. *Ues 
vertruok. 21. stnen ff. slagen M. N, [s. sl.j Mm. 22. 
Chol» M. 23. [was] W, 25. [erde] ff. 26. wunn ff. 30. 
Wdi — lande i*f. X. iV. [hin] ff. 32. inne i*f. A. N, v. gar 
w. ff. 33. ans M. 34. [wellen] d. i, mer b. ff. 36. uns 
M. 37. wollen ff. lern >f. X. ^. 38. vröiid ff. 41. uns 
ff. 42. [dir! Jlf. i4. M. 44. iti ff. 45. Leret M, A. N. 
ganz M. 4o. [des] ff. 47. brechen ff. 50. [noch] ff. 
52. zerbrccÄen ff. Jf. Jlfm. [so] M. A. N, 53. aU ff. 54. 
m. f;rozem schal/ ff. 58. zoubern ff. 59. cmpfie ff. 60. 
Zti ff. steif» i»f. i4. iV. 61. lies ff 62. all ff. 63. 64. 
erweitert ff: Ze band /fo V'gilius Daht im alsus Ich muoz 
ir kunst vcrsuochcn An le«cn mit den buochen. 65. Seint 
ff. 66. Gevarn ich trouw wol ze g. ff. 68. Vit wol ff. 
[69. 70.] A. gewinne M. N, 72. Begund ff. 73. Uies sein 
74. Ob war wer W. Als er war aer ff. 75. s/einen M. 
A. 2V, stein! ff. 76. k. het si ff. 77. Wanne AI. A. N. 78. 
WoU M. iV. A, eine» ff. 79. gieng zuo üf. iV. A. 80. 
Der bi der ff. 81. stein« ff. 82. alz si w. von art ein 
M. A, N, 84. all ff. 90. [iu] ^. 91. Dar Jlf. 91. 92. 
minne : purgerinne M. A. N. 94. si f)ll dick ff. 96. vrouir 
ff. 97. n. mokt noch w. ff. 98. Daz M. N. W. tet Ne- 
gern A, si moht und wolt g. X. 99. lie ff. 101. laz ff. 
2. luwer min — mas ff. 3. ewr M. A, N, 4. ez niemani 
w'f ff. 5. wahret M. A. iV. 6. minn — versagt schon Ir 
sült an ein ander geren Diu iu mug iuwer bet gewern ff. 
nr. 8] Mm, 8. m. e br. M. i4. N. brecAen all ff. 9. 
rwaerllch] M. A. N, geweren ff. 10. Da* ff. wolt M. A. 
if. ff. ^ern M, begeren ff. 9. 10. Ir sult an ain andrw 
gern Die ew mug ewer pei gehern Mm. 11. m. einnot 



fttwcttm. 2. 705 

M. 114. ewr Jf. A. N. [15—18.] Mm. 16. Wmnn s. tmd 
g. W. Gold rfnl s. A. [17. 18] J. 19. Da — Trouwn IT. 
21. Da M. A. N. [22] N. wis Ir bin ff, weiser baz ir 
bin Mm 9 weis^ trirt üf, weis^ <<rA pH dich W. 23. N« 
s. M. snit H. iV. s. im vil pald iV. 24. Kht H. 21->24. 
Si gie luo irm man palt Vod sprach tr wirt abt wie ich 
behalt A. 25. wtpllch H, M, N. ere M. 27. han ick ge- 
halten H. 29. ewr M. A, N, will H. 30. ra« U. 34. 
ntrmpl — sinn JET. 35. 36. mtn er tcoi beste Wies. k. u. ge 
H. 40. künseheit H, [42-45] M. A. N, 43. volg* H. 
44. Senif ff. 46. wMlest ff. 48. habs< du dich vii wo! 
ff. 51. [und] ff. 52. hab^t u. s. ro. h. ÜT. A. N. 53. m«g ff. 
54.ch«menilf.i4.ZV. 55 mir st. ff. 56. dunMff. 57. Line ff. 
58. in»^ 10 M. A.N, s^rzt ir an ff. 59. iu ff. «npirt W. [59. 
60] Mm. 61. luwern ff. 62. [ich] in ff ^ihch W. 64. 
Ewm M. A, N. ich «ui iu b. ff. 65. si^t ff. 67. ITaz 
ff. 68. frair M. A, X. 70. ir seit Jlf. A. N. 71. [ir] ff. 
b€irt üf. A. N. 72. iu Aetnl v. ff. 73. dirr M. A. /V. 
74. rardaht ff. 76. [da«] M, A. /V. 77. choemel M.A.N. 
78. D«s ff. ich mich Jlf. A. ZV. biet d. Utt ff. 79. Enden 
heint JH. A. i^. Endtent [hcint] ff. 8a dem lanii ff. 81. 
82. leiife« M. A. A^ sor w. ff. 83. Da üf. A. iV. ff. herre 
ff. 84. frort ff. 88. dln ff. 89. ew M. A. N. in ml neu 
ff. 90. 91. ziechen zuo mir Sicherleich Üf. A. /V. 92. 
[vrouwe] M. A. N. 94. s. t. aiso v. ff. 95. da M. A. N. 
er spae ff. 96. V. der g. ff. 98. stainil lin üf. A. N. 
200. Da üf. A. /V. an m/r s. ff. 3. er ab ff. 4. herr^ff. 
7. 8. €in : sin üf. A. ZV. ff. 9. korlb W. Cif^mer). 10. 
si kerre V. h. ff. 11. saz er s. in A. ein ff. A\ 12. Daz 
waz Ton im nicht .ein guoter sin W. 13. sinnen ff. 15. 
gade» ff. 18. «ergangen ff. 20. [und] ff. 21. Den — 

tagt ff. 22. Romarn — sagt ff. [ez] M. A. N. 23. [her] 
üf. A. N. 24. gehangen A. 25. Da üf. A. ilT. 26. gdaub 
e% — sech üf. gelaub« W. sechs dam» an A. i\r. ez ifam 

an ff. 27. zwar M. A. N. 28. dann m. odifr w. ff. 90. 

wtser ff. 31. 33. Da üf. A. ilT. 33. r^mer üf. A. IV. 

Romarc [dar] ff. 35. beglich ff. 36. [schön] ff. 40. ieg- 

licher zuo ff. 41. k. [her] V. ff. 42. tr Aangent «us ff. 

43. 44. in still : will B. mU w. üf. 46. t. ^n ff. 47. 

hang^ M. A. N. 50. haM erleiten ff. 51. Ze h. d. wirt 

ff. 52. [in] ff. 53. Da ff. 5i. h. eHHen g. ff. 57. Da 

üf. A. A^. ff. m. her \. her ab liez ff. 58. hA« win« ff. 

59. Da üf. A. N. ff. [sere] ff. 61. t«t ff. 63. 64. 

gewunn: kunn ff. [66] üf. w«rr ff ^ man W. 69. im ff. 70. 

ich üfm, iMian ff. 71. [niht] bachen ff. 73. ^«fi^wen üf. 

A. A, pawen ff. 74. des ff. 76. grozz üf. A. JV. 77. 

79. Ha üf. A. A-. 7a lirin ff. Also 1. s. A. 83. 84. kunil: 

stunii ff. 88. vllzig ff. sus üf. A. iV. 89. 90. herr : uns 



706 fcfirlm. % 

werr M. A. N. 291. finser M. A. N, dUet B. 98. 
Aomar H. 94. reht M. Ä. N. 9^ Da M. A. N. 96. 
ali ff. 97. herr ewr iftf. il. i¥. 99. ünt alli M. il. S. 
90t. 8. mvgen ^ bachen IT. 4. sterben M. A. N, S. 
wir deinm M. A. N. 6. uns ist M. A. N. V. tet in do 
Sagen A. 8. mvgt— still H. 9. sag IT. 10. in immaxen 
H. 11. leidet Ji. A. Nn iert Mt H. tS. Also V. xuo in H. 
13. Da Jf. it. iV. DocA J7. 15. ist so vil niht A. 16. herr 
If. A. N. 17. 18. sinne : gewinne M. A. N. v. gnirok g. 
0. 20. ze R. h. H. 21. macht H. tuot u. ire und wind 
W, 22. Und St. Mm. si'ierbt H. sterbet AT. Dar zuo stirM 
uns W. 24. sti7ert H. [des] üf. A. /V. 25. [iuch] JH. il. 
iV. 26. nat s. ff. 27. 28. huld : [selben! schuld H. [29. 
901 A. [das] üfM. IT. W. v. h. v. ff. 31. Dm ff , Da M. 
A. iV. 34. 38. wollen ff. [35 — 381 Mm. 36. iemanr ff. 
37. versOmfit, ff versäumet Af. N. lasse v. Jlf. 38. w. g. 
d. üna Jir. *Uinien fehUn die Häkchen der Kede. 36—38. 
Wan es vni an die not gat Vnd was wir wider dich 
haben getan Dez well wir gen dir ze puozz stan A. 39. 
sweret M. A. N. 40. Also ff. [gen int M. A. N. redl H. 
41. Si sw. im A% Die sw. im My Do swuorens im A, 
awuom — leidf ff. 42. leglicA z. eid ff. 44. niemand ff. 
[43—46] A. 46. Uies roW[ne]m. 47. Er sprach die A. fraw 
A. ff. 49. 50. Die mag daz wol vnder stan Daz ir mügt 
daz fewr han ^4. 51. mag N. A, magen ff. W, manne 
M. ze hani die da ir A, 52. nach in ff. * Das Punkt ist 
zu löschen. 53. Ich main m. vi. M. N. [mit] vi. N. «legen 
ff. 55. ir ff. günne JM. A^, gunnen ff. 53 — 55. Der man 
der muost ir auch dez günn A. 56. alle M. N. alle» fr 
chünn it. künden ff. 55. 56. sind wol umzustellen. 57. 
X. Aer V. [gicj ff. 58. si vi\ s. cMpfie ff. 60. Wdit ff. 
62. Tolgt m. sinn ff. 63. tuonf ff. 6i. geirinnet M. A. 
N. 65. muezzet M, A. N. 66. sam6t ff. 69. iu ff. 71. 
liezzet ilf. A, N. 72. leitfe ff. 73. da^ ff. IT. stn M. A, 
W. 75. ir m. e ertrinken in dem R. ff. Daz sag ich auf 
die trcw mein A. 76. niemand ff. 78. ITaz — süll ff. 
82. Da s. ir auf Jlf. iV. ^. 85. denn ein ff. 86. sWn A. 
[87. 88]. jlfm. 87. mödcr W. 88. legen M, lauchcn .4. 
W. ff. (^foft liechen, Jüchen, louch^ ziehen^ schlie/sen? ) 
91. für Zünden lesen alle Handschriften Nidon. 92. ITer 
d. gewinn ff. danne M, A. N. 93. ron dem A. N. W. zün/t^n 
ff. 95. paidir M. A. iV. d. feu^r ff. 96. man ez nimer 
M. A, N. 97. Wcllenr M. A. N. * Hinten fehU ein Komma. 
Wollen si a. dan v. ff. 98. hinrfer w. ff. [99. 400] .4. 
99. zttnien ff, zunten Mm. Wy zünden iV. 400. begund 
— Wüten H, bunden (= wunden) iV, luonnten W. C. weiset 
auf Lunte). Wan wilich cw künden N. 2. 4. wöll ff. 
3. sölich M. A. N. 4. r. daz I. ff. 8. WolU — wunn 




iiHitei. 3. 707 

H. Wellen( .«. A. IV. 411. ertiorl fr tauf B. 12. Do — 
manig Jf. A. JV. vrsfr U. IS. Da M. .4. A'. vi. md id. H. 
16. vroDw H. 17. scbaroAt a. (er H. 18. Icidt— nur H. 
20. an m. n. B. E dai dai an A. Arge .W. Vf. SS. bsrt 
0. rcl Jf. J. N. 26. eMpfl. H. 29. Do H. 33. k. liefct 
d. M. JV. kers H. 34. änslit JH. A. (in Sekletlen Initll). 
35. [iruol] H. 36. tin pöss 1. W. [37. 38] A. W. 37. 
[Iruogl Jlf. A'. puochein H, puMeft Mm. einen ptftftrit fl. 
eiu...lier AT. 39. 40. lamfrt : anifti B. 4t. mnoste« B. 
46. paicrt M. .4. \. 48. napo/n H. Napels ist si g. JHi. 
48. «1 an H. SO. jinen w. ergie B. 51. 52. wolt : soll H. 
53. S4. ergieng« : hieoge M, A. IS. ergir H. 55. Da si 
D. b. T. im M. A. X. 56. von Im die m. B. 57. Swer 
et I. JV. ^. iV. 59. hewart .Vm, tcn-( Jf. N. 60. ei H. 
61. 63. sl. an« sol.- b. aber al A. W. sL alle iaml; h. Über 
al geiMiil JV. AT. 69. b.müt tchat M. 63. 64. Iierre:mer« 
Jf. A. N. tist B. 6S. 66. 67. bilrf B. Ommer). muaste 
m. A. S. goM B. 67. ID M. A. AT. 68. guldei» Bt A. 
AT. 69. d« igt A. Mm. iV. W. 70. das ist V. .Wm. sei« 
0. W. begraiff«! M. A. A'. 73. 74. tmatitelU in B. [der] 
B. TS. 76. in — Mütd : in bOrtf H. 77. geringt H. 76. 
gaDi Jf. A. N. TTOudir. 79. 8a bWd-.'wüi B. 79. einni 
Jf. ^. AT. 80. «n den H. 81. geracAt (T. 82. Dsi; B. 
die* H. 4. AT. 85. [der] B. 86. taigel Jf. A. N. 89. 
gniob B. 90. wis H. 91. gerecht Jf. A. S. 92. Gen Jf. 
A. lt. [ei] B. 94. h«rl H. Fdt 94 noch Hil stner band 
woi getin B. 93. niemant M. .4. A'. H. 96. Taom B. 
Tinw ifor Jf. A. V. 97. ta dem H. 99. SOO. si TÜnden 
dort In d. b. d. voUem b. B. eimea h. W. 501. niemanil 
J(. <1. A'. ff. 2. trunkncr s. A. fach IV. 3. Uns AT. A. JV. 
4. äffen in d. wiU B. d. perlg w. Vf. [gevilde, oder der 
wilde?] 6. [geairlch] Jt. A. K. 7. ort gerie ff. 8. tmn- 
kencr er AT, trunkner er Jfni, trunc* er Jf. 9. [da] B. 
sein Jf. A. AT. [10. 12] A. [11. la.] Jf. 13. Auch » A. 
15. fieseben H. 16. groi ff. 18. $( H. 19. man B. 20. 
Arach Jf. ^. N. 21. bitd« Jf. J. A'. [niemant] B. eflend« 
Jf, alTcttt JfM. a. W. 93. dai golt Jf. A. N. 23. dai 
naot B. 23. 24. sind i» B. uwtftiteUI. 34. rieh Jf. A. ff. 
25. grox ff. Vnd gewan auch er vnd guot A. 36. samlt 
a. D» selb noch m. 5. t. ^. 37. gewint B. [37. 38]. 
»T. [27—30] A. S8. tfns noch des e. Jf. y. M. wir 

3. eriiktiPf. 



708 leitfctm. 3. 

e. i€b von im vernam IT. aioe« A. M. N. H. 9. b. seiner 
I. A. JH. N. 11. ein fl. cbMiPfM» A. M. N. ( iwi gr ). 13. 
Dei namen hiexi E. A. M. N. Heraclivt N. it. wen 
«r H. 15. wer A. M. N. 16. Dai Jf. la ehom il. Jf. 
KT. 90. getrew il. M. N. 93. «krrt JT. 50. dem kOnic 
H. 27. [gtftai] il. M. y. 27. iB. soU : woU IT. 31. Da 
it. M. N. 33. wtflll A. N. ganne A. M. N. 34. hosre w. 
«r kund« il. U. N. 35. D# il. M. ^. 36. [taon] IT. 37. 
[geben] M. A. N. 38. mir tz ML A. N. 40. Aan einai 
ICfUchen «tein U. 41. Geiehen — krcffl M. it. N. er II. 
48. wie M tau fr. 43. i^hant Jf, jocbant N. 46. Ab 
edeU H. 47. iegleicher M. A. N, ieglicb« Jf. 50. Aein 
Jf. A. N. 51. O. ui a. Jf. il. 2ir. a. menmmi oder g. JET. 
58. Wenn H. 53. sich IT. 54. Oder ob IT. 55. [Oder] 
H. 56. her M. A. N. 57. an Hn ie«licb ff. 60. sUvt M. 
A. N. 68. mir 1. bes. H. 64. Irein IT. 65. kUnd an im 
4es. If . 66. ITax M . A. N. 67. ist tugendhaft IT. nntu- 
genAafl M. A. N. 60. CAauffift ÜT. il. N. 70. cbon ich 
[wol] M. A. N. 71. Rl rcht M. il. iV. 73. all B. 74. 
sunt IT. [gar] M. A. N, 76. pey den h. TB. lert 3f. i^. X. 
80. hcrren H. 81. livt Jlf. il. ^. 82. heize H. 84. icA 
kouf in ich J7. nim jtf. A. N. 85. Focas H. M. A. iV. 
90. [herre] H. 92. ktiit ff. 93. [im] — gtiuok ff. 96. 
nutz Jf. il. 2^. 99. War M. il. 2V. 104. vieizzick üf. A, 
N. [in] ff. 12. mein' ff. eren woi gezem Jf. il. iV. 16. 
dlew Jf. it. N. 17. Heizzef^ du Jf. il. N, Heizt du ff. 
*li^« Ilaislu. 18. ^ezimt Jf. it. N. 22. voln it. N. Men 
Jf. 24. het ff. 25. vollen ff, voln Jf. A. N. 29. [fil] ff. 
30. ifin h. — gezcigl ff. 33. Chan Jf. il. N. 39. ewrm 
Jf. it. N. 40. lazt ff. 41. gcschiech ff. 42. \iezl ff. 43. 
44. sant : div laut Jf. it. N. ff. 46. IFer ff. nu kl. Jf. 
it. N. 47. cbo?m Jf. A. N. 48. de» landen Jf. it. N. 
Itnl ff. 50. chomen Jf. it. N, Uuien ff. 51. graben ff. 
54. Die h. gepr. Jf. it. N. gcprlsl ff. 56. chomen Jf. il. 
60. vrouwn ff. 61. 62. fürstinne : purgcrinn« Jf. it. iV. 
66. d. voik w. ff. 67. 68. m. o. wlp Zuo diser h. z. vil 
wlt ff. 69. Do il, Die Jf. 70. hene ff, haat Jf. it. N. 
den Vf. ff. 71. * hinten fekU ein Komma. 73. laz [schtnen] 
ff. 75. Wie ff. 76 mich hie und ff. 78. als sam ff. alz 
m. A. iV, 1. 8äm ro. Jf. 80. lYion ich ir n. entzweien Jf. 
A. entsweich N. 82. soltu ff. 83. ro. iu ff. 86. hand 
gcvie ff. 87. 88. Die vürstinn W. g. inn ff. 89. sie* 
lUkeincn Jf. A, N. 93. [Da] ff. rillers Jf. it. N. 95. rer 
vol Jf. N. 96. iemanf ff. 97. hinn Jf. it. N. 97. 98. 
stset : pet Jf. it. N. eUich« ff. 99. ir »tihi Jf. y. 201. 
ilienen ff. 3. eUllchin Hy 4. irm Jf. it. N. 5. 6. paet : 
t«l Jf. it. N. 7. palaz Jf. it. N, 10. Ist ist j. vrouwn 
ff. [18—15] ff. 16. hand girvie ff. 17. weiset Jf. it. N. 



ifeffttteK. 3. 709 

1219— 22.] H. 20. itindert chaiit ht> inne Jlf. A. binneii N. 
m. 26. cinew : rciiiew Hy ein : rein üf. A, N. 27. w. 
auch w. A, r. tiitd w. JET. 28. t» e. A, em M. N. 31. 
bebalM üf. ^4. JV. 33. Wil m. J^« vrouwen an ff. huot 
Jir. A. A\ 35. behdtet ir käuschtcAait M. A, x* 3B. auf 
ir H. Jlfm. /an M. 41. niagf If. 42. Wie H. bolt Jlf. X. 
JV. 43. her oc/ius. Jf. A. N. 44. des seinem h. ff. b. le 
pf. M. A. y. 45. Wil M. ^. iV. i8. beg«iMl ff. 49. 
Vnd m. — torfen ff. 50. iemant b. in vorhien ff. 51. 
[icb] ff. 52. var ff. 53. trouwen ff. 55. frawii M, A, N. 
56. giiuok ff. 57. Daz e. küniginn ff. ^. si an st ff. 
59. Da üf. A, ZV. 60. von in M. 62 lert ff. 63. [man] 
ff. üf. Man w. si N, Si y>/cisten si aiicb vil d. A, 64. 
kenmat ilf. A. N. 65. si [sich] titii an ff. 81. Mercki d. 
dunke ff. [83-901 ff. [94j ff. 95. Uml Sfa6 ir s. sw. 
z. maidzegn ff. [96 — 98] ff. 300. selber ff, seift M. A. 
N, [301. 2] ff. 3. Mick kai m. ff. 4. st. tra« b. M. A. 
N. [5. 6] ff. 7. mir <fa% n. tr. ff. 8. Vir gar M. i4. JV. 
mtn« ff. 10. frtimen M. A. A". 11. Eine« alienis si under 
ein ff. 12. Alles irs iibes si gar v. ff. leideiis 3f. A. iV. 
13. Da M. A. N. 14. ane M, A, N. 15. Da si saz in ir 
M. A, N. 16. irr giildetit M. A, N» 17. gruezz^l si 
trtfitnicbleicb M, A. JV. 20. minn ff. 22. venster und 
vür ff. 23. tugenlleichen üf. A, N, 24. grunzet in min- 
nichleicb Jlf. A. N. 25. [do] w. erkanif ff. 26. von so 
Iw. si ff. minn ff N. ['27—461 ff. Mm, 30. er von minne 
n. üf. 31. 32. berz und sin Und int m. sazi si nacb im 
A. üf. [undc sinj N. 33. [im] xV. 39. zwar acb N. [40. 
41] N. üf. 42. le ains A. M. 43. warn si n. ein ander 
t. üf. A, 44. jpedeti? üf. A. 47. Dez w. di fraw m. üf. 
minn N. 48. Do ir d. s. t, w. M. N. 47. 48. Aucb ward 
ir (im sin) herz gen im (gein ir) b(w)unt Da von ward 
der frau[ejn ein siecbtum[b] kunt ff. üfM. [49 — 52] ff. 
üfm. [49. 50] N. 49. Da wont üf. A. 52. siecbli^ üf. 
A. 53. Da üf. A. N. kam ff. üfm. kündiaz üf, kündic« 
Ny kündig Mm. 54. Die <acb üf. int I. N. 55. Die [fraw] 
sprach sam mir mein 1ei|» ÜfM. ff. [55. 56] üfm. ff. 57. 
Ich greiff ez an ew fraw bar (vür war) üfm. ff. 58. minn(e) 
rU gar üfm. ff. [59 — 64] üfm. ff. 59. Wel/t üf. A. N. 
63. minn N. 64. sicher N. 65. Romphia ff. 66. cbuni- 
ginn üfm. Wer bat dir gesagt sa Daz ich nacb minne fewr 
M. N. A (für). 67. da« üfm. swucr Ny s^ur Mm, sewr 
üf. Prinn als vngebewr A. [67—70] A. 68. Äwer allai 
den kr. erfuer üf. üfm. N. Nieman so weiz ercbür üf. A*. 
69. In ailem Romischen ff. reich : geleich üf. üfm. N, 
[71—741 üfm. ff. 71. Ich w. d. auf d«n g«nad üf. N. 
72. [ouch] üf. N. 74. sein dir N. 75. spr. ez R. üf. iV, 
spr. frau; R. A, Romphia ff. 76. an angst sin ff. 78. 



710 fcMrUi. 4 

et immtr B. 960. Uod mlD heimllcli ?or H. [81] H. tt. 

rtteo 1» H. 83. jung* H. [M — 88| H. 80. Heia ■. 
gerel Jf. if • /V. 93. ewr M, A. N. 93. ew ewmr ». 
M* A. N. 94. ir<Q IT. etrr M. il. /V. 99. HaiiMl euch 
der mUichen M.A.N. bis H. ATm. BUtiicb Mitt H. 400l 
iD dm wunrck JV, marcirl /IT. il. 3. Haitxift ewch Jf. il. 
üf. 3. 4. in» : spinn IT. 5. ein gass d. Btm. tot mir il. 
die nli vi. Mm. H. 9. n6r IT, Dur Mm^ dann M. 11. 13. 
kflniginii : tin» H. 13. reiM all^r naechtiehleicb Jf. if . 
KT. 15. m. gor vr. H. [15-30] Mm. IL la «fofti vor 17. 
96. jung(km(Mi AT. M. 31. in arol an« il. in miso «rsack 
Jfo. a. 32. habent «, haM N. H. gut N. 33. 34. kfl- 
läginii : sinn H. edlew Af. il. iV. 31% mit m. H. 35. ge- 
winn B 36. in vii irof tfejetoi IT. [37. 981 Jf. 39. Ns 
merkt tÜ IT. recbercbnecb« M. A. N. 40. So iu IT. 43. 
ir <« 8. H. 43. Beiten vor in M. A. N. 44. Dai pf. k. 
M. il. N. 45. ewm M. il. ßf. 4ft. Vii/e von IT. 48. hilft 
a. 49. iTtfrl ir il. 50. haii»«« Jf. .4. N. 51. senlet Jf. 
iL /IT, senM H. 53. [ich] Jf: il. N. 53. bdbichca Jf. J^. 
54. vindtft Jf. il. N. kcmnaten B. 55. 66. iu sl leit 5i il. 
£y Jf. b. weii M. N. 57. lege enckan B. 58. vahrt Jf. 
^. N. 60. sag H. 61. 62 kttniginii : sinn B. 63. 64. 65. 
All CE erget mit sichcrhait Jf. il. N. 65. mtnen B. 6T 
m^licA B. 68. beraitee Jf. A. N. 71. vrown H. 72. 
wartfn IT. 73. Die Jf. jV. Si lanten i. rill' gnol 17. ritter 
«rder Jfm. 73. 74. ritter : swsr Jf. il. N, 75. D« Jf. il. 
N. B. 76. guoten Jf. A. N. 78. naz« H. 79. D« JL A. 
N. 81. hdbsch Jf. il. N. in : künigin B. 83. kuniginne 
IL il. N. 84. htfbscbait Jf. il. N. 85. minn 17. «npfl. 
M. A. N. 89. hainleich N. [in] gnuok If. 90. warn Jf. 
Jfm. N. A. Won si w. beA#nd u. kl. N. w. pnjif« tinkl. 
Jim. w. peidetUhaiben nnkl. A. B. 93. Da Jf. A. N.- B. 
98. lap il. N. 93. 94. la^ : sap fl. 97. im Jf. il. N. 500. 
4e8iget Jf. A. N, gesige H. 1. gesagt B. 4. [sag an] Jf. 
il. N. 7. lascht Jf. il. A% iaA«t H. 11. verholt IT. 12. 

ien] Jf. il. 13. Dai A. g. dir ü. Jf. il. N. 14. njcmant 
luet IT; iemant hueUet Jf. il. N. 17. ilchein B. *(iie8 
dhtfin). 22. Ut Jf. il. N. 23. Da Jf. il. N. 25. het H. 
dhainem Jf, deinen N. 26. Gevolget Jf. il. N. [27—28] 
IT. 98. all« Jf, noch A. [29] Jf. 30. Gcrolirt so w. B. 
[39. 30] Jf. Vnd biet ich g... aeki Zeiten ieerN. Si wer 
auch iwar an missetat Hiet ich geuolg^ deinem rat A. 

4. Icr ttnUiM-fapH. 

15. wdll. 19. lar (a am e gebeert). 23. in seinem 
ajmn. 37. Er sprach iU wieder mtOserhaib der RHmzeiie. 




fttnüm. 5, 711 

39. mue^est. 40. nartaDd. 43i. unsiiMfLe. 46. -lit* talll. 
SO. paust. 51. 53. leben ; sehen. 55. 56. alt : swar. 68. 
weis. 8i. siesl. 90. «lanti. 94. tu. 98. niemand — 
ewpfic. '{litt dd). 100. niemanlt. 9. paltiklich. 12. in. 
13. schrib'. 16. icmant. t7. zh. 19. 39. nacbeorf. 3B. 
versäm;)!. 27. Der holschaft b\. 31. guols. 31. vraut. 
36. worijch. 47. wöll. 48. teil. 52. D». 63. «(per. 5t. 
iemand. 58. l>ischo/'e. 63 Zu. 6t. die niemant. 68. woll. 
b^ifTsoHe. 73. Da. 90. ■ dai itt Maraählig. 207. pabsi der 
tiu/'d. 16. 17. Du. 18. «DM. 19. Fdr Wan l«( in»{ Dax 
*u tften. 24. (IM. 27.0a. 31. (;■«"? «re. 33, sprachfi 
sin An«U mit. 'Dai Komm« Ut xu tilgen. 33. £in kappet 
gemein. 54. 57. pabst. 6t. 'lies bär. 67. f;ar«t. 70. 
sitzen. 74. vor vol. 76. Hie am Rande, war. 77. hrizeN. 
82. soll. 89. pabn. 90. Den. 91. slot. 93. *pjhei. 94. 
m. n. seh. 96. nSmen. 303. discn. 13. barm sich. 1$. 
sagt IM. aO. lu d. tioAcl. 37. Snl(. 39. redt. 46. u. ). 
47. pUd. 48. kleine». 49. allew. 54. 56. niemauf. 

5. AitiCct Viigabtr'. 

i. mefcliMt St. A. K. irai A. 2. Rom ff. 3. Car- 
dinal 91. A. N. i. um4 fr»l A, umd dU gener»i Dbi 6. 
zesscn ff. in den M. A. p. weit M. 7. tobten ff. 8. [da} 
(fhein JB. A. X. 9. cheines Jf. A. N. '(lies debdinfeM 
etien B. 9. 10. pOog : 1«^ ff. dannent JV, dannMit Mf 
dann A, dannwh Mm. Ite« A. 11. Der l.ot ff. 12. g«- 
lawblea die hcrrra U. 13. tr<4ben ff. 14. Dax ei an 
dem zil lack A. [15. 16] A. Mm. 15. an ff. 16. chan 
ff. 17. Die M. iV. 18. [wol] «. A. K. 19. DafcprecW 
M, rfrocikprechl it. iV. Mm, Darfirecbl ff. 33. iciedn-ltoU 
H das trttemtU «in frumer man. 23. Du M. A. X. ff. 
hcrrcn ff. [33-28] A. 34. all ff. vcmomen Jtf. A'. ff. 
an swor ff. T2S. 36] Mm. 26. itarkcA ff. 38. igleicA M. 
K. an ff. 39. Da Ar. iV. A. ff. si nh i. ff. rbomen:ver- 
uomen Jf. N. A. B. (31. 32] Mm. Wl M. X. A. '{be/ktr 
iMil'). ieileicher A', eM^tdeicher Jlf. sidel M. 3t. Du — 
weit ff. 35. bierent uns M. A. JV. all ff. [37. 38] A. 37. 
.411 ewc« Mfm Jf. all ff. 39. chonnen M. X. 39. 40. 
Dai mir ein man in diser irist Heint le äugen chomen 
ist A. 41. Tackprecht Jf. A. A'. 42. tu alle» d. ff. [43. 
4t] A. Mm. befter wol sein far ain. 45. 47. Da Jf. AT. 
A. H. Aort ff. hera Jf. J, A'. 47. die alB, aUt M, ouek 
A. [al] AT. so Jf. Jf». 50. b(«ten A. das er gern ff. 51. 
Tackfirecht S, Drockprecht A. Mm. 64. er aaacM die 
ur. ff. kruom A, kruM itdI W. 55. sac* ff. 66. man^n 



71S fcfiflra. 5. 

K. tvM M. Sa ehuiut Jf. A. IV. 61. [santf] H. O. 

Ghtfinen M. X. ilT. D<ls Jf. Jte. iV, Zimt €i iL C7. 

«nser h. [hie] JV. ilT. A. 68. mi^efl IT. TOi #ngcB f. 

73. iretr lelt Jf. il. iV. 76. VölliUic* H. TT. an« JT. i 

N. 8W«r IT. 78. ajr^ar M, ay«r Jf. 79. einoi JL N, 

ain» it. HO. [er] H. manig«» IT. 81. aian|v» A'^ manisa 

/ H. 89. se ^Iten üSm. xe t. h. er A. 83. o. Aummt JL 

IV. H. üfn. 84. neaien H. 85. 86. Da JT. A. N. f. 

ajerar Jf. it. /V. 87. [Sie tprj H. Die Jf. 88. Diemaol 

Jf , naM» H. [nennenj Jf. 89. s. h. If. 80. Ans JT. A. 

N. 9i. mSL ew H. 93. [Vil] ff. 94. Meines ~ «enneo Jl. 

96. «Mf schoBo A. 96. [mag] F. w. «recra A. Imd Jta. 

100. All — Und« AT. il. JV. 1. heim M. A. iV. spndica 

Jf. 3. Emer H. Ans Jf.il. N. 3. Hv eotrins^ A. insJL 

il. iV. Ir «ntirint u. defi tod dao Ton stat Jf. 7. fra] 

H. 8. iDffft 17. 9. sw«r H. 10. Tag(k)precAi Jf. iV; 

Df«ckprecht A. 13. all JET. 14. [all] Jf. A. N. ew e. hantf 

H. 15. Z« dem chaiater«tum 11. glimpf JK. A. JT. 16. 

T#kprecbt — tfM seh. 17. stol Jf. A. JT. 19. Dm ML A. 

N. jahfi H. 30. werde«! A. [31. 83] it. gehart .- stcrt 

M. ir vor haM — <r tod Jftn. AT. Jf. 23. im mmf Mm. 

fra^den H. [34] H, 35. üaz ersacA eiM A. visdMr: 

swar H. da das üTm. es H, [27. 28] A. 27. im </a s. .V. 

39. Dar umb si A. 31—33. Dragpreblen fuortcii si in die 
stat A. 31. TackprechteD JH. N. taten Jf. 34. Ueimcz 
xe Hj Hincz N, IJncz Jf. Mmy Gen il. 37. Da M.A.S. 
auch sy H. 38. t'n daz H. 39. Ob und€r in jemaof ff. 

40. Der M. Ob by Jn icht ain H. 41. Tag(k)precht .V. X 
il. Jf. war Jf. 42. im. 43. dAcinen Jf. A. N. 44. Dar 
rmb so m. Jf. 46. Werent Jf^ wurden A, werden tA'. ff, 
werden Mm. 47. [Sil — aU H. 48. muot A. m. cklaiM 
H. 49. eu; H. 51. Tagpr. Jf. Jim, TacArpr. N^ Ta/ir. JT, 
Drockpr. A. 52. Dez Jfm. vergeben JlfM. H. Lat durch 
den reichen g. A. [53—68] Da wollen si in niht erlan Si 
wollen in ze herren han A. 53. \€s\. H. 56. I. fur^lff. 
58. ung« e^en Jf. 59. Nicht cz be v. H. 60. [enj — süss 
a. 61. müsse — gewerm H. 62. T. ir ez iV. 63. So ir 
ziecheml ff. 67. Ua Jf. N. Hj Do nu A. T^gpr. Jf. A. 
ff. 68. herm M. A. N. 69. wam M. A. N. 70. wollt 
[ir] ff. 71. musz ff. 72. So tigert jr allen d. w. [mini ff. 
75. 76. all: schall ff. 77. .Seinen ff. pot Jlf. A. N. '78. 
das I. ff. 79. Do k. ir dar e. H. 80. ans Jf. il. N. 81. 
Da» ff. 85. ITer ff. 86. ff er ff. 87. [in] erzun»! ff. 8& 
benam ff. 89. 90. ha M. A.N. ff. 91. swar ff. 92. 

mir] d. ayrar ff. 93. drawi ff, Irowen Jf. A. A'. 95. 

an mir] ff. 96. [so] ff. 98. herr ff. [99. 200] A, Jim. 

3. gesa^ft ff. 5. Sollend ff. 6. ich nieroani niht g. M. 

A. N. niemand ff. 7. gepowt M. A. N. 9. ho/ Ä. A. 



iefartCR. 6. 713 

N. U. 210 [da] JH. it. N. [11. 12] A. All H. [beidiu] Jf. 
13. waren H. 14. trollen H. A. N. 15. Da M. A, N. H, 
16. vernameit und H, 17. 19. Da M. A. N. 18. riUer If. 
19. all ff. warn M. A. N. 20. [daz] H. 23. [hei] ff. 25. 
herrea H. 27. von cw h. H, 29. musseiul H, 30. £trr 
M. A, N. 32. aU H. 33. lie da n. d. (lecA riul b. If. 
fle^ M. A, y. 34. herrii M, A, iV. 36. w. da n. chain 
Jf. 39. 40. ser : mer M. A. y, chainer H. 42. ser H, 
43. von jitit H. V. im w. ^. N. 45. hcrrn Tagprechl M. 
it. N, h. her Taprecht H, 46. m. aucA aU chrum Jf. 48. 
Mit vr. aii pey im g. If. 

6. Conßantin, 

HandMekrifttm. •wti M«mckmer (äM, Mm) Bl. iH* 26i; Amfhmrfr 
CA) Bi. a07; N9re$keimtr C^) Bt. VI i Heidrlherftr CB) Bl. «a 

1. Dannochf If. [vrid] M, N. 2. vrum If. 6. [vil] M. 
8. W«n z. fräwd ynn H. 9. <it a. Jlf. A. N. 10. tro/ ^ii 
g. If. II steht hinter 12. Die. tr. X. 12. sel6 M. A. N. 
frewutcjit H. 13. der H. 15. £lena M, A, ßf, 16. u. 
waz d. M. ii. i\r. 17. Gostantinus H. 18. in niht umb sos 
fl. 22. Rom M. A. N. [25-~28] Mm. 26. in N. 27. 



unrechtikeit M. A. N. 28. im waz N. 30. hdden If. 



32 

38 



31. 
37. 



M. A,y, kiiniginnen If. 35. wan er M. N. H, 
Mm. 38. pnuok If. 40. ilfan m. — [die sint min]' fl. 
b.ein müzz die ist m. A. 41. rat an I. JH. A.N, 42. swar fl. 
44. [ir] fl. [45—48] fl. [47. 48] A. 49. l>o Ny Da M. Sa 
swar fl. 51. I'nd w. A. 52. Er w. JH. JV. Ein m. d. w. v. fl. 
[vil] M. A, iV. 53. eine» klein fl. 54. muost JH. i4. iV. in» 
fl. 55. ein fl. 56. vuczm fl. fucz2 JH. A. N. 58. krumbe 
Hy krump JH. iV. w. ^ dennoch t. A. 59. Danne JH. it. 
y. 60. küni^« fl. 63. schamler fl. 64. Das fl. g^ert 
JH. y, 65. flie weiset JH. it. N. einen ke/cr fl. 67. lUt 
fl. 68. ich wier s. A. 69. traben fl. 70. w. geöfTeni w. 
A. ersch. wart JH. N. fl. erschel/f fl. 71. kunt w. fl. 
72. im [umb] fl. da mit u. A. 78. unsalig fl. 79. Ge- 
teiiirt — sö/ichen JH. A. N, 80. enget newr (nur) a. A. 
N. fl. 81. Sicht a. JH^ ^S^il «. N. 83. unsalig fl. 84. 

Ihie] I. ewm JH. A. N. 86. Daz zuo dem rükken fl. 88. 
»i den fl. 89. [ü. r.] — gar kr. JH. A. N. 91. flr w. N. 
ffelretten fl. 93. auf e. JH. A. 94. stniu fl. 95. Zertreff 
iV, Zertreten JH. it. 96. gdaub JH. A. N. [97. 98] A. 
Rormer JH. N. 100. zuo d. M, N. den graborr A. i. Die 
die eisen beten gegr. JH. iV. essen fl. 3. geveM m. [niht] 
fl. 4. herren w. ich [ez] fl. reruol JH. 5. Grabt fl. 6. 
Siet JH. Stc gar ein fl. 7. 8. Ein scharflfes sw. st. D. 
s. w. u. s. r. JH. A. N. Vor S hat H noch: l]nd sich 
mit zornikch räch. 10. Wo fl. 11. prerh fl. 12. herr 
M. i4. N. [13. 14] A. chimllein JH. N. niemand JH. iV. fl. 



714 iefartni. 6. 

gicht Af. N, spricht H. tl5. Do da dai A. t6. [Und] Jf. 
A. N. prech H. 17. Vnd den Dfenning H. Jf. A. N. 18. 
Do M. ^. /V. 19. schanf U. äO. er raKM^ii dai I. Jf. iV. 
Jf. Inndtf Jf. ZITy lanl il. H. [21. 22] A, 21. Dannocht H. 
23. s. g. in einem. 2i. w. I. Jf. A. N, 25. 25. tfn einer 
Beimzeiie: uuzzeciik Jf. it. N, Auasikch H. 27. d«s Jf. 
N, B. im in w. Ji. im w. gcwar it. [ÜS\ A. [nibt] S, 
langer Ji. gespart: An der seihen vart N, 2^. wurd s. ges. 
drat M. 30. Poten nach it. zehant: Chsmen pald in dai 
lani Jf. 31. l/nd do A. 32 gein R. Jf. 34. chlagenl JI. 
30. mtfgt Jf. 41. küni^ JH. A. N. 42. jahen H. 43. 44. 
rat : dra# M. A. N, dem k. M. A\ If. 16. vriimm Jf. 47. 
Doch M, A. N. 57. Die kirnst I. M. ZV. Jf. I<F/en Jf. S. 
hemi M. iV. i4. 59. heit Jf. 60. wol ir Jf. N. ainm il^. 
ir gewinn ein micitei t. H. 61. [zc] i4. 62. Ans Jf. it. 
jRT. macrmel Af. A. /V, mar6cl Jf (immer), 66. welhem Jf. 
68. Do Jf. 73. 74. unnt : daz lanC M. S. A. Jf. nach den 
m. M. y. H. [75. 70] A. 75. müm H. 77. dar zuo e. H. 
78. w. zf/Hir d. jlf. iV. 81. 82. s.inf : die lant M. A. K. 
Weiten auz A, Aew I. If. 83. br^hl If. chin«#lein M, A, 
N. 80. [vor] H. 87. kindm H. 88. fruok Jf. 87. 88. 

ßenuogeii : truog^it A, fi^. w. not e. If. 91. sprach If. 
er M, A, A. 93. Da - im daz ze msrn : waerit Jf. A. 
N. 95. irii .W. A, WS. v«tcrn H. [den] Af. 96. Alle* 
Af. il. lY. 97. herr iW. >!. N. 98. Wan der j. mochl n. 
grcpzzor sin Af. A, N, 201. disen j. Af. A. N. 3. barm- 
Iwrzichaii A. U. 4. Viplcr A. [3. 4J Afm. 7. m. liehes 
libes If. 8. a;ngstl. Af. A. N, 9. den Af. A, N. Jf. 10. 
m. £/6^ W c. Ji. 11. swt/^ren tf. 12. shi/u H. 13. hcrr 
Jf A, N. 14. c »f« mit H, 15. mnnige« yl. Af^ manges 
A^ 19. iejUch H. 20. lo^t Af. ^4. iV. 21. D« .If. i4. N. 
23. Italest If. 25. Von If. 20. ha6 Afm. 28. hn6 einen 
b. Af. A, A'. 30., [zuo dir] «. 31. «rrbarmung H. :i2. 
griFzzer m. «ein Af. A. N, .34. gewesen Jf. \, H. 40. 
gewal^s ich If. gewanfes Af. A. ZV. [43. 44] A. 44. s\niu 
H, Die kl. Afm. waz Af. 45. kasaui Af, gasau(w)l A. N, 
Mm, savi\ H, 46. krumper Af. A, 2V. [47 — 50] Afm. 
[47. 48] il. [49. 50] H. [62-56] il. 52. inAan Ji. 54. 
^in pewant w. r. gnnok H. 55. sprechen Af. A. \. 56. 
wenn H. 57. tu Af. X. Er sprach morgen soll A, [58] 
H, sein Af. Der als ich sei g. A, 59. Der s. il. 60. 
[reht] H. nJs ich Af. 61. sel6 Af. il. N, 63. s. ^^«»ne z. 
Jf. 04. wollest If. w. im h. Af. X, (u)ol haut für haubt]. 
im daz houbt zwar A, 65. d. A4>i/6t s. Afm. 2V. U. 66. 
Daz hob auf die trew mein A, 68. dir den ze If. 69. 
#fwi ges. Af. 70. [ist] m. [warlich] Jf. 69. 70. So tuon 
ich dir daz sicher chiinl Daz er dir geil d, g. il. [71—741 
A, 71. prest Afm. |aller] Afm. H. 72. g. ron im b. H. 



CrticUR 7. 715 

274. Hast gegen Jf . Mm, dein H, 76. D« ~> langer Jlf ^ A. 
N, 78. [Dax geschach] Da vil 31. drae if. Jlfm. N. [79. 
80] i4. 81. Da M, A, N. 82. [im] H. 83. Da AI. A, N. 
[83. 84] it. Do .>!. A*. 81. trt#^hait. M. A. 86. fräs g. 
Af. i4. A'. [87 — 90] i4. 87 Da M. N. 88. von iW. iV. 
90. an f'uezzen u. >/. :Y. 93. [stn] ilf. A. N. gesÄfnd II. 
95. [an] H. 96. Dhaineit AT. iV. Dez selben er niht enlie 
it. [97 — 302] A. 97. Er H. 99. nieman<# H. niemi •— 
dariuii« Jlf. N. 300. kam if. ungewinn^ M. N. 1. man 
er If. tet er in M. tat H. 2. muosten if. dulden M, N. 
4. [her] üf. A. N. 6. vor im sach M, A. N, 7. 8. Da 
M. A. N, H. gevröufrl H, 10. Uing M, A. H. [gr.] Mm, 
grozzcii- M, groz «. A. [11—18] A, [11 — U] Mm. Jf. 
14. €TlüPtten K. 15, gaerb AT, ga^rb« (A.) o/Iit g«rbd Ny 
grab Afm. Jf. 16. eitpGc M. 19. Z« hau« weiset M, N. 
A, w. er A. 20. [mich] Jf. w^d M, A, pin Mm. 21. 
Da spr. ilf. herr JH. A, N. 22. [Er snr.] Jf. Er fach A, 
N. ich tna^ JHm. ton n. drat s. Jf. 24. du üöen gr. Jf. 
25. L. y. m. hie H. 28. [wol] tf. 30. also fl. 31. Iei6 
M. i4. iV. 32. Das H. 34. schier M. A. X. 36. [hie] 
iir. it. /V. [reht] H. 38. ieben H, 42. w. v. im A. M. 
43. Da M. A, N, 44. din Jf , deinetr M. 46. und er ff. 
H. 49. dfe üf. i4. A\ 50. t» nach A, Das zweite nacb 
fehU Jf. if. 53. Da M. A. N. 54. Den t. [im] H. leyfer 
Jf. A. iV, tei/fer If. 55. Und — roorrmel Jf. A. AT. 59—62. 
Vnt tauflt in zstunt Vnd mäht in auch an dem leib gesuot 
it. 61. Da Jf. A, x\. 64. alle die h. H, 65. 66. Wolfen: 
soUen. 68. w. kam genuok If. 72. Leb^nt in gro^ fl. 
74. pawr oder pawen Jf. A'. 75 Ga?b If. Geb fins (unser) 
Jf. 76. wer If. 77. b. leken t. Jf. A. A\ 78. in so gr. 
79. leichnamen. Jf. A. N, 80. Bestäffen so gar H. 81. 
ern H. 82. Peide r. Jf. A. N. 85. Petern fl. 88. Gab 
er den wumtel mit zühten z. it. Rom an alle swar fl. 

7. JPcf Vmßntkoni^f €oc^ter. 

Hamd$ekriftem; MümeknerCMm} Bt. 274; Amt$hmi9er(A) Bl. tlif 
Nere$ keimer (N) Bt. S38; Beidtikerfer (H) Bt. i75 

1. Stillen fl. ane A. Mm, N, 2. f aussen H, raussen 
Jfm, r«uzz(ss)en A. S, 5. gewallic/r A. Jim, gewalticb- 
\eich A\ 6. goldes A, Mm. A% g. siibers fl. A\ 8. 8. sein 
I. JfM. 9. Dar zu A. Mm. N. 10. waril fl. 13. [mocht] fl. 14. 
m}tes N. 16. Denn — semen fl. 19. an fl. 24. her« it. 
Jfm. A'. 25. daz fl. 26. [also] A. 27. Also daz. A. 29. 
gsnlzleich A. Mm. iV. 30. süll A Mm. N. 31. kumbt 
fl. ewr A. Mm AT. 35. erb fl. 36. dann A. Mm. N. 
38. Uies sprach. 40. *iies so. die A'. 43. Mag fl. 45. «. 
n. m. fl. 46. [boten] A. xu dem Jfan. A^ 49. anllAtz A. 



716 ietatU». 7. 

Mm, A\ 50. sagt A, Mm, N. 51. im H. 52. anH. 55. 
rat A, Mm. N, 57. tiTolten A. Mm. pabst A. H. Mm. N. 
57. 58. keren : eren Jf. 58. [in] m. g. wUi s. If, in mit 
gi^t c. Mm. A. 60. an #1. 63. [si] H. 65. pahst A. JH. 
jirm. iV. C'MM^J. 66. ward M [vilj H. Mm. N. 67. u. 
g«e H. 68 was er 2V. [67. 68.] A, f71 - 74j it. 72. k. 
und <lie JUm. N. rawssen H. Mm, rasuzzcn iV. 73. ze r. 
ilfji». 78. b. ez a. M^ b. ez in a. iV. 80. t. ze nemen a. 
A. an tf. [81—86] i4. 82. em Mm. N. ir^m Mm. 
84. ean Jlfm. 85. Wegun^ — da A. 86. daz sol JH. 

g7 — 90] it. Mm. H. Seit mir ez nu der pabst A. Mm. 
. crloub^ H. 92. so ist ez t/.*ol an A. Mm, 93. b. atie 
j. ^. Mm. 94. mag A. Mm. [95— 98J it. 95. pabst er- 
laube Mm. H. hiU Mm, hat H. 96. [GotJ H. 97. Dfe S, 
Mm. 99. Do H. 100. mangcn [vr.J A. Mm. 2. daz N. 4. 
riuf den y. [al] ^. Mm. 7. pfcll H. 9. [ie] A, Mm. dAain 
A\ trau; A. Mm. 2V. 11. /Voch N. sTOwn H. 13. 14. do: 
so A. H. Mm. A. 14. wanf A. Mm. N. 15. gezamen fl. 
20. chcmna^ A. Mm, N, 23. Ein A, H. Mm. 24. werden 
H. 26. wa« Mm. N, 27. ab f*on irm A, Mm, N. 29. I<rt 
A. Mm. \ "ibefaer lii\V, So immer). 30. worlcich na w. 
A, Mm. N. 31. fnin] ff. 32. crkr. ir antlif« //. antlälz A, 
Mm. y, 35. an 1/. 36. si si H, 37. 38. Do si do s. gem. 
Üeidiu arm und rieh, (jcmcinlich si dajaheii, Alsbald si 
erst an sahen H, 38. gomnin^frjcich A. Mm. M, 42. s<?lber 
A, Mm. A'. 43. Herr« A. Mm. A. di7z A. Mm, sin H, 
44. wirret N, vfivdel H. 46. antlits M, antU/fz ^. Mm. 
iV. 48. hinfcr H. 50. Do — kom //. 52. [diu] U. 53. 
geliFt A, Mm, 57. hiez er 1/. 58. gen A. Mm. N. 60. 
legt A. Mm. N, 62. hct e. vcrsfanecn H. 63. dem m. 
IT. Oi. do^iin die krdz Mm. dffifren 4, dacwn N. 65. 
h«»! .4. Mm, A. 68. kün^es 4. Mm. A. 70. m. zwar v. 
A, Mm, A. 71. herr A. Mm, N. 72. ge*chaft H. 78. 
den ro/f^ Mm. 79. dAain 4. Mm. A'. 81. man in t. A. 
83. lajt A, Mm. 8i. Herr A. Mm. N. 87. dan H. 89. 
Äi A. Mm, A. 90. [da] A, Mm, N, schier b. Mm. 91. 
9*i. vischipr .4. Mm, N, 97- sti^obenf il. Ny swcben Mm. 
swc/on /f. 98. zocA A. Mm, 201. Schont A. Mm, N, 2. 
mug If. 3. sl. lUHir H. 4. in dai A. Mm, N, 5. Do A. 
H. Mm, A. sch<Bnetr A. Mm, schccn A, reine H. 9. pald 
A. Mm, A. 11. w. sicÄ H, 12. Inot H, 13. 14. s. in 
daz lanl Her ziio mir gesant H, 19. [irj N. 18. [wart] 
H, 25. [merj A. Mm. A. 29. Sah* — [in] H. 32. gfou- 
ben //. 33. [ez] H, kinchait N, chincitchait ff. 37. ewrn 
A, Mm, A. kleider ff. [39. 40] A. 40. fraw Mm. 42. 
entspielt Ar, spielt A, Mm. 44. volliklichen ff. 45. nie 
gotet A. Mm. A. 47. einem ff. 48. G. w. ff. 50. Aine* 
it. Mm. A, Einen ff. 51. 52. woU : soU ff. 54. Des was 




si b, H. 3S5. seia\ H. 56. Die m. .1. w. H. Si w. an Airn 
nugrn bl. A. [57— 601 A. Mm. 57. wollcnii H. 58. so\l 
H. 60. ich Mtr A'. 62. Des was diu U. n^bant A. Mm. 
AT. 64. \iii\ A. Mm. U. 66. solresl H. 67. df« h. A.lü. 
h rrrrrncA^n in de«i ^. .lfm. ;69. 70J A. S 



t. 77. [dBi] N. H. 7». 
«n. N. 81. [lt. V. Sil — roi« 



fiwpr. H. 80. Fun- Mir die J. Mm. N. 8). [Ü. v. si] - 
d ^. Mm. A". 83. fnu-n A. Mm. K. 84. vo« una A. 
Mm. S. 85. harn müR n. sehen A. Mm. K. 86. k. le 
dem marschalL ]. H. [87. 88] .4. 88. Lfinlgs JMm. H. fsln] 
H. 89. Zehanl v. ^. bairf H. A'. 91. rfn- k. Mm. 92. 
[Kröiem] ^. .Mm. A'. 9i. [da] H. mÄnj»en .4. M«. A'. [93. 
96] A. der not JV. %. groizer Mm. W, rtoi H. 97. 
[dai] i4. Mm. H. 99. RiiefTcn ^. Mm. A'. bcren v. H. 
300. Dt* H. 1. [«Ol] .4. Mm. 2. leyt .4. .Hm. 6. Da H. 
10. irr vrümkeit A. Mm. N. 11. da A. Mm. A'. 13. da 
von z. A. 16. schien K. 18. uitde b. fi. 32. fraicn 4. 
Mm. AT. 23. bünigs H. 21. wartich H. 26. briefc 0. 
27. fraw il. Mm. A". 29. ear X. .Mm. flf. 30. irr A. Mm. 
N. 31. scbcen A. Mm. fi. 32. Wo H. [35—381 A. 37. 
[unt] ton «irr Mm. 38. ricbM H, reich N. 40. Warn 
AT, Zwar A. Mm. 4t. Des w. ich h. dir ui n. A. Mm. 
43. [wilj A. M. 43. loMst H. 4t. .s. ffar v. ff. SO. [dai 
was] A. Mm. X. 5-2. [dai] aw H. [ane) JV. 5.3. D« A. JÜM. 
A'. H. 55. dann A. Mm. A'. 56. Do A. Mm. AT. ff. 57. an 
H. [57. 58] Mm. 59. enpeuff A. 60. irn - irn A. Mm, 
X. 63. do «. 64. vrwmkeil H. 65. [du] A. Mm. AT. 66. 
von der huoren H. 67. 68. epculet ew herr : wirr A. 
Mm. !f. groz H. 69. iuwtrm H. 70. Dos fl. 73. ist ei« 
g. H. 74. [schjerj H. 75. muezsl ^. Mm. N. 78. Haiisrt 
A. Mm. A~. 80. «er H. 82. alfrr erst H. hiUI sich .Hm. 
83. yeslich H. 84. lar ff. Nieman g. et s. A. [85. 86] A. 
herr : wer fl. werr y. bort H. 87. Do J. JMm. iV. gro» 
H. 89. Schriber H. 90. Schrib Mm. H. 91. secA Mm. 
92. er n Mm. A. 93. frau- A. Mm. iV. 96. senf A. Mm. 
X. [si] Mm dai R. 97. bal'i H. 98. [und] d. k. I. Mm. 
A. 99. isl eist. H. 401. daz kint (uot xefl. 2. muoi ff. 
3. 4. vind ; erwind H. 6. Dn ~ den tTew«it A. Mm. lt. 

fr. 8] Mm. 9. eiM A. .Vm. N. II. dem m. d. br. B. 
2. [da] .^. MM. JV. 14. [recht] H. 15. kan A. Mm. AT. 
[iu] niemant H. 16. bfgund [dö] A. Mm. X. 17. Da« 
— kOnigs H. 19. [nil] A. Mm. K. 21. »rw ». Mm. 22. 
vrouwn er weinot h- H. 25. ftein ff. '{lies d(e)b<iin). 36. 
ew Sil H. 28. tragen A. Mm. K. 29. in ein II. 30. 
Des H. er aie v. A. Mm. A'. weinen! H. 34. wanne A. 
Mm. A'. .15. daz. »acT. H. 36. dos w. e. klein H. 37. 
h«it ff. gelat in ein s. A. Mm. N. 39. nihtiT J. MM. N. 



718 St9uitm. 7. 

44S. geschoben If , wo hierauf j im Veherforn^ zu BiM 9S%, 
wiederholt wird Der mir das wbli ein klein verjehen. 43. 
cbindlain A. Mm, N. 4i. im My ir it. Nf den Mm, 45. 
m. schon I. Mm. 50. [SchcBncj fraw Mm. A\ A. 51. 
teifTer 6, leybev Mm. A. N. 52. Da ran diu rrouu: o. 
an dem mere zwar H, 54. gofs will H. 56. ane sw. 
Mm. A, N. 57. Uefer H, Teyiier üft». i4. N. 59. puUick 
il. /V, puisich Mm, VnUiech H. aber H. 61. Zmo der 
Uifer if. tfi^bcr Mm. A. S. 65. *bf/ier daz <Mf^ der 
8lat. 66. et/T Jlf. A. A'. 68. ^befser daz oiltfr diu 
8iat. 74. ha6 If. 75. klein Mm. A. N. 76. ich ez wil 
H. 77. trider die Mm. ^. A\ 79. wouw H. 81. 82. 
BomcrinM : küniginn U. 86. grilfufTcn Mm. A. N. 88. 
«Meiner fräwd Mm. A. iV. 89. gesig^ Mm. A. iV. 91. vucrt 
Mm. A. A\ 94. im Mm. A. A'. 98. was If. «ein m. ilfm. 
A. N. 99. Da Mm. A. X. den br. H. 500. recht Mm. iV. 
it. 2. Wie m. h. t<»tif m. H. 3. [von <r] H. 4. ^gan 
H. 5. Da Mm, A, N. 5. 6. Das ez — was gevs^r : swar 
H. 6. Da Mm. A. N. 9. *befser imeye. 10. Da Mm. A. 
A\ 12. Daz w. u. II. 13. [r/hein] tf. 15. Wf/rd Mm. .4. 
iV. 16. sichj A. 19. 20. ansprach : sach If. 22. du v. 
H. 23. *ft^i«- briere. 24. jehen If. 25—30. rerkilrzt 
H: Do aiilwiirr der bot' zehant Und sprach: r/nz luon 
ich iu bcknul. 28. wizzcn^ 29. bri<>f. 31. Da Mm. A. 
N. 32. ewr Mm. A. X. 33. Do H. 34. [mir] H. 35. 
Ge» mir drtz H. :U>. ha6 H. 39. Vor grozem z. H. M>. 
pUndJ Mm. A. A. 42. die s. A. Mm. y. 42. 43. si ewik- 
lich sicherlich Ir sünd b. [unz] If. im Mm. A. iV. 46. 
die alt sp. Mm. A. 47. H^ If. 48. crparm Mm. A. X. 
49. Dem Mm. Die a. ffolhail lY. 51. [liebenj vroutrii H. 
52. D«»« m. If. 53. 54. gen : sten Mm. A. lY. hlä in] H. 
55. f-it<l ni. H. asngllcich getal Mm. A. X. 5b. Hpt die 
If. 58. do Mnt. N. A. H. 61. chin/i/ein Mm. A. N. 62. 
nimmer Mm. A. X. 63. Zuo ein;)ndcr Mm. A. X. 65. 
gerungen H. 66. hei H. 73. vroui/w H. 76. er« Mm. 
A. X. 77. der k. Mm. X. 78. rat/ wen s. s. dar nach 
gesirind ii. rawcn Mm. i4. AT. 79. Von Reus$en H. 80. 
(io H. 81. II. pabsl zc llom z. Mm. X. A\ 82. sünd Mm. 
A. X. 83. an der l. H. lohlcr (für vrouwcn) Mm. A. X. 
H. 88. l'and H. 89. raüssen Mm. A. Xy tawsscn If. 
93. Daz H. 94. (legen Mm. A. X. 96. Aoln Mm. A. X. 
H. in. im Mm. A. X. 600. groz H. 1. [selbe] H. 2. 
in If. 3. Da Mm. A. X. 5. Da Mm. A. X. H. 9. Da 
Mm. A. X. [si] X. sünd H. 10. im Mm. A. X. preslen 
Mm. [11] X. babsl an gols H. 12. [beide] H. 15. Da - 
ancf Mm. A. X. 17. [slnj H. 18. kinrf/ein i4. Mm. X. 19. 
vroiii/ii If. 21. Da — purger Mm. A. X. 22. vroutr» 
an U. 23. au ir r. A. Mm. X. 25. Da si da g. i4. Mm 




ftBUttt». 8, I. 71» 

A'. 627. Da Mm. A. A'. 38. Tormtn Mm. A. S, Tamta 
H. 29. fihtj H. Firr Mm. A. S. 30. möW, H. 32. fm 
Mm. A. N. 34. iuii'«r H. 35. Wüffcnl H- Wolf .W«. A. 
S. ttaw H. 36. [sprach er] Mm. A. K. 37. [si] A'. 39. 
w0ll H. 40. I«)>i Mm. ^. A'. 42. brchant X. 43. lOh- 
teDÜch H. 44. endr hah e»-r JHm. /I. A'. 45. etrr JTmi. 
J. A'. 46. b. vr Mm. A. X. 48. vrouw- ff. 49. chmrf- 
lein .Hm. A. X. 50. fra-tu-T ücin .Ww. ^. A'. 51. fniuirm 
.Hm. A. X. 51. 52 53. Da Mm. A. X. [beide] H- 53. 
[in] Mm. 53. 54. .irin Der b. spr. rfax Ui ein guot sein 
Nu ntwpl die U. »t. n. evr. Mm. .4. A'. 56. üa .Vit. 
J. A. a7. Grn Jfw .4. A'. 61. im Mm. A. X. 63. Da 
Mm. A. X. 64. vroiirrn H. 65. .ci heim in f,\cKh. H. 
»aide« Mm. A. N. 66. Zuo irem werdoD r. ff. [künikj .Wm. 
67. si als ein k. A. 6S. rinn ^. A'. H. 6!). n. und i. H. 
70. Düs A% Dan U. vr. »tut ir A. fl. Mm. 74. AI H. wünn 
A. Mm. X. 76. das M. 7K unf!«Mfllich H, un Km «gleich 
Mn. 80. uns n» vr. Mm. A'. 79. 80. Der grb vni ntlen 
srinen segen Vnt Muei *nser ewickleichen pflegen. 
8. Ann bir erogt 

I. Liebe fMubtj: 

U^.d.,irifi,»! »ri .Hi.ctnrr IM. .W-) W lU, ser, Aumt. 

Bi. fsn 
I. 2. Der Tuor in vnger le aincr leil In da> groii lanl 
weit A. 2. Intz. u. .W. 3. b. da kr. .1. 4. [in] M. D. 
s( die «. .Vm. Aalachen .Vir. A. X, palacheR M. U. 5. 
Ist .V. A. ^. 6. nahet 11. 7. (lelairtit H. 7. 8 srin: 
von heim M. X. A. [Und] .V. X. A. tO. den wfst H. II. ' 
[grözerl ff. 18. So H. hn woU auz M. A~. A. 19. 
und M. X. A. 21. nelairbt der - " ■" -— ~ 



fraw M- X. 29. 30. Dai solln ffelauben sicherleich Udlev 
känifcinnc reich A. 33. Der da — L'nger I. B. 3t. lel 
«or ff. 35. Und er A. 36. lesen M. N. H. 37. Da M. 
N. A. 38. el (H scinmi .V. A'. A. 40. Dai sollen rfai die 
herrcn ff. 41. Inorf H. 43. künigin ff. 44 Si jähen s. 
M. y. A. Zuo in s. u. s«<n sin fl. 45 Seint ff. 45. 16. 
herrn: werm M. X. A. 49. Nemenl ff. 51. »ein h. M. 
X. A. her» ff. 32. be[ir. M. A'. A. sulh ff. 53. h«l H. 
54. Sein b. (irrr «er g. M. X. A. 57. H'enn V. Karl H. 
68. AiestatH. 61. [nichlj ff. 64. dorA auch M. got sin 
H. 65. nikt H. 66. ouch sl. »it Im immer H. 67. hem 
^.ym ir M. W. A. 68. lu im v. H. 7a SSileu h. ». 
herm M. X. A. 71. Ans JH. A". A. 72. die Ab* haben» 
M. ««n A. 73. «nser M. A'. A. 75. Do I. Jtf. So rrfn 



720 fnaxUn. 8, 1. 

d. it. hcrrii iH. it. JUm. mit s. il, am sinn« JH. 76. Rc- 
dfite Mm. H, li(*l(*n Af. A'. JKedcten| A. kunigin«« 5ff. 78. 
kÜiiiKiii'<^ M- '^' ^* 79. i. envf. 80. kum^f If, champt 
üf. |irj /l. M. üfiM. |KI - 8GI A. 81. gmuch If. Hill 
trcw(*n riid den gttotcn M 85. Ilcschiht M. 86. seU II. 
^. Den li. II. 88. w^enl If, Acrdeu Mm. 90. Jamcr 
Jir. 92. «nser Jlf. 9i. Wx^i g- [ni^J H- ^^- K- '•• si II. 



97. micA« n. M. 98. ewr» Jlf. A. i4. 199. 100] Mm. 99. 
£r JV. II. 6cgc M. ICH), iiiw^ru II. 1. Ha st. M. X. A. 
2. sich M. 3. Hcriioftoii M, Ituoftcn A. 8. [vor mir] A. 
geholt II. 10. der U. H. 13. Da ~ do M. A\ A. li. 

[woij M. A. A. 15. d st 1. o. H. 16. k. so st A. Mm. 
17. kuin6sl H. lüti'iaintie M. 18. Grlnitcnt H. Mm. sinnf 
M. So wirst du l«ii(lcr masr inii A, 20. lan/l H. ±2. mir 
daz igt war M. X. A. 25. In ;>!. A\ A. 29. drt ü. :M 
Dannocht [so] II. 33. 3i. umgeuetzt U. :)3. Paid^M. A'. 
A. 3i. viVnfz. ms/ M. A'. 3(>. dar zuo k. H. Chömcne M. 
A'. 31 --36. Daz hundert rnz/l ist von hinn Vud ninfzchen 
in nicifK'ni .sinn A. [37. 3H| Mm. dar zuo r. II, ili> r. 
A. 38. So sncll (h'tz ich iiiht wol (;clrnlit(>n chan A. VI. 
waz U. Vi. S\tl sWwt er II, ir«» er A. i3. m. nocÄ w. 
iW. ii. ht IT ll. A'. /l. 44). beiv. M. A', drohten Mm. i7 
gcwiT*' II. 18. ^en^ M, ^i/ig A*. 50. kouU er u. II. pf. 
oder m. A. Mm. |.')1. "r2\ A. 51. im mu^st Mm, im ez 
muost H. im in ^e^^inncst M 5i. vollikiiohcii H. 55. ich 
dir V. U. |55. 56J A. solhen M. A. 57. unil M. A*. A. 
irat II. .W. ze ruhen M. 57. 58. Ze r. in d. sl. Snell u. 
drat A. 59. Dnz svy dir sicher gesail i4. (A). v. m. u. li. 
A'. A. 62. dich h. H. lierail soin dar II. 63. so. er zuo 
dem kiinitj r. U. 6"). ki/niAsl IL i.e p. M. A. 70. Uev 11 
(vil| Jl. A*. .4. not erU. II. 71. k. %ar biz II. 72. |diij 
H. fvill »1. A. A. 73. listj ^. Mm. II. 7i. Her II. A. 
|Er| Miw. [schtenenj ^. Mm. 76. Her II. unrf M. S. A. 
il. daniiochr II. 83. Hinz II. lUhen M. A'. A. 1K>. 
ik/^n7 endet M. 97. );uol .4. Mm. 2(M). trahl in II. 1. 
abenr/f-v — ein A, A. Mm. 3. Ki r/fv/i v()l<?n ii. b. dem 
nunu'M II. j3. 4{ J/y/i. J. i. dns [voinj II. 5 herre. 6. 
Ich wil e-i r. A. 7. hcrr A. Mm. A'. [enjinag A. A'. .V«. 
11. i\cht \ii\n also g. A. X. Mm. 13. herr .1. A\ Mm. 
U. \iz Mm. '{befser miuV). eirr A. Mm. (15. 20] ^. 15. et 
II. gezfirnnpl Mm. II. 16. ew Mm. A. 18. voli'n Mm. 
19. viv'ist II. 20. seifit II. \s^^\ Mm. X. 22. |niil| II. 21. 
22. D(» k. er in in. st. Den v(thi er im n. v. A. [23 30| 
A. 2V. in bnl II. leilkauf A'. 25. Dn er h. i\a II. 26. 
Pnrgern II. der pMr</ ni guolen Mm. A*. 30. |l>az| Mm. 
[3,3! Mm. 36. [da| vöi .1. X. Mm. 37. in] II. %\. vieiten 
II. 17. in *//i' /i7ir h. II. herr J. A'. Mm. 18. z. //ie k. 
n. givezzer A. X. Mm. \U, mVioI II. 51. (lesamet X. xV. 




ftwttm. 8, I. 721 

Mm. 2S4. sagen A. N. Mm. (55. S6] A. [6l-6t] A. 6t. 
gnuok H. 62. ddT. ff. 66. ich Aong. H. 68. ea(ruocbea. 
69. von .i. A'. Mm. bot A, JV. jMm. H. [71. 'ßj J.A'.Jffa». 
77. lu KcbeD fl. 77. 78. ern : mern A. AT Mm. luirer k. 
[die] H. 79. sol IC* M. JHm. SO. [M^rn] »u heiient H. 
faaiii«l A'. b. m^ Mm. 81. cur d. jt. Mm. AT. iuw«r k. H. 

82. Benieiend H. 83. schafTenl M, clutufl Mm. [63. 84] 
j1. 86. selb a. 87. heir A. N. Mm. 88. nie g^iran H. 
A. Mm. [89. 90] A. 90. fr kuod d. m. sein JHm. K. 91- 
[Dil] A. Da Af. 92. tischt A. !V. Mm. 93, Von kott a. 
H. 9*. Hei er ein p. H. 95. [des] H. 97. w. er g. 
liitwr H. 98. [er] H. 300. Da — pel( ^. A'. ATm. T. 
ftaut Mm. [2. 3] JHai. 2. er in t. A'. Mm. Irew. Mm. 3. 
tr«iM JtfM. 4. sugot Mm. [Er sp.] — s. sazeitaiU J. B. 
in dem H. 6. [du] A. 9. vinRerf .4. N. Mm. 10. I/imI 
la dir dai e. >l. e. I. Mm. [11-14] ^. [13. 14] A. 18. 
Sie H. 19. singei Mm 20. des da H. 2t. [sich] J. JV. 
Mm. 24. [dai] — aiht ff. 25. doc* ff. 26. [den] v. H. 
27. g. ft«id le H. pärg A. 28. waru J. Mn. A'. 29. 
«fdTen ^1, rufTen X. Mm. 32. hm-big ewr A. Mm. AT. 
h«rwig H. 34. gar «irt A. Mm. entw. H. [35. 36J >l. N. 
37. stuf ,4. AT , surf ff. 38. herr A. A'. 39. 40 umgeitettt 
iM H. 39. er %mb gen H. [41. 42J ^. (er] H. 42. machet 
A-. 43. Zehand er n. A. 44. de» [45. 46] J. 45. m. er 
s. k. Mm, roui er s. efn b. A'. &t. er ze h. Sai so was er 
kflni^ genant H. 47. tuht R. [dö] if. Mm. A~. 48. Ife 
A. Mm. X. 49. [die scheide] H. 51. legt dai A. Mm.AT. 
^ mesD^Fr^l. Mm. X. 53. buocher her if. 56. sw. xarf 
n. J. Mm. 57. do .4. Mm. Ol. 58. Er sp. m. i. das wol 
b. ff- 59. rraizsoM^s A'. 60. So sprach der mesncr JI. 
61. ein lies lis ff. ainn- t. A. Mm. 62. das H. greis A. 
Mm. A'. 63. gesegneten A', «(esegitolen H, gesejzrltcn Mm. 
[64] Mm. E= H. blot ff, ploii A. gar H. 65. diu k. 0. 
66. altor Af. 68. [aller] ff. 72. w. teil ich sehen an S. 
73. 74. mesnier: [vil] swaer A. Mm. A~. 75. Glaubt A. 
Mm. X. man m. H. 76. G. u. s. selb d. gawxni w. ff. 
[77-80] Mm. 77. m. selA der l. H. herr A. Mm. X. 78. 
I. da mit g. A, I. da g. A~. 80. Do A. X. 81. sl im H. 

83. Mit im H. 86. hörn A. Mm. X. 87. 88. uns herren 
i. g. Zuo d. I. doi Muo> ickjehen H. 88. bcgundra ti 
im Mm. A'. jehen Mm. 90. herra A. X. Mm. 91. 92. 
dra( : kemoat A. X. Mm. 94. iwen gr. herren H. vie 
A. Mm. [dö] K. [95. 96] M. Wat Mm. rch[ A. X. Mm. 
97. riMf luffen hin -4. 98. Zuo d. st. do ei da sai .,1. 
99. Cnd bet i4. 402, Chomen A. X. Mm. sl. gon H. 3. 
efp/lichl fl. 4. Vor sorgen Mm. 7. motu Mm. üai iiilt mir 
sagen ff. [wan] Mm. N. A. [9. 10] A. K. Mm. lt. swerN. 
i« A. H. Mm. 12. leist H. 15. d«s fl. 13 - 16. r. wer 




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». 10. RpOt : behlK. 10. mir fSr niur. 13. niemand. 
17. rtlen. XL nicrnntit. 41. rolci wo\t. 60. Dm. tA. 
wn4. 5.1. l>a. S7. 58. niühl Kcnciirii. S». Doch. 67. Um. 
78. «(«M sirri«M/, tuertt: Su ich si mach mrt. 79. Ew- 
uraltcn. 93. jamerlich. 106. Un w. n. I. I». da% Tiul. 
3t. II. twttr RRr. 27. Difr. 





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Stanford, California 



1980 



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