(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
See other formats

Full text of "Geschichte der Deutschen in Syracuse und Onondaga County"

Book v.S^?^vS'^s5 





. . . NßBST . . . 





Druck von J. P. PINZER, 466 N. Salina-Strasse, 
Syracuse, N. Y. 



Mavor VOR Syrücusc. 



WHEN the leaves of autumn are falling in October next, Syracuse 
will celebrate her fiftieth anniversary as a city, and it might be 
Said that during the past thfee decades the history of the German- 
American people has been the history of Syracuse, so closely in touch 
liave these people been with the progress and development of our beauti- 
ful city. It is a conservative opinion to State that at least one person out 
of every five of our 125,000 inhabitants is of German origin. The sons 
and daughters of the Fatherland in Syracuse are a liberty loving people. 
They left their country in order that tliey might be freed from the re- 
strictions of a monarchical system of government which, among other op- 
pr^ssive forms, requires every man to serv^e in the army in order that 
royalty may be preserved. The people who rebelled against tyranny and 
who believed in liberty of thought were naturally the best of their peo- 
ple. They were attracted to the free soil of America and they have done 
their share in making our nation so great and powerful. They have made 
two blades of grass grow where one grew before. The golden corn of 
Wisconsin, Iowa, Nebraska and the great West waves over millions of 
farms owned by sturdy German farmers. They have made the granary 
of our country. 

In Syracuse they have become among the first of our respected and 
industrious Citizens. Noted for thrift, frugality, good habits and simple 
enjoyments, they have been an indispensable factor in making this city 
of ours one of the greatest of the imperial State of . New York. They 
have built and guarded nearly one-third of oui* homes. Their name is 
legions on the tax-rolls of the city. They are friends of law and order 
and social equality, the sturdy friends of the schools and supporters of 
':^hurches. They are organized into many societies for charitable pur- 
oses, to visit their sick and bury their dead, and to instill the spirit of 
benevolence throughout the city. It is highly proper and befitting that 
a history of this remarkable and sturdy people be written for the benefit 
of posterity. They include many Citizens who are the life and the hope 
of our niunicipality, and it is their chüdren who a generation hence will 
bear the burdens of the responsibilities of government. 


Mayor of Syracuse. 
Syracuse, N. Y., June 17, 1897. 

Gouverneur des Staates New York. 

WENN im naechsten October das Herbstlaub zu fallen beginnt, wird Syracuse sein 
fuenfzigjaehriges Jubilaeum als Stadt feiern, und es mag mit Recht gesagt werden, 
dass waehrend der letzten drei Jahrzehnte die Geschichte dei Deutsch-Amerikaner auch die 
Geschichte von Syracuse gewesen ist, so eng verwoben waren sie mit dem Fortschritt und 
der Entwickelung unserer herrlichen Stadt. Es ist keine uebertriebene Behauptung, wenn ge- 
sagt wird, dass aus je fuenf unserer 12s, ooo Einwohner einer von deutscher Abkunft ist. Die 
Soehne und Toechter des "Vaterlands" in Syracuse sind ein freiheitliebendes Volk. Sie 
verliessen ihr Heimathsland um frei zu sein von den Einschraenkungen, welche eine monarchi- 
sche Regierungsform einem Volke auferlegt, und unter welchen die Heeresptlicht zur Erhal- 
tung des Koenigthums eine der drueckendsten ist. Sie, die sich gegen Tyrannei auflehnten 
und an Denkfreiheit glaubten, waren naturgemaess die besten ihres Volkes. Sie fuehlten 
sich hingezogen zu der freien Erde Amerikas und haben ihr redliches Theil gethan, um unsere 
Nation so gross und maechtig zu machen. Sie haben es zuwege gebracht, da zwei Gras- 
halme wachsen zu machen, wo verlier nur einer wuchs. Das goldige Korn von Wisconsin, 
Iowa, Nebraska und im grossen V/esten, wiegt sich ueber Millionen von Farmen, deren 
Eigenthuemer Deutsche sind. Sie sind es, welche die Kornkammer unseres Landes geschaf- 
fen haben. 

In Syracuse sind die Deutsch-Amerikaner unter den ersten der geachteten und thaetigen 
Buerger. Sie sind bekannt fuer ihren Fleiss, ihre Sparsamkeit, ihre guten Sitten und ihren 
geselligen Sinn. Sie waren ein unentbehrlicher Faktor zur Loesung des Problems, unsere 
Stadt zu einer der groessten des grossen Staates New York zu machen. Ein Drittel der 
Heimstaetten unserer Stadt ist von ilmen errichtet worden und wird von ihnen behuetet. 
Ihr Name ist Legion auf den Steuerlisten der Stadt. Sie sind Freunde von Gesetz und Ord- 
nung und gesellschaftlicher Gleichheit; standhafte Freunde der Schulen und Stuetzen der Kir- 
chen. Sie haben sich zu zahlreichen wohlthaetigen Vereinen organisirt, ihre Kranken zu 
besuchen und ihre Todten zu begraben, und den Geist des Wöhlthuns in weiten Kreisen zu 
verbreiten. Es ist durchaus angemessen und hoechst passend, cfass eine Geschichte dieses 
merkwuerdigen und biedern Volkes zum Besten der Nachwelt geschrieben werde. Unter 
ihnen finden sich viele Buerger, welche das Leben und die Hoffnung unseres Gemeinwesens 
repraesentiren, und ihre Kinder sind es, die nach^ einer Generation die Buerde und Verant- 
wortlichkeit der Regierung zu tragen haben werden. 

Syracuse, N. Y., den 17. Juni 1S07. 


New Bank Building. | 120 E. Genesee vSt. 

STATE OF NEW YORK, MAY ist, 1884. 

CAPITAL, $125,000. SURPLUS, $100,000. 

JOHN DÜNN, Jr., President. 

L. C. SMITH, Vice-President. 

FRED C. EDDY, Cashier. 




F. C. EDDY, 


Foreign Exchange bought and sold, and Letteis uf Credit issued, availabie tliroughout the world. 


Central New York's Greatest Dry Goods Store, 




VictHlouNcriKur des ^raciTcs New \oy\\. 


ORondaga Counlv 
Savings BanK, 

JANUARY l 1897. 

Bonds and Mortgages, - $7 
L'nited States Bonds, - - i 
Bonds of Cities and Counties ) 

of the State of New York, j ' 
Bonds of Townsand Villag-es ) 

of the State of New York. \ 
Bonds of State of Massachusetts, 
Banking House. - - - 
New Banking House, - 
(3ther Real Estate. - 
Cash in Banks and Trust 

Companies, - . - . 
Cash on hand. 
Loanson Call, Accrued Interest.etc. 



Due Depos 

Net Surplus, 
lunts, Januar 















Conn)trollcr des srcicitcs New Yorl^ 

. . FITTING . . 


j^ j^ c^ 

"We have the Disposition, the Ability and the 
Goods to please every buyer.-' 


Winter ^ Smäh^ 



Empire Bloc[^, 113-115 NORTH 5ALIMA 5T. 
syi^jOs^cush:, nsr. ir 


Districr: OnoncKicici CouiUv. 

gifraeuse SaY)ings ßanl^. 


INTEREST will be allowed at the rate of, not to exceed, Four Per Cent, per annum, on all 
sums above one dollar, and shall be coniputed tVoin the first day of the nionth succeeding 
the time of deposit to the next quarter day; but deposits niade on the first three days of 
any month will bear interest from the first day ofthat nionth. 

Guardians, trustees, women and persons unaccustonied to tinancial tiansactions, will find 
tiiis Bank a sat'e and convenient place at which to make deposits and do business. The 
President and Treasurer will be in attendance during business hours to give any desired 

!/iank Open 'Da//j/ from 10 :^.9//. to 4 !P. 7/^., and on Saturciai/ 
Civenin^s from 6 to S o' cioc/c. 


Officers of the Syracuse Savings Bank. 

CHARLES P. CLARK, President. A. F. LEWIS, Sec'y and Treas, 
AUSTLYC. CHASE, ist Mcc-Prest. CHAS. BLUST, Paying Teller. 
NICHOLAS PETERS, 2d Vice-Prest. A.R.BALDWIN, Rec'v'g Teller. 


Alfred A. Howi.ett. 
George Doheny. 
NicHOLAS Peters. 
Henry J. Movvr> . 

Fr.ank His<;;ock, 
John Dünn Jr., 
Fr.ancis Hhndricks, 


Hamilton S. 

a. j. northrup, 
Austin C. Chase. 
Richard W. Jones 
WiNG R. Smith, 

Charles P. Clark, 
Edward Joy, 


Jacob Amos, 


t^orwort Jö Jö Jö 

DAS vorliegende Buch soll dem Zweck entsprechen, der auf seinem 
Titelblatt angegeben ist. Es soll kein Geschichtswerk im enge reu 
Sinn des Wortes werden, sondern eine Verbindung von Geschichte und 
Chronik. Vom rein historischen Standpunkte aus wuerde manches aus- 
geschlossen bleiben muessen, was vom Standpunkt der Chronik aus 
aeusserst interessant und zum Verstaendniss der Lokalgcschichte und 
Verhaeltnisse geradezu unentbehrlich ist. 

Die Geschichte des Deutschthums in S3'racuse und Onondaga County 
bildet ein interessantes Kapitel in der Geschichte des Deutschthums im 
Staate New York, wie in den Vereinigten Staaten ueberhaupt. Aus die- 
sem Grunde erscheint es unerlaesslich , bis zum Anfang der deutschen 
Einwanderung zurueckzugehen und in allgemeinen Zuegen diese Einwan- 
derung zu verfolgen, bis sie sich zur Lokalgeschichte erweitert. Auf 
diese Weise gewinnt der Ecser den richtigen Gesichtspunkt, unter wel- 
chem die Verdienste der Deutschen um die Entwickelung dieses Ean- 
destheils im Allgemeinen, und der Stadt im Besondern, beurtheilt w^erden 
muessen. Der deutschen Bevoelkerung soll durch dieses anspruchslose 
Werk ein bleibendes Denkmal gesetzt werden, zur Erinnerung daran, was 
deutscher Fleiss und Unternehmungsgeist, deutsche Sitte und Gesinnung 
dazu beigetragen haben, um innerhalb eines Jahrhunderts aus stillen 
Jagdgruenden der Indianer ein Gemeinw^esen zu schaffen, ausgestattet mit 
allen Errungenschaften moderner Kultur und ein Mittelpunkt fuer Handel, 
Industrie, Wissenschaft und Kunst. Und damit die Mit- und Nachwelt 
nicht vergesse, welchen Antheil das Deutschthum an dem Kampfe zur 
Erhaltung der Union nahm, wäe deutsches Kirchen- und Vereinswesen 
veredelnd und hebend auf eine grosse JBevoelkerungsschicht eingewirkt 
hat, soll auch dieser Thatsachen in dem vorliegenden Werke gebuehrend 
gedacht werden. Moege es dazu dienen, uns anzuspornen, wuerdige 
Nachfolger verdienstvoller Vorfahren zu sein, allezeit bereit, fuer Frei- 
heit, Recht und Bruederlichkeit fest und mannhaft einzutreten. 

6c$cl)icl)te der aeutscbcn €inu)aiiaeruiig. 

Wer einigermassen mit der Welt- 
geschichte vertraut ist, weiss, wie 
unsseglich traurig zu Anfang des 


17. Jahrhunderts die Zustaende in 
Deutschland waren. Die geistige 
Aufklaerung im Gefolge der Refor- 
mation hatte noch nicht den gering- 
sten Einfluss auf die socialen Ver- 
haeltnisse ausgeuebt. Weltliche 
Fuersten und Kirchenfuersten fuh- 
ren fort, auf altgewohnte Weise das 
Volk auszubeuten. Da brach im 
Jahre 161 8 der furchtbare Religions- 
krieg aus, der 30 Jahre lang mit un- 
erhcerter Grausamkeit wuethete, das 
Land verwuestete und die unteren 
Schichten des Volkes der bittersten 
Noth preisgab. Mitten in dieses 
Elend hinein mag die Kunde ge- 
drungen sein von der Auswande- 
rung der Puritaner aus England nach 

den britischen Besitzungen in Ame- 
rika. W^ie und auf welchen Anlass 
hin die erste Auswanderung sich 
anbahnte, lae.sst sich nicht mehr fest- 
stellen. Thatsache jedoch ist, dass 
bereits 1623 mit dem Schiffe " Neu- 
Niederland ' ' 30 deutsche Familien 
aus Amsterdam nach Amerika ka- 
men und sich in ' ' Neu-Niederland " 
ansiedelten, wie das Gebiet an der 
Muendung des von den Hollsendern 
entdeckten Hudson- Flusses genannt 
wurde. Hier gruelideten sie eine 
Ackerbau - Kolonie, welche Neu- 
Amsterdam genannt wurde, der be- 
scheidene Anfang der heutigen 
Weltstadt New York. Diese Kolo- 
nie stand unter der Aufsicht und 



C()ixirc.ss-riirgliC(l des 27. Districts des 
Skicites New York. 

Ivcitung eines HoUaenders von deut- 
scher Abstammung, Namens Cor- 
nelius Jacobso7i May. Im folgenden 


Jahre trat Willuivi [ W/zz//^/, gleich- 
falls ein Deutsch - Hollsender, an 
seine Stelle. Auf diesen folgte Peter 
ß/hmit, der frueher Diakonus einer 
reformirten Kirche in Wesel gewe- 
sen war, als General-Direktor von 
Neu - Niederland. vSein Schwager, 
Johann Hueck, ebenfalls aus Wesel, 
wurde ihm als Anitsgenosse zuge- 

Deutschland, vom Niederrhein, aus 
den ehemaligen Grafschaften von 
Geldern, Juelich, Cleve und Berg, 
aus Westphalen, Ost - Friesland, 
Dithmarschen, Holstein, Thuerin- 
gen, Hessen, Schwaben und Sach- 
sen. Aus der Thatsache, dass die 
echt deutschen Namen dieser An- 
siedler eine hollaendische Umschrei- 
bung erfahren haben, Hesse sich 

Im Laufe der Jahre folgte neuer 
Nachschub. Die Kunde von dem 
verhaeltnissmaessig friedlichen Le- 
ben der Kolonisten und ihrem be- 
friedigenden Auskommen uebte 
eine grosse Anziehung aus auf die- 
jenigen, die davon erfuhren. Die 
meisten dieser Ansiedler kamen ur- 
spruenglich aus dem nordwestlichen 

rRANKx Hiscocr^, 

Cx-Vcr/StciatCR Senator. 

sehliessen, dass dieselben zuerst nach 
Holland ausgewandert waren und 
dann spseter erst sich zur Auswan- 
derung nach Neu - Niederland ent- 
schlossen. So wurde aus Johann ein 
Jan, aus Dietrich ein Dirk, aus Ger- 
hard ein Gert oder Gerritt. Doch 
mag diese Umwandlung sich auch 
erst hier vollzogen haben, wo sie 


unter hoUaendischer Oberherrschaft 

Es bestand zu jener Zeit in Am- 
sterdam eine grosse Handels- und 

ßui\(JevS - KrcLsrichtcr. 

Kolonial - Gesellschaft, die West- 
Indische Compagnie. Diese war es, 
auf deren Veranlassung die erste 
Ackerbau - Niederlassung am Hud- 
son gegruendet wurde, und die wohl 
auch die Kolonisten zur Auswan- 
derung bewogen hatte. Aus irgend 
einem Grunde gerieth Peter Minuit 
mit dieser Gesell^haft in Streit. Er 
wurde 1632 abberufen und an seine 
Stelle trat der Hollaender Kieft. 
Unter dessen Verwaltung kam es zu 
blutigen Kaempfen mit den India- 
nern und zu einem Ma.ssacre auf 
dem westlichen Ufer des Hudson, 
wo die Ansiedlung Pavonia neu an- 
gelegt worden war. Im Jahre 1645 
wurde ein friedlicher Vergleich 
mit den Indianern geschlos.sen und 
Kieft abberufen, da er sich .schwerer 
Grausamkeiten schuldig gemacht 
hatte. Sein Nachfolger als Gene- 

ral-Direktor der Kolonien wurde im 
Jahre 1646 Peter Stiiyvesant, der 
vSohn eines Predigers in Friesland. 
Peter Minuit hatte nach seinem 
Zerwuerfniss mit der Westindischen 
Compagnie sich vergeblich bemueht , 
.seine fruehere Stellung wieder zu 
erlangen. Enttaeuscht ueber die.se 
Zurueckweisung und Nichtwuerdi- 
gung .seiner Verdienste und Faehig- 
keiten, reiste er nach Schweden, wa 
es ihm gelang, die junge Koenigin 
Christine zu bewegen, die Mittel 
zur Gruendung einer Kolonie in 
Amerika zu gewaehren. Die reichen 
deutschen Handelsstaedte Stralsund 
und Stettin, damals zu Schweden 
gehoerig, waren schnell bereit, sich 
an diesem Unternehmen zu bethei- 
ligen. Schon im Jahre 1638 kam 
er mit dem Kriegsschiffe ' ' Schlues- 

Wn. J. ßCLLCN, 

A.s.scnAhlv-Mir(|lial voia Onoadaga Co., 

I. DLs trief. 

sei von Colmar," dem Transport- 
schiffe ' ' Vogel Greif ' ' und fuenfzig 
Emigranten in der Bay von Dela- 
ware an und fuhr dieselbe hinauf bis 



Jacob Amos 3s 


Carl LAmos 





Organized under tlie General Banking Laws of the State of New York. 

CAPIIAU100JI]_#JÜRPLÜS, 100,000. 


FRANK HISCOCK, Vice-President. 

G. A. WOOD, Cashier. 


Frank Hiscock, A. K. Hiscock, Thos. Molloy, Jas. Barnes 

Francis Hendricks, Frank H. Hiscock, Geo. E. Dana. 


Accounts of Merchants and Maniifacturers solicited. 


OF 0]Sr02SriDjPLGjPL. 

Office: Syracuse Savings Bank Building. 

Receive Money on Deposit, Pa}^ Interest thereon on Monthly Balances, 
and i.ssue Pass Books or Certiiicates therefor. 

Ab.sohite Safety from Fire or Burglars .secured by Renting a Safe, to which 

Renter only lias Acce.ss, at from $5 to $50 per Year, according 

to capacity, in the new vSteel \"anlts. 

OPEN DAILY FROM 10.00 A. M. TO 4.00 P. M. 

( Sioidays and Legal Holidays cxcepted. ) 




JAMES BARNES, Secretary. 

vmgefaehr dahin, wo heute Wil- 
mington steht. Hier beschloss er 
sich niederzulassen und kaufte dem 
Indianerhaeuptling soviel Land ab, 
wie er zu seinem Zweck bedurfte. 
Als die Koloni.sten von Neu- Amster- 
dam von dieser neuen Niederlassung 
erfuhren, protestirten sie dagegen. 
Minuit Hess sich jedoch dadurch 
nicht im geringsten anfechten, son- 
dern behauptete frisch und keck, 
die Koenigin von Schweden habe 
mindestens ein eben so gutes Recht 
zur Anlegung von Forts, wie die 
Westindische Compagnie ; er f uehrte 
denn auch sein Vorhaben aus, baute 
das Fort Christine und es entwickelte 
sich ein lebhafter Tauschhandel mit 
den Indianern. Schon im naechsten 
Jahre kamen weitere Schiffe an, mit 
deutschen, schw^edischen und sogar 
hollaendischen Auswanderern. Die 
Niederlassung wurde Neu-Schwe- 
den genannt, und nachdem Johan- 
nes Printz, " Edler von Buchan," 
mit zwei Schiffen und 54 deutschen 
Familien angekommen war, wairde 
er zum Gouverneur ernannt. 

Eine Zeitlang lebten die deutschen 
und schwedischen Kolonisten von 
Delaware mit den Hollaendern von 
Neu- Amsterdam in leidlichem Frie- 
den. Doch kam es bald zu Eifer- 
suechteleien und Streit, und da 
Schweden sich nicht sonderlich um 
seine Kolonie bekuemmerte, fiel die- 
selbe in die Haende der Hollaender. 

unter etigliscber Herrschaft. 

Den Hollaendern war es nicht ver- 
goennt, sich lange ihrer Herrschaft 
in Neu-Niederland zu erfreuen. Die 
englischen Kolonien in New - Eng- 
land dehnten allmaehlich ihr Gebiet 

weiter aus, bis sie mit den Neu- 
Niederlanden in Conflikt geriethen. 
Peter Stuyvesant, der damalige hol- 
laendische Gouverneur, war ein tap- 
ferer aber halsstarriger Geselle, der 
mit den englischen Kolonien glaubte 
kurzen Prozess machen zu koennen. 
Die letzteren vereinigten sich jedoch 
zu einem Bund und riefen England 
um Huelfe an, die ihnen auch schleu- 
nigst gewaehrt wurde. Um diese 
Zeit waren England und Holland 
auch zu Hause in einen Krieg ver- 
wickelt worden, in welchem Hol- 
land den Kuerzeren zog. Karl IL 
von England glaubte den richtigen 
Zeitpunkt gekommen, um seine An- 
sprueche auf die hollaendische Ko- 
lonie geltend zu machen. Um die 
Sache in Gang zu bringen schenkte 
er seinem Bruder, dem Herzog von 
York und Albany, grosse Eaender- 
strecken in Amerika, worin das Ge- 
biet der Neu - Niederlande einge- 
schlossen war. Dann sandte er vier 
Schiffe mit 450 Soldaten unter Fueh- 
rung des Obersten Richard Nicholls, 
um seine Ansprueche zu unter- 
stuetzen. Diese zwar kleine, aber 
hinreichend starke Flotte, warf am 
20. August 1664 vor Neu- Amster- 
dam Anker. Die Stadt, welche da- 
mals etwa 1 ,500 Einwohner zaehlte, 
war nur schwach befestigt und die 
Besatzung zaehlte kaum 300 Mann, 
die ausserdem nur nothduerftig aus- 
geruestet war. Als Nicholls schrift- 
lich, unter Anbietung ehrenhafter 
Bedingungen, zur üebergabe auf- 
forderte, zerriss Stuyvesant den 
Brief in Stuecke. Die Buerger je- 
doch sahen die Sache in anderem 
Eichte an; sie draengten zur Üeber- 
gabe, die denn auch am 6. Septem- 
ber stattfand. Stuyvesant ging mit 


CAPITAL $200,000. 

PROFITS $100,000. 



Mf \Mt \ik \it Mf 

\Kf^ desire to call the attention of tlie business Community to this Bank 
as a safe place to keep their deposits and obtain necessary accomo- 
dations for their business. We do a general banking business, buy and 
seil Stocks and bonds for customers, and transact everything in the 
banking line. We give you below a list of our officers and directors, and 
should be pleased to have you give us a trial. 

.♦.♦"H^ircctore anö ©fficcre:,.. 





\ lee- President. 

2nd J 'iee- President. 


Assistant Cas/iier. 

der Garnison nach Holland zurueck, 
Neu - Niederland wurde zu New- 
York, die Stadt Neu - Amsterdam 
erhielt ebenfalls den Namen N'eic- 

0EOP(i .SAUL t 

Yo>'k, und aus Fort Oranien am obe- 
ren Hudson, wvird& Albany. 

Als im Jahre 1672 wieder Krieg 
zwischen England und Holland aus- 
brach, erschien im folgenden Jahre 
eine hollsendische Flotte vor New- 
York, das sich ergeben musste. Das 
Gebiet erhielt seinen frueheren Na- 
men wieder und die Hollaender 
fuehlten sich von neuem als Herren. 
Doch die ganze Herrlichkeit waehrte 
nur 1 5 Monate und alles wurde wie- 
der englisch (1674). 

Im Jahre 1688 wurde Jacob IL 
von England durch den hollsendi- 
schen Prinzen von Oranien vom 
Thron Verstössen, und die Nieder- 
laender und Deutschen in New- York 
hielten den Zeitpunkt fuer geeignet, 
eine Revolution auf eigene Faust 
in's Werk zn setzen, indem sie sich 
gegen den damaligen englischen 

Gouverneur Francis Nicholson auf- 

New - York hatte schon damals 
eine sehr gemischte Bevoelkerung — 
Hollsender, Deutsche, franzoesische 
Hugenotten, Waldenser, Wallonen, 
Englaender, u.s.w. Hollaender und 
Deutsche bildeten einen ansehnli- 
chen Theil der Bevoelkerung und 
so kam es, dass der Deutsche, Jacob 
Leisler, ein geborener Frankfurter, 
zum Fuehrer der Revolution erko- 
ren wurde. Leisler war im Jahre 
1 666 als Soldat im Dienste der West- 
Indischen Compagnie nach New- 
York gekommen und uebernahm 
nur widerwillig die ihm zugedachte 
Ehre, wahrscheinlich weil er ahnte, 
wie die Sache am Ende verlaufen 
wuerde. ,i.in 19. Mserz 1691 kam 
der neue englische Gouverneur 
Sloughter an und verlangte die sofor- 
tige Uebergabe der Stadt. Leisler 
kam dieser Aufforderung erst am 


folgenden Tage nach und wurde 
nebst seinen Rathgebern wegen of- 
fener Rebellion gegen den Koenig 


Cornei' Warren cincl Ecist Washington Sb. 

Organized 1891. 


CAPITAL, . . $250,000. 
Undivided Profits, $öo,ooo. 


AGCOUNTS ROliniTp-n ^ — v 

Lcttcrs or Credit issucci civailahlc in üiv/ port of \\\c World. 







HENDRICK S. Holden, Clarence G. Brown, 

George M. Barnes, E. Kirby West, 

Charles M. Warner, Edward Jov, 

Daniel Rosenbloom, F. R. Hazard, 

LoiTis Will, Hamilton vS. White, 

Jacob Amos, Anthony Lamb, 

William Nottingham. 


von England verhaftet. Sie wur- 
den prozessirt, und Leisler, sowie 
sein Schwiegersohn, Milborn, zum 
Tode verurtheilt. Der Gouverneur 
selbst zauderte eine Zeitlang das 
Urtheil zu vollstrecken, obwohl Leis- 
ler' s Feinde ihn dazu draengten. 
Als Sloughter noch immer wider- 
strebte, wairde ein Banquett veran- 
staltet. Man machte ihn betrun- 
ken und in diesem Znstande ueber- 
redete man ihn, die Vollstreckung 
des Todesurtheils anzuordnen. Am 
i6. Mai 1691 wurden Leisler und 
Milborn gehaengt. Spaeter wurde 
das Urtheil vom englischen Parla- 
ment aufgehoben und so mag Leis- 
ler als der erste politische Märtyrer 
Amerikas gefeiert werden. 

Besinn der IKassen = €ln= 

D i e traurigen Zustaende in 
Deutschland nach dem dreissigjaeh- 
rigen Kriege waren wohl geeignet, 
dem "Aus Wanderungsfieber" Vor- 
schub zu leisten. Der Wandertrieb 
der germanischen Rasse ist ja nie 
voellig ausgestorben gewesen. Es 
bedarf bloss unguenstige Verhaelt- 
nisse zu Hause und einen leisen 
Hoffnungsschimmer aus der Ferne, 
und der Deutsche greift mit Weib 
und Kind und Hab' und Gut zum 
Wanderstab, um irgendwo auf Got- 
tes Erdboden sich eine neue Heim- 
staette zu gruenden. 

Bisher war die deutsche Einwan- 
derung verhaeltnissmaessig unbe- 
deutend geblieben. Die erste Mas- 
seneinwanderung begann als Franz 
Daniel Pastorius aus Sommerhausen 
am Main mit 13 Familien von insge- 
sammt 40 Personen am 6. Oktober 

1683 in Pennsylvanien landete und 
den Grund zur Stadt Gcrmantoivn 
legte, die heute einen Theil Phila- 
delphia' s bildet. Diesen Kolonis- 
ten ging es im ersten Winter unbe- 
schreiblich schlecht. Im folgenden 
Jahre ging es schon besser ; jedes 
Jahr brachte neuen Zuzug, und als 
im Jahre 1689 die Feldmark von 
Germantown unter den Ansiedlern 
verloost wurde, waren es schon an 
50 Familien. Pa.storius war ein 
Mann von allgemeiner Bildung, 
christlicher Gesinnung und grosser 
Umsicht. Von welchem Geist diese 
Ansiedler beseelt waren, zeigt die 
merkwuerdige Thatsache, dass die 
Bewohner Germantown' s schon am 
18. April 1688 eine Erklaerung ge- 
gen die Sklaverei erliessen. 

Der Ackerbau war zu Anfang die 
Hauptbcschaeftigung der Ansiedler. 
Der Ertrag desselben war so reich, 
dass eine bedeutende Ausfuhr von 
Getreide nach Westindien moeglich 
war. Der Handel begann sich lang- 
sam aber kraeftig zu entwickeln. 
Von den Indianern wurde Pelzwerk 
eingetauscht und nach England ge- 
sandt. Die wilde Weinrebe wurde 
veredelt und es entstand ein ziem- 
lich bedeutender Weinbau. Flachs 
wurde gebaut und verarbeitet nach 
altvaeterlicher Weise. Als Pastorius 
ein Stadtwappen fuer Germantown 
haben wollte, waehlte er eine Wein- 
traube, einen Flachsrocken und eine 
Weberepule als S3nnbol. Rund um 
das Wappen stand die Inschrift : 
"Linum, vinum et textrinum' ' , ' 'um 
anzuzeigen", sagt Pastorius, "dass 
man sich dies Orts mit Weinbau, 
Flachsbau und Handwerk mit Gott 
und Ehren ernaehren wolle". Aus- 
serdem fallen in jene Zeit auch die 


D)ercl)aiit$' national Bank, 

South Saline SIrccI, \«i Cor. Washington. 

[Üzrr U'esteni riiiou Tiici^rap/i Offic 


1 80.000. 

OR,<3--A.Kri!2BD 1S50. 

E. R. PLUMB, - 




Assistant Cashier. 


George N. Kennedv, E. R. Plumb, Thos. Merriam, 
Wm. H. Warner, W. B. Burns, H. W. Plumb, 

Wm. G. Tracy, Thomas Ryan, George P. Hier. 

Charles A. Bridgman, Teller. 

This is tlie Oldest and one of the niost Flourishinj; Bankinjj^ 
Institutions in the City. Collections niade in all parts of the 






This is our Claim : Bakes a bar- 
rel of flour into bigger and better 
loaves of bread (l| Ibs. to 

COPVRi&nl I89i d 

The above cut represeiits the ])ile of Bread as exhibited in window after being 
Tsaked May 21, 1S97. at our störe, ( oiie whole barrel of Flour, with less than one hod 
•of coal) witnessed by hundreds of people, who could scarcelv beHeve their eyes. 

Our $1000 Challenge to all Competitors was not accepted, 


If vou are in iiesd of a Stove, call and see our wonderful 






CS a 


d f 





On accouiit of limited Space, \ve can onlv give the names of a few using the 

A. L. MASON, Contractor and BuiUer, 700 Court St. 
ASA MERRICK, Architect, 705 South Ave. 

F. GRIDLEY, Salt Springs Bank, 615 W. Onondaga. 
W. H. JACOBY, Real EstateAgt., 115 Comstock Ave. 

B. M. ROSS. Commercial Traveler, ij4 South Ave. 
H. L. PASSAGE, Com. Traveler. 211 Lincoln Ave. 
PHILIP YOUNGER, Carpenter, 924 Highland St. 
PATRICK MURPHY, Baker, 1120 N. Salina St 

C. F. EBNER, VeterinarySurgeon, 117 Baker St. 

FRED WITSCH, Blacksmith, 216 Bear St. 

WM. BEEBE, Commercial Traveler, 209 Lincoln Ave. 

WM. HAHN, Glazier, 114 Monroe St. 

MICHAEL HEMMER. Contractor, 914 N. Salina St. 

CHARLES SCHUG, Decorator, 502 Tully St. 

MICHAEL MURPHY, Baker, 1120 N. Salina St. 

JOHN J. KEEFE, Grocer, 208 Wolf St. 

We also carry a füll Line of 


Ciitlery, Carpenter & Mason Tools ofthe very bestquaiity. 

Also a coinplete line of 


at Rock BottoiTi Prices. 




722 Nortlx öaliha ötrcet. 


Anfaenge der Industrie : die erste 
Papiermuehle in Amerika wurde in 
Germantown gegruendet durch Wil- 
helm Rittinghuysen, und die erste 
Brauerei durch den Quaeker Peter 
Keurlis im Jahre 1695. Wir sehen 
also, dass es den neuen Ansiedlern 
im Vergleich zu den altheimathli- 
chen Verhaeltnissen geradezu glaen- 
zend wohl erging. Die Nachricht 
davon drang hinueber ins alte \"a- 
terland mit seinem alten Elend und 
neue Einwanderer kamen in Schaa- 
ren. Schon 17 17 war ihre Zahl so 
gross, dass es dem damaligen Statt- 
halter anfing bange zu werden. Die 
Mehrzahl der Einwanderer um diese 
Zeit bestand aus Anhaengern von 
Sekten, Mennoniten^ Mystikern, 
Taufgesinnten u.s.w. , die sich mit 
\'orliebe nach Pennsylvanien wand- 
ten, weil sie hier Duldung ihres 
Glaubens erwarten durften. Men- 
noniten aus der Schweiz siedelten 
sich oestlich vom Connestogafluss 
an, andere in Lancaster County. 
Die Siebentseger, oder Ephrata- 
Brueder setzten sich unter ihrem 
Leiter Conrad Beissel in der Ein- 
samkeit des Cocalico fest und bauten 
dort das bekannte Kloster Ephrata, 
wo auch die erste deutsche Druck- 
erei eingerichtet wurde. 

Die Lutheraner kamen anfangs 
nicht zahlreich, da sie daheim ziem- 
Hche Religionsfreiheit genossen. 
Eine der aeltesten lutherischen An- 
siedlungen war die in Falkner' s 
Swamp ( Neu-Hanover ) in Mont- 
gomery-County. Als in 1741 der 
beruehmte lutherische Prediger 
Heijirich Melchior Muehlenberg in 
Philadelphia eintraf, nahm die Sache 
eine andere Gestalt an und 1763 be- 
standen schon 30 lutherische Ge- 

meinden. Auf Seiten der Reformir- 
ten war Michael Sehlatte?- der Fueh- 
rer. Die Reformirten in Penns}'l- 
vanien kamen fast alle aus der Pfalz, 
welche ^(^g^n Ende des 17. Jahr- 
hunderts von den Franzosen so 
greulich verwuestet worden war. 
Auch Herrenhidcr oder Anhaenger 
der Bruedergemeinde kamen nach 
Penn.sylvanien. Schon 1735 hatten 
dieselben Ansiedlungen im heutigen 
Staate Georgia angelegt. Als hier 
der Krieg zwischen den Spaniern 
und Englaendern ausbrach, wollte 
man sie zum Kriegsdienst zwingen, 
was bekanntlich gegen ihre religioe- 
sen Ansichten ist. Sie weigerten 
sich entschieden, Hessen ihre An- 
siedelung im Stich und zogen unter 
Fuehrung des Grafen Nicholaus von 
Zinzendorf nach Pennsylvanien 
(1741 ), wo sie im Lehigh-Thale die 
heute noch bluehenden Niederlas- 
sungen Bethlehem und Nazareth 
gruendeten, die schon im naechsten 
Jahre 800 Glieder zaehlten. 

Die deutschen Katholiken gruen- 
deten ihre erste Gemeinde 1741 in 
Goshehoppen in Montgomery-Coun- 
ty und 1745 eine solche in Lancas- 
ter. 1757 gab es in Pennsylvanien 
schon etwa 900 deutsche Katholi- 

' 'In all diesen verschiedenen deut- 
schen Ansiedelungen gab sich auch 
geistiges Leben und Streben kund. 
Die Herrenhuter, welche kamen, 
um zu erziehen, und eine gediegene 
Bildung mitbrachten, errichteten 
Bildungs- Anstalten in Bethlehem, 
Litiz und Nazareth, die bald zu den 
besten im Staat gehoerten. Im Jahre 
1 738 wurde in Germantown die erste 
deutsche Verlagsbuchhandlung und 
Druckerei von Christoph Säur 


C. A. REEVE & CO.-^S 


Wholesale and Retail. 







White. 5a il LiqLikJ rillei\ 

WE are the only exclusive paiiit house in the city.. 

.In buying of us you buy at HEADQUARTERS. 

r^ C. A. REEVE & CO., 

12ol and 2S3 W. Fayette St. 




Indem wir für das iiiis bisher bewiesene Wohlwoi^lEN 
unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir uns dasselbe 
auch fürderhin bewahren zu wollen und wird es unser Bestreben 
sein, durch ^///c Arbeit, prompte und freutidliche Bedienung, es erhalten zu suchen. 


Wn. MIRBACH, Qesch£Eftsfuehrer. 507 PONI3SS TRASSE. 


....DEALER IN.... 

Grocerics, Crocken/ 

<c:i=__cincl Glci55vvcire, 

S>-racuse, N. Y. 



errichtet, nachdem schon vorher 
Benjamin Franklin einige deutsche 
Schriften, freilich mit lateinischen 
I^ettern, gedruckt hatte. Christoph 
Säur druckte die erste deutsche Bi- 
bel, ausserdem gab er, und spaeter 
sein Sohn und Nachfolger, im Laufe 
von 40 Jahren etwa 150 deutsche 
Schriften, meist Erbauungsbuecher, 
heraus. Am 20. August 1739 er- 
schien im Säur' sehen Verlag der 
"Hoch - Deutsch Pennsylvanische 
Geschichtschreiber", d. h. die erste 
Nummer der ersten deutschen Zei- 
tung unseres Landes. Auch errich- 
tete Säur eine Papiermuehle, die 
erste Schriftgiesserei, eine Buchbin- 
derei, und fabrizirte Drucker- 
.schwaerze. Leider wurde das Ge- 
.schaeft 1778 vom Strudel der Revo- 
lution verschlungen. 

Ok praelzer €inu)ancleruns. 

Wie bedeutungsvoll auch die deut- 
sche Einwanderung in Pennsvlva- 


nien fuer die Geschichte und Ent- 
wickelung des Landes sein mag, so 

bleibt es doch wahr, dass New- York 
das Thor bildete, durch welches von 
jeher der grosse Strom der Einwan- 
derer sich ergoss. 


Schon im Jahre 1697 kam eine 
x\nzahl Pfaelzer und Elsaesser nach 
New- York und Hess sich auf west- 
lich von Wallkill gelegenen Laen- 
dereien nieder, die sie dort erwor- 
ben hatten. Diese Ansiedelung 
nannten sie Neu- Pfalz, das heutige 
New Paltz. Dann begann im Jahre 
1 708 eine Einwanderung in grcesse- 
rem Style. Eine Anzahl pfaelzi- 
scher Familien aus der Gegend von 
Landau verliess, unter Fuehrung 
ihres Predigers Josiia vom Kocher- 
thal, ihre von den Franzosen ver- 
wuestete Heimath, begab sich nach 
England und stellte sich der Regie- 
rung zu Kolonisationszwecken zur 
Verfuegung. Dieselbe bewilligte 
ihnen Laendereien und der freige- 
bige Lord Lovelace Hess sie auf 



.sye.jPlCUSE, :isr. ir. 

R. A. BONTA, President. 

M. W. HANCHETT, Vice- President. 

GEO. E. BONTA, Cashier. 

Oor. Soiatln Sa-lina- 


Business Established 1S52. 
Organized under the General Banking Laws of the State of New York. 

CAPITAL, $100,000. ^ [^nmmED profus, $75,000 



R. A. BONTA, M. W.' HancheTT, W. H. H. GerE, 


The Robert Gere Bank. 


CAPITAL, $100,000. j>^ SÜRPLUS, $200,000. 

Pnsidnit. JAMES J. BELDEN. 

Vice- President, .MARTIN A. KNAPP. 



Eetters of Credit issued available in all parts of the world. Safe 
Deposit Boxes to rent. 


JAKaOB millep. 



IX THE CITY, fi^^ 

Bcinqucts, etc., 


Pure Dmgs aixl MecliciiiesD 


Agenten der Delawaie & Hiuison (lanal Compagme 


sowie Haendler in 

Bituminous- und Schmiede-Kohlen. 

e FFiCEJS : 

Mann - Gebäude, Utica, N. Y. ; Onondaga County Sparbank-Gebäude, Syracuse, N. Y. ; 

Powers - Gebäude, Rochester, N. Y. 

Gustciv Ä. Hevne, 

Deutsche A|30theke, 

4-64- N. SA LI NA ST. (Below "Syracuse Union" Printing Office.) 

DEALER IN Drugs, Medicines and Chemicals, Perfumeries and Toilet Articles, 

Paints, Oils, Varuishes, Brushes, &c., &c. 


Physicians' anJ Family Prescriptions carefully compounded. 

eigene Kosten nach Amerika brin- 
gen. Am westlichen Ufer des Hud- 
son, 50 Meilen oberhalb New- York, 
gruendeten sie die Stadt Neuburg 
(Newburgh). Die Koenigin von 
England hatte dem Fuehrer ein 
grosses Stueck Kirchenland und eine 
Summe Geldes zum Kirchenbau be- 
willigt. Die Ansiedlung war schoen 
gelegen, doch war die Beschaffen- 
heit des Bodens so armselig, dass 
die 61 Personen ein kuemmerliches 
Dasein fristen mussten. Inzwischen 
waren die englischen Landgesell- 
schaften zur Ueberzeugung gekom- 
men, dass die Deutschen das beste 
Material zu Ansiedelungszwecken 
lieferten und ihre Agenten durch- 
reisten die Pfalz, um zur Auswan- 
derung zu ueberreden. Angesichts 
der trostlosen Zustaende in jener 
Gegend bedurfte es uebrigens nicht 
vielen Zuredens, und so kam es, 
dass im folgenden Jahre ( 1 709 ) eine 
Voelkerwanderung im Kleinen den 
Rhein abwaerts in Bewegung kam. 
Die Mehrzahl der Emigranten be- 
stand aus Pfaelzern, nebst einer An- 
zahl Schwaben. In Rotterdam schiff- 
ten sie sich ein nach Eondon, wo 
bis Ende Juni jenes Jahres ihrer 
10,000 zusammengekommen waren, 
sehnsuechtig auf Befoerderung nach 
dem Gelobten Eande harrend. Im 
Laufe des Jahres wuchs die Zahl auf 
13-14,000 an, die in Zelten auf der 
Heide bei Greenwich lagerten und 
auf Kosten der Regierung verpflegt 
wurden. Die Koenigin steuerte 
taeglich 160 Pfund Sterling dazu bei 
und das Parlament bewilligte ihre 
Naturalisirung. Es starben ihrer 
viele, ehe sie an ihren Bestimmungs- 
ort befoerdert werden konnten. Drei 
Tausend vier Hundert Leineweber 

wurden nach Irland gesandt, 600 
nach Nord- Carolina und 3,000 nach 
New- York. Insgesammt hatte die 
englische Regierung an 100,000 Pfd. 
Sterling auf sie verwandt. 

Die Ueberfahrt nach New - York 
fand in 10 Schiffen statt. Unter- 
wegs starben nicht weniger als 470 
Personen und nach der Landung 
noch weitere 250, alle am Schiffs- 
fieber. Die Zahl der Ueberlebenden 
betrug etwa 2,227, wovon 400 in 
New- York verblieben und die uebri- 
gen den Hudson hinauf geschickt 
wurden. Der damalige Gouverneur, 
Oberst Robert Hunter, nahm sich 
ihrer an, ueberwies ihnen suedlich 
von Catskill zu beiden Seiten des 
Hudson Laendereien, worauf u. a. 
Germantown und Rhinebeck ange- 
legt wurden. Die Regierung er- 
wartete, dass die Kolonisten vor- 
nehmlich sich der Theerbereitung 
widmen sollten, doch brachte dies 
bei weitem nicht die erwarteten Ein- 
kuenfte, und endlich ueberliess man 
die Deutschen ihrem Schicksal. Nun 
konnten sie sich ansiedeln, wo es 
ihnen am besten duenkte. Von die- 
ser Freiheit machten sie ergiebigen 
Gebrauch und so entstanden zu bei- 
den Seiten des Hudson neue Nie- 
derlassungen in grosser Zahl. Der 
Zuzug aus Deutschland dauerte fort 
und es entstanden allmaehlich die 
Orte Hunt erst own, Kingsbury, Eli- 
zabethtown, Arnsberg, Haysburg, 
Newtowu, Georgetown, Esopusund 
Wissel's Land, welche um das Jahr 
1718 insgesammt 2,000-2,500 Ein- 
wohner zaehlten. Im Jahre 1727 
wurde die erste deutsch-lutherische 
Kirche in Rhinebeck erbaut. Auch 
auf dem westlichen Ufer des Hud- 
son begannen die Ansiedelungen 


A.W.SLEVIN, Manager. 

Telapione No. S92. 

C. F. Adams Co., 




£12^ IF'XjOCIEeS I— eTLXj- 

Crcdit Cxtcnded to Worthp peoplc. 


S>- flßcCartb^ ^ Co. ^ 



We Can ^yC ^fC 

and FURNISH 4, 

U'i- aui siipply yoiir ZL'i/c and fauiily icith cvcry aiiicle of dirss, aitd funnsb yoii Tk'HIi 
all, except the Carmen Ls inadc by yoiir 'failor. 

I YOri! HOrSE, 





Every one who used DR. HOHENDORF'S GRIPPE and FEVER 
PO WDERS wants thsir friends to know that there is nothing as good 
to destroy Headaclie, Xenralgia and Fever. — Biiy yonr medicine.s at 

Wm. MuenclVs Pharmacv. 





Toys, Haimonicas, Accordions, &c., Wa.x, China, and 
Bisqiie DoUs & Doli Caiiiages. --Wedding Cakes Fiosted 
and Ornainented.— Also a fine assortnient ol" Cigars 



Goods Delivered TO ANY PART OF THE CITY. 


sich zu mehren. Es entstanden 
Rondout, Kingston u.s.w., saemmt- 
lich im Gebiet des heutigen County" s 
Ulster. Die neu ank jnnnenden Ein- 


Wanderer verblieben jedoch meist 
auf dem*Ostufer. sodass die Kolo- 
nien auf dem Westufer nur wenig 
Zuwachs durch Einwanderung er- 
hielten, wodurch sich erklaert, dass 
ihre Bewohner in ziemlich kurzer 
Zeit unter den zahlreicher zuziehen- 
den Hollaendern verschwanden. 

Die ptaelzcr und ScbiDabeii 
im ScboharicChaL 

Nachdem, wie oben kurz ange- 
deutet, die englische Regierung be- 
schlossen hatte, die deutschen An- 
siedler auf beiden Seiten des Hud- 
son sich .selbst zu ueberlassen, hiel- 
ten eine Anzahl derselben Umschau 
nach besseren Gegenden. Unter 
Anfuehrung von Johann Conrad 
Weiser aus Afstaedt in Wuerttem- 
berg, zogen sie 17 12 westlich ueber 
die Berge, bis sie in das liebliche 
und fruchtbare Schoharie-Thal ffe- 

langten. Weisseres Sohn, Conrad, 
hatte jahrelang unter den Indianern 
gelebt, deren Sitten und Sprache 
kennen gelernt und sich das Zu- 
trauen derselben erworben. Durch 
seine Vermittelung gelang es, mit 
den Rothhaeuten ein Uebereinkom- 
men zu treffen, und es entstanden 
in schneller Aufeinanderfolge die 
Dcjerfer Weisersdorf, Hartmanns- 
dorf, Brunnendorf, Schmidtsdorf, 
Fuchsdorf, Gerlachsdorf und Kneis- 
ksrndorf. Die benachbarten hol- 
laendischen Ansiedler waren nei- 
disch auf das .schnelle Wachsthuni 
der deutschen Ansiedelung und 
lie.s.sen es an Schikanen aller Art 
nicht fehlen, doch blieb es im gros- 
sen und ganzen still und friedlich, 
bis um die Mitte des iS. Jahrhun- 
derts ein neuer Krieg zwi.schen 
Frankreich und England ausbrach, 
welcher die deutschen Niederlas- 


THOr-lAS AßllLl:. 

sungen fa.st zu vernichten drohte. 
Kaum hatten sie sich von dieser 
Heimsuchung erholt, als der Unab- 
haengigkeit.skrieg au.sbrach. Die 




I Supplv Evervthing Necesscirv for runcrcib. 





Is Always Complete 

....WITH THE... 

^JJ^- JJafcsf Jdcsiqns 
On the Market, 



deutschen Kolonisten waren patrio- 
tisch gesinnt, sie stellten sich unbe- 
denklich auf die Seite der verei- 
nigten Kolonien und opferten willig 
Gut und Leben fuer die Sache der 
Freiheit. Aber nicht nur in offener 
Feldschlacht mussten sie dem Feind 
gegenueber stehen ; viel schlimmer 
waren die Verbuendeten der Eng- 
laender, die Indianer unter Anfueh- 
rung ihres beruechtigten, grausa- 
men- Haeuptlings Joseph Brant, 
welche Weiber und Kinder nieder- 
metzelten oder in die Gefangenschaft 
schleppten, die vollen Scheunen an- 
zuendeten und alles verwuesteten. 
Die Ansiedler, so berichtet ein Ge- 
schichtschreiber, schliefen mit ih- 
ren Waffen und gingen bewaffnet 
zur Kirche. Auch die Forts wa- 
ren nicht immer sicher, denn Brant 
umging sie und brach zur Nacht 
unversehens aus den umliegenden 
Waeldern \>rderben bringend her- 
vor. Die wackeren Deutschen wehr- 
ten sich, so gut sie konnten, sand- 
ten Korn und Mehl an die A'ereinig- 
ten Staaten und Hessen trotz der 
eigenen Bedraengniss einen Theil 
ihrer waffenfaehigen Mannschaft 
zum Heere stossen (1777). Das 
Kriegsglueck schwankte hin und 
her. Drei Jahre lang hatten sie ver- 
haeltnissmaessige Ruhe. Da brach 
unerwartet am 16. October 1780 der 
englische Anfuehrer Johnson mit 
seiner wilden Bande in das friedliche 
Thal und verbrannte ueber 300 
Haeuser und Scheunen. Es dau- 
erte lange Jahre ehe die deutschen 
Ansiedler sich von diesem Schlag 
erholten. Ganze Familien waren 
waehrend des Krieges zu Grunde ge- 
gangen und bald nach Beendigung 
desselben begann das Deutschthum 

in jenen Gegenden unterzugehen. 
Ganze Schaaren \-on neuenglischen 
Ansiedlern rueckten ein und nah- 
men diejenigen Hoefe in Besitz, die 
durch den Tod ihrer frueheren Be- 
sitzer oder deren \^erarmung kaeuf- 
lich geworden waren. Das Eeben 
dort gedeiht auch heute noch ; es 
sind reiche, bluehende Fluren, aber 
die deut.sche Sprache wird selbst von 
denjenigen nicht mehr geredet, die 
von deutscher Abstammung sind. 

Deutsche Ansiedler im ino= 

Zehn Jahre nach der Gruendung 
der Ansiedelung in Schoharie war 
schon alles begehrenswerthe Eand 
in Besitz genonnnen und etwa 39 
Familien zogen nach dem nicht fer- 
nen Thal des Mohawkflusses (1722). 
Sie erwarben eine ausgedehnte 
fruchtbare Landstrecke von den 
Mohawk - Indianern, theilten sich 
in die 9400 Acker Landes und be- 
gannen dasselbe urbar zu machen. 
Ihre Arbeit war vom besten Erfolg 
gekrcent. Mit den Indianern leb- 
ten sie in Frieden, bis der franzoe- 
sisch-englische Krieg auch die In- 
dianer auf den Kriegspfad brachte, 
zum \"erderben der deutschen Ko- 
lonisten hier wie in Schoharie. Am 
12. November 1757 wurde in den 
sogenannten "German Fiats" am 
Moliawk ^-on dem franzoesischen 
Hauptmann Belleton und seiner 
Horde \-on 300 Canadiern und In- 
dianern ein fuerchterliches Blutbad 
unter den Deutschen angerichtet. 
Mseuner, Weiber und Kinder wur- 
den getoedtet und 102 in die Ge- 
fangenschaft gefuehrt. Im folgen- 
den Jahre (1758) wiederholten sich 

F. Humbert, 
John Humbept, 

Edward Hu.mbert, 
Albert Hu.wbert. 

Established 1848. 



...^XD... ,L,' 

<x^UPHOLSTERY, t\ f fflf ff | & 

114 and 116 North Salina Street. 


iffi '^^ 




217 Warren=Strasse, 

t:eü:emieber dem Post-GebaeuJe, daselbst sind 

Garten-, Frucht- u. Blumensaamen, 
Äckerbau-Geraethschaften, etc., 

zu den billigsten Preisen zu haben, 
'^tiefmuetterchen, Sweet Peas, Astern, Tafken, 
Cind\ Tuft. Balsam, Nelken, Phlo.x, 

K 11 ii/merblume. Morn'gGlory, Reseda, Petunia, 
l'l.'Mkiaut, Schnittlauch, Lauch, Knoblauch, 

Silit Zwiebel, Erbsen, Spinat, 

Imiiaii Anis, Boretsch, Kuemmel, 

Cnnander, Dill, Isnp, Lavendel, 

Bohnenkraut, Rosmarin. Raute. Salbei, 
Suesser Fenchel u. Hunderte von anderen Sorten. 

Wir ersuchen unsere deutschen Mitbür- 
ger ganz besonders um ihre werthe Kund- 
scliaft, da \vir im Stande sind, mit allen Arten Sämereien aufzuwarten, welche sie in 
deutscher Sprache verlangen. Herr Ebeling wird sich ein besonderes \'ergnügen daraus 
machen, seine Landsleute persönlich zu bedienen und sich mit ihnen in der Mutter- 
sprache zu unterhalten. 


6lobe Art 6alkrp, undertaker. 

ÖOÖ NortK 5aliha ötr^^t. 

l\0^ öoutK WarrcK Street, 

SYRACUSE, N . Y. Telephone 68. SYRACUSE, N. W 





^t• *sf» 





I OUP 5H0li5 APE THE ßE5T 



cÄ) ^ d«) .J») J^ 

(f> cire rh( 


because we alwaxs try to serve the 
best Interests of our Customers. 

We have had twelve years of 
of Experience in selüng to Syracuse 
people and kiiow wliat they need 
and where to buy it 


\ouv l>oiuf5 ot ('xcflk'iicc, whkh wefry 
ixif iafocvciv nnir we ^.cll. 





46 North Salina St., 













diese Vorfselle und erst im Jahre 
1763 kamen sie wieder etwas zur 
Ruhe, als England und Frankreich 
Frieden schlössen. Waehrend der 
folgenden 14 Jahre erholten sich die 
Ansiedelungen wieder, bis der Un- 
abhaengigkeits-Krieg ausbrach, in 
welchem die Deutschen am Mohawk 
mit ihren Landsleuten von Schoharie 
entschieden fuer die PYeiheitskaem- 
pfer Partei ergriffen. Diese beiden 
Kolonien bildeten je ein Miliz-Re- 
giment und Nicholaus Herckhei- 
mer, der Sohn eines nach dem Mo- 
hawk ausgewanderten Pfälzers, 
wurde zu ihrem General ernannt. 
Was diesen Kriegern an militäri- 
scher Ausbildung mangelte, ersetz- 
ten sie durch Tapferkeit und Aus- 
dauer. Die Amerikaner liatten 
P'ort Stanwix nahe l)ei Rome be- 
•setzt, wurden aber Anfang August 
1777 von dem englischen General St. 
Leger und dem Indianerhäuptling 
Jos. Braut schwer bedrängt. Herck- 
heimer berief alle waffenfähigen 
Männer im Alter \cm 1 6 — 60 Jahren 
zusammen und formirte sie zu einer 
Brigade von etwa 800 Mann. \'cn 
Fort Dayton rueckten sie ueber den 
Mohawk, in der Nähe des heutigen 
Utica, und lagerten sich am Abend 
des 5. August in der Nähe des 
jetzigen Ortes Oriskau}-. Die Trup- 
pen brannten vor Ungeduld sich 
mit dem Feind zu messen. Herck- 
heimer selbst hielt den Zeitpunkt 
fuer ungeeignet, musste aber 
schliesslich nachgeben und zog am 
6. August in der Richtung nach 
Fort Stanwix durch den engen 
Waldweg, der dahin fuehrte. In un- 
geordneten Haufen drängten sie 
vorwärts, ohne ihre Flanken zu 
decken, oder Flankier verauszu- 

schicken. Der englische General 
hatte eine Truppenabtheilung und 
auch Brant mit seiner rothen Mord- 
bande abgesandt, um die Stärke der 
heranziehenden Deutschen zu er- 
kund.schaften. Als sie die Unord- 
nung und geringe Zahl derselben 
bemerkten, eilten sie auf Umwegen 
zu einer geeigneten Stelle im Walde 
und bereiteten sich zu einem Ueber- 
fal] auf das arglos daherziehende 
Häuflein vor. 

Etwa sechs englische Meilen von 
Fort Stanwix und eine halbe Weges- 
stunde \-on Oriskany fuehrte der 
Weg durch eine Schlucht, deren 
Boden nur durch einen Knueppel- 
damm passirbar gemacht war. Beide 
Seiten der Höhe, die ö.stliche und 
westliche, Avaren mit dichtem Wald 
bedeckt, von welchem aus man 
den engen Pfad beobachten konnte. 
Auf der westlichen Seite der Höhe 
lagerten sich Brant und der engli- 
sche Anfuehrer Butler. Es war 
etwa 1 1 Uhr morgens, als Herck- 
heimer, auf einem Schinnnel an der 
Spitze seines Bataillons reitend, die 
Schlucht erreichte. Langsam folg- 
ten seine Leute ihm in die Thal- 
senkung und auf die westliche An- 
liöhe, wo Herckheimer sie erwar- 
tete. Da drang der Feind mit 
schrecklichem Geheul aus dem Hin- 
terhalt liervor und es entspann sich 
ein blutiger Kampf bis zum Abend. 
Herckheimer kämpfte in den vor- 
dersten Reihen und erhielt gegen 
Mittag einen Schuss, sechs Zoll 
unterm Knie, der sein Bein zer- 
.schmetterte und sein Pferd tödtete. 
Er liess seinen vSattel au die Seite 
eines alten Baumstammes tragen 
und gab, an diesen gelehnt und seine 
Pfeife rauchend, seine Befehle. 



Ul, C $ R. Klink, 







OFFICE: Cor. Butternut & Salina Sts., 


Telephone, 1 75-1. .^^SYRACUSE, N. Y. 


Seine Ruhe und Kaltbhietigkeit 
begeisterten seine Truppen, die wie 
rasend kämpften, bis der Feind den 
Kampf aufgab. Dieser Sieg bildet 


einen Glanzpunkt in der Geschichte 
des Deutschthums in Amerika, aber 
er war auch theuer erkauft worden. 
Zweihundert Deutsche waren gefal- 
len. Es gab kaum ein Haus oder 
eine Huette im Thal, welche durch 
den Tod entweder des Vaters oder 
Bruders oder Sohnes nicht in Trauer 
versetzt worden war. Noch am 
Abend des 6. August kehrten die 
erschöpften Deut.schen nach dem 
alten Fort Schuyler( Utica ) zurueck, 
von wo sie am 7. und 8. nach Hause 
zurueckkehrten. Seltener ist wohl 
ein Treffen ungluecklicher eingelei- 
tet worden, als das bei Ori.skany; 
aber ebenso selten hat die Hart- 
näckigkeit und Zähigkeit der Ange- 
griffenen die anfängliche Nieder- 
lage in einen Triumph verwandelt 
wie dort. Die Indianer hatten einen 
solchen Respekt bekommen, dass 
sie in der Zukunft den deut.schen 

An.siedlern nie mehr in offener Feld- 
schlacht entgegentraten. General 
Herckheimer (Herkimer) erlag am 
17. August 1777 seiner Verwundung 
luid wurde in der Nähe seines Hau- 
,ses begraben. 

Der Unabhängigkeitskrieg hatte 
mehr als die Hälfte der Deutschen 
im nördlichen New York hinwegge- 
rafft und die bluehenden Ansiedel- 
ungen auf Jahre hinaus verwüstet. 

Lebensioeise der jflnsiedkr. 

Selbst in einem so kurzen ge- 
schichtlichen Abriss, wie dem vorlie- 
genden, .sollten Mittheilungen über 
die Lebensweise der Ansiedler frü- 
herer Zeiten nicht fehlen. In dem 
vortrefflichen Buche: ,, Vierhundert 
Jahre Amerikani.scher Geschichte" 
von Dr. Zimmermann ist vieles ent- 
halten, was hier kurz eingeschaltet 
werden mag. 


\ "■ 









Ihre ersten Wohnungen waren 
höchst einfacher Natur. Sie mach- 
ten sich Höhlen in den Erdboden, 


Third National Bank. 15 

IS. S. Depositorp. 
CAPITAL, - 3300,000. 

HENR V LACV, Prcsidcn t. 


LUCIUS (;. LACV, Asst. Cashicr. 
IDIK,E10T0K,S : 
Hon. Jacob Amos, \Vm. K. Niver, David K. McCarthy, 

Thomas Molloy, Orson C. Gleason, Chas. K. Underwood. 

y^ Chas. M. Warner, Leonard H. Grcesbeck, Henry Lacy. 

^^ %^^ ^'^^^ ^'^^ %,^^ %7^W m>^^ %.^^ %^9^ ^y^^ %^Wf %,^mr %y^F %^^F %y^^ \^^W ^^^ %y^^ •^^^ %^^ %^^ ^^ 

Wieber vS. Peck. Charles A.-vSchafer. 

W. S. Heck & Co. 

Manufacturers of 


West Water Street, Syracuse, N. Y. 


...DEALER IN ... 

Funera! Directors 

fresh MeClf,®) ^aiidtnibaliners, 



423 E. Division Street, Cor flcBride. TEL. 127S. 


oder Wigwams aus Baumrinde nach 
Art der Indianer, oder auch Huet- 
ten aus rohen Baumstämmen, na- 
tuerlich ohne Fussböden. Später 
bauten die Wohlhabenderen auch 
richtige Häuser in deren Mitte sich 
ein grösserer Raum befand, die 
Halle genannt. Die Kamine waren 
meist gross, mit mächtigen Feuer- 
herden. Innerhalb derselben waren 
oft Sitze angebracht, wo die Kinder 
Abends sassen und sich die Zeit 
damit vertrieben, die Sterne am 
nächtlichen Himmel durch die Ka- 
minöffnung zu beobachten. Die 
Fenster waren statt Glass-Scheiben 
mit geöltem Papier verschlossen, 
welches die Helligkeit durchliess. 

Die Möbel waren spärlich vor- 
handen. Bänke, Stuehle und Ti- 
sche wurden selbst fabrizirt. Die 
Betten wurden mit Laub oder den 
Federn wilder Vögel gefuellt. Als 
Tafelgeschirr dienten hölzerne Tel- 
ler und Schuesseln; Gabeln gab es 
ueberhaupt nicht. Die wohlhaben- 
deren hatten Zinngeschirr; die Rei- 
chen sogar Silbergeschirr und feine 
Möbel, die sie sich aus England 
kommen Hessen. 

Gekocht wurde vor den Feuer- 
herden in kleinen Kesseln und Tie- 
geln, oder auch in Kesseln, welche 
ueber dem Feuer an einem beweg- 
lichen Krahn hingen. Fleisch wur- 
de am Spiess ueber dem Feuer oder 
auf gluehenden Kohlen gebraten. 
Zum Fruehstueck gab es Bohnen- 
oder Erbsen - Suppe, worin etwas 
Fleisch gekocht war, aus Brodt und 
Käse, und aus selbstgebrautem 
Bier. Thee und Kaffee waren da- 
mals, auch in Europa, noch nicht 
bekannt. Ein Brei aus Maismehl 
diente gewöhnlich als Abendessen. 

Die englischen Kolonisten konn- 
ten es nicht lange ohne Bier und 
Ale aushalten und sobald sie wohl- 
habend genug waren, errichteten 
sie Brauereien. Schon 1675 hatten 
die Malzgetränke derart ueberhand 
genommen, dass in Boston fast jedes 
zweite Haus ein Ale - Haus war. 
Schnapps und Apfelwein wurden so 
allgemein getrunken, dass fast jede 
Familie ihren eigenen Bedarf fabri- 
zirte. Ausser dem einheimischen 
Wein wurde solcher in grossen 
Quantitäten importirt. Thatsache 
ist, dass damals mehr getrunken 
wurde als heutzutage. Selbst die 
Kinder tranken, und ein gewisser 
Cobbell berichtet hierueber: "Zu al- 
len Stunden des Tages gehen kleine 
Jungen, im* Alter von 12 Jahren, 
oder darunter, in die Läden und 

Grossen Luxus trieben die Rei- 
chen mit Kleidern. Spitzen, silberne 
Knöpfe und Schnallen wurden allge- 
mein gebraucht. Die Arbeiter trugen 
Beinkleider aus Hirschleder oder 
grobem Segeltuch. Zum Reisen 
bediente man sich der Canoes und 
kleiner Segelboote. Lange Zeit gab 
es keine anderen Strassen als die 
Indianerpfade oder Fusswege, auf 
denen man zu Fuss oder zu Pferd 
reiste. Waaren wurden auf Pack- 
pferden oder in Booten transportirt. 
Erst als Strassen angelegt wurden, 
gab es auch Wagen. 

Was die Erziehung angeht, so 
konnte in den ersten Zeiten nicht 
viel dafuer geschehen. Die Brodt- 
frage drängte alle anderen Fragen 
in den Hintergrund. Es gab nur 
wenige Schulen und diese leisteten 
nicht viel. Die Knaben lernten 
bestenfalls Lesen, Schreiben und 



-IDE^-XjE^e I3>T- 

Cazenovia Lake 





• • ^^ V-y' -Jr\^ 1— ^» • • 



Telephones; 156 A., 156 I., 156 0. 

1001-104^. N. STATE ST 


Rechnen und die Mädchen me'stens 
nicht einmal das. \'iele Kinder 
wuchsen auf, ohne je ihren Namen 
schreiben zu können. Bücher ,a:ab 
es erst wenige und Zeitungen erst 
nach 1700. Die geistige Nahrung 
bestand in den sonntägHchen Pre- 

Gelegenheit zu festhchen Gelagen. 
Jagen und Ki.schen war natürlich 
allgemein, da Wälder und Gewässer 
reiche Beute lieferten. Auch die 
Jahrmärkte boten gute Gelegenheit 
zu Vergnügungen jeglicher Art. 
Die frühesten Ansiedler pflanzten 


Postinci.stcr \'0\\ svrcicusc. 

bis zu zwei Stunden 

•digteu, die 

In allen Kolonien liebte das Volk 
Tanzvergnügen. Hochzeiten wur- 
den festlich begangen und dauerten 
manchmal mehrere Tage lang. 
Selbst Leichenbegängnisse boten 

zuerst nicht etwa Weizen oder an- 
dere Getreidearten, sondern Wein, 
Kaffee, Oliven und vornehmlich 
Mais. Dann Tabak, später auch 
Weizen und erst um das Jahr 17 18 
wurde die Kartoffel aus Südamerika 
eingeführt. Rindvieh undvSchweine 



GENERAL OFFICE: Dunfee Bldg., E. Jefferson St. long distance Telephone. 



Ml 1^)5 



L -ü 

eeneral Office: Ounfcc BuiiaiiiS, t. 3cffcrson Street. £onä Distance Celephone. 


wurden schon sehr früh aus England 
eingeführt und in allen Kolonien 
gezogen. Man versah sie mit einem 
Brandmal als Erkennungszeichen 
und Hess sie dann frei in den Wäl- 
dern umherlaufen. Ebenso wurde 
es mit den Pferden gehalten, die 
zwar klein, aber um so ausdauern- 
der waren. 

Endlich sei auch hier noch der 
Menschenhandel kurz erwähnt, d. 
h. der Handel, welcher mit den 
deutschen Kolonisten im vorigen 
Jahrhundert getrieben wurde. In 
den ersten 40 Jahren desselben w^a- 
ren die Auswanderer noch etwas be- 
gütert, d. h. sie besassen genug, 
um ihre Ueberfahrt bezahlen und 
von der Regierung etwas Land kau- 
fen zu können. Als aber die Noth 
soviele Tausende zur Auswander- 
ung drängte, denen die erforderli- 
chen Mittel fehlten, erboten sich 
die Rheder, statt der Baarzahlung 
einen Schuldschein anzunehmen, 
der durch Arbeitsleistung in Ame- 
rika einlösbar war. Das sah denn 
verlockend genug aus, aber daraus 
entwickelte sich ein System, welches 
als Nebenstück zum Sklavenhandel 
"Deutschenhandel" genannt wurde, 
und dessen Anfang bis zum Jahr 
1728 zurückreicht. Die Dauer der 
Dienstzeit richtete sich nach dem 
Betrag der Schuldsumme und dem 
Arbeitswerthe des Passagiers. Ein 
guter Arbeiter konnte schon nach 3 
Jahren frei werden, es dauerte zu- 
weilen aber auch bis zu 7 Jahren 
und Kinder wurden erst mit dem 
21. Lebensjahre frei. Die Kauf- 
verträge waren übertragbar und die 
Käuflinge gingen wie ein Handels- 
artikel von Hand zu Hand. Es fan- 
den sich darunter Feldarbeiter und 

Handwerker, arme Studenten und 
Schulmeister. Das elende Geschäft 
bezahlte sich für die Rheder und 
Agenten und es entstand eine förm- 
liche Seelenverkäuferei. Die Wer- 
ber lauerten in den Hafenstädten 
auf Auswanderer oder reisten im 
Lande umher, um Opfer zu finden. 
Am schlimmsten trieb es ein gewis- 
ser Kapitän Heerbrand, der auch 
"Höllenbrand" genannt wurde, 
und der etwa 20 Werber beschäf- 
tigte. Die Passagiere wurden so 
dicht zusammengepfercht und grau- 
sam behandelt, dass Hunderte elend 
zu Grunde gingen. Gegen dieses 
Unwesen erhob Christoph Säur zu- 
erst (1749) seine Stimme, und die 
im Jahre 1764 entstandene Deutsche 
Gesellschaft von Pennsylvanien 
machte dem gröbsten Unfug ein 
Ende. Das System erhielt sich in- 
dessen noch bis zum Jahre 1820. 

Die Oeutscben im Kampf 
fuer die Freiheit- 

Ausser den Ansiedelungen in 
Neiu-York und Pcmisylvanien gab 
es beim Ausbruch des Unabhängig- 
keitskrieges auch solche in Nczu-Jer- 
sey, sogar in Maine, wo im Jahre 1 738 
Samuel Waldo, ein deutscher Kauf- 
mann aus Boston, am Muskongu.s- 
flusse sich mit 40 deutschen Familien 
niederliess. Sie gründeten Waldo- 
burg (heute Waldoboroughs). Im 
Sommer 1745 wurden sämmtliche 
Ansiedler von Indianern überfallen 
und umgebracht, doch nach 3 Jah- 
ren Hessen sich 30 andere deutsche 
Ansiedler auf den verödeten Gehöf- 
ten nieder, wo sie allen Stürmen 
Trotz boten. Noch im Jahre 1827 
wurde in der dortigen Kirche deutsch 


. , Sewing Machine Co. 







BabpCarriasc Parasolsana all CoDcrings 



MADE, SOLD, ' /, ..^ 



Mouiited and 


~ '- ~ "^ Be sure of tlie Place. 

Opposite Yates Hotel Entrance on Montgomery Street. 



— AND— 

§1^ "^ 

Auch Maryland und [ Irginicn 
hatten deutsche Niederlassungen. 
Schon im Jahre 1734 bestanden im 
nördlichen Virginien viele deutsche 
lutherische Gemeinden. Besonders 
bekannt sind die deutschen Ansie- 
delungen im Shenandoah - Thale, 
das im letzten Bürgerkrieg von 
Sheridan gründlich verwüstet 
wurde, um die Vorrathsquellen der 
Rebellen zu vernichten. 

Land abkauften. In 1732 kamen 
170 Schweizer unter Führung von 
Joh. Peter Purry aus Neuenburg 
nach Süd -Carolina und gründeten 
Purry sburg am Savannah. Es folg- 
ten noch weitere 200 Schweizer 
nach, die sich meist auf Seidenzucht 
und Weinbau verlegten. 

In Georgia Hessen sich die um ih- 
rer Religion willen vertriebenen 
Salzburger nieder. Bis zum Jahre 


Wie an anderer Stelle bemerkt, 
wurden 1709 bei der grossen Pfälzer 
Auswanderung ihrer 600 von Eng- 
land nach Nord- Carolina gesandt, 
wo sie die Stadt Neu- Bern gründe- 
ten. Andere Pfälzer und Schwei- 
zer folgten, auch solche aus Penn- 
sylvanien, darunter Herrenhuter, 
die der Regierung 900,000 Acker 

1741 hatten sich über 1200 Salzbur- 
ger hier niedergelassen und waren 
wohlhabend geworden, bis der Frei- 
heitskrieg sie vernichtete. 

Es liegt ausserhalb des Rahmens 
dieses Buches, die Ursachen aufzu- 
zählen, welche zur Unabhängig- 
keitserklärung führten. Dieselbe 
erfolgte am 4. Juli 1776, nachdem 










¥ n anything yoii ma}^ wish 
-*■ in our Line. At all times 
we carry a complete, iip-to- 
(late stock of the best goods on 
the market. We nianufactnre 
and guarantee a fit. 


Branch of 
Mirbach's Home Launciry. 



schon am 19. Mai 1775 auf einer 
von 27 Deutschen aus Mecklenburg- 
County in Nord- Carolina abgehal- 
tenen Versammlung eine förmliche 
lyossagung von England erfolgt 
war. Dies klingt sonderbar und 
beinahe märchenhaft, doch ist es 
Wahrheit. Dr. Ephraim Bernard 
nebst zwei anderen Männern wur- 
den mit der Abfassung der Erklär- 
ung beauftragt und der Wortlaut 
derselben stimmt in vielen Punkten 
mit der von Thomas Jefferson ver- 
fassten "Declaration of Indepen- 
dence" so auffällig überein, dass 
man demselben, wiewohl mit Un- 
recht, vorgeworfen hat, er habe die- 
selbe copirt. Einen praktischen 
Erfolg hat diese deutsche Prokla- 
mation selbstverständlich nicht ge- 
habt, sie zeigt aber, wess Geistes 
Kinder die deutschen Ansiedler 

Im Freiheitskriege kämpften die 
Deutschen in grosser Zahl. Gene- 
ral Baron von Steuben war der 
grösste Taktiker in Washington' s 
Stab. Er war es, der das ent- 
muthigte Heer während des Win- 
terlagers in Valley Forge (1778) 
einexerzirte und kampffähig 
machte. Die Belagerung Yorktowns 
wurde von ihm geleitet und erfolg- 
reich zu Ende geführt. Washing- 
ton selbst hat seine glänzenden Ver- 
dienste neidlos gerühmt und die 
Schenkung von 16,000 Acker Lan- 
des im Oneida-County bezeugt, dass 
auch das Volk ihn völlig würdigte. 
Er starb am 28. Nov. 1794 im 64. 
Lebensjahre und liegt in der For- 
syth- Kirche zu New - York begra- 
ben. Ein anderer verdienstvoller 
General war Baron von Kalb. Die- 
ser war der Sohn eines fränkischen 

Bauern und später in französische 
Dienste getreten, wo er es bis zum 
Mayor brachte. Von der französi- 
schen Regierung nach Amerika ge- 
schickt, um über die kriegerischen 
Ereigni.sse zu berichten, trat er in 
die Dienste der Vereinigten Staa- 
ten, kämpfte tapfer als Führer der 
Truppen von Maryland und Dela- 
ware und starb am 19. August 1780 
an den Folgen .schwerer Wunden. 
Die Stadt Camden hat ihm ein eh- 
rendes Denkmal gesetzt. 

Ueber die Verdienste des Gene- 
rals Herckheimer und der Deut- 
schen im Mohawk- und Schoharie- 
Thal ist schon kurz berichtet wor- 

Nicht minder patriotisch waren 
die Deutschen von Pennsylvanien. 
Die "Deut.sche Gesellschaft" er- 
munterte zur allgemeinen Betheili- 
gung am Kampf. In Washington' s 
Heer und in den Provinzial-Milizen 
kämpften eine grosse Anzahl Deut- 
sche. Am 25. Mai 1776 beschlo.ss 
der Kongress, ein ausschliesslich 
deutsches Bataillon zu organisiren. 
Die Pennsylvanier stellten 5 Com- 
pagnien unter Anführung deutscher 
Officiere. Das Bataillon nahm an 
mehreren Schlachten Theil und 
diente dann zum Schutz der Ansie- 
delungen gegen die Indianer. 

Bei der Landung Howe' s auf Long 
Island hielten die deutschen penn- 
syrvanischen Truppen muthig aus 
und deckten Washington' s Rück- 
zug. Um den Ueberfall auf Tren- 
ton wagen zu können, warb Wash- 
ington 1500 Deut.sch- Pennsylvanier 
an. Die Schlacht von Monmouth 
am 28. Juni 1778 wäre verloren ge- 
wesen, wenn nicht die Frau des 
Soldaten Wilhelm Heis, bekannt 




The ne.xt Suit you wear should be made by 

Biel Brothers, m 


FIRST CLASS WORK in every respect 

We can also niake your oldsuits look likenew. 


( Near Court House. ) 




Eine vorzuegliche Auswahl zu den billigsten 
Preisen. Fuer das Feinste, Beste und Dauer- 
hafteste in diesem Metier geht zu 

August Clasen, 

612 N. SALINA=ST. 



Successurs U> G. Orth. Brush Manufactory. 


All kinds i)f Ma- 
chinery - Brushes, 
Push Brooms, Win- 
dow Brushes and 
Horse Brushes 

Ä Specialty. 


524 N. Salina St., SYRACUSE, N. Y. 

Time is Money, 

SA.VE3 IT fc>y tak.ing 

UAe Overland jCtmiteci, 

r/ - ^ _— ' V All trains equipped with PIN TSC H LIC HT & STEAM H EAT, 

^^^^l^^f^"- ^ 

Ruffet, Library and Smokini^ Cars, Pullman Palace vSleepers, PuUinan Dining Cars, 
Pullman Touri.st vSleepens, Free Reclining Chair Cars, and Modern Day Coaches, to 
Denver, vSalt Lake, Butte, Portland, San Francisco and Los Angeles. 


R. TENBRCECK, ^<?«V<5'«j/ff/-7? -?^«'.. I E. DICKINSON. E. L. LOMAX, ) 

287 Broadway, New York City. | General Manager. Gen'l Pass. & Ticket Agt 



«L^Human Hair. 

Manufacturer of 

fine l^air 6oods.|ii 

Largest Stock 
in the State.... 

ItcaMnii THaivM-csscr 

att^ tciiqmaljci-. 

357 S. SALINA ST., Syracuse. N 



J.R.CuNCY«*(§yraeuse. NYi 


als Mollie Pitcher, die weichenden 
Truppen zum Stehen gebracht hätte, 
indem sie selbst eine verlassene Ka- 
none lud und abfeuerte, worauf die 


Fliehenden zurückeilten und einen 
glänzenden Sieg errangen. 

Wegen seiner Ehrlichkeit berühmt 
ist Christoph Liidzvig, der " Ar- 
meebäcker" Washingtons, der sein 
ganzes Vermögen der Sache der 
Freiheit opferte. Pctcr Muchlcnbcrg , 
der Sohn des berühmten Predigers 
und selbst ein Prediger im Shenan- 
doah-Thale, ging seiner Gemeinde 
mit gutem Beispiel voran. Er war 
von Washington zum Kommandeur 
eines Regiments ernannt worden 
und als er seine Abschiedspredigt 
beendigte, zog er vor der versam- 
melten Menge seinen Talar aus und 
stand in der Uniform eines Obersten 
da. Die begeisterte Menge stimmte 
an : "Ein' feste Burg ist unser 
Gott", vor der Kirche wurde die 
Werbetrommel gerührt und in kür- 
zester Zeit waren 162 Mann seiner 
Gemeinde als Soldaten eingereiht. 

Die drei Brüder Heister aus Penn- 
sylvanien sammelten ebenfalls 
Truppen. Joseph Heister diente 
als Generalmajor, Johann als Major 
und Daniel als Oberst. Alle drei 
wurden später in den Kongress ge- 
wählt, Joseph sogar siebenmal und 
als er dann eine Wiederwahl ab- 
lehnte, machte man ihn zum Gou- 
verneur. Johann Patil Schott diente 
als Hauptmann. Er war ehemali- 
ger preussischer Offizier unter Fried- 
rich dem Grossen gewevSen. Als er 
in New- York an der Battery durch 
einen wohlgezielten Kanonenschuss 
ein englisches Geschütz auf Gover- 
nor' s Island zum Schweigen brachte, 
ernannte ihn Washington zum 
Hauptmann. Er rekrutirte ein Dra- 
goner - Regiment und wurde nach 
dem Kriege Richter von Euzerne 

Heinrich Emanuel Lutterloh, der 


als Offizier den siebenjährigen Krieg 
mitgemacht hatte, wurde zum Fou- 
ragemeister ernannt und leistete als 
solcher vortreffliche Dienste. 


Seor^e 3^ett, ^"Z'"" ^"^'''^'""' 

^rewen/, , , 

Cor. Lodi and Court 5ts., 













Der deutsch-polnische Jude Hay- 
maii Salonion, ein reicher Bankier, 
half der Regierung oft aus der pein- 
lichsten Geldverlegenheit, indem er 
grosse Summen ohne Garantie vor- 

Washington hielt grosse Stücke 
auf die Deutschen. Mehr als ein- 
mal wurden Verschwörungen gegen 
ihn angezettelt. Da bildete er sich 
eine deutsche Reitertruppe als Leib- 
garde und Depeschenträger, un- 
ter dem Commando des Majors Van 
Heer. Von da an hörten alle An- 
schläge auf das Leben Washing- 
ton" s auf und seine Botschaften wur- 
den pünktlich befördert. 

Ein anderer tüchtiger Soldat war 
der deutsche Oberst Maliern aus 
Süd- Carolina. Die Engländer kann- 
ten seine Tapferkeit und versuchten 
ihn anzuziehen, indem sie ihm ein 
Regiment anboten. Er lehnte ab 
mit den Worten: "Ein Deutscher 
verlässt seine Fahne nicht !" 

Eine viel grössere Zahl könnte 
noch mit Recht erwähnt werden, 
doch gestattet der Mangel an Raum 
dies nicht. Wir .stimmen überein 
mit dem Urtheil eines Geschicht- 
schreibers, "dass im Verhältniss 
zur Bevölkerung die Deutschen in 
den 1 3 Kolonien ebenso grossen An- 
theil an der Erringung der Freiheit 
genommen haben, als ihre engli- 
schen Mitgenossen." 

€inu)andcruns seit dem I5n= 

Durch die Gründung der "Deut- 
schen Gesellschaften" in Philadel- 
phia und dann in New- York ( 1 7S4 ) 
wurde in bedeutendem Maasse der 
Zustand der ankommenden Emi- 

granten gebessert. Sie waren nicht 
länger mehr hülflose Opfer gewis- 
.senloser Rheder oder Agenten, die 
sie ihrer geringen Habe und selbst 
auf Jahre hinaus ihrer Freiheit be- 
raubten. Ausserdem halfen der 
Ausbruch der französischen Revo- 
lution und die napoleonischen 
Kriege mit, um die Sehnsucht nach 
dem Lande der goldenen Freiheit 
wach zu halten. In den ersten 20 
Jahren des gegenwärtigen Jahrhun- 
derts hielt sich die Auswanderung 
noch in massigen Grenzen. Sie 
.schwankte zwischen 148 und 851 
Personen per Jahr. Zu Anfang der 
dreissiger Jahre, als namentlich 
Preussen unter einer drückenden 
politischen Reaktion seufzte, stieg 
die deutsche Einwanderung zu un- 
geahnter Höhe. Sie betrug im Jahre 
1832 nicht weniger als 10,194 Per- 
sonen, stieg im Jahre 1834 auf 17,600 
und im Jahre 1837 gar auf 23, 700. Es 
schien, als .sei damit der Höhepunkt 
der Möglichkeit erreicht, aber die 
Hungersnoth in deutschen Landen 
in den Jahren 1846 und 1847 trieb 
74,000 über's Meer, und das Revo- 
lutionsjahr 1848 brachte gar 215,- 
000 europamüder Deutschen an un- 
.sere Gestade. Dies war auf Jahre 
hinaus die höch.ste Zahl. Nach 
zeitweisem Niedergang stieg die 
Fluth im Jahre 1867 wieder auf 
133,400; im Jahre 1872 auf 155,- 
50a. Die Hochfluth vom Jahre 1882 
brachte über eine \'iertelmillion 
Einwanderer, die Jahre 1881 — 1896 
insgesammt, 1,894,085. Man 
schätzt die gegenwärtige Zahl der 
eingewanderten Deutschen und ih- 
rer Nachkommen auf etwa 10 Mil- 
lionen, was der Wahrheit zienüich 
nahe kommen dürfte. 





Be^ots, Sh06S and Pubb^rs, 

öoc. BUTTERNUT STREET. | (Gilcher Block.) 

Repairinx neatly done. 


Anzuege nach Maass 
Ueberroecke " 

$15.00 bis zu $25.00. 
$16.00 " $30.00. 

Auch eine gute Auswahl von fertigen Ueberroecken. sowie schwar- 
zen Anzuegen von $10.00 bis zu $15.00. Meine Freunde und 
Goenner, welche einen fertigen Anzug oder Ueberrock von mir 
kaufen, koennen ueberzeugt sein eine gute Waare, sowie feine 
Arbeit zu erhalten, denn ich schenke meine ganze Aufmerksamkeit 
den fertiggemachten Sachen. Wer HUETE, KAPPEN, UNTER- 
KLEIDER, u. d. g.. braucht, wird Geld sparen durch den Besuch 
meines Lagers. Ergebenst, 

H. 11). aittnann, 

70e & 710 

Ift. Salina 

N. Henninger's^ KLEIN vf FRANZ, 


jO 744 Nord=Salina-Str. 

Alle Sorten Scheeren und Rasirmesser 
werden auf's Beste jd^eschliffen, Schlösser 
werden reparirt und Schlüssel und Sägen 
gefeilt. Re.tjen und Sonnenschirme wer- 
den überzot^en und ausgebessert. ^^^'^^^ 




Old Silk and Stiff Hats Hade Over 

and Put in the batest Styles. 

We seil the best .•f2.oo SOFT AND STIFF 


210 East Fayette St., jl'r Stairs.] 




DRY QoODS. N0TI0N5..---==r2>' 

. . . Groceries and Crockery, . . . 


532, 534 I^^^ 535 BUTTERNUT, COR. CATHERINE ST. 


Bis zum Beginn der dreissiger 
Jahre unseres Jahrhunderts trug die 
Einwanderung mehr den Charakter 
der Colonisation, d. h. grössere oder 
kleinere Häuflein verliessen ge- 
meinsam die Heimath und siedel- 
ten sich gemeinsam hier an. Zwar 
gab es auch schon von Anfang ver- 
einzelte Abenteurer, die auf eigene 

vor der Auflösung bewahrt. Die 
Einwanderung von 1848 enthielt 
ausserdem einen grossen Prozent- 
satz gebildeter Deutschen der ver- 
schiedensten Stände, welche dem 
allgemeinen Charakter der deut- 
.schen Bevölkerung ein anderes Ge- 
präge aufdrückten und sein An- 
sehen in den Augen der Amerika- 




Faust ihr Glück in der neuen Welt 
versuchten. Von dem genannten 
Zeitpunkt an scheint ein allgemei- 
nes Wanderfieber die Deutschen er- 
griffen zu haben. 

Durch den massenhaften Zufluss 
neuer lebenskräftiger Elemente 
wurde das Deutschthum Amerikas 

ner ganz bedeutend hoben. Die 
Deutschen bekamen unter diesem 
Einfluss auch mehr Selbstbewusst- 
sein, .sie fühlten ihre Bedeutung 
als ein Faktor der amerikanischen 
Cultur und Politik. In dem gros- 
sen Bürgerkrieg standen sie auf der 
Seite der Union. Unter den zwei- 


^ Germania Park 

Is located on Court Street, just over the 
City line, high and dry, sub-divided into 

Germania park 

Offers to Investors Safe Security and 


To the Home-Seeker the most healthful 

place in Syracuse. 


Gcrmatiia park. 

307 and 308 KIRK BLOCK, or 1203 NORTH SALINA ST. 




>^ %SfekAlMi«# >^ 

^ '^^^^^^f: ^ 

521 ^^ 523 BUTTERNUT ST., AND 700 CANAL ST. 



QXll I kllXl ScTCCncd. telepho^ste 1S02 I. 


undeinhalb Millionen Bundessolda- 
ten befanden sich ungefähr 235,000 
Deutsche. Ohio stellte 11 rein 
deutsche Regimenter, New- York 
12, Pennsylvanien 4, Indiana i, 
Illinois 5, Wisconsin 2. Die Zahl 
der hervorragenden deutschen Offi- 
ziere ist zu gross, als dass ihrer ein- 
zeln gedacht werden könnte. 

Die Stellung der Deutschen hier- 
zulande wurde auch durch die Wie- 
deraufrichtung des Deutschen Rei- 
ches bedeutend gehoben. Deutsche 
Wissenschaft und Kunst standen 
schon vorher bei den Amerika- 
nern in hoher Achtung, aber die 
politische Zersplitterung Deutsch- 
lands war nicht geeignet, sein An- 
sehen als Grossmacht zu fördern. 
Der siegreiche Ausgang des deutsch- 
französischen Krieges hat auch 
in diessem Punkte Wandlung ge- 
schaffen und unter den hiesigen 
Deutschen das Gefühl der Zusam- 
mengehörigkeit erstarken lassen. 

6escMcbU uon Onondaga 

Dieses County ist ein Theil des 
ehemaligen Gebietes der vereinigten 
Indianerstämme, die in der Ge- 
schichte als die "Fünf Nationen" 
und später als die ' 'Sechs Nationen' ' 
bekannt sind. Von den Franzosen 
wurden sie "Iroquois" genannt. 
Die ursprünglichen fünf Stämme 
waren die Mohazcks, Oncidas, On- 
ondagas, Cayiigas und Senecas. 
Unter diesen waren die Onondagas 
die mächtigsten. In ihrem Gebiete 
wurde das grosse Berathungsfeuer 
unterhalten. Ihre früheste Ge- 
schichte ist legendenhaft. Die er- 
sten zuverlässigen Nachrichten fin- 

det man in den Aufzeichnungen der 
französischen Jesuiten, die von Ca- 
nada aus kamen, um Mission unter 
ihnen zu treiben (1625). Unter 
grossen Beschwerden und Gefahren 
wirkten dieselben bis ungefähr um 
das Jahr 1700, wiewohl mit sehr 
geringem Erfolg. Die Indianer wa- 
ren Wilde in des Wortes verwegen- 
ster Bedeutung, Anfangs waren sie 
geneigt, die Missionare wenigstens 
gewähren zu lassen, doch fand ein 
Umschwvmg in ihrer Gesinnung 
statt und viele der Jesuiten- Missio- 
nare erlitten den Märtyrertod in 
den denkbar schrecklichsten For- 

Um das Jahr 1750 versuchten die 
Maehrische?i Brueder (Herrenhuter) 
von Pennsylvanien aus Mission un- 
ter ihnen zu treiben. Sie wurden 
freundlich aufgenommen und blie- 
ben etwa sechs Jahre unter ihnen,, 
bis sie ihre Arbeit als hoffnungslos 
aufgaben. Nach diesen kamen 
noch andere Missionäre, nament- 
lich New-Engländer, die aber kei- 
nen besseren Erfolg aufzuweisen 
hatten, als alle ihre Vorgänger. 

Von allen diesen wird die Gegend 
ziemlich genau beschrieben ; sie be- 
richten auch übereinstimmend von 
den Salzquellen, wodurch dieselbe 
weit und breit berühmt war. 

Gegen Ende des 17. Jahrhun- 
derts, als die Franzosen von Nor- 
den und die Engländer von Süden 
her immer näher rückten, fühlten 
die Onondagas die Nothwendig- 
keit, mit der einen oder anderen 
Nation in nähere Verbindung zu tre- 
ten. Am 3. Februar 1698 benach- 
richtigten sie den Gouverneur in 
Albany, dass sie mit den Franzosen 
einen Vertrag abzuschliessen ge- 


rine Hcirdwood rioors, 

G,D. BRIGGS, Agt., ••;?.:;. ,^: rr^!,*; 

Parquetin^ Floors. Strip Floors and Wood Carpet, 

Wax Floor Polish and Polishing Brushes. 


\Ve seil Sterner' s Superior Furniture Polish. 

EuropeciR Hotel, &© 

JOHNSGHETTER, Proprietor. 

....7',o-7-,2 NORTH SALINA STREET. 


Good x\ccommoclations for Transieuts. 


Establisl-ied 1870. 


Dr. Jones 


REMO\^ES Hard and Soft Corns, 

Bunions, Ingrowing or Inverted 


Nails, Callositus tumors. 

S09 and 511 NORTH SALINA ST. 


Oppositc Che yatcs. 


Order the Celebrated Lehigh Valley Coali) 


W. K. NIVER c& CO.. 

WHOLESALE r>^ RETAIL DEALERS, ^s^ Telephone S09. 

OFFICE : Cor. of Warren and Qenesee Streets. 

dächten. Derselbe schickte sofort 
seine Abgesandten, um dies zu ver- 
hüten. Am I. und 2. Mai wurde 
eine grosse Berathung abgehalten 


und die Indianer begehrten, dass 
man ihnen Unterstützung gegen 
französische Angriffe versprechen 
solle, in welchem Falle sie den Eng- 
ländern treu bleiben wollten. Der 
Gouverneur ging darauf ein und im 
Jahre 1701 gab der König von Eng- 
land die Summe von 500 Pfund, 
um damit ein Fort an dem Ausfiuss 
des Onondaga-Sees in den Seneca- 
Fluss zu errichten, wodurch das 
Hindringen der Franzosen auf dem 
Wasserweg vom Ontario-See aus 
verhindert werden .sollte. Weitere 
800 Pfund wurden zum Ankauf und 
Vertheilen von Geschenken unter 
die Indianer gewährt. Als Gegen- 
leistung traten dieselben eine grosse 
Landstrecke im Gebiet der Mo- 
hawks an die Regierung ab. Das 
nördliche Grenzgebiet der Fünf Na- 
tionen wairde zwar noch öfters von 
den Franzosen und feindlichen In- 

dianern heimgesucht, doch machte 
der Vertrag von Utrecht ( 1713) 
diessen Einfällen ein Ende. Im 
Jahre 17 12 wurden die Ttiscaroras 
in den Bund aufgenommen, der 
fortan unter dem Namen der 
"'Scclis Nationen ' weiterbestand. 

Im Kriege zwischen England und 
Frankreich (1744) hielten sich die 
Sechs Nationen neutral. Im zwei- 
ten Krieg (1756) gelang es dem 
engli-schen Unterhändler, Sir Wil- 
liam John.son, die Indianer zu be- 
wegen, für die Engländer Partei zu 
ergreifen. Dieser blutige' Krieg 
endigte 1763 zu Gunsten der Eng- 
länder und die Franzosen gaben alle 
Ansprüche auf Oberherrschaft auf. 
Die Sechs Nationen hatten viel dazu 
beigetragen, die Sache der Englän- 
der erfolgreich zu machen. 

Wenige Jahre später brach der 
Unabhängigkeit.skrieg aus und die 
Onondagas, Cayugas und Senecas 


traten in englische Dienste, die ih- 
nen nach dem Kriege von England 
mit Undank belohnt wurden. Die 











Wbolesale and Setail Dealer in 



mAmM^ GOAL, 


Jy Green Point, on Liverpool Road. t 


J}> posr Office Address: 225 Wolf Street, . . . 

w if. ife ife w SYRACUSE, N. Y. 


^^^^^K ^^^i^^'' 

^H . i»^ 







paiNT. PLflSTER 











• V« President, JACOB AMOS, 
\ää Vice- President, W. K. NIVER, 
W ^ecretary and Treasurer. W. K. SQUIER. COP. Wö VVCW Cl RCl JCl \WtS 5tS., 

•1?J^^: SYRACUSE, N.Y. 


Regierung des Staates New- York 
war erbittert gegen sie, und nur 
der Fürsprache Washingtons hat- 
ten sie es zu verdanken, dass sie 
nicht aus ihrer Heimath vertrieben 

Der grosse Rath der Sechs Na- 
tionen versammelte sich im Jahre 
1784 in Fort Stanwix und es kam 
ein Vertrag zu Stande, wonach je- 
der Nation ein gewisses Gebiet ein- 
geräumt wurde, ausser den Mo- 
hawks, die einer Einladung nach 
Canada folgten, wo ihnen Land an- 
gewiesen worden war. Durch diesen 
Vertrag verloren die Indianer einen 
grossen Theil ihres Landes und es 
entstand Unzufriedenheit. Doch 
kam es zu keinen Feindseligkeiten, 
und als der Krieg mit England 1 8 1 2 
ausbrach, leisteten die Onondagas 
gute Dienste. Im Jahre 178S wurde 
ein neuer Vertrag abgeschlossen, 
worin die Indianer auf alle Ansprü- 
che verzichteten und eine "Reser- 
vation" von zehn Meilen im Qua- 
drat um Onondaga Castle herum ga- 
rantirt bekamen. Sie verzichteten 
gleichfalls auf die Hälfte ihrer An- 
sprüche an die Salzquellen, und 
später gar auf das Ganze. Durch 
weitere Verträge in 1793, 1795, 
18 17 und 1822 wurde die Reserva- 
tion noch weiter reduzirt, bis ihnen 
schliesslich nur das gegenwärtige 
Gebiet von 6000 Acker nebst einer 
Jahresrente von $1,600 verblieb. 
Ihre gegenwärtige Zahl beträgt etwa 
350 Personen. — 

Während des Zeitraums von 1772 
— 1794 bildete das jetzige County 
Onondaga zuerst einen Theil von 
Montgomery-County ( früher Tryon 
County) und später gehörte es zu 
Herkimer-County. Im Jahre 1794 

wurde Onondaga von Herkimer ge- 
trennt und bestand gänzlich aus 
dem sogenannten ' 'Military Trad. ' ' 
Mit diesem hatte es folgende Be- 
wandtniss. Der Congress der Ver- 
einigten Staaten hatte beim Aus- 
bruch des Krieges (1776) beschlos- 
sen, allen Soldaten Land als Beloh- 
nung zu gewähren. Am Schlüsse 
des Krieges löste die Legislatur des 
Staates New- York dieses Verspre- 
chen ein und gewährte jedem Gene- 
ral-Major 5500 Acker, Brigade- 
General 4250, Oberst 2500, Oberst- 
Lieutenant 2250, Major 2000, 
Hauptmann und Regiments- Arzt 
1500, Feldkaplan 2000, Assistenz- 
Aerzten 1000 und jedem Unteroffi- 
zier und gemeinen Soldaten 500 
Acker. Von dem ursprünglichen 
Onondaga-County wurden die fol- 
genden Counties abgetheilt : Ca}^- 
uga in 1799, Cortland in 1808 und 
Oswego in 1816. Die Vertheilung 
der einzelnen Portionen verursachte 
der Regierung grossen Trubel, kam 
aber schliesslich doch zu Stande 
und nun stand der Weg zur Ansie- 
delung offen. 

Die grösste Schwierigkeit bestand 
darin, die Heimstätten zu erreichen. 
Wege, selbst im bescheidensten 
Sinne des Wortes, gab es überhaupt 
nicht, höchstens die Fusspfade der 
Indianer. Die erste Weganlage 
wurde in 1791 und 1792 von Emi- 
granten gemacht, und bestand in 
einer Lichtung, die durch den Ur- 
wald gehauen wurde und von 
Whitestown nach Canandaigua 
führte. Später wurde dieser Weg 
ausgebaut und bekannt unter dem 
Namen : The Old State Road. In 
den folgenden Jahren gewährte der 
Staat Zuschüs.se und so entstand 



333 S. SAUNA ST., SYRACU8E, N. Y. 





BiCpClC Repairing, Beer and Pork Product, 

«dENAMELING AND NICKELINO , and manufacturerof 


ii8 S. STATE ST., 4 SYRACUSE, N. V, 

707 & 709 N. State, Junction N. Salina St., 

Hand Made WheelS... 1 eoüed Hams Every Oay. 


6oal, l^ood, ßtareoal and §aMdug=& 

TELEPHONE 265. jg) Syracuse, N. Y. 

H. E. HESSLER,^^^^ 


--^^K^'^^Senera/ Jrarcfivare 

and Stoue Store in the Citi/, , , 

inOXJlSriDED SO "S'EA.R.S A.C3-0. 
512 and 516 NORTH SALINA ST., 5YRACÜ5E, N. Y, 


allmählicli ein leidlich genügendes 

Der erste weisse Ansiedler in On- 
ondaga-County Hess sich innerhalb 
der jetzigen Stadtgrenze von Syra- 
cuse nieder. Dies war Ephraim 
Webster. Er schlug seine Hütte 

Onondaga Valley niedergelassen 
und niemand ahnte, dass Webster' s 
I^anding jemals die anderen Nieder- 
lassungen an Bedeutung übertreffen 
würde. Webster hatte im Krieg 
gedient und kam 1786 mit einem 
Gefährten Namens Neukerk und ei- 


an der Westseite des Onondaga- 
Baches auf, nahe dessen früherer 
Mündung in den See. Diese erste 
Niederlassung war lange Zeit als 
Webster' s lyanding bekannt. Die 
meisten Ansiedler hatten sich in 

ner Bootladung von Waaren von 
Schenectady nach Onondaga. Das 
Unternehmen war erfolgreich, in- 
dem die Indianer dem Tauschhan- 
del sich geneigt zeigten. Neukerk 
(oder Newkerk) starb bald und 


n ^ The Bi^ Store on the North Side. 

YHE n^^^l^ PLACE FOR ^^ 



125-127 North Salina St., - - Empire House Block, 



jfinest Merk in tbe Cit^ 

. . . AT LOW EST PRICES ... 

>r' >r' >r^ 

706 North Salina St., = SYRACÜSE, N. Y. 


Ö29-531 Bvitterniat Street, 


Dry Goods and Notions, Carpets, Linoleums, 

Oil Cloths and Mattings, Draperies and Lace Curtains. 

OUR MOTTO ALWAYS: Best goods at iowest prices. 

M. & A. HOFMÄNN, "Curttse'' 



§@ iTJilJiricpy. 


Special Attention given to Children. 




SYRACÜSE. N. Y. Svrcicusc ancJ ChciutcUiciuci. 


Webster nahm die eingetauschten 
Pelze nach New- York. Im folgen- 
den Frühjahr kam er wieder, in 
Begleitung zweier Gefährten, Camp- 
bell und Maibee. Die letzteren zo- 
gen weiter das Thal hinauf und 
Webster blieb auf seinem früheren 
Platze. Im Herbste zogen sie zu- 
sammen wieder nach New- York und 
dies Kommen nnd Gehen wieder- 
holte sich während einer Reihe von 
Jahren, bis er es einmal wagte, 
auch den Winter über zu bleiben. 
Er beherrschte die Sprache der In- 
dianer vollkommen und passte sich 
seiner Umgebung so viel wie noth- 
wendig an. Die Eingeborenen fass- 
ten Zuneigung zu ihm und schenk- 
ten ihm eine Quadratmeile Landes, 
welche Schenkung durch Akt der 
Legislatur in 1795 bestätigt wurde. 
Die Indianer waren jedoch auch 
launenhaft, und mehr als einmal 
entging er nur wie durch ein Wun- 
der dem sicheren Tode. Er starb 
im Jahre 1825 inTuscarora, im Alter 
von 72 Jahren. 

Die nächsten Ansiedler (.nach 
Webster) waren Asa Danforth und 
Comfort Tyler. Danforth kam aus 
Massachusetts, hatte im Krieg ge- 
dient und es bis zum Major gebracht. 
Nach Friedenschluss Hess er sich 
in Montgomery-County nieder, wo 
er im Februar 1788 von Ephraim 
Webster und zwei Onondaga- India- 
nern besucht wurde. Dieselben ent- 
warfen eine glänzende Schilderung 
jener Gegend, sodass Danforth be- 
schloss, dahin zu ziehen. Durch 
Webster' s Vermittelung erhielt er 
die Erlaubniss der Indianer, sich 
auf ihrem Gebiet niederzulassen. 
Tyler war ein junger Mann von 22 
Jahren und ein Geometer. Er ge- 

hörte einer Expedition an, welche 
die Grenzlinie zwischen New- York 
und Pennsylvanien festsetzen sollte. 
Major Danforth's Sohn, Asa jr. , 
und Tyler wurden mit dem Vieh 
vorausgeschickt. Anfang Mai lud 
Danforth seinen Hausrath und 
Ackerbaugeräthe auf zwei Flach- 
boote, engagirte 3 Bootleute und 
kam nach einer äusserst langwieri- 
gen Fahrt auf dem Mohawk, durch 
den Oneida-See und Onondaga-See 
an Webster' s Landing an, wo sie 
von Webster, Tyler und dem jun- 
gen Danforth empfangen wurden. 
Die Boote wurden dann den Onon- 
daga-Bach hinaufgeschoben, bis sie 
am 22. Mai 1788 die zur Niederlas- 
sung ausgesuchte Stelle errichten, 
etwa eine halbe Meile südlich von 
dem Hotel auf der Ostseite von On- 
ondaga Valley. 

Im Jahre 1789 machten Comfort 
Tyler und Asa Danforth jr. eine 
Reise nach dem Osten, wo sie sich 
verheiratheten und mit ihren Frauen 
und der Familie eines gewissen 
John Brown zurückkehrten. i\m 
14. Oktober 1789 wurde das erste 
weisse Kind im Count}^ geboren, 
nämlich eine Tochter des jungen 
Danforth. Der ältere Danforth er- 
richtete (1789) die erste Sägemühle 
in diesem County und zwar in Man- 
lius (Dewitt). Im folgenden Jahre 
baute er auch eine Mahlmühle. Er 
und Tyler hatten schon im Mai 
1 788 Salz hergestellt. In der näch- 
sten Zeit folgten immer mehr An- 
siedler. In 1800 kam Josua For- 
man, der sich um diese Gegend 
grosse Verdienste erwarb ; nament- 
lich ist der Bau des Erie- Kanals sei- 
ner Anregung zu verdanken. Die 
erste Post-Office wurde 1794 in On- 


y^$:&&&&$:&&\l/ Vhe ^ri/ Soocis Store. \\ 

\te ^iMM- \li ^^^ populär 'Drj/ Soocis irf\ 

5t Wetrytomake S ^*''''''' % 

\^i it both pleas- \^^ ^othin^ but ^ri/ Soocis. l\\ 

(i; uiableandpro- ^^) 2/^ol/ Sueri/thm^f in *Dri/ /j\ 

\{i fitable to trade ^^i Soocis. (tj 

^T| If vou havcivr rrcidccl with us, we iiwitc vou n^ost /1| 
JJ- corclicillv ro Visit oiir Store, we/ll cissurc von of /L 
iii courteoüs trccitiiieiAt, vvlACtiAcr vou Buvor not. «^ 


% 203-207 SOUTH SALmnsT., SYRACUSE. H. Y. \ 



200, 202, 204 N. WEST SX, 

Cold Storage and Freezing. t^r Dry Storage and Warehousing. 



»►^ >■ Long Distance Teleplione llS-4. 

XHnion Xoan Hssociation, 



^^- — ^ Loans Money on Furniture in Use, 


All business strictly Confidential 
















655-660-662 ^MORTH 5ALINA STREET. . 


Cicis ntting, 


Estimates cheerfulh- given. 



^rocabero flßusic IDall. 



Every Evening from 7:30 to 12 O.clock. 


Cl)aS £♦ Curkt Propnetor and manaser. 





Blase meine Flöte in dieser Weise : Die besten Qualitäten für wenig Geld 

.HERREN=HEMDEN nach Maas, etc ^ 



ondaga Valley eröffnet und Com fort 
Tyler war der erste Postmeister. 
Dr. William Needham Hess sich 
als der erste Arzt in 1794 in dem 
' 'Valley' ' nieder. Sein Bruder Gor- 
don folgte ihm 1796 und eröffnete 
die erste Schule. Die erste Zeitung 
wurde dort 1 8 1 1 von Thomas Crit- 
tenden Fay herausgegeben und im 
Winter 1803 wurde die erste Frei- 
maurerloge gegründet. 

Die Ansiedelung von Ojwndaga 
Hill begann etwa um das Jahr 1795. 
Es entstand bald ein nicht unbe- 
deutendes Dorf, obwohl "the Val- 
ley" immer den Vorsprung behielt. 

Salina Tozvjiship wurde in 1809 
von dem Township Manlius abge- 
trennt und enthielt die sogenannte 
"Salt Springs Reservation". In- 
nerhalb dieses Townships entstand 
zuerst das Dorf Salina, dann Gcd- 
dcs und dann die Ansiedelung wel- 
che später sich zur Stadt Syracuse 
entwickelte. Die ersten Ansiedler 
hatten hier einen schwierigen An- 
fang. Lebensmittel waren zuwei- 
len rar und mussten zuerst, mit 
Ausnahme von Fischen und Wild- 
pret, von auswärts bezogen werden. 
Im Laufe der Jahre besserten sich 
die Verhältnisse. Die Salz-Indu- 
strie war allerdings noch nicht ent- 
wickelt, doch gab sie den Ansied- 
lern lohnenden Erwerb. In 1793 
erhielten sie Zuwachs durch mehrere 
Familien, die sich in "Salt Point" 
niederliessen, sodass ihrer nun 
etwa 63 Personen waren. Die Ge- 
gend war sehr ungesund infolge der 
sumpfigen Umgebung des Sees. 
Manchmal waren sie fast alle krank 
am Fieber, sodass kaum genug Ge- 
sunde da waren, um die übrigen zu 
pflegen. Wären die Aussichten für 

die Salzgewinnung nicht so unge- 
mein günstig gewesen, so würde 
die Ansiedelung bald aufgegeben 
worden sein. Um das Jahr 1800 
wurde viel gethan, um das Land 
trocken zu legen, aoch wurde keine 
völlige Abhülfe geschaffen, bis in 
den Jahren 1821 und 1822 der Aus- 
lass des Sees niedriger gelegt und 
der Seespiegel selbst niedriger 
wurde. In 1794 kam Elisha Al- 
vord und 4 Jahre später sein Bru- 
der. Dieselben entwickelten grosse 
Energie und trugen viel dazu bei, 
"Salt Point" zu entwickeln. 

Gcddes verdankt seine Entsteh- 
ung dem Pionier /rt;«d'5 Gcddes, der 
im Frühjahr 1794 von Pennsjdva- 
nien kam und sich in dem später 
nach ihm benannten Town Geddes 
niederliess. Er brachte eine volle 
Ausrüstung zur Salzgewinnung 

Die Stadt Spracuse. 

Der Grund und Boden, auf wel- 
chem das ursprüngliche Syracuse 
steht, war tief gelegen und wenig 
einladend für Niederlassungen. Sa- 
lina und Geddes wurden vorgezo- 
gen. So morastig war der Boden, 
dass nur mit Benutzung von Baum- 
stämmen ein Fahrweg durch diese 
Landstrecke hergestellt werden 
konnte. Die erste Wohnstätte in- 
nerhalb des jetzigen Stadtgebiets 
war diejenige Ephraim Webster' s. 
Im Frühjahr 1800 kam Calvin Jack- 
son nach Syracuse und baute ein 
Blockhaus, wo jetzt das Yates Ho- 
tel steht. Am 28. Dezember 1800 
wurde ihm ein Sohn geboren, Al- 
bion Jackson, das erste weisse Kind 
in Syracuse. Im Jahre 1804 wurde 
eine Landparzelle von 250 Ackern 


von der Salz-Reservation abgetrennt 
und zum Verkauf angeboten, um 
mit dem Erlös die Unterhaltungs- 
kosten der Seneca Turnpike zu be- 
streiten. Samuel Walton kaufte 
das Ganze im Juni 1804 für $26.20 
per Acker. Eine der Kaufbedin- 
gungen war, dass der Käufer ein 
Gasthaus zu bauen habe. Walton 
legte das Eand in Bauplätze aus und 
verkaufte einem gewissen Henry 
Bogardus einen halben Acker Eand 
für $300, mit der Verpflichtung, 
das erwähnte Gasthaus zu bauen.' 
Dies geschah im Jahre 1806. Bogar- 
dus errichtete das "Hotel" da wo 
jetzt das "Empire House" .steht. 
Walton nannte sein geplantes Dorf 
"South SaHna" und das Gasthaus 
war bekannt als ' 'South Salina Ho- 
tel". Im Volksmund aber hie.ss 
das Dorf "Bogardus Corners". In 
1805 baute Walton eine Mühle 
und in 1807 wurde auf Anordnung 
des Staates eine Strasse angelegt, 
welche grösstentheils mit der jetzi- 
gen Süd-Salina.strasse identisch ist. 
Nur wenige Familien siedelten sich 
an bis zum Jahre 1820, als der Ca- 
nal eröffnet wurde. Die Eage war 
zu ungesund. "Judge" Forman, 
einer der ersten An.siedler dieser 
Gegend, sah mit scharfem Blick, 
dass ein Canal von unberechenba- 
rem Vortheil für die ganze Umge- 
bung sein würde und agitirte mit ei- 
serner Beharrlichkeit für den Plan, 
der nach Ueberwindung zahlloser 
Schwierigkeiten auch zur Wirklich- 
keit wurde. Im Jahre 1 8 1 4 verband 
Forman sich mit Ebenezer Wilson 
und John B. Creed und diese kauf- 
ten den "Walton Tract" für $9,- 
000. Als man sich um Errichtung 
eines Postamts bewarb ( 1 8 1 8— 1 8 1 9 ) 


wurde die allmählich grösser wer- 
dende Niederlassung "Corinth" 
genannt und sie behielt diesen Na- 
men bis 1820. \^on da an hiess sie 
''Syracuse''' . 

Am 21. April 1820 langte das 
erste Canalboot "Montezuma" an. 
Nun begann eine neue Zeit. Alles 
war von Hoffnung erfüllt. Wohl- 
habende Ansiedler Hessen sich nie- 
der und die Salz-Industrie nahm ei- 
nen grossen Aufschwung. Die Ein- 
wohnerzahl betrug etwa 250. Die 
Ursache des lang.samen Wachs- 
thums war die ungesunde Eage und 
Forman ging mit seiner gewohnten 
Energie aus Werk, um eine Aender- 
ung zu bewirken. Er sah bald, dass 
nur dadurch Abhülfe geschaffen 
werden könne, dass der Wasser- 
stand des Sees tiefer gelegt werde. 
Die Legi.slatur bewilligte einen 
Theil der Kosten und die bereits er- 
wähnte Vertiefung und ErA\-eiter- 
ung des "Outlet" wurde vorgenom- 
men, wodurch das Uebel auf ein- 
mal beseitigt war. In 1820 wurde 
das erste Schulhaus errichtet und 
1820 die erste Kirche organLsirt 
(Erste Englische Baptistenkirche). 
Im April 1823 wurde die erste Zei- 
tung herausgegeben, die "Onon- 
daga Gazette' ' . 

Als am 13. April 1825 das Dorf 
incorporirt wurde, gab es etwa 15 
Geschäftshäuser, der Canal wurde 
im November desselben Jahres fer- 
tig gestellt und die Aussichten wa- 
ren günstig. Am 9. Juni 1825 be- 
suchte Eafayette Syracuse und 
wurde begeistert empfangen. Zwi- 
schen Salina und Syracuse herrschte 
gro.s.se Eifersucht und die gewaltthä- 
tigen Elemente beiderseits stiessen 
öfters in blutiger Weise zusammen. 









Syracuse wuchs "riesig". In 1829 
gab es bereits 2565 Einwohner und 
die Nachbarsdörfer gaben die HoiT- 
nung auf, es je zu überflügeln. Es 
erstanden ansehnliche öffentliche 
und Privatgebäude, Brücken wur- 
den gebaut, Strassen gepflastert, 
Fabriken errichtet, u. s. w. Die 
Syracuse und Utica - Eisenbahn 
wurde am 4. Juli 1839 eröffnet und 
die Auburn-Bahn am 10. Septem- 
ber desselben Jahres. Am 21. Au- 
gust 1S41 brach eine schreckliche 
Katastrophe über Syracuse herein. 
In einer Schreinerwerkstätte zwi- 
schen der alten County-Clerks-Of- 
fice und dem Oswego-Canal brach 
Abends Feuer aus. Eine grosse 
Menschenmenge hatte sich einge- 
funden und beobachtete die Lösch- 
versuche. In dem brennenden 
Gebäude lagen etwa 28 Fässer Pul- 
ver aufgespeichert, welche unter der 
Einwirkung des Feuers mit don- 
nerndem Getöse explodirten und 
die Trümmer des Gebäudes nach 
allen Seiten schleuderten. 26 Per- 
sonen wurden getödtet und viele 
verwundet. Dies war die grösste 
Heimsuchung in der Geschichte von 

Am 14. Dezember 1S47 wurde 
Syracuse als Stadt incorporirt, in- 
dem zugleich ein Theil von Salina 
dem neuen Stadtgebiet einverleibt 
wurde. Die Einwohnerzahl betrug 

Die Geschichte von Syracuse hat 
keine bedeutenden Ereignisse auf- 
zuweisen. Politische Bewegungen 
wurden auch hier gefühlt und un- 
ter diesen nahm die Abschaffung 
der Sklaverei ein mehr als gewöhn- 
liches Interesse in Anspruch. Im 
Jahre 1853 kam nämlich ein ent- 

flohener Sklave hierher, in der Ab- 
sicht, sich nach Canada zu bege- 
ben. Er fühlte sich hier .so .sicher, 
dass er zu bleiben beschloss. Es 
dauerte nicht lange, so wurde er 
entdeckt und arretirt. Obgleich es 
ihm gelang, zu entweichen, wurde 
er doch bald wieder eingeholt und 
hinter Schlo.ss und Riegel gesetzt. 
Der Bevölkerung bemächtigte sich 
eine grosse Aufregung und er wurde 
gewaltsam befreit. Der "Jerry 
Rescue" -Block, in welchem der Ne- 
ger gefangen gehalten worden war, 
erhielt seinen Namen von diesem 

Die erste Strassen - Ei-senbahn, 
durch Salinastrasse, wurde im Au- 
gu.st 1S60 unter Festlichkeiten er- 

Der Rebellion.skrieg rief auch hier 
grosse und nachhaltige Erregung 
wach. Gleich nach Beginn des 
Krieges boten die "Butler' sehen 
Zouaven" ihre Dien.ste an und wur- 
den dem 3. N. Y. Regiment einge- 
reiht. Unmittelbar darauf wurde 
das 12. Regiment rekrutirt und zur 
Front gesandt, wo es während des 
ganzen Krieges ehrenvolle Dienste 
lei.stete. Im Herbst 1861 folgte das 
loi., im Sommer 1862 das 122., 
und einen Monat später das 149. 
Regiment. In 1864 rückte das 185. 
Regiment aus. Ausser diesen 
wurden noch das 15. und 22. Kaval- 
lerie-Regiment und zwei Batterien 
Artillerie gänzlich in Onondaga- 
County rekrutirt. 

Die ersten Oeutscben in On= 

Wie aus dem einleitenden Theil 
ersichtlich, fanden die ersten An- 
siedelungen dieses Landes längs der 

Seeküste statt. Von hier aus dran- 
gen die später kommenden und na- 
mentlich auch die unternehmungs- 
lustigen Nachkommen der erst'en 
Ansiedler, denen die Verhältnisse 
schon zu eng wurden, weiter in's 
Innere des Landes hinein. Sie folg- 
ten dabei naturgemäss den Strömen 
und Flüssen, weil dieselben unter 
den obwaltenden Umständen den 
besten und oft einzigsten Verkehrs- 
weg boten. Zu gleicher Zeit sah 
man auch ein, dass das Land in den 
wasserreichen Thälern für den 
Ackerbau am ergiebigsten war. So 
schlängelte sich im Laufe der Jahre 
der Zug der Einwanderung allmäh- 
lich den Hudson aufwärts bis Al- 
bany und bog dann westwärts ab 
in die Thäler des Schoharie- und 
besonders des Mohawkflusses. Wir 
haben schon gesehen, wie beim 
Ausbruch des Unabhängigkeitskrie- 
ges am Mohawk blühende Ansiede- 
lungen bestanden, hauptsächlich 
von deutschen Pionieren gegründet. 
Nach dem Kriege kamen Ansiedler 
aus Massachusetts und Connecticut 
in beträchtlicher Anzahl zugezogen. 
Die meisten derselben gingen über 
die letzen Ansiedelungen hinaus 
und Hessen sich in den achtziger und 
neunziger Jahren des vorigen Jahr- 
hunderts in dem Gebiet des heuti- 
gen Onondaga-County nieder. Die- 
ser "Zug nach dem Westen" erklärt 
deutlich, wie es kam, dass der öst- 
liche Theil des County's zuerst be- 
siedelt wurde. Es war ein allmäh- 
liches Vorwärtsschieben, langsam, 
aber beharrlich. 

Auf Grund von alten Urkunden 
und zuverlässigen Ueberlieferungen 
lässt sich behaupten, dass der erste 
deutsche Ansiedler in diesem County 


Johannes A. Sc/meffer war. Der- 
selbe kam vermuthhch aus der Mo- 
hawk-Kolonie, Hess sich 1792 in 
Afanlius Vil/age nxeAer, und erbaute 
em einstöckiges Blockhaus, mit 
Ueberbau, in welchem er eine Gast- 
wirthschaft hielt und nebenbei ei- 
nen Kramhandel in kleinem Mass- 
stabe betrieb. Im Jahre 1794 wurde 
ihm em Sohn geboren, das erste 
weisse Kind in Manlius. Dasselbe er- 
hielt den sonderbaren Taufnamen 
' ;Baron Steuben' ' . Die Legende be- 
richtet, dass es damit folgende Be- 
wandtniss gehabt habe. Baron 
von Steuben, welcher seit seinem 
Abschied aus der Armee auf seinem 
ausgedehnten Landbesitz in Oneida 
County lebte, wurde in Regierungs- 
geschäften nach Salt Point ge- 
schickt, um dort an Ort und Stelle 
über die Anlage gewisser Bauten 
sich zu Orientiren. In seiner Be- 
gleitung befanden sich General 
Stephen Van Rensellaer und Gene- 
ral William North. Auf der Rück- 
reise kehrten sie in Schaff er' s Tavern 
em, um nach der anstrengenden 
Reise, Ruhe und Erholung zu fin- 
den. Schaeffer würde unter norma- 
len Umständen über den Besuch 
dieser vornehmen Gäste höchst er- 
freut gewesen sein. Die Umstände 
waren indessen an jenem Tag nicht 
gewöhnlicher Art, denn er blickte 
der Ankunft eines Stammhalters 
entgegen. Er befand sich in be- 
greiflicher Aufregung. Die hohen 
Gäste konnte er nicht abweisen und 
das andere Ereigniss Hess sich auch 
nicht verschieben. Das Wirthshaus 
war sehr klein. Zu ebener Erde 
gab es nur zwei Räume und der Ue- 
berbau, zu welchem man auf einer 
Leiter emporklettern musste, be- 

stand aus einem einzigen Raum, 
welcher als Gastzimmer diente. Der 
Fussboden bestand aus einer einfa- 
chen Lage von Brettern und war so 
lose gefügt, dass jedes Geräusch 
im Erdgeschoss oben vernehnibar 
war. Baron von Steuben zog sich 
mit seinen Begleitern frühzeitig zu- 
rück. Er befand sich in übler 
Laune und konnte nicht einschla- 
fen. Unter sich hörte er ein ge- 
heimnis.svclles Flü.stern und ver- 
dächtiges Hin- und Herrennen. Er 
wurde immer nervöser und in sei- 
ner Aufregung malte er sich allerlei 
Mord.sge.schichtenaus: Verrath, Ue- 
berfall, Raub, Mord und Tod.schlag. 
Endlich graute der Morgen und der 
Baron rut.schte die Leiter hinunter, 
nahm sich den Wirth vor und über- 
häufte ihn mit einer Fluth von 
Schmähungen und Schimpfworten 
wegen der geheimni.ssvollen nächt- 
lichen Störungen. vSchaeffer Hess 
alles geduldig über sich ergehen. 
In angeborener heimathhcher Ehr- 
furcht vor einem leibhaftigen ächten 
Baron wagte er kein W^ort der Er- 
widerung oder Aufklärung. Stumm 
drehte er .seine Mütze in den Hän- 
den, Hess den Kopf hängen, und 
wartete auf das Ende des Donner- 
wetters. "Ihr Haus ist voller 
Schwätzer und Gespenster", schrie 
ihm der Baron zu, "icli habe die 
ganze Nacht hindurch kein Auge 
zugemacht. Ihr Haus i.st nicht ein- 
mal gut genug zu einem Schwein- 
stall". Da trat eine Frau in's Zim- 
mer und präsentirte dem tobenden 
Baron auf einem Kis.sen den un- 
.schuldigen Urheber *der nächtlichen 
Ruhestörung. Nun ging dem Ba- 
ron ein Licht auf. Er sah ein, dass 
dies eins der Ereignis.se war, die 

man nicht wohl verhindern kann. 
Seine natürliche höfliche Gesinnung 
kam zum Durchbruch, er entschul- 
digte sich wieder und wieder, imd 
um dem geschmähten Wirth und 
\"ater völlige Genugthuung zu ge- 
ben, bot er ihm an, den Stammhal- 
ter "Baron Steuben" zu nennen. 
Der Wirth ging hocherfreut darauf 
ein, der Baron aber that noch mehr. 
Dann und dort setzte er sich hin 
und fertigte .seinem Pathen eine 
vSchenkungs-Urkunde aus für 250 
Acker Land, aus seinem Besitzthum 
in Oneida. Und der Baron und 
.seine Begleiter zogen fröhlich ihre 
Strasse weiter. 

Der nächste deutsche Ansiedler 
im County war Conradt Busch, der 
lange Zeit hindurch als der enste 
galt. Am 29. Oktober, 1753, am 
Niederrhein geboren, ging er im 
Alter von 17 Jahren nach Rotter- 
dam um sich nach Amerika einzu- 
.schiffen. Er hielt sich in New-York 
auf bis zum Au.sbruch des Unab- 
hängigkeitskrieges. Er trat in's 
Heer und war zuerst ein Leibdiener 
Wa.shington's. Später wurde er 
zum Artillerie- Hauptmann ernannt 
und gegen Ende des Krieges diente 
er als Quartiermeister. Das von 
ihm in dieser Eigen.schaft geführte 
Abrechnungs - Buch befindet sich 
noch heute wohlerhalten im Besitz 
.seines Enkels, Morris Bush, 354 
Delaware.stra.sse in Syracu.se. Die 
geübte Handschrift und seine 
Schreibwei.se zeigen, da.ss er, wenn 
auch nicht im Besitz grosser Bil- 
dung, so doch von bedeutender In- 
telligenz war. 

Nach dem Krieg kehrte er in's 
Privatleben zurück und begann ei- 
nen Hausirhandel, welche Be.schäf- 


tigung seiner energischen Natur 
mehr entsprochen haben mochte 
als die stillere Ackerwirthschaft. 
Im Jahre 1784 (31 Jahre alt) ver- 
heirathete er sich mit einer jungen 
Irländerin, die 13 Jahre jünger war 
als er. Nun entschloss er sich zu 
einem sesshafteren Lebensberuf 
und kaufte Farmland in Lewis 
County. Das Land war zwar stein- 
reich, aber fruchtarm und seine Fa- 
milie nahm mit unheimlicher Re- 
gelmässigkeit zu. Am 7. Juli 1791 
erhielt er bei der Verloosung der 

Wolldecke für meinen Theil ? ' ' 
so konnte man nach glaubwür- 
digen Berichten oft fragen hö- 
ren. Thatsache ist es, dass der 
erste Ansiedler in Pompeji Ebene- 
zer Butler, die Parzelle No. 65 von 
600 Acker von einem ehemaligen 
Soldaten für ein Pferd nebst Sattel 
und Zaum kaufte. Und Thatsache 
ist ferner, dass von 100 Parzellen 
(von je 600 Acker) des Townships 
Pompe}- nur 2 oder 3 von den ur- 
sprünglichen Eigenthümern in Be- 
sitz genommen wurden. Viele ver- 


(Mit Erlaubniss des Herrn Andrew Boyd.) 

Soldaten-Heimstätten im "Military 
Tract" die Parzelle No. 47 im 
Township Pompey. Die Soldaten 
hatten im allgemeinen jedoch wenig 
Vertrauen auf dieses Staatsland, da 
sie schon so oft vom Congress mit 
nichtigen Versprechungen ange- 
führt worden waren. So kam es, 
dass manche ihr vom Gouverneur 
unterzeichnetes Land- Patent um ei- 
nen Spottpreis verkauften. "Wer 
gibt mir ein Pint Rum für mei- 
nen Theil ? " " Wer gibt mir eine 

kauften ihr Besitzrecht und andere 
sahen die ganze Schenkung als einen 
schlechten Witz an und kümmerten 
sich überhaupt nicht darum, was aus 
ihrer Quadratmeile Land wurde. 
Conrad Busch mochte anfänglich 
auch keine hohe Meinung von sei- 
nem grossen Landgut gehabt haben, 
denn er quälte sich noch weitere 6 
Jahre ab auf seiner Farm in Lewis 
County. Als die Zahl seiner Kin- 
der aber auf 6 gestiegen war, ent- 
schloss er sich au.szuverkaufen und 


nach Pompey zu ziehen. Auf ei- 
nem mit zwei Ochsen bespannten 
Karren führte er seine Familie nebst 
Haus- und Ackergeräthe mit sich 
und kam ungefähr 1797 dort an. 
Da erwartete ihn eine unangenehme 
Ueberraschung. Auf .seinem An- 
theil hatte sich nämhch eine Squat- 
ter-Famihe häu.shch niedergelas.sen, 
eine Blockhütte gebaut und etwa 4 
Acker Waldland gelichtet und be- 
stellt. Dieselben sträubten sich ganz 
energish dagegen, vertrieben zu 
werden, mussten aber schliesslich 
dem Recht und der Gewalt weichen, 
denn Conrad Busch war ein zäher 
Geselle, der im bitteren Kampf 
ums Dasein nicht weichherzig ge- 
worden war. So war er eigentlich 
besser daran, als .seine Nachbarn, 
die sich -ihr I^and hatten selbst ur- 
bar machen mü.ssen. Er setzte sich 
in das warme Nest und nahm den 
Kampf ums Dasein mit leichterem 
Herzen und besseren Aussichten 
auf als in I^ewis County. Sein Land 
gehörte zu den fruchtbarsten Stre- 
cken in der ganzen Gegend und er 
hat nie einen Quadratfuss desselben 
verkauft. Seine Frau stand ihm 
hülfreich zur Seite. Trotz der gros- 
•sen Kinderschar (10 Knaben und 2 
Mädchen) half sie mit an der Farm- 
arbeit. Sie sclior die Schafe, spann 
und kardete die Wolle, webte sie 
zu Stoff und machte die Kleider 
daraus für die ganze Familie. Busch 
bezog eine jährliche Pension von 
$96, seine Arbeit lohnte sich, die 
Söhne wuchsen auf und er konnte 
bald ein richtiges Wohnhaus bauen. 
Er gelangte zu grossem Wohlstand 
■und hinterlie-ss, als er 1855 im Alter 
von 102 Jahren starb, in einer alten 
Kiste, zu welcher .sonst niemand 

Zugang hatte, baare $40,000. Das 
spricht deutlich für seinen Erwerbs- 
flei.ss, aber leider hat er sich nie 
für das öffentliche Wohl Opfer auf- 
erlegt und sein Hauptruhm bei der 
Nachwelt besteht darin, dass er 
ehrlich, arbeitsam und der erste 
deutsche Ansiedler in Pompey und 
der zweite im County war. 

Diese Eebensweise war übrigens 
charakteristisch für alle frühern An- 
siedler. Sie hatten Anfangs oft 
mit Noth und Entbehrungen zu 
kämpfen, und die.se sind auf die 
Dauer im Stande die edleren Ge- 
fühle zu schwächen. Es gab wenig 
in jenem Pionierleben, was dem 
heutigen Geschlecht begehrens- 
werth wäre. Sie entbehrten vieles, 
was uns heute unentbehrlich 
scheint. Onondaga Count}' zählte 
um jene Zeit (etwa um 1800) 885 
Einwohner, und davon wohnten in 
Pompey Township 309, mehr als 
ein Drittel. Pferde und Wagen gab 
es überhaupt nicht. Die Nachbarn 
wohnten meilenweit auseinander 
und wenn sie sich gelegentlich 
besuchen wollten, geschah es zu 
Fu.ss. Glücklich schätzte sich der 
Familienvater, welcher bei solchen 
Anläs.sen ein Paar Ochsen besass, 
die er jochen und in langweiligen 
Wintertagen vor einen Ochsen- 
schlitten spannen konnte, um seine 
Familie auf ungebahnten Wegen 
durch' s Gehölz, .schleppen zu lassen. 
Die jungen Mädchen und Burschen 
mussten sich gleichfalls mit diesem 
Verkehrsmittel begnügen, wenn 
sie zur Singstunde gingen oder zu 
einer "spinning bee" zu.sammenka- 
men. Auf ihre Weise waren sie 
auch glücklich und zufrieden, viel- 
leicht glücklicher als die Jugend 


heutzutage. Im Sommer galt es zu 
arbeiten und an ^'ergnügungen 
dachte kein Mensch. Am schwer- 
sten empfand man die Abgeschie- 
denheit, wenn es galt, Lebensbe- 
dürfnisse oder Geräthe zu beschaf- 
fen. Die frühesten Ansiedler hat- 
ten 40 Meilen bis nach Whitestown 
in Oneida zur Mühle und der nächste 
]\Iarktplatz war in Fort Schu3-ler 
oder Herkimer. In Ermangelung 
von Mühlen wurde der Mais in aus- 

Dann wurde dasselbe nach Manlius 
Square gebracht und knallroth ge- 
färbt, wonach es zu Kleidungsstü- 
cken verarbeitet" wurde, worauf 
jung und alt nicht wenig stolz wa- 
ren. Die Männer und Knaben tru- 
gen auch hinschlederne Hosen, die 
zwar un\-er\vüstlich dauerhaft wa- 
ren, aber auch ihre "schwachen Sei- 
ten" hatten. Hatte ein Knabe das 
Pech, durchnässt zu werden, so 
schrumpften die hirschledernen Un- 



Mit Erlaubniss des Herrn Andrew Boyd.) 

gehöhlten Baumstümpfen, oder in 
besonderen Mörsern, zerstampft. 
Die Hausgeräthe bestanden aus ei- 
nem Tisch, einer alten Kiste oder 
Kommode mit Schubladen, einem 
Gestell für Küchengeschirr, einigen 
Stühlen, Laubsäcken und Decken 
als Betten und der ausgehöhlten 
Hälfte eines Baumstammes als 

Spinnen und Weben der Wolle zu 
Tuch war allgemeine Frauenarbeit. 

aussprechlichen ganz merkwürdig 
zusammen und er musste sie anbe- 
halten bis sie w'ieder trocken gewor- 
de4i waren. Die Ackerbaugeräthe 
waren auch einfach: ein Pflug, "Bull 
Plow", aus Schmiedeeisen, eine 
Egge mit 9 Zähnen und einige 
Hacken waren genügend. Sensen 
wurden vom Osten importirt. Eine 
einzige Egge genügte für eine ganze 
Nachbarschaft. Etwa um das Jahr 
1800 gab es zwei Pferde im County 


und als ein Farmer sich einen Wa- 
gen anschaffte, hielt man ihn für 
ruinirt, oder doch für überge- 

Schon vor dem Jahre 1800 war 
noch ein anderer Deutscher in Pom- 
pey ansässig, Namens Johajnics 
ßaar. Derselbe war den Werbern 
des Kurfürsten von Hessen in die 
Hände gefallen, als dieser gütige 
L,andesvater seine eigenen Landes- 
kinder um schweres Geld an die 
Engländer verkaufte, welche sie in 
den bunten Rock steckten und nach 
Amerika schickten, um gegen die 
Amerikaner zu kämpfen, dieweil 
der edle I^andgraf das Sündengeld 
mit seinen Maitressen verprasste. 
Baar war unter den hessischen Trup- 
pen bei Trenton, New- Jersey, als 
Washington in der Weihnachts- 
nacht 1776 über den Delaware ging 
die Engländer überrumpelte und 
sich 1000 Hessen als Weihnachts- 
gechenk erbeutete. Baar war nur 
mä.ssig begütert, da er eine Farm 
von nur 50 Acker besass, doch muss 
es ihm zur Ehre angerechnet wer- 
den, dass er einer derjenigen war, 
wdche unter dem Datum des 15. 
März, 1802, eine Petition an den 
Gouverneur zu Albany behufs 
Gründung einer Akademie in Pom- 
pey einreichten und sich zu persön- 
lichen Geldbeiträgen verpflichteten. 
Später verkaufte er sein Besitzthum 
und verzog. 

Fast gleichzeitig mit Baar kamen 
John Kecdar und sein Bruder, Deut- 
sche von Geburt, nach Pompey. 
John war der erste Advokat, und 
dazu noch ein tüchtiger, der sich 
hier niederliess. Die Advokatur 
ging aber .schlecht, dieweil die 
Pompeyaner keine Zeit zum Strei- 

ten und kein Geld zum Prozessiren 
hatten, und die beiden Brüder hiel- 
ten aus vSparsamkeit-srücksichten 
"bachelor'shall", in der Hoffnung, 
es werde John gelingen, eine Staats- 
an.stellung zu erlangen. Die.se 
Hoffnung erfüllte sich nicht und 
die beiden Brüder zogen fort. 

Ein gewisser Jacob Hauscnjrats 
kam 1785 nach South- Onondetg-ä m\i 
seinem Vater Peter Hau.senfrats, ei- 
nem Elsä.sser. Jacob selbst war in 
der Stadt New- York geboren und 
zog .später nach Syracuse, als die 
"Syracu.se Company" gegründet 
wurde, wo er auf einer Farm 
wohnte, an deren Stelle das Ge- 
bäude von Dey Bros, jetzt .steht. 

In H/anlius Hessen sich zwischen 
1800 und iSio noch die Brüder Ja- 
kob, Johann und Rudolph Hauser 
nieder, ebenfalls die Brüder Adam 
und Chri.stian Riel (Real). 

\'on den frühesten Ansiedlern in 
Sa/ina wird .später die Rede sein, 
wenn die Reihe an Syraciise kommt. 

Erst in den zwanziger und dreis- 
•siger Jahren .scheinen mehr Deut- 
.sche gekommen zu .sein und diese wa- 
ren meistens Elsässer, Bayern und 
Baden.ser. Die Naturalisations-Ur- 
kunden im Archiv der County 
Clerk 's Office bieten den besten An- 
halt.spunkt in dieser Hinsicht. Rech- 
net man vom Datum der Naturali- 
.sation 5 Jahre rückwärts, .so er- 
giebt sich uiii^tfachr die Zeit ihrer 
Ankunft in Onondaga County. 

MANLius — Jacob Unniacsig, 32 
Jahre alt, erklärte am 27. Mai 1831, 
vor dem County Clerk, dass er in 
"Bath, Germany" geboren, von 
Geburt ein Deut.scher .sei und nichts 
mehr mit dem "Emperor of Au- 
stria" zu thun haben, .sondern ame- 


rikauischer Bürger werden wolle. 
Jacob war ein Badenser und der 
Kaiser von Oesterreich hatte über- 
haupt niemals einen Anspruch auf 
ihn gehabt. Als neugebackener 
Yankee glaubte er, alles müsse ver- 
dolnietsclit werden und so wurde 
aus Baden "Bath". Oder aber der 
County Clerk war ein Knownothing 
und ^•erdolmetschte das Wort selbst. 
Diese Vermuthung gründet sich auf 
die\^ergewaltigung von Jacob Unmä- 
sig's urdeutschem Namen. Ehe er 
die Office verliess, hatte der Clerk 

Fesenmyre. Dieser selbe Felix Fe- 
senmeier kam 9 Jahre später am 27. 
Februar 1 840 nochmals zum County 
Clerk um Bürger zu werden, dies- 
mal in Begleitung seiner Söhne Fe- 
lix jr. und Andrew. Vielleicht 
traute er der früheren Naturalisa- 
tion nicht, oder er wollte seinen Söh- 
nen Gesellschaft leisten und ihnen 
durch sein Beispiel Muth einflössen. 
Sie kamen auch mit einem blauen 
Auge davon, denn diesmal ging er 
heim als Feasenincycr und der neue 
Countv Clerk hatte auch schon %^- 


•^^1 Ag=d37Y 


1787 I Ell i»": 


\fmi JiuU//uj4 /fe/ri I !»..>'< 


einer der ersten zwei weissen Ansiedler. 

(Mit Erlaubniss des Herrn Andrew Boyd.) 

aus Unmäsig einen Omcsek gemacht 
und Jacob' s Nachkommen wandern 
noch heute auf Manlius' Fluren mit 
diesem Ungethüm von einem Na- 
men herum. Doch er konnte sich 
in etwa damit trösten, da.ss am sel- 
ben Tag sein Landsmann und Nach- 
bar Felix Fesenmeier auch nicht 
ganz ungerupft entging. Die.ser 
war auch Badenser und wohnte in 
Manlius. Als er an jenem Abend 
heim kam, brachte er einen ver- 
schönerten Namen mit, er hiess jetzt 

lernt, da,ss es Baden und nicht Bath 

Peter El\ Elsä.sser, wurde am 25. 
August, 1S40, Bürger ; Friedrich 
Fabing. Elsässer, am 28. vSeptem- 
ber, 1840. Petet Fissclbrandt, am 
selben Tage. Der letztere war ein 
Bayer, doch war der betreffende 
Beamte mit der deutschen Geogra- 
phie und Nomenklatur so wenig 
vertraut, dass er Fisselbrandt dem 
König von "Byron" die Treue 
kündigen Hess. Als Zeugen hatte 

er Georg Meyer und Philipp Schä- 
fer mitgebracht, über deren Natur- 
alisation keine Urkunden vorliegen. 
Am 26. Sept. 1840 kam Joseph 
Haeglin um sein erstes Bürgerpapier 
ein und brachte als Zeugen Georg 
Sallatin und John Baur, der letztere 
in Camillus ansässig. Häglin war 
ein Badenser und späterhin als 
Hakelin bekannt. Friedrich Hass, 
ein Bayer, wurde Bürger am 28. 
Sept. 1S40, indem er sich von dem 
"King of Biarn" lossagte. Zur 
Strafe dafür wurde sein Xame auf 
der vStelle, noch ehe er den Eid al)- 
gelegt hatte, in Hess verwandelt. 
Ignaz Helfer, ein Elsässer, wurde 
am I. Sept. 1840 Bürger, sowie 
sein Bruder Georg Helfer und des- 
sen Sohn Andreas. Ferner am sel- 
ben Tage Nicholas und Casper Hül- 
lar, Elsässer, deren Name ohne 
weiteres in Huler umgewandelt 
wurde. Friedrich Schupp, Elsäs- 
ser, wurde in Shipp umgetauft, als 
er am 28. Sept. .seine Bürgerpa- 
piere erhielt. 

CAMILLUS — Am 26. Augu.st 1S36 
wurden 3 Elsässer auf einmal Bür- 
ger, nämlich : Jörg Kioirath, hie.'^s 
in Zukunft Coonradt ; Johannes 
Baur, künftighin Bower ; Haiisierg 
Grciner wurde zu Georg Griner, 
weil das echt deutsche "Hans Ge- 
org" dem County Clerk ein Räth- 
•sel blieb. 

TOWN OF CLAV — Joha)iii Faller, 
ein Badenser, am 10. Juni 1S34. 
Auch Cicerb und Otisco erhielten 
ihren Antheil an Einwanderern. 
Es unterliegt keinem Zweifel, dass 
zu Anfang der vierziger Jahre noch 
eine grössere Anzahl Deutsche im 
County ansä.ssig war, au.s.ser den 
vorgenannten. Manche waren aus 

anderen Counties zugezogen, wo 
sie ihre Bürgerpapiere heraus ge- 
nommen hatten, und noch andere 
hatten es lange Zeit versäumt, das 
Bürgerrecht zu erwerl^en. 

Bemerkenswerth ist die That- 
sache, dass so viele Elsässer unter 
den Eingewanderten waren. Elsass 
.stand damals .seit 160 Jahren unter 
französischer Herrschaft, doch sind 
die Namensunterschriften fast alle 
in deutsch, ihre Sprache war deutsch 
und sie selbst gaben sich nicht für 
Franzosen aus, und .so können sie 
unbedenklich zu den Devitschen ge- 
rechnet Averden. 

Eine andere Beobachtung drängt 
sich uns auf, nämlich die, dass die 
frühen Einwanderer meist Süddeut- 
sche waren. Diese waren zu Hau.se 
um diese Zeit nicht .schlimmer da- 
ran als die Norddeutschen und die 
einzig .stichhaltige Erklärung muss 
in dem beweglicheren Naturell der 
Süddeutschen gesucht werden . 
Diese kleben nicht so zäh an der 
Scholle, wie die Bewohner nördli- 
cher Gegenden, sie sind waghaLsiger, 
unternehmungslustiger und leicht 
geneigt den Zugvögeln zu folgen. 

Die meisten die.^er Einwanderer 
fanden ein genügendes Auskommen 
in der neuen Heimath und ihre 
Nachkommen zälilen zu den besten 
der Bürger. Andere Einwanderer 
folgten in vermehrter x\nzahl, na- 
mentlich seit 1848, .so dass es fast 
kein Dorf im County giebt, das 
nicht Deutsche enthalten hätte. 
Je grösser ihre Zahl wurde, um so 
mehr schwindet das Interesse an 
den einzelnen Persönlichkeiten und 
sie kommen nur noch als Gesammt- 
heit in Betracht. Die \'erschnielz- 
uno- der Deutschen mit amerikani- 


sehen Elementen geht in den länd- 
lichen Distrikten des County's noch 
schneller vor sich als in der Stadt 
Syracuse, was leicht erklärlich ist. 

Die Deufscben in Spracuse. 

Im Jahre 1S04 kamen die ersten 
Deutschen nach Salina, um sich 
dort (innerhalb des jetzigen Stadt- 
gebiets von Syracuse) niederzulas- 
sen. Es waren dies Johanji Jacob 
Mang, Christian l-zcnbenz und 
Heinrich Philipp Bcntz. Alle drei 
waren \''oIlblut-Schwaben. Man/^ 
war Arzt in seiner alten Heimath 
gewesen, die er im Jahre 1797 um 
irgend einer Ursache willen verlas- 
sen musste, und landete in Beglei- 
tung seiner achtjährigen Tochter 
Eva in Baltimore, Maryland. Drei 
Jahre später (iSoo) liess er seine 
Frau nachkommen, welche ihre 
Nichte Maria Ao lus Bi iü\ und ili- 


ren Neffen, den r6j ährigen Hein- 
rich Philipp Bentz, mitbrachte. 
Während der Uebcrfahrt m.achte 
Fräulein Bentz die Bekanntschaft 

eines Mitreisenden, Christian Uzen- 
benz, der ebenfalls ein Schwabe 
war und mit welchem sie sich bald 
nach ihrer Ankunft in Baltimore 
verheirathete. Nach kurzer Zeit 


zog Mang mit der ganzen vorer- 
wähnten Gesellschaft von Baltimore 
nach dem nordwestlichen New York. 
Hier Hessen sie .sich in Constantia 
( O.swego County ) nieder, ohne in- 
dess die \"erhältnisse so günstig zu 
finden, wie sie gehofft hatten. Der 
ruhelose Gei.st des Wandertriebs 
verscheuchte sie auch bald von hier, 
als sie von den Onondaga Salzquel- 
len hörten. Christian U.senbents, 
ein Sohn des Pioniers gleichen Na- 
mens, behauptete noch nach vielen 
Jahren, dass Mang in Constantia 
den ersten Kessel zur Salzbereitung 
verfertigt habe. Die.se Behauptung 
lässt sich jedoch nicht begründen. 
Zu jener Zeit gab es bloss einen 
Fu.sspfad durch den fast undurch- 
dringlichen Urwald zwischen Salina 
und Constantia und die drei ]\Iän- 
ner der kleinen Gesellschaft, unter 
Leitung eines indiani.schen Führers, 


trugen den schweren Kessel r.uf ih- 
ren Schultern nach Sr.lina. Dies 
war im vSommer des Jahres 1S04. 
Die Frauen Hessen sie einige Mo- 
nate später nachkommen. 

Die Salzindustrie befand sich noch 
in unentwickeltem Zustand in jenen 
Tagen. Die Salzquellen traten sehr 
nahe an die Oberfläche ; man grub 
ein kleines Loch in den marschigen 
Boden, in welchem das hervorquel- 
lende vSalzwasser sich sammelte, und 
schöpfte dasselbe dann mit einem 
grossen Löffel in die Kessel. Das 
Salzsieden ward höchst einfach be- 
trieben. Man schlug zwei gabelför- 
mige Holzstücke in den Boden, 
legte eine starke Querstange in die 
beiden Gabelenden, schlang eine 
eiserne Kette um die.se Querstange, 
und hing den Ke.ssel an die Kette: 
hoch genug über der Erde, um ein 
tüchtiges Holzfeuer darunter ma- 
chen zu können. Nach einiger Zeit 
war das Wasser verdampft und das 
Salz blieb zurück. Bis dahin und noch 
auf lange Jahre hinaus versorgten 
diese Salzquellen das ganze Land 
undCanada mit Koch- und Vieksalz, 
au.s.ser der verhältni.ssmä.s.sig gerin- 
gen Quantität, die man an der 
Küste von Ma.-sachu.setts durch 
Verdun.stung mittelst Sonnenhitze 
herstellte. Salz war theuer und 
einfach unentbehrlich für Men.sch 
und Thier; es i.st daher leicht be- 
greiflich, dass die ersten An.siedler 
.sich viel von dieser Industrie ver- 
sprachen, und manche Entbehrun- 
gen und Widerwärtigkeiten wallig 
ertrugen, in der Hoffnung auf 
schnelle und reichliche Belohnung. 
Das Salzquellengebiet erstreckte sich 
im Halbkreis um das Südende des 
Sees und jeder Salzsieder lie.ss sich 

nieder, wo es ihm am besten dünkte. 
Die wenigen Ansiedelungen waren 
auf den Anhöhen östlich vom See 
gelegen und dessen ganze Umgeb- 
ung dicht bewaldet. Raubthiere 
und giftige Schlangen bildeten den 
erforderlichen Hintergrund, um 
dem Leben hier einen romantischen 
Anstrich zu geben. Zum Glück 
gab es Fische und Wildpret hier in 
unerschöpflicher Menge, .sonst wäre 
es den Salzsiedern schlecht ergan- 

In diese Umgebung kamen die 
drei Schwaben mit ihrem grossen 
Kochke.s.sel. Sie machten es wie 
ihre Nachbarn und kochten Salz 
von Morgens früh bis Abends spät. 
Die unbeständige Natur Mang's 
zeigte sich hier auch bald. Nach 
einigen Jahren hatte er das Salzko- 
chen satt und Hess sich auf einem 
Grundstück von 60 Acker in dem 
Mar.schland zwi.schen vSalina und 
Greenpoint nieder. Erst im Januar 
1825 erhielt er von Gouverneur 
Clinton einen Besitztitel (Patent) 
über dieses Land, das als "lots 
No's. 4, 12, 13 und 22 of the fif- 
teen acres marsh lots in the Onon- 
daga Salt vSprings Re.servation" be- 
schrieben wird. 

Uzenbenz war ein tüchtiger Ge- 
.schäft.smann und brachte es durch 
angestrengte Thätigkeit dahin, dass 
er schon in 181 2 vier sogenannte 
".salt-blocks" be.sass. Er genoss 
grosses Ansehen bei seinen Mitbür- 
gern und starb am 12. Januar 1832. 
Erst am 26. Mai 1S14 hatte er sich 
naturalisiren lassen, zu gleicher 
Zeit mit .seinem Schwager Heinrich 
P. Bentz. In der Urkunde finden 
sich drei verschiedene Schreibwei- 
sen .seines Namens. Er .selbst un- 




terschrieb sich mit deutscheu Buch- 
staben als Uzenbenz, der Clerk 
schrieb Usenbenz, und in der Auf- 
schrift der Urkunde heisst es schon 
Usenbents, welche Schreibweise von 
seinen Nachkommen adoptirt 
wurde. Am 13. November 1S08 
ward ihm ein Sohn ( Christian ) ge- 
boren, der erst vor einigen Jahren 
starb und das erste deutsche Kind 
war, das innerhalb des jetzigen 
Stadtgebiets geboren wurde. 

Heinrich Philipp Bentz arbeitete 
für seinen Schwager im Salzsieden 
bis er im Jahre 18 12 Soldat wurde 
und während der ganzen Dauer des 
letzten Krieges mit England im 
amerikanischen Heere diente. Nach 
Friedensschluss kehrte er nach Sa- 
lina ( oder Sa/t Point, wie es mei- 
stens genannt wurde) zurück und 
lebte in der Familie seines ScliAva- 
gers bis zu seinem Tode. Er starb 
am II. September 1868 im Alter 
von 84 Jahren, ohne je verheirathet 
gewesen zu .sein. 

Wie bereits angegeben, wurden 
Uzenbenz und Bentz am 26. Mai 
18 14 als die ersten deutschen ameri- 
kanischen Bürger "in Onondaga 
County naturalisirt. Wann Mang 
Bürger wurde, darüber existiren 
keine Urkunden, und möglich wäre 
es, dass er bereits vor seiner An- 
kunft in Salina sich hatte naturali- 
siren las.sen. 

Mang's Heimstätte lag in der 
Gegend zwischen North-Salina-, 
Wolf und Carbonstrasse. Sein 
Haus stand an der Nord-Salina- 
stras.se, direkt westlich von Wclf- 
strasse. Auf dem trocken gelegenen 
Theil seines Besitzthums legte er ei- 
nen Obstgarten an, genau da, wo 
sich heute E. E. Chapman's Holz- 

hof, am Fus.se der Carbonstras.se, 
befindet. Diesen Obstgarten be- 
wachte er mit eifer.süchtigen Augen. 
Ob.st war ziemlich rar, und die 
Knaben nutzten die seltene Gele- 
legenheit zur Unterbrechung des 
eintönigen Speisezettels jener Tage 
auf unverschämte Weise aus. Um 
dem unaufhörlichen vStibitzen ein 
Ende zu machen, errichtete Mang 
einen hohen und dichten Bretter- 
zaun um den ganzen Garten herum. 
Obwohl ein Arzt von Profession, 
.so praktizirte er doch nicht in Syra- 
cuse, ausser dass er in späteren 
Jahren hin und wieder .seinen Eands- 
leuten ein Recept verschrieb. In 
seinem Hause machte er Wein, Ci- 
der und allerlei "Bitters", die er 
.seinen Nachbarn verkaufte. Als 
zwi.schen 1830 und 1840 die deut- 
.schen h^inwanderer zahlreicher an- 
kamen, wurde .sein Haus zum Mit- 
telpunkt des geselligen Eebens, wo 
man an Sonntagen und Feiertagen 
zusammenkam, um Neuigkeiten 
au.szutauschen. Jeder neue An- 
kömmling fand bereitwillig Auf- 
nahme, ob er nun "Geld hatte oder 
keins". Nach den mündlichen Ue- 
berlieferungen .solcher, die ihn noch 
persönlich kannten, soll er excent- 
risch und reizbaren Temperaments 
gewesen .sein. Er war aber auch 
ein grosser Liebhaber von Büchern 
und besass eine an.sehnliche Samm- 
lung derselben, namentlich über 
^Medizin und andere Wi.ssen.schaf- 
ten, von denen heute noch einige 
Exemplare vorhanden sind. Als 
Mann von tiefer Bildung und man- 
nigfaltiger Erfahrung war er im 
Stande, .seinen Landsleuten rathend 
beizustehen. Es wird noch erzählt, 
dass beim Bau des Erie- Kanals die 


Ingenieure auf grosse Hindernisse 
in der Trockenlegung der Sümpfe 
stiessen. Eines Abends sassen sie 
im "Syracuse House" zusammen 
und besprachen die Angelegenheit 
in Gegenwart des Eigenthümers, 
welcher ihnen anrieth, Mang kom- 
men zu lassen, der ihnen vielleicht 
aus der Verlegenheit helfen könne. 
Mang kam auch bereitwillig genug, 
mit einem wissenschaftlichen Werk 
über dieses specielle Fach. Mit 

starb am i6. Dezember 1842 im Al- 
ter von S4 Jahren, nachdem seine 
Frau schon zwei Jahre vorher ge- 
storben war. Er hinterliess zwei 
Töchter: Eva Regina, welche sich 
mit Asahel Alvord, Onkel von Ex- 
Lieutenant Governor Thomas G. 
iVlvcrd, verheirathete, und Chri- 
stiane F. , Gattin von Thomas Whee- 

VON 1825 — 1S40. 

In dem Zeitraum zwischen 1804 


Hülfe desselben demonstrirte er den 
Ingenieuren vor, wie die Sache an- 
gefangen werden müsse. Man 
machte den Versuch und die Aus- 
führung gelang. Einer der Inge- 
nieure wollte später sich heimlich 
ein Patent auf dieses bis dahin hier 
unbekannte Verfahren verschaffen 
und es wäre ihm' auch gelungen, 
doch Mang kam dahinter und wusste 
sein Vorhaben zu vereiteln. Er 

und 1826 .scheinen keine detitschen 
Einwanderer sich in Salina dauernd 
niedergelassen zu haben. Im letzt- 
genannten Jahre ^Am Johann Graff, 
ein Elsä.sser, mit seiner Familie 
nach Syracuse. Er blieb 4 Jahre 
und zog weiter nach Eancaster in 
Erie County. Dessen Sohn, Johann 
Graff, war 4 Jahre alt, als er mit 
seinem \^ater zuerst nach Syracuse 
kam, und kehrte 1S34 von Lancas- 

ter hierher zurück, wo er sich dau- 
ernd niederliess. Er bekleidete spä- 
ter mehrere öffentliche Ehrenämter 
und war u. a. vStadtrath für die 
zweite Ward. 

In 1S28 'k.Q.m.Ä^icholaus Gnaiihach, 
Vater des bekannten Obersten Nich. 
Grumbach, hierher. Er war ein El- 
sässer, wie auch Gabriel Bluiuey, 
der um diesell)e Zeit angekommen 
sein muss. 

In 1829 \i2LWL^\\ Joseph Druviina 
(eigentlich Trommelschläger ) und 
Martin Bahr/e, beide Elsässer, nach 
Salina. Der erstere war lange Jahre 
Armenpfleger der ersten Ward. 
Friedrieh Seh/ieider^ seiner Zeit all- 
gemein bekannt als "Schneider" 
Schneider war ein Württemberger 
und kam gleichfalls in 1829, wie 
s.\xc\\ Johti M. W'ei/ier, ein Baden- 

In 1831 kamen Blasi Sehe Diel { Ba- 
denser) und die Elsässer Chrislia/i 
Riipprccht, Joseph Flick und Georg 
Ruscher mit ihren Familien. Der 
erstere war Grossvater des Obersten 
Nicholas Grumbach. Dieselben 
wollten eigentlich nach Buffalo ge- 
hen, wo Rupprecht Verwandte hatte. 
Es war spät im Herbste und als sie 
mit dem Kanal-Boot bis nach Syra- 
cuse gekommen waren, fror der Ka- 
nal zu und sie blieben hier. Rup- 
precht' s Tochter, Elisabeth, heira- 
thete Nicholas Grumbach im Jahre 
1831 oder 1832. Sie zogen nach 
Detroit, wo 01)erst Grumbach 1835 
geboren wurde, kehrten aber 1838 
hierher zurück. Frau Elisabeth 
Grumbach ist 81 Jahre alt und 
scheint hier die älteste deutsche Pio- 
nierin zu .sein. Heinrieh Her be- 
ner, ein Preusse, kam um die- 
selbe Zeit. Er war Musiklehrer 

und lieferte die Tanzmusik bei allen 
festlichen Gelegenheiten jener Zeit. 

Es mag von Interesse sein, zu 
erfahren, wie vSyracu.se um diese 
Zeit aussah. Die meisten Gebäude 
standen in unmittelbarer Nähe des 
Canals. \o\\ Lodistra.sse kam ein 
Bach herab, "Yellow Brook" ge- 
nannt, durch die Wasserstra.sse bis 
zur Lemonstrasse, wandte sich 
dann südlich und südwestlich bis in 
die Nähe der heutigen Harrison- 
stra.-.se, wo er sich nach Norden 
wandte, dann in der Nähe des Far- 
mer-Blocks Warrenstrasse kreuzte 
und schräg durch Jeft'er.sonstrasse 
der Salin.astrasse entlang südlich 
von Fayette.strasse in Onondaga 
Creek flcss. Er.st im Jahre 1838 
wurde dieser Bach völlig ausgefüllt. 

Zwischen Chestnutstrasse und 
Fayette Park gab es weder Häuser, 
noch Verbesserungen oder urbares 
Land. Nördlich von der Turnpike 
waren die Bäume gefällt, um Brenn- 
holz für die Salzsiederei zu gewin- 
nen, aber die Baum.stumpfen stan- 
den noch. Auf der vSüd.seite des 
gro.s.sen Sumpfes .standen Bäume 
und Gebü.sch noch in unberührter 
W^ildniss. Für Fuhrwerke war der 
Sumpf noch immer unpassirbar. 
Auf der Westseite von Salinastras.se, 
südlich vom "Yellow Brook" gab 
es kein einziges Gebäude, und auf 
der Ost.seite .stand das letzte auf 
dem 4. Grundstück südlich ^•on 
Fayettestras.se. Dort wo der "Yel- 
low Br^ok" Salinastras.se kreuzte, 
befand sich eine tiefe Schlucht, und 
noch in 1824 lag die Salinastras.se 
etwa 6 Fuss höher als jetzt und war 
sehr uneben und hügelig. 

Der Stadttheil, welcher heute 
Onondagastrasse durch.schneidet, 


war damals ein sumpfiger Ceclern- 
wald. Der Theil zwischen Salina-, 
Washington-, Warren- und Fayette- 
strasse stand in 1824 noch gänzlich 
leer, ausser einigen Bäumen. In 
1S25 bauten die Presbyterianer eine 
Kirche, wo heute McCarthy's Ge- 
bäude steht. Wo das neue Gebäude 
der Onondaga County Sparbank 
jetzt steht, .stand damals ein Theil 
des späteren "Syracuse Hou.se", 
und an Stelle des Wieting Block 
gab es ein zweistöckiges Gebäude. 
Zwischen Salina-, Ost- Fayette-, 
Warren- und Jeffer.sonstrasse stand 
ein einziges Häuslein. Der Haupt- 
theil des Dorfes lag zwi.schen 
Wa.shington-, Montgomery-, Fay- 
ette- und Warrenstrasse. Nördlich 
vom Kanal bis nach Salina war al- 
les unbewohnt und mei.stens bewal- 

Die "Syracuse Company" arbei- 
tete indessen rastlos an der Ver- 
be.s.serung des Territoriums, Han- 
del und A'erkehr nahmen grössere 
Dimensionen an und der Ruhm der 
Salzwerke übte eine starke Anzieh- 
ungskraft auch auf die deutschen 
Einwanderer aus. 

Unter diesen verdient eine kleine 
Schaar erwähnt zu werden, die 
nach mancherlei Irrfahrten im Jahre 
1833 ankam. Friedrich Schnaubcr 
kam 1831 mit .seiner und einigen an- 
deren Familien aus der Umgegend 
von Giessen in Hessen mit dem Se- 
gelschiff "Elisabeth" nach New- 
York. Dort angelangt, wollten .sie 
nach Baltimore in Maryland, wo 
Land.sleute ansässig waren. Ein 
Makler wusste sie jedoch zu über- 
reden, nach Cape Vincent in Jeff er- 
son County, am Ufer des Ontario, 
zu gehen um Land urbar zu ma- 


chen. Sie fuhren also nach Albany 
und nahmen Passage auf einem 
Kanalboot. Unter der Schaar be- 
fanden .sich einige Bauernfamilien, 
die ihre heimathlichen Ackerge- 
räthe mit .sich führten. Die Kanal- 
fahrt war äusserst langsam und be- 
schwerlich. In der Nähe von Rome 
wurde einer von ihnen bei der Durch- 
fahrt unter einer Brücke zu Tode 
zerquet.scht und begraben. Die übri- 
gen passirten S3-racuse, das nichts 
Verlockendes für sie hatte. Auf 
dem O.swego- Kanal gelangten sie 
endlich an den See Ontario und fuh- 
ren nach Cape Vincent. Sie hatten 
nach den Beschreibungen des Mak- 
lers ein kleines Paradies zu finden 
gehofft und nun fanden sie sich 
schmählich betrogen in einer zwar 
romantischen Gegend, aber äusserst 
ungeeignet, selbst beim besten Wil- 
len ihnen Eebensunterhalt zu ge- 
währen. Die Bauern unter ihnen 
sahen das Hoffnung.slose der Lage 
ein und fuhren wieder zurück. 
Schnauber, der ein Schneider war, 
und Georg Liipp, ein Töpfer, nebst 
einem andern Genossen Namens 
Walter, verstanden nichts von der 
Landwirthschaft, glaubten aber, 
dass sich doch noch etwas machen 
Hesse. Sie harrten zwei Jahre aus, 
in welcher Zeit sie meist von ' ' John- 
nie" Cake lebten. Walter besass 
ein gutes Theil Galgenhumor und 
wenig Gewissen. Er schrieb nach 
Baltimore an einige Landsleute, 
und lud sie dringend ein, doch nach 
Cape Vincent zu kommen. Er be- 
schrieb alles in glänzenden Farben 
und schloss mit den denkwürdigen 
Worten : ' ' Kommt und theilt mei- 
nen Ueberflu.ss mit mir !" während 
er kaum genug hatte, um Leib und 


geb. 29. Octcber 1753, am Niederrhein. 
t 1855 in Pompey. 


Seele zusammenzuhalten. Die Ein- 
ladung wurde angenommen und so 
kam Ernst Hoecher nebst einigen 
Kameraden den weiten Weg von Bal- 
timore nach Cape Vincent, um die 
unangenehme Entdeckung zu ma- 
chen, dass sie ganz unchristlich 
hinter' s Eicht geführt worden wa- 
ren. Ein Gutes kam aber doch \o\\ 
diesem Eulenspiegelstreich. Die 
Neuangekommenen redeten den 
ausgehungerten Kolonisten zu, mit 
ihnen nach S5'racuse zurückzu- 
gehen. Zuerst ging es nach Oswego, 
wo die Frauen und Kinder bis zum 
Frühjahr (1833) verbheben, wäh- 
rend die Männer direkt nach S3'ra- 
cu.se kamen. Eine Tochter von 
Friedrich Schnauber, Elisabeth, die 
verwittweteFrau \ou Johann Keller, 
lebt noch in rü.stiger Gesundheit, 
77 Jahre alt, in dem Hause No. 616 
Parkstrasse. Bei ihrer Landung in 
1831 war .sie 11 Jahre alt, und da 
sie .seit 1833 hier wohnt, i.st sie, 
nach Frau Elisabeth Grumbach, die 
Zweitälteste deutsche Pionierin in 

Mit Bezug auf Ernst Höcher sei 
noch bemerkt, dass die Reise nach 
Cape Vincent gute Folgen für ihn 
hatte, indem er dadurch veranlasst 
wurde, sich in Sj'racuse niederzulas- 
sen, wo er es als Cigarrenfabrikant zu 
Wohlstand und Ansehen brachte. 
Er wurde am 29. Sept. 1840 ameri- 
kanischer Bürger und unterzeich- 
nete sich mit seinem richtigen Na- 
men. Der County Clerk begann 
aber sofort an dem.selben sein Ver- 
besserungswerk, indem er in der 
betreffenden Urkunde den Namen 
als Arnest Hager angab. W^ieviele 
andere Verwandlungen der Name 
noch durchmachen musste, ist un- 

bekannt. Schliesslich wurde aber 
Hier daraus, und unter diesem sind 
seine Nachkommen heute noch be- 
kannt. Sein ältester Sohn, Geo. 
P. Hier, war 1875 Mayor von Syra- 
cuse, der erste Deutsche, welcher 
hier zu diesem Amt erwählt wurde. 
Sein anderer Sohn, John P. Hier, 
ist Cigarrenfabrikant. In dieser 
Verbindung .sei auf die häufige \''er- 
änderung der deutschen Namen auf- 
merk.sam gemacht. Man nimmt ge- 
wöhnlich an, dass alle .solche Verän- 
derungen von den betreffenden Trä- 
gern selbst vorgenommen werden, 
etwa weil sie ihre deut.sche Abstam- 
mung verbergen wollen, oder aus was 
.sonst für Beweggründen. Die Beo- 
bachtung beweist jedoch, dass diese 
Verstümmelungen meist aus der 
Sprachunkenntniss der betreffen- 
den Beamten entstehen und die .so 
entstandenen Namen werden dann 
gewöhnlich beibehalten. 

Vom Jahre 1833 an nahm die Ein- 
wanderung bedeutend zu und nach 
diesem Zeitpunkt ist es unmöglich, 
die einzelnen Namen anzuführen. 
Viele von ihnen wurden im Septem- 
ber 1840 naturalisirt, woraus .sich 
.schliessen lässt, dass sie anfingen 
in der Politik eine Rolle zu spielen, 
wenn nicht als Candidaten, so doch 
als Wähler. Wir erwähnen die fol- 
genden : Nicholas Schäfer, Jacob 
Pfohl, Johann Henesberger, Johann 
Baur, Johann Buch, Jakob Klein. 
Lorenz Becker, Theobald Schnebe- 
len, Caspar Schneider, Theobald 
Kieffer, Georg und Nicholas Salla- 
din, Philipp Georg Küster, Jo.seph 
Schneider, Philipp Dausmann, Chri- 
stian Futsch, Andreas Lienhardt, 
Georg und Jacob Meier, Ignaz Fie- 
singer, Philipp Rapp, Dominik und 

Joseph Larobardiere, Joseph W^er- 
melinger, Joseph Matt}-, Andreas 
Wack, Nicholas Stemmer, Johan- 
nes und Sebastian Küppier und 
Franz Greiner, alle Elsässer. Fer- 
ner die Bayern: Johannes Oertel, 
Anton Zimmer, Philipp Schafer, 
Wilhelm Riibbel, Peter Müller, 
Fried. Hess, Peter Fisselbrandt und 
Georg Köning. Aus Baden kamen: 
Franz Bios, Andreas Bodemer, Ge- 
org Reinschmidt, Andreas Fesen- 

mann, Ludwig Pollmann, Ludwig 
und Johann Yehling, Philipp Zahn, 
Friedrich Strangemann, Johann und 
Georg Köhnlein und Jakob Hügel. 
Aus der Schweiz: Johann J. Luck- 
singer, Johann Kägi, Johann Dil- 
lenbach (Dillenbeck) und dessen 
Sohn gleichen Namens. 

Als Kuriosa seien noch die fol- 
genden Namens- Verstümmelungen 
erwähnt : Wilhelm Rübelm ( Bür- 
ger am 28. September 1840) wurde 

v^^^U *s BS"^ #^«4 



meier, Karl Webber (Weiber), Jo- 
seph Häglin (Hakelin), Karl und 
Jakob Meebold, Jakob Miller, Ja- 
kob Meyer und Georg Miller. Aus 
Preussen kamen: Michel Meizer, 
Joseph Afferdick, Nichclaus Scher- 
rer (Scharrer). Johann Schwerin 
(Schwareen) und Jakob Weiland. 
Aus Hannover: Heinrich Lammert 
und Franz Middendorf. Aus ande- 
ren deutschen Ländern: Adam List- 

in Ribble umgewandelt, woraus 
später Rübbel wurde. Aus Schne- 
belen wurde am selben Tage Schne- 
velin gemacht und heute heisst der 
Name Snavlin. Aus Larobardiere 
wurde Labadie. Die beiden Träger 
dieses echt französischen Namens 
waren Elsässer, sprachen aber 
deutsch und gehörten zu einer deut- 
.schen Kirche. Die beiden Brüder 
Küppeler mussten es sich gefallen 


lassen, dass sie in Kipperly umge- 
tauft wurden. Ihre Nachkommen 
nennen sich heute Kippley, und 
unter ihnen befindet sich ein hie- 
siger Advokat. Am schlimmsten 
aber erging es dem Schweizer Kägi. 
Als der County Clerk mit ihm fer- 
tig war, hiess er Keachie. Auf allen 
Naturalisations - Urkunden haben 
die betreffenden in deutlicher und 
meistens in deutscher Schrift ihre 
richtigen Namen geschrieben, ausser 
zwei. Der eine, Paul Schwartz, 
.schrieb .selbst Swartz, der andere, 
Johann Buch, schrieb in deut.schen 
Buch.staben ,,Schan Buch". Der 
County Clerk besorgte den Rest und 
machte aus Buch — Book, und der 
Yankee war fertig. Nur zwei wa- 
ren unfähig ihren Namen zu schrei- 
ben und machten ein Kreuz. Es 
waren dies: Nicholas Salladin und 
Nicholas Stemmer, beide Elsässer. 
Die meisten der Vorgenannten ka- 
men vor dem Jahre 1835 und einige 
vor 1838. Fast alle gehörten der 
arbeitenden Klasse an und fanden 
zum grössten Theil Beschäftigung 
in den Salzwerken. Doch irrt man 
sich, wenn man annimmt, dass die 
Arbeitsverhältni.s.se in jener Zeit 
sehr günstige gewesen seien. Es 
gab auch damals Arbeitslo.sigkeit 
und mancher jener frühen An.sied- 
1er musste 7 bis 8 Meilen in's Land 
gehen, um durch Holzfällen den 
Unterhalt für sich und seine Fami- 
lie zu verdienen. Es gab keine 
Wohlhabenden unter ihnen zu jener 
Zeit; sie alle hatten vollauf zu thun, 
um ihr einfaches Eeben zu fristen. 
Es ist ihnen jedoch gelungen, und 
die Nachkommen der meisten haben 
es zu Wohlstand und in manchen 
Fällen auch zu Ansehen gebracht. 

Zur Entwickelung des Gemeinwe- 
sens haben sie ihren Antheil beige- 
tragen und die Anerkennung dafür 
ist ihnen nicht gänzlich versagt ge- 

In 1S37 trat ein Ereigniss ein, 
welches die Deutschen von Syracuse 
auch in Mitleidenschaft zog. Die 
Canadier hatten seit etwa 4 Jahren 
sich geweigert, gewisse Steuern zu 
bezahlen, es sei denn, die englische 
Regierung gewähre ihnen gewisse 
Rechte, wie zum Beispiel Erwäh- 
lung von Volk.svertretern in die Le- 
gislatur und völlige Kontrolle über 
die Exekutive. Man sieht, dies 
Vorgehen hatte grosse Aehnlichkeit 
mit den Ereignissen, welche der 
amerikanischen Revolution vorher- 
gingen. Die englische Regierung 
verweigerte diese Zugeständnisse 
und im Dezember 1837 brach eine 
offene Revolte im unteren Canada 
aus, besonders in der Provinz On- 
tario. Die Kanadier strebten nach 
Unabhängigkeit und rechneten auf 
thatkräftige Unterstützung seitens 
der Vereinigten Staaten. Die ame- 
rikanische Regierung hielt sich 
wohlweislich jeder Einmischung 
fern, konnte es aber nicht vei hin- 
dern, dass einzelne Freischaaren sich 
organisirten, um den Canadiern zu 
Hilfe zu kommen. Eine solche 
Schaar wurde 1838 auch in Syra- 
cuse organisirt, welche dann gemein- 
sam mit anderwärts organisirten 
Truppenkörpern den St. Lawrence- 
Fluss überschreiten und in Canada 
einfallen wollten. Die gesammte 
Kriegerschaar zählte schliesslich nur 
250 Mann; von diesen waren 36 aus 
Onondaga County und 9 derselben 
waren Deutsche. Unter den Deut- 
schen befand sich ein gewisser Ge- 

iieral S. von Schultz und dieser 
wurde als erfahrener Soldat zum An- 
führer der Expedition gemacht. 
Diese Schaar ging programmgemäss 
über den St. Lawrence, da die übri- 


gen Abtheilungen aber ausblieben, 
wurden sie bald überwältigt und ein- 
gesperrt. General von Schultz, als 
der Anführer, wurde vor ein Kriegs- 
gericht gestellt und am Sten De- 
zember, 1838, in Kingston, Canada, 
gehängt. Martin Woodruff und 
Christopher Buckley , zwei Offiziere, 
wurden gleichfalls verurtheilt und 
hingerichtet, der erste am 19. De- 
zember, 1838, der letztere am 4. 
Januar, 1839. Unter den übrigen 
8 Verurtheilten, die am 11. Februar 
1839, gehängt wurden, befand .sich 
auch L,eman Leech von Liverpool. 
Eine Anzahl der Freischärler aus On- 
ondaga County wurden nach Vandie- 
mensland verbannt, darunter 3 oder 
4 Deutsche aus Salina. In 1849 
wurden sie durch allgemeine Am- 
nestie befreit. Die übrigen Theil- 
nehmer an der Expedition wurden 

ihrer Jugendlichkeit wegen in Frei- 
heit gesetzt, nachdem sie etwa 4 
Monate im Gefängniss gesessen hat- 
ten. Weiter unten wird ein beson- 
derer Bericht über diese intere.ssante 
Episode gegeben. 

\'on Schultz war im Jahre 1836 
nach Syracuse gekommen, genoss 
während seines zweijährigen Auf- 
enthalts hier grosses Ansehen , sowohl 
bei den Amerikanern, wie auch bei 
den Deutschen, zu denen er sich 
zählte. Er war eigentlich ein 
Schwede, der Ab.stammung nach. 
Einer seiner \"orfahren war Gou- 
verneur von Finnland, als dieses 
Land noch zu Schweden gehörte. 
Mütterlicherseits stammte er von 
dem schwedischen \^ice - Admiral 
Gripenborg ab. Als Finnland rus- 
sisch wurde, verzog die Familie von 
Schultz nach Krakau. Im polni- 
schen Revolution.skrieg (1830) 


kämpfte .sein \"ater als Major eines 
Krakauer Regimentes für die Frei- 
heit Polens und fiel in einer Schlacht. 
Auf dem Schlachtfelde wurde der 

Sohn vom Regiment als Führer er- 
koren. Die pohlische Sache ging 
aber verloren und er musste fliehen. 
Nach mancherlei Abenteuern in Eu- 
ropa und Nordafrika als Offizier 
der französischen Fremden- Legion, 
fand er seinen Weg nach Ame- 
rika und ging zunächst nach Vir- 
ginien. Hier erlangte er ein Patent 
für verbesserte Salzbereitung und 
dies war der directe Anlass, weshalb 
er nach S3Tacuse, oder eigentlich 
nach Salina kam, wo er sich mit der 
Salzbereitung befasste. Zur Zeit als 
er mit der erwähnten Expedition 
auszog, war er etwa 40 Jahre alt 
und mit einem Fräulein Emeline 
Peck von hier verlobt. 


Der ungeschriebene Theil der ame- 
rikanischen Geschichte enthält viele 
interessante Einzelheiten, welche 
von andern gleichzeitigen Begeben- 
heiten in den Hintergrund gedrängt 
wurden. So findet man auch gar 
nichts Ausführliches in amerika- 
nischen Geschichtswerken über 
den "Patriotenkrieg", weil der 
"Cherokeekrieg" die Geschichts- 
schreiber mehr interessirte. Von 
den Theilnehmern an jener Expe- 
dition lebt nur noch einer, Herr E. 
Price Scntcr in Auburn, N. Y. Aus 
seinen mündlichen jMittheilungen 
und schriftlichen Aufzeichnungen 
stellen wir das nachfolgende Bild 
zusammen, um dieses Ereigniss der 
Nachwelt zu überliefen. Wir glau- 
ben damit dem Deutschthum einen 
besonderen Dienst zu leisten, weil 
eine solche ausführliche Schilder- 
ung bisher noch in keinem Buche 
Raum gefunden hat. 

Der Plan zur Revolte war in Ca- 
nada gelegt worden. Die Haupt- 

führer waren Joseph Louis Papi- 
neau, ein begüterter und einflu.ssrei- 
cher Französisch-Canadier aus Que- 
bec, und William Lyon Macken- 
zie, ein hervorragender Journalist 
und politischer Agitator in Ontario. 
Mackenzie hatte es unternommen, 
die Amerikaner längs der Grenz- 
linie für den Plan zu interessiren. 
Im Herbst 1S37 machte er eine au.s- 
gedehnte Reise von Detroit, Mich., 
bis nach Burlington, Vermont. Sei- 
ner Beredtsarakeit gelang es, gros- 
sen Enthusiasmus zu erregen und 
er erhielt überall Zusicherung von 
Hülfe, wenn der geeignete Moment 
zum Losschlagen gekommen sei. 
Er kam auch nach Auburn, Syra- 
cuse u. a. Plätzen im nördlichen 
New- York und organisirte geheime 
Logen. Diejenige in Auburn hatte 
nicht weniger als 700 Glieder, mit 
geheimen Zeichen und Parolen, und 
die Glieder waren bekannt als "Reu- 
bens". Sie mussten schwören, die 
canadische Unabhängigkeits- Bewe- 
gung mit Geld, Waffen, Muni- 
tion und waffenfähigen Männern zu 
unterstützen. Die Mann.schaften 
von Central- und Nori-New York 
wurden dem Commando des Gene- 
rals von Schultz unterstellt. 

Im November 1837 brach die Re- 
volte aus. Präsident Van Buren 
erliess eine Proklamation, worin er 
alle Bürger der Vereinigten Staaten 
davor warnte, etwas damit zu tliuii 
zu haben. Wer dennoch die Waffen 
gegen England ergreife, sollte kei- 
nen Anspruch auf Schutz seitens 
der Vereinigten Staaten haben. 
General von Schultz kehrte sich 
nicht im mindesten an diese Prokla- 
mation, .sondern traf unbeirrt seine 
Vorbereitungen. Der Befehl kam. 



am 7. November 1837 an verschie- 
denen Punkten nahe der canadi- 
schen Grenze sich zu sammehi. 
Zwischen 30 und 40 Mann kamen 
von Auburn nach Sj-racuse und 
schlössen sich hier einer gleichgros- 
sen Zahl an. Am folgenden Tage 
ging es auf Kanalbooten nach Os- 
wego, wo sie sich auf zwei Schoo- 
nern "Big" und "Little" nach Og- 
densburgh einschifften. Ueber die 
weiteren Ereignisse lassen wir Herrn 
Senter in seinen eigenen Worten 
berichten: "Am 10. November 1837 
erhielten wir den Befehl, den St. 
Lawrence zu überschreiten und um 
Mitternacht das canadische Städt- 
chen Prescott anzugreifen. Man 
hatte erwartet, dass in Ogdensburgh 
mindestens 2500 Mann zusammen- 
kämen, doch fanden wir in Wirk- 
lichkeit nur zwischen 400 und 500. 
Von diesen gelang es nur 187, auf 
Booten über den Fluss zu setzen. 
Als wir eben im Begriff waren zu 
landen, wurde an der canadischen 
Küste ein Kanonenschuss abgefeu- 
ert als Alarmsignal und die Roj-ali- 
sten von Prescott eilten zu den 
Waffen, um unsern Angriff abzu- 
warten. - 

General von Schultz war nicht 
geneigt, gegen eine solche ungleiche 
Uebermacht eine Schlacht zu wagen 
und zog sich mit seinen Truppen 
einige Meilen flussabwärts zurück 
bis zu einer Stelle, die "Windmill 
Point' ' hiess. Hier befand sich eine 
alte Windmühle und einige Stein- 
häuser, welche wir sofort besetzten. 
Die Kanadier hatten uns verspro- 
chen, uns hier zu verstärken und 
wir warteten ungeduldig. Am 
Dienstag wurden wir von allen Seiten 
von einigen Tausend Rovalisten an- 

gegriffen und der Kampf dauerte 
6 Stunden. Endlich war unsere 
Munition erschöpft und General 
von Schultz rief nach Freiwilligen, 
welche bereit wären über den Fluss 
zu schwimmen, um unsere Freunde 
jenseits von unserer Nothlage zu 
benachrichtigen. Ein junger Lieu- 
tenant, Namens Meredith, trat vor 
die Front und erbot sich zu dem ge- 
fährlichen Wagestück. Es gelang 
ihm auch, sicher an's andere Ufer 
zu gelangen, obwohl die Engländer 
ihm einen wahren Hagel von Ku- 
geln nachsandten. Wie wir später 
erfuhren , kam er nach Ogdensburgh , 
aber seine Bemühungen uns Hülfe 
zu verschaffen, waren erfolglos. 
Die Vereinigten Staaten Behörden 
hatten von der Sache Wind be- 
kommen und Truppen längs der 
Grenze aufgestellt, um die Patrio- 
ten am Uebergang über den Fluss 
zu verhindern. Der junge Offizier 
wollte wieder zu uns zurueckkeh- 
ren, seine Freunde aber .schlössen 
ihn in einem Zimmer ein. 

Schliesslich mussten wir uns in 
der Windmühle ergeben. General 
von Schultz und John Thomas ent- 
kamen, wurden aber zwei Tage spä- 
ter wieder eingefangen. Sie hatten 
sich in einem Cedern-Gebüsch fluss- 
abwärts versteckt um eine pas.sende 
Gelegenheit a1:)zu warten, über die 
Grenze zurueckzugehen." 

Unter den Theilnehmern an der 
Schlacht bei der "Windmill" be- 
fanden sich die folgenden aus On- 
ondaga Count}' : Aus Salixa — 
Philipp Aloc}\ Christopher Buck- 
le}', Philipp Conrad, Henr}' Cal- 
houn, Nathan Qo'Svw, Joseph Dnini- 
VI a, David Defields, Joseph Dodge, 
Rensselaer Drake, Gideon A. Good- 

rieh, Nelson J. Griggs, Cornelius 
Goodrich, Moses Haj-nes, Pctcr 
Meyer, Calvin Matthews, Chaunce}' 
Matthews, Friedrich Muchlinc, Jacob 
Putnam, Hiram Sharp, Samuel Tib- 


bit, Giles Thomas, 5". von Schultz, 
Joseph Uao-;ic-r, vSimon H. Web- 
ster, Lorenzo West, Martin Wood- 
ruff. Aus Liverpool — Andreas 
Luper, Hiram Lup, Ten Eyck Van 
Alstj-ne, Nathan Whiting und Le- 
man Leech. Aus Cicero — Isaac 
Meyer, Benjamin Warren und Eras- 
tus Warner. Aus Clav — William 
Walcott und Michael Frair." Die 
Namen der Deutschen in dieser Liste 
sind durch verschiedenen Druck ge- 

\'on diesen fielen in der Schlacht: 
Nathan Coffin, Moses Haynes, Ten 
Ej'ck ^^an Alstyne und Lorenzo 
West. Verwundet wurden : Phi- 
lipp Alger und Friedrich Muehloiv. 

"Es war ein l^lutiger Kampf. Die 
Royali.sten verloren 150 Mann und 
nur wenige der Unseren konnten 
entfliehen. Ich selbst hätte entrin- 
nen können, da sich Gelegenheit 

bot, mit einigen unserer Leute in 
einem Boote zu entwischen. Wir 
hatten aber einander feierlich ge- 
lobt, fest zusammenzuhalten und 
wir hielten unser Gelöbniss heilig. 
Nach unserer Gefangennahme wur- 
den wir in Fort Henry in einer alten 
Kaserne eingesperrt. Es waren un- 
serer etwa 160. Die Fenster der 
Kaserne waren stark vergittert und 
300-400 Soldaten bewachten uns 
scharf. Nahe dem Eingang zum Fort 
stand eine alte Halle, worin das 
Militärgericht abgehalten wurde, 
das über uns zu Gericht sass. 
Oberst Draper, der geheime Rath 
des Gouverneurs, leitete die An- 
klage gegen uns. Wir wurden in 
Abtheilungen von je 12 vorgeführt 
und mussten uns auf die Anklage 
der "Seeräuberei" (Piracy) verant- 
worten, da wir nicht als kriegsfüh- 
rende Soldaten anerkannt und da- 
rum auch nicht als Kriegsgefangene 


behandelt wurden. Die erste Ab- 
theilung wurde am 4. Dez. iSßSab- 
geurtheilt und General von Schultz 
befand sich darunter. Er bekannte 


sich "Schuldig", wurde zum Tode 
verurtheilt und am 8. Dez. ausser- 
halb des Forts in Gegenwart einer 
grossen Volksmenge gehängt. 

Ich war in der 4. Abtheilung und 
wurde am selben Morgen vorge- 
führt, da von Schultz gehängt 
wurde. Man führte uns in Hand- 
schellen vor, zwischen zwei Reihen 
von englischen Soldaten mit scharf- 
geladenen Gewehren. In der Mitte 
des gro.ssen Raumes stand ein Tisch, 
um welchen die Richter u.s.w. sas- 
sen. Etwa 100 Neugierige waren 
ebenfalls anwesend. Wir standen 
mit dem Rücken gegen die Wand, 
das Gesicht dem Gericht zuge- 
wandt. Ich war er.st 18 Jahre alt 
und der jüngste in der ganzen Ge- 
sellschaft. Vier von unsern Leuten 
waren Staatszeugen geworden und 
zeugten nun gegen uns. Wir hat- 
ten keine Vertheidiger. Der Staats- 
anwalt fragte jeden einzelnen, ob 
er sich schuldig oder nicht schuldig 
bekenne. Alle antworteten: "Nicht 
schuldig", bis die Reihe an mich 
kam. Als Obenst Draper mich 
fragte, antwortete ich: "Schuldig". 
Er blickte mich scharf an und .sagte: 
"Junger Mann, es ist eine schwere 
Anklage, zu der du dich schul- 
dig bekennst. Du kennst das 
Schicksal des Generals von Schultz. 
Er hat sich auch schuldig bekannt 
und ist heute Morgen gehängt wor- 
den." Er redete mir zu, mich 
nicht schuldig zu bekennen, was 
ich verweigerte. Dann erhielt jeder 
Gelegenheit sich zu vertheidigen. 
Die meisten behaupteten, sie seien 
zur Theilnahme an der Expedition 
gezwungen worden, oder hätten 
nicht die wahre Bedeutung des Un- 
ternehmens gekannt. Als die Reihe 

an mich kam, erzählte ich die 
W'ahrheit. Noch ehe ich fertig war, 
sah ich, wie einer der Richter et- 
was auf ein Stück Papier schrieb 
und den andern Richtern reichte, 
die es gleichfalls unterschrieben und 
weiterreichten. Erst .später lernte 
ich die Bedeutung dieses Zwischen- 
falls kennen. W'ir wurden nicht 
sofort verurtheilt und mussten in 
peinlicher Ungevvissheit über unser 
Schick.sal zurueck ins Gefängni.ss. 
Dies war am 8. Dezember. Am 12. 
Dezember wurden zwei von uns, 
Daniel George und Dorpheus Ab- 
bey aus Jeffer.son County, hinaus- 
geführt und gehängt. Am 19. De- 
zember kam die Reihe an Martin 
Woodruff von Salina. Unsere Lage 
war .schrecklich, da wir nicht wuss- 
ten, wer von uns als Nächster 
dem Henker in die Hände fallen 
würde. Am 22. Dezember wurden 
Joel Peeler und Salvinius Sweet ge- 
hängt; am 4. Januar 1839 sollten vier 
andere gehängt werden, darunter 
Christopher Buckley aus Salina, 
doch \vurde einer von ihnen, Rus- 
sell Philipps, noch unter dem Gal- 
gen begnadigt. Der letzte der Un- 
glücklichen war Eenian Eeech von 
Liverpool, der am 11. Februar 1838 
hingerichtet wurde. 

Trotz un.serer gefährlichen Lage, 
waren wir meistens guter Dinge. 
Wir versuchten uns gegen.seitig über 
unsere Lage hinweg zu täuschen, 
indem wir verzweifelte Anstrengun- 
gen machten, fröhlich zu sein. Wir 
waren der Mehrzahl nach junge 
Männer, voll übersprudelnder Le- 
benskraft, die sich .selbst im Schatten 
des Galgens zu amü.siren suchten. 
Täglich empfingen wir Besuche xon 
den Geistlichen des Ortes. Ob- 


gleich wir fast alle protestantisch 
waren, freuten wir uns am meisten 
über den Besuch eines gemüthlichen 
katholischen Priesters, mit vollem 
freundlichem Gesicht. Er hiess 
Patrice Doland, wir nannten ihn 
aber alle " Father Doland," und 
er soll später Bischof geworden 
sein. Eines Tages versicherte er mir, 
ich würde nie hingerichtet werden, 
da das Militärgericht meine Begna- 
digung empfohlen habe und andere 
Einflüsse zu meinen Gunsten gel- 
tend gemacht würden. An einem 
Morgen im April kam er mit freudi- 
gem Gesichtsausdruck in das Zim- 
mer, setzte sich neben mich und 
sagte : "Herr Senter, ich habe eine 
Eiste einer grossen Anzahl in mei- 
ner Tasche, von solchen, die be- 
.gnadigt worden sind. ' ' Er übergab 
mir die Eiste, aber ich war von der 
unerwarteten Botschaft so überwäl- 
tigt, dass Thränen meine Augen 
füllten und ich meinen Namen gar 
nicht auf der Eiste finden konnte. 
Enttäuscht wollte ich ihm dieselbe 
zurückreichen, da wies er mir mit 
dem Finger meinen Namen, wel- 
cher der erste auf der Eiste war. 
Er ermahnte mich dann, den übri- 
gen noch nichts davon zu sagen, 
weil er fürchtete, der Kommandant 
möchte ihm verbieten, fernere Be- 
suche zu machen. Dann theilte er 
mir auch noch mit, dass die Begna- 
digten in Freiheit gesetzt werden 
sollten, sobald der Fluss eisfrei sein 
würde, um eine L^eberfahrt auf die 
amerikanische Seite zu gestatten. 

Etwa eine Woche später kam der 
Kommandant, Oberst MacDonald, 
und verlas den Pardon. Ungefähr 
60 waren begnadigt worden, die 
übrigen waren zur Deportation auf 

25 Jahre nach Van Diemensland 
verurtheilt. Yon den Begnadigten 
wurden 22 durch Obenst McDonald 
über den See nach Sackett's Harbor 
gebracht. Wir wurden wohl be- 
wacht, trugen aber keine Hand- 
schellen. Er führte uns zu dem 
Sheriff von Jeffer.son County und 
sagte : " Hier habe ich 22 Piraten, 
Wollen Sie dieselben haben, so un- 
terschreiben Sie eine Empfangsbe- 
scheinigung. Wenn nicht , so nehme 
ich sie wieder zurück." Der She- 
riff, dessen Namen ich vergessen 
habe, erwiderte: "Es kümmert 
mich nicht, ob sie Piraten sind oder 
nicht ; ich werde sie übernehmen." 

Nachdem er die Empfangsbe- 
scheinigung ausgestellt hatte, wur- 
den wir freigegeben. Ehe der Offi- 
zier sich verabschiedete, gab er uns 
noch die strenge Warnung, dass so- 
lange wir lebten, die briti.sche Re- 
gierung uns überwachen lassen 
werde. Sollten wir uns je wieder 
in eine \"erschwörung gegen dieselbe 
einlassen und gefangen genommen 
werden, so würden wir die äusserste 
Strafe zu erwarten haben. 

Die unglücklichen Verbannten 
wurden zunächst nach Quebek ge- 
bracht und von dort mit noch andern 
Gefangenen, in Ketten geschlos- 
sen, an Bord des Kriegsschiffs 
"Buffalo" nach der Strafinsel Van- 
diemensland transportirt. Unter 
diesen befanden sich zwei aus Au- 
])urn: Asa Priest, welcher während 
der Fahrt starb, und Bemis Wood- 
bury, welcher seine volle Zeit ab- 
büssen nui.sste und dann nach Au- 
burn zurückkehrte. vSie wurden 
grau.sam behandelt. In einem Sträf- 
lingsanzug, halb.schwarz und halb- 
gelb, mit Ketten und .schweren Ku- 


geln an den Füssen, mussten sie 
schwer arbeiten bei der Anlage von 
Fahrwegen. Nachts waren sie in 
Blockhäuser eingepfercht, die von 
Schmutz und Ungeziefer starrten. 


Das Essen war so erbärmlich, dass 
kein Hund es angerührt haben 
würde. Versuchte einer zu ent- 
fliehen, so setzte man Bluthunde 
auf seine Spur, die in neun Fällen 
aus zehn ihn bald einholten und in 
Stücke zerrissen." Dies ist die aus- 
führlichste Schilderung der Schick- 
sale der Amerikaner im sogenannten 
"Patriotenkrieg", welche über- 
haupt existirt. 

Von 1840—1850. 

In 1840 hatte die Stadt ungefähr 
4000 Einwohner und unter diesen 
befanden sich etwa 1000 Deutsche. 
Dies zeigt, dass die Einwanderung 
Ende der dreissiger Jahre stark zu- 
genommen hatte, und ausser den 
Arbeitern in den Salzwerken gab 
es jetzt auch eine Anzahl Handwer- 
ker, Das Leben floss ruhig und ge- 
müthlich dahin. Die Einwohner 

kannten einander, Klassenunter- 
schiede traten noch nicht so krass 
zu Tage und die Hauptereignisse 
waren politischer Art. In diesem 
Jahre wurde hier die erste Staats- 
Convention der Whigs abgehalten 
und Wm. Henry Harrison als Prä- 
sidentschafts - Kandidat indorsirt. 
Meilenweit waren die Farmer her- 
beigekommen; nördlich vom Empire 
House war ein Blockhaus errichtet 
worden, Cider floss in Strömen, Re- 
den wurden gehalten und die "'Ger- 
man Fclloiu Citizens'' traten zum 
erstenmal in den Vordergrund. Die 
scharfe Wahlcampagne in jenem 
Jahre erklärt, warum so viele Deut- 
sche ihre Bürgerpapiere herausnah- 
men. Oberst Grumbach errinnert 
sich noch, wie in jenem Herbste ein 
hervorragender Politiker, General 
Hoppin, zu Pferde vor das Salzwerk 
geritten kam und seinen Vater über- 
redete, Bürger zu werden. 

An öffentlichen Vergnügungen 
war kein Ueberfluss. Es bestand in 
Syracuse ein Museum seltener Merk- 
würdigkeiten, wie Kriegsgeräthe 


der Südsee-Insulaner und derartige 
Dinge. Das Prachtstück der Samm- 
lung bestand in einem ausgestopften 
Krokodil, bei dessen Anblick man- 
chen Beschauer eine Gänsehaut 
überlief. Da brannte eines Tages 
das Museum nieder, das Krokodil 
wurde zum Fenster hinausgeworfen 
und zerbrach. Und siehe da, es be- 
stand aus Leder und Holz. Die 
Enttäuschung über die Unächtheit 
des Prachtstücks war gross, aber 
man tröstete sich. Hatte man an 
ihm doch das Gruseln gerade so gut 
gelernt, als wäre es acht gewesen. 
Theater waren bei den Amerikanern 
nicht beliebt, höchstens gab es 
"moralische Aufführungen", worin 
die Trunkenbolde als abschreckende 
Exempel vorgeführt wurden. Die 
S3'racusaner vertilgten aber nach wie 
vor ansehnliche Quantitäten Ci- 
der und Whiskey. In unregelmässi- 
gen Zwischenräumen kamen auch 
"Shows" und zwar auf einem Ka- 
nalboot. Dieselben bestanden meist 
aus einem gruselichen Wachsfigu- 
renkabinett und einem Kasperle- 
Theater. Nach allgemeinem Ur- 
theil der Zeitgeno.ssen waren jene 
Schaustellungen "^4'- /r«/, ' ' woran sich 
ihre Genügsamkeit in Sachen der 
Kunst bemessen lässt. Unter den 
Deutschen bildeten gelegentliche 
Tanzvergnügen fast die einzige 

Die Löhne waren nicht gross, 
doch waren die Lebensmittel billig 
und so glich sich beides aus. Man 
konnte z. B. ein ganzes Schaf in 
1840 für 25 Cents kaufen; die übri- 
gen Artikel standen im Verhältni.ss. 

Wenn jene Deutschen $100 per 
Jahr verdienten, schätzten sie sich 
glücklich. Obwohl manche von ih- 

nen in eigenen "Häusern" wohn- 
ten, so muss man sich darunter das 
aller bescheiden.ste vorstellen, was 
Haus genannt werden kann. Die 
meisten deutschen Familien zogen 
ihr eigenes Gemüse für den Haus- 
bedarf und nebenbei ein Schwein, 
oder auch mehrere, ganz nach Art 
der Irländer. Eine ganze Anzahl 
von deutschen Familien wohnten 
Anfangs 1840 in dem viel tiefer lie- 
genden und bewaldeten Thale der 
Townsendstrasse und dieses hiess all- 
gemein das ' ' Hasenthar ' . Die Berg- 
rücken westlich (Pro.spect Hill") und 
östlich (Libert}' Hill) waren etwa 
36 Fuss höher als jetzt, .steil und 
dicht bewaldet. Durch die Town- 
send.strasse floss ein Bach, der die 
Butternut - Strasse herabkam und 
nach Jamesstrasse zu abfloss. Zu 
beiden Seiten dieses forellenreichen 
Baches standen die Hütten der deut- 
schen "Squatter", die sie mit Rei- 
.sigzäunen eingefriedigt hatten. Dies 
.scheint die einzige deutsche Nieder- 
lassung zwischen dem eigentlichen 
Sj'racuse und Salina gewesen zu 
.sein. Auf der Westseite von Nord- 
Salinastrasse, zwischen dem Erie- 
und Oswego- Kanal, dort wo das 
Amos-Hotel später errichtet wurde, 
bestanden um diese Zeit noch Son- 
nen-Salzwerke. Die Richtung der 
Nord-Salina.stra.sse vom Erie- Kanal 
bis zur Ashstrasse war ziemlich ge- 
rade; man konnte vom Kanal aus 
das Courthaus und Gefängniss di- 
rekt sehen, welche an der Nordost 
Ecke der Salina- und Ashstras.se 
standen. Auf der .südöstlichen El- 
lenbogen - Ecke, wo Prospect-Ave. 
endet, stand das Haus des Richters 
Lawrence. Vom Kanal an bis nach 
Salina war auf der rechten Seite 

alles dichter Tannenwald, ausser 
den Lichtungen, wo die vorerwähn- 
ten Gebäude standen. Ein Fuss- 
weg aus grobkörnigem Sand lief 
längs des ganzen Weges, der da- 
mals sehr uneben war. Es ging 
bergauf und bergab, ehe man nach 
Salina kam. 

drohte. Eines Abends waren einige 
Deutsche bei Mang versammelt, um 
nach gewohnter Weise einige Bit- 
tere, oder ''CordiaW zu vertilgen. 
Der fadenscheinige Ehrenmann war 
auch darunter. Die übrige Gesell- 
schaft hatte vor seiner Ankunft ei- 
nen Plan ausgeheckt, wie man ihm 


Die Deutschen jener Tage stan- 
den im Rufe grosser Ehrlichkeit 
und die amerikanischen Kaufieute 
gewährten ihnen unbedenklich Kre- 
dit. Um diese Zeit (1840) kam je- 
doch ein Landsmann, dessen Ehr- 
lichkeit etwas fadenscheinig war 
und dessen Benehmen die Deut- 
schen in Misskredit zu bringen 

ein_e Lektion beibringen und zu glei- 
cher Zeit etwas Spass haben könne. 
Sie machten ihm den Vorschlag, er 
solle sich in HiiegcV s (Heagle) 
Räucherhaus schleichen, einen 
Schinken stehlen und zu Mang 
bringen, wo bei Schinken und Cor- 
dials ein fröhliches Gelage stattfin- 
den solle. Sie versprachen ihm, 

wenn er den Schinken brächte, die 
"Cordials" bezahlen zu wollen; hat- 
ten aber vorher Hügel von dem Plan 
benachrichtigt und dieser, nebst 
seiner besseren und starken Hälfte, 
lagen auf der Lauer auf den Schin- 
kenräuber. Er kam auch bald, 
schlich sich ins Räucherhaus und 
lud sich gleich mehrere Schinken 
auf. Als er herauskam, fielen Hü- 
gel und seine Frau mit Knütteln 
über ihn her und vermöbelten ihn 

Bei der Pulver-Explosion am 21. 
August 1841 wurden zwei Deutsche, 
der bereits erwähnte Friedrich 
Strangemann und David Meyer, 
schwer verwundet, und drei andere, 
Johann Kohlhammer, Mathias Smelt 
und Karl Miller, getödtet. Kohl- 
hammer hinterliess eine Frau und 
3 Kinder. 

Das jüngere Element unter den 
Deutischen fand wenig Geschmack 
an den Vergnügungen der Ameri- 
kaner. Man empfand bald auch das 
Bedürfniss eines engeren Anschlus- 
ses unter sich und am 22. Februar 
1843, ä^ Washingtons Geburtstag, 
wurde eine Militär-Compagnie ge- 
gründet, die erste in der Stadt, un- 
ter dem Namen ' 'Syracuse Eafayette 
Garde Grenadiere". Johann Graff 
soll den Anstoss hierzu gegeben ha- 
ben, wofür man ihn zum Sergeanten 
machte. Die Offiziere waren : Ja- 
kob Pfohl, Hauptmann ; Adam 
Eistmann, Premier - Eieutenant ; 
Daniel Gilcher, Seconde - Eieuten- 
ant und Peter Ohneth, Fähnrich. 
Diese Garde - Grenadiere wurden 
1844 prachtvoll uniformirt und aus- 
gerüstet. Sie waren einfach lieb- 
lich anzuschauen; schöner als die 
Eilien auf dem Felde und prächtiger 

als König Salomo in aller seiner 
Herrlichkeit. Eudwig Pollmann 
hatte die Uniformen zu machen in 
Nachahmung der französischen 
Grenadiers- Uniform, mit Rock aus 
dunkelblauem Tuch und Beinklei- 
dern aus demselben Material, mit 
rothen Streifen besetzt. Die Kopf- 
bedeckung bestand in einer hohen 
Bärenmütze, vorne mit einem Mes- 
singschild, auf welchem eine Sil- 
bergranate angebracht war. Weisse 
runde Schnüre wurden guirlanden- 
förmig daran befestigt, deren En- 
den graziös zusammengefasst unter 
dem Kinn herabhingen. Ueber dem 
Ganzen thronte majestätisch eine 
weisse Feder mit rother Spitze. 
Diese Compagnie war weit und 
breit berühmt. Später bildete sie 
Compagnie B des 51. Regiments. 
Obwohl im F'ebruar i843organisirt, 
wurden sie doch erst im Oktober 
desselben Jahres eingemustert und 
so kommt es, dass das später orga- 
nisirte "Syracuse Citizen's Corps" 
als die erste hiesige Militär - Orga- 
nisation gilt, weil sie früher einge- 
mustert wurde. Die Deutschen or- 
ganisirten auch die erste Artillerie 
Compagnie in 1849, die "Washing- 
ton Riflemen" genannt. Eorenzo 
Rössel, Commandeur; Georg Zim- 
mermann, Premier-Eieutenant und 
Jacob Schmeer, Sekonde - Eieuten- 
ant. Ausserdem bestanden später 
einige Compagnien des 51. Regi- 
ments aus Deutschen, wie die Com- 
stock Guards (Co. B) mit Peter 
Knaul als Hauptmann; die Monroe 
Cadets (Co. E.), worin Gustav 
Sniper und Heinrich C. Allewelt 
zuerst Hauptleute und dann Oberste 
waren, und die Hawley Guards 
(Co. H.), mit Johann Eistmann 

als Hauptmann. In dieser Verbind- 
ung seien auch noch die Greenway 
Guards erwähnt, die in 1867 als In- 
dependent Zouaves organisirt wur- 
den und meist aus Deutschen be- 
standen. Später hiessen sie die 
Price Rifles und in 1870 erhielten 
sie den seither beibehaltenen Na- 
men. In 1870 und 1871 bestanden 
auch die Hier Light Guards. 

Als gegen Ende der dreissiger 
Jahre die Zahl der Deutschen zu- 
nahm, machte sich auch das Bedürf- 

bis zum Jahre 1838. Sie versam- 
melten sich in dem Sitzungsraum 
der Ersten Englischen Presbyteria- 
ner- Kirche, welche damals auf der 
Stelle von McCarthy 's Geschäfts- 
gebäude, Ecke Salina- und Fayette- 
strasse, stand. Pastor Mühlhäuser 
von Rochester hatte zuweilen für 
sie gepredigt, bis Pastor Julius 
Kempe die Gemeinde übernahm 
und sie vom 26. Dezember 1838 bis 
Januar 1841 bediente. 

Die Gemeinde ward am i . Januar 


niss nach Kirchengemeinden fühl- 
bar. Die deutschen Protestanten 
mussten ihre religiösen Bedürfnisse 
in englischen Kirchen befriedigen, 
während die Katholiken eine kleine 
Kirche in Salina hatten. 

Von Zeit zu Zeit kamen wohl 
auch deutsche protestantische Reise- 
prediger nach Syracuse und hielten 
in Privathäusern oder in englischen 
Kirchen Gottesdienste. 

Der Anfang der Evaug. Liäh. 
St. Johannes Kirche reicht zurück 

1840 mit 40 Familien inkorporirt, 
als die erste deutsche protestantische 
Gemeinde in Syracuse und die zweite 
im County . ( Die erste war in Clay . ) 
Die- ersten Trustees waren : Louis 
Yehling, Friedrich Strangemann, 
Heinrich Lammert und Georg Kö- 
nig. Als Aelteste und Diakonen 
wurden erwählt: Georg Lupp, Jo- 
hann Miller, Schneider, 

Friedrich Hess, Johann Yehling 
und Philipp Zahn. Im folgenden 
Jahre (1841) wurde ihr erstes Kir- 


chengebäude an der südöstlichen 
Ecke von Butternutstrasse und 
Prospect Ave. errichtet. Es war 
aus Holz erbaut, kostete et\va$i ,300 
und brannte am 28. Dezember 1856 
ab, worauf im folgenden Jahre 
(1857) die jetzige Kirche zum Kos- 
tenpreis von $r 2, 000 errichtet wurde. 
Der zweite Prediger dieser Kirche 
war Pastor C. F. W. Rechenberg, 
vom 15. Februar 1841 bis zum 22. 
April 1855. Dieser war sehr thätig 
und scheint auch der erste gewesen 
zu sein, welcher deutschen Schul- 
unterricht gab. Er unterrichtete 
in dem Gemeinde-Schulhause hin- 
ter der Kirche. Im zweiten Jahre 
seines Pastorates (1843) kam er in 
Schwulitäten. Er hatte sich näm- 
lich geweigert, einen Knaben zu 
konfirmiren, den Sohn eines an- 
gesehenen Gemeindegliedes. Er 
scheint eine Mehrzahl der Gemein- 
deglieder auf seiner Seite gehabt zu 
haben, die ihn in .seiner Stellung 
unterstützten. Die Folge war, dass 
etwa IG Familien sich abtrennten 
und die 

Eva7igelisch€ St. Peterskirchc 
organi.sirten. Diese wurde am 10. 
Augu.st 1843 mit 38 Familien inkor- 
porirt. Die ersten Trustees waren 
Heinrich Lammert, Präsident : 
Heinrich Siefker, Schreiber; Harri- 
son H. Rolf, Schatzmeister; Hein- 
rich Gieselmann, Adam Listmann, 
Michael Dick, Philipp Dick, Peter 
Eurig, Eudwig von Hagen und 
Christoph Wilker. Die ersten \"er- 
sammlungen wurden in einer klei- 
nen Holzkirche abgehalten, welche 
an der nordwestlichen Ecke von 
Butternutstrasse und Prospect Ave. 
stand. Später wurde sie auf die ge- 
genüberliegende Ecke versetzt und 

brannte im Winter 1860 — 186 1 ab, 
worauf die jetzige Kirche erbaut 
wurde, welche $12,000 kostete. Ihr 
erster Prediger war Pastor August 
Hämmerer. Da beim Brande der 
Kirche alle Urkunden mitverbrann- 
ten, so hält es .schwer, absolut zu- 
verlässige Angaben über die frühe- 
ste Ge.schichte der Kirche zu erlan- 
gen. In Bruce' s Geschichte von 
Syracuse wird angegeben, da.ss Pa- 
stor Hämmerer von der Organisation 
der Gemeinde bis Sept. 1846 diente. 
\^on einem alten Bürger wird be- 
hauptet, dass er im Jahre 1848 oder 

1849 von ihm könfirmirt worden 
sei, mithin damals noch dagewesen 
sein müsse. Dieser Pastor trat im 
Jahre 1872 hier zur katholischen 
Kirche über. Sein Nachfolger war 
Pastor Steiner, welcher bis März 

1850 blieb. 

Im Jahre 1843 wurde die deutsche 
katholische Hiiuviclfahrtskhxhe an 
Nord.salina.strasse organisirt, aber 
erst in 1844 inkorporirt. Sie hiess 
damals St. Marienkirche und der 
erste Pastor war Rev. P. Adelbert 
Inama. Die enste Kirche war ein 
Holzgebäude 30x46 Fuss. Die er- 
sten Tru.stees waren: Johann B. 
Lange, Georg Miller und Johann 
Afferdick. Im Jahre 1861 wurde 
die Verwaltung der Kirche den 
Franziskanern unterstellt, unter 
deren Leitung die jetzige gros.sar- 
tige Kirche (1865) errichtet wurde, 
welche $125,000 kostete. 

Die Salemskirche der Evang. 
Gemeinschaft wurde am 9. Sept. 
1844 inkorporirt. Die ersten Trus- 
tees waren: Johann J. Lucksinger, 
Gabriel Blumer und Friedrich Spren- 
ger. Zuerst hielten sie Vensanun- 
lungen in einem Privathause an 

Montgomer5'strasse. Die erste Kir- 
che wurde (1845) aus Holz erbaut 
und stand an der südöstlichen Ecke 
von Cedar- und Grapestrasse. Im 
Jahre 1850 wollten eine Anzahl 
Glieder die Kirche in einer andern 
Lage haben, doch stiess der Plan 
auf Widerstand. Die ersteren war- 
teten jedoch ihre Zeit ab und in einer 
Samstag Nacht wurde das Gebäude 

rel- und Leckstrasse, wurde 1869 
errichtet und kostete $25,000. 
Nach den Regeln dieser Gemein- 
schaft dürfen ihre Prediger nicht 
länger als 3 Jahre nach einander 
einer Kirche vorstehen. Aus die- 
sem Grunde hat diese Gemeinde häu- 
figer ihre Prediger gewechselt als 
die andern Gemeinden. Zwischen 
1844 und 1863 dienten die folgen- 


in aller Stille über den Kanal ge- 
schleppt und an der Ecke von Lock- 
strasse und Ost- Beiden Ave. aufge- 
stellt. Die Enttäuschung der Ge- 
genpartei über den gelungenen Plr.n 
war gross, doch Hess sich nichts 
dagegen thun und sie begnügten 
sich damit, diese Kirche hinfort als 
"Räuberkirche" zu bezeichnen. Das 
gegenwärtige Gebäude, Ecke Lau- 

den: Jakob Riegel, Theobald Schnei- 
der, Jakob Levy, Peter Alles, Franz 
Herlam, August Klein und Michel 

Die deutsche Evanoclische Zions- 
kirchc wurde am 4. März 1847 in- 
korporirt. Die Versammlungen wur- 
den in dem alten No. 5 Schulhaus 
abgehalten, welches an der Lock- 
strasse stand, der jetzigen vSt. John's 


|)<^u) york Clfe Insurance Qo. 

Qegruendet 1841. 

Vermoegen der Gesellschaft, = .$187,176,406.00 

Policen Inhaber ueber 275,000, welche Eigeiitliüniei;der^Gesellschaft>ind. 

Die Bücher der New York Lebensversich-ruii.^^s-Gesellschaft beweisen, dass die- 
selbe 53,000 Personen versichert hat mit eiuc-ni Versicherungs- Betrage von über 


an welchen die ersten Prämien in baar bezahlt wurden. Die Gesellschaft placirte in den 
Vereinigten Staaten über $10,000,000 mehr Versicherung in 1896 als im Jahre 1S95. 
Die Gesellschaft bezahlte in 2550 Todesfällen 


Im Laufe des Jahres bezahlte die Gesellschaft den lebenden Policen-Inhabern über 

Die Gesellschaft leiht direct zu 4250 Policen-Inhabern auf ihre Policen einen 
Betrag von über 


zu 5 Procent Zinsen per Jahr, ohne weitere Unkosten. 

Im Laufe des Jahres zahlte die Gesellschaft an ihre Policen - Inhaber Dividen- 
den von über 


Dieses zeigt eine Zunahme von 1350,000.00 mehr als im Jahre 1S95. 
Die Gesellschaft hat über 


mehr Versicherung in Kraft in den Vereinigten Staaten als im Jahre 1S95. 

Ueberschuss, = = $ 26,681,996.00. 

Versicherungs=Vertr2ege in Kraft, 826,816,648.00. 

Nähere Auskunft wird gerne ertheilt in dem Bureau der 

Rcu) york CcbensDcrsichcrunss GcseüscDaft, 



()ßl:P5T MCHOLÄ5 GPlJMB/\ell, 


Akademie schräg gegenüber. Die 
ersten Trustees waren: Georg Kö- 
nig, Konrad Soheidemann und 
Philipp Drunnn. Georg Saul \var 
der erste und einzige Pastor. Sie 
hatten .später eine kleine Holzka- 
pelle an der Ashstrasse nahe To\vn- 
.send. Im Jahre 1850 lö.ste die Ge- 
meinde sich auf und Pastor Saul er- 
öffnete eine Buch- und Musikhand- 
lung im Noxon-Block an Nord-Sa- 

Die Geschichte der einzelnen 
deut.schen Kirchen findet .sich im 
Zusammenhang an einer .späteren 
Stelle. Die Gründung und frühere 
Geschichte derselben musste hierin 
Kürze behandelt werden, Um ein zu- 
sammenhängendes und anschauli- 
ches Bild deut.schen Lebens in Syra- 
cuse während des Zeitabschnitts 
von 1840 — 1850 zu geben. Wie 
.sich aus dem Vonsteheuden ergiebt, 
bildet die Gründung dieser Kirchen 
einen wichtigen Absclmitt in der 
Entwickelung des Deutschthums in 
hiesiger Stadt. Sie wurden fast alle 
gegründet, ehe irgend welche Ver- 
eine, Logen oder .son.stige Gesell- 
.schaften bestanden und waren eine 
Haupt.stütze zur Erhaltung und He- 
bung des hiesigen Deut.schthums. 
Fast alle haben Stürme durchzuma- 
chen gehabt , .sie haben sie aber glück- 
lich überstanden. Es geschah oft, 
dass die Brüder nicht "einträchtig 
bei einander wohnten" , wie das gute 
Buch gebietet. Doch wi.s.sen wir 
ja alle, dass Schwachheit das Erb- 
theil des Menschengeschlechts ist; 
und die Schattenseiten in der Ge- 
.schichte der deut.schen Kirchen von 
Syracu.se können nur dazu dienen, 
ihre Licht.seiten um .so .schärfer her- 
vortreten zu la.s.sen. 

Kehren wir nun zurück zur Mitte 
der vierziger Jahre, so finden wir 
ein reg.sames Leben unter den Deut- 
sc'>:yi. Sie lieferten nicht nur Ar- 
beiter und Handwerker (wie Küfer, 
Schmiede, Buchbinder, Sattler, Ci- 
garrenmacher ) , .sondern auch Ge- 
.schäftsleute. Die untere Nord.salina- 
.strasse begann sich mit Geschäfts- 
Läden auszufüllen und deutsche 
Wirth.schaften durften natürlich 
aucli nicht fehlen. Eine Frau 
Herbst betrieb eine Restauration in 
der Geneseestrasse undspäter( 1844) 
einen Ga.sthcf. Jakob Arnos hielt 
einen Metzgerladen am Kanal, wo 
die Syracuse Sparbank jetzt steht 
und eröffnete bald eine Gastwirth- 
.schaft an Nordsalina.strasse gegen- 
über Noxon. Die Salzwerke wur- 
den aus dieser unmittelbaren Um- 
gebung weiter zurückgedrängt ; 
Seitenwege wurden angelegt; es 
entstanden Fabriken und im Herb- 
ste des Jahres 1847 wurdeSyracu.se 
zur Würde einer Stadt erhoben. 

Das gesellschaftliche Leben der 
Deutschen Ende der vierziger Jahre 
scheint von jetzt an mehr Abwechs- 
lung geboten zu haben. Sie besassen 
eine Militär- Kompagnie, Kirchen im 
üeberfluss, und endlich (Oct. 1848) 
auch eine "German Bra.ss Band", 
worauf sie nicht wenig .stolz waren. 
Jakob Samsel war Kapellmeister 
und die übrigen Glieder hiessen: 
Daniel Sam.sel, Philipp Gro.ss, Pe- 
ter Samsel, Wilhelm Gehm, Kas- 
par Miller, Franz Miller, ^Lartin 
Rauch, Wilhelm Blum, Johann 
Bierhardt und Peter Koehler. Es 
bestand zur selben Zeit auch eine 
amerikanische "Band", zu welcher 
zwei Deutsche, die Brüder Daniel 
und Philipp Becker, gehörten. Sam- 


sei's "Band" lieferte auch die Mili- 
tärmusik für die Lafayette-Grena- 
diere und später (1849) für die 
Washington Riflenien, über deren 
Organisation weiter oben berichtet 


Natürlich wurden auch die kirch- 
lichen Feste von aen Deutschen 
nach heimathlicher Weise gefeiert. 
Doch .scheint die ächte deutsche 
Weihnachtsfeier etwas vernachläs- 
sigt gewesen zu sein. Die erste 
Spur von der Feier eines Weih- 
nachtsfestes mit obligatem Christ- 
baum und Kerzen finden wir zuerst 
184S und .sonderbarer Wei.se bei ei- 
nem Irisch- Amerikaner. Im Win- 
ter jenes Jahres war nämlich ein 
junger Deutscher, Musiklehrer von 
Beruf, ins Land gekommen. In 
einer Zu.schrift an die ' 'Syracu.se 
Union" vom S. Januar i8g6 giebt 
er die folgenden Erinnerungen zum 
Besten: "Auf dem Hudson Dampf- 
schiffe, das mich am 22. und 23. 
Dezember 1S4S (die Fahrt des 
schweren Eisganges ) von New York 

nach Albany führte, machte ich die 
Bekannt.schaft eines Herrn Kinney, 
des Be.sitzers und Herausgebers des 
"S3'racu.se Star", einer Zeitung, die 
ihr Ge.schäftslokal in einem Ge- 
bäude hatte, wo jetzt das Syracuse 
Sparbankgebäude steht. Er gab 
mir die Adresse eines deut.schen 
Gasthau.^es in der Water.strasse, 
neben der alten Stadthalle, des.sen 
Namen und Wirth ich leider ver- 
gessen habe. Zugleich erhielt ich 
von Herrn Kinney einen Empfeh- 
lung.sbrief an Herrn Georg Saul, der 
zu der Zeit eine Musikhandlung in 
Nord - Salinastras.se, zwei Häuser 
nördlich von Willow- damals Church 
Stras.se, inne hatte. 

Am Vormittage des 24. Dezem- 
ber 1848 machte ich Herrn Saul 
meine Aufwartung. Ich wurde von 
ihm sehr freundlich empfangen, 
und da ich der englischen Sprache 
ziemlich mächtig war, führte er 


nnch am "Heiligen Abend" in die 
Familie des Herrn Dennis McCar- 
thy ein, der damals in der Church- 
strasse wolmte. Da war es, wo ich 


einen prächtigen Weihnachtsbaum 
in vollem Festglanze sah. 

Man kann sich meine Ueberrasch- 
ung und Freude vorstellen, dass ich 
hier, in einer amerikanischen Fa- 
milie, dies Zeichen von deutscher 
Sitte antraf, einer Sitte, die sich 
jetzt in vielen amerikanischen Fa- 
milien eingebürgert hat. Es ver- 
süsste mir die Bitterkeit des Heim- 
wehs, das sich an diesem grössten 
deutschen Familienfeste in's Herz 
geschlichen hatte." 

Eine richtige Stadt muss natür- 
lich auch eine Feuerwehr haben. 
Schon am ii. Okt. 1826 hatte die 
Dorfbehörde eine Dampf - Feuer- 
spritze nebst Schläuchen für $925 
gekauft und Thomas B. Heermans 
zum Hauptmann ernannt, mit dem 
Auftrage, eine freiwillige Feuer- 
wehr-Compagnie (No. i ) von 35 
Mann zu bilden. Ferner wurden 
durch eine Ordonnanz vom 3. Jan- 
uar 1826 sämmtliche Hausbesitzer 
aufgefordert, sich gute lederne 
Löscheimer anzuschaffen. Für ge- 
wöhnliche Häuser genügte einer, 
zweistöckige mussten deren zwei, 
und Wirthshäuser gar vier haben. 
Zu gleicher Zeit wurde der Bau ei- 
nes Spritzenhauses angeordnet und 
Feuerhaken angekauft, welche die 
horrende Summe von $18.75 koste- 
ten. Am 4. Dezember 1827 wurde 
noch eine "Hook and Eadder Com- 
pany" gebildet. Dies genügte bis 
1832. Am 23. Januar 1832 wur- 
den weitere $850 votirt, um eine 
zweite Feuerspritze anzuschaffen 
luid sofort wurde auch eine zweite 
Compagnie Feuerwehr formirt. 
Zwei Spritzenhäuser für zusammen 
$300 wurden auf dem Clinton Square 
errichtet, eins auf jeder Seite des 

Kanals, und diese standen dort bis 
etwa 1835. Bis zum Jahre 1845 
wurden noch zwei weitere Compag- 
nien gebildet. In den folgenden 
Jahren wurden diese verschiedene 
Male reorganisirt. Die beiden er- 
sten Compagnien bestanden aus- 
schliesslich aus Amerikanern, aber 
schon stachelte der Ehrgeiz die 
Deutschen. Sie wollten auch, ein 
jeglicher, "Mann an der Spritze" 
sein. In 1847 wurde (die alte) Com- 
pagnie No. 3 organisirt und zwar 
aus lauter Deutschen. Der Name 
derselben war: "'Dchigc'' ( Sünd- 
fluth). Peter Conrad war Haupt- 
mann; Peter Schemel, erster As- 
sistent; Friedrich Schneider, zweiter 
Assistent; Heinrich Middendorf, 
Sekretär, und M. Dohner, Schatz- 
meister. Die Schlauch-Compagnie 
stand unter dem Commando von 
Johann Himler, und Adam Wend- 
ling war sein Assistent. Die 4. 
Compagnie (Empire) wurde in 1848 
gebildet und hatte folgende Offi- 
ziere: Peter Ohneth, Hauptmann; 
Philipp Eckel, i. Assistent; Adam 
Grub, 2. Assistent; Heinrich Kno- 
bel, Sekretär und Peter Dexheimer, 
Schatzmeister. Die Schlauch-Com- 
pagnie wurde befehligt von Johann 
Knep, während Philipp Schäfer als 
Assistent fungirte. In 1851 gab es 
zusammen 7 Compagnien, die sich 
treffliche Namen gewählt hatten, 
manche hatten auch Mottoes. Die 
I. hiess "Salina Blues", Motto: 
Storni; die 2. "Rough andReady", 
ohne Motto; die 5. "Champion", 
Motto: Ever ready; die 6. "Cata- 
ract", ihr Motto hatte gar einen 
lateinischen Anstrich; "Semper pa- 
ratus-immer bereit", wahrschein- 
lich weil die 5. ihnen das gleichbe- 

deutende englische Motto vorweg 
genommen hatte; die 7. hiess "Ea- 
gle" und plagte sich, gleich den 
beiden deutschen, überhaupt mit 
keinem Motto. Am 2. April 1877 
wurde die freiwillige Feuerwehr ab- 
geschafft und das gegenwärtige 
System eingeführt. Das Spritzen- 
haus der 3. Compagnie lagan West- 
Willowstrasse und dasjenige der 4. 
stand an Stelle des gegenwärtigen 
(No. 2 ) an Division.stra.s.se. Philipp 
Eckel, welcher seine Feuerwehr- 

Einwohner, wovon 5,000 — 6,000 
Deutsche waren. Die Hunger jähre 
in Deut.schland 1S46 — 1847 und die 
Revolution, von 1S48 hatten die 
Deutschen in Schaaren' übers Meer 
getrieben, auf der Jagd nach Brod, 
Glück und Freiheit. Obwohl der 
grosse Strom der Achtundvierziger, 
soweit der gebildete Theil in Be- 
tracht kommt, sich westlich nach 
Buffalo, Cleveland, Chicago, Cin- 
cinnati und St. Louis wandte, so 
hatte doch S^'racu-se auch einen 


Laufbahn als i. Assistent der 4. 
Compagnie begann, wurde 1S64 
"Chief ' . Nach der Reorganisation 
wurde er "Assistant Chief" und 
iSSo "Chief". Am i. Juni 1886 
wurde er von .•■einem Wagen ge- 
schleudert, als er zu einem Feuer 
sich begeben wollte, und tödtlich 

Von 1850—1860. 
Zu Anfang dieses neuen Zeital^- 
schnitts zählte Svracuse etwa 15000 

Theil abbekommen. Diese br-achten 
neue Begei.sterung mit und wirkten 
wie frische Hefe. Unter ihrem be- 
lebenden Einfluss wurde alles das 
unternommen und in"s Leben ge- 
rufen, was das Syracuser Deutsch- 
thuni jemals an idealen Bcstrebun 
gen aufzuweisen gehabt hat. 

Um das Jahr 1850 wurde auch 
eine Einwanderungsgesellschaft in 
Syracuse gegründet, von deren je- 
weiliger Existenz indessen die aller- 

weiligsten Pioniere etwas zu wissen 
scheinen. Dieselbe führte den 
wohlwollenden Namen: "German 
Emigrants' Friend Society" ; Office 
in Noxon Block Northsalinastrasse. 
Die Beamten waren: Hon. Harvey 
Baldwin, Präsident; Georg Saiil, 
Agent und Sekretär. Die Direkto- 
ren waren: H. Baldwin, E. H. 
Eeavenworth, John Murphy und 
Hiram Putnam. Wieviel dieselbe 
für die deutschen Ankömmlinge ge- 
than hat, ob sie überhaupt etwas 
gethan hat und wie lange sie be- 
•standen hat, darüber lässt sich 
nichts in Erfahrung bringen. Wahr- 
.scheinlich war sie nicht von grosser 
Nothwendigkeit, indem die Ein- 
wanderer im Stande waren, sich 
.selbst zu helfen. Immerhin zeigt 
dies den guten Willen der Amerika- 
ner und darum soll der Name der 
Gesellschaft der Verge.s.senheit ent- 
rissen werden. 

Die leitende und tonangebende 
Per.sönlichkeit unter den Deut.schen 
in jener Zeit .scheint Georg Saul 
gewesen zu .sein. Er war nachein- 
ander und auch gleichzeitig Pastor, 
Buch- und Mu.sikalienhändler, 
Hauptmann der Grenadiere, Sekre- 
tär der Eiinvanderungs - Gesell- 
.schaft, Leiter des Musikali.schen 
Instituts, Oelfentlicher Notar, Red- 
ner, U.S.W. Nach ihm oder neben 
ihm steht Jakob Anios, der mehr 
die materielle Seite der Intere.s.sen 
des Deutschthums vertrat und des- 
,sen Hotel, das Eagle- Hotel, eine 
Art Hauptquartier gewesen zu sein 
.scheint, obwohl es auch noch an- 
dere deut.sche Gastwirth.schaften 

Das beiläufig erwähnte "(Terman 
Musical Institute" wurde entweder 

1850 oder 1851 gegründet und ver- 
samimelte sich Dien.stag's und Sams- 
tag' s Abends in einem Raum neben 
Saul's Buchladen im Noxon-Block. 
Georg Saul war Dirigent; die übri- 
gen Mitglieder bei der Gründung 
waren: Anton Drescher, Jakob Bau- 
mer, Jo.seph Helfer, Karl Trau- 
niann, Chri.stoph Becker, Pa.stor 
vSchweneger, Cornelius Hosp, Phil- 
lipp Miller, Johann Winter und 
Ka.spar Miller. 

Die deutsche Musik und das deut- 
sche Lied wurden also schon damals 
gepflegt, und wahrscheinlich mit 
mehr P^nthusiasmus .seitens der Glie- 
der, und mehr Würdigung .seiten.s 
des Publikums, als dies heute der 
Fall zu .sein scheint. Dass die Ame- 
rikaner .schon damals deutsche Mu- 
sikkünstler schätzten, geht auch 
daraus hervor, da.ss in 1850 drei 
deut.sche Musiker, Prof. Ern.st Held 
(1S4S), Herr Johann Becker und 
Frau Hämmerer in der höheren 
Töchterschule, Cottage Seminary 
genannt, Unterricht ertheilten, der 
enstere Piano, die beiden letzteren 

Oeffentliche Aemter iDekleideten 
in jenem Jahre: Adam Listmann, 
als Kollektor der zweiten W^ard; 
Heinrich Dallmann, als Armenpfle- 
ger der I. Ward; und Jakob Pfohl, 
als Wahl - Inspektor der zweiten 

In 1850 wurde auch die erste 
Loge des deut.scheii Ordens der Ha- 
rugari gegründet, unter dem Na- 
men "Syracu.se Loge No. 30". Die- 
ser Orden (gegründet 1847) hat 
?;ich namentlich die Erhaltung und 
Pflege der deut.schen Sprache zur 
Aufgabe gemacht. Die hiesige Loge 
hielt ihre\'ersammlungen Moiitag'.s 

GlzOPG ,1. VAKKllU 
CoLinn/ Clerk. 

Abends in dem Ackermann Block 
und bestand bis 1857, als die mei- 
sten Glieder sich den Odd Fellows 
anschlössen und die Lafayette Loge 
No. 489 gründeten. Erst im Jahre 
1867 gab es wieder eine Harugari 
Loge, als Central City Loge No. 
154 organisirt wurde. 

Im 1851 trat eine Stockung in der 
Salzindustrie ein, und die Zeiten 
waren schlecht. Doch das that dem 
geselligen Leben wenig Abbruch. 

Das Jahr 1852 war ein wichtiges 
in der Geschichte der hiesigen Deut- 
schen. Am 31. Mai kam Ludwig 
Kossuth, der grosse ungarische Na- 
tionalheld und Revolutionär nach 
Syracuse und wurde enthusiastisch 
empfangen. Die englischen Zeitun- 
gen hatten angekündigt, Kossuth 
werde in der City Hall an die deut- 
schen Bürger eine Rede vom Stapel 
lassen. Darob herrschte unter die- 
sen grosse Aufregung. Man traf 
grosse Vorkehrungen, um den be- 
rühmten Patrioten würdig zu be- 
grüssen. Die Deutschen griffen in 
ihren Säckel und steuerten insge- 
sammt $320 bei zur Bestreitung der 
Unkosten; die \"orbereitungen lagen 
in den Händen eines Komitees, des- 
sen Vorsitzer natürlich Georg Saul 
war. Zur festgesetzten Stunde war 
die Halle mit begeisterten Deutschen 
angefüllt. Wer aber niclit kam, war 
dergros.se Held Kossuth. Die \'er- 
sammlung wurde unruhig und ein 
Komitee wurde nach dem Globe Ho- 
tel gesandt, wo Kossuth abgestie- 
gen war, um ihn nach der Halle zu 
geleiten. Dieser hatte am Tage 
vorher in Aubiirn eine Rede gehal- 
ten und Nachmittags eine solche in 
Syracuse, hatte dann einem Em- 
pfang in der Wohnung von V,. \\\ 

Leavenworth beigewohnt und war 
nun müde und abgespannt. Als das 
Komitee bei ihm erschien, sagte er 
ihnen, wenn die Deutschen ihn zu 
sehen und hören wünschten, sollten 
sie zu ihm in's Hotel kommen, wo 
er sie empfangen ' 'und einige Worte 
zu ihnen sagen wolle". Das Ko- 
mitee kam zurück mit dieser Bot- 
schaft und als die Versammelten da- 
von in Kenntniss gesetzt wurden, 
war die Entrüstung gross. Georg 
Saul gab diesen Gefühlen drasti- 
schen Ausdruck, indem er mit lau- 
ter Stimme zu dem Komitee sagte : 
"Geht zurük und sagt Kossuth, er 

.solle zum T 1 gehen!" Die \^x- 

sammlung löste sich auf, nachdem 
beschlossen worden war, das ge- 
sammelte Geld Herrn Saul einzu- 
händigen, um damit eine deutsche 
Zeitung zu gründen. 

Am 23. Aug. 1852 veröffentlichte 
Georg Saul einen Prospektus, worin 
die Herausgabe einer deutschen Zei- 
tung angekündigt wurde. Die bei- 
den politischen Hauptparteien in 
jener Zeit waren die Whigs (später 
die Republikaner) und die Demo- 
kraten. Das gesannnelte Geld war 
zum grössten Theil vou den Whigs 
gegeben worden und diese waren 
nicht wenig verwundert, als .sie den 
Prospektus lasen, der wie folgt 
lautete : "Onondaga Demokrat". 
Dies wird der Name der deutschen 
Zeitung .sein, welche voraussicht- 
lich zum ersten Mal am Samstag, 
den 4. vSeptember, erscheinen wird. 
Wir haben den Namen "Demokrat' ' 
gewählt, als Hinweis, welchen Kurs 
wir in der Politik dieses Landes 
verfolgen werden. Wir werden ver- 
suchen, durch alle ehrlichen Mittel, 
die uns zu Gebote stehen, die In- 

teressen der demokratischen Partei 
und die Wahl von t'ranklin Pierce 
tmd William R. King zu fördern. 
Dies wird zweifellos manche über- 
raschen, welche erwarteten, dass 
wir in politischen Dingen unabhän- 
gig sein würden; einige Worte der 
Erklärung werden deshalb am 
Platze sein. Es war immer unser 

auf die eine oder andere Seite zu: 
stellen. Ferner ist uns zu Ohren 
gekommen, dass gewisse deutsche 
Whigs offen erklärt haben, dass sie 
die unabhängige Zeitung zu einem 
Whigblatt machen, uns absetzen 
tmd einen jungen Whig in unsere 
Stelle schmuggeln wollten. Es 
wurde auch von den Whigs ver- 


Ziel, die Deutschen dieser Stadt zu 
vereinigen, anstatt zu zerstreuen, 
und atif den ersten Blick möchte es 
scheinen, als ob eine unabhängige 
Zeitung diesen Zweck erfüllte, aber 
als wir die Bitterkeit und Eifersucht 
betrachteten, welche zwischen den 
Parteien bestehen, sahen wir, dass 
wir gezwungen sein würden, uns 

langt, dass wir nicht nur ein un- 
abhängiges Blatt herausgeben, son- 
dern uns auch enthalten sollten, für 
die demokratische Partei Reden zu 
halten. Dies war unmöglich, und 
so sind wir gezwungen, ein demo- 
kratisches Blatt herauszugeben. 
Wir versprechen jedoch den Whigs, 
dass wir nur homeopathische Dosen 

für ihren verkommenen Zustand 
verschreiben wollen, und nur dann, 
wenn das Leiden chronisch zu wer- 
den droht, werden wir gezwungen 
sein, stärkere Mittel zu verschrei- 
ben. Möge darum der Onondaga 
Demokrat gedeihen und mit Hülfe 
einer grossen Abonnentenliste den 
Samen des Guten unter den Deut- 
schen aussäen." 

Der Onondaga Demokrat wurde 
zuerst in einem Gebäude veröffent- 
licht, welches an der Ecke von 
Nord.salina- und Jamesstrasse stand, 
wo jetzt die Third National Bank 
steht. Es war ein ziemlich ansehn- 
liches Blatt, etwas kleiner als die 
jetzige "f v//Vw", und erfreute sich 
guter Unterstützung durch Anzei- 
gen. Der Subskription.spreis war $2 . 
per Jahr, zahlbar halbjährlich im 
Voraus. Im Jahre 1857 machte das 
Blatt eine Schwenkung und trat ein 
für die Grundsätze der "Free Soil 
Party" und befürwortete die Wahl 
von Fremont und Dayton. Von da 
an blieb das Blatt republikanisch. 

In demselben Jahre wurde auch 
der erste richtige Gesangverein hier 
gegründet. Dies war der alte 
' ' Saengerbiind^ ' , welcher von Georg 
Saul als Dirigent geleitet wurde 
und .sich in Alpeter's Halle, an 
Nordsalinastra.s.se und Prospect A\-e. 
nahe dem heutigen Albany Block, 
versammelte. Der Sängerbund zählte 
etwa 20 Glieder und war aus einem 
Quartett hervorgegangen, welches 
aus Max Schott, Eorenz und Johann 
Herkomer und Karl Schäfer be.stand. 
Dieser Verein existierte etwa zwei 
Jahre. Einige Monate nach dem 
Sängerbund wurde auch ein Män- 
nerchor mit 15 Gliedern gegründet, 
welcher sich im 3. Stockwerk des 

Warner Gebäudes, direkt hinter 
der alten County Clerk' s Office, ver- 
sammelte. Die Gründer waren 
Christian Freeoff ( Frühauf ) und 
Augu.st Becker. Der letztere war 
auch Dirigent. Herr Freeoff er- 
zählte später: "Nachdem wir etwa 
ein Jahr existirt hatten, überzeug- 
ten wir uns, dass Becker nicht diri- 
giren und wir nicht singen konn- 
ten; und so hörten wir eben einfach 

Den Schluss dieses denkwürdi- 
gen Jahres bildete ein wichtiges 
Ereigniss, die .schon genannte ' 'Jerry 
Rescue". Zum bessern Ver.ständ- 
niss sei hier noch bemerkt, dass zu 
der Zeit, au.sser den beiden politi- 
.schen Hauptparteien, Whigs und 
Demokraten, auch die Abolitioni- 
sten schon existirten, welche die 
Abschaffung der Sklaverei auf ihr 
Panier geschrieben hatten. Die Agi- 
tation über diesen Punkt hatte viel 
böses Blut gemacht und der Erlass 
des sogenannten "fugitive .slave 
law" machte die Stimmung nicht 
besser. Nach diesem Gesetz hatten 
Sklavenbe.sitzer das Recht, ent- 
flohene Sklaven aus den nördlichen 
Staaten zurückzubringen. Um die- 
sem Vorhaben entgegenzuwirken , 
entstand eine weitverzweigte ge- 
heime Verbindung, "Underground 
Railway" genannt, welche es sich 
zur Aufgabe gemacht hatte, flüch- 
tige Sklaven zu verbergen und von 
einem Ort zum andern zu beför- 
dern, bis sie über die kanadi.sche 
Grenze gelangt waren. Eine Sta- 
tion dieser Gesellschaft befand sich 
auch hier. 

,, JERRY. " 

Dieselbe fand statt am 26. oder 


27- Oktober 1852. Diese nimmt 
in den Erinnerungen der alten Pio- 
niere eine hervorragende Stelle ein. 
Sie zählt, wenn nicht zu den wich- 

tiirsten, so doch zu den interessan- 


testen Ereignissen jener Zeit und 
verdient deshalb dauernd aufbe- 
wahrt zu werden. Ausführlicher 
und anschaulicher als die englischen 
Geschichtswerke über die Stadt 
Syracuse, schilderte Herr A. Rein- 
hard von hier dieselbe auf Grund 
eigener Anschauung in der ' 'Syra- 
cuse Union" vom 28. Januar 1896. 
Wir lassen dieselbe im Auszug nach- 
stehend folgen: "Im Herbst des 
Jahres 1852 (am 27. Oktober), es 
war gerade die Woche der County 
Fair, welche in der Gegend abge- 
halten wurde, wo heute die Univer- 
sität steht, war auch ich mit meh- 
reren Bekannten hinausgegangen, 
um die Merkwürdigkeiten \-on On- 
ondaga County zu bewundern. Als 
wir wieder zur Stadt zurückkehr- 
ten, wurde unsere Aufmerksamkeit 
durch das Anschlagen der Feuer- 

glocken erregt, obwohl wir kein 
Anzeichen von Feuer entdecken 
konnten. Wir .schlössen daraus, 
dass sich sonst etwas von Bedeut- 
ung ereignet haben mü.sse. Bald 
bemerkten wir denn auch rothe 
Plakate an den Pfosten und Stras- 
senecken angeschlagen, worauf zu 
lesen war: "Look out ! Bloodhounds 
in the City !" ( "Aufgepas.st, Blut- 
hunde in der Stadt !" ) Auf weite- 
res Befragen erfuhren wir dann, 
dass ein flüchtiger Sklave Namens 
Jerry aus Florida, welcher schon 
drei Jahre in hiesiger Stadt bei ei- 
nem Zimmermann gearbeitet hatte 
und als ein fleissiger Mensch bekannt 
war, von seinem früheren Herrn 
hier aufgespürt worden war. Der- 
selbe hatte dann einen Haftsbefehl 
erwirkt, und einen Bundesmarschall 
hierher gesandt. Dieser hatte dann 

ANNA riARlA 5 ITICiizR, 
gel). l^ciuschciAberfier. 

auch Jerry gefunden, verhaftet und 
ihn bis auf weiteres im County-Ge- 
fängniss in Verwahrsam gebracht, 
da der Polizeirichter Hcuse darauf 

bestanden hatte, dass der Sklave 
nicht ohne Voruntersuchung aus- 
geliefert werden sollte. 

Das damalige Polizeiamt befand 
sich in dem Gebäude, welches noch 
heute den Namen "Jerry Rescue 
Block" führt und an der nordwest- 
lichen Ecke von West- Water- und 
Clintonstrasse steht. Nach dem be- 
stehenden Gesetze über flüchtige 
Sklaven musste die Auslieferung 
zugestanden werden und als Jerry 
im Gerichtssaal hörte, was ihm be- 
vorstand, machte er einen verzwei- 
felten Fluchtversuch, der auch vor- 
läufig gelang. Er wurde jedoch bald 
wieder eingeholt und eingesperrt. 
Der Tag der Auslieferung nahte 
heran. Die Anti-Sklaverei-Partei 
war inzwischen auch nicht müssig 
gewesen und hatte während des 
Tages alles aufgeboten und vorbe- 
reitet, um die Auslieferung zu ver- 

Man hatte nach Geneva telegra- 
phirt, wo sich eine bedeutende An- 
zahl Farbiger aufhielt, um eine 
grossmöglichste Anzahl am Abend 
hierher zu bekommen. Der Bun- 
desmarschall hatte indessen wohl 
auch eingesehen, dass er nicht leich- 
tes Spiel mit Jerry haben würde. 
Er war zu MayorHowlett gegangen, 
um polizeiliche Hülfe zu erbitten. 
Sein Ansuchen wurde ihm rundweg 
abgeschlagen und so wandte er sich 
an den Miliz-General John Green. 
Dieser versprach auch, ihm eine 
Compagnie Miliz zur Verfügung zu 
stellen. Inzwischen war es Abend 
und finster geworden. 

Ich kann nicht umhin, hier ei- 
nen tragi-komischen Vorfall zu er- 
wähnen. Mein Prinzipal, Herr L. 
W. Comstock, war ein eingefleisch- 


ter südlicher Sklavenfreund. Ich 
war eben im Begriff auf das Polizei- 
amt zu gehen, als ich mit ihm zu- 
sammentraf, und auf mein Ersuchen 
ging er mit. 

Als wir auf die Brücke kamen, 
wimmelte es von "Schwarzen". 
Diese waren jedoch nicht alle Neger, 
denn viele Weisse hatten sich das 
Gesicht geschwärzt, um sich un- 
kenntlich zu machen. In dem 
Menschenschwarm gab es auch 
viele Benebelte ; Schnaps kostete 
damals ja nur 25 Cents per Gallone. 
Da rief Herr Comstock: "Was ist 

hier los mit dem verd Neger; 

hängt ihn auf !" Doch kaum war 
die letzte Silbe aus seinem Munde, 
als er einen wuchtigen Knittelhieb 
auf seine ' 'Angströhre' ' bekam, wel- 
cher ihm diese bis über das Kinn, 
beinahe bis auf die Brust trieb. Ich 
zog ihn aus dem Gedränge und lief 
dabei Gefahr selbst etwas abzube- 
kommen. Mit Hülfe eines Taschen- 
messers befreite ich ihn dann von 
seinem Maulkorb, worauf er schleu- 
nigst nach Hause eilte. 

Auf einmal kam eine Kutsche. 
In derselben befand sich der Mar- 
schall mit Jerry. Zu gleicher Zeit 
kamen die Washington - Riflemen, 
Georg Saul als Hauptmann an der 
Spitze, die Nord- Salinastrasse her- 
untermarschiert. Dieselben nahmen 
Aufstellung und warteten da der 
Dinge, die da kommen sollten. Sie 
brauchten auch nicht lange zu war- 

Der weise Rabbiner Ben Akiba 
hat gesagt : "Es ist alles schon ein- 
mal dagewesen !" Aber was jetzt 
geschah, war wenigstens in hiesiger 
Stadt noch nicht dagewesen. Auf 
einmal ging ein Höllenspektakel in 


der Polizeistiibe los. Die Lichter 
wurden ausgeschlagen und aus ei- 
nem Fenster des zweiten Stock- 
werks kam ein Knäuel heraus und 
auf den Treibweg des Kanals ge- 

flogen, und zwar bestehend aus 
Fensterrahmen, Glasscherben und 
einem menschlichen Körper. Der 
Körper war der des Bundes- Mar- 
schalls, welcher auch noch weiter 
im Kanal abgewaschen wairde. 

Unterdessen hatte man den Ne- 
ger die Treppe hinuntergetragen 
und brachte ihn dann schnell an 
die Stelle, wo jetzt Greenway's 
Brauerei steht. Hier wartete eine 
Kutsche mit 4 Pferden auf ihn und 
fort ging es im Gallopp nach Os- 
wego. Dort wartete bereits ein 
Dampfer, um Jerry nach Canada 
zu bringen, was denn auch glück- 
lich geschah." 

Lieber dieses Ereigniss berichtet 
auch Herr Johann Winter, welcher 
zu der Washington Riflemen Com- 
pagnie gehörte, welche damals auch 
die "schwarzen Jäger" genannt 
wurden. Er erzählt: 

"Wir hatten als Jäger gezogene 
Büchsen, mit aufgepflanztemHirsch- 
fänger. Die ganze Compagnie folgte 
dem Aufrufe und versammelte sich 
in dem Arsenal in Fesenmeier' s 
Halle, wo jetzt der Ohneth Block 
steht. Nicht ein Mann fehlte. Wir 
erhielten scharfe Patronen und lu- 
den unsere Büchsen in der Halle 
und marschirten dann ohne Musik 
zur Stadt und nahmen Aufstellung 
vor dem Gebäude, w^o jetzt die On- 
ondaga Sparbank steht. Inzwischen 
wurde eine Kanone aufgestellt an 
der Ecke des Stadthalle Parks. Es 
sei hier bemerkt, dass Herr G. Saul 
Demokrat und Abolitionist war, 
und nicht dazu gestimmt, dem She- 
riff hülfreiche Hand zu leisten. 
Wäre es die Absicht gewesen, den 
Sklavenhaltern zu helfen, so wären 
war direkt nach dem Gebäude mar- 
schirt, wo sich Jerry befand und 
hätten die Kanone in Clintonstrasse 


aufgestellt. Wir standen ungefähr 
15 Minuten auf Hanover Square, 
einer gedrängten Menschenmasse 
gegenüber, marschirten dann nach 


dem Stadthalle Park zu unserer Ka- 
none, wo wir IG blinde Schüsse ab- 
feuerten. Wir hatten Patronen aber 
keine Kugeln. Während des Ka- 
nonendonners wurde Jerry befreit. 
Der Plan war gut gelegt und das 
Manöver gut ausgeführt. Das Feu- 
ern der Kanone hatte zur Folge, 
dass sich die Volksmenge nach al- 
len Richtungen hin verzog. Als 
Sergeant der Compagnie bediente 
ich die Kanone." 

Das gesellige Leben jener Zeit 
können wir nicht anschaulicher 
schildern, als derselbe Herr A. Rein- 
hardt von hier in einer Zuschrift an 
die "Syracuse Union" in der Weih- 
nachtsnummer 1896 dies gethan hat. 

DEM JAHRE 1852. 

Da, wo jetzt die West Shore- Ei- 
senbahn die Nordsalinastrasse über- 
schreitet, stand im Jahre 1S52 ein 
zweistöckiges Bretterhaus. In die- 
sem Hause wohnte die Jakob Amos- 
'sche Familie. Dieselbe bestand 
aus Herrn Amos, dessen Gattin, 
zwei Kindern — einem Knaben und 
einem Mädchen, Karl und Mathilda 
— und einer Schwester der Frau 
Amos, Rebekka Kippling. Herr 
Amos betrieb im genannten Lokal 
ein deutsches Kosthaus, und im 
Keller, oder wäe man hier zu sagen 
pflegt, im Basement, eine gutge- 
hende Wirthschaft. Auch war der- 
.selbe Besitzer einer Mühle in James- 
ville. Die Kinder .standen unge- 
fähr im Alter von 2 und 4 Jahren. 

Nun, am Abend des 23. Dezem- 
ber 1852 .sassen um den grossen 
Holzofen in der Wirthschaft eine 
Anzahl junger Leute, meistentheils 
Kostgänger des Hauses. Ich er- 

innere mich noch einer gewissen 
Anzahl und will auch deren Namen 
hier erwähnen. Da waren : Karl 
Wittneben, Wilhelm Redemann, 
August Sippel, Karl Reupke, Jo- 
hann Kippling, Georg Nicolai, 
Thomas Ruff. Jakob Hurst und A. 
Reinhard. Wir waren alle so ziem- 
lich gute Freunde und verbrachten 
die langen Winterabende meisten- 
theils in geselliger Gemeinschaft; so 
auch an diesem Abend. Unter an- 
dern! wurde auch die Frage aufge- 
worfen: "Was fangen wir morgen 
zum heiligen Abend an ?" Nach ei- 
nigem Hin- und Herbesinnen machte 
einer der Anwesenden den \'or- 
schlag, für die Kinder des Herrn 
Amos einen Weihnacht.sbaum her- 
zustellen. Unter allgemeinem Bei- 
fall wurde der \^orschlag angenom- 

Beinahe hätte ich vergessen, eine 
Hauptperson zu erwähnen, und dies 
war niemand anders als ein India- 
ner, genannt "Squirrel Joe". Der- 
selbe hatte bei uns .sein Absteige- 
quartier, wenn er von der Reserva- 
tion in die Stadt kam. Er handelte 
mit Eichhörnchen, Pfeilen und Bo- 
gen und war mit uns allen befreun- 
det, da wir es immer so einzurichten 
wus.sten, dass "Joe" während sei- 
ner Besuche keinen Durst zu leiden 
hatte, und manches Gläs'chen Feu- 
erwasser fand seinen Weg in das 
Holzhaus, von wo "Joe" es leer 
zurückschickte. Der erste Schritt, 
welcher nun gethan werden nnisste, 
war die Herbeischalfung des Bau- 
mes. Wir versahen uns mit La- 
terne, Axt, Säge, U.S.W, und mach- 
ten uns auf den Weg. Natürlich 
war "Indian Joe" der Anführer. 

Der heutige Jamesstrasseu-Berg 

war damals noch eine Wildniss, wo 
die Füchse und Hasen einander 
"Gute Nacht" sagten, und von 
dort sollte der Baum geholt werden. 
Die heutige Jamesstrasse führte da- 


luals den Namen Footstrasse. Als 
wir nun in die Gegend kamen, wo 
tieute Lodistrasse die Jamesstrasse 
kreuzt, erhob sich plötzlich ein so 
furchtbarer Schneesturm, dass es 
unmöglich war, weiter vorwärts zu 
kommen, und wir sahen uns ge- 
zwungen umzukehren. "Indian 
Joe" trug die Axt und bildete den 
Nachtrab. Er war natürlich unter- 
richtet, um was es sich handelte. 
A.ls wir nun auf dem Heimweg an 
lie Stelle kamen, wo Pearlstrasse 
i'on Jamesstrasse abbiegt, wurden 
wir durch einen Zuruf Joe's zum 
Stillstehen gebracht, und siehe, der- 
selbe trug einen wunderschönen 
rannenbaum auf dem Rücken. Wo 
liatte ihn der Kerl hergeholt ? Wir 
Fragten ihn nicht, aber am näch- 
sten Morgen sahen wir, dass vor ei- 
lem der damals sehr wenigen schö- 
len Häuser an Jamesstrasse nur 

noch auf der einen Seite des Portals 
ein einzelner Tannenbaum Schild- 
wache hielt, welcher zu unserm 
Weihnachtsbaum ganz genau passte. 
Zu Hause angekommen, weihten 
wir die Schwester der Frau Arnos, 
die nachmalige Frau Morell, in un- 
ser Geheimniss ein. Wachskerzen 
waren noch keine zu haben, dafür 
mussten Stearin-Kerzen herhalten. 
Zu feinem Konfekt war auch keine 
Aussicht vorhanden, denn so weit 
war die Kultur in der Salzstadt noch 
nicht vorangeschritten ; dafür musste 
der "Stickcandy" herhalten. Dann 
wurde der Baum mit Nüssen, 
Aepfeln und buntem Papier beladen 
und bald konnten wir uns überzeu- 
gen, einen ganz anständigen, den 
Zeiten angemessenen Chri.stbaum zu 
Stande gebracht zu haben. 

Der heilige Abend kam herbei. 
Der Baum war in einem der oberen 
Zimmtr einiresclilossen, s;)(lass nie- 


mand, selbst die Eltern, keine Ah- 
nung hatte, was vorging. Gegen 
neun Uhr wurde der Baum ange- 
zündet und der kleine Karl und 


Schwester Mathildchen aus ihren 
Bettchen geholt. Der Jubel war 
gross, sowohl auf Seiten der Kin- 
der wie auch der Eltern. 

Herr Arnos lud nun die ganze 
Gesellschaft zu einer Bowle Punch 
ein. Gegen i Uhr gesellte sich 
noch Herr Georg Saul zu uns, wel- 
cher durch sein joviales witziges 
Wesen der Geschichte die Krone 
aufsetzte. Auch " Indian Joe" 
wurde nicht vergessen. Derselbe 
hatte in der Küche seinen Wigwam 
aufgeschlagen und feierte dort bei 
Braten und voller Fla.sche sein Weih- 
nachtsfest. Dies war der erste deut- 
sche Weihnachtsbaum in Syracuse ! 
Was i.st nun aus der fröhlichen 
Weihnachtsgesellschaft geworden ? 
Todt ! Alle todt ! bis auf 3 Perso- 
nen. Von den Gästen weilen bloss 
noch zw^ei in diesem Jammerthale — 
Herr Jacob Hurst und der Schrei- 
ber (A. Reinhardt). Auch die 
Rothhaut , Joe' ' ist längst zu dem 
<, Grossen Geist Manitou" nach 
den ewigen Jagdgriinden abgereist. 
Möge es ihm dort recht wohl gehen 
und er reiche Beute erhaschen. Er 
war eine gute ehrliche Haut ! — 

Das damalige Deutschthum (der 
50er Jahre) war von einem anderen 
Schlage wie das heutige. Die weni- 
gen hundert Deutsche waren sogar 
im Stande, zwei deutsche Theater 
aufrecht zu erhalten. Wo ist jetzt 
(1896) nur noch eins zu finden? 
Da war kein politischer oder Reli- 
gionsha.ss. Da herrschte eine deut- 
sche Einfachheit und Gemüthlich- 
keit; es war "ein einig Band von 
Brüdern ! " Die j üngere Generation 
kann aus obiger Geschichte ersehen, 
dass die jungen Eeute in früheren 

Jahren sich auch zu amüsiren wuss- 

Das Jahr 1S53 brachte eine Panik 
und Geschäftsstockung mit sich, 
unter welcher alle Klassen schwer 
litten. Doch hinderte dies nicht 
die Organisation einer neuen Mu- 
sik-Kapelle, nämlich Miller's Brass 
Band, unter der Leitung von Cas- 
par Miller. Die übrigen Glieder 
waren: Philipp Miller, Max Schott, 
Franz Baumer, Joseph Wattle, Mat- 
thias Rauch, J. Pope und Philipp 
Maurer, welch letzterer in späteren 
Jahren ein eigenes Musikcorps bil- 
dete, das grosses Ansehen erlangte. 
In 1854, am 15. Mai, wurde end- 
lich auch der Sociale Ttcrn - Verein 
gegründet, der Stolz und Hort des 
geselligen Eebens von Syracuse. 
Unter den 48ern befand sich u. a. 
auch ein lustiger Barbiergeselle Na- 
mens Julius Westhoff, der überall 
zu finden war, w^o es gemüthlich 
zuging, und von ihm soll die erste 
Anregung ausgegangen sein, einen 
Turn- Verein zu gründen. Es be- 
standen schon alle möglichen Ver- 
eine, nur einen Turn- Verein gab es 
noch nicht. Am genannten Tage 
kamen eine Anzahl Deutsche in 
einer Wirthschaft zusammen, die 
von einem aus Mexico kommenden 
Deutschen im alten Bastable Ge- 
bäude geführt wurde, und dort fand 
die Gründung des Turn - Vereins 
statt. Westhoff war eine rastlose 
und dabei sorglose Natur, welche 
nicht allzu schwer unter den Easten 
dieses Jammerthaies seufzte — ein 
rollender Stein, der kein Moos an- 
setzt. Infolge seiner Wanderlu.st 
hiess er der ' ' Wanderer, ' ' welcher 
Beiname von manchen in späteren 


^^==^^^^ Che... 

\M^ ly ^ Spracuse 
I I I I Corner 
^^^^^^ Blocke 
><,. MOE yactorp. 



ßASC AND COl^Nill? [5L0Cr\S. 

OU niay want a nice Piazza in the future ; if so, send for BOOK 



TpIppihr^nP inr<> IV ^°''" B*-'R'^ET AVE., SYRACUSE. N. Y. 

I CICPI.KM IC KHX) M. Opposite West Shore Freight House. 



Cazenovia La he lcc# 


OFIf^ICE, SIS Oa-nal Sti-eet. 
.PLBSIDEN-OE, SS4 Oa,tlT.erine St„ 

Or to HOMER A. OSTRANDER'S News Room. 
You ean order by Telephone. 1203-1. 

Jahren als sein wirklicher Name 
angesehen wurde. 

Es liegt nicht in der Absicht, an 
dieser Stelle eine ausführliche Ge- 
schichte des TurnA'ereins, sondern 


in flüchtigen Zügen eine Schilder- 
ung zu entwerfen, wie derselbe in' s 
Leben gerufen und im Laufe seiner 
Existenz mit dem deutschen Leben 
in S3-racuse durch mancherlei Fä- 
den wunderlich verwoben wurde. 

Die Namen der i6 Gründer sind 
die folgenden: Julius Westhoff (der 
"Wanderer" ), Xavier Rauscher, 
P. Lichtenberg, M. Lichtenberg, 
Peter Baumgrass, Gabriel Traub, 
J. Höfler, Val. Metzger, Karl Metz- 
ger, G. Becker, Conrad Becker, 
Christoph Becker, R. Fix, J. Mil- 
ler, J. Krug und I. Elsässer. Ja- 
kob Amos war auch dabei und 
wollte ebenfalls Mitglied werden, 
doch wurde er als zu alt erachtet 
und nicht aufgenommen, was ihm 
durchaus nicht behagen wollte. 
Doch trug er keinen Groll nach und 
machte sogar das Anerbieten, die 

Geschäftssitzungen des Turnvereins 
in seinem Hotel abzuhalten. Sie 
wählten das Motto: "Bahn frei!" 
Zweck des Vereins sollte sein: ' 'der 
deutschen Turnkunst in Syracuse 
eine bleibende Stätte zu erhalten, 
deutsche Sprache zu üben und deut- 
scher Geselligkeit einen Sammel- 
punkt zu verschaffen' ' . Peter Baum- 
grass war der erste Präsident. Die 
Turnstunden wurden in einem vom 
Turner Christoph Becker überlas- 
senen Hause an Plumstrasse (da- 
mals Beckerstrasse), nahe West- 
Genesee - Strasse und Onondaga 
Creek, abgehalten. Im nächsten 
Frühjahr (1855; wurde das Haupt- 
quartier in das Ackermann-Gebäude 
verlegt, direkt über den Geschäfts- 
räumen der jetzigen "Syacuse Un- 
ion' ' . Die Turnübungen fanden in 
einem Hintergebäude statt und hier 
war es, wo am 16. April die erste 

deutsche T h e a t e r v o r s t e 1 1 u n g ini 
Syracuse gegeben wurde. Der Ti- 
tel des ersten Stücks w^ar ^nelver- 
heissend: "Das unterirdische Ge- 
richt". Die Direktion lag in den 

Händen von Heinrich C. Allewelt. 
Im Sommer dieses Jahres (1855) 
weihte der Verein seine erste Fahne 
■ein, und zwar auf dem damals noch 
freien Platze an der Butternutstrasse 
lind Prospect Ave., wo jetzt die 
Zionskirche steht. Die Theater- 
vorstellungen fanden regelmässig 
jede Woche einmal statt; nach 
^chluss derselben gab es noch Tanz- 
vergnügen. Die mitwirkenden 
Schauspieler waren meist Lokal- 
kräfte, wie Karl Eckermann, Max 
Schott, Heinrich C. Allewelt und 
Anton Aman, welche nach dem 
übereinstimmenden Zeugniss der 
noch lebenden Pioniere ganz Vor- 
zügliches geleistet haben sollen. Für 
schwierige Hauptrollen wurden 
auch professionelle Schauspieler von 
auswärts engagirt. Im Winter 
1856 — 57 hielt der Verein seinen er- 
sten Maskenball ab, den ersten in 
dieser Stadt. Im März 1857 schloss 
der Verein einen Miethsvertrag auf 
5 Jahre mit Dr. Christoph Maass ab 
xmd die Turn- und Theaterhalle 
wurde nach Maass' Halle, im näch- 
sten Block (nördlich) verlegt. Es 
entstanden jedoch Uneinigkeiten 
und im Dezember 1858 schloss Dr. 
Maass ihnen die Thür vor der Nase 
zu und verweigerte ihnen den Ein- 
lass. Auf Anrathen des Turners 
Chr. Freeoff engagirte der Verein 
den damals noch fast unbekannten 
jungen Advokaten Frank Hiscock. 
(jetzigen Ex-Senator), weicherden 
Prözess auch glänzend gewann und 
•damit den Grund zu seiner spätem 
Berühmtheit legte. Vor dem Prö- 
zess war der Verein in blühendem 
Zustande. Er zählte über 100 Glie- 
der und übertraf alle anderen \"er- 
eine an Einfluss und Ansehen. 


Infolge des Prozesses fiel die Glie- 
derzahl bis auf sechszehn. In- 
zwischen hatte der Verein eine 
Heimath im Centre House gefun- 
den, worin Benedict Häberle eine 
Gastwirthschaft führte. Dasselbe 
stand auf demselben Grundstück, 
wo heute die Turn-Halle steht. Hier 
blieben sie etwa ein Jahr, bis Chri- 
stian Freeoff dem Verein einen Bau- 
platz an der Pondstrasse, nahe 
Spring, schenkte, woselbst ein ein- 
stöckiges Holzgebäude für Turn- 
zwecke errichtet wurde. Das Geld 
hierfür wurde durch Ausgabe von 
Actien im Betrage von je fünf Dol- 
lars aufgebracht, und der Anfang 
hierzu wurde 1859 gemacht. Ueber 
die weiteren Schicksale des Turn- 
vereins wird im nächsten Abschnitt 
berichtet werden. 

Das Theaterfieber gra.ssirte in den 
50' er Jahren ziemlich stark unter 
den Deutschen. So wurde auch am 
25. August, 1856, das Casino eröff- 
net, welches bis dahin als geselliger 
Verein (German Reading and De- 
bating Society ) bestanden hatte. 
Dieses neue Theater stanl unter der 
Direction von Heinrich C. Allewelt 
und befand sich im obersten Stock- 
werke des Amos-Hotels, bis es in 
1858 geschlossen wurde. Hierauf 
eröffnete Dr. Maa.ss ein eigenes 
Theater in der bereits erwähnten 
Halle, aus welcher die Turner ver- 
trieben worden waren und zwar nnt 
gutem Erfolg, bis es im November 
1860 durch Feuer zerstört wurde. 

Der w^eit und breit berühmte 
Gesangverein Liederkranz, an Lie- 
dern und an Ehren reich — wurde am 
I iten Oktober, 1855, gegründet und 
zwar im alten "National Hotel"', 
dessen Eigenthümer damals Bene- 

dikt Häberle war. Die Zahl der 
Gründer war 13 und es befanden 
sich darunter die Herren Karl Ecker- 
mann, Karl Steingrebe, Max Schott, 
Jakob Miller und Johann Ziegler; 

Letzterer war der erste Präsident. 
Jene Gründer des "I^iederkranz" 
waren nicht abergläubisch, sonst 
würde die Zahl 13 sie abgeschreckt 
haben. Der Verein besteht heute 
noch, ein Beweis, dass die Baumei- 
ster gut geplant und noch besser 
gebaut hatten. Auf manchem gros- 
sen Sängerfest hat er Lorbeeren er- 
rungen, besonders auf dem grossen 
Sängerfest zu Baltimore (1889) und 
ganz besonders in New York ( 1 894) , 
wo er sich ein prächtiges Pjano im 
Werthe von $1000 ersang. Erst am 
20. April, 1889 wurde der A^erein 

In 1856 wurde die zweite Ge- 
meinde der Evangelischen Gemein- 
schaft gegründet, aber erst am 8ten 
November, 1859 inkorporirt. Die 
Glieder dieser Gemeinde bildeten 
die Partei, welche sich der Verle- 
gung der Salemskirche widersetzt 

hatten und seitdem ohne Kirche 
waren. Das Gebäude steht an der 
Ecke von Grape- und Jackson- 

In 1857 wurde noch ein anderer 
Gesangverein, Concordia, gegründet 
von etwa 8 Gliedern, welcher Jahre- 
lang mit dem "Liederkranz" um 
den Vorrang in der Gunst des ge- 
sangliebenden Publikums kämpfte. 
Der erste Dirigent war Wilhelm P: 

In demselben Jahre (1857) wurde 
auch die zweite deutsche Odd Fel- 
lows-Loge gegründet, nämlich La- 
fayette-Loge No. 48g. Die Mitglie- 
der derselben rekrutirten sich fast 
gänzlich aus der eingegangenen 
Syracuse Harugari-Loge No. 30. 
Die ersten Beamten der neuen Loge 
waren: Hermann Ackermann, N. 
G.; Benedict Häberle, V. G.; Ja- 
cob Wagner, Secretär; Heinrich 
Tausend, Schatzmeister; Karl Hess- 


1er, Protok. -Sekretär. Diese Loge 
vereinigte sich 1866 mit der Lincoln 
Loge No. 180, einer der stärksten, 
welche existiren, und die einzige 








^/t.yc^/.>^ STHEPRICE 

jf{ asWellastheQualil 

^V- v> -^ --^ -^ •'^? --^ --s --a -^ --a ■:s^/ 

as Well as the Quality is Quar= 
anteed to be Satisfactory. 

A child's Bicycle as high grade as the highest of them all. 

A raversable crank Bracket, so that the wheel grows with the 

growing child. 

Every part in perfect proportion and each built especially to fit 

the child. 

Graceful, sturdy, strong and good to lock upon. 

(jhese are some of the points of the £jf/n that stick 

naht out, 'Seo lY f/iey are a// on otÄer ^ui/eni'/es. 

FRAZER <& JONES CO., Makers. 

SpaI(ling&Co.,Agts., 109-113 West Jefferson St. 

.iSHED isae. 







Dru^s c\nd pt^oprieiar^ Mediciries, 

SGT &s E;09 N". S^A.1LiI1<T.A. ST. 

HoIIoway's Herb Tea, Holloway's German Liniment, Willifer's 
Ci)rn Remedy, Holloway's Pain De.stroyer, Holloway's Cough 
ürops, Holloway's Celery Tonic, Holloway's Headache Powders, 
Willifer's Kidney Cure, Holloway's Root Beer Extract, Dr. 
Thomas's üerman Balsam, Holloway's Stomach Bitters, Ralph's 
Rheumatic Remedy, Holloway's Cough Hedicine. 


Lst wohl bekannt, 
Drtimm haltet er a Restaurant, 
A feine Sigar, guat Bier und Wei, 
De.s griagt a Jeder, wo got det nei 
Zum Schwäbli, 



dieses Ordens, welche eine eigene 
Halle besitzt. Dieselbe befindet 
sich an der Ecke von Townsend 
und Ashstrasse und kostet insge- 
sammt $12.000. 


iSjS — Durch den Wechsel des 
politischen Glaubensbekenntnis.ses 
des "Onondaga Demokrat" (1856) 
war die demokratische Partei ohne 
ein Organ. Es bildete sich eine 
Compagnie unter dem Namen "The 
Independent Democratic Society", 
mit Jacob Pfohl an der Spitze, und 
am I. Juli 1S58 erschien die erste 
Nummer des "Central Demokrat". 
Das Blatt wurde von Wilhelm Mül- 
ler redigirt, und Julius Schwarz 
war der Geschäftsführer. Das 
Hauptquartier befand sich im Star- 
Gebäude, wo heute die Syracuse 
Sparbank steht. In der editoriel- 
len Begrü.ssung hiess es kurz und 
bündig: "Hiermit übergeben wir 
dem deutschen lesenden Publikum 
die erste Nummer des Syracuse Cen- 
tral Demokrat, mit der Voraussag- 
ung, dass sie von allen willkommen 

geheissen werden wird". Der edi- 
torielle Theil des Blattes lag in gu- 
ten Händen, was jedoch vom ge- 
schäftlichen Theil nicht gesagt wer- 
den kann, denn .schon am 12. No- 
vember 1858 ging der Central Demo- 
krat mit Pauken mid Trompeten, 
Schulden und allem, in die Hände 
des Herrn Joseph A. Hofmann über, 
welcher sich mit folgenden Worten 
bei seinen Lesern einführte : ' ' Unser 
Motto wird .sein, ''Einigkeit maeht 
stark:' Es wird unsere Aufgabe 
sein, nur solche x\rtikel zu veröf- 
fentlichen, welche der Religion und 
Per.sönlichkeiten fremd sind. W'ir 
werden uns dabei leiten lassen von 
der Wohlfahrt unserer Republik 
und der Au.sführung der Rechte, 
welche die Constitution garantirt". 
Unter der neuen Verwaltung gewann 
der Central Demokrat weiten Ein- 
fluss. In 1859 wurde das Geschäft 


nach dem Davis Gebäude verlegt, 
welches an der Ecke von Ost-Wa- 
terstrasse, ö.stlich vom Bastable 
stand, und von dort im Jahre 1864 
nach dem jetzigen Gebäude, No. 


728 Nordsalinastrasse, dem Eigen- 
thum bes Herrn Hofmann. In 1888 
-übergab derselbe das Blatt an seinen 
Sohn, lyouis C. Hofmann, musste 
aber nach dessen frühzeitigem Tode 
wieder das Steuerruder ergreifen 
und ist noch heute der Redacteur. 
Er kann auf eine ehrenvolle editori- 
elle Ivaufbahn von nahezu 40 Jahren 
zurückblicken und dieser Auszeich- 
nung geschieht selbst durch die 
Thatsache kein Abbruch, dass die 
veränderten Verhältnisse, politi- 
scher und anderer Art, den Einfluss 
des Blattes in etwa eingeschränkt 

Am 21. Mai 1859 wurde dann 
auch der Deutsche Handwerker- Fer- 
ein gegründet, welcher während 
Seines Bestehens manche schwere 
Stürme zu bestehen hatte, aber 
trotzdem eine segensreiche Thätig- 
keit entfaltete. 

Den Schluss dieses Zeitabschnitts 
bildet das erste grössere Fest, wel- 
ches die Deutschen von Syracuse 
feierten, nämlich die hundertjährige 
Feier \o\\ ScJiiller' s Geburtstag, 
welche am 10. November 1859 in 
Pfohl's Halle stattfand. Christian 
Freeoff war Fest- Präsident. Die 
Feier bestand in einem Festmahl 
mit Musik und Reden von den Her- 
ren Freeoff, Karl Eckermann und 
Georg Saul während des Nachmit- 
tags. Ein grosser Ball am Abend 
brachte das Fest zu einem würdigen 

Wann das erste Eagerbier in S3-ra- 
cuse gebraut wurde, lässt sich nicht 
einmal annähernd genau bestimmen. 
Im Jahre 1850 bestand schon eine 
amerikanische Brauerei (Green- 
wa3''s), und es scheint, dass die er- 
sten Anfänge der deutschen Lager- 

Bier- Brauereien sehr bescheiden 
waren. Der erste hiesige deutsche 
Brauer soll David Göttel gewesen 
sein, welcher sein Bier in einem 
Waschkessel braute. Nach ihm 
werden der Reihe nach Jakob Pfohl, 
J. Easterl}', Franz Xavier Zett, 
Michael Heitz und endlich Bene- 
dict Häberle genannt, welche ebenso 
klein anfingen. 

Benedikt Haeberlc begann seine 
Brauerei in grösserem Massstabe im 
Jahre 1855 in demselben Gebäude, 
welches heute als Ryan 's Brauerei 
bekannt ist. In 1865 errichtete er 
eine solche auf der gegenüberlie- 
genden Seite an Butternut- und 
McBridestrasse, welche im Eaufe 
der Zeit die gegenwärtige Ausdeh- 
nung gewonnen hat. Benedict Hä- 
berle starb in 1881 und nach seinem 
Tode wurde das Geschäft in eine 
Aktienbrauerei umgewandelt. 

Franz Xavier Zett hatte in 1858 
ein kleines Geschäft an der Ecke 
von Court- und Eodistrasse, das sich 
aber stetig vergrösserte. Nach sei- 
nem Tode ( 1881) ging die Brauerei 
in die Hände seines Sohnes über, 
unter welchem dasselbe zu grosser 
Bedeutung gelangte. 

Die ''Germania" Brauerei wurde 
in 1886 inkorporirt und ZAvar mei- 
stens von Deutschen. 

Von 1860—1870. 

Das Deutschthum von Syracu.se 
hatte um das Jahr 1860 eine solche 
Ausdehnung erreicht, dass es nicht 
länger möglich ist, den einzelnen 
Persönlichkeiten durch Aufzählung 
ihrer \'erdienste gerecht zu werden. 
Ihre In.stitutionen hatten um diese 
Zeit solide Gestaltung gewonnen; 
sie hatten die Probezeit überstanden 
und es bleibt uns in dieser Hinsicht 


nur übrig, die wichtigeren Ereig- 
nisse in ihrer weiteren Entwickel- 
iing zu berichten. Selbstverständ- 
lich hatte die Stadt ein verändertes 
Aussehen gewonnen, seit wir zum 

letzten Mal diesen Punkt erwähn- 
ten, und zwar ein so gänzlich ver- 
schiedenes, dass selbst eine genaue 
Beschreibung den Leser nur ver- 
wirren könnte, ohne ihm eine eini- 
germassen klare Vorstellung davon 
zu geben. Nur dies sei bemerkt, 
dass die Deutschen meist auf der 
Nordseite wohnten, dass zu Anfang 
dieses Zeitabschnitts, die Gegend an 
der Butternutstrasse noch kaum be- 
siedelt, ja diese ganze Umgebung 
noch meist bewaldet war. Durch 
die Butternutstrasse floss ein Bach, 
an der Ecke von Lodi war sogar 
ein richtiger "See," der Prospect 
Hill war eben um 36 Fuss ernie- 
drigt und die nahen Thäler ausge- 
füllt. Der Haupt- Vergnügungsort 
war Kaiser' s Grove auf dem Hügel 
an der Parkstrasse, südlich von But- 
ternut. Hier wurden lange Jahre 
hindurch bis in die 70' er Jahre im 

Sommer an Sonntagen Pikniks ab- 
gehalten, die schon am Morgen be- 
gannen. Es entstanden Wirthschaf- 
ten, mit Sommergärten, wohin an 
Sonntagen die durstigen Salzstädter 
zu Fuss über Hügel und Thäler 
wallfahrteten. In geselligen Din- 
gen gab der Turn - Verein den Ton 
an. Wenn dieser ein Fest feierte 
oder eine Vergnügung veranstaltete, 
Hessen die Deutschen einmüthiglich 
die Arbeit im Stich und nahmen 
Theil, als sei dies ihre heilige Pflicht. 
Tempi passati — entschwundene Zei- 
ten ! 

Um das Jahr 1860 bestand auch 
eine deutsche Schule, die von ei- 
nem gewissen Bund geleitet wurde. 
Sie befand sich in einem Gebäude 
an Lockstrasse, zwischen Butternut 
und Ashstrasse, und hier hat u. a. 
auch Ex-Mayor Jakob Arnos einen 
Vorgeschmack von deutscher Ge- 

lehrsamkeit b e k o m m e n . Dies 
scheint, ausser den Kirchenschulen, 
die erste unabhängige deutsche 
Schule gewesen zu sein. Nach ihm 
kam ein Schulmeister, Namens 


%OQcn \xnb Vcvcinc. 

fl. 0. li. w. 

Harmony Loge No. i6. 

Diese Loge besteht meistens aus deut- 
;schen Frauen und deren Töchter und ist 
• ein Zweig der Frauensektion des A. O. 
ü. W. ; speziell aber besteht dieselbe aiis 
Frauen, Töchtern und Schwestern der Brü- 
der der Salt City Loge No. 239, A. O. 
U. W., und wurde am 4. März 1894 durch 
■G. P. C. of H., Jennie V. Abbott, assistirt 
von Mitgliedern der hiesigen Union-Lodge 
No. 8, installirt. Die ersten Beamten 
waren : P. C. H., Carolina Brehm; C. H., 
Anialia Bulla; L. H., Louise Krebs; G.C., 
Louise Bausinger; prot. Sekretärin, Geno- 
feva Steinbicker; Finanz-Sekretärin, Phi- 
lippina vSchlosser; Schatzmeisterin, Mag- 
dalena Klube; Führerin; Elisabetha Wid- 
mann ; Innere Wache, Emma Wolthau- 
sen; Aeussere Wache, Katie Heusle; Trus- 
tees, Lena Sembach, Minnie Galster, 
■ Catharine Listmann ; Erster Arzt, Doktor 
Leonard A. Saxer. Die Loge zählt jetzt 
113 Mitglieder. Die jetzigen Beamten 
sind: P. C. H., Anialia Bulla; C.H., Louise 
Krebs; L. H., Louise Bausinger; C. C, 
Libbie Widmann; prot. Sekretärin, Geno- 
feva Steinbicker; Finanz-vSekretärin, Eli- 
sabeth Walters; Schatzmeisterin, Magda- 
lena Klube ; I-'ührerin, Emma Wolthau- 
sen; Innere Wache, Maria King ; Aeus- 
sere Wache, Libbie Gieselmann; Trustees, 
Catherine Listmann, Lena vSembach, Mina 
Galster; Organistin, Carolina Cornelius. 
Die Versammlungen finden am ersten und 
dritten Donnerstag in der Salt City Lo- 
genhalle im Altmann-Gebäude statt. 
Salt City Loge No. 23g. 

Die "Salt City Loge No. 239" wurde in 
hiesiger vStadt am 8. Mai 1879 gegründet- 
und durch den Dist. Deputirten P. vS. Ry- 
der und die Gehülfen Brüder Sanmel 

vStephens und Alexander Soules installirt. 
Die neue Loge zählte damals 37 Mitglie- 
der. Die ersten Beamten waren: P. M. 
W., Gen. Gustavus Sniper; Master Work- 
men, Dr. Henry L. Eisner; Obmann, 
Adam Klink; Aufseher, Franz B. Hä- 
berle; Prot, und Corresp. »Sekretär, Sam- 
uel R. Stern; Finanz - Sekretär, Charles 
L. Hoffmann; Schatzmeister, Jakob Kohl; 
Verwaltungsrath, Andreas Brand, Julius 
VanVelde, Jakob Naumann; Arzt, Dr. 
Theo. H. Kemter. Jetzt zählt die Loge 
210 Mitglieder und versammelt sich an 
jsdem I. und 3. Pvlittwoch in ihrer eige- 
nen Logenhalle im Altmann-Gebäude. 
Die jetzigen Beamten sind: P. M. W., 
Johann G. Klube; M. W., Carl Wolthau- 
sen; Foreman, F. Frey; Aufseher, S. 
Köhler; Prot, und Corresp. Sekretär, Ai- 
gust Steinbicker; Finanz-Sekretär, Hein- 
rich Steingrebe; Schatzmeister, Louis 
vSteinbicker ; Verwaltungsrath, Georg- 
Schlosser, Heinrich Holker, Carl Heusle. 

D. 0. fi. 

Central City Loge No. 154. 
Diese Loge wurde am 25. Dember 1867 
von einem Beamten des Ordens, Namens 
Ockeniels von Auburn installirt. Der 
Name der Loge war "Central City-Loge 
No. 161" vom "Altdeutschen Orden der 
Harugari." Die ersten Beamten der Loge 
waren: Ober-Barde, Johann A. Eckel; 
Unter-Barde, Martin Scheuermann; prot. 
Sekretär, Johann Hessler; Finanz-Sekre- 
tär, Johann Scheuermann; Schatzmeister, 
Franz Schmidt. Die Loge zählte damals 
32 Mitglieder und ist die älteste Haru- 
gariloge hiesiger Stadt. Gegenwärtig 
zählt die Loge 50 Mitglieder und hat ein 
Vermögen von ungefähr 1 1500. Die jetzi- 
gen Beamten sind: Ober- Barde, Michael 
vSchöberlein; Unter- Barde, Gustav Schild- 


Bnimmcl, welcher am längsten aus- 
hielt (1860 — 1S75), ferner Otto 
Waxdbaiun und Heinrich Kegaicr, 
beide in den 70er Jahren. Brummel 
hielt seine Schule in einem kleinen 

JOhANM l<!IZC^. 
Gebäude hinter der St. Johannes- 
kirche. Viele der jetzt noch leben- 
den Deut.schen haben bei diesen ih- 
ren ersten und oft einzigen Unter- 
richt erhalten. Sie können sich 
nicht mehr auf die einzelnen Zweige 
der Wissenschaft besinnen, die hier 
gelehrt wurden, aber alle haben 
noch eine merkwürdig lebhafte Er- 
innerung an die Zweige der Ruthen. 
mit welchen die Kenntnüsse einge- 
schärft wurden. Auf Regener' s 
Schulbänken sass u. a. auch ein 
sommersprossiger aufgeweckter 
Knirps, mit unverschämt blondem 
Haar und unverkennbar irischen Ge- 
sichtszügen und lernte Deutsch un- 
ter Mithülfe eines Ochsenziemers, 
der von den Schülern "St. Patrick" 
genannt wurde. Dies war der ge- 
genwärtige Mayor James K. Mc- 
Guire. Es haben somit zwei Syra- 
cuser Bürofermeister auf deutschen 

Schulbänken gesessen. Als Lehrbe- 
soldung erhielten die betreffenden 
25 Cents per Woche für jeden Scliü- 
1er und den Titel "Professor". 

Um diese Zeit sah es nicht dar- 
nach aus, als ob das neue Jahrzehnt 
bedeutungsvolle Ereignis.se in sei- 
nem Schoosse berge. Und doch 
war dem so. Die Präsidentenwahl 
im November 1860 war zwar von 
ungewöhnlicher Bitterkeit gekenn- 
zeichnet, aber der Sieg der neuen 
republikanischen Partei schien ge- 
nügende Garantie für die ruhige 
Entwickelung des Landes und die 
endliche friedliche Lösung des Skla- 
verei - Problems zu bieten. Die 
Sklavenstaaten hatten im Laufe der 
Jahre so oft mit Abfall, Krieg und 
Gewalt gedroht, ohne Miene zu ma- 
chen, diese Drohungen zu verwirk- 
lichen, dass man im Norden nicht 
mehr an die Aufrichtigkeit dersel- 
ben glaubte. 

ANDPEA^ riUtlLLIll^. 

Abraham Lincoln war am 4. Mä; z 
inaugurirt worden. Am 14. April 
schon fiel der erste Schu.ss auf Fort 
Sumter, das Signal zum Beginn des 


bach ; prot. Sekretär, L,. Hämmerle ; 
Rechnungsführer, Leopold Schuler ; 
Schatzmeister, Friedrich Föll. Die Ver- 
sammlungen finden jeden i. und 3. 
Donnerstag in Gilcher's Halle statt. 
ß'reie Brueder Loge No. 4^8. 
Die "Freie Brüder- Loge No. 45S, D. 
O. H., "WT-irde am 19. Februar 18S2 mit 
einer Mitgliederzahl von 29 und einem 
Kapital von I87.00 gegründet. Die Ver- 
sammlungen wurden zu dieser Zeit in 
Ackermann 's Gebäude abgehalten. Die 
ersten Beamten waren Folgende: Ober- 
Barde, Joseph Graff; Unter-Barde, Jakob 
Levi; prot. Sekretär, Louis Kraft; Rech- 
nungsführer, Guido Kill}-; Schatzmeister 
August Köhler. Die Loge hat seit ihrer 
Gründung glänzende Fortschritte ge- 
macht und schon eine grosse Summe für 
Krankenunterstützung, Sterbegelder u. s. 
w. ausbezahlt. Jetzt zählt die Loge 98 
Mitglieder und verfügt über ein Kapital 
von 12,144.80. Die jetzigen Beamten 
sind: Ober-Barde, Friedrich Wickert; L^n- 
ter-Barde, Georg Gress; prot. vSekretär, 
Franz Kuball; Rechnungsführer, Johann 
B. Schindler; Schatzmeister, Louis Kraft. 
Die Versammlungen finden den 2. und 4. 
Montag eines jeden Monats statt. 

Humboldt Loge Xo. ^jj. 
Die Humboldt-Loge No. 537 D. O. H. 
wurde am 24. Oktober 1886 gegründet. 
Die ersten Beamten waren: Ober -Barde, 
G. J. Hauck; Unter-Barde, Georg 
Röschlaub; Sekretär, F. J. Holzwarth; 
Schatzmeister, Kilian Krause, Rechnungs- 
führer, Val. Krause. Die Nebenbeamten 
waren: R. H. G. des O. B., J. M. Gril- 
lenberger; L. H. G. des O. B., J. Sey- 
fert; R. H. G. des U. B., J. Batzer; L. 
H. G. des U. B., J. Hämmerle; Führer, 
A. Patrie; Aufseher, K. Mündlein; In- 
nere - Wache, G. Kaufmann ; Aussere- 
Wache, J. Keim. Die jetzige Beamten 
sind: Ober-Barde, A. Petrie; Unter-Barde, 
Ph. Killian; Sekretär, H. Mentzel; Schatz- 
meister, Th. Papst; Finanz-Sekretär, A. 
Kessler. Die Loge hat eine Mitglieder- 
zahl von 46 Brüdern und ein Kapital von 
$707. Die Versammlungen finden an je- 
dem I. und 3. vSonntag im Monat in der 
Halle, Ecke Süd-Geddes- und Gifford- 
Strasse statt. 

Deutsche Wacht-Loge No. 283. 
Die Deutsche Wachtloge No. 283 wurde 
im Jahre 1872 als ein Zweig des Deutschen 
Ordens der Harugari von den Brüdern 
Franz Schmidt, Daniel Schmeer, Jakob 
Stahl, Ludwig Müller und Thomas Abele 
gegründet. Die Loge zählt jetzt 169 Mit- 
glieder und hat einen Kassenbestand von 
nahezu 19,000. Seit ihrem Bestehen be- 
zahlte dieselbe 14,607.22 Krankengelder, 
12,700 für Sterbe-Gelder und I637.50 für 
freiwillige Unterstützungen aus. Die jetzi- 
gen Beamten der Loge sind: O. B., Georg 
Knobel; U. B., Heinrich Metz; Protok.- 
Sekretär, Jakob Gehres; Finanz-Sekretär, 
August Maurer; Schatzmeister, Adam 
Metzger. Die Versammlungen finden je- 
den ersten und dritten Freitag im Monat 
in ihrer Halle, Ecke McBride- und Ash- 
strasse statt. Die Loge feierte am 19. Juli 
d. J. ( 1897) ihr silbernes Jubiläum in der 
Turn-Halle in gebührender Wei.se. 
Elisabeth-Loge No. 22. 


Die "Elisabeth-Loge No. 22., D. O. H., 
wurde am 15. März 1891, mit 130 Mitglie- 
dern gegründet. Die ersten Beamten wa- 
ren: O. B., Lena Rech; U. B., Wilhelmine 
Rohsberg; Sekretärin, Christina Ortloff; 
Schatzmeisterin, Catherina Yung; Rech- 
nungsführerin, Catherina Gross. Die 
gegenwärtige Beamten sind: O. B.. Elisa- 
betha Gerhardt; U. B., Maria Chitel; 
Sekretärin, Elisa Lang; Schatzmeisterin, 
AnnaStohrer; Rechnungsführerin, Cathe- 
rina Reinheimer. Die Mitgliederzahl am 
I. Juli 1897 war 119 und das Logen-Kapi- 
tal beträgt |;i8oo. Die Loge versanmielt 
sich am i. und 3. Sonntag im Monat in 
Gilcher's Halle. 

Orden der focrstcr con jlmcrika, 

Salma Court No. 148. 
Dieser Zweig des Ordens der Förster 
wurde am 20. November, 1890 als ein eng- 
lische Court unter dem Namen "Court 
Salina, No. 7885" gegründet. Die ersten 
Beamten waren : O. F., James Moore; U. 
F., Edward Utting; Sekretär, Eduard 
Rother; Rechenmeister, J. McDonal; 
vScliatzmeister, Dennis Murphy. Am 30. 
Juni, 1895 wurde dieser Court unter dem 
Namen Salina Court, No. 148 in einen 



deutschen ungewandelt und wurden fol- 
gende Beamten erwählt: O. F., Georg 
Ott; U. F., Louis Schlosser; prot. Sekre- 
tär, Valentin Oberst; Finanz-vSekretär, 
"Wilhelm Mirbach; Schatzmeister. Peter 
Dussing. Von dieser Zeit an trat eine 
neue Aera in der Gescichte des Court ein. 
Neues Leben schien in denselben gekom- 
men zu sein und nahm derselbe .stetig an 
Mitgliedern zu. Jetzt zählt derselbe schon 
1 60 Mitglieder und verfügt über ein Kapital 
von II720. Die Loge zahlt ;^ioo Sterbegeld 
und |6.oo per Woche Krankenunterstütz- 
ung. Die Beiträge sind |;S.oo per Jahr. 
Die gegenwärtigen Beamten sind: Ober- 
Förster, Wilhelm Mirbach; Unterförster, 
Valentin Schilling; i. Aufseher, Jos. H. 
Rees; 2. Aufseher, Heinrich Daub; prot. 
Sekretär, Peter Rech; Finanz - Sekretär, 
Georg Kunzelmann; Schatzmeister, Hein- 
rich Markert. Die Versammlungen fin- 
den jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat 

Coiirl Central City JVo. 322. 

Diese Court -woirde am 18. April 1896 
mit 46 Mitglieder gegründet. Jetzt zählt 
dieselbe 320 Mitglieder. Der Zweck des 
Ordens, resp. dieser Court, ist : Die 
Kranken zu besuchen und zu unterstützen 
und im Sterbefalle eines Bruders der 
Wlttwe und den Waisen eine hülf- 
reiche Hand darzubieten, sowie den ver- 
storbenen Brüdern die letzte Ehre zu er- 
weisen. Die ersten Beamten waren Fol- 
gende; Jr. P. C. R., H. Abbott ; C. R., 
Leo J. Hofmann; S. C. R., Franz C. Wenz; 
prot. Secretär, Julius Freeman ; Finanz- 
Secretär, Daniel F. Cushing; Schatzmei- 
ster, Ludwig Trage, Jr. ; Sr. W,, J. Hart; 
Jr. \V., Jacob Disque ; S. B., Friedrich 
Arnos ; J. B., Carl B. Young ; Trustees, 
Georg Rauch, Heinrich Funda, Robert 
Emmerich. Die Verzammlungen finden 
den 2ten und 4ten Mittwoch jeden Mo- 
nats statt. Die jetzigen Beamten sind: 
Jr. P. C. R., Leo J. Hofmann; C. R., 
Franz C. Wenz ; S. C. R., J. Hart ; prot. 
Secretär, Philipp Wiegand; Finanz-Secre- 
tär, D. V. Cushing; Schatzmeister, Lud- 
wig Trage Jr. ; S. W., Johann MühlbcN-er; 
Jr. W., Karl B. Young; S. B.. Johann 
Siebold; J. B., Karl Pfohl; Trustees, Ro- 
bert Emmerich, Wilhelm J. Kuntzsch, 
Rudolph Bäder. 

Court Salt City No. jjo. 
Diese Court des Ordens der Förster von 
Amerika wurde am 26. Oktober 1S96 ge- 
gründet. Die ersten Versammlungen fan- 
den in Umbrechts-Halle statt. Die ersten 
Beamten waren: J. P. C. R., Joseph Ehe- 
gärtner; C. R., Johann B. Brilbeck, Jr. ; 
S. C. R., Jakob Schug; F'inanz-Sekretär, 
Joseph Scharoun; Protok. Sekretär, Pe- 
ter Kappel; Schatzmeister, Georg Kiefi'er; 
Arzt, Dr. W. J. Werfelmann. Die Court 
zählt jetzt 420 Mitglieder und versammelt 
sich jeden 2. und 4. Donnerstag im ]Mo- 
nat in Marte's Halle, Ecke N. Salina- und 
Divisionstrasse. Die jetzigen Beamten 
sind: J. P. C. R., Johann B. Brilbeck; C. 
R., John F. Scanion; S. C. R., Wilhelm 
Göttel; Finanz-Sekretär, Joseph Scha- 
roun; Protok. -Sekretär, Peter Kappel; 
Schatzmeister, Georg KiefFer; Trustees, 
Eduard Richard, Julius Faustmann, Si- 
mon Zeon. 

Verbesserter Orden der Knigbts of pytbias. 

Lhiondaga Loge Xo. i. 
Die ehemalige Onondaga - Loge, K. of 
P., wurde am 10. Januar 1883 mit 35 Mit- 
gliedern gegründet. Die Beamten waren: 
Ex-Kanzler, Georg C. Young und August 
Köhler ; Com. Kanzler, Jacob J. Unbe- 
hend ; Vice-Kanzler, Friedrich Schultz; 
Prälat, Friedrich Foell ; Archivar, F. W. 
Rossberg ; Finanz-vSekretär, Wilhelm P. 
Hartmann ; Schatzmeister, Guido Kilh-; 
Waffenmeister, Wilhelm Kreuzberg. Wie- 
gen des Nativismus im alten Orden ver- 
liess die Loge denselben am 18. Dezember 
und trat dem neugegründeten Orden, 
" Improved Order Knights of Pythias," 
bei. Die Loge wurde am 15. Januar 1895 
neugegründet unter dem Namen, Onon- 
dago-Loge No. i, I. O. K. of P. Die Be- 
amten im Jahre 1897 sind Folgende: Ex- 
Com., Wolfgang Bauer; Commandeur, 
J. M. Kuppler; Vice-Com., A. H.Walter; 
Prälat, Wilhelm Wendler; protokoll. und 
corr. Schreiber, F. J. Zänkel; Finanz- 
Schreiber, Wilhelm P.Hartniann( 7. Jahre ); 
Schatzmeister, August Liesche; Sergeant, 
Fritz Weisse ; Innere Wache, Herrmann 
Rees ; Aeussere Wache, F;rnst Müller; 
Organist, Joseph H. Rees. Jetzige Mit- 
gliederzahl 47. Die Loge bezahlt I9 per 
Woche im Krankenfalle und 1500 im 


gewaltigen 4- jährigen Ringens, und 
die Garnison nuisste sich ergeben. 
Am 15. April erliess der Präsident 
seine erste Proklamation zur Stel- 
lung von 75000 Mann Miliztruppen. 

Wie ein elektrischer Funke zuckte 
es durch den Norden, als man die 
wahre Sachlage in ihrer ganzen 
drohenden Gefahr erkannte. Jede 
Stadt, jedes Dorf, jedes einzelne 
Herz wurde von Entrüstung und 
patriotischer Begeisterung zugleich 
durchdrungen. Alle Partei-Unter- 
schiede schienen mit einem Male 
verschwunden zu sein. Es gab nur 
noch Patrioten und Rebellen. 

Sobald die Nachricht nach Syra- 
cuse kam, wurden sofort Vorkeh- 
rungen getroffen, Truppen zum 
Schutz der gefährdeten Bundes- 
hauptstadt zu senden. Ueberall 
wehte das Banner der Union ; pa- 
triotische Musik erklang auf allen 
Seiten , zündende Reden wurden ge- 
halten und ein Fond von $10,000 
war im Nu gesichert, um für die 
Familien der Freiwilligen zu sorgen. 
Butler's Zouaven und Jenney's Ar- 

tillerie-Batterie gingen sofort Mitte 
April nach Albany, das 12. Regi- 
ment am 2. Mai nach Elmira. 

Die Wogen der Begeisterung gin- 
gen hoch und nicht zum mindesten 
unter den Deutschen. Ueber ihre 
Betheiligung am Kriege und über 
die allgemeine Stimmung unter ih- 
nen in jener bewegten Zeit wollen 
wir im folgenden Abschnitt kurz 
und anschaulich berichten. 

Butler'' s Zouaven. 
Diese Truppe bestand schon vor 
Ausbruch des Krieges und als Ein- 
coln's erste Proklamation erschien, 
erforderte es nicht viele Mühe, in- 
nerhalb einiger Tage die Kompagnie 
auf ihre volle Stärke von 77 Mann 
zu bringen. Dieselbe wurde in 
Albany eingemustert und als Com- 
pagnie D dem 3. N. Y. Freiwilligen 

Regimente einverleibt. Die Ein- 
musterung in den Dienst der Ver. 
Staaten erfolgte am 14. Mai 1861 
in Fortress Monroe. In dieser Kom- 
pagnie, unter Butler's Commando, 









^==^ 7 13-7 15 NORTH STATE ST.. COR. BUTTERfiUT ST. 

GustaD BartbolmCt 


PLANTS, CUT rLOWEPS^^===z::>' 

jx- ANo p-]_ORAL DESIGNS. 

*^4^#^'* MANLIU5 STREET, Opposite Woodlaion Ccmctcry. 

The coiKlirioiA or vour Uhrcirv dcpciids oi\ \\\c 


Are located at... öd^j E. Öches^^ 5t., vSecond Floor, 

MAGAZINES, Etc., at LowEST Rates consistent with Best Work. 

»> > Your Patroiiage is Respectfiill^k' Solicitecl. * *« 

3oDn Single Paper Co.. '''■ 

Wholesale Stationers and Printers mmat 



befanden sich die folgenden Deut- 
schen von Syracuse ; Jacob Sax, 
Johann Fesenmeier, Andreas Fesen - 
meier, Joseph Heisle, JohannBrehm 
Joseph Mühlbeier, Peter Hertens, 

und Eddie Pfohl. Die Compagnie 
nahm Theil an der ersten Schlacht 
des Krieges, bei Big Bethel, am 9. 
Juni 1S61, in welcher Peter Her- 
tens verwundet wurde. Jacob Sax 
wurde in dem Gefecht bei Drury's 
Bluff verwundet. Joseph Hühlbeier 
diente später im 22. Kavallerie- 
Regiment und wurde dort verwun- 

Das Turner - Regiment 

bestand aus deutschen Turnern des 
Staates New York und war als das 20. 
N. Y. Freiwillige Regiment bekannt. 
Von den 28 hiesigen Turnern tra- 
ten 22 ins Heer und 16 von diesen 
in das Turnerregiment. 9 verlies- 
sen Syracuse am 21. April 1861 
und andere 7 eine Woche später. 
Die Namen derselben folgen nach- 
stehend : Johann Gebhardt, Hax 
Fix, Fred Fix, Valentin vSchilly, 
Johann Schilly, Georg Oswald, 

Ottomar Will, Carl Brücker, Jo- 
hann Höfler, Conrad Loos; Con- 
rad Schröder, Philipp Kappesser, 
Julius Wöse, Louis Schug, Hein- 
rich Stroh, Louis Kraus, Adolph 
Fix,Heinrich Klein, Friedrich Walz, 
Georg Kuhn, Theo. Kuhn, Gustav 
Huber, Heinrich Eise. Von diesen 
starb Georg Oswald während des 
Krieges, Johann Gebhardt wurde 
bei Gettysburg verwundet und Ot- 
tomar Will verlor einen Arm. Louis 
Kraus fiel bei Antietam und Hein- 
rich Eise bei Newmarket Bridge, 

Wer jene stürmischen Tage nicht 
selbst miterlebt hat, kann sich nur 
eine schwache Vorstellung von der 
Stimmung machen, welche die Ge- 
müther beherrschte. Um ein Bei- 
spiel aus vielen herauszugreifen, 
geben wir nachfolgend die Erfah- 
rungen des Herrn John Schilly von 


hier, gegenwärtig in Auburn wohn- 
haft. Er erzählt: 

"Beim Ausbruch des Krieges ar- 
beitete ich als Barbier für PhiHpp 


Sterbefalle eines Mitgliedes. Die Ver- 
sammlungen finden jeden ersten und 
dritten Mittwoch des Monats statt. 


Alleiuania-Zelt No. 492, K. O. T. J\I. 

Allemania-Zelt No. 492 des Ordens der 
Makkabäer-Ritter, eines der grössten und 
besten Vensicherungs - Orden der Welt 
wurde am 23. Dezember 1896 in Altmann's 
Halle mit einer Mitgliederzahl von 12 in's 
Leben gerufen. Folgende Beamten wur- 
den erwählt und durch den Staatsdeputir- 
ten M. C. Clark in ihre resp. Aemter ein- 
gesetzt: Ex-Kommandeur, J. P. Pinzer; 
Kommandeur, J. H. Rees; Lieutenant- 
Kommandeur, J. A. Dick; Archivar, Ju- 
lius Loos; Kaplan, Dr. F. J. Rupp; Ser- 
geant, Hermann Rees; Waffenmeister, J. 
C. Stoecker; Erster Wachtmeister, Chri- 
stian Unkauf; 2. Wachtmeister, P. Schä- 
fer; Sentinel, F. W. Traugott; Wache, 
August Flanagan. Diese Beamten dienen 
bis auf etliche Ausnahmen noch heute; 
in folgenden Aemtern trat ein Wechsel ein : 
Kaplan, Eimer D. Cross; Waffenmeister, 
Wilhelm C. Rölim; 2. Wachtmeister, 
Friedrich Obrist; Sentinel, Peter Gernant 
und Wache, Edmund J. Hope. Das Zelt 
zählt jetzt 32 Mitglieder. Die Versamm- 
lungen finden jeden 2. und 4. Freitag in 
Altmann 's Halle statt. 

I. 0. 0. ?. 

Lincoln Loge No. /So. 
Am 3. November 1845 versammelten 
sich 26 deutsche Männer und gründeten 
in hiesiger Stadt einen Unterstützungs- 
Verein unter dem Namen Sankt Johannes 
■Gesellschaft. Die Beamten waren: Prä- 
sident, Johann C. Köhnlein; Vice-Präsi- 
dent, Jakob Pfohl; prot. Sekretär, Franz 
Feil; Schatzmeister, Adam Listmann. — 
Am 15. April, 1850 ging diese Gesell- 
schaft über zu dehi Alten Orden der Ha- 
rugari und gründeten die vSyracuse-Loge, 
No. 30. Die ersten Beamten der Loge 
waren: Ober-Barde, Louis Hagen; Unter- 
Barde, Christian Frühauf; i. Sekretär, 
Johann Winter; 2. Sekretär, Gottlieb 
Vöglein; Schatzmeister, Adam Klink. 
Im Jahre 1856 am 19. Juli wurde aus der 
Harugari- eine Odd-Fellow-Loge, unter 
dem Namen Lafayette-Loge No. 4S9. Da 

in diesem Distrikt zur Zeit zwei Logen un- 
ter diesem Namen bestanden, so wtirde der 
Namen der Loge am 18. März 1867 in Lin- 
coln-Loge No. 1 80 umgeändert. Die ersten 
Beamten der Lafayette Loge im Jahre 
1856 waren: O. M., Jakob Pfohl; U. M., 
Michael Fehrenz; prot. Sekretär, Fried- 
rich Haben; Finanz-Sekretär, Herrmann 
Ackermann; Schatzmeister, Heinrich 
Gieselmann. Bruder H. Gieselmann ist 
der einzige jetzt noch lebende Johannes- 
Bruder. Die Loge hat jetzt eine Mitglie- 
derzahl von 376 und nebst ihrem schönen 
Gebäude, Ecke Townsend- und Ashstrasse 
ein Baar- Vermögen von I1900. Die jetzi- 
gen Beamten der Lincoln Loge sind: 
Ober-Meister, Jakob Wagner; Unter-Mei- 
ster, Wilhelm Yost, Jr. ; prot. Sekretär, 
Peter Drumm ( 7ter Termin ) ; Schatzmei- 
ster, Johann Bauer. Die Loge versam- 
melt sich jeden Montag in ihrer eigenen 

Lincoln Rebekka-Loge No. 126. 

Die Lincoln Rebekka - Loge No. 126, 
I. O. O. F., wurde am 28. Februar 1S92 
gegründet. Die ersten Beamten waren: 
Obermeisterin, AppoUonia Jäckel; Unter- 
meisterin, Philippina Grub ; protokolli- 
rende Sekretärin, Elisabetha Schmidt; 
Finanz-Sekretärin, Mina Schmidt; Schatz- 
meisterin, Barbara Latterner. Die Loge 
verfügt über ein Kapital von 1 1,000 und 
zählt gegenwärtig 125 Mitglieder. Die 
Versammlungen finden am ersten und 
dritten Donnerstag eines jeden Monats in 
der Lincoln-Logenhalle statt. Die jetzi- 
gen Beamten sind: Obermeisterin, Rosina 
Eng; Untermeisterin, Mina Single; pro- 
tokoUirende Sekretärin, Louise Würth; 
Finanz - Sekretärin, Maria Hoffmann; 
Schatzmeisterin, Emma Hornung. Die 
Versammlungen jeden i. und 3. Donners- 
tag im Monat in der Lincoln-Logenhalle 

Clinton Lincoln No. jS, P. M. 

Canton Lincoln No. 38, P. M., I. O. O. 
F. wurde mit 27 Mitgliedern am 28. Jan. 
1891 inderOdd-Fellow-Halle, Ecke Town- 
send- und Ashstrasse gegründet. Die er ■ 
sten Beamten waren: Friedrich Sembach, 
Kapitän; Johann J. Unbehend, i. Lieu- 
tenant; Carl Grub, 2. Lieutenant; Peter 
Drunmi, Sekretär; Louis Stuber, Schatz- 
meister. Der Canton besitzt am heutigen 


Gehm, dessen Barbierstube sich ge- 
rade dem alten Salt Springs Hotel 
gegenüber befand. Gehm hatte sich 
entschlossen, mit Butler' s Zouaven 
in den Kriet; zu ziehen und wollte 

JArxOb J. KLEIN, t 
sein Geschäft verkaufen. Ich kaufte 
ihm Samstags- Abends dasselbe ab 
und wollte am nächsten Montag auf 
eigene Faust beginnen. Ich war 
nicht wenig vStolz darauf und froh, 
ein eigenes Geschäft [zu besitzen, 
und hatte nicht die entfernteste Ab- 
sicht, selbst Soldat zu werden. Am 
Montag Morgen fing ich also an 
und der erste Kunde, den ich ra- 
sirte, war der Eigenthümer des ge- 
nannten Hotels, Namens Tallmann. 
Natürlich drehte sich das Gespräch 
um den Krieg und die Anwerbun- 
gen. Plötzlich überkam es mich 
wie ein Fieber; meine Hand begann 
zu zittern, sodass Tallmann mich 
fragte, was mir fehle. Ich antwor- 
tete ihm, er sei der letzte Kunde, 
den ich bedienen werde, da ich auch 
fort in den Krieg wolle. Tallmann 
lud mich ein in seine Wirthschaft 
und traktirte mich, worauf ich 

schnurstracks zu Christian Freeoff 
ging, unserni damaligen Turnver- 
eins-Präsidenten, und ihn fragte, 
ob ich noch in's Turner-Regiment 
eintreten könne. Als er dies be- 
jahte, Hess ich mich gleich anwer- 
ben und ging nach dem Amos Ho- 
tel. Hier war ein gewisser Turner 
Benedikt "Bartender" und als ich 
ihm meinen Entschluss mittheilte, 
band er seine weisse Schürze ab und 
erklärte, ebenfalls mitgehen zu wol- 
len. Zusammen gingen wir dann 
nach Heitz's Wirthschaft, wo des- 
sen Neffe Louis Schug als "Barten- 
der' ' und ein gewisser lyouis Kraus 
als Wurstmacher beschäftigt waren. 
Beide waren Turner und als wir ih- 
nen unser Vorhaben mittheilten, 
rief Schug: "Onkel, ich geh' auch 
mit !" und Kraus rief: "HerrHeitz, 
tragen Sie Ihre Würste selbst fort. 

ich geh' auch mit !" Wir viere gin- 
gen nun zusammen Robber' s Row 
hinauf { nach der Post-Office) wo wir 



...DEALER IN... 

Stooes, Raiiscs, ?urnace$» 



502-506 N. SALINA ST., 
T lephone No. 477. S YR A C US E, N. Y. 

Adamant Manufacturing Co. of America,. 












* lTjeFc:^dr)f YailöPir)q, * 
624 SOin H mzSJ ST. 

t^ # cfi SYRACUSE. N. Y. 


Julius Wöse und dessen Vater an- 
trafen, die mit Farbentöpfen und 
Werkzeug beladen auf dem Wege 
zu ihrer Arbeit waren. Natürlich 
theilten wir ihnen gleich unsere 
Absicht mit. Inzwischen waren 
wir bis zur Warrenstrasse gekom- 
men, als Julius Wöse plötzlich sei- 
nen Farbentopf zu Boden setzte und 
zu seinem überraschten Vater sagte: 

Abend fand eine grosse Versamm- 
lung statt, um noch weitere Anmel- 
dungen entgegenzunehmen. Fred 
Fix und Heinrich Klein meldeten 
sich, doch wurde der letztere, als 
zu jung, zurückgewiesen, trat aber 
später in ein anderes Regiment. Es 
ging wie ein Sturmwind durch die 
Herzen und die Betheiligten .selbst 
konnten am wenigsten erklären, wie 


Die aclfeste lebende deutsche- Pionierin. 

"Hier, Vater, ist dein Farbentopf; 
ich geh' auch mit." Von der Post- 
Office wollten wir fünfe dann zurück 
zu Freeoff, um die übrigen anzu- 
melden. Auf der Brücke über den 
Oswego - Kanal begegneten wir 
Heinrich Stroh. Kaum hörte er, 
was wir vorhatten , als er sich gleich- 
falls entschloss mitzugehen. Am 

sie so plötzlich zu ihrem Entschluss 
gekommen waren. 

Das 12. Regiment. 
Dies war das erste völlig aus On- 
ondaga County rekrutierte Regi- 
ment. Schon am Tage nach der 
Proklamation war das Regiment 
vollzählig organisirt, verliess am 2. 
Mai 1861 Svracuse, wurde in El- 


'Tage 46 aktive Mitglieder (Chevaliers) 
und 9 Ehrenmitglieder. Der Kassen-Be- 
stand am I. April 1897 war|585.35. Die 
jetzigen Beamten sind: Kapitän. Johann 
J. Unbehend; i. Lieutenant, Johann Hä- 
berle; 2. Lieut., Friederich Laass; Sekre- 
tär, Carl Siegel; Schatzmeister, Robert 
Grub. Canton Lincoln machte gvite Fort- 
schritte seit seinem Bestehen, und ist so- 
zusagen der erste Canton im Staate. Eins 
seiner Mitglieder wurde mit einem der 
höchsten Ehrenämter im Staate betraut, 
nämlich Chevalier Oberst F. Sembach, 
welcher als Lieutenant-Commandeur er- 
wählt wvirde. In Buffalo, N. Y. errang 
Canton Lincoln bei dem Preis-Exercitium 
■den 2. Preis im Betrage von I200.00. Der 
Canton versammelt sich jeden 3. Freitag 
im Monat; Exerzir-Abend jeden i. Frei- 
tag in der Liederkranz-Halle. 

Lincoln Lager No. 104. 
[encampment I. o. o. F.] 

Die erste Versammlung des Lincoln-La- 
gers No. 104, I. O. O. F. fand am 28. Jan. 
18S6 statt. Als erste Beamten des neuge- 
gründeten Lagers wurden folgende Brü- 
der erwählt und installirt: Haupt-Patri- 
arch, Louis Walter; Hohe-Priester, Carl 
Grub; i. Aufseher, Jakob Unbehend; 2. 
Aufseher, Philip A. vSchmidt; Schriftfüh- 
rer, Jakob Glas; Schatzmeister, C. Sand. 
Das Lager zählt jetzt 125 Mitglieder und 
verfügt über ein Baarvermögen von |2,- 
264. Das Lager versammelt sich jeden 
2. und 4. Donnerstag im Monat in der 
Lincoln-Logenhalle. Die gegenwärtigen 
Beamten (1897) sind: Haupt - Patriarch, 
Gustav Neiss; Hohe-Priester, Hermann 
Hurst; i. Aufseher, Adolph vStoffel; 2. 
Aufseher, Robert Grub; Schriftführer, 
Franz. Xaver Geiger; Finanz-Sekretär, Pe- 
ter Drumni ; Schatzrtieister, Valentin 

Sclnvcstetn - Unterstuetziings - ]'cirin der 

Dieser Verein wurde im April 1877 ge- 
gründet. Die ersten Beamten waren fol- 
gende Schwestern: Präsidentin, Johanna 
Schmitt; Protok. - Sekretärin, Katharina 
Hettich; Finanz- Sekretärin, Katharina 
Stemmler ; Schatzmeisterin, Philipina 
Glas. Der Verein zählt jetzt 120 Mitglie- 
der und hat ein Baar- Vermögen von 11300. 
Die gegenwärtigen Beamten sind: Präsi- 

dentin, Margarethe Walther; Vize-Präsi- 
dentin, Johanna Gross; Protok. - Sekre- 
tärin, Julia Grathwohl; Finanz-Sekretärin, 
Rosina Guthmann; Schatzmeisterin, Mina 
Single. Der Zweck des Vereins ist die 
Kranken zu besuchen und wöchentlich zu 
unterstützen. Der Verein versammelt 
sich jeden ersten Sonntag im Monat in der 
Lincoln Logen-Halle. 

6. ü. R. 

Lilly Post No. 66. 
Anfangs Juni 1870 versammelten sich 
in Folge einer Aufforderung des General 
Gustav Sniper und Oberst Nicholas Grum- 
brach mehrere Veteranen des Bürger- 
kriegs, um einen permanenten Posten der 
"Grossen Armee der Republik" an der 
Nordseite des Kanals in's Leben zu rufen. 
Mann reichte sogleich ein Gesuch um ei- 
nen Freibrief im Hauptquartiere ein und 
wurde solcher am 25. Juni 1870 sofort be- 
willigt. Am 7. Juli 1870 wurde der neue 
Posten No. 66, G. A. R., durch Kom- 
mandeur George K. Collins vom ehemali- 
gen hiesigen Dwight - Posten und dem 
Einmusterungs - Beamten W. H. Clark 
installirt. Die ersten Beamten des neuen, 
grösstentheils axis Deutschen, bestehenden 
Postens waren Folgende: Kommandeur, 
General Crustav Sniper; Adjutant, Rich- 
ard Jones; Sr. V. C, Philip Eckel; Jun. 
V. C, Jakob Schwartz; Ouartiermeister, 
Nicholas Grumbach; Arzt, August Tanke, 
Kaplan und vSergeant, P'riedrich R. Älil- 
1er; O. M. S., Abraham Brugger; O. D., 
Michael Auer; O. G., Heinrich Lenz. 
Adam Jäckel's Halle in der Butternut- 
strasse wurde als Hauptquartier gewählt 
und wurde am 30. August 1870 beschlos- 
sen, dem neuen Posten den Namen '"Lilly- 
Po.sten", zu Ehren des tapferen Fähn- 
drichs des 149. New-Yorker Freiwilligen 
Regimentes, George Lilly, zu geben, wel- 
cher in der Schlacht am Lookout Moun- 
tain bei der heldenmüthigenVertheidigung 
seiner ihm theuer gewordenen Fahne, 
sein Leben einbüsste. Die Veteranen 
Richard J. Wright und Frederick H. Be- 
man waren die ersten Kameraden, welche 
der Tod aus den Reihen der Mitglieder 
fortraffte. Am i. Mai 1871 nahmen die 
Mitglieder an dem herrlichen Friedens- 
feste, welches in hiesiger Stadt in gross- 


tnira ausgerüstet und am 13. Mai 
in den Staats- Dienst eingemustert, 
und am 2. Juni 1861 in Washing- 
in den Dienst der Vereinigten Staa- 
ten. Am 15. Juli erhielt das Regi- 


ment Befehl über Chain Bridge zu 
gehen, kam am selben Tage zum 
ersten Mal bei Blackburn's Ford un- 
ter Feuer, wobei das 12. Regiment 
6 Todte und 13 Verwundete verlor. 
Dies war unmittelbar vor der ersten 
Schlacht bei Bull Run, während 
Avelcher das Regiment in Reserve 
stand. Nachdem dasselbe einige 
Monate bei der Anlage von Befesti- 
gungswerken vor Washington be- 
sciiäftigt gewesen war, nahm es 
wieder aktiven Antheil f.m Krieg 
und wurde nach der "Peninsula" 
gesandt, nahm Theil an der Belage- 
rung von Yorktown und kämpfte 
in den folgenden Schlachten: Han- 
ver Court House, Gaines' Mill, 
Sa vage' s Station , White Oak S wamp , 
Malvern Hill, zweite Schlacht bei 
Bull Run und erste Schlacht bei 
Fredericksburg. Das Regiment 

kehrte nach Ablauf seiner Dienst- 
zeit am 17. Mai 1863 zurück und 
manche der Soldaten Hessen sich 
von neuem anwerben. 

Compagnie B dieses Regiments 
war deutsch. Nachstehend folgt 
die Namensliste der Offiziere und 

Jakob Brand, Hauptmann; Peter 
Straus, lyieutenant; Johann P. Spa- 
nier, Fähnrich; Michel Auer, i. 
Sergeant; Julius Hintz, Georg Boi- 
teu, Max Fix, Sergeanten; Michel 
Welter, Jacob Simon, Albert Hoff- 
mann, Johann Dauer, Korporale; 
Moritz Schwartz, Tambour. Ge- 
meine: Franz Baar, Anton Baurus, 
Michel Becker, Karl Bohmann, 
Heinrich Christ, Johann Dürr, Con- 
rad Eberhard, Valentin Eberling, 
Killian Faulstieg, Martin Felsen- 
heimer, Johann Fickeis, Joseph 
Füchter, Friedrich Geis, Philipp 

Grünwald, Johann Greiner, Simon 
Greis, Anton Gross, Nicholas 
Henni, Christian Herpel, Georg 
Herr, Hermann Hirt, Heinrich 


artiger Weise gefeiert wurde, Theil. Im 
Jahre 1875 wurde vou verschiedenen Glie- 
dern dieses Postens eine Mihtär-Organisa- 
tion unter dem Namen "Central City Ve- 
teranen" in"s Leben gerufen. Dieselbe 
wählte die zu Washington's Zeiten übliche 
Continental-Uniform und war nicht nur 
bei den hiesigen Biirgern beliebt und 
gerne in Parade gesehen, sonderns errang 
sich auch einen nationalen Ruf. Im Jahre 
1882 schenkte die Woodlawn - Friedhof- 
Gesellschaft dem Posten einen Beerdi- 
gungs-Platz, welchen derselbe schön her- 
richten und mit einer Kanone am Ein- 
gange versehen liess. Kurz darauf wur- 
den Gelder gesammelt für ein Soldaten- 
Denkmal und schon im Jahre 1887 am 23. 
Juni konnte dasselbe unter grossartigen 
Feierlichkeiten enthüllt werden. Im 
Herbste 1891 beschenkten die Gebrüder 
Franz B. , Wilhelm und Karl Häberle bei 
einer hiezu arrangirten Abendunterhalt- 
ung den Posten mit einem prachtvoll aus- 
geführten Memorial-Album, in welchem 
die Biographie sämmtlicher Kameraden 
des Postens eingetragen wird. Am 25. 
Juni 1S95 feierte der Posten sein 25 jähri- 
ges Jubiläum. Derselbe hat seit seinem 
Bestehen einen aktiven Antheil an allen 
patriotischen Uebungen angeregt. Durch 
den Einfluss der G. A. R. wurde jedes 
Schulhaus mit den Sternen und Streifen 
versehen und jeder Veteran hofft, dass 
das geliebte Sternenbanner für immer und 
ewig über dem Lande der Freien und der 
Heimath der Braven wehen möge. Seit 
der Gründung des Lilly-Postens fungir- 
ten folgende Kameraden als Komman- 
deure: General Gustav Sniper, (2. Ter- 
mine), Major Michael Auer, A\'ilhelni 
Rautenberg, Nicholas Grumbach, (5. Ter- 
mine), Johann Gebhardt (5. Termine), 
Peter Kappesser, Edwin Luff, Karl Um- 
brecht, Adam Metzger, Adam Schmidt, 
( 3. Termine ). Unter der weisen Fiihrung 
obiger tüchtiger Kommandanten blühte 
der Posten stetig und machte grosse Fort- 
schritte, so dass derselbe jetzt zu den an- 
gesehensten Körperschaften hiesiger Stadt 
gerechnet wird. Im August dieses Jahres 
( 1S97 ) betheiligte sich derselbe in Corpore 
an dem National-Lager in Buffalo, N. Y. 
Der Posten hat jetzt eine Mitgliederzahl 
von 150. Die jetzigen Beamten sind: 

Kommandeur, Adam Schmidt; S. V. C, 
John Hixon ; J. V. C, Jakob Listmann; 
Adjutant, Adam Metzger; Kaplan, Carl 
Bausinger; Arzt, Enos. Stevens; Ouartier- 
meister, Nicholas Grumbach; O. D., Hein- 
rich Dauer ; O. G., Sumner Jordan; S. 
M., J. Hall; Q. M. S., L. S. Merrick. Der 
Posten versammelt sich an jedem 2. und 
4. Freitag in Rj^an's Halle. 

Lilly Relief Corps No. 172. 


Lilly Relief Corps 'wn.irde am 20. Februar 
1S91 mit einer Mitgliederzahl von 40 or- 
ganisirt. Die ersten Beamten waren Fol- 
gende: Präsidentin. Amalia Bulla; Senior 
Vize-Präsidentin, INIaria Schmidt; Junior 
Vize-Präsidentin, Walburga Gebhardt; 
Sekretärin, Jennie Kappesser; Schatzmei- 
sterin, Helen Stevens; Kaplanin, Sarah 
Post; Ceremonienmeisterin, Margaretha 
Becker; Wache, Rosetta Knapp; Gehülfs- 
Ceremonienmeisterin, Anna Weimer; As- 
sistent-Wache, Barbara Eckel; Organistin, 
Katherina Kappesser. — Der Zweck dieser 
Organisation ist, die alten Veteranen und 
ihre Angehörigen in der Noth und Heim- 
suchung thatkräftig zu unterstützen. Die 
Gelder sind in zwei Fonds eingetheilt, 
nämlich in einen Allgemeinen und einem 
Hülfsfond. Aus dem allgemeinen Fond 
werden die laufenden Ausgaben bezahlt 
und Unterstützungen, Geschenke, u.s.w. 
werden von dem Hülfsfond bestritten. 
INIanche Familie wurde schon von dem 
Corps unterstützt. Die gegenwärtigen 
Beamten sind: Präsidentin, Wilheltnina 
Dauer; Senior Vize-Präsidentin, Friede- 
ricke Ohmann; Junior Vize - Präsidentin, 
Louisa Schöneck; Sekretärin, Katherina 
Baumer; Schatzmeisterin, Anna Weimer; 
Kaplanin, Katherina Kappesser; Cere- 
monienmeisterin, Rosetta Knapp; Wache, 
Corolina Schmunck ; Assistent - Ceremo- 
nienmeisterin, Katherina Ulmer ; Assis- 
tent-Wache, Virginia Warner. 
General Sniper Camp Xo. /66, Sons of 
] 'eterans. 

General Sniper Lager der Veteranen- 
Söhne wurde am 14. August 1886 als eine 
Sektion des Lilly-Posten No. 66, G. A. 
R., gegründet. Seit dem Bestehen des 
Lagers fungirten folgende Kapitäne: W. 
H. Wöse, Jr., Kari Oertel, Jakob G. 


doi, Killian Hofer, Louis Huber, 
jeorg Kaufmann, Philipp Kohles, 
ohann Kurz, Georg P. Lampmann, 
^eter Lang, Wilhelm Lettermann, 
jeorg Lubi, Johann Maurer, Jo- 

lann Melchior, Wilhelm Michael, 
:)ebhard Moll, Wilhelm Mühlhäu- 
;er, Georg Pohlmann, Johann Riet- 
nann, Conrad Ring, Peter Sattler, 
Ernst Friedrich Sauter, Johann 
5chick, Johann C. Schröder, Mar- 
;in Schröder, Geo. Schieder, Fried- 
'ich Seidel, Johann Warner, Jo- 
lann Weber, Eduard Wolf. \'on 
iiesen wurden Michel Welter und 
[ohann Melchior in der ersten 
Schlacht bei Blackburn's Ford ge- 
;ödtet. Hauptmann Brand resig- 
lirte am 25. Oktober 1861; der 
zweite Lieutenant Spanier am 27. 
Dezember 1861. Michel Aueravan- 
:iite am 22. Februar 1862 zum 2., 
md am i. Dezember 1862 zum i. 
[yieutenant, wurde am 17. Mai 
[863 ausgemustert und trat in das 
[5. Ca vallerie - Regiment ein, wo 
ivir ihm später wieder begegnen 
kverden. Georg Boiteu wurde am 

3. Dezember 1862 zum 2. Lieuten- 
ant befördert und am 17. Mai 1863 
ausgemustert. Gustav Webber 
avancirte am 18. Dezember 1862 
zum 2. Lieutenant und resignirte 
am 2. Februar 1862. 

Die Regimentsfahne war aus 
vSeide, wurde dem Regiment am 2. 
Mai 1861 von vSyracuser Damen als 
Geschenk überreicht und begleitete 
dasselbe während der ganzen Dienst- 

Das loi . Regiment 
zählte u. a. auch Gustav Sniper un- 
ter seinen Offizieren, und Compag- 
nie H dieses Regiments bestand fast 
ganz aus Deutschen, nämlich : 

Peter Ohneth; Hauptmann; Adam 
Listmann, i. Lieutenant; Jacob 
Schilly, 2. Lieutenant,; Georg 
Pfohl, Fred Schneider, Albert und 
Peter Hof mann, Philip Schug, Joh. 
Rietmann, Sergeanten; Philipp 
Metzger, Peter Grub, W^ilh. Warner, 


Adam Metzger, Wilh. Albert, Jo- 
hann Dürr und Frank Becker, Kor- 
porale; Johann Wattle und PhiHpp 
Gross, Tamboure. Geir.eine : Ja- 





Stcam €n$ines and ßolkrs, 

Stcam and power punips. 

Fitfing, BLACKSMITHING, nacliin"^ Work. 

500 E. Water St. (Phoenix Machine Shop.) 


^^ |(c,:9oiocfF0:pr)eF, 

Successor to I. J. KUNTZ, 

841 N. Salina St., SYRACUSE, N. Y. 

Highest Grades of Photography in all 



SyRACUSE, N. Y., July I. 1897. 

Havinsr recentiv sold mv PHOTOGRAPH GAL- 
LERY at 8.11 N. Salina Streel to Mr. Frederick A. 
Smith of tliis city, I would most respecttully ask all 
my friends and fonner patrons to give him a trial, 
assuring them of entire satlstaction in every manner. 

Mr. Smith has fifteen years e.xperience in the Pho- 
tographic Art. havingbeen employed in some of Ihe 
leading gallpries in tlie State. As Mr. Smith has been 
doing my Negative Retouching for several years 
past. a good many of my friends are famihar with 
the fine quality of his workmanship. 

/. /. KUNTZ. 



C gal and Wood ^_,....r: ::> 

(^ ciLso ßAR PE L nANUrACTU Pl:P5, 
OQlice & Yard, 201 Basin St., Cor. Danforth. ^ 

.Orders by Telephone or llail promptly attended to. 




-— McGuire&McKeough, 

Boots, Sboes ^ , „ 
^llLIRubbers. gcncrat Unsurancc, 

Custom Work a Special ty i 

Repairing Neatly and Promptly Done. 

626 NORTH SALINA ST. Telephone 2ö.\ 




cob Albrepht, Gottlieb Albert, Job. 
Becker, Sebastian Baiimgärtner, 
Fried. Babst, Georg Falker, Johann 
Fries, Daniel Gilcher, Heinrich 
Joh. Graff, Abraham Grub, Wen- 


del Hof mann, Val. Hasenzahl, 
Heinrich Hochstrasser, Modest 
Heily, Peter Heinz, Karl Hering, 
Gottlieb Heisler, Philipp Hering, Jo- 
hann Kratzer, Heinrich Klein, Jo- 
hann Köher, Peter Lerch, August 
Metzger, Joh. Matzebacher, Konrad 
Reimig, GottHeb Rettig, Andreas 
Rehm, Gottfried Suter, Fr. Sche- 
ninger, Valentin Scheninger, Jacob 
Steiner, Adam Scharrer, Samuel 
Sutter, Chr. Traugott, Christian 
Urfer, Jakob Wagemann, Johann 
Wenkler, Johann Weier, Wendel 
Wattle, Daniel Rippel, W^ilhelm 
Kehrer, Val. Balzhäuser, Val. Rei- 
chart, Johann Bub, Johann Wurst, 
Wilhelm Miller, Martin Benedixen, 
Allen Dietz, Christoph Kehil, Hein- 
rich Nobels, Stillmann Ried, Al- 
bert Nichols und Peter König. Von 
diesen wurden Philipp Hering und 

Johann Kratzer getödtet und Val.. 
Scheninger verschwand auf unauf- 
geklärte Weise. 

Die Regimentsfahne war ein Ge- 
schenk des "Union Defense Com- 
mittees" und wurde in den folgen- 
den Schlachten getragen: Seven 
Pines, (31. Mai und i. Juni), Peach 
Orchard, Savage Station, Chicka- 
hominy Swamps, White Oak 
Swamps, Charles City Cross Roads, 
Malvern Hill, Grovetown, 2. Bull 
Run, Chantilly und Fredericksburg. 
Das Regiment wurde organisirt 
durch Verschmelzung zweier Regi- 
menter, die in den CountiesOnondaga 
und Delaware rekrutirt worden wa- 
ren. Es verliess den Staat am 9. 
März 1862 und wurde später mit 
dem 37. N. Y. Freiwilligen Regi- 
ment consolidirt. In seinem Rap- 
port nach der Schlacht bei Freder- 
icksburg sagte Brigadier - General 

Berry: "Ich habe ebenfalls die gute 
Führung des loi. N. Y. Regiments 
zu erwähnen. Sie thaten ihre Pflicht 
während der Schlacht und gleich- 


Schwarz (2 Jahre), Philip E. Kapssser, 
Adam C. Listmann ( 3 Jahre ) und Karl A. 
Schöneck, der jetzige Kapitän (3 Jahre). 
Unter Anderen haben folgende Beamte 
längere Zeit ihre Pflichten getreu und ge- 
wissenhaft vollführt: Georg Kaufmann, 
Quartiermeister, 6 Jahre; Friedrich Saile, 
I. Sergeant, 3 Jahre; Conrad Schöneck, 
I. Sergeant, 4 Jahre, Jakob Kramer und 
Johann Grub, Lager-Räthe, 4. Jahre; Ja- 
kob Grub, Lievitenant, 3 Jahre. General 
Sniper-Lager wurde schon des Oefteren 
vom Staats-Departement durch Ernenn- 
ung etlicher ssiner Mitglieder zu verant- 
wortlichen hohen Stellen im Staats-De- 
partement geehrt. Die Kameraden Ja- 
kob G. Schwarz, Jakob Grub und Adam 
C. Listmann dienten schon mehrere Male 
als Inspektions-Beamten, Letzterer war 
auch im Jahre iSgöein Gross-Delegatzum 
National-Lager. Die Kameraden Conrad 
C. Schöneck und Kapitän Carl A. Schö- 
neck fungirten schon als Adjutanten und 
Einmusterungs-Beamten des Staats - De- 
partements. Dieses Lager hat schon viel 
dazu beigetragen um die Vaterlandsliebe 
zu pflegen und hat die Genugthuung vom 
Staats-Departement als eines der ersten 
und besten Lager im Staate angesehen zu 
werden. Bei der Inspektion im Jahre 
1896 war Gen. Sniper-Lager das einzige, 
welches den loo-Punkt erlangte. Durch 
diesen Verdienst war das Lager allein be- 
rechtigt, beim Staats-Lager die Einfüh- 
rungs - Ceremonien ausziiführen. Gen. 
Sniper-Lager hat sich nicht nur allein ge- 
ehrt, sondern auch den würdigen und 
tüchtigen Soldaten, dessen Namen es trägt 
und den Lilly-Posten, dessen Sektion es 
bildet. Die jetzigen Beamten sind Fol- 
gende: Kapitän, Carl A. Schöneck; i. 
Lieutenant. Jakob Grub; 2. Lieutenant, 
Conrad C. Schöneck; Adjutant, Wilhelm 
Papst; Kaplan, Ira Pollmann; i. Sergeant, 
Otto E. Schöneck; Ouartiermeister, Jo- 
hann Grub; S. G., CariFix; C. S., Wil- 
liam Leonard; P. M., Eduard A. vSchö- 
neck; C. G., Arthur Mudford; O. G., 
William Blair; P. G., Leonard Fargo. 

Gesang = Vereine. 

Arhcitcr IJaicrlafcl. 
Im Februar 1887 wurde von der hiesi- 
gen deutschen Sektion der ' ' Socialisti- 

schen Arbeiter Partei ' ' der Gesangverein 
" Socialistische Liedertafel" gegründet. 
Am 17. Februar 1889 wairde der Name in 
"Syracuse Arbeiter Liedertafel" umgeän- 
dert und besteht der Verein jetzt aus 37 
aktiven und 24 passiven Mitgliedern. Der 
Verein vertritt streng das sozialistische 
Princip und sucht durch Gesänge von so- 
zialistischer Tendenz, die Emancipation 
der Arbeiter fördern zu helfen. Jeden 
Samstag, Abends 8 Uhr, finden die regel- 
mässigen Singstunden in Armbruster's 
Halle, Ecke Lodi- und Butternutstrasse, 
statt. Die gegenwärtigen Beamten sind: 
Präsident (wird bei jeder Versanmilving 
bestimmt); Sekretär, Ernst Blume; Biblio- 
thekar, Joseph Grün ; Dirigent, Henri 

Arion Quartett-Club. 
Aus einem Privat-Ouartett, dessen I\Iit- 
glieder meist ältere Sänger waren, ent- 
stand am 4. Juli 1896 der "Arion Quar- 
tett-Club" und zwar wurde das Kind im 
Hause des Herrn Wm. Welter, No. 715 
McBridestrasse getauft. Die Gründer des 
Vereins waren: Max Schott, Friedrich 
Vüngel, Wm. Welter, Friedrich Ziegler, 
Georg Hettler, Franz Krotsch, Otto Alt- 
mann, Franz Kennel, Prof. Ph. Maurer, 
Gottlob Heidlauf. Die ersten Beamten 
waren: Präsident, Wm. Welter; Sekre- 
tär, Georg Hettler; Schatzmeister, Fried- 
rich Ziegler; Finanz-Sekretär, Otto Alt- 
mann; Bibliothekar, Frielrich Yüngel; 
Aufwärter, Franz Kennel. Das erste 
öffentliche Conzert des \'ereins fand am 
2. Dezember 1896 in Armbruster's-Halle 
statt und zwar im Subskriptions-Wege, 
wie auch alle darauf folgende Feste, wegen 
des guten Erfolges, in derselben Weise, al)- 
gehalten wurden. Wegen Zunahme der 
Mitglieder w^urde die neue eingerichtete 
Halle im 2. Stock des Armbruster-Gebäu- 
des gemiethet iind am 30. Januar 1897 ein- 
geweiht. Die gegenwärtigen Beamten 
sind: Präsident, Wm. Welter; Vice-Prä- 
sident, Max vSchott; Sekretär, Georg 
Hettler; Schatzmeister, Otto Altmann; 
Finanz-Sekretär, Karl Wolthausen; Bib- 
liothekar, Karl Altmann; Verwaltungs- 
rath, Friedrich Weisse und Karl Gehm; 
Finanz-Komite, Friedrich Weisse und 



falls als Vorposten während des 
Rückzugs. Dieses Regiment, ob- 
wohl schwach an Zahl, hat gute 
Dienste geleistet und ah der Hal- 
tung der Offiziere und Mannschaf- 
ten lässt sich nichts aussetzen." 

Das J^g Rigj))icut. 

Anfangs Juli 1862 wurde es der 
Regierung klar, dass der Krieg mit 
grösserer Energie geführt werden 
müsse. Präsident Lincoln erliess 
eine zweite Proklamation zur An- 
werbung von 300,000 Mann. Das 
war die Zeit, als das Lied entstand: 
"We're Coming Father Abraham, 
Three hundred thousand streng." 
Jeder Staat hatte ein gewisses Quota 
zu stellen, und um die Rekrutirung 
zu erleichtern, wurde der Staat 
nach Senats- Distrikten eingetheilt, 
und diese Distrikte einem Kriegs- 
komitee unterstellt. Jeder Distrikt 
hatte ein Regiment zu stellen. Das 
Kriegskomitee in Syracuse (für 
den 22. Distrikt) bestand aus den 
Herren Chas. Andrews, Grove Law- 
rence, Dennis McCarthy, E. W. 
Leavenworth, L. W. Hall, Tho- 
mas T. Davis und Oberst J. Dean 
Hawley. Dieses Comitee versam- 
melte und organisirte sich am 15. 
Juli 1862 und empfahl jeder Stadt 
und jedem Township im Distrikt ein 
Unterkomitee von je 3 Mann als lo- 
kales Kriegskomitee zu ernennen, 
um mit dem Senats-Kriegskomitee 
gemeinsam zu wirken. Das 122. 
Regiment wurde unter diesen Um- 
ständen innerhalb eines Monats re- 
krutirt und am 28. Aug. 1862 in 
den Dienst der Vereinigten Staaten 
eingemustert. Unmittelbar darauf 
wurde auch das 149. Regiment re- 
krutirt, auf 3 Jahre oder während 

der Dauer des Krieges, und zwar 
unter folgenden Umständen. 

Zu dieser Zeit war Oberst Nich, 
Grumbach Supervisorder 2. Ward, 
Mitglied des städtischen Kriegsko- 
mitees und Hauptmann der Monroe 
Kadetten. Die Kriegslage wurde 
in allen Klassen der Bevölkerung 
besprochen und namentlich auch 
die sogenannten "drafts", welche 
hie und da, aber nicht in Syracuse, 
nöthig waren, um die erforderliche 
Truppenzahl stellen zu können. 
Auch unter den Deutschen wurde 
diese Frage lebhaft erörtert und es 
wurden allenthalben Stimmen von 
solchen laut, welche sich zum Ein- 
tritt in den Dienst bereit erklärten, 
falls sie einen Führer hätten. Am 
Abend des 27. August 1862 fan- 
den sich eine grosse Anzahl sol- 
cher im Centre House zu- 
sammen und Philipp Eckel, der 
Feuerwehrmann, stellte den An- 
trag, dass eine deutsche Compag- 
nie gebildet und Nich. Grumbach 
zum Hauptmann erwählt werde. 
Dieser Vorschlag wurde mit Jubel 
aufgenommen, und ferner noch 
Phil. Eckel als erster und Jakob 
Knapp als zweiter Lieutenant er- 
wählt. Hierauf begab man sich 
in Jakob Kohl's Wirthshcaft, und 
als Herr Grumbach bald da- 
rauf eintrat, wurde er von al- 
len Seiten als Hauptmann be- 
grüsst. Als man ihn von dem Vor- 
gefallenen in Kenntniss setzte, er- 
klärte er, dass er nicht darauf ein- 
gehen könne, weil er seinem Ge- 
schäftskompagnon (Gen. Sniper) 
versprochen habe, das gemeinsame 
Geschäft während dessen Abwesen- 
heit im Felde fortzuführen. Aus- 
serdem fürchtete er, dass unter de- 

nen, welche sich unter dem Ein- 
druck der ersten Begeisterung zum 
Soldatendienst bereit erklärt hatten, 
manche am nächsten Morgen ihren 
Entschluss bereuen möchten, gab 
aber vorläufig seine Einwilligung, 
ihr Hauptmann werden zu wollen. 
Man trennte sich an diesem Abend 
und Herr Grumbach erwartete am 
nächsten Morgen nichts anderes, 
als dass die ganze Sache in Nichts 
zerronnen sei. Wie erstaunte er 
aber, als er auf dem freien Platz an 
Salinastrasse und Prospect Avenue 
ein grosses Zelt aufgeschlagen und 
die Freiwilligen bereit fand, ihr Ver- 
sprechen einzulösen. Die Sache 
wurde ernst und die Rekrutirung 
begann. Das Senats - Kriegskomi- 
tee gab seine Einwilligung und um 
die Mittags'/eit des 28. August 1862 
waren bereits 40 Mann angeworben. 
An der freien Ecke von Ash, SaUna 
und Prospect Avenue wurde eine 
Tribüne errichtet, wo am Abend 
Reden gehalten werden sollten. 
Der Abend kam ; Samsel's Kapelle 
spielte patriotische Weisen und Ge- 
org Saul hielt eine begeisternde An- 
rede. Dann wurden Freiwillige 
aufgefordert, sich zu melden. Wenn 
eine Pause eintrat, kündigte der 
Vorsitzer an, eine der vielen 
deutschen Frauen offerire dem 
nächsten Freiwilligen so viel Paar 
Strümpfe, oder eine andere zehn 
Dollars, und so ging's weiter. In- 
halb 4 Tagen waren 115 Mann re- 
gistrirt, meistens aus der 2. und 4. 
Ward. Doch nicht alle gingen mit, 
denn manche hatten Eltern, welche 
dagegen protestirten: andere waren 
verheirathet, und ihre Frauen mach- 
ten die Sache wieder rückgängig. 
Capt. Grumbach verheirathete sich 

am 14. September 1862 und ging 
nach Watertown auf die Hochzeits- 
reise, kam aber schleunigst zurück, 
als er hörte, dass 3 seiner Rekruten 
verduftet seien. Am 18. September 
1862 wurde diese deutsche Compag- 
nie B mit etwa 100 Mann, ein- 
schliesslich der Offiziere, in den 
Dienst des Staates eingemustert und 
lagerte in "Camp White", bis am 
23. September das Regiment nach 
Washington abging. 

Dasselbe hat während des Krieges 
folgende Schlachten mitgemacht: 
Chancellorsville, Gettysburg, Wau- 
hatchie, Eookout Mountain, Ring- 
gold, Resaca, New Hope Church, 
Lost Mountain, Pine Knob, Kene- 
sa w Mountain, Peach Tree Creek 
und die Belagerung von Savannah; 
und war zugegen bei den Schlachten 
von Missionary Ridge, Rocky Face 
Ridge, Averasboro, Bentonville 
und The Carolinas. Es verlor im 
ganzen 133 Todte und 353 Verwun- 

Nachstehend geben wir die Na- 
mensliste der Compagnie: 

Nie. Grumbach, Hauptmann; 
Phil. Eckel, I. Lieutenant; Jakob 
Knapp, 2. Lieutenant; Phil. Hirsch, 
I. Sergeant; Johann Kohl, Jakob 
Schwarz, Franz Becker, Jakob 
Eckel, Sergeanten; Georg Frost, 
Franz Treiber, Michael Scherrer, 
jr., Jakob Oswald, Jakob Grub, 
Jos. Hill, Georg Schemel, Johann 
Sank, Korporale. Die Gemeinen 
waren; Michel Andersag, Fried- 
rich Bulle, Wilhelm F. Bentz, Karl 
Bausinger, Fried. Bohl, Johann 
Burkhardt, Heinrich Colmerer, 
Karl Klammer, Georg Cezar, Her- 
mann Dierlam, Peter Drum, Karl 
Deck, Karl Ebinger, Wilhelm Feh- 

renz, Joseph Forstenegger, Jakob 
Frey, Mathias Fisselbrandt, Jakob 
Flachsland, Johann Gebhard, An- 
dreas Gettert, Georg Grumbach, 
Moritz Gersbacher, Philipp Göttel, 

N'll'vOL;^U5 CHRi"l?^N'rR?^UT. 
Andreas Harsch, Peter Huck, Jos. 
Haberle, Georg Hiltzmann, David 
Harther, Karl Jäckel, Jakob Jäger, 
Peter Kappesser, Heinrich Knobel, 
Georg Leopold, Philipp L,aun, Jo- 
hann B. Leibfried, Johann Moses, 
Karl H. Miller, Johann Männche, 
Friedrich Miller, Johann Nichols, 
Georg Oswald, Ignaz Pfohl, Xa- 
ver Pfohl, Johann Renz, Mathias 
Radle, Wilhelm Schwartz, Wilhelm 
Schug, Franz Schwartz, Valentin 
Schilly, Thomas Saile, Karl 
Schmeer, Johann Schön, Joseph 
Stadler, Karl Sihler, Georg Sihler, 
Friedrich Schiffmann, Joseph Schil- 
ling, Johann Strauss, Wilhelm J. 
Steiger, David Traub, Gilbert Ul- 
mer, Friedrich Vetter, Karl War- 
ner, Johann Wiegand, Ottomar 
Will, Heinrich N. Warner, Jakob 
Walch, Friedrich Yehling, Wil- 
helm Zobel, Friedrich Zapf. Von 

diesen wurden die folgenden getöd- 
tet und verwundet: Wilhelm F. 
Bentz, Karl Deck und Franz 
Schwartz fielen am 3. Mai 1863 in 
der Sehlacht bei Chancellorsville, 
und Friedrich Bohl und Mathias 
Fisselbrandt wurden so schwer ver- 
wundet, dass sie nach einigen Ta- 
gen starben. 

In der Schlacht bei Gett^'sburg, 
am 3. Juli 1863, fiel Johann Nich- 
ols, und Gilbert Ulmer und Jakob 
Fre}' wurden verwundet und star- 
ben nach ein oder zwei Tagen. An- 
dreas Göttert fiel am 24. November 
in der Schlacht auf dem Lookout 
Mountain. Heinrich Knobel wurde 
am 27. Dezember 1864 bei Ringgold, 
Georgia, verwundet und starb spä- 
ter im Hospital. Michel Undersag 
fiel am 15. Mai 1864 bei Resaka in 
Georgia und Georg Leopold und 
Jos. Forstenegger wurden in dem- 
selben Gefecht verwundet und star- 


ben bald darauf. Karl Klinkhardt 
wurde am 16. Juni 1864 im Gefecht 
bei Ackworth in Georgia verwun- 
det. Johann Schön fiel bei Dallas, 
Georgia, am 27. Juni 1864 und Ja- 



Oncn for €ii<?a!^emc!its. 

....sAr^di'GW QoGttel, b^ader and Dir^c^or. 

1'elepl2.03:i.e ISS I. 


Syracuse, N. Y. 



iOöW.OnondagaSt, SYRACUSE, N. Y. 

Cleaning and Repairing in all its 





Swiss, Limburg and Green Cheese, 
Holland Herring & French Mustard, 

PRODUCE, &c., &c. 


W. A. DAVIS^^ 


Because he MANUFACTURES his own Hats 
and you save the middlemans PROFIT 


...W. A. DAVIS... 

Y.M.C.A. BUILDING. 343 S. Warren St., 



2)eut8cber ©ptikus, 



kob Grub in der Schlacht bei Peach 
Tree Creek, Georgia, am 20. Juli 
1864. Die Verluste der Comp. B 
betrugen somit 15 Todte und ein 


Hauptmann Grumbach wurde am 
2. Aug. 1864 Major, am 11. Mai 
1865 Oberst-Lieutenant, am 7. Juni 
1865 Oberst und erhielt seine Ent- 
lassung am 12. Juni 1865 mit eh- 
renvoller Erwähnung 'seiner Ver- 
dienste und bewiesener Tapferkeit. 
Jakob Knapp wurde am 4. April 

1863 I. Lieutenant und am 2. Aug. 

1864 Hauptmann. Philipp Eckel, 

1. Lieutenant, nahm *am 21. Dez. 
1863 seinen Abschied. Johann Kohl 
erhielt am 7. Juni 1865 fsein Brevet 
als I. Lieutenant, Jakob Schwartz 
am 28. März 1865 und Ad. J. Fix 
am 7. Juni 1865 als 2. Lieutenant. 
Der Gemeine Wilhelm Fehrenz 
wurde am Schluss des Krieges zum 

2. Lieutenant brevetirt. Peter Kap- 
pesser und Philipp Göttel erhielten 
Ehrenmedaillen. Im Laufe des 
Krieges wurden noch weitere 32 

Mann rekrutirt, um die entstande- 
nen Lücken auszufüllen. Von den 
letzteren wurde einer getödtet, ei- 
ner verwundet und 3 andere deser- 
tirten. Von der ursprünglichen 
Mannschaft desertirte bloss einer, 
nämlich Johann B. Leibfried. Als 
die Compagnie bei Bolivar Heights 
lag, gelang es ihm mit Hülfe eines 
deutschen Bäckers zu entkommen. 
Derselbe steckte ihn in ein Mehl- 
fass und nahm ihn mit nach Fre- 
derick City, Maryland, wo er ihn 
mit Civilkleidern vensah. Er er- 
reichte Syracuse, aber als er unerwar- 
tet bei seiner Frau erschien, war 
diese so entrüstet über seine Fah- 
nenflucht, dass sie ihn beim Provost 
Marschall anzuzeigen drohte. Er 
begab sich dann nach Canada und 
soll jetzt in Michigan leben. 

Diese Compagnie hat sich ehren- 
\'oll gehalten und ausser vielen 


Schlachten auch Sherman's Marsch 
"from Atlanta to the Sea" mitge- 
macht. Am 12. Juni 1865 wurde 
das Regiment bei Bladensburgh aus- 


gemustert und kam am 15. Juni in 
Binghamton an, konnte aber nicht 
nach Syracuse weiter befördert wer- 
den, weil es an Transportmittehi 


fehlte. Dies war eine unangenehme 
Ueberraschung, umsomehr weil 
Oberst Grumbach es nicht für nö- 
thig gehalten hatte, in Elmira Ra- 
tionen für seine Mannschaften zu 
fassen. Geld war auch keins vor- 
handen, um Lebensmittel für die 
hungrigen Krieger zu kaufen, und 
die Aussichten waren glänzend, 
dass das ganze Regiment mitten im 
herrlichsten Frieden eine unfreiwil- 
lige Fastenzeit durchzumachen ha- 
ben werde. In dieser Zeit der schwe- 
ren Noth, als die Magen schon hör- 
bar zu knurren anfingen, erschien 
ein rettender Engel in Gestalt des 
Syracusers Clark Snook, welcher 
gekommen war, um Oberst Grum- 
bach persönlich zu begrüssen. Als 
ihm die Nothlage vorgestellt wurde, 
griff der edle Mann in die Tasche 
und Hess für alle eine Mittagsmahl- 
zeit bereiten. Inzwischen hatten 

auch die städtischen Beamten, die 
Prediger und Bürger der Stadt von 
der herrschenden Hungersnoth ge- 
hört; es wurde Geld kollektirt um 
Lebensmittel zu beschaffen, und 
das Regiment marschirte nach der 
städtischen Halle, wo es bewirthet 
wairde und bis zum Morgen kam- 
pirte. Früh am nächsten Morgen 
ging die Fahrt nach Syracuse, wel- 
ches kurz vor Mittag erreicht wurde. 
Der Empfang war einfach grossar- 
tig. Triumphbogen w^aren überall 
errichtet, die Soldaten wurden mit 
Blumensträussen versehen, welche 
sie in ihren Flintenläufen befestig- 
ten und Musikkapellen spielten lu- 
.stige Weisen. Robert McCarthy 
hielt eine Begrüssungsrede und nun 
ging's von der D. L. & W. Bahn 
nach Salinastrasse, über den Erie 
Kanal, durch Robber' s Row (Ja- 
messtrasse ), über die Warrenstrasse 

Brücke, und durch Ost-Genesee- 
strasse nach Fayette Park, wo wie- 
derum ein Empfang stattfand und 
"Lunch" ausgetheilt wurde. Hier- 
nach wurde das Regiment nach dem 


Lager marschirt (Camp White), 
weil der Befehl dahin lautete, aus- 
ser Compagnie B, welche sich in 
Favette Park auflöste. Eie ins La- 

ger geführten Truppen erhielten den 
Befehl, dort bis zum nächsten Tag 
zu verbleiben. Kaum hatte Oberst 
Grumbach aber das Lager zu Pferd 
verlassen, als die ganze Gesell- 
schaft nach allen Richtungen aus 
dem Lager brach, die wachhaben- 
den Posten über den Haufen warf, 
dass einige sogar in die Onondaga- 
Creek fielen. Als Oberst Grum- 
bach an der Kanal- Brücke anhielt 
sah er zu seinem Erstaunen sämmt- 
liche Mannschaften um sich, die er 
doch alle im Lager w^ähnte. Nur 
einer war zurückgeblieben, weil er 
so betrunken war, dass er erst am 
nächsten Morgen auf einem Brod- 
haufen aufwachte. 

Wir haben die Nebenumstände in 
der Geschichte dieser Compagnie 
deshalb so ausführlich geschildert, 
weil dies ein Bild davon liefert, wie 
es im allgemeinen zuging. 

Zu bemerken ist noch, dass in 
Compagnie F. dieses Regiments 
ebenfalls eine Anzahl Deutsche 
diente, wie auch zerstreut in fast 
allen Truppentheilen, die hier ganz 
oder theilweise rekrutirt wurden. 
Das i8j. Regiment. 

Dasselbe wurde in Onondaga 
County (Comp. A, B, C, D, H, I 
und K), und Cortland County (E, 
F und G) rekrutirt und am 22. und 
23. September 1864 eingemustert. 
Gustav Sniper diente in demselben 
als Oberst- Lieutenant und ausser- 
dem war Comp. B ganz deutsch. 
Obgleich dieses Regiment kaum ein 
Jahr in Dienst stand, hat es sich doch 
ausgezeichnet in mancher blutigen 
Schlacht. Am 30. September wurde 
dasselbe direkt in die Verschanzun- 
gen vor Petersburg beordert und 
bezog dann bis zum 16. Oktober ein 
Lager bei Poplar Grove Church, wo 


die Vorposten dieses Regiments ei- 
nen konföderirten Spion fingen, der 
sich als Armee- Ingenieur entpuppte 
und Pläne über Stellung und Be- 


• • • • J • JLvv^v^v^^ • • • • 


532 NORTH SALINA ST., Albany Building, 

Near Butterniit Street. 
^P jtT' >0 

In the United States. 

Germania: Assets, $4,000,000, Surplus, $1,000,000. 

<jerman=American, " 7,000,000, " 4,000,000. 

€quitabk Cik Insurance Co. Real €state flsencp, 


0-A.I_iI_i -A.T 'yPTT" m^ 


With your Prescriptions and for 



for COUCHS and COLDS of long standing. 



U06 Codi Street. 



Foote^Bailey&Sackett, jmryan. 

' '^'' M.RYAN&80N, 

r:NoiMVEi?5,... isndertakers> 


i^ it^ Syracuse, N. Y, 434 S. SALINA St. Tel. 91, 


festigungen der Unionstruppen in 
seinem Besitz hatte. Er bot eine 
grosse Summe Geldes für seine Frei- 
lassung an, doch vergebens. Er 
wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, 
verurtheilt und erschossen. Bis 
zum 7. Dez. lag das Regiment bei 
Squirrel Level Road im Winterquar- 
tier, an welchem Tage es ausge- 

2. Schlacht bei Hatcher's Run und 
erlitt schwere Verluste. In dieser 
Schlacht erhielt Hauptmann 
Listmann einen Schuss in's Bein, 
welches später bis zur Hüfte ampu- 
tirt werden musste. Nach der 
Schlacht wurde Major Bush von 
diesem Regiment mit einer Abthei- 
lung auf Vorposten gesandt, gefan- 


von der Ev. Luth, St. Paulus - Ocineiiide in Liverpool, N. Y. 

sandt wurde, eine Strecke von 20 
Meilen der Weldon-Eisenbahn zu 
zerstören. Es entledigte sich seiner 
Aufgabe und erbeutete grosse Vor- 
räthe, die für die Rebellen bestimmt 
waren. Hierauf bezog es Winter- 
quartiere bei Park Station und ver- 
blieb hier bis zum 5. Febr. 1865. 
An diesem Tage kämpfte es in der 

gen genommen und nach Libby 
Prisqn gesandt. 

Am 25. März war es an dem Ge- 
fecht bei Fort Steadman betheiligt, 
wobei ein Angriff der Rebellen auf 
dieses Fort blutig aber siegreich zu- 
rückgeschlagen wurde. Am 28. 
fand das Gefecht bei Lewis' Farms 
statt, der Anfang der grossen 4 tä- 


gigen Schlacht, welche mit der 
Niederlage lyce's endigt;. Dies 
war eine heisse Schlacht. Der Fah- 
nenträger des Regiments, Sergeant 
B. H. Wilson, wurde zweimal ver- 


wundet und als der Sergeant der 
Fahnencompagnie die Standarte er- 
fasste, fiel er tödtlich getroffen nie- 
der. Hermann Reiss erfasste sie 
jetzt, erhielt aber sofort einen 
Schuss in die Hand. Dann nahr.i 
Capt. Lathrop von Comp. D die- 
selbe, bekam aber bald einen Schu.'^s 
in den Fuss und musste die Fahne 
sinken lassen. Nun erfasste Oberst 
Sniper dieselbe und führte mit er- 
munterndem Zuruf das Regiment 
zum letzten und entscheidenden An- 
griff. Für diesen Akt der Tapfer- 
keit wurde er zum Brigade- Generrl 
ernannt und die Truppen empfingen 
ungetheiltes Lob. Der Kampf war 
kurz, aber blutig. Dreissig lagen 
todt und i8o verwundet, darunter 
IG tödtlich. 

Am I. April fand die Schlacht 
bei Five Forks statt, in welcher das 
Regiment mehrere Offiziere und Ge- 

meine verlor und neuen Ruhm für 
Muth und Tapferkeit erntete. Am 
2. April wurden die Aussen werke 
von Richmond im Sturm eingenom- 
men und die Festung in der folgen- 
den Nacht geräumt. Von da an bis 
zum 9. April gab es müh^-elige Mär- 
sche und blutige Scharmützel, bis 
an jenem denkwürdigen Tage bei 
Appomatox Lee's Uebergabe er- 
folgte. Während der entmuthigte 
Feind die weisse Parlamentärflagge 
den Unionstruppen entgegentrug, 
fiel noch ein Schuss und traf Lieu- 
tenant Hiram Clark vom 185. Re- 
giment, der letzte Todte in der 
"Virginia Army". Nach der Ue- 
bergabe musste dieses Regiment 
mit noch anderen die Bewachung 
der Gefangenen übernehmen, 
bis sie am 5. Mai Marschbefehl 
nach Alexandria erhielten und 
am T.^. Mai nach einem Nacht- 

marsch in Arlington Heights an- 
langten. Am 23. Mai nahmen sie 
Theil an der grossen Revue vor dem 
Präsidenten in Washington und 
wurden am 30. Mai ausgemustert. 


Am 3. Juni gelangten sie nach Syra- Schäften der deutschen Compagnie 

cuse, wo ihnen ein grossartiger B dieses Regiments: 

Empfang bereitet wurde; am 10. Johann Listmann, Hauptmann; 

Juni erhielten sie ihre letzte Löh- Wilhelm A. Rapp, i. Lieutenant; 


Praesicient des 5cl\ul - RcitUs. 

nung und wurden am folgenden Gemeine: Johann Alt, Peter Alt, 

Tag endgültig entlassen. Jakob F, Arheidt, F. H. Breh- 

Nachstehend geben wir die Na- mann, Abraham Brugger, Philipp 

mens-Liste der Offiziere und Matni- Brandt, Johann Becker, Georg 

Brandt, Jakob Henzeng, Jakob 
Becker, Jakob Balzhauser, Hein- 
rich Bodemer, Philipp Dausmann, 
Michel Deutsch, Adolph Engel 
Thomas Erwin, Jakob Franzer, 


Friedrich Gans, Aug. Groffmann, 
Heinrich Heisig, Johann Hoff mann, 
Peter Huck, Georg Hess, Martin 
Knauber, Chris. Kranich, Michael 
Kramer, Philipp Koch. Johann 
Eistmann, Karl Eiepold, Mathias 
Eindenmeier, Peter Einsenfeld, Ja- 
kob Eistmann, Johann E. Miller, 
Balthasar Miller, Albert Miller, C. 
Maier, Phil. Maier, Karl Merkle, 
Karl Neihardt. Karl Oberle, Wil- 
helm Pohlmann, Johann Ferner, 
Wilhelm A. Rapp, Hermann Reiss, 
Jakob Rechstein, Georg Ruch, Va- 
lentin Risler, Jakob Sanisel, Michel 
Sprisser, Philipp Schneider, Hein- 
rich Schneider, Georg Reiss, Au- 
gust Steinmeier, Seb. Seile, Hein- 
rich Schellenberg, Eouis Schug, 
Johann Seile, Heinrich Schöneck, 
Philipp Scholl, Georg E. Traister, 
Johann Ulmer, Johann Weber, Jo- 

hann Weimer, Theodor Walk, Wil- 
helm J. Winter, Heinrich Weber, 
Johann Willwerth, Martin E. Yann^ 
Peter Zipf, Johann Ziegler. 

Lieber die genaue Anzahl derTod- 
ten und Verwundeten konnten wir 
nichts in Erfahrung bringen. 

Das 75 CavaUerie-Regim^nt 
wurde aus 9 verschiedenen Counties 
rekrutirt. Unter den Offizieren von 
Onondaga County befanden sich 
folgende Deutsche: Michel Auer, 
Hauptmann; Peter Brehm, 2. Eieu- 
tenant. Auer avancirte am 9. Nov. 
1864 zum Major und wurde am 6. 
März 1865 entlassen. Unter den 
Gemeinen befanden sich folgende 
Deutsche: Christian Eadrach, Fried- 
rich Seidel und Peter Middendorf. 

I. Leichtes Artillerie-Regiment. 

In diesem dienten die folgenden 
Deutschen als Gemeine: Wilhelm 
Acker, Karl W. [Christian, Wil- 

rßlCDl^lCH BRAUN. 

heim Fadling, Heinrich Eetter- 
mann, Wilhelm Eickhardt, Joseph 
Me3^er und Julius H. Seidel. 


Wir bedauern, dass es unmöglich 
war, eine vollständige Liste sämmt- 
licher deutschen Soldaten von hier 
zu bringen. Die vorliegende Liste 
wurde nur unter grossen Schwierig- 


keiten zusammengebracht und wird 
einem künftigen Geschichtschreiber 
einen guten Ausgangs- und An- 
haltspunkt bieten. Von kompeten- 
ter Seite wird behauptet, dass unter 
den 12,000 Soldaten aus Onondaga 
County mindestens 2,000 Deutsche 

Kehren wir nun wieder zurück 
zum Anfang dieses Zeitabschnitts. 
Wir haben da zunächst über die 
weitere Entwickelung der Kirchen- 
gemeinden zu berichten. 

Die Sf. Johanneskirche hatte seit 
Pastor Rechenberg' s Abgang (1855) 
die folgenden Prediger: F. W. Weis- 
kotten, vom i. Mai 1855 bis zu sei- 
nem Tode am 20. Mai 1863; C. H. 
Thomsen, vom März 1864 bis zu 
seinem Tode am 9. Mai 1877; Leo 
König, von 1878 bis 1880; J. Nicum 

von 1880 — 1887; C. A. Brügel von_ 
1887 — 1890; Carl C. Manz von 1891 
bis jetzt. 

Während Pastor Weiskotten's 
Pastorat wurde die Gemeindeschule 
vergrössert, die Gemeinde wurde 
ins Ministerium aufgenommen und 
am 28. Dezember 1856, kurz nach 
dem Morgengottesdienste, brannte 
die alte Kirche nieder. Ohne Zwei- 
fel lag Brandstiftung vor, doch 
wurde der Thäter nie ermittelt. 
Das neue Gebäude wurde Ende 
1857 eingeweiht. Nach Pastor 
Weiskotten's Tode wurde eine ganze 
Anzahl Kandidaten in Vorschlag ge- 
bracht, darunter auch ein Pastor 
Karl Steinhauer, welcher mit 82 ge- 
gen 30 Stimmen erwählt wurde. 
Die Trustees, die gegen ihn waren, 
hatten jedoch das Verfügungsrecht 
über das Gemeindeeigenthum und 
verweigerten Pastor Steinhauer den_ 


Diiigcnt des " Syracuse Licderhrai«." 
Zutritt zur Kirche, Sie hatten die 
Fenster befestigt und die Thür mit 
Schloss und Kette verwahrt. Nach 
diesem Umstände nannte man spä- 


ter die Kirche ''Sc/ilosskirc/ic'\ Pa- 
stor Steinhauer predigte auf den 
Stufen der Treppe vor der Kirche 
und organisirte am folgenden Sonn- 


Pastor der Cvangcl. Luth. St. |3aul's-Kirchc. 
tag die Evangelisch lutherische 
Zionskirche. Es verblieben nun 
nochetwa27 Familien, \velche( 1863 ) 
Pastor Thomsen als Prediger berie- 
fen. Die Schule musste nun aufge- 
geben werden und in 1864 wurde 
dann das Pfarrhaus hinter der Kir- 
che erbaut. Während Pastor Kö- 
nig's Zeit wurde die Einführung 
der lutherischen Liturgie durchge- 
setzt und dies, in Verbindung mit 
andern Ursachen, führte dazu, dass 
etwa 25 Familien sich von der Ge- 
meinde zurückzogen. Unter Pastor 
Nicum (1883) gab es neue Schwie- 
rigkeiten, infolge deren 60 Fanü- 
lien ausgingen und die St. Markus- 
kirche organisirten. Seitdem er- 
freut sich die Gemeinde guten Ge- 
deihens und hat Frieden nach innen 
und aussen. 

Die .SV. Pctcrskirchc hatte wäh- 
r£nd der 50. Jahre .schwere Zeiten 

durchzumachen gehabt und das 
neue Jahrzehnt fing nicht besser an, 
indem im Herbste 1860 die Kirche 
abbrannte. Nach dem Weggang des 
Pastors Steiner (1850) kam Pastor 
Friedrich Wilhelm Hesselmann vom 
Mai bis Oktober 1850. Dieser Herr 
führte keinen streng geistlichen Le- 
benswandel und musste weiter zie- 
hen. Während des Winters 1850 
auf 1851 bediente Pastor Karl A. 
Focke die Gemeinde, bis dieselbe in 
Pastor Feysel einen ständigen Pre- 
diger erhielt, welcher vom Juni 
1S51 bis Juni 1852 blieb. Auf ihn 
folgten die Pastoren Gottlob Fix, 
vom Dezember 1852 bis zu seinem 
Tode im Dezember 1858. Vier 
Söhne dieses Predigers: Max, 
Adolph, Julius und Friedrich Fix 
traten beim Ausbruch des Bürger- 
kriegs ins Heer und wohnen noch 
heute hier. Pastor F. A. Zischka 

HCRRHANNd. DAI r/\\', 

Pastor clor EvaiH)«-!. LuMi. Zi()r\s-Kn\lAC. 

blieb vom Dezember 1858 bis De- 
zember 1860; Karl F. Soldan vom 
Dezember 1860 bis April 1870; Dr. 
B. Pick, vom i. Mai 1871 bis 12. 


April 1S74. Emil Henckell, vom Juni 
1874 bis Nov. 1883. Seit März 1884 
bedient Pastor Johannes Schäfer die 
Gemeinde, welche sich in blühen- 
dem Zustande befindet. 

Die Evangelisch -Lutherische Zions- 
Kirche, an der Butternutstrasse und 
Prospect- Avenue, ^^urde, wie weiter 

90 Familien inkorporirt. In 1864 
wurde eine Holzkirche errichtet, 
welche $12,000 kostete. Bis dahin 
fanden die Versammlungen in 
Ackermann' s Halle und in Pfohl's 
Halle an der Nordsalinastrasse statt. 
1867 brannte auch diese Kirche nie- 
der und die gegenwärtige wurde für 


oben schon erwähnt, aus früheren 
Gliedern der St. Johannes -Kirche 
gebildet. Die erste Versammlung 
wurde am 3isten Oktober 1863, 
am Jahrestage der Reforma- 
tion, gehalten und die Gemeinde 
wurde am i. Dezember, 1863, mit 

$24,000 erbaut. Die ersten Tru- 
stees waren Nicholaus Morgenstern, 
Karl L. Hämerle, Wilhelm Gehm, 
C. Friedrich Lindemer, Andreas 
Speich und Jacob Walter. Die 
Diakonen und Aeltesten waren: Jo- 
hann Steiger, Johann Schön, Georg 


Franz Sedlack; Dirigent, Prof. Heinrich 
Bitter. Obgleich nur ein Jahr bestehend 
hat der "Arion Quartett Club" grosse 
Erfolge aufzuweisen in musikkalischer so- 
wohl als in finanzieller Hinsicht, der 
Verein besteht gegenwärtig aus 1 6 aktiven, 
17 passiven und 2 Ehrenmitgliedern. 

Der Gesangverein "Concordia" watrde 
am 19. Oktober 1839 gegründet. Der erste 
Dirigent war Herr Prof. Bürger. Der 
Verein hatte damals 15 Mitglieder. Herr 
August Heinz ist das älteste Mitglied und 
ein Gründer des Vereins. Die Geschäfts- 
Versammlung findet am ersten Sonntag 
im Monat in Armbruster' s Halle, Ecke 
Butternut- und Lodistrasse statt. Der 
Verein zählt jetzt 16 aktive, 10 passive 
und 8 Ehren - Mitglieder. Herr Prof. 
Henri Bitter ist der langjährige und jetzige 
Dirigent des Vereins. Die jetzigen Beam- 
ten sind: Präsident, Fritz Wasmund; 
Vize-Präsident, Johann Schairer; Protok. 
Sekretär, P^ngelbert Fliri; Finanz-Sekre- 
tär, Fritz Muser; Schatzmeister, Kasper 
Kraus; Verwalter, E. Fliri. 

Syracuse L iederkranz. 

Der "Syracuse Liederkranz" wurde am 
II. September 1855 zu dem Zwecke ge- 
gründet, den deutschen Gesang, Sprache 
und Geselligkeit zu pflegen und zu hegen. 
Der Verein zählte bei seiner Gründung 1 1 
Mitglieder. Die Organisirung und die 
damit verbundene Beamtenwahl resultirte 
wie folgt: Präsident, Chr. Eckermann; 
vSekretär, Karl Steingrebe; Schatzmeister, 
Karl Wittneben; als Dirigent fungirte 
Benedikt Häberle. Die übrigen 7 Mit- 
glieder waren: Johann Ziegler, Wilhelm 
Betler, Karl Cook, Philipp Lichtenberg, 
Peter Rech, Franz Treiber und Robert 
Steinfort. Der Verein unterstützte an- 
fangs den Socialen Turn- Verein bei seinen 
deklamatorischen und musikalischen Un- 
terhaltungen welche alle 14 Tage stattfan- 
den. Am 28. April 1856 wurde das erste 
grosse Concert des Liederkranz abgehal- 
ten und am 9. September 1856, das erste 
Stiftungsfest. Die 100jährige Gedächt- 
niss-Feier Friedrich von Schiller's wurde 
am 9. Oktober 1S59 durch die Aufführung 
von "Wallenstein's Lager" gefeiert. Im 
Jan. 1860 trat der Verein dem Nordameri- 
kanischen Sängerbund bei und betheiligte 

sich imjuli desselben Jahres an dem grossen 
Sängerfeste in Buffalo. Die Fahnenweihe 
fand am 2. Oktober 1860 statt, und wirk- 
ten folgende Vereine mit: "Rochester 
Männerchor", "Auburn Sängerbund", 
"Oswego Eintracht". Am 13. September 
1862 wurde zum Besten der Familien der 
in den Krieg Gezogenen ein Konzert abge- 
halten und im Mai 1864 wurde auf Veran- 
lassung des Liederkranzes ein Allgemei- 
nes deutsches Volksfest veranstaltet, an 
diesem betheiligten sich die Sänger von 
Rochester, Auburn und Oswego. Als ein 
Glanzpunkt in der Geschichte des Vereins 
kann das 25 jährige Stiftungsfest bezeich- 
net werden, welches im Jahre iSSo unter 
grossartiger Betheiligung nicht allein des 
allgemeinen Publikums sondern auch un- 
ter Mitwirkung zahlreicher Vereine von 
Rochester, Auburn, Utica, Oswego und 
sogar von New York gefeiert wairde. Der 
Verein hat sich an fast allen Sängerfesten 
des Nord-Osstlichen Sängerbundes er- 
folgreich betheiligt und steht augenblick- 
lich unter der Leitung des tüchtigen 
Dirigenten Herrn Arthur Plagge. Die 
Mitgliederzahl des Vereins beträgt gegen- 
wärtig 200 passive und 50 aktive. Die 
gegenwärtige Beamten sind Folgende: 
Präsident, Adolph Roth; Vize-Präsident, 
Friedrich Hensel; Sekretär, Max Riepel; 
vSchatzmeister, Wilhelm Sorgues; Finanz- 
Sekretär, Johann Werfelmann, Biblio- 
thekar, W. F. Wigand; Verwaltungsräthe, 
Johann Cook, Julius Salomon, G. Bar- 
tholme, Julius Gilcher und Jakob Geis. 
Die Geschäftsversammlung des Vereins 
findet am i. Donnerstag in jeden Monat 
in der Turn-Halle statt. 

Syracuse Saciigerbinid. 
Der "Syracvise Sängerbund" wurde am 
9. Dezember 1S72 gegründet. Die ersten 
Beamten des Vereins waren: Herrmann 
Buschmann, Präsident; Eduard F. Hauck, 
Vize-Präsident; prot. Sekretär, Valentin 
Kraus; Finanz-S;kretär, Gustav Rapp; 
Schatzmeister, Jakob Heim. Der Verein 
zählt jetzt 27 aktive und 22 passive Mit- 
glieder sowie ein Ehrenmitglied. Die 
Singstunde findet jeden Donnerstag Abend 
in Rannon's Halle staU. Die jetzigen Be- 
amten sind: Präsident, Georg Koradill; 
Vize-Präsident, Bertram Hansen; prot. 
Sekretär, Georg Miller; Finanz-Sekretär, 



Anton Mayer; Schatzmeister, Karl Kall- 
felz; Bibliothekar, Friedrich vSchulz. Pro- 
fessor Karl Kresser ist der Dirigent des 
Vereins. Die Geschäftsversamnilung fin- 
det am ersten Sonntag eines jeden Mo- 
nats statt. Der Verein feiert am 9. De- 
zember dieses^Jahres sein"25Jähriges Stif- 

VcrscDicacnc Vereine. 

Arbeilcr-Kraukcn- und Sterbe- Kasse der 

Ver. Staaten von Xoidainerika. 

[zweig NO. 7.] 

Obiger Verein wurde am i . April 1 888 
von Mitgliedern der Sozialistischen Ar- 
beiter Partei, Sektion Syracuse organi- 
sirt. Die Kasse unterstützt ihre Mitglie- 
der im Krankheitsfalle mit I9.00 in der 
ersten und mit |6.oo in der zweiten Klasse 
sowie mit I250.00 im Sterbefalle. Ausser- 
dem ist es das Bestreben dieser Organisa- 
tion seine Mitglieder über ihre Klassen- 
lage aufzuklären und werden dieselben 
in der Constitution aufgefordert sich ge- 
werklich sowie politisch zu organisiren. 
Von IG Mitgliedern in 1888 ist die Zahl 
auf 236 Männer und 31 Frauen gestiegen. 
Die jetzigen Beamten sind: i. Vorsitzen- 
der, E. Blume, 2. Vorsitzender, A. Blume, 
Schriftführer, E. Chitel, Finanz - Sekre- 
tär, E. Edelmann, Schatzmeister, Fritz 
Hafermalz, Revisoren, A. Heims, A. 
Michel, E. Kretsch. Die Versammlun- 
gen finden an jedem letzten Sonntag im 
Monat in Staub's Halle, Ecke Butternut- 
und Knaulstrasse statt. 

Arbeiter Kranken - Vnterstuetzungs- 

Der Arbeiter Kranken-Unterstützungs- 
Verein wurde am 29. März 1869 gegrün- 
det. Die ersten Beamten waren Folgende 
Herren : Präsident, Heinrich Knobel, 
Vize-Präsident, Adam Jung, protokolli- 
render-Sekretär, Nickolaus Morgenstern, 
Finanz-Sekretär, Karl Eckel, Schatzmei- 
ster, Johann Keller. Der Zweck des Ver- 
eins ist, wie sein Name besagt, kranke 
Brüder zu unterstützen und im Sterbefalle 
eines Bruders den Hinterbliebenen eine 
nominelle Summe zukommen zu lassen. 
Der Verein zählt jetzt 85 Mitglieder und 
verfügt über einen Kassenbestand von 
$2,085. Die jetzigen Beamten sind: Karl 

GrofiFmann, Präsident; Philipp Martin, 
Vize-Präsident; Karl Merle, protok. -Sek- 
retär; Joseph Vogel, Finanz -Sekretär; 
Friedrich Wasmer, Schatzmeister. Der 
Verein versammelt sich am 2. und 4. 
Mittwoch in jedem Monat. 

Hartnonia - Loge. 
Die Loge wurde am 5. September 1870 
unter dem Namen " Martin Luther-Loge" 
gegründet. Die Beamten waren : Wil- 
helm Rothe, O. M.; Franz Frey, U. M.; 
District Deputirter, Franz Schäfer; Schatz- 
meister, August Fandrich; Finanz-Sekre- 
tär, Fritz Keppler ; prot. Sekretär, Otto 
Volksland; Kaplan, Johann Frey.; Füh- 
rer, Louis Lohmann und Heinrich Tho- 
masmaier. Am 26. August 1879 wurde 
die Loge unter dem Namen ' ' Harmonia- 
Loge" reorganisirt. Die jetzigen Beam- 
ten der Loge sind : Conrad Mündlein, 
O. M.; Johann Gronau, U. M.; Christian 
Schunk, prot. Sekretär ; Johann Frey, 
Finanz-Sekretär; Philip U. Storer, Schatz- 
meister ; John Wäckerle, Führer ; Hein- 
rich Noldan, Gehülfsführer ; Nikolaus 
Braack, Kaplan ; Jakob Gilcher, Gross- 
Marschall ; Verwaltungsrath, Jakob Gil- 
cher, Peter Drumm, Johann Frey ; Fi- 
nanz-Comite, Carl Schramm, Johann Bit- 
tel, Jakob Gilcher. Die Loge bezahlt 
beim vSterbefall eines Bruders |;2oo Sterbe- 
geld und $50 Beerdigungskosten beim 
Tode eines Mitgliedes, fco beim Sterbefall 
einer Frau eines Bruders und %\ extra von 
jedem Bruder. Das Krankengeld beträgt 
IS die Woche für voUgradige Brüder und 
$}, für Eingradige. Das Vermögen der 
Loge beträgt |4,ooo Dollars. Mitglieder- 
zahl, 65. Die Versammlungen der Loge 
finden jeden 2. und 4. Mittwoch in Gil- 
cher' s Halle statt. 

Deutscher Lebensversicherungs - J 'erein 
von Syracuse, N. } '. 
Der "Deutsche Lebensversicherungs- 
Verein" wurde am 19. August 1884 mit 
einem einbezahlten Kapital von $431.38 
und einer Mitgliederzahl von 39 gegrün- 
det. Die ersten Beamten waren: Präsi- 
dent, Friedrich Wickert; Vice-Präsident, 
Heinrich Stammer; prot. Sekretär, Guido 
Killy ; Finanz - Sekretär, Louis Kraft ; 
Schatzmeister, Anton V. Altmann; Arzt, 
Heinrich L. Eisner. Von der Gründung 
bis auf den heutigen Tag bezahlte der 


Schön, Jacob Göttel, Philipp Schäf- 
fer, Wilhehn Rheinheimer und P. 
Schneider. Der erste Prediger, Pa- 
stor C. Steinhauer, diente 6 Jahre 
und wurde dann, von 1869 bis zum 
15. April, 1893, "^'on Pastor Alexan- 
der Oberländer gefolgt. Seit dem 
30. April 1893 ist Pastor H. G. 
Dattan Prediger der Gemeinde. 
Dieselbe befindet sich in ausgezeich- 

Turn- Verein, der erst in diesem 
Jahrzehnt in vollem Umfange zeigte, 
was er zu leisten vermochte. 

Der Prozess, Ende der 50er Jahre, 
hatte seine Gliederzahl arg reduzirt. 
Beim Ausbruch des Bürgerkriegs 
zählte der Verein nur noch 28 Glie- 
der, und von diesen zogen 22 in den 
Krieg. 16 schlo.ssen sich dem 20. 
N. Y. Freiwilligen Regiment an. 


netem Zustande und ist sehr thätig. 
Mit Bezug auf Logen und Ver- 
eine muss auf den besonderen Theil 
dieses Buches verwiesen werden, 
wo dieselben einzeln und genau be- 
schrieben sind. Ihre Zahl nahm in 
solchem Maasse zu, dass ihrer hier 
nicht einzeln gedacht werden kann. 
Eine Ausnahme hiervon macht der 

welches als Turnerregiment bekannt 
war, während weitere 6 in andere 
Regimenter eintraten. Die Sorge 
für die Familien derselben wurde 
von den zurückbleibenden Turnern 
übernommen. Dies ist einer der 
Glanzpunkte in den Annalen des 

Am 14. März 1862 wurde der 

Verein 113,413.77 an Sterbegeldern aus. 
Heute zählt der Verein 1 14 Mitglieder und 
befinden sich |S, 139.60 in der Kasse. Die 
jetzigen Beamten sind: Präsident Karl 
Siegel, Vice - Präsident, Louis Stuber; 
prot. Sekretär, Johann B. Schindler; Fi- 
nanz Sekretär, Louis Kraft ; Schatzmei- 
ster, Anton V. Altmann; Arzt, Heinrich 
L. Eisner. Die Versammhingen finden 
jeden 3. Dienstag im Monat in Altmann's 
Halle statt. 
So~talistisc/ic A rbciter Paria, Ziceig No i. 

Getragen von der Ueberzeugung, dass 
die Befreiung der Arbeiter-Klasse, das 
Werk der Arbeiter selbst sein niuss, die 
aber nur geschehen kann, wenn die Ar- 
beiter ihre Vertreter in den Gesetzgeben- 
den Körpern aus ihrer Mitte wählen, 
wurde die Sozialistische Arbeiter Partei 
gegründet. In hiesiger Stadt organisirte 
man die Sektion im Jahre 1877. Die jetzi- 
gen Beamten des Zweiges No. i . ( früher 
deutsche Sekt, genannt) sind: August 
Heims, Organisator; Emil Schüttler, Kas- 
sirer; Karl Voss, Schatzmeister; Karl 
Hirt, Bibliothekar. Die Versammlungen 
werden abgehalten am zweiten und vierten 
Mittwoch im Monat, bei Karl Lehmann, 
614 N. State -Strasse. — Die Sektion hat 
schon viel dazu beigetragen, die Arbeiter 
hiesiger Stadt in sozialen, politischen und 
den wichtigsten Arbeiter-Angelegenheiten 
aufzuklären, indem sie zahlreiche Massen- 
versammlungen zu diesem Behufe abhielt 
wobei gute sachverständige Redner die 
Arbeiterfragen beleuchteten. 

Unabhaaigiger Unterstuetzungs - l'erein 


Obiger Verein wurde am 29. Juli 1883 
in AiTgust Zahn 's Hotel in der West-Wil- 
lowstrasse, von folgenden Herren gegrün- 
det: August Zahn, Karl Zahn, Peter Pel- 
lenz, Andreas Habermann, Johann Kupp- 
ler, L. Schneider, Wilhelm Auth, Franz 
Hefti, Johann Letter, C. Bakemann, O. 
Zapf, Valentin Merle. Von diesen gehö- 
ren gegenwärtig nur noch zwei dem Ver- 
ein an, nämlich Wilhelm Auth und Karl 
Zahn. Die ersten Beamten des Vereins 
waren: A. Habermann, Admiral; J. Kupp- 
ler, Vice - Admiral ; Otto Zapf, prot. Sek- 
retär ; Peter Pellenz, Finanz -Sekretär; 

August Zahn, Schatzmeister. Gegenwär- 
tig zählt der Verein 75 Mitglieder und 
hat einen Kassenbestand von 11,650. Der 
Verein hat seit seinem 14-jährigen Beste- 
hen ausbezahlt: An Krankengeld, 13,240; 
vSterbegeld, |i,oio ; in Summa, 14,250. 
Hierunter waren $210 als Sterbegeld für 
Frauen von Vereinsmitgliedern. Der 
Zweck des Vereins ist: i ) Unterstützung 
der Mitglieder in Krankheitsfällen, sowie 
in geschäftlichen Beziehungen, u. s. w., 
deren Interessen zu fördern ; 2 ) Unter- 
stützung der Hinterbliebenen von ver- 
storbener! Vereinsmitgliedern durch Aiis- 
zahlung einer gewissen Summe, der Mit- 
gliederzahl des Vereins entsprechend; 
3 ) Verbreitung und Förderung deutscher 
Sprache, deutscher Sitten und geselliger 
Unterhaltung. — Die Vereinsfahne gilt als 
die prachtvollste in der Stadt und hat 
1400 gekostet, und kann die Fahnenweihe, 
welche am 9. Mai 1887 stattfand, als ein 
Glanzpunkt in der Geschichte des Vereins 
betrachtet werden. Der jährliche Beitrag 
ist f5 und die Unterstützung im Krank- 
heitsfalle beträgt I4 per Woche. Die 
jetzigen Beamten sind : Heinrich Kautz, 
Admiral; Jacob Dick, Vice-Admiral; G.G. 
Heidlauf. Sekretär; N. Weber, Finanz- 
vSekretär; Karl Lehmann, Schatzmeister; 
B. Bailer, Installator ; W. Castor, Gross- 
marschall; Dr. L. Saxer, Vereinsarzt. 

Syracuse Spoiistiien's Club. 

Dieser Schützen-Club wurde am 17. Au- 
gust 1893 gegründet. Die ersten Beamten 
waren: Präsident, Jakob Gilcher; Vize- 
Präsident, H. T. Morgan; protok. -Sekre- 
tär, Ernst Young; Schatzmeister, A. C. 
Gilcher; Finanz-Sekretär, Richard Fei- 
gel; Schützenmeister (Kapitän), A. O. 
Zischang. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, Jakob Gilcher, L; Vize-Präsi- 
dent, H. F. Morgan; protok. - Sekretär, 
Karl Ziegler; Schatzmeister, E. Young; 
Finanz - Sekretär, A. O. Zischang; I. 
Schützenmeister, Frank Ainsley; IL 
Schützenmeister, Jakob Gilcher, IL Die 
Mitgliederzahl ist 65. Der Club versam- 
melt sich jeden 2. Donnerstag im Monat, 
in Gilcher's Halle. Jeden 2. Sonntag im 
Monat findet ein Schiessen statt. Der 
Club hat seinen eigenen Schützen-Park, 
Ecke Manliusstrasse und Teall Ave. 


f 3 




Dcutscbc Volks = Vereine. 

Badisclicr Kraiiken-rntcrsliictzutigs- 

Am 3. November 1884 kamen etliche 
Badenser hiesiger Stadt zusammen und 
gründeten den Badischen Kranken-Un- 
terstützungs-Verein. Sie erwählten als 
erste Beamten die folgenden Herren : Mo- 
ritz Gersbacher, Präsident, Anton Was- 
mer, Vize - Präsident, Joseph Dörr, i . 
Sekretär, Karl Schnauz, 2. Sekretär, En- 
gelbert Steidle, Schatzmeister, Severin 
Schmieder, Marschall. Seit der Gründ- 
ung des Vereins bezahlte derselbe |7,8oo 
an Kfankenunterstützung und $2,500 an 
Sterbegelder aus. Der Verein bezahlt 
beim Tode der Frau eines Bruders 50 Cts. 
pro Mitglied, und hat insgesammt in den 
12 Jahren seines Bestehens |;io,78o für 
wohltluitige Zwecke verausgabt. Die 
jetzige Beamten des Vereins sind: Johann 
Ballweg, Präsident, Richard Bergdorf, 
Vize-Präsident August Uhl, i. Sekretär 
Sigmund Wahl, 2. Sekretär, Sigmund 
Schlachter, Schatzmeister, Joseph Mühl- 
bayer, I. Marshall, Adolph Straub, 2. 
Marschall. Der Verein versammelt sich 
jeden i. Mittwoch im Monat in Marte's 

Bayrischer Kranke?! - rntej-sliietzinigs- 

Gegründet wurde dieser Verein am 16. 
Mai 1886 mit folgenden Beamten: Präsi- 
dent, Eduard Krön, Vize-Präsident, Au- 
gust Pflug, protok.-vSekretär, Peter Rech, 
Finanz-Sekretär, Andreas Habermann, 
Schatzmeister, Adam Jäckel. Der Verein 
zählt jetzt 125 Mitglieder und befindet 
sich in einem blühenden Zustande. In 
der Kasse befinden sich nahezu $^2,500.00. 
Die Versammlungen des Vereins finden 
an jedem i. und 3. Dienstag im Mon.it in 
JäckePs Halle statt. Die jetzigen Beam- 
ten sind: Jakob Nachant, Präsident, 
Christian Borne, Vize -Präsident; Peter 
Rech, protok.-vSekretär, Michael Haas, 
Finanz-Sekretär, Adam Rech, Schatz- 

Elsass-Lothrinotr \ 'ercin. 

Der Elsass - Lothringer W-ivin wurde 
am I. September 1891 mit 30. :\Iilgliedern 
gegründet. Die ersten Beamten waren: 
Präsident, Peter Rowe, Vize-Präsident, 


Fritz Mathis jr., Sekretär, Louis A. 
Plume, Finanz-Sekretär, Fridolin Kief- 
fer, Kassirer, Christian Eng. Die Beam- 
ten vom Jahre 1897 sind: Präsident, Jo- 
seph Dockwiller, Vize-Präsident, Franz 
Thomas, Sekretär, Wilhelm Jost, jr. , 
Finanz - Sekretär, Joseph Feisthauer, 
Kassirer, Joseph Pfohl. 
Rheinpfaelzer Kranken- 1 'iiterstuetziings- 

Der Rheinpfälzer Kranken-Unterstütz- 
ungs-Verein wurde am 29. Januar 1SS8 
gegründet. Die Unterstützung der Brüder 
in Krankheitsfällen und der Wittwen und 
Waisen im Sterbefallen eines Mitgliedes 
ist der Zweck, den sich die Gründer des 
Vereins auserkoren haben und wurde in 
dieser Beziehiing schon viel zur Linder- 
ung der Noth beigetragen. Die ersten 
Beamten des Vereins waren F'olgende: 
Präsident, Jakob Klein, Vize-Präsident, 
Karl Emig, protokollirender - Sekretär, 
Heinrich Müller, Rechnungsführer, Lud- 
wig Müller, Schatzmeister, Adam Wer- 
ner. Der Verein zählt gegenwärtig 51 
Mitglieder und verfügt über einen Kas- 
senbestand von I2025. Die jetzigen Be- 
atnten sind: Präsident, Adam Metzger, 
Vize-Präsident, Philip Haudienstein, pro- 
tokollirender Sekretär, Jakob Füllemann, 
Rechnungsführer, Jakob Schläfer, Jr. , 
Schatzmeister, Adam Werner. 

Syraaisc Se/nt'atien- 1 'ere'ui. 

Der Verein wurde am i. vSeptember 
18S4 zum Zwecke der gegenseitigen Un- 
terstützung, und Aufrechterhaltung deut- 
scher Sitten und Gebräuche gegründet. 
Die ersten Beamten waren Folgende: Prä- 
sident, Konrad Mayer, Vice - Präsident, 
Gebhard S auter, i. Sekretär, Anselm 
Mayer, 2. Sekretär, Karl Knaus, Schatz- 
meister, Sebastian Heckle, i. Marschall, 
Adam Christmann, 2. Marschall, Chri- 
stian Wirth. Die Mitgliederzahl des Ver- 
eins hat stetig zugenommen und zählt 
jetzt deren 88. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, Gebhard Sauter, Vize-Präsi- 
dent, Johann Stier, i. Sekretär Heinrich 
Jäger, 2. Sekretär, Anselm Mayer, vSchatz- 
meister, vSebastian Heckle, i. Marschall, 
Kasper Kesselring, 2. Marschall, Paul 
Jilayer. Der Kassenbestand beträgt ge- 
genwärtig, 1:2,588.00. 


Verein erst inkorporirt. Die Di- 
rektoren waren: Christian Freeoff, 
Heinrich Genzel, Jakob Häberle 
und Valentin Schilly. Die Turn- 
halle an der Pondstrasse war etwas 
weit entfernt und das Bedürfniss 
machte sich immer dringender gel- 
tend, näher dem Mittelpunkt des 
deutschen Viertels zu sein. In 1863 
kaufte der Verein für $450 einen 

dern auch die Turnhallen haben 
ihre Schicksale. In 1867 kaufte 
der Verein das .sogenannte "Centre 
House", welches Benedikt Hä- 
berle gehörte und worin dieser sei- 
ner Zeit ein Hotel betrieb. Häberle 
überliess ihnen das Eigenthum zum 
.selben Preis, den er selbst dafür be- 
zahlt hatte. Die nöthigen Umän- 
derungen wurden vorgenommen, 





( <=: 







^ /^ 


Bauplatz an der Ecke von Lodi- und 
Johnstrasse und errichtete eine neue 
Turnhalle. Dieses Gebäude steht 
heute noch. Es wurde später an 
die Schulbehörde verkauft, welche 
es als Schulhaus (Franklin-Schule) 
bis 1S72 benutzte und gehört jetzt 
W. J. Demong, welcher eine Ci- 
garrenfabrik darin betreibt. Man 
sieht, nicht nur die Bücher, son- 

um es für Turnzwecke einzurich- 
ten, aber in der Nacht des 26. De- 
zember 1868 brannte es nieder und 
war dazu noch unter dem Werth 
versichert. Herr Haberle stellte 
dem Verein sofort seinen Garten 
hinter der Brauerei zur Verfügung, 
welcher auch eine Zeitlang benutzt 
wurde, bis Heinrich Wö.se, oder 
"PapaWöse", ihnen die freie Be- 


nutzung seines Theaters an Butter- 
nut- und Parkstrasse anbot. Dort 
verblieben sie, bis die neue Turn- 
halle, an Stelle ^er abgebrannten, 
errichtet wurde. Lieber dieses, für 
damalige Verhältnisse, geradezu er- 
staunliche Unternehmen, finden sich 
interessante und zuverlässige Mit- 
theilungen in dem Festprogramm, 
welches bei Gelegenheit des 22. 
Turnfestes des West New - York 
Turn-Bezirks (vom 1 7.-20. August 
1889) herausgegeben wurde, und 

ihre regelmässige Versammlung am 
ersten Mittwoch des Monats abzu- 
halten. Es schien, als ob ein un- 
bekanntes Etwas die Gemüther al- 
ler Anwesenden beseelte. Ein Je- 
der fühlte, dass ein gewisses Ereig- 
niss diese Versammlung zu einer 
der wichtigsten stempeln würde, 
welche der Verein noch je abgehal- 
ten hatte; und als der damalige 
Präsident, Turner J. L. Röhner, 
seinen vStell Vertreter, Turner Wen- 
delin Schwanz, ersuchte, einstwei- 


welche nachstehend abgedruckt wer- 

Es war am Abend des 3. März im 
Jahre 1 869. Draus.sen pfiff der grim- 
mige Nordwest durch die Stra.ssen 
der Salzstadt, aber trotz des un- 
freundlichen Winterabends hatten 
sich die Mitglieder des Syracuse 
Turnvereins in der vom "Papa 
Woese' ' , an der Ecke Park- und 
Butternutstrasse, freundlichst über- 
lassenen Vorderstube seines Hauses 
vollzählig zu.sammengefunden, um 

len den Vorsitz zu übernehmen, da 
er einen Vorschlag zu machen habe, 
da fühlte jeder Anwesende, dass 
jetzt der Augenblick gekonnnen sei, 
welcher von allen geahnt und den 
Impuls fast aller kennzeichnen 
sollte. Tiefe Stille herrschte im 
Raum und als die Worte des Erst- 
genannten: "dass der Turnverein 
auf dem Platze des abgebrannten 
Ccnirc Housc eine neue Turnhalle 
erbaue," als diese Worte, langsam 
und deutlich gesprochen, verklun- 


gen waren, da hielt die Stille nur 
noch eine Sekunde an, dann aber 
brach der Beifallssturm von den 
Lippen aller Anwesenden los, der 
Bann war jetzt gebrochen und die 

Beschluss hatte auch seine Gegner; 
nicht alle sahen die Zukunft in so 
rosigen Farben, die Turner Hein- 
rich Genzel und Anton Aman 
sahen recht bedenklich drein und 



fast einstimmige Unterstützung des 
gemachten Vorschlags war der deut- 
lichste Beweis, dass derselbe sich 
nicht mehr länger hätte zurückhal- 
ten lassen. Aber der soeben gefasste 

Turner Christian Freeoff frug um's 
Wort und sagte: "Ihr wollt eine 
neue Fahne haben, ihr wollt eine 
neue Halle bauen, wo wollt ihr denn 
all das Geld hernehmen ?' ' Aber die 


vielleicht ganz beherzigenswerthen 
Worte des erfahrenen Finanzman- 
ties wurden nicht weiter erwogen, 
■es wurde noch an demselben Abend 
•ein Baukomitee, bestehend aus den 
Turnern Valentin Schilly, Heinrich 
Oenzel, Karl Gut, Georg Schilly, 
Anton Aman, Christian Freeoff 
mid dem Turnfreund Emanuel Hoff- 

in einer Extra- Versammlung am 25. 
April, an einem Sonntage, wurde 
berichtet, dass der Kontraktor 
Amos Mason das billigste Angebot 
für den Bau eingereicht habe und 
wurde das Bau-Comitee beauftragt, 
mit dem Genannten den Kontrakt 
abzuschliessen. Um dieselbe Zeit 
wurde das "Larned Building" von 

NItMI^I ßin I:R, 

Diriycnr clor Gesangvereine " arion Qucrlctl Cluh," " CoiKordia/ 
■' Arl)cirer-Lieclcrtafel" und " Harucjari-Lierla'Icifel." 

mann mit dem Auftrage ernannt, 
bis zur nächsten Versammlung 
Pläne für die neue Halle auszuar- 
beiten. Nun folgte eine rührige 
Thätigkeit innerhalb des Turnver- 
eins. Zeichnungen wurden entge- 
gengenommen, Aenderungen ge- 
macht, Listen für freiwillige Gel- 
der zum Hallenban ausgegeben und 

Herrn Amos Mason gebaut. Das- 
selbe war bereits bis zum Dachstuhl 
fertig und hier war es, wo am fol- 
genden Montag Morgen Turner 
Christian Freeoif die Gefahr nicht 
achtete Und auf lyeitern bis zum 
Dachstuhl des Neubaues kletterte, 
um Turner A. Aman zu bewegen, 
mit dem Vergeben des Contrakts 


bis zur nächsten Versammlung zu 
warten, — aber es war zu spät, der 
Bau ging vor sich. 

Die Turner Aman und Genzcl 
gestehen noch heute ein, dass sie 
die Bedenken Freeoffs damals theil- 
ten, und die trüben Tage der sie- 
benziger Jahre, wo Auflage ur.i 
Auflage an die Mitglieder gemacl t 
werden niusste, nur um die Zin- 
sen und die Unterhaltungskosten 
des Gebäudes bezahlen zu können, 
haben die Bedenken der Zweifler 
vollkommen gerechtfertigt. Wenn 
hier noch erwähnt wird, dass ge- 
rade die Turner Freeoff und Genzcl 
es waren, welche den Verein haupt- 
sächlich erst soweit brachten, dars 
er sich in ein solches Unternehmen 
wagen konnte, so muss es doppelt 
befremden, dass gerade diese besten 
Stützen zu jener Zeit, wo der Ver- 
ein nur noch 16 Mitglieder hatte, 
an dem Gelingen dieses Unterneh- 
mens zweifelten. 

Feierlichkeiten gelegt. In den 
Grundstein, welcher von dem Stein- 
hauer Herrn Karl Allmang ange- 


Pastoi-dcr Cvang. LuMi. 5t. Johaaiies- Kirche. 

Am 4. Juli 1869 wurde cier 
Grundstein unter entsprechenden 


Pferrer der Maria Hiinrneifaiirfs-I'viiclic. 

fertigt und dem Verein zum Ge- 
schenk gemacht worden war, wurde 
eine Blechkapsel eingefügt, welche 
u. a. die Statuten der damals hier 
bestehenden 21 deutschen Vereine, 
nebst Exemplaren der hiesigen Zei- 
tungen, sowie eine Geschichte des 
Turnvereins enthält. 

Ende Juli wölbte sich bereits das 
Dach über dem gewaltigen Ge- 
bäude, und nun folgte eine Zeit, 
welche für die daran Betheiligten 
unvergesslich bleiben wird. Jeden 
Abend kamen die Turner nach voll- 
brachtem Tagwerk nnt Hammer 
und Säge nach der Turnhalle und 
arbeiteten freiwillig an dem Innern 
Ausbau der Halle. So wurde z. B. 
der Fussboden der Halle gänzlich 
nach Feierabend bei Kerzenlicht ge- 
legt, desgleichen ist das Turnlokal 
in den Stunden von 7 — 11 Uhr 
Abends fertig gestellt worden. Da- 
durch wurden dem Verein Hunderte 

von Dollars erspart und die Turner 
Aman, Wendelin Schwanz, Ro- 
mald Häberle, Valentin und Georg 
Schilly, Richard Bücheier, Fidel 
Wolfer, Philipp Jung, Philipp Zim- 
mer und andere waren in jener Zeit 
wirklich unverdrossen und uner- 
müdlich thätig. 

Am 14. September, dem hundert- 
jährigen Geburtstag des grossen Na- 
turforschers Alexander von Hum- 
boldt, wehte auf dem Fahnenstock 
der Halle, welche nur im Rohbau 
vollendet war, zum ersten Mal die 

aber keinen einzigen Cent erhalten, 
sodass sie auf ihre eigenen Anstren- 
gungen angewiesen waren, die schier 
überschwere Last zu tragen. Die 
Feieram 14. September war eigent- 
lich eine Doppelfeier. Die Turn- 
vereine von hier, Utica, Rochester, 
Buffalo, Suspension Bridge und Au- 
burn marschirten in Parade durch 
die Stadt und kehrten zur Turn- 
halle zurück. Am Eingang zu der- 
selben, welche herrlich dekorirt 
war, wurden sie von dem Bauko- 
mitee empfangen, welches durch 


amerikanische Flagge; letztere ein 
Geschenk der Gattin des Turners 
Daniel Schmeer. Und am hundert- 
jährigen Geburtstag Ernst Moritz 
Arndt's — am 26. Dezember 1869 — 
wurde die Halle als vollendet dem 
Publikum übergeben und durch den 
von Turner Wilhelm Schmidt ver- 
fassten und von ihm gesprochenen 
Prolog eingeweiht." Während des 
Baues hatte der hiesige Turnverein 
sich an die auswärtigen Vereine im 
ganzen Eande um Hülfe gewandt, 


seinen Vorsitzer, Valentin Schilly, 
die Schlüssel der Halle an den Tur- 
ner, Schulcommissär Johann L. 
Röhner, in ceremonieller Form über- 
gab, worauf die bereits erwähnte 
neue Fahne aufgehisst wurde. 

Die andere Feier an diesem Tage 
fand, wie bereits erwähnt, zu Eh- 
ren Humboldt 's statt und begann 
am Morgen mit einer grossen Pa- 
rade durch die Hauptstrassen der 
Stadt, woran sich die militärischen 
und anderen Vereine betheiligten, 

unter Anführung des Fest - Mar- 
schalls General Gustav Sniper. 
Später wurden in Kaiser's Grove 
Reden gehalten und zwar von den 
Herren Karl Eckermann, Alexan- 
der FleischniBnn und dem Fest- 
Präsidenten Wilhelm Dopffel, sr. 

Von dieser Zeit an florirte der 
Turnverein bis auf den heutigen 
Tag. An anderer Stelle werden 
noch weitere Einzelheiten berichtet 

haus erhalten, worin er 2 bis 3 Jahre 
verblieb, worauf er nach Missouri 
verzog und dort wieder Prediger 
wurde, bis er seines hohen Alters 
wegen pensionirt wurde und wieder 
nach Syracuse zurückkam, wo er 
im Jahre 1886 starb und auf dem 
Oakwood Kirchhof beerdigt wurde. 
Er hinterliess 3 Kinder : Karl F. 
Saul, Heinrich G. Saul und Frau 
Col. E. S. Jenney dahier. 

fohn L. Rochner war vordem als 


Was die deutschen Zeitungen 
während dieses Zeitabschnitts an- 
betrifft, so traten bezüglich des 
Central Demokrat keine \"erände- 
rungen ein. Dagegen ging der 
Onondaga Deinokrat'xw andereHände 
über, indem Georg Saul das Blatt 
im Januar 1863 an John L- Röhner 
verkaufte. Herr Saul hatte eine 
Anstellung im New Yorker Zoll- 

Setzer in der Druckerei des "Cen- 
tral Demokrat" beschäftigt gewesen 
und begann seine editorielle Lauf- 
bahn mit Entschiedenheit und Um- 
sicht. In seinem ersten Eeitartikel 
trat er für die Sache der Union ganz 
entschieden ein und forderte alle 
waffenfähigen Deutsche auf, ins 
Heer zu treten. Der Artikel schloss 
mit der Erklärung, dass die Zeitung 





p (jrainin£f 



This is one of the 
tutions of it kind in 
the .State 

Pupils taught in a prac= 
tical way. 


dress for circulars, or other informati' 

Ridc the 

All "iip-to-date" methods relating to Book=Keep= 
ing, Office Duties, Business Practice, Corre- 
spoiideiice, etc. 

The Shorthand and Typewriting Departement 

has every facility for producing thoroughly qualitied 
Stenographers for the office or court work. 
Pupils received at any season of the year. 

EVENINGSCHOOL: October to April. 

ooms— CLINTON BLOCK— the most desirable location in the city; c r ad- 



T'pi nn HIGH GRADE I\L.i^ll> ^ 

LuLÄlii ^^ WHEEL. /^rcticSocIciWatex 



fi-anhevc<lflnatson, -^^ "^^"S^'^^ ^''^''"^'- 


Prompt attention to Repair Work. 

Private Fainilies, Parties and Picnics 

Headquarters:605 N. SA LI NA ST. 

(K. NIOOSRRUGGEK, l'rop.) 


Undertakin»; and Embalmin,i>:, 



hinfort auch nicht im geringsten 
demokratische Neigungen zeigen 
werde und dass dieselbe in Zukunft 
unter dem Titel ''Syracusc U7iion" 
erscheinen werde. Dieser gehar- 
nischte Artikel bewog viele junge 
Deutsche sich anwerben zu lassen 
und der Achtbare Andrew White 
(gegenwärtig amerikanischer Ge- 
sandter am Hofe zu Berlin) fand 
solchen Gefallen an demselben, dass 
er die "Union" im folgenden Mo- 
nat mit einer ganz neuen Ausstat- 
tung von Lettern beschenkte. Röh- 
ner war in diesem Jahrzehnt eine 
einflussreiche Persönlichkeit und 
verblieb Eigenthümer und Redak- 
teur der "Union" bis er, gleich sei- 
nem Vorgänger, eine Anstellung 
im New- Yorker Zollhause erhielt 
luid am IC. August 1870 die Zei- 
tung an Johann Ziegler verkaufte. 
Röhner behielt seine Stellung lange 
Jahre hindurch, bis er im Jahre 


1886 von der demokratischen Re- 
gierung abgesetzt wurde, und nach 
hier zurückkehrte, wo er in den 

90er Jahren verstarb. In den Jah- 
ren 1868 — 1870 war er Schul-Com- 
missär der 2. Ward und seinen Be- 
mühungen ist die Anschaffung des 


deutschen Theils der Central Li- 
brary zu verdanken. 

Von 1870—1880. 
Das Jahr 1870 fand die Deutschen 
in S5-racuse, als Gesammtheit be- 
trachtet, vielleicht in besserer Ver- 
fassung, als dies seitdem der Fall 
gewesen ist. Die Stadt hatte in 
den 60er Jahren sich ungemein ent- 
wickelt. Die Nordsalinastrasse war 
gut angebaut, mit ansehnlichen 
Geschäftshäusern, und auch But- 
ternutstrasse und Umgebung zeig- 
ten verheissungsvolle Anfänge zu- 
künftiger Grösse in Gestalt von 
rein deutschen Niederlassungen. 
Unter diesen waren "Sc/mvde?!- 
/a/id" und '" Schicitzcrland" die be- 
deutendsten. Hier hatten sich alte 
Ansiedler niedergelassen um Heim- 
stätten zu gründen, und dass dabei 
der Zusammenschi uss der Lands- 
mannschaften grell zu Tage trat, 


Deutscher AUgenieinet Kranken-Unter- 
st uetzungs- Verein. 

Im Jahre 1887 kamen etliche Männer, 
alle gebürtig im Königreich Preussen in 
hiesiger Stadt zusammen und gründeten 
einen Unterstützungsverein unter dem Na- 
men ' ' Preussischer Kranken-Unterstütz- 
ungs-Verein von Syracuse, N. Y.," der 
Verein blühte eine zeitlang und nahm we- 
gen Mangel an geborenen Preussen wie- 
der ab. — Im Jahre 1894 am 14. Februar 
reorganisirte sich der Verein unter dem 
Namen "Allgemeiner Deutscher Kranken 
Unterstützungs- Verein. " Die ersten Be- 
amten des neuen Vereins waren: Philip 
Balzer, Präsident; Johann Schamock, 
Vize -Präsident; Peter Paulus, i. Sekre- 
tär; August Wenzel, 2. Sekretär; Hein- 
rich Stammer, Schatzmeister; F. Wett- 
scliank, Marschall; Karl Streck, Fahnen- 
träger. Der Verein zählt gegenwärtig 60 
Mitglieder und hat einen Kassenbestand 
von|;i,ooo. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, F. M. vSabetzky; Vize -Präsi- 
dent, Karl Schmick; i. Sekretär, Adolf 
Wolf; 2. vSekretär, Karl Panenski; Schatz- 
meister, Heinrich Stammer; Marschall, 
F. Lendowski; Fahnenträger, Karl Groth. 

Gruetli- J 'erei'n. 

Der vSchweizer Grütli-Verein wurde am 
IG. Juni 1866 gegründet. Die ersten Be- 
amten waren: Johann H. Knobel, Präsi- 
dent; Friedrich Auer, Vize-Präsident; Jo- 
hann Franz, protok. Sekretär; Heinrich 
Sulzer, Finanz-Sekretär; Nikolaus Henni, 
Schatzmeister; Jakob HoUinger, Mar- 
schall. Der Verein zählt jetzt 52 Mitglie- 
der und hat Derselbe gegenwärtig ein 
Baarvermögen von circa 1^4,000.00. Die 
jetzigen Beamten sind: Eduard Stark- 
mann, Präsident; Adolph Eschbach, Vize- 
Präsident; Anton Wies, cor. Sekretär; 
Anton Hummer. Finanz-Sekretär; Jakob 
Sennhauser, Jr., Schatzmeister. Der 
Grütli-Verein versammelt sich jeden i. 
Sonntag im Monat. Junge gesunde 
Schweizer oder die Söhne von Schweizer 
thun gut sich dem Vereine anzuschliessen, 
da derselbe seine Glieder in Krankheits- 
und Nothfällen und im Sterbefalle eines 
Gliedes die Hinterbliebenen desselben un- 


Brauerei-Arbeiter- Union Ao. //. 

Die Brauerei- Arbeiter-Union No. 1 1 von 
hiesiger Stadt wurde mit einer Mitglieder- 
zahl von 32 im Monat Februar 1887 ge- 
gründet und leiteten Anfangs folgende 
Beamten die Angelegenheiten der Union : 
Präsident, Fritz Wasmer, Vize-Präsident, 
Karl Moosbrugger, protok. Secretär, 
Gottlob Holzer, Finanz-Secretär, Mich- 
ael Neuhierl, Schatzmeister, Fritz Wag- 
ner. Die Union zählt heute 60 Mitglieder 
und verfügt über ein Kapital von nahezu 
|r, 000.00. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, Julius Jung, Vize - Präsident, 
Friedrich Huber, protok. Secretär. Fried- 
rich Ludwig, Finanz-Secretär, Karl Jung, 
Schatzmeister, Philipp Appel. 
Internationale Stein}nauj er-Union Xo. 2. 

Die Union wurde am 30. April 1S90 ge- 
gründet. Die ersten Beamten waren: Prä- 
sident, Heinrich Reichel; Vize-Präsident, 
Jakob Allmang ; Protok. Sekretär, Louis 
Wäschle; Finanz-Sekretär, Jakob- Kesel; 
Schatzmeister, Jakob F'ehrenz. Die jetzi- 
gen Beamten sind: Präsident, Heinrich 
Jäger; Vize-Präsident, Louis Korb; Pro- 
tok. Sekretär, Louis Wäschle ; Finanz- 
Sekretär, Heinrich Reichel; Schatzmei- 
ster, August Dunger; Thürwache, Johann 
Scheibel. Die Versammlungen finden an 
jedem Mittwoch in Ed. Staub's Halle, 
Ecke Knaul- und Butternutstrasse statt. 

Internationale Baecker - Cnio)/ — Lokat- 
ion ion No. jo. 
Die Bäcker-Union No. 30 von Syracuse, 
N. Y., wurde am 10. April 1886 gegrün- 
det. Die ersten Beamten waren Folgende: 
Präsident, Gustav Richter; Vize - Präsi- 
dent, Johann Seitz; prot. - Sekretär, Jo- 
hann Seitz; Finanz - Sekretär, Johann 
Schmidt; Schatzmeister, Valentin Lorenz. 
Die Union zählt heute 67 Mitglieder und 
hat einen Kassenbestand von I500. Zweck 
der Union ist die Lage der Bäckerei-Ar- 
beiter zu heben sowie die Mitglieder im 
Nothfalle zu unterstützen. Die Versannn- 
lungen finden jeden anderen Sonntag- 
morgen um 10 Uhr in Grünwald's Halle, 
Ecke Wasssr- und Süd-Statestrasse statt. 
Die jetzigen Beamten sind: Präsident, J. 


lag im Charakter derselben begrün- 
det. Schwobenland lag in der Um- 
2^ebinig von Butternut- und Park- 
jtrasse und war namentlich an Sonn- 
:agen ein Sammelpunkt für alle 
Deutsche, welche Vergnügen und 
Erholung zusammen geniessen woll- 
;en. Wöse's Theater, Kaiser' s 
^rove und zahlreicheWirthschaften , 
me Gallster's und "Immerdur- 
5tig's" (Schmidt's) boten reichliche 
Gelegenheit dazu. Schwitzerland, 

Schwitzerland lebte natürlich in be- 
ständiger Fehde, etwa wie vor 2000 
Jahren ihre Vorfahren, die Sueven 
und Helvetier. Nach Vorväter 
Weise fochten sie ihre Kämpfe auch 
mit primitiven Geschossen aus, näm- 
lich mit Steinen. Und wenn in 
heissem Kampfe die Wagschale des 
Kriegsglücks nach der einen oder 
andern Seite sich neigte, kamen 
Hülfstruppen auf die Wahlstatt, in 
Gestalt der Alt-Schweizer und Alt- 


)der Schwitzer-Hill, lag in der Ge- 
bend von Seward- und Alvordstrasse 
ind wurde von der Stadt aus auf 
iinem Pfad erreicht, der von Ja- 
nesstrasse aus, an dem Rose Hill- 
Kirchhof vorbei, dahin führte. Hier 
vohnten namentlich die Schweizer. 
3er Hauptort für Vergnügungen 
jestand hier in einem Wirthshaus 
nit Tanzlokal. Das jüngere Ele- 
nent aus Schwabenland und 

Schwaben. Die Hüter der öffent- 
lichen Ordnung waren diesem Ras- 
senkampf gegenüber machtlos, weil 
der einzige Konstabier für diese 
Umgegend sich nicht gewachsen 
fühlte, verhindernd in die Feindse- 
ligkeiten einzugreifen. O die gu- 
ten alten Zeiten ! 

Das deutsche Theater in der Turn- 
halle gab um diese Zeit regelmässige 
wöchentliche Vorstellungen, die gut 


M. Murphy; Vize-Präsident, Hermann 
Huth; deutscher Sekretär, Georg Boquet; 
englischer vSekretär, H. R. Hickey; Fi- 
nanz-Sekretär, Christian Schmidt; Schatz- 
meister, Johann Schreiber; Trustees, Jo- 
hann Merz; E. Daniels und Johann Out- 

Schiiridcr-Cnioji Xo. i. 
Die Schneider-Union No. i., Zweig der 
"International Readymade Clothing Tai- 
lors Union", wurde am lo. März 1S96 ge- 
gründet und waren zur gleichen Zeit die 
Gründer dieser Union die Gründer der 
Internationalen Union, da die Union No. 
I diese in 's Leben rief. Die ersten Beam- 
ten waren: Präsident, Georg Hessler; Vize- 
Präsident, Ambros Markert; protok.- 
Sekretär, Carl Oertel; Finanz-Sekretär 
und vSchatzmeister, Johann Grub. Die 
Innung zählt heute 60 Mitglieder und ver- 
sammelt sich jeden 2. Mittwoch in List- 
mann's Halle. Die jetzigen Beamten der 
Union sind: Präsident Johann Kurtz; Vize- 
Präsident, Morris Jacobson; protok. Sek- 
retär, Karl Oertel; Finanz-vSekretär und 
Schatzmeister, Johann Grub. 
Union A'o. j>, Brotlierhood 0/ Painicrs 
and Decorat ors of America. 
Die hiesige Deutsche Union No. 35 der 
Maler und Dekorateure woirde am i. ]VIai 
1895 gegründet; dieselbe steht in Verbind- 
ung mit der Brüderschaft der Maler und 
Dek. von Amerika. Die Zahl der Grün- 
der war 11. Die ersten Beamten waren: 
Präsident, Florian Singer, Vize-Präsident, 
Peter Göttel, Prot.-Secretär, Joseph A. 
Birchler, Fin.-Secretär, August W. Kauf- 
mann, Schatzmeister, Georg Luttinger 
Sr., Marschal, Philipp Schneider, Thür- 
hüter, Johann Hardter, Verwaltungsrath, 
Johann Geyer, Johann Dietrich und Jo- 
hann Barker. Die jetzige Mitgliederzahl 
ist 60. Der Kassenbestand |ioo. Die 
jetzigen Beamten sind: Präsident, Hein- 
rich Huber, Schatzmeister, Edmund Deh- 
ler, Marschal, Franz X. Knapp, Thürliü- 
ter, Jacob Luttinger, Verwaltungsrath, 
Otto Schweikert, Georg Luttinger Sr. und 
Alexander Kleinhans. Der Zweck dieser 
Bruderschaft ist nämlich: i.) unses Ge- 
werbe aus dem niederen^Zustand in dem 
es herabgesunken ist, emporzuheben, 
durch gegenseitige Unterstützung; 2.) ein 
System einzuführen, wodurch eine höhere 

Stufe der Arbeit erreicht werden kann; 
3. ) Pflege der Freundschaft und Näch- 
stenliebe unter den Männern unserer 
Zunft; 4. ) einander behülflich zu sein, 
im Erlangen von Arbeit, Abkürzung der 
Arbeitszeit, Unterstützung zu leisten in 
Todesfällen oder permanenter Arbeitsun- 
fähigkeit und ferner durch ehrsame und 
gutgewählte Mittel und Wege, die morali- 
schen, intellektuellen sowie gesellschaft- 
lichen Verhältnisse unserer Mitglieder zu 
heben. Die Versammlungen finden an 
jedem zweiten Freitag im Monat, in Jo- 
seph Haas's Halle statt. 
Ciiited Brothcrhood of Carpenters aiid 
Joiiiers of .luicrica. 

[lokal UNION NO. 15.] 

Die Deutsche vSchreiner-Union No. 15 
von Syracuse, N. V., wurde am 10. März 
18S7 gegründet. Die Gründer waren fol- 
gende Brüder: J. Lemp, J. Waldt, Wni. 
Kunze, J. Biermann, E. J. Rapp, E. 
Link, W. Stenzel, C. Fritz, A. Korb, G. 
Ziegler, D. Greiser, M. G. Rapp, C. 
Flachsland, F. Hafennalz, J. Mathis und 
H. Werner. Die ersten Beamten waren: 
Präsident, Anton Amann, Vize-Präsident, 
Heinrich Knobel, protok. -.Sekretär, H. 
Werner, Finanz-Sekretär, F. Hafermalz, 
Schatzmeister, Karl Flachsland, Conduk- 
teur, W. Kunze, Thürsteher, Johann 
Biermann. Die Union zählt heute 125 
Mitglieder und verfügt über einen Kassen- 
bestand von 11,000. Die Union unter- 
stützt ihre Mitglieder in Kranken- und 
Sterbefällen. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, Friedrich Borne, Vize - Präsi- 
dent, Hermann Klotz, protok. -vSekretär, 
Pins Gottstein, Finanz-Sekretär, Johann 

-Rvan, Schatzmeister, Johann Loeb, Auf- 
seher, Karl Riehle, Thürsteher, J. Oh- 

Liverpool Korbiitacliei-- k'raiiken - Unter- 
st netz ungs- l 'erein. 
Der Liverpooler Korbmacher-Kranken- 
Unterstützungs- Verein wurde im Januar 
1S91 gegründet. Die ersten Beamten wa- 
ren: Präsident, Heinrich Strüver; Vize- 
Präsident, Valentin Seidenfuss; protok. - 
Sekretär, Wilhelm Bittel; Finanz-Sekre- 
tär, Valentin Bahn; Schatzmeister, Jo- 
hann Bahn; \'erwaltungsrath, Adolph 
Schwartz, Heinrich Nenzel, .\lam König, 
Johann Klippert, Adam Bittel, II. Die 


besucht wurden. Im grossen und 
ganzen ging es friedlich unter den 
Deutschen zu. Da brach das Kriegs- 
unwetter in Europa los und man war- 
tete hier mit gespannter Aufmerk- 
samkeit auf die Entwickelung des 
gewaltigen Riesenkampfes. Die 
überseeische Telegraphen - Verbin- 
dung brachte die Nachrichten vom 
Kriegsschauplatz ebenso schnell 
hierher, wie .sie in Deutschland 

Seiten der brutalen phy.sischen Ue- 
bermacht zu schlagen, sei es nun in 
einem Preiskampf zwischen profes- 
sionellen Raufbolden, Hunden, 
Hähnen oder Nationen, unbeküm- 
mert um den moralischen Werth 
der Sache. Kennzeichnend für 
den Umschwung der Amerikaner ist 
eine Auslassung der "Cincinnati 
Times" vom Januar 1S71: "Es ist 
nicht nöthig, Zeit und Atheni mit 


Aelteste deutsche Kirche im County. 

selb.st bekannt wurden. Die wasch- 
ächten Yankees sympathisirten an- 
fangs mehr mit den Franzosen und 
würden es ganz gern gesehen ha- 
ben, wenn das Krieg.sglück diesen 
hold gewesen wäre. Es kam jedoch 
anders, und mit acht amerikani- 
scher Geschmeidigkeit jubelte man 
nun auch ihrerseits dem Sieger Bei- 
fall zu. Es liegt ja in der Natur 
des Amerikaners, .sich immer auf 

Verwünschungen der Preus.sen zu 
verlieren, da wie unser eigener 
General Sherman sagte und bewies, 
"Krieg Krieg i.st" und da der Feind 
sich unterwerfen kann, wenn er dies 
Alles nicht länger zu ertragen ver- 
mag. Die Deut-schen sind gegen- 
wärtig die herr.schende Macht der 
Welt. Sie nehmen Besitz von der 
civilisirten Welt. Jede Rasse wäll 
ihren Tag haben, und' der Tag der 


jetzigen Beamten sind: Georg Stumphaus, 
Präsident; Johann Klippert, Vize-Präsi- 
dent; Friedrich Seidenfuss, protok. -Sek- 
retär; Valentin Bahn, Finanz - Sekretär; 
Johann Bahn, Schatzmeister; Franz Xe- 
wack, Georg Miller, Emil Uffenheimer, 
Heinrich Widdekind, Jakob Riessler, 
Verwaltungsrath. Die regelmässigen Ver- 
sammlungen werden jeden Monat in Lee's 
Halle abgehalten. Der Zweck des Ver- 
eins ist Unterstützung in Krankheits- und 
Todesfällen zu gewähren. Der Verein 
hat jetzt eine Mitgliederzahl von 35 und 
einen Kassen-Bestand von 11,253. 


inaria RimmcIfahrtsKircbc. 

Zzceigjö, C. M. B. A. 
Dieser Zweig der "Katholischen Gegen- 
seitigen l'nterstützungs - Gesellschaft" 
-wurde am 19. Jvmi 1S79 aus Mitgliedern 
der Maria-Himmelfahrtsgemeinde in hie- 
siger Stadt durch den Pvhrenwerthen Jo- 
hann Deniong im Verein mit anderen 
gleichgesinnten Männern, welche den 
AVertli einer gutregulirten Versicherungs- 
Gesellschaft erkannten, als Abtheilung 
No. 36 der C. M. B. A. in's Leben geru- 
fen. Die Zahl der Gründer dieser Abtheil- 
nng war eigentlich klein im Verhältniss 
zu der grossen Gemeinde in welcher die- 
selben ihre Thätigkeit entfalteten. Wie 
hei allen Unternehmungen, welche Ge- 
duld und Ausdauer erfordern, gab es auch 
da Unglückspropheten genug, welche al- 
les Mögliche, nur keine günstigen Er- 
folge für die neugegründete Abtheilung 
36 als auch für die Organisation im Gan- 
zen voraussagten. Es sollte aber trotz al- 
ler Prophezeihung anders kommen. Zweig 
36, der Katholischen Gegenseitigen Un- 
terstützungs-Gesellschaft steht heute, iS 
Jahre nach seiner Gründung in Bezug auf 
seine Verwaltung, Mitgliederzahl und sei- 
nes Vermögens, mit dem besten Abtliei- 
lungen dieser Organisation ( gelinde ge- 
sagt) auf gleicher Höhe. Eine Gesell- 
schaft, welche ihre Mitgliederzahl in ei- 
nem 18jährigen Bestehen verzehnfacht 
und eine Ersparniss von über 4,000 Dol- 
lars aufzuweisen vermag, hat ein Recht 
darauf stolz zu sein, zu den ersten der 
ganzen Organisation gezählt zu sein. Herr 

Johann Deniong war der erste Präsident 
der Gesellschaft und Herr Anton L. 
vSchmidt Jr., der gegenwärtige Sekretär 
hatte dieses Amt für die letzten 17 Jahre 
inne, welches er in jeder Beziehung treu 
und gewissenhaft erfüllte. Zweig 36 be- 
zahlte seit seiner Gründung #93,000 an 
die Hinterbliebenen von 47 verstorbenen 
Brüdern aus. Die gegenwärtigen Beam- 
ten sind: Präsident, Alexander Kleinhans; 
I. Vize-Präsident, Max J. Mayer; 2. Vize- 
Präsident, Carl F. Lehrscholl; Kanzler, 
Johann F. Miller; Marschall, Eduard 
Winnefeld; prot. Sekretär. Anton L. 
Schmidt, Jr. ; Finanz-Sekretär, ( 17 Ter- 
mine ) Joseph Born; Wache, Friedrich 
FöU, Jr.; Trustees, Heinrich :Mertens, 
Franz Hess, Johann B. Spiegel, Heinrich 
Behm und Johann P. Peberl. Zwei der 
Glieder dieses Zweiges wurden durch hohe 
Ehrenstellen ausgezeichnet, Herr Wil- 
helm :\Iüuch wurde als ister Supreme- 
\'ice-Präsident und die Herren Demong 
und ^Müuch als iste Gross- Vice-Präsiden- 
teu der C. :M. B. A. gewählt. 

l'n tost litt ziingsverciii des Ztirig j6, 
C. M. D. A. 

Dieser Verein w^urde als Kranken-Un- 
terstützungs-Sektion der Abtheilung 36, 
C. INI. B. A., am 20. Januar, 1S95 mit fol- 
genden Beamten gegründet: Präsident, 
Max Mayer; Vice-Präsident, Norbert 
Aletzhauser; protok. Sekretär, Georg 
Yost; Finanz-Sekretär, August Schlach- 
ter; Schatzmeister, Peter Kastor; Mar- 
schall, Paul Maier; Wache, Louis Schmie- 
der: Verwaltungs-Rath, Johann Heusle, 
Johann Friedrich, Joseph Birchler, Alfred 
Hummel und Florentin Kaiser. Der \'er- 
ein zählte damals 100 Mitglieder und hat 
seitdem 29 ^Mitglieder zugenommen. Die 
jetzigen Beamten sind: Präsident Anton 
Seifritz; Vice-Präsident, Jakob Kleist; 
protok. Sekretär, Franz Heiss; Finanz- 
Sekretär, Ai:gust Schlachter; Schatzmei- 
ster, Peter Kastor; Marschall, Friedrich 
Föll; Wache, Paul Maier; Verwalungs- 
Rath, Joseph Birchler, Johann Spiegel, 
Johann Heusler, Alfred Hummel und 
Gustav Witkowski. 

Ziveig /6, L. C. /-'. A. 

Dieser Zweig wurde am 11. NovemI)er 
i<S90 gegründet und durch die Suprenie- 
Deputirte Frl. Maria Müllen installirt: 

Deutschen erhebt sich zu seinem 
Mittagsglanze. In diesem Lande 
sind sie bereits so stark geworden, 
dass sie innerhalb 20 Jahren unsere 
politischen Institutionen controlli- 


ren und unsere social- moralischen 
Erziehungsgesetze diktiren wer- 
den. " ' Dass diese Prophezeiung nicht 
in Erfüllung ging, das ist die Schuld 
der kleinlichen deutschen Eifer- 
sucht im allgemeinen, und der 
Selbstsucht der ehrgeizigen und 
eingebildeten, aber geistig be- 
schränkten deutschen Peanut- Poli- 
tiker, denen es nur darum zu thun 
ist, durch den Einfluss der deut- 
schen Wähler sich selbst zu berei- 
chern und zu Ansehen zu gelangen. 
Als Schlag auf Schlag der Draht 
von deutschen vSiegen berichtete, 
■da erfüllte unendlicher Jubel auch 
die Herzen der Deutschamerikaner. 
Die deutsche Presse von Syracuse 
brachte ihren Lesern genaue tele- 
graphische Berichte, ohne dieselben 
editoriell zu kommentiren. Und 
als der Kampf beendet und zu 

Gmisten Deutschlands entsclüeden 
war, da tauchte auch sofort der 
Vorschlag zur Feier eines Friedens- 
festes auf. Grösser als die Freude 
über die glorreichen Siege war aber 
noch diejenige über das wiederer- 
standene neue Deutsche Reich, 
wenn gleich dasselbe auch nicht 
völlig den Ideen der alten 48er ent- 
sprochen haben mochte, wie es ih- 
nen in ihren jugendlichen Träumen 
vorgeschwebt hatte. 

Der im Jahre 1869 gegründete 
Schützenverein erliess am 18. März 
1871 einen Aufruf an alle hiesigen 
Vereine zu einer allgemeinen Ver- 
sammlung am Sonntag den 26. 
März in der Turnhalle, um über 
die Vorbereitungen zu einem Frie- 
densfest zu berathen. Dieselbe 
fand, unter dem Vorsitz von Wilh. 
Dopffel, sr., statt und 20 \"ereine, 
Logen, u. s. w. waren vertreten. 
Ein Komitee von 7 wurde ernannt, 
um die nöthigen Vorarbeiten zu be- 
sorgen. In einer weiteren Ver- 


Sammlung am 28. März wurde be- 
schlossen, die Feier am i. Mai 1871 
abzuhalten. Zu derselben wurden 
"alle patriotisch gesinnten Deut- 
schen, ohne Unterschied der Per- 

Die ersten Beamten waren: Präsidentin, 
Elisabetha Dick; i. Vize-Präsidentin, Ka- 
therina Stoll; prot. -Sekretärin, A. M. Rn- 
gelliardt; Assistent-Sekretärin, Anna A. 
Born; Schatznieisterin, Mathilda Döhner; 
Marschallin, Lena Markert; Wache, M. 
Ehegärtner; Trustees, Ida Grabowski, M. 
A. Wirges, Paulins Kotz, Maria Straub. 
Obige Beamten nebst den Frauen Lena 
Michel, Maria Fleisch und Frl. Dora Eg- 
genhofer waren die 17 Gründer des \'er- 
eins. Frau Elisabetha Dick hat sich als 
Organisatorin dieses Zweiges sehr ver- 
dient gemacht und wurde in der in Bing- 
hamption abgehaltenen National-Conven- 
tion zum Amte der 2. Supreme Vize-Prä- 
sidentin erhoben. Dieselbe fungirte 2 
Jahre als Präsidentin ihres Zweiges, ihr 
folgte Frau Maria A. Wirges, welche 
ebenfalls das Präsidenten-Amt zwei Jahre 
iniie hatte. Frau Carolina Heinrich war 
die Nachfolgerin der Letztgenannten im 
Amte. Der Zweig ist unter der fähigen 
Leitung von guten Beamten im blühend- 
sten Zustande und steht auf einer festen 
finanziellen und sozialen Grundlage. Der 
Zweig hat gegenwärtig eine Mitglieder- 
zahl von 440, welche ihn zu dem grössten 
Zweig der über 30,000 Mitglieder zählen- 
den National - Assoziation macht. Die 
jetzigen Beamten sind Folgende: Cxeistli- 
cher Rathgeber, Vater Alphons; Ex-Prä- 
sidentin, Frau A. Heinrich; Präsidentin, 
Frau A. N. Born; i. Vize-Präsidentin, 
F'rau Sophia Tausend; 2. Vize-Präsiden- 
tin, Frau Sophia Higgins; prot. - Sekre- 
tärin, Frau A. M. Engelhardt; Gehülfs- 
Sekretärin, Frau Katherina Schmidt; 
Finanz - Sekretärin, Frau A. A. Born; 
Schatzmeisterin, Frau Maria Wirges: Mar- 
schallin, Frau Maria Brilbeck; Wache, 
Frau Maria Herrmann; Trustees, Crecen- 
tia Therre, Lena Emmerich, Mina Saaler, 
Katherina Kramer, Carolina Milbe3-er. 
Frau Adolph Heinrich vertrat diesen Zweig 
bei der im Monat Juli in Chicago, Ills, 
stattgefundenen Supreme-Convention der 
L. C. B. A. 

Dehui Coimcil Xo. ij2, C. B. L. 
Eine hervorragende Stellung unter den 
verschiedenen Wohlthätigkeits- Vereinen 
hiesiger Stadt nimmt Dehm Council, No. 
172, C. B. L., ein. Dasselbe besteht mei- 
stens aus Mitglieder der Maria-Himmel- 

fahrts-Gemeinde und ist ein untergeord- 
neter Zweig des Supreme-Councils der C. 
B. L., welche im Jahre i.SSi in der Stadt 
Brooklyn gegründet wurde. Der Zweck 
dieses Ordens ist, alle Katholiken zu einer 
grossen Brüderschaft zu vereinigen, zur 
Pflege der Geselligkeit und der geistigen 
und intellektuellen Ausbildung der Mit- 
glieder; besonders aber auch um die Hin- 
terbliebenen verstorbener Brüder durch 
eine gute und sichere Lebensversicherung 
im Betrage von |;5oo-|5000 zu unterstützen. 
Dehm Council No. 172, C. B. L., wurde 
am loten April 1887 mit einer Mitglieder- 
zahl von 28 gegründet; heute zählt das- 
selbe 327 Mitglieder; 19 Glieder starben 
seit der Gründung des Councils und wur- 
den 129,000 an die Hinterbliebenen aus- 
bezahlt. Die ersten Beamten waren: 
Kanzler, Michael Zahm; Präsident, W. 
J. Demong; Vize-Präsident, Alois Schil- 
ler; Sprecher, Carl Cramer; Sekretär, J. 
D. Kieffer; Kollektor, R. Emmerich; 
vSchatzmeister, M. Nickels; Marschal, J. 
J. Zimmer, Wache, F. Schiller. Die ge- 
genwärtigen Beamten, sind Folgende: 
Kanzler, Wni. Münch; Präsident, D. V. 
Becker; Vize-Präsident, W. Handright; 
Orator, Vincenz G. Koch; Sekretär, Emil 
M. Kotz, ( 10 Termin ) ; Kollektor, Her- 
mann Dick; vSchatzmeister, Mathias 
Nickels, ( 10 Termin ) ; Marschal, F. Feie- 
ton; Wache, J. Schwarz. Es besteht 
auch in Verbindung der Lebensversicher- 
ung, ein Krankenunterstützungsverein 
im Council, welcher seinen Mitgliedern 
im Krankenfalle I5.00 per Woche Unter- 
stützung ausbezahlt. 

KnioJüs of thc Gross, K. ofSt.J. 
Diese Organisation Avurde am ersten 
Juli 1881 von Mitgliedern der Maria-Him- 
melfahrts-Gemeinde ins Leben gerufen. 
Die ersten Civil-Beamten waren: Präsi- 
dent, Carl Umbrecht; Vize-Präsident, J. 
Neumann; Sekretär, Joseph E. Gaunder; 
vSchatzmeister, M. Kohles; Trustees, Wil- 
helm Münch, Johann E. Kaupp, Carl 
Blust; Kaplan, Rev. Alexis Rossbauer, 

0. M. C; Wache. Anton Seifritz; Mili- 
tär-Beamten: Kapitän, Martin L. Yann; 

1. Lieutenant, Carl Umbrecht; 2. Lieu- 
tenant, Philip Schiller; 3. Lieutenant, 
Johann Klotz; Sergeant, Philip Miller; 


"Bannerträger, Johann A. Markert; Da- 
malige Mitgliederzahl 45. Die Organisa- 
tion zählt heute 85 Mitglieder und steht 
unter der \'erv\-altung folgender Beamten: 
Zivil-Beamte. Präsident, \V. Funda. Jr. ; 
I. Vize-Präsident, J. A. Reidel; 2. Vize- 
Präsident, Peter Etzel; Botschafter, E. 
T. Winnefeld: prot. und cor. vSekretär, 
Johann J. vSchlöder; P'inanz - Sekretär, 
Carl Mertens; .Schatzmeister, Joseph 
Dockwiller; Sergeant, C. F. Malco; In- 
nere Wache, Johann Roden; Aeussere 
Wache, Joseph Ott; Trust ees, Joseph 
Bergdorf, E. Bausinger, Carl Tausend. — 
Militär - Beamten: Kapitän, :Marlin P. 
Yann; i. Lieutenant, J. B. Brill)-ck; 2. 
Lieutenant, S. Schleret; 3. Lieut., Carl 
Mertens; i. Sergeant, Philip :\Iiller; 2. 
Sergeant, J. Roden; Bannerträger, Au- 
.gust Schlachter; Flaggenträger, C. F. 

Die Danioi-Scktioii der Krcit-ritter. 

Eine Damen-Sektion der "Knights of 
the Cross" ( Kreuzritter 1 von der hiesigen 
Maria Himmelfahrts - Gemeinde, Orden 
der St. Johannis-Ritter. wurde unter dem 
Namen "Ladies Auxilliaryof the Knights 
of the Cross, U. K. of St. John," am 2ten 
Juni 1897 in's Leben gerufen. Der Ver- 
ein hat jetzt 30 Mitglieder; (k-r Zweck 
desselben in erster Linie ist, dtr (Organi- 
sation der Kreuzritter lüilfrciiii zur Seile 
zu stehen und zugL'iclKr Zeil M-m.ii :\Iii- 
gliedern im Krankenfalle eiu/r :^i;lnv.'sUr 
eine wöchentliche Unterstuti/.ung von 
■$3.00 auszuzahlen. Am 3ten Juni '97 wur- 
den folgende Beamten der Sektion durch 
Oberst J. B. Brilbeck installirt: Präsiden- 
tin, Frau J. B. Brilbeck; isle Vize-Präsi- 
dentin, Frau Johann Gang; 2le \'ize-Prä- 
sidentin, Frau Philip Miller; P.olschafte- 
rin, Frau J. P. Klotz; S^ki-läiiii, Frau 
LeoJ. Hofmann; Finanz-S-kr.-tärin, Frau 
August Hofmann; Schatzmeisterin, Fräu- 
lein Lizzie Hafner; Wache. Fräulein Ma- 
ria Hutzier; Thürsteherin, Frau Wilhelm 
Funda; Trustees, Frau Jakob Krämer, 
Peter Etzel, Carl INIertens, Fräuleins Eva 
Smith, Pauline Ackermann. 

Junior Knights of the Cross. 

Dieser Verein junger Männer wurde im 
November 18S7 in's Leben gerufen als ein 
Verain der Maria-Himmelfahrts-Kirche. 

Die ersten Beamten waren folgende: 
( Zivil-Beamte 1 Präsident, Georg .Schiller; 
Vize-Präsident, Johann Lietz; protok. 
lind Finanz - .Sekretär, Carl .Snavelv; 
.Schatzmeister, Daniel Miller; ( Militär- 
Beamten ) Oberst, Carl J. Mertens; Ex- 
Kapitän, Theodor Mertens; Kapitän, 
p-riedrich Pfohl; i. Lieutenant, Johann 
Lietz; 2. Lieutenant, Heinrich Muck; 3. 
Lieutenuit, Joseph Leske; Sergeant, Da- 
niel Leske. Die jetzigen Beamten sind: 
l'räsident, Carl Späth; Sekretär, Georg 
Sax IL; Schatzmeister, C. J. Mertens; 
Kapitän, Georg F. .Sax; i. Lieutenant, 
Carl J. Mertens; 2. Lieutenant, Eduard 
Emmerich; Sergeant, Theodor INI. INIer- 

.S7. Boiiifazius- 1 'erein. 

Der .St. Bonifazius- Verein der Maria - 
Hinmielfahrts-Kirche wurde am i. Dez. 
1872 gegründet. Zweck des Vereins ist: 
Die Unterstützung der INIitglieder im 
Krankenfalle und der Wittwenund Waisen 
im .Sterbefalle eines Bruders. Die ersten 
Beamten des \'ereins waren: Präsident, 
IMathias Naumann; .Sekretär, Anton L. 
Schmidt; Schatzmeister, Franz P'eil. — 
Der Kassenbestand des Vereins ist fi, 100, 
und zählt derselbe jetzt 65 Mitglieder. 
Herr Louis C. Hofmann, der frühere Re- 
dakteur und Herausgeber des "Central 
Demokrat" war der Gründer und eines 
der eifrigsten Glieder des Vereins. Die 
jetzigen Beamten sind: Präsident, Johann 
.Spisgel: Vize-Präsident, Anton .Seifritz; 
.Sekretär, Franz Heiss; Schatzmeister, 
Heinrich Winter. Der Verein war und 
ist eine der besten Stützen und Pfeiler der 
St. Fidclis- ] 'erein. 

Der St. Fidelis - Kranken - Unterstütz- 
iuig.s- Verein der INIaria Himelfahrts-Ge- 
meinde ist ein Zweig des Staatsverbands 
deutscher katholischer Kircheiivereine 
vxnd ein kräftiger P'nterstützer der Ge- 
meinde. Gegründet wurde derselbe im 
Monat Juni des Jahres 1874. Seit seiner 
Gründung bezahlte er über 18,500 an 
Krankenunterstützung aus. Moritz Gers- 
bacher war der erste Präsident des Ver- 
eins; seine Nachfolger waren: Constan- 
tin Seifritz, Johann INIilbeyer, Peter Kas- 


son, des Standes und der Reli- 
gion" eingeladen, mit dem poeti- 
schen Zusatz: 

"Ob Israelite oder Christ 
Ob Katholik, ob Protestant, 
Für's einige deutsche Vaterland!" 


In der Zwischenzeit wurde mit 
fieberhafter Thätigkeit an den Vor- 
bereitungen zu diesem grössten al- 
ler deutschen Feste in Syracuse ge- 
arbeitet. Selbst die Amerikaner 
wurden von dem Siegesjubel der 
Deutschen angesteckt und Hessen 
es an Kundgebungen ihrer Sympa- 
thie an jenem Tage nicht fehlen. 
Die Wichtigkeit des Festes verlangt, 
dass ein Bericht darüber ausführ- 
lich auf die Tafeln der Geschichte 
des hiesigen Deutschthums einge- 
graben werde. 


Die Vorfeier wurde am Sonntag, 
den 30. April, in allen hiesigen 
deut.schen Kirchen mit pas.senden 
Predigten gefeiert und in den Syna- 
gogen am Samstag vorher. 

Die Hauptfeier fand am Montag 
statt. Schon bei der Morgendäm- 

merung verkündigte Kanonendon- 
ner den Beginn der Friedensfeier. 
Durch alle Strassen drängte sich 
das Volk nach der Turnhalle und 
mit jeder Stunde wuchs der Zudrang 
der Menschen, die aus der Stadt 
und aus allen Orten der Umgegend 
herbeigeströmt waren. 

Die Stadt prangte in festlichem 
Gewände, in allen Haupt- und Sei- 
tenstrassen wehte das Reichsbanner 
neben dem Sternenbanner. Von 
Zeit zu Zeit bedeckte sich der Him- 
mel mit drohendem Gewölk, doch 
die Sonne vertrieb es wieder und 
es herrschte das prächtigste Wet- 

Der Festzug formirte .sich um 10 
Uhr und bewegte sich durch fol- 
gende Strassen: Von der Turnhalle 
bis A.sh, nach McBride, nach Divi- 
sion, nach Townsend; von Town- 
send nach Lodi; durch Lodi und 


Salina bis Court; von Court zu 
Lodi nach Salina; durch Salina bis 
Jefferson nach Fayette Park in Ge- 
nesee; .von hier nach Warren; durch 

diese bis James und hinauf bis 
Townsend; durch diese bis Butter- 
nut; durch diese und Park zum 
Festplatz nach Green way 's und 
O'Hara's Grove. 


Ueberall sah man Transparente 
mit passenden poetischen Inschrif- 
ten, wie: "Einigkeit macht stark!" 
u. s. w. Triumphbögen in grosser 
Zahl waren längs der Marschroute 
errichtet. Der Zug war in folgen- 
der Weise formirt: 

Erste Division. 

Hülfs - Marschälle, Oberst Nich. 
Grumbach; Feuerwehr Chef=Inge- 
nieur, Nich. Eckel; Chef - Mar- 
schall, Obenst John Demong; Adju- 
tanten, Capt. Jakob Knapp und 
lyieut. Mich. Rautenberg. Schwad- 
ron Kavallerie, 50 Mann, unter dem 
Commando von Capt. M. Auer; 
Schützenverein, Jakob Mantel, Prä- 
sident, 30 Mann. Abtheilung Po- 
lizei, 24 Mann, unter Anführung 
von Chef Davis und Capt. Seeley. 
Miller' s Musikcorps. Lilly Post 
No. 66. G. A. R., unter dem Com- 
mando von Jakob Schwarz 73 Mann 

und S Fahnen. Ferner folgende 
Militär - Compagnien unter dem 
Commando des Majors H. C. Alle- 
welt: Sappeure und Mineure des 
51. Regiments, Capt. Johann Geyer; 
Comp. D, 49. Regiment von Au- 
burn, Capt. Fred Hague, 55 Mann; 
Comp. H, 51. Reg., Capt. Poll- 
mann, 24 Mann; Comp. B, 51 Reg., 
Capt. Johann Haberer, 32 Mann; 
Comp. F, 51. Reg., Capt. Thomas 
Ryan, 40 Mann; Westcott Zoua- 
ven, Capt. Thomas Ryder, 33 
Mann; Comp. E, 51. Reg., Capt. 
Miller, 30 Mann; Comp. G, 51. 
Reg., Capt. H. Michels von Liver- 
pool, 40 Mann; Independent Zoua- 
ven, Capt. Poole, 45 Mann. Wa- 
gen mit 4 Pferden, in welchem 
Seine Majestät "Kaiser Wilhelm" 
(Johann Winter), "Kronprinz" 
( August Miller ) , "General Moltke' ' 
(Heinrich Wöse ) und "Graf Bis- 

CiAlii^lCL ßONDY. 
marck" (Heinrich Klube) darge- 
stellt waren. Wagen mit 4 Pfer- 
den, enthaltend die allegorische 
Darstellung: ' 'Der deutsche Michel. ' ' 
Präsident des Tages, Festredner» 

2 34 

Stadträthe, Arrangeraents-Comitee 
und die Redakteure der deutschen 
Presse in Kutschen. 

Zii'citc Division. 
Assistenz- Marschälle: Jakob Os- 
wald und August F"alker. Pear- 

üOI I rmizD GCNZCL. 
son's Musikkorps. Central City 
Steamer Co. No. 2, 24 Mann, Capt. 
Karl Demong; Haken- und Leiter- 
Comp. Central City No. i , 30 Mann ; 
Lessing Loge No. 163, Odd Fel- 
lows, 82 Mann; Jakob' s Loge, 40 
Mann; St. Joseph 's Verein, 44 
Mann; Turnverein, 100 Mann, mit 
Musikkorps; "Hermann der Deut- 
sche", (Eduard Schäfer); Benedikt 
Häberle, decorirter Brauereiwagen; 
Wagen mit 4 Pferden, enthaltend 
''Barbarossa"; Wagen mit weissge- 
kleideten Mädchen von Weixel- 
baum's Schule; Gesangverein "Lie- 
derkranz" mit Wagen; "Germania" 
Gesangverein von Auburn, A. 
Ockenfels, Präsident, im Wagen. 
Dritte Division. 
Assistenz - Marschälle: Capt. A. 
Mahl und Jakob Wolfram. Skanea- 
teles Musikkorps. Lincoln Loge 

No. 180, Odd Fellows, 175 Mann; 
"Concordia" Gesangverein im Wa- 
gen; Handwerker Verein, 70 Mann; 
St. Michael' s Verein, 7 Mann; St. 
Stephau's Verein 32 Mann ; "Har- 
monia" Unterstützungs Verein, 42 

Vierte Division. 
Assistenz- Marschall : Lieutenant 
Franz Yehle. Auburn Musikkorps. 
Grütli Verein 22 Mann; Hermann 
Loge vom Harugari- Verein, von 
Auburn, 124 Mann; Harugari Loge 
154 Mann; Arbeiter - Verein, 80 
Mann; Quartett Club in Wagen; 
Martin Luther Loge 45 Mann; Ci- 
garrenmacher Kranken verein, 50 
Mann; Metzger - Verein, beritten, 
mit weissen Schürzen und Aermeln, 
50 Mann. Artillerie Bataillone, 24. 
Brigade, unter dem Commando des 
Majors Wilhelm Michels. 


Hierauf folgten die 117 Ehren- 
präsidenten in Kutschen und nach 
diesen eine grosse Anzahl von Bür- 
gern, ebenfalls in Kutschen. Die 
deutsche Feuerwehr zeigte sich in 


vollem Glänze; sie brachte ihre 
Feuerspritze herrlich verziert im 
Zuge, worauf sich ein Transparent 
befand mit der Devise: 
"Deutschland muss noch grösser sein!" 
Die Veteranen von Lilly Post tru- 
gen ihre Uniformen und führten 

ihre von Kugeln durchlöcherten 
Fahnen mit sich. Der Triumphwa- 
gen wurde von 4 Pferden gezogen. 
In der Mitte stand der "deutsche 
Michel" (Herr Eberhardt), die 
deutsche Fahne haltend; auf der 
vordem Seite die "Wacht am 
Rhein" (Fräulein Franziska List- 
mann), dann 3 Mädchen in Weiss 
gekleidet, Frieden, Kunst und Wis- 
senschaft darstellend (Fräulein 
Dora Winter, Lena Scheuer mann 
und Clara Grub ) . Auf einem Throne 
in der Mitte des Wagens sass "Ger- 
mania" (Minna Kulle), ihre beiden 
Kinder Elsass und Lothringen seg- 
nend (Anna Widmann und Julia 
Winter). Die künstlerische Deko- 
ration war von Johann Winter in 
unübertrefflicher Wei.se ausgeführt 
worden. Auf dem Wagen des Ci- 

garrenmacher-A'ereins war "\'ater 
Rhein" ( xA.dolph Garlichs ) darge- 
stellt. Im Hintergrund hielt ein 
vSoliat (Johann Bennett) Wacht. 
Die Turner führten auf ihrem Wa- 
gen "Barbarossa" (Ad. Pohle), 
umgeben von weissgekleideten 
Mädchen, die deutschen Staaten 
vorstellend. Auf dem Wagen des 
"Liederkranz" befand sich eine 
grosse deutsche Flagge, umringt 
von den Künsten: Musik (Rosa 
Schott), Malerei (Emma Rapp), 
Bildhauerei (Mina Miller), Dicht- 
kunst (Karolina Wöse). Der Wa- 
gen des Schützenvereins hatte in der 
Mitte seines Wagens eine Schiess- 
scheibe angebracht mit bezeichnen- 
den Inschriften. Zwölf weissge- 
kleidete Mädchen, mit grünen 
Schärpen und grünen Bändern, sas- 
sen darin, begleitet von einem Zug 
Schützen als Ehrenwache. 

Lehrer Weixelbaum hatte 'die 
Mädchen .seiner Schule, alle in 
Weiss gekleidet, in einem Wagen, 
mit ' 'Napoleon als Diener der Deut- 
schen", dargestdlt von Adam 


■ Cgeorg 


Küchler, hinten auf dem Trittbrett. 
Der "SyracLise Quartett Club" 
hatte einen mit Grün dekorirten 
Wagen mit verschiedenen Triuniph- 
hogen, unter denen Mitglieder des 
Vereins sassen und sangen. Die 
Harugari - Doge hatte auf ihrem 
Wagen einen Eichbaum, die "Deut- 
sche Eiche" vorstellend, auf wel- 
chem über IOC von deutschen und 
amerikanischen Fahnen an den 
Zweigen angebracht waren, um wel- 
che sich eine Gruppe in Weiss ge- 
kleideter Mädchen lagerte. Der 
Metzgerverein rückte in voller 
Stärke aus. Mädchen von Lehrer 
Brummers Schule standen weissge- 
kleidet auf dem Balkon des Tliür- 
Avächter' sehen Hauses und sangen 
deutsche Dieder. 

Auf dem Festplatz angekommen, 
entwickelte sich sofort ein heiteres 
Leben, bis Punkt 2 Uhr Herr Wil- 
helm Dopffel mit einer Bewillkom- 
mungsrede eröflfnete. Darauf spielte 
das Musikcorps: ' 'Was ist des Deut- 
schen Vaterland?" und Louis C. 
Hofmann trug ein Festgedicht vor. 
Der "Liederkranz" sang hierauf 
unter Begleitung des Musikcorps: 
"Die Stunde nach der Arbeit." 
Dann kamen die Festreden zum 
Vortrag. Zuerst sprach Herr Karl 
Eckermann in der ihm eigenen ge- 
diegenen Weise. Der "Lieder- 
kranz' ' sang die "Wacht am Rhein' ' 
und ein amerikanischer Redner, 
Herr Corbett, zollte den deutschen 
Errungenschaften völlige Würdi- 
gung. Auf ihn folgte Herr Pastor 
Pick mit einer wohlgelungenen, 
klassisch angehauchten Rede. Der 
nächste Redner war Rabbiner Dr. 
Cohen, uuddenSchluss niacliteTur- 
ner Wilhelm Schmidt. 

>7ac'i den Reden unterhielt sich 
jeder auf seine Weise und es ereig- 
nete sich nichts, was den harmoni- 
schen Character des Festes gestört 
hätte, .sodass um 7 Uhr die Vereine 
und Festtheilnehmer zur Stadt zu- 
rückkehrten, wo noch bis 2 Uhr 
Morgens ein dichtes Men.schenge- 
wühl die Strassen belebte. Mehrere 
Häuser waren illuminirt, darunter 
die Heitz'sche Brauerei, Amos' Ho- 
tel, das \'ersammlungshaus der ka- 
tholischen Vereine neben der Him- 
melfahrtskirche und natürlich auch 
die Turnhalle. 

Der Ball in der Turnhalle war 
nach dem Bericht eines Augenzeu- 
gen mehr eine "squeezing party", 
so voll war sie von Gästen. Erst 
gegen Morgen, als die Menge sich 
etwas zu lichten begann, konnte 
man dem Tanzvergnügen fröhnen. 
Zu gleicher Zeit fand im Amos Ho- 
tel noch ein Banquett statt. Der Er- 
folg war ein grossartiger, es war 
(wie die "Union" schrieb) "der 
hiesigen Deutschen Triumph, auf 
den ein Jeder mit vollem Rechte 
stolz .sein kann, es war eine Fest- 
lichkeit und Parade, wie hier noch 
nie zuvor gesehen. Das Selbstge- 
fühl jedes Deutschen, selbst der 
paar verdrossenen Pessimisten, muss 
sich bei die.sem Anblick gehoben 
haben, wie zugleich diese Demon- 
stration den anderen Nationalitäten 
Respekt und Achtung einflössen 
musste. Das Deutschthum von 
Syracuse und Umgegend darf nnt 
ihrem abgehaltenen Friedensfest zu- 
frieden sein und mag daraus lernen, 
welche Macht und welche Kraft im 
einträchtigen Zusannnen wirken lie- 

Das siebente Jahrzehnt dieses 


Jahrhunderts hatte somit herrlich 
begonnen, doch ist es nun unsere 
unangenehme Pflicht, auch von ei- 
nem andern Ereigniss zu berichten, 
das im folgenden Jahre sich zutrug 
und wodurch ein Deutscher zum er- 
sten und auch zum letzten Male bis 
hierher in der Criminalgeschichte 
von Syracuse auftrat. 

Am 3. August, 1872, ging ein 
gewisser Peter Schäfer mit seiner 
Frau und einem Kinde, das sie adop- 
tirt hatten, in die Wirthschaft des 
Herrn Karolf, an der lyockstrasse, 
um eine kleine Schuld zu bezahlen. 

fer's, welcher den Streit beobachtet 
hatte, kam hinzu, nahm Schäfer 
beim Arm und überredete ihn, wie- 
der in die Wirthschaft zurückzu- 
kehren. Schäfer gehorchte und 
Frau Fröhlich rief ihm noch nach: 
"Warte nur, bis mein Mann heim 
kommt, er wird es schon recht mit 
dir machen." Der Wirth Karolf, 
welcherFröhlich als einen streit.süch- 
tigen Mann kannte, schloss die Thür 
zu. Kurze Zeit darauf erschien 
Fröhlich, brach die Thür auf und 
stürmte herein, mit einem Knüppel 
in der einen und einem Bajonett in 


Der Knabe des Herrn Schäfer spielte 
vor der Thür draussen. Nebenan 
wohnte eine Familie Namens Fröh- 
lich, deren Kinder dem Schäfer' - 
sehen Knaben Schimpfworte zurie- 
fen, welche zuletzt auch von Schä- 
fer gehört wurden und ihn sehr er- 
bosten. Er stand auf, ging hinaus 
und verwies den Fröhlich 'sehen 
Kindern in leidenschaftlichen Wor- 
ten ihr Gebahren. Nun kam auch 
Frau Fröhlich hinzu und beide be- 
schimpften sich gegenseitig. Ein 
gewisser Beyer, ein Freund Schä- 

der anderen Hand. Ohne ein Wort 
zu sagen, schlug er Frau Schäfer 
mit dem Knüppel zusammen und 
gab dann Schäfer mit dem Bajonett 
einen Stoss durch's Herz. Schäfer 
stürzte zu Boden, ohne einen Eaut 
von sich zu geben und war nach 3 
Minuten eine Leiche. Fröhlich 
wollte nach vollbrachter That ent- 
springen, wurde aber daran verhin- 
dert und bis zur Ankunft eines Poli- 
zisten festgehalten, worauf er in's 
Gefängniss abgeführt wurde. 

Diese That erregte grosse Aufre- 


tor, Florentin Kaiser, Johann Diedrich, 
Johann G. Benz, August Schlachter, Jo- 
hann Reinniann und Adolph Heinrich. 
Der Verein zählt jetzt 170 Mitglieder und 
hat einen Kassenbestand von I4.700. 
Seit seiner Gründung hatte derselbe nur 
4 Wechsel im Sekretärsamte. Der erste 
Sekretär war Herr August Heinz, der- 
selbe diente von '74 bis '79; Thomas Al- 
letzhäuser von '79 bis '82 und Adolph 
Heinrich von '82 bis '97. Die jetzigen 
Beamten sind: Präsident, Peter Castor; 
Vize-Präsident, Gustav Wietkowski; vSek- 
retär, C. C. Beige; Finanz-Sekretär, Pe- 
ter Malikowski; Schatzmeister, Vincenz 
Reitze; i. Marschall, Paul Arndt; 2. Mar- 
schall, Carl Klabinski. 
SL Fran-iskus Kranken- L 'nierstiietzittigs- 
] 'ereilt. 

Der St. Franziskus Kranken - l'nter- 
stützungs- Verein der Maria Himmelfahrts- 
Kirche wurde am 20. Juni 1860 gegründet. 
Die ersten Beamten waren: Präsident, 
Xaver Spang; Vize-Präsident, Jakob Mil- 
ler; protok. Sekretär, Johann Späth; Fi- 
nanz-Sekretär, Anton Schmidt; Schatz- 
meister, Wilhelm Funda. Der Verein 
zählt heute 85 Mitglieder und hat ein 
Baarvermögen von j«; 1,500. Die monat- 
liche Geschäftsversammlung findet am 
3. Sonntag jeden Monats in Marte's Halle 
statt. Derselbe zahlt I5.00 wöchentlich 
Krankengeld, I30 zur Bestreitung der 
Begräbnisskosten beim Sterbefalle eines 
Bruders und |i von jedem Bruder an die 
Hinterbliebenen eines verstorbenen Bru- 
ders aus. Die jetzigen Beamten sind: 
Präsident, Alexander Volksmuth; Vize- 
Präsident, Franz Weslowski; prot. -Sekre- 
tär, Franz Heiss; Finanz-Sekretär, Fer- 
dinand Fellitan; Schatzmeister, Heinrich 
Mertens; i. Marschall Joseph KorthasII.; 
2. Marschall, Joseph Korthas I. 
St. Stephan HS Kranken-Unterstiietziings- 

Dieser Verein der Maria-Himmelfahrts- 
Gemeinde wurde im Jahre 1865 am 25. 
Juli gegründet. Seine ersten Beamten 
waren die folgenden Brüder: Hein. Went, 
Präsident; Hubert Jung, Vize-Präsident; 
Philipp Müller, Sekretär; Johann GrafT, 
vSchatzmeister. Der Verein hat eine Mit- 
gliederzahl von 87 und versammelt sich 
jeden 4. Dienstag im Monat in Braun's 

Halle, No. Sil N. Salina Strasse. — Die 
jetzigen Beamten sind wie folgt: Präsi- 
dent, Heinrich Dotterer; Vize-Präsident, 
Franz Hohm ; protok. Sekretär, Louis 
Wäschle; Finanz-Sekretär, Max Danta- 
nello; Schatzmeister, Vinzenz Frey. 
Deiitse/ier Katholischer Jungmaenner- 
\ 'erein . 
Dieser Verein katholischer junger Män- 
ner hiesiger Stadt wurde am 28. Oktober 
1S83, 2 Wochen nach dem Pionierfeste 
gegründet. Die ersten Beamten waren 
Folgende: Präsident, Jakob A. Engel; 
Vize-Präsident, Conrad Knapp, protok. 
Sekretär, Johann J. Döhner; Finanz- 
Sekretär, Franz C. Wenz; Schatzmeister, 
Wilhelm Schillinger; Cor. Sekretär, Wil- 
helm Butscher; Thürsteher, Wilhelm 
Lang. — Seit der Gründung des Vereins 
fungirten folgende Präsidenten: Jakob A. 
Engel (2 Termine), Carl J. Markert (3 
Termine), Wilhelm Schillinger (2 Ter- 
mine), Anton Hemmer, Joseph H. Rees 
(2 Termine), Leo J. Hofmann, Franz C. 
Wenz, Johann Rieth, Georg Heitzman, 
Franz J. Schäuble (2 Termine), Johann 
Türk, Joseph Utz, Johann vSchlöder, 
Louis Bauer, Heinrich Biel, Louis Bauer 
(2 Termine), Robert C. Emmerich (2 
Termine), Carl Thausend (2 Termine), 
Robert C. Emmerich. — Der Verein zählt 
gegenwärtig 80 Mitglieder, hat einen Kas- 
senbestand von |2oo, und ein Vermögen 
an Mobiliar u.s.w. im Betrage von $800. 
Die Geschäftsversammlungen linden je- 
den Montagabend im Terlinden-Gebäude 
statt. Die jetzigen Beamten sind: Präsi- 
dent, Robert C. Emmerich; Vize -Präsi- 
dent, Georg Kleinhans; prot. Sekretär, 
Joseph Bürger; Finanz-Sekretär, Johann 
Weibel; Corr. Sekretär, Fritz Sauter; 
vSchatzmeister, Albert Kesel; Bibliothekar, 
Wilhelm Eichenlaiib; Thürsteher, Herr- 
mann Geliert; Marschall, Georg Finkler; 
Trustees, Lorenz Matt, Wilhelm Eichen- 
laub, Carl Thausend. — Herr Johann L. 
Schmidt diente mehrere Jahre lang als 
protok. Sekretär des Vereins und voll- 
führte sein Amt in treuer und gewissen- 
hafter Weise. 

PI. DKifaltigkcitsKirchc. 

C. B. L. So. 373. 
Die Gründung des Zweigs Xo. 373 der 


giing unter den Deutschen und es 
wurden Drohungen laut, ihn ohne 
weiteres aufzuknüpfen. Doch beru- 
higte man sich und Hess dem Ge- 
setz seinen Lauf. Schäfer war ein 
friedlicher, arbeitsamer Mann, etwa 
39 Jahre alt. Der Mörder, Hein- 
rich Fröhlich, genoss dagegen kei- 

In diesem Jahrzehnt wurde nur 
eine einzige deutsche Kirchenge- 
meinde organisirt und zwar die 
Erste Deutsche Baptisten- Kirche, am 
28. Juni 1877, mit 30 Gliedern. Die- 
selbe entstand aus einer deutschen 
Mission, welche von der ersten 
englischen Baptistenkirche seit 1862 


Pfcirrer clor Hl. Drciralti(]KciLs-r\irclAC. 

nes guten Rufes und war als streit- 
süchtig bekannt. Seine Frau wurde 
ebenfalls verhaftet, aber später frei- 
gegeben, während ihr Mann zum 
Tode verurtheilt und im folgenden 
Jahre hier gehängt wurde. Er hin- 
terliess eine Familie von 4 Kindern. 

unter den Deutschen unterhalten 
wurde. Es wurde ein Bauplatz an 
Eodi-, nahe Ashstrasse, gekauft und 
eine Kapelle errichtet. Im Novem- 
ber 1875 wurde Pastor Reinhard 
Höfflin Prediger der Gemeinde und 
die Organisation fand während sei- 

"Katholischen Wohlthätigkeits - Liga" 
fand im Jahre 1892 am 29. Februar statt. 
Die Mitglieder derselben sind Glieder der 
Hl. Dreifaltigkeits - Kirche, deren Name 
der Zweig trägt. Bei dessen Gründung 
wurde der Hochw. Vater J. Reuland als 
Geistlicher Rathgeber; Thomas Murphy, 
Kanzler; Stephan Häusle, Präsident; Jo- 
seph Mertens, Vize-Präsident; Wilhelm 
Fisselbrand, protok. Sekretär; Anton Ball- 
weg, Redner; Franz J. Zimmer, Collektor; 
Jakob Schotthöfer, Schatzmeister; Joseph 
Köhn, Marschall; Adam Weiss, Thürste- 
her; Georg Peter Grösser imd Michael 
Joseph Bauer als Trustees erwählt. Da- 
mals waren es 11 Mitglieder und heute 
zählt das Council 85 Mitglieder. Die je- 
tzigen Beamten sind: Vater J. Reuland, 
Geistlicher Kathgeber; Ferdinand Same, 
Kanzler; Geo. Grösser, Präsident; Adolph 
Zähnle, Vize-Präsident; protok. Sekretär, 
Joh. Rieth; Kassirer, E. Herzog; Schatz- 
meister, Paul Arndt; Redner, Jakob Bei- 
ge; Thürhüter, Joseph Mobs; Trustees, 
Wendelin Jesuit, Georg P. Grösser, Fritz 
Fleig. Die Versammlungen finden jeden 
anderen Dienstag in Staub's Halle, Ecke 
Butternut- und Knaulstrasse statt. 
Ziveig 269, L.C.B. A. 
Dieser Zweig wurde am 4. Juni 1S96 
mit 35 Mitgliedern gegründet. Die fol- 
genden Beamten wurden damals erwählt: 
Geüstlicher Rathgeber, Vater J. Reuland; 
Präsidentin, Frl. Anna StefiFens; i. Vize- 
Präsidentin, Frau Agnes Same ; 2. Vize- 
Präsidentin, Frl. Maria vSchiebel; protok. 
Sekretärin, Frl. Rosa Barker ; Assistent- 
Sekretärin, Frl. Elise Grösser ; Finanz- 
Sekretärin, Frau Marie Herzog ; Schatz- 
meisterin, PYau Magdalena Vollmer; Mar- 
schallin, Frl. Anna Muhl ; Wache, Frau 
Ottilie Zähnle; Trustees, Frau Mathilda 
Roth, Maria Söder, Margaretha Barker, 
Rosalia Thoma, Maria Sobinsky; Finanz- 
Komitee, Frau Amalia Lenz, Paulina 
Gildemeier, Margaretha Bauer. Die Stelle 
der Ex-Präsidentin nahm Frl. Franziska 
Grösser ein. Bei der Beamtenwahl für 
das Jahr 1897 wurden fast sämmtliche 
alten Beamten wieder erwählt, mit Aus- 
nahme der 2. Vize-Präsidentin, Frau Ka- 
therine Schick, Schatzmeisterin Frau Ger- 
trude Kühl und als Wache Frau Elise 
Bühner. Als Trustees für die Dauer von 

zwei Jahren, wurden erwählt: Frau Her- 
mine Fleig, Maria Aepler und Elisabetha 
Adams. Im Finanz-Comitee, wurde Frau 
Ottilie Zähnle an Stelle von Paulina Gil- 
demeier gewählt, als Ex-Präsidentin wur- 
de Frl. Johanna Wehner ernannt. Am i. 
Juli 1S97 betrug die Mitgliederzahl 65. 
Die regelmässige Versammlung findet je- 
den ersten und dritten Donnerstag im 
Monat in der Halle der Hl. Dreifaltig- 
keitskirche an Parkstrasse statt. Am 20. 
Juli fand die 3. Convention sämmtlicher 
Zweige der L. C. B. A. in Chicago statt, 
Brauch 269 sandte als erste Delegatin, 
Frl. Anna Steffens dorthin ab. 

Knights of Trinity. 


Diese Organisation besteht aus Söhnen 
von Mitgliedern der Heiligen Dreifaltig- 
keits-Gemeinde und wurde am 18. Nov. 
1895 mit einer Mitgliederzahl von 18 ge- 
gründet. Die ersten Beamten waren wie 
folgt: Kapitän, H. W. Beige; Sergeant, 
Ed. Schneider; i. Lieutenant, J. Sessler, 
Jr. ; 2. Lieutenant, J. Kolodowski; F'ähn- 
rich, J. Seeburger; Präsident, F. Mc- 
Mullen; Vize-Präsident, J. Wolff; prot. 
Sekretär, J. Waat; Finanz - Sekretär, F. 
Kopf; Schatzmeister, J. Seeburger; Thür- 
steher, A. W^ebb. Die Versammlungen 
finden den ersten Dienstag im Monat in 
Staub's Halle, Ecke Butternut- und 
Knaulstrasse statt. Die Gesellschaft zählt 
jetzt 45 Mitglieder. Jeden 2. und 4. Diens- 
tag finden die Exerzier-Uebungen statt. 
Die gegenwärtigen Beamten sind: Ka] i- 
tän, H. W. Beige; Sergeant, E. Schnei- 
der; I. Lieutenant, J. Sessler Jr.; 2. Lieu- 
tenant, J. Adams; Fähnrich, J. Seebur- 
ger; Präsident, J. Pfohl; Vize-Präsident, 
L. Älaleski; protok. Sekretär, W. Schadt; 
P'inanz-Sekretär, C. Beige Jr.; Schatzmeis- 
ter, J. Sessler Jr. ; Thürsteher, J. Speier; 
Trustees, Vater J. Reuland, C. W. Beige 
vSr., J. Beige, J. Sessler Sr. 

Kranken- 1 "nierstnetzungs- Verein. 

Obiger Verein wurde am 24. Januar 1S92 
in der Schulhalle der Hl. Dreifaltigkeits- 
Kirche gegründet. Die ersten Beamten 
desselben waren : Präsident, Simon 
vSchlachter ; Vize-Präsident, Johann Ball- 
weg ; protok. Sekretär, Jakob Beige; 
Schatzmeister, Johann Arndt; Marschälle, 
Andreas Weber und Paul Arndt. Der 

ner Amtszeit statt. Er verblieb 
bis 1884 und erhielt Pastor C. H. 
Schmidt zum Nachfolger. Unter 
dessen I^eitung wurde die jetzige 
Kirche an Catherinestrasse gebaut 
(1885), welche etwa ^7,000 kostete. 
Das Grundstück, auf welchem die- 
selbe steht, wurde der Gemeinde 
von Herrn David A. Munro von 
Camillus geschenkt. Die Gemeinde 
wuchs einige Jahre, verlor aber 
dann viele Glieder, welche entwe- 

Hinsichtlich der deutschen Presse 
während dieses Zeitraums ist zu be- 
merken, dass, wie bereits erwähnt, 
die Syracuse Union, anfangs De- 
zember 1870 von Johann Ziegler an 
Alexander von Landberg verkauft 
wurde. Dieser redigirte das Blatt 
mit viel Geschick und wusste sich 
bedeutenden politischen Einfluss zu 
erobern. Er bekleidete verschiedene 
öffentliche Aeniter, war unter an- 
derem Schul-Commissär und von 


der nach auswärts verzogen, oder 
sich englischen Baptisten-Gemein- 
den der Stadt anschlössen, sodass 
sie gegenwärtig noch etwa 66 Glie- 
der zählt. Pastor Schmidt verblieb 
bis zum Jahre 18SS. Auf ihn folgten 
die nachstehenden Pastoren: H.W. 
Geil ( 1889- 1893); Louis Gerhardt 
(1894-1895) und A. Brandt, wel- 
cher seit dem i. Oktober 1896 der 
Gemeinde dient. 

1890 bis 1894 Inlandsteuer-Einneh- 
mer. Ausserdem war er einen Ter- 
min Oross-Barde der Harugari der 
Vereinigten Staaten. Er war ein 
Mann von übersprudelnder Energie, 
"kurz angebunden," hülfreich, 
wenn dazu aufgelegt, und von no- 
beln Passionen. Im Juli 1895 ver- 
kaufte er das Blatt an den gegen- 
wärtigen Besitzer, J. P. Pinzer, und 
ging freiwillig in's Exil. Ange- 


Verein versammelt sich jeden 4. Sonntag 
im Monat in der Schulhalle der Hl. Drei- 
faltigkeitskirche. Derselbe zählt jetzt 50 
Mitglieder und hat einen Kassenbestand 
von circa löoo. Die jetzigen Beamten 
sind: Präsident, Johann Wahl; Vize-Prä- 
sident, Ludwig Schotthöf er; i. »Sekretär, 
Adam Weiss; Schatzmeister, Paul Arndt; 
Marschälle, Joseph Müller und Martin 

VcrscDicdcnc Vereine. 

Geriiiaiiia Council No. 4g, O. of U. F. 

Germania Council, Zweig No. 49 des 
Ordens der ' V^ereinigten Freunde" wurde 
am 29. vSeptember 18S2 in der Ranger- 
Halle im Ackermann-Gebäude, neben der 
"vSyracuse Union" Officin mit 16 Mitglie- 
dern gegründet. Folgende Beamten wur- 
den erwählt und in ihre resp. Aemter ein- 
gesetzt: C. C, Rudolph Steiner; V. C, 
Johann Michel; protok. -Sekretär, J. J. 
Goldacker; Finanz-Sekretär, J. Riether; 
Schatzmeister, August Blume; Prälat, H. 
Bausch; Arzt, Doktor H. L,. Eisner; Mar- 
schall, Johann Göttel; Innere W^ache, 
Johann P. Meyer; Aeussere Wache, G. 
Schneider ; Verwaltungsrath, Martin 
Haas, Wilhelm Guckert, Franz Holweck; 
Ex- Chief -Councilors, Joseph Haas, Jo- 
hann A. Isly und Daniel Schneider. Das 
Council zählt jetzt 95 Mitglieder iind ver- 
sammelt sich jeden 2. und 4. Dienstag in 
Haas's Halle. Die gegenwärtigen Beam- 
ten sind wie folgt: C. C, Hubert Hass- 
bein; V. C, Karl Neu; protok. -Sekretär, 
Karl Jäckel; Finanz-Sekretär, Georg Lut- 
tinger; Schatzmeister, Margaretha Lut- 
tinger; Marshall, David Däuschle; Prä- 
lat, Daniel Borne; Innere Vv'ache, Hein- 
rich Buhl; Aeussere Wache, Philip Haf- 
ner; Arzt, Doktor W. A. Greis; Verwal- 
tungsrath, Sigmund Levy, Adolph Deff- 
ner und Jakob Nachant. 

Garfield Council Xo. ig, /'>. of L. 
Dieses Council wurde am 28. Februar, 
1894 gegründet und vensammelt sich je- 
den Dienstag in der Lincoln Logen-Halle. 
Die ersten Beamten bei der Gründung 
waren Folgende: Councilor, Elisabetha 
Walters ; Associate-Councilor, Henrietta 
Biehl; Vize-Councilor, Mathilda Decker; 

Associate Vize-Councilor, Margaretl.a 
Klink; protok. -Sekretärin, Anna King; 
Gehülfs-Sekretärin, Anna Blaich; Finanz- 
.Sekretärin, Katherina Durst; Schatzmei- 
sterin, Elisabetha Feigel; Führerin, Alice 
Williams; Innere Wache, Carolina Kempf ; 
Aeussere Wache, Emma Schneider; Jr. 
Ex-Councilor, Harriet Schick; Jr. Ex- 
Associate - Councilor, Ellen Wormood; 
Trustees, Carolina Schäfer, Carolina 
Kreischer, Lena Michel. Die jetzigen 
Beamten sind Folgende: Councilor, Caro- 
lina Schäfer; Associate - Councilor, Ella 
Aldinger; Vize-Councilor, Alice Williams; 
Associate Vize - Councilor, Emma Ben- 
ning; protok. Sekretärin, Elizabetha 
Barth; Gehülfs-Sekretärin, Lillian Bastian; 
Finanz - Sekretärin, Alice Johnston ; 
Schatznieisterin, Carolina Oswald; Innere 
Wache, Elisabetha Gieselmann; Aeussere 
Wache, »Sarah Kaiser; Führerin, Kathe- 
rina vSamsel ; Jr. Ex-Councilor, Henrietta 
Biehl; Jr. Ex-Associate Councilor, Caro- 
lina Arbogast; Trustees, Katherina Keller, 
Amelia Richards, Elisabetha Gieselmann. 
Das Council hat eine Mitgliederzahl von 
210 und verfügt über einen Kassenbe- 
stand von |;i, 000. Der Orden ist ein pa- 
triotischer. Der Zweck desselben ist für 
das beste Wohl unseres Landes, der öf- 
fentlichen vSchulen und für unser gelieb- 
tes Sternenbanner einzutreten. 

Dqi Deutsche U'iiihS'J'ciriu. 
Der Deutsche Wirths - \'erein ist ein 
Zweig der "Liberal League" (Liberalen 
Liga) des Staates-New-York, bekannt un- 
ter dem Namen Brauch No. 2 und wurde 
im Jahre 18S9 gegründet. Damals hatte 
derselbe 165 Mitglieder mit folgenden Be- 
amten: Präsident, Friedrich Braun; Vize- 
Präsident, Friedrich P'ix; protok. Sekre- 
tär, Franz C. Krotsch; Finanz-Sekretär, 
Karl Schäfer; Schatzmeister, Karl Knaus; 
Führer, Joseph Hecker. Der \'erein 
zählt jetzt 190 Mitglieder und hat ein 
Vermögen von über fooo. Die jetzigen 
Beamten sind: Präsident, Joseph Haas; 
\'ize-Präsident, Johann Schetter; prot. 
Sekretär, Gebhard »Sauter; Finanz-Sekre- 
tär, Karl Schäfer; Schatzmeister, Karl 
Lehmann; Wache, Kaspar Kraus. Die 
Versanmilungen des Vereins finden jeden 
I . Mittwoch im Monat in Haas's Halle statt. 


sichts seiner Fähigkeiten und Ver- 
dienste um das hiesige Deutschthum 
wäre ein erfreulicherer Abschluss 
seiner Thätigkeit herzlich zu wün- 
schen gewesen. Wie es scheint, 

SAriUCL D. 50LOriON. 

bestand zu Anfang der 70er Jahre 
ein anderes deutsches Blatt, die 
"Syracuse Chronik," die aber auf- 
hörte zu erscheinen, als die ' 'Union' ' 
in von lyandberg's Hände überging. 
Eine andere, aber kurzlebige Er- 
scheinung auf dem Gebiete der 
Presse war die Ziou's Aiic, welche 
1874 von Pastor A. Oberländer ge- 
gründet wairde. Es war ein Blatt 
12x18 im Format und bestand nur 
ein Jahr, obwohl es seine Unkosten 

Ferner wurde im Mai 1875 die 
Publikation des ' ' Sonntagsblafts ' ' 
begonnen und zwar ^'on zwei prak- 
tischen Druckern, Friedrich G. Kauf- 
mann und J. Peter Pinzer, dem 
gegenwärtigen Eigenthümer der 
"Union." Dieses Blatt erschien 
zuerst einmal wöchentlich unter dem 

obigen Namen, .später zweimal die 
Woche unter dem Titel : ' ' Freie 
Presse. ' ' Julius Jaixen war Redac- 
teur. Das Blatt war unabhängig 
in der Politik und wurde gut unter- 
stützt. Im SoUimer 1876 wurde es 
mit der "Union" venschmolzen und 
seitdem wird das hiesige deutsche 
Zeitungsgebiet von den beiden alten 
Veteranen, der " Union" und dem 
"Central Demokrat," allein be- 
herrscht. Mit Bezug auf letzteren 
ist zu berichtigen, dass derselbe im 
Juli 1879 in das neue, Herrn Hof- 
mann gehörige Gebäude 801 bis 805 
Nord-Salinastrasse verlegt wurde, 
wo .seitdem das Hauptquartier des 
"Central Demokrat" sich befindet. 
Von 1880—1896. 
Das 8. Jahrzehnt brachte wenig 
Neues für das hiesige Deut.schthum, 
was von allgemeinem geschichtli- 
chem Interesse wäre, au.sser der 

Gründung einer ganzen Anzahl 
neuer Kirchen. Die Deut.schen wa- 
ren inzwischen zu Wohlstand ge- 


Salt City Couud! Xo. 72. O. U. A. M 
Das Salt City Council No. 72, Orden 
der Ver. Amer. Handwerker, wurde am 
24. Februar 1S93 mit einer Mitgliederzahl 
von 26 g:egründet. Die ersten Beamten 
waren: Councilor, Georg Schlosser; V. 
C, Richard Feigel; Jr* Ex. C, Heinrich 
King; Sr. Ex. C, Johann Walters; prot. 
Sekretär, Wilhelm Sorgues; Finanz-Sek- 
retär, Heinrich Bielil; Schatzmeister, W. 

F. Dolan; Trustees, Franz Roser, Adam 
Klink, G. Friedrich Schäfer. Der Zweck 
des Ordens ist: Beschäftigungslosen Glie- 
der Arbeit zu verschafifen; Glieder im Ge- 
schäfte zu unterstützen; die Kranken zu 
besuchen und wöchentlich finanziell zu 
unterstützen; den Todten die letzte Ehre 
zu erweisen und die Wittwen und Wai- 
sen verst. Brüder thatkräftig zu unter- 
stützen. vSeit der Gründung amtirten fol- 
gende Ex-Councilors: J. Walters; H. 
King, G. Schlosser, R. Feigel, O. W. Pal- 
mer, P. J. Meyer, R. F. Seiler, E. Arbo- 
gast, W\ F. Dolan, F. C. Holmes. Das 
Council hat jetzt eine Mitgliederzahl von 
203 und versanmielt sich jeden Mittwoch- 
abend in der Lincoln Logen-Halle. Die 
gegenwärtigen Beamten sind: Councilor, 
J. C. Aldinger; V. C, W. H. Needham; 
Sr. Ex. C, E. Arbogast; Jr. V. C, F. C. 
Holmes; prot. Sekretär, C. E. Palmer; 
Finanz-Sekretär, H. Biehl; Schatzmeister, 
W. J. Mcjury; Trustees, Jakob Blindt, 

G. Cost, H. Reifenstein. 


fcüans. £utb. St. Johannes 6enicindc. 

Diese Gemeinde ist um Weihnachten 
1838 gegründet worden. Während des 
Sommers hatte der kürzlich aus Deutsch- 
land eingetroffene selige Pa.stor J. Mühl- 
häuser von Rochester aus etliche Male in 
Syracuse gepredigt. Eine Gemeinde von 
40 Familien hatte sich gebildet. Am 18. 
Dezember 1S38 langte Pastor Georg Ju- 
lius Kempe in Syracuse an, und begann 
im ''Session room" der ersten Presbyteria- 
ner-Kirche, Ecke Fayette- und Südsalina- 
strasse, regelmässig Gottesdienst zu hal- 
ten. Der er.ste fand am Weihnachtsfeste 
statt. Ein Kirchenrath wurde gewählt, 

die Gemeinde unter dem Namen: "Die 
evangelisch-lutherische St. Johannis-Ge- 
meinde" gegründet und eine Verfassung 
angenommen. Ende 1839 klagte Pastor 
Kempe, dass bereits viel L'neinigkeit und 
Lauheit sich zeige. Die Reformierten 
stiessen sich an dem Namen "lutherisch". 
Pastor Kempe erklärte, dass er als luther- 
ischer Pastor vom lutherischen Minister- 
ium von New York hierher gesandt wor- 
den sei, um eine kitherische Gemeinde 
zu gründen. Die Gemeinde beschloss- 
darauf einstimmig, dass der Name bleibe. 
Am 25. Januar 1841 folgte Pastor Kempe 
einem Berufe nach Boston. Bald darauf 
trat Pastor Karl Rechenberg die Gemeinde 
an. Mit der Ankunft des neiien Pastors 
versuchte die unlutherische Partei, noch 
mehr Zugeständnisse, als sie früher er- 
langt, zu bekommen. Die alte Kirchtn- 
ordnung sollte ausser Kraft gesetzt wer- 
den, die vmter derselben erwählten Be- 
amten abtreten und an deren Stelle neue 
eingesetzt werden. Dies alles wurde ge- 
währt. Der Frieden war jedoch von kur- 
zer Dauer. Zwei Jahre darauf spaltete 
sich die Gemeinde. Eine Anzahl Glieder 
sagte sich im April 1843 los, gründeten 
eine freie Gemeinde und bauten eine Kir- 
che der vSt. Johanniskircne gegenüber. 
Zwei Jahre darauf verursachte Georg SauL 
der früher in Albany iind Canajoharie 
Prediger gewesen, eine zweite Spaltung. 
Seine Gemeinde hat sich aber nach kur- 
zem Bestand aufgelöst. Die erste Kirche 
der St. Johannis-Gemeinde wurde am ir. 
April 1S42 von Pastor Mühlhäiiser einge- 
weiht. 1843 ward ein Schulhaus neben 
der Kirche an Butternutstrasse errichtet. 
Die Gemeinde-Schule hat über 20 Jahre 
bestanden. Als infolge der dritten Spal- 
tung 1863 die Gemeinde allzusehr ge- 
schwächt worden war, um eine Schule 
iinterhalten zu können, ging dieselbe ein 
und ist trotz allen Versuchen seither nicht 
mehr ins Leben gerufen worden. Pastor 
Rechenberg wirkte über 14 Jahre an der 
Gemeinde. Ende April 1855 folgte er ei- 
nem Berufe nach Albany. Am 23. April 
1S53 war der selige Pastor F. W. Weis- 
kotten zum Seelsorger der Gemeinde be- 
rufen; 1855 schloss sich die Gemeinde der 



y«*- WK^* 



JOIIAMM l\. r\()PB und SOIlHMlT, 
\'on Ccist Svrcinisc, N. Y. 

langt ; sie hatten in allen Zweigen 
des geschäftlichen und professionel- 
len lyebens ihre Vertreter und so 



waren sie nach Zahl und Einfluss 
zu einem Faktor geworden, welchen 
der Politiker sowohl wie der Ge- 
schäftsmann in Betracht ziehen 
niusste, wenn seine Berechnungen 
stimmen sollten. Es lässt sich je- 
doch nicht leugnen, dass schon um 
diese Zeit unmerklich ein Um- 
schwung in den geselligen Eebens- 
verhältnissen und in der Denkweise 
der jüngeren Generation eingetre- 
ten war. Die Vereine, welche neu 
gegründet wurden, tragen allesammt 
den Stempel des Praktischen ; von 
einem deutschen Theater konnte 
schon längst keine Rede mehr sein ; 
die Deutschen fingen an, nach Art 
der Amerikaner praktisch zu wer- 
den. Ideale Bestrebungen finden 
hinfort ihre Befürworter und Yev- 
treter nur noch in engeren Kreisen 
und bei einzelnen Individuen ; die 
_grosse Masse hat weder Sinn noch 

Verständniss noch Würdigung da- 
für. Nach dem wehmüthigen Zeug- 
ni.ss der alten Pioniere haben die 
Zeiten sich hierin gewaltig geän- 
dert. Die Jagd nach idealen Zielen 
brachte keinen klingenden Gewinn; 
um so lohnender erweist sich die 
Jagd nach dem "allmächtigen Dol- 
lar. ' ' Das ist aber eher amerikanisch 
als deutsch. 

In diesem Zeitabschnitt begegnen 
\vir zunächst der Gründung der 
deutschen katholischen St. Joseph' s- 
Kirc/ic, ^velche am 19. November 
1S81 organisirt wurde. Der Grund- 
.'.tein zu ihrer Kirche wurde im fol- 
'• enden Jahre gelegt und am 21. 
November 1S82 konnte die Einweih- 
ung stattfinden. Das Gebäude 
kostete $20,000. Im Jahre 1SS3 
wurde noch ein Schulhaus für $4,- 
500 errichtet. Der erste Prediger 



der Gemeinde war Pfarrer Joseph 
Pickl, dessen Nachfolger Pfarrer S. 
A. Preisser ist. 

Darauf folgt die evangelisch lu- 
therische S/. Pa///s-Ä7rc/n\ welche 
am 17. April 1882 incorporirt wurde. 
Dis ersten Versammlungen wurden 

in der -'Good Will" Kapelle, an der 
Fabius- und Oswegostrasse abge- 
halten, bis das gegenwärtige Ge- 
bäude an der Ecke von Shonnard- 
und Oswegostrasse fertig gestellt 
war ( 18S3 ) . Das Gemeinde-Eigen- 
thum hat einen Werth von etwa 
$7000. Die ersten Trustees Avaren : 
Karl Seybold, Karl Schramm und 
Heinrich Williams. Als erster Pre- 
diger diente Pastor Karl E. Ray- 
mond bis zum September 1S84. Im 
Dezember 1884 kam Pastor Hein- 
richs, welcher bis zum Juli 1S85 
blieb. Im September 1SS5 wurde 
Pastor Georg Merschroth ordinirt, 
welcher seitdem mit Erfolg die Ge- 
meinde bedient. 

Am I. Januar 18S5 wurde dann 
die evangelisch lutherische Sf. Mar- 
ais-Khrhe mit 60 Familien organi- 
sirt, welche aus der St. Johanneskir- 
che ausgetreten waren. Die Incorpo- 

ration erfolgte am 2. Februar 1885. 
Die ersten Trustees waren : Ludwig 
Trage Sr., August Fandrich, Gott- 
fried Wells, Carl Schlosser Sr., 
Xicholas Huber, Heinrich Bruns, 
Wilhelm Rohde, Karl Kreischer 
und Hermann Ungerathen. Sie 
kauften das schöne Backstein-Ge- 
bäude an der Ecke von Burnet- und 
Lockstrasse, dicht an der Kreuzung 
der West Shore - Bahn. Ihr erster 
Prediger war Dr. Theophilus C. 
Maas, bis 1S8S, worauf Dr. G.C.H. 
Haskarl Prediger wurde. Sein 
Nachfolger war Pastor E. G. Halz 
bis 1894, unter de.ssen Pastorat die 
Gemeinde beschloss, sich aufzulö- 
sen, weil sie die auf dem Eigenthum 
lastende Schuld nicht bewältigen 
konnte. Der nach Bezahlung aller 
Schulden übrig bleibende Erlös 


wurde unter verschiedene lutheri- 
sche kirchliche Institutionen ver- 
theilt. Die Kirche ging schlies.slich 
( I S95 ) in den Besitz der italieni- 
.schen katholischen Kirche über. 


Die deutsche katholische Dreifal- 
tigkcits-Kbxhc an der Parkstrasse, 
wo ehemals Kaiser' s Grove sich be- 
fand, wurde iSqo orcjanisirt. Pas 


Gebäude (aus Holz) wurde 1891 
errichtet und kostete $10,000. Pfar- 
rer J. Reuland ist der Prediger. 

Die Woodlaicn evangelische Kircl.e 
auf dem Huntley Tract wurde i:i 
1891 organisirt und baute sogleic 1 
eine Kirche. Dieselbe brannte im 
folgenden Jahre nieder, infolge 
Blitzschlags und "eine neue wurde 
zum Kostenpreis von $4000 errich- 
tet. Dieselbe ging im Jahre 1896 
in den Besitz der bischöflichen Me- 
thodisten-Kirche über und ist nicht 
länger deutsch. 

Die deutsche Bischoef liehe Metho- 
disten- Kirche an Butternutstrasse 
wurde 1891 organisirt. Sie besitzt 
eine hübsche Kirche im Werthe von 
$5000. Die Prediger der Gemeinde 
waren : Pape, Flad, E. Huber und 
J. Theilmann. 

Am 24. Mai 1S84 wurde das Ta- 

bor Waisenhaus \v{}iLOX^ox'\r\., mit den 
folgenden Trust ees : Pastor Alex, 
Oberländer, Ferdinand Rothe, Phi- 
lipp Harff, Philipp Ruch, Alex. E. 
Oberländer, Amelia Bulla, Marga- 
retha Walther, Catharina He3-lgeist 
und Margaretha Bühlauer. Die Idee 
hierzu ging von der jetzt verstorbe- 
nen Gattin des Herrn Pastors Ober- 
länder, Frau Mathilde Oberländer, 
aus, auf deren Anregung der Plan 
Gestalt gewann. Durch einen To- 
desfall in einer befreundeten Fami- 
lie waren die Kinder mutterlos ge- 
worden und die traurige Nothlage 
.spornte Frau Oberländer an, ein 
deutsches protestantisches Waisen- 
haus zu gründen. Es wurde sofort 
mit Pfennig-vSubscriptionen begon- 
nen und zwei Jahre später, am 26. 
November 1885, wurde das herrlich 
gelegene Waisenhaus auf dem Gil- 
bert Hill an Springstrasse, nahe 

JAI\()I!> .SlifJL, 

Butt^rnut, eingeweiht. In demsel- 
ben fanden (bis es 1896 einging) 
jährlich durchschnittlich 20 Waisen 

Deutsche öeschcieftsleutc voia Liverpool, N. \. 

Die evangelisch lutherische Ta- 
bor-Gemcinde wurde unter den fol- 
genden Umständen gegründet: Als 
Pastor Alex. Oberländer im April 

Alclerman der 12- Ward- 

1893 aufhörte, Prediger der Zions- 
Kirche zu sein, wurde er von einer 
Anzahl treuer Freunde dringend er- 
sucht, eine neue Kirche zu organi- 
siren. Er weigerte sich anfänglich 
darauf einzugehen, um den An- 
schein zu vermeiden, als habe er die 
Absicht, der Zionskirche Abbruch 
zu thun. Es war sein Wunsch, dass 
alle Glieder der Zionskirche bei der- 
selben verbleiben sollten. Einige be- 
standen jedoch auf ihrem Wunsche, 
nebst einer Anzahl ihrer Freimde,* 
die in keiner kirchlichen \"erbindung 
standen, und so wurde im Mai 1893 
in der Halle des Waisenhauses der 
erste Missions - Gottesdienst abge- 
halten. Am 24. Januar 1894 wurde 
die Mission bereits zu einer Ge- 
meinde organisirt und folgende Be- 
amten gewählt : Aeltesten, Fried- 
rich Wickert und Gustav F. Mei- 

stering; X'orsteher, Johann Ruoff 
und Hermann Haase; Trustees, Con- 
rad Mündlein, Wilhelm G. Hörner 
und Martin Strohmeyer. Im Ok- 
tober 1896 sah sich Pastor Ober- 
länder 'aus Gesundheitsrücksichten 
genöthigt, ein südliches Klima auf- 
zusuchen und übertrug seinem vSolin, 
Pastor Fridolin E. Oberländer, die 
Verwaltung der Gemeinde. Auf 
Anrathen des letzteren wurde die 
Gemeinde am 12. Januar 1897 i"" 
korporirt, unter Artikel 4, Kapitel 
35 des Kirchengesetzes von 1895, 
welches Gesetz keine besonderen 
Gemeinde - Trustees vorschreibt, 
sondern die .Eltesten und Vorste- 
her, nebst dem Prediger, ex-ofhcio 
als Trustees erklärt. Zur Zeit der 
Inkorporation waren die folgenden 
im Amte: älteste, Martin Stroh- 
meyer, Jacob Gammerdinger und 

AldcrnAcia der 1 G- Ward- 

Friedrich Wickert; Vorsteher, Ja- 
cob G. Knobel, Jacob Borne und 
Hermann Haase. Die Gemeinde 
besitzt ein schönes Kirchengebäude, 

welches mit Glocke und Orgel $7000 
kostete, und an Springstrasse steht, 
nahe Butternut, mit Sitzraum für 
300 Personen. Die Mitgliederzahl 
beträgt 78 Familien. 

LSIDOI^ PU iziüm. 
Solvay, N. \'. 

In der ersten Hälfte der achtziger 
Jahre hatte die Einwanderung in 
Amerika ihren Höhepunkt erreicht 
und auch Syracuse hatte seinen An- 
theil erhalten. Die Gründung gros- 
ser Fabrikanlagen bot Ersatz für 
den Niedergang der Salzindustrie 
und genügende Beschäftigung für 
Tausende fleissiger Hände. Seit- 
dem ist die Ein Wanderung immer tie- 
fer gesunken, in Uebereinstimmung 
mit den gegenwärtigen gedrückten 
Verhältnissen in Handel und Indu- 
strie. Ehe wir jedoch in einem 
Schlusskapitel den jetzigen Stand 
des hiesigen Deutschthums Revue 
passiren lassen, muss noch das 
grosse Pionierfest erwähnt werden, 
welches am 20. Juli 1892 stattfand. 
Dasselbe wairde von dem in 1892 
gegründeten Pionier-X'erein arran- 

girt und zeigt uns das letzte Auf- 
flackern des alten Pioniergeistes in 
der Veranstaltung von Festlichkei- 


Dasselbe war vom herrlichsten 
Wetter begünstigt. Schon um i 
Uhr am genannten Tage hatte sich 
eine grosse Anzahl der alten deut- 
schen Pioniere vor der Turnhalle 
versammelt, wo sie sich gegenseitig 
begrüssten und im Austau.sch alter 
Erinnerungen schwelgten. Das 
Komitee war hoch emsig an der Ar- 
beit, die Auszeichnungen, auf wel- 
chen das Jahr der Einwanderung 
gedruckt war, zu vertheilen. Die 
Namen wurden dem Jahrgang nach 
verlesen und je 4 Pionieren eine 
Kutsche angewiesen. 

Punkt halb 3 Uhr setzte sich der 
Zug in Bewegung, bestehend aus 
71 Kutschen unter dem Vormarsch 

Liverpool, N- V- 

des Chef- Marschalls und der folgen- 
den Assistenten: Joseph Hecker, 
George Schattle, Karl Umbrecht, 


Karl Listmann, Friedrich Auer, 
Thomas Saile, Jacob Klein, Johann 
Bachtold, Louis Olbeter, Wilhelm 
Fage, Johann V. Becker, Conrad 
Loos, Friedrich W. Willwerth, Ja- 

cob Grassmann, Carl Hotch, Carl 
Stilbert, Joseph Zimmermann, Ja- 
cob Kndres, Nicholas Endres, Joh. 
Hamm, und des Göttel' sehen Mu- 
sik Corps. 

Hierauf folgten die Beamten der 
Organisation [der Präsident, Herr 
Geo. P. Hier, war abwesend] , der 
Vice- Präsident, Carl Simon, der 
Secretär, Joh. L. Röhner, und der 
Schatzmeister, Jacob Knapp. 

Den Beamten folgten in einer 
Kutsche die Berichterstatter der 
englischen Presse und nach diesen 
kamen die Pioniere in langer Wa- 
genreihe. Der ganzen Marschroute 
entlang waren die Häuser einfach, 
aber hübsch, dekorirt. Besonders 
war dies der Fall in dem sogenann- 
ten deutschen Viertel der 2., 12. 
und 16. Ward. Beim "Empire 
House" passirte der Zug Revue vor 

dem Achtbaren Ma3'or Jacob Anios 
und den Mitgliedern des Stadtraths. 
Der Umzug dauerte volle 3 Stunden 
und es war halb sechs Uhr, als der- 
selbe zu Ende kam. 

In der Turnhalle angekommen, 
nahmen die Pioniere an einem reich 
gedeckten Tische Platz zu einem 
Festmahle. Darauf hielt der Sec- 
retär, Joh. L. Röhner, eine kurze 
Rede, worin er die alten Pioniere 
begrüsste und verlas dann einige 
Briefe, worin angesehene alte deut- 
sche Pioniere ihr Bedauern aus- 
drückten, nicht zugegen sein zu 
können. Ferner gab er eine "sta- 
tistische Geschichte' ' der Deutschen 
zum Besten, die indessen nicht auf 
Richtigkeit und Vollständigkeit An- 
spruch erheben konnte und in der 
,, Union" scharf kritisirt wurde. 

Von den Pionieren, welche an 
dieser Feier theilnahmen, erwähnen 

wir die folgenden, unter Angabe 
des Jahres ihrer Einwanderung, 
weil dadurch die Geschichte des be- 
treffenden Zeitabschnitts ergänzt 


1830 — Georg Stephens, Carl Wal- 

1831 — Egbert Schemel, Johann C. 

1832 — Peter Miller, August Bösler, 
Nicolaus Schäfer. 

1833 — Michel Meiser (Meizer). 

1834 — Karl Weishuhn (.Wisehoonj. 

1835 — Martin Knauber. 

1836 — Jacob Luchsinger. 

1837— C. H. Hart. 

1839 — Friedrich Willwerth, Ignaz 

1845 — Peter Ohneth, Heinrich 
Danziger, Johann H. Knobel, 
Johann C. Schön, Johann M. 
Griesinger, Georg Thomas, Jo- 

1S46 — Jacob Keim, D. J. Heimbur- 
ger, Hector B. Johnson, Phihpp 
Laun, Julius Jacobs, Carl Si- 
mon, Hermann Schneider, 

1847 — Peter Drumm, Friedrich 
Humbert, Louis Harbach, Karl 
Klink, Emil C. Eaass, C. F. 
Miller, Nicholas Peters, Sr., 


1840 — Johann Bierhardt, Anton 
Kendel, Karl Eckel, Martin 
Yann, Johann Osbelt, Georg 
Holzmann, Peter Huck (Hook) 

1841 — Lambert Reidel. 

1842 — Johann F. Voshall, Michael 
Finkler, Heinrich Korb. 

1843 — Gustav Sniper, Joseph Sni- 
per, Philipp Schilly. 

1844 — Peter Behm, S. Rosenblum, 
Johann Scharon. 

Carl Umbrecht, Thomas Saile, 
Georg Schattle, Franz Scharer, 
Michael Braun, HermannTrost. 
[848 — Franziscus Baumer, Chri- 
stian Koch (Cook), Christian 
Frühauf (Freeoff), Joh. Geb- 
hardt, F. Kraus, F. Maurer, 
Martin Nutz, Wilhelm Funda, 
Jacob Schwarz, Jacob Schnei- 
der, Anton L. Schmidt, W. W. 
Wöse, Adam Wetzel, Bernhard 


Synode an. Das vSchulhaus ward vergrös- 
sert. Am Sonntag nach Weihnachten, 
den 28. Dezember 1856, wurde kurz nach 
Beendigung des Gottesdienstes Feuer in 
der Kirche angelegt und dieselbe einge- 
äschert. Die neue Kirche, ein solides 
Backsteingebäude, 80x48 Fuss, konnte 
Ende 1857 eingeweiht werden. Pastor 
Weiskotten hatte einen recht schweren 
Stand, doch wuchs die Gemeinde bedeu- 
tend. Etliche Wochen darauf raffte ihn 
der Tod in der Blüthe seiner Jahre weg. 
Als hierauf Pastor C. Steinhauer durch 
Majoritäts-Beschluss zum Seelsorger der 
Gemeinde gewählt wurde, verschlossen 
ihm 4 von den 7 Trustees die Kirche, 
worauf er mit seinen Anhängern sich von 
der Gemeinde lossagte, die Zions - Ge- 
meinde gründete und der St. Johannis- 
Kirche gegenüber die zweite Oppositions- 
Kirche baute. Siebenundzwanzig ( 27 ) 
Familien blieben bei der St. Johannes-Ge- 
meinde, welche nun Pastor C. H. Thom- 
sen von Lyons, N. Y., berief. Pastor 
Thomsen wirkte mit grosser Treue und 
die wenigen zvirückgebliebenen Mitglie- 
der brachten bedeutende Opfer. Neben 
der Kirche wurde 1864 ein Pfarrhaus er- 
haut und die Schuld, die noch aui der 
Kirche lastete, reduziert; 1868 wurde eine 
schöne neue Orgel für |;i,8oo.oo ange- 
schafft. Pastor Thomsen starb am 9. Mai 
1877, nach ißjähriger Thätigkeit an der 
Gemeinde. Am 24. Juli 1877 ward Pa- 
stor Leo König von Yonkers, N. Y. , be- 
rufen und .1878 das bisher im Gebrauch 
gewesene gemeinschaftliche Gesangbuch 
abgeschafft und dafür ein lutherisches, 
das Kirchenbuch, eingeführt. Eine An- 
zahl Familien verliess darauf die Ge- 
meinde. Im März 18S0 folgte Pastor Kö- 
nig einem Ruf an die St. Pauls-Gemeinde 
in der Stadt New York. Am 16. März 
1880 wurde Pastor J. Nicum von Phila- 
delphia, Pa., zu seinem Nachfolger beru- 
fen und am 9. Juni installirt. Eine wei- 
tere Spaltung der Gemeinde kam am i. 
Januar 1885 vor, und wurde die St. Mar- 
kus-Gemeinde gegründet. Die Kirchen- 
schuld, die 1883 bis auf fi, 000.00 ange- 
wachsen war, ist im Dezember, 1886, ge- 
deckt worden. Ende August 1887 wurde 
Pastor Nicum an die St. Johannis-Ge- 
meinde in Rochester berufen. Auf ihn 

folgte Pastor G. A. Brügel von Cherry- 
ville, Pa., der sein Amt Mitte November 
1887 antrat und die Gemeinde bis Ende 
September 1890 bediente. Am 21. Okto- 
ber 1S90 wurde Pastor Carl C. Manz von 
Newburgh, N. Y., zum Seelsorger berufen 
und trat derselbe im Januar 1891 sein Amt 
an der Gemeinde an. Circa 135 Familien 
gehören zur Gemeinde und neben diesen 
eine ziemliche Anzahl lediger Personen, 
welche kommunizierende Glieder der Ge- 
meinde und mit obengenannter Zahl der 
Familien nicht verbunden sind. Es be- 
stehen in der Gemeinde 4 Vereine, Wohl- 
thätigkeits- (Männer) Verein etliche 40 
Glieder, Frauen- Verein mit 54 Gliedern, 
Luther-Liga 75 Glieder, Junior Luther- 
Liga 29 Glieder. Die Sonntagsschule 
zählt circa 200 Schüler mit 23 Lehrern. 

Salems = Gemeinde der ۟aiis. eemein^ 

Schon im Jahre 1840 wurde der Anfang 
dieser Gemeinde gemacht, indem man 
Gottesdienst in Privatwohnungen und 
Schulhäusern abhielt, wobei die Prediger 
Rannichen. C. Humel, L. Jacobi, J. Hor- 
lacher, D. Fisher, M. Lehn und T. Schnei- 
der amtirten. Im Jahre 1843 wurde die 
erste Klasse gebildet in der Wohnung 
des Herrn Fr. Sprenger an der Grape St. 
unter Aufsicht von Rev. W. Menz und 
T. Schneider. In 1844 wurde die Ge- 
meinde organisirt und Rev. Jakob Riegel 
als der erste regelmässige Prediger von 
der Conferenz hieher gesandt. Die ersten 
Klassführer waren: G. Lacker, Dauer, 
J. Brenner J. Haidt und andere. Die 
ersten Trustees: Jakob Luchsinger, Cxa- 
briel Blunier und Fr. Sprenger. Das er- 
ste Versammlungshaus wurde errichtet 
an Ecke Grape- und Cedarstrasse. Im 
Jahre 1850 wurde die Kirche versetzt an 
die Ecke von Lock- und Salinastrasse. 
Der jetzige Bau, Ecke Lock- und Laurei- 
strasse wurde im Jahre 1869 vorgenommen 
mit einen Kostenpreis von |2o,ooo. Die 
Einweihung fand am 17. Sept. 1871 durch 
Bischof J. Escher statt. Folgende Predi- 
ger bedienten die Gemeinde: J. Riegel, 
L. Jacobi, M. Lauer, T. Schneider, D. 
Fisher, M. Lehn, P. Alles, J. Herlan, A. 
Klein, A. Spies, M. Pfitzinger, J. Siegrist, 
A. Miller, A. Holzwarth, C. Schöpflin, 


Wente, Moses Lichtenbeg, Ju- 
lius Wöse, Jacob Miller, Chri- 
stian Walter, Joseph A Hof- 
mann,. Ernst Held, x\dam Grub 
(Group), Casimir Tröndle, 


Pastor der Evang. St. Peters- Kirche. 
Carl F. Meyer, Jacob Brand, 
David G. Marquart, Jacob He- 

1849 — Jacob L. Barker, Joh. Esser, 
Bernhard G. Keller, Carl Guth, 
Carl N. Hoch ( Hatch), Johann 
J. Klotz, Carl Stroh, Jacob 
Marschall, Adam Yäckel, Phi- 
lipp Zenner, Friedrich Brand, 
Heinrich Genzel, G. Genzel, 
Georg Zett, Jacob C. Hamel, 
Abraham Weiss, Jakob Yäckel, 

1850 — Joseph Hof her, Isaak Löwen- 
thal, Philipp Maurer, sen., Ja- 
cob Naun, Michael Auer, Fried- 
rich Auer, Oliver Schnäbele, 
E. E. Thürwächter, Nicholas 
Drumm, Simon Eöwenthal, 
Anton Wasmer, Mich. Blaich, 
Aug. Reinhard, Daniel Braun, 
Adam Filsinger, Wilhelm Bart- 
lett, Joseph Schneider. 

185 1— Conrad Altenbrandt, Augus- 
tus Blum, David Hassel, Phi- 
lipp Stohrer, Johann Kohl, 
Ernst G. Rapp, Wilhelm Rü- 
scher, Robert Gustäen, Her- 
mann Reis, Carl Kotz, Jacob 
Hammel, Jacob Schäfer, Gab- 
riel Traub, Jakob Kohl. 
Syracuse zählt gegenwärtig über 
122000 Einwohner und nach massi- 
ger Schätzung befinden sich darun- 
ter mindestens 25000 Deutsche. 
Diese deutsche Bevölkerung hat 
Schritt gehalten mit der Entwicke- 
lung der Stadt in geschäftlicher und 
anderen Beziehungen. Ein kurzer 
Li eberblick über den gegenwärtigen 
Zustand der Stadt, als ein Mittel- 
punkt für Industrie, Handel, Ver- 
kehr und Erziehungswesen, mag 
von Interesse sein. 


Pastor der Salcins-t'irchc der Evaiig. Gcrneirisrhaft, 
Sechs Eisenbahnen führen durch 
Syracuse : Delaware, Lackawanna 
& Western; New York Central & 
Hudson River; Rome, Watertown 
& Ogdensburg; West Sliore; Che- 


P. Miller, J. Reuber, A. Lüscher, J. Voss- 
ler. J. Kachele, A. Schlank. H. Koch, 
P. Späth, seit Mai 1897 dient Rev. J. W. 
Schenk. Die jetzigen Beamten der Kir- 
che sind: S. S. Supt., J. C. Wohlleber, 
deutsch; C. Graff, englisch; Trustees: 
John Michel, Präsident; J. J. Goldacker, 
Sekretär; C. Mohr, Schatzmeister; Fr. 
Heck. Die Gottesdienste der Gemeinde 
finden wie folgt statt : Sonntagmorgen um 
^11 Uhr, deutscher Gottesdienst; Sonn- 
tagmittag, Sonntagschule; Sonntagabends 
6|4!' Uhr, Gebets - Versammlung des Ju- 
gendvereins, Abends 7>4 Uhr englischer 
Gottesdienst. Klassstunden : Dienstag 
und Donnerstagabends }48 Uhr. Klass- 
führer, Dienstags, Bruder J. J. Goldacker 
und Bruder Valentin Born; Donnerstags, 
Gebets -vStunde; J. Michel, Klassführer; 
J. Wohlleber, Sr., Vermahner. 
Frauen- Verein. 

Präsidentin, Frau Maria Miller; Vize- 
Präsidentin, Frau Pastorin Friedericke 
Schenk; Sekretärin, Frau Barbara Bleich; 
Schatzmeisterin, Frau Anna Goldacker. 
Die monatliche Versammlung findet 
am ersten Donnerstag im Monate statt. 

J. C. Wohlleber, S. S. Supt. (deiitsch); 
C. Graff, (englisch); K. Mohr, Sekretär; 
Fr. Heck. Schatzmeister. 

Otto Schilly, Präsident; Rosa Fischer, 
Vize-Präsidentin; Minnie Fisher, protok. 
Sekretärin: E. Turner, Schatzmeisterin; 
Louise Wohlleber, Cor. -Sekretärin; Lil- 
lian Goldacker, Pianist; F. Goldacker, 
M. Hydron, G. Hoffmann, Bibliothekare. 

€üanäcliscbe St. pcter's 6cmeinde. 

Die Gemeinde wurde im Jahre 1843 mit 
circa 30 Familien gegründet, und am 6. 
August desselbigen Jahres incorporirt. 
Für den Preis von 300 Dollars wurde so- 
fort ein Bauplatz gekauft iind von Herrn 
Georg Köhnlein eine bescheidene Holz- 
kirche darauf gebaut. Diese Kirche stand 
an der nordwestlichen Ecke von Butter- 
nutstrasse und Prospekt Avenue, gegen- 
über der jetzigen Kirche, wurde aber spä- 
ter auf die Stelle, wo jetzt die Kirche 
steht, versetzt. Hier brannte sie im Jahre 
1860 ab und wurde sofort die jetzige Back- 
steinkirche für den Betrag von 1 12, 000 


durch den Baumeister Herrn E. Hoflfmann 

In den fünfzig Jahren hatte die Ge- 
meinde zehn Pastoren. 

Herr Pastor August Hemmerer bediente 
die Gemeinde von der Gründung an bis 
zum September 1846. Herr Pastor Stei- 
ner war sein Nachfolger und amtirte bis- 
zum März 1850. Herr Pastor F. N. Hes- 
selmann amtirte vom Mai 1850 bis Okto- 
ber 1850, wurde aber dann seines unsoli- 
den Charakters wegen seines Amtes 
entsetzt. Bis zum Juni 1851 war die Ge- 
meinde predigerlos, zur Aushülfe fun- 
girte Herr Pastor Focke während dieser 
Zeit. Herr Pastor F. Feysel übernahm 
die Gemeinde im Juni 1851 und bediente 
sie bis Juni 1852. Herr Pastor Gottlob 
Fix, dessen Söhne heute noch respektirte 
Bürger hiesiger Stadt sind, trat die Ge- 
meinde im Dezember des Jahres 1852 an. 
und amtirte bis zu seinem Tode, den 28. 
Dezember 1858. Herr Pastor F. A. Zischka 
wurde sein Nachfolger und amtirte vom 
Dezember 1858 bis Dezember 1860. 

Herr Pastor F. Soldan übernahm die 
Gemeinde im Dezember 1860 und amtirte 
bis zum April 1870. 

Herr Pastor Bernhardt Pick trat die Ge- 
meinde im Mai 187 1 an und amtirte bis 
April 1874. Herr Pastor Emil Henckell 
amtirte vom Juni 1874 bis November 1883. 
Herr Pastor Johannes Schäfer übernahm 
die Gemeinde im März 1884, und bedient 
dieselbe bereits länger als irgend einer sei- 
ner Vorgänger, ordnete am 3. Septem- 
ber 1893 die Jubiläumsfeier der Gemeinde. 
Er gründete den Wohlthätigkeits- Verein 
der Gemeinde und den Jugendverein, 
welch letzterer im Januar 1893 in einem 
C. E). Verein umgestaltet wiirde. In den 
vergangenen 50 Jahren wurden getauft 
4612, getraut 1376, beerdigt 2167. Der 
erste Kirchenrath bestand aus Herr Uam- 
mert, Präs.; Herr Siefker, Sekr. ; Herr 
Rolf. Schatzm.; Herren Gieselmann, 
Adam Listmann, Michael Dick, PhiL 
Dick, Peter Eurig, Louis von Hagin und. 
Christian Wilker, Trustees und Aelteste. 
Der jetzige Kirchenrath setzt sich zu- 
sammen wie folgt: Johann Geyer, Präs.; 
David F. Gerni, Sekr.; Joseph H. Rees, 
Schatzm.; Wm. Senk, Ernst Tetzner, J. 
F. Walter, Hr. Stammer. Nie. Geibel 

nango Brauch of West Shore; und 
Syracuse, Phönix & Oswego R. R. 

Das Strassenbahnwesen befindet 
sich unter der Kontrolle von 2 Com- 
pagnien : Syracuse Rapid Transit 
Railway.'Co., mit einem Kapital 
von $4,000,000; Syracuse East Side 
Railway Co., Kapital $250,000. 

Die Zahl der öffentlichen Schu- 
len beträgt 32, mit 361 Lehrern 
und i7,849^j_Schülern. Die Hoch- 
schule hat 31 Lehrer und üt er 1000 

the Court of Appeals 23,500 Bände; 
Hochschul- Bibliothek 1200 Bände; 
Turnverein- Bibliothek 600 Bände 
und mehrere andere. 

Die Salzindustrie ist zwar bedeu- 
tend im Niedergang begriffen, doch 
giebt es ausser den unter Staatsver- 
waltung stehenden Werken noch 
16 Privat-Compagnien, welche sich 
meist mit der Herstellung von 
"Coarse Salt" befassen. 

Zeitungen u. Zeitschriften werden 








Die beiden ersten in Svracuse geborenen DeutsciAen. 

( IS02 UND 1804.) 

Schüler. Die Universität (ein- 
schliesslich des College of Fine Arts, 
des Medical College und der Daw- 
school) hat 108 Lehrer und etwa 
1000 Studenten. 

Oef fentliche Bibliotheken giebt es 
die folgenden : Central Library, 
33,000 Bände, darunter eine grosse 
Anzahl der besten deutschen Bücher ; 
Von Ranke Library 45000 Bände 
und 11,400 Pamphlete; Library of 

34 hier veröffentlicht; darunter sind 
6 tägliche, 3 halb wöchentliche, 1 1 
wöchentliche (2 deutsche) und 14 

Es giebt 9 Banken, 3 Sparbanken 
und 12 Bau- und Leih-Vereine. An 
Kirchen giebt es 93, darunter 12 
deutsche, nämlich : Baptisten 9 
[i deutsch]; Church of Christ i; 
Congregationalisten 5 ; Evangelische 
Gemeinschaft 2 [deutsch] ; Indepen- 


und Johann Brehnier, Trnstees und Ael- 

Frauen- ( 'nterstuetztingsverein. 

Dieser wurde gegründet den 3. März 
1868. Die ersten Beamten waren: Ch. 
Reihland, Präs.; Cath. Fickeisen, Vize- 
Präs.; S. Knapp, vSekretärin; Maria Strenz, 
Schatzmeisterin. Gegenwärtige Beamte 
sind: Louise Bausch, Präs.; Karohna 
Neu, Vize-Präs.; Therese Reichert, Sekr., 
Johanna Mockler, Finanz-Sekr. ; Karohna 
Fritz, Schatzmeisterin. Kassenbestand 
f550. Dieser Verein feierte am 3. März 
1893 sein 25jähriges Jubiläum. 

Son 7ttagsch ul-Leh rerverein . 

Gegründet mit der deutschen Sonntags- 
schule von Herrn Pastor B. Pick. Als i. 
Beamte fungirten neben dem Pastor die 
Herren Wm. Dopffel und Th. Knauer. 
Die gegenwärtigen Beamten sind: Herr 
Pastor J. Schäfer, Carl Feikert und So- 
phie Werner. Mitgliederzahl 47. 

// 'ohUhaetigkeitsverein . 
Dieser Verein wurde am 29. November 
1885 zur Unterstützung von Armen und 
Nothleidenden durch Herrn Pastor J. 
Schäfer gegründet. Auch für die Kirche 
und Mission wird die Kasse dieses Vereins 
in Anspruch genommen. Die ersten ak- 
tiven Mitglieder waren die Frauen Gerni, 
Steuerwald, Bausch. Neuhardt, Göttel, 
Tetzner, Reichert, Schmid, Kuntz, Mog- 
1er und E. Schäfer. Die nunmehrigen 
sind: Frau Pastorin, Schäfer. Werner, J. 
Senk, W. Senk, Steuerwald, Schmitz, 
Neuhardt, Nachant, P. Gronau, J. Gro- 
nau, Göttel, Bausch, Stuber, E. Jung, 
Schmück, Schläfer und Vogt. 

J Hg endverein. 

Gegründet durch Herrn Pastor J. Schä- 
fer, den 22. Januar 1890. Erste Beamte 
waren: C. Flach.sland, Präs.; R. Zobel, 
Vize-Präs-; J. H. Rees, Sekr.; W. Helm- 
stetter, Schatzmeister; Lulu Latterner, 
Bibliothekarin. Gegenwärtige Beamte: 
Pastor J. vSchäfer, Präs.; Maria Naumann, 
Vize-Präs. ; Cora F^ahrenwald, prot. Sekr. ; 
Emma Kleila, Fin. Sekr. ; Edtiard Flachs- 
land, Schatzmei.ster; Carolina Paschen 
und Tillie Luipold, Bibliothekarinnen. 
Mitgliederzahl So. 

ewans. Cuth. St. paul's Gemeinde. 

Die ersten bekannten Nachrichten von 
bedeutender Ansiedlung kirchlich geneig- 
ter Deutscher unter der hiesigen Bevölker- 
ung, findet man ums Jahre 1839. Diese 
Leute hielten sich zur Ev. Luth. St. Jo- 
hannes Gemeinde in Syracuse, damals 
die naheste deutsche Kirche der Nachbar- 
schaft. Anno 1S42 versuchte der Pastor 
derselben Ehrw. Karl F. W. Rechenberg 
die dahier wohnenden Glieder zu einer 
eigenen Gemeinde abzupfarren jedoch 
wurde 1843 davon abgestanden da in 
Folge der kirchlichen Wirren in Syracuse 
die unirte Evang. St. Peters - Gemeinde 
entstand, zu der sich die meisten der we- 
nigen Liverpooler geschlagen hatten. Die 
übrigen ausser Peter Schmidt ( 1860) tha- 
ten sich als eine deutsche Methodisten- 
Gemeinde zusammen und schlössen sich 
dem Verbände der sogenannten "Evang. 
Gemeinschaft" (Albrechtsleute) an. Zu 
Anfang der Fünfziger Jahre zog eine neue 
Einwanderung in Liverpool ein, und vom 
Sommer des Jahres 1853 an hielt Pastor 
Rechenberg, und aiich zuweilen als sein 
Vertreter Herr Gottfried Tanke von Syra- 
cuse, alle 14 Tage Gottesdienst, bis Ende 
des Jahres ein seit 10 Jahren unbenutzt 
gewesenes Episcopal - Grundstück für 
11200 als Kirche angekauft und die 
Evang. Luth. St. Pauls - Gemeinde ge- 
gründet wurde. Die ersten Trnstees wa- 
ren: Peter Schmidt, Johann Seibert, Phi- 
lip Scherer, Johann Bahn und Adam 
Brand. Der erste Pastor war der Reise- 
prediger Daniel Stahlschmidt der zugleich 
in Oswego predigte. Durch die im Sept. 

1856 entstandene Spaltung in der Ge- 
meinde wurde Pastor Stahlschmidt veran- 
lasst, Liverpool im November desselben 
Jahres zu verlassen. Nachdem jedoch 
die Gemeinde unter der Anführung von 
Peter Schmidt, Heinrich Werner, Mich- 
ael Muth, Adam Brandt und Johann Sei- 
bert neu organisirt war wurde Neujahr 

1857 Pastor E. Fischer angestellt, welcher 
2>4 Jahre an der Kirche wirkte. Von 
1861 — 63 übernahm Pastor Valentin Mül- 
ler die Stelle. Im Spätherbst 1863 berief 
man Fast. G. Manz, unter ihm wurde 
das jetzige Pfarrhaus für |8oo erworben. 
Pastor Eduard Werner 1867—69. Am 23. 


dent I ; Israeliten 7 ; Lutheraner 7 
[5 deutsch] ; Methodisten 22 [i 
deutsch]; Presbyterianer 12; Epis- 
kopale 7; Reformirte 2; Römisch- 
Katholische 14 [3 deutsch] ; Scien- 


Eiagcwandert lö04. 
tists I ; Seventh day Adventists i ; 
Unitarier i ; Universalisten i . 

Oeffentliche Parks von Bedeutung 
giebt es ausser dem Burnet Park 
eine ganze Anzahl kleinerer. 

Die folgende Statistik giebt eine 
Vorstellung von der Betheiligung 
der Deutschen im geschäftlichen und 
professionellen Leben : Agricultural 
Implements i ; Architectural Sculp- 
ture i; Artists 6; Asphalt Pave- 
ments i ; Awnings & Tents i : 
Bakers 29; Bands 3; Barbers 63; 
Basket Makers 4; Baths 5; Black- 
smiths 14; Bookbinders 4; Boots 
& Shoemakers and Dealers 68 ; Bott- 
iers 4; Box Makers 2; Brass Foun- 
ders 2 ; Brass Spinning i ; Brewers 
5 ; Broom and Brushmakers 2 ; Build- 
ding Movers i ; Canning Works 2 ; 
Carpet Weavers 10; Carriage Makers 
4; Carvers 2 ; Cheesemakers 3 ; Chem- 

ists I ; Clay Pipe Manufacturers i ; 
Clothing Dealers &Tailors 129; Coal 
Dealers 9; Contractors and Builders 
51; Coopers 6; Decorators 4; Desk- 
makers i; Detectives i; Druggists 
4; Dry Goods 17; Dyers 2; Earthen- 
ware i ; Fire Escapes i ; Flag Stones 
I ; Florists 4; Flour & Feed 6; Fur- 
niture Dealers 13; Fürs i ; Glass- 
Manufacturers i; Grocers 73; Gun- 
makers2; Hardware 10; Harnesses 
5; Ice Dealers 3; Laundries 3; 
Lawyers 9; Liquors 3; Locksmith i ; 
Marble & Granite Works 3; Meat 
Markets48; Musical Instruments 3; 
Newsaealers i; Opticians 4; Pain- 
ters & Paperhangers 16; Pattern 
Makers 2; Photographers 4 ; Physi- 
cians 15; Piano Tuners 2 ; Plumbers 
5; Printers 7; Cigar Manufacturers 
7 1 , Teachers of Languages 4; Teach- 
ers of Music 31 ; Teachers in Public 
Schools 43; Tinsmiths 14; Tool 


Grinders 2; Undertakers 4: Wall- 
paper 6. 

Das deutsche Vereinswesen blüht 
heute, wie nie zuvor, und die deut- 

Nov. 1869 kam der jüngst aus Sachsen 
eingewanderte Cand. Wm. Alfred Cha- 
lybäus der bis zu seinem Tode im Aug. 
1870 der Gemeinde vorstand. Am 10. 
Okt. 1870 bezog Pastor Hugo B. Kuhn die 
Gemeinde, bheb bis 7. Sept. 1873. Pastor 
Jakob Bockstahler wechselte mit letzterem 
zog aber wieder im Okt. 1875. Darauf 
wurde Pastor C. F. Sommer erwählt, der 
nach zwei Jahren die Gemeinde verliess. 
Pastor Th. Snyder übernahm hierauf die 
Gemeinde bis zum Herbst 1879. Sein 
Nachfolger wurde Pastor F. Leddin am 10. 
Nov. 1879, welcher am 15. April resignirte. 
Von dem Jahre 1880 an ist wiederum ein 
neuer Zuzug deutscher Lutheraner zu ver- 
zeichnen die sich hier sowie in Greenpoint 
niederliessen und sich der Gemeinde an- 
schlössen. Vom 24. Juni 1882 bis 27. Juli 
18S5 amtirte Cand. J.W.Knapp; ihm folgte 
am 5. Okt. Cand. S. J. Eduard Walther 
von dem Prediger-Seminar zu Kropp, un- 
ter ihm wurde der Bau einer Pfeifenorgel 
unternommen für $825 und 1889 die An- 
lage des Tilgungs-Fonds auf der Bank wel- 
cher sich allmählig zu einem beträchtigen 
Kirchbaukapital anhäufte. Am 30. vSept. 
1891 kehrte Pastor Walther wiederum 
nach Deutschland zurück. An seine Stelle 
trat am i. Nov. Pastor G. Döring, dankte 
aber am 27. Febr. 1893 ab. Hatte man un- 
mittelbar vor ihm das längste Pastorat so 
diesmal wohl das kürzeste aber nicht un- 
thätigste. Folgende fortschrittliche Errun- 
genschaften datiren von jenem Zeitraum: 
Gründung der beiden kirchlichen \'erbin- 
dungen ( Frauen- und Jugend - Verein ) ; 
endliche Einführung des lutherischen 
Kirchengesangbuchs ; Beschlussnahme 
für rein lutherische Abendmahlsfeier; An- 
schluss einer Anzahl zwischen hier und 
der Stadt wohnenden Familien die früher 
in Syracuse zur Kirche gingen. Vom 13. 
Juni 1893 bis Dez. 1895 wartete Cand. J. 
Weyl aus Philadelphia seines Berufs als 
Pastor dahier. Gleich darauftrat der jetzige 
Pastor. A. F. Schäffer sein Amt an und 
durfte bereits am 15. Nov. 1896 mit der fei- 
ernden Gemeinde im Beisein des Confe- 
renzpräses und anderer Amtsbrüder nebst 
vieler Freunde aus Syracuse und der ganzen 
Umgegend die neuerbaute niedliche Kir- 
che einweihen. Als weitere berechtigte 
Neuerung ist zu berichten die am 6. Jan. 

1897 bei der Gemeindeversammlung an- 
genommene, von der Legislatur für den 
Staat New- York entworfene, neuverbes- 
serte Corporationsakte. Die jetzigen Kir- 
chenraths - Trustees sind Pastor A. F. 
Schäffer (Vorsitzer), J. Kurtz (seit 35 
Jahren in verschiedenen Aemtern), Franz 
Nowack (Schatzm. ), Geo. Navimann, G. 
Stumphaus ( Sekr. ), Carl Eick und L. Ja- 
kob. Obwohl noch vier andere religiöse 
Benennungen im Städtchen vertreten 
sind, so ist die lutherische doch die grösste 
an Mitgliederzahl hat auch das bestge- 
legenste Gemeindeeigenthum sowie aner- 
kanntermassen jetzt die schönste inner- 
liche Kirchenausstattung. 

€canS. Cuth. 2ions=6ciiicindc. 

Die Evang. Luth. Zions-Gemeinde ist 
hervorgegangen aus dem Schosse der 
Evang. Luth. St. Johannes-Kirche. In 
Folge der Wahl des Herrn Pastors O. E. 
Steinhauer zum Pastor derjohanneskirche, 
verliess der zu Herrn Pastor Steinhauer 
haltende Theil der Gemeindeglieder die 
Gemeinschaft der Johanneskirche und bil- 
dete im Jahre 1S64 eine neue Kirchenge- 
meinschaft unter dem Namen "Evang. 
Luth. Zions-Gemeinde". Ehe ihr Gottes- 
haus, dessen Bau sofort in Angriff genom- 
men wurde, fertig gestellt werden konnte, 
hielt die neugegründete Gemeinde ihre 
Gottesdienste in verschiedenen Hallen der 
Stadt und sogar in der Stadthalle ( City 
Hall ) selbst ab. Nach Herstellung ihres 
Kirchengebäudes, das gerade der Mutter- 
kirche gegenüber, an Ecke Butternut- 
strasse und Prospect-Avenue, errichtet 
wurde, bezog die Gemeinde dasselbe mit 
frohen Hoffnungen und stolzen Erwar- 
tungen. Allein sie sollte sich desselben 
nicht allzu lange erfreuen. Eine Feuers- 
brunst vernichtete das bescheidene, aus 
einem Holzbau bestehenden Kirchlein in 
kurzer Zeit, im Frühjahre 1867 und von 
Neuem sah sich die Gemeinde heimaths- 
los. Wiederum kam eine Zeit des Wan- 
derns bis der neue herrliche Bau dastand. 

Herr Pastor Steinhauer sollte leider 
nicht lange das von ihm und hauptsäch- 
lich durch seine Anstrengungen geschaf- 
fenen Werkes sich erfreuen. Nachdem 
die neue Kirche, im Jahre 186S vollendet, 
eiuifeweiht und ihrer Bestinunung über- 


Herauscjeber uivl A\ikirheirer (Jer voi-lieyeiKlei-i Geschichte. 

geben worden war, verliess Herr Pastor 
Steinhauer in Folge eingetretenen Diffe- 
renzen schon Ende vSeptember 1869 die 
von ihm bekleidete Stellung. Ihm folgte 
unmittelbar Herr Pastor Alexander Ober- 
länder, der die Gemeinde 23 Jahre lang, 
bis Mitte April 1S93, bediente. Unter sei- 
ner Leitung und Arbeit entwickelte sich 
die Gemeinde in recht erfreulicher Weise 
und nahm nach innen und nach aussen 
zu, bis sie etwa in den Jahren 1S85 und 
1886 ihren Höhepunkt erreichte. Das 
Jahr 1893 brachte dann mit seinem Beginn 
die Amtsniederlegung des Herrn Pastors 
Oberländer und die Annahme derselben 
durch die Gemeinde. Im Laufe des Mo- 
nat Februar 1893'wurde Herr Pastor Her- 
mann G. Dattan, zu der Zeit Pastor der 
Evang. Luth. Gnadenkirche in Buffalo, 
N. Y., aus einer Reihe von Bewerbern 
heraus auf Gnind seiner Wahlpredigt ein- 
stimmig zum Pastor gewählt und trat sein 
Amt am 30. April iS93an, während er am 
4. Juni durch die Herren Pastoren Georg 
Merschroth von der Evang. Luth. St. 
Paulskirche hier und Reinhard Kessler 
von der Evang. Luth. St. Paulskirche in 
Oswego, N. Y., feierlichst installirt wurde. 
Die Gemeinde ist, trotz der Errichtung 
neuer sowohl deutscher als englischer 
Gemeinden um sie her und entgegen der 
ihr dadurch erwachsenen Conkurrenz, in 
einem erneuten Aufblühen begriffen. Et- 
wa 60 bis 70 neue Familien sind während 
der Amtsdauer des jetzigen Pastors dem 
Gemeinde-Verbände einverleibt worden, 
welcher Zunahme, freilich auch einiger 
Abgang gegenübersteht. Der Sonntags- 
schul-Lehrer- Verein, der beim Beginn der 
Thätigkeit des jetzigen Pastors mit 
34 Mitglieder gegründet wurde, zählt 
jetzt 46 Mitglieder und in der Sonntags- 
schule, die von 3S1 Kindern besucht wird, 
herrscht reges Leben; ganz besonders er- 
freulich ist es, dass gereifte Männer und 
bejahrte Frauen ihre Kraft mit in den 
Dienst der Sonntagsschule stellen. Der 
Frauen-Verein ist von 49 Mitgliedern auf 
71 angewachsen; Dar Jugend - Verein 
(Zions Jugend-Verein ist sein Name), der 
nach Auflösung des früher bestehenden 
im Monat September 1S93 gegründet 
wurde und bei seinerJ.Gründung 61 Mit- 
glieder umfasste, ist jetzt nach 4-jährigem 

Bestehen auf eine^Mitgliederzahl von 126 
angewachsen. Ende des vorigen Jahres 
1896, gründete der Pastor ausserdem noch 
einen Jugendbund, der die eben erst con- 
firmirten Christen umfassen soll und zählt 
auch dieser jetzt schon circa 40 Mitglieder. 
Im Jahre 1S93, am 25. Sonntag nach Trini- 
ta tis ( 19. November) war es der Gemeinde 
vergönnt, das fünfundzwanzig - jährige 
Jubelfest der Erbauung der Kirche und 
damit gleichzeitig das 30-jährige Bestehen 
der Kirchengemeinde zu feiern. Dieses 
Fest wurde unter grossartiger Betheiligung 
in überaus ansprechender Weise abgehal- 
ten. Im vorigen Jahre wurde das Gottes- 
haus der Gemeinde, das einer Reparatur 
bedürftig war, einer solchen nach innen 
und aussen unterworfen, mit eineniKosten- 
aufwand von circa 2200 Dollars. Während 
der fast 3 Monate währenden Arbeiten 
hielt die Gemeinde ihre Gottesdienste in 
der Odd-Fellow-Halle ab, die der Ge- 
meinde bereitwilligst zur Verfügung ge- 
stellt worden war. Während der 34 Jahre 
des Bestehens der Zions-Gemeinde haben 
als Präsidenten derselben gedient : Johann 
Steiger 10 Jahre, Jakob Walther, 6 Jahre, 
Johann West, 6 Jahre, Jakob Stahl, 3>^ 
Jahre, Nikolaus Morgenstern, 2>^ Jahre, 
Friedrich Wickert, i Jahr, Jakob Helm- 
stetter, 4 Jahre. Letzterer ist der gegen- 
wärtige Präsident. Die jetzigen Beamten 
sind: Mitglieder des Kirchenrathes; als 
Aelteste : Franz Wagner, Wilhelm Rhein- 
heinier, Nickolaus Walter; als Diakonen; 
Wilhelm Benz, Rudolph Seibert, Louis 
Lohmann. — Mitglieder des Board of trus- 
tees: Jakob Helmstetter, Präsident; Wm. 
Jost jr., vSekretär; Karl Jäckel, Schatz- 
meister; H. Klein, J. Hensel, J. Gabel, 
Jakob Roser, Val. Schmidt, Franz Meyer. 
Die Kirchenbücher weisen über die 34 
Jahre pastoraler Amtsthätigkeit innerhalb 
der Grenzen der Zions-Gemeinde folgende 
Zahlen auf; Getaufte 3200, Confirmirte 
14S5, Getraute Paare 933, Abendmahls- 
gäste 19,56s, Todesfälle 1415. Zum Schluss 
fügen wir noch eine kurze Lebensbe- 
schreibung des jetzigen Pastors, Rev. 
Hermann G. Dattan, dessen Bild wir 
gleichzeitig bringen, bei. Derselbe wurde 
in einem Dorf des Grossherzogthums 



sehen Kirchen - Gemeinden haben 
nicht über Mangel an kirchlichem 
Interesse zu klagen. 

In politischer Hinsicht halten 
sich die Deutschen meist zu den 

zwei Hauptparteien, der republika- 
nischen und der demokratischen, 
namentlich aber zu der ersteren. 
Sie finden entsprechende Berück- 
sichtigung bei der Aufstellung von 
Kandidaten und bilden einen ge- 
wichtigen Faktor im politischen Le- 
ben. Als öffentliche Beamten ha- 
ben sie sich immer des in sie gesetz- 
ten Vertrauenswürdig gezeigt. 

Wenngleich auch noch immer die 
grosse Mehrzahl auf der "Nord- 
seite" ansässig ist, so sind sie doch 
schon seit langer Zeit nicht mehr 
auf dieses Gebiet beschränkt, son- 
dern finden sich mehr oder weniger 
zerstreut in allen Stadttheilen. 

Dass die Nachkommen der einge- 
wanderten Deutschen sich so schnell 
amerikanisiren, ist in mehr als einer 
Hinsicht bedauerlich. Die Bevor- 
zugung der englischen Sprache vor 
der deutschen im Verkehr unter 

sich, mag mit Recht getadelt 
werden, doch lässt sich an der 
Thatsache nichts ändern. Eng- 
lisch ist nun einmal viel leichter 
zu handhaben als Deutsch und ge- 
gen diesen einen Vorzug hilft alles- 
nichts, was zu Gunsten der deut- 
schen Sprache geltend gemacht wer- 
den kann. Am schwersten leidet 
unter diesen Zuständen die deut- 
sche Presse. Und doch ist es ihr 
allein zu verdanken, dass die Deut- 
schen hier eine politische Rolle spie- 

Im übrigen kann das hiesige 
Deutschthum zufrieden sein mit der 
Stellung, die es sich im geschäftli- 
chen, gesellschaftlichen und pro- 
fessionellen Leben errungen hat und 
es steht zu hoffen, dass das jetzige 
und künftige Geschlecht den Tradi- 
tionen ihrer Väter treu bleiben 
werde, damit sie sich das Ansehen 
bewahren, welches diese durch ih- 

reu Fleiss, ihre Rechtschaffenheit 
und Biederkeit erworben'und uns 
als werthvollesErbtheil hinterlassen 



Durch weitere Nachforschungen 
liaben wir noch manche geschichtli- 
che Thatsachen entdeckt, welche 
für die Geschichte der Deutschen im 


Huelfs-CouiAty Gcrk. 

County von höchstem Interesse sind. 
Wie schon bemerkt, gab es deut- 
sche Ansiedler in fast allen Towns 
im County, besonders hatten aber 
Manlius, Otisco, Salina und Cicero 
den Vorzug. In diesen Towns be- 
gegnet man noch heute zahlreichen 
Namen, deren Träger von frühen 
deutschen Ansiedlern abstammen. 

In Marailus wohnte im Jahre 
1801 ein Johann Meyer, welcher in 
der Wahl für Staatssenator als Kan- 
didat auftrat. 

In Manlius begegnen wir in 1803 
einem gewissen Wilhelm Rhcinlacn- 
der und Peter B. Messinger figurirt 
[1807] als einer der Gründer der 
dortigen Congregationalisten - Ge- 

Otisco erhielt eine grosse Anzahl 

deutscher Ansiedler in den 50er und 
60er Jahren, und nach massiger 
Schätzung wohnen noch heute etwa 
150 Deutsche dort, die fast alle 
wohlhabende Farmer sind. Unter 
diesen war Georg Edinger der an- 
erkannte Führer, dessen Einfluss 
weit reichte und welcher Ende der 
80er Jahre Loan Commissioner war 
bis er Anfangs der 90er Jahre starb. 
Ausserdem seien noch die folgenden 
aus Otisco erwähnt: Peter Riehl- 
mann sr., Peter Riehlmann jr. , Ja- 
cob Schäfer, jr. , L. Hoffmann, Pe- 
ter und Carl Edinger, Tobias Eibert 
inid Carl Waldburger. 

In Clav Hessen sich ungefähr um 
das Jahr 18 10 eine Anzahl junger 
Deutscher nieder, welche aus Scho- 
harie County hierher gezogen wa- 
ren. Ihre Eltern waren fast alle aus 
Deutschland gekommen und hatten 



sich in Schoharie County niederge- 
lassen. In 18 IG kam Johann Som- 
mers, dessen Vater deutscher luthe- 
rischer Prediger in Schoharie war, 



Hetzer-Personal cJer " :svracuse Union.' 

mit den 3 Brüdern Yung [Peter, 
Christian und Johann] nach Clav. 
Sie nahmen grosse Landstrecken in 
Besitz und brachten es bald zu Wohl- 
stand. Etwa um 181 2 kam weite- 


Assen \l)ly-riitglie.d. 

Ter Nachschub aus Schoharie an, 
-darunter ein vierter Bruder der ge- 
nannten Yung's, nämlich Jacob J. 
Yung, sowie Daniel Sommers, Chri- 
stian IvCmm, und die Gebrüder Be- 
cker, (Friedrich, Johann u. Adam). 
Während der nächsten 10 Jahre er- 
hielt diese Ansiedlung noch ver- 
schiedene Male Zuwachs, meist aus 
Schoharie und Albany Count5\ So 
u. a. Robert Weller, Peter Schell, 
Joh. Walter, Richard Hiller, Jacob 
Kocher, Friedrich Saddelmeier, 
Heinrich Diefendorf, David Schafer, 
Lambert Schwackhammer, Johann 
Faller und dieGebrüderWise [Adam , 
David und Daniel], Söhne eines an- 
deren deutschen lutherischen Pas- 
tors in Schoharie. Die meisten die- 
ser Ansiedler waren verheirathet 
und brachten ihre Familien mit. 

Kocher kam von Rhinebeck, Sad- 
dlemeier und Schell aus Albany 
County, Diefendorf aus dem Mo- 
hawk Thal, während Faller aus 
Baden eingewandert war. Schon um 
1820 war diese deutsche Kolonie in 
Clay so gross geworden, dass man sie 
im ganzen County als ' ' Dutch Settle- 
ment" bezeichnete. In 1824 kam 
ein junger Pastor, Jacob Senderling, 
direkt von Hartwick Seminary, wo 
er soeben ordinirt worden war, nach 
Clay und hielt Versammlungen in 
einem Schulhause, in der Nähe der 
späteren Kirche. Später wurde er 
darin unterstüzt von dem bereits 
genannten Lambert Schwackham- 
mer, welcher schliesslich auch auf 
dem Hartwick Seminar theologische 
Studien betrieb und ordinirt wurde. 
In den Jahren 1831 — 1832 wurde 
eine Kirche erbaut, welche noch 



heute wohl erhalten ist und wovon 
wir ein Bild an anderer Stelle 
bringen. Dies war die erste deut- 
sche Kirche im County, in dem 


Sinne, dass die Gemeinde von 
Deutschen gegründet wurde. Pa- 
stor Senderling ging im Jahre 
1832 nach einem anderen Feld, und 
Pastor Wilhelm Uthniann wurde 
zum Prediger berufen. Weil auch 

wünscht wurde. Am 9. November 
1833 wurde die Gemeinde inkorpo- 
rirt unter dem Namen" Immanuel' s 
Church of the Town of Clav. ' ' Die 
ersten Trustees waren Johann Wal- 
ter, Johann Becker und Heinrich 



englische Ansiedler zu der Kirche 
gehörten, wurden die Gottesdienste 
meist in englischer Sprache gehal- 
ten, doch bedienten sich die Predi- 
ger in gewissen Fällen auch der 
deutschen Sprache, wenn es so ge- 

Becker jr. Die Vorsteher : Joseph 
Yung, Jakob I. Young und Robert 
Amsley. Die Aeltesten : Richard 
Hiller und David Schäfer. Robert 
Hiller war Schatzmeister. Seit 3 
Jahren wird diese Gemeinde von 


den englischen Methodisten bedient. 
Pastor Uthmann, oder (wie er ge- 
nannt wurde) Ottmann, war kaum 
21 Jahre alt, als er nach Cla^- kam, 

Richter der :>uprenAC Couit. 
und starb dort 1870, etwa 59 Jahre 
alt. Von den Nachkommen der 
alten Ansiedler seien noch folgende 
erwähnt : David Young ; John Young 
(Sohn von Jacob I. ), welcher am 
22. Dezember 181 6 geboren wurde 
und noch am Leben ist. Dessen 
Schwester, Elisabeth Anthony, lebt 
auch noch und ist jetzt 78 Jahre 
alt. Im Kriege mit England, 1812, 
fochten die Gebrüder Young nebst 
einer Anzahl anderer Deutschen aus 

In Fa/n/n:////// wohnten in der ersten 
Hälfte der 50' er Jahre nur 2 deut- 
sche Familien, ein gewisser Feil, 
der schon in den 40er Jahren kam, 
und dann Stephan Einder, ein Ba- 
denser, der es zu grossem Wohlstand 
und Ansehen brachte. 

Im Town Salina Hessen sich die 
frühesten Ansiedler meist in und 
um Liverpool nieder. Hier begeg- 

net man noch heute den alten Fa- 
miliennamen der Seibert, Orth^ 
Fischer, Risler, Dietz, Hess, u.s.w. 
Die erste deutsche Kirche in Li- 
verpool war die der Evangelischen 
Gemeinschaft, welche am 27. Feb- 
ruar 1849 inkorporirt wurde. Schon 
in den Jahren 1842 bis 1848 wären 
Missionare dorthingekommen. Der 
erste derselben war Pastor J. Riegel 
von der Salemskirche in Syraciise; 
ihm folgten die Pastoren Mise und 
Jacoby. Unter dem letzteren wurde 
die Gemeinde organisirt und eine 
Kirche gebaut. Die ersten Trus- 
tees waren: Heinrich Willwerth, 
Leonhard Traister und Christian 
Wörner. In 1858 erhielt die Ge- 
meinde ihren eigenen Prediger, Pa- 
stor A. Alles, und auf diesen folg- 
ten C. A. Thomas, Dereisch, Eoh- 
meier, Wieremann. Unter dessen 



Thätigkeit wurde die Kirche ver- 
legt und eine Predigerwohnung ge- 
baut. Andere Prediger waren: 
Pfitzinger, Jacoby, Schaaf, A. Eü- 


scher, Wayer, Klein, Lüscher, Bol- 
ler, A. Holzwarth, G. Gelser und 
D. Hörn. Unter dessen Leitung 
wurde das alte Eigenthum verkauft 
und die gegenwärtige Kirche mit 
Predigerwohnung gebaut. 

die Evangelisch - Lutherishe St 
Paidskirche, welche am 31. Januar 
1854 inkorporirt wurde. Die ersten 
Trustees waren Johann Seibert, Pe- 
ter Schmidt, Philipp Scherer, Johann 
Bahn und Johann Adam Brandt. 



Hierauf dienten noch die folgen- 
den Prediger : D. Miller, H. Houst, 
Glassow, F. Holzwarth, C. A. Stube, 
O. Ochsner und der gegenwärtige 
Prediger J. Rothen. 

Die nächste deutsche Kirche war 

Der gegenwärtige Prediger ist Pa- 
stor Schaff er. 

Die Deutsche Evangelische Kirche 
von Liverpool wurde am 24. Fe- 
bruar 1857 inkorporirt. Die ersten 
Trustees waren Jakob Bartes, Joh. 


Sachsen - Weimar. Rvidersdorf, wo sein 
Vater Pastor war, am 25. Januar 1S53 ge- 
boren. Er besuchte bis zu seinem zwöh"- 
ten Jahre die Dorfschule underhieh dann 
bis zu seiner Ostern 1S67 stattgefundenen 
Confirmation Unterricht seitens seines 
Vaters, so dass er dann den sonst gjähri- 
gen Cursus des Gymnasiums in Weimar 
in fünf Jahren durchmachen und schon 
Ostern 1872 das Abiturienten-Examen für 
die Universität machen konnte. Er be- 
suchte dann drei Jahre lang die Universi- 
täten zu Jena und Halle, und bestand im 
Sommer 1S75 seine erste theologische 
Prüfung, auf Grund deren er sofort Colla- 
borator ( Hülfsprediger ) an der Hofkirche 
zu Weimar angestellt wurde. Diese 
Stelle bekleidete er beinahe 2 Jahre, bis er 
nach seiner 1877 bestandenen zweiten oder 
Staats-Prüfung als Pastor in Neu-Kevitz 
mit den Filialen Rödiger, Neuengöner 
und Porstendorf angestellt wurde. Er 
blieb in den Diensten seiner heimathli- 
chen Landeskirche, in denen er noch 
mehrere anderen Pfarrämter bekleidete, 
bis zum Jahre 1S90, in welchen er auf 
Aufforderung und Empfehlung der Evang. 
Diaphora - Conferenz, deren Vorsitzender 
damals der Generalsuperintendent Dr. 
Trautvetter-Rudolstadt war, herüber nach 
Amerika kam, um die Predigenstelle an 
der Ev. Luth. Gnadenkirche zu Buffalo, 
N. Y. zu übernehmen. Am 8. November 
1890 landete er mit dem Norddeutschen 
Lloyd-Dampfer Saale in Hoboken und 
schon am 16. dess. Monat predigte er zum 
ersten Male in seiner neuen Gemeinde. 
Diese bediente er, bis er im Jahre 1S93 
von der hies. Ev. Luth. Zions-Gemeinde 
zum Pastor berufen ward. Pastor Dattan 
hat sich im Jahre 1879 mit seiner jetzigen 
Ehefrau Louise geb. Grosse, Tochter ei- 
nes Kaufmanns in Nauenberg a. vS. ver- 
heirathet, welcher Ehe 3 Töchter ent- 
spro.ssen sind. 

ev>anS. £uth. St. paul's öcmeiiiac. 

Die evang. luth. vSt. Paulsgemeinde, 
wurde 188 1 gegründet und hielt ihre er- 
sten Versammlungen in der Schreiner- 
werkstatte des Herrn Georg Finkbeiner 
an Seymourslrasse vmd in der kleinen 
Kappelle, Ecke Oswego- und Fabius- 
strasse ab. Die jetzige Kirche wurde im 

Jahre 1882 unter der Verwaltung des Hrn. 
Pastor Karl Raymond gebaut und steht 
an der Ecke von Shonnard- und Oswego- 
strasse. Neben der Kirche an Oswego - 
Strasse erbaute die Gemeinde 1886 ein 
schönes Pfarrhaus. Die Glieder derselben 
sind äusserst friedfertig imd unterstützen 
die Kircjie nach besten Kräften. Präsi- 
dent der Gemeinde ist Herr Johann Lu- 
ther 124 Standardstrasse; vSekr., Hr. Phi- 
lip Kies 1 19 Sabinestrasse; vSchalzmeister, 
Hen- Fried. Schulz, W. Onondagastr. ; Or- 
ganistin, Frl. Lizzie Guckert. Eine Sonn- 
tagsschule mit tüchtigen Lehrern, ein 
Frauenverein, der überaus tliätig ist, so- 
wie ein Jugendverein, der treu zur Kirche 
hält und diese unterstützt, gehören zu 
den Zit;rden der Gemeinde. Als vSeelsor- 
gir fungirt seit 12 Jahren Herr Pastor Ge- 
org Merschroth, dessen Bild wir nebst 
dem der Kirche an anderer Stelle bringen. 
Derselbe ist im Jahre 1S60 in Rhein-Dürk- 
heim, Hessen - Darmstadt geboren und 
wurde in Worms am Rhein erzogen. Er 
machte seine Studien in Deutschland und 
kam vor 15 Jahren nach Amerika, wo er 
zuerst eine Gemeinde in Pomeroy, Iowa, 
bediente, von wo aus er im Jahre 1SS5 
nach hiesiger Stadt an die St. Paul's-Kir- 
che berufen wurde. 


Die Geschichte dieser Kirchengemeinde 
reicht zurück bis zum Jahre 1844. Vater 
Albert Frama, ein deutscher Missionspre- 
diger, war der erste Pfarrer derselben. 
Im 1845 erhielt er in Vater F. H. Nöthen 
einen Nachfolger, welcher bis zum Okto- 
ber 1849 die Gemeinde diente. Auf ihn 
folgte unmittelbar Vater Florian Scliwen- 
ninger vom Orden der Benediktiner. Die- 
ser blieb bis zum 10. September 1850 und 
sein Nachfolger war Vater Simon San- 
derl, l)is April 1S51; Vater Joseph Raffei- 
ner, bis INIai i'^ss; Vater Friedrich Mül- 
ler, bis Oktober 1856; Vater Joseph Lutz, 
l)is Februar 1859. Mit dem Monat Feb- 
ruar beginnt ein neuer Zeitab.schnitt in 
der Geschichte dieser Gemeinde. Von da 
an wurde der Orden der Minoriten mit 
der Verwaltung der Gemeinde betraut. 
Der hochwürdige Pfarrer Leopold Muchy- 
gemva, General Commissär der O. M. C. 
wurde \on Rom direkt hierher gesandt, 


Seibert, Georg Schwarz, Valentin 
Schallus, Heinrich Balzhäuser. Die 
Gemeinde bestand aus Gliedern, 
Avelche infolge einer Spaltung aus 


Kreisreth der lO. Ward. 

der St. Paul's Kirche ausgetreten 
waren und Pastor Gottlob Fix von 
S^Tacuse bediente sie. Nach kur- 
zer Zeit wurde eine Vereinigung 
mit der Mutter - Gemeinde erzielt 
und die Gemeinde ging ein. L^iver- 
pool zählt heilte etwa 1400 Einwoh- 
ner und ungefähr die Hälfte davo 1 
i.st deutsch. 

Die neueste Ortschaft im Count}- 
ist Solvay, welche infolge der gross- 
artigen Fabrikanlagen daselbst vor 
ungefähr 12 Jahren entstanden ist 
und eine grosse Anzahl von Deut- 
schen enthält. 

Mit Bezug auf den gcschichtli- 
-chen Theil von Syj-aatse bringen 
wir noch folgende Ergänzungen und 
Berichtigungen : 

Auf Seite 92 wird gesagt, dass 
Christian Usenbents das erste deut- 
sche Kind war, welches hier gebo- 
ren wurde. Er war allerdings der 

erste deutsche Knabe, doch muss 
seine Schwester, Sophie Usenbents, 
welche am 13. Okt. 1806 geboren 
und am 12. April 1890 (unverheira- 
thet ) starb, als das erste deutsche 
hier geborene Kind gelten. Wir 
bringen die Bilder der beiden an 
anderer Stelle, wobei zu bemerken, 
dass der Name unter dem Bilde 
"Christian", und nicht Philipp 
Usenbents heissen soll. 

Hinsichtlich Mangos haben wir 
noch folgende Einzelheiten in Er- 
fahrung gebracht. Nach Ausbruch 
der französischen Revolution [17S9] 
machte er aus seinen republikani- 
schen Gesinnungen kein Geheim- 
niss. Er Hess sich ein Petschaft 
[Seal] machen, welches einen Mann 
darstellte, der mit dem Fusse auf 
eine Fürstenkrone trat. Dieses 
Petschaft war mit Edelsteinen be- 
setzt und äusserst kostbar. Die 


(Clerk des Krelsraths voii Onor\daga G)Ui\ty.) 

Regierung wollte ihn einstecken 
lassen, und als er entfloh, wurde 
ein Preis auf seineu Kopf gesetzt. 


um die Gemeinde zu übernehmen. Vater 
Alphonsus M. Zoller war der erste Pfarrer 
unter dem neuen Regime. Er blieb bis 
Sept. 1862, wurde von Vater Norbert vSt ol- 
ler gefolgt, bis September 1868. Wäh- 
rend seiner Amtszeit wurde die alte Holz- 
kirche abgetragen und ( 1865 ) das jetzige 
prächtige Kirchengebäude errichtet, wie 
auch der Convent. Auf ihn folgte der 
Hochwürdige Fidelis Dehm, welcher Ge- 
neral-Commissar des Ordens und Pfarrer 
zu gleicher Zeit war. Er verblieb bis Jan- 
uar 1878, als er nach Rom berufen und 
zum Bischof ernannt wurde. Während 
seiner Amtszeit wurden der Thurm und 
die Glocken der Kirche hinzugefügt. 
Nun wurde Vater Norbert Stoller zum 
zweiten Mal Pfarrer und zwar bis Okto- 
ber 1879, als Vater Leonard Reich sein 
Nachfolger wurde, welcher bis Januar 
1881 blieb. Während seine Pastorats 
wurde (1880) die grosse Knabensclude er- 
richtet. Sein Nachfolger war Vater Alexis 
Rossbauer, bis Aiig. 1883; Vater Leon- 
ard Reich folgte dann zum zweiten Mal 
und blieb bis Mai 1888. Auf ihn folgte 
Dr. L. M. Müller, bis Oktober 18S9. Vom 
Januar 1878 bis Oktober 1889 war der 
Hochwürdige Dr. Joseph M. Lesen, Or- 
dens-Provinzial. Dr. Francis M. Neubauer 
wurde dann als sein Nachfolger erwählt 
und Vater Bonaventura Zoller wurde Pfar- 
rer und Superior. Er erbaute die Mäd- 
chenschule und legte den Kirchhof der 
Gemeinde an. Sein Nachfolger wurde 
der jetzige Pfarrer der Gemeinde, Vater 
Alphons Lehrscholl, O. M. C. Diese Ge- 
meinde ist die grosste deutsche Kirchen- 
gemeinde in Syracuse und es gehören 
über 1200 Familien zu derselben. 

St. 3oscpb's = Kircbc. 

Dieselbe wurde 1882 gegründet und das 
Kirchengebäude im selben Jahre errichtet. 
Vater Joseph Pickl war der erste Pfarrer 
der Gemeinde und diente 8 Jahre lang, 
bis er in 1890 in Vater A. Hiller einen 
Nachfolger erhielt. Derselbe blieb 2 
Jahre und wurde von dem gegenwärtigen 
Pfarrer, Vater S. A. Preisser gefolgt. Die 
Kirche ist ein hübsches Backsteingebäude 
und bietet Sitzraum für 600 Personen. 
Die Gemeindeschule wird in einem beson- 
deren Holzgebäude abgehalten, das eigens 

zu diesem Zweckein 1883 errichtet wurde. 
Die Schule wird gut besucht und der Lehr- 
Kursus, in Deutsch und Englisch, steht auf 
gleicherHöhe mit demjenigen irgend einer 
anderen Schule in der Stadt. Der gegen- 
wärtige Pfarrer, ( S. A. Preisser ) wurde im 
Juli 1847 geboren und im Juni 1873 als 
Priester ordinirt. Er ist weit gereist, ein 
Mann von tiefer und umfassender Bildung 
und sehr thätig in seinem Amt. Die 
Trustees der Kirche sind die folgenden : 
L. Löhr, Präsident; Joseph Reidel, Schatz- 
meister; Wilh. Pollmann, Sekretär; Fried- 
rich Braut, August Repberger, und Jo- 
hann vSchneid. 

m. Dreifaltigkcits Kircbe. 

Die jüngste deutsche katholische Kir- 
chengemeinde der Stadt ist die zur Hl. 
Dreifaltigkeit in Parkstrasse. Dieselbe 
wurde in Angriff genommen im Jahr 1891; 
Mit Eifer wurde Hand an's Yv'erk gelegt. 
Nachdem die anfänglich nothwendigen 
Geldmittel durch freiwillige Beiträge zu- 
sammengebracht, wurde ein Grundstück 
erstanden an Parkstrasse, bekannt unter 
dem Namen "Kaiser's Grove", ein alter 
Picnic-Platz, wo einstens in dem Schatten 
buschiger Eichen und Wallnussbäume 
Jung und Alt, die muntere Jugend und das 
ernste Alter, frohvergnügt den geselligen 
Stunden in Freundes- und Gemeinde- 
kreis sich hingaben. Heute erinnert noch 
hie und da ein alter, vereinzelter, zum 
Theil schon verdorrter Eichbaum an den 
verschwundenen Waldplatz mit seinen 
kühlen Schatten; es sind die letzten Ue- 
berreste des einstigen Lustplatzes, die 
stummen Zeugen der vergänglichen irdi- 
schen Freuden. An diesem Platze nun 
wurde die neue Kirche und Schule erbaut, 
unter dem Titel "Kirche zur Hl. Dreifal- 
tigkeit". Die Kirche wurde eingeweiht 
am 15. November 1891, und da zu der 
Zeit der Hochw. Bischof Ludden abwe- 
send war, so wurde die Feierlichkeit der 
Einweihung vorgenommen durch den 
Generalvikar, den jetzigen Mgr. , Rt. Rev. 
Kennedy, im Beisein des katholischen 
Stadtklerus. Die Schule aber wurde mit 
Beginn des nächsten Schuljahres eröffnet, 
unter Leitung von 3 Schulschwestern aus 
dem Franziskaner Orden. Die Zahl der 
Schulkinder belief sich gleich im ersten 


Er war sehr begütert und trotzdem 
er einen grossen Theil seines Ver- 
mögens einbüsste, gelang es seiner 
Frau doch, noch einen grossen Theil 
desselben zu retten und nach Ame- 

Bank, um Englisch zu lernen. Er 
bemeisterte S Sprachen. In Balti- 
more hielt er eine Gastwirthschaft, 
welche er mit seiner Tochter gemein- 
sam leitete. In seinem Garten an 


Krc isrcith der 7. Wciixl. 

rika zu bringen. Als er mit seiner 
Tochter Eva nach Baltimore kam, 
besuchte er mit derselben die Schule 
und sass mit ihr auf der gleichen 

Freestras.se errichtete er später ein 
Sommerhaus, in welchem er bei 
heissem Wetter .schlief. Unter sei- 
nem Bett stand ein Halbbuschel- 

2 45 

Schuljahr auf iSo. Das Gebäude ist aus 
Holzwerk aufgeführt und ist zweistöckig. 
Im ersten Stockwerk befinden sich die 
Schulzimmer, im zweiten die Kirche. 
Das Grundstück bestehend aus 3 Baulots, 
kostete |2, 400.00. Das Gebäude selbst 
kostete |;S,ooo.oo, wurde errichtet durch 
den Baumei.ster J. Hemmer. Als Pfarr- 
haus wurde ein Haus in Jasperstrass? er- 
worben, welches Eigenthum südlich und 
hinter der Kirche an das Kircheneigen- 
thum stöst. Der Kaufpreis war 1 1,900. 
Das neu angekaufte Haus, sowie das an- 
dere liegende KirCheneigenthum, wurde 
erstanden von D. McCarthy. Im folgen- 
dem Jahr wurde dann ein neues Haus, — 
ein anderes Haus war nothwendig gewor- 
den für die Schulschwestern — an die 
Rückseite der Kirche angebaut zu einem 
Kostenpreis von $1,935.93. Dieses Haus 
wurde vom Pfarrer als Pfarrwohnung be- 
zogen. In Folge der unermüdlichen Ar- 
beit und Aufopferung abseifen der Ge- 
meinde-Mitglieder, welche fast durchwegs 
der arbeitenden Klasse angehören, ist die 
Schuldenlast heute nur noch 14,000. Als 
erster eigentlicher Pfarrer der Gemeinde, 
unter dem auch die Kirche eingeweiht, 
und durch den der erste Gottesdienst in 
der neuen Kirche abgehalten wurde, fun- 
girte der Hochw. Herr J. Reuland, wel- 
cher auch jetzt noch der Gemeinde vor- 
steht. Aus der Zahl der Männer, welche 
im Jahre 1891 zuerst die Inangriffnahme 
der neuen Gemeinde in die Hand genom- 
men, bildete sich ein Board of Trustees 
von 13 Mann, welcher .staatlich incorpor- 
irt wurde unter dem Namen "Hl. Drei- 
faltigkeits-Kirchen-Verein". Diese Män- 
ner waren: F. Becker, Gabriel Buschle, J. 
Biermann, Jos. Brilbeck, Wm. Kopf, Do- 
minik Kraus, J. Glath, Mich. Rauch, F. 
Nötscher, Jos. Renk, Fr. Schneider, Fr. 
Schmuckmeier, J. Spiegel. Im Novem- 
ber desselben Jahres 189 1 übertrug dieser 
erste Board of Trustees, der nach einem 
be.sonderen für katholische Kirchen er- 
lassenen Staatsgesetz gebildet und aus 5 
Mitgliedern besteht, nämlich aus dem 
Hochw. Bishof der Diocese, seinem Gene- 
ral-Vikar, sowie dem jedesmaligen Pfar- 
rer der Gemeinde, und aus 2 Männern 
der Gemeinde, welche letztere jedes Jahr 
von den 3 erstgenannten erwählt werden; 


die 3 erst genannten gehören ex-officio 
zum Board of Trustees. Die beiden Laien- 
Trustees des laufenden Jahres sind: F'erd. 
Same und Dominik Kraus. 

Syracusc Curn = Verein. 

Am 15. Mai 1S54 wurde |^der "Syracu.se 
Turn- Verein" unter dem Namen "Sozialer 
Turn- Verein" gegründet, nachdem be- 
reits in den Jahren 1S48 und 1849 ein er- 
folgloser Versuch gemacht worden war. 
Dass die Gründung dann in 1S54 gelang, 
war hauptsächlich dem unermüdlichen 
Arbeiten des Julius Wisthoff zu verdanken, 
welcher wegen seines rathlosen und noma- 
denhaften Lebens auch unter dem Namen 
"Der Wanderer" bekannt war. Wisthoff 
starb 1S56. Von den allerersten Grün- 
dern des Turn-Vereins ist keiner mehr 
am Leben Das älteste Mitglied des 
Turnvereins, das heisst in Bezug auf Mit- 
gliedschaft, ist gegenwärtig Heinrich 
Genzel, der immer noch munter und lus- 
tig in jeder Versammlung und Festlich- 
keiten anwesend ist. Turner Genzel wurde 
im Februar 1IS55 als Mitglied im Turn- 
verein aufgenommen. Die nächstältesten 
nach ihm sind : Turner Valentin Schilly, 
im März 1S55 aufgenommen; Fritz Jäckel 
im Mai ICS55; Anton Aman im Juli 1856; 
Georg Schilly im Juni 1S63; Philip Zim- 
mer im Mai 1S66; Wm. Wöse im Oktober 
1S65; Philip Jung im Juni iS66; David 
Keck im April icSöj; Conrad vSchenk i:nd 
Wm. Schmidt im Sept. 1S67; Heiko Van 
Lengen im Nov. isöj; Wm. Biehler im 
Okt. 1.S6.S; A. Liesche im Aug. 1S69 und 
A. V. Altmann im April 1S70. Den Zweck, 
den die Gründer des Turn-Vereins im 
Auge hatten und als Unterlage zu ihrer 
Platform machten, war die körperliche 
und geistige Ausbildung seiner Mitglieder. 
Unwiderlegliche Thatsache ist, dass der 
Turn-Verein in allen Fragen und Bestre- 
bungen, die zur Förderung deutscher 
Sitten und fortschrittlicher Ziele beitru- 
gen, stets als Bahnbrecher voranschritt. 
Derselbe kann mit Stolz zurückblicken 
auf die Errungenschaften des Vereins. 
Wenn auch mancher Wunsch nicht voll 
und ganz in Erfüllung ging, so ist dies 
den unüberwindlichen Hindernissen zuzu- 
schreiben, mit denen die Pioniere der 
Turnerei oft zu kämpfen hatten. Die erste 


Mass voll Goldstücke und neben 
sich hielt er stets eine geladene 
Flinte, um sich und seinen Schatz 
gegen etwaige Räuber zu vertheidi- 
gen. Er hatte eine grosse Abnei- 
gung gegen Kinder, und wenn er 
mit seiner wohlbeleibten Gestalt ein- 
hergewatschelt kam, mit seinem 
Knotenstock in der Hand, entflohen 

hatte, schickte er diesem am folgen- 
den Tage eine Rinderzunge, in Pa- 
piereingewickelt und mit der Auf- 
schrift : "This is the tongue that 
never lies !" [Dies ist die Zunge, die 
niemals lügt !] Es wird behauptet, 
er sei der erste gewesen, welcher 
die "Liebesäpfel" (Toraatoesj hier 
einführte, welche von seinen Nach- 

,1. T. THOMI^SOM, 
Onciciü, M. V. 

die spielenden Kinder, wenn sie ihn 
nur von w-eitem erblickten. Auch 
war er ein hartnäckiger Atheist. Die 
Pastoren des Ortes machten grosse 
Anstrengungen, ihn von dem Irr- 
thum seiner Wege zu überzeugen. 
Nachdem er wieder einmal einen 
Disput mit einem Pastor gehabt 

barn als giftig angesehen wurden. 
Er war ein grosser Liebhaber von 
Uhren und besass mehrere kostbare 
und merkwürdige Exemplare, na- 
mentlich eine Repetiruhr, die er 
sich von Deutschland kommen Hess, 
und viel bewundert wurde. 

Betreffs der deutschen Feuerwehr- 


wirkliche Turnhalle wurde irgendwo an 
der Pondstrasse eingerichtet, später aber 
nach der Lodistrasse verlegt. Dies war 
im Jahre 1859. Das Gebäude wurde nach- 
her als Kirche benutzt und steht heute 
noch. Die erste Turnerfahne wurde im 
Sommer 1.S55 eingeweiht. Georg Saul 
hielt die Festrede, Frau Heinrich Genzel 
nahm die Fahne entgegen und hielt die 
Erwiderungsrede. Im Frühjahre 1S67 
wurde das alte Centre House-Eigenthum 
käuflich erworben und die Heimath des 
Turnvereins hierher verlegt. Aber nach 
nur wenigen Monaten wurde der Turn- 
verein von einem schweren Schlage be- 
troffen, denn in der Nacht vom 26. auf 
den 27. Dezember 1867 brannte seine 
Halle nieder, das Werk eines Brandstif- 
ters. Diese Heimsuchung entmuthigte 
die Turner nicht, denn schon am 3. März 
1869 wurde auf Antrag von John L. Röh- 
ner beschlossen, eine neue Halle zu er- 
bauen und war ein aus folgenden Turnern 
bestehendes Comite hiermit betraut: Val. 
Schilly, Henry Genzel, Carl Guth, Geo. 
Schilly, Anton Aman, C. Freeoff, Eman- 
uel Hoffmann, Wilhelm Schmidt. Die 
formelle Einweihung der jetzigen Halle 
fand am 26. Dez. 1869 statt und ist zu 
hoffen, dass die schöne Halle auf alle Zei- 
ten als Tempel der Freiheit und des Fort- 
schritts bestehen möge. Die Halle wurde 
seit dieser Zeit gänzlich renovirt und mit 
allen modernen Verbesserungen versehen. 
Auch wurde die Halle schön dekorirt und 
die Biihne vergrössert sowie heisse und 
kalte Bäder eingerichtet. — Der Turn- Ver- 
ein versammelt sich jeden i. Mittwoch 
eines jeden Monats um die vorliegenden 
Geschäfte zu erledigen. Die jetzigen Be- 
amten sind: Fr. Martv, Präsident; Anton 

Weiler, Vize-Präsident; F. Zetler, Sekr. ; 
Anton Aman, Schatzmeister; Franz Sei- 
ter, jr., I. Turnwart; H. Bausch, 2. Turn- 
wart; Carl Risch, Finanz-Sekretär; Wm. 
Wendler, Zeugwart ; Verwaltungsraths- 
Mitglieder, F. Marty, F. Zetler, A. Aman, 
F. Traugott, A. Rolle, Jos. Gloger und 
W. Bauer. Die Turnstunden sind wie 
folgt: Mittwoch- und Freitagabend, Tur- 
nen der Aktiven; Dienstagabend turnt 
die Altersriege; Montag- und Donnerstag- 
abend die Damen-Klasse; Montag- und 
Donnerstag Nachmittag die Zöglinge ; 
Dienstag- und Freitag Nachmittag die 
Mädchenklassen und Mittwoch und Sams- 
tag Nachm. die Knabenklassen. 

Gocmi's iniIitaer=KapclIc. 

Diese beliebte und berühmte Organisa- 
tion besteht aus folgenden Musikern: Tam- 
bour-Major, A. Engel; Cornetisten, A. 
Göttel, W. Richard, O. Drescher, H. Göt- 
tel; Clarinetisten, J. Gabel, J. Umbrecht, 
O. Herrmann; Pikkolo, W. Kalb; Flöte, 
J. Boxheimer; Waldhorn, H. Mertens; 
Bariton, J. Miller; Posaunisten, F. Saile, 
H. Parmalee, J. Polack; Alto-Horn, J. 
Fadel, C. Miller, Jos. C. Kraus; Tuba, J. 
Dick, H. Miller; Trommler, W. Sullivan, 
W. Moses, L. Pomeroy; C^-mbeln, J. 
Prehn; Glockenspiel, T. Mertens. Herr 
Andreas Göttel, ein ausgezeichneter Mu- 
siker ist der Dirigent derselben. Die Be- 
amten sind: Präsident; W. Sullivan; \'ize- 
Präsident, Jakob Dick; Sekretär, V. Saile; 
Schatzmeister, H. Mertens. rrsjirüng- 
licli liiess die Kapelle Miller's Ka])elle, 
sodann Maur^r's Kapelle, dann Central 
City Musik-Kapelle und hierauf Goettel's 
Miiitär-Kapelle, welchen Namen dieselbe 
heute noch führt. 


Utealtjr iii- 



^ ^ SYRACUSE, N. Y. 


Compagnien, besteht grosse Unsi- 
cherheit hinsichtlich ihrer Grün- 
dung. Oberst Grumbach empfiehlt 
uns folgende Berichtigungen. Ehe 
Syracu.se Stadt wurde, hatten das 
Dorf Salina und das Dorf Syracuse 
je 2 Compagnien. No. i. von Sa- 
lina war die älteste. In 1 848 ( nach- 
dem Syracuse Stadt geworden war) 
fand hier eine Feuerwehr-Parade 
statt, wozu u. a. auch eine Com- 
pagnie von Utica gekommen war. 
Die 2 Compagnien von Salina mar- 
\ schirten voran, dann folgten die bei- 
den Syracuser und darauf die von 
Utica. Als die Parade die Nord- 
Salinastrasse herauf kam bis zur 
lyockstrasse, schwenkten die 2 Sa- 
lina-Compagnien nach der Lock- 
strasse ab, während die andern die 
Nord.salinastras.se weiterzogen. Nun 
entstand eine grossartige Keilerei, 
wobei die Syracu.ser den Kürzeren 
zogen. Die Stadtverwaltung nahm 
nun eine Reorganisation vor, und 
im Winter 1848 oder 1849 wurde 
die deutsche Compagnie No. 3 ( an 
Stelle der aufgelösten No. i . ) ge- 
bildet. Ihr vSpritzenhaus stand 
dort, wo heute das White Memo- 
rial-Gebäude steht. Ecke Washing- 
tonstrasse und Bank-Alley. Diese 
Compagnie bestand während der 
50er Jahre und löste sich dann auf. 
Bald darauf wurde die zweite deut- 
sche Compagnie gebildet (Empire 
No. 4) mit Johann Graff als Haupt- 
mann. Ihr Spritzenhaus stand an 
Willowstrasse hinter der alten 
County Clerk' s Office, bis da.sselbe 
niedergeris.sen wurde, und ward 
nach Lock- und Canal-Strasse ver- 
legt, wo heute die Werkstätte des 
Was,ser- Departements sich befindet. 
Von dort wurde es nach Division- 

Stra.sse verlegt, genau da, wo jetzt 
das No. 2 Spritzenhaus ist. 

Auf Seite 219 sollte es heisen, 
dass Herr Pastor Merschroth von 
der St. Pauls-Kirche berufen 
\\T.trde, nicht ordinirt. 

Ok **$pracu$e linion/* 

Während ihrer 45 -jährigen Exi- 
.stenz hat die "Syracuse Union" sich 
als treue Hüterin und Beschützerin 
der Interessen des hiesigen Deutsch- 
thunis bewährt. Das Vertrauen, 
welches sie heute in allen Schichten 
der deutschen Bevölkerung geniesst, 
beruht nicht auf der schwankenden 
Grundlage politi.schen Vorurtheils, 
sondern ist das Resultat langjähri- 
gen Erfahrungen. 

Von dem Augenblick an, da sie 
sich zum ersten Mal zu den Grund- 
sätzen der republikanischen Partei 
bekannte, ist sie bis zur gegenwär- 
tigen Stunde denselben nie untreu 

Zeitungen .'^ind das Mundstück 
eines freien \'olkes, durch welche 
es seinen Willen kundgiebt. Aber 
während es leider auch solche giebt, 
welchesich aus "klingenden" Grün- 
den und gegen bessere Ueberzeu- 
gung dazu bequemen, ihre Grund- 
sätze zu verleugnen, darf von der 
SrracNse' Union behauptet werden, 
dass sie nie bestechlich war. Ihre 
politi-sche Haltung wurde nie beein- 
flusst, durch Erwägungen persön- 
lichen \'ortheils und Gewinnes. 
Sie kann auf ihre Vergangenheit 
.stolz sein, und die.se bietet ein siche- 
res Unterpfand für ihre Haltung in 
der Zukunft. 

Ueber den Wech.sel in der editori- 
ellen Leitung der "Union" ist im 
geschichtlichen Theil dieses Buches 


berichtet worden; und dieses Buch 
selbst ist ein Beweis von dem Unter- 
nehmungsgeist und der patrioti- 
schen Gesinnung des gegenwärti- 
gen Eigenthümers und Redakteurs, 
/. Pder Pinzer. 

Unter seiner Leitung dürfen die 
Deutschen versichert sein, dass die 
"Union" fortfahren wird, in politi- 
scher Hinsicht prinzipientreu zu 
sein. In religiösen Dingen huldigt 
er der Ansicht, dass ein jeder nach 
seiner Facon selig werden mag und 
dass Fragen für oder wider Religion 
nicht in das Gebiet einer politischen 
Zeitung gehören. 

Kirchengemeinden, Vereine und 
Logen dürfen versichert sein, dass 
sie allezeit eine gerechte und unpar- 
teiische Behandlung und zuvorkom- 
mende Bedienung erfahren werden. 
In allen Fragen des öffentHchen Le- 
bens wird die ,, Union" auf der 
Seite des Rechts gefunden werden; 
sie wird fest und mannhaft einste- 
hen für die heiligen Güter der Frei- 
heit, und stets bereit sein, mit Rath 
und That individuellen Beistand zu 
leisten. Ihre Spalten sind rein und 
frei von sensationellen und anstös- 
sigen Dingen und eben darum ge- 
eignet, in das Heiligthum der Fa- 
milie zugelassen zu werden. 

ScMussiüort ac$ Verfassers. 

Am Ende dieser geschichtlichen 
Skizze angelangt, bleibt uns nur 
noch übrig, denjenigen Anerken- 
nung zu zollen und Dank abzustat- 
ten, welche durch Mittheilungen 
aus dem reichen Schatze ihrer Er- 
innerungen, oder durch unermüd- 
liche Nachforschungen in den Archi- 
ven der County Clerk' s Office und 
der öffentlichen Bibliotheken die 

Zusammenstellung der Geschichte 
der hiesigen Deutschen ermöglicht 

Zuerst sei bemerkt, dass wir uns 
im allgemeinen an die geschicht- 
lichen Daten gehalten haben , welche 
von Rechtsanwalt A. E. Oberländer 
seiner Zeit mit soviel Fleiss und 
Geschick gesammelt und in Bruce' s 
Histo)'yof Syracuse (Chapter XXII) 
niedergelegt wurden. Herrn Ober- 
länder gebührt die Ehre, der erste 
gewesen zu sein, welcher die Ge- 
schichte der Deutschen in vSyracuse 
und Oiiondaga Co. literarisch bear- 
beitet hat. Seine Arbeit verdient das 
höchste Lob und wird nur völlig 
von denen gewürdigt werden, welche 
sich in ein ähnliches Unterneh- 
men wagen. Auch an dem vorlie- 
genden Werk hat er sich in lobens- 
werther Weise betheiligt und seine 
Verdienste in der Aufsuchung und 
Sichtung historischer Dokumente 
werden vom Verleger und Verfas- 
ser neidlos anerkannt. Derjenige 
Theil, welcher sich auf mündliche 
Ueberliefenuigen gründet, bot be- 
sondere Schwierigkeiten eigener 
Art, weil das Gedächtniss nicht 
immer absolut zuverlässig ist und 
die verschiedenen Angaben sich oft 
widerstreiten. Dsn grössten 
Schwierigkeiten begegneten wir in 
der Sammlung des Materials für die 
Geschichte der deutschen Soldaten 
während des Bürgerkrieges. Diese 
Arbeit verursachte unsägliche 
Mühe, grosse Geduld und nicht 
unbedeutende Kosten. 

Was die typographische Ausstat- 
tung des Buches anbetrifft, so ge- 
bührt dem Verleger, Herrn Pinzer, 
ungeschmälertes Lob und rück- 
haltslose Anerkennung. Die Typen 


für das Buch wurden eigens zu die- 
sem Zweck, mit grossen Kosten, 
neu angeschafft, jede Zeile des Bu- 
ches wurde in der Druckerei der 
"Syracuse Union" hergestellt und 
jeder Sachverständige wird bereit- 
willigst zugeben, dass die technische 
Ausführung des" Buches dem Verle- 
ger zur I^hre gereicht. 

für die gelieferten Skizzen. Sollte 
irgend-. eine derselben vermisst wer- 
den, so ist es nicht unsere Schuld, 
da wir uns wiederholt und ernstlich 
bemüht haben, dieselben zu erlan- 
gen. Nicht zum mindesten ge- 
bührt Anerkennung auch allen 
denen, welche durch Anzeigen u. 
s. w. dieses Unternehmen unter- 


Pfarrer der St. Josc.plV5-r\iiThc. 

Schliesslich sei allen denen hier- 
mit gedankt, welche unsern Bitten 
um Auskunft so bereitwillig entge- 
genkamen, den alten Pionieren und 
Veteranen zu allermeist, und auch 
den Logen, Vereinen und Kirchen 

stützt und ermöglicht haben. 

Wir übergeben das Buch den ge- 
ehrten Lesern mit der festen Zuver- 
sicht, dass es eine gerechte Beur- 
theilung erfahren werde. 



Blograpl)i$cl)c Skizzen* 



geboren am i8. Dezember 1835 in 
Deutschland, entschloss sich nach 
erreichtem 18. Ivcbensjahre nach 
Amerika auszuwandern, um in der 
neuen Welt sein Glück zu versu- 
chen. Das Schiff, auf welchem er 
den Ozean kreuzte, erlitt unterwegs 
Schiffbruch, doch wurden Passa- 
giere und Bemannung von einem 
Schleppdampfer gerettet und nach 
Quebek gebracht. Er fand zuerst 
Beschäftigung in der Holzhandlung 
von Gilmore & Co. in Trenton, Ca- 
nada, in deren Dienst er neun Jahre 
verblieb. 1862 kam er nach Syra- 
cuse, arbeitete in der Gerberei von 
Smith und \"an Buren und brachte 
es bald zum Foreman. Später war 
er Verkäufer für Michel Heitz's 
Prospect Hill Brauerei. In 1869 
trat er in die hiesige Feuerwehr 
und war Fuhrmann der Dampf- 
spritze No. I. Bei der 3. Ausfahrt 
brach das Gefährt mitsammt dem 
Fuhrmann durch die Nord-Salina- 
brücke über den Oswego - Kanal, 
wobei die Pferde getödtet wurden 
und Herr Abele 7 Monate lang bett- 
lägerig war. Nach seiner Wieder- 
herstellung trat er wieder in die 
Feuerwehr bis 1878, zu welcher 
Zeit er an der Jamesstrasse eine 
Restauration eröffnete. Nachdem 
er ausverkauft hatte, ging er nach 
dem Spritzenhaus No. 2. Nach ei- 
niger Zeit übernahm er käuflich 
eine Wirthschaft, von wo aus er 
dann nach No. 238 — 240 O.st- Water- 
strasse verzog und das Hotel Bis- 
marck einrichtete. Herr Abele ist 
allgemein bekannt und beliebt. 


wurde am 4. Dez. 1851 in Franken- 
stein, in der Rheinpfalz, geboren, 


kam im Oktober des Jahres 1855 mit 
seinen Eltern nach Amerika und 
zwar direkt nach Sj-racuse. Nach- 
dem er bis zu seinem 13. Jahre die 
öffentlichen Schulen besucht hatte, 
erhielt er noch eine geschäftsmänni- 
sche Ausbildung — Buchführung u. 
s. w. — und kam als Buchhalter zu 
der Wholesale Grocery Firma C. E. 
Crouse & Co. Nachdem Herr 
Ackermanvon 1871 — 1884 ununter- 
brochen für seinen jetzigen Theil- 
haber gearbeitet hatte, wurde er im 
letztgenannten Jahre Mitinhaber des 
Geschäfts, welches heute zu den 
bedeutendsten unserer Stadt zählt 
und das sein Aufblühen hauptsäch- 
lich seinem unermüdlichen, ange- 
strengten Schaffen verdankt. Herr 
Ackerman ist ferner einer der Direk- 
toren von Bartel's Brauerei und ist 
verheiratet mit Bertha C. Soldan, 
Tochter des verstorbenen Pastors 
Soldan; er hat 2 Kinder, von denen 
jedoch nur noch i Tochter am Le- 
ben ist. Er wohnt 206 Park Ave. 


wurde in Krumbach, Amt Möss- 
kirch, im Grossherzogthum Baden 
geboren, besuchte die Dorfschule 
und erlernte dann sein Handwerk 
als Zimmermann. Im Jahre 1853 
kam er nach Amerika und wohnte 
zuerst auf Staten Island, bis er im 
Jahre 1854 nach Syracuse kam, wo 
er seitdem beständig gewohnt hat. 
Er arbeitete als Bauschreiner 38 
Jahre lang für den bekannten Con- 
traktor Amos Mason, und ist jetzt 
selbst Contraktor. Diente 7 Jahre 
in der Miliz (Lafayette Grenadiere), 
war Mitglied der freiwilligen Feuer- 
wehr ( Haken- und Leiter- Compag- 
nie), seit 1855 Mitglied des Turn- 
vereins, gehört zu den Odd Fellows, 

Harugari, Foresters, Knights of 
Labor und der Carpenter Union. 
Durch unermüdlichen Fleiss, un- 
beugsame Ehrenhaftigkeit und un- 
gewöhnhche Umsicht hat er sich 
zu einer unabhängigen Lebensstel- 
lung emporgeschwungen und ge- 
messt allseitiges Vertrauen. Als 
Mitglied des Turnvereins war 
er besonders thätig, wie im ge- 
schichtlichen Theil hervorgeho- 
ben ist. Als Zeichen des Vertrau- 
ens seiner Mitbürger diente er 3 
Termine als Supervisor der 2, Ward, 
und 2 Jahre für die 16. Ward. Er 
ist verheirathet nnt Frl. Barbara 
Milbaier und hat noch 9 Kinder, 
w^ährend 5 andere gestorben sind. 
Er wohnt No. 805 Parkstrasse. 


zweiter Sohn des verstorbenen alten 
Pioniers Jakob Amos, wurde im 
Dezember 1853 ^i^r geboren, er- 
hielt seine Au.sbildung in den hiesi- 
gen öffentlichen Schulen und in der 
Hochschule. Alsdann begann er 
seine Geschäftslaufbahn, indem er 
die Geschäftsführung der Mühle 
seines Vaters in Baldwinsville über- 
nahm. In 1876 verband er sich ge- 
schäftlich mit seinem Vater und 
seinem Bruder Karl E-, unter der 
Firma Jacob Amos & Sons, bis der 
Vater 1883 starb und die Firma 
Amos Bros, genannt wurde. Das 
Geschäft nahm grosse Dimensionen 
an und seit 1887 führt Herr Amos 
dasselbe allein unter dem Namen 
Empire State Mills. Er war immer 
ein fester Republikaner, diente als 
Village Trustee in Baldwinsville 
und wurde im Februar 1892 zum 
Bürgermeister (Ma}-or) von S3^ra- 
cuse erwählt. Im Februar 1894 
wurde er zum zweiten Mal erwählt. 
Während seiner Amtszeit wurden 
die Stadthalle und das N. Y. C. Sta- 
tionsgebäude errichtet, die Wasser- 
leitung angelegt und andere gross- 
artige städtische Verbesserungen 
vorgenommen. So wurden u. a. 
über 10 Meilen Strassenpflaster ge- 
legt, 24 Meilen Abzugskanäle u.s.w. 

Herr Amos ist Vize- Präsident und 
Direktor der 3. National- Bank, war 
einer der Gründer und Direktoren 
der Commercial Bank, ist Präsi- 
dent der Paragon Plaster Company, 
und Präsident der People's Building 
and Loan As.sociation, und Direktor 
von zwei anderen solchen Gesell- 
schaften. Trustee der Syracuse 
Savings Bank und des St. Joseph's 
Hospitals, u.s.w. Im September 
1880 verheirathete er sich mit Fräu- 
leni Florence E. Wells von Bald- 


geboren am 17. März 1801 in 
Grätzingen, Amt Durlach, Baden, 
erlernte nach vollendeter Schulzeit 
das Schneiderhandwerk und betrieb 
dasselbe in seiner Heimath. Im 
Jahre 1830 verheirathete er sich mit 
seiner Gattin Magdalena, geborene 
Heidt. 1846 wanderte er mit 
seiner Familie nach Amerika aus 
und kam am 10. November dessel- 
ben Jahres nach Syracuse. Hier 
war er eine Zeitlang als Kolporteur 
der Amerikanischen Traktat Ge- 
.sellschaft thätig und betrieb später 
ein Ellen- und Galanterie- Waaren- 
geschäft mit gutem Erfolg. Freund- 
lich und zuvorkommend, gewissen- 
haft in allen seinen Geschäftsbezieh- 
ungen, konnte es ihm nicht an Er- 
folg fehlen. Hochbetagt starb er 
am 6. März 1884. und hinterlicss 7 
Kinder: Magdalena Kappesser, Ka- 
tharina Friedrich, Karolina Walch, 
Johanna Wiegand, Louise Hensel, 
Friedrich Arheidt, Elisabeth Soldan. 
Eine Tochter, Wilhelmina, starb 
vor 25 Jahren. Am 5. Dez. 1894 
folgte ihm auch seine hochbetagte 
Gattin im Tode nach. Den beiden 
Ehegatten war im hohen Alter noch 
das seltene Glück be.schieden, 
(1880) ihre goldene Hochzeit zu 


geboren am 27. Dezember 1863 in 
Kniebis, im Königreich Württem- 
berg, besuchte die heimathliche 
Volksschule und widmete sich zu- 


erst dem Kaufmannsstand. In 
1883 wanderte er, kaum 20 Jahre 
alt, nach Amerika aus und begab 
sich nach seiner Laudung am 25. 
August desselben Jahres drrekt nach 
Syracuse. Am 19. Dezember 1885 
begann er eine Wirthschaft in Gil- 
cher's altem einstöckigem Holzhaus 
an der Ecke von Butternut und Lo- 
distrasse, und führte dieselbe vom 
I. Sept. 1887 an bis zum i. Mai 
1893 im neuen Gilcher Gebäude. 
Im Sommer 1893 baute er das hüb- 
sche 3 stöckige Armbruster - Ge- 
bäude, N. W. Ecke Butternut und 
Lodistrasse wohin er dann seine 
Wirthschaft verlegte. In seiner 
Halle haben 4 Gesangvereine ihr 
Hauptquartier aufgeschlagen Herr 
Armbruster ist ein beliebter und er- 
folgreicher Geschäftsmann. Am 
6. Mai 1890 verheirathete er sich 
mit Fräulein Julia Kotz und hat 3 
Kinder, Julia, Jakob und Friedrich. 


wurde am 10. Dezember 1S38 in 
Oberhallau, Canton Schaffhausen in 
der Schweiz geboren, besuchte die 
heimathliche Schule bis er im 12. 
Lebensjahre mit seinen Eltern nach 
Amerika auswanderte und am 11. 
Juni 1851 nach Syracuse kam, wo 
er seine Schulbildung vollendete. 
Herr Auer, oder IVIajor Auer, wie 
er besser bekannt ist, hat eine bril- 
liante militärische Laufbahn hinter 
sich. In 1856 trat er zu den Haw- 
ley Guards, 51. N. Y. Milizregi- 
ment, gehörte von 1857 an zu der 
Washington Artillerie, 1858 zu den 
Syracuse Grays, bis der Krieg aus- 
brach. Im April 1861 trat er in 
Co. B., 12. N. Y. Freiwilligen Re- 
giment, und wurde in Elmira zum 
Sergeanten befördert. Am 22. Feb- 
ruar i862avancirte er zum Seconde- 
Lieutenant, am 27. Oktober 1862 
zum Premier- Lieutenant und wurde 
nach Ablauf .seiner Dien.stzeit, rm 
17. Mai 1863, ausgemustert. Zu- 
rückgekehrt, organisirte er eine 
Compagnie des 15. N. Y. Kavalle- 
rie-Regiments und wurde deren 

Hauptmann fCo. A.) Er war in al- 
len Schlachten des 12. und 15. Re- 
giments, gerieth bei Front Royal, 
W. Va., in Gefangenschaft, wurde 
zweimal verwundet und schwer ver- 
letzt dadurch, dass sein Pferd unter 
ihm getödtet wurde und auf ihn 
fiel. Neun Moaate war er in Ge- 
fangenschaft, wurde -währeud die- 
ser Zeit zum Major befördert und 
wurde am 6. März 1865 ehrenvoll 
entlassen. Noch jetzt ist er mit 
vielen militärischen Organisationen 
innig verbunden. Von 1870 — 18S1 
war er Hauptmann der Yates Dra- 
goner und von 1881 — iS94in der 5. 
Batterie, N. G. S. N. Y. Nach 
dem Krieg ging er in's Cigarrenge- 
.schäft, worin er trotz mehrfacher 
Unterbrechungen noch immer ist 
und ein blühendes Geschäft betreibt. 
Von 1873 — 1876 war er Yardmaster 
im Staatsgefängniss zu Auburn, 
diente 2 Jahre als Supervisor für 
die 7. Ward von 1881 — 1882. Herr 
Auer verheirathete sich mit Fräu- 
lein Regina V. Umbrecht, hat eine 
Tochter und wohnt No. 210 Ost- 


geboren am 20. Juni 1875 in Lr\'er- 
pool, N. Y., ist der Sohn des ver- 
storbenen Heinrich Balzhäuser, ei- 
nes der ältesten deutschen Ansied- 
ler daselbst. Er erhielt seine vSchul- 
bildung in der freien Union- Schule 
in Liverpool und betreibt gegenwär- 
tig mit gutem Erfolg eine Wirth- 
.schaft daselbst. Er i.st zum zwei- 
ten Mal verheirathet, allgemein be- 
liebt und ist u. a. auch Mitglied 
des Syracuser Schwabenvereins, der 
Elks und gehört seit vielen Jahren 
zur freiwilligen Feuerwehr. 


geboren am 9. März 1862 in Liver- 
pool, N. Y., erhielt seine Schulbil- 
dung in den öffentlichen Schulen 
in Liverpool luid wjhnte dort bis zu 
.seinem l'mzug nacli Syracuse, am 
I. Oktober 1893. Er ist Leichen- 
bestatter von Beruf und wurde im 
Jahre 1892 von seinen Mitbürgern 


zum Town Clerk für Town Salina 
erwählt. Seit seiner Niederlassung 
in vSyracuse hat er guten geschäft- 
lichen Erfolg aufzuweisen, wie auch 
nicht anders zu erwarten, da er eine 
13jährige Erfahrung in diesem Ge- 
schäft hinter sich hat und der Besitz 
eines Diplomas als sachverständiger 
Einbalsamirer von seiner Fähigkeit 
in dieser Hinsicht hinreichend Zeug- 
niss ablegt. Herr Bauer besitzt 
nicht nur allgemeines Vertrauen als 
tüchtiger Geschäftsmann, sondern 
hat auch, seit er hier wohnt, sich ei- 
nen grossen Kreis von Freunden er- 
worben. Er ist Schatzmeister der 
Lincoln-Loge No. 180, I. O. O. F.. 
Trustee von Salina Court 148, F. 
of A., Mitglied der Liverpool Loge 
No. 525, F. and A. M., des Lincoln- 
Lagers No. 104. I. O. O. F., sowie 
von Salt City Council No. 72, O. 
U. A. M. Am 6. Januar 1885 ver- 
heirathete er sich mit Fräulein Ella 
Fink von Central Square und hat 
zwei Kinder. Sein Geschäft befin- 
det sich in No. 640 Nord-Salina- 


einer der bestbekannten und belieb- 
testen hiesigen deutschen Pioniere 
und Geschäftsleute, wurde am 15. 
April 1826 in Ursensollen. Amt Am- 
berg, in Baiern geboren, erliielt 
seine erste Schulbildung von sei- 
nem Vater, der 49 Jahre Lehrer 
war, absolvirte hierauf die Hoch- 
schule in Amberg und trat dann in 
das Lehrer -Seminar zu Eichstädt, 
um sich auf den Lehrerberuf vorzu- 
bereiten. 1846 wurde er als Lehrer 
in Leuchtenberg angestellt, ent- 
schloss sich aber bald nach Amerika 
auszuwandern und kam 184S nach 
Buffalo, N. ¥., und im Herbste des- 
selben Jahres nach Syracuse. Hier 
übernahm er die Lehrer- und Orga- 
nisten.stelle in der Maria Himmel- 
fahrts - Gemeinde u. verwaltete die- 
selbe zu allgemeiner Zufriedenheit 
25 Jahre lang. 1871 begann er die 
Wachs waaren- und Kerzen - Fabri- 
kation und dieses Geschäft erlangte 

unter seiner langjährigen geschäfts- 
kundigen Leitung einen Weltruf. 
Er war absolut vertrauenswürdig 
und genoss in geschäftlichen Krei- 
sen hohe Achtung. Als Bürger lag 
ihm das Gemeinwohl der Stadt stets 
am Herzen und für das hiesige 
Deutschthum bezeugte er stets das 
lebhafteste Interesse. Unerwartet 
schnell starb er am 28. Juli d. J. 
Er war mit Fräulein Anna Maria 
Kunz aus Leuchtenberg gebürtig, 
verheirathet, aus welcher Ehe 12 
Kinder hervorgingen, von denen 
noch 4 am Leben sind, nämlich : 
Georg und Anton Baumer. Frau 
Wilhelm Muench und Frau Th. J. 


wurde am 8. Januar 1829 in Wald- 
mohr, in der Rheinpfalz, geboren, 
wo er die dortige Schule besuchte 
und bald darauf (1844) nach Ame- 
rika auswanderte, wo er sich in Sy- 
racuse niederlie-ss. Er war ein An- 
streicher und arbeitete erst als Ge. 
seile, bis er sich selbstständig machte- 
Von 1864 — 1874 betrieb er das Ge- 
schäft gemeinsam mit seinem Bru- 
der Friedrich. Er war ein erfolg- 
reicher Gescliäftsmann, hoch geach- 
tet und oft mit politischen Ehren- 
stellen betraut. So war er u. a. von 
1854 — 1865 vSupervisor der alten 4. 
Ward und von 1874 — ^^75 Polizei- 
Commissär. Li 1850 verheirathete 
er sich mit Fräulein Ophelia P. Gales 
von hier, aus welcher Ehe 8 Kin- 
der hervorgingen: Julius A., Cla- 
rence M., W. Horatio, Lucius C, 
Julia J., J. Henry, AugustaO. und 
Georg O. Baumgras. Er starb am 
4. Juli 1885 und das von ihm ge- 
grünxlete Geschäft Avurde von sei- 
nem vSohne, Julius A., weiter ge- 
führt, welcher in 1891 die Baum- 
gras Decorating Co. daraus machte. 


welcher den ersten District von On- 
ondaga in der Staats-Assemblv ver- 
tritt, ist der älteste vSohn von John 
und Catherine Hollowell Bellen. Er 
wurde am 26. November 1856 in 


Rome, N. Y., geboren und kam in 
1858 mit seinen Eltern nach Onon- 
daga County, wo sie zuerst in James- 
ville wohnten. Herr Bellen erhielt 
seine Schulbildung in der öffentli- 
chen Schule daselbst und trat, 19 
Jahre alt, als Lehrling in die Drucke- 
reides Johnstown, N. Y. "Journal". 
Er wurde bald Reporter und zeigte 
grosse Fähigkeit als Journalist. In 
1875 verzog die Familie nach Bald- 
winsville und hier widmete Herr 
Bellen sich dem Rechtsstudium in 
den Kanzleien von Georg Hall und 
F. A. Marvin. 1885 wurde er als 
Rechtsanwalt zugelassen und erfreut 
sich einer ausgezeichneten Praxis. 
1862 verheirathete er sich mit Fräu- 
lein Mary L. Mack von S>'racuse. 
In 1896 wurde er in seinem District 
einstimmig für die Assembly nomi- 
nirt und nach einem heissen Wahl- 
kampf mit einer Majorität von 166 
Stimmen erwählt und wird aller 
Wahrscheinlichkeit nach die Nomi- 
nation für den 1898 'er Termin wie- 
der erhalten. In der Session der 
Assembly in 1897 diente Herr Bel- 
len an folgenden Komiteen: Ver- 
sicherungswesen , Wohlthätigkeits- 
Anstalten und religiöse Körper- 
schaften und Angelegenheiten der 


ein langjähriger hier ansässiger Mu- 
siklehrer, wurde am 15. März 1844 
in Paris geboren. Seine Eltern 
stammten aus Rheinhessen und mit 
diesen kam er 1859 nach Amerika. 
Seine Jugendjahre verlebte er in 
Frankreich und Deutschland, wo- 
selbst er auch seine Schulbildung 
empfing. Er zeichnete sich beson- 
ders in den französischen Schulen 
aus und erhielt bei den jährlichen 
Prüfungen in Paris den Ehrenpreis. 
In Amerika angelangt, setzte er 
seine Studien fort und absolvirte die 
Hochschule in 1 8 65 . Wenige Jahre 
später wurde er an derselben als 
Lehrer angestellt und verblieb über 
4 Jahre darin. Hierauf verlegte er 
sich mit aller ihm eigenen Energie 

auf den Musik - Unterricht. Als 
Schüler von Christoph Castelhun in 
Deutschland, und späterhin von 
Kalliwoda und Carlo Bassini in New 
York fand er sich ausgerüstet, das 
schwierige und Geduld erfordernde 
Feld des Musikunterrichts zu betre- 
ten. Während der letzten 34 Jahre 
hat er nicht weniger als 800 Schüler 
unterrichtet, worunter eine, Frau 
Pauline Elsässer L' Allemand, später 
grossartige Erfolge als Sängerin er- 
zielte. Er ist ein Veteran als Diri- 
gent von Gesangvereinen, indem er 
j edenSy racuserGesangverein zu ver- 
schiedenen Zeiten leitete, den ,, Lie- 
derkranz' ' allein während 18 Jahren, 
,,Concordia" 20, und ,, Sänger- 
bund" über 5 Jahre. Gegenwärtig 
leitet er die ,, Arbeiter Liedertafel" 
,,Harugari Liedertafel" (im loten 
Jahre), ,,Concordia", und ,,Arion 
Quartett Club". Auch als Orga- 
nist geniesst er einen guten Ruf und 
ist jetzt als solcher (im 12. Jahre) 
in der St. Peters-Kirche angestellt. 
Ausserdem giebt er Unterricht in 
der französischen, deutschen und 
englischen Sprache. 

wurde am 11. Oktober 1863 inSyra- 
cuse geboren und erlernte, nach- 
dem er die öffentlichen Schulen be- 
sucht hatte, das Polsterer- Geschäft, 
in welchem er eine Zeitlang thätig 
war. Gegenwärtig betreibt er mit 
grossem Erfolg eine Wirthschaft in 
486 N. Salinastrasse. Er ist Mit- 
glied der Lincoln-Loge I. O. O. F. 
des Lincoln Encampment, Canton 
Lincoln, der F. of A., Salt City 
Council O.U. A. M. und des Lieder- 
kranz. Seit 1888 ist er auch Capi- 
tän des Banner Young Men's Re- 
publican Clubs, wie er überhaupt 
von jeher ein sehr reges Interesse 
an allen öffentlichen und politischen 
Angelegenheiten genommen hat. 
Er wohnt 811 Butternutstrasse. 


wurde am 15. Dezember 1820 in 
Prag, Böhmen, geboren, wo er die 
Volksschule besuchte und nach Ab- 


solvirung derselben die Schneiderei 
erlernte. Herr Bondy heirathete 
im Jahre 1S49, jedoch starb seine 
Frau bald darauf und im Jahre 1859 
nahm er sich die zweite Frau. Die 



Ehe ist mit 8 Kindern gesegnet, 
von denen die meisten in Duluth, 
Minn., wohnen. Erwanderte im 
Jahre 1853 nach Amerika aus und 
kam sofort nach Syracuse, wo er so- 
gleich Arbeit in seinem erlernten Be- 
ruf fand und in Folge seiner uner- 
müdlichen Thätigkeit und Reellität 
es zu einigem Wohlstand brachte, 
so dass er seine Tage in Ruhe und 
sorgenlos beschliessen kann. 


der republikanische Vertreter des 
3. Assembly-Distrikts von Onon- 
daga County, wurde am 13. Sep- 
tember 1864 in Sj-racuse geboren. 
Seine Schulbildung erhielt er in den 
öffentlichen Schulen und der Hoch- 
schule von Syracuse und graduirte 
1884 in Columbia College und spä- 
ter in der Eawschool derselben Uni- 
versität. Seine ersten praktischen 
Erfahrungen im Studium der Rechts- 
Wissenschaft machte er in der Kanz- 
lei der Advokaten-Firmen Costello 
and Ide und Frank Hopkins. 

Im Oktober 1885 wurde er als 
Rechtsanwalt zugelassen und prak- 
tizirte ein Jahr lang allein, worauf 
er sich mit Frank Hopkins associ- 
irte. Als Rechtsanwalt geniesst 
Herr Bondy einen ausgezeichneten 
Ruf und seine Praxis ist ausge- 
dehnt und lohnend. Er wurde 1894 
zum ersten Mal in die Assembly ge- 
wählt und zwar mit einer Majorität 
von 908 über seinen demokratischen 
Gegner. In 1895 erhielt er 4479 
Stimmen gegen 3577 .seines demo- 
kratischen Gegners, Wm. M. Quinn 
und HO für den Prohibitions-Kan- 
didaten B. E. Titus. In der Ses- 
sion von 1896 diente Herr Bondy 
an folgenden Komiteen: Judiciar^-, 
Claims, Charitable and religious So- 
cieties. In derselben Session brachte 
er folgende Gesetzesvorlagen ein: 
"Amending the Civil Code with re- 
gard to the probate of wills; creat- 
ing a State printing-house; provid- 
ing Support for railway employes 
injured in an accideiit; concerning 



costs in civil actions; regarding the 
amount of legal claims; amending 
the Game Eaw with regard to the 
sale of game; amending the Excise 
Eaw, concerning the sale of Ale 


and Beer; amending the charter of 
Syracuse in niany respects. Im 
Herbst 1896 wurde er zum 3. Mal 
erwählt mit 4387 Stimmen gegen 
4108 des demokratischen Kan- 
didaten L. Stillwell und 19 
für den socialistischen Arbeiter- 
Kandidaten Berggren. Herr Bondy 
ist ferner Präsident der Alumni der 
Syracuse Hochschule. Am 22. 
Juni 1892 verheirathete er sich mit 
Fräulein Frances Elias von Buf- 


besser und allgemein bekannt als 
"Major Brand", wurde geboren am 
6. März 1827 zu Dorn-Dürkheim im 
Grossherzogthum Hessen - Darm- 
stadt ; besuchte in seiner Jugend die 
heimathliche Gemeinde-Schule und 
erlernte später die Tischlerei und 
Hausschreinerei. In 1848 kam er 
nach dem gelobten L,and Amerika 
und am i. Juni desselben Jahres 
nach Syracuse. Hier war er nach 
einander in verschiedenen Berufs- 
zweigen thätig. Zuerst arbeitete er 
auf seinem Handwerk als Tischler, 
war dann im Wholesale Grocery- 
Geschäft und noch später im Eisen- 
waren- und Möbel-Geschäft thätig. 
Ferner war er eine Zeitlang \'erwal- 
ter des vStaats- Arsenals ( 1863 ), Auf- 
seher eines Staats-Hospitals ( 1869 ), 
Essigfabrikant, Agent verschiede- 
ner Versicher ungs - Gesellschaften, 
Buchhalter U.S.W. , und lebt jetzt 
aller Sorgen los und ledig in fried- 
licher und wohlverdienter Zurück- 
gezogenheit. Doch hat er seine 
freie Zeit nicht nutzlos verstreichen 
lassen. Sein regsamer Geist hat 
sich auch auf das Gebiet der Erfin- 
dungen gewagt und so ist der "Ma- 
jor" Inhaber eines Patents gewor- 
den, das ein mit 20 Saiten bespann- 
tes, kunstvoll konstruirtes Musik- 
Instrument zum Gegenstand hat, 
das wunderhübsche und zarte Ac- 
corde von sich giebt und überall 
raschen Eingang finden dürfte, 
wenn es fabrikmäs.sig hergestellt 
und in den Handel gebracht würde. 

Verheirathet war er mit Mary Anna 
Unmüsig, deren Eltern zu den 
ältesten deutschen Ansiedlern in 
Manlius gehörten. Aus dieser Ehe 
gingen 9 Kinder hervor. "Ma- 
jor" Brand hat eine vielbewegte, 
aber ehrenvolle Laufbahn hinter 
sich. vSchon im Jahre 1857 wurde 
er zum Schul- Commissär erwählt, 
1859 zum Supervisor und wurde 
auch im Jahre 1857 Hauptmann der 
Compagnie B im 51. Regiment der 
Staats - National - Garde. In der 
Folge war er auch Hauptmann der 
Batterie A (1864), und Major des 
Artillerie-Battalions (1867). Auch 
den Bürgerkrieg hat er mitgemacht 
und zwar als Hauptmann der deut- 
schen Compagnie B des 12. und im 
122. New Yorker Freiwilligen In- 
fanterie-Regiment. Sein Name ist 
auf's engste mit der Geschichte des 
hiesigen Deutschthums verknüpft 
und er selbst eine prominente und 
geachtete Figur desselben. Seine 
Wohnung befindet sich in No. 753 


wurde im Jahre 1S52 in Hilsbach, 
Amt Sinsheim, Baden, geboren. 
Er besuchte zunächst bis zu seinem 
14. Lebensjahre die Volksschule in 
seiner Heimath und erlernte, nach- 
dem er in Sinsheim noch die höhere 
Bürgerschule absolvirt hatte, das 
Bauhandwerk in Heidelberg. Nach- 
dem er noch in Heidelberg i Jahr 
gearbeitet hatte, wanderte er im 
Jahre 1871 nach Amerika aus, wo 
er sich sofort in Syracuse se.s.shaft 
machte. Herr Braun war hier zu- 
erst in verschiedenen Berufszweigen 
thätig und übernahm im Jahre 1886 
die Verwaltung der Turnhalle, wel- 
che er bis zum Jahre 1895 führte. 
Seit dem Herbst 1896 führt Herr 
Braun sein Geschäft am jetzigen 
Platz, " Common Center Cafe," 
Ecke Ost - Genesee- und Warren- 
Str. Herr Braun ist Mitglied des 
Turn- Vereins, Liederkranz, Arion 
Quartett, Improved Order K. of P., 
F. of A., und der Elks. Herr 


Braun ist verheirathet und hat einen 
Sohn im Aher von i8 Jahren. 


wurde am 9. Juli 1849 in Schwäbisch- 
Hall im Königreich Württemberg 
geboren, woselbst er in der Elemen- 



tar-Schule seine Ausbildung em- 
pfing. Im Jahre 1865 kam er nach 
den Ver. Staaten und arbeitete als 
Töpfer in verschiedenen Städten des 
Landes, bis er 1872 sich in Syracuse 
niederliess. In 1873 begann er die 
Fabrikation von Blumentöpfen, in 
welchem Geschäft er bis jetzt ver- 
blieben ist. Aus kleinen Anfängen 
hat sich dasselbe gedeihlich entwik- 
kelt. Später trat Herr Wilhelm 
Dopffel als Compagnon in 's Geschäft 
ein, welches seitdem als Syracuse 
Pottcry G? ;///>«;/)' rühmlichst bekannt 
ist. In 1895 wurde er als Super- 
visor in der 16. Ward erwählt und 
hat als solcher durch energische 
Wahrung der Interessen seiner Kon- 
stituenten werthvolle Dienste ge- 
leistet. In dieser Beziehung ver- 
dienen seine Bemühungen rühm- 
lichst erwähnt zu werden, welche 
darauf abzielen, das County-Ge- 
fängniss ausserhalb des Stadtgebiets 
zu verlegen. Durch seine Ge- 

schäftsfähigkeiten nicht minder als 
durch seine charakterfeste Gesin- 
nung hat er sich die allgemeine 
Achtung seiner Mitbürger erwor- 
ben. Er ist verheirathet. Vater 
von zwei Kindern und wohnt No. 
711 East Divisionstrasse, in unmit- 
telbarer Nähe des Geschäftsgebäu- 
des der Pottery Co. 


der gegenwärtige Hülfs - Distrikts- 
Anwalt von Onondaga County und 
ein Rechtsanwalt von bedeutendem 
Ansehen, wurde am 15. März 1872 
in Sj'racuse von schottischen Eltern 
geboren, besuchte die hiesigen öf- 
fentlichen Schulen und unternahm 
dann das Studium der Rechtswis- 
senschaft unter Anleitung von Ex- 
Senator Frank Hiscock und Richter 
Frank H. Hiscock. Er ist gegen- 
wärtig Mitglied der Advokaten-Fir- 
ma Williams &Cowie, deren Bureau 
sich im Gebäude der Syracuse Sav- 
ings Bank befindet, und wurde trotz 
seines verhältnissmässig jugendli- 
chen Alters zum Hülfs- Distrikts- 
Anwalt ernannt, welche Stellung 
er mit viel Geschick und Talent 
ausfüllt. Herr Cowie ist eine ge- 
niale Natur, freundlich und zuvor- 
kommend und seine bisherige 
schnelle und erfolgreiche Carriere 
beweist, dass er in juristischen Krei- 
sen grosses Ansehen und Vertrauen 
geniesst. Es ist leicht vorau.szusa- 
gen, dass er noch eine grosse Zu- 
kunft vor sich hat. Herr Cowie 
ist verheirathet und wohnt No. 513 
Park Avenue. 


einer der talentvollsten jungen 
Rechtsanwälte hiesiger Stadt wurde 
als Sohn deutscher Eltern am 3ten 
März 1870 hier geboren, erhielt 
seine Erziehung in den öffentlichen 
Schulen, in der Hochschulen, dann 
auf den Cornell- und Syracuse-Uni- 
versitäten. Hierauf besuchte er 
die Columbia Law-School Und nach 
glänzend bestandenem Examen eta- 
blirte er sich als Rechtsanwalt. Von 
1894 bis 1895 war er Mitglied des. 


Exekutiv-Komitees der republikani- 
schen Clubs. In seiner Rechtspra- 
xis geniesst er einen hohen Ruf als 
gediegener Jurist. Von Natur be- 
sitzt er grosse Neigung und Fähig- 
keiten zum Studium und hat er sich 
namentlich auch in dieser Richtung 
besondere Auszeichnung erworben. 
Im Jahre 1896 erhielt er von der hie- 
sigen Universität den Grad als Dok- 
tor der Philosophie, in Anerken- 
nung seiner Kenntnisse in diesem 
Fach. Dass er sich trotz seiner 
verhältnissmässigen Jugendlichkeit 
solche Auszeichnung zu erwerben 
gewu.sst hat, verheisst eine ebenso 
ehrenvolle Zukunft, sowohl in sei- 
nem speziellen Fach, wie auch auf 
dem Gebiet des allgemeinenWissens. 


wurde am 17. Dezember 1828 zu 
Brackenheim, Württemberg, gebo- 
ren, wo er auch seine Schulbildung 
erhielt. Im Jahre 1852 wanderte 
er nach Amerika aus. Nach kur- 
zem Aufenthalt in New- York be- 
schloss er, nach Florida zu gehen, 
um dort Beschäftigung und ein für 
seine Gesundheit zuträgliches Kli- 
ma zu finden. Während seines dor- 
tigen Aufenthaltes kam er einmal 
in grosse Todesgefahr, indem er 
beim Baden in einem Fluss von ei- 
nem Alligator beim Kopf erfasst 
und unter das Wasser gezogen wur- 
de. Unter verzweifelten Anstren- 
gungen und unter Beihülfe von her- 
zueilenden Freunden, gelang es ihm 
sich zu erretten, wiewohl er schwer 
verletzt war. Die Erinnerung an 
diese Gefahr und an die schier wun- 
derbare Errettung hat ihn bis zu 
seinem Tode nicht verlassen. Als er 
seine Gesundheit gekräftigt glaubte, 
kehrte er wieder nach New York 
zurück, wo er sich mit Fräulein Ca- 
rolina Mühlig verheirathete. In 
1857 kam er nach Sj^racuse, wo er 
sich durch Fleiss, Ausdauer und 
Sparsamkeit ein Vermögen erwarb. 
In den letzten Jahren seines Lebens 
begann er das Ver.sicherungs - Ge- 
schäft, welches er zu grosser Blüthe 

entwickelte. Er nahm allezeit re- 
ges Interesse an den Angelegenhei- 
ten des hiesigen Deutschthums. 
Seine Gesundheit liess jedoch im- 
mer zu wünschen übrig und er starb 
in der Blüthe seiner Jahre am igten 
Januar 1878 im Alter von 49 Jahren. 


der weit und breit und rühmlichst 
bekannte Versicherungs- u. Grund- 
eigenthunisagent und langjährige 
Supervisor der 12. Ward, wurde am 
20. Juni 1853 inderStadt New York 
geboren. Sein Vater war der so wohl 
bekannte und geachtete Wilhelm 
Dopffel sr. , welcher im Jahre 1878 
starb. Im Jahre 1855 verzog die 
Familie nach Syracuse, wo Herr 
Dopffel seitdem stets gewohnt hat. 
Nach beendigtem Schulbesuch wur- 
de er zuerst Telegraphist, betrieb 
dann ein eigenes Geschäft in Her- 
ren-Ausstattungswaaren und über- 
nahm nach seines Vaters Tode das 
von diesem gegründete Versiche- 
rungs-Geschäft, das er seitdem mit 
grossem Frfolg weitergeführt hat. 
Ausserdem ist er Theilhaber der 
Syracuse Pottery Co., in Gemein- 
schaft mit Herrn Breitschwerth, 
dem Supervisorder 16. Ward. Herr 
Dopffel ist seines leutseligen Wesens 
wegen allgemein bekannt und in 
geselligen Kreisen ungemein beliebt. 
Aber ganz besonders scheint er ein 
politischer Liebling zu sein. Be- 
reits viermal (1894 — 1897) haben 
ihn die Wähler der 12. Ward mit 
dem Amt des Supervisors betraut 
und jedesmal mit so überwältigen- 
der Mehrheit, dass darin der Aus- 
druck unbegrenzten Vertrauens sei- 
tens seiner Mitbürger gesehen wer- 
den muss. Unter solchen Umstän- 
den wird es niemanden wundern, 
wenn die Zukunft ihm noch man- 
che und grosse ITeberraschungen 
bringen wird in Gestalt von Ver- 
trauens-Aemtern höherer Art. Er 
ist ein enthusiastischer Freund aller 
Logen und gehört zu einer grossen 
Anzahl derselben, z.B. : Turnverein, 
Liederkranz, Pythias-Ritter, D. O. 


Harugari, Deutscher Lebensversi- 
cherungs verein, A. O. U. W., Or- 
den der Elks, des Freimaurer- Or- 
dens und anderen. Herr Dopffel ver- 
heirathete sich mit Fräulein Johanna 

DR. WM. H. üßCIS. 

Wittneben und hat 4 Kinder. Er 
wohnt in dem ihm gehörigen Ge- 
bäude, N0.401 Nordsalinastrasse. 


identisch mit dem im geschichtlichen 
Theil so oft genannten Herrn Karl 
Eckermann, wurde am 3. April 1827 
zu Köln am Rhein geboren, besuchte 
die Elementarschule und erlernte 
dann das Schneiderhandvverk. In 
1S53 kam er nach Amerika, wohnte 
zuerst ein halbes Jahr in Utica und 
Hess sich 1S54 in Syracuse nieder, 
wo er 35 Jahre lang als Zuschneider 
in dem Yates' sehen Geschäft ange- 
stellt war. Herr Eckermann ist der 
einzige noch lebende Gründer des 
,, Liederkranz" und war in früheren 
Jahre:i einer der beliebtesten und 
gewandtesten deutschen Redner. 
Wohl bekannt und hoch geachtet 
seines edlen Charakters wegen, lebt 
er seit Jahren in friedlicher Zurück- 
gezogenheit, ohne indessen der 
Muse des Gesangs je untreu gewor- 
den zu sein. Aus seiner Ehe mit 
Fräulein Rosina Schmelzle giengen 

3 Kinder hervor, die noch alle leben. 
Er wohnt No. 912 McBridestrasse. 


geboren im Jahre 1837 zu Birbach 
in der Rheinpfalz, besuchte in sei- 
ner Heimath die Ortsschule und er- 
lernte dann das Zimmermanns- 
Handwerk. Im Jahre 1859 wan- 
derte er nach Amerika aus und 
wohnte zunächst in Chicago, bis er 
1862 nach Syracuse kam und sich 
hier ständig niederliess. Er war 
Kontraktor und Baumeister und 
entfaltete als solcher eine ungemein 
grosse Thätigkeit, indem er nahezu 
400 Häuser erbaute. Er war äus- 
serst erfolgreich und gewann Wohl- 
stand und Ansehen. Verheirathete 
sich mit Fräulein Henriette, geb. 
Alt, und hat 3 Kinder. Seine Woh- 
nung befindet sich in No. 525 Gif- 
ford Strasse. 


wurde am 25. Juli 1836 in Geudert- 
heim im Elsass geboren und erhielt 
seine Erziehung dort in der öffent- 
lichen Schule. Er wanderte im 
Jahre 1854 nach Amerika aus und 
liess sich vorerst in Verona, N. Y., 
nieder, woselbst er eine Zeitlang 
als Verkäufer in einer "Grocery" 
thätig war. Verzog auf i Jahr 
nach South Bend im Staate Indiana, 
und kehrte dann wieder nach Verona 
zurück. Hier verheirathete er sich 
im Jahre 1859 und kam im folgen- 
den Jahre (1860) nach Syracuse, 
wo er seitdem seinen ständigen 
Wohnsitz hatte. Er ist Glied der 
Odd Fellow Loge No. 180 ( Lincoln 
Loge) und gehört ebenfalls zum 
Elsass-Lothringer- Verein. Gegen- 
wärtig ist er im Feuer- Versicher- 
ungswesen mit gutem Erfolg thätig. 
Herr Eng erfreut sich eines ausge- 
dehnten Bekanntenkreises und hat 
sich durch seine biedere Recht- 
schaffenheit die wohlverdiente Ach- 
tung aller derer erworben, die ihn 
zu kennen das Vorrecht haben. 
Seine Wohnung befindet sich in 
No. 725 Ncrd-Salinastrasse. 



wurde am 6. März 1833 in Ehingen, 
Württemberg, geboren, wo er die 
Gemeindeschule besuchte. Er er- 
lernte in seiner Heimath die Färbe- 
rei gründlich und wanderte im Jahre 
1854 nach Amerika aus, wo er sich 
zuerst in New York und Philadel- 
phia aufhielt. Hier erlernte er das 
Conditorei-Geschäft und folgte die- 
sem Beruf fortan. Im Jahre 1857 
kam Herr Erhard nach Syracuse, 
arbeitete vorerst allein, betrieb aber 
von 1866 bis 1886 eine grosse Con- 
ditoreiwaaren - Fabrik in Verbin- 
dung mit Herrn Joseph Walier. 
Das Geschäft zählt heute mit zu den 
grössten im Staate und Herr Er- 
hard mit zu den angesehensten Ge- 
schäftsleuten unserer Stadt. Er 
heirathete Catharine Baumann, wel- 
cher Ehe 1 1 Kinder entsprossen, 
von denen noch 6 am Leben sind. 
Eine Tochter ist verheirathet in 
Oneida, die übrigen befinden sich in 
Syracuse. Herr Erhard wohnt No. 
212 West-Willowstrasse. 


wurde am 14. Dez. 1861 in Syracuse 
geboren, besuchte in seiner Jugend 
die öffentliche Schule, wie auch 
Prof. Regener' s deutsche Schule. 
Er erlernte die Ho.siery Manufactur 
und betreibt gegenwärtig ein blüh- 
endes Herrenausstattungs- Geschäft 
in West-Fayettestrasse. Herr Fei- 
gel ist als umsichtiger und erfolg- 
reicher Geschäftsmann allgemein 
bekannt und als Bürger geachtet 
und geschätzt. Während er bis 
jetzt noch kein öffentliches Amt 
bekleidet hat, ist in letzter Zeit doch 
die öffentliche Aufmerksamkeit in 
ungewöhlicher Weise auf ihn gelenkt 
worden, als er den Contrakt zur 
Wegschaffung der städtischen Ab- 
fälle (Garbage) übernahm und die- 
ses verwickelte Problem auf die 
allereinfachste und billigste Weise 
löste. Unter seinem Contrakt kostet 
diese Arbeit weniger als |i 0,000, 
ein Beweis, dass Herr Feigel weni- 
ger sein eigenes Interesse, als das 

.seiner Mitbürger im Auge hatte. 
Er ist verheirathet mit Frl. Eibbie 
Steiger, hat i Kind und wohnt No. 
808 Butternutstra.sse. 


einer der angesehensten hiesigen 
deutschen Bürger und Pioniere, 
wurde am 8. April 1826 zu Alten- 
glahn in der Rheinpfalz geboren, 
wo er auch in der Ort.schule seine 
Schulbildung erhielt. Nach vollen- 
deter Schulzeit widmete er sich der 
Eandwirthschaft, bis er sich zur 
Auswanderung nach Amerika ent- 
schlo.ss. Am 6. Mai 1849 landete 
er und Hess sich in Syracuse nieder, 
wo er seinen ständigen Wohnsitz 
behauptete. Lange Jahre war er im 
Salzgeschäft thätig und zwar 16 
Jahre lang als Aufseher für die 
New York Salt Company. Von 
1879 — 1887 betrieb er ein Salzge- 
schäft auf eigene Rechnung. Wäh- 
rend der Jahre 1850 — 1857 gehörte 
er zur freiwilligen Feuerwehr und 
wurde in 1862 auf 7 Jahre zur Mi- 
liz gezogen. Im Herbste des Jahres 
1851 verheirathete er sich mit sei- 
ner noch lebenden Gattin Cathe- 
rine, geb. Rumpf, aus welcher Ehe 
eine Tochter hervorging. 


wurde am 27. Januar 1836 zu Ku- 
sel in der Rheinpfalz geboren, wo- 
selbst er die städtische Schule be- 
suchte und dann das Gerberhand- 
werk erlernte. Bald nach beendig- 
ter Schulzeit fassteer den Entschluss 
nach Amerika auszuw'andern. Am 
4. April 1854 kam er in New York 
an und begab sich zunächst nach 
Poughkeepsie am Hudson, wo er 
ein Jahr verblieb und auf seinem 
Handwerk arbeitete. In 1855 zog . 
er nach Syracuse, wo er seitdem im- | 
mer gewohnt hat. Anfangs arbeitete ^ 
er auch hier in einer Gerberei, bis er 
im Jahre 1864 eine eigene Gerberei 
anfing und bis 1883 betrieb. In die- 
sem Jahre begann er den Handel in | 
Leder und "Findings", welches ^ 
Geschäft er mit unermüdlichem 
Fleiss und grosser Geschäftskennt- 


niss zu hohem Aufschwung brachte. 
Herr Fiiick hat ausser der Ausüb- 
ung seiner Bürgerpflichten sich nie 
in die praktische Politik gemischt 
und auch kein Amt begehrt, son- 
dern sich auf sein Geschäft be- 


schränkt, das seine ganze Aufmerk- 
samkeit erforderte und ihn auch 
zum wohlhabenden Manne gemacht 
hat. Er verheirathete sich mit Frl. 
Louise Weiss, welcher Ehe fünf 
Kinder entsprossen, wovon noch 3 
leben. Seine Wohnung befindet sich 
in No. 607 Danforth - Strasse. 


Sohn des Herrn August Finck, 
Sr. , wurde am 12. November 1858 
in Syracuse geboren, besuchte erst 
die hiesigen öffentlichen Schulen und 
dann Mead's Business College. Spä- 
ter erlernte er die Gerberei und be- 
treibt gegenwärtig mit seinem Bru- 
der Georg Finck, das von ihrem Va- 
ter gegründete, blühende Geschäft 
in Eeather Findings und als Schuh- 
fabrikanten. Herr Finck verheira- 
thete sich am 10. Juli 179 mit Ka- 
tharina Harth, hat i Kind und 
wohnt No. 600 Townsendstrasse. 


Sohn des Herrn August Finck Sr. , 
wurde am 27. April 1861 in Syra- 

cuse geboren, wo er die öffentlichen 
Schulen besuchte und später das 
Gerben von Leder in allen seinen 
Zweigen gründlich erlernte. Seit 
einigen Jahren betreibt er mit einem 
Bruder August Finck, jr. , das von 
ihrem Vater gegründete Geschäft 
als Jobbers in Leather Findings und 
Schuhfabrikanten. Herr Finck ist 
wohl bekannt als ein strebsamer 
und erfolgreicher junger Geschäfts- 
mann. Er verheirathete sich am 
IG. Februar 1891 mit Sophia Free- 
off, hat 2 Kinder und wohnt No. 
707 Townsendstrasse. 


wurde geboren am 21. Februar 1842 
zu Gutach in Baden. Im Jahre 
1848 musste sein Vater der Revo- 
lution wegen das Land verlassen 
und begab sich mit seiner Familie 
nach dem Canton Tessin in der 
Schweiz. In 185 2 kehrten sie zurück 
nach Schramberg in Württemberg, 
wo Herr Finkbeiner, 10 Jahre alt, 
zuerst die Schule besuchte. Später 
arbeitete er im Stahl- und Eisen- 
werk, bis er in 1863 nach Amerika 
auswanderte, und am 28. Mai in 
New York landete. Er Hess sich 
in Syracuse nieder, erlernte bei sei- 
nem Bruder das Schreinerhandwerk, 
welches er bis vor 4 Jahren betrieb. 
Seitdem ist er Agent für Dr. Schoop' s 
weltberühmte und vortreffliche 
Familien- Medizinen. Er verheira- 
thete sich am 17. Juni 1866 mit Frl. 
Philippine Kreyss, hat 6 Kinder: 
Wilhelm F. G., Carl, Hermann, 
Heinrich G. , Philipp August und 
Johann Edward, und wohnt No. 416 


geboren am 27. Feb. 1855 zu Thann 
im Ober-Elsass, besuchte bis zu 
seinem 1 1 . Lebensjahre die heimath- 
liche Volksschule und wanderte im 
Frühjahre 1866 mit seinen Eltern 
nach Amerika aus, wo sie zuerst in 
Utica, N. Y. , zwei Jahre, und 
dann in Chittenango, Madison Co., 
N. Y., zehn Jahre wohnten. Im 
Jahre 1876 ging die Familie nach 


der alten Heiniath zurück und Va- 
ter und Sohn etablirten ein Geschäft, 
das sie jedoch nur i Jahr lang be- 
trieben. In 1877 kehrten sie wieder 
nach Chittenango zurück und Herr 
Fischer begann seine Studien in der 
Academie und Hochschule von 
Chittenango, besuchte dann die 
Universitäten von Colgate, Syra- 
cuse und Harvard. Eine Zeitlang 
war er Prinzipal der Fulton Hoch- 
schule und dann I^ehrer der moder- 
nen Sprachen in der Syracuse Uni- 
versität, von 1886— 1892. Inzwi- 
schen entschied ersieh für den ärzt- 
lichen Beruf, absolvirte die hiesige 
medizinische Schule und ist seit 
1895 practizirender Arzt mit Office 
in No. 806 Butternutstrasse. Nach 
S\'racuse kam er im Jahre 1881 und 
hat während des Sommers 1886 
ausgedehnte Reisen und Studien 
in Frankreich, Holland undDeutsch- 
land gemacht. Den Sommer 1892 
verbrachte er Studien halber in Pa- 
ris. Herr Fischer ist ein hochge- 
bildeter Mann und tüchtiger Arzt, 
bekannt und beliebt unter den hie- 
sigen Deutschen, zu welchen er 
sich zählt. 


der allgemein beliebte und geach- 
tete Unter-Sheriff von Onondaga- 
County, wurde in Otisco in diesem 
County geboren. Er erhielt seine 
Schulbildung in den öffentlichen 
Schulen seines Heimathsorts, und 
arbeitete später als Anstreicher und 
Tapezierer, bis er sich im Müllerge- 
schäft etablirte. Herr French be- 
gann schon frühzeitig eine hervor- 
ragende Rolle in der Politik zu spie- 
len. Ein Beweis dafür, wie hoch 
er in der Achtung seiner Mitbürger 
steht, wird in der Thatsache zu 
finden sein, dass er 19 Jahre lang 
(1871 — 1890) Friedensrichter und 
zwei Jahre (1880 — 1881 ) Justice of 
Sessions war. Am i. Januar 1895 
wurde er zum Unterscheriff ernannt 
und wohnt seitdem in Syracuse 
(No. 207 Woodland Avenue). Er 
verheirathete sich mit Fräulein Lil- 

lie Lavinia Bardwell und hat 7 Kin- 
der. Herr French wurde am 21. 
August auf der County-Convention 
als Sheriff von den Republikanern 
nominirt und wird zweifelsohne ge- 
wählt werden. 


oder nach späterer Schreibweise 
Freeoff, wurde am 20. Mai 1830 
in Günsheim in Württemberg ge- 
boren, besuchte zuerst die Elemen- 
tarschule und dann die höhere 
Schule. Kaum 18 Jahre alt, ent- 
.schloss er sich zur Auswanderung 
nach Amerika, wo er im Jahre 184S 
ankam. Zuerst ging er nach Au- 
burn, N. Y., wo er eine Zeitlang 
wohnen blieb und Hess sich dann 
dauernd in Syracuse nieder. Er 
war sehr arm, als er hier ankam, 
jedoch gelang es seinem unbeugsa- 
men Willen, seiner zähen Ausdauer 
und seiner nimmermüden Thätig- 
keit sich emporzuschwingen. Durch 
die Bereitung von Essig im frühe- 
ren Centre Hause legte er den 
Grund zu seinem späteren Wohl- 
stand. In allen deutschen Angele- 
genheiten stand er im A^ordergrund 
und widmete Zeit, Mühe, Kraft 
und Geld zur Förderung deutscher 
Interessen. Der Turnverein hatte 
in ihm ein feste Stütze und treuen 
Rathgeber. Nachdem er sich em- 
porgearbeitet hatte, fasste er sich 
auch mit Grundeigenthumshandel 
und hatte ebenfalls als öffentlicher 
Notar grosses Zutrauen und Zu- 
spruch. Als der Bürgerkrieg aus- 
brach und ein Fond aufgebracht 
werden sollte zur Unterstützung der 
hinterbliebenen Familien der Frei- 
willigen, war er der erste, welcher 
einen Beitrag zeichnete. Obwohl 
durch und durch Geschäftsmann, 
hatte er doch auch ideale Neigun- 
gen und genoss einen Ruf als \'er- 
fasser von Gelegenheits-Gedichten. 
Er war 2 mal verheirathet, zuerst 
nüt Fräulein Catherine Oswald, mit 
welcher er 5 Kinder hatte, wovon 
noch 3 leben. Aus seiner zweiten 
Ehe mit Fräulein Sophie Tetzner 



gingen 7 Kinder hervor, wovon 
noch 3 leben, nämlich Frau Kathe- 
rine Turner, Frau Minnie H. La- 
dendorf (New York) und Frau So- 
phia C. Finck. Herr Freeoff starb 
im Jahre 1896. 


wurde am 19. November 1S19 zu 
Schwabach in Bavern geboren, be- 


suchte daselbst die Volksschule und 
erlernte dann das Schneiderhand- 
werk. Im Jahre 1846 nach Ame- 
rika ausgewandert, wählte er sich 
Syracuse als seine neue Heimath. 
Hier arbeitete er auf seinem Hand- 
werk und hat es nun gebracht, dass 
er als Rentier sein Leben geniessen 
kann. Herr Gallster verheirathete 
sich mit Fräulein Carolina, geborne 
Schuck, aus welcher Ehe 4 Kinder 
hervorgingen, 2 Töchter, die in S}'- 
racuse und 2 Söhne die in Jackson, 
Mich. , leben. Seine Wohnung be- 
findet sich No. 733. Nord Salina- 


geboren am 30. Mai 1821 zii Mühl- 
hausen in Thüringen, besuchte in 
seiner Jugend die Gemeindeschule 
und erlernte dann sein Handwerk 
als Zimmermann u. Treppenbauer. 
Im Jahre 1S47 wanderte er nach 

Amerika aus und kam am 9. Juni 
desselben Jahres nach Syracuse, wo 
er seitdem gewohnt hat. Herr Gen- 
zel hat durch Fleiss und Umsicht 
sich eine gesicherte Existenz, und 
durch seine Ehrenhaftigkeit das An- 
sehen und die Achtung seiner Mit- 
bürger erworben. Im Jahre 1890 
wurde er gelähmt und dadurch sei- 
ner Thätigkeit ein unfreiwilliges 
Ende gesetzt. Er wohnt No. 939 

geboren am 14. September 1823 zu 
Mülhausen in Thüringen erlernte 
nach beendigter Schulzeit das Zim- 
mermans-Handwerk. Hierauf ar- 
beitete er in versciedenen Gegenden 
Deutcshlands und kam auch nach 
Berlin, wo er in der Revolution von 
1848 Theil nahm. Aus diesem An- 
lass hielt er es für gerathen den 
Staub des alten Vaterlands von sei- 
nen Schuhen zu schütteln und ging 
nach Amerika. Am 22. Februar 
1 849, landete er und begab sich nach 
Syracuse, das seitbem seine zweite 
Heimath geblieben ist. Fünfzig 
Jahre lang arbeitete er als Zimmer- 
mann und zwar 28 Jahre als Kon- 
trahent und Baumeister auf eigene 
Rechnung. Unter den bekannten 
Gebäulichkeiten, die er errichten 
half, befinden sich die Presbyteria- 
nerkirche, Yates Castle, das Wind- 
sor House, u. s. w. Um die Poli- 
tik hat sich Herr Genzel nicht viel 
bekümmert, dagegen nahm er reges 
Interesse an allem, was die Deut- 
schen anging und .seine Thätigkeit 
im und für den Turnverein ist im 
geschichtlichen Theil dieses Buches 
rühmlichst anerkaninit und gewür- 
digt. Sein ausdauernder Fleis hat 
es ihm ermöglicht, sich ein reichli- 
ches Huskommen und damit einen 
friedlichen Lebensabend zu sichern. 
Er verheiratnete sich mit Fräulein 
Charlotte Traub, hatte 6 Kinder, 
wovon noch 4 am Leben sind und 
wohnt No. 911 McBridestrasse. 

Jacob gilcher 
geboren am 28. August 1843 zu Ha- 


«chenbach in der Rhein-Pfalz, be- 
suchte in seiner Jugend die dortige 
Gemeinde-Schule und erlernte dann 
das Metzgergeschäft. Kr hat den 
ganzen deutsch-französischen Krieg 
mitgemacht und zwar im 3. königl. 
Bayrischen Reitenden Artillerie-Re- 
giment "Königin Mutter", welches 
zum 3. Armee-Corps gehörte. Aus 
■dem Kriege zurückgekehrt, ent- 
schloss er sich zur Auswanderung 
nach Amerika und kam 1871 nach 
Syracuse, w'o er seitdem gewohnt 
hat und ein sehr erfolgreisches Metz- 
:gergeschäft im Gilcher-Gebäude be- 
treibt. Herr Gilcher ist Mitglied 
•des "Liederkranz" und gehört aus- 
serdem zum Sportsmen's Club, zur 
Harmonia-Loge, Lincoln-Loge und 
Lincoln - Lager (I. O. O. F.). In 
welchem Grade er das Vertrauen 
seiner Mitbürger gemeint, beweist 
die Thatsache, dass er wiederholt 
als Delegat zu County-, Stadt- und 
Ward- Konventionen erwählt wurde. 
Im Jahie 1875 verheirathete er sich 
mit Fräulein Katharine Loos und 
hatte 4 Kinder, wovon noch 3 am 
Leben sind, nämlich: Julius O., 
Louise und Mathilde Gilcher. 


wurde am 13. Juni 1837 in Wald- 
ülversheim, Kreis Oppenheim, in 
Hessen - Darmstadt geboren, be- 
suchte die Gemeindeschule daselbst, 
widmete sich der Landwithschaft 
später und wanderte nach Amerika 
aus, wo er am 22. März 1858 nach 
einer öotägigen Seereise auf einem 
französischen Segelschiff ankam. 
Drei Jahre lang arbeitete er auf dem 
Lande in Livingston County und 
kam dann nach Syracuse. Am 12. 
Januar 1862 verheirathete er sich 
mit Fräulein Anna Maria Birken- 
hauer und hatte 4 Kinder, wovon 
noch 3 am Leben sind, nämlich 
Christian, Peter und Wilhelm Grass- 
mann. Im Jahre 1775 begann Herr 
Grassmann eine Essig- und Cider- 
Handlung, welche er mit Fleiss 
und Sachkenntniss zu grosser Blü- 
the erhob, sodass er es zu einer an- 

gesehenen und selbständigen Le- 
bensstellung gebracht hat. Seine 
Gattin stand ihm dabei treulich zur 
Seite. Sie wohnen No. iioi Park- 


wurde am i. Januar 1865 im Town 
Lysander, Onondaga County, N. 
Y., geboren. Sein Vater, Hein- 
rich Greis, kam 1852 nach Syra- 
cuse und da er auf seinem Müller- 
handwerk keine Beschäftigung fin- 
den konnte, wandte er sich der 
Landwirthschaft zu, und ist heute 
einer der wohlhabendsten Farmer 
in Cayuga County. Dr. Greis ist 
eins seiner 8 Kinder. Zwei Brüder, 
H. E. Greis und C. B. Greis sind 
die Inhaber der Greis Tobacco Co. , 
Dr. Greis hat .sein ganzes Leben 
mit Studien verbracht. 13 Jahre 
alt verliess er die öffentliche Schule 
und trat in eine Privatschule in L}'- 
sander, abiolvirt die Jordan Aca- 
demy, trat in die Clinton Grammer 
School, blieb dort ein Jahr und gra- 
duirte mit der Klasse von 1885, wel- 
che ihn zum "Orator" erwählte. 
Im selben Jahre trat er ins Hamil- 
ton College in Clinton, und gradu- 
irte 1889 als Bachelor of Arts. 
Während seines Uni versitäts- Stu- 
diums erhielt er einen Preis in der 
Analytischen Chemie und wurde 
zum Geschäftsführer der Hamilton 
Review, eines der besten Uni versi- 
täts Magazine, erwählt. Inzwi.schen 
hatte er auch das Studium der ]Me- 
dizin begonnen, setzte dasselbe in 
der medizinischen Fakultät der Uni- 
versität in Vermont vom Okt. 1889 
bis Juni 1890 fort, trat dann in die 
gleiche Fakultät der Universität 
von Vermont zurück und erhielt 
hier 1891 seinen medizinischen Dok- 
torgrad. Bis zum 20. Januar 1892 
blieb er zu Hause und Hess sich 
dann in Sj'racuse nieder, wo er sich 
als praktischer Arzt und Chirurg 
einen weiten Ruf erworben hat. 
Seine Office befindet sich 2ioAsh- 



wurde am 9. August 1854 zu De- 
gersheim in Mittelfranken, König- 
reich Baj-ern, geboren, erhielt 


seine Schulbildung in der Elemen- 
tarschule in seiner Heimath und 
später in einer Gewerbeschule hier 
im Lande. Er erlernte sein Hand- 
werk als Wagen- und Zeugschmied, 
worin er es zu grossem Erfolge 
brachte. Er wanderte Anfangs 1870 
nach Amerika aus, und kam Mitte 
des Sommers 1870 nach Syracuse, 
wo er seitdem gewohnt hat und 
einen grossen Kreis von Freunden 
besitzt. Herr Grillenberger verhei- 
rathete sich mit Fräulein Philopena 
B. Keim, hat 4 Kinder und wohnt 
No. 617 Giffordstrasse. 


der gegenwärtige Schatzmeister von 
Onondaga County, wurde am 30. 
Januar 1835 in Detroit, Mich., ge- 
boren. Sein Vater, Nich. Grum- 
bach, war ein Elsässer und kam 
1828 nach S3'racuse. Seine noch le- 
bende Mutter, Frau Elisabeth Grum- 
bach, kam mit ihrem Vater Chri- 
stian Rupprecht, ebenfalls aus dem 
Elsass, und einigen anderen Fami- 
lien im Jahre 1831 nach Amerika. 
Auf der Fahrt nach Buffalo, auf 

dem Erie- Kanal, fror das Boot fest, 
und die kleine Gesellschaft beschloss 
in Syracuse wohnen zubleiben. Im 
Jahre 1831 oder 1832 verheirathete 
sich Nich. Grumbach mit Fräulein 
Rupprecht und zogen später nach 
Detroit, wo Oberst Grumbach ge- 
boren wurde. Ausser ihm hatten 
sie noch 6 andere Kinder, von wel- 
chen jedoch 3 starben. Es leben 
noch: Frau Brucker, von Deerfield, 
Oberst Nich. Grumbach, Georg u, 
Johann P. Grumbach in Syracuse. 
Oberst Nich. Grumbach erhielt sei- 
ne Schulbildung in den hiesigen öf- 
fentlichen Schulen und war dann 
auf mancherlei Weise beschäftigt. 
In 1854 wurde er Cigarrenmacher 
in Sperry & Hier's Geschäft und 
blieb dort bis 1859, als er mit Gu- 
stav Sniper ein gemeinsames Cigar- 
ren-Geschäft begann unter derFirma 
Grumbach & Sniper. In 1862 gab 
er das Geschäft auf, wurde Haupt- 
mann in Comp. B, des 149. N. Y. 
Freiwilligen Regiments und diente 
bis zum Ende des Krieges. Nähe- 
res über diesen Abschnitt seines 

DR. GEORüll i"l. PRICE. 

Lebens und über sein militärisches 
Avancement findet sich in dem ge- 
schichtlichen Theil. Schon in 1856 
w^ar er den Syracuse Grays beige- 


treten, und beim Ausbruch des borenen Geschäftsmanns, dass diese 

Krieges diente er im 2 . Termin als Su- 
pervisor der 2. Ward und war Haupt- 
mann der Monroe Cadetten. Nach 
dem Krieg ging er wieder in 's Ge- 
schäft und zwar zur Fabrikation 
von Leim. Später war er Grund- 
eigenthums- und Versicherungs- 
Agent und betrieb eine Restaura- 
tion. In i\lbany war er 3 Jahre in 
einer Staats- Anstellung, später Auf- 
seher des hiesigen Regierungs- Ge- 
bäudes, Accise - Commissär unter 
Mayor Vann und vom i. Jan. 1894 
bis I. Jan. 1897 Court Crier. Im 
Herbst 1896 wurde er mit grosser 
Mehrheit als County Schatzmeister 
erwählt. Ausserdem hat er noch 
zwei Termine (1868— 1869) als Al- 
derman der 4. Ward gedient, war 
der I. Quartiermeister von Lilly 
Post G. A. R. , und gehört zu ver- 
.schiedenen Logen. Er verheirathe- 
te sich am 14. September. 1862 mit 
Fräulein Emilie Steiger von hier, 
hat 4 Kinder und wohnt 12 10 Lodi- 


war am 19. März 1S24 in Rulfingen 
im Fürstenthum Hohenzollern-Sig- 
maringen geboren. Nach beendig- 
ter Schulzeit, bereitete er sich wei- 
ter auf den Lehrerberuf vor und 
war bis zum Jahre 1850 im Lehr- 
fach thätig. Im letztgenannten 
Jahre entschloss er sich zur Aus- 
wanderung nach x^merika, und als 
er im September ankam, Hess er 
sich zuerst in Brooklyn, N. Y., nie- 
der. Kurze Zeit darauf zog er west- 
wärts und kam nach Cincinnsti, 
Ohio. Ungefähr um das Jahr 1S53 
siedelte er nach Syracuse über, wo 
er bis zu seinem Lebensende woh- 
nen blieb. Während der ersten 
zwei Jahre seines hiesigen Aufent- 
halts arbeitete er als Holzschnitzer. 
Bis dahin gab es noch keine ricl:tige 
Lagerbier - Brauerei hier, obwohl 
verschiedene kleine Anfänge bereits 
gemacht worden waren. Als intelli- 
genter Mann erkannte er bald mit 
dem sicheren Scharfblick eines ge- 

Industrie hier eine grosse Zukunft 
haben müsse. Er errichtete (1855) 
die erste Lagerbier - Brauerei, im 
grösseren Massstabe, an der Ecke 
von McBride und Butternutstrasse, 
wo sich jetzt Ryan 's Ale- Brauerei 
befindet. Das Unternehmen war 
von Anfang an erfolgreich und un- 
ter seiner geschäftskundigen Lei- 
tung nahm die Brauerei einen gross- 
artigen Aufschwung. Im Jahre 
1865 errichtete er dann die jetzige 
nach ihm benannte grossartige 
Brauerei auf der gegenüberliegen- 
den Seite der Strasse. Gleich nach 
seiner Ankunft in Amerika verhei- 
rathete er sich mit Caroline Oswald, 
die am 11. Okt. 1829 in Benzingen 
( Hohenzollern-Sigmaringen ) gebo- 
ren war und noch heute lebt. Herr 
Häberle wurde bald eine leitende 
Persönlichkeit unter den hiesigen 
Deutschen, sowohl in geschäftlicher 
Hinsicht, wie auch mit Bezug auf 
Charakter und Ansehen unter sei- 
nen Landsleuten. W^as immer un- 
ter den Deutschen vorgenommen 
wurde, fand seinerseits bereitwil- 
lige Unterstützung durch Rath und 
That. Er starb in seinen besten 
Jahren, am 22. September 1S81 mit 
Hinterlassung seiner Gattin und 6 
Kindern, die noch alle leben. Diese 
sind: Frau Olive Biehler, Frank B. 
Häberle, William H. Häberle, Char- 
les Häberle, Frau Louise Schwarz 
und FVäulein Julia Häberle. Der 
blühende Zustand des von ihm ge- 
gründeten Geschäfts legt Zeugniss 
ab von seinem Unternehmungsgeist 
und beweist, dass er einen guten 
Grund dazu gelegt hatte. 


wurde am 1 8. Februar 1 849 zu Ginibs- 
lieim in Hessen- Darmstadt geboren 
mid erlernte nacii beendigter Schul- 
zeit das Metzgergeschäft. Im Jahre 
1876 verheiratliete er sich mit Frl. 
Anna Heck, wanderte 1884 nach 
Amerika aus und Hess sich in Liver- 
pool nieder. Zuerst betrieb er ein 
Metzgergeschäft allein, hält jetzt 


aber auch eine Wirthschaft, verbun- 
den mit einem Provisionsgeschäft. 
Herr Heid hat grossen geschäftli- 
chen Frfolg gehabt, ist eins der 


ältesten Mitglieder des Syracuse 
Turnvereins und gehört ausserdem 
zur Lincoln Loge (I. O. O. F.) in 
S3'racuse, und zu der Loge No. 
233, A. O. U. W. in Liverpool, N. Y. 


wurde am 28. Juni 1823 in Halle a. 
d. Saale in der preussischen Provinz 
Sachsen geboren. Sein \^ater war 
der evangelische Prediger, Johann 
August Held an der St. Laurentii- 
Kirche auf dem Neumarkt in Halle; 
seine Mutter, Auguste Christine, 
geborene Böhme, eine Predigers- 
Tochter. Er genoss den Unterricht 
in den Schulen seiner Vaterstadt 
und nachdem er in 1840 das Zeug- 
niss der Reife mit dem Prädicat 
"Vorzüglich" sich erworben hatte, 
trat er in den preussischen Staats- 
dienst ein, um das Salinenfach zu 
erlernen. Er brachte vier Jahre 
im praktischen Salinendienst, die 
nächsten drei Jahre auf den Univer- 
sitäten Halle und Berlin zu und 
hatte nach einjähriger Vorbereitung 
das Staatsexamen absolvirt, als die 
Revolution im März von 1848 aus- 

brach, an der er sich eifrig als Re- 
publikaner betheiligte. Als aber 
die Reaktion im September anfing, 
die Revolutionäre zu verfolgen, 
wanderte er im October nach Ame- 
rika aus, landete in New York am 
19. Dez. und kam am 24. Dez. in 
Sj-racuse an. Da er nur wenig 
Geld mitbrachte und nicht durch 
Einführung von dem wissenschaft- 
wie er hoffte, sich Stellung und 
Lebensunterhalt verschaffen konnte, 
so entschloss er sich, durch Musik- 
Unterricht sein Brod zu erwerben. 
Er hatte von seinem fünften bis zu 
seinem sechszehnten Jahre Musik- 
Unterricht von den besten Lehrern 
seiner Vaterstadt empfangen und 
fühlte in sich die Begabung, gründ- 
lichen Unterricht zu ertheilen. Als 
Organist in verschiedenen Kirchen, 
als Leiter von mehreren Musikver- 
einen und als Componist und Schrei- 
ber von Aufsätzen für musikali- 
sche Magazine hat er sich einen 
weitbekannten Namen erworben 
und er hofft, am 9. Januar 1899 


sein fünfzigjähriges Jubiläum als 
Musiklehrer in Syracuse zu feiern. 
"Professor Held hat viele fähige 
und eifrige Schüler zu Musikleh- 




-^ 6ranite ana marblc monumcntSt 


^^^-^. ^vlirii ^ 

rern erzogen, die als solche eine 
hervorragende Stellung eingenom- 
men haben; auch hat er in mehre- 
ren Fällen Mitgliedern von drei 
Generationen in derselben Familic 


Unterricht ertheilt, ein gültiger Be- 
weis, dass er als I^ehrer und Mann 
die volle Anerkennung gefunden 
hat". Prof. Held heirathete 
am 14. Mai '62 Martha H. Thom- 
son, Tochter des verstorbenen Pre- 
digers und Lehrers Georg W. 
Thomson, welche Ehe kinderlos ge- 
blieben ist. Er wohnt 129 Burnet 


geboren am 21. Januar 1827 zu 
Merseburg im Königreich Preussen, 
besuchte die klassische Schule sei- 
ner Heimathsstadt und übte später 
seine Profession als Apotheker in 
verschiedenen grösseren Städten 
Deutschlands aus, wie z. B. in 
Halle, Leipzig, Frankfurt am Main 
u.s.w. Hierauf ging er nach Pots- 
dam und fand Anstellung im Hos- 
pital des Garde du Corps- und 
Garde - Husaren - Regiments. Er 
studirte an der Berliner Universi- 
tät und promovirte 1850 nach be- 
standenem Staatsexamen als Apothe- 
ker erster Klasse. In 1855 kam er 

nach Amerika, war in New York 
als Assistent in einem Hospital, wie 
auch in verschiedenen Apotheken 
thätig, und liess sich endlich in 
Syracuse nieder, wo er 1859 die 
erste deutsche Apotheke an der 
Nordsalinastrasse und später eine 
andere im Grand Opera Haus eröff- 
nete. Herr Heyne ist noch immer 
rastlos thätig und nimmt die Aus- 
zeichnung in An.spruch, noch jetzt 
der einzige deutsche Apotheker in 
Syracuse zu sein. Sein Geschäft 
befindet sich in No. 518 Nordsali- 


allgemein bekannt als Ex-Senator 
Hiscock, wurde am 6. September 
1834 in Pompey, Onondaga Co., 
geboren, verlebte seine Jugend auf 
der väterlichen Farm, besuchte die 
öffentlichen Schulen und auch die 
berühmte Pompey Academy. Hier- 
auf studirte er Rechtswissenschaft 
unter seinem Bruder L. Harris His- 
cock in Tully und wurde 1855 als 
Rechts-Anwalt zugelassen. 7- Drei 
Jahre war er mit^ seinem Bruder in 


Verbindung und zog dann nach 
Syracuse, wo er es zu grossen Ehren 
und Ansehen brachte. Schon früh 
betheiligte er sich an der Politik 


O-A-HilLi AT THB- 

ForflneTEÄS and CÖFFEES goto 


Ö45 N. 5alil\a Street, 

W. J. SMITH, lS6i- B„.Ä. s.. i »• J- COUNTRYMAN, Prop. 

Rortl) SiUe 

With your Prescriptions and for 



for COUCHS and COLDS of long Standing. 



(5eneral Unsurance- 


White Memorial Building 

iiding. Syracuse. N.Y. 


Wagon Maker, RepairerÄ Practical Tool Smitli 

Stone Cutters, Contractors,-^ 

^ § HASONS, Etc., 

lOÖ Dickc>'3o^ öt., ^YRACUÖE, N. Y. 

Estimates furnished for all kinds of Building Irons. 
Grates, Doors, etc. 



Deutsche Apotheke, 
niLTON 5. PRICE, = Proprietor. 


836 Butternut St. 



und war von 1860 — 63 Distrikts- 
Anwalt. In 1867 wurde er zum 
Mitglied der Constitutional-Conven- 
tion erwählt, in 1876 als Repräsen- 
tant im Kongress und dieses wieder- 
holte sich noch 6 Mal, ein Beweis 
wie grosses \'ertrauen seine Mit- 
bürger in ihn setzten. Im Januar 
18S7 wurde er von der New- Yorker 
Staats-Ivegislatur in den Senat der 
Vereinigten Staaten gewählt, wel- 
cher Termin 1893 endigte. 


Richter der Supreme Court des 
5. Distrikts, ist ein Nefife von Ex- 
Senator Frank Hiscock und wurde 
am 16. April 1856 in Tully gebo- 
ren. Er besuchte die öffentlichen 
Schulen, trat in die Cornell-Uni- 
versität als er kaum 15 Jahre alt 
war, und graduirte ehrenvoll mit 
der Klasse von i^^JS- Hierauf stu- 
dirte er Rechtswissenschaft mit sei- 
nem Onkel und wurde 1878 als 
Rechtsanwalt zu gelassen. Als sol- 
cher hat er sich in vielen wichtigen 
Prozessen ausgezeichnet und steht 
in hohem Ansehen. Im Januar 
1896 wurde er von Gouverneur Mor- 
ton zum Richter ernannt, um die 
Vakanz auszufüllen, welche durch 
die Resignation des Richters I. G. 
Vann entstanden war. In dieser 
Stellung geniesst er den Ruf stren- 
ger Unparteilichkeit und es steht 
zu erwarten, dass er nach Ablauf 
des Termins ( i. Jan. '97) wiederer- 
wählt werden wird. Von 1 889-' 94 
war er Alumni-Trustee der Cornell- 
Universität und ist gegenwärtig 
Trustee der State Bank von Syra- 
cuse, der Trust und Deposit Com- 
pany, Direktor der Straight Line 
Engine Company vmd der Whitnian 
& Barnes Manufacturing Company. 
Er verheirathete sich 1 890 mit Fräu- 
lein Barnes von hier. 


wurde am 21. Mai 181 8 zu Vaihin- 
gen an der Enns im Königreich 
Württemberg geboren, wosellDst er 
die Ortsschule besuchte und dann 
das Maurer- und Steinhauer- Hand- 

werk erlernte. Im Jahre 1854 kam 
er nach Amerika und Hess sich in 
Syracuse nieder, wo er 35 Jahre lang 
im Baufach thätig war, ausser eines 
Zeitabschnitts von 8 Jahren, wäh- 
rend dessen er in der alten Heimath 
war. Herr Hoffmann geniesst über- 
all hohes Ansehen und ungetheilte 
Achtung. Sein Fleiss und sein 
charaktervolles Handeln haben ihm 
zu Wohlstand verholfen und sein 
Freundes - Kreis ist schier unbe- 
grenzt. Aus der Ehe mit seiner 
Gattin, Louise, geb. Fenchel, gin- 
gen 8 Kinder hervor, wovon jedoch 
nur noch 5 am Leben sind. 

geboren am 10. Juli 1858 zu Peeks- 
kill, Westchester County, N. Y., 
besuchte die öffentlichen Schulen 
und dann die berühmte Akademie 
in seiner Heimath. Später war er 
reisender Agent und dann 5 Jahre 
lang "shipping Clerk" für die Ame- 
rican Dairy Salt Co. Er kam im 
Jahre 1876 nach Syracuse und hat 
seitdem immer hier gewohnt. Acht 
Jahre war er Special Deputy County 
Clerk. Er ist ein tüchtiger u. zu- 
verlässiger Beamter, treu in der Er- 
füllung seiner Amtspflichten und 
zuvorkommend gegen alle, die mit 
ihm in Berührung kommen. Unter 
seinen Kollegen ist er sehr beliebt 
und besitzt einen ausgedehnten 
Kreis von Freunden u. Bekannten. 
Herr Hubbell ist v^erheirathet mit 
Fräulein Lilian A. Atkins und hatte 
eine Tochter, die indessen gestorben 


wurde am 18. Jan. 1842 in Gettorf, 
Provinz Schleswig (Holstein) gebo- 
ren, in der Ortschule seiner Hei- 
math ausgebildet und erlernte das 
Kunstschreiner- Handwerk. Nach- 
dem er in verschiedenen grossen 
Städten Deutschlands gearbeitet, 
ging er 1865 von Cöln aus nach 
Paris, wo er in einer französischen 
Fabrik als Werkführer Anstellung 
fand. Hier verheirathete er sich am 
16. April 1870 mit einer Deutschen, 


Margaretha WalrafF. Als der Krieg 
ausbrach, wurden sie wie Tausende 
von Deutschen, Ende August 1870 
aus Frankreich ausgewiesen und 
Hessen sich in Cöhi nieder. Auf 
Zureden eines hier wohnenden 
Landsmannes wanderte er mit Frau 
und Kind 1873 nach Amerika aus 
und kam am 13. Mai 1873 nach Syra- 
cuse. Im Herbst '76 zog er nach 
Ithaca. von wo er '79 nach hier zu- 
rückkehrte. Seine erste Frau starb 
'78 ni Ithaca, mit Hinterlassung ei- 
ner Tochter, Elise. Heirathete zum 
zweiten Mal am 16. Feb '81, und 
zwar Frl. Friederike Müller. Herr 
Juhl geniesst einen guten Ruf als 
Kunsttischler und ist überall hoch 
geachtet imd geschätzt. Wohnt 
No. 611 Catherinestrasse. 


der bekannte hiesige deutsche Arzt, 
wurde am 6. März 1838 In Frieders- 
dorf in Thüringen geboren. Nach- 
dem er die öffentliche Schule seiner 
Heimath, sowie die Realschule be- 
sucht hatte, trat er in das Medizi- 
nal Collegium ein, um sich auf den 
ärztlichen Beruf voi'zubereiten, und 
promovirte als praktischer Arzt 
und Chirurg. Im Jahre '69 ent- 
schloss er sich zur Auswanderung 
nach Amerika, landete am 25. Sept. 
desselben Jahres in New York und 
Hess sich vorerst in Rome, N. Y., 
nieder. Im Juni '71 siedelte er nach 
Syracuse über, wo er seitdem ver- 
blieben ist und sich einen bedeuten- 
den Ruf als Arzt erworben hat. 
Während der Pocken-Epidemie im 
Jahre '75 wurde er zum öffentlichen 
Impfarzt ernannt und war ebenfalls 
Ward-Physician für die 2. Ward von 
'77 bis 78. Herr Kemter verheira- 
thete sich am 21. Nov. '71 mit Frl. 
Wilhelmine Kan, hat 5 Kinder und 
hat seine Office No. 150 N. Salina- 
strasse. Ausserdem hält er eine 
Apotheke und Zweig - Office No. 
II 27 Midland- Ave., Ecke Midland- 
Ave. und Colvinstrasse. 


wurde am 13. Februar 1842 in Holz- 

gerbingen, Oberamt Böblingen, 
Württemberg, geboren. Nachdem 
er die Gemeindeschule in seiner 
Heimath besucht hatte, erlernte er 
die Weberei, wanderte im Jahre '52 
nach Amerika aus und Hess sich 
im selben Jahre in Syracuse nieder. 
Er betrieb hierein Restaurant, wel- 
ches er mit Hülfe seiner Ehefrau 
zu hoher Blüthe brachte. Er machte 
den Bürgerkrieg in Co. B des 149. 
N. Y. Regiments mit und starb 
am 17. Dez. '92. Seine Wittwe 
wohnt mit ihrem Sohne 226 James- 


Sohn des allbekannten verstorbenen 
deutschen Pioniers Jakob J. Klein, 
wurde am 17. Mai 1867 in Syracuse 
geboren, woselbst er auch die Pub- 
lic Schools besuchte. Er erlernte 
hierauf das Restaurant - Geschäft 
und betreibt seit dem Tode seines 
Vaters das von diesem an 226 James- 
strasse gegründete und allgemein 
beliebte Geschäft in Verbindung 
mit seiner Mutter. Er ist mit K. 
A. Sanders verheirathet und wohnt 
226 Jamesstrasse. 


allgemein bekannt als "Captain" 
oder "Major" Knapp, wurde am 
28. November 1837 zu Wadril im 
Kreis Trier, Preussen, geboren. Er 
besuchte die Elementarschule sei- 
ner Heimath, kam am 8. Juli 1S52, 
14 Jahre alt, nach Syracuse. Er er- 
lernte das Cigarrenmachen und als 
der Bürgerkrieg ausbrach, Hess er 
sich für Comp. B, des 149. N. Y. 
Freiwilligen Regiments anwerben 
und hat alle Schlachten und Märsche 
dieses Regiments mitgemacht, die 
an anderer Stelle beschrieben sind, 
ausser die Schlacht bei Gettysburg. 
Er gerieth in Gefangenschaft und 
hat 6 Wochen lang Gelegenheit ge- 
habt, die Schrecken und das Elend 
des berüchtigten Eibby Gefängnis- 
ses aus eigener bitterer Erfahrung 
kennen zu lernen. Seine militäri- 
sche Laufbahn war der Art, das 
Herr Knapp mit Recht darauf stolz 


sein kann. Nachdem er eine Zeit 
lang als Armee -Courier gedient hat- 
te, wurde er zum Seconde-Lieute- 
nant befördert, darauf zum Pre- 
mier - Lieutenant, Hauptmann und 


schliesslich Major. Aus dem Kriege 
zurückgekehrt, trat er mit seinem 
Halbbruder, Herrn Nicholas Pe- 
ters Sr., in Geschäftsverbindung u. 
verblieb darin von 1865— 1884, als 
er sich in's Privatleben zurückzog. 
Herr Knapp ist eine der prominen- 
testen Figuren des liiesigenDeutsch- 
thums und wurde wiederholt mit 
öffentlichen Aemtern betraut. vSo 
war er 1871 Stadtrathsmitglied der 
2ten Ward, diente als Polizei-Com- 
missär von 1875 — 82 und 1884 als 
Strassen-Superintendent. Er ver- 
heirathete sich mit Frl. Lisetta EU- 
sabetha Egelhoff, hat ein Kind und 
wohnt No. 422 Kirkpatrickstrasse. 


der älteste Sohn von Johann Adam 
Korb, wurde am 18. August 1863 
in Paris, Frankreich, geboren und 
wanderte im Jahre '72 mit seinen 
Eltern nach Amerika aus, woselbst 
sich die Familie in Syracuse nieder- 
liess. Nachdem er die öffentlichen 
Schulen durchgemacht und das 
Schneiderhandwerk erlernt hatte, 

wurde er 1881 Heizer bei der N. Y. 
C. & H. R. R. Co. Nach kurzer 
Zeit wurde er Heizer auf den schnell- 
sten Zügen der Bahn, einschliess- 
lich des Empire State Express, wel- 
che Stellung er noch jetzt bei hohem 
Gehalt bekleidet. Er ist mit Fräu- 
lein Amalia Humberstone verheira- 
thet, aus wejcher Ehe vier hochbe- 
gabte Kinder entsprossen sind und 
wohnt 623 E. Divisionstrasse, Syra- 
cuse. Herr Korb ist Mitghed des 
Freimaurer- und verschiedener an- 
derer Orden. 


der 2. und jüngste Sohn von Johann 
Adam Korb, wurde am 12. April 
1S65 in Paris geboren und kam mit 
seinen Eltern im Jahre '72 nach 
Syracuse, woselbst er die öffentlichen 
Schulen mit grossem Erfolg be- 
suchte. Er trat dann in den Dienst 
der N- Y. C. & H. R. R. Co. als 
Wagen- Inspector, wurde bald zum 
Heizer und '91 zum Eocomotiv- 
Führer befördert; s. Zt. war er der 
jüngste Ingenieur in der westlichen 
Abtheilung der Eisenbahn. Herr 


Korb wohnt in East Syracuse, ist 
mit Eäura E. Boullee, Tochter des 
verstorbenen Dr. W. H. Boullee von 
New Hamburg, Can. , verheirathet 


und hat eine Tochter. Herr Korb ist 
einer der hervorragendsten jungen 
Leute von East S}'racuse, ist Re- 
pubHkaner und schon häufig von 
seinen Freunden ersucht worden, 
ein politisches Amt anzunehmen; 
er hat dies jedoch stets aus dem 
Grunde abgelehnt, weil seine Stel- 
lung bei der Eisenbahn ihm nicht 
erlauben würde, die Interessen sei- 
ner Mitbürger nach Gebühr wahr- 
zunehmen. Er ist ein grosser 
Bücherfreund und wohlunterrichtet, 
nicht nur in allgemeiner Literatur, 
sondern auch in juristischen Bü- 
chern, wie es überhaupt seine Ab- 
sicht ist, späterhin das Studium 
derRechtswissenscaft aufzunehmen. 
'95 wurde er von Gouverneur Mor- 
ton zum öffentlichen Notar ernannt 
und '97 durch Gouverneur Black 
in diesem Amt belassen. 


wurde am g. Dezember 1829 zu Ul- 
met, Rheinpfalz, geboren, besuchte 
die Ortsschule, erlernte das Maurer- 
handwerk und diente dann beim 
Militär, wurde auf die Militärschule 
in Kaiserslautern geschickt, wo er 
den I. Preis für Schönschreiben 
davon trug. In 1853 ging er nach 
Paris, wo er sich '55 mit Fräulein 
Louise Jacob verheirathete, aus wel- 
cher Ehe IG Kinder hervorgingen, 
von welchen noch 4 am Leben sind. 
In Paris war er etliche Jahre Ge- 
hülfe der Stadtgeometer, 6 Jahre 
Handlungsgehülf e und hielt 
schliesslich auch ein Hotel. Im 
ganzen war er 18 Jahre in Paris. 
1872 kam er nach Amerika, Hess 
sich am 9. Januar desselben Jahres 
in Syracuse nieder und erhielt eine 
Anstellung bei der N. Y. Central 
Bahn, in deren Diensten er jetzt 
noch steht und zwar als Foreman 
in East Syracuse. Er geniesst all- 
gemein Ansehen und Achtung bei 
jedermann. Seine 4 Kinder heissen: 
A. J. Korb, J. G. F. Korb, Mar- 
garetha Lehr und Katharina Lang. 
Herr Korb ist noch munter und 
rüstig, zufrieden mit Gott und der 

Welt und wohnt in East Syracuse. 


der bekannte und beliebte Uhren- 
macher und Juwelier, erblickte das 
Licht dieser Welt am 8. Juli 1844 
in Baden. Nachdem er die Ge- 
meindeschule und Gewerbeschule 
durchgemacht hatte, erlernte er die 
Uhrmacherei in der grossherzoglich- 
badischenUhrmacherschule zu Furt- 
wangen. In '68 wanderte er aus 
nach Amerika, kam nach Syracuse 
wo er noch jetzt als Uhrmacher und 
Juwelier ein erfolgreiches Geschäft 
in No. 404 S. Salinastrasse betreibt. 
Als tüchtig in seinem Beruf und zu- 
vorkommend in seinen Geschäfts- 
beziehungen ist er in den weitesten 
Kreisen bekannt. Er ist mit Fräu- 
lein Catherine D. Doli verheirathet, 
hat ein Kind und wohnt No. 410 


geboren am 21. November 1866 in 
Syracuse, erhielt seine Schulbildung 
in den hiesigen öffentlichen Schu- 
len und musste schon frühzeitig den 
Kampf um's Dasein ausfechten. 
Durch angestrengten Fleiss und 
unbeugsame Willenskraft und ab- 
solute Integrität hat ersieh zu ei- 
ner angesehenen Stellung emporge- 
schwungen und durch Selbststu- 
dium die Lücken in seiner früheren 
Ausbildung ausgefüllt. 12 Jahre 
alt erlernte er das Barbiergeschäft, 
gab dasselbe aber nach 2 Jahren 
auf und wurde Kassirer für die Ei- 
senwaarenfirma Kiefer & Walshe. 
Er bemeisterte in kurzer Zeit die 
Buchführung und wurde, 17 Jahre 
alt, Buchhalter dieser Firma. In 
1887 wurde er erster Buchhalter für 
die Haberle Brewing Co. und spä- 
ter für die Haberle-Crystal Spring- 
Brewing Co. Schon frühzeitig fand 
er grossen Geschmack an der Poli- 
tik und war Mitglied verschiedener 
politischer Organisationen. In 1893 
legte er seine Stelle als Buchhalter 
nieder, zum grossen Bedauern sei- 
ner Prinzipale, und entschied sich 
für das Studium der Rechtswissen- 


Schaft, indem er in die Kanzlei der 
bekannten Rechtsfirma Costello & 
Welch eintrat, um seine Vorstudien 
zu machen. Die republikanische 
Convention in 1893 nominirte ihn 
mit 69 gegen 1 1 Stimmen für As- 
sembly-Mitglied, und seine Ervvähl- 
ung stand ausser Zweifel, doch sah 
er sich gezwungen zurückzutreten, 
da er zur Zeit seiner Nomination 
Commissioner of Deeds waru. nach 
einem alten Gesetz dieses Amt reo 
Tage vor der Wahl hätte niederle- 
gen sollen, um wahlfähig zu sein. 
Nach v^oUendeten Vorstudien absol- 
virte er einen Spezial-Cursus in der 
juristischen Fakultät der Cornell- 
Universität in Ithaca und wurde 

einander als Geschäftsführer, Vize- 
Präsident und Präsident. Gegen- 
wärtig hat er sich von allen Ge- 
schäften zurückgezogen und lebt in 
wohlverdienter Ruhe von seinem 
Kinkommen. Unter Mayor De- 
mong's Verwaltung diente er mit 
Auszeichnung als Commissär des 
Gesundheitsraths. Aus seiner Ehe 
mit Fräulein Johanna Böhler gingen 
4 Kinder hervor, die alle noch le- 
ben. Er wohnt No. 505 Catherine 


einer der hiesigen jungen deutschen 
Rechtsanwälte, wurde am 19. Mai 
1870, als Sohn unsers bekanntenMit- 



1895 als Advokat und Rechtsan- 
walt in Onondaga County zugelas- 


wurde am 18. P'ebruar 1832 zu Ha- 
ckenheim bei Kreuznach in der 
Rheinprovinz geboren, besuchte die 
Volksschule seiner Heimath und 
wurde Barbier. 1852 wanderte er 
nach Amerika aus, kam gleich nach 
Syracuse und etablirte sich hier als 
Barbier. In diesem Geschäft war er 
32 Jahre lang thätig und mit gros- 
sem Erfolg. Fünf Jahre lang stand 
er dann mit der Germania Brewing 
Co. in Verbindung, und zwar nach- 

bürgers Franz Eang, in Syracuse 
geboren. Er besuchte die hiesige 
Hochschule, von welcher er im 
Jahre '87 graduirte. Nachdem er 
noch ein Jahr lang die hiesige Uni- 
versität besucht hatte, entschloss 
er sich zum Studium der Rechts- 
wissenschaft und trat zu diesem 
Zweck in die Kanzlei der Advoka- 
tenfirma Knapp, Nottingham und 
Andrews. Hierauf bezog er die 
Cornell Lawschool und wurde nach 
einem Jahre zur Praxis als Rechts- 
anwalt zugelassen (Februar 1892). 
Herr Eang begann seine Praxis 
ganz allein und es ist ihm gelungen 

dieselbe auszudehnen und zu einer 
lohnenden zu machen. Er verlegt 
sich namentlich auf die Prüfung 
und Anfertigung von Urkunden 
über Grundeigenthum, Hypotheken 
Kaufbriefe u.s.w., doch hat er auch 
zahlreiche Prozesse vor Gericht 
plaidirt und erfolgreich zu Ende ge- 
führt. Unter den Deutschen ge- 
messt er grosses Zutrauen und sie 
bilden einen grossen Theil seiner 
dienten. Seine Office befindet sich 
No. 46 und 47 Syracuse Savings 
Bank Building. 


wurie am 18. Juni 1862 als Sohn 
deutscher Eltern in Syracuse gebo- 
ren, besuchte in seiner Jugend die 
Prescott-Schule u. Mead's Business 
College, wo er sich auf seine erfolg- 
reiche Geschäfts- Laufbahn vorbe- 
reitete. Gegenwärtig betreibt er 
eine Grocery und ist als reeller und 
tüchtiger Geschäftsmann bekannt. 
Trotz seiner Jugend ist es ihm ge- 
lungen, sein Geschäft (476 Nord- 
Salinastrasse) zu einem der besten 
und bekanntesten auf der Nordseite 
zu machen und dies hat er seinem 
unermüdlichen Fleiss und seiner 
strengen Rechtlichkeit zu verdan- 
ken. Der Handel in Thee und 
Kaffee gehört zu seinen Spezialitä- 
ten. Herr Lindemer ist mit Fräu- 
lein Minnie Allmang verheirathet, 
hat 4 Kinder und wohnt No. 715 


der allbekannte Eis- und Kohlen- 
händler, wurde am 19. Juni 1850 
in Syracuse geboren und hat immer 
daselbst gewohnt. In seiner Ju- 
gend besuchte er die öffentlichen 
Schulen und begann dann seine ge- 
schäftliche Carriere, mit grossem 
Erfolg, sodass er gegenwärtig zu 
den erfolgreichsten und unterneh- 
mendsten Geschäftsleuten gezählt 
werden niuss. Lange Jahre hin- 
durch betrieb er ausschliesslich das 
Eisge.schäft, sowohl im Gross- wie 
Klein - Verkauf, bis er in diesem 
Jahre sich auch auf den Kohlenhan- 

del verlegte. Seine Geschäfts- Me- 
thoden und allbekannte Energie 
lassen es als ausgemachte Sache gel- 
ten, dass er auch in diesem Ge- 
schäftszweig den Erfolg aufzuwei- J 
sen haben wird, welchen Ehrlich- | 
keit, Energie und Umsicht verdie- ■ 
neu. In politischer Hinsicht hat er 
mehrfache Beweise des X^ertrauens 
seiner Mitbürger erhalten. Vom 
Jahre '78 an diente er 5 Jahre lang 
als Feuerwehr - Commissär; in den 
Jahren 1884—86 als Stadtrath der 
2. Ward, und Vorsitzer verschie- 
dener wichtiger Komiteen. Von 
1892 — 97 diente er als Polizei-Com- 
missär. Während des Bürgerkriegs 
diente er im loi. Regiment. 


wurde am 29. Oktober 1853 als der 
Sohn von AdamListman, welcher 
im Jahre '42 eingewandert war und 
'67 starb, in Syracuse geboren. 
Nachdem er die Townsendschule 
besucht hatte, war er im Eisge- 
schäft seines Bruders thätig und ist 
diesem Beruf bis auf den heutigen 
Tag treu geblieben. Philipp List- 
man gehört heute zu den grössten 
Eishändlern im County und ist als 
Geschäftsmann unter seinen Mit- 
bürgern hoch angesehen. Er ist 
mit Lizzie geb. Thomas glücklich 
verheirathet und hat 5 Kinder — 2 
Knaben und 3 Mädchen. Hr. List- 
mann wohnt 624 Katherinestrasse. 


wurdeam 25. Januar i8i3inSchwan- 
ten, Canton Glarus, Schweiz, geb. 
und besuchte die Ortsschule daselbst 
und erlernte dann das Schreiner- 
Handwerk. Im Jahre '36 kam er 
nach Amerika. Herr Luchsinger 
war lange Jahre als Bau-Contrahent 
thätig und brachte es durch Fleiss 
und Energie zu einem ziemlichen 
Wohlstande. Er verheirathete sich 
mit Frl. Katherina Blumer, welcher 
Ehe 7 Kinder entsprossen, wovon 
3 am Leben sind. Herr Luchsinger 
wohnt in No. 221 Cedarstrasse. Er 
ist ein Mitglied und Gründer der 


Immanuels-Gemeinde und des hie- 
sigen Schweizer Grütli- Vereins. 


wurde am lo. Nov. 1826 in Hohen, 
staufen, Württemberg, geboren- 


besuchte die heimathUche Volks- 
schule und erlernte das Küferhand- 
werk. Im Jahre '51 kam er nach 
einer 96 tägigen Fahrt auf dem Se- 
gelschiff ,, Hedwig" nach Amerika 
und zwar gleich nach Syracuse. 
Das Salzgeschäft stand damals in 
voller Blüthe und die Küfer hatten 
gute Beschäftigung. Er fing im 
selben Jahre noch ein eigenes Ge- 
schäft an und hat sich im I^aufeder 
Jahre durch schwere Arbeit sein 
Auskommen gesichert. Aus seiner 
Ehe mit Fräulein Eouise Zipperer 
hat er 4 Kinder, die noch alle leben, 
nämlich: Andreas Albert, Johann 
Gottlob, Georg Friedrich Euther, 
und Frau Eouise Schultz. 


der hiesige Hülfs - Postmeister, ge- 
niesst die Auszeichnung, langes als 
irgend ein anderer Beamter in dem 
hiesigen Postamt gedient zu haben. 
Herr Maynard wurde in Worcester 
County, Massachusetts geboren, er- 
hielt seine Ausbildung in den öf- 
fentlischen Schulen und später in 

der Shetford Academie in Vermont. 
Im Alter von 20 Jahren kam er nach 
Syracuse, wohin sein älterer Bru- 
der ihm vorangegangen war. Hier 
erhielt er eine Anstellung als Clerk 
in dem Frachtbureau der N. Y. 
Central Bahn in Port Byron, wo er 
bis zum Ausbruch des Bürgerkrie- 
ges verblieb. Er trat in das i85Ste 
N. Y. Freiwilligen-Regiment. Nach 
Friedensschluss erhielt er eine An- 
stellung im Syracuser Postamt [im 
Juni 1867]. In Jener Zeit waren 
blos 7 Clerks und 10 Brief träger an- 
gestellt, während es jetzt etwa 40 
Clerks und 60 Briefträger giebt. 
Bis zum Jahre 1884 war er Regis- 
trir - Clerk, als er von dem damali- 
gen Postmeister, James M. Gilbert, 
zum Assistenten ernannt wurde, 
welche Stellung er seitdem inne ge- 
habt hat. 


der gegenwärtige Mayor von Syra- 
cuse, wurde am 12. JuH 1868 als 
Sohn von irischen Eltern in New 
York City geboren. In 'f>q xxrzog 


die Familie nach Syracuse, wo Herr 
McGuire von seinem 5. bis zu sei- 
nem IG. Eebensjahre die deutsche 
Schule besuchte und dann auf 3 
weitere Jahre die öffentlichen Schu- 


len der Stadt. Er ist in des Wortes 
voller Bedeutung ein selbstgemach- 
ter Mann, der sich durch zähe Be- 
harrlichkeit und unermüdliche En- 
ergie aus niedrigen Eebensverhält- 
nissen zu einer geachteten Stellung 
im geschäftlichen, gesellschaftli- 
chen und politischen Eeben empor- 
geschwungen hat. Das erste öffent- 
liche Amt, welches er bekleidete, 
war dasjenige eines Commissärs der 
öffentlichen Bibliothek. Im Jahre 
'95 wurde er mit grosser Majorität 
zum Mayor der Stadt erwählt und 
ward weit und breit bekannt als der 
jüngste Mayor einer grösseren Stadt 
in den Vereinigten Staaten. Er ist 
bekannt als ein brillanter Redner 
und hat als .solcher in vielen weit 
getrennten Eandestheilen sich aus- 
gezeichnet. Er verheirathete sich 
am 24. Juni 1896 mit Fräulein 
Frances Gertrude McGuire von 
Forestport, N. Y., und hat eine 


geboren am 12. Mai 1841 in Gunts- 
heinij Hessen- Darmstadt, kam als 
13jährigen Knabe mit seinen Eltern 
nach Amerika, wo sie sich in Syra- 
cuse niederlies.sen. In seiner Hei- 
math hatte er die Orts.schule be- 
sucht und hier ging er bis zu .seinem 
17. Jahre in die öffentliche Schule. 
Darauf lernte er das Salzfäs.serma- 
chen, welches Geschäft damals blüh- 
te und das einzige, wofür damals 
baares Geld bezahlt wurde. Trotz- 
dem seine Eltern Deutschland ver- 
lassen hatten, um ihre Söhne vor 
dem Militärdienst zu bewahren, ging 
er doch beim Ausbruch des Bürger- 
krieges unter die Soldaten. Er und 
sein Bruder Philipp traten im Sep- 
tember 1861 in's lor. Regiment ein, 
weil sie glaubten, es sei ihre Pflicht, 
dem Adoptiv- Vaterland zu dienen. 
Alle Schlachten dieses Regiments, 
die im geschichtlichen Theil erwähnt 
werden, hat er mitgemacht. Nach 
dem Krieg erlernte er das Zimmer- 
mann-Handwerk bei Amos Mason 
(1866), für welchen er 16 Jahre lang 

arbeitete. Juni 1882 erhielt er un- 
ter Postmei.ster Chase eine Anstel- 
lung im Postamt, die er treulich und 
gewissenhaft bis auf diesen Tag 
verwaltet hat. Er ist Superinten- 
dent of the General Delivery De- 
partement and Eock Boxes. Er ge- 
hört zur Salt City Loge A. O. U. W. ; 
Onondaga-Eoge I. O. K. P. ; Walhalla- 
Mannie D. O. H. ; Eilly Post G. A. R. . 
in welchelm er 4 Jahre Commandeur 
war. Ferner war er 4 Jahre Präsident 
der St. Peterskirche; Charter Mem- 
ber der Deutschen Wacht Eoge und 
diente in allen Aemtern derselben bis 
zum Grossbarden D.O.H.vom Staate 
New York. Er verheirathete sich 
1865 mit Fräulein Elisabeth Werm- 
linger und hatte 7 Kinder, welche 
ausser seiner ältesten Tochter noch 
alle leben. 


wurde am 6. September 1820 in 
Karlsruhe, Grossherzogthum Baden 
geboren und besuchte die öffentli- 
chen Schulen in seiner Heimath. 
Am 1 1 . April ' 50 wanderte er nach 
Amerika aus und kam sofort nach 
Syracuse, wo er zunächst als Maler 
und Anstreicher für Jakob Baum- 
gras & Wöse arbeitete. Als der 
Krieg ausbrach, meldete auch er 
sich bei'm loi. N. Y. Frw. R., 
wurde jedoch wegen seiner schw'a- 
chen Augen nicht angenommen. 
Von '62 — '67 wurde er Sexton des 
Rosehill Kirchhof und dann wieder 
Maler bis '71, in welchem Jahre er 
bei der Gesundheitsbehörde ange- 
stellt wurde und vom Jahre '72 bis 
' 75 die Oberaufsicht über diePocken- 
Epidemie führete. Von '77 — '80 
arbeitete er wieder in seinem erlern- 
ten Beruf und seit '80 ist er Sexton 
des Rosehill Kirchhof. Herr Miller 
ist in den weitesten Kreisen unserer 
Stadt allgemein bekannt und wegen 
seines jovialen Wesens überall gern 
gesehen und beliebt. Er wohnt 
914 Eodi-Strasse. 


geboren am 26. Sept. 1826 zu Un- 
terjesingen, Oberamt Herrenberg, 


Württemberg, besuchte die hei- 
mathliche Volksschule und war 
dann seinem Vater bei der Küferei 
behilflich. Am 5. September 1848 
kam er nach Amerika und Hess sich 
in Syracuse nieder, wo er zuerst 
bei der Firma Peter und Geo. Wa- 


goner in Condition war und später 
an der Pearlstrasse mit grossem Er- 
folg ein Spezereiwaarengeschäft be- 
trieb. Am 20. März '53 verheira- 
thete er sich mit Fräulein Maria 
Magdalena Büchsenstein aus wel- 
cher Ehe 6 Kinder hervorgingen, 
wovon noch 4 leben, nämlich: Maria 
M. Eohrmann, Eouise M. Enright, 
Carl H. Motzer und Frau Pastorin 
Katharine Julia Hardy. Herr 
Motzer starb am 9. Januar 1880. 


wurde am 21. Februar 1820 zu Ur- 
springe in Unterfranken, geboren, 
besuchte die Volksschule u. wurde 
Maler. In 1844 kam er nach einer 
beschwerlichen Seereise von 42 Ta- 
gen nach Amerika, wohnte zu- 
nächst 8 Jahre in Detroit, Mich., 
und verzog 1852 nach Syracuse. 
Da er grosses Talent für die Musik 
hatte, verlegte er sich darauf und 
w^ar 14 Jahre Musiker im Süden. 
Als solcher hat er auch den Bürger- 

krieg mitgemacht. Er verheira- 
thete sich mit Frl. Karolina Grat- 
wohl und hat 6 Kinder. Herr Mül- 
ler hat ein vielbewegtes Eeben hin- 
ter sich und hat einen reichen Schatz 
von interessantenErinnerungen aus 
seinen Erlebnissen. Jetzt lebt er zu- 
rückgezogen in seiner Wohnung 
Nro. 510 Prospect Avenue. 


wurde im Jahre 1841 zu Wadrillim 
Regierungs- Bezirk Trier, Preussen, 
geboren, besuchte die heimathlische 
Volks - Schule, und widmete sich 
dem Kaufmannsstand. Im Jahre 
1870 wanderte er aus nach Amerika, 
kam am i. Juli in New York an u. 
Hess sich in Syracuse nieder, wo es 
] ihm durch Fleiss, Ausdauer und 
reelle Bedienung gelungen ist, ein 
profitables Geschäft als Grocer zu 
gründen, das ihn zum wohlhaben- 
den Mann gemacht hat. Herr Ni- 
ckels ist mit Fräulein Barbara Heck 
verheirathet, hat 3 Kinder u. wohnt 
No. 913 Parkstrasse. 


wurde am 24. August 1823 zu Al- 
senz in der Rheinpfalz geboren, 
besuchte die Gemeindeschule und 
erlernte dann das Steinhauer- Hand- 
werk. In 1S50 kam er nach Syra- 
cuse. Er arbeitete auf seinem Hand- 
w^erk, bis er 1866 ein selbststän- 
diges Geschäft anfing, und zwar 
Contrahent und Händler in Stein- 
platten u. s. w. Er betreibt das- 
selbe in Gemeinschaft mit dem Sohn 
des Herrn Adam Friedrich Niess. 
Fleiss, Umsicht und reelle Ge- 
schäftsmethoden haben Herrn Nies 
zu Wohlstand und Ansehen ge- 
bracht. Am 24. Mai 1854 verhei- 
rathete er sich mit seiner Gattin 
Maria A. Sievring und hat 7 Kin- 
der. Er wohnt No. 1004 McBride- 


Herr Pastor Alexander Oberlaen- 
der, welcher von 1869 — 93 Pfar- 
rer der Evangelisch - Eutheri sehen 
Zions - Gemeinde war, sowie der 


ün Jlttractiue.... |)o one _ 
^- ^- Combination %%%% 

to an intending assurer: — 
The strongest Company — 
The largest surplus — The 
best policy.— See the new 
Guaranteed Cash Value 
Policy of 

whose life is worth anything 
can afford to do without life 
assLirance. No one who 
needs life assurance can af- 
ford to take it before seeing 
the new policy ot 



101-112.11Ö KIR.K BUILDINÖ. 




Office, Housc & ChurchFurniture, 

BAR and STORE EIXTURES, &c., &c. < «< 

Kepairing of f urniture promptip and neatip donc. 

314 iv'^ 316 E. WATER ST. ¥¥ SYRACUSE, N. Y. 

All Orders will receive prompt attention. 



304- to 312 PEARL ST. 


Steam Fitting a Specialty. 
y fir-ir\ P-UIvLEVS. 

IRodel and Die Ißaking, • Press Work, 



,...mill and Brcwcrp Work. 

STEAri PUMPS, EX'tilNES, l>l?INTI\'(i 

BICYCLES built to Order, Repaired 



isTo. ais. 


von ihm gegründeten Evang.-IyUth. 
Tabor- Gemeinde bis zum Oktober 
'96 als Seelsorger vorstand, ist Va- 
ter von zehn Kindern, nämlich 6 
Söhnen und 4 Töchtern. Karl, der 
älteste, ist Musiklehrer in Califor- 
nien, und Walter, der jungte, lebt 
mit seinem Vater in Cullmann, Ala- 
bama, wo letzterer aus Gesundheits- 
rücksichten sich zur Zeit aufhält, 
Pastor Oberländer wurde in Frie- 
dersdorf, Bezirk Königsee, im Für- 
stenthum Schwarzburg- Rudolstadt , 
geboren. Er verlor, als der jüngste 

wanderte er 1859 nach Amerika aus 
und Hess sich in Rochester, N. Y., 
nieder, wo er Schul- und Musik- 
unterricht gab und sich nebenbei 
auf das Predigtamt vorbereitete. 
Im Jahre 1861 wurde er in Chicago 
von der Evang. Synode des Nord- 
westens ordininirt, bediente dann 
zwei Jahre die Evang. Enth. Ge- 
meinde in Waukeegan, 111. ; hierauf 
die Gemeinde in West Turin, Le- 
wis County, N. Y., für 3 Jahre; 
diejenige in Rome, N. Y., 2 Jahre; 
und folgte 1869 einem Ruf der hie- 


von drei Brüdern, im Alter von 2 
Jahren den Vater. Seine verwitt- 
wete Mutter war vornehmlich dar- 
auf bedacht, ihren 3 Söhnen eine 
gute, womöglich akademische Er- 
ziehung und Ausbildung zu ver- 
schaffen und da es ihr dazu an den 
nöthigen Mitteln fehlte, wandte sie 
hauptsächlich dem jüngsten ihre 
Hauptsorgfalt zu. Derselbe absol- 
virte im Jahre 1853 die Realschule 
und 3 Jahre später das Seminar zu 
Rudolstadt. Nach 3-jähriger Thä- 
tigkeit als Haus- und Musiklehrer, 

sigen Zion's-Gemeinde, welche er 
mit grossem Erfolg 24 Jahre be- 
diente. In 1 890 besuchte er die alte 

Dr. Oscai Oberlaender, Zweitältester 
Sohn des Obigen, wurde am 26. April 
1859 zu Gross-Breitenbach, Schwarzburg- 
Rudolstadt, geboren, kam mit seinen 
Eltern nach Amerika, besuchte die hiesi- 
gen Schulen und absolvirte '81 das hiesige 
medizinische CoUegium. Seitdem prak- 
tizirt er in hiesiger Stadt als Arzt, und 
nimmt unter seinen CoUegen und als Mit- 
glied der Academy of Medicine, eine her- 
vorragende Stellung ein. 


n Progressive ClotDing Bouse- 


'REAT ajvances have been made in the past quarter 
of a Century in the manufacture of ready-made cloth- 
ing;, and, from comparatively insignificant propor- 
tions, the trade has grown to one of the first magni- 
tude. The quality of the goods has been greatly en- 
hanced. and to-day first-tlass ready-made clothing is 
practically fully equal to the custom-made garments, 
the main item of difference being in the price, the cloth- 
ing manufacturer being willing to content himself with 
a smaller margin of profit in view of his much larger 
transactions. A prominent exponent of the wholesale 
clothing trade of Syracuse, N. Y., is the enterprise of J. 
M. Mertens & Co.. who are the successors to a business 
whicli can claim tu i^e ime of thepioneer wholesale cloth- 
ing linuses nf tliis ciiuntry. The business was founded in 
1844 l\\- the late A. C. ^'ates. Later, in 1864, Mr. Theodore 
Dissfl became a partner, and the firm was known as A. C. 
Yates & Co. At the death of Mr. Yates, in 1880, Mr. Dis- 
sel became sole proprietor. but in February of the follow- 
in.g year Mr. J. M. Mertens obtained an interest, and the 

M'InlfflE'Nrinrii'Sii^R iyW ff'ir 'rf^' firm-of Theodore Dissel & Co. was constituted. After 
i^ g JS . M Jt'P| l^mßRä^ the death of Mr. Dissel, in 1888, the present firm of J. 

■ iJh^H[ ^ W iffl F *v ilWi^^^^' ^- Mertens & Co. was organized, the co-partnership 

"THSliiMMiiM BfiJ^SiliPg' being J. M, Mertens and Ale.xander Dissel. Since the 

^JiHl^HIPlilH ■■■"-■'■ ™' ' r death of Ale.xander Dissel, in 1892, Mr. Mertens has 

been sole owner, continuing under the firm name of J. M. 
Mertens & Co. The building that is utilized by this firm is 
a commodious and handsome one of six floors and base- 
ment, comprisingtljree Stores, and extending back a dis- 
tance of i4n leet fmm the main slreet of the city. It is 
splendidly appnjnted and arranged for the business, hav- 
ing electric power for operating cutting and sewing machines. trei.L;ht .inJ passenger elevators. J. M. Mer- 
tens & Co. manufacture a general line of clothing suitable tor all cl.tsses of tradL-; no decidedly inferior goods, 
however.are made here. Thelen.gthenedexperienceof thetirm jjixes tliem tlie most Intimatu and thorough knowl- 
edge of the requirements of the public, and the.\' have alwa\ s endL-a\ nreJ t" anticif ate their demands. Every 
change in the fashion is quickly perceived, and the garments embiid\- in the highc-st degree the desirable char- 
acteristics of the latest styles and fashionable cut. and the prices will be found tu compare favorably with those 
of competitors. The extensive patronage of the concern is drawn from all sections of the United States, and 
commercial travelers are employed on the road, calling on customers mainly in the States of Ohio, Michigan, 
Vermont, Pennsylvania, Wisconsin and New York. — In addition to ready-made clothin.g, this firm carries a 
very extensive ifne of cloth and tailor's trimmings suitable for custom tailors. 


Gross- und Kleinhändler in 

Cibev, Essiö, MciivEssio 

. . . UND SENF . . . 

ecke park- und iHarpslrasse. 

JOHN GRAFF. ^^^nmyorm... 


Kindling, Stove.... 
and Cord Wood, 


V X D 1^ *S • I "^ö TüVM^sciKl Str-ect tinci 
» r\K\J^ , Corner Loci? (ir\c| Ash Streets, 




wurde im Jahre 1841 gegruenJet und ist eine der 
groessten Gesellschaften dieser Art in der ganzen 
Welt. Dieselbe besitzt eigene Gebaeude In allen 
Gross-Staedten des In- und Auslandes, ist ueberall 
vertreten und offerirt die besten Policen, welche nach 
3 Jahren einen Baarwerth haben oder gegen aufbe- 
zahlte Policen umgetausi ht \iri Jin koenn'en. L'nter 
der Verwaltung des |,t/i,:,n 1 'i ,1. si Jenten, JOHN A., 
McCALL, hat diese tj.s.iu,li.iii lirsige Fortschritte 
gemacht und eine fabelli.ilte lliactigkeit entwickelt. 


Alexander E. Oberlaeiidei\ drittältester 
Sohn des Pastors A. Oberländer, wurde 
am 26. Mai 1861 in Rochester, N. Y., ge- 
boren, studirte nach vollendeter Schul- 
zeit 5 Jahre lang die Rechtswissenschaft 
mit den Advokaten E. W. Hunt & Hunt, 
und Leavenworth & Weaver, absolvirte im 
Mai '82 das Columbia Law-College in New 
York und wurde im folgenden Juni in 
Buffalo als praktizirender Rechtsanwalt 
zugelassen. Unter den jüngeren Kolle- 
gen nahm er eine besonders hervorragende 
Stellung ein, und bei der nächsten Stadt- 
wahl im Februar '83 wurde er als Frie- 
densrichter hiesiger Stadt erwählt und 
nach 4j ähriger Amtszeit wiederum auf 4 
weitere Jahre. Nicht nur als Rechtsan- 
walt, sondern auch als Republikaner und 
Politiker, steht er in hohem Ansehen. 
Als Deutsch-Amerikaner nimmt er stets 
herzlichen Antheil, wenn es gilt, deut- 
sche Sitten und Gebräuche zu fördern. 
Schliesslich sei noch bemerkt, dass wir 
ihm zu grossem Danke verpflichtet sind 
für uns gelieferte historische Thatsachen 
und andere Dienste bei der Zusammen- 
stellung dieses Werkes. 

Dr. Hartman L. Oberlaender, viertäl- 
tester Sohn, wurde am 12. Mai 1864 in 
Waukegan, 111., geboren, besuchte die 
hiesigen öffentlichen Schulen, absolvirte 
die Hochschule, besuchte später das hie- 
sige medizinische Collegium und absol- 
virte dasselbe '87 als praktizirender Arzt. 
Als Student zeichnete er sich durch Fleiss 
und Talent aus und war bei Lehrern und 
Schülern gleich beliebt. In '92 wurde er 
von der Regierung in Washington als 
Arzt für die Indian Industrial School zu 
Cherokee, N. C, ernannt, welche Stelle 
er jetzt noch inne hat. 

Pastor Fridolin E. Oberlaender. fünft- 
ältester Sohn des Pastors A. Oberländer, 
wurde am 27. Januar 1866 in West Turin, 
Lewis Co., N. Y., geboren, trat nach 
vollendeter Schulzeit in das Geschäft von 
D. McCarthy & Sons und Dey Bros, als 
Verkäufer. Später fühlte er sich zum 
Predigtamt hingezogen und studirte auf 
dem Hartwick Seminar Theologie. Nach 
einem 6jährigen Kursus und bestandenem 
Examen woirde er (1892) von der Ev. 
Lutherischen Synode von New York und 
New Jersey in Württemberg, N. Y. ordi- 
nirt. Er bediente die ( 1893) in Utica, N. 
Y., umgegründete St. Matthäus - Ge- 
meinde, bis dieselbe den ihr entsprechen- 
den Prediger berufen konnte, da Herr 
Oberländer den an ihn ergangenen Ruf 
abgelehnt hatte. Später assistirte er sei- 
nem kränklichen Vater im Amte, und als 
dieser im Herbst '96 nach Cullman, Ala., 
abreiste, übernahm er den Dienst an der 
Evang. Lutherischen Tabor - Gemeinde 
hierselbst, wo er zur Zeit noch in deut- 
scher und englischer Sprache anitirt. 


wurde am 16. Juli 1859 in Syracuse gebo- 
ren, woselbst er die öffentlichen Scliulen 
bis zu seinem Uten Jahre besuchte und 
dann das Former-Handwerk erlernte. Er 
ist gegenwärtig Verkäufer in einem der 
grössten Eisengeschäfte und wegen sei- 
ner Tüchtigkeit und Zuvorkommenheit 
allgemein beliebt. Er ist Alderman der 
16ten Ward für den Termin Termin '96- 
'97. Er ist verheirathet, hat 8 Kinder 
und wohnt 126 Johnstrasse. 


wurde am 1. Januar 1874 in Syracuse ge- 
boren, wo er die öffentlichen Schulen, 
Hochschule und dann die Universität von 
Syracuse besuchte. Hierauf studirte er 
Rechtswissenschaft auf der St. Francis 
Xavir und der Columbia Akademie, wo er 
im Jahre '95 graduirte und noch im sel- 
ben Jahre den Grad des Ph. B. und L. L. 
B. erhielt. Er wurde im gleichen Jahre 
zur Praxis als Rechtsanwalt zugelassen 
und ist Mitglied der Firma Quinn & Pa- 
kelnishky, 423 Bastable Gebäude. Er 
zählt zu den hervorragendsten jüngeren 
Advokaten und und wohnt 115 Burt- 


wurde am 24. August 1824 in Wadrill in 
der Rheinprovinz geboren, erhielt seine 
gewöhnliche Schulbildung, half seinem 
Vater in der Landwirthschaft und fand 
dann Beschäftigung als Müllerbursche. 
Nicht zufrieden mit den engen heimath- 
lichen Verhältnissen, wanderte er '47 
nach Amerika aus und landete am 9. Aug. 
desselben Jahres in New York, arm und 
freundlos. Er ging zunächst nach Bos- 
ton, wo er ein Jahr lang in den dortigen 
Wasserwerken arbeitete, und kam im 
August '4S nach Syracuse, wo er sich be- 
ständig niederliess. Zwei Jahre arbeitete 
er in einem Waarenlagerhaus, dann 
kaufte er sich Pferd und Karren und war 
6 Jahre Fuhrmann. Durch Sparsamkeit 
hatte er eine Summe Geld erübrigt und 
kaufte '48 das Grundstück an der Ecke 
von Lodi- und Pondstrasse und errichtete 
ein Backsteingebäude darauf für Ge- 
schäftszwecke. Hier eröffnete er '56 
einen kleinen Grocery-Laden, aus wel- 
chem sich nach Jahren das grosse Geschäft 
entwickelte. Seit 1865 hatte er seinen 
Stiefbruder Jakob Knapp, als Theilhaber 
und '74 trat der älteste Sohn Henry C. 
Peters hinzu. Da brach '75 die grosse 
Pockenepidemie aus, das Geschäft stand 
gänzlich still und die Firma musste sich 
bankerott erklären. Die Gläubiger erhiel- 
ten 20 Prozent ihres Guthabens und gaben 
sich damit zufrieden. Henry C. Peters 
trat '83 aus dem Geschäft aus und zu ver- 
schiedenen Malen wurde der Firmen- 
namen gewechselt, bis am 1. Januar '94 
auch Herr Peters sich zurückzog, nach- 





Q ener al in surance .^^^^ 

AND ^ 



f? f^ SYRACUSE, N. Y. 

Mortgnges Boiight and Sold and Loans Negotiated. 

\Ve represent tlie following well-known aiid reliable Insurance Companies: 

Buffalo Germaii Insurance Companp, of Buffaio. n, y>, 

This Company Zi'as organizcd iSöy, offers first-dass indcDiiiity, is prudcnt 
in its Ma7iagement and Seledion of Risks, Honorablc in its Adjustnicnt of 
Losscs, Prompt in the Paymoit of the same. 


I Cash Capital, % 200,000.00 

' Resen-efor Re-Insurance 340,455.10 
Resen'e for unpaid Losses 19,577-92 
Reserve forother I^iabilities ■'^',597.97 

Xet Surplus over 

Uabilities, i ,30' ,649.84 


Buffalo Conimcrcial 
«.Jnsurancc Companp. 

Orgaiiizcd i<S(^6. 


Reserve for other lyiabilities 

Net Surplus over all Liabilities. 

Cash Capital $200, 000. 00 

Reserve for Re-Insurance 36,716.66 
Reser\'e for unpaid Losses i ,863. 75 


--- 46,857-04 





_^- ^p >P 

RocDesUr Ger man Insurance CompanporRocDcst^r, n.y. 

Organized i8y2. 


Cash Capital $ 200,000.0a 

Resen-e for Re-Insurance 296, 209. 1 7 

Reserve for Unpaid Losses and other Iviabilities 35,622.42 

Net Surplus 476, 873. 7 1 

Gross Assets $ i , 008 , 705 . 30 

Reu) ftampsbire Fire Insurance Companp, 

^/ w«i ifc \fc >h ormancDcucr, n. R. 

Organized iSjö. 

Capital Stock.. $ 900,000.00 

Reserve for Re-Insurance 913,657.68 

All other Iviabilities 143,205.35 

NET SURPLUS 624,347.45 


Germania £ife Insurance Companp, or kcuj york Citp. 


Assets $22,362,442.84 

Iviabilities . 20, 285 ,823.17 

Net Surplus $ 2,076,619.67 



LivERY, Hack, Coupe... 


309 Townscnd Street, 

Telephone No. 18. SYRACUSE, N. Y. 

oPv(?i&Hr. ia?7l 



$alooii ii Resiauraai. 

601 NoKK Salina Street 

Die feinste» New Yorker Würste stets frisch an 
Hand In- und ausländische Weine, sowie Whiskies, 
in grosser Auswahl sind stets bei mir zu haben. 

Meine freundliche und central gelegene Halle für 
Privat- Vergnügen steht dem geehrten Publikum stets 
zur Verfügung. Liberale Bedingungen. 


dem er das Geschäft zu neuer Blütlie ge- 
bracht hatte. Er zahlte seinen Gläubi- 
gern den Rest seines Antheils an der 
Schuld völlig aus. Am '2-i. Oktober ver- 
heirathete sich Herr Peters mit Frl. Ger- 
trude Falk, aus welcher Ehe (i Kinder 
hervorgingen, nämlich Heinrich Conrad, 
Nicholasjr. , Jakob, Franz Georg, Johann 
Mathias und Gertrude Martha Peters. 
Diese leben noch alle, ausser Franz Georg. 
Herr Peters ist eine der prominentesten 
"•»Figuren des hiesigen Deutschthums, 
hocligeachtet und beliebt, und das von 
ihm gegründete Geschäft blühe wie nie 

der wohlbekannte Dirigent des "Lieder- 
kranz" und Musiklehrer wurde am 22. 
Februar 1860 geboren, besuchte das Real- 
Gymnasium iu Dresden, bezog dann das 
königl. sächsische Conservatorium in 
Dresden. Nach vollendeten Studien war 
er als Dirigent und Op2rnsänger thätig. 
Im Jahre 1S91 kam er nach S^-racuse, wo 
er als Dirigent des "Liederkranz" und 
als Veranstalter zahlreicher Konzerte sich 
auszeichnete. Unter seiner Leitung er- 
hob sich der "Liederkranz" zu bis dahin 
unerreichter Höhe und gewann unter an- 
dern! auf dem grossen Sängerfest in New- 
York[i894] den i. Preis in der 3. Gruppe. 
Aber auch als Musiklehrer geniesst er ei- 
nen ausgezeichneten und wohlverdienten 


wurde am 3. März 186ö zu Liverpool, N. 
Y., geboren, besuchte die öffentlichen 
Schulen und dann die Syracuse High 
School. Nachdem er mit Erfolg von der 
hiesigen medizin sehen Fakultät promo- 
virt wurde, machte er ausgedehnte prak- 
tisch-medizinische Studien in den Spitä- 
lern zu Wien und London, Hess sich im No- 
vember '87 als praktischer Arzt in Syra- 
cuse nieder, wo es ihm gelungen ist, eine 
erfolgreiche Praxis zu gründen. Ausser- 
dem hält er vor der medizinischen Fakul- 
tät der hiesigen Universität Vorlesungen 
über Anatomie und ist Chirurg für Hospi- 
täler der Free Dispensary und des House 
of Good Shepherd. Auch war er 
Präsident der Syracuse Medical Associa- 
tion und jetzt Secretär der Syracuse Aca- 
demy of Medicine, Herr Price ist ver- 
heirathet mit Fräulein Nettie B. Reese, 
hat Kinder und wohnt No. 704 Cathe- 
rinestrasse. Obwohl kein Deutscher von 
Geburt, so beherrscht er doch die deutsche 
Sprache in ausreichender Weise. 


ein Veteran aus dem deutsch - französi- 
schen Kriege, erfolgreicher Geschäfts- 
mann und einflussreicher Bürger in der 
Vorstadt Solvay, wurde in Arnswalde in 
der Neumark, Provinz Brandenburg ge- 

boren, besuchte die heimathlichen Schu- 
len und widmete sich dem Kaufmanns- 
stand. Als der deutsch - französische 
Krieg ausbrach, zog er mit dem 5. Bran- 
denburgischen Infanterie-Regiment No. 
4S ins Feld, half die Spicherer Höhen er- 
stürmen, war in der blutigen Schlacht bei 
\'ionville und nahm Tlieil an mehreren 
\'orposten - Gefechten bei der Belagerung 
von Metz. In dem berühmten Vorposten- 
gefecht bei Woippy, am 7. Oktober 1870, 
war sein Regiment, sowie das Leibregi- 
nient stark engagirt. Die Belagerten in 
Metz machten an jenem Tage einen ver- 
zweifelten Ausfallsversuch, wurden aber 
mit blutigen Köpfen heimgeschickt. Ue- 
ber jenes Gefecht berichtete seiner Zeit 
eine deutsche Zeitung folgendermassen: 
"Die Schützengräben wurden mit einem 
kräftigen Bajonettangriff genommen. Der 
Angriff kostete aber schwere Opfer. Welch 
heroischen Kanipfesmuth die Mannschaf- 
ten in diesem ersten Gefecht nach der lan- 
gen trüben Bivouakzeit beseelte, beweist 
das Verhalten des Musketiers Putziger 
von der ersten Compagnie der 48er, wel- 
cher durch einen Schuss in die linke 
Brust schwer verwundet, auf dem Wege 
zum Verbandplatz einer Abtheilung Jä- 
ger zurief : "Kameraden, ich habe vorn 
ein Loch, aber fallen thu' ich deshalb 
doch nicht; sobald ich verbunden bin, 
gehe ich vor." Der tapfere Musketier 
erlag aber der tödtlichen Wunde. Herr 
Putziger wurde als todt gemeldet, doch 
war er nur bewusstlos und wurde in"s La- 
zareth verbracht. Nach Monaten, als er 
wieder hergestellt war und sich bei seinem 
Regiment meldete, waren seine Kamera- 
den auf's höchste überrascht, den Todtge- 
glaubten wieder frisch und munter unter 
den Lebenden anzutreffen und da er offi- 
ziell todt war, musste er wieder offiziell 
lebendig erklärt werden. Im Januar 1S74 
verheirathete er sich mit Fräulein Pauline 
Moses, aus welcher Ehe 4 Kinder hervor- 
gingen. In 1SS5 wanderte er nach Ame- 
rika aus, liess sich in Solvay nieder und 
besitzt jetzt 2 blühende Spezerei-u.Schnitt- 
waarengeschäfte. Solvay hat ihm viel 
zu verdanken. Gegenwärtig ist er Was- 
ser-Commissär und die dortigen Wasser- 
werke sind von ihm erbaut worden. 


wurde am 23. September 1822 zu Selz, im 
Elsass, geboren, besuchte seine heimath- 
liche Schule und kam im Alter von 12 
Jahren nach Syracuse. Im Alter von 13 
Jahren kam er als Lehrling in die Schrei- 
nerwerkstätte von Ashley & Milliston. 
In 1854 fing er an der Ecke von N.Salina- 
und Laureistrasse ein eigenes Geschäft 
an. Von 1860-65 hatte er sein Geschäft 
im Washington-Gebäude, S. Salinastr , 
und von 1865-88 in Corinthian Hall an 
N. Salinastrasse, bis er 1888 das grosse 


Gebäude an derselben Strasse ( nahe Wil- 
low) errichtete, worin er bis zu seinem 
am IC). Mai 1892 erfolgten Tode ein äus- 
serst erfolgreiches Möbelgeschäft betrieb. 
Er verheirathete sich 184:3 mit Fräulein 
Susanna Remlinger und hatte 9 Kinder: 
Joseph Rauch, Frau Elisabeth Moosbrug- 
ger, Franz A. Rauch, Rosa F. Paulus, 
Julia Hopstein und Maria h- Traugott, 
welche noch leben. Gestorben sind 3 
Söhne. Seine Gattin starb am 2. Juli, 

wurde 1825 in Deutschland geboren, 
kam '50 nach Amerika und wohnte 2 
Jahre in New York. In '55 kam er nach 
Syracuse. Hier betrieb er 15 Jahre einen 
Schuhladen, IG Jahre lang eine Wirth- 
schaft. Er war immer bereit, eine gute 
vSache zu unterstützen, und so trat er 
auch bald nach Ankunft hier in die Frei- 
willige Feuerwehr ein, schloss sich '65 
dem Liederkranz an, diente (von '57 an) 
7 Jahre in den Hawley Guards und war 
beim Bau der Turnhalle unermüdlich. 
Ferner gehörte er zur Lincoln-IvOge der 
Odd-Fellows 29 Jahre. Seine Gattin 
Philippina Rech überlebt ihn noch, wie 
auch mehrere Kinder. 


geboren am 31. Dezember 1834 in Hor- 
ben bei Freiburg im Breisgau, besuchte 
die Gemeindeschule in seiner Heimath 
und erlernte das Schneiderhandwerk. In 
'68 wanderte er n5ch Amerika aus, wohnte 
zuerst in New York und kam '69 nach 
Syracuse. Im Jahre '57 verheirathete er 
sich mit Fräulein Karolina Hettich, aus 
•welcher Ehe 1 1 Kinder entsprossen, von 
welchen noch 5 am Leben sind, nämlich: 
August V. Rees, Hermine Meyer, Joseph 
H. Rees, Maria Ida Lougnot und Ida 
Carolina Rees. Herr Rees hat sich durch 
sein angenehmes Wesen viele Freunde er- 
worben und wohnt in seinem schönen 
Heim, 708 Catherinestrasse. 


wurde am 15. Dez. 18-19 in Rothenburg, 
Schlesien geboren, woselbst er die Ge- 
meindeschule besuchte und dann das 
Schreiner-Handwerk erlernte. Jetzt ist 
er Bauunternehmer und wegen seiner 
Tüchtigkeit allgemein geachtet und be- 
kannt. Im Jahre '83 kam er nach Syra- 
cuse, wo er an 207 Douglas-vStrasse sein 
eigenes schönesHeim bewohnt. Er hat den 
deutsch-französischen Krieg beim Füsi- 
lier-Regiment No. 3[Rastatt] mitgemacht, 
ist Mitglied der Freie Brüder Loge D. O, 
H., Harugari Liedertafel, Walhalla Man- 
nie und des Deutschen Lebensversiche- 
rungs-Vereins. '75heiratheteer Pauline 
Wiesner, welche jedoch starb und ihm 
3 Kinder hinterliess, von denen noch 1 
Tochter, Lydia Rehfeld, am Leben. '79 

nahm er sich dann Julia Bender zur Frau, 
welche Ehe kinderlos ist. 


geboren am 19. April 1846 zu Irrendorf, 
Oberamt Tuttlingen, Württemberg, be- 
suchte die Gemeindeschule seiner Hei- 
math und erlernte dann die Landwirth- 
schaft. In 1S66 kam er nach vSj'racuse. 
Hier arbeitete er 26 Jahre lang in den Bil- 
derrahmen-Fabriken von vSanford & Bar- 
nes, und Moore & Lynch, und betreibt 
gegenwärtig eine ausgezeichnete Wirth- 
schaft in No. 943 Nordsalinastrasse. Er 
gehört zu den folgenden Vereinen: St. 
vStephanus, St. Fidelis, Schwabenverein, 
C. M. B. A., Branch 36, Wittwen- und 
Waisen - Fond, Deutscher Wirthsverein, 
und hat in fast allen denselben Stellen 
bekleidet. Herr Reitze verheirathete sich 
in erster Ehe (am 14. Aug. 1866) mit 
Frl. Albertina Mattes, welche am is. Jan. 
'78 starb. Aus dieser Ehe waren 7 Kinder 
entsprossen, von welchen noch 5 leben. 
Am I. Dez. '88 verheirathete er sich zum 
2. Mal mit Frl. Karolina Bühler, aus wel- 
cher Ehe 3 Kinder entsprossen. Herr 
Reitze hat es durch Fleiss zu Wohlstand 


wurde am 6. Mai 1852 in Wallhausen, 
Württemberg, geboren, woselbst er die 
Gemeindeschtile besuchte und dann das 
Metzgergeschäft in Creilsheim erlernte. 
Im Jahre 1S71 wanderte er nach Amerika 
aus, wo er sich zunächst nach Utica be- 
gab; aber im Jahre 1S74 nach Syracuse 
übersiedelte. Er betreibt hier ein erfolg- 
reiches Fleisch undWurstgeschäft, Whole- 
sale & Retail. In Folge seiner strengen 
Rechtlichkeit und seines gemüthlichen 
Wesens ist er in den weitesten Kreisen 
vortheilhaft bekannt. Frist seit dem 9. 
Juni 1874 mit Elisabeth Hafner verheira- 
thet, hat 6 Kinder, von denen noch 5 am 
Leben sind. Friedrich Renk Jr. , Maria 
Anna, Ottilie und Christina Renk. Herr 
Renk ist eines der eifrigsten INIitglieder 
des Schwaben- Vereins und wohnt 405 


wurde am 18. Nov. 1854 als ältester Sohn 
des jetzt noch lebenden Johann Richberg 
in Liverpool, N. Y., geboren und erhielt 
seine Schulbildung in der dortigen freien 
LTnionschule. Am 4. Juni '81 verheira- 
thete er sich mit Frl. Margare the geb. 
Schallus und betreibt jetzt eine erfolg- 
reiche Wirthschaft. Unter Präsident 
Harrison's Verwaltung wurde er zum Post- 
meister von Liverpool ernannt, welches 
Amt er zu allgemeiner Zufriedenheit 5 
Jahre verwaltete. Lange Jahre war er 
Mitglied von Maurer's Musikkapelle und 
gehört noch jetzt zur Lincoln - Loge No. 
180 und zur Loge No. 233 A. O. U. W. 



wurde am i. Juni 1863 in Polen geboren, 
kam 1870 (im Alter von 7 Jahren) nach 
Amerika und zwar nach Syracuse, wohin 
sein Vater ihn hatte nachkommen lassen 
und welches seither seine Heimath gewe- 
sen ist. In den öfTentlichen Schulen aus- 
gebildet, begann er seine geschäftliche 
Laufbahn als Buchhalter für eine Juwelier- 
Firma. Nach dem Tode seines Vaters 
( 1881) übernahm er die Leitung des von 
seinem Vater geführten Geschäftes bis er 
im Jahre '91 sich als Makler (Broker) im 
Grand Opern House Block selbstständig 
etablirte. Seit seiner Grossjährigkeit ist 
er ein gesinnungstreuer Republikaner ge- 
wesen, jederzeit bereit, für seine Partei 
zu thun, was in seinen Kräften stand. 
Im Frühjahr 1893 trat er zum ersten Mal 
auf als Kandidat für ein öffentliches Amt 
und zwar als Supervisor für die 7. Ward. 
Er war der einzige republ. Kandidat der 
in dieser Ward erwählt wurde. Im Früh- 
jahr '94 und '95 trat er wiederum als Kan- 
didat für dasselbe Amt auf und wurde 
beide Male mit einer guten Majorität wie- 
dererwählt. In 1894 erwählte der Board 
of Supervisors Herrn Rubin zum Mitglied 
des Board of Inspectors of the Onondaga 
County Penitentiary, dessen Vorsitzer er 
jetzt ist. Im erstgenannten Board diente 
Herr Rubin an den wichtigsten Komitees 
mid ist gegenwärtig Vorsitzer des Komi- 
tees für County-Gebäude, eins der wich- 
tigsten dieser Behörde. Er gehört zahl- 
reichen Vereinen und Logen an, ist vi. a. 
Schatzmeister des Standard Club, Mit- 
glied des Genesee Club, Sekretär der He- 
brew Mosaic Benevolent Society und ak- 
tives Mitglied des Jewish Orphan Asj-lum 
of Western New York, wohnt No. 829 
Süd-State-Strasse und ist noch nicht ver- 


geboren am 11. Juli 1869 in hiesiger vStadt, 
besuchte in seiner Jugend zuerst die öf- 
fentlichen Schulen und studirte dann auf 
dem berühmten Hartwick Seminary. 
Hierauf war er 2 Jahre als Buchhalter 
thätig und wandte sich dann dem Studium 
dermedizinischen Wissenschaft zu. Nach- 
dem er von der medizinischen Fakultät 
der hiesigen Universität graduirt hatte, 
machte er noch einen Kursus in der New 
York Post Graduate Medical School 
durch. Nach beendigtem Studium etab- 
lirte er sich hier als practischer Arzt und 
Chirurg und hat als solcher seine Office 
No. 717 Catherinestrasse. Dr. Rupp 
stammt mütterlicherseits von den frühen 
deutschen Pionieren dieser Stadt. In sei- 
ner Profession ist er sehr erfolgreich ge- 
wesen und erfreut sich einer ausgedehn- 
ten Praxis. Im Besitz einer umfassenden 
allgemeinen und fachwissenschaftlichen 
Bildung und einfach und gemessen im 

L'mgang, geniesst er grosses Vertrauen 
in deutschen Kreisen. In den Jahren 
1895-96 war er City and County Ward 
Physician. Am 14. Juni 1894 verheira- 
thete er sich mit Fräulein Helene C. 
Achilles und wohnt No. 1300 Lodistrasse. 


wurde geboren im Jahre 181 7 in Hessen- 
Cassel, besuchte in seiner Jugend die 
vSchulen seiner Heimath, ging dann aufs 
Gymnasium und studirte schliesslich 
Theologie auf der Universität zu Heidel- 
berg. Im Jahre '40 wanderte er nach 
Amerika aus, wohnte kurze Zeit in Al- 
bany imd kam dann ( im selben Jahre 
noch ) nach Syracuse, wo er eine man- 
nigfaltige Thätigkeit als Prediger, Edi- 
tor und Geschäftsmann entwickelte. 
Er bekleidete mehrere öffentliche Aemter 
namentlich im New Yorker Zollhaus 
(1863), wo er mehrere Jahre verblieb, 
dann in Missouri wieder ins Predigtamt 
eintrat bis sein zunehmendes Alter ihn zur 
Ruhe nöthigte. Seine letzten Lebens- 
jahre verbrachte er in vSyracuse, wo er '86 
starb. Er war mit Fräulein Julia Hoffen- 
dahl verheirat^het und hatte 7 Kinder, wo- 
von noch 4 leben: Frau Col. E. S. Jen- 
ney, Frau E. F. Adams (in Chicago), 
H. G. Saul und C. F. Saul, der wohlbe- 
kannte hiesige Geschäftsmann. 

wurde am 20. Mai 1844 zu Donaurieden, 
in der Nähe von Ulm geboren. Nachdem 
er in seiner Heimath die Genieindeschule 
besucht hatte, ging er mit seinen Eltern 
Ende der 50er Jahre nach Syracuse. Er 
arbeitete zuerst in den Salzwerken, und 
als er 18 Jahre alt war, machte er einen 
Kursus in Bryant & Stratton's Business 
College durch und erwarb sich später in 
den Abend - Stunden noch praktische 
Kenntnisse in dieser Richtung in der Of- 
fice von A. L. Mason. Im Alter von 24 
Jahre ging er auf eigene Faust ins Salzge- 
schäft. 1876 verband er sich mit A. L. 
Mason [unter der Firma Mason & Saw- 
miller], ebenfalls im Salzgeschäft, zu 
welchem 2 Jahre später noch der Eislian- 
del hinzukam; in 1888 wurde auch der 
Kohlenhandel begonnen und mit grossem 
Erfolg betrieben. In '85 wurde er zum 
ersten Mal und später noch viermal als 
Supervisor für das Town Salina erwählt 
und in '89 und '90 zweimal als Assembly- 
mann, in welchen Stellungen er sich 
grosse Anerkennung erwarb. 

der gegenwärtige Präsident des hiesigen 
Schulraths und ein Arzt von ausgedehnter 
Praxis und weitem Ruf, wurde am 30. 
Okt. 1856 in Lockport, N. Y., geboren. 
Ein Jahr nach seiner Geburt siedelten 
seine Eltern von Lockport nach Syracuse 
über, wo sie schon früher ansässig waren. 


Hier besuchte er die öffentlichen Schulen 
lind graduirte später von der medizini- 
schen Fakultät der hiesigen Universität 
('82). Seit jener Zeit hat er hier mit 
grossem Erfolg practizirt. In '93 machte 
er Spezia! Studien in den Hospitälern zu 
Wien, Oesterreich. Er bekleidete ver- 
schiedene Ehrenämter in medizinischen 
Gesellschalten und gehört zu mehreren 
Logen. Seit '91 war er ununterbrochen 
Schul-Comniissär für die 16. Ward und 
seit '9'ö Präsident des Schulraths. Am 2. 
April '84 verheirathete er sich mit Frl. 
Nettie B. Worth von Constantia. Seine 
Wohnung befindet sich No. 'SOö Janies- 


wurde im Jahre 1842 zu Willi rgshausen, 
Hessen-Kassel geboren, kam '7Ü nach 
Amerika und zwar nach Liverpool, wo er 
seitdem wohnte. Er verheirathete sich 
mit Caroline, geborene Rall, welche ihm 
aber durch den Trxl entrihsen wurde. Am 
5. April 'SS verliL-irathele er sich zum 
zweiten Mal mit Wituve Calharine Rege- 
ner. Herr Schäfer fjetrtil)t, seil er in Li- 
verpool wohnt, eine Wirtlischaft nebst 
Provisionsgeschäft un.d mit gutem Erfolg. 
Er ist Theilhaber der Onondaga Hasket 
Co., Aktienbesitzer der Crystal Spring 
Brcwing Co., gehört zur Freimaurer-Loge, 
zu Loge 23:'. A. O. U. W. und zur Lincoln- 
Loge der Odd-Fellows. Seit er in Ame- 
rika ist, hat er zwei Besuchsreisen nach 
Deutschland gemacht. 


geboren am i8. Mai. 1822 in Gimbsheim, 
Hessen-Darmstadt, besuchte die heimath- 
liche Gemeindeschule und widmete sich 
dann der Landwirthschaft. Im Jahre 
'57 entschloss er sich zur Auswanderung 
nach Amerika und kam nach einer See- 
. reise von S5 Tagen auf einem Segel- 
schiff der Bremer-Linie am 27. Dez. 185 1 
in New York an. Am 4. Jan. '52 kam er 
nach S3'racuse, wo er seitdem beständig 
wohnt. Er war 22 Jahre Constabler der 
jetzigen 16., früher 2. Ward und ist allge- 
mein bekannt und beliebt. Am 27. Sept. 
'53 verheirathete er sich nüt Fräul. Elisa- 
betha Hessler, aus welcher Ehe 9 Kinder 
entsprossen, wovon i starVj. Die noch 
lebenden S Kinder sind die folgenden: 
Jacob, Karl A., Elisabeth K., Georg C, 
Wilhelmina K., Johann C, und Friedrich 
W. vSchäfer und Frau Jo.seph H. Rees. 


wurde am 23. April 1833 in Guntersblum, 
Hessen-Darmstadt geboren, besuchte die 
dortige Gemeindeschule und erlernte 
dann das Bauhandwerk. Im Jahre 'Ö7 
wanderte er nach Amerika aus und machte 
sich sofort nach seiner Landung in Syra- 
cuse ansässig. Nachdem erl>is zum Jahre 
'63 für verschiedene Contractoren gear- 

beitet hatte, machte er sich selbstständig 
imd hat sich durch angestrengte Arbeit 
und Fleiss ein kleines Vermögen ervvor- 
l)en. Er ist einer der Mitbegründer des 
Turnvereins und in weitesten Kreisen 
beliebt und geachtet. Er ist mit Marie 
Hessler verheiratet, hat 7 Kinder, die alle 
leben und, mit einer Ausnahme, in Syra- 
cuse ansässig sind. Ein Sohn ist Bäcker 
in Chicago. Er wohnt 711 Townsend- 

wurde am 2. Februar 1831 zu Guntersblum 
in Hessen-Darnistadt geboren, besuchte 
die Gemeindeschule daselbst und erlernte 
das Zinmiermanns- Handwerk. Im Jahre 
18'3 kam er nach Amerika und zwar 
nach Syracuse, wo er seitdem gewohnt 
hat. Gegenwärtig ist er Baitkontraktor 
und hat es durch Fleiss, Tüchtigkeit und 
Umsicht zu einer gesicherten und geach- 
teten Lebensstellung gebracht. .Am 28. 
März 'i")4 verheirathete er sich mit Fräu- 
lein Katharina Kern, aus welcher Ehe 4 
Kinder hei v^orgingen : Wilhelm H., Ka- 
tharina, Georg H. und Jacob Schilly. 
Herr Schilly war einer der Gründer des 
Turnvereins und als der Bürgerkrieg aus- 
brach, trat er ins 149. N Y. Freiwilligen- 
Regiment, Comp. B. Er wurde am 17. 
September '62 eingennistert und diente 
zusammen 34 Monate. Er wohnt No. 606 


wurde am 25. Dezember 1845 in Syracuse 
als Sohn deutscher Eltern geboren. Er be- 
suchte in seinen jugendlichen Jahren die 
hiesigen öffentlichen Schulen und nach 
beendigter Schulzeit erlernte er das Con- 
ditorgeschäft. Gegenwärtig betreibt er 
die Herstellung von Papierschachteln u. 
s. w. in grossartigem Style und ist als un- 
ternehmender und briliianter Geschäfts- 
mann weit und breit bekannt. Seine un- 
bezweifelte Integrität in geschäftlichen 
Angelegenheiten hat ihm eine beneidens- 
werthe Stellung in geschäftlichen Krei- 
sen erworben und die hiesigen Deutschen 
sind .stolz darauf, dass ein solcher aus ih- 
rer Mitte hervorgegangen ist. Seit 16 
Jahren führt er das Geschäft auf eigene 
Rechnung. Herr Schmeer ist mit Fräu- 
lein Julia S. Mj-ers verheirathet, aus wel- 
cher Ehe 7 Kinder hervorgingen, von 
welchen noch 5 am Leben sind. Das Ge- 
schäft befindet sich an der Noxonstrasse 
und seine Wohnung No. 513 Danforthstr. 


wurde am 12. Juni 1867 in Marshville, 
Montgomery Co., N. Y., als Sohn deut- 
scher Eltern geboren. Seine Jugendzeit 
verlebte er auf dem Landgut seiner El- 
tern und erhielt seine erste Schulbildung 
in der Di.striktsschule seiner Heimath. 
Hierauf bereitete er sich in der Union 


l'\'ee School zu Canajoharie, N. Y., zum 
höheren Studium vor, war dann ein Jahr 
lang Schullehrer und trat "S5 in die Cor- 
nell Universität zu Ithaca, N. Y., ein. 
Graduirte in '89, studirte Rechtswissen- 
schaft in der Kanzlei der Advokaten-Fir- 
ma Goodelle & Nottingham in Syracuse 
und wurde '91 zur Rechtspraxis zugelas- 
sen. Er verband sich gleich von Anfang 
an mit Senator Horace White und diese 
Geschäftsverbindung besteht heute noch. 
Im Jahre '92 wurde er zum Sekretär des 
Supervisoren-Raths erwählt, welche Stel- 
lung er bis jetzt und noch auf ein weite- 
res Jahr innehaben wird, länger als irgend 
ein anderer dies Amt verwaltet hat. Seit 
1S69 hat kein Sekretär dieses Raths län- 
ger als 2 Jahre gedient, ausser Nicholas 
Peters, Jr., ebenfalls ein Deutscher. Er 
war Jahre lang Sekretär des republikani- 
schen allgemeinen und County-Komitees. 
Herr vSchünemann hat sich seine eigene 
Carriere machen müssen. Durch den frii- 
hen Tod seines Vaters war er gänzlich auf 
sich selbst angewiesen und musste wäh- 
rend seines l'niversitäts-vStudiums seinen 
Unterhalt verdienen. Herr Schünemann 
liest, schrciljt und spricht die deutsche 
Sprache geläufig und während sein Pa- 
triotismus als Amerikaner über allem 
Zweifel erhaben steht, ist er gleichwohl 
stolz auf seine deutsche Abstammung 
und steht in enger Fühlung mit allem 
was deutsch ist. Als Rechtsanwalt ge- 
niesst er hohes und wohlverdientes An- 
sehen. Seine Wohnung befindet sich No. 
505 Townsendstrasse in der 12. Ward und 
seine Office No. 16 &c.. White Memorial 


geboren am 21. Februar ISol zu Ulmet, 
Rheinpfalz, kam am 4. August 1 >4S nach 
Amerika und Hess sich gleich in »Syracuse 
nieder. Hier erlernte er das Sattlerhand- 
werk und eröffnete am i). September 'öo 
ein eigenes Geschäft an Nordsalinastrasse, 
nahe Willow, betrieb dasselbe bis '57, 
wurde dann Polizist, 'Öo Polizeichef bis 
'68. Verzog mit seiner Familie nach Os- 
wego, N. Y., eröffnete hier mit G. Benz 
ein Möbelgeschäft und blieb bis '70. 
Kehrte nach Syracuse zurück, gründete 
mit H. Braun ein Cigarren-Geschäft im 
Ackermann-Gebäude und war zu gleicher 
Zeit Ver. Staaten-Geheimpolizist. In '75 
wurde er Criminal-Deputy-Sheriff für 9 
Jahre. '84 verband er sich mit den Ge- 
brüder Georg und Benjamin Maurer und 
errichtete den berühmten Sommerver- 
gnügungsplatz "Long Brauch", welches 
Unternehmen vortheilhaft ausschlug. Im 
Juli '5."> verheirathete ersieh mit I'räulein 
Philippine Koppel, gebürtig ans Bisniis- 
heini, Preussen, Aus dieser Ehe ent- 
sprossen () Kinder, wovon noch eins lebt, 
Frau Catherina Fischer. Seine Heim- 

stätte befindet sich seit 2i) Jahren in No. 
704 Townsendstrasse. 


Sohn von Johann Heinrich Schwarz, 
wurde am 17. April 185 1 in Cöln am 
Rhein geboren und kam "54 mit seinen 
Eltern nach Amerika. Er besuchte die 
Schulen in Brooklj-n und vStaten Island, 
trat ins Eisenbahnfach ein und war wäh- 
rend der Jahre 1866-72 in Binghamton 
in Diensten der Erie-Eisenbahn, kam '72 
als Frachtagent der D. L. & W. und der 
Syracuse, Binghamton und New York Ei- 
senl)ahnen nach vSyracuse, wo sein Vater 
zu gleicher Zeit Passagier-Agent war. 
Seine gründliche Kenntniss der Obliegen- 
heiten dieser Stellung, seine Pflichttreue 
und seine Energie fanden volle Anerken- 
nung und Würdigung seitens der Verwal- 
tung und so wurde er am i. Mai '86 zum 
Superintendenten beider Bahnen ernannt. 
Herr Schwarz nimmt eine hervorragende 
Stellung im öffentlichen Leben ein und 
w^ar unter anderm vom Februar '93 bis 
zum April '97 Feuer-Commissär und ist 
seit September '95 Trustee der Onondaga 
Count}' Spar Bank und seit '94 Vize-Prä- 
sident der Onondaga Savings und Loan 
Association. Er verheirathete sich mit 
Frl. Mary C. Tefft, Tochter eines alten 
Syracuser Bürgers und Geschäftsmannes, 
Wm. Tefft, und hat 2 Kinder: Clara und 
William. Seine Wohnung befindet sich 
No. 802 West-Geneseestrasse. 

wurde am 19. Mai 1819 in der Nähe von 
Köln am Rhein geboren. Er besuchte 
die Elementarschule seiner Heimath und 
zeigte grosse Anlagen zum Studium und 
Neigung zum Lehrerberuf und- besass 
grosses musikalisches Talent. Auf dem 
berühmten Lehrer-vSeminar zu Mors in 
der Rheinprovinz erhielt er eine gründ- 
liche Ausbildung und war dann als Lehrer 
thätig, indem er in Cöln eine Privatschule 
leitete. Er verheirathete sich mit F'räu- 
lein Marie Steinhaus, aus Crefeld in 
der Rheinprovinz, wanderte im Jahre '54 
nach Amerika aus, Hess sich erst in Brook- 
lyn, später auf Staten Island und dann in 
Binghamton [1866-72] nieder. Bis zum 
Jahre '70 blieb er seinem Lehrerberuf 
treu, hatte in Jersey City, wie auch in 
Staten Island eine Pr'ivatschule, und er- 
hielt dann eine Anstellung als Beamter 
bei der D. L. &W. Eisenbahn. In dieser 
Stellung bewiess er solches Talent und 
Pflichttreue, dass er im Dezember '72 als 
Passagier - Agent der genannten Bahn 
nach Syracuse versetzt wurde. Hier wid- 
mete er sich mit Ergebung und Treue 
seinem verantwortlichen Beruf und ob- 
wohl er in verhältnissmässiger Zurück- 
gezogenheit lebte, wird ihm von allen, 
die ihn kannten, ein ehrenliaftes Wesen 
und edle Gesinnung nachgelobt. Er starb 


am 3. Mai '83 iind seine Gattin am 12. 
Dez. '91, beide hier in Syracuse. Sie hat- 
ten nur einen Sohn, Adolph Hermann 
Schwarz, vSuperintendent der D. L. & W. 
und der vSjracuse, Binghamton & New 
York Eisenbahnen. 

wurde am 20. Mai 1840 in Frankfurt am 
Main, geboren und kam mit seinen Eltern 
im Jahre 1848 nach S.vracuse. Er be- 
suchte die öffentlichen vSchulen und er- 
lernte dann das Mavirer-Handwerk. Als 
der Bürgerkrieg ausbrach, trat er in die 
deutsche Compagnie B, des 149. Regi- 
ments und diente" bis zum Ende des Krie- 
ges. In der Schlacht bei Chancellors- 
villegerieth er in die feindliche Gefangen- 
schaft und hat alle Schrecknisse der Libby 
und Belle Isle Gefängnisse aus Erfahrung 
kennen gelernt. Er war Sergeant und 
wurde zum Lieutenant befördert, jedoch 
nicht als solcher eingemvistert. Im Jahre 
'74 wurde er zum Stadt-Assessor erwählt 
und hat dieses Amt bis heutigen Tages 
behalten und zur allgemeinen Zufrieden- 
heit verwaltet. Am 28. Dezember J865 
verheirathete er sich mit P'räulein Elisa- 
beth W. König von hier und hatte 3 Kin- 
der, von welchen jedoch nur noch eins 
lebt. Er wohnt No. 602 Ashstrasse. 


geboren im November 1850 in North 
Cumberland Co., Ontario, Canada, ist von 
deutscher und schottischer Abstammung, 
väterlicherseits mit General Winfield 
Scott verwandt. Besuchte die öffentliche 
und Hochschule, absolvirte Albert Col- 
lege in Belleville und studirte Medizin 
auf der Universität von Buffalo, N. Y. 
Dr. Scott wohnt jetzt No. 912 Alvord- 
strasse, nahe Court. Früher wohnte er 
in Bridgeport, wo er eine grosse Praxis 
hatte und grossen Ruf in seinem Fach 
genoss. Er ist immer bestrebt mit den 
neuesten Fortschritten seiner Wissen- 
schaft Schritt zu halten; gehört zu den 
Freimaurern, ist Examinator für mehrere 
grosse Lebensversicherungs- Gesellschaf- 
ten und gerichtlicher Untersuchuugsarzt 
für Geisteskranke. Dr. Scott steht'hoch 
unter seinen hiesigen Collegen und wird 
immer und überall Freunde gewinnen. 

der allgemein bekannte hiesige Cigarren- 
Fabrikant, wurde am 12. Mai 1837 in 
Würzburg, Ba3'ern, geboren, besuchte 
die Elementar- und dann die polytech- 
nische Schule. Hierauf trat er in das 
Tabakgeschäft und wurde praktisher Ci- 
garrenmacher. Am 2. März '57 kam er 
nach Amerika, wohnte 3 Jahre lang in 
New York und kam dann ( '(»0 ) nach Syra- 
cuse, wo er sich beständig niederliess. 
Zuerst arbeitete er als Cigarrenmacher 
und etablirte dann '(56 ein eigenes Ge- 

schäft, welches sich gegenwärtig No. 239- 
2-H West-Fayettestrasse befindet u. grosse 
Dimensionen angenommen hat. Das Ge- 
schäft hat ein grosses Absatzgebiet, so- 
wohl im Osten, wie im W'esten und steht 
in Handelskreisen in hohem Ansehen. 
Herr Seubert hat keine politischen Aemter 
bekleidet, ist aber Trustee der Children's 
Society, der Humane Society und des St. 
Joseph's Hospital. Er verheirathete sich 
mit Fräulein Fanny Dissel, hatte 8 Kin- 
der, von denen noch 4 leben und wohnt 
No. 405 Oakstrasse. 


geboren am 8. September 1839 zu Philipps- 
burg, Baden, besuchte die Volks- und 
höhere Bürgerschule und wurde dann 
Sattler und Tapezier. Er wanderte '(58 
nach Amerika aus, landete am 12. Mai 
'68 in New York und wurde in Syracuse 
ansässig. Hier betreibt er eine Wirth- 
schaft besseren Styles und ist geschäftlich 
und gesellschaftlich wohlbekannt und ge- 
achtet. Herr Seiter war 6 Termine Präsi- 
dent des Liederkranz und gehört zum 
Turn- Verein, Lincoln - Loge der Odd- 
Fellows und Salt City Loge A. O. U. W. 
Er verheirathete sich mit Fräulein Ba- 
bette Gieser and hatte 4 Kinder, wovon 
noch 3 am Leben sind, nämlich Karl F., 
Maria Elisabetha O'Donnel und Franz J. 
Seiter Jr. Seine Wohnung befindet sich 
314 Butternutstrasse. 

geboren am lUten September 1835 zu 
Philippsburg, Baden, besuchte die Volks- 
schule und wurde dann Kappenmacher. 
Er wanderte '53 nach Amerika aus und 
siedelte sich in New York an, wurde '65 
in hiesiger Stadt ansässig. Er betrieb 
bis zu seinem am 20. März '94 erfolgten 
Tode in No. 425 N. Salinastrasse ein Hut- 
Kappen- und Herrenausstattungs - Ge- 
schäft mit grossem Erfolg. Er verhei- 
rathete sich mit Frl. INIaria Schneider und 
hatte 6 Kinder, wovon noch 4 am Leben 
sind, nämlich Elise Walters, Eduard 
Seiter Jr,, Franz J. Seiter und Joseph C. 


einer der hervorragendsten hiesigen deut- 
schen Pioniere und Geschäftsleute, wurde 
am 24. Februar 1837 in Argenschw-anz, 
nahe am Rhein, geboren, kam mit seinen 
Eltern '46 nach Amerika, wo die Familie 
sich in Liverpool niederliess. Bei der Ab- 
reise besass die Familie etwa f 1,000, doch 
verloren sie alles, Aveil dem Schiff ein Un- 
fall zustiess und nichts gerettet werden 
konnte. So niusste ganz von vorne be- 
gonnen werden. Der Vater starb schon 
'49 und Herr Simon war genöthigt, sei- 
nen Unterhalt zu verdienen. Er erlernte 
das Schusterhandwerk und als er 15 Jahre 
alt war, konnte er schon ganz allein ein 


Paar Stiefeln machen. Seit '49 hat er 
hier gewohnt nnd ist seit '53 im Schuhge- 
schäft, worin er es aus kleinen Anfängen 
zu dem gegenwärtigen grossen Geschäft 
brachte. Er diente 14 Jahren im 51. Mi- 
liz Regiment iind brachte es zum Haupt- 
mann von Co. B. Er war ferner einer der 
Gründer und \'ize-Präsident des Wood- 
lawn-Kirchhofs. Von 186.S — 74 war er 
Stadt -Assessor und wurde im Herbst '74 
als \'ertreter des 3. Assembly-Distrikts in 
die Legislatur gewählt, seit Jahren der 
erste Demokrat, welcher in diesem Di- 
strikt erwählt wurde. Durch seine Be- 
mühungen wurde '91 der deutsche Pio- 
nierverein gegründet, dessen i. Vize-Prä- 
sident er war. Jetzt ist er seit mehreren 
Jahren Präsident desselben. Seit '63 ge- 
hört er zur vSalt City Loge No. 501, F. & 
A. M.; gehört zu Central City Chapter 
No. 70 R. A. M.; Central City'Comman- 
dery No. 25, K. T. Er war ferner einer 
der Gründer der Germania Brewing Co. , 
deren erster Präsident er war. Darauf 
machte er eine Besuchsreise nach Deutsch- 
land und nach seiner Rückkehr half er 
die Crystal Spring Brewing Co. organisi- 
ren, wovon er 3 Jahre Präsident war. In 
'56 verheirathete er sich mit Fräulein Ka- 
tharine Pöhlmann, aus vv'elcher Ehe 10 
Kinder entsprossen, wovon 2 frühzeitig 
starben. Er wohnt No. 715 Danforth- 


wurde am 11. Juni i<S36 in Baden gebo- 
ren, kam als Knabe nach Syracuse. Er 
besuchte die öffentlichen Schulen und 
noch die Abendschulen. In 1S50 erlernte 
er in Geo. Hier's Geschäft das Cigarren- 
machen. In i''^54 trat er in die Syracuse 
Light Guards und gehörte später auch zu 
den vSyracuse Grays und Davis Light 
Guards. In 1S59 — 1S60 organisirte er ei- 
ne Compagnie, die Monroe Cadetten, de- 
ren Hauptmann er war, bis der Krieg aus- 
brach. Er marlile all ■ Grade einer mili- 
tärischen Laul'liahn durch, vom Gemei- 
nen bis zum Brigadi'.-r - General. Durch 
das Studium militärisch' r Bücher u. die 
Vorbereitung im Milizdien.st war er be- 
fähigt, während des Krieges werthvolle 
Dienste zu leisten, namentlich im loi. u. 
185. Regiment. Auch in der Politik 
spielte er eine hervorragende Rolle. In 
1870 wurde er in die Staats-Legislatur ge- 
wählt und diente dort 3 Termine. In 1S76 
wurde er zum Deputy County Clerk er- 
nannt u. 1.SS2 zum County Clerk erwählt. 
1S63 verheirathete er sich mit Fräulein 
Katherina Miller. Er starb am 29. März 
1S94 mit Hinterlassung seiner Wittwe u. 
zweier Kinder, Lavina C. E. Sniper und 
Gustav Sniper. 

wurde am 15. März 181^3 in Ballrechten, 
Baden, geboren und erlernte, nachdem 

er die Gemeindeschule besucht hatte, das 
Schneiderhandwerk, welchem Geschäft 
er bis heute treu geblieben und in wel- 
chem eres zu einigem Vermögen geVjracht 
hat. Im Jahre 1840 wanderte er mit den 
Eltern nach Amerika aus, ging zunächst 
nach Philadelphia und kam im Jahre '47 
nacli Syracuse. Er ist ist mit Fanny 
Thompson verheirathet, hatte 6 Kinder, 
von denen noch 4 leben. Er wohnt 614 
Nord-Salinastrasse, wo er noch heute ein 
Schneidergeschäft betreibt. 


einer der bestbekannten der hiesigen 
deutschen- Rechtsanwälte, wurde am 22. 
März 1863 in Mohawk, Herkimer, Co., 
N. Y., geboren. Er besuchte die öffent- 
lichen Schulen daselbst und in Syracuse. 
Im Jahre 72 kam er mit seinen Eltern 
nach Syracuse. Nachdem er die Hoch- 
schule durchgemacht hatte, absolvirte er 
die hiesige Universität, ('86 als Bachelor 
ofArts) und darauf die Columbia Law- 
School. Als Advokat geniesst er einen 
guten Ruf und hat sich eine gute Praxis 
erworben. Herr Solomon interessirt sich 
sehr für Vereine und Logen und hat in 
denselben verschiedene Aemter bekleidet. 
Gegenwärtig ist er Mitglied des Grand 
Council of Home Circle für den Staat 
New York: »Sekretär des Masonic Board 
of Relief; gehört ebenfalls zur Freien 
Brüder Loge No. 458, D. O. H.; zur Salt 
Springs Loge F. & A. M., Chapter and 
Council; zu den Foresters und Knightsof 
the Maccabees. Herr Solomon ist unver- 
heirathet. Seine Office befindet sich No. 
1 Empire-Gebäude. 


wurde am 14. December 1818 in Schwa- 
bedhausen, Baden, geboren und besuchte 
daselbst die Gemeindeschule. Hieruf er- 
lernte er das Schmiedehandwerk, wel- 
chem Geschäft er nachging, bis er sich 
vor einigen Jahren zur Ruhe setzte. Im 
Jahre 1839 kam er nacli New York, schaff- 
te dort 1 Jahr an den Wasserwerken, dann 
1 Jahr in Wa\ne County und kam im 
Jahre 1841 nach Syracuse, wo er noch 
heute in 808 Butternutstrasse wohnt und 
mit seiner am 31. Oktober '15 geborenen 
Gattin Anna Maria, geborne Rauschen- 
berger, seinen Lebensabend zu beschlies- 
sen hofft. 


wurde in Deutschland geboren und er- 
lernte nach vollendeter Schulzeit in den 
Jahren 1S54 — 57 das Uhrmachergeschäft 
in Nürnberg. Nach beendeter Lehrzeit be- 
reiste er als Wanderbursche verschiedene 
Gegenden Deutschlands um sich in sei- 
nem Geschäft zu vervollkommnen und 
wanderte dann nach Amerika aus, wo er 
im November '59 ankam. Von dort ging 
er nach Utica, wo er im April 1861 beim 


Ausbruch des Bürgerkriegs ins Heer trat 
und im 14. NewYorker Freiwilligen Re- 
giment den Krieg mitmachte, bis er im 
Jahre '63 ausgemustert wurde. In is66 
begann er ein selbstständiges Geschäft 
in Utica, welches er bis ziim Jahre in6s 
fortführte, zu welcher Zeit er nach Syra- 
cuse übersiedelte. Hier etablirte er sich 
an der Ecke von Nordsahna- vind Butter- 
nutstrasse und verblieb bis zum Jahre 'So. 
In der Zwischenzeit hatte sein Geschäft 
eine solche Ausdehnung gewonnen, dass 
er einen grösseren Laden bedurfte. Er 
verzog dann nach seineiu gegenwärtigen 
Geschäftsplatz, Ecke Xnnlsaliiia- und 
Willowstrasse, den er 5 Jalin- lang niie- 
thete. Dann kaufte er das ( k-häude iind 
ist seit 12 Jahren Eigenthünit-r ik-ssellirn. 
HerrStöcker versteht seinGeschiill gi aiml- 
lich, und durch seine Geschäftstiichlig- 
keit und hervorragenden Charaktereigen- 
schaften ist es ihm gelungen, sich eine 
ausgedehnte Kundschaft zu erwerben. 
Sein Geschäftsladen ist auf's Beste ausge- 
stattet und enthält alles, was in dieser 
Branche beansprucht werden kann, ausser 
einem grossen Sortiment von Juwelen eine 
ai:sgezeiclinete Auswahl aller Arten Uh- 
ren. Er ist gleichfalls ein praktischer 
Optiker und im vStande allen Ansprüchen 
in dieser Hinsicht zu genügen. 

einer der tüchtigsten und bekanntesten 
jüngeren Reclitsanwälte, wurde am 13. 
Oktober 1N67 in S\ racuse geboren, wo- 
selbst er die (iffentlichen und die Hoch- 
schule besuchte. Nachdem er von der 
letzteren gradiürt war, studirte er die 
Rechtswissenschaften auf dem Columbia- 
College und ist jetzt praktizirender x\dvo- 
kat. In Folge uneriiiiidliolKT, angestreng- 
ter Arbeit hat er sich eine grosse zahlende 
Praxis erworben und zählt heute mit zu 
den gesuchtesten Advokaten. Sein Bu- 
reau befindet .sich Zimmer 339 Onondaga 
County Sparbank - Gebäude und seine 
Wohnung S25 Grapestrasse. 


wurde im Jahre 1S37 im Kanton Schaff 
haussen in der Schweiz geboren, besuchte 
die heimathlichen Landesschulcn und 
erlernte dann auf seinem väterliclun 
Bauerngute dieLandwirtl scliaft in gründ- 
licher Weise. Als "JO-jähriger Jüngling 
kam er '57 nach Amerika, liess sich in 
der Nähe von Syracuse nieder imd be- 
schäftigte sich einige Jahre larg mit 
Landwirthschaft. Als der Bürgerkrieg 
ausbrach, trat er in das 2. N. Y. Kavalle- 
rie - Reg ment ein u-id machte unter 
den Generälen Sheridan und Custer den 
ganzen Krieg mit. Nach Beendigung des- 
selben erwarb er eine Farm, welche er 
mehrere Jahre lang mit gutem Erfolg be- 
w'irthschafiete, bi.'. er im Mai '(i9 in Syra- 
cuse den Grund legte zu seinem jetzigen 

Geschäft, dem Handel in Mehl, Futter 
etc., das im Laufe der Zeit zu einem der 
grössten seiner Art im Staat New York 
herangewach.sen ist. Aus angeborener 
und unbezwingbarer Neigung zur Land- 
wirthschaft erwarb Herr Surbeck vor eini- 
gen Jahren wiederum eine Farm in der 
Nähe der Stadt an der Jamesstrasse, die 
als Mu^terfarm in jeder Beziehung gilt 
und weit und breit ihresgleichen sucht. 
Durch festen Charakter u. rastlose Er.er- 
gie ist es ihm gelungen, sich zu Wohl- 
stand und Ansehen emporzuschwingen, 
wenngleich des Schicksals rauhe Eand 
ihn auch nicht ganz verschont hat. 


der republikanische Vertreter des 2ten 
A.ssenibly-Distrikts von OnondagaCounty 
wurde in ]S()4 in Davenport, Delaware 
County, geboren u. erhielt seine Schul- 
bildung in den Pompe}'- und Delaware- 
Academien. Hierauf wurde er Buchhal- 
ter fuer die Holzhaendler - Firma Ten- 
E3'ck u. CravvTord in Davenport Center, 
N, Y., zu welcher sein \'ater gehoerte. 
In IS ^7 verlieiratlietf er sich und bewirth- 
sc.haftete dann eine 1 arm in 1 abiiis, N. 
Y., wo er jetzt wohnt. Er betreibt gleich- 
falls einen Handel in Bauholz. Im Jahre 
18y4 wurde er zum Supervisor erwaehlt 
und ebfuso fuer einen weiteren Termin. 
In der Wahl fu-r die .\ssembly von IS'.ii; 
hatte Herr Ten Kyck zwei Gegner, den 
demokratischen Kandidaten McClu.skey 
und den McKink-y League-Kandidaten 
Ignatius Sawniiller, der trüber schon 
zwei Mal in die Aseenibly gewählt wor- 
den war. Trotzdem wurde Herr Ten 
Eyck mit einer Pluralität von 1067 Stim- 
men erwählt, was den besten Beweis für 
seine grosse Behebtheit unter den Wäh- 
lern dieses Districts liefert. In der As- 
sembly von 1897 wurde er zu den folgen- 
den Comiieen ernannt: Revision, Inter- 
nal Affairs, Fisheries and Game. 


wurde am 23. August 1S52 in Neukirchen 
bei Mors geboren. Im folgenden Jahre 
wanderten seine Eltern nach Amerika 
aus und wohnten zuerst in Albany ( 1S53 ), 
von wo sie (1858) nach Syracuse verzo- 
gen. Seine Schulbildung erhielt er in 
clen öffentlichen Schulen in hiesiger Stadt 
und später erlernte er die Conditorei, wo- 
rin er es zu bedeutendem Erfolg brachte. 
Als Bürger wie auch als Geschäftsmann 
ist er allgemein beliebt und geschätzt. 
Er besitzt ein blühendes Geschäft, Con- 
ditorei und Spielwaarenhandlung, No. 
617 N. Salinastra.sse, und als Anerken- 
nung seiner Verdienste auf dem Gebiete 
der Politik war er Supervisor des 2. Di- 
strikts der 2. Ward. Herr Terlinden ver- 
heirathete sich mit Fräulein Rosa Kulle, 
und hat eine Tochter. 



wurde am 12. März 1836 in der Pfarr- 
Geineinde Ebringen in Baden geboren, 
besuchte bis zu seinem 14. Lebensjahre die 
Pvlementarschule, erlernte hierauf in der 
Amtsstadt Staufen (in Baden) das Schuh- 
macherhandwerk. Im Alter von 'ZI Jah- 
ren, am Ü, November '57 wanderte er nach 
Amerika aus und Hess sich am 7. Nov. 
'57 in Havre de Gras in der dortigen St. 
Michaelskirche mit Frl. Pauline, geb. 
Ott trauen. Am folgenden Tage fuhren 
dann die jungen Eheleute auf dem Drei- 
master "Pastar" über das Weltmeer. 
Am y. Dezember langten sie glücklich in 
New Yorkan, und am 11. Dez. kamensie 
nach Syracuse. Während der ersten 15 
Jahren betrieb Herr Thoma hier sein 
Handwerk auf eigene Rechnung. Spä- 
ter etablirte er sich im Wirths- und 
Weingeschäft :nit grossem Erfolge. Am 
15. Juni 'So erwarb er sich ein kleines 
Besitzthum an der Cicero Blank-Road, 
nahe der Stadtgrenze, we'ches er zl^ sei- 
ner Heiniställe machte. Von seinen 6 
Kindern lebt nur noch ein Sohn, Eugen 
Joseph Thoma, 35 Jahre alt. Seine treue 
Ivebensgefährtin wurde am 15. März '93 
durch einen Schlag gelähmt, so dass 
sie das Sprachvermögen verlor, sonst aber 
noch körperlich wohl und munter ist. 


ist eine der hervorragendsten und unter- 
nehmungslustigsten Persönlichkeiten in 
Oneida, Madison Count}-. In 1S74 be- 
gann er, als der erste in diesem Unterneh- 
men, das Eisgeschäft. Dasselbe ist jetzt 
im Besitz von Bennett & Klock. Er war 
es, welcher die Idee hatte, das Sumpf- 
land, wo jetzt Chrystal Lake sich befin- 
det, in einen See zu verwandeln, um Eis da- 
von zu gewinnen. Doch am besten und 
vortheilhaf testen ist er bekannt, als der 
Mann, welcher die als ''Columbian Rasp- 
berry" bekannte und berühmte Hinnbeere 
cultivirte und in den Handel brachte. Vor 
12 Jahren begann er, diese besondere 
Frucht zu ziehen und eine Zeitlang 
machte er es zum Gescnäft, dieselben in 
Blechbüchsen zu konserviren und in allen 
Theilen der Ver. Staaten zu verkaufen. 
Dieselben erlangten einen solchen Ruf, 
dass Herr Thompson beschloss, dieselben 
für den Tafelgebrauch zu ziehen. Es ist 
eine purpurrothe Beere, von vorzügli- 
chem Geschmack. Das Verlangen nach 
dieser Frucht hat so zugenommen, dass 
statt der 10,000 Quart im ersten Jahr, letz- 
tes Jahr 40,000 Quart gezogen wurden. 
Der Verkauf der Beerensträucher bildet 
gegenwärtig einen mächtigen Zweig sei- 
nes Geschäfts. Der jährliche Versandt 
beläuft, sich auf nahezu 200,000. Diesel- 
ben auf einer Farm von 40 Ackern gezo- 
gen und jeder Quadratfuss des Landes ist 
mit Beerenbüschen bedeckt. Er hat 5 

Mann beständig an der Arbeit und zuwei- 
len 25. Während der Beerenernte, welche 
4-5 Wochen dauert, sind etwa 150 Perso- 
nen beschäftigt, um die Ernte einzuheim- 
sen. Die ständigen Arbeiter sind be- 
schäftigt. Pflanzen auszugraben und zu 
verpacken, oder neue anzupflanzen, zu 
beschneiden und sonst zu pflegen. Diese 
Beere hat sich einen solchen Weltruf er- 
worben, dass das Verlangen nach Pflan- 
zen beständig zunimmt. 


wvrrde am 25. Dezember 1821 in Eschen, 
Hannover geboren. Nachdem er dort die 
Volksschule- besucht hatte, erlernte er 
das Holzgeschäft, war in demselben noch 
kurze Zeit in seiner Heimath thätig und 
kam 1842 nach Syracuse. In Folge uner- 
müdlicher, angestrengter Arbeit und der 
strictischsten Geschäftsweise hat er es hier 
zu bedeutendem Wohlstand gebracht und 
zählt mit zu unseren angesehensten Bür- 
gern. Er ist verheirathet mit Maria Ag- 
nes Lübker, welcher Ehe 11 Kinder ent- 
sprossen sind, von denen jedoch nur noch 
2 am Leben sind. Er wohnt 310 Noxon- 


wurde am 14. Maerz 1835 in Wilferdingen, 
Baden geboren, besuchte die dortige 
Elementar-Schule und erlernte dann das 
Schmiedehandwerk. Nach vollendeter 
Lehrzeit wanderte er mit seinen Eltern 
nach Amerika aus, kam nach einer Fahrt 
von 120 Tagen auf einem Segelschiff in 
New York an und liess sich in Syracuse 
nieder. Hier erlernte er in Christian 
Cook's Geschaeft die Moebeischreinerei. 
Am 7. Dez. '56 verheirathete er sich mit 
seiner noch lebenden Gattin Karoline, 
geb. Arheidt von hier. Im Jahre '57 
et iblirte Herr Walch das Moebelgeschaeft 
an der S. Salinastrasse, welches ihn im 
Laufe der Zeit zum reichen Manne machte. 
An seiner Gattin fand er eine treue Mit- 
helferin, die durch ihre Wirthschaftlich- 
keit keinen geringen Antheil an dem ge- 
schaeftlichen Erfolg ihres Mannes hatte, 
und welche mit den Kindern No. 857 W. 
Onond^gastrasse wohnt. Nach 40jaehri- 
gem Ehes and und nach einem ange- 
strengten Geschaeftsleben starb er am 
30. Juni 1S97 .mit Hinterlassung seiner 
Gattin und 10 Kindern, naemlich : Wil- 
helm Johann, Dr. Carl J., Carolina Ka- 
therina, Philipp Nicholas, Wilhelmine 
Friederike, Louise Magdalene, Friedrich 
Eduard, Anna Maria, Gertrude Harriet 
und Jessie C. Walch. Zwei andere Kin- 
der, Friedrich Peterund Katherina Emilie 


der wohlbekannte hiesige junge Rechts- 
anwalt, wurde am 23. Januar 1874 hier ge- 
boren. Nachdem er die öffentlichen Schu- 


len durchgemacht hatte, trat er in die 
Hochschule und graduirte in derselben 
im Alter von 15 Jahren. In seinem 17. 
Lebensjahre erhielt er eine Anstellung 
als Clerk beim Board of United States 
General Appraissers in der Stadt New- 
York. Er verblieb zwei Jahre in dieser 
vStellung und entschied sich für das Stu- 
dium der Rechtswissenschaft. vSeine vStu- 
dien begann er mit der Advokatenfirma 
M. E. & G. W. Driscoll, worauf er noch 
die Cornell "Law School" besuchte, in 
welcher er 1S96 als "Bachelor of Laws" 
graduirte. Im Juli '96 wurde er dann als 
praktizirender Rechts - Anwalt für den 
Staat New York zugelassen und bildete 
rnit dem Rechtsanwalt David P\ Costello 
die bekannte Advokatenfirma Costello 
& Walters, deren Geschäftszimmer sich 
im Bastable - Gebäude, 415 — 416 be- 
finden. Herr Walters nimmt eine her- 
vorragende Stellung unter seinen jungen 
Kollegen ein und die Zukunft scheint viel- 
verheissend für ihn zu sein. Er ist un- 
verheirathet und wohnt mit seiner Mut- 
ter, Frau Elisabeth J. Walters, in No. 835 


einer der bekanntesten Geschäftsleute 
der Nordseite, wurde am 27. Oktober 1835 
in Oberndorf bei Alzens, Rheinpfalz ge- 
boren, woselbst er die Volksschule be- 
suchte und dann das Spezerei- u. Schnitt- 
waaren - Geschäft erlernte, in welchem 
Beruf er noch heute Ecke Catherine- und 
Butternutstrasse thätig ist und es zu be- 
deutendem Wohlstand gebracht hat. Er 
kam im Jahre 1854 nach Syracuse, ist ver- 
heirathet mit Louise Schichler, welcher 
Ehe fünf Kinder entsprossen sind, die 
sämmtlich leben. Er wohnt 701 Butter- 


geboren im Jahre 1825 in Niedermörlen 
bei Bad Nauheim im Grossherzogthum 
Hessen, kam 1848 nach Amerika imd '49 
nach Syracuse. Herr Winter ist einer der 
ältesten jetzt noch lebenden Pioniere. Er 
war Mitglied des i. Turnvereijis [genannt 
die 4.8er] , gehörte zu der ersten deutschen 
Musikkapelle, zu den schwarzen Jägern, 
und der Washington Artillerie Conipag- 
nie. In '53 erlernte er die Kunst des 
Daguerrotypirens und brachte es darin zu 
einem hohen Grad der Vollkommenheit. 
Er malte Portraits und die ersten Photo- 
graphien in Oelf erbe und hat für verschie- 
dene Kunstausstellungen 6 Diplomas und 
2 Medaillons erhalten. In '55 etablirte er 
sich als Photograph und sein Atelier ist 
somit das älteste in hiesiger Staet. Er ist 
der Erfinder des Stereoptican Cyclorama 
[Panorama], besitzt mehrere Patente für 
photographische Apparate und ist Korre- 
spondent mehrerer photographischer 
Journale. Sein Interesse für das hiesige 

Deutschthum ist heute noch ebenso gross 
wie je zuvor, und es ist allbekannt, dass 
er es nie an Interesse für deutsche Unter- 
nehmungen hat fehlen lassen. vSein Ate- 
lier befindet sich 136 Südsalinastrasse. 


wurde im Jahre 1805 in Berlin geboren. 
Nachdem er die Gemeindeschule besucht 
hatte, wurde er Kaufmann, wanderte 1848 
nach Amerika aus und kam direkt nach 
Syracuse, wo er das Maler - Geschäft er- 
folgreich betrieb und bis zu seinem Tode 
eine der Hauptstützen des hiesigen 
Deutschthums war. Er war mit Caroline 
Ballin verheirathet und starb im Juli '81. 
Seine Wittwe und 4 Kinder überleben 


wurde am 6. Januar 1824 in Werbach, 
Amt Tauberbischofsheim, Baden, gebo- 
ren, besuchte in seiner Heimathstadt die 
Gemeindeschule und erlernte dann das 
Schneiderhandwerk. Nachdem er im al- 
ten Vaterlande eine Zeit lang gereist und 
auf seinem Handwerk gearbeitet hatte, 
kam er am 21. Juni 1850 nach S3'racuse, 
das seither sein stetiger Wohnsitz war und 
wo er es durch die Schneiderei zu einigem 
W^ohlstand gebracht hat. Er ist verhei- 
rathet mit Rosalie Kunz und hatte 8 Kin- 
der, von denen nur noch 5 leben. Er 
wohnt in No. 809 Townsendstrasse. 

wurde am 31. August 1861 zu Moven, Pro- 
vinz Brandenburg geboren, kam 1882 nach 
Amerika und liess sich in Liverpool nieder, 
wo er etliche Jahre in Gleason's Laden 
angestellt war. Vor 6 Jahren gründete er 
sein eigenes Geschäft, bestehend aus einer 
Wirthschaft, nebst Metzger- und Provi- 
sionsladen, und war darin sehr erfolgreich. 
Im Jahre '88 verheirathete ersieh mit Ma- 
ria, geb. Auftring. Herr Wunnecke ist 
Mitglied der Lincoln Loge von Syracuse. 

der gegenwärtige Coimty Clerk von On- 
ondaga County, wurde am 29. Januar 1861 
in Syracuse geboren, besuchte die hiesi- 
gen öffentlichen Schulen und später 
Bryant & vStratton's Business College. Er 
erlernte die Holzschneidekunst und das 
Schildermalen; erhielt dann eine Anstel- 
lung in der County Clerk's Office und war 
vom I. Oktober '89 bis i. Januar '95 Chat- 
tel Mortgage Clerk und bis zum 21. De- 
zember '96 Depi:ty County Clerk. Unter 
diesem Datum wurde er vom Gouverneur 
zum County Clerk ernannt, um den übri- 
gen Termin des verstorbenen County- 
Clerk's Butler auszufüllen. Ausserdem 
war er Clerk der Assembly in der Session 
von '89 und im Jahre '91 wurde er zum 
Supervisor der 4. Ward erwählt. Er ver- 
heirathete sich am 3. Juni '91 mit Fräu- 


lein Nellie E. Shoiidy und wohnt No. 6i6 


Herr Anton Zahm wurde am 12. De- 
zember 1841 zu Huebelberg in der Rhein- 
pfalz geboren, besuchte die Ortsschule ii. 
erlernte das Braugeschaeft gruendlich. In 
18G6 wanderte er nach Amerika aus, ar- 
beitete in verschiedenen Städten des Lan- 
des, wurde Braumeister in Toledo, O., iind 
Theilhaber in der Brauer-Firma Finlay & 
Zahm daselbst, kam '81 nach Sj-racuse und 
wurde Braumeister fuer die Haberle Brew- 
ing CO. und ist seit 1887 mit der Crystal 
Spring Brewing Co., von welcher er einer 
der Gruender ist. Herr Zahm ist ein 
aeusserst erfolgreicher Gesehaeftsmann. 
Er verehelichte sich am 19. Dezember 
1872 mit Fraeulein Fannie Davis, aus 
welcher Ehe 2 Soehne entsprossen, Ed- 
ward und Georg Zahm. Seine Heim- 
staette befindet sich in 117Sherwood Ave. 

Edzvard Zahm, geboren am 28. Mai 
1874 in Toledo, Ohio, besuchte die 
oeffentliche und Hochschule, erlernte 
das Braugeschaeft und absolvirte die 
Brauerakademie, darauf .studirte er die 
praktische Braukunst in verscniedenen 
groesseren Brauereien des Landes und 
wurde Braumeister fuer die Crystal Spring 
Brewing Co. Am 14. Februar 1897 ver- 
heirathete er sich mit Fraeulein Marga- 
rethe Guenther, eine Tochter von Henry 
Guenther, Superintendent der John Kress 
Brewing Co. in New York City. Herr 
Zahm wohnt bei seinem Vater. 

George Zahm, juengster Sohn des 
Herrn Anton Zahm, besuchte die oeffent- 
liche und Hochschule, absolvirte ein Bus- 
iness College, erlernte Stenographie und 
Typewriting und wurde Buchhalter fuer 
die Haberle und Crystal Spring Brewing 
Co. Seine Neigung geht jedoch nach 
dem Studium und er gedenkt die Yale- 
College zu beziehen, um die Rechtswis- 
senschaft zu studiren. 


wurde am 23. Mai 1807 zu Gutenberg in 

Bayern geboren, erlernte nach beendigter 
Schulzeit das Zimmermanns-Handwerk, 
und kam 1839 nach Syracuse. Er ist so- 
mit einer der frühen Ansiedler gewesen. 
Hier arbeitete er fleissig auf seinem Hand- 
werk, war einer der Gründer der Zions- 
kirche und lange Jahre einer der Aeltesten 
dieser Gemeinde. Er war mit Kathanna 
Baumann, gebürtig aus Stambach in Bay- 
ern, verheirathet und hatte 10 Kinder, 
nämlich: Christian, Johann Thomas, Ma- 
ria Barbara, Friedrich, Katharina Sarah, 
Sarah Karolina, Johann Jacob, Kuni- 
gunde Margarethe, Georg Nikolaus und 
Elisabeth Zapf, wovon das erstere bald 
starb. Herr Zapf starb 23. April 1893 und 
seine Gattin schon am i. Dezember 1871. 
Er hat vor vielen andern das Vorrecht ge- 
habt, zu sehen, wie Syracuse aus einem 
Dorfe sich zu einer grossen Stadt ent- 

einer der bekanntesten deutschen Ge- 
schäftsleute, wurde am 13. September 
1839 in Baden geboren. Nachdem er in 
seiner Vaterstadt die Realschule absolvirt 
hatte, wurde er Kaufmann, blieb jedoch 
nur kurze Zeit in seiner Heimath und 
wanderte im Jahre 1858 nach Amerika 
aus. Er kam direkt nach Syracuse, war 
9 Jahre Buchhalter und deutscher Corre- 
spondent in dem Geschäft des verstorbe- 
nen Jacob Anios Sr., und betreibt jetzt 
schon seit dem Jahre 1867 ein Mehl- und 
Getreide - Geschäft immer in demselben 
Hause. Wegen seines geraden Wesens 
und seiner Jovialität ist er allgemein be- 
liebt und geachtet. Er ist verheirathet 
mit Josephine Wittneben, welche Ehe mit 
5 Kinder gesegnet ist, von denen jedoch 
nur noch 3 leben. Frau G. A. Cholet, 
Frau Wm. A. Ellis und Fräulein Anna 
Zettwick. Er wohnt 510 Courtstrasse. 

geboren am 14. Februar 1814 zu Riedselz 
bei Weissenburg im Elsass, besuchte m 
seiner Jugend die Elementarschule und 
wanderte 1835 nach Amerika aus. Er 

RESTAURANT cind.... 

cS£ Saloon, 


Wines and Liquors a Specialty. 


liess sich zuerst in Buffallo nieder und 
kam im folgenden Jahre nach Syracuse, 
wo er hald in's Salzgeschäft ging und 
zwar mit gutem Erfolg. Er war somit ei- 
ner der ältesten Ansiedler in Syracuse und 
mit der frühesten Geschichte des hiesigen 
Deutschthums eng verknüpft. Im Jahre 
1S42 verheirathete er sich mit INlagdalena 
Becker, welche zwei Jahre später ('44) 
starb und ihm ein Kind zurückhess. In 
'46 verheirathete er sich zum zweiten 
Male und zwar mit Magdalena Schneider, 
welche am S. November '77 starb. Aus 
dieser Ehe gingen acht Kinder hervor. 
Von den 9 Kindern sind nur noch 3 am 
Leben. Ein Sohn und tine Tochter woh- 
nen in Syracuse und eine andere Tochter 
in Albany. 


einer der bekanntesten jüngeren deut- 
schen, wurde am 22. März 1S55 in Syra- 
cuse geboren. Nachdem er die öffentli- 
chen Schulen besucht hatte, machte er 
einen Cursus in der Buchführung durch 
und arbeitete längere Zeit als Buchhalter. 
Er ist jetzt schon seit längerer Zeit in dem 
Geschäft des Herrn Jakob Amos als Kas- 
sirer angestellt und in weitesten Kreisen 
beliebt und geachtet. Ht ist mit Martha 
G. Flach verheirathet und hat i Tochter. 
Er wohnt 605 Park Ave. 

wurde am 27. Juli 1813 in Nordkirchen 
in Westfalen geboren. Nachdem er die 
deutschen Parochial-Schulen in seiner 
Heimath durchgemacht hatte, erlernte er 
das vSchneiderhandwerk und brachte es in 
seinem Beruf zu der grössten Vollkom- 
menheit. Im Jahre 1853 wanderte er 
nach Amerika aus, liess sich zunächst in 
Utica nieder bis er im Jahre 1855 nach 
Syracuse übersiedelte, wo er lange Jahre 
als Vormann fiir die Firma A. C. Yates 
and Co. thätig war und sehr viel zum 
Aufbau dieses grösstentheils seinem ver- 

storbenen vSohne Theodor gehörigen Rie- 
sengeschäftes beitrug. Herr Dissel, wel- 
cher am I. August 1S92 starb, gehört zu 
den prominentesten cleutschen Pioniren 
und erfreute sich allerseits der grössten 
Achtung imd Beliebtheit. Er war mit 
Therese Aufembruch verheirathet und 
hinterliess 7 Kinder, welche alle in 
S}'racuse leben, ausgenommen der ver- 
storbene Sohn Theodor und der noch 
jetzt in Philadelj^hia wohnhafte vSohn 


wurde geboren am 8. April 1821 in Schwa- 
bach in Bayern, besuchte die Stadtschule, 
erlernte das Schuhmacher - Handwerk, wan- 
derte im Jahre '46 nach Amerika aus und liess 
sich in Syracuse nieder. Hier arbeitete er 
aciit Jahre als Schuhmacher, betrieb dann 
einige Jahre lang ein Spezerei- und Scimitt- 
waarengeschaeft und zog dann nach Michi- 
gan. Im Jahre '0^ kam er wieder zurueck 
nach Syracuse und erwarb die Farm an Man- 
lius-Strasse und Teali-Ave. im Town Salina, 
welche als Mustcrl'arm weit und breit bekannt 
ist. Herr Gallstcr ist ciiuT der best gekann- 
ten und geachtetsten iiicsiyen Buerger und 
aeltesten Pioniere. Durch uneniuiedlichen 
Fleiss hat er es zu Wohlstand gebracht, denkt 
aber noch lange nicht daran nuiessig zu sein. 
Hr war mit Kunigunde Lüttes verheirathet, 
aus welcher Ehe 1 1 Kinder hervorgingen, 
wovon noch ^ am Leben sind. Ein Sohn 
und eine Tochter wohnen bei ihm auf der 
Farm und ein Sohn wohnt in Michigan. 

hl Ergaenzung: der biographischen Skizze des ver- 
storbenen Herrn Wilhelm Dopffel Sr. sei noch er- 
waehnt. dass derselbe zu seinen Lebzeiten ein her- 
vorragendes und unermuedlich thaetiges Mitglied der 
Lincoln - Loge war. Er diente als Supervisor der 
alten 4. Ward und wurde von Mayor (Judge) Wallace 
zum Accise - Commissaer ernannt. 

In der Anzeige von Herrn Fre\' (Art üallery) auf 
Seite 70, sollte die Addresse lauten : 708 N. Salina= 
Strasse, Altmann-Qeb^eude. 


Abele, Thos. 35 

Ackernian, Dan. 275 

Aman, Anton 204 

Arnos, Jakob 17 

Arheidt, Friedr 89 

Aller, Michael 119 

Bahn, Val. H 223 

Balzhaeuser, Heinr 221 

Bauer, John 172 

Bauiner, Francis 59 

Baumgras, Wilhelm 105 

Beilen, Wm. J 238 

Bentz, H. Ph 231 

Bitter, Henri 188 

Blint, Jakob jr 271 

Bondy, Gabriel 204 

Bondy, Joseph 239 

Brand, Jakob 119 

Braun, Friedrich 174 

Breitsch werth , Conrad 243 

Busch, Conrad --- 07 

Cowie, Alex. H 257 

Danziger, Henry jr 21S 

Daltan, Hermann G 176 

Dissel, Alexander loi 

Dissel, Theodor loi 

Dopftel, Wilh. Sr 29 

Dopffel, Wm. Jr 29 

Eckermann, Christ. 141 

Ehrmantraut, Nikol 165 

Eng, Christ 35 

Erhard, Friedr 235 

Feigel, Richard J 269 

Fickei.yen, Jakob 43 

Finck, Aug. sr 

Finck, Aug. jr: 207 

Finck, Georg 

Finkbeiner, Joh. G 279 

Fischer, Dr. Jos. T. D 263 

French, G. Ross 257 

Fricke, August H 147 

Fruehauf, Christ 139 

Gallster, Joh 109 

Gallster, Matheus 279 

Genzel, Heinr 43 

Genzel, Gottfried 205 

Gilcher, Jakob - 224 



Greis, Dr. Wm. H 26t 

Grumbacii, Elisabetli 153 

Grumbach, Nichol 117 

Haberle, Benedict 21 

Heid, .'.4ichael 221 

Held, Prof. Ernst 145 

Hessler, H. E 00 

Heyne, Dr. Oscar B 147 

Hiscock, Frank H 240 

Hiscock, Frank 15 

Hoffmann, Eman 55 

Hubbell, James E 236 

Jackson, Albion 85 

Kemter, Dr. Theo. A 175 

Klein, Jakob J. 151 

Klein, J. Wm. 151 

Kline, Jay B. 24a 

Klink, Adam 159 

Klink, Wm. T 159 

Knapp, Jakob 199 

Korb, Adam J 

Korb, John G. P 217 

Korb, Johann Ad 

Krause, Kilian 224 

Kuntzsch, Fred A 21S 

Lang, Frank 55 

Lang, Louis P 215 

Lehrscholl, Alph 189 

Lindemer, Georg J 172 

Listman, Adam 149 

Listman, Chas 269 

Listman Phil .--168 

Luchsinger, Jakob 203 

Luther, Joh. M.. 235 

Manz, Karl C 189 

McGuire, James K 2 

Maynard, Edwin H - 236 

Merschroth, Georg 176 

Metzger, Adam 199 

Miller, Jakob-. 31 

Motzer, J. C 231 

Mueller, Andreas 143 

Nickels, Mathias 169 

Nies, Adam 205 

Northrup, Milton H 47 

Oberlander — Familie 201 

Ohneth, Peter 131 



Oswald, John C 222 

Pakelnishky , Samuel 220 

Peters, Nichol. Sr 25 

Pfohl, Jakob 139 

Plagge, Prof. Arthur 175 

Poole, Theodore 1 259 

Preisser, Rev. Stephan A 251 

Piice, Dr. George M 267 

Putziger, Isidor ... 223 

Rauch, Mathias 193 

Rech, Peter 193 

Rees, Joh 143 

Rehfeld, J. C. H 271 

Reitze, Vinzenz . 206 

Reuland, Rev. Joh. __.2ii 

Richberg, Georg 221 

Rubin, Moses D 245 

Rupp, Dr. Frank J 265 

Saul, Georg 21 

Sawmiller, Ignatius 65 

Saxer, Dr. Leonard A 173 

Schaeffer, Rev. A. F 171 

Schaefer, Georg 221 

Schaefer, Jakob 39 

Schaefer, Rev. Johannes 227 

Schilly, Georg 277 

Schilly, Valentin ,277 

Schmeer, Henry 155 

Schuenemann, K. E 243 

Schug, Fred 135 

Schwarz , A . H 129 

Schwarz , J . H . 129 

Schwarz, Jakob. . _ . 137 

Scott, Dr. Addison W 267 


Sehl, Jakob--.. 220 

Seubert, Justin 155 

Seiter, Frank J 169 

Seiter, Eduard 275 

Simon, Karl 165 

Sniper, Gus 51 

Sniper. Jos 131 

Soldan, Karl G. 222 

Solomon, Samuel D 215 

Steiger, Joh... 127 

Stoecker, Joh 157 

Stolz, B... 219 

Surbeck, Joh. C 157 

Ten Eyck, Edw. G 241 

Thompson, Jos. T 247 

Traugott, Frank W 16.S 

Voshall, Joh. F . 203 

Walch, Friedr 89 

Walier, Jos. 281 

Walters, Henry J 219 

Weinheimer, Henry 141 

White, Horace n 

Winter, Joh. Sr 63 

Woese, Heinr. D 105 

Wolfarlh, Jos 137 

Wunnecke, Gust 221 

Yaeckel, Georg J 123 

Zahm — Familie 133 

Zapf, Joh. 149 

Zett, Xaver 109 

Zettwick, Louis 206 

Zimmermann, G. M 209 

Zimmermann, Jos. A 209 

Zinsmeister, John 174 



Adaniant Mnfg. Co -.-- iS2 

Adams, C. F. Co ^54 

Altniann, A. V sS 

Arinbruster, Jakob 

Bacon, Chappell &Co 72 

Bank ofSyracuse ö 

Barber Bros. _ i s8 

Bartels' Brewing Co SÖ 

Bartholiiie, Gust 148 

Bauscli, Geo - 166 

Biel Bros S4 

Boston Shoe Store 70 

Briggs, G. D 62 

Buschle, G 1 ^8 

Central City Umbrella & Parasol Factory ^o 

Chase & Smith Co 68 

Clancy, J. R S4 

Clasen , Aug i>4 

Commercial Bank 22 

Countryman, D. J 272 

Crystal Spring Brewing Co 48 

Curtiss' 70 

Dey Bros. & Co '- - 6 

DoptTel & Wittneben 28Ö-287 

Dotterer & Becker 20 

Drescher, P ö8 

Ebeling, F. H 38 

Eckel & Engel 74 

Elsaesser, J 38 

Equitable Lite Assiir. Society 282 

Foote, Bailey &Sackett 170 

Franker &Matson 102 

Frazer&Jones Co 1 ;8 

Frey's Art Gallery 70 

Frick Bros 282 

Geiger, F. X. 270 

Germania Park 60 

Graff, John 284 

Grassmann, Christ 284 

Grassmann, Gebr 288 

Grillenberger, J. M. 272 

Grubert, H. E.&Co 148 

Haas, Jos . 288 

Haberle Brew'g. Co 48 

Hemmer, Anton 74 

Henninger, N * 38 

Hessler, H. E _" 68 


Heyne, Gust. A ^2 

Hofmann, M. & A 70 

Holloway, Geo. W 1 -jS 

House, L. &Sons 148 

H Limbert , F . & Sons 38 

Jones, Dr 02 

Juhl, JohnW 282 

Klein's 192 

Klein& Franz s8 

Klink, W.T.&A 42 

Knaus, Chas. 138 

Kotz, Emil M.. 74 

Listman, Chas . 46 

Listman, Philipp 134 

Loos, J 1 70 

McCarthy, D. &Co 34 

McGuire&McKeough 158 

Meads, C. P _..- 102 

Merchants Natl. Bank 24 

Mertens, M. &Co 284 

Miller & Taber " 68 

Mirbach's Home Laundry 28 

Muench, Wm 34 

Mulhauser, J 44 

New York Life Insurance Co i io&28-t 

New York State Banking Co. 30 

Niver, W. K. & Co 02 

Chiondaga Co. Savings Bank 8 

Ormsbee, H. J. Engraving Co._ 270 

Paragon Plaster Co 00 

Peck, W. S. & Co 44 

P ice, Milton S 272 

Rapp, Gust. A 1t2 

Rauch Furnilure Store iq2 

Rausch, John F :i2 

Rech Bros ^8 

Reeve, C. A. & Co 28 

Reiik, Fred 248 

Robert Gere Bank 30 

Ryan, M. & Son 1 70 

Salt Springs Natl. Bank 20 

Sawmiller, ignatius... 04 

Schaefer, G. F _. — 1^2 

Scheninger, J. A. & Bros . ^4 

Schetter, John . . - 02 

Schiller's Bakery 170 

Schug, Chas. & Sons nS 



Seiter's S 2 

Single, John Paper Co 148 

Smart, A, M so 

Smilh. F. A * i=;8 

Smith Geo.A._-- 288 

Smith, W. 1 170&272 

Sniper, Jos. W . öo 

Snow, C. W. &c Co. 52 

Surbecl<. J. C 106 

Standard Sewing Macliine Co =iO 

State Bank of Syracuse 18 

Syracuse ColdStorage& Wareliouse Co. 72 

Syracuse Savings Bank 12 

Terlinden, Fred 34 

Tiiird National Bank 44 

Traugott, F. W ;ö 

Trust & Deposit Co. of Syracuse 18 


Turk, Chas. I 74 

Union Loan Association 72 

Union Pacific R. R ^4 

Weiler, A. 54 

Weinheimer, H.&Co s8 

Wenz, F. C. & Co 44 

White &Greenland 272 

Williams, J. G . ;8 

Winter &. Smith 10 

Wolt"& Kurtz löü 

Yaeckel, Adam 1... 272 

Young, Adam 28 

Young, E. & Son 02 

Zett, George.-.- 50 

Ziegler, C. W 70 

Zimmermann, Chas. F. 1^4 

Zinsmeister, John 4a 

Entered according to Act of Congress, in the Year 1S97, by 

J. P. PiNZER. 
in the office of the Librarian of Congress at Washington, D. C. 


i L /, _ 'no 


KURZE" VON Beamten 



Syracuse Union" 

I Cbarles f. %ml I 



u/e Aave the f/nest 
2/or/c and Chicago. 

and iar£^est !7^epositori/ between 9/ew ^ 

/2ö sti//es aiwaj/s set up in our S/^e- S 

positoru, 'u^e Aauo a com/}/ete /i'no or >*. 

Extension and Canopy Top Surreys, ^ 

Rockaways, Stanhopes, Open and Top ^ 

Bu^gies, Cabriolets, Phaetons, Traps, ^ 

Carts, Road wagons, Delivery Wagons ^ 

Etc. Our Carriages are all New, Latest ^ 

Style, and Every One üuaranteed. ^ 


[^ 220=22=24 James St., SYRACUSE, N. Y. ^ 


uhe Olive 

. . . u/heel. . . 


hcLs meide ci repurcition for ifself 
fhcit is envied bv all MäRufacturers 
of high grucle Bicvc Ics 




always on band to 

explain the merits 

and many attractive 

features ofthe Olive. 

The Olive Wheel Co. 


121 West 3cffcr$on Sfrcet, 

E. P. WILKIN, Manager. 

I ^. !Peters 6c Co., | 

(f\ ESTABI.ISHED i8s6. \i/ 




^j> 0"^ ^^5^ ^^ ^^*"S Business, \{> 



(f\ l^otbing Offercd,.,, i^z 



(f\ C^^rougblp lip=Co=Oate ilz 




m C'>^Proofof tbePuadnisisintDeeatJns, j{- 


(f\ Qne Price to m.... i^z 




/|\ VOU SO DESIRE. \^f 

jjj Rapid Cransit f 





2J manutacturers of Clothing for tbeir oion Crade. jjj 



/jJX ANV HEKiHT, ANS' liREADTH, ANV SHAPE, AT ANS' TiriE. _p<~' \|j( 

I m. Ip>ctcr6 a Co,, ^m |