Skip to main content

Full text of "Geschichte der germanischen Philologie vorzugsweise in Deutschland"

Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



ciilizedüv Google 



ciilizedüv Google 



ciilizedüv Google 



^. 




ciilizedüv Google 



J^ 



HC 



ciilizedüv Google 



ciilizedüv Google 



ciilizedl!, Google 



>e{c§i(^te 



HDiDett|(l)cftcn in Dctttf(l|lanb. 

SIeunt« fflanb. 

iStff^ic^tt ber germanifc^cn p^itotogie. 



AUF VEBAKLAeSUNO 
UND UIT 

UNTEaaTüTZtisa 

SEINER MAJESTÄT 

DES KÖNIGS TON BATEBN 

HAXIUILIAN It. 



HKRAUSOBGEBEN 



H DIE 



MISSION 



HISTORISCHE C 

BEI DER 

RÖNtOL. ACADEHIE DER 

WISBENSCHAPTEM. 



iKändita, 1870. 

O ( b e n b ] 



LSi,-.,.:.l:, Google 



icf(|id)tt 



Cöermanifflitn |)l)Uologte 



Dorsitgstotifc in ^nüfrhkiid 



Mnliolf tum llAunia*. 



AVV VERANLABSUSa 

UN» MIT 

IIMT BBÄTDTZ DNA 

BBLNBa MAJESTÄT 

DBS KÖNIQS VON BA.YEBN 

MAXIMILIAN II. 



HEBAU80E0EBEN 

DUaCH DIE 

HISTORIBCHE COlOliaSION 

BEI DEK 

kOhiol. ACADEIOE DEB 
wissenschaften. 




Jtüiiilini, 1870. 

«. O I b e n 6 u t g. 

L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



ciilizedüv Google 



1? r n» t f . 

(fine @ef^d^te bei gntnänifc^n ^^ilotogte faun ntt^t btaU 
fii^tigen, na^ %Tt emeS 3tef>ertimumä alle auf btefem @ebtet erft^es 
nennt ©i^riftcn ju oeijetiidiien. 3^e Aufgabe mii* uielme^t fein, 
aus bet SRaffe beS äßor^anbenen bie (grf(i(ttinuii9en ^rDorju^ben, 
addft ben ffintoicfCmigSgang t)er asiffenfi^aft ertennen loffen. gut 
bie HbüogToiJ^tfc^ ©eite ^Qt ^einridi Jioffmann'S Iieutfi^e $^ilip 
logie (1836) einen guten Anfang gemacht, ffli bie etgentli^ ^iflotift^ 
3)aiftdlung nnfrer ganjen Siffenfc^aft aber tfl noc^ toenig gefi^e^en. 
ffia^b ic^ mit bei «uSorbettung meines äßats beft^ftigt ujor, 
etf^en (1865) SB. ©d^erer'S ©d^ft über Sac ©riram, unb i(^ 
freue mi(^, mit biefem get|l»DlIen 0Dtf(^ in Dielen fünften übei= 
etnjnfttmtnen. 

Die ©tänje, bis jn melc^er t(^ meine ©efd^iic^te fortfahre, 
bilben bie älteren ©(^ü(ei $a<^mann'g. lllaS letfte Sa^iitel, fo Ute 
%Qeä, maS in ben früheren Sbei iene @rSnje ^inauSgieift, bitte ic^ 
bed^b nni aliS eine unDermeibli^ 2)teingabe ju betrai^ten. 

^tl) ffifttbe auger ©tanbe gemefen fein, bieö Sui^ ju fc^reiben, 
njenn tc^ ni^t Don ben Sorfle^em einiger bcr gtöfiten Sibliotl^den 
in freanblt^ftei Seife unteTJM^t vorben niäre. 3^ fage ^ier vor 
oDen meinen toärmfien Sant bem $emi ^irector §alm, bei mir 
in ribecaljlei Seife bie S9enü^ng bec tänigtic^n $Df= unb ©taat^ 
bibtiot^f in aRflnd^n enni}gnd)te. ISbenfo bin ic^ ben Ferren $Df= 
nit^ $Ded nnb $rofef[oi ©^toeiger für bie juDortommenbe Seife, 
in bet fle mit ben ©ebrau^ bet ©öttinger SiMiot^jel geflatleten, 
irab bem &erm ®e^. Wat^ $er6 für bie freunblittten aKitt^ilungen 
au8 ber fönigUt^n Sibliot^el ju SBerlin banlbor Deri)flt^tet. Sie 



i.,C-.OOglc 



:6tb{iot^eI beS unter IEJTenUKin'3 nnb ^mmann'S 9etlung ftd^ Iiäftig 
entoideltiben ©ermamfc^en SRufeum^ ßanb mit bax^ ^ommonn'ä 
betannte (BeffiOigfeit gu @e(ote. 

X)eT X)rud nteineä SJetfeS na^te feinet Sonenbung, aU pU^= 
l\^ nnfiem S^aterlonb nm ffimtc^ä) ber (tdtQ onfgebruiisen unirbe. 
S)ie ^li^n beutf^ ®tege, bui^ beutfd(re IStnigfeit, Xo^ifei^eit 
unb Stufig untei @otte8 S9eiflanb errungen, geugen bafitr, bag 
unfet ©oir nm^ in bollet ftraft ffe^t. ®Dtt trotte unfie Waffen 
femer feguen! Unb in5ge bann in einem t^riebenSf^Iul, bei ben 
gUinjenben S^^ten unfreS ^eereS entftm^t, baS ntu^ge^olt u>eiben, 
vaas man 1814 unb 161& bnfüumt Igat! 



(ErUngen am 22. Xuguß 1870. 



ciilizedüv Google 



3 tt M t f . 



3a^re 1666. @. 1. 
tcff« tMfita. (Hnlcihma S. 1. 

gWeihI SaUcL Sic UnfSngt btt btutfi^tn SUtcd^umefotfc^ung im mt= 
fonnatiim«itilaltn S. 4. 

tAt ISitbtrtcttiung btt flaffif^tn Sltnt^uniS unb bit btut[^c a(tn:= 
t^umtfoift^utig e. 5. — 93it gtcfonnation bct Jtiit^t unb bic btutfi^ 
tß^ilologic SiPc auSgaBt bc4 Otfrtb @, 31. — Sit anfSiigt bn 
9arglti<:^tnbtn eprai^fOTf(^uns unb btt gtnnanlt«^ ^ilolDsit S. 87. — 
Sit bculft^tn 3u^|lt>> unb btt gemtanifc^e iß^ilologit @. 46. 
3Mttei ftifiUcI. Sit SÜ^tigtcit ouf bttn @t(ictt bct Sfltrtn gtnnunifc^cn 

e^xa^ som auflgonB bt3 16. ^a^c^unbette bie iitm 3. 1665 €. 48. 
WtrtCl llMlttl. Sit STaiitiitati[(^c St^anbluna btt btutf^cn Spiitil^t bi< 
inm 3. 1665 €. 61. 

Sit btutf(^ l8nnimatil im (tt^c^nttn Sa^i^unbtrt €. 61. — Sie 
btulfi^ enrotmatir im flcbjt^nlat Sa^i^imbtil bis ]um 3. 1665 €.70. 
(ftiftci CMUcL Sit Itriralit^t eutbtilnitQ bti btutfc^tn Spim^t bi« 
imit 3. 1665 €. 83. 

&ttfH Stt^ltü. Sit anfSnge btt stnnattifd^tn ^^ilologit in bcn nicber? 
lanbtit, in englonb unb in etonbinouim €. 88. 

1, Sit 8nf£nec bn gtimanifi^tn ^b''°'B9'' '■* '>*■' Qücbttlanbcn bis 
auf ^ranriAcue Sf"'»^ ®- ^- 

2, Sic auffingt bti gcnnanit^tn $^iIoIogic in Snglanb bid auf gTam 
ci«cu« 3uniu3 €. 96. 

3, Sic anfängt bti gcnnani|<^cn ^^ilolcgic bti bcn fTanbinauifdicn 
mUtm ii« tarn % 1665 €. 100. 

Jnritn Bnäf. 2>te gmnamf(^ ^^ilologie Don ber ^eiauegatie bed 
6ob«f oraenteuS bl8 jnm auftreten b«t aoraanttter 1665 i\S 
1797 @. 106. 
•tfti ttafUil. Sic gtnnanift^ $^iIoIcgic in btn Stitbctianbcn , in Sug^' 
lanb unb in Sfanbinavttu Don 166l> bi4 1748 &. 106. 



LSi,-.,.:ül:, Google 



VIII 3nW- 

1. Sit gcTmanift^t $^itoIogic in btn nitbcTlanbcii unb inSngtonb oon 
1665 bie 174ä. gtanciituj SuitiuS. <8eorot ^\it». Zcatibta ttn 
Aalt 6. 106. 

granciflcua Suniut. S)ae £tben bei gtanciaaij 3>'i^ii'^ 
@. 107. — 3)je fitiftungtR bti granci«cu3 ^uniuS €. 121. — 
@cngc ^i(fc«. £<i3 Sebcn bts iS. ^idc« &. 129. — t>\t 8tt< 
[hingen bte ®. {lidtS €. 131. — gambcit ttn Xott & 139. 

2. £it g(iRiani[i^c ^^ilologit bei btn flanbinooiit^ SiOcnt Dom 
3. 1665 bis jum 3. l'^S S- 14«. 

Sktitt) AMitel. %ic atrmani[(^< ^^ilDlogit in Titutfi^Ianb 1665 6i« 1748. 
©. 154. 

1. anttgunQtn bun^ aßor^of unb Stibnia €. 154. 

2. £it X^tigCtit ouf btm @(bi<tc ba altgtnnanili^ni Spia^tn in 
S)(ul|(^lanb Dom 3. 1665 ii9 jum 3. 1748 €. 165. 

3. (STomnuitit^c unb lexilnüFt^t SnT&tLtung bu ntu^M!tl>uit[(^n Slind^t 
Bom 3. 1665 biJ jum 3. 1748 S. 185. 

Xtttttt fttliittl. 3)it onininii[i^t $:^ilolDgit in btn 9}itbtrianbu), in ISng= 
lonb unb in eranbinoUim »on 1743 liB 1797 €. 193. 

Bltttel SMittl- ^!t gtrmanift^t ^^ilologie in S)tutf41anb oon 1748 hx9 
1797 ©. 204. 

1. 9raniitialif<^e unb luriralift^ SSuubcitung bcr ncu^oi^bndfi^ ^ftto^t 
Mm 3. 1748 bia jum 3- 1797 ©. 204. 

2. Sic iBtorbdlung btr beutfi^tn SotUmunbaTtcn bit juin 3, 1797 
©. 242. 

3. !Cie SUtroi 0cnnaRi(<^cn Sprai^tn unb Silcraturtn in X)cui|i((anb 
iinb bit Sinmiifung bn bcut[i^cn Akffifer auf bit gtmtani(<^ ^^i> 
lologit in ben 3<«*'en 1748 bie 1797 S. 247, 

Ibit linguiflif^iantitiuarlf^t Sc^anblung bti üllKtn gtimani: 
f<^ ©Vrn^t» Don 1748 bi« 1797 S. 248. — ®1( ^tauSgobt 
mittd^ot^beutfc^tc SDi^tungin. Obttlin'« ©loffar E. 254. — 
Cit CHiiiDiTfung bcr beutfc^m AIofiFti auf bic gtrmani[(^t $^ilD= 
lagit in bcn Sa^itn 1748 bis 1797 e. 266. 

BrlttfS ißnifl. SDirai auftreten ber jRomantitcr 6i§ jum (grfd^nen 

Don ®rimm'8 ©tammatif. 1797 i\s 1819 S. 292. 
•liltS Sta^ttU a)it Slomanlircr €. 2D2. 

»it Momantirn: wn 1797 bi« 1806 ©. 292. 

fi. titA ffiatfentobtr «. 296. — «. !B). St^Iegtl. g. ©i^ttgtt 
©. a04. 

'Cic SlicbttwcTfung £tulf<^Ianbfl buri^ bic gnniHtn iu btn 3<i^i™ 
1805 unb 1806 unb bat C^ru^d^n bcr beutfc^tu @eflnnung. gi^lt. 
SrtnH. 3a^n ©. 313. 



:.g.l.:ecll!,G00Qlc 



JAt ^Sitptn bn nnunüf^ e^U imb bcrcn X^tigfeil auf hm 
9tbitt b€t flomaniti^n ?J^ilolüfli( in bot aa^wn 1806 61« 1819 
6. 321. 



»w oUbtutt^m etuMtn jttt 3«« bH ÄuftrttatB btt 
eiftbtT Snmin S. 338. 

g. ^. »on bn ^B" S. 331, — iMctn S. 348. — «)it au(= 
{b;binig bc« SUoni Xituitl bin^ Soctn. XiDctn'e tmb fl. m ec^it. 
gtTe anfi^tcn Ate btiifd&tn S. 351. — Dit einfü^vung b«# ©an«= 
frit m ben'JCnid bcr btutfi^m gorfi^g bui4 gricbni^ Q^ltgü @. 354. 
— Hinolb Kamt S. 362. — ^\. (SBnte S. 365. — anrim utib 
eralano e. 372. 

IMtM ftayitd. £«< 8tEat tmb bit 9i(then b«i etflbct @ilnuit Ha 
pm 3. 181S £. 378. 

1. {»« Sd» btt eiübn etimm »K jum 3. 1819 €. 878. 

2. ZHt abbitten b« eriibcr @iiitim in bct tr^ ^Stciabt i^nr 2Mtlgs 
Ml 1807 bis 1819 6. 390. 

3m. erinrai'« Srbtiten oon 1807 Bis ISll £. 893. 

3«. «Sriinm'« Streit mit Soten unb g. 1^ ook bei 4Jagcn 
fiiet bit SBintiefSnarr unb ajlciStrtäna« ©. 395. — 3ac. 
Orimnt: UtBn bm olibtutti^ a»dperflt(ana. Unltrji^eibung 
wm «fltitr» unb Äunflpotpt €. 402. — 3«, @rimm üia bic 
e«^t unb t^t en^tnifi jur efitf^cn $oefii unb «tUic^lt 
e.408. 
n. erimm'l atbtUtn DDR 1807 m 1811 6. 411. 

ü. tBrimDi*« nfte Hibdtot 1807 6U 18)0 S. 411. — 
e. 9ritmn'4 attbfinlfi^t ^übtnlitb« 1811 «. 419. 
X)it gemtinlomm «rttiten ber erilbct (SMimn 1812 bis 1816 
e. 422. 

dt Jtii^tT' unb ^udmfir^ @. 423. — ^it btutfi^tit 
Sdfltn e. 428. — »it aitbtnt(<^n Wtüia ©. 432, — ©it 
«nfgabt btS ^UbttoinbSlfd« 6. 435. — t>it ebboJt^tr 
6. 436. — »« Wmt ^intti^ C. 488. 
»it fltjMtbtrtm arbeiltn 3«. ©tfrnm'« irab SB. ®rtmin'< 1811 
bis 1817 e. 439. 

3at. erimm .flbre üRQt^e«, ifyo* unb «cfi^^tt' 1813 

5. 489. — 3«e. ©rirnm'* 3r»iotftM6t unb 3nntn[ilurt 1815 

6. 441. — 3«, ©riimn'e «llfvanift^t Gflonumjcn S. 443. — 
3«. «räron'a BttttaBt jut 9(itf*rifl für fitf(^i.^ltt(^e SK^t«-- 
nifl«il4aft 1816 bil 1817 S. 443. - «tin«« «rbtitm 3«. 
unb SB. @Timnt'« 1811 bU 1816 £. 445. 

SRflrfbliÄ auf 3, ©timm'« Hnfl^ttn unb Etifbrngnt tPi^b 
bti ttptn ^obt fdntr HatiflWt 1807 bl« 1819 S. 446. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



X 3«^. 

BlnM ftUUcI. Cir SBtnbuns }u jhrtngmr V3ifTtii(f^ftn4tdt 1815 m 
1818 ©. 452. 
IL n. ^ititVe ecurt^tltung bn mtbcut[(^cn SSIbtr 6. 452. 
@. 3. Qtntift'i Filtert %xbtüm @. 455. 
ft. Sa^ntonn'e anfingt €. 457. 
gian} eofip'd tr^ fluftrtttn S. 462. 

giiftcS ila^llcl. Sit atrmanift^c V^iroruait in bcn fRitbcrlanbcn, ^nglanb, 
e^ontanb unb ©tanbinauini 1797 bis 1819 S. 467. 

Slafmue Xtlftion !Raft €. 470. _ »ofr« gtben S. 470. — StaFf« 
ficißunacn @. 475. — £RaffS g^DTFc^unQni auf btm siebtel ber gcnna= 
niWen ©ptni^tn bi» jutn 3. 1822 ©. 477. — ataffa «tbeittn auf 
btm @cbitt bei gennaniff^cn ©liia^tn ftit bon 3. 1822 S. 485. 
St^fltl ftMitttl. 33i( Starbtitune bet iitu^oil^btutfi^tn ©c^ttflfpia^c »nb 
btr bcutf^en BolfSmunbarteii in btn 3a^ttn 1797 bi« 1819 ©. 487. 
ZiAnttt Sta^m. mOblii S. 492. 

ttitttn ßnit. !Die gtmtanifd^ $^tIolD(|ie Dom Srfi^nen »on 
©rimni'« ©tammatil biä jut ©egenmart. 1819 tii« 1869 
©. 495. 
«rfltB ftalritel. Z)ie erQbti (Stimm 1819 big 1840 €. 495. 

1. Stbut bn eidbtr Olrimm 1819 bis 1840 &. 495. 

2. 3ac «Stimm'« Slibcilen uon 1819 bis 1840 ©. 499, 

Sit btutfi^t «tammalif 6. 499. 

ttit btulf^tn nt^ljallttt^flmtr ©. 523. 

CIt btutfi^c ^t^logit e. 626. 

3> @tlmm'l ERtin^ gu^e unb flbiiat Kibtittn Uoii 1819 

m 1840 e. 531. 

3. XQ. @Timm'a atbtiltn von 1819 Bis 1840. Sttfc^itbcn^rit 3ac. 
«Srimm'a unb XB. @rimm'e S. 534. 

SütUcS ft0ittl> 3)it aRitfotF<^n; bcr Srilb» @timm €. 540. 

1. B. a^monn (1819-1851). ffi. g. ötntift (1819—1844) S. 540. 

2. 30^. SnbT. @<4mt0cc £. 555. 

3. Sidiwlg U^Ianb €. 566. 

4. £)le anbtttn ÜJtilfarfi^tT bcr Srübct (Srimm €■ 579. 

g. ^. oon btt ^agtii S. 580. — aRont. fiaßbtre ©. 588. — 
^offmami Don goUtrSIebfn ©. 685. — HBa^mann ©. 590. — 
©raff S. 593. ~ SKiuftbai^ ©. 596. — ©il^tlm BJarftraOötl 
©. 5B7. — anorij ^aufl ©. 601. — ft. ©imrod ©. 602. 
SritteB SlfiUcI. ^» ©onatiit unb btffcn ßinwiTtung auf bic (^tforf^img 
ber gtnnanifc^ ©))raE^tii €. 606. 
1. gtaiij Bopl) S. 606. 



ciilizedüv Google 



3n^l. XI 

2. Da (oTlbaunubc ginflu^ bc4 SoiLäCiii auf bit @t|i)i:|4un(| b« gcT: 
nuinifc^cn Sptac^en €. 621. 

MtrM fttHiltl. Sit ft^ulmSfiigt SSt^anbluitg bcs Stni^oi^bcutii^cii in btit 
3Q^rm 1819 6i9 1840 S. 624. 

giifM Ita^ittl. S;a« Stben unb bie Btth bn iSiübtt @nmm oom 
3. 1S40 bis ju i^Tcin 2:ab S. 632. 

1. Ca« £^n btr Qrjlb» @Titiiin oom 3. 1840 i\» ju i^nnt Xob 
e. 632. 

2. 3. ednmt'a 9t&tilcn Data. 3. 1840 bi« lum 3. 1863 e. 635. 

IScill^üiiKc e. 635. 

@tji^ii^tc bct beutfc^cn S^rai^e €. 637. 

Xltinm 11t6(itcn €. 641. 

3. S. «riuim'« Hi&tiltn oom 3. 1840 6ia jum 3. 1859 ®. 645. 

4. Ca« bculj^c Soiterbui^ btr SQriib» ©Timm €•• 648. 

5. 3iiCDb ©Timm. Si^lul @. 654. 

ettlfM AMlttl* ^it etaibcilung bn btutfi^tn SitetatuTgtlc^ic^Ie @. 658. 



> 9t$itH, Zn ^ibau btx gcrnianiff^ni ^^iiologic in bcn iicufltn 

3a^t^nbat €. 684. 

iSot^if«^ e. 688. — 91l^o<^btut|(^ ®. 689. - miffic^l., 3Inat1iä(^|., 
griepf*, aitnmbil*, Wunen ©. 691. - aKilltlnitbetbcutfi^ , !millcl= 
nitbnUnbifc^ , «Siialijc^ €. 694. — aittttel^o^btult^ €. 696. — 
3tat^<N$bcutf<^ ©. 711. — 5)ie gmnanift^tn tSiflennamtn S. 718. — ■ 
£ic beutFc^e Snttrit @. 719, — !Cit Srfotf^ung b» beul|(^cn eolft= 
«imbartm ©. 721. — ®ir btut|^t OT^i^oloflit ©. 725. — S)ie 

gamattif^t ^^ilologic in bcn iJIiebttlanbtn, in @nslanb unb in Stonbinos 

Vita 6. 729. — St^Iu^ S. 734. 



ciilizedüv Google 



0tilt|ftriitt||tii. 

e. 32, 3. 10 Iit< (0^ fi^. - ©. 183, 3. 30 l. 3o«ttlm — 
©. 215, 3. 13 I, 3m 3. 1659 tt|i^icn bic(« Nomenciator jum ItßUn 
mal. (t!el. £if4 in beit 3a^ibb. bcS Sttcinj für mcritiib. (Scit^. 23, 139). 
— 66. 3. 30 1. 3o^(inn. — ©. 323, 3. 10 I. 1815, — €. 827, 
3. 26 1. bae »ibclunstniitb. — S. 334 ift bit llnm. ju 0cti<^. — 
@. 448, 3. 8 1. felbß un|«n. — S. 589, 3. 26 1. bi6ltoani)>^iK^. 



ciilizedüv Google 



Die :Xttf«n9t (er gnutattifi^ett ))l)iUli)0ie bis jsu 
3al)(e 1665. 



. 9 i N 1 1 i t H K |. 

$n (Bcgenftanb biefeS SßeifeS ifl bic @ef<^(^te btr germattt« 
i(^ ^^logie. tJoS SBott ^fiitoloflie roirb a6et in etnci bo()' 
pelttn Sebeutung gebraust, einer roeiterett unb einet engeren, ^m 
roeitfien i©tmi ift bie ^^itulogie bie Siffenf^ft »on ben gefamni' 
ten Sebendäugeningen etned ^tlfeS; im engeren beft^rfinft fte fii$ 
auf bie <^OTf(^tg bei @pTa^ unb 8iteratuT. :^ biefem jweiten 
Siim ne^inen mit ba« ffio« in imferer ©efi^ii^te ber germanCfc^ 
"^tfäßU^ie. S/li^t al9 uoUten uir ben ^^logen von bei Aennt« 
ail beffen au^f^Üefen, road ein Siolt auf allen übrigen Gebieten 
aeleiftet t)ai. 93ielnte^[ forbett ein grflnbli^eS ©tubium bei ®f)ia(^e 
unb bei Citeiotur, ba| bcr ^^iloloa (^ au^ mit bei pofitifi^en 
l&t\iiiäjtt, mit bei i£nttuidlung bei bilbenben Hnfte wib ber SDhtfU, 
mit ber ganjen ftulturgefc^f^te bcS Zolles mi^ Säften belannt 
mad^. Äu^ roti merben ^in unb Wieb« einen ©lid ouf biefc 
fwnaf^botten ©eßietc toetfen. aber mifete eigentlit^e Aufgabe ift 
bie (G^i^(^ beffen, voad bie ^utf(^n für bie Sifoifi^ung ber 
gemtontfc^ ®pxa.ätm unb Literaturen geleiftet ^a^n. ^- 



i.,C-.ooglc 



2 erflc« JtoftiUt. 

S9ei bem engen Sufonttnen^ng bec ganjen eutopAift^' 99tlb< 
ung unb bei ununter6ro(^enen iCied^felrcttTung, xoeUtit bte lutffen« 
fc^ft(t<^en Seiftungen be^S einen SJoIteS auf bie bed anbeten au$c 
üben, M|t ji(^ bie (Sntroidlung bet SQJiffenft^oft 6ei einem einjelnen 
^oüt nii^ barflellen, o^ne auf bas 91ü(ffii!^t ju nehmen, wai 
anbete ^Süet auf bemfelben @e6iet ^eiDotgebtac^t ^ben. SBtt 
UKtben beS^Ib au0 bie Ontroidlung bcr getmantf(^en ^^ilologie 
bei ben ^tiebetlänbent, (Engfänbetn unb @fanbtnaDiein in unfeten 
S^rteii^ iitfftn, [äso^ nitl^, um eine BoQftänbige ©efc^t^te unferer 
9Btffenf(^ft tiei jenen Füllern ju gc6en, fonbetn nur ju bcm Qroti, 
um baijuftelfen, welken ISinflu^ bie bott gewonnenen (Ergebniffe 
auf ben ®ang ber Siffenfc^ft in T>cutf(^Ianb ge^bt ^aben. 

^e @(ef<^i4te bet gcrmQnif($en ^^itologie in 3>utfi^Ianb f^ibrt 
fi^ in Bier gerieben. Die erfte beginnt mit bem ©teberanfleben 
bet oWfoffif^ ©tnbten unb etftrerft f«^ »om (Snbe 'bes 15. 6i« 
in bie gweite ^Ifte bed 17, i^a^r^unbetts. iCer Snfang bet jnm^ 
ten ^etiobe ift bejeii^net bur# bie ^ausgäbe befl tJobej 
argenteud unb bie ^temit angebalfnte (Hnfü^rung be« <i(ot^ifil^n 
in ben StmS bet getmaniftifii^en tlfocff^ung- Die britte ^tiobe 
bilbtt bie ^tnmenbung ber SlomantiFer jur bcutfi^n ^ot^eit unb 
bte Umgeftaltung bet tomantift^en ääeftrebungen but$ bie ftü^cren 
arbeiten bet ©tübei ®rimm. ffinblic^ bie eierte ^etiobe loitb 
begtünbet bur<$ ba8 <£rfi^einen von ^alob @rimm'8 beutft^t 
Q^rammatil unb erftrccft ftt^ tis auf bie (Skgenroart. 

Die erfte ^eriobe, com Snbe bc3 15. :^^r^unbettd bis )um 
3ia^t 1665, ift eine 3^" ^^ Anfänge, SJotbereitungen unb SJer^ 
fü(^. O^nc bag fii^on ein beflimmtee 3'^^ tnit ooUem ^emu^ein 
unb ftaier Sinfic^t in bie 3^ttel Dcrfolgt icirb, fe^n nnr a((nid^<- 
üij bie beutfi^e ®fita(^<^' unb Stttert^umSforfi^ung fit^ anS ben 
älteren Steigen bet ©iffenf(^ft ^ansbilben. SBon fe^r oerft^ie- 
benen fünften aus ent]>innen fu^ bie Anfänge ber neuen 9üJiffen< 
fi^ft Das ®tubium beS flaffifcEien ^Itert^umS eröffnet juglei^ 
ben Sfid in bie utfptflnglic^en 3«ftönbe ber germauif^en SüHer, 
wie fie ben 9Iümern jur Qät beS ^[ar unb 3:acttuä entgegen- 
traten. S3on einer ganj anbcrrn ®eite ^er ba^nt fii^ bie iQettai^* 



ciilizedüv Google 



tnoA bn beutft^n €t>Tac(ic an. X)ie allmä^Ii^ ISntfle^ung unb 
«uibitoung her neu^o^beutf(§en ©t^riftfprae^ ruft ba8 SBcbflrfmf 
atamnatii^r t^ftfe^ungen ifixoox. S« entfielt eine fRei^e pcaTti' 
^ <SiTaininatiIen bn: beutf(^n ©^rad^e junt @e6rau^ bec ®(^u< 
Im unt) aOcT betet, bie fi(^ eines tegctre^ten beutf^cn Su^btude 
Wiimm raoüen. ©t^on früher treten loürterfeui^rtige SammiHngen 
^or, ju (e^t oetft^tebenen ßivecten untetnommen. %nA auf bie 
alttn CueUeti bet beutf^en ^pxaäjt ri^trt fic^ fefir ^Ib ha& Xu« 
jfinnert ber ®ele^rfen. SRani^ciS bacon roirb bereits im 16. ^aff-C' 
^imbcrt burt^ ben Dtud »crüffenfltc^t anfüngli^ fnb e« nii^t 
bfutf^ ' p^lolosiit^c ^iatde, bie man bobei »erfolgt, fonbem über' 
wifgenb t^Iogift^e. Ätet f^on cor bcm äblauf biefet erftcn 
fflriobe »erben nitt au^ bie Itnguiftif(^.p]^i[oIo9if(^e Seite bei 
bet SSeröffentlii^ung oltbeutfi^r Sprad^benhnaier ^eruottreten fe^en. 
Cnbli^ begegnen uns au(| fi^cn fe^r frü^ SSerfu(^e, in bie ältefttn 
Sptaifeufianbe ber germanif^en Sßülfet eingubtingen, anfangs frei« 
fii^ mit bet 3iern?egen^it unternommen, bie fti^ übetall ba finbet, 
XBU man ncK^ leine %^nung con ber @c^ivierigFeit bet Probleme 
^t unb besmegen fein ijoit gcftetfteS 3'^' fof immer öerfe^lt. 
aber je me^r [vä) bie Äenntniffc Detticfen, um \o rt^tiget lernt 
man feine StSfte fi^S^n, unb fo rcerben mit auc^ in btefet erften 
^eriobe f(^on inan^n oc^tungsnjert^en 93erfui% Tennen lernen, in 
ben gef4t(^tlit^en 3itf(»nmen^n3 bet fpra^Iti^en Stfi^einungen ein« 
jubringen. Hbcx fo fe^r ivit bem teblii^en Streben feine @^re 
(offen rooQen, fo bleibt bo^ in biefer erften ^etiobe fltleS nut 
topenbet SSctfut^. «18 aJotbcteitun^ für Cie fünftige aSiffenf^aft, 
als Jl^nungen beffen, n>aS fpätet entbeift unb bemtcfen metben 
iolite, finb bie «tbetten fenet Qät ni(^t o^ne ^nteteffe. «bet Don 
einer p<^Ten ©tunblage , auf roelt^er bie ffiiffen|^ft ftättg ^tte 
fortbouen fßnnen, ift noi^ faum bie 9)ebe. 




I., Google 



Sit ««fiif t krr kotHn «UeH|mlf«rfi|N«« im Rcfmutital« 



Unttr bot Sirtgnt)Tm, nKlt^ bm ^inn btc neueren S^t 
bejeii^nen, ftnb e« noijugdnKtfe biti, bie in nfii^ftet SStgit^ung jn 
ben Anfängen bei gmnanift^ 'P^Iogie fte^: ^e Siebn:^' 
le&ung be« flofftfc^en aitert^um«, bie Äefotmatüra ber Strc^ unb 
bie (Erpnbung ber SJuc^bntdrrtunft Sei bec gioBen Umnunblung, 
nwl^e bie beutfi^ SittratUT am Ausgang beS iDIittelaltrFä unb im 
Seginw bet neueien 3"' erfährt, ergreift bie neu erfunbcne Äiuift 
bes äJQf^eibnitf^ auc^ no^ einen X^eü unfetct mtttelalteilii^n 
beutji^n ^oefte. Solfrant'iä ^arjival roitb int ^^r- 1477 ge-^ 
bturft unb um biefetbe Qät avä) bet ifingete liturel unb ba« ^1= 
brnbuc^. Sber ^arjtDal unb jtttutet merben Dergeffen, unb nuc 
baiS beutft^ ^Ibmbiu^ eil^ält [li) unb evlebt bis gegen (£nbe be$ 
16. ^af^x^mittt» no4 fünf Stuägoben '). Unb aui^ ^ier niiebec 
ifi tS geivtg ntf^t jufällig, ba^ ntc^t bie bei weitem ebelftcn uub 
ft^iJnften Dii^tungen be« beutf^ ©ageufieifeä : SJibelungai unb 
ffiubrun, bur^ ben Drutf oeröffenHit^t unb in ber lälunft be« 
^olttS er^lten uierben, fonbcm ber SBoIfbietric^ unb bie anberen 
2)ti^tuiigen bts ^elbcnbuc^d. @erabe bie btibere, von ritter(i<$er 
äffieife weniger 6erfi^rte Kit biefer SJit^tungen ftimmte me^r ju bem 
Sion bes ä^oItäliebiS [euei Qät fragen wtr, voa9 fc^ au|erbem 
von ber mtttelalterlii^en 3!)i4tung unmtttelbar in bie neuere Qnt 
f)intibergerettet ^t, fo ift etS baä ©pru^gebit^t beS greibant unb 
vox allen ber JHeinele ^uäfS. X^aä erftere erlebt int Sauf beä 16. 
3a^r^unbert3 a<i)t StuSgaben ^), ber lefetere niirb uom ^^x 1498 
bis junt ^a^r 1666 nte^ al« fiebse^nmal in nieberbeutfi^er ^), 



1) ISotbttt, Srunbrifr int @c(<^i^lc bn btulf^nt S^it^tung 185<i, 
83. — 2) «otbttt 0. 0. O. S. 142 fg. — 3) Qhtnb. ©. 107. 



I., Google 



tit InfSngc b« btutf^eii 9llcrl^mii(fi]r[<(una im 91tfonnalion9)(tt<tlt(ir. 5 

irf^nuit in ^oc§beutf(^ ®vta^ ') gebriidt Wie biefe 9Inga6en 
hjeugen uns, ba$ ein S^eil bn mittetaüeiltt^n beutf^en "^lüf 
tung fi^ au(^ in He neuere 3ett fottpRanstc. St6er man irürbe 
hnctn, wenn man in biefen «usgoßen altbeutfi^et S^ii^tungen ben 
Snfong bec btutff^n ^^ilologie fe^en rooütt. Sie beniesen x>\tU 
mffi ni<^3, als bag t«tc Xiic^tungen mirllic^ big in bie neuere 
3nt bintin no(^ fortlebten. Xvnn nut bas , n?as in ben ^ei« 
bn bomaligen SJorftellungen unb ©mpfinbungen no<i) paßte, eignete 
man ftcb auf biefe ©eife an, mib lueit ent^t, bie alten SDiiftt= 
angen olä 3™siiffc ei"« Dcrgongenen geit in i^et urfprüngtit^en 
^cm au^ubenw^ren, näherte man fte oielme^ mßgli^ft ber 
Bpraift ber ßkgenroart an, fo baß \it einen !£^eil ber nuc^ Ieben> 
tot ^teratuT bilben. 'X)ie Anfänge ber germanlft^ ^btlc'togie 
bogegen werben mit auf anbeten ©ebieten jn fud^cn ^aben. 

Nt Mrttittichini >r« kltlTtr^ta JUtttf^in* nn) iU ttniftr Aller- 
tl|Hiitr>if4"9' 
@i$on oft ^t man auf eine iDefentlic^e ä^eri'c^ieben^eit innfc^n 
ber Siäwrbelebung bt9 Kaffif^en lllteit^umä in Italien unb tn 
teittf^tanb ^ingennefen. aj?an fanb biefe Sßcrf^ieben^eit mit ffle^t 
barin, bog fii^ in S^cutfd^Ianb mit ber IBteberbelcbung bes flaffi< 
fi^ %teit^ums bie 91i(^tung auf bas DoDete SSerftünbnig unb bie 
mnnitteftare Aneignung ber Sibel unb auf bie ©nieuetung ber 
ftit^e Detbanb, roä^renb in Italien bie« Biblift^ c^riftli^e (Element 
ben metften 33ertreteni bed Humanismus fe^r fem liegt unb nur 
in gong ocreinjelten ©tft^einungen ju läge tritt. 3!e6en biefem 
f^on oft befvtoi^nen Unterft^ieb aber gibt eS einen jioeiten, ber 
bisber noi$ nic^t genug ^eroorge^oben werben ift. %Is bie antifen 
ÄlafTifet im 14. unb 15. i^a^rffunbert in ijjtalien i^re Äuferfte^ung 
feierten, betra^eten ftc^ bie Italiener als bie getaben ^lai^fommen 
ber alten fflömer. @ie fabci» bie ©erle ber großen «Iten als einen 
I^I i^ret eigenen Ötetatut an, ber nur bur^ bie Ungunft bei 
3«ten in Siergeffen^eit gerat^en njar, unb be^nbclten bie I^ten 



1) ISbtnb. ©. 292. 

DcmizedüvGoOQlc 



6 ^to'i't^ Aapitcl. 

bti antifen 91ijmer als bte ni^nuett^fte @rite t^ei eigaien ®e< 
f(^ti^te. Selten mit feinet antifen tömifi^n uatt feinet neuen 
^untaniflifi^en ©tlbunfl ftanb t^nen tm affittelpunW ber Siett; bie 
anbeten SSölfet, jumaE bie gennanifc^en, galten fut ^tbaten. 
©elöft ^ie Sierel^rung gegen bie neu erwachten ®rie<^n änbette an 
biefet iStunbftimmung nii^ts. |)atte boi$ bie ^eriobe bes alten 
SRÖmctt^umS, an bie man \i<i) junä^ft anf^Iofi, bie 3eit bc« 
Siceto unb ©äfar, be« ajetgil unb §oraj, betcit« bie griet^ft^ 
^orbilbet in «Saft unb $Iut aufgenommen. So etfi^tenen fte als 
ein ^tanbt^eil bei altrümtfi^m ^tlbung unb mußten mit biefet 
jugleii^ i^te «ufetpe^ung feiern. 

@leii^ bei erfte unb gtöfte unter ben Hßteberenoedetn be« 
flaffifc^en attertl^umS in Qtalten, gtanceSco Petrarca, ßefett uns 
bie Qäqt ju biefem Silbe bc$ italtentfd^en ^monismu«. Slom 
unb Italien füllen fein ganjeä ©innen unb ©enfen. Siii^t frembc 
ajoröilber f»nb i^m bie Wten, fonbetn bie ©roßten untet feinen 
eigenen 5onb8lfuten. Seine Öegeifterung füt bie antifen ftlaffifet 
unb fein itatienif(^ ^ttbttjmus faQen in ®ns jufammen. :föie 
ben alten Slömem, fo fte^n aaif ben neuen bie Satbaicn als 
unmütbigei^einbe gcgenatet; unb wo bie i^talienet feine« ^eitaiterd 
^tntet i^ten Tätern, ben aRariu^S unb (Sdfar, jutäd6Ietben, ba tft 
boä efien nur bedagensmeit^e Entartung. :Dü6 bie« 3uf<"nm«'* 
luetfen bet neueren Jftalienet mit ben antifen Mümenr jum guten 
I^ auf Örrt^um beruht, ^aben mir ^ier uii^t raeiter auSeinan« 
betjufetjen. ©enug, bag ^ettatca unb mit i^ bie Antigen ^\tp' 
UV bes italienif(^n ^umaniSmnä in ben alten tRometii t^te eigenen 
Sßäter unb in beren Siegen unb @iogt^aten ben Slu^m i^teS 
eigenen ©olfe« etblirften. 

^nj anberts fte^ bie beutfc^en ^umaniften bem antifen 
iHömert^um geaenflber. fbid) f« oere^ren in Siceto unb Cirgil, in 
^ioinä unb ^otoj bie dufter beä guten @ef(fima(f«i , anä) t^ncn ift 
bie J^enntnifi bed Vateinifc^en unb @ttei$tf^ bie unerläglit^e @tunb' 
läge bct ^^en Silbung; aber fi> fc^r fte aud^ in bie ©erounber- 
ung beä ftoffif(^fn SHtert^um« uetfunfen pnb, fo fann ibnen bot^ 
nit^t entge^, bog fte felbft feine iRiJmer finb. Unb alle SGorfviegel* 



,C^ooglc 



th Xnfängc ha bnilti^t ailtrl^umtfarfc^ung im %tfnmattDn*](itatttr. 7 

sn^ vom ffiömtft^nt 9lri<^ 't'nitf^ 91atton, eon bot latetnifil^ 
Wafrn, bie Dbei bie %ipttt geroanbnt flnb, ^l^ irii^ fl^ bit 
ttan i^irfTK^Irit ^niseg, bog man nu^t bem alten üömettoirr, 
lonbmi ütriBK^t nntm Bolfe angehörte, ba« rinft Ut crtittotfte 
«nb flrfä^Ii(6fte tj*"*^ ^" öUoi Wümer war, ja btfiot Änflriffw 
jitCr^l baS rOmift^ 91«(^ unb fi^einbai bie ganje a(te Stattixt et< 
Icgm tft. SBir mflffen ben bmtf<^en |>uinamftfn ju i^ S^n 
Kufifagnt, bag nt^t irenige »cn i^nen i^re t»terlänbif4 beutf^ 
StfUung b«m KOmert^um gtgenfibei: rii^ttg lufitbigtcn. <Sd fe^r 
fif audi mit 9t«^ btn ^^n ^ft unb eblen @r(4aiatf brr VIten 
bnounbrni, [d eifrig fte trachten, bai @tubium ber <SMei^ unb 
flönei nac^ 3^eutf(^Iaitb ;iit Der)}f(angen , fo loentg finb fu geneigt, 
fe ft^e be« eigenen ©oIFe« ben fflöment gegenftber ^reis J" 3«ben. 
Unb otmm^l itfie ^nft^ten nix^ öfters wrmorren, i^ie @<^ritte un- 
{tin unb fc^icantenb finb, fo ne^m [it \>oä) ben nKi^elfeitigen 
^(^ungen bet 91ömei unb @tennantn (;tgenü6eT eine ganj anbete 
€t(llinig ein, ali iifct ttalienif^en ^^ac^genoffen. SBc btefe nur 
Stoff JU JHagen Ober bie iJItebetlagen ber Slitmet ober ®(^mci6ungen 
ibn bie gennanift^ Söarbaten finbtn, ha ergreift ben beutfi^ 
igmuniflen ba ®toIj auf bie IStrogl^ten ber eigenen ganbdieute. 
1^ ge^Srt aber ju ben gro^rtigften ©etten ber Haffifc^en Stubicn, 
bot biefe feteft ben Stoff ju (ener SJer^erriii^ung be« beutfi^ 
Volte« tiefem. Stillt nur ivirb bie ^terlanbeüebe but(^ ba« 
@tnbtuitt bet hax^ unb baxii patriotifc^ antilen JJiteratut ge« 
näfirt, fonbem gerabe bit ISrinnerung an bie ni^mvcUe Urgttt be« 
btuifi^ Seife«, an feine iS>itten unb @nrii$tungen, feint ^Iben 
HBb ^ogt^ten vetbanh man ben %ufiei(^nungen ber iRämrr. 3Me 
^irtierttUKtfung ber antiren Stlafftfei eri>ffnete bem beutf^n Solle 
bot 91t J in eine 9}ergangenfre<ti ^' f^it cin'T 9)ei^e Don ^^r> 
Sunberten fo gut roie wrgcffen mar. ^^n lleutff^lanb felbft ^tte 
bi( aJöBerwanberung bc§ Dierten bis ferfiftcn ^la^r^unbert« bie 
Bjfn^fte grinnerung an bie älteren gipänbe unb I^ten auSge^ 
löfi^t 3^t Hnbenlen blieb nur burc^ bie ©eri(^te ber römtf(^n 
Q^tgncT ei^lten. 9lbeT aud) oon btefen Serit^ten nraren bie wiil^' 
tigfin frit me^t al« einem ^ben ^oMouf'nb Derft^oUen, aU bie 



D,i,-.,zeül:,G00Qlc 



8 3>oti"* Aa))ittl. 

oittilen ©fubten tot 15. unb 16. ^a^'^imbttt in '^ut\^Uaä> auf' 
tlfl^en ')• 'iS tvat wt allem Zaätas, an roelt^em ft<$ bte Kennt' 
ni^ bei alten Germanen entwidelte unb bte iBemunberung i^iec 
Sitten unb 3:^aten entjänbete. Unb uus nm{tte man am Sestmt 
beS 15. aia^i^unbeitS oon ^^cituS? 9!i^t etnßS feinet Ser^ wai 
irgenb einem bec bamoliatn @efe^r(en ^fannt. <St tonnte füi wü' 
ftflnbifl ntxlotm gelten. 1^ tauii^te juerft bie ^nbfc^ft auf, 
wellig in ber erfttn |>älfte be« 15. gfa^t^unbertS ^oggius feinem 
t)rteunbe Süccolo üliccoli nai$ {^foren} heimbrachte. @ie i^t uns 
ba$ 11. biä 16. ^väf bet Knnaten unb ni(^t voUftänbig bie fOnf 
trften ©tti^er ber ©iftorien er^Iten. I&rft nat^ ber 3JKtte bes 15. 
i^ri^unbertd ivirb bie Germania nneber entbeft. Sa^if^nnlii^ . 
tft au(^ fte nur in einer einjigen ^unbfi^rift ec^Iten loorben, bie 
te^t ni<l^t me^t vor^nben ift, oufl iDtlc^et ober aUe $anbfi^nften 
unb 'jynUU bet ®eimania mittelbar ober unmtttelbac ftammen. 
Äaum tft fle triebet entbtdt, fo wirb eine gtofe SKenge Äbfi^tiften 
oon i^ genommen, unb bte neu etfunbene Äunft be« iBü^erbrudS 
toirb nti^t mübe, biefen libellus aurene, lote i^n bie alten 'Cntder 
nennen, butd^ immer neue «uägaben ju wrtteiten. Um ba« ^t 
1470 eif(^etnt bte erfte Ausgabe )u a5enrt>ig, buri^ ben beittf^en 
Sm^bruder 33inbeIinuS be 6;)ira beforgt, unb balb baiauf im ^ffc 
1473 jioei ausgaben gu ^tßmberg, bie etften biefe« füt unfte 
betttfc^e aitett^umäforf^ung unf^a^baren ©u^e« in Iieutfc^lonb '). 
91o4 fel^Iten oon bem, was »ir ie^t oon XacituS beft^, bte fe(^ 
erften ^üäftt ber ^fnnalen unb mit ibnen baS :^en'Ii(^fte S^ugnig 
Mer ben grögten |«Iben unfret Uijeit, Hrmintu«. (Kne cinjige 
©onbft^ft im beutf^ ftloftet ßonje? ^at fw tx^aütti. @te ge* 



1> Sgl. inabtfanbnt übn hat SjctfE^DUtnfcin uon Xacitiifl Germania bit 
wriht unlm angtfü^ttt auägabc aila^ntaim'« €. 163 fg., unb im aOgtDitintn 
Wattenbacfa, DeutsclilandH Geschichtaquellen im Hittelalter, Berlin 
1858, S. 1. — 2) Ucbtt bie {tanbfE^Tiften unb auSgaBtri bei QermaDia Vgl. 
(Stnnanta txt (&. tSarn. 'tacitufl. üßit bot fitdarltn fiSinnttli^» ^aiib|c^rifltit 
unb stft^lt^tti^tn Unttrfui^unat" Abn bitft unb ba« Sßu^ fclbft. 6on ^. 
9. EDtaftmatm. Outblinbuis unb 2ti))jig 1847, 



L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



tu Snfüngt bct btulfc^tn SItcn^um*(Dtf(^ung im 3)cfiiniMtion4)tita[l«. g 



lonftt« unter ^abft Seo X noc^ SHom ') unb murb* but^ ^ 
ßctoalbuS im i^^i 1515 ju 9)om jutn erftenmat herausgegeben. 

X)ie ®<^ften beS XacituS Silben ben STHttelpunft füt ba« 
StHbtum, loet^eS bie ©rünbet beS ^umoniSmu« in Deutft^Ionb 
un(wt Utjett juiuenben. iCwie&en ift tS befanntlitfi eine gattje 
9Ut^ antifer @^nf tfteller , bte uns jhtnbe Don ben ältcflen 3u> 
ftönben unb lauten unfrer SJotfo^ren giöt SBair Knneti bie 
aSiebcTauffinbung unb aSetÜffentlt^ung aün btefei @^riftfteUet 
«otüili^ ^er nit^t im (finjelnen ueTfotgen. füitx iKTfe^en tmt 
nits einmal in bie 3^**/ '" !>« i™e 3™fl«'ffe H"*^ unfiefamit 
Bxiren, unb nnr »erben leicht ermeffen, mliit Umger^altung bie 
. fiaintnif Don bem Uijuftanb bed beut{i^ äJoKeS erfa^en mugte, 
aii im 15. unb 16. ^o^mtbert imtt 9tei<^t^um ^^i^ifüiäfet 
ffierte jU läge lom. 93on biefet ©rite würbe ein 2:i^eil unfrer 
erften ^untaniften ju ©tubien über bas beutjt^e ^Itert^itm ange> 
regt, unb btefe ©tubien btiben bie eine von ben SBurjefn, aus benen 
mit btr Qttt bie 9Si0enf(^aft bei beut|i!()en ^^Uologte eimai^fen.irt 
3ii ben folgenben 3ttfc^mtten werben wir baS ©efogte an einer 
9ki^ boitff^er §umamftcn «nb i^r« ^^er gehörigen ©«Triften 
nai^wctfen. 

%iis bie erften JRegungen einer ©ieberftelebung be« ttafriWen 
flUert^umS in ^eutf(^Ianb fic^ jeigten, ftanb an ber @t>i^ beS 
Sfi<^ ein 2r«rft, ber für ben Äuff^mung neuer wiffenf^aftlii^ 
%ftie6ungen nut wenig ®inn ^atte. 'Zttm wenn fitfi auc^ taifei 
griebri^ lU. l^tn unb wiebet ju einiger S9erütffi(^tigung wiffen- 
f^ofilii^t SJerbienfte 6eptmmen Iie| ^) , fo lag i^m hoüf ein wai^rer 
ant^ an bem neu erwai^ten geiftigen Üeben fem 3). @onj anbert 
f|tftalteten fu^ bie S)inge unter feinem Stai^folger 3)}ajcimUiait L 



1) Sgl. bai €<^m6cit Stu'a X uom 1. Ctc. 1517, bat $olt^a{i int 
IbqtigcT füi Jtuiih bn btulfc^cn Soricil IStiS, Ocl., 6efannt gtmai^l ^al. — 
2) £o »uibc er }UT Cii^lcrfiönung ixt ßoiitdb Qdiit btin^ AuvfflTß %ntb' 
rnf Von £a^|cii (c{timmt. 6. bie Stiegt bei Engelbert KlQpfd, De vita 
et MtiptiB ConTBdi Celtia, P. 1, p. 85. — 3) Qgl. <3wt{) ajoigt, bit 
tBieberttlcbung be« flalfifi^Mt «iMTl^utnä, ^Jerlin 1859, ®. 377. 



L.,i,.,.:.l:,G00Qlc 



10 S»ci<t^ ItVfM. 

(1498—1519). Oefc^on biefer feine fe^r forgfültige (Stjie^mtfl fle- 
noffen ^atte, tnai^ i^ bo^ Zaltnt unb ^ietgung jum tiumien 
gteunb bei ^nfte unb StfTmft^aften; unb jiikii fe^ ntt i^ 
tinerfeil'S bad Üuftilä^ bec riaffifii^ €tubien föibem, ivä^tenb 
et anbrerfeitö bei vateiiänbtff^n l^i^dite mit Sie^ juget^n tfl. 
®o finb ti nomentlit^ bie ®ele^en, wiäft bicfe betben 9lii^tungen 
in i^ren ©tubien »eiMnben, brnen SRo^imiltan feine Üleigung unb 
fein SSettrouen f^enft, SKSnner mte Sonrab Selti^S, Sonrab '^> 
ttnger, SßiU^Ib ^iif^fcimei. ?[itf ber @tenjfi$eibe jttwiet 3"lofter 
fÖrbett SDIaftmilian baä neu extoaÖ^H ©tubium ber anttfen Älaffil« 
nnb fB^It fii^ juglett^ Eingesogen )u ben ritteiltt^en X^ten be« 
aRtttefalter«. ^ ftiftet an ber Unicerfttät mitn ein Collegiuin . 
poeticum ganj im ®tnn bcä neuen ^umaniämuS. ^otoj unb 
(Sicero, letenj unb Siuiu« werben nun an ber SQätenet ^ifltiuie 
be^anbett rote frü^ bort no^ nie. '?>erfelbe jfaifer abec ßeg mit 
großem Sifer bie !SenrmaIe ber beutfc^ @ef^(^te, @f)ra<^e unb 
gitetatut >) auffüllen. Pr i^ »urbe in ben Sa^eii J504 bia 
1517^3 bie unft^ä^bare §onbf^rift gtff^ieben, bie uns unter 
Snberem eine ber fc^nften perlen mtttel^oi^beutftEer Sit^ng: bie 
@ubrun, er^Iten fyit 

T>k beut{i!^en |)umanifleii jeigen mS gletc^ Don Anfang an 
We ontif HalTifi^ ©tiibien in aSerbinbnng mit ber wännften S9e- 
geiftemng für bas eigene »aterl&nbif^e flUert^um. SQir nennen 
ifiet junfi4^ft jtvei tStele^rte; bie fti^ nii^t foroo^t bun^ bebeutenbe 
miffenfc^aftU^ Seiftungen, als burd) i^ren raftlofen CHfer für bie 
»uabrcitung ber ftofflfi^ ©tubien ^otget^n ^ben: Qofob 
Sinqu^ing unb l^einri^ ®ebe(. ^o'^^b %ßim)}EeIing, g^oien 
ju ©(^Uttftobt im 3. 1450, geftorben tbenbafelbft 1528, mir w&if 
renb feines langen SebenS in ben ©tübten bes Slfag unb bei be^ 
nad&baiten ©ebiete buii^ Se^e unb ©(^riftcn für bie görbenrng 



1) Sg(. n. % Beatns RhenRnuH, Berum Germanicanun libri trw, 
Bftail. 1531, p. 107.— 2) SgL Pfeiffer'a GurmaDialX (1864) e.381— 



ciilizedüv Google 



tu «nföngt bu bcuifc^tn ailnt^m«torfi^ing im 31cfoiniatioii«itttaIltt. 11 

bn BofPfi^ ©hibwit t^tig ')• äualei*^ " 6« aar et «füllt Bon 
bfin «gften ®fn: für bie U^e be8 beutfc^en aSaterianb«. 3n 
bicfent ®tnn tmo^ tx ben €e6aftian äRittro, eine fuije @t> 
f^ii^e ber beutf^nt @to|t^atcn ju fi^reiben, unb aliS SRuno Ü6« 
bitffr Sttfeett ftort, na^ SBimp^Iing fte fcl&ft in bie ^nb unb 
DcQnüxte pe (1502)^) in fetnei Epitoma GeFmanicanun reram. 
Sr fogt boTtn "RütS jufammen, loaiS an Triegertfi^en ©tott^ten, 
an a;ü(ftH9frii b« ©ttte, an Öciftungen auf bem ®e6tet bn Äfinfte 
uib Siffenf^aftm jum 9Iu^m btd bnitfi^Kn äJoIfe« gereicht, unb gc' 
langt ju bem <Srge&nig, bog lein SJoIf bet (Erbe ftd^ mit bem beut« 
i<^ mtffen tünne. $nei bieten i^m nun bie neu aufgef<t|(dffmm 
ontifcn OueHtn füt Üe Ültefte beutft^ ©eft^t^e bie ttefflii^fte 
^ft. illanientli<^ bitnt t^ bie @ennania be« XarituS ^), um 
tie iinfiNrnrinbliitie lopfertfit unb bie reine Sitte unfret ©«* 
fahren p enueifen. 3"fltei* °^ f<^ ww an ©imp^ing'« 
€^rift, mt bie ftenntnig unferer filteflen (Befc^d^te an bad aüad^' 
li(^ ©efanittwtrben ber antilen ©t^ftftefler geftunben ift. äRe^t' 
Diold lommt nfimlti^ ffiimfifKling mit Seiounberung auf ben giSn« 
ifnben ©ieg ber ©ennanen übet 3Saru8 gutütf, ober o^ne bab« 
ben Flamen bes ÄrminiuS ju nennen *). ®i(^erli(^ roütbe er biea 
nid^ nnterlolfen ^ben, «wnn i^m fc^on bie berühmte ©teile in ben 
Sümalen beS Sacttnä fl6er bie ©röße beS Ärmininä >>) 6e!annt ge* 
iwfen wärt. 91ber biefe ©teile finbet fi^ im fei^ften $u(^ ber 
aimolen unb mürbe mithin etft im 3a^re 1515 bur^ ben SDrud 
jugänglti^ gemutet ^). Sie bie filtefte, fo bejubelt bann Simti^e« 



1) SgL Meloh. Adam. ViUe Theologonim (3) 1706, p, 11. fi. 
$*)ai, 7cut[<^b4 littrac. unb rtlig. S«^ltnif(t im iKtfDitnationJjnlatttr, 
%!., 184), S. 249 fg. — 2] €. bie Sibuiung an X^omal 3Belf »otn 24. 
£t^ t5(f2 in 98imt>^cling'e Epitomft btj e^otb (1674) p. S50. — 
3) 8gl. fBimff^tling'e Epitoma c. 4 (p. 353 »ci Si^), c 71 (p. 399 
M e^arb). — 4) Sgl. tbtnb. c. 4 (p. 353 en^ib), c. 69 1p. 398 
&^iib). — 5) Annal. II. 88. 6) mt tifttn ft^d eQc^« von SotiluS Hnnaltn 
vat ^«ausgtg^ai von ^f)H. ^xealbM 1515. X^cfdbi a3tota<^mng lagl 
m an btn iMtttr unten btf^Toi^cncn @(^Tificii bce $cinr. Sebd oom 3- 1^01 



i.,C-.ooglc 



12 ^mUtt KasfM. 

Itng cmä) bte fotgenbe ^öt ate einen ©fnegel beutf^nt 9hi^rd, 
unb nit^l o^ne ©e^ut^ lefen mit, toit er Der aüen Ut Borjüge 
feine« gefegneten lilfaS Irtrift '} unb beffen ec^te unb uralte Deutf(^> 
^eit granhetd^ gegenfiber ^or^bt ^). SÜaS Simti^ing fQr brn 
<E([af, bag UMr fflt boä wÜTtteDibergiff^e BäfroaUa ^cinrtd^ 
Setel. ®e6Dren ju Swftingen auf bcr rau^ ÄI6 um 1472 
tturbc er 1497 Se^rer bet 99erebfamWt unb 'ipocfie ju Ißbingen 
unb ttirlte bort 6i« jU fefaiem lob (1516) mit großem ©eifall für 
bie «uäbreitung bcr Hafpft^en -Stubten ^). Aber fo fe^r er bic 
Ätten unb i^re« ©eft^mad als äWufter pxitd, \o innig ^ieng er an 
feinem beutfc^en unb bef»nbers vAt-btx an feinem [4n}äbif(^n 33ateT> 
lanb. 'S>i& totere jcigt er in feiner 1501 gehaltenen Oratio ad 
regem Maximilianaia de ejas atqne Oermaniae laadibns*), 
baS Qamtt in feiner 1504 gcfc^rie&enen Epitoma laudiua Sue- 
Tornm ^). tud) er gtünbet fein So6 bec alten Semtanen auf bie 
3eugniffe bet ontifen ®^fiftfteller ''), meint jAo^, wenn wir bie 
Zfyitm unferer Sßor^^ren a\is beutf(^n Scripten rrfa^en tonnten, 
fo würben fie noc^ weit gtänjenbeii erfi^nen ^. ^tten bie 
a^eutfi^n in ben 3[a^r^unberten feit tarl bem ©roßcn folc^e &t' 



unb 1504 mai^tit. Üu^ ^itt tctrb bit Qiitbniage bte Sarud melitfac^ tjcf 
Wtifitibtn, abtr immer o^nc STennuiig btt aTminiu«. 2'agegcii trfSDl bcr 
Samt bcS HnniiiiuS bolb na^ btm % 1515 bic &(^tifitn bcv btutf^m $a: 
trislni. S, Uiiii^ »on glitten: In ducem WirtenpergBiiBem oratio tertia 
8- 19 (Oper» ed. BOoking V, ^5) ooni 3- 1517, mQlii^ttt mil Tac. wm. 
II, 88, unb pullen'« aminiua (Böcking IV, 407 iq.) Bom 3. 1520. 
— 1) C. 72 (p. 369 sq. ©i^art.) Sut^ btn etwfiBuract Snünfl« (c. 67, 
p. 397) unb aRortin ec^fii*» Scmfilbe (c. 68, p. 397) a^At aSimv^Iing 
mit om^lcm ©fotj«. — 2) ©. 349 fg. bti 6^arb. ~ 8) fßfi. bat Hrtitel 
eebcl veit iSon] in btx aCtjtin. Snc^Io)). »an (^rft^ unb Olnibec 3^1. 8 (1822) 
@. 274 fg. — 4) @tbni<n mit mt^Httii anbtttit S^tiftm QtbtT« Fhorcu 
1504. — 5) 3n ©olboP'« SuBTicanim rerum Boriptoreg aliqaot, Fraaoof. 
1605, p. 28 sq. — 6) S»g[. Laudtun Biiev. Bpit. p. 29 (bei Ijlolbap 
1605). Oratio de land. Germ. 81, 8b. — 7) Laudum Suer. Epit. 
p. 29. 



ciilizedüv Google 



Zir Xnfbigt bcr titutf^cn 1I(lcrt^iiiii«far|(^ung im 9ttf«ttnalien*jtilftltcr. 13 

fi^i^teibct ge^bt, wie bie ©tieften unb {Römer, \o Dfitbtn bie 
gro^tn ünfinnei un^eier eigenen Sioi^eit ben gerühmten ®dti)m 
otb dtötttem not^ boionfte^ '). ÜJor allen ofin pretft ^Bebel 
ffine gtogeai f^wfi6if(^ Äaifer, bie ©taufet griebrlc^ ben ü&tftcn 
imb Jriebrh^ ben Sw^iten *). 

^ SJei&tnbung, welche bie naffif^en ©mbteit tn 3!)eutfi^Icinb 
mit ber (Erfotfc^ung beä beutfc^en Wtert^uing eingtengen, tritt uit^S 
itfimbeTd haiäiä) entgegen an einigen bei ®ele^cten , WiUljt ju 
ftaijer Sno^miKian I. in nähret 33e)ie^ung ftanben^l (Sonrab 
6(1 ti«, geboren ju SBi^jfelb unmeit ©(fttteinfiirt in gronlen om 
1. gebniar 1459, alä ®o^n eine« unbemittelten SBeinbauem, machte 
irinc ©tubien jU Aöln, Seif^ig, l£rfurt unb |>eibelberg. Stner ber 
t^gften SBegrünber ber ItaRifi^n ®tubien in Deutf(§Ianb ärit^' 
mtt fü^ Selti« befonberS burc^ (eine @^f(^ii$Ieit in Verfertig« 
vng lateinifc^er Sßerfe avS, unb btefe Qrigenfc^ft braute t^ni bie 
6i>6e fS^t, ba| i§n Äaifet griebrit^ m. im 3a^r 1487 auf bet 
*utg )u 'Jiflmberg feierlich jum SDw^ter honte. 6eUi8 gehörte 
iQ ben@ele^rten, bie auii, nai^bent fte bie ^^^ce ber^genb ^: 
tn fi^ ^ben , es nit^ lange an einem unb bemfelben Crte aus- 
üben. ^Ib nac^ (einer ^(^terfrönung tritt er eine 91eife nac^ 
^tolien an. Sr lernt bie bortigen gumaniften fenneit, befugt iu 
Äom bie Mfabemie be« $onH)Dniu8 Saetu«, pnbet ^ ober in ^ta- 
Im loenig befrtebigt, ba i^n bec ^oc^mut^ »eilest, mit xotliitm 
bit Italiener auf bie beutfi^en @ele^rtm ^erabblicTen. 'üas ^to' 
lim jurürfgefe^, plt er fi^ balb in SlÜrnberg, ialb m ^ngoI< 
itcüA, balb in §eibetberg unb SJfaina auf. ©ier ftiftet er bie 
r^t«^ (gelehrten ■■®efellf{^aft für bie ©eförbening ber flüffif(^en 
SrterQlin: unb bie firforft^ung öatcrWnbifd&er ®ef^t^te. (Enblii^ 
folgt er einem 9tuf an bie Umcerfität SBien, ben Saifer anafimi' 
liatt im 3a^ 1497 an i^n ergeben lägt Sber au^ fein bortiget 



4] Or. de land. Oerm. Sl. 5. — 5) Or. de laud. Qena. 
W. 13b fg. Landnm Soer. Epit. p. 38 sq. — 6) %uät ^imv^cliiig 
unb 8(Bt( laffcn SRarimilian't itb trlBncn, unb btt it\fltn bände i^m tin 
San>cni{!<^R (Qpnj a, a. O. 278). 



ciilizedüv Google 



14 3<vtile4 ßotiittl. 

Xufent^tt ift unter!6tD(^n buid^ mannigfache Steifen, namentlif^ 
butc^ eine im ;^^r 1498 unb 99 untemiminene, bie [vS) tiid in 
bm ffanbinaDtf^ 9Iorben unb mi) 8apf)Ianb unb Siolanb er« 
fttetfte. aüe btefe iRetfen fte^en in na#er Sejie^iing ju bem 9t' 
ben3|}Ian beä (SeltiS. SRit feinen eifrigen 93eniü^uitgen ^ti bie 
^öcberung btc tlaffifc^en ®tubien oerbanb nämlt(^ SeltiS benoten, 
ein gtoße« SÖett über !Enitf(^laiib unb bie Iientfi^en }u fi^reiBen, 
bem er ben S^itel Germania illuatrata geben wotlte. 9Iuf feinen 
9ieifen ftjfitte et ben OueQen be:S beutf(^ Hltett^umfi m^ unb 
füllte ißanb unb fieute aud eigener ^nfo^uung fennen gn lernen. 
Auf ber Unioerfitöt ju Säien taS er nit^t nur über ©oraj, 
lerenj unb anbete ®egenftänbc bet Qn«f(^Iie6li<^ nafrif(6en 
^^iloloflie, fonbetn aut^ über allgemeine <Sef<^t<^te, über Qko* 
grofr^e nat^ ^tolemaeus unb über bie Urgefc^tt^te ^utftb' 
lanb« mit gugrunbefcgung be« lacitu«. (St oetanftaltete eine 
Xuägabe Don 3::aritud @ermanta, enäiedte bie antite &inbc 
(atte, bte unter bem 9tamen bet Tabula Featingeriana &► 
tannt ift, unb mar bei erfte, ber bie ©tütfe ber @anberStieimcr 
9ionne ^tofwit^ »erüffentltc^te. ©a« §elbengebic^t gigurinufi, 
ba« bie I^ten bes Äaifer« griebrii^ Öarbatoffa feiett, rooßte 
@e(tifl im Sloftet (Ebeta^ gefunben ^aben: I£t übergab eä feinem 
^eunb (£onrab ^eutinger, ber t9 1507 ju Augsburg ^erausgol». 
!Z)ie neuete ^titit ^t bie Unetl^t^eit bie(«S SerfeS etmiefen. 3f* 
ed von QEontab iSeUiä felbft gemacht, \q beroeift e«, „mie gut ti 
i^m gelungen roat, eine lebenbige Knft^auung bet mtttekltetli«^ 
3uftfinb( fi^ JU erwerben' 0- ^^ S^ofn 8cben8mett, bas <£elti$ 
fi(^ corgefe^t, bie Gennonia illuatrata, Farn nii^ jur ^Sfü^rung. 
Witten in feinen ©ommlungtu unb äiotorbeiten traf t^n am 
4. gcbiuat 1508 ber SJ}b. S>a« «Bebi^t de aita et moribos 
Germaniae, baS fu^ unter ben Soften beä SeltiiS finbet, gibt 
jtrar !eine Sorftetlung Don bem, was et in fencm umfaffenben 
©etl p leiften cot^tte ^ , aber boi^ lägt eS tbenfo , roie bie an« 

1) tEBottt !DaHtn6a<^'a, Xitulf^lanbe (9tf<^4l«qudlf n , etrltn 1858, 
e. 3. Sgl. aber mit^ bit }»<ilc «u{)., 180», e. ». — 2} vubtx «Sontob 



ciilizedüv Google 



H\i SnFingt bcr b«ulf(^tn atlcTt^uttrtforf^Qe im ERtfonnAliniljtitalttt. 16 

btrai iSi^ften bts ßelti^ fe^r jiDeifel^ft etf^inen, vi bie fliogen 
KnooTtuttflcn , bie man von fttnem Sßetfe ^te, in (ErffiSuna gc» 
gongen frin mütben. 

Sine bn «gent^iunli(^ten (Srjd^nungen in ber iSt\ifl.ijtt bcs 
btutj^oi Humanismus ift bcr 916t :So^nned txH^tmiai. 
©fbotni im 3- 1462 in bcm Dorfe Iiitten^rim bei Zxitt, »otf 
n fii^ nac^ fytxtm ^ugenbftJ^iJfalen jn ^ibe[^g auf bad @tu< 
ftinm bei loteinifc^, griet^ifc^en unb ^äifc^en @;n;ai^e. (£&ntab 
Sdtis nwr fein Se^rer im ©riei^ifi^en. ©grätet »utbe er bun% 
^^nn 9tfu^[tn im @riei^tf(^en unb |)t&rfitf{^en ueiter gefUrixit 
3m 3 1482 in baä Senebictinet Jtloftcr ju €pon^im an bei 
^to^ eingetreten , nnnrbe et 1483 ^bt biefeS ^fteifl. «lä feiger 
fpibcrte er mit größtem lEtfer gelehrte @tubien unb fammelte eine 
fiibliot^f, bie $u ben berü^rateften jener 3"* ge^ötfe. ijjm 3|. 
150ij unitbe et %bt be$ @<iiotten!Ioftetä @t. ^atob in SBütj^Ktg. 
piei ftatb er am 13. !D«cembcr 1516 '). iSritbemiuS galt feinen 
^eitgcnofftn für ein Sunbei bet (äSeb^tfamleit Sr mar nit^t nur 
mit brn bxei alten ®pia(^n: bem 8atetnif(^en, @rie<|if(^ unb 
^rbiSif^en, befannt, fonbem er ^tte fi^ jugleti^ umfaffcnbc 
fteuntniffe auf bem @cbiet ber St^ologic unb <^(^i^te erworben; 
unb [eine SBef<^ftigung mit bcr ^t'^mfi^nft, bie er in unmber' 
Ik^ tabbaltftif^ formen fleibete, brachte i^n fogar in ben Sluf ber 
Bonberei. Vl9 ®ef(6i(^tf<^teiber ^at Xcit^iuä lange 3^t in 
^0^ Küfern geftanben. :^e me^i aber bie genauere Jtenntni§ 
bei @ef(^te mu(^3, um \o tiefer tft bie Slt^tung cor ben eingaben 
)M ZxitittmxaS gefunlen. ^f^befonbere ift bied bei ^U mit bei 
Sllnen beutf^ ISefd^c^te, auf beren 7)arfteaung {vif 2:rit§emiud 
in Biederen feiner föetfe eingeloffen ^at $t<t nfimli^ iifäpft et 



&Itil ggt. De Tita et Bcriptia Conradi Celtis Frotnoii — opus pos- 
thonam B. Engelberti ElQpfelü, Fribargi Briagoviae 1827. — Sitiftl 
Qtltci in bcT aagcni. enciKlo))- Mn (Srft^ unb ^nibtr, 2:^11 31, 
6. 1».^ — 140. — ettp^n «nblii^ti in ^orata^t'S «ic^is füt «tfi^id^tt, 
€MUtU( u. [. f. 1821. 1825. — 1) 3)i( obtgtii Xn0attn ^mi «itnamDitn 
Ol* Dr. eiKtmogtl, 3«^nniifS Xritl)tiniii«, Simb*^ul 1868. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



16 ^twitt« ttaipÜtL 

au9 Cuellen, oon beten ^afrin fonft titemonb tttoas teetg. ®o 
aus einem alten frünßf^ S^onogiaf)^ ^nibaßi , bei gut 3^ 
bes S^Iobmtg gelebt ^aben unb feinerfetts , mebei ben Stcomfwr 
SBÜaft^alb benulft ^en foQ ')■ 3^6 ^tei eine ^Ifi^ung »orliege, 
oermut^eten fc^on f^irfet blidenbe ^eitaenoffm beä ^rit^anius, 
bie ^oiQtiät aber ^ ni^t nuc biefen gtoben betrug oodftänbig 
nat^ewiefen, fonbem aud^ ju einem ^ol^en (&x<ä> non Sia'^Tft^eiit« 
Iti^feit gröracbt, baß Irit^emiu« [ettft bct iJälfi^ec nwt '). Unter 
fo%n Umftönben ISnnte eS f(^en, «lä menn SiritJ^entius Euim 
bet SSetüdfid^ung XKct^ fei. ttbtx fo fe^T aut^ Xtit^enrius bim^ 
föne 2rälf jungen feinem Stuf gefi^bct ^at, fo nwc er i>oi) nat^ 
man<l^en ©eiten bin ein fe^r uerblenter ÖJele^ter. ißamenlBi^ tni- 
gtn feine literatgefc^i^tlic^H arbeiten gut 9Iusbieitung mannig« 
fa^ ftenntniffe bei, unb biefc ftnb ts, roeli^t aüij \m9 ^ier ^U" 
näf^ft ungern. 3m Q. 1494 DoUenbete Irit^iirt ein SBerl De 
BCTiptoribus eccleBiasttds ^). Slnfgeforbett Don 3;a(ob Söimp^» 
ling*)^ bem patriotift^ ©wnamften ju ©^lettftobt, ließ n im 
3- 1495 baiouf folgen einen Gatalogus illustrium virornm G«r- 
msniam auis ingeniis et lucubratioiiibuB omnifariam exoman- 
tium '>), ^n btefen beiben SBerlen finbet ft<^ bie eifte (£noä^nimg 
be« Otfrieb »on SBeifenbutg unb feine« ieangelienbuc^» ^) , atö 
beffen !IiteI S^rit^emiuS Gratia theotisce ') bejeti^net. SÜe »er« 
morrenen Angaben bes Irit^emiu« jeigen cbenfo beutft^, ba§ i^m 
roitflic^ eine ^nbft^rift oon Ctfricb'ä ffioanflelienbi«^ »otgeteflen 
^at, nie baß er biefelbe nur obenhin buKbblättert baben tonn ^). 



11 &■ b{> Srit^cmiuS De ori^ne gentia FraoMnun compendhim 
in (Sc^atb'8") Hiatoriontn opus, Tom. I., BaBÜeae (1574) p. 301 sq. — 
2) 6. bM obtii angefu^rK aStrf dou Silbtriiafltl €.189—195. — |3)Utb«T 
tint ftji^crc unb (int fpüttrr iBtatbtilung f. Silbtinagtl a. a. O. &. 66. — 

4) Cgi. bir Epistola bta Xril^tmiuS au !ffliin|)^eltng wx btm Calalogua. — 

5) tlitd^ ^iei (int boffptdt 9Iuearb<ttung. €ilb(TnaQ(i €. 06, — 6) De 
Bcriptoribas ecolesiaBtiais , Paris. 1512, fol. 6Sb, CatfaatoguR (sie) etc. 
B. 1. et ft fol. 7b. — 7) Cftthal. fol. 8, — 8) ißgl. Otftibi ^onaditm 
bHi%, Doii 3o^. Rtflt, einl. e. 24. 



ciilizedüv Google 



Cit VnfSngc bn bnitff^ Wlttt^umefotf^img im SXtformitlionSjtilalttT. 17 

ffiom et fibrigetts Don lOtfrib's SMi^tungen fagt: nQnae nemo 
fkeOe nostra aetate legere et intelligera poteat, qnantamouo- 
qae BermoniB noetri peritBe' ')> fo ietgt ec fi^ ^ierbi einfic^tö' 
DoKct, als man^ SpSitxt. ^M^ follte ei nit^t in feinet fi^' 
ttnfienben Seife Zufügen: «quippe com sermo iUe regulatiiB 
Bostro pliu differat quam etliraBons a latiso*' ^). Sollet ni^t 
mt in bent efanBons a latino eint ftadt Ue6ettiei6ung, fonbem 
tniä) no<^ in bem regnlatas bte itttge äUeinung liegt, alS Mmen 
CiftUi'« volle unt> bem 15. ^o^c^unbert unDetftfinbrn^ ^mten 
ba^, baf Otftib feine beutf^e Sfirat^ gnegclt ^6e, unb jnar, 
loie Xitt^emiuä annimmt, nai^ bet @ramutatif, bie ftati bei ©loge 
gemt^ |afe '). 3Rit biefet ©«ammattt fe^t Xrlt^emtuS ben Ot> 
frib au4 tuH^ in ^em anbeten {Bett in SSejie^ung, nfimlü^ in 
feiner 15(^ *) «oQenbeten unb 1518 im !t)rud erf^ienencn Poly- 
gi^hia^). SMefe, fowie bte Antigen Sta^tic^n, bie 3:Tit^emiu8 
tter Otfrib gibt, wOtben natfttlü^ einen M>entenb ^B^eren SSerl^ 
^a6en, nenn i^ Setfaffer ein jut)etlä|figeier ^ann mfite. ^n 
Ata ienet Folygraphia finbet fii^ fi^enS no^ eine anbete 
imftem 0rtiet ange^tenbe aRerhoOtbigTett, nSmU^ bie Sßitt^I' 
nng eine« Don Xtit^cmlu« ben fronjSftfi^ Stotmannen jugef^tie- 
bfncit Shtnenol)»^» B). 

SBie Sonrab (EeltiS, fo tKiMnb fein greunb iSontab feu* 
tinget bas @tubium bes Haffift^n mit bem bes beutfi^ Wtet' 
t^nmS- ®net angefe^nen gomitte Äug«6utg8 entfproffen, toutbe 
Sonrab ^tinget am li. Otto^ 1465 in btefet ©tabt geEioten. 
Seine ^umaniftif^, fo mie feine jutiftift^ Oilbung etioatb et fit^ 
\mxi) einen me^ä^ngen %nfent^It in 3^Iien, rco et in ^abua, 
Jlologna, ^orenj unb 9tora bie ongcfe^ften aSetttetet be« itofie« 
nif^en {)umanbSmn8 petfOnli^ lennen letnte. 3n feine SSatetftabt 
iBTMflcte^, trat et im 3fa^ 1480 in beten Iiienft, toutbe 1497 



I) Catlwl. ). 1. — S) Cathal. 1. 1. — S) gbtnb. — 4) S. bk 
FolygnphiM libri Kz, 1518, «(. II. — 5) e&tnb. 1. VI., «I. 4. — 
6) «Kf btm taNilai 81, bt» 6. Siit^e bn $aIl}aTavMa (l-'ilSi. »gl. ». 
«na», VAtx bciUf^e 9t»im, 1821. €. 116^. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



18 SfotiM Xat)iltl. 

@tabtf^6er auf 8e6en«3eit unb Detttat bie ^jfntereflm SugiStecg« 
iä ben ui^tigften ünaeEtga^to. !^efe S^Attgleit ttac^te ^' 
tingn in nat)e 93erü^rung mit ftaifei äßo^itnllian I, bn i^m ben 
Xitä eined falferltc^tt 91at^ beeilt^ unb i^n nU^ nur al8 
^taaksmaan unb 9te#Munbigen, fonbem e^ fo fe^ als 0e> 
It^en unb jhtnftwrftönbtgoi ^oi^fi^^ !Cte le^en ^fftt feines 
Segens 6ra<^te ^ßeutingn; in fttQec 3»Tfiitgcsogen^ jir, tta(^betn 
er im ^i)x 15S4 feinen fl^f^ieb aas bcn S>{fn^ bet @bibt gc 
nommen ^otte, lueU er bte entf^tebene SDun^^ng ber Hr^Iit^ 
9jeformation ni^t biaigte. 3n fy>^ %Itet unb in ben glücDid^ 
ften tlrdtnilienDec^ältniffat ftatb er out 28. ^ytamitx 1547. $eu' 
tingei ftanb in äkibinbung mit ben angefe^^ ^nnnantßen {ei- 
ner Seit ©ein ftattlii^ ^& bUbete einen !initteCt}UUlt bev 
@aftfrei^it füt t^ten $erle!^. 3^ie leti^ften ®anun(ungcn von 
S9fl(^ntr 3"f<^ftni unb aßängen ftanben i^ten boit in Gbemlftei: 
S3}eife jut 6enu^g offen. jQÜie bebeutenb biefe nnffenf^afdi^ 
@(^4e roaxm, eifte^t man aus ben bewunbemben 3^ntffen bet 
^eitgenoffm ^). ^flpft fü^ bix^ 6is auf ben heutigen £ag. '^« 
ttnget'S 9Iame an einen bet meifmftrbigftcn iRefte befl tSntif^nt 
aitert^umB, an jene rntttcCalteiUt^e (Eopte einer JReid^dc^te aus 
bet lömif^n fiatfn^eit, bie @0ntab <£eltis auffanb unb feinem 
^unb feutingfr oermac^, unb bie bann na(^ monnig^n^ 
©egalen in bie Sibliot^I bes ^rtnam (htgen unb mit biefet in 
bie Iaifnli<^e SSibßot^et in Xßien ftim. ^Or ^eutinger felbft bilbete 
bie eigent^ümlii^e ©teilung, wdc^ boS utalte 9(ugdburg f^on in 
ber ÜUmetjett einnimmt, gemiffetmagen baS SSinbeglieb fflt bie 
flaffif^ntife unb bie beutfc^'gefc^i^tlti^ i^otf^ung. SDie rdmiff^ 
^nff^riften, ti)el<^ ber iSoben XugS&urgS unb feinet Umgebung in 
teii^er Snja^I Uefert, Detanlafttn ^eutinget im ^^r 1508 jut 
^etauSgobe feinet Bomanae vetustatiB &agmenta in Angnsta 
Yindelicorum et eiaa dioecesi. QuqUii^ abet gaben i^m bie 



1) @. t>. EptetoU nnnoiip&toria bt« Statue IR^maniK vm: bet (((n 
ttiniji^) 9iKg. bt9 Piocop. de rebus Oothorum etc. Bitsil. 1531. — 
Lotter-Teith p. 54 eq. — ^berfln ©. 37 ffl. 



:.L|,-.,zedi!,GoOQlc 



tit ftifAngt btc btutf^tn «(ttTt^umtforfi^a tm EKcfannationlitllart«:. 19 

diat 3n^be b«s Hidm St^ewnfnS SSelegen^t, mit bem Vn^e« 
tot einer feltenen Selefen^ in ben ontilen Tutoren ben ^mis 
in ffl^xen, bag {ene ®egenben fi^on in unb uoi bec 8<tt beiS ^i!''!''^ 
SJSfat Don (Bennanen M^^ ivotben (inb. I£t t^at bies in ber 
®iin% bie im ^|t 1506 ju ©traf^g unter bem Zitel erfd^ 
Sermo&es coaTivales, in qnibiis multa de mirondiB Q^rmaniae 
■ntiqnitatibtu refenrntnr. ^eiUingcr'S SE^ätigfeit (eft^ränfte fi(^ 
olwr nii^t auf jene filteften flermoniff^mift^en Sßer^iältntne. <St 
eraurfi fi(^ »ielme^r aiu^ um bte iStefc^i(|te bei üßöaenconberung 
imb ber initte{alterli(^eit Qät große SSerbtenfle bnn^ ^ausga^ 
uii^Ser ^Quellen. X)en ^otnonbe« De rebua Geticis verOffetU' 
Tu^te er, VugSbittg 1515, jutrft, uitb ben i^m vorongef^tdten 
VauInS Stomcfiibi jwar ni(^, »ne er glaubte, auerft, aber bo^ 
Beit hffcr als im »orange^enben Sfal^re Sflcenfiu« gu ^Jorl» ')• 
3» bemfel&en 3a^ 1515 ebiertc ^euHnger btc S^onil bed Obte« 
von Uifitxxg, eine ber nnc^tigften iQuetlen ber @taufei^eit', unb 
UKUt er, gfei^fatts im ^ai)i 1515, bie Fabeleien feine« ^reunbefl 
Srit^iuö übet bie Utgeft^iii^tc bet ganten jum SDnuf beförbeite, 
fo bur4f4°ute fein !ritifc^ Slid boii^ ganj tlor bie Untoa^rVit 
btefcS •Süaäitoeas ^. 

Sad Sonrob @ettid im @in»e ge^bt, eine Oermania iUn- 
Btrata, baS fu^te fein ^&in ^o^ann Xurmait jur ^uSfa^r« 
«tg au bringen. ®eboren im ^fft 1477 ju Abensberg in ^Jie» 
btrba^em, nannte er fu^ von biefem feinem Geburtsort Koenti' 
nn«. 9(uf bec UntnerfitSt ^ngolftabt mibmete er fi^ vom ^^r 
1495 bi« 99 bem ©tubium ber antifen Steratut. Unter feinen 
Stirem toar Somab ßeftis, unb als btefer im 3- 1497 no^ SQiien 



1) Sgl. Seatttnba^, Ctutfi^Iiiiib« ©tti^it^ISqucScn im aRilttlaTIn 
€. 3. _ 2) e. bit ^bji^rifai^t Kanbbcmtrtung peuliiign'S in EiBtoria 
litae atqae meritonini Conrad! Fentingeri. Poet Jo. Qe. Lotternm 
ed. Franc Aatan. Veith, Angastae Yindel. 1783, p. 87. — Ru^ btm 
Ata mgcfü^rttn Stif »gl. übet ^cutinga: Sonrob ^tullngti in ftintm 
^R^Itaiffc jum ftai{tT SOtanmilian I. SSon X^obor ^crbtioa, KiigSbuia 



ciilizedl!, Google 



20 3<M(lt« JtapUtt. 

äfinflebelte, folgte l^m 1499 MbenthuiS na4 unb (eMe bott im 
Dertrauten Umgang mit feinem berühmten ^ffttt*). 9Ia(^ man« 
ntgfa^n SSanbnungen fehlte Koenttn (ISO?) in fein Ißatexlanb 
jiirürf unb tourbe im barouf folgenben 3a^e non ^etgofl ®iU 
^elm lY. Don SSa^em }init lEtiie^i Don beffen lungeren SBrfibers 
Subnng unb Smft berufen. 3» biefem fofttn mar üeentiu wie 
gefc^affen. SMnn mit einem tfi^Hgtn S^raltec ceteintgte er nl^t 
blog eine grünblic^ Hoffifi^ SBUbung, fonbem ou^ bie WSnnfte 
Siebe iur caterldnblfi^en ©eft^^te, unb auf ben Unterrii^t in bie» 
fer tetteten rourbe »on bem baqerifi^ tl^rften ein befonbetes 
®emii^t gelegt. fÜS Xventtn im 3- 1517 feine Ku^a6e aU Cr- 
jie^er ber beiben ^rtnaen gelöp ^atte, gog er fi^ in baS frtMt- 
leben jurüd unb roibmete ft^ nun mit Unterftfi^ung ber ba^erif^a 
^eijoge gong ber (Srforfc^mig unb XxtrfteQung bex beutfi^ unb 
iniSbefonbere ber bo^etifi^en Slefc^t^. ©einen Knfent^ nafftn 
er guerft in feiner Skteiftabt Sbensbergr f;>ätei tu ffiegens&uig unb 
3ngoIftabt. K>tx einen grogen Xf)nl feines SebenS brad^te er auf 
{Reifen ju in unermflbKt^er 'Z)ut4fi}rf($ung ber ba9erif(^ flöfter« 
U^n unb ftäbtifc^en Kr^ioe nnb StMiot^elen. Km 9. i^anuat 
1534 ift er }u iHegen^Sburg geftorben ^). Unter ben ©Triften bed 
Swutin fommen auger einigen grommatif^n, von benen in einem 
fVäteteu Sttf(^nitt bie Webe fein wirb, inäfiefoubere feine brei uor» 
3ügli#en SerTe fOr unferen 3tred in »etrod^: ©eine g^nil . 
bet alten £)eutf(^, feine Aünalea unb feine ba^erif^e S^ronif. 
©eine „(^rontca von orftirung, ^erlomen, bub t^en ber o^f 
alten leutft^n," bie erft im 3- 1541 gu ißümberg im 5Druc( cr.^ 
f^ien, war ber Anfang einer Ctermania iUnstrata, ju toeli:^ 
Kwntin im 9ln^g ju feinem Abaoos (1532) ben Cntmurf mit' 



1} SOtcbtntann (f. u.) @. 9, nai^ aMnlinM ^uefalcnbnr (Scv^nb: 
lungtit brt ^ifior. Smin« ffit btii ffleatnfrti«, 3a^rgana IN.) S. 10. 
Sgl. dui:^ (^ct.) e^ronica 1566 S9(. Sr. — 2) 3)t( obigtn Slngabtii 
iibtt flHiilin'« Zticn finb tiitnommdi au< f^tobot VBltbcnumn, 3e^nii 
Zmmaix, gtiianiit Sotnliiiue, @cfd^t(^tfc^rti6tT btd baotrif^m (iolttl, grti: 



ciilizedüv Google 



f^ic Hnflngt bn bcutfi^n Wlftt^mefotf^ung hn 9tcfannatiDn«jnlaIltT. 21 

gtt^ ^te 0- San&äß mit SBaQmt, jugleic^ aitx au(^ mit bec 
beutfi^ iS^i^H^ übtxfiavlpt befc^äftigen fi(^ SDenttn'S Annaliimi 
Boiomm libri septeio (titrftüstmelt gebniift ju i^gol^abt 15M 
nnb BoKfMnbig ju »ofel 1580) i') «nb beten beutf^e Umarbeitung. 
Uieft leitete, «oentln'« Iwuptiuerf, fd&rieb et t» ben ^a'^ten 1526 
fnS 1533, aUt etft lange nai^ ^lixntin'iS 3i>be Im 3- 1566 etfc^ien 
fie jn gtanffort Im Dtmf. Stoentin ip ein ©eft^ic^tfi^eibw »on 
ftttfii^ tfit^tigem S^taFtec unb n^t beutft^et ®efumimg. ©eine 
bentfi^ ®<^ften flnb in ^ptaäft unb !3)atfteIInng Doi^üglii^. 
Ci fui^t, bie (Skf^ii^te auf Utfmiben mtb Xtenhnätet gu gtfinbcn- 
taä) fe^It ti \^m ntt^ an flefunben Iritif^ Süden, ^tn ®aR< 
)en aber flbenmegt bei {^ bie ^^tofle ba« fritif^e Urt^I, unb 
fo begegnet ed i^ j. 93., ben untergefi^obenen 99eTofu3 bes Sn' 
iiinS von S$iterbo als eine ei^te Quelle gu benfi^ii ^). %ber eben 
biefe an einem ^ftorifcr feineStvegd lobendmett^e Qigenfc^ft lommt 
t^ gerabe auf unferem :&efonberen @ebiet ju ftatten, inbem er nit^t 
nur bie Uirutiben unb ^iftcmta, fonbent aui^ bie Siebet unb ®agen 
iti beutfi^ aSoOnB mtlet feineQuellen aufnimmt *). nud^ SomeltuiS 
ÜJtcitu«, fagt et, „btau<^ {l^ bifet tiorgebac^ten alten lieber ger 
iengnuS." „^Darumb miQ i^ aui^ tu bifem toetä vnferer alten 
Borforbcm gefang, Heber »nb gefi^i^t fc^rabet jJmU^et weis imb 
mit ^Öc^ftem »rt^etl wib vttterf^b gebrau^.' ^nac^ oerffi^rt 
ütratin aui^ in feinen anbeten gtfi^i(^tlic^ {QetTen. (£t tennt 
nnb t<enu^ bie beutf^ $eQ>enf)oefte unb bte noc^ fortlebenbe 
8olt«bii^tung. „SBon biefen hingen »nb fail^en aUen" , fagt er ein* 
mal in feiner Sa^ettfi^en S^onit, „feinb aoii viel alte Ztiü^ 
Steinen unb SIßeiftergefeng Dot^nben in unfetn @tifften vnb Stii- 
ftem, benn folt^e ^eber allein feinb bie alte Xentfi^e ül^onica, nne 
btmt teq vn& noi^ ber Sanbshtei^t brau^ tft, bte aQireg »on t^ren 
@4Iai^ten ein Sieb maUjaL' ^) Sloentin beruft fic^ bann auc^ ans* 
brüdlif^ auf eingdne jC^eile unfeter alten ^Ibenbit^tung. @o fagt 

I) nicbcmonn o. o. O. ®. 248 fg. — 2) (SUnb. @. 276. — 
3) 8gl. (ea^er.) iS^onica 1580 m. 3a. 4a. — 4) @^nlca »cn vk 
frning, ^DDitn vnb l^lcn btr Drallen Xtutfi^, tgi. 20b. — 5) 3o^iiii< 
nü SMntini (E^ionica, gnndfurt 1566, SI. 302 b. 

Dci,l,zedl!,G00Qlc 



22 BiPtUtt Ibufiüa. 

er in ber to^etifc^ *S^oitit: „itSnifl iatotn, »on iDe[(^ mir no^ 
cid finden onb fagen, fe^n alte 9letmen ein gan( S3u4 UoU Von 
}m n«^ Bot^anben, bo(5 auff ^oetifc^ ort flefeljt" ') „SJnfei 8eut*, 
^igt efl an einet anbeten ©teile uon SHetrt^ öon SBem, „fmaen 
vnb fagen noc^ Diel bon jtn, man grübet nU 6alb ein alten ftSnig, 
bec bem gemeinen SRonn be^ ms fo liefannt fe^, Don bem fie \o 
Biet uriffen gu fagen." ') Äuentin (ennt ben lateinifc^cn ffialt^ttu« ') 
unb benu^ bic altbrutfi!^ ICt^tungen ü6et ftarl ben (Stoßen. *) 
aber ^Dentin jie^ nii^t blog bie beutfi^e ®age, fonbem ouc^ bie 
beutf<^e ®ipt<iä)e in ben Säetetc^ feinet gefi^ii^tßi^eu ^orfc^ung. ^^m 
31nf4Iu§ an ^o^nn von 3>a(burg, Xritten^dm unb ^ontab <S.tUi9, 
„eftuan" feinen „Sel^tmeiftet", '•) fammelt et Jßüttet, ,fo ben ®ric- 
d^en wib leittfi^ ein !Binfl ^ffen"/) njotttc ou^ ein „SBöi^el" 
barübet ^etauSfleben.*) Denn „fürwat" fagt et, „bie leutf^ ®pM(^, 
onb »otauß bie ©Äi^rif'^ "«l) Sdibetlänbtfi^, uetgtei^t fii^ faft in 
aUen btngen ®tie(^tf^et jungen, ge^et faft auff bie ®ntifi\^tn 
ort**) Sefonber« aber ^at Äöentin fein Abfegen getii^et auf bie 
et^mologif^e <SrßAnutg bct beutfi!^ Flamen. SDcnn auf bte Uta* 
men ^tten unfere SBotfa^ten einen gwgcn ©ert^ gefegt ') Siaß 
anentin bei bem bamaligen ©tanb bet ftcnntniffe noc^ ni(^t« gw(t» 
böte« fOt bie iSi^tung bet beutft^ (Eigennamen leiften lonnte, 
bCT^tiit fic5 oon felbft. gHerftufltbifl aber ift tS, wie er ttoft aüet 
aßtfgrtffe bo<^ beteit« in manchen SMngen bie tii^tigen ^ßcge a^nt- 
®o fie^ et, baß bie {Rßmet unb ©ticken bie beutf^ Stanten 
üfterfl cetänbett b^ben, weil ilite au3ft)ra(|e von bet beutfti^ toet' 
((Rieben Bwr. *) SBon befonbetem SBert^ aber ift füt unferen QtotS, 
njas aoenttn bei biefet ©clegen^t über bie ©etf^leben^eiten bet 



1) (eaiKdi^O e^Tonica 1S80, »I. 36r. — 2) @h»t. 61. 25» a. — 
SjAnnal. Boj. 1580, p. 165. ^sf. S). «Timm, txu{\^ $(Ibtnfa0C <2) 
€. 805. — 4) ATentiui Änakliam Boioram libii VH, Ba«il 1580, p. 217. 
238. — 5) (Suvtiil^c) ß^nnico 1566 «1.5a.— 6) <Sia>b. »[. 25a. SgC 
Swnlin't Hl^ionica bon DTD)nin9 bei; e^niUtn £tul|d^tn, Mmbtig 1541, 
ei 35. — 7) aSap«. e^nn. 1566, SI. 5a. (Sgl, (E^ionica bpu ))Tf))TiuiB — 
b« Bl^MlUn ttulfi^ni, 1541, »(. 40 fj.) — 8) «Etoib. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



£iE InfSngt bn bcut|i^ ailtil^umSfotl^uiig im SlcfoirmalionSjtilallti. 23 

boitf^ fBhutbatten betfimtgt ©d fagt et unter SInberem: »ii^ 
^(raäiea bic ^<^teut[(^ grob Qug, aU lottS pf. Xite ©a^fen 
nit Ine ^nei^ai ret^t, als benn fe^n fol. ?tibnlänbet it(aiä)ms 
p oi£ein, wo bo« Oöerfanb pf ^t, ^ot^, '^Jfalß, ^fetbt, ^etbt, 
WTf ^•' 'J Unb ferner: „Z ^ben bie Sac^fen wo bte anbetn 
Zrai\i)m f ^Eten, m^ bent @rie^[(^ brau<^, Wittenberg, 
ffieiifenberg, «Battcr, aSaff«." 2) 

Sine ber bebtutenbften @teQen unter ben beutfc^en $umanift«t, 
oric^ i^re flafiif^e ^At^amlät ber erforfc^ng be« germanift^eit 
Slteit^ums ga gute fvntmen liegen, nimmt SßeatuS fR^enanuS 
ein. ©ein eigentlic^T g^mtltenname toat Silbe, aber \iion fein 
Sater ^tte, als et con iR^etnau na^ ©c^Icttftabt gog, ^ier ben 
Samen «^anuiS ermatten. 3« @*lettftabt »urbe im Q. 1485 
%leatud SH^enonuS g^oren. %uf ber boTtigen @(^ule votgebilbet, 
gieng er na(^ SßariS unb bnbmete fic^ bem ©tubium ber grie^tf^R 
nnb römtfc^en SUeratut. ^ai) a)eutf(^lanb jurütfgete^rt, lebte er 
ju ©trogbutg, S3afel unb ©t^Iettftabt ein Peittgc«, ftilles ®ele^r> 
tmleben. Sllcm ©treit in reßgiilfen wie in tanffenftfiaftlid^en ^m' 
gen otgenetgt, Joirb et Dotjfiglii^ wegen fetner ^ebenslieöe ge= 
pTiefcn. aßit oielen nom^ften gumaniflen feinet Seit ftanb et in 
IwfSnlii^ unb btiepii^ Serle^r. ©o mit Sonrab ^eutinger, 
in beffen gaftfretem $aufe et fi(^ »ä^tenb beS {Reichstags ju %üi^' 
buig im ^dfjx 1530 auffielt. SRat^ einer Bicljä^rigen geräuft^Iofen, 
oder unnnter6ro(!§enen unb fe^r uerbienten geteerten Sü^ätigfeit ftatb 
ft im ^afyc 1547 ju ettoßburg *). Unter ben flofTift^p^itoIogt- 
ii^ getftuiigen beS Seatu« ffl^anuS fte^ bie namtwfteflen in 
$ejie^g jum beutf^ Wterti^um. I£r war eS, ber ben tümif^en 
®ef4tt^tf^etber $eQejuS ^«i^^tu^i ^<n $au)}tjeugen über bte 
Äitnsft^Iail^, entberfte unb aus bet einjigen bamals nw^ oor^n^ 
Imen unb fritbem verlorenen ^nbfi^ttft juerft Verausgab, ^m 



1) ISbtnb. SI. 8b. — 2) mmb. — 3) Utbtr ba9 St&tn M ecalu4 
3ittiianii4 f. bie Vita Beati Rhenani a Joanne Stnrmio eleganter con- 
Kripta Bot bei jttitittn Slut^nbt eon Beati Bhenani rernm Germani- 
"uvm libri trei, BasUeae 1551. 



ciilizedl!, Google 



24 3l'>^iM fiaptitL 

Mibantt man fine SuSgatw beS Zaätai, in mrli^ namentHt^ bic 
3>^^blung bcr @cnnaiita tt>o(^tnai^nib toat- 'J 3!)cnn iventi 
QU^ \pSin eint grfinblit^e Senittnif fo tnan<^ Smenbation bed 
W)auamS nriebn flEvc ^otb gcraotfen ffot, fo biribi i^tn bo^ ba« . 
äJeibtenft, tiefet in Un ®tnn brr @enttania «ngebrungen gn fein, 
als itflenb tiner feinn gritgenoffen ^). ffiJrit mii^et no^ Bxit bo« 
tigtntlt^ ^uptUKCt txi 99eatus 9t^enanus, nätnlt^ fönt Renun 
Qennamcanun libri tres, bie in 3«^ 1&31 311 fßaUl erfc^enm. 
Sä flnb mtgt^bt, auf umfaffenbeS QueUenftutmim gegirfinbetc 
Unterfuc^ungen ü&ei bie Qkogtap^ie unb ISt^noflxof^ie beö alten 
@ennanien«. l£ine SIRenge 6ifl ba^tn not^ lonbUufiget i^^^ütneT 
mrb ^ier M^S^ »n^ ^ @ntnb ju einci tmffoift^ftlti^ ^>> 
^nblung beS (^gtnftanbe^ gekgt, fo toett ti aus ben lateimfi^ 
unb grin^tfc^ Quellen ^ setmnnen ift. ^a au<^ Don bet i&t* 
nu^g bes Clements, bas etft in bei neueren {ßiffenfi^ft ju feine« 
PoUen SBebeutung gelangt ift, namTiil^ ber alten iSptaätt, ftnbet fi^ 
in biefem SQJerT bes S3eatuS iR^enanuS bereits ein, wenn audf no4 
geringer «nfonfl. ©0 fagt er, wo et oon bei; Siolttt^Qmliil^Ieit 
bet ^anfen rebet, bag bie ®praä)t bet i^ranlcn bie beutft^ ge« 
n?efeh fei, ergebe fti^ aus ungä^ligcn ademeidgrünben, Bot allem abev 
bejeuge eS bae ausgezeichnete in'S ^Snfif^, bas ^gt, 2)cutf(^ 
fibetttagene Stiangelienbu^- SS^ienb beS ÜugSbutger 9tei(^Stagd 
im Qa'^t 1530, erja^ft et, fyibt er einen »bfte^er nad^ Steifing 
gemotzt, um bort in ber Sibliot^ bed ^eiligen Sorbinian na^ ben 
£)etaben bes SimuS ju fu(^. Xu fei et auf eine ^nbft^tift ge- 
ftogen, bie ben Xitel ffi^: Liber Eoangeliomm in Teodiscam 
lingnam aersus. ^S ißktl befte^e flanj auS fK^^t^men, unb 
fein (0^ Wtei etgebe ftc^ batauS, bog am l£nbe fte^: Waldo 
me fieri iussit X)ie ^nbft^rift fei olfo ungcfS^ fei^^unbett 



1) X)te trftt 8ulQa6t {ifc^icn iu9a|cl 1519, btt jntitt ttgoillii^ epM^mai^i^ 
tbatb. 1533. — 2) Siti ^a^ic nai$ btm tcbt bt< etatid St^uanu« ttf^icM 
tint )Utite MTbtffcitt JtuAgitbt : fieati Rhenuü BelaaUdieniiB letnm Gar- 
manicaram libri trea, ab ipso aatore diligenter reuin et emeDdati, 
BaaÜeae 1551. 



ciilizedüv Google 



tit Unf&ngt bti btultc^cn 1III«1^u]nSfi)t[(^uiig im ERcfonnalionticitatttr. 25 

3^ ait Unb nun t^ et einige Stoßen aus bem Sui^ mi^ 
in bcntn tott bie erftett gäini(ften geilen aus bet SDu^tung beS 
Ctfttb Don SEßeigenbutg Doi uns ^6en. SätotuS JR'^nuS ^t 
alba no^ feine S^nung oon bem Utffitung unb bent Serfaffec bes 
Sct^. Si glanfit, es ftanmte aus bei S^tt, als bie ^anttn fUfl 
pm fi^^t^unt bdtlft^a; bas toSre alfo etnia aus bem Snbc 
bes fünften ^^r^unbertd. Wlit ber von 3:i;U^inS gegebenen 
%)ttj Ü6er Otfrib bringt et es in feine Sejie^ung. ') 

tk gtle^ Iftforfi^ung beS bcutfd^n Wtert^untS umt beut 
Sratus ffi^anus nit^t 6log ein iufädig ergnffenet Z^tH bec 
tntbition- Sidme^r ge^t bur^ alle feine 9tbeiten ein 3ua »atei' 
linbifi^ greube an ber Scöge beS beutft^n SoReS. SBil {oUteH 
ms nii^t tmntet bieg mit ben ®t\ä)i^tm fiembec SöOer bef(^f' 
tignt, fagt er in feiner Ausgabe bes ^rofo)}, w&^renb nit bo4 ju 
^aufe ^ben, was unfie ^munbetung uerbtent, unb nus nii^t 
Ho^ bet ffenntnig, fonbetn aui^ bet 9!ai^^inung rcett^ fc^einen 
tDtmte. Tmm unfer, fagt et, fmb bie S^ttum))^ bei (EVot^cn, 9Jan> 
baint unb tTtanten, UnS gekürt ber fflui^m bei 9iei(^, we^e jene 
in brn ^ertli^ften ^otnnjen bet $Römer, ja in Italien unb in 
Stmn felbft, bet ftünigin aQct @täbte, gegrünbet ^ben. ^) 

3>ie oon SeatuS St^nuS begonnene Unterfuc^ung bec alten 
Sößmei^filtniffe fe^e einige i^a^iqe^nte fpSter Soifgang tfa« 
iius fort (Geboten gu Sien int ^^ 1514 raai^te XBoIfgang 
SajtuS feine €tubitn auf bei bottigen UnitwiTität Seinen SebenS' 
teiuf fanb et in bei Äianeifunbe, juglet^ aber ttibmete et fit^ mit 
Vorliebe p^Iogif^en unb ^iftorifc^n ©tubien. @T »utbe ein 
ongrfeVnet Xijt in feiner ißotcrftabtr baneben abet äbetnal^m et 
aa bet Untnetfttät etft eine ^tofeffur ber artea libendeB, \p&ta 
fine bei 2Webicin. Äönig (Jetbinanb ernannte i^n p feinem Slat^ 
■nb Oefc^i^tff^teibet. ^Kx^geel^tt ftatb SajiuS im ^a^t 1565 ju 
Sien.^ SajinS loat ein ungemein t^ätigei unb fiu^ßatei @e> 



1) 3n btr njlm «uCgabt (1531) p. 107. — 2) {linltT bn % 
ta Frocop. BmU. 1&31, p. 513. — 3) Melchior Adam, vitae Qema- 



ciilizedüv Google 



26 ^totütt ItaifUil 

U^ttn ouf »nft^tbenen ©etietai. ®a8 ©crl, ba« unS ^i« ju« 
nft(Wt angebt, finb [eine im Qa^te 1557 ju SJofet erf^enenm De 
gentium aliquot migratioiiibus, sedibua fixis, reliquüs lingaa- 
rnmque initiia et immutaüombufl sc dialectia libri XU. %H 
fttne iCotgänaet ktra^tet et bot Komtinufl unb ben 8eitu8 
WVnanu«, ») tnbem et, wie biefe, bie flcrmanifc^ »önet in i^ten 
KBanberunsen unb {Reii^cfinbungen vetfotgt l£t ^at es bobet, 
rote fi^on bet Z\ttl feinet SBetlS ^fagt, neben ben polirifi^en flanj 
Monbetj aui) auf bie f^a^Iii^ SJer^Itnifye bet SJöIfet abge< 
fe^. %ud ben SBanbetungen unb 3}hf(^ungen bei hülfet foQen 
mit ettennen, wo^er fo me(e unb fc mannigfaltige 3)iale!te bet 
beutft^en ©prat^ entftanben finb, ^J unb wie eä anbretfett« jnge- 
gangen iß, bag fo man[^e 3$Stfet, bie je^ feine beutf<^e ®pxai)t 
P?xe^, 3> S3- bie ©panier, bie granjofen, bie Italiener, benno($ 
beutfi^n UrfpTunfl« ftnb. ') iffiir muffen ben eigentltt^ geft^t« 
U4en ^^alt beS umfangtei^en unb gcte^tten äBettS ^iet bei Seite 
laffen unb un3 auf beffen 93ejie^ungen jut beutft^en @))ia$e unb 
Sitetatut be|^tSnfen. ^m ift o^ne t^age bas Seil bes ^ius 
eins bet intereffonteften beS ganjen 16. Qa^^unbctt«. ©o mai^t 
a- ©. üajiuS ben SJetfut^, ben Untetfc^ieb bet Deftreic^ unb bet 
©^nxtben aui$ an tl^en SRunbatten nai^juioeifen- So bie ©ti^nNf 
ben ben aSocat u ^ben, bemetit et, ba feljen bie Oeftteii!^ unb 
„bie Qbtigen Don ben ünarcomonen unb ^ojen abftammenben 9S£I> 
fei" ben S^t^^t^ong au, 3. S. „mul, buch, maul, bauch." Xu|et 
einigen anbeten lautH^ Unterfi^ben ffl^tt 8ajin« eine Wei^e oon 
©egtiffen auf, roeli^ bet Oefttei^ mit einem anbeten SBort be« 
jeii^net, als ber ©c^wabe. So bei ©t^ioabe fagt Gelten, ba fagt 
bet Oe^teii^ Schaff, ben judex nennt bet iDefttett^et Bichter, 
bei ©c^roabe SchuIthajB u. f- U». *) 9ia(^ Xnfü^rung einet %n> 
yxiH eigent^ntlt<^ KuSbtütfe bet eftteii^ifi^ SRunbatt bemcrtt 



norum medioonim (3) 1706, p. 60 sq. ^nad. vitM philoBOphorom 
(3) 1706, p, 111 eq. Lambecii comment. de bibl. Vindoboneosi I, 
1665, p. 37 aq. — 1) Prftef. p. 1. — 2) gbcnb. p. 5. 10. — 3) etmb. 
p. 4 sq. p. 7 sq. — 4) Luius de gentinm migrationibui p. 627. 



ciilizedüv Google 



Cit Sofüigt bcT beulfc^tn ?(nnt^utnlfDif<^g im 91tfatinattDitii)titaIttT. 27 

biim ^ias, bafi in neuem QÄt bei gto^e 33ei:Iel^ imb bei ga^U 
iti^ 3uj>tg ans ©i^ben iinb gtan^ bie (Stgent^fintlii^teitat 
ba Bftni^t^ äRntdurt hi SSien unb ben anbeten gtdgeien 
Stdbtm nt^ unb me^ oemrif^. 8uf bent Sanbe bagegen unb 
k ben nthteira @tfibten ^e fi4 tene alte, Don ben ädrigen 
Txoüiiim fe^ ocrfi^iebene 9Riirtbart no^ erhalten.*) »n einet 
anbetn ©teße beruft fit^ Sajiufl auf bie SRunbait bet ®otf^e« in 
Suea ab einen Steft bc8 alten ®<i^Rifibif(!^r unb ma^t M biefet 
Stltjen^ einige merhoflibige SRUt^etfungen on9 btefer äRunbort. ^) 
ftba ioffos fiegnfigt M t>i<^ ntt bet {Beobachtung ber €piai^ 
bei (Begentturt, fonbem er fu$t in ben SiMiot^efen ber ftfßftn, 
bie rt fftr feine 3»«*« uneraiübll^ but^forft^t, na^ DenifmÄletn 
bei alten beutf^en @)mi^. @o t^It er juerft bie alt^beutft^e 
gtttimte «eorfieitmig beS 138 (189) ^falms») mit, unb ebnifo 
(in €tfl(f aiti bent alt^beutf^m V^^fiDlogu:! *). Sn einet 
unbern ©teflc gibt er großen olt^oc^beutfc^ Woffen au« einet 
^Ui^^rlft ber iSanoneS ^). ICaiS SJ^eifte, was et ntitt^iU, ift frei' 
^ fo fe^Icr^ft, bag man fieH « ^t nur lüenig bauon Betftan* 
bm. aber f^on bie SSeriffTentlit^ung fetßft gehört ju ben Semet' 
(niJttertMten Auffingen unftet SBiffenft^oft. übenfo bie ajKtt^eil» 
Hfl morcomannifc^ Wunen auä einer .uralten Üßem6tane." '') 
Vxt bei weitem boä SBit^tigfte, bcffen erfte SßetüffentU^nng SagiuS 
tergönnt War , finb bie Stui^ftüde auä unferen Nibelungen. St 
fö^ fie an aU geft^tt^tß^e ^nigniffe ''), bon t^tem bi^terif^oi 
©ert^ ^t er leine a^ung, b^ei^net uiermefir i^ren SJerfaffcr ge« 
ttgenlß^ als „poetaster ille GothionB." ^) Xbet bei bem alten 



1) «oib. ©. 628, - 2) mtnb. ©. *51. - 3) gtenb. ©. 81. (aiij 
fcn tttifltn *f. 1609 b« ©efSitriol^t gii »im. 91v. XII! in Mfl'lenhorB 
nod Scherer'B Denkin&lern.) — 4) ebtnb. ©. 81. (Äu« bet jtblflai ^f. 
Jb. 223 bn «oftibliol^t ju Bim. Ste. LXXXI Hi Hülleaboff and 
Scherer.) — S) tSbtnb. €■ 71 fg. (Kirf btr ^(. 40 jur. can. b« SSlnttr 
MWBItot^ef. ©Ani* in Ottttfr« CtHttsr« m, 324-337). - 6t ®6(rb. 
6 «4 ffl- W- SB. ©timni, ntbn btutft^t Wuntn, 1821, ©. 7». 80.) - 
T) «ttab. 6. 3&3. 680. 683. 707. 757. - 8) «bcnb. S. 682. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



28 3»>c><cB JfapUd. 

finb biefe «nfü^ngen brt fiajtus (im 3f. 1557) ebfn bo^ bie 
rtpfli flebruJtoi Qnltti oii8 unfrem grÖ|ten bmtfi^ (JiJoä ')• 
l£nblii$ nriil ii) noij bemeiteit, bag SojtuS aud^ bann auf bem 
ri^tigtn föege loat, bag tt einen X^ril ber franjöftfc^en aBdrter 
aus bem ^utfc^n ableitet, nwnn er fic^ awi) im ^njelnm ftarf 
oetgteift =). (Rne giifammenfteUuiig ber SBörfer, meti^ ble ©entf(^ai 
t^etlä au9 bem @riet^fc^n, tl^eile aus bem Sateinifd)en entlehnt ^a6en 
follntr miff^t, raie fvi) erniaiten lägt, (£ntle^nted unb UrDennonbteö 
~ hmt butt^anber ^). Sie fem übei^ait^it bem Sajtus noc^ eine 
nnffenfi^ftlic^ ^enntnit bei fifteten beutft^ @pxa^t lag, ^eigt 
fi(^ fil^Dn barin, bog et bte DoUen Snbungen bes Slt^o^beutfc^n 
für 5Wa(6a^mungen be« 8ateinif(^it 1)äit *). SJon bem 3uftonb ber 
bamaltgen StQmoIogte aber mtrb man ft($ einen 99egriff uuk^, 
menn man ^i)rt, bag SajiuS meint, bie beutfi^e ^et^urnng: „auff 
mein trän", lomme „forte a Druidibus, eaoerdotibus ac vati- 
boa Germanonun" '•). ^ bem allen aber fte^t Sozius nur auf 
ber entmttflungöftufe feiner 3eit, unb wir bürfeit uns bobut(§ 
ni^t ^nbern laffen, ben ber SBiffenfc^aft ^ö(^ft förberlic^ ®ifct, 
bie umfaffenbe ©ete^rfamleit unb ben lebenbigen ©tnn, ben Soitud 
dte t^rftl^cr geigt, rü^menb onjuerlennen. 

aSic tßnnen ni^t alle ^umantften, bie mit bem beutf(^n %U 
tert^um in ©ctii^rang (amen, im ©njetnen befprei^en, fonbem 
mOffen uns auf bie bebeutenbften berartigen Srfi^einungen tief<^iän< 
fen. 3Iber no^ einige von ben liSlännent, bie bas -Stubium bes 
fUffif^en unb bes oaterlänbif^en Hltert^untS mit etnanber verban- 
ben, notlen mir fi^Iiegrtc^ iaxi berühren. SuDörberft bcmeilen rott 
^er, bag au^ ber bebeutenbfte beutfc^e ©eogra})^ iener Qät, ©e. 
bafttan SRünfter, einen äSeitrag jur Senntnig bes Wtbeutfii^en Iie> 
fett ©ebaftian üHünfter, geboren gu ^ngel^eim im 3. 1489, 



1) @<^iMt 1553 flnbtt fu^ iUN» bei @afp. Qnift^ (de Laureaco, Baiil. 
1558, p. 119) btc Siibtulung tintr 9tibtlungtii^iuib|^fi, Abtx efyat 3KU= 

t^tilung tintT SItttc. — 2) t,aziuB de geatinm migr. p. GT. 76 (g. 

S) Ctoit. S, 25 fg. — 4> «hnb. ®. 72. — 5) «benb. ©. 78. 



ciilizedl!, Google 



Ck Infbigt btt bnilf^n fllttrl^uintfoTfi^ung im KtfonnalJeiKidlalltT- 29 

mnüt 1529 ^tofeflor b« ^ixüi^ijtn mptaäft an bct Untt)crptät 
»ofcl unb ftarb bafelbft im 3. 1552 '). ©tine eosmogrop^ei ift 
bot ongcft^te g«)BTa)}^tf(^ SQttf, boS toti^b beS 16. ^^* 
toiieiu in beiitf^n ©pcai^ gef^ricben tvorbett ift. Obwohl 
S(in«Worf^ »on ©eraf, — er nwt fcdoimtl«^ ein« btt etflen 
6fBiitipm feinet Qät —, nimmt 3ßöitftet in fein« iSoSmogtap^i 
in Sangen boi^ auffattenb wenig 89üdft$t auf bie Spnn^n bec 
Mrc. Wm geiabe bei beit :£)eutft^ ffl^U et fii^ bemogen, aus 
om alten ^nbfc^iift eine «Cffne Ult^ntti^üjt SBev^f, ein aU* 
HM<M !t}enbnal aus bem Snbe be« 10. ^fa^t^unbetts, mit« 
ji^In ^. Ueber^ut^t filmen mit in bet ®4»eij ft^on in iener 
ätit dne votsfigfic^e Steigung, ben £>enhn&Ient ber oUbeutf^en 
SpRK^ feine Sbifmettfamleit aujutoenben. ©0 (ei3oo*^in V«n 
Satt (Sabianu«). lüeboten im 3. 1484 ju ©t. (Stallen, moi^t 
&btaim« feine ©tubien }u Siien, mitb bort 1518 ^oüot bet 
Ktbicin unb in feine SSatetftobt jucfldgele^ 1526 beten aäStger- 
Bti^. Kte foI(^ fStbett er mit allet {traft bie iKeformation 
In ftr^ <Sx ftarb im 3- 1561 '). Unter feinen ja^Ireic^ ©i^f* 
tn finbet fli^ ouc^ rine de coll^pia et monaaterÜB Ciermaiüae 
Teteribofl, unb ^iec gifit et bie etfte ftunbe eon Slotfer'S alt^ot^ 
Intfi^ Udwrfe^ung bet ^falmen. (Et ittt gtoat n«i$ im SSet' 
füßeT, inbem et bem ^oOtr SaUuIud ba« Seri )uf(^a Stbet 
itnt atUt^eilung wat um fo tDect^DoUet, cHS et jur $tobe bas 
^tln unfer unb bas o^ioftolifi^ (BloubemSbefenntntg in alt^oi^' 
l»iti4tt ©(nac^e aus betfclben ^nbf^rift aushob. 3unt SDtud 
hfStifflß mürbe ?fim bies ffijetf etft (1606) buti^ ©olboft*). 

1) SttgL Halch. Adam. Vitae Qennvioruin philotophoram (3) 
P- « tq. — 2) Bti. aMnjJtt'e Coimoginp^ei, in btr «uegabt Mn 1578, 
S. 435. SobtH^l gebiuA in Sßaginann'4 Scutfi^ XbftfmEnmg^fenntfn 
1839. €. 131 fg. nnb in bot DeDkm. Ton Htllenlioff a. Scher« 1864, 
& tS7. QgL eb. €. 492. — S) 9gt. Alamftnnioamm rarmn tariptorea, 
Tom. IlL, ex bibliotheca Ooldaati, 1730, p. 1 iq. — 4) 3m britttn 
^öi ta Alunannicsnim renhn Bcriptorea 1606. Cic obijjc €ttllt Hbcr 
Ate fiiAtl' rt4 in bit|« SuSg. 6. 47 (in b(r ©tndtntng'fi^ni 6. S7). 
^«< BrUc Unfn luU^t btt HOllenhoS and Scherer Nr. LXXVIXI- 




:i., Google 



80 äf^tiUt Stafitä. 

Vbtt f^ott Oid fcü^ er^eTt jenes alä>eutf^ Satenuifei ^o^o »' 
ntS @tuiit))f Dan SßabianuS. 3)iefeT (geboren gu üBru^fal im 
3. ISOO, 1522 Vfonet ju SBubifon im 3üti^ ®Aiet u»b Sbi- 
^ger 3imiigrt'«, geftortoi 1566 ju 3ftTi(^)') t^ellte ef 1547 in 
feinet ©«^nKijet S^ionil mit, müi oon i^m nriebet entnahm «8 
eomab Segnet ffli feinen a]}it^TU>at«s >). SBSie Stum^if, fa mar 
au4 fein berG^ttterei Sci^tnoff' Hegibius Slfc^ubi, ber grSßte 
€^nMtjerif<^e ®efi^i(^forfi$et beiS 16. Sa^r^unbert«, bet Se» 
f^Sftipng mit ben 3!)enhnS(ecn bei altbeutf^ ®ptai)t guget^n. 
©eboren 1505 in ber Äin^matt mibmete er f«^ ju SBafet unter b« 
Leitung bciS ^nTi<$ ®Iareanus Raffifi^n unb ^iftorif^ ®tubiai. 
Sr blieb seitlebens ber r9mif^ Jhn^e an^dnglii^, aber Bon mag= 
sofler ÜDenfunflSotL 1558 würbe ec Sonbammann »mt ©latus 
imb [torb im 3. 1572 »). Witt unennflblit^m &letg burcöforf(^te 
er bie Ui^mben unb ®ef(bi(^tfi^reibct bet @^ttieij , unb biefi fQ^e 
i^ aaäi gu ben X)enfmälem unfrer alten @))rai^e. Qt enod^ 
„ein alt bermenttn Quangeltbü^'' „cot fei^^unbert jiarcn gef<^' 
ben", ba8 fic^ in bem JHofter ®t ©aden beffnbe, «ober', fagt et, 
„vnber ffinff Worten merA einer htm eing, tvo nit bas latin bar= 
nebenb ftünb* '>). S9 ift bie alt^oi^beutfc^ U^erfe^ung Don itn 
(S&angelien^ormonie be« Slmmoniufi, bie ^er jum erftenmaf er- 
ttril^t mirb. !£fi$ubt felbft war im ^93efi^ einer ausgegei^neten 
»ibliot^. «u« feinem 9Ia*to6 ift bie berfl^mte ©anbf^rift ber 
9iibelungen in bie 99ibIiot^ ju @t. ©allen getonunen ^). 



1) egt. ^. 3. fini, aDgnntincS e^nci^fc^te Stricon, X^t. XVII., 
3flri<^ 1762, e. 717 fg. — 3) »gl. eoTt^oIotnlu« ec^oUngtt*« Additio- 
nea 3U btr obigm €<^rift M Sabianue in $tn(ftii6ag'< Sufgabc »on 
lÜelbd^l Bernm AUmuinicaram Scriptorw, III, p. 107 sq. — 3) Q9L 
blt $Dn(bt 2o}). Kubotf 3(clin'j ju {einte SiKgabt W]i Xf<^ubt'l ä^tonif, 
€T^a ZiU eaftf 17S4. — 4) Sgl. bit Malt »oi^fftis «pifi^ Dt^tia — 
buxti — «ilg tfil^ Bflftt 15S8. ^. ij. — 5) &aA. - 6) g. ^ ». 
ber ^a0tn, tütnar. iSiuiibti6 1S12, S. 80. 



ciilizedüv Google 



Sk Infliist bcr btutf^ Ka«t^irai«foTf<^iing im !Rtfannati0ni)tttaIteT. 31 

K< ttfnmtttn >tr Ciiifet itl tU iniftn WMttit. ftft Jlmjaki 
Im (NfTik. 

tut rttäiViätt iNefotinatton mufte in ben mannigfaltigftm Sc' 
gu^ot einen fjöiSiH bebeutenben l£tnflu^ auf bie Qtrünbung unb 
fetnmflung bei beutfi^ ^^ilologie Oben. Xm Kampf gegen 
Korn toettte in ben !|:)eutf(^n jugleii^ bod ®efa^I »on betn SSett^ 
M eigenen SSoQes unb erinneirtc an bte alten St&mpft, in benen 
irnftre ^otfa^ren bae römifi^ ^o^ abgef^Üttett unb bie tönttf^e 
Stlt^errf^ft gefWhjt :^en. 3n biefem ©Inn faftte »w oöen 
Ulrt^ Don pulten bie Befreiung bed beutft^en aSoIIei »ont 
pöfpc^ ^oüjt auf- !Det ftompf gegen Stont ge^t tei i^ ^nb 
in ^b mit ber begeiftetten Sjet^enfic^g bed atten 3lTmtniu8. 
IM ftnei^tft^ft^eutff^Ianbs a&jufc^fltteln, Ift fein fyat^Ü&iiÜ^^itS 
3it(i). S(u(^ bei Sutl^et Hingt biefe ©atte Msmeilen an. ©o 
in ber gemattigen ©il^rift an ben S^rifttt^en Sbel Itieutf^et Station 
(1520). aber ts toOtix uenig S^etftänbnig wa Sut^'s SJefen 
Dtnat^, moüit man hierin fein eigenttiü^iS unb ^ouptfüc^Ut^fteB 
Streben fu^n. ©ein 3'cl ^f^^ melmebi ein ftreng leUgiöfeS. 
XVn reinen (^ftUc^ Stauben tirirbet ^eiju^Uen, biqn fübUe tt 
fit^ wn ®ott fterufen. aber gerobe btes Seftreben , getragen Don 
tmer fo gnmibeutfc^ 9tatur, lam au(^ in ^o^m SRag ber ^it' 
bmntg bed bentfc^n SBefenS gu gute. :^em 8ut^ bie ©li^be' 
mmb jnrifc^ Sterns nnb Soien nteberrif unb atle Sb'rtften huti) 
bie aiuife ju ^rieftem berufen fitlMrte, mußte er jugteic^ batauf 
Mnc^ fein , ter ganjen @emetnbe bad S}ort QSoütS ai» bie 9ti(^ 
f^mir i^ @[aubens unb Xfonbel« jug&ngti^ ju mad^ ®o 
ttttftanb (152S— 1534) Sut^S S^ibelüberfe^g. @ie »pr aOem 
mtbe neben ben anberen brutf^ Schriften Sut^S bie ^wnb' 
läge miferet neueren f^riftfprat^lid^n Söttimiflung, unb nrir werben 



1) CgL |. e. ^utttn'e unvollaibctni I01al»e ÄrmininB in SMing'« 
iMsaic WM «utttn'e Snfcn »b. IT., €. 407 fg., unb Stontt'« e^^itticnntB 
^wtoi's in bn Zmrif^tn «Stfi^ii^c im 3tilaltcr bn Stefontutton Sb. I. 
(1839), 6. 415 [g. 



ciilizedüv Google 



32 ^m Jtat)ilel. 

tn einem ip&tixen %6f<^nitt fe^n, ivie ^eran nieber oorsugSioeife 
bte Sntfte^ung unb Suebifbung ber beutf^ @raminattf fti^ an- 
getnüt>ft ^t. 316er aaäi bei üfteien beutfi^en @pta(^ itttb SUera- 
tut flegenftbet ent^elt bie Rn^Ii^ Wefonnation neue antrieSc ber 
i^orfi^ng ■). Svoqv mugte unlfiug^at ber ©tnn für bie romaitttfi^ 
XHc^bmg bt« anittelafter« bur«^ bie Mefotmotion efienfo, toic 
onbterfeitö bitn^ bas Stri>trauf{^n bcd naffift^n Kltert^mnö, 
pn5(^ft beeinträ^tigt werben. SHier nad& einer onberen ®ette ^n 
MMirbe gerabe bie firt^Ii^ Deformation «nlat ju tieferer iSrforf«^- 
ung uttferer Stieren Stteratur. :Cic ßn^fic^ IRefprmation fjcd fii^ 



1) 9Iii|f Utgtn tiiKT bdonbtm Ocjic^ung au| bif ERcfornulign , fonbtrn 
lotsen bcA 3"tii>""<"^''>*9'r <" ^" "i^ *' "*>' '^"i 9tanun bt< giofitn 91c= 
foimalarl gcbtot^t ^t, mtUtn mir i)ia tinc4 Süt^ltint gtbtnten, bat btii 
fiiinalorcii nit^t wenig lu fi^f^ gtmail^ ^ ^m 3- '^^^^ trf^icn ju 
SBtltmbtrg o^nt 9itnnunQ M Strfarftrt: Aliquot nomina propria 0er- 
mkDOniiii ad priMam etymologikm reatitnta. Sint (pSterc Aulgabc 
um 3. 15&4 (|1t bt{)nbU fi^ auf b(T erlanfln HniMrfilltJGibliol^) fügt 
Ifinju : Antora rereteiido D. Hartino Luthero , unb unl« bfcfem namtn 
i|l bie 6<^Ttft bann ini 16. bi« 18. 3a^[^iinbut n«^ oftpuia gebniitt t»etc 
buL Ob iaOttx nitflic^ btc StTfafln fei, iß ßrtitig. (Sgl. u. a. V. E. 
Loesoheri Literator Ce]ta, onraute J. A. Egenotf, me bn 6. 104 mtti 
gd^tittt Srtt[ bc« eiaemue btn eiitil für iM^a'e flutorfc^ft rntfi^tibcii 
loflrbc, »tnn nit^l gnabt bit auf unftr eSc^ttin bcjagUc^tu BorK in btn 
aititgabtn bn Sttcft bei ecBSmue, — in b(t eonbonet oon 1M2, €)>. 
15]5 — , itWtn. — 6. au(^ J. Q. Gocard. Bist «tndii etymologici 
lingaae GermaDicae, 17II, p. Aleq. 9. J. Bej«chlag, Sjlloge to- 
riomm opuicnlomm, Tom. I., Haloo Sreronim' 1789, p. 455 iq. 9, 
<L Rdi^arb, ecrfut^ ttntT^t^oric btr bai(f4cn€pTa4rHnß, ^nibnrg 1747, 
e. 17 fg.). T)tt innm Qett^ brt ea<|Uinfl lo^nt bie «itit a))% KÜ^t. 
e« Iß nii^i f<^lt((ttT, abn atu^ ni^t btlfer, alt bie anbtnn miftglßilKM 
Stifuc^c ttun 3tit, mit g,faiilUi) ungtnügtnbtn SRittttn bie beulfi^n SRamen 
clQmolDgif^ CTtlfiiin ju wollen. CtutunBtn, »it ,0[nMft, rectini ^ufimlt, 
gabeniatoT domna", .Scufwib, Hoc proprie dioi debet, Sitl^olt, no- 
mine oompoiito, Biont Dtot^Qlff ete. Qnati dic«s, gieb bnb ^Ib, ama- 
bilis et dileotnt" unb oitit anbot bu Stl |tistn un<, nit ient 3tlt von 
b(ut{t^(t Sl^mologie n«c^ ftint S^nung ^nt. 



ciilizedl!, Google 



Sit Infangt b« btutfi^n atltri^umSfoTfdiuiig im 3<t(oTmatii>n0)(ttaIttT. 33 

tiSmUä) baiauf ^fgmiefen, bur^ eine ebtbttngenbe Unterfud^ung 
ixt gef^t^tltc^n 93<rgangen^eU t^re Stellung ju rec^tfertisen. 
iDie Sn^ngei bei ^roteftantif^n Se^ie tfyxttn bieä mit einem 
ßfer unb einem Erfolg, ber nt^t nui in ifitem eigenen Saget, 
ionbem aut^ in bem i^ret @egner eine neue &>oä)t \>tt ^ti^en' 
grf(^i(^ begrünbet ^t. ^er bebeutenbfte Skrtreter biefer fiteren' 
gei[^t(^tli(^en ^rftl^ung xoax auf Sut^tifc^ @ette äRatt^iaS 
i^EaciuS i^It^ricud. <Beioxm im 3- 1^^ 3» %[bDna auf 
bei i^)(^n ^Ibinfel, ging äßatt^S 3S(aci(^ ala neunje^nifi^ri' 
ger ^finflltng fifiet bie Hipm in bte Sänber ber beutfi^tn ^roteftan« 
tot, nutzte feine @tubien in ä^fcf, Tübingen unb Sittenbecg unb 
nnrebt einer bei eifrigften unb ftteitborften it^eologen bei lut^» 
\Sira ftin^c. SEBir tonnen feinem fe§r unruhigen 8eben8gang ^ier 
nii^t roeitet folgen unb bemetlen nur, baß et ju granffurt am 
SRoin am 11. mäxi 1575 geftorten Ift. Unter feinen «rbeiten 
ne^en bte firc^ngef^i^i^ bie erfte ©teile ein. 3>a« Streben, 
bieUcbetjeugungen ber iflefotmation au^ in früheren 3a^r^unb<tten 
nai^unKifen, Beianlagte t^n gur@animlung unb ^KrouSgabe feines 
C&talogtu testiiim veritatis. (Einen foli^en ^ugen ber Sa^^t 
nun glaubte ^laüuS anä) in Otfrib con SEDeigenburg unb ^feinem 
(Soangetten&u^ gefunben ju Mafien. Qfn ber erften Ausgabe feine« 
Catalogus, bie im i^a^r 1556 ju fBafel crfd^ien, enrä^nt ei i^n 
no^ nii^t, aber in ber groeiten, bie er am 1. gebruar 1562 ^' 
ausgab, fü^t er t^n auf. (Er betrieb nun mit bem i^m eigent^flni' 
liitta (Kfet bie Verausgabe be« ©erfs. Qn biefera ©treben (am i^m 
ber angefc^ne SugSbuiger 8rjt $i^\\Us ^irmintuS ©affitt 
entgegen. 23iefer (geboten ju fiinbau im 3. 1505, f 1577) 
ms fiu fe^ Dtelfettig gebUbeter ^ann, nie bas 9$erjeti^nig feiner 
Stiften bart^ut, unter benen fi^ neben ben mebicinif^en aw^ 
mannigfache l^iftotifi^e finben- SffiU glaciuS führte i^n ;bie gleiche 
nligißfe Uebetjcugung jufautmen *)- ^n mii)ec ©cife We ^nb* 
|(^ft, nat^ wüäitx bie erfte 9tuägabe Don Ctfrib'S (Eoangelienbu^ 

1) Sgl. Brnoker de vita et BcriptiE &. P. Oaaseri in (€4^I^0Tn'a) 
AffloenitstM literariae Tom. X., Franoof. et Lips. 1729, p. 1007 iq. 
KtiKtT, «if«. b« tarn. VWeütU. 3 



ciilizedl!, Google 



84 imi\tt XapHtl 

getna^ toutbe, au^efunlwn »Dtben iß, uirb uns ttit^ benotet 
(B tiMT, wie fi4 aitö bcT ä$erg[ei(^ung bet Siebte ergibt, btc£)anb' 
f^ft, bU fi(^ ie^ ouf bet ©eibelbetget SiMtotöef öefiitbtt. ©ort 
^ ift fie mit ben &bngen 'S>iSß%ta bn 93üt^eifantiitlung bed UI* 
ti(^ t^gg« bin»^ be[fen ^rmSi^tntg getommen. ^ ^ggei'd 
S9iNiot^et ju ^ugfiburg rautbe fie aufgefunben unb im 3a^T 1560 
von ®aWax a^eft^ebett '), ber eifrigen Sttt^if na^m an bet 
gi^btTung beö gTcfen tit^cngef^ii^tlu^ Sßei^d bar flRagb^utgei 
ISenhitien, bae unter bei Leitung feines t)rt«inbe« $(aciuS eifd^ien. 
(Saffov fachte nun einen Sierlegei; fttr bie ^etauSgabe beö Ctfrib unb 
briefmet^felte baiüber mit Qonrob @egner in itürid^ 0- Sbei feine 
fßemü^imgen maren DcrgcbCi^. t>a na^m gtacius bie ©ai^e felbft 
in bie ^nb unb ecret^te im ;^^t 1571 fein 3te[^). ^n biefem 
;^^l <tf<^tn ju 93afe[ bie erfte Ausgabe von Otfrtb'd Eumgelien' 
bn<^ unter bem £itel: nOtfridi evangelionun über: aeteram 
QennaDoram gnunmaticae, poeseoe, theologiae, praeclanun 
monimeDtum. <£uangelicn 95u{^, in altfrendift^en teimen, bun^ 
Otfriben twn Seiffenbutg , Wtaüi p @. ©alten , cor fiben^unbect 
foren beft^ben: ;^ aber mit gunft beg geftiengen e^tenueften 
^etm ^olp^en ^man iRicbefel, <£ibmarf(^Iif )U Reffen, bet 
alten Xeutfc^ fptaai^ onb gottflfor^t juetlemen, in tnict oer« 
fertiget BuUeae UDLXXI." ^lactuS fc^dt btm ®ebi(^ eine 
Iateinlf(^ unb bentfc^e SJorrebe ootau«, in btnen er bie $rünbe, 
bie t^n ju feinem Unternehmen bercogen, barlegt @eine elften 
unb ^uptffif^lic^ften ^lOnbe finb, mie fl<$ benfen lägt, reltgidfe. 
©0« Dtfrib felbft als ben SBcmeggrunb feiner 5Di{^0rag angibt, 
bie 9Renf(^en com ©ingen unb Sefm unnü^er ober ft^äblii^ &et 
ber unb @4^riften jum ^eilfamen Sefen nnb ©ingen bes Soange* 



1> •SaflDT'« atfi^nfi i[l noc^ vor^iibtn im @c^olltnf(o|ttc ju IBitit. 
S. StUt't <Siii(titung jum OIfcib, S. 124. — 2) Bpiatolarnm medioi- 
oaliam Conradi Oeeneri libri III, Tiguri 1577, Bl. 23b. 24, 26h. 28. 
— S) Sgl. Ü6tr bic[c trjlt nu*(|a6< bit einltitung StUt'S ju feinte !Iu«ga(t 
M Olfrib, Bb. L (8ieam»6u>:fl 1856) ©. 100 fg., unb bfyu, wat ¥«3«, 
01atiu> ^tlcu« U., 470 fg. lagt. 



ciilizedüv Google 



tiit anfangt bn btutfi^tii nilerl^unKfoTtt^ung im 9)tfannattDn«jtilal1ti. 35 

üm9 rinsulaben, ha» noüt ou^ er. Senn man aüt» 9(1«' 
^ömTu^ ff^on um feinet SUtcrt^umiS unllut beiounbcie, utc viel 
mdtx müßten Wie bieg uralte ^>mtmal ^o^^Iten, bas ü6ctbted bte 
^ige ielftt boiHete. gier ^ man fOi ben ie^ heftig entbiamt' 
ten €tmt, ob bte IHRenge bte ^ige @<^nft in bet SoRäfpiai^ 
Itfen büTfe, eine leu^tenbc iSntft^eibung, bag in bei Qät bet Staxo* 
finget eS nit^t nur für ret^ unb bet 9leItgion entf))te4enb gegolten 
^eie, bag baS SSoQ bie ^Itge @^ft in ^ben ^be, fonbent 
au(^, bag tS biefelbe in voKst^ümfic^en Seifen äberaU finge unb 
feiere. 

3n bem Qn^alt be« Dtfiib'f(^en (Eoangefienbui^« glaubt 
^bciuS ben fbewnS ju finben, bag bet Setfaffet bte ptoteftantifii^ 
ieffcc wa bet ©nobe gehabt ^abe. 3)et eine »on feinen ©cmeis» 
gifinben ift fteilii^ fonbetbat genug, glocin« migoetfte^t nämlit^ 
bie Uebeifi^rift beS (£tften iBut^S: „Jncipit Über eTangeliomm 
domim graüa Theotisce canBcriptoB", ba^tn, baf er domini 
gntia f&t ben Siomtnattv unb btn 2:itel bed äßerfs nimmt. :Da8 
^üSf fei „Graüa dei, bie gnab ®otteä genant rootben." 'HSk^x 
Sewtc^t (ä|t ft$ auf feinen anbeten 93en}«dgrunb, auf bie ton i^m 
angefi^rte ©tetle auS bem erften iSui^ ') legen, «bet roenn au^ 
für glaciu« bie teligiöfen ©rünbe oßenan flehen, \o entgegen i^m 
\>oi) auäi bte übrigen ni(^t. „SBiemoI toann glet4 fein anbete 
m^a^ OKte,* fogt et in bet jnictten iSottebc, «nutumb bie freie »nb 
F^rliebeitbe "Xmt^Ütm folten big $ui$ lieb ^abtn nnb ^o^<^ten, \o 
ift biefe uri^tig tmb grog genug, tas nai) bem aUe menft^ gern 
Don j^en eltctn Dnb Dotfatn Diel miffen motten, aui^ alles fo bei 
jncn genronlti^ onb gebreuc^tit^ , l^oc^^Iten, toeit auc^ alte menf Aen 
gern ütoas beibeS oon ben statten, bnb von fiembben \pxaa^m 
ttiiffen: fo mug i^e gar ein ftod, vnb fo gureben, fein teiltet ^leut' 
fi^ fein, bet nit aui$ gern etmaS miffcn molt Don bet attcn fpraac^ 
feiner ootfam vnb ettetn, weti^ man bann auffd beft onb leii^teß 
aug btefem Su(^ ^aben onb iKtnemmen tan." Unb xoaS et l^iet 



1) J, 2, 43—46. Sgl. jcbo^ StUt in bet @JnltitunQ ju ftintr 3 
gabt btf Otpib. ©. 107. 



ciilizedl!, Google 



36 imtHt« XttfM. 

itt hrtbm SBotten ben e^Tltc6enbcn !Z)eutf^ an'8 ^»ei^ fegt, ha* 
^afyct et in in tatnn\\ä)tn 3$onebe in mc^ ntffatf^ftlti^ Seife 
au8. X)te Atnntntt biefe« SikM unb ftiner ^piaüft- nwtbe fe^r 
viel berttagen jin l£ifotfi^ng bet Stqmologieen unb Utftrrfinge htt 
beutfi^n Särtet unb über^upt gur voUnen (SiJenntniß biefrt 
®ptaäit. tienn bie äSerjtDetgungen bei: ceif^iebetien XBörtei idÜX' 
ben aus jenen elften %fimaAius ober (nrie bie ^ebrätf^en ©tarn» 
motitet fti$ audbrfidtm) SSurgetn abgeleitet, unb aus jenem alten 
&tf!tau^ ber SSJürter (önne i^te gegenmättige iöebcutung unb i^r 
®ä)xan^ unb ä^iprau^ grünbli^i ertonnt wetben. Sutj, man 
lönne D^ne altes 93(ben!tn fagen, bag o^ne biefe %xt Don St^molo« 
gicum biefet ®pxaiie ÜHemanb fie t^Uig unb grJinbttt^ etforfi^ 
Bnne. — SWan erfennt an btefen treffenben aBemtrhragen ben um* 
^ffrnben Singuiften, bei t^larius nur. Xbet man roßibe ftc^ tSu' 
f^en, nxnn man nun von bet Stnisenbung feinet @[unbffi^ foroo^I 
in 93Qug auf feine tSt^mologieen, aU auf feine Ausgabe bes Dtfrib 
ju oie[ emaitete. SMe Kufgabe Wax gu neu unb bie Jtcnntnif bet 
alten iSprai^ noi^ Diel gu ungenßgenb, als bog etnas Knbered als 
ein nur mangel^oftet Xcjrt gu Staube lommen tonnte. (Suen ni<^t 
geringen ^X/tü beS SeibienfteS, bag bie Ausgabe boc^ mtnigflcn^ 
fo würbe, iDte fie ift, ^t o^ne 3ueife( $inninius ®affat; in Vn' 
fpru(^ JU nehmen. 33ie „iSrtterunfl bet alten Üeutfi^eu mortcn", 
bie bem Öiebii^t oorouSgeff^idt mirb unb bie uon @affar ^enü^rt, 
beroeift trofe aüet aJerftüge, baf et fw^ in baS Scjitalift^ bet 
®fxaa)t ^ueinguteben fud^te. Sitien roefeittlic^en goitfii^titt in ber 
l^eurt^Uung beS @anjen geigen 6kiffar unb glaciuä batin, bag fie, 
auf ben Angaben beS Ütrit^tuS fugenb, Otfrtb von SBeigenburg 
als ben ^ßerfaffet erlennen. Unb unter aOen Umftänben ^tte nun 
ben {Ktausgebem für i^rt KuSgabe ^nt gu niiffen, ba {tt übet 
anber^b ^o^c^unbctte, bis gum Qa^r 1726, bie etngtge blieb. ') 

I) iSiii iMiitnS eiiig(^<ii (Ulf bi(f< Editio princeps bcfl Olfiib iitib bie 
boton fl<4 ^ln)lfc^btn gtogm gePatttC ^itr btx Slaum ni<^l. ^i^ Mmitife auf 
ÄtBt'a eiiiltituiig JU |eintt SuSgabt M Olftib (ß. I, .»cgtnebura 1856), 
uiA über %\aciuS übtT^^aupt auf: Siliitlin ^ng», IHaU^iaSSIfKiiiA^n^ncu* 
unb leint 3eil. erianflni I. 1859; IL 1861. 



ciilizedl!, Google 



Cit flni&iictc btt beut|i^cit WUil^uintfgTfi^unii im SitfoimaiioiiijiilallCT. 37 

Sic JlifiSi|t kn >nflrii))titti 3|itid)faird)Mi9 aa* ti( firnaRifdit 
|ll)il>l>gic. 

3)te gennamfi^e $^tIo(o9te ^t in i^rtt gaiijen (EntouKung 
in mger %Be<^fe[(wjie^ung gut oeiglei^enben ®)n;a(^foTfi^ung ge> 
(tonten. Str tiKTben bieS Sct^Itnig tn feiner tiefftm 93ebeutung 
fmnm lernen, roenn mir ben grotorttgen ÄuR^wung ju f^Ubem 
^6en, ben bie germamfi^ iß^ilologie in neuerer Qät genommen 
ifia. 'ibtt fi^on in i^ten Slnffingen toai^ea iäit £B}iffenf(^ften 
gemeinfam cmt>or. Senn eS aai) nic^t an einzelnen Dorang^n' 
ben SSerfut^ fe^U, \o loor bo(^ ber eigentliche ®rünber ber neue« 
ren Stnguiftif Sontab ®t%nt.x, jener lei^ begabte ®ele^rte, ben 
bie »erfi^iebenften ®e6iete ber SBiffenft^ft als ©a^nbrettier Der- 
t^n. Sonrab @e|ner, ober, wie er fn^ in feinen tateini}(^en 
SBcrfen ft^eibt, Gesnerus mürbe geboren iu'3ütt(6 ben 26. WSrj 
1516. @etn SSatti, ein unbemittelter SQrft^ner, Dermix^te bie ja^I* 
lei^ gamilie lainn ju ernähren. ®o ^atte ber jungt Gegner eine 
f^ ^e i^ugenb ju bur^leben. %ber ts niurbe i^m ein guter 
Hafftf^ ©{^ulunterrii^t ju ÜT^eil, unb auc^ jur ^obai^tung ber 
Statur legte ber SufeiU^olt beS Snaben bei feinem @rogo^eim, bem 
eoplan 3ftitf, ber ein greunb ber ^flanjenlunbe war, ben erften 
(Srunb. Als fein aßoter in bem ÜEreffen am Suflwb^ge im ijjo^r 
1531 gefallen mxx, mürbe @e§nex auf iJEmpfe^tnng bed Sl^coniuiS 
gotnulus bei f&apito in ©tragburgr »"> er fi(^ befonbers im ^e« 
bräif^ tieiDoUIommnete. ISntfc^benb aber rourbe für feine Snt- 
witftimg, baf i^m ein QüüHjtx ©tipenbium bie JKöglt^feit oer- 
fc^ffte, feine ©tubien im Öa^r 1533 in SourgeS, 1534 in ^ari« 
fortjufeSen. 3n ben reiben ©ibliot^efcn Don ?ari3 legte er ben 
®nmb JU ber umfaffenben Renntntfe ber alten unb neuen gttcratur, 
bie tl^m bann bei allen feinen Unternehmungen ju Statten fam. 
^ ^^ 1535 übernahm er eine ®<6ulftelle in feiner SSaterftabt 
3üri4, bie i^n nötigte, fQr fe^r geringe 93efoIbung bie Iflemente 
be« 8atcinif(^ unb ©ried^ifi^en jU le^. 3»i bemfelben Qa^r 
^rat^ er ein anned anäb<j§en- ^lic^tdbeftomentger trieb i^n feine 
miennübttf^ SSJigbegier im folgenben ^a^r nat^ ^ftl ju ge^n, 



i.,C-.ooglc 



88 3<»''<^ lta\iM. 

um bort SRebtctn )u ftubietm. jtlafftfc^ unb naturtciffenft^afCtiiJ^ 
©tubien fliengnt aui) 1)\n bei ilmi $anb in 0aiib. 3" ©elttem* 
6et 1537 erließ rt ble ^tofeffut ber griec^if^en ©pta(^ an b« 
neu ntU^teten Sfabcmte ju Saufanne. Sam @tunben tägfii^ et' 
nixte er griet^ifil^ j^f(ilet, f&: i^n eine letzte Aufgabe, fo bag 
et Seit genug Behielt fßt (eine Ktetotlf^en ?Itbeifen unb feine 
Steigung jui S9otanit ^a<^ einem brettä^ttgen Mufent^U in 
i?aufanne et^elt ex bur^ Sßetmittlung feinet greunbe in QMÜt ein 
©rilmtbium gut ^cttfe^g feinet mebicinif<^cn Stubien. l£i gieng 
nac^ MontptÜitx unb beteic^ette boit feine anatomifi^en unb bota« 
nif^ Aenntniffe. ^Jlai^bem et tm ^a^x 1541 ju SSafel iDoctot 
bet 3nebtcin genorben mar, fe^ et in feine ^terftabt ^üm!^ 
jutflrf, wo et bann 6alb eine ^tofeffut bet ¥59fi' mib Sioturge« 
fc^^e et^ielt ©eine Sage blieb afiet fottwfi^enb eine äufeetft bfitf« 
tige. 3>cnn au^ feine Smenming jum erften ©tabtatjte braii^te i^m 
nur gwaujig @ulben Sulage- (£rft na^ langid^tigcm äSatten unb 
roiebet^otten Stttfc^ffen erhielt er auf SBetriet feines tJreuubtS, bes 
3:(|eoIogen SuUinger im ^a^r 1558 ein auftänblgeS 3[u«fDmmen. 
Xber feine @efunb^it loat but<^ bie lange btütfcnbe T)fiTfttgIeit bei 
rtefeumSgigen' Stbriten gebroi^en. T>v^ UKber burc^ bie ®iä)U 
f^merjcn, gegen nielt^ bie »atmen SMbet in SBaben im «argou 
nur Dorüberge^enb Sinbenmg gerafi^tten, no^ buni^ bie übna^me 
feinet ftOrtKrTrAfte lieg fi^ Segnet an ber unermQbli^n $ort< 
fe^g fnner miffenfc^aftru^ Rtbetten :^nbetn. S9ei ber oet« 
^enben ^t, bie im ^a^t 1564 unb 65 3fiti4 ^imfu^te, &ot 
et mit gtöfetet Aufopferung, roo er es oermo^te, äratli^e ©fltfe; 
a^ nai^bem er fo SRani^m has Seben gerettet, routbe et fel^ft am 
18. 'Cecem6et 1565 von bei fo^retflic^en jhranf^eit hingerafft 

Die »iffenfc^aftlit^e 2:i(iättg!eit Sontob ©egnet'« ift nw^t&aft 
®taunen enegenh. SSurd^ fein große« SBetl über bie I&iete roitb 
et bet Segrünber bet neueten Zoologie, burij^ feine botanift^en 
^tfil^ungen ein 3Ritbegtflnbet ber neueren 99otaniI; unb berfelbe 
Mann verfagt ein gelehrtes gric^tf$'Iateinif<$e3 SQJÖrteribut^, gibt 
ben ©tobaeue in fe^t Derbeffettem ^ejrt unb mit ^em (Sommentat 
^erauä, ber »on feinet umfaffenben Äcnutnif bet ®rie^ jeugt, 



,C^ooglc 



tit Snflngc bn bnitfc^cn aitM^um^farft^ung im gtcfonnaliDtitjtitaltn. 39 

f4Täfit au|eibem auf alle ben genannten (Gebieten unb auf bem 
btl 9Iet>ictn eine Unjal^I tü^tigct ®c^rlften unb wirb buttb feine 
im 3. 1545 erfc^enene BiblioUieca amTersallB bei ®TÜnbn bet 
nnterm Siteratumiffenft^ft 

SUIS biefein äufammenwirlen bet Berfd^ebenften wiffenfi^ft' 
ti^ Si^tigleiten entf^ixang au4 bie 91ic^tuna in Qiegnei'S @tn> 
bioi, mit bev wir e9 '^iet }u t^un §aben. Senn mir fein grogeS 
I^ennerl hii^ftlättem, feöen tttr feine fptai^ergleic^ben Se« 
ftithntgen gleidbfain vot unfetn Rügen entftel^n. fSx beginnt bie 
Sefc^ielbung jebeiS'3:^ete« mit bei aufjfi^Iung bet 9!amen, bie 
CS in ben vetf^iebenen i^ itgenb eneii^baTen ©inrai^ ^ot, 
onb fi^iefit fie mit et^moTogif^en , Itterarifc^en unb culturgefd^i^ 
Gfet 99emeifungen ü&ei bie Sanierungen beS gefi^lbeiten X^iereiB. 
©c^on btefft %nf(^lug ben mannigfa<^en fpta^li(^en ^cic^mmgen 
Ol bie beobac^en ©egenftönbe felbft mußte bem 5Crieb bet SpMil^' 
ixigleif^ung SJa^rung geben- %bet t9 mar noi$ eine anbcre @eite, 
nüift ber vergleic^enben ©inac^forfi^ung ben üBoben bereitete, nfim- 
Sil iaS ®tubium ber S3tbel unb i^re Uebetttagung in bie wrfi^' 
btnften Qpxaiita ber ^oßtx. Serbanb fii^ mit bem etilen bie 
Hoffifc^ ' p^ilologtfd^e @rünblii$feit unb baiS unioerfelle ntnorifc^ 
Sntereffe, bie ©efnet auSjeii^nen, fo »aien bie a3cbingwngen gege« 
ben jnr Uiitfte^ung bet Berglei^nben ©pra(6forf(^ung. 

lAe ©(^rift, in »etiler ®eßnet feine linguiftif^ i^otf^ungen 
mtberlegte, ffi^rt ben Xitcl: Mithridates. Do differentiie lin- 
gnanun tum Teternm tum quae hodie apnd diTersaa natio- 
nes in toto orbe teiranim in obq sunt, Conradi Gesneri Ti- 
gmini obseiratioDes. Anno MDLY. Tignri excudebat Fro- 
KhoTeras. ^a ber ÜSibmung bes Sßuäiti an ben SngUnbet 
3o^mnefl Salaeu« fagt ©egner: ,68 gibt in bet ÜC^at eine 
g»fe SRonnisfaltigleit bet ®t>Ta<^en unb SRunbarten, Iburt^ tvelc^ 
bie 3Renf4en bie ®ebanfen beS @eiftei3 unter einanber auSfpre^ 
nnb fii^ barübet oerftfinbigen. I£s fc^eint aber nii^t forno^I eine 
QaSjt ber Steugietbe, als bet H)iffenf#afai{^en ©ifbung jn fein, 
bfl6 toir einfe^, meldte ©proben me^t ober «jentger unter ein- 
onber öetroanbt, weli^e gänjliil^ »erfc^ieben finb. ©enn ba allein 



i.,C-.ooglc 



40 3iot'>^ ttOfM 

in SOtenfi^ unter ben Spieren fowo^l mit Sßemunft, al$ mit 
©tirnc^c begabt ift, fo ge^öit eS nac^ meiner Uebcrjeugung )u bm 
©tubien einrä gebilbetcn unb pfiilofop^ifc^en GSciftcä, bie SBerf(&ic* 
beutelten ber Siebe unb ber @))7ai^n ju lennen. ^ Decöffentc 
lit^e beä^alb baä, tuas t^ auf biefem @ebiet, rote es eben ge^n 
ttoUte, beobat^tet Ifabe, nii^t al3 ettiras äSollenbeteiS unb na(^ ©e' 
bfl^t ümsgeotbetteteä, fonbern fo uiel ü^ eben gegenwättis ju Ici» 
fttn Detmu^te, nut mie ein STIet^ei^en, rooburc^ angeregt unb 
vteUeid^t aiu^ gefürbcrt Slnbere nai$ mir Slltcä teigiger unb DoQ- 
tommenet be^nbetn mögen." Qn ber Hb^nnblung fetbft gibt 
eSefiner erft feine allgemeinen ©emerfungeii über bie a3erf(^teben- 
^citen ber ©proben. <£r Inöpft bara» an, roie feine Qät mit betn 
iStubium ber brci @;)rai$cn: beS @rie^tfi^en, beiS Sateinift^en unb 
beS ^bräif^en, bad Soanjiclium ^abe enDa<^en fe^en, unb wie ba^ 
(Evangelium burt^ 93iii$er unb ^rebigt aui^ unter bie übrigen Sö(« 
ler »erbreitet werbe. Darauf ftellt er bie iRa^riii^ten ber Alten 
über bie Qafil unb SJerfc^icben^eit ber ©prad^en jufammen. 3>ie 
^bräiff^e ©prai^ ift nai^ feiner eigenen Änfi^t bie erfte unb älteftc 
oon otten unb bie einjige reine unb unoermif^tc. SRai^ einigelt jum 
2;^eiltrcffenben,juml^eitnatürti[^nti(^fe^r uuDoHfommenenSBemet« 
hingen über bie ÜJHfi^ung ber ©proben, ben Urfprung ber aSÖrter u. 
f. ». ge^t er bann p einer alp^abetifc^en Stuftä&lung ber ©prägen 
über, inbem er unter [eber baä einträgt, was i^m barüßer betannt 
geujorben. SKan finbet ^ier nit^t Senigeä, was man in einem 
Serif aus ber iWitte beä 16. Qa^r^unbertS faura ernjaitet, unb 
freut fii$ bei raftipfen, überallhin gerii^leten SSeobat^tung beS im* 
ermübU^en ©ele^rten., «nbererfeitä geben und bie Auflisten beä 
grüfeten Einguiften feiner geit einen ajlaßftab bafür an bte §anb, 
mclt^e großartigen gortfi^rilte bie ©prac^forfe^ung in ben fotgen» 
ben btei :^^r^unberten gemacht ^at. ^c^ rciU in biefet iBejie^ung 
ju bem, toaß oben über bie ^ebräifi^e ©prai^e au^gge^oben worben 
ift, nur nof^ baä <£ine ^injufügen, bag ®e|ncr bie ©ptad^en fo 
eint^eilt, baß auf ber einen ©eite bas &xkiiji\ä)t unb Sateiuifd^, 
auf ber anberen bie 6arbarif(^en ©prägen flehen. 35o(^ wtU et 
mii baS |)ebcäif^ »on ben barbanf<$ett ©pra<^n ausnehmen, 



:.L|,-.,zeül:,Ckn-)g[c 



tit XDlingc bn btuif^en !Illni^uiR«fat|(^u)tQ im Sttfcnnatioiifjtiialttr. 41 

iKtl ba«feI6e emeifeifcS btc äftefte unb icie Me SRuttec bei anbexett, 
oabrerfriö bte ^etltfle unb göttltt^e ©V^fQ^e fei »)■ ®ie fi&ttgra 
Splint abtx f^etbct ei n?iebtt in folt^ bie gaitj unb ^at baxbO' 
liji^ fii^, bod ^i|t, mit ber grin^if<^tn unb latetnifil^en gai nii^tfl 
^dn ^bei), nne unftre beutf^e; unb in fe^In^afte (soloeoae), 
mit btm Satetn gegenfiöer ba« ^llatiemfe^e , ©iwnif^e unb Stons 
jpfif(^t^). a5o(§ entfle^cn i^m anbcrerfrits btc Dielfac^ ©ctü^« 
nmjnt btr beutf^n unb bec griet^ifc^en @)mi4£ täift, unb mit 
Sfnifung ouf Dolbetg^), Äoentin*), änbreas ait^amer*) unb 
Sii|iäiimnb @eleniu$ ^) weift ei auf bte Dielen bem ®rie(^f^ 
unb l^uift^en gemcitifamen Xßörtei ^n '^. 

Sias unä ^ier Doi oQem angebt, finb 4^gneT'8 ünftc^ten fibei 
bifgetmanifi^en ©ptoi^en. ffir ^Qt fie in mehreren befonberfl 
titigt^ben Sbfi^nttten feines ^t^ribateä niebergefegt unb bann 
ipäter^n n«^ ergÄnjt in bet ©oncbe, bte er ju ^o\m SWaoIet'S 
im ^iv 1561 erft^ienenen Diotionarium Geniianicolatinnm 
iiftrirf». SJa ©eßner in bebeutenbem Umfang fonnte, waä feine 
Sorgfinger fiber ben @egenftanb gefc^rieben Ratten, aväi feUft mit 
Vorliebe gerabe bie getmanifdfen ©ftai^en be^nbelte, fo bietet et 
anl ein ©ilb oon beut 3«ftanb bei bamaligen Äenntniffe : einet« 
jnl§, toie weit fte bereits gelangt, unb anbterfeits, roie weit fie 
tux^ gnrüct maten. Suiten mir nac^ Reiben Seiten eine ri(^ttge 
Soiftettung ju gewinnen. Sior aßem berührt un« roo^t^enb bet 



1) Uithridates 61. 3. — 2) Pandectarnm sire partitiontnu anU 
Temlimn Cooradi Qesneri — libri XXI, Tiguri 1548, ffli. U. — 
3) \itba 3»^iuitd $al6«Q'ä 3u[amm(nf)cDiiiig gcJtdiifi^et unb btul[<^cr 
eEiltt|,3:ril^tmiu8' Polygraph. 1518, 1. VI, »1.4, — 4) f. o. ©.22. — 
i) Andreas Älthuner, Scholta jiit Gennania bc4 Xacituä &ct Scbard I 
Vli'4) p. 64 Bq. — 6) SJQiemuiib @l(lcniu3 in |(iiiem Lexicon ajm- 
pbouam qao qnatnoi' linguarum Europae familiarinm, Oraecae toili- 
<:et, Latiaaa, Germanicoe ac Sclauinicae concordia consanantiaque 
indicatar, Baaileae 1537, ^tUl »ielc SEQBtI» jcntr @);»(^tii iufantmen, 
Mf-aa na^ [t^tinbartm @Itic^F[ani], mib D^iit jnji((^En UiucTnonbUm uiib 
Pwlt^tm JU unlttji^tifrtii. — 7) Mithridates 3Jl, 34 b. 



L.,i,.,.:.l:,G00Qlc 



42 ^6it» SttfM. 

mxmt iStfer, mit brat Gegner feinen @caenftanb be^nbeU >). üt 
ffimt fo jtemtiift bie auäfireitung bcr bamaügen getmaniftl^n 
©ptat^en. au§et bem iDcutfi^ tn feinen Betf(^ebenen SRunb' 
atten gitt et oom glonbrift^en unb gfrieTift^en Sefd^nb *)■ ®^ 
loei§, bofe bie flanbinoDifi^en ©prägen bem ©eutfil^oi nal^ oet- 
toanbt ftnb; unter bem Hrtifel De lin^na Oermanica t^It et im 
äßitl^rtbateS auc^ in iiS(dnbif(^ ©prai^ bas Sateninfet mit ^). 
:^ bec aSorcebe gum 3ßaa(er fügt ec es bomt au(^ in ft^ebifd^ 
©Dtai^e ^nju, unb bemerft babei, bae i^Sltinbifc^e, ^orwegift^e, 
@ot^f(^e, ®<^ebtfc^ unb ^nifd^ feien unter ft(^ ä^i^ unb 
ftänben bem ©ät^fifc^en nii^t aQjufem *). 'Sias Snglifc^ lennt er 
aU eine SOlifc^fprac^e, aber mit iveit übenniegenbet germonifc^ 
®TunbIage. fSx ^t gehört, bag nvit bor nienig i^a^ten nxit b»' 
niger froniöfif^e unb lateinifi^ SEBÖttet int (fotglifc^ gewefcn 
feien, an benen eä je^ fo übertei* fei. SDenn tn bet Untev^l=' 
tung ^af^tm Diele banoi^ unb in i^ten ©Stiften mtfc^ten fie bie« 
felben ein als ©turnen «nb ©«^minle (yeluti flosooloa ao pig- 
menta), fo bag baS ^olt o^ne Uebetfe^g fie nii^ irerfte^ 
föime. txt grügte 2;^etl jebo(^ fei fe^ noii fSi^ft^. iß&ätet 
aber, bie not gRMt ober bret^unbeit i^^ten in Snglonb gef^tieben 
feien, geborten faft ganj ber fät^ftft^ ^pxaSft an ^J. ^nnn^Ib 
bec beutfi^ Spraye ge^t ®e|ner ben einzelnen Snunbatttn nat^ 
fSx tKtgeit^net bie i^m ^elannten Unterfi^icbe sKtfi^n bet fc^met' 
jertf^n unb f(^iDÖb(f(^en äJihmbart, rate fit namentlich in bec 3$ec< 
tcetung beS fi^njctjerifti^n t hmä) ei, beS A buni^ au tmb in fo 
maa^ anberen fünften ftt^ aetgen *). «uä Fabian gcantf ^) 
t^eUt ec eine 9tet^e Don Sigent^ämlii^feiten anbcrec beutfi^ ä)hmb' 
orten mit*). Untec ben beutf^n aBunbarten, fagt er, weinen 
<£inige, fei bie, beten fi(^ bie Oberbeutfc^ (euperiores Germani) 



1) @cgntT'e Son. )u SRaaltr'« Dictionariam. EQgL u. bat 5. StOfiUX 
m\att eiu^«. — 2) Hithridat«« 61. 39. — 3) Hithridatea m. 40. — 
4) — „BÜnflea inter se sunt aque Saxonica non alienoe." Praef. 
)uin Waaln «I. 4 tu. — 5) Mithridates QL 8 m. — 6) Hithrid. 
W- 38. — 7) ©. u. - 8) Mitbrid. «I. 40 fg. 



LSi,-.,.:ül:, Google 



tu SnFSngt tn btut|d^cn ailtrt^umefotf4ung im ERtfixmatioiiejtitalttr. 43 

Sfbimni, bie tefte imb »otjflglt^pe unb am Wniigften tterbotbeit 
aßaiu^ ert^eifen i»t Seivjig« ©egenb (idö an^ fiirt^ei feine 830* 
im gef^e&ni ^6e) bte elfte ©teile in S^ug auf grin^lt b« 
^aift; Sttibere ^Iten vtelme^r bie ^pxaä)C bei !(ugd6in:ger, 
B«^ Hnbcre bie bet S^aSler in ben tnttften ©tflcfen für richtig ^). 
tit S^ftai^e ber ©(^iwijct, ba8 ift, Wie ®e§ner fagt, bie beä 
obtTcn 2)eutff^t(inb3, fiejei^net er a(3 gleti^fam bie beutfi^e ISt* 
meinf^t^ (commoiiis Oermanica lingna) >). Slud^ Ü6et bte 
tauf^ ajerSfunft gibt Segnet anjie^nbe ©emerfimgen. Siele 
iitiefei flcreimte SJcrfe; ®ebi($te aber, in benen bie OuanritSt 
bft S^Itot &eo^$tet merbe, 91tetnanb. iSr felbft ^be fi(^ einft, 
nxtm oui^ mit toenig @Iüit, in beutf^en ^e;ametem »erfut^i Unb 
bnauf t^(t er einige merFmürbige groben bavon mit ^). @egner 
bef^Snlt fi(^ mbtic^ iri(|t auf bie germanifc^en ©prod^n ber ®^ 
gmiMtt, er lägt fi(^ auc^ auf baS aitbeutfi^e ein. 3ln SStf^ri« 
iiatö t^It er eine att^oc^beutfi^ Uefierfeßuug be« SJüteninfer «nb 
M (itii)fto[if<^en ©^bolums mit unb fügt ^inju, er ^öre, bag 
mii^ ber '^falter in a^nlic^er SSeife flberfe^t im ^Djler beä ^tu 
9« <8aUuä eor^ünbra [ei *) ^ ber aSorrebe gum SWaater füftrt 
n (ine ©tropfe auä Otfrib'S ffiüangeKen6ut^ an '') unb terbinbet 
bomit bie ^nteriung : ,3!or furjem fyit ber berühmte SlugSbur« 
sei Vrjt a^illefl $. ®affentd verf))io(^, er »erbe bie IS»ange(ien 
Wtfe« Dtfrtb, fo wie fie Bon i^m übertragen würben finb, Bon 
feiner §anb forgfältig abgef^eben mir gur Verausgabe fd^itfen." 
Eaa ift bann auc^ gef^eften. Seiner wählte fi^ eine ^ro&c für 
He iioeite «uflgabe feincS SKit^ribateS ou«, bo£^ biefe Ausgabe 
tarn nti^t ju ©taube. (Einen aierleger für ben Otfrib tonnte ®eg» 



1) Praef. )u aWaal« St. 4 m.— 2) Sbenb. IJol ©tfeiitr an 
ticfn SleQt untcc nostra lingua bk ber <5i^n>ciitT mit i^nii i (= ei) 
ntb (= an) DtT{1t^l, (rgibt fii^ au9 bein Mithrid. St. 37 milgtt^cillcn 
SaUnui[tT „in lingna Oenuamca commani, nel Helnetica." — 3) Hi- 
ftrii Bi, 36 OB. ~ 4) eowo^l bitft Koi^cic^t, oW btt Don (Stfenci: 
rtgd^tm alt^D^beutff^ ©tOdt ftotnnttn wa ^oat^im Sobiaiiud. €■ o. 
6. 30. — 5) Praef. ju SIRaalec'« Dictionarinm 81. 6b. 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



44 3>M't(S ira|><itL 

B« bem ®affar nt^t oerf^affm'), unb fo tx\ä)im ber Ctfrib eirft 
f«^$ ^a^ na^ (Sefnerd Siob, buri^ bte gfoieinfameit Semü^ungen 
beS @afTat unb htd ^laciuS ^UvricuS. Sluc^ auf bie @ntnb» 
lagen ju einer beutfi^en Stteraturgef^^ n^ete @e^n fein Sugeit' 
metf. am ©i^fufe ber Sßorrebe jum aWaalei fpri^t er ben JDunfo^ 
auSr baß ein ä^nlii^ ^erf, nie er feKft ed in feiner Bibliotheoa 
nniversalia für bie griec^tfi^e, Iatetntf(^e unb ^bräif(§e Siteratur 
geliefert ^tte, über ha9 2)eut|(^e erfi^eintn mf^te, unb erbietet fi(^, 
beut, ber ein fo[(^ unternehmen nDlIe, feine nic^t geringen 
Sammlungen über bie beutfi^eu Sü(^ bereitnnflig ju flberlaffnt. 

ffiir fe^ aus alle bem, wie ber ffeißige unb uniuerfelte ®<- 
le^e na^ ben Derfc^ebcnffen ©eiten ^in bie, rii^tigen Sege Betritt 
3u fe^ Siefem, mag in ber fpöteien Sntioliflung ber S}iffeitf<^ft 
juc Entfaltung lam, .cibfitfen nie bie fteime f(^on bei Segnet- 
S&otLte man aber auä biefen finbeutungen ben ®^IuS jic^, bag 
öSeßner bereits ben Untberfungen unb Cmerbungen na^ genefen 
fei, bie und bie ©efi^ii^te ber germanift^ ^^ilotogie in ben fol» 
genben brei ^o^i^^unberten Dorfüfiien nirb, fo mürbe man fic^ fe^r 
tfiuf^en. %üS bem ©efii^tspunft, ben mir je^ einnehmen, erf(^ei> 
nen un« vielmehr ©efner'S Seftrebungen, fo e^rennert^ fie für 
t^ 3"* finfef »M als bie erften fi^nwi^n «nfÄnge. ®Iei(^ bie 
genauere SBettac^tung ber eon ©eßntr raitget^eiüen furjen ©l)ra^. 
(jroben jeigt unS, baß er öon bem ©ou unb SBefen ber filteren, 
fo nie ber i^m ferner liegenben gleii^jettigen gennanifi^n ®t)ra> 
ä)m leine S^nung ^atte ^). !CaäfeIbe tritt uns entgegen, loenn 
ntr bie St^mologieen, bie er enttoeber felbft mai^t ober oon Xnberen 
o^ne 3J{igbiUigung entlehnt, in's ^uge faffen. @o meint er j. 93. 
ber @öttemame Alois bei S^adtus (Germ. 43) fei nt(^ts ünberes 
als baS f(^n)Sbif(^c §algen, id est sancti. Denn bie Hfpira* 
tion werbe Don ben Sateinem oft neggelaffcn, unb bie ßonfononten 



1) @. bit KuS)ügc aus ben Epiatol. medicinal. Contadi Oeaneri in 
ÄtUt'« auiflott btfl öifrib I, ©. 100 fg. — 2) Sfll. j. 8- bie 6t«p^t, 
bie CT au» DtfTJb anführt, fo »ic bit ü&ngtn in i^tgn«'* Hithridatea mit: 

gtl^cidtn Spiat^probcii. 



ciilizedüv Google 



Cit Infingt ha btulj^ni lltttl^umtfot^ung im Sttfonnalimi^jtitalltT. ^ 

e nnb g feien mit einanbet tieiroanbt '). ^n Sejug auf bie filteften 
SRmoDtfi^ 3^Ifert)er^ä(tniffe fte^t ©egnn'ä SBiffen, tvie bas fei' 
KT mitforff^enben ^umaniftif^en Bcitd^noffen, ueit übet Sltletn, 
904 man rin S^^t^unbcrt fiü^ei baDon fannte. !Demt Säfot, 
iaäiai, VmmianuS üßatcellinuS u- f. xo. ^) fte^en i^m ju @tiote, 
anb et fußte auf ben Jorf^ungen feiner unintttetbaren a3orfl3nfl«, 
nanmitlii:^ bes tBeatu^ iK^enanuä unb beS ^DcntinuS ^). %bn 
Don einer fritifd^ ®ii$tung ber OueQen, wie fie und let}t jut 
juxiten ^aiat gehört, ift aui^ bei @egner noi) menig bie 91ebe. 
S;it Sübtteien be« untageje^otienen SBerofuS fü^rt er ganj arg» 
I« oIS ^iftorif(^ Oucüe an *). 5Den gunibalb, baS 3)ia(^»erf 
H ICri^omuS, flcQt er neben ©regor Don S^ourä für bie @e> 
fi^ii^tc ber ^anfen^). Xud !(nge^^rte, baS fii^ bun^ fe^t Diele 
a^ijt 3fige eriDeitem liege, mrb ^inreit^en, um fii) Don @et= 
Dtf« nrirtt«^ ©ijfen eine rii^tige Sßorfteßung gu «ai^cn. Qma 
©^ wia iiS) «M^ einen ®egenftanb berühren, ber un« in bie 
nften Anfänge eine« ber roii^tigften St^^igf ber germanifi^en ^^i* 
Iclogie einen vorläufigen SSIid t^un lägt, ^it befonberem @ifer 
atftt (Sefener in fetuem iKitfiribateS ben ©puren ber alten ®ot^en 
no^.- Tit Eigennamen i^ier j^rürften begeugen i^m i^re germani« 
fi^ @prot^ 31«ä i^Iob Qitiiev 6) unb 3[ofafi^t SBarboru« '') 
Mt er ba8 ^oxtleben ber (Sotten am ^c^icarjen Sßecr ju enoetfen. 
So^ aber wei§ er (1555) ni^tä baoon, bag fii^ iRefte jener ural* 
tmSprai^ ^nb((^riftH(^ txfydtea ^abtn. 35o^ roö^renb er im legten 
3a^^b feine« SebenS fflr eine groeite erroeiterte Äuägabe beS 
Wit^iibateä fortfammel^ erhält er Cum 1563J oon Qo^nn ©il= 
^ fflepffenftcin, ber flt^ bamals unweit (Stolberg auffjielt unb 
DOR Storg <Saffanber aus Aüln einige groben ber alten gotl^fi^en 
2pro(^ felbft*). Cr würbe fie ebcnfo, wie ben Otfrib, ben t^m 



1) Hitlmd. ai. 36. - 2) SQßl. Mithrid. BI. 32. — 3) Mithrid. 
8L 25; 32. — 4} Mithrid. BI. 31 m.; 81. 34, tTO. — 5) ©. u. 
>■ ec^nn*« Fandectae (1548) SSI. 135b. — 6> Mithrid. Sl. 27 b. — 
T)Qhait. 61.43. — 8t €. @tgnec'« Sritf mt ®a(|<tT wm 22,avti( 1563 
i> Bpiitolannn medicinalium Conradi Gesneri — libri 111, Tignri 
1SJ7, BC 28. 



i.,C^ooglc 



46 3>otil« Kajfitü. 

fein gde^ttec %ttmi) ©affoc in %ugS(uig mitt^eilte, füi bte smette 
SuSgafee feines Wit^iäxiied benfl^ ^^ 0- ^n ivoot biefe }u 
@tanbe [am, ereilte i^n bei Xob. 

HU intfä)n 3Hd|ti iit Mt gtrsaiir^t )i|Uili|tc. 

^c Stet^tetKTftSnbigen fte^en tit einer }imefai^ SScjie^ung 
jut ©rünbung unb gotttiilbung bei gctmantfi^cn ^^ilologie. (Er^ 
ftenä ^ben fe einen wefentlic^ien 8nt^ an bet geftfefeung bcr 
beutfi^en ®<^nftf)}ta(^e; unb irceitcnä njerben fie bun$ bas @tU' 
biunt bct altbeutfc^en {Re^tS^iueUen aui) auf bie (Srfocfc^ung ber alt< 
beiitfi^en &pxaä)e unb gitetatur geführt. Die elftere ©ette weicben 
iuir [päter not^ fcerö^en. Sffio« atet bie jiDcite Betrifft, fo werten wir 
in ber ^folgeseit baS JJelb ber attbcutfi^en ^^ilotügie mit 3JijrUc6e 
Don S^'^P*" angebaut pnben. ^n biefer ^ctiobc ober, im 3^1'° 
altec ber iReformation, begegnen loir nur ben erften fc^iuai^en 9(n< 
fangen biefet SÖeftrebungen. ©ir muffen unS nämli(^ erinnern, 
bog »ti e« ^ter nii^t mit ber ffle^tägcle^rfamreit alä \oli)tt ju 
t^un ^ben, fonbem nur mit ber @rforf(^ung ber altbeutfc^en 
©ptac^e unb Literatur, tnfofern biefelbe Bon ©cite ber iRet^tSge« 
Ic^rfanrteit geförbert rourbe. ^ier finb e« Boraügfit^ jiuei ®ebictc, 
weldie bie SMtägele^rfamfeit mit ber ©pra%rf(^mig in SJerfein' 
bung fe^en, nSrali^ erftcnS bie altm germanifc^en SSoItärei^te, bie 
fogenannten leges barbarorum, unb jtveitend bie UtäjtSbüdjtx auS 
ben \p&ttxtn ;^^rf)unberten bei üD^ittelalterS. ÜEQal nun gucrft biefe 
legieren betrifft fo werben fie im Sauf beä 15. unb l(i. ^a^r^unbcrts 
in ja^Ireic^ Ausgaben buri^ ben 5Drutf oeröffentlii^t. aber biefe 
iBerüffentlt^ungen ^aben bamatö noi^ mit ber beutfc^en ^^ilologie 
wenig ju t^un. ®ie ^ben nit^t ben Qml, bie alten Mei^tsbüt^er 
atfl Iwnlmäler einer wrgangenen geit ju erforfien, fonbem fie 
foQen bem )}raftif<^en ääebSrfnig bleuen, infofcm jene dicc^tsbüc^tr 
not^ ate lebenbc« SRet^t galten '). So wi^tig bes^Ib biefe ffie- 



1) Sbenb. — 2) Des SacbflenspiegeU erster Theil, her. ^ 
meyer (3) 18Ö1, S. 73. 



ciilizedüv Google 



tk laRbflt bcT btutft^cn 3lltcrt^um<[0Tf(^un{| im KtfoTmalionSjcUalttr. 4T 

ßlrtnngm für bte beutfi^e Slei^tSgef^i^te füib, fo ftxn liegen fie 
bn beutf^ Sß^ilologie. «nber« Detroit iS \i^ mit ben oUgeir 
nanif^oi HoüHt^tm. Qu biefen ffl^n ein qt\<^\i^äiii nHffen« 
V^a^tiid)ts ©teeren, unb es tfl aUet (S^ien uett^, bag tro^ bec 
nbntDJUtigentMn ^enfc^ft, bte bonoE^ bas tömtf(^t Ste^t i)^ bte 
inrifiifi^ R5pU ausübte, boci) etnjeltte @ete^rte ft(^ au^ jenen 
Sttfin befi alten beutfc^en Steckte junanbten. ©o ^''^'"'"^^ 
Sif^aib, ge&cten 1499 gu SStf^ofS^eUn an bei jloubeT, 1525 
^refeffot bet W^iril in SBdfel, 1530 in gietburg ©c^fller be« 
lUiii^ 3afmd hn lämtf^en Wec^, 1585 bis ju [einem Sjibe 1552 
^rofeflot be« Sobej in Tübingen ')■ 3fin ^a^r 1530 »eröffent* 
^tt ^Ädfwä) iu S3a[el jum erften Mal bie Leges Kihuariomm, 
Bijurariornia unb Alamannomro. i^^m folgte ^''^anneS 
Cieiotb. (SVeboren ju $6(^ftäbt an bei Sonau 1511, ftubiette ei 
iu 8o(el I^elugie unb ©ef^i^te, erlieft eine ganbpfarrei im ©a« 
iefer ®e6H jofl "ber 1546 nnebei: nad^ Safel, um M ganj tite« 
lorifi^ arteitot ju loibmen. (&c lebte not^ im 3!. 1566 ^). ^m 
30^1557 gab ei }ui6a[el eine ©ommlung bei gennantfi$enS!ottd' 
R^te i)txmS, bie auger ben Don ©it^b cetöffentlit^ten aväj no(^ bie 
meiflni fibrigen in latetnif^er ©proi^e aufgejeit^neten enthielt !Dtefe 
Ausgaben ber BoHsiec^te nsaren no(^ fe^j unBotllommen *), unb 
a^ bet Serfuc^, bte in t^nen enthaltenen aui^ \pxa^liii gennant> 
[ifen (demente ju erläutern 0, Mutbe bann (pittet bet 31nlag ju 
tl^tnunif^en ©ptad^ftubien. Slber boi^ toat tS tion nti^t getin- 
gti Sti^Ieit, bog oottäufig nur irgenb ein left biefet unfi^äl}' 



1) Hei cbior Adam., Vitae Oermanoram jaTeconBUltornm (3) 1706, 
P«. etintmg, UIri<^ äafui«, 1857, S. 286. 0. Stobbe, Geaohiohte 
der dentwhen BecMaquellen I, 1ä60, S. 8. II, 1864, S. 42. — 
^ Btjle, Dictionnaire hiit. et critique s. a. <S\i)a in Sift^'ä unb 
«nikr'B vagm Sna^nof., ^Ut StOion, X^l.6 (1829) €.404—406.— 
^1 ^ 3o^aiint< Mnltl'i Sinltiluns jui Lex Alamannomm in ftiiitr 
»t<ga6t btr((I6en Sri Perta, Monam., Legea, Tom. III, p, 28, 1. 29, 5. 
*) Sic Hn ^Tolb Oofpioi^m erlGultnuiscn finb nii^t trfc^itnnt (Merkel 
L L p. 29, 2.) 



ciilizedüv Google 



48 3<i>ti<t< Sta'fM. 

iaxm SRefte bcs aftgermanifc^n SetenS ben gorfi^ern in bte $anb 
flegeften njor. SBenn wtr i^o^niieS ^olb ni^t feine« ©tanbeä, 
fonbem nur bcr eben befproc^enen Arbeit wegen in btefem Stbft^nitt 
ermähnen, fo tonnen mir fc^Iie^Ucfi no^ eines ^uriftfi "O" Smif 
gebenTen, bet uns geigt, meieren 'Anßfäl bie iHec^tSgele^rten au<$ 
fd^on in unfeter ^eriobc an bet ©rforft^ung ber 9ennQnif(^en 
©prallten nahmen. Solfgang junger, geb. ju SafTerbuig 
um 1511, ^tofefTor beS römifc^en fflct^tä an ber UniMrfttöt 3ngoI- 
ftabt, geft. 1555 ju »ugSburg als Sanjlcr beS i8if(^üf3 oon gm* 
fug ')/ Wrieb gegen ben Si^anäofen 33oDißuS eine LingTiae Ger- 
manicae vindicatio, roonn ei einen Üt^eil bet ftanjorifi^en SBdt' 
ter aus bem 33eutfi^en abjuteiten fui^te. herausgegeben mutbe 
bieS »ui^ erft im i^a^t 1586 ju ©ttaßburg buri^ ben @o^n beS 
ajetfaffets. 



pxlttti ^«pttct 

3)u X^ititUit ouf bem Sebicte bet oMenn BtrnaDif^cD ®)it>4en 
Wn HnSsBitg btS 16ten 3i|r^nn)iertS lis jum 3. 1665. 

©(^on bei ben erften Änfänc;en bei germanif(^en ^^ilologtc 
^aben nnr neben ben ^umoniften unb I^eorogen bie fünften be- 
%i(igt gefe^cn. IDiefet 9Int^eil bet gfuriften an bet götbetung ber 
altgemianifi^en ©tubien mä(^ft in bet näi^ftfotgenben Qe\t in foti^em 
3Kü6, baS DotjUgSroeife Oui^ifte« oU ajerttetet biefet ©tubicn iü 
nennen fmb : iSWännet, njie gticbric^ ßinbcnbtog, SDiarquatb gre^r 
unb äneli^iot ©olbaft; unb avä} ber bebcutenbfte bcutfii^e ®tam< 
matifet bes 17ten ^a^r^unbctts, 3«f*"3 ©c^ottelius, mar feinem 
SebenSberuf mü) ^urift. (£« tft biefetbe 3eit, in icctc^r ba8 ©tu= 



1) Jo. Nep. Hederer, Annales IngolBtadieuBifi academiae-, P. I, 
iDgoUtftdii 1782, p. 175. 208. 211. 



ciilizedüv Google 



Sic Sit. genii. €)M:a(^cn uont «uag. bU 16. 3^«. bi« 1665. 4g 

biion txi beutf^en "Stt^ti in 9}ciMnbung mit bem bet bfutfc^n 
@tf(^i(^e unb bcs beutft^en SUteTt^umS buT^ ^ertnann Sonring 
(jc6. 1606 ^ Slotbcn in Oflfrieölanb, 1632 '^lüfeffor an bei 
Umonfitfit ^clmftäbt, geftoiben 1681) einen fo ^beutenben 3(uf< 
f^miing ndffm '). 

I^ciebii^ Ütnbenbtog ttWTbe tut ^. 1573 ju ^am^urg 
gduiien. ©ein Sßater l£Tl}oIb Sinbenbiog lette bott als fatferlid^et 
Kmoc unb fyit [xii buT# ntannigfa(^e ©c^riften über bic aütte 
iai^ift @e((^^te, befoiibcr» aber bwti^ feine äuSgote bc3 »bam 
tiira $Ttmen Mannt gemai^t. £iet ®o^n {Kjog um baS 3. 1594 
bie Unioerfität Seiben unb roibmete [vä) bott neben bei Wec^tsmtffen- 
f^oft t'^Ui'Iosif^En unb ^iftorif^en ©tubien. Untei feinen it^' 
loa nxiben au^ Sonaoentura SBuIconiuS unb ^aulus Sneruta 
genannt, bie roii alä bie SRitgrünbcr bei gemanifi^en ^^itologte 
ia ben Siiebeilanben meiben fennen leinen. £1 bun^icifte ^ieiauf 
taglanb, gronftei^ unb ^llalien mib fehlte bann in feine Sktet- 
ftabt ^ambuig guiüd, n>o ci im 3- ^^^ °^^ "" angcfefienei 
%ti^t^e(e^itei geftoiben ifi. tJriicbnii^ Sinbenbiog oeibonb au(^ 
alä ©(^ftfteßei bie antil öaffift^ «ele^rfomfeit mit ben altget- 
nurniff^ ©tubien. Sc gab ben ©tatiuiä unb ben S^ienj ^erauS 
imb ftanb mit ben AoT9)}^cn bei flaffifc^en f^itologie, mit 3»' 
\tpff ©caligei unb SfaaE EafaubonuS, in tegem ajeife^i. ©eine 
poijüglic^fte !£^ttgleit aUx nienbet er ben Quellen bei filteten 
boitfi^ 0ef<^(^te 3U. fSx gibt ben HmmianuS äßaicellinud, ben 
Ooinonbf«, ^ßoul SÖamefiibt unb ÄnbereS ^auä. Sein ^upt* 
iDfrf abei ift bei im 3. 1613 eifi^ienene Codex legum antiqua- 
nim, eine neue Äccenfion bei latcinifd^ gefc^benen geimanif^ 
SoRäiet^te, meldet Sinbenbiog ein ©loffarium jur (Silänteiung bei 
bimffeten SiJrter beifflgte. 35iefe «ibeiten füllten i^n immer me^r 
btu ©tubium bei älteren gcimanifi^en @t)ia(^en ju, unb im 



1) fintrins'« Stirn Wx H^nnaimi Conringii epistoloram ajatag- 
luta doo, HebnsUdü 1694. €tm ^au)>ttiitTt de origine jntiB Germa- 
niei oft^int 1643. Utbcc ^pniing'e qxx^tma^itbc Stbtutung Ht1)t 
O.atobbe'sGeBcliichte der deatechen Bechtsqnellen n (1864) S.418fg. 



ciilizedl!, Google 



50 ^ttM stttfixa. 

3f. 1633 fanb i^n ^ugo ©rotüi« mit bet ÄuSarteituitg rineS Sfftlon« 
ber altbeutfi^en Bptaäte bcfc^ftigt *). Sinbenbrog tarn groat mit 
btcfem SBeif nic^t ju Stanbe, a&ec fc^oit bei ^et\n^ bogu Uie& ni^ 
o^ne 'Jiat^wirtung. Unter Sinbenbtog'« ©ammlungen, bte er mit fri- 
ner ü6Tigen93ibItott)er feiner a5aterftabt|wm6utg oermai^f, fonben fi^ 
neben manc^m anbeten auc^ bie alt^äi^beut[t$en @Ioffen, bie bann 
im 3. 1729 i&af)axt mö^taüii^t ^ot *). ®on befonbeter Scbeut* 
ung aber war es, ba^ ginbenbrog tuif feinen miebet^olten Weifen na^ 
ISnglanb mit ben engfifc^en @ele^ten in SSerbinbung tiat, bie fi^ 
bie ©rforf(^una be« Än9elfä{^fifi^ert jur »ufgabe gemad^t ^tten, 
mit ^cinrii^ ©})ctman unb ©tl^Im Samben. Unter Stnbenbrog'« 
na^gelaffenen 'i^al^am fanb man Legum Anglicarum libri IV 
8 Lindenbrogio latme versi '). 

^n 3)eutf(^Ianb nraien vorjöglic^ SRatquacb t^e^er unb WltU 
äfiox ®oIbaft bie ®enoffen t^riebrii^ Sinbenbrog'fi in Srforft^ung 
beS beutf(^cM «ttert^umä. aWarquarb gte^et, bei ©o^n eine« 
angefeuerten Mcc^tägete^rten, rourbe geboren ju augäßutg im 3. 1565. 
er (tubierte jueift in Ältborf, bann in Bonigeö bie iRet^ unb 
ivuibe an legterem die im % 1585 bun^ ben berühmten Suja- 
eins jumLicenciatua juris gemalt- (£l mürbe baiauf fif£Igifi^er 91at^ 
unb 1596 jum Professor Godicis in ^eibelberg befignicrt. ^m 
^. 1598 gab er biefc ©teßung auf, inbem er »om K^utfürften 
5riebri(^ IT. Bon ber ?falj ju roii^tigen biplomotifi^ @ef(^ften 
öenuenbet rourbe. (Er ftarb ju'^cibelbeig im ^. 1614*). J3fte&« 
loarf fid^ mit unennflblic^em @ifer auf bie <Erforf(^ung bed beut' 



1) €. btn Siitf bc0^usD®rolüi4 an 3o^annc< üoTbcnui eom 11. api, 
1633 in Eugonia Qrotti epistol. Amatel. 1683, p. 112. — 2) Com- 
mentarü de rebus Franciae orientaÜB II, 991 ~ 1002. — S) Joano. 
Molleri Cimbria literata, Tom. III, p. 423. ÜRoatT'« aSciT bin i^ aiu^ 
in ben D&igtn Sngabcti über £inbtiibtog'j Ztbta gefolgt, ba fit tinen iWotf 
I5f[igntn Sinbnict matten, al8 bi( jutn i^tl\ obntic^cnbtn btt 1723 ju 
^mbucg tt|i^icncncn ,8cbtn btt Stril^niltn Linde nbrogiomin.' — 
4) Paul. Fraher. Theatcum viiocam eruditione claromm , Noribei^ae 
1688, p. 1002 Bq. 



ciilizedl!, Google 



Ci( fiU. stm. €t>t«(tn »oin Kitfg. M 16. 3^fl. (U 1665. 51 

f^ ffle^tS mit) bet beutfi^ ®efc^(^te tntb nimmt hnx^ feine 
©«Triften QMf fifiben OeWeten eine geai^tete SteDung ein. SMefe 
Si^ttten fü^en i^n auc^ auf i>a& ©tubtum bec otten gemtanifc^en 
S^nra^bentmfileT, unb einige bet mii^ften unter ben Hetneren 
berfelben tetbonfen i^m i^ie ^auSgobe. @o Dnüffentlt^te er im 
3. 1609 juetft eine bet älteften ^m^beutf^en Uebetfetungen be« 
Soteiunfeis unb bes a))oftDri{(^n (SlaubenSbefemitniffe^ au€ bet 
Xbf<^ eines ®t @aaet <£Dbe; 0; t>arauf im ^. 1610 eine an-' 
gelfai^ifc^e Uebetfe^ung it» DelalogS, bed 93atetunfet8 unb beiS 
ofio^lift^en S^mboIumS. ^m 3- ^^^^ ioi> et Wn neuem bie 
eibe bet Aontfle unb bet hülfet gu Strapurg vom 3- ^^ 4"'= 
ous, bie juetft ?• ^it^oeuä in feinet ausgaße bes 9lit^rb (1588) 
»etöifenttt^t ^tte. 3» ben «mneifungen, bie Stehet biefcn tttu 
nrn X)enfmSIetn ^injufßgt, jeigt et fi(^ belannt mit ben bamaU 
fi^on uetöffentfi^ten oltbeutfc^en ©c^tiften, mit Otftib ^), mit 9iot= 
teT'8 $aterunfer unb ofioftoltf^m ©^mbolum, wie eS ©titmpf, 
Segnet unb 3Jabian (6ei @olbaft 1606j miU^ilen ^). St fennt 
nnb fdtbett bie nri(|tigen aSetöffentlit^ungen ©olbaft's, mit bcnen 
Bräc un« im golgenben befi^ftigen »etben, unb öetüÄfii^tigt bo» 
girt^ifc^ Satetunfer bei SöonaDentuta Siulcantu« (1597) unb Sa» 
nua ©tutet (1602) *). (Efeenfo finb t^m bie angelfSf^fif^en lBet= 
öffoidi^ungen bet ffinglänbet nit^t unbefannt "). Aber %tt^a be« 
fi^änft fi(^ ntc^ auf bas (SebtucHe. lEt fennt au^ bie bomals 
HM^ migebtucften ^fatmen 9iotfit'8 ^) unb benutzt Sno'S unb 
Xnbetet alt^oc^beutf^e ©loffen '0- ^e ®t. ©aUet $anbfc^tift 
wn Motfet'« ^falmen befanb [i(^ (1602) eine Seit tang buti 
St^obinget'» KSermittlung ju $eibelbetg ^) , unb gte^et erjä^lt 



1) ^asi)\^^ )u SL eaHm (tl Hflllenhoff nnd Scharet Nr. LTIT. 
2) Ontionii dominicae et aymboli »poBtolici Alamannica veraio vetaB- 
tiHimB. Muq, Freberi notds expoeita 1609 61. 3. 6. — 3) Qbtnb. 
BL 3. — 4) e6cnb. Sl. i. — 5) St ffi^rt Sunbntb'S W^;r'<""'°i"'<' 
(Lond. 1566) an m fein« Su«b- btS agf. Decalogus u. f- w. 1610, 
W. 5. — 6) CBtnb. et. 7. — 7) etenb. »l. 6. — 8) Virorum ClI. 
*i Ooldutiim epiatolae, Francof. 1688, p. 80. 



:.,i,-.,zedi:,GoOQlc 



62 Wittes Ki^iilcl- 

fettft, ba6 « fie ganj kur^jeatbeitet ^6e, roünfc^t atw 311 wie* 
iwt^oüera ©tuiii«m eine Slßf^iift berfeI6eit •). — &te^c würbe 
in b« firaft fein« 3ia^te ^insetafft. (fr truß [\^ mit ein« 
aßenge von planen. (Er bereitete eine neue Ausgabe be^S SBilliram 
unb be$ Otftib vor ^) unb rooQte ein Lexicon ober Etymologi- 
cum ÄJamanmcnm fc^reiben ^), 

©e^ Bcrfi^iAen »on gte^'ä ruhiger unb georbneter Seben«« 
ba^n nwi bic feine« gteunbe« unb ätfieltSgenofTen SÖlrft^tot 
©olboft eSeboren int 3- 1576 <) ju ©ifc^ofeeü unloeit ©t. ®aU 
len von reformierten Altern erhielt aßett^ior ^atmtnöfelb 
(ßotbaft feine Sugenbbilbung tn feiner SBoterftabt. Qum ^ttna» 
fing ^rangereift gieng et perft no^ 3ingotftabt, bann (1595) nai^ 
Kltborf, um fi^ bem Stubtum bes Stei^ts unb bet ^^lologie unb 
(9efc^i<^te JU wibmen. %n grieig unb CHfer lägt er tS ni(^t fe^ 
len, unb balb jte^t fein bebeutenbeS ^Talent bie Slnfmerlfamfeit fei- 
ner Se^c unb ©enoffen auf fic^. t(bec brüdenbc Slrmut^ trerfotgt 
i^n »on Sugenb on, unb eine gemiffe Unru^ feine« .ffiefenS twibt 
t^n bon einer ScbenäKage in bie anbere, o^ne i^n jemals ein 
bauembeö Seben^glüil errei<^en ju laffen. :^m 3. 1598 in feine 
^mat^ jurütfgele^rt fonb er in bem no^I^abenben fftec^tSgele^tten 
Bartholomäus ©i^obinger gu ©t ©allen einen greunb 
unb freigebigen ®Önner. ©eboren ju ®t. ©allen im 3. 15C6 &) 

I) grt^ti'S edtf an (Solbajl Vom 10. Hug. 1605. Sbcnb. €. 131.— 
2) Sic 1681 fn mann« crfi^icnttic Suflgabc bc« ÜSiakam (Ooedeke, 
Gnmdrisz zui Qeach. der dentBchen Dichtung 1. (1859) S. 13) unb 
^t^tt'e Emendationes et annotationes luin Olfrib, SSontiS 1639 (Otfr, 
T. Kelle I. Einl. S. 104) ftnnt iC^ nur aat itiKit» ^anb. 3<^ ^"^^ ^'^t 
efl^" auf t^«" Bnja^I btt bnü^mltflcn bciitf^oi eibliol^tFm ettgcbli^ gti 
fu((t. — 3) Melch. Adam., Vitae QermaDornm Jureconanltornm 
(.3) 1706, p. 221. — 4) Ob» 1578. ®. Henr. ChriBtian. Sencken- 
berg, Melchioris Ooldasti memoria, Francof. 1730 (noi Stii<ttn6(Tg'0 
Huflg. Den Slolba^'e Ber. Alam. acriptorei) p. 2. — 5) @. t^t Sngo&t 
aHarcu« SBtlfa'e in |eincnt iScicf an ®albaf) vom 8. ec))t 1604 in bot 
Viromm Cll. ad OoldaBtum epiatoUe 1688, p. lld. Utbtt Sc^obingtr 
unb feine gamilit Cgi. au<^ $. 3. Sai, Wlgtni. Sd^toti^ifC^t« ficticon, 

3:^1. xvr, 3ari(5 i76o, s. 425 fj. 



ciilizedüv Google 



ZHt m. gtnn. '€)>i:a4cn uotn ^ue^. bt3 16. ^i. iü 1665. 53 

t^eilte ©t^oMnget ©olbaffS ötfei füt bte ffirforf^ung bes beut* 
f^ Kltert^untS, afier fi^on im 3- '^''^ mürbe et t^m bati) ben 
Sob mtrilfen •)■ Bon ©^oiinget unterftfl^t ^ielt fi^ ©olbap 
rint^eU long inSBern, ®enf unb Sciufanne auf, gtetig bann im ®e' 
folge bc!$ ^»1303^ Don 93out(Ion na$ ^ibel&etg unb ^anffurt, iDurbe 
(I60t) $ofmeifter eine« Saion« Don §o^fay gu ^o^enfof unb 
goiftetf, ^Ät fit^ bann wieber a&roei^felnb in 3üri4 ©i((^ofeeß unb 
£t ®aflfn (luf, 6iä ei im 3. 1606 nac^ Dfwwlfhitt fiberfiebelte, 
mo er fti^ buti^ ^ausgeben unb Sorrigieien t>on äjfii^ent n&^e. 
ffiir lönnen ^ct Oolbaft ni^t in aUtn feinen SSerfui^en, eine fefte 
©tfllung ju geioinnen, oerfolgen. ^m ^. 1611 iciirbe er an ben 
Seimai'fi^en ^of berufen, 1615 gteng er als diatl^ bes @rafen 
ton ©(^umfeurg nac^ ^Qdeburg, 1625 lehrte et loiebet nai^ 
giünffurt jurürf. S)a et aber bie UeBerfü^tung feiner ffittliot^d 
von S}fi(febutg naäi iJtanTfutt in ben bamaligen Itiegerifc^en Qiiu 
Uuftm ni^t für [läjtt ^ielt, fo iibetgati er fie bet @tabt 93temen 
jut aiifbenw^tunfl. Sfm 3. 1627 mürbe et jum SRat^ bc8 Äai» 
fetS unb bes S^urfütften wn %'ätx cntamtt. ^uIcQt trat et in 
bie SMoifte beS ßanbgtofen ton §effen = ©armftabt. Sßon feinem 
KHKn ^etm nad^ ®ie6en ierufcn ift et im Knfang be8 ^^xs 
■ 1635 bafettft geftotßen*). SWan muß f'^ baä untu^tge unb met^el« 
tnlle Seben @oIbaft'e gegntmSrtig galten, um feine bebeutenbett 
trijfenft^aftli^en ©etbtenfte ri^Hg ju mürfaigen. ffiä^tenb eines oon 
Ännut^ unb atannigfa^et üDrangfat erfüllten 8e6enS ift et unet> 
mübU^ t^&tig in aSerSffentlii^ung bon iDueUen bet beutfc^en &t' 
l^t^te imb be« beutf(^en Wetzte unb in Äbfaffung juriftif#et unb 
^florifc^r ©d^riften. aSet fteili^ ^at er feinen SRuf als ©amm» 
In unb @etau3geber babur^ it^kit, baß er fii^ ni(^t fc^eut, &C' 
fet* u. f. f. ju erbii^ten unb feine tJälfdiungen unter bie eifttn 
£«nlmale einjufc^uggeb ^). Huf bem ©ebiet bet aUbeutf(^n 



1] Viromm' CIL ad Qoldaetam epiiit. p. 114. — 2) Xiit obigen 
Ingatot äbti @o(baft'd Etbcn finb (ntnonimtn aua Stiicfcn&trg'i Qoldaati 
memoria 1730, ©gl. au^ btn artittl GoldaBt 6(i Bayle. — 3) Sgl. 
(tnnaim gontina'S, Ux foitfl SoIbafi'S a3tTbi«[fl{ iod^I ju nürbigm utig, 
f^tt nrt^tif in feinn €4nfl De otigine jnrig Germanici, 1695, p. 37 sq. 



i.,C-.oog[c 



54 £tü1c< Jlatiitd. 

&iptai^ mä) Sünabic Totnint btefe Mt ©tite ®olbafi'i$ toenign 
. in Setrai!^, unb urir bürfnt ^iec feine SSerbienfte um fo ^5^ oii' 
itflaim. @Dn>aft ^t in mehreren fetner SSeile )u Snoettenm^ 
unferer ftenntnig ixr altbeutf(^ ®))Ta^e unb SUrrotut aefenüti^ 
brigetiogen. ^n ftinen Alamannicamm remm scriptoroB ali- 
qaot Teatnü, Francofiaiti 1606, wtSffentlii^t er jum erflentnal 
bk alt^o^beutfc^ ©loffen btfl ^robonud SRouxuiS de partiboB 
corporis ') unb bie ®(^ft bedfelben de inventione lingnamm >), 
morin fu^ u. 9. ein iRunenalp^bet ^) finbet <Sbea\o ma^t er 
juttt erftenntal affitt^Iungen aus bor bem fteto jugef^nebenen 
oU^o^beutf^en Uebcrft^g ber ^enebtcHnerregel, tnbcm er bie 
Iatcinif(^ SBöiter alfi^fiettf^ orbnet unb iebesmoj bie aiäjoif 
beutfi^ Ue^e^ng ^tnjufügt *)■ :t)ag in eben btefem JBcrl bie 
®(^rtfl beS ^btanu8, wcrin fic^ bie @tüde aas 9totIer ftnben, ab> 
gebrudt ift, Itabm Brie frü^ fi^on citoä^ <^). iS&enfo gibt f^tt 
@on>aft jHKi Evreitö frü^ teröffentlii^te att^p^ibeutfc^e lote^tttft^ 
!DenhnäIer in beffettn leften ^). ©c^on 1601 ^atte er in feinen 
Stnmtrbihgen gunt äJalerionuS ^melenftiS ein netncfl ©tflcC aus bcv 
®t. ©aUer ^bfc^ft von ^^otfei'S ^falmen mitgeteilt ^. 

aber bei uieitem urii^gcr als aQed bied waren @oIbaft'S 
Seidffentli^ungen aus bet mittel^o^beutf^ 8^. S^ie beutfc^ 
S^rif bes 12. unb 13. i^^r^unberts wax am 93eginn ber neueren 
3eit faft ganj Derfi^Oen. ajtan ^atte smat in ben Ucberftefenuf 
gen ber 3ReifterfSnger eine bunlle unb verworrene ftunbe von bem 
iMfein iener fragten S)i(^ter. Sber i^re @ebi^e felbft waren int 



1) Tom. II, p. 89. — 2) iSiaO). p. 91. — 3) (Sinui Ü^ bitftS 
g{untniil))^abtl< ^attc \<S)on Soifgang gajiuS DnBffcnKu^t. S. g. ®. 27. 
Bat. 8B. Srintm, Dtb« b«ulWt Suntit 1821, ©. 79. — 4) Tom. 11, 
p. 64—122. — 5) 6. 0. ©. 29. — 6) Tonj, H, p. 173. 17i. 3u 
bem e^mtolum p. 173 Ugt. Mailenhoff niid Scherer Nr. XCIIL 3« bn 
S(i<^tt p- 174 sgt. bit bnitfc^tn aibfc^iciningdfenncln , ^tr. Don 3Ra^ann, 
1839, S. 42, !Rt. 27. Mailenhoff n. Scherer Nr. LXXII. ~ 7) S. 
Valeriani CimelensiB epiac J)e bono diBciplioae aermo. S. Isidori 
Higp. epiBC. de proelatia fragmeatum. Helior H&menTelto Ool^^tos 
dedit com coUectaneia 1601, p. 82. 



ciilizedüv Google 



£ie Sit atnn. @^a^n Wtn au«a. bti 16. 3^«. m 1665. 55 

16. ^o^unbert HigeTfen. Sie tont He fienntni| auc^ bex ge« 
It^tteflen ^orf^ in bie{et Sejie^ung täi^te, erfe^en unt aus 
einan fficrt, bo« aegen ben ©c^Iuß Jene« ^a^r^imberK gef errieten 
»«bfli ifL Sm 3. 1598 nämlti^ »erfaßte EviiacuS @pan. 
genbetg (geb. ju Siorti^ufen im Q. 1528 *), geft. p ©troSburg 
1604)^ ein S3iic^: «Von ber ebfen unnb (of^bentemüten Sunft 
ber älhiftca unnb beten Snfunfft, Sob, !>!u^ unnb SSirlung, au<^ 
mit bte aWeifterfenger aufff^ommenn Bottf^ommenei: ©trifft" 3) , p 
e^ ba ISbIi(^n unb e^tfamen ®efellfi^aft bet aßrirteifingei in 
bei freien 9%ei(^ftabt Stnigburg- Kuä biefem 8u4, bas ^nb' 
f4nftti(6 Don ben äRetfterfängem ju ©tratburg aufbema^rt unb in 
gtoSen fS^rm geilten rourbe, fe^en mit, baß bie legten Ausläufer 
ber mtttel^^bentfi^en S^rt! : gtiiuenfob *) unb Megenboge '•) , fo 
nrie bet fflennet bc« §ngo Bon ÜErimberg ^), in ber Erinnerung 
lUN^ fortlebten, t^agegen finb bie 3!)ic^tungen bet ^lüt^enjctt fo 
tntbttannt, baß ©pangenberg felbft oon Sattlet Don 'ber ä!oget> 
Deibt nur eine f<^i^ Sunbe aus smeiter ^nii ■ fyit '^). !)DteS 
3)unhl foQte fi(^ nun mit bem ^inn bes 17. ^^r^unbertä lic^ 
tat Die 5ret^erten oon ^o^nfaf , beten ©tammft^Io^ im iR^ein« 
t^I ober^Ib beS S3obenfeed gelegen ift, Otaren im Sefi^ bei tofl> 
boten Siäwr^nbf^rift, bte je^t nac^ mannigfai^en ©c^tcffalen eine bet 
3tö§t<n 3i«ben bet laifetli^en fflibliot^eE in ^atts bilbet. ©ü^tenb 
bed 16. 3<i^uiibett8 finbet fi<i^ nut bei bem fi^uetjetif^n ©cft^it^t^ 
f^ieiberSo^ttntS Stumpf eine lurje (Sriuä^nung bie[ei|)anbf(^nft^). 
Xber ba er leinS i^rer lieber mitt^etlt, gieng feine Xnfü^rung 
ftnn(oS Dorüber. Snbers geftaltete fic^ bie ®a<!^e, aU gegen Snbe 
be« 16. 3abt§unbetts bie §anbf(^tift ben btei ©ele^rten betannt 



I) 3o^> ®ä- Snuffttb, Eietoria Spange üb eigonBis, Outbliiibuif) 1712, 
6. 1 unb 6. 6 , Snm. f. - 2) ebtnb. €. 79. — 8) (CTOuSgegtbcit 
ita^ Xbdbnt «on RiHtx, etuttQait 1861. {}ie gipgtii Initialen n^rcn 
»Mt mn ^t. — 4) <Sitnb. S. 131. — 5) iSBenb. ©. 132. — 6) gfitnb. 
e. 127 fg. — 7) 66tnb. €. 124. — «) €. bie Geschichte der Hane»- 
ÜMhea Handschrift vor (Bodmer'i) Sammliuig von MinneBingero, 1., 
Zjrich 1767, S. XV. 



ciilizedüv Google 



66 ^ntttfl Jta)>iicl. 

vmi», bte bamate aßen anbeten in ber eifrigen Crforfi^ung be« 
beulfi^n aifert^umS sorangiengen, nämfi^ Sw^t: ©(^öKngej 
unb ®oIba[t. (ifM^, ber bie §anbfc^rift auf bem ©Stoffe gforfted 
bei intern SSefi^, bem gret^errn Sodann- ^^ipp oon §i)^fa?, 
gefe^n unb benu^t l^atte *) , betrieb tiai) beffen lob ouf baS eif« 
rigfte bie ©nwAartg berfel&en für bot E^urfürften griebric^ IV. 
öon ber ^falj, ©^obinger fil^eb einen großen ÜT^eil betfelben ab ^, 
unb ©olbaft war ber erfte, ber ©rut^flfitfe aus i^r bunl^ ben 
5Drwrf befannt mai^te. <St t^at bie« jncrft im 3. 1601 in feinen 
SoHectoneen a> bem ©nic^ftüct bc3 QfiboruS §ifpa(enfiä de Prae- 
latiB *). I)rei 5a^ barauf machte ©olbaft roeitcre unb größere 
9Ritt^et[ungen, inbem er in feiner Faraeneticomm Tetenmi pars L, 
iDSolae ad Lacum Äcronium (b. i. Sinbau) 1604 ^tnter einet 
Änja^t lateinif^ ©t^riften ben „Knnig Tyro von Schotten", 
ben Winsbeken unb bie Winsbekin oßbrurfen licl- Allen breien 
fögte er erWutertibe amnetfungcn ^inju mit ja^Iretc^rt Aussagen 
aus ben übrigen 3:^et[en ber großen gieber^anbf^ri^. SSei allem 
Ungefd^icf , baS bem erflen Anlauf not^roenbig anfleben nufte, ftV 
mir ©olbaft in mani^en fingen auf bem rollten Sege. iSr ver* 
migt ft^ nic^t, bie alten Ti^ta buri^ bloßes Statten oerfte^en ju 
ttollen, fonbem er fut^t, bie SSebeutung i^ret ÄuSbrüffe bun^ 
ja^ltei(^ ^raöclftellen ju erflüten *). 3)ieS lomrat bann neten' 



1) gwEitt'* aritf an ©olbafl uom 26. ©eH. 1601, in Viroram ClI. 
ad Goldastnm epistolae 1688, p. 58. — 2) Jn^r'« Sritf an QSolhaft 
uom 23. 3an.'l608, ibtnb. p. 226, unb @alba[l Dor btm 3. X^til bei 
Älam. rer. Bcriptore» 1606, ©1. 6b. — 3) 3n ber tbta ©. 54 angtf. «««g. 
S. 120. 153 (g. — 4) Sgl. j. ». SoIbafl'S ScnKtfunfltn ütw von schul- 
den ©. 355 fg., Uta wiht @. 390, Qb» Bcham €. 445 fg., fibcc Hinae 
@. 454 fg. Um ft^icSi^^tii T'"!) natüdi^ @Dlba|l*« {(^melogifc^t 9}cr|u(^ 
(Sgl. }. 9. 361 kurn. S. 362 Küriaaei). aber bo^ ffiQt it)m au(^ ^in 
glfldlic^ auf, bog bas bculfi^t f bat grit(^t[c^c unb lattintf^t p ueitittt unb 
n lommdlt bofflr (©. 489) tint aJlengt Ocn SBchfltn. gitilit^ ptDt tt bann 
tbtuba btn Utbcrgang btt lat. p in btulfi^eo pf mit bem Don p in f «uf 
eine Sinit, inbtm « jugtci^ aii(^ füt Itfeltrm Utbcrgang tint gro^ Viija^I 
von Stiegen gibl. 



ciilizedl!, Google 



7i( ä[t. gtrm. Spmi^m vsm «iifla. btd 16. 3^«. bie 1G65. 57 

H t*t ©t(^ um fo mel^ s" fl"'< a^* t'^"' 8efer eine SRenäe Bon 
Sfrffn unb aa>M«< ©tropfen au« ben mtttcl^oti&beutfc^n S^rtfern 
Bcrgffü^rt irerten. Eo Hnb """ ^i*i^ ""l* in ^«n Änmeitungen 
pm äialmanuä (Snnelcitfiä neien cielem SInberen jum etftenmal 
¥ftfe un[cre3 größten alten S^rifer«, SEJalt^er'S »on bei Kogel- 
iwibf, buti^ ben Drurf ecröffentlii^t „OptimuB -vitioruiD cenBor 
ac monim castigator acemmus' nennt i^n ®oIbaft*). SßaS 
3)iänner nrie ©olbaft unb gte^er unfern alten ©it^tem jufü^rt, 
ifl freilit^ junS^ft bet (BtbxanHi, hex ftc^ von i^nen machen lägt 
Sia Crlfinterung ber beutfc^en @taat3 < unb Ste^tSgefcfiic^te. ^ie« 
manb, fagt @oIbaft, lann bie ©cüräu^e be3 Se^äwefend ge^üTtg 
triäutem, niemanb bie mittelolterlit^en ®ef(^(^tf(^rci6er, niemanb 
bie öcnennungen bcr 2lentter unb Sorben oerftc^ o^ne jene alt= 
beutff^ Soften- (£l felbft fia^e bie ©itten unb Sinrit^tungen 
ratferct SJorfa^iien ntc^t »erftaitben, 6i3 et i^re eigenen ©Triften 
gtl(|en ^be*). — Sbet ofeiBü^t bies ber ausgangspunft wor, 
fD (inbet fit^ b«^ un^efu^t aud^ bie ^eube an ben !t)i(^tungen 
tribp ein. SESa^^aft naio fpri(^t bteä ber faifertlc^e 9lot^ Qo^ann 
Etn ©^ttenbetg auS, bem ©olbaft ala einem grofen ©Bnner ber 
jef^tli^en @tubten feine beutf^en ^aracnetifer geraibmet ^atte. 
,Jncundam certe fuit, fagt et in einem SÖricf an ©t^obinger, 
antiqnonun Germanorum vo^abola et proverbia legere; nee 
satis mirari poasam, nobiles etiam illo saeenlo taUter, qna- 
liter liteiis inBtructos, et martialia iugenia cantilenia istis 
amatoriifl mansueta reddidlBae" ^. @o l^aben aui^ (Solbaft *) 
imb gw^et ^3 t^re gfieube an jenen yiebetn felbft. S)er gelehrte 
fflotois «Belfer in «ugäburg ergoßt fit^ üor aüem an Äöntg Iij» 
To( unb bem SinSbefen unb iDünft^t bringenb bie ©crauägabe ber 
äansm Steber^anbfc^tiftE), unb Sncbtit^ loubmann, bet raifeige 
Sfrausgebet beS ^lautuä, ift ^geriffen Den ©olbaft'S aßitt^eil» 

1) etnib. ©. 420. — 2) etmb. S. 348. — 3) ©Btnb. ©. 271. — 
i) Pwaeoetici Tet. p. 2(13. 266. 346. — 5) gtt^t an ®olbafl b. 26. 
&tfL 160B in bot Viroium CIL ad Goldastum epist. 1686, p. 58. — 
6) »tlf« an ©Olbop b. 8. eept. 1804. gbenb. ©. 120. — 



LSi,-.,.:.l:, Google 



58 Z!ritM Xo^itd- 

ung«i utib tmpött, bag man btefc @4^ ^ beutf^ct $Dff{e fo 
langt wrnac^ISfitgt ^6e ')- IW ß^urfürft gtirtirit^ IT. »on b« 
¥f<ilj fyiüi ins gtögte Serlongat, btc loft^ate SidKT^onbfd^rift 
felbft ju befilcn. (£r ru^t tn^t, bis er fie enbtüfi (1607) bur^ 
{^r^ unb (Solbaft für feinen ^etbelbeigtr 9ü^etfi^( ttwotbca 
fyit ^. f&t tmtiaat fte bonnn n«^ entmal (1609) Solbafi an, 
um bie von @^obtngei tcgonnene Sttfi^rift ju rtoUtxibm, bnitgt 
abei auf balbige 3ui^9i^ ^)- 

Sßerat unc bie @tubten @oIbaft'd überbtiden, fo et^otten tohc 
eine ^orfteUung Don betn bamaligen Umfang bet altbeittf^en ftennt> 
iriffe. ^uget bem bereits oben bei i^e^ unb bei ^olbaft \tibft 
ßnofi^nten lennt tx bad beutfi^e ^Ibenbui^, (Sifcu SuSfa^rt, ben 
Jörnen ©tegfriäi unb ben C>^i>3 *^ft ^)> ^"oit» ^ StifloIoiS b«3 
Siimt oon ®tat»nbeig ^), bed Stricfer'S ftoil^), bie nrittel^o^ 
beutft^ ^orap^afe be« SOtoi Xeftaments ^), ben Wenner beä 
^90 Don ^iTimberg ^ unb einiges Snbere- :Cagegen Tinb t^ 
bie Slibelungen ^), Solfcam'3 ^^iiM( *<>) unb ^tortnunm'« 
^iDctn") unbdannt, locnigftens bomalJS, oIS er bie foinaietitex 
Vraudgab. ®e^n nnt nun oui^, uiie gerabc ba« Surfte @oIbaft 
noc^ abgieng, unb finb btt-Don i^nt Detöffentfif^lcn Ztftt aw^ 
ni(^tä treniget als trittf^, fo tvat boc^ ein \äfinn Xn^mg gana<^t 
}u nKitcrent tlroitf^ieiten. @i>lbaft ^tte au(^ no^ nwit ge^be 



1) G. XoMbmann'e Pnefatio ju ftintc Sufgok kwn Sirail'« Cnlex, 
Wittebergae 1609. — 2)Tirotuiii Clt. adOoIdutum epiat p.178.177. 
180. 185. 186. 193. 205.:— 3) <£(«>)>■ P- 327. — 4) Paneoet vet p. 346 sq. 
Sgl. lAnoDymiiB in Ecken VBfut< p. 364. — 5) Sbtnb. @. 368. 
378. — 6) ebtnb. 6. 359. — 7) Sbaib. ©. 359. 367. 373. — 8) Vi- 
romm CIL ad Goldtutnni epiat. 1688, p. 249. 294. 298. — 9) figL 
^c aufjfi^Iung in btn Faraenet. p. 846 nq. — 10) 3u X^nl 42 iantOt 
QtVbafi Panenet. p. 384 : >Flenet&ise etc. Ampfaartjs. Fabnla ig- 
nota nobia, qnam qui indic&nerit, ei praemiom indicinae dabitni.a 
,U Bomans de Paiceual« citicrt n p. 378. 400. 414. — 11) 3ut 
2Bin(Srfin 11 [agt Solboft Paiaenet p. 448: >Liuiet Historiam non 
legimnac. S)ann fü^it n stellen out toti^nfct unb Qimt'd SBigalviS Ott, 
in bcntn Sunttt genannt «iib. 



ciilizedüv Google 



Die fit sentt. efiTa^ni oem autg. btS 16. 3^«. 6i< 1665. 59 

fkm. <Sx moütt bie gonje ^beltoget (ie^t^ottfe);) Steber^nb^ 
fi^ WTüfftntlti^tt ') intb gteitg mit einer ^audgaüe Dun 3iot= 
kt'i Vfülmoi um ^). %&er oon atle bem fam nichts ju ®tanbe. 
Sur einige »eitere aßitt^eilungen aus jener betü^mten Siebei^onb' 
It^rift ^t (Sclbaft (1611) noc^ gemat^^). X)ie gennttetfi^vflle 
3eit Doi bem SuSbnu^ beS gtogen iRcIigiondfrieged nor umfaffeu' 
ben ht^^Snblerifc^en Untetne^mungen bet "Hxt nic^t flünftig *^), unb 
olä nun DoBenbS ber Srieg fcI6ft entttonnte, niai; an bie «usffi^. 
img fol^ ^lone nid^t Weifet ju benlcn. Die loft&aten ^äbd' 
ttigei Sut^ftfi^ä^ umrben geiaubt (1623), @oIba^S eigene ^< 
piea loutben jum Zf/til (1625) na(^ Sternen geflfli^tet, unb eift 
nifit als ein ^o^i^^unbert fpfitet lam aUm&^Itd^ ba8 jnt ^fuSfÜ^- 
mg, und fil^ini ®oIbaft unb ^ttiftt im ©tnne ge^&t ^Uen. 
tbtx ifyse Streit teat nti^t oetloren. ^nn nii^t nur iliib fie 
(jnget aE3 ein ^a^i^unbert bie ClueQe, aus bet atle golgenben 
fi^ötiften '^), fonbetn trit ncrben fpätcr feigen, tvte auc^ noi$ im 
18., ja bis in ben SSegtmi bes 19. Qia^r^unbetts hinein bet ajel= 
Im ^ttf^titt bet SBi|fenf(^aft mit i^t ju[ammen:^ngt 0- 

©0 fe^it bet fii&recni^ breißigiä^rige JWeg aßen miffen- 
ii^ßc^ Untemel^mangen in ben Seg trat, fo waten bix^ au^ 
bie ^^te »on 1618 bis jum ©i^Iug unfrer feriobe (1665) fßt 
bit Serme^nmg beS altbeutft^ QueUemnaterialS nic^ gong mf 
frm^ttot. !Oer gelehrte ^efui* S^riftop^ Stowet (geb. ju 
Äm^eiin 1559, geft. ju Iticr 1617)0 ^tte fc^on in (einen An- 
(«lailateB Fuldenaes (1612) eine bereits Don^IariuS unb ^offat 
in i^rem Otfrib (1571) urßffentUi^te alt^cK^beutfi^ Seti^tfotmcl 



I] Paraenei p. 266. ^^n an tSeÜaft b. 10. «Hg. 1605 in tot 
Viror. QU. epist. 1688, p. 121. &tnb. (1607) p. 176. — 2) gtt^tt 
a Stlbaß 10. aug. 1605 o. a. O. @. 121. — 3) 3n ftintc Beplicatio 
pro Su. Caesarea — majestaie, HaaoTia« 1611, p. 281 tq. — 
<) Bttttt an gSoIbafl 8. ©tp. 1604, a. a. O. S. 11». — 5) SgL 3. 
«ränn, mto btn allbtutff^m ilRtijJCTflttang, 1311, E. 122. — 6j S. u. 
n Hnfocm jwtiten imb biitlen »lu^. — 7) Sgt. ©^ttinboi^ in ©rft^'a 
n. enito*« «ngttn. Snc^fL 3^1. 13 (1824) S. 101. 102. 



ciilizedl!, Google 



60 ^riltta Jta);ilt1. 

CDU neuem au« dner gulbacr §anbf^ft mitgeti^It *). 3« b«t 
nat^ feinem ÜCob ^eTauSgegeücnen Antiquitatca annalimn Tre- 
virensium (1626) finbet fi^ ju^'l^' ^is raerftrürbige atttticbcr» 
t^eintft^e i^nteriineaivcrfiott eines üT^cileS eines (Sa))ituIaiS aus 
bem 9. S^^t^unbert ^). ©n anbereS deines, aber Äußerft roert^- 
Doüe« 5Den!raaI: baS fSt^ifi^e SaufgelüSniß au« bem 8. ^a^r^""' 
bett, luuibe cerüffentlit^t auS bem SJai^tag bcs Dtelfettigen unb 
grunbgcle^tten 8uca8 §olftentuS (geb. ju §am6uig 1596, um 
1627 in ?ari« jur Tömift^ Sit^e übergetreten, geft. in SRom 
1661) 3) ju ©tragburg 1664 in ben Miecella antiqnae lectioms 
be« 33u(^^nbler« Simon ^auHt. %u<$ ein bebeutenbe« fjoctt« 
f(^e« 3>enfmal würbe in jener 3"' äum «ftetimal Deröffentli^i 
3m 3- 1033, bem legten feine« geben«, %at> nämtic^ SKarttn 
Optj, ber 6erü^mte ©rünber ber f^lcTtf^n iDiii^terfc^uIe, ju 
S)anjtg ba« @ebi<^t Aber ben ^eiligen %ino ^erau«. @d 3SteEc« 
fetbftccrftänbli^ 2!c;t unb ^meihingen ju wQnfi!^ lafTen, fo 
jeugen bie lefefeten bo^ oon einem eifrigen unb nic^t crfolglofen 
©tubiiim ber bis ba^tn Deröffentli<^ten altbcutf(^en SJeite, unb 
befonberä angic^enb ift es, ju fe^n, njelc^ bebeutenben Sinbntif 
©olboft'S Anführungen au« ben mtttel^o^beutf^en gprUem auf 
ben Anfänger ber neueren beutfd^n Iit^tung gemalt l^oben. 3^re 
„anmut^soDlien" Serfe »ecfen in t^m ba« „fe^nlit^e äJerlangen* 
na(^ toeiteren Sftitt^eilmigen, unb als OSolbaft geftorben ift, ol^ne 
feinen mieber^olten S^a^nungen nac^Iummen, ^offt er, Suca« 
^olftentus nerbe nun ben gritgtent^eil« na4 9tom entfalten 
®äia% aHtx :33ii^tungen jur <£^re üDeutfi^IanbS ^ben *). 

1) Brower, Faldensinm antiqaitatum libri IUI, AntTorpiae 
1613, p. 158, 159. Qa tß 3h. LXXIl 6ci Mailenhoff nnd Scherer, 

unb bie[cl6t, bit idIt oben S. 54 bei ®oIba[l tmSbnl ^abnu — 
2) 3)it Slabtbibliot^ct ju Siricr btfl^t tin (Srcmvlat jener Sugtrfl fdttntn 
aufgäbe von 1626. @. aSqttmba<!^ a. o. O. Ha» QiüH ift bann Sftn« 
nitbcc ^nauagcgtbtn , aber tmnttr auf Sruublagc oon Srcnxr'd Ztit, ba btt 
^Biibf^iift no(^ nic^t wicbci aufgcfunbcii i[l. Hallenhoff nnd Scberer 
©. 477. — 3) Job. Molleri Cimbria literata 111, 321 gq. — 
4) Idcgtü Poetae Tcutonici Rhythmus de Sancto Annone. — Uartinns 
Opitius primus ez mombrana vetcri edidit et AnimadTerfionibaa il- 
iQstiaTit, DantiBci 1639, p. 30. Sgl. p. 15. 



i.,Googlc 



'Stiert» ^apiUt. 

Sit grunatif^e St^iubluitB titr litntf^tti &ptai^t bit jum 
3i|r 1665. 

Sic >(iitf4t •itMmttitt in fid)]ibi)tR 3iil)tl|niktrt. 

Sie &et anbnm 33ßneni, \o ift au# iä ben 3)eutf^n ntt^ bie 
unjfmf^aftltc^ gorf^uiig, fonbem bad tJtafttft^e Sebarfnig bec 
n^ SInlag 3UI grammatift^en äSe^anblung hn eigenen @tira(^ 
groorben. ©obalb man anfängt, eine ©pia^e jn fc^reiben, jeigt 
[ti^ aQ<( bie ^lot^menbigleit, geroiffe, nenn auc^ no(^ fo elemen< 
Im grammatiti^ tlr^ftfe^ungen ju treten. Unb fo fe^en isit benn 
ni^ ttnrfltc^ f^on tn bet a(t^oi|beutf^en ^tiobe, jumal bei bm 
St (SoMetn, bie erften «nfange baöcn. 3" f'"« eigentll^en 
M^ Orawunatif a6rt fctingt eS etft bas 5Ren5iH^bcutfi6e. S3ei 
tnni Cntfte^ung bürfen icicnic^t äuget Sli^ttaffen, bag biegiam^ 
■utifi^ ftategoTien ni^t Don ben beutfi^ @ramtnatifein erft 
müwö »orten finb; oielme^r fuib fie t^nen toon ben Moment 
üofuftTt, unb biefe ^ben fie miebei: oon ben eigentlichen ISnt> 
Mm, ben @iiei^, erholten, ©o ^Sngt bte Sntfte^ung bec 
iwaf^ ®tamtnattt auf bas engfte mit ben Ueberliefeningen be« 
flafTifi^ Sdtert^umä ^ufornmen. Sn ber I^at fe^en wit au#, 
Sltmam als ein Sßotfpiel für baiS ^cwurtoten bet bMitf#cn 
Simnmatit felbft, in ber 3eit bet wiebct enoat^enben flaffifti^cn 
Stnbien baS 3)eitt|'c^e junäc^fl nur aU ein ^&lfsmitte( jur (St* 
Htenmg beS gatetniemenä ßenuljt. ©0 in ber tateinifc^n ©ram* 
notif, bie bet ba^etift^e ©efi^ii^tft^reiber ^o^'^tnes %nx' 
natt, na(^ feinem ©eburtSort SbenSüctg ATentinus genannt 
(9*. 1477, t 1584) »), im 3. 1512 ju afiflnc^en unter bem Sitet 
^eunSgab: Orammatica omninm vtiliaBima et breviBSima. — 
Sont Tbiqoe dictionnm significata ventacula Ungua addita. 
Preterea tranalaiio casuum et temporum in nostram linguam 

1) 6. 0. 6. 19 fg. 



ciilizedüv Google 



62 Sitritl StUfM. 

Eonmdemqoe fonnatio brevis et elegans etc. I£tne beutf^ 
@rainma(tt tann man boS natücUiJ^ no^ niijt nennen. (Sine fol^e 
entfte^t oielnte^ mi> ttüandtit ft^ mit ber ßntfte^uns unb Su$< 
ftilbung bet nen^w^beuflt^n ©^tiftfpw^. Unb roie biefc fii^ an 
bie laiferlii^e flanjiei unb bann an bie ^vm antnüpft, Meiere bie 
beutfi^e ®enteinf)}ta(^e in Sut^er'iS S(^ften angenommen fyiiU, fo 
fe^en wir btefe beiben ilemente au^ bie Q^ninblage bet beutft^en 
®iammatil bilden. !Cer erfte, von bem uns berit^tet ivirb, ba§ 
et eine ©tommattf bet beut[(^en ®pxa(^t untemommen '^a^c, tpot 
§an8 tttai^enBerget, laifcrrit^et fflatf; unb ©ectetoriuS am 
|wfe 3fttebri(^'S III. unb aJiofiraitian'S I. 5DaS opus grammaticale 
de lingoa Germanica ceiüs adatricta le^bus mar feine le^e 
Ätfiett. et tft barütet ^ingeftotßen, o^ne fie ju DoBcnben unb p 
Betöffcnttt^n ^). 

Sie na^ bie Sntfte^ung bei beutf^n @tammatif mit bem 
Sluflommen bet beutf(§en ©d^ftfprat^ jufommen^ieng, jetgt (i^ 
ou^ an ber Xtt, mie man atlmä^ßt^ ju einer iioßflänbigen beute 
f^en ®tammatil gelangte. iCas nat^ftliegenbe ©ebfitfnig nämltifi, 
ba3 juerft Sefrlebignng et^i[{^te, war btc ^nft, ric^itig ju fi^rei' 
ben. 'Cie SBemfi^gen um bie beutfc^ ©lammatil beginnen ba^et 
mit Uniseifungen gur beutf(^n Ott^ogtofi^ie. !£)iefe iS^tiften fyi' 
im t& tffAli auf eine Anleitung jut ©^teitetrt abgefe^en, t^citä 
faffen fte bas Sefen* unb Si^eibenletneu be« ganjen SSotfe« mit 
befonbeter fllßrffw^t auf bie religiöfc Settüte in'S Äuge. !©er 
etftcten ©attung getiött «tfprünglii^ ein Dotjilglic^eä tieines fSaä) 
an, baS SKaflifter Jafiian grangf, »fflurger jumSun^law," im 
i^a^t 1531 unter bem Xitel Verausgab: „Seutfi^er @;>tac^ 9tt 
unb (^genfi^afft. Ott^ogtafi^ia, ®ete^ Sud^ftÖbig Xeutfifi 



1) ©. Engelb. Klüpfel, De Tita et floriptia Conradi CeUie, 
Fribnrgi Briagoviae 1827, p. 179. JDiti Unltme^moi M ©amärt 

itai\tx WlifmiüatC9 [iintmt mcrfmürbig ju fiut^ti'« %ut[^ru(^: JCaifn Slori' 
milion unb forfÜTJ! grictTic^ fyibtn im rBmif^en Sicit^ bit btulf^cn SfiTai^nt 
alfo in (int etnifft €)9rac^t 'gctegcn. (Sut^n'a Xif^Tcbtn, SiJlebcn 1566, 
»1. 578). 



ciilizedüv Google 



Sie gnmmalifi^ ^c^nblung in bcHtf^ €)it<u4e Ui jum 30^1 1665. 63 

iiil^Triden. 9Zm Sandlet, iel; (räut^get, geletzter Sßracttif, 
Jannlii^ üßtfftuen vnb Si^rifften an iebe ^tcfonen ret^tmeffig 
jnftritra, aaf\9 Tür^ft (egtiffm". ^an^t toax ^tboxen ju .Sglato" 
{tffd im aieflieningseeiiirt Siegnife), fette, alä er fein Su(^ jum 
nftmuul IjnaaS^db, ju SBunjtau unb würbe fpäter naii^ ^anlfurt 
dK bet Ober fetrufen, inft bort eine beutfd^e ©*ule ju grünben ')■ 
$1« atbättk n feine ©c^rift um unb gafc pe fe^r erweitert unb 
mfiT für bte Qmtät ber ©(§ulc eingeri^tet im i^a^r 1538 *) »on 
ntDon ffaaas. 3^ pnben ben äJerfaffer (f(^on 15S1) auf bem 
Ti^ttgm Siege, bie gemeinfame beutfc^e ©t^riftfprat^e von ben 
(onbfc^tc^en 3?hinbarten ju unterf(^eiben. @i ^t fit^ unter ben 
Hif^iebenen aJhmbarten Itieutfi^IanbS umgefe^ unb bie eigene 
^nmTi^ XuSfproi^ bes t)rranfen, ißa^ern, ©c^Iefierd unb 
.EOMf^gner«", bes Cberlänber« unb S^ieberlänberS, belaufest. Slber 
ti ^ fltfunbtn, bog nirgenbs bnä ©^riftboitfi^e gefpro^en wirb *). 
Steinte^ beontnortet er bte t^age: „Soraug man rec^t mtb re^n 
tmtii) lerne" ba^in; „Ser aber fölc^ nttgbreui!^ meiben, onb 
wStfÖimig Siutf^ ft^eiben, obber rebm mit, ber muß leutfi^ 
jpTai^ ouff eins Sonbs art onb Sraui^ allent^tben, nic^t 
lUM^Igen. S'tä^tii^ bub gut ifts einem ieblii^, oUer Sanbe 
^fKäfttt mit icea migbroui^n jmiffen, bamit man baä cnrei^t müg 
mriben, "Xbtx bj*) fümemlidift ift fo ju bifer fa^ förberli^onb 
binftru^ ift, bas man guter S^etnptar irameme, baä ift, gutter 
lentfi^ Su^ önb »erbrieffungen, f^rifftlit^ ober im Irutf wer- 
fafit tmb auggangen, bie mit fCeiffe lefe, onb jnen in bem baiS an« 
jKunien vnb ret^t ift, nai^uolge. 93nber toött^enn mir etioan beiS 
tens ($0^ lofiüittx gebe^tnug) Se^fer SOto^mitians Qan^i, 



1) aSogifler ga6ian grond, bti trftt btutft^t Ort^ogra))^. Son Dr. 
gnq Qdia. et^Mtrata&bniif aus bei 3cilfi$Tift btä IStTtlnS ffli @cf(^li^(t 
nb «lim^utn St^Icfitn«, %r«Iau 1863, €. 6 fg. gTaitgf ji^nanlt in b« 
S^nibung feine« 91amtn4 inifi^cn gtangl unb giand. (SQScBei o. a. 0. 
6' 6, Inm. S). — 2} Sm St^Iufi: .Stbrailt ju Silttmbtrg buri^ {lans 
H^tnL M. D. XXXIX.' {ntbtx 0, 0. O. S. 6). — 8} &. 9 b» 
btgobe «on 1531. — 4) = baS. 



ciilizedüv Google 



64 Sicrttl Jia).<iitl. 

wmb btfei jeit D. 8ut^« f^teiöm, »nb bj •) tnucrfalfij&et, bie 
ftnntbtrtften onb le^nftm jui^anben lommeit fein" '). !Ete anbete 
Gattung, bie tö auf baS Sefen^ unb ©i^nibenlenten btö flanjen 
SßoKeS abfielt, — bajt l£rftete ^auptfäi^Iii^ ju {(eiftli^en 3<vcdFett — , 
ftetlt uns baS Süi^Ietn bat, bas ^o^anti Soliog, „Sieutfi^ 
Sefcmw^rtn ju ©afel", (nw^tfi^nlit^ im 3- 1529) »etijjfcntli(^te: 
„(Stt^jtxMon. 3)08 ift, ^antbuti^ßn teutfti^cr Ort^oatop^i, $o^' 
teutf(§e ft«ö^, attti^ jef(^re96en »nb Ic[en, fampt einem Wegifler' 
lein äbet bie gantje Sibcl." ©öl^er anletümgen jur beiit[(^ 
Oit^ogratJ^te ift bann von jtnet Qek an eine groge Xnjal^I tu 
f^ienm, unb ba^in gekürt auc^ eigentlich bas Heine 93u<^, bas 
fii^ juetft ben tarnen einer beutfi^en ©rammatit beilegte. ^ 
:^. 1531 Qbet balb banai^ ff^rieb Mmlii^SBalenttn i^delfanter, 
fte «n^g« Sut^r'ä unb eine ßeit lang beä ©(^ujännecs Satt 
ftabt, feine „%tttt\ä)c @taminattca :I>arau^ ainei tm im felb$ 
mag lefen lernen, mit allem bem, fo jnm Seutf^ Sefen ininb 
bcffeI6en Oit^ograp^ion manget ntb fiberfluf, auc^ anberm Dil 
me^t, ifi »iffen gebort*'), ^ft'elf'"''« 'P ei" feuriger Äopf. Cr 
nimmt einen Hnlouf ju einer beutft^cn ©rammatil, unb cd fe^U 
i^m nic^t an eigent^ümlic^en @ebanlen, aber in' ber SuSfü^rung 
bringt er es trog be$ DielDetfpre^enbcn Zitsls i>oi^ nii^t über eine 
Anleitung jum Sefenlemen unb jur beutft^en Ort^ograp'^te hinaus. 
4rrft »tetjig ^aiiu md) ^elfamer fommt cd gur ^ausgäbe 
einer wirKi^en bentf^en @lramntattt, unb merhoürbiger SJeife 
treten nun plögliift faft ä" gleitet ßeit jmei beutfc^ ©rammatifen 
in bie Oeffenttiii^teit, bie baS 3ei^en ber gmißingabrüberf^aft un* 
Mclennbar an ber ©ttrne trogen. £)te ®efc^ii^te ber wirllit^ aitö« 
geführten unb an bie Ceffentli^teit gelangten beutft^en @rantnui< 
tifen beginnt nümli^ mit einem feltfamen litcrarift^n iHät^icL 
3in berafelben ^dfyct, (1573), erft^iencn äwei bcutf(^e @ram< 
motilen, bie eine Don bem ®tra^burgec üff entließ Stotar Klbert 



1) = bs«. — 2) et 2 b« 9lu«aii6( tun 1531. — 3) «uegate 
o^nc On unb 3a^T , auf ba t. Sibliot^ct ju Sttlln. 91tut 9u«aabt, 9iüin-- 
htfl bun^ 3'>^mn $ttrtiuS 1537, auf btr UniMifufiig6ibliDt^ }U ^Bttingcn. 



D,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



Ctt gnanuti[i^ Sc^ot^Iung btt btutfc^tn Spracht bi< jum 3<i^< 1665. 6ß 

Oflinger, bie atibere Don bettt Cftfianictt Sauientiud ^U 
BeitnS, unb beibe geben fi$ füc ben erften SSerfuc^ ein« btutfi^ 
0iiiiia»atU aus. ®o meit nun ^Stte bte ©a^e not^ nt(^8 bc 
fmlieia aJanbetbote«. Denn «xitunt foütoi ni^f aibcrt Definger, 
l«r in ©ttoßbntg lebt, unb SairmittuS Jflbeihi«, ber feinen Sufent* 
fyHi m JffiÜTjburg ^t^), beibe in aufnt^ttgfter SOiemung gkuben, 
fit ifiitai feinen aSoigängo; in ber Xbfaffung einer beutf^en ®Tam> 
m6i? ©lebtaut^tfli ja, eben ha t^Sil^et gleii^jcitig erfi^ienen, 
im btr ^ausgäbe beifelben Slii^S oon einanbet ju wiffen. Vba 
boS Xnffallenbe beginnt, ivenn wix ben ^n^cüt bei ®fl^ felbft 
onfe^ Iriec bleibt uns nAmrt^ balb Fein 3>i}^fElr bag ber ISine 
bie artett be« »iberen gdannt fyißen muß. 91l(^t nur in bet 
S9e^anblung be« ©toffeS, fonbem au^ In ber ^orm beS 3(uebruifs 
ftnben tote Bfleid eine foli^ Uebereiftftinnnung, ba| an ein gu* 
piges ^ufaimnentreffen nli^t jn benlen ift (Sine nä^ Unter« 
fiu^ ffi^rt )u bem Srgebnig, bag Saurentius Albertus feine 
tBrammatit swar vor ber ht& Oelinger Der^entlii^, baf er aber 
M Ausarbeitung feines SSerfs aßitt^eUungen aus ber ^ubfci^rlft 
Odinger's in unrebllcber älBäfe benu^t ^t^). Sir bfir^ fomtt 
bcH @tra|burger Sflotat Albert Oetingcr a(S ben ©rften be» 
jni^nen, von bem xo've eine eigenttii^e beutf^e @rammatit befl^n. 
@etn fOisi) ^ ben ZM: SSnberrli^t ber S^oü^ Zeutii^ ®^raac^: 
GnunmftÜca Seu Liatitatio TerBe Germamcae lingnae, in 
qua Etjmologia, Syutaxifl et reliquae partes omnes suo or- 
dioa breviter tractantiir. In neum iaTentctis maxime Galli- 
cae, ante annoe aliquot conscripta, nunc antem quomndam 
inatinctu in lucem edita, plaeiiaque nicinis nationibas, non 
nmnu utilis gnam necesaaria. Cum D. Joan. Stnrmij sen- 
tentia, de cognitione et exercitatione lingnarum noatri 



1) Si nntnjd^ntt bic SSibmuna feints Cu^e: Wuizbnrgi, 20 
Sept«mb: anno 72. — 2) <£tnc itntoii Stialtic^una bvbtx Süc^ti Bt^Sligl, 
MI kit Ifttdirifi^ Stbiil^tc, bit Otlingn'e ©mminalit Dorauegcfil^iin fmb, 
«Mbiüdlt^ fagtn, bog Odtttg«: feint ^nbft^rift btä^iüb ){$t {t^on in Z)nuf 
ffi, tKtl ein SnbRtr i^n b(|lo^Itn ^a&^ 
Itixi, 9^^. \a tfta. ffUolttti. 5 

L.,i,.,.:.l:,G00Qlc 



66 ViitttH Statfütl 

eaecali. Alberto Oelingero Argent. Noiario publico Aaetore, 
Argentoraü, excudebat iNicoIaas 'Wynot. M. D. LXXnU. *)- 
SBtefem litel unb feinem Aar auSflefpro^eiicn Qmtä entfprtt^ tw 
ijn^alt bts ääui^ee. üS it^beü in Iatetntf(^ @pta(^e He beut> 
fc^ ©rammaltt gaiij na^ bem ©d^ettta' ber onttlen, f^ffiriil^t juetft 
bie SSuc^ftaben unb beten ^luäfptac^e, bann ben ÄttiM, ba« 9lo= 
men, bas Pronomen, bad aSerbum, baS ^otttciliium, bad ^Cboet' 
iimn, bie ^raeficfttion, bie ßonjunction unb bte ^tcriectton, gibt 
bann eineganj fui^e@9itta; unb enblt^ eine no^ Kti^eTeViDSobte. 
33ie ©e^onblung ift bem Qwtd beä S&nijS entfpre<l^etib eine ura^ 
tiWe. !l)ie Kategorien liefert bte antite ©rommatif. ©on einem 
tieferen ffinbringen in ben SBau bei beutfi^en ©prai^e ift no<5 (eine 
SRebc; bo^ fe^It es nii^t an einjelnen treffenben Bemerfungcn. ®o 
gibt bei aietfaffer juerft bie beutf(^en , ben latetnifi^en entfptet^n« 
ben ^tmpota, umfc^rie&ene unb nii^t umf^riebene, f&^rt bann a^ 
fort: „Proprie vero Gcnnani dao tantum hsbent tempora, 
nempe piaeaeoe, ^t praeteritum impeifectum: reliqna cir- 
cnmloqnnntui, praeterita per rerba auxiliaria, ^6en, Tel 
fein, et fiitura per verba njollen et roetben" '). %üii Mtbienf 
benteitt ju »erben, bag Oelinger bte beutfi^en 33erba nii^t fo ein' 
t^eilt, bag er bie fi^^en als regelmäßige, bie ftarlen aU unre 
gelmäftge be^anbelt SJielme^r mac^t er vier Konjugationen, unter 
beren brei erfte er bie obtautenben Qntwöxttt oert^eilt , nt&^renb 
er aus ben fd^wai^ bie »iertt bltbet 

Sit ^ben ben 3<viUing Oelinger'S, 8aurentiu3 aibertud, 
von bem aSotttmtf beS ^lagtatd leibet nic^t fteifprci!^ Ißnnen. 
Sber troti fetner Entlehnungen aus Oelinger bietet er bot^ vieleä 
eigene. ®ein S3u^ fü^rt ben ^ttel: Xeutfc^ @rammati(f ober 
©pra^'^unft CertJBBima ratio disceadae, au^adae, oman- 
dae, propagandae, conseruandaeque lingnae Alemanonim 
Biae Gennanorum , grammaticiB regolis et exemplia compre- 
hensa et conacripta; per Laurentium Albertum Ostro- 



1) @o auf btnt Xttd bt9 @3ttin0tc (£rtmplare. Sm 64Iu| tM Out^ 
tum: Exondebat Nicolana Wjriot. Anno H.D.LXXIII. — 2) p. 96, 



i,C,ooglc 



t)i< gToninatift^c Bt^anblung bn bfutf^cn S^^Tai^c bi« }um 3i>&i^ 1^^S> 67 

traacam. Cum gratia et priTilegio ImperiaU. Angaetae 
'Tmddiconun excadebat Michael Manger. M. D. LXXHT. 
Tia ©erfaffet ntnimt rn^t mir auf Me öttlii^n TOunbarfen, fou' 
btrn K«n>rflen fogat auf bte ältere beiitf(^ ©fra^e SHßdfii^. @o 
bftnetft er, nat^bem er Me ®iftung ber Feminina auf in (ftßnig, 
fiÖitigtn) bargeftedt ^at: „Notaquod in rithiniB (lies : rhythiniB) 
apnd veteres foemininiB in in, non raro litera t, tanqnam üs 
propria adjicistnr: aU fürfttnne, Soniginne, ant syllaba, gunb 
oU Söntgintb, qnod deinde proprium nomen factum est" '). 
SSeiwip ber Anfang biefct ©teile , baß SaurentiuS ältere beutfi^e 
©lüften ftmnte, fo jetgt ber ©i^Iug, bof «r "on i^rer ©prac^e 
frin aSerftfiitbniß ^tte. — 3*t anerfennai«njertl^cr ffiJeife rietet 
ftnrteiitiuS «ttertu« fein augenmer! auf bie ?I6lettun9 ber ©örter. 
So fteHt er j. 39- bie „terminationeB'' jufammen, b«r^ Kelche 
Twbalia ton Verbis unb bcren Participüs gebilbet werben, njie 
nng in SHet^nung, et in ©Treiber n. f. m. Sber »te fe^r 
bie beutfc^ @ramil)att( "^ier noc^ in ben atleretpen 9Infängen fte^t, 
boför genügt ts angufü^ren, ba| nnlct jenen unb fi^nlii^n Snb< 
fetten fii^ au^ bie ®emerfung finbet: ,9. Obt, als ge6obt 
mandatnm, gebietten, mandare" ^. ^a fognr bte 3urütffö^ng 
beö gonjen beutfd^ ©prat^ft^afeeS auf aBurjeln ift bem afficrtu« 
nii^ fremb. „aflc primitiuen Siitaebi unfrei beutfd^en ©prac^, 
foät et, pnb einf^lbig unb treten in biefer fflejtc^ung bem §e6räi= 
f^ fe^r no^, eine Äürge, bie fit^erlic^ meber bie ©riechen, not^ 
bie Sateiner überaß aufioetfen fonnen" ^). SCnd^ in biefer ©teöe 
tritt uns neben einem aufleui^lenben richtigen @ebanfen fofott bie 
bnnSe gtnftemiö entgegen, bie bamals no^ über ber oerglei^en« 
ben ©prof^forfi^ng tag. Stber uorauSgefefet, bofe Albertus nit^t 
itni^ in btefen X^ten feines '99u^S Rubere auSgef(!^rieben ^t unb 
m nur feinen ajptlagen nn^ ntc^t auf bie ©pur gefommen ftnb, 
fnretfen bie angefü^en ©teilen nnb fo manc^ anbere, baß er ein 
fttÄfamtt ©ele^rtet war. Xiafür fc^eint au^ ju fpret^en, bog et 
onne^ als einet ©teile no^ uetteie linguiftijf^e Untetne^mungen, 



1) fßL D. 6. m. — 2) ei. F. i 



LSi,-.,.:.l:, Google 



68 Jßiatt» KUfüa. 

bie n im @tnn fyd, otdünbigt ■), fo namentlich bU ^satbeituns 
rint« beutf^nt SBöttetbaät&'}. 

(£in giögens imb ISnaer Ufjaxt^itUä Xnfe^m, at& (eine M> 
ben SSoTfl^ger, fyxt [i^ teettige ^^^te nai^ i^nm ^lol^anneS 
eiatuä emorben. @eboien gu ^KijbtTS an bet @<^wai]en (S' 
ftn ftubiertc et ju Seipjtg 2:^eologte, ivittte bann ali Qäfuimamt 
jn ©olbbetj, Sronfenftein in E^tefien iinb Stotb^fen, bis er tu 
3. 1573 ^rebigei ju SBenbeleben in SC^uringm icutbe, ffiofelbft tv 
im 3- 1592 ftaib 0- 3n bei^ lateintf^en, grie^ft^ unb ^ebrfii- 
f^ 'Spioi^e mo^I^manbert deutete et hoi) fein ^uptfät^ii^ftes 
^ugenmett auf bie ^Ktftellung einet beutf^en (StammotU. 9iai^ 
bem et me^t aU juanjig ^^te baran gearbeitet ^tte, gab et bie 
^Ftui^t feinet Semü^ungen im 3- ^^"^^ i" Set))jig untet bem STiteC 
ifetanä: 6rammatica C^ermanicae lingnae M. Jolumnis Cl^j 
Hirtzbergensis : Ex. Biblüs Latheii Gennanicis et alüa eios 
libris collecta. (Sin begciftertet «n^änger Sut^et"» legt (Maju« 
beffen 'Bptaäjt fetner @rammatil ju @tunbe. S}te einjelnen Z^üt 
betfelben be^anbeU et in bet fiSetfe bet bamoligen lateinif^ 
®tammatifen, nfimli^ 1) bie Ort^ogtop^ie, 2) bie ^roiäobie, 3) btt 
St^mvlogie, 4} bie ©^nto;. iCatauf folgen noi$ jroei Slbf^nitte 
de raüone comünam veteri apud Germanos (b. ^. nun ge« 
teimten ©ebiC^ten) unb de latione carminnm Qova (b. ^. von 
bet Slai^bUbung antthi Snetra im !Deutfi^). ^Iei§, im iSiiuel« 
nen äfterd lit^tiße 33eDba$tung unb eine gemiffe ptaftif(^ Stau^' 
bartett füt feine Qät roirb man bem 93u(be bes fSIayia ni(^t ab' 
flJtet^en; aber wie fei^r bie beutf^e ©rammotif no^ in i^ren etflcn 
Anfängen ftant», baä j«gt f«^ battn aller Orten, ffite feine SJor« 
gSnget, fo f^rtegt \iä) aut^ Slaiud in bei ^^blung bei beut' 
f^en ®t>ra(^e eng an bie gegebene %wm bet latetnift^en ®ram« 
matit an, unb ^ax ge^t et ^iet in fllctott^et Uebeitragung bet 
SOM^obc btäUKilen ncxi^ weitet cüs Oeltnger unb SainrenttuS fObtt' 
m. mt brei be^anbeln fie 3. 93. etft bas ttotüttii^ ©ef^Iec^ 



1) ei. 6. — 2) QL C 2 iw. — 3) Siibtne, Suifon bciUf<^ 
X)ii(l» unb ^tefai^tn I, 302. Claji gratnm. Germ. ling. Praef. 



ciilizedüv Google 



Sit gtnnnattlt^c Sc^onblintg btr btutft^tn Spia^t bi6 jum ^D^t l^^^' 69 

bamt hi9 ivxi) bie gtammatif^ ^orm gegebene. Senn nun auc^ 
b<tö notfitli^ ©ef^Ie^t ftt^ in ä^Iii^t SBetfe (efprei^en lägt vmt In 
boi ontifoi @pta(^en, fo ift mit ben aligeftum))ften g'Ieponen beä 
Wen^o^beutfc^n für baS stammatift^e ©ef^Iei^t meift ni^t Diel 
anäjnrii^ten. Iienntx^ wollen biefe etften beutft^en ©rammatifer 
baS @^i)ltiit ber äBÖrtei nac^ ben <£nbungen beftimmen. OeIin< 
itx mi 8autenHuS XtbeituS bebtenen fii^ boju bei ISnbfq^ 
hn. DabunÖ betteten fie loenigftena in einigen gäden ben SSßeg, 
genrifTe Äbleitungäfttbcn mit einem fieftimmten ®ef(^te<^t in ©er- 
binbung ju bringen. 3- ®- "'£'<" OelingetO bie «nomina 
finientia in umb' für Steutra eiHäit, „at baS :^eigogt^umb, baS 
^Kgt^innb, t'^^"!!'^'' r obenvennaibeituä fagt: „Yerbalia in 
fi mascolina ennt, et fonnant foeminina in :^n, al9 ber 
©^reißet, ecriba, bie fi^reiberin, Soi), fö^in it." Aber meiften« 
[tnb t^e Snna^men o^ne aUtä 3Jeiftänbnt| ber SBottbilbung. ®o 
lautet bie ganje Siegel OelingerS, roeli^e bag oben übet umb 
Kngtfü^tte einfc^Iiegt: „Item nomina finientia in et, t§, cc^t, 
(nb, ntent, oij, bt, pt, umb, et quae fonnant pluralem a singu- 
lari additione et plaeraque neutra sunt." Unb bemgemä^ ^ti^t 
rt bann }. ©.: „In et, vt ba8 bett, baS btctt, baS potet^. Ex- 
(jpiontuz qnaedam, Tieati (lieS Teluti) bie bancquet, bie tett, 
ttovui, paftet." 8amentiu8 «Ibertu«, bet in biefer ©«= 
jit^ung ben Oelinger übertrifft, bringt atm boc^ neben ber rid^ 
tigen ä9eoba(^tung, bag bie äSörtet auf ung, tr), ^it unb feit 
generifl feminini finb, bie Siegel, bag bieS mi) bei benen auf ag 
bft 2fOÖ f<i: «Äg, bie jufag promiBsio, bie ttag, querela tc." ^. 
Snm nun fi^on biefe .93eif)nele jeigen, baf SDelinget unb %l' 
6trtu3 laum bie erpen @(^ritte ju einet richtigen ©nfii^t t^un, 
(o bltül SlajuS in btefem^nnlt no(^ hinter i^nen gurüd, inbem 
« gotq w5 bie SB!3ttet mi) l^ten i&tbbu^ftaben buK^nintmt unb 
baiuK^ i^ (Skfc^Iet^t befttuunen roiU. <St ^onbelt einen Suc^ftaben 
n^ bcm anbeten ab com a bis jum 4. !Ca toetben bemt 
i- 8. ') untet ( etft eine SBenge SBörtet aUet «ttcn aufgejäl&U, 



1) p. 45 sq. — 2) er. E. - 3) p. 48 iq. 

Dci,l,zedl!,G00Qlc 



70 V'«>t« Swpüü. 

Bon bemn ts ^{tt: ^Desmentia in t MascoUna simt: bex 
ytaÜ), Senataa, CoDailinm, ConailiariaB. S)ei @rat, Spina 
piBcimn, et dorm, ©alat, Lactnca. ^tt ®ott, Dem. 'XXX 
§ut, aßut^, PileuB, Animufl. 3)n «öt, Abbas" it. f. f. iDaim: 
nFoemimna Bont: fcte £^t, Factum. 9tat, Sutura. S>te 9to^ 
Angnstia. tne ©tu^ Eqoa- Srut, exclnsio ouoTum" u. f. w. 
f&nUüi: „Nentra Bunt: had 9tiet, PaBcaom. ^i ä3lot, So^ 
Fanis, Diachma. @ut, S3Iut, Bonam, SangniB" u. f. n. 

^1^ ^abe bie[en ©egenftanb ttioas ausfü^rltt^ei befpto^, 
roeil er m9 ein rec^t beutli<^e3 ®tfb gibt Don ber noi^ übtxaue 
geringen Sinfti^t, n}eli^e jene erften beutfc^en ©rammatitet in baS 
ffiefen bet beatf(^en ©^Jtat^e ^tten. 3" «K"«^'" anbeten S^^riUii 
ber (Srommatit jcigen fie fd^on einen ettuaS ^eflcten Stuf. Do<!^ 
läuft aui$ ^iet bas 91i(^ge unb SSerfc^Ite oft feltfam bun^einanbcr. 
®o gibt j. 93. SlajuS mand^ rüstige aQgemeine Seftimmung über 
bie beutf^ ©onjugation '); bann aber l§at er ben f onberbaren (Sin« 
faU, bie Äbiüanblung ber cinäclncn beutfi^en ßfitniörter fo ju be« 
^anbeln, bog er bie ^^^iJ^tet nai$ i^ren (&aii\t)tbtn orbnet unb 
unter ieber (Enbf^Ibe bie oerft^iebenartigften aSerba iufmnmenftellt. 
auf biefe SBeife mirb natürii^ ba« 3>'f<"''n>«'fl'!^örige faft burtft« 
weg ouScinanbetgeriffe« unb ba8 Srembarttgftc »ereinigt Äuift 
^ter ivaren Oelinger unb Hlbertufi (<^on auf bem richtigeren 
SBege. aber anbrerfeitS ift nü^t ju oerlennen, bag SUjud fie 
an 9tet^^altigfeit unb ©prgfatt in ber ausffl^ning übertrifft 

llft tKnlfdic ffranmatl): im |lit)(l)nUt Salfiiiiinltft bii jntt 3aljt IGGS. 

Steiferen ben beutf^ @rainmattten be^S 16. ^i^^^^uobertfl 
»nb benen bed 17. liegen untätige SJotgange, bie ber aQgemetneti 
beutf(^en Literatur * unb jfulturgefi^ii^ angel^üren unb bie ivir 
bes^alb ^ier nur belügen bfirfen. iCie ^oefie beS Opife (geb. 
1597 t 1639) beginnt einen neuen Xbfi^nitt in ber ®ef(^4le ber 
beutft^en iDtc^tung, unmittelbar aber grrift er ein in einen tmi^ 
tigen 3::^ bec beutf^en (Srammatif: bie beutfi^ aRetril, burt^ 

i) p. 142 Bq. 

DcmizedüvGoOQlc 



Gic gnunntatifc^ Sc^nblung btt btutfi^ €)>ra(^c bi9 )uin ^a'^x 1665. 71 

iäa eu^ „von btr 2)eutf^en ^oetere^," bad im 3- ^^^^ i« 
*ri*g gfbrmft unb ju ffiißSlau tertegt nmrbe. |)ier irirb juerft 
fnrbie bcutfi^ ^oepe bte fflegel feftgepeAt, bog bn «ccent bie 
€(d(e Jwr anttten Q&ontitdt ju oertieten fyiit ')■ i^oft glett^jettts 
mt £^ JDOi ber merfroürbige ißerfuc^, ben Solfgang lüatu 
iliua (geb. jtt £iil[tn in golftein 1571, f 1635) jur Umge^att' 
mtg bcd @(^itlmfen$ mai^te. aRit bet allgemetnen aiZet^obe bt8 
SbUt^tiiS unb ben fibettncbenen (Snvattungen, bie tx haxan Enfipfte, 
^bcn mir ed ^ nt^t gu tfiun. ^r uns ift ha9 SBtc^tige an fei^ 
«nSnfu<^, baß er ben @)}Ta(^unteTn(^t mit bei beutfi|en@ram' 
flutit (Kginnen unb bafi :&eutf(^e )iicmgften:3 t^eilivcife jur Un« 
tanilts\pta4i)t mo^cn wollte, ©o oiele« ©dtforne unb ajerte^tte 
aä) Matüfiai m feine Untemef^mungen mtfc^te, fo bleibt i^m ioi) 
boS Serbienft, n>efentli<^ boju beigetragen ju fyxbta, bag bie SStf- 
feBfc^ allma^tt^ t^r lateinifc^S ©ercanb mit einem beutft^n 
mtonft^te. @erabe Don biefer @eite ^nb er au4 bei mehreren 
bet d^eutenbften IShle^rten feiner 3^t bleibenbe StnerFcnnung, fo 
bri 3oa(^ra Olungiu« unb tt^riftop^owä ©eloicu«. — 5Die brttte 
bfi^etnung, bie au($ ffir bie (httmiiflung ber btutfc^en ©proc^' 
Hnjfenf<^ft oon i^ebeutnng mar, btibet bie @Tünbung ber beutft^n 
SpToi^efellfc^ften. ^ai) ben SSorgang ber ^ttTtencr mürben fie 
in Sauf bed 17. ;^a%r^unbertö geftiftet unb trugen tro^ aller 
Sintbertt^htten unb ®ef(^maiftoftgFeiten bot^ nii^t menig boju 
Set, in einer janunerBoßen 3«>t !>« Siftie jur beutfi^en IDiutter» 
finoi^ tpa4 JU erhalten. Xiie angefe^enfte unter biefen @efet(> 
\S)aftm: bie „fnK^tbringenbe", geftiftet im 3- ^^^^r merben mir 
■il ben bebentenbften grammatif^ ßeiftungen bed 17. ^^i^un<' 
bcitt in na^ 3uf™i>'ten^ang fe^en; unb au$ ber ^e^eftfc^e 
^xtm* mi Slumenorben ^t fi(^ ntc^t auSfc^Iieglic^ auf ®)}ielereien 
bffi^tfinft, oietme^ fpriii^t fein ©tifter ®. ?§. garöbörffer in 
feinem Specimen Philolofi^e Germanicae, (Norimbergae 1646) 



1) eCott 9 i) bn Scflen ausgabt, birni ZM nt^ iti^t bie {Qorlt Prog- 
odia Qetmanica ber fvSitirm SuSgabui ait^lU 



ciilizedl!, Google 



72 Citvtta Jtotiittl 

jD nuuK^en gefunbeit ©ebonlen ü&n bte iOJi^tigl^ bet beiitf«!^ 
®))rai!^ füi bie ganje beutft^ Silbung aus- 

Untet ben bfutft^eit ®iamniattleit bed 17. ^o'^^unberfcs et' 
wähnen wir juerft mt, bie pt^ immütelbat an bie oboi befpw» 
i^e 9?euenmg U» Slatti^S a»fi^Iießt. es ift bie „X)eutf^ 
(Sdammattco, Sunt itmen Sßet^obo, bec ^ugeni) jum btften, juge« 
tit^ grOt bie Se^matif^ ®<^uel, «uff fonb«6amt grürfO. 
@n. a9«fe^I. ©ebnidt 3« SßJe^m«. — 3m 3»^ 1618 i)." <£in 
iKtittx Zittl (mit ber ^a^rja^I 1619) nennt bann ben U. ^c 
^anneä Ätoma^et (geb. au SJöbcIn 1576, ©eneralfmxrinten« 
bent ju Seimar, t 1643) ol« SJerfaffer. 8£ßa3 ben ©toff betrifft, 
fo iviib man oon einem Stementorbfii^Iein nl^t verlangen, baß t& 
^1)n fle^e, als bie ®eU^rten feiner 3^- !£>od^ jctgt fi^ ber 
aSerfaffei aU ein SDtann Don (itnfi^t ^). ^9 ^uftgeuit^t aber 
legt er auf bie bibaftift^e SKet^obe, unb §ter ift fei« 8u^ in bop' 
pelter Se^ie^ung merhoürbig, erftenfl, njeil e« bie erfte nii^t in 
latcinifi^er, fonbem in beutfd^er ©(nraij^ gefi^^ne beutf^e QSvamf 
maüt ift 33, unb äioeitens, weil ts traft ber ffiimbertii^Ieiten ber 
9tati(^'fi^en Smet^obe boi^ einen a^tungdmert^ Anfang }ui |>eT< 
fteOung einer unrflii^ beutfii^n Slementargrammatif mad^t *). — 
Son ben irrigen @rannnattlen unferes S^itraumS motlen n>h bie 
'Ceutff^e ©^roc^fmift beS 3:ilemann Oleariud, ^Qe 1630, 
ben ,I)eutf^er ©pra^Iei^re lEntwurf oon ©^riftian ©uetnfr 
(Sötten 1641, unb „"iüt 3>eutf(^e Grammatica obeic ©pra^funft" 
bed ^o^annes @lrbert, SSIüI^ufen 1653, ^ur nennen, um 
etuw« länger bei bem bebeutenbften beutf(^ ©rommotiler be« 
17. Qa^i^unberts, ©(^otteliuS, »erawilen au fdmten. ^uftus 
(Btotiins ©i^otteUuS uiurbe geboren im^ia^ 1612 juSim- 
bedt, wo fein SJoter Ißiebiger mar. Stauern er bie ©t^e ju 



I) 9uf btx eibFiot^tf JU SStllngen. — 2) Ißfi. ). ». feint Sint^t 
ung btr beutfc^cn Sonlugattonen S. 27 fg. , bcfonbne @. 83 , XXI. — 
3) 3dtlfomtt'9 eüt^Iciit nullit fl<^ jöiat eine bmtf^t «(ammotif, ifl ato 
leim. «. 0. e. 64. — 4) BgL ^. «. bit ptoWfi^ Hirtttf^eaung te 
€u«f)anHM unb «bitctitu €. 8, IX u. X. 



ciilizedl!, Google 



Cit gniiniuti|<^e Ct^blung kr btut(i^ Sptnl^t 61« jum 3a^t 1665. 73 

^IbeSfjttm unb baS ©qmnafium ju ^m^rg befugt ^otte, gimg 
CT nai( $oItanb unb fhibierte bon 1633 bis 1636 gu Stibeii fdiBne 
^ITntf^ften unb i^urtdimtbenj. fieiben nctr bamate nii^t tiur 
bif trfte ^o^f^ule SuTopa'S fäi ftafftfi^e ^^ilologie, fonbcnt feine 
srogm (^dt^xtea nahmen gugleii^ ben wännftett Xnf^eU an betn 
Snffi^iDims bcä nieberlänbifi^n Staats unb ber niebftl&nbt(<l§en 
@tna^; ja auc^ bie Crforfc^ung ber filteren germanif^ ^ptO' 
(^ ^e "^et einen bemfilensmert^en Sbifang genommen *). <£8 
nnr beä^Ib fat ben SebenSgang beiS ©^ottelius nic^t o^ne Se» 
bentung, bag ei feine Untoeirfitätäftubten in Seiben maä^tt nnb 
bog ^et getabe ^Daniel ^nfiuS, bei gtoge ^^ilolog unb geat^tete 
6olianbif(^e T>mec *), fein :&au()tfa(^fi^ftet ?e^wr ttutbe. Qm Q. 
1636 gteng ®(!^otteIiud jut gortfe^ung feiner ©tubien mä) aBit- 
tenberg, ocn tvo i^n im 3. 1638 bie ©türme bed breifigjfi^rigen 
ftrieg« nat^ ©aufe trieben. Qn bemfelben 3a^r no^ berief i^n 
^erjog «ugiift »on ©raunfc^mrig, ber ®rünbcr ber berühmten 
Solfenbättder SStbliot^, jum Srgie'^er feines ©o^nes Sbtton 
Ulrii^. ©«^otteltH« blieb ton ba an im SMenft ber btounf^mei» 
gtfi^ dürften unb ftarb als gofs- ftonjle^' unb fiommerrat^ ben 
25. Cftober 1676 ju ffiolfenbüttel 3). 

©^DtteliuS war einer ber treffti^en üßanner, bie wä^enb 
ber ttanriflften 3eU innerer 3*i^ffen'^eit unb auSlünbtfdier (£in* 
mif^g ni^t an ber Su^ft ^'^^ beutf^en SSatertanbS Dersroei' 
feöai unb nad§ Rrfiften an beffen Stufri^tung unb innerer ©färl< 
img arbeiteten. 3tuS biefem @efi^punfte ^ben mir feine tong- 
(S^m Semfi^gen um bie beutf^ Sprache vor aQem ju lbe< 
trauten, ©ie finb bunSjogen oon ber ticfften SIrauer ober ben 
pofitif^ guftanb ©cutf^tanbs unb oon ber fefteften Sutetfu^t 
«tf beffen Iflnfttge ®röge. 9Id(^ in einer feiner legten ©d^riften 



1) 6. u. — 2) G^etttUüt tü^ml f^n in bn auifflbTlit^tn Slibcit, 
1663, 6. 86 ffl., e. 91, 6. 1169 aU t)i<^ttr. - 3) ȧl. GL Oufp. ffleu 
^oib, Sofuc^ tin« ^ißorit bei bcut|<^tn SpTM^hinft, ^mbutg 1747, 
6. 98 fg. — a. ^. SBtbtn«, CulcDtt bcutft^ Zii^tcr unb $n|atfltn, «b.4 
tfi. 1809, e. 614 fg. 



ciilizedüv Google 



74 Sitrlt« Ra^M. 

^rigt eS: H^ne ^enSmai^t in l>er gon^n Seit uritb bet Xntt' 
f(^m ^erStiaft 9(66tu(^ lönnm t^un, fo fern bU iteutft^ iintet 
ttnanbet cindunb einanbertec^t meinen, ioo}u billig bit fon^ 
angefeorne Ireu unb SRebltt^kit fie unjcttrenlt^ foüte Deronlaffm" •). 
1Ü8 Wttglieb ber fnii^tbiingenben ©efeUf^aft, tn niel(!^ei er ben 
bejeif^nehben 'Stamm t)tS i^u^enben führte, begnügte er m 
nic^t mit ben wohlgemeinten ÄeuöerUt^f eiten , fonbern n ftrebte, 
bet ©efefllt^aft unb bem Siaterianb buc(^ rafttofe SBearbeitung b« 
beutfc^en ^pxaäjt @^re unb $oit^ei[ ju bringen. fSx tarnt \efyc 
todfii ben engen ^ufammen^ng, in inedl^em baä @ebei^n bet 
aihttterfprai^ mit bem So^I be3 Staate« fte^ 0. & ift bes< 
fyilb enttüftet ü6er bie SSerunftaltung ber beutfe^en ®pro(6e burt^ 
bas einmengen unäö^ttger franaöfift^er unb anbei« &rembroörter, 
ba« gerabe in feiner Qdt in fo crfc^recCenbtr ffieife um fi^ griff, 
unb fu^t biefem Unheil no^ Säften )u fteuem ^). ^oä) i^ et 
6ei aß [einem berechtigten Eifern gegen btefe „©pra^cerberbete^" *J 
lein flberfpannter ©prat^reintger, niie mont^e feiner 3«tgowffen, 
fonbern er Dcrt^cibigt bie ©eibe^oltung gemtffer Srembroörter, »nie 
^tar, Sifi^of unb bergleii^en ^} gegen „bie eRelfu^t unb au3< 
mufteiung ber ienigen, fo Fein Sieutfi^, aU was i^ren O^ren mir 
lentfd^ Hinget, äulaffen" «). „3ebo(^, fügt er ^inju, wirb mit 
nickten baä a la modo patliren unb bie eingefi^obene almodo — 
So^Vmörter ober baS unnötig eingemengte Satein ^ierbuit^ xttx* 
ftanben" *). 

es war für S^ottelius nti^t glei(^iiltig, bog er feinem 
^ebcn«beruf mit ^urift war. Unter ben Triften ^aben wir in 
ber erften ^Ifte beä 17. ^a^r^unbertiS bte bebeutenbften {<riJrbcrer 
ber altbeutf^ ©prat^ftubien: gre^ter unb ©otbaft, gefunben. 
3Iber au$ anbere iRei^tdgele^e in ni^t geringer 3a^I mitben 



1) HoTrendnm Bellum Grammaticale, iBiaunfi^lscig 1673, S. 68. 
SBat tbtnb. e.5. 8. 39. 43. 57. 59 67. 68. 76. 91. ~ 2) «uefä^tli^tKi: 
Seit 1663, e. U53. »at- ®- 1013. 149 [9, — 3) Shttib. ©. lOia 
1014. 1027 u. [onfi oft. — 4} eStnb. ©. 1013. — 5) ßfrenb. ©.465. — 
6) eStnb. ©. 1273. Sial. (iu<% ©. 1245. 1248. 1250. 



L.,i,.,.:.l:,G00Qlc 



Cie graininati[i^ SSc^önblung btt btutfc^tit Sptaifyt bis jutn ^^ 1665. 75 

imsüA bui^ t^re @tubt«t auf bie Unterfu^ung atöxat^iftx Sfltäiti' 
on^brfide gefä^. @d ^aul Watt^iaS SBe^ner ■) (t 1612), 
^^riftop^ SBefoIb ^) (t 1638), ^o^. ©rijfj^ianber ") 
(tl652), 3;0^. 3qI. ©peibel*) (um 1640), 30^. 8ira. 
natuS^) (t 166Ö). Siie bicfe, (0 befd&äftigte p* out^ ©trotte» 
riBj mit bn Unterfuc^ung eigent^ämli^ei beut[(§er Stet^tSgebräui^e, 
al£ berm $TU(^t er 1671 ein (beutfi^S) Serl De Bingularibas 
quiboBdam et antiquis in Qermania juribos et obeervatiB 
^ausgab. Diefe Bett^ffiaimg mit ben alten beutf^en SHe^ten 
braute e« ton felbft mit fii^, baft er fi^ auif um bie ©prod^e, in 
ihIi^ bie alten Sled^tsqueUen abgefagt tcaten, (ömment mugte, 
tmb fo et^ob fic^ fi^on batmn^ feine Sel^nblung bet beutft^en 
@))ra^ über bie S3eniübungen fo mancher ^ebanten feiner Qät. 

©^otteltuä ^at bie grüßte feiner flcrmanif^en ©tubien In 
eint! ganjen.lRei^ »on ©c^riften niebergelegt, Don benen ttir ^ier 
oaätTiäi nur bie bebeutenbeten nam^ft machen fönnen. ßi begann 
tmt einet «Xeutfcben Spiai^tunft", bie im 3- ^641 ju a3raun<= 
fAnxtg trf^icn unb im 3- 1651 «jum anberen ma^Ie" ebenbafelbft 
^enntSfatn. auf ®TunbIage btefet Süd^ gab er bann fein grogeS 
^aufitnwrt ^eraud: ausführliche arbeit tton ber 2:eutf(^en ^ubt 
Sfrro^e, S9raunfd|tDeig 1663. 3)a3 Sierf jerfäClt, a&gefe^en von 
nmgen ©eigaben, in fünf Bü^er, Don benen baä erfte je^n „8ob> 
xAa Don ber u^roUen Xeutf^en ^KiubtSprat^e" ent^ iaS iueite 
Ht „SSortforfc^g ber Ientf(^ ©prad^e", baä britte bie „©ort* 
füpng" (Symtaxifl), baS Dierfe bie „lentfd^e ajerähinff, enbli^ 
bad fünfte fieben oerf^iebene „^tractate", unter benen toir nur ben 
Don ben .©pri^tvörtem ber 3:eutf<^" unb ben Don ben „©tantm^ 



1) Practicamm jaria observationum liber aingularia, neu ^tx. oon 
3si). 64iIltT, Ärgentor. 1785. — 2) Thesaurus practicoB , Tubing. 
1SS9, iHu ^. Sttit H^iiilop^ Subn. "Oia^m, Norimb. 1679. — 3) De 
Wrich£ildia Saxonis, Francof. 1625. — 4) Speoulum jnridico-poli- 
tieo-pbilologioo-historicamiii obeervationom etc. Norimb. 1657.— 
S) De jure pnblioo imperii Bomano Getmanioi tomi tree, Ärgentor. 
1645. 



ciilizedüv Google 



76 eitd« Jta))iltl. 

wBrtern bet 3:eut((^ ®ptai^ nebft i^er fSxti&mng" ^or^6«t 
ivollen. !3!)en %6fij^(ug frinei gramtnatif^ ^tiglrit machte 
@4otte(iu:S mit gwei o^ne feinen Flamen etf(^enenen Heineren 
©c^ilften. !Die erfte betfetten Ift eine eigent^fimlw^ aetftreii^ 
^umotifttf^e ^^tung, in mel^ er feine t)Dlittf^ unb giaiinna< 
tifc^ ©ebanlen mitetnanber vecfc^miljt unb weli^eT er ben SHtel 
Qob: „Horrendam Bellum Grammaticale Teatonnm antiqnis- 
simonim aöunbeiÄaret ausführlicher aSerit^t, SBelt^et geftalt Bor 
ISnger als QmiXi 3!aufenb ^a^ren in bem alten Xeutfc^Ianbe boä 
@))ra^91e(|inteiit grünbli^ oerfaffet gemefen: ^tmai^ aiex, Sßie 
bax^ anistrauen unb Uneinigfeit ber uralten üEentft^ ®pta^ 
fRegenten ein graufonter Jtrieg, famt Dieleni Unheil entflanben, 
ba^ei guten Zijäli noi$ jef^ rühren ^e, in unfec Ütnttf^ 
aJtutter@pTa(5e Dor^onbene SÜhinborten, Unarten, SBortmängeL* 
93raunf(^iceig 1673. £)ie le^te ©d^ft be« ©t^ottennä war ein 
fleiner ifusjug aus feinem gtcgen $au)}ttDerI, eine .Jhtrte nnb 
grünblit^e Snteitung Qa bet 91e^t@(^rei&ung Unb gu ber SJort' 
?fi>rf^ng Qn ber Sleutf^ ©ptad^c. JJftr bie ^astnh in ben 
©^ulen, unb fünft überall nüBKiIi unb bienlit^.' Staunf^lreifl 
1676. 

Sßei bet iBeurt^eilung Don i^ottel'd ßeiftungen muffen uiii 
jKei ©eftc^tSfiunlte vdo^I auäetnanber^altcn. (£inerfeits nfimfi^ 
bitben bie Arbeiten besfclben ein mtd^tiges ®Iieb in ber Steige bet 
©rammotiler, H)el<^e unfere ©c^ttftfiJtac^e feftgefleÜt ^aben, unb 
anbrerfeit« befaffcn fle ^lä) äuglei(§ mit ber gelehrten Untetfw^ung 
bet ©ijrai^gel^t^tc. ^fl elfterer ^ti^t^m^ fefct ©c^ottenu« Me 
Sefttebungen beS Deltnger, bes Sßbertuä, bes ©laju« foit. (Jt 
lennt beten bentf^e ®tammati(en '), abet et weifi aut^, baß bie 
Aufgabe, bie er fvi) felbft fteUt, eine Diel umfaffenbeie ift % St f<(ftefit 
[Ufy tämliif mit flatem SSemuftfein bem antifen Segriff ber @ram> 
mattt an, ^i iffti ®eri^arb SioffiuS, .bet ^lo^gela^rte SKann"* 

1) Otlingtc, f. @d^ottcliu4 auOfü^rL »rbtit €.4. Ofttofrant, t6tnb. €-4. 
1183. UCaiu« e. 4. 1201. »u^ 3<ftl|amn; Icinit tr, tbti^. €. 4. 19< 
59. — 2) ©t^otltliu« auiffl^tl. artcit S. 1183 fg. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



Ct^onbluns bct btutf^en St>n(^t Ü» junt 3a^t 1665. ^^ 

m fchieis KZtxl de arte gr&mmetica entoidelt l^tte ')■ SBafl 
bif grieiftff^m ®tammattfeT ben @rie(^en, bte lateintft^ beit 
mutm geroefm »narai, baö moüte er faen 3)eutf^en fem. ISt 
bnnt ben ©ttett bet antiFen ©rammatifet üiev Stnalogie unb 
tamaitt imb fui^t, für fic^ felbft einen l^tbaren @tanb)>unlt in 
bitfn «Snmbfrase ju gewinnen , inbem et ben „guten ^tixan^" 
Mn bet „miiix&u^liiim SBetfälfc^img" unterft^eibet ^). UeSetoß 
oier fe^ et fü^ bte ^Nftfteltung bet „^oi^teutft^cn .©ptac^e ober 
in testen ^o^teutfi^n ünunbatf ^) )um 3tel. „33ie $od&< 
tentfi^ €f)ta4k, fogt et, baoon vnx ^onbelen unb woiauff biefeS 
^ jielet, tft ntil^t ein Dialectus eigentli^, fonbetn Lin^oa ipsa 
Qennanioa, sicat Tili dooü, sapieotes et periti eam tandem 
recepernot et usurpant" *). S^iefe liogoa ipsa Germanioa tft 
mm fciueswcg« ex usa ju erletnen *) ; eielmeöt muf „bie SIRuttet« 
fpra^ ni(^ in bet alltdaltc^n ungeuiffen ®etooa^, fonbeten tn 
dmftmöfftaen Se^rffi^en unb gtünblid^et Sbileitung feft Sefte^en" ^). 
rSte ein fcftec auSgef^fSItet ®Tunb ift bet einzige setoi0e Stufent» 
^ eines QMSaieS, ai\o ift glei^falte bie G^rommatica bte @eule 
mb iBntnbfefte, wotauf iebet ©utac^e Jtunftge&äu berufen unb 
(i^tioes fixeren Sufent^ ^ben mug: ^t fi^ an^ leine 
@fviift einljiget tunftanäfftgen ®eimd^ unb DlJUigen Sßetmi^genS 
intn^en, noc^ ^ii^et aufteigen etFü^nen lüimen, eS fe? benn, ba| 
pe bim^ unttieglid&e ©taffelcn bet (Jrammatic ben tagten Stnfonfl 
mb <Sxmii> angeioiefen ^be" '^}. ®o tft es mit bem ®nec^f(^en luib 
Sittinifi^en gegangen, unb fo mug unb nnib eS au^ mit bem !Ceut>: 
f4en idjoi. S>enn „bie befte^ete unai^t unb unbettac^tete Unge» 
Qt^ t^ bet jCeuQ'i^ ®)}ta4e wol ben gitJffeften ©c^ben 
mii SBiberfto^, bog fie biS^eto ju leinet völligen, feften <S^xttif 
ftiiffet, flleii^ anbeten ^ubtfptai^en, ^at gelangen mögen' ^). 
Dlm untb bas Ki^tige in blefen anfi^ten ntc^ cerlennen. dcS 
aalt, bie beiitf^ ©i^ftfpta«^ ju einet grammatil^ feft obg«' 

1) «o*. 6. 141. 177. — 2) IShtab. ©. 9 fg. — 3) e&tnb. 
6. 17i, 7. ~ 4) Qbtnb. 6. 174, 8. — 6) ßfemb. «. 1453, — 
fi) 9bab. 6. I4a ~ 7) eStnb. ©. 173. — 8) lgStnt>. ©. 167, 



L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



78 «inite tiefM. 

gränjten gu txifiben, nne W« M aUm oBtltg mtoMtltm 6i^ft- 
fptai^n ber $aU gtivefnt tfL Sängft &ot ©ottfc^cb imb Kbtlun^i 
^at ©(^otteliii« bies Qitl mit Harem SSennifitfetn in'S «ugc 
gefa^ unb nti^t mit ünxtäjt ift er von ber Sit^ttgleU its^tlbtn 
burt^brungen. %ber man bemrrft auc^ lett^ bie ®t^a^x, ntt^e 
biefe Stnfid^t Don ber Spmiie etn[etttg aufgefaßt mit ftc^ fügten 
mugte. ©ie immitteftaren , f(^öpferi[i$en OueHcn b« ®pxaite 
loetben oetfonnt. SBqS nit^t burc^ fiemugte il^ätigleit ^tn fünft* 
mfiffige ©eivis^t gefet^ ift", toitb mit toeglDerfenbet Üßnac^tung 
tili „f6i<i%ü)xaiiii" begeti^net 0- 9So^ foU ba bie rii^ttge (£in' 
fi<^t in bie »a^ l£nttmtflung bei ^pxai)t lommen? ©c^otteliuS 
«jor aaä) »itflii^ weit entfernt Bon einer foli^ UHnfit^t, iinb nwnn 
et nit^tsbefteneniger fi4 mit Sic&e ben alten ©firad^benfmalen 
juuenbet, fo gefi^ie^t es, toeil fein Don 9!atut gcfunber @inn jenen 
Detb^ten %nfic^ten bie Saage pit f&t freut fi<^ innig an ben 
.füffen @e^etmnüffen ber iSpxaiitn'' ^). „IBaS ift nefienft anbem 
®eöeimnif(en bet (Söttli^n ®üben, meldie baS 3Renft|ti(§e @e* 
mü^ ben^^f fagt er, vovl ^enli^ als bie innerfte Srfenntntg 
bet ©(«at^en" s). „I)ie Siebe als ber aßerföftlit^te St^^ unb 
^ö^ftFünftlti!^ l£rRarerinn ber Semunft ift nur bc9 SRenft^en 
(Eigentum, unb fie ift etne georbnete, fi(^ fflgenbe unb beutenbt 
©timm, barin, mie in einem ©piegel ba« (Sefi^te, olfo unfet ®f 
mfi^t unb 5»!^ '"« «Ia«t metben" ^). äWit befonbetet ©ot« 
liebe fammelt unb be^anbelt @(^otteItud bie ©)>tüi^Öttcr, *nai^ 
benllit^, mit loenig oiel T)inge« in fic^ enthaltene {Rcbarten* *), 
nie er fagt Sr rü^mt „bie gar alten >leut(^n ©Triften gleii^ 
bem alten ©über in einer iSxi\d)a.^, rotlä)eS man beSniegen m«^ 
nieg nitft, meil bafi @tefi^irr bataus gemac^ m9 unbräu^Iti^ ober 
jum tftgen austrinlen unbequem fi^inet, fonbem man Htma^tet 
folc^e« atte ©Über ober leffet barau« etreaä neue«, blanfe«, f^önefi 
unb ifitget SHaniet gemeges Derfertigen" ^). f&t fammelt aUe 



1) SBenb. «. 168. (Jßl. €, 1453. — 2) (SBttib. S. 74. 
8) eecnb. ©. 1103. — 4) @6aib. ©. 1102. — 5) «btiib. S. 1233. 



i.,C^oog[c 



Sit gnnBiiUti|<^t Ct^nblung iet bcut[i^ €ptai^e (tS }utn ^a^i 1665. 79 

iotf^e %}6Ttn aus ben atten ®e(e4en unb fui^t fw ju nfläien ^). 
Sä tft, wie et (agt, in feinem 33«! „nw^t allein ein Änja^I »ieler 
toufotb fi^önei SBüitet ^coorje^tai^t, fonbent au(!^ fu monnig' 
falligt Cinärung unb Knbeutung, fo bie gan|e ®pxai^t unb baiK 
a&{ 2>utfi^ föefen angebet, gef^e^cn, bag unfc^iver ba^ei ju cer» 
nünffttgen, wie Diel Dome^me alte unb neue @c^rifften unb ^&i)tx 
^ben muffen bun^gelefen, unb waS ^te nötig, gefamict tvetben" ^). 
Unb loiiHti^ fyit er fii^ aut^ in ben altbeutft^ ©c^tiften, \o weit 
fic bamals gugänglt^ nuren*, fteiftg umgefe^en. l£i lennt täi^t 
mtr bie alten 9te(^tö6ü^eT, fonbem aui$ bie 'Stiftet finb t^ nit^t ■ 
fmnb. er beruft ftc^ auf bas ^yelbeubui^^}, auf @oIbaff:8 üus* 
golie bes fiünigä 3:iToI*) unb beSSHeäbelen unb ber SBiesbefin'^). 
Cr tarnt ben Dtfrib unb benufet i^n in ber «uägabe öon 
1571 8). er beruft fi^ ouf ©illeram ') unb lennt bie «uSgobe 
nm 1598 ») unb bie Sfoten beä ^anciscus ^ntus gum ^iUe^' 
Tom'). aDKt befonberer SSorliebc besiegt er fvSf auf bas Site» 
berbeutft^. „S>ie 9Iiebetfä(^fif(^e ober Stieberteutf^e ®pxaä)e, 
meint er, als woiin baS SUtertu^m gutentei^Iä unverenbert ge« 
Nieben, mug bet iSiIIäiung (altbeutft^er Si3ürter) genteiniglii^ bas 
Seftt tu^f We ouägeft^tiffene ©igraatirmnbe §oc^eutf^e ÜHunbart 
trit oon ber ber alten Seltif^en SuStebe meiter ab" ^°) „Otfridna, 
WilleraninB unb Biete onbere, als anfüngere bcS alten gränüfc^en 
(^entai^ per aecnlB na^ gerabe auägefc^ltffenen unb genanten 
fw^eutf^en) Dialecti, l^aben angefangen, fi^ beS jj, 1i, g an 
M b« t ober b — jubebienen" "). 3a aui^ baS ?lltnDrbif(^c 
imb bie bcginnenbe ^rfc^img ber flanbinoDtfc^ ®elet|tten lägt 
Si^otteliuS nic^t unbeachtet. l£i bejte^t fii^ auf OlauS Soi' 



1) etoib. ©. 688 Ig. — 2) Sbenb. 6. 178. Sgl. au« 6. 5. - 
3) &aü>. 6. 1138. 1184. — 4) ebtnb. ©. 1196 fg. »gl. ©. 110. — 
S| eitnb. e. 1021 fg. 1196. — Ö) iSbinb. 9(. 9. S. 42. 43. 98. 145. 
lia. 1194. — 7) C6enb. S. 43. 152. — 8> SBenb. ©. 1170. — 
9) »eati. 6. 1037. - 10) &mb. e. 690. »gt 157 fg. — 11) ßSenb. 
6. 152. 



ciilizedüv Google 



80 «tat« »a^itü. 

miaß Or luf 2(mgritnu3 ^otiai ^) itnb %tü>txt uttb t^ baS 
93ateninfet in iSianbif^er, fc^toebtf^er, bfinif^n mt> nomegif^« 
©pra^e mit ^). (£r moä^itt bei tHimen unb gibt auf tSHnmblage 
feinet fEanbinoDift^en ©emä^tsmünnet eine »bbilbung beirfdben*). 
4Hne uefentltt^ SQde abei bilbet bei ®^otle[iud, bag i^ ba$ @0' 
t^((!^ no(^ fo gut mie unbefannt ift. Qcoar tft i^m baS Senige, 
nad man im ^a^r 1663, eis n fein ^a^tueTl ^ausgab, oom 
®ot^tf(^ toinen !onnte, m<^t entgangen. St lennt bie ©d^nft 
beS SßonaHntura $ulcantu$ de Uteris et lingna Qothorum ^) ; 
aber bas Sii^t, bae biefe Reine @(^rtft aufftedte, toat fo gering, 
baß ©(^otteliuS no^ fagt: Ut))^Uad, ein @ottf#ci 93if(6of, foU 
bie §eili(ie ©t^ in ble leutfc^e ©^ira^e gebracht ^ben *) , unb 
bag ec an einer anberen ©teQe bas ©ot^tf^e unb baS Sttnot' 
bif^ buri^etnartberreirrt ^. 

fragen wir nun, wa« ©^otteltu« auf ©runbtage biefet Äennt- 
niffe für bie ffirforfi^ung ber beittfi^en ©iwn^ geleiftet ^at, fo 
moUen mit ntc^t ISugnen, bag er mam^e gan) richtige S31üle gc 
t^n unb feine äinfn^ten mit giogem %itt% ausgeffi^tt ^be. ®o 
ift j. 93-, toa« er üb« bie beutf^ ©ottbilbung, unb in^befonbete, 
toai tx im %ttf(^(uß an ben ^ollänbifti^en SRat^motttei ©tcoinu«, 
über bie gtoge iJrä^igleit bei gennanif^en ©ptat^n, Sompofita gu 
bitben, fogt, aQer Knetlemtung nTert^ ^. :SSMe n»it aber ©i^lter 
liu^ no(^ entfernt mar »on einer rii^tigen Srfenntnig bes beutfi^en 
©firo^baus, bafflr moUcn loir nur gwei UmftSnbe anf&^ren. Sias 
bas ®enuS ber beutfi^n Sürter betrifft, fo begnügt er fii^, 
einige nenige Siegeln oorau^Sjuf^icten, unb bann fü^rt er' bie 
SBörtei na<l^ i^ren iSnbbuc^ftaben auf ^). 3)ie beutfc^en 9!erba ober 

1) ebcnb. S. 53. 1024. 1162 fg. — 2) QbtxA. €. 56. 1024. — 
8) e&tnb. ®. 130. — 4) 3n btx 2. auflgabt btr Stuttt^tn e))ra<^ritn^ 
eiaunf<^U)(is 1651, S. 111; in btr au^fa^ilii^en Urttit 1663 ft^lt bie 
Xa(t(. — 5) «hnb. €. 56. — 6) (Sbaä). €. 48. — 7) 6benb. S. 54. 
8) ISbcnb. €. 72 fg. 398 fg. 6t»jn'e «npi^t ti. €. 409. «ut^ ougti' 
bttn btjit^l fc^ 6^ottcIiu« nii^t {eilen auf Itnnt ))atiioti{(^ b^'^'^'I^o 
«clt^rtra. Sa'- i- ®- ®- 12. 41. 55. 61. 93. 1167, 1275. — 9) fSbatb. 
«. 269 fg. Sgl. j. a. e. 281. 



ciilizedüv Google 



£h gniitnnalifc^ fic^anbliuig bn tKulf^cn Spra^ bit jum ^a^x 16C5. SI 

mO)6U er unter sroei Äüniugationen : „bie flleWjRieffenbe (Kegu- 
lariB) imb ungleic^pieffmbc (IrregulariB) ober „bie crbentHi^e imb 
uBOtbentlic^e" ')■ SJon ben „imglcii^flieffenben", fa. i). ftorlen 3«t» 
.Dirtent aber fagt er, bag man i^e „Somtinma nti^t leii^tlic^ in 
tt^iäft ßtMS^ faRcn fönne" *), unb ftcgnflgt fic^ bann, fie in aU 
l^htif^ei 9tei^enfoIi|e auf^ufä^en ^). 

3n ©cjug auf bie gef^i^tli^ erforfd^ung ber beutft^ ®ptai)t 
i]^ t€ [[(un [c^i el^Tentvert^, bag @<^otteItu8 fi^ mit niii^t geringem 
Sfufnunb Don %ld^ auf eine ^ef^ic^te bei beutft^ ®pta^ ein» 
löfit*). Ch; t^It fie in fünf „<S>en^eiten ober (Spo^ai." I^e 
ttfte beifelben beginnt mit bet „anfänglt^ SBitbung ber JCcutf^en 
ffiörter', bie jnwtte mit ftari bcm ©rußen, bie britte mit SHuboIf 
Don ^bätrurg, bie Dteite mit Su^er, enblii^ bie fünfte unb le^te 
3>n^eit „m^iftt auf bie ^a^xt einfallen, barin baS aufitänbif^e 
wrbertcnbc Sapv- unb glifroefen Wnte ton ber lentfc^en ©i^rat^e 
Qbgete^ct, unb fie in t^em retntit^en angebutnen ©i^mutte unb 
Stufc^^ett er^Iten, auäf barin juglei^ bie rechten butc^ge^enbe 
Brioibe unb Sunftroege alfo Knfcn gelegt unb beliebet, on^ ein 
DpUigrt S5Jürter6u(% Derfertiget Mjerben, ba| man gcmä^ltd^ bie 
^^e unb !ffiifTenf<$aften in ber 3)hitter())rad§e lefen, oerfte^n 
imb ^ören motzte" '•). ^aUf jelgt ©^otteliufl eine anertcnnen«. 
HCTt^ einrußt in bas ^jeroorroat^len bes beutft^en SEBortfi^^« 
onä ben .©tommwörtetn ber ©prac^e'^), iiub es gcreit^t il^ jum 
Si*f, ba6 ef ben SJerfuc^ mat^t, bie ©tammmörter ber bentfd^n 
®piac6e gu fammeln '•). %bcr auf totli)tt ©tufe feine gonje ©pra^ 
fn|(^ung n«^ ftanb unb inic nöötg fremb i^m bie rit^tige Kriennt' 



gbmb. ©. 549. Bfll. ®. 160. - 2) läbtnb. S. 569. — 3) ebtnb. 
S. STS fg. äRnhuGibigCTWeitt btbintt ri^^^olleliu« tinmal fOT bit flauten 
Snba btdflusbnida .imgleic^flitffenb unb ablaulenb* (Bellam gTRinma- 
ticale 1673, €. 48]. 9bn in berfelben Q^n\t iß 6. 90 bit 91tbc Mn 
,tln4t«i«^il btS SLblaul', unb tbtnba ^igl ta mit td^arfcm Zabcf: ,ba6 
mn \t unailig, ablauttnb unb fibd fprei^m nnb aufttbtn ntfliftn.'' S(i= 
M nii^t mit tBt^ie^ung auf bit flarfen Strba , abtt bei oon biefm ^ebraud^lt' 
«uibnid fiiibil babut^ ftint grlSuttrimi). - 4) «ueffl^di^e Arbeit 1663, 
6.27. - 5) ebtnb. ©.4P. — 6) «benb. ©.68. — 7) öbenb. ©.12Ö9f9. 



;.„.,_._. i.,C-.ot-)gle 



82 ^'«nii Koltitel. 

nig bet beutft^ ©DtodKntimtflung mar, has miib fui^ aus bau 
golgenlim pi ©enüge ctgeBeiL „Sie u^olte ßeltift^e nbev loit' 
f(^" ®tjra#e*) ift bo«, »oooon bet SJetfaffet bei f einen gefc^i^t» 
Ui^ Qißtterungen ii&nralf oudge^t. 3)iefe .eeltitd^ ober alte 
jteiüfc^e ^puäft", fagt er, „^t Dteteilet SRunbnten, fo ^btfa^ 
lid^ flctei^fet roerbcn in Äbftimmige, bann gam bie iCeutf«^ ^c 
f<^Ie(^toöttei, ^aifioiittet, ^©tommwihrtei nnb al[D bie Xeutf^ 
(Eigenfd^oft befinblii^, benno<^ abei toegen bet ÜluSiebe, Sktftüm' 
ntelung unb unlentli^ SDIa^ung ber a:eutf(^en unb iSinmengims 
bet ftömben SD53ttet faft abftimmig »on ießiget Icutfi^en ®pia(^ 
fi^en, rsAmoi bw^ itntunft, @tunb unb Sefen ^tüt\^ armoä) 
ifit unb bleibet, <Ü9 ba finb bie ^Iänbif<^e, Slotnjegiff^e, !£)äni{(^, 
@(6tpä)tfi$e, ISngttf^e, ©c^ottifi^e, SaUifi^, Kltgotif^, fo anno^ 
in Taorica Chersoneso Dot^onben^), Unb duftimnige", nSnlii!^ 
»^ix^teutf^", b. i. oeftetreiil^fd^, baqettfi^ u. f. f., u)ü> Siiebet' 
teutf^, b. l nieberlänbif^e, ftiefift^e, ^olftebif^e u. f. f. % 
3Ran ettennt an biefem Stammbaum leiti^t, tote nieit bie Siu' 
fic^t txS @c^otteliu3 leii^te, unb rote untic^tig unb Detrootren 
feine SJorftellungen übet bie älteten imb übet bie aufetbeut« 
f<^ Spta^ tvaten. S)aS, worauf ed i^m nun toeitet vor 
aflent anfommt, ift, ju jeigen, bag «unfete iftige Sieutf^ 
@t>tac^ eien biefelbe u^talte ueltroeite %nit^ä)e iBpxaäje ift, ob fte 
f<^on but(^ mitbeften Segen beä ^nmutels gu einet me^t )>t&^gcn 
3i€t unb äJoUIünunen^t getauten ift"* ). %ßenn er bieiS in Segug 
auf olt^ot^beutfi^ unb aüniebetbcutft^e aüötter geltenb mac^t '•), fo 
^ et ta, bie ©ai^e richtig t)etftanben, nic^ Ume^ Sbet »it 
benit fi(5 ©^otteliu« bie ®a(^e? ©i weit te*t »o^l, bog bie 
beutfc^en Sötter, nantentn<^ in Sejug anf i^re enbungen, gut 
3eit fiorrs its @rogeu fe^i anbers ou^efel^en l^ben als im 17- 
Qa^t^nnbett ®). & finbet bort on unb an ftott en nnb bergleii^ 

1) e^cnb. <B. 34. 54. &6. 140. 151. 152. 1453, — 2) e^oHtliuS ftntU 
t>k 9ta<^ri4t bH Suabcquiue. @. ^uSfa^cUi^ aibtil 16C3, €. 132. — 
3) ebti^. ©. 154. - 4) ettnb. ©.48. — 5) etoib. ©.47. — 6)e*tni 
@. 43. 152. 



ciilizedüv Google 



7h gtanmaliji!^ Sc^nbtiinA bu btut|<^i @Vi''>4c iit jum 2lo^' 16^. 83 . 

mt^T. S)a nimmt et nun aiU$ <£mfttö an, bag bte vnNtmme^m 
iifli^iK^beutft^ gormtn bie uralten regelredlten feien, Don benen 
nun fic^ nur aus Ungef^id, oud Unac^tfamteit unb ®ef^maifIofig<' 
Ftit '), jum jT^I oui^ aas iRa^^mung bed Sateinifc^en ^) entfenit 
tobe. ,3n ben altetfi&eflen ©cft^riften unb Reimereien" , fogt er, 
.airat man btcfes vxa, bag mi) Säelic^ unb iSinfäUcn bie SSax' 
ta {aä) gcenbtgt" % ^n feinem BeUum grammaticale ffl^ er 
biefl iDfiter au«. "Ca t^itt er jum 93ele9 met Seilen aii« Otfrieb 
fflil unb fä^rt bann fort: „©iefeS ift fa (lot unb unftteitig 3:eutf(^, 
obre hwcä) Unart unb Uno^ ber 37htnbarten beftänbert unb er< 
frömbet, 3)an «Uo ä't» tM» t^o ä>n ^"Oel r«^t unb nun' 
BM^r djieber alte Stit bie ba fein"*). Unb bie« ßefetc 
i^iieb ©(^otteliu», ats bereits burt^ bie SEÜeberauffinbung unb 
^an:Sgabe beS got^f^en Sobe; argenteuS eine neue Sfio^ für 
bit erforfttiung ber beutfi^en @pra(^ angebrot^ toax. Vbet er 
(atte bomalS bereits mit feinen %ifi[^ten abgef^Ioffen, unb ber« 
lonten in anbenneitige, nantcntlitl tldeologift^ ©tubien (at er, mie 
H \i)mt, non lener e)}o^ema<^enben Sntbet^g feine SinniirAmg 
mt^r nfa^en. 88ir fagen bieS tUleS nit^t, um ben trefflichen 
3Sam ^erabjufe^r fonbem um ret^t einlen^tenb 3U jeigen, nie 
mit ^anciäcuS i^nius unb ber ^raudgabe bes UlfilaS ein neuer 
^nramn für bie gcrmonif^ ®)?rac^for{^un3 beginnt. 



Hit lepfalifr^t eeirbeitung ber bentf^en Stirai^e bis gnm 3i^ 
1665. 

@^on in ber alt^oi^beutfi^en ^eriobe gab es ja^Ireii^e Iatei< 
nif4=bfutf^e ©Srterbü^er, bie einen ST^eil ber fogenanntcu ©lof* 
im Silben, unb bicfe lefilograp^ifc^e J^ätigfcit fcßt fi^ toxi imä) 



1) ettnb. 6.43. 162. — 2) &mh. ©. 43. — 3) e6tnb. ©. 175.— 
*) HoneDdom bellnm grammaticole 1673, €. 88. 



D,i,-.,zeül:,G00Qlc 



84 ^nft(« Jtat^ttd. 

bae ganje SßtttelaltcT Us in ben Anfang bet neueren geU. Sla^ 
Srfinbung bei Su^bruäettunft erfc^einen in bei snxiten |)ä[fte bed 
15. unb am «nfong be« 16. i^^^unbnt« etm SWenge foli^ 
SSocaenlorten im a^nuT ')■ 3la awii^ beutf^tlatetnifi^e Sörtet« 
bÜ^ bec ^Tt gab es bama($ fi^on in jiem(i(^er Snja^l. S!)a$tn 
gehört j. ©. bet 1482 ju SJürnberg erff^ienene Vocabularias 
theutonicoB in quo Tnlgaree dictioneB ordine alphabetico 
prepoDunhti et Utini tenniiii ipsas dlrecte sigmificaatea se- 
qauntur^). Jtbet alle btefe S9üi^ ^aben tra @runbe :init bei 
beutf^ ^l^UoIogie nt(^S ju f^im. @ie fönnen bem ©ennaniften 
fe^ reii^^Itige 9IitfT^lüffe geben; aber i^re SietfajTer ^ttcn nt<^t bie 
abfl^t, ben beutfc^en '^vta(^\i)aii gu oerjeic^nen, fonbem i^r gan^eä 
€treben gieng nur ba^in, ein $&lfdmittd gum SQerftänbntg bed 
gateinifi^en jn bieten, ffijir muffen btefe beiben Seiten roo^I un- 
terf(^ben, roenn wir eine ri^tige Cinr«^ in bie ISntrottfiung ber 
beutfc^ Sejrilograp^te belommcn moOen. T)tx nä^fte ©t^tt, bct 
in ber erften ^Ifte beS 16. ;^^r^unberts gemacht nnirbe, tfot eS 
xiMliä} glei^fall« no^ nld^t auf ein ffiörterbuc^ ber beutft^ 
©p(a<5e abgelesen. Sä foU »ielme^t nur an bie ©teile bc« bar- 
baTif(^en Sateins ber bid^erigen aSocabuIarien e^tcS antil flafftfil^e^ 
Cateiu gefegt merben , (o baß ber ©enufter mit §ütfe beö loteiniff^- 
beutf(^en 2SiJiterbu(^ä bie alten ^affifcr oerfte^eti, mit |ifilfc beä 
beutft^'Iateinif^n ft<^ felbft einen guten fateinif^cn Jluäbiuif an= 
eignen lann. ^n biefe jflaffe Don SBü^ent gekürt baä DictioDa- 
rium LaÜDOgermaDicum unb ia^ boju gebi)rtgc Dictionariom 
Qermanicolatinum, roeW^fcS ber im Q. 1559 Derftotbene Ce^rer beS 
®rie4if(^en gu ©traßbucg^) ^etrus S^af^pobiuS im ^. 15.% 
^ausgab. 3)ag er eä in bciben üt^Icn auf )ias Sateinifc^e ab' 
gefe^en ^at, ergibt fid§ aus ber SJorrebe bts S^faffer^S gur®enflge. 
£)agegcn mat^t ben entfc^eibenben gortfi^ritt gu einem ivirnit^en 

1) Sgl. Lanr. Dief onbach , QloBBariani Latino-Oermiuiiciim me- 
diae et inGmac aetatis, Francof. 1S57, p. XVI Hq. — 2) fluf ber 
SRün^iUT ^of' unb €laals6i6lioi^( In tnc^itrcn @rtmvIaT'n on^nbcn. — 
3) O.Hatth. König, Bibliotheca vetuB et nova, Ältdorfil6T8, I, 236. 



ciilizedl!, Google 



Tic Itrifalifi^t 9tai:6tituiia bct bcul(4tn @pra(^t bis jum 3a^t 1665. 85 

(Fictorina) in feinem SerF: !tiie 3leütf(^ fpiaa^. 9Ue mxttt, 
wmtn, m arten jü tdien in §o4tcütfi^ei fpraac^, bem Ä 33 E 
mit mbentlti^ g^letlt, tmnb mit gutem Satein gan^ fleifftg mtnb 
riaflüfu^ iKttoImetft^t, berglt^c^ bt^'^ar nie gefa^n, T)uri$ ,3cfu<i 
äßaalti bürget ju 3^^^^' IHctionariom Qennanicolatimim no- 
Tnm. Hoc eet, Liaguae Tentonicae, superioris praeBertim, 
tbesaunis, — Tiguri 1561, ©er SBetfaffer, ^fattei ju ®Igou') 
in güTtc^ @^6iet, toutbe uon .Soittob ®eäneT oetanlagt, baS 
15M ju 3flri<Ö etfc^tenene latetntf(J&'beut((|e IMcüonariiBii beä 
^f). ^^ud JU einem ol^j^tietifi^ geoibneten beutfi^en ^pxaäf 
f4a^ intijuaiBeiten. S)a3 fieigefQgte Satein (olUe freili^ au^ '^ter 
jajtleii^ bcm Soteinf^retknben eine gute Ueberfe^ung bet beutfi^en 
Sfbenjetfen an bie ^nb geben; bie cigentlii^ Slßfid^t abet gieng 
auf eine Sammlung be8 beutf^cn föortfi^a^. ^n ber ge^It< 
Ttiü^ Sorrdtt, bie <£oniab @esuer bem 98eTfe ^ujnffigte, fagt 
a, in einem (St\pt&^ jiDtf^en i^m unb t)irifiuS , bem auc^ ^ic 
toriuä fteiroo^nte, fei bie iftrt>c auf bie lebenben ©(irat^en Suros 
pa'ä gefommen, unb ba Ratten bie Unterrebenben bemerlt, wie »iel 
bie ben Iicutf^ benat^barten ÜJÖlfer: bie tlrranjofen , Italiener 
imb gnglänber, für aSerfc^önerung unb SBerei^erung i^ ©tjro« 
itien t^ten, unb bat fw reit^^oltige SEBörterbfi^er berfetben 6e' 
fäEen, tn benen too^t geoibnet bie etn^efnen ^udbrfide, i^re %n' 
tnnbung unb S^beutung, unb ebenfo bte ütebenSarten ertlfirt wür< 
btn. „'Ba empfonben mir eä f{^mcrjU(^" , fä^rl (SeSner fort , „baß 
rnifttm Deutfd&Ianb ein 3Rann fe^te, ber basfelbe für unfere ©pra^e 
Ififttte." @o oeranlaßten fte ben ^tctorius, [lä) biefer arbeit ju 
uiUeiiie^. SBie fe^r babei baS ©eutf^e im iBorbergrunb ftanb, 
fie^t man unter Snberem au(^ barauä, bog betäSerfaffer ni^t btog 
bei ein^eimifc^ 3>i9cnb, fonbcrn au(^ ben ^rrembeu: t)jranjofen, 
jultenem unb <£ng(Snbem, gur (Erlernung ber beut[<^en ^pxaäft 
^ülflit^ fein nwUtei'). Um \iit ju überjeugen, bog aWaaler'8 

1) ElgoTinm, 3RmW9 3ßtbmimg, unb <Sttm^» Praef. — 2) e. 



ciilizedüv Google 



86 gilnfltfl ffofitd. 

Unternehmen nrirtli^ ein neue« war, „bergleii^n Wä^ nie gefe^," 
brauet man e8 nur mit bem Doiange^ben beutfd^^Iateinift^en 
SStterbu^ beS !^^pobiu3 ju neiglet^en i). — SBas ^o\m 
anoalei begonnen ^tle, bas fu^te ein ^Ibeä i^^^unbert fpattt 
®eoTg ^entfc^ in viel gr5|evem Umfang ausgnfü^en. geboren 
an Sartfetben ^) in Ungarn im ^. 1549 , ronrbe ^nif* 1576 ju 
83afel !Coctot bet 9Äebicin unb in bemfelöen Qa^t ^tofefior bei 
Sogil unb Sßat^matiF am @9mnafium ju ^üigäburg- ^t« nntfte 
et &iiä JU feinem om 31. 3J(al 1618 «folgten lob al« Sedier, 
Sorftanb bes ©qmnaftums unb Sßttglicb bes mebtcinif<^en Solle> 
giumS ^). ^Kntft^ ga& eine gtoge 3<i^t flaffifi^'p^KoIogif^ci unb 
mat^motifi^'aftronomif^t ©i^ften ^eroufl. SD3afl ober feinem 
Flamen wr allem einen e^ienpoüen ^In^ In bet dJef^ii^te bet ®e» 
le^tfaraleit fiebert, ift fein umfangreic^eä SEßctf: leütft^e ®pxaä) 
mi> Sßeig^eit TheHaunis linguae et sapiendaG C^rmanicae. — 
Pars prima. AngUBtae Vindelicomm 1616. Sftit Sec^t tann 
genifi^ in bet loteinifdi gefc^iiebenen äBibmung an bie ®tdnbe von 
Ober« unb gjieberoeftetrct^ fagen, bag fein '&v^ (ein geM)ö^nIii^e8 
S^ictionatium fei, rootauS man nut bie iBeboitung ber einjelnen 
SBörter entne^en tönne, fonbetn ein Sett teid^t unb DoUforn* 
mener ais alle übrigen Se^Ia. :£)enn es entölte ni(^t blog bie 
getoö^nli^en Sottet, fonbetn au^ bie feltenen unb fettenften, bie 
in anbeten fi^nlic^en andient tiermigt mürben- UebetbieS teilte tS, 
bie SBörtet auf bie 3>inge fetbft anmenben, fo bag bie IDtnge in 
©orte flbergiengen. Äui^ fei bo« S3u# nac^ einet fold^n SWet^obe 
gefi^tieöen, bog noi^ nientanb e« in biefer golge »erfnc^t ^obe. 
S)enn bie einjelnen Sötter Ratten neben p* i^rc ©^nonpmo, 
S^etioata, l£))it^ta, l^^tafeö, ®))tüi^n?öttet unb geiftret^e 9lu^ 
f()rü(^ weifet Si^üftt fonoU aus bet Setgongen^, als aud 



1) 3Kan ugt. j. S. btii iritl^&atliBtn »ttitd «matt unb bcfftn 9Wtil' 
ungm Ui lIDaalti mit t)cii|tlbcn äSErKrii bei &)fq);i>biu8. — 'i) >Bart- 
phao in HnDgariai, [agt $ciit[c^ |clb|i auf bti Ut)lni Seile ftinci t)tbi»< 
lioii. — 3) 3iS<^(. Sgl. bit «at^rit^ten, bit .^ntif* \tlbft am Sc^lu6 
letnei: tSibmung über fein Zibtn gitl. 



ciilizedl!, Google 



ri( Itriralifi^e tBtai&tiluiig bct btutfi^n Stttat^t iii jum 3a^i 1665. 87 

ia ^tgftmast Unb und bet ^Jerfaifet '^ict wc^pti^t, ins ^t 
n xAMi in bn Sitöffi^tung. ©ein V&td tft neben aUent älnberm 
ria un^ ®(^6 Don @t>iüi$ivörtem unb f)}rüi$ro0rtli(^ WimiS' 
arten'). Dag « in bon eigentUt^ ®)3ra^niiffen[*aftli^, jmnal 
in im et^motogie auf bem no(^ fe^r unDoUfcmmmcn Stanbpuidt 
Erinn 3ctt fte^t, xmxh man t^m nt<^t jum Somurf mai^. Sei' 
bnr ift fein tnäifyiltiitS ffiett imooKenbet gcMieben. 'Cet ollein 
frfi^iennie erfte Sl^eil, ein goUo&onb Don 1875 ©polten, umfa|t 
tnn bie Sni^ftaben 9 &is @. gt^et 3<i^i "«(^ MF'x IStf^einen, 
am 81. SKot 1618, ftarb ber SBerfaffcr, «nb in bemfeI6en 3a^ 
tra^ bec Denoüftenbe bieiftgi&^ge ffrieg aus , bet auf lange (in 
ientrtigen Untetne^nuingen ein iSnbe mat^te. 

ISinerfeitS mit ber Sefirogrop^e , anbrerfetts mit ber ©rom.' 
matit in nfi^fler Segie^ung [tc^en bie ©<^itften, bie fi^ mit bet 
6t?moIogie ber beutfc^en ©(jrat&e ftef^äfttgcn. SEßtr (aßen in bie^ 
irm unb bm Dorange^enben ^bfd^nilten j^on Öfter ber gelegcntli^en 
Semö^ngen um bie Ableitung ber beutjifien SÖJörter gebaut, unb 
tvoUen ^er nur noi$ einige Schriften enoif^nen, bie ftd^ auäf((Iieg=~ 
raft mit bei! beutfc^en (Jt^raologie bef^ftigen ^). I)ie erfte; Origi- 
nes dictionnm gennaDicanun , erf^enen 1620, rfl^e ^er von 
bm aHeflenBnrger Änbreaö ©elnjig (t IfiiS) nnb fut^te auf 
He bamolige SBeife bte beutf^en SÜJörter au« bem Cateinifi^en, 
8rie^f(^ nnb ^bräijc^en abiuleiten ^J. Tiie anbere; Ars ety- 
molt^ca TentpDum e philoBophiae fontibus derivata, er> 
i*ienen ju Duisburg lßß3, ftaüe jum aSerfaffer ben fil&arfftnnigen 
Kottefianer Qo^anneS ©lauberg (geb. 1622 jn Solingen, geft. 
olä ¥rof. ber ^(ilofop^ie unb Sil^eologtc ju l^mäburg 1665) ^). 



1) Sgl. ). e. boS So» .atsi' Sp. 108—118, ob« bat Sott ,@eH' 
6(1. 1683—171«. — 2) «tgeic tiiitt fflleiiae anbertwitiger S^riften mag 
«Mt ed^l'S flistoria Btndii etymologici etc. nad^fe^tn. — 3) Sgl. 
Uluiidg'j Atb etymologica in Seibnii' Coliectanea etymologica, Ha- 
Kutne 1717 , p. 210 sq. — 4) «gl. bw HuÄjflgt au« 6lau6«g'« 8t6(H 
Kn ^tnniniua bti Slti^otb, Serfui^ cintT $if)orit bn btutfcltti Spiac^funß, 
^urtuis 1747, @. 241 fg. 



ciilizedüv Google 



88 6t<^9ce SaifiiUL 

©au&etfl war nm nur ein geuötet 'J>en!er, (onbcrn er ^tte fi^ 
aai^ mit wahrem 33erftänt)ni§ auf bo:S >Slubium bei beutfc^m 
@pra<^e geworfen, unb \o enthält feine fleine ®^ft ne^ man« 
^em aSerfe^tten eine iRei^ flefunber ©ebanlen unb Ausführungen 
über beutfc^e et^mologie ^). 



3nt SBfiuige bet germimf^en V^iltlogit in ken Nitktctonbni, 
in ttngUnti unb in ShnbtnniiitR. 

1- Sit Äufiaftt Ux gtrnaitfdicii |)bUDUgfc In kcN VirliElaUti kjf amf 
fmui*»* 3uiiiB». 

93eDor rctr bic ©efc^ii^tc ber germonift^cn ^^ilotogie innerhalb 
"^utf^Ianbä meiterfü^ren, muffen mir einen %litf UKrfcn auf baä, 
toaS unter ben übrigen germanifi^en SJöItcrn bis gegen baS ^af)t 
1665 fßr unfre 3iJiffenfi^aft gelciftet würben ift SDäir beginnen 
mit ben ^iieberfonben. SD?an wirb eteßeii^t fragen, marum wir 
nii^t bie Setftungen ber Sifiebcrfönber gerobe fo, wie bie ber ©i^mei' 
jer, ben arbeiten ber !3>utf^ betjft^Ien. ^ber baS Skr^Itnif 
ift in ber 3^af ein ganj oerft^icbeneS. SHe ©ij^weiäer flehen mit 
ben übrigen üDeutfi^cn ouf bem Sobcn einer unb berfelben ©c^rift« 
\pxaiie, bagegen ^aben bie iHicberlänber fii$ auf @(innblage i^ 
ajhinbarfen eine befonberc ©(^riftfprai^e gebilbet ©o finb fic, 
obwohl bie näi^ften aSeriranbtcn ber S)eutfc§en, ho<i) ein »du 
biefen cerfi^iebenes SßoH. SDieS tritt uns gerabe bei unferem 
©egenftanb reii^t Hat entgegen. Die entroiiflung ber niebcr* 
tänbifi^en ©^riftfprai^e ge^t i^rcn befonberen ®a«g. ©ie ^t 
i^te eigenen ©wmmatifer unb 8cf tfogrov^n , fo rote bie beutfii&e 
bie irrigen, 'üiun icerben mir äwor in bicfem aSerl bie aus« 
bttbung ber oußerbcutfi^en ©i^riftfproi^ nic^t nwiter uerfolgen. 

1) 3)jt @c^Tift i|l tnicbtt a&gcbrucfl in btn Don Stf^att ^«auegtetbintn 
Colleotftnea etjmologica Ui Eeititi), Hanov. 1717. BflL bort Stloiibtt« 
ba« ©. 191 US« bie »bleituiifl bM SBotltS Vernunft ©1(0911. 



ciilizedüv Google 



titinfän^t bct gcnn. $^il. in b«i1Rttbat„ in engl. u. üi i£fanbinauicii. 89 

fikt aai) auf bU (^rft^unc) bet SXttxtn ^pxaüft äußert bU 
Süitfü^t auf bie eigene SDhittetfvwtfie ben «K[eniti(^flcn ffitnflujj, 
ime mit bte« gauj Hat bei ben tfeiglänbern uitb ©tanbinaoieiH, 
ober an<^ beutli^ genug bei ben SliebeilSnbem im^el^men. X)ie 
gennonift^ ®pxa^o^i)mQ beginnt bei ben ^ieberlfinbem in ber 
poeitffl ^Ifte beä 16. 3»^t^unbert8 '), unb jroat fe^en mir fie 
anfänglid^ elbenfo in ben füblt(^en loie in ben nörblvi^en 91iri)ei;Ian' 
(KU i^ren @tg auff<^tagen. ^ffc Slteftet Sjcitretet: ^■'^«inned 
<*10TO()iu8 ©ecanuS, roax fteitic^ einei ber feltfamften Ma^t, 
He fi^ j< "lit ®pco(^fotf(§ung aögegeben ^oben. @e6oren im 
Jj. 1518 in bau 5)orfe @orp ftubierte er SWebicin, gab bann aber 
ftne glänjenbe mebtcinifcbe ^i^anS auf, unt [i^ ganj ber Srforf^' 
mi ber tKtterKinbifc^n <Bftaä)t unb btä oatetlänbif^en Sltert^umd 
}u iQÜiaien. fSx lebte meift ju 9ntU)er)Kn unb ftarb 1572 ju 
Waoätri^t- i^ne Dermeintlit^ ffintbedungen legte er in einigen 
Emfangrei^n Herten, ben Ongmeo Antwerpianae (^ntoeri^en 
I5(>it), Hermathena ^) unb anbeten mebet. @orD)>iuä MMt nii^t 
c^ne ausgebrettete @ele^tfamteit, aber fritiflos unb ))^ntafttf^. 
tlittn feinen Dielen aSunberltc^feiten mü i(^ nur bie eine ^eroor' 
ifdni, ba§ er bad ^äeberlSnbtft^ für bic Utf)>ta^e ber SOJenft^^t 
^It unb biefe %ifi(^ in einer Säieife begrünbet, bie noi^ Diel fon< 
ttTborer tft, als bie Se^uf^tung felbft^). t)o^ mie jum iio^n 
für {einen ))atriotif(^u Sifer mürbe biefeui Sonberling bie @^re ju 
^eii, bag eins feiner ^erfe, bie Origines Antwerpianae, jum etften< 
mal (1569) ein tleineS EBrut^ft&d bet got^ifc^en ^pxaäft: bas 



1) Sil mfolstn in bitttm SnI, mit Dien [c^on guncrCt, bti btn 
m^nkuif^en Siltun nut btt gtl^rlc Srfotf^unQ btt gtnnanif^tii Sptof^n. 
t\^tatm täUtn nie ^ict, mit in Seutfc^lanb, mit ben ni(b«lSnl>i[(^=kt(ini= 
l^n Sirittbüi^ni )u beginnen nnb ^in iuglcit^ btn 1477 ju XiUx tr= 
ttitntnen Tonthonista bc« (S^ttatb »an bei Saueren aufl Xaiilen im 
^9gi^um jneue ju crwli^nen. ^gt. &ba U)n unb ftiti 2B«f @IiQnetl'e 
Sotitbe jui neuen SufQabe be« Teuthonieta (Leiden 1804). gbcnb. 
€■ LXXTll fg. ein Secjei^nig lateiiiift^ = niebetlänbifi^et Socabularitn. — 
^) ^cuAgeg. noi^ (Sotopiuj Zoit ju 9iuwer)ien 1580. — d) Origines 
antwerpianae p. 534. 629. Hermathena p. 27. 204. 



ciilizedl!, Google 



90 6t(||M ItU^filü. 

Satentnf«, oeidffentlHl^t '). Wxx baS ganje ä^a^ bed@ort)< 
piuS war fo gninbiKtiFe^Tt , ferne <S<^itften unmmeln bennagen 
Don Detrfiitten StnFSUen unb tollen Stvmologieen, bog mtT uns 
irii^t nmnbem büifeti, nwnn ^olep^ ©caltger t^n auf baä ^efttfifte 
angriff. ©oUte bie ffirforfi^ung ber gemtantft^en ®pxa.tfm fli^ 
ben Wang einer SKJiffenfd^aft erroeröen , fo iwtren anbere SBege «n« 
guf^Iagen, unb gerabe um bie 3(ufftnbung unb SGerfoIgung btefer 
tiii^en $Sege ^a6en ftt^ bie Sitebetlanbe unfterbli^ SBerbienfte 
emorßm. 9ioc§ uor bem @(^tu6 be« 16. ^a^r^unbtr« (1574) 
ga& *Sotneti8 äiti (ComeliiiB Eilianns, geti. ju Muffel in 
99tabant, geft ju KntnKrffen, roo er viele ^^ als (Sonectoi ber 
^lantin'fi^ l&tucferei [e6te, im 3- 1607) >) gu antUMifen, ein für 
feine Seit öorafigtiffeea nieberlfinbift^'Iateinifi^ SQJflrtetbHi^ ^an«, 
beffen britte ?(uSga6e (1599) ben litel erhielt: Eiymolojpeum 
Teatonicae üngnae ^. Obtro^t er ben (^oxopini 95ecanu8 unter 
feinen Quellen nennt ^), i^n aui$ öfters benu^t^), ift et bix^ fo 
verfldnbig, von bei Eingabe bet ISt^moIogieen ntetft gang abjufe^, 
fid^ neben ben germanifc^en ®pta(^ auf bie gefegentlti^e ^^ 
glrii^ung bes ®ne^f(^fn unb Sateimfc^en ju befc^ränlen unb, mie 
er fagt, bie ßrgrünbung ber gangen babqtonifc^en ®t>ta(^Dermirr= 
ung Snbcien gu äberlaffen ^). :£)ad StrI beg ^ßan getgt uns, 
xotUl)t SSebeutung aui^ bie f Ablii^ 9hebeilanbe fär bie ISrforfc^ung 
bet vaterlänbift^ ©proc^e Ratten gemnncn Unnen. Vbtt btcs 
SBerf ift für lange^in bad le^te SebenSget^, ias iBtabont unb 
gEanbem unb bie Übrigen ^rooingen, bie unter bas fpanif^e 3"^ 
fielen, auf bem @e^et ber ^eimtf^en S^a^forfi^ung gegeben fyx' 
im, X)eftü bebeutenber aber emmt^fen biefe <Stubien auf bem fr« 
gewogenen ©oben ber nörbtic^en 3lieberlanbe. SDlit bem tu^ni' 
»DÜen ftampf um bie retigiöfe unb 6firgerli#e äJrei^ gieng %ier 

1) Origines Antwerpianoe, 1569, lib. VII, p. 739 aq. — 2) Bajie, 
». V. EiliannB. — Vau Eampen, OMchicd. I, 216. — 3) @. ^tfn^ami 
»an gaUtrtUbtn, Horae Belgicae, P. VII. (2), p. XXI. — 4) Ed. 3. 
(1599) B1.7. - 5) «gl. j. a herd, fooua S. lUti; hert, cor S. 187. - 
6) et. 3. 



ciilizedüv Google 



zu Snffingt bn amn. ¥^iT. in tim 9Ittb«1., in 6iiqI. u. in SfanbinoDicii. 91 

baä tbelfte ©treben no^ ^ö^rret ®«fleäMIbung ^Ktnb in $anb. 
Si^ Eulb na^ 93e3tnit bed ^ejed t.l&7&) routbe Me Unioerfitäl 
ju Stiboi gegtünbet, bie in lurjct 3«** iwi angefe^cnften ^oä) 
i^nlt Suropa'd em>U(^, unb mtfet roenige @täbte bet nifrbli^ 
^fiAttlanbc nretteiferten mit Reiben in bet '5ßflege bet antit flafftf^n 
Stnbtot. Xwrn btefe rvaxtn eä cor aQem, berten man feine @Dt{|< 
faft janxiiibte. ©o nmrben bie ißicberlanbe unb an i^wt @pi^ 
bie Uni»Tfttät Seiben für eine 9lci^ Don 3J?enf(^ena[tem ber ^iifit' 
jiS bn Haflif^ ¥^lDlogie. Hbet njic mir e3 6ei ben ©eutf^i 
äOeSot ^ben, fo nehmen auäi bie nieberlänbifc^crt SJertteter ber 
naiftfi^ ^^ttologie eine gai^ anbere ©teUung^jum flaffif^ AI« 
tm^um ein, aU i^re italienifc^en Vorgänger. 3n ^Italien glaubte 
man, in ben alten iRdmem bie eigenen S}oTfa^ien ju eifern, unb 
imb in bem ftolgen @efft^I, SJirgil unb Cicero unter bie eigenen 
Ämbsleute ju jfi^Ien, blicfte man auf alles Äufiernoffififte mit ®e= 
ihtgfdfS^fung ^ob. ÄnberS bei ben Slieberfänbern. aWan rodr 
jwar bnnl^btungen von ber ^o^n äiortiefflit^Iett ber anttfen ^laf> 
fiter, man nribmete ber latetnift^ unb gri«^f^ ®ptaätt ein 
tinge^nbed @tubium, man fui^te mtt antiquartft^ ©ele^amfdt 
in büS 8e6ett bet alten ®rie(^ unb 9ISmet etnjubringen, aber 
man Miä fi^ fterougt, einem anbeten unb jniat gleic^aüs traten* 
mi^ unb ^oi^begabten üßolteftomm anjugc^ören. Dagu lam bei 
ben meberI3nbif{^n '^J^llofogen noi) ein S^eitf^r «JQ^ i^en ^ori» 
iont Aber ben ber 3tili*"cr ^inan« etweitette. 5)ie reformierte 
Itin^e^te grünbete fi^ auf iaS istubium bet 93ibeL Um biefe 
im®tunbteirt ju erfotft^en, beburfte eS aufet ben beiben Roffiff^en 
Sptaf^tn au# be« §ebräif^n. S)ie(e Bom ©tiet^ift^en unb 8a> 
trinifi^en fo oerfc^ebene ®pra(^ führte bann nwitet jur ffirfurfd^ 
ung i^ eigenen @(^n)efterf))ta(^en, InSbefonbere beä Srabifi^en. 
So tDttb Seteen ber aRtttelpunft bet orientalifc^en ©prac^ftubien, 
mb fo ift aiic^ Don biefet ©eite bie 3(udbreitung ber lingutftifi^en 
Stubten u>ett über bie ©rängen bes Sateinift^en unb @rie<^if^en 
^miti angeba^ SM^ aber gerabe oud^ bie Sßutterfpta^e in ben 
ftieiä ber linguiftift^n gotfc^ung gejogen wutbe, bflä lag nt(^t nur 
in b« Unioerfolität ber fprat^lii^n ©tubien, fonbem es ergab fl^ 



i.,C-.ooglc 



92 Su^ptS Aapittl. 

von feOift aus bem grotaettgen %uff<^ung, bett batnalä bte nö^ 
Itc^n ^iebetlanb« in ®taat unb Sitetatut nafimen. 1)k gro|en 
^^tlologett begleiteten biefen Stuff^ioung mit btin tofirmflcn ^n^ 
t^, unb mit (inb berechtigt, nid^t nur roaä geborene 3tieberWnbtr 
auf unferent ®ebtete lüfteten, ben ^Xteberlanben jusurct^nen, fon« 
bern tn geraiffem ®tnn aui^ bas, wtö audioärttge bun^ bae 
tt3iffm?(^afüi(^ äufammenwirfen bei »etfi^iebenften fftäfte auf 
niebeclänbiji^em Soben ju ©taube brauten, unb ebenfo ba«, toa% 
oitöniärtä entftanben erft burt^ niebeclänbift^e @tle^ btr Oeffent' 
Iti^tett übergebm würbe. 

ÜJen SBegriff bet Mterlänbif^n ©prai^ faßte man, fo fe^t 
man aut^ am Stieberlänbtfi^en ^eug, bo<^ fo roeit, bog man alle 
germanifc^ @pra(^en in feinen Sereii^ jog. ©o mürben bie 
^Jfieberlonbe bie @eburtsftätte ber got^tft^en 'Stubten. SonaBeu' 
tura 3iufcantud (urffitünglti^ be @mct), geb. ju äärüggt 
1538, 1578 ^rofeffor bcS ®rie)^if^m ju Setben, geft 1615'), 
gab im 3- 1597 ju 8eiben bie (leine ©^rip De Idteris et Lin- 
gua Oetanun Sive Qotbomm ^erouä, morin außer bem ^tet' 
unfer jum -erftenmal noc^ einige roeitere Meine 'groben au3 ber 
got^ifi^en SBibcIüberfe^ung mitget^eilt uerben. SßuIcaniu^S xoax 
rti^t SBetfaffet, fonbem nur ©crousgeber ber ab^onblung, in luel' 
c^et ft^ biefe 'Bitt^ifungen finben. :Det ungenannte äJerfaffer 
mar »ielme^r Srnolb anetcator, (oeb. 1537 ju Sömen, geft 
1587, ein @o^n be8 beraumten ®eogra)>^en ©erwarb ünercator}, 
ber auf feinen geogra)}^ifi!^ unb antic)uarif(^ Untcrfu^ungdreiien 
in bem n)eftfälif(^en ^Eofter Süerben ben Sbbej: argenteuS ber 
got^ifd^en Soongelien auffanb unb einige 'groben barous objeii^ 
nete. Hu:8 i^m tft geft^öfjft, mas ®oropiuä ä^ecanus (156ti)')' 
3Jutcaniu« (1597) unb etmaS fpäter (1602) ^anuS ©tutet in fei' 
nem ^nft^i^iftenwett ^) an ©otfiiciä mitt^eitcn ^). Aber am^ ber 

1) Jo. Fqmc. Poppena, Bibliotheca Belgica, T. I, Bruxellia 173P, 
p. U2. — 2) ©. 0. ©. 89. — . 3) I, CXLVI. — 4) ^^ folgt in öt^ 
jug <ui[ \>9i oon SuIduiiuS ^ciauagegcbtne USctC bcn gtlddrtin ^Tltningai 
Hßagmann'e in Hanpfs Zeitiiuhrift tHr deutuchce Alterthmu I (IStl) 
8. 306 fa. Sgl. btf. e. 322. 831—337. 



ciilizedüv Google 



titXnfSngt bet germ. $!^il. in buiSlitbnl., in Sngl. u. in ©tonbinaeicn. 93 

iäm^t ^1)ait von ^{caniuS Heinem S9u<4 war fQr feine 3ctt 
(1597) oon grofeem Sett^. ©ir pnben ^icr unler Anbetern 
ne^re nürbij^e %unenal))^t)cte unb Stuneninf (^tiften , ble 9}ai^> 
TV^ten beä 33u3bequtU!3 fiber ©ot^en tn bet fittm, 'groben av» 
im alt^ix^beutf(^ 9mmDniuiä unb auis Sitlctam'S ^ta)}^iafe 
bc4 |)o^ ÜiebiS, ben Snfang be« Snnotiebeö unb Sllfteb'S angel< 
Ütfii^e Sortebe ju ©teflot'ä Cura pastoralis. — 91i(^t ju »er« 
älrii^ an Si^tigfrit mit bem öüc^tein be« SiuIcaniuS, abet ein 
Britern SüttoeiS ffit bie utelfeirigen ©tabien bet nieberlän= 
Wfffien ^^lologen ift bie §«auSflabe oun ©illeiam'S att^tx^» 
tattfc^ ^atop^Tflfc bes §D^n Siebs but(^ 'jßauluS ajlctula. 
fauIuS aßetuta, geb. ju :7)otbte4t 1558, 1592 ^rofeffoi 
irt ^^i^te ju Seiben, geft. 1607 ju tftoftod i), gab lene« für 
bi( St"^0(^ef(l^ii^te nji^tige SJerf im Q. 159S ju ficibep ^crauS mit 
filier meber[finbif(^n Uebcrfefeung unb fpcai^ertlärenben «nmerfun' 
ätn, bie bäbe »un bem gelehrten fünften ^cnctatiu« ISafttieo» 
mius (geb. ju Slltmaar, geft. gu Kmftetbam 1619) ^lettü^ten ^). 
SAenfcn tuir, bog mt ^ier nw^ in ben erflen Anfängen bet ger* 
manifi^ V^ilologie fte^, fo metben mir biefen SScrfu^ tto^ 
oitlet äRttgriffe unfte ^neifennung nt^l verfagen. 3>et äktfaffet 
bn Srnnerhingen m(ii)t untet i(nb(tem bie SBeobai^ng, bag in 
bet Sptat^e beS Sidetam baS th bem nicbetlänbifc^ d (thicco 
= dicke), baS z bem t (etioze =: soete) entf))ri(^ 3). ^ie bie 
üAtict genannten, \o liefern anäj anbete niebeilänbif^ ^^itologen 
mb §iftotiIet jener 3eit gelegentli^e ©eittöge jut SBetme^tung 
bt« altgennanift^en QueüenDorrat^ä. @o gibt 3uflu8 8ipfiu« 
in eiiiem Briefe Dom ^^x 1599 (gebruift 1605) *) eine ©amm« 
lung Don SSÜrtem, bie er einet altntebetbeutf^en ^falmenübct" 
ifjung entnommen ^at; unb abta^am iBanbet = 5KiIiuS t^eilt 



1) Foppene, Bibl. Belg. II, 942, — 2) 6. bit ouBfül^rU^e StBrltt^ 
ng bts g. «an Sti^Mlb in bn 2. nuSg. con ^n^tcovec*« Proeve vhn 
Tul-en Dichtknnde, 1^1.2 (Et^btn 1784) 6.551-568. — .3) ©.4.— 
^) Jnati Lipsi epistolontni selectamm centurja tertia ad Belgaa, 
ÄBtrerp, 1605, epist. XI/IV, p. 43 sq. 



ciilizedüv Google 



94 St^^e «a|)ittl. 

in feinem £3u(^ ^Lingua Belgica" (Seiben 1013) ben ganjoi 
19. ^falm au« btefer Uefierfefeung mit '). ^o^. 3;faot Sßonta^ 
nu« (geb. 1571 gu ^Ifingör Don nieberlänbif^en ßltem, gcft ju 
IwibenDijI 1640) *) Deriiffeiitli^t in feinen Origiaum Prttnoicanun 
libri VI (Hardeirici 1616) einige Äapitel ber olt^m^bcutf^en Ucbeifefe' 
ung beT<£uangelien^armonie bee Smmoniud (obtt !^tianitö) ^)- ä^a i' 
CU3 äucriuä ©of^otn (gefi. 1602 jü SÖwgen 0^ Sooni; ^wf- 
bec @ef(^i<^te ju Seiben, geft. 1653) *) gab in feinen Prima reli- 
^oniB chiistianae ludimenta antiquiseima SaxoQam et Ale- 
manorum lingua ecripta (Reiben 1650) auf @mnb[age ^le^r'd 
unb Snberet eine fletne Sammlung foli^et angelfä^if^n unb 
dltbot^beutfi^en 3)entmäUt §eiau9 unb oeiüffentli^ in feinet 
Hietoria oniTersalis (Setben 1652) >>) eine alte niebetbeutf^e Um< 
ft^reibung b^S Sttioftoltcume jum erftemnof ^). 

aßon begnSgte fii^ abet ni^t, bloß ben ^^^ bei attgernto' 
nif(^n Quellen p Dennebten, fonbem man- oeifui^tt fi<^ au(^ in 
et?molDgif(^en Somfiinattonen übet bie ©ränjen bes ®ermamf(6ai 
hinaus. ^ tlnf<^Iug an bie beutf<^ SSotgänger oecglit^ man 
germamf^ ÜßSTter mit lotetnifi^en unb grie^if(^n, aber o^ne 
miffenf^ftli^ ä^etbobe unb inbem man ^ntle^nte« unb Umr' 
Mjonbte« banttio« butt^inanbet mengte *). ©ne beftimmtere aicr' 
fteOung dou bet UiveTOanbfi^ft beginnt aufjubämmem in ber 
- fretltil^ irrigen Xnnabme, bag @riei^eu unb @ennanen von bat 
©t^C&en ftontmen, rote wir fie bei Sertorn ') flnben. %u<lt jetgt 
m beiötö eine äJota^nung von bem Snfamwen^ang ber <&am' 



1) Abrah. Taiider-Milii Lingua Bellica, Liigd. Bat. 1612, 
p. 152 H0[. 33tr @t[e^Tlcnnam{ bti ScrfaffctS ^t bie obige |cll[amt nicttt: 
länbif^ i laUim((^t gorra. — 2) Westplialeii , Monum. ined. rer. Germ. 
T. II (1740), Praef. p. 48 sq. — 8) p. 589 sq. - 4) A. J. T»n der 
Aa, Biogr. Woordenboek der Nedcrlandea II, 3 (Haarlem 1855) 
p. 1122 fg. — 5) p. 102. 311 HüllenholTB und Scherer'a DeDkmälcrn 
Nr. SCVIII. — 6) BgL j. 33. SDIerula'a Zugabt brt äSiatram ©. 35 fg. 
— 7) Sgl.' j. 9. bt\\tn Qriginum Qallicarum liber, Amgtelod. 1654, 
p. 110. 



ciilizedüv Google 



SicXifingt bcTgeniL^^il. In btn WtbRf., tn€ngl. u. fn SfanbinaOitn 95 

an Biit t^nn aflatift^ ©tantmDmDaitbten. ^S ^erfif^e bietet 
boja bie^anb^abe. ©(^on ^tanciScuS iHa)>^eIensiu:g (geb. 
jti Vanoi 1539, geft. ju Seiben 1597) t^lt bem Soitawntura 
McamiS (1597) eine %itja^l perfifc^ SlBÖTtei: mit, bie mit 
tflüft^ fiteteinfttnimen'), imb ^Hftus Sipfiws ftcUt (1599. 
1605) nit^t nut perfifi^e ifttb niebetlänbtf^ HHäxtA sufammen, 
jeabeni er bemcrft ou4 t"i6 bie ^Keponen bev 3eitnjü«eir in jenen 
btibfn ©platten ni(^t aüiUMric^ieboi feien '). Am tiefften aitx 
»^ bereits in bie(et ©e^te^ung bet ©^lefier gio^anneS i&Uif 
matin, ber als Slfst in Seiben lebte unb fii^ jugleii^ mit gtögtem 
SifeT niü) Srfolg ben bort ^ert[(^nben linguiftifi^n @tubieu (in< 
iib ^). Selber ereilte i^n ber 2:ob (1639), beooi et bte nit^tigfiten 
leinet Stbeiten tiotlenbct ^otte. 

^n befonbetet Sebeulung atwt ift ei, wie tief bie aetmont' 
ftij^ ©tubien in bcn iRicbetlanben bamaliS f(^on in ben ganjeti 
^3etritb bet SSiiffenf^ften eingreifen, getoonagenbe ®elc^ bei 
wrfi^rtKnften ^i^ nehmen ein leb^fteS ^■i'ereffe an il^nen. 
3ofep^ ©caltget-*) unb ^luftus Stpfins^)^ bte großen 
^^togen, @imon ©tetiin, ber beräumte aRot^ematiter ''), unb 
t>Hgo @Totiud 0, fie olle ^ben {i(^ an ben %ifängen bet get' 
Bomfttfi^ @tubten in ben 9tiebetlanben bet^eißgt. 

I) BoDftv. VnIcaninB, de Literis et Lingaa Oetaram, Lngd. Bat. 
I59T, p. 87. — 2) Jaiti Lipsi «pist. centuria tertia ad Belgaa, 
Aatverp. 1605, epiat. XLIT, p. 56. — 3] Salmarii pmefotio ju <SÜi^ 
mnr« ausgabt bei Tabula Cebetis, Logd. Bat. 1640, SL 3. — 
4) J<n. Josti 8calig«ri opuBcnla varia, Paris. 1610, p. 119 aq, Ber- 
taji, Scaliger S. 298. Sgl. oui^ ScoIigtT'e 3u[((Tifl cm Qoiuu. !Bu(ca= 
■DK sai btftcn De lit. et lingna Qetarnm. — E) 6. o. €. 93. — 
'^ €. bie tJjtapiacck vande weerdicbejt der dnjteche tael unb bie 
Somnlung «nfplbign; nicbcrianbift^tc weitet wx @imcn Stecin'J Begbin- 
)dn der Weegbcoost, tot Lejden, 1586. — 7) @, Nomina appella- 
tira et verba Gottbica, Tandalioa et Langobardica qnae in hoo 
nlnmine teperiantnr, cnm esplioatione, in Historia Qotthorum, Tan- 
^itlonun, et Langobardonim '. Ab Hngone Qrotio partim veraa, par- 
tim in ordinem digesta, Amstelod. 1655, p. 574 sq. 



ciilizedl!, Google 



i. Ott JlMfSngi k(r gtrnanjfiQci ll^ililigic i> tHilitk ki« aif ;hu(itnt 

ijjn Snglonb roarm W natürüd) junä^ft bie angelfä^if(^ 
©(^ften, luel^e bie Äugen bet Ätteit^umSfotf^ auf fli^ jogcii, 
unb imc in Jwutfdjtanb , fo flnb es aui^ in ©nglanb juerft mift 
p^ilologifc^e, fonbern t^eologifc^e 3^**^' *>« """i bei bei Untere 
fud^ung imb ^etousgabc angelfä^ifc^er Denfffläler Betfolgt. Säalb 
abct trat in ffinglanb ein ireitere« ^ntcreffe ^injii, nämli(& bas 
f|iftorif^«juriftif(f)e. Stui^ in Deutf^lanb fehlte bie« jroaT nit^t, aber 
in (Snglanb fQ^rte tS unmittelbare! gum Stubium bet alten 
©ptat^e, roeil bie angetfät^fift^en ©efcge unb au^ ein I^il bcr 
geft^c^tlid^en Äu^eii^nungen fi^ bet cin^eimifi^en ©piac^e bebien' 
ten, nrä^renb in iDeutfrfjtanb bie älteren firiftlii^en Sfbfaftungen 
bei @efe^ unb ©efc^i^tSquellen in lateinift^ ®pta^ ftattfanben. 
So« bie tfieologifii^en Anfänge ber ongelfäi^ifc^en ©tubien betrifft, 
fo glaubten bie Anhänger ber firc^li^en SfJeformation, in btn ongel- 
fä^fif^ Quellen 35eiueife i^rer Änfii^ten ju finben, unb bit« 
trieb r« JM tieien ©ammlung unb erforfi^ung. Sior aütm ergnb 
ft^ au« bem Umftanb, bag man fo mannigfach Uebertragungni 
ber Itetligen ©i^rift in bie angelfä^f^e ©t)iai^e fanb, bie @^ 
TOiß^eit, baß man in jener älteren 3^** bie SBibel in bie Sßoltä' 
ft>ra(^e über[e^t unb nii^t bloß bem Sateinoerfte^enben ootbe^alttn 
^abe. ^11 btefem ©tnn äugcrt fi^ bereit« Srjbifc^of ISraumti 
in ber aSoriebe ju bet englifc^en gotiobibel, bie im 3|a^ 1539 
ober 40 oon ©tafton gebrucft irutbe '). — SBefonbetS eifrig in 
@ammlu3tg angelfä^fiic^et ^nbf^ttften nat bet elfte nitKi<( 
proteftanttfc^ (^bift^of oon Santerburv SRatt^äu« ^atfer 
(geb. 1504, geft. 1575). 3n ber Sßortebc ju ber engltf^n gdio^ 
Sibel com 3a^t 1572 fö^tte et bcn Bon feinem Siotgänger ©ran* 
mer angetretenen SBcraei« mit beffcm ^ülfämitfcln au«gcrüftct nwfi 
ttMitet au« 2). 3uglci^ aber bcnüfete et feine Äcmitniß ber angel^ 



1) An bistorical Sketch of the Progiese and prcBont State ot 
Änglo-Saxon Literatoro in Gnglnnd. By John Fetheram, London 
1840, p. 28. — 2) Fetheram 1. 1. p, 28. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



tut anlinse bn genn. Sß^il. in btn StiebttL, in ISnal- u. in @Canbtnat>itn. 97 

fS^(^ £^ellm füi feine akxt^gimg bn $rtertete^e. ^tt 
[tmatt 1562 anonym erft^enen %ßeil A Defence of. Frietts' 
HaniageB finben fit^ meutere Imitate in angelfdt^fift^ ®f>rai^ 
mtb bttö fmb bie erften gebnuitten ^xoUa beS %iflelfäi$fifi^en, bte 
man ftnttt *). Site ffli bte $neftete^e, fo fuc^t man iüt bte otitt' 
Eit^Iifi^ %tfi4t sunt 'Ü'bmima'^l iQetege in ben tttt^tti^ ©i^* 
toi btr Änselfoiftten. 3" t^ffem SSe^f lourbe betei« im Qoftt 
1567 bur^ Artet'S ©ectetär ^o^n ^oäcelin eine onflclffii^. 
^ mapteiAq,t be8 Setfrtc nebft einigen anbeten ©tüden ^o 
imigcgeben ^. SDen 3)rud befolgte bei nam^fte 33u(^§änbla: 
3o^ ^09 iu Sonbon, ben ^rfei t)eianla|t ^atte, ange[ffid§fif0e 
IsfitB. {(Reiben gu laffcn, bie elften, bte es ga6 ^). 3ßtt Taftlofem 
SiftT fommeUe lEribtfi^of ^a^et ongelfS^ifi^e ^nbfi^ften. @d 
loeit irgenb fein l£tnflug reifste, i\t<B er fit^ 3ßitt^i(ung machen 
nm allem, naS ft^ !Serartiged Dorfanb ^). ^n feinet KuSgabe 
6(3 «tfer (1574) oetöffentlii^e et Röntg «elfteb'8 angelfüc^fifi^c 
ftimbe jB Oreflor'ä ©(^rift de cura paetorali. (Eine anbete 
$0»^ biefet Sdeftte&ungen rcat bie ^rau8gabe bet angelfät^fifd^ 
Utitife^g bet Diet ifDangelien butc^ ^^^c""'^ ^^f, bie auf 
«ortefä Soften im ^a^t 1571 ju Sonbon etfolgte &). 

»rten (Ei^f(^of W« ftab bie bereit« enrä^nten^oScelin 
niib go( intb au|et i^nen ^amtence Slomel unb aBilUam 
Eanbatbe imtei ben @rünbem be« angelf^ftft^ ®tubium$ 
^ nennen. Ißon ^oScelin ^ fii^ ein ^anbfi^riftlü^ angel* 
föi^fc^Iateinifc^ ffi}tJttetbu(^ ermatten ^) *, unb au(^ eine angel* 
fä:(ft|(^ <!irammati( mar oon i^m ^anbf^tiftlt^ Düi^anben, abet 
j^on in bet itoeiten |>älfte bes 17. ^a^t^unbettd nii^t me^t auf« 



1) Pethetam 1. 1, p. 32, not^ Strype'a Life of Paiker (505). — 
!) 6. btn In^ang, btn ^iifts {cinei SVu^gabt Don !RunDl))^ue SonoS Qiam- 
nkticae lilandicae Rndimenta, Oxon. 1688, ^tn)UQtr''9t f)at, p. 134, unb 
Petheram 1. 1. p. 32. 37. — 8) Pethetam p. 36. — 4) Wanley, Cata- 
^opa p, 158. — Pettieram p. 34 eq. — 5) Petheram 1. ]. p. 40. — 
6) Ih. Cotton. Titna A. XT. Petheram 1. 1. p. 38. 
Kmti, «cH. Ut lfm. V^tttltift. 7 



ciilizedüv Google 



98 Schilt« Jta)>itcl. 

jnflnben ^). Sarotence 91oiseI ^tte UtntS xm taa^lft 1567 
ein (mäeIfä(^ifc^eiiflnf(^S «Sijrtctbui^ angelegt, ba« fi* unter bcn 
^nbfc^iften bei ©oblep'f^en aStbliot^I in Offoib fowo^ im 
iDiiginat, als in einer Xfefd^rift bc4 flrtanciScuS 3uniu3 er^Iten 
^t % Sfi^enb feine« flufent^ltö in Sincoln'« 3nn unterrichtete 
Slotoel feinen Süßtet SSilliam Satnüarbe im KttgelfAi^fif^en 
unb fi^fte i^ eine St6f(^rift, bie et »on ber ju ißD^efter auf» 
beuia^n ^nbfc^rift ber angelfäi^fi^en ©efe^ gemat^ ^tte, 
nebft fetnent SSoca^ularium Sa^Dnicunt. Ku<^ unterftä^e er gam^ 
featbe ferner bei ber ^au^abe ber ArcliaioDomia ober ber 
erften gebrutften ©ommlintg ber ongelfSc^fifi^ ®efe9<, bie wn 
einer lateinifc^en Ueberfc^ung Samborbe's begleitet im 3«^ 1^68 
ju Sonbon erf(^ten ^. 

9uf biefeS raf^ Hu^Ifl^ ber angclf&t^tfc^en ®tubien folgte 
eine längere ^ufe. Silliam Gamben, ber berühmte enatif<^ 
<Bef4i4tSforf$er, [ieg 160S in feiner ©ommlung ber @ef^(^d> 
f<l^eißei ©nglanbö bie angelfäf^pft^c Siorrebc Äömg Äelfteb'« ju 
©tegor'ä Cura postoralifl aus ^arfet'8 Äffer ttiebcr übbtuden. 
3n feinen ItemaiueH concerning Britaine dufeit er fu^ mit SJe* 
geiftening über bie angelfäc^fifi^e @^ra4e *) unb fui^t bur(^ eine 
il^ronologtf^ Siet^enfotge oon Ueberfe^ungen beS ^tentnfet einen 
©egriff oon ber ®efi^i(^te ber englif^en ©prai^ ju geben *). Stber 
bas Wie» ilitb 3unS# o^ne nai^^altige föirfung. ^ 3- 1623 gab 
SBillißm 8'Salc (t 1637) aelfric"« ongelfäc^fifi^en Iraöat über 
bas Alte unb ^Jteue S^tament neb^ einigen anbeten t^giSfen 
©tücCen heraus, ^n ber SJonebe baju bef^reibt unS S'SSle ben 
mü^famen Steg, bcn er bamals no^ entblöft Don aUen ^IfS' 
mitteln jur Stlemung bcS aingelffi^fifc^n nehmen mugte. St 
begann mit bem Sefen ber filteren engrtf^en Sü^er unb fui^ fi(^ 



1) Hickea, InatitutioneB gmmmBticae Auglo'-Saionicfte Oxod. 
1689, proef. SL 1. — 2) Fetberam 1. 1. p. 3». — 3) S. bit ha 
'^fX''""">f'''' >)otaii0Cf4Jctit Epirtola bt« fiam&arbc ait @ulitImuS <!vc 
bdlut. — 4) Bemaiaei conoeming Britaine. WriUen bj Will. Cam- 
den, Eoqoita (5) Lond. 1636, p. 19 eq. — 5) <Sbai. S. 23 fg. 



:.L|,-.,zeül:,Ck;)t-)glc 



Sit'Hnfinsc tm gnm. $^il. in bcn Stitbctl-, in<Sn9l. u. inSfanbiitaDim- 99 

ben anbeten Unternehmungen 8'^^'g lam nic^t« ju €tanbt, o&et 
Itine Semfi^ungen ^lefilen bte angelf5(^fif(^en @tubtm aafi neue. 
Txt berfl^mtt englli^ SÖtert^um3fotf(§et §«"'^9 ®ptlman 
(3(6; 1562, flep. 1641) lernte no^ in reiferen ^fa^ren angelfai^» 
fif4, weil er »o^I einfa^, baß i^m bieS fflr feine Sr&eüen unent- 
Uffffiä) fei. Cr mollte im Qo^r 1639 eine Se^iiiteÖe ffir ba8 
Xngtlffii^ifi^ an ber Unioerfttät eambribge ftiften, inbem er 
Abraum S^elocf je^n $funb ©terling b«S ^a^ ou^etlte- ®«ine 
Ufi^ biefe ©teUe für immer ju grfinben, mürbe ieboi^ bur^ 
Inten Xob unb bie au:8bre^nben ißürgeiMege uereltett ^. 3" 
fnntn eignen SerTen: bem Arcbaeolog^ (1626) unb ber @amm> 
lung ber englif^en (Sondlien unb Hn^Itd^en ©a^ungen (1639), 
ma^ @t>ebnan von feiner flenntntg bes Sngelfdc^tfc^n einen 
fnu^ttoren ®e6rau4 ©ein ®o^n ^offti ©pelman »erme^e 
htS) §erau3gabe ber angelffii^fifi^en ?falmeniibcrfeftung (Sonbon 
1640) mit Wgefflgter lateinifi^r QntnlineorBerflon ben Keinen 
Sonata ber bamatö «orl^nbenen ongelfSt^i^en S)ru(fe ^. 
Sbra^am iK)l§elo(f, bem $enrq ®)>elman fein Samttrtbger 
Sti))enbinm jugenKinbt ^tte, gab im i^^ 164S gu Sambrtbge 
&ba'$ Hiatoria eccledastioa gentiB Änglomm mit Aönig Sei' 
fnb'a angelfä^ftft^ ^arop^tafe ^aufi unb fügte i^r bie angel> 
fSi^fi^ t^^ronil mit etnei ton t^m angefertigten lattinifi^ lieber- 
fr|ang bei ^m fotgenben ^^i lieg er, gletc^aU^S }u Sam« 
hibge, eine l)er6efT«te unb oerme^ aiuJgaSe uon Sombarb'« 
Sammlung ber angdf&^tfc^ ®efe(e erfi^en. X)en Sufammen« 
fjoaij bc8 .%n3elffi((flfi!^ mit ben Hafftfi^en ®pra(^n, ind^efonbere 
aber om!^ mit bem ^brfiifi^ fu^te äRericuiS Safaufionu«, 
btr @o^n bes berühmten ^\aaS Safaubonu^, in feiner unooKenbet 
9tUitbenen @^ft De quatnor Unguis, Lond. 1650, na^U' 
iDri[en. %bet bei bem bamaligen guftonb ^ et^mologifd^ ftennt« 

I) A Skxon Treatwe ooncerning tbe Old and Nev Testament. 
Written -- by Ael&icai. — Now firat pnbliahed in print — b; Wil- 
li>m L'üle. Lond. 1623. To the Beaden, Bl. 18 iq. — 2) Biogra- 
phia Britannioa TI, 1 (1763) p. 3786.'— 3) Potheram p. 57. 



L.,,.,.:.I:,G00QIc 



100 €«^pc« Xa^M. 

trfffe tonnten feint Sßennut^ungoi txx mifTmfi^td^cn gfotf^^mifl 
am geringen ®en)inn afitDerfcn. 

Sir fhib ^temit inäiä an bie ®ifinje itx Qtit gelangt, in 
toelc^er gftanciScuS ^untufi foao^t für ©nglanb alä fßr 
Sieutfi^Ianb eine neue ffipoc^e ber gennanttt^en ^^itologie feegriUi« 
bete, ^m Qa^r 1655 erft^ienen feine CbfetDarionm jum SBJiöeram 
unb in bemfelbcn 3^^i feine 3(uäga6e bes Qaebmon. SBit toerben 
im folgenben 93u# ausffl^tlic^cr Don biefen Ärteiten ^anbetn. 
Seil aber ber eigentli(§ ißpoiit ma^be ^bf^ttt in bec SB}itI= 
famleit beä ^uniuiS erft burc^ bie $erau^gabe bes &)be; argenteuS 
im ^^x 1665 be^eii^net toitb, fo beffiret^en irir ^iex mä) einen 
(&elel&rten , beffen gaulitwerl f(^on uor ienc« etagteifenbe eteiflnif 
fSUt Stlliam ©omner (geb. 1606 ju fiantaiati), geft 
e^nbafelbft 1669, ivS^renb feinet ganzen Sebend ein trcuex Xn* 
^ngec ber lontglii^en @a[^}, nmrbe bun^ fein @tubiinn bec eng« 
Itf^en aUertpmer auf bas 3tngelfä<^f(^e geführt ') anb mai^te 
batlti fo bebeutenbe gottf^ritte, bot « »« f""« 3"t «eöen jjran« 
dscuä ^untus ölg bct bebeutenbfte Senner btefer «Sfira^e bejei^net 
luecben muf. iCie teiffte Ornu^t feines i)rIei|e:S n»r fein angel' 
fÖ<$fif(^Iateinifi^ed SGSßrterbu^, bae int ^^t 1659 ju SD^orb 
ecf^ien unb lange 3eit bas uni^ttgfte^ülfdmittel fSr baSStubium 
bcs ange[fä[^ri|(^en bilbete. 

3. Oft Ai|3m( k" |traiiHird]ti ))bll»li|l( M >» fktnHM»\{^n 
n\ka* klf }HRi dt^i 1U9. 

!t)te (Entioicttung ber alten norbgermonifi^cn Siteratut war 
eine gonj anbete al3 bie ber beutfd^en, unb bem entfpre<^b jogt 
QU(§ bie germanif^e ^p^UoIogie in ®IanbinaDien 3fige, bte fie 
nKfentlic^ Don bem unteifd^ciben , was und in !^eutf(^lanb ent' 
gegengetreten ift. ^n 5Deutf^Ianb geböten bie filteften a>enhnatrt 
ber @ftö(^e unb gitetatut faft ou8na^m«ro« bem e^riftent^nm 
an, bie Ueberrefte ber ^ctbnifi^en geit ^uib nur gering, dagegen 
fe^ft ben ?iorbgermanen, bie erft um baS 3a^t 1000 jum S^riften- 
t^ina übertraten, eine fo alte (^ftfii^e Siteratur, wie mit fie im 

1) S. fl6« ijn bie Biographia Britannica VI, 1 (1763) p.3757^ 

DcmizedüvGoOQlc 



Ck Xnpbigc bct atnn. ¥^il. in bcn Dlitberl., inSiigl. u. in€IaRbiniu>icn. 101 

Slt^o^beutf^ I>efi^en', bafOr aitt ^a(en fi$ im 9}otben bie 
iKTt^Dotlften {Refte bes germanil'f^ ^tbent^utnd er^Iten. i^ 
Dflrtfi^Iffnb (tnb bie Quellen fSr bie Älteren '?ßetloben ber politt» 
f^en ®ef<^i^te bun^meg toteinifi^. ^Dagegen befi^t bet ^^lorben 
übet feine frühere Oefc^te fe^r tei^ 33enfm3ter in feinet ein« 
tffimifi^n ©ptai^, foroo^l ©efi^it^Strerfe, olä ^nft^riften, «öef 
n«5 ein anfaeter ganj etgentpmlii^er Umftanb jeif^net ben 5Wor= 
ttn QU«. {ßtT finben n&mltii^ unter ben Sprachen, bie ft^ bort 
entwkffW fytten, eine ~ bie tälSnbifii^ — , bte in i^ gönnen 
um triele Qa^T&unberte älter tft, at« bte beiben anbeten: baS 
@(^iDebtfi^e unb 3>änif(^. <So ^aben bte Xiänen am ^lanbtfd^en 
tm?Befenrti^en noü) ^eute bie @()ra(l^fDrmen cor fi(^, bte ißre eigene 
Spratlie bot me^t aU einem falben 3[al&ttQufcnb befeffen fyxt. 

S)ie gef teerten Umftänbe erftfiren uns, warum bei aßet 
atlgemetnen ©erroanbtfc^aft bie Slnfänge ber fletmanifc^n ^^itolo- 
gie bif$ einen fe^ Berfc^iebenen Straftet in ©[anbinaoien geigen, 
alB in Xieutfd^tanb. ©äs unmittelbar $riftfi^ t^cotogifc^e ^ti' 
lereffe an ber atten etn^eimtfc^en Sitetatur, baS wir in !J5eutfcf)tanb 
mät Snglanb fo lebenbig gefunbcu ^aben, -tritt in @Fanbinacien 
me^t jurürf. Qmx feblt eS aaS) ber attnotbifd^en Stteratur nit^t 
an Seifen ^riftlidien 3"^iftö / "ber bie eigentlit^en Anfänge ber 
geniKmif{^f!Fanbinainfc^en ¥^ilologte liegen auf einem anbeten 39o> 
ben, nämlii^ auf bem bct IStforfi^ung beS flanbinaoif^en älUet- 
ä|mn8. ®i$on im Sa'^r 1594 ^atte ^enS SKottenfen, »etan- 
(ogt buci^ ben bfiniff^en {Reiii^Ianilet Srilb ^witfelb, einen 
hSnifi^ ÄuiSjug au« bet |(eim8ttingla DerSffenäi(^t, im Qf. 1591 
bei Bnigfu^e ©iftorbgropl^ anbei« ©örenfen Sßebel (geb. 
jn ^le 1542, geft 1616) bünif^e ^otfsUebei herausgegeben. 
86et bie eigentlichen (Brünbct ber notbgermanifc^en ^^ilologie 
mnen bie bänift^en unb istünbifii^en ®ele^tten, bie fl^ in bet 
R^ C>^fte bes 17. ^Q^r^unbert« gui <£rfoif(^ung be« flEonbinu' 
nj^ %ttett^ums Deteintgten. 3>ie noibgermanifi^e ^^lologie 
gt^t bab« ^nb in §anb mit bet eigenfli^n ®ef^i(5f«forf{§ung, 
Bneftt®te})^anuS Igi^Hnni« @tei>^aniuS (geb. gu^pen- 
Sogen 1599, + 1650) in feinei ausgäbe be« ©oyo ®tanrataticuS 



i.,C-.ooglc 



102 Smtt« Jta)iittl. 

(164i. 45) flbte. txa JDltttelpunlt biefer 33(ftre6un(|en UVbtit ber 
ticfflu^ Qle SSoim. (Schoten »u S(ar^u« am 13. Sßal 1588, 
n^dt et feine SoibUbung auf bem Oqmnaftum ju Sfht^urg 
unb wibraete p<^ boirn im ^tjx 1605 p^ilotogift^n imb %olij- 
gtfi^a ©tubten auf bm Untuerfttaten IStai^urs unb ®te|cn. !Z>a 
tS ütn aber mtffc juc 3nebtctn, als jur S^^eotogte ^og, nutf 
et fi<^ ODttt 3a^ 1607 an erft gu Strasburg unb bann ju aSofel 
mit giö^tem Stfer unb Srfolg auf mebtdnift^e unb natunmffnu 
fi^aftTti^e ©tubten. 9Iac^bem et au^ no^ iQftalten unb ^antrei(^ 
ju feiner meiteren 9u«^ung but^}ogen unb einige 3^ an b« 
Unbetflt&t ju ftopen^geti ftubieirt ^tte, mürbe et 1611 ju SSafd 
'Coctoi ber SRebictn unb &efu<^te bann mx^ bic ^ebetlanbe unb 
Snglanb. VfS er int ^^t 1613 nai!^ Stoptn^^m juTfliRe^rte, 
würbe, i^m fofort bie$rofef(ur bet liteiae humanionB flbetttogen. 
3nt 3a^t 1615 et^ielt et bie $tofeffut bet gtiet^^m ®pxa^e 
unb aM^ im 3<i^t 1^^ eine $tofeffut bet lEDlebirin. 3" biefet 
©tellung lebte et ju Jtopen^gen ^c^gee^tt ate 8e^rer, 8i^ unb 
aitettl^umsfotfc^ f}\i iu feinm am 31. Kuguf) 1654 etfolgtcn 
Zob 1)- ©eine freien 6tuuben wibmete Sßotm feit {«ncr SlOtf* 
lel^r na<^ iS^Snemorl bet Stfotf^ung befl fTanbinaoifi^at SUtet* 
t^umfl. Uutet feinen gele^n 8eiftungen auf biefem (Skatet nett* 
sen nit feine Stunet sea Dimica Litetatara antiquissiiiu (1636), 
feine Danioonim monumeotunun libri Yl (164S), feine Fast! 
Danid (1643) unb feine ©<^rift übet boS 1639 entbtdte golbette 
§i)m (1641) >). 3um Se^uf feinet «ttert^nntSfotfcöung fe^e fic§ 
ffiotm in $et&inbung mit gele^tten S^Uinbetn, untet benen bamal« 
ein neuet Sifet f&t bad ©tubium i^ret alten Sitctatur emxi^e. 
©0 bilbete ^i) bte fi^One Sereinigung bfinifc^ unb istfinbif^ 
tfele^tten, nef^e bet SB!iffenf(^ft ix& auf ben gütigen Xag fo 
tel^ gtfli^e getragen ^ ©tt nennen nutet ben iälänbifc^ 



1) C btt Tita Otu Wormii ez programmat« academico et ora- 
tione fnnebti Thomae Bartholiai »oi Olai Wormii epiitolae, Haviiifte 
1751. — 3) Sgl. ü6n 01c tBomt bic Sb^uiblunQ 8. Q. SJctlaufT« in 
»(iThi[( tiMIhtfl fct OanpUiia^cb I (1832) e. 283 fg. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



CiclBfSngt bn gom. $^tl. m btn Slitbal., in engt. u. in SlanbinwUn. 103 

SRttgdlnbent bn altflantitnaDtft^ Sorft^ung bcn bomate fi|on 
^o^betoglnt atngrim 3»n!8fon (geb. 1S68, geft 1648) Or 
btfftR S^tiftai ") jnerft tine ri^ttgere Äenntnif bei ^^el Sälonb 
hinniM bobcettden; bann btn gele^ttcn SRagnuS OUfSfon 
(OJanna ober Olai gtf. 1573, f 1636) »), bem »ir bte ttften 
StfÜngt bex altnorbifc^ Se^fogcat]I)ie *), \o ttie bte crftc gebni(Ke 
tXafuOmi bei i«I&&bt[4en ^oefle») tinb Me teteinif^e Ueber- 
fefnng eine« X^U bei iüngeren Sbba oeibanlen ^); ben SSif^of 
von Iralum auf ^Skn^) 3:^orIati ©lulafon (geb. 1597, 
1 1656) ^; ben aätft^of Don ©fal^ott SSi^niuIfr ©oeinSfon 
(STenonioB, grt. 16(fö, t 1675) «), bei bte berühmte ©ammlung 
aüunbifi^ ®iittei= unb ^enltebei entbedte unb 't^ (1643) 
bn 9!ainen Edda Saemondl multiacii beilegte ^); ben @ubmunb 
Sabieae (t 1664)'°); boit bem baS erfte eigentüi^ tSlänbif^ 
itphn ^err^ unb auf beffen SibeUen mil \pSiti noi) einmal 
^aSätmmen ueiben. %Benn toii ben 3^Iänbet Stunolf iO^onfi' 
fon, bec eben %^ feine^S SebenS tn jtofien^agen jubia<^te unb 
ia ^^ 1654 ftaib, eift {ef^ nennen, fo gef<^e^t es, treit tuii 
nf feine Xibeiten ttaas nS^ einge^ müm. iRunoIf ^on^' 
fon sbermit feinem latinificrten 92amen StunoI^l^uS :^.onad ") 
»ot bec fErfte, ber eine idlänbif^ @iammatil Verausgab. ®ie 

1) nminbcligt Eitttcaturftricon for 3>anniai:f, !tergt, og S"""^' ^^ 
Ttpavf og 3. e. Jhoft. Urttc 3onflfon« ©trtt^i mit SBonn (. Olai Wor- 
mü et ftd enin — epiitol&e, Haniiite 1751 I, p. 298 sq. — 2) Bre- 
rit commeitAriiu de Islandia, Hafniae 1593. — Crjmogaea, Ham- 
bugi 1610. ~ Speuimen lalandiae historioum, Ametel. 1643. ~~ 
3) Sfcnifi 0. 0. O. @tin 9Mtfyc mit Sonn in b<|T«t aitgtFü^rttn Epist. 
1, p. 351 sq. — 4) Specimea lexici runici — coUectain a Magno 
OUtIo, in ordinem redactnm anctnip et loonpletatnm ab Olao 
Vormio, Eafnioe 1650. — S) 3n ^onn'« Danica lit«ratara anti- 
quMima, Hafn. 1636, p. 190 «q. 3n b« ed. 2. Hafn. 1651, p. 177 sq. 
- 6) 6. u. Buid II, Aap. 1, 2, — 7) St^tiup a. a. O. 6(in Stift^i 
oril Bonn in btffen Epirt. I, p. 95 «q. — 8) W^ttnp o. 0. D. Stin 
Sctft^ nrit Serm in btiftn Epiat. n, p. 1036 eq. — 9) Sgl. HObiaa, 
C»tal. p. 67. — 10) ai^up 0. Q. O. — 11) et untttjti^net bit 
tfbjcottnt (1651), bit ^idtS tDtggüaf[cn ^at: Rnnolphna Jonas. 



L.,i,-.,.:.I.,G00Q|C 



104 Gt^m Xaifiia. 

«fd^ien unter betn Xitel: KeoentiBaima aotiqniBsimoe lingoao 
Beptentrionalifl inoimabtila, id est Grammaticac lalaiidicae Bn- 
ditnenta Nano primoia adomaii ooepta et edita Per Bnnol' 
pham Jonam lalandum, Hafniae 1651 '). S93ie aOe erften 
XnfSnge einet; aSiffenf^o^, \o ift uns auc^ bied 3u4 Don Mon> 
betem Stiterelte. flhntofti^us ^ms etjä^U uns in ber SSonebe, 
wie er als 8e^ beS 8ateinif<l6en unb ®tie^f<l6oi an feinet ^et- 
mat^Ii(i^ Se^anftoit bei ber Uebetfe^ng bn antifen Stiaffifcr 
boiauf aufmetFfam genorben fei, atU^ genaue unb legelmSgige 
gfltfionen feine iSÄubift^ aHutterftmai^e 6efiV- ®t ^abe fic^ beS« 
l^lb entfi^offeu, bas, »as nit^t nur im ^l&täifc^en, ®ne^f(^ 
unb Sateinifi^en, fonbem neuerbings ani^ im iDeutfi^en, ^talieni* 
fi^ ^anjöfift^, l£nQltf(^en u. \. f. gef<^^en fei, aw!^ an feinn 
aßutterfptac^e ju oerfuc^ @d ^att et btefe f^on auf l^Slonb 
iKgonnene ®tammatU, ermuntert von Olaus fEÜoxm, toSlftaä) 
feines Jüifent^ItS' in fflopen^gen Boßenbet — SSßtr fe^ alfo, 
bas Seit beS 9tunD[)}^uS 3onaS ift nit^t bie giammatif(^e S9eai' 
Mtung finet nti^t me^ le&enben attgermflmf(^eB ©(«ai^, f onbetn eS 
gel^ »ielmelÖr in btc Wei^e ber ©romraatiten neuerer le&enber 
©prac^, Brie fie bie Sieuff^en f^on ein gia^r^unbert Dor 3^aS 
bur^ Oelinget, (StefuS u. f. f. befagen. Sl&er burt^ ben Umftanb, 
baß bos 3fSlänbifi^e bie alten gormcu beS aiotbgerntanif^en fo 
tcm betDa^ ^at, tarn ben flanbinaoifi^en ©{irai^forfi^ent baS 
SBuc^ beS i^onas faft efienfo ju Statten, als nienn ei a&fii^tltc^ eine 
altnotbifi^e ®ranmtatit gef^rtefien ^atte. SMefe a9ebeutung beS ^d* 
Wrtbift^en ^atte fi^on im 3. 1636 Olau« SSorm ausbtürfltt^ ^eroor» 
gehoben *). 33aS, was Slunotf Qonflfon ttirlK^ Wetet, ift aflerbingS 
no^ meit entfernt von bem, R)as mir te^t Don einer islfinbifc^ 
®rammattf enoarten, aber t9 ift bo<$ ein ganj ac^ngsmert^n 
Anfang, ber auf me^r als ^unbett 3^a^re ^in ben gronunatift^en 
Ceitfabcn jur (Jrlemung beä QstÄnbifii^en geboten ^. 3Me Saut» - 
Itffu be^nbelt SotiSfon nur fe^r turj; ausführlicher iß feine S}ar' 
fteßung ber gfeflonen. (Kne ©^utof gibt er nii^t, fonbem ftott- 

1) Sit @3ttingci eiMiot^f bcH^t bttftn ctflcn X>nid Wn 1651 unb bit 
tSicbn^oCuna bun^ ^ütt, Otfoib 1689. — 2) OL Worm. Danica 
I>it«ratiira antiquiaBima, Hafn. 1636, p. 149. 



Eit anplnst btt gCTm. $^it. tn &m <RitbR(., in ISnaL u. in &fimbtnaotcn. 105 

bfffen auf nui bm ©eiten eint 3>i^<t>tinenfte(Iung bet tdlfinbif^en 
Sonjinicttonen unb ^rdfiofittonm. 

3it ©^ineben ftiüpfte p^ ba« ^ntmffe an bn alten 
Bfraä)e nnb Siteiatut junä(!^ft an bte iih:fciTf(^ung bet iRunen. 
S4on in brc 1554 ju 9tom erfi^tenenen Historia Oothorani 
Smonnmqna be« (frjfiifc^ofs Don Upfala Qo^^anne« SBognuS 
pnbtt fid^ cht Shinenalp^^et, unb ebenfo in ber ®(^rtft feines 
^luber^SDIaud Wla^nuS De ^ntium septentrionaliam Tariis 
coüditionibas (Eomae 1555) ')■ Ä6ei: ber eigentltt^ ©rflnbn beS 
bcimifi^ JUtert^umSftubtumS in ©c^meben rcat ^o^annee 
Surtua. @Je6oren jn Äterb? im Qa^c 1568 nwtf (it^ Suwuä 
lim frü^ auf baS ©tubium ber norbifi^en SHtert^ümer, routbe 
M iungen (SuftaD Slbolf Ife^rer unb fpätei Stei^ari^tDat unb 
Sufff^ b« Antiquitäten imb ber fönigti^en SSibliot^d. <Sx ftotb 
in ^0^ Ifiter im 3a^r 1652 ^). ©ureuS roat ein \^x eigent' 
ttiümli^r anonn. ^ enoarb fi(^ S^enntniffe auf ben Deift^eben« 
flen @lebteten unb fegte feine iRunenfoift^ung mit (abbaltftifi^en 
IrSumereien in Begie^ung. Aber et ^at baS unbeftteitbote 9Jer» 
im% juctft (159d) Stunenftetne gefammelt unb mit lobendmert^et 
(Stnouigleit oetöffentlii^t ju ^aben. 3tu(^ ift et DicQeto^ als ber 
fttPt ju nennen, ber (1636) ben aSeifu^ gemalt ^t, eine alt* 
gtnnanif^e 'Sipxa^t grammatifc^ ju be^anbeln ^). 

1) üno von Troil, De mnaTam in Suecia antiqnitat« , 1769, 
Opssl., p. 6. — 21 Biographiakt Lexicon, III, Upsala 1837, p. 105 
- 111. — 3) Igfl Ht^t mit Itilwr nur tin ft^t unooIUommtiHa aJioJ«ia( 
für Sunui ]U ®c6dic. Witmt J^tniilnig bcefclbtn beruht auf bim tbcn 
•»ätfü^ttm ft^BHbifi^tn biegt, fifrifoii; G. S. SBerlauff'J Sb^atibtunj übet 
Scan in tRorbiiC ZiMjftift for Olbt^nbtg^eb, I (Jt^on. 1632i, €.319 fg.; 
loanniB Scbefferi Svecia literata, Hambarg. 1698, p. 49 nq.) 3. ®. 
Üljtaitn'e !Run'£Sta, eioct^altn 183S. !Cie oou @(!^tf|ct a. o. O. p. 51 
nfjtfü^Tle @c^Tifl bti Quttufl: Specimen primariae lingrae Scactzia- 
)uu, contineDB dedinationeB nominnm adjectivoTum et Bubstantivo- 
nim, ot et aintaxin eorum ia tabnla, Hotmiae 1636, ift au<!^ in 
' ^ttd)tn nit^t mt^r mifjufinbtn, mit i^ bun^ X^eobot SflBbiu^' gütige ^a= 
uiulang bom t. SibUcil^tCattat in Stotf^olm ctfa^ien ^bt. 



ciilizedüv Google 



titt getmiinifc^e p^ilologit van )ct j^eraiusabt %ts 

d&its At^tnitns hxi }un iXnftrtfen In Itonantihei. 

1665 bt» 1797. 

:Sit genunif^t V|ilBl«sit in bt» SftbtilMbci, in Cnglttik iik 
in Stinbittibi« tini 1665 lil 1748. 

1. Btt ittmtitifiit )ll)U<lMlt ia >» )Mtktd«tlM iik ii («|luik m 
1«5 kf* 1748. /r«tctfn* 3iiitii. «»rit «Uti- taktil »■ l«tt. 

QiSit ^bett im vornnge^ben 96fi^nitt gefe^, urie in ben 
9iieber(anben ft^on feit ben festen g^Örie^nten be« 16. Qa^t^ 
berts ein loett Detbteitetei; ©fer fii^ bet erforfcöung ber a«nnani« 
f<^en ©prägen jutDonbte. ^n anbter Seife roieber ^tte in Cns' 
lanb 6i3 um bie JDHtte beS 17. ^a^il^unberts bte aJeidffentlt^ung 
ängelfäd^ft^ei Ouelten fi^on einen jiemrtc^en Umfang gewonnen. 
3)0¥t in ben 91iebei(anben unb in Snglanb nur bed^ voipgsmetfe 
bei ESc^n beteitet ju einer neuen <S^oi)t bei geimaniftifi^ ©tn* 
Wen. SJiefe (Effo^e würbe ^onlstfS^li^ feegrönbet bur^ einen 
anann ftanjöfift^ ^bfunft, bei in ^eibelberg geboren bie ^a^ie, 
in benen fu^ bte ntuttetfprat^U^ SStlbung ju entft^eibeu pflegt, 
in ben 91ieberlanben jubiot^te, mS^ienb ein ni^t geringer ^^ 
feine« Sebenä Snglanb angehörte. Sä mar granciflcufl ^» 
niuS. 3>ut(^ eine gllnftige Sc^ictung niurbe i^m, bent gidgten 
ftenneT ber geimanif(^en ^pxaifett uA^re:^ hei 17. ^o^^nbeitit, 



,C^ooglc 



tUttm.W^ in btn Sliebtd., in <SneI.u.6tanbinat)imt). 1665 B. 1748. ]07 

titt Vufgol&e ju ^^, ba« (^ot^tf^ für immtr in bot ftrelS bct 
SpQi^fctfi^ung «njufa^ren. ^täc^ft i^m fitib t& »otjüglti^ jivel 
0cl(^, bie man aU ^tt&egrQnbn ber gennattlfi^m ®tubien 
nouifn muß: SDer <£nglänber (Seorge $i.tfe8 unb bec SHebct' 
Ijnbfr Sambcrt ten Äate. t)k nd^ JJarfteüung nnrb 
nnsjrigen, mt bebeutmb ber t!rDrtf(^ritt i^, b«n tne arMten 
Hffer aRämier oünt früheren Seiftungen gegenflber 6^(^nen. 

1. STOnciicul 3uiiiu3. ^ae Se&tn be« grancijcu« ^uniul. 

^TanciScuS 3»>iiu^ ber jüngere, mit bem nnr und 
Eiin befc^ftigen, tsor ber @D^n bce älteren llr^anciscuä i^ntus, 
hr in ber ©efc^id&te ber reformierten Ideologie eine gea^ete 
Stellt ttnntmmt ')■ ®c6oren p 93ourge3 unb ge&t(bet ju @^nf, 
^ ber altere ^rangoiS !Du 3»"^ ober, wie er fid^ ate @e= 
^iternonnte, gronctScuä ^unins noi^ ajet^felooHen ©t^tf* 
fdlot im 3- ^^^ bereits jum brittenmal eine Stellung an ber 
UniKrfuat £)etbel^rg er^lten. $ier rourbe i^m oon fetner ®aU 
ün ^^anna S'^emitte, ^ter beS @imon S'^iermtte, ®ii5ppm 
bei ©tabt antnwri«n, im Q. 1589*) ein ©o^n ge6oren, b« wie 
fttnajater benStomen i<rtanctäcu8 erhielt. Sbet nur bie aller' 
often itbmSiafjut btaijtt hai Ainb im oberen ^utfi^Ianb gu. 
tenn f(^on im 3. 1592 folgte ber SSater einem 9tuf als ^rofeffor 
ber I^ologie an ber Unioerfität 8eiben, unb fo mürben bie Slie- 
twrianbe bie eigentfii^e ^eimat^ beS iflngeren t^ranciscuä 
{^uniuS. @o tnel er au(^ fpäter DKinbert unb fo otele ^^re 
n in onberen Sfinbem jubringt, betrai^tet er boi^ bte 9iieberlanbe 
olä feine ^eimat^, unb mae bie ^aufitfa^e tft, bas SttebetUn' 
tiifi^e nnri» frine Sßutterfpra^e ^). ©c^on Dor bem Sb^ug ber 



1) tUbtc tn« itbm btl iltcitn 3titnd4<;ud Suniufl (. btn itU. flrlilcl 
n Baylo's Diotiontiaiire, unb La France proteatante par Eug. et Em, 
Hwg, T, IV. (Parii 1853), p. 382 gq. - Ue6« bcibt 3uniua: Jo. 
Gnil. de Cnae oratio de VoaHiornm Jnnioromque fusilia, habita 
Fiueqnente d. TL TSor. 1820. — 2) 6. bie Hnnttifuns am @^lug uon 
SncniS' Vita Pranciaci E. F. Junii, bit btm ffltrtc btj 3uniue De pic- 
tnraTetenmi, Roterod. 1694 wtmi*flt[(^iÄt iji. — 3) Bgl. bcn «ritf 



L.C-'Ooglc 



lOS gwcitte eu^. Qt^ti fiapirtl. 

gomUie »on ^eibelberfi ttxre im 3- ^^^l bte SDhttec be« Saaibta 
geflorten, unb auc^ eine ©tiefmuttei flieng intern SRann im ^be 
voran. @o ^teiließ bet flltete gtandscus ^ntus, als et caa 
13. orto^et 1602 ftar», feinen @o^n ald Stop^ieltDaife. 9bn 
2. ge6r. beäfriScn ^a^teä ^atte ©et^otb So(flu«, her gwSe 
¥^oIog, bamaU {Rectoi be« ©^mnafimnS in ^ovirctättr bte 
91i(^te bes älteren ^ranciScitö ^U"^'^ *) 8^^^^^^ ""^ ^^^^ ^^' 
im 3. 1607 ftorb, e^efii^te ei no^ im 8auf beSfelben ga^res eine 
lof^er beä filteren granciscus ^uniuä. !l3et junge gtanciScufl 
nnirbe bem neuen SBenoanbten jut Ctjieöung anöerttaut ^), unb er 
fonnte in feine befferen $änbe fommen, aU in bte \tRcd auiä^e' 
jeii^neten ^^ilologen unb ^äbagogen. ^e erfte jugenblii^ 9!eig' 
ung bes ^eranuKit^fenben i^QnglingS gieng auf 3Rat^ematiI unb 
Ärieg«»tf(enf(^aften. iSr »oHte untet her ruhmvollen gü^ng be« 
^rinjen SWori^ »on Cranien füt bie ^äf/At bet SRiebetlonbf 
tfim^ifen. 3(3 abtx juerft bie l^ebensunter^nblungen, bann ber 
abf^tug bes iii)ij[fiäf)ngen SßaffenftiltftanbS bie SuSfii^ auf wei- 
tete JWgät^ten abf^nitt, gafe^uniuS feinen ^tan auf unb nxmbte 
fi^ mit ganjet SEraft bem ©twbium ber alten ®pra(^ unb ber 
S^eo!ogie ju^), ^m Qa^r 1608- finben mir i^n auf ber Unioei' 



bt« %t. 3uniua an @n^. SJoffiu« ou« Sonbon oom 22. URai (b. SU) 163&, 
»D CT UDn btr UcbcrfeSung [ctneS SSertS de pictara vettirom in'l Sticbw 
ISiibift^t fagt; Primo per otium in veroaculam Doatram liDgUAm es 
qime Latine dedi traoHfero. (0er. Jo. Voeeii — epiatolae, Lond. 
1690, ir, p. 143). 3)1 bei aSibmung bei Observation es in Willennii 
Faraphraain, Ämatel. 1655, S1. 8, nttint 3utiiu8 ba» ^oMnbilc^t »Ten- 
tonicam noBtram« unb sTernaculain noBtnuii.i ~ 1) 6[i|ab(t^ i&offoi, 
bit Zot^ta b(« ^inn^ <!oi))ut, btT ciuSTubtc btT jtDtitcn ^idu bt» iltenn 
gr. 3unm« mx. ®tr IflnflCTt gr. guniuB war ein So^n bet btilltn gto« 
bt« aiKten. — 2) Crane l. 1. p. 57. — 3uniul ntnnl btn Bofliu* ai* 
btüifli^ ((inen it^m. (Ger. Vobbü epiet. II, p. 2). 3n fdntn Obser- 
Tationes in Willenimi Parapbrasin 11655) p. 17b fagt «; Gerardiw 
Joh. ToBBiua ftfiinia quondam mihi conjnactisBimus et prMceptor 
optima aemper de me meritua. — 3) €. Oraeviui in bet Vit« W 
Joniaa. 



ciilizedüv Google 



titgcnii.V^I. inbmSithit., inengLiLSfoiibinoDitiiD. 1665 6. 1748. 109 

jiiät ju M>en , von idd tx htm ®er^rb SSofftuS fl£ct feine flaffU 
f^cn inib t^fologtfii&en ©tiibien fimc^tet. SlRit tefonbcrrai ©fn 
warf er {ii$ unter tßi^ei Settung auf baiS @tubium \xx 
Siie^en '}■ 9ia^ ajollenbung feinet UnioetptiU^ftubien, ^ielt et 
jiä) eine ^ long bei bem frommen unb gelehrten SC^Iogen 
^^riing^S gu 3ßtbbelburg auf ^}, um ft4 ou4 fraftifi^ fQr bas 
jriftfi^e Hmt «otguberetten. ^m i^- 1617 eneii^e et bles 3iel, 
intian er auf Sm^^Iung itS ^ugu ©rotiuS aum Sßfartet in 
^tUegonäbetg berufen würbe % ^Cie lefürmterte ^ri^ ber Site' 
tolanbe wat bamolfe bwc^ bie etbttterten ©tretttgletteit jroifi^n 
btn Vn^gem beS ®omaTu3 unb bes armtnius jetriffen. ^uniuS 
tidt fi(^ DDU einet Cinmif{^ung in btefe ni^l bieg mit geifttgen 
ffiajfen geffi^en ©treitigfeiten fem. Aber fein milber, etnfo^ 
fiosmet ®inn jog i^n me^r ju $ugo @tottu9 unb ben anbeten 
Xtmonftronten , als ju ben aSett^eibtgein ber unbebingten $rä' 
btflnuitton *). ^n berfetben ^ät, in bet fti^ bie Sqnobe ju iCotb' 
te^t ffit bie 8e^e beS ©umaruö entf^ieb, erfuhr auc^ Suwi« 
einen ttfinlenben Angriff auf feine amtlii^e Stellung, ^ie ©^nvbe 
II iJttft erflätte im JJefiruar 1619 feine ©etufung a"in Pfarramt 
pr ungüttig unb tooIUe il^n nut als äJicar unb auf ^nbtgung, 
bis a m beffet audgemiefen. ^ben tofirbe, in feinet ©teOung be« 
lüffeiL 3uniu3, bet fic^ feiner @^ulb betvufit loat, füllte fi^ 
bn^ biefe unnätbigen ^untut^ungen tief geltänit unb gog tS vor, 
bcm getftlt(^ flmt gSnglii^ ju entfagen ^> l£t tft au(^ nie toieber 
jn bentfelben jurüdgele^rt; unb obioo^I et aut^ fernerhin bie ©c^id: 



1) Oet. Touii epist U, p. 2. — 2) Ib. n. p. 12. — 3) ®«^. 
SoffiiK nii))fit^lt ftintm gnunb ^ugo ©lotiuS bcii 3uniu4 füi btc SttCc in 
OintflottfÜtis in tintm QTief Dom ItlUfa 3an. 1617, btr gtbruAt i{t in Ceu- 
tom EpüL Clarorum Virorum ex Huaeo Brantii p. 18. Sit ju|)iiRi 
Kobt flnnoott bt4 tStoiiul finbtt fü^ in 9h. 94 unb tln Wtiltm ^it^ct Ge> 
iügli^a evicf btcftlbtn cbtnb. 9h. 95. — 4) üflan fic^t bitS u. U- ouS 
ta ecHb^, ba< 3uniu4 im €c))t. 1620 mit XiUnu« in ¥«>e ^allt. 
€■ baüba ben Brief btfl 3>^"^ !>" ®<^- ^"IfiuA in Ger. Vostii epiat. 
n, p. 2S. — 6) eiont p. 69, o. 



ciilizedl!, Google 



110 äwtllU »ui^. <Sc^ XsüfM. 

\aU febin ftlrd^e mit tuarmer X^rilna^nte verfolgte, tixinbte et ft(^ 
teW anbtren al« b«t f^eologif^en ©tuWeti ju. 

3in ©ommet beS ^at)xt9 1620 reifte et na^ ^atU, &efu*te 
bort (eine Sktnwibtett unb gieng bann im nSii^ften ^dfn naäj 
Ihtglanb ^ini^ec. ^ei mai^e er btc 99e!anntf0aft bes teilten, 
Aunft unb Siffenf^^ft littenben Xoma« ^ouKirb (Strafen bon 
!(tunbeL T)tv ®iaf fonb fo^e« SBo^IgefaKen an ^xnüid, bag et 
i^ bat, bei i^m gu bleiben <)f unb i^m bieSrjie^ung feines ©o^neS 
aniKtttaute. ^tet tebt nun ^uniu^ '^t'I^ 3^^te, umgeben von ben 
®(^t}en ber tunft unb beresiffcnfi^ft, im SSerle^t mit ^elc^ttra 
unb ftOnftletn unb mit ben englift^en ®ro$en in @taat unb ftit^. 
©eine Seit ift getbetU smifc^en ben ¥fli(^ten, bie et als etjie^ 
U» tungen @ra^ treuli^ er^'j, uiffenf^aftß^en S3ef<^ftig' 
ungen unb ben ajetgnflgungen bes ootnel^men SeltlebenS ^. ^Ib 
finben mir i^n in bem Slnmberf^ ^laß in Bonbon, ben ber 
@raf mit ben berühmten antil^ SRatmonuerfen auSftattetc, 
iaßi auf ben Sonbpt^en ber @lri>|ien, n>o er mit feinem dögling an 
Qogben unb anbetem QAtoextmi t^tnimmt *). 3mmer ifl et in 
eile, fo ju fagen immer auf bem Sprung. ^Baptim" ift bie ge^ 
u»^li^ Unterfi^tift feiner Briefe an t&txtjatb Sofftn«. Wm 
balb foQte fi^ seigen, bag bies f^etnbar jerftreute Seben i^n nic^ 
^inberte, bie grflnb(l(^ften unb um^enbften uiffenfc^ftlii^en @tu< 
bien 3U mai^. Huf ben Sunf«^ bes trafen Ktunbel >) begann 
er nOmtt^ ein Setjeii^ntg bet antilen Aünftlet anjulegen, unb aui 
ben $n>Iegomeni8 ga biefer Arbeit ") mutbe btc in bem ontiquari' 
f(^ X^eil bet alten jhtnftgef^t^te (&poi)t ma^^e @i^ft De 



1) S. ben Biitf bc4 Suniue an @n§. Soffiu« com 1. £tc. (a. et.) 
1621, in Gar. Vossii — epiet. 11, 29. — 3) S. Qet. Vosbü epist I, 
179. — 3) Dk giuijc €<^ilbciuns ip «iimorfm nat^ bot Snbcutuitaen, bie 
fii^ in btn ericftn bcS S'"'^ «« ©tt^nb Coffiuä finbtn. SSgl. 6t(. btn 
8ritf ba Simiu« V>m S2. 31ai (a. St.) 1635 in Tomü epiat Ü, 143. — 
4) 3uniuS an ®CI^. SafTiu« 19. «pr (o. et.) 1628 in Qer. Vosüi epist. 
II, 59. — 5) 3nniti3 a« @«^. «off. t>. 19. Hpi. (o. €t.) 1628, in Qei. 
Vowü epiBt. II, 69. — 6) ^uitiu« an €1«^. SJoff. 1634 in 0er. Vonü 
opiit II, 134. 



ciilizedüv Google 



t:«3cnii.^U.Jnb«initt>nI., in dnal.u.eranbinovitn». 1665 B. 1748. 11] 

/ 
jwtan vetenim. ©ie »uibc im 3to^ 1637 unter ber D&^ut 
M (Sct^otb VofTiuS 3U XmfteiAatn ^ausgegeben unb tttoaxb 
k« enfaffer Me Sobfttfit^e b« (eirü^ititepen ®ele^ten feinet 
Seit'). 

ffitr wiffen ni(^, une fic^ ba8 Sßei^Itnig beS ^uniuS jui 
SaaiiGe bt« Sro^ Bon atunbel geenbet ^f, aber au« einem 
erief be« (^^orb äJojfuts Dom 1. SDecember 1641 erfa^ wir, 
bog ^Ifumi bonuls (E:^ie^ eine« @rafen Don Offotb uar *). 
$n folgenbcn 3«^ begleitete er feinen ä^gling in bie Shebei' 
luibc^), unb au(^ im 3°^ ^644 finben urir i^n bort mit bem 
JBngtn flhafen Don O^orb , ber im nieberldnbif^en ^eer IMenfte 
gflunrnncn ^atte. Si« jum ^^x 1646 *') loeilte :^mnu« in ben 
9tiätrlanben; bann le^ er na^ Snglonb iurfld unb blieb bort, 
M er im ^^ 1651 f&r eine Ungere Wci^ oon ^1jxm feinen 
Xifcn^ in btr niebecl&tbift^ ^ntat^ na^. 

ffiS^renb feines faft breigigjd^rigen Slufent^ßS in (Snglonb 
tmr ^JuniuS im regften 9^e^ mit febm nieberlSnblfi^ SJer' 
mibten geblieben. {Denn er m^ lein fe^ Peifiger Srieffi^ciber 
ift'), fo nimmt er boc!^ an %Qem, ivas feinen @<|mager@er(aib 
»Bfftu« unb befTen ^wus betrifft, btn wönnften Änt^I *). SMe« 
Bo^ SSet^torig ju ©erwarb SSoffiu« ip bon nt^ geringer 
Väieotmig fflt ben @kmg , ben btc ©tubien be« ^uniuS nahmen. 
^ al« foate ba« felbftSnbige ßetbienft be« ^miu« gef(^mSIert 
nerben, ba8 er flc^ bun^ bie et>oi|ema(^enben arbeiten auf bem 
ÜMiet ber germonifi^ ^^ilologie enoarb. Kber bag i^jlutttus 
Mefe Kii^tung einf^lug , bag er fte fo gut ausgerüftet unb mit 



1) 6- Ut etitft bt« ^ugo ®rotiue, bi< bn S^nfl M Snniu« De 
pietnn Tetarnm Migtbiudt fbib ; ben ßritf bcS Scr^tb Sofliu* an ^uniud 
m Qer. Tomü epist. I, 2S3. — ÜXt CataloKUi Artificam nmibt nfl 
h4 ^uniiiA Xob int an|(^Iiig an bft ffotitt Huagobt bc« Str» De pictnra 
wtenun, Boterodami 1694 MtBffaitim. — 2) Qer. Voasii epist. I, 
388. — S) Ib. II, 397. — 4) 0er. Toraü epiet I, 438. — 5) Gei. 
ToMi ^rt. I, 148. — 6) Sgl. btt Ciitfc bc< 3uniu« an Qltt^. Soflin« 
i> Gel. Yoaiii eplrt. 11, 31 ; 63 u. f. f. 



ciilizedüv Google 



112 3<»'il'< ^"4- '^t^ Sttifitti. 

folc^er iStQnbli^feU serfolgte, bas etMit fii^ nit^ jum geringfteit 
X^U aus feinem äkc^Unig gu bem grSgten unter bot bamaü 
le^ntben Üaffif^ ^^Uoloscn. !Z)enn nraS mit in einem frühen 
Xtif(^nttt übet bie niebetlänbtf^ ^^tlologen gefagt ^ben, bas 
jriflt fi(l& am gMrtjenbften in bet ^amüit beä ®er§arb Soffiu». 
©ie fteUt uns ben auSgebteiteten Umfang bei bomaltgen 'Jß^UoIogie 
bar. Ch fetbft greift, tote mir fe^en werben, tmt Ober bie ^nn* 
jen beS antil Slafftfc^n ^inauS. @etne talentvoUen @i)^ne 'Sm»)' 
fui8 «nb 3iaar 6ef(^ränlen i^re ©tubien nit^t auf ba« ®ntifi\^ 
unb 8atetntfi$e, fonbem fie ertoerben ft<$ 3uglei(| unter ber Rettung 
bes @oIiuS bie Senntntg bet femitift^en @f)ra(^en ')- Unb becfelbe 
^Hon^^uS ajoffiu«, beffen femittftif^ ©ele^rfamfett ftii^ ut ber 
Verausgabe bed Moses Maimonides de Idololatria ein £>enfmaf 
fe^te, Übertrug bie nteberlänbifc^en Stnnalen bee (EDeratb Dan 
iRe^b in Rafftfc^ Sotein ^). fSin britter ®D^n be« SSofftuS, 
matÜfSuS, ft^rieb ein felbflfinbigeS 9Bert über bie &t\äfi^t ^U 
lanbs unb 6eelanb3 von ben älteften 3"ten bis }ur aihtte beS 
11. i^^r^nbertiS ■). Hn bem allen na^m bet 33ater ben leben* 
bigften «nt^eiL (£t erjä^tt un« felbft, roie fein S^cai» Diele ^a^re 
^inbut(^ erfMt mar Don ©ef^tät^en über bie alten niebertSnbif^ 
(Bef(^i(^ten *'). ^n Q3ejug auf feine @))iac^ftubien aber mar ®er' 
^arb SBoffiuS, obroo^I einer bet erflen Senner unb SKeiftet bei 
nafjif^ SatetnS, hoi) leinesmegs fo befc^änä, bog, toas aber 
baS flafTifi^ Sotetn ^inauslag, Detät^tli^ bei ®eite ju lafftn. Ct 
rit^tete fein »ugenmerf ouf bie Utfprünge ber lateinif^ ®8rtet, 
unb ft^Dn bteS füffctt il^u weit fiber ben a3erei(( ber bloßen Sotini' 
ften, l^inauS. 2fft auc^ SSteleS in feinem gro|en üßert übet bie 
lateinifc^e (St^molofiie ie^ (ängft Deraltet, fo erweift bod; bie ^e* 
fe^rfamfeit unb ber ©(^rfTum, bie ber große ®pra<Wi)rf(^ e^^ 
^Itet, no^ ^ute unfete ©ewunberuug. ©et^rb ajofftus erHSrte 
fl^ aber aui^ ausbrfldKil^ bagegen, feine ©tubien auf ba« Hafftfi^ 



1) Crane 1. 1. p, 16 sq.; p. 24. — 2) ib. p. 17. — 3) ib. p.23i 
53. — 4) <Ba^. Soff. Oiitf an 3o^n. enniiuu« Dom 3. 1646 in Q«r. 
ToKÜ epist. I, 444. 



ciilizedl!, Google 



Cit pm. V^l. In btnWttxiI., in engl. u. {n€raiibinaeitn e. 1665 h. 1748. ] 13 

Siitnn ju bef^Onlm. St ^t efi fßr unumgansßi^, auc^ in ble 
^Stnttt 3«ten ^inabjuftetgen ■)■ (Et fcl^ft t^t bieä in feinem gc 
b^tttnSeif De vitüs Bermonia et glosBematis Latino-barbarie. 
ßr ^onbclt ^xa ousfai^tti^ Don bm SSeitnn, bie bem Raffifc^ 
Siitrin fremb ftnb. iRatQiIt(^ t^ut et btes junSi^ft aus bem ®e< 
jt^tflftmft, bog bet ®f6tau^ biefer ffiöttet dok bem, bet gute« 
Gattin fi^teiben toiß, a($ fe^Iet^ft ju metben fei. 1^ nwli^em 
Stift et abet nii^ beftoroeniget ben gangen Qkgenftanb be^nbtU, 
i« jriflt fid^ in ben Sßotten, mit benen et ben genannten 86« 
fi^nitt einleitet- Ao ordiar ab w, fagt et, quae ortn ipso bar- 
baiiem prodant: nt qnae genue awxm duonnt ab Ulis, qnos 
Romaoi Graecique pro fastn sno barbaros dixere: praecipae 
■b iflcoÜB magnae matria noetrae Germtuiiae ^). Unb nun ge^t 
ft nöen anbeten eine gtofee SRenge getmanifc^et Sßötter buti^, bie 
fi4 bei bot nrittelattetltt^ Sateinetn ftnben. 3ßan nritb biQtget' 
seife nii^ etroatten, bog bet IRafftfi^ ^^ilDtog '^iet tiox me^t als 
imei^bett 3o^<™ tnib Dot bem 99egttm einet mttfli^ niffen' 
I^oftfi^en getmonifc^ ®t}tac^fotf<^mtg übetati bas iRet^te ge- 
troffoi ^bt. Watt nrirb ftij§ oiefme^ ftcuen, 3u fe^en, rote bet 
310^ Sottnift fl(^ bet a[t3ennantf(!^n dueOen ju bemSi^gen fii^t, 
nne et ni^t nut bie mittelaltetüi^n Steinet, foiibetn aui^ bie 
alftnitfc^ ©t^tai^benlmdlet ffit feine Qmie benu^t. St citiett 
ben Otfrib'), ben alt^oi^beutfd&en Sxitian *), ben Äeto*), ben 
^(tam. 3>n le^en fü^ttet na<^ bet Sludgabe bed SOIetuIa an 
imi) fügt bann ott^ogtap^tfc^e ^tianten aus einet ^anbf^tift bei, 
bie n TetOBtofl noster Manofloriptas nennt ^). St fi^üpft aus 
olt^oi^eutf^n unb aus angelfS^flfi!^ Stoffen ^J. St lennt bie 
iKtiigcn Heinen ^tuc^ftüife, bie bamals Don bet got^ifc^en B\btU 
füttfeiung i»t0ffentlii^t vaten ^. St idtl fibet^upt nit^t nut 

I) Ger, Youü de vitüs BermoniB et glosBematiB LatiDo-barbariB 
liWi qaatnor. Francof. 1666. Praef. (p. 18 sq.) — 2) Ib. p. 175. — 
3) Ib. p. 336. — 4) Ib, p. 285. — 5) Ib. p. 303; 339. — 6) Ib. 
p. 227; 339i 240. — 7) Ib. p. 184; 206i 336; 339. — 8) Ib. p. 7 
t%t n bdS S't^lf^ Caltniuln an; p. 285 bit got^ifi^c Ucbnfc^ung M 
Canticnm Simeonii. Qcibc »arcn in btt St^rifl M BonaTentara Val- 



i.,l-.ooglc- 



114 3>»tltta Sut^. Srilta fta))it(I. 

luttet bte Tentonas, fonbent au^ unter bie ytXotevTovat ge« 
rechnet fein '). 

@o fe^ tott ®er^att) SSof[iu3' bm groten Haffif^tn 
f^Uologen, aU unentfie^iti^ Sletoiftubbim bie altgermantfc^ 
©inai^uellen fflt feint Qweät auätieuten. SSit er^rtden t^n ge« 
nnffennagen f^on auf bem SJege, ber bann [einen ©t^HKifiec tjrtan' 
ciscus i^uniud 3UI W^e ber germonif^en ^^ilobgie als einer 
befonberen ©iffenf(^aft führte. 3tanci«tu8 3[uniu3 t^eilte He 
Steigung feines ©(^Wägers Ser'^arb Ißofftns ju et^mologifc^ 
^orf^uitg. Sr tft ^oi$ erfreut, aU er im i^^r 1634 beS Sulco' 
niuS @[offarium oon (Ser^rb üBofftuS jugefcnbet er^t, unb tfl 
ganj jufrieben, bafi aui^ bas ^fon bes ^^^ius fii& bei biefer 
©enbiuig beftnbet, obf^on er eS bereits früher enootbtn ^t. 
X)etm gute f&ü^tt, meint er, befi^ er gern jweimal, um fie fo« 
loo^l in Sonbon als auf bem fianb, wo er ben €ommec jubringt, 
)ur $anb ju ^ben ^J. ^anj befonbers aber loar cS bie nitber- 
I&nbif^e !Dhttterf))rac^, weli^e t^ranciscus i^unius mit Siebe (f^egte. 
i£r fc^rieb fie aud^ na$ langer übmefen^it mit SDletfterft^^, nrie 
bteS feine Ueberfeftung ber ©ibrtft De piotara Teternm benrie« *), 
unb i^re ürforft^ung loai es Dorjfiglii^ , mas i^n me^ unb mt^ 
ausf^liegltt^ germanif^n ©prai^ftubien jufü^ite. Sä^renb fctnM 
langiS^en Kufent^Us in (Snglanb nutbe er befatmt mit bem 
reiben @4a^ angeIfA#f(^ ^nbf (Triften , tvel<^ bie englif^en 
aStbltot^Ien aufbewahren, unb es entgieng i^m ni^t, nie oiele 
neue Kuffc^Iüffe bie 3)ui[^foif(^ung btefer alten ©^rrat^benfmäln 
aui) für bie Erläuterung ber neueren germanifi^en ^ptaätm: bM 
9lieberlänbtf^n, bcs Snglifc^n unb beS iDeutft^en, gen>ä^ren*). 
<£r nurf fi^ mit ganzem Sifer auf bas ©tubium beg HngclfSi^ 

caniiu De Lit«ris et Lingua Oetarnm Sive Qothorum, Lagduni Ba- 
tavorum 1597, mjlaet^cilt. — 1) Ib. p. 8. — 2) gionc. Suniul an 
(Sa^azb eofitiis in Ger. VobbU epiat. II, p. 1S3 aq. — 3) £ltT Ahodthi. 
Bat. (b. i. Adrian Terwei) Fraef, Ideae Linguae Belgicae eiKSrt fit 
fflt eilt SRu^ btc nicbtrlGnbitc^ni 6))n0c. €. Craae 1. 1. p. 29. — 
4) @. b. Vita Fr. Junü t>oi btc iu^ä) @taa)iut bt\tvgttn Suflg^ btt 
9hrf0 De pictura Teternm. 



ciilizedl!, Google 



£tt}niE.!MiLt)iben9iitlrtc(.,in6nfiI.u.inetai^iiia»lniB.1665 6.1T48. HS 

^BL 3)icfi fn^ i^n ünrnei: tiefet in bw Srfotfi^ung mit t>et 
oDbatn aägermanifd^tn ®i(ixaätm, namentlich bee Hlt^pc^beutf^nt, 

m fein ©t^nrager Ser^b SSoffiuS im 3a^c 1649 aeftorfien 
Ddi, I^ite ^anciscus 2finttue aai) ben ^tiebcrlanben jinrOd unb 
itHt Ungere 3eit mit feiner iSifto^ttx, ber SÜttUM be< Sofftuf 
nß in amßetbom , bann im S^q *)■ %u8 bem 9Ia(^Iag feine« 
®i^iDagei9 sab et beffen Harmonia Evaogelics ^eroufl '). 
Seine ^ouptfSd^tt^fte SBefc^ftigung a6er bilbete bofl unetnüblifl^ 
@tiibinm bei germonifi^ ®ptaä)m. Ws t^m mUget^ilt niurbe, 
IM iDe^4"t ^eSknb gebe t8 eine ®egenb, in mUfftt bie 9e> 
w^uer bie alte friefif^e Sprotte in i^et urfptOnglnßen ©eftalt 
imäfü IfiOat, entfc^Iog er fi((, biefe ®ptai)t an Ort nnb Stelle 
ja kam, unb ^ieU ft^ }u bieftm Sei^uf jnxi ^^t lang in ben 
DflKen Otten ©taoerot, '^oütofxm, ^nbelopen, SSSoifum wib 
Sctenxitb auf ^). Um unertonnt unb buni^ leine Miffi^t gebunben 
Bit ben Stuten «tfe^ien ju Knnen, twttauf^te er feinen 9icaam 
int befftn ^fiif^ Uebecft^nng 9Iabab Slgmon *). ^a^ fßet- 
tauf Don 3U»i ^a^ le^e er ousgerüftet mit einer grftnbf ii^ 
finmtnig ber friefif^en ®pxaä)t nac^ Umfterbam jurfld. ^kc 
nbeigab er nun bie erfte i]rtui$t fetner germaniftif^en ©tuUnt ber 
Oeffentß^lnt fis marcn bie ObserratioQeB in '^^ülerami Ab- 
bitii Fnacicaia Pftraphrasin Cantid canticonim, bie mit ben 
8dleni unb auf Soften beä aSerfaffet« im 3a^ 1655 ju Smfter- 
bon erfreuen. 3)ag et fi4 ivet^ an biefem eigent^üsUi^n alt- 
^btutf^n Ci^eugntg bed elften ^^r^unbetts oerfud^te, toirb 
ftina ®runb barin ge^^t ^aben, bag bteS SSert bur$ ^oulue 
SRftala im ^'fyc 1598 ju Seibtn beiQuSgegeben uoiben mar. Süte 
ObBerrationes beS ^miai mafya ben ISinbrud einet taft^ nie« 
bcrgeft^ebencn Sfrbei^ aber einet Sirbeit, bie auf ben umfaffenbften 



1) Crane I. 1. p. 33, — 2} 3m 3a^t 1656. Sgl. Crane 1. 1. 
p. 33. — 3) 6. b. Vita Fr. Junii voi @tawiu« BuSg. b» S^iift Da 
jiti. Tett. unb Ciane p. 33 u. 79. — 4) Crane p. 34. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



11« SUKtIO Vtt^. Stft« StOfitÜ. 

Sorfhibien ru^t. ®it t^etlen mit leitetet, ftj^em |)anb au3 bot &ifilsta 
mit, an baten ^unhis bomols fc^on fett ^fa^ten gefummelt ^tte. SVitn 
6etettS im 3*^^ 1651 fc^iei^t ^o^nn griebrif^ @ronoD an SHcoIauS 
^einfüts: «91euli<^ nuf ti^ ju Xmftetrbam mit DiTand«cu« Sumus 
gtifantraen. (£t ^ ein Stfiton bei: Originds unfret aRuttet:f))ra(^ 
fnttg, uwtin »iel 3:reffli(^ aus bot alten ®))ia(^benfmfi[tTn bei 
«tngelfo^fen" '). ^m Sauf be« 3a^ 1655 gab ^uniu« an^ 
ttD(^ eins bec urit^tisften IDenlmaiei; ber angtCffii^ftfi^ ^oefie jum 
etßenmal ^auS, n^mlxH) bie netrifi^ ^op^iafe ber biblif^en 
l^t^te, bie untn bem 9tamen US (Saebmon betannt ift '). TAt 
^anbf^tlft, loel^ bet (Stjbifi^of Bi>n »rmag^, 3ioco6 Uffer, beut 
^!fmu& mittfieifte s), nennt feinen SSetr^ffer. 3^niu« a6et fc^rirö*) 
bo» Süeil bem alten iCid^ta Saebmon )u, »on toel^em Seba in 
feinet ftin^cngef^it^te etjä^U. ^te Xusgabc bed ^uniuS ott^ 
äuget bem fauber mit angelfSi^^f^ ijettetn gebnuRen Se^t 
mit ein tuijeS aSonwrt unb eine i^^in^ftsangabe bet ftapittl. 
HOeS Xnbeie , veai i^niu« bem %tft na(^Igen [äffen moHte '), 
iß nngebniift untet feinem ^anbf(^ft(t4en dta^Eag aufbena^it. 
3n biefette Qeit, in mel^ ^uniu« bie erften ^toben feinet 
geimoniftift^ ©tubien in ^tud gab, fällt ein Sreigntg, ba« ffil 
^uniu« unb bur^ i^n fß« bie ganje CrntttHiflung bei genuamf^ot 
iS))Ta4ftubien efiiH^ema^enb toutbe. Siti ^ben in einem frdfieTtn 
Hbfi^nitt gefe^, mte in bet jnKtten ^tSIfte beiS fet^^ten ^a^t' 
^bert8 bie ftunbe oott bet got^f^ (Stxingelten^nbf^ft auf' 
toin^, vAt abct nnt wenige Heine !Qtud)ftü<fe berfeOien DecSffoi^ 



1) Sjtloge Epirtolaram, ^trouSgtgtBtn Bon ^ettr Cunnann, Tom. Ill, 
p. 286. — 2) Caedmonii monaohi Paraphrasii poatioa OenMioi u 
pTMcipnanim Sacne p^nu HiitoriarDin , abhinc annoa HLXX. 
Anglo-Sazonioe coiuoripta, et nano primüm edita ^i^ftnoisco Junio 
F. F. AmBtelodami, Apnd ChriBtophonim Gonndi. Tjpis et Bomp- 
tibuB Bditoris. CI3I0CLT. ProBtant Hagae - Comitnm apnd Adria- 
nnm TUcq. (Jtitin Quaito). — S) Fr, JnniuB Ad lectorem Mr Hv 
Xtxl itt (Eatbrnon. — ^) Obserrationeg in Willerami Faraphrasiii, 
p. 248. — 5) egt. Fr. JuniuB Ad lectoiem »or btm tut M «atbinni 
a. f. 



ciilizedüv Google 



S)icecni.¥^iLiiibtn9KÜ>a:l-,in<8tial.u.in6fatibliui)itni>. 1666 6. 1748. 117 

fi^t Rnbnt, unb bte $anbfi^tift bosn ul^er au3 bem @(efi<^ 
httS ber Sele^Ttm oecf^ioinbet 0- ®ie tmt in ben iS^a^ US 
eifrigat @<unmleT«, fiatfer iRuboIf n., auf bem ^abft^m getom' 
nen ^ ^er fanbtn fie nai$ (StftÜQUung bo; ^einfeite von ^rag 
ba ^0^ 1648 bie €c^iveben unb entführten fie mit anbeten Hte< 
raiif^ca Aoftboideitcn na^ ©tocF^obn. Untn ben ®e(e^en, 
mC^t bte Königin Cii^fttne oon ©t^meben an t^rem §ofe txc 
foMuIte, befanb f4 out^ 3faaf aSofftud, bef @o^ beS 9et' 
M Soffiuä unb ^Reffe bti) StonciScuiS ^)[unluS. !Die Sönigln, 
cift Sbertiiebtn freig^ig fÜT geleitete 3ivede, fonnte bann fpfittr 
tku^ Srf46)?fung t^ ^Jtittet ben frfl^ äbemonunenen Sßerti^tc^ 
bmgen ni^ ü^atl not^tommen. @ie fonnte bieS um fo tseniger, 
noi^bem fie int ^utä bes ^a^xtä 1654 bte ft^io^f^ jiäntgsftone 
liebr^äegt ^tte. @ie geftattete ba^ einzelnen @kle^cn, fu^ 
fni ins, toas fie t^nett f^ulbe, burc^ SÖät^er ou« i^er tobten 
tMoOjtl ju entft^fibtgen. Cme folc^ ISrlaubnig. er^iett ^faof 
^tus, bec nad) mannigfa^ Si^alen unb S'MA'^tffen im 
Sämling be« ^^ttS 1654 aud ©^tneben nad^ ben 9tiebe);lanben 
jBtiüne^rte. SlRan ^ i^m »otgemoTfen, er fyibt fi(^ unerlaubter 
Sfife an bem <£igent^ ber JiNinigin tKrgrtffen. :3faal JSofftu« 
nn bnn^ous nit^t ber eble, reine fS^after, une fein 9}ater; nun 
hfi^i^ i^ ni^t mit Unret^t ber ^ubfut^t unb anberet ff^lim« 
HUT i^^tnge. HEfer mit ber obigen (£rlaubnig ber Königin, fii^ 
9n^ ms üfcev iBibliot^ auS^ufui^n, fc^eint tS feine 9H(^ttgfett 
» ^oben >). Unter ben miftm, bte ;^aal äioffiuä fic^ aneignete, 
i^atäi {xä) aui^ ber got^ifc^e Suangeltencobe;, unb fo lam btefe 
toftfttie iKutbfi^rift in bte ^länbe [eines O^etntö, bes gtonciöcu^ 
^mtuä. 3Kan tonn fic^ benten, con »elc^er ^cube ber greife 
Jorfi^ ergriffen mürbe, aU fic^ l^m biefe fittefte unb nrfMns* 



1) e. 0. €. 92. — 2) anallliann in HsDpt'a Zeitichrift fQr 
deatMhes Altertham, Bd. I (Leipdg 1841) S. 316 fg. — 3) SAt 1)i« 
Wkat CArfttOutig folgt ^upl[ai^lt4 bei [oTgffibigtn Uiilnfu^wig Q^auffe 
ViSt in bcfftn Noaveau dictiooiuire bintorique et critique, Tom. IT. 
(inutordam 1756} p. 621 sq. 



ciilizedüv Google 



118 ^eMtt KtUi. 9c^ Xo^ittl. 

liil^tt CUtcUe bec gcnnan{f(^ ©tita^en erfd^lDg. @(^n beit 
nÄnm Don Sonawntuta SuIcaniuS wt&ffmtlii^ten Sni^ftDden 
fyatt et ri(^tt{| abgraterft, bag nnS ^iei ein ^»ftanb bec germant" 
\inn ®pxa6ifn «itgtgenttitt, hex urit au(^ ^nlcr ben filtefteti 3>enl' 
mötcrn be« ÄngelfÄdMlfi^« jittüiflitgt *). Uitb nim I^iett er biefe 
SItefte Urtunbe, biefe @ninblage ber ganjen gcnnonift^ ®ipxaii-= 
forf(^nng in $SnbetiI Sr {i'^t barin eine ®<^tifung tfts fnntmel«. 
:Dim$ eine $Ogung be9 ewigen ®Dtted fei biefer Sobe; in fdne 
|>finbe gefornmen '). :6on nun an ge^t fein eifrigfted {kmfl^ auf 
bte getaudgabe ber got^if^en @)JTa<^fte. Si atztet fu^ mit 
unrtmöblti^em glet^ in bie ®)ita(^ ^etn, tfigl auf feine Soften 
got^fc^ Settern ftl^neiben unb gelangt fo enblii^ ba^n, bag er tnt 
^^r 1665 bie elfte %u9iabt bc« Codex argentena ju 3!)0Tb> 
'oSjt nf^einen laffen fann ^. Si oerbonb fl^ baju mit bem 
thtglfinbef X^owa« SRaiefi^atl. S)iefer fügte bem got^f^en 
Ztft bie altf angelfSc^ft^e Ueberfe^nng bet (EDangelien 6ei, roelc^c 
im ^^ 1571 jum erftenmal erfi^ienen mar unb ju beten tet« 
beffertet §erou8ga6e i^m J^niu« bie EoUation Bon »ier ^nb' 
ft^en überließ *)• SKorefi^H fteuerte außerbem fe^t adjtung«- 
UKTt^ ObsgrrationeB de Yersione Gothica unb in Yersionem 
Anslofiaxonicam bei. SuniuS felbft aber lieg bec Ausgabe beS 
'S^tfM ein Gothicnm GloBsaiinm folgen, ta9 erfte le^ifalift^ 
$)fltf3mtttel ffir ba« ©tubitint bed ®ot^if^en. 

1) Sgl. bi( 33ibmunj) bc« grancitcus 3uniu3 aii bcn ffanjln Ct la 
@atbit DOt leinet Slujgobt bcd Codes argeateuti. — 2) @btiib. — 
3) Qnfttuor D. N. Jesa Christi Eoangeliorum Versiouea perantiquae 
duae, Oothica acil. et Anglo - Saxonica : Qaaram ilUm ex celebeT- 
riroo Codice Argenteo nunc primam depromBit FranciscuB Jnnias F. 
F. Hkao Altern ex Codioibai mM. cotlatii emendati&H recudi onra- 
vit Thomoa HareBOhallDS , Angine: Cnjas etiam ObBerratioues in 
ntramqne Tenionem Rubnectantnr. Accesait et OIoBHariamGothicum: 
cni praemittitur Alphabetnm Gothicnm, Rnnicum etc. operä ejoedem 
Fcanciflci Jonii. Dordrechti. Typis et sumptibue Juuianis. Gicude- 
baot HenricQs et Joannea Eaaoei, ürbie Typographi Ordinarii. 
C13i3CLXT, — 4] »gl. Thomae Harescballt (sie), Angli, obfierva- 
tioaes in TenioDsm Anglo-Saxon. p. 490. 



ciilizedl!, Google 



tic|tnt.V^tiibtiinicbcT(., in ^Qtii. in eiontiiiuuiRiD. 1665 b. 1748. 119 

@o Ubit 3iintuS eine lange 9iet$e von ^a^en In ben OHc 
berlonbni bn öifcrfi^ung bet gennanif^en ©prai^n ^inflefleßen. 
Bmt auftre Soge ^tte ft(^ günftiget geftaltet, na^bmt er einen 
Inigtmtngen unb Mibrießli^ ^oceg gegtn ben Siecount ®taf> 
fnb, ben ®6fyi be« (Drafen Stomas Xninbel, gewonnen ^tte >)■ 
Wer Ua Smotbene biente t^m nur, um ungefttfrt unb ununtei' 
ktfya an ben großen Sammlungen fortarbtiten ^u fönnen, bie er 
füi tw (Erforf^ung bet germanifi^n ®)n:ai^n angelegt ^tte. 
Cbmo^I jt^t in ^o^em iSretfenalter, genog er einer niunberbar 
((ftrn unb ungetrübten @efunb^eit. ■ ^im 3}}orgen, SStnter unb 
€oiiuner, er^ob er fti^ um oier U^r von feinem Sager unb ftanb 
Imm bis juT SfTenSjeit, um Sin U^r, vor feinen Sibett^putten. 
%if Ut[en pulten lagen fünf Sorterbüc^r, bie er fic^ für bie alt* 
germonif^ &ipxaiittt angelegt ^atte, unb feine Kommentare ju 
altgennanif^en @(^ftmerfen. ^n biefe trag er üüts ein, was 
Um beim Sefen b«r Ku^eU^ung nert^ bünfte. Um <Sin U§r ag 
ei p aßittag. 3)ann mai^te et fi4 jtvel ©tunben (ang SScmegung 
Sit Spojierenge^, Springen unb Saufen im (Irteien, menn ts Ue 
3a^re^eit bulbete ; toax taS Setter gar ju fd^Iei^l, fo ftieg n 
feiner Skfunb^ ju Siebe bie %xtpvtn im ^ufc auf unb ab. Um 
hei U^ )og er fic^ nieber in fein Sünmer jurfid unb arbeitete 
tmunterbroc^ fort bi8 %benbä ai^t U^r. ^ biefer übgcfi^ieben» 
^ unb Srbeitfamfett aber mar ber rflfttge @retä niifts weniger 
al8 mürrifc^ ober menft^feinblii^. Obuo^t er ^^ ungern Don 
feiner Arbeit abjie^ lieg, mar er boi^ äu|erft freunblic^ unb 
liefniAoürbig , nenn er 93efu4 erlieft. Sr lomtte bann ®tunbcn 
lang burc^ fein fc^rrei^ unb unter^Itenbe« ®*fprä(^ f'ffefti- 
Sein S^araHec mar Don einer fcltenen Siein^it unb über fein 
aongeg ZSefen mar bie ®(^u cor febem Uneblen unb Unreinen 



1) 3n ber Qontbe )ii leinen Obserrationet lum SSiUnaiti f))ictl 3k= 
BtB( auf btcftn «erbitt^fii^cii SRti^lt^nnbtl an. Su4 tiiinn Stitf M ^anut 
SUtii* an 9ti»liiiil $tinfiu< tiont 3a^i 1662 (in eiirmann'd Sjlloge 
T. in, p. 760) nrfa^nn nlr, bag 3uniu4 btn $coc(fi stwonntn ^al. €. 
Cnuie l \. p. 77. 



ciilizedüv Google 



120 BiMitce euil^. (hflri XopiltL 

oueflebrettet SSon Hllen, trie t^n latititm, getieft iiitb tKtc^ 
(Tifc^ien et wie ein Urterteft ou» eUitt tefTern 3eit SÜebct §off» 
nung auf @etmnn, no4 ^Z)urft na<^ Slu^nt trieb i^n ju feiner 
Srbett, fonbern allein bie reine Siebe gut SSiffenfi^aft, junt Später« 
lanb unb ju ben Sßitmenfc^en. @o ft^ilbeit i^n ein jangem 
3eitgenoffe'), unb fouo^I bur^ bie iBerit^te ^ibeter, bie i^n ge* 
lannt % als buri^ bie ®(^riften bes ^unius feI6ft nttb und bie 
Xceue biefet ©c^ilbeiung beftfittgt. Sift na(^bem er had at^tjigfte 
eebcn^ia^r längft Überf^ritten l^tte, begannen bie Sefi^tDerben ix» 
alters fii^ bei i^m einjufteaen. ^m Anfang befl ^^xc9 1674 
würbe er von einer ft^meren firanf^ Ibefalltn, aber tro^ feiueiS 
iftiiftn %lttx9 überftanb er fie glficffii^ *). ^(h^ begannen nun 
balb feine ÄiJriJcrfräfte abjune^men, fein frü^t fe^ [titettS ©e» 
b&d^tnig fi^mä^er ^u werben "). ^n feinem fiebenunbcK^iaften 
SebenSja^r fagte et ben (Entfc^Iuß, no(^ einmal feinen So^fiQ jH 
oetänbem. Qm §erßft be« ^iftts 1675 Mtließ er ben ^s, 
wo er bis ba^in gelebt ^tte, mib fc^iffte nail^ Qnglanb hinüber. 
©d^ort im i^a^r 1670 wor t^m fein 9ieffe ^faol ajoffiu« »orau«* 
gegangen, ber von jtBnig Jiarl IL im ^afyc 1673 ein Sanomcot 
ju 9Qtnbfor ei^elt. ^n bet 9}ä^e biefer @tabt lebte er auf einem 
Sanbgnt tm SBeftft eine« bebeutenbc« ajermögen« «)■ ■ ^vanäsoti 
^untus 'brachte ben grögten Z^ feiner ßeit in C^forb jn. 3m 
«uguft 1677 befugte er feinen Sfleffen Sfaaf «offiuS auf beffeit 
Sanbgut bei $ß(nbfor. $ier, im ^ufe feines Neffen, ift er am 
19. ^^DUember bes ^a^res 1677 nad^ einer Aranl^eit von nur 
Wenigen Xaa«n geftorben. ©ein Seii^nam würbe in ber @t 



1) ®Tan)iit0 in btc Vita Junii tm btffcn @<^iifl De piotnrft veto- 
nun. — 2) Sgl. Pauli Colomeaü Opera, Eamburgi 1709, p. 323. — 
S) Sgl. u. 8. bie ntbcnstDQTbia [tI&{tIo{en acugcrung«! bt« 3uiiiu< In ba 
Vombt ju btn ObBertationcB )um ÜQillnain. — 4) Qnwiua an Krc 
^dnfmi b. 13. gebt. 1674, in autaionn'a Sylloge Epistolanm T. IV, 
p. 226. — 5) IKic. ^tinftue an @ia»iu9 b. 6. ^uU 1675, in eunmuni'« 
S^lloge Epist. T. IV, p. 355. — 6) Chauffepiä, Noaveftn Dictionn«ire 
hiatoriqae et ctitique Tom. IV (Amateidam 1756) p. 627 sq. 



ciilizedüv Google 



$i(jtna.^i(.inb(n9}irbnL, inengLu. tnetanbiniU)inti».1666b.1748. 121 

Sors^n^ ju fflüibfot Mgefe^ *). ©cbten xe^en liteiatifi^ 
Jto^Iag wnnai^te et bei Unioerfitfit O^orb. 

9« StantiDOTtung bet Stage, toeli^ ^octf^ntte bie <Erfct> 
fi^ ber germamfc^ ©prai^ bem gtondscuä Quitiu« Dw* 
bottl^ btfinben Mt unS in einet eigent^iflinl^en Sage. ^ ben 
mei^ ®ele^tten xi<^et fid^ unfer Urt^eil nat^ Den @^ti^ , bie 
fu »%tnb t^et &e6jetten in £itud gegeben ^a^; obet fe^n 
mi uns 6et einigen genötigt, auif auf t^en ^anbft^ftß^en 
9!di$Ia6 iHüdft^t gu nehmen, fo ift boc^ btefet Wail^Iag in bet 
Segel balb na^ i^em %ot)t vetöffentlii^ rooiben, unb fein anet>. 
tmniti Sitigietfen in ben @ang bet Siffenf^ft liegt na^ bei« 
fommtn mit ben ffierfen, Belize jene (Sele^tten not^ feWp ^auS« 
gtg^en ^n. Snbetd bei t!ri:aitctscus ^uniu«. Sit l^&en feine 
öuftift unc^tigen, ioä) nit^t [e^t ja^Iteic^eit iSetüffentlic^gen im 
nniiien Sbft^itt lennen lernen. %bet äuget bicfen gebnidten 
Berten ^tnterlitg granäScuä ^umuä einen fe^r umfangieic^en ^nb' 
!i^nfäi(^ Sta^Iag. liefet ^iat^Iag, ben er bet SSoble^'fd^tn ä3t6ItO' 
tM in O^rb vetntat^te, ent^t untet Anbetern in einet anfe^> 
li^en Vtäfft wn ^nben bie SQSttetbfld^, bie fi^ gr^O"^^^ 
^urnus JU et^mologif^en gioeiten cmi oeifi^iebenen getmonifd^ 
€|mu^ anlegte, anbete Sonoolute biefe^S Sloi^Iaffeä geben um« 
fntgtei^e Qa,\Si^ unb Setbeffetui^en ju ben von ^untus Der- 
effmtß^en Schriften, fo jum Gaebmon unb pm SiQetam. Stiebet 
anbete entölten DoKftSnbige SJette beig 3"triu$, an benen et inete 
^cifK feines Scben« geacbettet ^t, o^ne ft(^ bod^ vüQig genug ju 
%n, unb bie et bes^lb ungebtudt, abet brutfteif ^interlaffen ^at 
€o petjeti^net bet itatalog, ben i&xatviu»'^ oi» ün'^ong jnm 
Seben bes;3^>>S flbet beffen ^anbfi^ftru^en, auf bet Soble^'ft^ 
^Ftot^f aufbenra^tten "üladfia^ gibt : „Tatiani Monotessaron cum 

1) Biijle, DictiomiMTe, ■. v. JuntoH, mi Athenke Oxoniensea. — 
S) Sn ba tbiAS' ^ ®<|tift btS 3uniu4 De pictnra Tsternm, Boteiod. 



ciilizedüv Google 



122 Sntüti iBui^. CiM Xa^M. 

praefatione Victoris Episoopi Capcae, onm annotationibiu 
amplissinÜB Junii, in quibns comparantur cum FranÖMa 
Gothica et ÄngloBaxoni^;" unb augetbem „Auctorium nota- 
rum in Tatianum , juetum Tolumea in 4." tCuf biefe %ntm> 
lungai jut alt^o^beutfc^, got^tfi^en unb angelfä^fc^ iSom^ 
fleltenfibeTfe^ung legte JJuniuS ein tefoiibereä ©wlt^ ®(^on jwjölf 
i^^r boi feinem Xot mar er im Segriff, fte in itmtd }U geben. 
Unter ben Sänften, bie er in ber SSorrcbe ju feinem Qothicum 
OloBaarium (Dordreohti 1665) aU barin öfteres cttierte Derjei4> 
net, fü^rt er fie mit ben SÖorten auf: „Tatiani harraonia evan- 
gelica Latino - Francica cum nostris ad eam AnnotatiB, Deo 
vitam Tiresque largiente, propediem praelo subjicietDr." Sr 
dtiert fle bann im Verlauf bcS aSJerfe« fo, al« lögen fie bem 
publicum berette vor. üugerbem finben fi(^ im 'Siaiiia^ bts ^' 
nius eine 3l?enge bon Slbf^riften angetfäi^fif^r, alt^oc^beutfc^, frie' 
fift^er ©prod^quellen, bie er jum I^eil mit ber beftimmten «bfi^t 
bcr ^taa^abt genommen ^atte. ®i> ^eigt ee j. 99. in bem an^ 
geführten SQetjeii^nig bed @raeDiuS: „Otfridi Euangeliorum 
liber, niödlsBime soriphis cum ifidice Capitulonim a Juuio 
paraute novam editionem." &nbli(^ umfaßt baS Sennd#tnig 
eine Änja^t gebrurfter ©erle mit ja^Ireic^en ^nbf^ftKi^ S5e* 
merbingen beS ^imiuS, fo bie Hietoria ecdesiaetica bed SBeba, 
S^ucer'ä iCtd^tungen unb ^nbeieS. iDiefer ^nbf#riftH(^ 9Ia<fe(ag 
be« Sfunius ift nun nic^t bfofe ffir feine nfli^ften 9iai6foIger unb 
©d^üler, fonbem loeit über beren 8eben ^inauä, ja bis in bie 
neufte 3^t hinein eine gunbgrube ber SSelel^rung genjefen. ©eorge 
^iJeS, ber 3Serfaffer BeS großen Thesaarua linguanim veterum 
septentrionalium, ff^öpfte »orjugsmeife aaS ben ^nbft^riften beiS 
giuniu«. e^rtftot>^ SRarctinfon gab bie angelfäi^fifi^ Ueberfeftung 
oon SBoetl^iuS Coneolationefl philoeophiae im Qa^r 1698 mi) 
bet 3(bfc^rtft bed ^iu« gu £){forb ^erau«. 3Me Sammlung 
alt^oc^beutf^er unb nicberbcutf^er @Ioffen, bie ^ui^if^ r># <"13'' 
fegt ^otte, fanb im 3la^r 1787 an Sl^erup au fiopen^ogen einen 
^wrausgeber. ^a nod^ na<^ bcr @ianbung bet neueren beutf^n 
@fiTa(^forf^ng burc^ 3^cob @rimm blieben bie ^afnere bes 



,C^ooglc 



Tit gtnn. ^fl. in btnDlicbtrl., inlingl. u. in 6tanbinin)int ». 1665 b. 1748. 123 

^mas na^ matt(^ ^teit ^itt von gtogem Scrt^ fftr bie 
»iffnif^flft 3acob ©rimrn felbft gafi im Jfa^r 1830 na(§ bet 
abfi^ft bc« Quntuä bie alf^o^beutfi^e Üeberfe^ung her 26 latri« 
nif^ ftirt^tn^^mnen ^auä unb &ef|tettete f» mit einem 9}oi' 
»ort baS ber Seiftintgen beä 3uniii3 mit ^o^em Soße gebenit '). 
Son bem größten ©nfluf oöer untet ben Ärt>titen, bie au« bera 
'üaiflai bes 3uniu8 Deröffentlid^t morben [mh, mar bas et^moto« 
pf^e Söitetbui^ bei englif^en iSpxcu^i, iai ISbioarb S^e im 3- 1743 
jnC^orii ^auS^ab^). S^e ^t bte Don i^m I^titjugefügten 9}enne^r> 
ungen in ftlommern eingeft^toffen unb uns fo ein Utt^ übet bie 9l' 
t»it be« 3uniu« mögtii^ flema(§t. QiuwiuS ge^t in biefem Serf bie 
©artet bet englifc^en Sptoi^e, fotoo^I bie Bon angelfäi^flfi^em, aU 
bie Don ftangSftft^em ober anbertDettigem Utfprung, bet aip^abt' 
tifi^ni Reihenfolge naä) biitc^ unb bemetft bei iebem, toaS er Aber 
beffen etqmologte ju fagen neig. Sßi» auf ben neuen gtogotttgen 
aulfc^iDung bet getmanlf^en ©ptd^otf^ung blieb bieS %BetI beä 
^uninö bie ^autitffii^lt^fte tlrnnbgtube füt bie (Etymologie bet get' 
nmiiff^en Sprayen. 

@e^en toir fo bie Ktbeiten bed ^ancidcufl i^nius ben um^ 
faffcnbften Sinflug auf bie iSntnriAung ber Siffenf^ft Sben, fo 
tleifit un« no(^ bie gtagc müf bem «riffenf^oftltt^en SBett^ btefer 
Arbeiten ju beontwottcn. Kenn iigenbioo, fo tritt un« ^iet bie 
Jorberong na^, bie Seiftungen unfetec SßotgSngei nic^t ungerec^tet 
Seife ^al^fe^en, inbem mir ben SDla^ftab bei fortgefi^tittenen 
ffiiffenft^ft Ort fw it^tn unb [it mit btefem gcmeffen fflt fe^r 
nngenägenb erTIfiren. a3ielmt^t ^ben unt fte mit ben Seiftungen 
i&ift eigenen 3ett ju oetgtei^n unb ju ptüfen, welt^en Jlfottfi^titt 
unb ^maäjS ber Siffenft^aft fie i^en Sßotgängem gegenflbct 



1) Bflt üitx bit einmirtuiifl btt 3uniu8 auf btn (Hanfl btt fflidtnft^aft 
3- Oiiimn in bei eitn angtfQliTltii ISinItllung }u btn ^^lun unb in bei 
9ifni flutgabt bti «[{Ini eaiitc« bti OlrantniaiiC €. LXXtll u. LXl. — 
i} Francisci Jnnii Fntnoitd filii Etymologicum Änglicanum. Ex 
utographo descripait et acoestioDibus permDltia Ruotutn edidit Et}- 
«udu L^e. Ozonii 1743. fol. 



ciilizedüv Google 



124 >|)>>c>ttS <9>>4- <^t* JtopitcL 

bieten. Slat^ biefei aaetn juiafftgen föelfe ber geft^uPi!^ Seut* 
t^etluns tvctbfit vAv tit^t anfte^, bie Seirunberung ju t^dbn, 
bte b(t giögte SDleiftef unfeteS goi^«, Oacoti @riinin, bot ürbet' 
ten bed ^umus joUt >). Sa« juetft bte Se^blung b« oltger« 
mamfi^n Ztftt betrifft, bur^ beten ^au^&eSuniitö bieSiffm* 
f(6aft bnet^ert ^t, fo tata. fd Dor allem baiauf an, bk ^onb* 
f^ften mögti^ft treu bun$ ben ^mi jn »rmelffiltigeu unb fie 
fo ben gfotfi^etn aller Sfinbei jugSngl^ ju mai!^ ftmmtai 
nun aui^ in biefei: iBegiel^ung bie ausgaben bes ^unius no^ nid^ 
ben t^otberungen genfigen, bie man je^t mit fflei^t fteßt, fo nnrb 
man bD<6 ben %lä^ unb bie ausbauet bed ^^[untus »»it m<^ it* 
rounbem, tdS bag man i^n loegen bet alleibingS gTogen unb oiel» 
faltigen anängel feinet Ztftt ^eiabfeSen wirb. 3)enn junt ti^tigeu 
Sefen bet ^onbf^Ttften, juntol wo biefelben verbüßen obct vtu 
botben finb, gehört eine genaue gtammatif(|e unb lefifalift^ flennt' 
nif i^ter @)nrai^ Sine foli^ aber tonnte i^iud no4 ni^t 
befi^ , Dtelme^r ^t er {it büxäi feine arbeiten erft anba^ 
Vifen. $ebenlen »it, bag er im ^ngelfäc^ftfi^En "u^ wenige int 
@ot^fi^en eigentlit^ gai leinen Sorgitnget ^atte. Seine ausgäbe 
be« Saebmon, obwohl nii^ frei von manntgfat^en SDKßgrifftn, 
gercälltt boi^ einen jiemt«^ rit^tigen leyt ^J. Söelt me^r 'Bi^wt* 
rif^eiten bot i^m bet got^tfc^e Codex ai^enteus. %Bo beffen 
931Atter gut et^Iten finb, gibt et fie mit siemfi^et "Sxtat vMbrt. 
3Sd bagegen bie Qü^t bet alten ^nbfc^ft gelitten ^ben, ba ift 
fein Zt{t coli von äRiggriffen, unb es jeigt ^ ba te^t, baß nun, 
um richtig ju lefen, f^on mtffen mug, uas ben ^e^ bet 
©prai^e nai^ bafte^n fann. Sßan oergleit^e j. 93. ba# ft#e 



1) 3n bu Oiigtiil^Tltu einltituitg lu ben XXVI Hjmn. — 2) IM 
P»ns( UU^til Z^nft't in btt fßeutbt ju jein« autgabt bt( CudmoB 
(London 1832, p. XIII) iß btTt^tigl Dem eiaiibt>unrt {iiicl luuut ^ 
autgAtT«, bcc m gcgai bae Sonud^il fit^ttit mu|), alt ^bc bti altt ^ 
aiKgtbtr btttill KDce gcUipct. <S» flt^t btt^ali mit b» obigen @^^lcii> 
Jlit, DKl^c bit flibtil bc« SU"'"' im äufammtn^ng mit bui Sordbingiu' 
gen {einel ^o^r^mibtct» fagt, iii^l im QibtTfimu^ 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



£itgini.^il.inbtn31itbtd.,fnlSng(.u.tn6ranbin<Wltno. 16ÖK6.1748. 125 

fiatntri ht» eDangeTiumiS WlaüffaA mit !uca« 8, S3 fg. 'S)a& 
titere, befielt ©(^ftjöge im Codex ftrgentenfl gut «galten (Inb, 
gitt fj^us mit einer nur mä^gen Snja^l oon llre^Ieiii. SDa^ 
gtant ift bie angefaßte Partie bed SucaS, 6et nielt^ bie ^nb< 
fifiift fe^ gelitten iiat, (ei 3uniu^ ^uic^ eine Unmaffe oon Un^ 
Tii^Mten entfteUt Sit lünnen ^iei re^t beutlit^ fe^en, irelc^n 
Oang bie SäMflenf^ft nimmt. (£rft mflffen i^ bie DueCen ber 
€i|n:«^ fibet^upt jugänglti^ gemfi<i(|t netben. Xunn entmidelt 
fie <rat ben floien unb fu^en Si^eKen bie @efe^ ber ^ftaSft, 
nb batauf brinjit fte mit ge[^rftem Süd au$ in bie erlof^nenn 
«üb Derftfimraelten Steile ber ^nbf(^ften ei«. 

Sie (« nun ein unoergfingßi;^ aSetbien^ htS i^iud ift, 
to gennantft^en @)n:a<^foTf^ng neue QueQen Von ttnf<^(6arem 
tBett^ eröffnet gu ^aben, fo ift efl anbierfeits faft ju cemiunbem, 
imiDenig et trot) feiner ausgebreiteten @elel^rfam(eit in.ben ^lam» 
■att(^ ©au ber gerraanifi^en ©|)ta^ eingebrungen ift Sio« 
tblii^ ritztet er, grflnblii^ gef<^(t in ben Reiben GafTtfi^ ®pxa* 
i/o, fein Hugenmerf aaiti auf bie ©tammaticaUen beiS @ot^tfi$en, 
Xngtlffii^if^, lAIt^vc^beutfi^n u. [. W-, unb t& fe^It iti^t an 
nner fflei^ rii^ttger ©eobai^tungen, blc er tu feinen «nmerfungen 
pm SiUeram, in feinet KuSgabe bet got^if^ Ghiangelten unb 
bem boju gehörigen got^fi^ Sloffartum nieberlegt %bet ju 
bem ÜAmtm , baß "bie grammattfi^en üQeugungen ber aftgtrma« 
■ifi^ @pta(^ einem ^ften ®efe^ fotgen, unb bag man oor 
allen TJingen biefem <ilef«t) ouf bie @t>ur tommen mu|, menn an 
eine fit^e Auslegung ber ©(itai^ientmaiet g^^t werben foß, 
ift er mSft Vorgebrungen. Obet memt et i^m einmal aufgetau(^ 
i^ fo nxir er tventgftend weit baoon entfernt, i^n jut HuiSffl^rang 
jB bringen. S)ie8 bemeifen unjä^Hge ©teilen nt(^t mit feinet 
Ze;tm:«gaben, fonbetn au(^ feiner fprac^ß^en 93emci^ngen *). 



1) 6^ 1- 9- kun in ^luniue Alphabetnm Gothianm p, 5, unb hn 
GloM. Gotli. p. 223. — farait, Alph. Ooth. p. 8 unb OIobs. Ooth. 
p. 874. ~ vik (}u m vikon Luc, 1, 8) im Glosa. Qoth. s. t. — Cit 
1 gatoihftn u. gatinhan im Gloii. Qoth. p. 125, ii. t- f- 



L.C-'Ooglc 



126 StwUrt eu^. Gr^ Jt<t)>iKI. 

9)dt tne^t als auf bte ®ratnmatif tft bas Sugemnerf bed :^)ntnm8 
auf bte @amm[ung unb et^mologtl^e GrÜärung bes üSoitfc^^ 
btr olfm flrtmanift^ @pra^ gerictitei ^ict ta&^ta rott oot 
allem feinen unennüblic^en , eiftrnen g'Ieig unb feine umfaffenbe 
®eIe^amIeU berounbern; an Dielen Stellen attt erfreuen nnr unfl 
aui^ an bem ®c^Tf|tnn unb ber $etn^t feiner Kombinationen. 
®i!^on in ben 16&Ö ^rauSgegcbencn Obaerrationes gum Stile' 
tarn ift es DorjugADeife bie le^ilolift^e Seite bcr ©t'^ca^e. bie 3u< 
nius befi^fttgt 3« grünerem Umfang unb mit eroeiteitem ®t' 
flc^tdltetd fe^t er bann fp&ter feine Semü^ungen im Glossarium 
Gothicom unb im Etymologicum Anglicannm fort. Unb allen 
biefen arbeiten liegen bie gingen le^faltfc^en ©ammlunaen ju 
Qlrunbe, bie er für bie verfc^iebenen altgermanif<^en @1>ca<^ Ui 
in'8 4ü(^fte ®TetfenaIter ju uervoliftänbigen fortfuhr. <Er ^at bie 
angelffii^tf^en @))ra<$benhnfiIeT in mettem Umfang bun^earbeittt, 
ebenfo einen £^eU ber alt^0(^beut(^. SIMS StteTif^e tennt er 
aus elfter ^b. ^r has 3(Itnorbifi^e, bas t^m nn^ uwnig p< 
i&mlii} ift, benu^t er bie ©Triften beS OlanS {Bomtius *), beS 
SntgrimuS ^ox^^t bes Step^niuS^). 3)aju fommt bann ani^ 
in meiteiem Umfang baS ®ot^fi^, fett i^m ber Codex argen- 
teos bur<$ ein günftigeS ©efc^id jugefü^rt ivoiben ift. iJMtfe 
Uteften germanif<^ Sprac^n aber fuib i^m mit bcnen btr <6t' 
aemoart oermittelt bunb bie 3>enhnfilcr beS 'fpdteren idJ^dalterd. 
3lamentU(^ auf bem ®ebiet bes (Englif^ tretfolgt er biefen SStfl- 
3>t feinem Etymologicum Anglicsuiun benu^ unb erflfiit er 
bie Alteren eitgliff^n unb f(^ottif(i^'engItf(^ Schriften: ben &)cai' 
ccr, ®aniin ICouglas Ueberfe^ung Don SSirgils Xeneibc unb Kn* 
beres. (£r begnügt fit^ aber ntc^t bamit, bie germonifi^ Spro' 
d^ unter fii$ lu Dergleti^, [onbem fein ^u))taugenmcrl ^t er^ 
urie f^on Siele feiner SJorgängei, barauf gerit^tet, bie germoni' 
fij^ föörtet et^mologif^ mit ben grte<^fi$en unb lateinift^ in 

1) S. bot Alphabetum Runicnm uor bem QloMariom Oothicnm 
bc4 SuniuS p. 17. — 2) $. bit SSibmuiiQ ba ObBervationea jum Wil- 
l«ram SL 3. 



ciilizedüv Google 



tit)tmt.$(il.tnbcn9tkbccl., inenoI.u.in®tiinbin<tt)lcn ». 1665 i. 1748. 127 

SnMung ju btingot. Ku(^ bas ^ÜrSifd^e jie^t ei ^ec^t, unb 
tiit Itüif^en ©pta^t" fi"^ i^m ntd^t im6e!annt ittatürlti!^ tjl baS 
E^KoIogtfteien be« ^nius gvogent^eiliS noc^ ein btinbeS Xafteit. 
Xu mflgte ben bantoEigen 3>if^i''t> ^(^ oetgleic^bm ®ptait* 
criffcnfc^ft mntis fennen, bcr ümai ibibereiS bei ^untuä emar' 
tttt. @D nuuic^t {ttnet (Etymologien not^igt nas je^t ein Säi^ 
ot. !Denno(^ ober {e^en nnt i^n an me^i als einrt ©teile feinet 
S^rifttn nii^t nur im Sinjelnen, fonbem md) in ben @Tunb* 
[itRt feinnS ^tx^a^tatS auf bem listigen SSege. (£tn8 bet merl» 
nmrbtgften ä^eifpiele bet Wrrfinbd fi<^ im Etyraologicnm AngH- 
caanm mttef bem SBort gLean (iimiti, incombere, Teciiin1>ere).'' 
XntS bringt nSmlit^ i^umuiS buT<^ aSetmittlung beiS angelfä^fc^n 
ibHiian, hleonon" in Seirtiinbung mit xUpetv, Clinare, deoli- 
nare, iadinare, reclisare, unb bann f&^ct n fort: „Initiale Tero 
( uepigaüne transiTe io aspiratam , eTincimt baeiiep a xäv- 
yaßii, Gannabis. healm a xäi4X(tos, CalamuB, colmus. hjdan a »ev- 
^u»', Äbacondere, oocoltare. blidan, geblidan a xi.etilovv,C]&a- 
dere claTL blud a mXvto's, YocaUe, argntua. hund a »vvidtoy, 
CatellDB. hora a xo{v|>, Oravedo, pitnita. Goth. hliftuB ^} a 
tUjam, Für. hiaiqjan a x^Bft^y, Crucifigere. eta" ^) 3Kan 
fi^ ^et i^ ein ®titd von ben Xnalogten be« Sautnxinbetö geo 
Naben, ttxld^ bie (Sninblage Don @rinim'd @e[eg bei Saut* 
tnft^te^g btiben. ©o e^icnVoK ab« au(^ foli^e SItcfe ffit 
ißt @<^rffinn unb ri^tigen Zatt be« ^uniuS finb, fo nflrbe man 
^ b«^ irren, nenn man glaubte, bte fStqmologte besfelben meibe 
baäta bur4 berottige gefunbe lä^nntbfA^e be^errfc^t ^m ©angen 
(ld|t fie oielme^T, roie bie feiner geitgenoffen, auf bem Stanbpunft 
bei nnllfärltt^ 9tat^enS. XuS ungä^Itgen SSeifptelen greife il^ 
bad föoxt Habn ^auä, baiS ^miüS Don bem griet^ifil^en &ya 
ableitet, toobei er bie Sa^I lägt, ob man «ya aliS 93ocatiD wn 
vr«! ober alä Spolo^ie von äväata (euige) nehmen nnQ ^). 

1) CiiT^ cintn Ciudfe^l« Ht^t baiftue. — 2) S)g[. oiii^ bafl Qothi- 
Mun gUMsannm bc« 3uniu«, SDorbra^r 1665 , p. 182. 190. 201. 236. — 
3) 6. tot bttTtffaibm aniCtl im GloBBarium Qothicqm unb im Btjiiio- 



L.C-'Ooglc 



128 S^ütt Qiu^. Stfd J[a))ittl. 

©otf^ großen, bie (cmeÄroeflS nut Mwinjrfte aÄißflrtffe fUtb, te* 
tprifen uns, baß aa^ bie Gt^molo^ie beS ^uniud ttot^ fe^t in ben 
Hnf&ngen ftanb. SÜer grtabe barin jetgt fii$ ^niuS alS toa^T' 
'Ht fltotn t]rorf4ei, bag et tiofi btr ttntnenten Ucbetlcgm^, 
bie CT in feinem ^aüft ütet alle feine äeitgenoRen tefaf, fel|t roo§l 
iseit, baß [eine arbeiten nur Anfänge unb Serfut^ {Inb. ftn 
ine^i als einer ©teile [einer ©Triften [pric^' et !^cs mit Iie6en8< 
»flTbiger 39e[^etben^eit aus. ®o ft^Iiegt et in feinem Etymolo- 
gicum Anglicanum ben ffit feine Qät trefflic^n Strikt Ambaa- 
Badonr mit ben {Sorten: Caetemm in hac mea qualicanqae 
ootyectura quemadmodam et in reliquis id genas oonatibns, 
noD est quod quemqoam praejudicio mea velim adstringi, 
qunm libera hominnm judicia mihi magie exapectanda, immo 
expetenda esse Tideantnr. 

^[[en mir jmn Schluß noi^ einmal 3u[ammett, worin bie 
effod^ma^enbe 33ebeutung beS gtanciScuS i^untus far bie l£nt' 
»ifKung bet getmonifd^en @ptai^ftubien 6e[tanb. l£« war m(^ 
mtt btt ftbetlegene @ele^rfamlett in ben etnaelnen altgcrmanift^en 
€))tai^, bie bem 3>iti>>^ bte[e Sebeutung gab, [onbern ts wax 
«0$ me^t bCT Umftanb, bag er guerft bie »erft^ebenen Smd&t bet 
gnmanif(^ ©tubien, bie 6iS ba^in nac^ ben einjetnen S&nbetn 
getttnnt getri^ werben UNtten, in [i^ Htetnigte. Cr [etbft ^t 
Von biefCT frinet ©tdlung ein SateS S3tmußtfetn. ^n bet üßib' 
mung feinn ObfetnaHonen gum SBiUeram \pnä)t er [tc^ barüber 
aus. likle^rte SRdnnet in ©fanbinanien ^ten fi^ um baS 9Ior' 
bif(^, *&igl&nbet um baS 9nge[f5(^[0e, 3)eutf^e um baS St5n< 
tif^ gtoge ^CTbienfte enoorben. Wte^xttt unter i^nen ^tten 
fe^ vocfH etngefel^, wel^e SJott^eile eine ^rglei(^ung bie[et 
@pta(^ Meten nxrbe. Kbn fie ^tten es me^r iä bem SSunfi!^ 
bewenben Ia[[en, bag einmol einer fommen m^te, bet Jene btri 
®pxai)tn in 9}et!&inbung bi&t^te, aU bog fie fefbf) $anb an'd 
SßetI gelegt ^tten. ©ein SßiUe nnb [eine SDieinung abet, fügt er 



logicuin AnglioauDm btt 3unlu3. !Ca« Tii^ti^t Stijmoii wn Hahn fyd 
fi^ im tat. canere traten, tta ^^n ifi uifprUngli^ bet Gingtr. 



i,C,ooglc 



^irgom.^^il.inbmiRicbtTl., in&tgl. u.{n@r(inbinai}i{iiO. 1665b. 1748. 129 

btfi^bni ^tnju, feien immei bte geioefett, bag lititt einer oon 
bcnnt, bie gtf^tdt boju feien, btes unteme^men mö^tt, alä er, 
a6cT ficber et als gai 9ticmanb <)■ ^ii$t:S fam t^m in biefem 
StteStn fo )u ftatten, rate bie (gntbeifung ber got^if^cn Spxai^' 
nftt. ®^on bie Heine $ro6e 6ei Sonaeentura SutcaniMS ^atte 
t^ ju bei Uebeijeugung gefüllt, ba| baiS ®ot^i[^e eben fo weit 
ffmtn beut ÄngelfSi^fif^en jwtücdiegc, wie Me8 hinter bem ätteffen 
^beutfc^en. £r glau&le int ©ot^t^en bie QneOe ber aftgerma« 
nif^ ®ptaiten ju eitennen; ixtS ®Dt^fi$e aber ft^ien i'^nt glet« 
(^ UrfiinmgS mit bem @rie^f^n, ba eä fi^ nui; burd^ ben 
EiaWt Bom aUgtiec^ift^n unterfi^eibe *). Aber erft bie SBieber« 
(nrffiiibiing unb ^rau8ga6e be3 Codex argentetiß bur^ gtancis* 
OS ^miüS fü^ bad ©ot^tfi^e rairKtt^ in ben Sreiä bcr gernta« 
nifi^ €)7Ta(^orfi:^ung ein , unb crft babutc^ tt^tü biefelbe t^ren 
Bnfondiien^ng unb i^re tiefere ©tunbloge. 

2. etoiflt ^idfc». ^ae et6tn htt ©torgt ^icTt«. 

^e Don granridcud SuniuS ^gonnene Sr^eit fS^rte in nte^r 
als einer ^Qte^ung ber Snglänber @eorge |)ide:g^) iveiter. 
örtoren am 20. ^uni 1642 in 3)otfföire, beaog ©eotge |rtrfe8 im 
3a6r 1659 bie UntoerTität Ojforb, rao et fit^ tiem ©tubiunt bet 
I^fotogie raibmete. ijjm ^^r 1666 würbe er jum anglicanifi^en 
trieft« orbiniert. ^n ben ^a^ren 1673 unb 74 bereifte er als 
©fälriter ®ir ISeorge 2ß^eIcr'S giiil'^ei^- ^it^ ffinglonb jurütf' 
itUi/ü erhielt et im ^aift 1676 bte ©teCe eine« (£a)}ellan3 bei 
bem geräog oon Sauberbole. 3m ^a1)X 1679 machte i^n bie Uni= 
wrjitat C?fotb jum 5Doctot bet 3:^cotügie, unb im Qa^r 1683 
ernannte i^n jtönig Karl IL jum 'Xxi^ant von SSorcefiei. ^i 



1) Obserrationee ia Willerami Faraphrasis, Q[. 3, — 2) ®. 
Nt Sibmung Doii 3untu0 aufgabt bn gol^if^tii @t)angelitn an bra ßaiijltr 
U It <SuUt. — 3) lieber Riefte' Sticn |. Chalme», General biogro- 
phicol Dictionary. Vol. XVII, Lond, 1814, p. 450 fg. — Biogr. Brit. 
ToL Vn, Boppl. 
■■■■ti, «cH- wt iRM. ¥«uti«tit. 9 



ciilizedl!, Google 



130 ätotilt« Sui^. <E[ftc» Säfittl. 

Ux ©taotäHmmäljiinfl be« $^5w8 1688, rorii^e 3!afo6 bem ^Ki= 
ten ben I^ron foftrte , ^ielt §itfe8 mit einem !I^( bet anfllicani- 
\^en (Seiftli^teit an bem SHc(^t beä »etttiebenen SHonoK^ feft 
unb roetgerte ji^, fiüntg 9SiI^eIm bem S)ritten unb ber ftBnigin 
3Rarie ben ffiS ber Irene ju triften. (Sr öcrior barü6er feine 
geifrtii^eH ^frünben, im ^atix 1689 wnrbe et fuspenbiert unb im 
barauf folgenben ^afjt a6gefe^. ISr lieg fi^ (eboi^ baburc^ in 
feiner @efinnung nit^t irre matten. 33ielme'^r unternahm er im 
^affc 1693 eine Meifc nad^ t^anfrei^, fni^te ben atgefeßten Sönig 
^atai n. in ®t @eimain auf unb brai^te beffen ^uftimmun^ ju 
bem $Ian mit, bie @ucceffton bc8 anglicanifc^en l£piffe)}ats ba' 
buci^ JU er^Iten, bag man eibrocigembe ®eifUi(^e ju 33ifc^öftii 
teetl^te. |)ided felbft rcurbe jum ©uffragan < SJif<^Df Don !l^el< 
forb gemeint unb übernahm fo eine ffloUc bei bnn unglßrfli^ 
33erfn(^, bcr grölen SIßaffe ber onglicanifd&en Äiri^, bic \i4) bm 
neuen ©taatsjuftänben fügte, rine Dermeintlii^ allein bered^ttgtt 
jtiri^e gegenüberjuftellen. §tcfeS bet^etliqte fit^ an biefen Fir^' 
li^en äämpfen mit bem Cifet beS entfi^iebenftcn ^ortcimann*. 
86er fo beft^rSntt uns fein ftarre« g^f'^'^Itfn on einer öer^?mm^ 
nm iDqnaftte erfi^einen mag, er ^anbelte nti^t aus unlauteren $t' 
UKggrünben, fonbern aus Uebeirjeugung *}. 

SSSir mußten ^iei mit einigen Sorten biefer Kr^Ii^'^Teligiöftn 
@eite Don ^ided' Seben gebeuTen, t^eils weil fte fnit feinen angel- 
fäf^pfi^cn ©tubten ni^t außer Sufammen^ang ftc^t, t^eil« weit fie 
un« erHätt, ban^ roel^e t^m felbft ^ü^cr fte^enbe ©ef^pigungm 
§iic3 Der^inbert mürbe, feinen Seiftungen auf altgermanifi^em ^e- 
biet rfnc größere SßoÜenbung ju geben, eincrfeifä nämli$ ift ti 
auä} bei §t(Ie8 not^ boS ffleftteben, in bie 3uftanbe bn alten 
angclfä^ift^en Striae einsubringcn, lua« i^m bas ©tubium ber 
angelfä^fifc^en ©prai^e unb giteratur befonbers mert^noll ma^t, 
unb anbrerfcit« (ann er fi^ feinem SicblingSftubium bo^i nur mit 



1) Sflt. Haoaulay, The HiBtoty of England, Vol. V., Leipiig 
1855, p. 124. 



ciilizedüv Google 



!!itg(nit.$^il. tn ben iRicbttl., in enal.u.in61iinbiitai»icn 0. 1665 (.1748. 131 

gipgtn Untertreibungen ii}U>men, ba bie t^eologtfc^ ^arteif^ft' 
fltUerri (inen 6ebeutenbtn 2^t feiner 3"^ ^^ (""'^^ tCrfifte in 
tiifpru^ nimmt, ©einer Slrigung jum ©tubium ber altgermani« 
fi^ ^frcaiSjm boten bie Ser^Itniffe von frü^ an rrii^ @e< 
Itgen^. ©eine längeren ^iixt fallen gufontmen mit ben U^ttn 
fön^mbtirrigig SebenSja^rcn beS ^anciScuS ^niu«, unb nnr ^ben 
goe^, in nne no^et 8ejie'^ung btefer aitögejet^ete @ele^rte gut 
Uatcerfität Cjfoib ftanb, anf »etiler ^üts feine @tubien mad^. 
Stinrm SSeifptel eifert ^(fe8 vor allen na^. !Cie Xrt^ wie ^U' 
ms bad ©tubium ffimmtlii^er altgermantf^en QpxaSftn mit ein> 
otdn twTbonb, bient i^m jum Sorbilb. jT^omaä SOtarefi^lI, ber 
Stlt^te t^eunb unb Sßitarbeitcr beS ^unius, ftanb nt^ nur bur^ 
fräie altgennanif^n @tubien, fonbem au^ bur^ feine tin^Ii(^> 
)wfitif0e @efinnung in na^er SBejie^ung ju $idcd. S!len legten 
t^ feine« Ceben« »erbrachte |(idea ju Sonbun. §ier ift er am 
15. txcmin 1715 na^ me^tiä^rigen ft^toeten Seiben geftorben. 

t)it Stißungcii btS Ototge ^iStt. 

I)ie Seiftungen bes @eorge §t(fc8 {lai niebergelcgt in jwei 
fficrim- !^8 erfte berfelben finb bie Institutiones grammaticae 
An^Saxonicse et Moeso-gothicae. Auetore 0eoi^o Hickerio, 
Ecelenae ADglicaoae Presbytero. — Oxoniae, e Tlieatro 
Sbeldoniano, 1689. TypiB Jnniania. -^8 jiveite ift ber 
groge LiDgnanmi Tett. SepteBtrionaliam ThesanrUB gramma- 
tieo-criticnB et archaeologicos. Anctore Geot^o Hickeeio. 
Oxoniae. E Theatro Sheldoniano ; An. Dom. 17(fö. tAe 
Sinbeja^I be« SBerIfl lägt fi^ eigentliib ni^t begeiil^nen. !Z)a« 
ffiof befte^ nSmti^ au« einer Hnja^I von 9bi^nblungen mit 
immer von neuem beginnenber ^aginierung unb flnbet ft4 bes^lb 
balb in joti, ^Ib in bret 83flnbe gebunben. ^tn Sbifang niai^t 
eine iDebicotton an ben ^ringen ®eorg von !I)anematIr ben (St- 
m^ ber SBnigin 9(nna Von ®ro|6ritannien. Dorauf folgt eine 
aaäfü^ul^ Praefotio be« gonjen SßerfS, ttorin ber ißerfaffer 
niei fein Unternehmen Eftei^nfd^ft gibt T)\t bann folgenbe 



i.,C-.ooglc 



132 äfxitt^ Cu4- ^** RofM. 

Pars prima bts Tbeaaarns mit (efonbetem Xttcl unb ber :3a^' 
ja^I 1703 (ilbot bte InstitutioDes Grammaticae Anglo - 9ax(v- 
nicae et MoeBo-Gothicae »on ^ÜtS. !3>ie Fan aeounda, tntt 
Öefonberem Ittel unb bec öa^rja^I 1703, finb bie InstitutioneB 
Oranunaticae Fraoco-Theotiscae ooit fiicfeS. !£)ie Pars tertia, 
t^faSS 1708, btiben btc Orammaticae lelandicae Rudimenta 
per RunoIpliDin Jonam lalandum, cum Georgü Hickeaii ad- 
ditamentis aucta et illuBtrata. ^nn folgt , mit bn ^a^xjalfl 
1703, Geoi^i Hiokeeii de antiquae litteraturae Beptentrio- 
nalis utUitate, sire de Lingnamm Tetemm Beptentrionalium 
Usu Disaertatio epistolaris , ad Butholomaeum Showere etc. 
^nauf: KumiBmata Anglo-Baxonica et Anglo-DaDica bre- 
Titer illoBtrata ab Andrea Foimtoine, £q. Aur. et Aedia 
Ghriati Oxon. Alumno. 1705. 9m @(^Iu| tiefet ©(^rift fttibcn 
ft4 bie SBotte: YolnminiB Primi Finie. Kuf bteS Tolumen 
primum folgt bamt : An^^oae Literatarae Septentrionalis 
Idber Alter. Seil Hnmphredi Wanleü Libromm Yett. 
Septetttrionalinm, qui iB Angliae BibliotheciB extant, neo 
non multonim Yett Codd. Septentrionalium alibi extanüum 
CatalogoB Historico-CriticiiB, cum toHus Thesauri LiDguamm 
SeptentrionaliDm eex Indidbna. 1705. liaS gaitjC {Seil ift 
ni^t mit fe^ ffilenbib gebnidt, fonbern aii^ mit ttnet giofen 
Witnit Don ^fettafeln auSgeftattet, auf betien ^io6en Don ^nb^ 
ft^riften, aöiünjeM u. f. w. abgeSilbet metben. ^ mußte ben 3ln= 
f)alt bed SEßecfeS ettoaS genaue« angeben, toeil baburi^ jugUit^ 
feint Sntfte^ung unb feine S3ef(^ffen^t i^altenfiett roirb. fis 
ift n«^t baö SErjeugniß ununterbroi^ener, ftreng äufammen^nflen- 
ber «rfieit eine« ÜKnjetncn,- fonbern e8 [vah aKma^Iif^ entftanbene unb 
bann gu Qtnem ©anjen jufammengefc^bene arbeiten äkrf^ebener. 
Unb aüitf bie ^ilt, bie von ^ides felbft ^errfl^reit, trogen baS 
Sepiäge bei iOtä^feltgfeiten unb ^inbemiffe, ^nter benen fte cnt< 
ftonben finb. ^icte« nämlii^ tnai bamalä, als er fein gro^ S^ 
benSloerf: ben ThesauruB iijiguarum vetemm septentrionar 
lium, unternahm, nit^t me^r ber glfldlii^ ^n^ber teii^ $frfiii' 
ben, wie ftß^, fonbern, um feiner (Rbweigmmg wiHen a6gefe(ft 



a^oogic 



ticgnm. V^tl. in bat W^nt, inengl-u. inetanbinaVitn o. 1665 i. 1748. ]33 

(ettr n in fe^i beft^etbenen 33er^Itniffen i). (£t not beä^olb bei 
btr (oftfpteßgm ©etausgafie feim« SßJerfB ajif bie UnterftüBungen 
raib ©ötfcripttonen SCnber« angeiijiefen. iEiefe würben i^m giuat 
in uDmooTtet nic^ltt^ Seife ju ^eil, ober bennoA ^tte et Dtele 
jinaitjtelle unb te^tf^e ©f^mieiigfeiten gu Dbenoinben. @o »et« 
iSgerte fii) bie ©ollenbung bes fflntä eine längere Mti^ Don 
da^mt. Gin it^mt)ttt9 ®\M für^ictes nrar, bag er in @b warb 
Z^waittS unb ^ump^reb Sanier tfi^ttge äOHtarbciter fanb. 
Der erftere übernahm eine Sorgfältige ^urt^ii^t loroo^I bet |Mnb> 
iirift, atä be« SJniie« unb ber baju gehörigen ftupferptotten; unb 
^unnb^eb Sanleq bereifte bie englifd^en 93ibIiot^eIen, um bercn 
angelfji^ftft^ ^nbfi^ften in bem Catalogoa ju Derjev^ncn, bet 
als legtet Tfjäl Don |ri(tcS' 3!^efauru8 dn ^eute no^ unentbe^ 
lii^ta Itterarif^ gülferntttel bilbet Unter ben iöeftnibt^len 
bie von ^tides f eltrft ^etrüfiren , trug bie Diseertatio epistolariB 
de linguarum vetenun Heptentrionalium usu ntc^t wenig jur 
inibreitung ber angelfäc^fc^n @tubten bei, tnbem ftc in einbring* 
Ititfier «Brife unb but* jai^Iteit^ SJeifptele bcii Sert^ bortet, ben 
btt Senntnig bet oltgemtanift^en ^pxaäftn, unb indbefonbete beS 
Vngelffii^tf^n für ben ll(tert^um8fotf(^t, ben ^uitften uno ben 
flogen :^t. gut bie Sntraiiflung bet üBiffenfi^aft aber iraten 
bie edammatilen be« (Sot^f^en, «ngelfäc^fifc^en unb Ältbeulft^eu, 
bie fmfes fc^rieb, oon befonberer ©t(^ttg(eit. 

{ndes tft nämlti^ ber erfte, ber eine förammatit attgemiani> 
fi^ Spradren nit^t nur gef^eben, fonbern auc^ DerüffmtUii^t W- 
Xltm bie f(^on ftü^ (1C51) octöffentiic^ten Grammaticae Is- 
Iwdicae Bndimenta beä ^länbetS IRunolp^uä ^onaS ftnb eine 
Sranonotif bes bamaligen i^tSnbifi^en unb gebeten ciffo nit^ ^e« 
^ ^. 93on bet ^nbli^nftUt^n angelfüc^f^en ©ramatif bed 
So^raie« Soteltn ^tte pt^ nur ein boppeltet alp^bettf^ ^atitf 



1) Sgl. S6cr boS gDlgtiibc J. Fetheram, Anglo-Saion Lit«ratDre 
m Eoglmd p. 78 fg. — 2) ©. o. ©. 104. Ob au^ b« ©^»tbt 30. 
ifma QutuK ^tn ju luiutm iß, »((mag it§ ni^l )u enllt^iben. (€. c. 

e. 105). 



ciilizedüv Google 



134 ^tüta ei4. Sc|lt4 SapiUl. 

n^attett'); ur^ Z^omai aRateft^Q, b« ttefflii^ gnuttb unt> 
3RitaT6ettei bes %t(mä»caS ^untui», ^He swar bie %Vfi<^, ba« 
fÜnffprac^tge &(tIon bed {(rianciScuS ^um» ^uäjuge^ lutb 
i^m eine angelfäc^tfc^ unb got^tfi^ ®rammattt wtau^iitUttn, 
et f)at i<bo^ feine SUifi^ nii^t gm; StuSffi^tung gebraut ^. ^üfei 
fa( fi0 beS^alb, al:8 er im 3°^ J^^^^ feine InetitulioDefl Gram- 
maticae Asglo-Sazonicae Verausgab, faft gang auf feine eigenen 
ÄrSfte angewiefen. 9iur oeteinjettc grammottf^e Säemerhingen in 
©omnet'S ICtctionacium unb in Sßatef^Q'S Obserrationes de 
verBione Güthioa unb in Teraionem Anglo-Saxonicam !onnte 
et benuljen *)■ ©inen eigentlli^ Sßotgänget ^tte et nid^t *). 
Untet feilen Uraftflnben ift es etnerfeita oon ntt^t getingem Qm» 
teteffe, ju f^cn, nrie ^)ideS feine ®ac^ angreift, unb anbretfeiU 
nntb man bie aUetbingS ja^lteii^ SKtggnffe billiget beutt^len. 
3n feinet erften Stbelt nom ^ift 1689 fe^anbelt ©itfeö 6to6 bo8 
®ot^tf<^ unb ha KngeIfS#f(^e unb Detbinbet bamit füi bas 
Stotbifi^ bie Bndimenta Grammaticae lalandicae bcö fflunol' 
p^uä ^onaS. 3iu jl^efauntä gi^t et bann feine ftü^ete SJe^nb* 
[ung bed Sot^ifi^en unb Sngelji^ftf^ mannigfach beiett^eit, bot 
9iunot))^uä ^onaä mit Sufä^n oetfe^; unb btefem ollen fügt et 
Inetdtutiones (Jramnmticae Franco-TIieotiacafl bei, baS ^flt 
eine ©tammotü bes ält^w^beutf^cn unb aitfä(^r»f^«t, ba §i<teä 
blefe beiben ®pxai)m nm^ ni(^t uutetft^eibet *). SBit faffcn in un- 
feret S^atalterifti! biefe fSmmtli^n gtammatifcäen titbetten btd 
^itfe« jufommen. 3m «nfc^IuS an 3urtiua ^ält ©irfe« bafl ®ot^ 
f^E füt bie SKuttet bet Sbrigen getmanif^n ©ptoi^. I«S 
@ot^f4e ^t ttoi^ ^m btei "m^, nämli<^ bas Kngelf&i^fi^, 
^tfinrifi^ (b. i. na^ (Brinnn'S ^gei^nung bod SOt^oi^beutft^ 



1) ©. Wanley'B Catalogoa (in ^icTt»' Thesaarus) p. 101. — 
2) Riok«8, laititotionea Orammftticae Anglo - Sasoaicae etc. Oion. 
1689, Praef. CL 1. — SRui: tinigt Clfiiitv giammaiif^tn Sn1)aU» »Mi 
mattier« ^tmb (Inbtn (tt^ auf bnr ffloble^'ff^tn Biblioi^tt in Orfort. S. 
Wanley'B Catal p. 102. — 3) Hickes, ItwtitulioneB 1689, Prasf. 
%IU 8. — 4) Sgl. Hickea, Ditsartatio epiatolaria p. 122. 



uC-rOOglc 



tu gtnn. 9i)il in ben 91itb«L, in engl, a f nStanbinoDicn ». 1665 (. 1478. 1 35 

nb ntfSi^fift^) unb Simfirifc^e (b. l aäitoibift^). 33i>tn 9IngeI< 
[ii^ifi^ ftamtnt bann iveitet baS iBcIgif^e (^tebecl&nbtj^e), 
^rfifi^, Snglif^e unb ©c^otttft^e; Dom t^rfinfifc^en bas 3)eutf<^e} 
Dom eim&ttfi^ bas ^Ifinbifd^e, Slonvegtfi^e , ©(^mebtf^ unb 
I)ämfi^e '). ffitr ttiffdi iefet ftetfti^, tag baä ®ot^tf^e nit^ bU " 
aihittti aUer biefei ®|3rac^nt ift, au^ ktten mt nic^t baS 3!ie< 
btrlänbiWe unb ^cpft^e Dom Slnaelffii%pf(^ ab; ober ttofebem 
iptib man nii^t iSugnnt, bag ^dtS auf ben ©t^ultcm bes 3u' 
iriud fi^on eine jicm[i<^ tic^tige (Eint^eilung ber gemtantfi^ ©piai^ 
jiscige gibt, ©citfamei SBetfe aber »ttb ei fpäter an bet ri^ligen 
Snfw^t, bog njti im Sobtf orgenteu«. baa fijerf be«®ot^ Ulplaä 
ii(%n, unebei ine unb mü^te lieber ,TeatoDem aliqoem 
llphOae nve aeqnalem, Edve illo forsan euperiorem' aU beffen 
Sfufolfn annehmen ^J. 3" ^1^3 <uif fett Quellenmateriat ift 
^ti natürlich am beften oerfe^en für bafl Vngelfä^ftfc^. gür bad 
00t^f^ fte^t ifim bie Su^gabe bes Sobe^ oigenteus von t$ran> 
dica§ ^aaiuS mit beffen unb ^cat\^W9 ademerfungen unb beä 
Siflnen Glossarinm Gothioum ju ®ebolt Unrit^ge ^efungen 
btj ^mttu^ fügten t^n SfterS irre, (h ma^t jniaT ben 3}erfu^, 
mit §ülfe feiner grammatifc^en ©nfic^t ben got^ifi^en lejt be« 
^mms )u berit^tigen, unb bieroeiten gelingt t^m bies (mäf, aber 
oft ift bas, tras er an bie Stelle be3 ^unius'fd^en %eftes fe^ 
ftriü, grommatif^ fe^ter^ a). %&x ba« „grfinHft^'SDeutf^e'' 
ftt^n i^ra bie 6i8 bafttn gebrurften ott^ot^beutf^en lejte unb bie 
in Sjiforb aufbenxi^rten $a)}iere bes granctscus ^uniufi ju @e' 
tiott. er ^bt unter feinen QueUen *) ben KJtUtram, ben Otfrib 
rab latian'« fSeonflellen^armonie ^eroor unb augerbem ben Eobej 
Sottmnanu« bcö |Ktianb. 



1) Bickes, Inititationes, 1689, Pr&ef. ei. 8. ~ 2) liickea, 
Thewnr. pars I, Oxon. 1703, ^Bibntiina an ^irfinton «1. 5b. — 3) Hickee, 
Gnmm. Anglo-Sax. et HoeHO-Ooth. im Thesaarus p. Rl. QffItTd abti 
^tn ttm ^idti feint grammatifi^tn ltcnntni[(c )u ii<!^iiscn ältTb^truiiQtn. 
€0 «nn tx Luc. 10, 1 fiatt antharana b(S ^u"'"' ''<R antbarans, obri 
Lue. 9, 48 (flati in allan) in allaim, u. [. f. — 4) Hickea, Diwert. cpistol. 
(i* Thesanr.) p. 122. 



ciilizedüv Google 



136 ämtüti eu<^. 6ifit( Aofiittl. 

Untn beit oerfc^ebenen 3:^eUm ber ®rammattf Iwi^bclt 
^xdei bie ge^n Don ben j^Ie^onen mit be(onbetet üuSfü^tUi^Feit, 
wä^tenb er bie fingen Segenftänbe nur fuij abtaut. Srinnem 
mx und, mit eä noc^ UMitige ^o^i^' »Vf C>*'^' 3> 9- &n @<^ot> 
tcliuS, mit bei @rammattf ber oltgermantfc^n €piai^ ftanb, 
[d iverben mit fi^int barin einen üebeuttnben ^itf^ntt eiblüten, 
fraß §itfc« erfannfe, baß bie oltflermantft^ Sprachen beftimmte, 
in i^rcn Scbeutungen unterfd»iebene gfleftonen ^bcn. ,3iie Momina", 
fagt er, „^oben bei ben 3ngelfa<(fen t»rf(^ebcnc Qafu«, ivie im 
@rie^f(^en unb Sateimf^en ')". ^a^ ijü ein QiogcT '^öl beifen, 
icas er nmi ober bie ^teftonen ber iJecKiiation unb ber (SoniUfla« 
tion jufammenftedt, rii^ttg; unb man fann fti^ benfen, welt^ be* 
beutenbe $ülfe babun^ bem ©tubium ber altgenttanifc^en ©firai^ 
geboten nurbe, nienn man fit^ erinnert, bog man bis bai^in noc^ 
gar tetn berartiges grommatifcH $>SIfämitteI befeffen ^tte. Stagt 
man aber einerfeits na<^ ber Sluffaffung beä ganjen ®pxailf>aai 
unb anbterfeits na<^ ber Stic^gtelt im Singelnen, \v tonn man 
ni<^t läugnen, bag bei aUer ac^tunssmert^en ©ele^rfamfeit bes 
^ed bo^ biefer erfte ißerfu^ no(^ jiemlid^ unvoUfornmen 
auggefallen ift SaS und aber am meiften icunbernimmt, tft fol' 
genber Umftanb. |)tifeiS jetgt ft(^ Überall auf bafl Itb^ftefte et> 
griffen tum ber i^m entgegentietenben 9(e^nli(^leit ber iKTft^iebenen 
altgermanif^en ®))ia4en. „KJenn jemanb", fagt er, „bie na^ SJer- 
iwmbtfc^ft, bie jmif^en bem Ängelfäi^fifi^cn unb ÜJföfogot^fi^ 
ftaftflnbrt, bcbenft, fo lonn eä i^m ni^t juwifel^aft fein, baß wie 
in lenet, fo ouc^ in biefer ©ptadöe bie ©ubftQUtiua burc^ fei^S 
Safu« unb in Derf^iebenen 2fle)rionen abgebeugt werben')." Aber 
nii^ts beftomeniger lommt eä ^iStS ni^t in ben Sinn, bie "Sitäu 
nationcn unb Konjugationen beä ©ot^if^en, «ngetjai^rif'^n r *"* 
^Dd|beut(i^en unb aftnorbifi^en als ein aufammenge^örige« ®ani« 
ju faffen unb fie bemgeraäg in ben eerfi^ebenen Sprayen gW'fr' 
mäfeig JU be^anbeln. SSicIme^r ge^t et in jeber feiner ©rommfl' 



1) Hickes, Qramm. ADglo-Sazon. etc. int ThegaamB p. 10. — 
I) Htckei, Gramm. Aiiglo-Sax. etc. im Theaaur. p. 14. 



ciilizedüv Google 



ti( g([ra.¥5ir. inbtnSiAtil., in engl. u.in6fanbinaBitii i>. 1665 b. 1748. 137 

tiftn feinen befonberen ffieg *). Qa baä ©eltfamfte tft, baf ^<h« 
in rinfin befonberm Sapittl feiner angelfät^fifc^en unb möfogot^i" 
fi^ @rammatif einen tinlauf nimmt ju einer im Sinjeliten burc^= 
jtfü^iten Siergleif^ung.bei Don i^m be^nbetten altgennanifdien ©firo' 
ilttt, unb bag er [\i) bann bo0 beonQ^t, bie Ke^nlii^feit an einer 
möSiä*" ÄnjaW önjelner Jälle na^uiteifen, im Uebtigen aber 
bie gan) au^ehtanberge^enbe Kuffaffung in feinen twtfi^ebenen 
SianiDiatiFen beim !((ten tagt Unb jniat ift i^m biefe üe^nlt^reit 
li^on bmnalä aufgefallen, aU et feine im 3a^r 1689 ^muSgege- 
btnen InstitaÜDnea gTänunaticae Anglo - Sasonicae et Moeeo- 
gothicse MTfafte. ^ort trägt baS @i^Iugra))itel bie Ueberf^rift: 
jCaput XViJi. In quo, institutiB qulbusdam paralleliBiniB, 
tingna Anglosazonica et Moeso-Gothica cum Islandica, siTe 
Scandia-Gotlüca confeniDtar" ^), unb ber Serfaffer eij&^It untS 
bami, ba§ er ^er am ©<^lu6, eben im ©egriff fein SBetf ju 
fnfctB, ju feiner greube bie tstänbtfd^ ©rammattf bc« SHunot» 
P^us ^fom9 erhalten ^abe. (Sx fyiit fte mit 33egteibe bur^< 
griffen nnb Dtele löftlt^ 9le^nfi^Ietten beS «ngrifä^fifi^en unb 
SHöfo = @Dt^if(5en mit bem Simbro - ©ot^ifd^n gcfunben, unb 
et Ifirnie iti^t um^tn, biefelben (einen Sefcrn fc^Iteglii^ no^ 
BOT Sugen ju fegen. — i^benuann wirb envarten, bag biefe 
Cutberfmig ben buti%teif«ibften ©nftufi auf bie »ietje^n 3a^re 
{pötn (1703) ctfi^enen @rainmattlen beS $ti(Fe$ ge^^ ^aben 
Dtibt. lUrer botin fe^n mir und getäufi^t üMelme^ ftnben 
mir bieä ganje Kapitel mit feinem üor »terje^n ^a^ren iu> 
tieffenbnt (Eingang in bet angetfä^fifi^en ®rammattl beS X^efau< 
iu3 ^) «riebet abgebrudt. Senn nun <m^ im ©anjen unb im 
(Ünjebien *) ^itlts auSjufe^n ift an bem ^ert bee §t(te€ , fo 



1) est i. e. bie XiecUnalJiMim hti i 
Anglo^u. etc. (Theaaur. p. 10 fg.) mit beiitii bce läol^if^tii (tbtilb. 
p. 14 fg.). bcnoi bcS ait^ni^btuifc^iii (^OrAmtn. Franco-Theotiaca , im 
TheMar., p. 14 fg ) unb bciitii bcS Sfllfinbif^tn (Bunolph. Jonas, im 
TheMnr. p. 9 ffl.). — 2) Hicke», InstitutioncB eto , Oxon. 1689, 
p. 104. — 3) p. 82. — 4) So gibt ^iit» ). 93. in jelntr «ufflcKuitg 
ta g»i^if^ CccIinotiDncn (Oramio. Aoglo-Saxon. etc. im Tbeaaur. 



i.,C-.oog[c 



138 ^Waltt Buc^. ei|irt ÄQVilel- 

nimmt baSH^ ^o<^ eine fe^t fiebcutenbe ©teile in bec @(fi^4tt 
ber germant(<^n ^^tlolosie ein. @d ^at nic^t nur in iSnglanb 
bem ©tubium be« Ängelfäc^ift^en einen neuen «nftieb gegeben, 
[onbem ben, menn aui| no^ mangelten Anfang gut gramntati' 
f<^n S^e^anblung bei altgermantfc^ ©praij^en gemaii^; unb nus 
eine §aupt[a<^e voax, e9 t^eilte eine SOIenge Don ©pra($)]Toben mit, 
bie für tange^in ben JJorfc^eni aHet germantfi^en 85nber ein mert^* 
vottes ünatenal boten. Um nut IStnigeä anjuffl^icn, fo finbrn 
mx ^icr auger Dielen angelfäc^fifc^en @tüden meutere Don ben tn'iS 
«{t^ot^bcutfc^ überlebten ©?mncn ous ber Äbfi^rift be« ^uniu« 
juerft Derüffentlit^t ^) unb besglei^en bic etften ÜRitt^Iungen aud 
bem altfät^if^en §elianb *}. 

aSJir fiaben ttroas auSfii^fi^ übet |)ic(c8 berii^, meil 
feine Arbeiten für lange Qät ju ben ^aupt(äc^Iic^f(en ©nrabtogen 
bet gcrmairtft^en ©tubien geböten. Qn Sejug ouf (eine Seitfle* 
noffen unb näc^ften SSiai^hh'^^ muffen wir uns mit einigen g^ 
brängten Angaben begnügen. 35aS ©tubium bc5 Ängctföc^rif'^ 
na^m gegen Snbe bes 17. unb in ben erften ^«'^rjel^nten Ui 
18, 5i«^i^unberts in ffingtanb einen fe^r erfceult(5en Äufft^njung, 
unb inSBefonbete würbe baäfette ju Offorb mit ®ifer betrieben. 
®o mürbe in jener 3«t einerfeit« ber ongelfäi^fift^e QuclIenDorraH 
buni etfte* ober Dcrbcfferte ?(u8gaben angelfäc^if^er ©(^ttftcn tot' 
fent(t<6 Derme^rt, anbterfeit« ba« ©tubium tux(Sj neue ^fllfSmitttl 
gefStbert 3" erfterer ®^ie^ung etioä^nen wir nur bie ^oxtä' 



p. 14 fg.) himinaDB alt Stomiit. ^[ur. BDtt hiniiDa (ftalt himin&s); ma- 
nagai a(S SRomin. Vlur. uon man&gei (jtalt manageins), u. bgl. in. £«6 
ifjm ber Oiunb&aii b« attmaniff^tn Sprayen Sertorjjtn blieb, «fitijt nw» 
ft^oit butout, bog er lebe beifelbtit atibni bt^anbelt. S)ag tt i^m aber iii4t 
an gTammatiff^nn @inii gebiai^, jetgt ]. EB. feine SarfJtSung bcj ^o^btull^tn 
Seibumfl (Gramm. FniDcotbeot. im Tbeaanr. p. 71) tioe aC i^Ter ÜKHiw 
gel. Sil i" l>'T Qramm. Anglo-Saxon. (im Thesaur. p. 40) ttfennl n 
vitan (Bcite) nlS ein ppraeteritum , quod praesentiH Bignificntionem 
babeti, aüci frciiit^ Ms bat >uDictiin<, uiib wcniQe 3eiltn tn^ »ibtc 
fpri<^t tc r«5 (tibft. — l)HickeB, Gramm. Franco-Theotiaca im Tbewut. 
p. «4, 100. 110. — 2) ebenb. p. 101—105. 



D,i,-.,.?ÜI:,G00Q|C 



ti(fltnii.¥til.iiibwiIhAeri., mC«9l.u.in©I(HibiiwuitnD.lC65 6. 1748. 139 

pU btS angelfäti^f^en Heptateuchns nebft ^oi unb bem %xaQ' 
mmt bet 3ubÜ^ imH) ebwaib I^raatteS (Dfforb lß98) unb 
t>tj i]itgttf3(^f<$cn SBoet^tuS bucc^ (Sl^rifto))^ StaiDlinfon 
(Orfoib 1698), fo ttie bte tieueit üeröefietten S(u«ga&en in aitQtU 
iHf^ilta ®«{e^ butc^ S^aoib SBtlttnS (Sonbon 1721) unb bed 
iinätItWif(^ SBfba buri^ 3o^. ©mit^ (Eamöribge 1722). 
llntn ben neuen ^ülfsmttteln gum €tubium bet altgcrmanifi^en 
gpliM^ ab« nennen nnt I^oma« iÖenfon'fl Tocsbularium 
Asglo-Sftxonioam (Sonbott 1701) unb Stephan ©Hnnei'ä 
Etymolo^con Linguae Aaglicanae (Sonbon 1671). 

3. Sambtit tiu Salt. 

Unter ben ®rfinbetn ber germantf(^en ©ijrat^forfi^ung ift neben 
5iandäcu3 ^luntnä unb George §ide8 olä britter p nennen bet 
fMTtamge ^oUSubifc^ @eIel^rteSambeit ten Satt. Stroutbc 
jcfioTen ju Smfteibam ben 23. ^anuat 1674. ©c^on in fiü^ 
^iigenb ffi^tte er fi^ $nm ©hibtum feiner WuHa^pxaift ^ingc* 
ifiiea. (£i bef(^T5nKe fK^ «bei nt#t auf beren Aieid, fonbrin er> 
Irmte au^ bem Sateintfi^en unb @rie^ifi!^en au^ ba§ Snglif^e, 
gTünäöfiit^ unb S[talientf{^e. 3Ic6eii ber ©prac^forfi^ung ^cgtc er 
rinf nwnne Siebe ju ben bilbenben Sflnften. 6r ftanb mit ben 
aHalem feine« aSaterlanb«, tnSbefonbere mit 3in can §uifum, 
brm berühmtem 99tumen> unb i)r^(^temaler, in na^em Sßerlb^T unb 
mvarb fu^ einen geai^teten 92amen ai» Sunftfenner. ©ein Seben 
ffo6 o^ne öefonbere (gretgniffe ru^ig ba^in. (Er blieb uHOet^cirat^et 
unb tebte nail^ feine« 3Jater8 lob mit feiner 9Kutter in arnfter« 
botn. Unterri(^t«ftunbcn, bte et in ben angefe^enfteii ^fiufern im 
©(treiben, Wec^nen, SBut^^Iten unb befonber« in ©eometrie unb 
Ugebra gab, fn^erten t^m nt^t nur ben nötigen Se^enSunter» 
Wt( fonbem »erfc^fften i^m auif bte SKittel, fii^ eine anfe^ntii^e 
©orantung Don Süi^cm unb Runftwetlen ju erraerben. ffir ftarb 
p Smfterbam ben 14. !X)ecember 1731. 

Unter STen Rüte'8 ©d^riften finben \iä) außer ben linguiftifi^ 
aaä) einige religiöfe; unb eine äft^etif^e Ober ba« ibeale ©^öne 
ber aRaI?r, Silb^uer unb ©ii^ter ift in fronjüp^er Ueßerfeöung 



L.C-'Ooglc 



140 3n'>'rt S<^ ^^ Stttfittl. 

bem TraitS de la Peinhire et de la Soulptore Don 91i<^tbfi)n, 
älmftetbam 1728, oocau^ef(^t(ft SU ©(xoi^foTfc^ go'^ et guecft 
o^ne Nennung feines 9Iainenä eine @^ft tttxaui : OemeenBchap 
tussen de Gottische Spraeke en de Nederdayteche, Amstei> 
dam 1710 (ißemanbtfi^ft bei got^if^ unb niebnl&nbtfil^ 
©prac^e) ^). 3^t Heß er btcige^n ^ijxt fpäter fein grofes ^iipt- 
nett folgen: Aenleiding tot de Kenniaee van bet Teriierene 
Deel der Ifederduitache Bprake. 2 iBänbe, %mft«bam 1723. 
(Anleitung jut Äenutnig beS ^Ü^eren =) 3^1« ber niebetWntHtt^n 
©pto^). Muget feinen gebrutften SJerten hinterließ Zea Rote 
xnn gefc^ricbene goliobänbe unebiertet @(^ften, bie fi(^ airf bet 
@(fiuI&i61iot^ef ju Slmfttibam befinben. Xiaruntet Yerhandeüng 
over de klankkimde in twee deelen^) (IK^anblung &fxt bie 
fiaurte^te in jroei SE^eilen). 

len Rate's ßeiftungen ru^ auf bet ^aaSgabc b« got^ 
f^en @))cac^queflen burc^ ^landäcn« ^uniuS- £D?an iß i^ ewi' 
gen 1}ant f^ulbtg, fagt Ztn Rate, bafßc, bag er biefen fificften 
Uebeneft bes S^eutonifc^en ®prac^ftantm<8 ^ausgege&en ^t*). 
©oröber aber, fagt et on einer anbeten Stelle, barf mon fi(^ ni(^ 
nmnbent, bag biefei ^oi^gele^rte 3)Iann, bet baS got^ift^ l£Dan' 
geliunt etfi in feinem @reifenaltet fanb unb auf fein @loffaTiinit 
teine geringe Srbeit cenoenbet ^t, leine 3^tt mc^i ^tte, um amfi 
bie got^ift^e ©tammatil ju erforfi^en ^). SMe Untetfut^roig bes 
got^ifi^en ©prad^baue^S unb feines 93er^ältniffed )u bem bei übti' 
gen getmanifc^en ®))raii^en uut t8 nun not allem, n»S !£en Rote 



11 \XtUx fiambert ttii Jtalt'e Ztim iiiib S^iiflcii f. bcn btticntnboi 
Kctlld in A. J. van der Aft, E. J. R. Tan Harderwijk en Dr. G. D. 
J. Bchotel BiographiBch Woordenbock der Nedetlanden , Tiende Deeli 
Haarlem 1862, p. 74 fg. — 2) fSiai a:cii Satt tmta Terhereae Deel 
Hrftc^t, baxäba gibt a in b« ffigmbc )uin erjltn Z^iil \t\ntt ffinM 
»I. 10 SueruntL Sgl. au(^ ^I. 1 , 6. 2 unb 334. ,— 3) €. bcn »tat 
moi^nttn Silitcl in ran der Aa, Woordenboek p. 76. — 4) Aenlei- 
ding I, e. 56. SgL €. 358. 546. — 5) QemMaBohap touen d« 
Qottiacbe Spiaeke etc S. 12, 



ciilizedüv Google 



t)ugniB.1p^ll.lnbtn9titbtTlvin ^gl-u. in eianbiniicUno. 16656. 1748. 141 

fii^ jiir %nfg<Ae \t^. VU er eben feine got^ift^e ©ranttnattf in 
bn |»)ibf(^n^ DoKenbet ^Ite, tarn t^ bei; Theeaurua Üngua- 
nna Teternin septeDtrioiialium Don |)tifeä jui ^iib. (£r freute 
Wbe« tflii^tigen aDWtorbeitetS, fanb abtr bot§, baß feine eigenen 
Sig^ffe fo bebeutenb oun benen btd ^ideS abiciilen, bafi er fi(^ 
ibn feine aufgeroanbte Wlüfje ni^t ju beflagen ^abe '). I£r gab 
brtjate juerft bie oben genonnte Heine ©i^rift über bie Siemjanbt' 
f^oft bcr got^if^ unb nteberISnbif(^ ©(irac^e ^eraus, ntorin 
er ingkii^ fo tnani^ grammotift^e !iDH6griffe be:S ^uxtus berii^ 
ti^^ tmb feine eigene got^ifc^e @ramniatt( auffteQte. fSx tier< 
mälxt barin mehrere i^e^ler beä ^iäts ^) ; roas i^n aber am 
meiften tor §We8 auSjelc^et, ift, ba§ et mit bem Sla^roei« ber 
(ücDuinfainfcit bes grammattf^en Staues bei aüen germanif^ 
Sina^ unrllii^ (£mft inat^t, unb ^ier f&^tt i^n feine gotf^ung 
auf eins ber folgenreii^ften lirgebniffe, nämli^ barouf, baß bie bis 
bo^ ffir unregelmd^ ge^Itenen Sßetba gleic^aUS regelmäfigen 
ffianbdmgtn be« @tamnwocat8 folgen unb jtoat bei allen germa' 
sift^ -®)}ra^ , nac^ befttmmten ®efe^ ber et^mologifi^en 
Soutoertretung, benfetten Socalnjanblungen. Hiefe UntbeJung, bie 
et fi^n in feinem erften Weineren SBerf (1710) mitt^eilt, fü^rt et 
bann in feinem |Km))tttMrI, ^er Aenleiding, (1723) mit grugem 
S^orffinn nnb füt feine Qät fe^t ac^tungiSniert^r Selefen^eit rceiter 
m. S)ie erflen Anfange, aaüf bie ftotfen SUetbo in geraiffe ®ru;>" 
Pen }u fonbern, finben Joir jroac ft^mt im lö. ga^^unbett <), 
nnb ^c8 fa|t fie beteitiS als ^Conjugatio secunda" jufammen 



1) dfrcnb. e. 12 fa> — 2) @a fO^rl j. 6. 3imiue in [tinttn Go- 
thicnm ~Qlouariam (1665, p. 236) auf: >Utba, artns, Di6mbia,c Xtn 
tait (Oemeenüchap S. 331 fiibl tlt^tig: •Lithns, maao. artas.« Üiibnet 
i.t. ~ 3) Utm uniic^lie<n Wominot. $lur. himinanB bei ^i*» (Thea., 
Qnunm. anglo - aax. et moeao - gotb. p. 14) gtgtnQbti gibt Stn Xnlc 
(OenHntchap S. 50) \>ai lii^ligt dogos. Statt btj unnötigen nominat. 
tm^ tun bti ^attt (a. a. O. &■ 15) ^t !£cii Xalt (@. 50) lit^lig atta 
ab lutn bot etifiricltn ju bitjtr {)eclinaiion ,fra^ja, ^nc' — 4) @, 




:l:, Google 



142 S"^M 8114. «ifte itovilcL 

geg«ifl6ec ben f^ivat^n, bie n als Conjugatio prima bejeu^et ')■ 
Vfxx DOH biefem etftoi Suftaui^ einer lii^ttaeren (KnTii^t 6t« ju 
bet (Mtnntni^, bag bie ftatlen äJerba ben tbenttfi^n dtninbbau 
aUet geimonifi^cn Sptad^ bttben, ift noi^ ein netter ®<^rttt, 
ttnb btefen ®<^tt ^at £en ^ute get^n. S>ie ^r^^rang biefet 
(£ntbec(un9 bilbet ben lotc^ttgften jT^eil feiner Aenleiding, beien 
erfter Sanb in Bierje^n ®efpräc^cn bie Hauptfragen ber nieberlän' 
bifc^n ®rammatif üe^anbelt tuib barauf in eiitem befonberen 
Xbf^nitt bie 91egelmägigrctt unb Otbnung ber germoitifilen 3kvia 
barlcgt, wfitirenb ber gioeite auf ©ranbloge ber afilautenbeii SJerba 
i»ei iimfangrei^e groben eine« tciffenfc^aftliii^ geregelten (H^mo« 
logtcutn« ber germamfc^en ©pTU^en gi£L Tkx iRainn oerbtctct 
un«, ^iet in eine nähere :3>irftcllttng ber Strt einjuge^, mie Xcn 
Säte bie ftarfen Sßerba in ftloffen orbnet ; bie ^ouptfat^e ift, bafe 
es t^nt tro| fo mont^r Sniggriffe gelingt, bie Uebereinftimmung 
ber Sblautt in aOen gcnnantfc^en ©prägen bai^ut^un. <5x ift 
bur^rungen oon ber St^tigleit btefer Chttbedung. @c^on in 
feinet erften ©c^rift ^at er fie angebahnt, in bet Aenleiding ffi^ 
er fie in gefonberten älbf^nitten buii$ ') füt ba« Slieberlänbifc^, 
ba« @ut(|if^e, iai .$rant<SDetitf4e' («It^o^beutf^e), «ngelffi^ 
fif^e, godfbeutfc^e (9tcu^o<^eutf(^e), unb, toaS i^m am mnftcn 
^eube ma^t ^}, au^ für ba« ^Slänbif^e. 3ion btefet Hrrlenntnig 
au«, beten Suff))üiung er ben beften X^eil feine« Sebcn« niibmet, 
gelangt Xen Rate ju gefunbeten «npc^tcn üljer ben SBou ber fler* 
manif<^ ©prai^en unb über bie iSrforbemiffe einer wiffenfi^ft« 
liefen St^mologie, ali fte irgenbeiner ber germantftifi^n iSipta^* 
forfi^er bi« ba^in befeffen ^atte. !Cie ablautenben SSerba bilbcn 
t^m bie ©runblagc einer geregelten SBoitableitinig , bie bi« ietjt 
no<^ gefehlt ^tte 0. St erTennt, bag utr, wenn mit nti^t in 



1) Hickes, Thee. I, Qrammatioa Miglo-saxon. «to. p. 55. 56. — 
The«. II, Grammatica franco - theotiaca p. 7l. SqI. bmilttr Ten Kate, 
Aenleiding Z^\. I, 6- 544. — 2) Ten Kate, Ae&loiding I, p. 541 — 
596. — 3) etort. I, ©. 544. öfll. I, ©. 676. I, ©. 24. — , 4) Aen- 
leiding, I, Toorreden (un)]oginitTt) 81. 8. 



ciilizedl!, Google 



£it jintL Sß^il. iit btn nitbttl., in Qjigl-u. in SfanbinaUidi C. 16G5 i. 1748. 143 

Slqiig auf ben SJocalnciJ^rel unb beffen munbaTtl^e S3eif(^tebfn^eit 
in nnfünrlt^e Skrimtngen gecat^en woiitn, ben aglautenbcn SScr< 
fni von @r»b ju @Iieb nac^ge^en münm; bemt wir bürfeit buti^ 
aus nii^ Don bn einen klaffe betfelben auf bie anbete ^inii^ 
i^ri(§tn ')■ ©ot^e 9)Iiggrlffe, wie fie felbft einem grandäcuä 
^im§ mtä} begegnet roaten, nenn et tai got^ift^ gataihun 
(nuniTerunt), gateihitb (renunoiate) untet gatinbao auff fi^tt ^, 
ttamt fortan unmöglit^ *). 3Me ffit^mologic muß üfia^upt auf= 
f)exa, ein bloge« njißföriit^s IRot^n ju fein*). 3)enn bies ift 
nii^ als eine Qntotxitix'Danz , bie ftc^ für SDtenf^en von Uit^etl 
ini^ gejiemt ^. „34 binbe mii$ in meinen Ableitungen," fagt Xen 
Aate, ,an etnjo ftrengeS ©efeg, bag ii$ feinen einzigen iBu(^ftaben 
jumanbem, ju nerfe^, noi^ ^u ober ^tnroegjut^un fu^c, 
Qufetr in Äraft einet buri^gefü^rten Crbnung ober Wegel" ^). 
Swnäemaß gibt et bereits eine Ueberfi^t, mel^e 35otaIe im Qä* 
lönbifc^, aitbeutft^n, angelfäc^if^n unb Stiebetlänbtfi^ ben 
tinjÄnen got^tft^en aSocalen et^moloflifc^ entfptc(^en ^), unb eine 
ä.^\i)t äkrglei^ung ftellt er sroif^en ben Sonfonanten an ^). 
8«^ fonft tft er in bet SRet^obe feines ffitijmologtfietenS auf bem 
liefen Sieg. „Uebetall," fagt et, „follen unt, um me^t Si^t imb 
Si^et^t JU et^Iten, mit bem jQtett^um unb ben uenoanbten 
Sprail^n ju fflat^e ge^, um bie ©öttet um fo nä^et an i^rem 
Uifimmg unb in i^ter einfad^en unb butt^ bie ^t am rnniQ' 
(ten in SJerfaÜ geratenen ©eftalt ju betro(^ten" *). Äui^ auf bie 
t)tvr>oIogif(^e ytatax bet Saute ritztet Zea Statt fein Augenmerl ">), 



1] iSbrab. 11, e. 35. — 2) Goth. GloBBaiium 16G5, p. 125. ~ 
3) e. Tan Kate, Gemeenschap 1710, S. 13. — 4) Aenleiding I, 
Toomden, Bl. 12. SSgl. II, S. 3. — 5) G6tnb. II, 8. 4, — 6) 
•du nit kragte van een' Btreekhoadende (tigtnil. : fhi<^^llenbc) Rooi 
of Regel' Aenleiding I, S. 175. Sgl. II, S. 6 fg. II. 8. 20. — 
t) Aenleiding I, 8. 165.' H, S. 19. — 8) Qbmb. 11, 8. 19. — 
9) Aenleiding II, S. 7. »g(. I, S. 2. — 10) Sbtnb. I, a 111 fg. Xtn 
falc Itnnl bie »Grammatiea van den Wiidvermaerden Wiskonstenaer 
ff»Uii,. Aenleiding I, S. C30. 



ciilizedüv Google 



144 imilts Su(^. Siflc« XitfM. 

unb anbeierfettö fpfiit er ben SQegen nad^, UKl<^e bie Utmoanb« 
lungtn ber ®ebeutunam eingefc^lagm ^ben '). 3fn«6efonbere abtx 
feffelt i^n bie Unterfu(^ung, loie baS @mu$ bcT SQiörtcc rniftanben 
unb biSneUen iKiänbert norben fei ^). Unb bas SUeS mit eben 
fo feinem, atö nQc^ternem 'Sinn. !£ienn flbciall »fui^t er feine 
©runbregel feft im Äuge ja behalten, bafe mon bic ßicfefec ber 
®ptai^e finben unb nit^t mac^m nuil" ^). Qtt ^)^ KnnxnbuiiLi 
fetner @runbf%, bte er im jroeiten EBanbe feinet gio§en SSJerlrä 
gibt, legt er bie oblautenbcn 35erba ju ®runbe, unb juxir fteUt er 
in ber erflen ^robe ber geregelten Ableitung bie „ungteic^fliegnt' 
ben X^tiDüiter," bie im ^olldnbifi^en nix^ Dor^anben finb, uub 
bic Don i^nen abgeleiteten SQürter iufommen, in 1^ inwiten aber 
bie im §oUänbi(t^en jiijar oerlorenen, icbo^ auö ben oenwrnbten 
©pradien ^ergefteüten *). ©r finbet bie QaXjt ber Icfttcrcn nur 
n?entg geringer, aU bie im §üU&nbif<^en erhaltenen'). @r tvttf 
itoat fein DoUftänblgeS etqmologifc^eä Sürterbuc^ geben, fcnbrm 
nur eine ^robe ^). Aber p biefer ^robe to&^t er ben für bie 
Qt^mologie nic^tigften Si^it ber ©frac^e. i&enn bie ungteii^ 
ftiegenben ÜJerba pnb bie oüerälteften Bcrftlinge be3 oItbeutf(^en 
Stammbaums unb bie ^ßi^fte ®t>i%c ber Sblettung ^. €ie ^bcn 
bem Serfaffer ba« vorjügIt<^fte Sii^t f&r bie St^mologie gegeben'^). 
Sie finb e<^te prinritiue SBurjelftämme. ^). 

^i) bebouere, bag id^ !^ier nid^t au^ffi^rlie^er in ba« Qinjelne 
eingeben barfi i(^ roürbe fonft eine groge Snja^l feiner Seoba(^< 
tungen Xen Sote'S aus allen ;^cilen feinet SDerfed beibringen 
lönnen. Slber bas @efagte roirb ^inreit^en, um )u jetgen, bag 
3:en Säte in me^r ali einer ^infi^t ^^nen eingef^lagen ^t, 
bte benen nnfereS großen aWeifterö Qacob @rimm na^c Benoonbt 
roaren. SNiß er no(^ weit entfernt Don ben 3«[m blieb, bic bann 



1) @6mb. n, S. 25 fg. — 2) ebcnb. I, 8. 396 fg. — 8) Aon- 

leiding I, S. 365. QqI. I, roonreden Bl. 13. ttam wi) 1, 8. 13. 14. 

898. — 4) ettnb. II, 8. 31. — 5) etutb. II, S. 581 fg. — 6) gbmb. 

II, S. 5. — 7) Gbtidi. II, 8. 13. _ 8) eSoib. 1 , 546. — 9) «bcnb. 
II, 8. 16. 



ciilizedüv Google 



Sitgnm.$^inbcn!nitbtrL,inSnaI.u. üieiaiibi)iiU)itn<).l6656.1748. 145 

^imlitit 3a^e naäi i^m ^^^^ @Ttnnn enreti^t ^at, liegt in bet 
^iatat ixt ®a^. libg^tiim von allem Uebrigen mürbe fi^on bie 
t^üiftigltit feint! ^fUf^ittel ') t^m beten ISneti^ung unmdglic^ 
gana^t ^Eien. Sic grog aber ou^ fonfl no^ bcr Slbftanb %m 
fiite's Don ber @))ta(^foc{4ung unfered ^a^t^nbeits roai, bavon 
mb ms bie SnfQ^cung eines einzigen Umftanbed übeijeugen. 



I] S^ niU ^itr bie ^u))liai^lii^{ltii ^filfemilld M Xtn Jtalt, bie m» 
btn Umfang |cinn Slubltn tcjtu^ntit, namhaft matten. gÜT baS Üticbttifiii' 
ti)^ tfi^mt er Kiliaen's Etymologicum oon 1599, Aenleidin^ I, ICl. 
IT, Hoonea's Nederd. SprftekkooBt eb. S. 400, Hoogstratfin'B Aeu- 
merkingen over de Oealagtan 1710 unb manc^ Snbcit. Soii älteren 
»Itbniinbeni fü^tl ei: befonbtr« an Melis Stole I, 41. 58. 35G. 572, unb 
bie itll)i}Sanbif(^e eibtl, C([ft 1477 (I, 58). JJüt bo« !ncu^D(^beLilf(^t ttiinl 
R €^IKIiua a« einen terü^intcn @tatnmalifer I, 359, et benu^t aber an 
ha «it^iigllcii &ltllen feinet Keifet nur btffen Qlrüiiblic^ Snntifung jur 
Ke^tl^reibung, Siounf^lMig 1676, »ijiide een kort Dittieksel ran 
Sclwttelii OpnB de liogaa GermanicR« I, 547. Sgl. l, 653. gentt 
Sibiler't eninbtfi^ ber beut|4en eprot^e, Scrlin 1701, Aenl. I, 547. 653 
'h btDurtl btfftn Unlerft^icbc oon e^Dttdiui I, 66Ü. 672. ßnbli^ bofl 
Dietionarium rogiam grantf. 1709. 1, 400. Qür ba8 »It^oc^beulfi^e b^ 
ragt et ben Tatian Bon ^It^en 1706 (T, 33. Sgl. 54Cj unb ben baran 
gitüglcn laidor (I, 57), ben Willeram (I, 33. 171. 500), btn Otfrid (1, 
S7), Eccard. Catechea. Theot. 1713 (I, 830. 372. 395). pr bie ftjUtere 
^i^braili^ e^trai^ fennt er Söfiimi ÜuSgabe bc« üntuitebe 1689 (1,57) 
«ib Solbafl'» Paraenetioi vetereB (.1, 327. II, 29). £ag i^nt fflt ba« 
bgeltö^ril^c ^idtt' Theaaunia )u (Sebdte ftonb, ip oben bemtrtt. eibtjie^l 
f^ uileTbem auf bat Erang. Anglog. in ^uniut Er. Qoth, (I, 57. 165. 
US. 632), auf »eiifon't Vocab. Ags. (I. 171. 546), auf Thwaites' au<= 
eobe be« aaf. Heptatenchua 1698 (I, 546. 632) unb weig, ba^ eine 9To|t 
Xn)i^I agfer ^anbft^riftcn in btn cnglifi^n !9tblioi^chn ticflC (I, 652). gilt 
bat 3^IAnbi{(^ btuu^t er Dor ollem bie @TammatiC bct 9iunol)i^ua ^amt 
(I, 171. 362. 37S. 400. 547), Olai WormU Liter. Danica (I, 51), aut 
kti er bie Bagnars dr&pa ntilt^tilt (I, 79) unb ernannt bie >Edda Islan- 
doramt (I, 398). ecin Scr^Silni^ ju bcr .^tautgabe bet Uifilae but^ 
3niat ifl oboi crirtnl. 3"^ bat Sficfifd^ "«"il er ^ix unb Snbcn (li 
50.358). 
>•■■(!, »cM. Ui tum. VtUoleglc 10 

Dci,l,zedl!,G00Qlc 



146 3tM't>^ ^'"^- '^^ RapUd- 

33et ber Unterfui^ng bei gut^tf^n S3ei6a entgeht i^m natarltt^ 
nii^t, bag bie @ot^cn SBeito befiten, bie i^ 'jßtaetcTitintt biin^ 
JRebuflicatiQit btiben. IQiefc Fügung, meint er, fei gonj oerf^ic« 
ben MB ottcn anbcrot beutfc^ mb limbrifc^en (b. i. norbifd^cn) 
Bmeiflett. Unb toie erHört et p(^ nun bicfe (Srft^nung? «te 
bie ®Dt^ in SKoeficn loo^nten, Ratten fie biefe tebutiliciertcn 
^caettrita oon ben (ena^bartcn ®riei^, mit bcnen fie umgiengm, 
ansenomtnen '). Unb eben ba^ forntne tS, bag bte @ot^ uieleit 
©ubftantioen unb bem aRafnilinum be8 ÄbjettiD« ein fl anfflflen 
not^ ber Sißeife bct griei^ifi^en ffinbung »c % 

2. Bit |trKtiif4t )ll|ilili|t( kti k» FkiNkfiaiir^ti »llkrri v$m 
3atr 1665 tt> fis 3Mt ITIR. 

iRid^t SHJenige« Don bcm, reo« bie ffanbinamft^en ©elc^rten 
Ijereits in ber »origen '^ßeriübe erarbeitet ^tten, trat erft in ber 
folgenben in bie Cleffentlii^Ieit, SBenn aber au<^ icncn tüt^tigen 
ä)fännem, bie i^re l'etftungen gunäi^ft nur ^nbf^riftlic^ ^intet' 
laffen l^atten, i^r Sktbienft ni^t gef^mfilert nierben barf, fo tft 
bot^ anbterfeitd nic^t ju Derfennen, bag au^ Jene Stiftungen erft 
burc^ i^te ajeröffcntfi^ung in bcn ganjcn @ang ber ffiiffenf^aft bc: 
beutcnbet eingreifen. Dtefe Setrai^tungen brängen \i<^ unS onf bei 
einem in unfrer SttJiffcnft^aft el30i^cma$cnben SrcigniS, nämli^ bei 
ber erften §etauäga6e bei ©norri'fi^cn ffibba bnn^ ^etru3 SRe» 
fcniuS. ®ebDien ju Jto^ien^gen im S^^r 1625 ma(^te Stefc 
niuS feine ®tubicn in feiner SJaterftabt, inbem ci im ^af)X 1643 
nntet bem Stectorat beä Ole Sorm bie bortige UnitKrfität bejog. 
1647 gieng er nat^ Seiben, ftubierte bort oier Qa^re lang ^^üo* 
logie, bur(^retfte bann bie 5Ricberianbc, grantrcifft, Spanien unb 
Italien, warf fi<^ in ^obua auf bie SuriSpruben j , würbe bafcftp 
1653 SJoctOT 3uri«, teerte in bemfelbcn ^ijt noi^ Äopen^gen 
jUTüd unb würbe 1657 an ber botttgen Uniocrfität ^rofeffor bei 
©^i(8). 1602 würbe er 'jßrofcffot 3uri8, 1664 jugfei(^ »ütgrr« 

1) Aeniciding I, S. 56. Sgl. S. 591 fg. — 2) G6eiib. ©. 5C, - 
3> Er. TindinginB, Regia academia Hnunienais, Haiinine IGttfi, 
p. 424 sq. 



ciilizedüv Google 



tit gtrm. ¥^it. inbtii !Ricb«I., in engT. u. ineroiibinabienb. 1Ö65&. 1748. 147 

mrifl«. 1680 in bcn Äbefeftanb et^oöcn, ftoti er al3 ©taatS« 
Tai( im 3«^ 16^ *)■ ^tr fpreii^en ^ei natüiUc^ nut Don ben 
Si^iiftcn beS SleieniuS, luelt^e bei getmanif^en ^^lologie m' 
itfiöxtn. Unter biefcii ^t [einem Flamen ben grSgten 91uf wf 
iifeifil [eine ausgäbe bcr iüngcren ISbba. ^n ben ©i^riften bet 
coiQUiic^ben $friobe, öei Die SBorm unb [einen @enof[cn, ift 
öfMä [Aon bie Siebe Don ber Sbbo % Sin fleines ^lu^ftfltf ber 
iüngnrn Sbba t^eilt [i^on Ole ÜQ^rm 1651 in ber jmeiten HuS' 
^it [einer Banica Literatura antiquiasima mit ^). %btx erft 
in t>fm[el^ i^a^r 1665, in xatlä)em au^ baS ®ot^i[4e in ben 
firriä ber eurDpäi[^n ®ele^r[am[eit eintrat, würben bebeutenbe 
ZfiaU 6tiber <£bben gum erftentnat buni^ ben Xirud jugänglü^ 
gnna^t 3" i'RC»' ^''^'^ erfc^ten nämlic^ ju Sopen^agen; Edda 
IsUndoram an. Chr. MCCXY Islandice conscripta per Snor- 
ronem Stnriae Islandiae nomophylacem nunc primam Islan- 
dice Danice et Latine ex antiquis codicibua mss. bibliothecae 
reg^ et aliorum in Incom prodit opera et Btudio Petri Jo- 
huinis Resenii. KuS einer fe^r ausfü^rlid^en Sibmung an fiö< 
ni)i j^ebri^ IQ- »on 'Dfinemarf, in meli^er 9tc[entud non ber 
ISl^t ber oerfi^iebenen aSöfler ^anbelt, erfe^ wir, bag efl bte 
tEt^il nur, bte 9te[eniuS sunt ©tubtum ber <Ebba geführt ^t. ^n 
In borauf folgenben Sßorrebe befprid&t er bann feine Ausgabe Don 
Snorri'« (Sbba. a^er SEeft [cfbft ent^tt 1) bte ißorwbe ber iün« 



1) K^ttu)! OS Äraft, «Iminbdifll fiilKMliitltrifoii. — 2) «fll. Am- 
grim. Jonoe Crjmogaea, Hamburgi 1610. SujU btfftn 6n<f an Ol. 
Worm. UDin II. Kug. 1688 in Ol» Wonaii epixt. , Hafn. 1751, I, 
f.32ä; uiib tbtub. I, 353 aSocm'e üiicf au ailaQiiu«! Ofafjfoii uom So^t 
1G27, unb DlafAjuti'e Stiert an ^uim oout 27. »uq. IG2T (T, 354) unb 
K. «uj. 1629 (I, 358). ®atü6ec, ba6 bit |. g. filtert Qbbo imtfi wn 
Br^DJairr Sveinaeon um 1613 ben Xlltl 6bba tt^altcn ^at luib btm Sat^ 
■unb iugc|(^titbtn moibcn ift, Vgl. u. 31. SRnnc^'S Sontbe ju \tuni llueg. 
ta aittütn etba (Chriatiania 1847) €. V u. anebiuS' Catalogns p. G7. 
- 3) p. 33. (H&»an>ai 143.) 3n btt tr(itn «nflg. »um 3nt»t 1630 fltl^ 
btt SitOt (p. 33) nw^ ni(^t. 

10* 



:.,i,-.,zedi:,GoOQlc 



146 gutitte Siu^, i^c« kofM. 

flewn (£bba '). 2) @?lft'« läufi^ung. 8J »taäaraebitr. 1>aran 
ft^Itegen ft^ unmitttibat eine Stnja^I au« iSfalbfta^^annal entnom« 
mntn (Sriä^Iimgen au. 1bi9 im Senningar loirb bann naä) 
etnet Stufjä^Iuns ber Mütter mit i^ren oerfi^iebencn 3!amen ein 
alp^betifi^ georbneteS 3in;3eii%nit bet ^auptffit^Ut^ften ©egcnftänbe 
mit i^ten Benennungen gemacht- X)em Snmbttipt ift bie latei' 
nif^ Urterfeftuna ^njugeffig^ bie berSfSlänbecSWagnuä Olafs« 
(on*) im 3ia^t 1629 gtma^ ^otte, unb augetbem, mo fw w>n 
bttfec afiueif^t , bie bed ^^^änberiS iBttpl) an Olafsfon 
(t 1688) >). Unb ba btefe beibat nur bte erften 66 «tsfi^tungeii 
übtrfe^t Ratten, ließ fit^ iRefeniuS bie noi$ fe^Ienbe d«^! »on 
bem 3«Idnber I^ormobr lotfafon (geb. 1636, t 1719}*) 
übertragen. Äugerbem fügte er noe^ eine bänif^e Ueberfc^ng 
^u, bie ©tep^nuä ©tefr^muS ^nbf^nftlic^ ^interlaffen ^tte, 
mtb eine flnia^I von ^bnnertungen, bie t^citS von SßagnuS Otafö« 
fon , üf&li von t^m fetbft ^rrü^ren. 3Btr fe^n auä bem allen, 
bag bet f(^niierigfte ü£^eil bes SetteS äinberen, aU bem S^efeniuä 
angehört S^ennoc^ war eis für bie ÜBtffenfi^aft von unermegGi^n 
Säebeutung, bag Stefeniud fti$ ber ißerüffentlit^ung ht9 @an^en 
untei^og. Ke^nli^ oer^It es ftt^ mit btn ®tüden ber älteren <^ba, 
bte SiefentM gleii^aUg im ^fix 1665 gu Sot}en^9en ^ausgab: 
ber Sßluf)», melier er bte latetntfd^e Ueberfe^ng bes Step^n 
OCafefon unta bie Ünmerfungen ebenbcsfelben unb bes (Kubmunb 
Vubreae ^injufügte ^) , unb bem |)avamal unb ffiam Sopitule. 
%ui) ijiet ivar bas Si<^gftc, baß bur^ bie ausgäbe bed 91eieniu< 
gum erftenmal gange ®tü(fe jener uralten ®i}tterbi(^tung ber euro« 
t}&tf(^ ®ele^rfamleit jugängli^ gemacht würben. <£in wnvanbted 
SBerbienft envarb [läi ^t\tmnS baburcf), bag er im ^a^x 1683 (ju 
fiopen^agen) ba« von ©nbmunb Änbreoe verfaßte Lexicon 
lalandioum Iierauägab, baS erfte rtiirflif^c Sörtcrbu^ bicfer 
©prat^. — *J3a« Stubium bc§ Ältnorbtf^en mürbe gegen iSnbe bc8 



1) aSit ilnigtn BoraiigtWitfltii 3u|56mi. — 2) e. o. S. 103. — 
3) m^CTup ofl ÄMft, aim. im. — 4) ©ttnb. — Sl 6. MtftHiu« Sor- 
rtbt )u ftinn ^luagabt btr <£nena ■- Qrbba, 



ciilizedüv Google 



£it jmn. ¥^il. in btnSlicbtrl., iii@nal. u. In 6raiitiiiaBitii U. 1(><>5 b. 1748. 149 

17. nnb m bcr erften ^Iftc bes 18. ^fa^^berts bitn^ eine 
M)t grie^rtet Dänen iinb i^faWnber bebcutenb geförbert. Unter 
btn 33iSntn mar eS vorjßglti^ bie ttrontUie ^att^oUn, berat 
hja&te ^lieber n<4 ^ einl^elmifi^n ^pxa^t unb tßterC^ümet 
annagen. @i^on ber ältere üC^omaS S^art^oHn, ber ie- 
nijttitt gKebiciner, (fleb. 1616, f 1680), wibmete feine aRuSeftim- 
titn ber Srforft^ung itS lYanbinofifC^n ültert^ums unb )>flanite 
bic ^tbe ju biefen ©tubien feinem @o^ne ein. S^tefer, ber iün> 
itxt X^omad Sart^olin (^utift unb ^ftortter, geb. 165& 
t 1690), gab 1689 ^auä Antiquitatam Danicarmn, de caiuis 
«otemlae a DaniB adhnc gentilibns mortiB, libii tres, niimn 
a inrie Xudjüge aus ben not^ ungebrudten ®Miitm ber f. g. 
satnuntbifii^ 4Sbba mttt^eilte.. Sie ber ältere "Z^ormS 9(irt^i>=' 
lin, fo machten ft(| gnm feiner Srüber unt bie »ater(Snbtf(^e @pra^ 
unb t^atur cerbtent: ber eine, tRa^muS S3art^olin (geb. 
16M, t 1694), bur* feine 1657 ge^Itene, 1674 gcbrutfte Webe 
De studio linguae Danieae; bet anberc, SUBert SJart^DÜn 
(t 1663) bur^ fein erft (1666) nat^ feinem Jobe erfi^ieneneS »uc^ 
De BcriptiB Danorum. Unter ben ^ISnbem jeneö QeiixavmS 
Hat«! r«^ t^ilS burt^ Verausgabe altnorbifc^er Schriften, t^cil« 
initi^ gorf^ungen auf bera ®e6iet ber altnorbifc^en ©fraiil^e unb 
üittrotjir befonberg ^ero« Ü^orb^r I^örlaciu« (t 1697) 
i^otmob^tlorfafort (SorfaeuS), ^al©ibaltn (t 1727) 
unb Xrnt aßagnusfon (%rna$ aRagnaeud). 3^er jule^t 
benannte, geb. 1663 in Ouenebaelfe auf ;^Ianb, rcurbe 1684 
Snwmuenfiä beä (öngeren ai^omaS Sart^olin in ffijt>e«^8en, 1721 
lImMTfitätä6ibtiot^efar bafefbft unb ftorb 1730. ©r mar nii^t nur 
finet bet gele^rteften ffienner ber altnorbif^en Siteratur, wie er 
nanentli^ buri^ fein 8e&en bcS ©aemunbr ^inn ^robi *) betuie«, 
jcnbent er erwarb p«^ übcrbteS ein unnergängti^eä 35etbienft um 
bit oltnorbift^en @tubien babur^, bag er feine aJtanufcripte ber 
Äoiwi^ener UniDerfitätäbiMiot^t jugleic^ mit einem Sopltol wr* 



1) Ci^ 1787 im ctflai &inb bei AcVMi^Qtn« &t>a gtbüUdH. 

L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



150 S^^Üte Qiu^. @iflt<I Ra^ücU 

maäfti, befreit 3infen ein« obtx jTOci iöWnbifi^ ©tubicrenbc tx^aU 
ten füÜten, bie fi^ bm ©tubturn bc3 norbtlt^ ÄUcrt^um« leib« 
meten *). £(I^He|lic§ ^abta mir no^ einen geteerten bfiiiii^n 
@})ra^forf^ aus btcfer 3ctt p nennen, ber feine I^ätifltcit in«' 
6e[onberc auäi bem ölteften .^oc^beutfi^en jumanbtc; griebriift 
von iRoftgaatb. geboten ju ^aagetup bei ^IfingüT im 
^af)x IC71, maittt iHoftdaarb gele^e SReifen bur$ einen großen 
I^eil Don l&rtOtMi jur aSenu^ung ber SBibtiot^cfen unb enucitcr- 
nng feiner oirögebreiteten p^ÜoIoglft^n Reraitniffe. Ur ftorö als 
bänifc^r eonfewnjrat^ im 3a^r 1745. Unter feinen mannigfal- 
tigen ®4tiften gehören in unfcren ^reii$ feine Sinenbationcn jum 
Otfrib. ©ä^tcnb eines längeren üufent^alts in IRont im 3. 1691) 
eerglic^ er bie ^eibelberg^ySaticantfc^e ^nbft^rift mit bcr ©aöter 
XuSgabe, ntertte bie ja^Irci^en ^t^ltx ber Unteren an, uerfu<^tc fiel) 
flu(^ in eigenen tJonjecturen unb gab rit^tige Äuäfunft über bnä SScr- 
pltnife ber Soäler Äu8gaöc jnr SJaticaitifi^en Jwnbfi^rift. 3)aä (äan^e 
f^irfte er an @tf|ilter jn freier «cimftung ^). 3m >^r 1720 lieg 
^Sfyxxt lltoftgaaib'ä (Smenbationen aU %i^ng ju feiner Su&jabc 
ber Loges Salicae brudeit. 

Um bicfelbe 3eit, in nwld^er bie Qltnorbif(^ ©tnbten in ^" 
nemarf bun^ bie .^cranägalie ber ©norri'ft^cn Sbba einen neuen 
%ufii$iuung nahmen, begann auä) in ©t^iccbeit bie ^icbe jum ffanbi' 
uaDtfi^en Sttert^um me^r unb me^r ju erioai^en. @ine Iftexift bt' 
beuteuber @ele^rter: £tj,ern^ielm, 3}eceliuS, Stubbeef, ^gegnete fii$ 



l) lit angaben übcv bat fiebeit btc abtn Qtiiaiinitii ^Sntii unb ^^län^ 
bei' riKb btm 3l(miiit(lijl SilKiaUiTlmcDii for 7)aiimarf, Starke, oa S^Iaiib. 
Set» Ä. Kljttnii og 3. g. Äva[l, 182U, tiilnommtw. Wtbtt bie «riia = 1Kag- 
nati[(^e Stiftung f. ^auS bc ^ofoi'^u, Samlingci: »f Publique og PrivaU' 
eiifLrlfer, T. 1, Kiöbenh. 1755, 6. 212 fg., 275 fg., u. T. X 11705), 
Appendix p, 1—11. ^irt pnbei man baä iJi^e« übtt eint Slifiiwg, bit 
btiDtifl, loit Bcbtultnbt« mii geriiigtu TOitleln «Miijt rotrbcn tanii, »tnii 
man r« »«ftänbig auwtiibtl. — 2)5;arii6tr, bafe iwbcr £(^i(tet, no4 
S4«i JRoiiaaarb'a öcmcrtungtii gt^rig «rw[rt&tltn, [. Kelle's Otfr. I, 
eiiil. e. 121 fg. 



ciilizedüv Google 



fit j<T]n.$^i(. in ben 91iebtr[., nt SiigF. u. iii€{a»t>inai>itiiv. 1665 i. 1748. 151 

in btrfnn @ttt6en, unb bun$ ein günfttgciS @ef4i(f toax au(!^ ber 
anjeft^n^te @taatdinann ©(^urebenS: ber iReü^ranjIer be la 
@aiHe, fte^eiflert für biefe ®tubien. Snagnuä @abriel be la 
Saibie (geb. 1622, iReit^faniUr 1660, f bcn 26. «pril 1686) 
^rünbete 1666 baä SfaitiquitötSseoÜegium ju Uijfala, beffen ©«• 
ftmtb Sticin^jetm unb beffen ^eift^ neben Xnberen SßereltuS 
nuTbt ■). ^ur^ ben ^älünber ^ugman (teg er isldnbif^e ®^ttf' 
ten onfaufen. ftt \etb\t fc^ntte bec UntDerfttät Ufifala ben gotl^ii 
fiftm ISobcf argenteu«, ben er in ben 'Kieberianben föi 2000 ®uU 
ben jiirMgefouft ^He. Iiaä ^itl (einer SBeftrebungcn faßt er in 
bie treffenben ©orte iufaminen : „^ roitl nit^t eine Derfi^un« 
tene 3eit ^urfiiffü^cn. ^an lebe in feiner 3cit, man \pttäte 
berra ©prat^! Aber man lenne bie ftü^teten Reiten, bie SBJeiS» 
iKtt ber «Iten unb bie ©pra^e ber Sßäter!" ') 3)a8 ^oüft' 
mai^enbe für bie f(^n3ebif(^en «Itert^nmäftubien mar bas ©efannt" 
ttxrboi bes ^Slänbift^en. ^buc^ erhielt bie ganje i^mebifc^e 
Spim^' unb aitert^umäfotfc^uns eine neue ©ninblage. ^emit 
Hrtanb fi^ boS neue Sid^t, baä für bie gefommten gemtantfc^ 
Stubien burc§ bie ffintbedung be« ©ot^fd^en aufgteng. ÄBic bÖT' 
fm uns m(^t rounbem, menn biejer Wei^t^um neuer unb unge« 
Hinter auf((^Ififfe über baS germanifc^e Ältert^um bie Begeifterten 
^^rer beiSftIben anfdnglii^ blenbete unb Dcrmirrte unb neboi 
Wi^ft o^tungÄwett^n Sefttebunflen bie (onberbarften SQJal^nflefeilbe 
(ijeugte. ^ben wir ts bo^ f^on fi^nli^ ^i bem ®rünber btefer 
Stubien in ©i^roeben: Qo^neS öurcuS, gefunben. ©ne »er« 
nmbte SRit^tun^ fe^t fi$ aaäi bei ben fi^mcbift^en @ele^n fort, 
tiif als feine ^a^folger mit reiferen ^ütfdmitteln unb grSgercm 
&[falg bie altgetmanif(^en Sprac^n erforf^en. @eorg @tj:ern« 
iietm (geb. 1598 in ber 9iä^e Bon ga^Iun, t 1672) 3) njarf 

I) 9bt. (Sron^olm, üRognuS @atriel bc la ©arbic, in Sapplemenl; 
tiU biographiHkt Lexioon, Lund. 1836, p. 93. — 2) 3» ciutt Wtb«, bU 
tt ju XÜf\altt ^icll, bei ISTon^olm a. 0. O. @. S4. — 3) Ucbtc Stjtm- 
tiilm'S Stbai f. Biographiakt Leiioon Ofret narnnkuiuiige Svenaka 
min. 16. Bd. Upaala 1849, p. 1. fg. 



ciilizedüv Google 



152 3>Hit« ^"4- ^^< XopUcI. 

{i(^ mit ftnngan Stfet auf ba« €tubtum bec altgtnnantt<^ 
©tiTo^eti. . (£c wollte ft(^ afvc nt(^t begnügen mit ben SrgrliniffrN, 
bie eine ßefonnene Sr^tf^ung [^cn banutte ^tte genrinnen lönnm, 
fonbem vetlot fic^ in f^ntafietn üttv ben ^ulcinmen^g unb 
ben UrfimiRg aHitx ©prat^tn. ?Iatih;Ii4 mugte ei ^ in mde 
unb ft^icete ^rrt^ümer getat^- ^o(^ ftnben rate bei i^m tio^ 
aller SSütgriffe mandfen ri^tigen 9!^litf. €o ccHfitt ei (1671) 
baig ^bilfifc^ nur für einen ^ialeft bec von @em abftammenben 
@))taf^, gletc^ bem Itcabtfi^, &i)n\dtm u.\.xo. '); unb in feinem 
GloBsariam Ulphila-Gotbiciiiii (1671) ma^t et an bem bun!^ 
gebeugten got^ifi^en haban auf bie na^ SSenixinbtfc^ft bet got^ 
f(^ ;unb Iflteinifc^fn gflffioneu aufmettfam *}. So wrfeftrt auit 
©tjent^jelm'S et^mologifd^ Sßerfa^ren noif ift, iebenfaSs muffen 
imi: ba& emftc ©tubtum aneifennen, ba$ er bem @ot^ifi^ unb 
bem ^^fänbif^cn nribmete.. Seine 1671 gu @to<f^Dlm erf<!^enene 
%u8gtibe bed Ulfilaä bejeit^net jn»r feinen »efentli^en ^rtfi^rit^ 
aber fie bilbet ben SfafangSpuntt ber Arbeiten, burc^ bie {i^ in 
ben betben folgenbcn ^'■^i^'^unbcrten gerabe f^raebif^e @^e^ite um 
boiS @ot^if(^ fo ^o^e Ißecbicnfte erioorben ^ben. iSiner ber tfii^ 
tigften unter ben @rünbem ber altftanbtnaoifc^ ®tubten in 
@(^meben u»r Olof Cereliud. Geboren 1618 erhielt er 1662 
bie neu gegrönbete ^rofeffur ber ft^raebtfi^en Ältert^ümer in Wp- 
fala, nmrbe 1666 affcffor be3 Stltert&umS'eoOegium« bafel&ft unb 
ftarb am 3. Qian. 1682 ^J. SBereliuß Beginnt auerft bie SBeröffoit- 
tt(^ung altnorbi)!^ Sagaen, inbem er 1664 ju Upfala bie @aut> 
xAi Saga ^ausgibt -, 1666 tagt er bie |>ecraub8, 1672 bie $(r- 
wtrar @aga folgen. S^em Ztft fügte er eine f<^ebif<^ Uebtl' 
fe^ung unb erlüuternbe %nraerfungen bei Unterftätt unirbe er in 
feinen Unternehmungen burc^ bie Jtenntniffe befl in @<^btn 
lebenben ^Slänberä QonaS SRugman (t 1679). Sien glfinjenb« 



1) €. bit Piaefatio ju eijcni^ltlm*« Huisabc bta Ulftla«, SImT^dIii 
1671, fßL U fg. — 2) Hbciib. im Qloafiariiim Ulphila-Qathicnm p.?9. 
— 3) Utbti fein itbm f. bot o. angtfü^ilt Biogra.pliitkt Lezicon, Bd. 20 
(1852) p. 165 fg. 



ciilize'dl!, Google 



tit gniL ^iL in ben Slitbcrl., in SngL u. in Gfanbinovicn V. 1605 6. 1748. 1 53 

fta 'üamn M. feinen S^^off^n etmaxi ftc^ unter ben bonta' 
figen fi^iodAfi^en Sltert^umSfoif^m ein äßann, ber jett nur nix^ 
gnunnt ju umben )>f(egt, wenn man eine bet unglaubrt^ften ^a^ 
immgen SEkI angetoenbetet @eIe^TfainIeit als rcatnenbes Seifpicl 
onfl^ nnQ: Olof fRubbed. <Sx würbe geboten in SSeftei^^ 
1630, ßnbieite Webtnn unb 9!atumiffenf(^ften, moaxb (ii^ frü^ 
etm Slomen als Hnatom unb ^p&tct aui) aU Sotanifei, würbe 
1660 ^rofeffot ber Wnotomie unb ^^^lologie in Upfalo unb ftarb 
bafd^ft am 17. ®et}t 1703 ^). Un« ge^t ^iei ni^t ber 9!atuf 
finf^er, fonbent nur ber %ltert^um3forf(^ fflubbed an. Vis 
läaiii) VeretiuS Ue ^erturarfaga Verausgab , forbeite er iAubbed 
dif, eine Quarte von @i^eben ju entwerfen, bie jum SSerftSnbnig 
ber alten ®oga bienen fOnne ^). ^nbem Wubbed biefen ®eban!en 
Brit Sifer verfolgte, gieng t^ ))Idt(^i<^ tj« S«") t'uts ät<^t Aber 
bie Urjrit bed fIanbinaDif<^ ^lorbeuiS auf. fH würbe i^ fo 
Hur loie bei £ag, bag bie alte, für fabcl^ft ge^Itene fltlantiä 
li^tfl fbiberts als ba8 wirtlii!^ ^iftortfi^ ©«^weben fei. ^er 
Mfi^ in uralter Qnt eine teilte Kultur; von Slonbinavien« 
Shiben ^oben bie (S^titäjtn, iRihner unb Segi^er all ba^S 3^rige 
gaunmcn >). ^er tft bie Ur^timat^ ber SRenfi^^ 3ur So 
jrfiritnrag biefed genialen Unfinnfi lieg dlubbcd fein Atlaod eller 
Manliam 1675—98 in brei ftai^ g^liobänben erfd^einen', t»>n 
einem angefangenen vierten 93anb oerf^onte ber giofie SBronb Von 
Upfala im 3«^ ^'^^ nur wenige Sjemt^lare *). ^S SRerhofir' 
Üa^ an biefer Sifc^einung ift, ba| biefe ^i^antaftif^ Hudgeburt 
ms geiftreii^, aber verfc^robeiicn Sopfeä mit uner^rtem Sei« 
faD angenommen würbe. Qn wenigen ^o^ren erlebte ber erfte 
%oid> brei Auflagen, unb aQe fritifi^ Sweifel, Wie fie }. 99. ber 
gele^ ^ftori^ 3o^annee ©Keffer (geb. ju ©ttagburg 
1621, ¥rof. in Uvfala 1648, f 1679) oorbrai^e »), vetmoi^ 



1] Utba nubSciTS 2tbta f. Biograpbukt Lezicon , B<i. 12 (1846), 
p. 314 fg. — 2) e. bie Sibnuing Von iRi^bt^e StlantiCA an «mliu« 
{\m\ — 3) Eudbeck. Atland I (1675), p. 688. - 4) Biogr. Lot. 
HI, 328. — 5) SaL Biogr. Lex. XUI, 371 fg. XU, 326. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



164 gwtiits 9ii(^. SiMim XoViltt. 

bie vatTbtif(^ J^reube ber ©{^loeben ntc^t gu flöten. Watt muß 
fid^ a^ei cTuincrn, ba^ ttmi) bie €i^ftett lenet ^rüttber bti 
((^webift^n Ältett^utit«foi(i^ung roirili^ ein Sufl notbif^en Stef' 
Pnn« uiib «^ Segeiftcnmg fih: baä ffanbinaDif(^ «Itert^ura ge^t. 
Xw^n au^ troft a(Ict ©i^iDä^m unb Üßertimmgen i^te roirttit^ 
fßt iene 3"t bonftnSroert^n feiftungtn. ©ie geöen bie oltfli 
fc^wcbtfi^en ©efefte ^erau«, fie beginnen btc io^Iieic^en ft^mebifi^n 
aiunenfteine ju oeröffcntlic^en , unb, ma« baä SBid^tigfte ift, pe imb 
t^re ©(^üler maiim mehrere ber 6ebeutenbften oltnotbif^en ffictle 
jiierft belannt. Unter biefen ^iai^folgecn bet erften ®rilnber pnb 
Dot allen ju nennen ^eringffiülb unb Sjömer. ^o^ann gering' 
fliölb (geb. ju ©trengnää 1654, f (^mebif^ci dleit^Sontiquat 1693, 
t b. 24. SKärj 1720) i), gab 1697 jitm erftenmot ben altnotbt^ 
ft^ ©runbteyt Don ©norri'S §eim«fring[a 2), 1715 bie aSiliina 
unb bie 9itf(unflü ©oga^) ^crauS; unb ffitil ^ulinä Siörntt 
(gtb. 1696, Sffeffül beS fi^rcebift^en ^Itert^umS'^tlegtumS 1738, 
t 1750) »eröffenÖi^te 1737 *) in feinen Storbifla Stömpa DaKt 
neben einer 91ei^e anberer @agaen jum erftenmal bie ^ölfunga^ 
@aga. Wie bicfe KuSgaben tiegen in ^öegug auf 3>(tbe^anblung 
unb 2}erftSnbnig noc^ Diel ju ivilnfi^n übrig, aber tS mar Don 
nt(^t geringer SBic^tiglett für bte Settcrenticidlung ber Siffenf(^ft, 
büß eine folc^ SHei^e von ©auptroerfen ber oltnorbifc^en ^rofa 
aOen i^orfi^etn bun^ ben ^rutf gugängUt^ gemai^t war. 



Si( ttmmmt VlOalnait in S)tum*^ 1666 liB 1748. 

1. Jlnrcgntigtti tuidi Mtilfaf nn) Ctitni). , 

Die ®t\^iä)te ber germanifc^eit ^^lotogie in ben SHeberfaii' 
ben , (Englanb unb ©fanbinaoicn refi^cenb ber giueiten §filfte bei 



1) Utitt |tin 8<6tn f. BiographUkt Lex., Bd. XI, lä9 fg. — i) S' 
Stod^olm. 



ciilizedüv Google 



tu gtnnuiili^ $^ilst»gu in X>cui{(^laiili 1605 bi< 1748. 155 

17. mb im Segmn beS 18. ^a^r^nbettö ^t mi «ne IHet^ 
ffci)mai^i>tt fieiftungcn voigefQ^rt: Mehrausgabe bet got^U 
fi^ Snmgelitn bim^ ^ancidcus l^nius, bie erfte gtamtnattf<^c 
Sfortfitima bet altaermanift^en ©ptac^ but(% ©irfe«, bie ((^atf- 
jümigen Uirterfm^ungen Jen Sote'ä, bie erfte 'Hui^abe ou« ©notti'ä 
Ebba buid^ IRefeniuS. Jttle btefe <£rf<^nungen Ratten natfirUt^ 
m 6ebeutenbe Qtnnnrhing auä) auf bie ^ntnitflung bet getmani' 
f(^ ^^lologie in JJeutft^tanb; abet eä roä^tte geiüume Stit, t)\9 
bttfe Simoitfung ju voQet Steife gelangte. 

3teti$ am (Eingang unfeter ^rbbe begegnen unt iivei @e< 
lehrten, melt^e fi^, njemi au(^ bet eine ben anbeten an SSegabung 
twit üiwrtagte, boc^ infofetn jufammen nennen laffen, als beibe 
bi( unffenfc^fUii^ ©efttebiutgen bet oeift^ebenen fifinber mit ein« 
imtitt Kthtüpften unb bie gennanifc^ ©ptai^fotf^ung mit bem 
gonjcn tikbtet bed SBtffenS in SSetbinbung ju fe^en fugten. '£)et 
rine biefet beiben SRfinnet urat 'Canict Snot^of, bet anbete 
Sottfrieb ßeifinij. Daniel @eorg SMot^of wutbe ge= 
fwmi im 3' 1^^ 3» SBidmat, et^ielt feine ^ugenbbilbung auf 
b«n ^abogogium ju Stettin nutet bem Mectotat be« go^anne« 
3Ricrae(iu8 unb bejog bann 1657 bie UniDctfität 9Jofto*, mo er 
mannigfai^ gefötbert butt^ ÄnbteaS Ifc^etning im ^. 1660 aU 
?ioffffür ^oetices beffen Slac^fotger niurbe. *Eui^ gieng er Dor 
betn jlnttitt biefeä %mtts no(§ ein 3^1^^ luf Reifen nai^ bcu 9tie> 
berlonben unb nai^ Snglanb. ^vx 3- 1^^^ it<i^>n ^ ^'ncn 9tuf 
all Professor eloquentiae et poeseos an bet Unioerfttät fticl 
an. $on ^ter aus be^u^te er 1670 jum jiveitenmal Snglanb unb 
bit -Äieberlanbe unb lernte neben Bieten anberen ®ele^rten aui^ 
$Tanci9cus ^unius, bet bamals im fKtag lebte, Tennen ')■ ^m 
3. 1671 na(5 ftiel äurMgere'&rt, fibetna^m et 1673 bie ^rofefliit 
ber @e[^4te unb ftatb nai^ tängerer Sttänflt^teit 1691 auf bet 
fflrife ju Sübed *). SKor^of mar ein ©cle^rtet Don ausgebreitetem 

1) Sit ufeigcn Biignben fiiib bei bie jum 3- ^^^O itti^fiibcn Celbil' 
tiegraii^ic bti 3)!oi^of (itliiomintn, bie f\^ nbgcbrudl finbtt ^iiUtr D. G. 
Horhofi Diasertationes academicue et epistolicae. Hamborgi 16Ü9.— 
2] €. b. Fiolegomena in Uoihofii FoljhiBtoretii usn Johannea HoUar 



L.C-'Ooglc 



156 ^'^tiit^ ^i"^- ä^tütt Sa^M. 

Siffm auf ben Derf^iebenften ®ttnttai unb ^t btefmt 9Btffen in 
feinem ttor Qätm ittöifmttn Polyhistor einen KuSbnid gegeben. 
Wm btefe SJidfntiflfeit be« Siffen* ^t i^n ni^t bera aSatetlfinbi* 
f<^ entfmnbet, er xoax oielme^ orn ganjem ^eijen bem 3>nt< 
(i^en guget^on. Qn biefent @inn fc^rieb er feinen .Unterricht von 
ber leutfi^ <Btfta^t unb ^oefte. - fliel 1682," ein in me^ 
al« etnei §infii^t merhijatMgee lön*. ©C jerlegt fein SBetI in 
brei I^le unb ^nbeft im erften „SJon ber leutft^en ©pra^,* 
im jaieiten „©on ber leutft^n lottere? U^rfprung unb gottgang.* 
enbUf^ im britten „9}on ber !&utf(^n ^ottere^ an i^r fe^^ten." 
Sir fe^ ba, nrie Sßor^of bie S9eftrebintgen jufammenfa^, ine 
fi(^ bis ba^in in ben oerf^ebenen S&nbetn fOt bie ISr^rft^ung ber 
germanifi^en ©prägen unb Literaturen geltenb gemai^ ^tten. i£r 
fennt nit^t bieg bie beutfc^ Qkle^rten, fonbem er fte^t au^ in 
perfönli^em ober britfli^em 33erfe^r mit vielen nant^ften ^' 
fi^em be8 %ui$lanbS: mit S^^anj i^^unius in ben 91id>erlanben, mit 
^eter Shibbetf unb Serelius in ®<^roeben '). (^ fi^t feine bent« 
fc^ äJorg&nger, inflbefonbetc @<$ottd, beffen $au))tiver( er tü^' 
menb enofi^nt^, o^ne bo^ beffen @d^U)S0en gu flberfe^enO- 
"KSstt er lemtt auo^ bte epiK^a^ehben arbeiten bts %i$Ianbd, bie 
jnrif^en i^m unb @^DtteGit3 (t«ien: !Ciie got^ift^ evongeTitn 
be« Sunlu«*) unb bie ©norri'f^ ©ba beS SRefeniu« »). SXm* 

in btr HIuCflitiM btt Poljhiator, Lnbeoae 1708. ~ 1) @. bi( obtn aii> 
fltfü^rttn Prolegomena Don aRoIItT S. 17, — 2) Slor^of, Unltirit^t 
S. 457. — 3) Qbtnb. ©. 427. Polyhistor 1708, II, p. 37. — 4) Polj- 
liMt«r 1708, 11, p. 33. DI], p. 53. 3m Unttni^t u. [. f. ffl^rt aSctlfef 
iHnS foWD^I bit aDl^if<^cn eoangclim |cI6ß, M bat (Slolfarium M 3uniut 
an. tau mtit ab« ftin €hibiuDi bt» ggt^ift^n Xcrlrt fclbß iKn^, ip au^ 
aus bta SttKcit, in btnen tr i^n anfüllt, nii^l fi^ti ju tntni^mai, ba et 
feint eitatt nii^l inuna aul bnn Xulc f(I6fl , [ot^m ou« bcm @Ioi)aT btl 
3uniu4 nimmt. 6o ift i,^. EtianorH€. 146 bae fal]<^c 6itat Marc. 10, 24 
tflntt 9, 24) au« ^uniuS' €IIo|fat €. 328 tntlt^nt. e6tn|a cttii«n bit RH, 
Ute SRet^of im Polyhiet. 1708 T. II, p. 33 uom UlftfoC auf bit «HiBtorik 
Gothrid et Rrolfl , Qothica lingna eoriptai fibtigt^t, fein guttl Soo 
urt^cil fÜT ftine JCenntnig bc« ®ot^if^ — {) SDlnH tlntnd^l €. 404 fg. 



a^oogic 



iAt gcnnani|4t ^i^iloleeu in Ctittf<^lanb 1665 &U 1748. 157 

aSn^of ift leineSwesä ein ftloger 9iotijenfaminIrt, fonbecn ein 
ffinrn Don gefunbem unb feiaftänbigem UtlM- ^omentli^ in 
jnei ^it^ungen ift fein Setf von ^i^tigteit, erftenS bun^ bie 
tr^M^n Seugentngen üfm bte rüstige Se^nblung bec bcutfc^en 
Senologie, unb sweitend ale erfter SSccfui^ ein« @ef(^^te bei 
Iwaii^en, ja bec gefommten neueren eutofräifi^en ^oefie. Qn 93e' 
iq anf bie SJoTtableitung le^rt tx: ^bag man gac genon bie 
SaMwnnig ber Yooaliom unb Consonantiiun in ac^t ne^me, 
oonm ein groffeiS in ben DeriTationibuB bec lEBöitec gdegen. 
Die allju gcoffe @(et<^'^ett ift viel Detbäd^ttget, ald oxnn einiger 
Untrrft^ in ben SiJrtem ift" '■'). „3ft alfo ouff ®USi^ nii^t 
JD \tfft )u fe^, als oaff bie SSerünberuns bie in ben SiiJrtent 
lOT^lU. ^ec Ion nun gar xool eine getoiffc iRt<!^tigteit getcoffen 
rab fefte Slegulen aug inßänbiger Observation gebogen nerben. 
Sie btnn in bn Satetntf^ <Sptaätt bie alten Grammstici , unb 
am Dofftontmenften ToaduB in feinem Traotat de pennutatione 
litennim iüfym" ^]. Wan nuig ben SBeg, bm bie €pra<^e sf- 
nmnnten, „mieber gu rütfe ge^en unb bie SSerSnbetung Don 3<=iten 
ju 3ettni mei^. föcli^ ni^t auff etnma^l, fonbem @tu|iffen' 
mife gef^^' ^}. „3n ben SSilctecn ift ni^ts vecänberli^ec, aU 
tiit Tocales" *). ,S)te Consonantes werben au^ in einanbci 
Kiunnbelt, na^bem ftt t^nen unter einanber oenvanbt, ober wn 
tinem organo gefiilbct »erben' ^). Unb babei ifäU b« SSerfoffer 
injfiefonbere au<$ auf bie älteren gemtontf^cn @))ra^n Wfidfi^ 
nehmen. „^ Seutfi^ ©tmo^e," fogt ec, „^at man eine groffe 
äßtuge folc^ SSÖrter, beren U^rffirung memonb ercat^ lan: 
mr obec bte monnmenta ber alten Xeutfii^en iSptaiftn nat^e^t, 
unb anjf bie aSerünberung ber Suc^ffoben oc^t ^t, ber wirb fi^ 
talb batin finben. S)erstetc^en Arbeit ift Bon leinem ÜEeutfc^ 
itsi^ jnr Qät oocgenommen." 9lur S^orftiuä ^be ttmas SDerarti« 
3(ä an einigen ^ben Berfu(|t *). Sßo SKor^of p* auf bie «u«' 

89t. Polyhiat. 1708 T. H, 3, p. 8 sq. — 1) 3Ror&of, Unlttrit^t «.92ffl. 
- 2) ehnb. e. 104 Ig. — 3) Sfetiib. e. 100. 3n bn «uSg. von 1700 
Wt: 6tutftm«i(t. - 4} ebrab. ©. 109. — &) «btnb. S. 111. - 

6) eboib. 6. 49X 



ciilizedüv Google 



158 Sfotbti eu^. SmtÜta ira^itcl. 

ffi^iung feinet Slitfi^ten etnISgt, tft er nUl)t offiit glacfTK^ Sltft 
ISx baatxh nti^t nur na(^ bem SSorsang bed 3>uiütö ben Se^tl 
von gtte^t[(^ 'latetnifi^tn k unb beutf(^ h in cslamaa, ^Im 
u. f. f. '), fonbecn ex fügt au^ ben Don Ii unb g ^tnju in „hoi^ 
tna, @aft, hesternas, grftetn, hostia, @aft, liaediis, ©eit*'}, 
unb (o not^ ntani^eä Änbcre *). ^on braui^t bte ttt^motogieen 
Wovfiof& blog mit ben nur mentg älteien bes @(^tteltus ju tec' 
glei(^en, um ben bebcutcnbcn t)rottf^tt roa^une^men, bei }iDi[(^cn 
Reiben aWifnncm ließt *). Äbec fo a^tunflSroett^ biefe Süiffingt 
einer rationetlen St^mologte {inb, fo ^Qte man fii^ bo^, ju ineit 
ge^nbe ®(^IQffe baraus ju jte'^n. 'iDenn baS Stic^ge i^ ira^ 
nur mit einer SRenge uiiQKirfii^ unb ocrte^rtcr SSortabUthingm 
untermifti^t ^) , fonbern bei aSerfaffer ^t au(§ \)a9 gon^ «rfe^lte 
Seftrebcn, bact^un ju njoQen, bag baS @rie<^if(6e unb 9atetiuf(^ 
ju einem guten I^eil »um Deutft^en flammen *), unb er legt jcttft 
Slubbedfä t^^ntaftift^ Atlantica einen ^o^tn Sert^ bei ''). Sott 
einer wrglei^ben ©ranunatit nSmUt^, bie fi(^ auf bie ä}eru»nbt< 
jil^ft unb Umtoanblung ber glefionen grünbct, ^t SRorH ""* 
(eine «^nung. SWan lönnte benfen, bie (öitbedung befl @ot&if^ 
mit feinen reiben 2fIefionen ^tte auf bicfen ©cbanlen fü^rni 
muffen, aber raeit entfctnt, etttärt SOlor^of oietmc^: „tiit Ar- 
ticuIoB Pronomina unb vorba Auxiliaria finbet man in ber ältt= 
ften ©ot^ifi^en unb Ztüt\i)en SprtK^e offtma^lä au|gelaffen, mi 
an ftaat berer gereiffe enbigungra ber SBörter, bobun^ bet Unter' 
f(^eib ber Caaaum temponim unb personarum auggebilbet unrb.— 
^äi folte oöer ben ®r6tau(^ ber attieiilormn unb Torbonim auxi- 



I) ettiib. ©. 38. 138. - 2) ebtnb. ©. 118. — 3) ffBtnb. &■ ^■ 
U8. 122. 188. 14C. _ 4) ^otH i|) bti^alb wo^lficrt^ligt , bit eifm«- 
lofliicii bt« ©(^olldiua ju labdii. Polyhistor 1708 T. II, p. 37. - 
^) ^it i- <B. t9npa if) hat iiitbcrianbijt^t bet htjr. IDloT^Df, Unlctii^l 
S. 144, uiib »itita anbm. — 6) aRot&ofv Unltnif^t ®. 4. 22. 23. 34. 
69. 08. 74. 78. 85. 122. 148. I.IO. — 7) (Sbtnb. S. 18. Sgl. PoIjbisL 
1703, T. n, p. 21, mib b(|oiib<T« Wor^of'fl «SarK in fciiin Epiet. »d Ol. 
Rudbeck 6ci Möller, Proleg. jinn Polyhist. 1708, p. 66. 



i.,C-.ooglc 



sie smnanii<^ ^^ilologle in Snitf^Ionb 1005 bia 1743. 159 

Ijuiam älter ^Iteti, unb fi^inet, bag man hierin ben fiatemcm 
naiSäßi^et fyibt'' *). 

3S\x tiirnim ^n fo mani^eä @ute, baä äRot^ofä 93u^ j. 33. 
ittr beuti^ IDtt^ogtap^ie 'J , fi6et bte ©erft^ieben^eit b*r Sort= 
ftdlung in bet ^oefie unb ^njfa *) unb «nbercä ent^t, Uoi ct< 
ttätiam, unb bednügen ung, nur no^ Sinigcä Ritt ben rotcfittscn 
litnotittgef^ic^tli^eK Z^l be$ Sßietteä gu fagen. !£ier aSerfaffer 
gitt ba eine @{\iS)ii^tt ber „retmenben ^ueteret)" ') bei ben 2fran' 
jDfm, SfoKcncTO/ Spaniern, (Snglänberii, 9Iiebert5nbeni, X)eut' 
^ unb ©lanbinabiem, iple fie out i^m noc^ niemanb Detfut^t 
tote. (Jt roeiS 33cfi^b ju ge6en oon ben ptoDenjalifc^en 1)i^ 
tnnäj unb ift ber erpe, ber in 2>euti(^lanb ben 91omcK ©^fefpcatc 
iMimt ^ ffiaä aber für unfern Bio«! ton befonberem Scrt^ ift : 
n (emtt unb f<^^t bie altbeutft^e $oeftc 0- &i t^eilt nämlic^ 
.bte leutf^ ^oetere?" in brei „äettcn" : „bte uralte" »or ÄatI 
teilt @ro|ett, bte „anbre" «on $arl bem ©ro^en an, enbli^ bie 
hiHe [eit Opift ^). SBo er Dun ben Sltcften beiitfc^en ®cbi^tcn 
^irii^, ^U et feinen Sanbileuten ais bef^ämenbeS 93eif))iel ben 
©fft t»r, mit rnüi^m bie ©c^ioeben i^re alte Sitetatut erforfc^en, 
tnb fagt bem gegenüber Don ben ^eutf^n : „(&9 ift traun um 
PcrantiDottrii^, bag man bcrgleii^en SIteitpmet fo gor int finftem 
ftfltm läjt, unb fie nii^t jur <£^re ber Zmt^ä)tn Nation ^eruor 
äfflf&cn roerben" '). Was bamols »on bet altbeutft^n ^oepc Ber= 
c|fentri(^ mar, if» i^m gtußent^eifö befannt, aber et njeiß, bafe 
üfä bei nwitem nti^t aütS SSor^anbcne tft, unb bringt beS^^ 
Vorauf, bog man nac^ bem rA^nilic^en 93organg @Dlbaft'8 bie 
Si^je ber altbeutf^en Siteratur befannt mai/e ">). 

SJoS aRor^of ai9 begabter ^ol^^iftor anftrebte, baä erfagte 
Sotlfrieb ffitl^etm 8etbntj (geb. ju Seipjig 1646, geft. gu 
OmncDer 1716) als tteffinnigcr Denfer unb genialer Jorfc^er. 



1) m«^of, Uitttnii^l €. 506. - 
S. Sil (fl. — 4) ebtnb. 6. 151- 
>') etml.. e. 250. - 7( Cttnb. 
«) Pifflb S. 289 Ifl. — 10) e6oib 


- 2) ebeiib- 
-446. — 

©. 326. - 
. e. 304. 


©. 468 fg. - 
5) ettnb. S. 
■ 8) ettiib. 


- 3) ebtnb. 

, ISr. fg. - 
©. 422. - 














LSi,-.,.:.l:,G00Q 


Ic 



180 3<i>«tte Siu^. imiitt Jta))ittl. 

ffitr börfen ^iet notütlit^ leine ^DaifteUimg b« 8et6nijif^ £?• 
ftem« fleftm, fo fliog tmr aiu^ im ?auf be« 18. aa^r^unbnö 
beffeit (Einzug auf bie gange !3>nInMtfc ber &tinOiHta futben. Sti 
mfifTm uns vtebne^ begnügen, ju jeigen, raie getfini} »on «i' 
(^ebenen ©eiten fetno; umwrfellen iBeftreöungen ou« batauf it' 
fO^it tmtrbe, au.^ b« @rfor[(^ung ber beulfc^ ®ptaitt imb beS 
beutf(^en SUtett^um« feine ÜE^a'«* aMSWwmben. Qfl moi: ooi 
allem SeiOnij bei beiitf^e ^otttot unb ©taotömann, iml^ bit 
©it^tigfeit ber beiitfi^en ©protze uiib t^r« Pflege erfannte. Äu« 
biefem ^efi^t^uilt f^ietbt et int 3. 1679 feine „^nna^nwia an 
bie Xeutf^, i^ren äkrftonb unb ®pxai)e begec ju üben famt bfi< 
gefügten äJorft^Iag einet Xeutf^gefinten ©efellf^aff Or unb im 
3. 1697, balb m^ «bf^Iuö be» Miiawijta: griebenfl'), feint 
föftlii^ @4rift: aUneocgieiflii^e i^anlen, betreffenb bie iuP 
Qbung unb SGetbeffening ber teutfc^ ^ptix^jt" ■). ^k ttutf<^ 
Sopferfeit, [ogt et bort, ^at fw^ )u unfeten geilen bu«^ gto^t 
con &0Ü oetlie^e ®iege unebenim metflit^ geaetget. «IRun ift 
gu niünf^n, bag au(^ bet Sleutf^ Skrftanb ni<!^t toenigct off 
ftcgcn unb ben ^ts erhalten möge' 0- "S^ii fn abn: vor adm 
bie Xudbilbung ber beutft^ @lna(^ not^ioenbig, unb beten $ti< 
beffetung unb Unttrfui^ung fei einer Monbeten «nftalt onjutxt: 
trauen. .SSir fönnen bie einzelnen (Skbonten, bie Setbnig.in bitfn 
überaus ge^ltteid^en @(^ft entnidTelt, nit^t aQe berfolgen, ttrii 
moUen nur ben einen fät bie germantf^e ^l^ilologie befonbei^ 
fnu^tbarcn hervorheben, bag Setbnig eine breifac^ S3earbeitung beS 
beutfi^n 9)ortf(^t!^ niünfc^t, nämlii^ ein Se;nton fflt bie allgc 



1) $ctau«s<at&cii 1846 von (S. £. ^CDlcftnb, uiib tvitbtt abgtbntiti im 
^imaiili^tn ^d^ibüc^ für btuifc^c &fn<l)t u. f. m., ^a. t>on ^offmann mn 
gaQcTJlcbm unb B^abt, Qb, III, ^nosn 1855, S. 88— 110. — 2) Seit- 
nli't ICnttfc^i e^riftcn. ^a. von @. @. tilu^iaun. St». I, Stiliit 1S3S, 
6. 441. — 8) 3uttf) D«etf«itlii^t n«^ Stibnl)' £«b in Leibnitii Coll«- 
tanea etymolof^ca. Cum praeTatione J. G, Eccardi. Hanoveme IVl" 
Dann ifltv; am 6t|ltii in ®u^nii(c'« tbcn miocIii^rlcT Sntgabc wn bihiii'^ 
bnitl^cn e^tifKn, Sb. I, €. 449—486. — 4) %.i. e. 450 6ti «u^iuin- 



a.oogic 



VAt gtnnaiii|(^ ^^Uoloetc in ^utft^Ianb 1665 HS 1748. 161 

■ein grtrSui^Iii^ra ©ürter, einen ©prac^fafe für bie ÄunftiuSttet, 
uttb tublü^ ein Gloasarinm etymologicom ,iwr alte unb &mb^ 
Sötte, luib fol^e S)tnj)e, fo ju Unterfu^ung bes UtfpnmfiS unb 
®ninbes bienen' 0- Seiöntj no^m bcn (tfi^afteften "üsttifäl m 
ipToi^en unb frefonbeiä an et^mologtft^en Untetfui^ngen, unb 
jtmi nniibe er Don jtset Seiten gu i^nnt Iiingejogen. lStften8 
giBeu i^m feine tiefftnmgen ^orfc^ungen ü^ bas Sefen i«x 
Spia^c unb t^r äkr^tnig jum @ebanlen Süttag, ftc^ um bie 
ottfi^iebeuarttaiien 'S'fxaäim unb fo namentlti^ aui^ um bie gtt' 
nont)!^ ;u belümmen; unb jmeitens tttannte er als ^»iftoriter 
ttn ^\tea SJerf^ ber @)mi(^fi)Tf<^itng fOr bie ffieft^te. 28ad bie 
ft^e ©eite betrifft, fo wollen wir nur einen ^ntt ^or^&en, 
isfll er aui$ in ber @ef(^te ber germonif^ @)iia^forfd^ung 
Eine fortnnifenbe iRoUe fptelt. gegenüber ber 3Reinung üoit'S, 
bofi bie %36rter völlig imllfürlii^e Qti^m ber bun^ fie ousgebrüd' 
tm Segriffe feien, ^) beitrat Setbntj bie Snfic^t, bag im ®runbe 
pDif^en bem 8aut ber aßörter unb ben 3)inflot ein geujiffer 3u- 
fmmuen^ang befte^, unb et begtünbet bteä biir^ ia9 93eift>iel ber 
ffiSiter, welche ba8 cerfi^iebene @kfc^rei ber Siliere b^eic^nen ober 
tioDon abgeleitet ftnb ^). Xiann ober bient t^tn zweitens feine 
Sma^fenntnig bei ber ^roudgabe ber beutf^ @ef(^tspellen. 
@o t^eilt er i- $. in feinen Aonalea impeiii occidentiB *) einen 
Sfibeiferten lept b« ©tragbutger ©be Dom 3. 842 mit SJor 
allm aber fie^t et in ber (Stforfc^ung ber ^praifm bie Ötunb« 
läge für bie Urgeft^ii^te ber Siöllet. Cr f^teibt eine Breri» 
deaignatio meditationimL de originibns gentium dactie potlSBi- 



1} ^ 33, e. 461 Bei (Stt^taxtc. ~ 2) VS^l Locke, An usaj roneer- 
sing human undentandinjc , Book III, chap. 2, g. 8. — 3) Leibni^ 
NoDTMoz eiBaiH gor reotendement humain, Liv. III, Chap. II, g. I 
(ed. fiaipe p. 239). — 4] 3n bti 3bi«g. «on ¥n^, Tom. I, Eannorerae 
1843. p. 498 eq. Son bti Jttnntnig bc« !IIt^D($btittt<f|<n , bit Seibnig ie|afr, 
|i&t t. 9. ou^ B^uS^i^ I""' Utbnfceung ber SttQc bt9 Otfrib über bie 
U^annniing ber gianfcn, bie ei mett ni^tiget Derfit^t, a\9 €t^ilter. & 
Uibnitii de origine Francormii diaquisitio, in bcn Opp. IV, 2, 148. 
tiixt, «t(4. ha imn. ¥|UoI>tlt. H 



i.,Googlc 



162 3i»'t^ S"(6- Sioältt ttafiUl 

mtUD ex isdioio lingnanun, bie mit ben ffiottm beginnt: Cum 
remotae gentium origines hiBtoriam traDBoendant, lin- 
guae nobis praestant T«tenim monumentomm vicem <). S!M| 
ble SDentfi^, Qhti)tn, ®c^mcben, Onglfit^er, Xiänen ^150« bcfr- 
\äbm @tainmeS fint), fogt et in feiner Xb^nblung D« origine 
Ctonoanonuu, ergibt ^ an4 bem d'^ugnig ber @f>i(M^, ti>el%t 
ba« fitste SBenetSmtttel ffii bie SJenoanbtfi^ft bei mUa ift *). 
St finbet^), bag urfprfingli^ eine @ptaii|e nrttt^ übet ben alten 
kontinent tcrbintet nxtr. ^te ®^i$en, bte von ienev obftam* 
nen, fogt er, t^len nnt nii^t üid in bie i^fft^f^cn URb Vca> 
tnfiifc^ *). iDad ^^itK^f'^ n°»i' «^ getDä^nltf^ (ScIto<=®c^]^f4 '>). 
3u biefent ^^üroi nun au<^ bie iKermanen^). !DaiS Stnbinm 
i^ alten ©prai^ oerfolgt 8ei6ni) mit aufmerlfamen fSlü. 
I60T ollen rü^ er bie ffierinenfte beä ^anciftcu« ^uniii«, beffen 
iBeif)riel bann ben ®ei>tg ^üfed gut ^ausgäbe feines Thesaunn 
angetrieben ^6e. St berii^tet (1701) fiber bie etften ^xo6tn om 
i^i^ei'« TbesaurnB unb f))ti(^ bann f)>ätet (1705) na^ ®(^' 
tcr'S Sbfi^ben feine i^reube aus, ba| beffen Xrbeitni nxift gu 
®Tunbe g^en follten »). %iie btn Xvb ©i^itltec'S, fo bellagt er 
ben beä Bremer @et^ii^ @er^ib aßeiet, ben er felbft gmit 
©tnbtum bec germanif^ ®vxa^ wranlagt ^ttc ^}. Xu4 

1) Leibnitii Opera, colleuta stadio L. Dateni. Tom. IT, 2, p. 166. 
iSnttft in btn Mucellanea BerotinenHia , Bei-olini 1710, p. l — W). — 
2] Ifbtiib. C 200. — 3) 3n b<c «b^blung de originibus gentran 
0. a. O. e. 137. — 4) Qbmh. €. 188. — i) Sfetnb. &. 189. — 
6) Qitab, e. 193. — 7} Btonotl^tr Mu«po, ^lusct 1701, OdtAci- 
e. 96 fg. — 8) etjbirij an Sollen 1705 in Leibn. Opp. ed. DuUns 
VI, 2, p. 218. — 9) Ctenb. S. 195. 3n «Htm Britf an ©v>atwii(tlb 
wm 7. Sfir. 1699 bttmunt Gcibni), bog bie fniibf^Tiftcii btS 3iuiiu« ni^l 
^cwi«etgc6ni (citn. ebtnbafubß gibl n ^lai^ii^l uon bot Sttaitai &^ 
ins unb ]vtiäH blc «SefOn^tung au«, ba{i b<i bcffcn ^o^cnt «(In üb XiM^ 
lit^tcil bie Hueoah btS »oltn unb Otfrib ni^t ]u eionbt fotmntn n»#K. 
Laibn. Opp. ©tl. Dutene Tom. VI, 2, p. 222. Ut6ft feibirii' S»tt*i(tni» 
)u «kri^rb VIticT etbin bie ■uiiüoc au« i^nai eiitfnx^d «uff^tufi v 
LeibniE Collect, etymol. 11, 28B sq. unb ben Opp. od. Dnteni V(. ^ 
p. U5 eq. 



ciilizedüv Google 



iAt atnnanil^ ^^ttogit in S^nilfi^lanb 186^ &ie 1748. 163 

@oDu^fi, !Dl)ij', ©i^ottel'e nab äSor^of« Sttbienfte weiß er ju 
Wtoi '). %nimi h,0A bcts St^nologifieren ^ , unb toenu ou^ 
fönt eismen et^mologien fii^ Uam äitx ben ®tanb btx ganjen 
tanoligen XEÜffenf^ etf)eUn, fo jeü^ fl^ bixl au^ ^in ber 
gtofie Oeniii« bur^ bafl Haxe SSewu^fem Ober bie no^ unAbei» 
inaibcnt Usful^er^t bes batnaligen tEt^moIosifinette oue. Xw^ 
tMJEi n rt^t mo^I, luo^ bie ^filfe fommeti mfiffe. 9t toiä }■ S3. 
fiiei bie Sfrlcttintg beä iSone« Seit nii^ fttetten, «weit biefe 
DtKge o^e genngfame Untecfui^g »u feinet Dölligen @eu)i§^ 
jB iriiigen, unb bk alten Xeutfc^ Säd^ bot Sdtöf^Iog geba 
mfifftn" ^). @o lä^t fic^ äettnq aiu^ bui^ bie )}^antafttfi^ Sltfiu' 
mticien titan(^ @fanbin<i»ter , tnebcfouberc Shibbed'e mi^ tili« 
[i^ (£t DCTfpottet beffen ©u(^, Hlfeä auS bem @Ianbtttai7tfii^ 
i^lidetten *). 2)mni»^ ato möt^ er bte iöe^cbuitgcn biefes ge< 
leiten unb )xünottfi^ ®(^ivä)en nü|t eSflig ju 93oben f^Iasen. 
Ütem bie Vorliebe filr fein Ktaterlanb trage trol; oft felnec 3ct< 
t^fiiBcr bot^ bogu &ei , ben ru^nuollen (Eifer feiner Sanbsteute für 
ix Unttcfu^ung t^er alten XJenfmJUer an}ufeuem. SHc ^utf<^ 
fotfta aber biefen Stu^m mit ben Slanbinaotent teilen itnb mit 
j|Itii|an ^äfs unfer SUert^um gettenb matten. JkGhi antera, 
fi^ er in ber Kb^anblung de origine Gennanomm, aus mU 
4tr ImB ftigefß^rte entl^nt ift, fort, MUti sntcm ultra putium 
ttiidis affectuBqne attollenti animum et patriain " o mnw T WTF' 
hmuni gendris intnenti contendeie argumenta argninentiB 
pUcet, aeqiuli locio, utra pars ncerit, dum Teritatis oogsitio 
Bogeatur^). IBerabe auf bicfe unbefaigaie Seife ober gelangt 
SttNs p bem (Etstbmt, bog nic^t bie !C<utf(^ cM ©tonbinotrien, 



1) «Jf- Opp. VI, 2, 182. — 2) Opp. VI, 2, 218. Unoorflttifli^ 
ecteafm S- 41. 6. 464 ttt @4ßtiitt. .— 3) Qnut)rgidflli|c Okbonftn 
%. 49, 6. 467 »ti (Bu^rauci. O^tnbn mug d bon •). 6 ^ti^: X»^ 
«iE am nii^t mit hnen ftntttn. — £it SorTii^l >><• Stibnij {vrii^ fl^ in 
iUKa HiuiOT. 1717 Ben fMfyat cbintut Collect etjin. rni nitlen 
euBot aus. 9c \tM ft^t ^" ftii» ISti)tni>Iooicn in btm fßtitf an Bubolf 
Opp. VI, 2, 186 sq. — 4) Opp. VI, 2, 228. — Collect atymol., 
HwMT. 1717 , I. p. 57. 70 sq. — 5) Opp. IV, 2, 199. 
U • 

LSi,-.,.:.l:, Google 



164 gtDtilU eu^. 3nKilc< XotiiicL 

fonbcm bte ©lantnnabier ans !X)eutf(^lanb in t^re [tijiqf ^tnat^ 
etngeivaitbert feien '). Wian Üfut itsfyilb fe^r unm^t, nKim man 
ias 'iDeutfc^e immer nur aus bnn SbnbinaDift^en ableiten rooüt. 
3Ran fode Dietme^r bie otte SuTjel eine gennanifc^ ober beutfi^e 
(Teutonicam) nennen, beten &puvm fi(^ balb im (&ot^\ä)m bti 
UlfilaS, bem älteften !Centmal beiS S^eutfi^ , baD> bei ben ©tan' 
binaciern unb ^^Unbent, baüi bei ben Ungelfa^fen, talb bei ben 
Ditanfen beä Citftib ober anbersioo finben. iEßaS Q^ bas @ot^ 
f<l^ betrifft, fo foUte man, um ßn^tbeutiglett ju vermetben, lieber 
nur baS fo nennen, wad auä bem Sobe; oigeiiteuS genommen Dirb; 
bas anbere aber foßte man ffanbtfc^ nennen ^). 3ßit biefer legten 
!&emerfung ntai^t Sei&nij einer bi« ba^in ^enrft^ben fe§t twcbeib^ 
liefen SegriffSDenoiming ein lEnbe. 

Sie fieibni) überall nitbt blog ber a^ofit ®ele^rte, fonbera 
avät ber 9Rann oon ftoat^Smännifi^ ftraltifi^ Sltd wat, fD ft^ 
Ritr i^n au(^ beftrcbt, feine @dianfen Aber bie beutf^e @pra(^ 
bur<^ eine blribenbe ^nftitution a» ß^ern- Q" bem @tiftungflbri(f 
ber aäerltnet ©ocietät bei Sifftnft^ften , „in neüitm mir lei4t 
fieibrnjenä eigene Jeber erfennen" *), («ißt e«: „®oläim noift fott 
be9 biefer ©«cietät unter anbem nfltlii^n ©tubien, toas ju ^ 
^Itung ber teutfc^en ^pxaä)e in i^rex an^nbigen 9teinigleit, aaäi 
gur Sbte uiib Qitx^ie ber teutf^en Station gereift, abfonberlb^ 
mit beforget icerbeit, alfo bag e4 eine tmtfA'geftnnetc ©ocietat bei 
©cienjien fe?" *). Serlin wirb buti^ bie föniglit^ pmififi^ 
©ocietät ber @iffenf(^ften glei^ von beten @ranbung an ein 
Imtfitfi^ ber tieferen @pra(^forf(!^ung unb inflbefonbere ber beul* 
fi^ !Die ba^iet^enbe Xb^blung bes Seibni) de originibu 



1) Opp. IV, 2, 205. — 2) 34 ^obt bit Dblgm Snjii^tcn }u|«n«(iP 
flt(lcai an« Leibnit. Opp. VI, 2, 176 iq. unb Vi, 2, 176 sq. — 3) «ii^ 
nu«, Stibni^. €int !Bii>sr<))>^it' ^I^I- H- Sitälau Iä46. e. 191. — *) 
Äutjt erjf^luHfl, Sßtl.%trat|io[l Son ©r. flau. BJai. in ^riufetn gritW* 
btm I. in Dnu ^aupin^ IJtrlin bit Societaet b« Süffcnt^aFfltn — gtflifitt 
moibtn. Sttlin 1711. 91 8. iQgl. oui^ bit >General Inatraction , txi 
finigltdjtn Societaet bct SDifteiifi^affltii' 61. 5. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



tit gcimanif^ $^ilalegit in 2)Ritf(^Iaiib 1665 (ie 1748. 165 

g«iitiiim docÜB poÜBBimiim ex indido liDguaram eröffnet im 
3a5r 1710 bie iftei^ l^et ÜJenlf^tiften 0- 

fflir iveiben int tiefgietfntk Ifimoirhtng bcg Seibtrij bim^ 
tos ganje Qt^tjetinte ^^^unbnt ^inburd) roaiönte^mni. 9ior 
aOnn a6er wiben mir feigen, »ie jwn bot gr^fn gennaniftifi^n 
6pr(4> unb Hltert^umsforf^ biefed ^a^t^untvrts : ^^ann 
ilnifl Ecf^ unb Seon^orb tlrttft^, bun^ Seibnij angeregt unb 
grföriirrt nrarbeit flnb. 

1- Sic CMtifiiti' ■>■( ^'» Sikitli ht allgtcnaRirittR 3|iri4tM ii 
1>nif$\ni tm Sntr 1665 bli }na Si^t 1748. 

StT ^l&m im erften Sui^ unfier ^rfteQung gegetgt, in mie 
Bril fi^on BM bn jweitai ^tftc bes 17. ^BflTÖunbertS ba« Bot' 
^brafein unferet alten ©prat^benfmäler bcit ©«lehrten brtannt 
nnnbf, nnb nrie man aui^ ft^on bamald einen ^^voaitftn 9Infang 
■u^te, umttgftcnS einige btefer X)entmäler burdi ben ^Dmd ju 
oeröffaiat^ ®o« bamaU »on aWännern »ie 2fre^r unb 
Solbdft brabfii^tigt, a^ grBgtent^ei(9 ntc^t gur XuS^^rung ge< 
toi^f nrarbe, baS begann ^ in bet etften .^Ifte beS 18. 3a^t- 
fnuibrrt« in bebeutenbem Umfang ju wm>irni(^n. SS ift nit^t 
bit iioerif^ ©eite unfrer ollen i^teratur, roelifie bamatä gut ^< 
airtgnbe altbentfi^ SEßerfe teijte, fonbem bie (Srfotf^mtg bet poli« 
tifi^ @cfi:^l<^ unb bet beutft^en Sle^^salteitptntr, udju fi$ 
bann baS ^ntereffe an unfter alten ©praii^e felbft gefeilt, boc^ 
iamali no^ faft auSf^Ücglic^ in le^Faltf^cr SBejie^ung. !t)em' 
aeaaß »mbrt fid^ bfe X^Stlgfeit bet ^KiauSgebet BorjugSmeift ber 
älttpen ^Settöbe ber ^o^beutf^en ©prat^e ju. 33et größte ^\l 
bft aÖ^K^beutfi^ DenfmÜler loitb in ben ^a^ren 1696 6i8 1748 
mSffmäii^t %uä) bie Qnt Don 1665 an ift für biefe @tubien 
ni<^t unfnu^tbat, aitt eine roitflti^ umfaffenbe Sll^ättgleit ent' 
miftft fü^ etft gegen t£nbe be9 3<i^i^^unbetts. 

3n jene frfi^ ^Seriob« fallen bie 99emfi^ungen bcs Sanibe« 
eil«. ¥etet Sambed (Sam&ecius) mc^t geboten ju ^m' 



1) 3» btn HiwellaneA Betolinensia. €■ o. @- 



ciilizedüv Google 



106 S^itti en^ ^wüti JTotiinl 

fiutg WiS. ©et« asuttn wac eine S^tMfttr beS Suatö ^l« 
fteniuS '). 3m Qa^t 1645 gteng 8am6etf not^ «rnfterbara, bann 
mi) fieUien unb $cm^, um ^ tunftif^nt, ^ortfi^ unb y^' 
logif^en ©titbten jU toibmen- ^ ^ßoriS trat er 1647 ^eütUii^ 
}ui rdmif^n Air^e ü6et, fe^ 1650 na^ ^arafiing jarfid unb 
tmnbe 1651 Se^iec bet @efil^i^te am bortigm ®qiitnafiutn nnb 
1660 Slectot btefet 3(nftaU. 1662 writefi tx ^mburg, gieng übtr 
föien m^ 9lom unb bekannte ft$ l^er öffentlit^ jux TSntl^cn 
JHt<^e. ^o(^ in bemfel&en ^o^ würbe er 9!ice=!33ibtiot^eIaT, unb 
1663 aSibliot^far ber tatferlit^ !Bt6ItotI)ef in aSten. ^er ^aib 
er am 4. lp}ril 1680 1). Unter ben ©c^rifteit beS Sombectue 
tommt fßr unä feine ^ujitorbeit in aertoi^t, feine Commentarii 
de BibliothecA Caesarea Yindobonenai , bereit a^ wn 1665 
bt« 1679 erft^ene grotiobdnbe no<^ ni^t ben brittcn X^ bcffen 
entölten, was SambeciuS beabfii^tigtc. ^eä nKttf(^(^tiae, mit 
ouage&reitetet, aber et»o8 mfifter ®ele^tfamfeit »er^ißte SBert 
lieferte fel^r totxt^wüt Beiträge jur Kenntnig ber oltimttfi^ 
®pra<^ mtb ^teratur. Sße^ete bei Keinertn alt^beutf^tn 
£)enfma[er werben ^ter jum erstenmal ceröffentß^. @o (1669) 
bie Sleii^nauer Seichte ^), ba8 ®ebiM wn ber Samaritrrin *), 
X^eUe ber Hmbrafer ^rebigtbnu^ftQde ^). %i(^ ma^te Sambedu« 
(1669) guerft auf bos groge ®Ioffar bes ^&anu« Wlauxta btt 
{Diener S9ibIiot^eI aufmertfam ^). %m wii^ften aber nmrea bie 
«uffc^Iöffe, bie Sambeciu« (1669) ober Otfcib ga*. ^ie SBJi«!« 
^anbfi^rift war btä ba^in nur »on SRaxtin Qaitx (1626) unb 
au« i^ Qon WlaOißas <Dteriati betlAufig erwähnt woibm ^. ^i 
SomfeeciuiS machte bie ^tele^rten mit beren ^iiait r^fftt b^omiL 
ftt t^eilte bdMutenbe Srgfingungen ju bet Slusgabe bed %iamä 



1) €. 0. €. 60. — -2) Holler, Cimbria literata T. III, p. 391 sq. 
Friedt. Lor. Hoffmann, Patar Lambeck, Soeat 1864. — 3) Kv. LXXUI 
bei Hflllenhoff n. Scherer, in L&mbecii Comment. II (1669) p.318 aq. 
— 4) Comment. U. (1699) p.383 iq. — 5) <Rt. LXXXVI 6« HBUeih 
hoff u. Scherer, in Lambecii CommaDt. II. (1669) p. 757 sq- - ^^ 
Comment. II. (1669) p. 415 aq. — 7) ISbtnb. II. (166») p. 453. 



,C^oog[c 



Cic gcntuuiifi^ ¥4U«Ioott in 2>cut|i^Iaiib 1665 bit 1748. 167 

^UfiicDS mit ') uttb btri^ttflte neben ntottc^an Ktibetin beffen 
StifilWT^nbirift tu Sctnff bet Benmmiitg beS Serfd ^). füOt 
nfaott tx goetß, bag tvir bm oecft^ebene {Mnbfd^ftm Don Ot< 
fcib'i Sed Ewfiljcn, näml^ erftenä bie SStenei, jraeiten^S bk von 
StttsS St^onu« emSl^nte ^finget unb brätens bit, aus ivel' 
(*« bie ttitfgabt be« ^äa& geftoRen, bie ietfig« §eibd&etget '). 
Sie für Otftib, fc nwr au4 fOc S^otfer boä «BetI bes Sambeciu« 
Kin Stbeutuns- Vis et (1665) bie nKit^DoQfttn |>anbf<^riften 
m €<$ti>6 jbnbm« bei ^näbiud in bie laiferiii^e S3ibltot^f jk 
%tm Mqrftanjte; biai^te er ou^ bcn te^ beifi^mten €i^t; (2681) 
wa Sottac'« ¥falmen mit *). l£t ^ i^ jwat irrtWoIt* für 
(in »ert beä Dtfrib »), aber bie ^cacp^aUft mt, bafe et (IßeH) 
oli 'groben ben erften ^falm ^) unb einige bet fleineien in ber 
^anbf^n^ eat^Itenen @tü(fe '') in [eine Sornmentorien aufnahm. 
b» bitfdbe 3cU ffiie bie Sltitt^tilungen bea Sambectu« fsat (1667) 
Im elfte Set^idüc^img ber olt^w^bentft^en Ilzhortatio ad ple- 
bem ciuriatiaium, unb jDKir aufl bei (Eaffclei: ^onbfil^ft ^), 
imif ben flele^rten tefanitiectenX^oIo<|en$ein);i(4!|)DtHngeT 
^. ju dän4 1680, am 5. ^uni 1667 in ber l>iumat cc- 
tnmlen)»). 

ffiir ^oben bifl^ nur Don ber SJerdfTentlii^ung neuen Stof» 
fn ji berichten ge^ab^ bie o^e etgentlit^ ^tubium bet altbeut' 
M» ^01^ unternommen wirb. Um bie S^eibe bes 17. unb 
18. ga^r^unberts ober tritt eint bebottenbe Senbung ein. 3)ie 
ber ftonbinaoifi^, engttfil^en unb niebetl&nbift^en 



!) ebmb. 11. (1669) p. 431 nq. - 2),ebtiifc. U. tl6ö9) p- *19. — 
3) «botb. II. (1669) p. 457. — 4) 6toib. II. (1669) p. 460. SflL 
p. 608. 757. — 5) iSbaib. II. (1669) p. 459. 461. — 6) Hbtab. 11. 
11669) p. 461. — 7) ©0 bit obtn (S. 166) tiroä^nltti ¥rtbiatbn4flü<tt, 
ti) SaltnuiltE {Conuaeat. II, p. 462) unb beit Singoiia lutn atio[tBll{(^cn 
^(■beliuit (cbtnb.)- — S) Hiitocia« eccleaiae novi te«tameDti_Xom. 
^UL, anthore Joh. Heniico Hottingeio, Tiguii 1667, p. 1219 »q. — 
») Di. $RfItl iR^t[)»3'e »tal'l£iici)t(. \üi tfntt^. %oleai(, eb.6. (IS^B)- 
6.287(8. 



ilizedüvGoOgIc 



168 ^ÜU« eiu(. 3u>ttte( JtiM)iuC 

Seiftungen unb bte iuxH) äHoc^f uub Setbntg gegebenen Xitceg* 
ungm nifen nun auc^ in S^eutfc^Ionb ein fcl^ftfintrises ©tubiutn 
bct Ültmn genRonifc^en ©fitai^en ^nor. iStne Slri^ ai)ä>atet 
i&tWfftitx uribmet fit^ i^tet (Scforf^s. anfänglich ftc^ fie nod^ 
DeteinstU. Stwt otaiD^E fte von gonj wc^ifisbenm fünften auiS* 
ge^, ft^ mit fte bann nt^ unb tne^ in rae^ftlfritige ^cc 
Mubung treten. Stntt bec Itt^eutenb^en unter i^ennMt^o^ann 
@eoig Qtf^attO- ®c6oten tm 3a^ 1674 ju Xnringen tu 
Salm^gifc^ nribmetc \\ä) i£t(^ auf ber UnuKrfttfit ^ei^tg 
^iflorif^en unb ff^ologif^en ®tubten. 3^ ^afyc 1698 muibe ec 
in |)annooeT mit iiJeibnij Plannt, unb biefet na^m i^n gu fi^, 
um fit^ bä feinen Ijijlorifi^ ?(tbeitm feine« gu ßebienni *). 
1706 er^elt et buc^ geiSnij' aStrraittlung bie ^tofeffur ber ©e« 
f^<^te an ber UntDcrfität ^[mftäbt, ieboc^ o^ne fein SSer^ItmS 
}u l^eibrnj au^uge&en. 1714 ^) xmtxht er gum ^mroeriff^oi 9ia^ 
unb ^ftoriogrop^n ernannt unb als fol^n erft ber snitorMtet 
unb bann (1717) ber ^a^lßtx bes Sei&nlj. ®«^on ols »c^fll^ 
be;3 Sei6ntg unb bann atS fel^ftänbiger ^iftotiograp^ vaa^tt @d- 
^art viele Steifen jur iCuri^orfi^ung ber beutf^en' 33ibltot^Fen. 
©eine ^iftorifi^ unb linguiftif^ ®<^riften erwarben i^m einen 
grofen iRuf, unb fSr feine im ^^x 1719 eif<!^enenen Origines 
Auatriacae er^ob i(n bei ffaifer in ben %bel«ftanb. aber für 
feine mann^fo^en arbeiten unb Steifen &ieUet<^t nii^t genügenb 
bega^It unb lebenfalls lein guter fßixäi 'J geriet^ (Etf^rt in Ins» 



1) ®o nannte « fi(( in |)!äteTcn 3<i^<^tn, feil et gtabelt »uitic. grü^t: 
i)iit [i^tb CT fii^ @ccaib. @. @u^Tautt'4 Smn. gu Scibnic'e Scutf«^ 
©f^iiptn, Bb. I, BeiHn 1838, ©. 97 ii. ansang S. 46. — 2) ©o nac^ 
<Sdl)aTt'e cigtncT a^aijItUune in [tintnt ecbenJlanf bt«$m.Bi>nBeibnij 1717, 
in aJlun'« gournal jur fiunpatf^it^tt u, f. f., t^I. VII (1779) ©, 170, 
unb bct Fraefatio gu Leibuitü Collectanea etymologica, HaoOTeiae 
1717, p. 4. £)ic <Rac^ti(^t{ii, bit in (SiD'a) ^iftorift^-biplDmatifi^ni 91a: 
aojin, ©b. I ttFHlrnb«8 1781) S. 136 — 140 mitgtl^iU »eibtn, pnb bomil 
fo, mit fic bon gegeben netben, nii^l ju ueninigtn. — 3) ßcr^n't SeNn8< 
lauf beO ^(11. »on Seibnij bei TOurr «. a. O. S. 187 fg. — 4) fMI)nt 
fjaHt na^ fcinei eigenen 9u4fagt 1500 ^alei i8t^t, (f. Sd^'« 9nt[ an 



:.L|,l,zedl:,G00Qlc 



tit gtnnani[i^t ^^ilologit in Zicutf^lattb 1665 (ii 1748. 169 

«m tief in ®äiuü>cn, \o bag ei $ule^ jn bem tKijuetfelten 
mttt griff, fiii& (1723) feinen @I&uMgem bun^ ble gbn^ ju 
oiQi^ er gieng ju beti SSenebictmmt in tSoroe^ unb Don ba 
nodi Sita. ^Itt trat n am 2- Se&r. 1724 im (EoUegium bet 
^oiicit jur Tömtf<M ftit<^ üfiei i). 3)?an legte anf bic <Stam' 
mmg biefeiS &ebeutcnben (Belehnt leinen geringen Väatf). 33on 
Htf^iebenen ©etten er^b ex anerbtetungen, unter ndäim er ben 
Sbtf ate Wot!^ bes S9if(^Df8 Don ^Sfiribing mit bem Kmt eine« 
^riograt):^, Sibliot^etars unb ür^oarä anna^ ^ f&ttx^ 
fing fü^ er ein jnrfidgegogeneä ctr^tfameS geben '), ganj oer« 
it(ft in iai @tubium ber Sonbedgef^ii^te unb gugleit^ ber er» 
nw^enben Sloturforft^g mit Steigung unb nfli^tentem äSIiif JU' 
gtf^J). er ftarb bofelbft om 9. äebnwr 1730'). &ß)att'i 



bm <lai^inal ^af^iuiiti in b<ii Actis Eruditornm 1738, p. 201) unb biet 
nr iu$ btm ttamaiigcn @elb»trt^ (int ft^r unfiiinbigt Ctfoltung. ^d^Tt's 
JU«gni fhuttn at(a ^5^fleii< in Sejug auf bffonbtit S}(TBU<ms(n tinjgni 
eninb ^6tn. 

1) J. C. Hu-enberg, Anecdota de J. G. Eccardo, in Kicol, Bkt- 
kej, Sjmbolae litterarifte Hagaoae, Closais secundae Fucic. ]. 
HagtH Comitam 1779, p. 158. — U{(ti <£^a[t'< lihttniciil^unQ em ^un 
niiKc [. bcn iü^rtnb<n, Hin uttjueibtutigcn ^litf btlfclbcn Dom 18. See. 
1723 in (Sira) ^i|1i>ri|i^ = biplomalifi^nn Sltagajln Sb. 1, Mnibtta 1781, 
6. 156 fg. 3n n)ibtrli<^ein ©tacntaS ä" bitftm »vitf fit^t gcT^an'fl ©<^(ti= 
ttn an bcn ßatbinal ^affionti , bat in b<n Acta apoatolioae legationiB 
Helveticoe, Tngii 1729, mitgtl^tilt wirb, ^o^ix übtif|{n4 $a«n(tTg bae 
ttium bei 2. gebr. ^al, »tifi i(^ nit^l. ^Jtntr tßcitf an ^ffianci, btt uotn 
18. 3«nuaT 1724 batim ifl, mügtc bann uot btm fcieiCif^tn Ue^ntrili gc 
l^nAm ftin. Slo^ btm Epitaphinm, bat bti Sontbt junt (Srfltn Sb. bon 
Qi^t Comm. de reb. Franc or. btigtfflgt ifi, toütt ßtf^art fi^on 1722 
in Jtiln übngctitttn, wa« bur^ ScF^rt't cbtn angtffi^itcn 99iicf Bom 
IS. Cr. 1723 »ibttltgt iniTb. — 2) fß^i. tSi^m'i Qiief an Sug. 3o^. 
^0 sem 23, SCRfiTj 1727, Ui mU 0. o. O. €. 167. — Sj S. in btm 
cbn ongcfü^ittn Sdtf bit btoQigt @t1<^i<^lc, nie SA^art btn ongtbli^tn 
Stifnntrongni bt6 Dr. QttingtT auf bit Sfiui lammt, €. 162 fg. — 
1) 60 bad Epitaphium SdT^il'd am ©^lufi bcc Fiaefatio btS Sifltn 
8W. bti Comm. de reb. Franciae Orient, unb ^^n. i&ttfif, aSir^uTgif^ 



L.C-'Ooglc 



170 S«>^m ibaä). 3u»Ut< IbvM, 

gde^ IC^ättgEett ^\oi fi<^ aufiS engfte an bie feine« gTofai 
^tmcti unb ^ffms 8et6ing an. KI« er 1998 tvffeti ©ecittät 
»Btbe, mar et me^wre 3ia^re long nur bcffen fc^retjenbe ^atib, 
bie bo« ju ^ofnec biod^te, ivad ^bn^ angegeben obec gecobeju 
bictktt ^ottc ')• ®o entfbinb ber ,äRonaäi<!^ %uSjug au« aUtt' 
|anb neu' ^ausgegebenen, nüt^Ki^ unb artigen ^flt^em,' M 
iwm ^o^r 1700 bi« 1708 in ^nnoKT o^e 'Jlennung eines $»> 
anflgeber« erf^en. ünan mug fii$ bes^ 6ei ^ifiaxfi früheren 
©duften in Hc^t neunten, fein 39eibienß nic^t ju äterft^^, ba 
wir in i^nen mäH nut Sd^arf«, fntbent oiu^ Sci6ntj' Arbeit doi 
US« ^obm ^). ^nbererfettS aber geugt e« gerabe für Stf^arf « h^ 
bcutenbe« Salmt unb reblic^en gfleißr i>A6 ^ SRann mie Seibni} 
^n fic^ jugefeUte unb i^n at^t;^ ^joifxt lang eines fo Vfit 
ge^nben aUertrauenä roürbigte. ©t^on ron frü^ ^ugenb an'^ottt 
fv^ Sd^art mit ^üeibenfc^aft bem ®tubtum bec beutfd^ Soriett 
iugtmanbt, unb ganj befonber« jog i^n bte Unterfui^ung ber filä« 
ren beutf^ @|n;a(^e an. IJeibnij ^attc ISd^rf « if^eigung unb 

Q^xanid m. II, (1750) Bon. ©. VI. e6tn(i> CÜnitft, OJrunfcriS tinti 9t- 
f^ic^te ODit btt UniDCTfttat ju Sitibuta, 2^1. II, aSiiibui} 1788, $. 26. 
rgtgcii 0<nntll»s'« aiiaatc a. a. O. €. 169, @if^im fti 1729 gtflcEhn). 
güi ed^art'd Stbnt ^a&c ii^ augtr beii bectlM augcfü^Tltii ©c^ri^tn a»^ 
$ir((^ii(3'a ^iftori|i^=!it(tor. ^anb6u<^ n, 1 (1795), S. 77 fg. baui61. 

1) So [i^cinl mir bae S^er^ältnifi Stibntjtiie ju bcm glcic^ ju ttnji^ 
iicnbcn ÜHtonailit^ttt Suijug auF)ufaf(tn ju fein. Stl&nij uhc bcfjcn cigenili<^er Op 
^thn, fnli übnall btm 3'i^i*" ""^ ^ufig aiic^ bei goim nat^. 3n bitftm 
Sinn fl'mmt i(^ @u^Tautc'e [(^arf finnigen (SiErteningen (Seibni^'e Ceutfi^ 
©(^riflen, Sb. 11, iSediti 1840, Stilagtti S. 3 ffl.) Bei; unb jcbenfaD« ^l 
etf^iKt in (einem MtnSIouf uon fieibnij (1717, in TOun'S Soutnol 1779, 
€. 172 fg.) aber ben mirfli^en ^nt^eil Stibnijtna am SKonattit^en tuim 
»i(I JU njtnifl flt[aflt. Ilaatgtn ntSi^lc i^ 6ia jur SeiBrinaung })ofiliDem 8t 
HKife QS^an nic^t bie 6c^I«4tigteit juttaucn, bag n |ic^ cttma Gtiatle^t 
^abt, »oran n uac^ ®u^Tiiuei;'d SnfK^I (€. 44) iiu<^ nii^t einmal btn tn= 
l^til eine! Sc^ntbeTS gehabt ^Stte. — 2) 6o uxibcn mii:, nat^ bei goiijen 
©at^lagt unb nai^ ben Gcfa^ningen btim monatlit^en auSiug , öif^'* 
a<u^crung in ber Historie studü etymologici (1711) p. 325. 326 «M: 
Itgen bfltftn. 



ciilizedüv Google 



tit acnnanif^e f^U>\»nit tn Ticutfi^aiib 1665 ii« 1748. 171 

Stgthtng juc etqmologtf^m ^orfc^s iatb atoxmt imb i^ itai!^ 
&0m ia feinen ^ftn&imgcn muerftä^t unb aufgeimtntett O- 
ftis biefem gufammetUDitfen Set&nijcnS unb tr^F^fd giengot bte 
(tarnen Stiften <&iß)aü'S i^ecoot: X)te ^naugantlbiffntation 
De nsn et praestantia stadii efTmologici in hiitoria (1706, 
nwitert ^oudgegeWn gu ^Imfläbt 170?) unb bte Historia 
itadii etymolog;ioi lingnae Germaniooe hactonna impenri 
(^inuioHi 1711). ^ ber erftemt fn^ (Sdfyrtt an auiSgrad^Iten 
Viridal bcn Butten bes (t^mologif«^ @tubiuins föt bie ikv 
f^iäKRen ^iftonft^tn ^Zli^Iinen na^^guueifen. 33tfotibcre ^etvot' 
p^ttat tft ^i^ri bn aSecfw^ liM^'s , mit ^tfe t>» St^mslogle 
in bit bratf<^ SR^^i^gie onjnbrtngen. 3^ie jnKite @^rift ift 
ein titffli^er litnar^ftotift^ Ueberblttt Uta aiiti, wag 6t9 ba^n 
fir Ue Stforf^una ber germonifc^ S^irm^ fotuo^I in 3:)entf$> 
bmb, als in <EitgIaitb, ©lanbinamen unb ben Ütieberlanben geleiftet 
votbcn war. ^tii^s lägt uns ben genatttgen Umfc^ivung btefn 
@tnbicn fett ber jiDcitcn |ialfte beä 17. ^^^unbertS fo beudi(^ 
ntemmi, une biefe fleine @(^Ttft Sfflir fe^, n^ in ber funb 
titf gettaij unb feines verbienten SnitnibeiteiS füfyat bie ^ttboi 
ber (dtgermoEifi^ g^ift^g and allen Sfinbem gennmrif^en 
Stamme« gofammenlfiufen. Slm ©i^lug bes a3u^« tfinbigt lEd^rt 
an, bafi er ein et^mologifc^ Pepton ber bentf(^en @pra(^ ^aus- 
gtben dmOc ^). über obnrofil er gegen breigig ^^t filr blcfeS 
Sert fontmelte, braute er ts boc^ nii^ ju €tanbe. (Stt^orfs 
eigene ISt^moIogtecn laffett bitd nü^t a%tf^ (ebauem. ®te 
uatetfi^eiben fi^ tm bentn fetner äSorgünger bnr^ eine ranfo^* 
boe ffenntnif ber Slteren germanifc^en ®fvaiiea, aber fie flnb 
nii^t uentger imlCNltlii^ ate bie feiner meiften geitgenoffen ^). Vis 



\) QSfyn^i Praefatio ju fiet&nii' Collectanea etymol. 1717, p.4 sq. 
LeJhnii, De arigiuibuB gentium (!7lO) in Leibnitii Opera ed. 
Ontens IV, 2, 192. ~ 2) Sgt. oud^ ed^'a CateoheiU Theotiaoa 
a713> p. 59. — 3) Sgl. j. 6. im jnwtni flbl^nitt btt 64nfl 
de ua et praeatantiia Htodii etjniologici (1707) : >Et geat, 
gigu, et gut, benne dicitnr quasi gcaltt rei gtolet, h. e. aliqoa 



L.C-'Ooglc 



172 3<«i<t* <9u4' ä»tllt* Jtopittl. 

^ausgebet altbeutfc^ ^mtmälcr enoai6 {14 (Ei^att M>cntntbc 
$rrt)ienfte. 3u^t ^xi^ f^in^ 1^13 gu ^nnooet erfc^entn 
iDcerti monachi WeiBsenbu^enns CateolieeiB Theotieca seoalo 
IX consoripta. |)ier Derpffeität^tt et jniii erftemnol bte al^«^ 
bcutf^en totti^ff^ ©tfide, ukI(^ bie XBoIfmbOttlei aus JHopet 
föeigenbuTg im ©)>epetgau ftamtnenbe ^unbfil^nft eitt^t Si 
fägte in guMdm&fttstt %iietfe aOe ädrigen bis ba^ Dnäffentlit^ttti 
X)enlmfilet bief» %i:t 6d tmb fi^iitte bem ©anjm eine fe^r gute 
Sinleitiug »otauiS. ^ feinem Yetenim monamentonun qna- 
temio (1720) machte (Sd^act neben meieren lattintf^ ®tfi(Fen 
au(^ baS au:8 Satein unb SOtbottf^ gemtfi^tt IS^i^ auf Otto'« I. 
Trubel $etnrii^ aus bem 10. :^^^mibett jinn etftenmol belatmt, 
fieilti^ in faum begreiflii^ SSettemumg bet &pxa^ ab ein 
^Fragmenttun poematia in laadem Henrici oomitis palatini 
ad BheDun anno MGOIX deoantatL" ^aä mtc^dfifte fMl 
IE(C^fd ^t bte SSerdfFentlid^ung alAeutfc^er ^nfmiler unten 
feine umfangietd^ Commentarü de rebiu Franoiae orientalis. 
&tf)OXt ftatb, o^ne btes bebeutenbt ®cf(^i4tsu?etf ju Snbe gn 
fß^mt. tbt^ ber itmicC bei beiben elften Sdnbe, obf^n fle bic 
3a^i;}a^I 1729 auf bem 3^ troflen, »urbe eifl no^ (SA^ifü 
%ob (9. gebe. 1730) DoOenbet ^). 3u bitfent Vka wirb gu» 
erftenmal ein« ber nn^tigften oläwutfi^ !Z)entmaitt txröffentfic^: 
Tu« ^UbebTonbSlteb aws bem 8. Sa'^tl^wibett i^n rii^tiger Ct' 
tenntnig oon ber großen :@ebeutmtg biefed Sru^ftM« gttt &[fyixt 
einen ÜC^ bet ©oubf'^rift aö ifacftotle, barauf lägt et ben 86* 
bnid beä iShingen folgen untet iBetfflguno ebet loteinif^en Ucbeto 
fe^ung unb ausfü^tlii^et Siläutetungen '). X)a& ti (tei an einet 
Unja^I o«n 3Riggtiffen nit^ fehlen fonnte, Dctfte^t fu^ Don felbfi 
?(bet mit wetben ffitf^tt jugefte^en, ba| et fii^ rfne füt fein« Sint 
a^timg^oKtt^ Iefüalif(^ Semttnig ber alten @))ta0e ju oetf^offen 



re insignii rel praedituB in genere, averbo frequentatiTO oltn, 09I01, 
O0Cttn, tmde et ot, dlvitiae, bona.* 

1) 6. bit ^rtiebung bu Pnwfatio jum tißtn Sota. — 2) Tom. I, 
p. 864 — MX 



ciilizedüv Google 



tk tfxmm^^ ^itsloflit in 3)tut|<4laiiti 1665 bJi 1746. 173 

gnmlt ^t. aSom gTommattfi^ Sau \>e^tttKa ^at ec freilit^ 
bint S^ming >). Suger bem ^ilbebronbelieb geben <SSfyixfS 
Cnnmeniaiü juerft DoQftänbtg 91otfex'£ ^atn^iiStnuS ') mS> bei 
Stat<Xmfrtafer£}anbfd|rift imb fünf »on ben eben bort et^ltenen 
flTdngtbni^fiUlctm ^ , iinb flbeT^u))t gum erftemtuil bie S8ili^(ur>' 
gti 9ri<^ aus bem 9. ^a^c^nnbeirt *) unb, roa» füt bte le^fali' 
f^ SemttUfi beö fllt^oi^beutft^en von befonbetem SBett^ uar, 
ti» I^^I bet iD^tigften ^loffenfammlungn), banintec bie iSo^e' 
la^), bie bes ^abonus gut ^ibeH), bte ^lotentinec mib bie 
Sibenbivfl'fc^ ^). O6mo^l fütt^axt bie aUbentfc^ @tubien gn» 
niiW jn l^i^orifc^ < ontiquarift^ 3«K<ten t^^' '^1><'^ i^ txien 
M^terif^ ®äu bo4 ni^t frcutb. <Ei gieng (1713) bamit um, 
ti» l^t^c^te ber beutfi^ ^oefie Don intern Utfinntng Ui auf 
C^t) ^nouSgugeben ^), unb feine gelegentli^ 99cMeitungen jeigen 
bei aUem ^jfcrigen, bag ei me^r boDon oeiftanb, aU feine meiflen 
Britflenoffert 'O). 

3)ie aCßttforf(^ ScT^atfS [c^en fit^ in gtvei &xwpptn, eine 
loibbentf^ unb eine fObbeutfc^e. ICen 3ßitte1funft ber norbbeut' 
fi^ gilbet ^ieberii^ »on @tabe, ben ber ffibbeutfc^ ©Steffi 
^on tmb ©c^ätei'd SBerl. iCiebeiid^ »on @tabe rourbe 
adoren am 13. Ott- 163? in ®tabe. Siom :(^^i 1658 an nrfb' 
ntö er fi(^ ju ^Imftfibt erft bem ©tubium bei 3:^eoIogte, bann 
im bei Surie^miben). <£8 nur bit 3nt, in bei Sonring bort 
Vidtt, ben au(^ @tabe untei feine Setter jS^Ite. 91ai^ SJoQenbung 



I) 8{^ j. Q. bie Semnfung flin berinntiiem = kctos praednndi. 
•M herioD (popnUri) unb thnm p. 869. Obn bte Sonitirtut, ju leftni 
iio nwto rihtnn (flati iro saro rihtun), WK bann ^ti^n foK: eqnoi 
mos pnaparabant, p. 864. 869. -.^ 2) Tom. Ü, p. 980 b«. — 
3] »ob. p. 941 iq. — 4) ebcnb. p. 940. Nr. LXXV bei HüUenhoff 
Bod Scheier. — 5) igbai). Tom. I, p. 853 aq. — 6) Cbtnb. Tom. II, 
p. KO sq. €ic warn t^ülwtlft \^m 172! von Xiitcmann MiBfftntlt^t. 
e. 1. — 7) e&tRb. p. 981 aq. — 8) Sbtnb. p. 991 sq. — 9} (Reuti 
«i^dfMl XXn. Oeffniuig (itbfiifi 1718), 6. 753 fg. - 10) Bgl. }. ». 
km 6iiigan0 |u (an«i 9)oten jum ^i[b(hanb«litb in btn Comment. de 
r^ FnncJM or. I. 866 iq. 



ciilizedüv Google 



174 Si^titH »14. gwcihä ffapiitL 

fehlet UttiwtfttfitiSftutnen untenta^ @tabe eint Steige mäj et/ac 
ben. SBit mOfTcn m9 eritmem, bag feine SSaterftabt im Sßeft» 
f3Itf<^ ^cben (1048) mit ben iKiipgt^ümetn a^cemen mtb 
!6«ben an bte Snne @i^)«ben gdbmmen loar. SI8 ®tabe vb 
®(^veben anlangte, begann bott geiabe bei: gto^artige Vnfft^nnmg 
bet noibif^en %ttert^umsftubien, ben toir in etnem frä^eien ti' 
fi^nitt gcf^Ubett ^aben 0- SoccentuS, Shtbbef unb @(^effec ivatcn 
in Upfala feine Sedier, unb balb rontbe et aitä) mit ^Jeteliui unb 
©tteml^ielnt beftcunbet. ^m Umgang mit biefen SDUnnetn ecgiff 
i^n bte ^i^efte SSegterbc, bec Qnfinrf^ung bec altbeutfc^en ^ptoUft 
feine ftiäfte gu lotbmen. WiJt lutennfibli^em iSifer narf er ^ 
auf baS ®tubtum fomo^I bei t^en, aU ber neuen genttonif^ 
©DnuJ^en. Kudgerü^et mit einei gxünblit^ Senntnig bei St^nw 
bif^ fe^e et in feine ^ctmot^ gur^ unb nmibe bott 166S 
gum ®eaetfit bed iSonftftotiuntd, 1711 jum Vi^iiui ber $et3og< 
t^iimer Sßremen unb Serben ernannt- iBalb barauf aber Dertttefeen 
i^ bie bamaligen ^tegiläufte oui feinet Sotecftobt. <ir ä6et< 
fiä>elte na^ ^tomburg unb üoti ha mi) Shxmen, xoa a am 
19. SNoi 1718 flarb ^. S^ieberü^ von Stabe nur ein üKonn Don 
milbem Stattet unb echter ^ömntigfeit Stft ol^g ^oc^bäafltcr 
ähreüS gelangte er baju, feine umfaffenbe ^elel^omfeit f^iiftfteOe' 
rifi^ 3u venoett^en. 3m ^a^ 1706 geftottete er ^olt^, o^nc 
9}ennung feine« ^lamtn^S feinen ^Krftel[ung«serfui^ beiS 0ebii^ 
»on bet ©amartterin jn oetijffeittfi^ai s). gjoei ^ifu batxiuf 
(Stadae 1708) (ief er fein Specimeii Lectionum aatiquamm 
Frtmoioanim ex OtMdi moDacfai WiBaoborgcusiB hhm euan- 
gelionun folgst, uotiii er einige abft^nitte b«S Otftib unb eine 
Snga^I fatet^f^ oltljo^beutf^er IDenfmäter vereinigte, »on einet 
lateinifil^en U^etfe^g unb f))ra(^n(^en Siilärungen begleitet 
Iianebcn befi^ftlgte t^ 8ut^« ffltbelfprat^e, beren f^icrigete 



1) S. 0. e. ISO fg. — 2) 2)U l^ffit^u^ai Sn^abtu bn «btgcii 2rttiie= 
(tijic fnib cntaDminni au» 3t>. Henr. a Seelen Memoria Stadoniana, Ham- 
burg 1725. p. 33-52. — 3) ^int« ^U^>9 üueQabt M Xatian, 
Gryphiswaldiae 1706, p. 419 sq. 



ciilizedüv Google 



tiit gtTi>iani{4t ^^ilologit in XKutf^nb 1C6& 6i« 1748. 175 

Xuttiiult n in einon 1711 (unb fe^ vtxmt^ 1724) rafi^enenm 
ffitrf nUitterte. iStabe'iS @(^ttftcn ;atgen von einer umfaffatbai 
StaabA^ iwi gcrmairif^n ©prac^n unb beffen, nxiiS bi« ba^n ju 
i|Ttr Crforf^img sef<^^ nrar. ^Stwfonbcre ^t er ft(^ in \tift 
ns^inx töeife mit bem SUt^oi^utfi^eii twf^fiftigt, urie bi<S 
fnu ai^eitai flbec Otfrib bmeifeti unb not^ mt^t beioetfen mür« 
bti, HxttR es t^nt vergönnt omcfen loäre, feine in ber ^nbfd^ 
Milabete Xu^ot« bc« ganzen Dtfrib gu DeriJffentttt^. Sr ^tte 
fir bitfelbe nit^t nur öne \ataid\i)t Uder[e^iig iiub einen um« 
(marni^ gpibef anßefntigf M, fonbent angeregt buni^ ben 9Jor- 
gng bt« fndes ^) '^otte er no(^ in feinem ^o^en @(retfenalter 
(1710) eine ßrammotit Don Otfcib'S iSpraC^ ausgearbeitet 3Me 
nfigc Crtenntnig, bag jinn Serftflitbni| alü)eutf<^tr Stiften bie 
Stmnntatif^ Unterfu^ung i^ret 'Bpxaift unent^rlü^ fei, ^ 
S^ nto: bie meiftoi feiner beutf^en Q/äi^o^m. %btx ba 
[flu (Brammatif, fo urie feine gange Sni»gabc be« Otfrib unflC' 
Mt iüOf , ^tten feine ^emü^ungen nt^t bie weiter gxeifntbe 
Streng, bie fie vietleii^t fmß ge^&t ^ben nnrben. iRatürlii^ 
tiDTfn unr teai na^ unferen iegigen SJegriffen überbau)?! feine gn 
^ SäorfteUungen von ben Seiflungen ©tobe'« machen, fo uwtt^ 
toll fit für i^e ^t maren ^). ®ein ^b|(^nftlic^r ^a(^ 



1) Utb« etflbt'« CtarttilunB b(» Otfrlb »flf. (dtitn f&xit\mtS^t\ U\ 
Swlen, M«m. Stad«i). p. 250. 295. 320. 336. 339. — 2) 3m ^<äjx 
^^ ^idt CtBbc voä) bit Suffarboung bt« ^idCrt, tint >Grammatica 
WcM Fnncicae> ju ft^TCibcn, für fautn aueffi^rbar (Stabe an 91iit 
1W4, b« Seelen a. o. O. 6. 185). ©rfl ^iita' tigtnti Sorgana '"• The- 
««im (1705) cnnnl^iglt Stobt )u feintm Unttnt(^m(n. Bgl. «lobt'l 
Si^l^rifl ja Iciatn Specimen LBctionom FrancicÄrmn (1708) p. 36; 
M» üb« etobc'« enmnialil jum Otfrib üttt^aiipt |tiiioi £ritfmt(^[cl bti 
Sod« 0. fl. O. 6. 295 fg. 340. 400. Unttt Stabt'a ^JaiHemr auf btt 
KliX^ ju .^annoiKt beflriict f1(^ eint Qrsmmatica Otfridiana unb tint 
SnsButiea Fntnco - theotigca paradigniatico-Otfridmna. (©. JteDt'd 
Clfri», I. einL 6. 113). — 8) gm ®anj«i »irb man BOi ©labt'« Ätnnt- 
■fn, jbbmI bM iOt^et^tutfi^ii, aHt at^limg ^btn. »tif gTammatifi^tm 
e«tt ^ R bmrt^ tlntn gmAi^tn Einfall tint (i^Siic Qntbttfuns b« S'i'S'' 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



176 Sa^ta Siu^ 3iKtt(d KaftM. 

wwtbe auf ed^arf« eetiHeb fflr bte hirfürftlit^e Sibllot^ in 
funnowr tnoorl&en >)- SDHt SMäiettc^ bon ®tabe In na^ei $et' 
Ünbung ftanben jum anbete fleigige ©pta^foifi^, ^c^ann 
SDiecmann (geb. 1647 ju Stabe, geft. e6enba ali &tatxal\a!fn- 
intenbent 1720), mit beffen (Sritbiterungen 1721 einSr^eil bet f. 3. 
«abaniff^ («Jiener) ©loflen «ft^m, unb ^o^onn IJ^tUfp 
¥att^en. ÖeBomi 1672 ju Siolgaft, ftubierte ^It^ ln®teif3' 
tpolb, mat^te bann Steifen burt^ ^Uanb, ®(^nKben unb ^ne^ 
matt unb \päta (1697) buc$ ^an(iei<^ unb (£nalanb , unb ftarb 
al« ^Tofelfor ^tftotiantui an bet UntoecfU&t ^ireiffluxilb 1710 ')■ 
^ßoU^ HVfagte fe^r Diele ^iftorifc^ unb ftaatste^tlii^ ©t^iiften, 
bajs wefentlii^fte aSei^enft a^ tmati ec fi<^ baburt^ , ba| er 
(enifsmaO) 1706) bie aI^cK^beutf<^ Uebetfeguna von XoHan'S 
Sinngelien^nnmiie ^ausgab. Si entna^ fie bet neueren 'Sb- 
f^ft, bie au« beut ^ia^Ioß be« gtanctäcu» ^ma& auf bte fflob« 
le^'fi^ BiÖliotl^el in Dfforb gdommen toax. SlRit beut Stattan 
Mrbanb et ein anbetet bebeutenbeiS ait^oUjitu^ittS iCenfntal, ba^ 
^iet )um etftenntfll oerBffent£l(^t nnnbe: I)ie Ueberfefeung »on 
IsidoraB de naüvitate domini, au» bet Reifet ^KiubfAtift 
SiSetbc SBerle cetfa^ '^aUijm mit ^(nntertungen, bie tro^ mdti 
fiDütgtlffe tton einer für bie bamalige d«t fei^r ai^tungsnxr^ 
fienntnil bet Sltertn gennamfc^ ©protzen jeugcn. 

3W füMi^n 3icutf(^Ianb ge^t ber Antrieb gu erneutet eifrig« 
3:^tt3teit auf bem ®ebtet ber altbetttfc^ Siterotur »on ©c^ilter 
aas. 3^^onne8 ®4t[ter matte geboren im ^jfoiit 1632 ju 



jtll eDnMSStiunniiKn. iSr «ftnnl nfimlii!^ in itm te ha [(^um^ ¥nf 
tnita (lobe-te) Otfrib'4 >deda et («ta.« (Seelen a. o. O. &. 352). Um 
oVct unfn SorfleUiins »on Stabt'i Jttnntni{ftn richtig ju btaTfingtii , fü^ 
i<4 bcifpiclfntifc an, bo^ « branati uen bei fltcttCTtcn gorm brennett 
<tbIeiUn <t6. 6. 846) unb biachta ju bann jit^en nill (cb. S. 851), b(i| 
et Iskza (Otfr. an SaCamo 6) für tin Sctbum ^t unb mil >edidici< 
Qbtift^t (Bpeoimen Lectianain Fnno. p. 9), u. f. V». 

1) Seelen x. a. O. €. 146. Xuf. €. 138 fg. ba4 ecqtit^nifl twi 
etabc't Kai^Ial. — 2) 3M)et, noc^ l3iti|«iM(bci Untsnfitfiupraai. 



:,t,OOglC 



Die acnitanif^c V^UoIogic in X»utf(^(anb 1665 m 1748. 177 

ftm in <S^uTfftrftent^uin ©ai^fen. ^otn ^a^r 1651 6t« 56 
sribmtte a <fiä) ju i^tia unb Setpjig betn ©tubtum bei $^i(ofot)^e 
Kall bei antitm Stteratut nnb eift nai^bem ei M <"><$ «uf bem 
8(6i(t ber i:^lD3ie unb SDiebicin umgefe^en twtte, «ga6 er fi*, 
Ri4 3fna juiüctgele^it, fünf ^ffxt ^tnbut^ bem €tubium in 
änriätreuben). 'Slaii einet mannigfaltigen prattifc^n unb gele^n 
Z^tigteit ju 9iainnbuig, @u^I, ^na unb ^ranffurt na^m er int 
3a^ 1686 einen 9htf alfi 91at^Scon[uIent unb $Tofeffor $onora>^ 
m3 an bet Uninerfität ^u (Strasburg an. 33« Sifer unb bie 
Sreriffen^fÜgreit, mit bec er ttoß ft^roeter fötperlic^ Seiben 
bwftn bo^ifelten 33eruf bis an fein Sebenöenbe ausfüllte, erroarten 
t^ Ut grü^e ^(^(^tung. <£r ftarb ant 14. Wlai 1705 ■)- %uf 
uUtn (gebieten ber ffle^tSraiffenft^ft ju ©aufe ^), moatb fl^ 
©(Uter bo^ fein gröfetcä aietbienft um boS bcutf(^ 9iei§t unb 
btt beutf^en Stltert^Qntet. X)ie SJerbinbung juriftifi^ unb gc 
[i^i^ei; ^if^ungen fü^e ©i^ilter auä) ju bem @tubium 
mfrei alten @t)ra4benibnälei. ©ein Codex juris Alemannici 
fendalis (1697) unb feine «umgäbe Bon ^<itoi'& wm RiJnig3^0Ben 
Rm^gift^ S^ronit (1698) ge^üsen bereits unferem @eblct an. 
^S bebeutenbfte SQ3ei! aber, an welchem ©i^ttei Diele ^^re mit 
lafllofem tJfteig arbeitete , beHen ^jerauSgabe er aitx nic^t me^ 
nldrte, vxx fein Thesatinis anüquitatam Tentonicamm. f£tnen 
SorlOufet beSfelben bilbete (1696) «Si^iltet'ä »uegabe beS alt^iii^= 
bnitf(^ Subnngdliebed na^ einer Kbf^ft, bie einige ^(tfyce gunor 
SRatiiUon im Alofltr @t Kmanb genommen ^tte. ©$on im 
^fyn 1693 ^tte @^et feine «uägabe beS Otfrib brucfferttg, 
1698 gab er ein fleines ©tiecimen berfelben ^eraud. %ber crft lange 
»4 ^läfiÜtt'S %ot foflte fein Theaanrua on's üit^t treten. SSot^ 
titfer SSei^ig tarn bem föerle fe^r ju ©totten. Tienn etnerfeitS 



1) Z\t Dbigu yta^xU^Ha [mi> «tlitctnmtn au« bm etia^urgtT atObf 
täf^ Sänften ibtt &l)iütt's geben , bie m in befi«! Tlteaaurns Anti- 
(iritatiim TeatoDicarnm, Tom. II. abgdiniill finbtn. -- 2) @. ba« i8n= 
Iti^nib Wn &l^iUti'B ja^liti^ e^iifttn bri % Q. ^ugler, St^lirSat jur 
iiii»i(«Vii eisfliop^it, »k. VI, Stiiij. 1780, S. 77 fg. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



178 3»tUc< ^«^ äwtilti Xopitd. 

unnbctt ©gibt'S @atnmlung no^ mel^rere tuii^ttge ^iptai^beä' 
malet ^injugefflfl^ anbterfetfcs öerfa^ ©i^tfter'a Bebeiüenbfter @<^filet 
^fo^ann ©eorg ©ijerj bie Arbeiten feinefl Sehtet« mit nwrt^' 
»oKm 39erii^ttgungen unti 3>ifi^^ (Sporen ju @tiatbitcg im 
^. 1678 ^tte @^ auf bei botttgen Ummfitfit ei^ aittile Site= 
tatur unb $^iIofo)]^ie, bann ^urispnibeng [tubtert unb namenüu^ 
an^ S^ilter unter feine Se^ gcifi^tt. '^aäi einer (Angeren 
unffenf^ffßc^ Steife hacS) !t)eutf(^Ianb würbe er 1702 an ber 
UntDerfitat ©tra^rg ^roMfot ber Smoralpl^foti^te, 1711 bei 
i^stin^en). <St ftaib am 1. april 1754 i). tiie aOgcmeint 
SeitKng M bet ^ou^gabe Don ©feiltet'« Theeaonis fifiema^ 
Sodann tirtid (gd. ju Ulm 1670, f (>Id ©eniot aRinifleiä 
tnfeUß 1739), ben 3$erlag ixx ^näfftSxitHa ißait^olomaei*) 
in U&n. ®o erft^ett bte« um^tngreit^ Sert eitblic^ in ben ^o^ 
ten 1726 bis 1728 in btet ftai^ tiK^Iiobänben, beten juxt eifte 
eine groge iDtenge bet wi^tigften oIAeutft^ ®))ta(^benfmäln 
entölten, wä^tenb ber britte ein Olosaariom Tentonicmn gibt. 
3)ie Qpxaiiotatm&kt, bie ^er gefammelt erft^inen, finb t^te 
pm etftenmal Detöffentlii^t, ti^nli finb ed neue ausgaben bereite 
bdannt gemattet Sie^e. Untet ben lejiteien nimmt bte wid^tigfte 
©tette ein ba« (Eoangelienbu^ be« Otfrib. Sßli ^ben bie bis* 
^gen i^anA^ungen um bies gtögte Xienimal bet alt^ix^tf^ 
foefie Hi^ei^et. ®o ac^tungSwett^ fie aut^ finb, fo mit bo4 
feit ^lacius i^K^ticuS (1571) feine neue KuS^iobe bed Otfiib 
me^ etfc^ienen, unb jener alte fe^t mangelhafte Sbbtutt loar noi) 
baju äuferft fetten gemoiben ^. S« loat beä^b fd^on an fi4 
ein aSerbienft, bem grie^n ißublioim ben ^ttft befl Otfrib müct 
jugSngli^ ju maä)txL SHe Hrt, nrie bieiS ^ter gefi^^, Ifot iwa 
nii^ unverbienten Siobel gefunben. Sergletc^ wir aber bie neue 



1) Obige Sngobtn finb mtnoDtmai ouA: ntutr 3titunBtu »on &^f 
Im 6ai!^ auf bt» ^o^ 1754 (St^k X^dl, eeipjig, S.459 fg. — 2) Sgl- 
He Praef. genaraliB jutn e^ilttr'Wtn The«, p. XYIII. — 3) »gl- 
btn Srlcfwc^fd &abet mit Sggtling bei Seelen Uemoria Stadm. 
p. 250 iq. 



ciilizedüv Google 



Vit gtnmmift^ qi^iloloait In Xxutfil^Ianb 1065 U9 1748. 179 

8uSga6e mit ber bes HK^ciuS, fo roetben ivtt ni<^ ISugnen, bag f" 
rinnt debeutenben Sortf^titt bejett^nct ©i^Iter legte beit lejt 
b(S ^ciufl gu ©ninbe, ^nulgte gu beffen äJeibefferung bte %T' 
britn Don i)rre^ unb Samberiud unb begleitete baS goitje ®tbi(^ 
mit flttcT lateinift^ Ueberfe^ung unb erläutemben {[nmeTtungen. 
Do ©i^tcr feine Arbeit ft^ou 1693 ') im ©efentli^en abfi^loß, 
fo oeroert^ erft Sc^ ffloflgaorb'S HSergleiiliung be« bamafs, 
aSütieoitif^ QeW §eibelberger) Eobe? unb bie abfc^rift bes Sie- 
ner Cobej, bie ©leitet'« ©il^üter ''), ber ©traßbutger 3o^. ¥^iL 
Si^mib, f&r feinen Se^cei genommen ^atte^ (h t^t bies ingU' 
\5^ )u ©(^iUer'iS Xnmertungen, inbem er ©(^tlter'S 3:ej:t unbe« 
Tü^Tt lieg. '^eS 3!erfa^ien uat o^ne Stoeifel gmedmibtig, unb 
eienfo ift ts auffaQenb, bag fomo^t ©c^Iter, alS ©(^etj Aber bte 
Oonbfi^ften Don Otfcib'S Sßerf im Unflaren biteben. "Aai) mim' 
Buit ©i^er'd Uebetfe^ng von t!re^Iem, unb ©i!^j »erbeffert 
biefc gniar ^ufig unb nii^t feiten mit grogem ©^rffinn, oft aber 
tft au^ er im ^nt^um. "^s ©(^limmfte ift, bag ©(Ritter vom 
STommatifi^ Sau ie» $[It^o(^beutfi^n teine S^nung ^t, unb 
ant^ ©i^erg tro^ feiner meit grögeren ftenntniffe fic^ gerobe in 
biefer ^fi^t fetner Aufgabe nic^t gemo^fen geigt ^). Hber tro| 
aflrton ift in biefer «««gäbe be« Otfrib fßr Seftfritif unb «r» 
(Unrng nü^t menig gefc^^en. ©ie bot bem bamaligen 8efer ein 
W enofinf^teS ^fllfflmittel, unb mer fi(^ in iene B^it oerfeftt, bet 
nirb gugeben, bag ©i^ittet, unb o^ne allen !Berglei<$ me^ nod^ 
@(^ [läf bmi) bloge Uebung eine foli^e ^nntntg beS K.ß)0^' 
Itutf^ erworben ^ben, wie fie bamald nur fe^r SBenige be» 
|ii6m '■}. %i(b bie Übrigen fi^on frQ^et oeciJffenätt^ten ©tütfe gibt 



I) e. e^itlu'« Fiaefatio jum OlfTib o. III. — 2) Fraefatio 
generaliB ju e^iltn'a Thee., Tom. I, p. VI. — Sc^mib'e ^ritf an Slabc 
in Solen'« Hemor. Staden. p. 330. — 3) e. bft etlcgt in gtXLt'e Syt-- 
fiib, Sb. I, eiaL e. 122 fg. — Von e^llttr bcmttfi (^on XlitbctE^ wn 
6tabt (1716), bafi fdnc ,CBnift ntt^t |o gut unb tit^tig fcQii totttui, »ii 
■o fi($ tinbilbtl, nti( «■ Iciiu Stammalil^t an enflanbcn.' Seelen, 
Vem. StMlen. p. 839. — 4) 3^ bcstcift »DOtommen tCtSt'i ^latti 
12- 



L.C-'Ooglc 



180 imüa 9u^. Sfotita Sapüü. 

©lauter'« ^a\m» jura I^il in Detöeffettet ©eftolt ©o »iib 
6et Sideram'S ^atoti^Tafe beS |)o^ntitb!$ bte ^miaaet $aRb< 
fti^ft SU ©ninbc gelegt, föi ben SSieberafibtuä Don äiolbaffs 
faTaenetitem bie ^attfet ^nbft^ft Don neuem Dcrglü^ Utttet 
ben üMgen ^e^en ivti nui noi$ ben iinä>ei^o(ten Kbbiud bes alt' 
^D^beutfi^ Station unb ^iboniS ^ot. %inx ^tUefi X^ 
fouruS maf^te nid^t 61og bereits ^kbnufteä in oetbeffettet ®eflalt 
jugängli^, fonbent er beietd^erte bte 2Bi{{en((^ft buTc^ bie wext^ 
DoUften ^nebita. Sn i^er ©pifie fte^t 'iHoOet'S '^lalntemoeif, 
boS ^iet jnm etftenmal erf^eint IStne gi:änbU(^ Dissertatio 
oritico-historica beiS ®t ®aUer (Sopttulamt unb ^ibltot^eloTA 
SetuH^^ Stand, bie beu 3lbbnuf »ocangefij^ ift, meift boi 
^ctt^uni betS SambeciuiS, atö fei Otfrtb »on Seigenbuig äJeir^ffet 
biefe« ^fotmeniBert«, juiüd unb ftettt für imm« feft, ba§ bosfeß« 
Don Mottet Sabeo ^enü^tt- <£in onbeceg ffli bie @ptaäifox](^uns 
mit^tifleS S^entool, boS ©i^Uter'S 3:^auuiS jum etftentnal uoU» 
fitänbtg bietet, tft Seio'$ alt^o<^beutfi^e ^nterlineaicerfion ber Se^ 
nebtctinenegel. ^er aa^ bte flatntntg beS Sßtttel^oc^beutft^ 
«rfu^i eine UK(entIi(^ :93eTei(^eiung boburi^, bag ^ier jum ei^'ten« 
mal baS 9)oIanbälieb beä ^^iffen Sontab unb beffen Umarbeitnns 
buTi^ beit ©tridet Deiöffentlif^l wirb. S)aS untfangreU^ oltbeutfi^ 
Iateintf(^e @(Ioffartunt, bas ben britten $anb oon ©(^ijtet's Z:^ 
fautn« fflUt, miig nalüitt<$ bei bem bomoligen ®tanb ber ftennt' 
niffe an fe^i giogen @ebie^ letbm, aber aUi bet erfte betarttge 
SSerfu^ itinnnt eS in ber @ef<^(^te unferer Siffen[(^ft eine beadf 
tKiStoert^e <&t^e ein. Secfcn mir no<^ einmal einen SBIid auf 
bod gonje Unteme^en, [o er^Qt feine Säieutfandeit fi^on ^m> 
reic^enb baroud, bog bie in bemfelben abgebructten @)}ra<^bentmäler 
ein ^'^^unbert long bte ^uptfiE(^It(^fte ©runblage für unfxe 
jtenntnig bed Stt^o^beutfc^en gebllbet ^ben. Obtoo^l @^Utex'S 



Urt^ril übn &|ni (.Otfrid I, Einl. S. 120'). Ute bit@t|<^ii:^ bttSiff»' 
fi^iiFt ^t [xä) iii bit 3cit VI WTjt^n, bie fit fi^ilbcrt. »qL bat Sirii, bo« 
^offmann Mn goUcraicbtn Qd^cc) nt^ttlt (in Weinnr. Jahrb. fOr dent- 
Khe Sprache I, S. 59) unb @intnm in ber Qttiiinm. I (1) S. LX21U. 



i.,C-.ooglc 



Sit smtumi|4t ^Ulolos» in Cnittt^Iuib 1665 iia 1748. 181 

ÄfimtmlTt mtffc in bte ©teite aH in bie SSefe gimgen, ift er fo* 
tc(?^( buTc^ feine ©^ften, nie butc^ fein i^^tamt Don 6ebeuten< 
ben ISinftuß auf bte ffintwitflung wnfeter ffiSiffenfiaft geroefcn. Es 
mätl einen Kje^müt^tgtn ©nbrud, bag ©ttaföurg mn biefelbe 
äfit, in ber e« bem beutf^cn fflet^e burt^ ftanjöfilc^en SHaub cet« 
lorm ge^t, bur(§ ®^ltet'« ©cmfl^ungen ein aJKtteliJunft ber beut' 
[(N ®ptai!^« unb «Ifert^um8forfi$iing wirb, ©t^tter'« ©c^I« 
S(^, feinem Sffieifter an grMnbKt&cr ©»srac^Iennlniß weit Öfter- 
Ifgtn, gibt beffen üt^cfouni« bur^ fetne Q\i\5iit erft ben rollten 
©tit^ imb orbeitet ein langes SeBen ^inbm:^ an einem Glossa- 
rinm Qermanicnin medü aeTi, ba« bann (1781) tonge nai^ 
itinem 2j)b gleif^faüs ein ©ttapurger ©ele^rtet, Oberttn, IfnmS* 
#t <). Unb na9 fnflpft fi^ ni^t %ütS an btefe X^gletl ber 
SttaSburget Sötert^innäfotf^er unb an ©tragburg'fl beutf^e SJer» 
gimgen^t Oberhaupt! ©ur^ @(^ werben Öobmer unb 99rei- 
finget ouf bte ^^rifer 2ßmncfSnger^anbft^rift oijfmerffam , butt^ 
SiMpflin etfiotten fie biefcWe jugefc^tctt, unb in bemfetben ©traß- 
Siitg ge^t bem Jugenblii^en ®oet^( ber ©inn für beutfi^e Sunfl 
nnb beutft^es SHtert^mn auf. 

Bo4 fc^en mir äurütt bon biefem aSorousMid ju ben erften 
3a^5nttn be« 18. ^a^r^unbert«. SBSlr ^6en bo unter ben 
Sflrtierent ber altbeutf(^en ?ltetatur no^ bie gelehrten ©ruber 
Strn^axb unb ^ieron^muS ^ej ju nennen, geboren ju 
3W in 9Iieberßftrei(^ traten beibe in ben SBeneblctinerorben unb 
ä(6änen JU beffen Smhm im ©ttfte 9ReII. ^ieron^mufl 
(t am 14. Oct. 1762) s) «röffentfii^tt (lltö) in feinen Soripto- 
«« renun Austriacamin bte SReimc^ronif beS Ottofat Bon 
(wmecf, unb Sern^orb (t 1735) g** «i \t\xtaa Theiiaurns 
uiecdotorain (1721) jum erftenwol ba« ©effobrunncr ®ebet ^) 
Iwait« nnb eine grofie anja^f ott^oi^beutfd^et Stoffen, barunter 
Wt imtfimgret^ aRonfeeer *). 



I) 6. u. — 2) @. aba i^n (ßi^iiit^ in) 9Ituc Scitungtn Ben 
*I^m eo^en, 9eipiifl 1762, 22. Koo. — 3) Tom. I, col. 418. — 
*) Boib. coL 317 »q. ^ " 

D,|,-.,zedl:,G00Qlc 



162 gacito »u^. BiMitt« Jtat>ittl. 

ajir fe^en in wifnet ^obe bie bcutfi^en ©eiterten oot. 
jugstneife mit btn Xinthnalen beä Slt^oc^futfc^ unb ^in unb 
lotebex au^ mit benrn bes aRtttel^w^beutfi^ befc^ftigt. S>it 
übcigen alteren gerntamf^ ®))ra(^ finbm mit eine \)pSxV4it 
^pfege. SBii cnvfi^en bte 3)iffertation, bie 1693 ®. $. ^euptl 
in Sittenbetg über bte Qot^tfi^ SDangeltenübeifefiung tctöffent' 
ti^te ')■ — 3u bei ffanbinaoij^en Sprach führte einerfeit« bit 
Unterfui^ung beS genitonifc^en ^ibentfiumä, anbccrfeibs bie Sfr 
fi^äftigung mit b« fd&webi^c^en unb bämfd^en iSteratur. ffleU^ 
ffinPuf bie frü^^in gefc^ifccrten ejjot^mac^enben Ätbeiten ber 
flanbinaotfc^ ®ele^rten ^er übten, fte^t man beutli^, umm nuut 
bie 1691 etfc^itntne »Gtimbrift^ ^ben-Steligion" bcfiXTogtlluJ 
ainfiel (geb. ju Soaftcb in ©t^lesmig, t 1713 aU ^tobft jn 
Slfienrabe) mit bet 1648 ^eiau^Sgegebentn ®<$rift beS Itliai 
@^ebe (t IWl) »eigleii^. ffiä^b Strebe tcotj aüeS gtle^ 
ättfflmmentragen« griei^ifc^et unb (ateinifi^ ßitate Aber bie tmh 
Hüft än^t^ologie ber ©ermanen no(^ fo gut tute nichts tocig, tt* 
treten nnt bei Slmfiel, \o nunbetli^e !£inge et au^ noi^ Do^ttngt, 
bo(^ irenigftend t^Iweife feften %oben, »eil i^m 9tcfmiu£' (&ba 
befannt \\t jfut^ \uifi tx, gilbet an ben aibeiten Sonn'«, 91ii' 
nentnf^riften ju entjiffetn ^). Sbmfo bettraut mit ben flanbino' 
vift^en $oif(^ungen ftnben toit bann ^of). @(eorg fteqflti 
(geb. ju Ülumau 169S, f 1743 ju ©tintenbutg im fiauenbutgtf^w] 
in [einen Antiquitates eelectae septentrionales (1720). Sine 
gtünbUt^e Renntniß ber f^webif^en unb bünif^ Sitetatut irifltt 
in feinen ©i^ften ^oi). SDloUer (geb. ju grlensbutg 1661, t 
olS iRedor bafclbft 1725). ^o^. Eaötb ftß^fer (geb. ju Eolbii 
1684, t 1755 aU Sßrof. in «öttingen) ft^rieb 1724 ala ^of. ji 
SItbotf ein Heined $ti>gtajnm de Scaldis. — 3ßit etnjelnen <£► 
fi^etnuHgen ber älteren neul^o^beutfdöen Sitetatut be|^äfttglen ^ 
bie @ele^rten tenet Qnt aus antiquarift^en, bibttogTafi^4"< ^ 



1) ffiitbn obgtbnun in 8. g. Safi^ing'a au«s- tran 3^»'« Script» 
Teraionem TJlpbilaDUn illnetrantia, Scilin 1778. — i) amfitr, fkm 
brifi^ ^tpbtnsaStgrfibnlflt, ^mbutg 1702, S. 346 fg. 



:.L|,-.,zedi!,GoOQlc 



tut gtnnpiaf^c «^lofogU in X)aitt<(Ianb 1666 ii» 1748. 183 

mbaeit (Ben4tä1»niften. Sir emfi^neit ^iet nur ^o^. S^ti' 
Pop^ fflagenfeil'S C3*. gu Slflmfeerg 1633, f al« IJtof- jU 
«Ü»rf 1705) ©^ft mt bie aBeifterfäng« (1696) unb bie bt« 
f4on gmonnten 3- ^- ^^In über btn Xeueibanf (1714). 

Unter ben jo^treit^en ®ifnften, bie fic^ in btefem ä^'t'^ww 
nit btn UT^piün$m bn bnitf^ ^pta<S)t unb ber St^mologie 
i^ 335rtfr 6ef<^fifttgen ')r woQen mir nur pm ^ervor^äen. 
@In^ am ääegüm nfimlt<^ finben nix einen 3Rann, ber mit zto%a 
fiinfu^ bit filteren germomf^ ©prai^en föt bie (ttforft^unfl bet 
bnitf^tn Sörter benüftt, ben »irffeitlg gelehrten So^anne« 
*oip (g*- 8U «ßeffelburg in Iiitmaxf(^en 1623; 1660 iftcctor 
bö cBInif^ ©^mnafiHm« unb ©ifiliot^efar gu SBerlin, f 1686) 2). 
3i) feinem Observationam in lingnam Tersacnlam specimen 
{1669) *) etMtt er eine «nja^r jum 3:^eit (e^t mbunWter beut* 
ii^ SartcT meifl riifitig bun^ gutüdfa^rung auf i^re filteren 
(Ifonwit*). I)ai gröften Dlamen a6er ma^te fi^ bei feinen Qät- 
poffen onf bem ®^t ber beutfcften iSt^mologtc 3'>^<^"in 
iStorg ^ia^ter. (Beboren ju aßemmingen im 3o^r 1673 ftu< 
linte er gu IfiWngen SE^eoIogie, gteng bann oiif ffleifen, lebte 
mtige geit in Ämftcrbam, 6i8 er in Öerlin ton Ädnig griebrit^ L 
ffir »erfertigang ber Äufft^riften unb SJeoifen eine SSefoIbung er- 
Wi- X>ur(^ bie aUebuctionni unter ^ebrtt^ SK^lm I. wrlot 
R (1722) btefe (Stellung, tr uanbte fi^ na<^ !l>re9ben unb oon 
knai) i^t%, „üttwo et,' uac^ feinem eigenen Äusbruct, „bie 
Zoologie ber beutf(^en ©pra^e als ein ^ret im ®c^ffbru(^ 
agriffen, unb erftlü^ baS Heine, l^a(^ ba8 groge GloBsarinm 
^ifätbm. ftoum mar btefe Hrbett ooUenbet, fo ^at ber Slat^ in 
&il^, beffen ü^fer föt bie fe^Önen Sßiffeuft^aften auf eine rtt^W' 



1) Sgl. bit btttt^cnbtn Sttfi^nittt tn @d^aTl'* Bistoria Btndii etjmoL 
nt Skii^d!'« Strfui^ tiiur ^ißoiit b« btuttc^cn €))ia4tun^. — 2) Mol- 
K Cimbria literata I, 700 «q. — 3] Sine buitfi^t ntboft^ng bitfn 
omtDoStn ntintn &^ift finbtt fi(^ in bni ScQlrfiQtn jur crit. ^iflodt btr 
(«W« epnw^, m. 7, fititq. 1741, 6. 179 (9. — 4) BflL |. ». 
Snf I niritung ocn Demuth, ßva, mohlos u. Snbmi. 



ciilizedüv Google 



184 äaätt» RJu^. Sncitts Aotiiltl. 

lü^ %xt Uiamt ift, ^ feiitei angenommen, i^m bad SSeijetc^nig 
bei gtiet^tfi^en unb römifi^at SDtünjen beq feiner angefe^en 
33i&ItDt^I 3U Derfettigen aufgetragen unb i^m eine anfc^nli(^ ^ 
folbiing auf SefienSgett auägefe^t" '). SäJac^ter ftatfi am 7. 31od. 
1757. ein SIKann Don umfoffenber ©elc^cfamleit ^atte fi* ©aiWet 
mit fe^r uerfc^iebenoirtgen 'Bingen, mit bem ©ptnojt^mu« tm Sfuben« 
t^um, bem dlaturrc^t, antifer aRünjhmbe bef(^gt. €ein ^upt' 
ffi(^nc^fte8 ®tubtum abtv wanbte et bei IStfoTf(E|ung bei getmom> 
f^en ©ptQc^en ju. ^ 3sa^r 1723 »etöffenäi^te er in ben «b' 
^anblungen ber Söerliner XIabmte eine Commentatio de lingua 
oodids aif^Dtei, 1737 ju Sei4)jtg [ein gto^eä QloBBarium Qer- 
manicum, continenB origineB et antiquitates totius lingnae 
Gtennanicae, et omniiim pene vocabulorum, vigentium et 
deBitorum, nai^bem n f(^on 1727 ein Specimen beSfelbcn «oiaii' 
gefiftirft ^atte. !Der litet biefeS SBerlä »erfpri^t btix&Miä) p 
niel, aßer allerbings ^t Sßac^er einen giogen ST^eil ber bamalä 
jugüngKc^en altgermonifc^cn ©firai^benlmäler für feinen 3>^ 
bur^eorfteitet. 35em alp^atetif^ georbneten ®Ioffar fenbet er 
eine (SSnleitxing »oraufl, luorin er bie ©runbffi^K feine« et^molo- 
gif(^en aSerfo^renä barlegt. <&t beruft fti^ bobei auf feine bebtn« 
tenbften SJorgönger; ^rianj 3luniu8 *), SJeifinij *) unb %ea Satt*). 
@o nieit eS i§m mügli<^ ift, fui^t er auf bie Slteften formen ber 
SßiÖrter jurädjuge^en ''). Tlie germoniii^en ©firai^en ^ätt er für 
celtift^ *) uitb bag angelfä*fif(^ för bie ältefte berfclben, reelt^ bie 
SHutter au^ be« i^slönbif^en, XiSnift^en unb ©(^»ebif^en [ei'). 
@e^r bcbentltc^ ift SBa^ter'S «nfii^t, bo6 ber (Jt^molog me^r M 
ben intellectus, als auf ben aonus ber SGSörter ju achten ^')- 
"Sioii unQ et aui^ leine uiUtärti^e ^e^anblung bet (auflief 



in btt »ibüDt^tf bti fc^entn äliifftnft^afttn, m. IX, etiv)ig 1763, €■ 1<^ 
2) €. bU Praefatio )u b<m Specimeo con 1727, XLVI. ~ 3) ettnli. 
SLIS. - 4} ebtnb. XSXI. - 5) (Sbtnb. L. — 6) fSbaA. XXVIU. 
XXXII. XXXVl. LI. — 7> ettnb. XLII. — 8) Prolegoni. ju« Glos- 
sarium vom 3. 1737, Sectio I, XXIV. 



ciilizedüv Google 



Cir gnmanilc^t ^^aologit m ;icut|(^Ianb 1665 6i« 1748. 185 

$oTm. Sielme^t finb gtioüibeift tne Praeäxa unb SnfGxa btr 
ffipTtaa6gnf(^eiben, unb Don tietben gibtSSac^tet rin jieinH(^ unt' 
[angwi^« S«jei(^it *). Dann ift gu itai/ttn, bog in bet Wefltl 
BOT bif wttwrabten 8ante ftc^ rinanber anjie^n ob« ou^ mitrin- 
iraber »ertoiif(^en *). Doi^ »ec^feln „ex genio finguae* au(^ 
wtn^t nti^t Demxmbte Saute ^). SScmanbte l'aute aber nennt 
Öo(^ bie, xotlä)e von benfelben Sauflserl^eugm gebUbet roetbm '). 
€o ft^bet er bie Sonfonanten, im Hnfi^Iuß an ben ^iDtebicinct 
3p&. ftonrab Kmman, in ühmutalefl, SingualeS, gabiale« unb 
Doöfllt«'). ^iet, ttle in mani^ Anbeten, fe^n mir bei ffiai^ 
tn ante Slnffinge, unb miii) bie KuSffll^ng ^t fOi i^re 3«t cid 
SnbienfUü^. ^tn Knfc^Iug an feine Sotaän^ei netgeit^nct er bie 
Dftrr nntberte^Tenben Sautmei^fel unb batunter auc^ einen I^eil 
bcT gennonifi^ Sautüerfi^iebuns. liba %Iled bunt gemifi^t, fo 
bal ts i^ bntc^auS nof^ nui^t gelingt, bie SHlltüt beS (St^molo' 
gtfinxns buti^ ftreng gtannnattf(^e S^gtieberung unb Sfufbetfung 
tn^trifenber Sauttoanbelgefe^ ^ befeitigen "), toie bie« bem fol' 
amben ^^(nnbett voibe^Iten not. 

l •»■■■tifift »k Urlkilifitt fi»ittllia| ktr RHltt4knlfi|ti 3|iri»|)e 
»001 3«t[ 16ES Mf (in 3a^i 1748. 

eSbitci. €tUIti. eitinba«^. gtifi^. 

3ni Snf(^Iug an bte 93emD^ungen bei votigen ^eriobe fe^t 
^ aaäi gegen 6nbe bcS 17. Qal^r^unbcrtS unb in ber erften §älfte 
Iti 18. bas ©fxfben fort, bie ncufioi^beutf^c Spto^e grammattfc^ 



1) »(Hb. Sect. V rnib VI. - 2) ebenb. Sect Ul, I unb IL — 
3) Hbmb. Sort. Hl, IIL - 4) ßbcnb. Sect. III, 1. — 5) Öbenb. Soct. 
II, XIX iq. Sgl. Job. CoDT. Amman, Snrdua loqueoB, Amatelaedami 
1692, p. 28. Ctf(tn Dissertatio de loquela, tbti*. 1700, p. 56. — 
S) SgL ). S. xoat 2Ba(^in (a. a. O. Sectio 17) über bit aiuifliov^t fagt, 
HtnJgt btnii &vfiä( unb mod, bas got^iifc^t fon (I domiaaa) unb cant' 
hifi^ uaf ibcMlf^ ftin [alhn ; unb flbtr bit Sptnt^fU , ba gemfig nicht 
tm tiiet bxn| dn ttngef<|ab«tte eh tnlRanbnt |thi foD, itnb tbntfo wicht 
ttl quid. 



ciilizedüv Google 



186 Smtüt« fßuii. 3»tUt< JtopticI. 

unb Icfifaltf^ feftjuftelTeti; unb n>ie frfl^et^n, fo oerbinbet {14 
QU^ je^ mit biefem ©treben, unb itoat mit wat^enbtm lErfMs, 
bec äkr|u(^, bie beutft^ ©platte gef(^tlic^ )u erforft^. Sit 
mflfftn aber, uenn uic «n rti^igeS Utt^I Übet bie ^ in SJe« 
ttac^t tommenben '])iänncr getstmien tvoQen, biefe Mben ©eilen 
forgfSltig ausetnanber^alten. ®lä^ bei bem erften berfeldra 
tritt ms biefe aSonertunfl entgegen. Qo^onn ©öbttet, ge- 
boten 1641 imitwit ©tettin, 1673 ISonrectot, Don 1675 hiä ju 
feinem Xob 1695 iRectot bc« cölnift^ ^^nmofium« ju 
Serlin *), gab im ^^^te 1690 eine ©d^ulgiommattf bet boit' 
f<^ ®fxa^ ^itö, unter bem 3:itd: „@ninb<€% bet 
:Demf4en ©)>ta^.* 'Bis ge^tbui^ ber beutfd^en ©c^ri^pnK^ 
fibertrifft biefe (Srommati! entft^ieben bie Dotaudgegangenen. ^ 
hirjen unb ftünbigcn ©öfeen trägt bet Sierfaffet feine Stegtln Mt 
unb in me^t als einer Sejie^ung ^ et bie Seftfe^g bei beut» 
fi^ @4^ftff)ra4e geförbert ®o finb j. 99. feine S^fttnonungen 
übet ben Untetfi^eb von cor unb ffit ^) btefelben, bie fic^ i\S auf 
ben heutigen Zas in Geltung erhalten ^ben. liegen ift an 
feinen Sßerfuc^en, bie beutfi^ ©prac^e gelehrt ju erforft^oi. nur 
ba« JU loben, baß et fibet^oupt com 9Itbeutfc^ ftunbe ntnunt 
^ bet Kudfü^rung befinbet er ^ä) no(^ ganj auf bem unfritifi^n 
€tanbpuntt feiner beutf(!^en Sotgfingex. !Cie beutfi^ ©tnrat^ iß 
i^m bie ältefte Zoä)ttT ber ^e0räif(^en ^) unb bie SRutter bet grie« 
(^ff^en, latetnlf^en unb aQer anbeten euco))Sif(^en *). <Dem en& 
fpied^b leitet er bie beutf^en Söttet unmittelßat au9 bem ^ 
tätfti^cn ab, unb graat in ^aariträubenbei SBeife. ©o jfl^It et uit< 
ter ben ißetänberungen, »nienn eine ©prad)< Don ber anbeten ^' 
tömmt," aU fe^fte „bie Ütöiflefung , Anasbvpha" auf unb be^' 
belt |ie als ein tegelte^teS SDHttel bet Ctijmologie. lüvx^ foßfte 
Umbre^ung foQ bas ^ebtdifc^ nahag bas beutfi^ gehen, baS 
'^btaif^ naechak bae beutfc^ kfissen fein, u. f. K. ''). «Sßenn 



1) VOtt fein Ztitn Dgl. @. <S. ItüHa, gortscftilte KM unb KaM 
enlin, etriin 1752 €. 975 fg. — 2) e. 575 fg. bti fliOffibt Mn 1709. 
- 31 ebenb. ©. 173 ffl- — 4) Qiaä>. ©. 420. — B) «fioib. 6. 165. 



,C^ooglc 



Cic Btmtmrif^t $§iblggit in «)(Ut|i^lanb 1665 iü 1748. 187 

i^büfe, uitb fonft tcentge ©tüif beobai^tet", fagt et, „fo (a6t i^t 
bit gante ^fi^Ionif^e 9}eniriTnuig; Obet utelme^i aller ©proben 
Ui&inmg, S^Ieitung utü) Ue^eTehtftittnmmg" '). 

^ft glei^eittg mit ^übtfet trat ßaSfiar Stielet auf. 
^cfeotra )u (Etfurt im ^^t 1682 ffi^ et ein fe^t wti^Avotit» 
Itba. lüt fm(^t£rriiiQfnbe ©efeUii^aft ernannte t^n 1668 ju i^rem 
SRitglieb nntei bem Manien bed ©paten (b. Jj. beS Späten), 
imb Rdifer 3ofep^ I. er^o& t^n 1705 in ben Mbdftanb. ©r ftar6 
ja ©rfuTt im ^a^t 1707 ^. ©ein Swuptnietl ift: Iwr leutf^ 
Spioi^ Stammbaum unb tiroit^DQ'^' ober 2!eutf(^er ®ptaä)' 
f^ — bntc^ unetmübeten t^Ietg in ' Dielen ^o^^^en gefomlet von 
bem @)nten. StSrnberg 1691. — Stielet'« mä^fames unb flet^ 
9« SBttf ttwt bet etfte SBetfut^ eine« beutf^en aöörtet6u(^ feit 
$tmf(^ä rninoQenbetem Untetne^men. !Cer aSetfoffet ^t eS nut 
auf (ine Sammlung ber gu feinet Qat gelitfiuc^ii^en SSiittet ai» 
Stje^ ^). 3n feinen (Stpmologtern fte^ et auf bem Stanbffunft 
Setters, üßetfiietet i^n a6et in bem ©tteöen, bet beutf(5en 
Sima^e mdgRi^t Dtel ^ujunenben, fo bog et 3. ®. bas Sott 
9if($of Don b9f<^un>en, be^fi^auen (obserrare) ableitet *). !Cen 
Um Stielet miebet aufgenommenen ißetfu^, ein UDllftänbtged 
Ifflitt^ «BöttetM aufteilen, ffl^ betSreSlauet Ätjt E^ti« 
fiDp^&) Cinft Steinba^ (geb. p Semmelmtg 6ei ^auet 1699, 
sA 1741) roettet. St ttat juetfl mit einer „tut^ unb gtfinb» 
^ra Xnuwifung gut Xieutf^ Sprach — BoBtoohii et Parchimi 
- 1724" ^etror. 3Me« fleine Su^ ift fiefonbetS babun^ metf' 
nmrbig, bag bet äkrfoffet bte ftnna^me, als feien unfte ftarten 
dntmSitet irregnlaris, oetnritft 1£t t^eift Dtelme^ unfte 93etba 
in iDti eoniugationen, beten erfte ba8 Supimim auf en iiSbt unb 



1) Wwb. ©. 165. - 2) Wtbti ©liettr'fl itbtn unb ©(griffen Bgt. 
^$ Don ^dtnfltiii, Analecta NordgaTiensia , TV. 3laii)U\t, @i^na= 
H "38, 6. 253— 280. — 3) Bort. Ci. 9. — 4) Spaltt 174. Bgl. 
Sm. ei. 11. — 5) 60 nennt n flc^ au( htm ütü unb in bnUntnf^iifl 
te tSibnuin^ (tmt8 gci^ntn ^iTttAu^S. Wuf bem litd jtinrt (fifl^Kui') 
Iraom 9BiMabn<^9 ßc^l Q^rißtan. 



ciilizedüv Google 



188 3">t<"< Vi"^' 3»titt« Sa^iUiL 

lauter verba primitiva aüfyxltt, xoeSfyilb tx i^x cmÜi bte crfte 
©tfflf etnrflume. ^Rai^ ber Derfi^ifbenEn Wbmanbltmg ber Socalf 
f(^ibft et Bann bie SBetba bicfet ffionjugation in fünf Dtbmmgai ')■ 
SMc jweite ßonjugarion Silben i^m bie SJerta mit bem ©upimnn 
ouf et ^). 91m$ bte gcbtungene ©pntaf ift mit Btel @efi^* abge- 
^6t. ©einer ®rainmati( tiefi ©teinbai^ crft ein fteincreS SBörterbuc^ 
«©tefeku — 1725" folgen, bann fein „©oüftänbiges 25eutf(^ 
SiJtter* ®u^ — , ©teglau — 1734", in jtoei ©rofoctanMnben. 
au(§ bte« ©et! ift mit Die( &e\<itiS gcorfeitct. ©ie ©örter finb 
m^ „©ranbreötfem"') gcorbnet, bte ©ninbrnörter naSi bem ftl- 
p^bet. SDer 3Jerfo(fet ^t [li) au(^ mit bem 9Iltbeutf*cn 6ef4fif' 
tigt*) jum ©e^uf ber (Etymologie, fein eigcntli^eä Äbfe^ aber 
ift ein praftif^S*), ba« er auf bte einfat^fte Sfficife ju erretdini 
(u(^t. 3fn feinem kleineren ©ÜrterbH* ^t er nur bic betüfien 
SQJörter „ouä bem indice Don Lindneri Lexico in eine Crbnung" 
nai) feinen ®runbregeln gebrai^t. 3n gleiij^er ffieife ge^t er je^t 
bic beutfi^en SBörtcr „aus Fabri Lexico," au8 §eberit^'ä Promp- 
tnariiun latinitatiH unb au8 bem 3^tungS(epfon buri^ imb meiTt 
ftc^ boju bie« unb jeneS auS Opi%, So^enftetn, ffiai^el, ®ünt^ 
unb ^offraanmäiualbau on ^). 

©n aWann ganj anbercn ©d^tageS al« feine 6i«^ befpro^m»» 
aJorgänger rear^o^ann Seon^atb ^ttfi^. ®eboren p ®# 
bai^ in ber Obcrpfalj am 19. aWfirj 1666 braute gtif^ feint ^u- 
genb in 5Rüniberg ju, roo fein aSüter alä faiferfi(^er SRotat unb 
ge^mer 9tegtftrator lebte. 'Sia^ einer fe^r forgfältigen SJort«' 
rettung b^og er im Q. 1683 bie Untoerptöt aitborf, »on wo et 
1686 mii Qena unb oon bort 1688 nac^ ©tra^urg überTteb*!«- 
fÜS et auf biefen brei Unioerfitäten feine t^eologifc^n ©tubien 
BoUenbet ^otte, begab er fi^ auf Weifen, burcfeaog einen I&ril 
grranfreic^ä, ©übbcutf^tanbä unb ber ©c^ioeij , Keß jii^, tia^ ^Iüth' 
berg gurMgele^rt, unter bie <£anbibaten bes ^rebigtamtd au^e^noi 

1) P. 60 Mj. SJflI. Bon. «I. 5. - 2) P. 67 eq. — 3) «ombt 
»l. 10. — 4) gbtnb. «l 13. 14. — 6) ©. bie «Bibmimfl be* «i4«- - 
6) Sombe m. IS. IS, 



ciilizedüv Google 



Sic atnnaniii^c V^ileCogit in Stutf^lanb 1665 üi 1748. 1S9 

unbginig bann na^ Ungarn, loo er einige Qdt ein econgeltfc^ed 
$iäigtaint in^eufol befleüiete. Hbex manntgfiub Verfolgt, gab et 
bif|( Stelle mieber auf unb feQte {ein dteifele^en fott (Sä ükb 
i^ ein unioiberfte^Ii(^ :^ang, bie Stielt ga fe^en. £)enn ,ei 
Rijete nit^t mit uuuu^, Don nieldien er gu fagen {i^egte, bag fie. 
in^l Diel öetTer icifeten alä bie ^oft-'^ferbe" ^). aStetme^r ^otte 
ttiktaii ein offenes iSuge fär Slatur unb iDknfc^, unb befou« 
tnä benutite er feine Xßanberungen )um (Srlernen ber manntgfa^ 
itra Bfiaä)ta. ^ @tiagburg ^attc t^m ber Untetrii^ im £>ent< 
i^cn, ben et einigen franjöfifc^en Hbligcn crt^eilte, jugleit^ eine 
flrnnblif^ Äenntnif beä granjßfijc^n oerjt^afft, ber Sufent^alt in 
UnaoTU trug i^m bie letienbige Senntnig bet ftaoi)(^en ®prai^ 
cm. ^Roi^bem er fii^ ein wenig ienfeitä bet türfifc^n ^änjc um* 
jq>(tn ^tte, fe^rte et butt^ Cbetitalien m^ ÜDeutfä^lanb jutütt 
^ tDtift et fi(^ eine Qät long auf bie OeConomie, ge^t bann 
nai^ Smfterbam, verle^tt bort mit Si^teC unb anbeten ®<^U)ät' 
amt, bun^c^t fte aber balb- S:)ain %ti\i^ mar ein frommet, 
tinfoi^ gläubtget l£^ft, beffen (S^tiftent^um m(^t in p^antaflifi^en 
Xröiimereien, fonbetn in einem fittlic^ tüchtigen, von HnbU^em 
Soöwrtroue« erfOOten Sieben Uiitaii). Älä i^m baä ®elb ausgebt, 
M^ent et fii^ baiS 32öt^ig(te alä ütüettet an einer ^amrne. I£in 
trö^ ©önnet oßei teilt i^n auf eine jatte Seife oud feinet SSe« 
^öi^til. ^f^ ge^t nun übet ^ombutg nat^ Sctlin, unb ^iet 
pnbet er enblic^ bie (Stellung, bie füt i^n pagte. St mitb 1898 
Subtectot, 1708 i^inrectot, enbtii^ 17S6 Stectot be$ ä3etUner 
Svniloßinnd jum grauen filoftet, unb ali folc^et ift et am 
M. m^ 1743 geftotben. 

grifd^ war ein ^tann uon ben mamitgfaltigften @a&en: dn 
(ifriger unb feinfinniget 3iotutfotfi$et, beffen ©etle übet bie 3n' 



1) txa fitbcn bei ffitilanb (nü^mten ERtctors an b«n (^ijmnatlo jum 
grann Xiofiti in ^alin, 3o^n £ton^Tb giifc^, ntbft bt^gcffiglui €tanb' 
■nt S«6:9tdKn, uu^ cinisui 2:i:autic@tbt(^ten, mit eiiiti; Sontbe jum X)nul 
hfhbni Mn Zo^. 3ac «Bivptl. Salin — 1744. £. 6. StuS bicftt 
^ii|l finb aui^ unfm übciscn angaben übet gri^'a £tbtn genommen. 



L.C-'OOglc 



190 S«>^t* ^»4- Swtitte Xa^d. 

fecten unb ÜUx ble ißöstet in ^o^ SCnfe^nt fte^cn, ein treffTu^ 
©(^ulmann, iinb uxiS uniS ^iet am meiften angeH ^ ausgetn^' 
netec ®))ra<^forf^. 9}ac^ bie(et ©eite ^ängt ft anf baS tnaflt 
mit 8ti6nij unb beRni ©etlinn Sefttrtimgm juforaraen. ?ri6niä 
•wlrtitte ttoit i^m bie niffife^e ©pro^e unb ermunterte i^n in fetnoi 
flecmanlfd&en Arbeiten. Auf Seibnij' Siorfi^Iaa muriie er 1706 jimt 
SRitglieb ber Eöniglt(^ ))reu|if(^en @ocietSt ber !)St{Tenf^aften n= 
nannt, unb in ben !Cenff(^ften btefn @octetät legte er bie elften 
grfid^te feiner gränblii^en beutfi^ ' f))ra4U<^n ©tubien nitbei'}- 
Qm 3a^r 1731 „trart) er gum Directore ber fiöniglti^en Bode- 
taet ber S^iffenf^often erwfi^Iet, in Classe Historico-Fhilologico- 
Germanica" ^), unb btefer ©ocietät unb i^rem Stifter Seifinii 
f|m#t i^fi^ "0(4 «IS ^oi$6etagter <&mi in ber iBorrri>e ju fetnan 
^u^tUKrl feinen inntgften :Canl auS. 

%U grif(^ fein le^teS unb grögteS aSierl: ba« beutfi^ SJer< 
terbut^, Verausgab, ^atte er ftc^ bereit« burc^ eine Wei^e anbem 
arbeiten als einen ber grfinbli^iften iSprai^forft^ ausgemitfen. 
aUit fönnen ^ier nur bie rotc^ttgften berfelfmi furj erwfi^ 
Äußer ben Äb^nblungen il6er Oegenftfinbe ber beutfc^ <Sfxaif 
forft^ng, bie er in ben MiaceUaneis BerolinenBibus unb in ben 
„bie teutf(^e ©proi^ betreffenben ©tücten" oeröffenttii^te, 906 
er 1712 ein uoijfiglii^eS franjOfifi^'beutf^eS unb beutfi^-fianjöftfc^ 
^ürter&u^ l)naaS, fc^eb 33erfi^tebened, »oburt^ er feine Stermt- 
nig ber flanifi^en ©prat^en betätigte, unb beforgte 1723 eine neue 
bun^greifenb umgearbeitete Ausgabe Don SBöbiler'ä „®runb*©5^ 
ber leutfi^en ©prac^." ffienn wir bicfc Aufgabe mit ber eotan' 
gelben vergfei<^n, fo erfennen mir alsbalb bie Ue&erlegen^ 
2trif4'« ober feinen SBorgängcr. S)ie bftnWgen, meift gona guten 



1) €. Miac«llanea Berolineoim — ex acriptia societati cegiu 
exhibitis edita, Berolini 1710, p. 60. Contin. II, 1727, p. 310. T. IT, 
1734, p. 175. 179. 182. 18S. 185. 188. 190. 191. 196, T. V, 1787, 
p. 198. 217. T. VT, 1740, p. 192. 193. 195. Unb: C« n^ ibiim 
tun cinigtii bit Xtutf^e €)>Ta(^ Ntnffenbcn 6tildhn, Bcitiii 1734. — 
2) XBi)))»! a. a. O. €. 4. 



ciilizedüv Google 



X>it gcniianifc^ ^S^Isgit in X»iilf<(Iiiab 1665 bil 1748. 191 

,6nmb<^%'' fdbß ^ er gnuö^nlif^ ^^e^Iten, aia mUin'9 
\ipsaStt unb oft fe^t oerfe^e iSrläutentngen boju Etat tt stogen« 
t^ iefeitiat unb iuxH) anbete ric^sTe erfe^. %I« %n^ttg ^t 
n btefn Scaibntung oon Söbtlet'S ffirantmaHt EKigeg^rt: «Spe- 
dmen Lezici Gennanid Ober (gn SntniuTff <^mt (Stnem 
e^tnipd «Sie er fein Zeutfc^ Sülter^euc^ euiri^tet* ®4on 
m^ (1716) *) ^tte er eine fleine ®(^ft wröffentlic^t: „Unter* 
foitiiim beS ®tunbe« unb Urfat^en ber Suäiftab < äJer&nbemng 
ttßi^ lexitfifm Sditer," unb 1739 gab er in einem ktctnlft^ 
^tognunm ^iai^ni^t Don ben Alteften in iCeutfi^Ionb gebtuAen 
SoitttbQc^. Snbli^ im ^tft 1741 trai^ er fein groged 
Oonptioert gitm «(f^Iug, fein „Seuttd^-Sateintfc^ed S!örter'93uc^, 
Surimten 9U(^ nur bie urffirfbiglit^en, nebft benen baoon ^eige' 
Iriteten nnb jufammengefe^en aQgemein gebrSu^lic^en Wörter; 
Sonbem anc^ bie iti) ben meiften äOnften unb $anbl«rlen, (k^ 
S)(q. unb ©ülftttetlen, gtfi^e^en, ^a^i', ^orft» unb ^ufi-Befen, 
EL 0. m. gemü^nlü^ Xeutf^ ^nennungen befinbltd^ , Sor aßen, 
ttid niM^ in feinem Sdrter'Shi^ gefc^^en, 3>nen ISin^miff^ 
unb SuSlänbcm, \o bie in ben mittlem 3^en gefc^ebenen ^rfto^ 
tiei, g^onifen, Ueberfeljamgen, fReimen u. b. g. mit i^ren txral' 
titen {B0¥tent unb SuSbrüAmgen oerfte^en nioKen, müfllic^ft ju 
birnm, SRit äbcroQ bepgcfefeter nöt^tgen Xnfü^nug ber ©teilen, 
nw berglei^ in ben $fli^em ju finben, ®amt onge^gter j£^eiU 
onfit^erten, t^etU nmt^maglii^ iSt^moIogie unb critift^ Xn* 
nerfunsen; 3Rit allem ^leig viel ^a^r über iufanunengetiaflen, 
Unb je^ ben @e[e^en )ut bcQebigen SSerme^rung unb SSerbeffer« 
Big fltwrlaffcn. 92ebft einem iRegifter ber laleintf^ üßörter. 
^btüia — 1741/ ^ ^be ben 3;itel bes ausgejeit^cten Xßerfö 
obfii^tlii^ in feiner gonjen %usfü^rlic^feit mitget^It, toeil er am 
ttfteu bef^S^ ttioS ber treffCtd^e ®rei« ju geben beabfit^tigte, mtb 
i^ Kuat nur ^n^ufügen, bag er tas aSerfproc^ene in einer Sßeife 



1) Oifft 3a^c|a^l gül <Sl <Sa\f. »ti^otb In fcintm etrfu^ tinn ^v 
hat Mt bodfi^ e^<4tunß, 1747, S. 42S, bo« (Enmplin itx 0Bttinatt 
«UMfü ^ feint Sfi^xyt^l. 



ciilizedüv Google 



Id2 SUKlItl m^ 3U)citc4 SUfitü. 

flddftrt fya, Me feiner %ntk eine b^r erften ©teilen in bei goniöt 
i)eutf4"i ^togra()^te fifyitt 'SxtS SeiA tft Sugecli^ Don lanm 
aHjustogen Umfang. (SS füOt nun itoä m&flge QuartöSnbe, ab« 
biefe iioet 93änbe entölten einen augeroibentlit^n 9M(^t^ an 
uo^lgefl^tttetn unb auf ber giünbß^ften ®ele^rfamfctt ru^btm 
©toff. @egen fflnfsig ^affit ^t %xi\ät an biefent feinem SebenS' 
wtxt gearbeitet ■)• ^ W fi$ bei beffen Kbfaffung fein ^el f^ 
(bn geftedt. 9tai^ unferei jefitgen ausbrud^oietfe ofirben wx 
fogen: (St ^at e^S auf ein neu^beutfc^ 3Bi)rtetbu(^ abgefe^ 
baä SBott 3teu^i»^beutf(^ in feinem gangen Umfang genommtB. 
'£)ic älteren jetmanift^en Bptaäftn fiberlttlt er SSJat^tei'd mib 
©djUter'S ^loffarttn. !(ber mo ®c^er auf^Srt, ba fe«t ^fi^ 
ein, unb er barf mit 9te(^t fogen, baß man »bie Seiten hi^ ut 
unb tuij na<^ bei t^rfinbunff bee iBu^bnidenS not^ ret^t bunhl 
nennen fann, bannnen man ^ftorien unb Spornten fiidKt, tue 
auf allen Seiten Sörter fte^en, bte bcm Sefer am 99ec(tanb foI> 
1^ ©i^fften ^inberli^ fallen," unb ei ^at in ber ST^t, unc a 
fi4 au^brüift, «in biefem gegenn>&ttgen SBÜrtet > a3u<^ bte fwitb 
an eine ft^öne Üembte gelegt." ^a ber 8ütgabe ber SBebeutungen 
ift 3Tif(^ fe^r foigfälttg. SaS ble Qt^mologie betrifft, fo f(^ 
er i^r ein bef«nbered 3>Uereffe. <£r gibt fie meiftend am QtüK 
eines ieben 3SorteS an. „So bte dt^motogie gar ausgelaffen ift, 
fagt er im ißorberii^t *), ^t fie ber SJerfoffet rnt^t genrngt. aUira 
Biill ^cr liebet eine bebutfame Unroiffen^ belennen, als ein m' 
UMgeneS Siffen vorgeben. Offt ift bun^ aSut^ffungen kxm bn 
^leitung einiget lißiJrter anbern p meitent Woc^benlen biegen' 
^ gegeben tootben." gut Ableitung ber beutf^ %B9tter fei 



I) Woii finbd iflcK btt Angabe , gii|<^'< SSBiler6i4 fti bir %rv^ 
bTriliglS^rigtT Sibtil. abtt bitfc angabt beruht auf tincm SKifiiKiflinbnit. 
3n bcm c(mi tiul^nltn Sn^ng ju ftinti BuSgobc Den Cilbtttt'« ^runb^ 
ffittn [ogt gTif4 (6. 3), n (ti fc^on ftbtt brcigig 3<i^t Hbtr biefa toiton*' 
«ibtit. «lUiu icu« «ii^ang trfi^icn im ^o^t 1723. ajtit^in. ^oUt giif^ 
Ott tr 1741 [(in SarlttbuE^ ^tnutgab, btttit« gtgtn fündig 3a^ bnui !<«■ 
btttd. — 2) auA bitftm fmb iiu«^ bic voroiiQt^btn aHgabtn (ntnonuKR. 



a.oogic 



tiigmu^^il. inktngH(bttl.,men9(.u. tneraiibiii. ». 17486ifll797. 193 

tiu giflnbU4e ftenntnig bn Derf^itbenften ®pxa<^n not^Wenbig, 
Hüb .man ^t beniemgot fSc einm Sr^^ialer ju ^Iten, ber ba 
{dgt, n uiffe, wo aQe unfeie Sörter (»etlDniinen.' 

tm ®<^Iuffe btefte abfi^nitts »ollen mx tiot^ anfaßten, bog 
jrSfli (falbe unfereS 3^^™'"^ iK^ beteitS ein gelungener gefi^« 
Gi^ Stüdtiltd auf alles, v>ai fndfiec auf bem @e&tet bei beutf^en 
Siaimnattf geleiflet moiben mar, erfc^en, nAmli^ültaä l£af)>aT 
Xtiit-arb'S (ge&. jn Queblinburg 1714, geft. 17dl) Serfu^ einet 
{ttjtDTtt ber bcutf(4cn ®))rai^hntft, Hamburg 1747. 



Tritt«« Sitpüit 

Sit itTMtntf^t V^ili'^B" ■" ^'» SticlitrUnbtn, in ttnilutb 
HMk in Sfinbinuttn Mr VHS btl 17»7. 

O&no^I e€ in ber jmeiten |)älfte htS 18. ^Q^^unbertS ben 
iHiftnlanben ni^ an fe^r at^tunflänjert^en SDJännern fe^l^ bte fi^ 
^it Ihfoqc^una ber ÜRutterfprai^ gur Slufgabe matten , ift man 
tic4 >Kil baoon entfernt, bie grogen (Snoartungen erfüllt ju fe^n, 
tti m an bie ba^nfiret^enben ßeiftungen beä grandscu« Quniuä 
»nb Im gote (nüpfen. SWan »erfolgt nur in eingelt^rünfter üBeife 
tu Don bie{m betretenen 9Sege , inbeni man fein ^uptaugenmerl 
aiif bie niebeilänbifi^e @VTa#e richtet, unb jtoar junäi^ft auf 
bie ntmtiebetlSnbif^e ®i$itftf()ra^e. |)iemit aber uerbinbet man 
tmt imifaffenbere ^feg« "u^ ber älteren niebei:Iänbif(^en ^^tai)t 
unb ÜHteratur, als biefer bie ba^in p !^ei[ geworben mar. Xn 
bft @pi^ all biefet 99eftrebungen fte^t ber geteerte SQatt^afat 
§upbecopeT, geb. ju »rnfteibam 1695, 1740 ®(^öffe feinet 
Soterpabt» julefet dijtlieemraad (IDeit^uffe^er), geft. 24. @ept. 
17T8*). ©ein ©auptwerf in ©ejug auf bie neuere niebetlän* 
^iffc @t)ra(^, ^nmerfungen jn aSonbel'd Uebetfe^ung oon Ocib'S 



l) Vu der Aa, Biogr. Woordeuboek VIII, 



L.C-'Ooglc 



194 ^a>tiM eiu^. {)rittt< XapiKL 

ÜROommptto^m, nf<^im betetU im ^a^ 1780 <). $atte btt $«• 
fajf« f^on ^« ^ufifl aJeKtnlaffuiifl genonnnen, bte äUfie nicbw 
Ifintnf^ ®pxai)e in feinen Betrieb »u iUfftn, fo gi^ t^ fänf 
Hudgo^ bn mittelniebeclänbift^ Sietm^igiiil bes Sms @to!t 
(Reiben 1772) bit unmittdfKiTe i&dtqitaftät, von frinei teii^ ^ 
lefoi^ in bet filteren nieberUtnbtfi^t IHtecotui &dnimit ju 
maW 3n &Hi<^ Seife 6eteii^ette ^atdb «inoU <lli9< 
nett (get. 176«, ge^- 30- ^Dec. 1827 aliS «at^ am Döergeruft 
im ^ag) ^) bun^ fnne ttudgo&e von ^bü van 3Racclanf< 
Spiegel historiael (fietbm 1784) unb Sbtbeiefl unfece ftenntnift 
bei mittelniebetianbifi^ ßiteratut. Bon befonbetet fflic^tigföt 
^ bie niebettänbif^ ®pTai^< unb Siteiatucfotf^nng abtt würbe 
mit bei 3^ bie im ^IfX 17Ö6 ju ijeiben gegrünbetc Maatachit])- 
pij Tan IfederlandBohe Letterkunde (^efeUf^oft für viäiCf 
lanbif^e 'Sptaäie unb Sitevatui). 

Qsi längtonb ^tte bei ©ftr flic bie ongetffii^f^en ©tubio), 
»el<^et bie elften i^ije^nte bes 18. ^a^r^unbetu auSget^net, 
nii^t in gleichem ®rabe fitf et^lten. 3n biefci Seit be« 9ifl<^' 
laffeniS veibtenen btt unoerbtoffenen 99emfl^ungen (Sbmaib ijqe's 
alle «neilennung. @eb. 1694 bei SEotne« erhielt Öje (1718) feine 
geteilte ®iÜiung auf ber Unioerptät Ciffcib unb ptti ort anglif 
«nifc^ ©eiftfi^ei a« Sarble? - ^wfling« ben IP. Slug. 1767 ='> 
3n bei länbltt^en l£infamteit feiner 'jßfaneten l^tte ei ^ mit 
(Eifer auf bas ®tubtum bei alten geimontfc^ ®f)ia(^n, bcfvubciS 
be« «ngelfa^ifc^en flewoifen. 3m 3o&i 1743 gab et bo8 Bty- 



1) Proeve Tan Taal-en Diohtknnde; in riTmoedige ARnmeikiii- 
gen op Vondelfl Tertaalde EerBcbeppiogen van OTidins. <Sint jncitt 
Kuegdbe befoTgit g. wui ed^otlb, &tibm 1782. ein Oau)>lB«bicnfl ^upbc 
cofKr'C liegt auf btm ®«6ttt bei ntunicbtrlänbiit^n t^D&nbif^i 6^I> 
f)>iu^. Xik ®ien)tn uuftn Hufgobc «kubtn unl jcbo^ nii^t , bttftn St 
gcnßanb »titci )ii iXTfolgcn. Situmi|<^c Stotiitn baju finbcl nun in 3i|;cii'* 
Beknopte Geaohiedema der NederlaudBobe T&le (Utit^t 1812) S. 529 fg. 
— 2) Van dar Aa, Biogr. Woordenb. III, 473. — 8) S. äft't Btboi 
»« itmcm DiotionariDm Saxonioo - et Qothico - Latinom in XRomUlig'' 
Ptaefatio. 



ciilizedüv Google 



£i(gtnit.V4il.uib{n3titl)ctL, inCngL, u. in eiwtbin.s. 1748 bie 1797. Iflj) 

mologKmn Anglicanom bcd gitanctdCDS ^imiu'^r 1750 bte flix 
t^ifi^ SDongeltai mit ^injnffipng einet %ot^iitn äteatnmatU 
^aam. itbtt fein eigentiic^tS ßti^mtxl, boS Dictionoriam 
SuuHiico- et Gotliioo - Latmom, DtxS^tnäiilftt erft na^ Sqr'ig 
Xote im 3a^ 177S ju Bonbon Qtoen SNanniiifl. Sncoi ^ 
bie \ifieaifea ®citeii biefes Serttä , namentlii^ ^e'9 äßongel an 
grüntdid)«! granaBattf<^ Aenntnig bei attaennaitifi:^ ®ipxa^^ 
wit Bln^t s^to^It ')■ Sio^ettt ober ^t eä lange geit ben 
Stnof^foifi^cni ni(^ blog ünglonb'ä, fonbem aa^ Xleutfc^lanb'« 
ob ebnbinoDien'S ein banftnduwrt^ ^fSmttttl geboten. Untet 
bcn roiangdinuften ©ubfTribenten finben mx aud^ bie UntDcTfi- 
tAäbiUio^ ju Sdttingen. KuBer S^e'S X^gteit ift in biefem 
^ptaam noii ju enoä^nen bie ©rünbung enet ^rofeffur für baS 
Xiigdfäi^ßfi^ an ber UntverfitM O;forb bun^Siid^atb Mamlin' 
fon im Stuft 1750 a) unb bie fi^ 1690 bun^ SBiUiant 
ftlftob OTtfeeteitete, ober et^ 1773 but^ SJoine« tBatcinfl= 
ton ja @tanbe gebioi^te ^erau^abe oon tUfteb'ä ongelfäc^if^ 
Uebeifetnia beS DtofuS. Samuel ^o^nfon'ä englif(^ iEßöt» 
uOa^, beffen effte %u«gabe 1755 etf^ien, befc^ftigte ftc^ jnMt 
an4 mit ber @efc^ii!^te ber S(SMet, ^atte abct feinen Itouptnrert^ 
aif bem Gebiete ber neuenglifc^ @(^ftffjra^. ^n btefer Sdf 
{ic^ung ift tS von tääjt ju ocrlennenbem Sinflug auf einen bei 
oBgtfe^ftcn neu^O(^beiitf(^en Se^grof»^, auf Sbelung genefen. 
Sn einer gaiq anbeten Seite uetben tmtX^omaS ¥ercq buti^ 
fd« 1765 erft^ienenen Reliquea of andent Bnglisli Poetry 
■t^t nur oitf bie bentfi^ Siteiotut, fonbetn ou^ auf bie lintniid* 
Inng ber beutf^ $^ito[ogie eintvitfen fe^en. 

@^t bebeutenb uut bie !£^ätigteit, bie in biefem ^eittaum 
bti tlonbtnamfi^ 9iotben auf bem iSebiet ber alten ein^eimifi^cn 
Sproi^ nnb «itetatut entnndelte. 3« SSänemotl war e8 not 
«Ken ber gtoge @e{[^tSforf^ $eter gtieberii^ @u^m 
fatb. in ftopaifyiim 1728, f am 7. @e))t. 1798J >), bei feine 

l) 8sl. h e. Kask, Angela. Sprogl. S. 18. - 2) P«tti«nuB, 
A^a-Suon Lit. in BngUod, p. 105. — 3) €. tu ber Jtfttit «btdv 
Migi eiuaatmUttfon. Scb Kpnuv eg ibaft, IS'JO, €. 587 fg. 



L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



196 S"*'^ ^^' X^ittw KafUtU 

unermftblti^ unb aufopfembe S:^atifl[eit oiu^ bei ^dtbenrng bct 
oltnoTbift^n fiUerabtr juioanbte. ISx vttbaxä) mit bn ik^tn 
fÜnfit^t in bie SäJu^ti^feit beS iKcglrii^ben ©ma^ftubiuntS fftt 
bte Urgeft^i^ bet Sßölfer >) ba« Teblii^fte fnti[c^e <Stie6en, Sa^< 
^ nnb Si^iu» i" ^ @kf(^ii^te ju unterfcMt)^ »nb fii$ ni^^ 
tote (d aHoiK^ feiticr fbutbinamfc^ äJoigäitgn , bui^ einen m^' 
KT^anbenra ¥<ttiiotiiUnu« p vetiifycttn %maS)mm ^tntet|ai ju 
laffen. ^Säm et nui tveit entfernt, ben Sert^ ber altnoibili^ 
giteTotnt gu unttrfi^äl^, tiielmc^ bxang er auf befd^ni^ a}t^ 
Sffentlit^ung i^ret mii^ften Seile, unb eine gan^ 91ei^ berfd-^ 
den niucbe auf feine Soften bini^ islfinbifi^ @ele^rte^aud' 
gegeben "). £iir tooUen ^ier nur noii eitsä^nen , bo^ @u^m'S 
X^tno^me fu^ nii^t bieg auf bie [IanbtnaDtf(^en, fonbem au^ auf 
bie übrigen aUen gennani((^ ©ticai^n erftiettte. «So gab auf 
@u^at'« Soften iHaSmuS 'Jt^eiu)) (geb. ju Sipeiitp auf ber 
3nfel ^a^nen 1759, $iof. tfer Siteratui:gei(^i<^te unb UnÜKifitatö' 
biWiot^etor ju Äo^jen^g«« 17^6 *), f 28. ^luni 1829) *), tni3fl^ 
1787 ju Jio))en^gen Symbolae ad litteraturam Teutonicam 
^cioud, mel^e neben Slnbetem bie Don t^anciSaiä ^untuS gefönt' 
malten aUt»o(^beuti<^ @toffare unb baS alt^beutft^ (&ü)W 
vom ^. läkoig ent^Uen, baö lefytere ein XQieberatibnuf bet erfint 
itUtögatK (1783) be« ftü^ wtftorbenen ^art^olb e^riflian 
@anbvig (geb. ju Sto^wt^gen 1752, t 1786). äJon ©onbioig 
tü^t aui^ bie aieatbeitung be« gröften ^:S)äli bei eben bt\vxo' 
ebenen Sjrmbolae ^, unb ^^erup DoUcnbete nui naä} ©onbnng'ä 
Xobc beffcn ^Hibeit ''). Untei ben ja^trei^ akii^entli^unatn 



1) IBgl. 1- e. @u^m*e ,<8<banfeii üb« bit &^»L«igItittii, UMii^t um 
bei b(i etatbeiiuiig btx alltit !CIiiu|d)cii unb 91omitgi{<^ii (Stfi^it^K anlriffl.' 
in*« a)tut[[^e ubti\tjst (mit 3u{äteii eii^m'e) in l)tii ^iftor. «b^bluiis« 
btt @tltUi(^afl bct Sliflcnf^ajttn )u J^otjcn^gcn ^tx. usn iß.)l. Kiig. i^injt, 
«b. 1, «icl 1782, e. »55 fg. — 2) 6. bat ecrjtiC^nig in htm angtfü^ittn 
EiUttaUnltr. 6. 589. — 3) (Ebcnb. 6. 433. — 4] Klminbtligt gor 
futtpetnfen , Mb «talno, Sb. II, 1847, e. 465. ~ ft) e. 9ti|tni|i'( 
Praef. ]u btn fiymbolM p. IX Bq. 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



Eiigetm.?^«. iabHiSieb«Tt.,lnen9T.u. inShitfcin. o. 1748 Bi* 1797. 197 

altnoibtfc^ Sßeat Vit tti twn ^^nn 1748 f>iä 1797 in 7)ane= 
moTf ju ®tonbf fomcn, tie^mni jB»i eine tteroorrogenb* ©trtle 
rin. erpm« nSmlic^ bte neue Ausgabe ooti ©norri'8 ^mm^friitgta, 
trif auf Äofteit be« bSnifi^en fftßptinäfn im ^^x 1777 ju ftoi)en= 
^Ri bun^ @ei^aTb @#()ning (ge6. 1732 ju &atm.t9 in 
■NonDtgoi, 1775 ®e^ntanfeiijar ju Sotira^ogen, t 1780) ') fte* 
goTDiot uniTbe. Kber o^ne 9}rrglri(^ bebeutenbet noi^ uat ' bie 
^an«^a6e bet r^t^mift^en (Sbba auf Soften bet Smi'äRagnaet' 
I4fn ©ttftiotg. ®eit ÜJefemn« 16«ft einig* 8ieb« berfeÜfien «r= 
öffoiffi^t ^otte ^) , UMten fo manc^ neiteie ^ui^ftfidc boraus 
feiftmtt mitget^It tooxim. Wkx ba8 SdeS tonnte nur baju 
^m, bie 99egtrrbe mit nner ooQftfinbigen ^audgabe biefed 
naftsftrbtgrten aller altnorbifi^n Ueberrefte tntmet me^r gu ftfi< 
grai. ^ na^en in bei jnieiten |>aifte bc8 18. i^^t^unbettä 
int e^^otnt bed SO}agnaeif(^ ^Gegats bte @a^ tn bic ^Kinb, unb 
RRtec i^ Leitung erft^tett im ;^^r'l787 gu ^f^en^agen: Edda 
Rhythmics eea antiquior, mlgo Saemondioa diota. Pars L 
Odu mTthologicas , a Resenio non editas, oontinena. i^flr 
tm Se^ toutbe ber Codex Regina aus bem 14. ^^^unbert ju 
@nmbt gelegt, voai bie[em fe^It, auS ben anbeten ^tibfii^Tiften 
ngfinjt unb ani) fünft beren SeSorten als fflarianten l&iitaugefögt. 
Sint latetnifi^ Ueberfr^g unb ertäutembe Hnmerhingen ^Ifrn 
bie niijt geringen ©i^erigletttn be« Ztftti fiöerimnben. fSme 
m^ifffiift a^onebe von ®tuU :£^otIaciu3 s) (gt^. 174,1 in 
^attb, t 1815 in ^))en^en) *) unb baä ?e(en ®aemunb'8 beS 
Seifen oon Stnt WagnuSfon, mit ^nmetfungen von i^o^n 
6ri(6fen (geb. in 3«Ianb 1728, SBibliotÖefat ju Äo^en^agcn 
1781, f 1787) »), nsrten baTflber auf, baß (orooM bie SScjet^nung 
Sbba, ais bef 'i)tame @aemunb'S bes Seifen erft bur^ SBr^njulfc 
äueinsfon <1643) mit unfetet ©ammUing oltnorbtfi^ ffiöttet» 



1) Ä^tniti ofl Traft, fitttcroturUrifon, S. 548. — 2) S. 0. ®. 148. 
- 3) Sjl. MöbiuB, CatsloguB p. 68. — 4) »R^etuv og Jttaft, fitltwq= 
tniiaicnt e. 610. — 5) Shiib. S. 153. 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



198 BXMiM 9u^. tnHitt JbtfM. 

unb {Klbenliebn in gafammenl^ang gebto^t tooitiRt fet >) nnb 
inUa etnge^enbe %ti9bm^ über bit betben f. g. d^boen unb t^ 
)Kif<^iriKiien ^anbf^ften. ein „BpecimeD glossarii" aüiGit gab 
Sufoninm^aintgen unb Sofft^ffe über Dtele in ben obgebnuftn 
Siebent votUmmeäx fcUneie 80itrteT. 3}aKh:It(^ finbct bte ^nt« 
gtfc^ttttme {ßtHmf^oft an bitfcr nftnt SbiSgabe rated ber bintfel« 
ften SBeife inäes gu Mt6f{Teni, aber eS bleibt ben ^enutögebem ber 
Mu^m unDerffiijt, füt alle »eiteren lEbbaftubien bie SBo^n gebm^ jn 
^ben. ffiit fünnen ^et ni^t genauer auf bie mamtigfai^ Setpungen 
{cnei 3^ eingcV«) toolltn aber bo^ au^er ben bereits Cnoa^nten tti>4 
einige ioier gde^rten ^^ISuber unb Xifinen nennen, bie f^ in bicfer 
Seit um bie oltnorbtf^e Siterotur Ktbitnt gemalt ^oben. |)alfban 
Cinorfon (geb. auf 3d(anb 1732, atcctor in fwlot 1755, geß. 
1785) f^ricb 1777 bie lakft^i^ite ber i«länbif(^ ^teratuv. SBtdrn 
^alboTflfon (geb. auf 3«Ianb 1724, geft aU ^anet Aenb. 
1794) wr^gte ba« erfte oudffi^lti^, 1614 bon Slaff ^au«< 
gegd&ene t«Unbifi^ Se^on. ^on Olafsfon (geb. ju ^K^ 
ne9 auf ^lanb, geft 1811) f«rieb (1786) ba« unfdffenbfte 
Sßerl über bie oltnerbift^ ^i^thinft. $innr ^onsfon (gib. 
1704 SU C>9tterbal auf 3«Ianb, Siftbof in ©Fallit 17&4, f 1?^) 
gab in feiner ftirt^ngefi^cbtt ^lonb'S (1772—78) unb anbenn 
Xtbeiten au(^ jur islänbifi^fn Siteiaturgef^f^te mannig^«^ Set' 
trüge Vi» ^auegeber altnorbtft^ Oudlen nennen an noSf 
ben bdnif^ ®ef(bti^äforf(^ 3arob ^angebet (t 1775), bie 
^«Ifinbcr 3on ^in-Sfon (t 1796), <9ub§munbx Wto^nnt' 
fon (t 1798), Olaf lOlafSfon (t 1788), bie f(<^ DOtjugSincift 
on ben SkrÖffentltdgungen nii^tigcr ©agaen bun^ bie SERagndifi^ 
(Sfluunifrion bet^igten, unb ben SJornjeger §an« ¥""8 (f 1770)*), 
ben ^ouSgeber ber alten nortuegif^en @efe)}e. - 



1) EddaRhj^hmioB, PaTsI. HaAiiaoITS?, Ad Lectoram p. XXXV 
■q. XLI. Vita Saamondi Hnltiaoii autoce Aroa Hagnaeo p. VH iq- 
XI. — 2) Cit angahn Ü6n baa St&cn bicf« 9R&mn fbtb ^tiftat unt 
Jtrafty eitttialuiltticsn cntnoramui. Qoijflglt^c ^ft ^t ittii <ui<^ f^i 
bitfm abfC^Ut X^coboi TUbiui ticffEi^ti: Catalogas librornm IiUndi- 
oorum et Norregioonmi gtlcißtl. 



ciilizedüv Google 



tks(nn.$^U.mbtn%ttbcit, m«n3lu.utetimbttt.D.1748M«lT97. 199 

3n ®itwü>m ei^ fi(^ no^ fns um bte aRitte be« 18. 
^^ ot r^mibertfl bte SHc^ng, roüitt JRubbnl unb feine ^enoffen ben 
fiaünmai^ifea SQtert^ame^ubtrn gegeben ^atttn ^. Ifinex bei 
iHfitn unb bebeulenbften Skrtreter btefei SHi^tung mar ^olian- 
itS SötaniSFon. (&tioxm gu ®i:flbäd im fttn^enffixengdl ttm 
So^abt 1712, nniibe er 1755 ^aftor in ®Ubetga nnb ftacb int 
.Oa^ 1769 ^). Stotfo an anferbionoieni (Kifer, niic in btr Slben» 
teiKili^teit bex anfügten mar StJTOttsfmt Shtbbed'fl niärbtger 
%i4foIger. 3iii 3o^ ^1^46 fwgann er «ite Su«ga6e bed U)>fa' 
bei Cobe; bor ©norra-fEbba, bie aber ntt^t über S^Ifaginniiig 
^ixouSlaiit, unb ber er 1750 eine äluSgobe bei Soluffia folgen 
litt 3)cr gegenmftttige '£ep ber t^rofatfi^ $bba, meint ^ömitSc 
fon, ret^ mo^I nit^ loeitei jurüd als in bae IS. ^j^^unbert 
BQi^S^to, ba ©norri-i^ na^ alten Shinodiüd^em in ftfiqt ob^ 
jifenti, ober nat^ ^robofs unb $Ialo'iS 3«ipi6 fei fie bereit« 
lim^bert ^jcüftt not Zxo\a'9 l£rbauung in meffingene Xafebt 
(iigentt geuMfen ^). t(ber SitranSfon'S 2^ uktc tiot biefer 
otateueäi^ XnfU^ ein ^nuKi^ im Aenntnig ber Sbba. 
Xt^nO^ oer^lt e« fic^ mit tBÖianSfon'S ^Kuiptioetl: Bautü, det 
ir: alle Svea ooli Gotha Bikena RimBtenar ^), baS 1750 ju 
SM^im erf<^. "S^ ißnfaffet I&gt bie Steige ber Shmenftetne 
9äß Ol« 2000 3a^te oox <i^nfA (Stbaxt, al\o giet^ na^ bet 
€&iibfilut^ beginnen *) , aber tro« biefe« frititlofen ®c^inbe[e bot 
(MioHSfDn's BaudI bnn^ fein reiche« ^Rateriol für lange ^eit m 
inentbe^i^ ^f^mittel gum Stubimn ber tüunen. 3)0$ aQe 
Senne^tung be9 Stoffe« tvürbe notfiiltc^ nii^tS geholfen, fonbern 
uir immer tiefer in ben 3^^uin ^nöngeffi^ ^ben, uienn ni<^ 
«äX\6) aaSi in ©t^nieben eine miffenf^aftli^c Sge^blung beS get« 



1) e. n. 6. 153. — 3) Biographiekt Lezicon V , 860 fg. — 
^ 6. bte SSibnuiiig an bit Atmvnnjtffin Soulft UIcift in Do Tfverbonia 
UlingUB-Edd» (HTporboTeomm Atlantaomm - Edda) - studio Johan- 
lüOOnuiMOn, UpeaU, b. a. (1T46, nat^ Biogr. Lei. V, 374). — 
3) .SititU, b<K i^ : dU Bbuieußciat bc* [i^UMbif^ unb got^if^tn Oiti^*-' 
~ 4) «Biiindlon'« eaulil, Unbmattclft i>m btga »unßtnn, Vi. 2. 



L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



200 3nt<''' Vu^- tniiics ücfittd. 

monifi^ KUtxtfyimi bun^ frttift^e Söf>fe fU^ ^^ ge6ro^ 
^tte. <£tn Folget So^ toax ^o^anneS ^^i^«- ^iwev p 
8unb im 3a^ 1707, btgfii fu^ ^^te 1730, ouggeruftet mit einet 
gränblii^en f)^t[ologif^ Sotbitbung, oaif iReifen. <Ec befu^u 
Zieutfi^Ianb, granlnit^, goUaitb, Stifllonb unb t)&ttaaaiA nnb 
^tt ft(^ nameittlii^ längere Qät in C'^rb, Sonbon unb ^ri« 
auf, immei beftte^t, Don ben borttgen @ele^tten unb Sibliot^Icn. 
ffli feine Smntniffe ©eminn 2U jic^en. 9ia(^ bteiiä^rigei: Sbo» 
fen^t le^ i^^ in fein SSateilanb iutfld, würbe 1734 ©eadfir 
bei 2Btffenf4aftö'@ocictat in Ut){a(a unb 1737 ^tofeffm an bei 
UniDttfität fSx toai ein fe^c beliebter ?e^er, beffen Stntrag [li 
vä^t tDcniger bui$ geiftrett^ Sebenbigleit, ate bun^ ^ele^rfamFeit 
au«seiiftnete. 3^re ftarb om 1. '^tc. 1780 i). S>ie ©protWot- 
fc^ung biefes bebeutenben @ele^rten ^tte i^ien $Ui^angd))untt in 
bet bamaltgen fc^ebift^en ®pxaä)t. 1)ec Suftrag, @tede'e 
^autiqtnuner'Stbliot^t in'ä Sc^mebifi^ gu fi6erfe^, ben er Don 
bet fiönigirt VXvXa ©eonora erhielt unb in ben 3a^ 1784—38 
aus^^rte, mai^e i^n auf bie vielen @ebre(^n unb Un^^^ien 
in bet fi^mebi[<^en ®prai^ aufnteir(am ^), er bef^tog htäffaib, bit 
!<$U)ebtf(^e @))ra(^e in ben 93rtei(^ feiner Soiträge ju jtefjen, 
unb fo entftanb jundc^fl fein (httfc^lug ju 33orIefungen über bie 
fi^ttebif^e ©ptac^e (1751) »). 3e jue^r ober S^re fi* "> l^w 
®toff Derfenhe, um fo mel^r erfannte er, bag jur rii^tigen S9eui> 
t^lung ber fi^uKbifc^ <S>pta<^ bie einbringenb^ *Srforfi^uitg 
aller gennanifc^en ®)mi(^ unb befonbers bet Slteften mttet i^nm 
erforbetli^ fei. @o tturf et ft^ rinetfeitö auf bie Unterfui^ 
ber fc^toebifc^en ©pta^e unb i^tet liOIunbarten, anbterfettd auf bie 
be« @oti}i\ijen unb SUtnorbifi^. AI« Sorläufer feiner f^bi- 



I) Biographiakt Lezicon TI, 353 fg. — 2) «gl. cboib. @. 3i^ 
— 8) «uf btr QUilingn fOmiot^tt finbtl fi^: Profeasor Joltan IhretÜt- 
kfwt tili Foielnauingar Wiver Swenaka Spraket, ooh thes narmiR 
känuedom. Stockholm ooh UpgftU 1751. .^icr [priest 3^k (FSretal 
p. 1 u. 3) inK im UOgtmtiiun Don btt Onfii^^l unb ScnuKtUffiS*"! 



öitizedbv Google 



tit joBL V^iL in btn nitbtrL, in Snsl. u. in Sfanbjn. B. 1748 ii» 17B7. 201 

fi^ ®l)ta(^ftubien Mröffenttw^te « (1766) ein ®^n)rt)ifi^ 
©iolfft-^on, eine Arbeit, ble nad^ beut Urt^eil bet em^ehnif^en 
Mehrten an manmgfa(^ @e6cf(^ni Ictbet. Um fo giüler aber 
WH ber »eifaß, mil bem br« fta^e fp&ttr (1769) ^xt'8 gtofeea 
{HtqiRiKrt aufgenommen würbe, fein „Olossariam Soiogothicom, 
in quo tun hodiemo aau freqnentata vocabala, qoam in 
i^mn patriaram iabnüs aüisque aevi medii scriptis obm 
expGcaiitar, et «x dialeotis eognatis, Moesogothica , Anglo- 
Saxoniea, Alemanmca, lelandiea ceterisqne OothitMe et Cd- 
tic«e orifpois illnBtrantor'', UpsaHae 1769. Txt au3f&^lii$e 
!litt( btjetf^t am beßen ben ;^^U beS 9u<^«, unb man tmtb 
nt^ läugnen, bo^ bet »etfafl, ben O^te'8 Arbeit fanb, ein voo^^ 
terbienter mar. ^ ®egenfa% ju feinen meiften SorDSngem U» 
flaftigt fU^ ^fißt einet großen ^^onnen^eit. ^ ^be mir jum 
9^ gemat^, fagt er, bei bei Unterfni^ung be9 UrfprungS bet 
ffiöiter jimäE^fl bie etn^mifi^e alte ®pxad)t ju |)ülfe ga rufen; 
DO btefe mii^ im ®ti(^ lieg, ^be i^i bie i^sUnbifi^ ©i^ftfteUeT 
in 'Hati)t gejogen, ba beten ®pxaiitt cor neun ^^^unbnten Don 
bet mtftigen nit^ cetfi^eben uat. $on ba bin i^ jur alemnn« 
nif^en unb ongelfS^fc^en S^ai^e foi^ef^tfen mib enbttt^ bei 
its raoefogot^ft^ fiteren geblieben, bet Wlatttt bet übrigen, non 
ber lüir nnt leibet fo wenig fflefle flbtig ^aben 0- 9^w wif* 
bann ferner ben ^ufanntten^g mit bem Q«ltif(^, @tie(^fi^n, 
gateimft^ unb ^etfif^en feine^SroegS ab, menn au(^ feine Sot' 
fttttmtgen tum biefem ßufomin^^ifl »o^ unflar finb. 3!om 
€<n«fnt mci§ et natStlic^ (1769) no^ nid^ts. 'AaSf barQber, bag 
um ben ^ei^et bet ^u^ftaben nit^t übetfe^en bflrfe , ift ^xt 
Do^lemd^tet, unb er f^ifft feinem ©loffacium eine U^erfii^ 
über bie tei^tigften Suc^ftabenDertaufc^ungen beS ©c^mebif^en 
Heraus '). SQtt flnben ^ter einen i^ctl bet germamf(^n Saut' 
wifi^bungögefelie ri^tig beobachtet, aber retftedt untet bie Der« 
fi^itbenartigften anbermeitigen SBemerbutgen. X)em (Banjen fyst 

1) Ihre, QloHHftrium Baiogothicum I, Prooem. p. II. — '£) 9ha\>. 
e. XU ig. 



D,i,-.,.eül:,G00Qlc 



203 ^iM »0^. tmtHt ttoifitil. 

offenbar bit &fyAU^ Srbett bed 9tcfya\> Sofftu« j^er ba« gat«< 
nifi^ gunt SBoifrilb gebttnt: 3>i« «Ktoffarium feOift gibt übet eine 
QHtnfle Don alten Sörtem 8uff(^lirg unb ebenfo Aber bie 96hntft 
»ider ni)(^ gebiiuc^K^n. föenn nrir aaä) je^t öfter« flegen 3f^'« 
et^ntologtetn (hnfptat^ erdeben mflffen, fo tonnte einem fo ge- 
lehrten unb fd^rfftuntgen Skrt boc^ bie gröfte äßiriimg auf bic 
iBiffenf^ feiner Qät ntt^t entge^. Suger biefrr a6fi^e|enbeR 
|»ut)tatbeit ftnb eS nothentlit^ juet befonbere Qkbietc, benen ^}^ 
feine X^StigMt juloanble: !Cad @ot^f^ unb bafl Sltfbuibtna' 
oif^ ^r baS @otInf(^ ^c^ iE|m fein ^mbsnumn Sttt^ Qem 
get (geb. ju Upfala 1675, gtft. 1743) buB^ feine Oudflobe beä 
ficixf argentcu«, bie 1750 mit ^e*« duf^^ P Offorb erf(^icn, 
gut Dorgearbcitct. aber tro^bem beginnt mit ^^8 1762 &t« 
1773') ^rousgegebcnen flb^onblitngen pnt lUfilaS eine nene Spo^ 
für ba« @tubium bH ®ot^iff^ '^vx^ eine forgfSltige aSex« 
g(et<^fl be« Sobe; oigenteuä, bie ^jfffu tmd) (£ri(^ ®otbexg 
vornehmen lieg, toirb bie ri^ttge 8e&m in einer trogen SRtnge 
»on Stellen an« 8t(^ gebrai^ 'XM grontmotifc^en XiAäten 
^fftt'S über bie got^f^e Soniitgation unb ICecrtnotion bleiben 
juxir in Dielen $untten Dom Stufen nod^ mett entfernt '), 
aber fie btjei^cn bur^ i^ focgfälttge« ©ammebt ber nocgefmi' 
benenm ^rmen ^) einen nKfentlic^ t)Fi>ttf(^tt gegen alles St«' 
^ge. ©ie überlegen 3f^e feinen Qeitgenoffen in genauer fletmt' 
nig be« @ot^f(^ nur, ba« geigt Wi) \o xeäjt in feiner Derbeffec* 



1) e-'Biographiakt Leiicou VI, (Ups. 1840) p. 360. — 2) «gl. 
i. IB. 3^*^''' einl^tilung ba gol^itC^tn Vaia in bni Qonjugatiouen [I. 
BoVJB" II. kann, kunnum. III. euqha (b. i iai^a)] in Qüft^titg'' S)it= 
gabt Bin 3^Tt'l Scripta vereionem ülphilanam et Imgaam Hoeao- 
gothicam illaatiantia, Berolini 1773, p. 153. 157. 162. !Ca6ti ^tr bit 
nötigen BnntTtungtn gegen ^ictM p. 149 unb Sbtt b«n Socatuct^d ba 
britttn eantugotion p. 162. — 8) Sgl. j. 8. ba0 &btt bit 3>(clinatien bH 
gol^if^tn abitctioa «tfagK, p. 247 (Bfischinjf) unb ba« fltqti^nifr ba 
Scrba p. 172 fg. tbtnb. ^nl^ümtc auf mangdnba: Qoift^t fehlen nolüdt^ 
mi4 ni<^t. &. ]. e. dranliBii & 229. mftgathos S. 239. 



i.,C-.oog[c 



7^HgtnK.f^{I.mbtnWtbctI.,iite)ieI.u.iBeiaiibiii.D. 17486i< 1797. 203 

tm ausgab »on SnittdCs SolEfenbAtÜer ftrTogntent bt« ytSrnm 
bricß '). föaä btc ®pxa<^ bc4 Sobq: argmtms betrifft, fo mai^t 
f^ in [einer Sb^ottblung De lingna codicifl argeotei (1751) ') 
oflna ®ttnt föt tminct ein Snbe, inbem er gegen ben Serltner 
fMetiidai gacroje, bei fw für Wnlifc^ erflärte 3), bot inmmftäg. 
fii^fli Senwie ffi^, tug mir im Sobc^ aigenttuS bie Uebnfe^g 
brt alten got^d^ 9t[^cfe UlfilaS Dor uns ^6cn, unb jtDor in 
rtntT Xbf^ft , bie ijm unb )riä>er bei alten lateinifc^ ^krfimi 
angttxifit iDorben ift *). ^re eilennt mit ^ennnbentng bie ifoftt 
giomnatifi^ Sodenbung ber got^fi^en @piai^ unb jeigt, mie bie 
aeumu geTmamf{^n @))rai$en: bo« ©(^mebifc^, ^eutfi^e, Ong^ 
ßffr n. f. f., Don jener oBen ^5^ :^erabgefunfen pnb »). Dag 
birt (M^i^ fc^ viele Uebetetnfttmmung mit bem ®riei^f<^ 
inib Soteintfi^en jeigt, fuc^t er fiberall barjut^un; aber über bie 
Sit imb bcn Snmb bte(er Uebereinftimmung tommt er au tetner re^« 
tm JKor^t l£r nennt ba$ (Bnei^fi^ unb Sottinifc^ ,®(^toe^em 
ober Dielme^ Xö^ter beä ©ot^fi^m" ^), unb rofi^b er alle 
Stimmen aus Siner Quelle fliegen nnb fx^ in Dialefte unb bann 
bm^ immer grSgere UmtDonblungen in oerf^iebene ®ptai)m 
^wlttn Ufit ^), tommt er ba^ immer nrieber borauf jurüd, bie 
Imb Vot^fi^n fi^nlii^cn Siärter beS ©ried^if^en unb Sateinifi^ 
botond of^nleiten, bog ®rie^nlanb unb Italien in tiltefler S^t 
ioft^e Semo^ner gehabt ^oben ^J. — !Der ftanbinaoift^n K- 
ttTt^rotöhmbe gehören ^i)t€S Unterzulegen aber bie pto\m\^ 
IB)ba unb fiber bie Siunen an. ^ feinem Srief über bie \Xip\a* 
Ion 4wnbf(^rtft ber Sßwfa-'Sbba fuÄt er [1772) rinerfeita bie 
Ktbäfy^ Sor^ungen, bie man bamafö no$ von biefem föerf 
fyätt, ju berid^gen, onbererfettä aber, jn beaeifen, baß mir in 
best um 1300 gcfi^benen U;>falaer Sobe; eine et^te Kbft^ft 



1> e. 97 fg. i« eflfi^tns. — 2) 6. 25T fg. hi eftf^jng. 
3) ffltab. e. 259. - 4) etxab. e. 268. ~ 5) Hhnb. @. 222. 2'. 
~ 6) e.6 bti eSft^ns. 8gl. 6. 146. 26&. — 7) €. 2»8 fg. i 
tti<4nifl. — 8) «toib. 6. 7. «flL ©. 188. 1«. MS. 



LSi,-.,.:.i:,G00Qlc 



204 jnxbt« ^iO). SitTltt Jlapiltl. 

»on ©fiorri'a SBfrt bept}«t ^). ©d^Wjet'S ^egegeit Botge6to*te 
3M)rifeI mifä ^tt jurürf in einon 89nef an §m. »on iToil, 
ben biefrt fein« „«nfe noc^ 3äranb" elnfüflte (1777)2). s&as 
bie Siunnt erttifft, fo trat ^fitt im überft^roengB^en «nfliftten 
befi 9labbed, äJercliuä unb @otan8fDti entgegen, ats toenn baö 
Ätft bft ifanbinauifi^ Wimenfteine bÜ na^e on bie ®fiiibflutfi 
l^nanreii^le, inbem ei fit oielme^ ben 3'>^^utii>«^ten be« 9Rittel= 
alter« iwmti ^. 



3)ie «erMMif^t VfU'I'B» i" 3)tutf4UHk kai 1748 kit 1797. 

t. 9nmm»tifttt Rit Inlkiltr4t «taclictlHii in K»|i4ttiir4ti 3vi«l|c 
tin 3iki 1748 kf» }iM 3l|t 17)7. 

eollf^eb. HbcluHg. 

SBit f(^ei6en ^tet niil^t bie ®ef^te ber beiitf(^n ®praiit, 
fonbern bie fflefi^t^ ber beutf#m ©jnof^fotfi^ung. "äbn 
um bie ©tellung, bie <3ütt\^ti) unter ben beutfi^n @Tamina' 
tifern einmmint, tic^tig ju wfirbigen, mfiffen wir mit einigen 
Sorten an bie @t\^\ä)tt bei beutfi^ ^pxa^ im 17. unb 18. 
^a^tl^unbert erinnern. {Sir ^oben tn einem frO^eten SHift^nitl 
ber iBeftrebungen geba(^, bte fc^on tu ber erften $2[fte bcS 17. 
i^'^r^unberts buri$ Slattc^iu^S, ^Ictcu^S, ^xirdbörffer unb SCnben 
flema(öt tourben, um bie beutft^e ©(Jrat&e an ©tcfle ber latrinifc^ 
jur ©prai^ ber ©i^ule unb ber .«Biffenj^aft ju ergeben. t>iefe 



1) e. bit btuljc^ Utbttfcbuns »•>" 3^»'^ Sditift in e^lBjn's ^«ISnt. 
£ilt«atuT uiib «tf^ii^tt, ®eitin0tn 1773, €. 78 fg. — 2} 3n ber bcut^ 
|(4m Ueberfteiing Mit Zxeü't Mtifc, l^ifala u. aftpjtB 1779, S. 269 fg. - 
8) DisBnrtatio grftdnalis De nmartun in Sneoia antiquitate. Quimd -7 
Proeaide — Jobanne Ihre — Pablioe veotiluMlun lirtit Uno von 
Troil, 1769, üpsaliae, p. 57. 



ciilizedüv Google 



txt 9Cnmni[(^ V^ilottgit in Stmf^limt) Don 1748 b\t 1797. 205 

9(ßn6un3tn treifttt [vi) in bet saxiten |>älfte bri 17. unb tn 
lia nften bes 18. i^^t^wibtctö immer mc^ SBa^a 93aU^a' 
(at B^uppiüS (t 1661J oertritt fte mit feinem gefimben aHut. 
ttmrit. föos 8ei(nij in biefer Sli^tung gelriftet, ^btn unt 
f^on enoA^nt. S^tiftian Xliomafiu« rßnbigt im ^^^r 1687 
}B i!et)^g bie erftc UmDerfitätiSDoriefung in beutfi^ei S^rai^ an, 
Rsb f^on um boS ^a^ 1711 meiben an bet UniDerfitSt ^aüt bie 
mrifleit Soritfungen beutft^ gelten '}. Um 1712 enblii^ v^iM 
itt gioge Satinift ^o^. 3)tatt^ia9 ßesnet in @ütttngen mit 
jißimmenbet 39eftiebigung, bog bte beutft^e ®f)xaä)e in ben Uni' 
wifttdtsoorlcfungen bie ^errfc^be gemorbm f« ^). SSte auf bcn 
Uiiwrfitfiten, fo breitete fi(^ in berfelben ^eit aw^ auf ben 0pm> 
ama bie beiitf(^ ©frrac^e immer me^r aus. (Kne groge Üßenge 
mm beutfi^ ®(^Igrammatiten , Anleitungen }ur beutfi!^ Drt^O' 
iopi^ u. f. n). liefert bafflt ben ^eroeie. (Sin mic^tige« ^Httel 
jn ^örberung bei btutfi^ ^prat^ uurtn enblii^ bie beutf^ 
Sirea^flefeUfc^ften. 'X)ie vielfach munbeilit^en, abtx teineStiKgs 
otrtieitftlofen berortigen Seprebungen, wie mir fte im 17. Qa^r« 
Iwibert ^bm Fennen lernen, ec^^en nfimli^ in ben erften 3d^' 
}4nten beS 18. eine bebeutenbe Umbtlbung, unb ^iet ift ti, mo 
m Dor allen @ottfi^ eingreifen fe^. 

Sodann t&^ttftofi^ @ottf(^eb, geboren im ^a^ 1700 
iu ^ubitottin^ in Oflfneugen , ftubicrte in ftüntgsberg X^eologie, 
W)fi)|)^ unb fi^flne Sffiiffenft^aften unb mürbe 1723 bafelbft 
^ifter. :^ er iebd^ \mes grogen ffürpemmt^feS ^Ifier fih»^ 
tm mu|te, }um äßtlitärbienfl gejmuitgen ju mcrben, flo^ er im 
3a^ 1724 na<^ Seipgig unb ^bUitterte fi^ an ber borttgen Uni' 

I) ]. O. Bccftrdi hiatoria stndii ety mologioi lingnae OeimuDioEie etc.« 
Hanovene 1711, p. 258. — £n VHbantt, bit Iattini|<^ Sprayt btx 
BiHtnl^oft mit btr btutf^tn a» wrlaufc^tn, ngl fi^ gtgtn @nbt M 17. 
3^. in btn tKcft^iebRiptn RUfftn. So in tf^t, Soitli 42rau in ^»bom 
il692) nnb in btm t>it( um^cigcnDTfcnni iCßii^acI Stusne^ (^sl. Su^iaun 
« kn «itl« 3Ronat»(*ri(l («raunfi^mtifl 1854) ©. 48 fg.) — 2) Jo. 
Mitth. Gesneri primae lineae isagoges etc. Tom. 1, Lipa. 1774, 
p. 103. 



i.,C^oog[c 



206 3wtK«e<>4' »um* Jtg4>ilt(. 

wtfitat ')■ 9« 3(*f 1''30 imirbe er gum au^erotbortti*« *w 
feffoi bet ^^lofop^te unb ^oefw, im 3[a^ 1784 )um ortatttti^ 
Vtofeffoi bet Sogil unb 3Rtt(4)^9ftI befii):t)frt l£c ßaib am 12. ü)«. 
1766 >). 3n SeiVitg fonb »ottf^ä» f^on «ne „^utft^UtntK 
¥oettf4e ®eftäft^ft" nur, btc unter bec eeitnnfl btf f^^M 
Suil^b SOtende ftanb. ®ottf^ Rat in bieft(6e ein, inib in 
3a^c 1727 nxit et beni» i^r ®emur. KI« fol^n untenu^ n 
IUH$ in bnnfd6fn i^^l eint Umbilbung bei Sefeaft^t <Ss vr^ 
toufc^te bnen bi^^engen ptbanttf(^n Siamen mit bcm miai^em 
einet „beutft^en ftefeUff^ft.'' ^le «H^tcn fotttcn «auf bie wf 
flcbuabene Siebe foiro^l, ia faft me^, ob auf bie g^ntbcnt, 
2fif)ta" ^). 3Rn ^tttgrunbe ftanb bei «tbonle, bie Oefdlfi^ 
oUntä^Ii^ )u einen äHi(^ 3nftitut für bie beutf^e 'Sipxaitt oitf* 
jubilben, niie tä bie franji^fi^ %tabemte f&t bie fiangdfiftffe wa ^). 
^efec $[an ntigglüffte, abet er bejeit^nct an befto bas 3>^ ih» 
«ottjt^b'ä ^trebungen. Viit wtbm jnrar 0ottf^ au4 <ii 
einen bec Onänncc tennen lernen, bie i^re ^emü^gen ber fitotn 
beutft^en ^terotur unb ©pra^e iinvonblBi; a{ki feine etflCHdi<^ 
ilufgabe fa^ et in etnufi Knbcrem, nämlic^ in bet gnumnatifi^ 
tfieflelung unb ^{cftftcaung bet beutft^ S^ttflfimi^ jun itaf' 
tif^ unb [itetanf(^en @ebtau^. SRon nuifi bcfl^b feine dianf 
natif aU ein (Blieb in ber Kette feiner äbriflm Scftrrfnuigen, feinn 
3citf4riftfli, feinet »ebehutfl C1728), feinet rtttifi^3:)i4ttunfl(1730) 
u. f. f. betrai^len, roenn mau i^re^tbeutung tij^tis n}äri>tgen raiU- 9t 
Deräff entlüfte fie im ^a^r 1748 unter bemülitri: l^tunbEegung ei«T 
t)eutf^ ©pra^hinft, SÜait ben ^luflem bet beften ©(^riftftelltr bd 
Simsen unb iQiflen ^^^i^^unlieitg abge^ffet oon ^o^« S^fM 
©ottfi^eben. ®lei(^ im batauf folgenben ^t)t ettötc biea 93n* 
bie jnxite, in 3a^t 1776 bie fec^fte Supage. 3^ad 3iel, boS R 
04 ftedt, |pti(^t IBottfi^ im beginn feines Su^ mit ben ffi»i' 
ten au«: ,*£tne ^naätha^t fibci^au)>t tft eine gestfinbete ftf 



1} Cs^- A- 4- SitbuX. fiu-iton btut\i^a 3i\^tn u. $Tofaiflni, Sk- 1I> 
€. 212 fg. - 2) SotU @Dllf<^'l 6« J:^. 9B. Conjd, (giHt|<*rt «»' 
frint 3«il. 2tit>»ifl 18<8, ©. 83. — 3) iSimb. ©. 83 fg. 



ciilizedüv Google 



Sic gtnmnifi^ fß^loUgic in ZiuuMl<mJ> von 1T4B bis 1797. 207 

»öfBnflr ivie man bie ©(nro^e rittet gmitfnt SSoIfe«, na(| ber 
btftoi SKunbort btäfelbot, unb not^ ber emftiminung feinet bcften 
®«6nfiftellet, tü^ unb jierlt<§, foroo^l reben, at« ft^ben fotle" '). 
Ss tft nun jwar eine burc^uS irrige %nft(^, ivenn man gemeint 
H bie beBtfi^ ®^riftf))iai^e fet Ui ba^in blo^ sen>o^^eit8ntS6tfl 
aroefat, unb »ottfi^b ^ote f» Jue'^t au^btäitlii^ MtgcfteQt ^V 
^Imt^ ^ben mir, abgefe^n uon ben no(^ alteren iBemfl^unsen, 
Mtlbe ©tieben bei ®i)oütlme, Sdbiler unb ^{$ gefe^en. 
tbtt inner^a ber 9)ei()e ber M&taux, benen bie neuere bnitfi^ 
Sif^^ptaitt iffTt gnumnattft^ ^ftfe^ung ixrbanft, nimmt @(ottf 
jittb «ne (cineiSnKg« unbebeutenbe SteUe ein. 3n biefnn @inn 
Itgte er auc^ ben @runb gu einer beutf^ S^non^mil in feiner 
Si^ft: ^oboc^ngen Aber ben @ebrau4 unb ^Üfbrait^ vieler 
ktntf<^ SJdrter unb StebenSorten. Strasburg unb ^jig 1758. 
tM grölen (Sinfliil, btn fii^ ©ottft^eb etnarb, oerbanlte er it)tH9 
\mm mirSit^ rö^mensmer^n iElfer fßr bte bcutfi^ ^ptaift unb 
Ixi nSt^tem umlegten Xuffoffung feines QtegenftanbA, ÜjäU bem 
0efi^ mit bem er bie Stiftung feined ifeitatters für fi^ auSjn« 
bftten untgte, bie Don allen Seiten ba^ gieng, bie beutf^e ®<^rtft> 
iptm^ gu einem ben fitteren ftulturfpro^ ebenbürtigen Sert' 
jag ber literarifd^ jt^ätigteit oudjubtlben. aber nne i^ in 
tn frfi^en Q^t bie Serbtnbung, in roeld)t er feine gtammatif(^ 
ttbeitcn nttt feinen )>oetif(^n unb literorifd^ Tritifc^ S&eftrebungen 
jttte, gtüfien Sorf^ get^n l^tte, fo tonnte fti) avdj fein ^< 
ft^ aii (Sranunatttet ntc^ me^ lange behaupten, nai^bem er 
oaf bem HOAü ber liiteratuT burc^ ^to)>ft0d; unb Seffing in ben 
^oub genorfen mar. ^n frü^erex ^c^en nxit Oberfi^ätt, bü|te 



1) SoQßSt^igtTt unb iRcuctlÖutcrJc £)tu[fc^t 6);Tai^ruiif) [fo nauiitt 
0sllf^ bit ipfittrtn Kuflagcn itinc« obui aitgefü^tttn äu(^] , 4. 3(ufl. 
£% 1757, e. 1. — 2) "i^. m. £an)tl in ftintm fon^ ^h^ft nnbitiift^ 
li^tB eu4: eonji^ unb ftint iät, Sti)ij. 1848, e. 7. Q» gutic^t @ott= 
t^ |it 1if)n, botl ec {tibjt jt^T »o^l nugit snb oui^ äffen oiXfiicai^, bag 
tr m bti Sonftttt ^f) o^CungSlonliin enaOiton {«■ ^S'- Qlo>tf<^, 

ctuf^t et«4(i>i>^> ^ 9u|t- !''&''. Sott. juT ofitii Hiu^- et 5. 



L.,,.,.:.I:,G00QIc 



208 3to(><t< ^>4- Qintt« Aapitcl. 

et gegen fein Se6en8enbe au4 bie M^ng ein, bie et fit^ bur^ 
feine roirnit^n Vetbienfte enooi^ ^attc 'Dn^ ^ geiobe feine 
Ü)eutf4e @|)ia4funft noi$ je^n ^ai^x mi) fonem im 9^^ 1766 
erfolgten Zobt eine neue ^uftagt tsUbt, lunb cbenfo ift »on beut 
,^em bcr beutfi^ Sprad^binft," ben iStottfc^b „sunt ®cEn:au<^ 
bei ^ugenb" im Qo^r 1753 ^auSgege&en ^tte, noi^ 1777 eint 
ai^te Jiuflage eif^iencn. 

^ben wir ätottfi^b im 93i&^aen von ber ®eite betrautet, 
auf bie du^ er felbft ben gröfiten £ßert^ legte, nttmli^ xmt ®(itt 
feiner SSearbeitung ber neu^4beutf<4en iS4f^pta^, fo U)fitbai 
mit bo4^ ein unvoUftfinbigefl SSttb bicfes über @^ii^ gelo&ten unb 
Ober QM&^ ^etabgefettten SHanneS et^en, menn mit m^i 
gleic^ ^et avä) bei SieibieiM'te gebähten, bie et fi^ als ^tfi^ 
auf bem ©cbiet bet beutf^en Sitetatutgefc^i^te erraorben ^t @ein 
betotuttefted ba^n ge^ötige« «Bert, bet Siö^tge S&onat^ jui ®^ 
fi^ii^te bet bcutfi^n btouiatifc^ Slli^unft, Setfigig 1757, 3n>etttr 
3:^1 1765, ift eine für i^te geit fe^t a<^tung«iDett^ ©amuOimg. 
9to4 ausf^liegli^et mit ber älteren beutf(^ !£)i4tung &ef(^fd9flt 
fi4 mani^ untet ben (leineten ici^ften @ottf(^'d. @o ma^ 
er in einem ^togramm Dom 3a^r 1746 auf fyeinri^'d »on $el< 
befc Äeiieibe aufmetifam 3n einem anbeten Bom ^f)t 1752 De 
temporibus Teutonicoruro Tatum mythiois etlennt er goiq 
ti^tig, bag bie ^Iben unfret voU^^ätaü^ oUbeiilfffien (Sfüi 
X)ietrii$ tion &tn unb feine ®atoffen, ber QiAt bet gexmanifc^ 
Vülhnoanbetung, bie @ebt<^ abet, bie mit übet {k beflfien, etft bem 
fpateren aWütelaltcr feit bem 12. Qa^^bert angehören. Bfitfffl 
mit nun auc^ ®i]ttf(^eb'e einfielt in ben SIBert^ unfter viäxat' 
f^en 'iDti^tungen ni^t gar ^o^ anf(blagen, fo fe^ mir i^n bo4 
fort unb fort bemüht, feine Äenntniffe auf biefem ©eWet ju etwei* 
tetn ') unb ta& ©cfunbene in feinen geitfi^riftcn ^), ^togtannnen 



1) Sgl. De temporibuB Teatonioornm Tatnm niTthioiB, LijM. 1752, 
p. Xn. — 2) So namtnlLi^ in beii Stvii&gcn jur «tUi)*«i ©iP»tit to 
Z)tutf<^«i epi4c^(, ^Mfic unb «3ntb|atnrtit, ac^t »änbt, Stin 1732-1744, 



,C^ooglc 



Sit gtraianil^t V^Uelogit m a)tiit|4Ianb B«n 1748 bt< 17B7. 209 

B. f. ». milpt^cilen. Utib bafi Sottft^ boc^ nic^ o^ne ®ura 
ffii bos fiexn^e bn voiUt^&toR^ bcutf^ ^pxaifroÄS^ttt roax, 
totift bü „®atttmltnig dtrig« Sem* iinb @(Ieii^mttebm bcc 
twtfi^ ©fftoi^' in ftincT btutfc^ ®|)Ta(^hinft, itnb bie Xrt, 
Dit n biefdben einfO^tt ^). 

@i!M SU <Si)ttf(^d Streiten umc febte bnttf^e @)}ia(^Ie^ 
nB^o^nn Sn^ael ^einje, 9iettor au SOneburg, (t 1790) 
jcj^ unb bitter angegriffen wotben ^). Xber e0 toS^ ge- 
Tui» Qät, bi« fU§ eine anben beut((^ @iammatil ju bem %i' 
jt§at auff^DKuig, baS bie <Bi)ttf<^'fc^ gentfffen ^atte. Seber 
^0^. €iegm. ¥D))Draitf<^'8 (geb. 1705 ummit @tubenft in 
«tqmnatt, t 1774) XnfangSflrftnbc bec Seutfil^en ©pra^tunft, 
IBian 1754, nix^grtiebc. Sari gulba's ^noibiegebr bei 
la^Siin &pxa^, ©tuttgort 1778 >), toaxm bie4 im @tanbe. 
Soa onSflrtreiteteten «Birflnnleit erfreute ^ 3o^. SriiebT. 
f}t^M% (geb. ju ^Mlbecg 1744, Slectoi an bei Cbeifc^Ie unb 
fnf- an bei Uniwifität ju gtanlfHtt an bei Ob«, t 1809) 
SoK ^Deiitfi^ epxa^tfut jum Okitcai) bei Spulen, S^eilin 
HTO, tiUUe niK« 1803 eine fünfte «uflage *), unb feine «lieft 



mb in Ktnoi Sfl^nfoal btr t^^nai Sifftnti^fltit unb {nltn ffänßtn, jt^n 
ttt !ril)j. 1745— 1754, 

1] eoltfc^'« XMutfc^c e^a^hinjl, 4. {lu|L, Cci)!}. 1757, €.534 fg. — 
ttjtgu mh^c 14 auf ba< aHnbingt tntTftüfltbigc Sab, ba< bit oltbcutf^tn 
^ct: .Ooim Mn btt Cogtlm^t'' (S)). 1635 fg.), .ISoIfcnin Mn 
Wb4* (Sp. 1661 fg.') unb anbt» iit «ottfc^e (onbltrican — )m 
i^tax Qiffcaft^nt, Scipiig 1760, n^Utn, 6ri i8ottf<^b'4 (dounltn «n> 
ii^ia dkr $ocfic fein fc^t s^"^ ältnii^t lesen. ZHtft Vxtilü rfl^rui 
JDto^f nii^l Qon @attfi^ ^tT, ut^ bii| n fit ^at ßt^en ia^at, Uta 
^ (tn nfi^ fobdctnlcn Su<^ nti^t oid bcfagtn. (Sgl. bic Son., It^tt 
^V ~ ^ 3^^- SRii^. .^initnt — Vnma^ngcn übet btt ^cmt $to= 
i<f|K «tUf^'a X)cut|4« SfiTM^Ir^Tt , Hattingen unb 8ct)>itg 1759, — 
^ BcfcBbRR flbbnidr <me ,SM ttutf^ efMa^fotfil^tT, 3»itilR lEtil. Stut> 
»w 1T78', (^aigtotbut »n 3<>*- Wa|i) ©. 113 fg. Utta gulba al« 
%n4fMf^ ft>R4« ivii '■Kit*' ttoitn. — 4} Hoftmum, Dentwlis 
ftOri. & HL 

U 



ciilizedüv Google 



210 S'otiM >B>>4- Sicrlcl ktt)fM. 

bie beutf^e ®ipxä^t bctreffenb, \t^& X^, »ecrui 1771 -?&, 
»ucben von ben Qiäi%tao^m gtfi^^ <)• 

Sbei bec eigmtlt^e (£cbe oon ®ottf4^'^ tonongebenbetSttl' 
lung, bet ben %u^m (etneiS SorsSnget« auf betn @ebiet Ut 
£)eutf(^en ®tainntattl loett hinter {^ Tug, loot ^o^nn 
S^rtftop^ Sbelung. äte&oren am 8. auguft 1732 in t>flE 
Dorfe ©|}antdom bei «nflam, wo fein SJatet ^fonet nsi, te- 
füllte Hbelung bie ®^v.Un ju Knllant unb jEIofterbergen unb {tu- 
biette bann auf ber UniDcqit&t ^KtUe. 1759 totab ex '^xi^et 
am euingtlift^en @9nina|ium ju Stfutt, fo^ ft4 ober auf :6eian' 
laffung etneS <Stmtä jiDif^en bei boi^igm )}coteftaittifc^ ^ 
meinbe unb be< ätegienmg, in weh^em tx bie ®eie4tfante feinn 
^onfeffiDnfl'Deroanbten ju mt^eibigen flbentommen ^attr, genöt^tgt, 
Stmt unb Ctt f^ndl ju vetlaffen. &r fCo^ nai^ Seipjig, idii a 
mit Sortecturen, Ueberfe^ngen imb eigenen f^riftfteüerif^en tx- 
betten fic^ feinen Untei^tt mfi^fam enoatü. SOtit ftounenSuKrt^m 
^Ui^ fiJrbeite et eine lange SRn^t bet Mrft^iebenortigften föctf' 
3U 2:age. SJatunter neben Dielen anbeten eine Sef^i^te ber W' 
lofopbie fflc Sieb^aber, Seidig 1786, brei Sfinbe; einen Staqß 
99egriff menfi^Iii^er tüertigteiten unb Senntniffe, Sei)>jtg 1778, 
2. Sluflage, 1783—89, mer Sänbe; einen SSerfuc^ einer ®e(i^ii!^tc 
ber JtuItuT be« menfc^Ii^ (Sef^Iei^tS , Sei^jig 1782 ; eine ®f 
\i)i^e bei menf(^Ii(ben iRanc^eit, Sei^jig 1785—89, ^ben Slfinbt; 
ob« au<^ feine gortfefeung Don Qöi^cr'ß ©ele^rtenlepton, 8flpjiä 
1784, jnrt eanbe; feindleuefi ^e^gebfiube bei SMylomaHT, erfurt 
1760, bm S^^eile, unb fein Glosscuium manuale ad Bcriptoies 
mediae et in&nae latinitatis, Hatae 1772 — 84, fe^S 33änbt; 
Dor allen aber feine SÖrteibü^et unb (Strammatilen ber ^beutfi^ 
©Pratze, übet bie vAx noift^ einen ringe^enbeten ©eri^t ju et- 
ftatten ^ben werben. 3m ^^x 1787 na^m Kbelung einen 9iuf 
als ^fial^ unb Obetbibliot^dor in Lesben an. £)iet tnib' 
atete ex bie geit, bie i^m feine bibliot^efarif^e S^ttgfeit Mi 



1) abn nie mcnig eifinbli^ bit ficnntniffc l>it\ti @)ira4foif(^ miBi. 
bmiAa »gl. j. 8. t>ic obtn angtf. STitfc, X^l T, S. 71 fg. 



i.,C-.ooglc 



Sic gnmaiiif^c Iß^ilolegic in Zitutf^IaiA «on 1746 li» 1797. 211 

Ml ntit xa^lofem ging Itngui^fi^n unb ^tftortf^m @tubtm. 
Hoäl am ip&tm fOmb [eines Mens unternahm er [einen äffit^Tt' 
boM ober attgemeine ®f ta^enfunbe. ^et et Dotfenbete blog ben 
often !£^, iDfi^b ber 9ear6cituns beS gmetten loatb er am 
10. September 1806 Dom lob abfletu^ *). 

©omol^I sux ltptal\\^, ald jut grammatif^en üBeatbeitung 
bfi beut[i:^en @pntc^ würbe Kbelung jun&# but^ äußete Um< 
{tlnbe MTon^L XBemge !2ia^e vor feinem Xobe ^atte 6Satt[c^b 
(in beutf^ granunotifc^ föi^ttecbuc^ angdOnbigt. Xber bae SBeil 
iHi ni^t übet bie[e Xnfflnbtgung pb einen gugleit^ ausgegebenen 
Vrobebogen ^imuiSgetommen. !Da Detanlafte nai$ ©ottj^b's lobe 
ber Sui^^nblet S9ieitIopf in Seipgig 9(belung, bie von ®ott[i$cb 
ifgimnene Arbeit auspfü^ren. Xbelung gieng botauf ein; ba t^m 
atei auger bem ongefü^Tten ^obebogen nii^ts Don ®ott[4eb'3 
Sammlungen ju <9kbote ftonb, aw^ bie obetflä^lii^e 3(it, in bei 
6ottf(^b Mrfä^en war, von bet Senu^ung [einet Rapiere ntt^tö 
mMrten lief, fo mußte «belung fein ffierl »om @runb auiS aufs 
Ennen 0- ®o entftanb fein äierfui^ eines PDllftSnbtgen gramnui' 
ti((^=rritif(^ SBürtetbu^eS bec $oi$beut[i^en iDhmbart, mit beftSn^^ 
btgti SBergleit^ung bet übrigen SDhinbatten, befonbers abet ber 
»ettbentfi^en, 5 a^e, ecipjig 1774—1786 3). j,ag ■©„! if 
fi^äfttgte 9lbetog eine lange Steige Don 3<i^^ unb fanb einen 



1) Dit obigen angaStn il&fr «briunfl'« Sthtn fii* t>tin «rtifti 9bf= 
luBS in erf^'J unb OSnibn'e &icvc[D))5bit, X^I.l, itipi. 1818, €.404 fg., 
annemmtn. C« bicfn fCrlird Don @bcit, nbtlung'e IvStnctn 9ta(^fDlgcr an 
bo ^rtbner 9it(iol|tF, (»mfl^rt, (o wirb man annt^mtii biiiftn , bEtg [eint 
Üngato }uVt[iaf|iQ finb. 3Ti(^t9btfiDtticnigcT bleibt t« ouffalltitb, bag tCRtuftl 
i« Jiiacn Iilttari[4ni anjeign 1807, ®|j. 799 ,nuf e^ttt Beifi^ert', 91bt. 
Iwig [tlbß ^bt i^m mitgtt^tin , ba^ n am 80. üugufl 1734 gtbarm {ti, 
Wl^mtb eStrt b«i atgenübti: auSbtflJIi«^ jofll; »«bdung »at am 8. Shig. 
1732 (nit^t 30. augnjl 1734)« gtbown. - 2) 6. bit «ort. jum etPtn 
1^1 Mn atbclunae'S SSBiltTbu^ (1774) €. III fg. — 3) 9uf btm 
U(l bicfn nfitn SuSgabt ninni fb^ Hbtlung ntf^l, mo^I ab» unler bet 
ftnrdc 

U« 

DtmizediivGoOglc 



212 ändtt« ei4. «Intt« IFafiita. 

im^miißli^ SeifoU. SeooT tuK^ bie erfte Sullage »DOenbct 
nw <), inai^ fi$ fi^n bas Scbftifirig etnei neuen gettmb. X)ttfe 
erfi^ien untet bem Sttel: ätranunatlfi^ <> Fntift^eS SSTteibu(^ btr 
^HH^beutfc^ SnunboTt — . Qioe^tt Dement unb vtxbt^txtt 
«ii«fla6e, via S^U, 8eH)jifl 1793-1801 «). Obfi^on m¥ 
unb %ntage be« Setlä im Sßefentlti^ biefeUen (Ueben, uwr bo4 
baiS (Shutje von neuem bur^eotbeUet unb an unjS^en ®telka 
oetßefTett «nb Derme^tt '). SBie feft Stbeluag's 9hif fi^ou bM 
bie erfte SuSgabe fetned Sättcrbui^ gegcfinbet mrc, icigte fu^ 
BewtM Mt beten «fifc^tuß. 3m ga^J 1779 befahl grlebri* bet 
Oroge, „eine gute teutfi^ @rammattl, bie bie bepe tft, in ben 
.@<$ulen 3U gebrauten, ed fei nun bie ^(ottfc^lft^t, ober eine an' 
beie, bie sum bepen ift* *). ^ ^Ige beffen foibette fein 3)^' 
ftet, ber greifen: Don 3ebIiS, Äbelung auf, eine beutf(^ ©proi^ 
le^te füt ®i^ulen ju ff^reiben. So entflanb ftbelung'« erflet 
gnmmatif^RS ^txt, feine ,,!Ceutfi^ ©ptot^Ie^ce. 3nm ^dtrauife 
bet Spulen in bm fiönigHc^ ^reußifc^ Sanben. Söerlin 1781." 
3n bemfelben ^o^ erfii^ienen, n}ie itant's £ntU bet teinen Sct' 
nunft, ift «btlmig'8 'Sptai)Uffxt aui^ bemfelben pwuftif^ ©taat»- 
miniftet Don 3t^[i|} getoibmet, nrie boiS epo^emai^bc Seirf M 
großen SönigiSbeTget ^^fofj^. ^belung'S flirige giommotif^ 
arbeiten fQ^ien mir UKiter unten an unb emä^nen 1)ux ran no4 
fein S3u(^ «Uebec ben beutfc^ ©ti)!" (Seipjls 1785), feine ®*nU: 
»3acob ^flteti^ von iReii^^uftn. Sein Heiner Se^trog jm 
<8efi$i4te ber Xwntf^ S>ii^t[unft im @(^ivSbtf<^ geitoltei,'' 
Seip^fl 1788, unb feine »«eltefte ©ef^ic^te bet SJeutft^, i^ 
iSupxa^ unb Sitteratur, 6ii3 jur SUßertixinbetung,'' Sei^ijtg 1606. 



1) 3A» .SOnfltn unb lettm X^tüs (Srßt ^iUftt', Sdt))ig 1786, |(^^ 
iuu bat KDttf mit btni 3 ob, oSci bit äntitc ^fu, uüt^e ,Strtt|1tniii' 
gtn unb gotitt* 1« btm amijtn tEBtrf tnt^llm foOlt (Sembt )u V, 1, 
ei. 2) t^ nii^t Rfc^ttntn, ntil Injnift^cn bit ncut Xuflast im flnjug Mt 
— S) BnStf 3tt4» nai^ flbtlung'« Xob im 3a^i 1818 nfc^itn nD<f tintf 
fßnFItn obn 6ui)filtmanbanbr< @rflt* ^ttt. — 3) 0^1. Vbtiimg'* Bi'' 
IRbi4 3:^1. I. 2. aut^., Stitijig 1798, »otr. 6. Vni. - 4) ptKii. 
Sritbrit^ bn «n|t, eb. III, OtTlin 1833, S. 116. 



ciilizedl!, Google 



tue stmtanifc^ ^iloIoQic in £tulf4(anb uon 1748 bi« 1797. 21S 

Sotit man ble Unmoffe von @(^ften fibntitctt, bie Sbelung 
asf bcn WTft^tebenoTttgften (gebieten Detoffentti^t ^at, unb bafiei 
in Sttto^t jte^t, baf er jinr Seatieüung feines beutf^ ©ortet* 
Ih^ unb feiner bentf(^en ^xaiiltfyct erft von äugen Peranlaft 
mnte, fo IBnnte man auf ben @eban!en lomtnen, %bdung fet ein 
tttlfi^batbn ^o^^or gemefen, ber o^ne ßufammen^ng balb 
bttä unb iKtlb iened ergriff unb o^ne inneren ^ruf bur^ ben 
Kogen ^xifaH e&en out^ auf bie beutf^e ®pra$forf(^ung geriet^. 
aber 6ei einet folgen «nna^me würbe man fi^ über Hefen uteri» 
onrbigen SDIami gänalit^ tauf<l^en. SMelme^i ^Sngen faft ade feine 
Unternehmungen, fo serfi^tebenatttg fle ju fein fij^nen, auf boS 
mgfte pifanonen. SSBit muffen beä^Ib, um feine Seiftungen auf 
bm (B^biet bet bentfc^en ©titad^orfc^ung tii^tig ju beutt^eilen, 
peödwrft ttma& v^tx auf feine aOgemeinen %nfi(!^ten übet Siffen^ 
(4aft unb Seben einge^. ^(belung'S Sntniflung fAQt in bte geit, 
iiö bie bnt* S^riftion »Jolff Derffac^te Seibnijifd&e $^itofo})^ie fii% 
tit ben UKiteßen ftretfen Derbrettete, ^ntte ft^on Sfflolff ben 8eib> 
■i#^ l^^wen mont^etlei Qrtentbartiges beigemtfi^t, fo war babuni^ 
bti Seg gdu^nt ju bcm bunten eflettictsmu«, ber not bem Suf' 
treten Aattfs bie <M^tt in !t)eutfi$Ianb be^errf^. Hbelung 
fä6ft f(rtt(öt bie« mit ben SBäorten aui: »Da^et ^t in ben neue« 
ftni 3eiten faft jeber ^^tlofof^ von Stopf unb ©c^atffinn fein 
«Soins effeltifc^ Softem, raorin ioä) bie 8etbni^if$ > Sßolfifc^en 
Ci^pot^en 6a!b me^t balb meniger jum ©tunbe liegen" ')■ Äui^ 
SMimg'ii p^iIi>fo))^f^ Snfi^tcn finb natfitlii^ beeinftiift Don 
Seiki). %bet man mfirbe {ii^ tSnfi^, nemt man bie Quellen 
\«ati txaltBS Dm^gdveife bei fieibnig \uifte. (St lann notQrU^ 
nit^ unl^, beffen „Sc^orffinn unb fließe mtb bur^btingenbc 
Senrt^tlungslra^' anjuerlennen ^); aber feine ^^ofop^e i^ iffm 
öflfitffi^ im @ranb i>tt ©eele «r^ßt- Setbnij, fagt er, ^t fi^ 
bonö^, bas Gebiet bä ^^ofot^^ie „in ben gtAnjenlofen 9tegto< 
m ber aßögfii!^!eit »on neuem gu befeftigen" 3). ^n !!3qug auf 



I) «f^i^tt bct $^iIi){B)>^ic fOt 8i(&^«n, Cb. 3 (1787), 6. 425. 
2; Ocnb. »b. 8, e. 4M. — 8) e6tnb. »b. 3, e. 408. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



214 itfnlt» ®u4. CitiM Sttfitü. 

Sei&nUeitö Seftttfunsen, bic VWofop^te mit bei (^nftlti^en 9It0' 
gion aitöjufS^nen , tft n ni^ a^genngt, an beffen e^ü^Fett ju 
jtDcifeln ^). „S^ie St^e von bm angelio^en SSegrifyen" , fagt n 
bann fewcr, fann i4 feinem ^^itofop^en uetgeSen, unb am njaiig» 
ften einem Sei^ni^; fie tft eine %mi^t bes ^o^n SBett^eS, tt>^^ 
er auf bie @;>eaiIation fe^te, unb feines Ranges gur ^latomf^ 
^^ilofop^ie" ^). Diefe „Sßoxiitbe fttt bie ^f^rifäf^ ©vfteme 
unb befonber^S ffit ben ^lato" ^ ift noi^ Mbetung ein ^»uptfe^Iet 
be« Sctbniä- SBenn fcagegen «belimfl ooit ber 8ei6rtijtf(^ (Sin< 
t^eilung ber begriffe tn Rare unb bunlele u. f. f. einen oft nne« 
berte^renben föedaud^ ma(^t, fo 6emeclt er felbft, bag Setüntj ^er 
„grögten X^eite bem hts (£artes folgt" ^). 'Slit)t Setbni), fonbent 
fiode ift es, an beffen ®nmbgebanfen Kbelung voisugduxife an' 
Inüpft. .Unter aUen (9}erbeffetem ber Sogif), fagt er, fam feiner 
ber :^^r^eit nä^er, als ber beruhte <£ngl&nber, ^o^onn ioSt, 
»e%r ber erfte mar, ber non ber (Erfahrung unb Seobat^tung 
ouSgieng, an i^rer ^ni bad alte ©tetfenpferb ber aitgebo^nten 
Segriffe i}erfi!^eut|te, unb ben Ucfprung aller mtferer ISrtenntnig 
ba ^b, wo er toirttic^ jn fu^en ift, in ber <£ni)>finbung bur4 bie 
©inne* *). Sie mit bem ©runbgebanlen SoJe'«, fo ffi^It ^ «be« 
lung vor aUen mit ber gonjen art unb :föeife beiS ^riftian 2:^0' 
ntaftus oemianbt 3« t^m fie^t er „ben Url^eber ber Xu^rung 
unb be« t)§ilDfop^if(^n ®eipe«, vkU^ [i^ feit bem Äifang be8 
gegenwärtigen i^^r^unbertä Aber X)eutf#Ianb, unb befonberä 
beffen nürblif^e ^fte verbreitet ^aben" ^'). „Seine fpeculaticiftbe 
^^lofop^te, Me €leifterle^re' abgero^net , tft no^ bie tiemünftigfte, 
bie biS^ mar gele^ worben" ^). „<Sx ^atte bie ©inne fe^ 
ri(^ als bie einjige QueQe unferer vernünftigen Srtemtniß ob» 



1) ettnb. «b. 8, ©. 408 fg. - 2) Sbtnb. Sb. 3, ©. 409. - 
3) @6ttU). 9b. 3, e. 409. Sgl. «b. 3, S- 370. Utbn (ein Ctr^filmi^ ]u M (boM 
in bicfn Ctgic^ung {ptit^l fit^ Stibni^ iir btnNonre&iix easaia >ui l'enten- 
dement humain Liv. II, eh. 29 (9ta|pc'a 'ÜMg. @. 213) auA. — 4) Sc 
fi^ii^tt bti $po|o)9^Jt fftt Sitb^bti, «3b. 3, e.' 442. Qgl, €.445. - 
5) ebrnb. »b. 3, €. 889. — 6) (Ebtnb. S9b. 3, €. 392.. 



ciilizedüv Google 



t« gcTtRimil^t ^Kofogic in Xltutf^Ionb eoii 1748 (ij 1797. 215 

gouniDitaT, unb gelben, bag aQe afifttacte Segxiffe blog »ott b« 
saitn StörptmÜt um uns 5« abgeriffen finb" '). „(Sc !^(T«t 
mib wrfolgte ben §ang Cbet US^^tn fectirif^m ^^lofüp^te) 
}n mni3|ai Speailahon ans bent fe^c isa^ren unb nötigen 
@ntnbf(4c, bot bie ¥^ofo)>^e letn müfiges ©fnel beä SSttftanbeä 
mb ©i^aTffinne« fe^n, fonbnn ha& @W bes ^enft^ tm gefell* 
(i*flfäii^ 8^n beföibcrn mfiffe' ^. Serni au^ 8et6mj, Sifluton 
totb Hnbnre ,mtt me^ Üttefffnn unb KbftracHon p^Üt^vpliket ^ 
im,' al4 X^omafiud, fo finb boc^ „feine 99an&^ung«t bent menf(^ 
G4ni ^(^Mte unenbli(^ too^It^ttgec gemorben, als bie f^rf« 
fontigfttn ^^pot^cn blefer W&tmtv' ^g ei „ben 0[au^ an 
^tfta imb anbete üEleufeleqen'' tHt6annt unb babun^ „äßqiiaben 
unfi^iiIMgeT ^^rfonen boS 8ebcn gerettet ^at," „i^ me^r ttert^, 
(tis ber gon^ @l)ecuIattDn8<^am aUer ^^tlofopl^en jufammen ge« 
nnmnen' ^). Hitö ben angeffl^n ®tttlm eigifit fi^ Sbelung'S 
f^tfp^\i)tx ©tanbpunft, unb wir wpßen nut nu^ eimgefi lB!e= 
rngt ^tnjufflgen. ^e $au|}taufgabe bex $^ifo[o)i^ie ift nac^ 3Ibe> 
bmg bie diemeinnü^tgleit, unb baä noijüglic^fte IDMttel ^eju ^tftt 
(T in ben 91aturn)iffenf(^ften. Sie bilben bie ÖSrunblage aßet gefun» 
1)01 $^Iofo))^ie. 3^ äJetnat^föniSUXS bei ben @rie^ unb i^c 
Sw&ntiger ©etrieb in unfeter ^ät Ijtbt bie neuere ^'^ilofop^ie 
i»it über bie anttle. "Jitt ie^tge p^ilofop^ift^ ^ft ift «6efon< 
tns eine ^olge ber in ben neuem Qdtm eroeAen unb verbreite' 
tn ^laturbutbe, isortn fein gro^ SSorjug vor bem p^Uofop^ifi!^ 
I^fte ber SIten befte^, ber aus aßongel an einer nur erträg> 
Hm Senntntg ber Slotnr unb i^ Srfifte immer as^ an taufenb 
«rten bes gtöbften «berglaubcn« Hebte' *}. «ber ma« Äbelung 
atoei ber ^^ofop^ie ber ißeuercn serfte^t, tft ni<^t ein ^ftimmteä 
Softem, eine »p^ilofop^fi^ ©ecte." ©ietmcl^r „mar e3 I^or^eit, 
liit gribni^ift:^ $}9))ot^en in ber f^Ige fOr unumftOglii^ auSju> 

1) etob. Sb. 8, e. 394. — 2) @6cnb. »b. 3, @. 389. — 
3) (F&cnb. Sb. 3, e. S90. — 4) tSitnb. «b. 3, €. 462. Sgl. Ob. 2, 
93. 100. «b. 3, 427. 432-433. 449-450. 459. Bgl- »Wunfl, Bdtc^t 
»i^i^tt bn Scutf^en, Ecipj. 180«, e. 807. 



Eiiiizedüv Google 



316 %iatüt» eu^. eitrtts Jto^ittt. 

geto." „9)emt bit f9ftemattfc^e$l^o))^t auf foIi^Sttaxge 
flctttt^, f« ifi i^ bie eflefttf^t unenbru^ Doi^ie^, uxlt^ bü 
SBo^c^ von btt $9t»>eHe forgfAtttg untetf^eibd, jene mmmt, 
WD ftc f eibige finbet, unb lein ©^^ gu ettünfteln fn<§t, no bie 
Statut brt X>tnge es nti^t nerftottct" ^). 

föenn wit bie eben borgelegten ))^U>[o))^fi^ Qtrunbanft«^ 
Sbtlung'8 int Suge behalten, fo n»]^ und aui^ Hot nKri>en, bag 
feilte Mtft^tbetten Htbeitett ^J auf iai mgfte jufantnten^ftngen unb 
UM^felfeitig in rinanbet greifen. Knf bem @ninbe ienei; Sbtfu^ 
eiibaut ^ !(beluns eine ftultuigtf^ic^te beiS menfd^Iii^ 9f 
\^ltdfi», unb in bttfet ftulturgefi^ii^ btibet tmebec bie ®pxa^t 
riitS bet nn^ften <SiÜba. %uf bie|ent Gebiet fanb Sbdung 
}tDCt ÜJDtgängei, mit benm et im Sefendtt^ fl&emnjuftiuinen 
glaubte unb auf bte et beS^b öftetiS oetweift 3>t eine berfel« 
6en nui |)etbet^) in feinet ääeiltnet ^teisfii^ übet bcn Ut' 
f^jntng ber ©ptai^ (Setltml772); bet anbete gutba in feiner 
®öttinget ^ei:Sfc^tift fiber bie beiben ^au))tbialdrte bet beutf^en 
Sptai^ (Setpjlß 1773). 3n ©etber*« „»otttefflii^ «b^blunfl" 
fie^t abebmg biefelbe (Btunbonfi^t oon bet ®pta^, auf bie et 
fd£ft f^on vot bem 3)tude bet ^bet*!!!^ @i!^ft *but^ bie 
&ptaä)i felbft geleitet minbe,' (bo^ fie nämlt<^ „^at^^nnutg mit 
Sefonnen^ fei,") «auf eine flbetjeugenbe Stt aus SSetmm^i^IfifTen 
enoiefen" *). SDKt ^vüsa aber f&^U er fit^ in Snfe^ung bec Ctv 
mologie bet SSttet fo einig , bag et beffen ^teisf^tift in ben 
elften "Ifyü feine« beutft^ S9)dttet6u(^ aufnehmen U|t. :Z»| 
Xbelung fti^ in feinen Snfi^ten tnelfac^ mit ^eriwv unb mit ^i^ 
betft^, unteriiegt leinem dweifel, aber eben f« tmnig Ugt fi4 
Mtlennen, bag et bo4 fowo^l bon (Sinen, ali bem Snbeien ind 



1) eStnb. eb. 1, e. 17. — 2) 3MMUt fc^eit mir (In ab oen 
tnm^cn blofi bi^^blnif^tn SitbtnaAciltn. — 3) Ut6« ^oba {■ »■ 
— 4) (abtlung) IQnfui^ eine« giiimBUttf4'hil-''CB&rtcibu4< bn f/oSf 
beulte 3Ruiibait. X^l. 3, Stifi). .1777, Son. St 2. Sgl. «L 3, lob t» 
fonbn« oin^ aNagojin füi bit 9>nitfi^ et)i^t> ^"i 3a(cs«><B' **''*'* 
6täd, Stipjis 1783, e. 10. 



ciilizedüv Google 



Cte gmniuiif^t $^tfol>sic in £cutfi(tanb Von 1748 bi6 1797. 217 

fmtn ^b, al8 et onfängK^ glonMe. S" SSetnff tJruR"!'^ ^t 
a biri fdfifit f)>5tn^tn etngefe^ unb boruin beffen ^reisfi^ft in 
bie jnmte »uflgabe feine« BJörteirbuil^ trii^t nrteber aufgenommen '). 
abtlmig'S Snft^ten ibn bie ßntmtcfbmg bet menfc^Ut^en 
Mut utb bei menftfilii^n ®))ta^ finb nSrnH^ im Siefentlii^ 
btt|e: ffiie alte unftte ffir!enntm6 oon ben ©innen ausgebt, fo 
iai^ aait baS mtnf(^lt(^ @ef(^Ie(^t auS einem ganj finnli^n 
^aftonb aQmfi^Iii^ jur ftuItuT emporgearbeitet. „Snltur", fagt 
flbdnng, „ift mit ber Uribergang aai bem me^t finnlii^ unb 
t^iaift^ 3i>ftot>^ ^ ^fl''^ »tfc^Iungene !a}erbinbungen bed ge< 
jAfi^afät^ SebenS. Xxt ganj flnnlii^e, folglti^ gonj t^ierifi^ 
dnßonb, bet nw^ ©taub bet 9iotut ift Äbroefm^t aßet ©ul- 
tK* 2). 'ZHe (dlma(li(^ Senne^rung ber ISta^i^en ffi^ fle jut 
ftdtur. „ff&as ben aRntf(^en jut iSuttur teftimmen foQ, ift nii^S 
mAer«, afö Sßoftemenge im eingef^ränften ffioume" '). Untet bi< 
.Stfiife, bie jut (Euttur gesäten, red^net Sbelung Doi^flglii^ aui) 
tie .ofimA^Iige Xbna^me bei fmnlt(^ ober bunfeln Segriffe unb 
i^ ^etrfi^', unb bie „eben fo allmd^Iige gtma^me bet bent« 
^ai Segriffe, obet bet Detnftnfttgen Stienntnig, unb t^tet ^txi' 
f^ fifier bie vorigen' *). ^emtt ^ngt auf bas engfite aufam< 
mn bie CntuntKung bet ®t)tai^. ^er 3]'tenf(^ ift nömlic^ mit bet 
Mo^ anläge aQeS beffen, was et n»tben foQte, au« ber $>anb 
tm €i^)}fet« ^etvorgegangen «). „Vber norin beflonb biefe anSg* 
mat, biefe «ulage? SGBit Mmten ffe o^ne @efa^ ju inen, in bte 
gfi^igleit fe|en, fi<^ feinet Gimpfinbungen benmgt gu fe^n, ober 
fii^ i^ niil^ allein bettmtt ju fe^n, fonbetn auc^ buti^ «riebet: 
^^ Xufmertfaitieit fi^ oon bem em^ifunbenen 3)inge ein SOlttN 
na^I a^nrctffen, ttetmittelfl foli^ abgtriffenen anerteia^le nti!^ 



1) SiMluna, «TBimnatif^^trit. XBBTtttbu^ u. f. »., 2. aulg., X^l. I. 
iäft 1793, 8»n. €. Vni. — 2) («btluna) a3nfi4 tut« @t\^\^tt 
bo eidtui bc< mcnf^I^tn @tt<4I«^te. Scipiig 1782, «oti. CI. S. ~- 
3) Snfii^ tinn Ocf^. b« eulttn, Sorr. «f. 4. SgL «1. 7. — 4) Set: 
m tnn etf^. b« eulUn, fSon. SI. 3. ~- 5) »nfii^ tinn ®if(^. btt 



ciilizedüv Google 



218 3>w'lt* V>u^- Siott« Jtniiittl. 

aUeht Haie, fonbent au^ oOgemetne 33egtiffe ju befomraen, loü) 
bte auf foti^ an enooröcnm Segriffe wteber jw SJrtbefferuiifl feines 
Suftanbed anjuuKnben, hitj in bem, Mas gerbet mit einem 
glüdlt^ iDlebet mieuerien attenSoitebieSJefonnen^eit nennt; 
ein SSemt&gen, mel^ed ben 3Rcnf(^en von bcn 3:(ieren unterf^ 
bet, i^n ju bem mat^t, loas ec ifl unb werben fann" ')■ lAtS 
SennSflen «ift nuglet^ bei @(Tunb ber ©pra^" ^). „^Mefe tß 
oon aKenf(^ eifunben" *). „®pra^ unb (Etfenntnt| ftc^ in 
bem genouefteu SBei^ältnig mit einonber" *). „5)te ©pwi^ ift 
bei erfte unb nrä^tigfte <Si^ritt jur Sultur, bas, nraä ben SRof 
f^ aus bet Slaffe brd X^ieneti^eS ^au8 ^ttt, unb i^n eigent* 
lt(^ jum SWenf^en raac^t" '•). <St lernt, »fli^ ein ^Brtore« aKetf» 
mal^I von bem :!>inge, totUfyti ben (Stubtud auf i^n machte, a^u< 
teiffen, unb »ermtttelft biefcS ilßerfma^les ^t er nmt aud^ einen 
flöten 33egriff, bec i^n jugleit^ in ben Stanb fe^ ^ä) be2 iDin« 
ge« unb b« (Srnpflnbung Don bemfelften »ieber sa erinnern" ^. 
'Senn bie @pta(^ ift burt^aus nü^t auiS roidrOrli^ gevä^ften ober 
oeiabRbeten geii^n entftonbeu ^). ^ ber 3^^ i" toel^ er bit 
®pxai^t erftnbet, ift ber Snenft^ nod^ gan) ftnnlu^. <£r oerfä^ 
babei nic^ n«^ bem SBeuiugtfein Rar ertanntei Stäube, fonbem 
Pngt aanj oon bunfelen SßorfteUunflen ä^nlic^er gälte af>, .toeU 
er feine Kare unb beutlii^e ISifenntntg erit mit unb bun^ bie 
®))ra(^ er^' ^). „<£in ro^s, mUbe« ober ^aI6 nnibefi SSoIt 
lebt gonj finnlii^, ^at ba^r nur menig Segriffc, feine Sprache er« 
fltetft ft^ feiten weit über bie ©ränjen ber fuinlic^en ©egcnflfinbe 
unb Serfinberungen, bie eS um ft4 ^at, unb fein SuSbrud beriet 
ben ift eben fo ^ori unb ungejc^Kai^t aU feine SmpfinbungSuieri' 



1) en(ii<^ ttn« @tfc^. btr (Sultut, @. 10. — 2) tJtif. tiaa @r|4. 
btt ©iltut, «. 11. — 8) e6inb. ©. 12. — 4) e&tnb. S. 13. - 
5) Sbtnb. & 19. — 6) (Sbaib. $. 20. — 7) abtlung gtgcn SRci- 
ntt, im Otttguiin für bit 3)eiit[i^ Spnii^c, »Sx^m ^f)iQ. nflts €tii(t (1782) 
@. 134. 3» bitltm fßunlt ßimmt Bbtiung nii^t mit 2D<h, fonbtni mtl 
Scibni^. e. o. €. 161. — 8) abtlung, Umpfinblit^ et^igtUtibt bor 
Ctutl^n Slirai^ it^fi- 1782, I. ©. 94. «gl. S. 99. 



ciilizedüv Google 



Sic gomonilil^c ¥^ilDfoai< >n ®tutfi^(<uib Mn 1748 W im. 219 

jage itnb ©tJta^Otflonm" ')• •®« Urf^nrÜHge ber Söttet fallen 
dUtmo^I in bie To^eften Qütm jebeS Solfcä, wo eS feine onbetn 
als goiq futnltt^ ÜJoiftellungen ^tte unb ^(tn fonnte, uo fi>Ig> - 
^ bie ftnnlit^fte (^Üätung dämoüil bie raa^tfi^cinlii^fte tß* ^). 
3ii biefe ¥<Tiol>e bei ©tmtfit^feit faßt ber Utfpmng be8 @e* 
\iHtäß bet |>aupttt)3ttei. »^ man etmna^t atle felbflänbigen 
Bnb als felbftfinbtg gebauten SDinge burii^ Süßere 3}Ierlhna^Ie in gt> 
mifff Sloffen tl^eilen iDolIte, fo toütbc man bte(eä Wxtttl auf eine 
nfierous nü^i<^e unb fruc^t6aie %tt ^abcn anwenben ISnnen, menn 
nan einen f^tETi^m ^nt^UungSgrunb gewfi^Iet ^tte, als ba3 
@tf(^t. 9ßein aldbann Ratten bie Ut^ebet bet ®)}ra^e Wenig» 
ftflis bflttltt^ Segtiffe von ben iDingen i^a^n miinen, bte mit 
tio^ 6« t^nen noi^ ni(^t annehmen fitnnen. S^a^et bteiben {le bei 
bns aOetfinnlic^ften unb itnf(^i(fli^flen 3)}eitoa^Ie fte^n , nKl<^ed 
Bun fic^ nur beulen fann, unb ba fie an fii^ unb an ben 3;^ieten 
inxverlct (Bef^Iet^t bemetiften, fo menbeten fie foli^ auf alle 
nbrige, nra^e obet eiugebtlbete @ubftanjen an, unb pfCaujten ta^ 
bni^ ben übeiieugenbften Säemeis von ber ^nb^t i^ed Skxftan» 
bö ouf i^ 9ta^(ommen fort" s). (Erft ganj aümä^lii^ fi^eitet 
bit (Saptaitt jugleii^ mit bet SSetminft )u immer grögetet i8otl> 
bmmtn^ fort i,^entt ®)>ta^e unb ä3etnuuft ge^en ^nb in 
^atäs, unb Hfiren fii^ wet^elsroetfe auf. SBe^be Infipfen ft(^ an 
tnnfelt Sinbrüde an, unb f^teiten nur ftufenneife p Ilätcm Be- 
griffen fvrt* *)■ »^Me anfäuglü^ noäi fe^r bunfele l£rlenntntg tläret 
^ iamtx mtfß unb me^r auf, bie faltbifltige SSemunft geiotnnet 
ber ©tnnU^feit inwier mel^ tlrelb ab, ber Serftanb teiffet fi(^ inu 
met me^r oon ben 2feffeln be8 igtitfiums ber Sinne tos" *). 
gelben Sang Don bet Xnmlel^t ju intmet grogetei jtlar^t 
nimmt bie ©titai^. Snfdnglti^ roetbeu nut einf^I^tge Sottet neben 



1) fSbaib.l, e. 7. — 2) ftttnb. I, ©. 7. — 8) Uin|ifinWic^t9 
tt^atUnbt I, €■ 346. SgL ajtaaajin für bit $nilf<^c ®fTaäft, <&tflm 
ät^Tgongt« Dinte« StOtf, 1783, e. 3 fg. — 4} abclung, ^it^ribote«, 
trpR ^tü, Strlin I80Ö, Sinltitnng @. V. — 5') Wätaiin ffii bie 
tciitf^ eftta^c, Sifcn Sii^tganace jtDt^fca Slüd, 1782, e. 3. 



ciilizedüv Google 



220 3«^'trt 0>><^ eialt» Aa))ite(. 

einanbet geßtdt, o^ne bie Segie^gen, buti^ loeli^e |ie Dethiä))ft 
finb, ju ^eic^nen. !^efe @tufe bei tSfJtac^&ilbuitg ^obcn un« btt 
©prac^en oon S^ina, Xi&et, Soa, ^egu, ©iant, ütttnfin unb Sot* 
f^nf^tna ei^alten. „Hut biefe gtogen 8änber, anb anwt nur 
biefe in bet gaitjen 6elannten %E^It allein, Derrot^ in i^ 
@)nra(^en rata) ganj bae UnvoUfononne ber erfien ©itta^biU 
bung" »). ,©ie ^bnt nw^ bie erffe ro^ UtfiJtac^e W6t^Iten" *). 
(Sin gioßer tjroi^^ntt war bet Uebergang jur t^tepion. aber bo4 
toüibe man inen, UKnn man bie j^Ie^on für etmas SnbeveiS, als 
ein fe^ unBoüftimmenea SDWttet galten trollte. „(S« lägt fi^ nfimlii^ 
beweifen, baß bie gltfion jroat anfängli^ ein &rau(^bare« SRittd 
nwt, ICer^ItnifTe unb Stebenbegriffe bunfel ju bejrit^en, inbem 
biefe bunfele S^ei^nung bo(^ me^T !CecftSnb[t(!^Ieit geioä^nte, uli 
gar feine-, bag aber ber menfi^Iic^e Seift, fo wie ei einfe^en lernte, 
bof biefe bunleleSiotpeüung jut ftaren erhoben lueiben mufft, 
biefen lEBieg micber terdeg, unb ba, no er Don bem SSer^ttniffe 
unb Slebenbegriffe flare SBegriffe ^ben lonnte, ber ^eyiira bit 
Umfc^reibung Dorjog" ^). SDa^er bilben bie neueren ©proben 
einen entfi^ebenat gortft^ritt gegenüber bem (Sriei^fi^en nnb &' 
teinif<^. SGSaä biefe nur buntel burc^ SBiegung^Sf^Ibcn bt^ai^nt' 
ten, bas bratft bo8 gtalienifi^, gtoniöPf^e "• f- f-/ ""b ebenfo 
bo« Dentfi^e bun^ befonbere SBörter aus. „©emiß aufi leinei 
onbem Urfadge, atö au« bet bunflen Ueberjeusung, bof t8 unf(^ii^ 
unb ber abfielt bei Qpxaäit jumiber ift, baS bunlel ausgubrätfeit, 
movon bas mmfc^Iic^ ®ef^Ie<$t fl(^ enbft^ Ilare ^griffe enoDT' 
ben ^t* *). „fSS i)at fieilü^ feine IRi^ittglett, bag eine ®piaiit, 
b«en Äu«brflft no^ mel nun bem Ktf})rünglt^en SKKbß^ an 
fi^ ^ben, unb uel^e in i^rem 93mie eine gennffe bunhle ftS^ 
^, »obe9 fie nur bie ^enoiftei^bften S^egiiffe auSbtädt, bit 



1) abtlung, Wtt^Tibatc«, Si^tc ^tit, 1806, €. 18. — 3) ebtiA. 
€. 19. — 3) .CcttKi« bn f oilf erteil tnbtn Kultur M mtn\^\\Ö)ta 9tifM 
aus bti ainsttit^ung btt Sdcnn 6))i;a(^tn tnil btn ntucni.' 3m 9!aga]iii 
fOt bit S3aii|(^( ©1)1(46, erfitn go^taanflt« jweijte* etüÄ, 1782, 6.18. - 
4) Cbtnb. ©. 17, 



ciilizedüv Google 



S&t gtnnanif^t ^l^ilelcait in %tut|<^)anl> Don 1748 W 1797. 221 

%inEe(|nffe aitx nrat^en Ugt , füi bie 3)ti^tung bequentn ift, 
ilä rine anixxt; ba^ finb e« bie ®rte^tf^ unb fflömift^ 
nt^ ifö bU neuem <Smop&i]ii)ta 'Bpxa^m, unb bie altem niDtgeti' 
Mif(^ me^ als jene, unb bie utfprünglii^e ®pxa^ teax oei« 
nu^ß^ bte »olUümmenfte !^^tun9 , bie man fK^ nur gebenden 
Iran, nwtl ba jeber KuSbtud! nid^t aKein ein finnlic^eS Silb, fon< 
hm ftUfl ein tdnenbeS SSilb war. allein, bie SDi^tung ift beim 
M triebt bie ujefentlti^fte H[iä)t tveber ber ©pco^e, no^ bt& flcc 
Mi(i4aNi(^en Sebms, fonbem nur eine Stebcnjierbe, tveli^ ^S^tm 
SogOgen bidig na^^t^ tlrre^Iit!^ oettteren bie neuem ©(naiven 
intitr me^ in %i{e^ung ber 3>ii$tungr te me^i fte ouSgeMOiet 
mtlwi, ober melme^, ie me^r ber mtn\^üi)e ®ei[it (einen SJai^»' 
^ m StUa^ unb SieuUii^tett cmii auf fte amcenbet-, aUt 
^ bitfer Sia^St^um ein loa^ier ®entnn ift, fo lann ieneä aui^ 
irin QtfenUic^ ^a^t^etl fe^n, ba t8 eine not^nienbige $oIge bie< 
}ii9tmtm» ift" ')• S)a6 ^iet ber ffienrinn unbebingt auf ©eite ber 
limxm ift, ergibt fit^ f<^on aus ber ©teUung, mUi)t bie ^oefie 
in ftreije ber ntenf<^ti$en ai^gfeiten entnimmt. 3>ie ^oefic ^t 
tinamTub mit bem ju t^un, „ivad auf bie untern ^äftt, voT' 
^nilit^ aber auf bie StnbtßungSftaft, bie Oemü^bemegungen 
mü) bot Si« mrlf ^. Xiagegen ift bie ^rofa Hiunfl# auf ben 
*npaiib gerichtet, fo boß bie 9tfltffi^ten auf bte mttem Äräfte mir 
jn^ige Serf^ünerungen flnb" ^). ftbelung fc^Iiegt fu^ ^iei ber 
ÄfWttil bea Sdefonber SBourngarten an *) unb jie^t ata berfelben 
äolfltnmgen, bie fe^ jum Slai^^eU ber ¥oe^t auffallen. Unter 
ttt Ueberf^rift: „Vto^ät ber ©pro^e bei ro^en ^älkm," fagt 
«: ,3e Bjeniger aufgtfWrt ein SBött ift, befto ftärter fliü> beij 
Mclben bie untem ftrfi^, befonberd bte SinbUbungdhoft unb 
^ ^nbeufi^aftcn, unb biefe bmden benn m^ 'ifyc ®eprSge ber 
pijen ©pra^ auf, bie babuw^ in biefem Suftanbe für bie S>i(^ 



1) ebtnb. 6. 25 fg. — 2) «Uiduitg, Utbn bta Zieutfi^tn Stfil, 
Kfln u. brUlet Z^l, Qcilin 1785, S. 252 {9. — 3) <SfKab. €. 253. 

4) Sgl tbtnb. €. 254, unb (abtliins) £uTitr etgritf mtii|(^ti<^ StP 
llrtm unb ÄtimtniKt, «JrUlcv I^dl, jlwgtt SufL, Btipj. 1786, ©. 247. 



:.,C-.OOglC 



232 ätuci'f Su4- i^itrte« Xapittl. 

hmft fte^lti^ fiequemei; tft, ats in einem ^S^ <ilta^e ber Sttl' 
tue* >). Slbelung fwnterlt ganj rii^tig, bag ein fot^ SoQ an 
Vuäbrfiden unftnnUi^n unb obftiractet @!egenftänbe onn fein m&fjr 
ÄU(^ (inb nnt notfirit4 »«t entfetnt, ben Ifolftn SBftt^, bin tt 
auf bm äJevftanb legt, befreiten ju aoQen. Xbcr btt tri, 
une ei nun biefen .oberen jhäften" gegenübet bie ongeblti^ .inf 
teten", ba« ^eigt, bie f(^iSt)ferif(^ fttfifte bet ^wpe unb btt Äinift 
fi6et^u))t be^onbelt, gtänjt an haS Unglaubltf^. T>tx ti<^ 
wu| H&tsnf ^aben, bo8 ^eiftt, „We untern fttäfte bei ©ede 
m&fftn fi(^ bei t^nt in einem »oisagttt^n ®Tabe bet @tfiift if 
finben* ^). 3;)a« @enie ift nut eine gfi^gfett unb bloge WaXiif 
lett. „@oß bie ijrä^igfeit nniftit^ nütlii^ wctben, fo nnif jit 
nit^t aßein '^ot gebogen, fonbetn au<^ bun^ dla^benfen, glHft 
unb Uebung andge^ilbet, unb jut i^rttgfrit et^ö^ werben* ')> 
Sbet ou^ fo bleibt taS @ente oetgleit^sioeife nut Don untergtctb> 
netem £Q}ert^. :Cenn „man f^S^ bas ®ente nti^t übet feinni 
loa^n Sett^. SNiS Qkmt, fo nie ed in ben fi^Bnen unb bi(< 
benben Jtänften genommen mitb, befi^fttget fi^ mit ben @i((>nm, 
mit bem @i^ude. SCitefet ^at aUetbing« feinen SSett^, et moa 
nun in eigenen ^tobucten aufttetm, obei bloß iur gefälligen SBet' 
fc^3netung it» Miliäfta unb ^tot^toenbigen bienen. SSein ti 
\ttf}tt boi$ bem le^tem allema^l nai^, unb mu| ni^t ju btffnt 
^ai)tftnl fi&etttieben metben. Ann tec^tfi^ffenet ®ef(^äftstnann 
»on ben ju feinem %mlt nüt^igen ^^igfeiten ift ber bütgerfuten 
©efeüfi^ unenbli^ brau(^6atet als ge^n ©enie«, beten ©ea«' 
ftanb immet nut baS Stngene^me iß" *y. %Ut nii^t mit Ut 
btau^tote ®ef<^äftsmann, au(^ bec 3)tann Don ©ef^mod ftt^ 
^Ö^ als boa ®enie. (Etft »tu ben ^ii^ ©raben ber Sultrt* 
nänilw^ ttitt bie „fflilbung bfiS ©efi^marfe«* ein ^). IM ®tnie 
aber war ju allen 3^ten ba. <i9 war e^, als bie Slegetii- 



1) Ut6CT btn »eutli^tn ©tijt, ©tfl« I^il, »nl. 1785, ©. 13. - 
2) ehnb. ^2. u.) 3. ^til, S. 359. - 3) ettiib. ©. 369. - 4) ehn». 
e, 370. - 5) («bclung) Sufiu^ tintr «cf^i^tc,. Ikt Quflut, HBÜ, 



ciilizedüv Google 



Ctt gamanilt^V^ileloatc in 3)cul|<(Ianb «on 1748 iis 17&7. 223 

,Xite ffieflel letttt ton boiS ®eme, flBgt es aber nü^t ein. Xus 
9arit ift ein ^ert bei Statut;, beffen Su^&nt^ obei Z^tisleit 
tiiie Solge bes 1^5^ @tabeS ber untern jftfif^ Sl^ie Siegel ift 
rin ffiert beciEtfo^nuifl, uifb bet taltSlötigen ajeraunft" *)• »^itat" 
^ iOi tS f(^on 001 3lTiftoteled fc^öne ÜHc^tet unb fd^ne @(^rift' 
fteKet aün Sit. Wlein, entmeber fm^ eä $omete, loo groge 
S^^ttten mit gtogen ^ümSngdn unb ^^lent on&unbcn fuib, 
ober fie befolgten eben biefelben Siegeln me^tf^, fo loie man 
fpnii^ti^ttfl fi^rieti unb fpta$, e^ ed ©pta^Ie^ren qui. Q3 gibt 
p aßen Sitten @emtd, unb immer me^r ®enie$ ald 3nSnner, 
bie mit einem ooiäügli#en SJerftanbe begabt finb" ^). ,§omeT'S 
E^iopetn, @^Iefpeare'e @c^auf))teU finb irregulär, loetl in be^ben 
gar oft nnb ft^ ntibet bie Stegetn beä allgemeinen @^ßnen ge' 
[änbigtt loirb. 9)enn ber gute @ef(^macC ^errfc^t, fo f^^et man 
liie eiojelnen ®(^ön^en an fot(^en SBerfen unb migbiUiget bte 
^bln, nxU foI(^ Viobucte nie ein fi^Sne^s @anjeiS ausmalen 
Umm' ä), 

3n ben ©elften, bie fic^ mit ber beutfi^en ©prcu^ bef^f» 
tijm, mat^ nun 9be(ung &eitawii von ben bisher entnricfelten 
infii^en. Sir fönnen uns bed^Ib too^l beuten, tvo tS iffox am 
hflen gelingen mufe. Auf bem @ebiet ber neu^otöbeutfeten @^rift« 
ipiaifie bringt fein Haret Sßerftanb, fein nfic^temeö Urt^eil unb 
jnn etfemer j^Iet^ Serie l^or, bie oon einem fe^ btlieutenben 
Srfolg begleitet maten unb eine feineStoegS ju unterf^Sgenbe (Stelle 
tD ber ®ef(^te ber beutfc^ @f>ra(^n}iffenf^aft einnehmen. @ein 
@iaimnattf<^cMttf(^eS %Bi)Tterbu(^ ber |)0(^beutf<^en äßunbart be<^ 
iifcMÜ fi(^ auf bie ^oc^beutf^e ©i^ftfptat^ feiner ^tt. 9Iur 
lotil .Krjd^iebene filtere Schriften noc^ ^fl^i^ gelefen merben, finb 
inH^ bie in benfelben oorlommenben oeralteten unb ptootnjieQcn 
^vQtx, Säebeutungen unb Sortffigungen mit aufgeffi^rt, follte ed 



1) abtiune, Vlibtx btn Sieutf^tn 61^ (2 u.) 3, e. 400. — 2) 66tiib. 
6. 401. Ucitt (Dmn uil^itlt übdune otTJlänbiact tn tcintm XiiT)cn ^btt 
aiiH mmt^Ii^n gcrtigtcitm unb Acniilnif[t, Vfl 3 l2. 9uf[.) etifj. 1786, 
e. *75. — 3) Qbab. ©. 401 fg. 



ciilizedüv Google 



224 Sntütt eu4. 8ia1t< Xtqjiltl. 

014 nur gef<!^^ fe^n, um ben unbrnbigm ober aii£lStiln(4ni 
Sefei jn lunten* '). ^xnet^I^ bei SrSnjen, bie Xbelung m 
^tec felbft jie^, ift ftin SJötteTbut^ unftrntig eine ^di^ft aneTlcn< 
nendwert^ Setftung. @eine Sanunlungen tSmun natftili^ nü^t 
DoKftfinbtg fein, aUx fie ftnb für feinen Qaed fe^c xrit^^Itig. 
@etne SäeflnffSbefHimnunsen finb Rat luib fi^, unb fie treffm 
in ben nutften ^Ucn bas dh^ttae. Son Sbetung'« «nfi^tm 
über baS liefen beS ^oc^beutf^en, bie au^ auf fein SStier^ucft 
einen ftöienbcn Sinflu^ ftufem, metben mit weiter unten f^nti^ 
unb ebenfo laffen irii: bie Seite ber eti)moloaif(^ 5o5rf(^una ^ 
niK^ unberÜ^. 

@ctne gconnnatift^ Vtrbeften begann %belung nit feinet 
,<Cieutf4en ©tna^le^tc. dum ®ebtau(^ ber ©c^ulot in btn 
JtÜntglif^ $reugtf^tn Souben", 1781. „lAe 3)eutf(^ ©frat^, 
fagt er in feiner SSibmung an ben SUtini^ oon QäAiH, 
„auf !Z)eutfc^ ©c^en gTommatif^ au Itfycm unb ju leinen, 
biefei eined giogen SSntged unb feine« grogen SRiniftete \o 
nflibige iStiatät, t>erbienet son bei f);dtejittn Ka^UKlt, hkI^c 
eift ben oi^aigen %u«en baoon einfimten wirb, mit ber lA^aftefttn 
Sna^ifinbung beS txaitt» vne'fycü ju meiben." ^ ber SJombt 
legt er bann bie Snfi^ten bar, nat^ benen er bie Qtraioiiutil bei 
beutfc^ ®))iac^ gu be^nbelt gäwnft. „f&» gibt Bome^»^ 
einen Qä>oppt\tm tßeg, bie Meg^ einer ®ptailft vorjntiagtn nnb 
}n le^^ten: entn)^ei, bag man ba^ienige, was man in ber ®t)iii4t 
bemeift ober benteilet gefunben, unter gemtffe aOgemeine, grSSteii' 
^8 von SItem ®)n;ac^Ie^ien entlehnte SbibrUcn neben einanbtt 
ftcOe, D^ne weiter gn unterfut^en, toai es ift, mie es ifl, obtt 
nnrum es ift-, ober ba$ man bas 1&t\ea ber ©prac^ in i^ \äf^ 
auffuc^, oon allem WaS in berfelben »orfommt, beuäi^e Segriff^ 
XU bebnunen unb )u geben fut^, unb ben Urfo^en müifffi^ 
mmm boS SScrfinberli^e in ber ®pta^ geiobe fo unb nüflt (iii< 
be« eingeri^tet Ift" SK«^ ^Se man faft inuner nur b«i etpe* 
Yen, freiließ leichteren jQ}eg eingef^gen- „SDie lEiUtnuna bn 



1) Sttfu^ ttnt« an»nin.>hU. mtttrtu^rtj^l. I, SSph. & xm. 



:.L|,l,zedl:,G00glc 



tu gtrnuiii|(^ q^ilolcgic in 3)tiit|i^Ianb von 1748 M 1797. 225 

gpnu^ ift tabimö ein Slöge« 9B«[ be« ®ebäd&tniffeS gewoiben, 
t»; todtim bec Sciftonb au4 nii^t bie mitibefte Sefi^ftigung 
fintiet, mib guKit bad langtsetltgfte unb a6[(^ie(lEnbfte ®ebäc^tntg' 
wrf, md(^ man fi^ mit porftellen laitn, weil man fit^ überall 
^onj mit bunMn ürä> »emonenen Segriffcn bereifen mugte , unb 
in ftintm $alle mdi Ignmb unb Urfac^e fragen fonnte ober 
kifte.* 1^ felbft luoOe nun ben jtveiten, freilti^ mfl^famen, aber 
ißtSf allein lit^tigen Seg betreten. Sr ^be fii^ bemüht, M& 
Sejflt ber £)eutf(^ ©tira^e in i^r felbft aufjufuc^en," unb aus 
bon &ibxaad)e berStebet^eile in ber beutfi^en ®^xai^ „bie @rünbe 
^eijHldten gefu^, worum bie Dorne^mften Srfc^einungen in ber* 
W6tn i'o unb nic^t onberä [inb unb fe^n Kinnen." „Der lefttc 
funct war einer ber fii^werflen unb mü^fantften. ^ök iSpra^, 
folilli^ ou^ bie S)eutf(^, ift von einem gana ro^en unb fwnli^en 
SoBt no^ bunM empfunbenen 9e^nli(^!eiten erfunben unb auSgt' 
(ilbti, wob felbft im Fortgänge bei Sultur nac^ eben fo bunfel 
empfunbenen ae^ntt^tetten erwettert, unb verfeinert werben. SUeS 
bitfeä auf öeuöit^ Begriffe jurütf ju führen, ift ni(^t leitet" „3n 
En ^aHje ift folt^es f^tci^tetbingd unmogtic^, wenn man nic^t 
Siä auf i^en elften Urfprung jurüd ge^, weil bie wahren ©rünbe 
unb Uifat^ aller ober bo$ ber oome^mften ISrft^einungen in ber 
äpaw^ nur ^er fleft6ß})ft, unb nur ou8 i^m aßeiit begreiflich ge* 
uoc^ werben löftnen." anon fie^t, eg ift ein ^o^ 3iet, ba« 
^Ibclmtg fU^ ftedt. X)ag er bieg 3ie[ erreid^t ^abe, wirb man 
nii^ erwarten. Slber tebenfalls gehört feine Deutft^ ^pxaäiU^t 
föi Spulen JU ben ©c^riften, bie neben feinen SßSngeln <m<^ feine 
SuTgäge in befonberem ^tage jeigen. 

Seine ©^utgrammatif ergänzte ilbelung im folgenben ^a^r 
ton^ fein „Umftänblic^ Se^rgebänbe ber 3)cutf(§en ©protze jur 
ftriäuterung ber Iieutfc^en i£praii)te^re für ©faulen, fieipjig 1782." 
&n gibt er bte nä^e 99egrünbung beffen, was er in ber ®pra^> 
^tt für @(^en als (ftgebniß »orweggenommen ^atte, unb im 
Snf^lng baron ISgt er in feinem Wagojin für bte!^utf^e@pra(^ 
(1782—1784) no^ eine Wei^ »on Äb^nblungen über einjelne 
listige fünfte foCgen. ^er erUfirt fi^ nun Sbelung aw^ ein» 



i.,C-.ooglc 



22S ^nt\U» eiid^. iSirrt« ftapttcl. 

gt^ber fl^ bte @runbfrag«t feines Unternehmens: ßbts tus 
gtomstatif^ Srletnen bet £Dhttterf)>Ta^ unb flbet bas SSer^Httne 
bei @(ranraiattf jut p^Uofoti^ifc^en ©ti^culation. ,0b rfi M^ 
ift," fagt et, „rine ©pta^, unb befonbeiS feine WutU^ptaä)e, grani' 
motifi^, b. L mit ^cmugtfe^n ber ®ptaltteQän, ober aus Uogei 
Uefeung ju etlmteit, ift feftr leicht ju entfi^ben, fo balb man nur 
über ben SßOQug bn Raren unb beutlic^en Srfenntnig cor bn 
bunMen unb vemorrmen einig ift 'XMe Keßere ift üoa etnei 
blofi aus bei Uebung erlangten greitigleit uniertremtl^, bie er^m 
ober lonn otlein au« ber ©(rca^le^e erhalten »erben. SHefe ift 
in bex aRutterfvra<|e befto not^iDenbign, je unt)er}ei^[i(^ t& ift, 
fl0 Don @egenft&nben aufer ui^ flarer unb beudit^ S3egrifft ju 
beffeiffigen, unb fi(^ in Knfe^g bes @angeS unb ÜuSbnufe« feitin 
eigenen ®ebanlen mit bunfeln unb wnoorrenen ju befricbigen' '). 
Ueber bas SJei^Itnig ber ¥^tlDfot)^ie jut @))ra(^nnffenf(Ht fini^t 
fU§ ^elung fo aus: ,@pxa(t)hm\t unb Sogil finb tnbeffen nä^ 
wnvanbt, als man gemeiniglu^ glaubt. 3^e bcf^ftigt fu^ mit 
bem ric^Hgen ttusbrude ber ®ebanlen, unb ba biefe uns ti^ttg 
benfen lehret, fo foQte fie biUig oor (Erfeimmg ber ©^noi^Iun^ 
ooraus ge^n. iBe^be flären fi^ mei^elsitieifc auf, unb ön gt' 
f(^dter Setter unrb einen gtogen 2:^etl ber SogU gelegentli^ bc^ 
ber 'Spxaäflm\t eortragen Wnnen" ^). ®o fe^ ober au^ SO* 
lung baS Sogif^e in ber ®!(txaätt betont, fo fte^t er bD<4 ret^t 
WD^ ein, bag bie @pra^ feinesroegs mit ber So^it jufamm(n< 
f&m. .'3^1 bie Bpta^ttqein Möge lErfa^rungSfä^ fuib," fagt a, 
sfo finb fte au(^ nur UKi^f^einlii^, unb fünnen nii^t onberS als 
inxH) SSe^finele erliefen roerben. ^^ofop^ifd^e Seweife finb fei« 
t^i(S mtmöglii^, t^eils nii^t ^inlflngli<^, meil in einer ®pxa^t 
ni{^ts iwr^nbeit ift, wonon nii^t auc^ bas. @egent^eU Statt fin' 
ben lilnnte, unb in anbem <Spxaiim wirSti^ @tatt finbef ^). 
aber stc^isbeftomeniger «ift bie ©fi^ad^le^re beS Deoifinftigcn unb 
loiffenf^aftlit^en Vortrages eben fo fe^ fä^ als eine lAt anben 



1) Umftfinbl. Si^TBtbSubt, «b. I. (1782) e. 92. — 2) 9Mb. 
. I, @. 92. — 3) «btnb. «b. I, €. 113. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



Oit attmonifilit ^^irologit in Jieutf^Ianb »on 1748 6i( 1797. 227 

^c^, unb ti ift bte ^fi\ifi eines jeben ®ptaiik1)xn9 , aiim Sc 
giiffoi in btr @)n;a^ beit ^St^ften mit möglichen @iab bei: X)eut' 
li^frit unb Seftimmt^t jU geben, unb bie Srflnbe aiitx *St\ii)änf 
mcfm fD tief au^ufu^en, aU bie Statut bei @a4e t9 verftattet 
ffiiH man bas )>^Iofo?!^4 nennen, tmmec^ini allein aldbonn 
mg Man ouc^ fleftelten, bag gtünbli^r »evnünftig unb )}^ilofo< 
p^(( eiiiei(^ ift, bnn nur ba9 fti<^te, unDentfinftige unb tKnooc 
irae entflegra ^e^ fanu' *). 

3b feinem Umftanblit^n Se^ts^äube ^t Xbelung niebecge' 
Itgt, wqS xiim fein ))^iD7{o)}^i!c^ unb ^ftimfi^ ©tubiunt ber 
tiattft^ ^ptaäit ergeben ^ot. I£i tKgtnnt mit einet (Einleitung 
tei ©ptai^ , beutfi^ ©Jita^e unb beutfije ®pxai^l^. S)o8 
ganje Sett glie^Ktt et in gmei 3:^etle, becen etftet umfangiei^ftet 
DM ,bet grnttflfeit ri^tig ju leben" ^nbelt, rofi^enb ber jroeite 
fi4 nrit ,ber Dtt^ogrop^e ober gettigfeit tii^iifl ju ft^rciben'' 6e« 
\^ X>ie Se^ Don bet S9ilbung, ber SSicgtntg unb bet Munt" 
nrnfe^ung ber Sottet ift nü^ o^nc richtige Semetfungot, aiet 
m gmjnt gehört fte ju ben äiftungen abdung'iB, bie am UKitc 
pa ^tntet Um jurücFbleii&en, aas nrit t^tit »erlangen; unb es 
loinite bieS aui$ bei Hbelung'8 Set^Uen jut ©pta^el^i^te, nrie 
mit eS nai^ei fennen lernen loerben, ni^ anbevs fein, ^gegen 
bcjeii^ [ein Xbfi^nitt „oon beut @9nta;e ober Stebefo^" einen 
a^ifiAtam gfottf^tttt unb ^ot bis in bie neufte geit ^inetn ouf 
tne ^Jearbettet bet beutfc^en ©l^nto; beiougt ober unbennißt einen 
inu)eTtenn6atat (IHnflug geäbt. 'Stameaä.\<^ finben mir bte @runb' 
lüfie von übelung'S %nfi(6ten übet bie Stten ber @ä^ bei beut< 
i^ Stamnotifetn bet »etf^iebenften %tt nriebet. Cr fö^tt jtoat 
ipa, mt m^ \mft iJfterS, ^. dlector üßetner olS ben ©ele^tten 
dB , bet t^ in feiner $^ilofo))^f(^en ®pra^lti)tt ben 2ßeg gc' 
baifUi ^ '). Sttet Wenn mir bie (Störterungen SWeiner'« übet 



1) dbaib. I, e. 116. tQgl. anUt Snasojin füt bie Smtf^t S)}ta(^, 
Sipcn So^rg. trflce 6lä(t, 1782, S. 132. - 2) UmfKinbl. Stl^igel. 
lt. 6. 567. «fiU^eutjc^t €pra<^[c^ie jum @<&raii$e btr S^ultn u. (. ». 
1"S1, Son. »{.6. Dlagajln f. bit£(ull<^c Bptaäit I, 1 (1782) €.132 fg. 



LSi,-.,.:.l.,G00glc 



228 Sncitt« ^u<^- 93i"tta ffopUcI. 

bte Htten ber ۊ^ mit benen Xbelung'3 Deigfeu^en, fo tDeti)eti 
wir unfeebenWit^ äbelung baS fliölne aierbienft um bie aufnätunfl 
biefet ff^miengen Sßaterie aufpiei^n ')■ >i<£in \tbeS einon @u^ 
iecte entmcbei gu= ober abgefpro^eneä ^idbicat," fagt ei, .mai^t 
einen ®(Mi aitö, unb ba bie Biotin: immer mtr Don bem Sinfa^tm 
bun^ umnerKif^e UebergSnge ju bem jufammett gefe^em fott' 
f (freitet, fo 6eftanb in bet erften Stnb^eit ber ajorft^imgen unb 
bec ©pradge bte ganje Webe auS tautn [oli^en einfa^en neben 
einanbeT geftellten ®ä^, beren jeber fein eigene« ©ubiect unb 
^läbicot, unb aüi) ni^t me^r als eineg, aümfaüs mit einigen 
einfallen n&^em Seftimmungen ^atte" ^). Srft na^' utiD nat^ 
lernte man, meutere @ä^ mit einanber ju ixrbinben unb fo ali> 
mfi^tid^ bie mannigfac^ften ®a|btlbmigen ^ervorgubringen, „mlä)t 
fi(^ boc^ indgefammt auf gwe^ läteft^iSfiuncte gurQd führen Ia[^ 
auf bie ÜOIaterie beS ®a^, b. t auf bte äSegriffe unb 1ßet\ki' 
lungeit, toelt^ er enthält, unb auf bte ^xm beffeUen, mU^ Doa 
ber ®einflt^äfteQung beä @))re(^en abfängt. ^ Vuf^nng ber 
SDlateiie tft ein ®a^ entmeber einfat^, menn ei bto| au£ bem 
©ubiecle unb beffen $räbicate befte^et; ober jufantmen gefegt, 
toenn gme^ ober meiere ©äfie ju einem einigen @at}e oerbunben 
werben, ber benu folgli^ mehrere ©ubjecte mit i^ ^röbic* 
ten ent^t. &qbe Xrten ftnb entwebec nadte ®&^, wenn to< 
tpo^I bad ©ubiect als bas frSbicat, o^ne alle nä^ete ääcgeic^nung 
auSgcbTüdt werben, ober ausgebtibete, wenn be^be nad^ i^ 
SBer^ältniffen, ©genf^aften ober Umftünben, bo(6 nur »ermtttelft 
einjelner SHebet^eile ober 93efttmmung8wört«, j. S. buti^ Äbrerbia, 
Stbiectioa, ^rSfiDfitionen mit i^en tSafibuS u. f. f. vSi^ bejeii^net 
werben; ober enMi# erweiterte, wenn SSer^Üttniffe, ©flenff^of' 
ten, Umftitnbe, S3ebingungen u. f. f. jwif^ bem ©ubjecte unb 



1) Sgl. SJtrfut^ tinei an btt mcnft^Ui^tn epmi^t abstbiUettn Vw 
nunftlt^it ob<T $^ilcfi})»^i|(4t unb aagcmciiit @)niii^l(^» ooii 39^a>ta fflen 
na SUcinti:, bn e<^u(c }u Sanatn|al)a Sittior, Seil^iia 1781, e. 319 fg. 
mit abelung'a Umpänbl. Bt^rfleb. II, €■ 566 fg. — 2) Umftfinbt. fit^igrt- 
II, (1782) e. S7I. 



ciilizedüv Google 



Cic yammd\^ V^Uotegit in 7itutf(§[anb uon 1748 ti« 1797. 220 

bot ^cSbicote in eigenen ®fi$en eingefc^ofien, ober anäi als eigene, 
lAa ni^t ddi ^^ befte^enbe @S^ b^ $r&btcate ange^nget loeT' 
tot. DergleicM eingeft^ofeene ober ange^ngte ©äfee »erben 
^tbtnffi^e genannt, unb ^^m aUbann bem ^auptfafee ent< 
j(gm, aüäftm fie jur n&^n äSeftimmung bienen" '). IDIon fe^ 
fi^ mn, uus frühere beutfc^e @ramntattren Qbtx ben @a^6au 
grttn, unb man luirb in biefen uns jefet fo geläufigen Seflim* 
mungm eine bn ttefften SintmtTungen Hbelung'ä auf bie %ßetter' 
flitnninung ber beutfil^en ^raminattl erlennen. 

(Kn ^uptanliegen «belung«, baS fic^ burt^ aöe feine fprai^ 
miffnif^Iit^en @(^ften ^inburi^jie^t, ift, feftjufteOen, mas man 
unter ^oi^beutf^ ju Mrfte^en ^abe. Si bleibt {i(^ in fetnet 
Seifimmung nii^t ganj gtetc^. ©imnol fagt er Don ber ^of^beut- 
fi^ ©prai^, r« f" „im ®runbe ni^ts anberS, als bie burc^ ba« 
Cfitrf&^ifd^e gentilberte, imb bur^ @efi$mact unb Siffenf^aften 
ansgtbilbete Cberbeutft^e SRunbatf" ^). ©in anbereSmoI Reifet eä: 
,9iDig foQte man breq IwuTitmunbatten anneffmen , bie fübli^e, 
M^fte über Oberbentfc^e, bie ^o^e, aftittetbeutfc^e ober mittellän' 
bifi^, unb bie nürblit^e ober Stieberbeutfi^', alsbann tonnte man 
btt giK^beutf(^e ober ^errfd^enbe ©i^ftfprac^e but(^ bie oerfeinerte 
mitfeüünbifi^e etfUren" *). ffiorauf aber Äbelung immer oon 
nniem jutficfFommt unb loas er mit einer %rt von ^natiSmuS 
wrt^bigt, ip ber ©a^: S)q8 §o(^beutf(l^e ift bie ©prai^e bet 
Dtam flloffen Dberfac^fenä *). 9[n feiner ^roDinj Deuff^lanbs 
mrb ,un[ete ^ö^e @^rift= unb ©efeüftfyiftsfpra^e" „fo aOge« 
nrin mtb in ben ©täbten felbft in ben unterften fllaffen gefpro« 
ilBi' ^). WxS »gut |)oc^beutf(^ ift," fann nid^t »in ben ^oviU' 



1) Ua^Anbl. et^rgcb. 11, (1783) €. 573 fg. IDitfelbeii !Btfltininungm 
nb %<j(i(§nungtn gibt im 3Be[tnUi(^n fc^on bit SpTac^lc^ic )um (Stbrou^ 
te Sf^ulm u. j. f. (1781) e. 538. — 3) Umflänbl. Et^rgtS. I, (1782) 
6. 81. Sgl. e6tnb. I, ®. 64. — 3) e6(nb. I, ©. 84. — 4) Sbenb. 
I, @. SS. Wagojin füi bit 3)cut|(^t Sf^'O«^' ^'^ 3<>^'i; ttfttt &M 
(1788) e. 19. 21. 27 fg. Bl fg. — 5) ajJoflOjiii [üt bit ttut\^t &fa»^t, 
ftfl. 3i»^rfl. etpn ©tüd (1782)- ©. 35. 



ciilizedüv Google 



2S0 ätvtttcs eud). 3Jictlc< Jtapüel. 

Jen, wo man bas |)0(^t»t{i^ als eine frembe @imt^ etitatt, 
Iwurt^eilet unb btftimmet ttKcben, foiibern mx ba, mo bei @f to^' 
gebtau^ beiS $oi^beitt[(^en etit^etmif<^ ift (b. ^. in ben ^^iOiliätm 
fS.flut\aij[i\ä)tn Sanben"), hkU auffet feinem Satetlanbe ivebet bie 
f^rfa^nma fo allgemein unb W^z, nod) int iSmpfinbnng \t> fein 
unb üficreinftimmenb fe?n fann, al8 boju erfotbert wirb" ')■ 3>a6 
eS mit ber reinen ^pxa^t bei unteten fitaffen im ,fäbU<^ 
SDbetfa^fen* ntc^ meit ^ fei, fonnte 3(belung ni<^t entgc^'), 
unb aut^ ba ben (S^ilbcten fonnte et baS SSor^nbenfetn gewifTex 
^coinncialtsmen nid^t läugnen^); bemtcK^ uwltte et feine %n[\^ 
um ieben $ieis feft^alten. (Ss lägt ftc^ beulen, ba$ et in ben 
oetf^ebenften @tgenben SDeutf^Ianbd auf Sibetfptw^ ftieg. 1H 
mugte ^tS um fo me^t gcf^^, aU Sbelung oiul^ ffit bie beut» 
f^ Sitetatut beiS 18. ^a^t^unbettS ben ißrimat !Obctf(><&fend 
in %if))ru# na^. ;^n bet erßen ^fte be« 18. ^a^^unbcits 
Ratten Derfi^cbene Umftänbe jufammen genjitft, um in O^a^fen 
bem ®ef(!^mail bie „einige toaiixt Wx^tm^' p geben. „SDet tsurdf 
^nbtung nnb t<ra6rifen er^ü^ete So^Iftonb unb ^JoUämenge, bie 
in Dberfat^fen raieber l&ergeftellte unb bem gemeinen SRenf^enoet' 
ftanbe begteiffliti^ gemai^te unb allgemein oei^eitete ^^ilofof^^ie, 
bie prä^tigen §öfe bet Äugufte," — „bie DOtt ©ottfi^ben gern« 
nigte 'Bpxaiit' — „SUe bte Umftänbe mitäen f^neU unb untut* 
betfle^lii^, unb Oberfac^fen matb rammelt 3>utf(^Ianba Ättica 
unb Xoecona unb biente bem 6iS^ no<^ unvolllommencn unb 
fi^nianfenben ®^i^ma.dt jut ®til^ unb p^ennn. 3" twm 3^ 
puncteDon 1740 bis auf ben oetbetblit^enfiebenifi^ttgen Stieg, unicn 
biefe gfotgen am fni^tbarften, unb baS ifi att^ unftteitig ber fi^fie 
3"tpunct, mift nur bet ft^onen ?ttetatut 35eutf(^IonbS, fonbetn 
beä bcutfi^eu ®ef(^matfeä fiber^autJt. Iieutft^Ianb oerfanntt fein 
Ät^en bfimals ni^t; alle ^roDingen ämteteu ^iet ©efi^matt unb 
Äünfte, bie mitrit^ cloffif^en ©(^tiffteüet, roelt^e loii ^6en, fmb 



1) äufoinmenfltiOBtn uu^ anoflojln für bie S)tutf<^ Sptoi^, (StPen 
Salirfl. «PM ©löcr ©. 30. — 2) llmpänbJ. et^igt&. I, (1783) «. 89. — 
3) Umjiönbl- itlt^itb. I, (1782) ©. 85. 



LSi,-.,Li:, Google 



Ck ||tnmni|(^t ^^ilologic in ^^tutfi^Ianb oon 1748 Ut 1797. 231 

mjstfonmt \i>iä)t, mU^ f^ in Obctfat^ftn obet boif na<^ Obet' 
^\i)tB Wuftem ge&Ubet ^aben* ■). (Eine foli^ @piai^, im 
3a^ 1782 gcfü^, mu^ ben {Bibeiftmic^ ^lausfotbem. (&t 
a^Igte bemt aui^ Dim aUen Seiten, i^ ber SetUner 3ßonatö' 
ji^rifl bunt StcifteT, ber einerfeitfl bie ^üS^pxa<l)t ber 0&ei< 
ia4fni, i^ r^&^eltfome a3enve<^3lintg bes I iptb |i, bts k unb 
I', bim^^ti!^, onbietfeitö bagegen Serau^ning einlegt, bag bie 
Qfiaffif^rifi^ Seiftungen oo» 1740 — 1760 ,un« nit^t nur SRegel 
unb Sti^^nur, fonbem aaiSf ^länje unb ^id. fein foUen" "). 
ftafrinften unb einf^tififten trat Sielanb gegen Sbelung in 
bif @(^anten mit einigen Suff 5^ „Ueber bie ^age: Stas ift 
^x^xutfi^,'' bie er in bie ^a^gSnge 1782 unb 88 feine« 3:cut' 
[i^ anerto einrödte ^). „©(^reibet biefes,' fagt et, »ffot oiele 
Sdcgtn^ ge^ ß^urfSi^fc^ |Ktren unb !{)amen, bie gonj 
inontSgig in bie oberften JHoffen gehörten, ju ft)rei^n, — unb 
imglSdÜi^ SBeife ntufte er immer auf [oU^e treffen, wel^ eine 
Xmna^e oon ^. Sbelung'S 3}etfi($erung mac^n, unb (von 
btn Seenen unb Iorf(^amen S^lenern nii^S ju fagen) fo 
viel ¥T0Din3ial<%i8brü(fe in i^e ®pxa^ mift^ten, als btc ^er* 
{curat i^ ®tanbe2 gregttnti^etls in allen ädrigen ttiUf<^en $io> 
pinjen gu tbun pflegen" 0- ^^ aber bie 33erbienfte ber ®tabt 
tti)^ betrifft , fo eriennt er biefetben nai^ allen ©etten ^tn tn~ 
Bdipim 3Ha6e an. „Aber feiner i^ter Patrioten," fagt er, „fo 
tpferfjkttig er anä) ftber i^ren 9)u^m fe^n mag, fann ful^ beleibigt 
finlKn, nxim ii^ i^ ria SSorre^ abfpre«^, bas t<^ feiner onbem 



1) «Moflojin ffit bit Cnilfiltf ©jjtod^, ecp. ao^tg. trpt« Slfld (1782) 
e. 93 fg. — S) Salinift^ SRonottfi^ift ^autacg. tun %. @tbitt unb 
3- e. eitptt. Sr^ct eanb, «tclin 1788, €. 194. - 3) ffiittanb gab bit 
Reiben ab^nbluugtn unlci bn QRattc eint« @tnftnbtre, bti fi^ ^^ilomufo« 
•nauc, tmb inii|i^ lotli^m unb Xbclung bann Sicianb am ^lufi ju 
tcnmUdn [u^lt. Uu bot &an)c moi oon SJitlonb. I£[ ^ (I mit datgcn 
SnÖBbtnmgtn in (riiit Snft aufgenornnKn unb fii( bciübn ouegetViix^'n- 
e. Oitlntb'e fSmmll. «kitt, »b. 44, 2(i))j. 1826, e. 235 fg. — 4) £« 
foufi^ «citui, t^u. 1782, €. 204. 



ciilizedüv Google 



232 ä'i'ti'cs Qt4- einte« Jtapittr. 

€tabt in Xeutf^Ionb jugeftel^ ivficbe" '). s&on Gefonbennt 3» 
tmfle ift nne fic^ Sielanb ü6er ))en ©ttfitug bet ©t^nftfteüer ouf 
bie ^pxai^t dufert. 3)eii @a^, bat bit ®(^riftftellet m^ bie 
&pxaitt maittn, ^tte Slbelung (o aufgefaßt, baf ben ®4riftfttl= 
Ittn fibei^aupt fein fetbftänbiger GctnfCug auf bie ©pra^ iviommt, 
bafe fie fii^ tittoie^ ganj im firetfe bet bereits »or^onbentn ge. 
feUf^ftlic^ ®ptaiit ber oöeten Älaffen D6etfa(^(enS ju ^Itra 
^en =). ,!Cie Aufnahme prooinaieüer aBiJrter" tft ein Sßerbetb 
ber ©t^riftfpra^e, „weil fte, \o fem fte roirtlic^ proDinjiea finb, 
bem Qief^Dtade na(^ oQema^l um mehrere ©tabe tiefer fie^ 
muffen" 3). .Veraltete fflörter" finb „aü ein Änawurf on^^ 
fe^en, ber in ba8 ©anje niii^t me^ paif '); unb »e« tft untilliä 
unb ivtber bie 3(bft(^t ber @pra(^, bergtet^en XuSivurf nutni^ 
?tebenurfa^ wegen nieber jurfid ju nt^n, b. l einma^I tKriiI>^ 
tete aSörter, formen unb ajerbinbungsorten mieber in ben Äong 
■bringen p tDOlIen" *). SBie in »ielen gäüen, fo Hegt aui$ ^iei 
ben Stnfu^ten %betung'ä etroae Sa^reä jinn <Smnbe, aber bie txt, 
mie er fie onwenbet, ift »erfe^rt. 3<^ nriö beifpietemeife nur 
anführen, bag ^belung unter bie üBörter, beren ®e6iau4 er für 
ganj Derwerflid^ erftärt, folgenbe rennet: entfprec^en (ffir gefflSS 
fein) «), ©traue (für fflompf) "^r ®e*« (föt ^wp^et) «), begiwifii 
(für anfangen) «). 9?otürIi(5 fpric^t R^ aud^ SBielanb auf baS 
dlerentf^ebenfte gegen bad 3:rei6en fo mancher bamoligen ®4fin^ 
fteller onS, bie fit^ um bie 9li(^tig!eit ber ©prai^ nii^tfi Kitraier' 
ten unb o^ne aßen @ewinn für i^ren ^uäbrud Deroltete ober 



1) @Bntb. e. 208. -r 2) «btluns bitifet fit^ aui^ in biefcn e^<i>if 
tungtu nii^t gong gCtit^; abcT ba« Ob%< ifi b« iHftntlic^t Sinn von 9H> 
lung'« Sb^nblung : .©inb t« S<%riftp(II«, t»tl<^c fcle S)>ra(^ biüai mii 
autbilbcni' int Wogojin fCi bie 2)tul|C(ic Slrea^c, @t^i 3(ibi^- ''"I"' 
©lud (1782) 6. 45-57. — 3) aRa3«jiit füt bit Beutft^ epM(*t, W" 
3a^Tg. crßce etfltt (1782) €. 28. — 4) «benb. 6. 29. — 5) ffltnb. 
ei^ 3a^iB- i»«W«* ®fld (1782)- 6. 61. SSgl. S. 76. — 6) gto*' 
©. 67. — 7) ebenb. ©. 68. — 8) gbciib. 6. 69. — 9) (Sbenb. S. TS. 
Sgl. I, 3, 15S, 



ciilizedüv Google 



^ gmnanif«^ V^Uologit in ^tutfc^liinb »an 174S 6i« 1797. 233 

immngidfe ViStttx in i^ ®c^ftfpra<$e einmengten 0- S^i 
bitftä Unfugg wegen bflrfe man bie Steinte ber niiiRii^ guten 
S^ri^teller ntc^t DerCümmem. X)enn fie frim eä, „lotU^ bie 
mite @^ftft>wi^ eines ©oHe« bilben' 2). 9Iatörfi(^ ^ auc^ 
tie %mfiät brt feetufenen ©(^riftfteßei i^re ffirängen; „oöer biefe 
Srönjes toetben Diebne^i buti^ bte 97atui bei Spiat^e inib bui^ 
tu adgnnnnen @nntbfage hts nötigen !Cenfen9 unb bei guten 
®i^6ait, als bui^ bie aJinnbatt ber o6etn Älaffen in bei 
H^tibften fcoDinj feftgefe^" ^). 1>k ^nt fei ito^ nii^t geforn^ 
na, wo bie Xnja^f bei Stutoren, icel^e bett ganjen Sleii^t^um 
infra ©0rift»©|)ta(l&e entölten, füi befc^loffen angefe^en weiben 
Frönte. %is bä^n abei feien bte älteren 3)iateTte noc^ immer aU 
jflnnneS @ut unb @igent^um ber eisten beutf^en ®pta(^ unb 
nie tine jfat Don gwibgiuten anjufe^en, aus meli^ man bm 
3<bäTfni{|en bei aOgemrinen ®^itft ^ €l)rac^e in Säßen , rao es 
mmnöt^ tft, gu ^(fe fommen tonne *). „©^liftfteQei Don 
Stff^nunf toiffen immei am beften maS fie ju t^un ^ben, unb 
tcit loeit fte ge^ bllifen: fehlen fte aber, fo fümmt eS einem 
un^ Slriftaic^ alleibings ju, ju jeigen, nne, worinn nnb toaium 
jit bas @^illii^e oeife^It ^ben. Slbei nie lann t^ bte %n> 
magmtg geftattet merben, mtUfärlic^e ®efe^e gu geben, unb bem 
Äoiie, bem ,4Bit, ber fiaune, gfeff^n anjulegeit, fo lange fie bie 
^ffät, baS Slement moiinn fie allein leben Können, nii^t auf 
offenbaren Sl)i|brau(^ jie^* ^). „'Siti^ |»nn übelung iß bie 
eeiftänblit^feit bie einige (eingige) «br»^ bei ®pxaätt «). ^tte 
et gefagt bie ei|>e, fo niSre ni^ts bagegen etnjmoenben : bag fte 
nngtge ft^, nnrb i^m Fein !£iii^ter gugefte^n. Tiei will unb foU 
Bit feinet @pra(^ not^ »iele anbre Äbfui^en ctteit^ 6in J>ei< 
oltct IBort, ein $tot)tnjiaI ' JBort , mofüi baS fdgenannte §o^ 
tentfi^ lein bSlltg g(ei(^bebeutenbes ^at, ift gutaieileii an bem IDrte, 



1) Xam. TOertili, 1782, E«. 6. 195. — 8) <Sbtnb. 1782, So» 
€. 165. — 3) «6tnb. 1782, 910». €. 165. — 4) Cbenb. €. lt>9 Ig. — 
il ettob. 1782', Zkc e. 816. — 6) .aRosojln b« teiUfi^tn SpTai^t 
l. €1, 6. 57.' 



ElilizedüvGoOQlc 



234 j*"'"^ ^"^- 3)ictlu Jta))ittl. 

tDO exi bioutdt, getabc bie eiriitge ^oibe, bie ju feinet bc^nmlni 
a&fi4t (faßt, unb iDODon bte %8ärrung ab^q.f ')- <^nnent m 
uns, bag tiefe ffiorte im Qa^r 1782, olfo DM b*m iSx^nam 
bet geigten 3ßeiftemerle @öl^'S unb ©t^Her'S, gef^rtefeen finb, 
fo toerben rm Sßielanb um fo me^t 6ei))fli4ten. S^^i4 liict 
nwcben mit au(^ fagen ntüffen, bag bie ^age nac^ btr Cntfte^uns 
unb bem XBefen bet ®c^ftft)ta(^e, bie Sbelung unvid^tig btont' 
mottet, au<^ von 9ißielanb ungelöft bleibt. 

Qtn befonbmS S(ugenmet! ttt^tete flbelung auf bie Ua^ 
Ott^DQtop^ie. (Sine Snenge Don St&tiftftettetn , betufenm unb nit' 
fcetufenen, bef(^ftigte fi0 bamolä mit bet ©etbeffnrung bet beut", 
((^ Ott^ogrop^ ftlopftotf ^e im ^. 1778 feine @(^ 
übet bie beutfc^ IRe^tfc^etbung ^ausgegeben, tvorin et ben ffl^ntn 
äktfuE^ ma^, bie gonje bis^etige beutfd^e Crt^ograf>^e übet btn 
^ufen ju roetfen unb fie but4 eine ftteng buid^effl^ p^mtetif^ 
p etff^en. JtlovftDd*« Untetne^men fanb guat nut mä|tg«i 9n< 
Hang, abei ungd^ßge Hnbete bemü^ ^, iebei in feiner Seift, 
bie beutfi^ £)tt^ogta))^te gu Det6effetn, fo bafi föielonb in 
3. 1783 Don einet „«tt »on Dtt^ogtapl^fi:^ ^Jnfluenjo" \pnSfi, 
bie „in biefen le^ ^a^ren untet und e^nbemif^'' gemmben fei ^ 
nnb Don einer «lSi^t(^en unb unfetc gange dlatton bef^^nipfate 
ben ©ptai^Detivtrmng, bie baraus entfielt, bat nt^t nut bieäRa« 
gnaten unfrei gelehrten WepuMil, (We bem ©oH Sterin mit fciuOT 
guten SBe^fptefe oorge^en) fonbetn be^no^ jebet, ber droa» btntfoi 
I&gt, fic^ eine eigne ®ptaä)t unb eine eigne Unrtt^ > ©(^reibung 
mat^" 3). S>tefet ^eteinbted^ben Sillfflt fefite Xbclung mit allen 
i^ gu ®a)Ott fte^enben Sßitteln bie Sktt^igung \x9 ^etgc 
brauten entgegen. "Siaa ausffl^irii^en SCbfc^nitt feines Unftön^ 
Ixifm ge^rgebäubea flbet bte Ott^ogtop^ie ließ et in feinem äUü* 
gagin ^1782) «ne ^b^anblung übet bas „(Btunbgefe^ bet tm^^ 
Ort^ogtapbie" *), unb fpätet eine „aJoüftfinbige «niueifung ^ 



1) 1ttu1I<*ec aRettui: 1782, »ec. ©. 215. — 2) leutf«^ 3S«te 
1783 e. 320 {ti^mtU«) S. 16). — 3) eStnb, ©. 20. — 4) aRagotin (* 
bie ©tul|<^e eptaf^t, etjim 30^19. erßta 6lü(t, ©. 59. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



JÜt 3<Tiiiaiii|(^t ^^iblogic iu t)iutji^laiib oon 1743 bil 1797. 235 

tVitfi^ Dri^oato^^e, mb\t einem tlchien {Bitirterbu^e fftt ble 
ixS^paiit, Ort^ogra^^e, Siegunfl imb StbltUung, iMpjtg 1787", 
fülgm. „Unfm gmö^ntii^e Ott^ogrofi^ie', fagt et, „ift ni(f)t ba« 
Serf rines obei beä anbem 3>ibti>tbui, fonbent, fo nrie alles in 
M ®)>iaiV, bei gefammtcn Nation, toelc^ ixäiO) nai) ber bun> 
Hb ettaintntf bet «öTt^t ««b äWittel ge^^l'elt W ')■ «35ie 
bttttfi^ OTt^ogiU4>(ie tft in ber Knroenbung bec ti^ttgen Srunb« 
lote mit me^ Uefiereinfttmmung unb 2$erftanbe p ÜDeirfe gegon- 
3«, ab bte Oit^giap^ie trgenb einet anbem ®pta^* ^). „^4 
nfle imb Dotne^fte ^e« bet @i^tift ift: €(^6 loie bu ftm#. 
2)i(g ift glei^fam ha9 9iattttgefefe bet ®<!^ft'' ^). So flnbet man 
ober bte Xusf^nai^, toelt^ bmn$ bie @4ttft micbetgegeben met' 
tnt foK? „Untet bet ^o^beutfi^n Ott^ogtotil^ie'', antmotttt 
Sbetoig, „wtfte^ mon bie Dtt^ogto^'^ic ber 2>tutfdKn ©djrift» 
ftm»^, unb ba bie S^eti^mntg ber 9uS[))iai$e baä etfte ganj in 
bn Hbfif^ ber <S(^nft gegrflnbete @e[eg betfe^en ift, fo !ann nur 
bie $wt$i>eutf(^ Suflfprac^e , b. t. bte Kujffitai^e bet obetn Slaffen, 
n tDel^ bas god^beutfc^ ein^eimtfi^ ift, junt iS^tunbe bet ®<!^rift 
gdeget DKibcn, toeil nun fonfc nii^t ^oc^beutf^, fonbetn ^roDin' 
jinl-lJeutf^ f^reiboi njfltbe" *). «3tt bfttfen ^ nit^t nä^ 
toonf eingel^, tn melc^ SSet^Sttntg bamtXbelung btefen feinen 
ilnften 0ninbfa^ gu ben otibetot ®ij^ei6gefe^ bringt, unb xdoU 
\a nt no^ bemetten, bog et neben ntan^em SBerfe^rten oieleiS 
SfffUbtbige uib SDutc^bai^te fogt, o^ne bo^, bn feinet unti<l^tigen 
9ema\tfpm% fiber bas SBefen bet ^wl^beutfi^en ®if^\ptai)i, bei 
Sm^ onf ben @runb fommen ju lünnen. 

Sir ^ben im EBt^^gen Sbelung'ä Seiftungen auf bem gk» 
tntt brt neneten beutf^ ®)>tai^ betrautet. Snwiung ^t aber 
an^ tinai niii^t geringen 2^ fetneS ^leiges bem ©tubium bet 
öUrren beutf(^ ®pxaä)t unb Literatur gemibmet. St felbft nennt 
mntiil bie @ef(^te unferet filtern 'Dichtet |ein olted !ätebling«> 

1) Vtasoitn für bie lD(utt<4e SftnU^ I, 1 (1782) €.63. — 2i ebtnb. 
€. 81. — 3) fSbmit. €. «0. — 4) Um^änU. it^x^b&iAt, eb. II, (1782) 
e. 703. 



ciilizedüv Google 



286 ^ratHtt fSv.^ Bieütt Aopiltl. 

pubiinn 1). ^n me^i cäS einem feiner SSetfe gibt er eine Uettt' 
fit^t äbtt bte &^^ii)tt an]tn Sprache lutb t^ter atten 3)enfmä!ei;. 
®d nomeitäi(^ in bet einleitung ju fehtent Umftänblii^ Se^tge' 
Mube ber beutfi^en ®ptaiti- <£c unterfuc^t bie Qtefi^i^te imb bie 
©pra^ bet @ot^cn irab Ritbet freitti^ biefe le^tere flfeer bie SKofiai 
taui) tinb ungefc^Iad^t. 3)enn „man Oemeitt, bof bteSSöKer t\t\H 
^a^tctt Stamme« an Slo^t unb Unfultut gune^men, \t neltn fit 
öftlt^ tDD^nen" ^). Sine Steige jum 3:^etl utn^ngte^et üibeiten 
ht feinem aRagajiit für We beutfi^e ®pxa(i)t bef^äftigt [lä) mit ber 
alteren beutfi^ Sitetatut, barunter fein „S^ronologifc^eä ^ei*' 
nig ber SSit^ter imb ©ebi^te ouä bem ®(i|ro86tf[^ aeitpimttt' 
(1784) 3). ^ei nun^t et in Säejug auf baS 93eiraort aileifter, ba« 
manäim 55i(^tem bea §o^enftauflf(^en geltaltera gegeben »itb, bit 
S9emcrfung: „^ iß aus ^unbeit ©teilen ber ©c^roäbifi^n £)i<|' 
ter emwidlii!^, bag bie 3!)t(!^tfunft ju i^ ^^ ^n fo jünftig mar, 
aU oQe übrige 2rettiflletten, unb als bie SRitterf^ft felbft. Cbni 
(o erweislich tft, bag bie nat^ma^figcn 3Reifterffinger in gtrob« 
8inie von t^nen a^ftammen, ober eigentlii^ nic^S anbers finb, alä 
eben biefe altem SMd^ter, unb bag ber ganje Unterfd^eb bIo§ in 
bän grö^ unb geringem Änfe^ befielet, benn in bem bi(^ 
f(^ eWfte finb fie fi* fo jiemlit^ gleii^" *). 3ln biefer a^b< 
bing, fo mte in feiner ®(^rift Aber $üteri$ oon Steit^ei^^feii 
Hart «belung fo man^n Sßunft in ber ©ef^t^te bet attbeiBf^ 
üM^thntft auf, roenn er ani) natMtd^ viele t^tf&c^Iti^ ^pmti 
mit feinen geitgenofftn t^It «ber bas i^ntereffe, baä Sbelung 
an unfren alten ^ic^tungen ntmutt, i^ nur ein anttquarif^cS unti 
lefifograp^fil^ ^). aSon beren bti^terif^em Sert^ ^at er im 
X^mmg; nie er benn fiber^oupt unfre beutfc^ äJorjeit mit n»^ 
Ingrimm ^ft ©eine „«eltefte ®«f^^te ber SDeutJ^, i^m 



1) Pflterioh von BeioheizhanBen, Leipz. 1788, S. 5. — 2) Adelnog 
in Zahn'B Ausgabe dea Ulfilas , Weitgenfeli 1S05 , BinleitaDg 8. !<*- 
— 8) aSoflajin fflt bit. ©(ulfJ^« efxa^ II, 3, ©, 3—92. — 4) tSitab. IL 
3, 6, 6. - 5) B9I. etenb. I, 2, 6. 152. Uttri: btn S)«ili*tn W ^ 

(1785) ©. 310 fg. 



ciilizedüv Google 



fik gtnmnif^t ^ilolegit in Stutit^Ionb uon 1T48 iü 1797. 237 

^Vta^ nnb SittenUitr U» gut 93i)(r<manbenmg' (1806) ift tbte 
giftige ©^nd^fc^rtft auf bie alten ©eimanen, baS getabe Stbei' 
[pifi Dun Xacituä ©ermonia. SInmfenbciIbe, @))telei, gtaufom ge- 
p bit grätbe nxtrm bie ®eniianen. Sl^t bad genagt Stbelung 
(nutitem iri^t Zraäc^Mt, ^lot^d^t, Untetbcfidung beä%ßei< 
6ä, .xoüites iii jin ©ctaoinn ^erobgewacbigt ift" ')r to^t ^ 
itna vor. 3^re fogenonnte Siebe pi ^i^ ift nichts dte bet 
^l atam a&e lirinf^ätthnig. i^a felbfl t^re viel gerühmte ffleufi^* 
^ ^ Witen SBer^. @ie ift nur eine golge i^rer ungc6iD)eten 
hifi/Bt ^). Unb bag i^ie Xo^iferteit ni^t toett ^er aar, [it^t man 
mä i^itn ©(^la^efängen, inbem »ber ungebilbete 3ßenfi^ ni^t 
(tx ctmiä HKigt, toenn nic^t xsox^ec bie äJorftellung ber ®efa^ 
M boi iRoufi^ ber ©ecle oerbun(eIt motben" '). ®enug, ber 
olte^ennane ift .baS Süoubt^ier, m\ä)i& f^t&ft, fo balb eS ni^ 
W ober frigt" *); ,bet ißatiax grenjt ^er toett nä^ an boä 
TtiEenbe Zifttx, als an ben btirii^ Senntnig, Sitten unb ©ef^mod 
wKiiriten SSJeltmann" ^). 

Unb loie %belung bei bcn Slteften Steratanen ni<^ts aU t^ieri< 
1> Mo^^ fie^t, fo in ben aMi^tungen bet §o6enftauflf^n 3cit 
tailti olä elenbe iAetmerei unb @ef(^ma<lßorigIeit <B» war aller« 
^S mit ben iXieutf^ ttxoas beffer gemorben. ^as S^flen< 
^wa fytüt fie gejä^mt, fit fiengen an, ju einigem Sio^Iftanb p 
ärtangen, „unb ajenn bafiSebfirfniß befriebigt ift, unb bet 3Renf(§ 
mtSr erwirfet, ofö et jur Stot^butft bebatf, fo loitb ber Itieb 
m ^gnfigen ^errf^enb, unb bann entfte^ bie fd^önen Sflnfte 



II Hbtiuna, atlicftf ®t|*i^t( ber Dtutfi^cn, 1806, €. 297. — 2-} 3^ 
lain mir ft^i abgtfüijt gcEltn, »at fii^ b« Sbctuiig, SlcUcjlt (St\i^. bet 
toa^ S. 295 19. Unbü. — 3) »tlttpe ®e((^. bti Btutji^tn ©. 385. — 
<) ehiib. ©. 2«7. — 5J e6tnb. S. 296. »gl. Uwjläni!!. 8tl)rflt6. btt 
{cdMta eVT«^ ^ (1782) @. 27. 33. eit tooIEtn inbtjftn nii^l twrf<^ti> 
SC, l»| Bbdung auMiüinit^ iugibt, bag bti Scnnant j^nct la^tn ^itm 
tWm jBm ootaia aUc ^IfflinfUd in (eine Sfnoi^e gdtgt ^t, ftint Sf 
A bi< in« Untnblii^ )u mniidiaitigtn.' ÜeEtcße •Dc|<!^. bn Btulfi^n. 



ciilizedüv Google 



2 38 3l">titt» «114. SitiM SapM. 

OOR fel6ft* '). ^n ben iCü^tetn „mi btm &iifioii^i)ai ^• 
pxmite" ift nun ft^on Maniiti gang ettrSgli^, .j. 9. isemijic 
ben SBIat, benSontmer, bie (fcm^finbungen b« Siebe fingen* VQ^ 
„fo bolb ftt ba$ t!relb ber angenehmen Soipftnbungen veriaffn, 
roerben fte matt, )>iofaif# unb oft efel^ft; am nnaudfte^lit^fi« 
fmb fie, loenn fk ©tgenftfinbe bet EReligion unb ©ittenU^ie 6r 
fingen, nio fii^ bte 3)t<$thmft atlema^E auf has groufonifte an 
t^nen Tä^ef ^). ®o Stbelung im ^afft 1782, utb ba&ei ^te ri 
fein Säeraenben , ouc^ nac^bem SßfiQei im ^. 1783 baS Slibdungtii' 
liee DoÜftSnbtg ^ausgegeben ^ttc. ©erabe in feinet ©enrtfenl' 
ung ber ilRüller'ft^ @amm(ung, benn erfte Stefmingen bas SiiM' 
ungeiUteb enthalten, oerfteigt fi(^ HbKuna am @4Iug einer longa 
Wei^e von @(^ä^ungen ju bem %M\vxuä): „Stuxi, Don ©ettcn 
ber Süi^tung oecbtenen aOe biefe UeWcMettifel ni^t bie nttnbffc 
Sufmeitfamleit" ^). übex ni^t btog bte altbeutf^e ¥>»f" '^ 
na(^ Äbelung »itüig rcett^Io«, auil^ in bet @pM(^ bet ffiegtn- 
loatt ift i^m baä DoUet^amlic^ ^aturmä^fige ein (SegenPanb bti 
ttefften Sßerat^tung. „Die ©irtüi^roßrter" , fagt er in bet SoiKtt 
ju feinem SBöttetßm^, „ge^üren gröftcnt^eil« in bie niebtige ni 
pöbel^fte ©pToi^e. ^ ifcibt t& ba^ ni^t ber SffiÜ^e rmti) ge- 
halten, fie JU fammeln unb no(^ meitei fort3U)>fIan2en. S^i in 
i^nen unb anbem f^mugigen Slämi^ bes grofen ^ufenä bm 
Rem ber beutf^en ©(ita^e fu^et, bei tann einen teü^ ^onatfi 
boDon in ©ottfc^b'ä ©(jta(^(ui^t fiiüwn" *). «n beu altbeutfiSfii 
^oefieen ift i^m aber no<4 gau) befonbers bie iBptaä)t imDibfr. 
,9ßie falt", fagt er, „tnie Vtofaifc^, nrie unanfc^uli^ tft ffxt alle«. 
Unb totUSftS nritllic^e @ente mirb fit^ woi/i \o meit oergeffen f<)n> 
nen, eine fo unauSfte^li^ ^pxaiife ju teben" ^). ®o ntt^ nn 
3ßann, ber mit tebem Sort bemeift, bag er aui$ ni$t bie erpcn 



1) «mpSiibl. St^rgtHulx in 3)tuH^ eptat^ I, (t782) ©. 51. - 
2> mmb. e. 55. - 3) <E))asat'>i fAi" >>>< &ul{«t epio^c H, 2 (1784,:, 
e. 148. — 4) QtTfUi^ tili« — SStlCTbui^« btr ^w^utfc^n Sluiitart 
fitipi. 1774, Utfltt J^l, 8orr. ©. XIV. — 5) Wisajin für bie ttat^ 
Spta^t II, 2 (1784) @. 148. 



ciilizedüv Google 



Sit goiRaiiifi^ $(iloI>sic in !Cnit[(^Ianb von 1748 bit 1797. 2S9 



[ ber ®pxa^ lennt, fltwi bie et jene Stfurbitfiten vor>^ 
bringt: «enchan für fonn", „enliat fär ^t", meint er, feien 
.mii^e, m^Mbebeiitenbe iSql&en" '). !CiaJ o am @c^bi6 b^S alt> 
^o4btutf4en Franko (Sran(e) , guoto (gut) u. (. f. ^alt et fül 
(iae bloge Serl&ngenmg um htS 3So^tIlang8 »iUen. .^ot bem 
jmSlftnt ^a^^mtbert" , fagt et, M bie fiöt)>et, Mglii^ aii0 bie 
Sptü^toetl^eugt no4 fe^i grob unb mtgef(^[a4t, unb bie fterntt« 
iiifTc mx^ fe^ ungebtlbet maien , manbte man blefeS äßtttel ie^ 
na^ o^ne aüm Untetf^ieb an, unb cettängette iebed SSiott, t9 
Bio^te ein iföitigeliDort ober abgleitetet fe^n, buti^ einen Sßosxil" ^). 
Sie Km baS %Itbeut[<^, fo ^t fi(^ 8(belung au<^ um bie aU< 
ganttne ©pto^fotf^ng bemüht- 8(6ct aui^ ^tei fe^ wnx feine 
üinfi^t in eine fe^ beftimmte ©tänje eingeft^Ioffen- (St bemerft 
gm] rü^g, bag man "oxt^ptaStm erft jergliebem unb i^eföur' 
ylf9l6en ^ausfc^len mfiffe, e^ man i^et £ertixinbt[(^ft nac^<' 
(pfiren tomte. „iRut aus bet Siergleti^ung bet SSurjelf^Eben, „fagt 
(t, .I&gt fic^ bie aSetBJonbtf^ft unb SSetfc^ebtn^ bet ©<)to^en 
bentt^en" ^. „<SeIbft bie gonge et^mologie ift »rä4tli(!^e« Zo' 
f4enfinel, toemt fie ntc^t Don biefer ^uflüfung ber @))rai$en aus« 
ae^ ^). 31 6i8wei(en nimmt et einen Jtnfaft felbft jut SfTflRf 
benmg bet i^Ietionen. „'SAc 93iegung«f9[6en bei ^etfonen [am 
SeAnrn]", fagt et, „f(^inen urftirfinglic^e alte Pronomina ju fe^nj 
ba^ ftnb oüit bie metften €ptci^ battn ä^nlid^", unb nun 
fteOt et gum Sewetd beffen bie Beugungen von ^tla, amo unb 
^ liebe pfanmen, fugar mit^beigie^ung hes alten lit^emeS unb 
liebent *). Sber man ^üte fiät, aus berglei^ gu viel gu ft^Itefen. 
^nt einer miffenfc^ftli^en oerglet^enbrn ®ptaä)^i}X^ämnq ^ot W>f 
(tmg feine a^nung. iSt benft ni^t einmal boton, ®efe^e ffit ben 
&mti»anbel aufgufut!^ unb fie bei feinen St^mologieen gu ®tunbe 
ju legettj). 3" ^ ^* flbet^aupl tneit entfern^ von ber Sktmanbt* 



1) e^tnb. - 2) ISRamia für ti» SMuft^t Spta^c I. 3 (1788) 6. 22 fg. 
- 3) Adelung, HithridAtflB 1, (180G), Vom S. XIII. — 4) Umßfinbl. 
gc^tgtUubt I, t.l7S2) ©. 764. — 5) Sgl. j. fß. wo* «bdung aw^ in b» 
2. tn«g. itint* StGddbiu^ »b. II, (1796) Sfi. 1436 übte btt etiimologli 



L.C-'Ooglc 



240 StDcttte 9u<^. Sittite Aapilcl. 

f(^ft bet inbogennanifi^ ©firai^ eine richtige ^orfteUmtg ju 
^a^. iflo^ in tinei feiner testen @(^itften erHärt er ixiS 9}oi' 
lotrioKn »iel« aßörtei im ^eijifi^, melc^ Äe^nfii^teit mit beut' 
(t^n ^l&en, boiauS, bag gennanif(^ SJöUer auf i^rni SEBanbtTuif 
gen in ^erfien eingebnmgen feien, „fii!^ mit ben (Smrooifntxn vft' 
mifc^t, unb aus ÜJanfbatleit einen S:^l i^ret ®\rtai)t iurütfge 
laffen ^aben" ^). SMefelbe Änfi^t ^at et ^ier au4 nw^ pon bn 
ginec^ifc^en ©(mii^- &T ^&Ü bie „@ennanif(^ SutjelivöTteT', 
bie fic§ int ©nec^fi^n finben, füt Slnbenfen boi^arif^ SöQer, 
bie ältiec^enlanb flberfc^UKinmt unb be^etrft^t ^ben ^). %(6tt in btn 
je^n Sauren, bie jwif^en ber Ausarbeitung feinet Äette^ Sc 
fc^te bet 3:)eutf(^en unb beten Sieröffentli^ung liegen, bSmmen 
Sttietung ottmä^it^ eine ri^tigere Anficht auf '). 3ra etften Ämb 
feines aHit^bateS, ben er roenige afionote cot feinem ilobe urf- 
lenbete *), lonunt et au(^ auf boS Dot turpem von bet euro)>fiif^ 
Säiiffenf^ft entbetfte ©onSfrit ju ^\txtijm. <Sx fyA t& nii^t mtifc 
eitemt, aßet aus jnjeitet §anb fteüt er eine TOenge fanStritifi^ 
SBÖttet mit lateinifi^en, grie^ifil^en, bentfc^en u. f. f. jnfanunen, 
unb bei biefer ®etegen^fit bemerft et: „©as 1)oi)t SCttet biefn 
®f>tai)t er^Qet unter anbem aui^ aus ber Ueberetnfunft fo oieltt 
i^ter SSßttei mit anbem alten ^fxaä)tn, wtUSfts mo^l !eineu 
anbem SStunb ^ben tann, ate bag aße biefe SJfillet bei) t^rem 
(Entfte^ unb vox t^ter 9(bfonberung ju einem gemetnf^aftlic^ 
Stamme gehöret ^b^n; benn an eine ipSittxt Sntle^nung ober 
SSermif^img ift bei fo fe^t entfernten aSoUetn wo^l ni(^ ju ba- 
len' ')■ %ber am^ ie^t noc^ ^at %belung leine %^nung boDon, 

M SSortc« ^0^ \a%\: ,tiaS Sattinift^e jüngere fornnil mit unftnn tini' 
(|tn, fo wijl b« gorm, als bei Scbiutung nai^ übntinj tS vQibc >i\f 
ttntn unb tin baS StamtniDarl oon aDm ftiii*, nSmlit^ uon 3^ä, i^ig""'- 
Cvyct u. I- »- — l)'«tlltfi« ©tfi^ii^lt btr ©tutfi^tn (1806) 6. SSO. - 
2) &atii. €. 352. - 3) $01. Btllt|)t ©tfc^ic^U b» ^«itfi^tn (1S06J, 
Sotr. S. IV unb ©. VI, uub Mithridates, TU- I, (1806) a 277-379. 
— 4) Hen 20. 3iiliu« 1806 i^ bie Contbt unt«i«(^ntt, am 10. etpitw 
bet bcdfeOtn 3«^ flart «beluns. - 5) Adelung, MtthridatM, Tbl. I> 
(1806), S. 149. 



ciilizedüv Google 



Sic gcn»tiit|<(t V^llslogic in X'eull^limb uon 1748 ii« 1797. 241 

w^ gto^itt^ tngebniffe t»e Siffenf<^ft aus ber Sifotf^g 
Utffc Unwmotibtf^aft ber inbogeimantfc^en @)mi<i^en jte^en toiib. 
J)tati iio^ in bem na^elaffenen jmetten 2:^eU fetneS SOKt^iiboteS 
fugt tr oon bem genoontfi^en ©piai^" unb aSöIteiftamm; „S)at 
tiuM ^Q in feinem Urffirunge mit anbeni alten na&eit unb fet' 
■n SctQctn »emanbt gelaufen ^ gibt bie ^aüa ber @a(^e, unb fo 
ndt gemetnft^oftKü^ Uebenefte in ben ^pta^en aütx beftätigen 
ti. Ulrin bie Qnt biefer er^ äkmxinbtf^^ liegt fo toeit auger 
tien erenjen atlex äSef^it^e, unb fällt no(^ fo tief in bie 3)unle![> 
tot i^ elften ©tammft^ in Xften, baß meber ber ©pra^ 
Bo4 bet <0efi^(^Drf4er einen anbem (^bxaaä) baoon ma^ 
ton, dl» bicfen geraeinf^ap^en Utfpntng Sbetf^aupt onjuerlen« 
mt' 0- 

^Koät f(^e|m wx unfere S3arftellung Kbelung'S. Zxo^ aUet 
Sttt^flmet nnb SSerle^^m niar er bennoi^ einer bet mertoiir* 
ti^@de^Tten, bie [v^ mit ber ISrforfi^ung.ber beutf(^en @prai$e 
hji^fiftigt ffabttt. fdA feinen ^^genoffen erfreute er ftc^ eines 
fa^ un&cgr&ngten ^fc^e^, unb wie ^ebeutenb feine IStnroirbtng 
jnu^ ouf bte t^i^geseit toai, bas uierben tcit an bem bemühten 
Stantfafi ertenneHr in meinem fi(^ ber @rünber ber gef<4i[$tli(^en 
ita^djm ©prot^foTjc^ng ju äbelung öefinbet Sffiii [inb beS^ 
«tipdfiüäf ümas näfftc auf Slbetung'S SIrbeiten eingegiongen unb 
tnmen am @i^lug bieffeS K&fi^nitts nur noi^ bie 9!amen einiger 
Snigenoffen Xbelung'S nennen, bie fic^ gleii^falld um bif SQe^anbc 
(mtg ber neu^oi^beutfi^en ©tmu^ Derbient gentai^l ^ben. 'BO' 
mntl i^o^ann Srnft @tofi^ (geb. ju Stebenberg 1714, geft 
jaSerTtn 1796) rourbe bur^ feinen ^Seifui^ in n<^ttger S3eftimmung 
(üriger glei^bebeutenber SBßrter ber beutf^en ©pra^ (1770—80) 



I) Adelnog, UithridaiM, Tbl. U, 8. 169. £ag tnS ^m, bem bie 
tbigat fBoiU tnliuinintit finb, no<^ Bon Übdung {tl6fl ^tcrfil^ct, bamber »gl. 
^ (/tnuiffbtT unb godl^tt bei Sßit^nbotce, ScDttin Qalu, in bei !}on- 
pm i. I^il, B. X. — 2) »gl. g. ^., mt SJicIanb flbti abtlung fliti^t 
n taitfi^ 3Rntiu 1782, 3>toD. e. 145. ^k. e. 194. 1783, Ütfinl 
6. 3Ü7, S13. 30. 



:.,i,-.,zedi:,GoOQlc 



240 3»'><tB Vu*^- !!iult< Xopittl. 

f^aft ber inbogemtonift^ ©fita^en eine rüstige Siorftetlung gu 
iflbm. 91«^ in einer feiner legten ®(^Tiften txtlSitt et baS 3}dt< 
lonimen melet SBditei im ^eifif^, XBtÜtt He^nlic^feit mit beut< 
\äfcn Ijaiai, botauiS, baf gmnantf^e aSßUer auf t^ren Sonberun' 
gen in ^erfien eingebrungen feien, „fit^ mit ben ffinnjo^nem wt' 
mifc^t, mtb aus iCanfbarleit einen Sl^il i^tec ^pxaifi jurüdgc 
laffen ^a&en" ^). ^efelbe Hnf^t ^t et ^iei au^ no(^ Don bet 
fltied^iffften ^pta^t- Ur ifüÜ bie „Setmanift^en ajutadroSttcr", 
bie fi(^ im ®ne<^f(^ ftnben, füt %nbenlen baxfxm^itti ^iÜa, 
bie @nec^enl[anb ü6etfi$toemmt unb fie^ettfc^ ^aben ^). %btx in ben 
je^n Qa&ren, bie jBifi^en bet Sluäarbeihing feinet Metteften ®f 
\ißd)tt ber 33eutfc^en unb beten ißetöffenttii^ung liegen, bfimmeit 
91belung aUmä^It(^ eine richtigere Knft^t auf ^). ^m erften f&atä) 
feines aJltt^bote«, ben et loenige 3Bonafe uot feinem lobe Dot' 
fenbete *), lommt et auc^ auf ba^S CQt tuTjem von bet eurof^äif^en 
Sßiffenf^ft entbfffte @anslrit ju f^tet^en. tir ^ e:S nit^t me^ 
erlernt, aöet ou« atoeitcr |wub fteUt et eine 3Kenge fanShitifi^ 
Sßörter mit lateinifi^en, griet^ift^en, beutfd^en u. f. f. jufammen, 
unb ^i biefet @^Iegen^eit bemerft er: „Tm^ ^o^e SItet btefet 
©fira^e et^Qet untet anbetn ou^ aus bet Uebeteinfunft fo vieler 
i^ter Sßörtei mit anbetn alten 'S))ta<^en, me((^ mo^l lebten 
anbetn @tunb ^ben lann, als bag alle biefe EßSItet beq i^rtm 
<£ntfte^ unb vot t^ret ^Ibfonbetung ju einem gemeinf(^^t4ni 
Stamme getötet ^^en; benn an eine fpätere ^ntle^nung ober 
äJetmif^img ift bei fo fe^r entfernten äJüOem loo^t nic^ ju bot' 
ten* *J. Stbet aut$ jefet no^ fyit Sbclung feine S^nung boDon, 



M SoHcj 3^*^ fo9'- *^' Sattinif^ jangere lommt mit unftrai tini= 
gen, fo IDO^I bn ^mm, alJ btt Scbtulung nai^ übenin; tS müAt (ilj> 
einrn unb tin bad SlamnttuaTt Don aHtu fein*, nSntlit^ »on^oj, jognm, 
ivyit u. f. W. — l)'3ltlKjlt ®t((^i<^tt btr ©tutfi^ni (1806) 6, 350. - 
2) ebtnb. e. 352. - 3) figf. atlltflt @t|(^ii^lc btt !Ocutf(^(n <1806], 
fßm. e. IV unb €. VI, unb HithiidatSB, Thl. I, (1806) 8. 2T7-'i79. 
— 4) ZKn 20. 3mUus 1806 ifl bie Sotnbt unlttttic^ntl, <un 10. Stftw 
btc btfitibtn 3a^ flftib «btlung. - 5) Adelung, Uitbridatet, TU. l 
(1806), a. 149. 



ciilizedüv Google 



Sit emiunt|i^ qp^ibloak in :C'cul(<^IaTib un 1748 6tS 1797. 24t 

Bx^e stofartißen ftrgönifTe bte SBiflenft^aft aus bei ®rforf(^uii9 
titin UwnBaiibtf(^ft bei inboßermanif(^en ©proben jie^en vnxt. 
Jxm no4 in bem noi^elafftnen jioetten V)e\l feines anitf)TtbattS 
fügt a Don bem gemanifi^ ^praif' unb SJöITerftamm: „^a^ 
^ ^Q in feinem UrffiTunse mit anbem alten na^en unb fet> 
im SeOent Denmnbt semefen, gifit bie Slotuc bet ®a0e, unb fo 
«rf( goneinfi^aftlit^ Ueberrefte in ben ©proi^n aUet beftätigen 
& Wim bte 3<it biefer elften äSenoanbtfc^ft liegt \o weit äuget 
b 0nii)oi atter @ef^i(^e, unb fättt no<^ fo tief in bie ^unttU 
^ i^ erften ©taunnfi^ tu afien, bag mebet bet ^pta<lt' 
nxt twt <0tfi$t(|tforfi$fi einen anbem ^ebrouc^ baoon machen 
Ion, als biefen gemeiitf(^a^t(^en Utfimma übei^ufit onjuedlen' 

|«iiiit (Riegen loiT unfere iCarfteOung Sbelung'S. Stog aftec 
fN^öm» mb SSfisk^^en mar et benno^ einer bet merfiDÜr' 
ti#n ©ele^rten, bie fi^ mit bet erforf^ung^ber beutft^en ©pta(^e 
WWiflt ^ben. ©el feinen äeitgenoffen erfreute et fw^ eine« 
fuft imiegTSnjten %nfe^ens^), unb n>ie bebeutenb feine iSinuiriung 
^ auf bie t^otgejett war, baS »erben mir an bem bemühten 
^mfa| etfennen, tu velti^em ^^ ber @rünbet ber gefi^ic^tltt^en 
itai\itm ©inad^forfc^ung ju %belung befinbet. S>tr finb bes^ 
#^ ctloaS nS^ auf ^elung'S ifibeiten eingefiangen unb 
lima am @(^Iug biefeS ^f^uttts nur noi$ bie Flamen einiger 
dntgenoffen flbelung'S nennen , bie fv^ ^eiiiiaÜ& um W iBe^anbc 
Ing ber neu^ot^eutfc^ ©pra^ mbient gemotzt ^aben. ©a« 
unel^o^ann Crnft ©tof(§ (geb. j« Siefienbetg 1714, geft 
JB Setiin 1796) »utbe buri^ feinen ißetfue^ in rirfftiger Seftimmung 
mriger {^bäwutenber SQSBtter ber beutf<^en ©prat^ (1770—80) 



1) AdekiDg, Mithrid&tM, Tbl. II, S. 169. Sa| Im« Stflif, bem bit 
'^ia Boitt nttnommtn |mb, noi^ DDitUbttung fdbß ^cürfl^tt, bnrüfict cgi. 
^ ^miffba unb Sorifc^ b(« SRit^ribalta, Scvuin Saier, in ber ißon. 
m 2. S^dl, e. X. — 2) SSgl. J. « , »ie ffiitlonb über «belung fpri«*! 
w töiIt*oi aRnh« 1782, SRoo. e. 145. Eec ©. 194. 1783, aipril 
6- 307. 31S. 30. 

Kiiaii, «iM- ^ lOB- «tiUUgU. Iti 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



S4S äiDcttt« Baal. Stcttt« l^iul 

einet bct ^rünber bec bmtfi^ ©^non^mif -, uttb Jl a il 
¥5Ut|.)) aßorij (fle6. ju |wmdn 1757, geft au Sertüi 1793) 
Oeifa^te eine 91ei^e Don populären ©c^riften, um iRii^ttgleit unb 
©efc^maiit im @e6rau^ ber beutfi^en ©jnrai^ 3U ocrbreiten, mai^c 
f1(^ abn, a&gefc^en »on feinm Seiftungen auf anbeten @efrtäai, 
befonbetS buii^ feine !(nfi(^ten über beutfc^e Snetri! betannt, bit 
et in bem iBerfui^ einer beutfc^en ^tofobte, iBetlin 1786, ntd>er< 
legte, unb bur^ ukIi^ et einigen (Einzug auf ®oet^'9 äkßSbou 
übte I)- ©(^liefeU* rooflen mit no<^ eines Peitt9en©anim(eiß'uBl) 
firitileteaufunfetem@e6ietegebenten, nämlic^^^o^anntl^tirtian 
ff^ltiflopi fflübiger'a (gefe. gu ©urg 6ei SBagbebutg 1751, 
1791 $tof. jn IwUe, geft 1822), ber in ben ^a^ten 1782 6iä 
1796 jn Setpiig eine «tt 3eitft^f Verausgab unter bem litfl: 
„SIenefter Sunjai^s ber tcutf^en, fremben unb allgemeinen ©iJta^ 
funbe in eigenen Suffä^, Süt^eianjetgen unb Slat^tt^ten." 

S. Hu fltOTbtllRiii ttt tMtr4ta KiltfaNatacUB kii )bh 3att 1717. 

SJon SJoItSmunbarten fann nur ba bte Siebe fein, w 
fi^ eine ®emeinf)>ra^e gebtlbet ^at, bte {\ä) Bon ben 3)Iunbaitni 
beä SSoIfeS, nne fie in ben einjelnen Sanbfi^ften gefprot^ «w 
ben, untetf(|eibeL Sine [ol^e ®emeinf|mi^e i}at fic^ in !t>eutfi^ 
lanb, wie in Dielen anbeven Sänbcni, bur(5 äietmittlung ber ©<^f 
gebilbet: SMe neu^ot^beutfi^ ©c^ftfpta^ IDaf biefe ©pta(6* 
ni^ bloß geft^riebcn, fonbem im ^ö^eten äJerle^r auüj gef^mx^n 
roirb, änbett nic^its an ber jE^tfai^e, baf fle nur mit §üIfE bn 
€c^ft ju @tanbe glommen ifi 3Jot ber Sntfte^ung einet foli!^ 
®emeinf|)ta(^ gibt ts teine „aJoKsmunborteu", foubern *i( 
{Rebeweifen ber einjelnen @tämme ftc^en fic^ gleti^berei^tigt gegen- 
über unb iebe Don i^nen trägt in [i^ bie aHügtic^feit, jut 6cfi'"' 
beren ©c^riftf^rtu^ audgebitbet ju neiben ^). %üt biefe SJoraJina' 



1) Sfll. eoti^c'« 3toI. atti(e, Wein btn 10. ^m. 1787. («ot^t'e »nfi, 
1840, eb. 23, e. 192). — 7) «u^ -in btr fTQ^mii ^tiiiibt be« f°<^ 
bcutfi^tn foim nur gcrobt in btm Wag unb in ban Umlang Don St'l^ 
munbarttn at|t»T«4tn UKibtn, ol« man btm SRttltl^^btutfi^ea ba 



i,C,ooglc 



Cit gtniuutift^c ^^ilologit in Ctut[(^[anl> oor 1748. tt< 1797. 243 

(afTot fic^ te^t beutlic^ nn^me^tnen an hex SSe^anblung bec beut' 
fi&Qt SoOemunbaxten. ®i$on beim beginn unfTet neu^o(^beutf(^ 
Sflnrinfireat^e luifTen unfre Ort^ogro;)^™ baS „rw^te unb reine 
Jhitfi^" Don ben SIRunbarten ber einjetnen SJanfef^oftcn ju imtet* 
fi^riben. ©o im 3- ^^^l gabian Jranfll '), unb ä^nlic§ ^ieronv- 
imö ffiolf im Q. 1578 % Unb je me^r p* bann weiterhin bie 
boitfi^ Si^riftfptac^ in i^ot ^formen gtommatt)^ feffftt^'i um 
fo me^ loenbet man |t(^ anbererfeits bet Untetfui^img ber aJiunb» 
OTtm ju. ®o folgt auf bie grammatifil^en Bemühungen beS 17. 
So^^bertä b« eigetttlit^e Beginn ber munbartlic^en gorff^ung. 
Somentlit^ fe^ mir auc^ ^er wieber aufmuntemb unb feftft ein» 
Smfenb?ei6nijt§dtig. ^n baS Don i^m Dorge((^Iagene ®lDf(arium 
iofltm ne&en ben aüen au^ bie „Sanbroorte htS gemeinen JWan« 
nti' Süifna'^me finben ^. - Den Bremer Si^eolugen ©erwarb 
Ktier muntert er auf, ein fS^f^eä ©toffartum jU freiten, 
Botin bie Äusbriide be8 gemeinen Sßotle« in TOeberfa^fen neöen 
ben oeraßetcn gefummelt unb erHärt tuerben foÜten *). SKeier ftarfi 
iÄ«^ »or Soüenbung be« SBäertä. (Kn ^anbf^rij^Iic^eS SSeijei^' 
nig niriwrffit^ftfc^ %ßi>rter aud ben luriDgt^üntem Bremen unb 
Serben, ba« Supwä Qo^. fflel})iue («mtmann ju Otter«berg, 
1 1720) *) oerfaftt ^atte, Derfa^ 8ei6nij mit feinen Änmerfungen *). 
taä) in anberen X^eilen X)eutf(|Ianb3 regte fii^ bamals baS ^^ 
tenffe fiir bie aWunborten. ©o gab 3o§. Subrotg ^raf(§ (geb. 
1637 p fflegenSburg, geftorben 1690 als Bfirgcrmeifter bafelbft) ^ 
im 3S- 1689 ju Siegenäburg ein Heines Glossarium Bavarionm 
^mi«*), unb (S^riftian SWeisner aus ^tniftabt in ©t^teften 

^ratUi cinec üin htn aRunbarltn ftintd Qmii^S pt^tnbtn @tmtin= 
\tn^ jnecttnitt. — 1) S. o. ©. 63. — 2) gn Institutionum gram- 
Buticanun Joannia Bivii libri octo, Augustae Vindel. 1578, 
p. 595 Bq. — 3) etibni), Untwiertifllt^t @tbanfcii §.33.34. — 4) Eccard., 
Hiit stndü etymol. p. 107. — Leibnitii Collectanea etymoL 1717, 
IT, 338 sq. — 5) giii^t^, Iilloticon Hambargenae (2) 1754, Van. 
6. XXI. — 6) Ad gloBBarii Cbauoici Bpecimen notae, in Leibnitii 
Collect, etyniol.1717, I, 33 sq.— 7) S. ob« iVifflti^atb, S«|uit ein« 
^rit btc btut[(^ra etJTQc^ruitp 1747, 6. 269 f[. — .8) ^m Hnfc^Iug an 
16* 



uC-rOOglc 



244 3<MitU eiu^. Qintc« Kapitd. 

t^eifte in feinet Silesia bqu«iB (aStltenietg 1705) ein StimS 
f(^(eßf(^e9 Idioticon mit '). Stor bas %üt8 ftnb boi^ nuc grnng' 
fügige anfange, ^xm rigenUii^en Äuffd^roung no^ra bie SJorptH» 
ung bn SDümbarten oft tm weiteten aSeilouf bes 18. 34t^itii' 
berts, b. i. in betfetben 3«tf »"^e ft^ um bie Jtftftellirag m- 
ferer neueren ©cöriftf|HQi|e fo rebli^ temüfete. Qfm ^. 17M w^ 
BffentUc^tSeon^arb t!rcifi^ feinen tutjen, aitx raoftümäiibaffia 
„entmurf 39^ füc Siditei in jäer ^romng unb ®egenb oon 
iEeutf^lonb, fonbeilic^ in ber SKarf ffltanbenburg jufannnUB 
ftnb" '). 1748 unb in jnjeiter fefet uenne^ttet Auflage 1756 ga6 
anit^ael 9H4e9, ^Tofeffot am @qmnafuim ju $ambutg (a^ 
bafel&ft 1678, geft 1761), fein ,Idioticon Hambaigense ob« 
Böttet'SÖut^, Qvx erflärung ber eigenen, in unb um Hamburg 
gefitäm^Ri^en, giteber-Säc^pft^en aRunb-Ärt" ^u«. 1756 folgte 
^o^ann E^tiftop^ ©trobtmann (geb. ju SäJetou 1717, 
1749 «iettOT ju OSnaferüd, geft. 1756) mit einem Idiotioon Ob- , 
nabiugenae. Km umfaffenbften aber de^nbelte bann baS ^ 
be):beutf<4e bex „Serfuc^ eine« 6temtf(^ebei:fai^if^ S&ättttbuäfi', 
^ausgegeben oou bec 6Temif(^ beutfc^en @efeUf(^, fünf 
a:^e, »lernen 1767—71. sWe^men mit baju nm^ 3o^anii 
flatI3)ö^netfä (¥rof. ju (Stetf^malb, geb. ju^tralfunb 1719, 
t 1785) tßIatt'!Ceutf<^ Söttetbu^ na<^ bet alten unb neuen 
^ommetfi^en unb Kflgifc^en iQhinbatt (Strolfunb 17S1) nnb eint 
ganjc SÄei^c fleinetet Ätbeiten über anbete niebetbeutf(^ SrioWte, 
fo fe^ mit bte niebetbeutft^ !SoHdmunbaiten im Sauf beS 18. 
3a^t^unbett8 einen ®egenftanb meit ausgebtettetet Untetfui^ungm 
fiilben. Untet allen beutfc^ 3}iunbatten Mten abet ouc^ ^ 
itiebetbeutft^, eben »eil fie Don bet ^cK^beutf<^ ®(4nftfpta4t 
au tteiteften abfte^en, fäc ben gotfi^ ben giügten Slci}. 9b 
ben niebeibeutfi^ SRunbatten jeigt fi^ am ougenffittigflen, mS 



[tinc DiBHertatio altera de origine Oermanica Latinae lingnae, Batii- 
bonae 1089, p. 15 — 26. — 1) 6. Diii^c« a. a. O. S. XVn. XLL - 
2) 3>a ti^ 9u3)ug uoit einigen bit Xoitfi^c &)>i:(u4 bctttfftnbtn QäOa 
u. f. ID.. enlin 1734, 6. 3 fa. 



ci,l,zedl!v Google 



tk gattt<nil}<^ f^ilofogit in $cul|i!^Iiinb uatt 1748 (iS 1797. 245 

wa dbea ä6et SSoIlSniiinbatt unb ®<^ftf))ia(^ gefagt l^a^n. ^m 
msäaiüx fte^t ba« 9Hebccbeutfi^ bem got^beutfi^ Slei^« 
tna^ 2ut Seite. 9ni$ im erften ^Q^t^unbert ber neueren 
3eit i^ bies no4 fo. Miftx'S $i6elü^egung etfc^eint 1534 ju 
Witt in itidierbeutf^et Ueberttogung. Äated^iSmu», fittutgle, 
^ongboc^ finb niebnbeutfi^. ®o f(^etbt im ^. 1582 bet Stoftofer 
ftofeffor 9tat^an S^^traeiiS (geb. 1543 jit ^enjingen in 
tn ¥^i^r 9^^ 1598) feinen Nomenolator Lattno-saxonicns 
fsax vm^l mit bem 33enni|tfein, bog tx fi^ eines anbeten ^ta- 
kttri bebtent als bie Obeibeutf^, aber tn ber Uebeijeugung, 
taj Bwn fw^ biefeS ©ialefteS In einem gelebttfn ®i^ülbüii ganj 
mit ban gleiten 9lei$t bebiene, tme bie £)betbeut[(^en bes t^< 
9« ')- 3m 3. 1625 erftbten biefer Nomenciator jum »ierlen ma( '), 
tanB tä^t nriebet. Iienn im Sauf be« 17. Qa^rbunbertS rombe 
bM 9lid>etbeutf(^ als ®(^ft[))ra(!^e »om ^o^^bentfi^en neibrSngt 
^ 3. 1621 urirb bie (e^te meberfSi^ftf^e 33ibel gebnidTt s). Semt 
karai mu:^ nix^ ferner^, unb gerabe in bet neuften 3eit am ^u« 
figfltn, SIHc^tungen tn niebexbeutft^ei ®^a(be erf^nen, fo ift baS 
Ser^fillnit ein gon; anbeces, aU fiubet. S)et tii^ttt bebient 
fii^ itifi abft^tii^ einet SoIlSmnnbatt im ^genfa^ ju bet 
OB^ in 9Ziebetbeutf(^Ianb gdtenben b^^^beutfcben @4ttft())Tac^. 
Sern bie« nii^t Hat ift, bet btaui^ fi^ bloß bie grjge Dotjulegen, 
Sil Dwb( gegennTfitttg ein Se^rbud) ber V^i^fil ober irgenb eine 
imbere nrif[enf(^aftlt(^e St&ett in t>Iattbeutf^ ®ipxaitt erfi^einen 
löitttte, 6i)nt ben ISinbmd eines @(^et}eS gu ma$en> 

SBie bie mebetbeutft^, fo etfieaten pift and^ bie übrigen 
bretfi^ SoRsmunbarten im 18. i^a^r^unbert einet immer ausge* 
btBteteren SSetflfffi^gnng. ^m 3. 1789 veiöffentltil^t «nbteas 
3an))fer jtt 3)tfln<ben ben »SJerfti^ eines baierifi^ unb ober« 
(ipt^ift^ ^btotilonS', 1795 ^abann l£af))ar @^mib (geb. 
tn Sbingen 1756, t 1827) ben „aSetfni^ etneS fi^toäbift^eu ^Woti* 

1) Sgl bii Slbitiung unb bie Bombt M Cu^e. — 2) 3u 9to^. 
^t flnfgah liegt mh vor in btm (Bmnislar bn SRilnti^ntc Qiblbt^el- — 
3) Jttnbaling, Otfi!^. btt ntebofAt^f. Spii»^ €. 397. 



ciilizedüv Google 



246 ^mita Vtdf. eicrtt4 XopIltL 

hn." 3n Oeptef*^ tritt 9J4l«nttnSJ')pi)aiitf(§ (1750) fac Me 
Stc^tislttt ba anunborten ein <)■ Su^ bie Sugerften SBocfiofteii 
bet beutjf^en ©ptae^e fmbett bereits i^ ©eai6citei. ©uftao 
Setflmann C17S5) iittb Sug. %BiI^. ^upel (1795) fatnmeln 
toläabifi:^, Soff- ®eot8 ®o* (1759) unb ©legmunJ) ^en. 
nifl (1785) preuSif^e, ^o^. ©e^Dett (1781) unb 3o^. fflil^ 
bei (1795) fiebenbfirgtFcge 3btottgmen. ©tUft bie beutfi^e ®fxafy 
infel bet ©ette eomonmi luirb »on g. ft. gfwlba (1778) in bit 
beutfi^ ®t)tac^forf<^ung eingeffi^tt 3a in ber jnmten ^fte btS 
18. i^^^unbertjt uitb bie Sefc^fiftigung mit ben a^olfsmunborten 
eine fönnlic^ 8ie6^a6eret ber ©ebilbeten. geitfii^riften, wie bos 
Deutf^e SRufeunt^), SReifenbe, icie griebri<^ Wxcolai^), toai' 
ben i^nen i^ aufmerTfamteit p. SBenn bann ba)mf(^ itxnU 
»on ben ^eunben ber munbartli^en ©tubien £ftet« bie ftlage n< 
f(|allt, bog ni^t genug füx bie Srfotff^ng ber äßunbotten ge> 
fi^^, fo ift biei6 nur ein neuer SSeioetS, meli^en Sert^ man auf 
beren Unterfu^ung legte. S)enn bag bie 83car6eitung ber SRunb< 
orten im Sauf be« 18. ^o^r^unberts, öergli^ai mit ber P0tan9^ 
gangenen Qdt, nrirlltcf) eine erftaunlii^e SluS&reitung gemonn, baä 
crfennt man fofort , menn man in ^offmann'S retc^^Itiger SiteiO' 
tur bet anunbarten bie SWoffe beffen, loas bas.18. ^a^r^bert 
^eroorgebrai^t, mit ben uxntgen ©Triften oetgletc^t, bie bei 
frühen 3eit angehören *). Siotfirlt^ bleiöt tptt ber njiffenf(Wt' 



1) Unlnfu^unam wm Wtat. graidf. lu^ fiel;)). 1750. Sgl, tuiif. 
Btcfui^ ein« Scitinigung bn Sliuibiuten Don £cut|i^Ianb, au9 bn ialtf 
laHcntn e^dfttn btS bcrü^nUtn .^ttm ^rvf. 30^. eugm. Val !ße)><»iri# 
SBicn 1780. — 2} (^o\). .^tiitr. ^Mlcin) ^tobt tintT Sammlung ocnKüw 
hra- IßTOUiniialmSrltm, im Xitutf^di ünufwm 17S1, n, 4^7 fg. — 3} Scf 
[u^ tinto Sjitn. 3biolilon in g- 3Iicolai'e Ktift buri^ SJtutfi^lonb, Bt. T. 
(1765) 8til. ©. 70—145. — 4) Heinr. Hoffinann, Die deutgche Philo- 
logie, BtbbI. 1836, S. 174 — 206. 31^ ^abt ^\a iiatü[(i<^ nur ben Qt' 
fmuntonlouf bn niunbaillii^tn garfi^uiig borfldltn fBnntii. Qtgm bei 1«' 
fügen ^it^ti gt^iigtn SiltraUu: Detuttft i^ auf ^offmnnn a. a. O. lub 
^oul Xtlmtl, bit 8iltntut ba S>taS\ijm aRunbailtn in Fetiholdt'i An- 
fäger, Jahrg. 1864. 



ciilizedüv Google 



Sit gcrnuuiifc^c ^^ifaloQit iit Xcut(i!^Ianb von 1748 6ie 1797. 247 

^t ©ttt^ brt einjelmn Seiftimgoi junSc^ft außer iJrage. ffis 
Mdt fii^ nut um beim SEnja^t — Hväi bei 33ei:fu<^, alfe beut« 
[((en 3Kanbarten unter sentffe @efi[^t3|]unTte 3ufammenjufaffen, nntb 
iftats gemalt Dun gfi;tebtld§ Äatl grulba in ber Oßttinget 
^itisfi^rift: ,Ue6er bie beiben §auptbtalecte ber Siutfii^n ©(jtai^e* 
(Btipjig 1773), unb bcrfelbe Oele^rte gtSt (1788) einen „Berfut^ 
eioer allgemeinen teutfc^ Sbtottlenfatnmlung" ^laus. Xioc^ wir 
Sre^n ^let ab, bo toir auf biefen mcrhDörbtgen aRann im folgöt' 
Im 3lbf(^nitt noi^ einmat jurficHommen. 

:. Bit Utnn gtTKiiiiifd|tD Sftat^n iik- Cilimlnr» li Bcitrillant >ik 

)ie finiiTknii itx ttMlfd)» fluftlitc auf Itt gtraantfitt y^Uiligit tn tti 

3abTtn 1748 bf* 1797- 

SJie ¥enobe, oon ber mir ^er ^nbelu, unterf(^eibet fti^ roe« 
Itntli^ Don bm vorange^enben. 3" ^^ frü^^eren Seit mar baS 
^tneffe, bag man an ben alteren beutft^ @(^rtftn»iJen na^m, 
(in DorjuflSloeiJe antiquarifc^eä, inSbefonbere ^lftorif^«juriftif(%e«. 
3n bet Borliegenben ^eriobe aber tritt ber äft^etifi^'poetifc^e An* 
t§äl in ben SJorbergrunb, ben man an ben "Sniitmqm ber beut* 
fi^en ^orgeit nimmt @o mie aber aui!^ in ben frühen 3«ten 
bitfer leßtere ©efi^tSpunft leineämegs g^nj o^ne Sertretung ift, 
[d finbet natSrlii^ au^ in ber je^igen bte rein ontiquarifi^ unb 
Gngmftifi^ Seite i^re tlrortfef^ung. ©etbftDerftänblit^ fte^en aüe biefe 
^tftrebungen in einem gewiffen ßufammen^ng, inbem fie [i^ mec^ 
Hfritig unterftü^en. £)enno(^ aber treten fie fti^ t^eifneife fo 
frni, baß wir am bepen t^un werben, fie getrennt ju be^anbdn. 
SJir fpret^en alfo juerft fon ben rein Unguiftifc^n unb antiquart« 
[i^ ßeiftungen auf bem ©ebiet ber älteren gennanift^en ©prat^n 
nnb Literaturen. !t)ann faffen mir iufammen, xoaS in biefer 3^ 
für bie ^ausgäbe unb bas Serftänbniß ber nttttel^oc^beutfc^en 
JM^tungen gefi^^ ift, unb guleljt fc^ißiem nir bie Anregungen, 
1»% bie germonif^e $^ilo[ogie naii ben »erfii^ebenften ©elten 
^ Don ben groSen neubo^^eutf^en S^riftfEeOem US 18. ;^^- 
tnnbtrtfi ermatten ^ 



ciilizedüv Google 



248 3iKKt< »uc^. mctttt XwlttC. 

1} Xiit Ilnsui^if^-antiquatif^c Ctl^anblung bti llttccn gti= 
maiiifi^tn et)Ta<^cu »an 1748 bi< 1797. 

aSir ^abeti ^et jUDiJtbcrft ein |wufitiwTl bet iurifrift^-antU 
^arifc^n 9tt($tung ju &efpre<$en, bas bet g^it f^n ^ausgebt 
itai^ unfetet ^eiiobe angehört, obtuo^I [eine Sntfte^img no^ in 
btt ooionge^enben wuiielt, nämH^ bad @to{Tartum von ^oltauS. 
C^rifttan ©ottlob ^altauä tsutbe gebornt ju Seipjtg tm 
3- 1702. et niibmfte fi(^ an bei boittgen UnioeifitSt )}^IoIo9i> 
fc^en unb ^tflorifc^en ©tubien , worjugSioeif« unter ber Sdtung \m 
fflurf^arb aHenÄe, ber i^n jimt Slßitattieiter an feinen Scriptores 
rerum Germanicftrtim machte, ^m ^. 1734 mürbe fraltauS 
Se^rer an ber ^Kicolaift^ulc ju Setpjig, 1751 SRector biefer ?lnfiiilt 
ffir ftorb am 11. gefituat 1758 ')■ S)urc^ ein ftreng 9ef^i(5tli(^ 
©tubium bcS Mittelalters, insbefonbere fetner rc^tlii^en ®nti(%t= 
ungen, würbe ^ItauS auf bie ^forfc^uug bei älteren beutfc^ 
®pxai)t gcffl^it. ffi« war i^m doi allem um bie (SrHärung b« 
Urtunben unb bei öbligen {Rcc^taquellen be« beutf^en SmittetüÜet« 
ju t^un. %aS btefem ©treten gieng eift fein Specimen Ol«- 
sani Fori Gennanici, ex diplomatibua, Lipeiae 1738, unb botnt 
fein großes ^uf^tweit ^eroor: Olosearium Oennaiiicain medä 
aevi maximam partem e diplomatibTia multia praeterea alüa 
monimentis tarn editie quam ineditäs adomatnm, Lipsiae 
1758. ^ItauS erlebte bie Verausgabe biefes feines bebeutenbpen 
ffierfes niiit me^r, a6ei noc^ im 3a^t feines lobe« würbe bi^ 
felbe bur{^ ^o^. ®otttob Sö^me ficwerfftefligt. IlieS f8ai) bietet 
einen wahren S($al} beutfd^ret^tlit^er ®ele^rfamfeit unb &ilbet bi* 
auf ben heutigen Siag ein nad^ biefer ©eite ^in unentbe^ß^e« 
§iilfämittel. Unter ben flbrigen SBemü^ungen jut erforft^ung bei 
germanifi^en ©platten Don juriftif^-antiquarifi^er Seite crwfl^a 
mir nur no(^ bie ©c^riften 3:ilemann ^ot^tafi {Biarba*! 
(geb. julSmben 1746, geft. als Sanbf^nbiluS auVuiic^ ben T.iRAq 
1826)2) unb bie «b^blungen, mel^e bei Derblcnte ^iporifet 

1) UtficT {laltaua ithta n^l miimt'« Qambe tu ^Mii QlonviiUB 
Oermanicuni. ~ 2) ^n unfcctn 3tiliaum faStit »an £iiatba'< e^nflta 



a.oogic 



tut ammmtHt ^»«bgit bi »tutf^lanb Mn 1748 hi* 1797. 249 

S'o^aitit IS^xtftot)^ Mattetet in bcn iSommmtatioiten bet 
Sitthtger ^ocietSt Ütt bot IStbnmi^ ber beutf<^ ©ptai^ in 
tliftnibtn wcöfTentli^e >)■ 

®(^&fgen fit^ bie ^Sfftx be^mx^enen Kibritnt ben »eniKinbten 
tKC frä^eien ^ßeriobe an, fo tritt ein neued Slemmt in bie@tubiat 
ttr beiitfi^ ®))Ta0fotf[^ babun^ ein , bag eS nun enbli^ anit 
in 3)ait(4Ianb ju 33erfu^m Immt, bie filteren gemtanif(^ ©pra« 
iim nii^t Hof lepfaltf^ , fonbem aai) gtantntattf^ ju be^betn. 
Sil erinnem um, bog bie JBa^ ^tegu fil^on Unsft in (£ng(anb 
BOB ^deä, in ^Qonb von !£eR 9ate gebroc^ UNit. 3a atti^ tn 
3)nitfi({anb sut fi^on im 3- 1*^!*^ "i^ Hn^g beiartiget ©tubieii 
grauK^ bun^ {)ieberi(^'S von ©tabe ^bf^riftlii^ @rainmatil, 
btt ©)na^ Otfrib'fl. aber biefe ©ttnnmotif rourtie nii^t oetöffent* 
^t unb fottb Itlne ^tac^Ige. Vei erfte Xittttfi^e, bei fit^ auf 
bitfem 0ebiet öffentU^ ^oit^t, raar t^riebri^ ftail {tiulba. 
«Äoten jn ©impfen im 3- 1724 , ftubieite gfulba ju Tübingen 
^ologie nnb bone^ ^bi^fop^ie unb Wat^ematil, gieng bann 
aU gdbtnrcbtger no^ ben Stiebeilanben unb nabm na^ Slufldfung 
bei ttefliments, bei beut ei ftanb, an ber UntBcrTität SSttingen 
fnitt UniDerfit&töftubien imeber auf, be^nte fie aber iet^t Dorjug^ 
nKtft 5b« bentfd^ KCteTt^amer unb ühft^ic^te aug. 1751 mürbe 
fi StamifintSprebtgei auf ber toürtembetgift^en {Mtung ^o^tnaS' 
ftxg, 1758 $farrn in bem iCorf SOlü^Ibaufen an ber eng, 1787 
n^It er bie ^^rtei ffinfingen. §ter ift er am 2. S)ec 1788 ge* 
ftnbat, Dbwobt in gelc^e @tutncn oder Krt vergraben, mar 
^■Iba ein t>flii^ttreuet ®eeIfDi{|er, ein tirbendmütbiger ®efellf(^fter 
mib rät vpTtrtffli^er ^toater^). Um ^ba ab ®pxail^in\i)tt 



tii «tf^i^tt btt alten fTitft|<^n ober |S<^fif(^tn epiat^t. mtii) 1T84, unb 
lUfritfil^« SSTtcTÜiK^ fluri^ 1786. — 1) CommentationeB societatis 
regüe icientiftmm GottingeniiB. Vol. 11, (IT80) Hiit. et phUol. 
P- SS iq. imb Toi. III (1781) fliit. phil. p. 8 sq. ~ 2) £{cfc «nflCP 
ta nbn gulba'l Scbtn finb intnonmcn au« bn ,9ia(^n$t im htm Bcbtn 
nb b« 6<^ftitt 9Tubn4 (Eorl gulba'i (au« btffcn ^inttdajlcnen ^aptmn 
nee«)', bie fi^ BOT ^o^n'e «umgabt bc« lUfira», SStigtnfcl* 1805, fnbd- 



L.C-'Ooglc 



260 S<Kitt« ei4. «itttt« xofiiict 

ti^Hg ju wfiibignt, tnu§ man f]i$ erinnern, bog er ni^t von Ut 
^^tlologie, {onbem von einet genetanftexenben unb obftra^temibat 
©peculotion ^ant. Unter fetnat ^nbf^riftli^cn ffierfm fanb 
m ein .©tanottbaum allei SSifTenft^ften, ftiinfte, ^rofeffionen 
unb {^KtnbiDettei^ »otn 3'i^t 1753, unb eine Ontolo^ an 
doctrina, quae oontiiiet nniTenalissimaa Dotionea et praedi- 
cata, methodo geuealogica ereota 1763 *). Obmo^t nun 176S 
bei UnttUIe über ^oporoitf^'« aI|)baßetif(Öe« SSefjei^ntß ber f. g- 
un3let<^ fitegenben Konjugationen ber ünlag touibe, bag i^uD» 
flt^ auf bie i£rfcirf(^ung ber beutf^en ^ptaife warf, \pvanz er boi^ 
fofort über auf „bie wefentli^ Wobifaleinfttnunung aller ®pra^' 
unb mai^ fu^ ein „®tammbaum<^en ber ©Vro^organe unb bee 
UrfimraßS ber menfi^fii^ ©prai^ unb Segriffe" unter beut Üb! 
„Origo lingaae homanae" ^). !Cen Hntrieb, öffentlti^ aU 
©imu^foif^er anzutreten, er^e(t ^olba bun^ eine Don ber @öt> 
ttnger ©ocictfit ber Siffenfc^often gefteQte ^rcidfragc gutba'S 
33earbeitung berfelben erhielt im ^a^r 1771 ben ^reis 3) ml 
uiurbe »on t^m unter bem !Sjtel: Uä6er bie beiben ^uptbialecte 
ber a:eutf^ ®pra(^. — Setpiig 1773, möffentlii^t. Ks fe' 
gdnjung folgte einige ^iitt barouf ^ulba'S umfangreti^eä £)eit: 
©omittlung unb Sbftammung ffiermontf^r SBui^el' härter, i»<^ 
ber fflei^ mmm^tx ©egriffe, — ^oKe 1776. 3fn ben betten 
nfi(^ften ^^tm bet^igte er fu^ an bem teutfc^en ©pra^forfi^i, 
ben So^cnii ^iftr ¥i^o^fToi^ on Stuttgarter ©^mnafium, 
„©tutgart" 1777 unb 78 Verausgab, mit einer Äei^e grijgerer Ät' 
beiten, unter wel^ bie p „©tutgort" 1778 aui^ einjeln erf^ 
nenen „©runbregeln ber teutfc^ ©prac^" bie bebeutenbfte ©teile 
einnehmen *)■ SRo(6 in feinem le^n 8e6enaio^ »eröffentlic^te 
gfulba ben »aSerfui^ einer aügemeinen teutf^en gibiotifenfanun- 
lung, — Berlin unb Stettin 1788, unb nai^ feinem lobe gab 



I) S. fcit oitn Mifltfö^rtt .Wi^ri^t' S. 11! u. IV. - 2) (Stak. 
6. V. — 3) Sgl. @StttnQi|<^t «njcigtn »an @trt^ilen ^a^tii 1771, 
138. etätt, e. 1178. — 4) 3)n ltut{i^ et)n*4fcifi^ äWtU" ^ 
etutgatt 1778. €.118 — 220. 



ciilizedüv Google 



m stnnani|<^( ^^üoto^it in Sieult^lanb Uon 1748 m 1797. 251 

erster ^auiS: IS. ^. gulba's Sef^id^te bet Xeutfd^ utib bec 
tantfi^en Slotur. ßtn ^enbant ju feinem SSuijelioSTterbuii^ 
mä) f&mmttttax abtx ^acüas @txmaim, ^lümbetg unb SQ&otf 
1795. 

@e^ toit uns biefe %xintm ^iilba'S boiauf an, tntfl Vfyt 
Straffer füi bie beutf(^ «Sprai^forf^Uttg getriftet ^at, (o nw« 
ben iDiT ODT aüm !3>tngen beit Sifec anerfennen, mit bem et fic^ 
oii4 ottf bü8 i^nbtjim bet.aiteten flermanif^en ©inac^en geraor» 
fm ^ <£c ^gnügt fi(^ ni^t mit bem flogen SSoitvoiratlg beirfel* 
Iioi, fonbexn er fu^ ou^ t^ren gtammatifc^en S9au ju erforft^en. 
^ feinet ^teiafd&ttft üb« „bte beiben §auptbtalecte bet leutft^en 
Sprach" (1773) gibt er eine Ueberfu^t übet bte got^if^en unb 
ilt^ot^beiitfi^en ^le^ionen ^), unb in bcn »@ntnt)tegeln bet Ztat' 
iStm ©pKK^e" (1778J fyd er (Kntges aoät loeitet ausgeführt 
5nU»o 8) torat feine «orgönger §tde« »), len ßate *) unb ^xt % 
V^t ^ ober feinen eigenen Seg gu bahnen. Seine Kngaben 
oinuneln awot eon 2fe^tetn *), ober boil^ bleibt t^m bafl Sßetbtenft, 
als bet «fite tn iCeutfi^Ianb aut!» über ben grammattf(^n ä3au 
ba altgermoniftigen ®pxa(^ ttcoas betöffentlii^t unb mit ri^tigem 
8(h{ ei^nnt ju ^ben, baß bie älteften germanif(^en glejnonen 
ntit ben gtiet^ft^ unb lateinifi^en „oiete ®em<inf^ft ^tten" ^J. 
Sulba'S eigent^ümlt^fte Seite ift feine $}utjelforf<l^ung. ^et 
obec fi^ft er fo weit Über bas ®cbiet bes ©ermantfi^n ^ous, 
bog »ir i^m an biefer ©teße ni^t folgen bütfen. Sit begnügen 
inis, p bemerfeUr bag es feiner iSntuidlungsgef^ii^te ber St^rat^ 
nii^ on geifttei^en iBentetlungen unb listigen 33Iiden fe^It, bag 



1) e. 24 fg. — 2} 3n Ota^'e) ttuIFt^cm Siira^forfi^ IL (1778) 
e. 119 fg. — 3) gulha, lUbtT bie bcibcn ^auptbialntt €■ 55. — 
4) €aninlung — i»anum. aButitlnSttct 1776, @. 29. — 5) £» ttui|<l^e 
€|iti4fo[f((n n, 6. 119. gulba's got^tf^e €))Tit4(c^ic inä|fm wii ^tci 
n^R SttTtu^t lofftn , Util fie ctß 1805 in 3a^n'0 Uifllat UnefftnUtt^C b)Dr= _ 
ta ip, unb aiu^ ba nur von ^tftt Sbnorititit. — 6) Seltgt g. Q. in 
gilb«;! e^^iift Bba bie btibtn ^au))lbial<ctt €, 24. — 7) gulb« im 
Ztatft^ &f,rii4totf4a U, (1778) S. 184. 



ciilizedüv Google 



252 iietittt Qnt^. Sicrte« XtlpM. 

aber in luifT^nf^fäti^ &^$' f^"^ flo»!' ^'^ )u eft^nolostfle' 
tm auf ©anb gebaut tft, tnbmt t^t ha9 erfle <£tfoibenn$ iebet 
WifTttiff^ftlti^ et^mologie: Die ©eofcat^tung ber ^orifi^tH 
goutiranbelflefe^ , öoflftänbig abgebt. — gaft gleit^jeitifl mit 
^Iba mad^te bei ^efutt Starl 3»^«))^ aßti^aeUr (g^. )u 
:3inn«6Tud 1735, 1783 (EuftD« an ber UniwtfitJitSbiaiiot^ in 
©ien, geft 1804) einen Sierfui^ jut gtannnatift^ ©e^onblnna 
bet SIteten geimottifc^en ^pxaSim in. feinen 1776 gu ^nnSbrnf 
eifi^tenenen, auf 0iife<S fußenben Tabalae parallelae aotiqnissi- 
maram teatonicae Hngnoe dialeotornm, moeBogothioae, franco- 
th«otiecae, anglo-Hftxonicae, rnnicae et islandicae. SMr fk 
wA^nen augerbent noi^ bie ^ßieisfi^riften übet btt ^cavpttpoitai 
ber beutft^en 'S>pxai)f feit bem 8. Qal&r^unbett »on Öeon^otb 
Mtifttx^) in3ari(^unb))oneiiI^eIm ^etetfen^) in@tutt' 
gart (1787), nnb bie „^tatttfc^ XniDeifung jui Jtmntniß btt 
^uirtvn&nberungen unb äRunborten ber teutfi^ €^m^ »mt 
b«t atteften 2/^m U8 tn« nierje^nte Sa^^unbert,' bie ^dJ. 
Vetet Sidenböc^et (ffledot ju Sranbenburg, gÄ. gn Ceei' 
frlben 1748, f 1794) im ^. 1789 anonym l^auftgab ^. 

!Die 99ef(^Sftigung mit bcn fitteften gerntanifc^ ®ptaif)ta vm 
ixmaii in Deutfi^Ianb noi^ etnKiS fe^t Seltene«. Demti)^ txf^t 
btes @ebtet in unferer ^eriobe einige roert^voQe 99e);ei($ennmen 
Um bad ^^ 1756 entbectte ber £c(^biaconuS ^xartj Xnton 
JEnittel (geb. au ©alsba^Ium 1721, geft. 1792) jn SBoIfenbüttd 
in einem Codex lescripttu ber borttgen ^ibliot^ ein fÖta^fM 
bet got^fd^ Uebetfeftung be« SHMerbrief», bo8 et einige Qa^ 
boranf (1762) ju Sraunfd^raeig ^u«gab. %ud einer anbtitn 
Solfenbftttler ^>anbf(^ft fügte er einige iBm<^ftfide be« Dtftib 
bei Son grogem %)ert^ flh: bad @tubtinn be« Sot^f^ wa 
eS ferner, bag ber belonnte ®eograp^ SInton ^t^ebri^ 9ü' 



1) 3r bot €<^tttttn bti itinfütlllt^m beutfi^ iScfdqd^ft in abnf 
^im eb. I, 6. 256 fg. u. Ob. IL — 2) ebaib. «b. HL — 3) Sili» 
(04« Wn SSnf. bitfn 1789 jn &it!iig nf^itnctun 6<^n|t 6. Xüibtriing 
in «cfitn't StaguT, «b. VI, €. 127. 



ciilizedüv Google 



£üt ganutniK^ $^U»loSit in Stutfi^luib tun 1748 bis 1797. 253 

fiiiitg in Setltn bic st^oItOßOen ©i^tiften ^xe& Ua bas ®i]> 
öf^ Bom »erfdffer fd6|"t Beme^rt luib wtbeffert (SetUn 1773J 
jffammelt ^^laudgob. Unfere a(t^o(^beut{(^eit Quellen oerme^te 
bim^ einige Heine ®lOde (1765, 1779) ') bei gelegne 9l6t Don 
®t SlaTien tm Si^nxiräiwilb SRartin ©erbert (2M^ert Don 
Cwnian, geb. ju §or6 1720, geft 1793). gör baS attfa#f(öe 
ooi Don Sit^tigfeit, bag bex franjofif c^e Snrigiant ®etaTb®le9 
(3*. ^ ©«atbmer in Sot^tingen 1761, geft. jn ^ari« 1830) im 
^x 1791 ben oerft^Oenen, e^entaU ju Süijbutg befinbtii^ 
Sobt; bei Iwlianb auf ber Rat^btalbt^ltot^ )u 99am&ng nnebet 
entbnfte. ^n SSegug auf ba^S Sliebccbeutfi^ fl6ei^u;>t f^eb i^. 
g. «. Äinbetling (ge6. ju SOlagbebiirg 1743, 1774 ^rebigei ju 
6a(6e an ber ©aale, geft 1807) einen ©rften ©lunbrif einer 
^iaatax bet )>Iattbeutf(^eu ober nteberfäc^fifi^en ©piai^ unb i^rer 
m^ttt (1794) 2), ben er bonn fpäter (1800) a« ««« @ef*i(^te 
bff irieberfäc^fft^oi ©protze enoeitert ^t Auf bas SUtnoriiifi^ 
tonnten mir in einen fpäteien 96f(^nitt jurütf. ^ier bemerfen 
m nur, baß 3o§. eri^fon (geS. 1700 ju ©teraberg in 'SHttU 
Icnburg , 1745 faftoc gu ©tarloio in @i$n>ebi((^ ' $onunem) im 
3a^ 1766 }u ©reifSUMlb eine Bibliotheca rnmca Verausgab, 
Boiin er bte ©(^tiften fl6er bie SRunen cetsei^net unb 3Iac^riii|ten 
öer i^ SJerfüffer gibt. ©i^Iie6K(i& rooßen mir no^ enoä^nen, 
tug tn biefer $ertobe ein geai^er Siterator, S''^- Knbreas 
Sa6riciu3 (geb. 1696 ju ^obenbotf, 1753 Slector bed ©^mno' 
fxm ju aiorb^oufen, geft. 1769) in feinem Äbrig einet aügemei* 
«B ^iftorie ber ©ele^rfamleit (Sei;)jig 1752) ^) bereits in Sbet- 
nf^enber Seife bic SSi^tigteit unb ben Umfang ber beutfi^ 
$^logte bqeic^iict 



1) U. Geibert, monomenttt T«t6iü litoigiM Alemaonica« II, 
(1779), 31. (In MBUenhorB imd Scherer's Denkm. Nr. LXXIV> 
~ S) 3n: Sfli beutt^c etnot^, StUnoluT mA •Mtiurgtlt^ic^. ^i. non 
tabtTltag, f&mtnbM^ uttb JC«^, ettlin 1794. — 8) iBb. I, S. 153. 
IM. e. Heinr. BoSmatui, Die dentMlie Philologie, ISStf, Von. 

iv. 



ciilizedüv Google 



254 ^VB^M eu^. Sintt« StSfM. 

8. Hit ^ttautgabc milttl^o^btutf^CT X)t(^ttiiis<n. Obtf 
lin'a @Ieffat. 

HBfi'^mib, ime fdimt 6«merft, bie Dorangc^enbe ^eriobe (1665 
~ 1748) fli^ »otjMflSweife mit ber |Krau8ga6e alt^o^beutfi^« 
Oueßen Maßte, iwnbet fi^ in ber it^i^tn (1748—1797) bie I^. 
tigfeit (a)i|)tfäi^U(^ ben tnittel^oi^beutft^en £)i(^tungen ju. ®(^on 
®ott{(^'g Semü^un^eti um bie lftfüt[(^ung bei fiUeien beutf^ 
gitetatin: ^tten bicfe Sliti^tung angebahnt 0- ^<cl mc^tiger oIki 
ffll bie 9)efanntma4unc| bei altbeutit^en ICii^tei uittben bte $(< 
ftreöungen feiner fi^wetjerif^en ©egner S"^- Qa'- SSobmet 
(geb. 1698 ju ®tetfen[ee bei Sürii^, geft. ben 2. ^on. 1783 jb 
3flri(^) unb 3o^. ijaf. SBreitinger (ge6. augari^ 1701, gefi 
ebenba ben 15. a)ec 1776). ©etbe Wi&mtx, eng befreunbet in 
i^ten Sätn))fen fflr bie %i3bilbung US beutft^en @ef(^mad8, fuib 
Qü^ in t^ren Setftungen ffir bie ättere beutfc^ Siterotur fo iu$ 
twrbunben, baß fie t^te mit^tigften arbeiten genieinfam unterne^ 
men. <£!neTfeitS ald @e(i^i(^tdfoif(^er, anbcerfettö a\8 ^i^tn unb 
Änttfcc rcurbe Sobm« f^on frü^ bem ©tubtmn bet älteren bei* 
(c^en ®pxaä)t unb iCiic^tung jugefü^rt Sin 91t^tebrief ber @bibt 
3ürii$ aM bem 13. ^a^i^^unbert tvecfte feine ^icbe ju unfrer alten 
©pra^e unb Öiferatiir, unb in ®oftiaft'« ^OtMneti'ent fanb bieft 
t^e erfte idefnebtgung. %uS) fnb o^ne Qmi^ @Dttf(^b'S gleich' 
ortige SBeftrebimgen ni(^f o^ne ©influß auf 93obmer geftlieben ^9- 



1) e. c. e. 208. — 2) Sin S^culf^ Vlufoim 17S3, I, C. 269 
»icb rqfi^It, ba^ dn ERu^tcbtitf ber Stobt SSiti^ ca>e btin 13. 3aI|T^imbnl 
juttfl flobinn'« iltbt juT €))T^t bn SQiniitfutgn iOatiCt ^a(t. Qabn« 
[tlbß timfi^nt bie fpotftt bti ^o^njtauflf^ii gtil in feinem ®tbt<^t ,0^ 
Ttitta bn !Ccul{i!^nt @tbic^1t' vom ^a^i 1734 (3. 3. eobmn's ältlii^tc, 
2. aufl. äüxi^ 1754, e. 19 — 21). Stint ffcnnhiig |<^cinl ft^ «btr b» 
nialfl nm^ auf Qlolbafl'd ^aratnttiftr btf^iinft ju ^abtn. 3)<ig btt flb^onb: 
lungcn ÜStr Stgtnflfinbc btt GltcTtn bcullt^tn Sitctahit, bie fii^ in ben von 
(Soltft^tb ^tnuflgeatbcntn ec^ttfigcn jut ßritifi^tn ^iflDtJt btc beutf^tn 
SVnu^t (1782 fgbt) ftnbtn, nfc^t o^nt SinUiTlung auf Vohmn geblitta 
fhib, ift bti b« bamiiU noc^ btftt^inbtn (uon Xanjtl , «ottfi^b €. 186 b- 



i.,C70og[c 



lEk gcnnmif^t V^UoIoait in Stutft^Ianb «on 1748 m 1797. 265 

$n^ 1743 DCtiiffmtKc^eSobmn in hex „®camim% i&dti^i)a, 
fotü^üfec, unb ottberer g«ftootln @(^ften, pr SJerbeffentng btS 
Uit^etlt« unb be« föt^ in ben Setdttt bet ZSo^Iieben^eU unb 
btt ^wpe" ') feine SSbl^anbüinfl : „Sion ben Borttefftii^n Um- 
jitanbm fftr bie ^oefie untet ben Saifetn owS bem r(^n?fi&if<^en 
^{e.' ^er mo^t ei auf ben nat^^i fo betü^mt geniotbenen 
iotxf (7266) bei ^rifet 39ibIiot^eI aufmei^ani, unter befftn 
Statten ,etlic^ ^wb, bie nttttelft ein^Inet QtiUa, bie Don ®oIbaft 
aus i^nen angejogen rootben, ein ftanfed Sieilangen nad) bem 
gon^ etrcefet ^ben' ^)- ^a(^ bem Snfang einer fcitift^ Su^ 
gäbe oon Opi^« ©ebid^ten but^ ©obmei unb Sreitinfler (1745), 
in vxüiet bie D^t^ift^ Su^abe beS StnnoltebeS mit owileien 
neuen Snmeitungen Derfel^ unirbe, folgten bamt bie „Stoben bec 
alten \SixoS.ii]i)m ^oefie Ui bn^jc^nten 3'>^^u)tt>eitiS- ^^ bet 
3Ranetif0en @anunlung, ^xiäi 1748," butc^ melc^ bie mitte(< 
^n^beutf(^e ^ril in ben Stä» nnfiei 8itteiatut eingefü^ würbe. 
Mitteilungen oon 6(^ auS bem Sobe; 7266 bet ^orifet 99ibIio= 
t^ ^tten Slobmer in bet Snut^magung beft&ttt, „bag in bem* 
ielfm bie SiebeS'^oeten bed ©c^roäfiifi^en ^a^c^unbertS entgolten 
Käien," loel^e ©olbaft in feinen ^eiaenetitent anfährt. S>uti^ 
»etmitüung ©i^ö^jpin'« in ©ttafebutg erhielten ©obmet nnb 
Stettinger bie $anb[^ft ju freier Senufiung na(§ Q&ü^ gefenbet 
@ie gab i^nen bie DoQe Uebeigeugung, bag t8 mttflit^ bie von 
Solbaft gebtau(^te ©anbfc^ft fei, bie im beginn be« 17. ^o^. 
^bette aus bem Seftfi bei ^ci^en wn |)o^fajc in bie ^lio' 



ii«^tiDie(tntn] Ccrbiiibung jnifi^ @otlf4tb unb btn @<!^iiKi}cni UDToutju: 
fifoi abtr bei eiitf Sobmtr'e an @Dti|c^tb, btn SHm^tl C^otllt^cb @. 192) 
Vm ennie ^ieffti mittuet!!, i{1 l^oiii ^n^c 1738, aI|o »in 3a^t jüngn al* 
M sbm tHDfi^nK <Stb\d)t SDbmtt'A. ^iQ man bie ct^c Sniegiuig Sobs 
»a't junt Snibiunt bcr altbuitfc^m $otfie burt^u« auf (Sotljc^cb jutdct 
Hra, |c lennle man aobmti'l a3t(anntl<^afl mit ©clbafi'S ^ratiittilmi 
Uli bot et^ttaatn jui ßnt. $ifl. bn aUtulfi^cn epTOt^t, 2. StAd (.1732) 
S- 285 mittlen. 

1) eicbcnb«« <Bt&(t, ^Qiic^ 1743, 8. 25 fg. — 2) «btnb. €. 35. 



i.,C-.ooglc 



il56 3»(itt* «Uli. SimtS JMttl. 

t^el bei ftuiffirpen »on ber ^alj ju Imbettetg unb oon ba im4 
bei Stnnalme ^ibdbeijj'S inm^ XtU^ in bie fSiüglü^ 99ttfiot^ 
iu $anfl grtontmm f« i). 2)a {ie metntoi, btc ^anbidMft fei 
eingig in i^iei Sttt, fo glaubten fie, mit Sii^tr^ bie SBorte bc< 
iCii^teiS ^abloub (um 1300) eon beut Siebeifammeln bei äRo' 
»effe ™ 3«ri(^ iixf unfere ©onbf^ft Begieß au büifen *). 3n 
i^rem Soiberic^ fteilm fie bann loeiteT SOeS sufamoien , »od fit 
fibei bie Seben^untft&nbe bei einzelnen TAi/ttt ermitteln fonuten, 
unb f(^on ^ier ma<^t Sobmei bie ffiöter^in nKttec oudaeffi^ 
Sntbtdung, baf in StuboIfS von Üttuenbuig Siebem fi<^ eimfie 
®txopiien finben, bie aus bem ^lovengolif^ni be« %oUput rttm 
3Kaifeille übeifel^ ftnb *). 'SÄt ,®iamntatif^ Xnmertungei 
Ober bie @pTa^e bei f^ioäbifc^ ^oetcn' beginnen bie j^eaaO' 
gebet mit ben titffenben ©ü^: ,S)ie aUt fc^m&btft^ ^nu^ 
^ feint gelinge ©^raieiigfeitcn. £iefe entfte^ von Ux 3Hengt 
{ßditetr bie man fya unterge^ InfTett, o^ne baf man fie mit an' 
bem eife^ ^^ von einet gleich fo gtoffen Xnjci^ SBcxtei, Mt 
ixoax in unftei ^aptaifc nix^ ftnb, bie abei in bem SRitttbe bct 
Seute, buti^ todittn fie gelaufen, buti^ baS 3tltet, ben ^u!{aii, bat 
Stgenftnn, gonj anbete SStftimmungeu em)}fangcR ^o&en; von btn 
Sbgange unb ben Hbmei^ungen, mel^t bie ®))tad^e in bet ^ 
fiffion, bet Kbleitung, ber @ttllungr unb bet Seirtiinbung bet 
SBditei etittten ffof *). Xiie leii^^aUigt Husnu^, in tod^ 
untet 9(nbeien JBob^ wa bet Sßogeliveibe ber neueten Qnt um 
eißenmal in gtögeiem Umfang not bie iatQta tritt, nirb bo» jn 
^äßi^ noi^ but$ ein gebiSngteä @Ioffaiium begleitet 

!£)ie ^etausgebet l^otten gehofft, burc^ i^it .groben von 
aRinnelitbem ccas bet änaneffifc^ ©ammlung" aUganeine S9t' 
gietbt auf bie 93etöffetttli(^g bee (Sonjen gn etttxdcii. Xbet etw 



1) ©. eobmti'« aot6md^l )u btn ^xoUtt ©. IT— XII. — 2) 5« 
(Bodmer'B) HinneBÜigern II, (1759) 8. 187 a. — 3) $to6ai, SBrh> 
Ti<(l S. Xm fg. HianenngeT I, S. XII fg. Cagtsu Sat^Duum in ba 
Bon. ium «oII&k (2) 6. VI fg. - i) ^oten, BoAm^t 6. XXVUL 
SAt wcittit autfit^tuns |. in [Bobra«'«) Ruitn Qntif^ Btitfoi (S) ^< 
n4 1763, €. 95 fg. — 5) ^xeim, SotSentft, «. XXXIX. 



L.C-'Ooglc 



Cit gtimonif^c $^iIolostt in 3)tul[<^Canb Mu 1748 bi< 17S7. 2fi7 

.anf^jiberunggf^rift' oom 3a^r 1753 fiSetieugte fie, bafe fie fi^ 
in i^ (Srnxiieungen geläufig ^tten. 23a« ^ubltcum jeigte 
HKiiia üT^dlna^me, unb nin bie ^Ü^ft e^ienroett^ Unterftü^ung 
t4r« äflrit^« aftitttttfl« ini4te eS Sobmer unb SSreitinget mög* 
lii^ ')f neun ^a^vt na^ ^etauÄgobe ber ?ßwben bie gange $arifet 
Oanbfi^rift erfc^einen gu laffen untet bem Xttel: „©amntlung 
ton ä^ünnefuigom auS bem fi^vSbtft^en 3nt|punlte €XL !^ter 
(iitEialtenb; bun$ 9htebgei üßoneffen, toeUanb bes yia.Ü)t8 ber uc> 
altm ä?!«^- — 'Srftrt SE^eiL ©ur^ SBorft^ut etiter anfe^nli<^ 
3a^t wn greunben be« aÄinnegefanfle«. ^-d^ — 1758," „Stof)' 
ttr !l^etl" 1759. :^ bei SSowebe fiJiet^ bie §eraaägeber mit 
nKtmer ^be von i^en äßinnefingem unb nneber^olen bann bie 
Jltiäeinanbcifegung, bie fie in ben ^Toben fibet bie ^nbf^ctft unb 
i^ctt Dermeintli^en ^öammlei gcgetien fyiüia. @ie enoä^nen auc^. 
bei ^naei Sobe; unb bet 9ta(|ni$t, bie über i^n tnjtvi[(^en $ro> 
fefior ». e^r. SJern^arb SBiebcburg ^) (geb. gu 3ena 1722, 
äfft ebenb. 1758), burt^ Sreitinger unb SBobraer boju aufgennm' 
tert^), gegeben ^tte *). %6er auf eine nä^ ^gleit^ung loffen 
fie it<$ nii^ ein. Ku^ geben fie biesmal neber eine giommatif^e 
Einleitung, no^ ein ©loffar. ^a, roaS ben SEeft felbft betrifft, f« 
oit^Iten fte fi^ fogar ber 3"te[t)uncttDn unb üeft^iänlen fii^ auf 
im abbruif ber ^Kuibf^rift Sir tennen je^ bie äß&ngel biefer 
Xuägabe rec^ wo^I. ^et tro^ alle bem ift btefe Seiftung %ob' 
mer'ä unb Sieitinget'S eine ^Üc^ft oetbienftÜc^e, unb wenn fie au(§ 
iiui3# nii^ ben ISrfoIg ^tte, ben bie |)etauSgeber wünf^ten, fo 
icerben wir um fo glängenbec i^re tief eingreifenbe Sirtung auf 
bie (Entwidmung unferet ÜSiffenfc^ft in ber folgenben ^einübe (en- 
nm [enien. Siuxi vor ber Jßeröffentlt^ung bet großen SERinne- 



1) Sammlniig Ton HinaeBiDgem, I, (1758) Vocrede 8. III. — 
2) Jlujfü^ilti^t 9£a(^ii(^t von ttntf|Cii alitn tciitfi^n fait. ^Ci]>inu|nt^ten aui 
to ktpit^nbnt unb Cictjc^tnbtn ^a^v^unbcitt, totlt^e in btr ^cnaif (^tn cdtti 
btmi)!^ iSibligt^tr aufbc^ollcn nccbcii, ^et. Don ea|. &)i. iScnt^Tb SBubc 
iutg. ^ciia 1754. — 3) Sgl. bie San. von SBitbcbutg'ä ctm aiiQc: 
iü^rttt e<%rift ÖL 2. — 4) I, Yorrede S. IX. 

XiimiT, Ott«, bn tem. WI«I>gi'- 17 

LSi,-.,.:.l:, Google 



356 3»»4>t4 %><4- Bimci XoirfteL 

i1)d btr Rutf&irften «on ber ffols »u $eibd6ccg unb oon ba ini^ 
ber (Hnna^mt ^b^ctj^'iS bun^ SUi^ in bie Kntglit^ SWiot^ 
ju ^aris getomntflt fei *). !Ca fit meinten, bie ^xmbfi^tlfl fd 
einjiis in t^et %st, ftf glaubten fie, mit ®i/ä)ai)nt bie Sorte bed 
"XA^ni fubloub (nm 1300) von bem Sid>erfcnnmdn ber äRo' 
nef^ ^) in 3^4 luf unf^" ^nbf^tift begießen )U böifen ^). ^n 
intern SSorberit^t fteKm fie bann nKitec Wks jufammnt, waA fie 
über bie Sebenäiunftänbe ber einjelntn tnd^ ermitteln tmaOat, 
unb f<!^on ^ier mat^t Slobmer bie ffifiter^ nieiter ouiS^ffl^ 
Sntbetfung, bag in fRubolfS Dan iReuenburg 8tcbent fi<^ einigt 
@tiüp^en finben, bie aus bem ^rssengolift^ bed ^oI<ntet Don 
SRarfetUe ü6erfe|}t finb *]. 3)ie »iSrommatift^ SbuKrhrnges 
Aber bie ^pta^t ber fi^roSbifi^en '^oeten* beginnen bie ^kkobS' 
3eber mit ben tteffenben @ätgen: »^e alte fi^to&&tf^ ®))ra4t 
^t leint geringe ©^iertgteiten. SMefe entfte^ von ber äKenge 
S&Sxttt, bie man ^ mtterge^ laffen, o^ne bog man ^e mit 00« 
bem erfetiet ^t^ von einer gleü^ fo groffen %nja^ V^tUc, Üe 
jDUC in lotfret ©pcot^ nw$ finb, bte ober in bem Sßitnbe ber 
Stute, bur4 tod4)m fte gelaufen, burt^ boS SOter, ben Bufofir ba 
Sigenfinn, gonj anbete ä^ttmnumgen em))^gen ^oben; Don bcM 
Kbgange unb ben atmei^nngen, toe^e bte ^pxad^ ia bn^ 
pe^n, bcT Sibleitnng, btt Stellung, unb ber ajetbinbmig bei 
SBötter erlitten fyü" ^. 3>te rei^^lttge tbtSwa^I, in toä^ 
unter ätnberen Salt^ von ber SJogelneibe bei neueren geU gm 
eiftenmat in grdgerem Umfang Bor bie Xugen tritt, nriiA bom jm 
®<^Iug noc^ burt^ ein gebrängteS ®Ipffarium begleitet 

3^ie ^ou^ebet ^tten ge^o^, bur^ t^e «groben Don 
SRiimeliebem aus bei änonefftfi^en Sammlung" aügemetne 9e> 
gierbe auf bie 3}erÖffentti^g bee @anjen jn emmten. Xbei ei« 

1) 6. Cobm«'« Boi6«i(^t ju ben ?Srob«n ©. IV— XIL — 2) 3» 
<Bodmer'a) Minneaingeni II, (1759) 8. 187 a. — 3) ^totw, Sn*«' 
Tt^t €■ Xnt fg. MinneaiDger I, S. Sil fg. £><ig(gcn So^Diann tn hi 
Bort, {um aBaU^n (2) S. VI ffl. - 4) $ro6tn, SBortttt<§t S. XXVIII. 
Sic tDcttm XuafO^nuig f. in (eobmtt'S) 9tcucn ISritifi^m erieftn (2) Bü- 
tt4 1763, e. 95 fo. — S) q^tiXcn, Socboti^, £. XXZIX. 



i.,C-.ooglc 



eic gennanifi^ (^ilalogit in SQeutl^tanb wn 1748 bl< 1797. 257 

,a#)rb«>infl*f(^ft" tum 3o^t 1753 üBwjeuflte fle, bog fie fu^ 
in i^ l£nmittungen getSu(<^t ^tteit- S)a3 $u6Itcuni seigte 
nmiifl llöeilno^e, unb nur bie ^öi^ft e^tenmert^e Untetftü^ung 
i^n 3^^^!^ ^tdüiger ma^te es tSobmet unb SieUüiger mög< 
lii^ 1), neun ^o^i^^ t""^ ^ausgäbe ber groben bie ganje $aitfec 
^unbfi^rift ecfc^etnen ju laffen unter bem ÜLitel: „®amniluns 
Don 3)linne{tngent aus bem [c^tDäbifc^en geit^unlte CXL SDti^ter 
mt^Itenb; but^ Slutbget äj^oneffen, tDeilonb beö Sftat1)tS ber ur- 
oltnt 39tt(^- — l^tn S:^eiL !l)ur0 SSor[(^ub einer oufe^nltc^en 
3a^t öoB gjtainben be« SOKunegefangeS. 3^rt(^ — 1758." „QvotJ)« 
tn SE^fil" 1759. ^ ber ©onebe f|)tc(^n bte ©etauSgeber mit 
nainier Siebe öon t^en aftinnefmgew unb wieber^olen bann We 
JU^etnanbcTfetung, bte fte in ben groben Über bie ^nbft^ft unb 
i^ oermeintlu^ @(tmnilcr gegeben ^tten. ®te ermtt^nen aaä). 
iti Jenaer f&abejc unb ber 9!ai^ii(^t, bie über i^n tnjKit[{^ ^ic 
ftfim SB. S^r. ©ern^arb UBiebeburfl^) (geb. ju Qeno 1722, 
Stft. ebenb. 1758), buri^ SSreitinger unb iBobmer boju aufgemun' 
tm'), ftegeben ^tte *). aber auf eine näb«« ^tglei^ung laffen 
ftt fii^ nti^t ein. iixä) geben fie bteämal ueber eine gtonunottfc^ 
Einleitung, noc^ ein Qttoffar. ^a, roaä ben "Xtft felbft betrifft, fo 
enthalten fte fi^ fogar ber ^ftertiunction unb befi^ränku ßc^ auf 
btn Sbbrui ber ©anbfc^ft SSJir fennen je§t bte anftngel biefer 
Ausgabe rei^t njo^I. Aber ttoft olle bem ift biefe Ceiftung 93ob' 
mer'ä unb Sreitinger'S eine ^öi^ft verbienftlic^e, unb menn fie au0 
mMi\t nü^t ben lErfoIg ^atte, ben bte ^ausgebet toflnfi^ten, fo 
iveiben mir um fo glfiitjenber i^te tief eingreifenbe SSHrtung auf 
bie entwitrtung unfern ffitffenfc^ft in ber fotgenben ^etiobe len* 
nen Unten. Suxi vor ber äJeriJffentli^g ber groB^ 9)tinne> 



1) Sammlung von MinneBingern, I, (1758) Vorrede S. 111. — 
i) 91iitfü^rlUfi( Stof^Tic^l von tinigui olltn ttulji^cn ifott 3ßanu[ai))Uti out 
btai bicfic^cnbni uiA vitrit^enben ^a^t^unbertt, weitet in bct ^utaif^tn <da' 
hnifi^ eibliot^ct uifbc^alltn rauben, :^ct. Dgn Sa[. <&^x. Sßan^^b fflitbc= 
imi, 3tnB 1754. — 3) Qgl. bie Sort. wn 9Btcbtbuts'$ (6en angc 
^■nn e^tiit 81. 2. — 4) I, Vorrede S. IX. 
HiHxi, «if«. »et gnn. ¥t(IoI««<t. 17 

D,i,-.,.:ÜI:,G00Q|C 



268 gntitte «14. SiciM XaplltC. 

ffinger^nbf(^ft litten Cobmet iinb Sirittiiget guxi anbete mittel' 
^oc^beittfi^e X)ic^tenoeTte ^erauflQegeben, beten eined beut (Sef^motf 
jener 3"' fiefonbets enlfpioi^, toS^renb bas anbere erft in ba 
golgcjöt 0I8 ein« bei atßften SDi^tertrerte be« beutf^ ©eiftee 
erfonnt loetben foßte. 55o« etftere waten bie »gabeln anS bm 
Seiten bet SDKnnepnget, 3üri4 1757" '), ai» bete« Sktfaffet fflüB 
fpSter ben SBonmitS etmittelt ^t; bas iioelte: ^^tiem^tlbat 
Vta^t, unb bie Klage-, jweQ ^elbengebic^te aus bem \^xoSbi\ifta 
3eiQ)uncte. ©amt ^agmenten aus bem ®ebt(t)te Don ben 9lK(•^ 
Jungen unb aus bem JJofop^ — Qqxiii 1757." 331 blefem fW* 
nen Qiiattanten Uegt nun bet etfte, tnenn aut^ noc^ unooQftAnbigt 
'Ctutf unfeted 91ibelungtnltebe« vot. ^t mit ober UMitei 
batäbec fpiei^, uioQen mir bet Sl^Stigfeit gebenlen, bie SSobmer 
no(^ in feinem ^()(^ften ©teifenaltet füt ^Ktauftgobe bet aäbatt' 
\i)m ^(^tetmetfe enttoicteltt- 9u(^ nac^ bet iBefanntmai^ung bet 
^arifet $anbfi^rift blieb et unetmubU(^ t^fitig im ©ammeDi unb 
Befen altbeutfil^ a5i(^tungoL (£8 tuat il§m ieboi^ iti^ me^ wt- 
gSnnt, feine angefoimnetten ©t^fifie felbft gu veteffentlit^tt. Vbtt 
an feinet ©teüc fanb fi(^ einet feinet ifingeten gfteunbe u:^ 3i«' 
e^tet, um bas angefangene Unternehmen fot^fe^. (S« »»i 
bits (S^tiftD))^ §einti($ änflnet, ober, mie et fi(^ nac^ Sob' 
met'« Seife ju ff^rriben pflegte, aß^lVet. ©eboten ju Sfltii^ im 
3a^ 1740 roat biefet eigent^mli^e SKann *) f*on ftfl^ &^m 
am i^oai^tmdt^arfc^en @^mnafium in Seißn gemotbm, tm 3a^ 
1788 fe^rle et in feine ^tetftabt jutüct unb flatb bafdbft ont 
22. gebr. 1807. ^m ©ommet be« ^a^e« 1780 nxutble fii^ 
USi&Ua ton Berlin auS btieflii^ an iBobmer mit bem ^«tiettn, 
nbie !(u«gabe ber fi^nräbift^en £)t(^tet in EBetlin )u befolgen.' 
Cr wiebet^oüe bies Hnetbieten bann «ntet bem 16. ©ept 1780 



1) XJm ^oia^jlant^eil an biefn XuAgabt ^t »Kilingn. Cgf. bit Vtf 
rcbt, unb gntnj $ftiffct'4 ausgabt bc« Qonti (Stitij. 1844), Born. 6. Till. 
— 2) aigl. bit S^ilbnuna, bie er uon fi^ {clBfl gibt, in btt anuttitiiiij 
ju: eticft btr e^uciiti SSobnui, Suljcr, (Bt^ei. $lu4 ®Idm'( — K«^ 
^aoutg. I). JtBttt, Bütit^ 1804, e. 406. 



ciilizedüv Google 



Ctt gcmonifi^ ^^ilologit in Stiit((^(anb »on 1748 US 1797. 2S9 

SfffntS^ in einem @il^ei6en an ben ^xanSQtUt bes !Z:)eutrc^ 
Wnfoims, wel(^ bieftt int 9toMnt&er^ beSfeften ^^res a6< 
bmlen lief. Sine iS(efeQf(^ft von bteifig 8it&^beint fodte jufam« 
maitreten, »on benen jeb« faret ^alfycc tcutg iä^rltd^ btei 8om«b»r 
für ben Äbbrad ber alten |)anbi4rtftcn ^ergäbe. 1)ieS tei^ ^n, 
üBe aÜfc^Däbti^n SMi^ter bem Unteigang gu «ttretgen. I£t {eI6ft 
fttot (it^ , mit feinem ffleitrag Doranjuae^m i). Ita« Unteme^en 
fanb ivaat ntd^t ganj ben geaünff^ten Rnflang^}, abec boc^ iei(!^> 
ten He bargefiotenen aftiüet ^in, um bie ®i^fungen ju Deröffent» 
U^en, uel(^ ben Sem unfter ei^^Ienben ntitt^^o^beutfc^en ^oefie 
ÜDkb. !Cet greife 99obnter bot feine teilen Sammlungen an ^) 
nnb fSrterte ba« Unteme^men auf lebe SBetfe. 3^a« Sßeri, mit 
todi^ aß^Ket ben 99tgtnn ma^te, toor baä SlibeCungenlteb. 
^ddtmet fyitix, toie niii oben fa^, ben jueiten ÜC^eil be^fel^en 
tetrit« im Q. 1757 »etöffentliil^t, mib itoax ^atte et bieä au« ber 
it(t mit C tejeii^eten lunbf^rift gef^on, bie er im l^^t juooi 
taaäi ^emt Don Sßix^er auiS ber Sibliot^ef von l^o^en <Sm3 er* 
^Iten ^tte. %ls Sobmer ^p&ta im 3. 1779 oon bem ©angen 
X&[(^ju nehmen loünfd^te, naten ingnift^en groge iBerSnbetun- 
gen in ber @Taff(^ S^o^m f&m& vorgegangen, ^e frfi^ mtt> 
Srt^tilte Iwnbfi^ft ber 3ii6elimgen war uid^t auftuftnben; aber 
na4 langem ÜMin^mfi^Ien ber beinahe vermoberten SKt^er^oufen 
gdanj eS ftemt von Sioc^er, eine anbere ^nbf(^rtft beSfelben 
^itnäfti SU entbedfen, unb biefe fenbete er 93obmer ju. fSs nur 
bie jeftt mit A bqei^nete ganbfcftrift. ©obmer bcmerlte rcc^t 
<n)^I, baf bie ^nbfii^rift, aus ber er ft^ je^ bie erfte ^fte 
ber W&elungen abfi^reiben lieg, eine anbere war, als bie, ans 
m^a er bie jnxite ^fte ^otte abbruden taffen, unb er teilte 



1) Dtutfi^a ffllufeum 1780, »b. E, 6. 461. — 2) »gt- hit Ängabtn 
üt 3Bnidc in b« <f initituiig ju fcinn $lu8ga&t bei 9tibt(ungnilitbe ( (3) 
ISee e. XXIV fg.) m» Itintm @iKnt))(aT bn 3Jt^ncT*f<4ui €ammluna moi^t. 
Bnbtibni Srcmplanit, bie vüx ju ®tbolt f)t^, ^nb bitfc !Kt<^nunaeab> 
iV» ni^t btistbuitbtii. — 3) eccgi- £>nitf<((a 3ßu|tuin 1781, Sb. I, 

e. m. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



260 iittitti fßit^. SitTtM ttaflttl 

Mefoi Utn^nlii §tit. WiUex mit, als ex W\m {ene K&f^ bn 
elften .5)filfte fanbte i). S>icfer a6et üfierfa^ Sobmet'S SBemetftrag 
unb ttn&üt am ®(!^Iuß feined S^bmcTS, bas gaitje ®ebti!^ fri 
ettiex unb berfelto goVnnnfer ^nbf(^rift entnommen, bte ei^ 
^Ifte nac^ bti von SJobmer b^orgten X&ft^rift, bie juwitt 1111$ 
beffen 9Iu$gabe ^). !l)UT(^ bie« SBnfe^en ^t ber gute SRfiÜn 
aUecbing« unfäglit^e SBerwirtung angwld^tet. Äbet eS bfet6t i^m 
ia» SSeibienft, buic^ feinen fii^Ottnt Stfer bte erfte Dotlftfittbtge 
Kuägabe unfereS geioaltigften ^[bengebü^ts gu ®tanbe ge6ia(^t jn 
^ben, beten iDnitf im ©eiJteraber 1782 bei ffi^tion ©igiamunb 
©pener »oUenbet luurbe unter bem Sitel: „Der SHbelungen fitel 
ein 91ttteigebi(^t cm9 bem Xlir. ober XIT. i^^^unbert gum 
erften male <m8 ber |)anbf<jgnft gan) abgebruA." Sßie frfi^^ 
iBobmer, fo fügte aui^ Wt&üex bie Jtlage bem Stibelungenßä) in; 
ain fie unterfi^eibet fid^ bei i^m f(^on äugetlic^ ftärfer baoon, mtl : 
er ba9 ^belungenlieb nii^, nne iSobmer, in hirjen, fonbeni in 
langen ä^^Ien abbmtfen lägt, ©troji^ untetf(^b«t er ieb«^ 
ni^t , obft^on SJobmet in bem oben angeführten Sitef an ilfa bei' 
Ifiußg Don „©tropfen" beS SttbelungenHebea fprii^t b). {Benige 
ailonate nac^ ber aSerfenbung beS 9libelungenliebd ^arb Sobmet 
«6er fo ft^eiqtic^ fein Stob ben ^anSgeber unb alle gw"^ 
ber altbeutft^ Literatur berfi^c, fo erlitt boi^ bad Unteme^ 
leine Unterbret^uug. 1^ Sauf eine« ^f^ts toutben not^ gelttfttt 
au|er einigen fleincrm ©at^en: nlCie Snetbt — oon ^cinnil^ 
oon ißelbeden jum erften male ou« ber ^nbf^rtft abgebnutt'r 
(gembigt Anfang %)m[ 1783), «^arcioal ein 9titter>®ä^4t aus 
bem breige^nten i^^r^nbert oon SÜSoIfram Don (S^^üfta^ iun 
jneiten male and bec ^bfcbrift abgä)rutft, loeil ber erfte tbm 
1477 gemat^fe Äöbrucf fo feiten Wie SWanufcri^t ift", enbllc^ bn 
Xrme ^inrit^ bes ^rtmann bon Xue. %Qed bisher ®enanntt 



1) 6. eobmn'f fßritf an WMm Bmt 1. an« 1781, in g. ^ «. hr 
^acn'* 6ammlung fQt Wtbculf^ eilmtut unb Sunfl, I. Sb., 1. 6^. 
emlau 1812, e. 5 fg. — 2) IBgl. bie €4^Cug6nntt(uiig iROIltt'l in \^ 
ncr ausgäbe btf <Ri&c(unstnIitM S. 152. — 3) 3. a. O. e. 11. 



i,C,ooglc 



Sic gununift^ f^UvIogic in Stutfi^Ianb Don 1748 bis 1797. 261 

mnbe batm }ufamatengrfa6t untet bent Tüth «@amlung beut< 
fi6n ®ttR<^ aus bent XU. Zm. uttb XTV. Qa^^unbert. 
elfter 93anb. — ^eenbiget int Snfang beä tÜe^tuacS 1784.' S)n 
&traii«fle6et ^otte bas elfte ©tüdt ber ©amtniung: baS 9li6elun' 
jtnliA, ^ebrtt^ betn @rogen genibmet <&& gehörte fteili^ eine 
unfm&ibige 9lait»tät boju, bei einem folgen Unternehmen auf ben 
8et|aU biefe« aRonantien ju hoffen. !l>ie «ufnal^me voat bemi 
mit banoc^. "Sitx ftijntg beantwortete bte Uebetfenbung bes SDebi» 
(otionfieiccinpIaTS mit folgenbem Si^reiben: „^oc^gela^rtei, liebet 
artmtcT. ^t urt^It, Diel ju Doit^I^fft, von benen ®cbi(^ten, 
Ulla bem 12-, 13. unb 14 ©eculo , beten l&tud i^t befötbett ^a> 
W, unb am ©ctci^wng bct Seutf^en ©pta^e, fo btau^ba^r 
(obet aßeincr (gtnfic^ nai$, finb foI<^e, nii^t einen @^ug $ul< 
«I, »etti^; unb »erbienten nii^, aus bem ©taube bet SJergeffen« 
Wf gQogoi JU RKtben. 3n meinet Sät^et^Sammtung roentg' 
ftctts, mfitbe ^, bergleii^ elenbeiS Qtüi, nii^t bulten; fonbetn 
^ufifdfmeifTen. ZiaS 3)ht baoon eingefanbtc C^emf)Iat mag ba* 
^ fein @(^tfiaa(, in bet botttgen gtofien SBibliot^ec, abmatten. 
— Siele 9}ai$ftage Detfprid^t abet \oUI)aa nii^t; Suer fonft gnä- 
bi^er Aenig $tc^. ^otsbam, b. 22. gebtuat 1784''i). (Srtnnem 
mir uiijl, bag Subrotg Xied ein gebotener Säerlinet, bag ^gen, 
Süi^raann, ^ücob unb SSJtl^elm ®timm Sekret an bet Setiinet 
Uotuetfität waten, \o uetben mit jugeben, bag bte SßorauSfagung 
bei großen Aöntgs nii^t eingettoffen tft, unb baß t€ bem ^libeluU' 
gnilitb auf bet 93erltnet ÜQibliot^el an Siac^ftagt ni^t gefehlt ^t. 
?roftf[of äßüllet Ite| fit^ auc^ bui:^ bieä wegwerfenbe Urt^eil 
grifbrü^ ü. ni^t ine mat^, fonbetn fu^r fott in bet Sßeröf» 
fentli^uitg bex alä)eut{<^ iCtt^tetuetfe, fo bag aus bem nun fet< 
ntr ®ebTU(ften im % 1785 ein itneitei Sanb . feinet Sammlung 
g^iftet »erben tornite. ^efet 33anb entl^t wiebetum neben 
man^em Anbeten eine Jlnja^l öon ffletlen, bie jum ©tunbftod 
mtfrer altbeutft^en !Sic^tung gel^üten. @let(!^ gum ISingang: 
,&tfttan ein 9Üttetgebi<^t aus bem SÜT. ^'^^'^'^UKbnt Don (^oU 



1) %. (9fa, titt bculfi^t V^ilologit, S. 7, anm. 



ciilizedüv Google 



263 Smüa Qu^. Sintct StafM. 

frU von Sttagfiuic gutn nfleinttal aus bei ^nbf<^ abflebnilt.' 
„!t)iefe8 ®ebti^t, ^tgt e« am Schlug, ift afigcbnilt moiben an9 
einet SKfc^ft, roel^ ber lÜbUi^ (Santon Sßtic^ Ifot nt^mtn 
laffm von einer Snembran aus bei gtos^oglt^ ^ibliot^e! jn 
3flot«ij." gemec bringt biefer ©anb ben erften Imirf wn ^efai- 
rii^'ö von tl^nbetg ^ttfefiung beS Xtiftan, von Soniab ^tti 
gtote unb SJlanfc^eflut, Don ^uitmann'e ^än {au9 bet Sloreii' 
tinet ^nbfc^rift), ober wie er bur^ einen feltfamen Sefcfe^Ier ^tt 
but^neg ^t^tr „Xicein"*), enblid^ ben erften nttttel^o^beutfi^en 
left bc8 2ft"banl ncK^ SBrettinger'« Äbfc^rtft bes ©traßfiutget 
<&o^, nnb fSigSnjungen jur ^ßorifer 3Rtnne{tnger^tU>[0rift ans 
bent Jenaer „SQten a)Ieifler'®eFa)tgbu4' (Ein britter S3anb von 
aJIfttlet'« ©anuntimg, ber ni^t »oUenbet tourbe, fügte bera Si«^ 
l^erigen not^ bte erftt $aifte von Jtonrab'« von ÜBÜrsfrurg 2^ia> 
ntfi^ Ärieg ^inju. iCann aber geriet^ ba« Unteme^en in'ä 
©totfen. prüfen »tr nun bie SSerbtenfte, bie fi^ ber |>erau8ge6n 
um bie SÜeröffenttti^ung unfrcr alten SM^timgen envorben H 
naiver, fo foQen alle bie grogen aföingel, bie feiner Vtbeil anrit- 
ben, burc^ud nit^t geföugnet loerben. SSit lennot biefelben, ebfnfo 
tote bie von Säobmer'S unb iSreitinger'S KuSgalbe ber SOtinnefinger, 
jur ®enüge. V6er tro^ aU biefer ÜRangel ift baS aSerbienft, \ai 
biefe änSraier fi(^ um bie altbeutft^ Sitcratur envorben ^ben, ein 
^öt^ft ((^fi^res. lüur^ i&re »emfl^imgen ift ber roii^gfie 
I^I foBjD^I ber I^rifc^cn, als ber erjä^Ienben ^oefte unfter mit' 
teI^o<^beutfc^en Slüt^ejett gum Sruct befiirbert ivorben. Kuf biefen 
Äbbrütten, fo feßler^aft fie [mh, xn^t junflt^ft bieRenntniß, wel$e 
in bet folgenbcn ^eriobe bie Womantiler von ber alfteutft^n ^ocftf 
l^aben. ^ notlr bei bet eigentlii^ Scgrünbung unfret getmant' 

1) Slitftt ÜAt^oriff ip um \a ouffitDtnbei, al* QRii^atln, bti im Mii> 
^0119 }u [{iiieii Tabnlis parallelis (1776) ft^on tin Snit^fljlif bc« Smui 
enefftntti^l, i^n bmite Yvein (@. 293) obei Twan (€. 317) \^mU. 
nu(^ SobmcT, bn in ftintn ailtnglit^tn eaDobtn u. [. f. 3üni^ 17S0, 
©. 181 fg. niK^ iBeiii f^itifit, ^at fi^ in fein ^anbtrcnnitflr, totli^ »i( 
Biiti^tt Stabtbibliol^tt aufbnoa^rt, btt Slolij at'«'«^': >€■ 18^ Itfcl oI' 
niA^I Iwein, |en{1 fc^ieibt man O out^ Twain, Twain, Tban.< 



a.oogic 



Sit eanumif^t $^i:o(egit tti {»utfi^aub »j»i 1748 HS 1797. 263 

^i/tti fipMoiit, bei bem (hf^ttnoi Don ©rlinm'« ©tanunott! 
(181») btibet ba«, ma« btefe biri Sftrid^tr geleiftet i^oBm, ble 
§im)rt(ininblage fOt bie ftmntniS ber mittel^o^beutfc^en ^^tung. 
lata Dcigli^n mit betn, toad Sßobtnet, 9)mtingei unb SRflUct 
jran Drucf btföibert ^6en, «fij^eint aUeS, was außetbem in ben 
^1)xm 1748 bi« 1797 für Sietöffentlti^uns altbeutf(^et SJerte fle* 
[d|c^ ift, nur ats eine, wenn auc^ fe^ bantenSloert^e (^igfingung. 
So IS. CaStJatfon'« (geb. ju ©legen 1729, geft. ju Äaffel 1802) 
\t^t mangelhafte %iägabe Don ^olfiam'ä äBitte^Im mit VM^'8 
m bem XHrUn ^ingubt^tung (ftaffel 1782 — 84), ©ottftteb 
Si^ii^e'« auagafee betffieüt^wni! beS iBuboIf »on ®m8i) (^wm- 
brng 1779 — 81), MiifatUx'i noc^maUflei «bbrutf be« ^wein 
m bn 9(mbTafer gonbfc^ft (Sien 1787), i^o^ann i^oac^im 
efi^enbatg'S {geb. gu Hamburg 1743, geft. ju 93iaunf(^iBeig 
1820) aJHttl^Iungen QUä altbeutfi^ ^onbf^ften ^), unb enbß^ 
5iitbrt(^ Äbelung'« (eines Steffen be« beutf^n ®rammatifets, 
gä. 1768 ju Stettin, geft. aU $i&ftbent ber 9[Fabenne ber Sif- 
fmfi^ften in ^Petersburg 1843) 3ia(^ri(^ten Don atfbeutf(^en ©e« 
bti^, tBtU^ oM ber ^ibe(bergtf(^en SSibtiot^e! in bie ißati* 
limif^ ge!ommen i^inb (Äönigsberg 1796. 1799). «ber ein SWonn 
ntti^ ^ier no^ genannt ineiben, bei unter ben äSettretem bet alt' 
bmtfi^ @tubten im 18. ^a^r^unbert eine btr ac^tungsmert^eften 
Stellen einnimmt, ndmlit^ Setemtoä ^aioi Dberlin. fSx 
iwr geboien ju ©tragburg am 7. Kug. 1735 unb maiidte feine 
Stubien auf ber boitigen Unitreifit&t IStner ber wenigen, bie ba< 
malte fi^on bte ^^(ologie ju l^m Sebenäberuf erajü^Iten , fte^t er 
in [einer 3^ -f<ift ''"jis ^ ^^^ ben [c^on frfi^ gefaßten Snt' 
fi^Iu§, boiS ©tubium ber antifen @pra(^ mit bem bet neueren 



1) Sit bejcic^nen Ijitx baS SÜQcrC bttffütje wegen {o. Ucb« btn tiqfnt' 
^ta &ai^\xc^cät »gl. Yilmar, Die zwei KeeenBioneii und die Haad- 
Khiiitenfamilien der Weltchronik KndolfB von Eme 8. 53 fg. — 
i) 3n 8{f[iBs'S etitcfioot (1781), im ^m\<^ aHufeum (1776 fg.). <Stt> 
'fluaaüt unb Hnnc^tl l^TanJgtgtbnt als: Denkmäler altdentBohet Dioht- 
kontt, Bremen 1799. 



ciilizedüv Google 



264 ätotitf C>"^> SicTtt« itiqtittL 

ju vei6fnben imb ben Sufofnn^^^Qot (eibex na^juftffittn ')■ 
Oberltn f<^Ii}g fti^ in fetnen €tubien bffonb«T8 bent nam^ften 
©ef^i^t«. unb ÄÜett^umsforfi^ct 3o^. Iianiel ©(^öpfltn (tl771) 
an, bei t^m bte ^oitfe^ung fetnei Alsatia illiutrata fibertrug. 
aJiele 3a^re mußte fit^ Oberlin mit einem untergeorbneten ges- 
amt am ©tralburgei ©^ntnafium begnügen, biä er enblii$ 1778 
migerorbentlti^, 1782 orbentlu^er ^tofeffot an ber bortigen Uni' 
eetfitat tturbe. ^t^et^rt unb geliebt Don feinen 3Rit6&rgem imb 
leinen ia^tniftn ©c^QIern [totb et om 10. Oltober 1806 ^. 3)ai 
Sl^arafteriftif^ an Oberlin nioT feine SSetbinbung bec antiten 
©tubien mit ben mittelalterlidien. «Seine !6erbienfte um bie Hai* 
ftfi^e ^l^ilologte fiJnnen wir ^ier nic^t meitei »erfolgen, ©ein 
@tubimn ber neueren @)}ra(^eR erftrecCte T"^ fmco^l auf ha» ^ati- 
ic!fif<^e, als baS ^eutf(^. I£in t^enaufent^It bei feinem iBrubtr, 
bem trefftii^n Pfarrer im @teint^al, i>eranla|te i^n ju einet 
®ifA^ fiber bai Sot^ringifc^e ^tots (1775) , nobei er au^ boS 
%Itfiati)öfif^ mib baS $rot>engalif$e in ben ftreis feiner ll^te^ 
fu^ungen jog. %uf bem ®ebiet ber altbeutf^ ®^rai^ unb 
Siteratur befi^en tmr Qon i^m f(^lj(are Sb^nblungen über So* 
ner'« ffibelftein (1782) unb übet Äonrab ton aBörjbutg (1782)*) 
unb bieXudgabe eineSbeutfdenSetc^tbuc^eS auä beml4.3a^ 
^unbert (1784). @ein ^uptniert aber ift bie Verausgabe dod 
®#er3 Q&beutfi^ SEßörterbuc^, beffen erfter 93anb im 3- 1781 
ju @tra|burg unter bem 2:itel erfi^ien: Job. Oeorgü Sohemi 
Cilossariiim GFermanicum medii aevi poHsBimum dialöcti 
SneTicae edidit illnatraTit Bapplevit Jeremiaa Jac. Oberlinni. 
Der jiceite fflanb folgte im 3- 1784. Txn ©runbftotf biefeSfflerW 

1) Bg'- Ofectlin'« tigcne fflJorU in ei^twig^uftt'« Memoria Oberlini, 
Argentorati ISOG, p. 9. — 2) Ut6« O&erlin'« itbtn unb (SljarnBtt i>jl. 
bit tbtn angeführte Hemoria oon Sc^wcij^^ufci. — 3) Sut^ }u btn M' 
^anblungcn ftintt S^üln üBtr bit Älaatia litteratA sab Celtia, Bomuiii, 
Francis nnb anb Oerraanis Baecnlo IX et X, de Johannii Tnnl«ri 
dictione veraacnla, de Johannis Qeileri scriptis QennaiiicU, de poe- 
tifl AUatiae eroticit medü mti , unb über Jakob Twiagei llcfntt Oto' 
Im bot eioff. 



ciilizedüv Google 



Vit semunif^t ^^Uologit in Z}eut[i^Ianb oon 1748 bi« 1797. 266 

Mfiirt bte 8e6«t8ai*€it beS gete^Ttm 3l. ®. ®^erj. Stber bur(^ 
Cfrerlin'S Sut^oten ^t bas Sßert erft bie rigcnttiümtii^e ©teßung 
Womnifn, bie eä in b« @ef<^i%te bet altbnitfi^n ©tubien (in- 
niinint SSetglric^ett mir nämltil^ bad @$n:j = 06er(in'fi!^e ©loffar 
mit bem nur fflnfirabanjanstg Qfa'^e früher etftfiienenen §altüus'» 
\iiai, fo «rennen wit fofott ben ougenfäüigcn Untetf(^teb. Set 
fyHoxtS tft es atigtfe^n auf bie Srüätung von Urhinben unb an^ 
beim ffle^tdbenhnStent. SaS augerbem ^angejogen toirb, bae 
f(41 nut ia^ü btenen, ben @f}ra^ge6rau(^ be3 ^let^tö ju erKäutem. 
SSo bei ^ausgebet, ^, ®. iBöl^me, bte neueren SiSetle auf' 
jä^»), bte nwi^ in ben legten Qa^nen »ot Sottenbung beä l^rutfä 
(1758) benufet merben lonnten , ba t^ut er ber $ro6en ber alten 
j^Djäfrift^ ^oefie unb ber anberen wor 1758 erfd^enenen SBet« 
iffentlii^ungen bei Q^räfec ni^t einmal Smä^nung, unb menn 
mm ben fi^genS fe^r l^fitifc^en %xüttl Minne im ^öiteibu^ 
l'dfift wigleii^t, fo fie^t man, bag jene SDit^teiroerte aud^ mirTliift 
nii^t (erüeffi^tigt woiben finb. ®attj anbeis Obeilin. &r ßenulat 
irii^ mit bie ^ausgegebenen mtttel^o^beutf^n !Di^ter, unb jtsai 
Splitt ^aftenb mit ben SßerÖffentlit^ungen im gweitcn SBanb au^ 
SBMlIei'S 9HW£ungen unb ^«inii^ Bon SJelberf unb Saäparfon'« 
^ü^elm Don Oianfe, fonbent eä ift i^m aud^ ausbiüdüd^ baium 
p t^; ein ^IfSmittel jum SSeiftänbntg biefer Ij^ic^tungrn jn 
tieten. ^ nun glei^ a.a^ ^cffii ®<^cj bereits vorgearbeitet, fo 
tarnte bei) fc^on ber njit^tigen erft na^ ©^erjen« lob (1754) 
^anögegebenen Quellen ^Iber nur Oberlin bem ©erle biefen 
S4<tt(dter aufprägen. Unb fo oiel aut^ feine Semü^ungen ju 
nÄnfi^ fibrig loffeit, fo mar boi^ ein Anfang geraad&t, ben Stenn* 
btn ber mittdt)0(^beutfc^ !Cit^tung »enigpenfl ein Iefironf(^e8 
|)filfemittel ju bieten. 3)ieS mürbe mSi oon ben ^eitgenoffm unb 
ber näd^ftfotgenben ©eneration bonfbar aner(annt, unb unter ben 
SnbPrtbenten auf Dberlin'ä SJerf finben mit §erber unb SBie« 
limb, bie lott unter ben Unterjeic^netn eine« 95u(^« wie ©aftauS' 
®Mfatiuin tergebltc^ fui^ »ütben. 

1) 9m 641u6 ber 8«mk. 



ciilizedüv Google 



266 3oKilf« SSiu^. %i«te< ttafitO. 

3. {ticeinnicruni) b(T btut|<^cnX(af|ifti; auf bic grrmani|4t 
^^ilDloQtt in bcn 3a^ien 1748 bi» 1797. 

Slitfm mir äutü* auf alleä, mos in bttt3a^renl748W«1797 
für ^ausgäbe unfrer alten !Cic^tungen gefc^e^en tft, \o fc^ wh, 
baS ein fe^r teit^^alttgeS SDlaterial bent Qtüatin buti^ boi Äfi- 
brud }ugfingli(^ gtma<^t tnai. iCie Sufna^me unb Xßirfung bttfrr 
@^&^ abei war bebingt ijüxi) ben 3"^^"^ unfeiet SUetatui unb 
©Übung üfeei^upt. ffiit müRen be^^alb einen ©Htl auf bie Unt- 
uri(f(ung ber beutfc^ Stteiatur in bei jUKiten ^Ifte beä 18- 
l^^t^unberts loetfm, bo<^ o^ne baß mit uns )U einet 3)aifttllims 
biefer ISntoicftimg felbft nerlotfen lajTen. I)enn unfeie Süifgoh 
tft ^iet allein, ju unteifuil^u, roed!^ (£influg bie oerft^iebentn 
9ll(^tungen bet Sitetatut unb i^ie $>äu))ter auf bte Sntnndflung 
bet gemwmf^ ^^ilologte geübt ^aben '). ®lei(5 bie etften, bit 
mir in bct ÖSef(^t^e unfrei Siffenf^aft gu nennen Ratten, 0oK< 
f(^ unb feine fi^n>cigerifiiien ^gner, nehmen belanntß^ wiij in 
bei @ef(^i(^te bei beutfi^en Siteratui eine tuic^tigc <steQe ein. 
Siad^Dttf^eb betrifft, fo war fein iBei^Itnig jui ätteren bent' 
fc^ Literatur ein me^r &ugerli(^es. @S icar we^T bet UÜliitt 
ttifet für bie ^nfiwmenfteßung unb ^rttorl^ung oüer beutf(^ 
literarifd^ Seiftungen, ber i^n trieb, ate eine innere |)inneigung 
gu unfrei atten ICic^tung. ®anj anbeis ftanben 93obiaer unb 
fflieitinger, bie in ben altbeutfi^ SM(^tungen eine Säeftätiguag 
i^er S^orieen fanben unb il^rem ganjen Seftn nai$ uwit mc^ 
äJentianbtfc^aft mit i^nen Ratten. ®o finben n>tr beim mit bei 
Sobmer, bem fiberbieä feine nertraute SBelanntft^ft mit bet itofieni' 
ft^en Literatur fe^ ju ©tatten tam, manc^ treffcnbe S3emerhQi3 
fibei imfeie mittel^o^beutf^en :Cic^tnngen. <Sx fprit^t Don i^ 
mit »aimei Siebe unb 99egeifteiung. „Unfei Seignfigcn borSin, 
fagt er im üßorberit^t jur Sammlung »on JUKnueTingem *), ent' 
ftanb von i^rem innerlii^ unb potA\i)m Sßert^, Don ben Sa< 



I) «al- hinüber a. flobnftin, «nittbng bn (S^dtii^tt btt bntf^tnS» 
tii>nals£iUtTitlUT, ^. II, DicTli SuSgobt, Stipiig 18&S. — 2) 6. XX 



i.,Googlc 



SU atna«ü[4t Iß^UoIogit in ^ulf^lanb Don 1748 bis 1797. 267 

pfäAmtgtn, aSiOitni unb @ä)anlen-, unb btefe %xt ddh ^taht Ift 
ts, btt mir bur$ unfete Setnü^ungen gerne unter unfern loijjigen 
Eanbileutcn toeUer aud&ietten motten." ^CteS, nti^t bad Tet^tSge» 
fc^Üti^e gnterefle, nrie fo mannen frü^ren gerauägebet altbeut* 
ii^ Dichtungen, ^aie fle geleitet. Qn berSSorrebe gu (einer Äu8> 
goSe bei jnjeiten ©ätfte be« SßiBelungentiebS (1757) ') \pn^t SBob- 
ner mit Semmberung ton ber „anjie^enben Sinfalt" unb »giogen 
Äw^" in ben «usfö'^rungen biefes ®ebi(§t« unb non ber 2Ran* 
ng^Itigleit in ber ©^ilbening ber tierfi^tebenen ^Klben unb 
jtimfife. (Sx a^nt bie Sortrefflit^Mt ber iDii^tungen aas bntt 
§o^enftmifif<^ Srilolter, beuor er fie noc^ !ennt^}, unb er be» 
ftinntt bie Stauer i^ 33Iüt^ atemlt^ rüstig, nac^bem er i^nen 
H%r getreten ift ^. 9»^ f&t He Slfli^ttgteit be« fec^je^nten ^a^i» 
^mber« ^tt ts Sobmet ni^t an aSerftänbnife. ©r roeig bie 
SoQüge ©ebaftion 93tanfS unb i]rtf<^rf S tco^I anguerlennen *)■ 
X6ti isie ft^montenb unb nnfic^ ift tro^ alle bem no(^ boS Ur« 
^I aus ber erften ^Ifte bes Sti^Iungcntiebs t^eitt $obmec 
in feiner ÄiiSgobe bei jweiten (1757) nur einaelne gteßen mit 
.einigen 91eugierigen ju sefaßcn." „TOait fie^t, fagt er, leinen 
Änfi^ein, baß er [btefcr .föbere I^t bes ®ebi(^''] jemals 
tveibe gong gebnitt werben. & ift in ber S^at ffir ben iRu^m 
btä fc^iofiWf^ SeitpunfteS oui Beffen gefotget, njenn man nic^t 
Qlle«, roaä no^ in bem ©taube uerbotgen liget, an ben lag ^• 
loijte^, fonbem in bem, mad man und giebt, eine reife unb 
«iif]ä)ax>i}üe ^a^I beoba^tet" '')■ üDafur leitet er bann bie jtveite 
OSIfte mit einigen altbeutfi^en Qtilm Don feinem eigenen (^taäüjU 
(in. CBenfo oerfut^te er fi^ in nen^o^beutfi^ Umbt<^tungen ber 



1) €. TTI. — 2) ,een btn Uortrcfflt^tn Umiianbtn fÜT bie fßH|ie 
ntltt Ua itatftnt out bcm fi^toUifd^cn ^aufC, in btr eammluitg l£riliti^T, 
¥«ti{^, unb onbetti gti^aHen £<4(tf»n' u. f. to. 7tc« €tüil, ^ilnid^ 
17«, S. 25 fa. — 3) mmü^ mit fcit ^'^ti 1180—1330, in btn 91(um 
eiitt|(^ erieftn, 9t. O., gürit^ 17SS, S. 59. — 4) eammluns Srit,— 
€4ii[Un 7. @t. (1743) S. 54 fg. — 5) CbriemliUdeii Baohe, Zyrioii, 
1757, 8. X. 



ciilizedüv Google 



268 ämlttfl eu0. Stotts Sta^L 

alten 3n#enDerIe, in benen tx fie nai!^ feinnn ®ef(^macr gu Dei' 
beffcm fu(^. . %uf ©tunbloge Uv Slibelungm bii^tete et in maU 
ten ^rametmi „!Cie Stai^e bei ©(^»rfter" '}r unb aas SStolfiam'« 
@kbic^t jie^t er feinen „Varctoal" gufammen ^. Unb ivte übet 
bie I)i<^tun3 be« 13., fo jeigt fi^ ©obmet'« Utt^l über bie be« 
16. no<^ duferft iinfi<^r. Sä^ienb er 93rant unb d^i^axt U% 
ftirti^t er mit ber grügten «Skiingft^ung von ^ns @ai$8^), ja 
et erM'^nt [xät fogar einmal, Sut^er ben SibelAberfe^ fOt einen 
«@ottf<^bianer Doi ©otttt^ben" )u erfläieit, ukU er in feinem 
©cnbbrtefe Dom Dolmetf^ gemiffe Webenwifen al« imbeutfi^ wf 
wirft 0- Vba aüe biefe aftißgriffe mürben bem ffinftuß ©obmer'« 
ni^t fo »iel 3I6^[^ get^n ^ben, al8 feine eigenen ^(^ngen, 
beren Qaiil con ^afyc ju ^aifC itCs Ungiaublii!^ annu^; nnb 
au(^ bie frittfc^en @(^riften bes in feiner frühen ^iertobe ftoÜfDO' 
btenten SHanneS tonnten ft(l§ tetner fe^ bebeutenben (Stnunrhins 
me^ erfreuen, feit Sefftng bem beutf(^ Sßolfe in ©t^t unb ©e« 
^It einen ganj anbeten Snagftab bot. S^te altbeutfi^ Sttemtui 
beburfte alfo im beutf^en ©eiftcsfebcn no^ anbcret SUertret«, ais 
bet me^t unb me^ in ben ^intergrunb gef(^o6enen 3öt<^er. ®ie 
fanb biefe aui^ untei ben ju i^ret 3^ angefe^enften 3)t(^tetn unb 
^tifetn. @{^on gegen €nbe bet eoiigen ^eriobe (1744) ^tte 
(gellett ben ^beln beS SonettuS ein UKitmcfl Sob geft>enbet'). 
aiä bann im 3- 1748 bie groben an« ber ^arifer §anbf(^ bet 
mittel^oc^beutf^en Sortier erfc^ienen, »mar ^ageborn gonj Den 
i^nen eingenommen" % l£r erlebte bie ^ausgäbe ber gongen 
^nbfi^ift (1758) nii^t mtift. Vbtx an feine SteUe trat sewiffei' 



1) 3n: (Satliopt »on »obnitni. äaepttt eanb. 3flri(^ 1767. 6.307 fg. 
— 2) Der Parcival ein Gedicht in WoMmbib tob EscMlbAch Denck- 
ut Zjrich 1753. SJtbci a&sebTU(tt in b« eaaiB)>t, Üb. II, (1767) 
6. S3 fg. — 8) Sanunlung (Srilif^et u. |. ». e^rifim, 6tüd 7 (1743] 
6. 63. 79. — 4) (eobniCT) bie (SnmbtSfet ber buitfi^n ef^ra^, 3Hti4 
1768, €.20.— 5) €. OhKol'« Z>iffttlaticm De pomi apologontm eonm- 
qu« Boriptoribu«, Lipa. (1744), p. 46. — 6) S. Sammlimg von HiniM- 
ringern, ThL 1, (1758) Vorr. 8. IV. 



ciilizedüv Google 



Sit gnmtariff^t $^UoI>||tc in Zmill^tonb Mn 1748 i'a 1797. 289 

mofioi (Sfeint, bei fpli^rt SSo^Igefatlen an unfetn alten 3ßtnne> 
fingern fanb, bafi er fid^ unebet^olt (1773. 1779) an beien 91a(^ 
Wtnmg wtfui^tei). 3Ban tann f^ ben ©ef^mad tiefet „^tajt= 
fi^ Änafteontiter" an ben S^ritern beä 13. 3a'^r^unbert8 rc(^ 
vKi^i crflüien, obft^on man fl^ ju %üten ^, bie Ve^nlic^feit 
jnnfi^ bnben gtdget p ^nben, als bie $ecfi$ieben^eit. 3(fiei fo 
6die6t au(^ Jwgeborn itttb ®Ieim =) nne gett lonfl MKiren, fo 
iDUTben fte boc^ balb überflügelt bur^ bie begabteren &e\^t( im» 
foer Sitetatur, unb tS fragt {i(^ nun, toit biefe ft<^ ju unfnent 
Uter^um fteOten. XBieEanb unb Stlov^toi ^nb beibe bun^ bie 
Ueberliffeningen imfete« Älteirt^mnS ongejogen würben, aber in 
f(^ Derft^ebener Seife- 2$on 93obinec angeregt, beft^fttgt ftd^ 
Sßtelanb f(^on fe^ frä^ mit ber Sqnt bet SRinneflnger 3). %ber 
■Kit mtift no(^ sieben i^n ff^äter bie erjfi^Ienben :3^i(^tungen beä 
SRitttlalleTe an. 91« aßi^oeler i^tn ^artmonn'S i^ein mttt^eilt, 
antnwrtet ffiietanb (16. «ug. 1777) : „^(^ bin fe^ ber JKeinung, 
tng biefn bisher noi^ ganj unbelannte @[^af — ans Si^t gqo' 
m nnb ofe eine« ber loflbarpen Ueberöleibfel bet gotbnen 3rft 
Bn|rtr ®ptai)t unb Sittcratur unter ben fi^S6if(^en Saifem äffent* 
Hi^ aufgefteUt unb gemeirniB^ig qtmciä)t loerben foQte" *). SHe 
Snögabe foKe aber au^ ®Ioffar, iSrTlatungen u. f. ». bringen. 
,3Rit einem SBorte, iäj »ünf^te, bag unferm ^rtmonn (bem 



1) «ttii^tt na^ btn SRinntfiiiQtni. ^nlin 1773. Stbit^tt nac^ KBaI= 
tct Mn b« Sagtlntibt. 1779. (Goedake, OrnndrisE S. 581). — S) «eir 
l^rabn ^icT ni^l btc @t{4i(^U b« einwiifuiig bet mittcl^o^bcutf^ii ^otfle 
uf bit ntu^iH^buit[(^c , loiibetn untti{u<^cn ßuIme^T, tätigt gSirbtTuita bit 
snmatttji^t ^^ilologit bunl^ bit neu^w^bcuifi^tn a^i^ltr CTfa^nn ^ot. €onß 
MUtn nie niK^ eint tRti^ »on Srfi^imingtn }u btfprtc^tn, fo bit (Sinioiif' 
ung btr mintl^w^btutf^tn S^iitei auf ^EIlp. Sgl. j. «. ^Gftq'e ®tbjcf|tt 
^. Wm R. .^m Br. 76, 3. 10 mit Walthet v. der Vogelwaida 46, 
19 (Lachm. 2 = 111, 17 Wack.) — 3) S^on Bot 1763. «gl. ©ie^ 
lüüi'e fittot oon 3. ©. ©ni6tr, in ffiielatib'« SBttfttt, e(i()jig 1827, »b. 50, 
6. 131. — 4) Iwain — von Miohaelar, Bd. I, Wien 1787, Vorbe 
rieht S. 26 fg. 



ciilizedüv Google 



270 Sf^m »14. SBltttta sticfM. 

mnnts iSrad^traS unter lutfent dHHäfm&bi^^tn iD^tem ritte btr 
erften, tvo m$t fibetaU bie ofietfte ©teile gebü^) eben bie S^ 
angetan nrfiibe, bie man ben Koflif^ %utoten @ne<^eiiIimb!S 
unb Satium» ju eracifm gfioofyxt ift" 0- 3«8lri^ \V^ SSb 
lanb feine UederjeugunQ aitä, bag fomo^I bct ^^lein, ate ,allt 
»a^ beutfi^ SHtteigcbi(§tc ouS bau 13. nnb 14. :^)|a^t^tinbm 
»riwt me^r, iw^ njeniget als freie Uebeife^ungen aus prownjoli- 
fi^en unb fronjöpf^en 5Di^tem fiub" ^0- 33tefe franjßfif^ tnäfi= 
ungen mären eS ja, benen aui!^ SStelonb Anregung imb ®toff ju 
feinem berü^ntteßen Serie, bem Operon, DerbonÜte, toel^n tnn 
btei ^fjxe fünger (1780) als ber eben enoä^tüt Srtef an SiRt> 
Rotier bie mitt^alterli(^e IRomantil mit SDtrifiterft^ft in ein itu> 
betneS @et»anb Qribete. tm^ Sielanb angeregt, Derfui!^ aaiii 
anbete, bie nninberbacen SrjSl^lungen ber aJorjeit, wie fie fi4 
t^eUs in 99fl#em, t^Is in ber mfinb(l(^ Ueberliefetung bts 
33oI!e8 ec^Iten Ratten, tn bie Sttexatur einzuführen. ^ tittme 
tntt ben öebeutenbften blef« SJerfui^, bie in ben Quoten 1782- 
86 erfi^ienenen „aJoHsmä^n^en ber S)eutf(^" »on ^o1). Äarl 
Xuguft anufäus (geb. }u ^eiut 1735, geft als ¥rofc{for an 
®^mitofium ju SäJeimar ben 28. Oft. 1787). 

3n einer gang anberen Steife unb von einer gou} onbeitn 
©eite als fötelanb »urbe Jtlopftod bet germanift^ W^ 
logie förberli(^. Segeiftert für beutfi^es aSoterlanb unb beutf(6t 
Sprache fut^te er beten 9ht^m in febet Seife ju ^eben. Xiop 
jielen nüi^t nur feine l£)ti!^tungen, fonbem eben fo fe^ feine frofo' 
fi^ften. 3" \^nen ^agmenten ilbec 'Sptaift unb 3)t4tfUBft, 
(©ombutg 1779), in feinen ©ramtnattf^en ©efjiräf^en (Wtoma I7M), 
fo mie in mehreren feinet 9Ji>treben unb %b^anbttnigat beftrebt er 
fic^, bie aSorjttge ber beutfi^en ®))ta(^ in's Si^t p fe^ mtb tS 
flnben fic^ bottn neben mant^ SBunberlii^feiten ni^t wenige ^ 
ääemertungen über ®]fxaift unb S)ii^tfunft. S^on befonberer 9e> 
beutung aber würbe es, baß Älopftod fi^ gerabe ber frfl^ftai ft* 
tiobe be« beutfd^en «Itert^nntS mit SJotliebe juwanbte, «r *" 

1) eSoib. 6. 80. — 2) etmb. 6. 28. 

L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



ZHt etinani[^ ^^Kolo^lt in Ctutf^Iuib Mit 1748 61« 1797. 271 

liis frrili^ in ein« SBeifc, in bet ^Jcrt^um unb ©ü^r^ett 
miHectiit gemtfc^t ftnb- S)te Smc^te bes ^dtu« bilbm ben 
Srttcl, SÜTuibnt, SSaiben unb Offtan bcn Sinf^Iag btrfcS fettfomm 
0a»M. 3!)enn «Ofltan tsai beutf(^ei; ilbfirnft, netl et ein Salt' 
iwnitr HNir" 1). VSxx jnglete^ füllte ftt^ ÄIoi)|itt>(I ang^ogen bun^ 
He ättfften iHefle bcr vm.iB.iili germanifd^en ^oepe. (£r bef^fltgt 
^ mit lEfibmon, bent „gtB^ten Ttti^tet nac^ Dfyian unter unfern 
Ktm' '). <£r lieft ben iDtfrtb unb freut \l^ fetner mo^tflingenben 
Spmi^^, (a in einem ©riefe an IJent« tierfu(^f er fogar, ein 
|Nn olt^beutfc^ ^anteter ju matten *). %or atten aber sielet 
i^ fein grogei SSorgänget auf beut ©ebiet beS i^rtftlit^en (E^o^S, 
in altfSi^f^e ^lianb an. I£r lernt t^n au8 bem Srut^ftflct in 
§üta' S^efaumä lennen, terf^fft fi^ »eitere 3Rttt^etIungen au« 
tioi Qjibef €ottomanu9 ju Bonbon unb ijot bte S6fi(^t, i^n „mit 
RKi faß gou) mörtfif^u Ueberfe^ung unb mit Tui^en, aber bebeu« 
toäm atmerhntgen'' BoHftSnbig ^erauSjugeben 6). Iioß ftlopftotf'8 
tettnig bei alten ®ptailfc ju einem foKc^n Unternehmen bei tarn» 
ton niiSt ou»flerei(^ ^6en mürbe, &rau^ nt(^ etft bemerft jU roer= 
btn. es blieb bei bcr bloßen S^fl^t unb be3^Ib o^ne unmittelbare 
SliAatg. 3(ber oon tiefer grrifenbem <£tnflu$ war $Ii})>fto(fS 
§iim«ibnng jur oltnorbifc^en aft^t^ologie. Ute beutf(§e ©etc^r- 
jamTett ^tte jurar bte norbifc^e @ötterle^te au(^ in unferer 
^tnobt ni^t aus bem Huge verloren. @ottfrteb ®i)iHit 
fätS. JU sajemiflerobe 1719, 1750 SHcctor beä ^aebaflOfltum« p 
ältotu, 1762 ^rofeffor ber gried^f^ ®))rac^e unb ber @cfi^te 

I) Jtlst>i)o<rs eiicf Bit @l(im b. 31. 3uni 1769, in Alopßixrs |)>tac^ 
<Hi1. H. äß^t. e<^nttm, ^u. UDn »ad u. StiiiibicT, Sb. 6, @. 240. _ 
2; ehnb. — Sgl. QtbcT S))^'"^' ""'' 3)ii^{tunjL gTaemcnte von ßlopM- 
änilt gntltfeun^ ^ambuig 1780, €. 48 fg. Qci Bad u. 6):inblcr l&i.2, 
e. 215. — 3) fßtm e^Itottnafic, 6ci Sad nnb eV'xbtrT Sßb. 3, 6. 22». 
- 4) eritft eou ui^ an Rioffled, ^tx- eon 3- 3ß. EavV'n^t^S ' Snun' 
1^ 1867, e. 164. — 5) ©. btn otigen Sritf on fflhim ©. 241. — 
ElD^iTt anffi^timscn aus bem ^lianb in bcn gtagnunlen abti ®f)iai^ 
»Dt Cic^tbmß, ^nbnis 1779, €. 23 fg. «tt «ad unb epinbln Sb. 3, 
6. 106 Ig. 



ciilizedüv Google 



272 ivstüt» »u(^ Sititt« Xapftcl. 

am iS^mnopinn ju ^mbutg, geft. bett 2. ^t 1764) ^ baut in 
feinet Stb^anblung con ben tlri^etbenfem untfr ben alten beutfc^ 
unb norbtfil6en aSöBem (Seipäig 1748), in feinem Se^egrif br: 
alten beutf^en unb notbifdien SSoIfer von btm 3uftanbe bei ©eitii 
na^ bem £obe übet^aiWt unb Don bem |nmme[ unb ber $911e 
indbefonbre (Seipjig 1750) unb anbeten ©Triften bie föi^ti^ 
ber aftnoibifc^en fiitetatut gejetgt, cut^ ja^Iteii^e 3Rttt^Iint9n< 
aus ben ffliben in ber @lrunbf)mu^e unb in lotetnift^ Uebn< 
fefeung ote SSelege ing/tita^t. „Äfecr," fo Hagt er, „bielDeutf^ 
aitertfiüm« ^abeit baä unoerfi^utbcte Unglüd ge^aH unter bie g(= 
lehrten Ealmeufereien geregnet gu »erben" *). 9Re^r tofmtri' 
famicit ettegte SDlallefä 1755 gu äofKn^agen ^etouSgegebtnr 
IntroductioD ä ThiBtoire de Danemaro neBft bem boju gt^< 
gen Supplement: Monnmens de la Mj^tliologie et de la Poe- 
sie des Celtea Et particnli^rement des Anciena ScandinaTes 
(ä Copeuhague 1756). Scibe erfi^oten im ^^x 1765 ^ 
SRoftoi unb ©retfswalb) in beutf*er UeBerfe^ung s), gier wuibt 
ein bebeutenbet Zfftü, ber iüngeien ®>ha mitget^t, ber in ^' 
btnbung mit S^allefS geiftvoUer (Etntettung too^ geeignet toat, 
bie Sugen bet ©ebUbeten auf fi^ ju sieben. 8(6er 93«a^un9 in 
UHiteten fttetfen fanb bit altnotbtfd^ @ötterle^re in !3>utf<^(anb 
etft, na(^bem bie S^i^ter fi^ i^ter bemäi^ttgten. X)en 9nfanj 
machte §. SB. oon ©etftenbetg mit feinem im 3^ 1''^*) 
(anonym) etfii&ienenen „®ebi^t eines ©folben," unb gleich «o* 
t^m begann Slopfto* bie altnorbif(^e Sß^t^ologie ftott bei gtie 
d^iftÖ-rümif^nt in feine Oben einjufü^ien ^). Ueber bie aep^fi^f 



1) Metwel, Leiicon XII, 510. — 2) fit^t6eflrif bet altai &«l' 
fi^n Bon btm 3u(ionlit btt ©dui u. f. (., 1750, ©. 62. — 8) 3ii: t^' 
$iof. aütaC«'« ®(fc^i4lc von XiStKnuTf. tluS btm griinjSfilc^ai ümW 
SRit tmn Sontbc ^ni. ffiotlfcitb St^ügtnS. ffirfin X^til. — 4) ä" 
Aopcn^agcn, Obtnfct unb S<i;>{ig- <Stn (Eitmtilar b<t fit^m SutS' fi"''' 
fü^ auf btT Sibl. ju @5nini)tn. Kitbct obacbnictt in i3<rflenitrg'< ^ 
ntif^tm et^Tiflen, RSb. II, »Itona 1815, €. 87 fg. unltt btnt Ziitcl: M 
efnlbe.' — 5) Sgl. filD)>fl(kr« «rief an ®Itint Dom 1. 3Rii} 1766 iia 
ftintn SnCc^t mit ^(«^cnbtrg, bei ead unb €ptnbtcr IBb. 6, e. 327, m^ 



i.,C,ooglc 



Sit fltrnfthiijt^ ¥^(ogit tn S)tutf<^Iaiib uon 1748 m 1797. 273 

6nft b« ®a^ ^ben teir ^er lein Ur^il oSjUfletnt; a&ct föt 
Me SSedtreitung notbifii^ > nt^t^ologifc^n ftemttniffe Mieti feKft bad 
ftltfame adorbentiKftn, bas AIo)}ftDfS S&eif)nel l^eiDornef, ni(^t. 
900} dfolglos. aOtic^ael 'Cenid gibt m ben Stebent ®ineb'8 beS 
Ärrtitn (ffiten 1772) eine UeÖerfefcung bet SBötuftm unb bet 
9(([taill3qnib^ aus beut Satetntfi^ *). Kbet ctel nHc^ttget als 
b^.-} ntigoer^nbene ^i^ent^um xoax bte äEMung beS beutf^eit 
Sinns buti^ Älopftoif. Aus bem ffiteife feinet SBere^ter gieng bie 
3(ü|(^P ^ewor, bie in ben Sagten 1776 ttS 1788 bet ©ammcl* 
(itnlt ffit bie^eunbe bet Alttien beutf^en ^oefie mutbe: boS oon 
9oie gelritete ^>eutf(^ 3ßufeum. 

iBSenn Sefftng fi^ auc^ niemals mit ilrtagen wtftet Stffen» 
fi^ M^Sfttgt ^fitte, fo ro&fbe fein Stame bennot^ in einet Oe» 
fi^ii^ her getmanifc^ ^^üotogie eine ac^tunggeWetenbe ©teile 
rimie^mat. ©eine fltotottig fieftetenbe JE^gleit, feine fiegteic^e 
^(tämpfimg bcs frangijfifd^en ®ff<$ma(fs, feine ba^nbte^enbe äSet» 
ftecü&iflmi @^afef)}eate'e bereiteten ben SSoben für unfete X3i{fen< 
fi^ SBit bfitfen l^ter ni^t nfi^et eingeben auf biefe großen 
Seitnt Dim Scfftng'S 2!^g!eit, fonbetn muffen unS begnügen, 
mit UKntgen SBotten feine Sefc^ftigung mit ®egenftiinben ber 
tKiitfc^ ^^ilologie )u f^ilbem. Kber aui$ ^iet onrb unS rine 
bet fi^Snfien ©eiten beS feltmen Sttannes entgegenttettu, nämttc^ 
bas gemifTen:^^ ©tteben, aQeS, mos er ergreift, tteu unb gtfinb' 
G4 jn tctiben. St menbet feine %ufmttlfamfeit fomo^I bet alt* 
beutf^ fiitctotur, als bet älteren beutfi^ ©pra^ ju. @(eim's 
StiegSliebet oeranlaffen i^n (1758), fli^ nai^ ben alten firiegS' 
fidietn „bet S3arben unb ©lalben" uutgufe^eu. *!Z)n alten ©iegeS" 
&Acr uegen', f(^reibtetan@Icim^), „^eic^ft>gatbasalte$)elben> 
liaäf butt^elefcR, unb biefe Seetüte ^at mi(^ ^etnac^ tveitet auf bie 



ihr bte fttnffi^nuig btt aIliuTl>i{t^ ^t^oU^it in feine ©tbt^tt f. Sia^ 
jtars erief an 9(ttjn Vom 18. t)tt. 1767, t&tnb. &. 234, unb atQtn bU 
gM^t^m WH» in eititn'« i3tbi<^tcn, bot 15. ^vl 1771, t(. €. 258. 

1) Sei. beit @. 5. — 2) Stil 6. gt(t. 1768 , itWmfC» e<^ftcK 
(&4«aiiii) m. 12, e. 107. 



ciilizedüv Google 



274 ^imM Sui^ SitTite JtapUtl. 

SmO) fo genannten $clbengebt(^te aus bem ©li^mSMfc^en 3^^^' 
berte ^) g^rai^t, iselt^ bie @^ivetgec [e^ ^eiauSgegetot ^ben." 
@o nmibe fc^on gleit^ na^ beffen ecftem noi^ unDolIftäntriaem Vb' 
bmdf unfet fltÖgteS bmtfi^ ©elbengebic^ öon unferem gröfettii 
beutf^ Stitilet getefen. (Sc lieft ed mit gemo^ntec Kufmerlfam' 
lett, fo bat i^Rt bte nUnoeranttDOttlic^en ^ler" ^ bn ®^li>tqn 
nt^t entgegen. Sui^ bas gelben6ui^ ^ a wtrflic^ gonj birol^ 
geai6eitet, Ute fii^ quo einer Sb^nblung ergibt Irie fid^ untei fei* 
nem ^nbff^riftlic^en IRat^Iag Dotfanb ^. Seffing ift mift o^ 
(Snififtnbung für „bie naiue ©pcac^ bie urffifüngltc^ beutfd^ S)en' 
hmgsort" bet „äBorben aus bem ft^wätif^ 3eitalter" *), läia 
eigentlit^ ang^Dgen ^ben i^n biefe :Qic^tungen nii^L ,£)et m 
jlge ^ottiitiX, ben i<^ bavon UKg^ringen neibe", ft^ei&t ei an 3Rm> 
betSfo^B), „ift biefei, bag t<^ baS alte ((^u)äbtf(^ !C)eutf^ geM 
^be, unb bie @ebi(^te bartnn, wdäte bie ©t^roetget aa'8 ^4t 
bringen, mit »ieler geit^ttgleit nunme^ lefe." Sefftng'S SReigwiä 
nifitt ft^ Dielme^ auf bie le^r^afte ^Qi^tung bcs beutfc^en Klterl^mtis 
„Ueber bie fogenannten t!rabetn aus ben 3^^"t ^^ ^üfUmteftngn,' 
loel^e bie @(^U}ei)er im 3<i^r 1757 herausgegeben Ratten % 
^eilt n 1773 bie (SntbeAutg mit, bog biefelben f(^on 1461 ju 
SBamberg gebrutft Sorben maren ^}, unb in einer jweiten Stt^' 
lunfl emieift er (1780) Sonerlu« al« ben beutf^en SSerfaffer bie[« 
^beln^, inbem er iuglei<^ grflnbli^e Unterfmi^ungen Sbec bit 
lateinlfc^ Quellen besfelben anfteUt^). %ui^ boS entgeht i^m nii^t, 
bat SBonerius lünger fei als ber iRenner btS ^ugo »on Xrimberg*"}^ 



1) {). i. >ChTiemhi]deii Bache nad die Klage; awey He1deag^ 
dicbte ftoB dem schwMbiMshen Zeitpnnote — ZfriolL 1757.« & >- 
6. 258. — 2) £c[fins'« mtttt 12, 108. 116. Qcbttfltn« crfamt icjjni 
Uc Snbintilc bei ei^wtij« um bit ^nau6gabc bct aliboitfC^ Oii^ 
hingen fpfilet^in »oHroinnKn an. €. ScHiug'S Vitttt S, 5. ~ 3) £t|fuig'< 
ffitrtt 11, 30-43. Bgt. 6e|. ©. 31, $. 3. — 4) BtHinfl'« B^rterif 
)U i3Icini'< «SIrcniibicTiicbtm 1758. 3n Scffing'S fficilm 5, 103. - 
5) 2. «pil 1758. iS»e. 12, 116. — 6) €. 0. €. 258. — 7) l^t- 

9, 7. — 8) Bit 10, 835. — 9) ^Unb. 10, 352 ffl. — 10) «ta*- 

10, 356 fg. 



ciilizedüv Google 



m Btniianif^c ^llologie in {)(ul|<^Ianb Mn 1748 bifl 1797. 276 

nxira (t i&n glrö^ mit Unt«^ etft an baS iSnbc bt» 14. ^^-^ 
^unbtrt« fefet '). SSoin Wnraer, ben et fe^r f^^te, ^tte er 
tint ausgäbe cot&ereUet ^). SBte ju ble(en Ätbeiten, fo lie» 
fcTtc t^m [eine Stellung an bet Solfendüttlet ^tbliot^el aui$ 
ju einem anberen Unternehmen ben ©toff. tt geba($te nSmlt^, 
OBitt bem Sitel: ^Slltbeutf^ S!Si$ unb SJer^nb" eine @antm' 
tuna Bon ejm^wörtem, Sl^iop^t^egmen unb SJentoerfen aftbeut* 
f%T ©(^riftfteller ju oeranftalten, unb in feinem ^ac^Iag fanb fii^ 
(in Dortrefflit^er Snfang bte[c3 Unternehmens ^). <£S naten cot' 
jüglit^ bie legten 3<i^r^unbeTte beS ÜRittelatterS unb bie erften 
bn neueren 3^, bie ^effing bur$ i^re übermiegenbe ißerftanbeä' 
[(^öife unb i^ren gefunben äRuttemig anjugen. ®o finbet fii^ 
rntttr feinem ^a<i(ilag eine reichhaltige Itterarif<^e ©ammlung „^vx 
i&^iliiftt ber beutft^en ^ptaätt unb Süeratur bon ben ISÜnnefdn' 
gtm bis auf Sut^em. (^rüftent^itö aus ^onbf^^en ber $er« 
)ogli(^ ©tbliot^l. angefongen ben 1. «ug. 1777" *). Unb 
f4on 1759, bau mäj iSegtnn feiner Saufba^n, ^otte er einen 
t^ta btS 17. ^o^i^^unberts : {<rnebri(^ dou Sogou, in ©ewein« 
f<^ mit 9iamlet herausgegeben unb i^n mit einem SBürtei:bu(^ 
nebft einem ,3Jorberi(^t oon ber @l)tat^ btS fiogau" ^) wrfe^. 
Sä tft i^ babei nii^t blo^ um bie (Nß&rung beä SHt^teid, fon« 
btnt Dorjüglic^ aai) barum }u t^un, bte »guten, brau^barett 
aJörter," welie bie ©rfiriftfteller bes 18. ^a^rfiunbert« ^aben Der* 
altm laffen, ben Webnem unb I)i(t|tem feinet Qät jU einer »er* 
fiänbigen SÖieberetnfü^rung ju emjjfe^len ^}. ®enn wie {\i^ Seffing 
älri<^ im ©eginn auf bie ©eite ©einge'S gegen ©ottfi^eb pellt '), 
fo jetgen bie «älnmerCungen übet SbelungS SBürterbui^ bet £)o^ 

1} tfhnb. 10, 360. — 2) »n ^ctixx 10. San. 1779, mt. 13, 
521. — 3) 3utT^ utteffnulit^t bia^ güOtbom in Stf(ma'a Stbtii con X. 
8. gtfjine, 33)[. 3, ealiu J795, S. 220 fg. ögt güOtSorn'B »nm. cBtnb. 
Sm. e. XVI unb ejs^mburg im güufltn Stellas, gut @c[<^. uiib eillti;. 
u. !. ». Btauiiji^nKifl 1781, S. 185. — 4) 2t(fiiia'a «Jh. 11, 468. — 
h M>"B'< ^C( ^i ^9'^- 3!sl. ben 43. unb 44. gillnaluibiitf , in ficffing'« 
«Im. 6, 112 tfl. — 6) etenb 5, 298 fg. — 7) Btitfe, bit ntut(le 
öutwhK Wttflwb, 65fier, in Stjfing'« Sttn. 6, 177. ©. o. ©. 209. 
18» 



L.C-'Ooglc 



276 B<K''t* Su^- OttHt« StOfM. 

beiitft^ aßunbat^' bie ft(^ in feinem 9iai^Iag fanben, ba{i et, M 
allet Trittf^en ©trtnge am te<^ten Ort, eine fieieie %nfi^ Don 
bei beutf(^ ®pni(^ ^atte, als t^ne ©rammatiler. Ueber^mi)}t 
fe^n tvir i^n faft äietaü ffir bad e^ unb Z^A^e ^ottn n^ 
men. @elbft füi baö SSoIfsneb, baS fd^ein^c feiner eigenen Vit 
mib Steife fo fern liegt, gemtnnt er fiü^ ben ringen @ep^ 
pmit Sei <SxtoS,f)nmQ eines Ia)>)>I5nbt(i^ gtebed in ben Siteta- 
tut6riefen (1759) fagt et : »©ie roötben aa^ botau« fernen, ba6 
unter lebem ^tmmel^ftrii^e 'S^itn geboten roerben, unb bog Ubf 
^fte em()finbungen lein Sßone^t gefttteter SBüIfer finb." Unb 
3um iQemetS beffen t^eitt er bann einige litauifc^ „3)ainM obei 
Sieberc^" mit, bie i^n ju bem %u«mf oeianlaffen: «{Bel^ «^ 
noiwr SBiftI ©el^ teijenbe ©nfaftl" ')• 

®o fe^ nun aber Sefftng bun^ feinen unäbertroffenen Sei' 
^nb unb feine gefunbe 91atur auf bie ringen iSSegc gleitet 
mürbe, fo fottte boc^ bei tieferen Äuffaffung ber ^oef« wt' b« 
®ptaän no$ Bon einer gang anbeten ©eite ^r bie S9a^n ge' 
btot^n UMtben. SS naten bie epot^ema^iben Snfi^ $a> 
ma nn'8 unb $)erber'3, bie auc^ auf bie Sutmiflung ber getmant' 
f^en ^^ilologie ben gröften Uinflug geübt ^ben. SHt Kinnen ^a 
tnebei ben ^aifams (tefem, inwiefern fii^ bie ©amenlömer ju 
manc^ e^ioc^ema^enben ^ber'fc^n SSeilen \i)oa bei ^aminui 
flnben, noi^ bürfen wir etßttetn, wiefo $erbet trofe biefer ffiu' 
fEfiffe ein felbftdnbiger, in Statut unb Snfic^ten oon ^monn m* 
fentlt^ Der[t^iebencr öSeift war. 3n einer (S^ä^mt fcet getraoni' 
fi^ ^I^UoIogie mfiffen wir und begnügen, auf bie tiefen %>' 
regungen ^in^beuten, bie bon Hamann ausgtengen; wie et bie 
Unmittelborlett an bie ©teOe ber 9tefle^n fe^ unb ber f^ontofie 
unb ber Setbenfc^ in ®pxa^t unb ^oefie i^r 8te^ «rf(^|ft 
So t» fii$ aber um eine unmittelbare unb umfaffenbe IStnwiibmg 
auf bie Sitffenf^aft ber geimanifi^ ^^itologic ^anbelt, t» ^bcn 
mir un« oorjugsweife an § erb er ju galten. ®ld(5 in fein« 
crften etioc^emac^enben €<^rift, in ben ^agmenten über bie neuere 



1) Eeffind'« IBfe. 6, 75. 

DcmizedüvGoOQlc 



Gic gemonlf^c ^^flolegtc in t)(ut[4Iuib Mn 174S i\s 1797. 27? 

batfi^ Sttetoü« (1767) frdUft her ®dfi mS^ttg Ijenox, buti% 
tpd(^ ^ber auf bte beutft^e Literatur imb SBiffenf^ft eine 
BBOfraÄngru^ (Sinttitfung gminnai foßte. Äu« ber ®tii6enlu^ 
äxts HifOnflelten S^tolte» ffl^tt ei ben Sefer in bte freie Statin 
nb le^rt i^n ftatt einer Uo% f^ofnerenen, mit ®^eete unb Reiftet 
jtmai^ ^oefie bte uxi^c^ft naturtsüi^fige unb nrfiJtüngltf^e len* 
KiL Sti^t mit aUgemeinen, aud einigen menigen $rofien aMtcOf 
Rieften ffiegetn ^ben xtüx an bie ^oefte ju ge^en, fonbem n?lv 
ntfllfen und in bie uerfi^iebenen SSöRet unb bte Venoben i^et 
gttfttgcn Sntuidlung Derfenfen, um itire :X)i4tuns ju ocffte^en. 
ttxx ®aiiu9 ber ©pra^e i[t aui^ ber ®en{u3 Don ber Sitteratur 
«aer SJotion" ')• SMe @l)ro^ aber ^t i^re t)erf(^tebenen Älter, 
fo nne ber einzelne SKenft^- „Sine ©prac^e in i^rer ^b^eit 
&rii^, tnie ein 9tnb, einf^tbi^te, rau^ unb §o^ ^ne ferner' ^). 
.©aS fttnb er^Db p^ jum ^öngtinge." — „Unb biefeS iugenbßc^ 
Bfrcai^Ua wit blog bad vo^M'i >n(in fang im gemeinen Seben, 
mtb ber 3M(^er er^ö^ete mir feine Äccente in einem fOr bas S^^t 
gpeSfjÜm Sl'^^mus; bie ©tmi^e OKir finnlic^, unb teti$ an Wf 
noi 99tlbem, fie war noi) ein Susbruif ber Seibenfd^ft' ,3Me 
btfte 6I0t^ ber ^genb in ber ©prai^e »ar bte Qtit ber :Cii^tec;. 
tttt fangen bie ix9t3ot unb gaifiuSot" ^. X)tt ^flngltng wirb 
)imi anamie. »Sine ®vxaä)t in intern männlichen Älter iß nti^t 
tigmtli^ me^ ^oefle, fonbem bie f^önc ^rofe" *). »Da« ^o^ 
nttc (enbltc^) toetg ftatt ©^Ün^eit Uo^ wn gü^tigleit" ''). ,£)te 
drommatit unb baS 33emanfteln aber bie ®pra^ ^t ben IReü^ 
äpm gef^tv&^t" ^. *Sin ^ouenjimmer, baS gut, nii^ aber ge< 
läfti, ei^ogen ift, nriri) Über ^^ge, bie in i^er ©p^äre finb, mit 
einer Scjffiufigleit, ungeNinftelten !]3efttmmt^eit unb naioen ©(^Ön< 
W finw^, baß fie gefällt'' 'O- »ttin Origiualfi^ftftetler im 
^^ €inne ber SIten, ift, HKnige S9eif))tel^ ausgenommen, be< 



1) (^Nt) VLtba bie ntucrt £culfi^ fiUltratur. iSt^t Sdntmlung Von 
giagmadtn. 1767. 6. 20. - 2) SSnib. ©. 28. — 3> ISiab. e. 80 ffl. 
- 4) Ootb. 6. Sl. — S) fibcnb. £. 33. — 6) (£(tnb. 6. 59. — 
T) (Ocnb. »litti eonimduig, 1767, ©. 53. 



ciilizedüv Google 



278 BmUte ew^. etcrtc« x<iifM. 

ftünbtg ein 9}attonatautot. (Ein Wann, bt\\m ®«Ie, Don @e< 
banten {(^inanger, ju geMten ringet, bcnfet nie barauf, icie ein 
aef%ttf(^er 9tegelnfc^mib etnft an i^m fi^en imtb, um ^tpi^t 
beS SuSbrucfä gu feinen ©c^ulgefe^n au8auf(auben , unb es roitb 
il^w alfo unmögli^, ben Äuäbnid abgcfonbert Dom ©ebanffit ju 
be^anbeln, ju oTbnen, ju mahlen. @t iiüitt fii) bas ©anje bc3 
(SebantenS in feinem (Seifte; — bas Sitb f^ffef fic^ in fetnem 
fto()f unb tritt, »oßflänbig an ©liebmaßen unb gefunb an gort«, 
mit glfinjenben ffiaffen gerfiftet ^eroot unb HJirb ÄuSbrutf." ,5Jie 
®To6' unb fileinmeifter ber ©c^reibatt" mögen i^n bann ,nai^ 
allen Siegeln ber ©rammatil ^oi^üt^ig Derbammen" über «na^ 
allen ^rtoilegien ber '^otAt unb SH^etorit großmüt^ig losfpre^;' 
er fragt nichts bana^. „Sr backte, unb ber @ebanfe formte ben 
ÄuSbrurf; mit biefem ^abertl Jura negat sibi data" i). 

SBflä ^tiaet in feiner elften grüneren ®c§rift fragmentarifcft 
auSfpric^t, bitbet er bann in ben fofgcnben ^Ijtm immer tiefer 
unb umfaffenber aus. ^n ber „Slb^nbtung fiber ben Urfpnmg 
ber iBpxa^t, mefd&e ben öon ber ftönigl. Stcabemie ber ffliffen- 
fc^aften fSr ba« ^a^r 1770 gefegten ?rei« erlitten ^at", ©erlin 
••1772, ift eä ni(^t ^omo^ bie durüfFipeifung beS gßttlid^n UrftmingS 
ber ®pra<^e, aU uielme^r bie %xt, wie §erber ben menft^lic^ 
enoeift, was fflr bie germanifi^e Sß^ilologie Don unbetet^enbareni 
©npug geworben ift. „^oefie ift älter gemefen, afe ¥wfa- 3)eim 
mos war bie erfte ©t^rai^e, ats eine «Sammlung Don iHementen 
ber iJMfie?" *). „Sin ffi«rterbu$ ber @cele, was jugW* UM?' 
t^ologie unb eine wunberbare ®ßopet Don ben ^nblungen unb 
0leben aUer Sefen ifti Slfo eine beftänbtge i^ro^lbi^tung mit 
?etbenf(^aft unb ^Intereflel SBa3 ift "^ot^t onber«?" 3). »J^nbem 
bie ganje Slatur tßnt, fo ift einem nnnftt^ SRenfi^n ni«^ na« 
tfirii^er, afe bog (ie lebt, fie f})ri(^t, fie ^belt- „»et ben 

1) Qbtnb. £)[tnt eaniml. 1767, €. 81. {ZiH nata). 3^ ata^ 
»tlfluflfl'auf bit iia^t fficrroaiiblft^afl bwjtr auRi^ttii mit btntn 3- iSriB«'* 
aufmtrtfam. — 2) ^crb«, Ütbtx ben Utfpiung bcc €)>[ac^, Vtiü» mi, 
e. 87. — 8) etmb. 6. 87 fg. 



ciilizedüv Google 



Sic gtnaanil^t ^^ilelcatc in £)tut{c^Ianb »oii 1748 iit 1797. 279 

Silben oon SlmbamerÜa, i. 93. ift nix^ Sded belebt, iebe ®ai^ 
^ i^ @emue, i^ien ®etft; unb bag es bei ©liefen intb Wtof 
goilfinbem eben fo geicefen, geugt i^T älteftes SBörterbu^ unb 
Sraminatif — fie fiiib, wie bte gonje 9iatur bem ©tfinber nwr, 
(in ?ant^onl ein fflei^ belebter, ^anbelnb« SBefen" ')! .SWiJt 
Bit bet einjtgen falten ÄbfltaftionSgabe bei ^^ilofop'^en Uftt 
^ fe ®})t(«l^ erftnben." ©onbetn „Je minbei; bte iSeden» 
tröfte noi) entunifelt unb jebe ju einer eignen ®)>^Te abge' 
rietet ip, befto ftfirtet roitfen aDe ju[ammen, befto inniger 
ift bet 3BitteIpunK iferei antenfitöt." ©o .gebor fii^ ©protzt 
mit bet ganjen (Enttvidlung bet mtn[(^Iitben ^Sfte" ^). ^99 
iß für mi4 unbegteifCicb, n>ie unfei 3°^^inbett fo tief in bic 
©(Ratten, in bie bunWn SJerfftätten beä Äunftmäfigen fii§ Mr- 
litten Tann, o^e au^ nii^t einmal bas meite, ^Ue Si^t bet un- 
räigrferferten 9Iatur erfennen ju^ molien. Mus b«n gtögeften ©et- 
btnt^oten bes menft^Ii^en @eifteS, bte et nur im gufQtnmenftoß 
bn Itbenbigen SQett t^uit unb fiugem tonnte , fmb ©(^ulfibungen 
im ©taube unfcet Se^rtetlet; au3 ben äReiftetftüden menfi^Iit^t 
Xiii^tfunft unb SSerebfamteit JHnbereien geworben, an it)e((^ gteife 
fiittbet unb tunge ftinber ^^tafed lernen unb IRegeln Kauben* ^). 
Sie ^iet nai^ bet ©eite bet ©ptai^e, \o entlDttfelte $Krbtr im 
barauf fotgenben ^^x (eine ®eban!en in Segug auf bie ^oefie 
DHter in feinem .HuSjug au^S einem %iiefn)e(^fel übet Ciftan ui^ 
ik Siebet oltet Siöltet', ben et in bet ©i^tift: „Son iCeutf^ 
»it unb »unft. ©nige fllegenbe SBWttet, ^mburg 1773," tw- 
öffmtlic^ ,@ie rciffen aus SReifebefc^retbungcn", fagt er ^iet, „n?ie 
fta^ unb feft ft^ immet bie Silben ausbrüiten. ^mmtx bic 
@ai^, bie fie fagen roollen, finnlti^, flac, lebenbig anfc^auenb; 
ben ^soti, ju bem fie teben, unmittelbat unb genau fD^Ienb; ni^t 
bnn^ ©(^ttenbegriffe, ^Ibibeen unb f^mbolifi^ Settemnnftanb 
(von bem fie in feinem SSotte i^ret ©pta^, ba {k fa.\t leine 
■bs^acta ^ben, Uriffen) buti^ atle bteö ni$t getftteuet, no(^ tttin' 
betbutdi ftflnfteleien, fRavif^ (Stwattungen, fur^tfamf(^Iei(IM>e 



1) «ob. 6. 82 ffl. — 2) ttitnb. ©. 167 Ig. — 



ciiiizedüv Google 



278 3t»titt3 eui^. Stütiltt Aa))!lt(- 

pfinbig eilt Siationalautoi:. 6tn ^ann, befTm ©eele, »on ®t' 
banfen [t^manger, gu geboren ringet, benlet nie barauf, nrie ein 
aeft^tif^cr Megelnfc^mib einft an i^m fi^en loirb, um 95cifpiele 
b(S Äuäbruds ju feinen ©(^ulgefefeen auSjunauten, unb e« wirb 
i^m a\\o unmöglii^, ben KuSbruf abgefonbert Dom @ebanfen ju 
be^anbeln, ju orbnen, ju tcä^Ien. <Sx bilbet fi(^ bad ©aitje btii 
@ebanEene in feinem Reifte; — ba« ®ilb ft^ffet ^läf in feinem 
ÄDpf unb tritt, üoüftänbig an ©fiebmagen unb gefunb an ^tcibt, 
mit glänjenben SBafftn fltrflftet Retour unb wirb «uSfaruiJ." ,35it 
®TDg' unb nteinmeifter ber ©^leiEiart'' mSgen i^n bann .nai^ 
aQen 9tege(n ber @tammatit ^oc^müt^tg Derbammen" ober .na<^ 
flUen f rioilegien ber ^oetil unb SH^totil großmütig loafprei^;' 
er fragt nidgtä banat^. „<£r backte, unb ber ®ebanfe formte ben 
XudbruiJ} mit biefem ^abertt Jura negat sibi data*' <). 

ffias §eiAer in feiner erften grö§eren ©c^rift fragmentatif* 
ouflflJri(^t, bilbet er bann in ben folgcnben Qa^wn immer tit^ 
unb umfaffenber aud. ^n ber „91b^nblung Aber ben Urfpntng 
ber ^pxaift, wcti^c ben »on bei ÄönigL Slcabemie ber ffliffen- 
f(^aften fßr ba« Qa^r 1770 gefejten ^tciä ersten ^af, ©erlin 
•1772, ift ts nm fomo^I bic 3urütfipetfung bes gStUtt^n UifprungS 
ber ©pralle, als »ietme(ir bic Art, njte ^ber ben nienfi^IüSeii 
erroeift, waa für bie germQnif(^ ^^ilologie »on unbete^fcoran 
einflufi geworben ift. „^oefle tft älter geroefen, alä ^tofa. ©eiw 
toas mar bie erfte ®pxai)t, als eine Sammlung von eiementtn 
ber ^oefie?' ^). „©in ©örterbuc^ ber ©cefe, mo« juglei^ SWj' 
t^ologie unb eine wunberfearc (gpopee »on ben §anblungen uab 
Weben aQer 9Befen iftl Sllfo eine beftänbige ^belbit^tong mit 
8eibcnf{^ft unb ^ntereffet ®aS ift ^oefie anber»?"»). »Snbent 
bie gaitje 9iatur tönt, fo ift einem ftanlii^en 5IBenf(^ ni(^8 na« 
tflrlic^, atö baß fie lebt, fie fpri^t, fie Rubelt' ,»ei bes 



1) ISbtnb- £)iittc eamml. 1767, @. 81. (iia luta). 3<i stutt 
uoiIJlufig auf bit na^c ecirwaiiblft^aft bitf» %ii|t(^ltii mit btiitn 3- ^hmu't 
üBfmtrt[am. — 2) ^trbtr, U(6(t bta Urfprung ber ©pM^e, Oerlin 1773, 
S. 87. — 3) ebtnb. ©. 87 fg. 



ciilizedüv Google 



Die gtmanil^t ^Mogit in S^tutf^Ionb «oii 1748 bU 1797. 2T9 

W&ea von Sloibamerila, j. 9. ift nix^ Vüts belebt, {äw ®a^ 
^ i^ren (gkniuS, i^en @eift; unb ba$ eS 6el (Mt^tn unb STIoT' 
goilSiibeni e&ett fo getoefen, jeugt t^r filteftes Siürteibut^ imb 
Snmunattf — fte finb, loie bie ganje Slatur bem (Erfinber aar, 
(in ^oitt^onl ein IRät^ belebter, l^nbelnbet SBefen" ')] ,9li4t 
mit bet etnjigen lalten HbftraltionSgabe bei; ^^tlofo}»^ Uißt 
fii^ it ®iirtixä)t erfinben.' ©onbent „je tninber bte ©eelett* 
hSfte nwl) entnndelt unb jebe ju einet eignen @;)[|äre obge» 
ni^ ift, befto ftfirlet miTlen alle {ufammen, befto inniger 
ift ber aRittel)mntt i^iet ^nttnfität." ®d .gebat [li) @pra(^ 
mit ber gonjen entnntflung ber menft^Iit^ Ätäfte" ^). „158 
ifl für ini(^ unbegretfli*, tele nnfet JJo^r^nbert fo tief in bie 
©Rotten, in bte bunleln SBeifftStten beä Gunftmägigen fi^ cet' 
Itmn lann, D^ne aai) nii^t einmal ba8 UKtte, ^elle Sti^t ber un> 
nngderlcrten 9)atin: erlennen }U, wollen, ^us btn gtÖ|eften |k(> 
bent^oten bc8 menfc^Ui^ ®etfte$, bte er nur im 3i'[<^'^unenftog 
btr leboibigen 2Be(t tl^un unb äufem tonnte , finb ©t^ulflbungen 
im ©taube unfrer Se^rterfer; au8 ben üßeifterftfitfen menf(^[i{^er 
SHi^ttunft unb S3ereb[anileit Sinbereien gemorben, an nel^ greife 
Äinber unb Junge Äinber ¥^rafes lernen unb {Hegeln Kauten' *J. 
Sie öier na^ ber Seite ber ©prai^e, fo enttotdeltc ^rber im 
bimiuf folgenben i^^r feine @eban!en in 93eju3 auf bie $oefle 
nnter in feinem vHufljug aus einem Sriefmet^fel über Cfftan unb 
I« gidw olter Sißller", ben er tu ber ©i^tift: „SBon Deutfi^er 
Kit unb Äuuft. einige fliegenbe Blatter, ^mburg 1773," Der« 
öfientli(^. ,®ie rciffen aus Mcifebefi^reibungen'', fagt er ^ier, „wie 
ftorl imb feft fic^ Immer bie aäitiben auäbrüifen. ^mmer bie 
Soi^, bie fte fagen wollen, fumli(^, Har, lebenbig anfi^auenb; 
bot 3n)ed, ju bem fie rä»n, unmittelbar unb genau fü^Ienb; nli^ 
imit ©c^attenbegriffe, ©albtbeen unb fvmbolift^ SettemiKtpanb 
(Don bem fie in feinem %}orte i^er Qpxa^, ba fte faft leine 
tbetowsta ^ben, wiffcn) bur<$ aUe bie^ ni<$t ierftreuet, no^ min« 
btr bun^ ftfinfteleien, fHauifc^ i£m?artungen, fuv^amf^Ieid^enbe 

1) 9itab. e. 62 fg. — 2) »cnb. S. 167 fg. — 8) 168 fg. 



ciilizedüv Google 



280 S^^ttt «u^. mtat» jra)}it(t 

^oRtif müb BrtWitttnbt ^taemebttation unborfem, ü6ct aXit bitfe 
60»a(^gtn beiS ®ti\m feltguntuiffenb, eifoffen fie bot gaii)tB 
@ebanlen mit beut gonjen Sorte, unb bies mit ieitem. ®ie fil^mi' 
gm fflttoeber, ober teben im anoment bciS ^nteteffe mit ctn« mt* 
Borbebad^en t^ftigteit, ^c^eil^t unb ©i^n^eit, bie oQe tvo^l' 
ftubierte SutoiiäeT aQtgeit ^aibot betounbem mflffen, unb mtüft« 
bleiben laffen. Unfete ^ebonten, bie XUes eor^er jufommatftopc 
^& unb aufimenbig Temen ntfiffen, um aldbenn rei^t met^obif^ 
ju ftommetn, — btefe gelehrte Seute, mas u^firen bie gegen Ue 
BJilben? SJet iw^ bei una ©puren uon biefer geftigfeit flnbtn 
uriU, bei fu(^e fie tini^t beifoI<^en-, unverborbne Jtinbet, ^auen« 
jimmer, Seute von gutem tßaturterftanbe, me^c burc^ Si^fitigtei^ 
als ®))ecuIation gebtlbet, bie finb, b>enn i>a&, nua ii!^ anffi^rtte, 
©erebfamicit Ift, alsbenn bie etnjigen unb beften SRebnet unfret 
3eit. 3n ber alten 3eit aber maren es 3)ii^ter, @lalben, ®<!Ufixu, 
bie eben biefe ®l(^er^eit unb i^eftigfeit beä auäbrui« am meiflen 
mit {ßürbe, mit So^Iflang, mit ©i^ön:^ ju paaxtn tougten; 
unb ba fie alfo ©eele unb 3ßunb in ben feften fbatib gebrot^ ^t« 
ten, fi^ einanber nii^t gu txtiuitten, fonbem ju untetftai}«!, beii> 
ju'^fen, fo entftanben ba^er jene für una Ijalbt ZBunberaxrIe wM 
aoidoii, @ängem, Sarben, 3)linftrela, uHe bie griJgten X)i<^ 
ber üUeften 3eit roaTen. dornet'« SR^fobien unb Dfl'ot'ä Sdn 
moTcn gleic^fam impromptus, nieil man bamala noi) dor nii^ 
ala impromptus ber 91ebe tmi^e; bem festem finb bie 3RinftreI<, 
wiewohl fo f^ua4 unb entfernt, gefolgt; inbeffen bod^ gefolgt ^ 
enbli^ bie ftunft fam unb bie Statut oualöf^te* ■). SHefe 8n^ 
ten begrOnbrt ^ber bur^ ä^piele, bantnter aua ber fiütrta 
(Ebba bie Skgtamäqutb^a ^) unb »'Cer SQebegefang ber SßaO^nnr' ^ 
aua ber Sijalsfaga. 3Ia(^ SDHtt^ilung einer fc^ottifc^n «o- 
manje fS^rt er fort : ,®le glauben, bag aaü^ mir 3>eut[<^ wXji 
me^ folt^e @ebi<^te Ratten, ala ii^ mit ber f(^ottif(^ KomaiQe 
angeffi^; ii) glaube ni<^ aOein, fonbem ii$ toeig ea. 3n me^r 
aU einer ^roDinj ^b mir aSoOSlteber, ^toDinaiaUieber, IBmtet* 
1) San ^utf4u Hxt unb Cunf), ^miurg 1773, 6. 39 fg. - 
2) «cnb. 6. 32. — 3} «b«tb. e. 8S. 



ciilizedüv Google 



Cit senMonif^t V^tlologit in Stutf^Ionb Mn 1748 bit 1797. 2S1 

Stbtt Mbnmt, bie an Se^afHgleit unb Vtff^ü)mas, unb ^latcetfit 
mb ®tfiTlc ber @fni!^ iiielen bnfelben gmiß nit^tö na^g^&en 
rA^} nur uxr t^, ber fte fanatle? bei fic^ um T» betflmntre? 
M nm &ä>eT bcS SioOs befflmure?'' <)• ^etrige 3a^ nai|^et 
ft^ wir ^ber (elbft bei Sifüllung fetneS SJunf^ tube. :Cte 
gt^olttei^e Sb^anbbmg «Son Slel^nTt^Ieit bei mttUent ensUfi^ 
mb beiitf<^ SHc^ttnnft," bie ei im Sfa^rgong 1777 bes SDentf^ 
3Rit|ann9 txtöffenffii^, i^ juglet^ eine Snfünbigung feiner bene 
id# etft^ctnenben ÜJoOSli^ei. SbiSge^nb Von bei üßemxinbtfd^aft 
bti Snftäfa^fen unb bei üDeutfc^n ivetft ei bie grote Stel^nliti^feit 
btr otten ntglifi^ mtb beutf^en S)ti^tung nac^ mib bringt baiouf, 
tng iDtT im« mit Stnft unb Sifer auf bie Srfotfc^g bei oltbeut* 
f^XH<^äimft UKifen foQen. ,®oIbaft, ©t^Itei, ®<^a|^, Opi^, 
(Mart ^ben tiefpit^e gußWoi gdüffen; Steuer'» SWonufciipte 
fiiib jer^euet; eintfle leit^e SiMiot^efen jerftteuet unb getjlünbeit; 
mm fmnmicn fi<$ einft bie <Biij&^t btefer %it jufammen, unb too 
nfiettet bei 3Ramt, bei 3^3^(119 inelleü^t im ©tiOen, bte Gattin 
itnfns äSoteilanbe bamit ju fi^mfiden unb alfo barjnftellen bem 
Seile* ? 3). (Ein folc^ei mügte' bie reii^ gef(^riebene SDic^tung bes 
iaä^iien aittrt^imtS auf ben euiopäifc^en Sibliot^efen but^forft^en. 
,9litteigeift bei mitttem Qntm, in meinem $alafte ȟibeft bu 
oAenl* Sber .au(^ bie gemeinen Sßonsfagen, SStärd^n unb SSir)* 
4i^>gte ge^iJren b^^ei. @te finb geniiffeimagen fflefultate bed 
SottSflfcmBcna, feinet Prailit^ anfc^ouang, ftiüfte unb 3;iie6e, 
nw man trSunt, meil man m^ roeig, glaubt, meti man ni<!^t 
|i^, mtb mit ber ganzen, im^eit^eilten unb ungebUbeten ©eele 
vnxtet: olfo ein gioßei ®egenpanb ffli ben (Skf^c^tfi^reibei bei 
aßntf^^, ben ^peten unb ^octilec unb f^ilofo))^ ®agen 
Kntt %xt fyibttt fi(^ mit ben noibifi^en Woltern übci »iel Sfinbei 
mib fetten ergoffen, teben Ditd obei unb in ieber Qät ftt^ onberfl 
Stftoüet; wie trifft ba« nwi auf 5Deutf(5Ianb? HBo fmb bie aOge« 
Bnafttn unb fmtberbarflai SßoDsfagen entf^iiungen? wie gemonbeit? 



1) ^btab. e. 61. — 2) e<^? — 3) tltulli^ 3Ru|cuin, «b. 2, 
»rii Bit tM^ 1777, e(i)>)>g, €■ ^23. 



ciilizedüv Google 



2^ 3>»ti<t< ^u^- ^itKM itufM. 

wie vecbreitet unb get^dlet? :Ceutf<i^Ianb fibn^outit imb tbijdnc 
$TOtttnjen ICeutft^lanbS itattn ^iertn bie fonbetbarften %e^nlt(^fet< 
ten «nb «tmwit^ungen: ^toBinjen, wo not^ faer ganjc ®ttft bn 
lEbba von Un^oQxn, Qauitxixa, SltefenUKtbem, äSatt^iiui [eltift 
bem !£on bei (^gS^ung na<^ Doli ift; anbie ^ovinjnt, no f^on 
«ilbtte 3»Sn§m, foft Ooibtfc^e SBenoanblungen , fanfte VUnttm 
intb ^n^t bei SinüTeibung ^en[(^et. 3^te alte toenbifiH f^i^S' 
fiif^, fä#fi$e, ^olfteinif^e ä)}ljt^oIogte, fofent fie ito^ tit $oße< 
fagen unb SioUäliebent lebt, mit Xreue aufgenommen, mit |«lle 
angef^out, mit J5ru(^^ifrft beortettet, wäre nw^Iic^ eine %m!i' 
grabe für ben SJi^ter unb Äebner feine« SBoII«, für ben ©ittoi' 
bilber unb ^^Uofot)^" '). Kbet »ot aQem IffiS niJt^, bie ei«' 
fcK^n Si^ei bes beutft^en aSoIfeS ju fommeln, wie Stamfo^ unb 
¥eic9 bie« in ©^ottlanb unb l£ngtanb get^n ^ben'). 9Iki 
ni^t blog unfre eignen Siebet foUten wit :£!eutf(^e fatnmeln, fon- 
betn amb bie bei anbeten aSöKet. I)enn nii^ta lä|t un« fo tief 
in ben ®eift ber aiüHer bfictenä). ©a« ^xtn t/iet fotbert, bo* 
fmi^t et unmittelbar batauf ju «rmirflii^ butt^ feine „SBoßSlie- 
bet. ffirfier 3^eir. Sciiiatg 1778." ^meitet 3^ 1779. ©eil 
gerbet'8 erftem Auftreten Ratten feine «nfic^ten über Spoefle, SoUft- 
lieb u. f. f. getoaltigen Sonn tieianlagt unb neben mant^em iBeffeien 
flud^ »ieteä ißetfe^rte ju Sage gefötbert- Qnm iöebeutenbften ^ 
I^Ärte, mos Sütger unter ber Ueberfc^rift «ÄuiS SJoniel SKhmber« 
lii^ SSu^" als einen .^ei^enSauSguf über äJoKS ^oeTu' im 
^Kt^gong 1776 beS Itfutf^en 3Jiufeum« ijcröffentli(^te *). Diff« 
begeifterte Sluffaft ffiftrger'S oetanlagte Sriebtt(^ Stticolai jin 
|)erausgabe feines: „iS^n ferner flennet Vlmaa<^ ool fc^önen 
e(^terr liblit^ett äJoIdSlleber, luftigerr Stehen onnbt Kegligen 9Ro^ 
gef(5ii^te, gefungen oon ©abrief SKunberli^ »e^L SSenWfengtnm 
tju Deffom, herausgegeben eon ©aniel ©euberlic^, ©elften» 
Iju SHöraötf amt bet ffitbe. Setl^nn unb ©tett^nn 1777." ,3nw|ie( 



1) «(ettb. e. 424 fg. _ 2) (Sitnh. &. 42S fg. — 3) &ali- 
©. 432 ffl. — 4) X:tut|(^(d atluftum, dip« »<mb, 35im« b\» Suni«' 
1776 ©. 443 fg. 



ciilizedüv Google 



Dk gnnuuitfc^c ^ili>li>su in Sxutft^lai^ oon 1748 bie 1797. 283 

gorgang' 1778. ©et f^le ©|)oK fjaüt ble ©irfintfl, ble 
Soijfige its einfaf^en eotf^t^ümlic^en Siebes nur no4 glänjenbei 
an'8 8i$t ju fteUen unb iugl[ei(^ burt^ bte Sßeiöffcntltf^ung bei 
ei^ SßoDsIiebei, xoti^t bec SQmonac^ enthielt, |)rrbei'S unb 
Sürger's Sefttcbungen ©«rft^uö ju leijteu. 5)ic eijo^emac^enbe 
SttOimg, bie ^bei'S Sßoltsitebet In ber @efc^ti^te bet beutfi^en 
Literatur einnehmen, ift betannt. ©U feine, finnige %xt, mit ber 
leine UeBcrfeftungen ben Ion unb bie ©ecle beä fremben Siebes 
intbergeben , tft muftergültig für alle 3^'^ r unb b>c meifter^fte 
Sonebe jum jUHiten 33anb 'gehört jum ®^0nften, xoa9 it über 
l?ti(c^ ■poefte gefagt roorben ift. «u^ bie tiefere Äuffaffung unb 
foforfi^unfl ber bentft^ ^oefie fonb ^icr bie le&enbigfte An« 
«gimg. 

Um btefeKbe 3^ <iber, in ber ^rber ben OueQen ber e^ten 
?Offie nai^nib, foHte bie ^oefle (etbft in Deutfc^Ianb wiebcr er- 
lief bur^ unferen grögten iCtc^ter, unb eS mar von ben glüif* 
(Haften folgen f&r betbe >£^etle, bag @oet^e in ein fo na^iS 
Ser^Itaig ju |)erber geführt würbe. $Qaä ©oet^e*« SMi^tung, 
nrie aKen getftigen 8eftrefiungen, fo tndbefonbere anäf ber tieferen 
Srfeimtniß unfrer ^oefte geworben tft, bie« ju (diilbem, gehört 
ber @ef(^<6te ber beutfc^en Siteratut an. §iet bürfen mir nur 
bnmif ^inbenten, ujie ©oet^c in ber erften ^eriobe feines ©intens 
Doi^ugsmeife beut(# mar. Die tüchtigen E^raftere ber alten beut» 
fi^ 3^ etfüQtn ferne ^^antafte unb ergreifen fein gerj. @öti 
wn SJertic^gen wirb ber §«lb feine« erften 3)romo«. iJer for- 
fi^tnbe STteffinn be« beutf^n SßoIIeä finbet in ben ülteften tJrrog' 
atnten beä t)r<"tft feinen genialften SuSbrutf, unb bte barbarifi^ 
gefi^oltene Sanhinft be« SDhttelaltcr« reifet unfern liierter beim 
Infirtd be£ Stiagburger SnünfterS ju begeiftertem Sobe ^in. ^ber 
m^ bie filtere beutf^ Literatur finbet an i^m einen toannen Stor* 
^sm, bcM^ nt(^t foWD^I bte bomals nm^ uenig gelannte mittel' 
oberTt^, aU bie bed fec^je^nten ^a^^unbertS. lieber ,^n3 
Saufend JpotA\^ ©enbung" fagt er (1776) boS (fünfte, mas ie 
über biefm Z^äftee gefost uwrben iß; unb fi^on im 3«^ ^^^^ 
famiBttt et auf ^erber'^g ilnregung im lEfag beutft^ Siebet au« 



i.,C^ooglc 



284 Snxttc« Vuit. Siertt« ttafM. 

bon ÜDIunbe bed Soiree! , bie ec „ats einen ®(^4 an fönem $et' 
jen ttSflt" '). 

Tiai @tee6en na(| bem Umnittelboren unb Utf^rüngltt^ 
vAt ta von Hamann unb ^rbcr angeregt mürbe unb in ®oet^ 
fiegeifterten ^nflang fanb, begegnete ben %iri(^ten, bie l^uftitS 
aniSfex auf bon <E>e6iet bei^olittf unb ©ejc^i^te oertrat. Utbeiall 
i{t es bet 3ug au8 bem SBciIünfteto unb 0ema(^ten jitm Ut' 
ftJtflnflfit^ unb SfiatuTOfl^rtgen- 5Bl(§t l»6 SRöfer bie f|)fito: 
aufgegebene S^ti^t ^alte, «alle beutf(^ ^oeten, wel^ US )U 
tEube beS 15. i^^^unberts geft^rieben fytim", ^ou^geben*), 
obec bag ei: in feinen ^trtotif^ ^^antafieen ein pax ntebef 
beutf(^e äßtuneliebet ntitt^Ite'), gibt t^ feine bebeutenbe €tel(e 
te ber @efi%i^te ber germanif^en ^^ttologie, fonbern baß er in 
aDen feinen ©t^riften, in ber Csnabrüififc^en @ef[^(^te foroo^I, 
als in ben ^triotif^n ^^antafteen in bie ®ttte unb S>enhtKife 
beS 3)eutf(^ SBoHeä alter unb neuer ßett tiefe unb weit^ m 
tegenbe ^liile t^ ^tes mo^t i^n jum rcürbigen (Kenoffes 
^ber'ö unb &ott^'S in ber epot^ema^enben Heinen ®äf^: 
aSon 2)Butf(§er Art unb Shinft. einige piegenbe Slätter- Ham- 
burg 1778. 

©0 fd&ien in ben fie^iger ^^en be« 18, i^la&r^unbertä Wie« 
im beften S^^c, um bie germanifci^e ^^i^ologie gu einer balbigett 
SKüt^ a« förbcm. Unb njirffitb fe^en mir au^ in ben beibe« 
n&(^ften l^^i^^nten oerfi^iebene ®ele^rte auftreten, uieli^ Ine 
mSc^tigen Snreonngen, bie von unfern grogen ©(^riftfteOem aai' 
giengen, unb ben fic^ immer me^c on^Sufenben geirrten ®toff in 
aJtrbinbung ju feften fu(5en. ^ blefer ffieife war gegen bafl Önit 
unferer ^ertobe befonber« griebri^ a)aoib ©rdttr tWttS- 
®eboren im 3- 1768 in ber freien giei(^äftabt ©i^uritbif^ t>^ 
ftubierte ®räter auf ber UntDerfitfit (erlangen Z^Iogie, nvät 



1} ®ettbt'« »rief an ^crbtr in: 9ua ^nbnS gta^Iag. ^. V«t (■ 
Wnt« unb g. ®. Bon ^ei*« SBb. I, C. 29. — 2) 3R8fer'a »tie( « 
eitim Mm 24. 3uli 1756, In a»6ici'« etrmifc^ttn Sc^riftm, ^IH, VJ^ 
6. 201. — 3) ORaftT, $atiiol. $^antafic(n, «^ m, (4), €. 828 fg. 



a^oogic 



£k sonumlf^ qi^tbtoflU in 2)ail[4hnb Mn 1748 i\t 1797. 286 

1789 iäftet am ®qmnafhim feiner ajalerftobt, ISOl iHettot biefet 
Xnflalt, 1818 loutbe etEllectot unb ^aebagogatd^ be« ©^mnarunnS 
jn Ulm, 1826 ald Üftector in Shil^ftanb vtt^t^t, le&te ci feit biefec 
3Rt in ®^oniboTf unb ftarb bafetbft am 2. Sluguft 1830 0- 
@iätft nutbe ju [einen altbeutf^en ©tubim Don ben oerfi^tebett' 
ßfli Stiftungen bet bamaligen beutfc^en Sitetatur au& angeregt 
SlopftHf, ftntf(^mann>) unb3>enl3^) ^eifteiten i^ für bie alt> 
Boäiifi^ ^oefte, nnb fo trat er juerft (1789) in feinen .Ißoibi' 
Vutt Slumcn' mit Ueßerfe^unsen au8 bem 3(Itnorbtfi^en, ind^ 
Monbere cm» ber filteren (fbba auf. XHefe Uefrerfe^ungen 
uuren untemtf<^t mit 3C&:^bIungen , bie mit nieler ffifirme ' 
imb nit^t o^ne @ef(^tif @egenftänbe bet noibif<^ Sßqt^otogie 
^onbelii *). Qaaltidi ober uat @rStei ein ent^ufiafttf^ 
SBtit^ ^täx^S ") unb fui^ an beffen $anb bie jtenntnif bet 
¥o(fit, tnSEicfonbere oui!^ bie bet beutft^ SBoIfälfOefie ju ferbexn. 
gfit oBe biefe Seftreftungen etf(^ien a(8 baS enofinfi^tefte Organ 
tinr 3ritf^nft, bie ben oUbeutf^ ®tubien gemibtnet nSre, unb 
m folt^ ju grünben, gelang ©rfiter im 3- ^"^^^ in Berlilnbunfi 
mit bem Än^ibiofDraiÖ S^tiftian ©ottftieb SBö*^ (gefi. 1732 
jn 9tJi^ * aSemmingen bei SlSrblingen, geft in Stiiirbliitgen ben 
31. 3an. 1792) «j. Die 3ett[(^ft erf(^ien »om 3. 1791 fAs 1802 
in fi^en iBAnben unter bem Xttel: $xagur ein litteratifc^ Wia* 
goitn ber beutfi^en unb noibifc^n S&orjeit, oom oiertnt S3anbe 
(1796) mit bem Sletentitel: SSraga unb ^Knnobe ober neued 3)Ia> 
sogin fßr bie »aterUnbif^en idtert^ümer ber @))ra^ Aunft unb 



1) ntiin Dtdralog bn txuilifytn VIII, 2, £. 969. — Meusel, OeL 
TeotKUand II, (5) 8. Ö33. — ^. XtEring in «rfd^. unb «ruber, «Kg. 
fetn. L e«tioit, 78. Z^I., 6. 91 fg. — 2) @ratn, ^^ima imb ^ 
■akt I, e. 21. — 3) Jlioh. Denia Litern. NacUasB, her. von BetMr, 
U, Wien 1802, S. ISS."— 4) fflgt. bot gob, bofl ginn aRQflmi»(i)n bftftn 
UMbmstn @iatn'4 crt^rilt CSbunna unb {icrmDbc 1816, €. 116. 188). 
- &) 89L ©151«*« ,?Iuf ^etbtra &aA' in SBidanb'« tcutjt^em WitOm 
18«, ffiitber nBgdint* in ©rüt«'« än^nitoi 8MK«n, &1te ©amnüuna, 
Sbi 1822, e. 287 fg. — 6) Heosel, Lexikon I, 466. — «ragin U, 
Sm. ei. 2; 6. 461 fg. 



ciilizedüv Google 



286 3<Milt« Bw^. Sitrtrt Xo^lttf. 

®iöen '). 3« btef« Seitfi^rift fanben bie 6i8^ »errinjdten SB*. 
ftie&ungen füt beutfi^efl ^tntl^uin einen ©ammelpunft. Soi oUan 
uar eS Brüter um bie Pflege bn nott)i\iftn SUnahtt ju t^un. 
£)m bobcnlofm ^^ntafteieien gegenübei, bie bamol« wii) lS>laU' 
tot fanben, ^Ue in ^iilorifc^ |)inft(^t ©(^löset'S ^Ifiitbifi^ 
giterotui nnb ®ff^le (1773) fritif(^ oufgeräumt; aber bie mi*- 
tigfte ©ette biefei Siteiatur, bie {loetif^'ni^t^alogift^, ^ttt U' 
btti^ junfi^ft me^r vtilorm, alä gemimnen, unb ^alob @(^tiii> 
melmonn'ä (geb. ju ©emmin 1712, preuf. ffionfiftorialtat^ in 
Stettin, geft 1778) ^imwrtromüe Sfslänbift^e ttbba (1777) n«t 
niiftt geeignet, bie ®ai^ auf ben rti^en Seg ju bttngen. $iei 
^t fii^ nun ®iäter baS unbeftieitbaie SBerbtenft envotben, (in 
beffews SBerftänbnil b« ottnorbifi^en ?Poefie in ©eutfi^Ionb anjic 
bahnen. ?ta(^bem Slofiftoif iS ^ermann'« ®^Iai$t in bent ^ioi' 
ling bie Säegietbe nai^ «bent Sii^nhan) be^S teutfc^en S3ariAt' 
geuwtt ^atte, fui^te et fic^ mit „ben Siebnn bet alten Satbta' 
Wannt ju moi^ Sänge mar fein Suchen Detgeblü^, fit« et onf 
bei UniwtfltStSbibliot^f ju ^Qe, bie bet ©{^iiKbc X^monaiui 
als beten Sibltot^elot mit altflanbinatiifd^ Sfi^em auSgeiüptt 
^tte, fanb, toonai^ et fid^ feinte. @c morf fic^ nun mit gto|«n 
eifer auf baS Stubimn bet oltgetmonif^en €)>ta(^, um tneSif 
bet bet alten @Ia(ben in bet Urf;>ta<^ lefen ju Kmten '). @öm 
ftenntniß bet altnotbif^ ®ptai)t war jmai (eine p^oM* 
gtanbli^e '), aber fein pDettfi^ ©trat, fein taftlofes ©tubium imti 
»ot allem feine genauere iBdonntff^aft mit ben Xi^eitcn bei flui' 



1) tttbtr tfncn 8, Bonb bt< etogut, b« btn 9itbentite(: Obina nb 
tcutona, fü^rtt, f. öu^ HI, Aap. 2. — 2) ®t5ttr, 3buima urt i^ 
nube I, €. 22. — 3) t)itt btutjftn f^on bte Zilcl fcfntt S^iifui: 
(Oioga unb (cnnobt', «S^unna unb ^tnnot&' Z)it)u bo« witbcrit^bc 
,btt etaaui* (Oritjiut II, Oorr. 9t<t4t4"fti ^b & 459). QgL aa^ ^ 
Ut'S tigoK iSrftSrung &ba feint €prai4{Uibitn, ^bunna unb ^onett l ' 
e. 22. BTogut I, e. 2S8. £ag er üirt0tn8 in jitmlit^ Umfuia ^■■"' 
bt|4 öttjlttt*, bflotiitu tto6 «11« i^tr «Mnatl itinc UcttTft^stn mi •* I 
btnKiligen fli^ittn. 



I 



ciilizedüv Google 



tnt gtnnonif^t ^^loIegU in SDtutf^ranb Von 1748 6i« ITdT. 287 

tnuurir^en ®ele^rt«t oer^Ifen i^m ju leffeten QrinfEi^tni. Zxoli 
\kk$ gufammm^aneie mit ben nnitieutfc^ iBatben f)m$t et es 
BranuttHnben aii*: „©atbett fiattcn bie iCtutfc^en nie"'). »Den 
©falben bes SloibenS ^oit^ aI[o, ivenn bu ben @eift bei alten 
IDflrtfi^ noi^ ct^ort^en tttaft"^). mit für baa «Itnoibifc^c, |o 
mi bie gritf^rift anc^ für bie anbcren Smetge bei altbeutf(^en 
^latui iiuxä) 3Ritt§etIung Don Originalen, UeEierfetiungen unb 
U^Iungen fütbertit!^. 93efonbe[S ivutbe na^|)eiber'8 Svrgong 
iai btutfc^e SBoIlafieb flepflegt, reie bie« »on einem bet 3RttaT6eitet, 
änfelm eiroert (gefi. gu SJotnberfl bei S)otmftabt 1761) fc^on 
Mt^ in feinen Ungebtutften heften alten ©efang« (1784) ge« 
\l)etita mcc tSifitei'S eigene Sb^anblung „über bie teutf<^en 
SoBatieber' (1794) s) f,at \p&tsx noäi bie tü^menbc anerhnnung 
%mm'9 gefimben *). Siom öierten ©onbe (1796) an jog bie 3«*" 
fi^ außer ben „aiteri^Ümcm bet ®pta^t" an^ bie „bet Ännft 
unb ber ©itten" in i^ren aSSereit^, unb rocnn man @räter'3 SJor- 
reit )u biefent ©anbe*) lieft, mirb man nid&t läugnen, baß eä 
^ fi^on fo jtemlti^ auf baefelbe abgefe^en war, roaä man [t^ 
nutet bem 9iamen (Sutorgef^t^te jufommenjufoffen pflegt. Änbret« 
ftitd abtx b&tfen mx nti^t beift^meigen, baß ba« ^nboment atlet 
(i^Iogtf^ @tubien, eine gTflnbIi<!^e j^enntnif bet @))ra(§e, bei 
bfli Säeftietongen ®t&ta'S unb feinet tjteinibe noc^ fe^t )u 
bi^ Emn. 

Suc^ für bie S3earbeitung ber beutft^en Sttetaturgef<^(^te fyi' 
im bie testen 3<i^'^^nte unfter ^eriobe manche tü^tige Xrbeit 
aiif}innifen. ®o bie bt6liogra4)^if^cn Serfe be« luiermüblii^ 
9eorg SJoIfgang Vanjei (geb. ju @ulaba(^ in bet Obetf^il^ ' 



1) eragiR I, (1791) €. 52. - 2) Sbtnb. €. 53. 33gt. etaguc I, 
6. S5. 96. II, S. 57. 9BtT fdlfam nimmt tfl fi^ btmtGcn mx», Wenn 
@iältT |tIB{) f^tr^in ttnt .Soiltfung fibci bie ftSniQJDKift bn 83arb(ii unb 
SbUm' mit btn Motten beginnt: ,^it Sotbtn un|Ertr (tgnm SoTtlltnt, 
te 1Eoit(4tn, finb ni^t mt^r' gbunna unb ^ttnwbt I, (1812) ©. 1. — 
3) enijinr, SSb. III, S. 207—284. — 4) SBunbCT^oni I, (1806) 6. 455.— 
5) Sgl. btfonbn« e. XIX unb €■ XXII— XXVII. 



ciilizedüv Google 



286 3>»iiC ^4- Vitttt» JtaiiEtcf. 

©Uten >). 3n bief« Seitf^rlft faitben bie Ws^ »«dnjdtai »e= 
ftie&ungen fflr twutft^ aiteit^um einen ®atttmelpun&. 9Sot adeln 
nat es €}iSter um btc Pflege ber norbif(^en Sitnotur ju ^m 
SDen Jobenlofeii ^^ntofteteien gegenüber, bie batnol« noc^ ©lou' 
fm fonben, l^Ue in !^toti(#er ginru^t ©(«tSjet'S ^dtänbifi^ 
eiterotuc unb @ef^te (1773) fritift^ aufgctäumt; abw bie nric^* 
ttgftc ©eite btefer Siteratur, bie fioettfi^-nt^t^ologifc^e, ^otte ba> 
bun^ iunä# me^r wiloten, aU gewonnen, müi^aiob®il)im' 
melmann'S (geb. ju !t!)emmin 1712, pxta^. Sonfiftonoltot^ in 
Stettin , flfft 1778) ^imuetfirannte ^alünbiff^e ffibba (1777) bot 
niiftt geeignet, bie ®a(^ ouf ben richtigen SEBeg ju Öringen. ^vx 
^t fic^ nun ^rfitei hai un^ftreitbate Skibienft ttwoxbtit, äa 
beffen« aSerftSnbnig bet altnoibtfi^en foefie in 2)eiitf4Ianb uiiU' 
id^nen. 9Iac^bent Slopfto^'S ^rmann'S @(^Ia0t in bem 3""9' 
ling bie aSegierbe mä) „bem ©c^enhang beä teutfd^en SSorben* 
geUKdt ^atte, \ü<^U er fi^ mit „ben Stebem ber alten Sarbtn' 
Utarmt ju mai^en. Sänge raat fein @u<^en necgeblic^ , bis er auf 
bet UmverfUdtSbtbliot^l }u ^üt, bie ber ©^mebe Si^unnaim 
dl« beten SBibliot^etot mit altftonbinaoift^en SSO^mt autgerüftrt 
^e, fonb, loonai^ et fu^ feinte. St loatf fid^ nun mit gtogm 
©fet auf ba3 ©tubiimt bet altgermantfc^en ©fxainn, nm bießifr 
bet bei alten ®Mbea tn ber U-^ftaäft lefen p litnnen ^). ©«u 
ftenntntg ber altnotbifi^en @f)tai^ war jUKtt leine pijßloUffiii 
fltünbtii^*), abec fein potG.\^ ®inn, fein tafilofe« ©tubium unb 
Ddx altem feine genauere ^lanntft^ft mit ben arbeiten bet flm' 



1) rUba cintn 8. »anb bc< SBiaeut, ber bot gicbciüittC: Obi« mäi 
Xnitona, ffi^c, |. Sw^ HI, Rtcp. 2. — 2) @raitT, Sbunnii unb (er 
ttubt 1, S. 22. — 3) 2)tc« bcwtitcn t^on bit Zilcl feinn: e^iif«»: 
lOMgit unb ^tnnobt', ,3^"''''° ^^ {^emtob«.' Soju bas tsicbntt^Kii' 
,bit engui' («TOSUT II, ^on. !Ra(^|i:^iift , unb €. 459). SgL ui4 ^ 
In'* tiQtne Stliarang übn feint €f)ra<(|lubitn, ^bunna tu^ (nrnth '> 1 
e. 22. etagui I, e. 288. Cag « AbnfltiM in jicmtii^tm Umfang )Uiui= I 
bifi^ Mcflanb, btiMiftn ftob «Iltc i^nr aXingtl feine ntüerfceungai tmb >» 
btniKiligen flibtitcn. 



ciilizedüv Google 



Sit gtniumiHt ^^tlolosic in Zltutf^tonb Von 1748 Ut 1797. 287 

btiutitr^tn &tUffttm wcfyii^m i^m ju ^feten Gnitfii^ten. ÜCto( 
\aBts ^^ammenfymgi mit ben neubeutli^en Saiben ^p'd^t er tS 
nonrnminbai au&: „SBocben Ratten bie ^eutfi^en nie" '). ^'^m 
@Mbai beS SloibenS ^OT^ olfo, ivenn bu ben @eift bei alten 
3)tiitfi^ n«^ er^utc^n urillff^). Sie far bod Sttnotbtft^e, fo 
mi bie gettfc^rtft au^ f&c bie anbeten 3"^9^ b" oltbeutfi!^ 
^atur ivxä) änitt^eUung con Originalen, Utberfe^ungen unb 
8%iibliinaen fötbetlii^. iBe(onberä würbe na^§erber'3 SDorgona 
ias bnitfc^ 3$D[(äIieb flepflegt, nie bieS von einem bei anitot&eiter, 
Xnfelm (Elmeit (geb. ju S>mbeig ^ ittonnflobt 1761) ft^on 
twi^ in feinen Ungämicften tieften alten ©elangS (1784) ge< 
ji*«^ wanr. ©räter'« eigene «b^anblung ■übet bie teutf^en 
SotoßÄet" (1794) ») ^t fpäter bo(Ö bie rü^menbc anerfennmifl 
Xtnim'« gefunbm *). Sßom vierten ^anbe (1798) an gog bie ^ütf 
[i^rift äuget ben „VÜtxtfßmeta ber ®ptaä)t" ou^ bie „bet Äunft 
imb bet ©itten" in i^ren ©eteit^, unb locnn man ©tätet"« Bot- 
Trixju biefem SSonbe^) lieft, tvttb man ni(^t läugnen, ba| tS 
titr f^n fp jicnßt^ auf badfelbe abgefe^en uat, mafl man ie^t 
onttt bem Stauten (^Itutgefi^ii^te jufommenjufaffen p^egt. 3(nbter< 
|rii« obei bfitfen mir ni^t &eifi^R»igen, bog ba8 grmibament aller 
(i^obgifi^ ©tubien, eine grünbli^ ftenntnig bet ®pta<l)e, in. 
hm Sefttebungen ®riiter'« unb feiner greunbe no<^ fe^t ju 
bni fam. 

Xu4 für bie Searbeitung ber beutf^ Siteraturgef^c^ fyx-- 
in bie Uitm Qal^rje^nte unfrer ^eriobe manche tüi^tige Arbeit 
oflUDcifen. @o bie biblbgrof^ifc^cn Sei4e btS mtxmMi^ 
»eorg ©olfgang ^anaer (geb. jn ©ulibai^ in ber JDiet|)foIa 



I) 8t«9iK I, (1791) S. 52. - 2) gbrnb. ©. 53. ©gL »Mflur I, 
S. SS. 96. 11, e. 57. SBcc ftfllam nimmt ti fi^ bonebtn au*, totmi 
Sriln [tibfl f))SlcT^in tint .SDrltfung fi6» bi« RSnignixift ber Qnbtn uiib 
Blitlbtn' tnil im SOcrtcii beginnt: .Sit SSoibtit unfcitr eignen Sordtcm, 
te taü^tn, fmb ni(^t mt^' 3bunna unb ©ennobt I, (1812) 6. 1. — 
3) ©»9«, ob. ni, 6. 207—284. — 4) «unbit^otn I, (1806) ©. 455.— 
S) Sgl. bttonbtt« e. XIX unb €■ XXII— XX711. 



ciilizedüv Google 



288 3tKf<c4 <9>4' ^6iattl JTafiitcI. 

1729, geft al» fa\tm an ba ®t. ©ebonm^Kn^ ju SUnt^g 
iien 9. 3ul- 1S05) Of Vor aSon feine „Xnnalen bec filtetn bfut^ 
f(^en fiUterotut ober Änädge unb ©ef^teiBung betlenigm Sflt^, 
DK^E Don Srflnbung ber SBu^brudetfunjt bi« MDXX in beut- 
f^ ©ptai^e gebniit motben flnb, Sßürrtbetg — 1788' '). ILJ. 
grlßflet (geb. 1729 ju Sfouet, 1774 ^rofeffor an b« «ittctafii' 
bemte au Stegnt«, geß. 7. andrj 1788)3) nxinbte in feiner (Bf 
f(^i(^e ber fomtf^tn Sitecatui ben altbeutft^en ©«Triften (178«) 
feine ßefonbeie Stufmerffamleit gu *). SBon ^eroonagenb« 8Jii^' 
tiglett abei tsatm bte Seiftungen Ccbuin ^u^iu^ Stoi^'s (gd. 
ju Soburg im 3nagbebutgif(^ 1764, 1786 ee^rec beö (Srtc^f^ 
unb Soteinifc^en am ^ebagogtum ber Steolfi^le in ibtxTm, [tit 
1790 jugleid^ ^ßrebif!" iu ©tralau, 1795 an bet EDbmenfir^ jn 
Serlin i'); feit 1815 im «rbeitd^fe gu SreujbuTg in ©Rieften, 
geft. 81. S)ec 1834) «). 9ta(^ bem dufter, bas fein oon i^ 
oere^iter Setter $■ %. SSoIf fAr ble (Bef^id^ ber tSmift^ 8iff 
TOtur aufgefteQt ^tte ^, gab et in feinem Sontfienbium bei boit' 
fd^ 8itnraturgefi$i(^ oon ben Alteften 3^en bt0 auf &ffmg'ä 
Xob (i£rftet 93anb 1790, 2. umgearb. %u«g. 1795, judtet Sonb 
1798) ^) eine gebrfingte, aber foigf&Uige unb reichhaltige UeberTu^' 
flbet bie bamal« brannten Stjeugniffe fonw^I ber Oltenn, als in 
noteren beutfi^en Siteiatut- 

aber isenn toir aui$ ben ®amen, ben nnfre gtogen SKe^itt 
in ben [eckiger unb fiebaiger ^fycm gefEreut Rotten, aUmfi^ 
aufge^ ]ef)m, fo ifi bo^ bie nü^fte ^olgejett nD<$ toeit entfent^ 
ben ertegtoi (Snooitungen ju entfi^rei^en. %te in ben ^i^rta 17^ 
— 85 bie Smeifienwle ber oltbeutfc^ SDi^tung: iJie SWbtlnii' 



1) {BtO, Stfitnb. QkUSu., f ortgtf . Don 91a|>itfi^, TU, 95. — 2) gwlf-i- 
itufatc 1802-5. — 8) 33rb<iK, toiton twulf«. »i^t- u. ^Tofoipen I, &51-»'- 
— 4) »gl bie Oombt tum brittm »aiüi. — 5) Henael, Q«l. TentoehL 
IT (5) & 175. — 6) Sgl. flbn l^)<^'« Stbtn unb Scbtutmis «offman 
Bon gaUtttUbcn in Waimariiclieii Jahibnoh für dentiche Spraoba 
n. 8. w. I, Hwmover 1854, a 58 fg. — 7) Koch, Compendim«, 
Bd. I (2) Berlin 1795, & II. — 8) »tbcntittl: OnmdiUt eiuc 
Geuhichte der Sprache nnd Literfttnr der DeDtsoheo. 



L.C-'Ooglc 



tit gnmanif^t ^^ilotogit in tmilfd^tanb Uim 1748 ii« 17d7. 289 

gtit, ber ^taioal, bct Srlpan, hn 35rutf etfc^ieiten, giengen (te 
nt bem grögten Üt^U au<^ unfter getftcoQften unb getilbetften 
^imbdfeute faft {t^urlos corü^ei. gtoar mai^te bei btrü^tefte 
tfldf*« Worlt« be« 18. 3aMinit«rtS, So^anne« aßflller, 
tint ausnahmt Bo« biefrt ©leii^gültigfrit. St 6erii^tet Ü6« bte 
mtjtfnen 3ü§et[e bei SD^tlei'fi^ett Sammlung gtetc^ na^ beien (Et<= 
f^en in ben ©öttingifc^en Slitjetgen unb eileratt (1783) ') bie 
^^ Sebeutung bes giitelungenltebe«, ba3 et mit |»omer Der* 
^t, D^ne büc^ bie ä^oi^üge beS ®xitä)m gu flbeife^en. ^ fei<' 
«m §ouptWeTl, beu ®ef^i^ten f^meijeiif^« eibgenoffenfd^aft, 
I(rri(^t ei (1786) mit UMtmet 8ie6e wnb füi feine Qeit großer ®n- 
W tjon boi beutfi^en 3)i#tent bc8 12. unb 13. 3afir^unbeit3 *). 
86« ecft in ber folgenben ^eriobe foQten i^o^nes fSiMefS Sn« 
»äungen gfrufiÖt tragen. Untet feinen großen- geitgenoffen Ber- 
eit feine ©ttmme. 'Slm ©(^ftfteöer untergeorbneten Siongea 
öufient fii^ etnge^bei über bie geöffneten @c^ä|e altbeutfi^i 
¥oe(ie. ©o ber SBotonifer unb ^mburgifi^e Stfeliot^efai ^aul 
Dieteil(^®ifele (geft. äu&omtutg 1741, t bafelbft 1796) 3) in 
finei mietfemtenSBjert^en ©t^rift Ü6et baä Siibelmigenlteb (1795) *). 
^ gro§en @enien nnfres Stoffes aber ^6en [li^ tijtWS anbeien 



1) Qött. aiijcigtn 1783, @. 357. Blnjcige b(T Sneibt' ti. 1784 , beS 
?Mciwa 1785. SHtt bitfe aiijeiatn ttieb« abatbnitfl in 3. Don ÜRailtrt 
lämmK. SEtthn, ©b. X, SöWngtit 1811, S. 45 — 69. — 2) !Btt @f 
Hi^lm {«^utijnifi^n eibQtno{|tn{c^afl anbereS Sui^. ^wc^lcr X^cif, Seipj. 
17S6, €. HS— 122. ,€. »a« In b«t aöttiiigifi^tn «n). 1784,' ^ctgt c« 
tltt €. 121 in fBcgug au( boS D^Belungcnliib , ,ü6(i btc|e3 Vorlreffli^c alte 
&fi(t (unb 6t9 tociinn ntd^t mil aßtm (Sefü^I, toomit tt ber StTFaffer bti 
Siqn<)c atlt(m) luij angtmeTtt wocbtn ifl.' (3n anilllcv'S Srthu cln»< 
TOtitm »b. SX (1815) ®. 212—215; Sb. XXY (1817) ©. 307—311). 
- 3) ^. e^tibcr, Surttott bcü ^mbursifi^tn et^rifl^taer 11, 4 (185t) 
S. <K fg. — 4) üeber der Nibelangen Liet. An den Herrn Job. 
Joich. Esobenbnrg, von 0. Hambnrg 1795. 4. SicQeii^t ifl tx ou^ bti 
,9.', Don btm bit $iobt citut Scatbtitung btr Üijbttungtn im Scuif^en 
IRnftam 1783, II, S. 49—73 ifl. €. gr. $. Don ber ^tn tn btr 91it>e> 
lungtn Sitb, »nlin 1607, €. 483. 
l>»fi, «(14. tn m«. vttidtgit. 19 

DcmizedüvGoOQlc 



200 3xxit(« IQuc^. Sint« ito^tttl, 

8eftie6uim«t juseiiHnbet, t^ilS fUib fie bantals junt beutf^ iU« 
tert^unt in ein geiabeju fetnbfeltgES Sier^tntg geiat^n. SgaUt 
ge^t nai^ ^musgabe bcr SBolfSlieber jU feinen umfaffenbeien gc 
|c^(^M)}l^iIo(op^t[i^ unb t^eologtff^en Slrbeitm über '). Qi bc 
»a^lt piax bec altbeutfi^en $oe[ie ein loarmeä ^nteretle unb 
f)m(^t bieS Don 3cit iu 3^' "u^i \'> i" f'™^" "oi^ betbcn ©eitra 
^in fe^r tteffenben Sgemertungen üitx bie nocbifi^e Sßqt^olojit 
unb i^ren ©ert^ füi bie nenete beutfi^e 3)i(^tung (1796. 1803)'), 
in feinem „Änbenfen an einige ältere beutf^e ICii^ter" (1793) % 
wo et untec Knbtem eine @iammattl über OtfribS &eneiben§nxnt 
teilte gleyionen mfinf^t *) unb bie „f[ie|enbe Knniut^ unb ©üfig' 
feit bct alten beutf^en ©ptat^e" in ben IsDHnnefingent bettunbert^)- 
Vbtt bo4 ^dt es t^m „an Suft unb SDhtge gefehlt," .bie langen 
epifi^n Qiebiil^te" beS §o^nftauflf(^en StitaUttd ju Icfen ^. SJal 
ffintf^eibenbe aber mar bie Äbiuenbung ©oet^'ä Bon beu S8eftre6= 
ungen feiner S^a^b unb feine immer auiSf(^Iie|Uc^ere ^tngah 
an hai ariei^tf^e unb tömift^e Slltert^um. 3)iefe UmtnanbEimfi 
beä großen 3>i#ter8 traf gufammen mit bem Kufblü^n bct Itaffi' 
f^en f ^Uologie in !Z)eutfi^(anb. ^er grüßte ^tflhloQt Suro)»«: 
^Ttebrt^ Kuguft iSSoIf, fodte erft ba« Üaffif^e ätltert^uni 
von neuem etfi^Iiegen unb ben engen SBerbanb unfrer (Seifte^tit' 
bung mit ben ©rieben unb fRilmern für immer befeftigrn, btuor 
imr ju einem cinfi^ttgen SJerftSubnif uniVer eigenen beutfi^en 35«' 
gangen^ett gelangen Tonnten. Sßir finb weit entfernt, unjufrirbcn 
ju fein mit btefem ®ang unfrer geiftigcn entrotttlung. ffiie buti^ 
XBintfelmamt unb @oet^e in lünftlerifi^ec, fo ftnb in p^UoIogtfi^ 
Scjie^ng bur(^ t^. %. ©olf unb feine ^at^olger bie !D(iitf4(B 
bie ^auptffii^lit^ften SBertDalter fene« nie genug ju preifenben 6(6o|(ä 
atter ftunft unb SSeiS^eit geworben, an mtlc^em bie SDM4M 

1) «9I. bit Kw^Mrift JU btn 8o(t«iebttn !I (1779), ©. 3H ft. - 
2) 311 btn C«m »6. V (1796) ©. 1 —28, unb in bei »to(l« «b. ^■ 
Stfli 2 (1803) S- 357-366. E9tibc9 in ^ittbtt'a SEßftn, 3ut Mintn Sw. 
u. «unfi, 1:51. 18 (1830) S. 109— UO. — 3) 3tr|htutt BlSlttt. S'^'i" 
Sammtpig, ®ol^o 1793, S. 165-286. — 4) «btnb. ©. 173. ' 
5) eSenb. S. 209. — 6) S&cnb. ©. 217. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



Cit gtnnanifi^c ^^ilologit in X>tul[^lanb tun 1748 bi< 1797. 291 

{i^ trilben unb etfmien icttb , fc lange fie nt^t in SatfiaTei Der' 
[inft. 96ei fo Die( tvtt au(^ von ben @rte4en ju lernen ^aßen, 
fo foflte bot^ ni^t baS eitele unb oergeblii^ 93eftre6en, mit Sier= 
ISugnung bec eigenen SSoIfSt^ümlii^feit ©rieben ju mnben, bas 
3te[ unfier ©cmü^ungen fein. SBielme^c foüten wir gerabe but^ 
bas ^tngcfienbe ©tubium ber ©rieben jugleii^ au(^ unfre eigene 
SolFätpmli^feit tiefer er^en lernen. So raupte jene §innjen< 
bung jnm naflif^oi Ältcrt^um itic^t nur unfrer Silbunfl über^upt, 
ionbem gerabe aaüi unfrer geonanif^n ^^ttologie bie reii^ften 
gtüc^te tragen, über Leibes fonnte fie nur baburc^, baß \iS) gegen 
bie einfettige unb jur iSel^ftDcmi^tung fü^renbe 33ergiJttenmg bed 
tlaffifi^ Xltert^mS ein ^eUfamee ©egengeioit^t bilbete. 



ciilizedüv Google 



drittes ^U(?. 

tt«m :XBfttetcit ber Komflittik(t bis jnm (tx\tl^mta 

nn (Krimm's ®ranitnatilt. 

1797 bis 1819. 



$ic ttimiKtittr. 
9)1 «iMaillkti 0» 1797 kif IBM. 

Mx fi^ttben ^in ni^t bte @efi^i^te btr beutf^en eitcratur, 
fonbetn Me b« bmtf^m qj^ilologie. (88 ift btsfyüb iri^t unfm 
Aufgabe, und flbct bie btc^terift^en (^eugirine bei 9lom<intifa 
aitöjuf)}ie(|en unb gu jetgen, nrie fie gmar roeit jurücffte^n ^nltr 
ben grogattigen ®(!^ß)}fungen Q^oü^t'S unb @(^Ilec'S, loie fie a^ 
ho^ %«$ eigentpmltt^m Sett^eS tttc^ entbe^tm. Und litgt ^ 
vielme^i ob, baTguftellen, in rote ^o^em Wla^ bieiA^tung unb bü 
Seiftungen ber iRomantitec bec (Erfoif^ung unfcet eigenen 4IteTai 
$oefte unb m]xt9 beutft^en SUtett^umd fibev^aupt )u gute grfoni' 
men finb. 

%}if ^ben gefe^en, nie unfec stä^x ^i^ter, ®iKt^, in 
Beginn feinei gau^^n r«^ mit iBegeifterang ber beiitf(6eii SSmjflt 
lumonbte unb wie bie SJtt^tungen feiner iflngeren ^a^te au» W«* 
fem ®eift enrai^fen finb. Ss ift begannt, welche Umwonblirag ii 
ben «nft^uungen be« SDic^tenS inSbefonbere bun^ feine« «ufo* 
^It in Qtolien Dotgegangen ift, »ie et m me^t unb me^ m" 



i.,C-.ooglc 



Sit 9tomiuttlIn. 29S 

bn: beiitf(^ Sotjrit tib mtb bem griec^Ki^eR unb rSmifc^m SQtetr« 
t^ jutixinbte. 3)ag bie ^c^e ÜQoQmbung bet onttlen Jhtnft ben 
gTogen !Ct<^t« mit Sderounbening erfüQte, Tag in bcr Statur bn 
@(ii^, unb imc ttnbanlen Ut\m ^txv}aä)\tn bfrSfelbcn mit bem 
oltm ©rie^mit^iim einige feiner ^enti^ften SSJerfe. ftine SBerlen- 
mrag fein« felbft aber, feincS Solfe« unb feiner 3«* »ar ti, 
Boni et nnn bie ffletmutberunfl ber ©rieben ju foli^er Äueft^IieS* 
G^Wt trieb, ba§ neben t^nen Sfü^t« me^r befte'&en follte. IDie 
fttfte antifer SauTunft mugten burc^ i^re innere Harmonie baft 
SnIjScten bed gteic^geftinmtm ®etfte8 enegen. 8tber burfte er.fl^ 
bcbnn^ gu ^ß^mf(^en ©^mä^ungen ber vaterlanbif^eu ^Reiftet 
Intrigen lofien *)» für bcren ^tt^ ffiSerle er feUft wenige ^l^re 
iuiwi bem beutfc^en SJdII bie %igen geBffnet ^atte? Ss mar ein 
ganj richtiges @efä^[, bag bie 3:)tt^tung ber @rie(^en in l^rer %rt 
dnnt @rab innerer äSoQenbung erreid^t l^t, beffen fit^ Mn anbeteS 
SdIF rü^en fann. Sber rao^tn es führen mugte, nenn man fic^ 
bobuTi^ herleiten lief, beä^Ib nun einjig unb aQetn bie griec^ft^e 
Xti^tung gelten ju (äffen unb aUtS bavon ab»ei(^enbe jü unoer' 
ftn, bas jetgt gegen fludgang beS ai^tje^nten ^a^r^unberts (Sou 
t^'B Ü^eoric unb f rafia glei^emia^en. SJa« geiualtigfte unb ur» 
ftufinaTt^fte iBerl, bas er gef^affen, bas ältefte tlrtagment feine« 
Sanft, bf^onbelt « Je^t (1797) mit geringfi^äSigem ^o^n. «Jr 
|i^ ft4 faft, bat n ft4 mit biefen „eufttJ^antomen" wteber tiiu 
(%. (Er t^ut es aber auc^ nur in (Ermangelung eine« ^em. 
€00 eigtntli^ itUnSiplan ge^ auf eine uieber^olte {Reife noi!^ 
Stalien. „@oßte au3 meiner iHetfe ntt^ts werben ," fc^rcibt er am 
1- ^ 1797 an ®(^er, „fo liabe ic^ auf biefe ^o^m mein ein> 
PB« Siertrauen gefefet" Unb bamit weint er ben gouft. 3=o 
mii^ bie tSftlit^ 3!)i(|tungen, bie au^g ber lebenSDoIIen 3}erbtnbung 
ttfautifen unb SJeutff^en ^eroorgegongen flnb, finben jefet (eine 
Snobe Bte'^ in feinen 3(ugen. W\t feiner i^^igenie ift er burtQ* 
m mäft aufrieben. Sr ^nbet fle „ganj »erteu^ ^uman" ^. 



1] Qgt bin Qritf m9 Qentbig uom 8. OcL 1786 in bn 3taliani[<$cn 
Keilt, «td^« mh. 1840, »b. 23, €. 100. — 2) iSott^c an ec^iRct 



a^oogic 



294 ^tith« «ud^ 1^e< Ravilcl. 

Silait Ut SoUenbung Doti ^ermann unb ^orot^a vo&ffii er M 
einen antifen @toff: ben Tob bftS Ät^iUeu«, ju q)i[(^ ©earbeit« 
ung. I£[ mik^te nun aCeS afiftretfen, loaS nid^t ganj in bet ^i\t 
beä ^omn tft „®oü mit ein ®ebii^t gelingen, hai fu^ an bie 
i^Iiad einigermagcn anft^fiegt," fi^ieifit er an ^ifiüsx (12. SDIat 
17Et8), „fo muß t(^ ben atten auc^ bann folgen, worin fie getobelt 
nerben, ia xä) mug mir ju eigen nutzen, was mir fettft nii^ it* 
^gt" Unb nag fommt auf btefe {Seife ju <StanbeP ~ !Die 
'ai)iüä9, ein @ebt(^t, Don bem @erctmtS mit 9le($t urt^eilt, bag 
eä leine 3^'!^ enthalten foKte, bte |)omet nit^t gefi^riefien ^bm 
lönnte, unb in bcr Ztjat leine enthält, bte er ^ätte {(^reiEcn fönnen '). 
T>ie\ex au8fc^Ite|Ii(^ aSergöttcrung bet ®rte^n gcgenübtt 
regt fi^ gegen Snbe beä at^tje^nten ^a^r^unbetts bad ®efü^ 
bag bie ^oefie nii^t einem einzigen Soft unb einem einjigen Bttt* 
altet aQein angesäte, ba§ fte oielme^r ein Gemeingut bet Snenfi^ 
^ fei, an weitem bie oetft^tebenen SSürfet jebeS in feinet Seife 
Sü^etl ^aben. i^Sbcfonbete rietet biefe Snfti^t i^tcn 33IicI auf bit 
^oefie unb fiunft bet SJöHet, bie naä) bem Untergang be« alten 
91i3merrei(^3 bte ^eft^ide Suto))a:S beftimmt ^aben. <Ss fbtb bie 
germantf($en unb tomanifi^eit JßöUet; unb ^ier urieber ift t& voi' 
iugäweife bie '^oefte unb ^nft be« SRittelaltetS unb bie beS 16- 
unb 17. Qa^^unbert«, welt^ci bie SDerttefct bet neuen SHi^tund 
i^te Siebe juwenben. Wlan ^t biefet Ißii^tung, im ©cgenfa^ jut 
Raffifi^en, ben 9iamen bet tomanttf(&en gegeben. Uebet (eine Sr* 
fc^einung unftet Sitetatut abet ^at fn^ baä Utt^etl fo fc^t in Sj- 
tiemen bewegt, wie übet bie fo genannten 9tomantt(et. SBä^rctib 
man fte Hon bet einen Seite in ben ^tmmel et^ob, {pHift man 
i^nen uon bet anbeten ntt^t wetttget aU McS ab. SSeber 2iitent, 



b. 19. 3an. 1802, »trfltii^cu mil 6^111«'« anlwort ocm 20. 3an. ©. au* 
Si^in« Oll JTBrnet btn 21. 3iin. 1802. 

1) ©troinu«, ®cf<^i(%te btr bEiilji^ii ajit^luna, »b. V, oittlt Slu*ä- 
1853, e. 434. — Sgl übtx bit bamaltgc SlcQuiig @i>el^c^ jutn niiffi|4'* 
ailtTl^um: j;ic[in.trtn ^etlucr, bte iomaitlt[(^t @i^ult in i^nm inncctn ^ 
lammtn^gt mit &H^t unb 6i^iaei, Snuiij^tctis 1850, @. 9& fg. 



i:,Goog[c 



t>lt Stomonlitn. 2W 

iwi ttSatdÖrt, web« Jtenntntffe, noi^ Urf^t fotten fle ficfeffen 
iattn. föo« aus aüc bcm juoßrberft l^eroorge^t, ift, bog mit e« 
fei mit einte \tfyc iKtmidttn ISifi^einung ju t^un ^aben. Unb 
mit [Snntf bi« auc^ anber« fein bei einer fo grönblt^en üBcrfdöie- 
toiitit, loie wtt fie glei^ oom ©egtim an bei ben einjelnen §äup» 
tfm ber romantif^ @i$ule ua^nte^meR, unb bei bm tief giei> 
traben Umiuanblungen, ml^ meliert oon i^nen im Sauf bei S^tt 
tan^ema^t ^aitn? SßJic ganj anberS geartet ift im ©runbe 
\nm ffiefmä Ziti als 9?DBoIiS, unb ttie weit flehen betbe Bon 
bnt Siübem ©Riegel a6? Unb auc^ biefe rciebet unter fii^ bil' 
im, wie ft4 fpäter g^eigt Ijat, einen ©egenfa^ ber ^iaturen. Unb 
nlibt ^nblungen ber Ueberjeugung ^t tJriebttc^ ©Riegel, unb 
in anberer Seife nneber Xied bur<^gema^tl "SHan roirb fii^ beS' 
W6 jn ^fiten ^ben , nii^t baiS ftinb mit bem Sabe auSjufc^en 
«nb bflö ©Ute mit bem ©(glimmen ju octKetfen , ober umgele^ 
bis S^rtmme mit bem @uten anjune^men. 

SJq« glet^ oon »otn ^tttia ble ©teflung ber SRomantitet fe^r 
»nriAIt mad^t, ift t^r SBer^Ültnig ju ben Reiben größten bcutfi^en 
t%frn. ffiti ^6en gefe"^, baß bie Womantit fi(^ am Snbe beä 
ii%^ten ^o^i^^unbettä int ©egenfa^ ju &ott^^i auSfc^Ueglic^er 
twenbung ju ben @iie<^en enttuidelt. 3ßan rcflrbe aber fe^r 
inen, nenn man baraue f^Iiegen mottte, bie Slomantitei ^tten 
bie ®iie^ gering geft^ö^t ober ®oet^e ni(^t geat^tef. ®oet^e 
Wbet Dielme^r ben SDÜttelpunlt i^ret ^ii^ften aSere^rung, unb 
vue bie ©riechen betrifft, fo ge^en gerabe bie ^u);tei ber loman« 
tififtfli Jhitif, bie SBrüber ©c^Icgel, »on bem tinbringenbfien ©tu- 
btum nnb ber. liebeoollpen ©enninbcrunfl ber (Stiet^n aus. SQJie 
in ®ott^, fo nehmen bie ütomantifer aui| ju unferem jnHiteu 
äW§en TAifttt, ju ©d^ißet, eine botH»eIfeitige ©teüung ein. ffiinet- 
iftti fyA man ni(^t mit Unrei^t in ©c^ißer'S aeft^etifi^en ©«Triften 
ben anägangäpunift für bie I^eorie bei JRomantifet gefunben, nnb 
anbreifrit« fte^t i^nen Wieb« unfec gtiJgt« Jlromatil« meit fem« 
»Ö «oet^. 

Sie ju unfern Reiben giogtcn 'S)x^tttn, fo fte^ bie {Roman« 
"•In i» ber ttttmttflung, ttetc^ bie beutf(^e <P^ilofot)^e gegen bot 



i.,C-.oog[c 



296 3)Tillct f6w^. eifltfl ßaptttl. 

Äuägonfl beä ac^Qe^nten 3fa^^«nbert!3 na^m, in nfii^fler ^ie^- 
wig. a&et au(^ ^ier pnb bie 3Jet^äItni0e nii^t fo einfach, bofi 
Btan bie fKomontirci; o^nt meitnes als änitgUebci etnei; beftinun« 
'ten ))^o[Dip^ifi!^en ®{^ule bejetf^nett bürfte. ^c^te &&t auf ivan 
i^cer §äui3tet : Sriebri^ ©^Icget «nb ^atbenberg (5Ri)Datt3), bot 
tteffteti GHn^ug, rcä^ienb bie Reiben anbenn: %itS unb %. ffi. 
©t^UflcI troft be« Utecarifd^eit unb gefefligen äufiMwendanflä t^ 
innerfii^ fctner Meiben. ©i^eHtng'S erftc ^^ilofop^ft fte^t in na^tt 
iGeimanbtft^ft mit ben Snfit^ten bei iRomantiter; aber oivoo^l 
©(^eOing mit ben 9lomanttfent na^ Deifiünbet ift, fügten bo4 
beiCe 5^ieUe ben tief ge^enben Unterfc^iri), ber T« Don etnanber 
tiennt. $ßte na^ tn feinec ganjen %it unb Seife fte^t @<^Ieiei' 
machet ben dlDmantifem; unb bo(^, loie loeit finb in ber tirolgejeit 
©(^leiermac^r'd ^^nen bcn benen t^niebrii^ ^U^tV» abgegtm' 
gen, mit bem et anfangli(^ ein ^txi unb eine ©eele fehlen I 

?BtT burften biefe Änbeutungen üb« bie ottgemrine ®Mm 
bex Stomantifet nt(^t üüerge^en, lönncn fie aber natüclii^ ^ 
ni(5t weiter uetfolgen. ffiir roenben unä Dietme^c ju eincit ^af 
ftellimg beffeit, tcaä bie einjelnen Ülomantitei; geletzt itabm, um 
bie Qlränbung ber neueren beutf^n Hltert^m^Swiffenfc^aft »otjub» 
reiten. 'Xkm als eine Doriereitenbe muffen mir t^re S^tighil 
im tse|eitt[i<$en be^eic^nen, aU folc^e aber nimmt biefetbe in bei 
(Sntmifflung unferer Stffenf<$aft, nie bcs beutfc^en @etfteStefieii3 
über^au^t, eine fe^r bebeulenbe SteQe ein. SaS aber bie Seni' 
rungen bei SRomonttfer betrifft, bie wir fo entf^ieben oerwet^ 
wie nur irgenb einer i^rer ©cgner. fo werben wir im weiteren 
aSerlauf unfrer IwtftcIIung fe^en, wie gerobe auf bem ©oben imf* 
Siffenff^aft biefe Sßerimtngen t^re ^ofitiue ^ric^tigung unb ffiibep 
legung gefunben ^aben. 

SubniQ 3:itil. — as. ^. ÜSadtniobtt. 

Der bit^terift^ begabtefte unter ben SRomantWeni, Subwiä 
2:iecf, nimmt au^ buic^ feine bie @rünbung ber beutf^en ¥^ 
legte Dorbereitenbe X^ätigfeit eine ber erften Stellen ein. ®dioim 
ju Berlin im i^a^r 1773 wu^S Siett bott in einet S«* unb U* 



:.L|,-.,zeül:,Ck;)OQlc 



Sic Komantiln. 267 

fitfiKiig auf, bereit ftrofatf^e 'Slü^ttm^ bent nnteit Suffi^ttmng 
kc btutfi^en $oefie fetnbfelig gegenüBerftanb. SS lOQwn bie C|>t» 
gimm ^tng'^, bie batnals in 99erlin baiS groge Seit füllten, 
jinn "X^l ganj el^ennett^e anatmec, bte mont^ tüchtige ®eite 
i^ä grogen äRctftetS geeii&t Ratten, nitc bie nti^t, btir^ meli^ 
nnfei: giBfitn Jtrititet fi(^ mit unfim gtögten Xii^tent i&eifl^. 
3n folc^ Umgebung füllte ftt^ Siied tief tteieinfant, unb eine an 
SnjtDflflung giänjenbe ©cfUDcrmnt^ eigrtff fein ®fmQt^ S$a8 
t^ in biefet ©timmung aufnietete, nnc bie $oefie, dov aütm mu 
(n gtöStet beutft^ ^Hfttr ©oet^e. „Die ftü^eten ffietle (goe- 
^'d,' fo eijä^It et ms \tlifi, „vmm bie erfte Sta^ning meine» 
Stiftes genefen. 3<4 ^^ ^^ Gefeit geniffermatM ^nt JBerlii^in' 
p gelecnt S)ut4 biefes @ri>i(^ ^atte meine ^^ntafte f&r immer 
eine nii^tung na^ {enen Qättn, @egenben, (Seftalten mib JBegebetu 
Reiten Mommen" *). ®Dtt^^8 SSetle nntben, miSt man^ ®t3t« 
ung unb Untnbrec^ng, immer toiebei bet Siioft unb bie Steube 
bts 2(üiit^tns!i unb beS SDIanneS. Si mfenfte ftt^ immet me^ 
in berni geiftige Si^ün^eit Stor oQem mven ts bie ^ugenbwerle 
bts grogen S^ü^tere, bie ben unaufißf^ii^ftat (Hnbnuf auf Sttett 
nrn^ten ^). 91e6en ®oet^ erffldte balb ®^Ief)Karc bie ®eele US 
iogtnblit^en ^ii)ini. ©ein ©tubium bot oQen unb bon^n boS 
btr @()amer, inäbefonbere beS <£ervantes, betrieb er auf baS eif' 
liafte, nat^bcm er ba8 ®?mnafium abfoWett «nb um Dftem 1792 
tit UniDerfttfit ju ^tte, im $eibft beäfelben i^^reö bie ju 0St' 
tingen bejogen l^tte. 

Siemi nun auc^ Xicd mit allen biefen ©tobten gaoi|fetma§ai 
ntf bem Siege mar jui ultbeutfc^en ^oefie, fo blieb i^m btefelbe 
bo^ noi) fremb, bis ein anbeier llmftanb i^m bett 3ug<ui£l P ^^ 
nf(^g. 3:teifs gletc^geftimmter 3ug«nbfreunb $}. $. Sacteu' 
tober ujar noä) ein 3ia5t lang in 93etHn geblieben, als Sied ms 
Oftem 1792 bie Unberfttät ^alle bejog. ^ SJerlin lebte bamolis 



I) a. tirf« et^riften. Cb. VL »tilin 182& Borttri^l 6. VI. — 
2) SgL ZinT« ftinltttung lu btn tStfammtlttn ei^ciftat wn Btni »b. I. 
«ttlia 1828. 6. XLIX. 



ciilizedüv Google 



298 Xrittt« Su^. Qx^ti Jta)nld. 

bn $iebtger (Etbuiti i^ulius jtoc^, t>on beffen „Sompcnbinm bn 
beutf(^en StteratuTgrft^it^te" wit frü^c gef^nroi^n ^f«n. Sm 
btrrem gelegten J^nner Itet {i(^ SQ}afenn)b<r 3!DiIefungen Sbn 
beutfi^e Siteratur ^Itcn, bie fflt feine goitj« (Richtung oon gto(in 
©ebeutung würben ')■ föadentobei fanb nämlit^ innige« ©efallen 
an bft aUbtut[(^n ^oefie unb ermähnte btes au^ in ben SSritftn 
an feinen bamals in @tüttingen' ftubterenben tlpreunb Xieif. $on 
btm SoKegium, ba« er teim ^tcbtger Stoi) ^ört, fcöreiöt et i^ 
am 4. l^jKembtx 1792: „1)a ^aV iä) beim mani^e fe^ intenf' 
fante Sefanntfi^ft mit altbeutf^ot ^(^tem gemai^t unb gefe^ 
tafi bie3 ©tubtum, mit einigem @^eift betrieben, fe^i viel %ijie^en' 
be8 fyit' — „®(^Qn Sprache, (Jt^mologie unb ffiortDenuanbt' 
ft^ften (befonbers auc^ ba« So^IMingenbe ber alten DftfrattUfi^ 
©pra^t) matten baS tiefen t^ner alten Ue6er6Ieibf^ intereffont 
aber au(^ baoon abftra^iert, finbet man DiH @enie unb poetifi^en 
®eift bartn" ^). S^ieif , bamate noc^ au«fi$(ieglic^ in ben ^fyäf 
\peatt nnb bie ®)Kimec wutieft, mv^ in feiner SIntwoTt feines 
grejinb BOT ben altbeutfdöen ©tnbien gemamt Mafien. Denn t« 
einem folgenbm 'Brief (im g^nuar 1793) ft^retbt t^m biefer: „®ei 
ioi) ni^t bange, baß ti^ mit bei: altbeutf^en ^oefic meinen 9^ 
\^mat berberbe. SBa« foU. i(^ anberä t^un, als mt(^ auf ^ngt 
legen, bie meinen ®eift mit mentger erhabenen 3been nft^renl" — 
,3)u fennft übrigens fc^r menig von ber altbeutfc^en Siteratur % rstm 
bu blog bie aJHnnertnger fennfL Ueber^uft iß fie ju wenig U» 
rannt. @te enthält fe^r Diel @utee, ^ntereffantefl unb Qi^atatte' 
riftifc^e« unb iß für bie 6(ef(^i<6te ber 91ation unb bes (S^ti 
f^r rait^tig" *). Oftem 1793 begogen bie betben greinibe He 
Unioerfität Erlangen. :?)er @ommer, ben Xicd ^et jubi«^, 
UKiirti für i^n epc^emac^enb. !^ie fi^&nen frünüfc^ @legenbtn bti 
ätai^barf^ft boten rei<^en ^aturgenug, unb vor allem erfüllte bas 
oft befui^e 9iürnberg 2:ied unb feinen ^unb XBacEenrober mit 

1) iRubulf ftSpft, Sublüifl lt«f, m. I, ütiVjiB 1855, ©. 125.- 9nt\i 
Ml 8- tittf, ob. IV, »rrttau 1864, e. 228. — 2) Cruft an 8. lirf I^. 
©. 228 fg. — 3) ©0 »itb ju lt|tn fein. — 4) Obtnb. IV, 6. 8S9. 



ciilizedüv Google 



Xiit Stmuiiil«. 289 

Stgeifltnuia für alte beiU{(|e %rt unb Staa\t |>tn muTbeit bie 
fieime gtle^t, bie bann in ben gemeinfamen ©d^rt^n bec beiben 
Smmbe, in ben ^tjensetgiegungen eines hmftliebenben Stlo\Ux* 
finiberä* (Säetlin 1797) , in ben „^^ntafien flbei bie Jhmrt" • 
(^arnEmtg 1799) unb in »©tembalbs SBanbenrngen" (SeiUn 
1798) Qufgiengen; bie erften beiben übemiegenb eon Saifenrobei, 
ta ©tembolb von ZieS allein, aber n«^ in 2E^(fentDbec'8 le^tem 
iftbenaja^t Don teiben greunben gemeinfam entworfen *)• §*« 
Duibe nun in jtDtefa^er SBeife ^)eri unb 9uge fflr bie altbeutf(^ 
finnfl geöffnet: bur(^ bie Sfaif Hebung ber ©c^tanlen, njeli^ bie 
^t in ben Sereic^ etneä einaigen aSotteS ober einer einjigoi 
@ti[§mficf3rt(^tuna einfc^liegen feilten, unb buct^ bie n»rme fiie£e 
in bcutf^n ^unft. 'S^t „^xsenäetgiegungen eines funftlieben' 
iw ftlpfierbruber«" erboten i^re ©timme für „Äöflemein^t, So- 
Inanj nnb SBtenfi^enltebe in ber Ännft" *). „Jhmfl," ^igt ts bort, 
,tft bie Slume menf^ltt^er (Srnpfinbung ju nennen, ^n etotg tvec^- 
{tlnbtt ®eftaU et^&t ^tt fi^ unter ben manntgfoUigen gonen ber 
Sibe jum 0immel entpor, unb bem allgemeinen 9}atec, bet ben 
SitibaEl mit allem, toa& baran ift, tn (einer ^nb fßü, buftet an^ 
son biefei @aat nur ein vereinigter So^lgeruc^. i£r erblitft in 
ifälii^em ffierfe bet Sunft, unter allen 3"""' *wf ®tbe» ^i« ^fw 
wm bem ^mmti[i^en t^unlen, ber, Don ^^m ausgegangen, bur^ 
^it 9mft bed Sßenfi^en ^inburi^ in beffen fleine @49)}fungen. 
ifiergieng, au8 benen et bem grofen ©c^öpfer wieber entgegen« 
alimmt ^t)m ift ber got^ifi^ 3:em^ fo roo^Igeffißig atö ber 
laoftl bes ^riei^n" ^). Unb fo nitb bann mit narmer fii^ 
Iwä ©effi^l für bie uatcrlänbtfe^e Runft geroetft. ©n „e^tenge' 
fä^tnil unter« e^twürbigen Sf^n^ertn Älbrec^t S>ürer«" beginnt 
mit ben Sorten: n^Iümbergl ^u Dormate meUbetü^mte @tabtl 
Sie gerne bur^wanberte id) beine ftummen ©offen; mit weltö« 
tintilt^ Siebe betrat^tete ü^ beine atto&terifi^cn |)äufeT unb 

1) «fli. äRubolf ÄBpft, fiutoia tiecf, 1, ©. 225. — 2) C«jcn8«= 
fliiiunBUi ciiit4 fuufUitbcnbcn £lof)n6nib«< , Snltn 1797, & »7. — 
3) Köii. ©. 100. 



bv Google 



SOO 3)nttc9 Qu«. Sriltl Jta)>UfI. 

jHn^, benen bie fefte ©pur Don unfnc alten »cttnUitbtf^cit 
Jhinft etngebrfiA ifti 2Me tnnta lieb' iäf bie SBUbungtn \taix QtH, 
He eine fo berbt, frfiptge imb roa^re ©prai^e führen 1 SBie' jie^ 
' fie ntic^ jurKd tn jeneiS graue ^o'^':^""!)^'^' ^^ t)U, Slftrn&etg, bti 
lebenbigioitninelnbe @i^ule bet oatetlänbtfc^en Stm^ max^t, unb 
ein xtift fnii^tbaTei:, ü6erflie|enbet fiunftgetft in beinen SRouem 
lebte unb uebte: — ba 37Ietftet ^anS ®ailß unb %bam ftiaft, 
ber eUb^uei, unb Doi aßen Stbtet^t V&xcc mit feinem ^eunbt 
SiUi6a(bu9 ^iiT^eimei, unb fo niet anbete ^(x^gelo&te i^xetaaSif 
ner noi^ tebtenl" 0- ^o W" >" b«" flenamtten ©^fteii beit« 
^eunbe fii!^ bei bilbenben Jhinft bei beutfc^en Sorjett junanbten, 
fo richtete flc^ gleii^jettig Xit^S HufmetffamFelt auf bie fo oenami' 
ten beutf^n ^ditsi&Sjtt. 9u^ anbere neuere ©c^rtftfteller doi 
i^m Ratten beten Stoffe für t^ren eigenen ©ebrau^ wmKnbti 
aber aus bent (ä)fft^8)}unft ber neueren fiultur nnb SSeÜanTii^ 
Rotten pe biefelben in'« ftomifi^e gegogen. Üetf bagegen trjüWte 
in feinen „Sßotfsmän^en ^etausgegeben oon ^etet Scberei^t CSSeriin 
1797") nbte ©efc^^te von ben ^e^mons jtinbem, in jnTanjig uCt' 
frär^ft^en Sdilbem" mit beut fc^Iü^ten Smft ber alten Sät, unb 
er fonnte fpSter^in mit 9Ie<^t fagen: „SDlein S^rfu^, bie gnttf 
alte ©ef^i^te in einer ruhigen, tnu^igcn ^rofa, bte ß^ i^ 
nt^ ü5er ben @(egenftanb er^ben ober {fyx gar (larobieren tnU, 
wieber ju erjagen, tuar bamala ber erfte in 3)eutf(^Iaiib" *). 

Sadenrober na^m au^ bas gelehrte ©tubium ber oltbcutf^n 
föteratur fe^r emft. Sr bur^ifui^te an feinen Derf^tebenex Xnfes^ j 
^ItSorten bie iBibliot^efen nac^ altbeutfc^en ©d^^en unb fiefettt 
feinem Setter l^rbuin Stoä) gablreii^e Stac^träge unb 39erii^gmtgcit i 
gu beffen Eomiienbium ber beutfi^en Siteraturgef^^te •). Ät» « I 
om 13. Jfbruar 1798 ftarb, hinterließ er feinem greunb lietf bit 
VfEege ber oltbeutft^en Jtunft unb iHterutur ais ein ^eißgeä ^ 
mäi^ß. lieffs eigene fot^lt ^aitt fi* bem SIÄittelalter jugfr 



1) e6tnb. S. 109 fg. — 2) 8. Itefs a^rifttn. SilftB ««'■ 
Cnliit 18S8. CaTbcttt^t, €. XLIII. — 3) Eooh, Compendinm in 
Dentichen Litoratur -GeBChichte , Bd.'ll, Berlin 1798, Torr. 8. HI. 



:.,i,-.,z?üi:,GoOqIc 



i)\t ERomontittT. . 801 

mM imb auf biefon Üßobtn buftcnbe SlSt^ getriti&ett 0- ^^ 
t«T ot^^^ fta^oridStmiiS, ber fic^ ben gtogen unb (latm Snt> 
Hufcbnigni ber neueren ^al^i^unberft fefaibfeßg gegenfibnfteQttv 
MI UKbet edgte {Religion, noi$ voafynü anutetolier. St mugte 
M^ ju mannigfa^ gef&^It^n Sßecimntflfn filmen, fono^I 
in &ben, als in ber SEDiffen[^ft Sl6et fo wenig er ju billigen 
m, fo trug er bo^ in jener QÄt bajit bei, bie Xugen nteber 
auf bit Sittäm&Xtx unfrer ißergangen^ett )u lenlen. @ett beut 
3a^ 1801 ^atte fu^ !Cted befonberS otel mit ber altbeutfi^ 
$Kfie beft^ftigt *). ©ne grac^t blefet ©tubicn roareu bie «TOinne» 
GibtT anä bem ®^w&f>x\ä)m Qt^taüet neu bearbeitet lutb l^erau«> 
jqöen oon 8nbenri9 Sietf. Serlm 1803." Siog bie Ueberfefeung 
luti mit bem aßofftab nnfrer ledigen ftenntniffe gemeffen fe^r 
nongd^ft ift, »erfte^t fi^ von felbft aber biefen Sna^flab an* 
inlegen, niflrben »ir nur bann berechtigt (ein, menn iemanb ie^t 
nH^bieSTtefff^Ueberfetunaen empfehlen ober bie au|erorbentItd^ 
^ertfi^rttte Ifiugnen wollte, loel^e unfre JJenntnig beiS Kltbeutfc^en 
[dt fn^ig ^Q^ren gemacht ^at. ^g aber in bec banuligen Qx\t 
bit %kf\^ Ucberfe^ungen eine fe^r geai^tete ©teUnng rinna^» 
um. erfe^n toir barouS, bag einet ber gtibtbli(^ften bamol« Ic 
iwfcai Äemter, Sem^rb S^ocen, bas Urt^cil faßt: „Siiefe 'üla^' 
inünntgen (Zxiff&), Heine Untreuen abgeret^net, lommen ben Orl' 
Sinaint unter aQen ä^nlic^en SQetfut^en am nfii^ften' ^). SDet 
Mtrft^nng bet änimtelieber fi^icCte S:ied eine Stniettung Doraud, 
ia lo^äftt er feine Änfid^en übet bie altbeutfd^ ^oepe unb i^t 
iin§ältmg gur ^oefie anberer SQÜlfer unb 3f<tEn nieberlegte. 
ii€{^R ttir auf eine unlfingft oerfloffcne Qät prüd," ^et|t e& ba, 
>Ut fit^ bnr^ @(Iei(^gÜlttgIeit, . SnigDetftänbntffe ober bas Sfl^t* 
tu^ttn ber SBtrIe ber fi^enen fiOnfte au^jeid^net, fo muffen wie 



1| Sic füi bai \ftci]\\ij fat^Dlirtcrctibc €Itincnt ct^ anm5bli<^ in Zicif < 
CHfit linnißdc, ^at $. .^cttnct, bie tomantifi^t €($u(c u. |. u., Sminf 
I4«ri« 1850, €. 36 fg. auecinanbtrgcfttt. — 2) G. 2:it<re St^tiftm. 
«ilflit Banb. ««litt 1828, ««6(rii$t S. LXXVIIl. — 3) Hocdi im 
'iwn litnnit<^n niijtign 1807, 12. Snai, @^. 295. 



ciiiizedüv Google 



tos Sncitt« Qui^. ei[)c« Xdpilcl. 

fl6tr tiie f<^n(tte Skrdnbening nftaiinm, bit in einem fo hnjoi 
geitrutnn bnoirtt ^t, bol man fi(^ nii^t nur fftt bie S)niltnfiln 
öetpoffener 3**^«^ intereffiert, fonbern pe »Durtigt, unb mi^ 
nur mit einfeitigem tntb Dei^Ienbetcm l£ifei btmmibert, ^onbfTti 
buTi^ ein ^^ed ®tn6en {1$ bemüht, feben @eifiE auf feint i^m 
eigene 3(tt gu berfte^n unb S" filT'tt »nb aUt Setfc ber MTf(^^ 
braften «ünftlei, fo fe^ fie aOe för fli% fdßft ba« ftöiW» f«« 
mögen, al8 X^etle (ünetfoefie, (£iner ftunft onsuft^uen unb auf 
btefem Sege ön ^Itgc# uni&dannles iant gu a^nben unb ntbtii 
gu entbRfen, t>on bem aUe gerfi^en unb begeiferten ®emQt^ 
gen»i«fagt ^ben, unb bem alle ®ebii$te ali Süigcr unb Sin< 
no^ec juge^ören. ^Detra eis gibt boc^ nut (Sine ^oefte, btt in 
p(^ fd6p ton ben frü^ten SetteM fA» in bie fenifte gurunft mit 
ben VSMea, bie mit beft^, unb mit ben oeilomen, bie unftrt 
V^ntofie ecgfit^en mö<^e, fo xm mit ben fünftlgen, toeli^ [it 
a!^nben urill, nur ein imgerttennlit^ @anje ausmalt" ')■ ^ 
alte 3eU etfläre bie neue unb umgelegt Unfere Äeitntnig bn 
itolienifc^en, ffianif^, beutfegen, englifc^ unb norbifc^ fofftt 
le^re uns auig bas Xltert^um rii^tigei faffen; „eben wie es unffin 
9bit^fommen teigi3nnt fein toiib, no^ tiefer in bas @^^eimni@ jn 
bringen, uenn bie Siebet beS Orients i^en nS^ gefonunoi 
finb" »). — ,(£rfreuK4 ift es ju bemtrlen, wie bie« ®efii^ bc« 
d^jen fc^on je^ in ber Siebe jur foefte wirft Semgfitns ijt 
wo^l noi^ tetn geitalter gewcfen, wel^ fo »iete Vnlagc gtjeigt 
^Stte, oQe @attungen ber $oefie ju lieben unb gu erlennen (^bi« 
»ibuen, bie m oft beim erften «nblW ju wtberfptef^en fc^naai}, 
»nb Don biner SBorn^e fi(^ b\d jur $aiteilii!^teit unb 9}i(^ltrtnii' 
wtg wrblenben ju laffen' ^. - „Unter biefen gfinftigen Umft!"' 
ben ifl e« tießeitgt an ber Qät, oon neuem an bie ältere ia0t 
^oefie iu erinnern." SMau ^obe iVoat feit Opi§ unb nocg (»aufifl« 
feit 9ottf4eb mannigfache Sßerfut^ gemacht, bie Stufmerffamhit auf 
bie aftbcutfc^e ^oefie ju lenfen. S)ie iöemii^imgen iSobtner'4 



- 1) SHinnelMber — 6«. »on 8. XM, SSttlin 1803, 8on. ©. I> fj- - 
2) @&cnb. e. III. 



ciilizedüv Google 



Sie RomanlllcT. 803 

Stjfina'«, eft^bitca'S, aR^Her'S, m&ttx'S, fto^'« feien xd^t ju 
Krinmen. %6er tro^bem fei bas gtügere publicum immct noi^ 
mit bei altem beutfi^n QÄt unbttannt aeblteben. 3)ie !t)arfteDung 
tn altbeutf^ ^oefte, ivelt^e 3:teif hierauf folgen ISgt, getgt tro^ 
illtT Uimttttigreiten, bie mir iejit mit leichter 3)lü^e nai^meifen 
ismun, toie tief ein Hnvanbtei @eift au(^ bei geringen ^ülfiSmit' 
»in buti^ lubtooüt» ©tubtiim in bas üQjefen ber alten S)i(^tung 
(iHjubringen sexmoitte. SDHt rit^tiflem ißfitf erfeitnt Sied bie bei* 
ba mf^iebenen ©eiten ber aUbtutfc^en ^oefie. ntSenn mir tas 
jogflunnte Sieb bet SHbelungen ," fagt er, „unb bie Qietnäjtt auä* 
nt^n, voü^ jum ^etbentiuc^ geregnet merben muffen, fo toaren 
sffu giDttfel bie 1)ui)tev ber ^roHnce bie Söorbilber ber ^eutf^en, 
Snn^ofen unb 3^'<>^-'' ~ o^^i ^ ^rownialcn unb i^anjo: 
i« ftiüitn mi guerft bie (gebiete Dom artuS , roe^e bie beutfi^en 
äßtimeiaBger balb borauf ötertrugen unb nat^a^mten." „grüner Of 
mib tnuT um mc^re ^^r^unberte, mu| man baS @rfte (Skbic^t 
mlKn 91ibelungeft \t^n, bei weli^em ts eben fo oergebli^ fein 
a«^, nai^ einem tingigen äierfaffet gu fragen, ats bei ber ^tas 
gtet Ob^ffee. ü^ie iltibelungen ftnb ein toa^reS Qipoä, eine gro^e 
Sifi^einung, bie not^ toenig gefannt unb mäi meniger gemilrbigt 
ift, ein DoQenbeteä (Sebii^t Dom grillten Umfange. IQaS ^Iben' 
M) m\) biejentgen ISrg&^lungen, nelt^ bagu geregnet tuerben 
nnJTeff, ijabm no^ SieleiS Dom Xon eineiS eyifi^eit QiitaUtxS', e$ 
Jtigt Tu^ in i^nen eine ®rüge unb lEr^aben^eit, bie jumeiten fu^ 
tnob^mt unb tu i^ren @^Iberungen rau^ unb barbarifc^ ex* 
iijäta; Dtete Si^d^Iungen erinnern an bie ^tibelungcn, aut§ futb 
Kum^e w^l aus biefen entftonben, unb nenn {k fit^ ni^t gn bei 
uinen Cr^aben^ btefed ®ebi(^ er^ben, fo tragen (le boi$ nod^ 
"Mle ©puren einer alten Qät luib etgöSen burd^ eine ftarle unb 
BWi^e g^^Ui^eit, bie bur^au» bem ©egenftanbe i^rer S)at> 
(■tlimtg angemefftn ift" ^). — Xied'S SOHnneliebei unb befonbenS 
Oi( tfKn geft^ilberte S3onebe bagu matten einen augeroibentli(^ 



t] XU bot 12. unb 13. So^r^unbcrL — 2) @6enb. €. VI fg. 



ciiüzedüv Google 



304 Zliittea 6114. (hße< ftot^fttl. 

Sinbnuf. Zßtt werben fe^, tote- fit ouc^ fftc bot atögteit @e< 
le^cn unfetfiS g<i<$e8, füv 3aco6 ^mm e)]iK^a^enb imrcbtn. 

XBettn iTtcdC bmi!^ bte tKWanbte 9Itt fetner eigenen ^oefie [lii 
gut ottbeiitfi^ Stiftung ^ngqogen füllte, fo »urben bie Srüb« 
@(^IegeI bur<^ i^ umfaffenbeS ©tubium bet gefammten SUeratin 
auc^ bem beutfi^ SQtect^um jugefü^rt. 33Üv fe^en fte ht neun 
Seife uitb mit fe^ »enjoütonunneten SDHtteln bie Weitung wiAer 
aufnehmen, »eitler ^ber bte 8a^ gebtoi^en ^tte. S)et lUen 
ber beiben Srüber, Suguft SSBil^elm (geboren ju ^amorm 
1767), nwt p^ biefer OeifteiSWinDanbtfc^aft wo^l bcroult, toie wit 
caa feinet treffenben @$ilbenmg gerbet'« fe^en*j. ©a« et 
^ber na^^, baß .feine üDbtfe gern eine gefelttge Xiolmti« 
ft^erin bet 3«*«» "«b ÄJSBei ift, bie oüen Sm^m nac^ufingcn 
nnb ieben j£on ju treffen toeiß"^), ba« gilt in eminenter Seift 
von 9- S. ®<^IegeI felbft ®i$on in einer feiner erften gcä^m 
«b^nblungen, in ben „©riefen ttöer ¥oefte, ©tttenrnoß unb 
©l)tO(^" bie er i« 3al6r 1795 in ©c^lßer'« ^oxm nerSffentli^tt, 
f)m^ et aus, »otauf t9 abgefe^en roax. X)er ftunftri^tet fof 
„fi<^ bis aur Seltaefc^ii^te ber f^ntafie unb beS ©efü^U et' 
^ben." „SJel^ ein wettet ^orijont ift ts," tu^ et au«, ,brt attrt 
uns belonnte @<^0ne ber ^oefie, nnd jemaU itgenbwo nnter bm 
3Benf(^ etf^ien, in fii^ fa|t!* *). — ©eibe SStübet giengen 011» 
Von einent grflnbli^ ©tubtunt ber griei]^tf(^en unb rSmifi^ ^' 
teratuT. Kuguft Sil^fot ^tte feine Ha^tfc^en @tubten nnin 
^ne in ®i3ttingen gemalt; tlfTiebrtd^ mar befonbet« ongcnst 
but^ gtiebrii^ Änguft ©olfä ©(^tiften, vor altem bnti^ bie i» 
Qa^t 179& etf(^enenen Prole^meoa ad Homertim. 9n bn 
fltie^if^ gitetatut unb bet gctftvollen Se^nblung, bie fie bnnS 
Svif etfu^t, letnten fie, bie Sitetatur eines lEBoRcS nit^ cAi eint 



1) 1797. H. SB. Bon ©f^ltatPe fSttfe, Brfpjifl 1846, ©6, X, 6.376fj. 
- 2) e6(iib. S. 410. - 3) «. ffO. HDit ©«^ItgeP« «Jcrft, «■ ™' 
;. 107. 



ciilizedüv Google 



Hit ERomimtiftr. 805 

jBfSlTigt gRoRe fießettgrt ©t^tiftoerfe , fonbeiti aK bas otgonift^ 
fojragiiiß bt« Sotfe« ouffaffen, baS fte ^otgefira^ ^at ^ 
triffm @iim ifi g. ©Siegers geiftnoße „@ef^i(^te bei ^oefte her 
6ri(^ iinb SRSmer' ') gefii^eben. Sltben bem ©tubium b« 
Srit^ unb Stömei mar eS ben Reiben Sgrübem von Anfang an 
M (ine rit^rige föürbtgung ber bamalS in intern ^ö^ften ©lange 
iit^ien neueren beutf(^ SJitetatui ju t^un. 3fn ©oet^e oere^ren 
(t( ben gefiornen ^errft^r auf bem 6Se6tet ber beutfii^en ^oefie 
imb fs^en fi^ tn beffen SBkrfe immer tiefer einzuleben. SSon 
®(Wln'8 aeft%etif(^ as^nblungen erfahren fie in i^en t^orrti" 
i^ Xnp^ten bebeutenbe @tnmtrtungen. %if bem @tebiet ber ptiiXo' 
fi#fi^ ©peculation treten fte mit ^$te, bann mit ©beding 
imb @(^Ieteima^er in na^e Sejte^ung, auf bem ber ^oefic mit 
ka t^nen iKrwanbten gSeftreßungen ZitiPi unb ©arbenberg'«. ©on 
btn antilen Älaffifem ausgegangen , breiten pe i^t ©tubium ber 
^otfte junSt^ft auf bie Literatur ber romanift^en WUa aus. $ür 
Doate unb CEemmted eröffnen fie m SBerftänbniß, wie ed US ba« 
^ in Seutf^Ionb nit^t entfernt Dor^nben gewefen mar. $or 
allen aber ift cS ein germanifi^ Xiit^ter: ©^afefpeare, bemÄuguft 
WiOfäta ©c^Iegel'S eifrtgfteS ©tubium fic^ jumenbeL ©eine 
mtiftn^fte Ueberfe^g ^at ben größten engtifd&en ©id^ter aut^ au 
mmn bentft^ ftlaffiler gemacht. 

«De btefe ©tubien mefen bie ©iileget Don ucrft^iebenen ©riten 
toi) auf bie attbeutf(^ Literatur ^in. 9(6er fo felbfttjcrftänbli^, 
loit ^oiftutage, mufe man fi^ bie ©ad&e nid&f benleu; unb fo blieb 
i^ benn au^ eine einge^enbere SBcfc^äftigung mit unfrer eigenen 
äfterni gittrotur no$ geraume gett fem, nac^bem fie fc^on bie 
«afaffenbften ©tubien frember ©eifteStoerfe, öfter wie neuer, ge» 
aac^ datten. Qcoax einige ftenntnig ber mittel^o^beutfc^en SMc^ter 



1) Srflai fbmM crfle üBl^ttlung. eedtn 1798. ^ Um nalQiIic^ 
^ auf bitftn ®tgtiiilanb iiii^t nfi^tr cinQt^tn unb smfr brt^alb au<^ bat 
««VBtnil »on g. ©(^Itgifa frü^«« ©f^rift: ,5>tt ©rirt^sn unb SR8mer. 
Hn Sonb. ntuftielie 1T9T' ju btt ,@«fi^ii^lt btc ^otfit bcv Srift^cn 
art Samn" nnnSTltct la[|tti. 
«•■■(I, «iM. ber 1*™. ¥*il(i»gi(. 20 



ciilizedüv Google 



306 3)rittc« «lu^. Ot^d StOfÜü. 

Ugt fU^ bei a. S. @4Iea«I f^on jlemlit^ fi^^ noi^mnfai- 3» 
ben .Setnu^tungm ftto aßetnf, bie »or 1798 gefi^neben finb, 
mo^t et bie ißctneriung, bag „bei unfein Sßinnefänflem , xotm 
utr 5e na4 bei heutigen auSfpriu^ lefen, ^fig bet fRetnt, btr 
bo^ uift^rüngri^ gmig lic^tts tnat, Dnloüen ge^t" >)- <E6cnFo fe* 
tuft ei fii$ in |einei Seurt^Uung ber „Säe^tcäge }ur nKitetn Sitö» 
bllbung bei beut((^en S^riat^", bie 1797 in bet ^)enaif^ tüi^f 
meinen SiteratutgeUung eifc^ien, baiauf, bag fle^ndlofe ^x- 
menr mit „ein filutenb ^erg, ein e^etn 8anb', „but^ ben gu> 
ten, alten SSefi^ bei Xüäfta von ben Siätm bet SDttnneftne«: 
6t« auf bie unfrigen" f«^ Bert^etbigen laffoL ?16« eine ti^ 
unb einge^enbeie Sefc^ftigung mit unftet olCnt Sitetotui fi^itibt 
fii^ bei ben aSrflbent ®<^IegeI erft ouS bei 3ett f^x, als ftc 
mit ^Ttetf unb SloooUs in n&iiext ^ejic^ung ttaten. Sie fi4 
bei i^nen ootauS fe^en lägt, gteifen fie nwt bie ©acfpc toAa 
(di blo^ anttquaie, nod^ als bloge Sieb^bet an^ fonbem 
mit bet SBääime unb bem Sfict genial« 2ttetatuifoT[(^. SSr 
fe^ bieS glet^ auS iifcm ctflen einbringenbcien aeugenm« 
gen, bie bies Qkbiet betieffen. Sin bcutfil^eT (ßwlmonn fjaOt 
gegen (Enbe bes 18. ^^t^unbeits einen $ieid »on ^unbot 
X)ucaten auf bie (Sntbedung bei alten ^Boibotgefinge gefegt, lod^e 
9atl ber ©rege ^t au^ei^nen (offen. iL %B. ®i^e( äu^ 
fu^ batObei im St^enäum 1799 s) in einet Seife, bie von einn 
fül bie bamaltge QAt niä)t geringen ßinft^ in ben Segenftoitb 
geugt. fS» foUe fi^ ntemonb auf bie oergebru^e !3ßü^ einlaifo, 
fagt er. „J^re erfte fyiUa bie atten @eimantei feine Satten 



1) a. aj. wn e^itgtr« mxft eb. vii, e. isi. 3)a6 bitft .et 

ira^tunatn Qbti 3R(tTif. Sn giitbri^ ec^Itatl* ooi 1798 Bt{((ricb(n fint, 
ngibt ft^ banut, bog b« Qnf. Tu filt boS @tf)!tfii^: ,7Jit €frM^' it- 
nilj btiu4t ^1, womit boi ti^t ^tft bts Üt^nfiuint (crfi^itnot luc 0^ 
mtfic 1798) «3ffntt uniibt. »gt. |. 6. H. S. Don €<(kQtl'a Strit Vif, 
©. 159 mit e. 211; obtt e. 170 mit e. 217. — 2) «l^cnfiiim. «i« 
3{tt|<(Ttft twn a. SB. e^ltgcl unb g. ec^lcatl, ä>»c<lti Siutb, ipKilf 
etü<r, enUn 1799, e. aoe fs. «eitbn abatbmctt in 9. S. DOB e<^ts(i'( 
Ktrttn, eb. XII, ett)>}ta 1847, £. 39 I9. 



ciilizedüv Google 



Iiie JRomoniatt. 907 

gt^, folgll^ aaä) feine 39aibenge{Snge. TiaS ZBoit fBorbe ift 
SaUi((^, unb bie ^ofe SBenDimmg b« flatHMm ©öHcrf^ftm 
inl ben gennantfc^ untei ber grtei$t[c^en Senentuntg bet Selten 
ift f^on Ifing^ fSr ungfiltig etlannt'' — ,'i.fKX tme, menn bn 
malt btx ouf Äori's a3e^§I oiifgefil^rieBneii Sieber, in einer 
Fpättctn iöratbcüung unrlli^ auf uns getommenr f<!^on Ifiitgft bc 
tumt, unb bad Slat^fuc^ alfo bD)})Mlt oeigeblic^ märe? 2)aS 
Üicti bet 9}ibelungen &(!jie^t fii^ auf bitigunbifi^e ©efc^t^ten 
m beut fünften ^a^^unbert; 3o^atine8 m&ütx (tu bet Seut» 
t^Iima ^ 2BfiB«'{(^ Muägabe in ben ®ötttng. Änj. Bora 
3. 1783) gfaiürt, bie ®runblage bet ^abel fei fi^on ju StaxVs bes 
Sngm d<itni oot^anben genxfen. SBitHic^ beutet bie ^erbe Silb* 
^ biefer Iofoffalif(^ !3^(i^tiuigai auf ^o^ SUtett^um; baä ei^ 
äotfi^ Kittetli^ Fann i^nen in bet Se^onblung auS bem QäU 
lata bet SIÄinnefinget , bie wit beft^eu, etft anflebitbet fein." 3m 
bn Ul^n 3^ ffinefl Jenaer Sufent^ItS unb ju 93etlin, mo^ 
n ia ^afft 1802 auf längere 3eit überfiebette, bef^Sfttgte fii^ «. 
ÜB. @(^el eiftig mit bem ©tubtum bet altbeutfc^en Sitetatut. 
Kit fe^ bied aus ben einge^ienben unb oft fe^ ttcffenben SSe' 
nntmigen, bie er in feinen Briefen an Sied ma^t fi6et beffen 
Wtnneliebct Or ii^ baS Wetnrai bet 9tibelungen, in ueld^em et 
>ben längeren ^QaS am ©<^lug bet vierten QtUt als buti^us xoe* 
jratlit^* erlennt ^) , über ben latetnif<^en S3}alt^t von Squitonten, ' 
twjien uo^ 3ffaimnen^g mit bem 9ti6etungenlieb er fte^t unb 
nm bem et fagt, bag et jurat ni^t fo alt fei, alä bet getauSge' 
bet ivttt, ,abet immer noi^ viel älter alA unfer heutiger Ztft ber 
^ibttogen." „Sias aber mir ba« SEßii^tige babei fc^nt", fügt et 
fciju, ,ift bie über allen 3"Jetfel einleuc^teube ©eujif^eit, bog bet 
ioteinifi^ SJerfaffet na{^ einem beutf^en ©ebi^t int ©t^l unb m8 
baa geitoltet ber 3tibelungen gearbeitet unb fold^ btog mit 3Jit» 
JÜif^^^afen jugeftufet' ^}. Auf ®runblage biefer ©tubien ifitU 

1) Qttefc Ott i. Zied, ^tt. Dort St. v. ^oUti, «b. in, «»Slau 1864, 
e. 285 fg. — 2) »nltn 13. aRSq 1804. Sbtnb. €. 292. — 3) Scrlin 

i- S. 3^. 1804. €»atb. S. 2ti9. 



L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



306 $)ittt{« 8iu^. eif)« Xa)>iitL 

%. SB. ®4IegeI in btn ^a^ren 1802 unb 3 ju Snrm feine aSot- 
lefungen über boS aKitteloIt« *) unb ü6er (Sef^^te ber beut[t^ 
^oefie. Sl eiftottete barin namentlid^ aoä) ^erti^t über ba« 8iA 
ber 9ti6elungtn unb mai^te bamit einen bebentenben Sinbrud auf 
bie fe^r ja^Iiei^ ajerfamtnlung. Untei btn du^^^^ni btfanb fi^ 
avii) i^riebn^ ^nr«^ t>on bet C>osen, ber nai^^nge ^ouftgtbn 
btr Nibelungen, bet ebtn bur^ biefeii iBortiag ®i)UQtVs gu feinrn 
Unternehmen onfleregt rourbe ^). 

gfriebtii^ ©c^Iegel, ber iüngere ber beiben Srflbet, (a** 
boren ju §annowr 1772), maättt fl(^ erft etnw« ]pättx mil bn 
a(tbeutf(^n SJiterotur befannt, al8 fein filterer Stuber. ©eint 
frü^tni ©(^ften jeigen no<^ eine Botlfttabifle Unfenntniß beriel' 
ben. Storni aber, im SSunbe mit feinem Sruber, mit Ziti stäi 
IflotiaiiS wirb er mfii^tig »on ber alten betitfi^ ihinff imb X»ä^- 
img ergriffen. Unter feinen im Kt^enSum 1800 »erSffendi<^ltn 
„^been", bie fnft bnt^ ®eift unb üLtefTutn nl(5t »enifler auajni^ 
nen, al3 bunt mibetnjfirtige ^tobopen, flnbet fw^ bie ÄeuSening: 
„3^er @eift unfrer atten $K(ben beutf<^et Ititnft unb XSifftnfi^ft 
mug ber unfrige bleiben, fo (ange mir 3)eutfi^ bleiben. !Dtr 
beutfij^e ^nftler ^ot leinen Spalter ober ben eintis SQbtK^t 
^nxvc, ^pttx, $>ans ©at^, eines 8ut^ unb 3ucob ^^■ 
^ti0^, treu^erjtg, grfinbtic^, genau unb tieffinntg ift Iricfn 
g^ataltet, babei unfc^ulbig unb etwai ungefc^t. ^Rut M ben 
3)eutf(^en ift eä eine ?tationaleigen^, bie ftunft tmb bie ffitfftn< 
{(^aft btog um bet Sunft unb bet Siffenfi^ft vitten gSttfi« P 
«re^* ä). Unb in bem „®efiJt8(^ übet bie ^oepe", b« |14 i" 
bemfelben 3a^gang bes at^fiumS finbet, tnOpft grirttti^ B^f 
gel bie größten Öffnungen füt bie bentft^ ^otpe baran , bog i« 
Süeutfi^ „auf bie Quellen t^tet eignen ^pmfy unb Dti^lunä 
gUTÜdge^n unb bte altt Straft, ben ^o^en ®etft hiebet frei nmi^ 



1) e. a>eui|4ce anuftutn, ^t. \>m %. e^icgd, eb. ii, mm wi 

e. 432 fg. — 2) 11. n. 6(^1(0^ in S- €<4lt0tl'< X)«ilf^ Wu{(na 
B». I, 3Bitn 1812, €. Iß. Sgl. eritft an £. Sied, Sb. lll, S. 290. - 
3) at^nfium, »onb III, eiild I, »tTliii 1800, S. 25. 



i.,C^ooglc ■ 



^t »niMiilirci. 309 

bn; ito4 in ben Uifunbcn ber oateilänbir^en SJor^eit Dom ^^ 
ta 9Ji6((ungen bt« jum glmtming unb SßjKf^erlin bis jeijt wr-^ 
tuDtt fi^UtBnttcxt" *). 

^ 3a^T 1802 imtema^m Stiebri^ ©i^Ifgel eine flletfe nac^ 
¥(raä. ®«U bte[et Qät Dorjügli^ ttonbte er bcr Siteratur unb 
Sunfl bes aiHttelalterd, ^onberä bet altbeutfi^ ^oefie unb 
^1^ feine Äufmerlfantfeif unb 8ie6e gu '^). Qm erften ©eft bei 
Don t^ ^ausgegebenen 3^tf<^nft .Sutopa" f(!^tlbeit et und bie 
Sinbrötfe femet iRetfe. XStr erfrnnen barauS, wie tief @^leg«I 
»n bem bamatigen ©enb be« beutf^en Sßotte« ergriffen mar unb 
Ott er ben ^iid auf beffen ru^mcoQe 3)ergangen^eit ri^tete unb 
uns t^ neue Hoffnung für bie ^utunft fi^iitifte- 33er wunberboc 
\ipnt Sta6IiÄ ber ©attburg ruft in i^m bie ffirinnerung on bie 
jtitat wa^i, ffba bie '^oejie ^ier in DoQer ^lüte ftanb unb burc^ 
pi) ^utfi^tonb baS allgemeine Slement beS Se&ens, ber Siebe 
mb ber ^eube mar- %ur ber jR^in ijat nm^ einen gleichen Sin« 
tmid ouf mlt§ motten fönnen." — «SBenn man (otc^ ©egenflänbe 
W. l'o (ann man ni<^t um^in, fic^ gu erinnern, ms bte X)eut: 
iitni e^ebon loaren, ba ber SKann no^ ein Voterlanb ^tte" '). 
S^ einem begeiparten ¥rei» bc3 frlfc^ unb poefiewi^en Sieben«, 
bai „bie «Utct, bie Wten, bie Smännet be« ^K(^ SanbeS" 
Ulf %^gtd |>5^ unb in föatbe^gräne ^^iten, fä^rt et fort: 
.X)tefe ^Dcfie ift nun eetf^tounben unb auc^ bie Xugenb, bie mit 
bnfrlben vetfi^ftect mar. ®tatt beS Furor Tedeaoo, beffen in 
btn itoliemfc^ itHi^tein fo oft envä^nt wirb, ift nun bie ®ebulb 
nsfere erfte ^ationaltugenb geworben unb nebft biefer bie '^mut^ 
m ©egenfa^ iener e^bem ^etrfd^enben ©cftnnung, »egen wel^r 
u^ jut 3eit Jtatfer Aarl be« fünften ein ®)ianier, ber mit i^m 
bitfe« Sota) buti^reifte, bte 3)eutf4en los fieroB AlemsneB nennt. 
S6(t was «n« betrifft, fo rnoßen wir feft galten an bem Silbe 

1) at^enaum, 93anb III, 6tü(f 1, ^nUn 1800, €. 86. - 2) gr. 
S^ltgd, ^fi|i((tt bcT Mtn unb ntutii 8iIlcraliiT, <Sx^tx 'B)l.. S)ien 1815, 
Bm. 6. XI. — 3) eutopa. (gint 3eili<^tifr. ^trauSatg. Bon griebri^ 
S^ItflcL gcßtit Sanbu tEr^cS €tü«. Siontfuri a. 3R. 1803. €. 7. 



i.,C^OOglc 



810 TixUM eu4. erfiti Xa)9itel. 

ober Pteltne^ an ber a&dfyc^ iaux gtogot QaUti unb ntä irit^ 
»eminen laffm but^ bte gegenwärtige MtmfeltgtcU, unter veüStti 
biefeö gro^e SBoH nti^t mentger eittegt, ivie anbete minbet bebni' 
tenbe. a3te(Iei<l&t wM) ber fc^Iununembe SSitx no4 einmal ohkii^ 
tmb tiielleiii^t nrirb, menn toii t» out^ ni^t me^r erleben foUten, 
bte Mnftige {ßeltgef^ii^te no^ ooß fein Don ben iC^ten ber :t)nit' 
fi^en" ')' — 3n ^aris finb es ^ufitfat^Iii^ jtoä tSlegenßfinb^ 
bie $rtebri4 ®<^Ieger« 3$attgfeit in Knft)ru4 ne^en. erftoi« 
unb COT allem baS Stubium ber ortentaßf^ ®pta^ onb jBHi'^ 
tend bie SBetra^tung unb <£rforf(^ung ber mit^lterfH^ firnift 
"SAt et)o4ema(^enbm ßrgebniffe oon ©^legel'ä ortentaUfc^en @tu> 
Wen, bte bur^ bte ©nfü^rung be« ©onsftit in ben ftrö« ber 
beutf^en SBMffenft^aft atui^ fär bte geratonif^ ^^ilologie oon fo 
tief greif enber ^ebeutung nnirben, befprec^en mir fpStex in eiitnn 
befonberen 36f^mtt. aber aui^ bie anbere @eite oon ©^legtri 
Seftrebungen, bte Qrrforfi^ung ber cttttelalterli^en firatft, tu 
i^n viä)t blog loä^renb beä ^arifer ünfent^alted, fonbem atu^ in 
ben folgenben l^a^ren in Slnfpru^ no^m, !^at für bte beutii^ 
®elftcSflefi^i(^te einen fe^r mistigen Änftoß gegeficn. ©ie gtoSot' 
ttge SSeretnigung oon Snnftf4&^, bte in Jenen 3«^^ P ^^ 
ftattfanb, oeranlagte ©c^Iegel, feine früheren 3!)re!3bner jhntftfhibioi 
wiebcr an^une^nten. Sr manbte ft^ Dot^ügltc^ ben filtern ^' 
lienem unb bann mit mat^fenber ©ortiefee ben olÄeutfi^ SKoIem 
}n. iCie Startlisten oon @emfi(ben in ¥aris, bie er in fetna 
Suropa gab, unb bte er bann in berfelben 3eitf$tift au<$ ü6ei bte 
9Ziebei[anbe nnb $üln ausbreitete, ^aben dnen mefenltii^ Snt^nl 
an ber ©rünbung ber feitbem fowi^ erMii^bot beutf(^ ftunfi' 
gefc^i^te. ®(^on lange jroar ^en bie SDttitfuare ^ mit i)t)i 
beutfc^ Jhinftaltert^üntcm fommelnb unb befi$reibenb abgegdisL 
Hber nrenn ts ftt^ um eine finnoolle %tffa|fung, um bte tin^' 
f^ ©ürbigung unb mn |bie gefi^tt^tli^e ©rfotfi^unfl ber alt* 
beutf(^ Äunft l^nbelte, fo lonnte ®(^regel bamalä (1803) mit 
Sle^t fagen: SHe al^teutfi^e aHalerf^uIe ift no4 fo gut aXi DÖUis 

1) ISbenb. e. 11. 



ciilizedüv Google 



t>k nomanlHtT. 811 

imitfamtt 0- 'SäfUiü MrfenHe {t(& mit glei<!^t iiiie in bnt 
,imngTfinb&(^ unb Demrideltcn 3;icffinn'' bes Slbni^t Stüret, 
nü in bic enttnidelte t<rOi™>>i}Qa<bung ^ ^olbebt ^aiS afKt 
KT oätm e))oc^nna(^enb mürbe in feinen funf'tgef(^til^tti(^ ^e« 
dalagen, toat, ba| et bte ®r3ge ^o^n'8 Dan fScfi erlannte 
mtb t^n an bte @)n^ ber beutft^ 'Maltxei [teilte, bnen @e' 
fi^ binri^ bie „beftinunte nnb äugerft einfo^ Stufenfolge be« 
ft?d, SDürer unb ^ottein" bejetc^net werbe. 'Tleben ffiijdt mitb ^iet 
jmn erftenntal bent beutf^en publicum bet ^tetS beS „^emntelinl* 
»rffinbtt '). (Hne neue mic^tige Smieitenmg befomnten bann 'Si/lt' 
gtTe ftunftanfi^anungen, als et in Stäia bte teilten ©tl^äfee bei 
txrttigen äRoIerfii^ule lernten lernt, nnb Dot aOem er^It baiS eben 
tuntols toiebec auftaui^be, t^gt fo berühmte ^Dombilb bie itüäfftm 
8i*f(«fi(^ »). — Sie fflc bie aJIalcrei, fo (inb für bie altbeutfc^ 
Sinthmft ^ebrti^ ©t^Ieger^ Anregungen Don noii^^Itiger ^Jlrl» 
nnji genxfen. Sir ^ben früher erjfi^It, une unfer grögter Sit^ 
tei in {einen i^ngeren ^^^i^^i ^^ begeifterte aSerIßnber nnfret 
a(trn Oautunft unb i^rec ^errli^feit mürbe, fötr ^ben aber 
OBi) gefe^r wie fo gang er in festerer 3^'' "■'tt iA^ea Hnf^u« 
nngtn feiner l^genb jurQiRam', unb in biefe ^eriobe ber au3f^Iie§> 
^m Vergötterung bes ©rie^ifii^en oon ©eite ber Zßeimarift^ 
ftmiftfreunbc fäQt bte neue föieberbelebung bed ©tnnS für attbent' 
W Sauhinft bur^ {)friebri^ ©^legrf. ©eine «nfi^ten barüber 
tot er auSgeftirD^ett bi feinem ^oetifc^ Za\i^hüil) ffir bas ^afyc 
1806. !Z)ie ©tobt Stain mit i^en SunftbentmSfem qu8 einer Eon* 
goi Met^e bon ^^r^unberten liefert i^ Dot aQen ben ©tcff gu 
innen ©etrat^tungen. ©ir Bunen ^ier nit^t nS^ elnge^ anf 
Si^lfgePä SSerfu)^, bie Sirnien ber altbeutfi^n Söauhmft gu beu« 



1) «uro)» eanb n. eiü<t 2, S. 2. — 2) iSünipa. Canb II, GiMZ. 
S. 36 fg. 8gl. bit fdfon ftü^t rfl^mcnbt emlE*iiuns bta .olltn aJhrf« 
^flnrnttUnf rttnfc. Banb I, Gm 1, S. 154. — 2) Ig6enb. Bb. II, 
6tS(r, 2, e. 134. fg. — (Sinige Parte Urtirtieibunjen »fltbt mm bem tf 
pn 9nimiaMtu4 ns^ litbtr ju gule galten, totim fie ni^t (tniM mit 
ioigta ttifi^ltR in no^ Sqit^img {idnben. 



ciilizedüv Google 



312 Sdllc« ein^. eiPce JtApUel. 

ten unb t^ien Utfimmg jn erHäien. Cite $Kiuptfa(^ ti»T, ba| er 
Ddn bet gtoflattigm S^öit^ beS ^Iner !Soms millu^ tief et^ 
griffen toar unb feine @ef&:§le in begeifterten föoiten auSftinu^- 

^ me^ als Cünev S^ie^ung fe^n mit bie iSinfubt in unfit 
beutf^ aJoiläeit aui$ bnr^ twfonbte gotfi^ungen «. Sß. unb g. 
®<5Wef« flefiftbert Wer bas SBit^ttgfte an i^ I^gteit rm, 
bat fie ben ®inn ffiT unfie ftunft nieden ^Ifen; bag fie, bte 
gtünbli^n ftennei alter unb neuet Ititeiatur, bie oon ben aRciflen 
oerad^teten %efte unfier SJoigeit in i^rei ^o^en S9ebeutung aaeC' 
fonnten. — ZSenn mir nun mit unbefangenem 93(t<t bie gro^ 
SJerbteitfte b« SBiübet ©i^Iegel ^erooc^eben, fo finb mii; bo^ writ 
entfentt, i^ie SDhggriffe unb Berimuigen in ®<^H$ nehmen )U 
niollen. £)ie Stüber Stieget eilannten ben ^o^ ^Skxtif bet 
mittelafteclit^ Stteiotur unb ftunft «nb belämpften mit fibti- 
(egenem @kift bie SJoiutt^eUe, meldte Unttriffen^ unb @ei(^' 
feit gegen bie großen l£rf(^nungen beS WiüAlätm ^ten. Vba 
fie übetfa^en ober oeifc^raiegen bie abft^ref enben ©i^ttenfetten ^ 
SDtittelaltecd unb uerfannten bie unfc^baren SSoijüge, bun^ 
wlc^e fti^ trat allei i^rer @ebte(^en bte neueie 3^ ^^x btm 
9RitteIaIter ouäaeitbnet. @o Berfenfte fi(6 enbli^ ^riebric^ ©tfeifr 
gel mit \o^tt StuSft^lieglii^Ieit in bie Snf(^auttngen ht» WOtU 
tättts, bag er (1808) ou^ beffen teligtöfen glauben annahm ui^ 
auf ttt^U<^em, tvie auf politift^ <B^et bte ®^ö)>fungen imb 
3)eftiebungeH ber neueren 3<t^unberte bef&inpfte. 

©ang anberd alä fetn Sruber gfriebri^ nec^ielt fii^ X. K> 
©(^leget ju ben (grf^einungen be« aftittelalter«. 3|n einer fpfite- 
ren ®^ft: „Seri^tignng einiger SKtfebcutungen, Slerlin 1828"), 
^at er fi^ Über fein SJer^SUnig jum jtat^olicidmu:» audsefpm^en. 



1) Q» f4 eint Einbeulung ouf bie St^Uluiftittn bt« ISlitttlaftn« nW 
VtnRtibtn ISgl, ba Uiib fii bo<( maglit^fl stbfimpfl unb bun^ bat umgthih 
Zm übafbcüVll. eo i- 6. in 9. SS. et^Itgcl'« CgiUfuns äbn ba« fSäsub 
aita, gt^ltn iui 3- 1803 unb iibad)niifl in Qt. ec^haeV« S)tmf4em aRv 
fcum »b. 11, Sien 1812, €. 432 fg. Sgl. ba{. S. 458. — 2) I9i(^ 
oSfltbtudl in a.SEß. e<*lifl(l'« akrfcn, ob. VIH, «ttiiii 1846, ©.MO-Ot 



ciilizedüv Google 



Stt Eftamautiln. S18 

@D man^ Ratten unb uttgeieil^tfeTtigten JluSfprud^ 3bex Ut 
tarn Qät, ben « ftü^fiin get^an, ^at er ^tet juiüdjune^men. 
Sad ob« bie ©teUung jut mittelalteilti^ Siletatur unb Aunft 
bctiifft, tne er in btcfen \p&tex abgehgtm 93elenntntnen einnimmt, 
fa m fli$ nai^ioeifen, bag fle f(^n tn beit S:qruflniffm feiner 
jüngtren 3a^ »efentlit^ biefelbe max. <&t U^nt nfimli^ bie 3»* 
nntt^g ab, bog man enüveber ben rtitgiijfen &laüim beS äßtt^ 
trialtns annehmen ober bie ^nfteijeugntffe, bie aus biefem @llau* 
hn ^otatflangen jinb, berwnrfen muffe. S)er ^roteftout beflnbe 
|ii^ vitUiulft ben mittelolterli^en fiunfttvetten gegenAber in einet 
m ä^nli(^ ©tedung, wie ber S^rift übei^au^jt ben (Sr^eugniffen 
t« fiojfift^ Stttert^umS. §iei: falle es feinem ein, ben SÖenMm* 
intni ber griet^tf^. Sßlaftil jujumut^en, entmeber bie Säerte ber 
antiftn ftflnftler m Demerfen, ober ju ben Dl^mptfiten Rättern 
pi Men ')■ ®oni benfelben @eb<mfcn, ben er ^ im ^^ 
1828 äußert, f priest «. ©. ©i^Iegel bereit« eiminbbteifeiß 3a^e 
fi%r in ber 99eurt^eilung Don üißadentober'S ^jenSergiegungen 
(in« (unfÄiefcenben JHofterbrubers ouS, bie er im ^io^tgong 1797 
bn ^aifc^ allgemeinen ^teroturjeitung Deröffenttii^e. „XQcnn 
inr," ^(gt eS ^er, „ber ^otberung gemäg, bag ber ^trat^ter 
fi$ in bie Sßjelt be« aüi^ters ober ftteftter« oerfegen folt, fogor 
Ixn m^t^ologift^ 3:rSumen bes aitert^ums gern i^r luftige^ '^^ 
Irin gönnen, narum foIUen tmr nic^t, einem Aunfhoerte gegntflber, 
nt c^ftlii^en @agen unb @^brfiu(i^R einen n&^cen %nt^ ne^>^ 
mm, bie fonft unfrer ©entart frerab flnb?' ^). 

lit tiikiiBtrfiRf Üflf^ltvit %»r$ ixt ittta}tfn in kti Sii^tia 1805 
u) IBOfi nat iat CikoiIiir tti Icntrilirn •tlnnniig. /i4t(, jlntl. 

"Siaifhm iyaäj bie ©c^Mt bei Äufterlife Ocfttei^, burc§ bie 
bä 3öta ^teugen in ben Staub gettorfen unb bur^ ben 2rrie' 
timif^Iug ju ^resburg (1805) bie SOtac^t Ceftrei<^'s, bun^ ben ju 

1) en^ttguiig cinisrr Vtifibtulungtn 1826. 9. 3S. ^it^tV» Vitxh 
Tm, S. 22»-226. — 2) St. Sß. S^rtßtf« Brrft X, e 366 (g. 



i.,C-.ooglc 



314 Ix'Mtt Su^. Crfft« Stajfiltl. 

SSlfit (1807) bte Tlaif)t Stengen'« gefewi^ war, fi^ien iebft ffit< 
berftanb gegen ben franjöfift^en Untetbrödet fflr immer iinmßgfi^ 
gemalt. Hin getabe tn btefer 3^ be:g f^nHTftcn Ungifid« jelgtt 
fi^ bie mv^^ip^t 8e6cndrraft beä beutf^m SSoIfed. ^e ^dboi 
bet SSefreiuiigSMefle ft^ufcn bie ^eere, mit beiten f« t«™ ^ 
fianjdfif^ SK^nfl^c)^ o"^ bem ^Ibe fd^Iugen, unb bei grdgtt 
beutf^ Staatsmann gab ^reugen eine neue ))oIttlf^e @nntblage. 
Qm biefet Bett bei: fitßßten gertiffw^eit raib ft^einboren ^tmfy 
tung unfre« aSatertonbe« erwoi^te in ben frafttgften irab ebd^ 
®eipern mifere« iBoffeS nur um fo lebhafter ba« ©efü^r bet beut« 
fi^ @emetn[amleit ^e troftlofei aber bie polttifi!^ ^egemDatt 
war, um fo me^r mußte fl^ bet »Ii* auf bie gemeinfamen geifti' 
gen @üter rillten, me^e bem beutfi^en Sotfe noäi geMiebni 
n»iten unb an mläft ft^ bte Hoffnung ber fünftigen 9iifet> 
^e^ng tnfi))^ lieg. ®ot aUem tft ts bte beutfi^e ©pra^, btt 
mon als bas gemetnfome ©anb erfemtt unb pteift, ba« aUe batt- 
fi^ ©tfimme umfc^ringt. ^emt )r>ttte fle rnt^t getoefen, noron 
^üttra fl^ bie Deutf^, bie fit^ bamals in erbittertem Äani(ffe 
gegenäberftanben, jemate roteber al« ©enoffen (Knea ©oHa erlen' 
neu foBen? 3uglei<l^ aßer ricl^tete ^i^ bet Sfitf ou« bet tiSben 
®egennKirt auf bie großen Qdtm ber beutf<!^n Sergongen^ 
SHan erinnerte fi$, »a« boä beutfc^e SSott in ftfi^ereit ÜTagen ge« 
niefen, roeli^e Stellung es eingenommen, voa9 t9 feit aiteftrr 3^" 
fSr bie anenfi^^eit geleiftet ^abe. 

Unter ben iDIfinnem, bie in jener trüben 3«t ias beittfi^ 
SSoO bur{§ t^t SJort aufgerichtet unb i^m feine große Sepimmtuig 
in Ieu(i^tenben Q&^m ootge^Iten ^6en, ftnb in erfter Sfnte jn 
nennen: i^u^ann @ottIieb tlri^te, Srnft Sßottti Srnbt 
unb ^rtebiic^ Submig 3i^>i- ^it ^"^^ ^^^ "i<^ ^' ^' 
gäbe, bas Seßen unb bie S^ätigfeit biefet SPiSnner ju ft^Ibera. 
SBir mfiffen unfi oie&ne^ begnügen, borauf ^tnjnnieifen, bag etntT' 
feitS bie ©etebung be« beutfö&en ©inneS aui^ unfter Siffoift^ 
gu gute tarn, unb bag anbteifettg getabe biefe ^erolbe ber batt* 
f^ ^^eit ben unf^itl^baren Sßei^^ bet beutf^en ®tim^ ^' 
Bor^oben. 3n$i(^te>iS Sieben an biebeutfi!^e%atton^anbdtbie»ieite 



,C^oog[c 



315 

wtjngfliKirt ooit ber beutft^ @)>ta4e; unb \o wettig )mr aii^ 
(d maiu^ Doit ^rii^S ^iet seäu|erten ^jit^ten unterfc^eiben 
fönntn, fo folgen tott boc^ mit ^eube ben lebetibigett unb tteffiii« 
nigcn Setiat^timgen beS genialen SRanned. 3!>er Xieutfi^, meint 
K, tebt eine 6i8 ju i^Tem erften ÄuöfttÖmen aus bet SUatutftaft 
Idienbtge ®^aä)e , bagegen feien bie neulatetnifi^ ®))rac^en oon 
bcn SgcOent, bie |ie f)>te^, nur angelernt unb bes^ß blog auf 
bn OberflSc^ fu^ xegenb, in bei SSurjel aber tobt. „Bel^n 
nnfTtnefili^ IgtnfCuf; auf bie ganje menfftli^e ISntniidlimg eineS 
SofK," fagt er, „bie 93ef(^ffen^ (einet ®»xai^t ^ben möge, ber 
Spraye, tuel^ ben Cingelnen bie in bie ge^imfte !£tefe feined 
OtnOt^ bei S)enlen unb SoKcn begleitet, unb befi^rfinlt ober 
hfffigelt, rotXS^ bie gefammte aßotfc^enmenge, bie btefelbe i»bet, 
mf i^icm (ddiete au onem eiitsigen gemeinfomen SJeiftanbe i}er> 
t)tä))ft, ukI^ ber toaste gegenfeitige S)ur4ftrc)mung!Sf)un!t ber 
Sinntntoelt imb ber ber @etfter ift mtb bie l£nben bitfer beiben 
iiI[d in etnanber Derfc^mil^, bag gen xcaSfi ju fagen ift, gu meli^et 
wn telben fie fetter gehöre; wie »erft^eben bie j^otge biefeS ein- 
([nffä auffallen mSge, ba wo boS 33er^Sltnig ift wie geben unb 
^, la^ fic^ im Mgemetnen errate ^). 

einen wie ^ol^m Serl^ 9rnbt auf bie ©^aiSfi eine« Vol« 
^ I^ ift 311 belamtt, um einer näheren iSriJrterung p bebfirfen. 
3» {einem berfi^teften Siebe ^at er feiner %nfi(^t ben lüijeften 
Änibrutf gegeben. „®d weit bie bcutfi^e ^unge Hingt," baS ift 
W ©eutfi^ aJoterlanb. @o fang Ämbt in ben erften SWonaten 
l»ä 3(1^ 1813, ju einer 3cit, atä ©eutfi^fanb Don ber Äarte 
SHWpa'S reifc^wunben war. 3>te Siirai^e unb i^e innige SSer' 
Pefttuns mit bem ICafein ber 33ÖlIer ^at Simbt wÜ^Tenb beä gonjen 
^nrlonfä feiner fangen ,®^riftfteUerIaufba§n immer üon nenem Be= 
jiWftigt ©(^on eine feiner frö^eften Schriften waten bie „Qbeen 
üttr bie ^iM^fte ^ftorif^e Änfic^ ber ©prai^e (SRoftocf 1805)." 
Ans ber geit »on ambf 3 erfotgreii^ftet X^ätigteit wollen wir nur 



1) Sitbcn an bu beutet 9talion bur^ 3«l^aiui iSottlitb gtiftt, Ktut 

««jl Etiiijia 1824, ©. 108. 



ciilizedüv Google 



816 ^ttre eu^. eif« Jtapittl. 

^nrorifen auf ble treffenbcn ©cmEthingen , bie in ^eiiiet ©(ftrift: 
.Utber SSoltS^ag unb ü&n bett ®ebtaui!^ etnei fremben ©(iTa^t. 
1813" ')r malten finb. „®D ift iebe ®)>ta<^ ber KuSbrud iebti 
SSoflc«," fagt et ^i« »). «rine flleiiftfam in betuegBi^ni JEwn» o"*' 
gebTÜdtt leferli^e «Seft^ii^te feines MmS unb ffiefens. Stuf bttft 
SEßeife fie^t fit ixt (^otf^ei unb eitunber etned äJoReS an. Txa 
aSoII felbft abn nnig feine ®prai)e als feine altefte Uebeilttfenmg 
unb ds fein l^IigfteS ^letligtfium e^ien unb betm^tm: ftiiK 
@pxaitt ift avif feine fraMt« Sef^i^te unb fein frO^tefl Sehn, 
unb fein iüngfted geben lonn nur ein wQibigeS unb glSiflii^ 
ßeben roerben, in nrie fem es mit bem frä^ften @eift biefet feiner 
®pvaä)t in Uebereinftimmung iß, fo lote man nur benjenigen einen 
.glüiffeligen 3Rann nennen lann, beffen ^gntb unb Plonnedoltti 
mit feiner Äinb^ in ©teit^mofe unb Uebereinftimmung fortgebil' 
bet n^arb." 91tic l£inen 3ug in Xrnbfs ZBeftn mdt^te i^ nt^ 
hervorheben, weU er gerabe ani) für bie Hrt, toit fLtnbt auf bit 
germanifi^e ^^lologte eingettirft l^ot, von ©ebeutung roat. 69 ifl 
bieä feine ItebeDoQe Sefc^ftigung mit ben flanbinamfd^en 335I[ent. 
Slä ein genauer Kenner i^rer gegenwärtigen S^f^Sobe übcrfte^ ei 
bie SSerfi^ieben^dt jrotfc^en i^nen unb ben !£«utf($en nii^t. Aber 
„Hnoaubt," fagt er, »^nb roir alleibingS bem 'Sterben fe^r bitri^ 
bie ©prat^e, mortn f«^, wie tn einer geifrigen Äa})fel, ou^ bet 
gemeinfame 9em »on @inn, 9rt unb Streben ber göltet m 
fit^erften jn bewahren pflegt" *}. Äuger mit feinen Beben I»* 
f^ ^at er fi^ mit feinem SJoUe fo jufammengdebt nie mit ba 
Slorbgermanen bet flanbinaoifi^en ^albinfeL S8 ift boiS SleiS' 
getmanif^, was i^n anjie^t, unb überbieS ber gemeinfame fto' 
teftantismud. „(SS tag au(^ moftl Don itfyx ein gcmiffer '^xi^ 



1) Oline Ott. miibtx a6gtbruA in @. IR. Snibi't ®C^riflat fili »A 
an ftinc litbtn 3>eul[<^n. erftr Z^til, Stipjig 1S45, 6. 353 — 433, M 
O^nt bit Otiragm btr fcülincn Suegabt. — 2) @. 33. €(4rittcn I, 6.384' 
— 3) ?. 3Tt. ainbl, ^cTfi4 in Dttglti^tnbti Veifetgefi^if^le.gciptis 1S43. 



ciilizedüv Google 



3)i( iRnnantittt. Sl7 

ftontiärauä," mrint «, „lanflc oor !D«tor aßartln in beut tfi^te* 
mi, rnii^mn unb ftrieren ©inn bcr noibi(c^n aBenfi^en" i). 

Üfriebrii^ Subroig Qa^n (fleborm im^a^t 1778 anSanj 
in bei ißriegnti, geftotbai 1852 ju tlrnibuig an btr Unftrut) ^t 
nii^t noT bun^ fein SBoit, fonbeni me^t noSi bni^ bie %^t jur 
fttiftiflimfl bes beutfi^en ©oKe« mitgerotrH, inbem « bei eigent« 
fu^ (ürftnbfr beS beutft^en 2JirniDeftn8 nuibe. Sir ^ben i^n 
unb feine (Shrünbung ^n nur oon ©eiten t^rer SJtTbtnbung 
nübtn beutft^en Sprach» unb ültettfiuntöftubien p betta^tcn; 
ober flerob« btefe ®eite tft »on ni^t gelinget aWjeutung, Qa^n 
|(ttft wax Don Jwufe aus ©pia^forfi^eT. ai8 er mä^renb fetner 
MoftfUätaftubien ju ©alle (1796-^1800) SWitglieb Don griebrl* 
fttgnft Solfs p^{tolDgi|(^em ©eminai war, p^f^tt biefei ^^^n'^S 
iSpnu^fttnrt' ju rühmen ^). ®^on itvox er @tünber beS 
tnraiDefens mürbe, trat^a^n mit einer p^ilologifc^n ©t^rift auf: 
.Serni^eTung beä ©oi^eutfc^n ©prai^ft^t)^ uetfui^t im ®ebietE)e 
btr ©innMTtvanbtfi^ft, ein Slat^ag ju Kbelung'iS unb eine S^Ioi^ 
lefe JU fSbccffa^'» f&Mafmii Don ^. g. S. ^. ^o^- ^«fälg 
1806,* nnb bur^ feine ganje ©^riftftellerei, fomo^l burdi baS 
SOtutfi^ SSoIfU^um (Sübed ISlOj als bie ^eai\i)e IXuinhinfl 
(SerSn 1816) unb feine fpüttten @<^riften (iWeue iftunenölätter. 
Somnßura 1828. — SDicrle jum 5Deutft^en seoltät^um. ©Ubbutg« 
Nm 1833) jie^t f"^ biefe v^itologif^ « lingutfttf i^ Aber, ©it 
tnmen bie fo oft wrffiotteten ©eltfamleiten unb ©(^roff^eiten 
3*1^« fo flut, mie ein «nbeier, unb finb weit entfernt, fie in 



1) dtoi». e. 844. ambl'« ecbtutuna t^i bi( a^nnonlf^ V^iblitdie 
hf)t^ nt(^i in ftiiitn Scjßiutgtn auf bnn @tiiü btx Spta^fatf^ung, (onbtm 
in ftinn begtiflntcn @iwedutig btd beutfi^tn @tnnH. SDag tt olS e)nai^= 
joiti^, ttop fo mani^ct tiefTmnigm unb gei|b)oQ(n ®tbanttiij, bo(^ im 
Sanicn bie Sit unb SScife ftintt 3titgcno(Fcn t^tiltc, bai tt^u^t man au« 
ttintr Sb^bliuig: .graQtn unb Snluoiten aui teul{(^tn flllttl^ümttn unb 
ItutWn ®f\ai^' Im 3«^r6u^ btr ^«u&'l^ii iR^in=UnioerrilIl. I. »anb« 
n. n. !II. ^t. Bonn 1819. &. 99-168. — 2) gtiebri^ 8ub»i9 3«^'» 
iAn. Vm Dr. ^linT. ^iB^It. »nlin 1855. €. 9. 



:.L|,-.,zedi!,GoOQlc 



S18 Cnttt« eit^. Orptd KOfiid. 

®(^u( nehmen ju iDoden; abei loir kffm und babtin$ mi!^ 6finb 
tnai^ ffii ferne Sfi^tigrttt. ^a^ ^ einen lebenbtgen @tnti für 
bas SSoH, feine S)entoetfe unb feine ®{)iai^. ©(^on im Tmi» 
\(S)m SSoltSt^um (1810) boi^te er an eine ©onnnlung ber bait> 
fc^en ICoHemän^n itnb ®agen. „{Bei fie etjfi^len niOr" fagt er, 
pbaif ni(^t mit gremb'^eiten fl&etlabnt, uie SßufSuS ; mul einfältig 
»ortroflen wjie ©tilling unb fjoäf^ttntbtt fein roie ©oet^" *). 8ot' 
tiefftii^ fpri^ ^o^n ^n ^ei SSortebe juc ^eutfc^n Xätmlunft 
(1816) fibei; ben SSett^ ber Snunbarten. ®ie finb ,Ieine«l«9S 
für Mo&e ®pta^be:§elfe ju galten, für ÄuSbriiiJälDetfen Bon niebem 
{Range, bte nur amio4 in einem SSeifted unb @(^Iu))fiirinteI bei 
6)>ra(6ret(^S aud @nabe unb Säamt^ighit ^»äbmi geniegei. 
^m ©tgent^I finb fie nai$ altem wo^I^gdra^ten We^t in tT' 
genb einem ®au auf @runb unb S9oben erb- unb etngeftfftn.' 
„3^re mo^]ifaienfynt ift bej: mfyct ©fira^reic^t^. 3^ f» 
fc^r&nlter S3erei(^ ift ©amenbet, ®e^se unb @(^onung wn hSf' 
tigern 9!a(^wu(^." „£)ie @efamnitfprai^ fyu t)xtx ^JrunbgtubeB 
unb ^ülf^uellen, bie ica^rrn ©parbü^fen unb Stoti^fennige befi 
©tira^a^" "). — ^i)ix ^ot fi^ in ben beutfi^en ©d^rifttoertm 
ber »erft^iebenften ^Q^^^^unberte umgefe^ unb vieles Xreffotbt 
botOKS feinem treuen @ebä4^& einge))t&st. Segt man aber an 
feine eigentlit^ ltngutftif<i^ SnlSufe ben URalftab ber ftroigeit 
Siffenf ^aft, fo tmrb man ftc^ vor aQem au erimtem ^ben, baS 
feine äätibung wt bie Qat beä trogen Umfi^mungS fätU, ben bie 
germanifi^e ©(»ra^rfil^ung buri^ (&'ümm'& @hpammatit etfa^rcs 
^t 3" f^»en fpätereu <S(^ften ^at 3°^ ^^ Xrefflic^Feit von 
@rimm'ä Seiftungen nif^t cetlannt ^, ober fti^ in eine ganj neue 
tBaftn }U flnben, mar i^ fo wenig gegeben, wie feinen Siteitn 
W^Sxttfttt Smft Wlon% 9mbt. SBir mnben bes^U in ^(^'i 



1) Z)ail[<^ SJvliei^um, iObtd 1810, e. 301. — 2) XHe bcutf^i 
Xutnfiuifl, ettlin 1816, Qnbtiti^t e. XLI fg. — 3) 91nit Sbumt^lit 
tcT, nauntbuTg 1828 San. @. VII; obUD^l i^ ,b« trtffli^t erinuM' « 
ftiiun gnunmiililt^tn XiinlltiiCTKnt .uimSt^is uub fibn <S)c6il^ UtcilKii)tt.* 
«fli. dui^ rtenb. 6. VI. 



ciilizedüv Google 



^t iRomontitti. 819 

etvnoEogioi ni^ %nbeie« enoatten, als in bmm feinet mtiften 
SHträgenoffen : neben mani^au fltiftnii^ iSItd ein regeQofeS unb 
lüiUtäili^ Sixften unb iRat^ "Xbtx ivxi) aUc ^tUfilr feinet 
Spw$fotf(5ung iinb bnw^ alle ©eltfontleüen feinet eigenen «ßottp 
tilbungen (»rii^ ijftets ein (ewunbetn^nKtt^ei @))ta4finn, bet boi 
%d auf ben fto^if ttifft. iSben beSweaen ^en f"^ ntan<^ 
XnSiiüife 3a^n'8 tco% oUei bag^en et^obenen (Sinioenbunflen un< 
aufkam SBa^ gebto^en. Sebet fiolttiff^e, no^ linguiftift^ 
Madea ^oben vetmo^t, bet Don ^f)n eingefaßten ^Benennung 
.trnta' bas Säiltaecte^t 3U entjie^en. Unb bie Sörter: ÜJoUS' 
t^, Bvllit1)ämliä), ^oOääjMii^ldt, ftnb ^reitä fo feft mit un-' 
[cmn übrigen ©fito^f^ vtma^ai, baß bie iSleiften fi^ vom' 
Ion PKiben, loenn fie ^i^ten, bag biefe Söttet etft in unftem 
äo^^unbett von 3a^n gtfc^ffen wotben ftnb. Unb bo^ fagt 
M» felbft mi4 ut feinem ISIO etf(^tenenen X)eutfi^en aSotlä- 
^ ■): «Ucbtigens ttaue t^ ben beut((^ 3"^ctiDffen fo oiel 
iason bem, nuS in ben SteubUbungen SJoQ^^um, DoOst^iimlic^ 
unb SoOdt^fimtic^Ieit liegt, baß fie biefe btet SBetfu(^ nit^t an* 
^ pnben' *). — SEBos Qa^ä I^ätigfeit eine fo §o^e aSebentung 
0t, nut bie innige aSetbinbung bes Xutnens mit ber cotetlänbi« 



1) 6. 376. — 2) ®rimm, ©ramm. II, ®. 491 ntlSri ble SBilbung 
8*l(«l^uin fäc unorgani[<^, uiib HDani^ ^attn ft^ baburA Geßiniinnt 
MN, eoltl^m, »oin^ümti^ ju fagtn- «bei; @dinin ftlb|t (ann nit^I 
ra^ on bn angeführten SttOt f ottjuf a^teit : ifßratenthum gilt aber 
allgemeiii tHi fBratthnm.« ^at ^tigl: SDie 3u{aminen{t^iqtn mit thnm 
V^lfKt fenjl {tgcntlii^e (Eomvefttionni, bit btn etamm bt< «jltn 
St[U mit ben jtBeittn DCibinbut (nie Eereogthnm, EOnigthum u. |. ».); 
^ üni^btutfi^e bebient fu^ ab« btt EQ)oilt9 thum bo^ oud^ ju mti 
■ijmKi^ Somf)ofilicnm, b. ^. |o[c^cr, in tt)cl<^cn bie« ÜQort einem Catu« 
M «mmgt^cn ffioitt« angefügt iß, fo bcm \ä)naät beclinietlen der fOrat, 
dnfGnteD. Ffinten-thom ifi gcbilbet, wie Forsten- stuhl , FOrBten- 
^ u. f. f. €e nie nun ^iei ein {^»at^te @cncti» in einem eom):ofttum 
lil tbnm fteft, fo in Volka-thnm ein fkrfer. 3ifl« Sine iß nit^l mw 
Jonf^, oU baa aubere; unb wir ^<^tn mithin ni<^ nSt^ig, Mn bei; gönn 
^9t^, bic ber <&4^feT bee aSoileS i^m geatben l}U. 



ciilizedüv Google 



880 ^ittri ^u^. ^(< Jta)!iUI. 

fi^ ©fpnnung. S)ie Qugenb rüftig imb loe^^oft ju mat^ jun 
Äamvf füt ba« SBatertanb, bo8 loax fein 3«l- ^"t" f" 3»' >"*' 
«^ ptni&tfi^ Qa^n gefinnt roax, fo fagte er bo(§ ni^t ein bt» 
ft^ränft ptm^\^tS, fonbern bog ganje beutft^e ©atetlanb in'S 
Äuge. 93«t oüer ©eroitnbening ber preu&ift^en Iwlbent^ten, roie 
Pe bie ®ef[^i(^te bee 17. unb 18. Sa^r^unbeiM fo gianjenb wr- 
it\äjmt, brong fein Solid boi$ njriter aurüi in bie großorttge ^Ber* 
gangen^eit beS beutf^en ÜJolfeö. £}eut[(^ ^nglinge unb Sndnnn 
xooiitt et bilben rüftig an ©eele unb 8eib unb erfflüt üon ©egei' 
fterung füt bas beutf^ SJaterlanb. SBie er felöfti fo follten feine 
lurner i&r Sßaterlanb fennen lernen in feiner t^tenwii^ 0t' 
fi^i^te, in feinen @itten unb ^inti^tungen, in ber uralten $tTT' 
Iti^fett feiner ©proi^e unb feiner ©eifteSerjeugniffe. 35te feSff- 
nung be« berliner Siimptafecs im grfl^Iing 1811 fte^t besW^ 
in engfter iB^ie^ung ju ber mannen ffufna^me, irelc^ banuU bit 
altbeutfc^en @tubien in Sterlin fanben. @(^on bie frfi^e X^' 
tig(ett ber JRoraantifer :^tte ben 93oben Bereifet. 3n Berlin fyiitt 
a. So. ©«^legd in ben Qfa^ren 1802 unb 3 feine Sorlefungfli 
Aber Siteratur, jtunft unb ®eift beS SeitalterS unb über baS iDttt= 
telattet geilten; luib ^ier trat ou ber eben gegrünbeten UmwcfilSi 
im 3a^r 1810 g. g. »on ber §agen ol« 8e^er ber aIlbeutf(Sea 
®Vxa(iii unb Siteratur auf. tSrtebrii^ grtefen aus anagbetorj, 
^a^n'S reic^begabter (Senoffe bei ber SuSbilbung beä Sjimii»fen4, 
tmr ntwi ^üt/tt ein fCeigiger du^örer geinefen, unb bei Ingen in 
ber aitbcutf^en ©protze" '). W« bonn ^gen, im ^la^r 1811 
naif ©reSlau oerfe^ mürbe, trat ftatt feiner Äuguft Qeune {grt. 
8U Wittenberg 1778, t 1853} mit feinen Sorlefungen über ba« 
Wibelungenßeb auf. ©ein §i)r[aal mar gefütlt »on 3a^'« 3Jn' 
nern, unb bie fleine ^nbauSgabe iti ^ttbelungenliebeä, bie 3^i>( , 
einige ^a^re fpäter (Berlin 1815) %erau8go6, ift neben onM« | 
»Wi^erftimmen" bur^ 3a^n'Ä «Borte eingefü^: „t>tt iWibelini' 
flen^ort ift baä iRibelungenlieb' *). ÜJen wiffenfi^füii^en Bert* 

titut[<^ii lutnlunfl (Btrlin 1816) ©. VII. — 2) Huf b« ÄiW)«tt *«* | 
:£ilrlblattt«. 



ciilizedüv Google 



tAt KonintircT. 821 

m 3eune'« Sbtsgdbe ttrirb mtntanb ^oä) ca^ifiaQm, fo UKnig al« 
liic rrften Vnf&nge bet eon ^fa^n, 3«i>tc >Ri^ Xnberni 1815 ge< 
P«Di »erlintf(^ ©efeßft^ft für beutft^ ®|)tai^ •); ain baa 
ur (8 aui^ ntt^t, tvorauf (« bonuls cmleaa. XHe le^bige Sf 
gtiftentag füc !3>utf(^IanbS oüe ^etrli^trit foOte ben Wbü^ ftfi^' 
[nt für bif SifOintifuns einei beffern Subinft. 3ßa^ von ®(^n< 
Itiitoif ^ btefn ©timmung ©orte aegtöen in feinem (rgtrifen- 
ben &iäi Dom iH^ein. 

Sit «iirtrr hi nniHirtni Ji4ilt na» ttt» Ctitlgkttl aif km Ctkld 
k» irrnaifr«» )l«U*l>|ic M kri 3iti» 1S«( ki* 181). 
tritment mit uns beffen, was nrii fübet bie S^tigfeit gefagt 
^, UK^e bie fRomontilet In ben ^a^ien 1797 Ud 1800 fDr 
tt{ Sufmoedintg unfter alten Siteratuc unb ^nft enttoittelten, fo 
HtgtaniiDäitigtK w\x und M^t, tote fe^c biefe 99eftiebungen in 
tti Srit bet Untetbrflifung }ut {Siebet^Ie&ung beä beutfi^ ®innes 
niäuiittn nuigten. SRan fyxt ben fRomontitem biSiveifen oorgc 
nitfm, bag fie bie Jlunft ganj com &ben getrennt ^£tten imb 
ba| fie iataa^ in 6Io§ atft^f(^ ®entegen aufgegangen feien. 
&iAet tft ieboc^ gu fienetfen, bag bie Stomantifet tene Hbtoenbung 
WB ?Aen ber Wation, iene« Aufgeben in tünftlerif^ SSefttebutigen 
Mit )m §tro(n bet iBJeimar'fc^ iSpot^e: mit ®oet^e unb ®(^U» 
!n, gemein ^6en. Xber mä^ienb ®oet^ ft(^ buii^us nit^t in 
iflnn [)(9mpif(^ 9hi^ und ftöten laffen unb eben beSioegen in 
btn^a^Toi 1806 bis 1813 bie fiagÜ^Stoae ffielt, bie au0 feine 
»ufriiltiflflen SScmunberer mit «ßiberwiflen unb ajerbrug erfaßt *), 
W« wir We Momantiler Don inniger I^tno^me an ben ©(^d« 
[ifra be« SBotnlanb« unb Don tiefem ®(^merj übet bie Unter« 

. ~ ^'« Ipdttnn ficifhmetn bicfn ®t|cQf<^<tft bÜT(tn übiigtris ttiitcMnca« un^ 
Ktfi|itt iMTbcn. — 2) £ag ic^ Utlt cnlftnit bin, @Kl^('e XÜ^lngTa^e »tTfltiiurii 
iia am bie biil^ierif^tn Sritugniflc bn SRomanlittT ntbtti bit ftinigcn ptQtn 
f ntittt, btaut^t i^ nii^t nfl ju Dt[|l<^tnL Sbtc iäotO^t'a SOtntIfmta in btn 
31^1806— 13 ju »(^tfmigcn, nirb aw^ btn bt^gcmtmUn ScTfu<|w 
ni^ gtUngnt. ^Ilt bafl b(ui((^ Solt in iciitn ^a^itn bit eiitnnuing 
^Kfy't gtt^tlt, |o Ufirt boe 304 brt fianiBfifi^ ®cwalt^6«< auf un« 

et in. nuti 

^^,v ■. ^'•^ .„„„Google 



322 Drittt« ea4. SiM ttafUü. 

btfiAmg beS beiitfi^ SefmS ngtiffen. SStit ^6en bie fildgm 
ge^öft, in bte fi(b f^on im i^la^r 1802 ^etM ®4M fibn twi 
aSn^ia ^Ctutfi^Ianb'« ngog. 91u4 H. S. ec^Iegrl f|m4t f^ bf 
tntä iH>r beut 3ufi>iii<'<c»t"ni4 ^xeu^'S mit gro^ filorbtit vnb 
Snlf(^i(ben^eit über bie Aufgabe brr ¥Mic in bei jornmerDoUai 
Page bed 9}aletlanb« au& ^ einem Srief an $ini(|u4 Don 
12. aWätj 1806 f^tribt et: „SDif ^offie, (ogt ma«, fotl rin 
fi^SneS unb fieteä ®pic( fein. ®anj xtä)t, in fo fern fit tmm 
untergeorbnettn, bef(^r&nlten 3»)^'» biencn foU. SOein nolicn 
nrir fie blog jum ^ttagsf^muif beS ^fteS? 3ur «eftnriin 
feinet dcrftieuung?" ~ .Sir bebürften einet butc^ud ni^t triU' 
merifi^n, fonbcnt xoaifm, unmiUelbaien, energifc^ unb befoalxiii 
einer pat»otif(^en "fot^e." — »aSietttii^t füllte, fo lange «nfm 
nationale ©cl^ftänbigfett, fa bie t^ortbauei be« beutjc^ 'Stamms 
fo biingenb bebtest loirb, bie foefie bei uns gang ber Seiri>fam' 
(eit meinen" ')- 

Sie ]^totT baa Ungifid bc4 Sateilanbs auf XictfS Okmüt^ 
laftete, ba8 fprtc^t bet ©c^Iug ber fernen Weiftgebti^te im ®m' 
mer 1806 au9. fttant an ber &i(^t mar Xictf im ^ffc 1805 
nai^ ^taikn gegangen uiU> ^tte bort Q^nefung unb ceit^ geifH- 
gen @cnuß gtfunben. ^n einer iRci^ IcbaidooQ anf^nlii^lSc 
biegte fprii^t er un:3 bie lünbrüde ber in jeber :6cjie^iuig fo bc 
glfideiiben 9ieife auS. Wkx bas It^e btefer ekbii^te : .^Drcöbta.* 
ift erfüllt Don Sorge unb Summer um bas bebro^e Sotedanb- 
„Unb nun ber ^mat m^" fagt er, ,^unb unb fräfttg, VSai 
Idnnt' i(^ Hagen, '3Ni aUeS mir ^eube bietet?" — „O tofin 
©a^ffnn meine guri^t, Unb Äeinmut^ meine Ängft: — ffl«* 
foU mir Rraft unb @efunb^t, Senn mein t^teä, imtig^Sf 
liebteS, Senn mein Siaterionb jum lobe erfranft?* *). 

t^rtebri^ Spiegel nur batb na(^ feinem Uebertritt )ur lömi' 
fi^en Sitite nai$ Sien gegangen unb ^tte bort eine ©teDung ta 
aftT€i(^if(feen ©taatäbicnft crbalten. IS« mar in bem für Oeftw* 



1) K. B. poii e<«(tatr« fämtnll. KnU, m. VIII, Stipjig IHS, 
<&>. UA f,j. - 2, Subnig HitcT, (Stbit^tt, «crlin 1841, €. St7. 



:.,i,-.,zeüi:,GoOQlc 



Ctt »ntumita. 823 

in lu^oUm ^olfi 1809, unb ©t^legcl nittte nac^ ftififten tttU 
an in 6egttfteiten (^^ebung btö jSatferftaatö. SDtan ta^t^t babet 
ui^ mic bamals noi^ bie Deirfc^täwnften Elemente jur übfc^ütt' 
üuig be$ fran^üfif^ i^oc^eS |tc^ bie £Kutb reii^ten. Kbn f(^bn 
in Ixn ^a^ren 1810 bie 15 fe^en lott Schlegel in 33tr^Itniffen, 
in jn friireit ^oi^fltegenben ^fbcalen Don beut[(^c Hraft unb ^ttt' 
U^cit nwnig pafjen roolleti. 1)xt geiftDoUen, trenn au$ Öfters 
nnjtitigen SSorIcfungen über <St\it^i)tt bcr atten unb neuen Bite- 
lolui, bie er im 3°^r 1812 ju aSten gelten ^atte , wibmct et 
bri i^ iKtauSgabe im Qa^t 1816 bem JJDrften oon 3Jlettetnt(^. 
Sofienb« na4 ^fteUung bed t^rteben« roirb er immer me^r in 
iit 3Ie^ m Sftreic^if^n ^M^ifüm oerftridt; unb fo mugte t» 
bcn Knl^ein gewinnen, als wenn bie SSegeifterung für bie mittel' 
dtetttite Q^iöge bcs bntt|^n aSolfed, mit n)e%r <Si^Iegd bcgon= 
M ^otte, nur ba^ führen fünnc, in religtüfet ^linfi^t bie 9ie<= 
fonoation ber £ti(^, tn polttifi^ bie gtogen bürgerlii^en <£nun' 
genfi^m ber neueren S^^'^^iinberte ju befümpfcn. (£e uur beS^ 
^\b bon unff^fi^tem Sert^ für bie Sntnri(flung unfrcr SBiffen' 
W, bog gerabe in jenen ^^ren (1807 bis 1819) eine neue 
äü^tiing in ber Xuf^ffung unb Se^nblung beS beutfi^n ^tter^ 
ÖfUttä ftc^ ^^n brac^. ©<^on @3ned, unb in anbrer Sieifc 
vidiet Hmim unb SSrentano tamen, bei ailer äienDanbtfc^aft mit 
tn fiü^erra dlomautit, boi^ eigentlich auS einer anberen ®egenb 
Ol boS @tubium beö beutfc^n %Iteit^um8. Sine ganj neue @runb' 
läge aber fi^ffen bie SSrÜber @rimm. 

SBir mugten biefes Smpomiai^fen einer neuen iRic^tung um 
JD mtift f(bon ^ier DorlSuftg berfl^ren, aU bet Qät naif bie ft^S' 
tmn Üeiftungen bet Momontiftr (1800 biä 1819) mit bcn frü^ren 
bei 9rüber ®rimm jufammenfaaen. iOIan muß ftt^ bes^alb erin' 
nern, baß bie arbeiten ber Stomanttla, Don benen rcir jeft etrcas 
läifect Wc^erift^ft geben looflen, fii^ buri^treujen mit ben S(^rif= 
tai Donogen, Oörre«, Arnim, Brentano unb ben Örflbern ®timm, 
Mn bencn mir etft in ben folgenben äbfii^nitten fwnbeln werben. 

dubmig Xied »erfolgte aui^ {e^ ben Seg roeiter, ben mir 
i^n fiü^^^in ^aben einfc^Iagen fe^en. l£r ri<^tete fein Sugenmerl 



i,C,ooglc 



324 tiTiiM eu^. «Tjtts StOfM. 

»intifigli^ bantuf, bie bcutf^en IDic^ngen ies äRUttlaUne buT<4 
(Srneuerungen feinen QtHq,m^m gugfinglü^ ju mai^ {Bit in 
bet früheren ^eriobe bie fi^rifer, fo »oüte « jefet bü8 gcoßartigftf 
fSipoS ber beut((^ SBoigeit: bas Sieb bei ißitielunstn, iit'S %tu< 
^w^btutf^e übeitragen. <£8 ^nbelte ft(^ aber babei tti(^t um 
eine bUge Utberfe^ung, (onbem um eine fürmlit^ Umbt^tun^, 
In totl^ ba« alte Sieb in neul^ix^beutfi^ adeaibettinig tn< 
^tten, iugfei^ aber an tuffenben SteUen »on anbeten ©agot 
bur4f(i»^ten unb erg&njt [ein (ollte. Z\tt bef($&fttgtc fi^ fi^tt 
int 3a^r 1805 init ber ^ausgäbe eiuftg folt^ ^iktU', obci 
fi> tam nur ein Heiner X^tH baoon gu ®tanbc; imb cift noi^ 
Zieif8 Xob, int ^a^^c I^^^, rourbe ein i&nu^ftäd baoon bunt 
Don ber {xtgen setöffentlitl^t '). Ke^nli($ rote mit bem Slibetungoi' 
lieb etgieng es STietf mit fetner Uebeitragung bts Adnig dlot^a- 
SBfi^b feine« au^t^altfi in Wom im 3a^c 1805 unb 6 b> 
fc^aftigte er ^ eifrig mit btn altbeutfi^tn ^nbf^tften brr Sati' 
canift^n Sibltot^r. Som ^ntg {Rot^ na^m er eine Xbf^nft, 
unb aus Mefer Sbfc^rift ift ber erftc SDrud \x» ®ebi<^t«, ben m 
ber Cwfl«" Worate, gspcffen *). lietT« eigene Äbfli^t aber gienä 
auf eine (£rneueriutg, unb von btefec ^at er nur einige iSnii^tüdt 
in «tnim's äeitung für ffiinflebler (1808) ^) etfc^en laffen. ffitm 
eoUftänbtge Bearbeitung aber gab Xied im ^a^r 181ä oom 
^rauenbienft bcd Ufrt^ von Sti^nftttn b«tauä. Sic ber focT» 
btö SnittelalterS, fo manbte ZitS feine ^emü^ungen aui^ ber tAfy 
tung ber baiauf folgenben ^Q^^^unberte ju. @ne gnu^ bicfn 
©tubien war fein 1817 erfi^icnenc« ,:Oeutfi^ ^ata', rat 
Sammlung beutfi^er X)ramen aus bem 15. bis 17. ^afftt/mint, 
begleitet von getftDoIten unb tenntnigreii^n Semerfmigen Ober bi( 
(Entnttdlung ber beutfi^n ©t^aiibfi^ne. 

1) Sm attutii 3a^i6uc(| bei eerlinit^in Qlc|tn[4ait für Xxulft^ Sfn^ 
unb nikTl^umefuiibt. ^t. tiun^ g. $. »dii bn ^aacii, 0b. X t«fi- ISSi, 
6. 1-U, u. bott S. 14 — 13 auc^ ^ofltn'* lötri^t über IikTb Untttit* 
nun. — 2) {)tulf4t ®tbi<^lt bt« IDtitttlallcT«. ^. b. g. $. Mn ba ^ 
flt« u. SQMinfl. ab. I, «ttliii 1808, (Sinleitung jum Äot^tr ©. Xn. - 
8) Sit. 8 - 5. '' 



ciilizedüv Google 



XHc nomontihr. 826 

Son rintgen b«r Bnt^tlflften atBeittit ber SSriiber ©Riegel 
imtitn mir in ft>&tcren Wfc^nUten gu ffiiei^en fyibtn. ®ie ftf^t' 
um tffäU di («fonbere SBecIe, \o bte epoi^mac^enbe ©c^rtft 
gritlirii^ ©(^(egef 8 Ü6« bie ©prai^c unb ©eis^t bet Qnbiet, 
^Ibng 1808; t^eilS tmnrben (Je in 3eitf(^ftcn wröffenttii^t 
iaia bot ^belberger So^^^ü^fm mrc ed Dotjügli^ bas oon 
j^Ti(bit(^ ©Riegel 1812 unb 1813 gu $ßien :^eTau$(]egebene 
3)nttf^ anufeum, worin bie Srübcr ie^t i^rc an(i(^ten niebcr« 
Ir^ TttS Xxutfi^ anufeum fteUte fic^ rct^t eigentlich bte 9(uf' 
Si^, ,beutf(^e @)nra(4e unb @ef(^i(^te, beutfi^e j^unft unb StFennt» 
lif nai^ be^ Säften gu beferbem" ^). Unb jToaT roar es ganj 
^onberS borauf a^gefe^en, »bof man bte oielfa^en ©c^^e unfrer 
ülttn @()Toc^, eSefc^i^fe unb Äunft immet me^r ju 5tage förbem 
ttift; mi^ blog für bte @cle^rten unb einige Sie&^aber, fonbcm 
Ü9,mm jngängli^ unb wrftänbli^ für aüt, bamtt eine neue 93e> 
EtbiQig ber gefnmmten beutfd^en ^pxaäit, Stanzt unb SrFenntnifi 
W ber arfpranglti^ Quefle erfolge" ^). i^m erften Sßanb be« 
Xmtfi^ aRufeuniS oeröffentlti^te ^ebrit^ ©Riegel feine Sb^nb' 
Inng ,Ur&er norbifc^ Si^irunft." !7)ur4 feinen ganjen 9t[bung3< 
91119 iMt er JU bei Ueberieugung ^ingefü^t, bo§ ^oefte unb Runff 
«U Sengerungen bes nationaten SebenS ber ©ölfer gu betrauten 
\m. ^ biefem @tnn gibt er einen Ueber&ltf ü&er bie @efi^i(^te 
to bnttfi^ ^oefie nS^nb bes ÜRittetalterS in ben ißorlefungen, 
ttt et im 3fa^ 1812 jw SBien über bie ©efc&ii^te ber alten unb 
«Mn Sitetotur Ijiüt Unb uon biefem innigen Sufamnten^ang ber 
Ni« mit bem Seift unb ber GntroiÄIung ber üBSHer ge^t aui) 
bK SG^onblung über norbif^e S^ii^tlunft aui. ^e ©age unb 
&tn>mbi<^tnng ift i^m ,bie ^oefte in t^rer urfinrünglic^en @eftaU 
itttfL* 3n ber norbifc^ l&bo finbet er bie urfprfingfid&fte Ouelle 
tw aertnontfi^ ^oefic ,3fene8 aöburc^bringenbe tiefe Slatur» 
W^% iot14e8 aus ben getmonif^en @itten unb Stnric^tnngen bes 
^3 ^orteui^* „®o »iel aai) ber Einfluß be« S^ßen- 

1} Ctutf^t« IRuftum, ^. u. g. S^Itgd, ^mcittr SSaiib, Qitn lä12, 
5- 468. _ {)nit|4t< aUuitum, 86. H, 1812, ©. 278. 



ciilizedüv Google 



326 Stillt« iSu^. ®cflcs Xapild- 

t^maS mi milbe» ®ttten nac^^er baran geänbert %a&en, eä tfl 
Diel Don icner alten l^enfarl unb ^kfü^lstueife, menn gleich in 
neuer Demanbeltet ®cftaU getlicbeit. 5Dutc^ bie gaiije Wiüerjeit, 
huxit alle 5t^ten iinb ©llten, aOe iCii^tuncifn unb ®e6i(be bei 
antttelolters ge^t biefer ©lunbton gWc^fam wie bie notbifc^t JGw 
^inbuK^, unb no(^ f plagen biefe @ef&^Ie in ben Reisen aün 3}dI> 
f« beutf#er abhuift" '). STOit b« iSbba Bringt ©(^(egd junä# 
baS 31ibefungntlieb in Sejie^ung, wobei toii und ju erinnern ^< 
ben, bog biefe K&^anblung ©i^Iegel'd jünger ifC als Me frä^ 
Xrboten oon SU^Im ^rimot, ^gen unb ®9rre«. 96ec nü^ nui 
basSIibelungenli^, fonbern auc^ ben @^ateftieare berfitüfifl er mit 
ber alten norbift^n ajittitung. „©a« ia» ilßefentlit^ barin ifl', 
(ogt er, ,ber barin ot^menbe freie 3!aturgeift, bie in unfer äffet 
^rjen tief eingeniurjelte unb eigent^flmlic^e norbift^e ®efü^IäiiKt|e, 
))a9 tritt uns Dtel nfi^ei nod^ im ®fyxMpiatt entgegen , grnft in>> 
mtttel&ar ein in unfere SiBelt unb tmrb toieber Seben unb ^ejeic 
raort anit fliegt ift er bes^alb ber £teblingsbi<^ter nii^ blog bn 
@nglflnbec, fonbeni fibet^u^Jt alter SSöRer von sennonif^ %6' 
ftuir^- 

Itntec ben arbeiten M. S. ©(^legeC« aus biefer ^ßeriol« 
roerben mir bie Unterfut^ungen über ben lituret (1811) unb bie 
aSeurt^eilung ber @rtnim'f(^en Vltbeutfi^en SQiälber fpätet noi) tt- 
rubren, ^er beft^rfinfen mir uns auf einige ^merlungat Qhi 
bie ^eru^ftücfe, bie ?l. 3S. Spiegel im Deutf^ 2»ufeinn 1812 
„%us einer no(^ U3tgebru<ften ^fturif<^en Untetfu(4ung übet W 
Sieb ber Slibelungen" niitt^Ut. @i$tfgel ift begeiftert von bn 
®il6n()ät unb @rogartigtett bes ^tbelu'ngenliebs. 1£r fet}t es iwit 
üfxt aQe anbeten beutf^ ^it^tungen bes 3)HtteIaIterS unb flrlU 
eS unmittelbar neben ben ferner. „'t)es bunten ©i^mutfed bn 
^omeriff^en ©öttergeftoltcn", fagt er, „mußte ba« Sieb ber 91ibelini* , 
gen freilief) entbehren, weil e3 »efentlit^ ein i^iftlii^ea ©ebi^ ift; | 
bagegen fi^ilbert es ta^ Saiten einer ge^imnigoollen aSorfc^uns'- 
— „öiaä aber bie S^o^t ber bargeftellten menft^lii^ @emüt^ 

I) Ctuilc^ca muftum, Banb I, (1812) ©. 167. — 2) gStni. 6 189. 



£iit dtomanlirn. SS7 

t Mtifft, ba bftirftt r><^ bte Saage «ilfi^beit auf bte 
Sritt bt< altbculf^ Xlii^tetS netgeH" 0- ©^Itfltl forbttt beä' 
^, bag boS ^i&elungenlicb «in allen ©faulen, bie fi^ nid^t 
tönmieili^ auf btti not^&rftigflen Untmt^t einft^täntra, gcleftn 
ub rttlSat wöbe* ^). »Sänge", fagt er, „i/abt t^r bad ^antoai^' 
\ak @ef4Ic(^ mit fa|li(^, abei ma^ftr Sta^ng fläglti^ ikt' 
}äit(U: bn iSrfoIg ift aut^ bomac^ aufgefallen. Setfui^t tS ein< 
nol oabcr«. {^^rt bie ^ugenb in'iS t^iete ^tnau^s, an ben ^16 
DcnoUtrrtcn Urfel« bet ®age, ido ber mtt Stfen geft^ntfingette 
Cuell bcT ^Klbenbii^tung noi^ lefenbig ^rtHM:f)>ntb(U. ^ tagt 
(ie einen fcif^en ^^Tunt t^un" ^). ©eine (Sciilteningen übet bie 
blfle^g beS ^tttelungenlicbeS hiupft ©(Riegel an bit 9uS|prß#e 
Sodann Don SRflUer'fl an, inbent ec t^nen beitt^igenb entgrntittt 
tr ge^t bavim au<S, .baf mir in unfemt !£e(t ber 9Iibelung^ 
am bie tüngfte Urageftoltuns »or und ^a6en, bag aber bieftlbe 
Sii^timg, bet ®mnblage nat^, ISngft in anbem ®eftalten Doi^n' 
bts umt'' *). ^oüftx ^taltungen nimmt ©(Riegel vier an, beten 
ölttfte f^on balb naü) ben geiten Sttila'fl unb Zfnohoni^'i bts 
610^ entftanben fei^}. Son bec iüngften a^, bcm ^Jibelun« 
(|nfieb, ttne Hi auf uns getommen, fagt ®i^egel: ,S9 lann 
li^ fc&ijtx ate in ben lr|ten ^a^i^cn bes jtotJlften, nii^t f)>ätet 
iil« ettiKi in ben nrften je^n ^afjxta be« breige^nten Qa^t^unbertä 
otgefaßt fein' ^). Daß eä nic^t alter fein fönne, bewetft ©Riegel 
iaxaas, ba§ bie &ebt<^te aus ben früheren X^eilen be$ 12. ^^r« 
tmibttts, mt btr ftänig iRot^er unb anbere, noi^ fe^r ungenau 
m ben 9teimen feien, Ȋ^renb bes SRibelungenlieb f(^n unter bem 
lEiiiflug ber großen Umgeftaltung fte^, mliie bte 3}crälunft etma 
frit SBelbetfa Cneibt erfahren ^6e. ©ag aber unfer 91i6elungen« 
ItA .wenigftenä im jraetten ^a^rje^nb brä brci^^nten ^a^t^uu' 
itxa ff^on Dorl^nben unb belannt uar", beneift ©Riegel aus bei 
Änfpielung, bie fii^ in Solfram'8 ^vaiüal auf unfete 5ßibelungen 



1) »Olli*« ««Ituin, 


a«.« I 


mit 


1 1812 


e 


14. - 


- 2) «Hut. 


6.20, _ 


3) Htmt 


6 


i«. ~ 


1) 


ebciib. 


®. 


521. - 


- 5) ebtHb. 


6.S35. _ 


6) titab. 


6. 


505. 













ciilizedüv Google 



328 S»itU< 9»^. Smilc« ttofUti. 

finbet >). SBolftom'« ^ai^tual aUt fet ao^ M Sebadtot b«S &mb' 
grofen ^ecmanit boit 3;^aringen gefc^n^en, bn im 3a^te 1215 
ftaib'). SBit ber 3(U, fo meig ®^ItgeI au$ bec «Stesenb oif 
e(^ niffenfc^ftlii^ Sege na^ ju rflcfat, in welc^ unfm %i' 
bdungm abgefagt fein mflffen. Sr fjiftft nfintft^ ju biefem St^f 
bie geogtap^ifc^ ftemttnifTe hts Tüäitna, unb biefe ftfifuna 
ffl^ JU bem 4£tge6iri|, «bog bcr ^ic^tct grnaune iJctlit^ StiiK^ 
trifft »om ffiblit^ aid »om nOtblit^, unb in {ntm »icbtt doh 
bei dfttt(^ olU Von ber ux^ic^en ®«te befaf >). ^ btr 
@i^benmg bet ^^h in bcn Segenben bc« 9i^fin« g«S^ tr t> 
offenbare 9)enoimtng; bagegen nKi| er an ber iConau fe!^ gut6^ 
f(M>- «^ genaue ftenntnig Oefterrett^'^g ittotift, bog bet ^* 
tet lange ^let ein^eimifi^ war" *). 3Wit biefem wijfenfi^oftfi* 
na^eroiefenen (£rgc6nig aber nuUtt fii^ eä)UQÜ m^ begnägot, 
fonbem er gieng von ba ju ber Sernuit^ung Aber, bei Xii^ter bet 
Stibelung«! mOge nw^I $etnri(^ oon Ofterbingen getoefen fein')- 
%. SB3. @(^(esel ^attte im ®tnn, eine »oQftfinbige hittft^ Xuägabc 
ttd 9!ibe(ungen(tebe« mit iDort< unb foc^eriiarmben Sbtmerftmgtn 
tti^äata SU laffen. :£)iefer $Ian aber, ben er. im 3uni 1812, in 
£eutF<^ anufeum^, anlOnbtgt, ift nli^l jur SuAfA^g Sf 
bmraen. 



SU «UbtttMcN Ctnlicn )>r grU bei Kiftcrtml kct BtSm 

«rimm. 

Sir ^ben im oorigen jta)iitel bie Umwanblung gef^tlbflt, 
iveli^ bie Suffaffung unfrer beutfi^ Sorieit bun$ bte ttoDtanti' 
ler rr^^ren ijot, unb nnr ^oben gef^, tvie bie $ttupter unfm 
romantif^ ^t(^tnng fl(^ aui^ felbft an ber altbeutf^ gorft^ 



1) ftBmb. S. 5U fg. — 2) C6tfrti. ©. 520. — 3) {Jnitf^t* 3R» 
fium, änwii« 8onb, Kitn 1812, ©. 14. — i) (Sttnb. 6. 17. - 
5) ftboiS. II, ©. 19 ffl. — «) «bmb. II, 6. 366. 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



£tc olitoilfc^ni Gtubini jui 31U beS VuftTtttn« ba SBrObn iSitnim. ^9 

Bt^riligten. &läif^äüi aits nimmt iie attgmnamf^e @f)«cialge> 
If^ifmnleit i^^icit nKiteren SSeilauf, etft una6^itgig oon-ben 9tD< 
nuttilmt, 6a(b aber Don t^iem Stnflu^ bur^brungen. SDte @e' 
k^Tttn, bie mit am Snbe brr Dorigm ^[Jerbbe auf bem <Stivt 
bn a(tb«itf<^ ®t)tac^ unb Sitnatnr beft^ftigt fa^en, fe^ i^re 
IfläHflWt cittä) in brr geflenttättigat fort. Sßor atlm bet luiet' 
mMift ©rater. Die legten ©änbe feine« Säragut ') fallen 
(^ in unferen Seitabf^tt Dem atzten Sanbe btSfelben (1812) 
3tM et ben 9tt6entitel: „Obina unb Xeutotta" "). ^ bitfent 
«anbe Mtfl^ü^t ®iäter (1813) jum crftenmal bas mittelnid>et< 
l&dnf^e ®d)ii!^t Yan den tob Beinaerde, baS er in ber SombuT' 
gel ^onbfi^ft entberft unb (bor 1806) al» haS Oiginal bes nie« 
beibeutft^ kleinere 3}o3 eriannt ^atte ^). Qa^ini) mit ber ^ouS» 
gäbe bcs 8. S9anbcd bed Sragur beginnt ®räter no(^ eine neue 
3tttfi^ft ,3bunna unb ^ennobe", bte ts in ben ^o^ren 1618 
tiä 16 auf fOnf ^Q^i^si^ng' bringt %u4 ^ex niebet ^at er es 
ii SSerbtnbttng mit [einen EDtitaibeitem \owoffl auf bie literarifi^e, 
ob auf bie aiUwren Seiten beä gennantfil^ Sltert^umä o&gefe^ 
Vor oOcm aber tft es t^m um ben 3ufammen^ng mit bem flon» 
binoDif«^ Ülorben jn t^un. (Sr fiberfe|}t unb erläutert ni(^t nur 
mehrere gieber bet fitteren ®)ba, fonbetn et ift au4 bnrt^ feine 
Ibiägabe bet „Helga-Qoida Haäding^-Soata", bie 1811 ju 
@(^raäbif4 CmU etff^ien, bet erfte Deutfi^, bet ein aItnort)if(4eS 
tieOmii vjuerft unb o^ne !ßorgänger gu entjtffeiit geroagt ^at" *). 
^ @ef&^[ feinet Setbienfte meiß et fic^ bann freili^ ni^t batein 
jn finben, bat ^^nnet Don überlegener Begabung auf ben ^ton 
traten, unb uerfc^t namentß^ buti^ feine Dome^me Se^nblung 
ber^Stfiber iSwam'') für eine Q^ lang bie Snetlennung bes 33er' 



1| ©. 0. ©. 285. — 2) Siicfe ,Obiiia imfr a:tiitona' ^t tintn brti. 
fa^ Ziltl, iiGmIf<^: 1) ^xa^m. a^ttr Qanb. 2) Staga unb {ittmobt. 
JÖBfla Sonb. 3) Obina unb Stutanft. (Sr^ti Siinb. — 3) eiagut, 
Sb. Till, e. 274. — 4) Sbuniia unb «ermobt 1S12 6. 16. 311 Obinft 
vab ZcBtptu, %K<lau 1812. 6. 211 litg @ifitct ftiiu üiiSgabc bcr Helga- 
Qaida tw^ tinmal abbiuiftn. — 6} ^'»'iiito ui<b ^ermobt 1812, Ki. 17. 



i.,C70oglc 



380 Eitles Sii^ SBNiU« Kt^iUL 

tnmfM Or bciiS et fi(^ um tne görbeniiig brr bentf i^ UifCt^Hitil' 
ftubien wiinid^ ennorbcn ^t 

Siie (Brätec DorjugSnwtfe ffii: bad Sltitoibtf^e t^g nut, fs 
ffli bas @tot^tf(^e föil^. bliebe, ^etm. Steinwalb (gtb. ji 
fflafimgm 1737, geft ben 6. Xug- 1SI5 als &UiotftAax ju SRit' 
nhigni)«) imbSoM^tiftion öa^it (ge6. ju ©olberftobt 1767, 
ffit 1798 ¥foner ju t)erM} bei ?üSm, geft. 25. SPtat 1818)3). 
X)eT leitete gab im % 1805 gu 3SeigenfeI:8 bie bomole bdaimttn 
Uderrefte be« Ulfilad ^aud auf ber (Srunbtage Von ^väia.'» %C' 
briten, bo4 fo, bog et felbft ^ulba's got^ti<4e &pxaä^tt loitlM 
berii^te, wfi^nnb dtetnioalb beffm gst^if^ Stoffai imuiiititctt; 
Sie filt bie ilteren, fo ge{^'^ müi für bie ifingeren smnairif^M 
^praitm bes WiUelattetft in jenet Qnt fo 9Ran<^: für boj 
Miebrtbcutfi^e bin;* ¥.3.83tunS*) (t 1814; ©ebit^te in oBplatt' 
bcutf<!^i: ®pxai)t 1798}-, fQi boS amitel^o^beutfi^ bun^ %. S. 
Ocrter (t 1824; Sern^« tKoria 1802); füt ba« äUere Situ- 
^od^beutf^ burt^ @. S. ^ßansei, ®. SSeefenntepei lUiD Xnbtn. 
9bei: aüt btefe SBemü^uttgen ^tten gimSt^ft nur bie Sebeutung, 



18. ebciib. 1816, ailttor. »cpl. ©. 39. 3« btt UebtrTu^t btfftn, kw« iit 
1812 auf btm ®tbtt( btr altbtulft^di £ttt(atui: gtfi^tirtii tjl (Sroflut Till, 
XIV fg.) nrniit @tSI{t bie %!ntb(t ®iitnni iiii^l (iiimal. XJoi^ (agt n in 
btmftKcn eaiibt (€■ 275): ,bi( ^cmt ®rimm, bit fii^ buri^ t^lttiiai tif« 
fit bat Siiibium bei norbil«^«! [duoI)! ni9 adicutfi^tu Sitnaliu au^i^na.' 
— 1) Um 3. ©tirniti'« jlTtiigrt Urt^til (Deutsche MythoL (1) ZuMhrift 
an DaUuuin S. XXIX) ju Mr^cbtii, mug mau Dtrgltii^ii, in DKl^tB 
3Rag @[ata iit ftinfii ätilf^rificn (tili eigcntfl £ob au4bnit(l. Sfll. SngH 
I, 21. 24. lU, 552. 3biniiia unb ««ntubc I, €. 22. gkitb. «oingo 

19. £«. 1812. @b«ib. UI uiib IV, Sil. fßt^l. e. II. — 2) (fMS.) 
Mg. Silnatu(=3tilung 1815, Kr. 232. — 3) Hoifmann, Die deateche 
Fhilol. S. 17. — 4) 2^ fü^rt ^ttt au($ gltif^ an bit gtgm iSnbc iiiif»< 
gnlab^iulte (rft^itiKritn aufgaben b« 9nngli(bt4 eon ÜI. %. g. <§cIbtMn 
(ISlä) unb btS Solociatx •Sobtü Coii S"^. 3lfp. ISraftn WotUt^ nb 3- 
ipoul ffSffingK <^^ 1817), fo mit bit acttacullit^tit «cittigt jut JhMil- 
nig btt alt^btutf(|tn OutDen in Slbffsnd oon Sn iScft^i^ttn bt« «onM* 
SU @alltn, m. I, (1810). 



cülizedüv Google 



Dit alitait|(^(n &tubttn gur gcit'bcä ^HuftTtlcn« btt Srüb« ®riinin. 331 

ba§ )>mä) fie ba8 smatetial fflr bie SJifTenf^ ^ gmnartifi^en 
^^ilologie fi(^ ttivaä i>nme^lte. !^te Sntnridflung biefei Sßtffeo» 
ji^ft felbft iDurbe tiur^ eine 91et^ etgent^Otnlif^ ISrf^einnngen 
tiis ju betn fünfte foTtgcffl^it, )do fie bittii^ bie 93rüber @lriiimt 
rine neue (^ftalt belam, nnb biefe ISrfd^nunfien mollen mh; nun 
pnä(^t in i^ren ZiSgern unb beren Seiftungen ft^ilbern. 

^riebiic^ ^eintt^ von bet $agen lourbe geboren am 
ly. Se&niar 1780 ju ©i^miebebetg in faet Uletmatt. ^flai) »6:= 
iolüierung beS S^teumä j« ^wiylan njibmete er fit^ auf bcr Uni- 
«rfitdt ^lic bcr ffle^täimffcnfi^ft. Qu^Uiiii aber jogen i!^n bort 
bie Süriefungen beS großen aßeifter« ber Haffifi^en ^^ilofogte 
ivriebrii^ Stuguft iSJoIf ') an unb nährten feine Siebe ju p^lologt' 
f4en @tubien. 3m 3a^r 1803 trat er gu Berlin als 9!eferenbar 
in ben ©taotsbienft. ©ä roaten bie ^^xt, in benen buri^ bie 
^öupter ber lomantifi^n ©c^ule fii) in Serlin bie Siebe ju un> 
jerer altbeutf^n XHi^tung oerbreitete. ats %. 90. ©i^Iegel im 
3o^ 1803 bort feine ©orlefungen über ®ef^i^{e ber beutfi^n 
?Kfit ^ielt, befanb (i(§ |wgen unter feinen gu^öwt« unb »urfae 
t]i« äuerft jur Verausgabe beS ^Jlibelungenliebfl angeregt '). ©c^on 
früher mar er tiuxü) ^oiiannts WMtx auf baSfetbe aufmerifam 
arauK^t iDorben '), unb biefer, ber in ben 3a^ren 1804 bis 1807 
eine anfe^nlt(^ ©teltung in SSerltn einnahm, förberte nun am^ 
m allen Swgen'S Seftrcbungen *). iRai) einigen ij^a^reu Derließ 
^agen ben praTtif^en ©taatsbienft unb roibmete T"^ oo" b« a« 
gona bem ©tubium ber älteren beutfijen Literatur. Äl« im Qa^ 
1810 bie neugegrönbete Unioerfität SSeriin eröffnet »urbe, er^lt 

i) Sgl. bit SSibmuiiQ Nr ^aQcii'f^n Stuägabt btOtibduuotulitbd som 
3- 1810 an g. «. aDDlf. — 2) a. SÖ. ©«^Icgtl in Sr. Si^ltgtra ^tuU 
l^m TOuftum Sb. I, Sien 1812, ©. 16. — 3} g. ^. Don btr ^agtn, 
Sii([( in bit ^timal, »b. II, ©. 338, <- 4) ©gl. bit SBibmuna btt ©0= 
Snifi^ 1lu«g. btS 9ii6clungcnUeb9 uotn 3. 1807 an So^iui von SRüIItr. 



i,C,ooglc 



3S2 trititt eut^. 3»titel Xa:pM. 

et an brtfdttm eine auferorbtnttit^ ^rofefTur bet beutft^n ©ptm^ 
Witt) SUetatur unb fS^rte fo bas Utbcutf^ in bie 99et^ bei Uni' 
Dtrftt&tsftubien ein. I81I nnitbe ei on bte Unberfitat SieSlon 
oerfe^. SJon ^ier unternahm er in ben ^^ren 1816 unb 17 
eine 9leire buri^ @abbeut[(^Ianb, bie Si^ioeij unb i^taflen, um bie 
93tbItot^eIen biefer Sänber flic bie aUbeutfi^ ®tubien au^ubtutm 
3n feinen „^Briefen in btc $)einiat avi !S>eutf<^Ianb, bet S^qkjj 
unb Italien-, (4 fflänbe, ©erlin 1818- 1821) gibt er un3 ein 
retc^^Itiges Silb von ben Stnbrfiden btefet 9iet[c, fo une twn 
i^n gelehrten ffirgebniffen. 3ra 3a^r 1821 ttujbe et orbentlii^er 
^rofeffor an bet UniDcrfitätSöetltn, mo et na^ einet lüngjÄ^rigen 
SBitffantfeit om 11. ^uni 1856 geftotben ift ')■ 

3n 'na^et 3Seibinbung mit ^. ^. von bet ^gen ftanb 
Qo^ann ©uftar Süf^ing. <Sx max ein ©o^n b« ©eogtO" 
p^ Knton tlrticbtic^ Sfifd^ng unb niutbe am 19. S^ttmfxt 
1783 ju SSerftn geboten. Stai^bem et fli^ auf ben Untoetiitattn 
Stiangen unb $>atle bem ©tubium bet (Rei^StDifTenf^ft getoibntet 
^atte, »urbt et im 3- ^ 806 ots WegtetungStefetrabot in 93frßii 
ongeflellt. "ätxx feine Neigung jog t^n jum ©tubtunt bet beut» 
f(^en %Itert^flmet ^in. Ch übetna^m ba^ im 3- ^^^^ ^ Soni' 
mifforium, bie faecutotifietten ÄIßftet ©i^Iepen'« ju beteifen unb 
beten ^nbfi^ften unb ftunftgegenftäitix ju netaei^not unb ja 
übeme'^men. ^ 3. 1811 rautbe et «rc^Mt ju 83ie«I«u. ©eil 
1816 ttot et jugleifft ^riwtbocent, feit 1817 oufeerorbentß^ei unb 
feit 1823 otbentlii^et ^tofeffot bet attett^untSmtffenft^ften ob 
bet borttgen Uniuetfität unb tft am 4. 3Rai 1829 bafel&ft geflot« 
ßen ä). fflüft^ing etwatb (id^ foöjo^l in feiner oratlic^n ©teltoig, 
ald buri^ einen gco^m %^l feiner ®(^^n befonbete Serbienpe 



1) Sit eoTllt^cnbtn 9ngabtn übtx ^aQtn'e Ztiw (inb, uw tttnt oAm 
QutQc ongttü^il iß, au« bet eio^auS'ft^eti 9ttaI=Sne9la^K, 11. luF-, 
Sb. VII, 8ci)!)ts 1866. e. SÖ2, tntncmintn. — 2) Sit obigen «ngibn 
fuib tin«R Stcholos sa|<(hia'4 cninommtn , ben bti »tut »cholDS baZmt 
f<^n, eitbcnttr S^tgong 1829, £4(. I, 6. 409 [3. au» to VtOL 3V- 
1829. Kr. 108 a»nKtt. 



ciilizedüv Google 



£it altbcutfi^u eti^itn jm geit btS Sufltttcn« btc eiüber ®t:imin. 333 

m bU Uter^ßmet ®iH^\ai'S. @eine loic^tigften ^ftungen auf 
tnn Qk^ bn gemunif^ ^^lologte unternahm er in (Bemeüt' 
[<|itft ntU ]]r- £>- »Dti ber ^gen. Unter ben ©Triften, bte er 
aUttn ^oudgaft, cmSf^ntn vnx bte ,9ßi^entli(^en SRai^Tü^ten fiit 
^nunbe btr tikfi^ti^te, ^nft unb @ela^^t be« aßtttelaltet«' 
(1817—1819), bas &6en bes f^Iefifc^n attttetd $an« Don 
@4uxtni4en »on t^ \t\bft aufgefegt (1820 fg.} unb „StUteijeU 
unb »ittenDefen" (1823). 

Sritttit^ ^tinTi<4 eon bei ^ag(n'4-9tbtiUn »om ^a^r 1805 
bi« jum 3i)^t 1819. 

9ti4t tiui ^u«^ äugne SUnregungen, buti^ feine iBejie^unsen 
ja a. :&. ©Riegel unb Subnng ZUi, fonbem au^ feiner natür< 
Iti^ Xnlage naif, nrar $. ^. oon ber ^gen ein ®t)rä|[ing uu' 
ftrer Konutntif. Txt ®etft bes beulfc^en ä)tittelalter8, mte er fi(§ 
in fhtnfl unb iDii^tung, tn S^enhceife unb ®ttte auS\pxiift, gog 
i^n nfi(^ an. ^m %nf(^lu| nu^ an SÄtst, eis an bte Spiegel, 
Watt tx bie altbentf(^ $oefie unmittelbar geniegen. 3))ie ^f^ra^e 
uut i^ ^cju nur Glittet gum Qaed; bie ®t)ra(^orf(^ung an {tii| 
ioj i^ nxmger an, SBie bie ^>&u^ ber 9tomantif rii^tete ^> 
gtn fein Vugenntetl leinesnxgs Ho% auf Literatur unb ©^irai^, 
fonbent cbenfo au^ auf bie btCbenben jHnfte beS aRitteloIterS, tns< 
bffonbere onf bie S3aulunft. ©eine n^^^e in bte ^Ktntat auiS 
iDtatfi^Ianb, ber ©(^weij unb Qtatten" »erfolgen mit gleiti^ Siebe 
aOc ®)Hiren alter unb neuer beutft^ Kunft, loie fle und ben 
Seifaffer als eifrigen 8efer ber altbeutf^en ^anbft^riften auf ben 
StiUtiit^den geigen. 3n biefem mnfaffenben ©inn gtflnbete $agen 
tB Serttnbung mit S)ocen unb SBflf^g bas „Wufeum fflr ^ 
btutfi^e eiteratur unb Sunft", beffen erfter ^Sonb 1809 gu Berlin 
etfiMoi unb bei beffen gBeiton SJonbe (erfte« ^, ©erlin 1811) 
^ bte ^erauSgAer noii bun^ ben 3utrttt ®em^b $)unbe4^< 
flm'» ergSugten. „^Stu^it, Stlbnerei, Sauhmß, öffentli^eS unb 
^fiusG^es Se&en", fagen bie ^ousgeber in ber Sßorr^e gum erften 
^onb, ,unb UKtS man ittoöffnHif unter bem ^tarnen ber Stltert^toer 
^Ttift, ftnb ba^ nti^t oon unferer iSetrai^tung auögefc^Ioffen, 



L.C-'Ooglc 



334 titittt» fSuify. gmitce Xa^iid. 

fonbem HKCben, }uin !li^ erneut unb oeiiüngt, aml^ ^tt n«^ 
eine ^eriie ober anfc^aulii^ SSorftctlung gemä^ren. Unfer ^u))t' 
gegenftanb wirb {ebo^ inniter bte ©Vra^, ^oefie, furg, bit ge» 
fatnmte SUerotur unb i^re ®ef(^<^te bleiben; foroo^I roegen iinfetee 
»DCjflgli^ nur barauf gmi^teten ©tubtunU, als ani) megen i^ 
rtM^n, bte obiflen ©egenftänbe auf gemiffe ©etfe ft^on in fwft 
f<^Iie§enben Umfonge^S." iDiefec %n!flnbigung entfprii^t bann ain^ 
bei ^n^lt ber 3eit[(^rift , iebo^ mit einer etnjtgen (^ralterifti|(^ 
Sutoa^nte. Qbmo^I nämltt^ unter ben ^u))tgcgenftänb(n bei 
3eitfi$nft bte ^ptaift an erfter ®teOc genannt wirb, entf^It bie< 
felbe bo(^ leiue ber ®^ra0forf(^g ange^ürtge Arbeit "XM äbri< 
gen $äi^ aber finb bun^ nKC^oQe Seiträge ber ^ousgeber 
vertreten. Unter ben wenigen (onftigen äIHtarbeitern fitti>tt ^ 
au(^ ^cob @rimm. VIS eine ^rtfe^ung be« IDhtftuiniS Iinra 
man bie oon benfelben ^ausgebem unternommene „©ommlang 
fftr !(ttbeutf(^ Siteratur unb ftunft" betrauten, bie ober trot 
tuani^ njert^DoOen 99eitrag8 ni^t Ober hai i£tfte @tM bts Si' 
ften USanbeS, 93re<Slau 1812, ^tnau^ebte^en ift. - 

S)a« ^ausgeben oltiKutfi^er imb aItnorbif<l^ Xe^e unb boS 
©anundn literarifi^er Stat^weifnngen bUbet baS gelehrte ^touptotp 
bienft von ber $agen'S. (Einer tieinen „Sammlung Xieutft^ 
a5o(fölidier, — ©ftlin 1807', folgten 1808 blc rei^tigen ,S)eiit. 
fi^n ©ebü^te beä SDKttelaltere, — ffirftet SSanb 0, ©eritu 1808.' 
@ie entölten unter Knberen ben etften ^Cruct bcä AönigS Kot^- 
99eibe ©anunlungcn unternahm $agen in (Bemeinfi^ft mit feinm 
gtennbe SSäfc^ing. — Unter allen a(&eutf<^ S^t^tungen ober jofl 
feine »on ber ^gen in fo l§o^em Wa^ an, tme bie dtibelungen. 
SSon feinem erften fSlntcitt in bie Literatur bis jum au«gatig feind 
SebcnS wibmet er ben tIZtbelungen unb ber mit i^nen MnoanbttB 
altbmtfi^ unb altnorbif^ ^elbenbic^tung ben btfbn X^eil feinet 
SE^atigNit »Unb nn^rrt^ m(^t, um ndi^ hiermit )U rä^eu", fogt 
et 1819, ,— benn lä) neig, nrie wenig vSf no<^ gdeiflet, ine 
nan^mal geirrt ^be — aber i^ borf «S wo^I bdennen: i4 



DcmizedüvGoOQlc 



ZUt olibCHtf^cn Stubia gut 3cit bH anftrtltn« ba SiübcT @ttmm. 335 

^ ben btften X^U meintd Seben« an btc« föerl gefe^ unb ^ 
ts gtnt unb fmibifl ^fym unb l^ue es nix^, tonl t^ mug, imb 
tarin etnett frO^ gefui^teit SiRittripuutt alles nieiited X^nfi unb 
ZaanwtteS, eine URenbIt(^ Sufgabe unb meinen (ie&ften SSentf 
grfinben jn ^o^ glaube. 3" 1^ fc^mac^voaften „^ett beS SJotet' 
lunbes unr es mir, mit tnäm g'reiinben, ein gtoger Sitoft, eine 
na^e ^crsftMung unb eine ^o^e !@ei^^g bcr %ßiti>erle^ 
btutfi^ «klt^ltc^tdt, bte uns nt(§t getäufc^t fyit" i). SKit ber 
fn)6t einet SSmAotung bcs Sübelungenliebs in ber 3^<^ft 
Cnunia (aR&j 1805) trat lugen iuecft tm bie Citffentli^Ieit. 
Smuf folgte: X)eT 9{t6elungen Sieb ^erauSgege&en butt^ f^. f). 
ron ber ^gen , SSecIin 1807. ds nur biefl leine XuSgabe US 
«tttet^o^beutft^n ©runbterteS, aber oui^ kine Uebeife^ung in bie 
Sinai^ ber 6kgennMCt, fonbein ein Snittdbing gunft^ beibcn. 
:Dit mittel^n^utft^ SJörter UKrben uin^S fte^n gHaffen, 
lin üfct VauH ia'd ^eu^o^buitf^ uwgeft^rieben. OeftetS ober 
iKi^ au^ bie i&äTttx felbft mit anberen Mrtaufc^t, balb mit 
wif gebrfiu^li^en, balb mit anbeten betafteten, bie ber Skr^iffet 
fh Miftätiblti^ ^It, als bie im @nntbteft twtaefunbenen- ©e« 
Ktl nur bies ganje !6erfa^ren ein oerte^rtes, unb SBit^elm 
0iinm ^) ^ite DoUIommen 9tei^, menn et eS ftteng Detur^eilte. 
tbtr »ir muffen uns crtnnen, bog ^agen's äiorbtiber, Subnng 
Sect in ben ÜRinneltebent unb %. m. @(^IegeI in ben groben 
■ittd^beutfi^r ^(^tungen, bie er bann unb uxnrn feinen Hb: 
tmiblKugen .einfiif^, ein oetnunbtes äSetfa^rcu etngef plagen tfat* 
to. Unb fo gut es nur, bag biefet ^wittetgottung ein tafi^ 
Cabe bereitet nnirbe, fo bfitfen mit boi$ nii^l oettennen, bog bet' 
«üge ^BrOt auf bie SÄtS'ttoffen einen nii^t geringen Stnbnuf 
gnaac^t ^abcn. 

@4int füc bie eben bt^pxoifttK 99eai^tung bet ^Hbelnngen 
Bon 3a^ 1S07 ^tte fi^ .^gen einen bcffeien iStunbte^ ^cge' 
fidit (ds ben bet 'Kailet'ic^en ©ammlung, t^s bun^ eonlectur, 



1) S. ^ Mn bei ^ot, tiit »t8<Iimstn: i^n etbeulune fta Üt @f 
naa MRb \Bu ivam, Srctlou ldl9, €. 19*!. _ 2) S. unltit. 



L.,,.,.:.I:,G00QIc 



836 titiatt Os^. SiKÜt« Jbi))ittL 

tVtld btm^Scnutttng bei: $nmn ^^ üßOn^ettei: |Kinbfi^ ')• 3)ni 
3a^t fpfitrt trfditen baim; iMt Sdi&elungm iSeb in bet Urftnat^ 
mit ben Seaaiten bet Mtfi^ebenen ^nbft^riftett ^tmigtyiia 
)naät 8r. ff. »wi bei $ogen 3u »otlefimgen ©edin 1810. ©üft 
ausgäbe ift $■ ^ ^o^f genribnwt unb folUe .no^ beftetn ffiifTtn 
tmb SermSgen eine unrttit^ unb bim^uS tritift^e fein, in bei %xt, 
urie unr fie oon ben SSeilen bes gne^f(^ unb cömif<^ Wttt' 
e^uma ^ben" ''). Aber ber ©erau«ge6et ajor nu^t fllttiHi^ rä *« 
^teUung feines Xe^. Xiid ^atte i^m mflnbt^ bte gonj r»^ 
tige 3Ritt^etIung gemot^, bog bet Dotbete Z^l bc8 3»lUleT'f(^ 
Sbbtudä ni^ duiS bem @t hälfet Sobe; genommen fein ISnnt, 
mä et fii$ mefenttii^ Don biefem untetfl^e. !Cet 3(nfaitg einn 
Sbf^tift bes @t. ®at[et Sobep, bie $agen von $Tof. ®4ttdi «• 
^ielt, beftatigte Stted'S Witt^eUmtg. SM nun lene »otbete ^älftt 
bftB SPtfilter'fi^ %6btud8, nat^ ^tn'ft eigenet Angabe, ont^ tntt 
ben Stn^flfiden, bie 93Dbmet aus betfw^emfet ^anbft^tift tmt< 
t^t, bitr^auS nic^t ftinmtt, fo folgte mit Slot^enbiglrit, bof 
iene Dotbete ^Ifte be« "Sft&iitfiifm £mtd« aas einet britta 
^bft^ft ^KttQ^ten mOffe. X>enno4 meint ^en, es fd an 
<Enbe bo# bas 9Sa^rf(^etnIi(^fte, bag es mit ber ftagabe, btt3MI' 
(erif<^e X)tud tO^re auS ber ^o^emfet ^nnbfil^tift iffx, im Qknjn 
feine Wi^tigfcit ^6e, unb bemgemttß legt et ben Sßflflet'f^tn iQt 
p <änaäx, in ber Sßeinung, baß et in biefem bie »ältere unb 
ec^efte ^Ktnbft^^", nOmKc^ bie von i^m Dotausgefe^e einjia' 
©o^enemf« Bot fi^-^be»). Die gtage roat fteiii(^ öetwi** 
genug unb mie gemat^t, aitä) bie beffeten St^f^t m Mnointn- 
Stutze 3eit noi^ SBerflffentKc^ng feiner ftittfi^en «uSgobe ei#* 
{»gtn $[nfQatimg Ober baS na^re ®a(^ixt^K(tni$. Vn^mgS ^o" 
Dembet 1810 t^eUte i^ ^rofeffot 3. §omer in Qää6) ben «rief 
Sobmet's an $tof. SMOer vom 1. Wlai 1781 mit, ans mläjm 
fi4 ergab, baft ©obmet jwei vetfc^ebene ^'^onfet §aiibf(^f^ 
ten bcnu^ ^tte, unb baß et Ohriemhilden Bache 1757 out bei 



1) Sodann'« D. Cgi. ben Anfang ju ^ogtit'« 9Kb. Mn 1807, 
6. 489 ffl. — ©. 596. — 2) 8«r! S. VII. — 8) fi. X. XI. 



,C^ooglc 



£it itflbcul[<^cn etubien jui 3til btS 1iu\tttttne ba SnUtr ®rimni. 887 

citun {iaämam'S C), bsgegot bie an SRüQcT gefc^Ufte 9(i6f<i^ 
Itl Dnbemt !£^ci(8 tntS ber anbeten ^o^enemfei ^nbf^rift 
(%Htoaiui'3 A) gmommtn ^atte '). ^n benfel^ 3<i^tbI' ^max 
toi) bte beibai ioftbaxai ^nbf i^riften , bie mtö ^o^enemS X)et' 
j^inbett unb ben Sugen bei ^oif^ entrüift lootben »oiwtt, 
mebei )uin Sotfi^n. 'S>te lefte tSefifenn, eine &T&^a ^cmaSt, 
bütte ftf (1807) i^rem Äb»ocaten , bem Dr. ©d§ufter in ^tag ge» 
j^oitt. IiieTer überlief bie eine <8a^ntann'8 A) burt^ lEoiifc^ beic 
$i£ltot^ in SBlQa^, bie anbere (Sat^mann'S C) Derlowfte fC 
an etntn ^m. ^rdnt in QBten, unb uoa btefem ertnaib fie, inU 
{lülfe btc ^ücFttn m]t von giirftenbeig, (181€) ber ^^. ^fi^ 
EOit £a|6«9^), mit beffen 99fii4eif4a«en fie (1S55) in bie ^r^- 
^gifi^ ^Uiot^el in itioneuef^gen tont- 

^m 3a^r 1816 eift^ien bie ^roette Snflage ber eben (e^tix^A 
§aa«i'f^n äuagabe beä Sti&elungenliebS unter bem %\teU S?er 
JtiMungen Sieb gum eiftenmol in ber älteften @te^alt a»ä bA 
St @aUer 0anb{i^nft mit äßerglei(!^iing bei übrigen ganbf^tiptcn 
^nauSgegefien bui(^ &. §. won ber ^gen. gnieite mit einent 
wUftänbigen Sßurteitmt^e Deime^ite Auflage. Breslau 1816. — 
{«gen felbft üejeii^et in bei Vorlebe biefe ^ggaüe als „ein gong 
nniee ©u(^" B^ienübet ber äu8ga6e Don 1810, unb er barf bieS 
ioii mit DoUei Sa^r^eit t^un. $ter ^at er nämßi^ ®tfixau<^ 
gemotzt oon ben ofien erjä^Iten Suffi^Iüflen, bie fit^ injwif^ 
über bie ^u))t^nb[(^ften ber ^Jii&etungen ergeben Ratten. I£c 
[nnint ju bem (£igebntg, ba| bie eine^o^mfer ^), bie ®t. ®a(tec 
unb bie SROnii^er |>anbf(l^ft^) „bie i)tibelungen in einet ge« 
mrinjamen Sarftellung entölten" unb mit „„ber 'Jlibelungen ■Siotf)"' 
W\eim^i. 3^1^ gegenüber fte^e „eine bebeutenb abn^nc^etäfe 
^rßeUung* in ber anberen $of)enemfer ^nbfi^rift '^J. ®{e ent* 



1) €ainmltins füt 1I[tbfut|(^c fiitnalui; unb Kun|). .^ti. bon g. ^. ». 
ttt tofltn a. t- »■ 1 öonb, 1. ©Ifitl, »reatau 1B12, S. 1 — 14. — 
'^l €« tnrb »D^ b(T VDn Dr. ^maS (Pfeiifer's Germ. X, 505) mirgt= 
tbeiiK Qm^t bt< gf^ni. o. Safe^ttn ju otipt^eii [tin. — 3) Soi^nnnn« A, 
- i) ftu^manii's D. — h) Sontbt 6. VIII. _ 6) eoK^monn'» C. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



888 Iiiittct %u(^. 3iiKiic< Stofitü. 

^Ite tASfi am eine aßenge oon ©tonjen , bie ben anberm fehlen, 
fonbent Anbete auc^ gtunbf^u^, um ben S^Taltet (S^riem^s 
in einem milberen ßi^te erfi^einen ju (äffen '). SJie 9tt6e(ungni 
jeigteit fii^ ^iei jmar in einer me^t anf)}te^enben, motivierten, gc 
bilbeten ®eftaa. u'Xttx", flüixt er fort, „tä ift babun^ offenbar au6 
bie ältere fttenge Stnfat^^it, ba8 Sü^ne,'oft me^r nur SnbeuttiAe 
unb St^a)}fobif(^ ober tnelme^r Stomangenartige be« beutf^en ^^It^ 
unb iKibenliebea öerwift^t" *). Unfer 9H6etungenlieb „öerlfiugnd' 
nämlii^ nat^ $agen'd Slnfu^t «feinen Urfprung aus äüeren unt 
anberweittgen S5oH«liebern nit^t* *). Aber .«Stuart in bteftt 
ISeftalt nur von Sinem ^, unb jnar von einem ber gra^ot 
unb ^llf^ften feiner 3^, iit toeVltem f((^ ber neue SKttri' 
unb SWmnefang auf« ijinigfte mit bem oltm aJoHsltebe oertpiifte 
mib t9 mit allem neuen Slanje et^o6 unb verltStte, nrie nirgend 
anbersroo" ^). ^gen ift geneigt, mit X. SS. Si^Iegel auf |xin^ 
•Aä) von Ofterbingen atö üBer^iffei unfred Stibelungenliebj ju 
rot^ , rotna fi^ bie« au(^ nt^t jur Oerotfe^it er^eßen lafft ')■ 
Sänge bmox unfer Slibelungenlieb von btefem <£inen gebii^tet mü*, 
fyiU tS übrigen« feinen Siurt^gang buw^ bie latcinifc^ Älifiri4' 
nung gemotzt, bie ber ^affauer fflif^of ^elegrin (t 991) «"^ 
raönMw^er Uefiertieferung bur(^ feinen ©(^reibet, Sffieifter Sonral'. 
von biefer grofen @t^ä}i(^tt ijattt abfaffen laffen'^). S^ic .ec^tefu 
unb aitefte Urfunbe" jener ^errlti^en einheitlich beutft^ Dii^ä 
bietet un« na^ ^itiCi 9nfi(^t bie @t. ®aUer ^bft^rift mi 
nüStit i^ bte Mrjere ^o^encmfcr unb bie SDlüni^Rer. «Slic ^^ 
f&aüa ^bfi^rift ift alfo faft i»ÜTtli<^ unb bui^täblti^ aHf 
brutft" ^. Hu« ben übrigen ^onbfiferiften foUen bie ©tropfrra, 
bie ratrnic^e Qa\&^ ent^ten , mit einem Stemmen bejet^xet ein' 
geft^Itet loerben. Sa« nun bte Su«fü^rung feine« Untente^ineit^ 
betrifft, fo ift ©ag«' "«(^ ^tet no(^ fe^ roeit entfernt von bm 
OKI« mir feftt von einer Ausgabe be« 9iiBeIungenliÄ8 ^Jt*«" 



1) BonAe ©. IX. — 2) Bomb« ©. X. — S) «otwbt 6. XX-- 
4) Ootttbt ©. XVI. - 5) Scmbt ©. XX. - 6) Sombc 6. X - 
7) öotrdw ©. SSV. 



ciilizedüv Google 



tii alNKUtt«^ eiubitn jut 3tit bcC Sluftnltn« bn CraiMr ®iintm. 330 

Sbft b« Äu«ga6e Bon 1810 gegenfißer bejrii^nrt biefe neue etnen 
febeuttnben g'OTt[i$tttt. Titx KbixaS einer ber (eften ^unbfi^iiftai 
nui o^ne ^age fe^t banfenSineTt^. Unb au^ tvad ^gen füt bie 
Smitiginig fein*« !&fteS unb fflr beffen ÄuSftattuna mil einem 
Sörttrtu^ get^n, 90b biefet auöflabe ber Sübelungen trotl Dieler 
3SSnge[ entfi^ebene SBorjüge vor allen Maserigen. ^nSbefonbete 
tft ^orju^ben, bag ^gen ^er bereite „ia9 @runbgefe^'' ber 
oltbeutfi^ Wtttil „anbeutet" ') , unb babuct^ fel&ft einem ^orf^r 
mit Senede DorauS ift $agen fpric^t jiDor auc^ no^ von tani&t< 
ji^, baft^rifi^em, anofififtift^ent ©^IbenfaU unb fo fort, erfennt 
Hier, baf „bie TOifc^ung aller biefer butc^einonbei: jugegefien Herben 
muß." „Die ©runbreget", fagt er, »ift (für ben 9ii&ctungenDerS), 
bog ein \ei)Sfaitex ^uptaccent mit ungefS^ eben fo viel minber 
Montm Selben abivet^felt" ^). Unb aud^ iaS entgeht i^m nii^, 
ba6 „in ber 9Ii6elungen»;@tanie bie (efete ^ttjeite meift um einen 
JuB länger ift" '). Ueber^u^ nxinbte ©"9*" *«'i' ottgennoni- 
i^en SJetSbon nii^ o^ne (Erfolg feine Stufmei^amleit ju , me er 
beut bereit« im 3. 1809 bie Saitecotton im altffii^fif^en $elianb 
li^g erlonnte *). 

©eintr Ue6ertragung be8 ^liMungenTtebeS moUte ^gen eine 
ä^tii^e ©eotbeitung ber anbeten Oebic^te auS bem ftretä ber 
bcutf^ ^Iben[age folgen laffen. „Der ^Iben ®u4 ^ausgegeben 
irnn^ 5. §. oon ber ^agen. (Srfter ©oiib. Serlin 1811' Wieb 
aber o^e {^ortfe^g. <&S mar tetne SSieber^oIung bed alten 
^Ibenbue^, fonbem eine Sammlung ber beutft^en |Mlbengebi(^te 
an« ben älteften bem ©erauSgeber jugünglit^en ^anbfd&riften unb 
tiru(fen^)r unb iwar nai^ benfelöen ©runbfätjen beorbettet, wie 
iai iRiebdungenlicb »on 1807 % 

fragen'« I^gTeit für bie beutfc^e §fIbeni)Defie &ef(^&tfte 



1) ffi»rt( feK^ntann'« in bn Jen. Literatur- Zeitung 1817, Juli 
Sp. 127. — 2) DtT <nib(Iuii9cn Skb, ^n. buri^ ^. ^. Don ber ^gtn, 
1B16, «cfT. 6. XXVHI. — 3) ebtnb. S. XXIX. — 4) ^agM'« 8n= 
tage Mn T^Ken'e Wi|ccDanc(n in btr 3'"' fiittratut^ Teilung 180», 27. ^li. 
- 5) Son. S. VTÜ. — 6) I56tnb. ©. X. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



888 drillt« »14. Butitrt StOfM. 

fyiUt fMfi nur eine 3)}enge Don ©tongm, bie ben aitbirtn ^f|Itn, 
fonbem anbete au4 grunbfä^Iu^, um ben S^after (S^em^'i 
in einem mUbeten Si^te etft^nen ju (ajTen <)■ ^i« 9äbe(ungnt 
jeigten fu^ ^er jtDai in etneic mt^r anf)nce<^ben, moixoittttn, gc 
bilbeten @eftalt .Kber', fS^rt et fott, „t& ift bobut^ offenbar auii 
bie ältere ftrenge (fiinfa^l^, ba3 ftü^ne,'oft lae^r nur anbeutenbt 
unb Sl^apfobtfc^ ober uielme^r fRomaitjenattige beS beutfc^ SoUJ- 
unb $elbenliebes «mnfc^t'' ^). Unfer SUbelungenlieb „Derfänsnä' 
näntlic^ na^ &asen'ä 3Infi^t .feinen UTfprung au§ alteren unb 
onbenoeitigen aJotteltebem ni^t" ^. «ber »e« rß^rt in biefti 
(Seftaft nur von Sinent ^, unb juat von einem bct gtögten 
unb ^li^jten feiner 8"*» in welkem fi^ bet neue fflitter- 
unb SDtinnefang auf ä inuigfte mit bem alten ^IKIiebe Hrqittiltt 
unb eä mit allem neuen fSIanie er^ob unb vciTlärte, niie nitamb 
anbecBUo" *). $Kigen ift geneigt, mit 9- XB. @(^IegeI auf ^Kin^ 
rii^ Don Dfterbingen aU Sierfaffer unftes StHbelnngenlieb« ju 
ratzen , wenn fii^ bte8 au^ nti^t jur @tn)ig^t ergeben lafft ']. 
Sänge beuor unfer 9tibelungenlieb von biefem Iftnen gebleut murbt, 
^be eS übrigens feinen £>ur%ang bun^ bie latetntfi^ Huf}eiil 
nung gemai^t, bie ber ^ffauet ©ifi^of ^elegrin (t 991) ""ä 
münbUd^er Ueberliefening bun^ feinen ®#reiber, ^Reiftet gomab, 
»on biefet grofen Q^fd^c^te l^tte abfaffen laffen'^). S^te ,«(teftc 
unb aitefte Urfunbe" jenet ^trtt(§en ein^i^ beutfc^en I)ii^ä 
bietet un9 nai^ ^gen'iS «(nfiii^t bie ®t. Malier ^Kuibfi^rift u^^ 
n&^ft i^r bie tfitiere ^o^encmfet unb bie SRünt^ner. »Slic ^ 
®aller ^onbfi^rift ift alfo faft uifttli^ unb bui^ftäblti^ abjC' 
brutft"^. ^ud ben übrigen §onbf(^riften foUen bie ©tropH 
bie tcttfli^e ^&^ entölten, mit einem ©tenu^en bejet^ntl m 
gefi^altet werben. Sa^S nun bie SuSfft^ng feines Untetne^m^ 
betrifft, fD ip §agen au^ ^ier nij(^ fe^ roett entfernt nun ben- 
WQS wir iefet »on einer Ausgabe be« iKibeimigenliebs fort«" 



1) emtbt 6. IX. — 2) Bombt S. X, — 3) fflorrtbt S. XX. - 
4) «OTKbt e. SVI. — 5) Bombt S. XX. — 6) Botttbt ©.X - 
7) Oombt ©. XXV. 



ciilizedüv Google 



tit altbnitf^tn Stubitn jur 3tU btS Üuftnltn« bn tBrilbti: erimm. 339 

Wer ber WaSiaU von 1810 gegenSfier ^eü^net biefe neue einen 
MKutenben gortfi^tt :£ei 86bru<f einer bec heften ^nbf^ftm 
mi o^ne ^age fe^t bonfenSicett^. Unb au^ maS ^gen ffit bie 
»(Tii^unfl feines ZtfttS unb für beffen anSftattung mit einem 
Sötterfm^ get^on, gaö biefer 8uäga6e bet 5Wi6eIungen ttoft »telec 
SRängd entf^ebene Sotjüge vox oÜen 6i8^erigen. i^Jw^Monbere 
ift ^oiju^e&en, bog ^gen ^iet beiettS „haS (Srunbgefe^" bei: 
altbtutft^en äßetril „anbeutet' *) , unb baburi^ fet6ft einem ^forfd^et 
mit Senede coiauS tft ^gen fpri^t jtuar au^ noi^ von tam&t' 
i4em, bott^Iif^em, ano^äftifi^em ©^IbenfaU unb fo fott, ettennt 
jfH, bog „bic ÜHif^ung atler biefet bun^einanbet jugegeben njerben 
ffln^." ,!Cite ©runbregel", fugt er, „ift (für ben SHbelnngenoer«), 
tul ein fe<^fai%ei ^u^itaccent mit ungefS^i eben fo viel minber 
bctonttn ©^(ben obtuei^ielt" ^). Unb aut^ bas entgeht i^m ni<^, 
^ ,in ber 9HbeIungen>!@tanie bie lefite ^H^^ meift um einen 
M länger ift" ^). Ueber^aupt nwnbte ©agen bem oltgennoni' 
i$cn äkrSbou ni^ o^e Stfofg feine SUifmerffamleit ju, mie er 
Im bereits im ^. 1809 bie aUiteiatton im altfSi^tf^ai ^Mlionb 
n^ ertonnte *). 

(Seiner Uebertragung be« 91ibelungenliebeä WDlIte ^gen eine 
ö^lit^ SBeortvitung ber anberen @ebi(^e am bem Smi ber 
M'^ ^Ibenfage folgen [äffen, „^tt ^e&en $ui$ l^ouSgegeben 
M J. §. Dou ber ^agen. (Elf*« ^«b. JBerltn 1811" Wieb 
abn o^e ^ortfe^ung. Üfö mar leine Sieber^olung beS alten 
^Ujentiu(^, fonbem eine Sammlung ber beutf^en ^tbengebic^e 
wi ben ItÜeften bem Herausgeber jugänglü^en ^nbf^nften unb 
Xüüim''), unb jmat nac^ benfelben @Tunbfäl|}en bearbeitet, mie 
bos 9Iiebetungenticb »on 1807 e). 

^en'S S^igteit für bie beutfc^ ^Ibenpoefie bef^äntte 



I; ISodt Sac^maiin'« in b« Jen. Literatnr-Zeitong 1817, Juti 
Sp. 127. — 2) ®n Jlibtlungm Citb, ^k. burt^ g. ^. oon btr ^m. 
1S16, Bon. ©. XXTITI. — 3) ffbtnb. ®. XXIX. — 4) ^fltn'« «n-- 
Jiiat Don {iKOi'S ^ilccQonten in btx 3cn.Sitcnitui:=3cituiig 1809, 27. 3[uli. 
- 5, Bore. ©. Vril. — 6) (Ebtnb. ©. X. 



D,i,-.,zeül:,G00Qlc 



340 ?iitlte ^(^. 3»titta Aopitd. 

m nii^t auf bie beut[i$en Süeife, fonbern fte erfbrßfte fi$ ttiit 
gtei^em iSifer auf bie [fanbinavifi^en SMt^tungen biefes ©agtn: 
ftnfe«. iM^tn ije^örra: fiieber bct älteren ober ©Ömimbtfc6fn 
€bba. Sunt erftcnnuil ]^erauäflede6en burt^ $. ^. Don bei ^tn. 
Serlin 1812 ')■ 'Ixam: SDte l£bt)a<t!iebei Don ben Stibelungen 
}um erftenmal vnbeutfi^t unb eilUttt buii^ %■ £>- d»" ber ^agoi 
iBresIau 1814. g^ner: Jlltnotbif^ (Sagen unb Siebet, turi^t 
jum i]robeIfreiS bes ^wlbenbu^ä unb bet ^JHbelungen gehütet- 
^erouäsegebeit buri^ 2f. §. »on bet ^gen. ©rcälau (o^ne 3a^r) ; 
nnb enbli(^: 9forbif{^e ^IbtHtomane, 93re«(au 1814—16, titl' 
^Itenb bie Uebetfegung bei SüQiltina«, Sliflunga», $tf[funfla<, %ii' 
not Öobbio[3 ' unb DiotnageftäsSaga. - 

i^n beut elften bei ^ter genannten !Bfl(^ei ^at $agen bie iiöxx 
bet alten Ubba , beten :3n^alt bet beut[(^m ^Ibenfage ange^ön. 
jum eiftenmat buw^ ben Diud »etöffentli^t. „TAe Sit bei 
Verausgabe btefer Öicber onlangcnb", fagt er, »fo finb {k genau ^ 
nac^ bet SCbft^iift bei alten von MäÜn (übet bie ^fole^re, «S. Ti) \ 
in'S brcijebrtte ;j;abt^urtbett gefegten §anbf^ttft bcr löniglii^n 
iQibliot^ef guSopen^gcn abgebnutt, toü^ Uft bei @üte St^eiiv'ä 
ueibanfe' ^J. ^gen emrarb fi(^ buit^ bies ^aüf baö ißetbienft 
unb bie ffi^re, ben Ztft biefet ebbifc&en |ielbenlieber jueift buttfi 
ben iDnuI jugönglid; gemacht ju ^ben. gut boö äSeiftänbnit 
berfelben t^t er ^iet noi^ ni(^t3. ©ie Siebet fmb foft o^iif 
i^nteipunftton abgebindt 9tur am ®^lug bet @ttoV^en fle^t cid 
$unft, unb bajioi|(^en finbet fic^ ganj oereinjelt ^in unb ujiebn 
ein ^tagejcii^n. ^em @(anjen abet tft eine auefü^rlii^e &nitH< 
ung i)oiauSge[(^(ft übet bie @efi^(^te unb 'boS aSet^Unif birici 
norbiff^ mt^ beutft^en S^ii^tungen unb übet bie Sitetatnt ba 



1) So lautet b» jttKite 3:tt(L Coton' gt^t ein $iux)>ttittl: «lliutlMf^t 
iitbK unb ©agtn, TBtiift jutn gn^tKniS bcS .(itlbtnBu^ unb b« Kibtluif 
gtii s^^Brcn. anit ein«: @inlt<tuHg übtx bit Qtcj^it^tc uiib boS Str^imiC 
bitfct noTbift^tn unb a)tul|<^it 3)ii^luiig<n buc<^ g. $. »ort b« ^stn. 
ÖKlin 1812. — 2) fiiebn btt älitrnt — ©bba. ^. buc^ g. ^. wn b« 
^agai, SJtriin 1812. So«. S. VIII. fg. 



ciilizedüv Google 



tn oll^ciitfi^cn €tubi{ji jitt 3cit b(« ?tuflvciene bcr Srfibo: •äTimiii. 34] 

Wb« ®)bcn. 25a3 ^ier aSera6(Sinnte foßte bie jiuei ^fa^te (pötrt 
fTfi^mene aSeclicutf^ung unb ffirflörung eine« T^eileS btefer Shba- 
^tber naii^oUn. 2)te Uelberfe^ung tft ftabirimenb. ®te ift xiiift 
obat ®t^i^ gemalzt, unb nenn man ben @tanb bei bamaltgen 
§filf#miltel 1) 6ebenlt, witb man bte ©fi^oi^'^nntnit beS Ucbet» 
ie^ nid)t iittttrf4ä^cn. t(n Sßtggnffen lonnte eä natflili^ bei 
mm fo ft^Riietigen Unternehmen nti^ ^t^m, unb man mlfrbe 
imwi^t t^un, pe bem Sßetfaffei: jn ^0^ anjutet^nen. Vbtx i^cito(= 
Jtriftif^ unb feineämegä ju bißigen ift e«, ba§ an* ^er »ieber 
cit änmerhingen faft auSfi^Iießlit^ fai^lic^er 9?atut flnb, unb baf 
Ict ^erfafTec oft au* bei ben größten Si^mietigfeiten ni^t bas 
Sdiürfmß emppnbet, p^ unb ben Sefem tReti^enf^aft ju geben 
üb« feine Äuffaffung beS lepte«. 6t cerbetft oielme^ öfter« bie 
ät^roterigfeit burt^ trgenb einen aUgemeincn äluSbru* ober lagt 
ffl* iDO^I ba« bunfete ©ort ftUIfi^wetgenb ganj ouä ^). — Qn 
9*iiig auf ben oon §agen ^ouSgegebenen ®tunbteft altnorbift^er 
sagen bemerfcn wir nur, baß er bie Tölsunga-, bie Ragnar 
Lodbroka- unb bte Nomageate-Saga au« ©iömer abbrurft, bte 
Bbmrtnrvalla-aaga aber, nat^ einer Äbfi^rift, bie t^ra 9iijeru)) 
hfotate, jum erftenmal Deröffentltiöt ^). 

3Re^ alä irgenbetioaS Snbereä erfüüten bie 5fttbelungen §a' 
30t'ä @emöt^. ©eine ©ebanlen barüber fafte er jnfammen in ber 
5i^ft: ©ie Slibelnngen: i^re ©ebeutung für bie ®egenn?ort unb 
für immer. ffireSlau 1819. ^agen ergießt fit^ '§ier in ein beget» 
ftttteä gob ber 9iibelungen, inbcm er neben mani^em Ueberfc&ujäng' 
liififli Dicleä Sk^re unb rii^tig @mt)funbene fagt 313^^*4 
übet fu^ er auc^ feinen @egenftanb mi) allen Seiten ^in tiefer 
jn eigtünben. SSir bfirfen bafiei niHit überfe^en , baß ^gen bei 

1) Sgl. 6it Sontbt S. XXU. — 2) digl. J. S- bit f(t»itri8(n ©lro= 
1\a Si^rdaikrida 11, 3 u. 4, bei bentn ^agtn nur eine etnjtgc unb 
iftvi |jii^li[^t ecmerrung miu^t. Ober Bigurdarkv. 1, (Oripiaspfi.) 19, »0 
{«gm im Skala mit «ni^t IdQI bu' üb»|(et, d^iic aui^ nui tiiic Sc 
wrimg boju ju tnot^ Obn tbcnb. €ti. 8, Ivd ^gcn bna Sort gegn 
it^nt witnt* auSlogt. — 3) Bett. ©. V. 



ciilizedüv Google 



342 ZltillH Sui^ inäite Xa^üü. 

bief« im 3o^t ISIS erfi^ienenm ®(^ft bie früher wröffenttii^ten 
^i^eUen Don 3- tinb S). ®ttmm, von (SävctS, gricbric^ @<^Iegt[ 
unb Sai^mann fi^n wx [li) ^at. Kuf ba« Ser^Itnig ju äi$' 
mann lotnmm mir in einem \p&tatn Ht\ä)nitt jutäd. ^Att vooüta 
mx mit noi^ bts gufammen^gs gebenfen, in meli^en $agen bai 
9li&elung«tlieb mit ber ftanbinaotfi^ SDl^t^ologie fe^ ©tegfiiä'ä 
Selten unb Xob ift, not^ feiner Knfii^t, nii^tö SnbeieiS atö ba^ 
Seben unb ber 3J)b ü&albut'd bed bitten ^j, unb bet 9iibelungt 
^oti} ift bei Unteigang aiin <Säüa tn bet eöaerbämmermtg '): 
„olfp, (enet untei man^etlei 3q<imen unb @eftalten ÜbttaU Dot* 
fottunenbe Ui^äR^t^uS von Seben, Zob unb Siebecg^uit, dob 
®(!^i)(ifuns, Untergang unb Sieberte^ ber Seiten unb :Cinge Sbet' 
Vtupf ^). $asen begnügt ft(^ in feinen ni9t^oIi>gif(^en 'Smiümita 
rä^ mit bem (^noeidbaien, fonbetn et fi^roei^ auf bei ®pui 
ftanne'8 in'« unbegrenat ^^antafttf(^e. Da ift ©iegfrieb ni(^t bIo6 
Solbat, fonbem pgleit^ aad) „aJimiob, aütelot' unb Oiion'). 
iS^el ift Mi, aber „iuglei(^ ber malte StlaS" ^^J. Unb „im 'Ulm- 
btf(^en ^gt aui^ ein 9iing felbei Orm, unfer Suim, von 
votiäjaa, bei @age nai^, Soims ben Siamen ^, — , wa btm 
Ui'SBocte Ui, toiU)t» Anfang unb fSnbe, Xob unb geben usi' 
fi^Iiegt" ^). Sir mai^ natüilii^ ^sen leinen befonberen ^> 
Wurf baiaus, bag er auf einei Sa^n nianbelt, auf bei nnr felMl 
JJacob ®timm in iüngeren ^a'^ai treffen meiben. Abel e3 iwi 
ein eigener Unftem ffir ^gen, bag ei biefe 33inge gerate juA 
in bemfelben ^^ jum beften geben mugte, in meti^em baä fit' 
f(^nen Don @nmm'8 ®iammatif biefem Untnefen ein <£iibe nuu^K. 
9Io^ ^aben irii einä ber bebeutenbften SBerle $agen'8 ju ^^ 
flDiet^en, nämlic^ ben Don t^m tn (Semeinf^aft mit 3)üf(^g («' 
auagegebenen Öterarift^en (Srunbriß ber ©cft^ti^te ber S3eiiti<^ 
$oefie i»>a ber älteften Qät b\ä tn bas fei^je^te ^a^^unbnt 
(aSeittn 1812). $iei fü^ &agen, bem bie iludai&eitung M | 



1) g. $. OPn btr ^agtti, bic SZibilungtii : t(|tc IScbcutuitg u.f. f- &^- 
— 2) eboib. 6. 37. 85, — 3) e&tnb. ©. 87. — 4) et»*. 1 
72. — 5> ebtnb. e. 89. - 6) «fecnb. S. 66. 



ciilizedüv Google 



Cit ditoitfi^n eiubitn jin jtit be« auflrtttn« l>ct VxüHx iSrimm. 343 

&u^ aUnn ange^5it '), toetter aus, taaS et tn bec (Einleitung 
ju böi !Deut((^n IMHifitn beä aWÜtelalter« 1808 tegminen ^atte: 
Ein möglic^ft DDlIftfinbiges 3krjet<$mg aller üS ba^tn betannten 
^Kmbfi^en unb Trnide altbeutfc^ iCii^tunaen. ^atärlii^ ^t 
^ frit jener 3rit unf« Sienntnif (e^r wune^, imfer Urt^I Diel' 
W) Iien^tigt Sir nti^gm eS beä^K immer^tn als einen $eleg 
vi^ißm, nne niebrig ^gen'S fritift^ Urt^ ncx^ ftanb, wenn 
n btn Otntt, §ug> unb 9SoIf>:£rtettt<4 beut Solfram »on l£[(^< 
Eu^ pf^etüt ^). Sbet bas Derminbert nti$t ba:S So6, baä ^> 
äoi'3 reii^^altige unb grunblegenbe Arbeit oerbienf, unb bas t^ fettft 
Den ^cob ®rinun, fonft einem ftiengen iBeurt^etler Don |)agen'ä 
Vflftimgen, tru^ monier Swiftellungen ju it^etl geworben iß ^. 

S«reR. 
Seit me^r als »on ber ©oge« «wt ein anberer gelehrter Sß«« 
lönfer &rinnn'S unb Sat^mann'S auf etgentlti^ grommatif^'Til^ttD' 
(Di|tf(^ ^fitig!ett angelegt, nienn fU^ au(^ ber Untfong feiner 
Kirlfondeit mit ber^gen'S nt(^t Dergleichen lägt, nfintlii^ Sern* 
6aib Öofep^ Iiocen. ©eboren ju Csnaerüd am 1. Ort- 1782 
als ber btitte non fünf Söhnen bed bortigeu erften San2lci>®ecrettirä 
$^i))fr l^ocen, befut^te et in feinet 9$aterftabt mit SuSjetii^mtng 
baS tot^olifc^e @Sqmnafium (Sarolinum), bem bamalä, feit bie :^< 
fuitm aufgehoben roorben waren, 5ronci«!aner » 3Könc^e au« Siele» 
felb Dorftanben. <Sx max ^eigig unb enljog ftc^, um }U ftubieren, 
b«n Spielen feiner ©cfc^miftet unb ffomeraben. ©einer iJieigung 
für giterafur, bie ft^on fe^r lebenbtg mar, genfigte aber biefe Schule 
fg toenig , ba| er 6eim füector beS firoteftantifi^en ©^mnaftumä 
Ssrtlage Unterri^t im @rte(^if(^en no^m- 3lm ^fa^r 1799 Bejog 
tt, um anebicin ju ^bieten, bie Unioerfität ®ijttingen. 6alb 
oiei braute i^ baä anatomif^e ^eatcr oon biefer Sebenötit^tung 
a(, mtb nun ga& et fii^ ganj feinem |>ange jur Siterotut unb 



IJ ^aa«". Eii'wf. ®tuitbti| Sott. S. SVIII. — 2) ■Ewfl'nf 8itn. 
emnbrife ©. 6. — 3) ^eibtl6. 3o^i6Ü^ iwr fitttetolur 1812, Bb. U, 
e. 849 fg. 



ciilizedüv Google 



344 Stillte 'Üiit^ 3»tiltfl AaiJiitl. 

9i45oIogU ^. !Iuf bei gütttngen'fii^en ^bfiot^I toat ec baD> lo 
ein^nttfi^ roie Sinei uiib ei («ft^lDerte f^ä^ \äfetsam\t &ba hu 
3)}afTe bon SSüt^ertiteltir bte et im Sopf ^cnimttage. ^n.^nt 
iDurbe er (e^r geff^äftt, unb et te^nete ni#t o^nc ®tunb barauf, 
tmäf biefen @ele^tten ju einer )MfTenben tdtfteUung entf)fo^ }u 
roerbat. Qfin 3la^t 1802 ging et na^ i^ena. Slat^ aSoKenbiutä 
bes afabemtf^en SurTud manbte ei fi(^ nat^ beut @&ben, unb cä 
fc^eint, bag ei felbft eine Steife na^ Sto^ien Bcobfu^tet Vit>er t^ic 
noi$ f))<!tet^in einer feiner oft toieberfe^renben unb nie erfüllten 
{ßünf^ geblieben voat. 3iibeffen mu^ getfibe um biefe ßeit f(^oii 
feine 33orIiebe für tutctl&nbifi^e ältete Stteratut entfc^ieben geroejrn 
fein; benn bereits im ©ommer 1803, reo er in Siümbeig unb 
aitborf erf(^icn , ftanb er in aSette^r mit <&. ^. So* in ©erlin, 
bem Herausgeber be« Sompenbiumä ber altbeutfi^en ßiteratur, (*■ 
[(^äftlgte fii^, »on ^anjer, ®ie6en(eeS, Äief^bei, Sfopitfi^ unb in- 
beten tegünftigt, mit altbeutf^en §anbfi^riften b« (S6ner'[i^ 
fBtMiot^ef, unb max, nu^i^einli^ buti^ ^e^ne empfohlen, in 
iriefUi^ Sßerbinbung mit ^ton S^tiftD)}^ Don Stetin, bamali(|etn 
Sorfte^er ber §ofMMtot^ef in aWünci^en. SJiefem mar, al8 iJoceii 
im ©pat^tft 1803 na* 3Rün*en fom, beffen amtroirhing tfi 
feinen Dielen liteiarifi^n Unternehmungen unb bibUot^taiift^ 
Äibetten fe^t midfommen. anbretfetts mußte tS Docen anjieSenb 
finben, \o uicle bur<^ bie ©flcularifadon in 3RÜn(^en jufammen' 
ftrSmenbe Ittetarif^e ®i^äge, befonbetä heS bentf(^tn 9tUert:^nt^, 
juerft untetfu^en unb befannt ma^n ju lonnen ')- ®>r nettna 
fpäter fe^n, meiere ajftbienfte SJocen fi^ in biefer Sejie^ung «■ 
rootben ^f. 93om ^funt 1804 an arbeitete er regelmäßig auf h: 
hirfflrftlt^en goföibliot^ef an einer SHecenfion i^tet bcutfi^n, ftan' 
jiJfift^en unb anbeten ^nbf^riften. ^ ^ffc 1806 muri« n 
ol8 ©ctiptot an biefer ®iMii>t^e! angefteUt unb rütfte 1811 jnn 



1) ^k biognip^itt^tn angaben üba Zonn finb (ium 3:^til njnli^' 
btr Si(>grnp^ie Eoten'e »on Si^mtBn tnlncmmtn [im »mtn «(holes *« 
©tuiji^tu leK^llcr 3al)tamifl , 18-28. iSiMir« tljeil. 3lnitiiou 1830).] 



ciilizedüv Google 



üt dibtuttt^tii (slubitii juc ätil btfl 9u(trcttna bn Biübcc «Stimm. 345 

Suffoa bfrfetben Bor. 35ocm mar ein muftei^oft«: Bibliot^far; 
üfKTaQ p $aiift iDugte er auf bie fpecteUfttn fragen ft^eten £Be<^ 
|(*flli jn geben. Dabei nwt et (efir gefäßig unb (ogat roenn 
CSjttte bcrfl^ n?uri)en, bie er geiDiffermoten fii^ felBft Dorbc^al« 
tot ^e, »erftonb et rinet geioiffen iinmillfürlti^cn Sengflli^Fett 
ÜHtifter ju nerben. IStne Si^^berei Docen'S tcar bie &ilbenbe 
im\t iCuc^ aljE Si^tec ^at er fi(^ oerfut^t, unb gtoax nii^t bloß 
in ^Di^beutf^ , fonbem au(^ in niebeibeutfc^ ^ptaift '). ^ 
ga^t ISU nmtbe Socen Äbiunct, 1821 augerorbentll^eä unb 
ISST orbcntlt^ aßttglteb bei iDtfini^ner %(abeinte ber SHffen' 
l^n. fix \tatb am 21. ^onnnber 1S28 an ber K^e^ning. 

:Cocen'ä iDtffenf(^ftIi(^e S^&tigleit mat eine (e^r ou^ebreitete. 
@i ^t jeboi^ fein größeres ODllenbeteä unb in \\ii jufammen^Sn« 
grab« Serf ^interlaffen, foiüiem feine Untbetfungen, gforf(^ungen 
unb «nfu^ten in einer Unja^l (leinei;« unb gröfeeter ÄÖ^nblun« 
Jen nicbergelegt, bie nur jura gcringflcn I^eil eiujefn gcbnittt, ber 
üfi(6rjQt|l na(§ in bm oerft^iebenften 3"'W"ft"i jerftreut fib. 
€d in ^e^bct'ä Quaitalf(^ft (1803 fg.), in ber iturora (affün' 
ittti 1804- 7), in «letin'S ©etttSaen, im 3ieuen Stferattfd^en 
«njeiger (3niin(^ 1806 — 8) , im SWufeum für Wtbeutft^e Site* 
Tohn unb Stmfl, bad er in Serbtnbung mit ^. ^. Don bet |>a< 
äffl unb ©öf*ing 1809 — 1811 ^etauägab, unb in ber fic§ (1812) 
boTon anfc^liegenben „Sammlung ffir HItbeutf<^c Siteiatui unb 
Äunft," in ©t^efling'S aügemcinet 3eitfcöriff für Dfutft^e 1813 
unl) Dielen anberen *). (Knmal ^t er felbft ben aSerfut^ gemacht, 
fei« Reinen Slibciten ju einem großen @>anjen jufammenjufaffen, 
in feinen aRiiSccUaneen gut @^fc^i(^c ber teutfi^tn Literatur, neu: 
imfgefnnbene Denfmälrr bet ®Jptai)t, ^oefie unb ^^lofofi^it unftet 

1) UeBtr fetni ^oi^btutfc^tn ©eltgtii^eitSijtbic^tt f. btn Meftoiog b« 
ttnii<%ni a. o. O. ©. 808. 3n"^ platlbmlfi^tr Sprayt ifl j. C. ein epilcg 
lu €<^D(t'< 9hifni' Slmnna^cn in f($« @lanjen (obgebruift in bet 3(iitoia, 
Ww^ 1804) u. eint .<neut 3)arf)cniiia btd «bfolutnt, in )ilalAtulf(^n keimen' 
13" bui Miscellarieen 11, 258). — 2) ©. bM Sftjtii^nifi in S)Mtii'3 
Echn in »qicn Sttfcolo^ bn ^tuij^cn, Sti^ßti ^o^iieond, H, €■ 806. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



346 dritte« DSu^. 3uKilta XnfiM. 

aSorfa^Ten cnt^Uenb (9b. I utib II, SOfönc^ 1807). ^ 3a^ 
1809 erfi^en eine enteuerte Ausgabe, beten elftem Satibe bei Sßtc 
Raffte einen Kn^ng, 3ufä^ iu beiben Z^eilra aü^dUtoi), bei» 
fügte. — Ueberblicft man btefe roeit^n jfrftteute tUetarifc^ S^fi» 
tigfeit iCocen'fi, fo fönnte man oetfuc^t (ein, i^m gerftilittennig 
feinet fitäfte Dotjumerfen. SRan mftibc aber unm^ baran tfytsL 
"^tm X)ocen'ä Si^ätiglett ottfpiai^ nii^t nur feinet befonbeten 9ta> 
turanlage, fonbent fie btente aui^ in ^Öi^t banlensivert^ SBeife 
gerabe bem bamaligen ©tabium unfrei SBiffenfc^ft SMe teii^ 
«tbotgenen ©c^ä^e oufeuft^liegen unb fie ben gorfi^ein in Slorb 
unb ®üb jugSnglii^ ju ma<$en, SSorurt^te ju gerftieuen, irrige 
SReinungen gu beiti^tigen, neue Unteifui^ungen anzuregen, boinuf 
fam eiS in ienei geit befonbeid an. 9Ia4 allen biefen 9H(4tungen, 
namentlii^ na^ ber juerft genannten, ^ot ICwcen in ^^ft wibienft« 
Ixältx SBetfe genriilt Unb ^ er aud^, niie nie ft)ätei fefien ipei' 
bot, gerabe in mani^en feinet ^u^torbeiten getnt, fo ift nt^tS' 
beftoroeniger auc^- ba fein rebK(^ unb fleißig öerfolgter 3;rrtbuni 
ber anlog geworben, bafe gtögete SKeiftet baS fftic^tige enfteft 
^ben. 

!X>Dcen ge^Btte letnedmegS ju ben @ele^tten, bie in ben llei' 
nen Ginjel^eiten i(|tet SÜJiffenfi^aft aufgeben, ebne ben Slidt ju bm 
gtogen ©anjen }U er^ben, ba« bem SBercinäetten etft feineu SBert^ 
verleibt (St beHagte, „bag man bisset fafi butc^gängtg ftaamen> 
tartfc^ unb oiel ju unbeftimmt unter ben ^enlmäfem bei fluteten 
3eiten um^eigeft^ioätmt nnb febe Äleinigleit, bie eben ^rtotgejogai 
wutbe, f(^on als bebeutenbcn @leunnn angefe^en fjcibe; biefed aber 
eingig aus bem @runbe, meil man bei jener unfruchtbaren ®efibäf' 
tigfeit bie unenbli^ mii^tigeren fc^on Dot^benen obet leitet jit 
et^Uenben 2ßerFe Derna^Iäjfigte, unb loetl fi(^ nirgenbs ein beut« 
lit^eä §inftreBen jU ©nem ®anjen, ju einer rcal^r^aft ^iftorifibfli 
Sfinfi^t bemeilen liefe" >)■ SWau bßtfe roö)tx, mie baä bi«^ oP 
gef^e^, fi^ o^ne j^euntnif bes l£inie(nen in aOgemetnan tifto' 
tetifteren eigenen, noi^ bem unetfättli^en literätifc^en änifioIogiS' 



1) Docen, Hiacellaoeen, Bd. I, HOndien 1807, Vom S. IX. 



i.,C^oog[c 



Sic allbtutt<^n Slubicn juc ^tit ta« auftrcltnt bei Srüb« QIrtuiin. 347 

imij frören unb ben ie^t fc^on fo Merlabenen Suft untauQlti:^« 
'JirHjm noc^ me^ anrufen, „um beibe Sbioegt ju tiennetiien, 
^t cd fein fi(^e8 SKittel, al3 fic^ uon ben überatMiebtnen ^er> 
fen bei frö^ewi 3"*"»' bte rote bie JRutnen eines großen lempelä 
Bißt Orbnung «nb oft Ktftetft genug not^ bafiegen, eine fo Diel 
nügn^ ooQftänbtge Senntntß gu enverben, um bie gerfneuten 
Stuc^rtüde in ben ununterbro(^enen UmfteiS beS @angeä ber teut> 
i^ Silbiuig, iebe« an ben i^ra jidommenben Ott jutfi^u« 
fn^" 1). 

Setrai^ten mi ^ocen'iS Si^Sttgfeit wiä) i^ten seiff^iebenen 
Seiten, fo tritt uns guerft ber ^erauSgefeer Ud ba^in tfiäls noi^ 
p: nit^t, t^eil« nur mongel^ft bdonnt gemachter altbentft^er 
Bentaäler entgegen. !Ca3u bot i^m feine Stellung an ber SÄÜn« 
ifttnei ®ibtiot^eI, in lue^e hamaU bie uneTfi$ö)jpt^en ^anbit^rift» 
lii^ ®(^^ bei fäcularifierten Klöfter unb mant^ei anberen 
bd^enl^ Sibfiot^fen jufantmenfCoffen, bie enofinfd^tefte (gelegen' 
^. Sir lännen ^er natttrtit^ lein 3$eT3eii$mg oder ton £>Dcen . 
Mannt gemalten ®tü(fe geben, fonbem mfiffen unä begnügen, 
ttnige ber ^uptfSc^IiiJ^ften ^rcorgu^ben. £>a^in gepikt j. 93- bie 
^Kitt^eilung eines Xbfc^nttts aus bem SSambeiger Sobe; bes ^xltanb 
(1806) ä). sDonn bte Heine« altÖoi^eutfc&enStücte, bie!Docen im 
erften S3ünb ber 3RifcelIaneen Jwnbfi^riften ber SDliin^ner 33i= 
Hiot^ entnimmt, barunter baä Sieb ouf ben ^eiligen ^etruä 
unb ber freiTmger SEeft ber Exhortatio ad plebem christianaiii ^). 
1k aßifceüaneen bringen ferner bie erfte Sunbc com Sßinbberger 
Ijaller nnb bie erfte SRitt^ilung barauä. Sein befonbereä Sugen» 
wtf monbte Docen ber SHengc Don alt^p<^beutf(^ ©toffen ju, 
iDd(^ bie WiM^nex $anbf(^ften enthalten. i£r fa^ in t^nen mit 
3it(^t einen ber Dorjüglit^ften ^Beiträge ju einem grünblitfeen beut» 
l'i^ ffiörterbut^ *). Sr Berfannte nii^t, bafe bie SWet^obe, ©loffen 

l) S&tnb. ©. X. — 2) Miacellanean II, (1807), a 8 fg. - 3) ®« 
gultiMt Xal ma ji^on uoii ^ottingti in btt Hiat. Ecolesiast, N. T. 6e 
[fltmt gtmiu^t unb con 3- ®- Sccnb in bti CatecheBÜ theotieo. €. 74 
»itlw^lt Bwtbtn. — 4) Docen, iDlifcta. I, 184. 



D,i,-.,.eül:,G00Qlc 



348 drillt« Vudf. 3mtiita Aapiiil. 

in t^er urfprfingttil^tn $oIge Eictannt ju moii^en, inel füi ftifi fystt, 
oder fät bie bomaltge 3^t fi^ien e8 i^ nfl^Ii<^er, bic Don i^ 
bunfegeorfieitelen ©(ofTen aas WiaäintT ^nbft^nften aU ein al' 
p^bttifi^ georbneteS Glossarium theotiBco-latinmn feinen aHtfcel: 
lonecn einjuDetleiben^j. |)tec finben fi$ bte erften anitt^Iungen 
aus bcn cetc^^ttigen legemfeeer SSIoffen, bie ben «bbrud bet 
3Hijnfeeet ©loffen in 'jßej Thesanrufl Aneodotoniin in unjä^Hgen 
gälten eigänjen unb Cwrii^tigen. ^ocen entbectte ben SDlufpiUi ^), 
iDtnn er auäi nti^t baju gdonunen ift, i^n ^erau8pge6en. ^e 
füi bie aii^oiibeii^ife Seit, fo boten ^ocen'S SSeidffentU^imgen 
auä) füi bie mitte[^0(^beut|'(^e ben enoünfi^te^en ^ut"'"^- ^'^ 
ba^in n«^ nif^t gcbrudtc Siebet au« ber Stüt^ejeit bei miiUÜiofy 
beutf^ S^rif, baranter äirei Don ffiolfiam'S lageliebem ^) — , 
ben elften 'X>m(t bet ja^ttetc^en ^txop^m beö ^Battburg^lS, 
roeli^ bte ^matx lunbft^ft me^t entölt aU bie (. g. 3)Ianefft< 
f(^e^), unb DieleS 9nbete oetban^n nnt 3!?ocen. ®ein toiditigfter 
tirunb abet auf mtttel^oc^beutfi^em (Gebiet maten bie Stuc^ftjicfe bej 
©olfram'fd^n litutel, bie et in einem 3Mön^ei 6obef fanb imb 
in feinem Srften Senbfc^reiben übet ben Üitutel, auf bas xou fpötet 
noc^ einmal gutüiHommen roetben, im ^fß 1810 Deidffentli(^te. 
%bet au(^ auf bie ft^Stete i^eit etftredte fl(^ fein 3<itereffe, unb 
befonbetd toat e8 baS beutfc^ Sßolfslieb beS 16. i^a^^unbem, 
bafl et in tteuen ■flbbtutfen jugänglic^ nwi^te,''). Docen bti^t&atit 
fi(J) abet niiit auf bie blofte SeröffentR((iung alter ©d&riftcn, fon- 
bem er lie^rte aut^ fotgfältige eigene SSeittäge jui ©ef^tdite bei 
beutfc^en gitetatut. @eine „ÜRorginalien ju ^mt $t. Xbelimg'ö 
'iSlaä)näftm oon altteutf^ @^i$ten, meli^ auS bet ^)eÜ«Ibetgi' 
idfta 93tbliot^e( in bie 3iatilanifi^ gefommen ftab" ^), feine „^it- 

1) I, 153 — 246. — 2) ibiiK. ^ofmann in bcn ei^ssfrnii^ii 
b« 5mün4t«« SUflb. 186«, 3. Koo. — 3) OTifcdlan. 1, 100. .Den 
morgenblic bl wahtera aange eik08< (Wolfram, her. y. LacbnuDii 
1883, 8. 3) unb 102: Sine ktäwea durh die wölken eint getUgra 
<t6. ©.4). — 4) Miacellan. I, IIS.— 5) Miscellan. 1, 247. II, 239.- 
6) 3utTfl Im Nenen Literar. AnEoiger 26. Aug. und 16. Sept. 1306. 
^auii tnocitcTt iit btn Miacellaneen II, 124. 



ciilizedüv Google 



£tt alUiaitft^ra €tubirn jur gcit brS ^uftretcne bcr SnibeT Siimin. 349 

[j^ uttb 99erii^9ungen ju @. ^. ^o<^'g Sompenbium ber beutfi^n 
Sitnatur ©tfi^t^te" Of fön „tLip^nUti^ti 3J«jei^ni6 ber oltteut« 
ji^ Sieb« JJii^ter aus bem ft^iDübtft^en Qtit ^unctc" ^ , feine 
,@aUerie attbeutfi^er X^ter" ^}, fein-HSSerfu^ ein» voUftättbigen 
Öitetotut bei älteren aSeutf^en ^oefie" *) , feine aufjage „^a 2i= 
temtur onb fttitil altbeutfi^er Sebic^te" ^), feine ausführliche ^ur- 
Üfäim^ ber ^ogen'^'Süfi^ing'ii^en ©ammlung beutf^er @ebi(^te 
bes ^Dtiüelatters ^) ^aben bte Senntnig unfieT alten Literatur tvc 
fentli^ geförbcrt. Auf feine ©röitetunäcn iibei ben Unterfc^ieb 
ber'JJHnne- unb a)Ieifter = ®anger, 6ei benen er jinar^aeöt ®rimra 
jegenütier ben fiüi^eren jog, aber bo(^ eben ju beffen bun^fdila« 
aenben Unterfui^un^en ben Sbtftog gab, tommen mir ff^äter gurüd. 
3!)DCen ^atte fe^r richtige Knftd)ten über baS, rcaS bet a\X' 
beutfi^ $f)iIologie not^ t^ue. 3}»r aUem muffe man bafür fot' 
ofs., bag bie attbeutft^ 3Serfe in fritifi^er Seife herausgegeben 
mürben. ,J)ic Verausgabe eines aUbeutfi^cn ®ebii^ts", fagt et 
(1813), „roirb bun^ faft alle iene ffirfoibctniffe bebingt, loelt^e bet 
bn S^arfteUung beS üTe^ted eines griec^ifi^ ober römift^en äluc^ 
tDTS CDU leiten ber e^egetifdfen unb Mtift^en ISinft^t nun unter 
uns, feitbem man in Italien bie SBetfe ber Alten buri^ beuDnid 
Mannt motzte, onerlonnt unb befolgt toerben. 33on einem S^ent» 
male beS beutfc^en ^ertl^umS, was 3<^t"»tb ntc^t in allen feinen 
I^ilen Dcrfte^t, mttb er nie eine genügenbe SuSgabe ju liefern 
Wraögenb fein — benn ^ier fo wenig njie bei ben alten, gibt ti 
midi nur eine ^anbfc^rift, bie loir als ben juDerläffigen Original» 
tqt onertennen tonnten" '^J. £iie Ausübung biefer tritifc^n S^tig« 



1) angtfanacn in bcu fiitenij|d)tn »(Slleni 27. Od- 1304, UKiitr ^f. 
t>4it in bot Miscellan. I, 64, im Neuen Literar. Anzeiger 1i). Jan. 1807 
mit in Aretin'8 Berträgea Bd. VI, (181)6) 8. 176; Bd. VII, (1806) 
S. 310. — 2] Neuer Literar. Anzeiger 12. Hai 1807. — 3) a)hi|(um 
füt ait<)(ut|(^t SiltraluT unb Aunfi $b. T, (^cdin 18ü9) €. S7 fg. — 
i) <SmV S. 126 ffl. — 5) ettnb. Sb. II, (1811) S. 245 fj. — 6) m' 
fluncint 3titf(^Tift Don f)cuiti^tn fÜT ZJculji^e, t)tr. Don ©«^ing, »b. 1, 
Sütnlna '813/ S- 196-264 unb S. 334—422. — 7) Boctn'« »eut= 



i.,C-.ooglc 



350 3)riH{« Su^. 3mul(« StavM. 

fett foibere - ni^t nui einen großen ^nt)S an St'i^ai^- unb Witt' 
t^umdtenntniffen, [onbetn „baS Siffen ntäre f)ter unrotrffam, o^ne 
burt^ einen ^o^en ®rob oon @<^rf(inn, 3>luinatiijn«ga6e unb ba8 
frinfte ®efü^I be« ^offenben belebt p fein." ,91a4 ben ^er auf' 
gefteltten ©runbfä^cn", fügt er bann ^u, „ift fretlt(^ noc§ fein 
Dentmot beä beuffi^en Ältert^untS ^ctauSflegeben motben" ')• Z^ 
ber iSeurt^eilunci Don ^gen'S unb Sfif(^ing's ©ommlung beutf^ 
@ebt(^te beä aTüttelalters , toelc^er bte obenfte^enben Su8f))Tfl<^ 
üDocen'S entnommen ftnb, gibt er eine groge Sßenge SJeri^tiginigm 
bei mitget^eilten leyte, unb fo fe^t et ba« SSerbienft bec ©erane- 
gebet anetfennt, lomntt er boi^ gu bem (^gebnig, bag „bie $er< 
ausgebet füt bte Dervtelfdltigte, treue SDÜtt^eilung bun^ ben'X^nnt 
fe^r »icl, fflt bte giefetung eincii tilgen tesbaten ^e^ttd ober 
überaus wenig get^n ^ben" ^). 

ffiie mit ^ier tu 35ocen einen KortÄufet Sai^mann'a fennen 
geletnt ^ben, fo ^at er beteits im 3B^r 1807 eine ä^nung vim 
bem, WQä bann imötf Sfo^re ffjäter J^acob ®rimm in fo 3106«' 
tiget ffieife oerroirflitbt fyit „tju ®ef($i(^e ber teutfi^n ®!fita^', 
fogt er in bet Siortebe jum j«»eiten ©anb ber ÜRtfceltaneen, „vtf 
langt einebun^ouS neue Bearbeitung. @o gennf ee tft, bag ftine 
toaste, gtünblt^ Senntnig unfrer heutigen teutfc^en ©pro^ mög« 
liit fei, o^ne bie ältere, bie bie SBurjefn unb ben @tamm berfel> 
ben umfe^Iiegt, etforftbt ju ^oben: fo gerotfe tft au4, bafe, twnii 
überhaupt bas ©Aftern ber ©prai^ auf eine gnftöoüere unb mit' 
btgere Art bargelegt loerben fonn , niie in ben gemö^nliil^en ®tam' 
matifen, in benen bie febenbige <£rfcnntnig ganj untngegongnt, 
gef(^ie^t, bag, fage i<^, für eine fofc^ finnootlere ÜBe^nblung ein 
no<§ faft ganj unbebautes {^[b vor un8 bafiege' '). Si felbft 
^tte im ®inn, „gtammatif^e aJergleic^ungStafeln" ■•) unb m 
„I^otie ber älteren beutf(^en ©prac^e* '') ^auSjugeben. Aber 



t^tilung btr ^agtit'Büfdiing'f^tn Sammlung in S^tDing'C Ulgantinn ^l' 
f^tift 1, (1813) e. 201. - 1) @&{iib. €. 203. — 2) «btnb- €. 36«. - 
3) Docen, Hiacellaneen (1807) Vorrede S. VII. — 4) «hnl). T, Tnix. 
8. XII. — 5) UtPrt StnbftfiKitoi Ü6tr Imi XÜwctl (1810) ©. «3. 



i.,C-.oog[c 



Dit allbtutf^tii 6tubiai jur 3(i( tts aufirtttne b» aSvübcc ©Timm. 351 

m auf bem @etiirt bet IS^e^tlttti! Bon Sai^mann, fo mürbe auf 
bem ber gtfi$ti$tU<4m beutf^en ISrammatit Don ^d^ob @rimm baS 
t«it überboten, maS Sucen ^te [etfien Sinnen. Sd gereit^ i^m 
nii^t jum jCabel, bag ntx^ begabtere ÜRfinnet baS erceit^ten, roas 
n erftreöte, fonbern mr ma\\in rü^menb anctfennen, baß er einet 
bti erften roaT, lotli^e bte tHotberungen bei beutf^cn ^^tlutogie 
lic^tig beurt^eilten. 

Sit lifiak»! tti ölltitn CUnrtl laTd) Il«i(i. Oiin'i aik A. M. 341t- 
ftl'* MMttv fihrr knrdli». 

3n ben (i^ßnften ffintbedungen jener ^aifct gehört bie Sluffin= 
bang beS Äderen liturel bnn^ Doceit SBiÄ jum 3a^r 1810 
tonnte man nur ben jüngeren Zitaxt\, mie er in bem 'Xixüie Don 
U77 Borliegt SDa fanb im erften 3[a^rje^enb unfcreä ^a^r^un« 
JCTtS Docen auf ber anünc^ner BiWiot^el in einet 5«nt>f(^ft 
bfä ^atjiDal auf »iet angebunbeneu blättern eine 5Rei^e Strop^n, 
beien ^pifyiU mit ^itel ^) 5, 6, 7 unb 10 beä jüngeren Situiel 
üfKreinfttmmt, beren 3)arftelIuog aber in ausfü^nmg, iSpra(^e 
unb ^tSbaa fti^ niefentßii^ Don biefem unteif^eibet. Xiocen gab 
biefe Bru^ftüde mit iJrläuterungen unb einer BorauSgcft^irften Un< 
(erfu^g über i!|ten Urfprwng ^crauS unter bem lüet: »UrfteS 
@enbfc^ei6en fiter ben üturel, ent^oUenb: !Die gtagmente einer 
SoT'Sfc^bat^if^ Bearbeitung beS S^iturel. 93erlin unb Seipjig 
1810." aRit ri^Hgem ®efü^t erfomite S)ocen bie ©ortrefftii^leit 
biefer ^ttopffta. „3ebet Runftfreunb" , fagt er, „ber, roa« ber 
bniti^e ©eniuä in alter unb neuer 3eit gebitbet, feiner Si^na^me 
iwrt^ a^tet, wirb biefe Smc^ftüÄe mit befonberm SBo^IgefaUen 
betrauten. ÜSem aucb fiJnnte biefer fübUc^e ©fang unb SJärme, 
biefe ?tnbaifif(^ fortftrömenbe, l^rifi^e ©prai^e, unb biefe ©roß^eit 
btr SBe^nbömg unbcmcrö bleiben? Söer njtrb ni^t in biefen 
gragmenten ein oorjügli^eS 3^P'& ^°^ ^^ ^offtn @eniuä unb 
ber mal^ft f)oettf<^ Silbung ber alten ^ptdäjt ma^e^cn 



1) @o hicii^ btr Snid con U77 int iRcgißtr bit cinidntn 96= 



ciilizedüv Google 



352 Itinti Su^. jtMitO Safiiü. 

unb anetfennen?" '). ^n unferra gragment* , fagt S)ocat an 
einer anbeten ©teße, «^trit^t me^r ^ugenblii^feit unb 5Jri((^, wie 
in ben ftteng gefi^loffenen, te^elmfiligen ©ttop^en bed gröleieii 
Sebt^tS" ^). Sie na^e |(^int un^S 3)ocen ^iet bet ISntbedung M 
wa^tm ®ad)ttexfialt& ju fein, und, bie mir iene ^Snt^ftüdt ali 
ba<3 ei^te Serl iBoIfiant'iä, ben i&ngeren Zxüml bageam als ein 
(päteres mittelmölifle« ^tübutt fennen. Unb roirtü^ mw ©octn 
ou^ beim erften Stnblid bet-SÄeinung , biefc« ^ftognient t« i."" 
frfi(ieTer üJerfu^ »on (Sfi^enöac^ fclbft" '). ©atb aber lam er oini 
biefer Slnfic^t jurütf, unb in bei Üt^t mar fie au(^ in ber eben 
angefü[)rien j^affun^ in fii^ felbft nnberi>re<4enb. X)i}cen ^itU 
nämlii^, nne bamaU no^ alle feine Mitforfi^er, ben jüngeren 
Siturel für ein SSJerf be« aSoIfrani Don (£f(^enbact|. Unb oon bie- 
{er unrichtigen @tunblage aus führte er ben SäemctS, bag lote 
älteren t^agmente nic^t xtota 3krfa(fer bes {fingeren Xiturel unb 
mithin nid^t Don 3!kJüIfram von f^i^mba^ [ein tünnten *). 'S)a^ er 
biefelben in baS ^afft II89 oerlegte^), beruhte übeibied auf einer 
irrigen Säerec^nung s). 

iT^ocen wibmete bas angeführte <Senbf(^ret&en, in ukI(^ er 
bie Säru^ftfide bcs älteren Xiturel Deroffentli^te, «ugiift Sßiltelm 
Si^legel, „mit bem 3ä!uiij^, eine lange ^oi^i^ng gegen bot g^ 
bilbeteften Stitiler ber ÜBobcnten ju beurhinben." @<6fcgel fc^rirt 
eine au«fü^tlid)e SJeurt^eilung Don X)ocen'8 ©enbfi^iretben in brn 
^eibelbergif^en ^a^rbüt^cm ber Siteroüir wom 3(a^r 1811 ^). fe 
ifl ^oi) erfreut über Tiocm'ä ISntbethuig unb lägt beffcn @<M' 
finn unb C^ele^rfamteit alle @erec^tigteit miberfa^euj aber mit 
iBocen'S ©runbanfii^t über baä aJer^itttnig ber ouftefunbenoi 
SQnu^ftütfe jum bisher befannten Xiturel tann er fi(^ nti^ einvet' 
flanben erHären. Qtoax, bag biefe iBru^tüde filter (Inb a\i bei 



I) »»«n, «rftta ©tnbl^niNu Ü6tc btn lituttl (1810) 6. 11 fa- - 
■2> ftkoib. 6. 5. — 3) «tnb. S. 4. — 4) Qbtnb. S. 7 — 10. - 
b) SUnb. B. 12. — Gf gai^inaiin'« »»«gabt bt« «Solfcam, Bomtt 
e. XXVll, »nm. — T) 3Bicbtr obgcbnutt in K. 3B. Don e^iegd'e fimnl' 
li^tn m^ttn. ^n. oon »eEtiiig. 33b. XU, Stipiis 1847, 6. 288-321.- 



,C^ooglc 



Sit lUUulfi^ etubioi )ut 3ttt bt< auflrctui« bti iBnlbeT iSiimni, 353 

mbere ItewI, [te^t aut^ if)m feft aber, baß fit .ffiot-lSf^' 
i(r#((^" feien, beftteitet er. „ffitt mfiffen ^er ntlt bct Sienmit^' 
na Vortreten", [agt er, „bie DleQtt^t anonc^ geimgt erf^emett 
mi, ber fiUete ÜTitutel fei unmittelbar Don <S^d)mia^'S $anb, 
mb ber jiseile, ber bis^ attgtmein für ben (einigen gegolten, fei 
nur eine Umorbettung wn jmei fpäteren ^etftem. 9Sit glauben 
in bnn Snu^tüde bie ganje (Hgent^ntüt^Ieit beS (Dieters, ja fo* 
9« feine ©eltfamfeit ju erfennen, flüein mit »oflen imö auf greif» 
^tK ^ftorifi^e @rünbe ftfl^" '■}. Unb nun »erfüllt ©(Riegel 
imfämäs, bat Solfram feinen ^iturd f)}5tefteniS jwif^en bat 
^ißta ISIO unb 1220 gebietet bdbe, unb bag toir in ben neu 
(ilifgeflinbenen Sm^ftfiden ZtftMt biefe« ÄBoIfram'f^en litutd 
be|i^ ,@(l^n)etUc^ rcurbe vor feinem 2j>be an eine Umarbeitung 
iAatfl, bie mi) ben erften neun ^fangen nrieber fündig ^'^tt 
lang Uegen blieb. 1)iti mürbe alfo bie Sollenbung unfert^ Siituret 
ptj na^ gegen boS ISnbe be:g bretje^nten 3<i^^unbertö ^inrüden, 
unb Mog na4 innen (SrQnben ju urtifctlen, fc^eint und beffen Ste^ 
nii^ älter ju fein" % 'Citfe Umarbeiter beä föolfram'f^en SiertiS 
^btn, na^ @^IegeI, ni^t blog beffen vierjetlige ©trofi^e in eine 
itdnijeilige umgeroanbelt unb „babei balb bie ^injugefAgten fHetme 
BiJ fu^rem üroange herbeigeführt, balb (c^iJne güge weggeloffen 
ml) bagegen ntü^e unb nur nit^t gar ^licCwörter gefegt", fon< 
btm „Diefe )Kira))^raftif(^e Smettenmgen, ctele abf^netfenbe EBe» 
tnu^tungen, vorüber bem Sefei ber tÜaben ber lirgä^Iung ent> 
ii^fäpft, f(^en erft bei bet Umarbeitung in bog ^ebi^t getont- 
Vit ju fein" ^). $at fi^ ©c^Iegel auc^ barin geirrt, bag er bem 
ffingeren Xiturel ein DoUftänbigeS SoIfram'f^eS Original ju @runbe 
• Geam Ugt-, ouägemac^t bleibt, bat er bet '^^e gemefen ift, ber 
tämnt ffnt, bag ber un« in ber Ausgabe Don 1477 unb allen bis 
ttV Mannt gemorbenen ^Kinbfc^tiften norliegenbe in fiebenjeiltgen 
®tn)p^ Derfagte Xiturel fein Sert ffiolfiam'ä ift SSie bebeu- 

1) ^ibtlb. 3it^tbb. 1811, e. 1094 fg. (9. ffl. Si^UgeM mt. XII, 
€. 307). — 2) $tÖKlb. 366. e. 1098 (6(^ltfld'< »It. XII, 310). — 
3) ^nbttt. 366. e. 1087 (e^ltfltr« mt. XU, 800). 

«iixi, •((«■ kR 1(1111. ¥»i1tI»Blt. 33 

L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



364 a^ttttt« Bud). ^tDtittl StXfita, 

tenb aiix Ut\tx gortfi^vitt in unfern ficmtbtiß eine« bet gtdltM 
atlbeutft^n S}i(^ umi:, baS tritt und re(^ flar entgegen, totitn 
toic fe^, uoie mit allen Uebrigen nii^t filog Docen, fonbem inv^ 
i^colt ®rimni vor ®i^Ieget'S SrÖrtmingen nit^t ben ntinbeftes 
3iiKifeI ^egt, bag ber jflngere Situiel uon Solfram von Cfi^enbat 
^rrrü^ie >)■ aüJa« bit AftMf<^ SBUcbiguns betrifft, fo fi^Ulgt jkh»: 
©t^Iegel, tro^ feiner 1£nä>eifung, ben Sint^ be« jfingeren Xituid 
immer not^ fe^ ^ot^ an ^) , aber er ift nii^t blinb gegen beffoi 
©d^uAdien, er bejeti^et ausbtAcTIii^ bte SOeitf^nwifigleit als beflti 
^mitfe^ler; er erfcnnt Hör bie genwitifle Uefierlegen^it ber e^ 
«ru^ftücb 3) unb ift »on i^ S^önl^it cntjMt. IHa^M a 
eine Xnja^l groben, barunter bte ergreifenbe ©teile, in lod^n 
@igune ^erjelöuben iEire ©e^nfu^t nat^ bem afitoefenbeit (Sdiebtea 
flagt, mi^et^eiU ^, fä^ er fort: „@o ^o^ unb jarfe @i^ 
Reiten bcbürfen feiner meitlduftigen 3erg[t^rintf) unb ertragen fie 
nit^t 3n febem Saute ahntet ftol^e ftra^ unb Innige SebenSfällt, 
unb bie beglettenben fR^^t^en finb roie {aui^cnbe $ulfe, bic bot 
fnfi^e ^ttlbenblut bur(^ jebe aber t>tä (Sefonged ^inftrümen' *). 

Hit Cfifl^iMi Iti SSaukiti l* ktH fnl( »it ktilf4ci /•EMuf ^i* 

(&8 fann natürli^ §icr nid^ unfre itbfi^t fein, eine (Sefi^ii^ 
be« ©anStEitfbibiuntö ju fc^rctben. 9}ie[me^r »irb es in ben ab« 
f^nitten, in betten wir uns mit bem ©anöMt befc^fttgen, {i(o| 
borouf antommm, bie (i^nrirfung ju fi^ilbem, tod^ bofi @tE< 
bium bes ©anStrit auf bie gtrmanift^t iSprai^fdrf^ung in tttatili' 
Unb geübt ^. SESir bemcrien ba^er nur belUufig, bag ber fliftt 
Suro|}Aer, ber eine @an8bitgrannnatif ^ecoudgegcben fyü, öt' 
^eutfc^ mar, ber (Earmeliter ^o^nn ^^ilipt) föesbtn, ber unW 
feinem Orben«namen ^ultnud a @ancto iBart^tomaeo int 34^ 

1} 3. erimm, üibtt bcn alibnitfi^dt 3]lti|itTgtfang , Setlingtn ISll, 
e. 59 fg. egl. md) S. 83. 179. — 2) ^tibüb. 3». 6. 1109 (6(^ 

gtr< «(t. XII, 319). — 3) ^ibtib. 36b. s. 1087 (e^itgtr* nt^-xn, 
300). - 4) ^tibdb. 3(bb. 6. 1108 ie^üttvt etc. xu, sidj. 



i.,C-.ooglc 



Tat ottbartfl^ etMbitn gui 3ctt M auftrtlen« b» eräbn Stimm. 355 

1790 eine GrammBiica Samscrdanuca Derdffentlii^e, bag abet 
Iw atogartige auffi^njunfl b« inbtfi^cn ©tuHoi, b« eine bei 
BHiboüibig^ ©etten ber ntanm europfitf^eit SSiiffenf^ft iSbtt, 
toufftfa^Iii^ von bent ^nglanbec SiQiam ^imts (f 1794} nnb bei 
«iflnbuna bet Hrtottf^«! ^VefeQfc^Qft ju Saicutta im 3a^t 1784 
OHägegongen t[t i). 3n SJeutfd^lanb ftifi^ft («^ bet «nftog ju ben 
ii^i^ ©titbien an einen ber ^tarnen, bie un9 ((^on in einen 
frfi^m Äbfc^nitt aU bebeutfom für bie (tntloitflung ber flermani' 
fi^ ^^ilologie begegnet finb. t^rtebiti^ Stieget gieng im 
^fft 180ä na<^ ¥aris mib luarf fii^ bort auf boS ©tubium ber 
crtientalifilen Sprayen, erft bed ^erfif^en, bann im ^^r 1803 
inter ber feitung be« (gnglänbcr« Wejanber gwmifton *) auf ba« 
H ©anäfrit ^ftc t^n f(^on am ¥eTftf(^ bie grole Se^ntt^' 
feit mit bem !3>utf4en übenaf^t, fo mutbe er oon ber Drormbol' 
Itnbmig, bem STei^^inn unb ber Sii^tlgfeit bed Sanität für ba8 
ganje ®|?ta^' mib aitert^umsftubium roaffC^ bezaubert „«n« 
fang«'', f(M6t « am 15. ®e)rt. 1808 au8 ¥ari» an lied, „§at 
mdf bte Jhmft unb bte petftfc^e ©pra^e am .meiften bef^fiftigt. 
SOebt ie^ ifi aüts bteä umn ©anSfrit oerbiSngt- liier ift eigent> 
fii^ bie Ouefle oBet ®ifxti^, aller ®d»anfen unb ®ebtc^te be« 
neuf^I^en ®eifle<; aütS, aUeS ftammt au« labten o^ne VaS* 
RQ^e. ^ ^be über SMele« eine gang onbre 9nfi$t unb l£in' 
fii^t bdonnnen, feit ü^ m& bitfer Quelfe f45)>fen lann" ^). 3>>t 

1) Tgl. Hai Hüller, Lecturea on the Science of Langnage, fourth 
rf. London 1864, p. 161 fg. ^ 2) ©. g. Ei^Itael'« ©(^rijl: U<6tt 
bit €pia^ imb Bde^rit htt 3nbitr, «on. S. IT. Cafe S- ©i^ItB'' w"^' 
mb btS gntbtnt »«n ümicui in Snglanb gtwtftn |ti, nit inon ^in unb 
»iiba ongtgtbtn fiubo, ftt^l im QibtTfpni^ mil btn fsTtloufctibtii ^ßtä^tta, 
bie n in feinen Siitfeii an S^reietinaittT (8u« et^Iciftma^er'« Geben. 3n 
Srieftn. 2»iltcv Saiib) unb Xitct (»lifft an £. Xietf, Cb. S, ert^Ian 1864) 
ibtt fdn Stben unb feine @tubi(n gibt. Siclmc^r ^itlt [li) ^ntilton im 
3«^ 1803, aM e^ttgcl btifcn Unttm^l acnog, in ^ani auf. Sat. B. S. 
e^ltfld, 3nbif(%t aSi6Ito%r, Ctfltt Sanb, Bonn 1820, S. 6; ^lotiKt 
Scnb, eenn 1827, 6. 383 [g. — Nouvelle Biogr. gän^rale, Tome 23, 
Puii 1858 1. n. Hamilton (Alexandre). — 3) Briefe an i. "XM, 
Va. 3, enflc» 1868, 6. 329. 



:.,i,-.,zedi:,GoOQlc 



856 S)titM euiS). SUcilt« Itafüü. 

3öftr 1808 Drtöffentlit^t tr al8 gtu^t fein« ©tubtai Ut S^iift; 
„UcbeT bie i^t>t(i(^e unb 3QetS^t ber ^bier. (£tn 93eUtag jut 
SBtgranbung brr Kttert^umSiEunbe. 9te6ft metrif^ Uebecfetmuiai 
üibtfi^ Q^tinifte' >). ^ eirften f&u^ btefei @<^rift ^onbett er 
Don ber @imit^, im jwetten Don bet $^Iofo))^e, im btitten enb* 
lii^ ffigt ei aQgemtine ^ftorifdic i^been (inju. ^n Säcjug auf bte 
©tJia^e jetgt ec guerft an einec 91ei^ von 99eif)>telen bie naftt 
äJeitDonbtf^oft, in isd^r ba8 @an$frit mit bem Sateinifi^ 
Qltie^tft^en, ©crmantf^ unb ^erftft^en fte^t, unb \ui)t^iai) 
ben SBetociS gu fü^ien, ba^ bie inbif^e t^otm bie aiteie fet^). 3n 
feinen et^moloatf^ SÖerglei^gen befttebt er fic§, bem Soroinf 
fi^ntaftif^er SBiQIär gu entgegen. .Sti erlauben unö bafwi leiiu 
%xt Dpn äJeränberungs > ober Skrfet^ngSiegel ber Suc^ftaben, fon' 
bem foibem süUige ®Iei(^^eit beiS SBor» gum SBeioeife ber %» 
ftoimnung. Si^<<^' x)^" f^ '^^e SDtittelglieber ^tftorift^ tui^ 
roeifen laffen, fo mag giomo Don dies abgeleitet merben, imfc 
toenn ftatt beS lateinifi^ f im ©tMintfc^en fo oft h eintritt, baS 
latetniff^ p in ber beutfi^ ^nn beöfelben %Borted fe^r ifäu^ 
{ loirb, unb c ni(§t feiten h, fo gtünbet bieS allerbingg mttaa' 
logie aadt fflt anbre nit^t gauj fo eoibente gäUe. 9htr mu| nuut, 
isie gefagt, bie äRitlelgtteber ober bie allgemeine Snalogie ^nf4 
na^eifen fümten; na(^ @runbfä^ erbittet baif xä^S mtba, 
unb bie Uebeteinftinmiung mu^ f<^on fe^r grof unb mkuSititi 
fein, um au<^ nur geringe ^ormverfi^ben^eiten geftatten gu bfit' 
fen'3). aötr fe^en ^ier. einen großen gortfi^tt gegenübet bem 
p^ntaftif(^en, ^in> unb ^etiat^ben St^mologifieren. Bugltü^ 
aber begeic^net uns biefe ©teile, ivie loeit im ^^t 1808 fetbft ein 
3!tann nie griebric^ «Riegel no4 entfernt nur uon ber I&infi4t 
bie mir iRafI unb @rimm »erbanfenr bag eben jene yU^An b(t 
UmtDonblung bie @TunbIage ber St^mologie bilben, fo bof oß 
gerabe bie Unglei<^^it, ntt^t bie esiei^^eit be« fiautbeftonbefl fh 
bie Sbentität ber SBJörter fpri^t. 



1) ^tibtlbtts, bei ülto^e unb ähnnttT. — 2) %. ^l^Ü, VAtc 
€)9ia4t unb Sitia^it bei SnbitT. S. 15. — 3) ebciib. & dfa- 



uC-'Ooglc 



Dk ftllbatft^tn 6tubien jui 3cii ba »uflrtltne in Crübtt ®[iinin. 357 

fEm no^ grSgm« (Smi^t als auf bte Ke^nlit^Ieit ber Sut> 
}dn legt ©Riegel auf bte Ueberetnfthnmung beä grammatt[(^n 
©QU«. 5Ra(6bnn er hn aiueiten ffia|)itel eine Ätija^l Bon fflörtcrn 
piaramengefteat ^t, toel^ fi^ etnerfeit« im ®ün«Mt, anbter« 
fcitfi im Satrinift^en, ®rie^fi$en, ©etmanif^n obet ^erfift^ 
finbfn, beginnt er bQ3 britte, ,aJon bet gramnwtif^en ©tructut" 
übnfi^tbene fta|ntel mit bent IMnrourf: „kannte man aber nif^t 
üMlffi^t biefen ganjen Seroei« umte^ren unb [agen: 3)ie aStr- 
Danbtft^ft tft ouffaUenb genug unb mag gum Zijäl gegtQnbet 
frin, rooraus folgt ober, bog bie inbift^e unter ben Derroanbten 
gpiac^ grabe bie ältere unb i^r gemeinf[^aftli(^er Ulfprung fei? 
torni fle iri<^t eben fo gut erft bur^ aJHfc^ung ber anbem entftans 
ken fein, ober hoii babut^ btefe Äel^nlit^feit er^Iten ^oßen?" 
.Kii^t gu nmA^nen, antwortet ®iHtgd, ha^ Zieles Don bem fi^on 
SngefS^rtcn unb au^ mant^ anbre ^atirfi^einlti^Fett bagegen 
fpTt^t, fo merben mir ie^t auf etroaS (ommen, naä bte ®ac^ 
uBllig entf(^et unb iwc (SSenjiß^ett ergebt. Ueber^aupt bürfte bie 
§?))otWe, »etf^e, nwä fi($ in Qfnbien ©rie^ftfies ftnbet, Bon ben 
Selnictben in Ehrten ^eitetten gu lönnen meint, nii^t vid glüJ* 
liifire fein q13 bte, roelt^ bie Sg^ptif^n ^^raraiben för natötltf^e 
Rrvftaöifationen ausgeben wollte. Qlener entfi^eibenbe $unlt aber, 
btr ^er »BeS aufteilen roirb, ift bie innere ©tructur ber ©pra» 
ifnt ober bie oergleit^enbe @rammatit, mel^c un$ gonj neue Huf'^ 
f^IGffe fibei bie Genealogie ber (Sprachen auf fi^nlii^e Sßeife geben 
imib, mie bie verglei^nbe Unatomie Aber bte ^ä^ere ^atuige* 
fi^e 8i(^t oertreitet ^' *). 

SEBemt nun au$ bei ber 't)UTi$f&^rung im ISingelnen ©i^fegel 
Si4tige3 unb JJalfc^eä mifd&t, fo t|at et boc^ in ben angeführten 
Sotten einen ber frui^tbarften ©mnbgcbonlen ber gangen neueren 
Sptat^orft^nng ausgefproi^n, unb am^ in bex roeiteren Äuöfü^- 
tirag finben mir oieIcS Ireffenbe. „Sffiit ber grtec^ifi^en unb liJmi' 
l'itifn ©rammatil," fagt er % »fttmmt bie Inbif^e fo fe^r flßeretn, 



1) ÜftoU). £. 27 fg. — 2) «bttiti. €. 85. 

Dci,l,zedl!,G00Qlc 



bog fie UKbei Don bet einen n«^ Bon itx anbem mt'fyc betf^idxn 
ifi^ als biefe beiben t» untn fU^ finb." 3" ^i«% auf bie germam- 
\i)m ®))ra4en eticnnt @(^tegel gong richtig, bof fU ben ^rnttn 
bcd :^ifi^n, @ne[^i|(^n unb Sotetnifi^en inunet xi&ftet lütTtn, 
ie mättt mir in i^r VUett^vm ^tnoufftctgen. SZo^bem er nnigt 
gtommattf^e Ste^nU^feiten beä X>eutf(^ imb be« ^nbift^ bc» 
fpnx^ fyü, fa^Tt et fort: ,^el^en nni ooOenb:! bte ©xommatil 
bec Sltetn SKunbotten ^ingu, beS &otf)x\ätm unb Xngelf&i^fc^ 
fSt ben beutfc^, befi ^^^obifc^en für ben flonbtnaoifi!^ QoMi 
unfter i^xa^, fo flnben mir ni^t nur ein ^tfectun mit einem 
augment, wie im ©rin^f^ unb :^bifc^, einen £)uaUs, a^ 
nauere @tfi^[e(^ts> mtb Sn^äUnigbefttmmunsen ber $artict)nat 
«nb ber !£}edination, bie je^ oerlorcn, fonbern au<^ Diele anbie 
glciionen, bie le^t fi^on etma9 obgeftumpft unb »enigei IcnntTti^ 
ßnb-, bie britte ^rfon im ©ingularis unb ^lurolis ber gdt' 
motte gum ^\p\tl geigen fti^ uneber oollftünbig unb in doK' 
lommner Uebtretnftimmung. <S& lann mit einem Sorte fm bei 
S3etra(^tung biefet alten S)enfma^le bet germanifi^en ^pxaätt nif^ 
ber minbefte Qam^tl abtig bleiben, bag fie e^bem eine gonj SffB' 
ti^ gtammatifc^ ©tructut ^e, nie baä (Sntäii\<i^ unb Mm 
ft^" !)■ 3<^ f&^te auä bem Befonbcren, was ©Riegel übet bie 
btutft^ ®pxaS)t fagt, nur eine ©teile an, ueil fie uns pglei4 
^nübeilettet gu einet allgemeineren ^Betra^tung. ,%Bnb in einet 
anbem (Gattung) baä f)[m;>etfectum bitri^ ein angef^ted t getöbet 
fo ift bteä fteili^ eine befonbre Sigent^ümli^tett, eben fo mie bod 
b im t^miff^en ^mperfectum; baS ^tinci)} abet ift iminer no4 
boSfelbe, bag nimli^ bte Slebenbeftimmung bet SMKutung na<4 bei 
3cit unb anbetn 33et^(tntffen ntt^t bun^ befonbre Sötte ober twn 
ongen ange^gte ^atttfeln gefi^e^t, fonbetn bur<$ innte SRobtfi« 
cation ber Sutjel" ^). iDtefe Stelle bietet und ben Uebergong )ii 
bem Sßerfu^ ben ©flieget in ben folgenben StafiteUi mai^ ffinmtt' 
Iti^e ®pxaättn unter gemiffe ^ufitgefic^tSfinnfte jufatnntenjufaffoL 



1) eboib. e. 33 fg. 8st bit etmcihuiB übn bae ^ugnuiMcs« ör 
Blh^ aRunbait €. 81. ~- 2) tttnb. S. 33. 



ciilizedüv Google 



Cic oUboilftftn etubttn i» 3tit bc« Bulttctcn* bn iBrüb» ®tiimn. 859 

S)it @efaatmt^ b« @1?ra(^ jnffißt i^m in gioei grole ftlafftit 
.fotmlwr'', fagt a, .tDctben bic St^tenbcfliminungen bcr Säwitt» 
■ag bvT^ tnitn IBnflBbnung bc0 SSuTjeQautiS ongtsttfll, bm^ 
Slepon, obet abn jebtdmal bur^ ein eigens Eingefügtem XQoit, 
ms fc^on an unb ffii fi^ 3Reb)^, SBeigangen^it, ein gulfinftiae« 
@i>tlen ober oitbie SJer^tnifbegnfFe bet %tt Gebeutet; unb biefe 
Mm einfo^ften ^\U begetf^nen aui^ bte ^iben ^ufitgattmigett 
din ®viaä)t. 311ie übrigen ^lle finb bei nfi^tiet Onfu^ nm 
SRobificationen imb iRebenotten ienec beiben @kiUiuigen; ba^ 
biiftr @cgcnfc4 auc^ bas gonje in iRfiif|id^t auf bic SDiannigfaltig- 
Ittt ber SSu^dn unennellii^ utüi nnbcftinunbaie bebtet bet 
epnu^ umfa^ unb vsaig eif^^t'ft'' 0- %Bte @4Iegd fti^ ba« 
Sefen b« ^'U^ion benit, ergibt fti^ fi^on aus ber oben über bot 
tattf^e 3iii)Krfectum angeführten ©teOe. 3<be Sni^I ift in ben 
ßtttinenben ©proben .ua^r^aft bas, wo« ber Stame fagt, unb 
m ein lebcnbtger ftetm." ^). X>i(fer Petnt entfaltet f^ «burt^ 
umire SBcränbetung" *) jur 93eaei^ramg bet Derf^enen 95er- 
^aitni|begtiffe bet Qnt, befl fRaumä, bet ää^ie^ungen aCtcr 
Sit ©f^legel fittbet bas, ums er $Icjrion nennt, nur in ben 
tnbognmairifc^ @t}ra(^n. !Ciefe btlben ba^t bic eine ^upt- 
gnttintg bet gangen Spxa^roelt, »ä^renb f&nnntlii^e anbete ©prä- 
gen ber jUKtten Gattung angehören. @(^[egel rennet ba^in ntc^t 
mn bte etnfq(bigcn ®pxaä)ta, me bas Sbineftfi^e, unb bte „eben 
fo f^nwten als fonberboxen ameritanifc^ ®pxa^m," gu berat 
Stnbtum i^m Kle^onber Don |)untbo(bt $filfsmittel oerfi^fft ^y 
fonbem aui^ bie femitifc^en 'Spxai)ett. SSaS er uon btefen, im 
(Begenfotte gu ben flectteienben tnbogeniumf(^ ®pta^, fogt, 
Wgt tms einen befonbers Haren äSIitf in ©i^Iegel'S Sn^^t Don 
be: S^e^n t^un. H^toax, meint er, lann ein ®4etn oon ^lepon 
tntftt^, menn bie angefügten ^tifeln enbli^ bis gum Unlennt' 
G^en imt bcm Hauptwort gufammenft^elgtn^ mo aber in einet 
Sfro^, loie in ber atabifi^ unb in allen, bte i^r oernunbt 
pnb, bie erften unb mefentlii^ften SJer^ltntffe, wie bie bet $erfon 



I) «bcnb. e. 45. — 2) Sbtnb. €. 50. — 3) 9Mb. S. 46. 



ciilizedüv Google 



860 Xrrttte« ew^. gimM IhtpM. 

an geltiv&Ttmt, bun^ KnfOgung oon fOr ft^ fc^n cinjeln ^boi' 
teitben ^orttfeln f>mää)mt xoetbrn, unb ber ^ng ju bergtrit^ 
@nffipä ftif tief in bn ©)>tai^ gegrünbet geigt, ba laan tarn 
fu^er anne^en, bag ba« ^let^ auc^ in anbern SteQnt ©tntt gc 
funbcn ^be, tvo f^ ie^ bie Anfügung beT frembattigen ^TtiM 
nti^ nte^i (o beutti^ unterfi^iben Ugt; lann wenigftens fl^n 
annehmen, bog bie ®pxa^t im ®angen ju biefet ^MUfitgattuits 
gebäre, nenn fie glei$ im Stngelnen bin:^ äRif^ung pbn fünft' 
tei(^t ^uSbilbung gum X^etl f^on einen anbem unb ^ij^em S^ 
taftet angeuDminen ^tte" ')■ ^^ Stufengang ber ntc^ fledie' 
tenben ^ipiaäna ifl mi) ©bieget biefer: Huf bei unterften @tafe 
ftt^t ba« a^utefif^e. ^ SSaäKft^ unb fti^fd^ »fangen bit 
angefügten ^ittleln f^on an, mit betn SBotte fetbft gu oerfc^intl' 
gen unb gu coolefcieten. 91o(^ me^ ift bie« btr^U im^Tobifi^ 
unb allen oenvanbten äßunborten, bie groai bem grögern X^ 
i^ ®iammattl na^ unlöngbat gu btefer Gattung ge^öien, vAff 
lenb bD<^ mam^es Snbre nid^t mit @ii^er^it baiauf gurfitfgefü^ 
neiben lann, ^ie unb ba fic^ fogar fc^on eine eingelne U^ettin' 
ftimmuBg mit ber ©tanunatil burt^ glefion geigt" '). J)ie am- 
feifi^ unb ^ebräifi^ @|mi(^e »fte^en mo^I un^rettig auf bem 
^dd^ften ^fel bei Silbung unb SoKIontmen^t in t^nt QMtm, 
bei (ie fibiigtns nt^t fo au3f(^Gegenb ange^önn, ba| fie P4 ■"4t 
in einigen @tüden bei anbein etioaS nä^ein (oUten- S>af olitr 
biefe Runft i^nen f(>fitei, ia gum X^eil genKiIt)am, auf ben alten 
10^ ©tonun angebitbet fein möge, ^a&en bie vertrauteren Stta- 
nei biefei ©jJiai^en oft geäuSeit* ^). ^nfofent fie i^ &«• 
mcn buK^ Slffifa bilben, fte^ bie femitifc^n ®t)ia^ famntt 
allen flbrigen im unbebtngten ©egenfa^ gu ben (inbogeimonif^ni) 
fitctierenben ©fnai^en, bie i^ce gönnen ni^t bun( ^IffifOr fmben 
bUK^ innere Umioanbtung ber SSuigd felbft bilben *). X)te filtefu 
untei brn @pra(^en biefei ^ffe ift bie inbif^- »X)a$ bie in' 
bif(^ ©pia^ ältei fei als bie gite^fi^e unb lömifil^, gef^ncig' 



1) ettnb. S. 48. — 2) Bbtnb. ©. 49 fg. — 3) (titnb. 6.S5. - 
4) egl. ai4 tStnb, e. So. 



ciilizedüv Google 



tk «Itbtiitt^cn Slubim jut 3eit bcS flufttttmt bn Bnibn ^riinm. 361 

bau bie beutft^e unb ^e^\i^, ^itdnt au9 aßent angefahrten ') 
n»^ mit @kn>tf^tt ^oiguge^n. ^n mcIi^ SSet^Itnil, aU 
in aitefte bet afigeletteten, fie aber eigentlt* ju bet gemeinfi^ft- 
lüM Urffirac^ fte^, bdiütet ivirb fi^ Dtedei^t bann etraas 9t&> 
^ Ewftinnncn laffen, wenn mir btt ^eba^s in e^ter @eftalt 
iiotmt ben atten {ßörterbüi^ baiüber wx und ^ben, loelc^e 
üt bttrfi^tlii^ a3er[i^eben^eit ber ®))ra(^e in ben ißebaS fel6^ 
EW ©omflrit f^on in frü^n Qnttn not^roenbig mo^tc" *). 

Sn ba^S aufblähen bei inbtfi^en ©tubien in fSuxoifa fnfipft 
Sriebii(^ ®<^tegef bie grögten Snoaitungen. .anßt^te baS tnbifi^ 
Stubtiun, fagt er in ber Sorrcbe ^) ju feinem Seil, nur einige 
\B\ijt anbouet unb Segftnftlger finben, wie beren gtotien unb 
^(^ionb im fun^e^nten unb fei^e^nten :^^r^unbert fflr boS 
anti^fi^ ©tubinnt fo mandie fi(^ ))Iö^ii$ ergeben nnb in tmna 
Beit fo ®ri>te« leiften fa^; inbem bur4 bte nieberemKdte jtennt< 
Ri^ bes XUert^S fd)ReIt bie @eftaü aUer Stffenf^aften, ja man 
bm no^I fagcn ber Seit, oerünbert unb oerifingt iDarb. 91t<^ 
nnigec grof unb aUgemein, toii tragen es }u be^ou^iten, müriie 
oti^ jttt bie SQiiJung bed inbift^n ©tubiumä fein, roenn t9 mit 
Am ber ftraft erflciffen unb in ben StmS ber europäifi^en ftennt* 
ni|ft eingefü^ mürbe." 

^ glaube, bog bas angefahrte bfe außerorbentli^ ^beut< 
ung Don ^ebrii^ ©d^Iegel'iS SBui^ ^inreic^nb bart^ut. %}ir 
^btn unfre 3Rttt^tungen fo geroä^It, bag fte jugleit^ mi) Don 
tKn f(^i^ ©eiten ©(^(egere eine beutltt^ anf^ouung gemd^« 
lOL ^m Hkgenfat ju btefen ft^UKK^n ©eiten werben wir bie 
@))ni4forf^ung insbefonbete but<^ granj SBot))> eine neue ®eftaU 
^nmimen fe^ UeberfKiU))t gibt ©c^Iegel nur atigemein auSge- 
ipT«^e ®ebanten. !tne betveifenbe Xmrc^fli^ung fe^(t entmeber, 
lAtr fie ift, roo ©bieget fte oerfu^t, wU Von Slfiggriffcn. SQ}ir 
arärbeit ba^ bie SRängel »on ©c^Ieger« Su^ n«^ ftärfec ^eroor» 
tnten fe^, loenn tS uns ^ier ge^ttet loitre, me^ in bie l£injel> 



ciilizedl!, Google 



862 SJrittw «H^. SuKtits st^M. 

^ten bet attsfS^rung ritijuge^en. $[6er tro« oOe beut lord) mm 
bie tJf>oiimaä)tnbt ÜBebeutung biefei riräien, alwr m^oIttf^iDtttB 
®(^nft nu^t in Sfode fteUen >)■ 

9i toa^rte no(^ eine 9{et^ tion ^^en, i\& ba« »on %<Mmii 
©Riegel in ^)eutf(^Ianb angeregte ®tubiinn beä ©ansMt gefunbe 
tt)ifTenf(^fai(^e gtüi^te trug, eine geraume 3"t nw^ wtrBe baä 
Si^t aus bem Orient me^ ölenbenb unb »enoinenb, at« erirai^' 
tenb unb onfHärcnb. (Sinen Seleg für biefe KMfat^ lieftm bie 
@(^ften Slmoß) flanne'3. (ES irt ^ter nic^t bcr Ort, boS dtn' 
teuerlit^ 6efien bie(e5 mtthDürbigen SßonneS ausfü^rii^ gu tx' 
jS^Ien. ®eboien int ^^r 1773 gu 2>etntoIb ftubtette er untn: 
^ne in @iJttmgen floffift^e ^^ilologie, guglei^ mit ben orioita' 
li\i)ta ©prallen teft^äftig'r lebte bann MmmerK^ tum feiner gt- 
ber, tau) als gelehrter, batb als ^umoriftifi^er ©^ftfteßer, bientt 
bojwifi^en aU gftreic^tfi^er ©olbat, lourbe btfreunbet mit ^ 
$ouI, na^m im ^a^r 1806 preufift^e ftriegäbienfte, »oarb fronjö' 
Pft^er ÄritgSgefangener, entfprong unb trat bann abermola in 3fi< 
rei^ift^en ftriegsbienft. ?(uf Qeon ^uT« aSetiuenbung roart er 
enbU(^ bur^ ^ebrti^ ^Mtnrii^ i^cobi losgelau^ unb er^elt in 
;^abT 1809 eine ©teile ds frofeffor bet (gefil^i^te ant9tealinftifal 
in 3Wim6erg. 3lm 3a§r 1817 rcurbe er ^rofeff« ber orientoß' 
((ften ©proben an ber UniDerfifät Srlangen unb ftarß bafelbft am 
17. December 1824, !Oie(er fo bewegte fingere 8ebtn3lauf Äarai*'« 
ift bnn^tobt von no4 nett größeren inneren ©türmen unb ftämpfen, 
bie i^n }nnf<^en ^o^ge^enben miffenft^ftltf^en planen unb ftidei 
^fllt(ber iSntfagung ^n unb ^ermeifen, Us er enblic^ in tinem 
emften m^ftifi^ beft^auli^ e^riftentb"»» 8Su^ finbet »). 



1) Sgl- Hax Malier, Lectures on the Science of Laognagf. 
IV. ed., p. 168 gq. — Z^tob. %tii[ei}, (St\^i^lt bcr ettnU^nlfltiil^ft, 
1869, e. 357 fg. — 2) Cgi. bic etlbflbloatap^ic SCmnt'* in : £(6« 
unb auf brat itUa nttittDÜtbigct unb tmedUr Q^rißtn dor 3. 8. JtanM, 
Qtfltr 23)1. eomtctg u. gci))). 1816, 6. 263 fg., unb ben »cutn Ndnltg 
tn SXutft^, 3a^g. H, 6. 1240 fg. 



ciilizedüv Google 



DU ftltttiil14<n etubittt jur 3cU bt« Kufirctttid bet ^Tübcr ®Timm. 363 

9amea ©elften Uegnt gtogent^ls nit^t auf utiferent 99o> 
bcn, obei einige berfel&en finb auc^ füt bie ®e[^ii^te ber geTma< 
iiif(^ ¥^[ogte von ni^t geringer Säebeutung. 3iit ^^t^c 1804 
gab er tuie ©^'^ft ^erau8 „Ue^er bie Sßensanbtfc^ft bec grient' 
fi^cQ tmb teutft^ ®pxaä)t.' 3« bieiec ©i^rift fifilt fi* i«r Set» 
faffer, afcgefe^n »on einigen ollgemeineren Änfit^ten ü&er bie ge« 
fi^tCi^e Sntfte^ung bet Saute, flreng an bie ©a^e, tnbem ec oot 
olUm bie ant^tigfteR SoutaEiergänge jrotF<^n bem (S^ei^ifi^n unb 
Xxaiiäita na^uioeifen fu^t, unb ^iet gelingt e$ feinem ©i^rffinn, 
naen gro|en Zi/til ber Sautraet^fel ba^ut^un, auf bencn bafl 
Snmm'fc^e Soutcerfi^ebungSgefeg beruht. Stän Bpxa^fox^i^tx vor 
fta^ tft biefct grölen Sntbedung (Brimm'iS fo na^e geOKfen, aU 
boettf im 3<i^ ^S<^ Kmolb Ranne *). S&re ftanne auf biefent 
SJege weiter gegangen, ^ätte er auf fol^ Seife bie orientalifd^n 
Sfnau^ in ben ^ßetää) fetner $orf(^ung gejogen , fo mflrbe er 
0^ ^ä^l eine ber Dorgüglu^ften ©teQen unter unften uinen' 
fi^ftli^ ©pnc^orfi^em einnehmen. «Statt beffen lieg er fii^ Don 
tn bamats ^eirfc^enben titanen^ften Ue&erfc^ägung ber vor^anbe« 
ntn Stäfte nit^t nur ^tnretgen, ben 3ufiitt>men^ang aller ©{»ratzen 
unb Wbitf)tn in Sinem Kniauf erobern gu uoden, fonbem er 
glaulite aii^, auf biefe Seife bie <£in^<^t in ben tiefflen gufammen' 
ifm^ ber @)ira0e mit ben Singen, ja in ben ibealen 3ufottnten' 
^ ber XHnge [elbfl erlangen ju fönnen. 3n biefent @inn fi^rieb 
rr: Srftc UiJunben ber @e[{^t(^te ober allgemeine SJ'i^t^otoaie. 
^loei ^nbe. Wit einer Sßonebe von i^ean <ßauL Saiteut^ 1806. 
Bann: ^nt^m ber älteften ^laturp^ilpfopöie, bie iReltgion aller 
Sglter. SCfibtngen 1811. <£nbli(^: ©Aftern ber inbif^en WlrfOit, 
ober iSSfXoratö unb bie @ef(^if^te bes @ottmenf<^en in ber ^eriobe 
t«S SSomidend ber Stai^tgleic^n. Seif)jtg 1813. SiMä @an)e 
tattc feine ftränung finben follen in einem* ^angloff um, in U)cl> 
4an Sänne bie oben bejeid^eten (Ertoactungen vollenbd ju befrie* 
%n hoffte. Sr oemü^tete aber bie ^anbft^rift biefed 9SerfeS, als 

1) aRon DflI. in bn »freit onstfü^tttn @<$[ift @. 111. 122 fg. 205 fg. 
209 fg. 2S0 Ig. 237 fg. 241 fg. 



ciilizedüv Google 



864 3)iittti eiii^. äwcitt« SvfM. 

^ti) fein« We Ueberjeugung 6emä(^gte, bag Wtfc Art, bte Stflo' 
((^ ju 6etTci6en, bem S^rtftent^um mtbetftteUt — Qm *!' 
f(^Iug an ©(^Qtng'S 9?atuT)i^iIo[D))^ie ^t jtaime tn ben angrfü^' 
ten @^ften mani^en geiftooUen ©ftianfen ouSgefproi^n. Sd 
fe^Ke i^m nt(^t an einer ouägeftretteten lüiguifttfc^n unb nt^t^ 
togifii&en ©eleörfatnWt unb einer unerfd&ßpflt^en ©ornttnation«' 
flobe')- Ätwi ^on 6efonnener gorfi^ung, roie fle allein ju ^It* 
boten ergebniffen ffifiten lann, tp leine Webe, aw^t^ anb 
©prat^n aßet ©ölfet, wie f« tient SJetfaffer mittelbar ober un« 
ntitterboT gerabe ju ®ebote fte^en, merben in roiD) ))^ntaftif^ 
Seife bitTt^etnanbergeroorfen. SQir bürfen tit Aonne'iS 9)flc^ mn 
beliebig hineingreifen, um unä ju überzeugen, roo^tn biefe «rt oon 
et^mologtf^et %BillI&r fQ^, unb meil t» ffir bte ri^tige @49Ctmg 
bfeS ^o^en Sert^S, ben fii^ bte uiffenfii^aftific^ St^mologit but^ 
@(iinim unb Säopf) emorben ^at, \tfyc mii^tig ift, ft(^ ein anfi^ou' 
lif^ed ^Ib Don bem 3uftit>b iu matten, tn roeli^ fii$ bte <SXif 
mologie vor bm <£rfi$einen von @rtmm'S ©lantmatil unb 93o)»p'J 
©lüften befanb, »iK it^ n>enigften3 ein Beifpiel »on flanne'i 
aSetfa^ren mitt^eUen. ^n „(Srfte Urhmben ber ©ef^ii^ rt« 
aagemeine an^t^ologie 1808 ®. 573" ^eigt eS mdrtlii^: „Denn 
mit X)aume, flottt ÜDume, ift Denoaubt DI äam bad ^lut, 
□TX adam tot^e <&:be, etftei SMenfc^, Bv^Qa, - rf^fwe ^ett, nt' 
fpcflngl. t^etft^, i^fMf 9JoII, <)«fMn bauen, <fff»a$ Setb, dtuttttif 
roi SJeltfc^öpfer, dvfta gebären, jeugen, moDon not^ diSvftoe ein 
3tDeigebomer, S'^^ing, ®i-bam ©(^miegerfo^ (mie gener dob 
r«»*«), ^ame bie ^xau, dama ber jeugenbc §tTfi^, datfitf 
©Ott, urfprüngl. ©c^üpfer, "jOl dornen Bteroua, ^ter, wie immtt, 
uon Sorten ber 3^ugung unb Sefcm^tung, baoon abdomen.* 
®o war bie ©proc^forfc^ung befd^ffen, «wlt^ bamate bie ®eiper 
be^errfi^e, unb nii^t tlog Männer njte ©ötreS, wie griebr. ©eint 
von ber §agen, fcnbem au^ ^acob ©rimra in ber erften ^ßmiibt 



1) Sßil btfonbtm Sejic^ung auf baS @tnnanif(^ ^at Xannt wn bicfai 
9»btn ScbTou^ scnuK^t in (tinn Ib^nblung: Qintnuttfi|{ X^rftmoKi, ia 
gouquffi aRulMi, ao^tflona ^814, ©. 1 — 68. 



ciilizedl!, Google 



Cit «llbciit|i!^n etubitn jui 3ttl bt4 Kuftittui« btr QTäbtr Sriitim. 365 

fcnn 2|ättgleit ^en von Sanne'iS ©(^rifteti einen unoedenn' 
bnm l£influ§ erfa^en ')- 

3»fc|.» «irrt.. 
S>er äßann, beffen 3$et^Ilnit gm flenuamfi^ ^^Uoloflie 
nii ict)t ff^iOxm wollen, gehört lUll mit einem X^eil feinet ^f 
btmffiügfät in unferen Skceic^, ber gTögere Si^eil feinet Sitf- 
famfeit liegt auf anbeten ®e6ieten. Statütltc^ muffen mit un« 
^iti auf bad tef^tfinten, was ft<^ auf bie Don uns 6e^nbeÜe 
ffiiffenfc^ft bqie^t Geboten ju föoblenj im ^a^ 1776 ^e 
fi^ @9tte)S mit Segeiftetung ben ^\xen bet fictniörifi^en SteDo- 
lution angcf(^lDffen. 9)eifett t£infi(^t aber unb bie (fnlnndlun^ bet 
fran3^f(|en 9tet)u6ttl jum ^tatioleon'f^n Soifeit^um btac^ten i^n 
DOR ben fTanjßfi[<^n ^^mfati^itn ob. l£r niatf fu^ nun eine 91ei^ 
voa ^foifttn ^inbutt^ mit gai^er Staft auf nriffnifilHtti^e ®tu> 
bten. @(^elling'ig ^^Uofoti^ie, bei et fli^ johit ni^t unbebingt 
onfc^B' »on xoüä)n et a&et bie tiefften Anregungen ei^t % 
tnlbete i^ bos oertitüpfenbe !tBanb smifi^en feinen noturwiffen' 
fi^i(^ unb gef(^t(^Uii^ ®tubten. Son biefem ausgangs« 
tmnlt axa »itiefte et ft^ in bie Utgef^ii^te unb ätt^t^ologie ber 
Söttet. SSor allem aber gog i^n bas beutfi^ SQtett^um an. ^m 
ädm beS beutft^ SioKeS, in fetner X)ii^tung, feiner ®efcf)ii^te, 
itinen alten Sitten unb (Hntic^tungen bot fi4 i^m bie SQerbinbung 
bar iunfi^ feinen roiffenft^aftlii^en gotf^ungen unb feinen neuen 
politifi^'tKitertänbifi^ Säefttebungen. ^m. ^^t 1800 gieng er 
nadi iKtbelbetg unb ^ielt boit Sßotttäge übet afiatif(^ ai^t^en» 



1) Ha» t>tm It^tcn Scbtn«i4t «onnt'a (1823 — 24), M ft^oii ienttiU 
ba ebn gcff^ilbntcn ^niobt [bie 1819) lital, btH^t bie UnitKtfiiattblblias 
%[ iu Sclaugcn ^aub{(^riftli(^ btn ünfang einer iRtubcaibtilung beS aietjt^it 
3^Te CDi^ct untenummciicn ^angloflumfl , bie in [alc^tc fflcifc auegefü^tl 
^. nie |it b« Serfufier uor fetncT ^reng (^ißlii^cn Uebetjeugung ii>eTanttDor= 
Ich |u (inntn sloubte. — 2) Sgl. bie im 3iit)[ 1802 ge|i^ncbeiien (mit 
uaem Xitel: Aobfeng 1804, jum jioctitninal outgegeb^nen) l();^ori*men flhi 
We Jtnnfi «oii 3- (äJBmä e. 1 u. «on. S. IX. 



ciilizedl!, Google 



866 iDritiH Qu^. 3wdltf ffi4>itd. 

gtfij^^te. ^er ttot ci aui$ in na^ freinibf^fdu^ 3Serit^ 
mit 9tnim unb Brentano unb bui^ biefe mit beit !6rflbetn ®riiRm 
in Gaffel. <&» voax bte ^tit \äntS ItitnU^iten %nÜ)dU an bffl 
oftbeutfifeen ©tubim. Sie toatm i^m niil^t blofe ein Öegoiftoib 
bct (Sete^rf amlett , fonbern ein Itoft in trüber 3eit. O^nt ji^ 
bes^alb Von i^nen abjutoenben, tootf fii$ bann Qiättt& in bra 
^^len bet SQefreiung ganj auf eine DattriSnbif(^fm6rict^i^Sifi* 
rigfeU. ©ein „M^ift^r mahn" (1814 — 1816) ift ein nn. 
DergfingHe« Slenfmol fein« politift^n SetebfamleiL Saft na4 
bicfct Seit flnbet bec tätige Anteil, ben e»m8 an ben oltbort' 
f^ ©tubien na^, feinen %\)\ätiafi, unb t8 fte^t mt8 beS^Ib 
^ nic^t jn, bie ©^iiffale biefes merircürbigen SOtanneS uwitfi 
gu Deifolgen. SBtr bemecfen nui no^, ba| et na^ fe^r ntonnig' 
fa(^m inneren unb äuScien Srfa^cungcn im ^'fyc 1827 aU $T0' 
feffor an bie neu gegrfinbete Unioetfität 3Rün^en bentfen wuAt 
unb bafet&ft am 27. ^nuar 1848 ftor6 i). 

^e 3^^ AUS netc^er bie ©i^nften jut altbeutfc^en Stteratut 
^ertfi^ — bie Qa^w 1806 bt« 1817 — , loox bie ft^önfte in 
bem Seben be« teit^ begabten 3Jtanne«. <Den uirftatni (osmopoU' 
ttf^en @<^inbel feinet ^ugenbja^te ^at et Eintet fii^ gelaffeit, 
nnb obwohl wit bie ftetme bet \pSietm x9mif$ (ot^onfc^ Sliib' 
tung fi(^ bereits bilben fe^n, tteten fte boi^ no(( }uiü(f gegen bit 
uarme beutfi!^ @efinnung, bie t^n befeelt X>ie rtfte %ru<lft friner 
8ef(^Sft(gung mit bet Siteren beutfc^n Stteratnr war bie ®^ft: 
XHe teutft^en SottSbüc^. 9l5^ete Sflrbigung bot f(^finen ^p' 
titn^, iSeüeC' unb Stine^bfl^Iein , votlä)e ti)dl9 innetrt föert(, 
tf)nl8 Qa^dÜ, ^al^t^unbette ^inbut^ bis auf unfeie 3^ ci^alttn 
^at aSon 3. «Örre«. §eibelberg 1807. — 391 ein« oßflemrinfli 
ttinleitung beffiric^ &iixtt8 ba« Sefen bet $&iftx, bon bennt « 
ifiet fforibtin nnU. & finb bie ©^ften, an twuen fii^ bie goitjt 
SRaffe US aSoReS [ett^^i^unberten etfteut. Xiie nn^ttgfttn uob 
aiteften unter tiefen Soltdbüi^exn ftnb bie etgS^tenben. !Dit .iB' 

1] Ueb« iSent«' foBcn fiiibtn fi^ btc t^alffii^li<^n Snaabtn ia ia» 
Vitlld .93ml' in bm non^t^ unbBStItt ^«auegtgtbtncn Itir^oi 'ftii' 
In, »b. IV, gieifrura 1850, S. 575 fg. 



ciilizedl!, Google 



Oc tttboitf^iN 6tiibiM jut 3dt M auftreten« to SiObn «ninm. 367 

WR im Sone mu^ gttooiAene ^oefle* „^t ^i) auf jtDiefa^ wi' 
ff^ttboK Seife im SSoIte ftl&ft geäugelt" ^). (Sinmol ttn äJoIM- 
M. „eiittntcnb in bie Seit, ujie bet anenft^ fc(6ft in fie tritt, 
ofyit Sorfati, o^e Ueberlegung unb roitttQriic^e Sa^I, ba« 3)afetn 
ttn (Sef^ent ^d^trer änSt^te, finb fie teineStoegS Aunftioccie, fßii' 
btm 9IatimiKr!e roie bte ^^anjen; oft aue bem fßottt t/itumi, 
oft m^ in ba8fcI6e l^ineingefungen , fiebitiben fie in jiebent ^ioQe 
äat ifyn einnw^nenbe ®enialttat, bort tjrobuctii} fl^ fingentb 
nib bui4 bie 9Iattn^, bte fie in bei 9)^e[ (^aftmftett , bie 
Unfi^ nnb bte bur^Sngtge ißerf(^Iimgen^ aUei StcSftt in 
bn SKoffe, au8 ber fie onfgeblfl^t, tieirlünbigenb; ^ei aber 
bttr^ i^e innere jCteffltii^teit btn feinen %aU unb ben gera< 
bot ©imi betoS^b, ber fi^on fo tief unten wo^tit unb nur 
nm bem Sefferen gerührt nui: atltin bas 8efferc ft4 aneignet unb 
imifFcf ^. guKitenS aber Sugerte fi^ ber aSoßSgeift in ben 
Solffifagen. „3" ^"^ fru^ften Soften entftanben bie meiften 
Hefer ®agen , ba mo bie gtationcn, flare, frif^ Srunnen ber 
(ptdlenrel^, jungen Srbe eten erft entf^rubelt uuren; bo too ber 
Slenff^ gleich iugenbli(^ nie bie 91atur mit Cent^ufladmuS unb lie- 
ioäxt e^eiflerung fie onf^ute unb von i^ »ieber bie gleid^ 
Kde unb bie glei<^ S^egetfterung erfuhr; wo betbe no^ ni(^ aS.- 
tigli^ fii^ gemorben, ®cogeS übten unb @to^tS ancrfannten : in 
biffer ^etiobe, too ber Oeift n«^ feine S&ifpcflt^ auf bie Unu 
jchrag mac^e, fonbem aOein bie (hnpfittbung , n)0 eS ba^ nur 
röte %itittt)iKfte unb leine 3Iaturgef<^ii^e gab, mußten no^menbig 
ni biefem I^enbtgen 9iaturgeffl^Ie bie tiielffilttg t)erfi^benen Zta- 
büionen ber manglet Stationen ^energe^, bie fein Se&IofeS atf 
nfoBnten nnb fibecoU ein $)elbenleben, große, giganti[(^ fttaft in 
dllen Sefcn fa^n, fiberaU nur gro|ed, ^eroif(^e0 3:^un in aUm 
^i^nimgen erblidten unb bie gange @(ef(^i(^te jut großen 8egettbe 
mtifita' 3). Qn aßer 3"' nxinbelten biefe ©agen leBenMg als 
StfJbige im 8e6en um. Wt bei Sifinbung ber @^6bmft unb 
fliater ber iBm^nKfcrei aber „büßten fie bie äußere poetift^ gform 

1) X)U ttulfi^ot S0lfebü(^T von 3. esm< €. 14. — 2) äbtab. 
6. 15. — 8) &tnb. ©. 16 fg. 



ciilizedüv Google 



868 {Mtltt eu<^. 3iMite< ItUfÜü. 

ein, bie man aU blogf« ^fUfSmittel be« «eba^tniffeiS je^t unnüH 
geicoTben toä^nte unb ba^T mit bet gemeinen (noiatfc^n Minxifi' 
feite" '). ®o finb au« ienen ©agen bie meiften aSoltebi^et ^' 
Dorgegangen. 39on oiel geringerem %}ert^ futb bie le^enbtn un* 
tcr ben ^olUbMteta, bie „e&en \i)xtS innem rcjlectieixnben &fi' 
tatttci iDcgen bun^aus mobem finb" ^. ^er aSeifaffn (^TaH^ 
Bert batauf bie eiitjelnen SolfSbfi^ei, fo toett fie t^m (Hanml 
©rentano'S reti^ ^liMtbtbKot^t borbot ^). Äßie in ber oüganei' 
nen ®(^ilbening, fo mirb man aut^ im iSlngelnen bae So6, boe 
©örre« f)Knb«t, übertrieben, feine Urt^eile bisweilen »erfe^Ü finba- 
8bei man imrb mäft Ifiugnen tonnen, bag er meift einen ft^ 
richtigen ÜCatt jdgt ©eine oocjügltt^ Xufmertfamteit ft^tt n 
bei giftorte Dom gefilmten ©iegfrieb unb bei tion ben mer ^ 
ntondfinbent *) , unb mit befonbeiei %u8fü^i(i(^Ieit unb tt^tfui^t 
ge^t er bem SQtei unb ber Skibiettung bei ©ieben loeifenäReifter 
nac^ '>). "Xmi ®an3e: tSinleitung, Ueberfu^t unb rOdbticftnbfT 
©(^(ul, ift mit munberbaier S^fi^ gef^eben. ,an fu^, W 
i^cob ISktmm gegen §. |). von bei flogen, mag man fl6ec biefä 
oudgcjeti^nete SBecI immer urt^len, ba^ cS ju fiü^ conftnrieroi 
unb aus ungleiii^ei 0iunb(age mit gKett^ @i^er^ folgern nwUt, 
ukI^ asielen eine dngftU(^e unb mam^mal unangenehme 9M^' 
bung oemifat^ hm." 9Iur ^be |»gen feinen Xabd oon ber 
gaiq wrle^rten Seite angebrai^t »3)aS ift vielme^, ffi^ 3- 
®rimm fort, bas aSerfc^efte mit in ber Seit, bag fie ba« £nff' 
Ui^ ui^t rein e^ien fann, fonbern i^ien Xobel boron für twit 
^ü^er ißi. O^ne ooUftänbige ^iftorifi^ Sigrünbung, bie i^ ■> 
ber btijen 3^ o^nt olle SSoraibeiten ni<^t miJ^ic^ mar, ift 9^' 
re« in bie »Ja^^eit alter ^oef« i^ineingebnmflen. «nbere hättet 
twnnut^Ii<^ bur^ eine anenge von Zitaten unb Sßoten no<^ nii^ 
fo i&eö auf ben ®nmb gefe^" ^). 



1) etotb. e. 18. — 2) sboib. e. i9. — s) e^tob. e. 3os. 

— 4) 8gi. cbtnb. 6. 93 tiub 90 tnil €. 310, bw b« Strf. stnbt t» 
Wtftn fofll, bal fU .not^ \t%\ »ciKtet »tltui^lunfl btbfltfen.' — 5) (ttt»i 
6. 154—173. — 6) 3flco6 (Üiimm in b« Siijtiat Wit ^ni'l «■ i- !■ 



ciilizedl!, Google 



£it nllbcull^ui 6tut>i(n |ui 3tit bu Sufttttnie ba SiObti @nvm. 369 

Sn bie „jCeutfc^ SSoO^bfi^n" f^Iog fi^ rine anja^I sott 
Xb^Iungcn an, bie @Sxtt8 unter bei Ueierfi^rtft: „^kt ge« 
^iSrntt ©teafrieb unb bie Stibelunflen", in bei Doit Arnim ^rauS* 
gtatbtnen QÄtam ^ Sinfiebler (Spiil unb Wtai 1808) wr^ent' 
Ui^ ^er unterfui^t et ben ^ufammen^ng unfiet 9it6eIuBgen 
mit beut ITanbinamfc^tn Stotben unb gelangt ju bem <£rge6m|, 
boi unfre §*Ibenbi(^tung auf got^ifi^em •) unb fränfift^ < butgun- 
bif(^ ^ Soben erUKid^fen ift, unb bag fie ben ©tOrmen bet 
lKiit[(^en SöIfemKinbenuta i^ tEntfte^ng vecbanH ^). £iie nor« 
bif^t SUIinafaga, beten ^au))t^Ib S)iettt(^ von 99etn tft, tu^ 
onf bcutfi^en ®tbi(^ten *) unb ebenfo bie |)elbenliebet bet *Sbba ^). 
t)itfe gonje ©age, ju metäftt om^ baS latetnift^e Carmen de rebua 
gestis Waltbarii gc^drt % grflnbet fft^ nii^t »auf eine 9Iei^ nut 
Io(e nntereinanbei verbunbenet Slontangen," fonbetn ,e3 fteigt bie 
%^i|«inli41eit in und auf, bag ein gto|efl coIo{faIe:S @(ebi^t 
i^ nutetliege, in bem bie SHMungen nur ein.Sefang geirefen 
finb, nfi^nb Zxüvmn bet anbetn im ^elbenbuc^e unb fonftniD 
^ tt^Uen ^oben" ^. „Seilte unbeftritten ber Sterben feine 
9b)t^ Xeutfi^nb fetn(Et>0$; (ene tu^t ebenfo unbejtreifelbat auf 
nortiff^ Siotut, wie bieä auf gof^f^teutfi^et §i)'totie" *). 
3ft au$ jene annähme eines „coloffalen ©ebit^tä" »etfe^U, fo 
ic^ wir bo4 im äbrigen ^iet @öne3 mit genialem <S<^tfb[i(f 
üf elften ©dritte jut nötigen Süiffaffung unftet beutft^en ^el- 
tmfage t^n. Sr bleibt abei babet nic^t fte^, fonbetn fu^ 
lofort in ben Urjptung aßet ^oepe einäubringen. „3»t Utßeginn, 
lugt er, Wax eine ¥«f*e unb eine ^M, bie bübete im gott- 
ji^titte jebcs 33oD auf eigene föeife fii$ unb feinen 'S^atm an" °). 
.tw Utfptung bet notioneUen ^oef« fällt aufammen mit bem 



SlNfaun far «Itbnitft^r Silttalur unt> Jtunff- ^tibtlb. ^alfxH. 1611, I. 
6, 157. 

1) 3«itini8 ffit einfltbl« 1808 Sp.38. 59. — 2) ßttnb. Sv-lSS.— 

3) etoib. ©p. 38. e. «6« au4 tttiltt unttn. — 4) ettnb. ©p. 89, — 

S) »Bib. 6p. 90. — 6) Cbenb. Sp. 160 fg. — 7) «bcnb. Sp. 90. — 
8) «trti. 6p. 95. — 9) eboib. 6p. 95. 

■«..r. •<». »et >«M. «iw^w. 24 

LSi,-.,.:.l:, Google 



370 t>nitt« 614. ätKittS ttVfUti. 

Uttpning bet Nation; mo i^n ®e[ife^(e au8 btr Staturgef^tt 
^rvoraebrof^n , ba ift bei i^ben angefnüpft, unb fie ne^BKit i^ 
iuxäi alle äSSitgt t^rci Sntroüflutiji mif <)■ @ff fS^it un^ ^ 
geimanifi^e $oc(ie nai^ %fttn , in ben Urfit ber ÜJölter ^Uiübn. 
,^ bei £^t ge^t ein (Sefc^let^ von @agen im iOtienl um, boö, 
in gciabet Sinie von benfclben SSoioätem obgeftammt, ben gteiffetn 
tJumilicni^rartet mit bcn notbifi^en iZtabiäonen ttäiQt' *). ^i 
aUen [tnb es bie Reifer, beten ^IbenbU^tung in t^erboufTi'S @(M 
Stamc^ unb fonft .am mciften nort^fi^ ^^vfionomie angenonnatn 
^f ^). nX)oi:t ft^n uni alte bie ^u)>tinomeitte ber oaäxntaüf 
fc^en ¥i)efie gUii^fam vor^lit^ angeleaf ^■ 

Site Ausgabe bes ^^gtin, bie mnee, na^ gerb, (gtoefle'd >) 
abft^riff, ^cibelberg 1813, DetanfUttete UHb ben ®tübern Orima 
jueignete, mal oU erftec ^ntd beä @dnc^8 ein enoünit^tec ^' 
tiag jui altbeutft^en 8itecatUT. Uebet ben Ztft beneitt bei neurftt 
^lauSgebei hts So^engrin, ^eimti^ iRüdeit, mit iRec^t, bag be^ 
felbe böUig unbiaui^bai fä^). Man toiib fu^ aber bei bcüen 
S^utt^cilung jugtett^ bes QuiUuüa ju eiinnem ^a6en, in toeUim 
fu^ bie altbeutfi^e ^^logie bantalä über^aufit no4 befanb. SMt 
au$rü6ili(^e Einleitung, mel^ Oüneä beut @ebic^t Doiou^d^iif^ 
entbfilt neben Die(em äSiUtüiEu^en unb Uebeifc^menglit^en mani^ 
tieffenbe Semeihmg. @(ei[^ettig mit bei Sktüffentlii^ung bei 
So^giin entmaif @ilite8 ben $lan iu einei ,Bibliotheca Va^ 
ticana Ulttcutft^t iDit^tungen", in meiern ei in (ikmeinf^ft wt 
l^ttbinonb (»laait bie S^äfee bei utticanifcben SSibliot^ JU' 
gfingli^ mai^en motite ^). über bad Unternehmen Tam ni(^ jH 
©tanbe. 

:l)en ^biifilufi Don f&iirK»' t^&tigei X^eUno^me an ben alt' 
beutfi^ @tubten bilbeten bie Kltteutfi^ Soir«' unb 3KetfterIiebei 



1) (J6tnb. ep. 91. - 2) ISbcnb. 6l>. 92. — 3) S4 (i^wiBl Öittrt 
^Irt bcn tRamut, ob« out^ (Qinl. ®. XCIU. XCIT) OUSni. - 4) Lobes- 
griD, her. von Heinr. Rackert, Qoedlinbutg n. Leipiig 1858. Ton. 
S. V. Sgl. tbtnb. S. 207. — &) €. i86mS' gtiftooOt anUnbituBi n 
iBraitt'« 3bunnii unb {ittmobt 1812, Onitigu twin 8. Obfbtr. 



ciilizedüv Google 



onS bat ^anift^riften bcc fKibcfberger 33i&Itot^f. ^aicggegetot 
Don 3- @dnag (1S17). S)et ©aminler ^t e« nit^t auf eine Fri» 
iifi^ ausgäbe abgeft^en. (tr ^at Dielme^ , Ute er (Ic^ feUft aus« 
brüft, ,bie alte Stet^tfc^tetbung", in btr X^t a^er ani^ Me altt 
&jitaä)t bet neueren ntögli^fi ^ei$ gemac^ ^ ber fi^tn uid) 
itii^^Itigen <icinlettmig nimmt er bie Unterful^ungen übet bot 
@ang ber inltte[aIteT(i(^ foeflt toitber auf, bie ei in feinen 5£eut< 
fi^ äSoItSbüi^m begonnen ^attt. XStr tooQeit untei oielem Xn* 
btrni nur auf bie sioftnt^S tieffenben SemeiAingeR ^meifen, 
bis @5ne8 ^iet ttfeer bo8 Sßet^ltnig bet iJtODntjoHf^n 8^1« jnt 
ultbentf^ moc^t 0- 

2ßit ^a&en bi^ifier ben unmitteKaten Snt^elt gtf^ilbett, btn 
IBSnrS buri^ feine Xt^ten an bet altbeutfc^ f^otogie genont' 
Bttn fyiL SMt mütben a6et ein unooQftSnbiged inib unit^ge« 
9i(b Don btefem ®<Ie^tten geben, menn mit nii^t luentgftenil mit 
tim^ Sotten auc^ bie allgemeinen Anfii^ten bedfelben betfi^tten. 
ÜtatflrU^ mfiffen »it und auf baS Slot^ioenbigfte bef^tänten, ba 
bie ©Stiften, bie wir ^iet in ben-ftteiö unftei iBettat^nj )te^ 
{|iÖ|teBt^eiIS gang anbeten QkUttra ange^iiten als bem unftigen. 
Ci fub Doi aUem bie 3»9t^engef(|i^e ber afiattf(^en mtlt (1810) 
ntb bie @(^ft flbet (Slouben intb Siffen (1805). @Ötteö ^ hwOf 
bitfe€^fteu, glrit^eittg mit Kanne unb Steuget, füt eine tiefere 
anffa^ung bet ^bnif^ ffieligtonen genntft. Sus^^^ <i^ jciflt 
|i^ bei i^m, wie 6ti feinen ©enoffen, baS Detgefilic^e ©emü^ 
bun^ uridtürliiH C^nfttuteten übet ^nge gum Hbf^lug gu ge* 
langen, bie man bei Weitem no(^ ntc^t genfigenb etforft^t ^t Xvt 
IBnmbgdKinh, von ben ©ünefl ausgebt, ift: „Sin X^ienft unb 
eine Sn^tl^ uxir in utoUer Qnt, ts uar eine Ait(^e unb aui^ 
tin etaat imb eine Sfnraf^"^). Unb am ®c^Iug feinet Untet' 
fni^gm fagt er: «©o ^at es fi(^ benn von atlen ©etten be> 
DS^rt befunben, nxiS toit im Snfange ooia^nenb Dettünbtgten, 
eine @ott^ nur mitlt im ganzen SieltaQ, eine 91eIigton aui^ 



1) eiidntuitg 6. LI fs- — 2} an^t^tnaefi^^U bti; a!i\at. %Mt wa 
Z. (8imd, eb. I, e. 11. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



372 {»iltt« ®u^. Zweite« Aoviltl. 

nut fjer^iit in t^m, ein S^ienft unb eine ^ettanfc^uung in bn 
Sin^el, ein ®efe^ unb eine SUwt nut but<^ alle, aber ein Ic 
benbtgeä Su^ toat^fenb rote bte ©eft^Ied^tet, unb nie bie ®attunj 
ewig iunfl" '). Um feinen ®a§ ju erroeifen, §at@örte« in frinn 
Srt umfaffenbe @tubien gemai^t, unb mani^eT geiftoode Slid itnt 
fti$ i^m auf. 'Sbtx mir lönnen uns Je§t faum me^r in bieStini' 
TOung öerfe^n, in. ber man [oli^ Probleme mit fo bürftigen 9)!it' 
teln iSien gu lötmtn glaubte, rote fic ©StTeS ju ®e'bott ^anben. 
ffiir miffen je^t, baf alle nujt^olugif^en Unterfu^ungen .o^nt 
ftrenge unb grünbli^e ©ptat^fotfc^ung ouf @anb lauen; unb 
eSiirte«, bei ein ^auptgewi^t auf bte inbif^e 3K^t^e legt, glaufit, 
in biefe SR^t^ einbringen ju fünnen, o^ne ein SSoit ©anSTril 
gelernt ju ^abenl !£)ie noibifc^e änijt^ofogie ift i^nt ein ^ut)t< 
gegenftanb beS @tubium8, um [o me^r, ba fie feine allgemeinni 
anpl^enforfi^ungen mit feinen älnfii^ten über bte altbeutft^e ißocfic 
Derbinbet; aber oon ber attnorbif^en ©prat^e Detfte^t et fo aut 
U}ie nt^täl') Xritt nun 3U biejem 3Rangel an grünbli^en iSpiait> 
fenntoiffen nii^t bIo6 eineSJernac^Iäffigung, fonbern eine abfiifttK^ 
Eera^tung alter nüchternen unb Haren ^iftorift^en Äritit, fo lann 
man fi(^ benfen,- auf roel<^ Xbrnege fi^antaftifi^et SBißfür bicfc 
Vxt vDn'tlrorfc^ung gerat^en mug. Sa8 aber (SÖntS fc^on ba> 
mal3 in paiabo^er aiet^ö^nung aller gefunben ^iftorifc^n firitif 
gu leiften Dermo^te, bafür liefert feine Sb^nblung über ^unibalb'i 
e^ronil 3) ben fc^lagcnben SettetS. 

Adllm vcn Xrnin ynk CItntnf tinlata, 

iKtben unr im vorigen abfc^nitt einen 9Iaturp^itofop^ nnt 

1) dbatb. eb. II, e. 649. — 2) Wan tnufi ti laUxb mtxttfoa, 
bag a bit Sitbtt bti Sbba tntifl nuc in btr taltinifi^en Utbnft^unj bn Xf 
))(n^agcncT 9u«aabc anfü^il. SÜt eicSc fibtr äJubbtd'« Stironti« (3R))i^u^ 
H\i5j. btt ariat, SSelt I, 309) obtt ba« Silal aufl bn .^ialmarfagt' tbntb U, 
573 fg., m^ baju fo, ttiic tS ba eebtudl pt^l, bttociftn {ut etnAgt, bij 
bit altitoTbifi^c Slica^e <i)in:tfl' unbdannl Umt. — S) 3n gr. S^IcdtTl 
»culti^em fflluftum 8b. III, 08l3) S. 319 — 345. 503 — 616. «b. IV, 
(1813) e. 321—349. 857—375, 



ciilizedl!, Google 



t)it iillbtiil[<^ etubioi juc 3tU btfl Sbiftieltni bei Srübti @iitnni. 873 

folltifer als einen feurigen SGertretet ber altbeutf^en ©tubien len« 
nen lernen, fo foQ unä ber gegento&rtige gioei na^ befreunbete 
ll^ita Dorfü^ren, bie fld^ mit niarmet Siebe ber Sß^ieberbelebung 
tier alteren bentfc^n ^oefie annahmen. Submig %<i^int Don 
Arnim (geboren ä" 93erltn b. 26. ^amior 1781, geftorten ju 
ffiieptrsborf in ber SDiarf b. 21. 3an. 1831)') unb Slemena 
Stentano (geboten im 3:^1 e^rmbreitftein ben 8. ©etjt. 1778, 
geft. ju affftoffenbutg ben 28. giuli 1842) ^) , waren in manchen 
Sejie^gtn omoQnbte Staturen, fo oerf (Rieben fte bei näherer SJe* 
tra^tintg in anbeten erf^einm. SJKt einem äberftrömenben ffteid^ 
t^mn Don bt^teril^ $^antafie unb ISmpflnbung auageftattet, 
ji^foffen fie fi^ gegen ffinbe be8 18. :^^r^unbert« ber bamate 
^(^enben romantifc^en ©^ule an. ®ie t^eiUen mit beren §äut)> 
tem bie f^mfirmerife^e SJere^ng ©oet^'S ^) unb bie Siebe jut 
älteren beutfc^ "^Joefie. Aber Bon bem bloß literarlfÄen Ireiben 
unb ber äft^etiff^en Ätitif füllten fie fi^ me^r abgeftoßen a\& an* 
gqogen- ©e Bjanbten fw^ otetme^ balb bem wirffifi&en aJoBäle« 
ien iu unb ber ^oefte, bie biefeä buri^bringt. Km nfic^ften no(^ 
ftanb i^nen in btefer iSqie^ung miter ben ^u))tem ber 91omanttf 
Siibnrig %\td, beffen 9}onämärt^en Xmim's wdrmfle Snerlennung 
foiiben *). 3ti b^ ^rreube am SJolfSt^ümlic^n begegneten fic^ 
flniim unb SStentano, unb beibe fammelten auf t^ren ^n< unb 
Öerjügen in S)mtf(^lanb eifrig alte unb neue SioHsUeber. Qn ben 
3ü^ 1805 bis 8 6) lebten bie beiben iDi^tet jeitioeißg jufam» 



1) «tuet gitTrotöB b« iDtulfi^eti, Üleuntet So^tgana 1831, -Hji. l, 
6. 88 fg. — ©tltl^rtt« SStrli« im 3. 1825. Cerlin 1826. — 2> 8io= 
Stop^ilt^cfl übn (EltDttnfl SrtntanD in 6(. atcnlano's ©tfatnmtUcn ^ifA\- 
1«, S*. VIII, JJtanffutl a. SDI. 1855, ©. 1—98. — 3) S. u. H. «rniin*«. 
&&t9rti<6t, in Nr 3(ilunfl fflt (Sinritbltr 1808, 31. SQIai, Sp. 144; unb bit 
iMjfigt Uli« ^Tcntano'e tSobloi im 'oGen anflcfQ^cten Qiogr. übet @l. $Tn> 
Uu 6. 19. — 4) Dt« Änabm aBunber^om, ^tibtlbtta 1806, S. 450.— 
i) ümhn'a Slo^f^rifl jum itfitn Zl^til bcS !ffiunbn^om« i^ unttricii^ntt 1 
^tibettCTg im 3uli 1805. ®et »litf amim'fl an Z»ä in: 8mfr an 8. 
titd. Ob. I, »Ttflan 1964, €. 14: 4>cibtlbng, Snbe Ütootmdi 1808. 3n 



ciilizedl!, Google 



874 Orittc« 8u#. ändttf XspiUL 

mm in ^ribel^g in nal^ fitunbfc^aftlt^m %«f(^ mit fflöne«. 
S^ott in ^eibctteig tarn bas einfUilrcu^fte fönt bei betben !I)t(^ 
ter: X)e3 ftnaben {Qunbeii^ont, ^m K6[(|lug, ttnb von denba 
gteitg ba« Unternehmen aus, buri^ mtiditä fle bte ^^minbe bet 
alten beutft^ %tt untei Sine Sa^ne fornmelten: IDtc Qnüa^ 
für Qnnfieblei. ^Mibel&ers nnr loo^I bagu gtmat^t, ein bii^tenf^cS 
äkmüt^ mit alter beutfi^ $mibe gu erfüllen unb gugleit^ mit btm 
@ifmni &ttt ben SSerlu^ einer großen beutfc^ aSergongen^ 
ftS ift I1IU8 bei ben @^rtften von @ärreä, Don Srnim unb Sroi' 
tano bifltDeilen, oI» fürten mir ben SteAir raxf^cn unb fä!^ bit 
ZiJtBtmer beS oUot ®(^Iofft« Über bie ))ra<^oaen SSäunie ^i- 
af^iden. 

!Durc^ 9rentano':8 tKrroanbt[(^(ii|e Sdtate^ungen emmtnlc 
fi^ ber ftreis bcr ^belberger ^eunbe isett ftbcr ^bdberg ^ta» 
ms in e^nbemo^enber SESeife; ^ra 3a^ 1804 n&mlii^ ^tte ®a< 
vignQ, ber groge Siet^Sle^ier ju Storburg, Srentano'd ©(^oeflei 
Aunigiinbe gebeirat^, unb fo hiüfifte ft^ bie t^reunbfc^ft an, bit 
balb Srentono unb beffen geiftuolte ©^roefler Settina mit So* 
»ign^'S rett^begablen ©c^tUem 3°^coi> unb Sil^Im @nmm kt' 
banb. S^fonbcrft füllten fu^ bie (Stimm Don SSrentaup'S gfnuob 
amtm analogen. 3^n unb Settina Srentano , bte im ^ftt 1811 
feine (Sattin nmrbe, tKi^onb bte iimigfte ^eunbfi^ft mit ben Srä« 
bern QSnntnt. 

^ 3. 1806 tTfc^ien }u ^elbcrg : TieS Stmiien ^Bmäc^ 
^om. illte beuti<^e Sieber gebammelt Dtm S. H. v. ^rntm unb 
(SltmtnS Srentanü ■). Sd UKtt bie ^tuifi von 3lmim'8 unb 93ien> 
tono'ä regem ®ommtIeifer. !Bafl iJßer! ift @oet^ gewibme* unb 
{(fliegt mit einer 91b^nblung ^mim'«: „aSon Soltdliebem. 9n 
$erm JtapeQmeifter Meit^arbt'. ^ ^. 1808 folgte ein gmitn 
unb britter Sanb unb ein ^eft „JHnberlieber' aU ,an^ang }ma 
fflunberöont" *). SMe üb^nblung Arnim'«, unteijett^net ,S9«Iiii 

eitntane'l Sclaimntlttn ei^fttn, 6b. Tin, 6. T29 n. 131 fbtbtn P4 
Oritfc entnlano'e aul (titelitrs b. 14. ^m. 1605 unb 90. Vtai 1806. — 
1) €o btt epittttl. Suf btm ^upttttcl iß Ht .etfammcll Mii' ncg.itlaffci 
imb ,1l((lni' i)uegcf<$Rt6tn. — 3) die mtltmi St^Uftte be* V«4* ^ 



ciilizedüv Google 



£iE ftltbnitf^tn tätubint lui 3til bt« «Hftnlcne btr SSrfibtT @rimm. 375 

in 3anuQT 180Ö", mit einer «iRaiöfi^rift on ben Sefer" an« „^ 
Mifig im ^ult 1805', tft beftimint, bte ®[iinbanfi4ten bec ^^ 
laigtfxt miqttt^nlen. %xwaa t^ut bits in feiner griftooHen Seife, 
bte faXb tud Xief^nigftc mit uninberEiatec ftlat^t aiiflfpticbt, 
toD) micbcx in bte feltfamflcn SiiOtn MtfaUt unb in gcftaltloftn 
Kc&el ^ auflöft XM« ^ottle^ be< SoIfMicbS verslcit^t «mim 
Bit btn SBAIbent unfrec $ctge. „^ft btr ®<(eittl bo^er ääerge 
nur timnct gon^ abgt^Igt, fagt tr, fo treibt bei Stegen bie (trbe 
tinnnter, t9 iii5(|ft ba lein -^ola nricbei. Xki| 3)eutj(^[anb nii^t 
fo Dcit Mnoitt^i^ftet toerbe, fei unfet Bemü^" ■). Slteffll^ 
^t er fibci beit einfa^n, feelenBoQen @efang: „Wut gio^ 
Smour, fagt er, funnen too^i biefe Dortreffli^tn Jhinftfänger 
i^ Stam audfi^reien unb au4ftö^en, man nerfuAe fle nut nii^ 
mit einem Soltäliebe, ba Derflieflt bad Une^te; lagt fie aui^ nicbt 
nitrinonber rtben, fie ftngen xoo^i not( mit etRanbec, a6ft mit 
im ®ftt^ ge^t ber 3>uftt lo«.' — .aSoUt ibt @flnger unft 
mit ber ^Uftrumcntalitöt eurer Stti)U but^ |)imme( unb ^ötlc 
ingfägnt, beult bo4 baron, bag bii^ vor eu^ ein grogeS ti^9r*'<i' 
&fiM Sabinet von geraben unb hummen ^öljemen mib blechernen 
iRS^en unb ^nftnimenten fte^t, bit alte einen ^ß^eten, ^Qeren, 
bonentbetn, nm^felnbem iton geben als i^, bag aber baS %b> 
bilb be« ^öc^flen SebenS ober ba« \iüt)^ Seben felbft , @iitn unb 
ffiort com &n menftl^Iif^ getragen, m^ eittjtg nur auA bem 
Wunbe bcä anenf<i^en fi(^ offenbaren lönne' i). Tiem $oIfe felbft 
fw^ Xmim a^ulauf^en, nu« bcffen (itemOt^ ecfiUtt, beffen ®eele 
teoegt. ^lec begegnet er fi^ mit SIemen« Srentano. Denn ob» 
m^l bteftr ftat^Iif nxir, Smim $ioteftant, noUtcn bo4 beibt 



Täfitu unl ^ia ni(^. Sit uolltn mit tut) 6ctntr(<n, bdfi im 3. 1819 ciitt 
IKiit audgabt bt« trfttR, im 3. 1B45 tiiit bTJUt bc« tcfkn unb 1S46 tlnt 
iwilt fLui^ait bU 2. unb S. QanbcS nl^itn. ISnbU^ im 3. 1854 Durbc 
buT^ ^ubnig Sit ein »inltc Sanb ^injugcfügt. Sgl. ^oHmunn von ^Otcts 
Utn ,Sjax @cfi|ii^ bt« Seimbtr^oni*' in: Qtimoiiftbt« 3a^bu4 V^ 
bcntl^ 6|m4t u. f. f. ^n. aon fiaffnunn (on gaHtcfltbtn unb CHhe 
e^obt. IL 8k «amum 1S55, @. 880 fg. — 1) aBnnbCT^nn I (1806) 
6. 428. — 2) ebtnb. 6. 432 fg. 



ciilizedüv Google 



376 {»rittte ^Sf. gmitt« ttOfM. 

nii^ tDiffot DDit beu 6Iog SfC^ettf^ GE^eitt^, ba« bontols 
Wöbe nmtbe, fonbent gtengen ben ®p3tren \^lii)Ux ^ämmi^ät 
nat^. Unb «ein ©tieit bes glauben«, fagt Slmlm, ntib bei Ibf 
geiperunfl aBa^nfmn, weil ba ber ©trrit aufhört, wo bet ®Iü»6e 
anfftngt" 0- ®pätn ^t fic^ bann frriltt^ bte tiefge^nbe SSetfi^f 
ben^ beibei M&tmtx immer me^i ^erousgefteKt. !l>enn Siat< 
tano toor, tto^ aller jeitioet[en 9(6inungen, bennoi^ ein gutei 
Jtat^Iil, Smtm aber, fo roenig er ton feinem religtöfcn (Bloutat 
SaJefenS motzte, bur^ unb bitr(^ ein fi^tic^ter ^wteftant 2). 3^ 
bamaligeS gemeinfamed ©treben fagte älnttm in bie SQJorte iufani* 
men: „SStt moOen wettigften« bie @runbftü(te legen, nas Aber 
intfre Äräfte anbeuten, im feften aSetttouen, bofe bie nit^t fe^en 
u»rben, weld^e ben 33au jum ^iM^^tm fortfü^, nnb 3)er, tnd« 
^ bie @pi^ auffe^ aOem Untente^men* 3). Unb di9 er nun 
ba8 SSu^ wx ft^ ßegen fie^t, fagt er in bet iRin^ft^rlft an ben 
Scfer: ,!@on btefei unfrer ©amntlung lonn ic^ nur nttt ungetnei' 
ner Steigung reben; f« >ft vtiit je^ ba« fiebfre ©1«^, nw« vi) iamt, 
nif^t nxi$ mein ^eunb SStentono unb t(^ bafOr get^n , ungrai^ttt 
tS gern gefi^e^, fonbem ttus inneili^ bartn ift unb toe^, blt 
frif^e SWotgenluft altbeutfi^en ©anbela" *). 

Ixa SQSunbei^orn tmirbe t»n bem beften It^etl bes bemfc^ 
^nbticura« mit ungemeinem ©eifott begrügt ®anj bem QSeift je« 
net äwt entfpre^enb, waren ^ier bie Sßeftrebungen ^lAei*«, bie 
btefer bem SQoItsIieb ber gongen SRenf^^it jugewonbt l^atte, im 
ooterUinbif^en @inn wiebei aufgenommen, üuc^ ber aUmeifter 
@oet^ fpenbete bem Unteme^en in ber Jenaer Stterotuijeitms 
fein Sob. „Sßon Slec^tiSwegen, fagt er, foOte biefes Sfi(^Iein is 
iebem ^ufe, wo fcifc^e änenft^cn Wonnen, am $enftei, untern 
©|)lcgel, ober WO fonft ®efang< unb Soittüäftt ju liegen tifltgenr 
ju pnben fein" ^). «nbrerfetts aber würbe ba« ©unberfyjm on^ 



1) Euiibtttotn 1. (I8OS) ©. «2. — 2) «flt mmim't Soncbe Ji 
ben ¥«*iötni bt« aSat^füi« , «eriiit 1818. — 8) Kunte^tn I, (ISW) 
S. 463. _ 4) ÖBenb. 1, (1806) ©. 464. — 5) 3nniif.^t «Hjem. HttnW 
ätitung b. 31. 3<m. 1806, Sp. 137. 



ciilizedüv Google 



Cie allbtatfil^ €tubi«t jiti 3dt bt» ttuftrttcne ber CnibtT @ritnm. 377 

mf bad WtiaPe ongeffriffen, am flrünmigften Don 310&. §etnt. 
Stg im Eotta'fc^ äßoigenblatt '). @r nennt baSfel^ rinm „ju« 
fonnnniflefE^ufelten SSSuP, doH mut^nriHifl« ^rfälf*ungnt, fugot 
mit unteiflef^oßmem SDlfK^iBert." Diefer Angriff gab SBeran« 
Iaf[tuts ju einem fe^r unetquiiKtc^en Titerarifi^n Streit, bei fn^ 
in Crflänntgen intb ©egeneiftäTungen big in bas ^«^'■^ ^^^^ ^'"^ 
(in firrtfe^te. SItcten ntr Je^ unbefangen auf baä jßeit jutfid, 
fo ISimen mit freili^ vom wiffenfc^aftli^ ®tanb)>unft aus Si> 
ntra'S unb ©rentano'8 SSerfa^en ni^t bißigen. Sic ge^en mit 
bot Itfttn ber Don i^en mitget^eilten ilieber ouf baS iriUfürtit^fte 
mn, laffen auä unb biegten ^tnju, begeben in i^ten Quetlenan^a- 
fiftt bie unmberlit^ften SRiggtiffe unb flnb in i^er SuSroa^I md)ts 
stnign aU muftergfiltig. 'Z)ttmoä) ift baä Sunberfiorn ein tpoäit' 
nu^enbtS SBuc^- ^ tft ber erfte ißoilfiufei bec ba^nbiedicnbeit 
Utttente^ungen gut Qhrfinrfc^ung bef beutfi^en aSolfäbit^tung , mie 
(ie bonn in ben SBerfen ber 93tüber ®timni unb Subwig Ut)Ianb'd 
i^ »iffenf^ft(i(^en ÄuSbrud erhalten ^). 

3in ©eginn beä Qa^reS 1808 unternahm Ämim in aUerbinb» 
mg mit feinen greunben bie ^rauSgabe eine« periobift^en SSIatteä, 
baä unter bem litet: „Leitung fttt (EinfieMer", Dom 1. 3lpril btS 
jam 30, aufluft 1808 bei SWo^t unb 3»mmet in §eibeI6etg ei- 
ji^ien. 3)aS ®anäe er^iett bann ben ©efammttitel : IriJft ISinfam- 
Irtt, alte unb neue ©agen unb Sa^ifagungen, Qlef^ii^ten unb 
Örtit^te. herausgegeben do« gubrotg 8(^m oon Arnim. — ©ei< 
btlberg — 1,808. I)qs Statt blieb auf einen nur üeinen geferheiä 
6e[^5nlt, aber e« ift eine ber reii^ften gunbgtuben für bie Kn* 
fange ber neuen beutfi^en aitert^nmsftubien. §iet gab Q. ®ötre8 
jnne oben befpro^eu Uitter|u(^ungen Aber ben gehörnten ©teg« 
frirt unb bie 9h6elungen, ^ier meiAen mir bie ©rüber ®riram 



1) 1808. 91r. 283. 284. — 2') gd^oii ^tttn urt^ctltc na<^ ttibtn 
Stiitn ^in ft^r Hifianbig Ü6« bat ^unbcr^otii (€. b([|(u julS^c ju bcii 
lliifnKauccn 1809). Qor alltm tUx dqI. man bat Unheil tint» ber ciflen 
«(nntr b(« SolHIitbS, ^offmonn'« Do» gottrv*le6tn , in bem obtn aiiQcfü^c 
ttn Suftat Obn bat SUmbtr^nn. 



ciilizedlivGoOglc 



S78 ' tixUM Va^. iDiittM XtefittL 

einen "S^fdl i^tx (Sr^tingftrtbeiten ntebetlcgen fe^ra; ^ec ttgtgmt 
uns juecft ein Mam mit btc^tcnf^en ^Beitragen, bei \pEitia aU 
iCii^tet unb aU $orf^ei eine bei ei^n <3ttäm eirnie^men folltt: 
Subwig U^Ianb. Unb baS flKnS ret^ ft(^ ^ei untnitteUiar an bii 
attbeutfc^en Sefttebungen bei filteien Womontitei an. Denn ^et 
t^eilt au{^ roteb« lietf, ben Arnim 1)o^ oetejit*), bie SBroÄPSA 
fetnet SSeaibeitung beS Stimqi ^otiftt mit SiJen Uelmgang btr 
alten in bte neue 3"* &«aeii^net ein föoit Ätnim'«: „txv bitnbe 
©tteit ju)t|i6cn fogenannfen Womontilem imb [ogenanntcn Slajfi' 
fem enbet fi^; roa« übiig bleibt, ba« lebt. Unfie »tfitter werten 
fi4 mit beiben unb fär bcibe ber^fttgen. a^an lemt baS fingen« - 
t^lic^ beibei Stämme mit in ciiqelncn :()[nbtmbnen eihnntn, 
atzten, unb ft^ gegenfeittg eilAutem unb in feinet (EntiDidelung ei> 
fcnaen* ^). 



S)at fictni nnb bie Itrftriten ber 8rnkn «rinn Ml im 
3«tr 1819. 

I. Da* ttita >» ßiiitt «tinii bif )in 3iil|i 1819. 

ftetn Dtame fte^t ]o e^io^emai^enb in bei ®efc^(^ bei bot* 
filmen aitert^um^nriffenfi^a^ rote bei 9!ame bei äSittbei @rtmm. 
©ie SiBerte ^acob @rimm'« btlben bie ©iimbtoge biefer ©tubtoi, 
unb Sßil^elm, fein SSiubei, ^t nid^t nur felbft buit^ eine Wei^ 
murtcrgulttgei Sibeiten unfeie SBiffenf(^ betetc^eit, {aiü>cin fein 
gongns S)afein tfl mit bem bes älteren StubeiS fo inntg tKinu4fa<r 
bag fti^ aut^ btffen Sifi^inung o^ne bie @emeinf^ft mit i^ joT 
ni^t beuten läßt. — Ueber ba« 8e6en ber betben ©lüber fuib m 
buii^ fie lelbft unterttf^tet. :^bei Don i^nen ^t nämrt<^ feine 
eigene Sebensbef^reibung in bie „@runblage ju einer ^Kffiii^ 



1) ätituns fäv einfub(et 1808, 14. aRat, Sf. 100. — 2) Batni 
fflT Qinfcblti 1808, 26. «pril, &f. 58. 



:.ci,i,zedi!,GoOQlc 



IM ttbtn unb bic «Tttltai bn eräbn @rimm bi« juni 3a^i 1819. 879 

edt^ttoi', S^nftfteOei' unbftan^Ier = ®ef4ic^te vom 3a^ 1806 
»ie jnra 2pi%te 1830 doh ft. SBJ. ^ufti, SRartutg 1831" geltefett; 
nb oHgnbem Mtb<t> »ic >>o" t«in ü&erlebcnbcn älteren 99ni)Ki 
eint letber intnotteRbet gebliebene „9iebc auf ^il^eltn ^rimm" ') 
trab Don betben trübem noi) managt anbete geIegcntU<^ 3Kit' 
t^eilimg über i^re IStlebntffe. 

SSenn bei aUen ältenf^en ne^r, als bie äKeiften miffen, auf 
kie Knbröde ber Äinb^ anlommt, \o mar bie« in ganj befon* 
beran ^a% bei ben IBrimm ber ^ü. 3^t ganje« Sefen, i^ie 
gniit Stben&mfgabc tourjette in ben CHnbrücCen unb Erinnerungen 
i^ 3x9<t^ rS^ ^it tier gioeite ©o^n meiner Altern, \o er» 
jä^lt imd 3<ico^ (Subivig ftarl) @rtinm ^, unb ju funau 
4.^0.1785 geboitit. ^etn SSoter vnitbe, aU xi) o^geffi^r fetEiS 
;}o^e aÜ toor, ginn Kmtntann nai^ ®teinau an ber ©trage, feinem 
<Silmt&ott, emamt, unb in btefer rotefenreic^, mit frönen 
äJtigen nmhäniten ©egenb fte^n bie leb^fteften Orinnerungen 
meiner fitnb^t %bn aO^ufrü^e f^on, ben 10. ^n. 1796, ftarb 
itt ©ater." ,<St roat ein ^öc^ft arbcitfamer, orbentIi(^, liebe« 
»fier SHann; febe @tube, fein ®(^retbtif4 unb vor atlem feine 
häfcMt mit i^ren fouber ge^tnen 93&(^ein, bis auf bie rot^ 
unb grünen Sitet Dielet einzelnen barunter fttt^ mit leib^ft vot 
Ingen. 9Bir äteft^mifter mürben alle, o^ne bag uiel baomt bie 
'Mt mot, abet bur^ "S^nt unb 3äeif;)tel ftreng reformiert etjogen*, 
Sstlenmer, bie in bem fleinen Sanbftäbt^en mitten unter und, ob* 
Slei^ in genngerer 3o^^ mo^nten, ff'gte vi) unc frembe SSen« 
'fifm, mit btnen v^ nü^ rei^ oertraut umgeben bürfte, anjufe^en, 
Hob Don Jtat^pltlcn, bie aus bem eine ©tunbe meit entlegenen 



1) ^ttauegtgtbcn von ^(mim @ciinm mil bet Rtbt übti -bat Wt«. 
Sciin 1863. ffikbct a^stboidt in: Kleinere Schriften von Jac. Grimiu, 
I, Berlin 188*. S. 163 ig. e&tnb. I, 1 fg, ^ic. ®timm'8 ©tlbjibio- 
jn^it. 3^ ctiiere nadf ben tcjltn Sutgabtit. — 2) ^u^i S. 148. tmo 
i4 in tBtittTtn Str^lQ bitfc« abfc^nitld 3aco6 obtt Bit^clm dcimm'S 
Botu anfa^ c^itt ^NjufAguna einte Qtlate, fiiib blcftlbm ouC Sufli 
6. Ha— 183 genommou 



ciilizedüv Google 



SSO Tmüti VvO). SiTÜitt Aa)>iltl. 

©almflnftct oft but^reiftm, gemeinl^ ober fi^on an t^ 611» 
tcrm Zxaijt ju eifennen waren, machte ii^ »o^I mir f(^e, feit* 
fame begriffe. Unb nod^ t^^t tft t9 mit, ais loenn ti$ tmi in 
rinet ganj einfallen, na<^ teformterter SQeife etngetti^teten fiii:i^ 
tf^ Don @runb anbät^tig fein tünnte; \o feft ^gt f»^ aUer 
©laube an bie erften SinbiÜde bei Sinb^it, bie ^^tofle met^ 
aber aui$ leeie unb \^madUU JRümne ainSju^tten unb gu bete' 
ben, unb giSlere Snba^t tft nie in mir ent^ünbet genefen, a(3 
mie i^ an meinem Sonfirmationätage noc^ juerft enyjfangenaB 
■ Eiligem Äbenbrna^t aui^ meine SWuttcr um ben SHtor ber Äiti^t 
ge^en fa^, in rceli^er etnft mein ditotoater auf ber Sangel geftoif 
ben l^atte. ^iebe jum 33atctlanb roai und, ic^ roeig nti^t tme, tief 
eingeprägt; benn geffiro^ nmrbe eben anä} nit^t botion, aber eS 
mar bei ben Sttern nie etnia^ä cor, aud bem eine anbere @tfuin< 
ang ^enjotgeleni^tet ^tte. fflit Rieften unfern Jlfflrften für bot 
beften, ben tS geben lünnte, unfer Sanb für bas gefegnetfte mitet 
allen. — aWit einer Art oon ®eringf(^äeung fa^en roit j. ©. ünf 
!BarmflJibfer ^etab." 

©n ^^t fpäter als Qocob, am 24. gebruar 1786 nurbt 
gIei(^faUä no(^ in ^anau fein iflngerer Grübet Xßit^elm (fiorl) 
geboren. :Die beiben ^abcn, an SUter fo raenig untrrfttteben, 
nni^fen in innigfter @emeinfc^ft auf. O^^^^n Giften Untecti^t et" 
t)ielten fie oon einer filteren @(bmefter i^reä ißateiiS, einer Finbet' 
lofen Sittme, bie in i^rer SH&^ mo^nte. ^ie Zantt, eine on* 
ftänbige, nw^Imeinenbe, aber emfte unb fe^t entf^idwne gron, 
^Qtte (ine Siorlirte für 3acob, o^ne ieboi^ minbej t^eilne^uinA 
für bie ßbrtgen ©ef^iuifter ju fein, ^acob äufierte feine natüt' 
filmen Slnlagen ouffoUenb frü^- Cr tonnte ft^on lefen, beoor aii= 
bere fiinbet anfongen ju lernen. Wbcr in bem Heinen ©teinon 
war für ben Untcrrtt^t ber Änoben nur rcenig ju ^olen. SJfl* 
SBermögen ber äFhitt« war ft^mat unb fie §ätte bie fe^S Ätnbet, 
bie i^r aßann t^r ^ntetlict, ais er am 10. ^an. 1796 ftarb, irai 
f^wer aufäie^n tonnen, menn nic^t eine t^itet ©t^meftem, bie bei 
ber bamoligen Sanbgrfifin con §effen erfte fiammerfrau mar, Re 
treulich unterftfigt ^tte. S^iefe lieg i^acob unb SJU^elni im 3a^ 



ciilizedüv Google 



Hai EtBui unb bit VTbciten bn Srübtr @rimm bi« jum 3a^i 1819. 381 

1798 ') nai^ Soffd fommcn unb in Äoft geben, bamit fie fic^ auf 
beut bortigen ß^ceum ousöitbeten. S>te ©i^utc ^ttc bomal« einige 
nii^ luttü^ge 8e^r«, et^ofi fit^ ober bot^ nic^t ü&er eine gewtffe 
aRitttlmägiglfcit. „35« Untcttii^t, rote et bamala auf biefer gut* 
fnnbtertcn ©c^ule im ®onaen ert^eilt rourbe, fogt S^cob ©timm, 
tft mir ^emac^ in man^r S^ie^ung mangelhaft Doigefommen. 
6a nmrbe Diel Qeit mit ©tunben über ©eogrolj^te, 9Jatiirgef(^i(£|te, 
Rnt^opologie, SKoraV, ¥^9fi^ Sogif unb 'iß^itofop^ic (inaä man 
Ontologte namite) nteift na^ <£rneftt initia doctrinae solidioria 
Hit^n unb bem )}^iIoIogif<^en unb liftorifi^en Unteni^t , roeli^e 
trte ©eele aßet ^atgenbetaie^ung auf ben ©^mnafien fein muffen, 
abaebroc^." Qu ben töglit^en fet^S Unterrit^tSftunben ouf ber 
öffentlich ©^ule traten bann nO(^ tägK(^ oier bis fünf ?titat= 
ftunben: eine foum ju ertragenbe ätbeitälaft. ffleibe grübet ieig= 
tm fcfecn auf ber ®(^ule einen eifernen unb ^üc^ft erfolgtciffeen 
äJIeil. Aber bie überraätige Arbeit loirHe nai^t^eitig auf SBil' 
^m'ä ©efunb^t. Qn bem blii^enben, raft^ oufgeroa^fenen 3iüng= 
Itng entmidette \i^ ein beängftigeubeS ^Bruftlciben, baä i^n jeitle< 
im nic^t roieber Derlieg. Stbet „unmittelbar in ber @c^mä^ung 
in MbS füllte fic6 fein ®eift getröfttgt unb früher atä geicö^nlicft 
reifenb, (Sebulb unb ®[ei(^mut^ fat^ten feine Sebenä^o^nung urt= 
QUlgefe^ an, gaben feinen ©ebanlen ©(^rouug unb flöften i^m 
5«in^t bes Siat^fimienS, 3:att ber ©eoba(^tungen ein. SßaS er 
tumat« bälgte ober nieberfi^rieb , mürbe er au$ fpäter noc^ ebenfo 
Stbac^t unb gef^rtebeit ^aben, feiner 9uä&i(bung roar attet Sprung 
frniommen unb ein förbembeä (gbenmafi oetlie^en. Um biefe Qät 
ki er ni^t aQetn gur @^i>nung unb (Srleic^terung, fonbem aus 



1) 1799 no^ tfßiltdm'« angäbe [3ujli ©. 169), nat^ 3aco6 (3ujH 
€. 149) 1798. Witt tTD^tm, tag !DiiI^tltn itiiie 1SiDgra))^ic fp&Kt gc 
(i^rittni unb babti bit 3«ob'ä »oc aiigtii ge^a&l ^at Oufii ©. 169), vti= 
tat Saob'S Bericht btn Sorjug , ba fDiij! atl( folgenben ooii 3acob biö in'« 
Sinjtinftt MTjtii^ntlni Snflabtn Bmücft unb ba3 ®aiij( mit b(m |ef!fie^nbtn 
Snb|iiutft: &acigni)'ä Ütcift nat^ $atis im Sommti 1804, ni<^t ßimmut 
»fiibt. 



ciiiizedüv Google 



882 {JriltcS Vu^. ttrittc« Xapitd. 

inficrem Züti unfere giolen X^tc^ter imb nur glet^ cntft^idxn 
@(pet^n jugemanbt, icä^rcnb i^, btr noiign on^Itenb im ^a» 
(ammm^ng (efen lonnte, erft me^t con ®<6tIIer cuigtnoimnai, 
na^ imb nac^ aui^ eon jenem ergriffen mürbe" •)• 

3m i^raSja^r 1802 b^og Qarofi ®rinim bie Uniöerfität 3Rat< 
Iiurg, ein ^fix ftü^et al« SBtl^elm, bec um biefe 3eit lange mtb 
gefä^rlt<^ trSntelte. »'Die Xrennimg von i^m, fagt ^cab, mit 
bem ic^ fttts in einer Stube gemeint unb in einem ^bttt gef^lafen 
^atte, gieng mit fe^t na^e; aUein t9 galt, ber gdtcbten Sßutttr, 
beten äJermögen faft gufammengefc^moljen mar, bur^ eine jtittge 
Seenbtgung meiner @tubten unb ben (Erfolg einer gemfinft^ten %(• 
ftetlung einen X^tä. i^ter @orge aßne^men unb einen fleinen tS^ai 
ber großen Siebe, bie fie unä mit ber ^anb^fteften ®eIbftoeri£u8< 
nung bemieä, erfc^n ju fijnnen. ^vxa ftubiette i^ ^uptfäi^Iii^ 
meU mein feiiget 3iater ein ^utift geniefen mar unb eS bie äJhitttt 
fo am ßebften ^atte." „3"3nat6urg mugte ic^ fingeft^Onlt leben; 
tS toat uns, alter ißer^gungen ungeaii^tet, nie gelungen, bie ge« 
ttngfte Unterftüt^ung gu eriangen, o^Ieii^ bie Butter SSittux eitttS 
Xmtmann« mat, unb fünf ®äfy\e für ben @taat grog iog." 
„33o(^ ^t e4 mt(^ nie geft^merjt, oiebne^ ^e i^ oft ^cnuuf 
tas &läi unb aui^ bie ^irtei^ m&giger Ißenitögcitflinnftfinbe eni' 
tifunben. X)atftigfett fpomt ju gteig unb Ktbeit an, bewahrt wt 
mani^ ^^t^^^oinS »k^ fi^6' ^'^^ ^^^^ uneblen ®tol) ein, btil 
baS SBemngtfein beä ©eltiftDcrbienftc«, gegeniUer btm, VM XiUieai 
©tonb unb fRei^t^um gemäßen , aufreiht er^tt. 34 a^ifit ff 
gat bie $)e^u)]twtg allgemeiner foffen unb SSietefl Don bem, taa 
SDeutfi^ aber^au^t geleiftet ^en, gerabe bem beilegen, bog fit 
lein rei^ SBoH finb. ©ie arbeiten Don unten ^eranf mtb 
breiten fid^ otele eigent^ümlii^ SCßege, mä^tenb anbete ^iün mt^ 
auf einet breiten, gebatinten geetftrafie manbeln." 

3n anarbuig ^örte ^acob ©timrn bie QtaS^lH^ (utifÜfitn 
unb einigt ^^ilofop^ifc^ SoUegia. 'Zk freiere art bed Stubieietd, 
bie bamals not^ auf ben beutfc^en Unioerfitäten ^etrfc^tt, fagtt i^ 



1) 3aco6 eiimm, »tbt utf SSil^m Ülnmiii, Salin 1863, 6. 34 %■ 



ciilizedüv Google 



Cd £tSai unb t)i< flxUHm btt Stfibtr edmm 6ie ium 3a^i 1819. 383 

f4i ju> ^ai) in fv^t'^'» ^Q^i^'i ^t er {l(^ gegen baS tnele <Sin-= 
greifen beS @taat<ä in bte Xuffi^t bei ©tauten unb UniDCifitöten 
tiflöTt. ,l£s enl[pnngt aus ben Dielen ©titbienootf^riften , {agt 
n, icenn fte buti^jufe^ finb, einförmige 9iegc[inti^gleit, mit 
uxh^ ber ©taat in fc^imerigen ^ut>tfäQen ioif nii^t itrati)m 
1%" ,3f Toin^fi^niit betreten ie^t bte Sattler bie üfabemie mit 
grünbli^eren ftenntniHen, ald uonnaU ; a^ im S>ut4fi$mtt ge^t 
btnnn^ baraud eine getm|fe SRtttelmägigfeit bei @tubten ^doi. 
Ü ift %lle3 ju tnel Dorau^efe^n unb corautSgeoi^net, ou^ im 
^opf ber ©tubieienben. £iie Arbeit bes ©emefterS nimmt unbe' 
mufet i^re Üti^tung vaä) bem ©jaraen." 

Unter ben ^rofcfloren, 6ei benen 3aco6 @rimm in SKarburg 
^Tte, jog i^n bei muntere unb gelehrte Vortrag be8 91ümantflen 
S^ä an. S6er nii^t mit ben anbeten ju Deigleii^en unb gerabeju 
epot^ac^nb in Qiiimm'S ikbm mar feine SSegegnung mit ©(f 
Qigiiq. S^ii merben ben cift atlmd^Ii^i rcifenben (Sinflug, ben ber 
grole (Siünber ber ^iflimfi^ 3'"^F^''f<$uIe auf @rimm'S gelehrte 
arbeiten ge^bt ^at, fpfitcr no^ im 99efonberen barlcgen- ^er 
\ifttäim mir nur Don ben perfiJnUi^en iBesie^ungen gmif^n ben 
beiben audgeseii^ntten SDIättnern. Savign^, geboren im ^fyc 1779, 
0^0 Kuim fc^ ^^T älter aU ^cob 3rtmm, ftanb bamoU 
in ben frift^cn Anfängen feiner großartigen ge^rt^ätigfeit. «©qS 
famt t^ aber, ^igt eä in ^coi @(rtmm'S ©el&flbtograt)^te, von 
©aDtgn^'d ^orlefungen anberä fagen, aU bag fie mi<^ auf« ge« 
nubigfte ergriffen unb auf mein ganje« &e6en unb @tubieren ent' 
i^ä)enften SinfCug erlangten? 3«^ ^öite 6et t^m Xiinter 1802 
tni 18U3 juiiftifi^ aOtet^oboIogie , fomie ^nteftaterbfolge OaS im 
Sonmter 1802 Don i^m gelcfenc teftamentarifi^e Sibret^t mürbe 
Ulla ^en anberer @tubenten abgef (^rieben unb na^eboU); ®om* 
mei 1S03 römtfi^e Ste^tdaeft^^te, Sinter 1803—4 ^nftitutionen 
unb Obligationenre^. Qm^la^r 1803 mar ba«SÖU(^ über ben SBe* 
fi( eifi^iencn, melt^ begierig gelefen unb ftubtert muibe." ^ot^: 
bem foft ein fyäb^ ^M^r&unbert feit jener elften ©egegnung wer- 
floffen mar, im October 1850, f^Ubeit aas @rimm in ber ^t* 



ciilizedüv Google 



384 Zirittti «ui^. txitttl Jtat>itcL 

f^iift, bie er ju SaDignp'S fünfjigiä^ttgem S^octOTJuMIäum f^iteb, 
fein 3)tar6urgeT SJei^ältnig gu feinem großen unb geliebten ge^rtt. 
St ^6t ba jivei Silber aus i^em S^f^iinnienleben ^eiaufl, baS 
eine auS bei fiü^ften iStar^utger, baä anbete, ba9 uns ^er no4 
nidit betü^rt, aus bet [päteflen ©erliner 3"*- »^^ «f'e Süb, 
fogt et, fälit in irgenb einen ©ommcrtag be« Qa^tS 1803. 3" 
SHaibing otu6 man feine SBeine rügten unb Iteppe auf, Iteppe 
ab ftetgen. ÄuS einem Keinen ^Kmfe ber ©atfüfetr ©ttofe fü^We 
mi^ bui<^ ein ft^male^ ©figc^ unb ben üßenbelftieg eined alten 
2:^unnS bet t&glii^ Se^ auf ben ^r^^of, Von bem fi<$'3 fibtt 
bie :t)ä(^ei unb iSlfltenbäunie fe^nfü^tig in bie SBeite f^ut, ba 
toat gut auf unb ab manbeln, bann ftieg mon an ber äßauetmanb 
mieber in ein« ifß^etliegenbe ®a(fe »omtätts jum DfOrft^of, wo 
^rofeffor Sffiet« nm^ Keitec l^nauf roo^te. ^raift^cn b«ffen 99t' 
tei^ uttb bem Cwft^o'f unten, mitten an bet SEteppe, Hebte wie ein 
Sßeft ein 5fie6en^ou«, in bem Sie ^fyc ^terc«, forgenfteie« mib 
bet SBiffenf^aft gennbmeted 8eben lebten. Stn ICienei, ^lammi 
S&ait, üffnete unb man tiat in ein nii^t grogeS 3i°>nier, von bem 
eine ü^iir in ein noc^ tteinereiS ®ema(^ mit ®op^ führte. ©eU 
unb fonnig waren bie Stdume, meig getüm^t bie SSnbe, t&men 
bie Dielen, bie genftet gaben in'8 Sieger 3:^1, owf JBiefen, ito^ 
unb @ebirg buftige SluSfii^t, bie ft<( jaubet^after Sithing n&tiriti, 
in ben ^nfteteden Giengen eingerahmt ^fctftii^ ijon 3- *^- 
%ßiUe unb iöaufe, an benen t<^ mtc^ nic^t fatt fe^en lonnte, fc 
freute mi<^ beten ft^rfe unb jarte Saubetleit. £)o(^ nix^ mil 
größeren Seij für mi^ ^attat bie im 3immet auffttebenben ©t^ränlt 
unb in i^nen aufgefteUten 8ü(^, beten it^ bisher äuget ©«M* 
IMiem unb bed SSatetfl $intetlaffenf(^ft nur toenige fonnte. Cin' 
seine tRei^en folgten unftet geraO^nlic^cn Qibnung, &ei anbem 
Bat fie umgele^tt, wie man ^bräif^ fi^reibt Don ber Werten im 
einten, unb i^ (orte ®te bie Serbie^ung, bnen 9Iot^ivcnbigItii 
mit nit^t einteuc^ten rooUte, etfläten unb »eTt^eibigen. lEDIon butfie 
auf bie fieitet fteigen unb nfi^er treten. 3ia belamen meine Äuäffl 
JU flauen, voai fie no<^ nie etblidt Ratten. ^ entTmne aöäi, 



ciilizedüv Google 



tat Stbtn unb bit arbeiten bei ^tübtt ©limiti f>it jum 3aV ISld. 385 

Eini bn V)&t etntretenb an bei Sßanb }ur xtäftm $anb goit) 
^n fanb ftii^ auä) äa Quattant, SStibmei'S ©anunlung ber 3ßtnne> 
RA«, ben i^ «griff unb ivm erfteranat auff^lug, ba [tonb ju 
Etfm lier Jacob tob Warte' unb 'her Eristan von Hamle', 
mit @ebi^en in feltfontcm, ^alb unt>etftanb(t(^em :Deutf^, bad 
nfönte mt^ mit eigner S^nung , wei ^ätte ntii bamals gcfagt, 
i^ nÜcbe bieä idaä) vieileii^t jisanjiginal bon Domen i\s ^tnten 
bar^lefen unb nimmet entbehren. 99ei ^l^nen ptaa^tt eä unnüft 
uaf bem Srett, ©ie ^oben eS fi^t nie gdefen, bomatä aßet getraute 
meine teimenbe Steigung not^ hi^t, tS wn 3^nen ju entlei^; 
hei) blieb eS fo feft in meinen ®ebanKn, bog t{^ ein paca Qa^ 
^a4 auf ber ^rifer SStbliot^et ni<^t unterlieg, bie ^nbf^iift 
p forbem , aus melier es gesoffen ift , t^re anmutigen Silber 
ju betrw^ten unb mir f(^on Stellen ouäjuf treiben, ©oli^e Stn« 
blirfe Riehen bie gtögte Suft in mir toai), unfeie alten Tlit^ter ge* 
luni JU lefen unb Derfte^ gu lernen. 3iBaä rebe ic^ aber oon ben 
9üi^, ni^ von bem SRann, bem fie gehörten, bcffen Sorte 
vaij noi) me^r ermahnten unb ^eimlii^ ermunterten aU was l<^ 
Itjen fmntte? &rog roar er geniat^fen, bomalä no^ f^Iant, trug 
jtauen Dbtrrod, braune btouftteiftge ©ribcnmefte, [ein bunHefl ^ar 
(itng i^m ft^lii^ herunter, bog ffeutt nai) bie ^apjt ^filt, niä^renb 
meiite braunen fraufen Soden fic^ f(^on gebleicht ^aben. !S)iefes 
U^renben Httonneö freunbß(^e gurebe, ^anbbietenbe ßülfCr feinen 
Snftonb, ^eiteren @4erj, freie ungefitnberte '$erIÖnlt(^fett lann ic^ nie 
Dtigeflen, une ftanb er mr uns auf bem jtot^ber, mte Giengen mir 
m fontn ©orten. SDWne erfte eingelieferte f^riftli^ Slrbet 
tfiOt einen groll ber <&]Uation bei ber ^Enteftoterbfolge au be^' 
belo, tooUen @te niiffen, me bie äßorte lauteten, mit ujcli^en ©ie 
Dn4 benrt^tten? 3<^ '(»tn fie immer noi$ ausmenbig: 'ni^t 
tm DoUIoinmen rit^ttg entft^eben, fonbem aai) fe^r gut borge« 
^' @o gänftig ^at mii$ nat^^er fein anbrer ißecenfent loben 
mdaen.' Senn i^ frif^ Slt^em bei 3^nen geft^üfift ^atte, unb 
ii^ mli%, ii^ tougte taum nie, aus ben ©c^ronTen gehoben füllte, 
in benen meine gan^ %rt oor^in befangen mar, ^it^ü iä) fro^ge^ 
not, Ober @tod unb «Stein {(»ringenb bie ©tufen ^inab na^ ^xnts 

>>■■<[, 9^ in tan. Vftlwlgilt. 26 

L.,i,.,_..i.,C-.ooglc 



869 dilti« fbnäf. Ciiltt« JtBpiuL 

in mein fleinet ^tübd^. X)amal3 kg meine @tde of^ vor 
O^nm, id^ Italic ^i)nni ^es oertiautn fDnnen' >). 

Sin 3''^<^r na^bem et fetbft bie Uniceifitäi bqogen ^ottt, 
J^Ue ;^co^ Qi^rimm (einen Siubec XBit^Im luc^ SMarbuig ab. 
IBeibe ^■ölüDfi be\uditen \o }i£m[ti^ bic ^[et^en ^Ueüia, unl) aui^ 
SSU^elm erfuhr einen tief greifenden üHnfluB oon @aoign9'8 ^ffct 
unb Umgang. — ^m ;,^anuar 1S05 mad^e ©aoign^ , bei auf ba 
Variiet iüi6liot^t mit ben Sorftubien füi (ein berii^mtc« Sert 
fl^ bte ett((f)i(^tt bed rümiii^n Sted^t« im a^attclaber bc((^fh{)t 
nut, 3acob i^hmm btn äiotfc^Ias, ungrfäumt niu^ ^üi ju lonf 
mcn, um i^m bort bei feinen liteTarijifKn Ktbeitea ju ^tn. 
&ximwL befann fii^ nin^ tan^e. Situ^bem et bie <£rlaubni| ffa 
91ei)c bei feiner iDiuUer bciefli^ einge^oU, traf er Vafan^tS gcbmoi 
gtüdlid) in '^ni ein. £)te jUtuttei machte fi4 matube @OT0t. 
„34 brfanb mii^ aber, [a^t ^ctcob ffirimm, D«rtrcff[i4> oufgcbobeii, 
uub verlebte Mä i^rü^jltib^ »nb ben Sommer auf bte angene^ioftt 
unb lct)ncid}ftc ^^cifc. Sioi id) uon ©auign^ cupfieKfl, übeniKKi 
bei weitem bie £)teH)te, bie i^ i^m Utften Eonnte, bun^ eine ßffcnl* 
lu^e Slnertcnnung berjelben in ber äJorrebt gum erften äianbe bei 
likji^idlte bei rümt)4^ tfietfitä ifat er mir nidc ^atin nat^b^i bit 
grüble ^reube jubercilet- Sliul» iß ein ununterbrn^en foit^cjetur 
8)riL-fn)cd)iel bie t^ottjc unferer näberen ^efanntji^ft genKJn, 
ficpkmiier 18US würbe bie ^^einrctie angetreten unb (£nbe M 
^ätomtti traf li^ mit ffiJil^elm, ben ic^ p Harburg mitgenomitei 
|atte, gefunb unb uergpiLgl bei ber tOhitttx in ftaffel ein, bie ni' 
trrbc^cn, bamit fie i^r Stltet in i^r äinbet 3)htte ruljig Krittelt 
täaaU, aüi fxttimu wub fiaffd gingen nar- Um meint M» 
fitäuag tmiTbt fid» mm nsäf benfelben WitHt bemtxbrn. 34 
v&nfd^te ftffeffor ober •Secietftt 6et ber atcgicrung gn werben^ aba 
XUefi n»r otrivcrrt, unb mit genouo; 9tot^ erlangte Vt enbtii^ bca 
Xctef beim ®tcTttartat be< j^negStoOegium« unb 100 ttt^r Sf 
^ (9^ngefft^ Januar 1806). lOie oiele unb geiftlofe Kifttit 



In«. {Sin: Kloinera SokTiflea von J. Grimm, Bntar Bd. S. IIS 1^-) 



:.,Googlc 



ttt itbm unb bit Btbüitn b» SifibtT «limm iit )um ^o^r 1819. 9$} 

wDte nit wenig fi^ineAn, »eim ii^ fit mit ba eerglii^, tti« l^ 
eil ^tttAinift vm^ gu ^Botts twtti^tcte, nnb gegen btt neinno< 
^S)t ^rifec föcänins Hugte i^ in ßetfet Uitiftmn tnit ^bet 
oati 3opf ftetfcn. Ü^enniH^ nor ii^ aufrieben unb fni^te oOe Meine 
ÜRn^ boD @tiibtum ber Sttetabit nnb iCti^^^ft be« SRlttelältn« 
miasenben, tooju bk Neigung aui$ in ^ri« burc^ %enu^ng 
mb $tit^ etniger ^bfc^riften, fo mie butc^ ben WnlaUf fcitnet 
SJu^ angefac^ morben toax. Huf biefe SBcife tizjpxiif niifi pUHg 
tii ^Ju^r ate ungeahnte @tftnne Aber nnfer tßatrrianb '^ttiw 
fnailtn, Die ain^ mi^ betnf^ unb auä bem loimt betretenen 
ffitttung«tieife ftoten fixten." "SDai ^ffc 1806 liefette baS M- 
fif«e Sanb in bte $änbe bn gianjofen. ^m ^tä^in^t 1806 <) 
tatte oni^ ffiU^efan fein Quanten beftanben unb nn^rft^nTti^ ^Stte 
et im gonfe bcS ^^8 eine flnfteüung ermatten, iDenn nii^t bM 
iair Don ben gtanjofen lotcn fibersogen uoiben. 

Äui^ in ^fKob'« ©^iiTfol griffen bie Stürme, bte im ©etbfl 
180G Iget Slptbkutf^Iimt' ^eretnbra^, entfi^benb ein. .@Uet4 
nai^ ber feinblii^ Cccufjotion, fo tx^tfU n uns, pmunbvltt 
^ boS 3>ef}ailenuat bc« ftricg^oUegiunrt, toobti i^ b«it t){mft 
jüDerfe^ fyütz, in cinefüt'd gonge äanb erriete 3;tu)i))enwr;>fTt9' 
ugMoinntiffion. Sßit ber frangöfifc^ ^ptadit fonnte t^ mit 
hffet als btt Uebrigen ^dfen, mtb ein gtoger Z^ bet läftig« 
9efi^ifte fiel auf meine Cc^uOent, fo bog t^ ein ^aliwS^^r long 
DAec !£ag no^ Wenb üutß ^atte. Sl^e, mi^ mit ben fr«^ 
jii^ Sommiffür« unb I9eraia(tengdbeamten, bie und boinaU ftfei* 
^■ennnten, länger ju befoffe«, nnb feft eMft^Iofftii, bei .ber MH* 
Sftotfh^ n bm OrgontfatioR uit teinen ^rrid in Utfeot g«(| an« 
grfletlt gn Heibcn, »^ it^, fo bdb eS <mgi<iig, neine Sntloffuxgr 
ftBb mk^ mm aber eine 3"'^S RFiAet aa§er X)tenften önb jK' 
ffi|iga nie oor^, juc l£tktt^tennig bo äftnttet Mb bei tSteft^iftn 
34 s'tKubte um tlnen Soften bei bcf i^ftaSüi^ 



\) tt. @daMi in (tiiuietO^iirfltav^t m 3ii|H 6. ITl) {ogi; 1807 
Ud bn gaii)c ävlamnuni^aiia ttgifii, ba^ et ISOO ^igw m>i|. 



Lni,-.,.:ül:, Google 



888 S)ritttf 614. tiüUtt KttfUü. 

fßifAwt^t m ftaffel toetbctt ju tönitcn, ba l^ mt^ t^eild in tus 
8(fcn Don ^onbfi^tiften etngeO^t, t^« bittet ^rbntftnUat ttnt bei 
^(^^te bec Literatur bntrauter ^anaUft ^tte, auc^ rco^I fQ^t^, ba| 
ü^ in biefem ga^e grdgen gr»^^tttte t^int lotirbe, tDfi^Totb mir 
bie fitUaaaii bes frana^llfc^n Stents, in ba« m uitfece ^nriä' 
fftubenj )u Demanbeln bro^tt, gonj oet^ft nur. SOein btt gc^ 
ufinf^te ®uat iDUTbt einem Hnbem gu jQeil, unb nai^bem bai 
(Dnonedjodf Qfa^ 1807 occgangen unb ba« neue mit ftett 9^ 
tauften Substituten ^cgimnen xoctc, ifattc i^ imü> ben titffttn 
©i^ntetj ju eu^ifinbai, bet mi^ in meinem gonjen Setot betroffen 
^ Den 27. 9»at 1808 flort, erft 52 Sfa^r alt, bie 6epe 3lte 
ter, an ber wir alle mit mormei Siebe Mengen , unb xääfi einmal 
mit bem Xroft, ein« i^rn fet^s ftinbei, bie ttaung i^ ^erMiett 
nmrionben, oetforgt m uiffen. $>ätte jie nur md) U)emge älbaatt 
geleftt, aie innig njütbe fie fi(% meiner oerbefferten Sage erfteni 
^obenl ^ toox im^ S''^. wnWi.aec'8 Sm^^^Iung bem bamn- 
ligen i£abinetdfecret&i beS AÜnigö Soufin be äßarinbiOe belannt 
unb ate taugli«^ jur SSetualtung bet ^nvo^i'^lii^^ bie in ffitt 
IfämS^^ aufgeftellt war, vorgef^Iagen uotbeit. i&i mv% an aa> 
bcnt begfinftigten aRittetoerbem gefehlt fnben, fonft to&Tt nrit 
ff^erßt^ eine folc^ ©teQe, roie es ben 5. ^t 1808 toirflii^ 3c 
f^^r )u 3:§eil geworben. STteine t$&^flfcit baju toot umt ^tc 
monb ge)n:ftft. 3Me gonje ^nftnictton bee tdniglit^en Sobintt^ 
fecretät« beftanb in ben Sorten : Voob feies mettre en grands 
caractöres sur la port«: Bibliothdqne pärtdcTÜi^re dn Roi. 34 
l^otte nun olsbolb 2000 ganten 0e^lt, ber {i<^ tta<^ einigen 
äRonaten, oennut^ßi^ todl man mit mir jufrieben war, auf 3000 
er^d^te; Sla^bem nneber einige 3eit oerftoffni mar, tfinbigte m 
mti aRorgens ber StätA^ f^ft an, bag er mii^ gum Xobittn 
an Conseil d' 'ktat ernannt ^6e, boc^ folle ic^ bie S9i6fiot6d' 
ftcUebonebenunb^uptfac^Iii^befletbai (17. gebr. 1809). ^XtSiM 
eines KubitorS beim Staatärat^e galt'bamals für ein befonbeir« 
<SIM unb ffl^ (etc^t ja ^ä^eren ©tufen. S)a ts überbem meii» 
©efolbung um lOOOgr. mehrte, fo genoß ii^ nun einen &tfydt von 
fiber 1000 Weii^t^alcr, ber i(^ ein Qa^r juDor feinen Pfennig bejogm 



a^oogic 



IM itbai unb bit HtUittn bcr ScObn @iiinm 6i< jum ^o^i 1819. 389 

fittüt, unb oKe Sla^tungSforgm wrlc^toanben. Vtäxt mar mrin 
ant olä eibliof^biT feinejwegs titftig, tc^ ^tfe ntlc^ 6Iog einige 
^nnbm in bcr $ibßot^d( ober im Sabtnet au^u^ten , funnte 
imä) nd^renb biefen nai^ S^orgung bes neu Singutragenben ru^tg 
^ mit^ lefen ober efceipiereu. iBOi^ec ober Stac^fu^ungen oon 
^^äftttt nmrbot vom ftöuig nur fettoi »erlangt, an anbert nmrbe 
ober gar 9H^ ondgelie^. !X>te gatije ßbrige 3ett roor mein, 
ii^ Derunnbte fie faft unverlünimert onf bos Stubtum ber altbeut« 
[i^ ^oefie unb Stirat^e." !£ier Staatsrat^ ma^e fo gnt mie 
gut feine SKü^e. ©er Äßnifl beno^m ft^ jeberjeit an^finbig unb 
ftnmbli^ gegen @rtmm. IBtcai^ roibrige QatSUe, tod^t bie Heine 
®nmm unterftellte WiRot^ betrafen, mürben Iei<^ von t^m Der- 
nmnbcn. %u(^ SU^Int I^e in jenen 3<i^ren mit bem üBrubec 
Dereint tn fiaffet 

ffifi^renb fo bie Sßrüber in ber ©tille fortar&eiteten unb nur 
»n 3tü ju 3*** *'«i'& Heinere ober größere SBeröffentli^ungen 
ihotbe von il^roi grfinbU<^en t|rorf{^ngen gaben, Inflpfte fi^ man<$e 
im iffc geiftiges Seben fe^r mi^gc 3}er6inbung. Sir ^oben ft^on 
frü^ ei^ä^ltr wie bie SBrüber ®rimm mit anrim unb ©rentano, 
bm $erau<ge6em beä SJmtber'^ornS unb ber Gnnfiebletjeitung, unb 
mt bereu ^unbcn in einen regen geiftigen 33erle^r traten *). 
Salb foUten fie burt^ bie @d)iegen^eit i^rer ©tubten ber winen' 
|i^i<!^ Sem biefed gongen ftteifeS UMxben. 

üiat^ ber mdl^ bed alten jturfürften gegen ISnbe brd ^a^« 
«9 1813, bie einen nnfcef^reibli^en 3|ubel erregte, rourbe JJacofe 
(Stimm am 23- ©ecentber 1813 )um Scgationdfecret&r ernannt, um 
ben ^effift^ Qkfimbten, einen ®rafen Keller, in'« große ^at>t« 
quartier ber wrbflnbeten ^teere ju begleiten. So lam <i(rimm, 
na^bem er vom ^]|anuar an bie |}in' unb ^KTjfige bcd bi))Ioma< 
tt|^ ^Kmfjtlagerd mitgemat^ l^tte, im !pml ISH jimt gnetten- 
mol nac^ ^ris. „Untenoege, erjä^It er; ^tte ii) nic^t verfäumt, 
oKe gjibliot^elen ju befu^n, unb ieber freie Ängenblü in ^ari« 
unnbe genut^, um in ben ^nbfc^riften ju arbeiten." ^^m ®om> 

1) 6. 0. e. 374, 

DcmizedüvGoOQlc 



39Q Stillt« »u^ ^ittt« Aa)>tHL 

nac ti9t it^ bie Müdreife luu^ Staffel an rnib cOftete iti4~ 6alb n« 
neuem ju bei t^^ na^ ^cm IBienec (Sot^reg. ^ SHen bra^ 
14 ju DDti SDcte&ti l^U fn» 3^ 1S15, eine 3eU, bte (qk^ fb 
«tnne ^liDotac^eUen nt^t nu^Iofl tKiftnc^ luib mir Sctanntft^ft 
««^ter» gelehrten IKäiwer verff^fttc Säon U^oribatm SSoit^ 
^ oteiw ©tubien loac, bag t<^ mi^ bamalä au<^ mit bei fltai' 
t4^ ©V^B anfiena Mannt ^u nuu^.' „Stoma mat ti^ ju bn 
tg^i^ftt^ Ho^ jtaff^ ^elmgele^tt, aU mi(^, unb bioSmal eint 
9tequi(itton btt preußtfi^Säe^Utbe, in baS pm jmeitenmal etobeitt 
^ßoiis tief, ii^ foUtt btc au8 einigen ^egenben ^migen'i gp 
täubten ^nbft^ften ennitteln unb guiildotilangen, nebenbei aiu^ 
einige ®cf(^Afte beS Sutfütften befotgen, bei in brat Kugenbliit 
leinen SeDodsiJii^gtm bott ^tte. Qmax jenei ^iftiag biai^ 
mif^ in ein unangenehme« Siei^ältntl ju ben ^aiifer SäiMiot^itii, 
bie mti^ fiü^ fe^r gefüUtg be^nbelt ^tten. ^t^ aber nmibc 
einmal Snnglää, ben l^ befonbetS btfingte, fo bittet, bat er mit 
ni^t me^i geftattat woUtc, auf bet äätbltut^rf ju arbeiten, taas \äi 
m 9lebenflunben immet gu t^un fottfu^t ; nous ne devoiis pln* 
sonfErir ce Mr. Grinmi, qoi yient toos lea jours traTailler iä 
et ^oi nooB enldre pomtaut cob monosorits, fagte et dffent(i4 
^ ma^tt bie 0anb[^ft, bie tc^ eben aussog, gu, gab fte jnrüdr 
unb gieng aüft me^t ^in, um gu atbeiten, fonbent nur um ju 
beenbigen, toas mit aufgetragen Dorben war." ,<Eiß im X)ecaii> 
bn gtengen meine ®ef<^Sfte gIfl(fU4 ju ^^i Wb t^ easf^ai 
fir&tei gu Raffel ein ©t^ietben beä ^fitßcn min ^otixnbei^ 
C81. Sfuguft 1S16), iaä mit bie gufiiäfen^t mit meiner üetnif 
timg bcjeugte." Dlac^ feinet Stüdfe^r eiieid^te ^acob Qtrimm eines 
fi^DU long« gehegten SQJunfc^, er mürbe (ben 16. %ri( 1S16} )iiiii 
jveiten S3ibtiot^efar an bet Raffelet Säibltot^t etWHUit, au ba 
fein 93tubet Sil^m bereit« fett bem 15. ^bt. IftU a(S eibno« 
t^»fecteUr augefteUt toat. 

U. Bit libtttn %n «iBtrc «rinm 1k »tt afn faMt. i^a 
C|fili|k(fl 1807 bif 1819. 

IBir i^aben gefe^en, wie bie ^CrObet @timn, SS^aft bet BÜxtt 

DcmizedüvGoOQlc 



tnt ttttn iinb bit VtbtiUn bn erikbct Orimn 61« jum 3ii^c 1819. 891 

inib föEI^tta ber jüngere, in inni^ei ^ergensgemtinfi^ft mit eiit> 
onbtr oufmiK^eR, loie fie bann betbe auf bn Uni&erfität Snarbiirg 
bfltt @tubtunt bcr Stet^Utniffenr^ft otilagen unb DOn bem grögttn 
^tißUfyctt feiner 3eiti ©aoign?, lieffle^eitbe Änreflungen emppen« 
im, unb nrie [k ntbli^ Qu^ nai^ 9JoQenbung t^rer Uniticrfitätö' 
ja^R mit geringen Unterbrn^ungen in fiaffel iufantnten lebten unb 
jnfonnnen atfietteten. Unb ts mar nun nt<^t nte^r bloi baS ßuiam« 
nuitt^en. {i^ ^erjtii^ lie&enbcr grübet, fonbern [ie raacen |uglei($ 
Bfitiuiben bui^ bte gemetnfame Sefien&iufgabe , bie t^r gaitjeö 
^frin erfütlte: ^ie (£ifor[i$ung \>ts beutfc^n Sltcrt^umd. S3on 
glfi^ Siebe ju btefen ©tubien roaren ©eibe ergriffen unb (Knet 
ortdtete bem Änbcren in bie ^nie; [a t8 ^errft^te eine folc^ 
@tmeinf(^ft beö @eiftes unb ^erjenS jmift^en i^nen, bag [it einen 
äiofien Ifteil i^er arbeiten gemeinfam als „bie ißrübcr ©rimm" 
DpUmbeten unb ber Ceffentlic^tett übergaben. SBci me^ unter' 
gnibncten, auf bereits geebnetet Stragc einberjt^ieitenbcn Sciftungen 
^t man ein foI(^S ßofintmenarbciten n)o^( öfter gefc^n ', aber 
bei ma^r^ft ba^nbifl^enben unb f(^d)>ferif<6en Scrfen geugt t8 ni^t 
nur Don einer ©emeinfamleit bei ©eftnnung, fonbern on^ oon 
«ner Äein^eit be« §cricn«, mie man fie feiten finbet. 

@o na^e ftc^ nun aber bun^ Sieroanbtfc^aft ber 93egabung 
unb bes ©ticben« bie betbcn 93rüber ftanoen, unb fo [e^r fie btefe 
<3kmeinfamlett buri^ bas ^erjlitbfte mei^felfeilige ÜSo^luioUen pfttg» 
tm, fo jeigt fi^ boä) anbrerfeits gleü^ oon intern erftcn auftreten 
an (otäf bie gtoge SJcrfi^ieben^ett t^rer Staturen. Sil »erben 
[pütrr, mmx mir bie beiben aßänner tu i^ier voUeti {Reife pds 
m \tfjta, btefen @kgcnfat ju fc^ilbevit fuc^n unb ttwifen ^ici nur 
Dorläuftg auf benfelben ^in, um baian bie SQemerfung ju fnflfifen, 
ba| bie 99rflber aad) in biefer erften ^iobe i^reS KuftretcnS 
tinem rii^tigen nnb gefunben ©efü^l folgten, Denn fie bie Qlcmein- 
famteit nitfet für aUe i^re Arbeiten )u erjmingen fugten, fonbem 
m einen X^eil berfclben gemeinfam, anbere bagegen getrennt unb 
iän ^ {ii^ anefü^rttn. 



ciilizedüv Google 



392 Crittts »u^. SittM IMfitO. 

Sacob «ittnm'i Kibcttcn »an 1S07 bi« 1811. t)n« tt^t 
Bfftntlii^t «uftTttcn 3<icoe Ulciinm'«. 

aWe^cre ;3"a^tt ^i^on beoox ^ocob ®rimm fein erfte« 8u(§ 
wrüffenttif^te, twt^etligte er p^ als 93eurt^eiler fterabet Seipungoi 
unb mit fuijen fel^ftSnbigcn ^b^nblungen an geleffTtm^ntfi^ftca 
<&S maren jroei fübbnitf(^e 33(fittei, in beiten et feine gtünbr»^ 
^Beirtetifungen niebcriegte: litt ju aRfln^en "erfi^ttnenbe 9Ieue 
literarifc^ anjciger unb bie ^eibeltetgifc^en gc^t^S*« ber Stlraa- 
tut. Unb 310« ^at baä genonnte 9Hün(^ner ©lott bie S^re, bie 
elfte «i*eit ^acob Stimm'« in feinen ©palten aetöffentlit^t ju 
^aben. Qm Qa^rgong 1806 bes dienen fitetarifc^en anjrigerä 
^otte Xtocen aus ber ^iülle feiner Oele^rfamleit „SKatginalien* 
geliefert ju bcm ftßfier erwähnten •) 93u^ be« jüngeren Äbetog 
übet bie altbeutfi^en @lebii$te, welche au« bet geibelbetgifi^ 
SSibfioi^ef in bie SJaticanifc^e getommen fmb ^). Snfnflpfenb an 
biefe iKatginalien Xioceu'« gi&t her jirei unb jnjanjigtä^rige ^ücoß 
®rimm in bem Statt oom 17. SWüij 1807 be« 9!euen literotif^ai 
anjeigcrs „Scmerfungen" über Jt-Äbelung'« angeführtes 93u(5. SMtt 
bem beret^ttgten ©elbftbereußtfein unb bet »oßcn Uefeetlegcn^ 
rcelf^e ben fünfttgen Weiftet a^nen lägt, ttitt er in bte SSa^. 
X)ocen, meint et , ^ätte ein beftimmtete« Urt^eil auSfpret^en foUtn 
Übet bies unfritif^e 93ui^, baS ju einem lebten 3)htftei bienen 
rönne, ime man aRanufTri))te nic^t )u benu^n ^at. Unb an biefen 
ge^mifC^ten eingang fnttpft pt^ bann eine 9teil^ Don 95eri(^tigungen 
unb 3uffife«n ä« l«iii Äbelung'fi^n 93u[^, bie fofort ben grflnblii^ 
®cle^en unb f^atfjtnnigen ^ox^üfa fterrot^en. 

ffine jweite größere arbeit: „Uebci bos Mibdnngen Sid*, 
bie ^. ®rimm im 9Jeuen Hterotif^en anjeiget Dom 14. unb 
21. aptil 1807 ueröffentlii^te, fü^rt i^n mitten in eine bet wi*- 
ttgften Sragen unfetet, gangen Citetatutgef^i^ie, tnbe« fie juerfl 



1) ©. 0. S, 203. — 2) Neuer literar. Anwiger 26. Aug. ond 
16. Sept. 1806. JBitbn flbgtbiurfl uiib «rOoUflänbigt in Dooen'» »«»l- 
laneen, Bd. II, Httachen 1807, S. 124—170. 



ciilizedl!, Google 



t>as ettoi lutb bit Xiicitcn btx Bcfibtv I9rtntm i!« jum 3a^r 1819. 393 

RM Mttfd^ Unterfiu^ung über bot Süijct unfeces grögteti fS^ws 
anbahnt ^ eti^tge bamols Dot^lwne 'DoQ^nbige Slusgobe 
be« Wbelnngatnebes unT bte aR^Uer'rii^e. ®rhnm'3 Utt^etl flbn 
bitie Kndgafie lautet ha^rn : „!Der ^JJ^QÜeiTi^e !£e^ tft jufammen^ 
geft^ ans iwei 3Ranufcttpten , o^ne fritift^ett Xßert^, mit oielen 
tif^tom unb Slat^IfifTtgfeitm abgebrudt; xoa9 abei alles aßqQex 
irii^ getongt ^L* Xien etften S^eit ^at äR^Qet, nac^ ftinei eige« 
nm iRotiä, au« bet ^o^emfer §anbf(^rift ec^lten, bo« Uebtlge 
Hxi aihtuäm laffen auä Sobmor'S Hu^gabe Don S^riem^ißien 
Ka^e, .bo(^ ft)ri4t ei [0, oI« ob baS eine |Miib(^rtft tnäre." 
Kbei ^obnter ^aie bitfe ^Ifte beä WbelungenliebS aus htm ©t 
IMifi^n Eobey flenomtnen »). ,©irb gefragt, ml^t |wnbf(^tift 
Mt ältere, fo bfirfte für bte ^o^nempf^ ^ Jii entft^ben fein, 
ia, fo nvit eine SJergleic^ung angebt, bie (Si^a^Iung bet anbem 
iKttläiiftiget unb me'^i in'S Hnmut^tge gelten ift. Ilritili^ ift 
titrfe DoQfldnbigei" ^). SJaf^bem bann ^mm eine Slnja^I einjel« 
ner Befecte unb aBtggriffe bet SDl^lIet'fe^ »uägabe nam^ft ge- 
Dtoc^t fyü, bcri^tigt er bie gntnbfalfd^cn aSorfteUungen über bas 
^iMungenKeb, bie bamals no$ gong unb gäbe nxiren, loeif fte 
iii^ felbft in fonft fo ac^tungSionrt^en SBflt^ein fanben, nie Sodfi 
iSoimKnbinm- ©0 tnSbefonbere bie Slnno^me, fionrab »on ffiüi^' 
inifl f« bet aJet^lffel beä Mibelungenfiebs. ,I)einna<^", fi^liegt 
Sntnin feine bftnbtge Sibeilegung, »wate bet äktfaffet bee ^ibel< 
MTigen giets nnbelonnt, ttiie tS geraiJ^nlii^ bei aOen 9}ationa(ge> 
Hi^ ift unb fein mug, loeil fte bem ganjen £ßoIfe juge^ßren, 
rnib aHtS ©ubiectioe jui&^te^t" *). Uebet eine S^e^uSgabe, mie 



t) Ki^t eaü Um @t. @aSä\^tn, fonbtni ouä btm anbtrtn ^o^cntmftr 
^ia {iai^mann'» C) $at Sobinnr bit jiDtitc ^({k btt 9ti6. stnomincn. 
Ca Mn btm £«ftin bit(e< Qobtr um 18D7 ninniinb tint a^nung ^ttt, (0 
Imttt nftjfirli^ 00^ @ttiinn ni<^t batauf tommtn. @r|) im % 1812 ^at 
%■ $. V. b« {lagtn bit @ai^ ^iflorif^ aufst^tlll. e. oitn e. 836 fg. — 
S) £. b- bie jt^t auf bei eibliot^cF ju Xllüttt^ bc|inblit^e, c^tmol« ^^n> 
ai^; iai^ttttMtt't A. — 8) »tute Ultr. anjtiBtr 18U7, 6)>. 227. 
4) 8teb. ©p. 230 fg. 



ciilizedüv Google 



894 OcilM 6)4. ^nltte Jtopitd. 

man fie tBSat\6fen ntfiffe, fptii^ ®nmm fc^oit ^ fii$ fo onA: 
„SBei ben anängelti bec S^lferifi^n SCuegoIw \\t t» boi aUm 
nöt^g, einen fcUif^ (eric^tiglen "Xtft gu Itefem. SDei Sobt^ Don 
^^nem^ f^tttt ber aitefte; ec ift abet btfect, unb am befttn 
(tgte man ben gu @t (SaKeit jum ®ninbe. 3Uet ^i34ft mtmffant, 
faft not^menbig tft es, oon anbent aRanufcrt)Meit Sonontcn, no 
fie beutenb fbtb, ju Itefem. (£« ift ffit bie @«fi^t(^te ber ^oefu 
äugerft le^neiii^, ju fc^en, tote ha9\dbe @dm^t in bem ^mtiimgit 
ber 3tit mobificiert unb vetänbert muibe, eine 9iüifn^t, bie man 
vemat^iafftgt ißib geglaubt ^t, bat baS äUefte SDtoiufcnpt gf 
tabeju alte anbein unnü^ ma^e" >). 

<Sme einge^enbe SBeuit^Iung uon ^gen'S unb 9üf<6ina'^ 
£)eutf(^n ®ebi(^ten be« miMalUxi, bie 3. i^mm im ^ffl' 
gang 1809 ber ^tbetberger 3a^'C^ü(^er lieferte, jeigt uns, mt tx 
f^on bamalS ^gtit'ig %it unb üßetfe grgenäbet feine ©teDtug 
na^. ftt »ifagt gioar ber ®elc^ifamreit unb ben anbemmtijo 
Seibienften ber Herausgeber feine Vnerlennung nic^t, jugteit^ aba 
bedt er au(^ bie ft^mac^eii Seiten i^rer ^tftung nut aller ©i^rfE 
auf ^). <&c fü^rt babct nic^t nur bie Unterfut^ung übet bie Outl' 
len ber Don ^gen unb iöüfc^ing ^erauSocgebenen ®ebi(^te UKfent' 
lU^ nieiter, fonbem er geigt namentltt^ aui^ in Segug auf bie 9e' 
^Hinblung ber Xejrte feinen überlegenen ®<^arfftnn. (£ä tritt tutf 
gleich i)itx bte Derfd^iebene Knft^t entgegen, bie (Brimm wn ber 
Stufgabe bed geraudgeberfl altbeutf(^r Ztfte ^egt ^ie n>eiüdup< 
gen ^fi^teitiungen aller Jteugetli^fetten ber ^nbft^riften toeift n 
gurfld- 'ZufüT ober forbert er eine forgfällige unb cinfi{6tigc ^ 
^nblung bet STc^te, »oju bie bloge Sufgeic^nung aller ^xäff 
fehler unb ^^at^Iäifigfeitcn ber jufäUig auf und geTommenen jungtit 
unb f[§Ie<%ten Iwnbf^rift ni^t genfigt. gnäbefonbere roeift ©riimi 
nat$, ba§ ber ^rauSgebcr baS etgent^ümli^e SJerSmag in bem 
„giDciten, ^ier mit Unrecht Dorangebrudten X^eil bedSDloroIf nW 
txtatmt ijat, unb jeigt, roel^ aSurt^cite jur ^rftellung eine« wt- 
borbenen £e^ bie Stellung ber 9kime in ber ®trot)^e bietet 

1) e&oib. ep. 241. — 25 ^ihl6. 3a^r&fl(^ bti Ht 1809, %b#t 
nt^uiia, äntUn «onb, e. 148-164. 210—224. 349-8»9. 



ciilizedüv Google 



SM iäm unb bic Si^itm bei fßjSba <Snmm ü« ]um 3a1)t 1819. S96 

3»tii» ©ritnm'l ©ittit mit Jiocen unb ftr. ^. oon btt ^Jagtn 
fi»tT btt aRinncffingti unb üncifttifangtr. 

®Iri(5 in fetner elften toeiüffentlit^ten Mrfieit, bcn Senterf- 
imgen ju abelnng'ö Slai^ricfiten im Sütnm Itti'tarif(^en anjeiger, 
6atte 3Wcd6 ©rimrn ben Sunft^ auSfiefploc^en, ba| ber left bc« 
ffiartbutgfriegS „einmal fiitifc^ conflitniert nnb mit SBeglettung 
tinö Soramentors herausgegeben raürbe", unb auiilei^ ben @e« 
bflnfen Eingeworfen, bag man babei »DortreffUi^e ©efcgen^eit ^a- 
im mürbe, bte fo verbreitete, al§ ungrünblii^e, jum wenigflen 
ongrünblii^ aufgefaßte Unterfc^eibung jmifc^en 3)!innee unb SAeifter' 
jffQng Don ®runb aus jn raibcrtegen" i). Slit^t lange barauf am 
9. 3uni 1807 »eröffcntlit^te er in bemfet&cn Statt einen auffaß 
nntet Iftr Ueberf^rift: ,6troa« über ben SDIcifter» unb äKinnege« 
ttm«*^. Diefet hirje, laum btei ©palten fülfenbe Äufjag ift 
flöilit i^raTteriftifc^ für @rimm'S ganjeS SBcfen. .I£:S ift nii^t viel 
länger, fo beginnt er, als ein ^a^x, baß Hl mic^ mit bem @tU' 
biiun ber altbeutfc^en ^oefie unb bcrcn ®ef(6i(^te (»eitler genouete 
finmtnig anb (Einfielt ben Änftoanb Dieter 3a^re erforbert) obge> 
9t6nt ffaftt', DraS mtr aiet barin unter anbem befonberS aufge< 
faQcn ift, war bet unbeftimmte, fc^roanfenbe Unterf^ieb, ben man 
Ss\\ifm äßinnes- unb SJIeiftergefang ju machen pflegt, unb ber ftt^ 
in Sompenbien unb bei jeber anbcren Oelcgen^eit micber finbet. 
^ ba^te anfangs, es ließe fit^ eine feftere ©renjlinic injift^en 
Setbm Hrten jic^en, bin aber barfibet auf gan^ onbere Untecfut^- 
nngen unb iRefultate gcrat^en. Unb ba neulii^ anberSroo barauf 
gdmttet morben ift, fo ^Ite ic^ ti ni^t für unfc^ittlici), utic^ [i^ 
^Kotitc, njenn glei^ furj unb o^ne ffleifügung ber ©erceife auäjUä 
[äffen unb gu oüenfallfigen Siberfprüc^en auftufobern. «urfi — 
io wie e« SBilber gibt, mett^en man mo^t, ofine iwitete aBiffen- 
f<Nt Dom abgebilbeten ©egenftanbe, i^re SSta^r^eit anfe^cn tann, 
fo bin «^ faft ber Slfieinung , man merbe baß ^ier SSe^uptete fo 



1) Nmer Litenr. Ameign 1807, 24. U&n. — 2) S&tnb. 1807, 
8->l « 



ciilizedl!, Google 



896 :t»ittc« 9)^. 2>rittc< ffopUcL 

mentg univa^if^etnlic^ ftnben, bog fic^ |elbft in ^ebeS eigtndit 
©tubtum übcnofc^be ajeftätigungm boju ergreife« laffen mögen. 
@onft eigne ii$ mir fibccbent bei biefer %i|ii^t, oli ii) fie f(^ 
für neu ^Ite, ein befto geringered aSerbtenfl an, als {te mir 9« 
ni^t fi^nxr gcivorben ift, fmtbem nac^ einigen angeftcCten Sc 
mfi^ungen pU^ß^ unb lebfwft ddc Sugen ge^bm ^t, gleii^ 
einer ©ac^e, bie lang oertannt gemefen, noju ii!^ jWir no^^tt 
genug S3clege gefunben, fie feldft aber nid^t aus gufammengetragenai 
33eiDeifen, toie ein mä^fames iRefuUat gegogen 1)dbe. ^ be^upte 
dlfo: S^er gemachte Unterft^eb jwifi^ 3}Hnne> unb 3)tetftergefant| 
ift nuQ unb nichtig unb (vieKei^t aOe) ^innefangei finb f^ft unb 
ret^ elgentli(^e ajlcifterfänger gemefen." Bie« ijt ber Äem t)on 
@rimm's anficht 9u3 bem {tfclgenben iftim mir nur no4 ^' 
vor, raas @rintm gleicE) ^ter über bie rdatitie 93ere<^tigung jener 
Unterfo^bung äußert „39Jenn alfo ber Unterft^ieb gmifi^ Sf&^ 
negefang unb Wetftergefang roegfSUt, fagt er, fo Fanu man bcn< 
no(^ treffenb genug bte beiben jur Sejeic^nmig smeler ¥«wben in 
ber ©ef^tdbtc ber ^oefte fortgebraui^en, inbem bie er^ <in Se« 
ftreben umfaßt, bie ^atur unb Siitung ber Siebe auf bad menfi^' 
Ii(^ ®tmäß) unb bois 9Kttert!^um in ben fünftlicöften gformen unb 
W« jum ISrraflben ju [(^tlbem (worin ber oSöige Bcrfall einer 
epifd^en ßett war, unb eine« ej)if(l§en S^atalterS ber ^oeTte: ffftft 
bie erjä^lenben @ebti^te bur^ biefen ^ng wti I^ri^i^er (Sptfobm), 
bie jtceite hingegen fti^ allein an ben jmangooQen ^rmen genngen 
lieg. 3Iur muß man nii^t glauben, baß wie in ber jmeiten jener 
^n^U nnteigimg, in ber erften aai) biefe ftunft ber 9leime gc 
fe^U ifiüe, unb ba| bie erfte ^eriobifierung Dom i^n^ ^g^ 
nomuten, bie smeite aber »on ber ^ovm entlehnt fet ftuij, ein 
jeber aHinnefSnger ift ou^ ein SReifterffinger, aber man (ann nit^ 
umfe^ren." 

asieä ftub bie ©runbaflge ber «nfit^ten 3l. Srimm'« aber 
baa ajer^aitniß bes JDKnne- unb ajleiftergcfang«, unb an biefe 
iuerß nur Turj unb o^ne ^meisfa^tung Eingeworfenen Qkbanten 
-^it fi* bann eine meHfi^rige wiffenft^ftHiöe ^tißtt ai^dnüiift, 
an iDd(|er fl^ bie nam^ofteften bamoligen äkrtrcter ber oläxut' 



a^oogic 



tM Stbot unb btt aiMten ba »TÜbtr dnmm bie ium 3a^( 1819. 397 

fiini ©tubteit: (Smatti Soccn, C^^fl^' Süfi^ötg, bct^tgten. 
3)n ^egenftanb bec ^^be ift fi^on an fu^ von nid^t geringem 
^hteieffe. £8 ^nbett fit^ um ein Ifatbti ^o^^uf^ (n>^ b«c 
@efi|i<^ unfeter $oefie. Ss ftagt fid^, ivie ftnb bie genfer beä 
jmälften unb breije^ten 30^^^^^ anguft^, uitb in weliftm 
Sec^&Itnig flehen fie gu ben 3ßrifterffingem bes ffln^e^nten unb 
fn^jenten. X>ec ®tirit genmmt abei; an ^ntetelfe bur^ bie fftiti' 
tiftnben ^eifönlic^Ieiten. 3wif4cn ben f^on onei^kinnlen, ja xa\^ 
bnü)mt geiDorbenen 9$eitretem ber altbnitft^ ®tubten, \tfjm 
m (inen anfangßi^ nt**^ Nf* flot^ unbefannten „JhiegSfecietfir 
(Shimm in AaffeC au^ui^en, unb es bount ni(§t lange, |d mug 
icbttSisTK^ttge, mag er übet ben @egenftanb felbft benfen, tuie et 
nrill, fi(^ übei^mgen, bafe ^iei b« SDtann auf ben ^lan ßrtcetat 
ip, beflai roeit übetlegener ©egabung Wc 8uhmft ge^rt iDenn 
bos if) bie »eit Aber ben f^ellen Segenftonb ^inaudge^nbe S9e> 
bmtmtg biefe:S ©treitni, ba| ficQ an bte Siörterung bei bef'>nbemi 
Smge über ben ^RinnC' unb 3ßei^gefang bie Xurlegung ber 
Snft^ten fnäf^ft, bie gacob ®ximm über ^oüspot^t unb ^nft< 
Voefie unb Site bas üQerl^Itnig beibec jur ®age ^egte. 

fijos aber ben 1£ifer betrifftr mit n»Ii!bem bit fii$ gegenüber' 
^^enbcn QMebrtoi fo man<^ etnjelnen, urns ie^ Dtellet^t nvni' 
aer nri^ f^önenben $unft bur%eftntten ^ben, fo rooOen nnr 
an bie Sorte exinnem, bie bomols ber grfinblit^ unb e^rlit^e 
Doim in einer feiner ISnoibeningen ansgefpro^en ^t. „greUit^ 
nriirt) ed nic^ an folgen fehlen, fagt er, bie biefe umftfinblii^ 
Unttrfw^gen fOc überflftffig , bie $rage Siaffoupt für unbäeutenb 
Mten. 2)tefe bebcnlen nt^t, bog nur bun^ bad USfy^t Seftreben, 
diles Singelne ju erforfi^ unb in unfere Setnilt gn bringen, uriv 
pi iener grünbU<$eren jtenntnig bes ffaffifi^ Utert^umS gelangen 
loimttn, bie auf atle« 5£nffli(^e, naS unfete neuere giterotur be- 
fi^t, fo Dietfältigen (finflut ge^bt ^-, bag nrir alfo eben blefen 
Stg rnii^t \i)mtn bfirfen, um Don unferm eignen %(tert^um eine 
ixffm Aunbe gu erlitten, ber ein gleich too^It^ger SinfTug auf' 
be^tten gu fein fd^eint 3Sorfiberge^b gwar uhi^ mani^ @treit 
nnb mani^ Srbeit auf biefem SSege fein, aber ni^ frw^ii; 



a.oogic 



S98 XräxM eu(^ iDritK« Jta^tt. 

ttad tnüM^ittt noi^ unb lUcEi gemonnea loorbtn, fteüt not^ fI4 
frei, juDccIfiffiS lutb bcle^retib für %üe hax; bcS leiteten Sefi^ 
fteut fi(& O«''«; ""^ ftein« fÜ^It me^t bie ©^roietigtcUen, bte 
man bei QErrinoium ant^ einer mfittgen Stnftc^ opfern mugtc" ')■ . 
Stai^bem 3- ®rimm feine gebiungenen ©fl^ Aber Wi^tt^ 
unb äReifterfSnger ^tngeroorfen fyittt, gab glei^ tn ber folgtnbett 
SJumet be8 neuen Itterarifc^ SIlljeigeiS nont 16. 3uni ISOT 
X)o<en eine (Entgegnung. I£i ueiff auf ben Döllig fd^unslofen, 
n&gttf^en aße^anidmud ber ^nbiueriSmfigtgen anetfterfSngciet M 
14. bU 16. ^a^^unbeit^ ^in unb ftellt tfinen bte ec^te unb tütt 
ftunft bet X)u^ter beS 13. ^^^nnbertfi gegenüber. y>x tx aUt 
nt(^t in 8[&iebe ftellen (aim, bag an^ biefe tü^tet fi^on all 
»SDIeiftei" bejetc^net merbeii, fo ma^t er ben ^orf^loj, bte ilRei' 
fter bes 13. Qa^^unberts „SDMfter'iStng«", bie fpättwn bogeflen 
.Weiftei'Sängei" ju nennen. ®o lounbetlic^ unb unftrou^ 
btqe äiamengebung »((^eiiit, fo Ugt ftc^ bix^ nü^t Uugnen, baS 
Socen gerabe in biefent 2:^1 feinet Stb^nblung Diele« SH^tige 
Dorbiingt. »Uebei i^te (bei äßeiftri' ©inger) nac^^ertgc auSatttnfl) 
fagt er, t)ier nur golgenbe«: Sia^bem ba« S«*«'!!« <"> b« *M^ 
fo nrie i^re innere fiiaft baib nac^ beut anfange be< 14. ^joifC' 
^uiAertt Derfo^tsonb, fo erbte ^ bie ^omi auf bfR iKfftoetdl' 
fittnb üfter-, ^ter eijeugten fi{^ mm alle jene ^llen Srf^ettnnigeii, 
bie iebe ^robuction ntenfc^Iic^r Stiö^ cnblic^ ^orjubringta 
Ipftcgt, nacktem äkift unb geben i^ie« Ir&ftigeren ^feinfi aitf 
w\ä)tTi ift; «an benfe an bie reic^äftdbtift^ {^onnalttfiten, wt^ 
»ic iebcm beliebt, an uiele anbtrc äf^Kli^e !!)tKge tM iüm inA 
ia ber Aunft" >). &an mit Steigt vtnoait-ct ft(^ bann tloccs gc 
gm bie Folgerungen, bie Mon au« bnn iKonun, „JMiunefitiger' 
)ie^ lünnte. tiefer Slaae fei crfl von ^bmn onftfeHä^ »» 
ben, unb jnxir fc^r mit Unre^t 3>ena in b«t nu i^ «A 
ißrcitinger ^ausgegebenen „Sammlung Ben Winnt^ng«»* JooMN 



l) Sionn im 3nu|cunt fflt mibeulfi^t Sitttatinr unb Stmft ^. w* 
<W». 3:«m u'ifc SüWtiia, «»■ I. ecfl 2, Cerllii 1810, ©. 48» fj. - 
2) tutm, im Ktuw Uta. Unguati 1807, Cy. 8TS; 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



tM itficn unb bit Ktbciltn in Iküb« eiimin 6i« jum 3a^r 1819. S99 

ktRtAKg^ Mog bte in aQrrSSftt üefungenc Stei&e, [otibem faft jebe 
OBbm ®eite ber Sßenfi^eiiiuitut (bie tn jenem Stit^ittci: eine 91n< 
ngmtg fatib) yaa SSorfc^n" '). ®o meit \p^t 3>Dcni im SBe> 
fnilli^ Tii^tige unb füc bie bontolige Qät leineäivegS über^fiffis^ 
Xnfi^leR aud. Witt nrie ei nun im mtiterai SetEauf ber Xb> 
^ibluitg baju tommt, ftt^ bei einer foI(^en fluffaffung bet ®a(^e 
it tiaoi äkgenfa^ )u @rimm ju ftcUen, bafl ift auf ben erften 
SEiif nü^t leitet etngufe^en. „§errn @rimm'S ^ific^t, \aQt er, 
le^n, bcc angenommene Untetft^ieb )ni[[^en betben [ben SDtinne* 
unb Stei^riängcm] in JKücffK^t ber ^xm ifner (&tbiä)tc \n nuQ 
onb nicUig-, (meUcic^t alle) 3ninnc|Öttger {tien ve^t eigentlich 
aUtiflerfänget gemefen" ^). Aber bagesen fei juoörberf» ju erin» 
ntm, ba| ^t. @rimm „bur(^ bie iltt^tai^tung bei mannigfaltigen 
Snji^ebcn^eit ber @egenftänbe (beS ^ninnc« unb SReiftergc 
longS) fti^ felbft ben %Ueg Detbaut ^t. ^ierauS eniflanb bei 
sonst ungleich giijgere t^^Ier, bag von «Seiten bet g'Otm bie 
Sa^ D^ alle nfi^e Prüfung Don bei ^iib gelafftn nnirbe" ^J. 
taiaulf antvortet nun ®rtmm in bei Turner com 27. Octobei 
M iHeuen Utecariji^ HitjeigerS mit fetner Ib^nbiung : „'iQtmäS, 
iai ber ÜIßinncfang iStciftergefang ift." ^iet tritt @nmm ben iäc> 
\D6i an für feine früher nur alS üjriome aufgeflcUten ^i/aupu 
ungen. SBir ge^en ni4t nä^r auf ben ^tet gelieferten 33enKid 
(in, mil bcifilbe bann einige l^aiftt fpäter in ®rimm'8 8u(^ über 
W altbcutft^ ^ieiftergefong Diel umfaffenbet auägefü^rt morben 
ift. Z)ie Stebactifiu be8 ^Jteutn literaiif^en ^njetgcrg, uel«^ 
t'Ocen na^ ftanb, be^nbcUe (S^rimm'e ^OKt^uig mit geftü^ren« 
))ec Vditung. „SDie 91ct)actit>n , ^eigt ts in einer Doiaudgtfi^tcftea 
Stmrrtung, ^ielt e$ für jmecfmügig, biefen intereffanten Stuffa^ beS 
OnL ^mm ungcat^tet feiner Sänge gleti^ Dollftänbtg bem ^ubli' 
nnn mitäut^eiten." ÜDocen'S ^njugefügte hirje ffintgegnungen 
ftnb nii^t o^ne SSitteifeit *), aber boi) merlt ei rei^t mo^I, bun 

1) Sbcnk. ep. 878. — 2) «ficnb. 6)). 374. — 8) i&bnb. in ba 
^ Sufoa ))ci|)*fiteltn ^l^uno €)). S35. — 4} «gl. ). 9. €)>■ ^^ 



ciilizedüv Google 



400 9)Titu* eit^. ^aiaa Xi^iitt 

XDtt^tm ®(^^g rein @egn« tft 3lii$t fo gricbttc^ fietim4 von 
bei; ^gen. :^ 9^c. 6 D«m 9. gebruar 1808 be« 9teum littian< 
\<l)en anjeifleüS »ifc^ ei fli^ tn ben ©mit mit einer »^nblnng: 
„gjHimeKeb unb OTeiftergefang." „O^ne mir ein fi^efasnc^tPC' 
lii)ts Snfe^en angumagen in brai hierüber erhobenen ©trett, fo 
beginnt er, nnxb ts bo(^ vergönnt fein, in biefer fflr bie t&^ip^ 
bet altbeutfc^n ^oefte ni^tignt ®ai)t au(^ meine unoorgretflii^ 
©timme onangeben. ^ »erbe me^ nnt meine gegenroäTtiae 
aJorfleUung batlegen; bafl Urt^tt Aber bie äRit^eitec nttb babm4 
Don felb^ ^termtsfallen." hierauf ^olt bann $agen fe^ »eit axt.9, 
von ben Ngeioig* e^ beutfi!^'' Starben tommt er )u ben @Ianbi< 
naoiem unb enblii^ i» ^R «äßinneflngem, 6et toe[<$em Flamen in 
t^rt f(|önen vortlf«^ 3"*» »o ^Winne, ob bie irtifi^, gtiftigt 
ober '^mmlift^ (caritoe), boS «fle« bettegenbe ^rinci^i mar, tä 
betnenben mug" , unb etibli«^ auf ben SReiftergefong. Sir ml' 
Ua butd^auä nii^t Ifingnen, bag ^goi mani^ Starre oorbringL 
9ber ni^t nur ber ifoiit ^n, ben er @rimm gegenüber an> 
f(^Iägt^), mad^t ftt auf uni mm feltfamen lEinbruif, nxnn nni 
auf bie geiftige Sraft bcibcr äRSnner unb i^re gefantmten Seifl< 
ungen jurüifbliden , fonbem aui$ bas t^mctfe 9K(^e in ^' 
gen'S Steugerungen ift mit einem Uebermal oon @(^iefem ge|>aait. 
Sein enbUi^ fegebntfe ift: „Der Üßeiftergefang iP 9,m 
ctUKiS 9Ieue4 unb (Eigenes. !Ocr frä^SRinnegefang nxir fc^n 
gan) cerf(^ollen unb ^ ienen fo gut Uie gor ni^t cor^nben, 
unb ift unb bebeutet in ber X^t unb Sa^r^t, im inneiften 
®eift unb t^^nn, fo mie in ber Saifstttn Srf^nung unb Umgt^ 
ung, bur^us etuxtö Sbiberes, ^Q^eras"^). 



1) Sttutc lit. anjtigtr 1S08, &f. 83. — 2) Sgl i. Q. au^ kni 
ebm mtlBtl^tilt«! eiiigong ©)). 84 u.; — .(o ^ti(|t bat feit giaflt » 
91i(^tt wtflüc^tigcn , unb btfftt toJn gc[<^taiitgtii.' Sgl. au^ Ua Seid 
^gtn'4 an Coctii tm Snutcum fÜT Üttbcutfi^ Sit. unb Itunft I, €. T^. 
Hnm. — 3) @bcnb. €V'' l"' ffl- — ^ batf mttnc Hiidiaat ou« ^a«'' 
U^nblHug ni^l »tittr itu«bc^ntii, btmcilc bcS^alb nur hiUufig noä), t^ 
mk( in im €(>. 99 flbcr baS fßMVUA «kfagltn eis &tti KOff^ iwf^ 



ciilizedüv Google 



tM EcStn unb bit KMta btr a$rübn Olritnm Vi» juin ^d^t 1819. 401 

^ftoi) gab int 9}euen literaTifi^m Slnjeiger §agrn'$ ^^reunb 
S^ifeina bantenfltDert^ t^^ii^ii^ SBeteti^erungen jui Senntnig 
itS Stteifteigefang«, befonber« aus ben Reiben SRnfterliebet^anb- 
f^r^ bes ^tofeflor flMbtger in ^wUe ')■ Dann afm jofl f'i^ 
Iw Stteit in eine anbete geitfi^rift ^inüfier, nämli^ in bo« üon 
Ingen, Docoi unb SSfif^ing herausgegebene SIRufeum für Wtbeut- 
f^e SUnatBc unb Jhinft ^er tKtäffentli^te tiocm feine aus- 
f%li(^ Sntgegnuns auf (Stlnnn'e annahmen in bei S6^blung : 
rllffer ben Unterf^b unb bie gegenfeittgen Sßer^Itniffe bet äßinne« 
nnb SKetfterfänget. Cnn Öeftrag jur E^araftettftt! ber frühen 
äritolter bet beutf(^en ^oepe" ^). Docen ge^t mit me^ ©tfinb* 
It^ett ju Seite, al8 ^gen; aber es ift oft ft^wet ju fagen, toaS 
tt eigentlich bejUKCft, ob eine S^berlegung @nmm's, ober ben 
^bn^td, baf ec glet<^ Don Anfang an baSfelbe ge(agt ^fx, mie 
Biiiinn. 3ln einigen fünften bringt et ®rimm entft^ben in'8 
Särtönge, unb mit nmben fe^, bog @rimm fi<^ ^ genötigt 
fie^t, feine Xnflc^ten jutudgune^uten ober bot^ etnjuft^ränfen. ®o 
»ran fStimm f^on bie Siic^tei beS IS. ^^i^unbertS in beut 
€inn aÜ Sßeiftetffinger aufgefaßt ^atte, bag fte „eine getmffe Q^ 
feÜfc^ft'' gebilbet ^Stten „mit man^eclet Uebereintunft unb fdf 
fugnifTen" '). Oanj befonberä anjuerfennen ift ber anftänbige unb 
n^gSDoIle Xon, mit bem S!locen feinen Segnet te^bett 



im ^Tiigni fl«tt , unb big ^agtii flt{i^u)>l mil 'Xicctii bie @ig«il^flnUJ<4< 
Kit t^ll, wai tt in brat tintii €0^ bc^ai^iltt, in bem nmttii gonj obn 
l|ciItRijt jiftliil)unc^incn. ~ 1) 9teut( Itl. aiij. 1803 (£f. 183 fg. — 
3) Wultum {&t aCrbtulf^t Sil. unb £uiiii, ^t. Don {lagcn, eai^iiig unb 
Dkm, eb. I, «tfl 1, «3ttlin 1809, e. 73—125, unb $cft 2, «crlin 1810, 
6. «S~490. ~ 3) 3. «timm im Wtum lit«. «nj. 1807, 27. Ott. — 
Are m bet DniiuTfung fü^rc ic^ an , bag 3>a«n (3)Iu|cuin für aUbtulfc^e 
ÜL u. Jtun^ I, 1 &. 100} lint aitUc nue «bthuig'« aRaeajin füc bit 
Ctuij^c Spiai^ (II, 3, @. 6> beibvinat, worin bUftt bit .Si^n&bifi^tn 
tii^tn' für ibnitift^ mit btii {pdinen üntipcifanQtTn att&tt. (S. 0. S. 236). 
Shqi (tUfl tfigt ^in{H, bag @Timm fttnc !In|l(|l o^nt S'^^U^ "'4* >>'■* 
Qtfamg tnlle^ ^bt, unb aDtTbingC ^elfit t3 l)in, iiKnn irgnibno: Dno 
qunm fMiinnt idem, non est idem. 
Itixt, »cH. b«i gom. ftlWtglt. ^^ 

L.,i,-.,.:.I:,G00Q|C 



403 tlilue« eiu|. Otttle« Jt>|)4ui. 

»QMnmi wirb ba^t, fagt :X>i}cen am ®4Iut, tm goK t^ btt 
fenteie iBe^ii)}tun8 feiner aßeinung am |)ei^ra ßtgt, fi4 not^ 
iDutbta nat^ anbeten aäemctfen umf^en mfiffm- {>ättt i4 t^ 
aibei £}tffen iinb Siaen, tr^bioo nu^ ttäji wTftanbat oba 
mtgbeuitet: [o miqe et mit neuei unb gTögcret fi(ar^ wib 9» 
(ttmmt^tt bie|e ©eiten feinet Snfi^t wiäier baxleaen. Sllein i^ 
müfte mi^ fel^t irren, nxnn er fie gegenio&ttig mi^t m^ ju itf 
gt&naen, ouSjubitben unb bcx gcft^c^ii^ iBia^^ «S^ ji 
bringai Dcranlatt mtrbcn marbe. !lu(^ ic^ ifobt feit ber ft^i^äof 
nng be« (Srimmtfc^ SäcweifeS bad Unrii^e metner erften ^ 
berUgwts einfe^ gelernt, unb bin nunme^ n>eit entfernt, bicfe 
aU mm enbUt^ Urt^ in unfertr ftrcitigen ^age ansuerlamaL 
ein !£afl le^rt ben anbcnt, gUt snt jebcm ©tnbtum, unb ne 
mü^tc bte^e« gBort voo^ me^ an fcinon ^lalje fein, me in bcM 
noi) fo unbefannten <jk6itt ber altboitfi^ ^ätcratur?" i). 

3aco6®iimm'« tifit jtIbßJinbis (rft^Uncnt^lruttl^cifi: ,Uti<i 
bcn altbtutfi^cn SRciitcrgcfang.' Unlttfi^cibuna von Slfltup 
unb Jtunflpotfit. 
Saä X)ocen am ©^luf feiner fo eben befpnx^enen a&^aab* 
lung geforbert ^atte, haß leiftete ^. ®rinun in feinem erftm 
fdbftSnbtg erfc^tenenen ^u^, ixa con feiner @«te ben S&fi^ 
btefer gangen titerarifd^n ge^be bilbct (Er ^ttc beffen ^^ 
ur[;)rünglti^ ffir Don ber ^»agen's 3ßufcnm beflinnnt; ba abet jn' 
fällige UmftSnbe ble Sntivort ber SäertineT ^auSgeber oerfpJUeten, 
batte @rimm tnjiDtf(^ mit ber SHeteric^fc^en 99u<$^nblung in 
®ettlngen bie felbftänbtge ^ubltcatton wrabrebet % So etf^ien }> 
®üttingen mit ber Oa^rja^l 1811 (bte aiombe l^ itntctatii^ 
am 19. Shiguft 1810): ,Ucbcr ben oltbeutf^en aReirtetgcfang. 
Son ^cob ©timm." frier gibt nun Otimm Ober ba$, na« a 
jueifl nur obiK ScUKtS binfltfttOt, bann blog lutg unb abgenffn 
geftOtt ^tte, an«ftt^ll(^ uab einbringenbe Slec^i^a^ 9xtt 



1) Sottn im aRu(. \äi aUboitt^ eil. luib aam» vk.n, 9^% 
ectlin 1810, e. 489. - 2) 3. &nma., XUba bot «ttbodf^ Vti^f 
fang, fßm. S. 8. 



ciilizedüv Google 



Im Stbtn unb bit Vthilai bn Stfibti Srimm 6i* juiii So^i IS19. 403 

GritUrnig, iDdi^ b«i aSeilauf be« geffi^rtot ©trcits barlcgt, n> 
jffiRt 6aS Sänge. Dann folgt eine „Ueberft^t bet aßeiftcifunft 
wo Xnfons Hä ju Snbe." Darauf gibt bec :ßerfa0er bte inneren 
SetDtife f&r feine tlnfii^ unb itnberlegt etngc^enb bie i^m ge- 
motten Simocnbungen; unb baron f(^Itefien fii^ in Öl^nÜ^er Xrt 
bie fingeren SSenteife. ^m n&t^ften JOfcbnitt 6tf))ri(^t ®rtmm ba« 
Sn^toig US aneiftergefangd jur übrigen alAeutf^en ^oefie, unb 
junr erftenä jnr aSoUiSpoefie nnb giiicilens ju ben cTj&^Icnben unb 
Stmii^griri^ten. Snblii^ t^nt er no<^ einen %udbli(f auf bte $oefie 
otberer euro^tft^ Ißötfei, Bänlic^ bte ber ^rooenjalen , t]rt<in' 
jDfen, SHcberldnber, ©fonbinaven unb Cngidnber. 

Sfii biefer Su^ffi^rung fe^ mir nun in ben tiefen iBom, mi 
bnn bie erften @cbanlen (Skinun'fl fo pUfil\ä) unb unvermittelt 
temvrtoi^. Der ganjen Xnfu^ Aber ben ÜReiftergefang liegt 
bie Unterfi^nng von Statur' unb jhtnftpoefie gu @runt>e. „^i^ 
^ einigemal, fagt Srimm ^ier in ber aSorrebe, ben Unterfi^eb 
^1^ 9Iatur< unb ftunftpoefie beftimmt DorauSgefeft Die Scr« 
(i^idKn^ bfffen, »aS unter beut gangen SSoK lebt, ddu allem 
bn, UKiA bun^ baS Sftoc^nnen ber bilbenben ÜJJenf^en an beffen 
eteOe eingefe||t »erben foU, leU(^ Ober bie <&^d)\^tt ber ^ocflc, 
nb btefe Srlenntnig aUein berßottet ti vai, auf i^e innerften 
Xbem ju fü^uen, bis wo fte fi^ ßei^tenb in einonber oerlou^ 
IB ift, aÜ gie^ fti^ eine gro|e Cinftu^^ett gurüd unb wrfc^liege 
fi^ in ben anage, morin bei SDJenfi^ na^ feinem göttlic^n Xrei« 
bcB fie aus ber eigenen ftro^ gu offenbaren ftrebt. Da nun bie 
(oefie ni<^ anbei« ift, al4 bafl fieben felbft, ge^ft in 81ein^ 
nnb ge^Uen im Qtaiitx bei @f>iai^, (meli^e in fo fem mit 8tc^ 
One ^mtif^ genannt mib ber ¥rofa entgegcngeftellt merben 
baif), fo t^ fte p<^ in bie $eirf(^aft ber lülatur Aber alle {Krgen, 
tw i^ no(^ i^eS als einer Sermonbtin tn'S %uge fu^t, o^nt 
fic je gu betnu^ten*, unb in baS 9tei<^ beS menf^lit^ (^eiftefl, ber 
^ glei^fam oo> bet erften t!rtau abfcgeibet, als beren ^o^e 3fige 
i^ na<^ unb naif fremb unb feltfam b&uc^en. Man fann bie 
Xotuqioeße baS Seben in ber reinen ^nblung felbft nennen, ein 
UbenMdcS Säu^ toa^ @ef4ti^ iwll, baS man auf [ebem SBIott 



a^oogic 



404 SiTttlf« eu4. Zuiltt« KafiUL 

mafl anfangen ju lejen luib gu oerfte^r aimintx a!ber ouKGeft 
no^ bui^twifte^t. X}ie Sunft^oefie ift eine %xbnt beS Gebens unb 
f(^en int nflen teim t)^tlofot)^tf^er Srt. ^n ^ ^elbatgefSngtn 
leitet tun noii ein Sxi^fl <"<^ ^ '■^ 91atui^t>efu ,in unfer 
Sonb l^eiiUieT, bie ^eube, bafl ^ent^um beS SolfS. an feinot 
geliebten Königen unb feixen ntug ^i), fo )u fagen« um (dbei 
an unb foitgefungen ^aben. Utbei ber iSxt, mte haä msf 
gangen, liegt bet ©tötetet eineä (Stl/dmm^eä gebecTt, an boS 
man @Iauben fyiUa foU.. SDenn bte Säugnei, bie fi(^ boffir 
Uebet mit einet bfirten föa^rfc^nli^Ieit bereifen nwUen, brio' 
gen ®qfteme auf, meli^ man mit SJa^i^t mtbedegen (aiut nnb 
nat^ benen t^nen Kic^t« flßrig MeiW' ')• »S>it IJwf« i^ W» 
(£igent^um bec SDic^ter unb ba^S gu CetneiSöt weniget geioefen oK 
in ber t^\ii)ta, ba fie. ein Slut, btn gonjcn Setfi b«8 fiofb 
bm4brungett. 9ltemanb meig Don £)i(^teni, gefc^meige bof cS bie 
SSai^uelt erfahren foUte, aber bie ©finget jie^ in ^mk^ f)ttatt, 
unb tvcm eine tönenbe Stimme gu X^ gewotben, obet wx a 
ein tmieies @^d(^tni| atte Siebec unb @agen itidieTlegen tarnt 
ba i^ ba0 Si^t bet Süigen entgegen moxben, bet ttitt ^in wn 
Sünig unb SioU unb fingt fflt t£^» unb ätaben' ^. Senn, mm 
au(^ unter biefen @ängetn ,tr6f(^ unb Se^te bodSrnt bes (Sc 
fange« fottfiftangten", fo iCom bn^ mit bem Sunftgefong bet ^ 
tifet etmad 9teucä auf. »X)a| in bem etblil^enben iKinnefan^ 
fagt ®rimm, eine eigent^flmli^ Sunft au malten anfange, ^ 
i^ mi^ gu geigen öemü^t unb eben bomit ben Urfprung beS *JSei' 
ftetgefang« gefeSt" 3). ©« Anfanget bicfe« aßeifietgefongeä iP 
^Ktntit^ Don SJelbed'); unb oon ba ab Detlättft betfelbt in 
htei „epo(^" S)ie etfte (£pO(^ bilben bie öjtifet beS 11 
3a^^unbettS. „I3^te gioeite <£tio^ ift fi^on oiel ftfi^ m* 
bereitet, etft im inerge^nten ^a^r^unbcM befonbet« ^emoTgt« 
gongen" *). „I)ie 3ffitften ermüben bet aKinneliebet na^ unb oaft 
boÄ aSoU fann fie nic^t brauchen." „S« aßeifter fc^ fi* im 

1) 3. Qlrimm, Ucb» btit aUbtulft^cn <IReißcTgt|<ihg, £. 5 fg. - 
2] eboO». e. 7. — 3) «ndl. S. 8. -- 4] iStoib. e. 30. — 5} «Kofc 

e. 81. 



ciilizedüv Google 



tM ecbcn tinb bit HitciHit bn IBrÜba @Timin blt jum ^o^r 1819. 406 

fötfot ®eDtfit$ ju, bie Suß, groge fflomane 311 reimen, otxikst 
^r dbex bn Sitß, beit SSeltlouf ju eigrünben, bie göttlic^m unb 
mm|4Ii(6en ^Dlngc ju betraft«!, wirb inrat« refler" *)■ bS« b« 
brittm C^joife, welche tt^ »ont fmtfje^nten ^a^^wnbert W« tm'S 
Snbe rn^ne, ivieS eS fii$ nun no(^ beutlii^er aus, bag fflr bie 
9Qriftn:))i»f1e bie geit bos ItofCebmS unb iSSonbemS Dorüber." 
»dagegen geriet^ bie Runft in ben SSürgerftonb atlmäWi* ^ab, 
nt^t als d6 »or'^er leine Bürger berfelften t^eU^ftig gemefen, [ob- 
btm raeil fe^ eine SDtenge aus biefem @tanb ^e umfaften uitb 
Mürber als je mai^ten, nenn man auf bie Snja^t bcr Slusfiben- 
bffl fie^t« '). 3>iä , nuS biefe brei ^ßerioben auf bad engfte oet- 
Sinbet, ift bie ©emeinfamfelt bei metrift^en gotm. „3^ twnbe 
mitb mm 3n bem, fagt @Ttmm, voo er auf bte Unterfuc^ung bet 
ÜUetra öberge^, njo« i(^ für ben bef*™ Seitfiern unferer Unter* 
fnc^tHtg, fftr baS S^arofieriftifi^e bes WeifterfangS ^Ite, um ixx* 
iimä), roofent efl ber fra^erm unb \p&tixm 3eit auf ^eiifte Srt 
jitfonroit, meine SBotfteflung ju rec^t^rttgen* ä). 35ie ^SRegel", bie 
Stimm in brat ganjen SQetlauf bes äReiftergefangS mieber^nbet, 
i|) bie 'CrcitViliaMt ber ©tro^^e. „^n allen Sneißerfängen fagt 
n, fottoy in ben aJKnnetiebern als in benen ber mittleren unb 
festen ^obe erienne 11$ fotgenben ®ninbfa^: !Cie ganje ©trop^, 
Dber baS ganje @efä^, ^t biet Steile, bovon finb fi^ biejnxt 
rrften gl«^ unb fte^m in not^roenbtgem ESanb, ber britte fttl^t 
adttn unb ift i^en ungleif^" ^). liefen ®a| fQ^rt bann ®rimm 
segcn aße »orgettotl&ten (Siitttenbungen buri^ unb befeitigt bamit 
m för aöemal bie Anficht, bie ßefftng ^ingenjorfen unb not^ ^a* 
flm feftge^Iten ijattt, als fei bie 3>reit^eiligfeit ber ©trop^ eine 
Öffonber^it ber SDIeifterfänger beä 15. unb 16. Qa^r^imbertS, bie 
i^nen bitect auS bent @rtei$if[|en jugefonunen fei. ^m SJerlauf 
fnntr metrifc^en Unterfuc^ungen |ey ®rinnn ^ier beiläufig au(^ 
ticdSiefen eines iwn ber Xtceit^tligteit auSgenoimnenena)IetTumS: 
bts Seichs, tn'S Itlare^). Su<^ fpri^t @rimm in biefer ®(^rift 

1) C»t«b. e. 32. _ 2) «btnb. 6. 83. — 3) fSbtnb. ©. 40. — 
*)»oib. 6. 48. — 6) ehtib. e. 63 fy 



ciilizedüv Google 



406 CtUM Bu^. ScUM Jtalritd. 

juerft ben @ebanfen ottf, „bag ble aOUeratiint mfjptflns&t 
i^ren ®i% in ber ganjen ^oeflt bcfl beutfi^ ®))Ta(^ftanm< fl^ 
^bt ^at" '). — S&enfo ^ebt (Brinun. |iei jueiß bm fih bU ott» 
beutf^c ¥D^te fo toic^tiaett UiUerf^ieb gtotf^ Singen imb €a< 
gen ^oi*). 

föa« bie fiugerm 8etiKtFe für bie Sufammnige^Mgteit ba 
filtrten äßinne- unb bn fpfitnm aneifterfflitget betrifft, fo ißt 
t^rintm inur an bei ^nna^me feft, baß eine gmiße 9}etMntnoig 
an^ untei ben fcfl^en SReiftent beßanbcn ^be, eitSit ofici pf 
glei^, „eine fo föimlii^ ^efeUfi^, aii \pMtt bataui geuwcba^ 
in biefei S^^e anjune^men, fei i^ nie in ben @inn getonraun*'). 
aS}ad ben Tanten betnfft, fo tommt @tttnin gu bem lEigAnifi: 
„Unfere ^ic^ter ^ben f^on in 9n^mg SHeiftet geigen , bie ^ 
)u befttmmen, nmin fie fi4 ben Slamett gonj )U eig« geroni^ 
ffiilt aber unmöglti^'' ^). — ^tn oerft^iebenen iSfyxtaKa bcr 
^ßerioben, bie fein eber SÜZei^gefong butt^Iaufen ^t, tm^ 
übrigens (äSrtntm rei^t wo^I gu unterft^eiben. „3)ritte ^ßeriobti 
fagt er in einem ber frQ^en'%ufffl^, bloßer JlRctftecgefang, blofit 
leeie in langmeiltgen KUegorien befi^ftigte ^crtm" ^). 3ln intfertr 
©c^ft ma^rt er nun jioar bem ft>äteren aRnftergefong nrit fliegt 
ein gemiffes fitttii^S aSerbtenft ^), i^n aber an )H>etif<^m 9}eTt( 
mit bem alten iäHant' unb äßeiftergefang bes 13. ^^r^unbeitl 
|u verglei^en, föQt i^ nii^t ein. 93telme^ fc^ilbert er biefen mU 
ben fi^Bnen SlBortcn: „^efe "SÄSiin fytUa ^ felb^ Slai^tigallm 
genannt, unb genriglid^ liJnnte man au4 bun^ fein QUett^niß, oU 
bas be« ißogclfangä, t^ren S&errelc^en, nie ju erfaffenben Sin 
treffenber aufibrQden, in toÜifan Jeben Süigenbltd bie alten &lß9t 
in immer neuer anobulatton nnebei^mmen. Sn ber tugenbO^c" 
frift^ 3ßtnne()oefie ^t olle ftun^ ein %nfc^ ber 9tatflrÜ^ 
gemonnen, unb fie tft auf getoiffe {Seife aw^ nur natärru^; me 
^ wxtia, no^ naäif)tt eine fo unfi^ulbtgc, ftebeiwUe, sngc 



1) eStnb. S. 166. — 2) ISbcitl». 6. 137. — 8) ISbak. 6. 76 t|. 
Bgl. <iu(^ S. 113. — 4) Wtnb. C. 101. — 5) 3. «dam im Ktm 
lUnar. «ngtign 1807, Cfi. 076, — S) SMntfl^ SRtl^RttfaRg & L 



ciilizedüv Google 



IM Scboi unb bic lAdkn bn dfibn •rinm bi* )um 3a^t 1819. 407 

^n^tltc foeTu bie Sruß befl SRenf^ tMdafTen, tm im e«bm 
ba Seit jn bOrcten, mtb nun borf in %)a^^ fagoi, bog »Ott 
frinttn bu^toibcn Soll bie ge^nnnlooae Sftaütc Us %MmS in 
foli^ 3Rait täatmt unb [o «ffento gt^ut^t mmben" ')- 

Hlfl tin« ber fi^trigften ^anttt etft^int ®riinm fdb^ ba« 
Sn^Sltnig biefn tunftteit^ unb boi$ ft> natfirli^cn S^rit gur 
SoDitmfie. Unt« ben «nfn^ftcn Siebent U\oräitt9 bn (tbefltn 
SßimtcfSiiger ftnben fi(^ nund^, bie |((^ umntHelbai an bie ^sr» 
nun be9 SoßSgefang^S onfc^Iiefien. „Snan bÜtfte Nl^nli^, fagt 
ennnn, ttHjeäte @tn}t>^ ber einfach viet^eiligen Siebet in bcr 
SRonefTifi^en ©ommlmtg in bie Sübelungen einf^olttn, too fie mäfi 
{törnt oSiben' ^). SM aber @rlniin annimmt, anc^ bie altbfutf^ 
fitiitft)]oefie fei onf ein^eimlfi^ettt S3oben nnb febeAsegS „aniS 
ftnnbtr Qnede ober Airegung entfprungen" *), \o latm et ft(^ bie 
60)^ in fotget^irr fficife eriFIdien. „'lia x^ annehme, ((igt er, 
H ber anetßexfang nic^t atfetn bie ©Ute ber Soßäbii^ter Mbe« 
^Ittn, fonbem oui^ fein eigenes ^rtncip au8 bem SodSgefong 
gcf(^5pft nnb nur Su^erli^ aufgefteUt unb fortgeführt l^t, fo finbe 
t4 ti ganj notfirlit^, bog bie ^rm btefer ctnfa^ Steber an ben 
ftilteflefaag erinnere" *). 

lleberaQ jte^t es ^coi ®rimnt gum Soirst^mlii!^, l£in> 
fairen, imb mx feV* *Ön bei einem großen 3:^ biefer erftlingfl- 
fi^ n>eit mtfft mit fttenger ^etDiffen^ftigfeit, aU mit ^tnge6en< 
bn Steigung arbeiten, „'^efer ßegenftanb, erllärt er glei(^ in 
ber Vorrebe, ift einer ber trodenften unb oeruriiftltften in ber alt' 
beittfi^ ^oefie &ber^u})t unb in feiner &tn{i<!^t bem fi^on in ber 
arteit überatt erfteuenben unb im SRefuItat Diel reifer lo^nenben 
€tubtnm ber poettfi^en Sagen an ®eite ju fet^n, melt^em i^ 
meine fynipt^&iiflvfj^te Steigung jwflewenbel" *). 



1) ebtiib. e. 37 fg. — 2) ebcnb. €. 141 Inm. 
6. U2. - 4) «betib. 6. 48. - 5) lEbatb. 6. *. 



ciilizedüv Google 



408 tTittc« CiK^. txÜM Jt<i))ittl. 

Stcob ®rtinm übtx bit Sage unb i^i Cti^AUni^ lUt e)>ii4»" 

^06 @t{inm'd riflentli^f« 8id)Itnf|$ftuMunt: bie @Tforf^iing 
b« ©afle luib i^reö SBwWtoiiffe« jm epifi^ ¥oePe, ^t in bm 
erften «eft^nitt feiner toiffenfi^ftlti^n Zi^dtigfeit, oom ^jaüß 1807 
bis jum 3(>^'c ISll, no^ ju tetnec umfafftnbeten %tbcU ge^^ 
SBiclnte^r fe^en toit i^n emfig beit^ftigt, bie Quellen ber al&cut' 
ft^ fiunftpoefie: be« aninnc ui^ 3ß#ergefangä, lutC^ allen 
leiten ^tn bun^guarbeUen. SS mii^ .ober ni^t bloß b« doNI 
gemefen fein, bei i^ junfit^ft gegen feine tigentlt^e Steiguiig oi^ 
biefe S5a^n trieb unb \o lange barauf feft^tetfc SSielme^ ^ tS 
ben anft^etn, als ^e a baS S^ebütfnig gefallt, Ttt^ mit btefa 
ganjen ©eite btt ^oefte flTünblü^ abiufinbm, um fi4 ^""»i ^>^ 
ftc^ern unb ungeftßrtet [einer mitflii^en Siebe: ber (Erforfi^g btt 
alten @age, Eingeben )u {önnen. X&er nwnn m^ auf btefnn 
^uptgebtet Socob igtrintm'S je^ lux^ teine gtögece Srbeit gu 
©lonbe lommt, fo öefieni mit bafflr au8 teuer Qät bereit« eiBige 
um fo toett^voUere Heine, bie tu bem 9tni^t^unt il^ier geniolm <Sc 
brungen^eit bie ©omenlömer 3U bet folgmben S^ätigtett befi grogen 
gorft^er^S barbteten. ©i^on im ®c))t. 1807, balb «a^ feinem eiflot 
auftreten, DeröffeutEti^e 3. @rinnn im -aRßnc^ner ^euen litetari' 
fften anjetger einen hitjcn «uffaft: „aSon Uebetetnfttmraung btt 
alten ©ogen" '). JJm folgenben 3a^r t^lte er tn ber ,8l^ta«i 
ffir einfiebler", in ben iBIättem Dom 4. unb 7. ^uni 1808 ,®^ 
banfen, «jie ^li) bie Sagen jur ^o^« »"* @ef(t|i(:^e eertaltoi', 
mit. 91uä biefen beiben 3(uffä^, jufammengenommen mit man' 
^en anberen gelegentlichen %eugerungen, g. S. in ber Sngcige Don 
§ogen'8 unb SBüft^ing'« ©eutf^en ©ebi^ten bc« iJRittelaÜeiä i« 
3a^rgang 1809 ber §eibelberger ^i^f^ö^Wf f^M »tr, um 
frü^ ((^on [lif bei -Q. @rimm bie «nfi^ten eutwitfelt ^(ten, bie 
Bit bann fpäter in einigen feiner berü^mtefleu «ßerie weiter flc 
bUbet finben. ,:Sie ®ef(^te bec alten ^oefte, fagt 0nnm, foO 



1) «tun lit. «njtistr 1607, 8. ecpt, €)>. 5S8-570. 



ciilizedüv Google 



Cm £rtnt unb bit atbcitui bn edlbtr ednnn b« lum fja^x 1S19. 409 

niiM^ XitbetS Doi^^, old bie wcfi^lriiene @e^ ju nrlOutem 
unb gu (iefti^tet6«i, tootin Ut @age erf dienen ift, unb ße fo n»it 
de n5^t^ anf t^itn Urf))iimg guriltljufii^ren'' M- «3n ber erften 
3«! bei ^CöOer ftiümen $«fie unb ©efc^i^te in einem unb beut' 
\dbm g'Iug ; unb wenn ^omn Don bm ®rie(^ mit 9tet^t ein 
SattT bei ®e[4i(fite ge)mtfen wiib, fo bürfen mir ni^ ISngei 
Smeifel tragen, bog in ben alten Slibelungtn bie erfte ^Kitlü^fett 
bflitfc^ tSVef^i^'te nur ju lange Xtabotq/m gelegen ^be" '). „Zttm 
ift in ben ©agtn ju flnben, fa^ unbejmei^baie, loeit bie ®age 
|tit ftlber auef)nrt(^ unb oettreitet, unb bie <£infa<6^it ber Seiten 
mb 3Renf<^, unter benen fte er^Ut, wie aOer Srfinbnng an fi^ 
fnnb, aaä) Inner bebarf. iDa^er Wies, )m8 mir in i^nen fBr 
ynva^ erlennen, ift eS nii^t, infofem e« m^ ber alten Snfii^t 
Ik3 $onc0 von ber SQäunber^nfcit bei Statur gerabe nur fo ei' 
f^onoi unb mit biefer Smsf ausgeffiro^ toerbcn Kann. Unb in 
oQen ben ©agen Don Aftern, 3<i>^9oi> Siu^'i^ utb unge* 
^tamt ÄBunbem ift ein ftiHer, aber matir^ftiger ©runb »ergraben, 
oor bem tmi eine inneili^ ®4<u tragen, n?eli^ in reinen ®t* 
a&Ü)ati bie @ebiÜ«t^ nimmer oennifi^t ^t unb aus jener ge« 
Wbwi ffio^r^it jur öefriebigung aufgelöfet wirb" ^). „3|n ben 
Sogen ffot baS S«If feinen glauben niebergelegt, ben ed Don ber 
Statur atlei !Dinge ^cnb ift, unb toie eä t^n mit feiner 9teIigion 
wrjiif^t, bie i^m ein unbegielfli(^§eiligt^um crfd^eintooü ©elig- 
iw^mig* *). „aSenn nmi ¥oefie ni^ts «nberä ift unb fein ^) 
ima, aU lebenbige l£rfaffung unb 1)un^bringung ht9 gebenS-, fo 
boTf man ni^t erft fragen, ob bun^ bte Sammlung biefer @agen 
ein Dienft für bie ^oefte gef^^ ©enn fie .frab fo gewiß unb 
figentli(^ f eiber ^oefie, ali ber ^eUe^immel blau ift; unb ^offent= 
lii^ Btrb bie ®ef^(^te ber ^oefie noi^ auäfübtlic^ ju jfigen ^oben, 
bag bie fämmtlii^en Ueberrefte unfcrer oltbeutf^en ^oefie bloß auf 
einen lebenbigen ®runb Don Sagen gebaut fnb unb ber 3)Ia6ftab 

1) ^btlb. 3a^b. 1809, gftnftt «bt^titung, ätttittr Sanb, S. 155. — 
2» ädüiira |ür«hftebln: 1808, 7. 3uni, ©i).153. — 3) gbrnb. ep. 153 (fl. 
- i) »ntb. 6p. 154 fg. — 5) «g p^t; jagtn. 



D,i,-.,zeül:,G00Qlc 



410 SiUtt« Vm^. ttitUt Xo^tteL 

Ut Seutt^intg Hfctä «gcttm ^ßtxtffei batanf geril^ toci^ 
nui^, ob fU biefem @nntb me^ ober loeniger treulos gcnwibti 
finb" ■). ,<Etolg nAntlit^ ift unter allen SOnber- unb SSdOnf^ofttn 
ein Unterfil^ gegrftnbct jwifi^ ißatut« unb ftunft))oefie.* ^ 
9^08 fyiUtn bie X^otot tmb (Befc^it^ burt^ boS gouic S9II fort 
^ bei ftunftt)oefie bagegen gibt an mmf^Iu^ @emSt^ fein 3«' 
nnefl btot^). ,IS0 ift ungereimt, ein <Spi38 erfbibcn jn nwatn, 
benn iebes (SupoS ntng |l<^ feU^ bieten, Don teinem ^Aäfta gc 
f^rieben loerben. aSeioeiS finb bte aßmge nti|Iungener Xibcttn 
in aQen 91attonen. %us bte[ei aSoßSuift^gleit be< 9ipoe ergitt 
fi4 au(^, baß es ntrgtnbfl anberS entf))rungen fein lann, ob untn 
beut Siolfe, »0 fi<^ bie <ikf(^(^te jugetrogen ^' ^). 

®o wie im Sßerianf bet 3«* bie Jtunft))oefie ber @age anti 
bcr an« i^ ^ie^ben ^otur^oefie gegenübertrot, fo [treibet ^ 
anbrerfeits $oefie mäi ®e(c^u^te. „Stoi^Kui bie ^Kbnng boanrif^en 
trat unb i^re $>errfi^ft 0^ Unter(ag enoeiterte, fo nni|te, ^oi^ 
unb Qkf<^i(^ fi<^ aueeinonber fi^eibeiU^, bie alte ^oefie au0 bau 
ArciS i^ SttattonoUt&t unter bad gemeine ääott, baS ber SUbung 
nnbdünmierte, flfi^ten, in beffen SKitte fie niemals untergegangai 
iß, fonbem fit^ ^}rtgefe^ unb Demte^ fyd, jdioc^ in y me^mn i b er 
Seengnng unb o^ Xbmc^ng unoermeiblii^ Sinfläffe bec Oc> 
bilbcten" *). ©oge unb l^i^ii^ fte^ im <9kgcnfa| gn einoiAet. 
3)ie ®age fi^lttt frei mit 9tanien, 3eit nnb Ott; „an i&eaiOüi 
Demimmt man fie fo neu, ganb nnb S9oben angemeffen, bag nui 
fil^on banim bte aSermut^g aufgeben mu|, als fei bte Sage 
bur^ eine anberartige ^äetriebfamleit bet lef^ ^^r^unbeite unta 
bie cnäegnen Oefi^Ie^tet getragen wotben* *). „^S ift bie loa^ 



1) Cbcnb. ep. 155. — 2) B9I. tbmb. 4. 3unt, ©p. 152. - 
8) 3. (Srimm int Ritual Ilt. «njciatt 1807, 8. &efl, Gp. 571, uw Iwu 
}iigltt(^ eoctn'« anfügt, ftU gf^EK bet SosurfctiS »en Jtnl ben 0nt« 
nt^t gnmfttit^, fgnbem 3''>I>*n «t, »ibetltgl wirb, mit OiiOM4ii>>S *'4 ^ 
(»t^btncn allfranjBfif^cn Stomutt, tpooen ba< ffictiit^e bdamil nnb v 
iRfu^l i^' — 4) 3. etinuii in bte jcitiuq fSi «in^kr, 7. $«i 
1808, 6)). 158. — 5) Sbtnb. 6)). 1&4. 



ciilizedl!, Google 



tM Mm unb Uc Srbcttn b« erflbn Oiimm bU luoi 3ii^i 1819. 411 

{Mcntang b«B Ctrtfi^, bag «S but^ud »oMmfifüg fein, in ber 
Sonjen Station fortleben, anb ^äf, tnb«n ti filog iÄt®a^ ergirift 
RBb fcft^, mit Setnoi^ffifluns bet fetten unb SSenemuingra, 
fia berfdboi ®nmb(age in etn« SRannt gfaltighit oon äteftaUungtn 
bngtfeca mflffc' '). il)nn gcgtnflbtT bringt bie (Befc^^te auf 
,@ii^^' ,3)08 lTttif<^ $rtnci)>, »dd^es in Ba^^ fett efl 
in ntfere @tfi^ti!^ eingefü^ morbcn, gtnnffcmiagen ben reinen 
9t^m\a^ au btefen ®agen gemalt unb fie mit ^eiac^g Mt« 
fto^ ^t, bleibt an ^, obfc^on auS einer unred^ten Seranlaffmtg 
Wbtti^ aufigcgongm, unb^nwifelt; aUein iric^t )u fe^, ba§ H 
voii eine SBa^r^ gibt auger ben Urhinben, !^Iomen unb S^ro' 
Riten, ba8 ift ^|it unfritifij^." £>ie ©agen foHen nun nit^t mit 
bet (icf4t<^te oetmengt n>eri)cn. .C< isürbe t^öri^t fein, bie fo 
nfi^om unb ni<l^ o^ne gTofe Opfer enungene @ii^^t unftret 
IStfi^ii^ bun^ bie l£inmif(^ung ber Unbefttmmt^eit ber Sagen in 
Sefa^ gu bringen.' Sber bie Qkfi^t^te foU i^e 33üirc unb 
San^ anfg^cn unb fi<^ bie innere Sebenbigleit bei @age nnb ber 
qrifi^ foefie jum !Borbi& nehmen, „ate bie Scwa^reiin aOeS 
^liil^ unb ®xofien, wa mtter bem menf^lii^ QSef^Iet^ Dor* 
gt^'), unb feines @tegs über ba« ©t^Iet^te unb Unrei^te, bomit 
i^ Sinjelne nnb gonge SSRet fi4 «n bem unentBKnbbaxen 
@4at erfreuen, berate, trdpen, ermüden unb ein S9eif)>iel 
^len-i). 

tBil^dw eiiaim'a flifitittit »oii 1807 bit 1811. 
nai)üm «timrn'« ttftt nitdttn 1807 6i« 1810. 

S)ie Sacob @rtmm, fo begann aai) SBil^lm feine wiffen' 
f^ofäti^ X^tigleit mit Heineren unb größeren ttb^nblungen, bie 
n in 3eitf4riften Miaffentlii^e. tlu^ feine frü^fiten arbeiten ent« 
^ bei 3ßün(^nei 9teue liteioiifi^e ttnjeiger. Qaec^t ein )mi 



1) 3. Crinm iai Rtnm Itttr. Knjtigtr 1807, 8. 6tt>t, tuf. 598. — 
I) Qt 9t^: wtgt^ — 8) Sa fjlmit 1^ bit tt»«! bunflt 'Hnritilpfimo 
bd QMt tR bei Btthne ffti einfitU« ep. 1&6 Mi^t^ ^ bOifok 



L.,.,_:.I:,G00QIc 



4ia Xkittrt »110. ti^et Sbt^a. 

{(eine: ,<Hinge aSemerlungeit ju tiem altbeutfd^ ^) Übnitan XS&< 
^<{in pon Oranfe" in ber Slumer Dom 26. SRat 1807, uid): 
„Udttt bte Ongtnalittit brä jnifeelimgenKri» nnb be« ^IbeB> 
Ml«" ^); bann eine grögeie: »Setttag p einem aStrjeii^ml ber 
2)t(^tet bes mttdaiitxs" ^). ffi^ratteriftifi für SSU^dm «ttmm'8 
Sefen finb bte {Borte, mit benen et biefe etuxis ümfongmt&eK 
Ktbät fttitmtt: ,a>le ®ef(^(^te ber bentf^en ^oefle beS MM- 
äitni ge^ ungefähr mit bem 15. i^^t^unbert ju Ifinbe. Semt 
ns mm um^i ifl, bo^ erft eine böOtge 'Cut^bringung unb Eifert' 
\<i)atiq beft ^ttaUs mtJglii^ mac^t, gtbei^Ilt^e ffiefuttote ou^ftellen, 
(roobei onc^ feinftSrotgS bvaa^t befüt^tet ju tserben, bag fu^ btt 
Snfii^ fOt bas ^anje becliete) fo tann Stiemonb bie Sorgfalt, 
aui) ba8 Geringere unb mtbebeutenb ©(^inenbc in biefer ^ 
riebe gu berü(ffi^ttgeti, oenverffl^ ^ben; ßtn« fte^t mit bem 
Xnbent in aSerbinbung unb U&xt fic^ gegenfeitig auf." ^ bonntf 
folgenben ^ffc 1808 bct^igte fi* Sil^tm ®rimm an bn 3«' 
ömg fflr Sinftebler bnn^ bie erfte a3ei3ffenlli(^ung »on t^m flbti* 
fe^altbänifc^er |)elbtnltebei unb Slomongen *). 

Qiu ben §eib«lBergif0cn ^tflMäitvn ber atetatur t>om ^a^ 
1809^) lieferte ffi. <!(nmm eine ausführlich Beurteilung ber 
|ngen'f<^ Ausgabe beS 9ti6elungenIiebS com ^fyc 1807. Dttfe 
Aritit tft befonbers babuti^ merfmflrbig, bag SB. gtrintm ^ter feine 
anraten üWr baS Momantifi^e unb Aber SBefen unb SBert^ b« 
Berfc^iebmen mittel^oi^beutfi^ Dichtungen ntebetlegt. ,3uerfl 
alfOr fagt ei, bieienigm @ebii!^te, bie man unter bem 9!amen ber 
9iomantif(^ Demflnftiget SBeife begreifen (ann, ftnb Me an« bem 
Wonwnjo fibetfeöten, unb ^ier muffen mir oufrit^tig gcfte^r bofi 
mir folt^e feinesmegs fflr jene unübertreffKit^cn 9Jittergebi(5t( ^1^ 
für bte fie ^uftg ausgegeben Joetbeu' *). „6ine unbef(^ei6fi^ 



I) Die e^reibung .allttutf^m* witb »on bn Slcbattlon ^nübreiii A 
ffOn fit bt«^alb nit^t bcibt^rttn. - 2) 1807, b. 28. ^ult. — 3} ISD7, 
btn 24. 9101). — 4) ^(iluiig füt eiRfitblK 1809, 30. a^ 1. Sa 
15. Sunt. 1». Sunl. 12. ^uli. — 5) ^ibtlb. ^c^AUfa, 1809, ^iW» 
Ut^ttdHiS, eißn Sitnb, €■ IT»— 189 u. 238—2^2. — 6j .6tait ;& 1«' 



a^oogic 



Tua Mm unb bit 9rt«lw.ba fMOa 9nmm (1« jum 3a^i 1819. 418 

Stfi^iDfiti^nt bringt fii^ bun^ bie ffieft^ic^ uttb tteibt fie, nttt 
Stntiil^RS iebtö ^n^^^r naf^ <iQ<^n Seiten ^iii, mie Saune ober 
SufoU iotU. 3a, man ^at buii^ge^nbs ben Stnbwd, al8 fet bie 
Qoijtelüaig bei Seft^te ba3 Su|cnpefent(t(^, 6Id$ ODr^enommen, 
M bocflbei reben ju tännen!' i). 2)iefec tomonttfi^fn $oe^ fte^ 
atgeiiäbcr cds ein %ßefen odlUg anbter Srt „bae ^Siif^tigfte unb 
Si:«^ in bei aUbeutf(^ $i}efie'':.baS ^H&elungenlieb. „iBemt 
man bie 3RiUletifc^ ©ommlintg gui ^anb nimmt unb lieft bofl 
^ bet 9h6elungen neben ben anbern, fo erftount man, nne c8 
iiibiefe @efeQ[c^ gelommen, baS fo (|»| unb fc onenblt^ Dtel 
f6^ fle^t, bog i^m.SSic^ts Don ber lomanttfc^en $oefie an bie 
Seite gefehlt obet nui utglüim toerben lann." .3» i^ wuibe 
•n^dttn, was nt(^t »iebec etfefttmetbcn Immte, bo* ©üb etnet 
vogangenen Qiät, in ukIi^ ein giogce Seben frei, ^rlü^ unb 
iaäi mttbei \o mmfii^i^ etfi^eint" ^).. 

Seiglic^.mtt biefen Syrunbanflc^n über bit oltbeiUft^e. $oe* 
fie, unc fie Xß. @(rimm ^er. bann »eiter ani^ im üBinjelnen <nti> 
VKätÜ, i^ fein ffMcieOer. Siibet beä ^ugen^fi^. SlibelungenliebS 
itift wm getittgetem i^teieffe. aber für bie grartentnritflung ber 
ISiffenf^oft nxri biefet oemi^tenbe Angriff con fe^r großem 
ffiett^ (Srimm eifldrt fit^ nämlii^ auf bas entf^ieben^ gegen 
^ Xrt iwn SOlsbenhfieien, »obet „bie aUen ^rmen blof tn neue 
faUen veitronbelt treiben, fonft ober bas &anje umvränbert bläbt" 
£mm .iebed @ebtc^t tft als fol^es ein oigamfc^s ©an^e«, teber 
Sudbruif, jebed Sort ift Sbbn^ ber jum @runbe liegenben ^bee 
onb baif bur(^S nid^ weggenommen merben ober bun^ «^emb« 
vtigeS eifert, D^ne biefe ju jerftBren, o^ne einen Stberf)mu^ mit 
bta Inbem; futj biefes aRobcmifieien ift ein ^liofe« Wertrennen 
ttib aufliefen" ^). S)ie ®)mi<^, bie fii^ ^gett für feine äßober^ 
ntfienma bes 91ibclungenllebs gef<^affen, „ift eine folt^e, nrie ffe ju 
ferner 3eit gelebt ^af *). „iSs ift eine aßobemifierung, bie 
f^Ie^tet ifl aU ba« Original, unb boi) nt(^t mobctn" '•): Slii^t 



' 1) Cbtnb. e. 180. 
*j fihnb. 6. 240. — 


- 2) ebmb. ©. 183. - 
5) 6btnb. 6. 238 


- 3) (»üb. e. 185. — 

L.,i,-.,.:.I.,G00Q|C 



414 SMtM ei4- S>ciHt« Jta^ta. 

rint fol^e Urflrtfttuag, fonbem eine Mtt^e Xit«0a6c M Xi;M 
jB bfforgoi, fri ie)^ an bn 3^^ ba btr Sbbnid in bcr äRü&ni" 
fi^ ©anminng betannüi^ inconed unb b<fca fä *). Udrigotf 
etttmtt S. &mm bic (SkU^cfondeit ^gen*« noOIommen an. 
S8a« iMflcn nebenbei fflt Dkibeffening befl Xe;ctc< gekiftd, fti 
,bri mciteot bie gUnjenbfte @ette hti ganjen ffierfs" ; unb i^mw^I 
et 001^ bte Xrt Don lEcUuteningm, une fic ^ogen gibt, o^ 
tcc^rS ^rinci)) ^btt, f(^Iiett (Btimnt bm^ feine ouSffi^riit^ 9if 
cenfion mit boi SBorten: .^iennit \oii abet Sli^M gegen btt 
QkleMamleit be« Sec^iffccS gefagt fein, baA Sn<4 ift fibena nü 
ttrünblit^Ieit unb 91etgirag bearbeitet unb Hrbltnt in biefet ^ 
Pft alle ac^tung." 

3»t Vnfc^Iug an biefe JBenrt^eifung it» ^gen'f<^ Stibclmf - 
genliebes setSffentlti^te S. (Brimm eine feiner bd>eutenbftcn Xi^tim 
' in bcn Don t)axtb unb Qreugei ^auSgegdwnen Stubien, nSmfi^ 
bie Sb^anblimg: .Udtr bit Sntfte^ung ber alti)eutfc§cn fo^ 
Bub i^ SSer^äntf gu bei noxbif^en" ^. ^iet nnib bas bmt 
@efagte »eittx ausgeführt unb butc^ einge^enbc Unterfu^uBg« 
fiber bas Skr^Sitnig ber »«(Ist^fintli^en beutf(^ foefic jßt noc 
btf<^ begtfinbet SSil^dm (Sriutm ge^t (iec bereit« im ^ 
1806 kwn gonj O^nlit^ Sbtf^ten über bie urftirflnglt^ Sem* 
niflung von $ik^ unb Cuftorie aus, wie mir fie frfi^ onfl ^acot 
erimm'S Sn(( über ben altiwutft^ SKeiftergefang nitgct^ 
^abcn ^, unb baraus entwideU er feine $bifi<^t &bei bie lintfte^ 

1) Qbmb. C. 249. — 2) Stubitii. ^a. V. S. t)aub u. g. ert>i)tT 3«^ 
1808, ^ibt». ia08, 6.76— 121U.2I6-28S. SRanmiiftfi^ bnii^ bit 34» 
jaff IMS, Mrgli^tn mit ber Sa^tja^I 1809 bei bttrtffcitbtn 3it^giing< bei 
^ibdb. Sa^iH^ti <m btm wagten Sai^tKi^tnlg ai^l im ub^ iaff» 
3n bn evncbt, totli^ bit eetlosf^blung btm tfTJkn ^t bc« 3^tgn|( 
1808 btt etubien »Koutlt^iitt , »itb ouebiüiflii^ sM^gt^ ■^■^ V^ ^ 
(onblung bitftf ^t« Obti bit Ont^t^ne btt «Ubtut|<^ ^txfit ßt^l mt 
btr in btu ^ibtlbergif^ltn ^abibüt^ttn (2t So^tg- 3^"f* ^^^ li B<"^] 
tingttüAcn Qtun^ciEung btt b. ^agut'f^ Sibtlunsmliebef in gtnoBtr 9t' 
tfl^iung unb Ut^il iu btm, na* bnt tui) angAcutd i^, bot »lAfitnbiiVii 
fbmti».' — S) e. 0. e. 403 fg. u. »gl. bomil S. Vns« in btn Stabi« 
«. 0. O. 6. 75-77. 



:.L|,i,zedi!,GoOQlc 



ttt Mtn mb Uc fliMttn to IMbec «limm frU lum Sn^i 1819. 415 

M btntft^ ^elbciigefanfiS unb inflbcfimben nttfttrt 9tilielungeti: 
liAii. ,S3et iebci Slotion Midt bct aKoment etnec neuen (Brunb* 
IriUuiifl, eines neuen Sntfte^ä bui^." %a biefen SRoment faiOpft 
|ii^ btt Sntfte^una i^ei ^Ibenbic^tung, fo in granfrei^ an ftail 
tm <Sxofim, in @)Minien an ben Sib. ,1^06 unb roelteTicgenb, 
mit no^ XOeS, nus aus beut &ben biefti Station bui^&re^ 
[«mte, ijoi fu^ jener ^iwlt bei ben Germanen gegeigt." Sä ift 
tic aemaltigc euTo^if(^e Sßältetnianbenuig, an nwl^e fi^ bie Qcnt« 
Itt^ung ber bentfc^ ^dbcnbii^tung tavO?% «SSenig ^abm tiic 
0efi^i4tf(^TciIwi Don ben X^oten jener ^tn oufbenKt^* „übet 
bit ^oefie bom^ite t» auf. &a& ^emben obei (Bei^<^ mit 
ficnibfr Stlbung, nii^t nte^c jnr Slation ge^ditg, in i^e ttodnen 
^ää)a ou^fc^reitai unmi^Ii^ not, bofl lebte fott in bent SRunbe 
Hb ben {Ki^en eine« ^^ben unter bent aSoH ®te erjfi^Itcn fii^ 
nb bot 91a(^mmen boS Seben iifctt acuter, unb tau) ent^nb 
etw gontne Alaffe, bie gan) etgenbs fi^ biefem äkfi^fte wibmete: 
btt @<btget. @ie naien getobt nti^t bie !C>t^ter biefei Stebei ') unb 
aaifna fie oii^ ni^t )u ontf^ticgenbcm Säeftjge bent Sioik ai, 
dba fit vmm befonbttS f&^ ju bent %bßngen becfelben' ^. 
3m S&euxiiS ins @efagten beginnt bann <Brintm, bie gnignifle 
jH fammeln ffli baS Ißor^benfein bet beutf^ $eQ>enbi(^tung in 
bM wcfc^iebenen ^M^^unberten bon ben Qätm bet Siätfensan' 
berang an, unb legt fo bie Reime, ouS benm allmS^Ii^ bas nii^ 
tigllc föett feines SebenS taDaSfim ift Kon ber beutf^en gelben* 
twefie felbß ift uns aus ber fcü^eien ^eriobe nur Qmntxlä Sbitg 
fl^fiebcn: »X)ie StjO^lung im oltf^ftfi^ 3>ialdt von £)iU>eo 
bnnib, 100^1^(14 ein foIcH Siolfstieb, beffen 3n^ unr^i^^ 
nift^ DieUeü^ tax Udiung oufgeactt^ nnnbe", unb bas gong 
h4 iMifc^ aßuftetn umgebilbete Iateint|i^ (Sebit^t de piimii 
Attilae expeditione. .SJet bent SSoU inbeffcn lebten bie (Befänge 
^)Tt 2P> UntDtffen^ unb Unf^ulb entfaltete fit^ bie $oefie im« 
ntr m^ unb jog an fii^, mos neuete S^ebmbeiten, SoUsglaube 



1) ,Ciii eoUlIitb bietet fi<^ |clbß', [oat S. •ftioun S. 245, Kttm. — 

2) »ob. e. 79 ta- 



ciilizedüv Google 



416 Xiritttl fOvät. tMUti JtA)>i(d. 

IL f. tD. ©roge« unb Meqeni*» baxiot, Vit« üermif^eiib unb o«* 
»«^felttb. an )ri)tm Ott ntugte fte itac^ unb nac^ rin^etmtf<^ fein 
nnb bamm braute fie bofl Sntfemte ^crbei unb fe^c bte 9ta^ in 
gt^eünntgret(^e J^ne, @egenben, 3t<t »^ SSdIfei umtauf^b" ^|. 
m nun im jrcölften unb biei^e^ten ^^^unbert bie S^nft 
fi^on allgemeiner nuibe, »ficngm bic iSfingn an, bie «Bdii^t^ 
beten Umfang fii) immer me^r ermeiterte, au^ujett^nen, unb vk 
fic )e^ le&ten unb audgefptoi^n uiurben, mi) bot aSeTAnberungen 
vieler ^^t^unbeite ^inburi!^, fo mürben uitS biefe (BefSnge fiUeftei 
3flt er^en. SMeS i^ unferc Knfn^t mm bet iSntfte^g bes 
SBifielungen-aieb«'' *). „3)te uifptfinglii^t Jorm bcr 9fH6elmigen, 
urie fibei^out^t einet ieben Stationaltjoefie, mar bas fln^e Sieb, ober 
mit einem unetgentlii^ Sudbinuf bie Stomange. XEkn innere Suff 
unb ftraft baju antrieb, b. ^. mer X)i(^ter mar, bex befong bit 
gelben ber 9iation, unb tneil er fli^ nii^t anbeiä bemegen fonnte, 
na(^ einem gemiffen Xatt, nac^ einem orbnenbeit Stfe^. @o flv 
jeugte fi^ bas Sieb mit iR^Qt^muS unb flteim' ^. „iCit balb fu^ 
bilbenbe Stlafft mn ©ängem enoeiterte \oli)t lieber unb vcbaiA 
fie SU einem grägeien Donjen ; ets» mie ^ber in rif^gem &m 
bie atomanjen oom Sib" *). ,S3ie bie Sieber beS SoRs, fo boKC' 
ten am^ biefe größeren ^bii^te fort, ^etiS mit bem Fortgänge bei 
3eit in wränbertcr ®eflalt 91iemals ftanben fie in irgenb einfi 
Mtf unb e« ift eine ^Ifi^e Sbifi^t, bie bafl SHMbrnBetceidi in 
(Bonjen (feen fo, wie wir eS je^t ^aben, gfet^ anfangs unb anf 
dnmal, wie baä SJeiA eines (Einzelnen entfielen Ugt' ^). tntl 
war .bie entfte^ung ber beutf^ , bafl ^gt aus beutft^ ®^ 
eWfl)runflenen ^oepe." (Einem ganj anbeten SBoben aber g^ört btt 
tsmantifi^e $oefie beS SOiittelaltetfl an. 3>iefe lernten bie DfHt' 
f^en »on ben gianjofen. „SDtan fagt gewö^alti!^ ft^fln: banuU 
Sang eine $Dffie bun^ bie ganje SBelt; weU^« aber nur auf bie 
ienigen gegogen werben borf, wel^e ft(^ im %v»Uaib bamit Marai 
Sfmaift iiaam, auf bie Station nit^t; eine jebe fytt 'jiSf i^ eigof 

1) etoiJ). e. 88. - 2) Cbtnb. «. 84. - S) »cnb. 6. 88. - 
4) Sbcnfe. e. 89. — 5) «6aib. 6. 90. I 



ciilizedüv Google 



tut EtBtn unb btc StAtUni bn eiflbn @dmm &t< jum 30^ 1819. 417 

tffiatfi^, bei Üfc elnfebnlfi^n erfreut" *). „©o entftonb ble 
nntuintift^ $oefie befi aRittelaÜerS in einer gef^Ioffenen @efeQ' 
|(Ht mt^t @e^n>ete¥, Sblic^et, ju bmen fi$ auc^ too^ gfirften 
StfeDten, uxil ed c^renooll f^en, fol^ eble ftintjl ju treiben." 
9m ift iUKit „ftunftpoefie, b. ff. mit £&eu)ugtfdn unb %bmt ge< 
bietete, in i^rec ^ee eben fo Bortreffltt^, als fRataX' ober ^iotto« 
iia[<$Defte-, bemi mntn fle et^t iß, fe^t fie biefe nur fort, haS 
^ tto biefe unterfle^t unb jic^ ni^ me^r neu erjeugt, ha bilbet 
fie j. ©. bur^ ©eltfen^eit enoorbenen ©toff in bem ®eifi ber 
Station mit oll bem, rcae i^r eigent^ümTK!^ ift, um, bamtt e3 ein< 
4tiimf<^ tDerben lann. ^ns @a(^S ift in biefem ®inn Runftbii^tev 
itnli aiationalbi^ juglet^" *). Stter ni^t fo mar tS mit ben 
bentfc^en comontift^en ®ebit^tcn be« 3)ltttelaltet«. „Äbgefe^en, 
tuS eine ftun^oefie überft&ffig war, tvo bie Sbttionalbic^tung ncx^ 
kbaiinq lebte, fo ivot biefe romanttfii^e ^oefie nic^t nur jhinft" 
poffie, fonbem au(^ Sßonier, gaitj auger bem ®eift beS aSoltS." 
Xfit langen nnt^^t^mifi^ Stittergebii^ „ftanben in einem reinen 
eegenfat gu ber %ationalbi(|tung. 3>as ^tXt bereit feine Steber 
wn SMeteri^ oon Sem unb ben Reiben" '). „SSerf^eben, bag 
ti mtifC nt(^t fein fann, ift bie ^)arfteQung ber romantifi^en ^oefie 
mib be« Slibelungen-gieba. SDäie ein grölet (Beift, ru^g, aitx mit 
ti(fben>egter Sruft erjfi^It tu, was gef^e^n, WitS Ifiutemb in reb' 
ntm SUt^er ber SDi^tung" *). 

Sie oer^It fid^ nun jur beutf(^ ^oefie bie nmrbifc^? Str 
«flffen uns Dor aüem emnem, ba| »biefelbe ©oge bei ben »er» 
f^itbenen ^tttta einer ^uptnatbn fi«^ verfc^eben oudbilbete, mit 
onbern mannigfai^ oerwebte unb ÜBomen unb Crte oerme^felte'' ^). 
tntS ureiß ®rimm beiffnelSroeife an ber ^Dt^tung Don König &t* 
manoTioiS etnge^enb naij^ ^. Huf biefe %xt ift ber grß^e %f)t\i 
befjm jn erflören, um« ber norbifd^ unb ber beutf^en ^oefie gc 
metnfom ^t S)a$ SSerl^Itnig ber notbifc^en ^oefie jur beutf^n 
iß nSmlu^ im <S^cn betrat^ bies : .©lonbinavten ^ot nit^t 

1) »cnb. e. 109. — 2) fiSnib. 6. HO. — 3) (iltnb. S. 111.— 
*( «Stufe. 6. 119. — 5) ettiA. 6. »i fg. — 6) efnnii. «. 92—99. 
liiBti. «cw. tu tarn. vattH^t- 27 



i.,C-.ooglc 



416 ZmOffBud). T/Atitt ItifiUi. 

IL f. tD. ®togts nnb 91e^«ü)«!S bai^ot, Mts mnmfd^enb unb na' 
loe^edtb. Sit iebettt Ott mugte [le nac^ unb nac^ rinV^mift^ fein 
ttnt> bamm biai^te fie bas ISntfemte ^^t unb fef^tc btc 9}S^ in 
Se^eiimtigteu!^ ^ne, ©egenben, QAt unb SSdUet umtauf^b" >)- 
Sl8 tun im gmülftcn unb bieije^ntcn ^a^^unbnt bie €^nft 
f^ion oügemetnec mürber »fienaen bie @änger an, bie tSönifti, 
beten Umfang fii$ immer me^r enoeiterte, au^ujeii^nen, unb nie 
fic \t^ lebten unb anftgeffnroi^en muiben, nac^ ben Serfinbenuuj'tn 
vieler ^i^i^unbecte ^inburc^, \o wutben un« biefe (Befänge SUefttr 
3eit ei^alten. T)ita tft unfere Xnfic^t von brt Sntfle^ung M 
^belungen'Siebg" 'i). „"Süie utf)>ifingIU^ tlMit ber ^hbelmigen, 
mie üb«^au)}t einer leben Slationolpoefie, war baS torje Sieb, ober 
mit' einem uneigentlti^ SuSbiud bie Wontonje. ffien innere Sui't 
nnb Kraft baju antrieö, b. ^. n>er XÜc^ter mar, ber Iwfang bie 
|)äAwn ber 9Iatton, nnb met[ er fi^ nii^t onbens btmegen tenntt 
na^ einem gemiffen Saft, nai^ einem orimenben ©efeft. ®o er« 
sengte fi^ baä &eb mit ffi^^t^mu« unb Üteim' ^'). ,3^e balb fi4 
bilbenbe filaffe üon Sängern encetterte ftili^ Silber unb oeitod 
fie ju einem grSgeten Jansen; etn» wte^brr in riii^tigem ©m 
bie fftomansen oom (Sib" *). ,S}ie bte 8iebei beS SoO«, f« bnei' 
ten au4 biefe grdgeren (tUMifit fort, ßets mit bem ^rtgoiige bn 
3eit in oetänberter ©eftolt. 91iemoI« panben p« i" trgoib etw 
feft, unb es tft eine falf% «nTtt^t, bie baS SHMungen-Sidi im 
®anjen ^en fo, une Wir eö je^t ^bcn, g[ei<^ anfangs unb auf 
einmal, wie baS SaSer! eine« Cinarinen entpe^en laSt' '}. Dirt 
war „bie Sntfte^ung ber beutf^en, ba& ^|t caii beutft^ ®cijt 
cntft^ntngenen ^oefie." <Einem ganj anbeten SBoben ober ge^it tiit 
n>manttf<^e $oefie bee äRtttrioUerS an. £)tefe lernten bie Xxnl' 
f(^ oon ben ^ronjofen. ^üHan fagt gewS^nli^ f<^5n: bamaU 
Bang eine ^Soefie bun^ bie gonje SBelf, weli!^ aber nnr auf )«' 
ienigen gegogen Werben borf, wdJ^ fiif im Snslonb bamit Mannt 
gemacht ^en, auf bie Station mt^t; eine lebe fyxt m i^rer eisof 



1) Qhmb. ©. 8fl. - 2) «6tnb. €. 84. - 8) Obrnb. C. 8 
4) »tnb. e. 39. _ 5) <£bmb. 6. 90. 



LSi,-.,.:.l:, Google 



IM bhn unb bit SiMtm btt erAbn (Srinrat bi< jum 3a^i 1819. 417 

^flmlt^tti. 6ri l^ rfn^mifc^en etfmit" *). „@o entftartb Me 
loainitifi^ ¥oePe beä SDKttelaltrt« in ein« gefc^Ioffenm ®efeIU 
f^oft mtift ^i^lbttec, Vbliita, ju benen fii^ au(^ too^I l^ten 
gffeStm, neti cd e^renODU fi^en, foli^ eble Jhntft gu treiben. * 
^hnt jft jnxn: „ftunftpoefie, b. ^. mit SetDngtfetn unb !(&fl(^t ge' 
bti^tett, in t^m 3^ee eben \o Bottrefflt^, als iRatuT=' obn ^iatto« 
nal^ofpe; benn «oenn fte «^t ift, H* P* biefe nixt fort, ba« 
^«St, luD biefe untergeht unb fti^ nti^t rae^r neu etjeugt, ba 6ilbet 
fte j. S). bun^ Sefefen^ enoorbenen Stoff in bem ®«ft bet 
Kation mit all bem, voai i\)x eigent^Qmltd^ ift, um, bamit t& ntf 
Wnrif^ iljetbni !flnn. ^wn« @ai^ ift in biefem ®inn StunfÖiii^eT 
nnb Kotionalbic^ jugleit^" ^. Vbn nic^t fo vm tS mit ben 
baitf(^ lomontif^en @ebi^ten itS SßUtefoItenS. „%&gefe^, 
bo^ eine Stm^ot^t Oberflfiffig waT, »o bte Slationalbli^tmig not^ 
fttitnbig lebte, fo roax biefe lomontift^ ^oefte nic^t nut Sunft« 
poefie, fonbem tmc^ SDtamer, floiij au§et bem ®eift beS ©oHä." 
Die longen nnr^^t^mtf^ üttttergebit^te „ftonben in einem teinen 
Otgenfati gu ber mationalbtc^tmtg. £a3 aSoH bereit feine Sieb«: 
von 3)ieten(^ con SSent unb ben ^Iben" '). »äJtrfi^eben, ba§ 
tä me^ ni#t fein fann, ift Me ÜSorfieHung bet tomontlfii^en ^oefic 
unb beS 9Hbetungen*8ieb8. ©ie ein gtoßet ®eift, tul^ig, aber mit 
tiefbemegtex Stuft eijS^It ts, maS gef^^, Kits [fiutemb in tei^ 
nem «et^ ber !Dl(^tung" *). 

ffite Bereit fiift nun jur beuif^en ^oefie bie norbif^e? «Bit 
ttSffm uns vot ädern ennnetn, bag »bitfelbe @age bei ben bet' 
f^iäicnen SSOetn einet $auf?tnatton fii$ uetfi^tben ousbilbete, mit 
anbem mannigfach Derrotbte unb 91amm unb Otte benoeii^felte' ''). 
Diej ttwift ^mm beifpielismeife an ber ^C^tung Don ^Ünig ^- 
manaiicna eingc^cnb mif ")■ Suf biefe «rt ift bet gtögte Si^eil 
beffm jn eifläten, VoaS bet notbifd^ nnb bet bentf(^ ^oeTte it' 
nctnfam ift 'iS>a9 Skr^tnig bet notbifc^en ^oefie }ut beutf^ 
ift nSmlit^ im <S^en betraf bies: ,@tanbtnaioien ^at nid^t 

1) etnib. ©. 10». — 2) iSitab. ©. 110. - 3) ISBcnb. ©. lH. — 
*) efctnb. S. 119. — 5) ebtttb. 6. 91 fg. — 6) «btnb. «■ 92—99. 

RtiiBir. «tM- in fem. VilIor*||<(. '27 



L.C-'Ooglc 



418 {«uitf ew^. drittes sttifim. 

nur eine i^m oUrin etflent^umlic^ fonbem au^ eine mit (Stenna' 
nien gentttnft^ftlii^ cmoxUat; iebem S}oU gebüßt berfeUe 8r< 
f)mi(^ baiauf, unb wenn ba^t eine ©age bei betben angetioffoi 
mitb, (o beiet^ttgt bted nü^, auf ein Srbpigea Don üner ©cUt p 
fc^lie|en. i^nbeffen ntag guc SJemtming bei Umftanb beigetragen 
^aben, bat in fpäteier Qiät taiälxit beutf^ 3IatiottaIgebt^ in iai 
©fonbtfc^ übeifelit wtttbeu' '). SMe norbifi^eu ©ogen %Üt 
®nnim in ^iftocifi^ unb yoettfi^. S)ie ^ßottfc^ braucht er nur 
beiläufig ju etnJi^nen, ba fte bem ätorben au3fc^lie|ti(^ ange^ärtn. 
Sia:S botiegtn bie ^oetifi^en betrifft, fo futb bie beut Sloiben oUria 
julonunenben „von benett ju untorf^eiben, bie out^ ntän in 
S)eutf^Ianb ^efunben roerben. UnteT ben le^n finb bieiemgen 
genteint, bie aus ben Otiten bei SBöUemianberungen ifftt Sntfte^ 
ung gleiten, vio ein allfeitiges Spangen bie S}öUet oeimifi^ 
untei benen ou^ noibif^ ^Klben flanben. j^r i^it 3:i^atcn blieb 
i^nen btUtg bei Slu^m in beu befangen ibtes SSoD«'' ^). 3» 
biefem alten ®emeingut bei ©lanbinainet unb bei !l>eutf(^ ra^ 
net W. @rimm ben 13)^1 bei ^enüebei bei älteteti &/U, bn 
fl$ auf bie Sölfungen uub *ä^^gen bejie^, bamals alba no4 
nii^t gebnidt wai; bann bie ^{[nuga unb ^bie i^onu äkfutf 
©ago." „iCiefeS finb bie ©agen, met^e ben ^Klbentreid ait8fü^' 
Ivij be^anbebt, abet aui^ bui^ onbeie jie^t bte (himiexung bann 
in mannigfachen flnüängen" ^). »SäMe bei un4, fo »uxjdt ta^ 
f^et bie Xlid^g in ooteilfinbifi^ Sobeit, uiU> SOeä ift eigof 
t^ämliil^ entfaltet" *). ,39et fo gonj etn^eimtfc^ iS^taltung bei 
^oeffe, bie ntt^t bie ^betpftanjenbe ftunft eines Sinjdnen gtbts 
lann, ift eg fddon uumöglit^, an ein Abbalgen ju beuten. Im» 
ab« fmb in bem 5R«ben, mie in ®etmanien, bie frü^ Spmo 
von bei S^ftenj btefei ®ebi$te gejeigt, bag mau beu anomcnt bd 
(Entleihend bis in bie Qat i^ei (Sntfle^iotg jurüctft^teben mäfttt^- 
„Sielmebi barf man ts fo betrachten, bag beibe ^Itei bun^ $eei' 
jflge unb ^ege oeieinigt eint gemeinfame ¥<Kfie etmarttn.' 

1) <SUoi>. e. 220. - 2) (Sittib. e. 236. — 3) Qteib. 6- 239. - 
4) Cbtiib. e. 240. - 5) @bcnb. €. 241. 



ciilizedüv Google 



t«l ithn unb bit aibciltii bn Qrilbti @nmin 6ij jum 3a^T 1819. 419 

!D(t^ gt^Bten mat aui$ bie bänifditn S^oIMtcber, „bie unter betn 
likl ftitoi^K Süfei (fifint^jfet Siebet) tcfonnt finb" ')/ fo »nrft fie 
nttt bei beutf^n ©age In Sufommen^ang fte^n. @te ffnb, mit 
ctiemjelten SuSna^men, Mne Ueberfe^ungen and bem S^eutf^en, 
fonbem tttalte ^Ibenßebn, tvie fie fr&^t^tn foroo^l bie 'Cieutfi^, 
atä bie ©fanbinoüier tefeffen, aber ottein bie ©tanbinaoier er^Iten 
^en *). 

Son biefen urgemeinfanien !Cii^tungen unterfi^dbet @cimm 
ik mtS brm Veai^änn in boS 9Ioibi[4e überfe^ten. ^^in ge^Ürt 
m attera bte ffiillina ©ago, beten Urftirung unb Quiammtn^ 
ittunifl eSrimm eine ousfö^rtti^e Unterfuc^ung roibmet '). Ueber 
ntant^ anbere ©agen, j. $. bie SQIotnfluiDaQa, fann er fein üx- 
6^1 ^tten, ba jie no^ nti^ Qebrudt uaien. ^ie jneite Slaffe 
Bim notbifc^en Uebcr{e^ungen, meiere bei tümanttf^en ^oefte ange< 
^, be^nbelt ®rimm nur beiläufig, bewerft aber bereit«, bat 
meOett^ inan<^ Verlorene au« biefen fhetfen fi(^ bitrc^ bie noi« 
bif(^ Uebeife^ungen ergänjen Ia{|en werbe *)■ Hm ©i^Iug ^bt 
rr in na^brSdlic^ Sorten bie ^of)t Si^tigfett ^eroor, bie ba« 
StuWum bet fo fiberau« retd^en «orbift^en ^oefte ^abe. „üßit 
Onnen toum etwa« me^ Don iBebeutung bagegen ftetten, al« bo« 
3K6eIungen = 8ieb, wobei eS nur erfreuTtc^, baß gegen bie aSoltenbung 
imb ^fxtliäjtät beSfrfben bort 9Ii^t« geilten werben fann.* (Sine 
ftija^I Don Ueberfefungen au« bem SQtnotbifi^en unb ^nif(^n 
finb ber e^jot^ettia^ben Äb^anMung at« Beilagen hinzugefügt 

»ll^tloi etiaim'« tc^t« fdb^anbig ttfititntnt« fficrC: ltlt> 
büntfi^t ^clbtnlicbtr ISll. 

am afo^r 1811 erf(^ien ju §eibriberg SEBili^elm ®rimm's 
etfW fettftänbtge« SEÖerl: «Übänif*e ^Ibenlieber, SSaBaben unb 
WlSxijm, fiberfe^ von Sil^elm (Sari @rimm. !t)a« 93u(^ ftettt 

1) ettnl). 6. 243. — 2) etenb. S. 247. — 3) QUab. 6. 249 - 
257. — 4) au eti|)>kl fH^rt 3B. 9ximm S. 259 bje «STtcT« 6aea an, 
bk MnintlU^ ftilbtm tm^ m ^rtmann's mittcl^bcutfi^ X>li^tiing witbet 
afgtfonbtn motbcn ifl. 



D,i,-.,.?ÜI:,G00Q|C 



.^0 CrtlM »M«. {)ritM «a)>ltd. 

fi^ eine bopt^dte ?tufgabe. Ss wiQ ebittfritt bet Safeffitioig 
ecktet unb DoIfiSt^ütnlii^er 3)i$tunfl bienen unb loenbet ^ij in trit> 
fem ®tnn an aUe, bie Suft unb l^eube an bec ^oefie fyHm. 
anbtevfeitö ift i^m bie ^oefie unb i^ &^iS)iitU du (Begoiftanb 
bei i^oTfil^ung, unb infofent \ti^ t» bie Unterfu^ngen foct, bie in 
bec oben beftfrot^enen Sb^nblung über bas SSer^Umg bei alt< 
beut[i$en $oefie }ui noibifi^en begonnen uxnren. (Die IXam b^ 
ftfeen einen giogen ®ä)ai an SoUsIlebern, t^eilS ^Klbennebcm, 
t^S Stebeflliebem. 33ie elfteren waten fd^on Bon ©önttf«! 
Sebel im ^a^r 1591 unb bann ODÖftänbiflei »on littet iBfo im 
^t)t 1695 untei bem £ttel ü&mpe > SSif ei ^erauägegcben wotbtn; 
bie It^teien eif(^enen im 3- l^^^ untei bem Sitel: Eiöfoi!« 
iBifec (SiebeSlteber) *). @cimm mS^Ite aus bt«fett ©ommlungai 
Bietse^n „iKUttnliebcc" unb ein unb neunjig „SaQabot unb aRSi' 
(^n" aud unb bot fte ^tec bem bcutf^en fubltcum in m5grt# 
tieuei 97ai^bilbung bai. ^ einet ouflfS^Iit^ ^ovcAt mäi 
einem Xn^ng gelei^tei %nmeibingcn unteifui^ ex bofl S$rt' 
^ttnig bec altbanif(^n SBoIfdlieber )u ben nocbif(^ unb bettt* 
f(^en, fo nie iu ben SMi^tungen onberer aSöOec unb gm: fo^ 
ßbei^outiL 9m wic^ften finb t|m bie oltbAnif^ ^Übat« 
lieber megen i^red augenfälligen dufammen^s« mit bem @a' 
gentreis unfeicfl Sltbelungenlidie«. X)ie Unterfut^g ergibt t^ 
Ua auffallenbe Wefultat, bag biefe Sii^ei mit ber uifpiflitfl' 
Itc^ nocbifc^n ICi^tung, mie fte in ber aSöIfunga, StonU' 
gefluc ®aga unb in bei Sbba ooiliegt, ^ft gor teinc %t^i^ 
^oben ^), bagegen bie gtSfite Semxinbtft^ft mit ben bentf^en T^ 
tungen btefeS ©ogenfieifeS jeigen. ^Dennoc^ aber ^It fie 9^ma 
für e^te bSnifc^ Originale, tveil fie bnn^S Feine jtemijei'M 
Bon Uebeifel^g an fit^ tiagen, mie fi(^ um fo beutfi^ eigitt, 
toenti man fie mit bem roiillic^ aus bem S^eutfi^n Oberfetttn ^ 
Bom alten ^Ibebranb Bergleii^t ^). Sol^e einzelne {KlbenTtrt« 
^ (oii} bas beutfi^ SoR eutft befeffcn. ®ie ^aben fii^ in bta 

1) B. eThnm'« Ben- ju bot aitbSnlf«^ «dtwnUebcnt C. VUI fj 
— »gl. «. 6. 101. — 2) flitbAti. ^btnUtktr 6. 487. ~ 8) tM- 
6. 488. 



ciilizedüv Google 



tM Stitn unb bie aiMteii b« «lüb« @(imin fei» jum 34r 1819. 421 

bnitf($en ^li^elungen twirinigt, afiec bie eütjelnen Siebet, bie biefem 
unangtengen, fiitb in !C)eutfi$Iaub netloreti. ICie altbanifc^en ^Q)en< 
lifbtr jeigen un« ba8 ajetlorene in einer certDonbten ©eftalt ')■ 

l£ine anbete ®eite beS votliegenben ä3u(^es bilben bie unter 
btx Ueberf(^ft ; »Söaöaben unb ÜWär^en", pfammengefaßten gie* 
bet. ©i" berührt pi^ ®rintm'« ©ammlung mit bem, roa« Arnim 
imb SÖtentano im iKunber^om ffit baä beutfc^e Sßonslieb leiften 
aoaten. ©elbft bas Xeugeie itS 93u(^ mit feinem in 9uf)fet ge* 
ftm^en Xitel, ber Don iRant^ei^ungen in ^fltei'S altbeutfc^et 
Seife eingefaßt ift, erinnert an biefe ^^noanbtfc^aft. „Tiie\t ^[> 
loben imb 3R&r(^, fagt @rimm, UKiben ben üneiften nä^er fte^en 
(als bie ^ßienliebet), nid^t nilt megen l^tet aRannigfalttgleit, fon- 
twin au(^ neil es unmöglt^ ift, bag btefe 'poefte ni(^t füt lebeä 
0cmfit^ einen ¥milt ^dbe, ber tS 6erfl^rc utüi erfreue' >)■ ,3n 
txn WSxäftn ift eine gaubetnelt oufget^on, bie auc^ bei uniS fte^t, 
in ^eimiii^en SSSälbetn, untetttbtf{^en |)>i^Un, im tiefen Sßeere, 
«IUI ben jtinbetn noc^ gezeigt roitb" ^). ,X)tefe iOMrc^en oetbienen 
eine 6effere Hufmetffomleit, ate man t^nen bisset gef4«ift, ni^t 
niti i^et SMditung luegen, bie eine eigene SiebUc^teit ^t, unb bie 
einem leben, ber fie in ber Ainb^eit angehört, eine golbene Se^re 
unb eine ^tere (Erinnerung baron butc^'S gange Seben mit auf 
Iwn SäJeg gibt; fonbem aui^, weit fle ju unfrer Mationalpoefie ge- 
^Sieo, inbem [vb na^ioeifen lägt, bag fie ft^on mehrere ^o^^u»' 
iette bun^ unter bem Sott gelebt* *). 

JBaiS bie aSernanbtfi^ft ber altbänifc^ 93allaben mit benai!^' 
barter '^oefte betrifft, fo bemerft (Stimm i^te auffalfenbe Se^nlit^' 
leit mit ben englift^en, „forno^l an ÜEtefe unb SQeltanfii^t, als in 
bei äufetli(^en ^rfteUung. 9tut f^eint eä, aU ob bie eng« 
Itft^, eis \p&ttx gefammelt, auegebilbetet, aber aui^ breitet 
ttären* *•), „SBeniger bemeribar ift eine Uebereinftimmung ber 
iiäinf(^ Sieber mit ben beutfi^. Ciiefe erf^nen in i^rer 

1) fihNb. Ken. &XXn. — 8) Sbenb. Sorr. 6. XXIT. — 3) &b. 
«KI. 6. XIYL — 4> «Cttb. B«r. 6. XXYI fj. - 6) «mb. fßexx. 
6.XZXI. 



ciilizedüv Google 



4SS2 S)ritlte 8iu^ txüue ttafM. 

©ommluna tnannigfa^er bur^ bte uerfi^iebmfte iixt unb aRantei 
bei ^Dtc^tung, »ä^renb [ene [ämmtlti^ eine geiotffe nationale (Hgtn' 
tPmlit^Cett ünb i^miltenä^nlii^IeU ^attn. SBti groetfeln oder nii^ 
bag biefe änannigfalttgfeit ber IQeutfi^en bun^ bm Settrag ^f&Wca 
3la^r^unberte, bte uerf^iebene frembatttße CinPüffe empfangen, ort" 
ftanben fet, tuoburd^ i^e iRetn^eU geftöi:t unb t^ie urfpiflngrti^ 
^atut Derftedt tuocben" ')■ „Senn man aus ber beutft^ @amni> 
Iimg (bem Siunbecdotn) bteienigen fitebei ^audf^eibet, Don t«I< 
^ man uetmut^n barf, bag fie mit ben bdniff^en oon glei^ 
aitet, mithin Dot bem 17. Qa^t^iutbert f^on ba flewefen fmb, mib 
ble, ii»nn man oeigleü^en xoiii, allein bfirfen bogegen geilten 
UKiben, fo jeigt ftc^ eine unleugbaie Sßenoanbtfil^aft in ben @eift 
bet Dic^nfl" ^). 

eit gtmcinlamtn Vibeitcn btceiabtc iStimm 1813 bil 10 li*. 
•ÄJtt finb ben arbeiten 3locob ®rimm'i8 imb benen feines Söru- 
bei« aSJil^Im bis ju bem^^tpunft gefolgt, in toe^em bie .$iö' 
ber ®rimm* ^) mit i^er erfttn geraeinfamen Stiftung nor H( 
Oeffentlt^Mt traten, föä^renb fte in ben tniffa bef))ro4e"en 
arbeiten (ebet in feiner ngent^5mli(^en XSeife ber (Erforft^ung beä 
beutft^ attert^umS bienten, Ratten fie in ber ©ttlle gemrinfam bie 
$lane gefaxt, bie ®amm(ungen angelegt, bun^ welche bie au^oben 
gdöft iverben follten, von benen fie in i^ien biS^gen @(^^ 
gejoinermalcn bas ^Programm gegeben ^tten. 3)ie beutfi^ äSfir- 
i)m unb bte beutf[^ ©agen mürben gefammeft, mit b« ©etoit*' 
gäbe altbeutfc^er unb altflanbinantfi^er itH^tungen ein anfanfl 
gemai^t unb eine 3ntf4rift gegrflnbet, bie aQen biefen QmSm nnb 
ber bmtfi^en aitert^umsforfc^ung überi&oupt nac^ i^ l)a:fl^eb^ 
nen ©elten ^in bienen foHte. 



1) ettnb. «ore. e. XXXIII. ~ 2) ebtnb. »Ott. e. XXXIT (9-- 
3) 3n btr tr^cn 3ttt i1)Hi gemtitifanuu Suflrtltn« nountcn fu^ ^aaib M* 
EE&U^. Orimm ,@(briibcT (Srimtn.' €0 unltt^tic^ntn fit j. S. bte In'»*' 
biguiig ifyxtx ebba<KHJgabi in Sifiin'f nnjtiga ju ^bunna unb ^cmoM 
Dom 18. 3MI. 1812. 3Uif bnn Xittl ba QUotittKC ftlbß (1816) nanu fii 
m ,Snib(T <Snmm,' 



ciilizedüv Google 



Sal Mm unb bU arttiltn Ui 'änibct ijliiinm 6i< lum ^O/x 1819. 423 

Ci( Xinbct' unb ^auemait^cn bti aaTQbci @rimiti. 

etnu um bas 3a!^t 1806 ') btgatmen bie SSiübei älrimm, 
btt SoDunliing von aßäit^n onaulegm, btc bann noi^ fei!^ ^a^Kit 
meffentlti^ routbe untei bem3;itel: .Atnbei:' unb ^uS>anär^ 
StfammtU binr^ bie SQrflber (Brinun. iBerlin, k bft iReoIf^ul' 
tru^^anblung. ISIS." Qi^ ber 33orrebe, untetjet^net „Saffel, am 
18. October 1812", ipttäfm fi(^ bte SSräbei Aber %Tt unb Smed 
i^ @anaiUung aai. Sa« fie felbft geben, ift bei mfinblt^en 
Udtiltefcnmg nttnonmten. „fUieS tft mit tuentgen ^meiltm Hu^S- 
normen, ^gt es in bei ^oirebe, fafl nur in ^ffen unb ben 
3Rain< unb Sinjiggegenben in bei @raff(^ ^nau, roo mir ^ 
finb, na4 ntflnblii^ Uebeilieftrung sefammeU; banim Infl))ft fi^ 
ms an idK0 lEingdne noi^ eine angenehme (^nneiung. Sknig 
Sö^n ßnb mit ioUi)tx Suft cnt|lanben, unb urii fagen gern ^iet 
noi^ einmat öffentfi