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Full text of "Geschichte der südslawischen Literatur: Aus dessen handschriftlichem nachlasse"

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PAUL JOS. SAFAftiK'S 



GESCHICHTE 



PRS 



8EEBI8CHEN SCHWFTTHUMS. 



\'^^:^- 



AUS DESSEN HANDSCHRIFTLICHEM NACHI.ASSE 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



JÖ8EF JIBEÖEK. 



UNFVERSITT 



PSAe, 1865. 

VERLAG VON FRIEDRICH TEMPSKY. 



PRE8ERVATI0N 
COPYAOOEO 
ORIGINAL TOBE 
RETAiNED 
ÄPK181994 



»orKrTBu n. iskat! wrjemt ik rii*<iL 



Pg-soi 




Vor^vort. 



Für serbische Geschichte, Sprache und Literatur 
hatte Safarlk eine besondere Vorliebe, die wohl durch sei- 
nen vieljährigen Aufenthalt (1819—1833) in der Mitte 
des damals geistig rührigsten Theiles der Serben angeregt 
und genährt wurde. Neusatz in der Nähe des Patriar- 
chen-Sitzes und der bedeutendsten serbischen Klöster bot 
ilira reichlich Gelegenheit, sich mit den literarischen Schätzen 
der dortigen Bibliotheken und Archive vertraut zu machen 
und dieselben zum Frommen der Wissenschaft so auszu- 
nützen, wie es bei dem damaligen Stande der Slavistik 
kaum ein z^^eiter vermocht hätte. 

Nicht minder trug dazu der lebendige Verkehr mit 
Männern bei, die von innigem Interesse für die Ueberreste 
altserbischer Kultur durchglüht waren. Wie sie aus dem 
Umgänge mit SafaHk selbst eine Fülle von Belehrung 
über das geistige Leben ihrer Altvorderen schöpften, eben 
so erleichterten sie dem jungen, feurigen Gelehrten durch 
ihre Kenntniss der Eigenheiten ihres Volkes das Eindringen 
in das Wesen desselben. SafaHk wusste die Vortheile 
dieses Wechselverkehres wohl zu schätzen. Das Verständ- 
niss der gegenwärtigen Zustände eines Volkes war nach 
seiner oft geäusserten Ansicht der sicherste Weg, um zum 

♦ 



VI 

richtigen Verständnisse der alten Literatur-Deukmähler des- 
selben zu gelangen. Wer sich mit altslavischer Sprache 
und altslavischem Schriftthum befassen wollte, dem rieth 
SafaHk immer, sich vor allem mit der Sprache des slavi- 
schen Volkes, wie es um uns her leibt und lebt, vertraut zu 
machen, seine Sitten und Gebräuche kennen zu lernen^ und 
erst so ausgerüstet zum Studium des Alterthums zu schreiten. 

Von den Mäimern, welche in dem zweiten und dritten 
Decennium unseres Jahrhundertes unter den österreichi- 
schen Serben eine hervorragende Stellung einnahmen und 
mit SafaKk in freundschaftlichen Beziehungen standen, müs- 
sen wir den Erzbischof St v. Stratimirovi<i, den Ajchiman- 
driten von §i§atovac und dann Bischof von Earlstadt 
Lukian Musicki, den genialen Autodidakten Vuk Stepha- 
noviö Karadziö, den Somborer Pfarrer, dann Mönch zu 
KruSedol, Bischof von Ofen und jetzt von Bäö Piaton Atha- 
nackoviö, den Neusatzer Professor Georg Magaraseviö, den 
jetzt im Ruhestande lebenden Oberlandesgerichtsrath Jo- 
hann Hadziö (Miloä Svetiö) nennen. 

Unter so günstigen Umständen gelang es SafaHk für 
das serbische Alterthum nach allen Richtungen hin eine 
überaus reiche Ausbeute zu Stande zu bringen. 

Wir erwähnen nur seiner kostbaren Behelfe für die 
Geographie und Geschichte der altserbischen Länder ; der 
Sammlung von Facsimilien altserbischer Urkunden und von 
Abdrücken monumentaler Inschriften, dann von Handschrift- 
Fragmenten, welche den wichtigsten Theil seiner Behelfe 
für slavische Paläographie bildet; der bedeutenden, zwei 
staiice Fascikel in Quaito umfassenden Zusammentragung 
von Abschriften altserbischer Urkunden; der Copien alter 
Codices, darunter jene der drei wichtigsten Handschriften 
des Rodoslov von Erzbischof Daniel (S. 237), des Leben 
der )l Symeon und Sava von Doraetian (S. 230); ferner 



VH 

einer in ihrer Art einzigen Sammlang altserbischer Kirchen* 
bAcher;"*") endlich einer nicht anbeträchtlichen Sammhing 
altserbischer Handschriften, welche theüweise aas dem Nach* 
lasse des Gr. Magaraäeviö in SafiaHk's Besitz gelangt sind, 
daronter insbesondere die älteste Abschrift des Oesetzbn-' 
ches Stephan DaSan's ans dem Ende des 14. and mehrere Co- 
pien dessdben aus späteren Jahrhunderten, eine Perga^ 
menthandschrift der Annalen des Geoiigios Hamartolos vom 
J. 1389, mehrere Texte serbischer Chroniken, eine Ab- 
schrift des Typikon des h. Sava, kirchliche Collectaneen* 
Bände, Kirchenbücher and Nomokanons. 

Alles das bildet einen Theil von SafaHk's literarischem 
Nachlasse, welcher, vom böhmischen ' Landtage erworben, 
nunmehr ea Prag im Museum des Königreiches Böhmen 
verwahrt wird. 

Aber SafaMk waf nicht bloss ein emsiger Sammler; 
er wusste und strebte das Gesammelte zum Gremein- 
gute der Gelehrtenwelt zu machen. Leider fand er nicht 
genug Masse, um es in dem Masse zu thun , wie diess 
sein zusammengetragenes Material möglich und erwünschlich 
gemacht hatte. 

Wir wollen nur eine bibliographisehe Uibersicht dessen 
liefern, was er in dieser Beziehung geschrieben und ver- 
öffentlicht hat. 

Hier begegnen wir, abgesehe n von seiner „Geschichte 
der slavischen Sprache und Literatur nach 
allen Mundarten (Ofen 1826. 8".),« wo er S. 191—222 
zum ersten Male der serbischen Literatur, so weit sie da- 



*)Daranter der Oktoich 1494, Psalter 1495, beides Cetinjer, Slazebnik 
1519, 1527, 1654, 1570, Psalter 1627, 1529, 1546, 1569, 1638, MolitvosloT 1627, 
1589, 1547, löfiO, 1670, Oktoioh 1587, MineJ 1588. Triod pustnyj 1661, Cmo- 
sloT 1566 s&mmtUch Venezianer, £TaDgelium 1537 Rujaaer, MolitToslov 1531, 
1580 Gorazdjer, Psalter 1544, 1657, Molitvoslov 1545, Evangelium 1552 Bel- 
grader, ETangeliam 1562 Merkäina-Gerkvaer Drucke. 



vm 

mals bekannt war, eine flbersichtiiche Darstellung widmet, 
zwei wichtigen Abhandinngen, nämlich einer „Ueb ersieht 
der slovenischen Kirchenbücher, welche vom Ende 
des XV. bis zum Anfange des XVII. Jahrhunderts 
in Venedig* Serbien, Walachieu und Siebenbürgen im 
Druck erschienen sind^S dann einer „Uebersicht der 
vorzllglichsten schriftlichen Denkmähler älterer 
Zeit bei den Serben und anderen Südslaven/' Beide 
Bind in dem Anzeigeblatt der Wiener Jahrbücher der Lite- 
ratur und zwar in den Jahrgängen 1829 (N. XLIIL S. 1—34) 
und 1831 (N.LIILS. 1—58) abgedruckt 

Daran reihen sich die im J. 1833 veröffentlichten 
„Serbischen Lesekörner oder historisch-kritische 
Beleuchtung der serbischen Mundart. Ein Beitrag 
zur slavischen Sprachkunde" (Pest, Hartleben, 8**. 1 36 S.), 
ein Werk, welches ungeachtet des bedeutenden Fortschrittes, 
welchen die slavische Wissenschaft seither gemacht hat, 
noch heutzutage seinen vollen Werth bewahrt. 

Später finden wir von ^afaHk einen Aufsatz über 
die altslavischen, namentlich cyrillischen Buchdruckereien 
in den südslavischen Gebieten (0 staroslovansk^ch, 
jmenovitfi cyrillsk^ch tiskärnäch v jihoslovanskych 
zemichetc.) im Casopis iesk^ho Museum 1842, dessen 
deutsche Uebersetzung im Serapeum zu lesen ist. 

Mit dem ersten Fünfzigerjahre ging SafaHk an die 
Herausgabe alter Denkmähler der südslavischen Literatur, 
nachdem er ehevor in Nachahmung der in den älte- 
sten Handschriften üblichen Buchstaben-, und namentlich 
der in Cömagorer Inkunabeln vorkommenden schönen Ty- 
pen-Formen die cyrillische Sclirift hatte zurecht legen lassen. 
Die nach ^afaHk's Angaben geschnittenen Typen haben für 
altslavische cyrillische Drucke jetzt schon eine nahezu all- 
gemeine Anwendung erlangt Sie dienten zuerst zum Drucke 



IX 

des „vorllkufigen" Theiles (dil predchozi) der „Pam4tky 
drevnfho pfsemnictvi Jihoslovanüv: H36opi» toro- 
cjiaBiaHCKHxi ^^ocTonaMflTHOCTlH (Prag 1851, Haase), 
eines Sammelbandes, weleher uebst einer kömigen Vorrede 
aber die Art und Weise, wie bei der Publikation aitslavischer 
Denkmähler mit cyrillischer Schrift nach verständigen Grond- 
sätzen vorzugehen ist, das Leben der h. Konstantin (Gyrill) 
und Method, des h. Symeon in zweifacher Aufzeichnung von 
seinen beiden Söhnen, dem serbischen Könige Stephan dem 
Erstgekrönten und dem h. Sava (Sabbas), Erzbischof der 
Serben, dann eine Auswahl von serbischen Urkunden aus 
dem zwölften bis vierzehnten Jahrhunderte, den Text des 
Gesetzbuches Garj Stephan Du§an's, endlich eine Zusammen^ 
Stellung kurzer serbischer Anualen enthält. 

Der „vorläufige" Theil blieb indess ohne Nachfolga 
Theils Krankheit, theils anderweitige Beschäftigung hin«- 
derten SafaHk seine ursprüngliche Absicht durchzuführen, 
womach die weiteren Bände den liodoslov des Erzbischofs 
Daniel, das Leben der L Symeon und Sava von Dometiaa, 
das Typikon des h. Sava, Urkunden u. dgl. zu umfassen 
gehabt hätten. 

Aber auch der neueren Literatur der Serben wen- 
dete ^afaiik nicht bloss ein lebhaftes Interesse, sondern 
thatige Mitwirkung zu. 

Bei dem eigenthümlichen Zustande des Unterrichts- 
Wesens unter den Serben war es zur Zeit, in welche sein 
Verweilen unter den Serben Mt, nicht möglich, durch die 
Schule das Serbische schriftlich handhaben zu lernen. Von 
der untersten Elementarklasse angefangen wurde der Un- 
terricht, soweit er slavisch war, nicht mit Benützung der 
Volkssprache, sondern an dem Leitfaden kirchenslavischer 
Bücher ertheilt. Vom Bukvar (Fibel) und Katechismus 
bis zur systematischen Grammatik war alles in der Sprache 



X 

der Kirchenbücher abgefasst, welche sich zu der volks* 
thümiichen Mundart etwa wie das Latein zum Italienischen 
vediält. Dem Verständnisse des Volkes wurde sie noch 
mehr entfremdet seit der Zeit, wo man unter den Serben 
die alten, serbisirt altslavischen Kirchenbücher anhebend, 
nicht nur die russische Becension der letzteren, sondern 
auch im Allgemeinen die russisirte Form des Kirehensla- 
vischen als Schrift- und höhere Verkehr^rache ange* 
nommen hatte. 

Die durch Dositej Obradovi6 inaugunrte und von Vuk 
ßtephanoviö Karadäii consequent durchgeführte Anwendung 
der Volksmundart in der Literatur war damals weit enfr* 
fernt auf den Schulunterricht einigen Einfluss zu üben. 

Erst dem Ministerium Thun war es vorbehalten, das 
Kirchenslavische, ohne Abbruch f&r die gottesdienstlichen 
Bedürfnisse, in den Schulen durch den serbischen Volks- 
dialekt thatsächlich und mit Erfolg zu ersetzen. 

Bei so einem Sachverhalte waren die Männer, denen 
das Aufblühen der serbischen Literatur und dadurch die 
Förderung der Volksbildung am Herzen lag, in dieser Rich- 
tung nur auf jene Mittel augewiesen, welche die damals von 
ein^n beschränkten Leserkreis erhaltene Literatur selbst bot. 

Es handelte sich vorerst darum, jüngere Kräfte zu 
ernsterer literarischen Produktion zugleich anzuregen und 
in wohlthätiger Weise zu leiten. 

Zu diesem Zwecke wurde im Jahre 1825 durdi das 
Zusammenwirken von Muäicki, Magaraseviö und SafaHk 
eine periodische Schrift unter dem Titel „S^rbski IStopis" 
begründet, welche in ununterbrochener Folge noch jetzt 
erscheint. 

Doch mit der Zeitschrift allein wäre nicht gedient ge- 
wesen. Die Bedürfnisse des serbischen lesenden Publikums 
waren damals noch so gering, dass sich selbst dieses, wena 



XI 

gleich in bescheidenen Dimensionen angelegte Unterneh- 
men kainn hitte ftnfrecbt erhalten können. Noeh schlimmer 
stand es mit der Herausgabe selbststäadiger Werke in 
serbischer Sprache. Zur Ehre der serbischen Schriftsteller 
der damaligen Zeit mvss bezeugt werden, dass von ihnen 
nicht wenig geleistet wurde; allein ihre Werke blieben, 
wenn sie nicht darnach angethap waren, die Spekulation 
anzulocken, in der B^el ungedruckt. 

Es musste daran gedacht werden, der Literatur in 
ii^end welcher Weise einen von Äusseren Wechselfidlen 
unabhängigen Rückhalt zu schaffen. 

Had^ö's Gedanke war es nun, durch die Bildung eines 
Vereins Mittel zur Herausgabe serbischer Bücher herbei- 
zuschaffen. Abermals erblicken wir Muäicki, Magaraseviö 
und l§afaük in Gemeinschaft mit Hadäö den fruchtba- 
ren Gedanken berathen und zu einem festen Plan ausbil- 
den, so dass die Idee im Jahre 1826 bereits ins Werk 
gesetzt werden konnte. 

So'entstand die serbische Bienenmutter — 
Matica S^bska — ein Institut, das bald unter den Böhmen, 
Lausitzer Serben, Kroaten, später auch unter den Mährern, 
finthenen, Slovaken und Slovenen erfolgreiche Nachahmung 
fand. 

Als SafaHk (1833) von Neusatz nach Prag übersiedelte, 
brachten es die Umstände wohl mit sich, dass seine direkte 
Betheiligung an den Fortschritten der serbischen Literatur 
der Theilnahme eines entfernten Beobachters Platz machta 

Seine Vorliebe für die Interessen der südslavischen, 
und insbesondere serbischen Literatur und Wissenschaft 
begleitete ihn jedoch bis an das Ende seines Lebens, wie 
es die oben erwähnte vielfache Beschäftigung mit altserbi- 
schen Denkmählern am besten bekundet 

Unter den Werken, welche sich in seinem Nachlasse 



XII 

relativ vollendet vorfanden, nimmt die Geschichte der säd- 
slavischen Literatur, und daranter jene da* serbischen 
den ersten Platz ein. 

Es ist dieses Werk um so werthvoller, als die Serben, 
wenn wir von Joh. Subbotiö's verdienstlichen Publikatio- 
nen*) absehen, soweit uns bekannt ist, bisher kein Werk be- 
sitzen, welches über die Gesammtentwickelung ihres Schrift- 
thums eine so vollständige und systematische Auskunft geben 
könnte. Leider hat ^afarik, ungeachtet einzelner späteren 
Zusätze, auch die serbische Literaturgeschichte nicht weit^ 
als bis zum Jahre 1830 fortgeführt. 

Als Quellen, deren er sich, abgesehen von sehr aus- 
gedehnten eigenen Studien und durch mündlichen Verkehr 
vermittelten Erfahrungen, bediente, führt SafaHk folgende an: 

3. Op«eAXHi CjaBeHo-c6p((cKili:Mara8]iux,T. e. coOpaaie pasjoiwia'E eoiHHe- 
Hift H upesoAOBl. H. 1. y BcHei^is 1768. 8". (Am Ende stehen Anzeigen 
einiger neuerBchienen serbischen Bücher.) 

Ct. HoBaKOBH^iB Hobkho cep6cEe. Y Bevy 1792—1794. (In dem 1. Blatte 
befindet si^h eine Uebersicbt der damaligen serbischen Bücher.) 

Das Verzeichniss der Schul- und anderer Bücher, welche in der kdn. Unirersi- 
täts-Buchdruckerei zu Ofen verlegt worden sind, wurde zuerst im Jahre 1796 
atugegebett (in welchem Jahrgänge auch noch einige' bei KurtzbOck und 
mehrere beiNovakonc in Wien gedruckte Bücher ytehen) und erschien seit- 
dem fast jährlich neuaufgelegt, im J. 1629 in Fol., im J. 1830 in 8^. 

J. Dobrovsky Slavin. Prag. 1808. 8^ 

Eb. Sloyanka. Prag 1814--1815. 8^. 2 Bde. (In beiden gleichinhaltigen Werken 
stehen Keoensionen und Anzeigen mehrerer serb. Bücher.) 

Eb. Institutiones Unguae slavicae dialecti veteris. Yindob. 1822. 8^. (Die Ein- 
leitung enthält sehr schätzbare Notizen über alte slayoserbische Handschriften 
und Drucke.) 

n. CoxapHKB üoMHHarB icHjiacecxift o cji«BeHo-e6p5cKO)rE vh MjeTJcax'B ne- 
^TaHix). B% MjieTsax'B 1810. 8^. 

Ä. ÄaBHÄOBH^L HoBHue cpÖcKc. Y Beiy ort 1813 ao KOHUa 1821 roÄ- 4**- 
(Die Zeitung enthält auch Bdcheranzeigen und Recensionen.) 



*) «»Einige Grnndzüge ans der Geschichte der serbischen Literatur" (Wien 1860 
Wenedikt 8^. 66 S.), dann IptiinuKKI^. cp($OKe cjOBeCHOciUK (Wien 1863« Schul- 
bücherverlag 8^. I. Bd. 671, II. Bd. 682 S.), eine Chrestomathie, welche für den 
serbischen Sprach- and Literatur-Unterricht an Obe^gymnaaien bestinunt ist. 






■81« 



Vi- -. -•' 

B. CoHBSOBi 0mm poceiieKoi £H(Uiorpa^iH. f!SIKT'L-ll6T6p($yprB 1813 x» 

1881. 8^. 5 Bde. (Enthält auch ebig« serbische Werke.) 
JL Sos^i üaHJiTHinrB Myxem j cjidBeno-oepÖcKoifB KHEzecTsy cjiaBHinnK 

Cy Be^) 1815. 8«. 
J. (apIoTif SlaTonien und zam Theil Crostien. Pest 1819. 8^. 2 Bde. (Bd. U. 

8. 265—297 l^achrichten Ober die Sobtiftstelln und die Literatur der Serben.) 
H. F. Katanchieb Prolnsio in literatnram aevi nedii. Biidae 1820. Ms. Bei 

der Ic. LandesnniTersftAt in Pest. 

Cep6cxül JiiToiiHci, HaeraiuiiHi T. MarapameBH^em (1825~>1829) k M. 

GaeTH^eMi (1830). 7 Bjakhj 1825—1830. 8^ (Enthalt mehrfache Uterar* 

historisehe Notizen.) 
K EaJiaftAOBH^B loaHHi fiKcapxi EojirapoKift. MocKBa. 1824. Fol. 
Tor. OmicaHie cjiaBjrao-poccificicHi'B pyKOHHCdl b'b 6e6ä, Ppava ToiCTOBa. 

<ni6. 1825 8^ (Beide Werke enthalten sehr schätzbare Notizen über alte 

sloTenoserbiscbe Handschriften.) 

E KesneH'B BH0;iiorpa«necKie jekcth 1825 roxa. CII6. 1826. 4P, (Enthält 
auch einige Notizen über serbische Handschriften und Bücher.) 

Tor. PocsHci nepBojieqaTHBM'B cjoBencEim nnrairB, eigentlich N. 1, 6, 
11, 16 nnd 21 jener obigen Eh6j. jhctu, mit Supplementen N. 26 und 39. 

6. Ct. KapaijHi^ Aamo^a, 3a5aBHHK aa roA. 1826. y Be^Kj 1826. 12<^. (S. 1- 40 
befindet sich die Beschreibung einiger KlCster Serbiens und der in denselben 
befindlichen HandBchriften und Bücher.) 

n. BepE^B CiaaeHo-cp^cKa 6H6jiiorpa«ia nu asOyvuoMy pe^y cjiRcaTSJia, im 
JÜTOnci cp6. 1829 Heft 1. S. 107—122. (Sehr dürftig nnd unbefriedigend.) 

L. Mosiekl serbische Bibliographie. Hs. (Umfasst die serbischen Druckeneugnisse 
seit 1741 bis ungefähr 1820 ziemlich yollständig ; allein der Vf., voll hoher 
Entwürfe, konnte sich nicht entschliessen, mit die/ter kleinen Oabe den Freun- 
den und dem Publikum ein Opfer zu bringen.) 

0. T. Pireh's Beise in Serbien im Spätherbst 1829. Berlin 1830. 8». 2 Bdehen. 
(Im 2. Bdch. befindet sich eine Uebersicht der serbischen Literatur, die leider 
▼oll Fehler und Unrichtigkeiten aller Art ist.) 

Den der neueren Zeit angehörigen Theil hat SafaHk 
übrigens auch in einem kurzen Abrisse (Prehled litera- 
tury illyrskych Slovanftv po l 1833) in der böhmi- 
schen Museumszeitschrift, Jahrg. 1833, veröffentlicht. 

Mit dem vorliegenden Bande ist das über die Lite- 
ratur der Südslaven in SafaHk's Nachlasse vorhandene Ma- 
terial erschöpft. 

Zur Vervollständigung geht noch eine Darstellung des 



XIV 

Schriftthums der Bnigaren ab. Auch diese hat SafaHk, 
jedoch in böhmischer Sprache, vollendet. Sie sollte die Ein- 
leitung zu einer von ihm beabsichtigten Sammlung bulga- 
rischer (altsloveniscber) Urkunden und Musterstücke bilden, 
deren Herausgabe, so Gott will, vielleicht durch eine andere 
Hand vermittelt werden dürfte. 



Wien, 13. Aprü 1865. 



J. 3. 



V. 



Serbische Literatur. 




Vorbemerkungen« 

Die Literaturgeschichte der Serben sollte, um vollständig 
zu sein, die literarischen Produkte aller Zweige dieses Stammes 
n&mlich der eigentlichen Serben und Bosnier, der Dalmatiner, 
femer der Gränz-Eroaten und Slawonier, gleichmässig umfassen ; 
denn alle diese Volkszweige sprechen im Grunde nur eine, wie- 
wohl nach Gegenden verschiedentlich geartete Mundart, und 
ihre Literatur bildet der Sprache und hiemit dem Wesen nach 
ein grosses zusammenhängendes Ganze. Indessen brachte eine 
politische und religiöse Trennung dieser Zweige frühzeitig auch 
eine Spaltung im Schiiftwesen und in der Literatur hervor. Die 
Bewohner des ehemaligen serbischen Königreiches, dem griechi- 
schen Ritus zugethan, bedienten sich im Schreiben des cyrilli- 
schen Alphabets, und lange Zeit auch der altslawischen Kirchen- 
sprache , an deren Stelle erst seit etwa einem Jahrhunderte die 
gemeine Landesmundart in der Profanliteratur getreten ist; die 
Dalmatiner, Chorwaten und Slawonier, der Mehrzahl nach der 
romisch-katholischen Kirche zugethan und in stärkerem Verbände 
mit dem Occidente, nahmen das lateinische Alphabet an, und 
erhoben sehr friihzeitig (um 1161) und seit dem XV. Jahrhun- 
derte mit bleibendem Erfolge ihre gemeine Landesmundart zur 
Schriftsprache, doch leider isolirt, ohne Einverständniss und 
Zusammenhang, und daher in verschiedenen Zeiten und Pro- 
vinzen nach verschiedenen Schreibsystemen, anders in Dalmatien 
und wieder anders in Slawonien. Nur ein Theil der Serben la- 
teinischen Ritus, die Glagoliten, behielt die mehr oder minder 
durch die gemeine Landesmundart getrübte altslawische Kirchen - 
spräche bei der Liturgie fort, vertauschte aber das alte cyrilli- 

Saftffk. Literatnrgeiebiehte. HI. BaaJ. \* 



sehe Alphabet mit einem, jenem nachgebildeten neuern, und 
nannte letzteres synonymisch Azbuka glagolska, glagolica, statt 
Azbuka slovenska (d. i. glagol statt slovo). Auch nachdem die 
Serben beiderlei Ritus in verschiedenen Provinzen in friedlicher 
Gemeinschaft neben und mit einander leben, besteht die schroffe 
literarische Trennung fort: die griechischen Serben kennen die 
Schriftprodukte ihrer Brüder mit lateinischer Schrift, und die 
lateinischen Serben die mit cyrillischer Schrift nicht. Dieses 
Umstandes wegen und der vollständigeren Erschöpfung und 
leichteren Uebersicht wegen wollen wir uns hier auf die Ge- 
schichte der Literatur der Serben griechischen Ritus beschrän- 
ken, und nur ausnahmsweise hie und da einen Blick auf cyrilli- 
sche Schrifterzeugnisse der römisch-katholischen oder der Pro- 
testanten werfen. Bei einer andern Gelegenheit wollen wir uns 
auf eben diese Weise der Literaturgeschichte der katholischen 
Serben ausschliesslich widmen. Durch dieses Verfahren wollen 
wir der ohnehin bekannten genetischen Einheit des serbischen 
Stammes und seiner Sprache nicht im mindesten Eintrag thun. 
Die Geschichte der bulgarischen Sprache, die einen besondern 
Dialekt bildet, bleibt unserem Vorhaben ganz fremd ; doch wollen 
wir unten einige bulgarische Handschriften , als bis jetzt unbe- 
kannt, ausnahmsweise namhaft machen. 

Erster Abschnitt. 

Polittsche Begebenheiten. 

Ueberblick der politischen Geschichte Serbiens. 

L Bevor wir zu der Schilderung der geistigen Kultur der 
Serben und der Aufzählung ihrer literarischen Produkte schrei- 
ten, scheint es zweckmässig, die politischen Schicksale und Be- 
gebenheiten des Volkes in einem kurzen Ueberblicke sich zu 
vergegenwärtigen. Ungeachtet die alten Bewohner der später von 
den Serben und Chorwaten bevölkerten Länder, nämlich die 
Ulyrier, meiner Meinung nach, Stamm- und Sprachverwadte der 



nachmaligen Slawen waren, wie ich dies an einem andern Orte 
ausfuhrlich darzuthun suchte : so steht doch die Geschichte die- 
ses nun längst verschwundenen Volkes in keinem nothwendigen 
Zusammenhange mit der Literaturgeschichte der Serben, und 
kann hier füglich übergangen werden. Die serbische Geschichte 
beginnt erst mit dem Anfange des VII. Jahrhunderts und ist 
in ihrer ersten Periode, bis auf Nemai\ja I., voll Lücken, Unsi- 
cherheiten und Widersprüche. Da es unser Zweck nicht sein kann, 
durch neue Forschungen diese ältere serbische Geschichte aus 
ihrem chaotischen Zustande herauszureissen, was ohnehin ohne 
bis jetzt unentdeckte neue Quellen kaum jemals vollständig ge- 
lingen wird und am allerwenigsten an diesem Orte versucht 
werden kann, so begnügen wir uns hier einige Hauptthatsachen 
aus der politischen Geschichte dieses Stammes nach den gang- 
baren Ansichten der bisherigen Historiker, so weit es der Zweck 
dieses Buches erheischt, zur bequemen Uebersicht zusammen- 
zustellen. 

2. Der Kaiser Konstantin Porphyrogeneta erzählt uns über 
die Einwanderung der Ghorwaten und Serben nach lUyrikum 
ganz bestimmte Thatsachen, aber leider sehr verworren und 
unzuverlässig. Nach ihm, wanderten die Chorwaten und Serben 
um das J. 638 ff. nach Chr. aus dem nördlichen Chorwatien und 
Serbien nach lUyrikum ein. Damals wurde ganz Mösien, Thracien, 
Hacedonien, die Gegenden an der mittleren Donau, Pannonien 
und Karantanien bereits seit einigen Jahrhunderten entweder 
ausschliesslich oder dem grössten Theile nach von slawischen 
Völkerschaften bewohnt, welche zwar nach Geschlechtern und 
Gegenden besondere Namen, als Sjeverani, Dregoviii, Sagudati, 
Bodr'ci, Milenci, Jezerei, Kuiani, Braniievci u. s. w., führten, 
im allgemeinen aber von griechischen, lateinischen, armenischen 
und arabischen Schriftstellern einstimmig mit dem Stammnamen 
Slowene belegt wurden, zum Unterschiede von andern Stämmen 
derselben Abkunft und Sprache, namentlich dem Stamme der 
Serben, Lochen u. s. w. Die Wohnsitze dieses slowenischen 
Stammes bildeten die Figur eines Winkels, dessen Spitze in der 
Mündung der Donau war, die Schenkel aber einerseits bis nach 



6 

Thessalonidii und weiter hiuab, andererseits bis nach Istrien 
und Garnunturo hinauf reichten. Mitten zwischen ihnen waren 
die Ueberreste der thrakischen, epirotischen und illyrischen 
Völker eingeklemmt. Die Slawen an der mittlem Donau, im 
heutigen Ungarn, waren damals von den Obren (Awaren, richti- 
ger Abaren), einer furchtbaren Horde fahrender Krieger und 
Eroberer, unterjocht. Da geschah es denn unter der Regierung 
des Es. Heraklius um das J. 636 (nach PejaCevic , denn 449, 
welches man aus einer andern Stelle des Konstantinus heraus- 
bringt, ist durchaus unstatthaft; damals waren noch keine Aba- 
ren an der Donau, und der Kaiser spricht weiter unten von 
dem Einfalle der Abaren und der Einwanderung der Chorwaten 
so, als wenn beide unter Heraklius, beide gleich nach einander 
erfolgt wären), dass die Dalmatiner, welche die Granzwache an 
der Donau versahen, einen Einfall in das den Abaren unterge- 
bene benachbarte Slawenland wagten, und eine Menge Menschen 
als Gefangene wegschleppten, während die Abaren auf einem 
Kriegszuge abwesend waren. Dies veranlasste die Abaren und 
die Slawen sich auf Salona zu werfen, und nach und nach fast 
ganz Dalmatien zu besetzen. Um das J. 638 verliessen ftknf 
chorwatische Knezen, die Brüder Klukas, Lobelos, Eosentzis, 
Muchlo und Chrowatos, und zwei Fürstinen, die Schwestern 
Tuga und Buga, ihre alte Heimath, das nördliche Ghrowatien 
oder Belo-Chrowatien, welches über Bagivaria (Bajuvaria, Baiem), 
und nach einer andern Stelle über Turkien (d. i. Magyarenland) 
hinaus, gegen Frankien oder Sachsen zu lag, an dreissig Tag- 
reisen weit vom Schwarzen Meere entfernt war, und zu Kon- 
stantins Zeit mit den Türken (Magyaren) Bündnisse und Freund- 
schaft pflog, nach einer andern Stelle aber den beständigen 
Einfällen der Franken, Türken (Magyaren) und Petschenegen 
ausgesetzt, ja sogar dem fränkischen oder sächsischen König 
Otto tributär war. Sie kamen mit ihren Völkern nach Dalmatien, 
bekriegten hier einige Jahre lang die Abaren, überwanden sie 
vollends und begaben sich mit dem neueroberten Lande unter 
den Schutz des Ks. Heraklius. Ein Theil der Chorwaten be- 
setzte lUyrikum (ein sehr vager, unbestimmter Ausdruck!) und 



Pamumien (d. i. Pannonia Savia oder das Land zwischen der 
Save und Drave), und stiftete hier ein unabhängiges Fürsten- 
thnm. Kurz nach dieser Begebenheit verliess auch ein serbischer 
Enez mit seinem Volke seine alte Heimath, welche jenseits des 
Landes der Türken (Magyaren) lag, von den Einwohnern selbst 
Boiki genannt wurde, an Frankenland und Belochrowatien granzte, 
und in welchem der Fluss Visla oder Dyiica strömte. Er wandte 
sieh an den Es. Heraklius um Schutz, erhielt zuerst eine Gegend 
um Thessalonichi (wohl das heutige Serbica am Fl. Haliakmon 
in Makedonien) zum Wohnsitze, verliess sie aber bald darauf 
(doch mögen Einzelne in der Kolonie Serbica zurückgeblieben 
sein), zog über Belgrad und die Donau in seine Heimatb zu- 
rück und kehrte erst dann um, als ihm der Kaiser durch den 
Prafekten von Belgrad den grössten Theil von Dalmatien, näm- 
lich das nachmalige Serbien, Zachluraien, Dioklea, Terbunien 
sannnt Kanäle (Konavlje) und Paganien oder Narenta (Neretva) 
zom Wohnplatze anwies. Dies sind Konstantins des Porphyroge- 
aeta Nachrichten von der Ghorwaten und Serben Abkunft und 
Einwanderung nach lUyrikum. Wenn man auch über die innem 
Schwierigkeiten, mit denen die so bestimmt erzählten Thatsachen 
gedrückt werden, hinwegsehen wollte, so muss man doch Kon- 
stantins irrige Ansicht von der alten Heimath der illyrischen 
Chorwaten und Serben aus ihm selbst berichtigen, um nicht 
das Ganze für eine Fabel erklären zu müssen. Offenbar sind in 
seinen geographischen Angaben mdersprechende Bestimmungen, 
die nicht zusammen bestehen können. Die Ghorwaten im böhmi- 
schen Riesengebiiige und die Serben in der Lausitz konnten 
nicht Bundesgenossen und Nachbarn der Ungern sein, und nicht 
beständig Yon Ungern und Petscbenegen geplündert werden, und 
die Einwohner von Böhmen und der Lausitz waren zu Konstan- 
tins Zeit (949) nicht mehr Heiden , wie er dies doch ron den 
£inw<di&em von Belochorwatien und Beloserbien ausdrücklich 
und zu wiederholtenmalen behauptet Konstantin ist ein sehr 
mittelmässiger, beschränkter Geograph, ein fleissiger, aber höchst 
unkritischer Historiker, und ein höchst unwissender pedantischer 
Etymolog. Wahres und Falsches bei ihm zu scheiden ist Auf- 



8 

gäbe der Kritik. Erzählt er nicht oft dieselbe Thatsache ober 
die Chorwaten und Serben zweimal und dreimal mit immer 
abweichenden, oft sich widersprechenden Umständen? Sagt er 
nicht in eben demselben Kapitel, wo er von der Einwanderung 
der Chorwaten und Serben spricht, Diokletian hätte die Stadt 
Dioklea erbaut und nach sich benannt, während doch letztere 
lange vor Diokletian bestand, von Plinius und Ptolemäus genannt 
wird, und diesem Kaiser das Dasein gab? — Es gab zu Koo* 
stautins Zeit ein doppeltes Chorwatien und ein doppeltes Ser- 
bien im Norden der Donau : ein westliches im böhmischen Rie* 
sengebirge und der Lausitz, und ein östliches im Karpatenge- 
birge und im nachmaligen Rothrussland. Beide Doppelländer 
waren damals, und gewiss auch schon im J. 638, durch die 
Wohnsitze der Cechen und Lechen getrennt; aber von dieser 
Trennung weiss Konstantin nichts, er vermengt vielmehr beide 
Länder und verbindet sie zu einem einzigen zusammenhängenden 
grossen Chorwatien und Serbien. Die böhmischen Chorwaten nennt 
Alfred um das J. 900 „Horithi'', eine Urkunde Heinrichs v(m 
dem J. 1086 „Ghrovati'', und die Ortschaft Chorvatice im Nor- 
den Böhmens spricht noch heutzutage für das ehemalige Dasein 
derselben in jenen Gegenden : die karpatischen Chorwaten nennt 
Nestor bei den Jahren 859 und 862 XpiaaTe, XpoBaxe, XpanaTe 
und XopaaTe ö&iiH, Konstantin Porphyrogeneta führt sie bei 
einer andern Gelegenheit (de Adm. Imp. c 13.) als unmittelbare 
Nachbarn der Türken (xMagyaren) an, seine Worte sind: xffog 
v6 ßoQttovBQOv fAäQog ot UaviiLvaiUzM y o£ ii X^fmßdvoh JtQog 
tä oQfTi Tot£ Tov(f9u>tg na^xaivzai.^ , ad Boream Patzinacitae, 
Chrovati vero in montibus juxta Turcas habitant; und sie wer- 
den hier noch im J. 885 von Oleg und im J. 993 von Vladimir 
dem Grossen bekriegt, worauf dann ihr Name aus der Geschichte 
verschwindet, wiewohl der Name des Landes ,,Horby" noch 
heute im Munde der ungarischen Ruthenen fortlebt. Die west- 
lichen oder deutschen Serben kommen fast bei allen deutschen 
Annalisten des VII.— IX. Jahrh. unter den Namen »Surbi, Surbii, 
Suurbi, Suirbi, Surui, Sorabi etc.'' und ihr Land »Surpe, Suirbia, 
Zribia etc.** vor; auch Nestor führt sie in diesen Gegenden als 



9 

CepÖH, Cpi(Sii an; die östlichen in Rothrussland kennt Konstantin 
Porphyrogeneta selbst in der Nachbarschaft der Drevljani, Dr*go- 
viü und Kriviii, als Zinspflichtige der Russen, und nennt sie 
Serbii (SäQßiot, de Adm. Imp. c. 9.)i und in einem alten geo- 
graphischen Aufsatze in einer münchner Handschrift heissen sie 
Z^riani (Serbjani). — Dass die illyrischen Ghorwaten und Ser* 
ben nicht, wie es der Stoppler Konstantin dafürzuhalten oder 
wenigstens in seiner verworrenen Darstellung anzugeben scheint, 
aus dem westlichen Ghorwatien und Serbien, d. i. aus Böhmen 
und der Lausitz, sondern unmittelbar aus dem östlichen Karpa- 
tenlande, dem heutigen ungarischen und galiziscben Ruthenien, 
ausgegangen sind, davon bin ich, nach wiederholter Prüfung 
aller GrOnde und Oegengründe, und nach sorgfaltiger Veiiglei- 
chung aller alten geographischen Eigennamen, besonders Floss- 
namen, im Süden und Norden der Donau, auf das vollständigste 
überzeugt Hiezu stimmen auch die GrQnde, die uns die Sprach^ 
forschung an die Hand gibt Das Serbische in der Lausitz und 
das Serbische im Süden der Donau, die jetzt auf den entgegen- 
gesetzten Endpunkten der zwei slawischen Dialekten-Reihen ste* 
hen, konnte auch im J. 638 nicht eine Mundart sein und nicht 
einem Volke angehören. Dies war zugleich die Meinung des 
gründlichsten und besonnensten Kenners der slawischen Sprache 
und Geschichte. ^Es folgt aus allem unwidersprechlich,'' sagte 
Dobrowsky, „dass die Serben über der Donau nicht von den 
nördlichen Serben in der Lausitz abstammen können, sondern 
als zur ersten Klasse gehörend und näher mit den Russen ver- 
wandt ein ganz eigener Stamm sind, der, da er noch diesseits 
der Donau war, nicht in der Lausitz wohn^ konnte, sondern 
ehe er sich hob, um ein neues Land zu beziehen, naher bei den 
Russen gesucht werden muss.^ Die ursprüngliche, alte Heimath 
der Serben waren demnach die östlichen Karpaten und Roth* 
rossland; deijenige Theil der Serben, der in den Karpaten sass, 
erhielt den Localnamen XpiöaTH, XpuaTH, Horbati, Horvati, 
von den Gebirgen Ipi^H, jetzt Horby, und behielt ihn auch nach 
der Auswanderung» Chorwaten und Serben waren zur Zeit ihrer 
Einwanderung nach Illyrikum genetisch nur ein Stamm, wiewohl 



10 

er verschiedenen Färsten gehorchte, verschiedene Gegenden be* 
wohnte und verschiedene Localnamen führte. Es ist demnach 
gar nicht unrichtig, wenn z. B. Skylitzes beim J. 1070 sagt: 
,,Serborum gens, quos etiam Chrobatos vocant"*, welchen Satz 
Zonaras in umgekehrter Form also wiedergibt: ^»Gens CSiroba- 
torum, quos nonnuUi Serbos vocant." Es ist dies bloss ein tro- 
pisches Spiel mit dem Genus Serbe und der Spedes Chorwat 
Die Namengemeinschaft der westlichen Ghorwaten und Serben 
(in Böhmen und der Lausitz) und der südHdien datirt sich ans 
der entferntesten Urzeit, und deutet auf gemeinschaftliche Ab- 
stammung aller serbisch-slawischen Zweige von einigen Urstäm- 
men, wofern man nicht lieber annehmen will, dass beide Namen 
auch hier Locabamen sind, und dass die Bewohner der hinsitzer 
Sumpf niederungen eben deshalb Serben, die Bewohner des 
Biesengebii^es hingegen Chorwaten Messen. Letztere Ansicht 
stimmt mit meiner Erklärung der Namen Srb Wasseranwohner 
und Chorwat Bergbewohner sehr gut überein. 

[Vgl. Dobrowsky über Serben unb Chrowaten in Engei's 
Gesch. V. Serb. S. 163—161, im Ganzen, mutatis mutandis, noch 
immer das Beste über diesen Gegenstand, wogegen des fleissigen 
und sonst verdienstvollen, aber in der altem Geographie und 
slawischen Sprache höchst unwissenden, dabei von fixen und 
verkehrten Ideen strotzenden Engel erbärmliche Vor- und Nach- 
bemerkungen sehr lächerlich absteigen. Vgl. auch meine „Ab- 
kunft der Slawen'' S. 92 ff., 136 ff.] 

3) So verworren des Konstantin Porphyrogeneta Nachrichten 
über die alte Heimath seiner Chorwaten und Serben sind, so 
uneudlidi schätzbar ist seine Beschreibung der neuem Wohn- 
sitze dieser Einwanderer in illyrikum. Hier dürfen wir schon 
eine grössere B^anntschaft mit der Lage der Länder bei dem- 
selben voraussetzen, und seine Nachriditen stimmen mit andern 
spätem Angaben und mit der Natur der Sache aufs vollkom- 
menste flbereln. Es ist unerlässlich , die damaligen Wohnsitze 
der Chorwaten und Serben und ihre Vertheilung in den neuen 
Ländern aufs genaueste kennen zu lernen, um eine klare Ein- 
sicht in die spätere Geschichte dieser Völker und in das Ver- 



11 

hältniss ihrer Sprache zu den beuachbarten skwischen Mund- 
art«! zu gewinnen* ~ Das Land der Chorwaten erstreckte sich, 
nach Konstantin» von dem Flusse Getiiya neben dem Adriatischen 
Meere bis an die Gränze von Istrien, und von da weiter bis an 
die Stadt Albunon hinauf; durch den Fluss Cetiiqa» die ^upa 
Imota (das heutige Imoski) und die Stadt Ch\jevno gränzte es 
im Süden an Serbien. Die eilf 2upen, in weiche es dngetheilt 
war, waren folgende: CUeviaia XlaßLava^ altserbisch Ch^evoo, 
jetzt Livno, Stadt und Gegend in der Hercegovina. Tienlciaa 
Tyvii^a^ das Gebiet am Cetinja Flusse. Inota "ifyota^ noch 
heutzutage Imota genannt (nach Farlati, Lucius und Kuiiö), mit 
einem gleichnamigen See und mit dem Hauptorte Imotski oder 
Imoski (nämlich Imotski grad). Pleva IlXifia, altserbisch Pyeva, 
jetzt Pliva, Nebenfluss der Vrbas mit gleichnamigem Orte. Pe- 
aenia n&sivta^ meiner Meinung nach die Gtegend um das Ge* 
birge Vezenta im Norden von Jajac („PrimiSe te göre uz Ve* 
zentu, Uz Vezentu visoko planinu. Od Jajca i niko nevi^jeo'' 
und weiter „Pa silazi dolje niz Vezentu, Ode pravo Jajcu 
bijelome'' CpCcse neaie III. 158)» dem Namen nach mit dem 
nahe bel^enen alten Basante der Tabula Peutingeriana iden- 
tisch; Lucius und Farlaü halten die in den Akten des Goncilium 
zu Spalato vom J. 1185 voifcommende Parochie Pset des Bisthums 
Knin für Pesenta. Partthalassia Ilaifa^akawia^ serbisch Primoije, 
nicht das jetzt sogenannte Primoije zwischen der Cetinja und 
Narenta mit der Stadt Makarska, denn dieses bewohnten die 
Pagani, sondern ein anderes nördlicheres, zwischen der Cetinja 
und Eerka. Brebera Bfsßi(fa, jetzt Bribir, Schloss an der Bri* 
Isiätica, zwischen dem Flusse Kerka und dem See Karin. NOM 
Nopa, jetzt Nin^ Inselstadt an der Meerenge. Tnin Tpi^va^ 
d. i. Knin, im Binnenlande an der Kerka. Sldraga mdifaya^ die 
Gegend um Biograd (jetzt missbräuehlich Zara vecchia genannt), 
noch spater in zwei Diplomen vom J. 1059 bei Lucius und in 
den Akten des Cioncilium zu Spalato 1185 genannt, «Belgrad cum 
tota Sidraga**. Niia Niva^ nach Farlati die Gegend an beiden 
Seiten des Flusses Zermanja, mit der Stadt Bjelina in dem 
Landstrich Bukovica. Kribasa Kffifia^ay die spätere Grafschaft 



12 

Erbava oder Earbava („Corbavia"), jetzt der nordöstliche Theil 
des GränzregimenteB Lika mit dem Bergschlosse Udbina. Liiza 
Aittfic^ die spätere Grafschaft und das jetzige Oränzregiment 
Lika. Gnlzika rowi^Tcd, jetzt das Gefilde Gacko mit den Flüss- 
eben Gacka und Gaötica, die sich bei Oto6ac yereinigen. Die 
Städte der Ohorwaten waren folgende : Noiia N6va , jetzt Nin. 
BelogradoB BskoyQccdov , ehemals Bjelgrad, jetzt Biograd am 
Meere, von den Italienern irrig Zara vecchia genannt. Belitein 
BsIUtiBLp^ nach Lucius und Farlati Bjelina in dem Landstrich 
Bukovica ; ich halte es für das alte Bjelaj, jetzt Bilaj in Bosnien. 
Skor^ona Zxöpdofa, jetzt Skradin. ChlefeM XXsßiva, altserbisch 
Ghljevno, jetzt Livno in der Hercegovina, die Hauptstadt der 
obigen 2upa Ohleviana. Slol^n Ztokswv, bei Ptolemaeus „civitas 
Sthipi" in Libumien, die Hauptstadt der dalmatischen Stulpini 
des Plinius, nach £eichard Shiin, vielleicht aber eher einst ein 
Ort am Berge Stup. Tiaiin Tsvriv^ heutzutage Knin. Kori £ope, 
jetzt Karin am gleichnamigen See. KlaToka KhißAKa^ jetzt 
Glamo6 in Bosnien im Norden von Livno. Alle hier genannten 
2ttpen und Städte fallen, wie man sieht, südlich vom heutigen 
Senj (Zeng) und OtoCac. — Dies war das eigentliche, ursprüngliche, 
alte, wahre Kroatien: seine Gränzen sind im Süden durch den 
heutigen Cetinja Fluss und die Städte Imoski und Livno, im 
Osten durch den Fluss Vrbas oder die Städte Jajac und Banja- 
luka, im Norden durch die Save und die Kulpa, im Westen 
durch das Adriatische Meer abgeschlossen. Die Residenzen der 
alten chorwatischen Könige waren Belgrad am Adriatischen 
Meere und Bihai an der Una. Die Sprache der Einwohner die- 
ser Gegenden, der genetischen (radicalen) Ohorwaten, hat sich, 
so weit ihre Geschichte zurückreicht, von der Sprache der Serben 
nie so weit unterschieden , dass man sie einen eigenen selbst- 
ständigen Dialekt nennen könnte. Von diesen Chorwaten sonderte 
sich einige Zeit nach ihrer Ankunft eine Schaar, wahrscheinlich 
kriegslustiger Abenteurer ab, zog nach lUyrikum und Pannonien 
zu den schon lange hier ansässigen, einem andern Stamme 
angehörigen Slowenen und gründete hier ein unabhängiges Für- 
stenthum« „At a Gbrovatis'', sagt Konstantin, „qui in Dalmatiam 



13 

venerant, pars quaedam secessit, et Illyricum atque Pannoniam 
OGCopavit; habebantqne etiam ipsi principem snpremum, qui ad 
Chrovatiae tantum principem amicitiae ergo l^atioDem mittebat'' 
Diese Erweiteningen der chorwatischen Besitzangen sind ledig- 
lieh im östlichen Theile des jetzigen Militärkroatien , ferner in 
dem grössten Theile von Slawonien, in der sogenannten Panno- 
nia Savia, zu suchen. Es scheinen dies eben diejenigen Chorwaten 
gewesen xn sein, von welchen Konstantin erzählt, dass sie eine 
Zeit lang unter der Botmässigkeit der Franken standen. Wir- 
klich gehorchten die eben genannten Länder lange den Franken, 
und ein Theil derselben hiess noch lange darauf Francochorion, 
so wie das sirmische Gebirge noch heute Frtt§kagora=Franken- 
beiig heisst. Fär diese Ansicht, welche Eärieliö mit nichtigen 
Gründen bekämpft, geben Cedrenus und Zonaras ein treflfliehes 
Zeugniss, welche erzählen, dass Ks. Basilius im J. 1019 nächst 
Bulgarien auch das angränzende Ghorwatien erobert habe, wie- 
wohl Sirmium lange widerstanden: „Subacta Bulgaria Imperator! 
se dedidit etiam contermina Chorbatorum gens et ejus principes 
fratres duo...; solus adhuc Imperium detrectabat Sermo, Sirmii 
dominus, Nestongi frater.*' Auf das heutige Provinzialchorwatien 
wurde der Name Chorwaten erst etwa vor dreihundert Jahren 
fibertragen; es hiess bis dahin immer Slawonien. Die Bewohner 
desselben sind ursprünglich Slowenen, nicht Kroaten, doch mit 
einem eigenthümlichen Dialekt Wahrscheinlich besetzten die 
Chorwatea gleich nach ihrer Ankunft auch einige Inseln des 
Adriatischen Meeres, wiewohl dies Konstantin ausdrücklich niöht 
sagt. 

Das von den Serben eingenommene Land erhielt gleich 
anfangs mehrere specielle Namen; es hiess insbesondere Pagania 
oder Neretva, Zachlumia, Terbunia und Konavlje (Ganale), Dioklea, 
Serbia nnd Bosna. Die Paganl wohnten an der adriatischen 
Käste zwischen den Flüssen Cetinja und Neretva, in drei 2;upen 
vertheilt, davon zwei, Baztok und Mokro, am Meere, und eine, 
Dlmno, im Binnenlande lag. Rastoiza Paavmrta hatte den Namen 
von dem heutigen kleinen See Baztok, südlich von Makaraka, 
unweit von Zaostrog. Alokron Maxgdv ist (liA^-^^ggflTTt^Wl^die 

(" ^ ■^■; 



14 

beutige Stadt Makarska, die serbisch eigentlich Mokro biess. 
Salen JakAf endlich ist das altserbische Dlmftn, Dlmno, jetzt 
Duyno in der Hercegovina, das alte berflhmte Delmininm oder 
Dalminium, nach welchem das ganze Land und Volk benannt 
wurde. An Städten macht Konstantin folgende namhaft: Mokrm 
MoxQovy d. i. Makarska. Tendlia Bs(fovlXuc, jetzt Vrulja, mitten 
zwischen OmiS und Makarska am Meere. Oslrok 'Od^pox , jetzt 
Zaostrog, sädlich von Makarska, in einiger Feme von der Küste; 
verschieden davon ist das jetzige Ostrog bei NikSitj. Labinetza 
AaßLvBv\/Dc^ Labinec, wie noch jetzt mehrere Ortschaften in andern 
slawisdten Ländern heissen, von noch unbestimmter Lage ; Fortis 
hielt die Buinen von Oradac oberhalb der Mündung der Narenta 
dafür. Ausserdem besassen die Pagani folgende Inseln: Kurkura 
(Kurkra, Kiker) Kovffxovifa (KovQHQa, KItcsq)^ jetzt Curzola, Kor- 
iula, Meleta MiUza^ jetzt Meleda, Mlit, Barizo BdQttp (Bratzis 
Bffctt^r^g)^ jetzt Brazza, Brai und Pbaros (Phara) ^d(fog (<Pd(faX 
jetzt Lesina, Hvar. — Zachlumia erstreckte sich südlich am Meere 
von der Narenta bis nach Ragusa hinab, und von da tief in das 
innert' Bergland hinein. Diese Landschaft trug den Namen von dem 
Gebirge Cblnmos Xlov^wg^ heutzutage Hum. Der Fluss Bona 
Bova durchströmte sie; es ist die heutige Buna, die etwas 
südlich von Mostar in die Narenta mündet. Sieben Städte der Za- 
chlumier nennt uns Konstantin. Stagnon Stdyvovy jetzt Ston, ita- 
lienisch Stagno, auf einer Landenge. Mokrisklk MoxQttrxix^ nach 
der Analogie von Dobriskik serbisch wobl Mokr'sk Mospicrb, 
noch unbekannt. Josü 7o(rAi} , jetzt Oslje, östlich von Ston in 
der Hercegovina ; sonst kommt das Wort in der Form OSIje und 
Oz^e als Ortsname in andern Gegenden vor. Galomalnik raXov" 
ficci^viXy serbisch wohl Glumnik oder Glumnica, noch unentdedct, 
wenn es nicht das verdorbene Salum unserer Charten südlich 
von Nevesinje ist; Glumnica kommt weiter von da in Bosnien 
vor. Dobriskik Joßtfimix, ehedem Dabrsk, jetzt Dabar, auf den 
Charten irrig Dobar, denn es stammt entweder von JI^bbpb 
serbisch saf^apB Thal convaliis, oder von jj^afiapi Biber castor. 
(SllmB XXo'dfi , am Gebirge Hum , dem jetzigen Namen nach 
unbekannt, denn das von Kaii^ erwähnte Hum, jetzt Pod- 



15 

hnm, Podum bei Livno ist davon verschieden. Bona Bova am 
FluiBse Buna, ebenfalls noch unausgemittett , in der Gegend von 
Blagaj. — Terbonia und Kanäle, serbisch Trebinje und Konavlje 
(letzteres von unterirdischen Wasserleitungen so genannt, nicht 
vom serbischen sojia currus, wie Konstantin faselt), lag zwischen 
Bagusa und Cattaro, und dehnte sich von der Küste aus ins 
Innere bis an den Fluss Moraia. Dieser Landstrich zählte sechs 
vorzfigliche Städte. TerhoBia TsQßowia, jetzt Trebiiye. OrmM 
Viffiagj von den Chronisten des XII. Jahrh. Urmo genannt, 
wahrscheinlich das spätere Bama am gleichnamigen Flusse. 
BiMM Pla^va^ heutzutage Bisno. Lukavete Aovxdß^TSy heutzutage 
Luka im Binnenlande bei Tuhelj. Zetlivi Zsrkrjßriy d. i. Zeta, jetzt 
Name eines Flusses und einer Gegend. — Dioklea begriff in 
sich den Landstrich an beiden Seiten des Flusses Moraia. In 
demselben lagen folgende Städte: firadetal rifa&ävccXy heutzutage 
Grädid oberhalb Skadar. Noagrade Novy^dSe^ d. i. Novgrad, noch 
unbestimmt, wenn es nicht Gradac in der Nahija LjeSanska ist 
LoBlo ^oi^o (insgemein to AwtoioxXa^ aber es ist getrennt zu 
l^en x6 Jovroy to Aoxla), jetzt Linda» auf älteren Charten Lunta 
und Luncza nordwestlich von Skadar. Dobla ^oxXa, jetzt Duk^a 
in Buinen, am Einflüsse der Zeta in die Moraia. -«- Serbien in 
der engsten Bedeutung lag im Nordosten der jetzt genannten 
Landschaften, an beiden Seiten der Flfisse Bosna und Drina, und 
erstreckte sich bis an den Ibar und die Morava, welche Flflsse 
es von Bulgarien schieden. Die Städte der Serben waren fol- 
gende: Destinikon Aeinivixov, an einer andern Stelle Deslinlka 
J^mvlxa, die älteste Besidenz serbischer Ffirsten, ist nicht 
Trstenik, sondern vielmehr Desnica (t ist griechische Einschal* 
tung), welches als „castrum Thysnitza^ noch in einem Diplome 
Kg. Sigmunds vom J. 1426 genannt wird, jetzt unbekannt, aber 
in der Driaa-Gegend zu suchen, wo Dörfer Desi^i, Desna vor- 
kommen. Tzernabaakei Tfie(fvaßovfg»si^y d. i. Cmabuia, aber von 
noch unbekannter Lage; in Serbien kommen einige Ortschaften 
Bujye, in Bosnien Bjelabuia im Norden von Travnik vor. Megy- 
retoa Jfi^^ov^, das heutige Medjurei in der Nahija Jagodin- 
ska. Dresneik ^Qe^verjx, das heutige Dre2nik in der Nah^a 



16 

Uiiöka; sonst kommt id alten Diplomen auch der Ortsname 
Dr'snik vor. Lesnik Aeavri%, jetzt LjeSnica am Flusse Jadar. 
Salenes ZaXr^ig, jetzt Solina, türkisch Tuzla, von toz Salz, Dop- 
pelstadt am Flusse Jala in Bosnien. Rasa Pdaa^ bis auf die 
türkische Eroberung stets Rasa genannt, jetzt Novipazar am 
Flusse Ra§ka. Als eine besondere Landschaft in Serbien zeichnet 
Konstantin die Gegend Bosna xa^flov B6aan/a aus. Sie hatte 
zwei namhafte Städte. Katera KdrsQa, jetzt Kotorsko am Flusse 
Bosna. Desnik Js^vrix, noch spät im Mittelalter unter dem Namen 
Desna vorkommend, heutzutage nach Kaöid DeSan, auf Charten 
türkisirt Te2eju. Die Gränzen des alten Serbenlandes waren 
demnach im Süden der Fluss Boljana mit der Stadt Skadar, 
im Westen die Stadt Rasa oder das heutige Novipazar an der 
RaSka (von Konstantin ausdrücklich als Gränzstadt gegen die 
Bulgaren erwähnt ; Priätina, Niä, Ku(evo, Braniöevo wurden erst 
im Xn. Jahrhundert den Griechen, an welche sie von den Bul- 
garen kamen, entrissen), von da an die Flüsse Ibar und Morava, 
im Norden die Donau und die Save, im Westen der Gebirgs- 
rücken, welcher die Flussgebiete der Bosna und des Vrbas 
scheidet, endlich von da weiter die Gebirge zwischen den Quellen 
des Vrbas und der Mündung der Cetinja. Wiewohl Konstantin 
nur die Wohnsitze der Serben seiner Zeit schildert, so können 
wir doch mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass dieselben 
schon gleich nach der Einwanderung so vertheilt waren, weil 
er sonst wahrscheinlich ihre spätere Erweiterung, wie bei den 
Cborwaten, erwähnt haben würde. Was demnach über diese ur- 
sprünglichen Gränzen hinaus liegt und jetzt Serbien heisst oder 
während der Blüthe des Reiches so genannt wurde, sind spätere 
Erwerbungen, welche die Geschichte zu erzählen hat Wollte 
diese über den ganzen Stamm vollständig sein, so mflsste sie 
auch die Chorwaten, nämlich die genetischen alten Chorwaten, 
mitumfassea Da jedoch im Lande der Chorwaten die cyrillische 
Schrift und Literatur keine bleibende Früchte trug, so beschränkt 
sich unser historischer Ueberblick diesmal bloss auf das Land 
der Serben. 



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4. Tiefe Nacht deckt die ältesten Schicksale des serbischen 
Volkes. Nur einzelne abgerissene Thatsachen und Namen von 
Fürsten aus den fünf ersten Jahrhunderten nennen uns die 
Byzantiner; noch weniger Ausbeute an verlässlichen Daten bieten 
die occidentalischen Schriftsteller dar; die einheimischen dürfti- 
gen Annalen fangen erst mit dem Xu. Jahrhd. an. So wie in 
Chorwatien die einzelnen 2upanen unter zwei bis drei von ein- 
ander unabhängigen 6ross2upanen, die anfänglich den Titel Baue 
führten , und von denen sich einer schon im IX. Jahrh. zum 
Könige aufschwang, vereint waren; eben so war es mit den 
verschiedenen Tbeilen Serbiens der Fall. Der Grossiupan von 
Serbien, der in Desnica (Destinika des Konstantin) residirte, 
war anfangs das Oberhaupt aller andern serbischen 2upane, mit 
Ausnahme der in wilder Freiheit lebenden Paganer; nach der 
Zerrüttung des Landes durch die Bulgaren schwang sich der 
Gross2upan von Pioklea mächtig empor, erlangte bald königli- 
ches Ansehen und Titel, und erhielt die Insignien dazu vom 
Papste; l»s Nemanja, der Sprössling einer 2upanenfamilie aus 
Dioklea und Schöpfer einer neuen Dynastie, ein mächtiges 
unabhängiges Gross^upanat in Rasa gi*ündete und in kurzer 
Zeit ganz Serbien mit bleibendem Erfolge unter seine Botmäs- 
sigkeit brachte, selbst Bosnien nicht ausgenommen, dessen 
Verband mit dem Reiche jedoch wieder später lockerer ward. 

Dies vorausbemerkt, wollen wir nun die früheste Geschichte 
des Landes, vorzüglich nach den Angaben der Byzuitiner, über- 
blicken. Auf den aus Beloserbien gekommenen Fürsten, sagt 
Konstantin, folgte zuerst der Sohn, dann der Enkel und so fort 
alle andern Nachkommen, bis nach vielen Jahren (um d. J. 800) 
Yyseslav , nach diesem Radoslav , nach diesem Proslgoi) , und 
endlich nach diesem VlasUmir (um d. J. 870) auf dem Stuhl 
sass. In dieser Zwischenzeit hatten sich die Serben von der 
byzantinischen Hoheit frei gemacht. Vlastimir, geschreckt durch 
die Saracenen, welche die dalmatische Küste beunruhigten, be- 
gab sich unter den Schutz des Ks. Basilius (um d. J. 870), und 
besiegte nach dreijährigem blutigen Kriege den bulgarischen 

dafaKk. LitezmtnrseBchiolite. m. Band. 2 



18 

Herrscher Presiam. Seine Tochter verheirathete er an Erajna, 
Sohn des trebinjer 2upans Bela, und erklärte den Schwieger- 
sohn für einen unabhängigen Fürsten. Auf Erajna folgte Hvali- 
mir, und auf diesen Cucimir (880—940). Vlastimir's drei Söhne 
Hontlmir, Slrcyimir und 6c()iiik theilten das Reich unter sich 
(um 880), schlugen den Einfall des Bulgaren Michael Boris zu- 
rück, wurden aber unter sich uneins, und Muntimir vertrieb 
seine zwei Brüder (um 886). Auch er hinterliess drei Söhne. 
Pribislar, Bran und Stephan ; der älteste ward Grossiupan. Allein 
Peter, Gojnik's Sohn, drang mit Chorwaten nach Serbien ein, 
bemächtigte sich des Fürstenstuhles , Hess Bran blenden und 
tödtete den Prätendenten Klonimir, Strojimir's Sohn. Er regierte 
nun friedlich über 20 Jahre; endlich, von den Bulgaren durch 
Yerrath gefangen, starb er im Kerker (nach 917). Der von den 
Bulgaren bestellte 6ross2upan Panl, Bran's Sohn, strebte gar 
bald nach Unabhängigkeit, wurde überwunden und musste die 
Regierung an ZachariaSt Pribislav's Sohn, abtreten (920). Aber 
auch dieser wurde den Bulgaren untreu und neigte sich zu den 
Byzantinern ; weshalb der Bulgare Symeon in Serbien einfiel, den 
Fürsten in die Flucht schlug, die Bojaren und das Volk theils 
niedermetzelte, theils in die Gebirge schleppte, und beinahe 
ganz Serbien in eine Wüste verwandelte (924). Ceslav, Elonimir's 
Sohn, wurde des Landes Wiederhersteller (934). Er fand Mittel, 
aus der bulgarischen Gefangenschaft zu entfliehen, sammelte die 
Zerstreuten, rief die Flüchtlinge zurück und erstarkte bald unter 
dem Schutze des Es. Konstantin, dem er dafür treu und ergeben 
blieb. Nun folgt in der serbischen Geschichte eine Lücke von 
siebzig bis achtzig Jahren (934—1015). Etwa um d. J. 1016 
regierte Vladimir, ein tapferer und tugendhafter Fürst, den der 
bulgarische Kg. Joann Vladislav am 22. Mai 1016 zu Prespa 
verrätherischer Weise ermorden liess. Joann Vladislav bemächtigte 
sich Serbiens, starb aber schon zwei Jahre darauf auf einem 
Kriegszuge wider die Griechen. Mit Bulgarien fiel auch Serbien 
unter die Herrschaft der griechischen Kaiser, und wurde durch 
griechische Statthalter verwaltet. Um das Jahr 1040 stand 
Stephan Vcjlslav auf, vertrieb den Statthalter Theophilus Ero- 



19 

ticus und schlug die herandringenden Griechen einigemal aufs 
Haupt (1043). Sein Sohn und Nachfolger Miehael (1050-1080) 
lebte anfänglich in Frieden mit den Byzantinern, aber bald in 
noch grösserem Verkehr und Verband mit dem Occidente , nahm 
den Titel eines Königs (rex) an, und erbat sich dazu die Insi- 
gnien vom Papste (1078). Er eroberte Durazzo (Dra6) 1079 und 
soll dreissig Jahre lang regiert haben. Sein Sohn KoBStantiii Bodin 
(1080) bezwang die 2upane von Bosnien und Rasa, und Hess 
auf Anstiften seiner Gemahlin Jakvinta alle seine Verwandte 
ermorden. In den J. 1089—1105 führte VIkan, 2upan von Rasa, 
blatige Kri^e mit den Byzantinern. Die Reihenfolge der GroBB- 
ii^ane ist abermals verworren; die Byzantiner schweigen, die 
dalmatischen Chronisten sind unzuverlässig. Um das Jahr 1122 
besti^ Um^ genannt Bela Uros, 2upan von Rasien, ein naher 
Verwandte Vlkan's, den Fürstenstuhl. Dieser Uroä ist der ange- 
bliche Stammvater der Nemanischen Familie. Seine Gremahlin 
Anna soll eine fränkische (d. i. deutsche) Prinzessin gewesen 
sein. Er hinterliess zwei Söhne: Öedomil, bei den Griechen Bak- 
dlinos genannt, der ihm in der Regierung folgte (1136), und 
Qeehonil, femer zwei Töchter, Helena, mit Kg. Bela von Un- 
garn, und eine ungenannte, mit dem Bojaren Belüg vermählt 
Cedomil wurde im Kampfe mit Manuel Komnenus (1J51) über- 
wunden, gefangen und hart gedemüthigt Seine nächsten Nach- 
folger waren sein Schwager Belos und des letztem Bruder 
Pribislav (1159—1162), welche beide aber bald dem IJechomli, 
Uro^'s Söhne, insgemein Tjeäa genannt, weichen mnssten. TjeSa 
wurde wegen seiner Hinneigung zu den Ungarn von Ks. Manuel 
Komnenus abgesetzt, und anstatt seiner Stephan Nemai^Ja, ange- 
blich sein jüngster Sohn, zur Fürstenwürde erhoben (1162—1165). 
5. Mit Stephan Nemai^Ja beginnt eine glänzendere Periode 
Serbiens; doch ist sowohl seine, als auch seiner nächsten Nach- 
folger Regierungszeit noch immer nicht geschichtlich hell genug. 
Nach den Angaben seines Sohnes und Biographen Sava, wurde 
derselbe im J. 1114 zu Ribnica im Gebiete Zeta geboren, betrat 
als Fürst von Rasa den Grossiupanstuhl 1159, regierte 36 
Jahre lang ,' ward zuletzt Mönch unter dem Namen Symeon in 

2* 



20 

Stttdenica den 25. März 1195 und in Batoped auf Athos den 2. 
NoYb. 1197, und starb den 13. Febr. 1200 im Kloster Chilandar 
auf Athos. Nach Beschwichtigung seiner widerspenstigen Brü- 
der (?) unterwarf sich dieser kriegerische und unternehmende 
Fürst Bosnien und schlug den Muth der rebellischen 2upane 
auf immer nieder. Zweimal zog er wider die Griechen ins Feld 
und machte zweimal mit ihnen Frieden. Nach Manuels Tod ent- 
riss er denselben Petmik, §tip, Zemljan, Yelbuid, Prizren, NiS 
und andere feste Städte. Um das J. 1184 belagerte er Ragusa 
vergeblich und schloss dann mit dieser Stadt einen Vergleich. 
Im J. 1189 empfing er den im Kreuzzug nach Palästina be- 
griffenen Ks. Friedrich Barbarossa , den er schon früher durch 
Gesandte in Eger begrüsst hatte, in Ni§ auf das zuvorkom- 
mendste, und hatte mit ihm wichtige politische Verhandlungen. 
Im J. 1192 eroberte er Skopie , schloss darauf mit dem K& 
Isaak Angelus Komnenus Frieden, und erhielt dessen Nichte 
Eudoxia für seinen Sohn Stephan zur Frau. Er vertilgte die 
Häretiker im Lande und übergab die Regierung seinem Sohne 
Stephan (1195). Dieser ward anfangs von seinem jungem Bruder 
Vlk, dem er die Gebiete Zeta und Chulm abtrat, und der nun 
mit Hilfe des Papstes und des Kgs. von Ungarn, denen er an- 
hing, nach Alleinherrschaft und der Königskrone trachtete, hart 
bedrängt; aber der jüngste Bruder Sava, der Mönch und darauf 
erster Erzbischof des Landes geworden war, versöhnte beide 
und krönte Stephan zum König 1222 , mit einer vom Papste 
geweihten und von Bischof Method aus Rom gebradbten Krone. 
Daher der Beiname PrvovjenCani , der Erstgekrönte, nämlich in 
der neuen Dynastie, denn die Diokleer waren schon früher Kö- 
nige. Nachdem Stephan seine erste Gemahlin Verstössen, heira- 
thete er Anna, Enkelin des venezianer Dogen Heinrich Dandolo. 
Kurz vor seinem Tode wurde er Mönch unter dem Namen Sy- 
mon und starb angeblich 1224. Sein Sohn Radoslav soll den 
Bulgaren und Griechen einige Landstriche und den Ungarn ganz 
Sirmien weggenommen haben , was indess sehr zweifelhaft ist 
Von Natur schwach verlor er den Verstand, und musste die 
Regierung seinem Bruder Vladislav abtreten, angeblich 1230. 



21 

Yladislav befestigte seine Herrschaft in den von den Griechen 
erworbenen Landstrichen und demüthigte den Fürsten von Durazzo, 
Johann Angelus. Mit Bagusa schloss er eine vortheilhafte 
Offensiv- und Defensiv -Allianz. Er liess durch Deutsche den 
Bergbau betreiben, hob den Wohlstand des Landes ansehnlich 
und flihrte einen bis dahin ungewöhnlichen Luxus ein. Er starb 
kinderlos, angeblich im J. 1237. Sein Bruder und Nachfolger 
Stepkan VroS, zubenannt der grosse Kftnigt hatte viel von den 
Mongolen zu leiden, welche 1241 Bosnien, Serbien und Bulgarien 
mit Baub und Verwüstung heimsuchte. Im J. 1255 besetzte 
er Kiievo und Friiep, zwei Landstriche in Macedonien, und 
schlug die Griechen aus dem Felde. Im J. 1261 wohnte er zu 
Wien dem Friedensschlüsse zwischen Kg. BelalV. und Ottokar 
von Böhmen bei, und vermählte darauf seinen Sohn Dragutin 
mit Katharina, Belags Enkelin, wobei er diesem die baldige 
Abtretung des Thrones von Serbien und Pomorien versprochen 
haben soll. Für den zweiten Sohn Milutin warb er um die 
Tochter des Ks. Michael Paläologus, Anna; allein die Unterhan- 
dlungen zerschlugen sich (um 1269). Dragotittt voll Misstrauen 
gegen den Vater und Jüngern Bruder Milutin, und ungeduldig 
ob der Zögerung des Vaters ihm die versprochene Krone abzu- 
treten, vertrieb diesen mit Gewalt vom Throne und liess ihn 
vor Gram und Kummer auf der Flucht sterben (1272). Geäng- 
stigt von Gewissensbissen trat er indess schon 1275 die Regie- 
rung von Serbien seinem Bruder Milalin ab und begnügte sich, 
wiewohl nicht ohne vorübergehende Anfälle von Herrschsucht, 
mit Sirmien (st. 1317). Die königliche Mutter Helena, eine 
fränkische Prinzessin , erwarb sich durch Wohlthun und Fröm- 
migkeit unvergängliches Andenken im Lande. Milutin eroberte 
aufs neue Skoplje, dann Zljetovo und Pijanac (1279). Konstantin 
Porphyrogeneta (?) vermochte ihm nicht zu widerstehen ; Michael 
Paläolog rüstete ein Heer von Griechen, Franken und Tataren 
wider ihn aus, starb aber vor der Ausführung des Unterneh- 
mens. Andromk H. stellte den tapfem Feldherrn GlavaS dem 
Milutin entgegen ; dessen ungeachtet nahm dieser Strumica, Sjer 
und Ghristopal den Griechen weg (1285). Im J. 1286 brachte 



22 

er auch Bosnien an sich. Im J. 1292 vei^lich er sich mit dem 
kriegerischen Fürsten von Vidin SiSman, und erlangte auch 
von dem Tatarenchan Nogaj den Frieden. Nicht so glücklich 
waren Milutin's häusliche Verhältnisse. Von vier Gemahlinen 
hatte er drei Verstössen ; bloss Simonis, eine griechische Prin- 
zessin, überlebte ihn. Seinen Sohn und einzigen männlichen 
Erben Stephan liess er aus Misstrauen zuerst blenden und dann 
(1307) nach Konstantinopel abführen. Doch ward der Unglück- 
liche der Sehkraft nicht ganz beraubt und erhielt später das 
Augenlicht wieder. Die Bemühungen des römischen Stahls, Mi- 
lutin für die occidentalische Kirche zu gewinnen, scheiterten zu 
wiederholtenmalen. Um das J. 1314 stand er dem Ks. Acdro- 
nikus II. wider die Türken bei, und die Serben verübten unter 
ihrem Feldherrn Grebostrek in Kleinasien Heldenthaten. In 
demselben Jahre machte er sich die Ragusaner tributpflichtig. 
Nadi des Bruders Drägutin Tode bemächtigte er sich des Erb- 
landes desselben , rief den verstossenen Sohn Stephan zurück 
und übergab ihm Dioklea. Im J. 1319 überzogen ihn die Ungarn 
und Sicilianer mit Krieg, in welchem er sich zwar in Epirus 
tapfer hielt, aber Maiva und Bosnien verlor. Die Unruhen in 
Ungarn lähmten Karl Roberts weitere Unternehmungen, und 
Milutin starb im Frieden 1321. Seine Wohlthätigkeit gegen 
Geistliche und Kirche erwarb ihm den Beinamen des heiligen 
Ktnigs (Sveti kralj). Sein Sohn Stephan hatte lange mit äussern 
und innern Feinden zu thun. Konstantin, angeblich ein natür- 
licher Sohn Milutin's, und Vladislav, Sohn Dragutin's, mussten 
mit Gewalt der WaflFen unterwerfe werden. Im J. 1326 besiegte 
er im Bunde mit dem Vlachen den ungarischen König Karl 
Robert. Im J. 1330 den 16. Juli schlug er die Bulgaren am 
Bache Kamen&t unweit Velbu^d aufs Haupt. In diesem Treffen, 
welches dem Könige der Bulgaren Michael das Leben kostete, 
zeichnete sich DuSau, Stephan's Sohn, besonders aus. Neda, 
Stephan's Schwester, Michaels verstossene Gattin, ward in Bul- 
garien als Königin eingesetzt. Im J. 1331 wurden die Städte 
Veles, Prosjek, Stip, Crjeäte und Dobrun, sämmtUch in Mace- 
donien, den Griechen entrissen. Aber um das J. 1334 empörte 



23 

sieh der herrschsfichtige , von den Bojaren misleitete DuSan, 
belagerte den Vater zuerst in Nerodimlje, nahm ihn darauf in 
Petri£ gefangen und Hess ihn endlich im Schlosse Zveian aufs 
gransamste erwürgen (1336). Dieser König führt von dem von 
ihm erbauten berühmten Kloster De(ani in der Geschichte den 
Beinaman DeeiBSU. Stephan Dusan, von seinen Thaten der Ge- 
waltige (Silni) genannt, fahrte nicht weniger als dreizehn Feld- 
züge wider die Griechen aus. Im J. 1337 nahm er Strumiea, 
unterwarf sich ganz Macedonien und Albanien bis nach Thessa« 
onichi, Kostnr und Janina, bedrohte Byzanz und schloss dann 
mit dem in Thessalonichi eingeschlossenen Ks. Andronikus 
Frieden (1340). Hierauf theilte er seinen Staat in acht Statt- 
halterschaften ein und ahmte anch in andern Dingen die Ein* 
richtungen des byzantinischen Kaiserreichs nach. Bei dem Kriege 
zwischen den Anhängern der Kaiserin Anna und dem Gegen- 
kaiser Kantakuzen nahm er zuerst Partei für den letztem, 
empfing ihn auf das gastfreundlichste in Morava (1342) und gab 
ihm Hilfstruppen; doch gar zu bald löste sich dies Bündniss 
auf, Kantakuzen rief die Türken zu Hilfe, und DuSan setzte 
seinen alten Plan, sich das byzantinische Reich zu unterwerfen, 
fort Er eroberte Sjer, das alte Pherae (1346), mit den noch 
übrigen griechischen Städten Macedoniens, und liess sich nun 
feierlich zum Carj (Kaiser, Imperator) von Serbien und Romanien, 
seinen Sohn Uro§ zum König (kralj, rex), den Landeserzbischof aber 
zum Patriarchen proclamiren und weihen. Hiedurch zog er sich 
aber den Bann der Byzantiner zu. Im J. 1349 liess er auf 
einem Reichstage die alten und neuen Gesetze des Landes 
revidiren und in ein Buch zusammentragen. Auch wider Ungarn 
wendete er seine Waffen mit Glück, machte sich Bosnien von 
neuem unterth&nig, und durchzog siegreich Dalmatien. Im Jahre 
1356 rüstete er sich zu einem neuen Feldzug gegen die Grie- 
chen, dessen Zweck war, Konstantinepel zu erobern, sich die 
byzantinische Kaiserkrone aufzusetzen, den griechischen Patri- 
archen Kallistus wegen des Bannes zu züchtigen und die Türken 
ans Europa zu vertreiben. Mitten unter solchen Vorbereitungen 
und Entwürfen ereilte ihn der Tod zu Deabolis in Albanien am 



24 

18. Dec. 1356. Sein Sohn, der neunzehnjährige Uros, ward nun 
Garj. Von Natur schwach an Geist und Willen wurde er bald 
von den übermächtigen , nach Unabhängigkeit strebenden und 
sich nun gegenseitig mit Krieg überziehenden Statthaltern unter- 
jocht, und endlich, als er von seinem, zum Eralj erhobenen 
Bedränger Vukaäin nach Ragusa entfliehen wollte, von diesem 
eigenhändig mit der Keule unweit Nerodiml erschlagen (1367). 
Vokosin bestieg nun den Thron, Itämpfte anfangs glücklich mit 
den Türken, verlor aber zuletzt die entscheidende Schlacht am 
Tänarus und mit ihr das Leben (1371). Das grosse serbisdie 
Reich des Stephan DuSan fing nun an rasch zu zerfallen. Lazar, 
Statthalter von Sirmien und Ma6va, ein Verwandte des alten 
Fürstenhauses, ergriff jetzt mit kräftiger Hand die Zügel der 
Regierung in dem grössten Theile Serbiens, während sich 
Tvärdko zum Könige von Bosnien erhob. Er liess sich im Jahre 
1376 förmlich zum Kaiser krönen, führte jedoch aus Beschei- 
denheit, wie dies seine Urkunden bezeugen, nur den Titel Fürst 
(knez). Eifrig bemüht, seinen Staat durch Herstellung der 
Ordnung im Innern, so wie durch Erweiterung der Gränzen zu 
befestigen, konnte er der andringenden Uebermacht der Türken 
nicht widerstehen. Schon hatte sich Sultan Murad den Bulga- 
renfürsten §iSman unterworfen und wandte sich nun nach Serbien. 
Von aller Hilfe verlassen erkaufte Lazar diesmal unter schmäh- 
lichen Bedingungen den Frieden (1386). Er wollte Zeit ge- 
winnen, um den gegen die Türken beabsichtigten Völkerbund 
fester zu knüpfen. Doch nun war alles vergeblich. Am 15. Juni 
1389 kam es zwischen den Türken und Serben auf der Ebene 
Kosovo zu einer Schlacht, welche sowohl Murat als Lazar das 
Leben, Serbien aber die Freiheit und Selbstständigkeit kostete. 
Fortan gab es keine Garjen von Serbien mehr. Unter dem Titel 
Despoten sehen wir die Fürsten des Landes noch ein Jahrhun- 
dert lang bald unter ungarischem Schutze, bald in türkischer 
Verbindung, ihr Heil suchen. 

6. Hilica, Lazarus Witwe, erhielt von Bajesid für sich und 
ihren ältesten Sohn Stephan das Land, auf welches der Verräther 
in der kosover Schlacht Vuk Brankovic veiigeblich redinete, 



25 

doch nur gegen Auslieferung ihrer ältesten Tochter Mileva an 
den Soltan, so wie gegen Tribut und Kriegspflichtigkeit. In dem 
Streite zwischen Musa und Suleiman L entschied Stephan die 
Schlacht für den letztem (1403), ward aber dafür mit Undank 
belohnt Die Türken unterstützten den Prätendenten Georg 
Brankovic, wurd^ indessen diesmal von den vereinten Serben 
und Ungarn geschlagen. Stephan erhielt vom griechischen Kaiser 
die Despotenwürde y und liess sich nun krönen. Kin^ darauf 
starb Milica als Nonne (1406). Sein Bruder Vuk und Georg 
Brankovi6 bedrängten ihn aufs neue, und er musste mit ihnen 
das Land theilen« Unter Mohamed I. und Murad IL genoss 
Stephan Ruhe und r^ierte sein Volk mild und weise. Er starb 
1427 kinderlos, fieorg Brankovle bestieg den Herrscherstuhl als 
sechzigjähriger Mann. Während der dreissig Jahre seiner R^e- 
rung ward Serbien mehr als je der Schauplatz verbeerender 
Kriege. Im J. 1430 sehloss er mit Murad II. Frieden, trat ihm 
einen Theil Serbiens, und Bosniens ab und verpflichtete sich 
zum Tribut. Bald darauf überliess er dem Könige von Ungarn 
die wichtige Gränzfestung Belgrad gegen ansehnliche Güter und 
Schlösser, um sich einen Zufluchtsort in Ungarn zu sichern. 
Sogleich sdiickte Murad Truppen ins Land, weldie mehrere 
Städte zerstörten, und Georg musste seine Tochter Mara und 
seine zwei ältesten Söhne Gregor und Stephan an den Sultan 
ausliefern. Dennoch brach Murad selbst aufs neue ein (1437), 
und Georg musste nach Ungarn fliehen. Novobrdo und Smede- 
revo fielen, nur Belgrad hielt sich noch immer. Der Sultan liess 
nun seine Wuth an den Söhnen Georgs aus; sie wurden ge- 
blendet und nach Asien abgeführt. Georg begab sich nach An* 
tivari und von da nach Kagusa, wo ihm seine Schätze und sein 
Archiv abgenommen wurden. Johann Hunyad und Georg Skan- 
derbeg drängten indess die Türken zurück, und Georg erhielt 
seht Land wieder (1444). In den darauf folgenden Kriegen 
zwischen den Türken und Ungarn spielte Georg eine sehr zwei* 
dentige Bolle (1448). Nach dem Falle Konstantinopels (1453) 
wendete sich Mohamed n. gegen Serbien; doch entsetzten die 
Ungarn Belgrad und schlugen die Türken bis Sofia zurück (1456). 



26 

Dessen aogeachtet neigte sich Georg fortan auf die Seite dieser 
letztem. £r starb nach einem Gefecht mit dem ungarischen 
Magnaten Michael Szilägji am 24. Dec. 1457, im 91. Jahre 
seines Lebens. Auf dem Sterbebette verordnete er, dass seine 
Gemahlin, die griechische Prinzessin Irene, mit dem Rathe ihrer 
drei Söhne in Serbien herrschen sollte. Allein Lazar, der jüng- 
ste unter denselben, tödtete seine Mutter durch Gift und ver- 
jtgfe die Brüder. Georg floh nach Eonstantinopel, wo er Mönch 
ward; Stephan nach Ungarn. Lazar konnte sich indess des so 
erworbenen Bwlaes nicht lange erfreuen, er starb 1458, kaum 
fanf Wochen nach semom Vater. Seine Witwe, Helena Paläo- 
loga, schenkte das Land dem ft^iste, um durch diesen die 
Hilfe der katholischen Mächte zu erlangen; das hiedrach eat- 
pörte griechiscbgläubige Volk ging dem anrückenden Sultan 
entgegen und erbat sich seinen Schutz. Dennoch yerheerte 
dieser das Land auf das entsetzlichste; brannte die Kirchen und 
Klöster nieder und schleppte 200.000 Menschen in Gefangen- 
schaft (1469). So ward Serbien eine türkische Provinz 1 — Ein 
halbes Jahrhundert lang dauerte der serbische Despotentitel und 
damit der Anspruch auf das serbische Land in Ungarn noch 
fort Als Stephan, der oben erwähnte zweite Sohn Georgs, in dies 
Königreich floh, ward er von den Seinigen feierlich zum De- 
spoten ausgerufen; aber die Versuche, welche er von Ungarn 
und Sirmien aus zur Wiedererlangung wirklicher HeiTSchaft in 
Serbien machte, waren vergeblich. Flüchtig irrte er nun umher, 
heirathete in Albanien die tugendhafte Angelina und starb end- 
lich in Italien (um 1481). Unterdessen aber hatten sich ausser 
den Serben, welche ihm nach Ungarn gefolgt waren, noch viele 
Tausende Ausgewanderter in Sirmien imd Südungam angesiedelt, 
und erfreuten sich des besondem Schutzes des Kgs. Mathias 
Corvinus. Im J. 1471 erwählten sie sich in dem Sohne Gregors 
und Enkel Georgs, Yak, wegen seiner Kühnheit und Tapferkeit 
der Drache (Zmaj) zubenannt, einen neuen Despoten. Ihm ward 
vom Könige eine Residenz in Sirmien angewiesen, von wo aus 
er keine Gelegenheit versäumte, den Türken zu schaden. Nach 
seinem Tode ward den serbischen Kolonisten noch einmal die 



27 

Ehre eines eigenen Despoten. Von den nut ihrer Mutter An- 
gelina zuerst nach Siebenbürgen und hierauf nach Sirmien zu« 
rückgekehrten Söhnen Stephans war nämlich der ältere Georg 
unter dem Namen Maxim Mönch und zuletzt Erzbischof gewor- 
den; der jüngere hingegen, JehaUi war der letzte wirkliche 
Despot der Serben. Sein Leben, mehr den Werken der Fröm- 
migkeit, als dem Kriege zugewendet, bietet nichts Denkwürdiges 
dar. Mach seinem Tode (1503) führte seine Gemahlin Helene, 
ans dem Geschlechte Jakäiä, noch aehtzehn Jahre lang den 
Titel Despotin (1521). In den folgenden Jahrhunderten ward 
diese Würde noch einigemal von diesem und jenem serbischen 
Edelmanne in Anspruch genommen, allein ohne dass die Regierung 
sie anerkannte. Nach der gänzlichen Unterjochung des Landes 
durch die Türken erfolgten wiederhohlte zahlreiche Auswande- 
rungen der Serben nach Ungarn, Slavonien und Kroatien. So 
machte noch unter dem Kg. Mathias Corvinus der Commandant 
von Temesvär, insgemein Knez Pavo (Paul) genannt, im J. 1481 
einen Streifzug gegen die Türken in Serbien; das Resultat 
mehrerer glücklicher Gefechte war, dass man bei 50.000 serbi- 
sche Kolonisten herüberbrachte, aus denen der König mehrere 
Fahnen Soldaten bildete. Aber nach der unglücklichen Schlacht 
bei Mohäcs (1526) fiel selbst ein grosser Theil Ungarns, und 
hiemit auch die daselbst angesiedelten Serben, in die Gewalt 
der Türken. Als endlich unter Leopold L die türkische Ueber- 
macht gebrochen wurde, schien auch für Serbien eine bessere 
Zukunft aufzugehen. Im J. 1689 gingen einige Tausend Serben 
unter der Anführung des Despoten Geoig Brankovid zur kaiser- 
lichen Armee über. Im folgenden Jahre (1691) kam der serbi- 
sche Patriarch Arsenius Cemojeviö mit etwa 36.000 serbischen 
Famüien herüber, welche sich in Sirmien, in Slawonien, bei 
Ofen und in S. Andrä niederliessen. Bald bewirkten Eugens 
Heldenthaten, dass Oesterreich im Frieden zu Poiarevac (1718) 
den grössten Theil von dem ehemaligen alten Serbien erhielt; 
aber im Frieden zu Belgrad (1739) ging derselbe wiederum an 
die Türken verloren. Die serbischen Ansiedler im Königreiche 
Ungarn und dessen Nachbarländern wurden nun endlich ganz 



28 

den äbrigen ungarischen Reichsbürgem einverleibt und machen 
bis diese Stunde einen geachteten Bestandtheil derselben ans. 
Viele serbische Namen glänzen in der Geschichte der Kriege 
des Hauses Oesterreich, aber diesen Gegenstand weiter zu ver- 
folgen gehört nicht zum Zwecke dieser gedrängten Uebersicht. — 
Ein Theil des unter der türkischen Herrschaft gebliebenen Sot- 
biens zog in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts durch 
einen allgemeinen Yolksaufstand die Blicke ganz Europas auf sich. 
Männer von hohem Muthe und überwiegendem Geiste, den gewal- 
tigen Georg Petrovic, insgemein Cmi oder Eara-Djordje genannt, 
an der Spitze, leiteten ihn lange glücklich, bis sie der Uebermacht 
erliegend und fremder Beihilfe entbehrend, die blutig errunge- 
nen Vortheile sich wieder gewaltsam entrissen sahen, und die 
ganze Grausamkeit des Siegers erfahren mussten. Der zwischen 
den Bussen und Türken zu Bukurest am 19. Mai 1812 ge- 
schlossene Friedenstractat, in welchem auch die Verhältnisse 
der Serben zur Pforte festgesetzt wurden, schien zwar anfangs 
für die Nation wenig fruchtbringend zu sein; indess hatte er 
später um so wichtigere und wohlthätigere Folgen. Eines der 
überbliebenen Häupter, Miloä Obrenoviö, stellte sich an die 
Spitze des hartbedrängten Volkes und vertheidigte muthvoU 
dessen Gerechtsame so lange, bis auch das Schicksal Serbiens 
zuerst durch die freilich unvoUzogene Akermaner Convention 
(6. Oct 1826), und zuletzt durch den definitiven adrianopoler 
Friedensvertrag zwischen Russland und der Pforte am 14. Sept 
1829 entschieden , und dessen künftiges Verhältniss zu der 
Pforte bleibend geregelt wurde. Fürst Miloä wurde in Folge 
dieser Anordnungen von der serbischen Nation zu ihrem erbli- 
chen Landeshemi unter der Hoheit der Pforte gewählt und 
vom Sultan in dieser Würde feierlichst bestätigt (1830). Es ist 
Hoffiiung vorhanden, dass Serbien einer bessern und glückli- 
cheren Zukunft entgegengeht. 

7. Bosnien nennt Konstantin Porphyrogeneta als ein abge- 
sondertes Gebiet im Lande Serbien, doch unter der Botmässig- 
keit des serbischen 6ross2upans. In diesem Verhältnisse mag es 
bis auf Bela Uroä verharret haben, der dasselbe an Ladislav, 



29 

den Sohn seiner Tochter Helena und des ungarischen Königs 
Bela II., abtrat Es wurde als Herzogthum unter ungarische 
Oberherrschaft gestellt, und die Könige von Ungarn nannten 
sich von da an auch Könige von Rama, wie Südbosnien von 
dem Flusse Sama hiess. Im J. 1153 ward Boris, Koloman's Sohn, 
Herzog von Bosnien; allein schon 1169 unterwarf sich dasselbe 
Nemanja und Hess es durch Bane verwalten, von denen KuliB 
um das J. 1180~-1204 genannt wird. Unter diesem Ban griff 
die Patarerische Ketzerei in Bosnien mächtig um sich. Kurz 
vor seinem Tode scheint Kulin sich dem Könige von Ungarn 
unterworfen zu haben. Sein Sohn Nicolaus (Nikoslav?) folgte auf 
ihn. Im J. 1235 erhielt, bei einer neuen Ländertheilung , der 
ungarische Prinz Koloman das Herzogthum Bosnien. Zu semer 
Zeit machte sich der bosnische Bojar Zibislav (?) berühmt. Nach 
der mongolischen Verheerung und Koloman's Tode (1243-- 1247) 
ist Ninoslav (nach andern Nikoslav, ungetviss ob der obige) Ban 
von Bosnien und führt Kriege mit Ungarn. Darauf wird des 
maiver Ban Sohn, Bela , von dem Könige von Ungarn zum Ban 
von Bosnien bestellt, aber 1272 vom Grafen Heinrich von Güs- 
sing erstochen. Sein und des ungarischen Königs Genial war 
Stephan Kotroman, angeblich ein Deutscher, der Vrhbosna erbaut 
haben soll. Dieser schwang sich 1272 zum Ban von Bosnien 
empor, begünstigte die Patarener und fing an Ragusa zu be- 
kriegen. Im J. 1280 ward zwar die ungarische Königin Elisabeth 
zur Herzogin von Miiva und Bosnien erklärt ; allein sowohl ihr, 
als des Prinzen Latislaus Ansehen blieb wirkungslos, und im 
J. 1286 brachte Miltttln Bosnien an sich. Diesem entriss es der 
Graf Mladin von Brebir 1318 , und Kg. Karl Robert I. setzte 
Stephan Kotromanovi^ 1322^ zum Ban ein, unter welchem Ks. 
Stephan DuSan den grössten Theil von Bosnien , bis auf die 
Hauptstadt Travnik, sich unterwarf (1349). Auf ihn folgte seines 
Bruders Vladislav Sohn Tvärdko 1357, zuerst als Ban, bis er 
sich 1376 zu MileSeva vom Abte des dortigen Klosters zum 
König krönen liess. Er führt in lateinischen Diplomen (serbische 
von ihm sind unbekannt) den Titel: Bassiae, Bosniae Mariti- 
maeque rex. Bald darauf brachte er auch Chulm unter seine 



80 

Botmässigkeit, und machte sogar auf das ungarische Dalmatien, 
wiewohl vergeblich, Versuche. Im Herbste 1388 brach Sigmund 
mit einem Heere in Bosnien ein und zwang Stephan Tvärdko 
2ur Erneuerung des Vasalleneides. An der kosover Schlacht 
(15. Juni 1389) nahm Tvärdko keinen Antheil, vielmehr verglich 
er sich gleich darauf mit Bajesid, und erhielt von diesi^m sogar 
türkische Hilfsvölker zu seiner gegen Dalmatien und König 
Sigmund bestimmten Armee. Kurz nach Eroberung des grössten 
Theiles von Dalmatien starb er 1391, und hinterliess einen un- 
ehelichen Sohn Tvärdko. Sein Nachfolger ward nun, durch An- 
hang im Volke und beim Adel, Dabisa, der natürliche Sohn 
Miroslav's, eines Bruders von Tvärdko. Von den Türken mit 
Krieg bedroht, stellte er sich als Vasall unter den Schutz de& 
Königs Sigmund, und regierte ruhig bis 1396. Gleich nach seinem 
Tode traten drei Kronprätendenten auf: der uneheliche Prinz 
Tvärdko, unter Bajesid's Schutz; der Bojar Osloja Cliristi6, aus 
dem Geschlechte Jablonoviö, vom Adel und dem ungarischen 
Kronprätendenten Ladislaus von Neapel angetrieben ; und Hrvoja, 
Herzog von ^alato, als der vom König Sigmund bestellte Bau 
Bosniens. Das durch treulose Arglist dieser gegen sich und ihre 
Beschützei meineidigen Fürsten denkwürdige bosnische Trium- 
virat endigte mit der völligen Unterwerfung Ostoja's und 6e* 
fangennehmung Tvärdko's H. durch Kg. Sigmund (1408). Indess 
dauerten Treue und Ruhe abermal nicht lange. Hrvoja unterwarf 
sich freiwillig als Vasall dem Sultan Mohamed I., rief die Türken 
nach Bosnien 1415, schlug Sigmunds ungarische Armee und 
rädite sich aufs unmenschlichste an dem gefangenen Feldherm 
Paul Csupor. Indess genoss er die Früchte seines Sieges nicht: 
die Türken besetzten Bosnien als Herren, ein Sandschak wurde 
über dasselbe gestellt, und Hrvoja, nach Gattaro flüchtig, starb 
aus Gram 1415. Zwar gelang es Sigmund diesmal noch die 
Türken aus Bosnien zu vertreiben: Ostoja, der sich im Süden 
behauptet hatte, theilte die Regierung mit dem wiedereinge- 
setzten Tvärdko, und später auch noch mit Stephan JablOBOVi6. 
Alle drei waren Theil-Könige von Bosnien. Stephan Jablonoviö 
starb unverehelicht 1423 , Ostoja Ghristiö im J. 1435 mit Hin- 



31 

terlassimg eines unehelichen Sohnes Thomas. Tvärdko*s letzte 
Begiernngsperiode (1423—1443) zeichnete sich durch gerechte 
und milde Landesverwaltung aus; indess war dies der letzte 
Abendschein der untergehenden Sonne des Landes; schon 1439 
bedrängte Murad Bosnien und machte sich den König tributär. 
Thonias CbrisUe, Tvärdko's Nachfolger, wusste sich unter den 
schwierigsten Umständen vom J. 1443 — 1460 auf dem bosnischen 
Throne zu behaupten. Seine Gemahlin Katharina, deren Grab 
in Born eine lateinisch-slavische Inschrift ziert, war die Tochter 
StephaH Kosaea's. Letzterer nahm 14:i5 die Landschaft Chulm 
eigenmächtig in Besitz, erklärte sich fflr einen unabhängigen 
Fürsten, und wurde 1440 vom Ks. Friedrich III. mit dem Titel 
eines Herzogs vom Lande des h. Sava beehrt Seit der Zeit 
heisst Zachulmien und Südbosnien Herc^ovina. Thomas Christiö 
wurde auf Anstiften seines herrschsüchtigen unehelichen Sohnes 
Stephan Tomaseviii 1459 strangulirt Letzterer brach 1463 förm- 
lich mit den Türken und verlor darüber Land und Leben. Mo- 
hamed U. liess ihn nach einigen lebendig schinden, nach andern 
enthaupten. Nach dem Falle von Bosnien konnte sich Hercego- 
vina nicht lange halten. Im J. 1466 starb Stephan Kosariö und 
vermachte das Land seinen zwei Söhnen Vladislav und Tladko 
dergestalt, dass jener den obem, dieser den untern Theil be- 
sitzen sollte. Die Türken konnten 1466—1467 das Land nicht 
erobern, sondern begnügten sich mit einem Tribute der beiden 
Brüder; aber schon 1483 vollendete Biyesid's Feldherr Hesse 
die Eroberung der Hercegovina. Mathias Corvinus jagte noch 
emmal die Türken aus Bosnien heraus und verwandelte das Land 
zuerst in ein ungarisches Banat, hierauf 1473 in ein Königreich; 
allein unter Ferdinand I. (1528) ging Bosnien für Ungarn ganz 
verloren, und die spätem Versuche zur Wiedereroberung des- 
selben im XVn. und XVni. Jahrh. sind alle gescheitert. 

8. Während Serbien, Bosnien und Hercegovina der türki- 
schen Herrschaft gehorchten, und die Hälfte der Bosnier sogar 
zum Mohamedanismus überging, behaupteten die Montenegriner 
noch immer einen gewissen Freiheitssinn, der nie ganz von den 
Türken unterdrückt werden konnte, und von Zeit zu Zeit in 



32 

wilde Flammen ausbrach. Bis auf Skanderbeg's Tod (1467) 
konnten die Türken, trotz ihrer grössten Anstrengungen, in Mon- 
tenegro nicht eindringen. Seitdem sahen zwar die Türken auch 
Montenegro als einen Theil ihres albanesischen Gebietes an ; aber 
das befand sich in fortwährender Insurrection wider sie. Im J. 1492 
errichtete der Vojevode von Zeta Georg Crnojevid sogar eine 
Buchdruckerei für slavische Kirchenbücher zu Cetinje in Mon- 
tenegro. Auch um das J. 1604 war, nach der Relation des 
Marino Bolizza, eines Edelmannes von Cattaro, ihr Verhältniss 
zu der Pforte fast noch immer das alte. Sie waren damals in 
fünf Geschlechter abgetheilt; ein jedes von diesen hatte sein 
Oberhaupt Das eingebome Oberhaupt aller dieser führten den 
Titel eines Spahi, und war von Konstantinopel aus mit beson- 
deren Rechten versehen. Schon erhob sich neben demselben die 
Macht des Metropoliten. Nur wenig gehorchten sie den Türken. 
Im J. 1604 schlugen sie den Sandschak von Skadar, Alibej, der 
mit bedeutender Mannschaft gegen sie ausgezogen war. Im An- 
fange des XVIU. Jahrh. suchte sie Peter der Grosse in sein 
Interesse zu ziehen und sich ihrer wider die Türken zu bedie- 
nen; sie erklärten sich 1702 für unabhängig. Im J. 1767 trat 
ein Abenteurer, Steifano Piccolo, unter ihnen auf, der sich für 
den russischen Kaiser Peter III. ausgab und einen Aufstand 
anstiftete, der nur nach grossem Blutvergiessen gedämpft werden 
konnte. Im J. 1795 versuchte der hinterlistige und grausame 
Ali Pascha von Janina auch die Montenegriner unter seine 
Botmässigkeit zu bringen: aber der 22. Sept. desselben Jahres 
entschied die Freiheit des Landes. Die Türken wurden von den 
Montenegrinern aufs Haupt geschlagen. Montenegro stellte sich 
unter den Schutz Russlands, verlangte von der Pforte als unab- 
hängig anerkannt zu werden und behauptete in fortwährender 
InsuiTection bis jetzt wenigstens faktisch seine Unabhängigkeit 
In der letzten Zeitperiode hatte sich der Metropolit Peter Pe- 
trovic um sein Volk bleibende Verdienste erworben. Er starb 
im Spätherbst 1830 in sehr hohem Alter, und die oberste Ge- 
walt überging auf seinen Neffen. Die Regierung bestand bis 
jetzt gewöhnlich aus einem eingebomen Statthalter, aus dem 
Geschlechte der Radoviö, und dem Metropoliten. 



SS 



Zweiter Abschnitt. 

Leben und Kiütor. 

Fragmentarische Bemerkungen über Staat, 
Kirche, Volksleben. 

L Wenn schon die Geschichte der politischen Begeben- 
heiten Swbtens aus Hangel an bewährten, cbronologisch- 
forüanfenden, vollständigen Quellen von dem Historiker bei 
nSheran Besehen voll unausfttUbarer Lücken, unauflösliche 
Widersprfiche und nicht zu beseiti^nder Unsicherheiten befun- 
den wird ; so ist dies bei der Qeschichte des Ganges des innem 
Volkslebens der Serben, der Entwickelung des Staates, der Ver- 
fokssuiig, der Kirche, der Nationalsitten und Kultur noch in 
hfiherem Maasse der Fall. Die serbische Geschichte ist von 
dieser Seite ganz verwahrlost: sie gewährt deshalb dem Forscher 
nicht den hohen geistigen Qenuss, welchen Volksgeschichten, von 
ihrer psychologischen Seite aufgefasst, gewöhnlich bieten, und 
welchen auch die Geschichte des verworfensten und gr&uelvoll- 
sten Hofes und Volkes des ganzen Mittelalters, des byzantini- 
schen, in so hohem Grade bereitet, eben weil derselben so 
reiche gleichzeitige Quellen fliessen. Was wir über das innere 
Volksleben der Serben erfahren, besteht in zufälligen, abgeris- 
senen Aussagen oder Andeutungen halb oder gar nicht unter« 
riditeter> oft übel wollender Ausländer; einheimische spätere 
Scribenten sind entweder Legendenschreiber oder theolo^sche 
Panegyristen. Wir müssen jedoch den Versuch wagen, die we- 
nigen zerstreuten Lichtpunkte, oft wahre Irrlichter, zu vereinigen, 
die in diese tiefe Nacht hinein einigen Schein werfen können, und 
das Weitere, die Feststellung des Urtheiles und der Ansicht, dem 
denkende Leser selbst überlassen. Es ist unmöglich hiebei nach 
bestimmten chronologischen Perioden zu verfahren; für unsem 
Zweck reicht es hin, das gesammte Volksleben nach zwei grossen 
Zeiträumen aufzufassen, dem Zeiträume der politischen Selbdt- 

6«Dlhk. EateMtnt«M6hiiiiit0. m. Band. 3 



34 

ständigkeit und dem der ünterjochnng) Sklaverei und Knecht- 
schaft unter osmanischer Herrschaft 

2. Die Gränze des, nach Konstantin Porphyrogeneta, unter 
dem Ks. Heraklius durch die Serben eingenommenen und be- 
setzten Landes haben vir bereits oben genau angezeigt Die 
vielen 2upen, in welche dieses Land getheilt war, scheinen, 
nach urslavischer Sitte, in Zeiten des Friedens nur in einem 
sdir lockeren Verbände mit einander, unter einem Gros2upan, 
gestanden zu haben; in Zeiten der Gefahr und des Krieges 
vereinte die Noth mehrere derselben oder alle zur gemraisamra 
Nothwehr. Die Wflrde des Gross2upans war erblich und führte 
allmählich regierende Dynastien herbei: zuerst im eigentlichen 
Serbien zu Desnica, dann in Dioklea zu Skadar, endlich 
und am erfolgreidisten zu Rasa. Bis auf die Gründung dieser 
letztem Dynastie, der Nemaniden zu Rasa, scheinen die Kri^e 
der Serben dem Lande, wo nicht gerade Unglück und Verlust, 
doch keinen Zuwachs gebracht zu haben. Der härteste Stoss 
kam von den Bulgaren: Symeon verheerte 924 ganz Serbien 
dergestalt, dass es lange nur einem düstem, unbewohi^a Lande 
glich. Aber nachdem Stephan Nemanja den Scepter der diokleer 
Könige von Skadar an sein Haus brachte, wuchs die politiache 
Macht des durch Eroberungen erweiterten Serbiens unter augen- 
blicklichen Stillständen und vorübergehenden Unf&llen dergestalt, 
dass sie schon zweihundert Jahre darauf, unter Stephan Du&m, 
ihren Kulminationspunkt erreichte, Serbien ein Kaiserthum ward 
und auf dem Punkte stand, mit Byzanz, wie einst Rom mit 
Karthago, den Kampf auf Leben und Tod einzugehen. Aber so 
schnell es sich hob, so schnell fiel es auch: es kam ein Maditi* 
gerer von Osten, der beide, den GewaHigen und Schwachen, 
verschlang. Das serbische Reich in seiner höchsten Blütbe, unter 
Stephan Duäan, begriff in sich, ausser dem eigentlichen, im 
Norden an die Save und die Donau (mit EinscUuss Sirmiens) 
gränzraden, im Osten bis an den Timok erweiterten SerUen, 
und ausser Bosnien auch Macedofiien (mit Ausnahme von Thes- 
saloniehl), Albanien» Thessalien und Epirus. — Die Ursachen, 
warum dieses Reich gerade in demselben Momente, wo es am 



35 

mäclitigsteii za sein sdnen^ tesAA ängstlidh m mitersadien und 
weitlaofig aosfinander zu setzen, scheint mir Überflüssig, lüa- 
tlonen und Staaten leben, me Individnen, nach unwailddbareli 
Natorgiesetzen, bald länger, bald kOrzer; beider Leben, ein Pro- 
dukt yüh tansend Einflössen und Ursachen, ist im Grunde ein 
CrdieiBmisR — und wer es glaubt errathen zu haben, wird baM 
gewahr« dass er sich getäuscht hat Die serbische Nation bat 
sich in ihrem alten Beiche und Staate ansgdebt, so gut als sie 
sich bat ausleben wollen und können. Wenn wir die noch so 
mangdhafte Geschichte prüfend durchgelien, so werden wi!r bald 
eineehen, dass alles natürlich zuging, und dass nichts otoe n»- 
mittelbaren Eingriff der AUmadit anders werden konnte, als es 
geworden ist Wenn dabei unser Verstand immer auf UntcBr»di6i^ 
düng von Ursadie und Wirkung dringt, und unser Hert mit 
seinen Wünschen Und Verwttnschungen dazwischen tritt, so ist 
dies gerade nicht zu tadeln, führt uns aber in der wahreta 
Eenntniss, genau genommen, keinen Schritt weiter Dies voiraus* 
bemerkt^ vernehmen wir nun die Meinungen der geachtetaten und, 
namhaftesten Geschichtsforscher fiber diesen Gegenstand. J. Ch. 
Engel meint, dass die Ursache, warum in slawischen Staaten 
weit mehr Thronveränderungen durch Absetzungen, Mord und 
Unruhen, als in andern Staaten des kultivirten Europa erfolg* 
ten, nicht sowohl in einem eigenen Charakter slawischer Volker, 
als Tielmehr in der bei rohen Völkern so sehr eingewurzelten 
Bojurenverfassung, femer in dem Mangel an bestimmten, ton 
der Nation angenommenen Gesetzen über die Thronfolge, und 
besonders an dem in allen Erbmonarcfaien eingeführten Miyo«- 
ratsrecbte des königlichen, Stammes zu suchen sei« Er weist 
insbesondere auf die Fehler hin, die Duäan in seiner Regierung 
durch die ewigen Kri^e mit den Griechen und dadurch ver- 
anlasste Einnistung der Türken in Europa, durch zu vielen 
Glanz, durch Angewöhnung seiner Bojaren an Herrsch* und Ti- 
telsucht, durch Vertheilung seines Beichs unter einzelne mächtige 
Statthalter und durch schlechte Erziehung seines Sohnes be^ 
gangen habe. Hierauf schildert er, nach Gebbardi, die verschie- 
denen serbischen Stände ungefShr folgendennassen. Die serbi* 

3* 



36 

sehe Nation bestand aus drei Arten von Leuten, deren Ver- 
hSltniss nidt eben nach den weisesten Begeh festgesetzt war. 
Die Geistlichkeit erhielt von den Laien eine fast königliche 
' Verehrung, theilte den Regenten, die sie beschützten und berei- 
dierten, die Würde von Heiligen nach dem Tode, trotz des 
ärgerlichsten Lebens, aus, ward insgeheim von den Laien be- 
neidet, suchte ihre Gewalt auszudehnen, rief, wenn sie daran 
gehindert ward, einzelne Fremde oder gar die ausländischen 
Oberhäupter ihrer Kirche zu Hilfe, und befriedigte nach dem 
damaligen Zeitgeiste ihren Trieb zur Verfolgung. In Dalmatien 
machten die lateinischen Christen die mächtigere Partei aus, 
und ihre Erzbischöfe und Bischöfe arbeiteten unablässig an der 
Unterdrückung des griechischen Lehrfoegriffis, sowohl durch 
Predigten der Dominikaner, Minoriten und anderer Missionarien, 
als vorzüglich durch Verwicklung der serbischen Staatsgeschäfte 
mit denen der abendländischen katholischen Fürsten. Eine 
wichtige Stütze der Geistlichkeit, fahrt der genannte Geschichts- ' 
Schreiber fort, war der gemeine Mann. Einfalt und Boheit 
war der Hauptzug seines Charakters ; in der Beligion selbst war 
er so wenig unterrichtet, dass er die Hauptsache derselben in 
Ceremonien und nicht in die Moral setzte. Zu Bäubereien, zu 
Ausschweifungen in der Trunkenheit, zu Schlägereien war er 
sehr geneigt. Einen Bflrgerstand gab es, nach Engel, in Serbien 
nicht, ausser in den dalmatischen Städten. Wir werden unten 
sehen, dass diese Behauptung nicht richtig ist. Der serbische 
Adel besass seine Ländereien ganz auf dem Fusse des Feudal- 
rechts, d. h. mit der Verbindlichkeit, in den Krieg auf eigene 
Kosten mit einer den Besitzungen angemessenen Zahl Leute zu 
ziehen. Der Krieg und die Jagd waren ihr Element; im Frieden 
mussten sie von wechselseitigen Befehdungen, vom Plündern der 
Kaufleute, von Misshandlungen ihrer ünterthanen und Verführung 
des weiblichen Geschlechts durch strenge Pönalgesetze abge- 
halten werden. Aus dem Adel gingen die Bojaren hervor. Der 
Regent musste viel Kopf und persönliches Ansehen haben, um 
diese in Ordnung zu erhalten. Durch diese mächtigen, ränkevollen, 
ungetreuen Menschen ward aus der serbischen Monarchie eine 



3T 

Oligarcfaie, die den Keim ihrer Zerstörung, bei der blähend- 
steil Aussenseite, im Innern mit sich führte. Bei einer an* 
dem Verfassung, bei einer besser consolidirten Monarchie hatte 
Serbien, meint Engel, em mächtiges, kultiyirtes, blühendes Land 
werden können. Dass dieses Reich zu Grunde gegangen > dies 
dürfen, fügt Engel zum Tröste hinzu, die heutigen serbischen 
Mitbürger in Ungarn eben nicht sehr bedauern. Sie haben da- 
selbst für ihren Verlust reichlichen Ersatz gefanden. Höher 
hinauf sncht die Ursachen des Verfalles des Serbenreiches 
Ranke. Da es den Slaven überhaupt und den Serben insbe- 
sondere, sagt er, nicht gelang, das orientalische Kaiserthum zu 
überwältigen, so konnten sie eine Verjüngung der alten Volks- 
stSmme dieses Reiches nicht in der Weise vollbringen, wie 
ihrerseits die Gfermanen im Westen; sie konnten sich nicdit so 
völlig ausleben, noch ihre Natur im Staate geltend machen. A.us 
den im Kampfe begriffenen Elementen konnte sich nicht so gttt 
eine höhere Einheit erheben; Dazu kam nun, dass in eben dem 
Jahre, in welchem DuSan starb, die osmanischen Türken zuerst 
in Europa festen Fuss &ssten. Der schwache, von seinen Boja* 
len unterjochte Uroä war nicht berufen , Mnrad gegenüber zu 
handeln. Nur drei und dreissig Jahre nach Du&in's Tode war 
mit der kosover Schlacht serbische Freiheit und Selbststän«- 
digkeit verloren. Man stritt wohl noch einmal und zweimal, doch 
jEast mit dem Gefühle, dass man unterliegen wUrde, wie man 
denn unterlag. So war die serbische Nation , statt ein eigenes 
dauerhaftes Reich zu gründen, bestimmt« das türkische erheben 
zu helfen. Andere Historiker messen die ganze Schuld des 
Untei^anges dem Zufalle oder dem Tode DuSan's bei. Dagc^gen 
meinen wiederum andere^ Serbien hätte duarch Unterwerfung 
unter die kirchliche Oberherrschaft des Papstes, durch Annahme 
des katholischen Lehrbegriffs, durch festen Verband mit dem 
ungarischen Reiche, d. h. in dem Verhältnisse eines Vasallen zum 
Lehnfürsten,. hinlängliche Kräfte und Mittel gewonnen, um den 
Türken siegreich zu wiederstehen. — Doch genug, um einzu- 
sehen, wie beschränkt unsere Urtheile und wie wandelbar unsere 
Wunsche sind, wenn wir Völkerschicksale nach Erfolgen und 



38 

äussern Ei^bnissen , mit dem von heatigen Erfahrungeii und 
Ansichten hergenommenen Maasstabe würdigen wollen. Wir be- 
gnügen uns , einige historische Daten über den Znstand des 
serbischen Volkes in Bezug auf inneres Leben und Bildung hier 
zttsammenznstelleB. 

S. Einfadi, dabei unstät und wandelbar, wie alles im ja* 
gndlicbea Leben anfbltthender, auf der ersten Stufe der gesell* 
schäftlichen Citüisation stehender Volker, war in der Urztit 
die Begierungsform des serbischen Staates. Ein Fürst, sagt 
Konstantin, der sidi mit seinem Volke von seinem Bruder in 
Oros8*Serbien trennte, führte die Serben zuerst nach Macedo- 
nien, dann nach DlTrikum. Sein Name und Titel bleiben uns 
unbekannt; dürfen wir aus späteren Zeiten auf frühere zurück- 
8d4iessen, so mag et wohl den Titel eines Gross -2npans, ne- 
JDUCHt xmaHB, gefBhrt haben, dem mriurere 2upane unterge- 
ordnet waren. Principes, ut ajunt, sagt derselbe Konstantin, hae 
gentes (Ghrovati et Serbi) non habent, praeter Zupanos senes, 
quomodo etiam reliqui Sclavorum populi. De A. L c. 30. Der 
Ausdruck ,,8enes^ erinnert zu sehr an das von jeher in Dalma- 
tien und Serbien üUiche Staijesina, Oberhaupt, eigentlich der 
Alte. Das Wort khcsb, eins mit dem gothischen Kuni£^, bei 
andeni Slawen so sehr beliebt, bei den Serben hingegen weniger 
bedeutend als 2ttpan (der regierende Stephan L führte vor der 
Krönung den Titel BeüiHKBi xynaHB, während sdn jOngerer Bru- 
der Vlkan bloss sei. SHesB hiess), scheint erst mit den cyrilli* 
sehen Büchern zu den Serben gekommen zu sein, und erst seit 
dem XIV. Jahrb. fing es an allmälich die alternden Wörter 
2upan und Bojar zu verdrängen. Das Wort Bau hingegen war 
ursprünglich den Ghorwaten, die es von den Awaren übernah- 
men, eigenthümlich; doch kommt es in der spätem Zeit auch in 
Bezug auf Bosnien, Ma6va und andere Provinzen in lateinischen 
Diplomen bosnischer und ungarischer Könige häufig vor. Nadi 
Konstantin gab es von Anfang her einen serbische Gross-^upan, 
dem die übrigen i^upane gehorchten: er sagt z. B. „Terbuniae 
principes semper Serbiae principi parebant''. Der ursprüngli- 
che Site des Gross-^upans war Desnica, Destinika des Konstan- 



39 

tias« iQ der Drina-GegeiMl. In d^ abrigeo G^eaden ßferbieoB 
treffim wir die «rste Meldung anabhängiger 2!apatte nur in 6pä« 
teni Zeiten an; z. B. Michael von Zachufanien um 917, Borte 
von Bosmen um 1154. Nur der Seeräuberstaat der heidnischen 
Narentaner wusste sich unabhäugig vom Oross-^npan zu erhal- 
te, bis ihn die Veneter und Dalmater verschlangen. Nach dem 
VecfaUe der Dynastie zu Desnica erhob sich der 2upan von 
Dioklea, in der Besidenz Skadu*, zuerst zum Oross-^upan» und 
bald darauf zum König. Das Beispiel melurerer christlicher Fttr- 
sten des X.— XL Jahrb. , und insbesondere jenes des Bans von 
Kroatin« der schon um das J. 990 die Königswürde annahm 
und den Bantitel seinen Vaaallen liess, nachahmend, scheinen 
aueh die Fürsten von Skadar den Titel König fOr sich in An- 
sprach genommen und den, des Qross ^upans ihren Vasallen 
QberlasBen zu haben. Der Gross*2upau heisst bei den Griechen 
gewöhnli(di princeps, archon, zuweilen, wie bei Cinnamus, auch 
&^»&n;«ca/of ,. oder, wie auf Stephans L Bigill, fMj^ailogovsra»«^, 
und nur bei Nicetas Choniates asQßdifxr^s ; in den Utesten ein- 
heimischen Quellen habe ich nie einen andern Ausdruck dafür 
gefunden, als BOJiHCHfi ^rnaHB. Die Titulatur bei den Byzanti- 
nern war: Ad Archontem Ghrovatiae, S^lorum, Zachhimorum, 
Ganali, Trabunorum, Diocleae, Moraviae sie scribitur: Mandatum 
a philochristis D^potis ad illum, Archontem illius provinciae. 
Ad hos bulla aurea est bisqldia Const. de Gerim. aul. Byz. L. 
IL c. 28. (Dieses Werk kann wohl nicht aus Konstantins Zeit 
sein und gehört wahrscbeiuUch, wie Reiske dafür hält, ins XL 
Jahrh. ; auch die Form Trabunorum statt Terbuniatarum spricht 
dafür). Michael ist der erste uns bekannte Fürst der Serben, 
der den Titel eines Königs führte, und im J. 1078 als „Bex 
Sdavormn" ausdrücklich genannt wird. Bestätigung dieses Titels 
und Insignien dazu scheint er sich von Born aus geholt zu hal- 
ben. Als er sich, erzählen die Annalen, vor der Macht der Nor* 
männer zu fürchten hatte, welche wider die Byzantiner zu 
Felde ^ogen, ward er von den Bagusanern berathen, sich zu 
b^ebeu unter den Schutz des h. Stuhls nach dem Beispiele 
des gleichzeitigen Königs von Kroatien Zvonimir. So sehr auch 



40 

Michael dem griechischen Bitus zugethan war, so liess er sich 
dennoch bereden, und schickte nach Born Gesandte, durch wd- 
che er sich am die Ertheilung königlicher Insignien für sich 
und der erzbischöflicben Würde für den Bischof von Bagesa 
bewarb. Papst Gregor VII. scheint endlich beides bewilligt ea . 
haben; denn Michael sowohl als sein Sohn Bodin Hessen sich 
eine vom Papste geschenkte Fahne vortragen. Die Dynastie der 
Diokleer wurde durch den Gross -2upan von Basa, Nemanja, 
gestürzt im J. 1159 fL Dieser begnügte sich zwar mit dem 
GrossiSupanstitel; aber schon sein Sohn Stephan trug ein Var- 
iangen nach der Königskrone. Zu einer Zeit, wo Eonstantinopel 
in den Händen der Lateiner war, und im Occidente die Sanc- 
üon des Papstes bei der Annahme des Konigstitels als notii- 
wendig erachtet wurde , liess er si(^h durch Vermittlung seines 
Bruders, des Erzbischofs Sava, und durch den Gesandten Bischof 
Method von Born aus Krone und Insignien bringen im J. 1222. 
Domet^an, der Biograph des h. Sava, bemerkt dabei ausdrück- 
lich, dass Stephan sein Königthum als Fortsetzung des alten 
Königthums von Diokiea angesehen wissen wollte. Die Krönung 
verrichtete der Erzbischof Sava. Der Titel war: Ctcmub, no 
Cosraefi KHiocTH BtH^auK Epaüb Bce cpböcKiiie aoMJie, ;i;H0UHTHe 
H TpaCyuHie h ^ajoiai^ue h aaxjbMHe.'' (Inschrift zu 2iia.) Die 
Macht der Nemanischen Dynastie stieg von Jahrzehent zu Jahr- 
zehent, und damit auch die Titelsucht. Bald genügte den ser- 
bischen Begeuten das Wort KpajB nicht mehr; der Titel qapB 
(zusammengezogen aus li^tcapB, Caesar, und in der altslawischen 
Sprache für das griechische ßaaiX^g^ oder für rex und impe- 
rator zugleich gebraucht), den bulgarische und byzantinische 
Fürsten führten, gefiel ihnen besser. Schon die griechische Kai- 
serin Irene, von Herrschsucht und Hass gegen ihren Gemahl 
getrieben, schickte dem Könige Milutin, ihrem Eidiune^ unter 
andern die kaiserliche Krone, die ihr Mann Andronikus sonst 
trug, indem sie ihren Wunsch dahin äusserte, dass Milutin sich 
zum Kaiser (n^api») erklären möchte. Die lang genährten Wün- 
sche brachte endlich Milutin's Enkel, DuSan, zur Ausführung. 
Nachdem er, von Herrscbgierde ergriffen und von mächtigen 



41 

Bojarra angetriebeD, den Vater entthront ond gana Macedoniea 
und Albame&9 mit Ausnahme von Thesfialonichi , erobert hatte, 
versammelte er seine Geistlichkeit and B(^en naeh Sfiopje, 
Hess zuerst den serbischen Erzbisehof loannikij II. zum Patri- 
archen weihen und sich dann durdi denselben zum Kaiser der 
Serben» Bomanier u. s. w. krönen. In einem Originaldiplom Tom 
J. 1348 nennt er sich: Cre^aEi» ^apB hhcbuh cpB^jneMB h rpBKOHb 
s aaiiaXHOi crpaffi, peiyxe aiasMiH h noMopKio h Bceiiy f^ey 
{9v^tg Oecident, hier Epirus u. s. w.). Der Papst titulirte ihn 
noch 1347 nur Magnificus princeps Stephanus rex Bassiae ilhi^ 
Stria. Auf Münzen mit lateinischer Inschrift hiess er anfangs 
Basciae et B. T. (Bosniae, Triballiae oder Trabuniae) rex, dann 
aber: Stephanus Imperator. Seinwi Sohne Uro§ legte er noch 
bei Lebzeiten die Würde eines Kralj bei. Nach der Sitte des 
byzantinischen Hofes errichtete er auch neue Hof&mter: er 
hatte seinen Despoten, Caesar, Logotfaeten, Oberstkämmerer, 
Oberstmundscbenk , Oberststallmeister, Oberstgarderobenmeister 
n. 8. w. Auch einen Bitterorden des hl. Stephans soll er nach 
oecidentalischem Gebrauch gestiftet haben, mit welchem mehrere 
serbisdie Grosse und Gesandten von Bagusa beehi*t wurden. 
Die Eadsteaz dieses Ordens beruht indess bloss auf dem Zeug* 
nisse der Ausländer Luccari, Freschot, Dufresne, Orbini. Nach 
dem Erlösche des Nemanisehen Stammes gelangte Lazar an 
die Spitze des zerfallenen Staates. Er liess sich 1376 zum Garj 
krönen, fährte aber, nach Originaldiplomen und Sigillen, nur 
den Titel: ^Kh^b JlasapB rocno^^HHb becoA cpB6cKofl h nOMopcKOi 
aexjoi^^ Sonst wird er im Gontexte, selbst in diesen Diplomen, 
anch Garj genannt Sein Sohn Stephan ward 1403 zu Konstan- 
tinopd vom Ks. Manuel Paläologus mit dem Titel, dem Scepter 
und der Krone eines Despoten beehrt. Auch Georg liess sich 
1434 zum Despoten krönen mit einer Krone, die ihm Georg 
Philantropin vom Ks. Joannes Palaeologus gebracht hatte. Es 
gab demnach mehrfache Kronen in Serbien und man weiss 
nicht, wo sie alle hingekommen. Nach einiger Geschichtsschreiber 
liemung war es die Krone Serbiens, die in der Folge dem Für- 
sten Bocskay von der Pforte Obersandt worden; Murad soll, 



4a 

als Eidmn Geoigs vim Sei-biea, nadidein er diesoi Do^oten 
öberwunden, diese Krone geraabt habeiL Sie ist jetet bi 
der k. k. Schatzkammer in Wien aufgestellt. Die leisten De^ 
spoten und Vojevoden der .Serben in Ungarn fahrten noch ei- 
nige Zeit, bald anerkannt, bald eigenmächtig, diese Titel, doch, 
ohne alle ihnen anklebende Herrschergewalt. Auf welche Zeiten 
sich die bei Godinus (schrieb um 1463) aufbewahrte Titulatur 
serbischer Grossfürsten bezide (Stiller II. 382), ist unbestimmt» 
— Das Nemanische Wappen bestand aiis einem weissen zwei- 
köpfigen goldgekrönten Adler im rothen Felde, der in de& 
Klauen zwei Lilien hält Die Lilien aoUen, nach Engel's Veimu- 
tbung> unter der Regierung Stq^han Uroä I. dazugekommen 
sein von seiner Gemahlin Helene , aus dem Geschlechte Cour- 
tenai. Als Stephan Duäan sich zum Carj oder Kaiser der Serben 
erklärte, gab man vielleicht dem doppelten Adler die Weltkug^ 
in eine und das Scepter in die andere Klaune. So wenigstens 
sidit das Siegel des Fftrsten Lazu* um 1380 (?) aus. Viel wahr- 
scheinlicher ist es jedoch, dass dieses Wappen ein Produkt 
neuerer Zeit ist — Stephaii Nematya und seine näehslen Nach* 
folger residirten zu Basa, hzt Novipazar; nach der Erwei'« 
teruog der Gränzeu wurde bald PrUtina, bald Prizren, bald Sko- 
pje, bald eine andere Stadt zur Residenz gewählt Später wolm- 
tea die Despoten in Smederevo und zuletzt in Kupinovo an der 
Save. 

4. Die Nation der Serben bestand aus dem Klerus, dem 
Adel, den Bürgern und Kaufleuten, und den Bauern. Die hohe 
Bedeutung und Macht des Klerus entwickelte sich erst naeh der 
Gründung der Hierarchie durch Sava: wir werden darauf unten 
zuTückommen. Die Verbältnisse des Adels zu dem Landesflirsten 
fordern zu ernsten Botrachtnngen auf. Konstantin Porphyroge^ 
neta sagt : Principe^ hac gentes (ChrovaU et Serbi) non babent,- 
praeter Zupanos senes. Sieht man bloss auf die Bedeutung des 
Wortes 2upa, so scheinen 2upane die den Gauen oder Distrikten 
vorgesetzten Edelleute, also Gaugrafen, gewesen zu. sein. Der 
durch Macht und Ansehen über alle andern hervorragende hiess> 
wie bereits (3ben bemerkt worden, Gross^upan, Be-iHSufi xjnaähf 



43 

dessen Gewalt ttbi^ die übrigea anfangs ^ehr eingeschriiakt und 
QBsicher anscheint Nicht minder unbestimmt ist in den ältesten 
Zeiten das Verhältni&s der eigentlichen 2upane zu dem äbrigen 
Adel Bestimmtere Abstufungen unter den Namen Sai£ap&, hOBr 
cresHBb und BJiacTejuivuQb treten erst später, im XIL^XUI. 
Jahrh«, deutlicher herver. Diejenigen 2upane, welche Hofimter 
Yerwalteten und 2um Bathe des Fürsten gehörten, wurden, wie 
es scheint^ nach bulgarischer Sitte, Bojuapiif zuweilen jedoch 
auch echtslawisch BeLSMyzHie genannt. In den Diplomen kroati- 
scher Fürsten und Könige kommen sie sehr frühzeitig (seit 892) 
unter verschiedenen Specialbenennungen vor, in denen eine 
Nachahmung fränkischer. Eimichtungen nicht au verkennen ist, 
als: Jupanus Camerarius oder Postelnik, Cavallarius, Pincema^ 
rinSt Palatinus, Gurialis comos oder Dvornik, Capellanus ducalis 
spater Regalis Curiae, Armiger, Scutobajuhis oder ^toAofia, 
Judex Curiae, Mensae praefectus oder Ubrusar, Boum praefectus 
oder Volar (?), Senator oder Dad, Ded usw. Als Nemanja die 
B^ierung seinem Sohne Stephan übergab (1195), versammelte 
er, nach dem Ausdrucke seines Sohnes Sava, BBce HsOpaHaiae 
CH 6ojastipe najmie h ]ie.iHKUie. Der Biograph Nemanja's Dome- 
tian nennt bei einer andern Gelegenheit die versammelten Ma* 
gnaten des Stephan Nemanja: BLoe MacTH BejHUue h Manuel 
xeeersHKtty h nerim^^HHca, h cbmiuKii, h THcyiuTUHcu* Von 
diesen kommen die S'tniken auch in Diplomen chorwatischer 
Könige und bei Presbyter Diokleas vor. An ihre Stelle sollen, 
nach Lucius, später die Knezen (Comites) getreten sein. Das 
Wort Ban übernahmen die Serben v(m den Kroaten; ich fand 
es ittdess in keinem cyrillischen Sprachdenkmal der Serben, nur 
11 lateinischen Diplomen w^en Baae von Bosnien, Maiva usw. 
genannt Sie mögon mit den ehemaligen Grossiupanea ursprüng- 
lich gleichen Bang gehabt haben. In Denkmalen aus Du§an*& 
Zeit werden genannt: Boiefio.ie (Feldherm), MacTdie crbronome 
(wörtlich „Fahnenträger'' von CTin> Fahne), EueaoBe» nptMH- 
u^ie (primicerii), BjaAaj4i[9 npicTafiuHii^, veiiuu^Hf Kpauu^urnj;!!, 
dOMsie usw. Auch kommen die Ausdrücke BJiacT&ie BauucH 
und laacreüie vajui oder B.iacTeJimiiiii,ic vor, und der grosse 



44 

und kldne Ade) erscheint iu den Duäaiüschen Gesetzen schon 
scharf von einander geschieden. Uebrigens führten die obersten 
Beichsdignitarien unter Duäan meist griechische Titel selbst in 
serbischen Urkunden. Die Nachäfiung des byzantinischen Hof- 
staats in Verleihung von Hofwürden unter Stephan Dugan geht 
auch aus den vielen Breven hervor, welche Papst Innocentius VI. 
in Angelegenheiten der Union 1354 nach Serbien erliess. Ea 
banden sich darunter, ausser dem Sendschreiben an Du6an, 
seine GemaliUn Helena, seinen Sohn Kg. Urod, den Patriarchen 
Joannikij, und alle £rzbischöfe und Bischöfe Serbiens insge- 
sammt, auch Breven an den gOliverium Despotam Serviae, 
Praebulum Caesarem Serviae, Georginm maguum Logothetam, 
Gaycum similiter magnum Logothetam, Decanum Sebastobrato- 
rem Serviae, Guilbam de Cattara Comitem Gamerarium Serviae, 
Palmanium Theutonicum Capitaneum gentis armigerae, et uni- 
versos Principes, Comites, Barones et viros Nobiles Serviae^. 
Der Despot Georg Brankovic hatte unter andern auch mehrere 
edle Bagusaner an seinem Hofe unter den Titeln : Ceonik (^ei- 
][Hn)t Postelnik (Camerarius) , Dvornik (Curiaiis oder Comes 
curiae) usw. Nach Art des serbischen königl. Hofes war auch 
der spätere bosnische eingerichtet. Aus den in serbischer und 
lateinischer Sprache erlassenen Diplomen bosnischer Könige aus 
dem XIV. — ^XV. Jahrh. lernen wir unter andern die Hof- und 
Landämter kennen, die damals im Königreiche bestanden. Man 
vergleiche z. B. das Diplom des Kgs. Stephan TomaSevic vom 
3. Juni 1459 bei Pejaievid Histor. Serv. p. 408 und Engel UI. 
418—419. Dahingegen kenne ich das Wort Katunar nur aus 
Paul Vitezovic, der es durch Viceiupan erklärt, was mir indess 
sehr verdächtig ist. (Katun bedeutet im Serbisdien eine Senn« 
htttte.) — Die Macht der 2upane und Boljare, oder des hoben 
Adels, stieg mit der des Landesoberhauptes: sie waren, genau 
gencmimen, die wahren Triebfedern alles politischen Lebens der 
Nation. In ihren Händen lag das Schicksal des B'ürsten und des 
Volkes. Die allgemeinen Angelegenheiten des Landes wurden auf 
Beichstagen, die GBÖopjb hiessen, von Fürsten gemeinschaftlich 
mit den Magnaten verhimdelt Es gab auch Versammlungen ein-« 



45 

zelner iupen m besondem, untergeordneten Zwecken. Schon 
um das J. 924 unterhanidelte der bulgarische Garj Symeon mit 
den serbischen ^npanen wegen des Fürsten von Serbien, lockte 
sie in die Falle und nahm alle gefangen. Die Nemaniden er- 
scheinen in den einheimischen Quellen oftmals nur als Voll- 
strecker von Beschlüssen der Bojaren. DuSan der Gewaltige ward 
durch sie zuerst Vatermörder, dann Kaiser: sie banden ihn durch 
das 1349 und 1354 neuabgefasste Gesetzbuch fast eben so sehr, 
als er dieselben; sie siegten allüberall dui*ch ihn, um für sich 
neue Statthalterschaften, neue Königreiche zu schaffen. Wie 
weit sie die Usurpation ihrer Macht trieben, zagte sich am 
schauderhaftesten unter Uro§. — Sie bildeten einen förmlichen 
Staatsrath. Als Kantakuzen 1342 mit Duäan zu PriStina unter- 
handelte, bestand dieser Staatsrath aus 24 Bojaren („accertitis 
qoatuor et viginti totius provinciae potentissimis proceribus'' 
sagt Kantakuzen). Damals und auch später noch übte die Kö- 
nigin Helena einen grossen Einfluss auf die Beschlüsse des 
Staatsraths aus (^uxore et dynastis consultantibus''). Kan- 
takuzen,^ selbst Augenzeuge, kannte die Wichtigkeit dieser Va-* 
sallen; er spendete ihnen nicht weniger Dank, als dem Fürsten 
selbst „Imperator non ei solum, sed et uxori principibusque 
multas se gratias agere testatus est'' Ein Beispiel der vom 
Carjen gegen die Bojaren beobachteten Anstandsregeln wird unten 
vorkommen, lieber die Regierung des gutmfithigen, aber schwa- 
chen Stephan, Lazarus Sohn (1405 ff.), berichtet uns sein Bio- 
graph Konstantin folgendes': Stephan wählte sich seine Diener, 
diese umgaben ihn im innersten Gemach, mit ihnen berath- 
scblagte er sich über das Wohl seines Reiches; er redete mit 
ihnen über das Befehlen und Gehorchen, und gelobte vor ihnen, 
dass er den guten und gerechten Herrschern nachfolgen und 
die Beispiele der schlechten vermeiden wollte, welche letztere 
nur den Weg des Verderbens einschlügen. Die zweite Ordnung 
oder Klasse seiner Staatsdiener , gleichsam die Sekretäre im 
Nebenzimmer, empfingen seine Befehle von denen im Kabinet. Die 
dritte Klasse stand im äussersten Vorzimmer und wurde von 
jenen im Mittelziinmar ausgeschickt, die Befehle zu vollziehen. 



46 

SctMm Engel weist den Geschichtscbreiber Rai6 ztirecht, der 
in dieseor Anordnung eine Art engliscber Konstitution erUicken 
wollte. Mit dem Verfalle des serbischen Reiches sank auch das 
Ansehen der Bojaren, mit der tOitiscben Unterjochang horte es 
ganz auf. Wenn man einer Stelle bei Anna Comnena trauen 
dftrfte, so hätten die 2npane schon in den ältesten Zeiten Ehren- 
Ueider als Auszeichnung getragen. Denn als der Gross-Znpan 
Vlkan mit Ks. Alexius I. Gomnenus 1094 in Upljan nm Frieden 
unterhandeln wollte^ brachte er seine 2upane mit, die durch im 
besonderes Ehrenkleid von den andern unterschieden waren 
(„secum ducens tum cognatos suos, tum praecipuos magnatom 
et magistratuum gentis, quos certo insigni honorariae vestis 
discretos a ceteris Zupanoa vocare solent* — im Oriech. nur: 
lucl ixxfizavg z&v Zov%dwBv). Eines Perlengewands (svita bisema 
velika) und goldenen Gfirtels der Vlasteline erwähnen die Da- 
Satischen Gesetze. Die Abbildungen serbischer Könige und Bo- 
jaren in mehreren alten Kirchen Serbiens, namentlich zu 2iia, 
wfirden uns Über das Costume derselben näher belehren, wenn 
sie kopirt wären. Auch Johann Exarch von Bulgarien mahlt 
uns mit kurzen Worten in seinem Buche §estodnev das Bild 
eines slavischen Ffirsten in Olanzgewaude. Die Titulatur des 
griechischen Metropoliten an den serbischen 2upan gibt Codinas 
folgendermassen an: ^Nobilissime, illustrissime et dux peritissi^ 
me, magne Zupane, in 8. Spiritu jucundissime fili nostrae hu- 
militatis, domine N., gratiam, pacem et aliud omne bonum 
a domino probitati tuae precamur**. Dieser einst so mächtige und 
reiche Adel verschwand nach der türkischen Invasion wie zer- 
sprengte Seifenblasen: ein Theil wanderte nach und nach aus 
(Namen und zum Theil Genealogien dieser Auswanderer findet 
man, nebst andern interessanten Nachrichten, in Ka6i6*s Razgo- 
vor ugodni naroda slovinskoga, Ven. 1759. 4^., femer in Ceva- 
povi^'s Catalogus observ. min. Provinciae S. Joan. a Gapistrano. 
Budae 1823. 8^ p. 266 ff.), die bei weitem grossere Hälfte blieb 
zurück und wurde entweder Raja (Sklave) oder mohamedanisch ; 
nur wenige retteten mit dem Glauben den Schatten einer Frei- 
heit und das Beaitzthum. In Bosnien besonders, der Heimath 



47 

des iUtesten tmd mächtigetbB 8erbisdi6n Adels, ging derselbe, 
wenn sieht insgesammt, doch grossentfaeils zum Islam Aber. Das 
firstliche Geschlecht schloss sich nicht ans: das Testament der 
letzten Königin Katharina beruht darauf, dass ihre Kinder Sig- 
mund und Katharina mohamedanisdi und hiemit sie zu beerben 
imfiUug geworden. Dies mag, sagt Ranke, auch daher hemmen, 
well die Streitigkeiten zwischen römischen, griechischen und 
patarenischen Lehrsätzen, die das Land entsweiten, die rechte 
Fertsetzung eines herrschenden Dogmas verhindert hatten. Je- 
doch es geschah nicht auf efamial. Jahrhunderte lang ging der 
Uebertritt fort und fort , und umfasste endlidk den grösseren 
Ilieii der Nation. Die Bosnier haben sich den Islam, der sie 
d^ Dienstbarkeit öberhob und zum Hange ihrer Besieger aufiiahm, 
mit voller Ergebenheit angeeignet; sie haben oft die, wie sie 
meinen, abgöttische christliche Lehre fanatisch bek&mpft; die 
ihrige halten sie für den reinsten Glauben. Dabei aber haben 
sie ihre Sprache nicht verändert; von Tausend redet kaum einer 
türkisch: sie haben ihrer alten Herkunft nicht vergessen; noch 
immer blühen, wie zu christlichen Zeiten, die Bnmkovic, Vi* 
dai6, I^ubovic, Sokolovic u. a. in demjenigen Theile Bosniens, 
welcher Hercegovina genannt wird, bat sich ein Theil der alten 
Magnaten unter dem Namen Vojvoden, obwohl er christlich 
blieb, durch Privilegien, Berate, gesichert und in seinen Rechten 
erhalten. So die Karadzic in Drobnjaci, Zimovi6 in Gacko und 
and. Unter deren Schutz, so vie] als möglich entfernt von den 
Türken, sogar mit Waffen verschen, wohnt das Volk und weidet 
sem Vieh in den Gebirgen. Fast auf eine ähnliche Weise, wie 
He*oegovina, wurde der östliche Strich des neuen Vasallenfür- 
stenthums Serbien, genannt Krajna und Kljnö, bis zum J. 1807 
regiert; dieses von wechselnden, durch die Pforte bestellten, jenes 
von erblichen Knezen alten Stammes, den Karapand£id. Die 
letzteren genossen ein fürstliches Ansehen und das Recht, keinen 
Spahi noch die Ansiedlutig eines Türken in ihrem Gebiete zu 
didden. Nicht viel anders besassai eine Zeit lang die Ba6kovi£ 
die Lnndachafi Starivlah bis zum J. 1690. In dem neuen serbi* 



48 

sehen r hinter die Verwattang des MiloS Obreno?i£ gestellten 
Ffirstenthum gibt es jetzt keinen Adel. 

5. Als die Chorwaten und Serben ihre Wolmsitze im Uly- 
rikum aufschlugen, fanden sie ein Land voll Städte mit freien, 
aus der alten Bomerzeit stammenden ßflrgerjEeunilien vor. Viele 
dalmatische Seestädte erhidten sich einige Zeit lang unabhän- 
gig; die meisten fielen nach und nach unter die Botmässigkdt 
slawischer Fürsten. Aber sie erhielten sich auch dann im Be- 
sitze ihrer bürgerlichen Freiheit Dass es ausser diesen ddma- 
tischen Städten, deren Verfassung man bei Engel und andern 
besehrieben findet, von altersher auch andere im Bimienlande 
mit bevorrechteten Einwohnern, also mit Bürgern, gegeben habe, 
leidet keinen Zweifel. Die Wörter grad feste Stadt und trg 
Marktflecken kommen im Gegensatz des selo, zasel'k, 2upa und 
katun äusserst häufig vor. In den DuSanischen Gesetzen wurden 
die Privilegien und Freiheiten, welche die griechischen und an- 
dern Städte im serbischen Beiche vermöge besonderer Cfaryso* 
bullen besassen, denselben ausdrücklich und auf das feierlidiste 
bestätigt Dabei bleibt uns jedoch das eigentliche wahre Ver- 
hältniss dieser Städte zum Staate fast gänzlich unbekannt Sie 
waren der Sitz des Handels und der Gewerbe. Ein Gesetz be- 
freit sie von Einqnartirungen (priselica), d. i. von der Verpfle-» 
gung reisender Bojaren, Edelleute, Beamten, Richter und ihres 
Trosses. Den Haupthandel des Landes mögen wohl die Bürger 
dalmatischer Seestädte in Händen gehabt haben. Sie hatten Nie- 
derlagen im innem Lande, und sowohl sie, als auch auswärtige 
Kaufleute, reisten im Lande herum, um ihre Waaren feilzubieten 
und inländische Handelsartikel einzukaufen. Durch die streng- 
sten Gesetze ward für ihre Sicherheit gesorgt. Nicht viel mehr 
Bestimmtes wissen wir über den Bauernstand. Die serbischen 
Bauern waren doppelter Art, freie, die Ce6pB, und nach der Art 
des herrschaftlichen Grundbesitzes MeponxB (ueponiB)» und Leib- 
eigene, die ^lovjek, Ijudin hiessen. Ausserdem gab es noch 
Sklaven, otrok, rab, und um Geld dienendes herumstreidiendes 
Gesindel, tu^ak. Das Land , welches freie Leute, gleichviel ob 
Edelleute oder Bauern, erblich besassen, hiess baätina (patrimo- 



"-<^ 



/ 49 



niiun voB baSta Vater); jenes hingegen, welches einem andern 
als Grundherrn angehörte, und von dem Bauer bloss gegen be- 
stimmte Leistungen und Abgaben bearbeitet wurde, hiess bald 
pronja (Allodialgnind) oder meropSina (neropäina), wenn es dem 
Landesfürsten oder einem Edelmanne, bald metochia, wenn es 
den Kirchen und Klöstern zugehörte. Indess bedürfen alle diese 
Wörter und ihre Bedeutungen noch einer sorgfaltigen Prüfung, 
Vergleichung und Erläuterung, die ihnen nur von einem sprach- 
und sachkundigen Rechtsgelehrten zu Theil werden kann. Es 
ist dabei unerlässlich, die Bruchstücke der alten Rechtsgesetze 
der Russen, Litauer, Polen, Cechen und Serben als Theile eines 
Ganzen zu betrachten und gegen einander zu halten, um ihre 
Dunkelheiten aufzuhellen. — Die gesammte Bevölkerung Serbiens 
war nach ihren Wohnsitzen in feste Städte (grad), Dörfer (selo), 
Weiler (zaseFk) und Sennereien (katun) vertheilt. Das offene, von 
Dörfern besetzte Land hiess 2upa im Gegensatz zur festen Stadt, 
die man Grad nannte. Ursprünglich waren die 2upen grosse 
offene Landstriche mit einem Grad als Centralort, von dem die 
2upa den Namen erhielt Die ungarischen Gespannschaften wa* 
ren ehemals slawische 2upen mit einem 2upan, hzt. Ober-Gespan, 
ungr. Fö-Ispän. Später stieg die Zahl der 2upen ün serbischen 
Reiche fast ins ungeheure, und es fand wohl auch der Miss- 
brauch statt, dass jeder Edelmann, der zwei oder drei Dörfer 
neben einander besass, sein Erbgut eine 2upa nannte. Mit dem 
Fortgange der Zeit und Aenderung der Verhältnisse schwankte 
und änderte sich auch die Bedeutung dieser und ähnlicher Na- 
men. Jetzt sind in Serbien die Wörter kneiina, ferner grad, 
varoä, selo usw. im Schwange; die alten Einrichtungen sind 
längst vergessen. In Duäan's Gesetzen werden auch Gränzherm 
(kraiätnici) genannt, ungewiss, ob als angestellte Gränzaufseher, 
oder nur dort wohnende Grundherrn. 

6. Schon in den ältesten Zeiten bildeten die slawischen 
Völkerschaften zahlreiche kleine, geschlossene und geordnete 
Gesellschaften mit vorwaltendem demokratischen Element, die 
nicht ohne bestimmte, gleichviel ob mündlich oder schriftlich 

difitfflr. IjIterfttaxyeMhicbte. in. Sand. 4 



50 

fortgepflanzte Gesetze bestehen konnten. E^okopius spridit von 
eigenen Gesetzen der Slawen ; Konstantin Porpbyrogeneta macht 
sogar das noch beute allgemein gebräuchliche Wort saiOfiB 
namhaft. Die ältesten Gesetze der Serben sind uns indess nir? 
gends aufgezeichnet worden. Aus dem Zeitalter des Stephan 
DuSan hat sich aber ein sogenannter Zakonnik, eine Sammlung 
älterer und neuerer serbischen Rechtsgesetze» veranstaltet auf 
zwei verschiedenen] Reichstagen, 1349 und 1354, wiewohl in 
späteren Abschriften und zum Theil stark interpolirt, zum gros- 
sen Glück für ältere serbische Staats- und Rechtsgeschichte, so 
wie für slawische Sprachforschung, erhalten. Man würde sehr 
irren, wenn man diese Gesetzsammlung als einen vollständigen 
Codex des gesammten alten serbischen Rechts ansehen wollte. 
Es ist ein Stückwerk, ein Aggregat, ein Versuch, nichts weiter. 
Ausser diesem Zakonnik bestanden schon ältere Rechtsgesetze 
und Rechtsgewohnheiten im Lande, die durch denselben nicht 
aufgehoben, vielmehr zum Theil bestätigt wurden. Ein Paragi*aph 
befiehlt z. B. bei Gränzstreitigkeiten nach der, durch des Eöm'gs 
Miiutin Gesetz vorgeschriebenen Ordnung zu verfahren. Geistli- 
che Angelegenheiten wurden nach dem in der griechischen Kir- 
che gebräuchlichen Nomocanon geschlichtet, der in Serbien sehr 
früh eingeführt wurde. Indess finde ich die erste Erwähnung eines 
solchen wahrscheinlich slawischen Nomocanons nicht früher als in 
dem Typicon des h, Sava vom J. 1210—1215. Auch in der Inschrift 
zu iitüL kommen kanonische Bestimmungen, vorzüglich in Bezug 
auf die Ehe, vor. In den vorhandenen Abschriften serbischer 
Nomocanone befinden sich gewöhnlich als Beilagen, ausser den 
Gesetzen DuSan's, auch Bruchstücke und Auszüge aus Justinians 
Codex repetitae praelectionis. Dass die Gesetze Dn^an's zum 
Theil aus einzelnen Verordnungen der Könige und Carje entstan- 
den sind, beweisen die in denselben vorkommenden Widersprü- 
che, und besonders die Eingangsworte so vieler Paragraphe: 
„üosejiiHHie i^apcKO'' zur Genüge. In dieser Eingangsformel und 
dem darauf folgenden Edikt haben wir zugleidi das Beispiel 
des damaligen lakonischen Kurialstyls der Serben. Wir wollen 
nun, statt alles weitem Raisonnements, einen getreuen Auszug 



61 

aoB diesem Dugan'schen Codex liefern, freilich oft eben so 
anigmatiBch und dunkel, wie es die Quelle selbst ist. Gleich der 
Anfang ist charakteristisch; er belehrt uns aber die damaligen 
gesetzgebenden Gewalten. „Dieses Rechtsgesetzbuch (sacouuHKB) 
ist aufgestellt in unserer rechtgläubigen Versammlung, mit dem 
hochgeheiligten Patriarchen Kyr Joannikij und allen Archijerejen 
und Eirchenbeamten, kleinen und grossen, und durch mich, den 
frommen Carj Ste|dianf und durch alle Edelleute (vlasteli) meines 
Kaiserreichs, durch die kleinen und grossen **. Nun der Inhalt 
der Gesetze selbst — »Die Heirath soll nicht ohne priester- 
licfae Einsegnung geschehen. In geistlichen Sachen unterliegt 
jed^mann der Eirchengewalt. Hohepriester (Prälaten) sollen die 
Christen nicht verfluchen, sondern die unverbesserlichen bloss 
ausschliessen. Lateiner sollen durch Protopopen der Städte 
bekehrt w^dan. Wer sich nicht bekehrt, wird nach Kirchenge- 
setz gestraft Häretiker, die Christinnen heirathen, müssen sich 
taufen lassen, oder sie werden geschieden und verbannt Die 
Zurückgebliebenen und ihre Hehler werden gebrandmarkt. Zau* 
berer werden gestraft nach Kirchenrecht Für Zauberer, welche 
Todte ausgraben und verbrennen, zahlt das Dorf Stra^eld 
Beichtväter soüm in allen Kirchensprengeln sein. Geistliche 
Sachen darf kein Laie richten. Hohepriester sollen nicht um 
Geld eingesetzt werden, sonst werden sowohl sie, als auch ihre 
Einsetzer abgesetzt Bau»*n auf Kirchengütem leisten nur der 
Kirche Frohndienste. Die Kirchen sind von Abgaben und Frohnen 
an den Grundherrn frei : sie unterliegen nur dem Carj, dem Patri- 
arehen und dem Logotheten. Jede Kirche soll nach Anordnung der 
Stifter die Armen pflegen, widrigenfalls werden die Metropoliten, 
Bisehofe nnd Igumene abgesetzt. Die Wahl der Igumene muss 
streng sein: tadellose Igumene sind unabsetzbar, nur sollen sie in 
Klöstern wohnen und auf 1000 Häuser Klostergut wenigstens 50 
Mönche erhalten. Mönche und Nonnen dürfen ebenfalls nicht aus^ 
serfaalb des Klosters (d. 1. mit und unter Weltlichen) leben. Mönchs« 
gewand abzulc^n ist streng verboten. Der Edelmann darf Mön- 
che nur gerichtlieh belangen, nicht gewaltthätig in Haft nehmen. 
Wer einen Christen einem NichtChristen verkauft, dem soll Hand 



52 

und Zunge abgehauen werden. Priester, die eigene Erbgründe 
besitzen, sind abgabenfrei; andere erhalten vom Kirchengate 
drei Morgen Landes; nehmen sie jedoch mehr an, so mfissen 
sie von dem Ueberschusse der Kirche Abgaben zahlen. Kirchm* 
gutsrerwalter sollen die Bauern nicht drücken und verjagen. 
Leute auf Kirchengründen dürfen nur von Priestern gerichtet 
werden. Hohepriester sollen nie weltlichen Beamten, sondern 
immer nur Mönche aussenden an die Pfarrer, um Kirchengebühren 
zu erheben; auch dürfen sie ihre Pferde und Füllen künftig nicht 
durch die Pfarrer und Dörfer verpflegen lassen. — Serben und 
Griechen, die vermöge älterer ßchenkbriefe Erbgründe besitzen, 
behalten diese nach wie vor. Verleihungen des Carj werden 
gleich den Schenkungen früherer Könige rechtsgiltig sein. Var«- 
fölschte Schenkbriefe sind ungiltig. Verdächtige carjische Ver* 
Schreibungen und Briefschaften müssen die Richter unmittelbar 
dem Carj vorlegen. Der Edelmann kann sein Eigenthum ver* 
schenken oder verkaufen. Erbgründe vererben sich, bei Mangel 
direkter Erben, bis auf das dritte Geschwisterkind (do tretijago 
bratuieda). Edelleute sind nur zum Kriegsdienst verpflichtet und 
sonst von allen carjischen Abgaben frei. Erbgründe darf weder 
der Kaiser, noch der Kralj, noch die Garin mit Gewalt an sich 
reissen oder kaufen. Leibeigene sind ewiglich an den Erbgmnd 
gebunden: doch dürfen Herr, Frau und Sohn ihre Leibeigenen 
freilassen. Adeligen, die auf ihren Erbgründen Kirchen haben, 
steht die freie Wahl des Pfarrers zu; nur sollen Grundherrn 
ohne Vorwissen des Bischofs den Pfarrer nicht fortschicken. Hat 
der Pfarrer Erbgründe, so darf man ihn gar nicht entlassen. 
Nach dem Tode des Grundherrn fallen sein bestes Pferd und seine 
Wafien dem Carj, das grosse Perlengewand und der goldene 
Gürtel aber dem Sohne oder der Tochter zu. Wenn ein Magnat 
einen kleinen Edelmann beschimpft, so zahlt er 100 Perpem ; ist 
das Umgekehrte der Fall, so zahlt dieser dasselbe und wird am 
Kopfe und im Gesicht abgesengt (da se osmudit). Edelleute 
(oder Befehlshaber?) an der Gränze müssen einbrechende Räu- 
berhorden abwehren oder den Schaden bezahlen. Wer seinen 
Sohn oder Bruder in Hofdienst gibt und für seine Treue bürgt, 



53 

der mu88 f&r Untreue desselben die Strafe erleiden. Für Untreae 
ond jede Missethat haftet der Bruder für den Bruder, der Vater 
far den Sohn und die Kinder für den Vater, so lange sie unge- 
theilt sind. Für Gewaltthat an einer Adeligen werden dem Ade- 
ligen* Hände und Nase abgehauen, der Bauer wird gehenkt Für 
Gewaltthat des Bauern an seines Gleichen werden demselben 
Hände und Nase abgehauen; Der Edebnann darf nur vor Mittag zu 
Gericht geladen werden, und nach der Rückkunft vom Kriegszug 
hat er drei Wochen Frist zum Erscheinen. Magnaten werden mit- 
telst eines Gerichtssdireibens, Edelleute mittelst Vorwdsung des 
Si^els vorgeladen. Der Geklagte muss einen Bürgen stellen, 
Erschdnt der Kläger nicht am Termin vor Gericht, so wird der 
Beklagte freigesprochen. Der Bruder kann den Bruder immer 
und überall vertreten. Jedermann darf auch einen Anwalt (pri- 
stav) statt sich stellen. Wenn ein Magnat, der (auf Reisen) 
Qnartierfreiheit (priselica) geniesst, den Landleuten Schaden zu* 
ffigt, so wird er abgesetzt Wird nach dem Tode des Edelmanns 
sein Dorf verwüstet, so bezahlt den Schaden die ganze Umge- 
gend. Einen Armen soll überall der Gerichtsanwalt vertheidigen. 
Arme Waisen sind, gleich den Priestern, von Abgaben befreit — 
Benachbarte Dörfer dürfen gemeinschaftliche Hut und Weide 
haben, nicht aber benachbarte 2upen. Schaden durch Abweiden 
schätzen und richten Gescbworne (duänici). Für Treibjagd ist 
bei Wlachen und Albanesen 100, bei andern 50 Perpern Streif- 
geld; davon die Hälfte dem Kaiser und die Hälfte dem Grund- 
herrn. Gränzstreitigkeiten zwischen Dörfern werden nach dem 
Gesetze des h. Königs (Milutin) geschlichtet Hat jemand beson« 
dere Urkunden, so zeige er sie vor Jedes Dorf stellt die Hälfte 
der Zeugen. Jeder Bauer darf mit dem Garj, der Garin, der Kir- 
che und den Edelleuten Rechtsstreit führen, und es soll ihm 
Gerechtigkeit werden. Führt ein Bauer mit seinem Herrn einen 
Bedrtsstrdt, so soll ihm der Richter für des Herrn BeMhlung 
Bürge sein» Bauern, die auf fremden Erhgründen sitzen, dürfen 
diese weder als Mitgift verschreiben, noch verkaufen, noch ver* 
schenken. Wer keine eigene Erbgründe hat, darf von grund- 
herrMchen nicht einmal der Kirche etwas vermachen; thut er 



54 

es, so gilt es nicht. Leibeigene (sebri) dürfen nicht Versaramlungen 
(sbor) halten. Den Uebertretern werden die Ohi-eu abgeschnitten 
und die Augenbraunen weggesengt. Abgetheilte Familienglieder 
leisten Frohnen und Abgaben besonders. Das Familien-Oberhaupt 
haftet in allem fOr seine Leute. Leibeigene und Bauern leisten 
Abgaben nach Maassgabe der Grande, auf denen sie sitzen. Der 
Bauer (meropch oder ueropch) ist verpflichtet dem Grundherrn 
wöchentlich zwei Tage zu arbeiten, jährlich den carjischen Perper 
zu entrichten, einen Tag Heu zu mähen und einen Tag im Wein-^ 
garten oder anderswo zu arbeiten. In allem übrigen ist der 
Bauer frei, und jede Bedrückung desselben wird vom Carj auf 
das strengste bestraft. Leibeigene werden durch ihren Grund- 
herrn gerichtet; aber wegen Verbrechen wider den Carj, femer 
wegen Diebstahls, Raubes, Todschlags und gewaltthätiger Weg- 
nahme (npifteMB) stehen sie nnter (carjischen) Geriehten. Der 
Gerichtsdiener darf Frauen in Abwesenheit ihrer M&nner weder 
vorladen, noch sonst exequiren. Verbrechen Leute der Ma- 
gnaten etwas, so wird der Freibauer (?) durch Gesehwome von 
seines Gleichen gerichtet; der Leibeigene (sehr) soll in heisses 
Wasser im Kessel greifen (da chvati u kotl). Wer sich durch diese 
Ordalie rechtfertigt, ist frei von Gericht. Für Verwünschungen und 
Zauberworte zahlt der Edelmann 100 Perpem, der Bauer 12 
Perpem und wird geschlagen. Beschimpft jemand einen Priester, 
so zahlt er 100 Perpem. Keisst jemand einem freien Manne 
den Bart aus, so werden ihm beide Hände abgehauen: zwisdiea 
Sebem ist dafür die Strafe von 6 Perpem. Für den Todtschlag des 
Bauern zahlt der Edelmann 1000 Perpern, für den des Edelmanns 
der Bauer dasselbe und es werden ihm die Hände abgehauen. 
Für den Todtschlag eines Geistlichen wird der Thäter anfgebenkt. 
Verwandtenmörder werden rerbrannt. Brandleger muss das Dorf 
und die Umgegend ausliefern oder Strafe zahlen. Wer den Ge- 
richtsanwalt (Gerichtsexecutor, pristav) vemnglim|rft, verliert 
sein Besitzthum. Die Richter, die im Lande herumreisen, sollen 
sich alier Erpressungen enthalten. Verunglimpft den Richter ein 
Edelmann oder ein Dorf, so verübt jener sein Besitzthum, und 
dieses wird geplündert (confiscirt). Keichsbeamle, die sich Er- 



55 

Pressungen und Plftaderangen erlauben, werden mit Schadenersatz, 
AbsetKung imd selbst mit dem Tode bestraft. — Dan Gericbts«- 
aawalt gebühren von einem Gh-und oder Weingarten oder Dorf 
oder Möble drei Perpem, von einer 2upa von jedem Dorfe ein 
Perper usw. Erkennt jemand Gestohlenes, so schreite man sur Um« 
frage (svod). Befindet er sich im W^lde oder am Felde, so gehe et 
damit Tor die nächste Dorfobrigkeit und diese weiter vor Gericht; 
für das Unterlassen wird das Dorf gestraft. Berge und Waldnng^ 
sind zwischen dem Carj , den Kirchen und Edelleut^n vertheilt 
Wo einmal ein Wlache oder Albanese aufgenommen ist, da soll 
ihm niemand nachweiden dürfen. — Eingekerkerte Sklaven (sui'n) 
und gefangene Mietbdiener (tucak), die sich aus der Haft an 
den Hof des Gaij oder des Patriarchen flüchten, sollen frei sein» 
Uefoerläufer aus der Fremde dürfen, wenn sie ein Schreiben des 
Gai7 vorweisen, im Lande frei wohnen. Gefundenes muss ange« 
zeigt werden, sonst wird es als Diebstahl und Raub bestraft« 
Kriegsbeute muss vor den Carj und die Heerführer gebracht wer* 
den. Wer einen fremden Menschen (Leibeigenen) ins Ausland 
entfuhrt, muss ihn siebenfach ersetzen ; im Inlande darf niemand 
einen fremden Menschen, ohne ein Schreiben des Carj oder des 
G^icbts aufnehmen. Kaufleute dürfen frei im Lande herumrei«» 
sen; .weder der Beichsbeamte, noch der Edelmann darf ihnen 
etwas abpressen, bei 500 bis 1000 Perpern Strafe. Kauf und 
Verkauf soll und muss ganz frei sein. Die Sachsen, die bei tiei^ 
Marktflecken W^äld^ ausgehauen und sich angesiedelt haben, 
sollen in ihren bisherigen Sitzen verbleiben; aber künftig sollen 
keine dergleichen Ansiedlungen mehr statt fii^den. Die grieehi* 
sdien Städte, welche mit ChrysobuUen und Propagmen vom Carj 
versehen sind» soUeu in ihren Gereohtsamen unangefochten blei-» 
ben. Auf gleiche Weise sollen die den carischen Städten (rpa« 
AOBOHb iVipcKttiQ») verliehenen Privilegien unantastbar sein. Alle 
Städte bleiben künftig von Einquartirungen (Nachtlagerieiste«, 
priselica) frei. Reisende Beichsbeamte und Magnaten sollen 
Pferde und Gepäck dem Gastwirth (staiyanin) in Pflege und 
Verwahrung geben. Alles auf dem Stadtgebiet Getnaubte und 
Geplünderte ersetzt die Umgegend. Bei Festungsbau oder bei 



dem Bau des Palastes des Carj müssen Stadt und Land (grad 
i iupa) helfen. — Die Vojevoden oder Heerführer bilden das 
oberste Kriegsgericht. Der Kriegsmann darf nur von ihnen ge- 
richtet werden, und ist ihnen, wie dem Carj selbst, unbedingten 
Gehorsam schuldig. Kirchen im Kriege niederzureissen ist bei 
Todesstrafe verboten. Fremde Gesandte sollen allenthalben 
direrbietig aufgenommen, yerpflegt und von Dorf zu Dorf befor- 
dert werden. Von Schenkbriefen des Carj gebühren dem Logo- 
theten 30 Perpem fär jedes Dorf, und dem Diak oder Schrei- 
ber 6 Perpem. — Strassrarauber und Diebe dürfen sich im 
Lande nicht aufhalten. Für den Einbruch auswärtiger Räuber 
haftet der Gränegrundherr oder Gr&nzbefehlshaber (?), und muss 
den Schaden siebenfach ersetzen. Dörfer, die Räuber und Diebe 
hehlen, werden geplündert (confiscirt). Magnaten, Edelleute, 
Landbeamte verlieren deshalb Besitzthum, Amt und Leben. Wer 
Gestohlenes hehlt, bezahlt es siebenfach. Qiht jemand einen 
Räuber oder Dieb an, so muss auf der Stelle die strengste 
Untersuchung vorgenommen werden. In Ermanglung eines Bewei* 
ses reinige sich der Verdächtige durch glühendes Eisen, welches 
er aus dem Feuer heben und auf den Altar hinstellen muss. 
Falschmünzer werden verbrannt — Die Geschwomengerichte 
(porota) sollen fortbestehen, wie sie durch das Gesetz des h. 
Königs (Milutin) errichtet worden sind: das grosse Geschwor- 
nengericht aus 24, das mittlere aus 12, das kleine aus 6 Ge^ 
schwomen (porotci). Den Magnaten sind Magnaten, den Edel- 
leuten Edelleute und den Bauern ihres Gleichen Geschwornen- 
richter. Das Geschwomengericht versammelt sich in der Kirche 
und wird allemal vom Priester beeidigt. Drei Verbrechen : Un- 
treue gegen Fürst und Land, Blutschuld und Todtschlag eines 
Edelmannes richtet der Carj selbst''. — So weit das alte Gesetz. 
Alles, was über der alten Serben Gerichtswesen, Processordnung, 
Advokatenwesen usw. gesagt werden könnte, muss einzig und 
allein aus diesem Dudan'schen Rechtsgesetzbuche geschöpft wer- 
den und kann hier deshalb ffiglich übergangen werden. 

7. Der serbische Edelmann war vermöge seines Standes 
eitt Kriegsmann: die Bojaren und Vlastelen mussten sich auf das 



B7 

Aufgebot des Fürsten zum Kriegszuge mit einer verhütoisa« 
mteigen, anf eigene Kosten geworbenen Mannschaft unter die 
Fahnen stellen. WahrscheinliGh leisteten auch die freien Städte 
ein Gontigent an Soldaten oder am Gelde. Dass diese Soldaten 
nidit hinter Edelleute, sondern oft ein aus allen Enden zusam-i 
meogelanfenes Gesindel, oft aber auch fremde, massenweise in 
Dienst und Sold genommene ordentliche Truppen waroi, leuchtet 
von selbst ein und wird durch die Geschichte bestätigt. Reiterei 
und Fassvolk hatten die Serben von altersher; doch sdieint 
letzteres in einem von Natur gebirgigen Lande, besonders in 
alten Zeiten, vorzugsweise in Gebrauch gewesen zu sein. Ge* 
birgskrieg war das Element der Serben. Sie dienten auch im 
Audande. Als im J. 1168 Andronikus Kontostephanus , der By- 
zantiner Feldherr, sich mit dem ungarischen Heerführer Dionysios 
messen wollte, befanden sich bei der byzantinischen Armee einige 
serbische Truppen mit länglichen Schilden und Spiessen. Um 
das J. 1184 soll Nemaiya mit einer FlotUIe, 20.000 Reitern (?) 
und 30.000 Mann Fussvolk, Ragusa angegriffen haben, doch, weil 
er die Belagerungskanst nicht verstand, vergeblich. Kg. Mikitiit 
hatte auch Ausländer, namentlich Tttricen und Tataren unter 
dem AnfQhrer Melekil in seinem Heere. Mach dem Tode dieses 
Königs entstand viel Unordnung und Meuterei unter seinen aus- 
ländischen Truppen. Nicht nur pMnderten sie das Land und 
dessen Einwohner, sondern ein Regiment zankte sich auch mit 
dem andern, und eine Rotte jagte der andern ihre Beute ab» 
Stephan Beianski hatte im Kriege wider Kg. Midiael von Bnl* 
garien italienische, durch Ragnsaner angeworbene Truppen, nach 
den Byzantiem in der entscheidenden Schlacht (16. Juli 1330) 
1000 keltische Soldner. DuSan hatte sogar deutsche Söldner in 
Beinern Heere. Unter seinen Befehlshabern wird, wie sdion oben 
bemerkt wurde, in einem päpstlichen Breye „Pahnannlus Theur 
tonicus, Capitaneus gentis armigerae*" ausdrücklich genamit. Ein 
Ereigniss ist für die damaligen Verhaltnisse zu charakteristisch, 
als dass wir es hier übergehen könnten. Als Duöan seinen Leu- 
ten bei Strafe der Augenstechung verbot, den katholischen Oot* 
tesdienst des eben damals (1355) an seinem Hofe anwesenden 



58 

papstlichen Gesandten, Petrus von Pacta, eu besuchen, fanden 
sieh dennoch 300 deutsche, wahrscheinlich unter dem Koiamandie 
des eben genannten Pabnann stehende Söldner bei demselben 
ein. „£rant't heiast es in der Mezerischen Legende von Bischof 
Petrus von Pacta, „multi ibi nobiles Tbeutonici et alü stipen* 

darii ipeiue regis eraat antem ad njissam trecenti Theuto- 

nici, aliis christianorum nationibus excepüs*". Als sie von Duton 
desshalb voi^efordert wurden, antworteten sie: Man mOsse Gott 
mdur gehorchen, als den Menschen. Diese BeharrliiMeit est* 
wiaShete den Garj. — Es scheint, dass schon in deia ältesten 
Zeiten der Krieg nicht auf barbarische Wei^e, sondern nach 
ge(wifisen Kriegsgesetzen in Bezug aaf die Gefangenen, Wehrlo- 
sen, Kirchen usw. geführt wurde. Nic^horus Gregoras bemerkt 
zum J. 1271: »Institatum hoc a majoribus constanter ad po- 
steros propagatum servatumque fuit, non modo a Bomanis et 
Tfaessalis, sed Iliyriis eäam et Triballis et Bulgaris, propter 
religionis cammumonem spolia tantum auferenda, homines vero 
nee ad servitutem rapiendos, nee extra aciem occidendos esse^« 
Hiemit stimmt freilich die Bede des Ks. Andronilcus im Senat 
bei der Verheirathung der Simonis an Milutin gar nicht tiber- 
eia. „Verum eo a se pretio"", sagt der Kaiser zur Eatechuldi- 
gung der politisoheB Heirath, „redemtam captivitatem subdito- 
rum imperii, qui misere servitum abducebantur, provinciarum 
Bomanae ditionis statum, quae incursionibus deairiabantur, anno* 
nam denique ac vietum subjectae sibi plebis, irreparabiiibus 
lateonum rapadssimorum depraedationibus spoliari antea soUtaa^ 
— Tapferkeit war und ist noch jetzt eine der Haupttugenden 
der aerbiscben Ni^on, und Mangel an Tapferkeit war gewiss nicht 
Schuld daran, daaa ihr Beich fiel. Schon Wilhelm Tyrius sagt 
von ihnen: »Hi magistratufl habent, quos Suppanos vocaat, et 
dottino imperatori aUquando serviunt, aliquando de montibus 
et Silvia egrediuntur, omnemque circa se regionem, ut sunt 
audaces et beUicosi viri, depopulantur". Die serbische Geschichte 
bifttet gar viele Beispiele aasgezeichneten Heldeamuths luid 
persönlidier Tapferkeit dar. . Bekannt ist des Grossiupans Bak* 
chinua oder Öedoiail verzweifelter Zweikampf mit dem Ks. Ma* 



59 

Doel Kommenas im J. 1151, in welchem freilich 4er Riese Oo- 
Hatii seinen David fand und unterlag. ^Vinun fortitudine prae«- 
ceDentem et procero admodnm corpore^ nennt Cinnamos, „virmn 
heroica statura et lacertosnm* Nicetas den Grassiupan. Bak- 
chinos trug eine eiserne Rastvng. Auch Stephan DuSan derOe* 
waltige wird yon der Geschichte und Sage als ein Riese an Qestalt 
and Stärke geschihlert. Marko Kraljeviö, Vnkaiiin's Sohn, lebt, 
das Bild gigantischer Körperstärke , als Held von Abenteuern 
und Sehlachten, noch ebenfalls in der Sage und im Volkslied. 
Milod Obiiiö's tollktthnes Wagestück (1389) zengt von grosser 
Tapferkeit der Seele: hätte er f^ie doch besser angewe&detl Der 
SSjjährig^ sarbische Ulysses, Georg Brankoviö, kXtnpfte (1457) 
mit SzikLgyi auf Leben und Tod, und verlor dabei zwei Finger. 
Der Despot Vuk zeidinete sich durch KQhnheit und Tapferkeit 
dergestalt aus, dass er den Beinamen Zmaj (Drache) erhielt 
Knez Pavel, ein serbischer Bojar unter Vuk (1468), wird von 
Bonfin der Ajax unter den ungarischen Keichsbaronen genaml 
£r bewegte eine Mühle mit eigner Kraft, hob ein Fass Wen 
mit einer Hand auf und trug einen bewaffneten Mann, indem er 
sein Kleid mit den Zähnen anfasgte. Gewöhnlich görlete er zw«i 
Schwerter um und wflthele mit beiden, indem er eines m. jeder 
Hand fahrte, in der Schlacht herum. An Heldenorath und 
Tairferkeit kam ihm sein Zeitgenosse, Demeter Jakftiö, gleidi, 
übertraf ihn aber' an Gfausaittkeit. Sehr viele gUnaende Thatea 
der Tapferkeit und rtthmlicher Aulofferuog fttr Freiheit, Glauben 
und Vaterland besingt Ka£ic in seinem Raa^ovor naroda slo- 
vinfikoga, und Milutinovic in seiner Serbianka. Die Namen derer, 
die sich in den letzten Jahrhunderten unter Oesterreicks Fahnen 
onverwelkliche Lorbeeren erworben haben, werden ebenfalls in 
der Geschichte fortleben. 

8. Ackerbau, Vi^zacht und Handel waren schon in alten 
Zeiten die Hauptbeschäftigungen der Serben. Die Behauptung 
einiger ausländischer Chronisten, weiche wohl nur einzelne Theile 
Serbiens näher gekannt hslben mochten, dass den alten Serben 
der Ackerbau g&nzlich unbekannt war« ist offenbar unrichtig. 
Aus den ältesten serbischen Diplomen, aus Du6an*s Gesetabuche 



60 

und ans andern einheimisdien Denkmaleni, in wel€ben allen von 
Ackerbau und Ackersleuten häufig die Bede ist, geht das 6e* 
gentheil zur Genüge hervor. Wohl mdgen einzelne Gegenden den 
Ackerbau vernachlässigt und bloss Viehzucht getriri)en haben, . 
zu welcher auch jetzt noch, wie diemals, das bag* und weiden- 
reiche Land vorzugsweise einladet. Der Sitz des Handels waren 
die Küstenstädte Dalmatiens; doch fand auch eine Verbindung 
mit der macedoniscfaen Küste frühzeitig statt. Kaufleute aus 
Bagusa, Thessalonicbi u. a. Städten Dalmatiens und Maced(miens 
durchzogen mit ihren Waaren das ganze innere Land und hatten 
überall ihre Niederlagen und Faktoreien. — An Vieh, Weizen, 
Honig und Wachs, ferner an Wein und Obst war das Land von 
jeher überreich. Der natürliche Beichthum des üppigen Landes 
wurde durch Erzgruben und Bergwerke, und wie es scheint, auch 
durch Salzquellen bedeutend erhöht Der Bcji^bau scheint in 
Serbien uralt zu sein (vgl. unten). Man hatte Gold- und Silber- 
flünea, auch baute man auf Kupfer, Blei und Eisen. Von allen 
diesen ist jetzt keine Spur mehr vorhanden. Die einzeln^i Han- 
-deteartikel, die in der alten Zeit namhaft gemacht werden» sind, 
unter den ausländischen Scharlach, unter den inländischen Vieh, 
Weizen und Meth. Die meisten Nachrichten über den Handel 
in Serbien finden wir bei den ragusanischen Schriftstellem. Schon 
im J. 1185 schloss Memaiya einen Vergleich mit Bagusa, worin 
auch freier Handel und Verkehr den Bagusanem in seinen Län- 
dern und den Serben in Bagusa stipulirt wanL Um das J. 1382 
lieferten die Bagusaner Salz nach Castelnuovo, Drakovica u. a. 
serb. Distrikten. Die älteste ragusan. Handelsfaktorei war Du- 
brofniika, unweit des jetz. Sarajevo in Bosnien, um das J. 1169 
angelegt: im XV— XVL Jahrh. blüthen dei^eicben in Sarajevo, 
Novipazar, Novobrdo, Belgrad, Prokupje u. s. w. Es wurden 
ausgeführt aus Serbien und Bosnien Gold, Silber, Bauchwerk, 
Wachs u. a. Waaren von grossem Werth. Als die Bepublik in 
Ganale die katholische Beligion mit Ausschliessung der griechi- 
schen einführte (1421), liess der Despot Stephan alle ragus. 
Handelaleute in Serbien gefangen und ihre Güter in Beschlag 
nehmen. Durch ragusauische Abgeordnete und 30.000 Dukaten 



61 

Liöaegßld besänftigt, nahm er jedoch die scharfen Maassregehi 
bald zurück. Um das J. 1490 legten die Bagnsaner Tuchwebereien 
an und fahrten grobe Wolle dazu aus Serbien und Bosnien aus. 
Eben so wenig wissen wir, worin die producirrade Industrie 
bestand^ habe. Bei so fielen Städten im Binnenlande und an 
den Küsten, bei dem lebhaften und ununterbrochenen Verkehr 
sowohl mit dem Oriente, als auch mit dem Oecidente, beson- 
ders Italien, konnte es den Serben an Handwerkern und Kunst* 
lern nicht fehlen. Der Ooldarbeiter und Baumeister wird unten 
Erwähnung geschehen. Worin die Einkünfte der Regierung be- 
standen, ist schwer im Einzelnen anzugeben. Die Hauptstellen 
darüber sind ein Diplom Dufian's, ferner das Gesetzbuch Za- 
konnik. Im Diplome vom J. 1348 heisst es, der Caij befreie die 
dem Kl. Chlilandar geschenkten Dörfer von allen Frohnen und 
Abgaben: „neroxHie cejia ocbo6oah qapcTBO mh otb nbcftn 
patfoTb ipipcTBa MH, ^a hmk Kb rpa;;^osHAaHia, m i^aBOHCTBa ne 
rp^ontxb, HH ofiHOKome, hh BHEOTpa^a« hh zerBO, u npsce* 
ssBfif HR Boma, HH nca, hh zoero nosaHza« npocM peutH #t& 
Bhcbih pa6oTL Ma.iHXB H BejoudHXB i^apcTBa mh^S Femer: „h iqo 

ieCTB 6lUB AOXO^^BCB I^apCTBa HH «TB CCJEB I^BKOBHHHXB CanOt 

H ToaH n9L^e i^apcTBO HH iq^BCBH xHJtaHAapGKiae'S Diese cana 
wird auch in einer Abschrift des Zakonnik und in Lazarus Di* 
plome 1381 genannt; ob sie mit dem an einem andern Orte 
Torkommenden Ferper carski eins sei, weiss ich nicht, doch ist 
es nur sehr wahrscheiniidi. Der Ferper carski scheint die Haupt* 
rubrik der Einkünfte der Regierung ausgemadit zu haben. Aus* 
serdem besassen die Fürsten auch ansehnliche Krondomanen. 
Andi die Einkünfte aus den ^iberbei^gwerken , deren beiünifig 
in DuSan's und Lazarus Diplomen 1348 und 1381 erwähnt wird, 
müssen sehr beträchtlich gewesen sein. Die Reichthümer des 
Carj Lazar, so wie des Despoten Georg Brankovic sind beinahe 
zum Spridiwort geworden. Als der Despot Georg seine Tochter 
Mara dem Sultan Murad zuschickte, gab er ihr unermessliche 
Schätze und goldgestickte Kleider mit („tbesaaros immenses et 
Testes auro intextas"" sagt Laonicus). Im J. 1440 flüchtete er 
naeh Ragusa und legte hier, nach dem Geschichtsschreiber Braa-* 



62 

kovid, viele Edelsteine und 500.000 Dakatea mv besseren Auf- 
bewahrung in dem offentlicben Schatze nieder. Der Patriardi 
Arseniiffi Cemojevid sdiätzte den Werth des hinterlegten Ver- 
mögens auf zehn Million^ Golden. Die geroeine Meinung ist, 
dass QeoTg aus Ragusa nichts mitgenommen habe, als was er 
zur Beise bedurfte. Nichts desto weniger heisst er auch nach 
dar Zeit „dives pecuniae"* und gab Johann Hunyady Geld her, 
um Truppen wider die Türken zu werben. Es ist deshalb wahr- 
scheinlich, dass ihm seine Schätze, wie die ragusanischen Schrift- 
stellar erzählen, 1444 nach Smederevo zurückgeschickt wurden. 
9. Gebrauche, Sitten und Bildung des serbischen Volkra 
von Jahrhundert zu Jahrhundert schildern zu wollen, würde ver* 
gebliche Mähe sein. Hiezu fehlen uns fast alle Daten. Wir be- 
sebränhen uns, mit Bücksicht auf die zwei verschiedenen Zeit- 
räume, der Selbstständigkeit und der Unterjochung der Nation, 
einige zufällig erhaltene Andeutungen anzuführen. Durfte man 
einigen ausländischen alten Chronisten und neuern Schriftstel- 
leni, die jenen nachsprechen, unbedingt Glauben beimessen, so 
misste man dafür halten, die serbische Nation sei vom Anbe- 
ginn bis zum Falle des Beiches im Zustande gänzlicher, fast 
thierischer Bohheit, Verwilderung und Barbarei gebli^n, und 
der Hof insbesondere sei das Bild von Armuth und Schmutz, 
«nd jeder feinem Gesittung civilisirter Völker fremd gewesen. 
Gegen so übertriebene, einseitige Behauptungen mögen wohl 
auch bei dem der serbischen Geschichte minder Kundigen be«^ 
deutende Zweifel aufsteigen. Die Chorwaten und Serben waren, 
als sie sich in Ulyrikum niederliessra , weder Wilde noch No- 
maden: sie bewohnten auch in ihrer alten Heimath Städte und 
Dörfer, trieben Ackerbau, Viehzucht und Handel, wwren Freunde 
sanfterer Künste des Friedens, leidenschaftliche Liebhaber der 
Musik, des Tanzes, des Gesanges, der Volkapoesie. Sie trafea 
in DlyrikQm ein Land voll Städte uud alterthümlicher Erinne- 
rungen noch aus der grossen Bömerzeit an, und wurden sehr 
bald nach ihrer Ankunft christiaAisirt. Ihr Land lag in der Mitte 
zwischen Alt* und Neu-Bom, und war dem Westen UAd Ost» 
und seiner damaligen Kultur gleich zugänglich. Die Stimme des 



63 

Eyangelhims, vereinigt mit den Einwirkungen byzantinischer und 
italischer Nachbarschaft, musste in Serbien von jeher auf die 
Gestaltung der NdtionaUniltur vortheilhaft wirken und eine 
e^ene Givilisation des serbischen Volkes hervorbringen. Nor 
das, was dem Zeitalter selbst fehlte, die Wecknng, Läuterung 
and Veredlung der sittlichen Kraft des Mensehen, durch Bü* 
düng der Vernunft, des Willens und des Herzens^ darf man bei 
den alten Serben nicht suchen. Ihr politisch selbständiges Leben 
fiUlt in das Zeitalter des unbedingten Kirchenglaubens, der das 
Sittengesetz geläuterter Vernunft als entbehrlich erachtete und 
nicht aufkommen liess. Aus dem volligen Mangel der reinsten 
und reichhaltigsten Quelle des Nationallebens lässt sich wohl der 
frohe Verfall des Reiches am besten begreifen und erklären. 
Die gänzliche Vernachlässigung dieser innem Seite des Men- 
schenlebens schloss jedoch nicht jede andere feinere Gesittung, 
nicht jeden eigenthümlichen preiswürdigen Brauch, nicht jede 
Kunst der Givilisation aus. — Der serbische Hof stand frühzei- 
tig durch Heirathen und Völkerbündnisse in freundscfaaftlidien 
Verbindungen mit den byzantischen , bulgarischen, ungarischen 
und sogar mit den deutschen Fürsten. Wir finden mehrere aus- 
wärtige Prinzessinnen am serbischen, serbische am ausländischen 
Hofe. Schon Bela UroS (1120—1130) soll, nach den einheimi- 
schen Annalen, eine fränkische Prinzessin Anna zur Frau gehabt 
haben. Da manche den Ausdruck des Chronisten po^a #paHB- 
ncKa, d. i. fränkischen Geschlechts, nicht verstanden und Anna 
für eine Französin hielten, so wurden sie dadurch veranlasst^ 
die Angabe der Annalen ganz zu verwerfen. Hiebei drängt sich 
von selbst die etwas sonderbare Frage auf: in welcher Spradie 
sich wohl die serbischen Fürsten und Prinzen mit den auslänr 
dischen Prinzessinnen unterhalten haben? Die Sprachkenntnisse 
der serbischen 2upane scheinen damals nicht sehr ausgedehnt 
gewesen zu sein. Nach dem Ausdrucke des Cinnamus, dass der 
gefangene Grossiupan Bakchinus dem Ks. Manuel die Menge 
der Feinde durch Hinweisen auf das Haupthaar angedeutet habe, 
mochte man fast glauben, dass der damalige Fürst der Serben 
der griechischen Sprache ganz unkundig war. („Captus barbarus'', 



64 

sagt Cinnamus, „beDevoIentiam simulabat; capillis autem capitis 
sui ostentis ingentem innuebat Uli occursuram multitudinem.^) 
Von den nachfolgenden Fürsten wissen wir mit Bestimmtheit 
das Gegentheil. Der Grossfupan Djesa verachtete die Freund- 
schaft der gesunkenen Byzantier und schickte (vor 1162) Le- 
gaten nach Deutschland, um sich von da eine Frau zu holen. 
(„Spreso Romanorum imperio legationem miserat ad Alemannos, 
ttt inde sibi uxorem accerseret"" Cinnamus.) Wenn Pejaievic 
hinzufügt, dass sich wahrscheinlich damals Nemanja, den ex 
irrig fQr Djesa's Sohn hielt, aus Deutschland den Titel ^^Comes 
Imperii^ geholt habe, so verfiel er in einen grossen Irrthum: 
Nemanja war nicht Djesa's Sohn, und schon seit 1159 Gross- 
iupan. Nemanja knüpfte erst später Verbindungen mit dem 
deutschen Reiche an. Als Ks. Friedrich I. im J. 1188 einen 
grossen Ereuzzug nach Palästina vorbereitete, sandte Nemaqja 
serbische Abgeordnete nach Deutschland, die bei der Reichsver- 
sammlung am Weihnachtstage zu Eger erschienen, und bot dem 
Kaiser unter Freudwibezeugung über die Hoifiiung, denselben 
sehen und sprechen zu können, nicht nur den freien Durchzug 
durch Serbien, sondern auch seine beste Stadt zur Rast an. 
Diese Botschaft erregte ein vergnügtes Staunen. Ungeachtet 
seit hundert Jahren mehrere Pilgrime nach dem Orient durch 
Serbien gegangen waren, so kannte man dennoch dieses Land 
kaum dem Namen nach, glaubte, dass es zwischen Russland 
und Ungarn liege. („Severia terra inter Ruthenlam et Ungariam 
posita'' sagt Gottfridt von Colin), und zeichnete in die Jahrbü- 
cher ein, dass die entferntesten Völker durch den Ruhm des 
Kaisers in Ehrfurcht gesetzt worden wärra. Und Nemaiqa hielt 
redlich, was er versprochen. Die Stellen der Chronisten darüber 
sind in Bezug auf unseren Zweck von besonderer Wichtigkeit 
Gottfridt von Colin schreibt von dem Empfange des Kaisers 

durch Nemaiqa zu Niä: ^^Princeps dictus Serf cum summe 

gaudio imperatorem excepit, datis ei nonnuUis donis.'' Dietpolt, 
Bischof von Passau: „In civitate Nissea magnus Com es Serviae 
eum magno apparatu honeste excepit, et multa cum eo per- 
tractans honesta ei donaria dedit, sicut et ipse magna ab eo 



65 

accepit SimilHer onmes principes a praedicto Goiiiite vino, me- 
done et animalibus Battltum honorati fuerunt.* — Codex MS. 
monast Salmansveilensis : „Neemanu et Cbrazimiras, magni Co- 
mites de Servigia et Bassia, cum tertio fratre Mechilavo... gra- 
tanter egrediebantur obviani peregrinis, et maxime Imperatoris 
adveotum, prout decebat, cum ingenti pompa et apparatn magni* 
fico salutantes, huuc honorant, hunc benignis stipant obseqniis. 
Siügulis etiam principum boves» oves, vinum, frumentum et bor- 
deum dividentes munifice, et mercatum Omnibus ministrantes 
omaimodum Imperatori obsequium... offerebant^. Auf gleiche 
Weise lobt der Keisebeschreiber Ansbertus der serbischen Fttr« 
sten Gastfreundschaft und Leutseligkeit (^amid nostri comites 
magni de Servia *"), und schreibt überall die Ueberfälle, denen 
die Kreuzfahrer unterwegs ausgesetzt waren, den Griechen und 
ihren Miethlingen, nicht den eingebomen Serben und Bulgaren, 
oder gar ihren Regenten zu. Bei diesem Glänze und dieser 
Milde des Vaters fällt die rohe Handlungsweise des Sohnes um 
so mehr auf. Stephan I. verfiel mit seiner Frau Eudoxia (?), 
Alexius Komnenus III. Tochter, in Uneinigkeit Er warf derseK 
ben allzugrosse Geilheit, sie aber ihm Trunkenheit und Besuche 
von Kebsweibern vor. Der Zwist endete damit, dass er sie, 
unter Beschuldigung des Ehebruchs, halb nackend, in einem 
kurzen, kaum die Hüften bedeckenden Böckchen , wegjagte und, 
wohin sie wollte, gehen liess. Sein Bruder Vlkan nahm sich 
ihrer an und schickte sie zu ihrem Vater nach Byzanz. Doch 
man vergesse nicht, dass dies Byzantier erzählen. Uroä des 
Grossen Frau, Helena, war nach serbischen Annalen fränkischer 
Abkunft Engel hielt sie abermal für eine Französin und sagt 
nach seiner Gewohnheit: „Die Rohheit des serbischen Hofs lässt 
sieh nicht wohl mit dem französischen Ursprung der Helena 
reimen". Wenn wir bloss die Byzantiner hören wollten, so müsste 
Engel freilich Recht haben. Als der Ks. Michael Faläologus 
seine Tochter Anna dem Fürsten Milutin, zweiten Sohne Uroä 
des Grossen, zur Frau geben wollte, wurden (1271) von Mace- 
donien aus zwei Kundschafter, Veccus und Kudumenus, an den 

6«f«ffk. Liferatia««6hielite. Jll. Buul. 5 



66 

serbischen Hof abgeschickt: „explorarent ad liquidum, quodnam 
id esset haminum geuus, qnae ibi forma vitae cultusque , quae 
ratio consuetudinis cirilis, quis ordo publicae rei, ac jus ususque 
principatus?'' Der Erfolg war, nach Pachymeres: „adeo nihil 
ibi ad ministerium commodum, ad pompam exquisite ornatum, 
aut omnino vel mediocri dignum magistratu reperueunt, ut ipsum 
illorum instrumentum Stephaiws Uresis admiraretur, et viso 
tabernaculo, praesertim autcm familia obsequioque eunuchorunit 
quasi obstupesceus inopinatissima re, qnaereret: quid haec tan- 
dem essent, et quem usum haberent? quum ?ero audisset, par- 
tem esse illam praemissam satellitii ac supellectilis reginae 
adventantis, indolesoenti similis exclamaret: heu heu, quae et 
qnorsnm ista? nos harum deliciarum usum non habemus t et haec 
loquens simul nurum (Katharina, eine ungarische Prinzessin) 
Qstenderet, paupertiuo sordidam vestitu ac lanificio intentam, 
unaque manu eam indicans subjiceret: eu tali nos cultu nurus 
consuevimus habere! Porro in cetero circa oralem apparatu nihil 
nisi vulgare, obsoletum ac plane plebejum apparebat. Nulla victus 
mundities; e venatu illauto ac tumultu sane venatorio, nulla 
specie aut ordine mimsterii, nulla mensarum olegantia, raptim 
cibi vorabantur.'' Dem nach Art aller damaligen occidentali- 
sehen Fürsten einfach kräftigen, geraden und derben Uro^ 
mochte zwar der orientalische elende, lügenhafte Flitterstaat 
und Komödiantenprunk der Byzantiner spassig genug und sogar 
läclierlich vorgekommen sein; aber wir müssen nicht vergessen, 
dasa hier der unverschämte Lügner Pachymeres, der giftigste 
Feind und Verleumder der Slawen, spricht, und dass es von 
Seite der Serben eigentlich planmässig darauf angelegt war, die 
zudringlichen Brautanträger abzuweisen. Letzteres geht aus dem 
Verfolg der Unterhandlungen hervor , worauf wir unten zurück- 
kommen werden« Ate Andronikus der Aeltere seine einzige 
Tochter Simonis dem Kg. Milutin zur Gemahlin gab (1299), 
entschuldigte er sich im Staatsrath, besonders gegen den Feuer 
und Zorn sprühenden Patriarchen, durch Politik, durch den 
Drang der Umstände. Pachymeres legt ihm dabei folgende Worte 
in Mund: „filiolam avelli mihi passus smn e gremio, projicique 



67 

in manus insoeiabilis barbari, nihil in culta ac moribus hama- 
nnm, nihil in ipso principatu magnopere splendidum habentis.^ 
Wir erfahren aber dadurch nicht, was der Kaiser eigentlich ge- 
sprochen hat, sondern nur, wie Pachymeres an seiner Stelle im 
Conseil (dem er beiwohnte) gesprochen haben würde. Eine neue 
Legation nach Serbien (1326), an deren Spitze der Chronist Ni- 
cephorus Gregoras selbst stand, schliesst uns noch einmal das 
Innere des Milutin^scben Hofes auf. Auch dieser Griechling klagt 
Ober Schmutz und Barbarei: „Triballorum princeps^, sagt er, 
„ad Caesarissam socrum suam advenit (in oppidum Scopi)» ut 
insigni calamitate affiectam comitaretur. Quae omnia exiguo 
tempore confecit, ut ipse putabat, pulcbre, sed rerera multum 
infra dignitatem. Verum, ut proverbio dicitur, simiae simiarum, 
formicae formicarum more res suas administrant. Quodsi aqui- 
larum et leonum ritu haud possunt, id inearum potestate situm 
non est, quae naturam abjectam ab initio sortitae, et tngenio 
bene ac rite eas moderaturo destitutae adoleverant. Quare sa- 
piens ille fuit, qui primus animo concepit et lingua expressit, 
sive is Thaies Milesius fuerit, sive Plato Aristonis filius, seu 
potius nterque, ita ut alter ab altero acceperit: beatum esse 
sese, qui non Barbarus, sed Graecus natus esset Nam et mihi 
aliquid haud dissimile ipsa cxperientia edocto in mentem venit.^ 
Nicht-Grieche und Barbar galt nämlich bei den Byzantinern 
fortwährend als einerlei. Allein dieser Königaffe sehlug mit sei- 
nen Ameisen, den Serben, die byzantischen Adler und Löwen 
mehr als einmal, und entrlss ihnen eine Landschaft nach der 
andern, baute Paläste, Klöster, Hospitäler in Serbien, Ghilandar, 
Konstantinopel, errichtete Bibliotheken, gab seinem Lande neue 
Gesetze und Gerichte, und verschmähte die ihm angetragene 
Kaiseikrone. Nur gegen den Vorwurf ausschweifenden Lebens 
in der Jugend suchen ihn neuere serbische Geschichtschreiber 
vergeblich zu vertheidigen. In diesem Punkte stimmen alle von 
einander unabhängigen Quellen flberein. Die Einzelheiten sind 
zu empörend, als dass ich sie hier niederschreiben könnte. Was 
fDr einen üblen Einfluss die zflgellosen Sitten des Milutin'schen 
Hofes auf die Sitten der Unterthanen hatten, ersieht man aus 

5* 



einem päpstlichen Breve vom J« 1303 an den Erzbischof Martin 
von Antivari: ,ad audieutiam nostram pervenit, quod in Albavia, 
Polato«Cunav2a,Duratio, Cattaro, Dulcinio,Snacio,Scodro,Driva8tx)« 
Antibaro et quibusdam aliis locis, sub dominio Andronici Impe- 
ratoris Qraecorum ac Orosii regis Serviae et fratris ejus Ste- 
phan! (Dragiitin) nee non charissimae in Christo fiUae Elenae, 
matris eoTum reginae Serviae... si Simoniaca labes interveniat 
vel laicalis potentia, beneficium ecclesiasticum datur petentibus 
indiatincte... laici insuper uxorati suis uxoribus vivenUbus de 
facto super inducunt alias^ et eis temere praesumunt se nefario 
connubio commiscere; alii in prohibitis consanguinitatis et aöi- 
nitatum gradibus illicite matrimonia contrahunt; alii nunc incen- 
dlorum et diffractionum dispendia, nunc direptionum et invasio- 
num diversos et sacrilegos ausus... committere praesumunt 
etc." Dasß in Serbien im XIII— XIV. Jahrh. vage Heirath herr- 
schende Sitte war, geht unter andern auch aus Dometian Fol 
307 und aus Stephan DuSan's Gesetzen (gleich im Eingange) 
klar hervor. Eine Makel im Charakter Milutin's bleibt auch die 
an seinem Sohne Stephan anbefohlene Gräxielthat der Augen- 
blendung. Dass ein so sündiges Jugendleben mit einem über- 
frommen Alter endigte, gibt auch Engel gern zu. Unter Stephan 
Duäan erreichte der serbische Hof den Gipfelpunkt der politi- 
schen Macht, des äussern Glanzes, aber auch des moralischen 
Verderbnisses, welches immer greller hervortrat. Schon der 
Weg, auf welchem Dugan zum Throne gelangte, der ihm ohne- 
hin nicht entgangen wäre, und den er später unbefleckt bestiegen 
hätte, sein Bund mit ruchlosen, gottvergessenen Bojaren, und 
der daraus hervorgegangene entsetzliche Mord seines Vaters, 
des edlen, doppelt unglücklichen Stephan DeCanski, deutet hin» 
reichend an, dass alle Verhältnisse aus ihren Fugen gewichen 
waren, der Kern des Nationallebens vergiftet war, und das 
Staatsgebäude bald zusammenstürzen musste. Anfangs schien alles 
vortreflflich zu gehen. Hab- und herrschsüchtige Bojaren mach- 
ten den jungen, feurigen, kraftvollen DuSan zuerst zum Könige, 
hierauf zum Kaiser, um durch ihn für sich zuerst Statthalter- 
schaften, hierauf wo möglich, Königreiche zu erobern.. Komisch 



69 

ist es, was Raid und nach ihm Engel von der Vorbereitung 
DuSan^s zur Krönung erzählen, dass derselbe nämlich über seinen 
f&rstlichen Kleidern einen langen, schmalen, sogenannten Orar, 
wie ihn die Diakone anzulegen pflegen, umgehangen habe. Von 
dieser Albernheit wissen die Quellen nichts. Seine Erhebung 
und Krönung zum Kaiser, so wie die Einrichtung des Bojaren- 
raths, haben wir schon oben erwähnt. Kantakuzen*s Besuche dei 
Carj zu PriStina 1342 verdanken wir schätzbare Nachrichten 
über den damaligen serbischen Hof, und es ist ein wahres Ver- 
gnügen, endlich einmal einen unparteiischen aufgeklärten Mann, 
den hochherzigen Imperator selbst, über die Lage der Dinge 
vernehmen zu können. Kantakuzen fand die Pracht und den 
Anstand, mit denen er vom Kralj Stephan aufgenommen wurde, 
vollkommen den gegenseitigen Verhältnissen augemessen, und 
kann beide nicht genug rühmen: , Imperator a crale et regina, 
adventu ejus lactantibus sibique gratulautibus , quanto maximo 
potuit honore ac studio suscipitur et summa veneratione colitur. 
In omnibus enim cralcs illum sibi praeponebat, et ut praestan- 
tiori primas cedebat. Nam et in accubatione epulari ornatiorem 
et altiorem ei sellam dabat, et in incessu aliisque singulis eum 
sibi anteferebat". Das Folgende wirft auf das Verhältniss Duäan's 
zu seinen Bojaren helles Licht; ^Inveterarat apud Triballos 
consuetudo, ut si quis nobilium ac potentium longo intervallo 
temporis ad principem veniret, ante primam salutatiouem ambo 
ab equis descenderent, et primum quidem inferior principis pectus, 
post ejusdem os sive labra deoscularetur; altero congi'essu minor 
non descenderet amplius, sed et ipse in equo dominum salutaret. 
Mos cum ipso quidem rursus servabatur; Triballos autem morem 
Bomanum erga imperatorem teuere volebat, et quoties eum con- 
venirent, omnes ab equis desccndere et pedibus accederc et sie 
ejus genu osculari: quodque mirabilius est, si quando una 
equitarent, oporteretque e Triballis quempiam nobiliorem acce- 
dere, crales quidem pro recepto more faciens, ab equo ad salu- 
tationem illius descendebat, Imperator autem de equo accedentem 
salutabat**. Dies sind freilich nur Formen, aber hinter dön For- 
men steckt ja immer das Wesen der Dinge. Bei diesem und 



70 

dem Folgenden erinnere man sich, dass Kantakuzen, so edelsinnig 
er sonst war, die Eaiserwttrde bloss osurpirte und landesfladitig 
um Hilfe bettelte. „Quoties. porro r^iam cralis ingrederetur, (et 
ingrediebatur paenequotidie: non enim manere in tentorio illum 
sinebat, quavis etiam jucunda occupatione illius coUocutionem 
jucundiorem ducens) extra portam adolescentulos honoraliores 
ei jubebat obviam ire, in atrio autem seniores, et qui honoribus 
fongebantur; ipse post atrium in aditu domus se obvium ferens 
salutabat, aut etiam ad locum, ubi ab equo descenderet, proce- 
debat Non minus eum cralena bonorabat, enixe contendens, ne 
quid a marito vinceretur. Atque haec tam diu fiebant, quam diu 
apud eos Imperator commorabatur''. Die ersten Wochen der Kon- 
ferenzen wurden meist nur „compotando et amice propinando^ 
zugebracht. Bei allem dem kann Nicephorus Gregoras nicht un- 
terlassen, nach der Weise gemeiner Griechlinge auch diesmal 
über den Orales wacker zu schimpfen: „Beponit crales impera- 
toris exercitui pabula et coenationes et diversoria, et quaecun- 
que ad victum necessaria sunt: parce tarnen et sordide et suo 
more". Der Ruf von DuSan's Macht und Iluhm war damals durch 
ganz Europa verbreitet Er warb 1350 durch seinen Protovestia- 
rius (Oberstgarderobenmeister) bei dem Könige Johann von Frank- 
reich um eine Prinzessin ffir seinen Sohn Uroä, erhielt aber, als 
ein Nichtkatholischer, eine abschlägige Antwort Wenn wir von 
diesem Machtglanz des Vaters zu dem Schimpf und Spott des Soh- 
nes, unter welchem dieser lebte, und zu dem schmählichen Tod, der 
den Unglücklichen und Schwachen ereilte, übergehen, so müssen 
wir uns wohl zu ernsten Betrachtungen über die Vergänglichkeit 
irdischer Grösse aufgefordert fühlen. Statt alles weitem Räson- 
nements stellen wir vorerst ein nacktes Factum hin. Zwei Reichs- 
statthalter (wahrscheinlich Vukaäin und Lazar) hatten Streit mit 
einander. „Hos quum Rassiae rex diu in concordiam adducere 
conatus nihil proficeret, ira percitus facessere et se hello invi- 
cem insectari jussit. Ex quo quum alter viribus potentior in 
aemulum signa infesta circumferret, alter hello impar, Danubii 
accola« Hungaricas copias excivit, quibus adversarium profliga- 
vit". Was darauf erfolgen musste, kann jedermann errathen. 



71 

»Mox etiani Ludovicuö rex llua^riae... trajectu Danubn iratittis 
fiassiam, qna parte in aequam planitiem patet, victoiiis pereurrit, 
in moatana nemonimque reeessus fugiente Serviorum roge*". Bald 
kam es mit dem guten Carj Uroä so ^t, dass er von einem 
seiner Statthalter zum andern reiste und sich vom ibm aus 
Gnade f&ttem lies. Sein Ende ist bekannt Von da an «nimmt 
die serbische Geschichte die widerlichste Gestalt an: wir haben 
es mit einem physisch und moralisoh ausgelebten, mürben, zer*- 
rutteten und in völliger Auflösung b^riffenen Staats* und Volks*- 
körper zu thun. Nach dem Tode Uroä's war der Hof serbische 
Fürsten und Bojaren der Sitz der niedrigsten Ränke und des 
schändlichsten Verraths. Einzelne bessere Männer, wie der fromme 
und tapfere Lazar und sein gelehrter Sohn Stephan, konnten 
den Strom nicht aufhalten. Letzteren scheint das aligemeine 
Unglück des Vaterlandes vom Heroismus und andern fürstlichen 
Tagenden abgewendet und zum frömmelnden Ueberglauben und 
stillem Mönchsleben umgestimmt zu haben. Er war schwach ge>- 
mag zu meinen, sein und seiner Nation Heil von einem fremden 
Volke empfangen zu können. Im J. 1424 kam er nach Ofen, 
betrug sich als Vasall und übergab dem Kg. Sigismund an Ge*» 
scheokmi 20 goldene und seidene T^dier, 10 übergoldete Bek* 
ken, 10 türkische Kolben, 2 türicische Schwerter mit silbernen 
und vergoldeten Gehängen und Beschlägen, und 10 heidnische 
Decken. Sein Hof glich mehr dem eines frommen IIohenpriesterB 
als dem eines Fürsten. Unerschöpflich waren seine Wohlthateh 
gegen die Geistlichkeit und die Armen. Les Nachts und des Tags 
ging er auf den Gassen einher, und theilte Kleider und Gdd an die 
Annen ans. Einst forderte ihm ein Armer trotzig «ein Geld ab; 
Stephan sagte ihm: Da nimm ein Goldstück, du Dieb und Käu-^ 
ber. Aber dieser antwortete: Nicht ich bin ein Dieb^ sondern 
du, denn du suchst durch irdisdie Herrschaft das himndisobe 
Königtbum, durch weltliche Güter das ewige Wohl zu ersteh'» 
len und an dich zu reissen. Er gab FreuKlen, Krankon und 
Aussätzigen zu essen; schickte den durch besondere Andacht 
und Kasteiungen sich auszeichnenden Mönchen alle Bedürfnisse ( 
entfernte von semem Hofe alle Spiele, Pauken und Musiken« 



72 

indem sich diese nar fflr die Zeit des Krieges schickten. Die 
wegen Untreue und Dienstvergehungen ihres Amtes entsetsten 
jagte er nicht von ihrer Heimat und ihrem Erbtheil, well auch 
Gott befohlen habe, einen Verbrecher nicht mit zwei Strafen za 
belegen. Er hatte Mitleiden mit den Verbrechern. Alle, die ihn 
umgab^en, lebten freundschaftlich an seinem Hofe beisammen, 
kein Geheul, kein Schelten, kein Spott, keine Beschimpfung ward 
unter ihnen gehört. Er bewahrte seine Augen von lüsternen 
Blicken und seinen Leib von aller Unzucht. Kurz, seine Sitten, 
als eines Fürsten auf dem Herrschei-stuhl , waren von der Art, 
dass man sie sogar an einem Mönch bewundert hätte. Doch 
man vei^esse nicht, dass diese Schilderung aus dem auf Befehl 
der Kirchenversammlung durch den Mönch Konstantin den Phi* 
losophen niedergeschriebenen Elogium entnommen ist Gerade 
auf diese Weise schildern der Erzbischof Daniel und seine Fort* 
Setzer die Sitten der Könige Dragutin, Milutin und Stephan 
Du^n, die doch, wie wir wissen, eine ganz andere Lebensweise 
zu führen gewohnt waren. Bei allem dem ist das Hinneigen zum 
Mönchthum bei den Fürsten aus dem Nemanjischen, Lazar'schen 
und Brankovic'schen Hause ein stark hervorstechender, psycho* 
logisch wichtiger Zug, den wir indess hier nicht weiter unter- 
suchen wollen. Die Geschichte lehrt uns, dass mehr als die 
Hälfte der Fürsten und Fürstinnen aus diesen drei Regentenfa* 
milien entweder von Jugend auf, oder geraume Zeit vor dem 
Tode, oder wenigstens in den letzten Augenblicken des Lebens 
sich in den Mönchsstand begab, und keine höhere Idee kannte^ 
als die im Gerüche der Heiligkeit (nach einem oft sehr unhei^ 
ligen Leben) zu sterben. Eben so wenig, als Stephans mönchisch- 
frommes Leben und Verwandlung des Hofstaats in ein Kloster 
konnten des serbischen Ulysses, Georg Brankoviö. schlauer Ver^ 
stand, alterthümliche Tapferkeit und unermessliche Schätze den 
zerfallenden Staat retten. Es war zu spät Georg war nur noch 
dem Namen nach Despot, in der That aber schon ein Knecht 
Als er im J. 1436 dem Sultan Murad seine Tochter Mara attCh 
lieferte, stattete er sie an Kleidern und Hausgeräth fürstlich 
fius. ^Thesauros immenses'', sagt Laonicus, „et vestes auro in* 



textas i^portabat.^ Dabei war die Anrede der serbischen Oe* 
sandten an den Sultan folgende: ^Mein H^rr, d€ir Despot schickt 
dir seine Tediter zur Dienerin, wie es schon vorher (La^ar's 
Toditer Mileva war Bajesid's Frau) gebrlbuchlich zwischen dem 
tltarkisdien und serbischen Hofe gewesen; audi schickt er dir 
Tribut aen Geld.* Die entsetzlichen Gräuel, welche nach Geoigs 
Tode von seinem Sohne an Mutter und Brödem Verübt wurden, 
sind bekannt So wenig man bei den Fürsten Hochgefühl und 
Herrschertalente sah, so wenig fand man bei den Bojaren und 
dem sonstigen Adel Begeisterung für Freiheit und Vaterland, 
Treoe gegen Fürsten, Muth und Ausdauer in der Noth. Die 
Entartung wsu* aligemein. Einzelne bosnische Könige und Fürsten 
waren, wo möglich noch treu- und rochloser als ihre serbischen 
Brüder. Die Türken wassten die Umstände vortrefflich zu be- 
nützen: sie thaten alles, um die inneren Unruhen zu nähren« 
Serbische Bojaren gingen haufenweise zu ihnen Über, Hessen sich 
beschneiden und erhielten Kommando in Amen und Europa. So 
ward die serbische Nation in ihrem innersten Lebenskern ver- 
giftet, schauderhaft entsittlicht und bestimmt, statt ein eigenes 
Reich fest zu begründen, vielmehr das des Todfeindes der Chri- 
stenheit und der europäischen Givilisation, des Türken, erheben 
zu helfen« 

10. Die Aussagen der Ausländer über die Kultur des 
Landes und die Sitten des Volkes der Serben im XI— XV. 
Jahrh. füllen uns mit Schauder und Abscheu. Zum Glück sieht 
man ihnen die einseitig grelle Uebertreibung und die gänzliche 
Unbekanntschaft ihrer Urheber mit dem wahren Nationalcha- 
rakter der Serben bald an. Nun wir wollen sie hören. Zuerst 
fahren uns die Kreuzfahrer nach Dalmatien. Raimundus de Agi- 
les beschreibt bei Gelegenheit des Zuges derselben über Dal*^ 
matien (Trebinien und Dioklea) um das J. 1090 Land und Volk 
f o^iendermassen : ^^Sclavonia (d. i. Slawenland, Dalmatien) est 
teHus deserta et invia et montuosa, ubi neo feras nee volucres 
per tres hebdomadas vidimus. Incolae regionis adeo rüdes et 
agrestes sunt, ut nee commercium nobis, nee ducatum praebere 
volnerintf sed fugi^tes de vicis et castellis suis, debiles anus^ 



(Hiuperes et iafirmos... qui a lengo (»rae infirmitate sequebA&tor 
ex^roitum, ut pecwra trucidabaot... Quadraginta enim f^rme dies 
in Sclavonia eramus, in (luibuB tantam »pissitudiiii^n nebulanim 
paa$i sufflos, ut pajpare et per motum removere eas a nobiß 
aiiquateous possemus.... Ob illam, reor* causam voluit deos exer«* 
citiuQ siiom transire per Sdavoniam, nt agrestes homiMS, qui 
DeuB) igaorabant, cognita virtute et patientia militum ejus, 4uit 
aliquando a feritate resipiscant , aut ineKCusabiles Dei judieio 
adduoantun*' (Also noch Heiden? Unglaublioh!).. „Tandem apud 
Scodram ad Begem Sclavorum (Vlkan?) pervenimus, ac cum eo 
eomes S. Aegidii frequenter fratemitatem coufirmavit... sed et hie 
Sclavi de more soUto furentes nostros interficiunt, et, quae po- 
terant, ab inermibus surripiuut''... Mit denselben Farben malt 
ViUielmus Tyrius (1188) Land und Volk. „Est Dalmatia... po- 
pulo ferocissimo et rapinis assuetissimo iahabitata, montibus et 
silvis, magnis quoque Üuminibus, pascuis etiam longe iateque 
düfuüis oeoupaU penitus» ita ut raram habeat agrorum culturam« 
io^orum ittcolis in gregibus et armentis onmem vivendi habentibus 
fidudam, exoeptis paucis, qui in oris maritimis babitant, qui ab 
aiüs et moribua et iingua dissimiles latinum hahent idioma» 
reliquis sclavoQico sermone uteutibus et babitu barbarorum*'' 
Auch er erwähnt des Sclavorum regis zu Skodra und Jdagt 
abermals Qber die f^rocites gentis. An einer andern Stelle schil- 
dert er die Serben also : „Est populus incultus , absque diad«* 
pUna, montium et silvarom habitator, agricultucae ignarus, gre^ 
gibtts et armentis copiosis, lacte, caseo, butyrOf eamibus, mdJc 
et cera uberius abundantes.^ Das nun darauf folgende Ober dea 
Namen ist um so wichtiger, als es uns au der Vermuthung ver* 
anlasst, dass Wilhelm seine grelle Charakteristik zum Tkeil 
auf die Bedeutung des Namens Servi (statt Serbi) gebaut habe: 
«8i quidem vetuatae traditiones Jiabent, populum hunc omnem 
ex deportatis et deputatis exilio, qui in partibus illis ad secaada 
marmora et effodienda metaUa damnati fuerunt, oiiginem ha- 
buisse^. Ein solches Gelichter meinte nun Wilhelm nicht gräas«^ 
Ucb genuiüg sichildQm zu könnoa. Aber vieUdcht sind die see« 
iJWberischen wilden Narentraer an allen dioaen Klagdiedem 



75 

schuld? Wir wollen sehen, was wir über das Volk im Binnen- 
lande Yon diesen Pilgrimen und ihren Chronisten erfahren? Bei 
Gelegenheit des Kreuzzngei» des Herzogs von Sachsen, Heinrich 
des Löwen« durch Ostserbien im J. 1172 beschreibt uns Arnold 
die Serben folgend^massen : »Servi, filii Belial, sjne jugo Dei» 
iOecebris camis et gulae dediü, et secundum nomeo suum im- 
monditüs omoibus servientes y et juxta locorum ({ualitatem bei* 
lualiter vivendo, bestiis etiam agrestiores*. Dies lautet freiUch 
Dicht tröstlich: aber Arnold hat durch seine Worte ao^ besten 
dafür gesoi^, dass ihnen kein Verständiger unbedingt Glauben 
beimessen wird. Uns bleibt nur ein Wunsch übrig: hätte uns 
doch iigend ein serbischer Mönch aus dieser Zeit eine Sitten« 
sdiilderung des reisenden Kreuzfahrergesindels zurückgelassen! — 
Milder beurtheilt Ansbert achtzehn Jahre später Fürst und Volk* 
Freilich beherrschte damals schon Nemanja das Moravathal, und 
die frühere Anarchie hatte ein Ende. Gleichwohl scheint a^ch 
noch hundert Jahre später des Pachymeres Bericht über die an 
der griechischen Gesandtschaft (um 1269) sogar in der Nähe 
der serbischen Residenz verübten Diebereien auf Anarchie hin* 
zudeoten. Der den griechischen Gesandten vom Kg. Uro$ n^cb 
Lipljan entgegengeschickte Staatsbote Georg wurde nämlich selbst 
unterwegs von seinen Landsleuten angefallen und ausgeplündert. 
„Huic ex insidiis latrocinio illatum damnum et ante nostri au- 
dierant, et ipso referente cognorunt certi^s« Atgue ut primo rei 
auditu cohorruerant, ita facti accepta confirmatione nmestissime 
senserunt, quo locorum mak)rumque deveuissent. Quid enim noi^ 
jure metuerent in tantae barbariae liceutia; aut quomodo sp&* 
rarent parcituros exteros ac temperaturos avidas ma:nu8 a gaza 
perc^grina eos, qui ne a popularibus quidem suis, üsdemque 
illustri magistratu conspicuis, obstinerent injurias extremas.*' Was 
befurchtet wurde, dies geschah auch. „Talia deliberantibus et 
adhuc sententiae incertis supervenit quidpiam. quo suspicione 
in metum et exspectationem verterentnr certam graye quiddam 
et exitiale patiendi, si porro pergereut. Siquidem incolae re- 
gionis per turmas accedentes recedentesque, ubi comminus aspe«* 
xerant minime familiari vultu, ac sie speciem praebentes eun^ium 



76 

praeoccupatum insidiis locum, ande noctu enimpentes impetam 
facerent in peregrinos, quornm iter explorassent, et quam mul- 
tum praedae traherent, praesenti conspectu observassent, formi- 
dinem nostris admoverunt, quae cito in dolorem transiit Nam 
non ita multo post nocturni grassatores clam appulsi pede su- 
spenso summa cura strepitus vitandi, equos nostrorum abduxe* 
runt et cum iis quam longissime fugerunt Romani sub auroram 
fiirto agnito quaerunt aHctores facti, de obviis percontantes, 
ecquid horum nossent? sed vanum scilicet Studium erat indicii 
testimoniique eorrogandi a consciis furum in suos ipsorum po- 
puläres sociosquc, quorum rapacitatem haud paulo imitaturi 
libentius, quam accusaturi viderentur. Itaqne prudens consilium 
fuit, rem istam non nimium urgere, ne ista ipsa instantia irri- 
tata gens barbara , belluinam feritatem humana Celans specie, 
pejus aliquid funestiusque de^signaret. Tamen ne quid intentatum 
relinquerent , magistratus locorum adierunt, rogautes, ut equos 
sibi restitui curarent, sine quibus institutum ad regem ipsorum 
iter perficere nequirent. Verum ab bis nihil aliud impetrari 
potuit, nisi ut equos i[)sis regionis ejus, nulla parte cum amissis 
comparabiles, Offerent." Wenn man auch nur mit oberflächlicher 
Kenntniss der damaligen Verhältnisse des serbischen Hofes den 
ganzen Verlauf der Sache ruhig erwägt, so wird man sich bald 
fiberzeugen, dass es von Seite der Serben, und zwar entweder 
von der Partei des ErbfArsten Dragutin allein, oder auch von 
der des alten Königs selbst, recht eigentlich darauf angelegt 
war, der Griechen (sie verlangten die Thronfolge Milutin's für 
ihre Prinzessin, mit Ausschliessung des Dragutin) auf eine gute 
Art los zu werden und die angefangenen Hcirathsunterhandlungen 
abzubrechen. Den Empfang der zum Auskundschaften ausge- 
schickten Vorboten am Hofe berührten wir schon oben. — Die 
Schilderung, die uns Nicephorus Gregoras in dem Berichte über 
seine Gesandtschaft nach Serbien 1325 von Land und Volk ent- 
wirft, ist fast romantisch-schauerlich. Es ist am besten ihn selbst 
zu hören. Der Zug ging Aber den Fluss Strymon längs dem 
FKbsschen StrumenStica nach dem Bergschloss Strumica und von 
da nach Skopje. Als man über den Fluss Strymon kam, verspä- 



77 

tete man sich in der Nacht in einem dichten Walde. Gregoras 
malt mit lebhaften Farben die Todesangst vor Bäubern, die 
seine Seele peinigte, während sein Gefolge Lieder sang, und 
fihrt dann fort: „Dum in bis sumus, subito viri quidam ex 
Ulis rupibus et cavemis exsurgunt, nigris induti vestibus e lanis 
et velleribus, quae pecudibus detraxerant ii, quibus opus fuerat: 
diabolica plane spectra (äwixQos damsovia fpdafuxxa). Sed iidem 
non gravi armatura instructi, imo omnino leves et expediti 
erant Ac plerique arma ad comminus pugnandum apta in ma* 
nibus habebant, nempe hastas et secures. Quidam et tela missilia 
gestabant Ac principio quidem fieri non poterat, quin nobis et 
intempesta nocte et ignotis in locis terrorem incuterent, prae* 
sertim quum nostra lingua haud uterentur. UIius enim loci in- 
colae plerique Mysorum coloni sunt, finitimae nationis, et com- 
muni cum nostris popularibus victu utuntur. Deinde recepimus 
animos et ad nos rediimus. Nam sua lingua nos comiter et 
scilariter salutabant, nee quicquam infestum et latrocinii simile 
prae se ferebant: sive quod pauci et rari, nobis, qui multi eramus« 
oppugnaDdis futuros se impares arbitrabantur, sive Deus non 
sivlt, quod potius reor, ab altera autem opinione longissime 
absum. Quum enim ibi habitarent, et in iis praecipitiis insidias 
collocare consuessent, et silvae densitate velut inexpugnabili 
propugnaculo defenderentur, obscura nocte nobiscum, qui pere- 
grini essemus, ut videntes cum coecis pugnassent. Sed tarnen 
quum eos simili modo resalutassemus, erant enim nonnuUi 
e nostris sermonis eorum non plane rüdes, cur ibi degerent, 
haoe cansam paucis afferebant: se custodes esse viarum, ad 
propulsandos eos, qui finitimos agros clam latrocinando infe- 
Stare vellent." Bald darauf ward das Dorf erreicht. Wenn viele 
Griedien damaliger Zeiten diesem Gregoras 9m Mutb glichen, 
so darf ed uns fürwahr nicht wundem , dass die alten Türken 
ftr die Griechen kein passenderes Schimpfwort fanden, als das 
nodi heutzuti^e übliche: „du Hasel'' Gleich darauf spottet Grego- 
ras über den slawischen Gesang und nennt die Serben Affen und 
Ameisen, die Griechen hingegen Adler und Löwen! — Es würde 
uns zu weit führen, wenn wir diese Mosaik fortsetzen oder uns 



78 

in abstrakte Betrachtungen Aber der spätem Serben Sitten und 
Gebräuche, wie sie sich zum Theil, wiewohl immer sehr proble- 
matisch, aus DuSan's Gesetzbuche und andern Denkmälern er- 
rathen lassen; im Ganzen ist uns das wahre, innere Volksleben 
dfer alten Serben völlig unbekannt. Dürften wir von späteren 
Zeiten auf frfihere sChliessen , so war dieses innere Leben , bei 
den herrlichfiten Naturanlagen des Volkes, einer üppigen beweg- 
lichen Phantasie, innigem, tiefen Gefühl, Hang zu religiösem 
üeberglauben , wanner Liebe zur Nationalität, feurigem Muthe 
und heldenartiger Tapferkeit, aber auch ungemessener Raubsucht, 
Neigung zum Trünke und Betrug, und gänzlichem Mangel sit- 
lich erstarkten Gemeinsinnes, schon damals eben so psycholo- 
gisch reichhaltig und bedeutsam, als es noch heutzutage ist. 
Viele alte Lebensformen mögen zwar nach der Unterjochung 
durch die Türken gänzlich untergegangen, viele entartet auf uns 
gekommen sein; aber unläugbar ist es, dass sich bei der na- 
türlichen Abneigung der Unterdrückten gegen ihre rohen Be- 
zwinger und bei der durch die Landesverfassung herbeigeführten 
Trennung beider Bevölkerungen noch gar viele alte eigenthüro- 
liche Gebräuche und Sitten unter dem gemeinen Volke bis auf 
den heutigen Tag rein und unverfälscht erhalten haben. Ein 
auffeilendes Beispiel davon gibt uns die Wasserprobe (vgl. Vuk's 
Lexioon u. d. W. Ma:mja) und die gemeinsame Verpflichtung des 
Dorfes zu dem Blutgeld. — Niemand wird eine Schilderung der 
nationalen Sitten und Gebräuche der heutigen Serben an diesem 
Orte erwarten. Wer sich über diesen Gegenstand näher unter- 
richten will, findet leicht Hilfsmittel dazu in neueren Büchern. 
Sehr vieles hieher Gehörige findet man in Vuk Steph. Earad2i6's 
serbischem Wörterbuche vom J. 1818. Man lese z. B. über alte 
und neue religiöse Vorstellungen und Gebräuche die Artikel: 
6B,]ijshVLVhj öoroAB^ueme, (>0XHh, BapHii,af Bacspcenie, ü^aha^ 
jOÄO-ie, ÄpyxH^a.10, ^jpi^evh sa«, 3aB*T0Ba'rH ce, 3a;ornr- 
ÖHHat sa^ynniHi^e, HBanx jtM'hj e;^H0)r6cewhH, KOJte^a, KpajiBii- 
me, KpcTHo HMe. .laaapHne, TMaTepHne, moMT^a, mo^ütth ce, na- 
MacTMpii, no6paTHM%, no.Ta»aflHÄE u. s. w., über Aberglauben: 
öjaroB*cT, BH/TOBHT, BH-iä, BlimTHn,a^ Bp3HH0 Kojo, ByKo.vaK 



79 

und Baamsp^y BysoeAHHa, ro^iorya, inirrepRna, ctotv, tyra, 
zywBWOf^ üaca^ nmaTM ee, cxyialt u. b. w., Aber VoIksgebnUi* 
che, Trachten: rocnonap, roono^HH, ^(oMrJiHi^a, xeHH^^ 
.mq^cTHTH, sjiaToe, nj6jBj cojiaqH, kojio, KyM^ Masm, Motfa^ 
■anürTH, onoi^a, neqeHHqa, cejic, craplimHHa, Tapuom, 17- 
zxTH 11. s. w., aber Spiele und Vergnügungen: 6aHaTH ce^ EjiiDe, 
Cyna, npcTeHi u. s. w., über Volkswitz in Erssählungen , Mfir* 
chen, Räthfieln und Sprichwörtern: 6a6inm ycoBH, tiojiehH, Ba- 
peifM, BOj^nap, nparal^yp, ;i;eM6eJi, jiepHryina, j^eMan«, ;(y- 
HJibain, ABaBonaK, aaTpoHouiHTH , ajiorySf HcmiCHa, athliibO) 
nTpouen, nconiby cycHyTH, cjniH^optfa, capHi>a<ra, u^nwihi 
lasyvKf MjraTHuiyMay o6h.i, nacyjn>, impHBarpa, nymTeHHi^a, 
npnema.10, i^apHrpaAv vejiai^, ^iieTBpTHff q. s. w. Hieher 
gehören femer folgende Schriften: M. A. Relkovieh Satir ili divi 
esovik. Dresden, 1761. 8**. und oft. — J. v. CsaploTle» Slavonien 
und Kroatien. Pest, 1819. 8^ 2 Bde. — W. Stepb. Karadzie Ha- 
pojiHe epÖCKO npimoB'fij^Ke. Wien, 1821. 12**. — Ebend. Jl^anm^a, 
safiaBHHc 3a ro.i;. 1827. Wien, 1826. 12^.— W. (ierhard Wila, serb. 
Volkslieder und Heldenmährchen. Leipzig, 1828. 8^ 2 Bde. — 
L. Ranke die serb. Revolution. Hamburg, 1829; 8^ In letzterem 
Werke ist das ganze erste Kapitel : Lage der Dinge in Serbien vor 
den Bewegungen, nationale Sinnesweise und Poesie, hieher zu 
rechnen. 

11. Wir haben an einem andern Orte bemerkt, dass die 
Bekehrung der Chorwaten und Serben, nach der Erzählung des 
Konstantmus Porphyrogeneta, sehr früh, und zwar einmal von 
Rom aus durch lateinische Missionäre, später aber, als ein Theil 
der Nation noch immer im Heidenthum verharrte, von Konstan- 
tinopel aus durch griechische, oder wie wir dafür halten, slawi- 
sche, vom Ks. Basilius abgesendete Priester, welche zugleich 
die seit 855 in Bulgarien in Gang gebrachte slawische Litur* 
gie in Serbien einführten, bewerkstelligt wurde. Als der durch 
scme Folgen so wichtige Zwist zwischen dem rKmischen und ' 
griechischeB Patriarchalstuhl ausbrach, wurde auch in Bezug 
auf die Zulassung slawischer Liturgie in Dalmatien und den 
angranzenden Ländern sehr bald ein nachhaltiger Streit angelegt. 
Schon auf der ersten dalmatischen Nationalsynode zu Spalato 



so 

im J. 925 wurde festgesetzt: ^Ut nullus Episcopus nostrae pro* 
vineiae atideat in quolibet gradu slavinica lingua promovere... 
Bec in saa ecclesia sinat eum missas facere etc.'' (Vgl Farlati 
lUyr. sacrum III. 97.) Noch stärker sprach sich die zweite dal- 
matische Nationaisynode zu Spalato im J. 1059 aus. Hier wurde 
der slawische Grottesdienst auf das strengste verboten, und Me- 
thod mit dem Namen eines Häretikers belogt Die Verfolgung, 
welche von da an über Methods slawische Kircbensprache ei^ng, 
scheint nach Miköczy's und Dobrowsky's, so wie anderer Sprach* 
und Geschichtsforscher Dafürhalten, die bedrängten dalmatischen 
Priester zw. 1220—1224 veranlasst zu haben, an die Stelle des 
verrufenen cyrillischen Alphabets ein neugeschmiedetes und dem 
h.. Hieronymus untergeschobenes (das sogenannte glagolitische) 
zu setzen, um wenigstens die slawische Sprache für die Liturgie 
zu retten. Der römische Ritus, der sich in dem grössten Thefle 
Dalmatiens festsetzte, konnte indess im innem Lande, in dem 
eigentlichen Serbien nie das Uebergewicht erlangen. Es fehlte 
nicht an Versuchen von Seiten der Päpste, die Serben für die 
römische Kirche zu gewinnen, und einzelne Fürsten Hessen eine 
augenblickliche Hinneigung zum occidentalischen Ilitus durch- 
blicken, die indess im Ganzen von keinem dauernden Erfolge 
begleitet war. Der Papst setzte um das J. 1044, wahrscheinlich 
im Einverständniss mit Stephan Vojislav, Fürsten von Serbien, 
dem griechischen Erzbischof zu Achrida einen katholischen zu 
Antivari entgegen, und unterordnete demselben die Bischöfe und 
Kirchen von Zachulmien, Serbien, Trebunien, Cattaro, Dulcigno^ 
Drivasto, Polata und Skodra. Später ging dies Erzbisthum ein 
und an seine Stelle ward eins zu Ragusa um 1121 begründet 
Doch gelang es auch dem ragusanischen Erzbischof nicht, die 
Kirchen zu Dulcigno, Cattaro und Antivari unter sich zu brin- 
gen. Stephan Nemanja war zu eifrig orientalisch gesinnt, als 
dass er dies hätte zugeben sollen. Vergebens donnerte der Papst 
in Bullen und Breven 1158 und 1167; vergebens drohte er mit 
dem Kirchenbann. Die päpstliche Curie machte hierauf um das 
J. 1179 einen neuen Versuch, einen Erzbischof 2u Antivari zu 
bestellen; als dieser aber von Stephan Nemanja nicht anerkannt 



81 

wurde, setzte sie wieder den Erzbischof Ton Ragusa in die 
Rechte des von Antivari ein um das J. 1188. Schon Vlkan, Ne- 
manja's zweiter Sohn, neigte sich auf die Seite der Occidentalen, 
um sich mit ihrer Hilfe wider seinen Bruder Stephan I. zu be- 
haupten. Er fing an sich Rex Dalmatiae et Diocleae zu schrei- 
ben. In den Jahren 1198—1199 finden wir päpstliche Gesandte 
bei ihm, die eine Synode zu Antivari abhielten. Vlkan vei^ 
driogte wirklich seinen Bruder Stephan. Indess dauerte sein 
Sieg nicht lange. Sava versöhnte beide Brüder, und Vlkan be*^ 
gnügte sich mit Ghulm und der Hercegovina (?). Um das Jahr 
1200 scheint auch Stephan I. mit dem Papste unterhandelt zu 
haben. Er bat sich päpstliche Gesandte und Verleihung des 
königlichen Titels aus. Im Herzen, sagt Engel, dachte er anders ; 
denn er blieb sammt seiner Nation in der Stimmung für den 
orientalischen Glauben. Als er des venetianischen Dogen Hein* 
rieh Dandulus Enkelin, Anna, heirathete, neigte er sich wieder 
zur katholischen Religion und uegociirte mit dem Papste wegen 
der Krone. Diese erhielt er, nach Domet^an, durch den serbi- 
schen Bischof Method im J. 1221, aber von einer Annahme des 
römischen Glaubensbekenntnisses ist bei Dometijan keine Sylbe 
zu lesen. Indess wurde in Bosnien frühzeitig ein katholisches 
Bisthnm errichtet, welches aber seit Kulin gar oft von den Pa- 
tarenem, einer besonders in Bosnien bis ins XV. Jahrh. herab 
sehr mächtigen Sekte, eingenommen wurde. Diese Bischöfe 
wohnten bis zum Untergange des bosnischen Reiches (1463) zu 
KreSevo, und nur 1435—1437 hatte einer temporell den Sitz 
zu Diakovar in Slawonien. Dann blieb das Bisthnm hundert Jahre 
und darüber unbesetzt, ausgenommen die Jahre, wo die ungari- 
sche Macht in Bosnien eindrang. Seit 1573 bestellte der Papst 
wieder Bischöfe, meist aus dem Minoriten-Orden. Im J. 1739 
entfloh der damalige Bischof nach Diakovar; daselbst residirt 
jetzt der katholische Bischof, der sich von Bosnien betitelt 
lieber den Zustand der katholischen Kirche in Bosnien enthält 
Occhievia (Epitome vetust. prov. Bosnensis, Ancona 1776. 4®.) 
brauchbare Nachrichten. Im J. 1288 wollte Papst Nikolaus IV. 

dafaffk. Lii«niiaTgesehSoht«. lU. Band. Q 



82 

den Kg. Milutin bekehren. Seine Veraache scheinen anfimgs 
nicht ganz erfolglos gewesen zu sein. Wirklich nennt im J. 1290 
der konstantinopolitaner Patriarch in seiner im vollen Staats- 
rath gehaltenen Rede den Kg. Milutin einen Dynasten »ritus 
a graeco peregrini*" (Engel III. 242). Allein dieser lockere Ver- 
band mit Rom war von keiner Dauer. Ebenso fruchtlos liefen 
die späteren Vereinigungsversuche unter Stephan Deöanski 1305 
und 1325 ab. Durch alles dieses scheint die Bruderliebe unter 
den zwei sonst nahe verwandten religiöskirchlichen Parteien eher 
ab- als zugenommen zu habeu. In einer im November 1309 
zu Piessburg gehaltenen Synode wurde festgesetzt, dass kein Ka- 
tholischer seine Tochter geben solle einem „haeretico Patareno, 
Gazano (?), Schismaüco, maxime Ruthenis, Bulgaris, Rascüs, 
Lithuanis; nam sicut didicimus ab ezperto, viri ab unitate fidei 
catholicae separat! uxores suas, quatumvis catholicas, instigante 
diabolo ad infidelitatis errorem trahunt*'. Gleich die ersten Pa- 
ragraphe des DuSan'schen Gesetzes sind gegen die Lateiner 
gerichtet. Es war in den Ländereien (erzählt Engel), die Duäan 
dem Ban Stephan von Bosnien abgenommen hatte, die katho- 
lische Geistlichkeit von der orientalischen nicht am besten be- 
handelt worden (1350). Die katholischen Prioren der Klöster 
nnd die Pfarrer wurden auf Befehl der serbischen Bischöfe und 
Aebte vertrieben, die Katholischgläubigen zur neuen Taufe und 
Firmung gezwungen, Gold und Silber aus allen katholischen 
Kirchen im Lande Zeta weggenommen, und alle die Unthaten 
verübt, welche, nach der Geschichte, religiöse Intoleranz und 
gewaltsame Bekehrungssucht von jeher mit sich gebracht haben. 
Es entspannen sich darüber weitläufige Unterhandlungen mit dem 
Papste, und neue Unionsversuche in den J. 1354 und 1355, wo 
der Papst dringende Breven nicht nur an die Glieder der regie- 
renden Familie, sondern auch an die meisten Beichswürdenträ- 
ger erliess, doch ohne Erfolg. Das basler Concilium trug 1431 
den Ragusanem auf, den Herzog von Chulm Sandal Hranii, 
den Despoten von Serbien Georg Brankovic, den Herrn von 
Trebunien Badoslav Pavloviü und den König von Bosnien Tvärdko 
zur Abschwörung der orientalischen und patarenischen ReUgions- 



63 

meinungen und zur Beschickung des ConciKums zu bewegen; 
allein die Ragasaner verzweifelten selbst an dem Gelingen der 
Anfgabe, and thaten nichts. Der Despot Georg wies die ihm 
unter einladenden Bedingungen von Ungarn aus angetragene 
Union fortwährend standhaft von sich. So blieb also der serbi- 
sche Stamm dem Ritus nach zwischen dem Orient und Occident 
getheilt. Der Stamm der Nematqiden, dessen ursprflngliches Va* 
terland, nach den dunklen Andeutungen der serbischen Annalen, 
Rasa gewesen sein soll, war dem griechisch -slawischen Ritus 
eifrig zngethan, und hatte eine besondere Vorliebe für Klöster 
und Mönchthum. Als Nemanja im 30. Jahre seines Alters atts 
Zachalmien in seine Vaterstadt Rasa zurfickkam, wurde er vom 
dortigen Bischof Leontius in der Kirche der Apostel Petri und 
Pauli getauft Eben daselbst wurde er sp&ter (1195) vom Bi- 
sdiof Kallinikus zum Mönche geschoren. Dass er zweimal getauft 
worden, ist durch das Zeugniss seines Sohnes, des Enibisch«^ 
Sava, ausser Zweifel gesetzt; ungewiss bleibt die Art und Weise, 
so wie die Ursache dieser zweimaligen Taufe. Den Anstand, den 
Raid und andere wider die Erzählung aus dem Grunde maeheU) 
weil es vor dem h. Sava noch kein Bisthum in Serbien gegeben 
habe, ist nichtig und verräth grosse Unwissenheit in der altem 
serbischen Kirchengeschichte. Sava gründete ja ein serbisches 
Erzbistfaum und fügte zu den alten BisthOmem nur einige neue 
hinzu. Engel hielt die späte Taufe für Gewohnheit alter Zeiten ; 
Jnlinac meinte, Nemanja sei zuerst von Lateinern, und Pejaöe- 
vi^ er sei von den Patarenem getauft worden. Peja6evi6's Mei- 
nung halte ich aus vielen Gründen für die wahrscheinlichste. 
Sava und Dometijan rühmen Nemanja nach, dass er die Ketzer 
in seinem Lande vertilgt habe. Die meisten Historiker verste» 
hen unter diesen Ketzern die sogenannte Katharer, einen fort- 
gepflanzten Zweig der Manichäer, über welche Engel (IlL S. 
206—207) nachzulesen ist. Es ist jedoch möglich, dass man auf 
den Namen Katharer bloss durch den Anklang des Namens der 
bosnischen Ketzer, Patarer, Patarenen, von dem Fl. Tara, an 
weldiem sie wohnten, und der präp. pa geführt worden sei. — 
Nemimja errichtete 1159—1195 mehrere neue Klöster und Kir- 

6* 



84 

eben, namentlich das Elost^ des h. Nikolaus zu Toplica, der 
h. Jungfrau Maria ebenfalls im Distrikte Toplica, des h. Georg 
in Rasa, bzt. Djur^jevi stupovi bei Novipazar, und zur Maria- 
Himmelfahrt in Studenica. Oemeinschaftlicb mit seinem Sobne 
Sava erbaute er Cbilandar 1197— 119& Aucb soll er, den An- 
nalen zufolge, ein Hospital zu Luka gegründet, steinerne Brücken 
gebaut und die Hexen aus dem Lande gejagt baben. Nicbt 
minder eifrig-tbätig bewiesen sieb die Brüder Nemanja's bei der 
Gründung neuer Kirchen und Klöster. Im Frühling des Jahres 
1221 begab sich Sava nach Nicäa zum Ks. Theodor Laskaris 
und dem Patriarchen Germanus, und brachte die Einrichtung 
eines selbststandigen serbischen Erzbisthums, dem alle Metro- 
polen und Bisthümer des serbischen Reiches unterworfen wurden, 
zu Stande. Dometijan erzählt den Hergwg der Sache, wie und 
und warum die Selbstständigkeit des Erzbisthums verlangt und 
errangen wurde, ausführlich. Der serbische Erzbischof sollte 
avvGfcäipakog (caHOj^pbxaBHb) seio, durch serbische Metropoliten 
und Bischöfe geweiht werden; nur sollte man den griechischen 
Patriarchen bei der Liturgie zuerst nennen: noHMeHOBaxH b& 
npBBiiHX'b''. In dieser durch die damaligen Zeitumstände, beson- 
ders durch die Besetzung Konstantinopels durch die Lateiner 
und Entfernung des griechischen Patriarchats nach Nicäa, gebo- 
tenen Einrichtung lag schon der Keim zum nachmaligen, von 
Ks. DuSan (1346) proklamirten Patriarchate, dem sich die by- 
zantiner Patriarchen« nachdem sie ihren alten Sitz in Konstant!- 
nopel aufs neue eingenommen und sich von früheren Bedräng- 
nissen erholt hatten, so sehr widersetzten. Sava, nun selbst Erz- 
bischof von Serbien, richtete, nach den Annalen, zwölf Landes- 
bisthümer ein (nach andern nur acht), nämlich zu Ston in Za- 
chulmien, zu Zeta, in Dabri, Budiml, Rasa, Chvostna, Prizren» 
Oraianica, Toplica, Branitevo, Bjelgrad und Moravica. Er selbst 
nahm seinen Sitz zu 2i£a. Von diesem Zeitpunkt an datirt sich 
das hohe Ansehen und der überwiegende Einäuss der Geistlich- 
keit, in Serbien auf die Angelegenheiten des Landes. So lange 
Sava lebte, hatte es fast das Ansehen, als wäre der serbische 
Staat, gleich dem ehemaligen jüdischen, ein theokratischer; nach 



6& 

seinem Tode hing zwar der Einfluss des Klerus auf die Regie^ 
rang meist von der Persönlichkeit der Hohenpriester ab, and 
es scheint, als habe er eher ab- als zugenommen. Dennoch fin- 
den wir auch in der spätem Zeit, z. B. unter Milutin, Hegumene 
and Bischöfe bei den wichtigsten Reichsangelegenheiten, als 
Thronfolge, Gesandtschaften u. s. w., in einem hohen Grade thär 
tig. Der Einflnss der Geistlichkeit auf das gemeine Volk war 
anbezweifelt von den nachhaltigsten, wiewohl leider nicht immer 
von den wohlthätigsten Folgen. Die durch reichliche Dotirungen 
alter und durch Errichtung neuer Kirchen und Klöster bethä- 
tigte Fürsorge der Nachfolger Nemanja's für Kirche und Prie-- 
sterthum wird von den serbischen Annalisten, besonders vom 
Erzbischof Daniel, aufs wärmste gepriesen. Die Dotirung und die 
Pracht des Baues einiger derselben , namentlich der Kl. Chilan« 
dar, Studenica, 2i6a, Deiani, MileSeva, Ravanica u. s. w., erregt 
Bewunderung. Die Türken selbst pflegen, wie man erzählt, bei 
dem Anblicke der Ruinen dieser Klöster auszurufen : „man sieht 
es diesen Ruinen an, dass die Serben einst ihre Carjen hatten l** 
Serbien war in der That ein mit Klöstern und Kirchen über- 
säetes Land. Unter den Nachfolgern Nemanja's baueten, um nur 
einige der merkwürdigsten Klöster zu nennen, Vladislav das 
EI. MileSeva um 1232, UroS der Grosse das Kl. Sopotjani zw. 
1242--1275, Milutin (1275—1321) richtete 15 Landesbisthümer 
und 14 mitHegumenen versehene Hauptklöster ein, Stephan De- 
ämski eiferte in kirchlichen Stiftungen seinen Vorfahren nach, 
Lazar erbaute Ravanica 1381, sein Sohn Stephan das Kl. Be- 
sava 1407 u. s. w. Die meisten dieser Klöster gingen nach der 
türkischen Invasion zu Grunde; einige bestehen im verarmten 
Zustande noch fort, bei deren Aufzählung wir uns nicht aufhal- 
ten können. Die Klöster haben ausser ihrer religiösen Bedeutung 
in der serbischen Geschichte auch eine nationale und eine lite- 
rarische. In letzterer Hinsicht sind sie für uns besonders inter- 
essant, indem in ihnen die von den bulgarischen und pannoni- 
sdien Slowenen überkommene altslawische Kirchensprache, die 
in d^ ältesten Zeiten in Serbien nicht nur beim Kultus, son*- 
dem auch bei andern öffentlichen Verhandlungen die Stelle der 



86 

LandesmuDdart vertrat, die oachhaltigste und liebreichste Pflege 
fand. So oft von der Orfindung und Dotirung der Klöster in alten 
serbischen Chroniken und Diplomen die Bede i$t, so oft wird 
dabei auch der Bücher erwähnt Als Milutin in Eonstantinopel 
das grosse serbisdie Hospital errichtete, versah er es unter an* 
dem, nach dem Erzbischof Daniel, auch mit kostbaren Büchern 
aller Art Dass Daniel nicht gelogen, und dass diese BQcher 
nicht blosse GebetbQcher waren, sehen wir aus einem merkwür- 
digm Beispiel, aus dem unsch&tzbareu Kodex des Dioskorides 
in der k. Hofbibliothek in Wien (einer der ältesten vorhande- 
nen Handschriften, aus dem Anfange des YL Jahrh«), der aus 
diesem serbischen Hospital stammt — Die Erhebung des unab- 
hängigen serbischen Erzbisthiuns zu einem Patriarchate durch 
DuSan (1346), nach dem Beispiele des bulgarischen, veranlasste 
einen Streit mit dem konstantinopolitaner Stuhle, in Folge dessen 
der Bann über die ganze serbische Nation verhängt ward. Lazar 
unterhandelte 1375 mit dem byzantinischen Ks. Joannes Paläo- 
logus und mit dem Patriarchen Theophanes, und setzte endlich 
durch, dass die Synode anerkannte, die Serben sollten nicht 
nur ihren besondem und unabhängigen Erzbischof haben , son- 
dern dieser Erzbischof sollte auch den Titel Patriarch, mit allen 
anklebenden Vorzügen, wie die übrigen Patriarchen, führen. 
Man würde indess sehr iiren, wenn man glauben möchte, es 
habe sich in dem Streite unter Du6an bloss um die Anerken* 
nung der Selbstständigkeit des serbischen Erzbisthums gehandelt 
Die Sache war vielmehr eine ganz andera Der neue serbische 
Patriarch wollte seine kirchliche Gewalt auch über Macedonien» 
Albanien, Thessalien und Epirus, Länder, die DuSan erworben 
hatte, ausüben und fing damit an, die den slawisdien Gemeinden 
in Macedonien zu Priestern aufgedrungenen sprachunkundigen 
Griechen zu entlassen und durch eingebome Bulgaren und Serben 
zu ersetzen. So etwas musste freilich den griechisdien Patri- 
archen in Hamisdi jagen. — Von dem h. Sava an bis auf Danid 
residirten die serbischen Erzbisdiöfe im Kl. 2i&i. Allein schon 
Joannikij IL, der erste Patriarch von Serbien, nahm seinen Sitz 
zu Ipek (Pe£), und seine Nachfolger residirten daselbst bis auf 



8? 

Arsenias Cteiojevic, der 1690 mit 37.000 serbischen Familiea 
nach Oestmreidi, und insbesondere nach Ungarn, Slawonien 
0. 8. w. zog. Dieser Uebergang gab der karlowicer Metrojpole, 
deren Enäneeiiof selbetständiges Oberhaupt der griechiach-nietit- 
nairten Kirche m Oesterreicbb ist (avtoxitpaiog), ihren Ursprung; 
wahrend die serbische Hierarchie in der Türkei von da an bei- 
nahe gänzlich in Verlall gerieth, und griechischen Pachtern 
preisgegeben wurde. Wie wenig leta^re geeignet waren, fOr das 
Wohl der serbischen Kirche zu sorgen , kann man aus V. St 
Karadii^'s Nachrichten daraber in s. Danica 1827. 12^. 8. 
113 — 118 am besten lernen. 

12. Unter den mechanischen und schönen Künsten, welche 
in Serbien zur Anaflbung kamen, gehört wohl die Bankunst 
obenan. Die datanatischen Seestädte mögen den Serben sowohl 
die ersten, als auch die tttditigsten fiaukänstler geliefert haben« 
Auf Betrieb der Fürsten aus dem Nemaigischen Stamme erhoben 
sich allenthalben in Serbim Kirchen, Klöster und Paläste, die uns 
Ton den Chronisten auch von Seiten des Baues als Wunderwerl&e. 
gepriesen werden. Als Stephan De&anski im J. 1327 mit dem 
Erzbischof Daniel den ersten Glrundstein zum neuen Himmelr 
fahrtskloster in Deiani legte, war der Baumeister, Frat Vita (?)i 
dazu aus Gattaro berufen, und die Kirche ward nach 8 Jahren 
1335, ein Jahr vor Stephans Tode, fertig. Von dieser Kirche 
sagt ein Annalist: „iq»i»i<»B npaitopieMB h BCiOiMBCXBOMb h na- 
saaniaMS paajinsiiXB mjffofh h CTycauuixB, lase HeAO&üAeTi» 
xftTO n noBt;MuuiOt naopze upbSBe Bcfiu bhaobi n ow 
3penQLZB TpjxAaeTB otb djumue caiTjiocTfl xpaifiopa» imom 
Btiaa ^wbzfß jsfMKOß hsb oyrpa cmaioupiH«'' Aus dem Namen 
Frat Vit muss man sehliessen, dass der Baumeister ein Mönch 
war. Auch die vom Kg. Milutin 1314 in Studenica erbaute, 
nun verödete Kirche hat unter mehreren andern Inschriften 
auch die folgende: „oBSAaxe ce ch xpairB ob noTpifXAeHHeMB 
apmanxpiTa npoTOCHrreja HTHMena HUBaiuia'' ; dennoch möchte 
ich den Ausdruck cb nOTpssAemfeiiB hier nicht auf die Bau- 
kunst selbst deuten, wiewohl es gewiss ist, dass den Mönchen 
jener Zeit^ieriode Künste dieser Art nicht fremd waren. Von 



88 

der Kirclie, die Dufian in dem Orte Bistrica bei Frieren baute, 
sagt derselbe Annalist (wahrscheinlidi der Erzbischof Maxim): 

„XOtfpOTOH) H XHJtanCTBOMb npiSBCXO^^HTB AevaHGI» I^KOBB 

zpowb Mpavopa h nejiHiiBeTBOMB jw^Bma AeianeEaa. rbiae 
X Täwojmn uTejae crpaHH 7oe, laco nprapincse ^p^ise 
narocy k J^e^ascicaa ^pi»kbh h üeECKaa npanpaTt, h BaHCso aiaro, 
K PecancKO üHcanie Heo6ptTaeTB ce HHiAexe.'' Die Malerei 
wurde als eine zur Verschönerung der Kirchen gehörige Kunst, 
vorzüglich nach dem in der griechischen Kirche wiederfaeiige- 
stellten Bilderdienst, ausschliesslich von Mönchen mit grossem 
Eifer getrieben. Schon der Erzbischof Mettiod, der Apostel der 
Slawen, war als Mönch ein berühmter Maler. Später war der 
h^lige Berg ein wahre Pianzschule solcher Kloster- und Kir- 
chenmaler. Die Bfalerei der verfallenen erzbiscfaöflichen Kirche 
zu 2i£a in Serbien wird von Augenzeugen ausserordentlich ge* 
rühmt Da in diesen und ähnlichen Kirchen und Klöstern auch 
serbische fürstliche Personen mit ihrem Gefolge häufig abgebil- 
det vorkommen, so wäre eine getreue Kopirung dieser Ueberreste 
der altserbischen Malerkunst schon der Nationaltracht wegen sehr 
wünschenswerth. — Um über jene Künste der alten Serben, deren 
Darstellungsmittel flüchtige Töne und Bewegungen sind, urthei- 
len zu können, dazu müssten wir freilich ganz andere Materia* 
lien haben, als wir wirklich besitzen. Musik, Gesang und Tanz 
sind den Slawen angeboren: der alte Serbe kann sie unmöglich 
weniger geliebt und geübt haben, als der neuere. Doch mag 
alles auf der niedrigen Stufe natürlicher Entwickelung, ohne 
alle Kunstvollendung, geblieben sein. Den Kirchengesang über- 
kamen die Serben von den Griechen zugleich mit d^ Liturgie. 
Wie ungerecht Reisende in ihren Berichten über fremder Völker 
Leben und Bildung oft bu sein pflegen, müssen wir noch einmal 
an dem Beispiele Gregoras lernen. Er kam auf sdner Reise 
nach Serbien 1326 nach Strumica: „Ibi sacrum pascha moleste 
quidem et praeter veterem nostram cousuetudinem, sed tarnen 
celebravimus. Ibi enim omnis doctrina, rhythmi et sacrae hym- 
Aodiae musica pro ni^is habentur; quippe quum oi^idani bar- 
bara fere lingua utantur , et iis sint moribus , qui aratrum et 



89 

ligonem ünprimis deceant. Neqae enim eum ^onum edebant, qiii 
etsi semibarbarus, tarnen modulatüs foret, et aliquis ipse quoqua 
esse censeretur, ot semilydins, et, si fas dicere, somiphrygius; 
sed beliuinum plane et montanum sonabant, quo ritu aomades 
ipsi canerent^ gregibus suis praeeuntes ad juga et Silvas.*' Um 
dieses Urtheil vollkommen würdigen zu können, muss man be- 
denken, dass die Eirchenmelodien der Griechen und Serben, 
gleichwie ihre Kirchenhymnen, ganz dieselben sind. Die Gesang* 
noten über dem Texte in slawischen Irmoiogien aus dem XI — XV. 
Jahrti. und in andern Gesangbüchern sind gerade dieselben, die 
auch in gIei<Azeitigen griechischen und armenischen Handschrift 
ten Torkommen. Die Schmähung kann also bloss das Organ und 
die Ausführung, nicht die Melodien selbst, treffen. Dass aber 
die griechische Kehle canorer wäre als die slawische, kann 
wohl nur ein Grieche mit Gregoras dafürhalten. Das Weitere 
betrifft Musik und Tanz. „Ibi quum toto die consisteremus, 
partim solemnitatis reverentia, partim acquiesoendi et recreandi 
animi causa, e moenibus tamquam e nubibus in subjectam vallem 
pfospectantes, tum alia, quae in festivitatibus fieri solent, tum 
ehoreas virorum, adolescentum et puerorum (puellarum, wollte 
GregcMras als Mönch nicht sagen) spectabamus.'' Uebrigens ver- 
dient noch bemerkt zu werden, dass in diesem Reisebericht 
auch der nationalen Heldengesänge und Mährchen Erwähnung ge- 
schieht, welche des Gregoras aus Griechen und Slawen bestehende 
Begleiter auf dem Wege durch Wald und Gebüsch sangen: 
»Tociferabantur et tragicis cantibus celebrabant laudes veterum 
heroum, quorum famam solam audivimus, res autem gestas non 
vidimus.'' Ueber die herrliche Naturpoesie der Serben nach Ko- 
pitar, Vater, Bowring, Ranke u. a. hier etwas zu sagen, wäre 
überflüssig; die genannten Quellen sind jedermann zugänglich.-» 
Marmorbrfiche und Bergwerke seheinen in Serbien seit den ur^ 
ältesten Zeiten betrieben worden zu sein. Auf beides deutet 
Vilhelmus Tyrins hin , indem er die Serben für Abkömmlinge 
jener Deportirten und Verbannten hält, „qui in partibus Ulis ad 
secanda marmora et effodienda metalla damnati fnerunt^. Rai6 
erzahlt von Kg. Vladislay (1230-^1237) ein merkwürdiges Fac* 



90 

tum, das er aber mit keinem Quellenzeugniss belegt Um die 
unterirdisebeü Sdiätze seines Landes zu benutceu, sagt er» 
schickte er nach Deutschland und liess von da aus beigverstäo* 
dige Leute kommen. Aul diesem Wege gelangte Vladislav ;iii 
grossen BeidithOmem. Wahr ist es, bemerkt dazu Engel« daes 
auch in Ungarn die meisten deutschen Kolonien in bei^bauen- 
den Oertem um die Mitte des XIIL Jahrh. eingeführt wurden; 
ich vermuthe aber doch, dass die ersten Bergbauer in Serbien 
aus Bosnien herkommen mochten, woher sie bei den Patarenerver- 
folgungen vertrieben worden waren. In Bosnien werden Bergwerke 
allerdings sehr fiühzeitig erwähnt Der patarenische Ban Kolin 
erlaubte um das J. 1169 den Bagusanem, namentlich zwei Brü- 
dern aus Ragusa, die seine Bergwerke gepachtet hatten, zwi- 
schen OIovo und dem Berge Jagodin, unweit des heutigen Bo- 
snaseraj, eine Handelsfaktorei anzulegen, welche sich bald zu 
einer kleinen Handelsstadt emporhob nnd den Namen Dubro* 
vni£ka erhielt. Am berühmtesten waren die Silberbergwerke von 
Novobrdo: sie bildeten die Hauptquelle der landesffirstlichen 
Einnahmen. In Duäan's Diplome 1348 geschieht ihrer Erwäh- 
nung: er liess dem Kloster Ghilandar für den Zehent von Thie- 
ren jährlich eine bestimmte Summe Silber aus Novobrdo zahlen. 
Orbini schreibt dem Lazar einen grossen Schatz zu, den er 
durch emsigen Bau serbischer Erzgruben erworben haben soll. 
Die Ragusaner pachteten von dem Despoten Georg Brankovid 
(nadi 1433) die einträglidien Gold- und Silberbergwerke von 
Novobrdo 9 Janovo und Kratovo um jährliche 200.000 Dukaten. 
Dass diese Bergwerke dem Georg so viel eintrugen, berichtet 
der Beisende Bertrandon de la Brochiere vom J. 1433. Allein 
viel mehr als diese Summe wussten die Ragusaner aus diesen 
Bergwerken zu ziehen. Als Mohamed 1455 Novobrdo annahm, 
schonte er zum Theil der Bevölkerung wegen der Bergwerke: 
„partem quandam hominum in nuincipiorum conditionem trans- 
ferens, reliquos ibi habitare passus est, maxime propter metalli 
opus, cujus imprimis istius regionis incolae periti censentur. Nee 
eontemuendus regi reditus est ex metallis, quae sunt juxta istam 
urbem." Chalkokondylas ap. Stritter IL p. 378. — Wo die ersten 



91 

serbisdien HönzeD , deren älteste angeblich bis auf Montimir 
Idiiaiif rmdien sollen, geprägt wurden, bleibt unausgemacht. 
Stephan L führte in seinem SigiU eine griechisehe Inschrift: 
E^PAF. 0TE9JNOT METAAOT ZOTHANOT TOT NE- 
MANIA. Hieraos sdiliesst man, das dieses Siegel ssu Byzanz 
gestochen worden sei, zu einer Zeit, wo er noch mit den By- 
zantinern in Harmonie war, d. i. vor der Verstossung seiner Frau 
Eadoxia. Von diesem Stephan holt Zanetti den Ursprung des 
serlNSchen Münzwesens her. Venetianiscfae Künstler folgten nach 
ihm der Enkelin des Dandnlus nach Serbien und fingen dort 
an ganz im venetianischen Geschmack Münzen zu prägen. Eine 
solche Münze beschreibt Zanetti also : Stephanus stans a dextris 
(alü oscitantia artificum, alii rectius Graecorum more hoc factum 
afSrmant) cum Corona, tunica et pallio gemmis distioctis (quäle 
in monetis Henr. Danduli de a. 1191 occurrit) crucem longam 
et ut ajunt duplicem (quam in numis Gonstantini Caesaris anno 
641 primum aspicias) teoet. & Stephanus (Serviae patronus) 
slana a sinistris cum tunica et pallio et codicem Evangeliorum 
laeva sustinente ad pectus. Inter crucem et regem Rex scri- 
ptom est Ad calcem crucis N. (Nemanias) et 0. (forte R, 
Basciae). In aversa vero Jesus Christus tunica et pallio amictus 
m cathedra gemmis exornata, cod. Evangeliorum genibus innixo. 
Domini Caput ambit nimbus, in quo crux quadrata, in area 
litera B." Von einer andern Münze sagt er: „Alter numus no- 
ndne Stephani insignis, demtis cruce et cor<ma, apprime supe- 
riori simillimus« Pro oruce vexillum, pro Corona crines concinne 
in nodom retortos aeque ac in Venetis vides. Sed cui potius 
Stephimo e tribus» qui primum excepere?'' Diese Münzen haben 
lateinische Inschriften. Uns sind die ersten serbischen Münzen 
mit slawischer Inschrift von Vhidislav, Stephans Sohne, bekannt« 
Eine Münze von Stephan Uroö beschreibt Muratori: „Image viri 
Sancti, porrigentis vexillum regi, cum inscriptione Urosias Rex.— 
S. Stq>han., in parte postica effigies Redemtoris cum literis 
graeds IC XG.'' Aus dem Zeitalter Miiutin's haben wir eine 
Nachricht vom serbischen Münzwesen, welche eben nicht zum 
Vortbeile desselben spricht. Die Veneter zerfielen nämlich mit 



92 

diesem König (1282) und verboten die serbischen mit venetia- 
nischem Stempel, aber mit geringerem Schrott und Eom ge* 
prägten Münzen (denarios regis Raxiae contrafactos nostris Ve- 
netis), mit alleiniger Ausnahme von Ragusa, wo dieses Verbot 
wegen des täglichen Verkehrs nicht ausführbar war. Zanetti 
führt auch von Stephan Du&an eine Münze an mit der Um- 
schrift: „Rascie et B. T. Rex", wo derselbe mit einem Scepter, 
und eine andere mit der Umschrift: ,,Stephanus Imperator'', wo 
er mit einem Reichsapfel auf dem Thron sitzt Diese Münzen 
wurden in Cattaro geprägt Aus DuSan's Gresetzbuche sehen 
wir, dass den Goldschmieden, welche zugleich Geld prägten, 
gewisse Städte des Reichs zum Aufenthalt angewiesen waren, 
ausserhalb derer sie nicht wohnen durften. Spätere Münzen 
haben wir vom Despot Georg mit serbischer Inschrift Wegen 
des darauf vorkommenden Wortes : CMe^epoBO, was nur die Re- 
sidenz des Fürsten und wahrscheinlich auch den Münzort an- 
deutet, hielten sie einige irrig für Denkmünzen auf die Erbauung 
der Festung Smederevo im J. 1432. Die Serben nannten, alten 
Handschriften zufolge, das Geld j^HHape, hzt. HOBi^e (von vofwgj 
Bumus) , den Goldschmied ajiaTapB ; als besondere Sorten von 
Münzen kommen vor: a!aTHn;a (Dukate), nepnepB cpBCTaTiztt, 
nepnepB BeneTiraBCCBEfi, ($i^jiHu;a, j^HHapB u. s. w. — Andere 
mechanische Künste mögen den Serben älterer Zeiten nicht ganz 
unbekannt gewesen sein. Die russischen Chroniken erzählen ein 
merkwürdiges, hieher gehöriges Factum: „Im J. 1404 verfertigte 
ein Mönch vom Berge Athos, ein gebomer Serbe, Namens La- 
zarus, die erste Schlaguhr in Moskau, welche auf dem gross- 
fürstlichen Schlosse hinter der Kirche zu Maria Verkündigung 
aufgestellt ward, und mehr als 150 Rubel oder ungefilhr 30 
Pfund Silber kostete. Das Volk staunte dieses Kunstwerk gleich 
einem Wunder an, und der Annalist bedient sich des Ausdruckes, 
es habe dasselbe die Stunden angezeigt mittelst Hammerschlags 
auf die Glocke: „^e;t0BtE0BH;3;H0, caMO3B0HHo h CTpauHOjrfenHO.'' 
Auf diese Weise wurden in den älteren Zeiten in Serbien die 
meisten Künste durch Mönche ausgeübt, und Serbien lieferte 
damals auch nach Russland namhafte Gelehrte und Künstler. 



93 

Im XVI. Jahrb. errichteten Mönche Buchdruckereien in Serbien, 
und einige, wie Mardarius u. a., verfertigten selbst die dazu 
nöthigen Typen. 

13. Es sei uns erlaubt, diese flüchtigen Bemerkungen mit 
einer Charakteristik der Serben zu schliessen , die von einem 
gebildeten Seiben, H. Dem. Davidovid entworfen, and aus dessen 
Zabavnik (Wien 1821. S. 19—21) entlehnt ist. ,»Die Serben'', 
sagt er, „sind in physischer Hinsicht entweder mittlerer Statur 
oder gross; Zwerge sieht man unter ihnen nicht. Ihre Oesichts- 
zfige sind schön und ausdrucksvoll; das Klima des Landes, 
welches sie seit 630—640 bewohnen, wirkte auf dieselben wohl- 
ihitig und so entscheidend ein, dass man einen Serben allent- 
halben, auch in der Fremde, leicht von andern Slawen unter- 
scheiden kann. Im allgemeinen sind sie braun; ihr Haupthaar 
ist schön und weich. Ihr Körper ist wohlgebaut und stark; die 
Brust breit und gesund. Ihre Zunge ist dermassen gelöst, dass 
man selten einen finden wird, der stottern oder lispeln möchte. 
In der Regel zeugen sie eine grössere Zahl Kinder. Sie sind 
heizhaft, feurig, gab. In religiös-moralischer Hinsicht sind die 
Serben fromm, bereit für den Glauben zu leiden und zu sterben. 
G^en den Nächsten sind sie sehr gastfrei; gegen sich selbst 
oft karg, fahrlässig. ZQchtig dermassen, dass die Bauemweiber 
mit unbedecktem Kopfe nie vor ihren Männern, geschweige vor 
Fremden, erscheinen. Ungereizt sind sie sanft und gutmüthig; 
gereizt sind sie stürmisch und rachsüchtig. Ihre Kinder und Ver- 
wandte werden von ihnen sterblich geliebt und im Herzen ge- 
trageh. Das Alter wird hoch geehrt. In geistiger Hinsicht haben 
die Serben, so wie die übrigen Slawen, viel Phantasie, naturli- 
chen Verstand und Scharfsinn; die gemeinen und unstudirten 
Leute urtheilen über manche Gegenstände oft richtiger, als dies 
unter gleichen Umständen bei andern Völkern der Fall ist Be- 
sonders ist ihnen ein treues Gedächtnlss eigen. Glänzend sind 
die übrigen Geistesgaben ; aber selten wird einem die Gelegenheit 
zu Theil, sie gehörig zu bilden und zu nutzen. Edlere Künste 
sind ihnen noch fremd. Poesie und Tonkunst sind noch in ihrer 
kindlichen Wiege, in der Hütte des Bergbewohners ; künstlerisch 



94 

gebildete Maler, Bildhauer, Musikar und Dichter findet man 
kaum zwei, drei; der wahren Gelehrten sind gleidi wenige. In 
politischer Hinsicht sind die Serben Ackersleute, Krieger, Hand- 
werker, Kaufleute, Adelige und Geistliche. Die Krieger sind 
tapfer und ihrem rechtmässigen Landesherm treu ergeben. Die 
serbischen Kaufleute sind im allgemeinen nicht reich, wenn es 
auch einige gibt, die wohlhabend sind; im Sparen und in der 
mühseligen Betriebsamkeit stehen sie jedoch den Kaufleuten an- 
derer Nationen nicht nach. Der Adel nimmt, wie überall, die 
Sitten der Herrschenden leicht und anschmiegend an. Der Geist* 
liebkeit sind in den österreichischen Staaten eigene Bildungs- 
anstalten gewidmet. Demnach sind die Serben auch in politischer 
Hinsicht natzliche Glieder des Staates^. £ine kritische Analyse 
dieser kurzen, im ganzen genug treffenden, im einzelnen ver* 
schiedene abweichende Meinungen zulassenden Charakteristik 
wird kein Sachverständiger an diesem Orte erwarten. 

Dritter Abschnitt. 

Sprache und Literatur. 

Vorbemerkungen. 

Die Geschichte der serbischen Sprache und Literatur ist 
eng an die Geschichte der slawischen Liturgie und Kirchen- 
sprache gekettet Nicht nur verdankt die slawische Kirchen" 
spräche einen grossen Theil ihrer Ausbildung, Erweiterung und 
Bereicherung den Serben ; nicht nur blieb sie Jahrhunderte lang 
die Literalmundart der südlich der Donau im alten lUyrikum 
und Mösien wohnenden Slawen und ganz vorzflglich der Serben 
griechischen Ritus: sondern sie ist auch noch heutzutage die 
alleinige Sprache der Liturgie und einem grossen Tfaeile nach 
Bestandtheil und Ingredienz auch der profanen Schriftsteller^ 
bei allen Serben des elben Ritus sowohl in der Türkei als auch 
in Ungarn, und wird, wenn sich auch die neue Vulgarliteral- 
spräche fixiren tind selbstständig ausbilden sollte, doch nie ohne 



95 

wesentlichen Nachtheil der Nationalliteratur von den gelehrten 
Leiten und Pflegern derselben ignorirt werden können. Dazu 
kommt, dass mehrere neuere Gelehrte die heutige serbisdie 
Mandart für die gerade Descendentin der altslawischen Kirchen- 
spräche erklärten und die Meinung aufstellten, Method und seine 
Gehilfen hätten sich bei der Uebertragung der liturgischen Ba- 
cher der damals (um 855—885) in Serbien gangbaren Sprache 
bedient, eine Meinung, die um so mehr unsere ganze Aufmerk- 
samkeit in Anspruch nehmen und der strengsten Prüfung unter- 
worfen werden muss, als sie auch bei vielen Serben Eingang 
gefunden hat, und nicht ohne Einfluss auf die Gestaltung der 
neuem Schriftsprache unter denselben blieb. Bevor wir demnach 
zu der Betrachtung der Schicksale der serbischen Mundart im 
Einzelnen und des Ganges der Nationalliteratur ttbergehen, ist 
es nothwendig, einen Blick auf die Entstehung der slawischen 
Liturgie und heiligen Kirchenmundart, ihre Ausbildung, ihren 
Fortgang, ihre Verwandtschaft oder Identität mit der alten und 
heutigen serbischen Mundart und ihr Yerhältniss zu den übrigen 
Slawen zu werfen. Dies führt uns nothwendig zuerst auf die 
Geschichte der Bekehrung der heidnischen Slawen zum Cbri- 
stenthum, dann auf Gyrill und Method. 

Bekehrung der Südslawen; Cyrill und Method; 
slawische Liturgie. 

1. Zu der Zeit, als die Wanderungen der Slawen, im An^ 
fiinge des VII. Jahrb., aufhörten, als südlich der Donau die 
Bulgaren, etwas weiter gegen Westen hinauf die Serben und 
Kroaten und diesen zunächst die Slowenen in Karantanien, nörd- 
li€h derselben aber die Cechen, Moraver und SIovaken> und 
jenseits der Karpaten die windischen, lechischen imd russischen 
Stamme per immensa spatia ihre festen Wohnsitze bereits ein- 
genommen hatten, waren Konstantinopel im Osten und Rom im 
Westen die Licht- und Leitsterne des gesammten europäischen 
Christenthums. Von diesen doppelten Endpunkten — gleichsam 
zwei Polen (bekanntiich ist jedes Sein durch die Polarität der 



96 

PrimärkrSfte bedingt) — der neuen christlichen Kirche kam 
auch das göttliche Wort des Heils ^ und in seinem Gefolge die 
mildere, christliche Kultur auf doppeltem Wege zu den Slawen : 
von Rom Aber Aquilea und Salzburg zu den nordwestlichen 
Slawen, den Slowenen, Cechen und Polen; von Konstantinopel 
zu den südöstlichen, den Bulgaren, Serben und Russen. Wie das 
erstere zugegangen, dies zu erzählen, ist hier der Ort nicht; 
wir wenden uns zu den konstantinopolitaner Bekehrem. 

2. Das erste Christwerden und die allmälige Totalbekeh- 
rung der Südslawen ist, so wie ihr erstes Vordringen in Mösien, 
Thracien und Blyrikum, in ein geheimnissvolles Dunkel gehüllt. 
Gewiss ist, dass slawische Scharen bereits gegen Ende des m. 
Jahrh. als Vorboten grösserer Wanderungen in Thracien und 
Macedonien erschienen; gewiss ist, dass im V— VI. Jahrh. be- 
reits ein Theil dieser Provinzen von Slawen besetzt und bewohnt 
war; und wahrscheinlich wird es durch verschiedene Umstände, 
dass schon um diese Zeit ein Theil dieser Ankömmlinge der 
bewältigenden Allmacht des Christenthums gewicht sei und 
sich zu demselben bekannt habe. Denn Thatsache ist es, dass 
sich bei dem byzantinischen Hofe und Heere von jeher eine 
Menge Slawen aus Thracien, Macedonien, Peloponnesus u. a. 
griechischen Provinzen befanden und die höchsten Civil- und 
Kirchenämter bekleideten. Dass Ks. Justinian I. (527 — 565) ein 
gebomer Slawe war, ist bereits vielfältig und genügend erwiesen 
worden (der Name scheint Uebersetzung oder Anpassung des 
slawischen opaB^a, byzantisch OvnQdovday zu sein, sein Vater 
hiess Ist(d( oder Sabatius, hctoxt» serb. sol oriens, nnd Sabatius 
vielleicht im Zusammenhang mit dem phrygischen Eaßd^fos und 
dem Mitras u. s. w.) Im J. 554 waren die Slawen Dabragastos 
(Dobrogost) und Usigardos (Vsegrd) Befehlshaber im römischen 
Heere. Aber auch Ks. Basilius (867—886), im J. 813 in der 
Nachbarschaft von Thessalonichi geboren, war ein Slawe, wie 
Hamza, ein arabischer Schriftsteller aus Ispahan zu Anfang des 
X. Jahrh. ausdrücklich berichtet, und Kopitar neulich (in den 
Wien. Jahrb. d. Lit Bd. 46 S. 83) durch neue Gründe bewie- 
sen hat. Zu Anfang des X. Jahib. waren des Ks. Alexander 



97 

(911—912) eraten Lieblinge zwei Slawen Gabrielotmlns und Va- 
silica (Basiliüs), deren letztem er sogar zu seinem Nachfolger 
bestimmt hat. Im VIII. Jahrh. stand ein Slawe, Namens Nikita, 
ab Patriarch von Konstantinopel der morgenländischen Kirche 
Tor. Wie ist es nun denkbar, dass ein Kaiser aus slawisdiem 
GeblQt, Justinian L, von dem die Kirchengeschichte zeugt, dass 
er die Beste des Heidenthums in seinem Reiche zerstörte, ja 
dass er selbst den in Persien lebenden Christen seinen Schatz 
angedeihen Hess, dass dieser Kaiser seiner Landsleute und 
Stammgenossen, der schon frfiher in Thracien und Macedonien 
mid Torzfiglich 540 im lUyrikum eingewanderten Slawen , yer- 
gössen and sie in Heidenüium schmachten gelassen hätte? Wie 
ist es femer denkbar, dass die Slawen, bei der damaligen Kir- 
chenverfassung, bei den herrschenden Lebensansichten (wo ein 
heidnischer Slawenfürst bei einem christlichen Slawenkönig zu 
Gaste nicht am Tische mit diesem sitzen durfte, sondern auf 
der Erde sitzen musste), zu so hohen Wärden, als das Kaism*- 
thum und Patriarchat ist, hätte gelangen können, auch ange- 
nommen, dass sie sich für ihre Personen gräcisirt oder nach 
dem Ausdrucke jener Zeiten romanisirt haben, wenn nidit schon 
um diese Zeit die dortigen Slawen mittelst des Christenthums 
mit den Griechen in ein näheres Brüderverhältniss getreten 
wären? Man muss vielmehr zugeben, dass die über die Donau 
in Mösien, Macedonien bis Thessalien und Epirus im V— VI. 
Jahrh. einbrechenden Haufen, von Natur zur Milde gestimmt, 
nach kriegerischer nun friedliche Berühmng mit dem damals 
nodi mächtigen Griechenreiche suchend, kurz nach ihrer Nie- 
derlassung daselbst bekehrt wurden. Dafür gibt ein voUgiltiges 
Zeugniss auch dasjenige ab, was wir aus der Geschichte von 
den Verfolgungen wissen, welche der bulgarische Fürst Morta^ 
gon 815—830 über seine slawischen Unterthanen des Christen- 
thums wegen verhängte, weil sich von ihnen aus und durch sie 
der christliehe Glaube bereits bis unter seine Bojaren und sei* 
D^ bulgarischen Hofstaat hinauf zu verbreiten anfing. Die 
untergebenen Slawen in Bulgarien, Thracien, Macedonien 

ÖafBffk. LifmitorgMchiohtd. m. Sand. 7 



98 

wajreo also schon Christen und nur die herrschenden Bul- 
garen (Stammverwandte der Türken) noch Heiden, bis auch diese 
Method bekehrte und ihren Fürsten Boris 861 taufte. Mit dem 
Christenthum wurde aber auch der Gottesdienst in slawischer 
Sprache bei denselben eingeführt, um so mehr, als die grie- 
chische Kirche ihre Neubekehrten der Nationalsprache beim. 
Kultujä nicht zu berauben pflegte. Man liturgirte seit dem V. 
Jahrh. in und um Byzanz herum griechisch, armenisch, iberisch» 
vyrisch, gothisch, hessisch u. s. w. ; warum hätte man nicht sla- 
wisch schreiben, singen und beten können? Nur wurde anfangs, 
nach dem Zeugnisse des Mönches Chrabr, das Slawische höchst 
unbehilflicherweise ganz mit griechischen Buchstaben ge- 
schrieben (etwa wie unlängst Leake das Bulgarische und Al- 
bapesische schrieb), aus eben denselben Ursachen, aus welchen 
in demjenigen slawischen Ländern, die von Italien aus bekehrt 
waren, das Slawische mit lateinischen Buchstaben geschrieben 
ward. Dies währte so lange, bis enlich der unsterbliche Er- 
finder der slawischen Schrift und Begründer der kirchlichen 
Literatur, Konstantin, später Cyrillus genannt, um das J. 852, 
ohne Zweifel na^h vorausgegangenen längeren Sprachstudien, das 
Alphabet der Natur der slawisclien Sprache noch mehr anpasste, 
indem er es mit einigen neuen Buchstaben vermehrte, und eine 
bis zur Bewunderung consequente organische Orthographie fest- 
setzte. 

3. Doch dem sei wie es wolle, die Geschichte, diese ge- 
heiipnisvolle, oft nur zu sehr verschwiegene Verkündigerin ver- 
sclioUener Zeiten, verbreitet einen dichten Nebel über die Kultur 
dieser ältesten slawischen .Metanasten in Thracien und Macedo- 
niep, und bricht nicht eher ihr tiefes Schweigen, als bis die 
gro§s(^ slawischen Apostel, Cyrill und Method, durch ihr heili- 
ges, ausgebreitetes Bekehrungswerk die bulgarischen, pannoni- 
Sieben und mittelbar auch die serbischen Slawen erleuchteten. 
Gegen Ende des VI. und zu Anfange des YII. Jahrh. wurden 
Mösien und Illyrikum aufs neue von Slawenstämmen über- 
sdiw^oimt und vollends besetzt. Diese zu bekehren bemühten 
sich Rom und Konstantinopel. Gleich nach ihrer Ankunft in 



99 

Illyrikam (638) schickte der Ks. Heraklius , dem Konstantiniis 
Porphyrogeneta zufolge, zum Papste nach Rom und bat um Leh* 
rer und Täufo* för die Ghorwaten und Serben: und eine Anzahl 
Priester (darunter Johannes von Ravenna?) wurden abgesendet, 
um sie zu bekehren und zu taufen. Diess geschah um das Jahr 
640 unter dem kroatischen Fürsten Porga. Aber ein TheU der 
Kroaten, von den Franken unterjocht, wurde erst um das J. 832 
unter dem Forsten Porinus durch neue romische Missionare im 
Christenthume vollends befestigt. Zur Zeit des chorwatischen 
Fürsten Terpimir (zw. 8:i0— 840) kam ein gewisser Martins aus 
dem Frankenlande zwischen Ghorwatien und Venetien („e Fran- 
cia quae inter Chorvatiam et Venetiam media est'', das ist nach 
Engel aus dem Mnkischen Pannonien) nach dem Chorwaten- 
lande und predigte hier das Evangelium. Gleichwohl dauerte 
das Heidenthum im Innern Lande noch fort, bis Ks. Basilius 
Macedo, angegangen von den Serben, ihnen um das J. 867 von 
Konstantinopel aus, wahrscheinlich slawische oder doch des Sla- 
wischen kundige Priester zuschickte, welche unter ihnen das 
Christenthum neuerdings verbreiteten und bleibend befestigten. 
Dass diese Priester Slawen waren und die slawische Liturgie 
in Serbien einfährten, scheint aus der Natur der Sache und aus 
alten Verhältnissen zu folgen, indem damals die slawische Li- 
turgie in Thracien und Macedonien schon in Gang war, und die 
widerspenstigen Serben durch sprachkundige und verwandte 
Slawen am erfolgreichsten im Christenthume unterwiesen werden 
konnten. Wie sehr der Kaiser, selbst ein gebomer Slawe, den 
Serben schmeichelte, sieht man auch daraus, dass er ihnen 
erlaubte, sich selbst Fürsten aus ihrer Mitte zu wählen und aus 
dem Geschlechte, welches sie am meisten liebten. Höchst wahr- 
scheinlich kam also die slawische Liturgie um diese Zeit nach 
Serbien, Ghorwatien und Dalmatien; wir finden sie hier im X. 
Jahrb. schon vor im Kampfe mit der altem lateinischen. — 
Da Cjrilis und Methods Bekehrungswerk und Liturgie die Angel 
der altem slawischen Kirchen- und Literaturgeschichte ist, so 
ist es nöthig , die darflber vorhandenen Berichte der Geschichte 
näher kennen zu lernen. 



100 

4* Gyrills und Methods Lebensgescfaichte ist bifi jetzt ein 
Labyrinth von Sagen gewesen, und ist es zum Theil noch. Ans 
Schlözer's früherer und Dobrowsky*s neuester Zusammenstellung 
und Prüfung aller Daten ergeben sich folgende Resultate. — 
Die Gebrüder Konstantin und Method waren in Thessalonichi 
und zwar aus einem adeligen, angeblich griechischen, aber mö- 
glicher ja wahrscheinlicherweise slawischen Geschlechte geboren. 
ErBterer ward wegen seiner Geistesfähigkeit und Gelehrsamkeit 
Philosoph genannt, was damals einen Schriftgelebrten überhaupt 
bedeutete. Beide Brüder erwarben sich au^ebreitete Sprach- 
kemitnisse; beide lernten zu Hause (Thessalonichi, hzt Salo- 
nichi, die Hauptstadt Blacedoniens, wimmelte damals von Slawen, 
und hatte mit den nahen Bulgaren viel Verkehr; vgl. Stritter 
Mem. U. 577) slawisch nach dem dort üblichen macedoslawischen 
Dialekte. Bei reiferem Alter wurde Konstantin von seinen Mtem 
in die Kaiserstadt geführt, wo er Priester ward, während sein 
Bruder Method schon früher in den Mönchsorden getreten war. 
Nun wird Konstantin Missionär und bekehrt zuerst die Chazaren 
am Chersot). Nach seiner Zurückkunft arbeitete er mit seinem 
Bruder Method gemeinschaftlich an der Bekehrung der Bulga- 
ren, wo letzterer den bulgarischen Kg. Boris 861 mittelst eines 
Bildes bekehrt haben soll. Um sich bei den Slawen mehr Ein- 
gang zu verschaffen, richtete Konstantin, wahrscheinlich zu Kon- 
stantinopel, schon um das J. 852, nadi dem Mönch Ghrabr im 
J. 855« das slawische Alphabet ein und übersetzte das Evange- 
lium und die nothwendigsten Kirchenbücher. Mittlerweile schickte 
der mährische Fürst Bastislav (nach andern drei slawische Für- 
sten Rastislav, Svatopluk und Kocjel) zwischen 861 — 863 seine 
Gesandten an Ks. Michael nach Konstantinopel und bat sich von 
da Keligionsbekehrer aus. Die Einführung des slawischen Got-- 
tesdienstes erregte nämlich audi bei andern, schon früher ge- 
tauften Slawen den Wunsch, solche L^rer zu erhalten. Nun 
gingen Konstantin und Method 863 nach Mähren, wurden hier 
mit Freuden aufgenommen^ blieben vier und ein halbes Jahr 
daseibat, predigten und richteten den Gottesdieiist in slawischer 
Sprache ein; sie wurden zwar 867 vom Papste Nikolaus nach 



101 

Rom bescbieden, aber nach Uebergabe der Reliquien dee h. Kle- 
mens, beide vom Papst Hadrian 868 zu Bischöfen geweiht ; wo- 
rauf Konstantin , nach Ablehnung des für ihn bestimmten Bis* 
thums, sich in ein Kloster begab, den Namen Cyrill annahm 
und schon in demselben Jahre starb, Method aber nach Mähren 
und Pannonien zurückkehrte. 

5. Als Landbisdiof (episcopus regionarius) von Mähren 
und Pannonien hatte Method keinen bestimmten Sitz und begab 
sich daher, um den mährischen Unruhen untei* Rastislav und 
Svatopluk auszuweichen, nachdem er zuvor Gorazd, einen Bulga** 
ren, in Mähren zum Bischof eingesetzt hatte, zum pannonischen 
Forsten (Chocil) Kocjel nach Mosburg, jetzt Salavär am Plat- 
tensee. Allein hier gerieht er durch die Einsetzung der slawi-^ 
sehen Lituiigie in äusserst verdriessliche Händel Die pannonir 
schen Slawen, schon früher von Aquileja und Salzburg aus be*^ 
kehrt, gehörten jetzt zum salzburger Erzbistbum, obgleich die 
Päpste ihr altes Recht auf Pannonien, als einen Ilieil ihres Pa- 
triarchats, zu behaupten suchten. Mettiod wurde von den ver- 
drängten salzburger Priestern der Irrlehre angekkigt und vom 
Papst Johann VIII. nach Rom beschieden 879. Er ward zwar, 
nach Rechtfertigung seiner Lehre, von der Anklage freigespro-^ 
dien und beim slawischen Gottesdienst belassen; aber zugleich 
wurde Wiching, von Geburt ein Deutscher, zum Bischof von 
Neitra, welches damals im Gebiete Svatopluk's lag, geweiht. Un« 
geachtet einer schriftlichen Empfehlung des Papstes Johann VIII. 
ist der von ihm bestätigte Erzbischof von Mähren nicht so gut 
angenommen worden, als er billig erwarten konnte. Svatopluk 
kettete sich bald an den Deutschen Wiching an, und beide 
wahren bemäht, Method durch allerlei Kränkungen zu verdrän- 
gen. Zuerst wurde Gorazd vertrieben. Vergeblich wandte sich 
Method mit einem Briefe an den Papst 880 ; er war gezwungen 
881 selbst eine neue, dritte Reise nach Rom zu unternehmen, 
von welcher Zeit an seiner in der Geschichte nicht mehr ge« 
dacht wird« Er starb 885 und ward in der Hauptlandeskirche 
von Mähren begraben. Er verwaltete sein Erzbisthum 17 Jahre 
lang und betrieb sein Lehramt in Mähren und Pannonien 



102 

22 Jahre. Noch vor seiner zweiten Reise nach Rom hat er in 
Mähren den böhmischen Fürsten Bofivoj, der den Svatopluk be- 
suchte, bekehrt und getauft 

6. Cyrill und Method verdanken die Sädslawen die Ein* 
richtung der slawischen Liturgie. Die Frage, was eigentlich Cy* 
rill, was Method, was endlich beide übersetzt haben, ist jetzt 
schwer genügend zu beantworten. Cyrill fand vor und berichtigte 
oder übersetzte aufs neue bloss eine Auswahl aus den Evange* 
lien und dem Apostel, d. i. die Lectionen durch das ganze Jahr. 
Ein solches Evangelienbuch ist das Ostromirische vom J. 1056 
in Russland. Hierauf mögen beide Brüder alle vier Evangelien, 
die Apostelgeschichte, die Briefe, den Psalter, die Messe (grie- 
chische Liturgie des h. Basilius und h. Chrysostomus) sowohl 
selbst, als auch mit Beihilfe anderer schriftgelehrten Priester 
übersetzt haben. Die ganze Bibel, wie einige Schriftsteller und 
Legenden behaupten, sollen, nach Dobrowsky, weder Cyrill und 
Method, noch ihre Gehilfen übersetzt haben, da ja die meisten 
Bücher des alten Testaments und die Apocalypse in ihrer jetzi- 
gen Gestalt viel später in Serbien, Bulgarien und Russland über-» 
setzt worden sind, und das ganze Corpus bibliorum erst 1499 
zu Stande kam. Allein die Aussagen der Alten von der lieber* 
Setzung der alten Bibel durch Method sind zu bestimmt, als 
dass man sie verwerfen könnte. Wahrscheinlich gingen jedoch 
die ursprünglichen Handschriften des alten Testaments in Pan- 
nonien auf immer verloren, und man übersetzte die alttesta- 
mentlichen Bücher später aufs neue. 

7. Die femern Schicksale der altslawischen Eirchenspra* 
che und Liturgie gehören nicht hieher. Den ersten empfindlichen 
Stoss erlitt sie in Mähren und Karantanien. Kaum eingeführt, 
musste sie hier vor Wiching und andern Gegnern landesflüchtig 
werden. Ein zweiter, gleich harter Schlag traf sie in Dalmatien; hier 
wurde, nach mehreren früheren Versuchen (seit 925 ff.), endlich 
um 1060 Method für einen Ketzer und seine Schrift und Sprache 
für gothisch erklärt, und der slawische Gottesdienst nur hie und 
da mittelst des neuerfundenen, dem h. Hieronymus zugeschrie- 
benen, vom Papste Innocenz IV. 1248 genehmigten, glagolitischen 



i03 

Alphabet gerettet In Böhmen, das seine Bekehrung theilweise 
dentschen Priestern verdankt, seheint Gyrills Liturgie und Kirchen^ 
Sprache nie allgemein eingeführt worden m sein. Zwar baute 
der h. Prokop 1030 den slawischen Mönchen das Kloster Säzava; 
aber sie wurden schon vom Herzog ßpitifaniv n. 1055, und nach 
baldiger Zurfickberufnng unter Vratislav IL 1061 , vom Herzog 
Bfetislav IL (1093—1100) abermal« vertrieben. Das 1347 vom 
Ks. Karl lY. gestiftete Kloster Emaus zu Prag ward mit 01a- 
goliten aus Kroatien besetzt. Schon gegen Ende des IX. Jahrb. 
bauten, nach Naruszewicz und Swi^cki, die slawischen aus Mäh- 
ren vertriebenen Mönche griechischen Ritus in Krakau ein Klo- 
ster zum h. Kreuz, und erhielten sich daselbst bis nach Dlngosz's 
Zeit (st. 1480). Dahingegen pflanzte sich Cyrills Liturgie und 
Literalsprache bei den südlichen Slawen in Bulgarien, Serbien, 
Bosnien, einem Theile von Kroatien und Slawonien, ferner bei 
denen in der Moldau und Walachei, und seit Vladimir's Taufe 
(890) im ganzen russischen Reiche, Ostgalizien u. s. w., bis auf 
den heutigen Tag fort. So ward, nach dem unerforschlichen 
Rathschlttsse der Vorsehung, das Anschicken der gigantischen 
Nation der Slawen, bei gleicher Religion, gleicher Sehriftspraohe, 
and — unter Svatopluk*s mächtigem Walten — bei einem Ober- 
haupte ein Ganzes zu werden, durch unvorgesehene, unabwend^ 
bare Stürme zerstört und vereitelt! Zwar wurde das Gebiet 
friedlich gesinnter Slawen sdion im VI— VIL Jahrb. durch die 
Einbrüche wilder Avaren gewaltig mitgenommen; zwar war es^ 
ein grosses Unglück des Slawenvolks, dass gerade in der ent^ 
scheidenden Epoche in seinem Lande die Sprengel lateinischer 
und grieehiseher Geistlichkeit zusammen trafen, und darch die 
Spaltung der Kirche brüderliche Stämme feindlich gegen ein«-' 
ander gestimmt wurden : aber schon waren jene Unholden durch 
slawische Tapferkeit beschwichtigt, und noch waren diese Wunden 
durch die Länge der Zeit heilbar, als plötzlich gegen das IX; 
Jahrb. die neuesten und g^hrlichsten Nachwanderer, die Rei« 
terhorden der Magyaren, erschienen, sich gerade mitten eiAscho- 
ben und vollends im slawischen Herrlande einnisteten 1 Dadm'oh 



104 

wurde die Macht slawische Völker aus ihrem natürlichen Q^ 
Wichte geworfen und auf immer gebrochen. 

8. Die Frage, in welchem Verhältniss die altslawische Kir- 
chensprache zu den übrigen slawischen Mundarten stehe, ob in 
dem der Mutter oder in dem der Schwester, und im letztem 
Falle, welchem von den jetzt lebenden Stammen sie als Erbgut 
angehöre, und wie sie demnach diesem ihren wahren Verhältniss 
gemäss benannt werden müsse, ist von jeher verschiedentlich 
beantwortet und «rat in neuerer Zeit zur Entscheidung gebracht 
worden. Ein grosser Theil der slawischen Sprachforscher erklärte 
sie für die Urmutter aller slawischen Mundarten, die im Ver- 
folge der Zeit aus ihr enstanden sein und sich allmälig von ihr 
so weit entfernt haben sollen, als wir es heute finden. Andere 
behaupten dagegei, die übrigen Mundarten seien nicht aus ihr, 
sondern neben ihr, aus einer unbekannten slawischen Ursprache 
entsprossen, und wollen sie nur für die verblichene, unkenntlich 
gewordene Mutter irgend einer der jetzigen Mundarten gelten 
lassen. Aber in der Bestimmung dieser Mundart, welche die 
g^ade Descendentin der altslawischen Eirchensprache wäre, 
herrscht wiederum die grösste Meinungsverschiedenheit Ohne 
ins Einzelne einzugehen, wollen wir die Meinungen der vorzüg- 
lichsten Gelehrten hierüber kurz anfahren. 

9. Job. Petr Kohl, wahrscheinlich durch die Benennung 
ruthenisdi irregeführt, hielt die altslawische Kirchensprache für 
eins mit der heutigen russischen, indem er sich auf DöderleiK 
berief, der es aus dem Munde dnes hohen Bussen vernommea 
haben will, dass der Kyjovsche Dialekt in der Ukraine und dem 
Stücke Landes gegen Morgen nach Moskau hin sonderlich mit 
der alten Büchersprache übereinstimme. Im Gegentheil stimmt 
der gelehrte Metropolit von Kyjov, Evgenij, für die mährische 
Mundart. Wollte man, sagt er, auch annehmen, dass in der 
Gegend von Thessalonichi bereits im Vn. Jahrb. serhiaebe 
Städte existirt haben, wornach Konstantin und Method von Ju« 
gend auf in Thessalonichi den s^bischen Dialekt erlernt hätten : 
so mussten sie doch nach ihrer Ankunft in Mähren die hiesige 
Mundart, schon wegen des damaligen geringen Unterschiedes 



105 

der slawischen Dialekte erierat und zu ihrer Schriftsprache ge> 
wihlt, nicht aber lungekehrt erst den Mährera durch Unterricht 
die serbisdie Sprache beigebracht baben. Auch Kal^idovii 
piichtet in einem Aufsatze aber die altslawische Kirchenspraehe 
dieser Meinung bei. Allein da der Anfang der Uebersetzung in 
Eonstantinopel und Bulgarien gemacht wurde« so konnten die 
BiQder-Apostei nicht im jn&hrischen Dialekte schreiben, ja sogar 
aach nach ihrer Ankunft in (Pannonien) Mähren nicht, weil ihnen 
dieser Dialekt nicht geläufig war. Noch weniger darf man die 
m und um Thessalonichi gangbare skwische Mundart, etwa 
wegen der Nähe des Städtchens Serbica, die serbische nennen.— 
Kopitar leitet in seiner Becension der altslawischen Grammatik 
des Dobrowsky daraus, dass die Sprache der ältesten skwischen 
Metanasten in Süden der Donau, der Slovencen am südlichen 
and westlichen Abhänge der noriscben und jolischen Alpen, längs 
der Flüsse Save, Dravci Mur, Rab, zwischen der Kulpa und der 
Donau, dem eigentlichen Kirchensprengel Methods, der hier an 
dreissig Jahre in dem Weingarten des Herrn gearbeitet haben 
soll, noch jetzt der kirchenslawischen näher sei als die bulga* 
risehe oder serbische, dass femer den damaligen Sitzen der 
Sfldslawen und allen Chroniken und Legenden zufolge, Cyrill 
und Method das Serbenland mit kanem Fusse berührteui son- 
dern nur durch das Land der Bulgaren reisten, dass endlich auch 
Germanismen, wie oltar, krst, krstiti, crkv, pop» mnicb» post, 
gimeznn, stol. Bim, ocet, upovaU, penez, plastyr, plug, entscheid 
dend für Karantanien sprechen, den Schluss ab, dasis dieses 
Kmrantaoien die wahre Heimath der altslawisdien Kirchenspraehe 
sei. Dieser Ansicht trat Jac Grinmi in s. Vorr. zur Vuk's ser- 
bischen Grammatik bei 

10. Cyrills und Methods thessalouische Abkuitft iind frü- 
herer Aufenthalt in Bulgarien schien von jeher fax die Bulgaren 
zu sprechen. Schon Lucius und Schönleben wieeen auf die Um- 
gd^nngen von Thepsaloaichi als die Heimath der alten Kirchen* 
Sprache hin. Chr. v. Jordan meint (Orig. Slay. IV. 126), Cyrill 
habe sich vielleicht des bulgarischen Dialekts, den er in Kon* 
Btantinopel erlerntet bedient, und setzt hinzu, die Mäbrer hätten 



106 

diesen Dialekt hinlänglich veirstehea können, wenn ihre gemeine 
Sprechart auch verschieden war. Dies sdiien auch Schldzem 
wahrscheinlich zu sein; Cyrill hätte die erste Bibelübersetzung 
Ar Bulgaren und Mfthrer gemacht, also hätte das Bibliscli* 
Altslawische noch im IX. Jahrb. in Bulgarien und Mähren (im 
letzterem wohl nicht) die allgemeine Volkssprache gewesen sein 
müssen. Ganz entschieden erklärt Solariö die altslawische Kir* 
chensprache fttr die altserbische. Sie ist, sagt er, zu allererst 
durch die h. Schrift in dem Herzen der illyrischen Halbinsel, 
wo später die serbischen Königreiche geblüht haben , bekannt 
geworden. Um dieses Vorzugs willen, wenn es gleich wahr ist, 
dass sie damals nicht nur den Serben , dondem auch den auf 
der ganzen Halbinsel vom Meerbusen von Thessalonii^hi und 
dem Pontus Euxinus bis zum Adriatischen Meere wohnenden 
Slawen verständlich und gemein war, soll diese Sprache die 
serbische heissen, mit noch grösserem Rechte aber auch darum, 
weil uns unsere Ohren und Augen lehren, das die jetzige ser- 
bische Landesmundart unmittelbar aus ihr entsprossen, und ihr 
näher, ähnlicher und verwandter ist als alle anderen. — - Abb^ 
Dobrowsky, der die Meinungen seiner Vorgänger sorgfältig 
prüfte und die Natur der slawischen Mundarten genauer, als 
irgend ein slawischer Philolog vor ihm, erforscht hat, erklärte be- 
reits 1808 seine Meinung dahin, die altslawische Kirchenspracbe 
sei nicht die Mutter, sondern die Schwester der übrigen Mund- 
arten, sie sei nie Redesprache der Russen und Mährer gewesen, 
sondern erst mit den Kirchenbüchern zu ihnen gdcommen, «ie 
sei aber im K. Jahrh. an dem rechten Ufer der Donau von 
Belgrad gegen Osten bis zum Schwarzen Meere, gegen Süden 
von der Donau bis zu der Stadt Thessalonichi , von Belgrad 
gegen Westen bis ans Adriatisehe Meer gesprochen worden, wo 
Cyrill sein Slawisdi wahrscheinlich von Jugend auf gelernt haben 
möge. Im gleichen Sinne wiederholte Dobrowsky (Cyrill und 
Method 1823), er habe sieh bei der Bearbeitung der slawischen 
Grammatik und durch fleissige Vergleichung der neuen Auflagen 
mit den ältesten Handschriften immer mehr überzeugt, dass 
Cyrills Sprache der alte, noch unvermischte serbisch-bnlgarisclH 



107 

macedonische Dialekt sei, and mässe bei dieser Ud>erz6uguiig 
beharren. In Uebereinstimmung hiemit schrieb dieser gründliche 
Gelehrte in s. mährischen Legende VH)n Cjrill und Method 
(Prag 1826. 8^ S. 53. 92): «Im J. 855 yermehrte KonsUntin^ 
der Philosoph, sonst Cyrill, das griechilbche Alphabet mit einigeii 
Zügen und richtete es für die slawonische Sprache ein, wahr- 
scheinlich zu Eonstantioopel, und fing an, die Evangelien ^ den 
Psalter aus dem Griechischen ins Slawonische txl tlber^tzen.* 
Und weiter: „Konstantin und Method beachten nach Mähren, von 
Rastislav berufen, nicht nur die ins Shwonisdie übersetzten 
Evangelien mit, sondern sie mussfcen auch schon mit dem \Ä- 
turgiarion (81u2ebnik) und don Casoslov (Horologiam) ver- 
sehen sein. In diesem Sinne spricht auch der Biograph des 
bulgarischen Klemena: Sie er&nden die slowenischem Buchstaben, 
dbersetzten die von Gott eingegebenen Schriften ans der grie- 
chischen in die bulgarische Sprache und • beeiferten sich die 
göttlichen Aussprüche ihren fähigen Schülern mitzutheilen. Wenn 
nun nach dem Zeugnisse des bulgarischen Mönches Chrabr in 
seiner Schrift von den slawonischen Bachstaben Konstantin der 
Philosoph das Alphabet im J. 865 (wo nicht vielleicht schon 
vor der chazarischen Mission, doch gewiss einige Jabre vor der 
Beise nach Mähren) erfunden und die ersten Ueberseteungen 
unternommen, so geschah dies aum Behufe der Slawen, die 
zwischen Konstantinopel und Thessaloviichi wohnten und die Bul- 
garen berührten, von wo aus sioh die slawonische Liturgie und 
Literatur allmälich weiter, endlich bis an- die Donau und über 
die Donau verbreitete. Daher ist der im Nestor Cap. K. einge* 
schobene Bericht, nach welchem der Ursprung der slawonischen 
Literatur nach Mähren versetzt wird, ganz und gar nicht richtig. 
Und es ist allerdings t\x billigen-, dass die neue nissische Le« 
gende hierin von diesem Bericht abweicht , und dafür annftnmt, 
Konstantin habe vor der Sendung nach Mähren das slawonische! 
Alphabet zu Konstantinopel erfunden und mit solchem die grie* 
cfaisdi« Bücher zu übersetzen angefangen. ** Hieraus ist klar, 
dass Dobrowsk^ die Spradie der ersten Uebersetzung der Evan- 
gelien fiv die altbulgarische hielt, und früher nur deshalb 



IM 

serbisdi-bialgBriseh nannte, weil er sich die Gränssscheide des 
bulgaraehen und serbiBChen Dialekts nicht klar genug vorstellte. 
Das Volk nämlich in Macedonien und Tfaraden hiess Um 855 
bei allen gleichzeigen Schriftsteilem Slowenen, nicht Serben, und 
bildete bereits im IX. Jahrb., wie heutzutage, einen besenderen, 
von dem serbischen verschiedenen Stamm. An die Stelle der 
Benennung der Slowenen trat später die der Bulgaren; der Name 
der Beherrscher ging auf die Beherrschten über, gerade wie im 
Norden der Name der Bussen auf die Nordslawen. Die Sprache 
der heutigen Bul§^iren, d. i. der nun sa genannten Slawen in 
Mösien, Thcacien und Macedonien bildet, einige Varietäten ab- 
gerechnet, im Grunde nur eine Mundart; folglich kann man 
mit Zuversicht sdiliessen, dass auch um das J. 855 die Sprech- 
art der Slowenen in Macedonien und Thracien, in der Gegend 
von Thessalonichi und Konstantinopel, wo Cyrill sein Slawisch 
gelernt haben mochte, mit der Sprechart der Slowenen in 
Mösien im Grunde nur einen einzigen Dialekt, den slowenischen, 
ausmachte. — Hr. Vostokov, ks. Bibliothekar in St. Petersburg, 
einer der gründlicbstoi Kenner der altslawischen Kirchenspradie, 
erklärt ebenfalls diese Sprache fflr die altbulgarische. (Vgl P. 
Köppen's Go^pane cioBencuxB naMaTUcoBi, CIIB. 1827. Fol. 
S. 27.) — Auch ich habe mich durch sorgfaltige Prüfung aller 
historischen und linguistischen Gründe bewogen gefunden, der 
von Dobrowsky und Vostokov aufgestellten Meinung beizupflich* 
ten, ohne im mindesten einer andern selbstständig begrflndeteu 
Ansicht zu nahe treten zu wollen. Nur halte ich dafttr, dass 
das Werk der Uebersetzung später (seit 863) in Mähren und 
Paanonien durch Cyrill, Method und ihre bulgarischen, in der 
slawischen Schrift schim gehörig unterrichteten Gehilfen bis 
886 fortgesetzt worden ist; denn die Uebersetzung der gan* 
zen Bibel und so zahlreicher und voluminöser Bücher, als 
die griechischen Kirchenbücher sind, erforderte wohl eine 
Beibe von Jahren. Dass in Mähren und Pannonien die Ueber- 
setzer einige Rücksicht auf die in diesen Ländern herrschende 
Mundart nahmen, ist sehr wahrscheinlich. Dies konnten sie um 
so mehr ohne Anstand thun, als die Sprache der damaligen 



109 

balgarischen ) pannonischen und karantanischen Slowenen, oder 
der heutigen Bulgaren, Slowaken und Slowencen, damals wohl 
Dor Varietäten einer Mundart bildete. Denn alle diese drei 
Völker waren ursprttnglich nur Zweige eines einsigen Stammes, 
dar sfch erst im V. Jahrh. getrennt haben mag. (Vgl. meine 
Abhandlung Aber die Abk. der Slawen S. 205 ff.) 



Reihenfolge der Schriftsteller, Mäcene, 
Schreiber und Drucker. 



1. Der heilige Sara, der jängste Sohn des Grossiupans 
Nemanja, der GrüDder der serbischen Nationalhierarchie, wie 
aein Vater der OrUnder der ehemaligen politischen Unabhän- 
gigkeit und Bläthe des serbischen Nationalreichs war, ist zu- 
gleich der erste Serbe, von dein einige Schriften in slawischer 
Sprache, tlieils in Originalien, theils in Abschriften, vorhanden 
sind. Sein Schüler Dometijan verfasste um das J. 1264 eine 
ausführliche Biographie dieses ausgezeichneten Mannes» die aber 
nach Art der damaligen Legenden bloss Erbauung bezweckt und 
leider ohne alle chronologischen Daten ist Diese letzteren 
können daher nicht mit Gewissheit angegeben werden, imd ich 
muss mich begnügen, das, was ich in dieser Hinsicht durch 
vielfache Untersuchungen als das Wahrscheinlichste ermittelt 
habe, hier zur künftigen Bewahrheitung niederzulegen, um doch 
einige historische Anhaltspunkte zu haben. Dass sein Vater 
Nemanja im J. 1114 in dem Orte Rybnica im Gebiete Zeta, 
einem Theile des ehemaligen Königreichs Dioklea, geboren 
wurde, im J. 1159 den Fürstenstuhl von Basa (dem heutigen 
Novipazar) bestieg, sich bald darauf zum Gross2upan von dem 
grössten Theile Serbiens aufschwang, nach einer thatenrei- 
chen Regierung und nach der Abtretung derselben an seinen 
Sohn Stephan im J. 1195 den 25. März die Residenz Rasa mit 



in 

dem Kloster Stodenica und dieses letztere darauf am 8. Oktb.— 
2. Novemb. 1197 mit dem Eloeter Batopedion auf dem heil 
Atfaosberge vertauscbte, woselbst er unter dem Namen SymeoB 
in dem von ihm und seinem Sohne Sava erbauten Kloster Chi- 
landar fortan lebte und am 13. Febr. 1200 starb, und von wo 
sein Körper durch seinen Sohn Sava im J. 1208 am 19. Febr. 
naeh Studenica in Serbien gebraoht wurde, diess alles ist hi* 
storisch gewiss; denn der heil. Sava gibt diese Datcm in dem 
von ihm verfassten Leben seines Vaters selbst an. Sava wurde, 
meinem Caicul zufolge, im J. 1169 geboi*en, und erhielt den 
Namen Rastko. Er war der jUngste Sohn seiner Eltern, welche 
damals, nach Dometijan, schon in einem so hohen Alter standen« 
dass seine Geburt als ein Wunder angesehen wurde. Frfihzeitig 
entwickelte sich bei ihm eine grosse Neigung zum BttcherleseB 
und zu einem frommen beschaulichen Leben, weshalb er auch 
den Umgang mit Mönchen sorgfaltig suchte. In seinem 17. Jahre, 
also im J. 1186^ entfernte er sich unter dem Verwände einer 
Jagd mit seinen Vertrauten, worunter auch Mönche vom Berge 
Athos waren, aus dem väterlichen Hause und reiste geradeswegs 
nach dem russischen Kloster des heiL Panteleimon (poyBiKUfi 
xoflacTHpB) auf dem heil. Berge. AUe Bemähungen seiner Eltern, 
ihn zur Sückkehr zu bewegen, waren vergeblich; er wurde 
Mönch und nahm den Namen Sava (Sabbas) an. Bald darauf 
begab er sich mit Einwilligung seiner Vorsteher in das Kloster 
Batopedion. Hier lebte er nun bis zur Ankunft seines . Vaters 
SymeoD iin J. 1197. Nicht lange darauf fiissten beide den Ent- 
schluss ein nationalserbisches Reichskloster auf dem heil Berge 
zu gründen und zu erbauen. Um die Schwierigkeiten, die ihrem 
Vorhaben von den griechischen Kiostervorstehem des Berges 
Athos in den Weg gelegt wurden, zu beseitigen, reiste Sava mit 
den Aufträgen seines Vaters nach Konstantinopel zum Kaiser 
Alexius HL Angelus Komnenus und setzte das Vorhaben glück-, 
lieh durch. So wurde 1197—1199 nicht nur das wunderschöne 
und weltberühmte Kloster Ghilandar erbaut, sondern auch gegen 
12 Filialklöater nach und Aa4^h mit demselben verbünde ^ und 
MBserdem mehrere Einsiedeleien eingerichtet. Sava selbst fasste 



112 

das Typicon für eine solche Einsiedolei ab, welches noch im 
Original vom J. 1199 auf Athos yorhanden ist. Der damalige 
Regent von Serbien, Gro6s2upan St^ban, dotirte das Kloster 
aufs anständigste. Von nun an lebte Sava als Hieromonadi, 
sp&ter mit der Würde eines Archimandriten beehrt, fortwährend 
in Chilandar. Im J. 1208 führte er, auf Verlangen seines Bru* 
ders Stephan nnd des gesammten serbischen Volkes den Körper 
seines Vaters, des heil. Symeon, nach dem Kloster Studenica 
in Serbien ab, wo er am 19. Febr. mit demselben anlangte. 
Auf wiederholtes dringliches Bitten seines Bruders ward er 
Hegumen dieses Klosters 1208 bis ungefähr 1215. Aus dieaer 
Periode seines Lebens haben wir von ihm die Biographie seines 
Vaters und ein ausführliches Typicon für das Kl. Studenica. 
Nach mehrjähriger Klosterverwaltung begab er sich abermals 
nach Chilandar zurück. In Folge wiederholter Unterhandlungen 
mit seinem Bruder Stephan setzte nun Sava sein grosses Vor- 
haben, in Serbien ein Erzbisthum zu gründen, ins Werk. In 
Konstantinopel herrschten damals (1204—1261) Lateiner. Sava 
reiste nach Nicäa in Asien zum griechischen Kaiser Theodor 
Laskaris I., und ward hier im J. 1221 von dem griechischen 
Patriarchen Germanus feierlichst zum Erzbischof vor Serbien 
geweiht. In Erwägung der Trennung des Landes Serbien von 
Kleinasien durch die Lateiner und der Schwierigkeit der Ver* 
bindungen wurde das serbische Erzbisthum vom Kaiser und 
Patriarchen als selbstständig {ccvTOHiq>aXog) anerkannt, auf wel* 
chen Grund gestützt DuSan später die gänzliche Unabhängigteit 
der serbischen Kirche dekretirte, weshalb er aber von den in- 
zwischen wieder zur Macht gelangten Griechen in Konstantinopel, 
welche die frühere Concession reuen mochte, hart angrfeindet 
wurde. Auf der Rückreise hielt sich der Erebiscbof Sava einige 
Zeit in Chilandar und Thessalonichi auf, um sich in seiner 
neuen Würde mit allen zur Verwaltung der Kirche nöthigen 
Büchern zu versorgen (h ehhtu mhofh npibDHCa sat^HBUHie 
X « HcnpaBjreHiftfl ntpt, mxe Tpe6oBame CBC^opsaa exoy 
^pBnH). Angelangt in Serbien, nahm er seinen Sitz anfangs 
in dem Kloster Studenica, darauf bleibend im Kl. iiih^ und 



HS 

seine Hauptsorge war nun auf die Einrichtung der serbiseben 
Hierarchie gerichtet Die alten Landesbisthümer worden regulirt, 
neue errichtet and mehrere Hauptklöster reich dotirt und mit He- 
gumenen versehen. Mittlerweile wurden die, durch den serbischen 
Bischof Method schon seit längerer Zeit mit dem römischen 
Papste Honorius III. wegen der üebertragnng der vom Papste 
verliehaien Königswürde der alten, von Nemanja gestürzten 
Dynastie von Dioklea auf die neuere Henrscherlinle in Rasa 
gq>flogenen ünteiliandlangen glücklich zu Ende geführt. Method 
brachte im J. 1222 eine Krone von Rom nach Serbien, und der 
Erzbischof Sava krönte mit derselben seinen Bruder Stephan 
zum Könige im J. 1222. Auf gleiche Weise krönte er nach dem 
Tode Stephans dessmi älteren Sohn Radoßlav zum Könige, un- 
ternahm aber bald darauf eine Reine nach Jerusalem und andern 
Orten Palästinas, verweilte sowohl daselbst, als auch in Chilan- 
dar einige Zeit, kehrte nach iiia, zurück, und krönte noch 
zuletzt Vladislav, den jüngeren Sohn Stephans, zum Könige von 
Serbien. Das Todesjahr des Königs Stephan, die Regierungsjahre 
der Kraige Radoslav und Vladislav sind nicht mit Gewissheit 
ausznmitteln : die gewöhnlichen Angaben sind grundlos. Gewiss 
ist nach Dometijan nur so viel, dass Sava 14 Jahre lang dem 
serbischen Erzbisthume vorstand. Im J. 1234 legte er die Yer* 
waltung des Erzbisthums in die Hände Arsenius L, des zweiten 
Erzbischofs von Serbien, und unternahm bald darauf seine zweite 
Reise nach Palästina, Aegypten, Syrien u. s. w., woselbst w, 
Bach einigen Andeutungen bei Domet^an, wenigstens einige 
Jahre verweilt zu haben scheint. Als er dann über Konstanti- 
Dopel und Bulgarien die Rückreise in sein Vaterland antrat, 
ereilte ihn in der damaligen bulgarischen Hauptstadt Tmovo 
der Tod. Dies geschah, nach meiner Berechnung, am 14. Jan. 
1237 % wohl nicht früher, wo nicht einige Jahre später. Via* 
dislav und Arsenius holten seine Gebeine in Pomp von Tmovo 
ab und setzten sie im serbischen Kloster MileSeva bei. Von 



*) I^etopis 1827. I. 

SaAtfik. Literafnrgetehicht«. ni. Rand. 8 



114 

Sava's Begräbnisse an diesem Orte erhielt das alte Bama oder 
das spätere Hercegovina den lateinischen Namen Ducatos S. 
Sabbae. Im J. 1595 liess ein türkischer Pascha den als wunder* 
thätig verehrten Körper des Heiligen nach Belgrad bringen und 
verbrennen. — Sava hatte von Natur einen sehr schwachen, 
gebrechlichen Körper : die beispiellosen Entbehrungen und Stra- 
patzen aller Art, denen er sich als Mönch unterzog, untergru- 
ben seine Gesundheit dergestalt, dass er (nach Dometijan) sehr 
oft kränkelte. Seine Verdienste um die geistige Kultur seiner 
Landsleute mfissen zeitgemäss aufgefasst und unparteiisch ge* 
würdiget werden. Dem slawischen Literaturfreund ist er als 
Gründer der serbischen Kirchenliteratur und als erster bis jetzt 
bekannt gewordener serbischer Schriftsteller griechischen Ritus 
(der Presbyter zu Dioklea war vielleicht Lateiner, und sein ser- 
bisches Original ist noch nicht über allen Zweifel erhoben) 
doppelt ehrwürdig. Nach Dometijan verfasste er unter andern 
auf Befehl der Synode von Athos den Kanon zu Emiren seines 
Vaters, des h. Symeon, der aber jetzt unbekannt ist Wie aein 
Charakter und Leben, eben so ist sein Styl einfach und schmuck- 
los, zuweilen sehr rauh; stellenweise im Leben des h. Symeon 
durch kindliche Einfalt und Natürlichkeit wahrhaft rührend, im 
grösseren Typikon hingegen ungefügig, abgebrochen, dunkel, 
woran jedoch zum Theil die Abschreiber schuld sein mögen. 
Der Dialekt ist nicht rein altslawisch, sondern stark mit Ser- 
bismen untermischt, die nicht alle auf die Schuld der Absdirei- 
ber konunen können, da es Sprachformen sind, die sich nur in 
den serbischen Handschriften des XIII., nicht aber in den spä- 
teren, vorfinden. 

2. Melbod, im J. 1200, in weichem Jahre Symeon Nemanja 
starb, Vorsteher des Kl. Chilandar, später einer der Bischitfe 
Serbiens, wird sowohl in dem Leben des h. Symeon vom Erzbi- 
schof Sava, als auch im Leben des h. Sava vom Hieromonachen 
Dometijan, als einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit und 
der Vertraute des h. Sava genannt. Seiner Gesandtschaft nach 
Rom zum Papste Honorius III. ist schon oben gedacht worden. 



115 

Obwohl jetzt keine Schriften von ihm bekannt sind, so ist es 
doch nicht wahrscheinlich, dass er nichts geschrieben haben 
sollte, und die künftigen serbischen Alterthumsforscher mögen 
mit Bedacht auf die Entdeckung der Schriften dieses Method 
ihr Augenmerk richten. — Wer mag wohl des Egs. Stephan 
theologischen Aufsatz an den bulgarischen Erzbischof pemetrios 
Chomatenus concipirt haben? 

3. DometiJaii oder DomenlUan (beide aus dem lateinisdien 
Domitianus entstandene Formen kommen in serbischen Hand- 
schriften vor), Hieromonach im El. Chilandar und im J. 1263 
Beichtvater des Klosters, ist uns nicht nur als Verfasser einer 
ansfahrlichen Lebensgeschichte des h. Symeon und Sava, sondern 
audi sonst als ein sehr eifriger BQcherfreund und Beschfitzer 
der Gelehrten auf das rühmlichste bekannt. Um sich über den 
letzteren Umstand zu belehren, möge man die doppelte Schluss- 
rede, die der Schreiber Theodor seinem auf Dometijans Veran- 
stalten abgeschriebenen Hexaemeron beifügte, und die Hr. Ea- 
l^ydoviö in s. Joann Exarch Bolgarskij. Mosk. 1824. S. 164 — 165 
abdrucken liess, nachlesen. Dometijan war ein Schüler des heil. 
Sava und schrieb im J. 1264 (doch hat nur die Biographie des 
h. Symeon dieses Datum, und es ist ungewiss, welche von beiden 
zuerst verfasst wurde, da in den Handschriften bald die eine, 
bald die andere vorangesetzt wird) die Biographien der zwei 
serbischen Nationalheiligen in eben der Einsiedelei (sichastarüa, 
aus dem griechischen fjttvxuini^QLovX welche einst der Lieblings- 
aufenthalt des h. Sava war. Seine leider nur in sehr jungen 
Kopien bis jetzt bekannt gewordenen Schriften sind ein unver- 
gängliches Denkmal seines religiös-milden Sinnes, seiner theo- 
logischen Belesenheit, seines geläuterten Geschmacks und ganz 
besonders einer Sprachffllle, die oft in Verwunderung versetzt. 
Dometijan bereiste, wie sein Vorbild Sava, Palästina und andere 
Lander des Orients. 

4. Theodor, der Grammatiker, wie er sich selbst nennt, d. i. 
Schreiber, Schriflkenner , von Geburt wahrscheinlich ein Serbe, 

8* 



^: 



A.r;[< 



116 

wurde von dem Hieromonachen Dometijan im J. 1263 als Bücher-' 
abschreiber im El. Chilandar verwendet, mosste aber als Eunuch 
(dies scheint das Wort enwh zu bedeuten) harte Verfolgungea 
des Proten des heil. Berges erdulden, uud konnte sein Hexae- 
meron 1263 auf dem chilandar'sehen Klostergut nur mit Mühe 
unter dem Schutze des Hieromonachen Dometijan und im Verbor* 
genen beendigen. Wenn man auch nur mittelmässige Kenntnisse 
im Altslawischen besitzt, so muss man beim Lesen der von 
Kalajdovi£ mitgetheilten Bruchstücke bald wahmehnen, dass 
bei Theodor, ungeachtet er sich einen Orammatiker nannte, 
oft der Wille zu schreiben besser war, als die Kraft oder das 
Vermögen dazu. Unmöglich kann er sein altes Original buch- 
stäblich und wörtlich treu kopirt haben. (Kaligdoviß Joann Exarch 
S. 138 — 166.) Doch muss man nicht übersehen, dass Hr. Ea« 
lajdovii die altslawischen und serbischen Wörter» besonders die 
unter Titeln stehenden abbreviirten, oft nach der in Bussland 
gangbaren neuen Mode las, und hiedurch eine Menge Bussismen 
in den abgedruckten Text des Hexaemeron einschwäxzte. 

5. AamiaD) Hieromonach zu 2rjelo im Distrikte Pek, Ab- 
schreiber eines pergamentenen Apostels unter dem Erzbisehof 
Nikodim im J. 1324. 

6. .Daniel, als Erzbischof der zweite dieses Namens, in der 
Beihe der serbischen Erzbischöfe der eilfte und letzte (denn 
sein Nachfolger Joannikij nahm den Titel eines Patriarchen an), 
stammte aus einer wohlhabenden adeligen Familie in Serbien. 
Fast wider den Willen seiner Eltern, die aus ihm lieber einen 
tüchtigen Bojaren oder Krieger, als einen Mönch, gebildet hätten, 
ging er in die Schule und lernte alles, was damals, nadi der 

itte der Zeit, in Serbien zu erlernen war. Im bltthenden Jüng- 
lingsalter war er Page beim Kg. Stephan Troä (Milutin). Als 
dieser König einst die Klöster des Landes bereiste und nach 
Sopotjani kam, entfernte sich Daniel heimlich von seinem Ge- 
folge und ging in das Kloster Konsul am Ibar, wo er Mönch 
ward. Der damalige Erzbischoi von Serbien ^ Eustathij IL 



IIT 

(1 2dl—- 1308), berief den jungen Monachen zu sieh und weihte 
ihn zum Presbyter. Nachdem er anderthalb Jahre an dem Hofe 
des Erzbisdiofis verlebt hatte, wurde er rom Könige, Erzbischof 
und der Versammlung zum Hegumen von Chilaudar ernannt. 
Wahrend der Verwaltung dieses Klosters trafen ihn harte Lei- 
den: wilde Vßlker^ Franken, Türken, Jassen und Tataren, Mo- 
govaren und Katalanen („Fruzi, Turki, Jasi ie i Tatari, Mogovari 
ie i Katalani^) hausten damals an der Küste von Byzanz bis 
Thessalonichi , und bedrängten auch Chilandar fasst volle dra 
Jahre lang. Hit grässlichen Farben schildert Daniels Biograph 
die zahllosen Drangsale, die das Kloster von diesen gemischten 
Heerbaufen zu erdulden hatte. Nach ihrem Abzüge übergab 
Daniel das Kloster einigen seiner Vertrauten, sehr mächtigen 
und tapfem Männern, zum Schutze, er selbst aber zog mit Hab 
und Gut zum Könige Stephan UroS nach Skopje. Nach kurzem 
Verweilen bei demselben beschliesst er nach Chilandar zurück* 
zukehren, muss aber unterwegs einen kühneu Räuberanfall beste- 
hen, den er tapfer besiegt Er findet Chilandar abermals von 
Feinden umlagert, und mit Mühe schleicht er sich mitten durch 
die Belagerer ins Kloster hinein. Neue unerhörte Drangsale 
erfolgen, und nur durch ein Wunder entgeht Daniel der Lebens- 
gefahr und das Kloster dem gänzlichen Untergange. Noch volle 
drei Jahre und drei Monate hausen die Gottlosen in der Nähe 
des h. Berges; darauf berennen sie Thessalonichi und Berrhöa, 
werden aber aufs Haupt geschlagen. Nun zog ein Theil derselben, 
nämlich die Franken und Römer, genannt Katalaner, und die 
Mogovaren („Fruzi i Rimljane zovomii Katalani i Mogovari^) 
übers Meer nach Hause; Melehil trat mit seinem Volke in die 
Dienste des Königs Stephan UroS, wurde untreu und hinge- 
richtet; Chalil wandte sich mit den übrigen nach Walaohien 
(d. i. Grosswlachien am Pindus) und Livadien. Nach gelegtem 
Sturme wählte Daniel die fiiedliche Einsiedelei des h« Sava in 
Kareja zu seinem Aufenthaltsorte; Nikodim, sein Schüler, und 
möglicherweise auch Biograph, wurde Hegumen von Chilandar. 
Kurz darauf (zw. 1310 — i:il4) bekriegt der ältere Bruder, Kg* 
Stephan Sremski (Dragutin), den Jüngern Stephan Uro§ (Milu- 



US 

tin), in der Absicht, demselben das Reich zu entreissen und es 
seinem eigenen Sohne Uroäica zu geben* Der geschreckte Stephan 
UroS legte seine Schätze im Kloster Banska nieder, und berief 
den alten treuen Daniel zum Hüter derselben, den er zugleich 
zum Bischof von Banska ernannte (um 1313). Nach wiederher- 
gestelltem Frieden ging Daniel nach Cbilandar zurück, um dort 
nach seiner Weise als gemeiner Mönch zu privatisiren. Als er 
von da eine Reise nach Jerusalem unternehmen wollte, wurde 
er vom Könige nach Serbien zurückberufen und dem Erzbischof 
Sava III. (1309—1316) zur Seite gegeben. Obgleich ihm der 
König bei seiner Berufung das Erzbisthum versprochen hatte, 
wurde dasselbe dennoch nach dem Tode Sava's nicht ihm, son- 
dern Nikodim zu Theil, und er musste sich einstweilen mit 
dem Bisthum Chrm begnügen. Kurz darauf finden wir ihn wie- 
derum in Chilandar (1317—1325), von wo aus er den alten 
Stephan Uroä mit seinem halbgeblendeten und verbannten Sohne 
Stephan (Deianski) versöhnte (um das J. 1318). Milutin starb 
1321, und kaum war Stephan Deianski König geworden, als er 
sich Daniels aufs kräftigste annahm. Im J. 1325 am Tage der 
Kreuzerhöhung wurde Daniel Erzbischof von Serbien. Von da 
an beschäftigte er sich sein ganzes übriges Leben hindurch mit 
Erbauung und reichlicher Ausstattung von Klöstern und Kirdien, 
und sein Biograph ist unerschöpflich im Lobpreisen seiner dies- 
falligen Thaten. Er verwaltete sein Amt bis zum 19. December 
1338, an welchem Tage er starb. 

7. Stephan Rubeic, erdichteter Wappenherold des Kaisers 
Stephan Du&an (1336 — 1356). — Von einem ganz unbekannten 
Stanislans Rnpclch finde ich unbestimmt angeführt: Vita del 
Imperadore Stephano Nemagnich. 

8. Kyprian, Metropolit von Kyjev und ganz Russland, von 
Geburt ein Serbe, wurde am 2. Decb. 1376 (nach dem Pate- 
ricon des Sylvester Kossov aber erst 1378) vom konstantinopo- 
litanischen Patriarchen Nil geweiht, kam in demselben Jahre 
nach Russland, wo Alexius, Metropolit von Moskau, noch lebte, 



llö 

tind wurde erst nach dem Tode des letztem 1380 von dem 
Orossfürsten Demetrius IvanovK aus Kjjev nach Hoskau berufen. 
Nach 2, oder wie andere wollen, nach 5 Jahren zog er gewisser 
Hisshelligkeiten wegen wieder nach E^jev, kehrte jedoch schon 
1390 nach Moskau zurflek und blieb daselbst bis zu seinem Tode, 
der den 16. Sept. 1406 erfolgte. Er war der erste Wiederher- 
steller der in Folge der tatarischen Invasion sehr gesunkenen 
Aufklärung in Kussland. Nicht nur brachte er eine Menge alter 
slawischer Handschriften aus seinem Yaterlande nach Russland 
mit, sondern übersetzte oder verfasste auch selbst mehrere 
Werke. Ausser den sogenannten Stufenbüchem (Stepennyja 
knigi) haben sich von ihm mehrere Sendschreiben an Priester 
erhalten. Auch eine neue Uebersetzung des griechischen Nomo- 
canon soll er verfertigt haben. (Evgenij Slovar I. 320—329). 
Eines von ihm eigenhändig abgeschriebenen Sluiebnik erwäh- 
nen Kalajdovii und Koppen: Spisok rusk. pamjatn. S. 28. Anm. 

9. Stephan, Lazars Sohn, Fürst von Serbien (1389; starb 
am 19. Juni 1427), wird in den serbischen Annalen nicht nur 
seiner Frömmigkeit, sondern auch seiner Gelehrsamkeit wegen 
sehr gerühmt Eine Handschrift meldet von ihm ausdrücklieh, 
dass er sehr viele Bücher aus dem Griechischen ins Slawische 
übersetzt, habe. Seine Biographie hat, nach einer andern Stelle, 
der Mönch Konstantin mit dem Beinamen Philosoph auf Befehl 
der Synode ausführlich beschrieben. Mir gelang jedoch bis jetzt 
nicht, weder diese Biographie, noch irgend ein Werk vom Für- 
sten Stephan ausfindig zu miachen. 

10. Origorije Camblak (in russischen Schriften auch Sam- 
blak, Zamblak, Simblak, Zimblak genannt), Metropolit von Kyjev, 
stanmite nach den russischen Annalisten aus Bulgarien, und 
war, ehe er nach Kyjev kam, Hegumen des Kl. Pandokrator in 
der Moldau und des KL Deiani in Serbien. Mit ihm setzte sich 
die schon früher wegen der tatarischen Invasion und später 
w^en der Unterwerfung von Bothrnssland und Kyjev unter die 
Litauer begonnene folgenreiche Spaltung der russischen He- 



1^ 

trqpolie in die von Mogkau und Kyjev fest. Seine Biographie ist 
aus Mangel an gleicbzeitigen beglaubigten Quellen und wegen 
der Parteilichkeit der spätem Berichterstatter, auch nach Evge^ 
jkiys Darstellung, noch immer theils dunkel, theils vielen Zwei- 
feln unterworfen. Wie und wann er nach Russland gekommen, 
wird nirgends gesagt. Auf Veranstalten des litauischen Gross- 
(Brsten Witowt wurde er auf einer Synode in Novgrodek 1414 
von den südrussischen Bischöfen zum Metropoliten von Kyjev 
gewählt, und als ihm der Kaiser und Patriarch von Konstanti- 
nopel die Weihe versagten, von den genannten Bischöfen am 
15. Novb. 1416 geweiht. Im J. 1418 soll er eine Heise nach 
Konstante unternommen haben, angeblich um den Papst von dem 
Irrthume der katholischen Religion zu überfuhren! Andere 
russische Schriftsteller hingegen meinten, er sei in Unterband«- 
langen wegen der Union dahingereist In dem folgenden Jahre 
1419 starb er. Die russischen Chroniken geben ihiu das Zeug 
nisB, „dass er ein frommer und sehr gelehrter, von Jugend 
auf in jeglicher Art von Bücherweisheit wohlunterrichteter Mann 
gewesen sei, der viele Werke verfasst und hinterlassen habe.^ 
In der moskauer Patriarcbalbibliothek liegen noch bis zur heu- 
tigen Stunde 27 Stück von seinen Erbauung»- und Lobreden, 
die er bei Gelegenheit verschiedener Kirchenfeste ausgearbeitet 
hatte. Hierunter gehört auch die Trauerrede über den 1406 
verstorbenen russisdien Metropoliten Kyprian. Der heiL Dimitng 
von Rostov bezeugt ferner in seinem Kataloge der kyjevschen 
Metaropoliten, dass er auch eine Lebensbeschreibung der heil 
Paraskeva von Trnovo verfasst und die Gedächtnissfeier dersel^ 
ben in der kyjevschen Metropolie auf den 14. Oktb. festgesetzt 
und verordnet habe. In der Bibliothek des volokolamskischen 
Josephi Klosters ist dem von Euthymius, Patriarchen von Trnovq, 
verfassten Leben der genannten Heiligen eine Rede des Grego- 
rius Camblak von der Uebertragung ihres Körpers aus Serbien 
beigefügt Eben daselbst befindet sich auch eine Biographie des 
Kgs. Stq)han De6anski von demselben. Seine übrigen Schriften 
sind entweder verloren gegangen oder unbekannt geblieben. 
(Evgenq's Slovar I. 97—103.) 



121 

11. Epaktit Anton Rapläill, lebte im J. 1420 ^unter dem 
Patriarchen von Dalmatien Nikon' nnd ist bloss als Verfasser 
einer geschmackloeeD Lobrede auf Knez Lazar bekannt. (Differt 
Ba]kliael monachus in mbnast Castamoniti mart 1527. Montf. 
Bibl. CoisL 128.) 

12. Dtfid, Hieromonach, schrieb die auf Befehl des Für- 
sten Gerog BrankoTii unter dem Vorsitze des braniöever Me* 
tropoliteo Sabatins revidirte Ljestviea des Johannes Klimakos 
im J. 1434 ab. 

13. Radefiaf (serUscher Idiotismus statt Radoslav), als 
Schreiber eines Kodex der Apokalypse und des Evangelium Jo- 
hannis unter dem bosnischen König Thomas (1443-- 1460) ge* 
nannt. 

14. Konstantin, mit dem Beinamen Philosoph, d. i. Gelehr- 
ter, Schriftkundiger, verfasste im Auftrage der serbischen Sy^ 
node um die Mitte des XV. Jahrh. die Lebensgeschichte des 
Fürsten Stephan Lazarevid. 

16. Danlan» Diakon, schrieb zu Koporinja auf Befehl des 
Erzbischofs von Zeta, Joseph, im J. 1453 des Matthäus Viastares 
Pravilttik nebst einigen historischen Beilagen ab. 

16. PaehOffiU, Logothet, Hieromonach, von Geburt ein 
Serbe, kam zur Zeit des Erzbischofs Jonas von Novgorod, d. i. 
ungefähr 1460. vom heil. Berge Athos nach Bussland. Auf 
Befiehl dieses Erzbischofs schrieb er viele Kanonen und Leben 
russischer Heiligen, deren nähere Angabe bei Evgenij zu finden 
ist Wann und wo er gestorben ist, ist nnbekannt. (Evgenij's 
Slovar IL 164—155.) 

17. Die beil. Angelina , Oraaahlin des serluscben Fürsten 
(oder Königs, nach einem Diplome) Stephan (Stephan Thomas, 
im genannten Diplome) t zi?eiten Sohnes des Fürsten Geoiig 



122 

Brankovi^^ und Tochter des Geocg Aramta To^ia Golem, Schwie- 
gervaters des Georg Skanderheg's, Herrn von Durazso und 
Valona. Ihr von Murat geblendete nnd vcm seinem eigenen 
jüi^em Bruder Lazar vertriebener Gemahl liess sich anftogs 
in Sirmien nieder, und ward von den Seinigen als Despot von 
Serbien anerkannt und ausgerufen; allein bald sah er sich, aus 
Furcht vor den Türken, genothigt über Dalmatien nach Albanien 
EU fliehen, wo er (1461 ?) Angelina beirathete. Später ging er 
nach Italien (um das J. 1467) und starb daselbst im 56. Jahre 
seines Lebens (um das J. 1481). Angelina kehrte nun mit ihren 
zwei Söhnen, Georg (nachher als Mönch Maxim) und Johann, 
zuerst nach Siebenbürgen und im J. 1485 von da nach Sirmien 
zurück. Hier zeichnete sie sich durch Frömmigkeit und Wohl- 
tbätigkeit dergestalt aus, dass ihr von den Serben die ehren- 
volle Benennung „Mutter Angelina"" bleibend beigelegt worden 
ist. Ihr Todesjahr ist unbekannt. Einer Handschrift zufolge soll 
sie ihren Sohn Maxim, der im J. 1516 starb, um einige Tage 
überlebt haben. Ihr Körper ruhte mit denen ihres Gemahls und 
ihrer Söhne im Kl Kmäedol bis zum J. 1716, in weldiem die 
Türken das Kloster plünderten und die Körper der Heiligen zer- 
störten. Angelina war nicht nur eine fromme, sondern auch eine 
sdiriftkundige und belesene Frau. Mehrere alte Handschriften 
in den sirmiscben Klöstern rühren aus ihrer Sammlung her, und 
sind zum Theil mit eigenhändigen Notaten von ihr versehen. 
Sie verlebte ihre letzten Jahre im Mönchsstande. 

18. Der heil. Maxim, als Laie Georg genannt, des Fürsten 
Stephan und der eben angeführten Angelina Sohn, führte einige 
Zeit gemeinschaftlich mit seinem Bruder Johann und seiner 
Mutter den Titel eines Despoten von Serbien, entsagte indess 
bald der Welt, wählte den Mönchsstand (nach einigen schon 
im J. 1486, in welchem er KruSedol gegründet haben soll), und 
wurde von dem Metropoliten von Sophia, Levita, zum Bischof 
geweiht. Bald nach dem Tode seines Bruders Johann, als er 
sieh wegen der öftem Einfalle der Türken nicht mehr sidier 
glaubte, verliess er die Basidenz Kupinnik in Sirmien und begab 



m 

sich im J. 1503 nach der Walachei Hier wurde er vom For- 
stes Badul sehr gut au^enommen , und nach dem Tode des 
wahichischen Metropoliten znm Erzbischof ausgerufen. Unter 
dem nachfolgenden Fürsten Michna verliess er seinen erzbi- 
schSflichen Stuhl und nahm seinen Sitz im EL KruSedol in 
Sirmien ; allein Nagoj oder Nagul Bassaraba berief ihn abermals 
nach der Walachei zurück. Maxim gründete in der Walachei 
nnd im Gebiete von Erajova zwei Elöster, eines zu Ardschisch 
nach dem Muster der serbischen Lavra Studenica, das andere 
zu Dindal auf einem Berge nach dem Muster gewöhnlicher 
serbischer Elöster. Die Sehnsucht nach seinen Landsleuten in 
Sirmien liess ihn nicht fortwährend in der Walachei bleiben; 
er weihte daselbst einen andern Metropoliten aus, kehrte nach 
Sirmien zurück und vergrösserte das Eloster EruSedol an 6e* 
bänden, Einkünften und der Zahl der Mönche. In Eruäedol starb 
er den 18. Jänner 1516. Dass seine Lebensgeschichte in Eru- 
Sedol in einem Legendenbuche (Oteinik) aufbewahrt werde, wie 
Engel (III. 454) sagt, fand ich nicht bestätigt Mehrere Hand- 
schriften in Eruäedol und Earlovic rühren aus seiner Sammlung 
her, und die kurzen Annalen in der Hs. sind höchst wahrschein- 
lich von ihm selbst redigirt oder mit Zusätzen vermehrt 

19. (ieorg Cern^yerie, Vojevode von Zeta, veranstaltete die 
Herausgabe des Oktoichs zu Cetiiye im J. 1493—1494 in Fol., 
des Psalters ebend. 1495. 4"., und wahrscheinlich auch des mit 
denselben Typen erschienenen Molitvenik in 4**., dessen Druck- 
jahr noch unbekannt ist. 

20. Nakarlje, Hieromonach, druckte zuerst zu Cetinje den 
eben genannten Oktoich und Psalter, und wahrscheinlich auch 
den noch näher zu bestimmenden Molitvenik, hierauf in Ugro- 
wlachien das Evangelium 1512 in Fol, wenn anders die Ver- 
muthung richtig ist, dass der im letzteren Buche genannte 
Makarije mit dem obigen eine und dieselbe Person ist. 

21. ttamian der Grammatiker, d. i. Schriftgelehiler, wird 



124 

als der Schreiber eines moldatusishen Kodex von Matth&i Via* 
Stares Prayilnik Tom J. 1496 in einer Machschrift von spaterer 
Hand genannt. 

22. Hans Blegner, 2upau von Kronstadt, Hess ein Evange- 
lium 0. 0. und J. in Fol, wahrscheinlich in Siebenbürgen um 
das J. 1500 auflegen. 

23. Johann Bassaraba, bei Engel Nagul Bessaraba, Voje- 
vode von Walachien (8. Febr. 1512 — 1521), bestritt die Kosten 
des Ugrowlachischen Evangeliums 1512, Fol. Die Geschichte 
rühmt ihn als einen friedfertigen und besonders gegen die 
Geistlichkeit wohlthätigen Fürsten. Er war mit der Tochter des 
serbischen Despoten Lazar Georgieviö, Milica, vermählt, und 
unter ihm wurde Maxim zum zweitenmal als Erzbischof von der 
Walachei eingesetzt (Engel L. 197—200.) 

24. PankraliJ, Uieromonach, schrieb em Prachtexemplar 
der vier Evangelien auf Befehl des Erzbischofs Maxim im Klo* 
ster Krufiedol 1514. 

25. Isaija, Hieromonach, von Geburt ein Serbe, kam aus 
dem Kloster der 40 Märtyrer vom heil. Berge Athos (?) nach 
Russland im J. 1517, reiste 1519 nach Athos zurück und 
brachte von da eine Menge Handschriften nach Russland. Na- 
mentlich brachte er eine Ab^schrift des Lebens des heil. Sabas 
von Dometijan, ferner die von ihm selbst verfertigte üebersez- 
zung des Werkes des Diouysius Areopagita von der Kirchen- 
hierarchie, die er auf Geheiss des serbischen Metropoliten Theo- 
dosius 1471 unternommen haben soll. Evgenij stellt in der 
neuen Ausgabe seines literarhistorischen Lexikons diesen Schrift- 
steller ans Ende des XIV. und in den Anfang des XV. Jahrh. 
(1371. 1417. 1419), wodurch indess der Zweifel über die wahre 
Lebenszeit desselben nicht gehoben ist. (Evgenij's Slovar I. 211.) 



125 

26. BoÜ4ar TiikdTM von lyarii^, Vojev<yd6, gebflrtig aus 
Podgorica, oder nach einer andern Angabe ans 6(Hra2djet hielt 
sich ans Furcht vor den Türken, ungefähr seit dem J. 1519 in 
V^edig auf and liesa hier auf seine Kosten mehrere Kirchen- 
bücher für die Serben drucken. Kr verdient im hohen Grade 
den Namen eines serbischen Mäcens älterer Zeiten. Einige der 
anf seine Kosten in Venedig zu wiederholtemnalen und in viel- 
filtiger Gestalt neugegossenen Typen kamen nach Serbien und 
wurden hier, namentlich zu Goraidje, zum Drucke serbischer 
Kirchenbücher verwendet. Ks. Karl V. beehrte ihn mit dem rö- 
mischen Reichsadel und einem Wappen. Er starb in Venedig 
hn J. 1540, und sein Körper wurde seinem bei Lebzeiten ge- 
äusserten Wunsche gemäss von da nach der Heimath abgeführt 
raid in der Kirche Qorica am Bkodrer See begraben. 

27. Paelioiiiije, Hieromonach, einer der Gehilfen Broüdar's 
bei der Herausgabe serbischer Kirchenbücher in der frühern 
Periode 1519—1520. Namentlich besorgte er den SIu2ebnik 
Vened. 1519. 4**. und Psalter eb. 1520. 4'\ 

28. deorgije IJotavlö aus Gora^dje und sein Bruder Hie- 
romonach Theodor leiteten den Druck eines Sluiebnik in Ve- 
nedig 1527. 4**. Georg starb während der Arbeit plötzlich am 
2. März 1527. 

29. RadciJe , Diakon, druckte in Verbindung mit dem eben- 
genannten Hieromonachen Theodor einen Molitvenik zu Gora2dje 
1531. 4^ 

• 

30. TheodosUe, Priester, und tiennadije, mileäever Par^- 
ekklesiarch, geboren zu Prijepolje» gaben auf Kosten des Bo- 
iidar Vukovic einen Oktoieh zu Venedig 1537. Fol. heraus. 

3). Ht))fiC||, Hierodiakon au^ dem Kl. De&tni> gobür^g aus 
Budiml unweit des Kl. Sudikova» von dem eine Paschalio vom 
J. 1535 schon in dem venediger Oktoieh 1537. Fol steht, lie» 



126 

ferte mit Bo^idar^schen Typen einen Minej oder Sbornik zu 
Venedig 1538. Fol. 

32. Maxim, Hieromonacfa im Kl EniSedol, nennt sich als 
Schreiber eines Oteinik vom J. 1540. 

33. Daniel, Hegumen des Kl. Mileäeva, Hess im demselboi 
den Psalter 1544. 4<^. und 1557 4^, und den Molitvenik 1545. 

4^ ' 



34. MardarUe, Hieromonach, geboren aus dem Drinage- 
biete, druckte mit dem Hieromonachen Tbeodor den Psalter za 
Mileäeva 1544. 4^, und später (wenn es eine und dieselbe Per- 
son ist) das Evangelium zu Belgrad 1552 und M^rkSina cerkva 
1562. Fol., liess auch am letzten Orte das Pentikostarion 1566. 
Fol. durch den Priester Zirko und Diakon Batbü aufl^en. 

35. Damian, Diakon, und Milan aus Obna in Cemozagorien, 
waren die Gehilfen und Drucker des miledever Hegumens Daniil 
bei der Herausgabe des Molitvenik 1545. 4^ 

36. Yineenz Tokoviö, des Vojevoden Bo2idars Sohn, setzte 
des Vaters Bemühungen um den Druck serbischer Kirchenbücher 
in Venedig mit rühmlichem Eifer fort, und liess zwischen den 
Jahren 1546—1561 auf eigene Kosten nicht nur einige ältere 
Bücher neu auflegen, sondern veranstaltete auch ganz neue 
Ausgaben mehrerer gangbarer Kirchenbücher. Sein Todesjahr 
ist unbekannt. 

37. Stephan von Skodra, nach Caraman ein Mönch, war 
Mitherausgeber und Drucker bei Vincenz Vukovid, und druckte 
später mit Hilfe des Italieners Camillo Zanetti das Ostertriodion 
in Skodra 1563. Fol. 

38. Jokau Miree, im J. 1546 vom Sultan mm Vojevoden 
der Walachei bestellt, benahm sich besonders gegen die Bo- 
jpken so grausam, dass er zuerst von dem gestürzten Fürsten 



12t 

Badol angegniFeD und beinahe au8 dem Lande gejagt (1552) 
and, als er neue Kräfte sammelte, von der Pforte foi*mlicli ab- 
gesetzt wurde (1554). Vier Jahre später wurde er aufe neue in 
seine Fürstenwflrde eingesetzt (1558), die er dann noch 1 Jahr 
Qnd 8 Monate lang unter emporenden Grausamkeiten bekleidete. 
Er starb am 25. Sept 1559. Der Apostol ist, da er mit seinem 
Namen geziert ist, wahrscheinlich in der ersten Periode seiner 
Regierung (1546— * 1554) gedruckt worden. 

39. Radiaa DmitroTie, ein serbischer Knez, veranstaltete 
auf seine Kosten den Druck des Evangeliums zu Belgrad 1552. 
FoL, ist aber während der Unternehmung gestorben. Tr^Jai 
GnndBlle aus Bagusa Hess das begonnene Werk in seinem eige- 
nen Hanse (zu Belgrad?) beendigen. 

40. Bartolomfj Georgieviö, von Geburt entweder ein Serbe 
oder ein Slawonier, lebte 1544 — 1558 und wurde sowohl durch 
seine türkische Gefangenschaft, als auch durch seine Disputatio- 
nen mit den Türken über die Wahrheit des christlichen Glau- 
bens, und durch die Schilderung ihrer Sitten und Gebräuche zu 
seiner Zeit sehr berühmt — Er machte eine Reise nach Jeru- 
salem und war 13 Jahre lang in der türkischen Gefangenschaft 
Horanyi II. 25. 

41. Zivko, Priester, und Radul, Diakon, leisteten demHie- 
romonachen Mardarije bei dem Auflegen des Pentikostarion in 
MerkSina cerkva 1566. Fol als Drucker Dienste. 

42. Jakob ans Kamena reka, einem Orte am Fusse des 
Beides Osogovac, unweit der Stadt Kolaäin in Osthercegovien, 
druckte mit den nach Vincenz Vukovic in Venedig vorgefunde- 
nen Typen das Horologium (oder eigentlich Molitvoslov) 1556. 8^. 

43. Hieronyn Zagorovid aus Cattaro, richtete 1569 in Ve- 
nedig eine neue cyrillische Druckerei ein, um, wie er sagt^ nach 
dem Beispiele seiner Voreltern des Vojevoden Cdmojevii und 



128 

des Herrn Bo2idar die Kirche mit Büchern zu versehen. Er gibt 
vor, die Ctoiojevi6'schen Typen in Venedig aufgefunden zu ha- 
ben, in der That aber liess er ganz neue, jenen nnr etwas 
ähnliche giessen. In seinen Händen ist der cyriUische Büdier- 
druck zu einer merkantilischen Spekalation geworden. Er liess 
1569—1570 ff. ältere Büdier mit Beibehaltung des Fcnmats, 
der Selten-, Zeilen- und Jahrzahl geschickt nachdrucken und 
machte dadurch die Bestimmung des Alters mehrerer derselben 
für den späteren Bibliographen sehr schwierig und unsicher. 

44. Jakob Kn^koT, gebartig aus Sophia, Zagarovic's 6e- 
bilfe, verschieden von Jakob aus Kamena reka. Sein Name steht 
ausdrücklich im Psalter Yen. 1569. 4^. und im Mohtvenik ebeod« 
1570. 4^ 

45. Joliann Alexanderi Yojevode der Walachei (1568; st. 
den 15. Juni 1577), und sein Sohn mid Nachfolger in der Für- 
stenwürde Jobann MichDJe (1577—158:^) Hessen auf ihre Kosten 
einen Psalter in Ugrowlachien 1577. Fol. auflegen, und wahr- 
scheinlich förderte letzterer auch den Druck der übrigen von 
Koresi herausgegebenen Kirchenbucher. 

46. Koresi, Diakon, druckte in Ugrowlachien den Psalter 
1577. Fol., die Evangelien 1579. Fol. und wahrscheinlicli auch 
das Triodion, hierauf in Siebenbürgen zu Szäsz-Sebes das Fest- 
tagsmenäura 1580. Fol. Ich weiss nicht, ob der Ausdruck: ko- 
pecHHM}iHaK.ia in den Evangelien eine Person Koresi Manojlo, 
oder zweie: Koresi und Manojlo, bedeutet. 

47. SennadUe, Metropolit von Siebenbürgen, schrieb eine 
Nachrede zu dem obengenannten Menäum 1580. Pol. 

48. NHniBor, Hieromonach des Kl. Remeta, schrieb das 
jüngere Prachtevangelium im Kl. KruSedol 1579. Fol. ab. 

.49. Jmd Mal«! Beasnraba, Vojevode der Walachei (1633; 
A.: den 8. April 1664), über dessen Leben Engel (S. 289— 2d8) 



129 

nachgelesen werdeü kann, Hess in seiner fürstlichen Draekerd 
zu Drgopolje (Eimpolnng) in Walachien einen Molitvennik 163& 
4^ auflegen. 

50. TimoteJ Alexandroyie, wahrscheinlich ein Russe, druckte 
den ebengenannten Molitvoslov in Drgopolje 1635. 4^ 

51. PaisIJe, Patriarch von Serbien um das J. 1642, Lob- 
redner des Kaisers Duäan und seines Sohnes Uro§. 

52. GaTrilo TrqJleaDiD, Hieromonach des Kl. Trojica in 
Serbien, Abschreiber eines Psalters mit verschiedenen Beila^ 
gen, 1646. 

53. Helena, des oben angeführten Vojevoden der Walachei, 
Joann Matej Bessaraba, Gemahlin, liess auf eigene Kosten ein 
Ostertriodion in TergoviSt 1649. Fol. auflegen. 

54. Joann, genannt Sretogorac (Athonita, vom hl. Berge 
Athos), aus dem KI. Gomionica unweit Kamengrad in Bosnien, 
arbeitete mit dem Drucker Prokop an der Herausgabe des eben- 
genannten Triodion 1649. 

55. Samoil Bakaei6, Hieromonach des Kl. Ghilandar und 
Bewohner einer Einsiedelei im Gebiete desselben, lebte 1688. 

56. PaehomtJ, Hieromonach, angeblich des Kl. Bakovac in 
Slrmien (denn der Name ist radirt), lebte 1700. 

57. 6eorg BrankoTie, der bekannte letzte Pseudodespot 
und Geschichtsschreiber der Serben, soll nach seiner eigenen, 
freilich unerweisbaren und bei unparteiischer Prüfung höchst 
verdächtigen Angabe, ein Sprössling der alten Brankovide ge- 
wesen sein, und von Lazar, einem angeblichen, von der Ge- 
schichte nicht gekannten Sohne Gregor Brankovic's abstammen. 
Er ward geboren zu Janopol im J. 1645, nach Horanyi (N. M. 
L 769) zu Belgrad im J. 1640. Früh verwaist, ward er von 
seinem Bruder Sava, Erzbischof von Siebenbürgen, auferzogen 

ä»ftf{k. LItentnrseichichte. III. Baml. 9 



130 

und zu ftfentlidieQ GeschSften verwendet. Im J. 1663 raste er 
mit siebenbürgischen Gesandten nach Eonstantinopel und unter- 
handelte zu Adrianopol mit dem kais. österreichischen Resi- 
denten Christof von Kindsberg. Hier in Adrianopel geschah es 
nun, dass ihn am 28. Septb. 1663 der Erzbischof ron Ipek, 
Maxim, in der Kirche eigenmächtig zum Despoten von Serbien 
ausrief und weihte. In den folgenden Jahren hielt er sich aber- 
mals bei seinem Bruder auf, und als dieser 1668 nach Russland 
reiste, um Subsidien zur Wiedererbauung seiner Kirche und 
Residenz zusammenzubringen, begleitete er ihn dabin. Nach der 
Rückkunft wurde Georg abermals als siebenbärgischer Abgeord- 
neter an den türkischen Hof geschickt; auch hatte er das Ge- 
schäft der Abmarkung der Herrschaft Janopol von Siebenbürgen, 
einyerständlich mit dem Kapidschi Pascha Ibrahim, zu besorgen, 
wofür ihm Apaffi ein Gut zu Alvinc schenkte. Allein bald darauf 
ward nicht nur Erzbischof Sava, sondern auch Georg Brankoviö 
von ApafS, angeblich auf Anstiften des Superintendenten und 
aus Religionshass , höchst wahrscheinlich aber aus politischen 
Ursachen, verfolgt. Letzterer wandte sich daher zuerst nach 
der Walachei und liess sich in Klagen beim Sultan und in 
Korrespondenzen mit den Missvergnügten ein. Im J. 1681 den 
15. Septb. schloss er zu Konstantinopol einen Freundschafts- 
bund mit Ladislaus Csiki. Gsäki reiste darauf nach Wien und 
kam mit Brankoviö beim Bojaren Scherban in der Walachei 
zusammen. Im J. 1683 den 7. Juni ward Georg Brankovid von 
Ks. Leopold L in den Freihermstand und 1668 den 20. Sq^tb. 
in den Grafenstand erhoben und mit dem ungarischen Indigenat 
beschenkt. Allein in dem damaligen türkischen Kriege warf das 
kaiserliche Ministerium einen schweren Argwohn auf ihn, und 
er wurde, als er mit seinen Anhängern im Oktb. 1689 ins Lager 
des Markgrafen von Baden bei Kladovo kam, auf Befehl dieses 
kommandirenden Generalen arretirt und als Staatsgefangener 
zuerst nach Wien, dann nach Eger in Böhmen al^^hrt. Die 
Verdächtigkeit seines genealogischen Stammbaumes und die 
eigenmächtige Annahme des Despotentitels galten als Mitursa* 
chen seiner Verhaftung, deren wahrer Grund übrigens bei dem 



131 

mdur als zweideutigen Charakter des Mannes in einer so kriti- 
schen Zeit nicht schwer zu erratben ist. Er starb den 19. Septb. 
1711 (nach Horanyi am 2. Mai 1705) auf der Festung Eger, 
und sein Körper wurde 1743 nach dem Kloster Kruäedol in 
Sinnien gebracht. In Sger schrieb er sdne Geschichte von 
Sörbien. (Raiö IV. 93—172. Engel I. 284. HI. 475—486. Ho- 
ranyi Nova Mem. L 768—777.) 

58. Naxim , Hieromonach im KI. Rakovac in Sirmien, 
brachte auf Veranstaltung seines Vorstehers Theophanes die 
KanoBien der serbischen Nationalheiligen in ein Buch zusammen. 



Katholische Serben, die mit cyrilÜBchen Buch- 
staben schrieben. 

59. Ra^ml Le? akoTi6 (in der ersten Hälfte des XVII« 
Jahrb.), nannte sich selbst überall einen Kroaten, warde zu Rom 
als Minorit Reformator der heil. Bücher in illyrischer Sprache, 
begab sich als Commissarius terrae sanctae mit geheimen Auf* 
tragen des päpstlichen Hofes nach Agram in Kroatien, wurde 
von Kg. Ferdinand zum Titularbischof von Smederevo erhoben 
und mit Pension versehen und zuletzt, nach erfüllter Sendung, 
vom Papste zum Erzbischof von Ankyra ernannt Er schrieb 
vieles in lateinischer Sprache, arbeitete jedoch auch in der gla- 
golitischen Literatur. 

60. Stephan Matijevie Solinjanin (1600—1630) d. i. aus 
Solina, hzi Tuzla in Bosnien oder aus Solin = Salona gebürtig, 
Franciskaner der Provinz Bosna Argentina, versah die Stelle 
eines Kapellans in Sarajevo sechs Jahre lang, und arbeitete 
mehr als 18 Jahre hindurch als Priester in verschiedenen Ge- 
genden Bosniens, während welcher Zeit er einen Ispovjedaonik 
zusammenschrieb. 

61. Matte »Ivkovl* (1689—1616), gebürtig aus JelaSci, 

9* 



132 

Franciskaner der Provinz Bosna Argentina, lebte geraume Zeit 
als Kapellan in Sarajevo, hierauf in KreSovo und OIovo, und 
verfasste hier mehrere Werke religiösen Inhalts. 

62. Mavro Orbfni Dubrov£anin (st. 1614), gebflrtig aus Ra- 
gusa, Abt der Kongregation zu Melita (Mlit), eine Zeit lang Abt 
des Benediktiner - Kl. Sanct- Maria zu Bäcs in Ungarn, der be- 
kannte Historiker der Slawen, dessen Regno degli Slavi, Pesaro 
1601. Fol vom Erzbischof Theophan ProkopoviC (?) ins Russi- 
sche übersetzt wurde: HeTopiorpa^ifl noqaria HMene, cjiaBii 
H paaniHpeHiü Hapo;;^a ciOBeHCcaro, Cnti« 1722. 4^ Er stand «üb 
Gelehrter bei seinen Zeitgenossen in grosser Achtung. Vgl. Ap- 
pendini Notizie critiche Bd. IL S. 12—14. (lUyr. Lit S. 23.) 

63. BarlholOffiaMUS Giliami von Venedig, der sich selbst 
als ,Barto Markov syn" nennt, druckte im J. 1638 einen Psalter 
in seiner Vaterstadt; ob auch andere cyrilliBcbe Bücher, ist 
unbekannt 

64. Paul Po&ilovic (1647) aus Glamo£ in Bosnien, Fran- 
ciskaner der Piovinz Bosna Argentina, zuletzt seit 1642 bis 
ungefähr 1664 Bischof von Skradin in Dalmatien, war ein fleis- 
siger bosnischer Schriftsteller. Mehrere? über ihn in Farlati's 
lUyricum sacrum Vol. IV. p. 28—29. (Illyr. L. S. 34.) 

65. Andreas Zmajevic (in der zweiten Hälfte des XVII. 
Jahr.), geboren zu Perasto, erzogen im Collegio der Propaganda, 
Erzbischof von Antivari und Dioklea, Primas von Serbien, 
schrieb in vulgär-illyrischer und lateinischer Sprache, ersteres 
mit cyrillischen Buchstaben, „Annales ecclesiasticos^, vom An- 
fange der Welt bis auf seine Zeiten. Sie sind in der Bibliothek 
der Propaganda aufbewahrt worden. Engel III. 467. (111. L. S. 35.) 

66. Jorko Kriianiö (1655—1675), gebürtig aus Bosnien 
aus der Gegend von Dubica, Ozlje und Ribnik, zwischen den 
Flüssen Kupa und Vuna (im sog. Türkisch-Kroatien) , römisch- 
katholischer: Priester, verlebte seine Jugendjahre in der Heimat, 



133 

gerieth dann, man weiss nicht wann xmA wie,* nach Bnssland^ 
lebte hier geraume Zeit und trieb mehr als zwanzig Jahre hin- 
durch das Studium der slawischen Sprache mit Eifer. Endlich 
traf ihn , man weiss nicht warum , (las harte Loqs der Verbau* 
nung nach Sibirien , wohin er zugleich mit dem Hypodiakoü 
Theodor verwiesen ward« In Sibirien beendigte er seine serbische 
Grammatik. Er lebte daselbst noch im J. 1675, und zwar in 
Tobolsk) wie man aus einer andern Handschrift desselben er- 
sieht Seine weiteren Schicksale und sein Todesjalir sind unbe- 
kannt. Seine handschriftliche serbische Grammatik, in Tobolsk 
ip Sibirien im J. 1665 geschrieben, is\ schon in dieser Hinsicht 
eine wundersame Erscheinung, und verdient auch ihres Gehalts 
wegen volle Beachtung. Ueber ihn vergleiche Kalajdovic Joann 
Exarch S. 120—123. (111. L. S. >«.) 

67. Stlpan J^eanin (1708) aus Jajce in Bosnien, Franci- 
skaner der Provinz Bosna Argentina, lebte als Priester der 
römisch-kathol. Bosnier abwechselnd an verschiedenen Oertern 
dieser Provinz und suchte den vernachlässigten Druck cyrilli- 
scher Bücher für katholische Bosnier vom neuen zii beleben. 

68. Cbrlslofbr (Karsl) P«s|klc (1715—1725), gebürtig aus 
Ciprovac (%npoBan,i) in Bulgarien, Missionarius apostolicus, 
Canonicus Quinque*ecclesiensis et Abbas S. Georgii de Csanad, 
als Verfasser des Buches SapHJkio hcthmc bekannt, schrieb meh- 
reres in lateinischer Sprache: Mahometanus dogmatice et cate- 
chetice in lege Christi, Alcorano suffragante, insttnctus, Tyrna- 
viae 1717. 4**., Speculura veritatis (aus dem Illyrischeu ins 
Lateinische von dem Vf. selbst tibersetzt), Venetiis 1725. 8**. 
u. s.w. Horanyi nennt ihn irrig „Croata". III. 61. (111. L. S. 52.) 



ProteBtantisobe Schriftsteller» die serbisch 
schrieben. 

Der cyrillische Bacherdnick in Tübingen vom J. 156 L bis 

1563 verdient hier um so mehr einer Erwähnung , als er, bei : 



134 

der grossen Seltenheit dieser Druckwerke , den meisten serbi- 
schen Gelehrten kaum dem Namen nach bekannt sein dürfte. 
Gerade um die Mitte des XVI. Jahrhunderts, im Jahre 1550, 
bildete sich in Deutschland, unter dem Schutze des Herzogs 
von Würtemberg, Christoph, auf Veranstalten und Kosten des 
Peter Paul Vergerius, ehemals Bischof von Capo d' Istria, des 
Baron Johann Ungnad und der Stände von Erain mit BegOn* 
stigung Kgs. Maximilian, der Stande von Krain und mehrerer 
deutscher Fürsten und Reichsstände, eine Anstalt aus, deren 
vorzüglichste Glieder waren ; Primos Tmbcr, ein Kraincr (geb. 
1508, st 1586), Georg Dalmatfn, ebenfalls ein Krainer, Anten 
Dalmata und Stephan Consul, Serben aus Kroatien, welche Män- 
ner zu Tübingen und Urach vierzehn Jahre lang, vom J. 1550 
bis 1564, windische und kroatische (eigentlich serbische) Reli- 
gionsbücher mit lateinischer, glagolitischer und cyrillischer Schrift 
druckten. Ausführliche Nachrichten über diese Anstalt und die 
hier gedruckten Bücher findet man in F. Schnurrer's slaw. Bü- 
cherdruck in Würtemberg im XVI. Jahrb., Tübingen 1799. 8\ 
in J. Dobrowsky's Slavin, Prag 1808. 8"., und in B. Kopitar's 
Grammatik der slaw. Sprache, Laibach 1808. 8". Uns genügt, 
hier diejenigen Männer, welche den Druck cyrillischer Bücher 
für die Serben in Kroatien, Dalmatien, Bosnien und Serbien 
besorgten, anzuführen wid ihre Erzeugnisse aufzuzälilen. 

69. Stephan Istrlan, gen. Gonsol, aus Pinguent in Histerreich 
(Istrien). Er war Priester und musste wegen seines üebertrittes 
zur protestantischen Kirche sein Vaterland verlassen und sich 
in Deutschland durch Schulhalten und Predigen zu nähren su- 
chen. Truber's Beginnen ermunterte ihn auf der gebrochenen 
Bahn vorwärts zu gehen und einen weitern Zweck zu erreichen. 
Er versuchte es, dessen krainische Uebersetzuag des Neuen Te- 
staments in die kroatische Schrift und Sprache (d. l seibisch- 
dalmatisch- bosnische Mundart mit glagolitischen Buchstaben) 
zu übertragen. Mit seiner Handschrift begab er sich aus eigenem 
Antriebe, ohne von Trüber geschickt worden zu sein, im Sommer 
1559 nach MÖtling in der windischen Mark; er legte sie daselbst 



135 

mdaerea Sachverst&adigeB vor, welche denn der Meinung 
Haren , dass eine solche Uebersetzong göttlichen Worts durch 
ganz Dalmatien nach dem Adriatischen Meere hin, desgleichen 
auch den Kroaten, Bosniern, Serben, bis gegen Konstantinopel 
hin, verständlich und nützlich sein, dass sie auch leicht in die 
Eyrillica zu bringen sein würde, und holsame Religionskennt- 
nisse sehr weit umher verbreiten könnte. Der Entwurf gedieh 
nach und nach zur Ausführung, vornehmlich durch die kräftige 
Mitwirkung des Baron Ungnad. Dieser schickte den Consul, der 
Gattin und Kinder und Hauswesen in Regensburg hatte, im 
April 1560 nach Nürnberg, um nach seiner Anweisung eine gla- 
golitische Druckschrift verfertigen zu lassen. Ein Jahr später, 
nach Anton Dalmata's Ankunft, ward auch die cyrillische Druk- 
kerei eingerichtet. Consul erhielt als jährliche Besoldung 170 fl. 
nebst freier Wohnung. Nach des Barons Ungnad Tode, der im 
J. 1564 erfolgte, hielt Stephan Consul zugleich mit Anton Dal- 
mata am 2. März 1566 beim Herzog Christoph von Würtemberg 
um Entlassung an. Mit einem Zeugnisse vom Herzoge versehen 
zogen nun beide gegen Regensburg ab. Von da an fehlen uns 
aUe Nachrichten über Stephan's Lebensumstände. 

70. Anton Italnata, oder, wie er sich einmal unterzeichnete, 
„Antonios ab Alexandre Dalmata", war seinem Stande nach ein 
Priester, und wurde als kroatischer (eigentlich serbischer) Dol- 
metsch an die slawische Anstalt nach Tübingen berufen. Er 
verliess den 3. Febr. 1561 Laibach in Begleitung eines dortigoi 
Bürgers und kam über Kempten, wo er mehrere Tage bei 
Trüber verweilte, zu Urach beim Baron Ungnad an. Sein Auf- 
enthalt wurde ihm in Tübingen angewiesen, wo Stephan Consul 
bereits die glagolitische Druckerei einzurichten anfing. Er erhielt, 
als ein einzelner Mann, die freie Kost in dem herzoglichen 
Stipendium. Dabei war sein jährlicher Gehalt 30 fl. Er wird als 
ein stiller, ruhiger, verträglicher Mann geschildert. Nach seiner 
Ankunft bei der Anstalt wurde auch zu der Einrichtung einer 
cyrillischen Druckerei geschritten. Dieselben Meister, die zu 
Nürnberg die glagolitische Schrift verfertigt hatten» wurden mit 



136 

ihrem Werkzeug nach Urach (nahe bei TttbiBgen) berufen ; hier 
wurde im Sommer des Jahres 1561 die cyrillische Schrift, nach 
der Anweisung des Anton Dalmata und Stq)han Consul, in der 
Zeit von drei Monaten zu Stande gebracht. Anton war einer 
der thätigsten Uebersetzer im kroatisch-serbischen Fache. Erst 
im zweiten Jahre nach Baron Ungnad's Tode, der im J. 1564 
Tarstarbt verliess Anton in Gesellsdiaft des Stephan Consul die 
Anstalt. Seine ferneren Schicksale sind unbekannt 

Ausser diesen ^ zwei Männern arbeiteten mehrere andere 
in Gemeinschaft mit ihnen an dem Uebersetzen und Drucken 
der glagolitischen und cyrillischen KeligionsbQcher. Als im J. 
1561 Trüber aus Krain nach Urach zurückkehrte, brachte er 
auch zwei griechische Priester, Mathias PopoYie und Johann Ma- 
lese?ac, beide Uskoken, .mit, die zur Uebersetzung des N. Te- 
staments mit cyrillischer Schrift gebraucht werden sollten. Der 
eine von diesen griechischen Priestern war ein tüchtiger Trin- 
ker. Es heisst in der Reiserechnung: „am 16. September zu 
Kempten 2 Tag und 2 Nacht gelegen, allda hat der lange usko- 
kische Priester (Mathias Popovic) zwanzig Maass Wein ausge- 
sofifen.'' Und wieder: „Zu Memmingen hat der lange uskokische 
Priester zum Schlaftrunk 11 Maass Bier ausgetrunken. "" Popovic 
war in Serbien, MaleSevac bei Bosna geboren und au^ewachsen. 
Zu Urach wurden sie von Baron Ungnad unterhalten; sie 
mussten nach eigener Weise behandelt werden, sie speisetep 
nicht Fleisch, nur Fische. Nach einem Aufenthalt von zwan^sig 
Wochen wurden sie wieder nach Ki*ain geliefert;, man war mit 
ihren Uebersetzungstalenten sehr unzufrieden, (ieorg CveUe 
(„Zvetzitsch'') begleitete sie dahin. Dieser hatte die Episteln 
Pauli kroatisch (d. i. serbisch) übersetzt; er nahm seine Arbeit 
in der Handschrift mit sich , um sie in seinem Vaterlande 
prüfen zu lassen. Den l. September 1562 kam er nach Urach 
zurück. 

Die Sprache dieser cyrillischen Bücher heisst zwar in den 
Büchern selbst immer die kroatische; allein es ist unter 
dieser Benennung nicht das iieutige Kroatische im ProvinciaU 
kroatien, sondern vielmehr diejenige Sprache, welche von den 



137 

Bewohnern des lülitärkroatien, des Eflsteplandes (Litorale) und 
des nördlichen Dalmatien gesprochen wird, zu verstehen. Dass 
diese in diesen Bezirken gesprochene Sprache lediglich eine 
Spielart (Varietät) der serbischen Mundart ist, darüber sind fast 
aUe Kenner einig. Sie heisst daher mit Becht in der deutschen 
Titulatur in eben diesen Bttchem die serbische Sprache («die 
syruische Sprach"). 



Verzeichniss altserbischer Wörter, Hand- 
schriften und sonstiger Sprachdenkmäler. 



Der Zeitraum, dessen schriftliche Sprachdenkmäler hier 
dargestellt werden sollen, umfasst die Reihe von acht vollen 
Jahrhunderten. Dessen ungeachtet ist die Zahl der anzufahren- 
den literarischen Erzeugnisse aus leicht begreiflichen Ursachen 
eben nicht sehr gross. Die Serben haben weder so alte, noch 
so zahlreiche Kleinodien ihrer Sprache und Literatur aufzuweisen, 
als z. B. die Russen oder Cechen, kein Ostromirisches Evan- 
gelium, keine Eöniginhofer Handschrift u. s. w. Was sich aus 
den ältesten Zeiten erhalten hat, sind zum Theil nur Trümmer, 
zum Theil jüngere Abchriften oder Ueberarbeitungen grösserer 
und älterer Werke. Aber auch diese Sprachdenkmäler, so dürftig 
sie sind, haben nicht nur für den Serben, als die einzigen 
Ueberbleibsel des geistigen Lebens seiner Ahnen, sondern auch 
für jeden slawischen Philologen überhaupt, als brauchbare Ma- 
terialien zur kritischen Geschichte des slawischen und serbischen 
Dialekts, einen hohen, bleibenden Werth. Es soll hier demnach 
eine vollständige Aufzählung aller bis jetzt bekannt gewordenen 
schriftlichen Sprachdenkmäler der Serben älterer Zeiten versucht 
werden, jedoch mit der Einschränkung, dass nur die Denkmäler 
von den ältesten Zeiten an bis zum Ende des XV. Jahrh. voll- 
ständig und ohne Ausnahme, die späteren hingegen nur in 
strenger Auswahl mit Hinsicht auf ihre Wichtigkeit an diesem 
Orte angezählt und charakterisirt werden sollen. Die von Ser- 



139 

ben herrfihrendon Absdiriften kirchlicher Bficher aus dem 
XVI.— XVni. Jahrb., so zahlreich sie ßind, eignen sich nicht für 
unsere gegenwärtige Darstellung. Es ist Qberflässig za bemer- 
ke, dass die hier aufgezählten Sprachdenkmäler, die dem 
Dialekte nach eigentlidi zur Literatur der altslawischen Eir- 
chenmundart gehören wflrden, hier nur deshalb als serbisch 
aufgeführt werden, weil sie auf serbischem Boden entstanden, 
d. h. von Serben entweder abgefasst oder wenigstens abgeschrie- 
ben worden sind, und wegen der Vermischung der altslawischen 
Schriftsprache mit der gemeinen Volksmundart zur sogenannten 
serbischen Recension des Kirchenslawischen gehören. Ich erlaube 
mir in dieses Verzeichniss auch einige, zum Theil von mir ent- 
deckte Sprachdenkmäler, die eigentlich zur bulgarischen und 
ruthenischen Recension gehören, einstweilen mitaufzunehmen, 
denen ich später einen andern, schicklichen Ort anweisen werde. 
Dieselben sollen durch ein besonderes Zeichen unterschieden 
werden. 



L Sammlnnir väter serbiseher 
IVörter. 

Die serbischen Sprach- und Schriftdenkmäler, deren Ori- 
ginalien oder Kopien bis jetzt bekannt geworden sind, gehen, 
wie aus dem nachfolgenden Verzeichnisse zu ersehen ist, nicht 
über das zwölfte Jahrh. zurück. Aus dem IX.— XL Jahrb. haben 
sich keine andern Sprachüberreste, als einige wenige Wörter, 
meist Eigennamen, bei den lateinischen und griechischen Chro- 
nisten, femer in den Diplomen serbisch-kroatischer Fürsten und 
Konige von Dalmatien u. s. w. erhalten. Es ist für den Sprach- 
nnd Geschichtsforscher von vielfachem Nutzen, ein kritisch- 
genaues, aus den Quellen geschöpftes Verzeichniss solcher 
Wörter vor sich zu haben. Ich habe deshalb aus solchen latei- 
nischen Diplomen bei Lucius und Farlati, deren Abfassung vor 
das J. 1100 fällt, femer aus denen byzantinischen und abend- 
ländischen Chronisten, die vor dem angegebenen Jahre lebten, 



140 

alle auf die serbische Muodact hiuiigUtkm Wörter ausgexogeo, 
alphabetisch /usammepg^Btellt aqd, wo es möglich war oder dö- 
thig' schien, kurz erläutert Da jedoch die genanateo Quellen 
aus dem IX. — XI. Jahrb. Eigennamen in weit grösserer Zahl als 
Appellaüva liefern, so nahm ich bei den letzten das J. 1100 
als Gränze an (die Diplome und Chronisten aus den folgenden 
Jahrh. enthalten eine zu grosse Menge von Eigennamen, als dass 
ich dieselben hier hätte aufzählen können), bei den Appellativis 
hingegen ging ich über diesen Gränzpunkt weiter hinaus, and 
nahm einiges aus späteren cyrillischen Quellen mit auf, was mir 
entweder seinem Ursprünge nach einer weit höheren Zeit anzu- 
gehören» oder sonst in irgend einer Hinsicht der Aufmerksam- 
keit werth, schien. Die lateinischen Diplome kroatischer Fürsten 
und Könige, welche bei Lucius und Farlati abgedruckt sind, 
führen manchmal bei diesem und jenem verschiedene Jahrszah- 
len, weil beide Forscher in der Deutung der chronologischen 
Daten oft nicht übereinstimmen. Da ich nun beider Werke zu 
verschiedener Zeit excerpirt, und die Excerpte erst viel später 
verschmolzen habe, so haben sich bei einigen aus demselben 
Diplome' gezogenen Wörtern abweichende Jatirssahlen einge- 
schlichen, welche Diskordanz ich nun nicht heben konnte, die 
übrigens auch von keiner Erheblichkeit ist, da sie höchstens 
den Unterschied von einigen Jalirea betrifft. In den meisten 
abweichenden Fällen gab ich den Farlatischen den Vorzug. 



A) Sammlung altserbischer Eigemiamen aus dem 
DL — ^XL Jahrhundert. 

1) Flüsse: 

ßova, Konst Porph. 949, j. Buna, von bun Kalk; irrig, ist Koust. Deu- 
tung: 6 h(ffiTjvsvstdi Halov, er dachto gewiss an das lateinische „bona". 

eopriv« (fluyiuB), d. 1071. 

diztlxrjy KozLBt. P. 949, slw. und. srb. lU^iHHa; vgl. dittiva, slw. ima in 
Bulg., AH^jma od. richtiger Tu^ifua in Serb., zizta Teiss bei Konst. u. 
m. a,; vom Stamme toi» Rennen, Fliiss. 

9ilpa, aimaL 892, altsrb. uana, j. Ktüpa, Knpa; Tgl. Kolpa, Kolpinka Fl. 
in Russland. 



141 

vthrtva n. iiwivtt, Kouit P. d49, altsrb. YeHT>H8, j. Cetfnja n^etSHia; yon 
vnofk Dickicht, slowak. ^ta (abies, silva abietina) , i; Tertritt das ^, 
wie in Qpiu'B, okIictith u. a.; vgl. die Flussnamen von lipa, buk, kicn« 
brest, breza, dub u. dgl. 

piala, Konst. P. 494; yom Stamme vis, is =^ les (Wasser). 

taxlovfia, Konst. Porph. 949. 

2) Berge: ' / 

Zlovfiog, Konst. P. 949, altsrb. x.T(h\ j. hnm. 

^Hbrave, d. 1078^ 1. AOji^pana. 

nasaro (locus et mons), d. 887, massari, d. 1078; vgl. Mazärna Berge und 

Ortsch. in Ungarn; Ma^&ri hoisst ein Berg in meinem Geburtsorte Ko- 

beljarovo. 
tiBi, d. 1069, j. Knin; vgl. unten. 

3) Städte und Länder: 

a^ßrj (insula), Konst. P. 949, srb. Hab. 

oQivnivot (populus) , Konst. P. 949 , srb. Neretdao! , Neretjani , vom Fl. 

a^hrta, altsrb. wahrsch. jiapeHia, j. aeretva. 
babioa palU (locus), d. 1040, 1044, d. i. Babinopolje. 
baleni (locus), d. 1074; vgl. Balüici, Balenoviö, Balaenac, Balanovci u. s. w. 

Drf. in Serbien. 
bareaais (villa), d. 1069. 

barda (locus), d. 1000, berda, d. 1052, d. i. 6pi»Aa (montes). 
ßtliyifttda n. ßtkoygadov (urbs serb.), Konst. Porph. 949, belagradmi ep. 

Joa. Vni. 878; ßsXoy^adov (urbs croat.) Konst« Porph., belgraditm, d. 

1059, 1069, 1071. 
ßüxlbtiv (urbs), Konst. Porph. 949, srb, <^jni]QD£b od. (SliaiQmB. 
ßfioxifOfßdToi (populus), Konst. P. 949; er erklärt es durch aan^oi, aber 

die Wurzeln 6ejrh weiss und Bej'ib gross, welche mir versetzt scheinen^ 

werden im Slawischen abwechselnd gebraucht, wie auch die Begriffe 

weiss und gross, 
billa (locus), d. 1000; lies bila statt bjela, womach schon um ICKX) ein i 

statt i vorkäme? 
blatta (villa, regio), d. 1059; lies 6jaT0. 
ßdva (urbs), Konst Porph. 949; vgl. oben. 
ßooiopa (regio), Konst. P. 949; viel, verschrieben st. ^oodvo, wie bei Cin- 

namas. 
bazzaehi (2upa), d. 1071; wahrscb. verschrieben und eins mit bucani unten. 
P9^in£i ßif^i^Sto (insula), Konst. P. 949; srb. Bra£. 
bravizo (locus), d. 1072. 
ßQißiga (iupa), Konst. P. 949, berberlstiel, d. 1069, brebarsHtl (2upa), d. 1078, 

d. i. Brebor, Brcberätica, Fluss und ohoraalige Grafschaft von» BpoÖcpL 

(castor). 



142 

bvcui (od. biceaii bei Scbwandt.) (iopa), d. 1071 (wohl eins mit bouadü 

oben), 1. BudanL 
batioaviso (viUa), d. 1018; 1. Butina v's. 
ßovTOffcc (urbs), Konst Porph. 949; 1. Budva. 
byael (oppidum), d. 887> blaei, d. 892; 1. Bihad. 

eeniecha (yilla), d. 986, 1. ^p&H^i^ wie noch mehrere Drf. in Serbien heiasen. 
chamenBaal (terra), Script, sec. XI. 
ebeslea (locus), d. 1000. 
ehilnl, „chulmorum dnx" Epist. Joa. X. 914—929; iXovfft (nrba), Konat. 

Porph. 949. 
XlBßha (urbs), x^ß^^f' (2up&)> Konst Porph. 949; eleonlea, d. 892; j. joibho, 

altsrb. xjiiBHo, vgl. ur&BHHa (tugurium). 
x6a(fa (insula), Konst. P. 949, fpa^og^ tfxxQa eb.; j. üapB. 
xqmßaxoi (populus), Konst. P. 949, eroatae, d. 837, 892, eroatla ibid., ehr»- 

batae, d. 1069, ehroatae, decr. conc. 925, d. 1076, 1078. 
dobuui (yilla), d. 1078; 1. Klobuk. 
elisai (villa), d. 837, ellsa (locus, iupa), d. 892, clysiam, d. 994; j. Klis, 

d. i. Klause, Engpass. 
eeBustina (terra), d. 1068; 1. Koiguitina. 
forbaistici (2upa), d. 1078; 1. KrbavStica. 
eorlie (villa), d. 1078; 1. Gorica, 
ereneae (villa), d. 1078; I. Kremeu od. Kremna, u. Tgl. Kremna, Kremiei 

Drf. in Serbien, 
ottgme (^lla), d. 1078; l. kukme, pl. von Knkma (crista, frustuhimV 
daiiy (iupa), Konst. Porph. 949; altsrb. ^gaiaHB, j. Dumno und Duvno. 
iebris (viUa), d. 1078; yon ;(B6pB (yallis), vgl. Dabr'c an der Save. 
demtt^a (urbs), Konst. Porph. 949; j. Kotor, vom Stamme kotar, chatar 

(territorium). 
6i9i^ (urbs), Konst. Porph. 949; 1. Desnik, und vgl. Desnik Berg, Desnica 

FlQSschen in Macedonien, Desina Dorf in Serbien etc. 
diCTUfiMOv und ^tavivUa (urbs), Konst. Porph. 949; d. i. Desini«^, ygi. De- 

sinid Pfarrort im zagorier Archidiakonat, agram. Bisthum. 
9i67tXrja und dinXa (urbs), Konst. Porph. 949; j. Duklja Ruinen, vgl. Duk^a 

in Galiden. 
ilanosa (villa), d. 1078; vgl. Dljeia, Dlin Drf. in Serb. 
dofifunUn (urbs), Konst. Porph. 949; altsrb. AotfpscKB, j. Dobar. 
iolaal (villa), d. 1069; 1. Doljani. 
dps<fynfic (urbs), Konst. Porph. 949; altsrb. ^bchto od. ^qkhhkb, denn 

beides kommt vor; cejio j^bchskb dipl. 1348, Dreinik Drf. in Serbien. 
elsaiDl (vüla), d. 1069; L lejraaHH, vgl. Jele£ St. im alten Serbien, Jel6uiica 

alte 2upa, in der Inschrift zu 2iöa. 
yaXovfiai^iH (urbs) , Konst. Porph. 949; 1. tjlojvbxsb und vgl. Valastelin 

statt Vlastelin unten, und Glumnina Dorf in Bosnien, 
gase (Villa), d. 1108. 
gothe (villa), d. 1078, richtiger Goche; l.ro^e, und vgl. Go(^ in Serb., Ctoöov 

slowak. u. 8. w. 
ygädBtuu (urbs), Konst. P. 949; lies rpB^fn statt rpa^n^. 



US 

gitMeMi 1^ üginbard n, a. «ind nicht in Chorwatien su jrachen» sondern 

im ehemal. Balgarien , jetzt Serbien: Koyvan, am Gebirge xey^ vom 

Stamme kbkl cae^umen (sommifas). 
Yovtbpm (ivpB), Konst. P. 949; 1. gacka, and TgL Oacka Fl. in Ghorv. and 

Gacko Gregend in Bosnien, 
heitta (TiUa), d. 1103. 

fi/s (insola), Konet. P. 949 ; srb. vis, vom Stamme vis (auqoa), v^. oben ßMUn, 
f^fuyta (2apa)) Konst. P. 949; j. Imoski Feste, entstanden aas Imotski grad. 
h6lri (nrbs), Konst. P. 949; j. Oslje, vgl. Ozlje mid Oi^e in Bosnien etc., 

Ozalj in Kroat.; oslje könnte man auf den Stamm osla (cos) zarflckfttliren. 

suxFolij (regio), Konst. P. 949, im p&pstl. Breve 1808 CaBftfis, srb. KonavQe; 

• irrig ist die Erklärnng Konstantins: Ip/cti/y^vcrat rg r^sr Ihtldßwß Sm- 

linrip afuctui (via plaustri), denn der Fahrweg heisst serbisch kolnik; 

vgl. nnten; die Gegend hiess so von Känftlen, vgl. Stritter 11. 406. 
udvepa (arbs), Konst P. 949; Kotor, htz. Kotorsko. 
TüLaßmut (arbs), Konst. P. 949; j. Glamo^S. 
xoV (nrbs), Konst. P. 949; j. Karin. 
TL^lßaaa (2upa), Konst. P. 949; wird von allen für Krbava, Korbava, Kkr* 

bava gehalten, was der Lage nach sehr gat passt 
xoii^x^a, icix£^, novQytovQoi (insala), Konst. P. 949; srb. hzt. Kordala. 
hxßlvzxla (nrbs), Konst P. 949; srb. Labin'c, in einem Diplome vom Jahre 

1103 bei Lucius kommt Labsns villa vor; zum Worte stimmt Labinec 

Brg. in Böhmen; vom Stamme lab zahlreiche Namen in allen slaw. 

Ltodem, vgl. Abk. d. Slaw. S. 167—168. 
lasiBl (locas), d. 837, Iftseaall, d. 1078, lazani, d. 1083; vgl. Lazi, Laznica 

n. a. Dorfnamen in Serbien. 
IdoToßov (insttla), Konst. Porph. 949; j. Lastovo. 
icdn/x (urbs), Konst P« 949; j. Ljeänica« 
lieblsa (locus), d. 1000; j. Liöina. 
Utta (2apa), Konst P. 949, lieht, d. 1071 (bei Schwandt liccha); j. Lika, 

Gränzregim. 
ilMrro (orbs), Konst P.; j. auf Charten Lunca, Linda, 
liblesta (castrum), Script 1093; vielL Ljubiöac. 
lies (inpa), d. 1059; l Luka. 
UnnaßsTB (orbs), Konst P. 949; j. Laka , bachstlU)lich nach dem Griech. 

müsste es joytaBETB od. jioyKaimD^a heissen. welche Form auch jetzt 

noch Äusserst hftufig ist 
meates, „quam possessionem Sclavi meates domos vocant^, d. c. 1100; höchst 

wahrsch. MXOLTWSh Aom, vgl. Mijatovac, Mijatovce, gangbare Ortsnamen 

in Bosnien und Serbien. 
fuyvifhovg (urbs), Konst P. 949; j. Medjoreö, vgl. Medjureöe in Gr&nz* 

sUiwon., MeziHö in Böhmen, Polen etc. Mi<^dzjrzecz in Wolynien etc. 
Bsgsrovizi (terra), d. 1069; 1. Mogorovica, viell. vom Stamme magor (arduns). 
fum^iCKU (urbs), Konst. P. 949; der Form nach MOxpBcxB. 
(MuifQv (urbs et iupa), Konst P. 949; srb. Mokro, j. gewöhnlich Makaraka 

genannt 



144 

martz«liini(TiQa), d. 1(M; ob Muroselo? Mor^Mura, Maratovao kpourneii 
aueh in Chorwatien. vor. 

moruolanl, muroalani bei Schwandt. (villa), d. 1071; lies Murolani, oder 
stammt es etwa vom dalm. murnla Felswand? 

iKibre^e (villa), d. 1059; 1. Nabrdje od. Nabre^e. 

vlva (4upa), Konst. P. 949; unbestimmt. 

vova (nrbs et i^upa), Konst. P. 949; srb. Nin. 

noiaseilt (villa), d. 1018; 1. Novoseb. 

vovYQodf, lies nougrade (nrbs), Konst. P. 949; srb. HOB&rpa^. 

oQfiog (urbs), Konst P. 949; orno bei dalmatischen Chronisten. 

osie (villa), d. 1078; 1. Osik und Tgl. Osik in Slawonien, statt Ocbsh, also 
schon 1078 i statt 4? 

om(f(o% (urbs), Konst. P. 949; ehem. Ostrog, j. Zaostrog; ostrogh, d. 1078, 
o^trog) d. HOB; vgL Ostrog in Wolynien, vom Stamme CTperoj. 

nayavoi (populus), Konst P. 949; richtig „ri/ x<6v £xldß(ov dicd&irip aßd- 
ntiarot kfffujvBvovrai^ \ altslaw. naraH^ j. noram. 

nsaivra (4upa), Konst. P. 949; wahrsck. Vezenta. 

pezani (villa), d. 1071. 

phrodrupglane (locus), d. 1000; lies Produpljani, von Äoyitna (cava arbor); 
höchst wahrsch. ist mit diesem Stammworte das altslawische Aoynjna 
(Morris, titio) identisch, weil man das trockne Holz alter hohler Bäume 
voraugsweise zum Brennen verwendete; Abb^ Dobrowsky dachte zwar 
bei ffijTLJisTmuBL des Izbomik vom J. 1073 („HSj^ajieva 6o üksl Aoymu- 
THim HJH aini oyrsh Kcipaiai MBumTe'^ Inst. 1. slav. p. 674) an Diamant; 
allein der klare Zusammenhang der Worte und das noch gangbare 
chorwatische dupljer (fax ardens) lassen wohl keinen Zweifel Übrig, 
dasB hier dupljatica Feuerbrand (torris) ist; zum Ortsnamen vgl. Du- 
pnica Stadt in Bulg., Dupljaj und Dupljani Drf. in Serbien. 

nXißcf (2upa), Konst P. 949; j. Pleva und Pliva Fl und Ort in Bosnien, 
vgl. Abk. d. Slaw. S. 172. 

predeneceati des Eginhardt u. a. suchen einige vergeblich in Ühorwat., es 
sind Brani^eva im alten Bulg. oder jetz. Serbien. 

priae (villa), d. 1078; lies Prijak. 

nifiadlctva (urbs), Skylitza 1057; St. Prigtina, damals noch griechisch, frü- 
her bulgarisch. 

pustfza (locus), d. c. 1083. 

pHtallo (locus), d. 837, petallo, d. 892. 

radoslch (villa), d. 1078; 1. Rado&ic und vgl. HadeSic, Radoievac n. a. in 
Serbien. 

radnna (terra), d. 1083. 

Qteati (urbs), Konst P. 949; altsrb. Paoa, j. Novipazar, vgl. Abk. d. Slaw. 
S. 160. 

rasoehatfsa (locus), d. 1069. 

^ccarekioi (inpa), Konst. P. 949; htz. See Raztok. 

raaiina (regio), d. 1071. 

fffirMn« (locus), d. 1000 ^ L Repudina, von repnli (tussilago petasitea). 

fia^va (urböj, Konst P. 949; j. Risno. . 



146 

fm&aa (wtbB\ Konst. P. 949; j. BoSft zw. Badya nnd Kotor. 

ragovo (locns), d. 1060. 

ealfjvit (lurbs), Konst. P. 949; srb. Solina^ j. Tuzia ijt Serbieii, yom tttrk. 

tax Sals. 
saasIcoYO (moBasterinin) , d. 1071; vgl. znm Namen: SankoYid, San^ica 

IL a. Drf. in Serbien. 
sekaicha (locus), d. 1000; wohl das fremde Wort scoloa: „custodia, qnan 

senlcam pattio seraone nominaat<* Tbeophylactus ad a. 592. 
seeUnai (locns), d. 1070. 
seafini (locns), d. c. 1100. 
sephova (villa), d. 10&9; hier vertritt ph da» x^ ^i^ ^ 9t<xiU^e^1}^ was ans 

aexatfXDi üotoa im Dipl. 1881 , und Ziooica Drf. in Bosnien erhellt; in 

seovani ist das x = h ausgelassen ; die Bedetitiiag der alten Wurzel 

ssx (aet, tSx) , von der viele Mgennan^a der I^ersoaen , Flaase und 
< Stidte (VfL 3Bva Fl. and St. in Macedonien) stammen» ist mir dunkel. 
tis^ßUa nom. pl. (urbs. Maoedon.), Konst P. 949; j. Srbi<^. 
•<(^o(, ct^litt, Konst. P. 949; also schon damals cp&l(^, cp&6jQi? 
sartiiBlaa (villa), d. a078, syrealae, d. lioe. 
serrtea (viDa)^ d. 1069; 1. Srbiea. , 
aibenleo (castrum), d. c. 1089; 1. Sibenik. 
M^tfr« (iapa), Koast P. 949; gydngi^ (vüla) , 4. 1059, (teihra), d. 1069, 

sidraga (iupa), d. 107d. 
9w^ova (nrbs), Konst P. 949; vgl. c%iq^a (insula) u. a.; hzt Skradin, 

vgl die Ortsnamen Skrad in Da)m., Ckor;ir. etc. 
ilaao Oocus), d. 1000. 
ilevigaa (locus), d. 1071 ; 1. Slovinja und vgl. cJieBftHia Drf. in Seib. tei 

Diplom. 1348, auch Slovac Berg in Serb. etc. 
mhie (viMa), d. 107B, smlaa (locus), d. 1066; zum Kamen vgl SmiaEoTo 

Dorf bei Sinj. 
smrdaiaai (locus), d. 1069; 1. SmrdalfaBi und vgl. Smrdulja Felsinsel bei 

Bra£, Smrdjani Drf. in Dahik. 
^(ryp69 (urbs), "Konst P. 949; j. Stcjn. 
aflaisa (locns), d. 1000, „stenice sclavonice, latine murula", d. 1071; also 

von erfenu auch hier schon 1000 i statt e. 
$Mae (villa), d. 1078: 1. 9tolak od. lieber Stolac, als Name von Bergen 

and Orten in Bonden, Serb. und. Maeed. hinfig. 
0tAtt99 (eivitas), Konst P. 949; bei Ptolem. 
«rrlo^o« afla]^ (civit), bei Plin. attlptal populns. 
atdaaehlie (tiBa), d. 1078. 
tanova (nrbs. Bulg.), d. 994; 1. Tmova. 
nvifw (nibs), tv^ (iupa^ Konst P. 949, teiieirtiHi (oppidum), d. 107$; j. 

Knin; merkwürdig ist ^e üeberefnstimmung der Griechen und Lateiner 

in t statt k, vgl. oben. 
Ti^fßwpla (nrbg et 2upa), vBQßowidrcii (popakis), Könst P: 94^; j. Trebinj 

nud Trwiig, von fpMt Opfer, Opf^rstfttte; grandfaUoh ist des Koaat 

Porph. Ableitung „r^ roh Sukupav ÖiaAintip h^ftipft^itcn i^x^qh^ t6^09 

(locus monitus)*', wobei er an TBphjs^b Festung da(Ate (nnweit Trebüij 

äiAifk. Litenitiurgwefaiobto. IIL Band. 10 



146 

stehen noch Ruinen des alten Klosters Trrdoi); vom Stamme tpe^te 

leben zahlreiche Ortsnamen in allen slaw. Lftndem. 
toebeala (terra), d. 1072, toeblala, d. 1078. 
tribis (vallis). d. 1000; 1. TribiS st Trjebiä, so dass schon 1000 ein f statt 

Je stünde. 
tMgaraal (locns), d. c. fin. XI. sec, ttj^arl (vOla), d. 1103. 
tirgari (locns), d. 887; 1. Trgrari. 
rtivTiva^ tf^rrj^a (2npa, regio), Konst P. 949; Mtiia, d. 1066» 1078, eeti- 

oeasls comes, d. 1076. 
Tts(fvaßov<rKei^ (urbs), Konst. P. 949; vgl. oben. 
vallari (viUa), d. 1078; 1. Volari. 

' ßfg^lXuc (nrbs), Konst. P. 949; j. Vrnlja, vgl. apoyjna (fons) im Dipl. 1347. 
vlasfdel (villa), d. 1071; 1. V1afii6i. 
yenlf nnd h jenlas , „locus yeuli'', und weiter unten : „territorinm illud in 

loeo, quod dicitur ycülas (hycnlas bei Farlati) a queren, quae stat gupra 

vallem*', d. 1067; das Wort ist mir unbekannt, 
xadarenslfl eivitas Ep. Joa. Vm. 679; rdm. Jadera, altsrfo. Mff&pi, schon 

879 als Zadar ausgesprochen? 
taxlovftoi (populus), Konst. P. 949; {:«xAo^^ot Cedren. 10., {ß statt fi); j. 

Zahumje. 
tirX^ßrj (urbs), Konst. P. 949; xeita bei Diokl. u. a., j. Zeta , und bei 

einigen (Kaöic etc.) auch Zenta. 

4) Personen: 

apriae saoalariatich, d. c fin. XI. aec. 

bardlnts (testis), d. 1071; L Brdin. 

ßeXa (tupanua)« Konat Porph. 949; tfexa ist ein nrslav. Eigenjaane» der 
Grosse, Weisse, Schöne, eben so ist (kna oyponi&, der Stanunvater der 
Nemanjiden in den aerb. Ghroniken rein» und echtslawiaeh » nad man 
braucht sich damit gar nicht bis zum uagariacheii ur (Herr), vi«l we- 
niger bis zum Uriel zu versteigen; denn nichts ist bei Slawen, and 
iaabesondere bei Serben gewöhnlicher, als von Vögeln hergenMamone 
Personennamen; ich setze aus alten serbischen Pomeniken nur einige 
her : Öava, öavka f., Golub m. („Goiub Kapetan^), Qrlica f., Kvagi^ 
m., Kukola f. (vgl. Kaku^jaöa bei Stulli), Kumrija f. (tortnr, ein tArki- 
sches Wort), Paun m., Pava, Pavica, Pavina f. ^ PestdA m« et L (Cr- 
ohns, nisus), Purefi, Pure, Purko m., Pura f. (gaUina i&dka), Raca f. 
(anas), Slavuj m., Utva f., u. m. dgl. ; bei andern Slawen komvian noch 
viele andere vor. 

beHata (prior, L e. conaul dvicua apid Dalmatas) , d. 1018; 1. Belata, daa 
verltagerte fiela, in «erb. Pomeniken kommt auch Beladin vor« 

beaada od. beiaeb (colonus), d. 1062; Benada, böhm. Benata undBeneda. 

beHalDo (vir), d. 1000; 1. Berieina. 

ßoSfufog (pxinceps), Skylitzes 1057; badiiaa (rex), d. 1100; arb. Budin, nie 
fand ich in srb. Haa. Bodin. 

tegelayae (dvis), d. 1094. 



147 

fM§^ULßQg (ptiDcepsX Cedrenus 1067; 1. BojisUv. 

MeArago (iapanus), d. 892; 1. Bol^edrag. 

Meiert (femina), d. 1067» 1072 ; 1. Bo^exgega. 

M«8 (testis), d. 1108; 1. Boki. 

MmIms (iapanus) «md bolMau (testis) , d. 1059, 1006, 1067, boltolass 
(Cornea), d. 1069. 

MIm (teaÜB), d. 1072; 1. BoUca. 

ßoffipa acc. (prioceps), Konst Porph. 949 ; vgl Borna bei Eguhard , arb. 
Borin od. Boren, v 

beieMuir» (iMuma), d. c 1060« hoishare, d. 1066; Tiell. aus Boüdar eaUteUt? 

braaelea (teBtis), d. 1059; 1. Branjko. 

kraalBlr (dox), £p. Joa. Vm. 879, baraiaer, £p. ej. c. 880. 

branlslafas (regia fil.), d. 1074. 

ßffihfOi (princeps), Konst P. 849; 1. Bran. 

krale (taitis), d. 1091; L Brata (Ponenik). 

brlMaa (aerrna), d. c 911; entstellt st. Pribina. 

(magnas), d. 1067, bndic, d. 1066; 1. Budek, Budik. 
(capellanoB), d. 1072; 1. Budüo. 

bidlBlro (inpanns), d. 892. 

MiM (tesäs), d. 1059. 

ßwya (dneisaa), Konst. P. 949; 1. Buga, der Name steht vereinzelt da, und 
mir ist kein anderer von dieser Wurzel bekannt ; ich halte das Wort 
för das Femin. Yon Bog ; die Aussprache des o schwankte Ticll. schon 
damals bei den Belochorwaten, wie jetet bei den Bussinen, Slowaken, 
Ösehen, Polm etc.; doch könnte man auch an das kroat. Puga (iris, 
Regenbogen) denken; Vitezovic laa Vuga =s xjara, aber die Form Yuga 
statt Bjora ist doch offenbar jünger als das Zeitalter Konstantina. 

Miraai (aerrus), d. c. 911; Tom Stamme buta, daher auch Butanjeg ün der 
bisebrift m .2ida. 

buaiehw (vir), d. 1000; vgl Bucko, Busko (srb. Pomen). 

ctreato (serrus), d. 837; derselbe Narao, der sonst als Karat und Ohorut vor- 
kommt, nrspr. xoparB. 

ewieea (testis), d. 1067, 1072; 1. Gm^a, — a6i od. Gmica. 

Mistiio (aervas), d. 637; 1. «Bcma. 

ehateia (abbatissa), d. 1069; lies Katena (Katharina?). 

eUM (vir), d. 1000; ttm^ 

X^mßatog (princepa), Konat Porph. 949. 

ebnchMBa (topanoa), d« 1069. 

Ma, eleca, dga (abbatissa), d. 1066, 1072, 1091 u. a.; buchstäblich tira 
od. ^xxa, was nicht vorkommt ; sollte indess c aus Yerwechalttng statt 
t stehen (wie man nach Mundmir und umgekehrt gothe, subiih var- 
mufehen dftille), so wftre es eher ma od. ttoa, was ein gebrtachlidier 
Name ist 

etaricie (teatia)« «dnieo tahiscavico teste«, d. 1000; lies Ceigko Dabislaviö. 

elvielt« (fif), d. 1000. 

wlaM (vir), d. 1069; lies Kulin. 

eMOeini (iupanus), d. 837. 

10* 



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eraps (testis), d. 1069 ; Tidl. Kraguj, doch v^ auch das slowak. Krags. 

eralnir (procurator), d. 1044. 

erenia (iiupanus), d. 1078. 

cresamisHo (iupanns camerarius), d. 892; 1. Kresaanysl. 

ertalayr (res), d. 1059, ereslnir, 1066, erailanr, d. 1067 et aigfll. 1071, ehra- 

slmlr and ehressimirus 1059, ehreslmcr 1069, eraselnlria, d. 1071. 
croatinus (dynasta), „^go Croatinus et frater mens Lnca Strach", d. 107O. 
evohaeb, „caehacfaomin genua^, d. 1103. 
eoliamir (testis), d. 1071 ; 1. Kulimir. 

dabraaa (prior), d. 1064, (magnas) d. 1072. dabKhia 1069 Tenehrieben. 
dabrius (abbas), d. c. 1076. 
dabro nom. (civia), d. 1018, (episoopas) d. 1066, (tribnnua) d. 1066, (testi«) 

d. 1070. 
dabraeo (vir), d. 1000. 
dabrus (diaconus), d. 1000, (al^bas) d. 1083 ; alle dieae Namen haben jetst 

in der Sfammwurzel o, I>obr n. s. w., ob auch schon am daa J. lOOO 

islj eine andere Frage; denn in d^n Eigennamen erhalten sieh raandim&l 

alte Formen länger unversehrt, z. B. Sinanjeg, Bnta^jeg noch in itr 

Inschrift zu i\H statt Sinoi^>g, Butonjeg etc. 
damaeiai (servus), d. 837 ; 1. Damaöa , j. Poma£a , wenn es mcht ein ent- 
stelltes DomogoJ ist. 
danaf (testis), d. 837; l. Damaj, j. Domaj. 
daslaa (vir), d. 1000; viell. I>je8ina. 
deaa (clericus), d. 1072; 1. Djesa, bei Ginnamus dicB. 
daaaia (testis), Script. 1091, deselil (vir), d. 1072; 1. Djesan od. Djerina. 
deslnlr (vir>, d. 1069« 1069 etc., daaeiiiilnis (iopanos), d. 1078, dosdmlro 

(testis), d. 1072. 
düslM (iapanus testis)^ d. 1052, 1072, daalina (eapellanus testisS d. 1078, 1098. 
dlreislavaa (rex) ,. Script, fand. orig. 994 , dinislavts , d. 1067 , .Msitlavw 

(banns), d. 1066; 1. Driislav. 
dabrisa (abbatissa), d. 1069; I. Dobrica. 
dobrodrtg (testis), 1072. 
debrogost (testis), d. 1071. 
deda (testis), d. 1072 zweimal; 1. Doda, in srb. Pomeniken Äusserst hinig, 

vgl. Karadzic s. h. r. und das folgende, 
dodavid (testis), d. 1066; BKJI& ist von bhtb verschieden; beides kommt ^r • 

vgl. Vidak, Yidoje, Vidin etc., und Yito«, Vitko, Vltomir olo. 
donogoi (dux), c. 878 bei Farlati, denogoy bei Daadulus; 1. DMOMgej. 
dragana, dragaaaa (magnas), d. 106Ü, 1066, 1072; l. Dragaa. 
dragavltos (vir), d. 1069; 1. Dragarit. 
dragazai (rir), d. 892; 1. Dragada. 
drage (prior) , d. 1059, drag« nnd dragis , »ego drago^ und „ego di«gas<< 

(episcopus), d. 1062, 1066; 1. Drag. 
dfag<agaa (magnas), d. 1666; 1. Dragochna, wie Bratochna in der 2iöa- 

inschrift; im Altb5hm. sind die Namen auf -~ ochna sekr gewöhaUi« 
drogoliib (eapellanus), d. 1063 ; 1. Drago^'ub. 
dragoalr (i^upanus), d. 1066, 1069. . ^ . . 



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iv (prior), d» 1069. drtgvslftvus (vir), d. c. 1089. 
dragiis (vir, prior), d. 1069, script. 1091; L Di^g, doch ist aiioli Dragus 

gebrfochlieh. 
4n$9 (vir), d 1069, dnMtii,(äupauiu), eb.; 1. Draia« 
drtgui« (aeuUrias), d. 1072; sekeint eins mit Dragamia zu sein. 
inst (testis), d. 1059; scheint eios mit draae cu sein o. Druia. 
iniiiif (testis), d. 1072. 
e]»ba (matrona), d. 1092; Helena. 

ipaltftd^i^ (princepB), Konst. Porph. 949; lies xBaiMMipfc« höchst merkwür- 
dig wegen ^ statt x, das bei Diodeas u. a. vorkommende Paulimir ist 

ein Unding. 
fMnieliia (presbyter), d. 1073. 
gaoetlU (testis), d. 1067. 
gatta und gattloa (viri), d. 1000; 1. Ga^a und Gaöiua, Huch daa Gompoa. 

Ga£pan kommt in serb. Pomen. vor. 
gauulia (teatia), d. 1091. 
giibaz (vir), d. 1000. 

godemlras (banus), d. 1029, godeoiir, d. 1067. 
roCnnog (princepa), Konat P. 949; 1. Gojnlk, Tgl. Gojko, Ooitko, Gejialav 

IL a. in serb. Pomenikin. 
gosftloier (testis), d. 1071; l.Gostimir. 
goyslavHS (banns)^ d. 1067; I. Gojslav. 
grabagna (decanus), d. 1067; 1. Grabochna. 
graDebl (dynastes), d. c. 1050—1100; vgl. damit „qudam Sclavua aomifte 

grueofcin^ dipl. Ludov. a. 905. 
groBiila (vir), d. 1072; 1. Gromilo. 
graMea (vir), d. 1091. 
gami (vir), d. 1080; wahrsch. fremd., das goth. ^nua, aithchd. koma, tat. 

hono; vg^ komadio, komakilt, kenoatrud mtw. 
gaaizo und goyao (banuaX d. 1059; liea Geyza. 
garbina (testis), d. 1078; l GrUna. 
garra (vir), d. 1102; 1. Gurä. 

gaaicb «gnsichorum genus^, d. 1102, gaaalebiuf:, d. c. fin. XL aec. 
kagrinas (vir), 1102; 1. Ugrin, vgl Ugrin, Ugr^a, Ugra, Ugräa« Ugriqja 

u. a. in den srb. Pomeniken. 
iaaata (vir), d. 1K)3. 
Iiralia nad kralana (iopanua), d. 1069. 

iaseaas (legatus), d. 1069 b. Lucius, ist viell. Visenus zu lesen, vgl. unten. 
iüii9pip9fifog ^»inceps), Konst P. 949; 1. Klonimir. 
«tovMEff (diK), Konat. P. 949; höohat wabrach. kluk, ein bei den Slowaken 

in Z^en und Göm6r vorkommender Name, 
xotfmrt^ (duzS Konst P. 949; l loeuwi» oder lUBlßi^ jenes von Koca, 

wie Koaa, Kosan, Koaama, Koaana, Kosoje, Kosara etc. , dieses von 

KUMB (inaidiae, technae), cf. na&tfiTiog bei denBysaut, u. a« m. 
nptO^ (princepa), Konst P. 949; 1. Kri^ina, vgl Kraija, Krigata, Krajiöa 

u. a. in serb. Pomen. 



150 

xQttorjfiBQfi (princeps), Konst P. 949; 1. Krasimir , wie in d6r lascluift m 
2i^a, verschieden von Krefnmir. 

iadascUvoR (dux), Eginhard, ladaacleis, Theganns; 1. Ladislav von ja^o 
(venus), od. Yladislav; dann h&tten die Ghonraten dan b vor ä im An* 
fange dieses Wortes schon um 881 nicht mehr ausgesprochen? 

lasoleiteriB genus, d. 1102; l. Ylasnidid 

lastarus (vir), d. 1000; lies Vlastar, vgl. Matth&us Ylastares aus Thessalo- 
nichi, der um 1334 florirte. 

Ittovistas (dynasta), d. c. 1040; nach Farlati Ljutovich, viell. eher ATOim^. 

leledrago (topanus), d. 893; wohl Sehreib* oder Lesefehler st celedrago; 
doch kommt lelisvlllo (testis) in e. d. 1174 vor, vgl anch den poln. 
litt Namen Lelewel. 

iepa (regina), d. 1083. 

UMeaao (servus), d. 911. 

Usslial (testis), d. c. fin. XI. sec; 1. Lisica. 

liudenuslas, liidemushslos (princeps 828) Eginhard u« a.; L Ljndimysl. 

Iladevitas, iiadevvitas, üagevltu (dox 818), Eginhard, Theganos; L Ljadivit. 

liattBlro (servus), d. 837; L Ljutanür. 

Xeftlog (dux), Konst. Porph. 949; dunkler Bedentung und Form, vgl. Lo* 
ban, Lobko u. m. a. » in serb. Pomen. Lupnl, insgemein Lnp noch im 
Gebrauche. 

ledovleo (2upauu8), d. 837. 

labiair (comes), d. 1076; ItbiBiro (banus), d. c. fin. XI. see. 

Iitedait (servus), d. S87; d. i. Ljutiea. 

■areala (femina), d. 1069. 

■araogaa (nobilis), d. 1102; 1. Mrnochna. 

■arasso (servus), d. 911. 

■aiule (vir croata), d. 911. 

■eiiehlrM (vir), d. 1091; dnnkel, etwa uMMä ^ uvtM — oder wnav^iM\ 
das böhm. mezi mflsste im Altserb. medju lauten. 

■iehaelo (capellanns), d. 1062; L Michaö, «erb. Pomen. 

■lila servus), d. 911; 1. Mil, acc. Mi^a. 

nilogaij (presbyter), d. 1044; l BlÜogoj. 

■iloteeh (presbyter), d. 1078 ; l. Milofjech. 

niriee (civis), d. 1064; L Mirde. 

nlrogQS (nobilis), d. 1102; viell. Mirko od. Miroje, Mirog ist ungebrftaohlkk. 

fuQOü^lo^o^ und fivQo^laßog (princeps) , Konst. Porph. 949, Mlroslanw 
(judex), d. 1044. 

inislavo (dux), d. 837, aioyselavas hei Dandulus; 1. Mislav, höchst wahrseh« 
zusammengesez. aus Moislav, welches höh zo dem altdeutsehen 
magan, megin, spftter mein in den Eigennamen magangoz, magan- 
16h, maganpem, maganr&t, megindag, meginfrit, meginpald, melnhart 
usw. zu stimmen scheint; eben so wie die zweite Hälfte der mit wua 
und MHpB componirten: Vlkman, Vukoman (I>jeman), Badman ete., Via* 
dimir, Krasimir, Gorimir, Klonimir etc. mit den deutschen Eigennamen 
auf man und m&ri od. m^ris zusammenf&Ut, ob auch der altnord. 



151 

Käme mUnir, geir-mlmir mit dem tl&w. Momofft, srb. ii<Maip& noch \aU 

im Gebrtuclie, susAmtnenh&nge, weiss ich nicht. 
BMriBlr (vir), d. c. fin. XI. sec. 
fiovarlo (dox), Konst P. 949; Tgl. masulo, moslo, and machula slowak. 

Eigenname etc. 
Mueinir und nudnlro (dax), d. 892 orig., neii(«ner«8, £p. Joa. Vm. 874, 

iuvrtiiof^o^ Konst P. 949, nuclalr (rex), d. 1076 (in allen diesen Di- 
plomen ist das c statt t auffallend, ob Lesefehler?); hit. Mutimir, vgl 

Mutibar. 
■trct (femina), d. 994 et 1000. 
Mulo (civis), d. 1018; vgl. mazulo und mnchlo. 
usMxal (servus), d. 837. 

■eduiasl» (serros), d. 837; 1. Nedamysl, sp&ter NedomysL 
Mgisiu (testis), d. 1000; 1. Njeguft. 
Mgitla (camerarias), d. 837. 
■epottoi (testis), d. 1078; 1. Nepotaj, and vgl. Neopros unten, ferner die 

slaw. Namen: Neustap, Netol, Netnl, Netvor, NestraiK etc. 
vinoyyg (princeps), Cedrenos 1057. 
■Mpras (testis), d. 1072; L Neupros. 
■oraU (femina), d. 1000. 
•kidu (nobiMs), d. 1102; L obrad. 
Mriia (Tir), d. 1089; l Ozrina, vgl apuut. ra. et f., gpuKa, spuao in aerb. 

Pomen., ferner spw, spMia und sptn Ortsnamen sowohl einfach als 

zasammengesetat (Ozren in Bosnien, Prizijen in Serb.); die Bedeutung 

der Wunel spui ist nnbekannt 
(teatia), d. 637. 
Ilaeresta (testis), d. 892. 
(vir), d lOOa 
pMlisItifl (Tir), d. 1000. 
Kriag (t«8ti8), d. 1071; 1. Pijelug. 
pksas (dynaata); d. 1000. 
psIidianiM geaus, d. 1102. 
n6QYa (princeps), Konst. P. 949; ganz dunkel. 
uofflpog (princeps), Konst. P. 949; ebenfalls dunkel 
^sil (dynasta), d. c. 1100; vgl. PosUovic, Bischof und Schriftsteller. 
postellio (serrus) , d. 837; 1. Postola (cenchris , nisus) , in serb. Pomen* 

einigemal vorkommend. 
^ecaao (testis), d. 837; wahrsch. Potje&en, vgl, Utjefien in serb. Pomeo. 
^rasea (banus), d. 1066; L Praäto. 

^HUa (2upanus), d. 837; 1. Pijetilo, vgl. Pretic, Nestor ad a. 968. 
ZifißMXaßog (princeps), Konst. Porph. 949; pribislavas (nobilis), d. 1102; l 

Pribisiav. 
^Udrago od. pribldrugo (magnaa), d. 1072; 1. Pribidrag. 
pribiat (banus), d. 1067, pribinaa (iupanus), 1078 u. a.; pribiae (comes), 1076. 

MpifiowUi (banus), Konst. P. 949; in slaw. Quellen fand ich nur die 

Form Pribina. 
prisiiaeo (vir), d. c. 911 a. Luc, prioiaaeo ap. Farlat. 



152 

privtMg» (iapaft<i8)t d^ 10 9; l. Priba^jeg. 

prodano, prodanus (vir, sKupanus), d. 1000, 1052, 1078; L Prodan, in gerb. 
Pomen. äusserst häufig. 

^ffOOTjyofig (princepB), Konst P. 949; 1. Prosigoj. 

pruadra (iupanus), d. 892. 

priliheelio (iupani fiL), d. 892; 1. Piibitjech. 

prusaa (magAas), d. 892, pnioiia (tesÜB), d. 1091, vahrsch. yerBcbriabeit st. 
prusna; L Prusna. 

radoiRfa* (vir), d. 1078. 

radovaa und rodovan (regis fiL), zwei Diplome v. J. 1063. 

rasfnaco (serva), d. c. 911. 

ratinlrus (banus), d. 1044. 

^doat^laßog (princeps), Konit Porpk. 940; radoslavns (rez), d. 1074; rado« 
siav (testis), d. c. f. XI. see.; die serb. Quellen haben nnr Badoalav. 

aaealaristleh — aprizo, d. c. f. XI. sec. 

saivlflaviia (judex Nonensis), d. 1066, 1069; L Slavislav. 

saraeeDus (iupanus), d. 1103; vgl cpanqa in der Insehrifi zu 2iöa. 

sarahfa (2upanus),'d. c. f. XI. sec.; vgl Zamba böhuL und Zagr^ba polik 
'Namen. 

sedeselavus (dux), £p. Joan. YIH. 879, Ann. Dandul. n. a.,* L eftx^ciatt. 

i^S^9 S^n- 8«g« (judex), d. 1072, 11 10; dem Bachataben nach Bega, dook 
ist mir der Naiae nicht vorgekommen, könnte fremd sein. 

•MBlearlnus (vir), d. 892; L Bemikarin. 

MnlvItM (vir), Script c. 1069; 1. Semivit, vgl. poln. Ziemowit 

sanfscina (servus), d. 911 b. Luc, slmlsstaa b. Farlati; in allen diesen und 
ähnlichen Namen wird der erdte Theii der Komposition gewöhnlich far 
zjemlja, böhm. zemS, genommen — so erklärte Dobrowak^ den Nammi 
Semisisn . im Briefe Johannis YIU. vom J. 880 durch ZemiAian -^ ich 
gestehe indess, dass ich dieser Erklärungsart nicht beipiichten kmi^ 
weil die slaw. Quellen und die fortlebenden Namen im Munde dea 
Volkes (Semijan etc.) überall ein reines semi (Semkoviö) haben; ao^ 
widerstrebt das altchorwatische semicarinus schon der Form naek 
einer Komposition mit seirjoa. 

sepalato (civis), d. 1064. 

ciifiMtv (princeps), Gedr. 1067; siehe Zirmns nnten. 

aleiraio (servns)^ d. 911. 

sidlea „homo slavonico nomine Sidica**, d. 1000. 

sirvus (vir), d. 1000; 1. Srt), oder gehört es zu Zirmns unten ? 

slaviz, slavizo und slavix (rex), d. 1072 u. a.; I. Slaviäa. 

Staiigato (civis), d. 1064. 

Stana (monialis), d. 1069; l. Stana. 

staaimir (testis), d. 1071. 

stesegae (2upanus), d. 1078, scheint entstellt au sein. 

«tetifl (testis), d. 1071. 

«trab (vir), d. 1070; l. Strach. 

stralyailr (vir), d. 1044; verschrieben statt Stratimir. 

strebeinüo (servus), d. 837; I. Streaimil, böhm. 8tremil 



153 

siml genit (vir) , d. c f. XI. &.; L Strez , vgL Strez big. Bojar bei Do- 
metijan. 

streiigM (vir), d. 10G9, c. 1089; L Streiiohna. 

strieterio (vir), d. c. 911. 

striou (vir), d. 1000. 

OTffo^HSi^S (princeps), Konst. P. 949; 1. Stroimir. 

suifittoran genus, d. 1102. 

snbdimir (testis), d. 1071; ungewiss ob Subimir od. Sudfauir. 

sibitbornni genus, d. 1102; I. Subic. 

^Rddomir (nobilis), d. 1102; 1. Sudomir. 

fiHJdöi (pineema), d. 1069; 1. Svidod statt ^vJedoS, i statt i. 

SBÜiimir, zuioiniir und ZMniniir frex, banus), d. 1067, 1070, 1073, 1075; 1076, 
1078, 1087; 1. Zvenimb, Zvonimir. 

svet«$lavus (banus), d. 1067; 1. Svetoslav. 

tamislaus (rex), Ep. Joa. X. 920, decr. Conc. 925; L Tomislav. 

techinMa (vir), d. c. 911 ; 1. Tjecbovid od. TjechomiL 

tepa (testis), d. 1066; L Tepa (vagator). 

tcplM (vir), d. 1059; 1. Tepica, od. Tepada Dipl. 1396. 

tesini (servus), d. Ö37; 1. TjeSina. 

teuoM ..(vv), d. 1059. 

tirpimiro und tirplmirus (dvx), d. 837, 892, tirpimir 1076, tc^ski^jk^^j; (prin- 
ceps), Konst. P. 949; 1. Trpimir. 

tolinir (vir), d. HOST; 1. ToUmir. 

toliso (testis), d. 1103; vicll. Toliäa. 

tolnlzo (testis), d. 1103. 

toBidrag-somigrad? — (vir), d. 1072. 

trapleus (vir), d. 1000. 

tribisetvs (vir), d. 1000. 

tridillo (civis), d. 1064. . . 

trinoDius (vir), d. 1000. 

trubasa (servus), d. 637; 1. TrubiSa od. Trubaöa. 

tranzano (vir), d. 1091. 

Twya (ducissa), Konst. P. 949; 1. Tuga (desiderinm, Sehnsucht), Yitesovic 
las Tuja ^ ToyjsjA, die Fremde. 

tigiifta (zupanus), d. 892; l. Tugiiga 

tsgunlr (vir), d. 1102; 1. Tngomir. 

Ttii99XaßoSi rieta^Xtißog (princeps), Konst. P. 949; 1. Öeslav, altslaw. 
nauairb. 

'^S<yvrti]fiiQ7js (priüceps), Konst. P. 949; ungewiss, ob Cuciniir od. Öuöimir, 
denn beide Formen sind regelrecht; zur crsteren stimmt der gangbare 
aerb. Name Cucic , der Ort Cuce in Gmagora etc. , zur .zweiten der 
Name Cuc in der Inschrift zu 2i<3a, und Öudkovio im gemeinen Leben, 
80 wie Öu^uge Dorf etc. , vielL vej'bält. sich hier u zu q wie iu iipBH\ 

Bbomfr (testis), d. 1069, c. f. XI. s.; 1, Ulwmir und vgl. Ubava, Ubavka 
f. in serb, Ponion., Üb 11. in Serb., Ubatac Quelle in der Fruschka; 



154 

big. ubav (bellnB, bonus), vgl. KftradM<^ s. h. v.; vgl auch böbm. Vbieesi, 

Ybizlan, Vbinega. 
ants^avs od. amsdavas (dnx), b. Dandulos, febk {n den einheinkdien 

Qaellen, 1. Un^slav. 
vaeheatr (vir), d. 1072; 1. altslaw. Bsmjfoaph, altserb. Bara^np^, j. m- 

TBenpi. 
valiza und vallzza (prior), d. 1069, lOBO. 
varda (banus). 1067; 1. Varda. 

veka (mulier), d« 1091; zusaimnengezogen aus Vekenega. 
vekenega (matrona c. 1000, item abbatissa mort. Uli), d* 1066, 1073; in- 

Script, sepulchr. a. 1111 „Laude nitens multa jaoet hie Vekenega se- 

pulta'^ etc.; 1. Beneatra, und vgl. oben vacbemir. 
vekeaego (testia), d. 1052; vckledrag« (rir), d. 1190; lies Vecenög, Vecedrag. 
veleano (magnas), d. c. f. XJ, s.; gr. ßolxavos^ lies Vlkan. 
vellaeus (vir), d. 1072; 1. Yeljak od. Veljko. 
Vera (monialis), d. 1069. 

vialalzo und viaehizo (iupanus), d. 1067, 1069; 1. Vl^ca. 
vilcodrug (nauderus), d. 1103; l. Vlkodmg. 
vinota (testis), d. 1066. 
visea (magnas), d. 1083, vissa al. ej. a.; dem Buchstaben nach Vifta, in 

serb. Quellen fand ich indess nnr Vesa und Vefia. 
visenus (testis), d. 1069, c. 1089 (vgl. oben iusenns); 1. Videnf 
vitaiza, vitaza, vltaee (prior, iupanus), d. 1064, 1091,* c. 1100; 1. Vitaöa, 

russ. Y\ü6tL. 
vitus dragus (vir), script c. 1069. 
ßXadlfitjpog (princeps), Cedr. 1057; 1. Vladimir. 
ßlaazrifidQog (princeps), Konst. P. 949; 1. Vlastimir. 
ßoufio^Xaßos (princeps), Konst P. 949; 1. Vyöeslav. 
ßovcBßw&xi,fi (princeps), Konst P. 949; 1. VyäeviC 
voleana (pastor), d. 1029, 1. Vlkan. 
voleinna (vir), d. 1103; l. Vläehna. 

voleta (testis), d. 1066, voiessa verschrieben ebend., 1. Vnleta. 
vradna (vir), d. 1069, c. 1069; 1. Vraden. 
VHcio (Groata), d. 911; 1. Vukelj, au. Vukelja od. Vukalj, au. Vukaija; beide 

Formen kommen in serb. Pomen. häufig vor. 
viiezdlD08 (rebellifi), litt. Grcgorii VIT. 1079,- 1. Vesdin. 
yiena (servus), d. 837. 

zaemllo (servus), d. 911; 1. Zanemil, vgl. poln. Zaniemysl u.a.m. od. Sjemil. 
zanizo (vir), d. 1091. 
zarsata (^npanns), d. 837. 
latfnivstlo (testis), d. 837; 1. caTVMiicjis, j. connracjn, von comn (movere, 

trudere), dasselbe gilt von allen Gorapositis mit sati = in alten Urkun- 
den, als Satirair, Satislav u. a. ; vgl. auch Sot, Botin etc. Drf. in Slawonien, 
zella (testis), d. 1072, 1091; 1. Gjela. 
lellidedo (äupanus), d. 892; 1. Ojelidjed. 
ZDllidrago (ifcupanus), d. 892; 1. Gjelidrag. 
zelilsbo (iupanus), d. 892; entstellt, wahrsch. Gjelislav. 



155 

lenifin» (iopanus), d. 893; nnfewiss, ob Gjelimir, die Endung -- Bep% kenne 

ich nidit 
mld (vir), d. 1000. 

»nl gen. ssend filins", d. 1060; 1. sp&Ha m. et f., hAnfig in aerb. Pomen. 
liram (prior Spalatens.)} d. c. 1076; vgl, ni^fumß n. d. tlov. F. — NMsen 

Sirma. 
litalle O;iraepofl. monast), d. d92. 

MliMire nom. (testig), d. 1073; 1. Snlimir, altböhm. Sulislav. 
MfliM (teaüs), d. 1062, iotIb« d. 1072. 
xrcBÜe (Tir), d. c 911 ; Farl. st Zaemilo. 
labiiriee (w), d. 1000. 
nliens (tostis), d. 1000; L Snlik. 
xioix (magnas), d. 1066; 1. Zvofi, vgl. daa altböhm. Zuob in Dobrowsky's 

Oesch. d. böhm. Lit. 8. 97. 



B> Appellativa. 

1) Aas lateinischen und griechischen Quellen 
bis 1200. 

/^ooMff Konst Forph. de Adm. Imp. c. 90, ßcsävog c, 31, futnawog Cinnam., 
baans d. 1069 u. s. w.; Tom avariBchen Bajan, ߀c'ieep6gj im Persischen 
ebenfalls bajan Herzog, slawisirt baan, b&n; noch 2u Konstantins 
Zeit, um 040, wohnten Ueberreste der Avaren in Dalmatien („suntque 
etiamnnm in Chrobatis Abarum reliquiae et Abares esse cognoscuntor,*^ 
A. J. e. 30), und viele Forscher haben in der Physiognomie, Tracht und 
Branchen der Moriaicen mit Befremden etwas Slcythisehes, d. i. Kalmu- 
kisches und Tatarisches, entdeckt: der slaw. Name Bojan ist von 
dem Worte bau durchaus verschieden. 

poiliidsg, ßoluiStg Theophan., bohlladss Anastas., ßoUddai Konst P. u. a., 
(toJiape MS. serb. , 6ojilpH Jo. Ex. Het. 1268; ebenfalls ein fremdes 
Wort, nicht von bolje, melius; vgl. Bnlias Tarkanos, Boilas Tzigaten 
unter den Bulgaren u. s. w. 

kns i. e. petra, d. 1146. 

eololek L e. via carri, d. 1194; lies kolnik. 

4id (Senator) d. 892, 1066, 1072; ded, d. 1072. 

iionleh «(curialis), dipl. b. Luc; I. dvomik. 

iedro „in velis modum*", d. 1146; 1. jedro (Segel). 

Mectehtriis und maveeharlus tdignitas), d. 892. 

pedofhia (tributum), Stat. Ragus.; 1. poda^a, kroat. daca. 

f94npkä scheint ein appelativum an sein in „Joanne podcupica teste'', 
„NegnsioB podcupica'', d. 1000. 

p«steliie (camerarius, cubüis praefectus), d. 1066, 1072, 1083. 

srhytoiossa („scutobajulus'', d. 1066), d. 1069, seltoBossa d. 1072, seltaaassa 
d. 1066 u. a. m.; 1. SätonoSa. 



156 

Betnieo, in „Zovina BoUrico**, d; 1062, c. f. XL s. , u. a.. Tgl. Luc. L. VI. 

c. 1.; vgl. auch Dometijan: „BBce BJiacTH ...AeceTBHHKU h neTiX^ommncH 
R c&T&HHKU H THCOju^i.raueH*' d. d. die St&nde und Machthabor, die Ne- 
maiija versainnielte. 

storBiilD« bribIratM im D. 1078 ist wohl starjeftina. 

tarsteDirh calametiiin, d. 1145; d. i. trstenik. 

T^f^ßovla, ttBQßovXictvoi (in den Ausg^. steht irrig 0ipßovla) „vulgo ser« 

vorum calceamenta appellantur et Tzorvulianos illos vocamiui, qui IIa 

viliter ac pauporum in modum sunt calceati^, Konst,?.*, lies ^peBJaa, 

pl. ^pcBJiie (ocreae), slow. Örj«ve n. s. w. 
titTtxQioi (praedonos) Joannes Atiagnosta 959; von feta (tunna); 1. ^etar. 
nbrosar, iihrassariis (mcnsae pracfcctus), zwei Dipl. 3083; 1. ubnisar. 
valiKtelln. „ego duinus valastelin dono et volo'', d. 1071; vgl. wegen der 

Analogie valadizlans in den Annal. höh. s. XII.^XIII.; 1. vlastelin. 
ßoißoöog und ßotßoöay Konst. P. 949, eigontlich in Bezug auf die Türken, 

d. i. Magyaren; BOieBOfta P'cldherr Leg. ms. 1390. 
volar (boum praefectus), d. 1066. 

vrasda (Blutgeld), Stat. Ragus., Lucius aus alt<?n Diplm.; j. globa, altruss. vira; 

1. vraJda. 
vrattar, vrattaro (janitor), d. 1059 etc.; 1. vratar. 
vreteno („modus agri certa mensnra deflniti**), d. 1000; 1. vrjeteno. 
idnavov, Ttt idxava pL, Konst. P. eigentlich in Bezug auf die PeCenegen 

und Magyaren; 1. zakon. 
sanod i. e. circuitns, d.. 1194; 1. zavod. 
airun, d. 1069; serb< x>p%. 
ißvnttvog Konst. P., zoppana, d. 837, Jiipaao. d. 892, Japanus, d. 1059, 

1072 etc., iovnavia, Konst P., Jopa d. 1071; vgl. iioticnaif lascbrift auf 

alten Oef&ssen in Wien, sopan diploma Thasailonis 777 n. m. a. (goth. 

sipöncis discipulus, Grirom's Yorr. z. serb. Gramm.); l. itopan. 

2) Aus späteren cyrillischen und griechischen 
Quellen, XIL— XV. Jahrh. 

apiikiHaciiiEb (Albanus), Leg. ms. 1390. 

ßdßcc (avia), Hieron. Germ. 

ßttvta (terminus), Man. Malaxus; srb. anra, vgl. Karadi^ic ^ h. v. 

ßitQHov, ßdqiov (aries), Hosych.; rss. und slowak. baran, boh. heran. 

((a^Bii (dolium), EB. Daniel nach der Abschrift 1763; der Abschreiber 1780 

interpolirte es durch ^ciBa. 
5aii^HHa (fundiis hcreditarios), Leg. ms. 1890; vgl. Stulli u. Karadzic s-h. v.; 

croat. bacina, btg. ßamia (paU^r), aithöhm. batja, slow. b4ta (patrnus), 

rss. ÖaTfl, 6aTKa, 5aTiDmKa. 
ÖHTja (compositum?) d. 1U47: ^sa B&iHKoy 6Hr.ioy... u ott.u k 6]Q*.io]a... 

^HiMOHB Ha copKHHapiH)" , Vgl. ßiyla (crux, ensis) b. Dnfreane. 
ÖMpB (tributum), Äifiaer lusdirift, d. 1331, Leg. ms. 1390. 
(^jnumeKB ro., — xa f . (cognatueX Syutagma Ylastaria 1390. 
tfo^HTK ee (obniti), EB. Sava^s Tyi^ikon. 



15T 

(kyiUBia mi (forttax caleaha)^ d. 1381; von 6frjn% (<^a1iE), vgl. saplnqa. 

tte» (deMler); Domelijaii. 

Bapiima (fornaz calcaria) d. 1347* 

BejoioysB, pi. BejEHoyzHie (magnas), Geo. HamartoU Ohron. 1889^ richtiger 

Banfom bei Ddmetijan. 

k'<matroiia>. Leg. ms. 1390; vgl. luiaAKuiVi und StulU 8. h. t. 
M$e. Bxaie (paatores), BB. Hava's Typikon , d. 1848, Leg. ms. 1390 

B. a.; Tgl. das alovak. valach opilio, forner die Stelle bei Anna Com- 

nena zQm J. lOBI: ,^Igari et pastoritiae durati vitae laboribns agre- 

stes juvenes in certis sedibus vagi, quos communis dialectus Vlachos 

▼ocare consuovit^, im Gricch. sind durch das bnoaoi,., und wxi oxpaoi 

die Vlachen von den Bulgaren besser untersrhieden. 
ßXu9tttQiap (pampinus), Arctor Etymol., serb. jiacTupB. 
iiBcrejunK pl. uacTOue, dimin. njiacTä^uqHKB st. BJiacTejEinuui^ (dynasta, 

nobilis), Domedjan, Leg. ras. 1300 n. a.; v(?l. valastelin oben. 
BiricB (inzwischen), Doroet\jan; krain. umjos. 
ßotwovxoi (rustici in Bosna) , Leund. Ononiast.; BoHHoyxE, j. serb. BoftHO 

(\ir), vgl. StuUi und Karadzic s. h. v. 
Bojia — Bojua (sivo — sive), KB. öava's Typikon, Bojua n«pn<!p]» fijuukpia 

Leg. ms. 1700; vgl. slovak. voljagdo od. — chto. volja-gde, volja-öo, 

volja-ki'dy, niapry. valaki, valanii, valahol, valainint u. s. w. 
Bpoy.ia (Föns), d. 1347. 
BpiKb adj, (?). KonH BpfcKOMi. r.TacoMB pr.jKoyin« EH. Daniel; der Tnterpo- 

lator 1780 sotztc dafür bcjimkumj». (Ist r.im'OHb nicht Einschiebsel neben 

BpBKB, UTO- PS ZU erklären ?). 
BpBCTa (aetas, inaturitab) , „au;€ (>oy;i(;Ti> 7.iob1kb BpbCTOXb k6 jATh" Leg. 

ms. 1390; vgl. croat. vcrszt<!U (adultus). 
ßovlxoXcnia (spectruiu), gricch. Nomoc; serb. ByKOMÄK'B. 
ranu^a (avis spccics) Nomoc. in Enchologio 1531 , „Bpanoy h rann^oy, 

KoyKaBHi^oy, Kparoyia.** (Dohle) 
roj^KHa (hora), EB. Sava*» Typikon. 
yoQowTivüy yoQutiiva (corviis), altsrb. i^ja^B. 
yovvff, yoi;vVof (vestis pellicca), Lex ms., Eudem., Barth. Edcss. ; royma 

d. 1348. 
roypcapB und roycapB (pirata, praedo) Domotijan, xoycapB d. 1302, xoyp- 

capB EB. Daniel, xoycapB Leg. ms. 1390, xoycB (praeda), xoycHTH(prae- 

dari), eb., vom latein. Cursor, altital. cursaro, j. corsaro, daher magyar. 

husz&r (railes), nicht von hüsz&r (viginti-prctium). 
yovffrf^crfa. ßocTigirici (lacerta) , von Dufresne irrig durch talpa erklärt, 
* sfb. rynrrepi. 
royiH (podagra) Ms. 1390, vgl. Stulli s. h. v., im Slowak. und Kroat. ist 

guta der Schlagfluss (apoplexia). 
jQDttpe (donarius, pcc^mia)) Leg. ms. 1390, „a XMEape Moy chjeohb HaBpBKi, 

d. i. Geld; das Wort uosai^, von numus vofiiiffitt, las ich in ftltern 

Schriften nicht. 



168 

ViiTh (rea, nefottum) Leg. ms. 1390, «xoyxoBiiOKoj Anroj Bocxm ßß h6- 

eoyxeTB* und so in a. Stellen; vgl croat. dugovanje (res), magy. dolog 

(res), hingegen gothisch dnlg (debitnm). 
Xm (Podagra), MS. 1390. 
jtfljJBaaauä (jodices) Leg. ms. 1390, Die Abschrift 1700 hat xojmnqi and 

Ao ymeBimai , letzteres wohl unrichtig, ich weiss nicht, ob a oymium» 

und nopozm dasselbe ist, vgl, altböhm. dussnie d. 1067 (animator, 

Seolknecht), welches Wort auch in Dipl ung. Etoige Torkommt (vgl. 

Fej^'s Diplom.), so dnshenid in Dipl. des Kgs. Andreas vom J. 1884. 
tetiMut (bufo) gr. ap. Dufresne; srb. sa6a. 
ztMsh (Silva septa) d. 1348, satfla saxoHHTB Leg. ms. 1890; böhm. und 

slow, h&j, Gehäge. 
sanaiumoiiB (gratis) Leg. ms. 1390; vgl. Stnlli s. v. man, zaman und sidiman, 

croat. hman, demnach hätte sich das x schon vor 1390 aus dem Worte 

verflüchtigt. 
sacejiBKB, aacejDue, pl. sacejq^ (viUft)) 2iöaer Inschrift, d. 1848 u. a. 
d^nXB (omnino) Dometijan; vgl. Stulli s. v. bah und ubah und KaradÜc 

s. v. y6ai der Interpolator des Dometgan setzte statt dessen überall 

AOKeHi^a; ob das serb. 6vBXh (sane, recte) nicht damit zusammenhängt? 
8H und K, zwei Lieblingsendungen alter serbischer Wörter: CHiasK cejia, 

TasH, oHoiroyM, «irtH etc., viell. gehört auch oHcia, OHcma hieher? 
Hra (quum) EB. Sava^s Typikon; eb. c&ra statt cuh, nach bulg. Weise 

ohne A- 
leAHHOKB (monachus), EB. Sava's Typikon, gen. pl. leAmoniZL. 
%ä(f€ißog (navicula), Method. Patr., Etymol. u. a.; slaw. sopa(Sja. 
Kaptfa (jurgium?), EB. Savas Typikon. 
saTp^ra (navis), Dometijan; katarka (malus) bei Stulli ist wohl dasselbe 

Wort, wiewohl es bei Karadidc als türkisch bezeichnet ist. 

nccttaQos (crispus) und iuxr{:apo (caesaries) bei Dufresne, slaw. Koyi^epa, 
Koyi^epäBi; die Wurzel kbkb (coma) vgl. mit cacumen, Cauc-asus, Koy^aft 
Gebirg, slow, et croat. ke^ka (coma), mxa (capilli) etc. 

xaToyu (Sennhütte, Schäferei, oviaria) , Leg. ms. 1390 f. 88 v., 93, 97; 
nach Milutinovic in der Grnagora hzt. Schäferhürde , daher Eaiunska 
nahija; nach Gagic in Ragusa Katun und Kantun = kut, ugol, kraj, 
von Ganton, daher Krajnja nahija; nach Vuk heissen um Jagodina die 
Gigani gurbeti = Katunari, „katun dakle**, sagt er, „gde Ijudi sede za 
vreme, kao n. pr. na stauu, na trlu, na salaäu itd.!' ; vgl. chata poln., 
kat turc, katrö, chatmy, äätor etc. cot, cottage engl. 

Kjjtanaue (panni genus , caligae) , d. 1348, s. Stulli und Karadzic s. h. v., 
vgl slowak. choloiige (caligae rusticae). 

KEesB , in der 2i£aer Inschrift UHesB. 

SEira (epistola) «c& KExroicb coyxiiHOia Aa nowia»T' oe^ Leg. ms. 1380; 
vgl serb. Volkslieder etc. 

Kolvßovy Ttolvßa (triticum coctum), in Gloss. und bei Suidas; srb. jsßxaao. 



159 

soHB adY. (jazta> kohi noyra d. 1347; Tgl. Stnlli ad ▼. kon et nakon; da- 
her sraDbOB (fiBis) — vaa Maiora np&eva M8. 1890, kohl e«ro Psaker 
1495 KA 5 V. 

ipaHü^e, xpanDqHiKB (confinium, confinii praefectus) Log. ms. 1390, sonst 
in den Dialekten xpania (Mark). 

«pcUjjg, x^aZtttya, x^aA/r^a serb. Könige bei den Byzantinern, von KpaJU, 
d. L Karl, wie ban von Bajan, i^api, i^capB von caesar, u. a., der Name 
des Königs Karl wird in einer alten Legende EpajiB geschrieben. 

ipoy^anaKB — imb 6pva:sL u Kpoy^XHHa EB. Daniel; vgl. Lex niss. 

nyxa (tnrris), „VMfi ee rpa^B co6opKirB ejoc soyjra** Leg. ms. 1890; das 
einzige Wort in diesem Ms. , welches tflrkisch zu sein scheint. Allein 
1) in der altslaw. Kirehensprache kommt schon Koyja m. fOr turris 
vor. 2) Die Manns- und Ortsnamen Kuhn, Kuliamir, Kulica, Kniina, 
Knlic, Kulidevo n. a. m., die schon im XI— XU. Jahrh. in Serbien vor- 
kommen, sprechen ebenfalls für ein höheres Alter des Wortes Koyja, 
welches im Grunde mit dem altböhm. kula, slowak. gula, dcnt. Kugel, 
Kegel , lat. colus usw. eins zu sein scheint. 3) Die Slawen scheinen, 
da Bisa zweideutig ist, kein allgemeines Wort für Tburm gehabt und 
deshalb um so leichter fremde Wörter wie turen im Slowak. und Kroat, 
nsprB {ievpYos)i 6s,mmA od. Bamra usw. aufgenommen zu haben. 4) Es 
ist demnach möglich, dass schon zur Zeit der Abfassung des serbischen 
Gesetzbuches oder im J. 1349 , also vor der festen Ansiedlung der 
Tfirken in Europa, durch Mittelglieder das türkische Wort Koyjui zu 
den Serben gelangte und als eigentlicher Name cylindrisch- konischer 
ThOrme, wie die türkischen sind, in Gebrauch kam. Dass dieses Wort 
der Abschreiber 1390 ins Gesetzbuch Oingeschoben habe (statt BHprB, 
welches aber in der serbischen Volkssprache , in welcher diese Gesetze 
verfasst sind , nicht nachgewiesen werden kann) , ist mir nicht wahr- 
scheinlich; indem sonst die ganze Hs. bei den heterogensten Materien 
(besonders im Arzneibuche) von Turcismen ganz frei ist. Der Abschrei- 
ber vom J. 1700 , ein unwissender Mönch , ging freilich weiter und 
setzte sogar für zoyna das türkische BJMaienf 

njneSMBß (rubetum), d. 1848. 

laexp&xcTBO (mollities, libidinatio), Geo. Hamart. Ghron. 1389, ob nicht 
entsteUt aus jiacKOCf BxevBo ? 

(pratum, septum), u. 1347, Leg. ms. 1390; gr. Itßddtov, Xißiidi. 
(avis magica, falco laniarius?), ms. 1390. 

UB^ (res ablata, inprimis equi) an^e kto noasaisTB MMslk boxb qjioBiiEOia 
Leg. ms. 1390; vgl jome in der Pravda ruska und Rakowiecki's Anmerk. 
Bd. n. S. 136, Ewers übersetzte es durch Wesenheit. 2) joai^e-iiHBoy 
HsnoHopxTB, HB nocftieTB Ha joasfi eb. 

MifßBA (solnra incultum). Ms. 1390; s. StoUi und Karadüc s. h. v. 

liia (matertera), cecrpa Manepa Moieee iecx& n bqjuobi jrLiia*a öpaToyvetAa 
wiTfip« Moieie HJU oma Moiero leen» um xajn jcLia Nomoc. in Euchol. 
1&31; vgl StuUi a. ▼. IJeljka. 

MasHOie HTo (mole« lene), EB. Daniels Qironik 1768, juncoie Abschrift 1780. 

wuaA (lente), EB. Sava« Typikon. 



160 

neeiniBiifc (postremogenittiB) MS. 1390. 

■«pmiB (portio), Dometijan; ans dem Griech. fafftinov (statt (ii(f9f) pars. 
MSTOXHia (praedium monasticuni), Dornet., d. 1348 etc., Leg. ms. 1390; von 
(uxoxuiVy vpjl. Dufrcsne a. h. ▼. 

MexocsoyÖHHa, das den RichtcTo zufallende Strafgeld für Bartausraufen 
(zwischen Bauern), Ij<'g. ras. 1390; vgl. Mtx( in der Pravda niska und 
Rakowiecld I. 221. 

fiodoßiva (mulsunk), Roman. Nice^h.; vgl jig^^ und medovina in allen slaw* 
Dialekten und Priscus de Legat, ad Attilam a. 448: ,,congerebantiu' ex 
vicis commeatus pro frunuiuto milium, pro vino medus, aic enim loco- 
rum incolae vocant (6 fiidog int%mqi(oq %aXf)vu.tPoq)\ aervi quoqae, qoi 
U06 comitabantur, miliuni secum portabant, portionem ex hordeo prae- 
bentes, quam c am uro barbari appellant (iM^iov ol ßä^߀ic^9i xaXovoiv 
avro)". Ed. Niebuhr. Bonnae 1829. 8*\ p. 183. Also damals, als Priacas 
die Heise zu Attila machte , nannte das Landvolk an der Theiss das 
bei ihnen übliche (tetränke UGjCh, die hunnischen Begleiter hingegen 
das ihrige Kaiuns. Ersteres Wort ist slawisch, letzteres hunnisch, eins 
mit dem kalmukischen Kuraiss, und ein neuer Beweis (ür die Verwandt- 
schaft der Hunnen und Kalmuken. Das Wort med, bei allen slawischen 
Stämmen in der Bedeutung von Ilonig und Meth einheimisch (auch die 
Serbon kannten es, „vino, medone et animalibus" beschenkte Memanja 
den Ks. Friedrich 1. auf der Kreuzfahrt 1189) ist durch zahlreiche Ab- 
leger und^ Composita durch die ganze Sprache verzweigt; das deutsche 
Meth, ags. medo, ahd. metu, .steht ganz isolirt da und verräth schon 
dadurcb, eben so wie das griech. fit^Vy seineu . fremden Ursprung. Also 
Hunnen und Slawen 448 beisammen an der Theiss, das Landvolk trinkt 
Metli nacli Priscus, das Leichenmal zu Ehren Attila's heisst strava 
nach Joruandes; „Slavi mores Uuuuicos servant*^, sagt Prokop , die 
Slawen 692 singen avarisclu^ Lieder nach Theophylakt u. a., und doch 
will die Sk(*p8is die Existenz um 400 an der Theiss und pannonischer 
Donau nicht zulassen. 

MOHHCTO (monil(^), Tropar. s. Cyrilli ed. 1495; vgl. M&hne (so wie rpiia 
ganz skandinavisch ist). 

MUTO m. (p(*cunias uo MUToy ums Geld, Leg. ms. 1390. 

Hepo^cTBO (incuria), poAKTH (curare), udpoAKTH £B. Sava's Typikon, BepaX- 
CTBO EB. Daniels Chronik; altböhm. neroditi (nolle, non curare) etc. 

K€po]ix& (rusticus, subditus), iu Stephan Duöan's Gesetzen nach der Hb. 
1390, uflponHiHua (ager rusticus) eh.; naoh der Us. 1700 hingegen m6- 
poiiXL, M6poniUHHa; Zusammengesetzt aus dem altslaw. Hoyp& (terra, vgl. 
WB. der russ. Akad.) , altnord. nidrunn , und naxaTH (arare), also ur- 
sprünglich etwa floyponaxi» (agricola), verkürzt ssponxi; sollte die Form 
Meponu älter sein, so könnte man es für ein fremdes, mittelst des t& 
nach der Analogie von oTQtaxB, Konom, bohjddxb, sshiiu; 6ech*, Lech, 
Piech, Rech etc. slawisirtes Wort halten und etwa aus dem celtischen 
und altdeutsch, maerhop, meierhof ableiten; doch ziehe ich die erste 
Erkläruugsart vor, indem die Analogie für die Verwandlung des H u X 



161 

spiidit, on aofeJiecM n«cKJiaTi n joneicno, penite m Mepimmray 
Ylast OpoT. a. 1496; vgl. imoas (tnber) ms. 1390, bxt. louauia, gewiss 
Tou Bkati (progemino) , H<3aHBiu ^^ HesnaQB , Hecnui hzt HecTBa, 
no^isaTH, HavDU n. m. a.; ob der Grftnzdistrikt fugönTj zw. Maced. 
und Thraden bei Cantaciuen aum J. 1344 hieher gehöre und Bonem- 
land bedeute, will ich nicht entscheiden.: hit. ist das Wort meropch in 
Serb., Boan. und Montenegro unbekannt (Vgl. jedoch auch das albanes. 
neri vir), 

HoypKia, Hojpia (parochia), Leg. ms. 1390* enopiia Dornet., gr. ivoQia (dioe- 
cesis)} es ist die Frage, ob nicht beide Wörter aus Hoypi» (terra) ent- 
standen sind ? 

xaßiriiov (scutum), Jo. Gananus, lat. gloss. pavissaril, franz. pavois, bOhni. 
paveza; ob wohl slav. Ursprungs? 

nofftta (appendix domus), Assissae zns. R. Hierosol. ; sl. npBTB (in nanpBTi 
posticum). 

aaniesorB (priviguns), ms. 1390; ra. nacimoci. 

n^encam (castigare), Leg. ms. 1390; vgl. Stulli s. h. v., vom griech, nalda- 
tpts (punitio). 

no8&ua (chrysobulla; germ. Befehl), EB. Sava^s Typikon; bei den Bagusan. 
noch im Gebrauch. 

noxuiira statt nojMTenma Matth. 5, 32, Hse an^e no^Bniroy noHxeTB 
Cod. Evang. »^iäatovacenbis; vgl. pjega dalm. (macula), p^hy slowak. 
(yitiligo) , piguöav kroat. (maculosus), ntruA russ. (scheckig) etc.; also 
maculata = vitiata ? 

no.ioystpBUB (haereticus), Leg. ms. (1390?), nicht Hebraeus, wie bei Engel; 
vgl Matijeviö Ispovedaonik Romae 1630. 

nopora (judicii genus), Leg. ms. 1390. 

BOTsa (venatio vetita?). Leg. ms. 1390; jetzt noTBopa, xatEa. 

npuaieTB. Psalm. 39, 18 in ed. serb. 1495, 1519 etc.: rocno;]^^ 'npiiaei* mh 
dominus sollicitus est mei, nach Dobr. zusammengesetzt aus ups uad 
xaiaTB (eben so ist HexaTi in den Dialekten aus HCxaiaTH zusammen- 
gezogen) und im Psalter 1495 wegen der Verwandlung dos x in i 
merkwürdig; serb. jetzt hajati (curare). (Vgl. auch. upHiaw faveo?) 

nQixa (cura, dolor), Hist. Apoll. Tyr. öpHra. 

npimua, npaKHia (dos), Nomokanon ms.. Leg. ms. 1390; von nglme, nffoXna 
statt %Qoti, 

npHcejjima (hospittum gratnitum), d« 1348, Leg. ms. 1390; die serbiseheu 
Könige und Bojaren wurden auf ihren Reisen im Lande überall ko- 
stenfrei bewirthet; dieselbe Sitte war schon im höchsten Alterthum 
bei den Persem, im Mittelalter in Deutschland, England, Skandinavien 
und auch anderswo, so lange die P'iirsten und Bojaren in Landesange- 
legenhciten umherzogen. Der König und die Bojaren wurden deshalb 
in den Gegenden , wohin sie kamen , als eine wahre Landplage be- 
trachtet. Duäan befreite 1349 die Städte von der Priselica; die Klöster 
waren l&ngst frei davon. Später wurde jede Art Priselica aufgehoben. 
Jetzt ist das Wort unbekannt. 

Sftfaffk. Lit6r»tnrge«chiohte. ni. Band. 1 1 



162 

iipKCT«iB (adTocatas), Leg. ms. 1390, d; 1395; es gab mehrere Klasgen tph 
Sachwaltern, die Pristav hiessen, als Pristav dvor^j, sadUnyj u. s. w.; 
in ungarischen Gesetzen pristaldus und praestaldus (S. Lädislai, Golo- 
manni et Andreae II. decreta); ^arbitnini fuisse**, sagt Bel^ „inter liti- 
gantes, et quum regis tnm jddicum dynastarumque ministmin e legibus 
patet". Appar. ad hist. Hung. Poson. 1735. Fol. 191. 

npnpaHHs, EB. Daniels Chronik 1763, woför der Abschreiber 1780 überall 
TpeneniiiH und rposHUH setzt; srb. j. npieTpaffK, niss. npiropHsiA. 

npoHia, npoHiapcKa acKjria (praedium servurn), npoHiapi (dominus fundf). 
Leg. ms. 1390; npoHiapOBm Leg. srb. nach der Abschrift 1700; wohl 
in der Wurzel eins mit dem ahd. frö (dominus) , altnord. freyr, goth. 
frao und franjana» denn dem ahdeut. f entspricht im Slav. in der Regel 
n: Freya (dea) , npHia bei Wacerad, hoflTen oyn'LBaTH , Fasten nocTB, 
Filz njicTi, Faust ujictb etc. ; das hzt. noch gangbare npBHiaBop (pagus 
monasterii), nämlich das Dorf auf dem klösterlichen AUodialgrund, ist 
gewiss kein anderes als irpoHiaBapK, Grundherrn, Grundwohner (vari alt- 
hochd. in Bajuvari, Angrivari, bnrcvari etc., im Slaw. Gostivar, Vlkovar, 
Atttivar, Tomisvar in Bulg. etc.). np^Bops KiHexiD ABopoj Het. 1263 
p. 68. npBHna d. St. Ar. 1458, eben so npBKHia, Tpsnesa, cf. et nanpSTB 
cum npnpaTa f. 52. 

npiieM Nomokan. ms. 1390, Leg. ms. 1890, iiptoyamrE eh. in der Ab- 
sdirift ITOO; in dem alten Gesetzbuche in der Reihe der grössten Ver- 
brechen, neben pas^oft, Todtschlag, Bpai^^a, Blutschlag, TarOa, Dieti- 
stahl und xoyea Raub; bedeutet jetzt in Montenegro: iijneH\ koh ce 
ysMe, onie sjik yipa^e 3a njrieH'B, koh m e jcpyrH tko y^HHvo (Miluti- 
noric), also Raub um Raub, Yergeltungsraub; in dem Nomok. scheint 
es «eigenmächtige Wegnahme des (Gestohlenen oder Geraubten* zu sein. 

ncocTB, oncoBaTH „Leg. ms. 1390; jetzt ncoBsa (comicium), aber kroat. noch 
psost. 

^dt/dioMf, Scholiast. Eurip. ap. Dufrosnc; srb. poroBi (typha latifolia) und 
poro3HHa (teges). 

pasÖajniTH hjih pasTOsapHTK, Leg. ms. 1390; ersteres von 6tasLy kroat. bala, 
das deutsche Ballen (fascis, sarcina), letzteres scheint mir nicht deut- 
schen (die Waare), sondern vielmehr scythischen Ursprungs zu sein, 
vgl. das raagy. tär (thesaurus) , türs (= tovaryS , socius) , Tuven-tar, 
Alogobo-tar, Tar-kan , bulg. Bojaren , tavemicus im nngar. Curialstyl, 
SchatzhQter etc., so dasstovar das craplasmirte tir sein könnte. 

pa3Bt in den DuSanlschen Gesetzen und andern Sprachdenkmälern dessel- 
ben Zeitalters bedeutet, „sondern, sed". 

pasüHO und pacne in den DuSanischcn Gesetzen als Strafe für Dörfer: 
„C6JI0 AÄ ce pasnEC*^, was Engel einigemal irrig durch „aufhängen** 
übersetzt, wird im Komokanon 1390 also erklärt: no^Teju oy^KBHH 
pacKnoyieTB ce, cHpi^L CBBpinieHuo nojaeicjiieT]» paarpa^juesle mitiiiia;. 
es ist demnach die Strafe der Konfiskation. 

piTB, i^epofiU pBTB, d. 1381; pBTaHB heisst ein grosser kesselförmigor Berg 
in der Crnarjeka in Serbien; vgl. pBTeiiHi^a (spina dorsi, Rückgrat) bei 



168 

Karadiic; der atamm xpMPB könnte also mit grat, gräte identisch sein 
und xp&n (vertagus) daTon den Kamen haben. 

pkHOTa» vb picHeroj adv. jstatt noHcmii (certe, merito), Georg?. Hamart. 
Chron. 1889; TgL krain. res (verus), lat. res (von ^im reor, wie das 
poln. necz von pt», pin loqnor etc.) n. s. w., das dahnat. resiti 
(ornare) ist vom Stamme paca, serb. peca (iulus, fimbria). 

caman (aa^cnla). Dnfon schenkte 1348 dem Hospital zu Chifamdar „caH- 
Aajo, lomoce pa50TacK h joutk^; gr. cMfaloq und gäwSalt^ (scapha 
majori navigio adjnncta), vgl. Dnfresne s. h. ▼. 

eura (Testis), Leg. ms. 1390. 

esoxB Leg. ms. 1390, die Umfrage, konmit anch in der Pravda mska vor, 
Vgl Bakowiecki Anm. Bd. E. 

doira (cognaüo), d. 1395; TgL Stnlli a. h. ▼• 

cetfpi (msticus, subditns), Syntagma Matth. Vlastaris Cod. XIV. sec, Epi- 
tome Hatih. Ylaataris a. 1390, Leg« ms. serb., h2t. ce(Hiprfc, i^efiapi und 
vjOffp% Tgl. Dellabella, Stnlli und KaradÜe a. fa. t., kroat seber, ein 
altes Wort, dunkeln Ursprungs; — ich halte es ÜHr das, nach der Un- 
terjochung der Sahiren durch die Awaren und Bulgaren too diesan an 
den Slawen übergangene Wort Sahir, Sabire. *) Appellativa werden, wie 
bekannt, zu Eigennamen; aber auch umgekehrt Eigennamen zu Apella- 
tiven. Von letzterem FaHe hier nur einige Beispiele. Der Name der 
Deutschen (tou tuitha gens, goth. thiuda, ahd. diot, lett. tauta) febt im 
Slav. als Toyjsft bei den Serben , Hojvjb bei den Altbulgaren , Unssen 
etc., cjnzi bei den Böhmen, und bedeutet bald den Fremden, bald den 
Riesen. Der Käme der Slawen wurde durch Halbeturopa als SfclaT 
(raanmpium) Terunstaltet. Die soheus^ichen UQd grausamen Awaren 
gaben den Gothen ihr ftbra (gigas,- Talidus), den Slawen ihr obr, obrin, 
olhrz^nn (gigas). Der sieghafte Stamm der nordischen Withinge lebt 
noch im slaw. BHTasB fort (der gothischen Endung — * iggs, ahd. — ine 
entspricht im Slawischen ttberall ~ aai, poln. i^z, z. B. ausahriggs» 
oyeepasi, kuniggs ^ saasi, pfenninc = neHisi, messinc ^ alowak. mos&z 
n. 8. w.). Die W&lschen, Wlachen sind den Slawen zu nsaci, laiaci 
(pastores) geworden. Aus Spalei ist enojiau (so die Ältesten Hss.) und 
HCHCTHin (gigas) , aus Scamares CKOMpaxB (mono) u. s. w. entstanden. 
Ein grosser Theil der Slowaken und Kroaten kennt das Wort lb4tt 
(mentiri) und Ihär (mendax) nicht mehr, sondern sagt dafür ciganiti 
und cigan. Gereg heisst bei . den Slowaken der Kaufmann aus Süd* 
Ungarn, "er mag nun Grieche od. Serbe od. was immer sein; und den 
Serben ist die Phrase: soffi naci ^■•yTH&i rpKE (bei uns ist der Orta- 
kaufmann ein Jude) zum Sprichwort geworden. Ob und wie der Name 
der ägyptischen Sembriten bei Strabo und Plinius mit dem der Sabrien 
und Sebren zusammenhängt, weiss ich nicht; wohl aber halte ich dafür. 



*) 8»bM nmth EiuUtiiiiu »ooh in Tlurakien (sonst- in Babien). S«b»o«s aftoh P«rlplM 
nördlich Tora Schwarzen Meere. Sabracae Volk in Indien. Sabarae Volk in Indien. 
Sabants Kebenflnss des Ganges. Sahara Stadt am Sinns Sabariens. AUo drei sonst 
Sarabae? Sabirl ein Volk in Sarmatia asiatica, in der Kfthe der Htinnen. Sabaria 
in Ungarn. 

ir 



164 

dM8 der Landstrich Sember^a in Boanien von den äeb«rn den Namen 

habe. Das böhm. und poln. iebrak (mendicns) ist ebenfÜUs ans sebr 

entstanden, nnd irerh&k sich zu diesto wie das serb. «ypin r ii zun 

slowak. BÜriti (nrgere, properare) , das slow« 2onvp zu Sumpf, ioldn^r 

eu Söldner etc. Doch kommt in den ältesten bdhm. Nekrologien auch 

der Eigenname Sebor vor. 
^e^ßXlag ( jodicis pcdanei genns), Theod. Hermapolita u. a. bei Dofresne. 
tdva (cribrum), Agap. in Geopon.; serb. enro. 
CKpuatK (pannus coccineos), Leg. serb. 1390; kroat. skörlat. 
cjHTi: Bipon sÖopsHB, Ji]D(k)BH]D cjiHn EB. Daniels Chronik; mit s5op&KB 

vgl. das kroat. zbomi dlovek n. a., oxEth ist mir unbekannt. 
CHOKB Komokanon in Euchol. 1581, kojhl, Btrtpn^oy, cmo», i:.iuioy etc. 

wahrsch. der Drache, Wasserdrache; jetsrt ist cHora bei den Serben 

die Zukost (opsoniom), s. Stnlli und Karadzic, 
cone pl., d. 1348 otb cejn opi^KOBinix'B cone (tributnm); vgl. damit das 

walach. sokot (census, Sch&tzung, AbscbAtzung etc.) ; cfr. d. 1381 »Cokb, 

n^o e na iq^HDO]nnn& jmA^sth.*' 
CMBMa (inberbiSy spado) Schreiber Theodor in der Schlussrede zum Hexa- 

nwron 1268; serb. Nomokanon: „hhokb an^e jio((xen OTpoqe CHaHo^ vom 

giech. «»oyoff. Kvif Mog 6 7hifv6ßov 6 iiOKlfjp JSwupog, cognomento 

Spanns, c. 1640. Le Qnien I. 1286. Valachice: cmn, sptou, impnbes, 

imberbis. 
erai« £B. Sava's Tjpikon: x» mß hüb «Taft b patfoTHisa; dunkel, slowak. 

staj , stajmo := statim, gleich. 
craHB (Reisegepäck?) und CTamaBHKb (deversitor, Gastwirth), Leg. ms. 

1890: xa nptwi koh& h ervsh bicb craHiaHHioy} vgl. stanoTati bei 

StulÜ, kroat stan (hospitium), stannjom (hospitor) etc. 
cnoB (baculus) , Leg. ms. 1390: Aft 06 6neTB CTanii; j. nnwTL; stap 

hingegen ist bei Stnlli vas bntyro conficiendo. 
erau^HB (officina, tiUrerna), Eplt Vlast. 1890: cTponreiia AOMoy uv cTa- 

^lORoy npix crsien^a; vgl. Stulll a. v. sta^un, kroat. fttacun, slowak. 

staöiti, nasta^ti etc. 
cTliroHoma (vexillifer) , Leg. ms. 1390: von crlrB und Hscoy, vgL Stulli 

ad h. V. 
CBni und CBra (nunc), EB. Doroetijans nnd EH. Daniels Chronik: s. oben 

nra; hzt. bulgar. cBrii. 
9a (et). Leg. ms. 1390 durchgängig für und gebraucht; im Hoxameron 1263. 
TH, jetzt serb. re, seltener va, vgl. das griech. t€. 

TerapjuniB Arzneibuch 1890; in der Phrase: ^hctb, oyTBapBHB. TerapjiRBB, 
poyMeHB jnmsMB, nftmüch ^xowbKh\ laboriosus, von tcfb labor: TCroMB 
nocnemHa ib. 
TOEafB (operarius, agrieola), EB. Daniels Chronik; vgl. KaradÜc a. h. v., 

kroat. teiak. 
TorsBB, ^eroBB, leroBB u. s. w., als adj. poss. bei EB. Sava, Dometijan, im 

Gesetzbuche 1390. 
loyi^aRB Leg. ms. serb. 1700, in der Handschrift 1390 steht dafür coyssBHB 
(captivus); bri Karadi^ic ist Tji^aiTB Bottlor, Henimstroicher. 



165 

opxftufie: von duiiklar Bedeutung; jetzt in äerbieu unbekannt, in dem 

lakonischen Gesetz: oySAUUa Aa h^^ctb HHKOMoy hm bb ^ecoMB. ktojes 

CG nooysAaa sa luo, xa iLiaTHTL cano c6;imo MS. 1390. 
•HK^m (incantamenta), Ansneibücb 1390; s. Stnlli n. ▼. uroci. 
x^ (gratia) , das i^iriech. z«^^ i £^ Sava'a Tjpikon „bez chari« ohmt 

Gnade, Leg. ms. 1890 Prognost: H HemaxB xoy xapB, loietfoywa «moj 

BB xapB etc., 8. Stulli a. v. bar. 
xaTapB (Umes) d. 1381, in frQhern Diplomen Mena und cHuopB; vgl. kotar 

(territoriom) nnd kotari (UmiteB) bei Stnlli, chotir alowak., hatir ungr., 

n. 8. w. 
xiSB (minutum), Psalter 1495. 
UBioa (tumulus, Gränzhügel), d. 1381 u. a.; jetzt serb. humka, umka, bei 

Stnlli yersebrieben knmba. 
xpiAB (rupes), d. 19^47. 
iCkauBB (osculum), Eß. Sava's Typikon, kIiobb Inschrift zu 2iia, kroat. 

celov. 
veeriTB (fortnnatus, gloriosns, wie bei StnlE richtig steht, nicht honoratns, 

wofür es jetzt einige Serben gebrancken), Prognost. 1890: bb vpuA 

CKOri, BB KOyiUH ^eCTITB. BB BCaXOMB CKOTi ^eOTHTB, BB Xirt ^eCTHTB 
H BB KOynJH, BB B€JHUi CKOTt HCCTHT U. 8. W., Vgl. aUCh 

Nu s' vjetricira blaüm millm 
Ti sad iestit brodifi more, 
A ja tnina sväk (as gote 
Boz ufanja ovdi cvilini. 

Gundulic. 
Demnach von ^mctb, CEUCTHie, serb. ?6ctb (participatto, fortnna), nicht 
von ^ubCTB (honor), denn dann mQaste es in lüten Handschriften yboistk, 
und im Munde des Volkes ^acTHTB heissen. 
o6pBXB, oGpiiHHie, oOpiniHHa (collis), Inschrift zu 2i(^a, d. 1381. 
ocesan (tangere). Dornet, f. 42. v. 
ocAoyxa (mulcta), laachrift au 2i6a. 

ocoi€, ocoiHa (saltus opacus), d. 1381; s. SStuUi et Yuk ad h. v. 
oxo}iiaTH (contrortare), EB. Daniels Chronik; vgl. hfthm. chopiti (capere) etc. 



II« Inschriften. 

Indem ich das Wort Inschrift, Aufschrift, inscriptio, Ini- 
yffa^, im weitesten Sinne nehme, stelle ich in diese Klasse 
alle schriftlichen Denkmäler, die nielit gerade Aufsätze auf Per- 
gament oder Papier enthalten. Namentlich zähle ich hieher alle 
eingegrabenen, geschriebenen, gemalten oder gestickten Inscrip« 
tionen auf Gebäuden, Steinen^ Münzen, Kronen, Fahnen, Kelchen^ 
Schalen, Glocken, Sigillen, Löffeln, Tttchern und sonstigen 6e- 



166 

räthschaften, dieselben mögen nun die Bestimmung dieser Sa- 
chen oder auch etwas anderes andeuten. Der slawische Paläo- 
graph darf hoffen, künftig noch weit mehr Denkmäler dieser 
Art bei den serbischen Klöstern sowohl in mehreren Provinzen 
Oesterreichs, als auch in der Tfirkei anzutreffen. Mir sind bis 
jetzt folgende bekannt geworden : 

1. Inschrift^ auf serbischen Münzen, angeblich seit Muntimir 
(880—900), und mit Gewissheit seit Kg. Vladislav (1230) bis 
gegen 1450. 

Eine Abbildung mehrerer altserbischen Münzen mit slawi- 
schen Aufschriften findet man in D. Davidovic's Zabavnik, Wien 
1821. 12**. (vier Münzen auf einer Tafel), und in dem Ljetopis 
srbski Jahrg. 1826, Heft 1—4 (zwölf Münzen auf vier Tafeln). 
Doch kommen zwei schon von DavidoviiS gelieferte Münzen auch 
in dem Ljetopis vor, und einige Münzen haben lateinische Auf- 
schriften. In dem kais. Antikenkabinet in Wien soll sich unter 
den 33 dort aufbewahrten serbischen Münzen auch eine von 
Muntimir (880—900) befinden, was indess sehr zu bezweifeln 
ist. Von den in dem Ljetopis abgebildeten ist die älteste lesbare 
von Vladislav (1230—1237); die von Stephan mit lateinischer 
Inschrift sind noch nicht bestimmt, scheinen indess Stephan I. 
(1195 — 1224) anzugehören. In der Bibliothek der griech n. un. 
serbischen Gemeinde zu Semlin befinden sich unter mehreren dort 
aufbewahrten alten griechischen und römischen Münzen auch 
fünf silberne serbische. Davon wurde eine für die des Kgs. Ra- 
doslav (1224—1230) gehalten und ausgegeben, die indess von 
Kg. Stephan ist und eine lateinische Inschrift hat (Srbski Lje* 
topis 1830 Hft IV. S. 55—61). Eben so irrig ist die Angabe 
bei Engel (UI. 378), dass der Despot Georg Brankovic auf die 
Erbauung der Festung Smederevo 1432 eine Denkmünze habe 
prägen lassen; denn was man als eine Denkmünze anss^, ist 
eine gewöhnliche Münze mit dem Prägort Smederevo. In dem 
sehr reichhaltigen Privatmuseum des Herrn von Jankovid in 
Pest werden mehrere serbische, zum Theil unlösbare, zum Theil 
noch unbestimmte Münzen aufbewahrt. Auch was Pejaieviä in 
s. Histor. Serv. p. 191 ff. über serbische Münzen sagt, verdient 



verglichen zu werdeo. Zanetti de numis regttm Mysiae ap. 
Argelati de moD. Italiae app. p. 17 kenne ich nicht Unter dem 
Nachlasse M. F. Kataoöjc's befindet sich ein Aufsatz: Denarius 
banalis Cyrilli charactere insignis, 10 paragraphis illustratus, im 
Besitze der kön. Universitäts-Buchdrudcerei zu Ofen. In Bass- 
land kennt man bis jetzt Münzen mit slawischer Inschrift von 
Vladinür (980—1015), und andere mit den Buchstaben ...jflAHp^ 
die man für bulgarische oder serbische hält P. Koppen Ob. 
Alterth. und Kunst in Russl. 1622. 8^ S. 14. Eb. Spisok ruskim 
pamjatnikam, 1822. 8^. 

2. Inschrift auf dem gestickten Beutel, angeblich St Stephans» 
Kg. von Ungarn (997 — 1038), . in der geistlichen Schatzkammer 
der wiener Iloikirche. 

Dass dieser mit Gold und Perlen gestickte, unter und 
zwischen den Bildnissen des Erlösers , einiger Erzengel, Engel, 
Propheten und Heiligen die abgekürzten Namen derselben und 
zwei kurze Verse aus der h. Schrift enthaltende Beutel jemals 
dem St. Stephan gehörte, ist nur eine Tradition. Abgebildet und 
besd)rieben ist derselbe bei J. Kaprossy's ungarischer Predigt 
auf St Stephan: Szent Istvän erszenyenek formäja, Wien 1815. 
4". '62 S. , von G. K. Bumy in der Zeitschrift Iris, Pest 1826 
Nr. 2; auch in derselben Zeitnng von Davidovic 1815 N. 214 
befindet sich eine gute Beschreibung dieses Beutels. 

3. Inschrift auf der Wand der Mariahimmelfahrbs-Kirche im 
Kl. Studenica in Serbien, unter dem GroSs^upan Nemanja ein* 
gegraben, zw. den J. 1160 — 1195. 

Der hl. Sava erwähnt in seiner, um 1210 verfa^ssten Bio- 
graphie des h. Symeon (Nr. 108) dieser Inschrift, die jetat wohl 
nicht mehr vorhanden sein mag. 

4. Inschrift auf der inneren Wand des Kirchenthurmes im 
Kl. iüA in Serbien, zw. 1222—1236. 

Diese überaus merkwürdige Inschrift ist mit grosser cy< 
rillischer Quadratschrift in Marmor am Eingange in die Kirche 
eingegraben. So wenigstens versicherte mich ein Iföneh im Kl. 
Vrdnik, der diese Inschrift oft gesehen haben will. Hr. Vuk 
Stefanovid Karad2i£ hingegen, der auch selbst in 2i6a war, h^ 



168 

hauptet, dass die Inschrift bloss auf die Wand geschrieben und 
wahrscheinlich schon mehrmal renovirt sei. Hr. Davidovic be- 
suchte im J. 1822 das nun verfallene Metropolitankioster (nun 
uneigentlich Patriargija genannt, weil schon der erste serbische 
Patriarch 2i6a verliess und seinen bestandigen Sitz in Ipek 
nahm), beschrieb es und kopirte die Inschrift auf das genaueste. 
Er hatte, sagt Pirch, die gute Vorsorge gehabt, einen eben an- 
weeenden Maler mitzunehmen, dieser ergänzte nach den Spuren 
In der Mauer die fehlenden Theile der Inschriften, und es ge- 
lang Hrn. Davidovic dieselben vollständig zu entziffern (Pirch's 
Reisen II. 20). Gleichwohl erwähnt Hr. Davidovic nirgends auch 
nur mit einer Sylbe, ob die Inschrift in Stein gehauen oder 
bloss auf die Wand geschrieben sei. Der verstorbene Prof. G. 
MagaraSevic liess die Davidovic'sche Beschreibung und Kopie 
der Inscriplion sammt der Abbildung der Kirche in dem Lje- 
topis, Ofen 1828, Heft 2, S. 9 — 22 abdrucken, wobei sich aber 
zahlreiche sehr arge Lese- und Druckfehler eingesdilichen 
haben. Auch J. Vui£ lieferte in s. PuteSestvije po Serbii, Ofen 
1828, 8^ S. 147—154, eine sehr unkorrekte, durch willkürliche 
Aendening der alten Orthographie vollends unbrauchbare Ab- 
schrift derselben. Die Inschrift enthält die Stiftungsurkunde des 
KL 2i£a vom Kg. Stephan I. und einen etwas späteren Schen- 
kungsbrief desselben Königs, ist aber leider nicht mehr ganz 
zu lesen, indem der untere Tfaeil verwischt ist. Ich setze ihre 
Eingrabung in die Jahre 1222—1236, weil 1) die Schriftzüge 
und die Orthographie ganz dieser Periode angehören (noch 
tiberall ein rundes ^^ u u. s. w.; 2) weil es alte serbische Sitte 
war, die Stiftungsurkunden der Klöster in marmorne Tafel ein- 
zugraben, wie dies der hl. Sava vom Kl. Studenica ausdrücklieh 
berichtet, und es demnach sehr wahrscheinlich ist, dass der 
h. Sava selbst durch Eingrabmig dieser Diplome die Stiftung 
seiner geliebten Hauptlandeskirche verewigen und ihren Flor 
sichern wollte; 3) weil seit 1339, als die Patriarchen ihren Sitz 
nach Ipek verlegten, das Kloster bereits zu verfallen begann, 
welches nun seit einigen Jahrhunderten in Ruinen liegt, so dass 
an ein simteres Eingraben nicht zu denken ist; 4) weil die jön- 



169 

geni Inscriptioaen bei den Malereien im Innern der Kirctte, 
z. B. König Radoslav und Stephan Uroä der Grosse, nicht du- 
gegen sind , indem nach Daniels Ghroiiik die Kirche von meh- 
reren nachfolgenden £r2bi8chöfen und unter diesen auch von 
Daniel selbst mit Malereien verziert wurde; 5) weil auch ge- 
meine S^rbismen, wie sie darin vorkommen « kein Beweis eines 
jOngereo Alters sein können, indem das Serbische bei den aus 
Dioklea stammenden Nemanjiden im XII. bis XIII. Jahrb. durch 
das Kirchcmslawisohe noch weit weniger verdrängt war, als 
spater herab ; 6) weil der Ausdruck »h. Sava'' nicht den serin- 
sehen Erzbischof, sondern den hierosolymitanischen Abt be^ 
zeichnet, indem die Gebrüder Kg. Stephan und EB. Sava ab- 
sichtlich zwei mit ihnen gleichnamige Heilige anführen (übrigens 
hiess der h. Sava schon bei Lebzeiten. »Svetyj ot'c Sava"; der 
h. Stephan kommt aber, als Landespatron, auf den ältesten 
serbischen Münzen vor) u. s. w. Ausser dieser Inschrift, von 
der ich ein Facsimile en miniature besitze, sollten vor allem 
die Bildnisse der Könige und Bojaren des altserbischen Kostü«» 
mes wegen aufs sorgfältigste kopirt werden. Aber bis dafür 
serbische Mäcene geboren werden, wird die zerfallene Kirche 
bis auf die Grundsteine wohl längst verschwunden sein ! Uebri« 
gens ist die Schrift so künstlich durch Ineinandei-, Ueberein« 
andar^ und Untereinand^-schreiben der Buchstaben zusammen- 
gezogen, dass oft eme einzige Figur ein ganzes Wort ausmacht 
Hr. Kalajdovii führt in s. Joann Exarch zwei Muster ein^ 
ähnlichen verschlungenen Schrift an, deren eins aus dem An- 
fange des XIL Jahrb. ist. Taf, VI. N. 12, 13. 

5. Inschrift in der vom Kg. Stephan Uro§ Milutin erbauten 
Kirche zum hl. Joachim und Anna im Kl. ^udenica , vom. J. 
6822 (läl4). 

Hr. Vnk St^novic Karadzic, welcher das KL Studenica 
im J. 1830 besuchte, theilte mir eine Abschrift dieser lur 
scription mit. Er fand das öfters ausgeplünderte Kloster nun 
fast ganz verödet und von allen Antiquitäten entblösst Die 
übriggebliebenen pergamentenen Handschriften, wurden in den 
Unruhen unter Grni Djordje aus Furcht vor den Türken in die 



170 

nahegelegene Einsiedelei des h. Sava geschleppt und von dem 
dortigen Mönche unbegreüUcherweise verbrannt. 

6. Inschriften auf SigiHen serbischer 2upane., Könige and 
Fürsten seit der Mitte des XII. bis ]Ende des XV. Jahrhunderts. 

Schon vor Nemanja's Zeiten waren die in Serbien beste* 
henden Hauptkirchen und Klöster mit Stift- und Schenkungs- 
briefen versehen, die von den goldenen hängenden Siegeln den 
Namen Chrysobullen , serbisch „zlatopeinatyje poveli^ führten. 
Auch Nemanja verlieh den von ihm gestifteten Klöstern 
1160—1195 solche Chrysobullen, wie ihm dies der h. Sava 
nachrühmt. Wahrscheinlich hatte die Sigille dieser Urkunden 
auch Inschriften, allein alle diese alten Originalien Jiegen ent- 
weder noch im Verborgenen, oder sind bereits langst zu Grunde 
gegangen. Von dem 6ross2upan Stephan I. (1192—1221) ist 
ein Siegel mit griechischer Inschrift bekannt. Jo. Lucius de Rega. 
Dalmat etc. Vindob. 1758. Fol. p. 247. Engel Gesch. v. Serbien. 
S. 212. Die ältesten mir bekanntesten SigiUen mit slawischer 
Umschrift sind bei folgenden Urkunden: 1) Caij Stephan Duäan 
1348 (N. 37); 2) tXirst Vuk Brankovic 1371 (N. 38); 3) Fürst 
Lazar 1381 (N. 41); von demselben ist auch ein Siegelstempel, 
mit der Jahrzahl 1374 bekannt; 4) Fürst Georg Braukovii 1449, 
bei einem in dem kais. Staatsarchive in Wien aufbewahrten, 
ohne Zweifel lateinischen Diplome, abgebildet im M. Schimek's 
Gesch. V. Bosnien. Wien 1787. 8^ S. 123 und Taf. U.; 6) Fürst 
Johann 1496 (N. 54). 

7. Das silberne, drei Partikeln des heil. Kreuzes enthaltende 
Kreuz, auf Geheiss des Kgs. Stephan Uro§ Milutin (1275 — 1321) 
durch deif Bischof Gregor von Rasa für die Kirche der heil. 
Apostel Petri und Pauli (zu Rasa, j. Novipazar) verfertigt, und 
jetzt (1800 ff.) bei den Dominikanern zu Ragusa aufbewahrt. 

Das Kreuz soll ursprünglich von Gravosa aus an die. Do* 
minikaner in Ragusa geschenkt wordeYi sein. Nach einer später 
angebrachten Nebeninschrift hätten es die Brüder schon 1548 
besessen und reparirt; in der Kirche ist es vor 1618 aufge- 
stellt worden. Die Beschreibung desselben, so wie die Inscrip- 
tion ins Lateinische übersebst findet man in Farlati's Illyricum 
sacrum Vol. VI. Ecclesia Ragusina, ed. Coleti, Venet. 1800. 



171 

Fol. p. 31, col. 1 et 2. — Ebendaselbst ist io dem Naehü^age 
pag. 520, col. 2 fin. die Nachricht von dem wiener Kreuze der 
fi^; Helena, woraus die Verschiedenheit beider klar hervor- 
gdit Eme genaue Abschrift dieser Ereuzesinschrift verdanke 
ich der Güte des Hm. k. r. Vicekonsuls v. Gagi£. (Haec fusius 
in schediasmate Hiat Peja£evi£ inposito.) 

8. Das seidene, mit Gold gestickte Leichentuch, womit die 
Königin Milica den Körper des h. Lazar bedeckte, vom Jahre 
1392—1406, im Kl. Vidnik in Sirmien. 

Der seidene, dunkelrothe Stoff des gegen 174 Elle langen 
und etwas über '/^ Ellen breiten, mit einem andern, ebenfalls 
rothen seidenen Zeuge gefütterten Leichentuchs ist, die mit 
goldgestickten Blumen verzierten Ränder ausgenommen, im In- 
nern Baume durchgängig mit künstlich zusammengezogener 
Schrift bedekt. Die Stickerei ' ist nach Art und Weise der auf 
Kartenblatt: drei parallele Goldfäden sind hinüber- und her- 
übergelegt und mit einem seidenen Faden auf die Oberfläche 
des Stoffes angenäht. Die Kgn. Milica, bekanntlich gegen das 
Ende ihres Lebens Nonne (1392; st. 1406), nach einigen unter 
dem Namen Eugenia, hier aber sich selbst Euphemia nennend, 
empfiehlt sich und ihre zwei Söhne, die Knezen Stephan und 
Vlk, der himmlischen Fürbitte ihres Gemahls, des h.- Lazar, und- 
fleht um göttlichen Beistand wider die Innern und äussern 
Drangsale, wider Türken und Empörer. Die Schlussworte: ;,Efi- 
mia usrbdno prinosit sija tebje, svetyj* stehen zwar im Wider- 
spruch mit den traditionellen Namen Milica und Eugenia; allein 
man muss bedenken: 1) dass landesffirstliche Personen in Ser* 
bien von altersher aus verkehrter Mode zwei Namen zu führen 
pflegten, einen serbischen Hausnamen und einen griechischen 
Ptttznamen, und 2) dass Milica*s Nonnennarae Eugenia nichts 
weniger als erwiesen ist. Gegen die Echtheit des im Ganzen 
noch ziemlich gut' erhaltenen Leichentuches darf nicht der min- 
deste Zweifel obwalten. 

9. Inschrift auf einem Denkstein in der Ebene Kosovo, vom 
Ende des XIV. Jahrhunderts. 

Eine Abschrift dieser Inscription fand ich in einem Codex 



171 

aas dem XV. Jahrh. Dieselbe soll auf einer maimornen Säule 
in der Ebene Kosovo «na siPpu mramoijenu na Kosotu*" zum 
Andenken des daselbst am 15. Juni 1389 gefallenen Fürsten 
Lazar eing^raben worden sein. Ob der Denkstein noch vor- 
banden, darüber fehlen mir alle Nachrichten« 

10. Der Leichenstein des serbischen Fürsten Stephan Lazare- 
vid (st. den 19. Juli 1427), bei dem Dorfe Dr'tenglave in 
Serbien. 

Hr. Vuk Stefanovid Karaädid beschrieb diesen Leichen- 
stein und Hess die Inschrift ziemlich genau abdrucken in s. 
Danica, Wien 1826. 12^ S. 37—40. Ich habe von diesem Epi- 
taphium ein von Hm. Gasparovid verfertigtes Facsimile en mi- 
niature vor mir und vermisse darnach bei dem Abdrucke einige 
schwer zu lesende Zeilen mit den Namen Georg Zagurovikj und 
Pop Vrk§a (so glaube ich lesen zu müssen), welche den Lei- 
chenstein setzen Hessen. Er gehört in die erste Hälfte des XV. 
Jahrh. Fürst Stephan wird in den serbischen Annalen als ein 
grosser Bücherfreund, der sich viel mit Schreiben und üeber- 
setzen aus dem Griechischen beschäftigte, gelobt. 

11. Der Leichenstein der Kgn. Katharina von Bosnien (st. den 
25. Oktb. 1478), Gemahlin des Kgs. Stephan Thomas, „in aede 
Mariana Arae codi" in Rom. 

Die Inschrift dieses, auf Befehl des Papstes SixtusIV. der 
Königin gesetzten Leichensteins ist seit dem Krainer Bohoriö 
und dem Bagusaner Mavro Orbini bis auf den Slawonier Öeva- 
povic herab von vielen besproclien worden. Sie ist lateinisch 
und cyriUisch, nicht, wie Engel irrig angibt, glagolitisch. Peja- 
(^evic p. 418 führt den, auch in Bombardi Topogr. Begni Hung. 
Viennae 1718. 4^ p. 262—263, und in Lambecius Bibl Vind» 
L. L c. 92 abgedruckten slawischen Text nach . Mavro Orbiai 
an; viel richtiger ist dersdbe in M. P. Kataniiö Specimea 
Philologiae et Geographiae Pannoniorum, Zagrabiae 1795. 4". 
p. 61—81, ferner in eb. Comm. de Istro, Budae 1796. 4^ p. 
279 abgedruckt und erklärt. Vgl. auch Engel Gesch. v. Serb, 
S. 421-422. 



178 

12. Das mit Perlen und Edeteteioen verzierte Mesi^waiid, 
welches die Fflrstin Angelina fSr den Kör^r des h. Joliannefi 
Eleemosynarins verfertigte, zw. 1461—1490, in der Kollegiat- 
kirche m St. Martin in Presburg. 

Einen Abdruck der Inscription dieses Leichengewands fin- 
det man in M. P. Eatanciö Oommentatio de Istro p. 280 
mit folgender Berufong auf die Quelle : „ Addueam epigrapben, 
cujus Draskovich Georgius, Quinqueecclesiarum episcopus, de 
translatione corporis s. Joannis Eleeraosynarii agens, hac ora- 
tione meminit (ap. aüct Vit. SS. Hung. ex BoUand. ad XXIII. 
Jan. pag. 68): in veste sacra, quam planetam vulgo vocant, 
scapulari praeterea, lingua Hlyrica et characteribus cyrillicis, 
minutissimarum gemmanim contextu efformatis, haec verba 1^ 
guntur etc.« Das hier citirte Buch ist: Acta Sanctorum Ünga* 
riae ex Jo. Bollandi ejusque continuatorum operibus excerpta 
et prolegomenis ac notis illustrata, Tymaviae 1743—1744. 8^. (?) 
2 voll Der Name der h. Angelina, Tochter des Georg Aranita 
Eomnenus, Dynasten in Albanien, und Gemahlin des Fürsten 
Stephan Djurdjevi<i, verdient auch von dem slawischen Litera* 
torfreund mit Achtung genannt zu werden : die meisten, schSn^ 
sten und ältesten Handschriften im Kl. KiniSedol u. s. w. rühren 
aus ihrer Sammlung her und sind mit eigenhändigen ^^otaten 
von ihr versehen. Indem sie den Titel einer „Desplna* (&s* 
niMva^ das fem. von d€fsn6rr]s), wie sie sich in der Inschrift 
nennt, nur seit dem J. 1461 führen konnte, der Körper des 
Häligen aber von einem türkischen Sultan (Mohämed II. oder 
Bajezid II.?) dem 1490 verstorbenen König Mathias Corvinttfi 
zum Geschenke zugeschickt worden, so lässt sich daraach unge«- 
Uhr die Zeitperiode bestimmen, in welche diese Inschrift fällt. 
Vgl. auch Davidovid's Zabavnik 1821. S. 117, 123. Nach einem 
handsehriftüehen Prolog soll die h. Angelina ihre beiden Söhne 
überlebt haben, und kurz nach dem Tode Maxims (1516) ge<- 
storben sein. 

13. Inschrift auf einem Leichenstein vom J. 7000 (1492). 
Eine Abschrift dieser kurzen Inschrift verdanke ich der 

Güte Sr. Excellenz des Herrn karlovicer Erzbischofs imd Mo* 



tropoliten, Stephan Stratimirovid von Eulpin, ohne fSber den 
Fiuidort des Leichensteins bestimmte Auskunft geben zu könara. 

14. Panagiar mit Inschriften (aus H<dz geschnittene, in sil- 
bernen Kapseln aufbewahrte HeiligeDbilder» aber welchen in den 
Klöstern nach dem Mittagsmale gebetet wird), von dem Exarchen 
Sylvester dem KI. Moraia geschenkt, aus dem XY. Jahrh., im 
Kl. KruSedol in Sirmien. (Die Inschrift abgedruckt in dm Serb. 
Leseköniern p. 132.) 

15. Zwei reich verzierte und mit Inschriften aus Perlenreihen 
bedekte Mitren (Bischofsmtttzen), angeblich der serbischen Für- 
sten Maxim und Johann, im Kl KruSedol. 

Die stark beschädigten und sehr verzogenen Inschriften 
dieser zwei Mitren habe ich bei meinem letzten Besuche des 
KL Kruäedol wegen der Kürze der Zeit nkht bequem durch- 
lesen können, weshalb ich über das Alter derselben nichts Be- 
stimmtes sagen kann. 

16. Die Inschrift auf den vom massiven Silber gearbeiteten, 
vergoldeten und mit Heiligenbildern bedeckten Tafeln» mit wel- 
chen die Deckel des Prachtevaogeliums des Erzbischofs Maxim 
vom J. 1514 (Nr. 79) belegt sind, im Kl. KruSedoL (Abgedruckt 
in den Serb. Lesekömem. p. 132.) 

Dieses schone Kunstwerk verfertigte der Goldarbeiter 
(zlatar) Peter Smederevic- in Gross-Becskerekf unter dem krufie- 
doler Hegumen Sylvester. Das Silber wiegt 1450 Drachmen oder 
11 Pfund 107, Loth; 

17. Phelon (Messrock) mit Perleninschrift, von der Frau De* 
Spina, Oemahlin des Vojevoden Njegoje, im J. 7027 (1519), im 
Kl. Kruäedol. 

Despina ist hier der in Serbien ehedem und jetzt ge- 
bräuchliche Name der Yojevodin. 

18. Inschrift auf der silbernen, vergoldeten Trinkscbale des 
Hegumen Dionysius für das Kl. Bavanica in Serbien, vom J. 
7031 (1523), im Kl. KruSedol. 

Diese massive, in Smederevo gearbeitete, mit verschiede- 
nen Figuren, als Elephanten, Löwen, Affen, Hündchen, Vögeln 
u. s. w., bedeckte Schale hat die sonderbare Gestalt emes 



176 

Kahnes und ist an beiden Endspitzen mit kleinen Handhaben 
versehen. — Einen viel älteren, ohne zweifei vom Fürsten Lazar 
berrflhrendcn, silbernen, stark yeigoldeten Trinkbecher, mit der 
^iter eingegrabenen arabischen Jahrzahl 1389, sah ich im KL 
Vrdnik. Eben daselbst ist auch ein schöites silbernes Modell des 
EL Ravanica und ein Kelch, zwar mit Inschriften, doch aus 
späterer Zeit (1705 und 1692). 

' 19. Inschrift auf einer grossen silbernen, vergoldeten Schale 
vom J. 7067 (1559), im Kl. Knvei^din in Sirmien. 

20. Nabedmik (vxoyovdtiovy e|n viereckiges Stfick Zeug mit 
Heiligenbildern, welches die Oberpriester während der Messe 
ao der Seite tragen), mit goldgestickter Inschrift, vom lipover 
Metropoliten Daniel, im J. 7071 (1563), im Kl. KruSedol. 

21. Inschrift der Kirche Petkovica (Filialkirche des Kl. Öi- 
Satovac), vom J. 1589. - 

22. Inschrift auf der, mit dreizehn silbernen, vergddeten 
Reifen, Perien und Steinen reich verzierten Mitra (Bischo&mAlze) 
des belgrader und sirmier Bischofs Joachim, vom J. 7115 (1607), 
im Kl. Kmäedol. 

23. Panagiar mit Inschrift, vom Bischof Eathyihius, ohne 
Jahr, im KI. Krudedol. 

24. Inschrift auf einem grossen silbernen, ganz vergoldeten 
und reich verzierten Kreuze des belgrader Metropoliten Hadii 
Hilarion, vom J. 7156 (1650), im Kl. KruSedol. 

Die Jahrzahl ist dreimal ausgedrückt: ,^3pEE, ..«^axH. 165. 
(sie, ohne Null). 

25. Panagiar mit Inschl-ift, von dem eben genannten Me- 
tropoliten Had2i Hilarion, vom J. 1652, im Kl. KrufiedoL 

26. Inschrift auf einem silbernen Weihrauchg^ass (poy^xa), 
vom J. 1654, im KL Kuve2din. 

27. Inschrift auf der silbernen, vergoldeten, mit Edelsteinen 
verzierten und mit Heiligenbildern bedeckten Bipida (Scheibe, 
voQ den Ministranten während der Liturgie an einer Stange ge- 
tragen), von dem eben genannten Metropoliten Hadii Hilarion, 
vom J. 1664, im Kl. KruSedoL 



176 



III. lJrkniicleii# 

Bolgarieii, Serbien und Bosnien waren einst reich an Ur- 
kunden aUer Art^ vorzüglich an Stiftungs- und Schenkungsbrie- 
fen für Klöster und Kirchen. Viele derselben mögen bis ins IX. 
und X. Jahrh. zurückgereicht haben, die nun wohl in den vielen 
Kriegen und Drai^salen aller Art, welche diese Provinze heim- 
gesucht haben^ sämmtlich eu Grunde gegangen sind. Reichlicher 
dürfte die Ausbeute an Diplomen aus dem XIII — XV. Jahrh. 
sein, die sich ein künftiger slawischer Philolog oder Historiker 
ans diesen Ländern versprechen mag. Nur weniges davon wurde 
nach Oesterrelch und andern Staaten herübergerettet; das mei- 
ste, itas noch vorhanden ist, modert in den Klöstern des Ril, 
Sar und anderer Gebirge. Das uralte bulgarische Kloster Zo- 
graf afttf dem Athos, ein Ghilandar der Bulgareui der h. Johann 
Bilski auf dem Orbelus, u s. w., sind, nadi der Aussage sach- 
kundiger Bingebomen, reidbhaltige Archive der GhrysobuUen 
bulgarischer Könige. Beachtenswerth sind in dieser Hinsicht 
«»eh die Worte des Patriarchen von Bulgarien Euthymius im 
Leben des h. Petka: „Joann Asjen (1210—1241), syn starago 
carja Ai^na, postavi mitropolity i episkopy svjetlje i blago&esti- 
vje, jakoÄe svjetli jego chrysovuli v slavnjej Lavrje svetyje gory 
i Protatje othr'venom sTjecyetelstvi^ut lieem.'' Dalmatien und 
Kroatien, dessen slawische Einwohner schon unter Heraklius 
(610 — 641) durch lateinische, aus Rom berufene Priester bekehrt 
wurden (Gonst. Porph. de Admin. Imp. c. 31), haben einige la- . 
teinische Diplome aus desn IX. Jahrh. mit zahlreichen slawischen 
Eigennamen aufeuw^isen. Aber schon in den Jahren 867 — 870 
fand die durch Gyrills und Methods Bemflhungen eingerichtete» 
und in Bulgarien und Pannonien eingeführte slawische Liturgie 
auch unter den Serben und Ghorwaten Eingaiig, und Ks. Basi- 
lius der Macedonier, selbst ein gebomer Slawe (vgl. Eopitar's 
Beweis in d» Jahrbb. der Literat. 46. Bd. S. 83), schickte slawi- 
sche Priester aus Konstantinopel nach lUyrikum (Gonst Porph. de 
Admin. Imp. c. 29, Vita Basil. n. 54). Von der Zeit an ^-urde 



177 

auch in Serbien und Bosnien der Oebraueh der slawischen Sprache 
in schriftlichen Urkunden und Verhandlungen überwiegend. Ser- 
bien hatte schon vor den Nemanjiden Bischöfe, Klöster, Kirchen 
a.8.w., deren Namen zum Theil von gleichzeitigen Schriftstellern 
genannt werden; sollten wohl nirgends mehr schriftliche Denk- 
mäler aus dieser Zeit vorbanden sein? Die Zahl der unter den 
Nemanjiden gestifteten und mit ChrysobuUen versehenen Klöster 
ist bedeutend gross. Viele von diesen Stift- und Schenkurkun- 
den wurden in den Klöstern und Kirchen auf marmorne Tafeln 
eingegraben. Die Inschrift zu 2iia ist ein sprechendes Beispiel 
solcher eingegrabenen ChrysobuUen von Stephan I. ; und in dem 
kruSedoler Matthäus Viastares v. J. 1453 (N. 151) fand ich dürftige 
Excerpte mehrerer Urkunden des h. Sava, Kgs. Stephan i. und 
Kgs. Milutin. Von den Donationsurkunden alter serbischer Fa- 
milien und von den Freibriefen der Städte, von denen in Ste- 
phan DuSan's Gesetzbuche so oft Meldung geschieht, und die 
noch zahlreicher als jene obigen gewesen sein müssen, will ich 
hier gar nicht reden. Wohl liegen die meisten Klöster aus die- 
ser Periode bereits in Trümmern ; einige schriftliche Denkmäler 
sind auch in den vielen türkischen Unruhen aus dem Lande 
geführt worden; dennoch zweifle ich nicht, dass Chilandar, De- 
iani, Piva u. s. w. noch so manches schätzbare Diplom aus 
dieser Zeit bergen. Der Despot Georg Brankovid 1428—1457 
schleppte ein ganzes serbisches Archiv mit sich herum, weldies 
ihm in Ragusa abgenommen wurde und nun verschollen ist 
(Engel's Gesch. v. Serbien S. 385). Gegenwärtig sollen sich in 
Bagusa im dortigen geheimen Archive noch gegen 12 alte ser- 
bische Diplome aus dem XIIL--XV. Jahrh. befinden; aber ein 
Verzeichniss dieser Diplome konnte ich nicht erhalten, da man 
sie dort mit Misstrauen bewacht. Auch Andr. Ka6i£ MioSid be- 
ruft sich in seinem sdir interessanten Buche Bazgovor ugodm 
naroda Blovmsk()ga etc., besonders im 2. Theile desselben, wo 
er historisch -genealogische Notizen über sehr viele alte serbii- 
sche Familien zum Theil aus Archiven mittheilt, äusserst häufig 
auf Diplome serbischer und bosnischer Könige. Man kann mit 
gutem Grunde annehmen, dass sehr viele dieser alten Diplome 

AtfKk, I4terata7g«tohJohte. m. Band. 12 



178 

in slawischer Spradie aufgestellt seien; aber apecieUe Angaben 
über dieselben theilt Ea2i6 nicht mit. 

28. Des Bans von Bosnien Kulin Freundschaftsvertrag mit 
dem Comes von Ragusa Gervasius (cpBBamb) dd. 29. Aug. 1189. 

29. Des 6ross2upans Nemanja Stiftungsbrief für das El. 
Studenica in Serbien, zw. 1160—1195. 

Der h. Sava erwähnt in der von ihm um 1210 v^rfasstea 
Biographie seines Vaters Symeon (N. 108) dieser Urkunde. Von 
derselben ist nun keine Spur in Studenica mehr vorbanden. 

30. Kgs. Stephan L Schenkungsbrief für das KL Studenica 
über mehrere demselben verliehene Besitzungen und Einkünfte« 
zw. 1195—1221. 

Eine in Studenica sehr nachlässig verfertigte Abschrift 
dieser Urkunde fand ich in einen Kodex v. J. 1619. 

31. Privilegien der Stadt Cattaro.in Dalmatien, 1240—1314. 
„Kyr Helenae (Gemahlin Uro§ 4es Grossen) memoriam 

conservat et urbs Catarus in suis privelegiis^, sagt Peja£evi6 in 
s. Hist. Serv. p. 214. 

32. Königs Stephan Uroä Müutin Schenkungsbrief für das 
Kloster Chilandar über mehrere Dörfer, vom J. 1291—1308, im 
Kl. Chilandar. 

J. Rai6 in s. Istorija Bolg., Chorv. i Serbov, Wien 1794. 
8®. Bd. 2. S. 490—491 führt einige Stellen aus diesem Schen- 
kungsbriefe an, von dem er sich 1758 in Chilandar eine Ab- 
schrift verschafft haben mag, wiewohl ihm der freie Zutritt zu 
den dortigen Literaturschätzen durchaus nicht gestattet wurda 
Da Eustachij 1291—1308 Erzbischof war, so fällt. das Datum 
der Urkunde innerhalb dieser Jahre. 

33. Königs Stephan Uroä Milutin Scbenkungsbrief für das 
Kl. Chilandar über eine von ihm auf dem Athos erbaute Kirche 
(„pir'g i na njem chram Spasov**) sammt Zubehör, im J. 6810 
(1302), in Kopie aus dem XYL Jahrh. in dem Metropolitan- 
archiv zu Karlovic. 

Dies ist die älteste der in Karlovic vorhandenen serbischen 
Urkunden, und leider auch nur eine, wie es scheint, eben nicht 



179 

sehr genaue Kopie. Das Original ist ohne Zweifel iu Chilandar 
noch vorhanden. 

34. Königs Stephan Deianski Stiftungsbrief für das Kloster 
Deiani, vom J. 13. 

Der Erzbischof Daniel erwähnt in s. Chronik dieses Stift- 
briefes. 

35. Des Carj Stephan DnSan Urkunde vom J. 1346, datirt 
von Ragusa. 

Ob in serb. Sprache und wo die Urkunde jetzt befindlich 
sei, weiss ich nicht Es erwähnen derselben Card, du FresneD. 
Ducange (eigentlich Jo. Tomka Szäszky) Xllyricum vetus et no^ 
vum^ sive Historia regn. Dalm., Croat, Slav., Bosn., Serv. atque 
Bulg. Poson. 1746. Fol. pag. 92, ferner Engel HI. 279. 

36. Des Carj Stephan DuSan Schenkungsbrief fUr das Kl. 
Chilandar über einige von ihm auf dem Athos erkauften Grund- 
stücke sammt einer Kirche, vom 12. Dec. 6856 (1347). — Abschrift 
aus dem XYI. Jahrb. in dem Metropolitanarchiv zu Karlovic. 

Diese Urkunde hat wegen der bei Beschreibung . der Gran- 
zen vorkommenden Ausdrücke einen hohen sprachliche Werth. 
Schade, dass die unverbürgte Richtigkeit der Kopie die Erklä- 
rung mancher Wörter derselben sehr erschwert. 

37. Des Carj Stephan Duäan Bestätigungs- und Schenkungs- 
urkunde über die dem Kl. Chilandar von seinen Vorfahren und 
von ihm selbst verliehenen Dörfer, Besitzungen und Einkünfte 
in seinem ganzen Reiche, vom J. 6856 (1348), das Original auf 
Pergament mit hängendem, silbernem und vergoldetem Siegel 
im Metropolitan-Archiv zu Karlovic. 

Dies ist die älteste serbische Urkunde, deren Original von 
mir eingesehen worden ist Ihre Wichtigkeit für Geschichte und 
slawische l^rachkunde leuchtet von selbst ein. Carj DuSan er^ 
theilte auf Bitten der Mönche diese Urkunde dem Kl. Chilandar 
während seines Besuches des h. Berges, und bestätigte dann alle 
von seinen Vorfahren demselben verliehenen Besitzungen in 
seinem ausgedehnten Reiche, fügte auch selbst einige neue Schen- 
kungen hinzu. Bloss an Dörfern werden mehrere Hunderte in 
allen Provinzen seines Reiches genannt. Die Bedeutung vieler 

12* 



180 

serbischer Wörter ist kaum zu erratben. Aus allen drei Diplo^ 
men (Nr. 35 — 37) sieht man, dass der damalige serbische Ku- 
rialstyl von griechischen technischen Wörtern nicht frei war. 

P. Solaric, der Herausgeber eines Diploms von Dabiäa, 
schrieb den 19. Äug. 1814 von Venedig aus an seinen Freund 
Gabriel Bajievic in Neusatz: snaM'L em;e (ausser dem Diplome 
DabiSa's vom J. 1395) sa ]s!ffb (^HiuoMe) abj» IboiepaTopoBi 
Hanmxi, paBHOxe djiib HMa oscio 20 ni^Haaefi cepöcraxB^. 8. 
Ljetopis Srbski 1826. III. 202. Wenn demnach das Wort Im- 
perator hier im eigenen Sinne zu nehmen ist, so müssten die 
zwei Diplome von DuSan und Uroä sein. 

38. Des Fürsten Vlk Brankovid Schenkungsbrief für das El. 
Chilandar über zwei innerhalb seiner Besitzungen gelegene Dör- 
fer (vom 15. Äug. 1371), das Original auf Pergament mit hän- 
gendem, silbernem und vergoldetem Siegel in dem Metropolit&n- 
Ärchiv zu Karlovic. 

Sowohl die Urkunde selbst, als auch das Insiegel, erman- 
geln des Datums; dieses ist aber ganz unten am Bande von 
neuerer Hand in deutscher Sprache und Schrift vorgemerkt 
So sehr ich mich auch bemüht habe, Aufklärungen über dieses 
Datum zu erhalten, so wusste mir doch Niemand den Ursprung 
desselben anzugeben, welches übrigens sowohl zu dem Inhalte 
der Urkunde, als auch zu andern Umstanden, sehr gut passt 

39. Des Fürsten Lazar Schenkungsbrief für das El. 2drelo 
in Serbien über mehrere Dörfer, vom 1. Äug. 1380, das Original 
(angeblich) auf Pergament im Kl. 2drelo, jetzt Gornjak genannt, 
in Serbien. 

J. Vui6 machte in s. PuteSestvije po Serbii, S. 71 — 72, 
eine von ihm besorgte Abschrift dieses Diploms bekannt. Hr. 
Vuk Stefanovid Karadzic hatte die Güte, es für mich auf das 
genaueste zu kopiren und zu beschreiben. Sowohl aus der Be- 
schreibung, als auch aus der Kopie ersehe ich, dass das Di- 
plom unecht und ein Produkt neuerer Zeiten ist, womit auch 
Hr. Karadiiö einverstanden ist. 

40. Des Fürsten von Serbien, Lazar, Schenkungsbri^ für das 



181 

Kl. Chilandar Aber einige Dörfer, im J. 6888 (1380), im Kl. 
Chilandar. 

J. Bai£ in & Istor. Serb. Bd. 3, S. 24 führt einige Stellen 
aus diesem Diplome an, kraft dessen Lazar dem chilandari- 
sehen, von Stephan DuSan errichteten und dotirten Hospital 
mehrerer Dörfer schenkte 

41. Des Fürsten Lazar Stiftbrief für das Kl. Ravanica in Ser- 
bien, vom J. 6889 (1381), das Original auf Peigament mit hän- 
gendem goldenem Siegel im Kl. Yrdnik, jetzt auch Ravanica, in 
Sirmien. 

Das Original der Stifturkunde für das berühmte, von den 
Türken schon oft verheerte, und von den Serben eben so oft 
ans den Ruinen wieder hergestellte KL Ravanica in Serbien 
wurde, sammt anderen Originalbriefen, Handschriften und Kir- 
dienkostbarkeiten, bei Gelegenheit der grosse Auswanderung 
unter dem Patriarchen CemQvi£ durch Mönche zuerst nach 
Ofen, hierauf nach Yrdnik in der FruSkagora gebracht, woselbst 
nun auch der Körper des h. Lazar ruht. Seit der Zeit wird 
Yrdnik auch Ravanica genannt. Im J. 1828 geschah es, dass 
die grosse, mit Eisen stark beschlagene Kiste mit Silberge&s- 
sen, Urkunden (ausser dem Diplome Lazars befinden sich auch 
mehrere jüngere von walachischen Fürsten und russischen Ga- 
rjen darin) und andern Kostbarkeiten gestohlen und in Wald 
geschleppt, aber wieder nneröffnet gefunden ward. In Serbien 
befindet sich gegenwärtig nur eine Abschrift der Originalurkunde 
zu Kragujevac Man erstaunt über die fürstliche, wahrhaft kai- 
serlidie Ausstattung (Lazar war gekrönter Caij, führte aber 
aus Bescheidenheit nur den Titel Knez) dieses Klosters, in 
welchem Lazar ein zweites Chilandar für sein Land errichten 
wollte. Mehr als 150 demselbeü geschenkte Dörfer werden nam- 
haft gemacht und nach ihren Gränzen beschrieben, anderer Be- 
sitzungen und Einkünfte nicht zu gedenken. Auch in sprachli- 
cher Hinsicht ist die Urkunde wichtig. Das Siegel bei derselben 
hat zwar eine Inschrift, aber keine Jahraahl; demnach ist die 
Jahrzahl €882 (1374) eines im 4. Bande des Ungar. Magazins 
S. 10 und bei Raie Bd 3, S. 1 abgebildeten Lazarischen Sie- 



182 

gelstempels nicht auf die Schriftarkunde von Bavanica zu be- 
ziehen, wie es Engel III. 336 irrig gethan hat. 

42. Des Kgs. Stephan Tvärdko I. von Bosnien (1374; st. 1391) 
Sehenkungsbrief für den Grafen Johann von Nelipie über die 
Lands^ihaft Tenen, datirt aas Ostrovica im J. 1390, das Original 
im Archive der gräfl. Familie Orsid 

Eine lateinische Uebersetzung des Diploms lieferte Jos. 
Mikötzi in s. Otiorum Groatiae Liber ünus, Bndae 1806. 8^. 
pag. 433—434, ohne zu erwähnen, ob das serb. Original mit 
cyrillischer oder lateinischer Schrift aufgesetzt sei. 

43. Des Egs. DabiSa von Bosnien Schenknngsbrief über das 
Gebiet Yojnica und Godalje für die Familie Mamavic, datirt 
von Sutjeska den 2. April 1394. 

Die lateinische Uebersetzung dieser ursprünglich in serbi* 
scher Sprache ausgestellten Urkunde ist in Jo. Tomci Mama* 
vitii Judicia vetust. famil. Marnavitiae, Bomae 1632. 4^. abge- 
druckt, und durch Zeugnisse konstatirt, dass dieselbe gefertigt 
sei „ex membrana pergamena antiquissima charactere cyrilliano 
ac antiqua lingua illirica scripta, de verbo ad verbxun, nil ad- 
dendo vel minuendo, sed prout jacet in litteris originalibus etc.'' 

44. Des Kgs. Stephan Dabiöa Schenkungsbrief über ein Dorf 
für seine Tochter Stana, datirt von Sutjeska den 26. April 1395, 
das Original auf Pergament im kais. geh. Haus-, Hof- und 
Staatsarchiv zu Wien. Hr. Davidovi6 machte eine Abschrift 
dieser Urkunde in der wiener serb. Zeitung 1815, 3. Sept. N. 195^ 
durch den Druck bekannt. Hr. Eopitar hatte die Güte, das Ori- 
ginal für mich aufs neue zu conferiren. Das beigedruckte In- 
Siegel hat eine lateinische Aufschrift 

45. Königs Stephan DabiSa Schenkungsbrief für den 2upan 
Vrkmir, vom 17. Mai 1395, das Original auf Pergament ehedem 
(1815) im Besitze des Schiffkapitans Nikolaus Vu6etic zu Triest 

P. Solariö liess dieses Diplom in Kupfer stechen und gab 
es mit einer leider sehr schwerfälligen, über unwesentliche Sa- 
chen unendlich breiten, aber das Wesentliche unerklärt lassen- 
den Erklärung heraus: Objasnenije ko snimku dipioma Stefana 
Dabiäe, Yened. 1815. 8^ Beide diese letztere Diplome Dabiäa's 



1$3 

sind von der Hand des Logotheten Thomas, und doch sollen 
die Scfariftzüge sehr von ^nander abweichen! AHein auf die 
Treue des Kupferstichs bei 8olari<3 ist nicht zu bauen, und Tho- 
mas konnte ja Schreiber haben, die seine Koncepte ins Reine 
schrieben, und darin auch die Formel: »rukoju logotheta To- 
maSa** (d. i. manu logothetae Thomae). Auch bei diesem Diplom 
hat das beigedruckte Siegel eine lateinische Inschrift. 

Von Diplomen des Königs DabiSa spricht beiläufig auch 
der ungenannte Verfasser der „Topografia Veneta", Venezia 1707. 
8^ Bd. I. S. 215, ohne die Sprache, in welcher sie abgefasst 
sind, oder den jetzigen Aufbewahrungsort genauer anzugeben. 

46. Des Kgs. von Bosnien Ostoja (1396; st. 1435) Original- 
diplom mit hängendem goldenem Siegel, in Pest. 

Die Nachrieht von diesem Diplom erhielt ich durch den 
Med. Georg Pantelin« der Eigenthümer will seinen Namen und 
sein vermeintliches (etwa geraubtes) Kleinod geheim halten. 

47. Der Gebrüder Grgur Vlkovic, Djuradj und Lazar, Söhne 
des Farsten Vlk Brankovi^ (st. 1398), und ihrer Mutter der 
verwitweten Fürstin Mara Schenkuogsbrief für das Kl. Chilan* 
dar über das Dorf Orahovac in Serbien, das Original (um 1400) 
im Kl. Cbilandar. 

J. Raiö erwähnt in s. Istorija Bolgar, Ghorvatov i Serbov 
Bd. HL S. 79 dieses Diploms, und führt einige Stellen, so 
wie die Unterschrift aus demselben an, ohne jedoch die Jahr*- 
zahl anzugeben. 

48. Des Kgs. Tyärdko II. von Bosnien Schenkungsbrief für 
Johann Mamavi^ über Ländereien in der Gegend von Vojnica 
und Duvno, datirt zu Sutjeska den 7. Oktb. 1426. 

Die lateinische Uebersetzung dieser in serb. Sprache aus- 
gestdlten Urkunde ist in J. T. Mamavid^a oben erwähntem 
Buche: Indic. vetust. famil. Mamavitiae, abgedruckt, woraus die- 
selbe der Abt B. A. K^eli^ in s. Notit. praelim. de regno 
Dahn. Croat. etc. Zagrab. 1771. Fol. p. 257 aufgenommen hat 
Vgl. Pejaöeviö Hist. Serv. Colocae Fol. p. 399—402. Engel 
Gesch. V. Serb. S. 374. Gebhardi Gesch. v. Serb. (Pest) S. 433. 

49. Des Königs von Bosnien und Serbien Stephan Thomas 



184 

Schenkangsbrief für den Logotbeten Batkovic, vom 14. Oktb. 
1458, bei Herrn Jankoviö in Pest, in Kopie aus dem XVL Jahrii. 

Die Kopie, die sich gegenwärtig in dem reichhaltigen Pri- 
vatmuseum des Hm. Jankovi^ befindet, stammt aus der Bücher- 
und Handschriftensammlung des ehemaligen Erzbischofs und 
Primas Verantius. 

50. Der Ex-Sultanin Mara, Tochter des Despoten Georg 
Braakoyid, Urkunde für das KL Chilandar über die nach alten 
Verträgen von den Ragusaoern früher nach Jerusalem, nun an die 
Klöster Chilandar und St Paul jährlich zu zahlenden 1000 
ragusan. Perpern, vom 13. April 6987 (1479), im Kl. Chilandar. 

Eine Erwähnung dieses Diploms findet man in J. Baic's 
Istor. Serb. Bd. IH. S. 322—323. 

5L Des Herzogs vom Lande des h. Sava und Pec, Vladislav, 
Schuldbrief an die Ragusaner über 600 ihm geliehene Perpem, 
datirt aus Ragusa den 11. März 1480. Das Original in Privathändeo. 

52. Des Vojevoden von der Cemagora, Johann Cemojevii^ 
Schenkungsbrief für das Kl. Cetiq, vom X 1485, das Original 
in dem Metropolitenkloster zu Cetinj in der Cemagora. 

Hr. A. Kucharski, der im J. 1829 auf seiner Reise durch 
mehrere slawische Länder auch nach der Cemagora einen Aus^ 
^ug machte, führt dieses Diplom in dem Verzeichnisse der von 
ihm daselbst gesehenen, alten schriftlichen Denkmäler auf. S. Ca- 
sopis wlast Museum w Cechäch, Prag 1829 Heft 4. S. 122—130. 

53. Des Despoten Johann Schenkungsbrief für das Kl. St 
Paul auf dem Berge Athos, vom 3. Novb. des J. 7004 (1495), 
das Original mit hängendem goldenem Siegel in dem genannten 
Kloster. 

Abgedruckt im P. Julinac: Yureden v istor. slav. serb. 
naroda, S. 120 — 124. Julinac sah das Diplom 1764 bei dem 
.Prohegumen des Kl. St. Paul. Auch Raic versichert, das Origi- 
ginal selbst gesehen, zu haben und liefert von dessen hängendem 
Si^el (von ihm Moneta aurea gen«innt) eine treue Abbildung. 
Istor. Serb. HL 316, 

54. Des Despotcp von Serbien Johann Schenkungsbrief für das 
KL Kruäedol über mehrere Dörfer, datirt im Schlosse Bkkasovo 



185 

vom 4. Mai 7004 (1496), das Original aiif Pergament mit hän- 
geodem Siegel im Kl. KruäedoL 

Diese Urkunde hat durch Nässe und Verwahrlosung so 
sehr gelitten, und ist durch willkfirlichc, in Sprache und Ortho- 
graphie Yon dem Original ganz abweichende Au£Erischung ver- 
bliebener Wörter und Zeilen so verunstaltet, dass der Text mit 
Genauigkeit nicht mehr zu entziffern ist. Höchst aufiEallend ist 
es, dass dieses Diplom mit bulgarischer Orthographie ausgestellt 
wurde. 

55. Des Vojevoden von Walaohien Matia Bassaraba Sehen- 
kungsbrief an das KL Papratije, vom J. 7153 den 20. Novb.^ 
das Original auf Pergament mit hängendem Siegel im KL §i- 
Satevac. 

Die Orthographie ist zwar bulgarisch, doch sehr unstet, 
die Sprache schlecht. 

W. Haiidaclirifteii# 

A. Bibel. 

- So zahlreich auch Handschriften einzelner biblischer Bttcher, 
besonders des Psalters, ^ der Evangelien und der kanonischen 
Briefe der Apostel (Evangelije, Apostol) in den serbischen Klö- 
stern Slawoniens und Ungarns anzutreffen sind: so ist doch eine 
ganze slawische Bibel in der Handschrift bis jetzt in dieser Ge- 
gend nirgends entdeckt worden» Dies darf uns nicht befremden, 
da man selbst in Russland nur vier Codices der ganzen Bibel 
kennt, deren ältester vom J. 1499 ist Zwar erwähnt P. Solari<^ 
in s. Pominak kni2esk\j, Venedig 1810. 8^ S. 33 — 34 einer sla- 
wisdien^ m KL Mjem'c in der Moldau geschrieben«»), ehemals 
bei Pericinotti in Venedig befindlichen, nun nach England aus- 
geführten Bibel vom J. 1429; allein Dobrovsky war geneigt, 
den scheinbar sehr bestimmten Ausdruck «Ijepu rukopisnu bi- 
biyu naSu^ nur von einem Tbeile des Neuen Testaments (Evan- 
gelium oder Apostel) zu verstehen. Dem sei indess wie es wolle, 
so möchte ich für meinen TheU aus dem gegenwärtigen Mangel 
an Handschriften des AJten Testaments und der ganzen Bibel 



186 

nicht folgera/ dass Oberhaupt vor dem XV^ Jahrb. eine Ueber- 
setzung der ganzen Bibel im Slawischen nicht voriianden war. 
Denn alle Bttdier des Alten und Nenen Testaments in einen 
Kodex zu drängen, war bei der Beschaffenheit der cyrillischen 
Schrift, besonders in alten Zeiten, sowohl fiir den Sehreibw als 
den Leser sehr unbequem, wo nidit unmöglioh, und schrieb man 
die Theile des bequemern Gebrauchs w^en einzeln ab, so ist 
es natOrlich, dass man diejenigen am meisten vervielfältigte, 
deren man zum täglichen Gottesdienste unumgänglich nothwendig 
bedürfte. Ich kann mich hier auf die Aufzählung und Beschrei- 
bung der zahlreichen Handschriften biblischer Bfidier aus den 
späteren Jahiiinnderten gar nicht einlassen, und begnüge mieh 
einiges Denkwürdigere besonders aus der älteren Zeii aus- 
zuheben. 

56. Die fünf Bücher Mosis, das Buch Josua, das Buch der 
Richter und die vier Bücher der Konige (nach dem Ausdrucke 
der Griechen) ana dem XV. Jahrh^ 358 BL auf Papier in Folio, 
im Kl. KruSedol. 

Ehemals bestand die. Handschrift, wie man aus der Signa- 
tur vermuthen kann, wenigstens aus 384 Bi., jetzt fehlen im 
Anfange 26 Blätter. Das Ende ist ohne Datum. Sonst ist die Hand- 
schrift, von den besagten Lücken abgesehen, noch ziemlich gut 
erhalten. Der Text weicht von jenem der Ostroger Ausgabe und 
von andern bedeutend ab. Das Ende ist mit bulgarischer Ortho- 
graphie geschrieben (wahrscheinlich unter Maxim). 

57. Ein Pergamentblatt aus dnem Psalterium in 4^., wahr- 
scheinlich aas dem XIL Jahrh., in meinem Besitze. 

Es enthält dieses Blatt, welches ich an der innem Seite 
des Deckeis eihes handschriftlichen Euchologion befestigt fand, 
den Psalm CXVm., 21—43. Die Orthographie, die zwischen der 
bulgarischen und russischen gewissermassen die Mitte hält, bie- 
tet manches Eigenthümliche dar. Sie stimmt mit der des bald sn 
charakterisirenden Evangelienfragments (N. 68) in der Hauptsache 
fiberein. Ich nenne diese Famitie der Handschriften, wegen der 
Verwechslung des u und v, z. B. vienik, navii, prauda, u slo- 
vesjech u. s. w., und wegen anderer Spracheigenheiten, die ruthe- 



nische oder rassinische, deren Gebiet Ostungam uod Ostgalizi^n 
ist, und rechne zu derselben auch das berühmte ^ aus Krylos 
bei Galii stammende Evangelium in Moskau vom J. 1144, fer- 
Ber den Hanke'schen Kodex aus dem XIII. Jahrb. in Wien. 

58. Psalter, mit der akathistischen Hymne, auf Pei^ament 
in 16^, in der Vaticana zu Bom. 

Dobrovsky beschreibt den Kodex, nach dem Ganonicus Bo* 
browski, folgendermassen : „Cod;serb. membran. in 16^, in Bibl. 
Yatic.» aetatis posterioris, nitide exaratus, sed charactere nümm 
in modum reformato ex Cyrilliano, ita ut scriptor artem tachy* 
^apbieam fingere videatur". Instit. 1. slav. p. XIII— XIV. 

59. Psalter, aus dem XV. Jahrb., auf Papier in 4^., in der 
kais. Hofbibliotbek zu Wien. 

Dobrovsky Instit 1. slav. p. XXVII. 

60. Psalter, auf Papier in FoU aus dem XV. Jahr., im Kl. 
Vrdnik. 

Das Ende fehlt, sonst nodi ziemlich gut erhalten. 

61. Psalter, Apostel (d. i. Apostelgeschichte und Lectionea 
aus den kanonischen Briefen) und die Synaxarien sammt dem Ho<- 
rologium, aus der 2. Hälfte des XV. Jahrb., 252 BI. auf Papier 
in Fol., im Kl. Kruäedol. 

Diese Handsdirift befand sich ehedem in der Sammlung 
des Erzbischofs Maxim, wie am Ende derselben bemerkt wird. 
Sie ist, besonders im Anfange, sehr beschädigt. Der Schriftzug 
ist charakteristisch : eine Kurrentschrift, derjenigen, mit welcher 
die letzten Blätter des kruäedoler Pravilnik vom Jahre 1453 
(Nr. 151) geschrieben sind, sehr ähnlich. 

62. Psalter mit dem Posledovanije, d. i. mit den Synaxarien, 
dem Horologium u. s. w. , aus dem Ende des XV. oder dem An- 
fange des XVI. Jahrb., auf Papier in 4^, 412 Bl. Ehedem in 
der gräfl. Tolstoj'schen, nun in der kais. Bibliothek in St Pe- 
tersbui^. 

Im J. 1618 befand sich die Handschrift in der Einsiedelei 
bei Studenica, im J. 1638 wurde sie von Athos nach Russland 
gebracht. Vgl. Kalajdovii und Strojev Opis. 6lav.-ross.rkp. itd. 
1825. 8^ S. 359, 



188 

63. Psalter, mit dem Menologium oder Synaxarium, dem Eni- 
ttts für die grosse Faste, dem Horologinm und mdireren Eano« 
nen für Heilige, gesdirieben von d&n Hieromonach Gayrilo Tro- 
jiianin im Kl. Trojica in Serbien, im J. 7156 (1646), 464 BL 
auf Papier in 4^, in meinem Besitze. 

Nicht das Alter, sondern andere Eigentfaümlichkeiten die- 
ser Handschrift sind die Ursache, dass ich sie hier näher be- 
schreibe. Anf die Psalmen folgt nämlich der Mesjacoslov, d. i. das 
Synaxarium od. Menologium, nicht wie sonst bloss die Namen 
der Heiligen nnd die Troparien und Kondakien, sondern auch 
kurze, aber schätzbare chronologische und biographische Notizen, 
als Beigabe des Schreibers, enthaltend. Es wäre sehr zu wün- 
schen , dass künftig die Forscher auf Handschriften dieser Art 
ihr Augenmerk mit besonderer Wachsamkeit richten, um zu 
erfahrea, ob es nicht ältere Handschriften mit solchen oder noch 
reichhaltigeren Beilagen gebe. Die Chronologie, die in diesem 
Menologium befolgt wird, verdient vollends unsere Beachtung 
und muss hier näher auseinander gesetzt werden. Bekanntlich 
herrschten unter mehreren Jahrrechnungen der morgenländischen 
Christen besonders zwei vor 1) die historische oder alexandri- 
nische von Julius Africanus, welche (nach Gatterer) von der 
Schöpfung bis zur Geburt Christi 5501 Jahr zählt, und 2) die 
bürgerliche oder konstantinopolitanische , welche 5509 rechnet» 
und das Jahr mit dem 1. Septb. anfängt, so dass 5509 dieser 
Aera =: 1 nach Christi Geburt ist Sowohl diese, als auch jene 
Jahrrechnung kommt in serbischen Handschriften vor, und zwar 
beide oft in einem und demselben Eodex. Die Ursache dieses 
sowohl für die ältere serb. Geschichte, als wob für die Hand- 
schriftenkunde äusserst wichtigen, bis jetzt, so viel mir bekannt, 
von Niemanden beachteten, Doppelgebrauchs will ich hier nicht 
näher untersuchen. Hier nun einige Beispiele aus dem genannten 
Menologium. Man vgl. z. B. beim 25. März: BlagovjeStenije... 
je2e byst.. v Ijeto .>»^€yTO.==5499, beim 5. Decb. : Ro2d'stvo Chri- 
£tovo... ot bytija miru v Ijeto .A^-ei^, = 5500« beim 6. Jan. : Bogoja^ 
vljeqije... kr'sti se Isus Christos v Ij. ^qm* = 5530, beim 1. April : 
Isus Christos raspet byst 1 v'skr'se... v Ij. ..*^e«j6. =: 5535 (wobei 



189 

also angenommen wird, dass der Erlöser an 35 Jahre auf Erden 
gelebt habe); dahingegen beim 15. Mai: Sy. Lazar... ubqen byst 
na Kosovu... ot s'tvorenija STJeta v !]• .^Sw%. = 6897 (1389) usw. 
Bei jedem in diesem Menologium namhaft gemachten Heiligen 
sind chronologische Angaben über seine Lebenszeit beigefügt 
Mehr oder minder ausführlich und interessant sind die Nadi- 
richten bei den hh. Eyrill, Johann lUlski, Symeon, Sava, Arsenij» 
Stephan Deianski, Lazar, der h. Petka usw. Der Vf. fühlt oft 
verschiedene Angaben an, mit der Bemerkung» er habe es in 
dem einen Ljetopis so, in dem andern anders gelesen. Für den 
Gebrauch der alexandrinischen Aera führe ich nur noch einige 
andere Daten als Zeugen an. In einem handschriftlichen Ot'£nik 
auf Papier in Fol. im Kl. Eruäedol liest man am Ende: s'vr'äi' 
se meseca maja £. d'n v Ij. .^mvu (7041) a ot ro2d'stva Ghristova 
.>^a#M. (1540). Der Schluss der gedruckten venediger Liturgien 
1527 lautet: s'vr'äi se ot bytija v 1. .^^jb. (7027), a ot roid'stva 
Christova ..^a«K3. (1527), und des Euchologion von Goraidje 1531: 
s'vr'Si se ot bytjja v 1. .>^3iD). (7032) a ot roid'stva Christova 
..^a^^jia. (1531), meseca Ochtomvrija .Ka. d'n. In einem von Drago- 
savljevid erwähnten Molitvoslov, vielLVina Vukovic's Ven. 1560. 
8^, in der chronolog. Tafel liest man: „Ot Adama do Boidenüa 
Christova 5500. Od Adama do spasenija strasÜ lisusa Qirista 
5533.^ Bekanntlich müssen bei der konstantinopolitanischer Jahr- 
rechnung statt 5508 allemal 5509 abgezogen werden, sobald das 
Datum in die Monate Sept. bis Dezb. fällt, und dies findet man 
in Handschriften, wo beide Jahrzahlen nach der Welterschafifung 
und nach Christi Geburt neben einander gesetzt werden, meist 
sehr genau beobachtet: bei der alexandrinischen Aera kommt 
hingegen, wie man schon aus den angeführten Beispielen sieht, 
der missliche Umstand vor, dass die Mönche bald volle 5501, 
bald nur 5500 Jahre bis Christi Geburt zählen und den Anfang 
dos Jahres bald auf den September setzen, bald auch nicht. — 
Welche unangenehme Verwirrung chronologischer Daten in die 
ältere serbische Geschichte diejenigen s«-bischen Schriftsteller, 
die den wichtigen Unterschied und Gebrauch dieser beiden Aeren 



196 

nicht kannten, gebracht haben mögen, wird man nach dem Ge- 
sagten von selbst entnehmen können. 

64. Neues Testament sammt Psalter, alte serb. Handschrift, 
ehemals in der Privatbibliothek des Papstes Benedikt XIV. 

DobroYsky sagt von dieser Handschrift: »Cod. serb. anti- 
quns, olim in peculiari bibliotheca JBenedicti PP. XIV., a Cara- 
mano et Math. Sovid inspectus."" Inst. 1. slav. p. XIH. 

65. Nenes Testament, enthält nach dem Evangelium Johannis 
auch die Apokalypse sammt vier andern kurzen Aufsätzen, auf 
Pergament in 8^, in der St. Marcus-Bibliothek zu Venedig. 

' Die vier Aufsätze sind: a) de decem verbis scriptis in ta- 
bulis lapideis, b) Dorothei episcopi Tyri de 68 disdpulis Do- 
mini, c) Epiphanii de apostolis, d) de Pauli ortu et martyrio. 
Dobrovsky Instit. 1. slav. p. XIV^XV, Id. ap. Griesbach N. 11. 

66. Lectionen aus den Evangelien für das ganze Jahr, auf 
Pei^ament, angeblich aus dem XI. Jahrb., in der Vaticana zu 
Rom. 

Assemani schätzte sein Alter so hoch.; Dobrovsk^ nennt 
ihn „codex Serbiens". Inst. 1. slav. p. XII. 

67. Die vier Evangelien, auf Pergament, angeblich (nach dem 
Katalog) aus dem XI. Jahrtu, ehemals in der Coislinian'schen, 
jetzt in der k. Bibliothek zu Paris. 

Dobrovsk^ Instit. 1. slav. p. 689, 693, 705—706. 

68. Zwei Pergamentblätter eines Lectionarium der Evangelien 
in 4^., wahrscheinlich aus dem XI. Jahrb., in meinem Besitze. 

Ich fand diese zwei Pergamentbiätter an der innern Seite 
des Deckels eines handschriftlichen Liturgiarions aus dem XV. 
Jahiii. befestigt Die Fragmente bieten in dem Gebrauche der 
Vocale viel Eigenthümliches dar, und in dieser Hinsicht stehen 
sie in der Mitte zwischen der bulgarischen und russischen Hand- 
schriftenfamilie und gehören zu der ruthenischen Recension. .Sie 
enthalten das Ende des neunten Auferstehungsevangelium Joh. 
XX., 19—31, ferner das zehnte Auferstehungsevangelium Joh. 
XXI., 1—14, dann das Ende einer Homilie, und endlich das 
Evangelium Matth. XIV, 22—34. Die Schrift hat zum Theil 
schon sehr gelitten und ist nicht mehr ganz zu lesen. 



i9r 

69. Das ehemalige beriAmte.EvangQlieübach zu Bheims, 
cyrillisch und glagolitisch auf zwei Kolumuen geschrieben, wahr* 
scbeinlidi aus dem XIII. Jidirh., in der französischen Bevolution 
zu Grunde gegangen. 

,,£vangelia^ , sagt Dobrovsky, ,,slavonica lingua exarata, 
religiöse Bhemis servata, quae reges Galliae coronandi prae- 
stando jusjurandum längere solebant, furor tumultuautinm, prob 
dolor igni tradidit". Instit. 1. slav. p. Xiy. Alter vermuthete, 
dass dieses Evangelium lun das J. 1204, nach der Plünderung 
der Sophienkirche zu Konstantinopel (im J. 1204) durch die 
Lateiner, Dobrovsky hingegen, dass es erst uuter Ludwig dem 
Heiligen, als ein Geschenk von der serbischen Königin Helena, 
die eine französische Prinzessin war, etwa um das J. 1250 nach 
Frankreich gekommen sei. Allein Helena wird in den Chroniken 
nur eine fränkische Prinzessin genannt, was überhaupt nur eine 
Niditgriechin und Nichtserbin bedeutet Auf die Aussagen und 
Zeugnisse des Ks. Peter I. und des gelehrten Engländers Tho- 
mas Ford Hill gestützt, hielt es Dobrovsky dafür, dass dieses 
Evangelium auf zwei Kolumnen mit cyrillischen und glägoliti* 
gehen Buchstaben geschrieben war,..und höchstens aus dem XUI. 
Jahrb. stammen mochte. 

TO. Die vier Evangelien, aus dem Anfange des XIV. Jahrb., 
391 Bl. auf Pergament in kl. 4^, im Kl. Siäatovac in l^rmien. 

Die Handschrift ist am Anfange und Ende verstünunelt,* 
und auch sonst lückenhaft. Vorne fehlen 5 Blätter, das erste 
vorhandene Blatt beginnt mit dem Kapitelindex des Matthäus; 
nach dem ersten Blatte des Textes des Matthäus sind 5 Blätter 
ausgeschnitten; in dem Directorium über die Lectionen sind in 
der vorletzten und letzten Lage 9 Blatter herausgerissen; und 
am Ende ßc^int eine ganze Lage abzugehen , indem der Peri- 
kopen- Index mit dem 1. Februar abbricht; überdies sind die 
letzten 5 Bl. sehr beschädigt Der Kodex hat von der Zeit mehr 
gelitten« als der Apostel vom J. 1824, besonders ist die rothe 
Schrift sehr verwischt. Die Schriftzüge sind gröber und wenige 
gleicbgebalten, als in dem Apostel; die Schwärze frischer; den- 



192 

noch möchte ich dieses Evangeliwn für etwas älter halten, als 
der Apostol ist. Die Orthographie ist rein serbisch. 

71. Die vier Evangelien, auf Pergament in 4^, nach Assemani 
aus dem XUI. Jahrh., nach Dobrovsky aus dem Ende des XIV. 
oder Anfange des XY« Jahrh. in der Vaticanbibliothek zu Rom. 

Dobrovsky Inst. 1. slav. p. XII— XIII. 76. Id. ap. Griesbadi 
„Vat." Alter p. 1008. 

72. Die vier Evangelien, vom J. 6880 (1372), ein serbischer 
Kodex auf Pergament, auf der k. k. Hofbibliothek in Wien. 

73. Die vier Evangelien, wahrscheinlich aus dem XIY. Jahrh., 
auf Pergament in 8^, im Kl. Nikolja in Serbien. 

Eine Beschreibung dieser, am Anfange und Ende unvoll- 
ständigen Handschrift findet man in V. St. Karad2i£'s Danica 
1826 S. 14 ff. Bemerkenswerth ist, dass in derselben das den 
Serben eigenthümliche Zeichen h ffir das erweichte t und j 
gebraucht wird. Das älteste Originaldenkmal mit diesem Bach* 
Stäben , welches ich bis jetzt entdeckt habe , ist die Schriftur- 
knnde für das Kl. Ravanica vom J. 1381 (N. 41> In allen altern 
mir bekannten serbischen Denkmälern wird dieser serbische Laut 
durch K und r, bisweilen mit einem nachgesetzten + ausge- 
drückt. Da der Gebrauch des Pergaments bei Handschriften in 
Serbien im XV. Jahrh. bereits sehr selten ist, so glaube ich 
nicht zu irren, wenn ich das Alter der Handschrift in die Jahre 
-zw. 1350—1400 setze. 

74. Zwei pergamentene Blätter aus einem serbischen Evan- 
gelienkodex aus dem XIV. Jahrh., in meinem Besitze. 

75. Die vier Evangelien, mit bulgaro-wlachischer Orthogra- 
phie, aus dem XIY.— XV. Jahrh., 321 Bl. auf Pergament in Folio, 
in der Bibliothek des Herrn von Jankoviö in Pest 

Anfang und Ende fehlt In der Mitte einige Blätter auf 
Baumwollenpapier. 

76. Die vier Evangelien, mit bulgarischer Orttiographie ; aus 
dem XV. Jahrh., 167 BL auf Papier in kl. Folio, in der Metro- 
politanbibliothek zu Karlovic 

77. Lectionen aus den Evangelien, mit beigeüQgten kurzen 



' 193 

HiHnili^, in rutheniseher Mundart, aus dem XV. Jahrb., 222 Bl. 
auf Papier in Folio, im KI. Bodjan in Ungarn. 

Die Handschrift ist sowohl im Anfange als auch am Ende 
defekt, bietet demnach kein Datum dar. 

78. Die vier Evangelien, auf Papier in Folio, im J. 1430 
durch den Hieromonachen Athanasije in der Lavra Pantokrator auf 
Athos gekauft und ehemals dem Patriarchen Nikon gehörig. 

Dobrovsky Instit. 1. slav. p. XXII. 

79. Die vier Evangelien auf Befehl des Despoten und Erzbi- 
schofs Maxim geschrieben durch den Hieromonachen Pankratije 
im J. 7022 (1514), 354 Bl. auf Papier in gr. Folio, im KL 
KruSedol. (Nr. 16.) 

Ein seltenes Prachtexemplar in grösstem Folio, mit be- 
v^underungswürdigem Fleisse und äusserst schön geschrieben. 
Das Belege der Deckel besteht aus massiven silbernen Tafeln 
mit Verzierungen und Inschriften. 

80. Die vier Evangelien, im J. 1535 von dem Fürsten Peter, 
Sohn Stephau des altem, Vojevoden von der Moldau, dem xe- 
ropotamer Kloster geschenkt ^ auf Papier in Folio, in der k. 
Hofbibliothek zu Wien. 

Dobrovsk:^ Instit. 1. slav. p. XXHI. 

81. Die vier Evangelien, geschrieben durch den Hieromona- 
chen Nikanor im Kl. Remeta im J. 7087 (1579), 309 Bl. auf 
Papier in gr. Folio, im Kl. KruSedol. 

Dieses Evangelium wetteifert mit dem vorletzten, unter N. 79 
beschriebenen, an Schönheit der Schrift und Pracht des Einbandes. 
In beiden ist das Papier von blendender Weisse, die Schrift gross 
und von Anfang bis zu Ende gleichförmig, die Anfangsbuch- 
staben und die Trennungspunkte zwischen den Sätzen ver- 
goldet etc. 

82. Die vier Evangelien, aus dem XVI. Jahr., 339 Bl. auf 
Papier in Folio, im Kl. Kruäedol. 

Es ist dies das dritte, kleinste handschriftliche Pracht- 
evangellum im Kl. Krugedol, die Deckel mit Silber beschlagen, 
vergoldet und mit Heiligenbildern und Edelsteinen verziert. 

Öafailk. Litentnrgeflcbiohte. III. Bftnd. 13 



194 

Ausserdem sind auch die gedruckten belgrader und nurkSina-- 
crkva'er Evangelien in gleichem Pracbtbande da. 

83. Die vier Evangelien, auf Papier, in der kön. off. Biblio- 
thek zu Prag. 

Dobrovsk;^ Instit. 1. slav. p. XVII. 

84. Die vier Evangelien, auf. Papier in Folio, bei Herrn 
k. k. Bibliothekskustos b. Eopitar in Wien. 

Dobrovsky Instit 1. slav. p. XXXI. 

85. Apostel, d. i. Apostelgeschichte und die kanonischen 
Briefe der Apostel, geschrieben uütei'Kg. Stephan UroS IIL Deöan- 
ski, auf Befehl des Erzbischofs Kikodim von dem Hieromonachen 
I)amian in der Stadt 2(d)rjelo im Distrikte Pe6, und beendet am 
Feste der h. Dreifaltigkeit im J. 6832 (1324), 230 Bl. auf Per- 
gament in 4^, im Kl. Siäatovac. 

Abb^ Dobrovsky benutzte diesen Apostel, der die Apostel- 
geschighte in der gewöhnlichen Ordnung, die Episteln aber nach 
Lectionen enthält, bei der Herausgabe seiner altslawischen 
Grammatik. Von seiner Hand ist die Zählung der geordneten 
Blätter und die Notation der Texte am Rande. Leider fehlen 
bei dieser schätzbaren Handschrift bereits' einige .Blätter, und 
zwar eins in de.r Mitte, einige aber vor dem letztem Blatte (230), 
auf welchem sich die zum Glück erhaltene Schlussrede befindet, 
unter ^rjelo ist, meiner Meinung nach, nicht jenes am Flusse 
Pec, jetzt Kl. Gornjak genannt, sondern ein anderes im Gebiete 
der Stadt Pec, alban. Ipek, am Flusse Bistrica unweit De£ani 
zu verstehen. Die Lesarten dieses Apostols sind durch Dobrov- 
sky's Meisterwerk zur ^Genüge bekannt; für den serbischen 
Sprachgeschichtsforscher sind Macaronismen, wie slunce, j. sunce, 
2iyemo, tretijega u, s. w., von gewichtvoller Bedeutung. Sonst 
ist die Schrift sehr regelmässig, schön, die Orthographie uralt, 
überall oy statt des späteren )$, doch nirgends mehr.OTB statt 6. 

86. Apostel, die Apostelgeschichte und Lectiqnen aus den 
Episteln, aus dem XIV. Jahrb., &7 Bl. auf Pergament in 4'., im 
Kl. BeSenovo. 

Diese Handschrift gehört der Orthographie zufolge der 
bulgarischen Familie an; ist aber sehr unvollständig, indem in 



195 

der Mitte mehrere Quaternionen ausgerissen sind, und auch am 
Ende eine bedeutende Anzahl Lagen und somit auch die Schluss* 
Worte abgehen. Sie ist bei weitem weder so korrekt , noch so 
schön geschrieben, als der §i§atovacer Apostol. 

87. Apostol, geschrieben im J. 1406 und dem Fürsten Hrvoja 
dedicirt, auf Pergament , ehemals in der Privatbibliothek des 
Papstes Benedikt XIV., jetzt in der Vaticana (9) in Rom. 

Dobrovsky Instit. 1. slav. p. XIII. 

86. Apostol, aus der zweiten Hälfte des XV. Jahrh., 252 BL 
auf Papier in Folio, im Kl. Kmi^edol 

Die Handschrift hat leider durch die Zeit und Verwahrlo- 
sung sehr gelitten. Anfang und Ende fehlt. — Mehrere hand-^ 
schriftliche ETangelien und Apostol aus dem XVI.—XVIL Jahrh.» 
die ebenfalls in KruSedol aufbewahrt werden, übergehe ich hier, 
weil sie sich durch nichts auszeichnen. 

89. Apostol, auf Papier in 4^., in der k. Hofbibliothek 
in Wien. 

Dobrovsky Instit. 1. slav. p. XXIV. 

90. Apostol, aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrh., 218 BL 
auf Papier in Folio, im Kl. Rakovac in Sirroien. 

Die ersten paar Blätter fehlen; sonst fleissig geschrieben 
und gut erhalten. 

91. Apostol, aus dem XVL Jahrb., auf Papier in Folio, im 
Dorfe Leiimir in Sirmien. 

Aehnliche und zum Theil auch jüngere Abschriften des 
Apostels befinden sich hie und da in den Kirchen alter serbi« 
scher Gemeinden in Sirmien, in der Bäfika usw. 

92. Apostol, aus dem XVI. Jahrb., 212 BL. auf Papier in 
Folio, im Kl. Fenek im peterwardeiner Gränzregiment. 

(Eine spätere Unterschrift darin ist v. J. 7044 (1536].) 

93. Die Apokalypse mit dem Anfange des Evangelium Jo- 
hannis, geschrieben von Rädosav zw. 144.3 — 1460, ehemals bei 
M. Sovic. 

Die Nachricht bei Dobrovsky lautet: parvus codex cyrilli- 
cus Bcfsnensis, quem scripsit quidam Radosav christianus cni- 
dam Goisavo Christiane diebus regis Tomasch (wohl Stephan 

13* 



196 

Thomas Christld, Kg. von Bosnien 1443, ermord. 1460) et aTi 
R&tko; olim in bibl. Matthiae Sovich archidiakoni Oserensis." 
Instit. 1. slav. p. XIV. 

B. Liturgie. 

Es befinden sich, wie leicht zu yermuthen ist, vielleicht von 
keinem andern Fache der altslawischen kirchlichen Literatur so 
viele Handschriften in den serbischen Klöstern und Kirchen, als 
von diesem. Wenigstens fand ich bei dem Besuche mehrearar 
Klöster in Südungarn und Slavonien fast keines derselben, wel- 
ches nicht eine Anzahl liturgischer Handschriften, namentUdi 
Liturgien, Rituale, Horologium, Oktoich, Triod, einzelne Tbefle 
des grossen, nach Monaten in Bände abgesonderten Meoäuais 
(die zahlreichste Rubrik in allen Klöstern), Gebetbücher, Sti- 
chirar, Typikon usw. aufzuweisen hätte; einige, wie KmSedol, 
Remeta, Vrdnik, Opovo, §i§atovac, zeichnen sich durch eine 
Menge solcher Handschriften besonders aus. Da aber die meisten 
derselben weder durch ihr Alter (denn sie sind bis auf wenige 
Ausnahmen im XVI. — XVH. Jahrb. geschrieben), noch durch 
sonstige Vorzüge und Eigenthfimlichkeiten eine besondere Aus- 
zeichnung und Beschreibung an diesem Orte verdienen, so be- 
gnüge ich mich, bloss auf einige derselben, ihres sprachlichen 
oder historischen Interesses wegen in aller Kürze hinzuweisen. 

94. Die Liturgie des Priesters Theophan, geschrieben vom 
Priester Ljuboelav, eine aus zwei zusammengenähten Blättern 
bestehende grosse Pergamentrolle, in dem Metropolitankloster 
zu Cetinj. 

Hr. A. Kucharski erwähnt in s. brieflichen Berichte (Casop. 
wlast Mus. Prag 1829 IV. 121 fl^.) dieses alten pergamentenen 
Volumens, ohne es näher zu charakterisiren. 

95. Kanon zu Ehren des h. Nikolaus sammt Beilagen, vom 
Anfange des XVL Jahrh., 201 Bl. auf Papier in 4^, in der Me- 
tropolitanbibliothek zu Karlovic. 

Die Handschrift enthält: 1) des Erzbischofs von Alexan- 
drien Christophor Nachricht und Belehrung (povjest i pou£enije), 



107 

Bl. 1 — 12, von etwas späterer Hand; 2) das Officium des heil. 
Nikolaas, Bl. 13—49. Hier ist statt der Doxologie das Bild 
eiaes Fisches am Rande gesetzt, wie in dem Pentikostar von 
MrkMna crkva 1566. Fol.; 3) Lieben und Wunder des h. Niko- 
laas, BL 50—85; 4) Paraklis f&r den h. Nikolaus, BL 85—93; 
5) abennal ein Wunder desselben Heiligen, BL 94—97 ; 6) Nach- 
richt j^ms alten Bachern" vom jttdischen König Assa, BL 98—118; 
7) Nachrieht aus der Chronik von Nimrod, BL 119—125; 8) Ni- 
kodims (apokryphisches) Buch über die Auslieferang des Hei^ 
laades, BL 126—165; 9) Johannes Chrysostomus Reden über 
Hieb, BL 166—181; 10) Kurze serbische Annalen, BL 182—193, 
endigen mit der ersten Reise des Bischofs Maxim nach der 
Walachei im J. 1503; 11) Aufschrift auf einem Denkstein in der 
Ebene Kosovo (N. 9), BL 194; 12) Sprüche griechischer Philoso-* 
phen, BL 195— 197 r.; 13) Oxijar, über Accentuation und Abbre- 
viatioD slawischer Wörter, BL 197v. — 201. Am Deckel steht 
eine spätere Nachschrift vom J. 7148 (1640), unter dem Pa^ 
triardien Paisije. 

96. Kanonen (praviU).zu Ehren serbischer Nationalheiligen, 
auf Veranstaltung des rakovacer Klostervorstehers Theophan, 
geschrieben durch den Hieromonachen Maxim im J. 7222 (1714), 
396 BL auf Papier in 4^, im Kl. Bakovae. 

Die den Kanonen beigesetzten Biographien, und der be- 
rühmte serbische Kalender, Wien 1771, der einen lebhaften, in 
mehreren polemischen Schriften geführten Streit veranlasste, 
und insbesondere den liberalen Jesuiten Pejaöeviö bewog, eine 
Geschichte von Serbien zu schreiben, sind die Ursache, warum 
ich diese junge Handschrift hier anführe. Die Heiligen , deren 
Kanonen und Leben hier stehen, sind 1) der h. Sava, 14. Jan. 
ohne Prolog (kurzes biographisdies Elogium), BL 1—24; 2) h. 
Symeon, 13. Febr., ohne Prolog, BL 25-48; 3) h. Stephan 
De^inski, 11. Novb., mit Prolog, BL 49—65 ; 4)*) 5) h. Maxim, 18. 
Jan., mit Prolog, BL 88—105; 6) h. Stephan, Sohn Georgs, 
9. Okt, mit Prolog, BL 106—123; 7) h. Johann, 10. Dec, ohne 
Prolog, BL 124—148; 8) h. Lazar, 15. Juni, ohne Prolog, BL 

♦) Durch Versehen des Autors in der Originalhandschrlft ausgelassen. 



i9d 

149—168; 9) h. Stephan Stiljanoviö, 4. Oktb«, samtnt ein^oi 
ausführlichen Leben und Elogium, Bl. 169—210; 10) h. Theodor, 
am Samstag der ersten Fastehwoche, BI. 211—225 (hier wohl 
nur deshalb, weil sein Körper in dem sirmischen Kloster Opovo 
aufbewahrt wird); 11) h. Uro§, DuSans Sohn, 2. Dezb., sammt 
dem Prolog desselben und des diokleer Einsiedlers Joanoikiije 
(unter Djor^je Brankoviö), Bl. 226—248;. 12) Leben und Eb« 
gium des Stephan DuSan und seines Sohnes .Uro6, vom Erzbi*^ 
Bchof und Patriarchen Paisije) Bl. 249—271 ; 13) Uebertragung 
der Gebeine des h. Stepbau des Protomartyrs nach der Stadt 
Konstantia, 2. Aug., Bl.r 272—294 (hier wohl deshalb, weil die- 
iser Heilige der Landespatron von Serbien war); 14) Leben und 
Elogium des h. Lazar^ 15. Juni, BL 295—298; 15) h. Simon 
(so hiess der vor dem Tode eingemönchte Stephan L), 24. Sept, 
sammt Leben und Elogium, BL 299—326; 16) Stephan Milutin, 
30. Qktb., sammt Leben und Elogium, BL 327^352; 17) Leben 
und Elogium desselben Stephan Milutin, Bl. 354 — 360; 18) Le^ 
ben und Elogium des Stephan Deianski vom Hegumen von De- 
iani, Grigor^e Camblak, BL 361—396. ^ In dem Festtagsme- 
näum von Bozidar Vukovid, Venedig 1538. FoL stehen die Ka- 
nonen folgender serb. Heiligen: der h. Paraskeva (Petka), des 
h. Symeon, des h. Sabbas und des h. Stephan De£anski. Auf 
Veranstaltung und Kosten des arader Bischofs Synesius 2iva- 
novic ers<;hien folgendes Buch: Pravila molebnaja svjatych serb- 
skych posvjetitelej, Bimnik 1761. 4^ 261 BL, seit dem einige- 
mal in Venedig u. a. aufgelegt. Hiefaer gehören auch des chi^ 
landarer Mönchs Theodosije Kanonen für den h. Symeon und 
Sabbas. Die Vergleichung dieser Handscbrift mit den gedruckten 
Kanonen überlasse ich gern andern. In den Prologen und Bio- 
graphien ist für die serbische Geschichte fast gar keine Aus- 
beute. 

97. Bruchstück eines Stichirars mit Noten, aus dem KVL 
Jahrh. , auf Pergament in 4^ , ehedem in der Bibliothek des 
Protopresbyter Sava Kosic zu Kisfalud, gegenwärtig bei mir. 

Hr. A. Dragosavljevic £and dieses in fünf Stücke zer<» 
schnittene und zu einem Beutel (der ehemals zur Aqfbewah- 



199 

rang von kleinen t^artikeln von Beliqnien in irgend einem Klo^ 
ster odcfr bei eiüer Kirche gedient haben mag), zusammenge- 
nähte Blatt, und liees den Text nebst Erläuterung in dem serbi- 
schen Ljetopis 1827, Hft. IIL, S. 48—54 abdrucken, wobei sich 
jedoch auf der gestochenen Tabelle, nach meiner genauen Ver- 
gleichung, abgesehen von der untreue des Schriftzags, im 
Texte einige Unrichtigkeiten eingeschlichen haben. Die zwei 
Stichiren sind, was den Herausgebern unbekannt blieb,' aus dem 
Triodion quadragesindale, und zwar aus der Vigilie des Fast-. 
nachtssonntags entnommen. Man bmucht nur «inen Blick auf 
das Fragment zu werfen, um sich von dessen hohen Alier zu 
fiberzeugen. Die über die Sylben gesetzten Gesangnoten stimmen 
mit denen des Tolstoj'schen Stichirars ans dem XVL Jahrb. 
aufs' vollkommenste überein V so dass sich beide Handschriften, 
wenn die unsrige ganz w&re, sehr schön gegenseitig konstatiren* 
würden. VgL Kalajdovii und Strojev Opis rukop. Moskau. 1826. 
8^ S. 211 und das beigelegte Facsimile. Ob der Stichirar vom 
J. 1157 in der Synodalbibliothek zu Moskau (Dobrovsky Slawin 
8. 281) ebenfalls mit Noten versehen sei, weiss ich nicht. Auch 
dieses Fragment halte ich für ein Ueberbleibsel der vielen, einst 
im ungarischen und galizischen Russinenlande geschriebenen, 
nun leider fast sämmtlich untergegangenen Codices , auf deren 
Spur man künftig mehr Acht haben sollte. 

98. Bruchstücke eines alten Oktoichs, in einem Palimpsest^ 
165 Bl. auf Pergament in 4^., in der Barberinischen Bibliothek 
in Rom. 

Hr. Canonicus Bobrowski aus Wilno entdeckte auf seiner 
Reise diesen Palimpsest (um 1822). Der jetzige Kodex, aus 
dem Xni. Jahrh. , enthält den Ecclesiastes ' und die zunächst 
folgenden Bücher des Alten Testaments nach der alexandrini- 
sehen Version. Die rescribirten Blätter sind aus zwei Codicibus 
entnommen: 1) aus einem alten griechischen» in dem einige 
biblische Bücher geschrieben waren; 2) aus einem alten slawi- 
schen, d^ eine Sammlung kirchlicher Hymnen oder Oden um- 
faßte, und dessen Sehriftzug dem der griechischen Handschriften 
ans dem IX. Jahrh. ähnelt. Slawische ausgelöschte Züge bemerkte 



Hr. Bobrowski auf den Bl. 57, 68, 69, 76, 77, 84, 92 bis 165. 
Nach den von Bobrowski mitgßtheilten Proben, die eine Ver- 
wechslung der Buchstaben x und a, femer die Veränderung 
des A in e, darbieten, schliesst Hr. Vostokov, dass der slawische 
Kodex höchstens aus dem XH.— XIH. Jahrh. sein könne. Ich 
bin darüber einer andern Meinung. Die organische cyrillische 
Orthographie, eigentlich für bulgarische Slowenen eingerichtet, 
und dann zu den Slowenen nach Pannonien übertragen, ward 
ohne Zweifel schon im X. Jahrb. in verschiedenen slawischen 
Ländern versehiedentlich modificirt imd zum Theil verunstaltet» 
anders in Serbien, und wieder anders im Lande der Russinen 
u. s. w. Die Serben mögen anfangs die bulgarischen Buchstaben 
X und 1 , wiewohl ihnen die denselben entsprechenden Laute 
selbst fremd waren, mitgeschrieben und dabei häufig gefehlt 
haben. Später ersetzten sie dieselben bekanntlich regelmässig 
durch oy und e. Von dem Bl 96 aber, auf welchem das serbi- 
sche e statt k regelmässig gebraucht viM, sagt Hr. Bobrowski 
ausdrücklich, dass es mit kleinerer Schrift geschrieben sei, als 
die andern: es kann demnach dieses Blatt auch aus einem an* 
deni serbischen Kodex sein. S. Köppen's Bibliograf. Listy N. 14 
S. 189, 199, N. 17 S. 229—232. 

99* Die Kirchenhymnen des Oktoich sammt andern Beilagen, 
aus dem XIV. Jahrh. , auf Pergament in 4^. , in der k. Hof* 
bibliothek in Wien. 

Dobrovsky berichtet über diese Handschrift: „Odae, quae 
in Octoecho leguntur, pauIo aliter dispositae ; adhaerent canones 
poenitentiales minori charactere (foll. 35) ex alio codice, nee 
non tria folia rudiori charactere, in quibus evangelium de La- 
zaro etc." Instit. 1. slav. p. XXVU. 

100. Oktoich, geschrieben durch den Presbyter Nikola, im 
J. 7000 (1492), auf Papier in Folio, im Kl. Grabovac in Ungarn. 

101. Festtagsmenäum , bei den Russen Trefoloj genannt, 
ehemals (um 1510) zu Wilno. 

Dieses „Tpe^ojofi napraveHOBiifi, nun Ha fitpraneHH 
cepöccoro aaiua'' besass nach einem Verzeichnisse in der KroB- 
matrikel der polnische König Sigmund in seiner Bibliothek zu 



201 

Wilno im J. 1510. Vg]. J. Lelewel Ksi^ bibliograf. Warsz. 
1823, 8». n. 97. 

102. ÖasosIOT oder Horologium, sammt astrologischen Beila- 
gen, geschrieben um 1700, 177 BI. acrf Papier in 8^, in meinem 
Besitze. 

Bloss wegen der sonderbaren» höchst selten vorkommenden 
astrologischen Beilagen fflhre ich diese jnnge Handschrift hier 
an. Sie enthält: 1) Horologinm, Bl. 1 — 126. 2) Astrologische 
Prognostik („gromovnik"), Bl. 127—177. Letztere stimmt zwar 
in einigen Stücken mit der Handschrift yom J. 1390 — 1408 
Qberein, weicht aber wiederum in andern bedeatend - davon ab. 

103. „Tabulae Capponianae seu pictum ecclesiae graecae 
menologium', Heiligenbilder mit slawischen Nameninschriften auf 
fünf hölzernen Tafeln, die sechste fehlt, liach Tagen und Mona- 
ten gereiht, um 1250—1300 wahrscheinlich in Chilandar gefertigt 
(der jüngste darin vorkommende Heilige ist der Erzbischof Sava, 
st 1237), von Peter dem Grossen dem Priester Gerasim Phökas 
geschenkt, und dem Bruder des letztern, Marinus, dem Mark- 
grafen Capponi verkauft; jetzt in der Vaticana zu Bom. 

Ausführlich sind diese Tafeln erläutert in Assemani Ca- 
lendaria eccles. univ. T. I. p. 1—179. Vgl. auch Dobrovsky 
Instit 1. slav. p. XIH. 

104. Das Bruchstück eines Menologiums aus dem XIU. 
Jahrb., zwei Pergamentenblätter in 4^., in meinem Besitze. 

Dieses Bruchstück einer mit bulgarischer Orthographie 
sehr schön geschriebenen Handschrift enthält den Anfang der 
Monate März und Mai. Ich fand es bei einem Hieromonachen 
in Sirmien, der sich früher 16 Jahre lang zu Plevon in Bulga- 
rien aufgebalten hatte, und vor seiner Abreise einen neuen 
russischen Kirchendruck in dieses Doppelblatt einwickelte, um 
des Einbandes zu schonen. 

105. Synazagarium oder Menologium, sammt einer Progno« 
stik, kurzen serbischen Annalen und Leben verschiedener Heili* 
gen, geschrieben am das J. 1501, kl. 8^, 194 Bl. auf Papier, 
m meinem Besitze. 



202 

Es enthalt 1) Synaxarium sammt verschiedenen Troparien 
und Hymnen, BL 1—95. 2) Paschalie vom J. 7009 bis T040 
berechnet, Bl. 96—100. 3) Astrologische Prognostik, El. 1^1—106. 
4) Kurze serbische Annaleo, Bl. 107—117 (das Ende fehlt, in- 
dem mehrere Blätter ausgerissen sind). 5) Fragen und Antworten 
aus der biblischen Geschichte, Bl. 118—123. 6): Verschiedene 
Bruchstücke aus der bibL und r$m. Geschichte, BL 124— 137. 
7) Leben des h. Alexius, Bl 138—144 8) Leben des h. Geor- 
gius, Bl. 145—161. 9) Leben des frommen und gerechten Hiob^ 
BL 162—181. 10) Leben des h. Cyrikus. BL 182—194. Anfang 
uqd Ende, so wie auch vieles in der Mitte, fehlt. Vom sind 
mehrere Blätter rescribirt. 

106. Molitvenik, Euchologion, insgemein Trßbnik genannt, 
vom Ende des XIV. oder Anfange des XV. Jahrb., auf baumwol* 
lenem Papier in. Folio, in der Synodalbibliothek zu Moskau. 

S. Kalajdoviö Johann. Exarch S. 62. 116. Die Handschrift 
befand sich 1624 noch in Chilandar, und wurde 1654 durch den 
Hieromonachen Arsesij Suchanov von da nach Bussland ausgeführt. 

107. TypikoD, für die chilandarische Einsiedelei (sichastarija, 
d. i. iiifvxaavTKfiov) in der Eareja, von der Hand des h. Sava 
im J. 6707 (1199) geschrieben, eine etwas über zwei Spannen 
breite und gegen drei Ellen lange Pergamentrolle (volumen, 
srb. svitak) , in der Sichastarija des h« Sabbas von Jerusalem 
zu Kareja auf dem h. Berge. 

Hr. Hieromonach Gerasim Michajiovid aus Növipazar, jet2t 
Vicarius im Kl. Vrdnik in der FruSkagöra, frflher Mönch in 
Chilandar und einige Zeit Bewohner der Sichastarija, beschrieb 
mir vor einigen Jahren diese, von den Bewohnern Chilandars als 
eine ihrer vorzüglichsten Kleinodien angesehene Handschrift aufis 
genaueste. Ich fand später seine Aussage mit der bei Domettjan 
im Leben des h. Sava vom J. 1264 über die Erbauung der 
Einsiedelei (Sichastarija, jetzt von den Mönchen gemeiniglich 
Postnica und Typikarnica genannt) vollkommen übereinstimmend. 
Dometijan fügt hinzu, dass auch er, nach dem Beispiele Sava's, 
damals (1264) in der Sidiastarija lebte und daselbst die Le^ 
bensgeschichte des h. Sava abfasste. Qerade in demselben Jahrq 



203 

kopirte bei ihm der verfolgte Orammatiker Theodor das Hexae« 
meron des Exarchen Yon Bulgarien Joann. Kalajdovii S. 164. 
Die Erbauung der Einsiedelei folgte gleich auf die Gründung 
Chilandars 1197. Sie wurde früher von einem Einsiedler zeitle- 
bens hewotmt; jetzt werden zwei Brüder von Chilandar regd- 
massig abgesendet, um den Diaist zu versehen. — Erst unl&ngst 
gelaog es mir, eine Abschrift dieses kurzen Typikons in der 
Metropolitmibibiiotiiek zu Karlovic zu entdecken, welche freilich 
den Wunsch nach der Einsicht und Benntsntig des Autographon 
nur noch mehr rege macht. 

106. Tjpikon des h. Sava, Erzbischofs Von Serbien, ftr das 
EL Studenica in Serbien, verfasst zw. 1210 — 1215, sammt dem 
Leben des h. Symeon von eben demselben und andern Beilagen, 
abgeschrieben in Hier Einsiedelei bei Studenica im J. 7127 (1619), 
187 Bl auf P^ier in 8^ 

Durch diesen, inir, durch meinen patriotischen Freund S. M. in 
6-^var zum Gebrauche versohafiRen, äusserst intei essanten Eodex^ 
so wie durch die so eben unter Nr. 107 beschriebene karlovicer 
Abschrift, sind wir nun wenigstens mit einem Theile der Werke des 
h. Sava näher bekannt worden. Die Handschrift enthält: 1) zum 
Theil weisse Blätter, zum Theil verschiedene unerhebliche, von 
den Besitzern des Buches später eingetragene Aufeätze, BL 1—16. 
2) Des h. Sava*) Typikon „Obraznik** für das Kl. Studenica, 
dem er 1210 — 1215 als Hegumen vorstand, aus dem Autogra« 
phon abgeschrieben in der Einsiedelei bei Studenica, »v peätere: 
SV. Save postnica" (eine Stunde westlich von Studenica im Ge- 
bjrg unter Felsen, am Zusammenflösse der Bäche Savina und 
Sava(mica, jetzt Haus mit Kapelle, Pe6ina izpostnica genannt), 
im J. 7127 (1619), BL 17—87 r. 3) Eine Wundergeschichte im 
Kl Velika Zastupnica, BL 87 v.— 89. 4) Beweis, dass man den 
Freitag nicht feiern soll, Bl. 90 r. 5) Königs Stephau L Sehen- 
knogsbrief für das KL Studenica zw. 119&— 1224 (denn die 
letzten Zeilen fehlen), von der Hand eines spätem Schreibers 



*) Er nennt den damaligen Regenten Kpajn; aber auch den Symeon so. 
Damals war noch kein Erzbischof von Serbien, nur Bischof von Rasa, 
.also vor 1221. 



204 

auf die weieseii Zwischenblätter eingetragen, BL 90 v. — 04. 
6) Leben des L SymeoB, beschrieben von seinem. Sohne Sava 
um das J. 1208, eine schätzbare, durch Inhalt nnd Darstellung 
gleich ausgezeichnete Pi^ce, von der Hand des ersten ßchreib^s 
(J. 1619), Bl. 95—133 (BlaU 134 ist weiss)« 7) Geschichte der 
Erbauung Eonstantinopels durch Konstantin den Grossen und 
der Einnahme durch Mohamed 1453, Bl. 135 — 187, wahrschein- 
lieb gleichzeitig geschrieben mit 2 und 6, jedoch unter neuer 
Signatur, und in Papier, Tinte und Schriftzug davon etwas ver- 
schieden. — Dass des h. Sava Werke für die Geschichte der 
slawischen und insbesondere serbischen Sprache wichtige Data 
enthalten müssen, leuditet dem Sachkundigen wohl von selbst 
ein. Aber zu diesem Behufs müssten vor allem die Originaliea 
eingesehen werden. Aus ihnen könnten unsere Lexica mit inter- 
essanten Beispielen von alten seltenen Wörtern, Wortformen 
und Phrasen bereichert werden. — Nach dem Zeugnisse des 
Hieromonacheu Dometijan verfasste der h. Sava auf Verlangen und 
Befehl der Synode des h. Berges, auch das Officium zu Ehren 
seines Vaters Symeon. Aber dasjenige, welches in den Festtags- 
menäen, Venedig 153& Fol. und Sz&z-Sebes 1580. Fol, beim 
13. Febr. abgedruckt ist, kann unmöglich Sava's Werk sein. Die 
Biographie des h. Symeon war den alten serbische Annalisten 
nicht unbekannt. 

109. Typikon, geschrieben in Serbien in der ersten Hälfte des 
XIV. Jahrb., auf Pergament in 4^, in der kais. 6tL Bibliotiiek 
zu St Petersburg. 

Die Handschrift, aus Paris nach St. Petersburg gebracht 
(bekanntlich befinden sich mehrere altslawische Handschriften 
in den Bibliotheken Frankreichs, meist aus der Biblioth. Coisli- 
niana herrührend, die sie hinwieder von Konstantinopel, Berg 
Athos u. s. w. her hatte), wurde anfangs ganz ernstlich für 
einen Molitvenik Anny Jaroslavovny, der Gemahlin Heinrichs I., 
gehalten, womach dieselbe schon im XL Jahrh« existirt haben 
müsste; bis es Hrn. Vostokov gelang, auf der Rückseite des 
129. Blattes die ausradirten Worte „v 12 d'n prjestavi se Stefan 
Eral, Theokrist monach'' wieder aufzufrischen. Eg. Stephan Dra- 



20S 

gatin, der koßz Tor seinem Tode ixk den Mönchsstand trat und 
den Namen Theokrist annahm, starb im J. 1317. 

110. Typikon« älter als das Jahr lä78, auf Peiif^am^t in 
4^, in dem Metropolitankloster zu Cetinj. 

Sr. Kttcharski erwähnt dieses Typikcms in der bohm. Zeit«- 
sdirift a. a. O. 

111. Typikon, aus dem XIV. Jahrh.^ auf Papier in 4^, im 
KL Vrdnik. 

Unter all» slawischen Handschriften auf Papier, die ich bis 
jetzt gesehen, halte ich diese fQr eine der ältesten. Das Ende 
fehlt; auch ist die Handsdirift schon beinahe ganz vermodert. 

C. Theologie. 

Wiewohl an Handscbriftra dieser Gattung, wohin ich ins« 
besondere ex^etische, dogmatische, asceti&ehe und homiletische 
Werke rechne, in den serbischen K15stem kein Mangel ist, so 
sind doch sehr wenige unter denselben durch ihren Oehalt und 
ihr Alter geeignet, hier näher charakterisirt zu w^en. Es sei 
genug, einige derselben zur Probe anzufahren. 

112. Hexaemeron oder äestodnije, verfasst nach dem h. Basi* 
lius, Johannes Chrysostomus, Severian Bischof von Gabala (6e- 
valskij) und Aristoteles dem Philosophen, von Presbyter Johann, 
Exarchen von Bulgarien, und abgeschrieben auf Veranstalten 
des chilandarischen Beichtvaters Hieromon. Dometijan durch den 
Grammatiker (d. i. Schriftgelehrten, Schreiber) Theodor in der 
JQnsiedelei des h. Sava bei Ghilandar, im J. 6771 (1268), auf 
Pergament in Folio, 268 Bl. in 2 Kolumnen, in der Synodal- 
bibUoihek zu Moskau. 

Die Entdeckung und Bekanntmachung dieser schätzbaren 
Handschrift verdanken wir dem rastlosen Forscher auf dem 
Felde des slawischen Alterthums, Herrn Kalajdovii, der die- 
selbe in s. lehrreichen Werke: Joann Exarch Bolgarskij, Moskau 
1824. Fol S. 60 ff. ausfOhrlidi beschrieben und auch einige 
BnichstGcke daraus mitgetheilt hat. Presbyter Johann Exarch 
Yon Bulgarien (wahrscheinlich ein mit der Befugniss der Kir* 



206 

chenvisitation bekleideter Patriarcbal-Legat oder Mandatar; spä- 
ter hiessen auch die geistlichen Sachwalter und Geschäftsträger 
der Metropoliten „Exarchen''), dn in der altslawischen Literatur 
sehr ehrwürdiger Name, Nachfolger Cyrills und Methods, blQhte 
unter dem bulgarischen Fürsten Symeon (892—927), und ver- 
fertigte eine Reihe von Ucbersetzüngen und Originalwerken, 
von denen sich namentlich die Uebersetzung von Johannes Da- 
mascenus Theologie, Philosophie und Grammatik, eine Rede auf 
die Himmelfahrt Christi und die Abhandung über die Tage der 
Schöpfung erhalten haben. Der kritische, aber mitunter, beson* 
ders in den letztem Lebensjahren übertrieben misstrauische 
DobroYsky suchte vergeblich gegen das Alter Johann Exarch's 
und die Echtheit dieser Werke Zweifel zu erregen in den Wien. 
Jahrb. d. Liter. 1825 Bd. 32. Der Grammatiker Theodor, ohne 
Zweifel von Geburt ein Serbe, schrieb im Auftrage des Hiero- 
mopaehen Dometijan, der ihn als einen durch die Eirchendisci- 
plin vom h. Berge ausgeschlossenen Eunuchen (caan) gegen 
die Verfolgungen des Froten schützte, das bttlgarische Original 
dergestalt um, dass er sich in Hinsicht der Vocale mehr der 
serbischen Aussprache näherte, also oy statt x, e statt a tt.a.w. 
setzte. Im übrigen scheint dieser Theodor weder ein sehr ge- 
übter Schreiber, noch viel weniger ein gründlicher Kenner d&t 
slawischen Sprache gewesen zu sein. Sein Beschützer und Wohl* 
thäter, der Hieromonach Dometijan, ist ims durch seine im J. 
1264 verfasste Biographie des h. Symeon und Sava als ein sehr 
gebildeter und religiöser Mann näher bekannt; die Nachricht, 
die Theodor von ihm in der sehr interessanten doppelten Schluss* 
rede ertheilt, lehrt uns ihn überdies als einen sehr aufgeklär- 
ten, edlen und freidenkenden Menschen kennen. Die schätzbaren 
Auszüge und Bruchstücke, die Hr. Ealajdoviö aus dieser Hand- 
schrift, welche ehedem in Chilandar aufbewahrt wurde, und erst 
im XVIL Jahrb. nach Russland gekommen zu sein scheint, in 
s. Werke S. 143*- 166 mittheilt, lassen den Wunsch nach dem 
Abdrucke des Ganzen rege werden. Nur wäre zu wünsdi^, dass 
man die Orthographie des Originals genauer befolgen möge, als 
es Hr. Kalajdoviö getban hat, der im Auffassen der Eigenthüm- 



207 

lichkeiten serbischer Ha&dschriiten Bid^t sehr glficklidi oder 
doch nicht sehr genui war» und eine Menge Rnssiamen iQ die 
abgedruckten Proben einschwärzte; als YCJieBl^e statt qjioBt^e, 
dosb st auB, taxmmf^ st laMiiVBiiiBy xiron st jnrm, ThEon 
st ThEhvWj ejPhRewhm st. git&hbvihiih u&w. 

113. Auslegung des PsaKer8> ans d^ ersten Hälfte des 
XYI. Jabtti., 385 Bl. auf Papjer in Folio, im KL Krugedol. 

Das Ende fehlt; sonst ist die Handschrift gut erhalten. 

114. Auslegung der Evangelieti, ans dem XV. Jahrb., 
449 BI. auf Papier in Folio, im El. Eni&ed^l. 

Die Handschrift gehörte ehemals, nach einer Anmerkung 
am Ende, die jedoch von späterer Hand ist, dem Erzbischof 
Maxim zu. 

115. Auslegung der Evangelien, aus dem XV. Jahrb., 
421 Bl auf Papier in Folio, im Kl. Kruäedol. 

Anfang und Ende gehen ab; die Handschrift hat bereite 
sehr gelitten. 

116. Auslegung des Apostels nach Johannes Chrysostomus 
u. SL Kirchenvätern, aus dem XV. Jahrb., 242 BL auf Papier in 
Folio, im Kl. KruäedoL 

Die Fürstin Angelina schrieb, nadi ihrer Gewohnheit, ihren 
Namen am Ende des Buches eigenhändig ein. Die zwei 'ersten 
Blätter ausgenommen, die beinahe ganz zerrissen sind, ist dlö 
Handschrift noch ziemlich gut konservirt 

117. Auslegung des Briefes Pauli an die Hebräer sammt 
Beilagen, vom Ende des XIV. oder Anfange des XV. Jahrb., 329 
Bl. auf Papier in 4% in der Metropolitanbibliothek zu Karlovic. 

Diese der Sprache und Orthographie nach zur bulgarischen 
Familie oder Rec^sion gehörende, im Anfange und am Ende 
lückenhafte Handschrift, enthält: 1) Auslegung der Epistel an 
die Hebräer nach verschiedenen Kirchenvätern, Bl. 1—156. 2) Des 
Antiochus Seth oder, wie andere meinen, des Johannes Dama^ 
scenus (Worte der Handschrift) Fabeln und Parabeln , Bl. 
157—196. 3) Des Antiochus Buch Pandektes, Bl. 197—276; 
4) Vermischte Aufsätze über Mönchsleben, Homilien, Aufzuge 
ans Kirchenvätern, BL 277—329. 



206 

118. Des h. Johannes Damasceni» Theologie, oder über den 
wahren Glaube 4 BB.» aus dem XIV. Jahrb., in 2 Kolumnen 
155 BL auf Papier in Folio, im KL Krufiedol. 

Es ist dies eine der ältesten Handschriften auf Papier» 
die ich kenne, und wahrscheinlich eine Kopie der uralten lieber- 
Setzung des Exarchen von Bulgarien, Johann, wiewohl seiner 
nirgends Erwähnung geschieht. Das letzte Blatt, bloss einige 
Zeilen enthaltend, ist nach dem Verluste des alten aus einer 
andern Handschrift renovirt, weshalb auch das Datum fehlt 
Der Schriftzug ist äusserst schön; yom Alter etwas yerblicbeo, 
die Handschrift noch ziemlich gut erhalten* 

119. Des h. Johannes Damascenus Theologie, einige Beden 
und andere BruchstQcke aus seinen Werken, vom J. 7098 
(1590), auf Papics* in 4\ im Kl. Yrdnik« 

Die Jahrzahl 7098 befindet sich zwar nur in der über den 
Verkauf des Buches berichtenden Nachschrift; allein sie scheint 
mir von der Hand des Schreibers selbst zu sein, und auf jeden 
Fall gehört die Handschrift nicht höher hinauf, als in die zweite 
Hälfte des XYL Jahrb. 

120. Des h. Johannes Damascenus Theologie, auf Papier 
in Folio, im Kl. Grabovac. 

121. Des Hieromon. Euthymius Zigabenus; Vseorui'stvo 
bogoslovija (äoypLat^fii xavonkla)^ auf Befehl des Patriarchen von 
Ipek und Kosten des Bischofs Dionysije im J. 7076 (1568) ge- 
schrieben, auf Papier in Folio, in dem Metropolitankloster zu 
Cetinj. 

Vgl. A. Kuobarski's Reisebericht a. % 0. 

122. Königs Stephan I. Sendschreiben und des Demetrius 
Cbomatenus Antworten über die Liturgie. Hs. 

Diese Sendschreiben sind jetzt nur in griechischer Spradie 
bekannt; es ist jedoch wahrscheinlich, dass sie auch in der sla- 
wischen irgendwo vorhanden sind. Fabridus berichtet von den- 
selben: nStephani Ducae (sie) regis Serbiorum questiones et 
Demetrii Ghomatini archiepiscopi Bulgariae responsiones litor* 
gicae numero XIU nondum editae, Monachii in Cod. Bavar. LXH.* 
Fabricii Bibl. Graeca ed. Hartes T. XI. p. 605—606. Da Deme- 



209 

trius Ghomatenus um 1203 florirte, so kaan der serbisehe König 
Stephan kein anderer als Stephan I. PrvorjenfisBi sein, der aber 
1195 — 1222 nur noch den Titel eines VeUkyj 2npan fi&rte. 

123. Des Johannes Klimakos allegorisch^my^iseher Leiter 
zum Paradiese, Ljestviea genannt^ auf BeMl des Färsten Georg 
Brankoviö aus alten Handschriften zusammengetragen durch 
ffidxrere Mönche aus C9iilandar unter dem Vorsitze des brani-* 
iever Metropoliten Sabbatius, geschrieben von dem Hienwuma« 
chen David, im J. 6942 (1434), 340 Bl. auf Paj^ in Folio, im 
El. KruSedol. 

Schade, dass so viel Fürsorge, Aufwand und Mühe nicht 
einem gehaltvolleren Stoffe, z. B. einer vollständigen Landes« 
Chronik, zu Theil wordel Fürst Brankoviö liess, nach der Schloas- 
scfarift, hundertjährige Greise aus Ghilandar, so wie uralte 
griechische Codices aus Konstantinopel und slawische aus Ghi- 
landar nach Smederevo kommen, um endlich einmal eine 
ordentliche Ljestviea zu Stande zu bringen, wie sie sein Herz 
wünschte. Wir geben sie gern hm um eins von den alten chi* 
landarischen Exemplaren, etwa wie es die ljestviea aus dem XIL 
Jahrh. in Russland ist! -^Vorausgeschickt ist die Lebensg^ 
schichte des Johannes Klimakos, so wie einige Sendschreiben 
von ihm und an ihn; angehängt sind Beden und Erlänterungen 
einiger allegorisch-mystischen Ausdrücke. 

124. Des Johannes KUmakos Ljestviea, wahrscheinlich aus 
der ersten Hälfte des XY. Jahrb., 385 Bl. auf Papier in 4^., in 
der Metropolitanbibliothek zu Karlovic. 

Sorgfältig geschrieben, doch ohne Datum. Voraus gehen, 
wie gewöhnlich, einige Sendschreiben des Johannes Baithos und 
des Johannes Scholastikos. 

125. Des Johannes Klimakos Ljestviea, aus dem XV. Jahrb., 
415 BL auf Papier in 4^, im Kl. KruSedol. 

Die Handschrift ist im Anfang defekt Wiewohl die Ortho- 
graphie im Ganzen serbisch ist, so kommt doch auch a regel<- 
massig vor. 

126. Philipps des Einsiedlers, auch der Philosoph genannt, 

fiafaffk. Iiit«x«targwchiohte. IIL BanU. 14 



210 

iQoral-theologiscbes Werk Dioptra, aus dem XV. Jahrb. 295 Bl. 
auf Pergament und Papier in 4^., im EI. äigatorac. 

Bekanntlich ist der Vf. dieses Werkes Philipp der Einsie- 
dler, Solitariu^, slaw. Oti'lnik, Pustynnik, audi Philipp der Phi- 
losoph genannt, der in Macedonien an der Gränze von Thraoien 
in der Smolenischen Gegend am Flusse M'sta (Mestus bei Pli- 
nius, sonst grädsirt Nestus) lebte, und das Buch im J. 1105 
verfasste. Hr. Kalajdovii deutete den in den russischen Hand- 
schriften vorkommenden Ausdruck „v Smolenskich predjelach'' 
auf das russische Smolensk und folgerte daraus, dass der Grie- 
che Philipp in Russland gelebt und geschrieben habe. Joann 
Exarch S. 11, 95. Opis. rukop. S. 3. Hr. Metropolit Evgenij 
schrieb dieses in s. Lexikon russ. Schriftsteller, 2. Ausg. 1827 
Bd. U. S. 62—^3 ohne Berichtigung nach. Allein Smolen ist 
Stadt und Gegend (rö f^i^M zStv JSfioXivcav) am Flusse M'sta, 
auf der Gränze zwischen Macedonien und Thracien, wie man sich 
untör andern, aus Nicetas Choniates bei Stritter H. 702, 705 
usw. Überzeugen, kann; und dass Philipp seine Dioptra fClr den 
Kallinikus in Smolen hier, nicht in Russland, geschrieben, war 
dem Fabricius u. a. langst bekannt Uebrigens ist das Original 
in VersM, die Uebersetzung aber nur in Prosa. Voraus geht 
eine Abhandlung über die Dioptra von Michael Psellus: „Mi- 
chaila PseloSa knigje glagoljemjej dioptra, naSimie jezykonl 
naricajet se zr'calo". Die Lagen sind aus Pergament und Papier 
dergestalt zusammengesetzt, dass das unterste und oberste Dop- 
pelblatt Pergament, die innern zwei Doppelbl&tter aber Papier 
sind. Am Ende fehlt eine ganzä Lage. Die Orthographie ist ser- 
bisch, die Abschrift selbst aber Kopie eines russischen Exem- 
plars. 

127. Des Andreas Demens, slaw. Jurodivyj, Werk: mytar- 
stvje, d. i. von den Versuchungen der Seelen der Verstorbenen zur 
Sünde durch die Luftdämonen vor den Pforten des Himmels, 
in einer Handschrift ohne Datum (auä dem XV. Jahrb.), auf 
Papier in 4^, im Kl. Vrdnik. 

128. Des Gregorius Magnus Dialogen vom Leben der h. Väter 
und der Ewigkeit der Seelen in 4 BUchorn sammt Beikigen, 



211 

wahrscheJolich vom Ende des XY. oder^Anfange des XVI. Jahrb., 
273 Bl. auf Papier in 4^, in der Metropolilanblbl. zu Karlo^ic 
Anfang und Ende fehlen; die Orthographie ist bulgarisch. 
Die Handschrift enthält: ]) Gregorys Dialogen, (besjedovanija), 
Bl. 1 — 137. 2) Des Erzbischofs von Alexandrien Athanasius (un- 
terschobenes) Werk: Belehrung an den Ffirsten Antiochüs, BL 
138 — 163. 3) Vermischte Aufsätze aus den Kirchenvätern, Bl. 
163—273. 

129. Nikon's Taktiken, eine serbische, vom h. Berge (Chi- 
landar) stammende, Und durch den Hegimien Hilarion (im XIV. 
Jahrb.) nach Russland gebrachte Handschrift. 

Dieser Handschrift wird nur in der ächlussrede' einer nach 
derselben besorgten, und jetzt in der Tolstoj'schen Bibliothek in 
Moskau aufbewahrten Kopie vom J. 1397 erwähnt S. Kalajdöviö 
und Strojev Opis rukop. S. 701. N. 312. 

130. Sammlung vermischter Aufsätze aus den Kirchenvätern 
und Kikons Taktikon, geschrieben' durch Andrej Semkovü, Mönch 
in Turov (in Russland) im J. 1607, ehedem 577, jetzt 563 Bl. 
auf Papier in 2 Kolumnen in 4**., in der Metropolitanbibl. zu 
Karlovic. 

Vom Anfange fehlen* 14 Blätter. Im.J. 1671 kaufte die 
Handschrift der serbische Patriarch Maxim von „Daskal Za- 
charije** auf Athos „cjenoju srjebra dvadeseti 21tica"; im J. 1696 
besass sie der Patriarch Arsenij Cernovid Sie enthält 1) Aus- 
erwählte Reden, Homilien, Sendschreiben, Aufsätze verschie- 
dener Kirchenväter, Bl. 16 — 448. 2) Lobrede auf Trajan, Bl. 
449-452. 3) Nikons Taktikon, Bl. 453—577. 

131. Des Agapius Cretensis Werk über die Wunder der h. 
Jungfrau, ins Slawische (na slovenskyj je^k) übersetzt von dem 
Hieromonachen Samuel Baka(i6 in der Einsiedelei auf dem 
Berge Athos, am 20. Juli 1688, auf Papier in 4^, im Kl. Vrdnik. 

Nur als ein Beispiel, dass die chilandansche Uebersetzungs- 
fabrik nicht aufgehört hat bis auf die neueste Zeit, wenn glridi 
in sehr untergeordnetem Masse, thätig zu sein, fahre ich dieses 
sonst eben nicht wichtige Produkt eines spätem Verfassers 

14* 



212 

(Agapias, Mönch auf Athos, florirte 1641) imd eines noch sp&- 
tern Uebersetzers an. 

132. Des Agapius Cretensis Werk: &iia(ftmkm tfwrriQüt 
(grjeSnych spasenije) und Wunder der h. Jungfrau, gesdiriebeni 
im J. 7201 (1693), 456 Bl. auf Papier in Folio, in der Metro- 
poiitanbibliothek zu KarloTic. 

Das Hauptwerk reicht nur Bl. 1 — 334, und von da an bis 
Ende folgt eine Darstellung der Wunderwerke der h. Jungfrau 
Maria. Vgl. die vorhergehende Nummer. Der erste Theil ist 
auch in einer andern Abschrift aus dem XVII. Jahrh. in Fol. da. 

133. Bruchstück einer serbischen Homilie, ein Pergamentblatt 
aus einer Handschrift aus dem XIV. Jahrh. in Folio, bei mir. 

Ich fand dieses Blatt an der innern Seite des Deckels 
einer andern Handschrift angeklebt. Sprache und Orthographie 
bieten nichts besonderes dar. 

134. Des h. Johannes Chrysostomus Reden über die Genesis 
(Joanna Zlatoustago besjedy na bytija), aus dem Griechischen 
ins Serbische übersetzt (oTb rpB^csaro lesHsa ua cpLÖcsim) 
vom Priester Benedikt auf dem Berge Athos, im J. 6934 (1426), 
auf Papier in Folio, 2 Bde, in der Synodalbibliothek in Moskau. 

S. Kalajdovii Joann Exarch S. 62, 116. 

135. Des h. Johannes Chrysostomus Fastenreden, geschrieben 
auf dem Berge Athos für den serbischen Patriarchen Nikodim, 
im J. 6959 (1451), 392 Bl. auf Papier in Folio, in der Metro- 
politanbibliothek zu Karlovic. 

Es ist nach den Schlussworten dieses sehr sorgfältig und 
schön geschriebenen Kodex Bl. 375 : „prjepisa se v svetjej gorje 
Athona ot jezyka elladskago na jezyk na§ slovenskyj* zweifel- 
haft, ob das Buch damals neu übersetzt oder nur aus einer 
andern Handschrift abgeschrieben wurde. Von Bl. 375 bis Ende 
folgen Bruchstücke aus andern Werken des b. Chrysostomus. 
Die Fürstin und Nonne Angelina schrieb eigenhändig ihren Na- 
men auf dem letzten Blatte der Handschrift ein, den man auch 
in mehreren andern karlovicer und krufiedoler Handschriften 
findet 



213 

1.^. Des b. Johannes Chrysostonus Fastenreden, aas der 
2. Hälfte des XV. Jahrb., 339 Bl. auf Papier in Folio, im EI. 
Kmäedol. 

Anfang und Ende fehlen; auch sonst schlecht erbalten. 

137. Des h. Jobannes Chrysostomus Homilien, geschrieben 
Ar den Fürsten Lazar BrankoTid (st 1457), 424 BL auf Papier 
in Folio, im Kl. KniiedoL 

Nach dem Fürsten Lazar besass die Handschrift der Grz- 
bischof Maxim, von welchem sie dem Kloster verblieben ist 

138. Des h. Johannes Chrysostomus Homilien, aus der 1. 
Hälfte des XV. Jahrb., 469 Bl. auf Papier in Folio, im KL 
KruSedol. 

Diese Handschrift gehörte ursprünglich dem Fürsten Ste- 
phan Brankovic an (st um 1481?), dessen Name am Ende 
stand, aber ausgelöscht ward; hierauf seiner Gemahlin, der 
Fürstin Angelina, wie ihre eigenhändige, später von jemanden 
(im Kl. Argi§?) ausgestrichene Unterschrift lehrt; nach ihr dem 
Erzbischof Maxim, ihrem Sohne, dessen Name aber auch ver- 
wischt ist; endlich im J. 7027 (1519) dem Kl. Argi§ in der Wa- 
lachei, von wo sie später wieder nach KruSedol zurückkehrte. 

139. Des h. Johannes Chrysostomus und anderer Kirchen- 
väter auserwählte Homilien, in einer bulgarischen Handschrift, 
wie es scheint vom Ende des XV. Jahrb., auf Papier in Folio, 
im Kl. SiSatovac 

Zwar noch ganz, aber in schlechtem Zustande. 

140. Des b. Johannes Chrysostomus Homilien, 88 an der 
Zahl, vom Ende des XVI. Jahrb., 233 BL auf Papier in Folio, im 
Kl. Bodjan. 

Der verstorbene Prof. 6. MagaraSevic beschrieb diese 
Handschrift in dem serbischen Jahrbuch 1827, Heft 4, 8. 8, 
schien aber ihr Alter viel hoher anzuschlagen, als gestattet 
werden kann. Ungeachtet hie und da noch ein altes s vor« 
kommt, so bin ich dennoch überzeugt, dass diese Handschrift 
in Bttssland durch einen russischen Mönch geschrieben und von 
da nach Süden gebracht wurde. Die Schrift ist äbrigens sehr 
fein und nett; die Handschrift sehr gut erhalten. 



214 

141. Tolkovanije slov Grigorija Bogoslova» d. i. Erklärung der 
Beden des Gregorias Theologns (wahrscheinlich des Gregorius 
Nazianzenus Homilien mit den Einleitungen und Erklärungen 
von Nikita Mitropolit Isaklijskij vom Ende des XI. J^rh., vgL 
Koppen Bibl. Listy N. 7. S. 86), serb. Handschrift aus der Mitte 
des XIV. Jahrb. , geschrieben zu Chilandar auf baumwollenem 
Papier in Folio, in Privatbänden in Russland. 
S. Ealajdoviö Joann Exarch S. 88. 

142. Des h. Gregor von Nazianz geistliche Reden, aus dem 
XV. Jahrb., 326 Bl. auf Papier in Folio, im Kl. Remeta in 
Sirmiep. 

Stellenweise defekt und sehr schlecht erhalten. 

143. Des h. Gregor von Nazianz geistliche Reden, aus 
dem XV. Jahrb., 415 Bl. auf Papier in Folio, im Kl. Kruäe'dol. 

Gehörte ehemals dem Erzbischof Maxim zu. 

144. Des h. Gregor von Nazianz Homilien (slova)) serbische 
üebersetzung, in zwei Handschriften aus dem XV. Jahrb., wahr- 
scheinlich in St. Petersburg. 

Et. Vostpkov erwähnt dieser zwei Handschriften bei der 
Beschreibung einer slawischen Handschrift aus dem XI. Jahrb. 
in der k. Bibliothek in St. Petersburg, welche die Homilien 
Gregors des Theologen od. Nazianzenus nach der bulgarischen 
üebersetzung enthält Koppen Bibl. Listy N. 7 S. 86.. 

145. Sammlung^ verschiedener theologischer Abbandlungea 
und Auszüge aus den Kirchenvätern, aus dem XV. Jals'h., auf 
Papier in Folio, im Kl. KruSedol. 

Das Ende fehlt; die ganze Handschrift sehr schlecht eon* 
ditionirt. Voraus gehen des Ks. Basilius Macedo Belehrungen 
über die Regierungskraft an seinen Sohn Leo in 66 Abschnitten. 

146. Sammlung verschiedener auserlesener Aufsätze aus den 
Kirchenvätern sammt einem Nomokanon, aus dem XV. Jahrb., 
263 Bl. auf Papier in Folio, im Kl. Kntßedol. 

Ausnehmend schön und genau geschrieben und im Ganzen 
gut erbalten. 

147. Sammlung verschiedener auserlesener Aufsätze und 



• 216 

Ahhandlaugen aas der 2. Hüfte des XV. Jafarh. , 328 BL aof 
Papier in Folio, im El. Erudedol. 

Diese Handschrift, in der leider das beste, nämlich das 
Ende, fehlt, enthält gar mancherlei: 1) Nachrichten über die 
h. Jungfrau, den Erlöser und die Apostel. 2) Testament der 12 
Patriarchen. 3) Erklärungen der Psalmen. 4) Biblische 6e* 
schichte. 5) Geschichte der römischen und. griechischen Eaiser, 
von Pompejus bis auf Konstantin YHI. (st. 1028). 6) Konstan« 
tins des Grossen kais. Befehl, gegeben der christlichen Kirche 
(confessio et edictum Gonstantini Magni). T) Des Mönchs Ale- 
xander Bede auf die Entdeckung des h. Kreuzes. 8) Vermischte 
Aufsätze aus Johannes Ghrysostomus, Johannes Damascenus u. % 
9) Auserwählte Beden des h. Johannes Ghrysostomus. IQ) Kurze 
serbische Annalen r unter dem Titel : „Bodoslovije svetych ktitr 
i gospod si"bskych^, mit dem- letzten vorhtfndenen Blatte be- 
ginnend, und defekt, indem die folgenden Quatemionen msge^ 
schnitten sind. Die Handschrift scheint von mehreren Schreibern 
herzurühren, indem einige. Stücke mit bulgarodacißcher Orthogra- 
phie eingetragen sii^d, was durch den abwechselnden Aufenthalt 
(in der Walachei und in Sirmien) des ehemaligen Besitzers und 
wahrscheinlichen Urhebers dieser Handschrift, des Erzbiscfaofs 
Ifaxim, erklärbar ist / i 

148. Auszüge aus verschiedenen Kircheorätem, hierauf eine 
ausführliche Lebensgeschichte des h. (jregorius, Bischofs von 
Homeritien (Omirit), aus der 1. Hälfte des XVI. Jahrh., auf 
Papier in FoUo, im Kl. Bemeta. 

Anfang und Ende fehlen. 

D) Rechtskande. 

Die hieher gehörigen Handschriften z^allen in zwei Klas^ 
sen: 1) in die des kanonischen oder kirchlichen, und 2) in* die 
des bürgerlichen Bechts. Wenn die Vermuthung, dass die Hand^ 
Schriften der zweiten Klasse in den serbischen Klöstern eben 
nicht sehr zahlreich sein dürften, jedermann, der mit der serbi- 
schen Geschichte vertraut ist, ganz nahe liegt: so muss es um 



216 • 

80 mehr befremden, dass audi Codices des kanonisehen Redits, 
des Matthäus Viastares hartverdaulichei Byntagma (Cotelerms 
nannte es stabulum Augiae) ausgenommen, fasst eben so selten 
sind, und dass Handschriften des Nomokanon des Johannes Seho- 
lastikns, so wie des Photius, welche beide die Grundbestand* 
theile der gedruckten russischen Eormiaja bilden, in den hier 
sigen Gegenden gar nicht vorkommen, während Russlands Bi- 
bliotheken, wie man aus des Barons Rosenkampf neuesten 
Werke: Obozrjenü'e kormöej knigi, Moskau 1829. 8^, sieht, einen 
Ueberfluss an denselben haben. In Bezug auf dieses lehrreiche 
Werk bemerke ich hier gelegentlich, dass. die älteste mir be- 
kannte Erwähnung eines slawischen Nomokanons in Serbien in 
dem Typikon des h. Sava fOr das El. Studeniea zw. 1210 — 121& 
steht, wo man nach dem Ausdrucke: ^prjedany vam Nemo* 
kan'n^ schliessen muss, dass denselben der Heilige selbst ?on 
Athos den studenicer Mönchen gelH^acht habe. 

1) Kirchenrecht. 

149. Kormiaja, das kanonische Recht der griechischen Kirche, 
serbische, vom h. Bei^e (Chilandar) stammende, durch Sava, 
Mönch im Sava'schen Kloster zu Tver, nach Russland gebrachte 
Handschrift, ehemals im Blitze des Erzbischofs von Rostov 
Vassian. 

Dieser Handschrift wird nur beiläufig in einer andern, 
jetzt in der Tolstoj'schen Bibliothek aufbewahrten Abschrift vom 
J. 1517 erwähnt. S. Kalajdoviö und Strqjev Opis« rukopisej 
S. 92. Abth. I. N. 169. 

160. Des Matthäus Viastares (Blastares) aus Thessalonika 
Syntagma, slaw. Pravilnik, aus dem XIV. Jahrb., 329 Bl. auf 
Baumwollenpapier in Folio, in der Metropolitanbihl. zu Earlovic. 

Dieser mit serbischer Orthographie gesohridi)ene Kodex 
befand sich noch 1725 im p&inskischen Kloster (am Flusse 
Pöina, der im macedonisch- serbischen Gränzgebirge entspriogts 
und mit der Bregalnica vereinigt dem Vardar zulauft; PSinskyj 
Prochov heisst das Kloster in einer andern Handschrift), wie 



217 

meii aus den Unterschriften des Patriarchen von Ipek, des Me* 
tropoliten von Skoiye und Vrana und des Bischofs von Samokov 
ersieht, if eiche denselben auf ihren Wallfahrten zum h. Johann 
Rilski gesehen und darin geblättert haben. Der Pravilnik läuft 
von Bl. 1 bis 289, und ist vollständig, doch hat der neuere 
Buchbinder nicht nur laehrare Blätter, sondern ganze Lagen 
verschoben und durch einander g^nengt; von Bl. 289 bis Ende 
folgen mehrere Beilagen, nämlich 1) des Erzbischofs Dominikus 
Wü Venedig Sendschreiben an den Patriarehen Petrus von An- 
tiochien. 2) Antw(»l auf dieses Sendschreiben. 3) Des Michael 
Syncellus von Jerusalem Abhandlung über d^ wahren Glauben 
wider die Lateiner, so wie über den Abfall derselben und Ab- 
setzm« vom Primate, und über die Diptychen der Patriarchen. 
4) Sendschreiben des konstantinopolitaner Patriarchen Michael 
an den antiochener Patriarchen Peter. 5) Des Papstes Gregor IX. 
Glaubensbekenntniss der Lateiner an den Patriarchen von Kon- 
stantinopel. 6) Des konstantinopolitaner Patriarchen Gennanus 
Antwort auf dieses Sendschreiben. In beiden diesen Piäcen 
heissen die Fratres minores „Fremenurii'^ (nach dem venet. Frä 
menore). 7) Der Patriarchen Anastasius von Antiochien und 
Cyrilhis von Alexandrien Auslegung des christlichen Glaubens 
m Fragen und Antworten. 8) Des Michael Syncellus von Jeru* 
sBlem Erläuterung des Symbolum fidei. 9) Erklärung einiger 
Eirchenhymnen. 10) Erklärung des Symbolum fidei. 11) Ausle- 
gung des Vaterunser nach Johannes Ghrysostomus. 12) Aus dem 
Patrfardial- Rituale über dio Aufnahme der Häretiker in die 
diristliche Kirche. 13) Des Erzbischofs Cyrillus von Alexandrien 
Gespräch mit dem Häretiker Nestorius. Das Ende der Hand- 
schrift fehlt. So schätzbar diese Handschrift ihres Alters und 
anderer Eigen thfimlichkeiten wegen ist, so ist doch der in der 
Uebers^^ung des Viastarischen Syntagma herrschende Styl so 
knechtisch ängstlich nach dem Original geformt, dass man bei 
dem besten Willen nicht ohne Missbehagen darin lesen kann. 
Sowohl nach dieser Handschrift, als auch nach der folgenden, 
verfasste Matthäus sein Syntagma im J. 1335. 

151. Des Matthaus Viastares Pravilnik, geschrieben auf 



218 

Befehl des Erzbischofs von der Zeta, Joseph, durch den Diakon 
Damian zu Koporinja, nnd beendet den 17. Mai 6961 (1453), 
341 Bl. auf Papier in Folio, im KI. EmSedol. 

Bei dieser Handschrift sind besonders die mit dem Bl. 337 
beginnenden Beilagen, enthaltend 1) einen kurzen Abriss der 
serbischen Geschichte; 2) eine Namhaftmachung der ChrysobuUen 
des Kgs. Stephan, des L Sava und des Kgs. Milutin, und der 
von ihnen gestifteten Bisthümer und Hegumenien, interessant 
Im flbrigen stimmt der Text des Pravilnik mit dem karloYicer 
Exemplar tiberein. Wiewohl das Datum schon auf Blatt 337 
f. y. oben steht, und die Beilagen in etwas feinerer Schrift erst 
darauf folgen, so sind sie doch von einer Hand und gleiehzeitig. 

152. Des Matthäus Viastares Pravilnik, geschrieben vor 
dem J. 1478, auf Papier in Folio, in dem Metropolitankloster 
zu Cetinj. 

Hr. A. Eucharski erwähnt dieser Handschrift in der böhm. 
Zeitschrift a. a. 0. 

153. Des Matthäus Ylastares Pravilnik, geschrieben auf Befehl 
des Vojevodän Johann Stephan durch den Schreiber (grammatik) 
Damian im Namen des h. Nikolaus von Jassy (v ime sv. Nikoli 
iie u Jassech''), im J. 7003 (1495), ursprOnglich 280 Bl. auf 
Papier in Folio, im Kl. Opovo in Sirmien. 

Die Schlussschrift ist leider nicht von der Hand des mol- 
dauischen Schreibens selbst, sondern später von einem Serben 
auf einem Extrablatt am Ende beigefügt, der die Schriftzttge 
der Handschrift geschickt und fQr den Unerfahrenen täuschend 
nachzuahmen wusste, während ersieh in plumper Unwissenheit 
durch die abweichende serbische Orthographie nur um so mehr 
verräth. Es ist mir jedoch wahrscheinlich, dass der Epilogschrei- 
ber die ursprüngliche Schlussschrift vor sich hatte und die- 
selbe, um das etwa schon zerfetzte Endblatt zu restauriren, bis 
auf die Orthographie genau nachschrieb. An dem durch die 
Schlussworte vorgegebenen Alter der Handschrift zweifle ich 
gar nicht Die Orthographie ist die der bulgarodacischen Hand- 
schriften, der Schriftzug vorzüglich schön; aber die Handschrift 
hat bereits sehr gelitten, mehrere Blätter im Anfange, zu Ende 



219 

tind in der Btitte gehen ab, andere sind zerrissen ond durch 
einander geworfen. 

154. Des Matthäus Viastares Pravilnik, geschrieben anf 
Kosten des Metropoliten YonSzegedin undBaC (der Name fehlt) 
ßr das Kloster der h. Petka im Gebirge Cer (hzt Peskoviea in 
Serbien) im J. 7087 (1579), auf Papier in Fol, in der Metro- 
politanbibliothek zu Karlovic 

155. Des Matthäus Ylastares Pravilnik sammt andern kanom- 
sehen Gesetzen, geschrieben im KL »^je&eno?a^ unter dem He- 
gumen Sylvester im J, 7089 (1571), auf Papier in Fol, im KL 
BeSenova. 

Auf einen Auszug aus dem Pravilnik des Matthäus folgen 
mehrere Gesetze Jnstinians, dann die Gesetze der h. Apostel 
und Kirchenväter (pravila sv. apostol i sv. ot'c), wie sie in den 
Manualen des Nomokanons Nr. 159, 160 vorkommen, in 284 
kurzen Paragraphen. 

156. Des Matthäus Viastares Pravilnik, aus dem XVI. 
Jahrb., 316 Bl auf Papier in Folio^ im Kl. Beoöin in Sirmien. 

Ist zwar vollständig da, doch ohne Datum. 

157. Des Matthäus Viastares Pravilnik, aus dem XVI. 
Jahrb., 169 BL auf Papier in Fol, in der Metropolitanbibl. zu 
Karlovic. 

Das Ende fehlt. — Es ist auch noch eine andere Abschrift 
aus dem XVII. Jahiii. in Fol. da. 

158. Das kanonische Recht der griechischen Kirche, serbi* 
sehe Handschrift vom Ende des XVI. Jahrb., auf Papier in Folio, 
bei Hrn. Vlabovid, Pfarrer in Beie. 

Nach der mir zugekommenen Nachricht, denn die Hand- 
schrift selbst konnte ich zur Einsicht nicht ertialten, weicht 
dieser Kodex von der gedruckten Kormiaja gänzlich ab, woraus 
ich den Schluss ziehe, dass es ein Viastares sei. 

159. Nomokanon, enthaltend Auszüge aus den kanonischen 
Gesetzen der h. Väter oder der Koncilien, zum Handgebrauche für 
Beichtväter und Priester, aus der 1. Hälfte des XVII. Jahrb., 
193 Bl. auf Papier in 8^, im Kl Opovo. 

Da dieses Manuale der Kirchengesetze in den serbischen 



220 

EloBteiB sehr häufig vorkommt (darunter wahrscheinlich auch 
viele ältere Exx. als die hier beschriebenen) und dasselbe sowohl 
für den Kirchenrechtsforscher, als auch fflr den slaw. Philologen 
immer einiges Interesse hat, so will ich das eine und andere 
Ex. hier naher charakterisirea. Bl. 1—10 geht eine Art Kalender 
mit Horoskope voran. Bl. 11—15 Rituale ffir Beichte. Bl. 16—30 
Vorschriften fflr die Busse nach den Kanonen der Kirchenväter 
und nach Viastares. BL 3l-~148 unter der Ueberschrift: No- 
mokanon siijei zakonnik, viiyeje pravila po s'kraSteniju sv. apo- 
stol i sv. VasUi^a velikago i sv. s'bor, ein Epitome der Kirchen- 
gesetze in 281 Paragraphen. Bl. 149—193 verschiedene kircbli« 
che Disdplinatgesetze, ähnlidi denen, die in den Trebniken von 
6ora2d|je 1531. 4^ und MileSeva 1546. 4^ am Ende unter der 
Ueberschrift pravilo sv. apostol i sv. i prjepodobnych i bogo- 
Bosnych ot'c naäich sedmago s'bora, vorkommen. — Dieses Ma- 
nuale des Nomokanons Bl. 31—148 (worüber Rosenkampf B. L 
15, 79. II. 69 nachzulesen) stimmt zwar mit den russischen 
Ausgaben, Kyjev 1620, 1624. 1629, Moskau 1639 und Lemberg 
1646 (ich habe zur Vergleichung die 2. russische Ausgabe ge- 
braucht) in der Hauptsache ttberein, weicht abar in einzelnen 
Paragraphen, so wie in AusdrOcken und Worten, bedeutend 
davon ab. Wenn der slaw. Philolog mit Herodot den natärliehen 
Horror vor ägyptischen tä^aifi. — denn von diesen strotzen die 
Nomokanonen — niederkämpft, um dieses schlammige NUreich 
ruhig durchzuwaten, so wird er immer aus diesem langen Sün- 
denr^ster einige kurze Wörter SLt sein Lexikon excerpiren 
können. 

160. Nomokanon, aus der 1. Hälfte des XVU. Jahrb., 130 BL 
auf Papier in 8^., im KL Beoün. 

Bl. 1—11 Beicht- und Bussordnung. Bl. 12—101 Epitome 
der Kirchengesetze, wie oben Nr. 155, doch mit dem Unter- 
schiede, dass er nur 227 Paragraphe enthält und dass sehr 
viele erläuternde Stellen aus den Kirchenvätern, femer aus Zo- 
naras, Balsamen, Harmenopulus u. a. eingeschoben sind. BL 
102—104 ttber Priesterweihe und Beichte. Bl. 105—126 des 
»Zacharije Maraphara Abhandlung über die Verwaodtschafta- 



221 

grade«. BI. 127—130 eiirige Fragmente aus kirchlichen Discipli- 
nargefietsen. 

161. Zakonnik, enthaltend einen Auszug aus des Matthäus 
Ylastares Pravilnik, sammt Beilagen, aus der 1. Hälfte des XVI. 
Jahrh., 157 BL auf Papier in 4^^ in der MetröpolitanbibL zu 
Earloyic . 

Der Inhalt dieser gut erhaltenen Handschrift ohne Datum 
ist folgender: 1) Auszug aus des Matthäus Viastares Syntagma, 
BL 1 — 84. 2) Auszug aus den Regeln des Johannes Jejunator, 
Bl. 85 — 87. 3) Belehrung über Beichte und Absolution, Bl. 
88 — 95. 4) Regeln der h. Apostel, der Koncilien, des h. Basilius 
u. a., BL 96 — 115. 5) Sammlung verschiedener Begeb, BL 
116 — 122. 6) Verschiedene Kapitel, ausgezogen aus einem andern 
Nomokanon, Bl. 12.^ — 150. 7) lieber die Trennung der Lateiner 
von uns und ihre Absetzung vom Primate, Bl. 150 — 157. 

2) Kirchen- und Civilrecht. 

162. Zakonnik, enthaltend einen Auszug aus des Matthäus 
Viastares Pravilnik und des Ks. Justinian Codex rep. prael., femer 
Stephan DuSan^s serbisches Rechtsgesetzbuch, sammt verschie^ 
denen theologischen, astrologischen und medicinischen Beilagen, 
geschrieben um das J. 6898 (1390), wahrscheinlich in der Her^ 
cegovina, 188 61. auf Papier in 4^ 

Diese Handschrift, deren Ausfindigmachung und Mitthei* 
lung zum Gebrauche ich dem Eifer meines Freundes 8. M. ver- 
danke, verdient in mehr als einer Hinsicht eine umständUchere 
Anzeige. Sie enthält: 1) Kapitelindex des Zakonnik, Bl. 1 — 3 r. 
2) Zakonnik oder Nomokanon, ausgezogen aus dem grossen Za<- 
konnik des Hierom. Matthej Solunskyj, d. i. Matthäus Viastares, 
BL 3 r.— 81 r. 3) Regeln des Johannes Jejunator, BL 81 v.— 83 r. 
4) Bruchstück aus des Ks. Justinian Rechtsgesetzbuche, BI. 83 r. 
bis 86 r. 5) Des Garj Stephan Dufian serbische Rechtsgesetze, 
BL 86 v. — 9er. Der Text der Duäan'schen Gesetze ist hier na- 
türlich vjel echter als in den folgenden, sehr jungen Abschriften. 
Die Beiheirfolge der Gesetzesparagraphe ist anfangs dieselbe 



222 

wie im neusatzer Kodex, dann abweichend und mehr zu den 
andern Eodd. stimmend , und die Sammlung bricht hier bedeu- 
tend früher ab. Durch diese Handschrift wurden meine über den 
neusatzer Kodex früher gemachten Bemerkungen auf das über- 
raschendste bestätigt, nämlich: IVdass der neusatzer Kodex die 
wahren alten DuSanischen Gesetze enthält, und dass die türki- 
schen Wörter in demselben Interpolationen jüngerer Abschreiber 
sind; 2) dass die Ueberschriften der Paragraphe in der neu- 
satzer Handschrift nur eine Zuthat eben dieser Abschreiber sind ; 
3) dass der Abschreiber des neusatzer Exemplars einen alten 
Kodex vor sich gehabt, in welchem die Blätter zerrissen und 
versetzt waren, und er — mit offenen Augen nicht sehend — 
bloss mechanisch abgeschrieben habe, ohne die Blätter zu ordnen, 
weshalb einige Paragraphen in der Mitte des Satzes abgebro- 
chen und erst nach mehreren Zwischenparagraphen fortgesetzt 
werden; endlich 4) dass in dem neusatzer Kodex, ausser den 
DuSan'schen Gesetzen, am Ende auch eine Sammlung späterer 
fürstlicher Verordnungen enthalten ist. In dem Gesetzbuche be- 
ruft sich Du6an an zwei Stellen auf die Gesetze seines „Gross- 
vaters, des h. Könlgs^ nämlich Milutdn (127&— 1321). Es ist 
klar, dass Duian's Gesetzbuch nur eine Rekapitulation älterer 
Verordnungen 'und Gebräuche ist, mit Hinzufügung einiger neuen 
Artikel Ueber. den Geist dieser von Engel u* a. sehr über- 
schätzten Gesetze etwas zu sagen, ist hier der Ort nicht. 6) Kir- 
chensatzungen, der 7 Gondlien, Regeln des Johannes Jejunator 
und anderer in Kürze , Bl. 98 n— 104 r. 7) Historische Nach- 
richten über die sieben allgemeinen Kirchenversammlunged, 
Bl. 104 r. — 106 V. 8) Auslegung des Verses: Gospodi Isuse 
Chriete etc., Bl. 106 v.— 109 r. 9) Das Officium der h. Kommu- 
nion (gleichlautend mit j^nem in den Beilagen zum Cetiiy'schen 
Psalter 1494. 4^), BL 110 r.— 130 r. 10) „Tl'kovanije Azbukvy« 
auf jeden Buchstaben ein Spruch, woraus das Chrismon, zwei 
verschiedene Aufsätze, BL 130 r. und v. (BL 131 fehlt). 11) Ge^ 
Sangstrophen, aus Sprüchen der Heiligen zusammengesetzt, BL 
132 r. — 133 V. 12) Horoskop der Geburten, nach einzehien 
Monaten, für Knaben und Mädchen, Bl. 134 r.— 144 V. 13) Ueber 



223 

Temperaoiaite, Zeiigiiog, Geburt, Nativitätsstelluog nach den 
Tagen des Monats, BL 145 r.— 150 v. 14) Hausreceptbuch mit 
therapeutischen, sympathetischen, thaamaturgischen u. a. Eur- 
angaben, BL 151 r. — 163 v* Ich konnte weder den obigen Horo- 
skop, noch diesen serbischen Lje£ebnik mit einem russischen 
yergleichen, und weiss daher über ihr gegenseitiges Verhältniss 
nichts zu sagen. In dem Katalog der Tolstoj'schen Bibliothek 
sind drei I^jeiebnik^n aus dem XVII. Jahrh. yerzeichnet, und 
die Handschrift 11. 215 scheint mehrere mit der hier beschrie* 
b^en gleichartige Stücke : kako ra2dajut sja mladenci, planidnik 
ili kalendar mesjainy etc., zu enthalten. Allen diesen Horosko- 
pen und Ljeiebniken scheinen, nach der Sprache zu urtheilen, 
griechische Originalien zu Grunde zu liegen. 15) Ein Gemisch 
von Gebeten, Kirchengesängen , Aussprüchen verschiedener Kir- 
chenväter, Bl. 164 r.— 172 V. 16) Leo der Weise über zukünftige 
Dinge, ein sinniger Unsinn, wie alle Orakelsprüche, Bl. 172 v. bis 
174 r. Ich habe diese apokryphischen Weissagimgen mit Leo's 17 
Orakeln in G. Codini Excerpta de antiquit. Gonstantinop. Vened. 
1729. Fol. p. 155 — 188, verglichen und dieselben von den letz- 
tem ganz verschieden befunden. 17) Wahrsagereien aus dem 
Zucken der Glieder, Bl. 174 r. — 176v. 18) Parallelismus der 
Zeichen des Thierkreises und der Glieder des Leibes, Bl. 
176 r. 19) Wahrsagereien aus dem Donner nach den Tagen und 
Zeichen des Thierkreises, so wie nach den Monaten fürs ganze 
Jahr, BL 176 1.— 180 r. 20) Wahrsagereien aus dem Tage der 
Geburt Christi fürs ganze Jahr, Bl. 180 r. und v. (Bl. 181 fehlt). 
21) Der neunzehnjährige Mondcyklus vom J. 6898 (1390) bis 
zum J. 6916 (1408), Bl 182 r.— 187 v. Es ist bekannt, dass die 
goldene Zahl des Mondcyklus der Orientalen von der der Occi- 
dentalen allemal um 3 differirt, d. i, weniger zählt. 22) Gebete 
beim ßchlafengeh^, Bl. 187 v. Das Ende der Handschrift fehlt 
Denn leider ist diese Handschrift sehr lückenhaft und verstüm- 
melt; es fehlen in derselben 12 ganze Blätter, 12 sind mehr 
oder weniger verstümmelt und zum Theil unlesbar, 1 rescribirt 
und mehr als die Hälfte der Blätter beschädigt. Da das Ende 
abgeht, so bestimmte ich das Alter der Handschrift haupt- 



224 

säehlich nach der Jahrangabe beim Mondcyklus, der vom X 
6898 — 6dl6 berechnet ist. Nach dem Scbriftzuge zu urtheilen, 
hätte ich die Handschrift auf den Blick in die Mitte des XY. 
Jahrh. gesetzt; sie ist mit einer Kurrentschrift geschrieben, die 
jener, mit welcher der Schluss des kruäedoler Viastares 1453 
geschrieben ist, aufiallend ähnelt Allein die serbischen Schreiber 
bedienten sich bereits in der 2. Hälfte des XIV. Jahrh. (ob 
auch froher, weiss ich nicht) eben dieser Kurrentschrift (skoro- 
pis), besonders in Handschriften f&r den Privatgebrauch, wäh- 
rend sie Codices für Kirchen und Klöster und im Auftrage der 
Fürsten und Oberpriester noch immer mit antiker Bukvica 
(ustav) abzuschreiben pflegten. Der Buchbinder, der diese Hand- 
schrift das Jüngstemal überband, Hess, besonders im 2. Theile 
derselben, kein einziges Blatt auf dem andern, d. i. an seiner 
rechten Stelle, und es kostete nicht wenig Mülie, beim Abgange 
so vieler Blätter und zum Theil auch der Signaturen, Ordnung 
iil dieses Chaos zu bringen. 

163. Zakonnik oder Gesetzsammlung, enthaltend einen Aus- 
zug aus des Matthäus Viastares Pravilnik, die Rechtsgesetze des 
Garj Stephan DuSan und einige Beilagen, geschrieben von dem 
Hieromon. Pachomije, angeblich im Kl. Rakovac (denn der Name 
ist an der Stelle eines ausradirten hineingeschrieben), im J. 7029 
(1700), 78 Bl. auf Papier in Folio, in der Oymnasialbibliothek 
zu Neusatz. 

Im J. 1779 besass die Handschrift der Hieromonach Isaias 
Parivodi^, Vikarius im Kl. Kakovac; um das J. 1820 schenkte 
sie ein Privatmann dem neusatzer Gymnasium. Auf dem 53. 
Blatte steht die Schlusssdirift des Kopisten; doch ist in dem 
Ortsnamen Bakovac bloss der erste Buchstabe von der Hand 
des Abschreibers, die übrigen sind an die Stelle der ausra- 
dirten von der Hand des Hieromonachen Parivodü hineiugeschrie- 
ben, so dass man nur so viel mit Gewissheit sagen kann, dass 
die Kopie in einem sirmischen, mit B anlautenden Kbster 
(Bakovac, Remeta und Remetica) gefertigt wurde. Die Haud- 
Schrift enthält: 1) Inhaltsanzeige, Bl. 1—4. 2) Auszug aus des 
Matthäus Viastares Pravilnik, verschieden von dem Auszuge der 



225 

zwei obigen Handschriften, Nr. 161, 162, Bl. 6—53. 3) Bnieh- 
stficke aus dem Justinianischen Gesetzkodex, BI. 55 — 57. 4) Ste- 
phan DuSan's und seiner Nachfolger serbisches Rechtsgesetzbuch, 
Bl. 58 — ^74. 5) Einige unerhebliche Beilagen, darunter eine reuige 
Stimme des Stephan DuSan aus dem Reiche der Todten, BI. 
75 — 78. Das Duäan'sche Gesetzbuch ist in dem serbischen Lje* 
topis 1828, Heft IH. S- 44—62, IV. 31-^5 abgedruckt; doch 
sind dabei leider sehr zahlreiche wesentliche Fehler und Aus- 
lassungen mit unterlaufen, sodass der Abdruck für den Forscher 
ganz unbrauchbar ist 

164. Zakonnik, enthaltend Bruchstücke aus des Ks. Justinians 
Codex rep. prael, Stephan Dii$an*s serbisches Recbtsgesetzbuch, 
und einige Beilagen, aus der 2. Hälfte des XVH. Jahrh., 75 Bl. 
auf Papier in 8\ bei mir. 

Diese, Ton mir im M. Mai 1831 aquirirte Handschrift 
enthält: 1) einzelne Parzellen aus dem Justinianischen Gesetz- 
buche, BI. 1 — 22. 2) Stephan Du.^n's serbisches Rechtsgesetz* 
buch, Bh 23 — 48. 3) Miscellen kirchenrechtlichen und liturgi- 
schen Inhalts, von späteren Besitzern des Buches eingetragen, 
Bl- 49 — 75. Die Bl. 17 und 24 sind ausgerissen. Im J. 7196 
(1687) besass das Büchlein, hier Sud pravilnyj Stephana Caija 
Srbskago genannt, der Hieromonach Dimitrije, Hegumen von 
Ravanica iu Serbien. — Die serbischen Rechtsgesetze sind hier 
nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt, sondern in einer 
Paraphrase, von welcher ich glaube, dass sie der folgenden 
Handschiift zur Basis diente. 

165. Sammlung verschiedener kanonischer und bürgerlicher 
Gesetze, in der Bibliothek des Hrn. kön. Raths und Ritters 
Sabbas von Tököly zu Arad. 

Nach der etwas verworrenen und unbefriedigenden Be- 
sehreibung dieser Handschrift von dem H. Besitzer in s. Erweis, 
dass die Walachen nicht r&mischer Abkunft sind, Halle 1823. 
8^. S. 14 — 16 (welche Stelle man nachlesen möge), enthält die 
Handschrift: 1) Konstantins und Justinians Gesetze über Reichs- 
verwaltung. 2) Stephan DuSan's serbisches Rechtsgesetzbuch, 
vom J. 6757 (sie, statt 6867). Da nun Raid, der diese serbischen 

gafafik. Literatnigeschichte. III. Band. 15 



226 

Gesetze im Anhange zu seiner serbischen Geschichte, Bd. IV., 
abdrucken liess, ausdrttddich versichert, dass er dieselben „in 
aller ihrer Einfalt von Wort zu Wort' habe abdrucken lassen; 
da ferner der Hr. kön. Rath. und Ritter von Tököly auf die 
schriftliche Bitte meroes sei. Kollegen» des Prof. G. MagaraSe* 
vic , uns die Handschrift zur Vergleichung mitzutheilen , die 
Antwort gab, dass der Bai(^'sche Abdruck mit seiner Handschrift 
. aufs genaueste übereinstimme, so gab ich mir weit^ auch keine 
Mühe, die Handschrift selbst einzusehen. Denn idi bin über- 
zeugt, 1) dass der Kaic'sche Abdruck wortgetreu ist (wirklich 
ergab sich aus einer spätem, durch Hrn. Kopitar unternommenen 
Vergleichung, dass der Abdruck vom Original nnr hie und da 
in einzelnen Wörtern, Lesearten und Sylben abweiche, namentlich 
in der Orthographie); 2) dass diese arader Gesetze ein neues, 
kaum 150-^200 Jahre altes, und nun nach Auffindung der wah- 
ren alten Gesetze DuSan's völlig nutzloses Machwerk irgend 
eines müssigen Mönches sind, der die echten alten Gesetze pa- 
i'aphrasirte, und ihnen an vielen Stellen willkührlich eine seinen 
Ansichten und Wünschen entsprechende Gestalt gab. W&re hier 
der Ort, so würde ich durch einleuchtende Belege beweisen, 
dass der Paraphrastes an mehr als hundert Stellen sein Original 
entweder nicht verstanden oder absichtlich verdreht hat (so 
machte er aus dem alten meropch Bauer — mjera Maass; aus 
priselica Einquartirung — priälec Ankömmling u. dgl.), und dass 
nicht eine einzige Stelle der alten wahren Gesetze aus dieser 
Paraphrase Licht erhält, während letztere erst durch Verglei* 
chnng mit deren Original gesunden logischen Sinn bekommt 
Alles Originelle, Alte, Dunkle ist in der Umschreibung, als 
unverständlich dem Paraphrastes, gänzlich vertilgt; Wörter wie 
lice, meropch, sehr, pronjar, tucak, priselica, uzdanije etc. 
waren ihm Hieroglyphen. An Rai6's Ausdrucke : „v starodrevnem 
rukopisje'' wird nur der hängen bleiben, der es nicht weiss, 
dass der gute Mann über das Alter der Handschriften durchaus 
nicht urtheilflUiig war. Der Historiker Engel, dessen guten Willen 
ich übrigens sehr ehre, und nur bedanre,. dass- ihn das Schicksal 
nicht eine bessere Kopie* erleben liess, gab sich die sisyphische 



. - 227 

Miihe, diese paraphraßirten Gesetze ins Deutsdie zu fibersetzen 
(Gesch. V. Serb. S. 293 flf.), wobei es Datttrlich an MissgrififeB 
aller Art nicht fehlen konnte, als z. ß., dass aus der vonnittä- 
gigen Vorladung vors' Gericht eine Einladung zum Mittagmale 
gemadit und dem Nfchterscheinenden eine Strafe angedroht 
wird ! 

E) Geschichte. 

Der leichtem Uebersicht wegen theilc ich die hieher ge- 
hörigen Handschriften in zwei Klassen: 1) in Handschriften zur 
Geschichte der christlichen Kirche, fast nur Lebensbeschreibun- 
gen von Heiligen enthaltend, und 2) in Handschriften zur bilr- 
gerlichen oder Weltgeschichte, und schicke überall das Allge- 
meine dem Besondem oder dem Nationalen, Serbischen, voraus! 

1) Kirchliche Geschichte. 

166. Nachrieht von der Uebertragung der Beliquien des h. 
Evang^sten Lukas nach Smederevo unter dem Fürsten Georg 
Brankovi(i, aus der Mitte des XV. Jahrb., auf Papier in 4^, im 
H. Vrdnik. 

Der Anfang fehlt; die Handschrift hat von Feuchte sehr 
gelitten. Eine spätere Unterschrift ist vom Hieromonachen Mi- 
chael 7020 (1512). 

167. Leben des h. Johannes Chrysostomus, von Georg Erzbi- 
schof von Alexandrien, geschrieben im Kl. KuveSdin im J. 7101 
(1593), 165 Bl. auf Papier in Folio, im Kl. KruSedol. 

168. Leben des h. Basilius des Grossen, von seinem Schüler 
MSnch Gregor, sammt Beilagen, vom Ende . des XVL Jahrb., 
287 .Bl. auf Papier in 8\ in der Metropolitanbibl. zu Karlovic. 

Auf das Leben des Basilius folgen vermischte Excerpte 
ans den Kirchenvätern, Bl. 1—154, hierauf des Zacharias Ma- 
raphara Abhandlung über die Verwandtschaftsgrade, Bl. 155 — 185, 
endlich ein Nomokanon, Bl. 186-1-287^ 

169. Oteönik, d. i. Vitae patrum, gr. TJÄr^ptxöi/, Leben auser- 

15* 



228 

vählter Heiligen , aus dem XVI. Jahrh. , 242 Bl. auf Papier in 
Folio, im KI. Bemeta. 

Ist ganz da, doch ohne Datum. 

170. Ote£nik, Leben auserwählter Heiligen, vom Ende des 
XIV. oder dem Anfange des XV. Jahrh., auf Papier in FoUo, im 
Kl. Vrdnik, 

Am Ende defekt; sonst wegen der vielfachen Spuren eines 
hohen Alters in Sprache, Orthographie und Schrift beachtens- 
werth. 

171. OteCnik, Leben auserwählter Heiligen, vom Hieromonach 
Maxim angefangen zu Karlovic den 6. Decb. und beendigt in 
Kruäedol den 2. Mai im J. d. W. 7041 und n. Chr. G. 1540, 
397 Blatt auf Papier in Folio, im Kl. Kruäedol. 

Wegen der anscheinenden Diskordanz der Jahre nach der 
Welterschaffung und nach Christi Geburt verweise ich auf das 
hierüber unter Nr. 63 Gesagte. 

172. Otefcnik, Leben auserwählter Heiligen, aus dem XVL 
Jahrh., auf Papier in 4\ im Kl. Vrdnik. 

173. Panagirik oder Leben und Elegien auserwählter Hei- 
ligen, geschrieben im Kl Ozrjen (unweit Gra&inica in Bosniea- 
jetzt in liuinen), im J. 1509, auf Papier in Folio, im Kl. Opovp. 

174. Panagirik oder Leben und Elegien auserwählter Hei- 
ligen, ans dem XV. Jahrh., 446 Bl. auf Papier in Folio, im KL 
KruSedol. 

Anfang und Ende gehen ab. 

175. Panagirik oder Leben und Elegien auserwählter Hei- 
ligen, aus dem Anfange des XV. Jahrh., 393 Bl. auf Papier in 
Folio, im KL Kruäedol. 

Am Ende der Ilandschiift befand sich, nach dem vorge- 
setzten bidex, das Leben des h. Sjnieon und Sava, ist aber 
ausgerissen, und das letzte Blatt umgeschrieben. 

176. Panagirik oder Leben und Elegien auseiwählter Hei- 
ligen, aus dem XVL Jahrh., 178 Bl. auf Papier in Folio, im Kl. 
Gergeteg in Sirmien. 

177. Leben auserwählter Helligen, bulgarische Handschrift 
aus dem XV. Jahrh., auf Papier in Folio, im Kl. KruäedoU 



229 

178. Leben aoserwählter Heiligen, ans dem XVI. Jahrh^ 
307 Bl. auf Papier in FöIio, im Kl. Remeta. 

In allen diesen, bis jetzt aufgezählten Lebensbeschreibun- 
gen der Heiligen kommen keine Biographien slawischer oder 
serbischer Hdligen vor. 

179. Prolog oder Leben der Heiligen im Auszüge, nach Mona- 
te (mit Ausnahme des Septembers, der ausgerissen ist), und hie 
und da mit Troparien, serb. Handschrift aus dem XIII. Jafarh. 
auf Pei^ament in Folio, in allem noch 171 Bl., in der gräfl. 
Romjancov'schen Bibl zu St. Petersburg. 

S. Kalajdovii Johann Exarch S. 62, 90—91. Koppen Bibl. 
Listy S. 109, 539. Sowohl Dobrovsky als auch Kopitar wollten 
diesen Prolog lieber einen bulgarischen als einen serbischen 
nennen; allein, wiewohl das von Kalajdovi6 mitgetheilte Bruch- 
stück ans demselben, <Ii6 Legende von Oyrill und Methode eben 
nicht diplomatisch genau und treu abgedruckt zu sein scheint, 
so lassen uns doch die Wörter naMexB, npoTHBym;Hxi ce upHiCTB, 
iriceQa, dOpere ce ete. etc., gar nicht zweifeln, dass die Hand- 
sdnrift von einem Serben herröhre. Einzelne Spuren von s. ent- 
scheiden nichts. Das verwickelte Datum in dieser Legende ist 
wohl auf foldende Art auflösbar. Es lautet dort: Bi> S cOTHOe 
f uy H Tperie jeIto. Der verdienstvolle Herausgeber erklärt 
durch das beigesetzte Fragzeichen dieses Datum für fehlerhaft 
oder doch unerklärbar, und Abb^ Dobrovsky hat es (Legende 
von Cyrill und Method, Prag 1^26. 8^ S. 64) durch die An- 
nahme, dass das Wort coTEOe und der folgende für THCoyntB 
stehende Buchstabe t versetzt seien, und dass mithin zu lesen 
sei .Syr. (6403), mehr verwirrt als erklärt Es scbeüit fast, als 
wenn das Datum entweder von dem Prologschreiber selbst, oder 
dem russischen Kopisten diktando geschrieben wäre: das Wort 
sotnoje bezidit sich auf das folgende t, und das o ist nur der 
letzte Buebstabe des ausgesprochenen Wortes Tverdo (als Name 
des Buchstabens), y aber ist das falsch aulgefasste Zahlzeichen 
H (go) 8ei*b)öcher Handschriften. Wir haben somit: S, CbTHOC 
T-o, ^ K Tperie jtäto = 6393 (886), was zu der dort ange- 
setzten dritten Indiction, so wie zu der Regierungszeit Svato- 



230 

pluks 869-^894, Basilius des Macedoiuers 867^-886, Boris 
Michael 843 — 889 und Karls III. des Dicken, Kg. «yoD Dentsch- 
laad, 862—888 (cpau» ist nämlich Karl, und es ist hier der 
Name nicht ausgefallen, wie Dobrovsky annahmen wollte) aufs 
Vollkommenste passt« denn nur 882—386 regierten alle diese 
vier Forsten gleichzeitig. 

180. Leben auserwählter Heiligen, aus dem XV. Jahrb., 
1 16 BK auf Papier in 8^., im Kl. Kovilj in Ungarn. . 

Enthält die Lebensbeschreibungen 4ea h. Gregoriua, De- 
metrius, Nikolaus, Alexius, Basilius des Grossen, Ephrem Syrus 
und der h. Petka, so wie einige vermischte Excerpte aas den 
Kirchenvätern. 

181. Leben des h. Symeon und Sava, verfasst von dem Uiero« 
monachen Dometijan in der chilandarischen Einsiedelei in der 
Kareja auf Athos, im J. 6772 (1264), 434 fil. auf Papier in 4^ 

Der Hieromonach Dometijan ist den Kennern des slawo* 
serbischen Alterthums bereits aus da* in Kalajdoviß's Joann 
Exarch S. 164 — 166 abgedruckten Schhissrede des chiUndari^ 
sehen Hexaemeron vom J. 1263 als ein enthusiastischer Freund 
der slawischen Literatur bekannt Vorliegendes Werk ist ein 
rühmliches Denkmal seines erleuchteten Geistes, so wie seiner 
ausgebreiteten Gelehrsamkeit, und als ein serbisches, durch Qe- 
halt und Darstellung gleich ausgezeichnetes Originalprodukt eiue 
der Hauptzierden der gesammteu altem slawlschoi Literatur, 
Dos Aufschiessen einer so anmuthigen Pflanze^ voll unverwelk* 
lieber Bltithen, in der ffatstem Zelle eines slawischen Einsiedlers 
um die Mitte des XIII. Jahrb., ist nur dadurch erklärbar, dass 
der Geist des klassischen Altherthums, gehftllt in die Formen 
christlicher Ideale, von den Griechen und den mit ihnea geistig 
verschmolzenen Slawen in Thracien und Macedo&im seit Cyrillus 
und Methodius bis auf Dcnnetijan noch nicht ganz gewichen 
war. In der That bekunden die südslawischen- Schriftarzeugnisse 
im Grossen und Kleinen, in Materie und Form, je höher hinauf, 
desto mehr Originalität, Natur und Geschmack; je weiter herab, 
desto mehr Verfall des Wortes und des Gedankens. Man vergleiche 
nur Sava vom J. 1199 — 1215 und Dometijan vom J. 1264 mit 



231 

Daoiel vom J. 1338 uad mit seinen Fortsetzern bis 1375 oder 
mit Greg^K* Camblak um 14001 Dometüans Wei*k, von ihm in 
Original nach Serbien gesendet, seit dem Metropoliten von 
Kjjev und ganz Rassland Kyprian (1376 — 1406), einem gebornen 
Serben, ancb in Rudsland bekannt, namentlich in der grafl. Toi- 
8toj*schen Bibliothek in drei Abschriften Abth. IL N. 197, 233 
(diese nach einem Original von Athos 1517) und 362 vorhanden, 
und mir in einem leider sehr defekten Kodex aus der 2. Hilfte 
des XIY. Jahrh. von meinem Freunde S. M. mitgetheilt, nmfasst 
das Leben und die Thaten der zwei unsterblichen Bestliuratoren 
des serbischen Staates, des Vaters, der dessen politische, und 
des Sohnes, der dessen kirchliche und geistige Existenz neu 
begründete, mit einer Ausführlichkeit, religiösem kräftig-warmen 
Vollgefühl und Sprachanmuth, die es eben so interessant für 
den serbischen Historiker, als wichtig für den slawischen Pfai* 
lologen machen* Leider fehlen in der von mir benutzten Ab- 
Bcbrift an verschiedenen Stellen 43 Bl, die ans den in Kartovic 
und in den sirmischen Klöstern vorhandenen Exemplaren nieht 
erffkßzt werden können, weil diese eine ganz andere, jüngere 
Redaktion des Werkes enthalten. Dometijan war ein Schüler 
des h. Sava und berichtet vieles als Augenzeuge, bei andern 
Thatsachen beruft er sich auf Quellen, insbesondere auf das 
Zeogniss mehr als hundertjähriger Qreise, die er verhört habe. 
Audi die Biographie des b. Symeon von seinem Sohne Sava 
Bcbeint ihm, nach einigen Stellen zu urtheilen, bekannt gewesen 
zu sein, wiewohl er derselben ausdrücklich nicht erwähnt. Aber 
Demetijan's Werk ermangelt leider aller chronologischen An* 
gaben! •— Das Werk der Gründung eines serbischen, politisch 
nnd geistig selbstständigen Nationalreichs, welches die Heiligen 
mit wundersamer Kraft erstrebt und vollendet hatten, schien 
für die Ewigkeit bestimmt; aber die Vorsehung hatte es anders 
bescUosseh. *~* Dometijan scfaiekfe, wie aus der ßchlussscbrift 
hervorgeht und bereits bemerkt wurde,' sein Buch nach Serbien*, 
na blagoslovenije sv. Symeonu. Sollte wohl nicht mehr das Ori- 
ginal isdbst oder wenigstens eine gleichzeitige Abschrift irgendwo 
in Ghiiandar oder in Deteni etc. existiren? Man findet nirgends 



ti2 

eine Spur, dass Baiö die echte Biographie des h. Symeon und 
Sava gekannt hahe. Die Art, wie er seine Leser auf die Quellen 
seiner dürftigen Naehrichten vom b. 8ava verweist, ist gar za 
sonderbar und zeigt von der Leichtfertigkeit des fleissigen, aber 
unkritischen Mannes. (Mw vgl. Istor. Serb. Bd. IL S. :(^— 340.) 

182. Leben des h. Sava, verfasst von dem chilandarlschen 
Hieromonachen Theodosije^ nebst dem aas Dometijan ausgezo- 
g^en Leben des h. Symeon, geschrieben im Kl. Chilandar im 
i. 7288 und nach Chr. 6. 1780, 174 Bl. auf Papier in Folio, 
in der Metropolitanbibl. zu Kariovic. 

Voraus geht das Leben des h. Sava von dem chilandari« 
sehen Hieromonachen Theodosije, Bl. 1—102; hierauf folgt eine 
Lobrede auf den h. Sava von ebendemselben, Bl. 103—117; zu« 
letzt das Leben des h. Symeon, zwar aus dem Werke des Do^ 
metijan ausgezogen, aber sehr abgekürzt, und in Sprache und 
Orthographie ganz russisirt, Bl. 117—174. Theodo«as versichert 
zwar, nur den Dometijan aus- oder umgeschrieben zu haben 
(skazano prepodobnym Dometijanom, spisanoie Theodosijem 
mnicbom), allein derselbe hat das Werk Dometijans, gewiss 
nicht ohne religiös-kirchliche Nebenabsichten, ganz fiberarbeitet, 
so zwar, dass nicht ein Stein auf dem andern von dem alten 
Gebäude geblieben ist Alles Beinhistorische ist weggelassen; die 
von Dometijan mit biblischer Unbefangenheit und Kürze erzähl* 
ten Wunder werden hier zu widerlichen Zerrbildern, mit denen 
ganze Bogen angefüllt sind. Bei der zweiten Abtheilung, dem 
Leben des h. Symeon, machte er sidi die Arbeit leichter, er 
Hess bloss aus, was ihm nicht gefiel. Aus einem solchen Kodex 
scheint die elende Compilation geflossen zu sein, welche der 
pakracer Bischof Cyrill 2ivkoviö unter dem Titel: 2ftije sv. 
serbskych prosvjetitelej Symeona i Savy spisanoje Dometijanom 
hieromon. chiiandarskym, sokraiöenote i oiiäieno {ja wohl!) 
KyriUom 2ivkovi6em etc., Wien bei Novakovic 1794. 4^, 76 Sei- 
ten, drucken liess. Von demselben Theodos^ sind die achtstim* 
Ddigen Kanonen zu Ehren des h. Symeon und Sava, welche auf 
Veranstaltung des cbilandarer Prohegamea Timotej in Druck 
erschienen sind: Kanony na osm glasov sv. Symeo&u i svjaty« 



telju Savy, Yen. 1776. 4"., 112 Seiten. Er ueoat sieb daseitot: 
vsjech poaUedByj Tbaodo»ij grjeänjj nedostojnjrj Jeromonaoh 
Chilandarac. Gebürtig aus Slawonien unweit Lepavina soll er 
fast sein ganzes Leben in Ghilandar mit Bücherschreiben za^ 
gebracht haben. Hätte er doch wmgstens den Dometijan nicht 
travestirtl Wir hätten dann weniger Grund, den Untergang des 
Originals 2U befürchten. 

183. Leben des b. Sava vom HieromonaGhen Theodoeüe, ge<* 
schrieben aiif Befehl des Ersbischofis und MetropoL Paul Nena- 
dovic in Karlovic im J. 1757, 181 BL auf P^>ier in 4^, in der 
MetropolitanbibL zu Karlovic. 

Diese Abschrift stimmt mit der obigen N. 181 von Wort zu 
Wort fiberein; die Biographie des h. Symeou ist hier nicht bet- 
gefugt. — Aebnliche Biographien des h. Sava kommen auch in 
mehreren andern sinuischeai Klöstern vor. 

184. Pomeoik, d. i. Namenverzeichnias der Wohlthäter des 
Klosters zur Erinnerung im Gebet, vom J. 7 IM (1616) ff., 
218 BL auf Papier in Folio, im KL Beoiin. 

Dieser, ursprünglich aus dem Kl. Baia in Serbien stam* 
mende, von ürn. Vuk Steph. Karadiiö in s. serbischen Wörter- 
buobe» Vorr. 8. XJX. kurz oharakterisirte, denkwürdige Pomenih 
(so beissen Handschriften dieser Art in der altem serbischen 
Sprache) enthält Tausende und Tausende von serbischen Eigen- 
namen. Es war Sitte, jährlich einige Mönche im Lande hemm- 
reisen zu lassen, um milde Gaben einzusammeln (parusiju 
pisati), nach deren Bfickkunft die Namen der Wohlthäter in das 
grosse Gedichtnissbuch eingetragen wunten. Fremde, die das 
Kloster besuchten, schrieben «elbet oder Hessen ihren Namen 
einschreiben. Vorliegende Handscbnft ist ihrem ersten Theile 
nach aus einem andern, wenigstens um 200 Jahre älteren Po^ 
mepik abgeschrieben. BL 88 bemerkte der Schreiber unten am 
Bande: sve pisach v Ijeto 7124 mjeseea gjenvara 26 d'n; von 
da an wurde die Kamensliste jährlich bis gegen Ende des sieb- 
zehnten . Jahrh« von verschiedenen Schreibern fortgesetzt. Es 
kommen zwar is den Fortsetzungen zwei Namen mit der beigem 
seUten Jahrzahl 7046(1538) und 7109(1601) vor; allein diese 



234 

Zahlen sind offenbar unrichtig geschrieben, und können ffir ein 
böherea Alter der Handschrift» als 1616, k^n Zengniss abgeben. 
Der erste Theil der Handschrift ist der brauchbarste, indem 
darin die männlichen und weiblichen Namen abgesondert sind, 
je weiter herab, um so grösser ist die Verwirrung. Ich habe 
die serbisd|Len Namen sowohl aus dieser, ids auch aus andern 
Handschriften zum Bebufe eines slawischen Onomasticon exe^r- 
pirt und alphabetisch ausammengestellt 

186. Pomenik oder Namensliste der Wohlthäter des Klosters, 
vom J. 7163 (1665) und ff., 140 Bl. auf Papier in 4*., im Kl. 
KruSedol. 

Weder so reichhaltig, noch so fieissig geschrieben, als 
der beo&iner Kodex. — Es kommen auch in andern Klöstern 
ähnliche Namensbücher ror. Ein uralter, früher im Kl. Koyilj 
aufbewahrter Pomenik, von dem ich in einer Handschrift Er- 
wähnung fand» ist leider nicht oMhr vorhanden. 

186. Des Andreas Zmiyeviö, Erzbischofs von Antivari und 
Dioklea, Primas von Serbien, »Annales eodeskkstici'', vom An* 
ÜMgß der Welt bis auf seiae Zeiten, sowohl in lateinischer 
Spruche, als auch in vulgar-dalmatisch-serbischer Mundart mit 
cyrillischer Schrift, in der Bibliothek der Propaganda in Rom. 

Engel Bd UI. 8. 467. 

2) Weltliche Geschichte. 

187. Des Qregorius Monachus Hamartolns Chronik, aus 
dem Ende des XVI. oder Anfange des XVn. Jahifa., 433 BL 
auf Papier in Fol., im Kl. Kruäedol. 

Am Ende gehen zwei bis drei Blätter ab. Dass der Ab« 
Schreiber ein gebomer Russe war, beweisen einzelne Formen, 
66 sU fit u. s. w. zur Geniige. Aber die Absdirift wurde aus 
einem gnten bulgarischen Kodex genommen« in welchen unstrei- 
tig eine uralte Uebersetzuog des Werkes enthalten war. So viel 
mir bekannt, ist des Hamartelus Chronik bis jetat weder in 
Original, noch in einer Version gedruckt worden. Nach dem 
Vorworte des Vfs. sollte seine Geschickte von der Welter- 



235 

Bchaffimg nur bi» Kum Ks. Miehad lil. (842— 80r) reichen; 
«Udn sowohl die melateii griechischent als aueb die niH* bekann- 
ten slawischen Handschriften endigen mit Bomanusl. Lecapenas 
und seinea drei Söhnen (946). Setate Hamartolns selbst sein 
Werk weiter fort, als er aafangs deh Plan hatte, oder sind es 
Zugaben späterer Verfasser? Bl. 1—19 steht die Inhalteanzeige 
und das Vorwort dea Vfi. 

188. Des Georgias Monachns Hamartolos Chronik („Ije- 
tondk Geoiigia Inoka*'), serb. Uebersetzong, geschrieben zb Ghi- 
landar im J. 1386, auf baumwollenem Papier in Folio, in d»r 
Synodalbibliothek su Ifoskau* 

S. Kalajdovii Joaim Exarch S. 88. 

189. Des Geoigins Monadius Hamartohis Chronik in ser« 
bischer Uebersetznng , geschrieben im J. 6897 (1389), ehemals 
386, jetzt 378 Bl. in zwei Kblnranen auf Pei^ment in Folio. 

Dieser Ljetoraik, wie die Handschrift in der bis auf den 
Namaa und Jahrzahl nun gänzlich erloschenen Schlussrede ge** 
nannt wird, enthält eine ganz andere Version, alB der oben 
beschriebeoe, die, wie ich glaube, in CSiilandar sehr oachläßsig 
verfertigt wurde. Die Inhaltsanzeige nnd das Vorwort des Ver^ 
fassers fehlen bei dieser serbischen (es heisst darin z. B. cammuEb 
piMCKH icxe lecTB TpL^ciii le^aflH tscb nojK^ocby cptÖccHse 
Tiiana rpa^oy) Version, von deren sprachlichem Gduilt äbrigens 
dasselbe gilt, was oben bei Matthäus Viastares bemerkt wurda 
Dbs Exemplar wurde mir von meinem Freunde & M. zur Ein« 
sieht eingesendet. 

190. Des Johannes Zonaras Annalen, aus dem XV. Jahrb., 
414 BL auf Papier in Folio, in der MetropoUtanbibl. zu Kartovic. 

Wiewohl die Handschrift ganz ist, so enthält sie doch kein 
Datam; eine spatere Nachschrift am Deckel vom J. 7076 (1667) 
berichtet bk>s6 den Tod des sonst unbekannten Knez Dmitr. In 
der Regierungsgeschichte Trajans werden auch Kriege desselben 
mit den Serben beschrieben, woraus wenigstens folgt, dass die 
Tradition von den Ursttzen der Slawen an der illyrischen Donau 
fast von allen alten Chronisten der Slawen (Nestor, Kadlubek 
etc.) geglaubt wurde. Das karlovicer Exemplar ist ohne Zweifel 
Abschrift eines viel älteren Originalkodex. 



236 

Hieher gehört auch die schon oben erwähnte Geschichte 
der römischen und griechischen Kaiser in der kruSedoler Hand- 
schrift N. 147. 

L Gesi^ichte Al^uinders des Grossen, Königs von Ma- 
cedonien, geschrieben im J. 1719, 135 Bl. auf Papier in 4^., im 
KL Bemeta. 

Eine andere schönere Abschrift dieser slaimchen Alexan* 
dreis befindet sich in der MetropolitanbibL zu Karlovic. 

Alexander. Handscb. & d. XV.— XVI. Jahrh. In Raudnic.- 
Absohrift im prager Museum. 

192. Chronograph, enthaltend Bruchstücke aus der Ge- 
schichte der Hebräer, Assyrier, Macedonier, Römer, Griechen, 
Bulgaren, Serben und Bussen, bis xur Eroberung Konstantino- 
pels im J. 14Ö3, ans dem XVL Jahrb., 161 BL auf Papier in 4^. 

Aus dieser, aus dem Nachlasse des Prof. Magaraäevi^ 
stammenden und gegenwartig bei mir b^Kndlichen Handschrift 
g^en in den 3 ersten Lagen II BL ab. Beigefügt sind: 1) deö 
Johannes Damascenus Sendschreiben an den h. Kosmas, und 
2) Erkläjrung einer Evangelienlection. Bekanntlich banden sich 
in den Bibliotheken Russlands ähnliche Chronographen in Menge. 
Ob ihr Urfq)rung in Bulgarien oder in Rassland zu suchen sei, 
weiss ich nicht; doch mag zwischen den russischen und den 
süddonauifidBien ein erheblicher Unterschied stattfinden. Der 
künftige serbische Historiograph sollte auf diese Chronographen 
sein Augenm^k richten und die denselben einverleibten Erzäh«- 
lungen serbischer Begebenheiten soi^&Itig excerpiren. 

193. Chronograph, geschrieben im J. 7176 (I«68>, 160 BL 
auf Papier in 4^, im Kl. Remeta. 

Diese Absdirift floss unstreitig aus einem russisdien Ori- 
ginal, hidem darm Russland stets naäa zemlja genannt wircL 
Der Chronograph geht nur bis BL 118. Nach dem Index stand 
das Datum 7176, welches aber jemand ausradirt hat. BL 119 
bis Ende folgen Excerpte aus dem Leben der HeUigen usw. 

194. Chronograph mit Terschiedenen Beilagen, geschrieben 
m Vrcbfibreznica bei Plevlje in der H^rcegorina ian J. 7158 
(1660)> »27 BL auf Papier in 4^ 



237 

Der Abschreiber und zum Theil Verfasser dieser Hand- 
schrift, wdche sich aus dem Nadilasse des Prof. MaganiSe?i£ 
gegenwärtig bei mir befindet, verhallte seinen Namen in eine 
Tarabara, d. i. einen sinnigen Unsinn, eine Geheimschrift, m 
der uns noch der Schlössel fehlt. Eine solche serbische Tara* 
bara fand ich ausserdem nur noch in einem Typikon, geschrieben 
im El. Pribinaglava, im J. 7115 (1607) in Folio, im Kl. KotIQ, 
und in einem Oktoich, geschrieben im KI. OreSkoviea in Brani^ 
&evo im J. 7121 (1613) in Folio, im Kl. Yrdnik, femer in dem 
gedruckten Oktoich Bo2idar's 1537. Fol. (N. 222) Sign. IL Bl. 3 t. 
Bekanntlich ist der Schlüssel zu der Tarabara.russischer Schreiber 
längst gefunden. Die Handschrift enthült 1) einen Chronograph, 
mit Fortsetzungen aus verschiedenen neuern Annalisten bis zum 
J. 1650, Bl. 1—319; 2) kurze seibische Annalen, Bl. 320—327. 

Die Geschichtsbücher, welche Rai6, als von ihm benutzt, 
unt^ den Titeln Carostavnik und Troadnik anführt, sind dem 
Inhalte nach identisch mit den hier beschriebenen Chronogra^ 
phen. 

195. Des £rzbischo£s Daniel und seiner Fortsetzer Bodo- 
slOY oder Lebensbeschreibungen serbischer Könige und Erzbi- 
schöfe vom J. 1224 bis 1375, gesehrieben im Kl Gbilandar im 
J. d. W. 7271 und nach Chr. Geb. 1763, 173 Bl. auf Papier in 
Folio, in der MetropolitanbA>liothek zu Karlovic. 

Der Archimandrit Rai6 besudite im J. 1758 auf seiner 
Rückreise aus Russland das Kl. Chilandar und excerpirte hier 
zum Bebufe seiner schon damals beabsichtigten serbischen Ge- 
schichte das Werk des Erzbischofs Daniel, ohne auch nur das 
mindeste über die Beschaffenheit der chilandarischen Handschrift 
in seinem Collectaneenbuche vorzumerken. Vorliegende, den 
4. Jan. 1763 beendigte Abschrift, scheint, nach der Aehnlichkeit 
des Schriftzuges mit einigen Piteen in Rai6's Collectaneenbuche 
zu urtheilen» Rai^*s in Chilandar zurückgebliebener mssisdier 
Reisegefährte, Hiarodiakon Damaskin Nikoliö, jRir denselb^ 
besorgt und ihm nachgesendet zu haben. Der Abschreiber be- 
folgte zwar durchgehends die neuere russische Rechtschreibung 
— er schreibt sogar korolj statt kray — aber durch die Formel 



238 

am Rande „v podliBnom nai»88Ba sice^/ worauf dano das Wort 
nochmals am Baode genau abgeschrieben wird, die er allemal 
anwendet, wenn er sich beim Lesen der Originalbandsehrift nicht 
Z11 belAm wusste, hat er uns wenigstens zum Theil die Treue 
sdner Kopie yerbürgt, was dieser Handschrift tot der. folgenden 
einjen Vorzug gibt — Abgesdien von den oben angeführten bio* 
graphischen Werken des h. Sava und des Hieromonachen Do- 
metijan^, welche sehr schätzbare historische Nachrieht«» Aber 
Serbien enthalten , ist dieser DaniePsche Bodostov, das älteste, 
wiewohl nur uneigentlich sogenannte Qeschichtswerk der Serben. 
So wie wir ihn dermalen in den zwei karlovicer, aus Ghilandar- 
gebrachten Abschriften vor uns haben, sind in demselben eigent- 
lich die Werke mehrerer Schriftsteller an einander gefügt: 
I) des ErzbJschofs Daniel , der 1325 — 19. Decb. 1338 der 
serbischen Hierarchie vorstand, und 2) eines, oder wie mir 
wahrscheinlich ist, zweier ungenannten Fortsetzer, von denen 
der erste ein Schäler Daniels war. Den Antheil, den drei ver- 
schiedene Verfasser an der Gestaltung des ^ gegenwärtigen Bo- 
doslov gehabt haben, zu bestimmen, und insbesondere die stark 
interpolirten Biographien von Erzbischof Daniel rein auszuschei- 
den, dürfte ohne Einsicht der ehiiandarischen Codices kaum 
möglich sein. Es ist 'wahrscheinlich eben so sehr Bai6's eigenem 
Mangel philologischen Sinnes, als dem Misstrauen, mit weldiem 
er in Chilandar aufgenommen ward, zuzuschreiben, dass er uns 
in seinem Qeschichtswerke bloss folgende lakonisdie Notiz von 
Daniels Bodoftlov hinterliees : „Kniga jego naricajet sja Rodoslov, 
i obrjetajet i(fa v monastyrie Ghilendarje (richtiger Chilandaije, 
wie der Name in allen serbischen Handschriften ohne Ausnahme 
geschrieben wird) v dest." Raiö beklagte sich noch in spätem 
Jahren, dass ihm in Chilandar die vielen Kästen mit slawischen 
Antiquitäten nicht geöffiiet wurden. Dieses, Ordensbrüdern ohne« 
hin gleichsam organisch inwohnende, und hier durch- Verhält* 
nisse^ des Lebens dreifach gesteigerte Misstrauen wird man wo 
nicht verzeihlich, doch wenigstens begreiflich finden, wenn man 
sich erinnert, wie oft und arg die armen Leute durch ihre 
Brüder von nah und fern um Hab und Gut geprellt und ge* 



239 

schunden worden sind. Der russische Mönch Arsenij SuchanoT 
reiste zu wiederholtenmalen nach Chilandar, und entffih^e von 
da ganze Ladungen Handschriften nach. Moskau. Und die freat^ 
mea Ghilandarer? Sie flehten bei dem mächtigen Carj* bitt« 
schriftlich um die Gnade an» er möchte ihnen doch iira der 
geraubten schönen Codices willen wenigstens ein Allmosen 
spenden! Noch sind es kaum drei Jahre, dass hier in Neusatz 
eine alte serbische, aus Ghilandar durch einem Bruder gebradite 
Krone eingeschmolzen wurde. — Der amalgamirte Rodoslov, wie 
wir ihn kennen, enthält die Biographien folgender Fürsten und 
Erzbischofe: A. Könige: 1) Kg. Badoslav 1224r-12H0. 2) Via- 
dislay 1230—1237. 3) Stephan UroS der Grosse 1238—1272. 

4) Stephan Dragutin 1272—1275, st. 1317. 5) Königin Hdena 
1241—1306 (st. eigentlich um 1314). 6) Stephan Urbfi Milntin 
1275—1321. 7) Stephan üroS DeCanski 1321-1336. 8) Caij 
Stephan Du^n 1336 — 1356. Das Leben der zwei ersten ist mit 
emigen Zeilen abgethan , und bei dem letzten . sind nur die 
ersten Regierungsjahre berfihrt. B. Erzbischofe und Patriarchen : 

1) Sava I. Ek^biscfaof 1221, resign.. 1234, st. 14. Jan. 1237. 

2) Arsenij I. 1234, resign. 1263^ st. 26. Oktb. 1266. 3) Sava II. 
1264 — 8. Febr. 127L 4) Daniel I. 1271 — abgesetsst 1273. 

5) Joannikij I. 1274 — 28. Mai 1278. 6) Eustachij I. 1278 -^ 
4, Jan. 1285. 7) Jakov 1286—1290. 8) Eustachij U. 1291— 130B. 
9) Sava ffl. 1309-1316. 10) Nikodim 1317-1325. 11) DanielH. 
der Historiker 1325—19. Decb. 1338. 12) Joannikij II. 1339—3. 
Sept 1355. 13) Sava IV. 1355—29. Apr. 1375. 14) Ephrem, 
erwählt den 3. Oktb. 1375. Da in dem ganzen weitscbichtigen 
Rodoslov, das Datum der Sjnode zu Ipek 3. Oktb. 1375 abge* 
redinet, keine einzige dironologische Angabe vorkommt, so sind 
die Regierungsjahre der Fürsten aus Engel entlehnt, ohne 
dieselben neuer Prüfung zu unterwerfen (dör sie ftbrigens sehr 
bedürften; so smd z. B. die Regierungsjahre Sadoslavs und 
Vladislavs gewiss unrichtig u. s. w.); die chronologische Rei- 
henfolge der Erzbischöfe Hingegen habe ich selbst, mit Znzie* 
hung aller bekannten Quellen und nacb^ sorgf&ltig^r und müh- 
samer Prüfung aNer Daten, genau festgesetzt. Es ist tfbrigens 



240 

klar, dass die Biographien der Erzbischöfe von dem 11. bis 
aum 14. das Werk des Continiiators oder richtiger der ConÜ- 
nuatoren sind, denn die zwei letztern scheinen mir nicht von 
der Hand des Schülers Daniels zu sein, da derselbe gewiss nicht 
80 keck Aber Du^an geurtheilt haben würde. Dem Rodoslov, als 
Geschiehtswerk betrachtet, kann nur ein sehr untergeordneter 
Werth zugestanden werden. Das, was man in Europa Geschichte 
im wahren Sinne des Wortes nennt, würde man darin vergeblich 
suchen. Es sind eigentlich theologisirende , von allem Reize 
sowohl des Stoffes als der Einkleidung entfolösste, durch müssig- 
breiten Wortschwall ermüdende Lobreden (slovo pochvalno) auf 
Fürsten und Erzbischöfe. Das Reinhistorische» nämlich die ein- 
fache Erzählung von Thatsachen, mit den eigenen Worten der 
Verfasser ausgezogen, würde kaum einige Bogen ausmachen. 
Daniel kannte Sava's und Dometijan's Werke, aber sein be- 
schrankter Geist vermochte sich nicht auf der von ihnen vorge- 
zeichneten Bahn zu halten, und sein Beispiel wirkte auf alle 
seine Nachfolger verderblich. Männer, die sich nicht entblödeten, 
Stephan UroS's Entthronung durch seinen Sohn Dragutin, Ste^ 
phan Deianski's Blendung durch seinen Vater Milntin und 
Erwürgung durch seinen Sohn Du.^n u. s. w. als rechtmässig 
und löblich darzustellen, konnten wohl willigo Werkzeuge der 
Macht und wortreiche Lobredner ihrer Schandthaten, aber nicht 
Priester der Klio, nicht Herolde der Wahrheit sein. Selbst das 
Interesse der Sprache, welches diese Elogien gewähren, ist in 
Vergleich mit Sava's und Dometijan^s Werken unbedeutend. 
Dennoch ist der Druck derselben sehr wünschenswerth , noch 
mehr aber die Auffindung des Autographon von Daniel, falls 
dasselbe noch existirt, oder wenigstens die unmittelbare Benüt- 
zung des cfailandarischen Aggr^atkodex. 

196. Des Erzbischofs Daniel und seiner Fortsetzer Rodo^ 
slov, geschrieben im Kl. Chilandar im J. 7288 (1780), 538 auf 
eiuer Seite beschriebene Blätter auf Papier in Folio, in der 
Meüropolitanbibliotbek zu Kariovic. 

. Diese Abschrift des Rodoslov wurde ohne Zweifel auf Be- 
trieb des damaligen karlovicer Erzbischofs, Vinzenz Joannovi(i 



Vtdflk, in (äilndar ugeblioh aos deBt'OrigÜ«} („» podHfiimgoK 
idiier was jfit'4lM flr ein Ovig^Ml?) um grosse!^ GeM befiöiigt 
Sie Mthau zuvörderst 'alles^ das, waa die so eben'besehriebeäe 
HandsdHrtft vom J. 1763, ferner als Zugaben Bli 497t-538: 

1) Lobrede auf den b. Khkz Lazar, von BpAkiJt AnlUm IMUl 
im J. 6928 (1426) unter dem »Patriarchen rxm Dalmatletf^ 
Nikon verfasat^ dn Gembo wohlklingeiider» Phrasen ^ Mmlter er- 
kllnatetter Untiatur und MomtrositSt fn Oedanken tind Styl; 

2) eine andere hufse Lobrede auf deneelb^n too leinem andern 
Vf.; 3) ehe dritte etwas Utogeriß <Lt>brede auf denaelboi vun 
einem dritten Yf. Die Ortho«|ra^h!e dieser Hand^ehvift ist' g*i^ 
die tveeiaeiie; An %wei Stellen sfaid ganze Seiten von der ^Tond- 
gehekiden Handadirift aüagelajäsen. 

197. Stee IMbi^hok^ Dattel und geliier Fortsetzer Bodb^ 
alov, ailB dto XYIII. Jahtti. (?>, auf Papier lin 8'';, in ider^Uni^ 
T^ereM&t^blioth^k in L^mbeifg. < 

Nach der mir von SJ^^tar^iMtgetheitteni Ut«)pfrilngUcIi vM 
eiv«i1embergerB)iiB(titen, Itf^iindH^^ h^rflhrendeh Kööz ent- 
hält diese HMdsfehrift den Bodoslov' Daniela und seiner Fort* 
Setzer, d. i. Leben und Elogien sowohl der serbi^ch^n Kdliii;e 
als auch der ErzbiseMfe, mg^wiss ob gaaiz oder nur e^itomirt 
Aber diene UandM^Mft hat tot den zwei ot>igeii' den Vorzug, 
dass in-deraelbeuj wie «nbezweifelt aueh im Original, die Ortho- 
graphie serbisdi ist, nicht rw^isch wie in den zwei karlovi^er 
Absdiriften und in der von PiBninskiJ in s. slawischen Cbrestci- 
mathie 84. Ptbg. 1830 Bfiit^etheUten kürzen Probe. • 

Aueh der gelehrte Jesuit Ft X. Baron Pejatevi6' getrau Ate 
bei der Abfasisung semer geiuiltreichen ; ab<er ^wegen des 6tand* 
puAtes, ton welehem aus^ er alle Ereignisse beiraehtet WiMMi 
wW, etwas einsetü^en Geschichte: Histor. Serv. Ooloiiaae I7to. 
Fok, versehiedene hMdschriftliohe serbische Chtioiiiken. Ma- 
ineiilli«^ sdbetnl er vor eich g^abt zu haben 1) die BiogMi|Aiie 
des h. tBynieOn v^m^Sava; 2) die B^räphien des b. Sym^oh 
und Sava von Deinetyan ; 3) Daniels Rodoslov ; 4) kunse serbische 
Anna]en(N.202); 5) Brankovi^'s Oeschichtswerk und 6) eineiinbe- 
kannte Chronik, in wtloher der KSnig von Ledjan erwähnt wird, 

Safaffk. LitontnrgMchichte. III. Band. 16 



der.soait nur. n^ek in den seiiHßQhdA.Volksge&lKRgeD v«ä-kdniib£, 
lüiii von Smi mit ÜAcecht für. eliioti üthmter gi^atten ntttnl Wah&n 
P^^Atevt^'s BimdachrJftMi glommen. sftid, ist mir mcbt bekannt. 
1^ Lebcm de& Stephan Buiau, von dem FortaelKer des 
DwieradtoQ Bodoelov^ sew..135<--13715^ ehemals im Kl. Stbdd* 
ntca in S4rbieo. . . 

> Afl3 Si^hisae der kurzen Biographie Stephan Dnian's im 
Datderaoheii B4Kto9lev N. 195 stebefi Aolgeade Worte: sego blagc^ 
{eetivftgo i pijevysidiaga kra^ 8te&na obijetajet sja iitije 
.pM>8trattuJ€|}te ta oUteli ßtudeniticoj, a «ye tei|)u e^ napiaaod. 
kk halto luu» mebr^ren Crtüodeo den Fortsetter des DanierseheD 
jMo^lQV fär den VerfaeBer dieser Biographie tmd ünteracbeide 
ihn von dem deianer Hegum«a Gr^por* n(Uilli(5h Gregot CiMa* 
Jrfak^. nie nntenigemgt wird. Der. Cwtintiatot war ein Schüler 
4te8;Biaehofs Daniel (vor 1317), «nd 4i68«r irarfthte Wunderkurta 
an ihm; der im J. 1419 verstorbene Qr^r Camblftk kannte 
.pohlAlcht Dwiel» Diakon wd gohüter ^ein. , 

199^ Stephno. . Bnb^c^s aerbisdiea WappenbiKht fitigirt 
wahrseheinlick von Panl Vitezovic, genannt Bitter« auf der. k. 
HdfbibliQthek in Wie». 

. bk der k. HofbiUiothek iti Wien befiondot sich K. 521 GocL 
iiiat*prof> ^Cepia antiüiuissimi libri et chataetere illyricoiecripti, 
i9p«rli in bibiiotheca monasterit de Moata Sanoto ordbis s. Dä> 
mtiif fMta; a Miurco Skorojeviö Bo^nensi ex oiiginaK Stetihani 
BfihdKiob, r<igiß. insigniorum: domini imperaioris. Stephan! Nraia- 
^ich"". Zuerst imago S4 HiQroQynii, Basilii, regia* Btephani^^Henr 
jitfii iiJii Steph«ni i rf^4 sodai^n inaignia Macednniaey totius 
JUHmIi Bpsni4«i DaJwMM'Crratiae, Skivoniae» Bidgariaei Seiv 
.via^/BasciBie, Pomeraniae et Goyiafiiae (so. wie m bei Du Om^^ 
.6d .Szii9^ und bei Ritter )9 der St0mmathograidiie ßtebe»), dum 
^zelm^ EdcAlautOi z. ß. der FdOälitsQ Kofaöio» BaiSi^ Novakoi- 
vi^^.Draäkovic] aU«i dodicbrt 4em in der Kitdbtft g^öatm 
Ferdinand IV, Eipgel I. 298. Ckigsl beaweifatt mit ji^t/dads 
ea . j0 ein Odgiiaal hievon gegeben ^ welohea BuibCic als BeNU 
d^ Namaiuidien Stephan gfeniak. hatte. Mir selbst ist vrahfr 
$«keiidAcb, das» dieses Buch P/ Ritter iU)ri«i?t habe. 



m 

200. Des Bcfiumai töü Defauii Gtügor» Bittlieh Gragor 
Canblik, OesdiicbtflnKreffcy namontlieh hthm des h. St^bm 
Detettski, vom Ende des XIV. J^rfa., im EI. Detoni in Serbiea 

Deir Mlieren Sdiriftetdler Naekrichteit fiber diesen Gregor 
«fid seine ChroniK sind sdur nnbcBtinttnt Engel sagt in s. Ge^ 
sdiicbte von Serbien S. 870: »Gr^dr Hegttmen von Deteqi 
(Hl L & 385 steht irrig SttidemcA) ist jet^t, nadi 1340» dv 
einheiniiscbe Gescbicbtsscbreiber, den Brankovic benutzt bat^ 
AHefai dies6 WDrte sind aus Bai£ L Vorr. eatlebnt, wo es 
heisst! Jsloriieslcija zapisi ebretajnt sja y Chllendaije (Baaiila 
Rodoslov), y serbskoj lavrje Studenicje. takoyom auktiMje upo- 
Blinket njegc^ Branleotiö, filo oti igtmien byl, tojaie lany zo- 
fote QrigoHj (soll woU lieissen Hegttoieii von Deiani) v D6<k|- 
naeb, t serbskcg t^atriar&ii Pekskoi." In Brankovi^ fand ich das 
Citat nicht. Ich ymünuthe nun, dieaer Hegnpeii Gregor sei lisuB 
anderer, 4ls der naehmalige Meteopelit vün Kyjev, Gregor Cam- 
blak, 1414-^141«. Hier meine Grande. 1) Gr^or Cai^Wak, eip 
geborner Bulgare, war gegen Ende des XIY« Jahrb., vor seiner 
Ankunft in Bussland, Hegumen zuerst Im Kl. Pandokrator in 
der Moldau, hieraaf im Kl. Deiani in Serbien. S. Evgenü sloviur 
ross. pisatel 2. A.. Bd. I, S. 97 ff. 2) Derselbe verfaaste 4a8 
Offieinm zu Ehren des h. Stephan Deianski sammt dessea lieben 
nach dem Zeugnisse des Annalisten in der Handschrift (N. 302, 5) 
aus dem Anfange des XVI. Jahrb., ,s'pisa2e slu2bu j^o (ntot- 
.lieh des Stephan De&inski) i ütije Grigoriie Gamblak''. 3> In 
der Bibl. des yolokolanskischen Josephi-Klosters in Bussland 
&ad der Metropolit fvgenij am$ser andern Werken des Camblak 
auch das Leben des b. Stephan Defianski (S. Slovar L 103), und 
in der oben N. 96 cbarditerisirteipi serbischen Handschrift, Kann* 
nen stf'bischer Heiligen, befindet sich (18) auch das Leben und 
Ek^Hua des b. Stephan Deianski vom H^pimeu in DeCani Gri- 
gorije, welche beide Aufsätze doch wcAl identisch sin4« Ba nun 
Gr^or Camblak am Ausgange des XIV. Jahrb. Hegumen von 
Defiani war^ da derselbe das Laben des h. Stephan Deianski 
schrieb, so ist er mit dem BraiUcovic'sehen Hpgumen Gregor 
eine und dieselbe Person und Vf* der von letzterem gebrauchten 

16* 



^erbis^hei) Chronik. Ob Aber diese Chronik ein itn der an^bnten 
Biographie wirklich Törsdriedenes WeHc sei; fcaiia erflt durcli 
kütihige Utitersücbui]gefi entisdiiedi^ wtodtai Di«. BiOgpi^hi^ 
ist nur ein gewAnUches siichtes Elogium ohne.aUe historische 
Daten. Wahrschelidich ist du Offieiem zu Ehren des Step^Mm 
I)6iaiiski beim 11. TSoib. in dem-serbischefi Featti^soien&lim 
Vened. 153^. F(d. / ud SsKtez «^ Sebes 15B0« FoL von unsma 
Gregor. •• • ' • '- • ■ / « 

' 201.' Koiistaätins, mit dem Beinarmen Philosoph» LebeAsb^ 
Schreibung deis Fti^sien Stephan Laczarevic, am die IMitto des 
X7. Jahrhunderts. 

Die mit dem J; 1&03 endigenden «erbiadjen Annalea ib der 
Hatl^schrift N.' ^5 ermähnen dieser Biogra|>hie mit Tietem Lobe. 
Kifnsbniiü soll dlesdbe im Auftragt der Kivcbenaynbde yerfosst 
Halb>cn. BÄi6 katinte «Ad bentttztiß sie; ffthrt sie aber -baU als ^isto'- 
i*Qä häSa V stary^ tjekjch rdkot)itach neitvjestnagö adktora, bald 
'dnlef dem zweideutigen If^imen' Onrostatnik ant^Bd. IIb S.KI6. 
Mir gelang es nicht, irgend eine Abschrift davori aiifettÜBdea. 
selbst unter den wn Rai6 nachgetessenen Büdherh nicht. Wohl 
aber fand ich im Kl. Vrdnik eine Handschrift vermißchteR Inhidtä, 
worin sich ein angeblich aus Koftstantiu*s W^rke ausgezogener 
Aufsatif über die slawische Ilechtsschreibung befindet Die» Hj?. 
enthalt 1) cia c.?0B*ca b' Kpaltt« Bööpan'ia otk e^hhtu* Ko- 
CTarfTHna $H.ioco$a «oeteii'CKaro ^^HBinaro oy^irreim c|^i<icBaro 
1Ä j^IjHh Ö.iaro'fiBCTieBaro CrcMna ;^ecnoTa rodspo^raa cpfcöjiieMB, 
^HMan CHU^^BO KB iiEcaTcd€ML.'l6 Bl. Bemerkungen Über im 
Geträuth der Buchstaben tind Accente, sehr seicht und uiikri- 
'tisch,' durchaus nichts neues ent^filtend. 2) Kutze serbi^ohre 
AmaÄlen bis 1444, aus Älteren iompilirt und wahrscheinlich von 
•Georg fertinkovife selbst) interpdltrt — denn es wird darin unter 
■äijdert auith-Mauro TJrbin als Qtirtle und Oöwahrsmann >genaniit. 
'8)' Ehcöerl^te tlieoiögi&cheft Infhalts. 4) E/ne ^Art sörbisfclier So- 
tretär;"<^hM Zweiffei ztim Behufe des- Pseud<idfeöp#ten Georg 
'Brttnko^fiö zusaiömetigestoppelt. 5) Summarien • der EvaDgelieiit- 
lectioheij. 6) Disputation über den christlichen und hebräischen 
Glauben unter dem- EB. Sophronius in Jerusalem. Zu^Ämmen 



245 

160 Bl. auf Papier in 4^ Die Handsdrift ist aus Georg' Bran- 
koviö's Zeit. 

202. Karte Berbisehe Anoalen, von den ältesten Zeiten bis 
ins XVII. lah^b., theils als Beilagen in verschiedenen Haa<l^ 
sebriiten, tbeils "einzeln. 

Di^se kupsen chronologisdien Verzeichnisse der vorzüg-« 
liebsten vaterlltndiscben Begebenheiten sind leider bis jet^t 
von den serbischen Gescbichlsscbrdibem so gut als gar nicht 
benfltzt worden. Sie verdienen vollständig geßaminelt, vefgli? 
eben, gesichtet nnd snsafmmengestellt zu werden, eben so, wie 
es Hr. Fr. Palacky in dem Scfiptoram renun bohemicarum 
tottius III. Prag 1829. 8**. mit den bihmischeB gethan hat. Die 
meisten derselben fangen mit der Einführung der slawischen lir 
tnfgie durch Cyriil und Method an; einige gehen bis zur Grfln-r 
düng des serbischen Reichs durch Bela UroS oder gar bis mt 
WeltersehaiAirrg zurück, und wBrden je weiter herab, lim so 
reichhaltiger u»d ' mteressantcr. KeiAe einzige Abschrift, dieser 
Annalen stimmt mit den andern dem luhalt-e nach ganss überein; 
jede hat etwas besonderes. An ReicUialtigkeit stehen sie je^loch 
den böhmischen sehr weit nach» Beispielweise üühre ich an: 

1) AuTialen in dem kruScdder Viastares vom J* 1463, 
N. 151. 

2) Annalen iti dem Menologium vom J« 1501 bei mir, }i. 105^ 

3) Annalen in der karlovicer Handschrift, wahrscheÄnlich 
vom h. Maxim, N. 95. 

4) Annalen in (fern: kru^edoler' Panagirik , N. 175> leidor 
ausgerissen. • i . . : ^ 

5) AnnUen au6 einen Ha»isQhrift aus dem. XVI. Mrh., 
abgedruckt hi dein Ljotopis srbski, Jahrg. 1828 Heft L: S» 4% 
ff., leider ungenau, mit Auslassungen; - 

6) Annalen von dem Ende dos XVII. Jabrh., abgedruckt, 
aber dbenfaHs ungenau; in dem Ljotopis srbski 1829i,> I. a& if. 

K) Annalen als Anhang zum Cäironographen vom J. 1(50« 
N. 194. 

8) Annalen bi^ zum J. 1672, als Beilage eiocr gleichzei- 
tigen Handschrift ascetischen InhaKs in 12**.; bei mir. 



U6 

9) AüDalen» stark interpolirt, in einer Abäduift vom lakrc 
1762 in 8**., bei mir. 

Aehnhohe Annaten sind es, Welche Rai6 unter dem son- 
derbaren Titel: Ljetopis ehilendärskiua, ia der Eünleiting zniq 
1. Bande seiner Gesch. anführt. Eine Abschrift davon sah kb 
in seinem historisefen Cöllectaneenbuehe in Karlovia Auch Pe- 
jafrevii kannte sia Dessen ungeachtet skkd sie bei w^tem noch 
nicht gehörig benutzt ivordeii. Endlidb gebort in diese Klasse 
auch die in der Hm. Prof. Kucharski von dem cemogorer Metro- 
politen geschenkten Miscellaneen-Handsdirift befindliche kuirze 
Chronik. Ygl. Öasopis vlasi Mus. a. a. 0. 

203. Des s^bischen Patriarchen Paisije Lebai und Milium 
des Stephan Da&m und seines Bohnes Urofi, in einer Handschrift 
liturgischen Inhalts vom J. 1642, auf Papier in 4^ im Kl. 
Remeta. 

Es ist dies dieselbe Handschrift, wdche sich ehemals ii 
Jazak befand. Dobrovsky instit lg. slav« p. XIX, Die Biographie 
f&Ut die letzten 32 Bi. aus. Paisye holt weit aus und ist durch«» 
aas unkritisdi. Aus folgender Stelle: ,,Svety Sava postavljajet 
se ardbiepiskopom v Koh^ntinu giradu rukoju patriaix^ha Ma- 
nuila carstvujuStu togda UagoC'ativomu caru Androniku Ko* 
mnenu^, sieht der Kundige ein, dass derselbe die einheimischea 
Quellen der alten serbischen Geschichte entweder gar nicht 
gekannt oder nicht benutzt habe. 

204. Des Despoten Georg Brankovic Geschichte der Serben, 
Autographon, geschrieben zw« 1689*-- 1711, 1750 Bl. auf Papier 
in 4^., in der Metropolitanbibliothek zu Karlovic, 

Vom Anlange dieses uirformlichen Volumens fehlt nur das 
erste Blatt , gegen Ende scheinen mehrere Bl&tter abzugehen. 
Ein grosser Theil der Handschrift, lateinische und andere Akten^ 
stücke enthaltend, ist, von fremder Haad. 

205. Georg Brankovid's Geschichte der Serben vom zweiten 
Buche an und ohne Aktenstücke« 476 BL auf Papier in 4^, in 
der Metropolitanbibliothek in Earlovic. 

Diese mit der obigen wahrscheinlich glekhseltige Abschrift 
enthält nur einen Theil des Brankoviö'schen Werkes. 



44T 

206. Geovg* Bmi)ifeoTit'& Gieschichie det Seihen, auf Befiehf 
des P^riKTcheD Affiettij IV. und" d«r Bistoböf« Paml NemdoVlii 
vonKartstadl und Georglimö vob Wel^silietz gedc&riebeB von Kt>tH 
stntlQ^ früher Pfarrrerweser in Pe9t, hierauf Hegutnen in Stu- 
demca^ angefaigeii te J. 1742 in Pest und beeodigf 1748 ii> 
StMknica, L Band B4I & in Folio, It. Bd. 596 B. In Fol., ik 
der Metropolitanbibliothek zii Karknric. : 

F) Sprachkunde. 

. . 207. KoDstaatin des Phttesophen Abbandlang «ber doft 
Oebnuich der Buchstid^B and Aeemte, verfiiBst um die Mitte 
dea XV. Jahrh. — Vgl oben Jf. aol, 

208. Des Priesters Georg Kri2ani£ kritisdie serbische 
Gnimtaiatik, aait Vergleichnng dei Kttssischen, Polnischea, Mroati- 
seken und Weissrussisehen, in -serbiacher Sprache, Orfgioalhaad«^ 
9ehr^ des Verfassers vom I. 7174 (1665), 218 Bl. auf Papier 
in Folio, in d^ Bibliothek der getstlioheii Typographie in 
Moskau. ... . ' '■ A 

Eine ausföhrliche Nachricht über diese serbische Gram^ 
matik und ihi-en Verfasser verdanken wir Herrn KalajdoviC. 
S. dessen Joann Exarch S. 120—123. Die abenteuerlichen 
Schicksale dieses römisch-katholischen Priesters, so weit sie be- 
kannt sind, haben wir schon oben berührt. In Sibirien, wohin 
er verbannt wurde, endigte er seine Grammatik im J. 1665; 
unter der Vorrede befindet sich das Datum: nHcano b Cu5HpH 
jiMTa ..^3P0Ä. OKTo6pa b .3. Ren. Die Grammatik enthält bei man- 
chem Einseitigen und Exceutrischen, was dem Entbehren besse- 
rer Quellen und Hilfsmittel in Sibirien zuzuschreiben ist, viele 
helle Blicke, gesunde Urtheile und originelle Ansichten. Der 
Vf. eifert für die illyrische (serbisch-bosnisch-kroatische) Mund- 
art. Seine Orthographie ist gewissermassen das Vorbild der des 
H. Vuk Stephanovid Karadzic: er wirft das i und b am Ende 
der Wörter ganz weg, und bedient sich des letztern zur MoUi- 
rang der Konsonanten, das j hat er ebenfalls u. s. w. Nach 
dem Urtheile des H. Kalajdovi6, dem gewiss jedermann gern 



248 

beipffichteo wirdt verdient diese Orammatik noch immer dea 
Drackr — Ausßer der Graoiinatik hat maa noch einen polemi* 
schi^ Au&atz von diesem Priester, betitelt: CojioseiiCEa tojio« 
ÖHTsaoA cyeBepQTBj h oa paa^i^py» c o^jMseHBeic Jiofla lyyca 
SpsuiaoHiKa npeaBaHjieii'B Cep&iBauiia, eigenluMige Handachrift 
d^s V&. vom J. 1675^ 231 61. auf P«pier in 4% ia der Synodal- 
bibliothek in Moskau. Dieser im J. 1675 in Tobolsk verbssto 
Aufsatz enthält eine Widerlegung der Solevecischen Bittschrift, 
und ist an den .Metropoliten von Tobolsk Komilij gerichtet. Der 
Direktor der christlichen Typographie zu Moskau, Polikarpov, 
abersetzte dieselbe ins Rosaiscbe Im J. 1704. Die Celobitnaja 
der soloye^er Möocbe ersdtien Im Drueke zu SoprasI 1788. 8^. 
und öfters. S. Kalajdovii Joann Exarch S. 122—123. (Illir. Lil 
& 1«3,) 

Hierauf beschränkt sich alles, was uns bis ^etzt an haod^ 
sebriftlicben Denkmälern der serbischen Literatur aus der alle* 
r^ Feciode bekannt geworden. Die wenigen uad dtirfti^Bii 
Ußberreste aus dem Fache der Medicin und Astrologie, die hier 
noch insbesondere angeführt werden sollten, sind bereits oben 
beischrieben iforden. 



Yerzeichniss altserbischer Drucke. 



Die typographischea Denkmäler, derea genaue Beachreibuag 
hier geliefert wird, verdienen in mehr ds. einer Hinsicht die 
volle AufmerkBamkeit des filawischen Literaturfreundea. Uir 
Aker« ihre verhältaissmässige sehr grosse Beltenheit, die äassere 
tr^iehe. Aosstattang ihrer Typen und Formen» ao wie die 
Wicbtigkeife ihres Textes für die Geschichte der älteren siawi^ 
sdien Kircheaspraclie sichern ihneo einen bleibenden Wertb im 
Gebiete der slawischen Literatur zu* Beinahe ein volles Men*- 
sdiepalter war vergangen, bevor die Erfindung der Buchdrucker*^ 
kunat bei den Slawen griechischen Ritus Eingang fand, und hier 
waren eß zuerst die südlichen Stämme, die von ihr den ausgß- 
debBtesten und schönsten Gebrauch machten. Denn wenn gleich 
die krakauer. cyrillischen Drucke den venedigorn^so weit unsere 
jetsige Kunde reicht« um zwei Jahre voraujigehen , so können 
sie dodi mit diesen weder an Zahl» aoeh an. innerem oder äasse-» 
rem Gehalt auch nur ent£erntermassen verglichen werden. Die 
glageUtischea Dr^icke von Rom und Venedig sind zwar zahlrei- 
cher als di6 krakauer cyrillischen, aber nur einer derselben« 
daa berühmte Missale vom J. 1483. Fol, übersteigt daa Alter 
«Bserer cyrillischen Drucke um zehn Jahre. Während in Buss* 
land mit dem Erscheinen; des Apostols, Moskau 1564. Fol.^ uml 
dee Psalters 1577. 4^, etet die Morgenrithe.der nondslawisehen 
Bttchdructo-kunet aufging, neigte sieb der schöne Tag der südn 
slawischen beveits dem Abende zu, um bald darauf ganz. und 



260 

auf lange in jeoer ooterzugehen. . Die seit der EuropaisiruDg 
Russlands von den Bussen haufenweise den greehiseh-gläubigen 
Serben zugeführten Kirchenbücher wurden von diesen mit beiden 
Händen aufgenommen» so wenig^ sonst der darin hecrschende 
stark russische Dialekt dem gesunden Sinne dieser SQdslowenen 
zusagen mochte. Seit achtzig und mehr Jahren sind nun die 
einheimischen Serbuljen durch ihre nördlichen Schwestern aus 
Kirchen und Kiästem gän^ieh verdrängt und dfir.Yernicfatuag 
preisgegeben. Was dem Vandalismus der Türken, der Indolenz 
der Rechtgläubigen und dem Zahne der Zeit entronnen ist, sind 
sehr traurige Ueberbleibsel , bei den Serben und Walachen in 
Oesterreich beinahe noeh häufiger als im eigenen Vater- 
lande. Und doch verdienen diese Driickerzeiigaisse schon der 
GeföUigkeit ihrer Typen nai der äusseren Auastattang wegen 
sorgfältigere Aufbewahrung. Die höchste Aufgabe der eyrÜlischea 
Buchdruckerkunst besteht in der Verschmelzung des durch die 
alten Handschriften gegebenen Schriftzuges mit der durch deo 
Geschmack gebotenen Schönheit den Formen, der historisdieii 
Treue mit der typographischen Eleganz, und noch hat, so viel 
ich weiss, dieses Problem niemand glilcklicber gelöst, als der 
Meister, der die Stempel zu den ceinogoriscben Typen 1494 
bis 1496 schnitt Abei* auch die schlechtesten südslowenischm 
Drucke sind beinahe noch schöner ah^ die russisehen, auf deren 
hässlichen, formlosen Typen das Auge nicht ohne Widerwitiett 
verweiten kann. Der Werth dieser sertiisebea und bulgam*- 
wlachischen Ausgaben fttr Geschichte ond Kritik* der slawisdiea 
Kirchenspraohe leuchtet de» Sachkundigen von selbst em. Die 
bulgaro* wlachischen stimmen mit sehr geringen ModifikaUoneo 
in der Ortfaogi»t>bie mit den ältesten slawiadien Handsefariften 
öberein; die serbisohen gehen zwar in Hinsicht der VokalQ zma 
Theil ihren eigenen, dui-ch die Beschaffenheit der Landesnundart 
gebotenen Weg, doch mit einer Konsequenz ^ die in der Begei 
fftr Orthographie und Grammatik verstandig aufgefitöst, sehr 
lehrreich ist — Wiewohl ich glaube, dass die Gebeisicht nodk 
lange nicht alle der innerhalb der J. 1493 — 1650 in den eUsla*» 
wischen Ländern gedruckten Kirchenbüchern enthalten mag, und 



251 

dass ^ sorgfäkiges Dordisucbeii der Kirebes nod Klöaber im 
Baden der dsterreiehischeii ÜMerebiet -so «wie in Bosnfen^ 8er-» 
MeB^ Bolgarien und Wakiehien weit voDständigere Kesritate 
ürfeni wtrdef'80 hoflfe ich deaaoeh, dass aadi dieser Darstelliag 
des bereits Gewonnenen von Nutzen edn wird, tespoders« da 
ein baldiger Untei^ng der neisteA hier bescbriebene» £xem« 
plare anvermetdlieh ist, und die Erwätenmg der Kunde ausser 
dem Umkreis unserer Voraussi^ und Hoftmag liegt — Ea 
sind in diese Darstellung aucb die bulgaro-wlacbischen Ausgaben 
mit aufgenommen worden, die zu seiner 2eit ihven Lgeeignelen 
Platz anderswo finden sollen. Auf die Druckerzeugusae grie* 
chisch^gl&ubiger Serben folgt eine Uebersiebt derjeiugen cyriUi** 
sdien Dfu<^e, die von römisch -katholisdien Serben oder von 
Protestanten hetrtUiren. 

Uebersicht nach der Zeitfolge. 

209. Casoslovee, das Horologium, bei den Lateroem die 
Officia od^ das Breviar, enthaltend den Gottesdienst der Stun* 
den nach dem Kanon des h. Sabbas v. Jerusalem, durch Mag. 
Andreas de Thoresanis de Asnla, o. 0. (Venedig), beendet den 
13. März 149S. 8^ 

Das einzige, bis jetzt bekannte Exemplar befond sidi auf 
der Rathsbibliothek zu Nfirnberg. Unter der Benennung Brevia- 
riam slavicum flftrt es Chr. Th« de Murr in Memorab. BihL 
Nerimb. P. L, p. 222, und aus ihm Dobrovsky Inst L akv» 
p. XXXVIIi. und P. Koppen Bibl. Listy Nr. I^ 19 an. Naoh. 
efgens hierüber ven Kopitar eingezogenen Nachrichten hat 
dieses Breviorium ^slavicum irgend ein Betrfiger aus der Kblio-< 
thdc weggefischt und einen armenischen Psalter nntergesdioben! 
Kopüar hielt es fOr ein glagolitisches Brevier, dergieiehen- Tor- 
resano auch später druckte. 

21«. Oktoich, das achtstimmq;e Kircbenhymnenbuoh des 
Job. Damasoenus, die erste Hälfte, enthaltend die Stimmen 
a— *A9 anf Befdil des Vojevoden von der Zeta, Georg Qrnojevi4 
unter dem Metropoliten von der Zeta, Babylas, durch den Hie^ 



252 

romoQa6faeti Makac^e, (k 0..(Cetüge iader CiraagOfa), }. d. W. 
70ftl— 7<M^ oder von Anfange des Jabra 1493 bJs 4w Jan. 1494. 
kl. FoU 270 Bl. in Quaternionen^ das iBtAe wei»», 30 Zeilen 
aMi ^er Seite, ohne Custis (nämlkh Zeilencnstos) niid Seiten- 
aähl, mit ayriflisoher Signatur. 

Signirt werden Uess BL 1 £ r. und Bl. 8 i v.; bei' der 
aweiten Lage feUt zwar die Sigoatur, es folgt aber r; eben so 
ist die neunte Lage ohne Sigitatur, und auf der darauf fblgen- 
dett^ steht unricbitig e und i, die zwölfte Lage ermangelt gleich- 
falls der Bignaliin-, aber die nächsttolgeade eählt s^hon richtig, 
mk EiasoUttss der zwei v»raäinnteni fi; auf die Signatur Äi\ di^ 
letzte im BocAev foJ^t ein unsignirter Temion, dessen letztes 
Blatt weiss r ist 8ign«.<a BL 1 f. r. fangt der T^ext mit d^r Klei* 
nen Sonnabend- Vesper an; erst Bl. 2 f. v. steht vor der grossen 
Vesper die kurze Vorrede der Herausgeber, und auf dem dritt- 
letzten Blatte des Buches f. r. beginnt die interessante, in ab- 
wechselnden rothen und schwarzen Zeilen gedruckte , mit dem 
vorletzten Bl« L r. endigende Schhisssehrift, in weklner unter 
andMfem beriehtet wird^ dass dieses Buch „im Laiiüe eines 
Jafay^es von acht Mensdhen zu Stande gebracht worden sei''. O^ 
aiif dein Psalter der Druckort .Getinje a«isdräcklich genannt, 
wird, so kann man fast mit Gewissheit annehmen^ das8!.aueh 
der Oktoich hier gedruckt wurde. Der cemogort^stahe Oktoich 
und Pi^lter sind unstreitig die schönsten slowenischen Bücher 
drit cyrilljaahetu Kirchontypus ; und der .Psalter -scheint durch 
seile terzieifteB Anfaügsbuehstaben u, s. w. dem Qktoich sogar 
den Vorzug streitig '2u maehen; doch stebt er um an Korrekt- 
heR des Drtiekes etwas nach, obsckon beide Bücher ju» dieser 
Hinsicht alle nachfolgenden weit übertreffen.* Kopiitar vennutbefc» 
dass diese Typen von eben demselben Meister harrten, wel- 
cher die Stempel zu dem glagolitischen Mtssale. 1483 ge$chinttea« 
hat. Gemeine Serbisnien , wie BaHoyxpfc Sign, f Bl. S f» n sind, 
im Oktoich überaus selten. Sign, in Bl. 5 f. r. blieb unbedruckt, 
airaedass im Texte eine Lücke wäre. Von diesem Buohe siPd. 
im Kl. Bmäedol 2 ^x., wown dem, einen das Sthiussblatt^ 
dem- andern die ersten Bl. und 4 Bl. am Ende abgehen, im KL. 



tt3 

Rftkovac «in -B«hr nnvoVstftiNligM Ex., und- ein nofch dQvolMftii- 
digeres im Kl. Kovilj. Ei« ganzes Ex« sab- Kuraiim (^ror 1763) 
im lilranje \m Zara, Rykay in Ofen, der Hieromm. P; Atfia- 
naÜMfviö bei der €iproyacer iKrdM in St; Andrea (jritslt Ter- 
Bchwundenl) xaü der pakracer BisehdfQ. Ohramiflhrr im Kl. 
PribinaglaTa. 

In der Bibllograpbie dea Bi^bof Laidan Mnfiicki <lad> ich 
einst au<ih d}e zueile HAlfte des dernogoriscben Okttficha alf» 
verzeichnet: Oktolcb, awelte Hälfte, entbaltend dieStinNMene*^«, 
auf Bfefebl des Tojevoden Georg' Onojevvd, mtter de» U«ttHi- 
politen BabytaiSt dai<ch den Hieromonachdn Mdkarije, n. O; 1494. 
Fol. 34 Beg."^ Allein diese Angabe beruht auf einem Irrthwn: 
ea eiristirt keine 8<ildie streite HäNIe des odmiogotisclKetliOkli^ieh. 
Erst Boitdar Vukoyic liess die Stimmen e^ffsn Venedig l&Ml 
Fol , vahrscbeiniteh ab8)chtliöh> zur KempleMning' des e^rnög(>- 
risehen Okto}(;h, auf seine Kosten auflegen. ' • i 

'211. PsaHir s pesljedovanjem oder'Polustavs der ^Psalter 
mit den Kanonen der h.' Jungfrau, d^s* Herrn Jesus' und der 
aüserwihlten Heiligen und knit dem Gottesdienste für die Metrie, 
die Stunden und die Vesper, aaf B^hl des Vojevoden Georg 
Crnojevi^ unter dem Metrc^liten Baby las ddrch dbn Hierdmo* 
nachen Makarije, Cetinje (in der C^magora) -1495. 4*;, 348 Bl. 
in Quatemionen, 2T Zeilen auf der Seite, ohne Custos und Siei- 
teneahl, mit cyrillischer Signatur. 

Bei jeder Lage werden signirt Bl. 1 f. r. und Bl. 8 f. v. 
Die Sign, b ist zweimal da, und die erste enthält einen Qui^ 
nien oder 10 BL, die athte nnd neuifte Lage ist ohne* alle 81^ 
gnatur, aber die zehnte wird * schon mit ! signirt und hiemit die 
Zählung ausgeglichen; die 43. Lage besieht aus iO Bl. und üt 
demnacK «In Quiiricin. Die Sign, i, und i Nh 1 >eiod'^chwiar^, 
B Nr. 2 bis 5 rolh , f— Mf wiederum schwarz. Ich hähe mich 
durch sorgfakige Prtlfung dieses Psalters überzeugt, dass die 
Lagen 3 --9 früher als der Oktöich, also noch im J. 149fe ge- 
dmckt wurden. Man hatte eigentlich schon 8 Lagen gedruckt, 
alä man si(^ entsehlosB) Druck' und Schrift' ein wenig zu ändern. 
Die Kolumnen scflilenen zu breit, die Schrift zu gedrängt, auA 



SM 

iniBBifll die Form, vom latiiiiäretkleir pi maa uoterbraeh Ma 
den Druck, goaa^awei meue Bodtttabea, das p, rund md ortbfl^ 
dox, und daa e etwas breiter, Terfert igte aach mehrere lattial* 
bachstaben von verschiedeiier Grofise and druckte aua ssneiat 
daa Okteich, uad hierauf kdirte man aam Psalter zurück. Die 
Kolumnen wurden etwas sdimäler gemacht und die Scfarift Tiel 
schtUterer gesetzt, attcb mit liekm Mtialea mittlerer GrCsse 
mitten im Texte VMiehen, die anfangs ganz fehlten. Der erste 
Bogen des Psalters wurde wetggeworfea nnd statt dessen, mit 
Ausnahme von verschiedeaen Vorstttckea, als Einleitongen and 
Geb^teiii zwei gedruckt; daher die zwaimalige Signatur mit ß. 
Von der 14>. Lage gehören die zw^i inieren Doppelblitter noek 
zu der altei, die awei äussern aber zu der neuen Drufdiokeno* 
nie. ~ Die Psalmen beginnen mit Sign, a Bl. 8 (die erptea 
7 Bl. enthalten VorsiBeke) und endigen Sign, n Bl. 2 i r. 
Sign, ir Bl. 6 f. v. bis zj BL 6 t v. steht die ^Paschalia 
s lancnrnikom^. u. s. w.» zusammengesetzt von Georg Gmojevii. 
Sign, a Bl 1 f. r. and Sign, iji, Bl 7 f. r. liest man um den 
Doppeladler auf der eingedmckten Figur die Buchstoben: iu fh. 
ns« qpf d. i. Blagovjemjrl Gospodin Q|urgje Grnojevikj. Geiaeiiie 
Serbismon und Dmckfehler, wie npiiarorb Sign, r BL 7 f. r«, 
aaca Sign. « BL 4 f. v., oaifo Sign. } Bl. 2 f. r.^ sbeBAieza Fa. 
M, 13 (achte unsign. Lage Bl 7 f. v«) u. m. a. kommen zwar 
nicht häufig, aber doch vor. Uebrigens enthält dieser Psalter 
in den Beilagen, ausser den gewöbniichen Syuazarien und dem 
Horologitun auch die Akathisten oder den feierlichen Gottesdienat 
M Ehren dar h« Jungfraa,. des Herrn Jesus und nebreref fieir 
ligeu (Sign. » BL 8~f p BL 5) und am Ende (na BL 3 &) 
den äestodnev oder die Gharwoche und Ostern sammt den 
Svangeliett und Episteln, was alles in den spätero Ausgabem 
1520—1618 weggeblieben iat Ein unvollständiges Ex. diesen 
höchst seltenen Buches sah ich im KL Kuveidia; ein gansas 
£s. beaitzt (He gräfl. Tolstojlsche Biblmth^. 

212. Hoiitvenik oder Euchologion, eigentlkk Chirotonia 
arckierejska (bei den Serben) oder Oinovaik arcUerejaki (bei 
4^n Russen), die Kirchenagende oder das Rituale fiir hohen Prie- 



Sfi5 

atier (Brabteldiöfe otid BischSfleX enthattend Ausser den gewfita- 
Ikbsn. fVtiiktteieB amk die der Priester-, Möodis*, Altar- ud 
Btrobeiwidbe,' det Despoten-! und Caesaren-lQosetzQngt der 
fiiteMgiirs. w.,' mit deo c^rBogoreii Typen, mutbxnsssUefa m 
Cetinje gedruckt 1493 — 1495, bestand wahrsdieinlieb aus tM 
JBL, iodgücb m Quatemionen atis 38 ( jb) Lagen in kl. 4*., and 
«lliteit S3 Zellen auf der Ketomne. 

Bei der angnsömnietien Biattsah) wnrde vorauseesetat, 
daäs die CkicetDuen vw 1539-'1540 N. 226 nnd 1570 K 846 
U0SS weitlidie.Nacbdrileke dieser iG^rai^^sclien editio princeps 
sind. IMb Seiten der Gliirotenia 1629 — 40 verglidien mit den 
Betten des von iirir gefundene» Fn^^entSi geben aadi der Be^ 
dttkftkm 366 BL Das Fragment enthalt den Akt dar Despotes^ 
and Caesaretireflie. Die Typen sind gans die c^raogoriscben, mit 
?azierten Initialen nnd dem runden p und e« 

8U. OatroFoblago^jestüe, die vier b. E?aagelj^, durbfa dea 
^panJIsna Biegaer vea Kronstadt (xan^niB fitntcfi^ wth 6pa» 
wu>, 0« a und X^ in F^. 

Eine kurze Besebreiboag dieses Überaus seltenes Baches, 
wovon ein Ex.. in der bisohfifl. Bibliothek eiranals au Mnnkics» 
jet^t in Uügvir aitfbembrt wird, findet man in F. Darieh's Bi- 
blioUi. sla?, p. 124—125* (Gs ist zu vermathe«!, dass auch in 
Bossland fixx. vorhanden isind.) Ob Durieh^s Behauptimg: ,,ad 
iaeiHiabula typpgrbpbiae aecedit monimentumque praestans etf 
antiquitatis", bucbstiUkh richtig ist, muss erst eine kfinft^e 
Pitliiiig dar £ax. erweisen. Votlänfig w&re das Zeitalter des 
Japans Bi^ner aus der slebenbOrgiacben' Specialgescbic^te aa 
ennittfeln. Wegen der Fona ca siatt es u« s. w. gebort der Dmek 
sur bnlgsro^wlacbiaohen Famiüa *-* Das Bausisdie, jetzt Ooli^ 
&yancbe EvangeUnm mit bulgaidteober Orthographie^ vonSopikov 
Ar den ätbestea slawische» Druck gehalten, besteht, das letifte 
feblende Blatt al^erechnet, nur aus 159 Bl. Diesem nach kma 
es weder das hier unter Nr. 248 verzeichnete vom J. 1579, 
noch das beigracter oder mrkiiaaer, wohl aber dieses Biegner"- 
sdke sein, : falls es nicht eta sonst noch unbekannter Druck ist. 

214. Öetvoreblagovjestije, die vier h. Evangelien, auf Be^ 



'256 

kM des grossen VAj«vodeii von ügrowÜAdhlen uild PodMavien 
. Johannels/ Bassaraba, dureh den Hierom^nachen Makarijb, •<^' 0. 
(in der WaladilBt)^ den £3. Jani 1M2 kl. Fol, 288 Bl. niHQtt#- 
terriionen, 20 Zeilen ausf der Seite, ohne Cnstos und Set t tt aali l, 
mit cyrilMsdier Signatar. * ^ - 

Von diesem Butbe sab ich ein ToHsUndigeB Bx. im Kl. 
Opovo. Der Sign, i gehen 5 nnc^irte BUtter 'vo^aM, iBiitllaU 
tend die geiröhiAch« Bibleitimg mid die Iwiiees mtn Matthäus; 
diö letzte Sign, jfs ssähK nur 3 BL WUl der Sign, i BiJ'l f. t. 
beginnt das Evangeliom Matthät, mit as B\: 3 % t, die^EinMi- 
tung zum Marfans, 3i B\, 6 f. r. mm Lukas, imd A Bli 7 f. r. 
«um Johannes , dessen Etangeliani aiM jk BL 9 f. vi eaHtgt, 
woran! dann bis isBl. 2 f. v. das Dtreciorinin 4Aer dteL^etiö^ 
lien ans den Efangelien ober das ganze > Jahr folgt.' 6i^ j6 
Bl. 3 steht auf beiden Seiten dte ScblbsiBdhrfft^ ^elihe Hr. Kn^ 
4^}doVi6 hi.a.'Joantt Exärcii, Mask. 1824. Fol 8: 112^113, aber 
M|D Tbeil «ilt Veräfldereev Orthogra^hfe, abdmijkien li^is; - Di^ 
grosse scharfe Druck dieses EvangeHufaiB' attf g<4blibh *w^iM«M 
reihen P«pier steht zwar an Schönheit unter dem' des «e^ogo- 
jiacten Olßtoichnml Psalter, ist aber dennbch w^% gefälliger, 
alfa alle folgendem watachischen Drackei Die Typen Sbnbln dMen 
des belgrader Evangetinm» r552, ohne 'dieselben zu sein; die 
IKolmnne des ißrsten ist jeddeh etwas kidner. Wohl aber idt die 
belgrader Ausgabe bloss ein sei'bimrter Naehdruck dieser «gre^ 
wlaohischen, mit Weglassnng ^es a, x nnd% dergestiilt, da»s 
Hselbst DrUokfehler und' die Sehlussrede, bloss mit Uknänderang 
^r> Kamen und der Jahrzahl, beibehalten wurden, tnfelge^ 
ücfatjger Dardhfiibrung der bUtgarf Beten , ^ voh des Wakehi^en 
•tthd^nloldiauisKihen Hdndi^tii4ften belM^te«! Okulographie iiehehit 
Mäcarhis weniger muste]*hflflii><jl«nänigkeit bewiesen' zu haben, 
als m der .sei-blsehen. Ausser dem Ki.= Opow befindiet Msikh in 
fder SjfnodailbibHothek' in Moskau ebefififlls ein VoH^Uiiidr^'Ex. 
dieses Bucites. 

215. SMebnlk, 'die Liturgien oder dasMessbueh d^s heil 
BasÜios ides Grossen und des h. Johahnes Chrysostomus, mit 
-deh Evangelien fär die Passionszeit und die Qstem, so^ wie mit 



267 

den Lectiooen ans den Evangelien und Episteln für die Feier- 
tage des Herrn Jesus und der auserwählten Heiligen durch das 
ganze Jahr, auf Befehl des Vojevoden Bo2idar Vukovic von 
Gjuriö, durch den Hierooionachen Pachomije aus I^eka in der Cor- 
nagora, Venedig den 7. Juli 1519. 4^. 240 Bl. in Qualemioneu, 
19 Zeilen auf der Seite, ohne Custos und Seitenzahl, mit cyrilli- 
scher Signatur. 

Mit diesem Liturgiarion eröffnete Boiiidar Vukovic die 
Beihe seiner Drucke. Signirt werden bloss Bl. 1 t r. und Bl. 8 
f. V. Es be^nnt mit Sign, a und endigt mit ji Bl. 8. Sign, ä 
steht des h. Basilius Belehrung an die Priester. Eben daselbst 
BL 3 liest man in der vorgesetzten Figur die Sylbe 6oac* d. i. 
Boäidar. Das eigentliche Liturgiarion endigt schon mit der 
Sign. Bf Bl. 2 f. r., worauf dann die Evangelien für die Passions- 
und Osterzeit und die Lectionen aus den Evangelien und Epi- 
steln fär die Hauptfeiertage des ganzen Jahres folgen. Sign, j 
Bl. 6 f. V. bis Bl. 8 f. v. steht die Schlussrede. Die Typen 
dieser Litui^ien, mit denen später viel gednickt wurde, sind 
zwar nicht so harmonisch, wie die cernogorischen , adjustirt, 
aber dodi auch von einem guten Meister und im Ganzen recht 
schön. Der Druck ist korrekt und von gemeinen Serbismen, wie 
a statt h und umgekehrt, fast ganz frei. Von diesem Buche 
befinden sich mehrere Exx. in den sirmischen Klöstern. 

216. Psaltir, der Psalter, enthaltend ausser den Psalmen 
auch Tropare oder Hymnen und Gebete, das Menologium oder 
Synaxarium, den Kultus der grossen Fasten, ferner das Horo- 
logium nach dem Ritus des h. Sabbas von Jerusalem, auf Befehl 
des Bo2idar yukovic durch den Hieromonachen Pachomije, Ve- 
nedig, der Psalter beendet den 7. April 1519, die beigelegten 
Synaxarien etc. vom 26. Jan. bis 12. Oktb. 1520. 4^ 352 Bl. 
in Quj^temionen, 19 Zeilen auf der Seite, ohne Custos und 
Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Dürfte man annehmen, dass der am 7. April beendete 
Psalter auch ohne die Synaxarien ausgegeben wurde, so wäre 
dies wohl das erste auf Befehl und Kosten des Boiidar Vukoviö 
durch den Hieromonachen Pachomius herausgegebene Buch. Die 

Saftffk. Litentuig«0ohichte. ni. Band. (7 



268 

Typen sind dieselben, mit welchen die obigen Ltturgien gedruckt 
worden -sind. Signirt werden Bl. 1 f. r. und H. 8 f. v. Sign, a 
Bl. 1—2 enthalten Vorstücke; mit dem Bl. 3 beginnen die 
Psalmen, die mit einigen Beilagen bis i Bl. 6 f. v. fortlaufen; 
S^. i Bl. 7--8 steht die Schlussrede zu den Psalmen. Von 
ih biSK^ Bl. 6 erstrecken sidi die Synaxarien und das Horo- 
iogium; die 2 letzten Blätter füllt die Schlussrede aus, die zum 
Theil mit kleinem Typen als der vorgehende Text gedruckt 
ist Der Druck selbst ist korrekt, rein und schön. Von diesem 
Psalter sah ich ebenfalls mehrere £xx. in den sinnischen Kldstem-. 

217. Sluiebnik, die Liturgien oder das Messbuch des h. 
Basilius des Grossen und des h. Johannes Chi^sostomus , auf 
Befahl des Boiidar Vukoviii durch die -Gebrüder Georg Ljubavic 
und Hierom. Theodor, Venedig, J. d. W. 7027, nach Chr. G. 
den 1. Juli 1527. 4^ 104 Bl. in Quatemionen, worunter das 
erste und die zwei letzten BK weiss sind, 19 Zeilen auf der 
Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Der Text des Liturgiarions 1519 wurde wiederholt; die 
Evangelien und Episteln blieben weg. Signirt werden bloss Bl. 1 
f. r. und Bl. 8 f. v. Der Sign, a gehen 4 nnsign. Bl. Toraus, 
von denen das erste weiss ist, die 3 andeni aber die Belehrung 
des h.' Basilius an die Priester und die Inhaltsanzeige enthalten. 
Sign. A Bl- 4 i' V. liest man unter der Kolumne folgende Zeile. 
noMenlH roeno^H pa6a CBoero 6oxiBAapa, und Bl. 5 f. r. homchh 
etc. roypa* Die letzte Sign. Yi enthält nur 4 Bl., von denen 
überdies die zwei letzten weiss sind. Sign, b i Bl. 5 f. r. be- 
ginnen die sehr interessanten, von gemeinen Serbismen über- 
fliessenden Schlussreden der zwei Brüder. Aus der letzten dersel- 
selben ersiebt man, dass Georg am 2. März 1527 während des 
Druckes plötzlich starb und auf dem Sterbebette seinem Bruder 
Theodor die Vollendung des Buches empfahl, was dieser auch 
mit harter Mühe erfüllte. Au&llend ist es, dass hier Boiidar 
sthon Greis und Goraidje seine Vaterstadt genannt wird. Wegen 
der Jahre 7027 = 1527 ist schon oben das Köthige bemerkt 
worden. Uebrigens sind die nicht ungefälligen Typen von denen 
der Liturgien 1519 und des Psalters 1519—1520 durchaus ver- 



250 

schieden. Sie wurden später nach Oora24je gebracht Das Ex., 
welches ich uittersiichte, befindet sich im Kl. Remeta; ein an« 
deres sab ich in PriyatUnden> 

218. Molitvosh>v^ Gebetbuch, enthaltend auch Kirchenge* 
sänge, Psalmen, vermischte Aufsätze zur häuslichen Erbauuqg 
u, s. w., auf Kosten des Boiidar Vukevic, Venedig 1527. 8^ 
in Quatemionen , * 22 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und 
Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Ich habe von diesem Buche . kein vollständiges £x. gese« 
hen und mul^masse daher nur, dass das von nrir untersuchte 
unvollständige, welches dieser Beschreibung zu Grunde liegt» 
eins sei mit den Preces lingua Serviana. Venet 1527. 8^, 
weldie Dobrovsky Instit 1. slav. p. X-VI aus dem im J. 1674 ge- 
druckten Katalog der Bodleyischen , nun der Universität zu 
Oxford einverbleibten Bibliothek anführt, ferner mit dem Kate- 
chismus, Vened. 1527. 8^ bei Sopikov in s. russ. Bibliogr. Bd. L 
S. LI, XXCII und N. 561. — Der Typus gleicht jenem der 
Schlussrede im Psalter 1520. Die Gebetbacher vom J. 1547 
und 1560 sind bloss neue Abdrücke dieser Bo^idar'schen Aus- 
gabe: doch ist in dieser die Kolumne bei gleicher Zeilenzahl 
um 3 Linien kürzer als in denen vom J. 1547, 1560 und 1566. 
Signirt werden Bl. 1 f. r. und Bl. 8 f. v., und zwar a bis ri 
mit der Texttype des Psalters 1520, ^i und ff. .(denn ri fehlt in 
dem Ex.) aber mit der kleioern Schlusstype, womit dieses Büch- 
lein gedruckt ist. Ein unvollständiges Ex. befindet sich im KL 
Kuveidin. 

219. Psaltir, der Psalter, enthaltend ausser den Psalmen 
auch Tropare oder Hymnen und Gebete, das Horologium, das 
Menologium oder Synaxarium, den Kultus für die grossen Fasten, 
femer einige Officien, wahrscheinlich zu Venedig oder Goralc^e 
zw. 1627 t- 1531. 4^ H52 (?) BL in Quaternionen , 19 bis 23 
Zeilen auf der Seite, cdme Custos und. Seitenzahl , mit cyrilli- 
scher Signatur. 

Die Gttte des Papiers und die Schärfe der Typen lässt 
mich vermuthen, dass das Buch zu Venedig um 1528—1530 
gedruckt sei. Signatur cyrillisch Bl. i f. r. und 8 f. v. Die Vor* 

17* 



260 

stfi<;ke enthalten 21 Zeilen auf der Kolumne, die Psalmen wegen 
der Inhaltszeile am untern Rande nur 20 und bisweilen auch 
nur 19, die Beilagen in der Regel 22, doch mitunter auch 23«^- 
Das Horologium ist dem Synaxarium Yorgesetzt und geht ef 6 
bis i^ 5. Auf den Kultus für die Quadragesima folg^ Lage ah 
einige Beigaben, die in allen andern Ausgaben fehlen. Aufihllend 
ist das Anathem wider die Häretiker, namentlich Armenier und 
Franken. Von ie an folgen auserwählte Kanonen. Das Ende 
fehlt in dem von mir in Sirmien gesehenen Ex. 

220. Molitvenik oder Euchologion, jetzt Trebnik genannt, 
die Kirchenagende oder das Rituale, womach die Funktionen 
der Taufe, Firmung, Beichte, Sepultur, Wasserweihe u. s. w. 
verrichtet werden, nebst Formularen und Gebeten für verschie- 
dene andere I^lle, durch den Hieromonachen Theodor und den 
Diakon Radoje, gedruckt bei der Kirche des Grossmartyrers 
G^org zu Ooraidje an der Drina, im J. d. W. 7032 und nach 
Chr. G. den 21. Oktb. 1631. 4^ 296 (?) Bl. in Quaternionen, 
22 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyril- 
lischer Signatur. 

Von diesem äusserst seltenen Buche habe ich bloss ein 
unvollständiges Exemplar in Privathänden gesehen; desshalb ist 
hier die Zahl der Blätter bloss vemiuthungsweise und unter 
der Voraussetzung angesetzt, dass der Sign, ä nichts voraus- 
geht. Signirt werden Bl. 1 f. r. und Bl. 8 f. v. Dieses Ri- 
tuale weicht sowohl in Hinsicht des Inhalts, als der Reihen- 
folge der in demselben enthaltenen Stücke gar sehr von den 
oben beschriebenen ab. Sign, äf bisää enthält die kirchlichen 
Disciplinai^esetze des siebenten Konciliums. Sign, ii Bl. 6— 7 
befindet sich eine Inhaltsanzeige. Ebendaselbst Bl. 8 ganz am 
E^de stehen die kurzen Schlussworte der Herausgeber. Die 
Typen sind dieselben, mit welchen der Hieromönach Theodor 
den SIu2ebnik Nr. 217 zu Venedig druckte, woraus folgt, dass 
er diese Typen nach der Stadt Goraädje in Bosnien, dem Vater- 
lande Boiidars, mit sich nahm, und mit denselben hier, wie man 
aus der Stumpfheit der abgenützten Lettern mit Wahrscbein* 
lichkeit schliessen darf, in der Folge mehrere Bücher herausgab* 
Wegen der Diskordanz der Jahrzahl verweise ich auf N. 63» 



261 

221. Molit?enik oder Euebologion, jetzt Trebnik genaDot, 
walir8<AeinIick zu Qoraidlje nach 1531, 4^ 296 (?) Bi. in Qua- 
t^nioii^, 22 Zeilen auf der Seite, ohne Custos und Seitenzahl, 
mit cjrrillischer Signatur. 

Wort für Wort und Zeile fttr Zeile Nachdruck der ersten 
gora2djer Ausgabe vom J. 1531, mit derselben Type mit Aus- 
nahme des a; Signatur wie obai. Die Abweichungen bestehen 
in den Initialen^ in der Orthographie einzelner Wörter und dem 
Ui^erschiede des ][,. Die Initialen' sind in der obigen Ausgabe 
einfach, glatt, hier mehr verziert und gesdinörkelt. Die Ortho- 
graphie ist dort älterf hier jünger: z. R dort iei&, ibcbmb, iero> 
npmeMjaeTBy hier «mb, ecBüBt ero» npneM.iieTB; einmal las ich 
la statt i und oft neuie statt Hienie. Es könnte am Ende ein 
koresiscber Druck von 1570 — 1580 sein? Das Ex., in Sirmien, 
ist defekt. 

222. Oktoich, das achtstimmige Kirchenhymnenbuch, zweite 
Hälfte, enthaltend die Stimmen 6— i, auf Befehl des Boiidar Vu- 
koviö durch den Priester Theodosije und den mileSever Parek^ 
klesiarchen Gennadije aus Prijepolje, Venedig, vom J. 1536 bis 
den 27. Juli 1537. Fol. 162 Bt. in Quatemionen, der Text in 
zwei Kolumnen, mit 38 Zeilen auf der Kolumne, ohne Custos 
und Seitenzahl, mit cyrillischer und gothischer Signatur. 

Die Herausgeber nennen das Buch (i^xtohxb nerorJiacHiHC, 
weil es mit der ffinften Stimme anhebt. Die Signatur ist doppelt, 
cyrillisch und gotisch-lateinisch. Signirt werden Blatt 1, 2, 3, 4, 
die drei letzten mit II, III, IUI neben den gothischen Zahl- 
buchstaben, ferner Bl. 8 f. v., aber dieses bloss mit cyrillischer 
Type. Sign, ad Bl. 1 steht das Vorwort, dem Bo^idars von Ks. 
Karl Y. erhaltenes Waiden mit der Inschrift: fhb. box. BOCBO^^a 
vo^esetzt ist. Man erfährt hier, Boiiidar habe sich aus Furcht 
vor den Türken unter Sorgen und Kummer in Venedig aufge^ 
halten. BI. 2 enthält oben die Abbildungen des h. Kosmas, Job. 
DamasceBus und Job. Studites, unten den Anfang des Oktoich. 
Die letzte Sign, ist m in 8 Bl, woselbst Bl. 8 f. v. auch die 
gchlussrede steht. In derselben wird nicht, wie gewöhnlich (z. B. 
in dem SMebnik 1519, im Psalter 1519-^1520 u. s. w.) Podr 



262 

gorica, sondern Dioklea als das Vaterland Bo£idars genannt, 
ohne Zweifel nur wegen der Nähe und ehemaligen Beräfanitbeit 
der letzteren Stadt, deren Ruinen* (Dukla) noch heutzutage 
unweit Podgorica am Einflüsse der Zeta in die Moraia zu sehen 
sind. Ganz am Ende sind noch zweiunsignirte Btttter beigege- 
ben» auf der ersten Seite die Abbildungen der h. Jungfrau, des 
Erzengels Michael, des h. Nikolaus und des h, Demetrius, auf 
den flbrigen aber die von dem Hierodiakon Moyses im. J. 1535 
redigirte Paschalie enthaltend. Uebrigens folgen im Buche sdbst 
auf die vier Stimmen noch verschiedene Stichery aus den übri- 
gen Tönen, so wie Gebete, Lectionen aus den Evangelien und 
Episteln u. s. w. Die Typen sind neu, von den bisherigen ver- 
schieden; der Drude ziemlich korrekt, aber von gemeinen 8er» 
bismen und Schreibfehlem, wie sKaani» st XHSbHE, lecaHb st 
lecBMB, und umgekehrt BbCB (vos) st. nacB etc., nicht frei. Von 
itteeem Buche existiren zahlreiche Exx. in den Klöstern Sirmiens. 

223. Oktoich, das achtstimmige Kirchenhymnenbuch, zwdte 
Hälfte, enthaltend die Stimmen ^--i, Venedig 1536-* 1537 (ei- 
gentlich zw. 1637—1570), Fol, 162 Bl. in Quatemionen, der 
Text in zwei Kolumnen, mit 38 Zeilen auf der Kolumne, ohne 
Gustos und Seitenzahl, mit lateinischer Signatur. 

Ein Nachdruck der Ausgabe vom J. 1537, unbekannt vom 
wem veranstaltet. Die Type ist der Boäidar*schen nachgemacht ; 
dt)ch ist die Kolumne, ungeachtet Zeile für Zeile nachgedruckt 
wurde, um V4 i^oH kürzer und fast um 2 Linien schmäler als 
in der ersten Ausgabe. Die Sign, ist bloss lateinisch, nur bei 
der L und 12. Lage wurde ein cyrillisches ä, i statt a, k ver*> 
wendet, und nur bei der zweiten die römischen; Zahlen II, Ifl, 
IUI punktirt. Ueberall werdai nur die ersten 4 BI. signirt. In 
den Verzierungen und Interpunktionen ist ein merklicher Unt^v 
schied. Charakteristisch ist, dass statt des punktirten i ein viel 
grösseres i aus einem andern Aljdiabete gebraucht wird; wahr- 
sdieinlich wurde dieser Buchstabe beim Stempelschneiden ver^ 
gessen. Auch kommen Dmckfehler weitthäufiger vor als in der 
Ausg. 1537. — Der Nachdruck könnte aus der Zaguroviö^sohen 
Periode 1569--1670 sein. Ein Ex. in Gospodinci. 



263 

224. Oktotdi oder das ai^tstiiiunige. Eircheobymoßiibacb 
im AttssQget wahrscheinlich ia der Walachei oder iu Steben- 
bfirgen zw. 1540—1580, Folio, über 192 Bl. ia QuaterDioDSQ, 
26 Zeilen auf der Saite, ohne Gustos und Seitenzahl, init cyrilli- 
scher Signatur. 

Das Ex. dieses Oktoich mit bulgarischer Recäitschreibuiig 
^ iti i)t welches idi bei einer Dorfkirche im ha6^ Komitat 
fand» war defekt Signirt werden Bl. l.i. r. und Bl. 8 f. y. Der 
Inhalt ist folgender: Bl. äbis sSSams- und Sonntagshymnen fflr 
die 1. Stimme. Bl. fl bis %l Sonntagsvesperhymnen filr die 
£. Stimma Bl. a1 bis e2 Montagshymaen ffir die 3. StinnM. 
BL eä 1^ 9S Dienstagsbymnen für dje 4. Stimme. Bl S4.bte 
H MittwochshymneD für die 5. Stimme. Bl. i5. bis k6 Donnera- 
tagshymnen fftr die 6. Stimme. Bl. hT bis i2 Freitagshymnoa 
fBr die 8. Stimme (die siebente ist demnach übergangen). Vn« 
i3 an bis in4 folgen die Sams- und Sonntagshymnen für die 
übrigen Stimmen von 2 bis 8 ; die Hymnen . ffir die übrigen 
Wochentage sind ausgelassen. Bl. iB5 bis üb stehen die Syje* 
tilnen und andere Troparien. Mit if6 i v. beginnen die Leetiolum 
ans dem Aposlol und den Evangelien für die 7 Tage der Woche, 
und mit sa5 die Auferstehungsevangelien ; das Uebrige fdilt 
Lettern und Druck sind unfdrmüdi, roh. 

225. Minej prasdni6nyj, hier Sbornik genannt^, das Feak^ 
tagsmenäum, enthaltend den Gottesdienst der unbeweglichen 
Feste des Herrn Jesus, der h. Jungfraxi und der anserwihken 
Heiligen, auf Befehl des Boi^idar Vukovic durch den Hierodiakon 
Moyses aus -dem KL DeCani , gebürtig aus Budiml unweit des 
Ki.äucKkova, Venedig, vom IL Juni I&^--19. Jan. 1638. Fol, 
432 Bl. in Quaternionen, der Text in 2 Kolumnen, mit 32 Zeilsn 
grösserer und 88 Zeilen kleinerer Schrift auf. der Kolumne, ohne 
Curt^Mi und Seitenzahl, mit cyrillischer, und gothiseher Signatur. 

DicsefirMenäum wird von einigen auch Minej obfitij, Obitak 
genannt, mit weldiem Namen eigentlich ein Auszug aus dam 
grossen, nach den 12 Monaten eingerichteten Menäum . zum 
tigUchen Gebrauch für arme Kirchen belegt wird, wesehalb ich 



264 

mich hier lieber der Benennung Minej prazdniinyj bediene. Es 
ist das grösste und nach der gewöhnlichen Meinung auch das 
letzte der von Boiidar herausgegebenen Kirchenbücher, der im 
Anfange des Jahres 1540, wo nicht schon im J. 1539, gestorben 
ist Die Einrichtung der Signatur ist wie bei Oktoich 1537, mit 
Ausnahme der ersten Lage, wo Bl. 2, 3, 4 mit b, f , % signirt 
werden; aber von der zweiten I/age an laufen die Signaturen ib 
regelmässig fort. Sign, m BL 1 enthält die Vorrede, nach welcher 
der Greis Boj^idar diese Typen für seine Vaterstadt zum Drucke 
dawischer Bücher bestimmt hatte. Dem Werke selbst sind viele 
Holzschnitte, Abbildungen der Heiligen darstellend, eingedruckt 
Auf die gothische Sign. ^ folgen S, 2» &f hierauf tf - 5> endlich 
All bis ec Sign. H|ee, die letzte im Buche, volle 8 Bl. um&ssend, 
enthalt Bl. 5—6 f. r. die Paschalie, von welcher auch E&tra- 
abdrucke gemacht worden zu sein scheinen, die man häufig 
andern Büchern, z. B. den Evangelien von Mardarije, beigel^ 
findet; f. v. und Bl. 7 f. r. das R^ister über die im Buche 
vorkommenden Kanonen und üfficien, und f. v. bis Ende die 
Sehlussrede. Hier wird das Buch, welches in der Vorrede MHHei 
beisst, CbOopuHCB genannt Unter den Kanonen sind folgende 
slawoserbischer Heiligen: der h. Petka, des h. Symeon, des 
h. Sava und des h. Stephan Deöanski. Bemerkenswerth ist auch, 
dass in diesem Buche hie und da, wiewohl selten, die bulga- 
rischen Figuren a und « vorkommen, wais mir ein Beweis ist, 
das die venetianer Officinen zu dieser Zeit schon (und gewiss 
auch früher) slowenische Lettern nach Walachien und Sieben^ 
bälgen lieferten. Denn für dieses Buch oder sonst für Serben 
sind diese Typen gewiss nicht geschnitten worden; sie habca 
sich in den Satzkasten nur verirrt Die kleinen Lettern sind die 
des Oktoich 1537, die grösseren hingegen sind neu. Von <U6sem 
Buche sah ich im Kl. KruSedol u. a. vollständige Exemplare. 
Prx>f. G. Magaraitovic sah im KI. Petkovica in Serbien ein Ex. 
auf Pergament (die Jahrzafal 1536 ist aus dem Vorworte). Ljet 
1829. L 124. 

226. Mojitvenik oder Euchologion, eigentlich Chirotonia 
archierejska (bei den Serben) oder (3inovnik archierejski (bei 



266 

den Russen)» die Kirohenagende oder das Bitnale fikr Hoheprie- 
ster, 0. 0. und J. (Venedig, um 1539—1540?) 4^ 280 BL in 
Qnatemionen, 21 Zeilen auf der Seite, ohne Citstos und Seiten* 
zahl, mit cyrillischer und gothischer ßignatur. 

Die Exx. bieten keine Jahrzahl dar; das Boiidar^sdie Zeit- 
alter geht aus der Uebereiastimmung der Typen mit den grossem 
des Minej 1538 und der l^natur mit der des Oktoich 1537 
und des genannten Minej, so wie endlich aus dem in den Ver- 
zierungen häufig angebrachten Namen box. hervor. Signirt 
werden BL 1, 2, 3, 4, die drei letzteni mit II, 10, IUI neben dam 
gothischen Zahlbuchstaben, doch wird auch der cyrillische Buch* 
Stabe wiederhohlt. Das Ex. hebt mit m an, wo unter eina: 
Verzierung d^ Titel des Buches voaHTBBBHKb zu lesen ist^ die 
Buchstaben 2, 2 und 9 zählen mit, wie im Minej 1538 an die 
sich die Sign, aa, bb u. & w. reiht; die letzte vollständige 
Sign, ist ie il, wie es scheint^ das Ende des Textes enthaltend. 
Doch ist dabei keine Schlussrede, während die Ausgabe 1570 
schon auf dem letzten Blatte dieser Sign, die Jahrzahl, und 
dann auf einem Extrablatt die Schiussrede mit Wiederholung 
der Jahrzahl hat. In diesem Ritual sind zwar einige der im 
Trebnik 1531 enthaltenen Stücke, wiewohl hu anderer Ordnung» 
mit aufgenommen worden; sonst ist aber seine Einrichtung und 
Bestimmung verschieden. Es scheint, dass BoÜdar Aber dem 
Drucke dieser Chirotenia starb. UelHigens kommt in den ab 
Zierath gebrauchten Figuren die Sylbe loac* viermal und eben 
so oft die Sylbe so« vor. Mehrere Exx. werden in den sirmi^ 
sehen Klöstern aufbewahrt. 

227. Psaltir, die Psalmen sammt den Synaxarien und dem 
Horologium, auf Befehl des Hieromonachen Daniel, Hegumen 
des KI. MileSeva, durch die Hieromonachen Mardarije und Theo* 
dor, Mile§eva vom 1. Jan. bis 30. Okt 1544. 4^ 350 BL in 
Qnatemionen, 19 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seiten- 
zahl, mit cyrillischer Signatur. 

Dieser Ausgabe liegt die Boüdar'sche vom J. 15 19*- 1520 
Seite für Seite zum Grande; nur stett der Schiussrede nach 
den Psabnen, vor dem Menologium, stehen hier Gebete. Die 



266 

Tjpen, welehe entweder selbst oder die Materialien dazu, nach 
der etwas verworrenen Schlue^rede durch den H^umen Mar^ 
dar^e von Bänska und die HieiDmonacben Nikanor u^d Sara 
aus Venedig geholt wurden, sind neu, fleiscbig, abjer minder ge^ 
lallig als die Boiidar'schen. Den Paalmen gehen 2 Bl. Vorstücke 
voraus, das erste mit ä signirt, das zweite ohne Sign., so wie 
die folgenden bis Bl. 8 f. v. Von B^an werden regelmässig die 
Bl. 1, 2, 3, 4 mit fi, bII, bUI, bIIII u. s. w., ferner Bl. 8 
f. V. mit B u. s. w. signirt Die letzte Lage m^ ist nur ein Ter- 
nion mit der Scblussrede Bl. 5—6. Exemplare befindßo sieb in 
den Kl. Koviy und Bemeta, ferner in der Metropolitaabibl. in 
Karlovic Der Psalter bei Sopücov Bd. I. S. XCIII. imd 190 
N. 1019 scheint dieser mileäev^ zu sein. 

226. Molitvenik oder Eucbologion, jetzt Trebnik genannit, die 
Agende oder das Rituale, müI Befebl des HeguB^ien von Mileäev«, 
Daniel, durch die Diakonen J>anuan und Milan aus Obna in 
<C6mo-Zagorien» an der S&ve, Mileieva 1545. 4^ 360 (?) Bl in 
Quatenuonen, 19 Zeilen auf der Seite, ohae Custos und Seiten- 
zahl, mit cyrillischer Signatur. 

Dieser Trebnik ist ein Nachdruck des Thoodorischen v^ooa 
J. 1581 mit einigen Beihigai. Da ich davon kein vollständiges 
Ex. m sehen bekam, so ist die Zahl der Bl&tter nur daan 
richtig, wenn der Sign, ä nichts vorausgeht, und auf mc nichts 
weiter folgt Signirt werden anfangs Bl. 1, 2, 3, 4 f. r. a, a U, 
alll, älUI u. s. vr^ und Bl. 8 f. v., wiewohl mit einzelnen Ab- 
weichungen; von der Lage e an wird nur Bl. 1 und BL 3 f. r. 
(el und so überall), ferner Bl. 8 f. v« bezeichnet. Sign, ie BL 3 
f. v. beginnen die kirchlidben Diaciplinaryorschriften der 7. 
Kirdienversammlung und laufra bis iir Bl. 4 f. v. fort. Hierauf 
folgen die KirchenhynMiefi für den Gharsamstag auf 16 Bl. 
Sign. mt6 bis Me5, die in der Ausgabie 1531 fehlen. Sign, ii 
Bl. 6—8 enthält das Begister und die ScUussrede, in welcher 
aber keine Jahrzahl vorkommt, ao dass ich das Datum nach 
A» Dragosav^evii'a Angabe (Ljetop. srb. 1827 III 56) ansetzen 
musste, und desdiaib seine Richtigkeit nicht verbat^gen knun. £d 
scheint in den von mir gesehenen Exx. ein Blatt mit der Jahr- 



zahl za fehlm, und das wahre Datum könnte, wie oben, 1544 
sein. Genjteine Serbismen, und Druckfehler kommen in diesem 
Trebnik gar oft vor. Exx. im Kl. ÖitotoTae. 

229. Psaltir, die Psalmen sammt den Synaxarien und dem 
Horologinmt auf Kosten des Vineenz Vukoyid, Venedig 1546; 4*. 
305 (?) Bl. in Quatemionen, 20 Zeilen auf der Seite, ohne Cu- 
9t06 und Seitenzahl, mit cyrüliseher und lateinischer Signatur. 

Es unterscheidet sich dieser Psalter von aUeo andern da- 
durch, dass die Kolumnen mit dner schönen Randverzierung 
eingefasst sind^ die unten etwas breiter ist und allerlei Figuren 
Ton Heiligen etc. enthält Signirt werden die Bl. 1, 2, 3, 4 
qrrillisch und lateinisch (letztere (kei aall, aalll, äallll usw.), 
und Bl. B 1 V. bloss cyrillisch. Der Sign, aa gehen 3 Bl. voraus, 
enthaltend auf 2 BL Gebete mit der Teztschrift, dann auf einem 
Bl. die Epistel des Herausgebws an die Leser mit kleinerer 
Schrift Sign, aa liest man unter einer AbhUdung der vier £«aiir 
gelisten und über dem ersten Psalm: BiUt6Hi|0 BOjtOBiUh. Sign. 
3ir Bl. 7 f. V. beginnt die Schiusaschrift zu den Psalmen und 
endigt BL 8. f. r., dessen Bückseite weiss ist. Sign, kib steht 
oben unter einer Verzierung: m« BU^eHito cn. Boenox^ Eozh- 
AHpftf worauf das gewöhnliehe Pos^dovanije auffingt Auf die 
Sign, ifz folgt cj|A u. s. w. Die letzte Signatur ist iaP. In 
der vorgeseteten, in diJimatischer Lande^nundart abgefassten 
Epistel spricht Vineenz von dem Tode, seines Vaters Boüdar, 
dessen Leichnam 1540 aus Venedig nach der Hdmat abgefiUut 
und in der Kirche Gk)rica am Skodrer See begraben wurde. Es 
kann kaum gezweifelt werden, dass unter den alten Bflchem: 
crape khuc meaue aT& cpb6iM aeii;^^, die er zum Drucke ver- 
UiDgt^ nicht Landeschroniken, sondern Kirchenbücher gemeint 
sind. Auf dem letzten Bl. befindet sich unten die Zeile: oy 
teetpcD n Miw .^AOMS«, welche den ganzen Schluss ausmacht 
Exx. davon konmien in den sirmischen Klöstern vor. 

230. Aposto), die Apostelgeschichte sammt den kanemi* 
sehen Briefen (ohne die Ofenbarung Johannis), in Ugrowlacbiea 
oder Siebenbürgen, unter dem Vojevoden Joann Mirie zw. 
1546—1554. Ä^. 268 BL in Quaternionen , 22 und mitunter 23 



Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyrilli- 
scher Signatur. 

Das von mir eingesehene, im Kl. Opovo befindliche, defekte 
Ex. beginnt mit der Sign, f ; folglich ist tue oben angegebene 
Blattzahl nur dann richtig, wenn der Sign, a nichts vorausgeht 
Die letzte vollständige Lage ist if , worauf ein Duernion mit 
dem Worte iioä\ d. i. halb oder Hälfte, als Sign. Bl. 1. und 
Bl. 4 f. V. folgt, d. i. dass nichts abzugehen scheint, wiewohl 
keine Schlussrede da ist. Der eigentliche Apostel endet iaf. v., 
woran sich die gewöhnlichen Indices über die Lectionen, dann 
einige Hymnen u. s. w. reihen. Die Orthographie ist zwar bul- 
garisch, doch liest man an gar vielen Stellen ce statt ci u. s.w., 
so dass man vermuthen könnte, dass dem Abdrucke ein serbi-. 
Bches Ex. zum Grande gelegen habe. Bemerkensw^h ist, dass 
die Sign, von f oder wahrscheinlich von ä bis ei in der ge- 
wöhnlichen Textschrift, von i bis Ende aber in auffallend grosser 
und grober Type ausgedrückt ist Ein Ex. dieses Budies befin- 
det sich in der Tolstoj'schen Bibliothek in Russland und ist 
beschrieben in Strojev's Opis. slav. knig. 1829. 8®. 

231. Molitvoslov, hier cbcth nHcaHHe genannt, Gebetbuch, 
enthaltend auch Kirchengesänge, Psalmen, vermischte Aufsätze 
zur häuslichen Erbauung u. s. w., auf Kosten des Vincenz Vu- 
koviö. Venedig den I.Juni 1547. 8**. 304 (?) Bl. in Quatemionen, 
22 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyril- 
lischer und lateinischer Signatur. 

Das von mir eingesehene Ex., nach welchem ich das Buch 
hier cbarakterisire, war ohne Anfang und Ende, und auch sonst 
selir unvollständig ; desahalb ist das Datum aus Dobrovsk]^'s 
Instit 1. slav. p. XLI entlehnt Bei der Blattzahl liegt die An- 
nahme zum Grunde, dass das Buch vollständige m PP oder 
38 Lagen enthält Signirt werden bloss Bl 1, 2, 3, 4 mit äA, 
äAU, äAllI, aAUU u. s. w., auf Z folgt AA. Ausser den schö- 
nen Randverzierungen („pulcherrima parerga" Dobrovskf a. a. 0.) 
befinden sich im Buche mehrere Holzschnitte, AbbiMungen von 
Heiligen und dgl. darstellend. Der Inhalt ist höchst mannigfaltig ; 
die Typen klein. Auch in Russland befinden sich Exx. davon. 



26» 

232. CetvoroblagOTJeistije, die vier li. Evangelien, auf Ko- 
sten des Knesen Radifia Dmitroviö und nach seinem l'ode des 
Trojan Gundulic aus Ragusa, durch den Hieromonacben Marda- 
rije aus dem Kl. MrkSina-crkva unweit der Cimagora, Belgrad, 
den 4. Aug. 1552. Fol. 212 61. in Quatemionen, 24 Zeilen auf 
der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyrillisdier Signatur. 

Alle £xx., die ich gesehen habe, beginnen mit all, dem 
Kapitelindex des Matthaus, worauf allll die Vorrede desTheo- 
philactus folgt, so dass ein erstes weisses Blatt zu fehlen schdnt« 
Sigu. ä war nur Temion. Signirt werden die Bl. 1, 2, S, 4, 
letztere mit all, älll, ällll u. s. w., und Bl. 8 f. v. Sign, i 
Bl. 8 endigt Matthäus, ri Bl. 5 Marcus, i Bl< 7 Lukas, und ie 
BL 8 Johannes. Das Uebrige füllen die gewfUinlichen Register 
über die Perikopen aus. Die letzte Lage sä ist nur ein Temion, 
woselbst Bl. 5 f. v. und Bl. 6 f. r. die Schlussrede steht, aus 
welcher zu ersehen ist , das Knez Radiäa Dmitrovic die Typen 
zu diesem Evangelium verfertigen und den Druck anfangen, 
nach seinem Tode aber Trojan Gunduli^ aus Ragusa den Druck- 
apparat in sein Haus (zu Belgrad?) bringen, und das Druck- 
geschäft durch Mardarius vollenden Hess. Ob unter Belgrad die 
serbische oder die dalmatische Stadt dieses Namens (hzt. Zara 
vecchia) zu verstehen sei, ist noch immer nicht ausgemacht 
Diese liegt zwar der Heimat der Herausgeber und der Werk- 
stätte fast aller serbischen Kirchentypen (Venedig) näher; aber 
auch in jener blähten im XVL Jahrh. ragusanische Faktoreien. 
Ich habe bereits oben bemerkt, dass der Text dieses Evange- 
liums aus dem Ugrowlachischeii , bloss mit Aenderung der Or- 
thographie, abgedruckt sei. Wenn gleich über die folgerichtige 
Rechtschreibung und Korrektur kein Makarius oder Pachomiua 
mehr wachte, und gemeine Serbismen, wie BacB sowohl statt 
BBCB victts, als auch statt bbcb omnis, nerajiB si n&thsh^ JiaiaTB 

st jaKBTB, 6j[H3Hai^B St. 6jIH3HLI](B , HCTaKB St. nCTBSB, BBmaAB 

st. BBUiB^^B» lec^iB St. ic^MB, soHeop^ st. icQflBm» etc.; oder 
Sehreibtfehler, wie BBpicrH stc BapsTH, cbmofo st. caMoro, bbcbkb 
st BBcacB) ^co st ^eco, Hoy st hb (gewiss nach dem bolga* 
rischen hs) u. s. w., ausser andern, freilich nie ganz vermeid- 



27« 

baren Druckfehlern, nicht selten Yorkommen; so ist dennoch 
diese Ausgabe sowohl der Schönheit der Typen, als auch ihrer 
Seltenheit Wegen sehr schätzbar. Die Typen sind nen^ gross, 
scharf, wie es scheint den Ugrowlachisehen 1512 nachgebildet, 
nur zum Theil etwas unproportionirt, z. B. das p. Mehrere Exx. 
werden in den sirmischen Klöstern aufbewahrt. - 

233. Sluiebnik,' die Liturgien oder das Messbucb, mit 
Lectionen aus den Evangelien und Episteln (auf Kosten des 
Vincenz YukoviiS), Venedig 1554. 4^ 240 Bl. in Quatemionen, 
19 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyril- 
lischer Signatur. 

Neuer Abdruck der Bo2idar*schen Ausgabe vom J. 1519. 
Da sich aber dieser Abdruck von mehreren andern mit dersel* 
ben Jahrzahl nicht nur in der Signatur, sondern auch in andern 
Punkten wesentlich unterscheidet, so bin ich genöihigt, diese 
verschiedenen Abdrücke nadi der Signatur und sonstigen Va- 
rietäten abzusondern , und alle einzeln zu charakterisiren. Die 
Sign, dieses Abdruckes ist cyrillisch , bloss auf Bl. 1 f. r. und 
Bl. 8 f. V.; die Typen stimmen mit denen vom J. 1519 voll- 
kommen überein, indem die runden breiten p und c, welche^ die 
unten folgenden Abdrücke auszeichnen, hier noch nicht vor- 
kommen; Sign. E« Bl. 5 f. V. wird der Druckfehler der Aus- 
gabe 1519 papaisaH st paaapaH wiederholt; in der Scblussrede 
litieben die Namen Bo2idar und Pachomius stehen, und- nur die 
vier letzten Zeilen mit dem Datum sind so abgekürzt: de 
CBBpBmn ce bb .irfeTO otb posABcma Xpiorona .^A9KJ{. oy 
6H^iexB. Exx. in den Kl. Opovo und Beoün. 

234 Sluiebnik, die Lituiigien sammt den Lectionen aus 
den Evangelien und Episteln, auf Kosten des Vincenz Vukovid, 
Venedig 1554. 4^ 240 Bl. in Quaternionen , 19 Zeilen auf der 
Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit lateinischer und cyril- 
lischer Signatur.. 

Dieser Abdruck unterscheidet sich von dem ob^ beschrie- 
benen zuvörderst in der Signatur, welche hier lateinisch und 
cyrillisch ist. Signirt werden bloss Bl. 1 und 3 mit aa, aim 
n. s. w., auf z folgt A u. s. w. Die lateinischen Buchstaben der 



271 

Signatur sind fleischig, aber römisch, nicht gotJrisch. Die breiteB 
runden p und c kommen nicht vor. In beiden^ diesen Ausgaben 
ist die Kolumne • um etwa eine Linie kürzer , als in der vom 
J. 1519. Ausser dem ist der Druck von dem des J. 1519 und 
1554 N. 233 auch in den Majuskeln und Interpunktionszei<dien 
verschieden. Mehrere Exx. in den sirmischen Kl&stem. 

Die zwei andern Ausgaben des- Sloidlmik mit der Jahr- 
zahl 1554 s. unter N. 245, 246. 

285. Psalür, die Psalmen sammt den Synaxarien und depi 
Horolo^um, so wie einigen Kanonen, auf Befehl des mileiever 
Hegumen Daniel,* Mileäeva den 4. Nov. 1557. 4^ 290 Bl. in 
Qoatemionen, 25 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seiten* 
zahl, mit cyrillischer Signatur. 

Dieser Ausgabe liegt nicht die erste mileiever 1554, son* 
defn die cftrnogorische 1495 mit einigen Modifikationen zum 
Grunde. Signirt werden Bl. 1, 2, 3, 4 f. r. und Bl. 8 f. v. mit 
ä 9 an, am u. 8. w. Das von mir eingesehene Ex. Üng mit- 
B III an. Von der Sign. J3 waren zwei Bl. da, mit der Schluss- 
schrift und dem Datum; doch scheint noch eine Pascbalie auf 
einigen Blättern angehängt gewesen zu sein. Die Lettern sind 
den cömogorischen nachgemacht und im Ganzen nicht übel. 
Das AengsUiche der Nachahmung fällt nur bei den verzierten 
Initialen ins Lächerliche. Im eörnogorischen Psalter richtet sieh 
nämlidi die Grösse der Initialen nach dem^Ranme, auf welchen 
der Anfang eines Psalmes lallt, so dass die Verzierung der Ini- 
tialbuchstaben wegen Mangels an Raum unterbleibt, wenn der 
Psalm mit der letzten Zeile der Seite anhebt. Der mileöever 
Meister hingegen ahmt Kgur und Grösse der Initialen eines 
jeden Psalms ohne Rücksicht auf den Ort, den sie auf der 
Seite einnehmen, getreu nach. Sign, ät ff. stehen eiftige, wiewohl 
nicht alle Zugaben des Psalters 1495, namentlich der Kultus 
für die Charwocbe und Ostern sammt den Evangelien und Epi- 
steln, femer die Kanonen der h. Jungfrau und einiger Heiligen, 
was m andern Ausgaben fdilt. 

236. Molitvoslov, hier cwm nnoanse genannt, Gebetbuch, 
auf Kosten des Vincenz Vukavi<5, Venedig 1560. 8*. in Quater- 



272 

nionen, 22 Zeilen auf der Seite^ ohne Casios und Seiten/4ihl, 
mit cyrillischer und lateinischer Signatur. 

Bei dieser neuen Auflage des oben N. 231 beschriebenen 
Gebetbuches wurde bloss hie und da, besonders im Anfange, 
einiges geändert, und die Randeinfassung weggelassen. Signirt 
werden Bl. 1, 2, 3, 4 folgendennassen: aA, aAII, äAIII, aAIIII 
u. 8. w.; auf Z folgt AA u. s. w. Von diesem Buche sah ich 
bloss einige sehr defekte Exx. in Sirmien. 

237. Triod postnyj, das Fasten-Triodion (Triodion quadra- 
gesimale), enthaltend den Gottesdienst für die grossen Fasten, 
auf Kosten des Vincenz Vukoyi6 durch Stephan von Skodra. 
Venedig 1560 bis 6. Jan. 1561. Fol. 260 BL in Temiouen, der 
Text in 2 Kolumnen, 30 Zeilen auf der Kolumne, ohne Gustos 
und Seitenzahl, mit lateinischer Signatur. 

Die erste Lage ist ein Duernion, dessen 1. und 3. Blatt 
unbezeichnet, das zweite aber irrig mit AIIII signirt ist Signirt 
werden Bl. 1, 2, 3, die zwei letzten mit II und UI neben dem 
Zahlbuchstaben. Die zweite Lage wird ä^ all, AlII, die dritte 
B, BII, Bin signirt, und von da an laufen die Sign, regel- 
mässig fort ; auf Z folgt AA u. s^ w. Auf dem ersten Blatt liest 
man oben die Jahrzahl •,^V$^.=1590, allein hier ist ^ ein Druck- 
fehler statt |. Der Herausgeber oder Drucker, Stephan von 
Skodra, versprach bald auch den zweiten Theil, nämlich das 
Pentikostarion, herauszugeben, der dann auch 1563 zu Skodra 
erschienen ist, wiewohl er umgekehrt hier wiederum den andern 
Theil bald herauszugeben verspricht. Einige Exx. befinden sich 
in den sirmischen Klöstern. 

238. Psaltir, die Psalmen sammt den Synaxarien und dem 
Horologium, auf Kosten des Vincenz Vukovic, Venedig 1661. 4®. 
282 BL in Quatemionen, 22 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos 
und Seitenzahl, mit lateinischer Signatur. 

Dieser Ausgabe liegt die frttbere, oben N. 229 bes<;hrie- 
bene, vom J. 1546 zum Grunde, nur die zierliche Randeinfiissung 
ist weggeblieben. Sie enthält zuerst 4 Bl. Vorstficke. Mit A be- 
ginnen die Psalmen. Die letzte Lage MM enthält nur 6 Bl., auf 
deren letzterem f. v. die Schlusszeile v 6H^€Xb bk jAto .^A^li* 



273 

Die Vorrede steht auf Bl 4. SigDirt werden Bl. 1, 2, :i, 4 fol- 
gendcnnassen : A, AU, AIII, AIIII u. 8. w.; anf Z folgt AA 
D. s. w. Dem ersten Psalm sind die Abbildungen der vier Evan- 
gelisten vorgednickt. Sign. QIU f. v. beginnt die Sehlussrede zu 
den Psalmen ; eben daselbst Bl. 5 liest man oben vor den Syna* 
xarien unter einer Verzierung : rocnO/iHHK vmi<miifi cuuh BoeBOJdi 
6o]KH;^apa. Mehrere Exx. dieses Psalters findet man in den 
Klöstern Sirmiens. 

239. Cetvoroblagovjesüje , die vier h. Evangelien, durch 
den fiieromonachen Mardarije aus dem Drina-Oebiete, im Him- 
melfafartskloster Mferkgina-c^rkva (am Abhänge von Cernagora), 
den 24. Juni 1562. Fol. 211 (?) oder mit der Paschalie 214 (?) 
BL in Quatemionen, 24 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und 
Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Diese Ausgabe ist Blatt für Blatt und Zeile ffir Zeile ein 
blosser Nachdruck der belgrader vom J. 1552. Die Sign, a ent« 
hält mit Einschluss eines ersten weissen Blattes nur 6 Bl. 
Signirt werden Bl. 1, 2, 3, 4 mit ä, all, älll, ällll u. s. w., und 
Bl. 8 f. Y. Die letzte Sign. cS besteht ans 5 Bl., auf deren 
letzterem f. v. die Schlussrede steht, wornach ein weisses Bl. 
zu fehlen und die wahre Blattzahl 212 zu sein scheint Der 
Text entspricht dem belgrader von Wort zu Wort. In der Schluss« 
rede berichtet der Herausgeber Mardarije, mit welcher Mfthe 
und Anstrengung er die Typen zu dieser Ausgabe eigenhändig 
aus Eisen, Kupfer und andern Materialien verfertigt habe. Die 
Typen sind augenscheinlich den belgradem nachgebildet, nur 
sind sie etwas gröber und fleischiger. In dem karlovicer Exem- 
plare folgen auf den Schluss noch 3 Bl. mit der Paschalie des 
Philosophen Cyrill, derselben, die auch im Minej 1638 vorkömmt. 
Von diesem Buche befinden sich mehrere Exx. in den sinnischen 
Klöstern. 

240. Triod cvjetnyj oder Pentikostar, das Oster-Triodion, 
durch Stephan von Skodra und den Drucker Camillo Zanetti, 
Skodra den 24. Dezb. 1563. Fol. 224 Bl. in Quaternionen , der 
Text in 2 Kolumnen, mit 34 Zeilen auf der Kolumne, ohne Cu- 
stos und Seitenzahl, mit lateinischer Signatur. 

äcfftffk. LIiantnrgegofaiehto. m. Band. |g 



274 

Es ist dies die schon am Schlüsse des ebenfalls von Ste- 
phan besorgten venediger Fastentriodion 1561 versprochene 
zweite Hälfte des ganzen Triodion. Bei jeder Lage werden 
signirt mit latein. Majuskeln die Bl. 1, 2, 3 und 4, A, AU, AIU, 
Aim u. s. f., auf Z folgt Aa bis Ee. Die letzte Lage Ee be- 
steht aus 8 BL, wovon das letzte weiss ist Sign. Ee Bl. 6 — 7 
steht die Sohlussrede, in welcher am Ende wiederum die an- 
dere Hälfte des Buches versprochen wird. Diese Stelle mag aber 
nur aus dem venediger Fastentriod hier wörtlich stehen geblie- 
ben sein, und dttrfte darum nicht auf eine schon damals beab- 
sichtigte neue Herausgabe des Fastentriod bezogen werden. 
Die letzten vier Zeilen mit dem Datum des Drudies sind 
auffallend sprachunkorrekt Einige En. dieses Buches kommen 
in den sirmischen Klöstern vor. 

241. Casoslovec, das Horologium, durch Jakob aus Kamena- 
reka am Abhänge des Gebirges Osogovca unweit KolaSin, Ve- 
nedig 1566. 8^ 260 Bl. in Quatemionen, 22 Zeilen auf der 
Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit lateinischer Signatur. 

Der Herausgeber sagt in der Schlussschrift r „Er sei aas 
Macedonien, seinem Vateriande, des Bücherdrucks wegen bis 
nahe gegen AIt*Rom hin gereiset, nach der Stadt Venedig, wo 
er die Bozidar'schen Matritzen (kalapi), nach dessen Sohn Vin- 
cenzo lange ungebraucht, aufgefunden und damit dieses Horo- 
logium gedruckt habe. Er d^ke aber auch neue Typen (novi 
kypari) zu verfertigen. Er sei von altem Priestergeschlechte, am 
Fusse des grossen Gebirges Osogovca, nahe der Stadt Kolaäin 
(Kolasiskago grada), im Orte Kamena-reka geboren.'' Die Signa- 
turen laufen von A bis KKU. Signirt werden BL 1, 2, 3, 4, wie 
z. B. C, CU, GUI, GIIU. Die zwei ersten Lagen haben cyrilli- 
sche Sign, ä und b, von da an aber lateinische. Ein Ex. in 
Wien auf der k. Hofbibliothek. 

242. Triod cvjetnyj oder Pentikostar, das Ostertriodion, 
auf Veranstaltung des Hieromonachen Mardarije durch den Prie- 
ster i^ivko und den Diakon Radul, M^rkäina-cerkva J. d. W. 7074, 
n. Chr. Oeb. den 1. Sept. 1566. Folio, 2)8 Bl. in Quatemionen, 



275 

26 Zeilen aaf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyril- 
li$cber Signatur. 

Bei jeder Lage werden signirt Bl. 1, 2> 3, 4 mit a, all, 
älU, ällll u. s. w. und Bl. 8 f. v. Auf die letzte Lage K3 folgen 
noch 2 uDsignirte BL mit der Scblusarede. Aus derselben 
erfährt pan, dass der Hieromonach Mardarije dieses Buch, hier 
(in neugriechischer Ausspra<'he) neHAHKOCTapb genannt, unter 
dem ipeker Erzbisch(rf Makar^e, dem smederever Metropoliten 
Zacbatije und dem m^rkSinaer Hegumen Sava durch den Prie- 
ster 2ivko und Diakon Badul habe drucken lassen. Da der 
Druck den 1. Sept; beendet wurde,, so stimmen die Jahre nicht 
äberein, indem mit diesem Tage schon das 7075. Weltjahr be- 
gann. Der Text mag aus dem skodrer Pentikostar abgedruckt 
sein; die Typen sind neu. Was aber diese Ausgabe ganz insbe- 
sondere auszeichnet, ist der Umstand, dass in derselben die bei 
den Hymnen oft vorkommende, und sonst gewöhnlich nur mit 
dem Anfangsworte aiana angezeigte Doxologie meist ausgelassen, 
und .statt derselben am Rande das Bild eines Fisches abgedruckt 
ist. Da nämlich im Serbischen das Wort uiaBa nicht nur einen 
solemnen Kircheogottesdienst , sondeui auch das. bei solchen 
Solemnitäten gebräuchliche reichliche Festmal bedeutet, die 
griechischen und serbischen Mönche aber, die vor Zeiten in der 
Kegel weder Fleisch noch Fische asseu, solche Festmale ausnahms- 
weise mit Fischen feiern durften, so war bei ihnen der Fisch 
das Symbpl des Festmals oder der aiana, und wurde hier sinn- 
bildlich durch ein kühne Metonymie von den Herausgebern fttr 
die eaana der Doxologie gesetzt. Uebrigens sind die Fische von 
mdirlacher Qestalt, roth und schwarz, und wie es scheint, ohne 
Consequenz gebraucht. Ausserdem befinden sich im Buche in 
FoliOholzschnitten die Abbildungen der Auferstehung Christi äiU 
f» v., der Himmelfahrt isä Bl. 7 und der Ausgiessung des h. Gei- 
stes CA^U* Von diesem Pentikostar liegen einige Exemplare in 
den sirmischen Klöstern. 

243. Psaltir, die Psalmen mit Sypaxarien und dem Horo- 
logium, auf Kosten des Hieronymus Zaguiovic aus Cattaro, durch 
Jakob Krajkov ans Sophia, Venedig, J. d. W. 7078, nach Chr. 

18* 



276 

Geb. 1569 (also Sept.— Dezb.) 4*. 274 Bl. in Quaternionen 
22 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit latei- 
nischer und cyrillischer Signatur. 

Dieses Psalterium ist, so viel mir bekannt, das älteste von 
Zaguroviö in Venedig herausgegebene Kirchenbuch. Voraus ge-* 
hen 2 Bl. Vorstücke, deren erstes mit ill signirt, oben in der 
Figur die Buchstaben ia, d. i. iacoBB, enthält, die man auch 
Sign. Q. Bl. 5 findet. Mit A beginnen die Psalmen, denen Davids 
Bild mit der Harfe vorgesetzt ist. Signirt werden die Bl. I, 2, 
3, 4 f. r. mit A, All, AIII, AUII u. s. w., ausserdem anfuigs 
Bl. 2 und 4 f. v., dann Bl. 3 und 6 f. v. mit cyrillischen, fort- 
laufenden, mithin das doppelte der lateinischen zählenden Buch- 
staben. Sign. Olli liest man unter dem letzten Psalm die Zeile : 
BB jitTo .^30H, lacoBB. Sign. QIII— IUI steht vor den Synaxarien 
des Herausgebers Zagurovid Schlussrede. Auf Z folgt AA bis 
LL in 8 Bl. Sign. LL Bl. 7 f. v. steht das Portrait des Her- 
ausgebers mit einem kurzen Schlussworte; das achte Blatt fehlte 
in allen von mir gesehenen Exx. Auf diesem 8. Blatte stehen 
wahrscheinlich die von A. Dragosavljeviö u. a. angeführten 
Schlussworte des Druckers Jakob Krajkov mit der Jahrzahl 1569. 
Einige Exx. finden sich in den sirmischen Klöstern. 

244. Molitvenik oder Euchologion, eigentlich Chirotonia 
archierejska (bei den Serben) oder Cinovnik archierejskij (bei 
den Russen), die Kirchenagende oder das Rituale für Oberhirten 
(Erzbischöfe und Bischöfe), auf Kosten des Hieronymus Zagu- 
rovid, durch Jakob Krajkov, Venedig 1570. 4". 282 Bl. in Qua- 
temionen\ worunter das letzte weiss, 21 Zeilen auf der Seite, 
ohne Gustos und Seitenzahl, mit lateinischer und cyrillischer 
Signatur. 

Dieser Molitvenik ist nur ein neuer, unkorrekter Abdruck 
der unter N. 226 beschriebenen Ausgabe. Die lateinische Signa- 
tur läuft Bl. 1, 2, 3, 4. nämlich A, All, AIII, AHU fort, die 
cyrillische steht Bl. 8 f. v.; doch finden dabei einige Unregel- 
mässigkeiten statt Auf Z folgt Aa u. s. w. bis Mm oder m in 
8 Bl., auf deren letzterem man unten die Zeile liest: lasOBB 
cimca cie bb jt^to .^BOH. In der auf einem Extrablatte ange- 



277 

hängten Sehlussrede (das zweite Blatt ist weiss) berichtet der 
Herausgebe, dass er nach dem Beispiele seiner Vorältern, des 
Vojevoden Cernojeviö und des Herrn Boiidar, die Kirche mit 
Bfichem versehen and deshalb mit den nach G^mojevi6 in Ve- 
nedig vorgefundenen Typen reichlich drucken wolle. Die Typen 
dieses Molitvenik sind jedoch mit jenen des Psalters 1569 iden- 
tisch,, und weichen von den c^mogorischen gar sehr ab. Der 
eyrilHsche BQcherdruck ist nämlich in den Händen des Zagu- 
roviö eine merkantilische Spekulation geworden! Auf der Rück- 
seite des Schlussblattes steht, wie bei N. 243 das Porträt des 
Zagurovid. Von diesem Buche existiren mehrere Exx. in den 
sirmischen Klostern. 

245. Slu2ebnik, die Liturgien sammt den Lectionen aus 
den Evangelien und Episteln (auf Kosten des Hier. Zagurovic), 
Venedig 1554 (eigentlich um 1570) 4^ 240 BI. in Quaternionen, 
19 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit latei- 
nischer Signatur. 

Diese Ausgabe stimmt, was Inhalt und Text anbelangt, 
mit den beiden N. 215, 223 und 234 besdiriebenen Blatt für Blatt 
und Zeile für Zeile überein. Der Unterschied besteht zuvörderst 
in der Signatur, die hier lateinisch, dann in der Type, die von 
der N. 215, 233 und 234 gänzlich verschieden ist, endlich in der 
Kolumnenlänge und in den Verzierungen. Signirt werden BI. 1, 
2, 3, 4 mit a, (a2 fehlt), a3, a4 u. s. w., auf Z folgt Aa bis Gg. 
Doch ist zu merken, dass einige Lagen neben der lateinischen 
auch die cyrillische Signatur haben, namentlich p e f, q Si, t ei 
und u K, Sign, a BI. 3 steht dieselbe Figur, welche in der Aus- 
gabe 1519 gebraucht wurde, mit der Inschrift 6ox. Sign, m 
BI. 6 f. V. liest man unter der Kohunne die Zeile : cex« h Moy- 
qeHHKiDMb id6w,t etc. mit rother Schrift wie in der Ausgabe 1519. 
Femer sind die Typen dieses Sluzebnik dieselben, mit denen 
Zagurovic den Psalter 1569 und Molitvenik 1570 gedruckt hat. 
Desshalb ist in dieser und in der folgenden Ausgabe die Kolumne 
um ganze ^j^ Zoll kürzer als in denen von 1519, 1554 Nr. 215, 
233 und 234. In diesem Abdruck kommen die breiten runden p 
und c schon vor. Das Datum ist mit Nr. 233 und 234 gleich- 



278 

lautend. Allem diesem zufolge zweifle ich nicht, dass dieser 
Druck der Zagurovi£*schen Periode angehört; nur hat. der Her- 
ausgeber nach dem Beispiele Viuceazo's in der Schlussrede die 
Namen Boiidar und Pachomius und überdies auch die Jabrzabl 
des beim Nachdrucke zum Grunde gellten Exemplars, nämlidi 
1554, belassen. Exx. hievon kommen in einigen Klöstern Sir- 
miens vor. — Ein unvollständiges Ex., welches mir, während ich 
dies schrieb) vorlag, stimmt mit den so eben beschriebenen 
ganz fiberein bis auf den Umstand, dass die 15., 16., 19. und 
20. Lage bloss die lateinische Sign, p, q, t und u haben. Sign. 
Bb Bl. 5 f. V. liest es recht: paaapaH. 

246. Slu^ebnik, die Liturgie sammt den Lectionen aus den 
Evangelien und Episteln (auf Kosten des Hierom. Zagurovic). 
Venedig 1554 (eigentlich am 1570), 4^ 240 Bl. in Quatemionen, 
19 Zeilen auf der Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit latei- 
nischer Signatur. 

Dieser Abdruck stimmt zwar mit dem oben beschriebenen 
nicht nur in Hinsicht des Textes und der Typen, sondern sogar 
in Hinsicht der Sign, vollkommen überein; doch weicht er wie- 
derum anderseits in einigen wesentlichen Punkten davon ab. 
Sign. a3 steht nicht, wie bei der obigen Ausgabe, die Bo2idar'- 
sche Figur vom J. 1519, sondern die Abbilduug eines am Tische 
schreibenden Heiligen mit dem gegenüberstehenden Engel Sign, m 
Bl. 6 f. V. ist die oben angef&hrte, sonst rothe Zeile unter der 
Kolumne hier in schwarzer Schrift und durch den Druckfehler 
Mute statt id6mß ausgezeichnet. Auch ist hier die Sign. M b i la- 
teinisch und cyrillisch zugleich, in dem obigen Abdrucke aber 
bloss lateinisch. Die lateinischen Typen der Sign, dieser beiden 
Ausgg. weichen von denen in N. 234 gänzlich ab. Von diesem 
Abdrucke sah ich ein vollständiges Ex. im Kl. Vrdnik. 

Diesem zufolge muss man wenigstens vier, wo nicht meh- 
rere Abdrücke des Sluiebnik mit der Jahrxahl 1554 unterschei- 
den. Da dieselben nicht nur in der Signatur, sondern auch in 
vielen andern Stücken wesentlich von emander abweichen, so 
muss man die nahe liegende Vermuthung, dass sie mit stehen- 



219 

den Typen gedruckt worden wären, abweften, und verschiedene 
neue Auflagen desselben Werkes annehmen. Nr. 233 und 234 
gehören unzweifelhaft der Vincenz Vukovi^'scben (1664—1562), 
Nr. 245 und 246 der Hieronym Zagurovf6'8chen Periode 
(1569 ff.) an. 

247. Psahir, die Psalmen sammt den Bynaxarien und dem 
Horologium, auf Befehl des Vojevoden Johann Alexander und 
seines Sohnes, des Vojevoden Johann Michnje, durch den Diakon 
Koresi Imanuilu (oder die Diakonen Koresi und Hanojio?), 
0. O. (in der Walachei) 1577. Fol. 172 Bl. in Quaternionen, 
26 2^ilen grösserer und 31 Zeilen kleinerer Schrift auf der 
Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyrillischer Bignatur. * 

Das einzige mir bekannte Exemplar dieses Buches befindet 
sich im El. KruSedol. Bei jeder Lage wird nur BL 1 signirt 
Sign, a beginnen die mit grosseren Typen als die Synaxarien 
und das Horologium gedruckten Psalmen, und endigen Sign, bi 
Bl. 3 f. r., worauf f. v. weiss ist. Von der folgenden , wie ge* 
wohnlich, biblische Hymnen und andere Troparien enthaltenden 
Lage PI fehlen in diesem Exemplar die zwei ersten Blätter. Die 
letzte Lage JCB ist nur ein Duemion, auf dessen vierten Bl. f. r. 
sich die kurze Schlussrede mit der Jahrzahl 1577 und mit dem 
Namen des Herausgebers Kopien, ohne Angabe des Druekorts 
befindet. Uebrigens herrscht im Buche die bulgarowlachisdte 
Orthographie mit a, x, i, etc. Doch lag der Ausgabe wohl ein 
serbischer Druck zum Grunde, wie dies einige Spuren in der 
Orthographie, z. B. h nach r, k, x u. s. w., zu verrathen 
scheinen. 

248. Cetvoroblagovjestije, die vier h. Evangelien, durch den 
Diakon Koresi Imanuilu (oder die Diakonen Koresi und Manojlo), 
o. 0. (in der Walachei) 1579. Fol. 208 Bl. in Quaternionen, 
24 Zeilen auf der Seite, ohne Custos und Seitenzahl, mit cyril- 
lischer Signatur. 

Von diesem Buche sah ich ein Ex. im KI. Remeta. Die 
Sign, befindet sieh auf Bl. 1 und 8 f. v. In dem Ex. gehen hie 
und da einzelne Blätter ab. Die erste Lage scheint ein Duernion 
zu sein, wovon hier das erste Bl. mit a, die zwei andern mit 



280 

nichts signirt sind; das vierte fehlt. Die letzte Lage, die 27 
4er Reihe nach, die wahrscheinlich auch mit e3 signirt war, 
deren Band aber ganz weggerissen und verklebt ist, besteht 
nur aus 4 Bl, wovon das vierte weiss ist, das 3. f. v. aber den 
kurzen Schluss des Herausgebers mit der Jahrzahl 7087, ohne 
Angabe des Druckorts, enthält. Der Herausgeber nennt sich 
hier KoptiCH h MBffiUua, womach es zwei Personen sein könnten. 
Es scheint, dass auch dieser Abdruck nach irgend einer serbi- 
schen Ausgabe veranstaltet sei, wodurch die stark serbisirende 
Orthographie erklärbar wird. 

249. Triod postnyj, das Fastentriodion (wahrscheinlich 
durch den Diakon Koresi um 1577—1679 in der Walachei ge- 
druckt), Fol üb^ 288 Bl. in Quaternionen , 28 Zeilen auf der 
Seite, ohne Gustos und Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Das einzige, noch dazu unvollständige Ex. dieses Buches 
fand ich im Kl. Remeta. Der Sign, b scheinen 10 Bl. voraus- 
zugehen, gerade wie in dem venediger Fastentriodion 1561. Bei 
jeder Lage wird nur Bl. 1 und Bl. 8 f. v. signirt. Die Sign: r 
ist unterblieben, aber darauf wird riclitig mit a fortgezählt. Das 
Ex. endet mit iS in 8 Bl., das Uebrige fehlt. Die Typen stim- 
men mit den grössern des Psalters 1577 überein; die Ortho- 
graphie ist besonders im Anfange halbserbisch, e stat a, nexasBy 
naMCTB etc., dann aber bulgarowlachisch. Wahrscheinlich be- 
sorgte diese Ausgabe ebenfalls der Diakon Koresi nach der 
venediger 1661. — P. v. Koppen sah in St Petersburg ein Fa- 
stentriodion mit bulgarowlachischer Orthographie ohne Schluss- 
blatt. Bibliogr. Listy S. 227. 

250. Minej prazdniönyj, das Festtags - Menäum, enthaltend 
den Gottesdienst der unbeweglidien Feste, auf Veranstaltung 
des siebenbürgischen Metropoliten Gennadius, durch den Diakon 
Koresi, zu Szasz-Sebes in Siebenbürgen im J. d. W. 7088, nach 
Chr. Geb. 1580, Fol. 448 Bl. in Quaternionen, 31 Zeilen auf 
der Seite, ohne Custos und Seitenzahl, mit cyrillischer Signatur. 

Die Nachrede des siebenbürgischen Metropoliten. Gemiadius 
auf den zwei letzten Blättern nennt ausdrücklich Boiidar's 
Minej vom J. 1538 als das bei dieser Ausgabe zum Grunde 



281 

gelegte Origiiuil. — Hie and da wuideD sogar DrackfeUer treu 
wiederhohlt — Die Sign, hat etwas Eigenes. Die Sign, a hat 
nur ein Blatt Die zweite Lage ist folgendermassen signirt: b» 
m, rin, fiin und Bl. 8 f. V. B, die dritte: r, aH ilU, i IUI 
und Bl. 8 f. V. r u. s. w. Diese Anomalie dauert bis f : von a i 
an folgt die gewöhnliche Methode, nur wird von f i an auch auf 
das erste Bl. die römische Zahl gesetzt — Auf der letxten 
Seite sind die Namen der damaligen vier Patriarchen genannt 
Der damalige Fürst von Siebenbürgen, Christoph Batbory, heisst 
hier: BaTBp Kpuniofe. Die Orthographie ist, was auffallend ist, 
serbisch, dergestalt, dass selbst die wenigen in der Ausgabe 1538 
Yorkommenden a und ;i hier in e, le, oy verwandelt wurden; 
nur % kommt häufig, besonders in den Präpositionen c^ n vor. 
Einige £xx. dieses Menäums sah ich in Sirmien. 

251. Psalter, serbische Ausgabe, vom J. 1621. Fol. 
Sopikov russ. Bibliogr. Bd. I. S. XCVU und 190. Ich 

kenne dieses Buch nicht 

252. Molitvenik oder Euchologion, jetzt Trebnik genannt 
(die Kirchenagende oder das Rituale), auf Befehl des Vojevoden 
Johann Matthäus Bassaraba, durch Timotej Alexandrovid, DPgo- 
polje in der fürstlichen Druckerei (Kimpolung in Walachira), 
den 30. Juli 1635. 4^ 226 Bl. in Duernionen, mit der Titel* 
zeile 22, ohne dieselbe 21 Zeilen auf der Seite, die Blattzahl 
in cyrillischer Schrift, mit cyrillischer Signatur. 

Mit diesem Euchologion, wovon sich ein Ex. im Kl. Beoiin 
und ein anderes im Kl. Bodjan befindet, beginnen die Russischen 
Drucke in der Walachei. Der Typus aller bisherigen walachi- 
scben Ausgaben war, so viel mir bekannt, serbisch, dessen 
Vaterland Venedig ist; die Orthographie entweder bulgarisch 
oder serbisch; hier ist nun beides anders, nämlich russisch. 
Fjnige suchten ohne allen Grund Drgopolje in Serbien, ja sogar 
in Macedonien. 

253. Psaltir, die Psalmen sammt den Synaxarien und dem 
Horologium, durch Bartholomäus Ginammi, Venedig 1638. 4^ 
276 Bl. in Quatemionen, 22 Zeilen auf der Seite, ohne Custos, 



282 

aber mit BUttzahl in arabischen Ziffern, und sowohl lateini- 
scher als cyrillischer Signatur. 

Eine neue Auflage des Psalteriums von Zagurovi^i 1569, 
mit derselben Type. Signirt werden die Bl: 1, 2, .3 und 4 mit 
lateinischen (A, Ä2, A3, A4 u. s. w.), Bl. 2 und 6 f. v. aber 
mit cyrillischen Buchstaben, gerade wie im Psalter 1569, wobei 
ebenfalls einige Unrichtigkeiten vorkommen. Auf Z folgt Aa 
u. s. w. Das erste nicht numerirte Blatt entMit bloss den Titel, 
das zweite die Vorrede, die folgenden aber Gebete; mit dem 
fiinften beginnen die Psalmen, die mit der Sign. O3 endigen, 
von wo an bis LI Bl. 8 die Beilagen geben. Das letzte Blatt 
des Buches enthält eine cyrillische ABC-Xafel. Exx. in den sir- 
mischen Klöstern. — Ginammi nennt sich auch „Barto Markov 
syn* von Venedig.- 

254. Oktoich, neue Ausgabe, Venedig 1644. Fol. 
Sopikov Russ. Bibliogr. Bd. L S. Gl und 165. Die Ausgabe 

wird daselbst „sehr selten" genannt Mir ist das Buch gänzlich 
unbekannt. 

255. Triod cvjetnyj oder Pentikostar, das Ostertriodion, 
auf Befehl der Vojevodin Helena, Gemahlin des Johann Mattiiäns 
Bassaraba, durch den Hieromonachen Jobann den Atlioniten 
(Svetogorac) aus dem Kl Gomionioca unweit Kamengrad in 
Bosnien, Tergovifit in dier fürstlichen Druckerei, bei dem Drucker 
Prokop, vom 27. März 1648 bis 7. Juni 1649. Fol. 409 Bl. in 
Duemionen, mit Custos und Blattzahl in cyrillischer Schrift und 
mit cyrillfscher Signatur. 

Sonderbar, dass in diesem mit russischen, den Sljuzkischen 
in Lemberg ähnelnden Typen gedruckten Ostertriodion die Buch* 
Stäben a und x, die Vor- und Schlussrede ausgenommen, gänzlich 
fehlen, 1» aber vorkommt Vielleicht darum, weil der Herausge- 
ber ein Serbe war? -- Exx. in Sirmien. 

256. Psalter mit Beilagen, Venedig 1658. 4". 

Sopikov Russ. Bibliogr. Bd. L S. CV. und 280. Es könnte 
em Druckfehler statt 1638 sein. 

257. Th. Kempis „0 podraianii Jisnsu Christu"*, im Delj- 
skyschen Kl. in Ugrowlachien 1647. 8^. 



283 

Sopikov Russ. Bibliogr. Bd. I. S. CII und 168. Aueb die- 
ses Buch heisBt dort „sehr selten^. Ich habe daVdn kein Eil 
gesehen. ^ 

258. Des Bartholomäus Georgievid TürkeDbüchleän , vor 
1548. 

Von diesem Werke sind mir, dem Titel nach, folgende 
Uebersetzungen und Ausgaben bekannt: 1) Polnisch: Rozmowa 
z Turczynem o wierze krzeäciai&skieu etc. przez ßart. Oeorge- 
wicza, w Krakowie 1548. 8^ S. Bandtkie Hist druk. polsic. I. 
247. 2) Lateinisch: De Turcarum Ritu et Oeremoniis, Parisiis 
1545. 16®. Vormätiae 1545. 8^— De orig. iiip. Turcor. brevia 
capita, adjectus est libetlus de Turcor. moribus etc. Lugduni 
Batav. 1563. 12VViteb. 1660. 8**. 1562. 8^ Lügd. Batav. 1578. 
12^ Pro fide Christ cum Turca disputatio (Varadini habita) s. 1. 
et a. 8^ Anderes siehe bei Horanyi IL 25—27. 3) Deutsch: 
Barth. Georgiewicz Türkenbüchlein, ganz w^rhaftige und aber 
erbärmliche Beschreibung von der Pein, Marter, Schmerzen und 
Tyranney, so die Türken den gefangenen Christen etc. authun, 
auch von ihren Ceremonien, Policien, Kriegen, Feldbau, Ge- 
bräuchen, und ein Disputaz eines Christen und Türken (zu Gross- 
wardein) vom Glauben, mit angehängten Dialogis türkisch und 
slavonisch etc., übersetzt (aus dem Lateinischen?) von Johann 
Zschom, Strassburg 1558. 8". 70 Bl. (Catal. Sz^csdny T. L P. L 
p. 410.) 4) Böhmisch: zaöatku Tureckdho Cfsarstvl, k tomu 
obyfcejlch Tureckych etc., w Praze 1567. 4**. — Ob das Ori- 
ginal cyrillisch-slawonisch oder lateinisch-slawonisch verfasst war, 
weiss ich nicht. 



Ueberskkt nach dem Inhalt. 

I. Psalter und Beilagen. 

Von Vojfcv. Cfemojeviö und Hieronym Makarije, Cetiiy 
1495. 4«. 

Von Vojev. Boäidar Vukovi6 und Hierom. Pachomije, Ve- 
nedig 1520. 4^ 



284 

Voa einem Unbekannten, Venedig oder Goraidje zw. 1527 
bis 1531. 4«. 

Von Hegum. Daniel und Hierom. Mardarije und Theodor, 
MileSeva 1544. 4^ 

Von Vincenz Vukoviö, Venedig 1646. 4^ 

Von Uegum. Daniel, MüeSeva 1557. 4^ 

Von Vincenz Vukovi6, Venedig 1561. 4^ 

Von Hieronym Zagurovid und Jakob Erajkov, Venedig 
1569. 4". 

Von Diakon Koresi, Walachien 1577. Fol. 

Psalter, Venedig 1621. Fol. (Sopikov). 

Von Bartholomäus Ginammi, Venedig 1638. 4^. 

Psalter» Venedig 1658. 4^ (Sopikov, zweifelhaft). 

II. Evangelium. 

Von Johann Biegner, o. 0. und J. (Siebenbürgen um 
1500?) Fol. 

Von Vojev. Bassaraba und Hierom. Makarye, ügrowla- 
chien 1512. Fol. 

Von Trojan Gundulic und Hierom. Mardarije, Belgrad 
1652. Fol. 

Von Hieromoti. Mardarije, Merk§ina-cerkva 1562. Fol. 

Von Diakon Koresi und Manuilu, Walachien 1579. Fol. 

m. Apostel. 

Von einem Unbekannten, unter dem Vojev. Joh. Mir6e, in 
Walachien zw. 1546—1554. 4°. 

IV« Sluiebnik oder Liturgiarion. 

1. Mit Lectionen. 

Von Vojev. Boiidar Vukovic und Hierom. JPachomije, Ve- 
nedig 1519. 4^ 

Von Vincenz Vukovic, Venedig 1554. 4®. 

Von eben demselben, Venedig 1554 (eigentlich später), 4^ 



285 

Von Hieronym Zagurovii (?), Venedig 1554 (eigentlich 
um 1570), 4^ 

Von eben demselben (?), Venedig 1554 (eigentlich nach 
1570), 4^ 

2. Ohne Lectionen. 

Von Vojev. Bo£idar Vakoviö, 6. Ljabavi£ und Hierom. 
Theodor, Venedig 1627. 4^ 

V. Molitrenik oder das Rituale (Trebnik). 
I. Erste Art. 

Von Hieromon. Theodor und Diakon Radoje, Oora2dje 
1531. 4^ 

Von einem Unbekannten, neue Auflage des vorigen, zw. 
1531—1580. 4". 

Von Hegum. Daniel und Diakon Damian und Milan, Mile- 
§eva 1545. 4^ 

Von Timotej Alexandroviö, Dl'gopolje 1635. 4". 

2. Zweite Art. 

Von Makarhis in Cetiiig (?), um 1495. 4''. 
Von Vojev. BoÄidar Vukovic(?), Venedig um 1539—1540 4**. 
Von Hieronym Zaguroviö und Jakob Krajkov, Venedig 
1570. 4». 

VI. Oktoich. 

Von Vojev. Cfemojeviö und Hierom. Makarije, Cetinj 1494. 
Folio. 

Von Vojev. Bo2idar Vukoviö, Priester Theodosije und Par- 
eeclesiarch Gennadije, Venedig 1537. FoL 

Von einem Unbekannten, neuer Abdruck des vorigen, Ve- 
nedig 1537 (eigentlich um 1570), Fol. 

Oktoich im Auszuge, Walachien z. 1540—1580. Fol. 

Oktoich, Venedig 1644. Fol. (Sopikov). 



2m 



VEL Triod. 

1. Triod postnyj oder. FastentViodion. 

Von Vincenz Vukovii5 und Stephan aus Skodra, Venedig 
1561. Fol. 

Von einem Unbekannten, in Walachien um 1577 ff. Fol. 

2. Triod cvjetnyj oder Ostertriodion. 

Von Stephan aus Skodra und Camlllo Zanetti, Skodra 1563. 
Folio. 

Von Hieromon. Mardarije, Priester 2ivko und Diakon Radul, 
M^rkäna-cferkva 1566. Fol. 

Von Hieromon. Johann, TergoviSt 1649. Fol. 

Vm. Minej prazdniöpyj oder Festtagsmenäum. 

Von Vojev. Bozidar Vukovic und Diakon Mojses, Venedig 
1538. Fol " 

Von Diakon Koresi, Szäsz-Sebes .1590. Fol. 

IX. Öasosloveo oder Horologium. 

Von Mr. Andreas de Thoresanis de Asula, Venedig 1493. S*'. 
Von Jakob aus Kamena-reka, Venedig 1566. 8**. 

X, Molitvoslov oder Gebetbuch. 

Von Vojev. Boiidar Vukovic, Venedig 1527. 8^ 
Von Vincenz Vukovic, Venedig 1547. 8^ 
Von eben demselben, Venedig 1660. 6^ 

XI. Moral. 

Thom. V. Kempen von der Nachfolge Chrigti, Kl. De^ 
J647. 8^ 

XTT Polemik, Geschichte. 

Barthol. Georgievii Türkenbüchleio, 1548 ff. 



287 



Druckwerke katholischer Serben 
mit cyrillischer Schrift. 

1) Römische Drucke. 

259. AsCt^CHBHJ^HiaE GJIOBHHCKiHj HZe OIIlIteHHM HaVEUOM 

ndurrepHB^ HasHBaer ce, iih<»iom 6. Hepojmia CrpHAOHCKaro, 
npenanpaiureH 0. $. Pa^auoM* JleBacaBNeM lepBa^aHHHOM, una 
MaHiuHx (ipai OBCJiHzeBaioiiiiHx A^^xase 6ocHe*xepBaTCKe, » Yns» 
Ba BiTHCKajDDnpE CBere ckhüh^ühh w padHHOvemfl Bepn, JieTa 
1629. Kl. 8^ 16 Blatt (A-B4). 

Neben dem glagolitischen Alphabet ist jauch das cyrilÜHche 
aufgeführt, und als Lesestück ist abgedruckt: Bogorodice djevo 
raduj se (Ave Maria) mit' glagolitischen, cyrillischen und latei- 
nischen Lettern. (Koppen Bibliogr. Listy Nr. 26 S. 376). Einen 
neaen glagolitisch- cyrillischen Bukvar verfasste der Erzbischof 
von Zara Karaman: Bukvar slavenskij, Rom 1753. 4^. 78 S. 

260. HcnoBip.;(a<DHHK ca(ipaH^ h8 npanoejiaBHiBx HanquTejiia 
no n. fd. MenQM« HepoHioix IlaHOpMHTaiw pi^^a npRnoBieAajiaita 
c J^OMüHsca, npHHec^H » i«8hk 6ocaHCKH TpHAOM n. 0. «. Cxie- 
naea HaTHieBHha cojHHiaHiHia p€;^a c. <]>paHn;«CKa Ma.ie 6paTi€ 
o6ejiKZ8l8hi6X j^apzase 6omf, apfc^HTHMf: irpiinoBie.^aoi^a. In 
Roma nella stampa della S. Congr. de propag. fide. 1630. 8^ 
102 S. 

Der üebersetzer, der nach der Vorrede über 18 Jahre 
lang in Bosnien in dem Weingarten des Herrn arbeitete, und 
darunter 6 Jahre lang als Kapellan in Sarajevo, fibersetzte am 
letzten Orte dieses Büchlein, und reichte es später, auf Betrieb 
des Ri^hael LeVakovid, zum Drucke ein. Die Schrift dieses 
Ispovjedaonik (und, wie ich vermuthe, auch des obigen Azbuki- 
vidnjak) ist die gewöhnliche cyrillische und nicht , wie dies bei 
den Venedjgem der Fall ist, die bosnische Bukvica. Bemerkens- 
werth ist der Gebrauch des i statt i in der Mitte zwischen Vo-^ 
kalen*, defi & und'ö^ neben- und durcheinander, des *& will- 
kürlich nach harten Konsonanten u. s. w. Die Paginirungist 

/ -' ... , 



288 

cyrillisch, die Signatur aber lateinisch. Des Dialektes ivegen ist 
dieses Bächleiti einer besondem Beacbtong werth. 

261. Professio orthodoxae fidei ab Orientalibus facienda, 
jussu Urbani PP. VIIL edita, Romae, typis sacrae congr. de 
propag. fide, 1648. 4^ 21 S. Auf der Rückseite der serbische 
Titel: HcnoBe;i(aHie npaBOCJiaBHoe Bepu, on bocto<ihhi'b tbo- 
pHMoe (sie Strojev). 

Lateinisch und slawisch. — Vgl. Strojev Opisanije knig 
grafa Th. A. Tolstova, Mosk. 1829. 8^ S. 240 Nr. 108. Sopikov 
Opyt ross. Bibliogr. Bd I. S. LXXVIL 

262. B8KBapB cjaBeHccit iiHCMeHH npenoj^oÖHaro KKpiJua 
CjaBSHdM'B enHCKona nane^iaTaffi». Wh ?iasi thh. cb. co(. 
6 pasMH. Bipu. B JI. .^A^^HT. (1753). S"". 78 S. Glagolitisch und 
cyrillisch. Von Karaman. 

2) Venediger Drucke. 

263. Libelius Kalendarium, ofTicia R V. Mariae, s. Crucis, 
s. Spiritus, inortuorum, Septem psalmos poenitentiales, litanias 
omnium Sanctorum et alias preces continens, Venetiis a. 1571. 12^ 

Dieses überaus seltene Büchlein, von welchem ein Ex. auf 
der k. Hofbibliothek in Wien aufbewahrt wird, ist mit derjeni- 
gen bosnischen Abart des cyrillischen Alphabeta gedruckt, welche 
nach dem Zeugnisse des Dalmatiners Galzinich, in dem Reisebe- 
richte des Prof. A. Kucharski, eigentlich Bukvica heisst, und 
von welcher, so viel man weiss, zuerst W. Postellus in s. Lin- 
guarum XII characteribus diflferentium alphabetum, 1538, der 
gelehrten Welt eine Probe im Drucke geliefert hat. (Dobrovsk^ 
Instit 1. slav. p; 4 Tab. U.) Auf den gewöhnlichen, die Namen der 
in der katholischen Kirche verehrten Heiligen enthalteaden Ka- 
lender folgt zuerst auf einem Blatte das Alphabet, dann das Ave 
Maria (3;^paBa MapHia mkiocth mua) und das Vaterunser: «qe 
saniB, KOH iccH na mCecuex — h ^jiuohh hecb oab aia. Am&Bh 
Drei Blatt weiter steht eine andere Formel des Vaterunser, 
welche des Ausdruckes Ji8KaBaro (^rot^pov) wegen die griechisch- 



289 

slawische heissea kann, imd in welcher insbesondere die Wörter 
HacETH HacB statt nB/c^mjam anfEallen. Der unwissende Herans- 
geber verwechselte nSmlich die Sylbe hh mit dem Pronomen 
naCB, und va/csm, mit nacHTH. Am Ende des Buches werden 
Drud^er, Druckort und Jahrzahl also angegeben: ntannafio 
8 6BH6ip[exB. HacoÖB. j^ie 6apoMB» h a6poso Kopco» JCHMBnano. 
aiacena. Aiejia. CKajia. 8 ir. i. o &• Mit dem Bilde der Leiter 
(insigni scalae) ist auch das Titelblatt geziert, auf welchem man 
unten liest: MDLXXI. Vgl Dobrovsky Instit 1. slav. p. XLIV 
bis XLV. 

264. Cyioia, to lecTB ctynjicHBie hjih ca6paflBie najca 
xpHcriaHCcorat cnoxeno no n. o. II. Earndy, y Puy npn 
J(. iBasH 1583. 4^ 264 str. (Summa doctrinae diristianae 
Petri Ganisii traducta ex latina lingua in slavonicam 1583. 
Engel III. 458 aus Karaman.) 

Sopikov Opyt ross. Bibliogr. Bd. I. Nr. 696. Koppen Bi- 
bliogr. Listy Nr. 263. Das Ex. in der Bibliothek der kais. 
Akademie der Wiss. in St Petersburg ist defekt Von diesem 
Katechismus beschloss die Provincialsynode von Aquileja 1596: 
.quem cupimus a clero iUyrico firequenter tractari et legi, ut 
Sit haec materna lingna sacerdotibus Illyriae in promtu ad 
populos docendos."* Engel a. a. 0. 

265. Buch theologischen f moralischen und historisch^ 
Inhalts, Ton #pa MaTse J^DKOBih hs HeüamaK, pe^a cncTora 
^pam^eäDta hs npoBSUHpie Bochs Apl)eHTHBe, Venedig 1611. 8^, 
aber 336 BL 

Nach einem im Anfange und am Ende sehr defekten Ex. 
dieses Buches bei mir führe ich folgendes zur Charakteristik 
an. BL 42 auf der Rückseite liest man unter einem Bilde, wel- 
ches Christum die Apostel lehrend darstellt: na axiat Weiter 
BL 186 auf der Rückseite: na jo^sLßfi (sie) h mecaT h eHOsaecr 
8 URenfte»' Die Numerirung der Blätter ist arabisch und cyril- 
lisch, die Signatur der Lagen hingegen lateinisch und cyrillisch. 
Das 19. Blatt handelt von der Nachahmung Christi bis BL 41. 
Von BL 42 Rückseite bis BL 299 steht naHsb KaperHaHCn von 
Matge DivkoYid, damals Kapellan in Sarajevo, aus dem Latein 

daftfik. tiiteratiizgwchiohte. in. Band. 19 



£80 

nischon Oberselzt im J. 1609. Auf die Sign. Ppä (nur) folgt in 
dem Ex. eine Lücke bis S$ (IlIiD)^ welches Blatt schon mit 9 p&- 
ginirt ist, wiewohl die Signatur fortläuft. Von Bl. 9 bis 37 
werden die Wunderwerke der h. Jungfrau Maria erzählt Alles 
weitere fehlt 

266. BeonexB (MatHa) AnBROBKha CBapxt^ eBan^ema He- 
AuiBHHei etc. 8 MneTn^ex no ü. M. Bepranb 1616. 8^ 

Diese erste Ausgabe habe ich nicht gesehen, wohl aber 
die folgende: Beeide AHBSOBHha CBapx8 e&aAi^eiiia mjSß^aRRex 
npHKO CBcra ro^Hmia, xoe 6ecHA€ h3 pa3JiHEuex j^aa^xHex CHBHra 
npueA«« u coHea h cjoxh 6orojB86HU 6oroaiOBai^ «pa HaxHe 
JlHBEOBHk m Uuanixa (sie), pc^^a cneTera ^paiu^emxa h3 npo^ 
BHHU^e npHMeaKOM Bochc Ap^>euTMue^ n xohx cc ßccH^ax s^apxe 
MHore OTsapH uumiaixue h xopacae kojheo aa pe;^OBHHse, to- 
jiHso sa CBHTOBHe jiB8;](€, saxo ce owto bkj^k qaTekJUieM OBe 
xiBHre. JHOM HiaH <^H.iHnoBHh hjeh rap^Hi&, biuciiu u xaaa- 
aitp CBSTora Mapxa nanoji; CHhua 8 U^exiiuH api^HÖHCcsnHe ciuiimEe 
iHHH noHOBHTH uiiaiifiKS 6}ij{tihii HOHaHbxajia H Ma.io He ce nao- 
AshH Kai»Hr« imeHOBaue c&apx8 eBaHl|e.iHa #pa MarHa Jijssn 
xoBHhat V Koi HeMaBbsa Hmna, Bel)e cbc oHaso, xaBo He 
B napBJiBe n^naao non^oBaüBM pcji^obhhkom h a^othm xapm- 

l^anOM C MOHH Tp8^0M H C BCJIHEOM HOHHBOH H MekCH 8JiaBI6HHe 

xpHz cnerora Hapca. npHn^anna 8 llnei^H no pok6HH8 Hc8cob8 
aa «^A^Jt« 1704. no Haxojta nennan» Kai»Hrap8 8 Mapn;apvH 
3 AonHiHkcHHeH cFapakK c o#. 8^. 10 nichtpaginirte BL Einlei^ 
tung und 1010 S., der Text in gespaltenen Kolumnen. 

Blatt 1008 auf der Bückseite liest man: noi« ce HHcaTH 
aa iHMhf» u mecaT a ;g[)8roHaecTt CT8AeHora aa »ku«, 8 c8tfoT8 
8 K9euieB8» V eBapma ce aa xa.tHaA8 u mecai* a ^erapaaecr 
8 aioBH, capnaa aa «ca. a u^aaina ce ua AXIS. a oner ce pa- 
CTaana a noaoaa AC^^i;. Auf das Haupttitelblatt folgen nicht 
paginirte Blätter, wovon die ersten 7 ein summarisches lohalts^ 
verzeichniss über die Yorzüglichsten in den Predigten abgehan- 
delten Gegenstände, das 8. die Approbation der kirchlachen 
Geasar vom J. 1615, das 9. endlich die Dedikation enthält: npa* 
eBKTj[0ii8 a npanoH'raaattOM» rocn. rocih »pa BapToa8 KaAvak8 



S9I 

SO€TOHHO]ß$ (HcnoRj ULSM&fGisom. Hierauf folgen die Reden selbst 
mit einem Specialtitelblatt und der Jatozahl: ACDF. 1703. In 
Allem enthUt das Buch 66 geistliche Reden oder Predigten 
(6ecHA6). Die Paginirung ist arabisch und cyrillisch, die Sigaa«' 
tur lateinisch und cyrillisch. 

267. Ha8R KapcTHasccH c MHOsneMH CTBapn a^obhhcmh 
H BCie 6oro.ii»6nKeMH, koh na^c & JIe;^ecMOBa n EciapMHHOBa 
Ha»ca « ne.HHO cthch« h cioäh 6orojiR«6HH öorocjiOBan »pa 
MaTHß 3i><BC0BH}^ H3 Hcianiac pf^a CBexora $paHn;eniEa. 8 Mhci^k« 
Ha AXini. (sie, d. i. 1698), no Hhkojit Deiwan« Kutrat)« 
rs Hapn;apnH no^i HnmcHBOM jniJKaHa. 16^ 12 Bl. Kalender und 
384 S. Text. 

Das Büchlein ist ohne Zweifel Nachdruck einer frühem, 
mir unbekannten Ausgabe. Die Signatur ist bloss lateinisch , die 
Paginirung aber in arabischen Ziffern und cyrillischen Zahl- 
buchstaben zugleich. S. 1 — 179 verschiedene religiöse Gesänge 
und Gebete in gereimten Versen. S. 180—295 Gebete in Prosa. 
S. 296 — 377 kurzer Katechismus in Fragen und Antworten nach 
Ledesmi und Bellarminus. S. 378 —384 Litanei an die h. Jung- 
frau sammt Gebet. 

268. Ha«K KapCTHaHCKH etc.. ohne Titelblatt (wahrschein- 
. lieh zu Venedig um 1700) 16^ 96 S. 

Ein abgesonderter Theil des obigen Werkes (?). Signatur 
lateinisch A— C, Seitenzahl cyrillisch und arabisch. Bl. 2 ent- 
hält unter der üeberschrift: ÖHKBHua Ma.ia 3a ^thgthh, das Al- 
phabet und einige Buchstabenverbindungen. Die Namen der 
Buchstaben lauten folgendermassen : a3, 6»K, bhc^^c, r.iaroJiB^, 
Ao6po, HeoT, XHBHer«, SHeio, d^MJih^ hkc, bui, Kaso, mx^mL^ mh- 
CIHT6, Harn, oUf nosoH, xapn,H, ciobo, Tap^o (sie), x)$K| Bapr» 
xsep, OTt #Ht i^H, MapB, masy n^aB, Hop, nax. Der Katechismus 
ist der gewöhnliche (von Cauisius). Am Ende Gebete und 
litaneieUk 

269. OmeAUO A^^xOBHO ^ no^erKa h csapxe XHBOTa %o* 
BiraaHCKora pa3;(]i.ii>eH0 h pa3p«heiio » nerBtaseeT pa^OBopa 
a H CTO H nej^eeer A^tiHa ajiHTH emxbn noniauHTHi, H^HarbesH 

19* 



292 

Md)» MempOM H HBerOBHM H^eHSEOM, HCTOKa^eHO H3 H63Hia 

flTajDiaHCKora 8 cjiobiihckh. 8 MHentgex na •AIKH. (1628) no 
Mapx» ))EHaM8 jiH6pap8 » Hapi];apH 6jmd» cserora Hapsa d hh- 
eeH&e mnepaHi^«. 16^. 16 Bl. Yorstücke, 456 S. Text und 12 BI. 
lDhaItsaQ2feige. 

Mavro Orbini, der bekannte Geschichtsschreiber, oder Ma^ 
Bpo A86poB!iaHDB[H, wie er in der dem Buche vorgesetzten Dedi- 
kation des Druckers an den scardona'er Bischof Thoina Ivkovin 
heisst, übersetzte dieses Büchlein aus dem Italienischen. In der 
Approbation der Censur, auf dem 16, Blatt, ist als Revisor des 
Buches unterschrieben der Jesuit Bartholomäus Cassius am 
9. Nov. 1613, femer Job. Ludovicus Seech Commiss. Inquisit. 
Venet. 1621, ^»)raus zu schliessen ist, dass das Buch schon um 
diese Zeit zum erstenmal aufgelegt worden ist Das Ganze ist 
in 15 Dialoge eingetheilt. Auf dem letzten Blatte liest man: 
npo^aHc ce obo JiBfia.pnfi h ocTaiH S OBora HeaHia n MRtofL nps 
Hapi» i)HHaMH JiH6pap8 8 Mapi];apH, h « CapaHB8 npH rocno- 
]SßS6 HBan» na^iULB» 8 jiaTHCHeK (sie). Die Paginirung ist ara- 
bisch und cyrillisch, die Signatur lateinisch und cyrillisch. 

270. H^BHer A ipHpOCTH Jt^XOBHH, npHBCSCH 8 ieSBK KEK- 

piracH aiHTH CjIOBHHCKh etc., auctore Paulo Posilovich, Yenetiis 
typis Nicolai I^ezzani 1647. 16®. 

Dieses aus dem Lateinischen übersetzte Werk kenne ich 
bloss aus Durich's Bibliotheca slav. pag. 19 und aus StuUi. 
Durich nennt den Vf. »Paulus Posiloviö de Bosna Argentina, epi- 
scopus Scardonensis*". Dedicirt ist das Buch Ferdinand IV., Kö- 
nig von Ungarn und Böhmen. 

271, Uacjial^eHHe ]SffiOBEO, tOKxem ji;o6po 3ehbhtk, dotox 
Tora ;2(otipo KüfpsTH» Obi;h mn ce na^HH noMOhs (SojecHue 
HMpsTH, TaKOl)ep »THmHTH ff noiücoBaTH ocs^ene na cxapT 
6 npaB;i;e, He;iaH KapcTHanm saKO loca ce scnoBHAHTH, h CBOlto 
jffimti no pasjor» HCE^maTB h npHCTHnsTH s HcnoBHAHHim, nomfi 
XHore M0JCHTB6 H caiMC H oeraie crsapH Beoica noTpHÖsKre 
HCAHOB» npaBOM» KapcTiaHHH8 roBopHTH H SBaTK, cacTa- 

BJB6H6 fl HCTOMaMCHe HO «pa ÜBiBJDi ÜOCEJIOBHhV H8 FjiaMOVa 



293 

(orig. maHona male) pe;i[a CBCTora ^paHi^eima h3 npOBHHipLe 
OoeaHCce. SMneipie Ha AXIIB (1682), no Hhkojih IIeqo,aH8 shbh- 
rap)j 8 Hapu;apHH noA HHmeeBOM JiHJiHaHa. 8^. 25 Bl. Vorstucke 
und 205 Bl. Text. 

Die Yorstäcke enthalten: auf der Bückscite des Titels: 
6poH gäobhhckh h AHauH, d. i. Parallelismus der cyrillischen Zahl* 
buchstaben und der arabischen Ziffern; Kalender und Paschalie; 
dritthalb Blatt (!) Druckfehleranzeige; Inhaltsverzeichniss über 
die im Buche vorkommenden Gegenstände ; Dedikation des Ver- 
fassers lyMHoro non^OBanoMV ou)i h AOÖpoTOM CBase KpuiocTH 8p«« 
meuoMH #pa Mhxh EorcTHlsH h3 XapBaxa*', endlich die Vorrede 
des Verfassers. Am Ende des Buches befindet sich ein Aufsatz 
in gereimten Versen über die Eitelkeit und Vergänglichkeit 
aller Dinge dieser Welt. Die Paginirung ist arabisch und 
cyrillisch, die Signatur lateinisch. Merkwürdig sind in diesem 
Buche die slawischen Benenuungen der Monate, deren einige 
Ton den sonst üblichen Namen sehr abweichen. 

272. HanoBHCA KapcTHaHCsa h eb»z 3fiaTH cc npaBo hsuo« 
BHAHTH, »pemcHa c mhofhh CTBapraa a^^obhhh h npHJiHcaM« 

H3Bal)efl0 H3 padüHCH CHBHra JaTHBCCH BCOMa KOpiCUO, CIOXCHO 
» He3HS 60CaHCKH aiHTH EJLIHpHVCH HO 60TOJb}i6ROWi tiOFOCJlOBI^i 

«pa CTHnaiM HaH^aHKHM & HapiOBai^ ajuTH Maprirsh pe^a 
CBerora ^panniemKa npoBHHUHe EocHe ApljcHTHHe« 8 ILiei^e na 
A&S (1707) no Hhkojth nen,i^aH8 xHiHxap^j » Hapn;ap£H noA 
iluaaou jauame^ 16®. 16 Bl. Vorstücke und 285 S. Text. 

Vorausgeht eine Vorrede des Verfassers, der gewöhnliche 
Kalender sammt Paschalie und die Approbation der Censur, 
welche letztere aber in meinem Ex. ausgerissen ist. Hierauf 
8. 1—50 Belehrung über die Beichte. S. 51—76 Gebete bei 
der Beichte. S. 77—121 Wunder, welche an denen geschahen, 
die nicht recht (pravo) gebeichtet haben. S. 122—267 gereimte 
Verse von den Werken und Thaten des Heilandes und mehrerer 
Heiligen. S. 268 — 285 Litaneien und Gebete. Die Paginirung ist 
cyrillisch, die Signatur lateinisch. Ein Theil der Vorrede enthält 
des Vfs. Ansichten über die slawische Sprache. 



S94 

273. $Ma 6 eseTH ajLiHTH rOBopeuBHa 6 CBercoBHHa sa^ 
<(HjmEeHH npHso ro;iiiiu;a« Tacol^ep roeop^HBHa CBapx8 f!BaHl)e.iHa 
)j CBe HeAHJiLe npnso roAH]n;a, HcroMa^eHO h3 pasaHicH KHBHra 
jiaxHHCKH H cjoxeHO }i He3HE HJjHpH^CH HO 6oro.iL»6HOi[H 6oro- 
eiOBi^H 0. n. #pa CTHnaH» HaimaRu» MapcoBi^H a.iHTH Hap- 
Tanüm H3 KpaiBecTBa 6ocaacKorai 8 Mh€i^h A(dH (1708) no 
Hhsojih nei^aHH noA ^ilubtou 6 jnuiHaHa. 4^ 4 Bl. Vorstücke, 
296 S. Text 

Das zweite Blatt enthält auf der Vorderseite die Dedika* 
tion an Fra Marko Bulaiö Bogoslovac und Minister Bosanski 
(„ministru Bosanskomu^), auf der Rückseite die Vorrede des 
Vfs. Auf dem 3. Bl. steht das Inhaltsyerzeichniss : es sind in 
Allem 109 Predigten. Das 4. Blatt die Approbation der Censur 
vom 3. April 1708. — Die Pagioirung ist arabisch und cyrillisch, 
die Signatur lateinisch. 

274. Sapi^aio hcthsc msa i^apra« ictovh« s sana^HBe, ox 
AOM EapcT» neHKHlia on 9HiipoBai](, KaHOHHca ne^ixmKora. 8 Hh6- 
ipie Ha Adir (1716), no Hheo^h nen,u,aHH KaBHrap« 8 Mapn;a- 
pHH noA HHmeHBOM JiHJiHaHa. 12^ 5 nichtpaginirte Blätter, 
106 Seiten und 2 Bl. Index. 

Die Paginirung ist arabisch, die Signatur lateinisch. Auf 
die Approbation der Censur vom 14. Nov. 1715 folgt eine latei- 
nische Dedikation: Eminentissimis ac Reverendissirois Princi* 
pibus DD. Sacrae Congregationis de Propaganda fide Cardinalibus, 
mit der Unterschrift Christophorns Pejchich (sie), Bulgarus alum- 
Dus et missionarius, hierauf die Vorrede an den Leser. Das Buch 
selbst ist historisch -polemischen Inhalts. Später übersetzte es 
der Vf. selbst ins Lateinische: Speculum yeritatis, Venetüs 1725. 
8^ Von ihm sagtSolaric: „^JÄ^o^ Äa niTO e iHcyci speai» ano- 
CTOJie ^ejOBiKOJiH)6HO camio, obux'b Be.ieMyApiH npeeMUHn;H 
HHcy HHTAa iipecTa.iH CBoeoOinjUBo KepnexHxu h x^para, na- 
poAe, ep[H<9o;^y fipaTiio paaBpaxBaTH u papßpaTBaTH''« Aber 
Uiacos intra muros peccatur et extra. 



295 



3) Tyrnauer Drucke. 

275. EpaTca aanKCBHi^a h cpaTac KepcriaiicKH caTOJinaH- 
CKH Ha8E n. 0). neTpa Kaimipia j^p^niTBa HMena scHcoBa. cj[0-> 
seE 8 GJiaBHHeKH He3Hc. üpHTHCKaH HO MitiocTH npHDon^OBaRora 
H npHBHCOcora rSa sap^^HHaia EojOHHlia ocTporoHCcora api^H« 
(Hcitma. 8 TepHaBH 'ran. aca,ieM. jhto rocn. AXOG (sie 1695). 
8^ min. 2 Bl. und 42 Seiten. 

Signatur lateinisch, A — ^B vollstfindig, C sieben Blatt. Sei- 
tenzahl cyrillisch oberhalb der Kolumne in der Mitte, i^-ÜB^ 
die zwei ersten Blätter ohne Seitenzahl. Auf der vollständigen 
Kolumne 24 Zeilen. — Auf dem 2. Bl. steht das cyrillische 
Alphabet und einige Buchstabenverbindungen (Sylbeutafel)< Darin 
kommen die kombiuirten Figuren J[ = lj, ffl=nj, femer h = tj 
vor, h und !> fehlen. Statt i wird im Context überall h ge- 
braucht Auch andere Bachstaben weichen von der Form der 
Cyrillica ab. Die Ueberschrift des Alphabets lautet: 6>5KhEnß, 
Maia sa ahti^h. Mach H. Kucharski Erkundigungen heisst 
diese bosnisch • cyrillische Abart, nicht aber die glagolitische 
Schrift, in Dalmatien und in den Nachbarländern Bukvica. 
Dazu stimmt auch, dass Obradovic iu Dalmatien 17T0 seinen 
cyrillischen £i*stling, Weisheitslehren in alphabetischer Folge, 
Bukvica nannte. — Ausser dem Katechismus kommen darin 
am Ende auch kurze Gebete und Gesänge in gereimten Ver- 
sen (noniiBKe ;^HXOBHe) vor. Die Typen sind neu, nicht unge- 
fällig; doch scheint der Druck misslungen zu sein, indem 
bei den 3 Bogg. nicht weniger als 8 Blatt umgedruckt und 
als Gartons eingeklebt wurden. — Hr. Kopitar schrieb mir, 
dass er einige solche tyrnauer Drucke bei dem sei. Prof. Zlo- 
bicky gesehen habe, die hierauf Eigenthum des Abb^ Do- 
brovsky geworden zu sein scheinen. Dass die Jesuiten in 
Tyrnau, denen der damalige Neustädter Bischof und nachmalige 
Primas von Ungarn, Leopold Kolonie, cyrillische Typen schenkte, 
um 1680 — 1695 mehrere ähnliche Bücher für katholische, oder 
lieber unirte und zu uuirende Serben, ferner für die Ruthenen 



296 

gedruckt haben, ist ausser Zweifel In der Dedikation des Bu- 
ches von Georg Kaldi: Istennek szent akarattya, 1681. Fol. 
sagen die Administratoren der Typographie unter andern von 
dem genannten Bischöfe: „Prospectum insuper voluit lUustrissima 
Dominatio Vestra desertissimis Ruthenorum ac Bascianorum 
«nimabus, quas ruditate obscurissimas illustrare satagit, procu- 
ratis in Ruthenicum typum*) magna liberalitate calculis, nun- 
quam hie antea visis. Hos vero in lUustrissima Dominatione 
Vestra absque dubio a linguarum donatore Spiritu sancto pro- 
ficisci conatus, en manifestum iudidum : nam non Latinos tantum, 
sed et Germanicos et Rutheuicos, jamque etiam Ungaricos pro 
Del gloria resonare per orbem characteres jussit lUustrissima 
Dominatio Vestra etc.^ Vgl. Jo. M^meth Memoria typographia- 
rum regni Hungariae, Pestini 1818. 8^. p. 156. — Ein Ex. dieses 
Büchleins sah ich bei Hrn. Ad. Dragosavljevic ; ein anderes be- 
findet sich in der Bibliothek des Hr. von Jankoviö in Pest. 

276. BHKBap fiBHca ouiBeHCcai b THpuaßli Tim. asa^« 1699. 
8^ 40 S. (Bei Prof. Supan.) 

Dies mag von Bächern, welche von katholischen Serben 
mit cyrillischer Schrift herausgegeben wurden, hinreichen. Ihre 
Zahl ist wohl viel grösser; aber ihre vollständige Aufzählung und 
Beschreibung gehört eigentlich in die Geschichte der Literatur 
der katholischen Serben. Uns genügt, einige als Proben ange- 
führt zu haben. 



*) Hr. Prot Sapan in Laibach besass auch eine glagolitische Azbukvica 
von Tyrnaa. 



297 



CyrlUlsehe Druckwerke ¥on Prote«* 

Htanten« 

277. Probezettel von cyrillischer Schrift , gedruckt zu 
Urach 1661. 

Dobrovsky Slavin S. 129. Kopitar Gramm. S. 453. 

278. Abecedarium und der ganze Katechismus ohne Aus- 
legung in der serbischen Sprache f„in der syruischen Sprach"), 
Urach 1561. 8^ 11 Bl. 

Dobrovsky Slavin S. 129. Kopitar Gramm. S. 453. 

279. KaTeMCM«ci>, e.^Ha Ma.iaxHa KHHra, « koh lec« BCieno- 
tph6hh h KopHCTHH Ha»ii(H H apTHiM.iH HpaBC KapcTiiaiiCKe Bepc, 
CB KpaTRHMB ncTKMaveHT>eML :m M.ia.'^e h npHnpocre mojKj h Ta 
npaBa sepa ojih ßoxnera CTaua h.ih 6HTia 8 CBeroff tpohti,h, 
onj* CBCTora ATanaxia CjioxeHa, xepe le^na Jinna npe.^HKa oj^h 
RpHnocTH R n.io,^a npaBe sapcTHaHCRe Bepe, cpo.u ÄHTona Jl^aj- 
xaTHHa H Crffnana ncTpHana ca^b HannpBO h3k mho3hx]> leauKi» 
XapBaTCKH HCT«Maii,eHa (sie) — Katechismus mit Auslegung in 
der syruischen Sprach — mTaMnano « T»6HHrH ro.THuixe no 
IICHEpCTOBOMB poHCTB« I56l. 8**. 7 Bogg. Und 3 Bl. 

Die deutsche Zuschrift, an den Kg. Maximilian gerichtet, . 
ist datirt zu Tübingen den 25. Oktober, üebrigens ist dieser 
Katechismus von dem in eben demselben Jahre, aber früher, zu 
Tübingen gedruckten glagolitischen lediglich in der Schrift 
verschieden; die Sprache ist in beiden dieselbe (Dobrovsky 
S. 129. Kopitar S. 449). 

280. £;i(HH KpaTRH pa38MHR Ha8n;H HaHnoTpe^HCH h npH;i[HeH 
apTHKHjHy HJH jciH cTape npaae Bepe KpcTHanCKe u. s. w. — 
„Die fttmämpsten Hanptartikel christlicher Lehre, aus der La- 
teinischen, Tentschen und Windischen Sprache" u. s. w. Tübin- 
gen. 1562. 4^ Der Text beträgt 34 Bog. und 3 Bl. Eine lange 
Vorrede an Kg. Maximilian von 14 Seiten. Noch eine Vorrede 

fiafafilt. Literatnrgeiohlobt«. III. BauJ. 20 



298 

auf 3 Bl. von Anton Dalmatin und Stephan Istrianin unterschrie- 
ben. Weiter eine Einleitung auf 3 Bl. und ein Register der 
Kapitel auf 5 Blättern. 

Das Werk selbst ist eine üebersetzung von Melanchthons 
Loci communes. In demselben Jahre erschien es auch mit gla* 
golitischen Buchstaben. (Dobrovsky S. 132. Kopitar S. 453.) 

281. ApTHK«.iH lUH ,T;e.iH npaße cxape EpcTHancKe Bepe 
HCL GBeTora nncMa pe;iOMTi nocTaBjCHH Ha cpaTco pas^MHO cio* 
3ReHH n CTHMavenH etc., ca^^a bl mv/b hol .laTHHCEora, HOMificora 
H EpaHHCEora ia.3HEa sa xpßaii,KH Bepuo CT.iiraweHH no Ahtoh» 
Jta.iiiaTHH« H CTHnan« IIcxpiaH« — „Confessio oder Bekenntniss 
des Glaubens etc." Bb T«6HHrH 1562. 4". Vorstücke 2 Bogen, 
dann drei Blatt deutsche Vorrede an Philipp Landgrafen zu 
Hessen mit dem Datum: Urach 20. Okt. 1562. 

Es ist dies eine Üebersetzung der bekannnten Augsburgi- 
schen Confession vom J. 1530. Die Sprache stimmt mit der gla- 
goli tischen Ausgabe von demselben Jahre überein. (Dobrovsky 
S. 134. Kopitar S. 452.) 

282. nocTH.Ta TO ecTi> KpatKO MCTaMaMeHwe bcmxl He;iej- 

CEHXL CBaHrCliOBL H nOrjaBHTeifYL npa3;^HHE0BL , CEp03H Bce 

.lexo, ca.ia naunpBO n,Hp8.iH(iEHMH ciobm uixaMnaHa — „Kurze 
Auslegung über die Sonntags- und fürnemsten Fest-Evangelia 
etc." — Bi, TnfiHHrM 1563. 4**. Der Text geht vom Bl. 1 bis 259. 
Bl. 184 ist ein Titelblatt: Jtp«rH j^e^h — „Anderer Theil der 
Postille" — . Unten 1562. Mit zahlreichen, nicht schlechten Holz- 
schnitten. (Dobrovsky S. 133. Kopitar S. 453.) 

283. IIpBH ;^e;iY> HoBora TecTaMCHTa, Ba tomf» c» bch vernpH 
eBanrejHCTH h an^^cTo.icsa ^iiaaia hcl mhobhxl laaHEOBL bb ca- 
,^amuH ouni,eHH h pas^HHH xpsaTCEH laiHSB no Ahtorh J^ajDfaxHHH 
H CxKn. HcxpiaH8 ci> noMoni.8 ,^p)$rHXB 6paT0BB BepHO CTJOfa^esK 
H n,iip8JiHMC£HMR aiOBH HaHHpBO ca;(a uixaMnaHH — ,,Der erste 
halb Theil... mit cyrillischen Buchstaben gednickt". Bb T^ 
()HHrH 1563. 4^ 2 Alphabete, 9 Bog. Text und 18 Seiten Titel 
und Vorrede. JI,pHrH ^e^ HoBora TecxaxeHxa» bb eomb ce ca;(p«6 
an^cxo-iCEe enHcxoje no o^^^um^ Eaxo 6poiB (sie) na ;!(p8roH 



299 

CTpaHH OBe xapre saxe etc. Br. T«(iMHrH 156:^. 4". 2 Alphabete, 
5 Bog., 3 BI. Text und 31 Seiten Titel und Vorrede. 

Der Vorbericht im zweiten Theile ist nicht allefö von 
Anton Dalmata und Stephan Istrianin, sondern auch von Georg 
Juriöi6 unterschrieben. Das Neue Testament mit glagolitischer 
Schrift erschien zu Tübingen 1562—1563. 4^ 2 Bände. Wenn 
auch der glagolitische und cyrillische Text der Augsburgischen 
Confession etc. sich nur durch die Schrift von einander unter- 
s^cheiden, so ist dies nicht so ganz der Fall mit den beiden 
Ausgaben des Neuen Testaments, die vielmehr oft von einander 
abweichen. Dobrovsky sagt über diese Version des Neuen Te- 
staments: „Hätte man zu Tübingen die altslawonische Version 
zum Drucke gewählt, und nicht lieber eine neue verständlichere 
Uebersetzung nach Luther, ICrasmus, Trüber windischer liefern 
wollen: man würde gewiss bei den Serben, Bulgaren, selbst in 
Polen und Russland mehr Beifall und Abnahme gefunden haben. 
Allein die Tendenz der ganzen, sonst löblichen Anstalt war, die 
Slawen in Kroatien und den türkischen Ländern recht christlich, 
d. i. nach der Sprache der damaligen Aufklärer, Lutherisch 
zu machen". (Dobrovsky S. 130—131. Kopitar S. 452.) 



Reihenfolge serbischer Schriftsteller 
von 1730 bis 1830. 



71. TlkeBilJ JoannoTiö (1733), zuerst seit U. Sept 1726 
griechisch-orientalischer Bischof von Arad, hierauf im J. 1731 
den 7. März a. St zum Erzbischof und Metropoliten erwählt, 
lebte zu Belgrad, welches damals, von dem po2arevacer Frieden 
bis zum belgrader Tractat, unter der österreichischen Regiemng 
stand. Er starb den 6. Juni 1737 a. St. Ewig bleibt, sagt Ca- 
plovid, der Name dieses Ehrenmannes bei der serbischen Nation 
in dankbarem Andenken, denn er war der Stifter der karlovicer, 
esseker und dalyaer lateinischen Schulen. Auch bethätigte er 
seinen Eifer für das gemeine Wohl dadurch, dass er ein Hu- 
szarenregiment errichtete, welches unter dem Namen des illyri* 
sehen Huszarenregiments sich in Italien anszeichnete. Anfangs 
war er selbst Oberster und Proprietär desselben, aber im J. 1736 
ward es dem Fürsten Kantakuzen verliehen. Wir führen ihn hier 
an der Spitze der serbischen Schriftsteller neuerer Zeit an, weil 
er im J. 1733, mit Benützung älterer Quellen und Observanzen 
und mit Rücksichtnahme auf die Localumstände, gewisse Klo* 
sterregeln verfasste und sie an alle Klöster vertheilen Hess. 
Diese werden bis auf den heutigen Tag allgemein beobachtet, 
und um sie immer in frischem Andenken zu erhalten, öfters und 
wenigstens viennal im Jahre den Mönchen öffentlich vorgelesen, 
ja auch in speciellen Fällen den Fehlenden zu Gemüthe geführt. 
Sie sind aber bis jetzt durch den Druck nicht bekannt gemacht 
worden; denn die unten angeführten sind davon ganz verschie- 

dafafflc. LittntoTgMehloht«. JH. B«iidL 21 



302 

den. Im J. 1776 nämlich ward von der Synode ein ursprfinglich 
von einem zur unirten Kirche übertretenen Individuum, Atha- 
nasius Szekeres, veifasster Klosterregulirungsentwurf sammt 
Klosterregeln mit einigen AbänderuDgen angenommen, bestätigt 
und dem neuen illyrischen Regulament vom J. 1777 der 7. Ab- 
schnitt desshalb eingeschaltet. Man liess diese Klosterregeln 
drucken und an die Klöster austheilen. Allein diese trugen 
Bedenken, die vertbeilten Exemplare anzunehmen, indem sie 
gegen das von einem Unirten verfasste, und von den seit uralten 
Zeit in der morgenländischen Kirche beobachteten Observanzen 
gänzlich abweichende, von der Synode aber nur in Folge höherer 
Befehle angenommene Werk misstrauisch waren ; und so ist die 
Vollziehung desselben unterblieben. ÖaplovicII. 67. 170. 178. 

72. DionjsiJ Novakovie (1741—1744) aus Ofen, zuletzt seit 
5* 6ept 1750— 1770 Bischof von Ofen und Administrator des 
Bislhums von Siebenbürgen, verfasste, als Hierodiakon in Neu- 
satz und Lehrer an der dortigen, von Bischof Visarion Pavlovic 
(erw. 1730, st. 1757) unterhaltenen philosophisch-theologischen 
Lehranstalt, im Auftrage des letztgenannten Bischofs, mehrere 
religiöse Schriften, die zum Theil nach seinem Tode gedruckt 
worden sind, zum Theil noch in der Handschrift liegen. In der 
Vorrede zu seinem bandschriftlichen Katechismus Nr. 913 befin- 
den sich interessante Notizen über die ehemalige bischöfliche 
Lehranstalt in Neusatz. Horanyi (III. 689) nennt den Bischof 
Novakoviö „virum omnigena eruditione darum, qui inter theo- 
logos 8ui ritus insignem sibi vindicavit locum, cum magno ingenii 
acumine judicioque acerrimo praestaret^. Wie es kommt, dass 
er in dem Serb. Ljetopis 1826 Heft 4 S. XII Joannikij heisst, 
weiss ich nicht zu erklären. 

73. Christophor Zefarovie (1741—1745), von Profession ein 
Maler und Kupferstecher (loiHpKso-paccIaHCElLH o6m^H 3Qrpa#i» 
nannte er sich selbst), lebte wahrscheinlich in Wien und stach 
dort, in Ermanglung beweglicher Typen, zwei serbische W^erk- 
chen, die ältesten serbischen Drucke in Oesterreicb (die Tyr« 



308 

naoer waren fSr Unirte oder zu ünirende^ berechnet), ganz Id 
Kupfer. S. Nr. 738 und 949. Die Stemmatographie Bitters scheint 
er selbst übersetzt zu haben; in Kupfer gestochen wurde sie 
von ihm und Thomas Messmer, denn Bl. 1 liest man: Havepra 
H Hcceve Xp!cTO#op'& Xe«apOBnb, und BI. 9: Oona MeccMepü 
ce^en;^. Er dedicirte das Werk dem Erzbischof und Metropoliten 
Arsenij Joannovic. 

74. KansUDtin (1742—1748), zuerst (1742) Pfarradraini- 
strator in Pest, hierauf (1748) Hegumen des Kl. Studenica in 
Serbien, ist uns bloss als ein sehr fleissiger Abschreiber des 
Brankoviii'schen Geschichtswerkes bekannt. 

75. Paul von NenadoTic (1745), geboren zu Ofen, Bruder 
des karlovicer Erzbischofs und Metropoliten Paul von Nenado- 
vic (letzterer nahm den Namen Paul bei seinem Eintreten in 
den Mönchsstand an) und Nationalsekretär (er selbst unter- 
schrieb sich naTp'iapmeCKlLH nncapB), soll, ausser der unten an- 
geführten Privilegienübersetzung, auch seine eigene Biographie (?) 
geschrieben haben, über welche ich jedoch nichts Bestimmtes in 
Erfahrung bringen konnte. 

76. Stephan Baleovic (1752) wird auf der bei Boi6 und 
Caploviö abgedruckten, ursprünglich aus den Notaten des Lu- 
cian Mu§icki herstammenden Liste als serbischer Schriftsteller 
angeführt; mir ist indess von ihm keine Schrift bekannt ge- 
worden. 

77. MakariJ Petrovie (1753 ff.), Archimandrit des 2eltikover 
Klosters zu Tver und Rector des dortigen Seminariuma, war 
aus Temesvär in Ungarn gebürtig, der Sohn eines dortigen 
Pfarrers, studierte .anfangs in seinem Geburtsort, unterstützt 
von dem dortigen Bischöfe Visarion , setzte dann seine Studien 
zu Kyjev in der Akademie fort und hörte vom J. 1753 an in 
der Akademie zu Moskau Rhetorik, Philosophie und Theologie. 
Im J. 1758 wurde er Mönch, hierauf Lehrer der Rhetorik, von 
1759—1760 akademischer Prediger, 1761—1763 Präfekt und 

21* 



304 

Lehrer der Philosophie, 1764 aber Archimandrit des Mtikover 
Klosters zu Tver uüd Rector des tver'schen Seminariuras, starb 
aber schon den 24. Decb. 1766, erst 32 Jahre alt. Trot2i dem, 
dass er nicht in Russland geboren war, zeichnete er sich den- 
noph in der russischen Beredtsamkeit sehr vortheilhaft aus, viele 
seiner Reden geben den besten russischen nichts nach und ver« 
dienen als wahre Muster angepriesen zu werden. Er besass eine 
ganz vorzügliche Rednergabe. In Moskau erschienen 1786 in 8^ 
seine Reden (IIponOBtAK) in 2 Theilen. Er schrieb aber auch 
ein System der Philosophie und Theologie. Das erste ist bis 
jetzt ungedruckt, das andere aber, das in russischer und latei- 
nischer Sprache im Seminarium zu Tver vorgetragen wurde, 
erschien bloss in russischer Sprache 1783 zu St Petersburg in 
4t\ ein zweitesmal in Moskau 1790, und zum drittenmale bei 
seinen Predigten im 3. Bande. Eine logisch-richtige Anordnung, 
Klarheit der Gedanken und Kraft der Beweise charakterisiren 
dieses Buch vor allen übrigen dieser Art. Im J. 1798 erschien 
auch zu Moskau in 4^. die von ihm verfasste Beschreibung des 
Lebens und der Leiden des h. Fürsten Michael Jaroslavi6 von 
Tver, und 1764 das Leben des h. Arsenij, Bischofs von Tver 
und Wunderthäters, wovon zu Moskau 1802 und 1805 jedesmal 
in 4^ und mit Kirchenschrift neue Auflagen herauskamen. 
Seine Harmonie der Evangelien ist bis jetzt ungedruckt geblie- 
ben. Evgenij Slovar pisatelej II. 23—24. 

78. Sophroni.) Popovii^ (1753) kommt bloss auf der Liste 
bei Boic und Caplqvic als serbischer Schriftsteller vor. 

79. Raphail Railovic (1753) ist mir ebenfalls bloss dem 
Namen nach aus der Liste serbischer Schriftsteller bei Boi6 und 
Caplovii bekannt. 

80. Joann Raie (1753), geboren zu Karlovic in Slavonien 
den 11. Növb. 1726 a. St., der Sohn armer, aber tugendhafter, 
ursprünglich aus Vidin stammender Eltern, studierte die Gram- 
maticalia in Komorn bei den Jesuiten (1744— 1748), hierauf die 
Humaniora und die Philosophie in Oedenburg auf dem dortigen 



306 

evaogelischen Lyceum (1749^1762), und endlich die Theologie 
zu Kyjev in Rnssland, wohin er sich im J. 1753 zu Fass hegab. 
Nachdem er drei Jahre lang in Kyjev den üieologischen Wis^en- 
"Bchaften mit grossem Eifer obgelegen , begab er sich nach Mo- 
skau und verweilte hier ein volles Jahr. Als er in sein Vater- 
land zurflckkehrte (1756), fand er sich in allen seinen flofihuor 
gen und Wünschen aufs grausamste getäuscht; die kalte Aa& 
nähme, die er bei denen fand, von wekhen er gerade das Ge- 
gentheil erwartet hatte, veranlasste ihn, die Heimath in Uumath 
zu verlassen und abermals nach Russland zu gehen. In Kyjev, 
wo er sich eine Zeit lang aufhielt, fasste er den Entschlu^a» 
eine Geschichte von Serbien zu schreiben; und um sich die 
Quellen dazu zu eroHhen, unternahm er in Gesellschaft des Hie* 
rodiakons Damaskm Nikoliö eine Reise über Konstantinopel nach 
Chilandar auf Athos, und von da über Macedonien nach Serbien. 
Er langte in Chilandar den 7. August* 1758 an uhd verweilte 
daselbst bis 7. Oktb. desselben Jahres. Noch in demselben Jahre 
kehrte er mit einigen Flüchtlingen aus Chilandar nach Karlovie 
zurück. Seine sehnlichste Hoffnung, in Chilandar Schätze für 
seine beabsichtigte Geschichte zu erbeuten, ging nicht in Er- 
füllung; die misstrauischen Mönche liessen ihn die bei ihnea 
angehäuften serbischen Alterthümer aller Art nicht frei und in 
der gehörigen Weise benützen. Nach seiner Rückkunft wurde er 
nun in seiner Vaterstadt Lehrer 1759 — 1761, aber beleidigt und 
verfolgt von seinem Vorsteher, zog er sich freiwillig zuiuck. 
Das J. 1762 brachte er in Temesvär zu (beim Bischof Vincenz 
Vidäk?), wie er selbst sagt, überlistet und müssig {o6omifiii'h 
H npad^effB). Hierauf wurde er vom Bischof Moises Putnik als 
Lehrer der Kleriker in Neusatz angestellt (1763), welche Stella 
er indess aus Missmuth und Verdruss bald aufgab und acht Jahre 
lang in Neusatz im Privatstande, mit der Abfassung seiner Ge- 
schichte von Sai)ien beschäftigt, verlebte. Er beendigte dies 
Werk im J. 1768 und änderte später nie etwas daran. Im 
J. 1772 den 12. Mai, im 46. Jahre seines Lebens, trat er endlich 
im Kl. Kovilj in den Mönchsstand, stieg nun rasch bis zu der 
Würde eines Archimandriten empor und verlebte daselbst deii 



^06 

Rest aeiner Tage, ganz den religiösen Uebungen, seinen Studien 
und der Sehriftstellerei hingegeben. Fän&ehnmal soll ihm die 
Wttrde eines Bischofs angetragen worden sein, die er allemal 
standhaft ausschlug, mit seinem Bange zufrieden und die stille 
Thätigkeit in seiner Zelle jedem äussern Prunke vorziehend 
Er starb den 11. (23.) Deeb. 1801, im 75. Jahre des Alters. Er 
war standhaft in der Freundschaft, in hohem Grade verschwie- 
gen, ein treuer Rathgeber, mitleidig, gesellig und liebreich, frei 
von Heuchelei und Aberglauben und voll glühenden Eifers für 
Volk und Kirche. Doch hatten die vielen Widerwärtigkeiten, die 
ihn auf seinen Reisen und besonders in seinem Vaterlande und 
unter seinen Landsleuten trafen, in seinem von Natur lebhaften 
Gemüth eine überaus grosse Reizbarkeit hervorgerufen, die für 
ihn eine Quelle mancher Unannehmlichkeiten ward. Seine schrift- 
stellerische Thätigkeit erregt Staunen; die Handschriften, die 
er zurückgelassen und die nun in Karlovic aufbewahrt werden, 
bilden, die Geschichte mitgerechnet, ein Dutzend mit beispiel- 
loser Genauigkeit geschriebener Folianten. Leider fiel seine 
schriftstellerische Thätigkeit in% eine Zeit, wo es ihm, von seinem 
Standpunkte aus, auch bei den schönsten Fähigkeiten und dem 
besten Willen unmöglich war, sich über das Mittelmässige zu 
erheben. Um gründlicher Historiker oder Theolog zu sein, dazu 
fehlte es ihm zu sehr an ausgebreiteten Sprachkenntnissen und 
an scharfer, Umgehender Kritik; auch waren die Quellen, aus 
denen er schöpfte, ziemlich beschränkt und dürftig. Was die 
Darstellung anbelangt, so kann sie schon der Sprache wegen, 
die ein sonderbares, das Gefühl kalt lassendes, ja anwiderndes 
Gemisch aus dem Altslawischen, Russischen und Serbischen ist, 
nicht musterhaft genannt werden. Auch seine poetischen Er- 
zeugnisse^ in denen er sich schon frühzeitig (Uroö, Tragödie, 
1753) versuchte und zu denen er oft noch in hohem Alter mit 
einer gewissen Vorliebe zurückkehrte (Bofl 3Mas 1791), erman- 
geln üller wahren dichterischen Weihe. Dies soll jedoch seinen 
sonstigen hohen Verdiensten die wahre Anerkennung nicht im 
mindesten schmälern. Er bleibt immer, als Schriftsteller und 
Priester, einer der thätigsten, verdienstvollsten, ehrwürdigsten 



307 

Männer anter den Serben neuerer Zeiten. Die russische Kaiserin 
Katharina II., welcher die Greschichte von Raid durch den Grafen 
Jankovic überreicht worden ist, schickte dem Verfasser durch 
ihren Bothschafter zu Wien eine goldene DenkmAnze nebst 100 
Dukaten, und liess dem Verleger Stephan von Novakovid eben- 
falls 100 Dukaten auszahlen. Kaiser Leopold II. beschenkte ihn 
mit einem goldenen Kreuze an einer Doppelkette. (Boi6 Pamja- 
tnik. Horanjri Memoria Hung. et Prov, UL 130 ss.) 

81. Vasllü PelroTic (1754), Metropolitan-Bischof von Cfer- 
nagora und Verfasser einer Geschichte dieses Landes, ist uns 
seinen übrigen Lebensumständen nach gänzlich unbekannt. 

82. TlieodoslJ , Hieromonach im KI. Chilandar auf dem h. 
Bei^e Athos, ümarbeiter der von Dometijan verfassten Biogra- 
phie des h. Sava und Verfasser von Kanonen zu Ehren der 
hh. Symeon und Sava, war, nach einer dem karlovicer Erzbi- 
schof und Metropoliten, Stephan Stratimirovic von Kulpin, 
durch den pivaer Archimandriten und chilandarer Prohegumen 
Arsenije Gagovic 1803 mitgetheilten Nachricht, aus Slavonien 
unweit Lipavina gebürtig, und starb um 1796 in einem sehr 
hohen Alter in Chilandar. Er brachte sein ganzes Leben mit 
Bücherschreiben zu. 

83. Paul von Nenadovfe (1755), seit 1742 Bischof von Karl- 
stadt, hierauf 14. Juli 1749 zum karlovicer Erzbischof und 
Metropoliten erwählt, starb den 15. August 1768. 

84. Alexander Mervay (1756), Sekretär des Bischofs voü 
Neusatz, und — wie der Name anzuzeigen scheint, wahrschein- 
lich ein Protestant, verfasste eine Geschichte der Illyrier, deren 
jetzt verschollene Handschrift Engel sah. „Bei meiner Anwe- 
senheit in Theresiopel« , sagt Engel , ,ifand ich Im April 1797 
bei dem dortigen orientalisch -gläubigen Pfarrer Petrovic eine 
mit cyrillischen Buchstaben geschriebene illyrische Geschichte 
in 20 Kapiteln von Alexander Morvay, Sekretär des Bischofs 
von Neusatz, und dd. 1. Mai 1755 an den Protopresbyter Ars6^ 



308 

nius dedioirt Der Vetfasser hat auch des Erzbiscfaofs Danid 
Geschichte gebraucht, und sein Buch mag wohl vor ErschdnuDg 
des Werkes von Baiö schätzbar gewesen sein."" Engel IL 15& 
Jetzt ist wohl der Untergang der Handschrift kein Verlust far 
die Wissenschaft zu nennen. 

85. Zaeharia Orfelin (1757), geboren im J. 1726 zu Vuko- 
var im sirmiw Eomitat, hiess ursprünglich StephaiWYic; als 
er aber eine Zeit lang ein Schulamt bekleidete, in welchem 
es ihm, wie gewöhnlich, sehr schlecht ging, so soll er den ele- 
gischen Namen Orphelin (aus Orpheus und Linus zusammenge- 
zogen) angenommen haben. (Vgl. Alter's Nachricht im Allg. Litt. 
Anz. Juli 1800 S. 1091.) Später ward er Kancellist bei dem 
karlovicer Erzbischof und Metropoliten Paul v. Nenadovic. Auf 
einem im J. 1763 gedruckten Buche nennt er sich: „apxienHCEOno- 
MHTponojHTCKtt HJUiHpH^ecc'ifi EaH]](e.MHCTa''. Hierauf begab er 
sich nach Venedig, wo er eine Art gelehrten Vereins für die 
slawoserbische Literatur stiftete. Endlich widmete er sich der 
Maler- und Kupferstecherkunst, und ward Mitglied der k. k. 
wiener Maler- und Kunstakademie, wie man aus einer von ihm 
1774 zu Karlovic gestochenen Landkarte ersieht, wo er sich 
9f06onvh Jific Ep. BiiL asa;^. xjaoz. ^jichi" nennt. Er war ein 
eben so kenntnissreicher, als unermüdet fleissiger Schriftsteller. 
Horanyi sagt von ihm: „Vir hie jure optimo avvoäliaTctog dici 
potest, propterea, quod, quum domi ob rem angustam coUegia 
frequentare nequiverit, proprio tarnen marte vastam quum vari- 
arum scientiarum tum linguarum sibi comparavit cognitionem''. 
(UL 705.) Er starb in Neusatz. Sein handschiiftlicher Nachlass 
soll in Karlovic aufbewahrt werden; ich konnte jedoch keine 
genügende Auskunft darüber bekommen. 

86. SofArony JUladenovic, Hegumen des znamenskisohen 
(oder Wunderzeichen-) Klosters zu Moskau, war aas Serbien 
gebürtig, und starb im Ruhestande in Poltava ungefähr 1772. 
Er gab sich sehr viel Mühe um die russischen Kirchenbücher 
und verbesserte besonders nach dem griechischen Original die 



309 

beiden Triodion, auch übersetzte er mehrere andere Bficher. 
(Eygwij Slovar U. 230.) 

87. SjnesU Zifanevic (1761), seit 3. Aug. 1751 bis unge- 
fähr 1770 Bischof von Arad, hatte besonders zur Zeit der von 
dem lateinischen grosswardeiner Bisthom aus eifrig betriebenen 
Union 1753 — 1756 viel zu schaffen. Caplovic IL 51. Ljetopis 
1826. IV. S. XL 

88. Paul JnllDac (1765), ein geborner Serbe, kais. russ. 
FeldoflRcier, stand eine lange Reihe von Jahren bei den russi- 
schen Gesandten in Wien, namentlich dem Fürsten Galicin, in 
Diensten, bis er um das J. 1781 zum russischen Konsul in 
Neapel mit Obristlieutenantsrang ernannt wurde, von wo er 
bald darauf eine Curierreise nach Wien machte und daselbst 
starb. 

89. Christian Friedfieh Tenler (1766), gieren zu Zerbst 
im J. 1716, hielt sich lange Zeit als kön. d&nischer Gesandt- 
Schaftssekretär in Konstantinopel aof, und starb am 14. Mai 
1780 im 64. Jahre seines Alters zu Koppenhagen als kön. däni- 
scher Staatsrath und Sekretär in auswärtigen Geschäften. Wäh- 
rend seines Aufenthaltes auf seinem Posten zu Konstantinopel 
lernte er die illyrische Sprache und trieb das Studium derselben 
mit ungewöhnlichem Eifer fast bis an sein Ende. Aus dem zu 
Koppenhagen 1781 gedruckten Katalog seiner hinterlassenen 
Bibliothek ist zu ersehen, dass er ein sehr fleissiger Sammler 
slawischer Bücher war. Von seinem Glossarium illyricum sind 
zwei Originalhandschriften vorhanden. Er schrieb audi eine 
Abhandlung über die Harmonie zwischen der illyrischen tmd 
celtischen (skandinavischen) Sprache, femer einen Versuch: 
Etyma Slavonica investiganda. (Dobrovsk^'s Reise S. 16 — 19, 
Slovanka I. 230— 2:il.) 

90. VasilU Danjanovi«^ (1767) aus Sombor, studierte in 
Venedig , bekleidete hierauf das Amt eines Senators und eine 
Zeit lang auch das eines Stadtrichters in der k. Freistadt Som* 



310 

bor; im J. 1775 war er schon Judex emeritos. Orphelin lobt 
ihn in seinem Magazin als einen gelehiten Mann und Kenner 
mehrerer Sprachen. Er verliess zuletzt seinen Glauben und trat 
zum katholischen über. Sein Todesjahr ist unbekannt. 

91. Isaia PariTodskl oder Parlrodlc (1768), Hieromonach 
und später (1779) Vicarius im KI. Rakovac in Sirmien. 

92. Joann tieorgievie (1771), seit dem 14. Juli 1750 Bischof 
zu Veräec, im J. 1769 den 27. August zum karlovicer Erzbi- 
schof und Metropoliten erhoben, in welcher Würde er bis zu 
seinem am 23. Mai 1773 erfolgten Tode verblieb. 

93. Dositb^ ObradoYic (1772), in geistig -sittlicher Hin- 
sicht einer der edelsten Männer, die je aus dem Schoosse des 
serbischen Volkes hervorgegangen sind, durchdrungen von inniger 
Achtung für die Hoheit der menschlichen Bestimmung und beseelt 
von heldenmttthiger Liebe der Wahrheit, der er weder durch 
das Erschreckende der Ergebnisse rücksichtsloser Forschung, 
noch durch äussere Gefahren und Lockungen entfremdet und 
veruntreut werden konnte, durch hohe sittlich-geistige Selbst- 
Veredelung weit seiner Nation vorangeeilt, und desshalb von 
unauslöschlicher Sehnsucht nach der Befreiung seines Volkes 
aus den Fesseln der Rohheit und Einfalt, in welche es das 
Unglück der Zeit und die Arglist einer ausschliesslich für ihre 
Gerechtsame besorgten Kaste geschlagen hatten, angetrieben, und 
mit unwandelbarer Beharrlichkeit, in stetem Ankämpfe wider eine, 
die Verewigung des systematischen Irrationalismus erstrebende 
Partei, das einzige Ziel seines Lebens, Aufklärung seiner Lands- 
leute, verfolgend. — Demetrius Obradoviö war im J. 1739 ge* 
boren. Sein Vater Georg, ein Kürschner in dem von Serben 
und Walachen bewohnten Städtchen Öakovo im temesvärer 
Banat, starb ihm sehr früh. Mit zehn Jahren verlor er auch 
seine Mutter Krunija und Schwester Juliana, die er nie ver- 
gessen konnte. Ein Verwandter, der keine männliche Nachkom- 
menschaft hatte, nahm ihn zu sich in der Absicht, ihn einst, 



311 

w^in er seiaen Psalter und seine Katecbisis ausgelernt hatte, 
zum Geistlichen weihen zu lassen und auf sein Haus zu ver^ 
heiraten. Aber der wissb^ierige Knabe blieb, nachdem er lesen 
gelernt hatte, nicht bei seinem Psalter stehen, sondern stöberte 
die ganze kleine slawische und walachische Bibliothek der Kir- 
che seiner Vaterstadt durdi. Oft verkroch er sich während des 
Gottesdienstes hinter den Aitar und las Leben der Heiligen. 
Dmitar las mit kindlichem Ernste und wollte auch ein Hei- 
liger werden. Einst Hess er sich von einem Kalugjer aus 
dem deianer Kloster in der Türkei entführen, ward aber noch 
zu rechter Zeit eingeholt . Um ihn fremdes Brod verkosten zu 
lassen, schickte ihn nun sein zweiter Vater zu einem Decken^ 
macher nach Temesvär in die Lehre. Der Inhaber dieses Hauses 
bewirthete eines Tages den damaligen temesvärer Bischof Georg 
Popovic. Um diesen frommen Mann zu sehen und seine heiligen 
Lehren zu hören, mengte sich Obradoviö unter die Bedienten. 
Nach verschiedenen andern Gesprächen äusserte der Bischof 
gegen das Ende der Malzeit seine Ansichten über Fasten, Prie- 
sterehe, Mönchsthum, Laien^e u. s. w. auf eine eben so frei^ 
sinnige, als eindringliche Weise. Der junge Obradovi^ hörte 
dem ganzen langen Gespräche mit Aufmerksamkeit zu, und gab 
es auf die ihm eigene naive und anziehende Art in seiner 
Selbstbiographie wieder, mit dem Zusätze, dies habe ihn veran- 
lasst über den Kalugjerstand ernstlich nachzudenken. Ein Ka-* 
merad erzählte ihm nach der Hand vieles von den Klöstern in 
Sinnien. Obradoviö macht sich, mit seinem Vorsatze ein Heiliger 
zu werden, heimlich davon, und ist am dritten Tage in Opovo, 
einem der schönsten Klöster auf der FruSka gora in Sirmien. 
Dies war im Juni 1753, und Obradovi^ 14 Jahre alt. Der He« 
gumen (Guardian) nahm ihn selbst zum Jungen (Djak) an, hätte 
ihn aber beinahe wieder fortgejagt, als er sah, dass er nicht 
nur den Psalter, sondern jedes slawisch geschriebene Buch 
fertig lesen konnte; denn, sagte er, wenn du hörst, wie ich lese, 
wirst du mich auslachen, und das wird denn nicht gut enden. 
Kaum konnte Obradovic durch die aufrichtigsten Betheuerungen 
seiner Liebe und Ergebenheit diese nicht unpsjchologische Furcht 



312 

des guten Hegomen beschwichtigen. Hier las er nun wieder 
Leben der Heiligen, fastete oft zu drei Tagen, bis ihm die Knie 
zitterten, und er ohnmächtig niedersank. Vergebens machte ihm 
der schlichte Menschenverstand des Hegumen die väterlichsten 
aufrichtigsten Vorstellungen gegen diese wohlgemeinte Thorfaeit, 
bis er ihm strenge mit Fortjagen drohte: „Denn ich will nicht"*, 
sprach er, „dass du in meiner Nähe dein Selbstmörder werdest*'. 
Oft prophezeite ihm der brave Alte wohl auch, dass er des so 
jung begonnenen Fanatismus desto eher satt werden wflrde, und 
dies um so mehr, als er das Bücherlescn so liebe; denn es sei 
ein Sprichwort in den Klöstern: Wer viel liest, fastet wenig. 
Obradovid war damals freilich weit entfernt, ihm das zu glauben. 
Das kommende Frühjahr ward ihm dann der Kopf geschoren, 
und der Klostemame Dositheus, den er sich in der Legende 
ausgewählt hatte, weil der Heilige dieses Namens auch, und 
zwar schon als Kind von 7 Jahron, aus den Armen der Eltern 
zu den Kalugjern geflohen war, beigelegt. Am Charfreitage führte 
ihn der Hegumen nach Karlovic, wo ihn der Erzbischof Paul 
Nenadovi^i zum Diakon weihte, auch mit der Bemerkung, dass 
dieser so wissbegierige Kalugjer nicht lange in Opovo bleiben 
werde. Oft äusserte der brave Hegumen, dass er, wenn er reich 
wäre, seinen Dositheus nach dem pe6erischen Kloster bei Kyjev, 
wo er seinen Durst nach Wissen stillen könnte, schicken wollte. 
Nach drei Jahren relegirte der Metropolit den Hegumen nach 
Öiäatovac. Nichts band nun weiter unsern Dositheus in Opovo. 
Mit 15 Dukaten, die ihm dieser edle, nun selbst bedrängte Wohl- 
Üiäter (er hiess Theodor Milutinovic), sammt dem Rath, wo 
möglich nach Kyjev oder Moskau sich durchzuschlagen, gege- 
ben hatte, entfloh er mit einem Novizen aus Kroatien nach 
Agram; studierte hier die lateinische Grammatik; ward getäuscht 
in der Aussicht, mit einem (sogenannten) illyrischen Feldkaplan 
als Gehilfe (Diakon) nach Schlesien zu kommen (damals war 
der siebenjährige Krieg), ging auf eines Bischofs Anrathen nach 
Dalmatien (wahrscheiDlich vor 1764, denn in diesem Jahre lebte 
er im Kl Dragovic), um sich mit Kinderunterricht erst das 
nothige Beis^eld nach Kjgev zu erwerben, verlebte dort drei 



3IS 

der angenehmsten Jahre (und ein halb Dutzend Obradoviö ivSren 
dort als Jugendlehrer willkommen gewesen I); hörte, dass Hey- 
ne*8 berOhmter Schüler Eugenios auf dem Berge Athos griechi« 
sehen Unterricht gebe, ging also mit 100 ersparten venetianischen 
Dukaten nach Cattaro, um sich dort nach dem Aegaischen Meere 
einzuschiffen, blieb jedoch, vom Fieber überfallen, auch hier 
eine Zeit lang als Kinderlehrer; Hess sich zu Ostern von dem 
montenegriner Bischof zum Priester weihen; kehrte, um seine 
Gesundheit wieder herzustellen, abermals nach Dalmatien zurück, 
übersetzte da für eine sch5ne Priestertochter eine vcm des 
h. Johannes Chrysostomus Homilien über die Apostelgeschidite 
aus dem Kirchenslawischen ins Gemeinserbische , die nun in 
tausend Abschriften unter dem Namen von Dositheus' Büchlein 
ganz Dalmatien durchlief, und den Auetor zuerst das süsse 
Vergnügen, för ein dankbares Volk zu schreiben, und überhaupt 
an seinem Glücke zu arbeiten, empfinden lehrte, ein Vergnügen^ 
in dem sich später alle seine Wünsche koncentrirten. Audi 
Beichte hörte er, nicht ohne Entzücken über die unschuldigen 
Sitten der Dalmatiner, deren grösste Sünden wareo, dass sie am 
Mittwoch oder Freitag einen Krebs oder Fisolen mit Oehl 
gegessen, oder gar ein unfolgsames Schaf ausgeflucht hatten! 
Die Reise nach dem Berge Athos (Monte Santo, weil er von 
lauter Mönchen bewohnt wird) immer im Auge, schiffte sich 
Obradovic nun nach Korfu ein, von dort nach Morea« welche 
herrMcfae Insel er zwei Monate zu Fuss durchwanderte. In Nau« 
plia schiSte er sich wieder ein. Aber als er auf Athos anlangte, 
hatten Mönchskabalen den guten Professor Eugenius bereits 
vertrieben! „Wie die Mönche dort leben, weiss Jedermann,'' 
sagt Obradovic, „und sollte er's nicht wissen, desto besser!'' 
Die serbischen und die bulgarischen zankten sich immerfort um 
das £igenthumsrecht auf das chilandar'sche Kloster. Hier erfuhr 
Obradovic, dass auf der Insel Pathmos eine Schule sei, und wollte 
also über Smjrrna dahin. Aber in Smyma selbst fand er eine Unter- 
richtsanstalt von 30 Schülern unter der Leitung eines herrlichen 
Mannes, Hierotbeos, eines Zöglings jener Schule, die zwei viel 
gereiste Griechen am Anfange des achtzehnten Jahrhunderts in 



314 

Pathmos errichtet hatten. Hierotheos trug ihm grossmfithig Eost 
und Wohnung und Unterricht in seinem Hause unentgeltlich 
an, und wären eurer fünfe so weit her um Unterricht gekommen, 
setzte er biezn, ich Hesse keinen weiter ziehen. An dieses So- 
krates Seite und im Kreise griechischer Mitschüler verlebte er 
drei selige Jahre und hätte noch drei andere verleben mögen, 
hätte nicht der dazwischen gekommene russisch-türkische Krieg 
ihn genöthigt, auf seine Sicherheit zu denken; denn in Smyma 
galten Papa Serbos und Papa Moskovitis (serbischer und mo- 
skovitischer Geistlicher) für Synonyma. So kehrte er mit einem 
Mitschüler, Maximus, aus Larissa in Thessalien , über Korinth 
und Patra nach Korfu zurück; machte einen interessanten Ab* 
Stecher zu den unabhängigen Albaniem in Hormovo, die ihn 
sammt seinem Gefährten ein Jahr lang bei sich behielten ; lernte 
albanisch, welche Sprache sehr einfach ist und sich vortrefflich 
mit dem cyrillischen Alphabete schreiben lässt; sagte den Alba- 
nesein, dass Lopa iita« der Name einer ihrer schönsten Ge* 
genden, serbisch sei und schöne Getreidefelder bedeute, worauf 
sie ihm erwiederten: „Kein Wunder, lieber Kalugjer ! wir waren 
einst mit den Serben ein Volk und ein Stamm, und wer die 
Serben beherrscht, soll auch unser König sein; so war es in 
alten Zeiten.'' — In Korfu las er lateinische und griechische 
Klassiker unter geschickten Meistern; ging dann über Venedig, 
Dalmatien (wo er im J. 1770 verweilte) und Triest nach Wien, 
wo er 6 Jahre die serbische und griechische Jugend uffter-« 
richtete, sich selbst aber französische, italienische und deutsche 
Meister hielt. Der damalige österreichisch-serbische Erzbischof 
Vincenz Joannovi6 Vidäk engagirte ihn darauf als Privatlehrer 
für zwei seiner Neffen, mit der Aussicht, ihn mit 'ihnen nach 
einigen Jahren eine Reise nach Deutschland, Frankreich und 
England machen zu lassen. Vidäk hielt nicht Wort Obradoviö 
ging nach Triest, um durch Schulmeisterei seinen Beutel wieder 
zu füllen, damit er für jene Reise nicht von fremder Willkühr 
abzuhängen brauchte. Die Triestiner wollten ihm nur 300 Gulden 
geben. Zum Glück fand sich ein russischer Archimandrit, der 
nach Italien reisen wollte, aber nur russisch und walachisch 



315 

Rprajch; dieser nahm ihn sehr gern bis Livomo mit, von wo er 
ihn nach Konstantinopel spedirte, nm dort griechische Kaufleate 
französisch und italienisch zu lehren. Also eine zweite Reise 
durch Griechenland. In Konstantinopel zeigte sich die Pest 
OtotdoYic schiffte sieh daher mit einem polnischen Prälaten nach 
der Moldau ein, wo es ihm nicht an Bchttlern fehlte. Das Jahr 
darauf ging er in Gesellschaft moldauischer Kaufleute Aber Lern- 
herg nach Leipzig, übernahm in Halle die Aufsicht über zwei 
moldauische Jünglinge, die dort studierten, kleidete sich deutsch, 
schrieb sich in den Universitätskatalog ein und hörte Eberhard 
ilber Philosophie, Aesthetik und natürliche Theologie. Thr&nen 
der Wehmuth traten unserm Anacharsis in die Augen, wenn er 
hier mehr als tausend Jünglinge aus einem CoUegium ins andere 
eilen und beinahe täglich ein neues Buch erscheinen sah, und 
dagegen an seine von Natur so begünstigten, aber durch poli* 
lisches Unglück so verwahrloseten Serben und Albanier dachte! 
Wann werden diese paradiesischen Länder auch solche Unter- 
richtsanstalteu haben, seufzte er tief erschüttert! Und er blieb 
nicht bei blossen piis desideriis. Breitkopf in Leipzig druckte auch 
russisch. Obradoviö liess da zuerst in gemeinserbischer Sprache 
mit russischen Lettern Leben und Schicksale des Demetrius 
Obradoviö, im Kloster Dositheus genanot, von ihm selbst heraus- 
gegeben 1783. 8\ 126 S.» drucken, ein Buch äusserst interessant 
durch Inhalt und Vortrag, so wie durch die Tendenz des Ver- 
fassers, seinen Landsleuten das Uunütze der Klöster und dafür 
die Nothwendigkeit der Unterrichtsanstalten zu zeigen. Durch 
ein anderes Werk: Rath der gesunden Vernunft, 1784. 8^, 
120 S., gedruckt ebenfalls in Leipzig, wollte er eine populäre 
Moralphilosophie geben. Nach zweijährigem Aufenthalt in Halle 
und Leipzig eilte er, mit 50 Dukaten in der Tasche, Frankreich 
und England zu sehen. Nach England kam er ohne ein Wort 
englisch zu kennen I Der Anblick englischer Frauen ent- 
zückte ihn. Man kann nichts Schöneres sehen, meint er, noch 
ersinnen; es gibt auch in andern Ländern Schönheiten, aber sie 
wissen, dass sie schön sind; während die Engländerinnen sich 
weder darum zu kümmern, noch daran zu denken, noch es zu 



316 

wissen scheinen, dass sie schon sind wie Engel; sie blicken dich 
mt so offenen Augen und mit einer so freundlich wohlwollende 
Miene an, als kenneten sie dich lange her! — Obradovic dünkte 
sich ein römischer Diktator, als er auf dem Verdeck der Post- 
kutsche in London einzog. Er quartirte sich bei einem Schul- 
meister ein, und schauderte vor den Schwierigkeiten der engli- 
schen Pronunciation. Sed jacta erat alea. Nach drei Monaten 
erinnerte ihn sein Beutel an die Nothwendigkeit der Rückreise; 
aber er war mit Mr. Livie bekannt geworden, der ihn von nun 
an in sein Haus aufnahm, wie seinen Sohn behandelte und ihn, 
abwechselnd mit seiner vortrefflichen Gattin, englisch lehrte. 
Letztere kannte griechisch und Hess ihn Aesops Fabeln zur 
Uebnng ins Englische übersetzen. Nun las er Addison, Swift, 
Pope etc. Er hätte ewig in England bleiben können, hätte nicht 
der Wttnsch, seinen Serben wenigstens durch Schriften früher 
oder später noch nützlich zu werden, ihn dahin gezogen, wo es 
russische Lettern gab. Nach 6 Monaten Aufenthalt verliess er 
dso England, von dem berühmten Medicus Fordyce mit einer 
kleinen englischen Bibliothek, und von seinen übrigen Wohl- 
th&tem mit Guineen auf die edelste Weise beschenkt In einem 
Exemplar seiner eigenen Fragmenta chirurgica et medica schrieb 
sich Fordyce und sein Freund Livie so ein: Dositheo Obrado- 
vies Serbiano, viro Unguis variis erudito, sanctlssimis moribus 
morato, Anglis, apud quos per sex menses diversatus est, per- 
quam dilecto, fragmenta haecce, parvum quidem, at amoris sin- 
oerissimi et amicitiae pignus libentissime merito obtulerunt 
Londoni YIU. Kai. Junii 1785. Gulielmus Fordyce. Joannes 
Livie. Obradoviö begab sich über Hamburg nach Leipzig, hatte 
Aussicht nach Russland zu reisen, musste aber vorüer in Wien 
durch Unterrichtertheilung seinem erschöpften Beutel neue KrMte 
verschaffen. 1788 liess er wieder bei Breitkopf in Leipzig etwas 
für seine Landsleute drncken, nämlich 160 Aesopische Fabeln 
ans verschiedenen Sprachen mit ausführlichen, die reinste Tn- 
gendliebe und Patriotismus athmenden Epimythien, nebst einem 
Anbang von Briefen, als Fortsetzung seines Lebens von seiner 



317 

EntweichuDg ftus Hopovo bis 1788. Hier versiegt die schriftlidie 
Quelle, aus welcher das bis jetzt Erzählte geschöpft ist, nämlith 
seine Selbstbiographie. Aus verlässlichen Mittheilungen weiss 
man, dass Obradoviii im J. 1788, von Wien nach Liefland zu 
seinem grossen Mäcen, General Zoric, reiste, aber noch in näm- 
lichem Jahre zurückkam. Im J. 1789 liess er ein serbisches 
Lied auf Serbiens Befreiung bei Gelegenheit der Einnahme von 
Belgrad drucken. — Im J. 1793 gab er in Wien eine Sammlung 
moralischer Gegenstände (318 S. , 8^) heraus , darunter auch: 
Lausns und Lydia und die Alpenhirten aus MarmonteFs Contes 
rooraux. Nachdem aber die Ülyrische Druckerei nach Ofen ver-» 
kauft wurde, ging er 1802 nach Venedig, wo ihm serbische 
Kaufleute einen Jahresgehalt Ton 2000 fl. aussetzten, auf dass er 
mit Müsse für sein Volk sollte arbeiten können. Dort Hess er nun 
1804 durch seinen Schüler Paul Solarid ein Handbuch der Geogra- 
phie nach Gaspari herausgeben. Auch soll er dort die treffliche 
griechische Postrlle und Predigtensammlung (xvQtaxo&QOfiiov) 
de^ Erzbischofs Theotoki in Moskau, die die Gebrüder Zösima 
dort auf Schreibpapier 1796. 4^ drucken und unentgeltlich an 
alle griechische Kirchen *vertheilen liessen, übersetzt haben. Als 
aber 1805 Venedig an Frankreich abgetreten wurde, ging er 
nach Karlovic und wanderte im September 1807 nach Belgrad 
aus, um, was er bisher für das Wohl seiner Serben nur ge« 
wünscht und gepredigt hatte, selbst vollziehen zu helfen. Der 
Serbe Obradovid ist nun jener griechische Philosoph, von dem 
damals die deutschen politischen und literarischen Zeitungen 
sprachen, dass er in Belgrad Schulen errichtet habe. Unter den 
Illyriem oder Serben des griechischen Ritus war er der erste, 
der in seinen Schriften die altslawische todte Bücherspradne mit 
dem lebenden Dialekte seiner Landsleute vertauschte. Er fiind 
bald tüchtige Nachahmer. Endlich wurde Obradoviö, nach so 
vielen Mühen, am Vorabende seines Lebens, von der damals in 
Serbien bestehenden Regierung zum Senator und Oberschulen- 
aufseher („^.leiTE coBiTS H nonewTejiB npoCB^n^em HapoAHora^O 
ernannt Das Diplom vom 18. Jfänner 1811 alten Styls findet 
man abgedruckt in Srb. Ljetopis 1826. IIL 222. Allein schon 

SafAfflc. Literaturgeschichte, m, Band. 22 



318 

am 7. April desselben Jahres (1811) starb er in Belgrad, im 
72. Jahre seines Alters. Er fährte in den letzten Jahren zugleidi 
die Oberaufsicht über die Erziehung der Kinder des damaligen 
Anführers der Serben, Georg Petroviö, genannt Karadjordje. In 
der belgrader Kirche wurde ihm ein Denkmal mit einer Inschrift 
gesetzt, aber bei der Wiedererobenmg der Stadt durch die 
Türken von den ruchlosen H&nden irgend eines — Nichttürken 
entweiht. Obradovi6 ist auf dem Gebiete der serbischen Lite* 
ratur eine in ihrer Art einzige Erscheinung. Wenn ihm bisher 
seiner vielen Reisen wegen der Name eines serbischen Anachar- 
sis zu Theil ward, so verdiente er seiner lautem, praktisch- 
fruchtbaren Lebensweisheit wegen mit noch grösserem Rechte 
den Ehrennamen eines serbischen Sokrates. Alle seine Schriften, 
die kleinsten wie die grössten, athmen die reinste Lebenspbilo* 
Sophie. Von der Natur hochbegabt und durch eine besondre 
Fügung des Schicksals auf einen ausgezeichnet h(^en Stand- 
punkt sittlichgeistiger Mündigkeit gehoben, übersah er mit klarem 
Blick die geistigen Bedürfnisse seines durch sittliche Entartung 
und intellektuelle Verfinsterung tief herab gesunkenen Volkes, 
und widmete nun sein ganzes Leben der hohen Aufgabe, die 
Sehnsucht nach Aufklärung und Bildung bei seinen Landsleuten 
zu wecken. Er wirkte auf dieses grosse Ziel eben so sehr durch 
sein eigenes Leben, sein Beispiel, seinen Umgang, als durch 
Wort und Schriften hin, und die Folgen seiner mühevollen An- 
strengungen sind unberechenbar. Trotz des beharrlich feindseli- 
gen, hinter mancherlei Scheingestalten verborgenen und unab- 
lässig erneuerten Widerstrebens gegen seine woblthatige Wirk- 
samkeit, befruditete Obradoviö's Geist die Herzen von Tausenden 
mater den Serben, weckte sie zu neuem geistigen Leben, und 
lebt nun fortan in ihrem und ihrer Söhne und Enkel unaus- 
löschlichem gesegneten Andenken. Sein Name ist dem besseren 
Theile der Nation heilig. -- Alle seine Schriften tragen das Ge- 
präge seines Geistes: überall originell, sittlich rein, mild, voll 
Liebe und Wärme, klar, fasslich, auf das Praktische, die Ver- 
edelung der Menschennatur, hinarbeitend, ein erklärter Feind 



319 

aller, noeh so versteckter Heuchelei, Selbstsudit, Arglist, Dumm- 
heit und Rohheit -* dies sind die Orundzttge seines grossartigen 
Charakters. Auch in seinem Style spiegelt sich seine schöne Seele 
klar und lebendig ab. Er schrieb, wie bereits bemerkt wurde, 
der erste unter den Serben neuerer Zeiten und — was mehr ist — 
der erste mit einem bleibenden, von den nachhaltigsten Wirkungen 
begleiteten Erfolg, in der gewöhnlichen reinen serbischen Volks- 
mundart, ohne gerade gute slawische, aus der Kirchensprache 
in das Leben längst übergangene und von dem Volksdialekte 
organisch angeeignete, oder auch aus andern neuem europäischen 
Sprachen in die serbische eingebürgerte Wörter, Wortformen 
und Phrasen, wo sie sich nngesucht darboten, zu verschmähen. 
Umsonst bemühen sich einige neuere, kritischen Geschmack 
affektirende Mückenseiher seinen Styl als nicht rein genug und 
als formlos herabzusetzen ; noch hat Niemand unter den Serben 
seinen Styl an Lebendigkeit, Gediegenheit, Originalität und 
Wärme bis jetzt erreicht, geschweige denn übertreffen. Das 
schönste Denkmal, welches die dankbare Nation dem unvergessli- 
chen Lehrer setzen könnte, wäre wohl eine kritische, korrekte 
und vollständige Ausgabe seiner sämmtlichen zerstreuten und 
zum Theil sehr selten gewordenen Werke. (Zur Biographie und 
Charakteristik vgl ausser seiner Selbstbiographie unter Nr. 678. 
Oest. Annalen der Lit und Kunst 1810 Febr. S. 342, Nekrolog. 
Yaterl Bl. 1811 Nr. 61 S. 363—368, Archiv 1811 Nr. 62, 6.3. 
Gemeinnütz. Hanskalender f. d. öster. Kais. 1820. Wien bei 
Strauss, 4^., und daraus Davidoviö serb, Zeit 1*819 Nr. 86, 
Boic's Pamjatnik, Caplovic*s Slavonien etc.) 

94 iSlephan ViiJaoovskI (1772), geboren im Dorfe Brdjani 
im 1. Banalregiment in Kroatien um das J. 1743, erlernte die 
Elemente der Wissenschaften, und insbesondere die lateinische 
Sprache, in Karlovic unter Raic, wurde hierauf eine Zeit lang 
Lehrer in Vukovar, verliess aber bald diese Stelle und ging, um 
seine wissenschaftliche Bildung zu vollenden, zuerst nach Oeden- 
bürg, wo er am evangelischen Lyceum die Philosophie, hierauf 
aber nach Wien, wo er an der kais. Universität die Rechte 

22* 



320 

studierte. Um diese Zeit wurde der damalige karlovieer Erzbi* 
schof und Metropolit, Vincenz Joannovi6 Vidäk, sein Mäceo. 
Nach vollendeten Studien unternahm Vnj. eine Reise über Deutsch- 
land und Polen nach Russland. Ais er von da zurückkehrte, 
wurde er im J. 1777 höheren Orts zum kön. Direktor der grie- 
chisch-orientalischen Normalschulen im agramer Distrikt ernannt, 
welches Amt er mit grossem Eifer verwalteta Im J. 1792 wurde 
er zur Belohnung seiner Verdienste in den ungarischen Adel- 
stand erhoben, und nach und nach zum Gerichtstafelbeisitzer 
mehrerer Gespannschaften ernannt. Die letzten Jahre verlebte 
er in Ruhestand mit Pension in Neusatz, wo er am 19. (31.) 
Jänner 1829 starb. Er war ein kenntnissreicher, offener, für 
Bildung und Giemeinwohl seiner 8tammgenossen bis an sein 
Ende enthusiastisch eingenommener Mann. (S. Mvonuffb cp6cKift 
1829. IL 1—12.) 

95. Vasliy Prolic (1772), Presbyter, über dessen weitere 
Lebensumstände ich keine Nachrichten habe. 

96. Konslantln AlexiJ Philippovic oder Philippides (I773)i 
wird von Boic und Caplovic unter den serbischen Schriftstellern 
genannt, ist mir aber gänzlich unbekannt. 

97. Sara Lazarerlc (1774), nannte sich selbst auf dem 
Titel seines Buches „üebersetzer (npeBOjtHHin») bei der illyrf- 
schen Hofdeputation in Wien**, welche Behörde bekanntlich die 
Angelegenheiten der griechisch-orientalischen Kirche unter der 
Kaiserin Maria Theresia 1752 — 1777 verhandelte. 

98. AlfaanasiJ Sekeres, hiess früher DimitrUeviii (so noch 
bei Horanyi) , gebürtig aus Raab , Priester in dieser seiner 
Vaterstadt, von dem temesvArer Bischof Georgievi^ nach Wien 
als Pfarrverweser geschickt, wo er aber zur Union übertrat, und 
k. k. Censor serbischer Bücher ward. In einem Buche finde ich 
ihn unterschrieben: dd. Wien 17. Oktb. 1887 At. Sz. k. k. Bü- 
chercensor. Er wird als ein sehr gelehrter Mann gerühmt, und 
von MuSkatiroviö in der Vorrede zu seinen Priöte als sein 



321 

Freand neben Dosithej Obradoviö genannt. Horanyi preist sein 
slawisches, in der Handschrift begonnenes, aber nicht zu Stande 
gebrachtes Lexikon,, über alle Massen. (Horanyi I. 517 ) Er starb 
in Wien um da^ J. 1800. 

d9. Theodor JoannoYie Jankoric von llirjjeYO (1776), wurde 
zu Eaoienica im sirmier Komitat im J. 1741 geboren. Seine 
Eltern wohnten früher in Mirijevo, einem Dorfe unweit Belgrad 
in Serbien, und leiteten ihre Abkunft von einem alten adeligen 
Geschlechte her. Theodor besuchte die damalige lateinische 
Schule zu Karlovic und machte hier solche Fortschritte in den 
Wissenschaften, dass er die besondere Aufmerksamkeit des Erz- 
bischofs und Metropoliten Vincenz Joa^nnovid Vidäk erregte und 
sich sein Wohlwollen erwarb. Dieser schickte ihn auf eigene 
Kosten nach Wien, und liess ihn dort Philosophie und Rechte 
studieren. Nach mehrjährigem Aufenthalte in dieser Kaiserstadt 
kehrte Jankovic nach Karlovic zurück und bekleidete eine Zeil 
lang bei seinem Wohlthäter, dem Erzbischöfe, die Stelle eines 
Sekretärs. Bei der Regulirung der Normalschulbn in den k. k. 
Erblanden 1773 wurde Jankoviö vom k. k. Hofkriegsrath zum 
Direktor der griechisch*orientalischen Normalschulen im banater 
Bezirk ernannt Im J. 1782 wurde er durch den Erzbischof 
Moyses Putnik bei dem eben damals in Wien anwesenden kais. 
rußsischen Grossfiirsten Paul eingeführt, der ihn unter sehr 
vortheilhaften Bedingungen nach Kussland einlud, wo eben zu 
derselben Zeit die Kaiserin Katharina NormalschuJen nach dem 
Muster der österreichischen anlegen Hess. Obwohl er bald 
darauf zum Ober - Studiendirektor im grosswardeiner Distrikt 
ernannt wurde, lehnte er diesen Antrag ab und begab sich nach 
Russland. Hier erwarb er sich in kurzer Zeit die besondere 
Huld der Monarchin und stieg von Stufe zu Stufe. Er ward 
Mitglied der russischen Akademie und der ökonomisclien Gesell- 
schaft, und 1796 auch der Commission der Nationalschulen, und 
starb, als kais. russischer wirklicher Staatsrath und Ritter des St. 
Vladimir-Ordens 3. Klasse, in St. Petersburg den 22. Mai 1814, 
Die Kaiserin Maria Theresia hatte ihn in den uugarischen Adel* 



322 

stand erhoben mit dem Prädikate „von MirijeYO'^ ; in Russland 
erhielt er den erblichen Reichsadel ebenfalls. Sein einziger Sohn, 
Joann Theodorovid, bei Austerlitz verwundet, starb als kais. 
russischer Generalmajor im J. 1811. (S. JliTonHCrB cpOcEii 1826. 
Heft IV. S. 21—28.) — In Russland arbeitete Jankovic das 
vergleichende Wörteibuch von Pallas nach alphabetischer Folge 
um: CpaBHHTaiHuS CiOBapB, Cn. 1790—1791. 4^ 4 Bde., und 
fibersetzte das Schauspiel : IIoxapB, mj{. EepseHeM'B, CH« 1789. 8^ 

100. DimitrUe »eorgievic (1781), im J. 1815 bereits ver- 
storben, ist mir bloss dem Namen nach als serbischer Schrift- 
steller aus Boic und Öaplovic bekannt 

101. Michail Ma.\lmoTl6 (1784), zuerst (1784) als Schreiber 
bei der Eontumazanstalt in Semlin, hierauf (1792) als Eoncipist 
bei der illyrischen Hofkanzlei in Wien angestellt. 

102. Alexij Vezilic (1785), lebte eine Zeit lang in Karlovic, 
und ward hierauf der griechisch-orientalischen Nationalschulen in 
dem grosswardeiner Distrikt kön. Proinspektor (1788). 

103. Emanuil JankoYle (1786), geboren zu Neusatz um das 
J. 1758, studierte zuerst im Inlande, dann die Arzneikunde auf 
der Universität zu Halle, von wo er als Kandidat der Medicin 
nach Neusatz zurückkehrte, hier Buchdrucker und Buchhändler 
ward, aber im J. 1792 frühzeitig, erst 34 Jahre alt, starb. Er 
war nebst Obradovic einer der ersten unter den neuern Serben, 
welcher sich der gemeinen Volksmundart in der Literatur be- 
diente. 

104. Joann von iMIilvolD, gebürtig aus Sombor (um 1770), 
ungarischer Edelmann, studierte in Pest, Advokat, städtischer 
Fiskal und hierauf Senator in der kön. Freistadt Neusatz, 1831 
noch am Leben. 

105. Joann Maskalirovle (1786), gebürtig aus Senta, unga* 
rischer Landesadvokat (beeidet den 10. März 1773 n. S.), Se- 
nator der kön. Freistadt Pest, starb den 18. Juli 1809 im 66. 
Lebensjahre. 



d23 

106. Sara tikilj von Vizes und Eeverroes (1786), gebo- 
ren za Arad, Doctor der Bechte, eine Zeit lang (1792—1798) 
Hofsekretär bei der ungarisdien Hofkanzlei, nun als kön. Rath 
und Ritter des goldenen Spornes abwechselnd in Arad und Wien 
privatisirend. Er schrieb lateinisch : Dissertatio juridica de causa 
et fine civitatis, Pestini 1786. 8^.; Sermo, quem Sabbas Tökölj 
qua deputatus ad nationalem illyricum congressum in sessione 
Temesvarini die 9. Sept 1790 celebrata idiomate national] 
fecit, in linguam latinam traductus, Pest 1791. 8^ (Die aus>* 
führliche Beurtheilung siehe bei Engel IL 169); Positiones in« 
tuitu instituti pro eruditione Serbicae juventutis Aradini eri- 
gendi, Bndae 1798. 8^.; femer deutsdi: Erweis, dass die Wa- 
lachen nicht römischer Abkunft sind, Halle 1823. 8®., 2. venu, 
Ausg. deutsch und walachisch, Ofen 1827. 8^ Starb 1842, den 
21. Sept. a. St 

107. Joann Joannovle (1788), Bischof von Neusatz seit 
1786, starb den IL April 1805 a. St. zu Sombor. Er wird auf 
der Liste bei Boi6 und 6aplovi6 als serbischer Schriftsteller 
angeführt, wiewohl er meines Wissens nichts geschrieben, son- 
dern bloss ein deutsches Gebet zur Zeit des TUrkenkrieges hat 
drucken lassen. 

108. Theodor ArraamoTlc (1790), Direktor der griechisch- 
orientalischen walachischen Nationalschulen im grosswardeiner 
Bezirk, starb vor 1815. Er ist der Verfasser des berüchtigten, 
früher irrthümlich bald dem Slawoniten Relkovic, bald Stephan 
Novakoviö, bald andern zugeschriebenen Wörterbuches Nr. 348. 

109. Stephan von NovakoTJc, geboren zu Essek, lebte viele 
Jahre als Hofagent bei der ungarischen Hofkanzlei in Wien und 
kaufte hier die ehemalige serbische Hofbuchdruckerei (1771) 
von Eurtzböck, an den sie übergangen war. Später (1796) 
verkaufte er dieselbe an die kön. ungarische Universität und 
kehrte nach Essek zurück, wo er, zugleich des bä£er und vero- 
viticer Eoroitates Gerichtstafelbeisitzer, den Rest seiner Tage 
in Ruhe verlebte, und nach 1815 starb. (Nach Engel vor 1804.) 



324 

Anonym schrieb er in- lateinischer Sprache: Dissertatio brevis 
ac sincera auctoris Hungari de gente Serbica perpe^am Raseiana 
dicta, ejasque meritis ac fatis in Hungaria, cum append^ce pri-» 
vilegiorum eidem genti elargitorum, s. 1. 1790. 8^, und dasselbe 
deutsch: KurzgefasstC' Abhandlung über die Verdienste und 
Schicksale der serbischen oder racischen Nation in Hungam« 
mit einem Anhange der derselben verliehenen PriYilegi^, Neu- 
satz und Belgrad bei Jankovic 1791. 8^, über welches Werk 
man Engels ausführliches, wiewohl eben nicht ganz unbefaogenes 
Urtheil in dessen Geschichte U. 197 ff. lesen kann. 

110. ATraam Pelrovie (1791), zubenannt Bivoldi^, Erz- 
priester in Neusatz. 

111. Stephan SlratlmiroTic von Knlpin, geboren im J. 1757 
zu Eulpin im bäöer Eomitat, stammt aus einem alten adeligen 
serbischen Geschlechte in der Hfercegovina, welches nach der 
Auswanderung eine Zeitlang in Littoral - Kroatien , und bald 
darauf in Ungarn im hiter Komitate ansässig und in den unga- 
rischen Adelstand erhoben wurde. Nach Vollendung des philo- 
sophischen und juridischen Studienkurses widmete sich dieser 
hochgefeierte Prälat dem geistlichen Stande mit s6 auszeichnen- 
'dem Eifer, dass «r durch alle kanonischen Stufen schnell ge- 

hobei^ und in sehr jungen Jahren zum ofner Bischof befördert 
(1786), im J. 1790 eleu 9. Novb. aber auf dem Nationalcongres 
in Temesvär zum Erzbischof und Metropoliten aUer Griechisch- 
orientalischen in Oesterreich gewählt und 1791 vom Kaiser und 
König als solcher bestätigt wurde. Im J. 1792 wurde er mit 
der Würde eines k. k. wirklichen geheimen Rathes bekleidet, 
und im J. 1809 für die thätige und glückliche Beilegung der 
sirmischen Bauernunruhe mit dem Grosskreuze des Leopold* 
Ordens geziert. Die kön. Gesellschaft der Wisaenschajftan zu 
Göttingen machte sich im J. 1817 eine Ehre daraus, diesen, 
auch durch gründliche vielseitige Gelehrsamkeit in hohem Grade 
ausgezeichneten Prälaten mittelst eines Diploms zum Beitritt 
ajB Mitglied einzuladen. Die Verdienste dieses Kjircbenfürsteq 



825 

um Kirche, Schuten und Nationalbiläang der seiner Obhut 
anvertrauten Glaubensgenossen sind zu allgemein bekannt und 
zu allseitig anerkannt, als dass es nöthig wäre, hier durch 
besondere Hinweisung auf dieselben aufmerksam zu machen. 
Der hohe Standpunkt und die mit demselben nothwendig Ter- 
knüpften vielfältigen Berufsgeschäfte erlaubten ihm nicht, die 
Fruchte seiner gereiften Gelehrsamkeit und mehrjährigen For- 
schungen, besonders im Gebiete der Geschichte des kanonischen 
Rechtes der griechischen Kirche , durch den Druck bekannt zu 
machen. Mehrere anonyme Aufsätze in Zeitschriften und einige 
einzelne slawische Piecen mit und ohne Angabe des Vfs. sind 
indißss durch den Druck veröffentlicht worden. Er starb am 
4. Oktober 1836, Nachts zwischen 11 — 12 Uhr, plötzlich am 
Schlagflusse. 

112. Michail VladisaYlJevic, geboren zu Vukovar im sirmier 
Komitat im J. 1759, versah die Stelle eines Normallehrers an 
verschiedenen Orten, namentlich zu Ireg in Sirmien, über vier- 
zig Jahre lang, und lebte im Jahre 1831 im Pensionsstande 
in Semlin. 

113. YikenliJ RaUe (1792), einer der fruchtbarsten serbi- 
schen Schriftsteller im Fache der. Theologie, ^urde geboren zu 
Semlin im peterwardeiner Gränzregiment» und erhielt in der 
Taufe den Namen Yasil\j. Welchem Lebenslauf er sich zuerst 
gewidmet habe, ist mir nicht bekannt; aber nach dem Tode 
seiner Gattin ging er 1786 in 4a3 Klester Fenek, vard hier 
Mönch und erhielt am 5. Juli desselben Jahres vom Stephan 
Stratimirovic, der eben damals in Karlovic zum Bischof geweiht 
worden, die Priesterweihe. Während des österreichisch-türkischen 
Krieges 1788—1791 verriditete er den Dienst eines Feldkaplanb 
und hielt sich meist zu Öabac auf ÜslA seiaer Rückkunft 
ins Kloster machte er schnell die gewöhnlichen Stufen des 
Mönchlebens durch: er wurde nach einander Paraekklisiaroh» 
semliner Beichtvater, Vicar- und zuletat 1796 Hegumen. Aber 
schon im J. 1798 begab er sidi auf besondeifes Verlangea der 



326 

triester griechisch -orientalischen Gemeinde und auf Anordnung 
des Erzbischoffl und Metropoliten nach Triest als Pfarrer, 
wo er sich noch im J. 1807 befand. Später wandte er sich von 
da nach Serbien, lebte im Privatstande und starb um das 
J. 1824 

114. Avraam .MrazoviG (1793), geboren in der kön. Frei- 
stadt Sombor den 12. März 1756 a. St., Sohn des dortigen 
Pfarrers, studierte die Philosophie an der Universität in Wien, 
wurde von der Kaiserin Maria Theresia zum kön. Direktor der 
griechisch-orientalischen Normalschulen in dem fünfkirchner Di- 
strikt ernannt 1778 (nach dem Jltxon. cpßcriÄ war er später 
Direktor im raaber Distrikt), im J. 1791 in den ungarischen 
Adelstand erhoben, zugleich mit dem Titel eines Gerichtstafel- 
beisitzers des bä^r und sirmier Komitats beehrt, bekleidete 
zuletzt, nachdem er seines Amtes enthoben und in Pensionsstand 
versetzt ward, die Würde eines Senators in seiner Vaterstadt 
und starb daselbst den 8. Febr. 1826. 

115. Slcplian R<iie wird im J. 1793 als Lehrer der esseker 
Jugend genannt, später wurde er in eben dieser Stadt Pfarrer 
und starb daselbst. 

116. Nikolaj von Slamatovie, gebürtig aus Earlovlc, k. k. 
Officier, starb als pensionirter Oberlieutenant in Peterwardein 
um das J. 1810. 

117* Paal M«rkov StflJadiBOYle, der Abkunft und dem Stande 
nach unbekannt 

118. GrtgoriJ Terlaie» geboren zu Mohol im b4£er Komitat 
den 25. Jan. 1766, studierte die Grammatik und Rhetorik auf 
dem Archigymnasium in Ofen, hierauf die Philosophie und die 
Rechte in Wien, wo er, während er noch den Rechten oblag, 
zugleich die Stelle eines Haussekretärs bei dem kais. niss. 6e* 
sandten am wiener Hofe, FQrsten Dim. Mich. Galicyn, versah« 
Nach dem Tode des Gesandten wurde er mit den Effekten des- 



327 

selben an die Familie des Verfitorbenen nach Ru«aland abge- 
sandt, von wo er indess bald, reichlich beschenkt, nach Wien 
zurückkehrte und eine Anstellung bei der serbischen Typogra- 
phie des Stephan von Novakovic annahm. Nach dem Verkauf 
dieser Buchdruckerei lebte er eine Zeit lang im Hause des Baron 
Balog (?), in dessen Geschäften er eine Reise nach Moskau 
unternahm und dort zwei Jahre lang verweilte. Als er von da 
zurückkehrte, soll er im Auftrage des Erzpriesters Andrej Sam« 
burskij, Hofkaplans der Erzherzogin und GrossfQi-stin Alexandra 
Pavlovna, abermals nach Bussland gegangen und als Hauslehrer 
bei einer* Gräfin in St Petersburg eingestanden sein. Diese 
dreimalige Reise Terlaic's nach Russland beruht bloss auf der« 
wie es scheint, imverlässlichen Angabe bei Boic. Nach seinem 
eigenhändigen Briefe vom 9. Decb. 1800 langte er im Herbst 
dieses Jahres in St Petersburg an, Diess ist gewiss, so wie das» 
dass er einige Jahre darauf, 1803, zum Professor der Geschichte 
und Statistik bei dem kais. russ. Pagencorps in St Petersburg 
ernannt wurde, welche Stelle er bis zum J. 1811 bekleidete. 
Von unbesiegbarem Heimweh befallen und geplagt verliess er 
in dem eben genannten Jahre die russische Kaiserstadt, um in 
sein Vaterland zurückzukehren, starb aber unterwegs in Charkov 
den 28. Septb. 1811. In Russland gab er heraus; £paTioe py« 
tQMjiCfiBO n> CHCxeM. noanaHiio rpaiy^aHCsaro MacTnaro npana 
PocciHy wb Cn. 1810. 8^ 2 Bde.; auch soll er mehreres in der 
Handschrift zurückgelassen haben. (L.BoiöIIaMflTHHn S. 67—77.) 
Emige Stücke aus seinem Nachlasse sind auch in dem J'feroiif 
cp6ccifi abgedruckt worden. 

119. Kosnia Josie (1794), geboren in der kön. Freistadt 
Sombor den I. Novb. 1765 a. St., Lehrer an der serbischen Na- 
tionalschule in Pest seit 1788, lebte im J. 1830 im Pensions- 
stande daselbst 

120. YlkenliJ LnsUnt, gebürtig aus Medak im Ukaner 
Gränzregiment, war eine Zeit lang Pfarrer in Oedenburg , hierauf 
Arehimandrit im Kl. Mesiö bei Temesvär, wo er um das J. 1804 
starb. 



328 

121. Kyrill Zivkorie, Bischof von Pakrac, im J. 1786 er- 
wählt, starb 1808. Er kannte, bemerkt Caploviö, ausser der 
serbischen Sprache nur noch die italienische, und sonst keine. 

122. tteori; Petro¥le (1795), gebürtig aus Nestio im sirmier 
Eomitat, ungarischer Landesadvokat (beeidet den 29. März 

1797 a. St.), hierauf kön. Statthaltereisekretär und zuletzt Censor 
serbischer Bücher in Ofen, woselbst er im J. 1828 starb. 

123. Dlonyf^U Popovie, gebüi-tig aus Serbica in Macedonien, 
ward zuefst Bischof in Belgrad in Serbien, hierauf in Ofen bis 
zum J. 1828, in welchem Jahre er starb. Er kannte ursprünglich 
nur griechisch und lernte slawisch erst spater. Er hinterliess 
mehrere slawoserbiscbe Manuscripte, welche in der bischöflichen 
Bibliothek zu Ofen aufbewahrt werden. 

124. Pelar Pclrovlc (1796), seit 1786 Bischof von Temesvär, 
während der Erledigung des erzbischöflichen Stuhls, vom Juni: 
bis November 1790, Administrator desselben, starb im J. 1798. 

125. EuthymfJ JoaBnevif^ gebürtig aus Neusatz, studierte 
in Grosswardein , ungarischer Landesadvokat (beeidet den 9. 
Decb. 1798 n. St.), Sekretär des neusatzer Bischofs Joannovic, 
und nun seit 1800 Senator der kön. Freistadt Neusatz. Die 
Geschichte Justins übersetzte er in Grosswardein als Hörer der 
Philosophie an der dortigen Akademie. 

126. Lnkian Mosicki (1798), geboren (27. Jänner 1777) zu 
Temerin im bäfter Komitat. Seit 1812 Archimändrit des KI. Si§a- 
Satovac, seit 1828 Bischof von Karlstadt. Er erwarb sich seit 

1798 durch salbungsvolle Oden und Gedichte anderer Art, so- 
wohl im kirchenslawischen als auch im neuserbischen Styl um 
die serbische Dichtkunst grosse Verdienste. Zu bedauern ist, 
dasjs seine Gedichte, einzeln oder in Zeitschriften gedruckt, auch 
handschriftlich verbreitet, bis jetzt nicht gesammelt worden sind. 
Gestorben den 27. März 1837 im 61. Lebensjahre. 



329 

127. Jmbd P<dtkoYM, hiess im Lakoatatide Jakob, aus 
Patnici in Birmien gebürtig, im J. 1830 Hieromooiach im KL 
Gergeteg. 

128. Pclar YllkoYlc, geboren im J. 1754 zu Erlau, wo sein 
Vater Protopresbyter war, studierte die Grammatik und Huma- 
niora am Gymnasium der Jesuiten in seiner Vaterstadt und die 
Philosophie in Wien, ward 1774 Pfarrer in seinem Geburtsorte 
und 1804 in Ofen, in welchem letztem Orte er am 24. Jänner 
1808 a: St. starb. Seine Söhne Michael und Johann kommen 
weiter unten in der Reihe der serbischen Schriftsteller vor. 

129. DfmllrU Nikoli|.|evie IHirvür (1799), geboren in Semlin 
(nach andern stammte er aus Klissura), lebte in Wien und starb 
daselbst im J. 1825. Durch eine testamentarische Verfügung 
liess er seine Büchersammlung unter die Studierenden verthei- 
len. Er schrieb mefareres in griechischer Sprache. Kaiser Ale* 
xander 1. beehrte ihn mit einem kostbaren Brillantenring. 

130. Stephan FereneeYic, gebürtig aus Sombor, Pfarrer in 
dieser seiner Vaterstadt, starb daselbst im J. 1800 den 20. Jan. 

131. NikolaJ LazareTfe, Lehrer in Ofen, starb 1806 den 4. 
März. Er verliess vor seinem Tode den väterlichen Glauben und 
wurde katholisch. 

132. Maxim Rasic, Priester, wird bloss auf der Liste bei 
Boic und Öaplovic als serbischer Schriftsteller namhaft gemacht 

133. GrIgorU Obradovlc (1800), aus Cakovo im temeser 
Komitat, ein naher Verwandte des Dosithej Obradovic, zuerst 
Professor in der Militärgränze, hierauf Direktor der griechisch- 
orientalischen serbischen und walachischen Normalschulen im 
temesvärer Bezirk. Er soll Dosithej*s Fabeln ins Walachische 
übersetzt haben. 

134. Sava Prodanofle, k. k. Feldmarschall-LieutenaDt, starb 
in Ruhestand zu Mitrovic um das J. 1826, soll kurze Biogra* 
phien serbischer Gener&le verfasat haben. JLiTom cp6cnfi I, 42. 



330 

135. fFosif PvUrik von Sfanänd, geboren zxl Neusatz im 
J. 1777, Sohn Demeters von Piitnik, mehrerer Komitate Asses- 
sors, und Bruderssohn des ehemaligen Erzbischofs und Metro- 
politen Moyses von Putnik. Er stammte aus einem alten serbi- 
schen, ton König Ferdinand II. in den ungarischen Adelstand 
erhobenen Geschlechte. Nach Vollendung der Studien auf dem 
evangelischen Lyceum zu Käsmark und auf der kön. pester Uni- 
versität widmete er sich dem geistlichen Stande, und ward zuerst 
Archiniandrit von Gergeteg, hierauf 1805 Administrator der 
verSecer Diöcese, im J. 1808 Bischof von Pakrac, bald darauf 
zugleich Administrator des Bisthums Arad, und 1828 Bischof 
von Temesvär. Er starb am 4. Novb. 1830. (Ueber ihn vgl. 
Caplovic Slav. und Groat IL 155.) 

136. AliuiDasiJ Smkovif» geboren zu Ruma im sirmier Ko- 
mitat am 20. Sept 1773, lernte die ersten Anfangsgründe der 
lateinischen Sprache in seinem Gebatsort, wo damals eine latei- 
nische Grammatikaischule blühte, setzte darauf die Studien in 
Oedenburg an dem dortigen evangelischen Lyceum fort, wo er 
die oberste Klasse der Grammatik, femer die Humaniora absol- 
virte» und hörte hierauf die Philosophie zu Szegedin. Von dem 
Archimandriten Raic angeeifert, begab er sich nach Deutschland 
und studierte Philosophie, Physik u. s. w. an der Universität 
zu Göttingen, wo er auch zum Doctor der Philosophie graduirt 
und bald auch von der mineralogischen Gesellschaft in Jena 
zum Mit^ied aufgenommen wurde. In seinem Vaterlande fand 
Stojkovid die gehoSte und verdiente Aufnahme nicht; seine ser- 
bische Physik, die von dem russischen Kaiser Alexander I. mit 
Wohlgefallen aufgenommen vnirde, lenkte indess die Aufmerk- 
samkeit der russischen Regierung auf ihn, und er wurde im 
J. 1803 als Professor der Physik auf die Universität Charkov 
berufen. In Russland setzte er seine schriftstellerische Thätig- 
keit unermüdet rastlos und mit dem glänzendsten Erfolge fort. 
Er wurde nach und nach Mitglied mehrerer gelehrten Gesell- 
schaften and Akademien des In- nnd Auslandes, und von der 
russischen Regierung von Stufe zu Stufe bis zum Staatsrathe 



S31 

befördert» mit welchem Bange er im J. 1830 za St Petersburg 
lebte. (Vgl. Boi6*B IlaMÄTHHrB S. 81-^96. Dobrovsky's Slovanka 
I. 215 ff.) Von deinen vielen in RassHtnd heransgegebenoi 
Schriften wollen wir hier kurz verzeichnen: B03jQrmirurB ca- 
MHsxi», Xapc. 1807. 8^, Ha^fajiu. ochob. $h9Hch, Xapc. 1809. 8^ 
2Thle., npe,T;oxp. ceöa otb y^aponi Momifl, Xapc, 1810. 8*., P%m 
vh co6p. Xaps. ynRB., XapK. 1811. 4^., IlaMaTi Fpir. Tapjiana 
(lat. und russ. von Lebedinskij), Xapc. 1812. 4^, CscTeMa $h« 
3HCH, Xapc, 1813. 8^, fla^a.iH. ochob, ^mm. AcTpoHOBnn, Xaps. 
1813. 8**., Ha?. OCHOB, M3H?« reorpa«iH, XapK. 1813. 8^, ca- 
paBq-i, C. nereptfypn, 1825. 8^., OTBO^arB MOJiiaH h rpa^ft» 
Cn. 1826. 8^, 3a^^au;effle rpa^OBHX'B oTB0Ä0B^t CH, 1826. 8^., 
Hsjosenie chocoöob'b o6e3Bo;(HeHU[ Mocpeft noroii ete.» Cn. 
1827. 8^. etc. 

137. fieorgU ChranislaT (1801), wurde geboren zu Rama 
im sinnier Komitat im J. 1775 und biees im Laienatande (Hl- 
Trili. Er war in den Jahren 1804—1811 Professor an dem kar^ 
lovicer Gymnasium und trat darauf 1811 in den Mönchsorden. 
Vom Archimandriten des El. Rakovac in der FruSka-gora wurde 
er im J. 1828 zum Bischof von Pakrac ernannt. 

138. M^seJ IgDJataTfe wurde xa Vukovar im sinnier Ko- 
mitat im J. 1777 geboren, und absolvirte die Studien zu Essek 
und Fünfkirchen; im J. 1802 wurde er als Lehrer der obersten 
Ni^rmalschole in Neugatz angestellte 

139. AnlOD Josir^vie aus Ofen, studierte die Hechte in 
Pest und ward Praktikant bei der kön. Statthalterei in Ofen, 
woselbst er auch vor dem J. 1815 starb. 

140. JoannikU Alilkovle, Hegumen des Kl. Yojiovica, starb 
um das J. 1820. 

141. AtbanasU Neskovie aus Jazak im sirmier Eomitat, 
studierte in Pest, Raab, Pressburg und Oedenburg, lebte 1810 
bis 1812 als deutscher Sprachmeister in Pest, und wurde darauf 



332 

zum Lehrer (ter deutschen Sprache und Literatur a» dem 
gräflich FestetkS'schen Stipendiat-Institut ernannt; gegenwärtig 
hält er sich als Privaterzieher und Sprachlehrer in Pest auf. 

142. Paol Hadzi^ (1S02), geboren zu Earlovic um das 
J. 1780, studierte auf der Universität in Pest, wurde Archiman- 
drit von Gergeteg, und starb im M. Oktober 1818 zu Pan&evo, 
begraben im Kl. Vojlovica (?). 

143. ftlurko Dobric (1803) wird in dem Verzeichnisse bei 
Boiö und Caploviö als serbischer Schriftsteller angeführt. 

144. JoaBB Lasarevic, Professor der Humaniora am Gy- 
mnasium in Karlovic. Er verfasste in serbischer Sprache, so viel 
mir bekannt, bloss einzelne, auch schon hie und da in Sam- 
melwerken gedruckte Gedichte und Lieder; deutsch schrieb 
er! Versuch über den Ursprung des Kgr. Serbien (eigentlich 
des serbischen Volkes), in Ludw. v. Sehedius Zeitschrift von und 
für Ungarn, Pest 1803. 8^ Bd. 3. S. 146—166. 

145. (ieorgfj Michaljevic, gebürtig aus Kroatien, war eine 
Zeit lang Setzer in der Universitäts- Buchdruckerei in Ofen 
(1803—1813), verliess dann die Stelle, Stadt und Frau, und 
begab sich nach Serbien. 

146. Georgy Zaeharievie oder Papa-Zaeharia oder Zaeharfai- 
des, früher Lehrer an der griechischen Nationalschule zu 
Semlin (1803 ff.), hierauf an der serbischen Schule zu dabac in 
Serbien (1824 ff.). 

147. Joann Berie (1804), schrieb sich früher Popovie, ge- 
boren zu Brestovac im bä£er Komitat im J. 1786; studierte in 
Maria-Theresiopel, Ofen, Pressburg und Pest, Doctor der Phi- 
losophie und im J. 1830 Aktuar bei der kön. Oberschuldirektion 
und Deputation für den griechisch-orientalischen Scbulfond in 
Ofeu. 



333 

14a SaTilil KoraeeTi^, geboren zu Ireg im sinnier Komitat 
im J. 1770, von Profession ein Buchbinder, lebte im J. 1830 in 
Semlin» der serbischen Schriftstellerei con amore ergeben. 

149. Sara Poporic steht in dem Verzeichnisse serbischer 
Schriftsteller bei Boic und Caplovid. Ich weiss nicht, ob er 
identisch sei mit dem gleichnamigen neusatzer Pfarrer und Kon- 
sistorialassessor, der im J. 1807 im 40. Jahre seines Lebens in 
der letztgenannten Stadt starb. (S. JltTon. cpficEit HI. 28.) 

150. Panl Solaric, geboren um das J. 1781 zu Velika Pi- 
sanica in Kroatien , Schüler des Dosithej Obradovid , lebte als 
Privatgelehrter, ganz seinen Studien und der Schriftstellerei 
hingegeben, in Venedig, und starb daselbst den 6. (18.) Jänner 
1821, nicht Tolle 40 Jahre alt. 

151. Sava (ieorgievie (1805), war damals, als er sein Büch- 
lein schrieb (1805), Kleriker in Karlovic; seine spätem Schick- 
sale sind unbekannt 

152. DiniitrU Nalbanovic, gebürtig aus Ofen, studierte in 
Karlovic die Theologie, und ward Lehrer in Ofen, wo er vor 
dem J. 1815 starb. 

153. Miloran Yidakorie, geboren zu Nemenjikutje in Serbien 
im J. 1780, studierte in Neusatz, Teniesvär, Szegedin und Käs- 
mark, und verweilte tiach Beendigung des juridischen Kurses 
als Privaterzieher an verschiedenen Orten Ungarns; im J. 1817 
wurde er Professor der Grammatikalien am Gymnasium in Neu- 
satz, welche Stelle er bis zum J. 1825 bekleidete ; seitdem pri- 
vatisirte er, mitunter als Hauslehrer, abwechselnd in Temesvär, 
Semlin, Karlovic u. s. w. Er starb 1842. 

154. Joakim Vuic, geboren zu Baja im bäöer Komitat 
den 9. Septb. 1772 a. St., besuchte zuerst die Schule in Kaloöa, 
studierte hierauf die philosophischen Wissenschaften am evan^ 
gelischen Lyceum in Pressburg unter den Professoren Georg 
Stredko, Stephau Säbel und Stephan Fat>ry 1792—1794; im 

6afa«k. Literaturgeschichte. UI. Band. 23 



334 

J. 1797 wurde er Lehrer der lateinischen Oberklasse in Futak, 
hierauf 1798—1801 drei Jahre lang Lehrer der lateini3chea 
Schule in Alt-Becse; von da begab er sich nach Triest, kehrte 
aber 1806 nach Semlin zurück und wurde hier als Lehrer der 
2. Klasse 1807 angestellt^ musste jedoch nach zwei Jahren seine 
Stelle aufgeben, worauf er sich zuerst nach Pest als Sprach- 
lehrer, hierauf nach Sankt -Andrä verfügte, wo er bis 1830 
lebte. 

155. Stephan Philippovie (1806), aus Huma im sirmier Eo- 
mitat, geboren im J. 1787, studierte am Gymnasium zu Karlo- 
vic und die Philosophie an der Universität in Pest, wurde 1807 
bis 1813 Sekretär des Senats in Serbien, und war im J. 1831 
Ortsrichter und Lokaldirektor der Nationalschulen in seinem 
Geburtsort. 

156. ATraam Maximovic, geboren in Sombor den 9. Sept 
1772 a. St., war im J. 1830 Pfarrer in dieser seiner Vaterstadt, 
Katechet am dortigen pädagogischen Institut, bischöflicher Konsi- 
storial-Assessor und Mitglied der Gartengesellschaft in Frauendorf. 

157. NikoliU Simic, geboren zu Sombor den 6. Decb. 1771 
a. St^ ungarischer Landesadvokat (beeidet den 3. Sept 1811 
n. St.), in Jüngern Jahren Officier in kais« russ. Diensten, zuletzt 
Senator und eine Zeit lang Stadthauptmann in seiner Vaterstadt. 

158. eavriil Bajcevic (1807), gebürtig aus Neusatz, Direktor 
der griechisch -orientalischen Normalschulen im bäöer Distrikt. 

159. Gerasim von Beckereki, früher im Laienstande Georg, 
geboren um 1775, Hieromonach im Kl. Gergeteg. 

160. Joann AUianasiJev Dosenovie, gebürtig aus dem Ge- 
biete Lika, studierte die Philosophie in Padua, trat hierauf in 
den geistlichen Stand und ward Priester in seiner Heimath; er 
starb zu Ofen zwischen 1811—1814. 



333 

161. iarofl JeleBi^, im J. 1607 Diaftoü zu Triest; seine 
spätem Schicksale sind mir unbekannt 

162. Ephrem Lazareviii, Normallehrer zu DivoS im sirmier 
Eomitat (1807 ff), hierauf Lehrer zu Earlstadt (1810 ff.), starb 
in Divoä. 

163. Manail Maleserlc, früher (1807) Pfarrer in Raab, 
dann Pfarrer und Protopresbyter in Stuhlweissenburg , so wie 
Beisitzer des ofoer bischöflichen Konsistoriums. 

164. Joami PopATie, Senator der kön. Freistadt Maria- 
Theresiopel. 

165. Pelar Saranda, gebürtig aus Neusatz, Adjunkt beim 
städtischen Kassaamt in seiner Vaterstadt 

166. AtbaiiasiJ Tlaborie, geboren zu Paraga im bäier Ko- 
mitat, studierte in Pest, wo er zum Doctor der Philosophie 
gradttirt wurde, war im J. 1830 Pfarrer in Alt-Becse, des bischöfli- 
chen ofoer Konsistoriums Assessor, so wie der philosophischen 
Fakultät an der pester Universität Ehrenmitglied. 

167. JHicbail 6. Ba|adzi (1808), geboren zu Ofen, ursprüng- 
lich aus einem macedo-wlachischen Geschlecht, lange Zeit hin- 
durch Lehrer der griechischen Jugend in Wien, hierauf Lehrer 
der altslawischen Sprache bei dem Herzog von Lucca. Er gab 1813 
eine romanische oder macedo-wlachische Sprachlehre in Wien, 
femer eine kurzgefasste neugriechische Sprachlehre, Wien 1823. 
8^, nebst noch einigen andern Schriften heraus. 

168. KoBNlanlin Marinkovie, geboren zu Neusatz um das 
J. 1784, absolvirte die Humaniora am Archigymnasium zu Ofen, 
studierte hierauf die Philosophie am evangelischen Lyceum in 
Käsmark und die Theologie an der Klerikalanstalt in Karlovic; 
war im J. 1830 Pfarrer und bischöflicher Konsistorialassessor, 
so wie Gymnasialkatechet und Exhortator in Neusatz. 

169. Milos PopoTic, gab als Jurist (1808) drei Gedichte 
heraus, und war später Ortsnotar im sirmier Komitat. 

23* 



336 

170; Joan RokoHlar, gebürtig aus Pest, Handelsmann, 
lebte im J. 1830 in Sankt- Andrä. 

171. Joann Ziikovie, geboren zu Dalja den 18. Oktb. 1767 
a. St., war früher Professor am Gymnasium in Earlovic, hierauf 
Lehrer der slawischen und deutschen Sprache und des Styles 
an der kön. griechisch-orientalischen Präparandenschule zu Som- 
bor, wo er gegenwärtig noch im Amte ist. 

172. DimitrU StephaB^tie, Pfarrer in Neusatz. 

173. Ertbymij Joannovie (1809), geboren zu Euveidin im 
sirmier Eomitat am 20. Jan. 1773 a. St., studierte die Gram* 
matik und die Humaniora am k. Gymnasium in Neusatz, darauf 
die Philosophie in Szegedin und die Theologie in Karlovic; im 
J. 1798 wurde er Professor am karlovicer Gymnasium, und im 
J. 1806 Priester und Pfarrer in Karlotic, im J. 1811 Erzprie- 
«ter zu äid und sirmier Komitats- Assessor, 1812 in gleicher 
Eigenschaft nach Semlin versetzt und 1814 zum Beisitzer des 
«rzbischöflichen Konsistoriums, 1817 aber zum Beisitzer des 
Appellatoriums ernannt. 

174. Benedikt Kraljeriö (1810), gebürtig aus Serbien, Bi- 
schof von Dalmatien. ' Er scheint derselbe Bischof zu sein, der 
1806 aus der Türkei nach Oesterreich floh, in Fenek wohnte 
und Priester creirte. 

175* Aleks. .MaksiniOY oder Alakslmevic ist mir als serbi- 
scher Schriftsteller bloss dem Namen nach aus dem MuSicki'- 
iächen Verzeichnisse ()bei Boic und Caplovic kommt er nicht vor) 
bekannt. 

176. Sava McrkalJ, Lehrer in Kroatien. Einige sehr kurze 
Aufsätze über serbische Orthographie stehen von ihm in Davi- 
dovic's serb. Zeitung 1817. N. 41. 

177. Panl Kengelae (1811), geboren um das J. 1763, Ar- 
chimandrit des St Georger Klosters in der t^njesvärer l)iöcese 
und des temeser Komitats Gerichtstafel-Assessor. 



337 

178. Vasiiy Kovaeic, geboren in SombQt den 13. Juli 1779 
a. St, Mfaer Pfarrer und Erzpriester in Szegedin^ dann Pfarrer 
and. Erzpriester in seiner Geburtsstadt 

179. Dimitrij Dav!do?ic (1812), geboren zu Senilin (12. Okt 
1789), studierte auf dem Gymnasium in Earlovic, hierauf die Phi- 
losophie und Medicin an der k. Universität in Pest (1808 — 1812). 
Später ging er nach Wien, wo er sich ganz dem literarischen 
Interesse der serbischen Nation weihte. Mehrere Jahre hindurch 
redigirte er und besoi^te den Druck der serbischen Zeitung, 
und zwar 1813 — 1816 in Verbindung mit Demeter Fru6i6, dann 
1817 — 1822 allein. Zu gleicher Zeit veranstaltete er auch die 
Herausgabe mehrerer anderer, sowohl eigener als fremder Weilce. 
Um eine eigene serbische Bnchdruckerei errichten zu dürfen, 
lernte er selbst die Buchdrnckerkunst Als seine Unternehmung 
ge^, besonders, in ökonomischer Hinsicht, nicht den erwünschten 
Fortgang hatten, verliess er Wien 1823 und begab sich nach 
Serbien, wo er eine Anstellung in der Kanzlei zu Kragujevac 
erhielt Seit 1826 war er CTSter Sekretär des Fürsten von Ser- 
bien, Miloi Obreooviii, besonders für die auswärtigen Geschäfte 
bestimmt In Angelegenheiten des Landes und des Fürsten 
machte er mehrmal Geschäftsreisen nach Konstantinopel. Er war 
der serbischen, russischen, deutschen, französischen und lateini- 
schen- Sprache mächtig. Die* öffentliche Meinung, sagt Pirch, 
nannte ihn kühn im Vertreten seiner Ansicht, voll Feuer für 
seinen Beruf, einen schnellen und ausdauernden Arbeiter, einen 
guten Hausvater und einen treuen Freund. Er besass das allge- 
meine Vertrauen in eben dem Grade, wie das des Fürsten. Er 
starb am 25. März 1838 in Smederevo. 

180. Uros Stephan von Neslorovic, geboren zu Ofen im 
J. 1762, studierte zu Ofen und Oedenburg, und wurde zuerst 
als Kancellist bei der ehemaligen illyrischen Ilofkanzlei ange- 
stellt, dann ward er bei der ungarischen Hofkanzlei Agent, zu- 
letzt wurde er den 12.' Februar 1810 zum öberdirektor der 
griechisch-oHentalischeti Nationalschulen im Kgr. Ungarn ernannt ; 



338 

er starb am 8. Aug. 1825 zu Ofen als kön, Rath, Oberinspektor 
der griechisch-orientalischen Nationalschulen in Ungarn, Direktor 
der somborer und arader Präparanden-Schulanstalten und Prä- 
sidenten-Stellvertreter der die Fonds besagter Schulen verwal- 
tenden Deputation. Selbst ein Mann — heisst es in seinem Ne- 
krolog -— von höherer, gründlicher und vielseitiger Bildung, 
setzte er den ganzen Zweck seines Lebens in den Eifer, dieselbe 
unter seinen Nationalen und Glaubensgenossen zu verbreiten; 
dieser edle Eifer war der Stolz aller seiner Anstrengungen, und 
ihr Gedeihen sichert seinem Andenken einen Ruhm zu, der von 
kdnem ähnlichen verdunkelt werden kann. (Ofner Zeitung 1825.) 
Nach andern zuverlässigeren Nachrichten war er zwar ein ange- 
nehmer Unterhalter in gesellschaftlichen Kreisen, aber ohne alle 
wissenschaftliche. Bildung, und im Fache der Pädagogik und 
Didaktik vollends ein Idiot. Die höheren Anstalten, denen er 
vorstand, oder die Präparandenschulen , hinterliess er im Zu- 
stande völliger Auflösung. 

181. DiinitrtJ Frosie (1813), geboren im J. 1790 zu DivoS 
im sirmier Komitat, studierte die Philosophie und Medicin an 
der kais. Universität in Wien, wurde zum Doctor der Medicin 
graduirt, und war eine Reihe von Jahren bei dem städti- 
schen Spital in Triest als Primärarzt angestellt. Während er in 
Wien den Studien oblag, redigirte er 1813 — 1816 gemeinschaft- 
lich mit Dimitrij Davidovic die serbische Zeitung. In Triest 
verfasste er ein philosophisch-mediciniscbes , noch ungedrucktes 
Werk „Ueber den Menachen''. Er starb 1838 in Triest. 

182. Simon Petrovie, beeideter Landesadvokat (am 23. Sept. 
1792 n. St.), Senator in Temesvär. 

183. Peter Runjanin, Pfarrer zu Kuzmin im peterwardeiner 
Gränzregiment (1813—1828). 

184. KusUehia Arsic (1814), Gemahlin des Senators und 
Stadtrichters zu Alt-Arad, Sava Arsic, die erste unter den Ser- 



336 

binnen, wdche als Schriftstellerin auf dem Gebiete der National- 
literatur auftrat. 

185. Vasali) Bnlie, geboren zu Vrbas im bä£er Komitat im 
J. 1785, absolvirte die medicinischen Wissenschaften, und ward 
Professor der Arithmetik, Mathematik, Physik und politischen 
Geographie, so wie auch der ungarischen Sprache an der Prä- 
paranden- Anstalt zuerst in St. Andrä (1813), hierauf in Sombor 
(1817—1826), an welchem letztern Orte er den 6. März 1826 
starb. 

186. UlalheJ DamJaDOYic, Lehrer zu NeStin im sirmier Ko- 
mitat. 

187. YasiliJ DamJanoYic, Lehrer zu St. Andrä, starb im 
J. 1830. 

188. Dimilrij IsajIoYic, geboren zu Daija im veroviticer Ko- 
mitat, den 26. Oktb. 1783 a. St., zuerst Professor am Gymnasium 
in Karlovic 1808 — 1814, hierauf Professor der Pädagogik und 
Geschichte am kön. serbischen Pädagogium in St. Andrä und 
Sombor, von wo aus er im J. 1830 einem Rufe nach Serbien, 
als Director der Nationalschulen und Erzieher der Söhne des 
Fürsten MiloS folgte. Im Herbst des Jahres 1831 wurde er zum 
Censor bei der Typographie in Belgrad ernannt. 

189. GrigoriJ Jaksie, gebürtig aus Gran („studuit in tote 
mundo^, heisst es von ihm in den mir mitgetheilten Nachrichten), 
kais. russischer OfiScier und Ritter des Maltheser^Ordens. Auaser 
seinen aerbischen Oden und Liedern sind mir folgende russische 
bekannt: O^a na cjiy^afi noxaiOBanifl £ro Biicoconpeoca« H»- 
xaHja MinponojiuToirb C. IIeTep6jpccHM%, CU. 1818. 4^, CJieaii 
KOimiBft Efl Beji. EEaTepHUH lIaB.ioBHu, copcieaH BHpTeMCn 
CU. 1819. 4^., C.ie3H HeaaöBeHUOfl tKrh Teopria UerpoBMa 
QepHaro, firamaro Bepxonuaro Box^a cep6» napoAa, Cn. 1817. 
4^, HaoiflHie qyncTBOB. npH cjiyMaft pox«. Ero Bucoü, B. £• Aae- 
xeaHApa HHKOJiaeBE^a, CII. 1818. 4^. 



340 

190. Viik St^iibaDOVic Karadzic, geboren im Dorfe Träic im 
Gebiete Jadar in Serbien den 26. Okt. 1787 a. St., Sohn 
eines Landmanns, genoss seine wissenschaftliche Bildung in 
Earlovic am dortigen Gymnasium und setzte seine Studien in 
Belgrad fort. Frühere Strapazen in den ersten Jahren des Auf- 
standskrieges hatten ihm eine Lähmung des rechten Fusses und 
der rechten Hand zugezogen; das üebel wurde ärger, und er 
musste das Bad von Mehadia gebrauchen, wodurch er etwas 
genas. Späterhin ging er auch nach Peterwardein, um sich von 
dortigen Aerzten heilen zu lassen» wiewohl auch diese sein 
Uebel nicht völlig heben konnten. Man gab ihm darauf eine 
einträgliche Stelle im Gränzzollamte bei Vidin, die er einige 
Jahre lang bekleidete. Nach Serbiens Unterjochung begab er 
sich nach Wien, traf dort eine mit ihm verwandte junge Serbin, 
die eine Menge der kleinern Frauenlieder wusste, ihm mittheilte, 
und den früher schon gefassten Gedanken, die Volkslieder seiner 
Nation zu sammeln, aufs neue in ihm rege machte. Er gab nun 
1814 die erste kleine Sammlung heraus, die in Wien gedruckt 
wurde, und benutzte seinen Aufenthalt in Wien, sich in der 
deutschen Sprache zu vervollkomnmen. Bald darauf erschien 
seine serbische Grammatik, späterhin sein serbisch-lateinisch- 
deutsches Wörterbuch. Der Beifall, womit die Volkslieder auf- 
genommen wurden, feuerte ihn an, deren mehr zu sammeln, 
und so erschienen später in Leipzig, wohin er zu diesem 
Zwecke reiste, die drei Bände serbischer Volkslieder im Drucke. 
Inzwischen hatte er sich mit einer gebornen Wienerin verheira- 
thet, lebte in Wien als Privatgelehrter und beschäftigte sich fortr 
während mit der Literatur seines Vaterlandes. (Gerhard's Vila 
11. ^12—313.) Im Sommer des Jahres 1819 unternahm er eine 
Reise nach Russland, verweilte einige Zeit in Moskau und Pe- 
tersburg, und kehrte 1820 nach Wien zurück. Später hielt er 
sich abwechselnd in Wien und Serbien auf, im Genüsse einer 
Pension vom nissischen Kaiser Nikolaus und einer Unterstützung 
von Seiten des Fürsten MiloS Obrenovic. Im Jahre 1830 begab 
er sich gänzlich nach Serbien und wurde am 1. April 1831 a. St 
vom Fürsten zum Präsideuten des Gerichtes der Nahija und der 



341 

Stadt Belgrad ernannt, welche. Stelle er indess im Herbste 1831 
freiwillig niederlegte und vorerst nach Semlin snrückkehrte. 

191. Joann lliokovie, gebürtig aus Sirmien, war zuerst 
Lehrer in Semlin, hierauf Sekretär bei Ephrem Obrenoviö in 
§abac, und starb als solcher um das J. 1825. 

192. Stephan Zivkovie, gebürtig aus Serbien, k. k. Ofilcier 
(nach Andern ein Beamte), begab sich später nach Russland, 
nnd würde dem Vernehmen nach bei einer Lehranstalt in Odessa 
angestellt. Andern Nachrichten zufolge soll er um das J. 18^ 
zu BukureSt gelebt haben. 

193. Pelar A&inarkovic, geboten zu Baja im bäier Komitat, 
des biharer Komitats Gerichtstafelbeisitzer, lebte 1830 zu Ofen. 

194. Plalon Atlianackovic (1815), vor dem Eintritt in den 
Mönchsstand Paul, geboren zu Sombor den 29. Juni 1788 a. St., 
von 1812 bis 1829 Professor und Katechet am kön. serbischen 
Pädagogium früher zu St. Andrä, später zu Sombor, wie auch 
Pfarrer in dieser seiner Geburtsstadt; seit 18^9 aber Hiero- 
monacb im Kl. KruSedol. 

195. Lazar Boic, gebürtig aus Dobanovci in Slawonien, 
studierte in Karlovic und auf der pester Universität, wurde 
hierauf Pfarrer in seinem Geburtsort, und später des Baron 
Radoäeviö'schen Regiments Feldkaplau. 

196. Nikoli^ HesaroYie, gebürtig aus Ireg im sirmier Ko- 
mitat, Lehrer zu St. Andrä, starb im J. 1820. Er hinterliess 
in der Handschrift mehrere kleine Dramen. 

197. Weorglj Popovlc, gebürtig aus Paöfr, Paroch zu Senta 
im bäßer Komitat und bischöflicher Konsistorial-Assessor. Er 
verfasste auch ein lateinisches Gelegenheitsgedicht zu Ehren 
des Erzbischofs und Metropoliten Stephan Stratimirovic von 
Kulpin. 

198. Radonif, ein Serbe ans der Türkei. 



342 

199. Proki^p Bolifi (1816), Arcbimandrit des El. Bakovac, 
des temeser, kragover und sirmier Komitats Gericbtstafelbeisiz- 
zer, so wie auch des erzbischöflichen Konsistoriums Assessor, 
starb den 14. (26.) Oktb. 1818. 

200. Polar smsic, früher Ortsnotar, dann beeideter Lan- 
desadvokat (seit ungefähr 1823), wohnhaft zu Senta im bäöer 
Eomitat. 

201. Michail VhkoTle, geboren zu Erlau den 14. Aug. 1778, 
Sohn des oben angeführten Petar Vitkoviä, studierte in seiner 
Geburtsstadt, hierauf zu Ofen und Pest, und ward nach Vollen* 
düng des juridischen Kurses Tabular- Advokat (seit Juni 1803) 
in Pest, woselbst er am 28. August 1829 starb. Durch seine 
Schriften in ungarischer Sprache, besonders durch seine Fa- 
beln und andere kleine Gedichte, hat er sich einen ungleich 
grösseren Ruhm erworben, als durch seine höchst mittelmässi- 
gen schriftstellerischen Leistungen in der serbischen angebornen 
Mundart. 

202. Paul ßeric (1817), gebürtig aus Mohol im bäier Eo- 
mitat, studierte in Ofen und Pest, ward ungarischer Landes- 
advokat (beeidet den 26. Juni 1821 n. St.), und im Sommer 
des Jahres 1830 erzbischöflicher Sekretär in Earlovic. 

203. Paul GcorgicYlc Lazarcvlc (1818), Verfasser einer Rede, 
sonst gänzlich unbekannt. 

204. Panlclgmon MichaJIovic, Lehrer zu Bdta (Bätta? oder 
Battyän? — im Serbischen BaTaflbCKifl). 

205. Lazar Michalovic, im J. 1818 Jurat; den fernem Le- 
bensumständen nach unbekannt. 

206. Joann Popovlc iMoslarski aus Paöfr, studierte zu 
Maria-Theresiopel, Szegedin und Pest, beeideter Landesadvokat 
(am 19. Decb. 1823 n. St.), wirkte eine Zeit lang als praktici- 
render Rechtsanwalt in Pest» ward hierauf in den Jahren 1828 



343 

bis 1830 Sekretär bei dem Bischof von Dalmatien, Hr. RajaÖid 
in äibenik) und lebte später im PriyatstaDde. 

207. DimllrU Pantelfjmon Tirol, geboren zu Cakovo im 
temeser Komitat, wohnte lange Zeit in Temesvar, früher als 
Kaufmann, darauf als Büeberschreiber von Profession; .im J. 1830 
begab er sich jedoch nach Serbien und wurde bei Ephrem 
Obrenovid in l^abac als Kinder -Erzieher und Lehrer ange- 
stellt. 

208. DimilrU Nesle (1819), in dem genannten Jahre Jurat 
in Pest, dann ungarischer Landesadvokat und Hauptmanns- 
Auditor zu Mitrovic. 

209. Grlgorvl Gersic (um 1819—1820), Direktor der serbi- 
sehen Nationalschulen im sirmier Distrikt, wohnhaft in Karlovic. 

210. Peter KuzmanoTW (um 1819—1820), Pfarrer zu Vu- 
kovar. (Ygl. Ephrem Kuzmanoviö am Ende.) 

211. Petar D^rrar (1820), seinen Lebensttmständen nach 
unbekannt. 

212. Milos Lazarevli^, Sohn d(>s oben angeführten karlovicer 
Professors Joann Lazarevii, geboren im J. 1801 in Karlovic, 
studierte in Karlovic, in Säros-Patak am reformirten Kollegium 
und in Wien, und war seit 1828 Lehrer an der serbischen 
Schule in Semlin. 

213. GrigoriJ Lazic, geboren im Dorfe Cerevid im sirmier 
Komitat im J. 1796, studierte, nach zurückgelegtem Gymnasial- 
kurse, die Theologie in Karlovic 1816—1817, and Jahr darauf 
die Philosophie in Erlau; im J. 1819 trat er das Amt eines 
Normallehrers in Karlovic an, und wurde zwei Jahre später 
zum Professor am dortigen Gymnasium befordert. 

214. Sevasliail Ute, hiess im Laienstande Samall, geboren 
zu Senta im h&i^r Komitat, früher Lehrer au der serbischen 



344 

StadtscI^ule in Karlstadt, hierauf Mönch und biscfao^icher Ar- 
chidiakon in Plafiki, Konsistorialnotar, Professor der Theolo* 
gie, Mitglied der Gartengesellschaft zu Frauendorf; seit J. 1832 
Hegumen im El. Gomirje. 

215. Lazar Ulllelle, Landesadvokat (beeidet den 18. Juni 
1803 n. St.), des agramer Eomitats Gerichtstafelbeisitzer, und 
Sekretär des eheofialigen Bischofs von Kroatien Moises Miokovi^. 

216. Uros Makslmovic aus Sombor, geboren den 15. August 
1802, starb als beeideter Magistrats-Kancellist in seiner Vater- 
stadt den 15. November 1821. 

217. EvthymU Popovic (1821), geboren im J. 1797 zu Kar- 
lovic, absoivirte die philosophischen und theologischen Studien, 
und bekleidete das Lehramt bei der serbischen Stadtschule 
in Triest; im J. 18:i2 verliess er seine Stelle und ging nach 
Montenegro. 

218. Jeanii SoliCi dem Vernebmen nach Buchhalter in Wien, 
soll sich später nach Serbien begeben haben. 

219. Athanasi) Theodorovic, geboren zu Ruma im sirmier 
Komitat im J. 1801, studierte die Philosophie und die Jurispru- 
denz an der kön. Universität in Pest, wurde Doctor der Philo- 
sophie (1823), Landesadvokat (beeidet 1829) und im J. 1824 Pro- 
fessor am Gymnasium in Neusatz, welche Stelle er im April 
1832 verliess und sich nach Serbien begab. 

220. Pelar Joannovie (1822) aus Neusatz, geboren um 1801, 
studierte die Philosophie auf der Universität in Pest, und die 
Jurisprudenz auf den Akademien in Grosswardeiu und Kaschau, 
Doctor der Philosophie und ungarischer Landesadvokat (beeidet 
1830), seit 1824 Professor am Gymnasium in Neusatz. 

221. GetM'g Magarasefle, geboren im S. 1793 zu AdaSevci 
im peterwaf deiner Gränzri^iment, wo sein Vater Pfarrer war, 



S46 

studierte am Gymnasium in KarloTic und die Philosophie in 
Pest an der kön. Universität, hierauf besuchte er ein Jahr lang 
die theologische Klerikalanstalt in Karlovic, wurde inzwischen 
im J. 1813 zum supplirenden Gyronasialprofessor in Earlovic 
befordert, und hierauf im J. 1817 als ordentlicher Professor an 
das neuerrichtete griecbisch-orientalische Gymnasium in Neusatz 
versetzt, wo er als Professor der 1. Humanitätsklasse den 6. (18.) 
Jänner 1830 starb. 

222. Ignaz Jeanovif aus MoSorin im i^ajkisten- Bataillon, 
geboren um das J. 1791, studierte am Gymnasium in Karlovio, 
hierauf die Philosophie in Szegedin und die Geometrie in Pest; 
seit 1818 Professor der Grammatik am Gymnasium in Neusatz. 

223« Georg GeorgieTf6 ans Alt-Futak, geboren um 1790, 
studierte am Gymnasium in Karlovio, ward hierauf zuerst Nor- 
mallehrer in Neusatz und später Professor der Grammatik am 
dortigen Gymnasium. 

224. Slephan Mtlosevie» nennt sich^HHOBHHiTB, und scheint 
Officier in der Gränze (Neu-Gradiska) gewesen zu sein. 

225. Jeann Vilkovic aus Erlau, Sohn des obengenannten 
Petar Vitkovi^, geboren den 5. September 1785, studierte in 
seiner Geburtsstadt, und war 1830 Pfarrer in Ofen und bischöfli- 
cher Kpnsistorialrath. 

226. Avraaoi Brankoric (1823), aus Fraojevo (Vranjevo) im 
torontaler Komitat, studierte zu Karlovic, Szegedin und Käsmark^ 
hielt sich als Jurat eine Zeit lang in Pest auf und schrieb dort 
mehrere seiner Werke; im J. 1830 begab er sich nach Serbien 
in der Hoflfuung, bei der neuzuerrichteaden Buchdruckerei in 
Belgrad eine Anstellung zu finden. Er starb im Monate Juli 
1831 als Distriktsschreiber in Brusnica in Serbien an einem 
Schlagfluss, den er sich durch unzeitiges Baden im kalten Wasser 
zugezogen haben soll. 

227. RTgeny DivkOTie, geboren zu Biy'a im b^er. Komitat, 



346 

Tabular^Advokat in Pest (beeidet den 6. März 1815 n. St) und 
graflich Battyaniscber und Vtesey'scher Fiskal, so wie auch k&n. 
Fiskal bei der griechisch-orientalischen Scfauldeputation. 

228. Gerasim Zclfc, geboren in 2egar, einem Borfe in dem 
ehemah'gen venetianischeo Dalmatien, am 11. Juni 1752 a. St., 
Hieromonach 1778, Archimandrit von Krupa in Dalmatien und 
gewesener General-Vikar der griechisch-orientalischen Kirchen in 
Dalmatien und in der Bocca von Cattaro (1795—1811), starb 
in Ofen 1827. Er hat sein an Wanderungea und Schidssalen 
verschiedener Art überreiches Leben selbst in gemeiner serbi- 
scher Sprache ansfiihrlich beschrieben in dem Nr. 680 ver- 
zeichneten Buche, aus welchem in den Wiener Jahrb. d. Lit 
1826 Bd. 36 S. 113—199 ein sehr lehrreicher Auszug (von B. 
Kopitar) steht. 

229. Theodor AthaBatkoile (1824), damals Kleriker und 
Privaterzieher. 

230. Joanii Hadzid (1825), als Schriftsteller unter dem 
angenommenen Namen Mtlos Svelic bekannt, geboreo am 8. Sept 
1799 a. St. in Sombor, studierte am Gymnasium in Karlovic, 
hierauf an den Universitäten zu Pest und Wien, Doctor der 
Rechte (1826), und sowohl österreichischer als auch ungarischer 
Landesadvokat (letzteres seit 27. Juli 1826 n. St.), im J. 1830 
Konsistorialfiskal und Gymnasialdirektor in Neusatz. 

231. VaslliJ Joannovie ans Semlin^ geboren den 29. Decb. 
1792 a. St., widmete sidi, nach Beendigung der gewöhnlichen 
Scbulstudien, eine Zeit lang dem kaufmännischen Fache, aber 
von Liebe zu Literatur und den Wissenschaften angetrieben, 
vierliess er dasselbe nach einigen Jahrea, besuchte die theologi- 
sche Lehranstalt in Karlovic, ward Novic im Kl. Gergeteg, kehrte 
indess bald darauf auf Verlangen seiner Eltern nach Semlin 
zurück, und wurde in dieser seiner Vaterstadt Lehrer 1812. 

232. Stephan Stephanovie aus Neusatz, studierte am dor- 
tigen Gymnasium, hierauf die Philosophie und Geometrie in 



S47 

Pest, und starb eines frflhzeitigen Todes im J. 1826* Von ihm 
sind mehrere Gedichte in dem Mtohhci cptfcrifl erschienen. 

233. Paler Matl6 (1826), gebürtig aas Brngula im sirmier 
Komitat, Sohn des dortigen Pfarrers, studierte die Rechte an 
der Universität in Wien und wurde später Syndicus zu Kostaj- 
nica in Gränz-Eroatien. 

234. SimeoB MtlotfnoTie ward zu Sarajevo in Bosnien den 
3. Oktb. 1791 a. St. geboren. Sein Vater, Milutin, gebürtig aus 
dem Dorfe Roianstvo, u2icer Nahija in Serbien, wurde, nachdem 
beinahe die ganze Verwandtschaft an der Pest ausgestorben 
war, von einer Tante anferzogen und vom Grossvetter Dragutin 
nadi Sarajevo geschickt, um dort Handwerk zu lernen, wo er 
aber Kauftnann ward. Hier heirathete er Angelija, eine Tochter 
des Jovan Srdanoviö Bajov aus dem Dorfe Srdevid in Hercego- 
vina (jedoch in Sarajevo geboren) und erzeugte mit ihr den 
einzigen Sohn Simeon. Im zweiten Jahre Simeons fliehen die 
Eltern vor der Pest nach §vrakino*SeIo. Einem Mordanschlag 
der Türken aufs ganze Haus entgehen sie glücklich und begeben 
sich nach Gradaiac, wo sie bei Osman - Kapetan Schutz finden, 
und sechs Jahre ruhig verleben. Endlich verfolgt sie die Pest 
auch hier, und sie entschliessen sich nach der Njemaäka, d. i. 
nach Oestreich, über die lukäöer Schanze, 4 St. Weges von da, 
zu entweichen. Mit grossen Beschwerden und Gefahren setzt 
Milutin über die Save in einem Nachen, geht nach Brod, von da 
nach Semlin, und nach einiger Zeit nach Belgrad. In Belgrad 
ward der zehnjährige Simeon in die Schule gegeben, aber durch 
einen Barbarenlehrer gleich den ersten Tag wegen Nichtsthun 
(„za bresposlicu'*) so tüchtig durchgeprügelt, dass er sich eher den 
Tod geben, als je mehr die Schule betreten wollte. Ein Ver- 
wandter des Vaters, der den Knaben den verzärtelnden Liebko- 
sungen der Mutter entziehen wollte, führte ihn nun nach Sze- 
gedin und übergab ihn einem gewissen Damian Alargiö in Lehre 
und Kost, der auch zwei Jahre hindurch den lebhaften jungen 
Bosniaken mit täglichen Prügeln so fleissig bearbeitete, dass 



348 

dieser dabei einen grossen Theil der Gesundheit eeiüebens 
einbQsste. '*') Noch andere zwei Jahre verblieb er daselbst in der 
lateinischen Schule. Im J. 1805 begab er sich nach Karlovic 
und studierte am dortigen Gymnasium drei Jahre lang. Hier 
Hess er sich im ersten Semester der Poesie (5. Kl.) einige Fehler 
jugendlicher Petuianz zu Schulden kommen, die nur einer väter- 
lichstrengen Zurechtweisung bedurft hätten; aber die Profes- 
soren Ger§i6 und Chranislav wussten den Erzbischof gegen 
den Bosniaken dergestalt aufzuhetzen, dass' Sima, ungeachtet des 
Schutzes, den ihm der brave Direktor Volny angedeihen liess, 
mit mehreren andern Studenten, worunter Davidovid der Zei- 
tungsschreiber, dann Sekretär des Füi*sten Milo§, ohne Zeugniss 
aus der Schule und Stadt verwiesen ward, und zehn Karbatschen- 
streiche auf den Weg bekam. Er zog sich nach Semlin zurQck, 
lernte dort die neugriechische Sprache des Handels wegen, und 
fand an seinem griechisehen Lehrer endlich einen Freund, Rath- 
geber und Leiter. 

Nun fing er an die Handelskunst zu lernen. Mittlerweile 
ward Belgrad von den Serben genommen (1806), und Simeon, 
dem sein erwählter Beruf wenig zusagte, gelang es, in der Se- 
natskanzlei als Schreiber (pisar, Schreiber oder Sekretär) ange- 
stellt zu werden. Hier blieb er bis zum Fall Serbiens 1813. 
Nachdem alles verloren war, floh er mit den übrigen Anf&hrem 
nach Oestreich, begab sich über Pest, Wien, Triest, Dalmatien, 
wo er im Dorfe Strmica drei serbischen Kindern eine Zeit lang 
Unterricht ertheilte, nach Bosnien, und kam fiber Grahovo und 
Kupres glücklich bei seinem Taufpathen Stojan Despotoviö an. 



Koch vor 50 Jahren war es, nach der Aussage glaabensw&rdiger 
Zeugen, in den serbischen Schulen Ungarns und Slavoniens aUge* 
mein herrschende Sitte, die Schüler wegen jeder „bregposlica" in 
sogenannte Phalagen, d. 1. Sperrhölzer für die Füsse (Block), ein- 
zuschlicssen, und den Söhnen gemeiner Leute fünfzig, denen der 
Honorationen aber dreissig Ruthen-, Stock- oder Peitschenhiebe auf 
den Hintern oder auch auf die Fusssohlen abzumessen. Bei grösse- 
ren Vergebungen wurden die Kinder bei den Füssen aufgehengt und 
mit Ruthen über den Bauch gestreichelt Solche Operationen wurden 
t&glich vorgenommen. 



349 

Bald darauf erwachte, durch der Tfirken Gräuelthaten angeregt, 
der Heldensinn der Serben unter MiloS Obrenovi6 zu neuen 
Thaten, und Sima eilte, dem Orange des Herzens fblgend, nach 
Belgrad, wo er auf Verwendung des braven Bulgaren , Priester 
Radovan ans Sophia, beim serbischen Vladyka (Bischof) als 
Schreiber angestellt ward. Sima geht in eine neue Verschwö- 
rung gegen die TArken im Herbste 1814 ein und verlässt den 
Vladyka, sieht sich aber bald darauf gezwungen, bei einem 
hergelaufenen griechischen Päderasten, Daniil Phanariot, ehemals 
S&uber und Pandur, nun Vladyka von §abac oder U2ice, als 
Schreiber Dienst zu nehmen. Das Verhältniss des Delipapas 
(n&rrischen Pfaffen — so wurde er von den Tärken genannt) 
zu einem siebzehnjährigen griechischen mädchenschönen Jüngling, 
dem Opfer der viehischschändlichen Lust und bald auch der 
sündereuigen Bache dieses sybaritisch-kynischen Türken-Dervi- 
sches und Judas Ischariotes in einer Person, mag man bei Mi- 
lutinovi^i selbst nachlesen.*) Der Vladyka nimmt, als der Auf- 
stand losbrach (1815), heimlich die Partei der Türken,' sperrt 
sich mit ihnen in einer Verschanzung bei Valjevo ein, und 
behält den Sima, dem er schon froher unter dem Verwände 
eigener Bathserhohlung das Geheimniss der Hinneigung zu den 
Patrioten entlockt hatte, unter wachsamen Augen bei sich, der 
auch keine Gelegenheit zu entweichen fand. Kachdem die Türken 



*) Delipapas kam als griechischer Priester nach Türkisch-Orfiava, ward 
hier Pandar beim Redi^ep, hierauf Bnljabaöa fiber die Pandaren des 
Paia gegen die Serben und Russen. Kurz darauf drftngie er sich 
dem belgrader Bischof auf, den er als Protosyncell ganz beherrschte 
und sich den Beutel füllte. Kediep nahm ihn mit sich nach Kon- 
stantinopel, und bald darauf kam er mit einem k. Ferman als Bischof 
Ton äabac oder Uüee in Serbien an. — Ueber diesen Debpapas» 
oder richtiger Diabolopapas, enthält V. St. Karadüö^s Danica 1827 
S. 116 — 116 die interessantesten Nachrichten, woraus wir nur noch 
beifftgen wollen, dass er nach der Wendang der 8eri>ischen Sache 
zum Bessern, als Metropolit von Serbien^ über Oestreich und die 
Walachei nach Konstantinopel entwich. — Wir möchten Sr. Herr- 
lichkeit in ihrem neuen Aufenthaltsorte folgende Stellen aus den 
Byzantinern zum fleissigen Nachlesen empfehlen: Theophanes ed. 
Yen. lao, Cedrenus ed. Yen. 291, Joan. Malalas ed. Yen. IT: 68. 

S«f«ffk. Llterfttiirsetohiohte. m. B«nd. 24 



350 

die Schanze verlassen und der Bisdiof nach Zvomik sich bege- 
ben, verliess ihn hier Sima und floh über die Drina nach 
Serbien zurück, wo er in der Nähe des Klosters Rada?a&nica 
mit einer Schaar von Waldrittern verweilte, bis der Krieg ge- 
endet. Nach Bezwingung hartnäckiger Krankheiten ward er aufs 
neue Schreiber beim Nationalsenat in Belgrad. Von da Qiachte 
er eine Reise nach Kraljevo (Krajova) in der Walachei, um 
seinen Vater aufzui^ucben, der inzwisßlien.,fipf^.eipem andern 
Wege nach Belgrad zurückgekehrt und von da nach Bessarabien 
ausgewandert war. Missmuthig geht Sima nach Vidin, um dort 
dem Vater nachzuforschen oder Weiteres abzuwarten ; die Noth 
zwingt ihn hier bei einem Türken, Aufseher des Gartens des 
Pazwan Oglu, Gärtnergehilfe zu werden. Zu Tausenden trug er 
Gurken auf den Schultern zum Markte, und ward bald darauf 
seines Gärtnertalents wegen zum Feld- oder Meloneagarten- 
Aufseher (Bostandii) befordert Im Herbst 1816 wurde er niit 
den Christen in Vidin näher bekannt. Sie wählten ihn zum 
Lehrer, gaben ihm Schule und Kinder, und damit verstrich der 
Winter. 

Im Frühling 1817 insinuirten sich zwei Fremdlinge aus 
der Walachei in seine Bekanntschaft und warben ihn für eine 
Verschwörung, er wich aber aus, weil er sah, dass man i,nnt 
fremder Stirn die Wand durchbrechen und nicht sich, sondern 
den Freund dem Krokodil in den Rachen werfen wollte'',*) zeigte 
es durch den Senats-Sekretär Miokovid dem Fürsten Miloä an, 
empfing seinen Dank dafür, und ward gewarnt, sich von da zu 
entfernen. Simeon säumte; im September desselben Jahres 
erschien ein Bojar des walachischen Beg unerwartet in Vidin, 
kerkerte den Simeon ein, und bat den Vezir, ihm denselben auf 
Verlangen nachzuschicken. Die zwei Werber wurden auch auf- 



Milatinoyiö's Luchsaagen darehblickten altso den Plan, den uns Bla- 
qoier nnd andere Berichterstatter enthüHt haben, dass die Griechen 
vor dam JBeginn der Revolution die Serben vorschieben nnd sich 
zur fertigen Tafel setzen woUten -<- indes« sie ihnen 1804—1813, 
unter ganz andern Umst&nden, ruhig zugeschaut hatten. Kara- 
djorc^je unterlag den Pelasgischen Künsten und fand darin sein . 
Verderben. 



351 

gi»toclien and eingekerkert. Gequält Tom Vezir, gestdit er ihm 
eoiUick den Vorfall mit den zwei Werbern und MiloS ein. Der 
Vezir war mit dem Beti^agen des MUoS und Sima sehr zufrieden, 
verlangte aber Miloä's Brief. Sima versetzte, er h&tte ihn in den 
A^btritt geworfen. Da ergrimmte der Vezir, Hess den Sima bei 
der Gurgel packen, in einen tiefen Keller werfen und ihm mit 
Martern androhen, wenn er den Brief nicht herausgäbe. Man 
band seinen Fuss mit Stricken an einen Balken und bedeutete 
ihm, er würde kopfabwärts aufgehengt, gepeitscht und mit aus* 
gelegtem Feuer gebraten werden. So stand ör auf einem Fuss 
4 Stunden lang nnd beharrte bei seiner Aussage. Endlich liess 
der Vezir den Brief im Koth aufsnchen, der zusammengelegt, wie 
er hineingeworfen war, herausgezogen und getrocknet wurda 
Nun war der Vezir besänftigt; im vollen Divan, wo der Brief 
vorgelesen worden, spitich der siebzigjährige Attileide mit lieb- 
reicher Gebärde zum Sdiulmeister : „Simo« du bist mein Musaiiir 
{Gast)I Vergiss, was du gelitten ffir die Wahrheit Siehe, ich 
bin Vezir seit 30 Jahren, und ich habe keinen rechtschaffenem, 
redlichem und rechtlichem Menschen gesehen, als du .bist.** Er 
beschenkte ihn mit einigen Dukaten, liess ihn sorgfaltig pflegen 
und schickte ihn bald darauf auf Verlangen des Begs nach der 
Walachei. Hier wurde er eine Woche lang in Eisen gehalten» 
dann verhört, und als unschuldig mit einem Geschenk von 15 
holl. Dukaten nach Vidin zurückgeschickt. Der Verzir ermun- 
terte ihn türkisch zu lernen, um ihn beständig an seiner Seite 
haben zu können. Sima willfahrte seinem Verlangen ; aber bald 
rief den Vezir sein Stern nach Klein -Asien ab. Sima kehrt 
im folgenden Jahre (1818) nach Serbien zurück, wird in Bel- 
grad bei Miloä's Brnder, Ephrem, angestellt, begibt sich nach 
anderthalb Jahren (1819) zu Wasser auf eigenem Kahn nach 
Galac und Bessarabien, und findet dort seine Eltern wieder, von 
denen er bereits, als todt in Vidin, beweint worden war. An 
der Bükkehr nach Serbien durch die walachisch - griechischen 
Unruhen verhindert, verweilte er hier einige Jahre im Ge- 
nüsse eines Gnadengehaltes des mssischen Kaisers, verfasste 
seine Serbianka und andere Gedichte, und ging (1825) nach 

24* 



852 

Leipzig, um sie dort ^- aus Censur-Rflcksichten — zu drucken. 
Seine Werke erschienen unter dem Titel: Serbianka Simeonom 
Milutinoviöem Sarajliom soänjena, u Lipsku u knjigopei. Brdi- 
kopfa i Hertela 1826. 12^ 4 B&nde, 160, 191, 176, 189 SS.; 
femer: Nekoliko pjesnice, stare, nove, prevedene, so&iiqeDe 
S. M. S., u Lipsku 1826. 12^ 96 S. Ausserdem verfasate er 
eine grosse Anzahl Oedichte, die nngedruckt geblieben sind. 
Die Serbianka ist eine Sammlung lyrisch-epischer, historisch- 
treuer Gesänge über die letzte Kriegsepoche des serbischen 
Volkes unter Karadjordje und Miloä Obrenorid (1804 — 1816); die 
Pjesnice enthalten lyrische Gedichte vermischten Inhalts; beide 
im nationalen Naturton, doch mit kühner Originalität in Sprache 
und Styl. Dasselbe gilt von dem später erschienenen Gedichte: 
Zorica, u Budimu 1827. 8^ 82 S. 

In I^ipzig besuchte der Dichter auch die Vorlesungen Knig's 
und anderer berühmten Lehrer, und half dem Legations -Bath 
Wilh. Gerhard bei der Bearbeitung seiner : Vila, serbische Volks- 
lieder und Heldenmährchen, Leipzig bei Barth 1828. 8% 2 Bde. 

Im Frühling des Jahres 1827 kehrte Milutinoviö von Leipzig 
ttber Prag, Wien, Ofen nach Semlin zurück in der Absicht, nach 
Serbien zu gehen; aber hieran verhindert, begab er sich nach 
dem Felsen der Freiheit, Montenegro, wo er. von dem Metropo- 
liten Petroviö gastfreundlidi aufgenommen wurde. Die Frucht 
seines hiesigen Aufenthaltes ist eine neue sehr reichhaltige 
Sammlung serb. Volksgesänge, die er zum Drucke vorbereitet hat 
Milutinovic ging im Sommer 1831 nach Serbien und wurde in 
Belgrad Polizeikommissär. 

Gegenwärtige Notiz ist, bis auf das Urtheil über die 
Werke des Dichters, aus der umständlichen, auf Verlangen von 
Freunden eigenhändig niedergeschriebenen Selbstbiographie des- 
selben mit buchstäblicher Treue ausgezogen. 

235. AlhanasiJ Ntkolie aus Sombor, geboren um das J. 1800, 
studierte an den Gymnasien in Karlovic und Neusatz, die Phi- 
losophie aber in Raab, wurde Artillerist in Wien, später Gy- 
mnasialzeichner in Neusatz, zuletzt diplomirter Feldmesser in 
Keusatz. 



S6S 

2S6. Pbilipp Peie, gebürtig aus Ilok im sirmier Koniitat, 
stadierte am Gymnasium in Karlovic und hierauf auf der kbu. 
Universität in Pest, wo er im 3. Lehrjahre der Rechte am 28* 
Juni 1829 starb. Mehrere Gedichte von ihm stehen in MTOüun 
ep($cdl 1828—1829. 

237. Konstaiitiii Pi^ei^, geboren im J. 1802 zu Borovo im; 
verovitieer Komitat, studierte am Gymnasium zu Karlovic, hierauf 
in Pressburg und endlich an der kön. Universität in Pest die 
Medicin , woselbst er auch (1830) zum Doctor graduirt wurde, 
und sich hierauf als ausflbender Arzt zuerst in Mitrovic, später 
(1831) in Sombor niederliess. 

238. Joann 8tei^, gebürtig aas Arad, studierte in seinem 
Geburtsort, hierauf in Szegedin und Pest, und endlich die Me^ 
dicin an der kais. Universität in Wien; nach Erlangung der 
DoctorwQrde (1829) verfügte er sich nach Sabac in Serbien als 
Leibarzt des Ephrem Obrenovid, Bruders des Fürsten von 
Serbien. 

239. Sava Yokovie aus Becskerek, studierte in Karlovic, 
Szegedin und Pest, und wurde Geometer; er lebt gegenwärtig 
in Serbien. 

240. nmoUd IH6, Pfarrer zu Szanad im torontaler Komitat; 
einige Zeit Administrator der Pfarre zu Sz. Miklos, dann Pfarrer 
zu Bocsär im torontäler Komi tat. 

241. EoslatlJ Mlehf^levie aus Gross-Becskerek, studierte die 
Philosophie in Grosswardein und die Rechte in Saros-Patak, 
ungarischer Landeeadvokat (1829) und 1830 Stadtrichter in sei- 
nem Geburtsort. 

242. JoaiB Pacie aus Baja (?), geboren im J. 1771, k. k. 
Rittmeister, seit dem letzten französischen Krieg (1815) im Pen«' 
sionsstande, früher in Maria-Theresiopel und Neusatz, 18.30 in 
Raab wohnhaft. 



354 

243. Joann Stephan PopoTic aus V&rSec, geboren im J. 1807, 
studierte an den Gymnasien zu Karlovlc und TemesTär, hierauf 
am evangelischen Lyoeum zu Rismark, endlich die Philosophie 
an der kön. Landesuniversität in' Pest 

244. Georg! J Zoric, geboren in Arad im J. 1790, studierte 
zuTemesvär, Wien, in Leipzig die Philosophie». und setzte seine 
Studien in St Petersburg fort Er widmete sein Leben vorzü- 
glich der Pädagogie, die er zu Paris lernte. Nach der Zeit 
wurde er als Lehrer der deutschen Sprache am KatharinischeQ 
Frauleinstift und hierauf an der Demidov'schen Schule ange- 
stellt. Im Sommer des J. 1832 kam er mit seiner Familie nadi 
Serbien, um die Erziehung der Söhne des Fürsten zu leiten 
und ihnen Unterricht zu ertheilen. Während seines Aufenthaltes 
in Russland gab er mehrere kleine Schriften in russischer Spra- 
che heraus. 

245. Vladislav Cikos (1827) aus Sirmien, studierte die 
Rechte an der kön. Universität in Pest, und war 1830 Patvarist 

246. Petar Sokolovie aus Brai^oyina in der valjever Nahijja 
in Serbien ; Viehhändler. 

247. Joann Jakorljevic (1828) aus Karlovic, studierte in 
Earlovic, Pest und Säros-Patak, 1830 ungarischer Landes- und 
Gränzadvokat in Semlin. Er schrieb auch mehrere lateinische 
Oden. 

248. Jttliana RadlToJevie» gebome Viatovic» aus Yeräec, Ge- 
mahlin eines bOrgerl. uugar. Eleidermachers in Pest. Sie wurd« 
den 2. Jänner 1799 zu Y^rSec geboren, und nach dem Tode 
ihrer Eltern zu Wien erzogen. Im J. 1820 kam sie nach Pest 
und heirathete im folgenden Jahre. Fast um die nämliche Zeit 
gewann sie auch die serbische Nationalliteratur lieb, übte sich 
durch Lektüre und trat 1829 als Schriftstellerin auf. 

249. JakoY Zivanovic, geboren zu Obrei, emem Dorfe im 



366 

peterwardeiner Grinzregiment, wo sein Vater Pfarrer war, im 
J. 1808, studierte die Grammaticalia und Humaniora am Gy- 
nmadium in Earlovic, darauf die Philosophie an der Universität 
in Pest und die Theologie an der kariovicer Klerikalanstalt; im 
J. 1830 wurde er am kariovicer Gymnasium als Professor an- 
gestellt, und in demselben Jahre an der Universität zu Pest zum 
Doctor der Philosophie graduirt. 

250. 81ephAi Atjimorie (1829), studierte die Theologie in 
KarloTic und war 1830 Normallehrer in Vinkovci. 

261. VaslitJ Cemacki aus Turja im bä<^er Komitat, gebo- 
ren im J. 1781, studierte in Fttnfkirchen und Käsmark, bereiste 
in den Jahren 1802—1816 die europäische l'ttrkei, Kleinasieii , 
und einen Theil Russlands, und erwarb sich sowohl auf diesen 
Reisen, als auch vorzüglich während seines Aufenthaltes in 
Smyma sehr schätzbare ßprachkenntnisse; 1830 privatisirte er 
in seinem Geburtsort 

252. JoAim CokerIJan, geboren im J. 1800 zn Gross« 
Becskerek, studierte nach einander zu Temedvär, Szegedin und 
Karlovic, war früher Lehrer in Belacerkva, 1830 FeMkaplan bei 
dem deutscb'banater Regiment. 

263. Adam DragosavIJeYle, geboren den 18. Febr. 1800 zu 
fieremen im baraayer Komitat, studierte in Vinkovci, wurde 
Lehrer m Sädös 1824, Mohäcs 1827, und 1830 zu Vukovar in 
sinnier Komitat. 

254. AlhanaslJ tioie, Pfarrer zu Walzen. 

255. Slmeon Josiphovle, Pfarrer zu St. Andrä und bischöf- 
licher Konsistorialbeisitzer. 

256. beorglj Lazarevic, gebürtig aus Ireg im sirmier Ko- 
mitat, studierte zu Karlovic, Pest und die Rechte in Eperies, 
1831 Patvarist in Ruma. 



^6 

257. Lazar Lazarerie, gebärtig aus Karlovie (gAotea im 
J. 1805), Sohn des oben angefährtea Professors Joann Lazareviö, 
studierte am neusatzer Gymnasium, diwn auf den Lyceen in 
Szegedin und Käsmark, ungarischer Landesadvokat (1830) und 
seit 1830 Professor der 1. Grammatikalklasse am Gymnasium 
ifk Neusatz. 

258. Josif MilOTBk, geboren zu Trpinja im sirmier Eomitat 
im April 1787, Bürger und Handelsmann in Pest seit Juli 1823, 
ein betriebsamer, um die Beförderung und Emporbringung der 
serbischen Literatur sehr verdienter Geschäftsmann. Bei dem 
Zusammentreten des Vereins Matica war er anfieuBga ein eifriges 
Mil^ied desselben, trat aber nach drei Monaten heraus und 
fing an serbische Bücher auf eigene Rechnung zu verlegen. 
Seit 1826 bis Anfang des Jahres 1832 gab er 21 verschiedene 
serbische Werke und Werkchen heraus, davon bloss zwei in 
Gesellschaft mit seinem Schwager Gabriel Bozitovac, ofner Bür- 
ger und Handelsmann in Pest (geb. 1797 zu Ofen), die übrigen 
aber allein. Einige derselben, als die Streitschriften Sa^aiie 
IbTffiie Gm 1829. 12^ und IIpOTac 1829. S"*., das Taschenbuch 
JIjHa 1831. 32"., Cp6cKa Aa^yia 1831. Fol. gab er unter eige- 
nem Namen heraus und verfasste sie zum Theil selbst. Auss^ 
diesen Büchern und Schriften verlegte er auch an 10 Kupfer- 
stiche, Bildnisse berühmter Serben darstellend. 

259. Theodor Paviovie, gebürtig aus Karlovo im torontaler 
Komitat) studierte am Gymnasium in Kariovic, hierauf die 
Philosophie in Szegedin und die Rechte in Pressburg an der 
dortigen Akademie, ungarischer Landesadvokat, 1830 in Pest 
ansässig. 

260. Stephan Popovle, bloss als Verfasser einer Ode be- 
kannt. 

261. 2ivan Tbeoiorevic aus Smederevo, ebenfalls unbekannt 



S67 

263. BonMiitk Pi8ar#fie s^ns Ketisate, gtSdtischer JUmmerec, 
starb daselbst um das J. 1827. 

263. Spjrldion Alexierie (1830), vom Staipine aus Milora- 
doviö aus der Hercegovina, griechisch -orientalischer Pfarrer zu 
Zara in Dalmatien. 

264. YasIliJ CokirlJaD, geboren 1806 zu Meiernd im toron- 
tiler Komitat, studierte an den Gymnasien zu Neusatz und Te- 
mesvär, hierauf 1828—1831 die Arzneilrande an der k5n. Lan- 
desuniTersität in Pest, und zwar repetirte er das erste Jahr der 
Medicin dreimal fruchtlos, worauf er sieh auf die Oeometrie 
warf, um darin sein Glück zu versuchen. 

265. JakoT (iereic, geboren zu §id im sirmier Komitat im 
J. 1791, studierte in Karlovic, Szegedin und Pest, wurde 1815 
als Professor am Gymnasium in Karlovic angestellt, im J. 1820 
begab er sich als Erzieher des jungen Baron Stephan Duka nach 
St Petersburg, wo er vier Jahre lang verweilte und nach seiner 
Rückkunft (1824) abermals am Gymnasium in Karlovic als Di- 
rektor und Professor der Poetik angestellt wurde. 

266. Stephan Uersic (1831), Sohn des obenerwähnten Na- 
tionalschulen-Direktors Gregorij Gferäic, 1831 Studierender der 
Medicin im 4. Jahre in Pest 

267. EvgeniJ Joannoric, früher im Laienstande Eatbynfij; 
geboren zu Golubinci im peterwardeiner Gränzregiment im 
J. 1802, wurde im J* 1823 ScbuUehrer in Becskerek, resignirte 
auf das Lehramt und studierte hierauf die Rechte in Säros- 
Patak, und trat 1829 in den Mönchsorden; 1831 war er erzbi^' 
schöflicher Archidiakon, Konsistorialnotar und Professor am 
theologischen Instittfte in Karlovic; starb als Bidchof von Karl- 
stadt 

268. Josif JoaoBevJe aus Karlovi&^ geboren im J. 1801; 
studierte in seiner Heimat, hierauf die Philosophie in Oedenbu^g 



358 

und die Rechte in Pressbarg; im J. 1824 wurde er als Professor 
am Icarlovieer Gymnasium angestellt 

269. 8te|rtian Markerie, Lehrer zu Koprivnica in Kroatien 

(1827—1830). 

270. Fanl Roz^ MichaJIovic, gebürtig aus Sombor, Kaufmann 
in Temesvär. 

271. DlmilriJ Neo|fcjrldfic (183 1), aus Ireg im sinnier Ko- 
mitat, studierte in Karlovic« Szegedin, dann Studierender der 
Medicin an der kön. Universität in Pest; starb im J. 1839 als 
Kandidat, der Medicin in Pest 

272. Paal Slamalovie aus Jakovo in Sirmien, studierte 
anlangs am Gymnasium in Karlovic« hierauf (1830 ff.) an der 
Universität in Pest; widmete sich dem geistlichen Stande und 
ward im December 1831 Diakon in Pest 

273. P^r VuceriCt geboren den 24. November 1791 zu 
Peroje, einer montenegrinischen Kolonie in Istrien, studierte die 
Theologie in Karlovic und wurde Pfarrer zu Baja im bäCer Ko- 
mitat 

274. VasUij Vasiljevie aus Semlin, geboren im J. 1792» 
Kaufmann in seiner Vaterstadt und einige Jahre lang Aufseher 
der dortigen Nationalschuleo. 

275. Petar Vlrtvae (1831) aus Essek, geboren um. 1800, 
studierte die Rechte in Pressburg , beeideter Landesadvokat 
(seit 1827) in seiner Geburtsstadt 

276. DimllriJ VladisavIjeTie, geboren 1789 zu Kuzmin 
im sirmier Komitat, absolvirte die Gymnasialstudien und die 
Theologie in Karlovic, wurde Lehrer zuerst in Fiume, dann in 
Triest. Von ihm sind mehrere Gedidite in den Beilagen zu Da- 
vidovi6*8 serbischer Zeitung ^schienen. 



359 

277. Marko Jelesfe, gebürtig aus Futak im bäier Eomitat, 
ivar Lehrer in Grosa-Beeskerdc. Er liintArlieBS mehrere Dramen 
in Handschrift, die 1831 bei dem temeev^rer Kaufmann Arkadij 
Pei6 aufbewahrt wurden. 

278. Ephrem KozmanoTle, gebürtig aus Eamenica» Mitglied 
des Nationalinstituts (,^embrum iostituti nationalis'') , schrieb: 
poa^eeTBft IpseroBO«». 

279. Jeremija Gagle, gebürtig aus Pretoke unweit Kragu- 
jevac in Serbien, kais. russischer Kollegien-Assessor, Vice- Konsul 
und Ritter des St Anuen-Qrdens 3. Elassoi wdinhaft in Ragusa. 

280. AnlODiJ ArnovIjeY (1832), geboren zu Szegedin den 11. 
Juli 1808, beeideter Landesadvokat, 1831 zu Ofen wohnhaft 
Er verlegte sich mit grossem Eifer auf die dramatische Dicht- 
kunst und hatte 1831 eine beträchtliche Anzahl, meist über- 
setzter Dramen, drnckfertig. 

281. Ueorgij Papieltai (1832), geboren zu Ledince im sir- 
mier Komitat, den 27. Sept 1802, studierte die Grammaticalia 
und Humaniora zu Neusatz am dortigen Gymnasium, hierauf die 
Philosophie auf dem evangelischen Lyceum inPressburg, endlich 
die Medicin auf der Landesuniversität in Pest, wo er auch die 
Doctorswttrde im Februar 1832 erlangte. Hierauf b^ab er Bich 
als Leibarzt zum Fürsten von Serbien nach Kragi^evac. 

282. Petar Demelic (1832) aus Panjeva im kraSover (?) 
Komitat ungarischer Edelmann. 



360 



Serben^ wrtislie bloss iii ffk^emden 
Sprachen schrieben« 

Joann Apostolorie (1757) aus Ofen, soll in Göttingen, wahr- 
scheinlicher jedoch in Halle, studiert haben, Doctor der Medicin 
geworden und eines frtthzeitigen Todes gestorben sein. Er 
schrieb: Dissertatio inaug. med. philos., exhibens modnm, quo 
affectus animi in corpus humanuni agunt generatim, in alma 
regia Fridericiana 1757. Halae literis Curtianis 4^ p. 40. 

DImtlrlj Cem#vie (1759) von Ma6va, aus einem adeligen 
GeschlechtCi Sohn eines Obristlieutenants, studierte in Pressburg 
1759 und starb in demselben Jahre in sehr jungen Jahren 
daselbst. Er Hess kurz vor seinem Tode drucken: Panegyricus 
illustris populi Illyriorum Slavonici etc. S. 1. (1759). 4^ Folia 4. 

Peter Miloradovic (1765), Doctor der Medicin und Phjsicus 
zu St Andräi liess, während er noch in Halle Medicin stu- 
dierte, ans Licht treten: Orthodoxa fidoi catholicae atque apo- 
stolicae ecclesiae orientalis graecanae dogmata potiora, et ad 
salutem aetemam creditu pernecessaria, in usum adolescentum 
gymnasii Neoplantensis excerpta, Halae Salicae 1765. 8^, p. 62 ; 
femer: De innocenti infectione venerea, Halae 1768. 4^, De 
Burditate ex retropulsa crusta lactea orta, Halae 1769. 4* , Dissert. 
inaug. med. de saburia primarum viarum, Budae 1778. 8^ p. 24. 
(Vgl. Horanyi IL 659.) Den Katechismus tibersetzte Is. Pari- 
vodski ins Serbische. 

Maises Raftkovic (1768), aus Mitrovic eines Hauptmanns 
Sohn, geboren im J. 1749, studierte in Pressburg, Leipzig und 
Wien, und starb eines frühen Todes im J. 1773. Von ihm 
erschien: Oratio» quam Musis valedicens Posoniensibns a. 1768 
habuit, Viennae 4^, p. 30. (Horanyi III. 145.) 

Johann Zlrkovie (1784), Doctor der Medicin und ausüben- 
der Arzt in Earlovic, liess bloss eine Inauguraldissertation 
drucken. 



361 

JokanB von MtdiaJIoTie (1805), aus Neusatz, 1831 noch am 
Leben daselbst, verfasste: Maria Moizikov oder das Opfer der 
Herrschsucht, ein Trauerspiel in 5 Akten, Pest bei Trattner 
1805. 8^ 110 S. Ins Serbische übersetzt von Mojses Ignjatoviö. 

Paal PetrOTie von Sokolorii^ aus Serbien, starb am 12. Mai 
1824 in Leipzig , 52 Jahre alt, Uebersetzer russischer Schriften, 
der sUA um die leipziger Universit&t auiob durch Stiftungen im 
J. 1809 verdient gemacht hat. (Beck's Bepert. d. Liter. 1824 
Heft 7.) 

8ava von Damaskin, Grundherr im temeser Komitat, Vrf. 
eines Drama in deutscher Sprache: Heros, ein Trauerspiel in 
5 Akten, 1819. 8^ 

AaroB Ueorglevfö aus Semlin, Mönch» zuerst Pfarrer in 
Raab, zuletzt Hegumen des El. Bodjan im bä(er Komitat 

YasiliJ Alexievie aus Erlau. 

NikolaJ Angjalaky, Kaufmann in Sz^kelyhid im biharer 
Komitat. 

Stephan Miskölczy, Kaufmann in Kecskem^th. 

Letztere vier schrieben einige Kleinigkeiten in ungarischer 
Sprache. 

Mehrere Doctoren der Medidn aus der neuesten Zeit, 
weiche bloss Inauguraldissertationen, so wie andere, welche ein- 
zelne Gedichte etc. drucken Hessen, übergehen wir hier. 



*^>-*COOOrv^ 



Reihenfolge der serbischen Werke 
von 1730 bis 1830. 

1» Sprachkunde. 

1. Allgemeine Schriften. 

284. naBj. Cojapiiqa Jepor.iH«Hca cp6cKa. Pen. 
Den Inhalt dieser Handschrift findet man in JtTOmci 
cpöccifl Heft ni. S. 129—130 angegeben. 

2« Orthoepie. 

a) Slavische Bakvare. 

285« ByKBspB cjuuieHeEifl, cjaiieHCEHMH h rjarojiHqeccHMH 
ÖyraaMH, Bi Phm* 1753. 8^ 78 cxp. (Sopikov N. 184.) Dasselbe 
Buch ohne Ort und Jahr, cyrillisch und glagolitisch in 8^ (Eb. 
N. 186. Vgl. Glag. Lit. S. 164, N. 8.) 

286. ByssapL cb .iHTepaMH rpeEO*c.TaBeHCKHMH, bi nojiay 
H ynorpefijieHie xbüaM (rpe^ecsHMi) j^an^HMi ca (cjaBeHduofB 
ÖyEBaMi). Bi Benei^H bi> THn. ^kh* Oeo;i[ocifl 1770. 8^ 8 CTp. 

287. (ByKBapb HaAnHcaüHiifi) Ha^ajHoe yqeMie uejOBtEoiTB 
xoTanpiMi y^HTH ca sHHn» 6oxecTBeHHaro nHcaaia. Bi BeHeI^H 
n Tiui. JtüM. eeoÄOcia 1792. 8", 16 CTp. 



363 

288. ByiBapL ueanaA (j zomy cm tph ciaBeseie B»6ynf 
poAarB jotewh h o CKJioHeiiifli'B cjiaB6HQ-poeciJtcBHxi). B^ B^ 

289. (BysBapB ci thtjiohi) IlepBoe y^enie lOTfln^HiTB 
yiHTM CS CHHT^ nHeMeHH cxaBeHCCHMH, Ha3HBaeMoe 0yKBapB, 

CB MHOrHMH nOJie3HUMH H nOTpe^HHMH HaCTaBjieHiSMH, nO KOTO* 
pnMH B03M0ZH0 Wh KpaTKOMl BpeMeHH OTpOSa HeTOKUO ]i;epKO* 

BHizfl, HO H rpa3R;^aHcm cjiaBencKaro xsiiKa nHcanifl coBepmeHHO 
uTars o6yMHTH, n npflMOMj (orono3HaHiio h ÖoroncuHTairiio na- 
CTaBHTH, H n noHflriio paaHHrb b'b rpaac;^aucco)rB shtIh hjz- 
fijasrh Bemei HpuBecTH, Hiisi nepsie pa^H ynoTpedjieiiiH 
eep6ccaro lOHomeCTBa HBAaRi. Bi Beuei^iii (1776). 8^ 96 CTp. 
Von Zack Orrelin (Boranyi III. 706). 

Ohne Zweifel derselbe grosse Bukvar vom J. 1793, dessen 
DobFOvsk]^ in der Slovanka I. 221 erwähnt. Solaris sagt von 
demselben: Jl^tfqe Bazno neMairfi HacTaBHucovb, nero na^HHa- 
TejeM'B. 

290. BycBapb h.ih HaMainoe jqenie xomni^i y^HTH ca 
KflHn HHCMeHii cjiaBeHCKHMH. B% Benei^iH ISO], 8^ 

291. EjKBapb iLiH Ha^ajHoe ynenie xoTfl^HMi jniHTH ca 
CHErairL nHCMCHu cjiaBeHCEHMH. ]H ETfeTsaxi bb thh. IlaHU 
eeo,^ocieBa 1814. 8^ 64 crp. 

Mit der vorgesetzten Abbildung der heil. Dreifaltigkeit 
Wahrscheinlich ein neuer Abdruck des vorigen. 

292. BjKBapB cjaBeHCEifl TpiasCy^aufi ejih nepBoe pjKO- 
BOACTBO n no3HaHiio mnrb h nHcaniH bo ynoTpedieme diaieuo- 
CepCoBBt cHHcau^ IlaBj. GOdüapH^eMB BejiHCO-IlHcaHHvaHH- 
Rowh. B% Mjeisax-b iihcm. ne^axHH IZaiui OeoAOcia 1812. 8*'. 
142 cxp. 

Enthält die cyrillische oder Kirchenschrift ^ die russische 
oder Civilschrift, und das hieronymißche oder glagolitische Al- 
phabet. Beigefügt sind 4 Kupfertafeln, die serbische Kurrent^ 



364 

Schrift darstellend. Angezeigt in Dobrovsky^s Slovanka I. 220 
bis 221. (Vgl. Glag. Lit S. 164, N. 12.) 

293. (IlaB. CciapH^a) A36jKa aiaBencca naacHeEa phm- 
CKOMi HO npaBonHcaaiH) J^aanaTCcoMy, Xop^aTCsoiiy, GjäBOH- 
ccoMj H KpaftHCcoiiy, jmduTuewb CBoef a eansa h wicmjbl B'e 
HjtTKaxt y neM. flaue 6eoAOcieBa 1814, 8^ 16 crpw 

294. ByKBapB pa,TH ynoTpeö.iema cepöcicaro lOHomecTBa 
B% XyHiapcEOM'B Kp&iLeBCTBit H npHCOBOKyiLieHHUx'B eify npeAl^- 
jaxi. (Bi BieHHt) 1781. 8^ 46 cTp. 

295. EyraapB cep()CciJl h HtMei^Kii. Bi; BienHi 1789. 8^ 

(Sopikov. N. 187.) 

296« ByKBapB tuat nepBoe y^eflie xoTiopn j^hth es 
iHHn» BH^eHH cjutBeacEHHH, HSA« Mapsa OeoxopoBna Byjiiiipa 
poAOiTb H3 Paajiora. Bi BieHHt 1792. 8^ (Sopiko? N. 192). 

297. BysBapL pa^u cepöcsaro lOHOmecTBa bi XyErapcKonrB 
KpasBeBCTBi h npHCOBOxyiueHHUii eiiy npeAtJEaii. (Bi By;ii;HHik) 
1798. 8^ 28 CTp. (Sopikov N. 189 setzt irrig den Druckort 
Wien an). 

398. ByKBapB bo ynoTpeßjeme iohocth cjaBeHO-cepÖcsaro 
Hapoja. Bi By^^HH'b hhcm. Bceyraj. yHrap. 1803. 8^ (Sopikov 
N. 190). - Hob. H3ä. 1804. 8^ (Eb. N. 191). 

Die erste von diesen Auflagen nennt Sopikov »»EjKBapB 
cep6cKit". 

399. ByraapL bo ynoTpeCjenie cjaBeno-cepÖcrarB Hapo^OB'B. 
B-B BysM* HHC. Bceyv. ym». 1819. 8^ 31 crp. 

300. ByKsapB bo ynoTpe^jeme iohocth aiaB.-cep6. Hapo;ii;a 
BO yHiapcKOMi xpa.ieBCTBt h iipHHaji;jexani^HX% eny npej^tjexi 
Haxo^amaro ca. Bi Byji;HH* rpajt 1822. 8^ 32 CTp. 

Dies sind einige von den zahlreichen Ausgaben dieses 
vielgebrauchten und häufig aufgelegten Schulbuchs. 



365 



b) Serbische Bukvare. 



301. loa. BepHva CpßcEift EyKBapi>, Pen. 

Schon 1813 in der Handschrift fertig und der obersten 
Schnlbehörde zur Censur vorgelegt. 

302. B. OTe<^. EapaQHlsa üpsfl cpncKH ßjKBap. y Bevy 
7 iHTaNn. jepMeHCcora ManacT. 1827. 8^ 17 CTp. 

Auch dem Taschenbuche JJ^anHii^a 1827 desselben Vis. vor- 
gesetzt. 

303. Bac. BacH.ibeBMua EyRBapB aacpÖCKC lUKO.ie. Pkh. 
Vasiljevic verfasste diese Schrift in seiner Eigenschaft als 

Local-Schulenaufseher zu Semlin. 

c) Lateinischer Bukvar. 

304. JaTHHCcifi EyKBapT>, C0Aepxan48 nawaio yMeuk u c.ihh'b 
KpaTEiA ciOBHHEi .laTUHCRaro flSBca c% npcBO.iOM'b cjraBeao- 
cepöcKHirb, pa,TH cepöcinix^ A*TeÄ h Bctxi», KOTopHC aanm- 
ccoMy fl3iiiEy yMHTH Cfl xejiaioTb, m^iflxvh* (B^ Benei^iH b'e thii. 
.Ihm. Oeo^TOcia) 1766. 8^ 47 cxp. Von Zach. Orrclin. (Horanyi 
III. 706). 

Ohne Zweifel Nachdruck einer russischen Ausgabe; doch 
sind in dem Vocabularium neben den lateinischen Wörtern die 
Bedeutungen in der serbischen Volkssprache beigesetzt. 

3. Orthographie. 

305. CaB. MepKaH.ia Ca.io ,Te6e.iora epa, anöo aaßyKonpo- 
tpec-b. y By.TMMy 1810. 8". 18 cTp. 

Angezeigt in den Vaterland. Blatt. 1811. Von eben dem- 
selben Vf. stehen einige kurze Aufsätze tiber serbische Ortho- 
graphie in Davidoviö's Serb. Zeit. 1817 N. 44. 

Die übrigen, theilweise hieher gehörigen Schriften siehe 
weiter unten. 

SafaHk. Literatnrgetchichte. III. BanJ. 25 



366 



4. Kalligraphie. 

306. 3a X. Op*ej[HHa IIponHce cp6cce. 

307. KpacHonHcanie, Schönschreibung, mit einer Kupfer- 
tafel. Bi BieHHt BT> THH. Ctc*. HoBaKOBOTa 1795. 8^ 

308. KpacHonHcame et HainaneHHMH nepraMH. Bi By^. 
1798. 8^ Ofn. Catal. 1799. 

309. KaiHrparia Bt ägct* et 18 H3o6paK. Bi Bj,^., Fol. 
Ofn. Catal. 1799. 

310. ToE3K,^e, MaiHÄ npoHHCH, et 15 H3o6pax, BiBy,:^. 4^ 
Ofn. Cat. 1799. 

311. npouHce cp6cKe. y ByÄHMj 1795 ff. Quer 4^ — Kaj- 
jDsrpa^ia cpöcsa oti I(ecapa Bi» 6y;i;Hi^ iipH nevaT. sp. Bcey^. 
neuiT. 18(26). Querfolio, 12 Bl. 

312. PyKOBO^T^cTBO Kl ciaBCHCKOMy KpacHonHcamio bo yno- 
TpeßjieHie HapO;^nHxi cjiaB.-cep6. y«uwHmT>. Bt By;i;!iMt ii. BcejM. 
yar. 1815. 8«. 16 cxp. 

313. Cep6cKo EpacHonHcanie , imcao h p-i^aao JI. Eo.TMaH'b, 
Hx;^. EoHCTaHTHHa Kay.iHn,iH, KHf»Mronpo,^. y Hobomi Ca,^ 1825, 
15 Bl. in Quer 4". 

314. CpÖcca HafiflOBiü a36yEa, pe3. JI. EciMaei y IleniTH, 
H3CÄ. loc. MHjOByjca 1830, Auf einem grossen Halbbogen. 

Auch in Solaric's BycBapB cjaB. TpiaBÖy^HKiS, bi ILiotk. 
1812. 8^ sind 4 kalligraphische Tafeln. 



367 



5. Sprachlehren. 

a) Slavische Sprachlehren, 
aa) Efgentlfche gram nm tische Lehrbacher. 

a) Im AüszBge oder einzelne Theile zum Schnlgebraucbe. 

.315. PjKOBO^'tcTBO rt ciaBCHCKOMy npaBOMTemw h npaBO« 
nHcaHifo aa ynoTpeöjeHie Han.iOHa.imiix'b aiaB.-cepfi. y^ujHiu^« 
Bi BieHHt npH CTe#. ot^ HoBaROBnh 1792. 8". 62 CTp. 

316. Cre*. ByaHOBCKaro PyKOBo;i;cTBO £i npaBoraaro- 
.laniio H npaBonHcaniK). Bx Bieimt 1793. 8^ (Sopikov I. N. 238 
führt dieses Büchlein unter dem Titel „FpaMMaTHsa mh pyKO- 
Bö,T.tTBO" an.) Ofner Kat. 1799. 

317. ÄBp. MpaaoBHtra PycoBo;i,CTBO rb npaBOVTeHiio 
H npaBonHcaniio. Bt By.^HH* fi. o. r. 8". 

318. ÄBp. HpaaoBHiia PyEOBo,i,CTBo vh cjaseHCKOMy 
npaBOiTeHiK) h npaBonHcaiiiw) bo ynoTpe6.ieHle c.iaB.-cepö. y^H- 
.iiüUB. YBy,^. 1797. 8^ 48 crp. Ofn. Cat. 1799. 

319. PyKOBojiCTBO K'b ciaBCHCKOMy npaBO^xemK) h npaBO- 
niicanlK) bo ynorperueHie ciaB. - cep(5cB. Hapo,T.Hurb y»iH.iHntb. 
Bt» By,iHHt rpa^T* 1806. 8^ 56 CTp. 

Slavische Grammatik im Auszuge für Kinder, wahrschein- 
lich von itlrazovie. S. 51—56 Verzeichniss lautverwandter Wörter 
verschiedener Bedeutung. 

320. JlyK. HymHii;Karo ÜBHoe HcnuTaiiie K3'b cjiaB.- 
cep6. rpaMMaTHEH, npe^^^aBanua mi> ycepjtis eo ciaB.-cepti. 
KaHxecTBy» TopacecTBOBannoe B'b Kap.ioDaHCoA FHiiuaciH Mtcai^a 
AerycTa 1802. B'bBy.^HMt rpa^i;* 8^ 19 cxp. 

Gewöhnliche Theses. 

25* 



368 

321. reopr. 3axapia;;Hca PyiOBO^^CTBO n c.iaB6HCK0fi 
rpaMMaTin.'fe, eo;i;epxain;6 npaBorJiaroaaHie, r.iacoy.iapeirie h npa- 
BonHcanie, na ynoTpefi.ienie «laciOBai^a h ncajTHpai^a, coMHHeHO 
y Ulaßny rpa^^r cepöCBOMT. -i, 1824. y Byj^HMy 1830. 8^ 137 S. 
und 8 Bl. Beilagen. 

Es ist (lies bloss eine ziemlich seichte Bechtschreibangs- 
lehre, keine Grammatik. S. 103—112 Bruchstucke aus der Erd- 
beschreibung und Mythologie. S. 113—128 Verzeichniss ähnlich 
lautender, der Bedeutung nach zu unterscheidender slavischer 
Wörter. S. 128—137 Verzeichniss seltener und dunkler slavischer 
Wörter; letzteres gar seicht und werthlos. Am Ende folgen 
Inhaltsanzeige, Präuumerantenliste und zwei kurze Reden. 

p) Systematische Lehrgebäude. 

322. (Me.icT. CMOTpHCRaro) CiaBeHCcaa rpaMMaiTHsa» 
HacTOfluieMi», ^pHJI'fiacaHieM^ h H3c;i,HBeHieMT> ApxienHCcona Eap- 
jiCBa^aro IlaBja HeHa^OBn^a, bi> uctay h y]iOTpe6.ieHie OTpo- 
KOB^ cepöcKHx^, acciaiomHX'b ocHOBaTe-mai^o uayuema caaBCHCKaro 
3;iajieKTa. HaneuaTa ca bt. euHCKoniH PaMUMwecKoft .itxa 1755. 
8^ 576 cTp. 

323. Cie«». ByauoBCKaro CiaBCHCEas rpaMMaTuica. Psn. 
.1. 1779. 

Die Handschrift besitzt der Bischof L. MuSicki. Vgl. J. Do- 
brovsky Inst ling. slav. 

324. Aßp. MpaaoBMHa Py kobo;i,ctbo k'b cjaBeucTtfl ipaM- 
MaTHU^9 BO ynoTpefi-reiiie ciaB.-cep6. Hapo.iHUX'b yinaLiHmr., 
MK.THBeHieM'b o(iui.ecTBa HoBOca^cKaro. Bb Biewit npn Cxe*. Ho- 
BaKOBH'ib 1794. 8". 187 CTp. — Ih'Op. M:i,T.. B^ By,i,HH* 1800. 8". — 
TpeT. i\:ii\. Wh BvA. iihc. Bceyu. IleniT. 1821. 8". 192 CTp. 

Recensirt in Dobrovskfs Slavin Prag 1808 S. 312—318. 

325. .lyK. MyuiHUKaro (*.iaBoi{CKa« rpaMMaTMira^ Pkh. 

326. ,|hm. TMpo.ia (liaBcncKa rpaMMaTHca ca,\^ tipBHÄ 



369 

pexh Ha Gf6e&m% eaiicy HsscaeHa, npia ceeaca. y Bmyy iiiTaM- 
napiH epMeHCcora uauACTHpa 1829. 8^ 54 cvp« 

Enthält bloss die Eiementarlchre oder die Orthographie; 
eine werthlose Gompilation aus Dobrovsky Instit. litig. slav. Am 
Ende stehen kurse Spracbproben aus derselben Quelle. ,3tH- 
MOJiOTia H CHHTaccHrB Kl» CÄBMR^toä rpaMMaTHSH** soll der Vi. 
in der Handschrift fertig haben. 

327. loa. XuBCOBuqa CiaßencKa rpaMMaruca ua cep6- 
CKOMi e^iuy. Pkh. 

.328. Mhj[. Bu^aEOBHua CiaBeucsafl rpaMMaTHca. Pkh. 
Gegen 50 Bogen stark. 

329. CiaBCHCKa rpaMMaTHKa co^epacama exv-MOJoriH) u cvu- 
Ta^cb, COM. Teopr. 3axapifÄ;^ecoM'b y Illc%6ny rpa,^ cep6- 
CKOM'L .1. 1824 iia yiiOTpefi.i. BOB*peHue My whoctm cepßcEc. 
y By^;. n. Kp. Bceyq. Ileiiir. 1832. 8'\ XVI, 263 crp. Eine elende 
Grammatik. 

bb) Bf*HOud<Te Krauiinatische Schrinen. 

330. CO. (Cxe*. CTpaTHMHpoBMua) Ohutt» npoH^Be- 
.-^enm MMeHT, CHX^: EHfl:jB m Kjmra. IJT> I>y,i.HHt 1805. 8". 30 cTp. 

Dieser Versuch ist aus einem grossem Werke, das von 
den slavischcn Boclistabon handelt, entlehnt worden, und will 
den wahren Ursprung und die Ableitung der zwei Wörter kuji3I> 
und KHHra historisch-etymologisch ins Licht setzen. Eine Beur- 
theilung dieses Büchleins steht in Dobrovsky's Slov. 1. 217 — 220. 

331. Bysa CTe4»aiioBH^a KapavHlia IIhcmo JI,ioi. 
$pyniMfcy Me;^. äobt., y Beqy 19. Hob. 1819. y BieuM 1821. 8". 
16 cxp. — Auch als Beilage zur serbischen Zeitung 1821 N. 68. 

b) Serbische Sprachlehren. 
aa> Eig;entliclie Lehrbücher. 

332« HaB. CojapH^ia rpaHMamica cepCcia' Pra. 



370 

Sehr gedrängt Die Handschrift ist im Besitze des Vereins 
MaTHi^a und soll nächstens zum Drucke befdr<lert werden. 

333. Byca OTetaHOBHiia (£apa^H1sa) Hiii^eHiiqa 
cep6cKora iesejca, no ronopy npodiora Hapo^a Haoflcafla. y BienHH 
flHC r. UIuHpepa 1814. 8^ XII s 106 CTp. 

Eine ausführlichere, neu bearbeitete serbische .Grammatik 
setzte der Vf. seinem Wörterbuche vor: S. XXIX—LXX. Aus 
derselben floss die deutsche Uebersetzung, welche, mit einer 
Vorrede von Jakob Grimm versehen, nebst Bemerkungen über 
die serbischen Heldenlieder von J. S. Vater, in Leipzig und 
Berlin bei G. Reimer 1824. 8". erschienen ist. — Besprochen von 
Kopitar in der Wiener allg. Litteraturzeitung 1815. S. 721—731. 

334. JlyK.. Myrniti^Bori», Cp6cca rpaaiMaTiim. Fkh. 

335. Kagen. Joannovic/s Grammatik der serbischen Spra- 
che. Hs. 

Der Vf. hat in dieser Handschrift die serbische Grammatik 
in deutscher Sprache bearbeitet. Jetzt soll er mit einer serbi- 
schen Bearbeitung desselben Werkes beschäftigt sein. 

336. JIa3. EoHva Cp6cca rpaMMaTuca. Pen« 

bb) BeBondere grammatfscbe Sehrinen. 

337. CaB. MepEau.ia EausonpoTpeci». Pen. 

Dieses Werk kündigte der Vf. in seinem AaßyKonpoTpecB 
an; es ist aber seitdem nicht ersehenen. Vgl. Dobrovsky's Slo- 
vanka I. 221. 



c) Grammatiken anderer Sprachen. 

aa) Griechische. 

338. Teop. SaxapieBHMa E.iiHHO-rpeiiecKa iT)aMMaTMKa 
aa CüaBCHO-cepÖCÄy jouocti. y Byji.. 1814. 8'\ 

Angekündigt in Dandoviö's serbischer Zeitung 1814. N. 272. 



371 



bb) Uleliiiselif. 



339. Q^pBue HawT£K jKfrrHHeKaro üBBsa, tq bctb M» loauHa 
Peina JI^OHax^ h XpKCTO^opa Ile;uapifl HefiBiuift jibkchcoihi, e% 
JlaHTHeBUMU mcojHHMH pasroBopanfH, wh noisy h ynoTpe&ieHie 
cepÖCKofi iOHOCTH Ha ejiaB.-cep6. sisun npeBe;^eHu h hbaohh bi 
MjteTKaxi (b'b mn, ^hm. dea^msL) 1767. 8^ 448 cvp. 

Recensirt in Orphelin-s Magazin I. 79—80. Nachdruck 
einer russischen Ausgabe. In der Vorrede wird zwar gesagt, dass 
man hie und da einige rassische Werter und Ausdrücke mit 
gangbaren serbischen vertauscht habe ; allein dies geschah wohl 
selten. Im Lexikon S. 187 — 331 stehen fast lauter russische 
Wörter neben den lateinischen. — Wahrscheinlich ist die, in 
Taube's Beschr. v. Slavon. II. 17 dem Z. Orphclin zugeschriebene 
„Slavon. Grammatik, Ven. 1776" mit der obigen lateinischen 
identisch und nur die Jahrzahl versetzt. -^ Auch Horanyi IIL 
706 schreibt es dem Orpbeliu zu, mit dem J. 1776. 

er) Dentsrhe, 

340. Cre«. ByflHOBCJcaro mkHeu,Eafl i'paHMaTHRa« Bi 
BieuHt npH IocH*t ort Kypu.ßeß'b 1772. 8°. 561 cip. 

341. ÄÄM. THpo.ia HeMa^iKa ipaMMaiHKa 3a ynoTpeöjöHie 
cpÖCKO MJIa;^eacH• y By,^ißiy nkc. Bceyi. IlemT. 1830. 8^ 365' cxp, 

dd) Ungarische. 

342. reop. üeTpoBHia BeiirepcKaff rpaMMaTHua T. re- 

oprift Cajuepa« B% BieHat Tim. Cxe«. HoBaKOBH^ia 1795. 8^ 

296 cxp. Im J. 1831 mit einem neuen Titel vom Buchhändler 

Eaulitz; aus Spekulation versehen. 

, -t . '• • 

ve) Französische. 

343. loaic Byuua PyKOBo;](CTBo , ei» o^pamiyaci'ifi rpaii«' 
MaxHi^, BO ynoTpeöjeuie aiaB«-cep6t loiioextf . Bi» ByAwb rpa^t 
nHC. Bcey«. Demx. 1805. 8". 481 cxp.. 

Eine Uebersetzung des bekannten Meidinger'schen Werkes. 



372 



IT) Itallenlschf. 



844. BHKeHT. JlycTHHH PpaMMaTHKa iTOiancira, pa^pi 
ynoTpeÖJieHifl: rnnpH^ecrifl iohocth, Bi BieiHt npH Cre*. ote 
HoBaKOBOTB 1794. 8**. 491 crp. 

345. ftemelr. VladlsavIjeTic's theor.-prakt italisch-serbische 
Grammatik. Hs. (Nach Milovuk: FpaMiiaTifia Cp6cia aa T&aiaHe«) 

6. Wörterbücher. 

a) Eigentliche Wörterbiicfaer. 

346. Chr. Fr. Temler Dictionarium slavonicum (rectius ser- 
bicum). MS. 4^ 1103 pag. 

Das Autographon des Vfs. befindet sich in der kön. Bi- 
bliothek zu Koppenhagen. Das Slavische ist mit cyrillischen 
Lettern, wie sie in Serbien üblich sind, geschrieben ; in welcher 
Sprache die Erklärung der Wörter abgefasst sei, ob in der la- 
teinischen oder in der dänischen, oder in beiden, finde ich nir- 
gends angegeben. — Eine andere frühere, vom August 1766 bis 
11. Juli 1769 gefertigte Abschrift dieses Wörterbuchs mit vielen 
Gommentis ebenfalls von des Vfs, Hand, unter dem Titel: Glos- 
sarium illyricum, 664 SS., 4^'., hatte Dobrovsky im J. 1792 von 
den Temler'schen Erben in Koppenhagen an sich gekauft. Do- 
brovsky nennt das Werk wichtig, und fand darin Wörter, die 
selbst bei Stulli fehlen. 

347. ATanac« Cecepema Apjra^ie Ji,uMH;^pieBMqa 
CocpoBHnte ciaBencsaro asiiKa. Pen. 

Alex. Horanyi spricht davon in s. Memoria Hungarorum 
et Provincialium scriptis editis notorum Viennae 1775. 8". Bd. I. 
S. 517 u. d. Art. Dimitrievic Äthan., als von einem bereits 
druckfertigen und bald in Quartform erscheinen sollenden Werke. 
E3 ist aber nicht erschienen. Horanyi ergiesst sich im Lobprei- 
sen des Vfs. und seines Werkes, welches vielleicht nur noch in 
der Idee existirte. 



S7J 

348. (O^OAOpa ABpaanoBx^a) HtiieiMciA u cep()CKifl 
GJiOBapB Ha noTpedy cepdciaro Rapo^a wh n,. cpai. xepxanax'Bt 
Deutsch -illyrisdies Wörterbudi zum G^rauche der illyri«eheii 
Nation in den k. k. Staaten. Bi» BieHHt ioca« Ioc. om> Kypi^- 
(Jen 1791. 8", Der deutsch -illyrische Theil 719. der iliyriödi* 
deutsche Theil 326 SS. 

Becensirt von Dobrovsky in Slavin S. 453—459. Im Index 
zum Catal. Bibl. Sz^cs^ny. T. I. P. I. p. 587 wird dieses Werk 
ganz irrig dem Lanosovic zugeschrieben. Eine neue Ausgabe 
dieses sehr magern und unkritischen russo - serbischen Wörter- 
buchs figurirte eine Zeit lang in den ofner Uni versit&ts -Buch« 
druckerei -Katalogen (1829) unter dem Titel: €jiOBapB sejiHKifi 
irfeM. H cep6,, H.cep6. h utMeitcifi. 8''.; soll aber nicht erschie- 
nen sein. 

349. Byxa CTe«aHOBUha (EapavHha) CpnccH pje* 

qHHB, UCT0.1COBaH HLCMlEIVJUOf U JiaTUHCKHM pHje«fUMa. 

Wolf Stephansohns serbisch - deutsch - lateinisches Wörter- 
buch. Lupi Stephan! fiiii Lexicon serbico-gennanico-latinum. 
y Be^ (Wien, Viennae) gedruckt bei den P. P. Armeniern. 
1818. 8^ LXXI und 927 CTp. S. I-XXVIII Vorrede, XXIX-LXX 
Grammatik, 1 — 927 Lexicon. 

350. Ahm. Icafi.iOBH9a CopficKO-aaTrueMei^K. (Uoüapb» 
Pmi. Unvollendet. S. JltTonnc^ 1828, L 67, 

35 1 . Ucorg. HlagarasehcYlcs Lexicon latino - germanico- 
serbicum. Pars I. A— Interrex. MS. 4". 

Dieser erste Theil ist zwar vollständig ausgearbeitet; doch 
fehlt demselben die letzte Revision, welche der Vf. noch beab- 
sichtigte. Während der Bearbeitung des 2. Theiles starb der Vf. 
Die Handschrift besitzt der Verehi MaTHua^ 

352. FpHr. JIaaHya„Cp6cco-ueifaqKO-aaTuuccifl GJOBapKt 
no Ulauepy H»paAbeui/^ Pen. 

353. E BT. IIoHOBuia „CiOBapb h pikuHMm» cf» nte^- 
KorB eauKa ua cp6cciJ) npese^eui, soh ocaM'b nyra Biinre plm 
HMa, nero Kyp^6eK0B^.." Pm. (Vgl JltTonMcrB cpö. VIII. 173.) 



374 

354. Cxe^i HapiOBMva.HfofaMito-cpOGKUi uhcp^ckhitb 
y reHepajoH sapasAHOCKol oßu^mian» ^%evt(m% eooxaKitHHvft 
ptHHHKi aa ynoTpeOjeiiie cpfiece iouocth jreHepaaaxT^apaxAHE- 
CKOM'B H i^taoft XopBaTecott cb Ao^aTcoMi^ utKoanKO pasroBopa. 

b) Besondere lexicographische Schriften. 

355. PiquHKi Majuft (uj^eu^ u cepOcidft), d. i. kleines 
Wörterbuch, deutsch und illyrisch. B^ Bieuut npu CTe«..OTi» 

UOBafOBKMB 1793. 8^ 104 CTp. 

356. JIcKCEKOui ciaueuo-cepöcKifi m utMeu,ri8, 6. ö.r. h m. 8*. 
Sopikov führt dieses Buch an Bd. I. N. 604. Es ist wahr- 
scheinlich ein mir unbekannter Abdruck des Vorigen. 

357. VimoMK H^bneupA h cepöcnäf kleines Wörterbuch, 
deutsch und illyrisch. Bi» Bjjsjuxi imc. Bcepi. UeiUT« 1814. 8^^ 
Neueste Ausgabe:. PtuHim Ma.iHfl, d. L kleines Wörtetbuch, b> 
^yxnwb rpa;^t etc. 1829. 8^ 104 cip. 

Es gibt auch noch mehrere Auflagen von diesem häufig 
gebrauchten Schulbüchleiu. — Die deutschen Wörter sind nach 
Sachen geordnet und durch slavoserbische erklärt. Von S. 73 bis 
104 sieben sechzehn kurze Gespräche. 

358. Ae\f,x6v ^fuxXxo - alaß(opi7c6vy JUQiexovväg kvayyuuo" 

(Szifp/ tv taXg n:(f6s äkkr^kovs dt,aXe%€aL xal o^Uaig, 'EQUviad'lt/ 

Zaxc^QioVf iXlrjVoäiäaaxdkov tov Z^fiovog, ^Ev Bovä(f 1803. 8^« 
Auch mit dem serbischen Titel: P-feifUHrb rpeMecco-cjaBeuccifi, 
B% noji3y G.iaB.-cep6. lOHomecTBa PeoprieM'L Ilana 3axapia, 
rpe^ecciun yinTCieirB deM^HCCHMi. 1803. 8^ 4 Bl. und 136 S, 
Inhalt. S. 1—10 noauaulH u pasA'&ieuiH (rpe^ecraii) 
njiGtfeH'u S. 11—66 Vocabularium über die Hauptwörter, nach 
Materien geordnet und in 18 Kapitel eingetheilt & 67—115 
eine Liste von Zeitwörtern, mit Paradigmen von Conjugationen. 



31b 

S. 116 — 136 zehn Gespräche („pasroBopoBi» Ä^caTi»"). Alles in 
z^ei Kolumnen griechisch und s)avos€a:biadL Letzteres ziemlich 
bunt in Sprache und Orthographie; man findet serbische, türki- 
sche, kirchenslavische und russische Wörter und Formen neben 
und durch einander. 

359, naß, Co.iapHqa PHM.mnH ciaBeHCTBOnaBmiH, pyKO- 
BCTB pa;tH Haöpaiiia nO;i.o6HM pyKOBCTiB m^h hhh eaHKa, a Hafi- 
npie Hai rpcMecKora, BpyuacMa cuapo;^uHM^ cbohmi eaHKOMcnu- 
TaTe-itMx. yBy;^^IMy H3^ neu* Kp. Bceyq. 1818. 8", 58 cip, 

Verzeichnis» stammverwandter lateinischer und slavischer 
Wörter, mit vorangeschickter kurzer Abhandlung. 

360, Byica Cre«, (Eapaunka) Jo^^araE k Caurr- 
neTep6ypcKHM ep^utoHTejuiiM pjeuHHi^HMa cBiuy jeanca u ua- 
pjeTOja c ocoßHiHM orae^HMa ÖyrapCKOr jesHKa. Y Beny 1822. 
4^ 54 cTp. 

Als Beilage zu Davidovic's serbischer Zeitung erschienen, 
aber auch einzeln ausgegeben. Enthält 285 Wörter, rassisch, 
illyrisch (d. i. dalmatisch-slawonisch, serbisch nach dem verglei- 
chenden Wörterbuche, serbisch nach V. Steph. Karadiiö) und 
bulgarisch; Bruchstücke aus Lukas X, 30 ff. und das Vaterunser 
serbisch und bulgarisch; 27 bulgarische Volkslieder und gram- 
matische Bemerkungen über den bulgarischen Dialekt. 

361. loa. UatiH^a IlMecioBi u.ih pi^iiHHirB .iH^mir iraetta 
pasHH napo.^a ciaBencKH, yMHoacio, c^ .laT. oprorpa^ioMt uapaaio 
H npuM^iraHiH j^o^ao loa. £o.1JIap^, H3,i;. Ioc. MiuoBysi. 
y By.ü. 1828. 8". 113 CTp. Serbisch und böhmisch. 

362. Bac. IJepHa'iKor'B CoBOKyiueHie apaöcKO-nepciftcKO- 
TypccHxi» ptaei, ^hcjicitb ao 1500, bo omuQeuie dapftseMuaro 
TtMfi eepOcKaro aasisa, cb npiuo3E6HieM'b oöuupuaro spuTüve- 
esairo BOBej^euk, Be;;(yn](aro ei ;^ainiefl mhctotu Toro u ap^ao- 
CTH OBponeflCKHi'b MapoAOB^* Pkii« 

Angekündigt auf Pränumeration den 3. März i829, aber 
bis 1831 nicht erschienen. 



376 



7. Hilfb* und UebungsbtUdier. 

a) Lesebücher, Chrestomathien. 

363. üaB. JlaaapefiHqa Haq&io ynemfL^ xoTraptm j^imi 
cii EUHFb nHCMemi irbifeuciiMH, cn ManiMM norpe/Öuxaa Hacra- 
BjieiiüiHH, uxxe noMoiu.iio bo3MOxho oTpoca wh KpaTicoin» Bpe* 
MeHH oöyMHTH MiMCi^caro aauKa nncauifl coBepuieHuo liHTaTH 
u uyacj^Heftiuk BeI^H HMeuoBaTH, h Taco uxii n» paayMiuiK) Ma- 
jiuxi> pa3roBopoB^ iiphbccth. Bi> Bieuut iipH loc« ott» KypuBerb 
1774. 4^'. 185 cTp. 

Das BUchlein, das auf Kosten des Ilofagenteu bei der 
ungarischen Hofkanzlei, Josef Keresztury» gedruckt wurde, ent- 
hält nebst der Anweisung zum Lesen einige Stücke aus dem 
Katechismus, ein kleines Wörterbuch S. 77—150, und 16 Kom- 
plimente zur Uebung, deutsch und serbisch. Der Vf. scheint (sagt 
Dobrovsky) ein russisch geschriebenes Werk nur für die Serben 
adaptirt zu haben. Vgl Slovanka I. 213. 

364. loa. EepHMa lllTui^a. Peii. 
Seit 1813 in der Censur. 

365. loa. Am. KoMenHyoi. ;ieceToe:mnHufl, na .lar., 
«paui^., Ta.iiaü., ua o6a B.iaiUEa AifLiecTa, na ;^aE0BjamR0Mi> 
BCiHHi H Maicke;(ouou.iauicoMi, rp«iB0Mi>, pyccificsoMi», cpöcEOMi», 
Ma;ixap. k utMa^EOMi eausy, na^. Mhx. Boa.'^xh. 

Angekündigt in Davidovic^s serbischer Zeitung 1829 N. 30 
und 52. 

b) Gespräche. 

366. üan. MapE. CTOfl;^UHOBU^a CepÖcsiM h uiteeitEiji 
pasroBopH 3a OHe, com üsiuoin» chmii yuHTH ex xe^aior^ pajH 
oftierqeuiH h y^OBOJiCTBÜL B% Bieust npH CTe#. orb HoBftBO- 
mPTb 1793. 8^ 191 CTp. Auch mit dem deutschen Titel: lUyrisch- 
destsche Gespräche für diejenigen, so diese Sprache lernen 
wollen, zur Erleichterung und zum Vergnügen u. s. w. 



3T7 

367. Bhk. PaKHiia Becij^OBHiin i?LiHpneeKO-iTaiiaHCKifl, 
e% iraalancKora npeBe;teir&, h npERapaaieHi^ n ynoTpießjieHiD 
XRjTh Hapo.^oB'B nocpe,i;cTB03rL npeji.BapHTejHora pyKOBojiCTBa 
r. naBjia Co.iapKMa n nosnaHiio iTaiiancEH nHCMena, h n ca^ 
MoysoiTB MTeHiH) iTajriaHCEora eausa IxiHpoirB, saco TaKO.ibep^ 
Epaneoea Ra^epraiik Toroce o nHcueiian udsemeam B0D6fte 

H BOOCO61 HJLlHpHMeCEHXb Ha HCHilft BOHei^^ iTa^liaHOMln Bi 

M-iexKax^ vh ne^. nane Oeo^ociÄ 1810. 8\ 336 crp. 

368. Gonversations- Taschenbuch oder Anleitung sich mit 
den nöthigsten Ausdrftcken auf Reisen und bei den mannigfalti- 
gen Vorfallen des menschlichen Lebens bekannt zu machen, nach 
Frau von Genlis bearbeitet von Josef Milorak in 6 Sprachen, 
nämlich serbisch, ungarisch, russisch, deutsch, französisch und 
neugriechisch. Hs. 

Eine gedruckte Probe dieses Conversations-Taschenbuches 
lag mir zur Einsicht vor. 

c) Sprichworter. 

369. loa. MyiflKaTHpoBHua IIphttc h.ihth no npo- 
CTOMy nocTOBHue, rfcuace ceHTemCie m.ihth pt^enia. Bx BiCHEt 
npH loc. OTT» Kypn,6eKT, 1787. 8". 116 crp. — 2. m;h y By.iHMy 
OHC. cp. BceyM. 1807. 8". 168 CTp. 

Diese serbischen Sprichwörter bat J. Dobrovsky in s. Slo- 
vanka (Prag 1815. 8^) Bd. IL S. 67—94 zugleich mit einer 
deutschen Uebersetzung und mit philologischen Anmerkungen 
wiederabdrucken lassen. Einige kleine, aus Eile oder Unacht- 
samkeit entstandene Uebersetzungsfehler (wie z. B. xexeHi» saray 
.la.'^H der Durst kühlt den Brei, statt: derjenige, der sich mit 
Brei den Mund verbrannte, kühlt ein anderesmal) wird der auf- 
merksame Leser leicht berichtigen. Vgl. auch Slovanka L 214. 

370. Cxe*. <PepeHMeBHHa HocjiOBHue h saroHCTKe. Psn. 
Aus dem handschriftlichen Nachlasse von Volksliedern, 

Sprichwörtern und Räthseln dieses Vfs. Hess Athanackovi^ einige 
Proben in Davidovii's serbischer Zeitung 1818 N. 83 abdrucken. 



378 

371. CaM. (CeB») ÜÄH^a ^oc.^OBH^e. y Beijy 1820. 8^ 
27 CTp. Als Beilage zu Davidovic's serbischer Zeitung 1820 
N, 63-^66. 



■!• Redekünste: Poesie und Prosa« 

A. Theorie des StyU. 

372. AaeKC. Be^HJHna KpaiKoe co^HHenie o npHBa- 
THHXT» H nyö.iHVHHX'b j.'fciart. Bt BieHH* 1785. 8^ — 2. ii3;3i. 
Bi BieflHt npH loc. EypuBert 1792. 8^ 351 cxp. Auch mit 
dem deutschen Titel: Kurze Aufsätze von Privat- und öflFentli- 
chen Geschäften, zum Gebrauche der illyrischen Jugend, illyrisch 
und deutsch u. s. w. 

Ist eigentlich ein Briefsteller, serbisch und deutsch. Am 
Ende stehen drei Oden : zwei Originale, eine aus Horaz übersetzt. 

373. AeaH. CToSKOBH^a CepÖcrift ceKpeTapi. ilih py- 

EOBO.ICTBO, CaCO COMHHHBaTK pa^.THHH'fifiina nHCMa, EBHTe, 06.IH- 

ranie, KOHTpaKTe, xecTaMeHTe, poBcpce, kohtc h np. y By,T,HMy 
DHC ig). BceyiJ. 1802. 8". 535 CTp. (al. 528). 

374. Asp. HpaaoBHMa PyKOBo;i.cTBO m» ciaBCHCKOMy spa* 
CHoptMiiö BO ynoTpeCaeuie jiroÖBTCiefl cjaBeHCKaro S3usa B» 
ByAHH* rpa,^* häc. Kp. yimB. 1821. 8^ 246 cxp* 

S. 191—246 stehen einige Beispiele von Oden und Reden, 
die eben nicht musterhaft sind. 

375. JtHM. THpojia CpficKa THTyjaiypa. Pku. 

B. Dichtkunst 
1. Sammlungen verschiedener Gedichte. 

a) Volkslieder. 

376. ByKa CTe#aHOBHliaHasaiipdCTOH^)o;i;HaGjiaBeHO- 
cep6cKa nicflapHn;a. y BieHH y neii. T. loama ülirapepa 1814. 



379 

8^ 120 cxp,— 2. TOcn. 1815, 8^ 262 CTp» (Unter dem Titel: 
Hapo;iHa eep6cKa ntcHapHi];a.) Reeensirt in Davidovii^s serb* 
Zeit 1816. N. 58-61. 

377. BjKa CTe<», Eapa^Hiia HapoAne cpnexe nje(»fe. 
EnBHra npBa, y KOjoj cy pa3.TMHe xeneice i^ecMe. Y JlmiHCitH, 
y niTaMnapHjH BpejTKon*a h Epx.ia 1824 .8^ IJÜI h 361 cxp,— 
KHBHra ;ipyra, y Kojoj cy njecMe jyHauKe HajcrapHje. 1823. 8^ 
305cTp,— KHbHra Tpefea^ y KOjoj cy r^ecMe jyiiauKe no3H^e. 1823, 
8^ 399 cxp. — EHLHra MerBpra, y KOjoj cy paaiH^He jyHaqse 
njecMe 1833. 8^ (Der Druck fing mit dem 3. Bande an.) 

378. JInjeK japocTH TypcKe. IteTHHje, nenaraHO y mraMna^ 
PHJH ItpHOropcKOj 1834. 8^ 23 CTp. 

Drei Volkslieder nebst einem kleinen Loblied auf Crna- 
gora. Merkwürdig als der erste Druck der neuen Typographie. 

379. Chm, ÄH.iyTHHOBHua Hapo^üHe cp({cice n*CMe. Pra. 

b) Erzeugnisse einzelner genannter Dichter. 

380. loa. Aeanac. ^onieHOBHua JlnpH^ecsa niHia 
H en^e ^pyra .3a yBece.ieiiie cd,xh npBifl pe,TT> cntBana. ßi By- 
^IHHt mic. Kp. yHHB. 1809. 8". 112 cxp. 

Angezeigt in den Vaterland. Blatt. 1811. 

381. Ohm. HH.iyTKHOBHua H'fiKo.iHEe n'lftCHHue, crape, 
HOBC, npesej^ene h couKHene. yjIafliruHry b^ thr. BpaflTKon*a 
H XepTeja 1826. 16^ 92 crp, 

382. Chm. MHjiyTHHOBHMa 3opHu,a, m]i. loc MHJiOBy- 
towh, y Bys. n. Kp, yrnre. 1827. 8^ 81 crp. 

383. loa. üa^iH^a CoMHeeHiü niGHoaiOBCKa^ caAepsaioii^ 

1) JIio(HI^H H.1H SasO nOKOfl MC ÖtXH, 2) Il'6CHH .lH)60BHe, 

3) CMtmue. y By.'tHHy nnc. Kp. yHHB. 1827. 8^ 380 cxp. 

384. Aean» HHKO.iH^a CepßcKil CiasyA, hs^« Eohctsh- 



380 

tma EayjmiqH. JBjj!jbxj iihc, Kp. Bceyq, 1827, 16^ 72 wp,— 
2. liaeTitii^a y By^* 182& L6'\ 86 erp. 

385. ^laHiMJia Mja.TeHOBHka IIIyMHn.a, naca^ena 
s 0;ipaHBeHa. Y By^. n, lep, Bceyii. 1832. 12, 144 crp. 

Kleine Gedichte verinischten Inhalts. 

386. Hexpa nexpoBHfca nycTHHLan. n;eTHHCKH, UexHuje, 
nCM. y fflxaMn. II,p»ir. 1834. 8^ 43 S. Meist lyrische Gedichte. 
— Primitiae typogr. 



2. Einzelne Dichtungsarten. 

a) Lyrische Gedichte. 
aa) Tbrenodirn, Hymnen. 

387. TpeHOJ^ifl BX Mipi MCiOBtEa Bine;i^inaro a ott. Bcfkrh 
H CBoficTBeHHHX'B npcBp'feHHaro. B'b BcHei],iH m» Tim. ,1,hm. Oe- 
o,^ociÄ 1762. 16^ 

388. O^^a na BOcnoMHHaiiie BTopaiH) XpHCTOBa iipHiuecTBlii, 
no o6pa:iy iitcHH Jlua IIpeMy.^paro na aiaß. r. HapeeHieM'B En. 
iipeBe;(eHHaH, cTHxaMH xe Saxap. 0p4»cjihhom^ ycTpoeunafl, 
6.iarociOReHicM xe A£. h M. IlaB. HcHajiOBHiia nepBi^e Hane^a- 
xana, a nuni Bxopoe bi> hoboA XHnorpa^iH rpeKOiipaBOciaBHOft 
(wh BeueiuH npH J(hm. Öeo^ociu) 1763. S'^. 

Diesem zufolge wäre das Büchlein schon früher unter Patil 
Nenadovic (EB. 1749 — 1768) einmal aufgellt worden. Ob au 
Rimnik? 

389. CxMxocioBig xpHCTO.poÖHBux'E Äywt npeÄaiaTCjHaTO 
m» Eory öecifiAOBaHifl , pa,i,H npaBOBtspHuxi» xpHcxiaH'b Hd.'^aHai« 
Bi» BeReii,iH b% thh. ][jm. ßeo,i;ocifl 1764. 12^ 

390. Mhx. B;ia,iHcaBJi>eBMua Cthxh o He;^t.iH uecTi» 
cyfioTH npieMuiefi. Y Be^jy npH Joe. ox^ Kypußein» 1792. 8^ 
12 cxp. — IIo6ife,^oirocHHft TpiyM♦^ eih ropacecxBO o iipecBtT.iOMT> 



381 

.BocipeeemH IpHeroBon, 6otOTpu(y!Skix>6nftm> b% jsjmßuiyw 
pa;toen h jTtsy n cthxh caoMHO.' Bi Byxni 1801, 4^ 
27 orp. Mit 2 Kupf. die Stadt Jerusalem und die Auferstehung 
Christi darstellend. Angezeigt in Schedius Zeitschr. v. u. f, Üi^. 
m. Bd. 1. Heft S. 62 ff. (Sopikov L N. 1562.) — BosBHHieHie 
jMa CT HeßecaMi, y By,T;. 1818, 8^ 

391« Bhc PacHwa ü'fiCHb cb, MyveHHqs BapBapK. Bx 
Ey;aorfi iihc «p. thhb. 1798, 8*. 11 cxp. 

.392, Hhk. UlHMH^a y Typen,Kofl CepöiEHOM'b yTtmerie, 
no XXVL ncajMy npejOÄenHoe. Bx ByjüHMt rpa;^16 hhc. ip, 
Bcey^. i806* 8^ 7 orp. 

393. E$peMa lasapoBH^ia Taaci üoptipoHOCi^a no 
ncajBiy XIV. co CTHxauH jrioßeaHMmHirB Cep6iaii03rK Bi Bene- 
m 1810, 8^ 

bb) Lieder, Oden, Eleflen. 

394. VLiBMh Cep6iu, exxe euHH bi paaiHMHua rocy;i;apcTBa 
paac^tH CS, . o^flBJieHHuft orb C. C. C. E, o. m. h r. (bi Bene* 
uIh b^ THn, jlfiM. OeoÄOcia 176^). 8^ 7 cTp, In 26 Strophen. 

Der erste in Venedig aus der Officin des Deraetrius Theo- 
dosije erschienene serbische Druck. Der Vf. des Gedichtes war 
ein aus der Türkei herübergelaufener Geistlicher, der sich um 
das J. 1759 in Wien mit Abfassen von Schmähschrifsen auf den 
serbischen Metropoliten und andern unlautern Umtrieben abgab. 
Der des Serbischen unkundige Buchdrucker, den serbische, aus 
der Tükei stammende Kaufleute getäuscht hatten, soll später, 
als er den Inhalt des Büchleins erfuhr, die Jßxx. unterdrückt 
haben. Vgl. P. Julinac istor. slav.-serb. nar. S. 157 ff. 

395. CtTOBanie HayneHaro K.ia;i;aro ^ejiOBiica, mrh pycsoFB 
Ha cep6cEifl ssuk^ npeseji^eHHO oi*b 3.0.(3axap. Op^ejiSHa) 
vh HoBOMcas^, Bi BeneniH b^ thh, JlflM. Oeo^ocia 1764, 16*'. 

396. HeJio^ifl rs npoüeiBH), jcoio 3a 1765 jiiTO covHflKBiSH 

äftf««k. LhermtorgMohlohta. HL Bud. 26 



382 

npH sejTOH» MHorojitTCTBa BCfim npexcTaniflen 3. 0. (Saxap. 
Op#6JiKHi) Bi HoBOMcani. (Bi BefieipH npH Ahm. Oeo^ochi) 12^ 

397. locH^'B Bxopufi, ÜMnepaTopi PHMCEifl. B'b BkKwb n. 
loc. Kyp^6eKa 1773, 4^ (Von Sopikov Bd. I. S. CXLVU irrig 
als Biographie angeführt). 

398. JlocHT. 0(pa;i;OBH^a Wbma. na saaTie BiJirpaAa. 
y JlaAni^Hry 1789. (ÖaploviC.) — Ili^CHa na HHcyppeicu,iK) Cep- 
6iaH0B'B, Cep6iH h xpa6pii]rb es BsresoBOMi h va^OMi» h <$oro- 
noMaraeMOMy hxi BoeBo;(H F. Teopriio üerpoBH^y nocBerfiHa, 
y BeHe^iH 1804. 8^ - (1807?). 

399. Mhx. BjiaAHcaB.iiBH^a Othxh coub^i na no- 
xBa;iy Ero Bej. Focy^i;. Jleono.iAft ü. hmh. Phmck. h xp. yHrap. 
Bi BieHHt 1791. 8^ 21 cTp. — MeJo;^ia mh co3epn,aHie paa, 
B^ CTHXH cHHcaHO. y Bj.iHMy 1818. 8^ — MejOÄia o sjaxoBe- 
ce-ioiTB npojieTBy. yBy,T.iQiy 1818. 8®, 

400. (Hhc. CTaxaTOBH^a) Ilicu noxBaiHaa Öjaropo^. 
r. Arm. OTb ATaHacieBHMb h npo^HMi xHTe.i'l^Mi EapjiOBaMKmrB, 
cjOÄCna oTh HapoÄO.iio(5n,a. Bi BieHHt 1793. 8^ 11 cxp. 

unter der Dedikation an D. v. Atanasievic ist „N. v. Sta- 
roatovi^** unterschrieben. 

401» CjiaBeHO-cep(icK0Me po,^ h o6ii^ecTBy oai> hi^^oao- 
jao6ufi CO ycepAieMi nocBflju.eHO (t. e. iiiCHH nirsisi H. CxaMa- 
TOBHveMi eoMHHeauH H oTKonieHie eiiA'^iomi» cpÖcnofB HMy- 
npa), y ByÄHMy 1806. 8". 24 cxp. 

402. TpHr. TepjiaH'ia CiaBontnie b^ acepTBy oßu^aro 
6JIa^o;^apeHia Ilpeu, T. ApxiM. PaHMy npn dyiaH xpy^iOBi ero 
B'B A'^ionHcaniH ciaBencEHx^ napo^OB^ Ha CBi^ni'b H3nie;i;mHX'B. 
Bi BieHHt 1794. 8^ 6 crp. — CiaBontnie Eh Hmh. Bhcou. To- 
cyAapHHt AjieKcaH^ipt üaBJOBat, bcj. kh. Bcepocc, Beurep. KpajB« 
naaaTHHi s np. &b By;^HMt 1810. 4^ 19 cxp. — C^aBeao- 
cep6cKHX'B UHTOMJi.eB'B y^ieHÜit Haxo;i;fl]ii;HX'b es npH spai. Bcey^H- 
^Hnw nemT. B^ By;^MMt 1809. 4". 16 cxp. — Ejierie, y Cp6. 
jltoon. n. 70. DL 81. 



363 

403, JTy«. Mymai^KOr'B O^a T. Cxe*, oto ABaBynoBH^ 
Vh AOCTOHHCTBO EnHCKoncTBa CTynEBmevy. Y By^. 1798, — Oja 
ßjiaxeHoA tIhh loa. Paima ApxlM. Höh. KoBäiba BaiHKaroxe 
CHHcaTaiBa cepÖCKaro. y Byj. 1802. 4". — Eciora Ha cMepTi 
BacHj. üerpoBiraa npecTaBJimaro ca anpjui. 17. (29.) ^ne 1802 
ro,ia. Bt ByAHHt rpa^* 1802. 4^ 7 CTp. In Form eines Dialogs 
zwischen Meliboeus, Daphois und Meualcas. — Esjiora na npes- 
j^eBpeMeHHyiö cMepw Derpa HyiiicaTHpoBH^a, HXÄHBeaieM'B jpy- 
TOWh ero. Bi ByAHH'i rpaA'fi 1803. 8\ 4 BI. Ohne Namen des 
V£3. — CepdcEaa Hy3a na TeaoHMenHf uii ]i,a,wb Epiqcepi^ora locH^a. 
y ByjÄMy 1808. — CepöCKaa Mysa n Epi^xepuory JIy,^BHicy npH 
B03BpaiiteaiH 83% Cpena» y EyAimy 1808. Serbisch und Deutsch. 
— 0,na na CMeprx lepea BHTKOBHiia Ilapoxa By;^HMCcor&. y By- 
ÄHMy 1808. — 0?fL Ha CMepi-L r. CaBH BycoBHMa h np. Bi 
By^HMy 1810. 4^ 4 BL — CtHH fl,ocHTea 06pa;^OBIPIa. y By«. 
1811. 8". 8 CTp. — 0,^a Mhx. Bhtbobh^ 'leexH. Eohc. Byj^KM. 
«HmKaiy. y By;^. 1811. 8". 16 cTp. — Oj^a Aaexc. MnjyHOBHqy. 
y BcMy 1818. Als Beilage zur serbischen Zeitung 1818 N. 100.— 
Ow Ha cueprb Ajickc. HH.iyH0BHqy, ebend. 101. — O^a Mhx. 
BHTKOBH^y, in d. serb. Zeitung 1818 N. 100. — RiaeB Hapo- 
,i;o.i]o6i^a, ntcna jiHpHqecK0*;i7iAaETHvecKa, nocBeTiHa cep6ccoMe 
poflj .1. 1819. y Beqy 1819 (?). 8^ 15 CTp. Als Beilage zur serb. 
Zeitung 1819 (?) N. 44. — 0,Tia Cxe*. SCHBEOBH^y, Hs^üaTejuc ÖJiaro- 
^^txejiHe Myae, in d. serb. Zeitg. 1819 N. 45. — 0;^a na Bhaob^ 
^a.wh 15. lyflia 1389, j. 1817, in d. serb. Zeitg. 1819 N. 46.— 
0,7^a ^ecTH Hapo,TiHOfi CepöoBi h np., ji. 1817. y BcMy (1819). 
4^ 2 Bl. Als Beilage zur serb. Zeitung 1819 N, 71. — 0,^a 
Ha B03ÄBHxeHie THMHaaiyMa HoBOca^üCKaro h np, y Beuy (1819?), 
8". 8 CTp. Als Beilage zur serb. Zeitung 1819 (?) N. 72. Eine 
andere ebend. N. 77. — Ano.!ioria cep6cKor% cep^i^a« y Be^iy 
1819, 8^ 8 CTp. Als Beilage zur serb. Zeitung 1819 N. 73. — 
Oxa ctHH IIpoE. BojiHva 6iibhi. ApxiM. PacoB. .i. 1818. y Be^y 
1819. 8^ 8 CTp. Als Beilage zur serb. Zeitung N. 74. — O^a 
F. Gast npo;iaH0BHvy ovb ysa^m £aMeHHn,H n. Kp. Tenepa^y 
^^AMApma^aftTHaHTy, in der serb. Zeitung 1819 N. 47. — 
MyBCTBOBaHifl Ha jceni» Te30HMeHHTK[A T. CTe$. CxpaxHMHpoBHua 

26* 



384 

r, KyjinmcKaro AB. h M. y Be^ 1820. 4^ 2 BL Als Beilage 
zar serb. Zeitung 1820. N. 102. — O^n. Ha naMHn» t^aarop« 
r. Mapca CepBificKaro 3eMjieAep3Eii;a EaHHxctaro, Ji. 1821^ 4^ 
2 BL Als Beilage zur serb. Zeitung 1821 N. 1. — O^a Ilerpy 
IleTpoBHfy MHTponoJi. ^epHoropcKOMy, y Beqy 1821, 4^ Als 
Beilage zur serb. Zeitung 1821 N. 6. — O^a na ciiepTTB Ojarop. 
r. Ahhh na.iHKy^eBHH ort ^ypjyirb h JtemecTBe, poiaeHiM Hyr- 
HHTB, Ä. 1821. y Be^y 1821, 8", 7 CTp. Als Beilage zur serb. 
Zeitung 1821. N. 35. — In der Zeitschrift JHsTonHC's cpöcdfi 
stehen folgende Oden: BesHJiHMB Heft I. S. 122. — Ha bo3ABS- 
xenie TiiHuad« HoBOcaACKaro XL 80. — daBexemH ne^aTHH 
vh HoBOMcajü'fi XI. 86. — IlaBjry BepHwy h IcH^opy Hkkojih^ 
XIV. 38. — MyBCTBOBajriH ^tB^a na ro«. 1828. XIV. 28, — In 
der Handschrift sind mir bekannt: O^a na co^HHeHiii JI,epza- 
BHHa. — Kt BHcnpeHHeny 6.iaros*H), ü. 1821. 29. Mala. — Ocho- 
BaTejeMt G^iaBeHesia Kynao h cepÖCEis caTej^pu bi rHXHaBlH 
HoBOcaACTtfi. — coeAHHeniH saTej^pu ciaBencsaro assca ci» 
TOioxA^ A3£iKa rpeqeccaro bi rHMH. HoBOcaAcrfefi. — iJ^r^sr- 
rtxöv exe BOsßyÄHTH iLia/^mcb CepfiOBi, «a npiiyroTOBJiarB 
Gfl n 3aBecTu ch HMyni,eft EaTe;i;pi ciaB. h rpcM. asiuoB^ vh 
rHMH. HoBOca^CTtt. (Pia desideria! Die slavische Katheder kaoi 
nie zu Stande. Der Vortrag des Griechischen ward untersagt!) — 
CepöjiBHH'B Cep6.ii>HHy. y EapjiOBuy 1832, 8^. 1 BL — Ha jsjbwh 
poxii^eHia Hhh. ^paai^a 1., 1831, C. JltT. XXX. 36 ff. — OnpaB- 
^anie kh. Jlasapa. Eb. — CepficsoMi HMeny, na a^hi cb. Caae. Eb. 

404. JlyK« MyniHn.Kor'b' AnaKpeoHTOBe oje, y ItTon. 
cp6. I. 126. — Xopan^eBB Oäc, y JI*Ton, cp6. I. 122. XI. 115. 

405. Gott erhalte den Kaiser! Vaterländisches Volkslied. 
Jl^a BoFB XHBHT'B D^apa! OTeMeerBeHHO-Hapo^naa ntCHL. Metrisch 
übersetzt in die slovenische und serbische Sprache von L. M. 
(Laelan Mnsieki). Karlstadt bei Joh. Nep. Prettner 1830. 4^ 
6 Bl. — 2. Ausg. 1831. 8^ 4 BL 

Die doppelte Uebersetzung ist sowohl mit cyriUischer, als 
auch mit lateinischer Schrift abgedruckt In typographischer 
Hinsicht ist dieses Bachlein als erstes Produkt der cyrillischen 



385 

Presse in Karlstadt merkwürdig. -* Bei der 2. Ausg. blieben 
die lateinischen Lettern weg. 

406* O^a vh Ero icpaji. BiiCOvecTBy ÜMaury Kapo.17 Ajnofl- 
sim Epi^ory Jly^EOMy h np. noAHeceuHaa Ijz. T/LymunKuwh. 
Bi EapjiOBii^t jyh teh« üpeTHepa 1831» 4^ 4 Bl. -- O^a ua bh* 
cocOTopxecTBeHHiifi fl.eä'h poxAeniH Ero hmh. xp. BejtHvecTBa 
^pam^a L, 1831, 12. ^yp. nojsfi. Ä. MyniHuicHM'L. BiBieRsi 
1831. 4 BL bloss slavisch; vb EapJOBn;« 1831. 4^ 8 Bl. mit 
deutscher Uebersetzung. — MyBCTBOBaaiit lopsaTCSHii C^6oBi 
Ha BHCOKOTOp. j^BHi pox;^. E. H. Beji. ^pani^a I„ 1832, 12. $eyp. 
Bl KapaOBi^l 1832. 4^ 6 BL mit deutscher Uebersetzung. 

407. loa. PaHMa Cthxu BocnoMHuaHiH CMepitf com. 
1766, Il3;^äo Cxe*. FaBpiLiOBHMB. Bi By^. 1814. 4®. 4 CTp. — 
ntCHH. (Anonym.) 

408. A(eaM.) C(To8KOBHMa) 0,ia Öy^^^ymieirB saBeAeimt 
Hayn «H.iocowiieCEHX'fc hi> Eap.ioBi^'fe CpeMCTtBrb, h cjrbjir 
CTBiüXB cero aaBejeHia. B^ By.^HH* rpa^* 1800. 8^ 12 CTp. — 
Ha cuepTb 6e3mepTHaro loa. PasMa ApxiM. Mos. KoBUJiLa, npe- 
crasinnaro ca J^ex. Uro 1801, cosepmEBi» 75 ji^t'b h Mtcai^i 
BpeMCHHua XH3UH. Y Byßjmy 1802. 4^ 8 CTp. (In Hexametern.) 

409. ABp. MpasoBHMa Ciesu 6jaseuofi ctHH A^ieKcan- 
pAu IlaBJiOBHu, nocBfflueiiH Ji. 1801. B% ByAHut rpaj(t 1801.— 
no3;Q>aBJieHie T. loaimoBH^ Ehhck. Ba^coMy. B% ByxMHi) 1805.— 
Qm Ero IIpeB. T. Cxe«. CTpaTHHupoBi^ry AE. h M. B'b Byj^Hnri 
1810. 4**. 8 crp. 

410. (ABp. Mpa30BHva) OBu,i;ia Hacoua neiia.iHiixi khhth 
IV» H V., npesej^eMu Asp. MpasOBH^eM. Bi Byj^Hui^ hhc. cp. 
Bcey^. 1818. 8^ 530 CTp. Lateinisch und slavoserbisch. 

411. Aht. locH^OBHva Ctkih na cMepTi A.iescau;(pe 
naBJtOBfie. y ByAHMy 1801. 



386 

412. Fabp. XpaHHCüaBa HwiTh Ha rpofii loa. PaMva 
KoBiLiLCKaro ApxiM., .t^hc 11. JeK. 1801 ycoiuuaro. Bi BjÄHfi* 
rpa;i;i 6. o. r. (1802). 4^ 4 CTp. In gereimten Hexametern und 
Pentametern. Fünf Verse bilden eine Strophe. Der erste Hexa- 
meter steht ausserhalb des Beimverbandes. Der 2. und 5. Vers 
sind Pentameter und reimen zusammen. Die accentuirte Sylbe 
ist lang, die Position wird nicht beachtet, z. B. tüx® npem^;^^, 
no^HBiä, cjaAii^t oyzä nomiBafi. Unterschrieben: Bo BiesH'fey 
XpauMCAaMeBHUb. — Ha ciieprB BHcoKo6wiarop. FocnoxH Iocmh 
CTpaTUHHpoBH^B OTi> EyjtuHU'B, poxjijeHua Tece^iH. Bi Rj^pnii 
1815. 4®. 9 CTp. In gereimten kurzen Strophen. — IIpeocB. 
r. Cre*. OTT. ABBauyMOBHMB En. Eap.iurT. B^ ByAHMi^. 8^ 

7 CTp. 

413. loa. nonoBUMa (BepH^ia) 0;i;a na jifiwb TeaouKe- 
HHTCTBa r. n. OTT> AccMMapKOBHqB. Y By^HMy 1804. — O^a aa 
CMeprb loa. loanHOBH^a Enucs. Baujcaro. V By^MMy 1805. 8*'. 
4 Bl. — 0;^a TeaoMMeHHTCTBy F. BaciLi. EoBa^ina Ilap. CoM6op. 
y ByÄHMy 1806. — E.ieria Ha cMepTi Ahhh, KXBepH Eouct. lau- 
EOBflMa i^a,;^. CoMÖopcKon». Y ByAHMy 1806. — Cep6cKa Myaa 
r. Ypoury HecTOpOBiwy KpaiB. Cob. h np. Y ByÄHMy 1813. 8'\ 
4 CTp. 

414. JI,HM. Ha.i6aH0BH^a 0;i;a F. Ehkcr. IocH$y IlyT- 
HHicy H np. y By;ii. 1805. Ausserdem gab er Oden an Muäicki 
u. a. heraus. 

415. Aapona EjieuHMa Hi^CHH o luacTuoMi u pa^ocT- 
HOMi i[36aB.ieuiH CepÖiUf xpaCpuMi ea BHxeaoBOMi« Y BeHei^m 
1807. 8«' 

416. loa. AeaHac. JI,offleHOBiiqa yqaciie paaocTofi 
H31» ÄO.iacHHa jio6bh T. MoHccew MioKOBM'iy Ehmck. Kap.imTa;^., 
OTb CTpaHH KjHpa JLwKaro. y BeneniM 1807. 8^ 

417. TaBp. BaflieBHMa TeTpaion. h.ih 6ect;i;a noMexjy 
^eTiipeMH, na OBi^^Heuie 6e3CifepTUEiH naMsru F. Oeo;^opa $h- 
j^pinoBiraa npaBi ^OKTopa. y By;i;HMy 1807. 4^ 15 CTp. 



387 

418» Teopr. MHxajiiBHiia maorjunii väwsä iqacT.iH- 
soMj CpaKOCo^eTasiio F. loa. KysMaHOBHva h np. B^ BjahiA 
1807. 4^ 4 cTp. 

419. KoHCT» HapuHEOBiiua lUavB PaxHJbH ilih Hd^ie- 
flie Hja^emiieBi na noBewT&aie Ipoj^a mapa foxefiCKai'O h% BHT.ie- 
eifi c6iiBiuee ca. y BjAHMy me. xp. Bcey^ 1808. 8^ 104 crp. 

420. Mh:i. HonoBMna TpH ntcHH. Y By;^iiMy 1808. 8\ 
8 crp. Ganz unbedeutend. Auf dem Titel steht: IIonoBH^L 3ro 
j[. n. c. 

421. Cthxh ua uoBMfi roAb 1808, coMHEeuH Bi BejnyaAi^ 
ora CepiSoBi BeJULKOMj TocyA* Uapio m CaMOAepxqy Bcepoec. 
AaescaHApy L — Huit cthxh BHCOBOupeB« F. Fenep. Poao^H" 
HHcy. Bi BeaeiUH 1808. 8''. 

422. IIoxBa.iHue cthxh na CMepn» EanuTan^-KoHau^opa 
H KaBa.iepa IlBana OcnnoBH^a Ca.iTaHOBa (npecTa&imaro ai b'k 
TpiecTt). B^ BeneiUH 1809. 4". 

423. O^a F. ABp. HpaaoBHvy on» ero imroMHieBiN y By- 
ÄHMy. 1810. 

424. naBja GoiiapH^a HicHe, y Jli^Ton. cp6. L— XIIL 

425. FpHr. laKHiHMa CSep^ewiifi BOCTopi*b ua a^hi 
apa^AHOBaHifl HapoAHMxi e.iaB.-cep6. neAar. yMH.iHui;B. Bi ByA> 
1813. 4^. 16 CTp. — O^a Ha AaHa> y.va3Ka Ero Benra. Hmiep. 
^paHi^a I. y IlapHS^. In Davidovi6'!s serb. Zeitung 1814 N. 126.--** 
Mmh n* Kp. ciaeeHO-cepÖCEOMy ^pafisopy no^^ npeABO^HTej- 
CTBOMi Ero BHCOBop. F. 06pcTepa Mhx. MHxaH.iim9a» In Da- 
vidovii's serb. Zeitung 1814 N. 86. — O^a Ha TopxecTBeHHoe 
vh mE/OMXSüh 3AaHiaxi BOS^eHseme oöpaaa Ero BejiHq« Hiio. 
^panuia L, uo OT^a oTe^ecTBa h Bucoqafimaro oeHOfiaTeüba 
uOBoaaBeAeHHHi'b npeAyroTOBHHMecsHxi y^HJiHHtE. y EyAHMy 
1815. 8®. 4 CTp. — UicHb Hx^ Ejiarop. F. CaBH ApcHqy H Ero 
cyopyiH F. EBCTaxüit uo ^o tomi nepBoä cnHearejuBi^H cep6- 
CEOfi. Bi ByAHMt 1815. 4^ 4 Bl. 



388 

426. fiae. AaHflHOBH^a Ojiß Ero Bejnni HunepaTOpy 
AaeKcaHÄPy I. 1814. 

427. IlaBi. BepH^a Xopai^ese o^e, y Cpö.HOBHH. 1817 
H 1818. — CnoMesi npev. T. UpoKon. BojDPiy Apxin. PaKOB, 
Als Beilage zur serb. Zeitung 1819. N. 60. 

Sämmtliche Oden Horaz's fibersetzte der V£. längst; will 
sie aber jetzt nach Grundsätzen der lateinisch-quantitirenden 
Prosodie neu umarbeiten. 

428. Mhx. BHTKOBH^a Ha cuepTi loa. Be^ianoBH^a, 
CeHn-ÄHXpetcK. Cenaropa. Als Beilage zur Davidovid's serb. 
Zeitung 1819 N. 48. ^— Dasselbe neiiaufgelegt: bi Byporfi rpaxt 
1819. 8^ 2 Bl. — nSCHe, y JltTon. cp6. V. 77. VI. 94. 

429. AeaHac. BjiaxoBHua HaArpo6uaa teeren F. Ajieic 
MsmyTHHOBu^a «hj. h mbj;* ^okt. Bt> Bienut 1819« 4^ 4 Bi. 
Auch als Beilage zur serb. Zeitung 1819 N. 65, 66. — ^ecreMt 
r. laKoaa otb Iokhmb. y Beqy 1820. 8^ 8 CTp. Auch als Bei- 
lage snir serb. Zeitung 1820 N. 93. 

430. JI,(hm.) I(cafi;[OBH^a) Riarop. T. CaBH Ao6pHuy 
Ha 10. Mai 1821. y BieHHt 1821. 8^ 7 CTp. 

431. IleTpa loaHHOBHMa 3aBiiCTH, Kiesere h Bpas^e 
npiarejiBeMi». y ByaHMy 1822. 8*^. 6 crp. — Ibuim Ha cMepn 
F. EiaTepHHe, Apceflia Oeo^opoBH^ia eynpyre. y Byj^nny hhc 
ip. yHHB. 1823k 4^ 6 CTp. 

432. Mhj. CBeTHha (loa. XafHlia) O^e, y Cp((. JI«- 
Toncy : Cth^i L 120. — Boiy III. 72. — Cp6. noera III. 77. — 
Carpe diem IV. 63. — Hone poAy XIII. 23. — Ha ciiory XIIL 
24. — ntBoy ap«e UlHmaTOBaqve XIV. 36; — IIaJHH0J^a a^- 
Öejiorb lepa III. 84 h np. — XopaqieBe O^e, y Op6. JLtTon. 
IIL— xin. 

Mehrere Oden in andern Schriften, als V. St Earadü^'s 
Danica u. s. w. 



389 

433. Abp« BpaHKOBHua Beuul enoieHi» itwmms Tjca- 
Bamy, jupmewb 2. (14.) ^epB. 18£3. y B<»y y neu. epH6Heval 
1823. 8^ 4 Bl. — OTe^ecTBeHa necna; Eon ;(a zhbk Il,apa 
^pam^a, ysi uaBHpx, h3ä« Ioc ItooByn. Y By^. 1829, 8®. 
12 crp. Deutsdi und serbisch, letzteres sowohl mit cyrillischer, 
als mit lateinischer Schrift. 

434. loa. C. IIonoBHua Cje3u, KMHxe Eojrapia nen^a- 
crie jTbTa 1374 c6iiBniee ca oiuaKUBaerB. Bi Ey;^. 1825. 8^ 
8 erp. — Hhü. I^BeTH^a (loa. HoHOBK^a) 0^ Ti^. lo- 
Ga#y HsjatOByxy sa 3uan scTHHorB noqHTamx cneBaHa. y By- 
jUSKj 1828. 8^ 6 cTp. — 0;^a npeocB. F. MsKeioiy HaiiyHJtoBny 
Ehhck* Bpina^BOMi nocBeTbena. y Ey^miy 1829. 4^ 4 crp. 

435. CeB. HüH^a TeHeTJiiaKon F. MfoKOBiray EiiHCf« 
Eapjoirr. y EyAimy 1825. 

436. Cyse PaAMMOBe, cntBano no Bjiaxy KuHiteTH^y 
Jlj6poBqaiiHHy EBTHMiem IIonoBH^eMi. y BjAHMy 1826. 
12^ 36 CTp. 

437. 4>Kj[. neHva EHKOidaoTHKOHi npeii. F. FepacHMy 
SejiHMy ApiiM. h np. y EyjBMy 1826. 8^ 8 CTp. — GjiaBfio- 
irfefide Bl qecTi FF. Gto«. CTaHEOBiniyy Macc. HaHyiLiOBHuy, F. 
XpaHHCjasy h H. loaHHOBmy, EimcKonovB h np« y Ey^my 
1829. 4®. 7 CTp. — Osa F. Cxe*. CiaiaoBOTy Euhck. Byj. 
y ByÄMMy 1829. 4^ 4 CTp. 

438. Cxe«. CTe^aHOBH^a O^e, y Cp6. JliTonKcy 
IV-VII. 

439. Ha QicepTi» 6j[ar. F. Hapüi loamoBneBH b^obh xa* 
miTaHHipr. Bi Bjxbmü 1827. 4^ 3 Bl. 

440. AeaHac EoH^a O^a F. Cre«. CTaHcoBmy ApxiM. 
Höh. OpaxoBsi^e. y By^HMy 1828. — O^a F. CHMeoHy Iochm- 
BHqy, Bap. CenTi-AHAp. y EyAHMy 1828. — O^a F. Cre** CTaa- . 
KOBny EiiHCK. Byxmi<». B% Ey^HiA 1829. 4^ 7 crp. 



3d0 

44L loa. lasoi^JieBHqa Buora r. CTe«. OraHEOsny 
BiiHCs. EyxHHec Y ByxHMy 1828. 

442. las« XHBEOBHva Cthih JlyK« Hynn^KOiTB Emcc 
EapjuuT. y ByAHMy 1828. 4^ — SnieaiaidoHi T. loaray on 
PoiyjiMB. y ByÄHMy 1828. 4^ 

443. TuMoe. Ijiiuna Ha;(rpo5Haa ni^cuB loa. ByxoBH^. 
Bi> By^HMt HHC Kp. yHHB. 1828. 8". 8 crp. 

444. BjiaA* ^HKonia O^a npeocB« F. lyc Myinia^irb 
EmccK. SapjmT., km* Ioc MuoByca. y EyAHMy 1828. 4^ 
7 CTp. — Oaa r. FepacHMy Sejuniy. y By^. 182& 

445. Cxe«. ÄTLHMOBHqa O^a F. loc. Paauiray EimcE. 
JlaaMaTHHCjcoiiy. y ByxHMy 1829, 8^ 13 ctp. 

446. Cxe«. üonoBHiia O^a F. loc PainiHMy En. ]ifiJOL 
y ByA. 1829. 

447. A^aMa J^parocaB.i'fiBHqa Oxa F. Cre«. CTaHKO- 
BHMy En. ByÄHMCK. y By,^MMy 1829. 8**. 

448. Mi.iosa HHKOJiHqa Bpauoe niide Mix. Eos^a 
H AHacTaciH Jlyca. y Byx* 1832. 8^ 2 Bl. 

b) Beschreibende Gedichte. 

449. Fpur. Oöpa^oBHiia CBoficTBenHoe HajioaceHie Ba- 
Haxa TeMHniBapcKaro, y cTuxoBe cioseno. ßi By^HMt nsc xp. 
yHHB. 1802. 8^ 20 cip. 

450. I. C. (loanna Cyanqa?) Onncairie FyMCKort Ky- 
xoma, aarpa^e tfepsa, PasuHeOape, nacrapa h 6ejiLapia^a ysece- 
jienie, o;^3HB^ F. A. OeoxopoBiwy. y Bienn 1821. 8^ 8 crp. 
Auch als Beilage zur serb. Zeitung 1821 N. 77. 

451. Ebt. IIonoBK^a Myslaxa, onHcaHie aeiuuBa 0ep6ie 
H Bocie. Pen. 

Das Gedicht enthält fiber 3000 Beime in XVIII Gesänge. 



301 



c) Didaktische Gedichte. 
aa) Elgeallidies Lehrsedlcht. 

a) Mit Rflcksieht anf religiös« Erbauung. 

452. Bhk. PaxH^a XeprBa AapaaMOBa h co6ect;tOBa^ig 
rpifflflKKa c% 6oroMaTepiK>, iipeBe;teHO c^ rpe^ecxaro Ha cep6» 
CKÜ fldHn, 2. udjs,. 7 EyAUvy hhc* sp. Bcey^. 1799. 8^ 64 cxp. 
3. H3A« HJEAt Aav. £ay.iHi]iiit Buuronpo;^. HoBOcaA* Y ByA» 1811* 
8^ 64 CTp. 

Die erste Ausgabe dieses Buches ist mir unbekannt. Im 
J. 1809 soll zu Ofen eine Ausgabe mit lateinischen Lettern 
erschienen sein. Angezeigt in den Vaterl. Blatt 181 1. 

453. (BHTa J],omeHa) Az^as ce,i;M0rjiaBa9 GHpt^iB ouHca- 
uie ceAMH rp'fexoBi cMepTHiixi, cTHxoTBopHinrB xy;toxecTBOHX 
ycTpoeHuoe, h ci A&iMaTHHCKaro aaiua na c.iaB.-cep6c]dfl npe- 
muiiteMHO xn^anieMi Feopr. MuxajtBHqa. B^ By^HMi j^fkxb 
1803. i'\ 267 CTp. 

Auch als Beilage zu HacTaBjeuie o AoasHOCTAXi 1806. 4^ 
ausgegeben. Der Uebersetzer nennt den Vf. nicht. Das Original 
ist: Vita Doshena Pleb. Dubich. Axgaja szedmoglava 1768. 

ß) MoralphiloBophisches Lehrgedicht. 

454« AjeKC BesHJiHqa Epaxfoe uanHcaide o cn^Bofinofi 
xu^yiH. Bi Bieuui npH Joe. oti £yp]^6en» 1788. 8^ 142 
H 56 CTp. 2. H3Ä« 5*^ ByÄHHt 1814. 8^ 

In der ersten, besonders paginirten Abtheilung (1 — 142) 
sind 22 gereimte kurze Gedichte mit Anmerkungen in Prosa. 
Ohne poetischen Geist, in gemischter slavoserbischer Sprache. 
Die Versknnst ist ganz verwahrlost. Angehängt sind: IIpH^a« 
BJieuie, GojcepxHTB bi, ce6t onucanie pcbhocthuxi k sHaTiuix'b 
Myacefi on po;i;a cepÖCßaro. S. 1—66. 7 Gedichte: 1) auf Serben, 
2) Chorwaten, 3) russische Serben; hiernächst Bischöfe, aber 
ohne Ueberschrift, 4) Archimandriten, 5) Protopresbyter, 6) Po- 



392 

litiker und Schriftsteller, 7) Klöster. Alles ziemlich geistlos, 
abgeschmackt. 

455. (CTe#alia CTpaTHMHpoBnqa) JboöocaBa h Pa- 
AOsaHi H.1H ntCHH HpaBoy^TejEHa no nawHy npocTOHapo- 
AHBxi cepCcEHxi niCHei (H3;!(ao loc üyiiffln)« y Byj^oiy hhc. 
ip, Bcey^. 1800. 8*. 20 crp^ 

Dies Lied moralischen Inhalts in zehnsylbigen reimlosen 
Versen, worin eine Mutter ihrer Tochter, und der alte fioiidar 
seinem Sohne Radovan Rath ertheilt, ging nnr in Abschrift he- 
rum, bis es der verst. J. v. Putnik, der sich unter der Yorr. 
unterzeichnet, zum Besten seiner Nation drucken Hess. y^Co- 
AepxHn HE^ajia, no Hioiiixe noji zeHCKÜ loArhCu ofiy^aeirB 
6hth". 

456. A 6 an. GxoAKOBUMa CTuiHy icaKOBiiMi» oOpasoicB 
juoÖOBi y 6paKy coipauHTH moxuo. Bi ByAHKt 1800. 4^ 20 cip. 

457. ^HCToe orje;](aii^e, coTopoe Maficam», TBepcaiTB, CTpH- 
HaM%, TexaMi, Rjuam^ npiarejHitaM'b, cnamairb, cecrpaMi, ne- 
TBacHHLav'B H MHj[ocTHHi](aM'B , aa6u e^Ha na Apyry nonpeco 
Herje^ajia, nocBsn^eHO. Hz;^. ^aii. KayjiH3iH y By^. 1803. 8^ 
16 CTp. — 2. H3Ä. MC* Tor. y ByÄHMy nac. Kp. Bceyq. 1808. 8**. 
12 CTp. 

Den ersten, zweifelhaften Abdruck habe ich nicht gesehen. 

458. TaBp. EoBa^eBKva üpo.i'feTie ilih jtTopacJiB ^e- 
.lOBitfecKaro Btia. HapaBoyMirrejHHt nacTaBHHn, qacTB I. B^ 
Byj^HMt rpas* 1809. 8^ 106 cxp. 

y) DidaktiBch-BatyriBclie Epistel. 

459. K. Xopai^ia ^jaKia cTEXOTBopcTBy KHBHra, 
KOB) e ABoaKO na cp6cKifi eaiui npoBOO MHJiomB CbothIib 
(loauHiXavHhB). y BieHHU newrano eoai> F.MapT. Xpi- 
cxiaHa Affiäw 1827. 8^ 104 crp« 

Das Serbische in doppelter Uebersetzung, in Hexametern 
und fttnffässigen Nationalliederversen. Der lateinisch^ Text ist 



393 

mitabgedruckt In Pirch's Reise nach Serbien 1829 wird im 
2. Bde GaSparoviö irrig als Uebersetzer und Herausgeber dieses 
Buches genannt. /^^ ' 

bb) Satyren. V ^. 

460. Ahtoh. PeJiKOBuva Carapi, t. e, ycopHTeji^ ajuxi^"- 
npaBOB^, y nepBofi ^acrn n'feBa na cthxobh G.iaBOHi^eM'^, a y 
j!(pyrofi CjaeoHai^ OTntBa y cthiobü CaTHpy. HpeseAeHO na 
npocTHft cep6cKÜ esHn C. PaH^eMi, 1. h3A« bo Bienfit nps 
CTe«, HoBacOBH^ 1793. 8^ 156 crp. 2, hb;^. y Ey,^HMy hhc. 

tp. Bcey^. 1807, 8^ 156 CTp. 

f €) Fabeln. 

461. JI;hm. JI;oc. OepaxoBHita EaoHQBe h npovHX-E pa» 
asHiib fiacHOTBopi^eBi öacne, c^ paajnnHH eauia Ha ciaa.- 
cep6cKÜ npeBe^^eHe, h ca^'B nepBUfl pe;^^ e% npaBoywTejiHiucH 
noje3HiiMH HacTaBjeniiiMH H3;^aTe h cep6cKofi iohocth nocBC- 
TBene« y Jlafini^Hry y THn. F. Joa. PoTjiHfia EnManyosa EpafiT« 
Kon«a 1788. 8^ 451 crp. 

462. H36paHHe tiacee, ci pa3jHifHu e3iuea na eep6cEifi 
e3urB npeBe;(eue h ci> HapaBoyMHTejnmMH H3Ji03EeHiflMH h nacTa- 
BJieiiiflMH o5oraTBeHe. B's By.^Hirfe hhc. cp. Bceyv. 1800. 8^ 
95 CTp. 

Diese Auswahl aus Dosithej Obradovid obigem Buche ver- 
anstaltete, dem allgemeinen Glauben nach, L. MuMcki. 

463. Mhx. BHTcoBHqa Eacne, y JltTonncy cp6. VI. 97. 

dd) Epigramme. 

464. Jlas. MHJio5paTHMa (t. e. JyK. HymniiiKori) 
HaAUHCH Ha cep6cco iHHzecTBO, ji. 1820. y BieHHi. 4^ 12 ctp. 
Auch als Beilage zur serb. Zeitung 1820 N. 75—77. — Haa- 
DHCH, y JltTOHHcy cp6. I. 127. Xn. 78. 

465. Mhx, BHTCOBHMa Ha;tnHCH9 y JltTon. cp(* V. 76. 
VI. 96. 



394 



d) Erzählende Gedichte. 
aa) Poetlgche Ersählung. 

a) Behandlang heil. Geg«nBt&nde mit erbaulichen Zwecken. 

466. Bhk. PaiH^a ntcHB HCTopHqecta o xh3hh gb. 
H npaae.THaro AjieKCia vciOBtca 6oziH. Bi Ej;<](. uhc« Bceyii. 1798. 
8^ 22 CTp.— 2, ii3,n, HXÄHB* KoHCT. Kay.iiiii.iH y By«. 182& 8*. 
39 CTp. 

467. Bhk. PacHva HcTopia o CocaHHt, m% cb. npopoKa 
JaHiHJia rji. XIII., coir. craxaMH. (BiBy^iHMt?) 1803, 8^ 8 CTp. 

468. Bhk. PaBHira 3EHTie cb. Be.iHBOM. Evcraeia, ILia- 
mjnu H CB. CmipH^OHa yy^iOTBopi^a, co^i. na cthxh. Ifx,^. Jl^av. 
KayJH^iH, b'e By^i;. 1803. 8^ 39 cTp. 

469. Bhe. PacHiia Hcxopk o paaopeuiH nocieAfitM'B ci» 
rpa^a lepyc&iHMa, h o hdsr'm KouCTaiiTHHonojfl, cov. (cb npoae 
pyccKe) CTHxaMH, ci» HsoöpaaceHiÄMH. y BeneiUH: 1804. 8^ 

470. Bhk. PaKHva XHTie cb. h iipaBe;i(Haro Iochm npe- 
KpacHaro, co^HHenoe cTHxaMH. Y BeneiUH 1804. 8". 

471. Mhjiob. BH;^aEOBHwa lIcTopk o npeKpacHO>rB lo- 
CH*t. Bt ByJ^HMt. HMC. Kp. Bceyij. 1805. 8^ — 2. h3,t;. bx By;^. 
1810. 8^ 87 CTp. 

Angezeigt in den Vaterl. Blatt. 1811. 

472. Mh.iob. BHj^axoBHqa Eia;^uä Toßia, noBtcTi 
e;uia ;^peBHa h np., mi> Gnßjie cnHcana h na npocTe cthxobc 
cjiGzena. Hsra» HaB^ia laHEOBHua, bi By^HMt 1725. 8". 115 cxp. 

473. Mhjiob« BHj^aKOBHqa IlyreniecTBie y Iepyca.iH)rb 
Ha Be.iHKil npasAHHKi. Pkh. 4^ 76 Bl. 

474. MH.IOB. BHAasoBHMa ntcHB CB. reopriio. Pkh. 
4^ 56 Bl. 

Alle vier Stücke in gereimten Versen. 



395 

475» rasp. EoBaireBH^a Ijx«t%^ xe^eitB O^o^epBj 
oasy yeteHyBiiiH, tbrn ly^ey ocbo6o;^]iih9 vh tpvrujb oth- 
XOBHO ciiHcaHa« Bii Bjjpmi shc cp. Bceyir* 1808. 8^ 53 cTp. 

476. TaBp. KoBaneBflira Btueii;^ 6e3CMepTue aiaBe G6p6- 
CJCHMX npocBi^THTejieirB OTh cb. leposHMa (sie), EHpitua h Me- 
TOjtk AO Aamiua (sie) h ob. CaBe Apxien. cepßCKHXi h np. u iip. 

ÄDgekündigt in Davidoviö*s serb. Zeitung 1818. N. 4. 

477. Ebt. IIonoBH^a leBTafl, onHcanie ZHBOTa lesrasi, 
ey^ie lapaejiCKora po^a. Pip. 

In IV Gesängen über 1000 Reime. 

ß) Bebandlnog rermischter Stoffe. 

478. ntcHL HCTopHuecKaa, icaso cy CepÖjH cb Typn^n Ha 
EocoBOM% nojno noCiuH ce, na noewb no.iio cep6cEa Mafica KHuisa 
Jlasapa ci MHorEHa cuhmh cepöccHHH hsphÖhbiiih, h A^pzaBe 
cepÖcEe BOHe^HO ;iHinHBmH ce, ropce cy3e npo.iHBa. B. o. m. h r. 
(Bt BeneiUH st ted. J1;hm. Geo^ociÄ 1761—1762). 16". 

Enthält 53 Strophen. Dobrovsky's Slovanka L 217. 

479. Bhk. PaxHqa TLiCüh ^epHOropcca o noÖ'JbjiH na,^ 
cca;i;apcKHM'B namoM% MaxMyTOirB BymaxjiioMi, lyj. 11. .i. 1796 
H 22. CenT. 1796. B'B Byjtiort hhc. Bceyii. 1803. 8^ 16 CTp. 

In epischem Mass, gereimt. 

480. TaBp. EoBaueBH^a fltCHB o cjiyqafiHOirB B03My- 
^eiiiK Bi CepÖiH, npBKUOTHBmeirB es nps conn.'fe 1803 ro^a, 
HGTopHiiecEH npoBeACHa H y cthiobc cjiozeHa. y Ey^mcy hhc. 
Bcejni. 1804. 8^ 56 CTp. — (TaBp. EoBaiCBH^a) ntcHb 
B03iiyn](eHiH fb Cep6iH npHCJODTOBmeirB e& h o H30((pa]EeHiH 
ji^fuFh 0ep6iaHOB% vb aMctbIh npoHSBeAeHiixi, HCTopH^ecjm npo« 
Be^eHa h y CTHxoBe cjiozeHa. y By;(HMy nuc Bceyv. 1806. 8^ 
60 crp. 

Nur ersrteren Dmck habe ich gesehen und weiss daher 
nicht, ob die Notiz von letzterem auf einem Irrthume beruht, 
oder ob derselbe eine neue Auflage ist 



396 

481. Cp(icKa CTiiOTBopeRk, coCTHtaä offi» KoBaqeBHiia 
HCTaMaTOBHlia. Y Beorpa;^ coa^ r.iHropüi BoaapoBHlsa 
18H2. 8^ —Innerer Titel: UecHa o ciy^iaftnofl 67HH Cp6a npo- 
THBi Aaiji K cpelifloiTb H3o6paxeHiD hbhhh Hapo;(HH A^a, 
cacTaBwitna FaBpiRjoiii EoBaqeBHlieHi, ca;^^ Apynfi 
nyrB HSj^ana TponrKOMx PpHropis Bo3apOBHfca sHBHroBesi^a 
H CHBHTonpojiiaBi^a. y Eeorpa^Ty y KHflxecK0-cp6cK0S ne^iaTHLH, 
1832. 8^ IV. 58 CTp. — CpÖCKOMi po,Ty cnncano h nocBelieHO 
OÄ* H. CTaMaTOBHka. VI, 69—76 cxp. 

Dies ist der erste, von der fürstlichen Buchdruckerei in 
Belgrad gelieferte Druck. Bis dahin sind nur Protokolle, Pässe, 
Wecbselbriefe, eine kurze Unterweisung über die Cholera 1831, 
ein Probebogen der serb. Zeitung u. a. derlei Kleinigkeiten ge- 
druckt worden. Gleichzeitig wurde an Steic's 3a6aBe und TiroFs 
Geographie gedruckt, jedoch wurden letztere später vollendet, 
und Stei6*s Buch musste amgedruckt werden. 

482. IltCHB xpafipmrb CepÖianoiTB, nocBfliD.eHa F. Apcefdio 
ßjiar, ort Pa^HML rpaxs. h Ky^^y EjARMCKOMy. Bt By^HMt 
HHC. rp. Bcey^, 1805, 8®. 8 cTp, Unter der kurzen Vorrede ge- 
zeichnet B. II» H. r. 

483. Pa^iHMHTe ntcMe paj^H saßaBjenüi h yxi^eHia ci 
CjaBOHCKaro Ha Cep6ccii npenHcaae. y EyAHMy hhc. sp. Bcey?. 
1807. 8^ 31 CTp. 

Gesänge historischen Inhalts über Nemanja und spätere 
serbische Helden, in Reimen. Der Vf. ahmte auf eine ungesdiickte 
Weise den Ton den Nationalgesänge nach. 

484. Fasp. EoBa^eBH^a Cthxh q noBejeHlM h Haiii- 
peaiH cepöccaro BeüHicaro Kmtaa jla.3apa npoTHBi Typcsaro onoui- 
^eeiü, ci pasHiufB ero BejMOxefl pasroBopH« h H3o6pas6HiH 
CTpamnaro h rpo3Haro onaro mcx;^ CeptiaiiH h TypiaMH na 
nojDD EoeoBy epasem, ciynsmaro ca bo 1389 jitTt, lyma 15. 
AHe. Hs^hb. JlaM. Eayjinn^H bx By^HMi rpa^t hhc cp. Bcey^r. 
1810. 8^ 112 CTp. 



397 

• 485« r«Bp. KoBaqeBsva flieuocioBia hjeath noviera 
uapo^iy ciaBeHCEOiTB, h3^ Kiocre Afl^pie Karow K^Bo^i^eHa, m 
o6pa3j, Bsycy h r.iaraiy eep6cK0My ycrpoenat y By^iiiMy hhc. 
Kp. Bceyir. 1818, 8", 152 CTp. 

486. FaBp* EoBaqeBHiia ß']6Hai];'b ^tJIOMy;^)ilI h cno- 
MeH^ syBCTBHTe.iHe h ipesBiwaflne .iioöobh A,T;ejafl,i[e A.inificKe 
nacTHpKe. y BnXHMy nnc. Kp. Bceyv, 1828. 12**. 

487. üexp, Coio.ioBHTa HicojHso CTHXOBa o B036yx- 
jteHiio cepÖCKOFB BUTe3a MiLioma OßpesoBina npoTUBi Cso- 
iLiBarB CyjiefiMaHa name ro;(HHe 1816, Hs.'^ao loc. ME.ioByn. 
y By^MMy HHC. Kp. BceOT, 1827. 8**. 23 CTp, 

488. Cxe«'. ÄTBHMOBUUa ßHTex'eC TBO cep(>cRo il>ih ohh- 

casie ^peBHH cep6cBH B)Haca, icao mmuS yicaaro no.ia ;^aparb. 
y ByÄÄMy iiHC. ip, Bceyq. 1829. 8". 62 cxp. 

489. CnoMein» Ha noToni», eoh e H3Me)>y 28. ^eüpyapa 
H 12. HapTa 1830 xüora npe,\rpav^ia Be^ca noToniio, mjitarh 
Ha noMOhi> OHH, coH cy obomi neMHJioM'b npHJiHEOMi» crpa^a^tH. 
y Be^y- KOÄ^ 00. MexHiapHCxa (1830). 8^. 8 cxp. 

490. Mhj. OBexHiia (loanHa Xa^Hlla) MEiaai^ uMh« 
Wdßf 6ajiiaAa. y Cp6. JliTon. II. 56. 

bk) Idyll». 

491. FpHr. Tep.iaH^a SaßaBjeme CÄHHaro .itiHaro yxpa, 
H10 y;^KBJieHie ecTecTBeHHirai KpacoTaM^• Bx BieHHt 1793. 8^ 
91 cxp. 

Aus dem Deutschen des Nicolai übersetzt. 

492. Hhx« Bojiijh HeKOiHKe I^Hxie TecHepoBe. y Hob. 
cpÖ. 1817. 

493. Mhx. BHTKOBHqa XejiaHie. I;^HJLia TecHepoBa. In 
Davidovi£'s serbischer Zeitung 1818 N. 48. Diese Idylle über« 

fiftfaük. Literfttnrgeschlchte. m. Band. 27 



398 

setate Yitkoviö am die Wette mit Davidoviö, dessen Ueber- 
setzuDg 1817 N. 89—90 steht. 

494. naB. BepH^a HeKOjrace eiuiore BHpcEJiieBe. Y Hob. 
cp6. 1818. 

495. n(eTp.) M(aTHqa) Co.iOMOHa TecHcpa I,^Hj.fe. Y Beyy 
y nm. 00. EpMena 1827. 8^ XVI h 126 cTp. 

Wurde aber erst im J. 1831 ausgegeben. 

496. Hhji. CBeTUlia (t. e. loaHHa XaQHlia) ]IpeBo;^u 
im FecHepa. Y JltTon, cp6. III— VIII. — Oöpa^x, ewora. 
y JKt. cp6. IL 74, 

er) Heldengedichte. 

497. loa. PaHMa Bofl aiiafl c^ opjiOBu. (Bi BjahmI^ rpa^^i 
HHC. ip. yHHB. 1791). Bt BieHB* 1791. 8^ 122 cxp. 

Unter Snafi verstand der Vf. die Türken. Das Gedicht 
wurde während des österreichisch-tärkischen Krieges gefertigt 

498. Chx. MH.iyTMHOBH^a GepfiiaHca. y JlHnHcu^ 
y KHHFoneii. BpafiTEon4»a h Xepiejia 1826. 16**. i. qacTt 150 cxp., 
2. n^Th 191 CTp,, 3- MacTb 176 crp., 4. uacrs 189 crp. 

„Enthält in einzelnen Heldengedichten die merkwürdigsten 
Ereignisse in Serbien unter Karadjordje und Milo§. Dieses Werk 
ist nicht allein seines poetischen Gehaltes, sondern auch der Un- 
partheilichkeit wegen, womit der Vf. die neuere Geschichte seines 
Vaterlandes behandelte, merkwürdig". Gerhardts Vila II. 283. 

499. Ebtc nonoBHqa Pasna }[M% cBesca npBa h ;ipyra: 
OcMaHH^a Hnana Tyu.'^.iHqa ^lyOpoBMauHua cn'l^BaHa 1621 Jitia. 
y By,THMy 1827. 12^ I. Bd. 1—10. Ges. 200 S., II. Bd. 11—22 
Ges. 214 S. — CBe3Ea xpeThas HHJiomiaAa, H3/^aHa Ioch^ Mh- 
.iOBy£OM% y By.iMMy dhc. Kp. BceyM. 1829. 12". 300 S. 

Demnach ist bloss das den 3. Band füllende and die Thaten 
des Milog Obilic in 8 Gesängen und in gereimten achtzeiligen 



Sd9 

Standen besingende IleldeBgedicht ein Geiste^rMhikt des Po- 
p<m& — Die mit cyrillischen Lettern abgedruckte Osmanide 
des Gundulic ist voll Fehler und Unrichtigkeiten. 

500. Hnji. CBeTHha (t. e. loa. Xa^nha) üpenoAn 
H8% BsprsjiieBe EaeH^^e. y JliTon» cp<i. III. 100. IV. 63. 

501. OMHpoBa yiiHCiaji;a, cneBana TnnoTeeifB Hjhi*- 
isCMt Hap* EonapccuMi», 1, ob. 1829. 4^ 54 cxp. Pra. Bei 
Jos. Milovuk in Pest. 

502. OMHpoBa Hjia;i;a cb E.xiHHCsorb npese^'^ena üexpoMi 
JteMejiMueMT, ÖantBCEHM^, I— III necMa, y ByjHMy 1832. 8^ 
69 crp. 

e) Dramatische Poesie. 
aa) TraiierHpiele. 

503. loa. PaM<ia Tpare.iin, cup'feqb ncMaiiiafl noB'feCTi» 

CMepxH noaie,T,Haro Hapji copöcKaro yponia IlaTaro, h o na- 
;teHiH cep6cKaro i^apcTBa, eo^HHona h npoH3Be,i,eHa r. 1753 b'b 
KapjoBi^ift cpeHCTtM^, a HHH'k npeMuuJieHa m HenpaB.TfeHa h np^ 
B^ BysHM* dhc. Kp. Bccyw, 1798. 4*^. 72 orp. 

504. CeneKa. Tpare;^ia. Hx^t;. neTpT>CapaH,^a. y BywMy 
nnc. Kj). Bcey^i. 1807. 8'*. 

Aus dem Deutschen Kleist's angeblich von M. Ignjatpvic 
übersetzt, und von P. Saranda bloss zum Drucke befördert. 

505. loa. MHxan.iOBKya Mapi« Mümi,MKOBa (soll heissen 
MeHiiviEOBa) , 3KaiocTHo no3opttiuTe y 5 aMctb., npe». ci» h^m. 
Moflceä IrntaTOBHUB. y By^MMy nnc Kp. Bceyq. 1809. 8®. 

Das Original ist: Joh. v. Michajlovic Marie Menzikov oder 
das Opfer der Herrschsucht, ein Trauerspiel in 5 Akten. Pest 
bei M. Trattner 1805. 8^ 110 S. 

506. loa. C. UonoBH^ia HeBHHHOcrB hjh CßeTHciaB'B 

1 Muero, xaiooTHO nosopHiiiTe y 5 A'i^äcTB., TponiKOMi MaTiu^e 
cpöcKe, y ByÄHMy nac. sp. Bccyi. 1827. 8^. 107 cxp. 

27* 



400 

507. loa. C. nonoBH^a Haoüfb Gtmtowh mm HecpeTHO 
cynpyxecTBO, y B äMctb. no Hapo^HoS necxH. y Ejxhmj 1830. 
8^ 122 CTp. 

Auf kosten des temeßvärer liter. Vereins herausg^eben. 

508. Bac. loaHHOBH^a Poueo h lyjiai npeB. ci Ht- 
Me^K. r. Batoi. y BysHMy 1829. 8^ 

509. tfapc. lejieqHqa AjLeEcaHjtepi h HaTasia hjih Ile- 
TapT> Beji. IJapB Pyc, ataji. noaopHniTe y 5 ä^äctb. Pkh. 

510. Chm. MHJiyTHHOBH^a 06IL1H1IB, TpareAiäi- Pra. 
Die Handschrift befindet sich bei dem Vereine MaTHi^a. 

511. Chm. MHJiyTHHOBH^a /(«a nptforopeKa, Tpare^^a. 
Pin. 

Ausser diesen Trauerspielen hat Milutinovic auch ver- 
schiedene andere Dramen verfasst 

512. Cxe*. CTe4>aH0BHMa II,apB ypomi», Tparejia. Pin. 

513. HecpeTbHO n.ieMe, hjihth niTa neMOxe oxqjiocn h cbo- 
6Jiio5ie yTOHHTH? xajiocTHO noaopHii^e y 3 ;^i€TB. co^Hido (no 
opHT. HeMcn,EOMi» OT'B Cere^HHCKorB Her^a Cen. V. ApcaAie on» 
BejiaH'b co^HHi^HOirB y psn.) Amtoh. ApnoBJitB'B. Pjcp. 9 Ta6. 

514. BHprnuia win spBaBa xepxBa ocBo5ox;i;eHiii , saji. 
no30p. y 4 A^ficTB. (no psn. naABapcKOM'b) on» Ahtoh. Ap- 
MOBJitBa. y By;^. 1832. 8^ XIII h 92 cxp. 

bb) Lustspiel«. 

515.EMaH. laHKOBHMa TeproBn;H, soMej^ia y xpH asia, 
lipeBej^ena ci HTajiiaHCEOFB nzi» Kap.ia roa;i;oHR. y Jlafimpry 
KOÄt r. Tafiöejia 1787. 8^ 112 CTp. 

Die Dedication an Ks. Joseph II. ist deutsch geschrieben, 
datirt zu Neusatz den 30. August 1787. 

516. EMan. lanBOBH^a B.Taroji;apHufi chhx, ceocca 
Boeejia Hrpa y cahoitb ;i;tfiCTBiR), craBjena na cepticra. y Jlaftn- 
Unry koä'b T. TaSßejia 1789. 8". 72 crp. 



401 

51 7. OcKop6j[€iiufi MJiaAOxeflHxi, oAHa majiBKira h jBecejH- 
lejiHa coMe;i;ia y 2 aBjieHifl, n utM. flsma Ha ejiaB.-eep6. ope- 
BeAeiia h aa CTHxoBe ejoscHa. Bi Ey^. rp^t luia sp. yam. 
1803. 8^ 16 crp. 

518. loaK. ByH^a JIi^^OBuaa saBHorii «ipe» exHO iqi^ 
neje, Beceia Hrpa y 1 jijbicTh. Bi Ey;^HMls iihc. xp. yuHB. 1805. 
8". 55 CTp. 

519. loac ByH^a dienufi mhukb, e^im (sie) Becejia 
Hrpa y 1 aMctbIid, hzji;. Ji;aM. EayjHiMl. Bi Byx« rpM^ bhc. 
Beeyu. Benrep. 1809. 8''. 75 crp. 

Angezeigt iu den Vaterl. Blatt 181 L 

520. Hhko.i. MecapoBH^a £oMe;(ie. Pjcn. 

521. Mofic IrHLatoBH^a ApTcio npH.'^opHufi ma;iBHB- 
^Hua, ii03opHii^Ha Hrpa y ^ ;!^Mctb., npeBe;^eHa (ci H'iMei^.?), 
ffiKÄ. KoHCT. £ay.iHi^iH. Bi By^HH* hhc. tp. Bcey^. 1813. 8*. 

91 CTp. 

522. IThx. BHTxoBHiia Oa'Ajio h3% TpiecTa» Becejia urpa 
y 4 aMctb. OTb I. $. iHHrepa, ci> H'fiMeu;. na cep6. esiici» 
npeneÄCHa. Y Bjjumy 1830. 8". 107 cip. 

523. Bac. loaHuoBHiia Chih&pha^ h TeHOBeBa, xax 
no3opHiu,e9 co^.. no HtMeii,iEofl Hcxopin, y 5 aMctb. Y Bjavmj 
flHC. yHHB. 1830. 8**. 83 CTp. 

524. loa. C. nonoBHMa jlaxa h napa.iaza, Becejo no* 
sopHuixe. y ByÄHMy hhc. Kp. Bceyu. 181 3, 8". 63 crp. 

525. HeTp. ByuepH^a A;^OKaTi> BeueiUaiccieifl, KOMCAia 
y 3 aMctb. oTh Kapeüa Fojiaohh, ca HTaanaH. HpeseAeHa* 
Pra. 1830. 

526. Mhji. BHAacoBHua Bdaropo^Hut OTporb, Becejia 
urpa, (Tb HtH. eaHsa na cep6ccifl npeBeAOHa. ?ta: 



402 

527. ^9a (statt wqa) raapa** um taxo naopi a^BocaTa 
jiaraTK y^Hy ceocta «rpa y l aKTy, con. Ahtoh. ApHOB.itBi. 
Pul 5 Ta6. 

528. ,,Eo.iMairB'^ ilth Hexby CBacoMi» a^ ce ^ona^^neirB ajH 
flpaBO Aa raxenrb, con. Ahtoh. Aphobx^b'l. Psn. 

er) Schauspiele. 

529. TpaTBAOcaMBAia co^epsaniiafl bi ce61i TpHKaAeears 
AttcTBift. ?m. 4^. 62 CTp. 

In der Bibliothek des Hm* v. Jankovic in Pest. Die Hand« 
Schrift wurde unter dem ErzlK Joannotic (welchem?) geschrie- 
ben. Im Prolog sagt der Vf., er wolle berichten, welche Könige 
in Serbien geherrscht und wie sie geendet haben, wie Serbien 
von den Türken unterjocht worden sei und sich endlich unter 
den kais. Schut;s begeben habe. Ein eigentliches Drama ist es 
also nicht. Unter den Beilagen dieser Handschrift kommen 
eines Freiwilligen, Arsenij Popovid, Gratulationsreden an den 
Erzbischof Paul Nenadoviö zw. 1794—1754, femer kurze Nach- 
richten über das Kriegsheer in Böhmen und Mahr^ 1751 etc. vor. 

530. Em an. lauKOBHva 3ao oxau.'b-HeBajibao ckhi. 

531. Moftc. IiHBaTOBH^ia Arapi y nycTHHH, ji$msk ci 
pocciÄCKort npeBeÄeHo. y By.TiHMy 1801. 

532. Aht. IocH4>OBH(ia CTpbiuH, xepoHqeccoe no3opH- 
ni,e y 4 ^Mctb., HCTHHHoe npHCjiioqeHie bi PoccIh bo BpcMH 
üerpa Bei., cov. L 1. Ba^o, cb HtMet^caro aaiiKa }q>eBe,^eHo 
Ha cjiaB.-C€p$. J^ By^. hhc. Kp. Bcey^. 1804. 8* 90 cxp. 

533. loac. ByHva $<^uaHAO h lapusa, ejiHa asHatHrpa 
y ä A'&ftevB., npoBexcHa otb opurHtfa.iHaro aarjuiBiBaro asiaa Ha 
cjiaB.-cep6cici£. y By^Hiiy hhc. icp. yHMB. 1805. 8^ 88 crp. 

534. Joax. ByH^a HarpaxAeHie h HaKasauie, e^^aa ceocca 
Hrpa. Bi ByÄHMft 1807. 8^ 79 cip. 



403 

535. loax. Byaqa KpeniTaxmuit e;Qia hbho HoaopHiue 
y 3 A^ficTB.y np^e^eHo ci poecificcaro h HTaiiaft6Karo eum. 
Bi» Ey;!i(H]rt nnc. Kp. BceyM. 1814. 8^ 115 crp. 

536. ÄBp. MpasoBH^a ^ejioBtKOMepaocn» h paciaiHie^ 
nosopioiMia mpa. Bi ByAHMt 1808. 

537. loa. 0. IIonoBRiia VsÄomb Ofimni^ lOHavo ii030- 
pHUte y 5 A'^ficTB. h3ä. Ioc. MMOByiom. Y ByÄHMy nnc. ip. 
yHHB. 1828. 8°. 116 crp. 

538. EoHCTaHTHHa üefl^H^a MjiaAeirb h ]l<o6p^jai^ 
npHMtpH npinTejicTBa. Y By.^HMy dhcm. ip. Bceyq. 1829. 8". 
196 crp. 

Es wurde davon eine Auflage vDn 1000 Exx. VBranstaKetv 
aber diese reichten, nach dem Vorworte des Vfs., nicht hin, die 
herbeiströmenden Pränumeranten zu befriedigen. 

539. (Jlas. JlaaapeBHqa) B.ia.'^HMHpi h Kocapo, jq^ma 
y TpÄ arra, M3;j^ao Ioc. MmoByrb. y Byi^HMy hhc. ip. Bcey^. 

1829. 12". 135 CTp. 

540. Mhx. BHTcoBHira XepTBa na cneprE, no3opian,Ha 
Hrpa y 5 aMctb., oti ABrycxa KoueÖya, ci H*Men,K. Hä cep6- 
cKifi ^HffB iipeBe;](eHa, TpomcoMi MaxHi^e cp6cKe. y Eyj^Hiiy 

1830. 8^ 80 CTp. 

541. IIaB.ia Pose MHxafi.iOBUMa EpcTOuocn,a h.ih ny- 
TemecTBie y ITaaecTHHy, noaopH^Ha Hrpa y 5 äMctb., no nt- 
Meiycojrb. y ByÄHMy hhc. sp. yHHB. 1830. 8^ 128 crp. 

Dieses Buch ist eines der merkwürdigsten in dem gesamm- 
ten serbischen Bücherwesen. In dem Pränumeranten- Verzeichnisse 
stehen nicht weniger als 1600 Abnehmer verzeichnet, und doch 
sollen während und nach Beendigung des Druckes noch 200 
«ndoro hinzugekommen sein! 

542. Ctc«. MapxoBH^a AoÖpocep^e^Hufi cuhi, y 1 
xMctb. ci HtM. npoB. Pen. 8 Ta6. 



404 

543. Mapjc. leaeuH^a A^BHi^a Hsrb HapieH6ypra hjeh 
BOx;^CKoe #aMiuiu onHcaitie, j 5 aMctb. Pcd. 

544. Mapc. lejeqH^a OtaaHHufi hjh HOBOHsÖpaBünfi 
xpaxB, j 1 A'fcficTB. Pen. 

645. MapK. lejie^Hva J^o6po;^tTeJ!lHOMy tokmo ^oöpo- 
ffÜTejiB MasAA ^en, BCHAHHueccoe no^opsni^e, y 3 AiScTB. Pen. 

546. IleTp. By^epHua J^sa Ao6pa npisTejiBa hj» Tpro- 
Bait'B JIlOHGEifi, ApaMa F. BoMapHie , npeBe/^. ca IlTa.iiaHCKon». 
Pkh. 1830. 

547. BepaHi Apyn y 0.iHMiiHC£oft mpn, ^030pHII^[a nrpa 
y 3 asTa uai> MeTacniacut npeBeo cb TaiiaHCxork Ahtoh. Ap- 
HOBjQLtBi. Pen. 6 Ta6. 

648. ATiLiiycB Pery.TycB, no3op. Hrpa y 3 acra h3x Me- 
lacTacifl» iipeB. ci TaiiaacKorb Ahtoh. ApHOBJi'fiB'b. Pen. 
6 Ta6. 

649. Ci^Hnio A«pHcaH^ nocjie Chtkc npH EaHHe, no3op. 
Hipa y 1 am» ci neMeiycorb npeB. Ahtoh. ApHOBjtBi». 
Pra. 4 Ta6. 

550. no6i6;^a Ejie.iie, no3op. Hrpa y 3 arra hsi MeTacta- 
ciHy npOB. (TB TaiiaHCKOi*b Ahtoh. Aphobj^b'b. Pen. 4 Ta6. 

dd) Melodramen. 

651. Asp. MpaaoBH^a IlacTHpcca nrpa co CTHiaiac» 
y ejsfiowh aMctb-, ott» X: $. TcuepTa, na cep6ccit äshici Ttii- 
xe o«pa30Mi npeBejeHa. Y By^HMy hhc. sp. Bcey^. 1803. 8*. 
48 CTp. 

552. Aean. HHJcojiH^a A.'^ejiafiAa ainiäeca nacnpn, 
noBopHH^Ha Hrpa y 3 Ä*flcTB., npcÄCTaBJieHa TpnnyrB y Hobo- 
caÄCKOMi TeaTpy. Pra. 



405 



CL Prosa. 
h Dichterische Proea. 

a) RomaDe, Erzählungen, Mährchep* -^ 

553. Be.iH3apiS rocno,i;HHa MapMOHTejia, aEa^^eioH #paH- 
iljcsaro esinca YJiena, htb «paiinyccaro Ha ciaBeHCcifl sdweh. 
npehejs.en'h (IlaBjoxi IyjiHHn,eMi). B'b Bieuiit npH loc. ovh 
Hjj^nfietb 1777. 8^ 216 cxp. Ct» «Hrypaiuc.— 2. THCiieHie bi» By- 

AHMt HHC. Sp. yUliB. 1812. 8^ C% HCOHaMH. 

554. rpHf. TepjaHtia H^ea HvIH ityxecKa & xeRCsa ao- 
6foXkTejibj noBtcTuafi HOBeHCcocn», iipeBeAeua ci» HlMeipcaro. 
Bi Bienni npH Cxe«. orb HoBaKOBNB 1793. 8^ 67 cip* 

555. TpHT. Tep.iaH^ia HyMa IIoMiiiLiiyci». Bi ByAHMt 
UHC. cp. yHHB. 1801. 8*^. 249 erp. 

Die grössere Hälfte dieses Werkes wurde schOH 1795 in 
Wien gedruckt, die Vollendung aber durch den Verkauf der 
Typographie unterbrochen. 

556. Hhko.i. Jla.iapeBHqa XuBon h iipedBinaflHa npH* 
EjnoMeHix ciaBnaro Aurjiesa PoÖHHCOHa Kpycce ovb lopca, co6- 
cTBeuHOMX pycoMS HiferoBOM^b cHKcaHa, H3% irfeMen;. npeBe;^eHay 
^. \. B% ByÄHMt DHC. Kp. Bcey^i. 1799. 8". 638 crp. 

557. Hhk. JlaaapeBH^ia IIoBtcrb ap^bsiixi» AÖ^epHTOBi 
r. BujaHAOMi covHueuaSt i. 1., koa L, 2. h 3. KHEiy y ce6H 
co^epsaeT^ cb HtMeu;. npeBC.ieHa. Bi By;^HMift rpa;!i^t nnc. Kp. 
yHHB. 1803. 8**. 352 CTp. 

558. AeaH. CTofisoBH^a KaHitopi, hjih OTcpoBeBie ein* 
nerccux'b TaHui. Brb By^HMt hhc. Kp. Bceyu. 1800. 8^ 87 erp. 

559. Aeau. CTOfiKOBHva ApHCTH;?(% h HaTajiia. Bi By« 
AHMt ii^c. Kp. yHHB. 1801. 8^. 175 crp. 



406 

560. HuKOj. IlIuMHMa ApHCTefl u CoHi Aii,euHpa, era- 
nexcKafl HpaBoy<iHTejmas hob^tk, Taxe cthxu o j^ojdkhocth 
iiecTHaro ^laiOBikEa, npeBOj^i» cb «paHi^ccaro na &iaB.-cep5. 
s3Hn> i]pOH3Be;^eHi». 6% Ey,^Mt 1806. 8"^. 45 erp. 

561. Hhko.i. HlHMH^ia TypwHii A6Aa.iaxi> h CeptiHui» Cep- 
ÖociaBT»» HpaBOjMHTejHafl nonicri. yByAHMy 1807. 8^ 71 cxp. 

Es sind dieser Erzählung auch kurze gereimte Gedichte 
eingewebt. 

662 HuK. niHMH^a EjQieaBen jih6o saro^eHin^ Ch6hp«- 
CKH. Pra. 

563. loa. IIonoBHua IbaAuiiA PoÖhhsoit^ Y By^HMy 

1807. 

564. loaK. ByHva BepTO.^^HIl^ , npeKe^eHO ex HraiiaM- 
CKaro. Bi By.^MMt hmc Bcey^i. Benrep. 1807. 8". 126 crp. 

565. loaK. Byn^ia M.ia.'uS PotfHHSOKi», iliu effLA uapa«- 
BoyxiHTeJiiia noBicn» ko npocBeiqeBiK) pa;^yMa h no<k)jm[aHiio 
eep^^q» »a lt.ia,i;o;ii<rfly iouocti» , npeB. (Th Biuemaon na Harn 
MaTepuufi ciaB.-cep6. esurb. y By^Hiiy hhc. xp. Bcey^. 1810. 
8'». 398 cxp. 

Angezeigt in den Vaterl. Blatt. 1811. 

566. loas. Byn^ia 6.iaiH)po,iua u Be.iuEOAyuua xeua 
Jlynapa y üepciH, e^ua (sie) ilepcificca noBifecTi y paaroBope 
ciiHcana m co^eduoBaHiii. y By^HMy hmc. Kp. Bc^yu. 1815 8*. 
182 CTp. 

567. loa. 3iHBK0BMtia üajMOBO jucxie, BocTOwe noBi- 
CTH c^ r. XepÄcpa. y By^MMy 1808. 

Das Original ist : (A. Jac. Liebeskind*s) Palmblätter, erles. 
iMrgenländ. Erzählungen für die Jugend» iqit einer Vorrede von 
J. Gf. Herder. Jena 1786-^1800. 8«. 4 Bddi. 

568. MH40B. BHAacoBMva ycaiLitHHft iofloma. Bi By- 
AHMt HHC. Kp. Bceyq. 1810« 8^ 226 CDp. In Versen. 



40V 

Becensirt in Davidovic's serb. Zeitnng 1816 N. 205—207. 
Antwort des Vfs. N. 2a£--236. 

569. Mkj[Ob. BHxacoBKVa BjfaroBOHHiifi kphh% i^tjo- 
lyxpeeiQu jaoÖBe» jrutfo crpaxaTaiuafl noirficrb Be.iHifHpa h Bo* 
eEJin, Ha Mopa.iiuufx MjveBMH cowRena. Bi» Ey;^Hiit hhc 
Kp. Bceyii. 1811. 8*. 330 cTp. 

570. MffjiOB. BHxacoBHYa JIiDtioMvpi> y EjncciyMy, mo- 
paitfaji noBfM^n. Bi> By^HMt bhc Kp. Bceyv. ^. 1. 1814. 8**. 
347 CTp. — M. 2. 1817. 8«». :«)8 CTp. — ^ 3. 1828. 8^ 432 <5Tp. 

Recensirt in Davidovid's serb. Zeitung N. 67—68. 

571. Mu.ioB. BE^aKOBMua Kacda uapHi^a» hjih TpaBe* 
3iipaHi (sie) OrraKiaui», TpouiKOMi» Maxui^e cpöcse. Y Bjffjmj 
nHC Kp. Bceyq. 1827. 8". 252 CTp. 

572. Mhjiob, Bu;i,ai(OBii^a Ctaom^ h MfLijoHa» Cep6- 
KHUfl y EHr.ieacKoA, noB'^crb Mopa.iHa h ;m OaarovyBCTBHTeitHa 
cep^^a poMaHTHMeccH H3o6piixeHO mi» e^^ne caMOMyBene npuno- 
B0xte. y Byxmy nw?. ip* Bceyii. 1829. 8**. 264 ctp. 

573. üpuciioiieuifl TcieMaca cuua y.iHCCGBa, $eHe.io- 
HOMi Apxieu. Kandpeflccuin» ciiHcaua, <^ «paHi^ciora npene- 
jicna Cte^aHOHii XwBKOBHneMi. y BieHHH y neii. loa« 
UlHHpepa 1814. 8^ 602 cip. 

574« Mhx. BHTEOBHMt CnoMeu^ Mu.iHue. Bi* By/THUt 
nM«. cp. ynrap. »ceyu. 1816. 8^ 93 (n»p. 

575. Mhx. Boflvu iIvMBonucaiti , caTHp. npHnoBe.ica, 
npeB. CT rpeqecKOrb. In Davidovic's serb. Zeitg. !818. N. 67—68. 

576. Teopr. MaiapaiueBH^a ('Meprb ABataa on 
FecHepa. Pen. 

577. Mhj. JlasapeBu^B Co.ioMOHa TeoHepa cMpvh 
ABe.iOBa« y Be^y 1820. 8". Ala Beilage za Davidovid's serb* 
Zeitung. 



578. naBi. EepHia AraTOHi, BHjaH;^OBO A^ai^e, npe' 
Beji:eHO cfh WbumKorbj h. \. Y Bjammj mic. cp. jueb. 1820. 8^ 

579. IlaBJi. BepHva Sa^Hi^LBin onpeAiüeme, Hcro^fla 
npHBOBeTJEa, Bo.itepoBii poMaonb« no HtiiawoMi npesoxy 
HpoTOJiKOBafii>9 TponiKOM'B MaTHii(e cp6cfie. y BjjijiMy um. zp. 
Bceyii. 1828. 8**. 137 cxp. 

580. THCjTba H 6Aaai AaifB iuh npHnoBerce CojiiMeHHHe, 
1. cieaca. yBy.^iuiy dhc. Kp. Bcey^. 1820. 8^ 140 crp. — 2. cb. 
1822. 8". — 3. CB. H3Ä. nexapi Oeo^ocieBH^B. y By^. 
1832. 8^ 150 CTp. 

Angekündigt von Joh. Atbanackovic, Bürger und Handels- 
mann in Sombor, in Davidovii's serb. Zeitung 1819 und 1821. 
Wird für P. Athanackovic's üebersetzung gehalten; scheint es 
aber nicht zu sein. 

581. n. H. (IleTpa HaTH^a) CcioMOHa FecHepa Jl^a^HHCi. 
y Be^y y ne^. 00. EpMeua 1826. 8^ 130 crp. 

582. TttM. UjiHqa Ep6ia npHrn^dsa atpHcaHCKa, Tpomcom 
KoHCT, Eay.lll^iH. y ByÄHMy hhc. ip, yHHB, 1827. 8®, 158 crp, 

583. EbOT« MHXafljlOBHqa I(BeTl fieBHEHOCXHy ILIH Ao- 

6pHB0l H A.ieKcauApa. y By^MMy hhc« cp. Bceyu. 1827. 8^ 
250 cTp, 

584. loa. C. UonoBHiia Eoft ua Kocosy, hjih Mkaaui 
TonjHi^a H SopaftAa, TpoiuKOifL MaTm^e cp^ese. y ByxHuy nac 
ip. Bceyi. 1828. 8^ 228 CTp. 

585. jKhb» Oeo.'topoBHua OimcaHie paaaB XüBOTa npu* 
juioueiiifl BofiBo;^e cep6cKorB CTe^ana lannma, no^CTh mo- 
paMO-pOMaHTHMfecca. y ByAHMy nHC. sp. Bcey?. 1829. 12^. 
142 CTp. 

586. loa. VojBepjtaKa Orjexa.io Ao6po;^iTejai h Btpno- 
CTH, HJM xaaocTHa npHui^^eHin Jlparojio6a h JIio6ia^e. y By* 
ÄMMy 1829. 8". 182 cip. 



409 

587. loa. VosepjiaHa IIojiBica Iid6Him^a. F By.iuMj 
1830. 8^. 

588. E. r. EpaMepa Boaapcca ,i;iBHita, ci HtM. Ha cp6- 
crift npeB. CTe#. MapKOBHUb. y EapjiiuTaATy y ran. I. H. 
nperaepa 1830. 8^ 182 crp. 

589. AeaH. HHKoaHva jTio6a M&iaHOBa, e;^Ha (sie) po- 
MaHTHiecKa noBicn. y By/iiuiy 1830. 8^. 119 cxp. 

590. Abp* BpaHEOBHva Goi^arB h H5eroBa nama 
orpOBa. Pm. 

Aßgekflndigt für den Monat August 1830. 

591. Bac. loaHHOBH^a CBeTOJinn h JlenocaBa, exsa 
(sie) poMaHTH^ecxa noBicTB oj{,% BpeMena CTe^ana Jlymana 
CH.iHon>, 1602, HMn. cpöctorB. y By^niöry nnc. sp. Bceyq. 1831. 
8^ 112 CTp. 

592. J](oMHHHKa IlHcapoBHva Bo.ie cjenon» zhboti 
H npHKjno^ieHiji, ci» h^m. npeB. Pkh. (Roman.) 

593. JI;hm. C.ia,TucaB.ieBHua Hyma IIOMnijiiyci», npe». 
ch ^panu. Pm. 

594. Mmji. JlaaapeBHqa ÜJieMeHHTa h CBLiua jiid6ob%. 
y ByÄHMy 1831, 8*\ 

595. Wieiand's goldener Spiegel od. d. Kge von Scheschian« 
übers, von Jakob Girsic. Hs. 

b) Volksschwänke, Witzspiele u. s. w. 

.596. Mhx. MaxcHMOBHva Ha.iHft 6yKBapB sa. BejHEy 
]i,eiij. Bi BieHHt npn Cre«. ot'b HoBacoBHMB 1792. 8^. 47 crp. 

Alphabetisch zusammengestellte Einfälle, Maximen, Senten- 
zen, meist ironisch und beissend, oft treffend. Der Herausgeber 
soll sich haben verlauten lassen, dass der wahre Vf. dieses 
Büchleins Obradovid sei. Relata refero. 



410 

597. HxK. lllHMHiia HaqHin» npHcrodHO oianrE ce. 

In Davidovic's serb. Zeitung 1814 N. 76 als ersehienen 
angefahrt. Am Schlüsse der Logik 1809 kündigte es der Vf. als 
„Iira.THTKCii HCToimHrT>, ÄOCTonaMflTHHXt H ocTpoyMiiHX'B pe^e- 
HiÄ (yb caßpaHieMi". 

598. loaK. ByHwa yBece.iHTe.iHe 6acHe Kacacena CHna 
r.iynoFL BepTo.i,^HHa, paa^itniene na paaroBOpe h npenoBt,iKe, 
co,i;epxante mhoscctbo ocxpoyMHU H3pe<ieHiH h npepecaHiflt ot- 
BtTa H xiiTpoMKCiifl tfapco.i^a, npeBe.^eue ci» HTaiiaHCKon 
esHca Ha nanib ciaB.-cep6, , hx;^. JaM. Eay.iHn,iH. B^ By;iHMt 
DHC Kp. Bceyy, 1809. 8^ 75 cxp. 

Eine Art italienischen Eulenspiegels. Angezeigt in den 
Vaterl. Blatt. 1811. 

599. loaK, ByMUb Hcthho h BtpoaxHO cpe;^CTBO oßora^ 
THTH ce H CBOH) Kccy nyHHTH, y ByAHMy 1829. 8^ 28 cxp, 

600. H HC 0.1. HecapoBHiia PastinCpHra. y By;iHMy 
1815. 8'\ 

601. Uexp. AcciMapKOBHua lIpiinoBe.^ce o HmaHmiy. 
y ByAimy (1815?) 8«. 

602. ByRa üxe^aHOBHha (Kapaviiha) Hapo;i,He cpGcce 
HpHnOB*,Tis6» y Be'iy 182L 8". 48 cxp. 

603. (ABp. BpaHcoBHwa) Hobuü :m6aBHuä ca.iCH,iapk, 
y KoeM'h ce CBaiuxa Ha.ia:m, ariH caMo oaora HOMa, uixo ce 
xpaxH, c'h oco6htumi> npH^iIrjcaiüCM^ no xopHaoHxy a.iii xeua 
H3pa;Uo Bhhko JIo;mxb Acxpo.ion,. y By^MMy hmc. Kp, Bc^jyM, 
1830. 12". 32 cxp. ~ Ha .rtxo 1832, I. C. ü. loBani Cxe- 
«ani» IIoHOBHUb. y By;^HMy 1832. 12". 29 cxp. 

604. HHxpo4^. A.iKHua 06ui,eHapo,THUfl :)araTCU. Pen. 
8". 12 Bl. 

(Bei mir.) 

605. Cxe«, MapsoBHua Ciieft h caaBaube, ci^ nev. npe- 
ue;i.eHO. Pen. 



411 



2. Eigestliidie Prosa: Lehrprosa. 

a) Reden. 

606. Mhx. MaxcuMOBHMa äxinpEMecKiä fiapo;(i> bi 
naMXTh Jleonoj.'^a II« MHpoTBopi^a na G.iaB.-€ep6. aaui^t. Bii 
BieHHt npH Ctc«. OTh HoBaKOBmB 1792. 4^. 4 Bh Trauerrede 
auf Leopold's 11. Tod. 

607. HhkOwI. IIlHMH^a Hapca Tjxiifl I(Hi^epOHa ;(BaHa- 
.^ecffn. (Xll) H36paHHHxx piMefi, ct. jaT. To.iKOBaHieMT.. Vnn. 

Bereits im J. 1809 zum Drucke fertig. S. des Vfs. Logik 
am Ende. 

608. KocM, locHia Coöpanie Htio.iHKHxii p*^eft. Y By- 
jHMy 1814. 

609. Yp. HecTopOBHqa ClroBO npH.iKtOK) TOpacecTBCHO 
ycTanoBJieiiHH h no cmhcjij (5.iaroyTpo6HHff pocojyii,iH i^apctia 
jfh By;^HMt 26. Hocmb. 1815 saBC.'^eMiui ;^e^yTaI^H ^yH^yce na- 
po.iHHxx rp, H. aaic. yra-raiu;!» ynpaBJiffromiff h np. Bt» By,HHM* 
1816. 4**. 7 cTp. — C.10BO npiLTHcoK) BosABHacenaro oßpaia Ero 
Bejun. Ihrn. ^paai^a I. y caiH ceccioHaiiiofi .^enyTauiH ^ynjiyee 
mKOJCce rp. h. aas. npaBHuUfl h np. Y By.^HMy 1817. 4'^ 2 Bl. 

610. UaBüa ATauaitBOiiMMa Cjiobo na Hpa»;^Htfirb mh- 
CTaiüai^ie Kpa^B. neA»or. umruryTH oepöesoni y Coit^y ro- 
BopeHO. Y By.iHMy 1817. 4«. 4 Bl. 

611. naBJi. FeoprleBH^ia JIa»apeBH<ia Cjiobo ua ;i,eHi> 
iiocBffmteffia xopyrBM rpaac^J^aHCKaiH) MH.iiiTapcTBa cboöo,^. m cpa.iB. 
rpa,^a TeMMniBapcKaro. YBy,iHMy 1818 (letzte Ziffer überdruckt;. 
8^ 8 CTp. 

Serbisch und deutsch. 

612. Kux. Baa^H OnoMHHaH'ft UcocpaTa n J(iixoHHRy, 
HpeB. et Ppe^iecitori- In DaWdoyiö's serb. Zeitg, 1820 N. 11—13, 



412 

613. AeaH. B^taxoBH^a Ciobo iipe;!i;^ npeno^aeanieMi 
^H3HKH H np. Als Beilage m Dävidovi^'s serb. Zeit 1820 N. 81. 

614. Mofi. HruBaTOBH^ia üaHerEpHrb Ero BejHq. Hxn. 
^paHj^a I. Psn. 

Die Rede wurde bei einer Schulfeierlichkeit gehalten. 

b) Briefe. 

615. Mhjob. BH^aKOBH^a ÄK^owh n MJa^ofi MysH 
cep(iciEOfi, ci npe,i;.ioxeHiufu nHCuaMH, eoa e c% jaTskcEorb 
esHKa 3a lOHOcrb cBOero po;i;a na cboä npeaeo h nocBÄTiq Tp. 
EoHCT. Eay.iHi4Hf com sa ne^aTaHie naaTHTH ycep.ntcTBOBa. Bib 

BjAHM^ DHC Kp. BcejM. 1813. 8®. 158 CTp. 
-Lateinisch und serbisch. 

616. J^ocHT.OÖpa.^OBHva ilucMa, cRynio h na evfbn> 
H;p,ae T. M. (Feopr. HarapauiepH^i»), TpomcoirB TUsrnnifi 
cepOi^Ke. y ByjtHMy nnc ip. Bci^yu. 1829. 8**. 126 cxp. 

Mit dem vorgesetzten Facsiiuile von Obradovic's Hand. In 
allem 43 meist kurze Briefe. Angehängt sind drei Lieder und 
fünf kurze geistliche Beden, die übradovi6 in Dalmatien ge- 
halten. 

c) Dialog. 

617. OeoAop- IlaBjLOBHiia BiuiaH^i^OBe cioinaTie hjih 
pa^roBopH My^pon» npisTejUia ca cpo,i,Hii]rB AymaMa. y ByAHvy 
1829. 8^ 112 CTp. 

D. Mengschriften in Versen und Prosa.. 

a) Vermischte Schriften einzelner Verfasser. 

618. HcTopia Ghhahiiii «H.ioco#a, npeBe.'^eHa e&rpe^ecKaro 
Ha cjaB.-cepÖ. eauK Bi By,^HMt 1809. 8^ 96 cxp. 

Abgeschmackte Anekdoten über Weiber, Gedichte etc. Die 
Vorrede ist unterachrieben V. M. (Georg Mihaljeviö?). Unter 



413 

den 6 Gedichten sind einige von H. B. (Milovan Vidakoviö). 
Auch ein entstelltes gereimtes serbisches Volkslied. — Angezeigt 
kl den VaterL Blatt. 1811. 

619. CTe*. XHBKOBHva B.iaro^TejiHa Mysa hjh qjB- 
CTBOBami H MHCiH El H3o6paxeHiio cep;^i^a h vh yspamemio 
;^ffle coöpane, EHHra 1. y Ee^ hhc. Io. IIiHHpepa. 1815. 8^ 

356 cTp. " 

620. neTp. CTOfimfl^a E.ihcohi hjh cpeji[GTBO yipame« 
Hifl Ajme H ycoBepmecTBOBaHis ^OBe^ecKorb, no TpHr. PHxxepy 
^opJM^iIO, 1. Macn». 7 By,iHMy 1827. 8^ 198 crp. — 2. iiacrb 
1829. 8«. 103 CTp. 

Meist kurze moralische Aufsätze; am Ende Bruchstücke 
aus der. allgemeinen Weltgeschichte, Charakteristik der Völker 
und Bäthsel. 

621. loa. CTCH^a 3a6aBe 3a paayMi h cepn,et 1. iacTi. 
y Beiy y thu. Kourp. MexHiapHCTa 1828. 8^. 220 cxp.— 2. ^lacTi. 
y BysHMy 1831. 8^ 258 cxp. Der 3. Band unter dem Titel: 
Ca6opi HCTHHe h nayKe. y Beorpa,^ y KHasecKo-cpÖCKOft khbh- 
roneiaTHBM 1832. 8". 224 cxp. 

Vermischte AuMtze zur Belehrung und Unterhaltung : Ab- 
handlungen» Erz&hlungen, Mährchen, Fabeln, kurze Auszüge aus 
ausländischen Werken unter 7 Ueberschriften. Der 3. Band ent- 
hält S. 179—224 sechs epische Volkslieder. Der Druck ist sehr 
schön. Die erste Auflage, ohne % und h, wurde wegen dieser 
Schreibweise confiscirt und das Weric auf Kosten des Fürsten 
umgedruckt. 

622. r. JI. (Teopria JlasapeBHMa) IfBexBe, coHHHeHifl 
H npoBOAB sa noyHeme, yBecejenie h 8a6aBy, 1. CBesxa y By- 
ÄHMy 1829. 12^ 84 cxp. — 2. CB, 1829. 99 cxp, 

Erzählungen, Dramen, Gedichte, Bäthsel, Volkslieder usw. 

623. Cp((cKifi PoAOJDDÖai^'B ype^BeHB BacHJiieM^ ^oxep* 
jisHOMi. ^acxi» 1. y ByAnxy ciob. tp. Bcey?. 1832. 8^ 
160 cxp. 

Safaflk. LSt«nitnrg«tchlohte. m. Band. 28 



414 



b) Periodische Schriften. 

624. (3ax. Op«e.iHHa) CjiaBeuo-cep6ccit MaraqHni, t. e. 
coöpafiie paamHHX'b co^HHeHin n npeBOAOBi n» nojsift h jBeteje- 
uiio caysamm, tomi lifl ^. la« Bi BeHeupi bi TKn. JIhk« 
OeoÄOcia 1768. 8^ 96 CTp, 

Mehr als dieses erste Heft ist nicht erschienen. — Am 
Ende stehen Recensionen einiger neuerschienenen serbischen 
Werke. 

625. Hece^a n TpHMecewa cowneHifl 3a Bos^'lkjaHie yna 
H o6jiaropos;^eHie cepAi^a npeinuie h npejoatfesHe iohocth cep6- 
cjse. Bi EyAHuib 1815. 8^ TpH CBesRe 192 cxp. 

Von Job. BeriCy aus Weiss's Kinderfreund übersetzt. 

626. JltTonMCT. cp6cKifi. Y Bjmny 1825—1831. 8^ 

Im J. 1825 erschienen 3 Hefte; hierauf regelmässig all- 
jährlich 4 Hefte. Begründet und angefangen von Georg Magara- 
§evi£, der es bis zu seinem Tode 1830 fortführte. Hierauf über- 
nahm die Kedaktion zuerst Joann Hadzi6, dann Theodor Pavlovi£ 
in Pest. Der erste Jahrgang erschien in C. Kaulitzy's, die fol- 
genden im Verlag der serb. Matica. 

627. IlaBj. CTaMaioBHua CepCcKa iiMeJua mm aoBiifl 
]^rfrrHHEl» 3a roAi> 1829 u np,, <yh T^mmvMuwh j^pare uapo^^uo- 
c^THt jiymahnon yBecejeaiflt 3a<)aBe yiiue h ciOBecHOCTH cpöece 
l^y6T]keM'l> 3aeaABeHi m oCj^t^aui (naBjoHi CxaMaTOBHqeMi), 
TpomcoMt MaTme cpöcice. Y ByAHMy 1829—1830. 8^ 1 cb. 
... CTp.— 2. CB. 3a ro,T,. 1831. 151 crp. — 3. cb. 3a ro«. 1832. 
134 CTp. — 4. cb. 3a ro;^. 1833. 175 CTp. 

Eine unreife Nachahmung des JltTonMCi. 

c) Taschenbücher. 

628. J(hm. JI,aBiiAOBHtia 3a6aBHHrb sa rowüy 1815. 
y Biera nnc loa. UIUHpepa 1815. 12^ 167 cTp. — 1816. 262 cxp. 
— 1819. 239 CTp. — 1820. 226 CTp. — 1821. 174 CTp. 

Die Jahrgänge 1817, 1818 sind nicht erschienen. 



415 

629. 3a$aBBHn sa 1833 ro;^iiH7, coMEHtnie AHMHTpig 
JlaBH^^OBHiia CeKperapa rauoEecKora h ^jena yMOHora Epa- 
soBCKOca ^ymna. y Beorpiuiy 7 icmeefto-cpficsoft ne^af hbh 
TpomcoMib Tjuiropifl Bo3apoBHiia. 16''. 223 S.+12 Bl. Nachstücke. 
Kalender, Staatsschematisrous, Taschenbuch, Präniunerantenver- 
zeichniss, Censnredikt, Bücherverzeichniss. Druck sehr schön. — 
3a6aBHHn 3a 1834 roAHHy. y KparyeBi^. 16^ XXII+243 crp. 

630. Byxa GTe^aHOBHha Eapa^HiIa JI,aHHi^ay 3a6a- 
BHHE 3a ro;tHHy 1826. y Bevy y mraMn. epM. Mau, (1825). 12*^. 
22 H 132 crp.— 1827. 162 CTp,— 1828. 248 crp.— 1829 (y By- 
Ximy)* 65 CTp. 

631. J],HM. THpojia BaHaxcciä auiaaaxx saro.'^uuy 1827. 
y By^lHMy 12^ 182& 1829. 

632. (AoaHac HHKO.iHva) Pyacm^a 3a ro^i 1827, xpy- 
juowh H TpojiiKOiii KoHCT. KsLysmi^H. y ByAUMy 1826. 16^ 
78 cxp, — 1828. 78 cxp. — 1829. 64 crp, — 1831 (y Beiy lOW 
00* MexuTapHCTa) 79 cxp. Auf das Jahr 1830 ist keine PyzHOia 
erschienen. — 3. jitoo 1832 y Be^y 16**. 79 cxp. 

633. Taiia aa ro;uiHy 1829 o;vb lyjiiaHe Pa^HBoe- 
BHvth poxA* BiaxoBHUJb y Ileuixu« Bi By^uMt nnc. Kp« Bcey^. 
(1829). 16^ 58 cxp. 

Kurze prosaische Aufsätze, hierauf einige Oden und Lieder. 

634. (loc. MH.iOByjca) JIyna 3a ro;^miy 1831. y By;i;MMy 
DHC Kp. Bceyv. 1830. 12". 126 cxp. 

Mit Beiträgen von Basil. Cok^rljan, Budimirovic u. a. Die 
Fortsetzung dieses Almanachs wurde, des Kalenders wegen, auf 
Betrieb der ofner Univ.-Buchdruckerei, untersagt. 

635. Biorpaj^CKa Jlnpa» llepBa ro^HHa» Hdj^. xpomcoirb 
rjHTop. BosapoBHha« y BioTj>. y kh. cp6. uBHr. 1833. 16^ 
10 Bl. 27 S. 

Auf den ersten 10 BL Kalender aus dem Zabavnik. Dann 
20 geistliche Lieder (fl'ficfte ^yxoBne). 

28* 



416 



III. CJeschichte und deoirrapUe. 

A. Oeschichte, 
1. HUfswiBsensohaften. 

a) Mythologie, 

B36. E^peMa JIa3apoBH^a (sie) CospyzpcTBO ap^ 
BHHxx EoroBx. Bi BeHeiÜH iihcm. IlaHU Oeojtom 1810. 8^ 
138 CTp. 

Solaris bemerkt zu diesem Buche: ' Eaco e y utu Kimra 
fiorarie sarjaBie, Hero co^^epzade, Taso e y OBe o6paTHO.: co- 
XepxaBa ce y hboA vmß Kpaicai Hcropia o paaopeHUi TpoK, 
H noxBaaa BanuEOMy rpeMecKOMy «iLioeo«y CocpaTy. Das Buch 
enthält t Vorrede über Erziehung; S. l*-44 Mythologie der 
Griechen- und Römer in alphabetiseher Reihenfolge der Qotthei« 
ten; S. 45 — 80 Erzählung von der Zerstörung Troja's, und 
S. 81—138 Lobrede auf Sokrates. 

Im J. 1828 kündigte K. Kaulitzy ein Co^yxecTBO j^pe- 
BHHX'B BoroBi, angeblich als ein neues Werk an; es war aber 
eine blosse Buchhändlerspekulation, und es erschien nichts. 

637. BacHJi. AaMaHOBH^ia Btpa ap^bhocth, 1. Maeri. 
y EyAHxy iiHC. q). Bceyq. 1817. 8^ 208 cxp. Mit Abbildungen. 
Die 2. und 3. Abtheilung sollten zusammen erscheinen. 

b) Heraldik. 

63ß. CTeiiaTorpa^iii, lase bi Bibrayio luucm fiMvonojy^- 
Huo noTBepxAeHia cBflrbimeMy h <li2UieHi6fimeiiy rr.ApcemioIV., 
A£ny Bcfix'b ^epÖOB'B, BojirapoBi^ 3ana;i^Haro ÜOMopix, JI^ajiMaipK, 
Becffiiy H 0(k)AyHafl' h ptJiaTO loHpHKa üaTpiapxy, Fiiy Tny 
MHüOCTHBillffleHy iiocBfl]fl;eHa IpHCTO». Xe^apoBH^eHi hjuix- 



417 

pH^ecKO-paccifflCKHirb o6iiuHirB aorpatOMi« Y BieHHH, OoMa 
-Mearepi ce«iei^i .^AVMA. (1741), orr. ia (21.) 4^ 42 j. 

Das Oanze, Wappen und Text, ist in Kupfer gestochen.. 
Es scheint eine üebersetzung zu sein von: P. Ritter Stemmato- 
graphia siv« armorum Illyricorum delineatio, descriptio et resti- 
tutio, cum iconibus, s. l et a. in 4^ 81 pag., oder von: Ej. 
Stemmatograpliiae lUyrieanae über L, editio nova auctior. Za- 
grabiae 1702. 4^ 16 foL 

2* Eigentliche Geschichte. 

a) Politische Geschichte. 

••) Ali^emebie Welt- luid Vftikergeschleirte. 

639. loa. Maeie nipeca CBeMHpna HCTopia, npeBe;][eHa 
I. B. (loaHHOMi EepHqeM'B)« y Ej^^hmj hhc. ip. Bcej?. 
1820. 8^ 3 CBesKe 282 cxp. 

640. IIaBJiaEeHre.iu;a BceMHpHaro 36HmcjiOBii[ ^acTil. 
Bi BjÄHMt rpas* uhc. £p. Bcey^. 1821. 8^ 329 cxp. 

641. Feopr. JlasapeB. 3opH?a EpaxKoe pjkoboactbo 
n no3HaHiH) BceMipne Hcxopie, 3a cjaBsno - cepöciy iohoctb. 
C. IIeTep6. B'B TEU. hmu. bochht« ;i.0Ma 1826. 8^. 222 cxp. 

642. ABp. BpaHKOBHqa IIperjie;i;'B h JiixoracjieEHO 03Ha- 
^eirie y n;apcxBy Hcxopie CBCMapHe oä'b nö^exia CBexa jtfl ^a- 
nacB. y ByÄHMy nHC* £p. Bceyq, 1828. 8®. 

643. Feopr. HarapameBHqa Epaxia BceMHpHa Hcxopiü, 
TpomKOiTB MaxHn;e cpßcKe. y ByÄHMy 1831. 8^ 165 cxp, 

644. IlaBji. AxaHan;EOBH?a Bceo6iu,a Hcxopia no He- 
XHCKy. Pra. 

646. lac. Fepiiit^a BeeMHpna Rcxopia. Pku. 



418 



M) Besoadere GMchldit«. 

ce) Geschichte einzelner Zeiträume, Völker, EreignisBe. 

aa) Slaren. 

646. Bac üeTpoBH^a Hcropui o VepHOfl rop& Bi Mo- 
CKB« 1754. 8^ (Smirdin's Baspis N. 239.) 

647. AjieKC. Mopsafia IIpexoAffli^ee H3BtCTie o Ejosr 
pHi^ ;^eBHaro h cpeAHaro BpeMene. Pm. je. 1765. (Engel Ge- 
schichte von Dalmatien. 11. 158.) 

648. IlaBJEa lyjisHiia EpavBoe BBexeme fix ioropiio npo* 
HsxovseHJiE cjiaB.-cep6. napo^a, 6wmBXT» vh omwh BÄtL^brejievb 
IlapeEi, JlecnoTOB'B, hjih BJiB^tTessjirh KoädOBi» cep5cKHXb, ao 
BpeneHe Teopm EpaHsoBHqa, nocj[tAH£ro J^ecnora cepOccaro, 
co^meHO H H3i paaHim aBTopoB'B HoraMH HSflCHeHO h np. B. 
0. M. (bi Benen^iH bx teh. Ahm. Oeo^ocis) 1765. 8^ 189 crp. 

Die Vorrede ist datirt Wien 1765 den 3. August, und 
dedicirt ist das Werk an Simeon Cemovic von Ma£a, Kapitän 
im IsmailoVschen L^bgarde-Begiment. Die erste Beihe der 
serbischen Regenten ist genommen aus Dufresne, die zweite 
aus Diokleas, von VSevIad bis Badoslav 46 Fürsten; dann 
folgt S. 48 die dritte Beihe, enthaltend die Fürsten aus dem 
Nemanjischen Hause; S. 97 Beihe der serbischen Despoten. 
S. 161 Extract aus den Privilegien. Das Ganze ist ein Auszug 
aus Brankovi£'s handschr. Geschichte. Engel IV. 12. 

Caplovi^S führt in seinem Buche: Slavonien und Kroatien 
n. 292 „Juiinac Serbische Gedichte 1802. 584 S.*" an. Allein 
ein solches Buch kennt niemand, und höchst wahrscheinlich ist 
das Wort „Gedichte** aus „Geschichte" entstanden. Woher aber 
die Jahr- und Seitenzahl? 

649. SpaTcas CepCjiii, PacciH, Eochh h PaMH KpaieBCTBX 
HCTopia» no naany BHAxema ryepH b loansa Fpav 



419 

fi no Msam yiema^ iHKieaon yerpoeHHat, h hbi 65. TOMa 
oi^eoneifflii« Hcropifl rasrai, h » fftafei^saro aa eiaeeHrndfi 
H3im npeneAeHHaa, h jqpaTmra iq^mt^aHiaMH HagcHeHHaa lo- 
aHHOMi PaH^eifi ApxiM. B% Biemrft npH 5» T. Ctm. HoBa- 
lOBHU 1793. 8^. 227 (yrp. 

650. loaHHa PaH^a Hcxopia pasiuixi cjaBeHcuio^ aa- 
P030BI9 Hafinaiie Bojirapi, XopsaTOBi h CepÖOB'B, h3i tmh sa- 
foeaui Hacraa h bo CBirB HOTopneeKiH npoBaBexenafl. Bi 
BieHHfe npH 0. T. CTe^airi HosaKOBH^, nacxib 1. 1794. 8". 496 CTp. 
— ^ 2. 1794. 702 CTp. — ^. 3. 1794. 363 CTp, — 9. 4. 1796. 
446 crrp. (ausser Index). — 2. h»;^. Bi» BjAUcb nne« Kp. Bcey?« 
1823. 8^. 4 II. 

Die BeUagen des 4. Bandes sind auch besonders ausgege- 
ben worden. (Vgl 688.) Rai6 endigte sein Werlc im J. 1768 zu 
Neusatz. & Bd. IV. S. 206. Der I. Band wurde in St Petersburg 
nachgedruckt 1795. 4".; der Nachdruck der fibrigen Bände 
wurde aber untersagt. 

651. loa. PaHqa Co^pauie kbi Hcxopie cep6€Ke. 12^ Pen. 
Materialien und Excerpte, vor der Abfassung der serb. 

Geschicdite gemacht In der Metropolitanbibliothek zu Earlovic. 

652. Aeaflac. HenixoBH^a Hcxopia ciaBeHO-CojirapcxorB 
Hapo;^a, wyb F. Pama HCTopie h utsuxi HCTopHuecKHxi khhtb 
cocraBJEena, h npocnnrB fRwaowh cnHcaua 3a euuoBe oreqecTBa. 
B% BjÄHM* DHC Kp. yHHB. 1801. 8^ 229 OTp. 

Eine 2. vermehrte Ausgabe desselben Buches kündigte der 
Vf. den 1. Aug. 1824 an; aber sie ist unterblieben, weil derselbe 
von anhaltender Augenkrankheit befallen wurde. 

653. Cep6ie njiavCBuo na£H nopa6oii;eHie .lixa 1813, swifi 
H xaxo, y pasroBopy nopa6ou^eue Maxepe ci poj^iuiMi» eAuuMi 
CHHOHi CBOiorBy Kociiy ocxaB.ifi noGJil&Auee cBoe saBin^auie. Bi 
Eüercan y Ilaiie OeoAoeieBa 1815. 8^. 105 cxp. 

FOr den Verf. wird P. Solaris gehalten; andern sicheren 



420 

Angaben zufolge war es ein gewisser Radonii aus Serbien, und 
8oIari£ blosser Herausgeber. Am End« des sehr interessanten 
Details über die damaligen Verbältmsse des Schriftstellers 
steht ein Brief an Solaris datirt aus Mitroriii 17. Februar 1815, 
und unterzeichnet 2ivko Skiptroviö, pseudonym. — Eine neue 
Bearbeitung in der Handschrift 4^. 105 S. besitzt J. Milovuk 
in Pest 

654. JIhm. AaBHAOBH^a J^timia n HCTopin eptoora 
napoü^a. y Biem y nw. q. o. EpMena 182L 16^ 174 eip. Mit 
einer kleinen Karte. 

Eigentlich der 2. Theil dos Zabavmk anf das J. 1821, aber 
auch einzeln ausgegeben. 

655. UaBJia CojiapHia Ho^erorB CjaBeHctOFB pofßk Pkd. 
Vgl. JHiTOiiHeii cp6. ni. 129. 

656. Hhjiob. BHj^aKOBH^a HoTopia «pticcora napOAAf 
^acTB 1«, AO BpoHene Kapa Jtjmana. Pin. 4^ 39 Bogg. 

657. reopr. MarapameBA^a HcTc^ia ciaaeHCKon 
H qKkton üapoxa. Pen. Unvollendet: blosse Broehstacke. 

ßß) Anüer» Ytflker. 

658. lycTHHa noBftcTH ^ujamnoMecKm^ aiaBeH0-cep6csiar& 

HBKROM'B O^apOHEHfl EBTHXieM^ loaHHOBHMeMl CG. HH. 

H JIio6oMyAP* ^ BeaHco-BapaAGKOfi UayiTB Ai^A^MiH 6HBmHMi> 
«onuaTeaiiTB, Pm. 8^ ?• 1. 374 cxp,— ?. 2. 376—619 cxp. 
Ausserdem ein reichhaltiges Namenregister. 

659. Ebt. loaHHOBH^ia HcTopia KpaieBCTBa Benrep- 
CKaro. Psn. 

Aus dem Lateinischen übersetzt. 

660. naBJi. Cojiapnqa HcTOBeTHoen Crara h GapiiaTa. 
Abgedruckt in JliTon. cp6, I. 163. II. 126. 



421 

661. Philuhh j lUnaHiH, no eDicaftiio BaTcoHa AitrJiHHa- 
Hiraa iip^e;i6H0 he cepticnt eann w^mh Casy oti Twkojih, 
eh ]i]pDrfiiianiDai h KpaTnors aoa^Rowb Hpanua h ynpaxHe« 
Hifl BoeuHaro, jüpaaieHiA cpaxemxi h jcpeiLieHiii MtcTaxi« 
B% By^HMi rpa^i niic. ip. ^t^yu 1805. 8^ 92 crp. 

662. KoHCT. HapHHKOBHita OrspoBeaie AjiepHjce, l.^acn, 
ch ntMei^KorB iipeBe;(eHO. B'e Ey^Hiit nHC. ip« BcejM. 1809. 8^ 
254 crp. 

663. Hkk« lUnnHiia BanTie lepHKOHa, npeBeAeno <yB $paft- 
igracKaro« Pen. 

664. Hhk« lÜHMH^a CtBepHuxi y TypcKOfi paxH, IlacHaH- 
Orjy y BHAHHy, h Ii;apHrpa;i;cEifixi nocjasEKOBi npieMjeHk 
(Hpa^K« Pen. 

Am Ende der Logik des Vfs 1809 angekündigt. 

665. (J],HM][Tp. HcaSjoBHiia) Ilpe.'i.iozeuiii HCTopie 
npanraTE^ecKe spasB. ynrapcKorB, ua kos cy y KpaaB. npe^. 
3aBe;i[eHi]D CB.-ÄH.ipefiCKOM'b m« Anpua 1814 hb'b npeno.iaBama 
J^HHt IcaftiOBiraa iipiliheom'l ohoi'i Hcnnra OTB'frrcTBOBaiH. 
y ByflHMy 1814. 8^ 16 CTp. 

Gewöhnliche Theses. 

666. loat. ByHHa CiaBa HanoaeOHOBa, Kaso r.iaBHaro 
BoeHaMasHHca. B. o. m, h r, (y ByÄiray 1814). 8^ 15 crp. 

667. (loaK. ByH^a) SKajocTHO B03Bpani,eHie ^pamiysoBi 
H31 Poccie, ei HeMeiptaro na caaB.-cep6cKiH edHn H3;^aH0 Ila- 

BJOSTB MHJIHHKOBHqB HHaiie $H.1X0BH^« 7 Byj^iMy nHC. Kp. 

Bceyi. 1814. 8^ 31 CTp. 

668. naHTe.i» MnxaHjiOBHMa QoBtcTb o KOnewoM^ 
H3ry6.ieHiE i^-biiam ^panuyaccaro BOUHCTBa y ciBepHofi crpairfi 
cÖHBmeiTB Cfl .Tfeia 1812, hsi opHrHHa.ia F. EoHCTaHTHua IIa- 
BJOBOTa npoBeÄena, Y ByÄioiy 1818. 8®. 34 cTp. 



422 

669. reopr. MarapameBsva Hcropia HatBandH na- 
ssmmm EBponetccH npHEjm^eidi an BieHCsoFE iiqpa 1809 
Aa 1821. Y Bmj j ne^. caApyx. MexHrap. 1823. 8^ 230 CTp. 

670. ABp. EpaHcaBHqa Bofi koa« HaBapHua hjeh paso- 
peme Typcie Maxe, h3 Hena^KorB y cepßcnft eaim npese,!;. 
y ByÄHMy 1829. 8^ 38 crp. 

671. ÄBp. BpaHtOBHva u;apHrpas'b bjce HCTopia para 
pycificKorB ca Typi^H. Pra. 

ß) Biographien, 
aa) In 8am.mliing6B. 

a) Slaven. 

672. CaB. ÜpoAaHOBHqa Eiorpa#ie cjiaBHH CpöajtBa. Pen. 

Der Feldmarschallieutenant S. Prodanoviö hat, nach Ver- 
sicherung mehrerer glaubwürdigen Personen, diese Biographien 
ausgezeichneter Serben geschrieben; die Hs. soll in Earlovic 
vorhanden sein, ich habe sie aber nicht gesehen. Vgl. auch Jlt^ 
TOHHCl cp6. I. 42. 

673. Hhkoü. IlIuMHMa iKonocTaci ciaBHHxi h xpaßpnx'B 
jiiatiM Bi ByAHMt rpa^i rhc« Bceyii. Beiip. 1807. 8^. 138 cxp. 

Enthält folgende kurze Biographien: Peter der Grosse, 
Katharina II., Stanislaus August, Potemkin, Suworow, Koäciuszko. 

674. Ebt. KonoBHiia CBeciaBie hju nanoeoin^ 1. CBesia, 
H3Aao loc MHJioByK* y ByAHMy hhc, sp. Bcey«. 183L 8^ 44 crp. 
— 2. OB, 45—100 crp. — 3. CB, 3 Bogg. 

Leben DuSan's und als Einleitung ,,IIoM6TairB E3o6paxeimi 
CpöaoBa^'. Im 2. Heft: Carj Lazar und Marico Era^evid. Im 3. 
Hefte. MiloS Obilii, Jug Bogdan und die neun JugOTi^en. 



423 



5) NuAMwen. 

675. Ebt. loaHHOBHqa HobhA njyrapi'B, hjih ipaTEoe 
OQHcaHie onaBHÜndH jDOAiA cbIk) napoxa, oti AP^BHtiiiiH Bpe* 
Meea AO AftHd<^ Ha BjiaHmapy h UlHjjiepy cbo6oaho ope- 
BeAem» h hobhmh 6iorpa*iaMjB jMHOxeRi», 1. «lacrB. Bi BjahhA 
iiHC cp. Bcey?. 1809. 8^ 420 crp. Der 2. Band war 1830 zum 
Drucke fertig. 

676. Mhji. CBexHlia (loa. Ia^Hlia) HpeBOAH HSiKop- 
Hern Henora, y IItod. (^6« K— XV. 



ßß) SiiueUi. 
d) Slaven, 

677. XHTie h GJiaBHUfl stja Tocysapii HMnep. Herpa Be- 
jiuaro caMOAepsi^a Bcepoceiflciaro cfh npeAnojioxeuieirb lepaTKofi 
reorpa*necKofl h nojnmraeciofi HCTopiH o poccificKOiTB itapcTBt, 
BHHt nepvbe na cjiaBOHCKoirB aaiucfi enHcaua h Ha^aHa. Bi Be- 
Hei^H Wh vm» JlHMHTpui OeoAocis 1772. 4^ 1. h. 400 erp. — 
2. II. 368 crp« (Der 2. Band in dem von mir benfltzten Ex. 
war defect) 

Nach Taubers Beschreibung von Slavonien und Slrmien n. 
17 und nach der Versicherung einer unterrichtet sein wollenden 
Person war Zach. Orfelin der Vt dieses weitschichtigen Werkes, 
was mir jedoch sehr unwahrscheinlich ist. Doch schreibt es ihm 
auch Horanyi lü. 707 zu. Orfelin soll daran 9 Jahre lang ge- 
arbeitet haben. — Eine zweite, vom Forsten M. Sierbatov und 
W. Trojepolskij besorgte, verbesserte Ausgabe erschien in St. 
Petersburg 1774. 4°. 2 Bde. 

678. JIhm. Aocht. 06paAOBHqa Xkboti h npHitifoue- 
iriÄ. y Jlatapiry 1783. 8^ 126 CTp. 

Eine Autobiographie. Becensirt in der Allg. Lit. Ztg. 1785. 



424 

679. Hhkoj. JlaaapeBH^a ÜOBicrL zirriii eiaBsaro poc- 
ciftccaro «ejiAMapmaia CjBopoBa Phmhhciopb. y Ey;^EH7. 1799 
(1804?). 8*. 

680. Fepac, SejiH^a XHTie, CHpi^iB pozji;eHie, bociih- 
CTanie, CTpancTBOBaHii h paajoiwa no CBery h j OTevecTsy 
npHKJiia^eHui h GTpa;^aHifl. B'BEy;^HMt irae. Kp. Bceyq. 1823. 8^ 
643 CTp. 

Eine Autobiographie. Ausführlich rencensirt in den Wiener 
Jahrb. d. Lit. 1826. Bd. 26. 

681. Byca Cxe^aHOBHiia KapaQHha %i1ie l^plja 
ApcemgeBHlüa EMaayejia pocciqcRO-HHn. TeHepauiyTHaaTa h np. 
y Byamiy hhc. Kp. BceyM, 1827. 8^ 110 cxp. 

682. ByKa Cxe^aHOBHha Eapa^Hha MHJom 06pe- 
HOBHh KHBa3 Gp6^jH, HJH rpal^a 3a cpnciy HCTop^jy Hamera 
BpeHeHa* y ByAKMy 182& 8"". 203 crp. 

Dieses Werk erschien früher in einer russischen, aus der 
Handschrift des H. Karadiiö entnommenen Bearbeituog: Xesu 
K noABBTH KHxaa Miaoina 06peHOBHHat BepxoBnaro Box^a h npex- 
BO^HTejüt HBifox^ cep6ccaro. Bit OaHfTb-IIeTepfiyprt'B'B tks. 
H, Tpeva 1825. 8^ XXU u 118 CTp. Die serbische Ausgabe 
unterscheidet sich in mehrfacher Beziehung, besoinders durch 
Beilagen, von der russischen. 

683. BaoHj. loaHHOBtttia HcTopia Ilexpa Bejimon», 
nepBOFb IlMneparopa h GaMoxepxi^a Pyccie« y KapjOBuy y xHn. 
I. H. nperaepa (1832). 8^ 270 CTp. 

b) Nkhtilaoen. 

684. (Feopr. HarapameBH^a) HoBe HCTopH^ecie na* 
MüTOAOCTOfiHOCTH xiiBOTa Hanojeoua EoHanapre, speBe^eno ci 
HCMei^KorB esHKa, y By;i;HMy iihc. Kp, ymiB. 1822. 8^ 152 cxp. 

685. loa. Ct. BonoBRiia Xhbotb v Bvretta BOOBanBa 



425 

eianHorb xaeaa EimpcKora ABjpABa KaerpioTa ÜKeHAepfierat 
Tfoaaowh loe, Mu^yia« Y BjxHxy mc cp. Bcey^. 1828. 8^ 
127 erp. 

S. 76 — ^127 stehen einige Lieder über Skenderbeg aus Ka- 
ii6'8 Sammltti^. 

686.' Hhkoji« niHMH^a AaeccaHAepi BejHKÜ ma Tpe^e- 
CKie Monapiie noBicTB, c% «paai^rcEaro no MKUory npeB« Pin. 

Der Uebersetzer schenkte die Handschrift der somborer 
Bibliothek, und P. Athanaekoviö kündigte in Davidoviö's serb. 
Zeitung 1818 N. 33 den Druck derselben an: bis 1831 war aber 
nichts erschienen. 

687. Hhkoji« niHMEMa Esona zsaiiH OHxcaiie. Psn. 
Bereits 1809 druekfertig. S. des Vfs. Logik am Ende. 

er) Materivlien zor Ciescbirlite. 

a) Akten, Diplome. 

688. loa. PaHHa üpHtiaiuieHie co^epsam^ee Basnafl hhc- 
MeHHaa AOKadaxeJCTBa n HSflCHeniio HCTopis ciaBaHCKHX'B na- 
poAOB'B. E. 0. M. (BT» BieHH'fe npn Ctb«. HonaKOSHMb) 1795. 8^ 
446 crp, 

Ist eigentlich ein Anbang zum 4. Bande der Geschichte 
desselben Vfs. (vgl. oben N. 650), der mit demselben, aber auch 
besonders verkauft wird. 

689. IlaB. Cojiapnqa OfiacHeme chhmej no^JOCHHaro ah- 
nüOMa Cxe^ana JlaCioiie EpajiBa Ceptfciaro, ;i;aHaro synany 
Bojaompy CeMKOBiray 1395 Mala 17. B% MjteTKaxx 1815. 8^ 
23 CTp. Mit dem* in Kupfer gestochenen Diplome auf einem 
grossen Bogen. 

ß) ZeitQogen. 

6gi0. CTe#. HoBaiOBHva CjaBeHO-cepßcEiH bIaomocth. 
B% BieHfffi, OTi» 28 ^IjeKeiiBpia 1792 ;^o KOHi^i (?) 1794 Jrtxa 4^ 



426 

69L JIhm. JtasHAOBH^a h J^hm, ^pyniH^a Horaaie 
cep6c£e hsi^ i^apcrByion^era rpa^a BieaHe on 1. ABiycra 1813 
AO 14. ^eBpyapia 1822. 4^. 

Zuerst, vom L Aug. 1813 bis 23. Mai 1816 von Dem. 
Davidoviö und Dem. FruSid gemeinschaftlich, dann von Davido- 
vi£ allein redigirt. 

b) Kirchengeschichte. 
««) Im AüffeMetneii. 

692. CTe#. ByflHOBCKOn EpaTsa i^epiOBHas HCTopia 
ci poccificiaro na cjiaB. adweh upeBeA« Bi» Bienut npM Cxe«. 
HoBasOBSiiB 1794. 8"*. (Sopikov N. 445.) 

693. naBJi, EeHrejii^a lI,epKOBHaa HCTopia, Pku. 

bb) EittKeliic Pttrcellen. 

694. 3ax, Op«e.iHua £paTsoe HacxaBJieuie o cimoAt 1757. 

695. loa. PaM^a OimcaHie npieM.ieHHxx otl BOCTOiue 
i^epEBe co6opoB% Peii. 

696. ^HTie CB, cepßcKHxi npocBtTHTCJieä CHMeoHa h CaBH, 
cnucaHoe Jt.oMexiaHOM'b iepoMonaxoMi XiLiaii^apccMMi, cocpaui,e- 
Hoxe H oiiKU^eHO KHPH.1JI0MI aCuBKOBHneHi. Bi Bieiuit 
üäc. Cxe«. HoBacoBH^a 1794. 4^ 76 cxp. 

697. HcTopHiecKoe paacMOTpeme Bonpoca, eci'B jih xpa* 
cxiaHCTBO vb BoxeniH h MopaBÜi npeai MeeoAis no y^ieuiH) 
rpeiiecEia hjih jiaxHHcm i^epsBe BBe^euHO, oxi Xpscx. Can. 
CMHAa napoxa bi> EeHHrcBxaäMt (npeB« ci» hIsm. Ilexp. Ile- 
xpOBHHF»). Bt ByAHM* EMC. Kp. yHHB. 1796. 12^ 110 cxp. 



Kpaxsas novbCTh o otfiqexHxejiHOHi» Monacxspt Me- 
em% cyjuftVh bi Baraxt TeMHinBapcrftirB, o ero Ha^ajrfe m npa- 



4an 

umteiun, orii 1225 jase ao 1797 jrtn. Bi BH^Hifft jmc 
sp. yHKB. 1798. 8^ 19 erp. 

Der Yf. könnte der Arch. Vikentij Lustina sein. Es enthält 
durchaus nichts erhebliches. Dass der Anfang des Klosters bis 
1225 hinauf reiche, wird nur nach Hörensagen angenommen 
und durch keinen geschichtlichen Beweis bekräftigt. Das Kloster 
besitzt keine Alterthümer. 

699. ÜOBtCTb MOHacTHp* 3jaTHnt, y EyAHMy 1798. 8^ 
13 CTp. 

700. BHieHT. PaKHqa HcTopia MOHacTHpa ^encKa. Bi 
Byj^HMt nnc. ip* Bceyq, 1799. 12*. 19 crp. 

701. XhTÜI CB, HyMeHHKOB^ HOBHX'b BpCMOH^, 0peB. Cl 

rpeiecK. na cjiaB.-cep6, e3Hn> Bmk. PasHiieM^ 1799 ji, Pioi, 
4". 323 CTp. 

Im Kloster Fenek. Autographon. Der erste: loauHt Tpa- 
nesyucsifi 1492, der letzte Teoprie 1796. 

702. loaHua MnjiKOBHqa UoBtcrb o MouacTHpl Bon« 

.lOBHl^fc B'B BjÄMMt 1801. 8^ 

703. HcTHunaa noBficri o KupiuLit h Meeo^i^iH, h o h30- 
Bpi^TeniH 6oro;^aHHuxi> KHpH.unmecKHX'b h caaBeHCKuxi naau* 
BaeMuxi» uHCMeHi, cocTaBüienna e.uKucKH oti» Cb. Oeo^H- 
jaKTa ApxienHCicona BojrapcEaro , ofipi^TaeMaxe cctb bo cb, 
MonacT. XHjaH/capcEOMi, h bo BCtxi Ilpo<lHx^ cb. ropu nona- 
crapex'B, npeBe,TieHaace ntKOMMi po^ciioduieMi (JJioHHC. II o- 
noBHqeMT») na npocrjiS cjaB. - cepÖcciS ediurB. Bi BjahmI^ 
rpa,Tt 1823. 8^ 67 oxp« 

c) Culturgeschichte. 
aa) Gesehlehte der Literatur. 

704. IlaBj. CojapH^ia IIoMMHain> suHsecKifl o cjaB.- 
cep(i. vh HjCTKax'B neuaTaHiio, BejuucoMy h 6jiaroc^oBecHOMy 



426 

cjiaB.»eep6. Hapo^y h xy^pUMi ero esasora dBwäs. npexerare- 
jeifi H npocB'bTHTejieirB. Bi ILiexKax'B ohc« Uase 6eo;i(oeia 1810. 
8^ 86 crp. 

705. rpHr. lasniHiia aane.ieraH npenapaHACui msoja 
y C. AHÄpiH 1812. (y By«. 1812?) 

706. loa. HioKOBHqa SKHTie EaonoBO ci npH;^aTKoirB 
HtKOJiHKHxi 6acHeft H3^ npeBOAa r. Cepria Boji^KOBa, npeBe;^. 
ci poccificc. Ha c.iaB.-cep6. eaun». Bi» By^HMt 1814. 8^ 126 crp« 

707. Jlas. BoHqa IlaMHTHHsi MyxeiTb y GJiaB.-cep6ccox% 
KHHzecTBy c.iaBHUM'B, Bi xepTBy iipH3uaTejiH0GTH H 6jaroAa- 
peflk BO^Q^yxeHi, 1. qacTi. (Bi> Biemt) 1815. 8^ 113 crp. 

Die Fortsetzung ist unterbliebeo. 

708. loe. MKüOBysa 3atiaTle h hcthhho ocHOBaHie Ma- 
Tumfi cep6cKe no xpoaojiorHHecKOirB paaioiy stpHO h hoko* 
pHCTHO noTOMKOMi HaHHcaHO. Y By;^HMy HHC. Kp. Bceyy. 1829. 
12«. 36 crp. 

709. Joe MHjOByKa npoTan 3a TOJxoBaHie h Kpacuy 
OHy Kyjy y cejiy, toe e y JI*TonHCy ^acT. 18. Hane^aTaHO. 
y Bysmy 1830. 8^ 52 CTp. 

710. JlyK, HymHi^Eori BH6jiorpa#ia cepöcsa. Pkh. 

bb) Geschichte der Industrie. 

711. JIhm. HcafijioBHqa HcTopia TproBHHe OAinovena 
CBeTa ;i;o Hanra BpeMena, caco e no CBeTy h y CBHHa x^apcTBaiia 
pacjia H ona^aia, h xo uera e ji^aHacb Aonuia. y By^ioiy hhc« 
Kp, pceyq. 1816, 8^ 462 cxp. 



429 



B. Geographie. 
1. Erdbeschreibung. 

a) Allgemeine. 
a) Mathematische. 

712. Bacu.i. Ey.iHMa SeMjeonHcaHia BceoÖni^erb MacTi 
npBa: 3eM.ieonHcaHie MaTHMaTU^ecco , ux;ii. r;^p, JI^hm, Pu^bh- 
CKOrx. y By.'^HMy hhc. Kp. Bceyi, 1824. 8^ 224 CTp, Mit 3 Ku- 
pfertafeln. 

Das ganze Werk sollte aus drei Abtheilungen, nämlich 
der mathematischen, physischen und politischen Erdbeschreibung 
bestehen. Letztere wurde zuerst in Davidovi6's serb. Zeitung 
1821 N. 16 angekündigt, darauf, nach geändertem Plane und 
nach Erscheinung der ersten oder mathematischen Abtheilung, 
aufs neue im Aug. 1824 angekündigt. Indess kam der Druck 
dennoch nicht zu Stande, und der Vf. starb darüber. — Die 
mathematische Erdbeschreibung ist aus dem Deutschen übersetzt, 
wiewohl dies der Vf. verschweigt. 

§) Physikalische. 

713. Tpur. JlaaHMa Feorpa^ia «HauMecia no uafiHOBiHM'B 
ayETopMa 3a Cp6.iB6 cacxaBJieHa. Psn, 

Angekündigt auf Pränumeration 1827, aber nicht erschienen. 

y) Mathem. -physisch-politische. 

714. lo. PaH^a KpaTKoe pyK0B0,T^cTB0 vh noaHame se- 
MHOBO^inaro cpyra, eeopeTHMecsoe h npasTiraecKoe, mm^ jiaTHU- 
ccuxi» H HtMen.KHX'B ayETOpoBi Ha cjiaBeucEÜt abucb npe.po- 
xeHHoe ;pfl oßy^ieHia lonomecTBa c.iaB.-cep6cKaro, .i. HCKyn.ieHifl 
1762, OTB TOÄÄe rMMHaaiH npo^eccopa !• P. — Pkii. 

In der Bibliothek des Kl. Kovilj. Ljetop. srb. 1828. III. 18. 

ÖafaHk. Literatnrgeschicht«. III. Bana. 29 



430 

715. Kno^iHTL y Moe seioeonHeaHie ^631 necojiHKa nHCHa 
MoeMy npiÄTejH) Ä. H., üaBJiOM'L CojiapniieMx. Y Benei^iH 
npH IlaHH Oeo;i;ocieBy 1804. 8^ 74 cxp. Mit 3 Kupfertafeln. 

Allgemeine VorbegriflFe, besonders der mathematischen Geo- 
graphie. 

716. IlaBiia CojiapHiia Hobo rpax^^aHCEO seiLieonHcaiüe, 
nepBO Ha esHicy cpßCKOiTB, y Äße qacra, ci seMjenHCHHKOM'B 
oji,!, XXXVII jiHCTOBa. y BeHeiuH y IlaHe OecüocieBa 1804. 8^ 
1. qaCT'B 474 CTp. — 2. qaCTB 246 cxp, 

717. IlaHT, MHxaäjOBHMa Hobo 3eMJieonHcaHie , nyx^HO 
H 6jiaronoTpe6HO sa CBasora rpas^^amoia. Pen. 

Angekündigt in Davide vit's serb. Zeitung 1818 N. 27, aber 
nicht erschienen. 

718. loaE. ByH^a HoBMmee 3eMjieonHcaHie n,lmaro CBi^Ta 
(sie), BO ynoTpe6.ieHie h nciay aiaB.-cep6, Hapo;i,a, ex eÄHOMx 
MJiyMHHHpaTOM'B i^tjapo CBtxa ManoMi. Y By,^HMy hhc icp. 
Bcey^. 1825. 8^ 450 ct^. 

719. JI^HMHTpifl n. THpo.ia IIojETE^ecco seMJBeonHcaHie 
3a ynoTpeÖJieHie cpÖCKe M.ia;;eÄH. y Beorpay^y y khäxccko- 
cp6cK0fl KHLMFOneqaTHBH 1832. 8^ 175 CTp. 

b) Besondere. 
a) Einzelner Erdtheile und Länder. 

720. (loa, HonoBHMa MocTapcKori) EpnonaycBOMe 
HOBOMi BH^iy no saMio^ieHUO Ilapuccora Mnpa h yroBopy Bieu- 
CKOFB KOHrpecca, hjh reorpa^mecKO-CTaTHCTHTiecKifl nper.ie;ix 
cBiio eBponeficEH ^epxaBa na jißtuB, Ta6j[Hn,aMa. y By^nny nnc. 
KP* Bcey^, 1818. 

Dedicirt dem Augustin Petrovic, Archimandriten von Bez- 
din. Ausführlich angezeigt in Davidoviö's serb. Zeitung N. 71. 
79-82. 



431 

72 1. CTe*. MH.ionieBHqa CTaiHCTHMecKoe onHcame 
CepÖie, co seM-ieonHcanieMi ose senae, ua cepöcriä eaHKi» npe- 
Be^eHO. y By,iMMy nnc. Kp. Bceytf. 1822. 8". 75 cxp. Mit einer 
Landkarte. 

Diese Beschreibung Serbiens ist aus der österreichischen 
militärischen Zeitschrift, Jahrgang 1821 Heft 1 — 6 und 8, von 
G. M. Baron Rothkirch, wörtlich übersetzt, welche Quelle indess 
der Uebersetzer verschwiegen hat. 

722. /I,HM. Tnpo.ia reorpa^HMecco-CTaxHCTHMecEO onHca- 
Hie ABCTpiflccora n,apcTBa« Pen. 

723. CTe*. MapKOBHMa HcTopHM,, CTaxHci. h reorpa*. 
onHcanie reHepa.iaTa Bapax;i;HHccon cb ao.t&tkom'b MopajHon 
HapoAHorB onHcama. Pen. j 28 Ta6. 

ß) Topographie. 

724. OnHcade CBSTaro 6osiH rpa,^a lepycaiHMa, n;epKBe 
zHBOHOCHaro rpo6a rocno;^Hfl, h npo^iHX'B cbatuxx m^cti etc. 
Bi BicHH* 1772 — Hob. H3ä. 1781. 4^ 53 cxp. 

Das ganze Buch, Text und Abbildungen, ist von Orfelin 
in Kupfer gestochen. Der Vf. soll 2efarovic sein (?) — Am Ende 
des Buches ist unterschrieben Gimeowb Ckmohobhmi» , apilMau- 
ji$ETb lepycajHHCEiS, auf dessen Bitte der EB. Isaia Antunovid 
den Druck erlaubte (dd. Wien 30. Novb. 1772 in der 1. Ausg., 
dd. 27. Aug. 1781 in der 2. Ausg.) 

2» Reisebeschreibungen. 

725. loaK, ByH^a nyxemecTBie no Cepöia bo xpaTi^t 
co6cTBeHflOM'L pyROMi HtroBOMT» cHMcaHO y KparyeBuy y CepÖin, 
y ByÄMMy DHC. xp. Bceyi, 1828. 8". 380 cxp. Mit dem Portrait 
des Vfs. und vielen Abbildungen. 



29* 



432 



3. Ethnographie. 

726. ABp. EpaHKOBHiia EapaKrepHCTHKa i/mu onHcame 
sapo^a no i^ejiofi 3eM.iH xHBeTberb, h^i Btpo;i,ocTOfiMu nHcaiiifl 
cacyiLiLeHa, a loc. HnjioByKOiirB h TaBp. EoBHTOBueM'B H3;^aHa, 
y BjÄHMy 1827. 8^ 181 cxp, 

4. Landcharten. 

727. reHepajiHaH icapTa BcepoccifiCEoi HMnepiu h np., p'bd. 
Saxapia Op#ejiHH'&, oCoHX'b n;ec. xp. Btu. aca;^. xy^ox. 
MJieHX. Bt» KapjiOBi^t 1774. Fol. 2 Bl. 

728. no.i03EeHie npoBHHi],efi JlnMauAiH, EcTjauAiH, $hh- 
jiauAiH, KapejÜH, HHrpm, KypjiaHAiH h np. Von eben demselben. 
Fol. 1 Bog. 

729. EapTa npe;^CTaBjaH)iii,afl Majiyio TaTapiio. Von eben 
demselben. Fol. 1 Bog. 

730. Eapxa reorpa«. npe;i;cTaB.iiiH)iuafl FepMaHiio, ToxiäH- 
Äi», JI,aBi»), IIojiBii^y h np. Von eben demselben. Fol. 1 Bog. 

731. UaB. CojapH^ia Ilfiuift 3eM.ienHCUHirB, npH loanny 
AHTOHiy 3y.iiaHH Mt^opeaiyr. y Benen^H 1804. Quer 4^ 
XXXVII Bl. 

Atlas, zur Geographie desselben Vfs. gehörig. Statt der 
Ortsnamen stehen bloss Zahlen auf den Charten, die sich auf 
den Text beziehen. 



IV. Philosophie. 

1. Logik. 

732. Hheoji. IIlHXHiia .loniKa cep6cKaro flSHca Ha ma- 
ro.iaMiio j jifiQ qacTH npoHSBeAena. Bi Ey^tHxt nuc cp. Bcey^. 
1808. 8". 120 CTp. — 2. ^, 1809. 102 CTp. 

Sehr seicht, in barbarisch-slavischem Styl. • 



433 



2. Metaphysik. 

733. Abp* MpaaoBHMa HeTMHSHca, Ha cjimmczowh 

3. Naturrecht. 

734. BacH.1. EoBaMH^a IIpaBO ecxecTBa, npeB. ci jia- 
THHCcaro. Peh. 

4. Ethik. 

a) Systeme^ Lehrbücher, allgemeine Schriften. 

735. ExHEa iLiH #MOCO*ia HpaBoyMHTe.iHa, no CHCxeMy 
r. iipo$. CoaBH, JI,ociiT. 06pa;];oBHMeM'B H3ji;aTa. Bi Be- 
HeipH y nara 0eo;^ocieBa 1803. 8". 160 cxp, 

736. nexp, CTOöfflHia JI^oüähocth MOjiOBtKa, yBy^HMy 
1816. 

737. Cnnp. AaeKcieBH^a PyjcoBOÄCTBO nejiOBtqecKori 
XHBOTa ciaBHOFB aBTopa jiopffB EecTep^iejtj'B, npeBe,T;eHO 
Ch HxajiiaHCJCorB na cepßcEifl emn h np. y By;i,HMy hhc. Kp, 
Bcey^. 1830. 8*. 216 CTp, 

Angehängt sind einige Dialoge, zwei geistliche Reden und 
eine chronologische Uebersicht der vorzüglichsten Begebenheiten, 
in welcher Luther und Calvin Häretiker, letzterer sogar naiiai- 
HHJTB epede, epeciapxa, genannt werden. Au£fallend in Ungarn, 
wo dies ein Landesgeaetz verbietet: aber ein Beweis, wie oft 
dieselbe Censur hier ultrastreng, dort ultraliberal ist. — Armer 
Chesterfield! 

738. Christ Furehteg. Geliert's Moralische Vorlesungen, 
aus dem Deutschen übersetzt von Hos. Igqjatovic Hs. 



434 

739. TpH KHBHre ItHii;epoHOBe o MOBe^eccHMi^ ;QrzHO- 
CTHMa, npeB. na cepCccifl e3HjrB FpHr. JlasHML. Pen. 

740. JI,HM. THpojia 06iu.a ocHOBono.iozeiik e MopajHa 
noy^eiUÄ ra My^pocTH «HB-ieHiÄ. Pkh. 

b) Besondere Schriften fiber populäre Moral. 

741. Ano^TerMaxa, t. e. KpaTKnix BErieBaiuxi h npar 
BOy^HTejHHX'B pl^efi khafh TpH, H npo^., npeBe;i;eHU cb hojb- 
CEaro Ha ciaBeHCsifi edirn. Bx CaHcri>-IIeTep6jprt (bi Beuei^iH 
Bi THü, AHM. eeo,^ocia) 1765. 8^ 139 cip. 

Das Büchlein ist in Venedig gedruckt, wie man aus der 
Type sieht. Es enthält Sprüche griechischer und römischer Welt- 
weisen. Vielleicht nach: Bieniasza Budnego Krötkich a w^zlo- 
watych powieiSci , ktöre po grecku zowa apophthegmata, ks. IV, 
w Lubeczu 1614. 4^. Vgl. Bandkie bist. druk. polsk. I. 344. 

742. Jhm, 3,00 ht. OßpaÄOBHia CoBtra a^paßaro pa- 
ajMa, y JIafinii,Hry 1784, 8^ 120 cip, — 2. thch. hx,^. JtaM. 
Kay.iHi4H, q. 1. B-b BjahmI^ hhc, «p, Bceyi, 1806. 8^ 155 cxp, 

743. JI,HH. JI^ocHT. 06pa;i;oBH^a CoCpade paauux'B 
HpaBoyrore.iHiK'B Bemeft b-b noji3y h yBece.ieHie. Bi BieHHt 

HHC. Cxe*. OTh HOBaCOBHMB 1793. 8^ 316 Cip. — 2. THCH, Bl 

ByjüHMift OHC. Kp. Bceyii, 1808. 8°, 405 cxp, — 3. thch, bi By- 
ÄHMt 1825. 8^ (Letzteres ist bloss eine neue Titelauflage : kauf- 
männische Spekulation des Buchhändlers K. Eaulitzy.) 

744. JI,ocHT. Oöpa^OBHüa MedHMan;^, ^lacTi BTopa co- 
6paHi)[ HpaBOy^fflTe.iHHX'b Bemeä b'b no.i^y h yBeccienie, no 
no,T;.iHHHOMy pyKonncy naBJOMi^ Co.iapnqeM'b En&wh. Bt By,T;HM* 
HHC, ip, Bcey^. 1818. 8^ 230 CTp. 

Angezeigt in Davidovic's serb. Zeitung 1818 N. 95 — 96. 

745. JI,HM. AocHT. 06pa;i;oBHua DepseHai^^, HXHn;a 
H.IH JIjocieeeBa öyKBHi^a, npHöaBio h na Chivh no no;i;jHHHO]rb 



435 

pcn. H3,^ao CesacT. H^Ih^b. Y KapwiinTaji;Ty y thh. I. H. 
DpexHepa 1830. 8^ XVHI h 168 cxp. 

Moralisch - philosophischen Inhalts, nach griechischen Mu- 
stern verfasst in Plavno 1770. 

74). Jtyx-B cnHcaHifl ÄocHTeeBH, OTb T. M, (t, e, Teop- 
rin MarapameBHia), xpomKOMi MaTHn;e cpÖCEC. Y By^HMy 
HHC. xp. Bcej^. 1830. 8^ 126 CTp. 

Ausgezogene Kraftstellen aus Obradovi£'s vorzüglichem 
Schriften. 

747. JI^HM. HHcojaeBHva Jl^apsapa EeBHia THBeHCKaro 
HcoHa, H.IH H3oCpaxeHie ^e.iOBikqeccaro xHTiff, h EoHETHTa cto- 
H^ecKaro py^HHn^a hjh HpaB07iiHTe.iHa KHKXHn;a, npes. cb rpe- 
MecKaro na ciaB. - cepöccifi ssue'b. B'b Ey;!;!!^^ hhc. xp. Bcey^i. 
1799. 8^ 128 cxp. 

748. E#p. JlasapoBH^a Mopajmaa «iLiocoria, exe ecTB 
HpaBoyMHxewiHoe jioöoMyApie, h3i paamixi cnHcareaefi coßpaHHe, 
Bi HeMxe HaxoASTb ca pa3.iHiiHH ^ipeBHHxi «H.ioco^OB'B pa3ro- 
BopH CB npHAaaHUMH HpaBoy^eidaMH, iohocth cepöcsofi uocba- 
meflo. B-B ByÄHMt ühc. ip. Bcey^. 1807. 8^ 204 CTp, 

Am Ende des Buches befindet sich: Ca^'B MHOron;B'1^Tiiiift 
H-iH pa3jHium paaroBoptt .laTHHCciHt Hi^Mei^siE, Ma^BapcdH 
H cepßCKiH, bo ynoTpeßjeme cjiaB.-cep6, iohocth. 

749. E#p. JIa3apoBHMa Co6paHie HopajiHHxi Be^eS, 
coji;epxaui.ee apbbhhx'b ^bjoso^obi h cjiaBHHX'B Hyxefi pa3.iH^HHfl 
pasroBopu h no.ie3HaH HpaBoy^ema, ciaB.-cep6. iohocth uocbs- 
meno. Bi ByÄHM* hhc. «p, Bceyii, 1809. 8\ 166 CTp. 

760. 3epn,aao cynpyxecTBa, x. e, HjiyTapxaXepoHea 
CJOBO AOJXHOCTH cynpyxccTBa, ci exinncKaro na npocTiifi 
rpcMeccifi jifSLjQVTh npcHemeHO, na cjiaB.-cepöcsHxe npoBe^eHO 
Feopr, SaxapieBHqeM-B, Bx By^Hirt nnc. xp. Bceyq, 1808. 
8^ 101 cxp. 

Griechisch und slavoserbisch. 



436 

751. My;^pojiK)6ai][i HH;iiltcKift, jih6o hckjctbo m^acTOHBO 
acHBHTH y ÄpyxcTBy, coAepsantee ce y Ma.ienOH'B raaiy qHcrfeft- 
iniE noy^eHk napaBOGJiOBiii, co]i,iheRKSL ejijamn» ^pesmnTB Epa- 
MHHOM'B, CB $paHi]y3CEora npeBe;teHO üaBj, Co.iapHMeM'B* 
y BeHen,iH bi thh. IlaHii 9eo;^ocia 1809, 8^ 

Französisch und serbisch. 

752. $HJi030«HiiecEa HayKa, npefie^eua cb Hi^Mei^coPK eaiiKa 
Teopr. OTb BcMKepeEifi, hz,i;. Jl^aMiaHa Eayjiiii^iH. B'b Ey- 
ÄHMt HHC, xp. Bcey^, 1809. 8^ 199 CTp. 

753. M. T. II|Hii;epoHa CTapocxH h o ;i;pyacejiö()iiö, 
npeB. MoHC. HrHATOBH^x. Psn. 

754. M, T, Ii;Hii;epoHa KHbHra Jlciiyci, o npiÄTeacxBy, 
npeB. Hh KOJE. UiHMHveM'B. Pen. 4^ In der Metropolitanbiblio- 
thek zu Earlovic. 

765. JI,o6puft cynpyxecTsa coBtTHHKi, aa ,^apx HCBtciHH- 
i^HMa, KOH y cynpyjBCCTBy hcthhhto 6jiarono.iy»fHO 3khbhtm xeae, 
CB Hi^Meitcaro na npocxiifl Gep6cEifi esHirb npese^CHi h .ih)6u- 
TejiMH posa HSÄaHt, B, o, m. (y BieHim?) 1813, 8'*. 71 cxp. 

756. Ctc*. JKHBKOBHua B.iaro;i,tTejHa Myaa ilih lyB- 
CTBOBauifl H MuciH E'B o6pa30Bauiio cepAua h itb yspameHiio 
Äynie, KHEra 1. Y Be^y nnc. lllrapepa 1815. 8^ 356 crp, 

757. naBJi, ATananiKOBHiia Orje;i;ajo mobc^hocth, 1. 
CBesKa. y Be^y nnc. ^i. 00. EpMCHa 1823. 8^ 249 CTp. 

758. loaE. ByH^a HoBOuaoöptTeHhoe h 6.iaroycTpoeHHoe 
J^E3Ia^fi Ao6poAtTejiH, co;tep3Eau],ee naTHaj^ecsTB npkxHHxx no- 
BtcTei ci HapaBoyuxejiHUMH im noyueuiflMH h npHMt^aiüicMH 
H np. y ByjHMy nnc. ip. Bcey^. 1823, 8^ 429 crp. 

759. loaK. ByH^a HoBOH3o6p'fiTeHHoe h öjaroycxpoeHHoe 
upHÖasjieHie so ymnaauj Ao^po^i^xaiHf coAepsan^ee jsfiCKVh 



437 

npÜTHui'b noBtCTefi ci HapaBoyqHTejuuiMH axi noyMeHiiiMH 
H npmrtiiaHiflMH u np. Y Ejahmj nHC, xp. BceyM. 1830, 8", 
202 CTp. 

760. EpaTKas uayica o jicpanieHiK) jijme h cep;ti][a, no Hi- 
MaMCOMi» opHrHHajy cep6cKH uapa^o L C. (IcaHHi Cxen^B?) 
Pen. Bei dem Verein MaTHua in Pest. 

76L Cxe^. MapEOBUMa Mopajua uoy«ieuiii 3a CBacon» 
cocTOraifl JUD^e, oco6hto lOHOcrL o6oera iio.ia, U3i paaiu^uiH 
SHaMeHHTiH cnncaTejQra cjoseno. Pra. 20 Ta6. 

762. JI,HM. THpoja RiaroBOUHufl ca;!;^, coöpauie uapa- 
BoyvHTejHU BenijH. Psn. 

6. Vermischte Schriften. 

763. naBja CciapH^a y.iori» jMa ^ejOB^vecKorB y Ma- 
.leny, :!ui6o KpaTKO npe,^cTaB.ieiüe OHora, uixo yni CBHMa Juo/^Ma 
noBe.ii^Bat ua npocBlüi,euie o mbhoboA xu3hu h ua HacTaaiesie, 
Kaco HMi> iu.acTie CBoe coGpeiu.u Ha;^.iexu, cb Hi^Mei^EorB npeBe- 
ÄeHi, y BeHe^iH 1808. 8^ 176 cxp. 

Am Ende S. 164—176 Erklärung alter und neuer Wörter, 
darunter: y.iorB, t. e. y.ioxcHie, KHHra saEonOB'L, Ko;i,eKC'B. 

764. loa. Feopr. Il,HMMepMauua caMOcxH, ci H'fi- 
MeuKora npese^eMO IlaBjOM'B CcjapH^ieMi». y BeHei^H 1809. 
8^ Oh 3arjiaBieM'B y mI^^h pl^sauuiacB, v^b oöpasi IlHxarope, 
H ua npüMOfi cxpauu neniepoxitieui. 

765. naB.ia Co.iapHua PacyxÄenie o pa3HHX'B ^pe;^Me- 
Tixb. Pxn. 

Die Ueberschriften der 6 Abbandlungen findet man im 
Jl-fixon. cpC. III. 131. 

766. PaB.ia CoüapHqa OnHxi> o iie.iOBiKy. Peh. 
In drei Sendschreiben, vollständig. 



438 

767. M. T. IlHi^epoHa h3i VI. CHSre o CBo6o;(HO-Hapo- 
SHiuTb npaBaeniu Ci^iinioHa cohi, cb jiaTHUCEon npeseo Hhk. 
IUhmh^. 1811. 

768. loa. MioKOBH^a cyeBipiH). 
Angekündigt in Dayidovi6's serb. Zeitung 1815 N. 82. 

769. Ebct. ApcH^B IIo.ie3Hafl paaMunueHÜi o ^eTiipex'B 
roiPtmHUX'B BpeMeHeii, ci oco6eHHUM'& npHÖaBjesieMi o Tpy- 
AO.iio6iH iiejOBiKa h ottjjij iipoH3xo,iflin;efl Bceo6n];efi no.i&3l6. 
B-B BjTÄHMt HHC. Kp. Bcej^. 1816. 8^ 159 CTp. 

Darunter einige Pi^cen in Versen. 

770. HcTp. Jl,apBapa CeHTeni^ie paaimHe, npeB. et 
rpe^ecKaro. 

In Davidovic's serb. Zeitung 1820 N. 87. 

771. yp. MaKCHHOBHva OcMOTpenie ecTecTBa kih no- 
SHanie h judÖobi TBopi^a h3i ocMOTpenifl coaj^aHHiix'B Tsapefi, 
CB Hi6Men;icorB npeBe;i;eHO j. 1821. Pen. 

772. Ano.ioria mh 3affl;HTHTejHoe pa3cyx,^eirie o pojfe 
^ejOBt^ecEOM'B m'h co^iHneHiH r. UleBajiBe a'b Apc'B, «paun;. 
ajTopa, CB poccificEaro npeBe;i;eHO na cepOccifi e3HrB lepeic. 
M. TarHqeM'B. Pra. 12**. 76 cxp. 

In der semliner Gemeindebibliothek. — Die russische Ue- 
bersetzung von N. N. M. erschien zu Moskau 1782. 8^ 

773. naBJi. Axanai^KOBH^a E.iiaroroBtfiBO paacMaTpH- 
Banie ecxecTBa. Pen. 

774. JI;hm. THpojia npaBiifi cMHcao CHCTeMe npHpo;(e 
no X. X. EaBeipycy, A'i^o «H.i030«u<iecE0. Pm. 

775. o6xox,i;eHiio ex jio,i;Ma o;3;'b Bapona A.'^Oü^a 
EHHrre, npoBeo Teo.^opi IlaBJiOBHiiB, 3aK.ieTH a^^BOEapB. 
lacPB 1. y ByÄHMy 1831. 8^ XVI+132.CTp. 



439 

¥• Pädaflrojj^ik* 

L Schriften fOr Erzieher, Lehrer und die Jugend. 

776. JI,HM. J^aBHj^OBHMa Cnucauis yMUim^Ha, j^HTejem 
H lOHOCTH nocBsn^eHa F. IiHaxieM'B lacTOMx, ci HiMei^^aro npe- 
Be.'^eHa, Bi EyAHMl nnc. Kp. BcejM. 1812. 8^ 94 cxp. 

777. JI,HM. Ji;aBH;(OBH<ia CoCpauie uayjca CBasoMy ^o- 

Angekfindigt in Davidoviö's serb. Zeitung 1814 N. 37 und 
wahrscheinlich erschienen. 

778. naHTe.i. MHxaHJOBHtia EHEHE.ione;^ia hjh Kpar- 
Eoe onHcauie CBiio Hayjca, na npocxo npene^eHa h nocBflnj.eHa 
;^paa:afiuieMj po^y h oxeMeciBy, y Bjffoty hkc zp. Bcey^. 1818, 
8^ 36 cxp. 

2. Schriften für Eltern^ Erzieher und Lehrer. 

779. Ilyxi vh nocxoMofi ciaBH h hcxhhomx Be.iHiiecxBy, 
X. e. MacrB Hi^sas h3i khhfb üapHacciH Asa^^eMiH ösBuiaro pec- 
xopa Pojueiia, o exe £aKO npe;^axH u y«iHXH ca äoöphmi 
uayRaMi, h3x «pannysecaro na aiaB.-cep6. szuki, npeB. B-b BienEi'fe 
Bt uen. loc. oxx Kypi^ßeirb 1775. 8", 149 cxp. 

780. Teoji;. loannoBHiia lanKOBHva Py^Haa EHicra 
noxpeCnas MarncxpoM'B Majuxi» mKO.n, ci ntMen.cHM'B npeso- 
AOiTL. Bi BieuHi^ bi ne^. loc. Eypi^ÖeEa 1776. 8". (Sopikov 
N. 583.) 

781. HHCxpyK^ia jih6o HacxaB.ieHie yroxcieMii, Kaxexexorb 
H MtcxHmTB ÄHpcKxopoMi. Bx B'fi.iiHMt HHC. Kp. Bccy^. 8^ Ofaer 
Cat 1829. 

782. Cxe*. PaHva Pacyx,ieHie o ne^^ocxaxn^ BOcnHxaaiÄ 
Ha HCKycxBy ocHOBaHO. Y Be^y 1794. 



440 

783. C. T. (t. e. CaBa TioKejiH) E;(HOra rpaxAaHKHa 
Ha^epTanie ocHOBaiM 3a oßy^eme ß!bisfi y Apa^y ypt^HTH ce 
HMtioma, Apa^^CKOMi oßmecTBy noj^HemeHHO, Y ByjHMy nHC, Kp. 
Bcey^t 1798. 8^ 84 cxp. 

Dasselbe auch lateinisch: Sabbae Tököly Positiones intuitu 
instituti pro eruditione Serbica juventutis Aradini erigendi, com- 
munitati Aradinebsi dedicatae. Budae typ. reg. univ. 1798. 8^ 
84 pag. 

784. Teopr. SaxapieBH^a Jl,Ba coBl^THTejHa ciosa 
UjiyTapxa Xeponea o BOcnHiaiiiio ÄtTefi, h HcoKpaTa pe- 
Topa 6.iaroHpaBiK) »hocth, npeBCÄeHO cb rpeiecKorB Ha cjaB.- 
cep6, eanjci b-b nojisy cjiaB,-cep6. iohocth, Y Bjjijmj hhc. Kp. 
Bceyii. 1807. 8^ 110 crp. 

785. IIjiyTapxa XHpoHefiCEaro Jl^ufi o BOCiiHTaHiH 
A^Tefl, ua ApeBUHfl cep6€Kii s.dun npe.ioxu.i'B loasHi Py- 
KOCjaBTt. BiByAHM* rpa^t hhc. ip. Bcey^. 1808. 8*^. 84 CTp. 

786. CBepxi BOCimiaHiÄ jtl MejiOBiKoaioÖiiö, OTBtrao co^h- 
Henie, y;i;oGTO]iBniee ce Harpas^^enia y Ilaj^H, Ch Hi^Hen^cora 
npeBOAHHcoifb yjiora yMa (t. e. IlaBJi. Co^apH^eni). Y Be- 
ueufK 1809. 8^ 

787. Uej^aroria h Meeo,i(HEa sa y^iHxejiib rpax;i;aHCCH n ce.i- 
CKH mco.ia OTB BHjjoMa, npeBCAeua loanHOicB BepHMCM'b. 
Bi Bjxsoii rpa,xb hhc. sp. Bceyq. 1816. 8**. 206 crp. 

788. MoHcea HrHflTOBH^a ne,i;aroriA. Pen. 

789. J^HMHTpifl B;[a;tHcaB.ieBHlia Orai^i rih vhcih 
.MejüOJUoÖHBort OTn;a, npaBOÄ^ HS'b HTaiiaHCKorB esHica no 5tomt> 
H3;taHiio. y KapjiiuTaÄTy 1832. 12^ 95 cxp. 

3. Schriften für die Jugend. 

790. FocnoxH MapiH .le IIpeucB Ae Bomohti IIo- 
ytfflTCJiHHfi Mara3HH'B 3a ^iuj^ vb npocBtn^eHiH) paayua h Hcnpa- 



441 

Memio cep;^ii;a'Ha nojsy ciaB.-cepÖ, »hocth ycTpoeHi Aspaa- 
MOMi MpasoBH^eifB, 1. H3;(., 1. H 2. qacTB. Bi» BieHst bi 
THn. Ctc*. HoBasoBH^a 1793— 1794, 8^ — 3, h 4, HSLCn bx 
By;i,HMt DHC, Kp. Bceyv, 1800. 8^ — 2. h3ä. 1. h 2. ijacrt b^ 
By;i;HMt 1806, 8^ 263 h 266 cxp, — 3, h 4. MacT'b y By^MMy 
1817. 8^ 231 H 231 cxp. — 3. H3J. y BySHMy 1821. 8^ 
Kecensirt in Dobrovsky's Slavin S. 312 — 318. 

791. Eoc locHqa IIpaBiuia qecTHorB o6xox;i;eHifl pa^H 
cboh y^eHHKOB'L. Bt» BieHHt 1794. 8^ 22 cxp. 

Angezeigt in Schedius Zeitschrift v. u. f. Ungarn. Bd. III. 
Heft 1. S. 63—64. Nach dieser Anzeige schrieb derselbe Vf. 
auch: Gespräche mit seinen Schülern, vom J. 1794 und 1796, 
femer: Ankündigungen oder Einladungen zu s. Prüfungen, zwei- 
mal des Jahrs seit 1792—1802, 20 Stück zu 1 Bogen. 

792. Koc. locMHa lIpaBH-ia y»iH.iHUi;Haa b'b ynoTpe6.ieHie 
c.iaB.-cep6. HapoAHHX'b yiiK.iiuiyi. Bt ByÄHM*. 1805. — 2. h3,^. 
Bt Bys. 1815. 8^ 30 CTp. — 3. H3;j;. IIpaBHja y^HUHmnafl bi 
hobo HcnpaKieuaa pa;^H npe.iioöeaHiix'b yqeHHcoBi bo ynoipe- 
öjenie h np. Bi By^HMt dhc. Kp. Bceyq. 1820. 8". 30 cxp. 

Regeln des Wohlverhaltens für die Schuljugend in und 
ausserhalb der Schule, nebst einigen kurzen Gebeten. 

793. IllK0.iccaa iipaBiLia. Bb 6y;i.HM'fi. 

794. PyiOBOÄCTBo jTb MecTHOCTM u npaBOCTu, To ecrt vh 
Maiuxi y^ffljmitax'B yiiam,efi ca c.iaB.-cep6. iohocth na ^Teme 
onpeA&ieHafl SHHra« Bi By^^HMt imc Kp. Bceyq. 1798. 8^ Auch 
mit dem deutschen Titel: Anleitung zur Rechtschaffenheit oder 
das für die in den Trivialschulen lernende slavos^bische Jugend 
bestimmte Lesebuch. — Hob. H3,t;. BiByj^HMt 1809. 8^ 261 cip. 
— Hob. H3,t,. b-b By^HM* 1820. 8^ 261 cxp. 

Als Lesebuch in den Schulen eingeführt. Der Text slavo- 
serbisch und deutsch. Sehr oft aufgelegt. (Von Theod. Joann. 
JankOTic übersetzt 1776?) 



442 

795. loa, üeAEOBHMa Pa3rjiaro.iCTBie H3Mex;ii7 yueuH- 
KaHH. y BjAimy. 1798. 

796. CTe$« ^HJHnnoBHMa Cob'It'l pth?l hsi ot^hsüh 
yconfflHxi n CHBy cbocmj onacHim'B MHpa cero nyieMi xo^a- 
iny, npeB, Cb ntMenKaro. Bx ByÄHMt rpa^it 1806. 8^ 15 cxp. 

797. Mhx. Boh^h YMBafl HacTaBjenk mh HpaBoy^HTCj- 
Haa npaBH.ia b'b no.i3y ciaB.-cep6cce ;(tMiiu;e cb rpe^ecKaro na 
npocTHfl cjaB.-cep6cKifi esHTB npeBe,i;eHa. B'b By^HMt hhc. £p. 
Bceyv. 1808. 8**. 63 cxp, 

798. Mofi. IrssTOBH^a IlepBoe HacTaB.ieHie jtb 6jaro- 
HpaBiio, y mecTb pasroBopoB'L H3Mes,iy MaTepoMi h KTbepiK), 
CB ulMenicaro Ha cep6cKH npeBe^^euo, s ÖJiaro^ecxHBiurB ."^pa- 
zaflmaro cep6cEaro po^a poAHTeji'i}ir& h po;i;HTe.iHiii^aM'L na 
noji3y B03Jiio6jieH]iixi rsn» A'^Tei nocBfliii;eHO, h3a. Eohct. Eay- 
juiniH. Bx ByÄHMt nHC. ip. Bcey^. 1813. 8^ 48 CTp. 

799. OeO*pOHX H.IH HCKyCHIlfl COBtTHHJPB 3a löHOCTB 063- 

HGKycHy, CB HtMeii;Earo na iipocT0cep5cEift £3111:1 npeBe;i.eHO 
n. P. n. K. (t. e. IleTp. PyHBaHHHOMi napoxoMi» EysMHH- 
cchitb). y By;i;HMy hhc. Kp. Bceyq. 1813. 8^ 506 crp. 

800. L X« EaMne Oeo^poHi, npeB. TpHr. repiuHMeifB. 
Pra. 

801. Ebct. ApcH^B CoBtTi MaTepmifi npeÄparofl oßoero 
no.ia lOHOCTH cep6cK0fl h BajiaxHCEofi, am Hcqaj^ie Hiznaro 
iiyscTBOBaHÜi, HMxe Öjaro h mfl,CTiQ oxpacjiH poAa CBoero oÖh- 
MaerB GomwsreämnfL. Bi ByAHiri^ hhc cp. Bceyn. 1814, 8^ 
30 CTp. 

Dabei sind einige gereimte Lieder. 

802. JI,HM. THpoja IIpuBiTCTBOBaTejma KHHaaai,a sa npe- 
MH.iy M npejiH)6e3fly cepßcicy iohoct-b. y ByjHMy imc. icp. Bcepi. 
1818. 8^ 160 crp. 

803. IlaBj. ATaHaii;KOB09a TyMajn h Jlraa« Pra, 



443 

Uebersetzt aus: K. F. Lossius Gumal und Lina, eine Ge- 
schichte für Kinder, besonders um ihnen die ersten Religions- 
begiiflfe beizubringen. Gotha (1795—1800). 1802. 8^ 

804. Bac. loaHHOBH^a CoBivh poAHTejiCEi& 3a maAearb 
odoerB nojia. Pui. 

805. lyjiiaHe Pa^HBoeEHMt IlaeTa hjh ÄOÖapi coEtTi» 
cepÖcKHM'B KTBepMa^ Pkh. 

806. HoHcea HrnATOBHiia HobhA ca^'B Ao6po;^iTejH 
H uopoEa H np. Pen, 



\l. lüatheinatik* 

A. Beine. 
1. Arithmetik. 

807. Bac. JI,aHaHOBUMa HoBas cep6cKaa apHTMCTHEa 
iLiH npocToe uaciaBjeuie si xecany, m'b pasHHX'B sfufra co- 
ÖpanOy HOBUMH npuMi^pH EpaTMafiniHM'b o6pa30Hi H3ftcueuo, h n 
ynoTpe6.ieHiio y^anpfl es cepöcm iohocth H3;i;aH0. Bi BeHen,iH 
Bi ran, AHM, OeoÄOciÄ 1767. 8^ 

Becensirt in Orfelin*s Magazin I. 78, und sehr gelobt. 

808. (Cxe*. ByflHOBpsaro) PyKOBO^CTBie ko apHXMe- 
THEH 3a ynoTpeCieme EJuiHpiiMecjdii neyMHTcm bi Maaiixi piH- 
.iHmaxi yvamjui ca iohocth. Bi BieHut hhc. Joe. Kypn;(}eKa 1777. 
12^ 155 CTp. 

Slavoserbisch und deutsch; wahrscheinlich öfter aufgelegt. 

809. (Asp. Mpa30BHMa) PyKOBo;i;cTBO n nayn.'fi iihcih- 
Tejmoft BO ynoTpeOjeme c.iaB.-cep6. Hapoj^Hiii'B yiiH.iHUi^. Bi 
ByÄHMt rpaÄ* 1798. 8^ — Hob. h3ä. bx By^HMt 1818. 8^ 
95 CTp. 

Als Schulbuch sehr oft aufgelegt. 



444 

810. loa. J(omeHOBHMa ^HCjeraiiia h.ih Kaysa pa^yua, 
H3flCHeHiiiMH, npasH^iaHH h HacTasjieHiaMH no hobMiuhmx oOpaay 
0^1» HHOCTpaiiHux'E «311X061 Ha cep6cEifi ca6paTa, Macn 1. 
y By^üMj HMC. Kp. Bcey^. 1809. 8\ 320 CTp, 

Meist nach Gunz. Angezeigt in den Vaterl. Blatt 1811. 

811. BacHJi. Eyjmqa npej^oxenig qHC.ieHHii,e u aeiLie- 
onHcania e aareöpe, Ha Koa cy y xp. npe;ijTOTOBHH^ecKOMX Ha- 
poj^a GJiaBeHO-cepOcKaro aaBej^eniH) CB.-Auj^peflCEOM'B Mtcai^a 
AnpHJa 1814 npn.iKKOM'B SBHorb HcnHTa oxB'l^TCTBOBajiH. Bi> 
By,iHMt 1814. 8^ 16 cip. 

812. loa. BepHiia ApHTMeiHKa. Pra. 

2. Algebra. 

813. (C. ByKOBHia?) MaTHMaTHKe mhctc lacrb 1. h.ih 
ocHOBonojoxeHia &ire6pe. Pkh. 

Angekündigt 1826, aber nicht herausgegeben. 

3. Geometrie. 

814. HHCxpyKujia locH^a II. HnuepaTopa PHMCKorL. Fol. 
Josephinische Ausmessungsinstruction. 

815. J1;hm. Tupojia PyK0B0,T,CTB0 » 3eMJieMtpiio. Pkh. 

B. Angewandte. 

1. Kalender. 

a) Jährige. 

aa) Venfdig;er Ansgaben. 

816. CjaBeHO-cepÖcKifl boctoihha u,epKBe Kaaenjapi na 
.itTO ovb poacÄecTBa XpHCxoBa 1767. Bi BeneniH hhc. JtHM. 
6eo,iocifl, 8". 



445 

817. M*CÄii;6cjioiyB mm cbäthh, na no,no6ie bo rpajt Mo- 
CKB* neHaTaiiHaro. BiBenei^iH 1799. 12**, (Sopikov N. 691 irrig 

„M0.1HTB0ai0B^".) 

818. M*(•,Jl^oc.IOB^ Ha .itio otb XpHcxa 1809, ot'r A;^aBfa 
7317. Bt> BeHCniH. 8". 

819. Mtcfln,oc.iOB'b, cov. HaB. Co.iapHMt. Bi Benei^H 
1813. 8^ 

bb) Wic'uer AoHgabrn. 

820. MtCÄii.oc.ioB'b BocTOMHaro npaBOciaBnaro rpeMCCsaro 
HcnoBi.'^aHig, BTb ^^epacaBai^b n;ec. lepai. anocT. BejnwecTBa o6p*- 
Taioiu;aro ca cjiaBeHO-cepßcicaro h Baiaxiflcicaro napo^a hcjah- 
TOBib, HaneMaxa ca bt> i^apcTByron^eMT» rpa,^t BtHH* la ii,ec. 
Kpaj. npHj^BopnoÄ LLiHp. H BOCTOVHOfl THRorpa^iif Evpi IocH«a 
JIopeHi^a KypuBeica, b^ .i*to otx pox^^ecTBa XpHcroBa 1771, 
M*Cfli;a iyjiia 7. ,i^hä. 8'^ 28 crp. 

Dieser Kalender erlangte zufällig eine grosse Berühmtheit, 
indem sich wegen der darin aufgenommenen serbischen Heiligen 
eine historisch- theologische Fehde erhob, die zuletzt den Jesuiten 
Baron Pejaievid veranlasste, seine Ilistoria Serbiae zu schreiben. 
Vgl. Pejatevic Bist. Serb. Präfet. und Engel Gesch. v. Serb. III. 
129—130- 

821. M'ficaii.ocjiOB'B , H3A« Eap.ioBa«iEUMii cuhoaomi. B'b 
BieHH* 1776. 

822. (AxaH. UHKO.iHva) ^omobhhS h o6iu,eno.ie3Hufl 
KaieH.^ap^ na .itio oTh pox;iiecTBa XpMCTOBa 1831, H3K;^• Kohct. 
Kay.iHi^iH. y Be^iy ne^. koa'b 00. MexHTapHCTa. 4". 34 CTp. 

Der Druck ist sehr geßllig. 

rc) Ofnt^r Aiisgabeu. 

823. Mtcfli^ociOBi .iBexa on. poxji;. XpncT. 1798, cotohc- 
Hufi BO ynoTpedjeüie aiaBeHO-cep6cEaro h Bajaxiftcsaro napo^a* 
Bi By^HMt. 4^ 

SafaHk. Literaturgeschichte. III. Band. 30 



446 

824. WbesBfiGJiOB'h oirnjA cep6cKifl. Bi EyAHxt 1829. 8^ 

825. Mtcan.oc.iOB'B oOmifl cepöcrifi. Bi By,iHMt 1831. 8^ 

826. reopr. HHxaji'fiBHMa Sa.ieH;];api> traiHfl 3a voxh 
1813. y ByÄHMy. 12^ 

b) Hundertjährige. 

827. 3ax. Op<i»ejiuua B'fewuJi, t. e. on> uaMa^ia j[0 tonufl, 
uupa TpaioiUiifl Ka.ieu,^api>, co,Tepxaiii,iS bi 060*6 cuflTi^ec.iOB'B 
H £paTcax no BOeTuiins ii;epKBe H^tracicHiH) o spyraxx ro;];OBUx'B 
H npouHxi» iipimajtieacaupxi BCJuefi HaacHeuÜL, n Tony #h3h- 
^ecEaa o xtjraxi Mapa u o fio;i;Huxi h B03;](ymH]ix'L npHKiioqe- 
imxi> pascyxAeHia, ci> iipu()aB.ieineMi» cBflU^euHA h cBeTCJcüc xpo- 
HOJoriH, HHHt nepBte ua cjaiieucKOMi aaui^t b% ncuay cjas.- 
cep6cKHXi> uapoAOBi) HauHca)ii>, ct» «Hryp. Bi Bienulk qhc. Ioc 
JIop. Kyp^6eKa 1783, 8**. 336 CTp, — 2. m;\* 1789, — 3. wsj{. 
Bi ByjüHMt HHC. Kp. BceyM. 1817. 8", 

Dobrovsky erwähnt der (mir unbekannten) Ausg. 1789, 
und auch Sopikov hatN. 512: Kajeu^api Btuuuä ii.ia 6i:mwLiH 
Bi> BieHH'fi 1784. 8^ Ii>t es ein Auszug aus dem grossem? Vgl. 
d. folg. 

828. MtcflmociOBi MB^iHfi BtqHufi dfh Ta6e.i. nacxai. Bi 
BieHHt HHC. Cxe*. HoBaROBH^a 1793. 8^ — 2. H3S. b^ By,^HMt 
HHC. Kp. Bceyi. 1814, 8". 

c) P a s c h a I i e n. 

829. Ilacxajia. B'b BienH* nnc. Ioc. Kypitßeica 1772. 4®. 

2. Astrologie und Prognostik. 

830. Poxj;aHHK^ m.ih vy;^HOBMTHfl Burao cpexte, qpesi koh 
ce no acTpoHOMM'iecKOMy Hauimy na paaiHnne Bonpoce h np. 
oxroBopi HaxBH Hoze h np«, hza« IlaBja laufiOBHua* Bi By^Hift 
1824. 8^ 44 cxp. 

(Vf. 6. Beckerekl?) 



44t 

831. Kaieu;^api^ H-^iH nporHOCTHcoHi wh ejuKHCsoirE ssutj 
Ha riarh H3,i;HTHfi bi> CascoHhi y Jlaflni^HTy, sa cep0€KHxe 1776, 
roji;a iipeBe;iieHHfi, h kx,!;. Jtaii, £ay.i]i^iH ri» ^ö,'^* 1801 Ha thhi 
m^BSLi». Bü By^^HMt rpa^* 1830, 8^ 32 CTp. 

Die früheren Ausgaben sind mir nnbekannt. 

832. HoB'fefima HcnpaBHa h yMnoxena erHneTcca KHicra ot% 
1231 roj^Hue, cofl co^epsaBa y ceOn pa3.iHvue cue ci HdaGHeHieMi 
H npH.ioxeuiiMa HyMepana, cboio cpehy u y jOTxepiH npo6aTH. 
y EuAHHy HMC. Kp, Bcey^. 1829, 8^ 32 CTp, Nebst 6 Bl. Figuren. 



Yll* nfatiir- und.Oewerbkiinde. 

A. Naturkunde. 

1. Natorgesobichte. 

833. EcxecTBociOBie , wh no.i3y uaflnave iohoctk CHHcaHO 
ua HeMaqKifi e3im Feopr. XpHCT. Pa$«OM%, a ci xoro Ha 
HaniB MaTepuiiJt esiun» ciaBeno - cepOcidfl npeBe;i,euo loai. 
ByKiieMiH li% By.'VMMlfe uhc. Kp, Bcey«. 1809. 8^ 856 CTp. 

Angezeigt in den Vaterl. Blatt. .181 L 

834. IlaB, KeHrejin,a EcTecTBoaiOBie. Bi EyAHMi^ rpa^t 
BHC^cp. Bceyv. 1811. 8^ 295 cTp, 

Bloss der allgemeine Theil der Naturgeschichte; die drei 
besondem: i^apcTBiH xhbothux^, o i^apcTBiH Ösuiiit hjih pa* 
CT^Hig und ii,apcTBiH EaMeHei, sind zwar versprochen, aber 
leider nicht herausgegeben worden. 

835. MHJonia JlaaapeBHMa BoTaHHca. Pkh. 

2. Physik. 

836. Enan. laHKOBH^ia 4>H3HMecKoe co^uHeme o Hscy- 
meuiH) H pa3;tt.ieBiio Bo^e y B03;^yx%, u HSflGHenie pasjkBaHiH 
BOje HBi B03;iyxa Ha semio. y Jlaflnipiiy ko^b I. TaflÖeja 
1787. 8^ 32 CTp. 

30* 



448 

837. AeaH. OToftsoBHHa ^vciica apocTUMi fl3HK0irB aa 
po^TB ciftBeHO-cep(>ccift enHcana, 1i% By^HMt hhc. cp. aeey^. 
?aerb l. 1801. 8«. 320 CTp. — ^ 2. 1802. 8^ 330 CTp. — 
^, 3. 1803. 8*^. 284 cxp. 

Angezeigt in Schedius Zeitschr. v. u. f. Ungarn Bd. III. 
S. 180-182. 

838. TpHTOp. JlaaMua KpaTKO pyKOB0,T^cTBO rb #h.3heh. 

Bt. BjÄHKt HHC. Kp. Bcoy^, 1822. 8®. 122 CTp. 

839. loa. Pyc.oc.iaBa $H.3HEa 3a xeHCEifl no.n. Pm. 



ß. Gewerbkunde. 

1. Allgemeine Schriften über Haus- und Feld- 
wirthschaffc. 

840. Ctc*. HoBaKOBMua PyKOBo;i,CTBO rB ^omoctpohtci- 
CTBy sa MyxecKÜt ii aceHCicifi no.Tb, c^ HtMCHuaro na c.iaB.-cep6- 
CKifl flSHKTi iTpCBe.TtCHO. IH ByJ^nM* HHC. Kp. Bceyu. 1809. 8**. 
203 CTp. 

841. Max. J^aMHuoBUMa /IIomobo^^ctbo hjxl aacTaBjeide 
aeMJie;;i^H an pasnux^ cnHcaTCjefi, HapovHTO udm* T. Mht- 
Tei^naxepa co6paHO, h ua cjiaBeHO-cepßcKiä mun cTaBjeHO. 
HaeTT> 1. Bt» By;^MMt imc. icp. Bceyq. 1814. 8". 240 cip. 

842. Abp# MpaaüBH'ia PyKOBo;i,cTBO kt> ^^oMaxkeMy h iio.i- 
CKOMy CTpoeniR), lu« nponac, mto cciähmhi CBaKon» Mecei^a npH 
HMBax'b, •iHBaAax'b, cKOTOBO/i^ciBy, BHHorpa.^txt^ ßanmaxt h ;i;o- 
MOBo;i;cTBy pajcHTH HMa, 3a cciiwcKy loaj^exB H3;^aH0. B'b By^^HMt 
nuc Ep. yHHB. 1822. 8". 163 CTp. 



449 



2. Besondere Sk^riften. 

a) Weinbau. 

843. Saxap. Op^eJiHHa HcEycHuA nojQ^yiiapi mm bbjksl^ 
laso BHHO HpancTH Baoa h np«, c% KoeKaniorB rfriBHim» no- 
Tpe6H0CTHa. Bi BievBi luie. loe. KiipiqieKa 1783. 8^. — 2. mfl,^ 
vh BjAHttA nHC sp« yHHB. 1808. 8^ 

844. IIpos« Bo.iHqa CoBepeiefli BuoAtnaqi him HacTa- 
BjieHie BHHOA'&iiio, npaB.ieHiio BHua h ouTa h nei^y parier 
H3^ pa3HorB Beu^ecTBa« coe no coÖoTBeHOMi HCcycTBy, coe 
narb no npaBioaMa HafiHCEjcHiH y OBOfl 3eH.ie;^t.iiH CTpyn 
CüHcaTejBa h BHHOCJiOBai^a, a oco6hto no IIIanTH.iy. Y Bjj{ismj 
HÄC. Kp. Bcey^. 1816. 8* 1. nacTh 328 cxp. — 2. n. 455 crp. 

845. EpaTCoe HacTaB.ieHie o Boaj^'&iauiio Biiuorpa,i;oBi, 
xjj^o^ecTBi roTOBBTH BHHO, najicHy neTBH h onfiVh npaBHTH. 
Bi By;^HMi nuc, Kp. Bceyn. 1818. 8''. 

Aus dem Deutschen des Ludw. Mitterpaeher übersetzt. 

b) Tabak. 

846. HacTaBjenie am ctflxejiefi Aoxana. B% ByAHMi iihc. 
ip. Bceyv. 1822. 8^. 

c) Hanf« 

847. HaeraBwieme o BOBAt.iaid]o EOHOn.iH. B'& By^Hnt nnc. 
zf. Bceyif. 1828. 8^ 

d) Seidenzucht 

848. HacTaBjCHle o B03,T;t.iaidio Äy^oßa h noApaHbUBaHiio 
CBH.iHH 6y6a (npeB, IT. ATaHamcoBHMt). y By^HMy hhc. Kp. 
Bcey^. 1823. 8*. 



450 

Aus L. Mitterpacher's deutschem Werke: Unterricht über 
die Maulbeerbäume uitd Setdeoraupeoaicht, zum Gebrauche der 
. Landschulen, Ofen 1805. 8**., übersetzt. 

e) B i e n e n z n c h t. 

8^. ÄBp. MaKCHMOBHva n^ai^i» UH HacraMeiiie 
me:iOBo;i;cTBy9 uai paaHiix'B cHHcaTejiefl co6paHO, h Ha cjiaB«- 
cep6. 63Hn BO oßmyio nojay h yBecejieflie ua^^iHO. y ByAUMy 
HHC, jcp, BceyM. 1810. 8^ 198 CTp, 

Eine Uebersetzusg des Apiarins von Ghebiczowski. 

f) Viehzucht. 

850. HacTaBjeme o npe^oxpaHeiÜM h Äi^emu EyxHRxi 
6ojiemTHHi[ roBe^a, eouh, OBai^a h cbhha. Bx EyjiHSfy uhc. cp. 
Bceyii. 1816. 8^ 

g) Zuckererzeugung. 

851. npoH3BeAeHiH meTBepa orh cosa nBOpoBUxi ;Kpe-> 
BecB. B% ByÄHM* 1812. 8^ 

852. HavHHi, Kaco ce on cia^^Earo cosa cyEypyaoBiixi 
cxeÖJTb CHpyni h iiieTBep'B npoHSBOÄHrB. Bi ByÄHMt hhc, icp. 
Bceyq. 1813. 8^. 

853. Pa3rjiaro;iCTBie T. loaHHa BHprepa o mesepy, coh 
H3i KyKypyaOBHXi CTeßjrt h ÄBOposa cosa IIpoH3Bo;^H^B ce. Bt 
ByÄHM* ifflc, Kp. Bceyq. 1813. 8^ 

Aus dem Deutschen des Job. Bürger übersetzt 

h) Kochkunst. 

854. ÜOBapfiafl Kifflra, no HibMen;BOMy E0x6yx'B, nepBinrB 
cüHTOMi raBpiH.ia XpauHCJiaBa c^ u'l^en.cäro HaaiaBCHO- 
cep^CEiä BO BieuHt npese^CMa, hxj^. J^amaua EayJIU^iH. Bi By- 
ÄHMt ifflc. Kp. BceyM. 1804 (1805?). 8^ 136 CTp. 



451 



VIU. Medteiii. 

1. Di&teük. 

865. BepHi. XpHCTO^ ^ajCTS KaTHXHCHCi »xpaBk» 
Ha noTpeßy msoüCKy u xoMaiuflee HacTaBJieuie , e% H-itaieipcara 
Ha cJiaßeHO-eepOeciä musrb npoBe^eui RaBjioMi Xa^HMeM^, 
ci 3 u30<(pa3KeHk]tfH. B% Ey;i.HMik ipa^t 1802;. 8^ 160 cTp. 

856. BHseuT. PasH^a Kparcaa ßecfi^a o ajoynoTpeÖJie- 
hIh ATBana. Bi BeHei^H 1810. 8^ 

857. Kohct, UefliiHqa PyKOBO,^HTe;iB jrt CBeoö^eMi 3Äpa- 
bjh), 1. ^acTB. y By;^HMy hhc. sp, Bceyi. 1830. 8^ 85 CTp. 

Handelt bloss von der Schwangerschaft und Geburt. 

858. Bac. VoEepjflHa XyjcoxecTBO OTBpaivni ($ojiecTH 
mrh HcsycTBa h Bnme ciaBUH cnHcaTCJH A^Jia CKyn.ieHO h Ha 
cep6eKH npeBeÄOHO. Y By^Hiiy hhc. Ep, Bcepi. 1830. 8^. 166 CTp, 

859. BoeT0^HOHH;i;uGEa lO-iepa, ohhc« JI^hm. Heo«HTO- 
BHML H Ctc*. repmHqb. y By;^HMy 1831. 8^ 

2. Makrobiotik. 

860. XyAOxecTBO ki npoj^o^ixeHifo sHBOxa ?e;iOBtvecEaro 
on X. 6. Xy#ejiaH;i(a, Cfh HMei^Earo na csaB^^cepÖ. ^iaieErb 
coEpam^eHO h npocio npeBeÄeHO iipeai F. ora B, (reopr, Be^- 
sepeEH) 1804. jitTa. Bi Byj^nicfi iihc. sp. Beey«i. 1807. 8^ 
38 CTp. 

861. X. B. Xy$ejiaHji;a HaEpo6ioTHEa käk naysa o npo- 
ÄyxeHiH) ÄHBOia ^OBeqecEora, npeBe;i;eHa h ji;o;i;aTn,HMa yMHO- 
acena (?) otb loa. CTenna. y Be»xy 1826. 8'*. 1. toct'b 268 cxp.— 
2. n. 382 CTp. 



452 



3. OeffentUche GMundheitspflege. 

862. loa. MHJiHBOHHa HanoxeHie cpeACTBax'B 3a yiia- 
jHTH He3ApaBifl oHHX'b 6iiiBajiHiu;axx, boa noTony no;i;jioaEHa ecy, 
» Hiiieu^orb Ha G.iaB.-cep6cKifi npoB. Bi BieiiHi nne. loc, 
lypnjfteKa 1T86. 8". 46 cTp. 

Das Original französisch von M. Cadet de Yaux. Deutsch 
von Dr. Ferro. Böhmisch von J. W. z Monse^ Olm. 1786. 8*. 

863« y norudejuoiTB Cäj^^jo Eanpacue ciiepTH nonara- 
Te.iua TaÖjiui^a, coMmitoa na Ma;^BapccoH'b eaHicy r. MaxaH- 
jiOMnb EoBa^iB .TfeEapoMi>. E. o. m. h r. (y By^HMy 1820). Ein 
Folioblatt. 

864. KpaTKoe HacxaBJieHiey xaco ce CBam orb BOcroqHe 
xojiepe cauyBaTH, h nixa npn nepBOifb no^feTKy ose Öo-iecxH 
npeABe npjiiaecTBix ;i;orropoBa paj^HTH HMa. y H. Cajy coa^ U. 
lanEOBH^a (18:^l)b Fol. 5 cxp. 

Aus dem deutschen des M. Lenhossdk vom Senator Eath. 
JoaBDOTic übersetzt. Das erste cyrillische Produkt der neusatzer 
Buchdruekerei. Dieselbe Piece, in einer andern Uebcrsetzung, 
wurde auch in Ofeu zu gleicher Zeit gedruckt. 

4. Schutzpooken. 

865. HacTanjeHie o cpauHxi ocnax'b pa^H ynoTpetfjieHiji 
npnpoAiuix'b ocHHiti h np. (npen. loc nyTH&Ki). B'bEyAHMt 
nie. Kp. Bceyu, 1804. 8\ 15 CTp. 

Auf Veranstaltung des Erzbischo& und Metropoliten Steph. 
Stratimirovi6 von Kulpin, von J. Putnik, damals Professor am 
theologischen Seminarium, verfasst und auch in das Walachische 
übersetzt. 

866. (IlaB. PepH^a) EpaxEO noyMenie o xpaHHieanuirb 
6orHUflMa, äokt, Bene jiiijaifi npoBe^eHO, y By^MMy dhc xp, 
Bceyq. 1817. 8". 



453 

Das Original ungarisch: Bene Ferencz Bövid oktatas 
a' mentö himlöBek eredet^röl, termäszetärol is beaktatädäröl. 
Pesten Trattner Mätyäs betüivel 1802. 8^ 65 S.; auch ins 
Deutsche übersetzt. 

867. EpaTkoe nocynieHie o KaüaiLieMiio KpaRiLH öoruHiit 
;(OKT« CaTMapH. Bi ByAHMik 1818. 8". 

868. tieorgil PanieUn Dissert. inaug. med. de Variola vac- 
cina. — xpaHHTaiHOi (orHHBi. — Budae typ. reg. univ. 18.32. 
8^ 27+25 CTp. 

Lateinisch und serbisch. 

I TJ^f} V }.-^!" 

1\. tfurlsprudenz und PoUtlkXji);, ^^ ^ 



L Civil- und Criminalreoht. 

869. üpHBHJieriu Mpe^i Hmd. Jleono.i.^a, locMa h Eapojia 
lilecxaro, TaKOs,i,e nuRi i^apcTB. Be.iH<iecTBO Mapiio Tepesiio 
ciaBuoMy Hapo^iy iLiaHpuKO-pacciaHCKOMy A^poBauii u up«, otl 
jiaTHHCcaro Ai^ioKxa ua MaTcpHufi cjaBeuo-cepÖcciH asim vpm» 
IlaBeji HeHa^TOBuuB. Bi Bieuu'b 1745. Fol. 17 BI. 

Das Ganze ist von Christoph ^efaroviö in Kupfer gesto- 
chen, der sich dabei y^Xp. Xe^apoBKui» iLiLiHp»-pacc. 060(1 30rpa«^ 
nennt. 

870. Begulamentum seu Constitutiones Mariae Theresias 
pro Illyrica natione eman. Viennae d. 20. Julii 1771. Lat. et 
illyr. s. 1. et a. in Fol. philyrae 10 7« et tab. 2. — Ejusdem 
alia editio s. 1. et a. in Fol phil. 137, ^^ ^^b* 2- (Catal. Bibl. 
Sz^cs^ny.) 

871. 06Htifi 3aK0Hi (locMaU.) na npecxyiLaeHifi h H^HOBa 
Hacasama. Bi Bieimt dhc, Ioc. Eypipeca 1788. 8^ 128 cxp. 

Uebersetzung des Josephinischen Strafgesetzbuches vom 
J. 1787. 



454 

872. Apiusyjui i^exoBHH aa KOMnaide h i^exe icpajitBCTBa 
ym^apccaro« Bi E7AHir6 1813. Fol. 

873. .las. Uuxa.ioBHqa IIpaBo Hac^t^üi ao Ma^aiupcnoTB 
aasoHHKa cnHcauo. 

Angekündigt in Davidovic's serb. Zeitung 1818 N. 77. 

874. £Br. JI^bypsoBHiia IIpaBO uacjit^ifl 3a o6iuy Güa- 
Beiio-cep6cKaro y Ma^bapcKofi Hi^^oAa noji^ couHeHO h HSAano. 
Bi BjAHMi iiHC ip. Bceyn. 1823. 8^ 221 crp, 

875. Ilexpa BHpoBi^a HepsH ochobs rjaBOcpHBHorB 
Ha;^bapcEorB npasa (elementa juris criminalis Hungarici). Y By- 
jHMy imc. Kp, Bcey^. 1831. 8". 110 CTp. 

2. Eirchenreclit 

876. KopOTaa KHHra no aaÖy^OMy ^opa;^Ky, coq. Ebt. 
loaflHOBH^B» Pen. 

877. Peter KazmanoYic Das kanonische Recht der griechi- 
schen Kirche. (Slav.) Hs. 

87& IlpaBHJia MOHamecicaa, noBOJii^aieHii BflneeHTifl Ioehho- 
BHva apxienHCKona h MHTponoüHTa Kap.iOBancaro h np. B. o. h. 
u r. (Bt BieHU'6 imc. Joe. Kypu^öeKa 1777?), Fol. 113 CTp. 

Der Text lateinisch und slavisch in 2 Kolumnen. Der Vf. 
dieser Monchsregeln ist Alhanasins Sekcitis. (Nach Caplovic Slav. 
und Kroat. II. 179 wäre Vincenz Joannoviö 1733 der Vf.) 

3. Polisei. 

879. lIojiHi](aä no H3J0xeuiH) T. CoHHen^ejica, ceptfccHifB 
esBxoin AapOBamifl (onCHMeona HeTpoBH^a). BiByAHMi 
nnc, Kp, yHHB. 1813. 8*. 86 cxp. 



455 



X* Theolofrle. 

1. Bibel. 

a) Einzelne T h e i I e. 
aa) In Hlavlscher Sprarlie. 

880. üciUTHpi, nepBie uaneuaTauuft bi HoccBi 1761. Bi 
BeaeiMH (mc. Ahm. eeoAocia 1763—1765?) 8". 

881. ücajiTHpi, no HOBOHcnpaB.ieuoA EhÖjüi, Ha no/io6ie 
Fb MocKBig nevaTasaro 1770. B'b BeHejpa 1790. 8^ 

882. EvarrejiYä ^OMaa bo CBflnift h Bejmä'fl ^rexBepTorB 
Ha jEHTTprlLH, Ha tmobchIh h no yMOBenlH hofb, h bo cb. BejracYfl 
nsTon na yTpeuH vb naMflTB cBflnix's CTpacToft Focno^ia Bora 
H cnaca Hamcro iHcyca XpHcra, h Ha Be^epoH bi> tbAso gb. 
BeiHElfl nflTOEx, Hx;^. jI,aM. £aj.iHU^. Bi BieuHt nHC 6j. otb 
Kypuöera 1791. 8*^. 47 BI. 

883. EraHre^m crpacruafl. (Bi Beneiuu) vor 1809. Solariö. 

884. ücajTHpi, Bi HCHze coAepxaTB ga saeicMu oÖiiHiHua, 
nlCHH H ncajMu HBÖpanuA bi> Eynt co ycTaBOMi» uxi h np« 
Bt ByÄHMt HHC. Kp. Bceyi. 1798. 8^ — Hob. H3,t;. 1829. 8^. 
352 CTp. 

Es gibt ausser den zwei hier genannten noch mehrere 
ofner Auflagen dieses normalen Schulbuchs serbischer National- 
schulen. 

885. AnocToax. (Bi BioHH* nnc. Cxe*. HosaKOBH^a?) 1795. 
Fol. Sopikov. 

bb) In Bcrbisclier 8praehe. 

886. Opjcäh cBOTora HKCMa na cpncKOM jeaHiy. Versionis 
N. Testamenti Serbicae specimina aüctore Yak Stepbanide Ka- 



456 

raAsebilseh, Ph. Doct. Praefatus est Job. Sev. Vater, TIl Doct 
et Prof. Halensis. Viodobonae prostat apud Anton. Strauss. 8^. 
IV+24 CTp, 

887. HoBufi dVkvkvh Tocno^i^a Haniero Incyca XpHCTa. Hane- 
MaTaHi ua cepÖccoMi aaiiEy, HX^^HBeHieifB FoccifiGicaro EHßjiefi- 
€Earo o6n];ecTBa. IIo npeBo;;y Aeauacia CxofiEOBH^a. Caurr- 
neTepÖyprb Bt Tsnorpatm PoccificKaro EH6.ieficicaro oÖn^ecTBa 
1824. 8^ 630 crp. 

Stojkovi6 soll, sicberm Vernehmen nach, KaracUH6-s lieber*- 
Setzung benutzt haben. Letzterer hatte nämlich seine Uebersetzung 
des N. Test, der Bibelgesellschaft übergeben: sie wurde aber 
zuerst von Stojkovic durch und durch russoslavenisirt (die Hs. 
befindet sich in der wiener k. Hofbibliothdt) , dann auf sein 
Gutachten, als zu gemein, verworfen, worauf Stojkoviö seine Ue- 
bersetzung der Bibelgesellschaft aufachwatzte. Für ein Plagiat 
soll unter andern auch das serbische Wort CofljiUkO st xä/zQov 
sprechen. Cebrigens wimmelt die Stojkovic*sche Uebersetzung 
von unserbischen Formen, wie: uejiOB^jrby Kpemeiuet EOTfißy 
npefiTH, CpaTis, cbatuA, asun, xhbj, coami, chhobx, narAe- 
can THcaufB ApaxirL, n^o, uexfljj poivteuie, BOCTorb, aauTO, 
ApeBO, OFHb, cojiun,e, Ao.irB u. s. w. statt: «lOBeK« KpmreiiBe od. 
cpmheHBe, caA, npel^H, <}pal&a, cboth, jesHs, shbo, ce^aM ch- 
uoBa, zo (t£o), Meljy, po^eHte, hctoe, aaraxo, äPbo, oranb, cyHn;e, 
Äyr H T. A. 

b) Ganze Bibel. 

888. EHÖjiia CHptuB cunru CBanteimaro nHcaula BeTxaro 
H uoBaro aaBtTa» B. o. m. h r. (b'^ BjAHirfi hhc sp» ysHB» 1804). 
8«. 5 II. 

Bd. I. Die fünf Bücher Mosis und die folgenden bis Ruth. 
381 Bl. — Bd. U. Die vier Bücher der Könige (nach der No- 
menclatur der Griechen) bis . Tobias. 350 Bl — Bd. III. Das 
Buch Judith, bis Jesus Sirach. 307 Bl. — Bd. IV. Die Pn^eten 
bis zum 3. Buch Esdra. 469 Bl. — Bd. V. Neues Testament 



457 

äd2 Bl. Hierauf folgen noch 30 onpaginirte Blätter mit dem 
Kalender (co6opinm 12 MtCfli^efi) and dem Dircctorium über 
die Evangelien und Episteln. Dieser, nicht ungdfalligon , aber 
eben nicht sdir korrekten Ausgabe liegt die kyjever vom J. 1788 
zum Grunde. 

2. Liturgische Bücher. 

a) Liturgien, Rituale, Gesangbücher. 

889. CiyaceÖiiHrt. Bi» By,^HMt itmc, Kp, Bceyi. 1799. Fol. 

890. (JjiyxeßHHiTfc, B^ By;^HM* niic. cp. Bceyq. 1826. 4". 

891. B«mronoTpe((HHfl CEreHiH, t. e. cofipairie ((.iaronoTpc6- 
Kuxi npomcMlH co bpcmckh h nyx^AMi» pa;uHMimMX ynoTpe- 
6jAeMuxi>, Ha npocROMH^^iHxi, Ha ecrcHinxi b% Haija.it 6oze- 
CTBeuHHH JiHxypriH h no evanrciin, TaK0x,7^e yKaaame upoMM- 
HOB!., anocTO.iOBT,, evanrciiB h npHnacTHOBt , no npHJiHMCCTBy 
HsoßpaaceHHHXT. nponieniÄ. B% BeneniH hhc, JIhm. Geo,T;ocia 1764. 
8'*. 66 CTp. 

892. Tpefiuurb (Ha iio^oSie bi MoccBt ne^aTauaro 1761), 
BiBeHoniiH hhc« J];hm. Oeo.^oeia loanHHHCKaKO 6. o.r. (1764— 1765). 
4^ 478 crp. 

893. TpeÖHHiTK. (Bj> BieHHt nnc. Otc^. HoBasoBHua?) 1795. 
4'^ (Sopikov N. 1502.) 

894. TpeÖHHiTb. Bti By.THuik hhc, ip. Bceyi, 1821. 8*^. 

895. MO.THTJJOCIOBT. MJM nO.iyCXaB'B Be.lHKÜt, Bl BoHeiÜH. 

Vor 1810. Solari6 Pominak kniJeskij. 

896. Mo.ihtbocjIOB'B, B'b By.iHMt hhc. Kp, Bceyq. 1822. 8". 
(Geistliches Brevier. Ofn. Cat. 1830.) 

897. VaeoaiOBi (na no,i;o6ie wh MoccBi nevaTaHaro 1766). 
B'B BeHe^iH 6. o. r. (1766—1770). 8^ 



458 

898. Macöcjioirfc. B^ ByjtiiM* dhc. cp. Bcey^. 17»8. 8*. (So- 
pikov N. 1621). — Hob. mA* ?a<;oaiOBi, »Hra, vh Heize eo- 
AepxHrB Cfl HRH'b, icaso no,^o6aeTx irtTH ?aBH jcTaBHiifl, erb 
TponapMH H o6wimmn oTnjcTHrejiHUMH hxi h np. Bi ByxHirt 
HHC, Kp. Bcey^. 1827. 8'^ 314 cxp. 

Gewöhnliches Lesebuch der serbischen Normalschulen und 
desshälb sehr oft neu aufgelegt. 

.899. OcMoraaeuHKT» (ua no;(o6ie bi rpa;^t Hocebh ne^aTa- 
Haro 1764.) Bü BeHen,iM nnc ahm. 0eo,'^ocifl (1764—1765). 4**. 

900. HpMO.iorifl. Bo Biennt npH loc. Jla\-p. oti Kypu,<5ert 
1780. 4*1 — Hob. h3ä. bi BieHH* 1790. 4". 

901. IlicHH ua rocnoAcm npaiAHHCH, ksa« A&m. KayjH- 
Hiii. Bt ByAHjA iimc. Kp. Bceyv. 1804. 8". 

902. EaxaBacia ilih coOpauie paaauxx i^epsoBHuiT» ntcuefi, 
Tponapeii, Kon.^aKOBi», HpHocoBT» u ciHXHpx, B'b .lyxoBHoe yrt- 
ineiiie npaBoaiauHHXb u ö.iaro'iecTHBHX'B ciyxaui,ee, nsiß,. II. lan- 
KOBHia. B^ By;i.HMt. niic. Kp. Bcoy»r. 1824. 8" 82 cxp. 

b) Kanonen oder Officien. • 

903. lIpaBH.ia Mo.ie6Haa cbäthxi» cepöCKUxi npocBtTHxe- 
.lefi, noBOj. H Hx;^. GHHec. HvUBaiiOBHMa« Bi enucRonlH Pumhh- 
uecKOfl Bi Ji*xo .1761. 4«. 261 ßl. 

904. IIpaBüia MO.ieCnaa cbhxmxi» cepOcKux^ npocBtxHxe- 
.lefi. B'B HocEBt (bi Beueu^iH nuc. J^mm. BeoAOck) 1765. Fol. 
194 Bl. 

Mit einer Abbildung aller serbischen Heiligen auf einem 
grossen Folioblatt. Dieses Blatt hat die Unterschrift: Uacxosxe«iL 
Xpucxo^opx 3Ce$apoBH^iL. Bona HeccMepi ceiiei^i». Schon hieraus, . 
wie aus der Type kann man entnehmen, dass dieses Buch nicht, 
wie der Titel besagt, in Moskau gedruckt wurde. Solari6 irrt 
daher, wenn er, durch den Titel getäuscht, in s. HoMHHan 
KUHzecciä S. 80 schreibt: Hane^xana nepBte bi MocsBt." 



459 

905. nocjit;(OBaHie HCieöHo 3a ficiamaro (HanenaTa ca 
.nepB$e bi> Vocai ,1763). Bx BoHeiUn hhc* JIhm. Oeoj^ocia 
(1765-1770). 4^ 24 CTp, 

.906. (Mouaxa Oeo;i;ociH) KanoHH o(>iiUh Ha ochi macoBi 
iipeno;i,o6HiurB h fioroHOCHHii'b OTsieMi» CHMeoHy uoBOMy avpo" 
TQ^Uj H CBflTHTejK) CaBt uyAOTBopi^^, y^HTejieMi» cepöccoTB 
H np., Hz;^. THMOjea loaaHOBina npoHrjMeHa XHaau^apccaro, 
Bt» BeHeii,iH iimc, J[hu. Ooo.^ocia 1776. 4". 112 cxp. 

907. ÄKaTHCTt iipe»iHCTOMy h ÄHBOTBopameMj i^oßy To- 
cno.^iiio H BOCEpecemK) Xpncxa Bora Hamero, kx^. Um. Ctoaho- 
BHMa. B^ By.^HMt. nnc. Kp, Bceyu, 1798. 8". 43 cip. 

908. üpaBiuo MO.ie6uoe ko iipecBarbfl Boropo^^m^ h npe- 
uo;ift6vi1iä HapacceBH cep6cKofi, cnHC Bhk&ht. PaicuueMi. 
Bi ByAHirft nnc. Kp. Bcey^i. 1798. 8". Sl ctp. 

909. lIuci'b/^OHaHie cuHiuiro HejiMEOMyiieuHKa» uy^^OTBOpiiia 
H Mvi>OTOHu,a loauua ß.ia;<u>rHpa, Uapn CepGeisaro, upeBexeHO 
CB rpeqecEaro ua ciaBeucKifl HacToaiiieMi JlyKH u llapTeuk 
iepoMouaxoBi h npoHryHeuoBi XiuaMAapcrax'B, h orb norpi« 
I1IU0CT6A HCnpaBJieHo (B. PaKKneMi?) y cb. CnHpH;^OHa bi» 
Tpiecrt. Bi. BeneuiM omc llaHH Oeo,iocieBa 1802. 4^ 32cTp. 

910. lIpoBiuo Hxe BO cBHTux'jb oTu,a uauiero Oiiiipu,i;oua 
apiienucEoiia TpuMUTyHTCJsaro ^y^OTBopi^a, coOpauHoe u»i» MUHea 
u H3i Hiuixi rpeuecKHxi» npcBOAOBt Bhk« PacHMeM'b« Bi> Be- 
HCAiH 1802. 4". 

91 L Mo.ieÖen'B ko iipeeiiaTtfi Boropo^^HUH h CBaTHTe.iK) 
CHHpH^TOHy MyJ^OTBop^y, HaniicaHi Bmk. PaKHiieMi, Bi Be- 
Hen,iH nnc. UaHH Oeo.TocicBa 1804 8". 

912. KaHOH'B noKasHHiiä k9 rocno;Qr iHcycy XpHcry, Taace 
CTHxociOBie^ rfc Bory coöectJ^oBaIriff ct. uio^eM'b rpaHHn.^ no 

JUlOMOBlBIiDIl CJOhBMlH B'i ByÄHM* BHC. jcp, Bcey^i. 1807. 12*^. 
BHSspsalmen und geistliche Gesänge sammt der Paschalie. 



460 



3. Dogmatik und Polemik. 

913. 4tioHHC HoBaBOBH4a KaTHiHCMCb H.1H najca xpH- 
criaHCKa. Ptn. 

Die Handschrift befindet sich im Kl. Itakovac. Der Vf. 
verfasste diese Schrift als Hierodiakon zu Neusatz im J. 1744. 
Aus der interessanten Vonede sieht man, dass damals in Neu- 
satz auf Veranstaltung des Diöcesanbiscfaofs eine Art höherer 
philosophischen und theologischen Schulen bestanden habe. 

914. Jl^ioH, HouaKOBHua CouKnenie o npOHCXox^^euiH 
OB, Jljxa, 

Ich kenne diese Schrift nicht. 

915. KpaTRoc ;^a upocToe o ce;uuiHX'i» TanucTimxi» yqflTci- 
CKoe HacTaB.ieHie, pa;^H Bctxi» oöoero no.iy u Bospacra npaBO- 
cjiaBHiixi» xpHCiiaHi^, naftnauexe js,m npecB^^epoBt, ;^iacoMOBi 
H n eBHffl;eHCTBy roTOfianpxT» ex ;IH^;^) h bi> ^[RO.Iax^ y^an^nx^ 
Gfl jcbTefi no BonpocaM'h h OTBt»rasr& ycrpocHHoe, nepBibe ua 
THiii no^^ajit Saxapia 0p4»ejiHHi, a HUH'fi nane^jaTa ca bi 
HOBofi THiiorpa^i^iH rpeEOiipaBocmBHoft ä. 1763 b^ RoHO^iM (uhc. 

J1,HM. OeOÄOCifl) 8". 24 CTp. 

916. IIpaBociaBHOe ucnoBl^iiaHie B'l^pu co6opHua h ano- 
CTOJCM n,epKBH BOCTO^HHH, CiarodOBeHieMt cBKTtÄnraro npa- 
BHTejiCTByH)ffl;aro CHHo.^a uane^aTa ca bi Mockb* 1763, iq>HAa- 
jiacTa ca xe vh cefi EHHrt ^sa caoBa o uecTBOBairiH cb. hkoitb 
cb. Oxi^a loaHHHa ,l,aMacKHHa. Bi BcHei^H hhc. Oeoj[ocii loan- 
HHHCKäTO 6, 0. r. (1764?), 4^ 304 cip. 

Solariö führt dieses Buch auch unter dem Titel „EaTHXHCHi 
BCiHKifi*^ an. — Der Vfs. desselben ist P. Mogila, Metropolit 
von Kyjev. Vgl. Sopikov L 883—895. 

917. (üeTpa MHüopa^^oBH^a) UpaaocjiaBHia vfkpu ca- 
eojlMecKKfl H anocTOJicü'x o;epKBe BOCTonfnis rpeqeccXa xomaxa 



46) 

Oojnnaa r Birnoxy cnaceHbo Hyi^HtSiuas e% jrarlHcc, A'ja^rra 
Ha cj[aB,-cep()CKifl npoBBAeHO HcaieMi»IIapHBo;^CKHM^ iepo-> 
MOHaiOMi PaKOBawHifiPb 1768, 8^ 35 Bl. Handschrift. 

Bei Mois. Pet. Laki£, Kaufmann in Neusatz. — Nach der 
Vorrede eine Uebersetzung aus dem lateinisch gedruckten Büch- 
lein des Dr. P. Miloradovic 1765, bestimmt für das vom Erzb. 
und Metrop. Paul Nenadovic unterhaltene Gymnasium in Ear- 
lovic» Der Name Parivodski ist sowohl am Titelblatt, als auch 
uBter der Vorrede radirt. — Das Ganze unbedeutend, in Fragen 
und Antworten. 

918. Vgdvdo^g bfwXoyia^ eepi^h npaBOCJiaBHoe HcnOB'fiAa- 
ine ffaoojmecKiit h anocTOJtccifl i^episH BocroHUiifl, TpH Öoikh 
GjroBHHit AO((poxiTejH Btpa, HaxesAft» jhoÖob'b, vb ijaicaTHOMy 
flsy^emio CBan^eHHiOMit, Aiakohomi, iepoMonaxoM'L, MOHaxoxi 
H Bceny npnTy qepsoBHOMy, h npH chxi y^antet ca laffocTH 
H BciiTB xpHCTiaH0]»9 ^cs'B npaBOCJiaBHaro apxi^HCcona Eap« 
jiOBa^Karo F. IlaBJia HoHa^OBH^a ycTpoH C2, B'b BeHOi^iH hhc 
JljKM. OeoAoeifl 8^. 

Nach Horanyi IIL 707 wollte Zach. Orfelin um das J. 1777 
ein solches Werk ediren. Wahrscheinlich ist also diese Ausg. 
von ihm. 

919. EpaTcaa CKadanii nepBoe o Eo3i6, BTOpoe o 6omewh 
npoMHCJit, TpcTie o saKoni 6oxiH, npe;i;jiaraeHafl na no.i3y ne 
TOEM ifJiaAHH'B oxpoKOM'B , HO H BOduyzaBuiHiirb o$oero^ nojiy 
ocoCaiTB Tfiv&f EOTopioTB HcyAotiHO BO npocTpaHHHX'B fiorocaoB- 
ecHxik y^eoUx'b HapasAüTH ca (ovh deo^ana .KposonoBH^a)« 
B, 0. M, H r, (bi Befien;iH iihc, JI^, eeo^ocia 1765—1770), 8^ 
120 crp. 

Th. ProkopoviÄ ist nur unter der Vorrede genannt. Vgl. 
Sopikov L 597. 

920. HacxaBJieHie naioe xpHCTiaHCionrB oxposoirb, t. e, 
laEOBHHi ofipaBom naAOÖHO xpicriaHCKHX'B orpoKOBi Hacxa- 
BHTH xpHCTiaHCKOiTB BasoHi, iipenHca cii rpsT* TvpoHinB, 

dafttHk. IiiierfttDigMOhloht& IQ. Brad. 31 



ÖiiUMiTejteM'B KP« BapoHiH Ocxporoflit 1769 Mapra l. bo Ocrpo- 
roflt. Pmi. 4^. 74 cip. 

In 127 Fragen und Antworten. la der Bibl. des H. v. Jan- 
koviö in Pest. 

921. KpaxKifl KaTEXHCHCB, co^, iepoiTB. EjiaTOHOMi. Bi 
BiCHHt 1776. 8^ (Sopikov N. 566.) 

922. üpaBOCJiaBHoe j^eme hjh coEpamteHHas xpHcriaHCcai 
6orocjOBiÄ iep. njaTOHOMi co^HHenaa, B% Biewfb y loc Kypi^- 
6en 1784. 8*». 235 CTp. 

923. laTEXHCHCTB umbA bäsl coKpaii(eHHoe npaBociaBHoe 
HcnoBiAABie bo ynoxpeßjieHie aiaB.-eep<i. hmblocth eo^HneHHOi ort 
HoyiiHTOKaro xe enHCionciaro vh JL9i;fiMBH% 1774 atoa x^vsui- 
Haro ovHOAa noTsepsAeuo, a loiui.naKH ci cossBOjemeifi r« 
AE. K tf. KapjioBaMKaro Cre«. on CTpaTMHgpoBirab Hane^araHHO« 
Wb BywDtb me. cp. yfliiB. 1797 8^ 64 CTp. — Bii ijffasi 1828. 
8°. 64 erp. 

In Fragen und Antworten; als Schulbuch oft aufgelegt. Vf. 
soll J. Rai6 sein. 

924. JI,iajiorHCir& mäk 6ectAa o ^orMarfixi» npaBOCiaBHla 
iiepKBH. B'B BieHHt nse. loc. Eypi^Öexa 1785. 8^. 94 cxp. 

Das russische Original erschien in Sankt-Peteisburg 1766. 
8^ Sopikov N. 257. 

925. KaMeni coßjaaHa Hjm HsacHeme o na^aall h HSBter- 
iarrh npHMHHax paa^iopa h necorjiacifl oSohtb i^eprael bogto^- 
RSfl H 3ana;3;Hini, H3.iozeHHoe Ehhck. Hjiieio HsHSTieMi, 
flHHtze npennca ci rpe?. esmea na cias. Bhk. Paiir^B ji. 1797. 
Piffl, 4^ 125 CTp. In der semliner Gemeindebibliothek. 

926. loaHHa Paaia T*Jio TeoJioriraecio, Pra. Fol. 5 Bde. 
In der karlovicer Metropolitanbibliothek. 

927. AioHHC. üonoBHiia Fveme xpxeriaHfixoe. B% By- 
AHMi HHC. xp» Bceyq. 1823. 8^ 35 exp. 



461 

928. npeno;(o((HaTO Oia^a Hamero loama J^aHacKma itja 
«iiocMivecKa, HCTO^rHUi dianis h saioxenie npaBOCiaBHUfl 
BtpH oßcToarejiHoe hjih ÖorocjiOBia, iipeBe;i;e ch h3% rpeMeccaro 
H joraTBHCKaro ssan na cepScidft ssim (JlioHHc. OonoBH- 
Heu% En. BjÄ.) Bi By;i;mrt rpajt 1827. 4*. XVI+116+292 crp. 

4. Exegese. 

929. aacoHi 6oziH Hxe wh jtecsTOCiOBÜi) ToaBOBanie 
MOSKTBH rocnoxHBol 0TU6 HaoiB, tMMÜojvh Bipii H np. Pen« 4^ 

In der Bibl. des Hr. v. JankovKi in Pest — Angehängt 
ist ein kurzes waladhisch« serbisch- lateinisches und iralachisch* 
serbisches Vocabularium. 

930. Kpaxsoe TOjaoBanie sacoHHaro AecsrocjOBia, xojhtbh 
rocnoAUH, cEHBOJia Bipu h a^b^th djiaxencTB'^ uaneuaTa ca 
AAfl jnoTpeÖJiieHiH £. Bhc ^apeBsray IlaBJiy IleTpoBiniy wb Mo- 
CKBi 1759. B. 0. M, H r. (bi BeneipH b'b thü« JI^hm. deojsflm, 
1764—1770), 8^. 127 CTp. 

In Fragen und Antworten. 

931. JlOCET. 06pa,i;OBE?a KvQtaKOdQOfUOV KJtH TOJIKO- 

Banie BOCKpecHBX'B eBaHrciifl. Bx BeHen;iH 1796. 4^ (?). 

Das Original ist griechisch (Moskau 1796. 4^ 2 Bd.?) 
Obradovic soll es, nach Caploviö Slavon. und Groat. II, 286, zu 
Venedig ins Serbische übersetzt haben. Eine russische üeber- 
setzung erschien zu Moskau 1805. 

932. HaflCfiema BOcq^ec&Kxi h npas^HnHinci eBaBrejiifi 
paxH ynorpedjeHiji bo jmiuimaikj%f HS^aoHaa öiarociOBefliein 
npaBOCJ. A£. EapjioBavKaro h Mhtp. F. Cre^aHa. Bi ByxHiit 
DHC JHHB. 1823. 8^ 244 CTp. 

933« BjiaTOffficTHiK'^ Oeo^sjuaKTa Eojn'apecaFO, npei« 
CT> rpe^. JtioH. Hohobh^b. Pni. 

934. ]{km, HeniHiia CjiaBonpoHSBOAHfifi pt^nsn hm6h% 
cot^CTBOHHHX'B CBfliiieHaro imeaHis Boo6iue. 

Angekündigt in Davidovi6's serb. Zeitung 1819 N. 5. 

31* 



464 



5. Sittenlehre. 

935. 06j^eHie h np. Kurze Belehrungen moral-theologischeu 
Inhalts, unter 171 Ueberschriften, slavoserbisch und walachisch. 
Hs. 4^ 94 S. 

In der Bibl. des H. von Jankovi£ in Pest. 

936. Hmca, ieponojomuca mn «mocoria EpaBoyCTrejma. 
Bi BieHHi nnc. loc Ejpi^tfeKa 1774 8^. 309 €Tp. Mit 67 Kupfern. 

Das russische, Ton den Eyjevopeier^schen Mönchen ver- 
fasste Original erschien zuerst in Kyjev 1712. 8^. — Die serbi- 
sche Ausgabe soll P. Jalinac besorgt haben. 

937. EjaroHpaBie h.ih EHHXHn;a eo yicpameHiio npaBOBi 
lOHomecKHX'B 3twio no.ie3Ha]i, ex ejunnrcEaro na c:iaBeHCEifi ,ii[ia- 
ieKTh B^ noaay h ynoTpe6.ieflie ciaB.-cepÖCEHX'L otpoeofb npe- 
Be^eHa JI^hh. HHEOwiaeBHueMi Ji;apBap'L« B% BienHi^ iihc. 
loc. Kypi^ßeEa 1786. 8^ 96 crp, 

938. XafiHp. Kanne HapaBOj^TCJuia sHHXHn;a 3a a^ 
msnj^ ch H6M, na npocTut esHii^ npeEe^eHa Ctc«« PaH^eniH 
Bi ByÄHM* nnc Ep. Bceyq, 1805. 8^ 191 crp. 

939. HacTäBjenle o AoaxHocrsx'B co6cTBeHHiirB BCflsaro 
xpHCTÜQmfla, HZA. Jlaif. Kayjmn^iE. Bi ByAHirt nnc. sp, Bceyv» 
1806. 4^. 254 CTp. 

Einigen Exx. ist G, MieiialJeTic's ämxul, doch ohne Titel- 
blatt, mit der Ueberschrift: Tpy6a na HefiACUTB noasBaioQ^ 
beigebunden. 

940. r. Afi3eHMaHHa HacTaBjeme n ÖjaroHpaBiH) , 3a 
f/iiij onpe^luieHO, ci HiM. npea. J^mu. AaBBXOBK^B. Bi Ey- 
ÄHMt nnc, Ep. Bcey^. 1812. 8^ 96 crp, 

941. SJiaTHafl EHHZHita, coA6paEain;ai[ AOJixBoeTH vejuoBisa 
rpasAancsa h ipHCTiancEa, h npaBHJia yvrHBOCTH, bo ynoTpe« 
0jeHie aiaB.«ceptf. napo^a HacTaBHXEOirb h poAvrejMn npn 



o((yieHiH HaioidTHiixx AtTefi, no cocTaey F. ywxejia $• CoaBH, 
naBJOMi». Coaap^HiieHi mßßMSL Bi IbitTxarB nnc. neii. 
naiQi Oeo^ocieBa 1813. 12^. 74 cxp. 

942. Jl^oCHT. 06paAOBH^a XpHCTOHTh cHpIML ßaamt 
otfmaS H BtHaifB OTh ai^aBHf a, ux^. loc. MuioBjca h Tasp. 
Bo3HTOBita, Bi By;i;iiM* 1826. 12^ lld crp. 

Die XXn SS. starke Vorrede ist von Konst. Pfjelc. — Es 
ist eigentlich eine Anstandslehre für die Jugend. Obradoviö 
übersetzte dieselbe ans dem Griechischen als Schullehrer za 
Plavno und dann zu Skradin in Dalmatien im J. 1770. — S.92 
bis 119 steht: BiftuaiirB OTh Aji^aBHTa (a — k), moralische Be- 
trachtungen. 

943. J](ocHT. 06paAOBHMa ByKBiu^e, ua coxpaHemia 
ÖHBme AO ABHaci koai» T. Feopr« EHpiasOBH^a Kynnfi, HoBOca;!^., 
B3Aana nasi na thh'b TponucoMi IL EayjuiiJ^iH, y Eeqy y ne^. 
00, MexHTapHCTa 1830. 8^ 79 CTp. 

Kurze, alphabetisch gestellte, moralische Aufsätze, Bruch- 
stücke. 

944. EHHra o AOJCEHOcrex'B no^^aniucoBi rs Honapxy hxi» 
Bi ByAHMi HHC jcp, yflHB, 1829. 8^ 62 CTp. 

In Fragen und Antworten. Wahrscheinlich auch schon frü- 
her gedbruckt. 

945. r. Eap;i;HHa.ia BoHna $hjioco«ui hjiiite pyKOBOACTBO 
n netfeccMi, npea. Cohph^ie. AjiCKcieBH^B. Picn. 

Das Original des Kardinals Giovani Bona (geb. 1609, 
st 1674) ist: Manuductio ad coelum. Par. 1664. 12^. 

946. lo. BepH^a npET^a mCo cpaBUHTCJiHe 6ec^}ifi 
H HpaBCTBeHua noyveHÜi 3a MJiaAe crape, cHHra 1. y Bjjifixj 
iiHC ip. Bcey^, 1831. 3^ 140 cxp. 

Aus dem Deutschen fibersetzt 



6* Paatoral, Idtoigik» Kateohetlk. 

947. EüHTOMi ciaaaHie cBainieHHaro xpana, pH3i ero, h vh 
H6HI coBepmaemifl (oxeoTBeHmu jmTjpriH co oicpecTHOCTMH 
es, «ipedi spaxKiii Bonpocii h oxBixHy couatai bo y0oxpe0.ie- 
Hie GBaiii;eHonpaBHxejefi npaBHOciaB* saeojL BOcxovHHfl i^epsBe» 
Pct. 4^. 70 cxp* 

In der Bibl des H. von Jankoviö in Pest. In derselben 
Handschrift befindet sieh, unter andern unbedeutenden Beilagen, 
auch ein kurzes lateinisch-walachisch-serbisches Vocabularium. 

948. XpHCTO^opa Xe«apOBHMa üopieme CBflXHxej- 
CKoe jch HOBonocxaBjeuoMj iepeia. Bi Mni 1742. 12". 24 cxp. 

Ganz in Kupfer gestochen. 

949. EnHXOHi» H.IH Kpaxcaa csasam CBaiu;eimaro xpana, 
pHdi ero H B% Kewh coBepuiaeMUfl CozecxBCHHUfl jiuxypriH, co 
oicpecxHOCXMH efl, qpes'B spaxsifl Bonpoeu h oxb^th, bo ;iio- 
xpe6.ieuie CBflni;eH£OCJiyxHTe.TeS npaBOCJiaBHUfl u,ep£Be Bocto^miui 
KaeojiHMecm, ÖjarocjioBeuieMi npeecBan^eHHaro F. BHCapiona 
üaBJiOBina Enucc. Eavsaro h np. co^i. (JlioH. HoBasoBH^eMi) 
ji. 1741. B, 0. M. M r. (bi BeneHiH nnc. /l,iiM. fleo;^ocifl 1768). 
100 cxp. 

Vgl. Orfelin's Magazin I. 87. ~ Die Vorrede ist mit den 
NamensziflFern des Vfs. JH. H., gezeichnet. Solaric führt die Worte 
coMHuen ][. H. Jiixa 1741 als auf dem Titel stehend an: allein 
die Namensbuchstaben stehen dort nicht. 

950. HacxaBjieirie o xpaM* pocno;iiHeM'B, CBHffl;eflEinnß cocy- 
jifiTh H o^ex^axt ero, Pm. 4^. 123 cxp. 

In der Bibl. des H. von Jankovic in Pest. — Walachisch 
und ßlavoserbisch. In derselben Handschrift befindet sich : IlpH- 
BtxcxBOBaHifi pa3.iH^iRHH B% jifiK poÄÄe<5TBa XpHCxoBa. 96 «xp. 

951. (Hhkoji. Eyjirapa) Co^OBiCBie xpECxiaHCsoe, x. e. 
xojuoBauie cbhxhxi xaKui, cBsxaro xpana, cocy^OBi i^epsoB- 



4«^ 

mm, H (ioaiBeeTBeiiHse k CBs]ii;eHHe ÄHTyprie (npes. ex rpe^. 
AioflHc^ nonoBHifB). Bi IBijjim* ttm. icp. Bceyg. 1824. 8^, 
372 €Tp« 

952. EpaTKafl nayca npoTonpecBUTepoMi o hxi ;i;ojutHO^ 
erexB. Bi BieHHi nnc. loc. Eypi^öeKa 6, o, r. 4". 14 cxp, 

963. EpaTEoa HjicTaBJieiue ^xoshüm^ orufiwhp B% Bieuii 
AHC Io€. Ejpi^eKa 6. o. r. 4'\ 14 cip. 

954. AOJizHOCTexi npesBHTepoBi npHXOACuixi» Bi By- 
AHMt lULC. icp. yHUB« 1798. 4^ 223 cxp. Die erste Auagabe in 
Oesterreich, nach der Petersburger vom J. 1776. — 2. tkch. B"* 
ByÄHMt nMc Kp, Bcey^, 1810. 8^, 

955. BeueA« EpajlBH<ia yBiui.aHie n CBim^eueTBy 
H Hapo;i[y npaBOCJiaBuaro BOCTO^naro HeyuuTCEaro HcnOB']k;^auij[ 
GjaBeao-cepÖCKOMy y J^axMai^iH h Boce EoxapcEofi cyntenj, na 
cep6cK0Mi, fpeMecKOMi h uTa.iiaucEOM'B idw^i. B'b Beneu^H 1810. 
Fol. 1 Bog. 

956. SaBJu AraEan^KOBHua CepCcnft KaTuxeTa, ho 
sao mTO ecTi, nero xao nrro 6u 6hth MOpao. Pen» 

Der Vf., damals Katechet an dem serbischen pädagogischen 
Institut in St. Andrä, kündigte 1815 die Herausgabe diesen 
Buches in Davidovic's serb. Zeitung N. 53 an; der Druck un- 
t^büeb indess uQübefateiglicher Hinderaisse wegea Siehe die 
Prorogation in Davidovid's serb. Zeitung 1817 N. 26, 

7. Predigten. 

a) In Sammlungen. 

957. Hoy^eme eBaarejiCKoe' ci MocKOBCKorB na CepÖcicift 
npeBeAeno, oti jitxa 1745. 

Zu St. Andrä in der Himmelfahrtskirche. Nähere Angaben 
fehlen. 



468 

958. loa« PaH^a Co6pauie paanix'B Mj^aema h npaa- 
HsvHiix'B HapoBOj^oiTejuiHU nGj^eflit bi Tpexi ^acTex'B nooeoöi 
cocTOjnii;e6 h np. Bi BieEsb nHC Cxe«. HoBaKOBH^ 1793. Fol. 
1. Theil 90 Bl. — 2. Th. 86 BL — 3. Th. 74 BL Zusammen 
15B0 Bl. 

959. JltcTBHita HMyio;aa wirnBLneearh CTenenei, ciecTB 
nflTHaAeefld^ cjtOB^ o mojuttbh, nocTy h mhjiocthhh^, cnHcaHaa 
(Ed% HTajdaHCcaro npe^ejs,.) Bhk. PaKH^eM^ Bi BeHeipH mie. 
nami GeoÄOcieBa 1805, 8^ 90 CTp. 

960. nponoBtAH no bgs Re]s!bm h Htm npaa^HRH ro- 
cnoACEÜi, BaaTKfl ors ECKycHiirB dmcaTeaefl, ocnoBaHizs na 
CBanteHHOMi nscamH h cbathii 6oroHocHHii oTei^ iipaBoy^e- 
hIh, cnHcaHUfl (h3'b sTadaHCKaro npese^O Bhk. PaKH^eHi. 
Bx Benei^H imc Ilane Oeo^odeBa 1809. 4^ 

961. TaBp. XpaHHCjiaBa ?i^m imjixpo^saä. BiByAHMt 
ifflc, Kp. BcejM, 1808. 



Teopr. noHOBHHa Pftm bo Bpeiifl OAepzaHHBui 
HaA'B ^paHqyaMH no6iXK ■ np, B% BjAHMi 1815. 4^ 8 erp. 

Die eine dieser Kanselreden ist slavoserbisch, die andere 
lateinisch. 

963. Peopr. nonoBHua CmaBfimsui 6ecixH o Tara^ 
CTBax'b CTpaxAym,aro rocno^a. 

Angekündigt in Davidoviö's serb. Zeitung 1816 N. 74. 

964. TeoA« ATaHai^KOBH^a Jl^a Ha^rpoÖEa cjiOBa bo 
yßjaxeiiie naifflTH ]t,vkMSi A^axa, HepassH h lyjdaet, o6taa 
ATaHaitKOBH^Kaiia, y ByxHMy nnc ¥P> yHHB. 1824. 8^. 

Dabei «ind auch Verse. 

965. ATaHac. BjtaxoBH^a IponoBiw, Pm. 



4XB 

966. reneoHOBH flpoHOJrifiwH on» 3ttKx«69ft acKtae ffi 
BOSHeeeiDii rocnoAU, npes« (?) Cnapu AüeKOieBM^'B» Pm* 

In 9,PyE0B0ACTB0 qejiOBevecEon XHBora** als zum Drucke 
fertig angekündigt 

b) Einzeln. 

967. Cjobo rpimHOMi ?e;ioBicy, npsABOpaiorfr Bcepoee. 
Hmh. Bej. npouovijsßBtowb Peji^eoHOH'B eKasaiffioe, a pa^ 
npaBOciaBHHX'b cepfteKaro Hapo^a xpHeilaH% htb MocKOBecaro 
na cjiaB.-cep6. asim npese;!^. otl LP. (loanna Panva) vh 
Eap.iOB]^ CHp][itcE(Mn. fo BeneipH nnc. Ahm. Oeo^oek 1764. 
4*^. 20 crp. 

968. IIponoB^A'^ HjiH cüOBO oeyxAeHiit, npHABopmiiMi 
Bcepocc. Hmh. Beji. oponoBtAUHKOMi Fe^^eoHOifB CKasaHHoe, 
a paj^u npaBOcj. cepöci^ro uapo^a ipHCTiaH'B h3i pocc. na 
CJ[aB.-cep6« flsun npeBe^« bi Hobomi Ca^t. B'b Beaei^in nnc. 
Ahm. 6eoAOcia 1764. 4". 16 cxp. 

969* npononix"^ d. i. Predigt, illyrisch und kroatiscb, von 
der Einigkeit des ChriBtenthuma. Wien bei Kurtsböck 1772. 4^. 
DobroYsky aus dem Ofn. Cat. 1796. 

970. IPpTK n nocTOflHHOfl cjtaBt — Der Weg zn einem 
standhaften Ruhme. — Wien bei Kurtzböck 1775.* 8^ Predigt? 
Ofn. Cat. 1799. 

971. Cjobo noyuTejiHO PocnoAHua Peopria loauofa I^ojih- 
EO#epa ftps Pe«opMaTOBi o6ni;ecTBy neiceitcora npeAHKaxopa, ci 
Henei^KorB eaHca npeBe^euo Ä^^^i^^®^'^ O^paACBH^eni* 
7 JIaflni][HKy y THnorpa^in F. BpafiTKon«a 1784. 8^. Ueber 30 S. 
(Def. Ex.) 

Dedicirt an Leon Tijaka, Bischof von Roman in Moldavien. 
Die Dedication ist in walachischer Sprache. Thema: Eo y pe^H 
necorpemaBa, Tafl e cafipmeHi ^OBen. 

972..ABpaaKa HexpoBH^a Gjiqbo. b> npexna^i^e 
ApxieoHcmnai v HExpoHomra» nwb 29* Oir. 1790 b% leMBeMpft 
couHftHHO. B'b BieHH« 1791. 4^ 8 CTp. DetttflohebenfaU« & & 



4im 

9T3. OiOBO m TopseeiMmtl ApaaxiiHn napo^He Ocenie 
BisOJie. Bit MefiB« 1792. 4^ 

974. Ilerp. BHTEOBH^ia Cjobo HaxipoÖHoe Apxtoh 
H MifTp. M. nyTHHKy .1. 1790. Bi» B7;i;uMi6 dhc. ip. Bcey?« 1798. 
4^ 16 CTp. — Cjiobo uaxipe^feod CTe^anHAt SopmB. Bi By- 
XioA niio. ^» Bcey«t 1807» 

Mehrere Predigteu hinterliess er haadsdiriftlieh, die aber 
theÜB verbrannten, theils verschleppt wurden. 

976. inp. MaKeHVQEHVfl Caobo Ha^rpotiiioe na eMepn 
ÄHHe sTbepH KoHCT. laHKOBH^ia ceaaTopa CoMfiop. 1806. 

976. Bhk. PaKuua Cjobo o noMHTaaiu u,epcBe, roBopea- 
HOe Bi Tpieci^y ci upujiozeuieHi HO.tHTBii nLcnohijiflMisL n 
Eoiy, TBopenie CBSTHTejui JtHMHTpüi PocTOBCicaro. Bi ßeuei^iH 
HMC. TlaHH 0eo;^ocieBa 1807. 4^. 34 cTp, 

S. 3 — 4 steht eine kurze Selbstbiographie des Yfs. S. 21 
Tropar dem h. Sava, Ensbischof von Serbien, »it Anspielung 
atf Ooorg Petrövi6's Siege über die Tfirke». 

977. Bhjc PasH^a Cjlobo mtjmfie roBopeao 6uTh bi 1. 
AßHi> lauyapifl 1809, Ha CMepTi 6:19x0 no^uBmaro upjicoBHHKa 
pocc. r. AjeKcaHApa OcunoBa, ho npensTCTBOBaHO no npH^Hfit 
HoBaro ro^a. Bi Beneiiiiu hhcm. nanu 6eo;i;ocieBa 1809. 4^. 

978. Mas. Äa.ieffleBH^a Ciobo Ha^upoÖnoe H. HepH- 
mtoy. Bi ByÄHMt nnc. «p. Bceyq. 1807. 4**. 16 CTp. 

978. iTan. BjiaxoBH^a nn na cMepn Teopria loan- 

HOBH^B PyÄOBH^a. Bl> By.TiHMt HHC. Kp. Bccyi. 1807. 4^ 7 CTp. 

— Pt% na rpoöy laKOBa reoprieBH^ia tinpHia KapjOB. Bx By- 
ÄHM* HHC. Kp. BceyM. 1807. — Cjobo HaÄrpoÖHoe äjickc. Hesa- 
p«BV9y« B% Byport DHC wp, teey% 1810. 4^ 16 m!p. -^ Boyro- 
MHM CAOM ^ jüafiBK xpsGiiaiioffs VfB 6miiitmn, B% ffyffßA 

ÜHC« ip. yHBB. 1811. 



471 

960. JIhm. 0Te«&AOBH4a Caobo xoftpaia BoenTauiH 
X$T«i. Bi ByAHUt 1809. 

98L BaeHJi. Eo&aiHua Cjiobo o j^pQxovsau'h AUHion, 
BiByAHMi ttHC cp. Bceyq. 1811. 4*\ 13 exp« . . 

982. IIaB.ia ÄTauai^KOBHua Ciobo Ha npaa^HHci 
bHeraauai^ie Kp. ne.^aror, mnuTMTyra CepßcicorL y Comöopy ro- 
BopeHO. y ByJ^HMy hhc. «p. Bcey«i. 1817. 4*. 4 Bl. — Cäobo 
Ha;^^po6iIO BacH.riio Ctoä^ko. Y By;i;iniy iihc. rp. yHHB. 1818. 8^ 
15 crp. Am Ende: Ejieria und Ha;^rpo6HH cthiobh. 

983. las. Mu.ieTH?a rocno^a Hamero cnacHTeJis csobo 
Bt^fiOMi (kiaxeHCTBf;, sa )ua;(oe jtbfo nod^aB'B h noucHi 
npisrejfkwh h jiio6HTe.itirB cepßcKon e3uxsu Y Beqy 1821. 8**. 
72 CTp. — OmycTHaro cioBa apiiepeficcaro npHMtpi, no fffai- 
uLof'B anocTOJGKEMx, qHCTmi^ ciaBeHCEiiMi» saufiOMi» Haimcasx. 
Bl Be^y KHHroneqaTaHieMT> hob. ApMen. 182t. 8^. 46 crp. 

984. loa« BHTKOBH^a C.iobo ua;;rpo6uoe loauiMy Ctc- 
«aHOBu^B lynny ByAHMCEOMX. y By^ffiny imc» «p. Bcey^ 1822. 
4*. 7 CTp. 

985. (Mhju Bu^aKOBHva) Cjobo Htu^rpo^uo« fiji(04« d^- 
EH^y, roBopeno TpüT. loBnm^ spacB^ptiuii: cjmmaTeiian« Bj> 
ByAHMt nMC. ip» BceyM. 1823. 4^ 6 crp. 

98& Chm« locE^oBH^a QaoBa HaArp^<teo« V. Iwuif 
OTh TeMeiEBapy lypaxy. y ByÄHMy hhc. «p. BCeyq, 1829. 4®. 

8. Erbauungsbücher. 

a) Biblische Geschichte iii^d Heiligen-LegeDdeii. 

98T. Ciaauie speaeeeui Mmfiä ab« loaiuia äiiroyeTaro 
<m KasEiauLBi IfapBspw^i», npemiiMuioe Bac»* IIpoTH.^!. Hh 
Bmai ngn. Joe* lypmfon i773. 8\ 15 erj^ 



47£ 

EHMH Bonpocu H otbIth co^Hfftfla B'b KocDt 1782 jAxa» Ha 
csaBeHO-cepficcit jraim pa;i^H ceptfcxe A^^miie npeseAeHHa bi 
jrtTo 1792 Bi MOH. EoBulft (loaHH. PaHMejfB). Bx BjxHüi 
nHC ip. JHHB. 1797. 8^ 38 crp. — Hob. h3X* bi BjfjaA 1802. 
8^ 39 crp» — Hob. H3ä. bi ByÄHMt 1828 8«». 39 CTp. 

989. I. P. (loauHa Paiiqa) I(BtTHHn bi ABiCTi h Asa- 
AecflTB H qeTHpe H36paHHHxi HCTopiaxi HacavAeHHHfi, h h3i» 
HCTO^HHKOBi icpaKüeBiixi Hanoeioiufi, bi> HeiiaKe kphhh yAOJuuH 
Ao6poA'fiTejiefi no cpe^i Topiiifi nopoKOB^ pacxjTb h i^Bti^Ti, 
vh nosdj H yspameme Bcifexi jnodirrejieft ^octhocth npeA^ioxeffB 
I793y 3a 67 siro AftpoBaamia xhshh xpyAi» cefi ((jtarox&P^Hie 
Bory npsHeccH'b. Bi ByAHirfi rpaAi iihc. ip. Bcepi. 1802. 8^ 
584 crpi 

Enthält 224 aus der Aceria philologica geschöpfte Erzäh- 
lungen mit biblischen Sentenzen begleitet. Becens. in Schedius 
Zeitschr. v. u. f. Ungarn Bd. XU, S. 178—180. 

990. EpaTcaa ÖHÖmeccaa HCTopii. B'b ByAHxi nHC q». 
BCey^. 1798. 8^. 

Sopikov N. 441. Ofner Cat. 1799. 

991. BH&m^ecEai HCTopia ilih noBiteTH BOTiaro h HOBaro 
wafbs% vh Tsojofy exaBeno-eep($. leHomeeisa, bxa* A w* SayjraqiH. 
B% ByAHirt nie. ip. Bceyq. 1805. 8^. 237 crp. 

992. VyAOca npecBsriUL BoropoAHipi, npoBeAeHHiiii ci rpe- 
«ecmpo Bhc PasH^eMi. B% BeH6^iH hhcm. Hami OeoAocieBift 
1808. 4^ 

993. Bhk. PaKHqa IKwne npenoA* CTeMua nepBOBin- 
qaenaro xpais CepßcKaro, Hape^eniiaro bo hhoi^'b CHMeoaa 
(sie). B% ByAiMt mc* cp. Bcey?« 1813. 12^ 22 crp, 

994 (loa. BepH^a) XHTfe ta^oa Xpcßra. 7 ByAHxy 
jüc Kp. Beeyv[» 1812. 8^ 166 cvp. — Hob. v«. Xme FocnoAa 
H Gnaca Hamero bcyea Ipicra, Banocaso y leoy 181.1, a oa^s 



471 

jffijfiA vjTh mjmo I8S1, I. 6epHveH%. Y By^iory mtc ip, 
Bceyir. 1831. 8^ 202 orp. 

995. JIa3. MHJieTHua H3BiCTie o H3o6paseHiio o6pa3a 
rocnoAa Hamero iHcyca XpHCxa. E. o« m. h r. 4^ 2 Bl. 

Erklärung des in Kupfer gestochenen Bildnisses Jesu. 

996. Mhx. BoflQR IIhcho laparrepi cnacHTeM Iicyca 
XpHCTa oimcyioniie. 

In Däyidovi(i*s serb. Zeitung 1819 N. 25. 

997. IlaB. AxananicoBH^a BH^jin^ecKaa noBiGTb. Pui. 

998. IocH«a loaHHOBH^a BH(;iH^ecKa Hcropia 3a mcoje. 
Pra. 1831. 

b) Ascetische Schriften. 

999« (3ax« OptejiHHa) Gejsfn CTeoenei npeMyj^ocni, 
Ofh. Cat. 1799. 

1000. HcTHHHas 6o3t pa^ocrB bi BOcnoMraanlH 6jaro- 
^(tsBiA 6ovxBx% n pojtH ^ejOBt^ecKOMy h ocoÖjihbo qpesx CHHa 
öorni yvHHeflHUxi h HenpecTaimo TBopsnpa'B ca BipHUMi. B'k 
BefleijiH mc, ä« Oeo^ocia 6. o. r. (1763—1770). 12**. 12 CTp, 

1001. IlHeaHiio CBSTOxy corjiacaioiii;ee ca HacraBJieHie n 
HCTHHHOMy nosHaHiio H jQrmecnacHTejHOirB ynoTpeÖJiemio CTpa^ 
^ama h CMepTH Tocno^a h CnacHrejia namero iHcyca XpiCTa, 
C09. AnacTacieiTB, nponoBtAHHioirB ($oxia cjOBa. B. o. m. h f. 8^. 

1002. ^HJiaKTHpiOHl TH<7B nCHXHd, xpaHEffliite AyJllllf 

iipeBe;(eHHOe mrh rpe^eciaro Ha cjiaB,-cep(). asizn Ehe. PaKi* 
^eiTL« E^BeHe^iH imex. IlaHH Oeo;i^oeieBa 1808. 16^ 32 cTp. 

In Solariö's IIoMHHan ist dieses Buch mit dem Datum 
1800. 8^ angefahrt, womach es eine frühere Ausgabe geben 
müsste, was mir unwahrscheinlich. 

1003. Jlfiin jio6fOf$Teja^ npeBex« c% rpe^ieeiaro Ha GiaB«- 
ceptfccit aaim Ekkoht.* PaKH^eMi». Ei ByAHMt nric q»« 
Bcey^. 1800. 8®. 122 CTp, 



4T4 

1604. Ipavco^ HaeraiueHie &GAOBi;^H h Mojrarrty eior«- 
caHHoe Bheoht. PaKH^eM^. 'B% Benei^iH üHie, IlaHiar Qm;^o« 
cieaa 1801, 8^ 

1005. 3epi];ajro xpscriaHCKoe co,i;epsaii^ee mugjh cnacHTe^- 
HH2 H jhimflmsL ;iyiueno.ie3Ha& h HyxH'l^fimas BCscoMy xpHCTi- 
ftHHHy ze;[aioiii;eMy noaHaiH ipHCxiascKoe CBoe xH^ie h eBaH- 
rejicxyio HCTHHy, npoBe^eHO cb rpe^. Ha cjiaB« xmn Bi uossj 
CAaB.-cep6. uapo^a JI^hm. fi, J],apBapi», a mjuBL&o 6^wma. 
ero loaHH. h Maps. Hhk. ^apBapt. Bi Ey;i;H]irfi imc, cp, Bcey^. 
1801. 8^ 179 CTp. 

1006. CBflmieHHOMjqeHHca Uexpa Hape^enHaro EnacKOiia 
JlaMacKaro xsi khhfh o ^e^iOBt^ecKOiTB 1. HCTHmoBTb ecTe- 
CTBeHHOM'B padjvi» 2. AT^OBHOifB (ji^rmeBHOiTB) paayMi, co- 
Epaiii;eHHO, H3flCHeH0, npeimcaHO h Ha ne^ars j^ano Ehphji- 
jioiri XHBCOBH?eH% B'BEy;](Hiri rpa;^i hhc. Kp. ynHB« 1803. 
8^ 147 CTp, 

1007. Teopr. üonoBHMa IIjT'b y paft HJHKpaTKoe y^e- 
Hie, Koe ^ejiOBtKa ko BpeMenHOMy h Bt^HOMy ö-iaronojyqiio py- 
koBO^H, coöpano hsi HacTaBjenix cbatu on^a h ap^bhh $h.io- 
co*a, Bi Byj^HH-fi HHC. sp, BceyM, 1815. 8*^. 181 crp. 

1008. E$p. Ky3MaH0BH^a poxj^ecTßift XpHCTOBOMx, 

c) GebetUücher. 

1009. loa. FeoprieBHMa A£. hM. Co6paide HafipaHHim 
mojihtb'b bo yiiOTpe6jiettie npecTaf&Kuxi AyxoBgaro h HHpcKaro 
wna oeo&b bo Buj^i o^eci^ ciaÖ^ioiDiixx» B% BieHHi mc. loc 
Kyp^öeKa 1771. Fol. 04 BL 

1010. SÖOpHHK'B, T« e. HtEOTOpUX'B MOJieHiä Ha BCHKl J^eKh 

noTpeöHHxi co6paHie, Hanevaxa ca neps-lke bo cbatoS EieBone- 
i«peioi JIaip% a nmtb m BeneoDguE wh Ji. 1792. 12^ 

&i dem Ofner Cat 1799 komfnf audi eia ^36opHHn fh 7 
HKOHaBiH 1792. 12V* vor. Vielleicht eine wiener Ausgabe. 



1011. HoJiiTBema KESFa Eeci^^ Ioeft«a II., oi HtM^^airo 
Ha npocTufl oep6osifl aaiin opeseAeHHa« Bii Bierai hhc« Oxet« 
HoBasoBna 1794. 8^ — 2. m^. bi ByAHMJft nHC i^. jhib. 
1799. 8^ 

1012. CTe$, PaH^a Mojditbm B'^any^ai noctni,eHifl 6oj- 
KSTh H TflSKExi EejijTOWb ojsfi^xsmm noTpedHHfl. Bi ByxHMt 
mto. Kg. BC^y^f 1804. 8*^. 48 cip. 

1013. M%ciin;oGJiOBi» ci Mo:iHTBaMK« Bi E;f;i;Hiirk hhc. xp. 
Bceyii. 1807. 12^ 

1014. HojiHTBii yMH.iHTejQ[Hiui Ha KaxAui cejijiiaramfl a^hi 
H npo^iiÄ paajHHa ko Focno^y Hameiiy iHcycy XpHCTy h npecBa- 
Tit EoropoAHii,i9 npeBej^eaHHJi ci rpeqecsaro Bhk. PacK^eiix. 
Bi BeHenfiH nHC, üann Oeo^ociena 1808. 8°. 

1015. CÖopHHn cb 7 HcoHaMH, Bi^ Ey;(H)rt nnc xp. Bcey«. 
1810, 12^ 

1016. Co0paftie pasjiHHHiai nojcHTB'b bo ynorpefijieHie j^^ 
maro ca lOHomecTBa. Bi By^pmi rpa^t hhc. xp. Bcey^i. 1817. 
8^ — Hob. H3ä. 1827. 8^ 24 CTp. 

Gaaz kurze Gebete für die Schuljugend. 

1017. MojHTBu BO BpeMa ÖoxeoTBeiiHHfl jiHTypni, vüj^. 
Joe, ILooByKa. y ByjHMy 1831. 32^ 1 Bog. 

9. Yermiaohte Schriften. 

1018. 3axap. Op^ejiHHa Knnra npoTHsi üancTBa. 
Autographon des Vfs. in der Metropolitan - Bibliothek m 

Karlovic. Der Anfang fehlt. 

1019. 3ax. Op#e.iHHa TparraTi o oähhctb* ^epKBeft. Pra. 
Wahrscheinlich ungedruckt Horanyi HI 708. 

1020. EpaTfioe (orono^otaioii^eM'» rbsy^ s xpoBs XpHCTO- 
Bofl noKjioHeHiH H BpeMOHH Toro HacTaBjienie, b'b CBflTMmeM'b 
ApxienHccono-MHTponojiHTccOMi» b'b Kap.iOBn,i 1 757. ro^a Topze« 



476 

CTBOBaHOlTB CKHOJifk eOJVbmßHHOe^ H HMeHH l/h% npeBOCXOAH- 

TejtCTBa npaBOCJiaBHxnrB XpHcriaHoirB HB^^aHO Saxap, Op^e- 
j[HHOMi A£i M. KaHii;ejLiHeTOM'b. B. o. m. h r. 12^ 15 erp. 

1021. ^TO ecTh nana? C^ Htiiei^caro iipeBe;teHO MHxaH- 
joiffc MaKCHMOBHMeifB« B^ BieHHift hhc. Ioc. £ypii,($eKa 1784. 
8^ 46 cTp. 

Vfs. des deutschen Originals ist Joh. Yal. Eybel. Es gibt 
davon auch eine russ. Uebersetzung: ^to ecn» Haiia h qio ecTB 
enECKoni^ coq. r. Eyßejia, IlepeB, c^ ntMen;. Gn6. 1782. 8®. 

1022. loa. MyrniaTEpoBH^a EpaTcoe pasMinnjieHie 
npaaj^HHitn, Bi Bierat nnc. Ioc, Ejpi^ßeica 1786. 8®. 51 cTp, 

„Es sind Gedanken über die Feiertage. Der ganze Inhalt 
lässt sich aus dem Schlüsse errathen: Quilibet dies viro bono 
festuB est, Bcanfl e ji^ffh Mosecy Öjarorostfinoirb npa3;^HHn^^ 
DolNrowsky Slovanka L 214. 

1023. (loan. MymiaTHpoBHqa) PacyxAeme o noctaxi 
BOCTO^Hiifl i^epiBe. B^ Bieniit hhc Cto«« HoBaiOBnB 1794. 8^. 
66 CTp. 

Freisinnig, wider die Fasten. 

1024. IlftCHH H cjiOBO qecTH CBflni;eHCTBa, co^r. Bhk« Pa- 
xn^eulH Pm. 1817. 8^ 42 crp. 

In der semliner Gemeindebibl. 

1025. Gas. FeoprieBRqa (alias Kaqyjia) EHEzm^a 
pasjraqnaro co;](epxaHiH. Bn^By^iiHMf hhc. cp. ynES. 1805 8^ 13 crp. 

Moraltheologische Betrachtungen mit Bibelstellen und einem 
Liede für die Jugend. 

1026. QTviTh npaBOCJiaBHaro ntsoera (sie) (para n jpy* 
roify BpaBOCJiaBHOiiy 6paTy, 6e3x HMena ayrropa, 6e3i HMesa 
npeBOAHTejifl, iipeB6A6Hi cb rpe^ecKon mrh xHBHre y FaMH 
1777 ne^aTane. Pen. 20 Ta6. 

üebersetzer AnL Amorljer Advokat 1831. 



Uebersicht der Schriftsteller. 

(IMe mit GoniTSchrift gedraekt« Zahl xeigt die Seite, wo die biogntphiiohe Notis zu i 
ist , die flbrigen Zahlen denten die Seiten an , wo des betreffenden Schriftstellext Werke 

angefahrt werden.) 



Alexandroviö Timotej. 129. ~ 281. 
Alexieviö Spyridion. 357. — 433, 465, 

469. 
Angeliaa, Heil. 121. 
Anton Dalmata. 135. — 297, 298. 
Amovljev Antonij. 359. — 400, 402, 

404, 476. 
Ar8i<5 Eustachia. 338. — 438, 442. 
Aaimarkoviö Petar. 341. — 410. 
Athanackovie Piaton 341. — 411, 

417, 436, 438, 442, 449, 467, 

471, 473. 

: Theodor. 346. — 468. 

AtjinioTiö Stephan. 355. ~ 390, 397. 
Atraamovi6 Theodor. 323. — 373. 
BaJdevi<i Gavriil. 334. — 38a 
BakaCiö Samuil. 129. — 211. 
BaleoTid Stephan. 303, 
Befikereki Gerasim von. 334. — 436, 

446, 451. 
Beri6 Joann. 332. ~ 366, 376, 414, 

417, 440, 444, 465, 473. 
Paul. 342. — 388, 398, 408, 

452. 
BesBaraha Joann. 124. 

Joann Matej. 128. 

Biegner Hans. 124. — 255. 
Boi<i Lazar. 341. — 370, 428. 
Bojadii Michail G. 335, —376, 397, 

407, 411, 442, 473. 
Boliö Prokop. 342. — 449. 
Brankoviö Avraam. 345. — 389, 409, 

410. 417, 422, 432. 

Georg. 129. — 246, 247. 

Buliö VasUij. 339. — 429, 444. 
Camhiak Grigor. 119. — 243. 
Cömadki Vasilij. 355. — 375. 
C^rnojeviö Georg. 123. 
Chranifilav Georg. 331. — 386, 450, 

468. 



Öikoö Vladialav. 364. — 390. 
Öokerljan Joann. 355. — 408, 409, 

451« 

Vasilij. 357. — 413. 

Damian, Hieromon. 116. -- 194. 

Diakon (1453). 121. — 218. 

Grammatiker. 123. — 218. 

Diakon (1545). 126 — 266. 

Damjanoviö Mathej. 339. — 448. 

VasiUj. 309. — 443. 

d. Jung. 339. — 388, 

416. 
Daniel, Erzbisch. 116. — 237, 240, 

241. 

Hegamen. 126. — 271. 

Darvar Dimitr. Nikolajeviö. 329. — 

435, 464, 474. 

Petar. 343. — 438. 

David, Hieromon. 121, — 209. 
Davidovid Dimitrij. 337. — 414, 415, 

420, 426, 439, 464. 
Demeliö Petar, 359. — 399. 
Divkovia Matie. 131. — 289, 290. 

291. 
DjarkoYii^ Evgenij. 345. *- 454. 
Dmitrovi<S Radiäa. 127. 
Dobriö Marko. 332. 
Dometijan, Hieromon. 115. — 230. 
Doöenoviö Joann Athanasijev. 334.— 

379, 386, 444. 
Dragosavljeviö Adam. 355. — 890. 
Epaktit Ant. Raph. 121. 
Ferenöevie Stephan. 329. — 377. 
Fru6i<i Dimitrij. 338. — 426. 
Gagiö Jeremija. 359. -— 438. 
Gavrilo TrojiÖanin, Hieromon. 129. 

— 188. 
Gennadij e, Paraekkles, 125. —261. 

Mptropolit. 128. — 280. 

Georgieviö Bartol. 127. — 288. 

32 



478 



Georgieviö Dimitrije. 322. 

Georg. 345, 

Joann. 310. — 474. 

Sava 333. — 476. 

G^rtiö Jakov. 357. — 409, 417. 
Gferäiö Grigorij. 343. — 442. 

Stephan. 357. — 451. 

Ginami Barthol. 132. — 281. 
Goiö AthanaBij. 355. — 389. 
Gunduliö Trojan. 127. 
Hadiiö Joann. 346. — 388, 392, 397, 

398, 399, 414, 428. 

Paul. 332. — 451. 

Helena, Voje?odin. 129. 
Jakob aus Kamen a rcka. 127. — 274. 
JakovUevi(i Joann. 354. -> 390. 
Jaköiö Grigor. 559. — 387, 428. 
Jankovii^ Emanuil. 322. — 400, 402, 

447. 
Theodor Joannoviö. 321. — 

439, 441. 
Jeleniß Aaron. 335. — 386. 
Jelefiiö Marko. 359. — 400, 404. 
IgiyatOTiö MoJ8ej. 331. — 399, 401, 

402, 412,' 433, 436, 440, 442, 443. 
J\\6 Sevaetian. 343. — 378, 389, 435. 

Timotej. 555.-390, 399, 408. 

Joann Svetogorac. 129. — 282. 
Joannoviö Evgen^. 357. — 870. 

Evthymij (1796). 328. — 420. 

(1809). 336. — 423, 454. 

Ignaz. 345. 

Joann. 323. 

Josif. 357. — 473. 

Petar. 3U. — 388. 

Vasily. 346. — 400, 401, 409, 

424, 443. 

Vikentij. 301. 

Johann Alexander. 128. 

JoBi<i Kosma. 327. — 411. 441. 

Josifoviö Anton. 331. — 385, 402. 

— — 8imeon. 555. — 471. 

Isaija, Ilieromon. 124. 

iBajloviö Dimitrij. 339. — 373, 388, 

421, 428. 
Julinac Paul. 809. — 405, 418. 
Karadi^iö Vnk Stephanoviö. 340. — 

365, 369, 370, 878, 375, 378, 879, 

410, 415, 424, 465. 
Kengelac Paul. 336. — 417, 426, 447. 
Konstantin, Philosoph. iJ^i.— 244, 247. 

Hegumen. 303. 

Koresi, Diakon. 128. ~ 279, 280. 
Kovaöevi<5 Gavriil. 333. — 392, 395, 

396, 397. 
Kovaöiö Vasilij. 837. — 433, 471. 
KngkoY Jakob. 128. — 275, 276. 
Kraljeviö Benedikt. 336. - 467. 
Kri^aniö Jurko. 132. — 247. 



Enzmaniö Epbrem. 359. — 474. 
— — Peter. 343. — 454. 
Kyprian, Metropolit 118. 
Lazareviö Georgij. 555. — 413. 

Joann. 332. 

Lazar. 356. — 403. 

-r - Milofi. 343. - 4Xy7, 409, 447. 

Nikolai. 329. — 405, 424. 

Paul Georgieviö. 342. — 411. 

Sava. 320. — 376. 

Lazarovi<5 Ephrem. 335. — 381, 416, 

435. 
Lazio Grigorij. 545. — 373, 429, 434, 

448. 
Levakovi<5 Raphael. 131. — 287. 
Ljubaviö Georg. 125. — 258. 
Theodor, Hieromonach. 125. 

126. — 258, 260, 265. 
Lustina Vikentij. 327. — 372, 427. 
Magaraäeviö Georg. 344. —.373, 407, 

414, 417, 420, 422, 424, 435. 
Makarije, Hierom. 123. — 251—253. 
Malefieviö Manuil. 335. — 470. 
Mardarije, Hieromon. 126. — 266, 

269, 273. 
Marinkoviö Konstantin. 555. — 387, 

421. 
MarkoTiÄ Stephan. 358. — 374, 40 8 

409, 410, 431, 437. 
Mati<5 Peter. 347. — 398, 408. 
Matiieviö Stephan. 131. — 287. 
Maxim, Heil. 122. 

Hierom. (1540). 126. — 228. 

(n. 1700). 131. — 197. 

Maximov oder Maximoriö Alexander. 
- 836. 
Maximoviö Avraam. 334. — 450, 470. 

Michail. 322. — 409, 411, 476, 

Uro§. 344. — 438. 

Mirkalj Sava. 336. — 365, 370. 
Mesaroviö Nikolaj. 341. — 401, 410. 
Method, Bischof. 114. 
Michajloviö Eustatij. 353. — 408. 
Pantelejmon. 342. — 421, 430, 

439. 

Paal Roia. 558. — 403. 

Michaljcvi<i Georgij. 332. — 387, 391, 

446, 464. 
Michalovid Lazar. 342. — 454. 
Michnje Johann. 128. 
Milan. 126. — 266. 
Miletiö Lazar. 344 — 471, 473. 
Milivoin Joann von. 322. — 452. 
Milkoviö Joannikij. 331. — 427. 
Milofieviö Stephan. 545. — 431. 
Milovuk Joaif. 356. — 377, 415. 
Milutinovic Simeon. 347. — 379, 898, 

400. 
Miokoviö Joann. 341. — 428, 438. 



479 



Mhrde Joann. 126, 
M1adenoTi<i D. 880. 

Sopbrontj. 306, 

Mojsej, Hierodiakon. 125. — 268. 
Morvay Alexander. 307, — 418. 
MoBtanki Joann Popoviö. 342. — 430. 
Mrazo?i<i Avraam. 326, — 367, 868, 

378, 885, 403, 404, 433, 441, 

443 448. 
MnSicki' Lakian. 328. ^ 367, 368, 

370, 383, 384, 386, 393, 428. 
Mnfikatiroviii Joann. 322. — 377, 476. 
Nalbanovic Dimitrij. 333. — 386. 
Nenadoviö Paul v. (1745). 303. — 

453. 

(1765). :i07. 

Neophytovi^ Dimitrij. 358. — 461. 
Nestoroyiö üroß Stephan. 337. — 

411. 
NeSiö Dimitrij. 343. — 463. 
NeSkoviö Athanasij. 331. — 419- 
Nikanor, Hieromon. 128. — 193. 
Nikoliii Athanasij. 352. — 379, 404, 

409 415 445. 
Novakoviü Dionysij. 302. — 460, 466. 

Stephin von. 323. -— 425, 448. 

Obradoviö Doßithej. 310. — 382, 398, 

412, 423, 433, 434, 468, 465, 469. 

Grigorij. .329. — BJK). 

Orbini Mavro. 132. - 291. 
Orphelin Zacharia. 308. — 363, 365, 

366, 371, 380, 381, 414, 423, 

426, 432. 446, 449, 460, 473, 

476, 476. 
Pachomij, Logothet (1460). 121. 

Hieromon. (1519). 125. — 2b7. 

(1700). 129. — 224. 

Padiö Joann. 355. — 876, 379. 
Paisije, Patriarch. 129. — 246. 
Pankratij, Hieromon. 124. — 198. 
Pantelin Georgij. 359. — 453. 
Parivodski Isaia. 310. — 460. 
Pavloviö Theodor. .356. — 412, 414, 

486. 
Pei^S Philipp. 353. — 389. 
Pejakoviö Joann. 329. — 442. 
Pejöiö KonsUntin. 353. — 403, 451, 

465. 
Pejkiö Christophor. 133. — 294. 
Petroviö Avraam. 324. — 470. 

Georg. 328. — 371. 

Makarij. 303. 

Petor. 328. — 380, 42(J. 

Simon. 338. — 454. 

Vasilij. 307. — 418. 

Philippoviö Konst. Alexg. 320. 

Stephan. 334. — 442. 

Pisaroviö Dominik. 357. — 409. 
Popoviö Dionysij. .5;38.— 427, 463, 467. 



Popovi<5 Evthyraij. 344. — 377, 889, 

390, 395, 398, 422. 

Georgij. 341. — 468, 474. 

Joana 535. — 386, 389, 406. 

Stephan. 354. — 389. 

399, 400, 401, 403, 408, 424. 

MiloÄ. 335. — 887. 

Sava. 333. 

Sophronij. 304. 

Stephan. 356. — 390. 

PoBiloviö Paul. 132. — 292. 
Prodanoviö Sava. 329. — 422. 
ProtiiS Vasilij. 320. — 472. 
Putnik Josif. 330. — 462. 
Radivojeviö Juliana. 354. — 416, 443. 
Radoje, Diakon. 125. — 260. 
Radoni6. 341. 
Radoaav. 121. — 195. 
Radul, Diakon. 126, 127. — 274. 
Rai<5 Joann. 304. — 385, 398, 399, 

418, 419, 425, 426, 429, 462, 

468, 469, 472. 
Stephan. 326. — 393 , 439, 

464, 475. 
Railovic Raphaii. S04. 
Rakiö Vikentij. 32iy. -^ 377, 381, 391, 

394, 895, 427, 451, 459, 468, 

470, 472, 478, 474, 475, 476. 
Raäic Maxim. 329. 
Ruböiö Stephan. 118. — 242. 
Rukoslav Joann. 336. — 440, 448. 
Ruiyanin Petar. 338. — 442. 
Öaranda Petar. 335. — 399. 
Sava, Heil. 111. — 202. 
Sekerefi Athanasij. 320. — 372, 464. 
Sokoloviii Petar. 354. — 397. 
Solarid Paul. 333. — 362, 363, 364, 

369, 375, 887, 420, 425, 427, 

430, 482, 486, 437, 440, 446, 466. 
Stamatoviö Nikolaj von. 326. — 382, 

396. 

PauL 358. — 414. 

Steiö Joann. 353. — 413, 437, 461. 
Stephan, Fürst. 119. 

IsUian. 134. — 297. 

v. Skodra. 126. — 272, 273. 

StephanoviiS Dimitrij. 336. — 471. 

Stephau. 346. — 889, 400. 

Stipan JajCanin. 133. — 293, 294. 
Stojadinovie Paul Markov. 326.-376. 
Stojkoviö Athanasij. 330. — 378, 

385, 392, 405, 448, 456. 
Stojäiö' PeUr. 342. — 418, 483. 
Stratimirovid v. Kulpin, Steph. .324. 

— 869, 392. 
Suli6 Joann. 344. — 390. 
Svetiö Milos siehe Hadi^Jd. 
Simiö Nikoli^. 3.94. — 381. 406, 410, 

411, 412, 422, 425, 432, 436, 438. 



480 

Temler Christian Friedrich. 309. — 
372. 

Teriw6Grigorij. 5J26. — 382, 397. 
405. 

Theodor, Grammatiker. 115. — 205. 

Hieromonachjs.Ljubaviö Theo- 
dor. 

TheodoroTiö Athanasij. 344. 

2ivan. 356. — 408. 

Theodoftij, Hieromon. 307. — 232. 
459. 

TheödOfelJe, triester. 1^5. — 261. 

Tirol Dimitry Pantelejmon. 343. — 
368, 371, 378, 415, 43ü, 431, 
434, 437. 438, 442, 444. 

Tököly Sava. 323. — 421, 440. 

Vaailjevici Vasilij. 358. — 365. 

Vezilid Alexij. 322. — 878, 391. 

Vidakovi^S Milovan. 333. — 369, 394, 
401, 406, 407, 412, 420, 471. 

Yirovac Petar. 358. — 454. 

Vitkoviö Joann. 345. — 471. 

Michail. 342. — 388, 393. 397, 

401, 403, 407. 

Petar. ^29. — 470. 

Vladisavljeviö Dimitrij. 358. — 372, 
409, 440. 



Vladisavljevie Michail. ^25.— 380,382 
Vlahovici Athanasy. 335. — 388, 412, 

468, 470. 
Vufteriö Petar. 358. — 4ül, 404. 
VuidJoakim. 333. — 371, 401, 402, 

403, 406, 410. 421, 430, 431. 

436, 447. 
VujanoY&ki Stephan. .^19.-367, 368, 

371, 426, 443. 
Vnkoviii v. Djuriö, Boüdar. 125. 

Sava. 353. — 444. 

Vincenz. 126. 

/acharieriö Georgij. 332. — 368, 

369, 370, 374, 435, 440. 
Zagaroviii Hieronym. 127. 
Zelle Gerasim. 346. — 424. 
Zmajevie Andreas. 132^ - 234. 
Zorie Georgij. 354. — 417. 
^efarovie Christophor. 302. — 416, 

453, 466. 
2ivanovie Jakov. 354. 

Syneajj. 309. 

iivko, Priester. 126. 127. — 274. 
2ivkovie Joann. 336. — 869, 406. 

Kyrill. 328. — 426, 474. 

Stephan. 341. — 407, 413, 

436. 



Terbesserungeii. 



Srite 236 ZeUe 


4 


Ton 


oben 1. = 191. 


„ 839 


rt 


3 


V 


„ Vasalij = Vasilij, 


» 346 


fi 


1 


n 


unten Divkoric = Djurkovie. 


„ 389 


n 


4 


n 


„ Boiwa = ToHia. 


;; 397 


7) 


4 


n 


„ Eojiijut = BoayH. 


» 400 


TU 


7 


n 


oben lejieiEHiia == lejienunia. 


, 409 


n 


13 


V 


unten CjiaÄHcaBJieBiraa = BjaAHcaB.ieÄH«ia. 


» 41)9 


f) 


8 


n 


„ Gersic = Onrcic. 


, «1 


n 


7 


n 


„ JlasapeBHva ^ »1 a 3 a p e b h ? a. 




a 691 



Druck ▼on 0. Sebr^yer A Ignas Fuchs, in Prag. 



S 



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