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Full text of "Geschichte des Buddhismus in der Mongolei"

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LIBRARY 

University of California. 



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Geschichte 



des 



Buddhismus in der Mongolei. 



Geschichte 



des 



Buddhismus in der Mongolei 



Ans dem Tibetischen 

des 

Jigs-med nam-mk'a 

herausgegeben, übersetzt und erläutert 

von 

Dr. Georg Huth, 

Privatdocent an dor Universität zu Berlin 



Erster Teil: 



Vorrede. Text Kritische Anmerkungen. 



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STRASSBURG 
KARL J. TRÜBNER. 

1892. 



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Herrn Professor Dr. Freiherrn 



Georg von der Gabelentz 



verehrungsvoll gewidmet. 



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Vorrede. 



Der Ausgabe des vorliegenden Werkes liegt eine von 
Schiefner angefertigte Abschrift des in dem Asiatischen 
Museum zu St. Petersburg befindlichen Holzdruckes zu 
Grunde: vgl. Melanges asiatiques, I, p. 414, no. 438b. 
Kurze Mitteilungen Ober denselben machte dieser Gelehrte 
bereits im Jahre 1851 in dem Bulletin historico-philo- 
logique der Petersburger Akademie (s. Mel. Asiat., I, 
pp. 414. 422 — 428. 437). Ein zweites Exemplar wird in 
dem Katalog der Bibliothek des Asiatischen Departements 
in Petersburg (1844) unter no. 505 erwähnt. 

Laut Angabe am Schluss des Textes (p. 284 fg.), 
wurde das Werk auf Anordnung des Zam-t c sa> eines la- 
maistischen Grosswürdenträgers, von dem hohen Geist- 
lichen oJigs-med nam-mk c a, dessen Lebenslauf in dem 
Werke selbst (pp. 225,3 — 228,n) geschildert wird, im Jahre 
1818 in bKra-sis dga-ldan bsad-sgrub gliii verfasst. Auch 
die Abfassung des Werkes in mongolischer Sprache wurde 
von Zam-t r sa angeordnet; ob aber dieser Befehl zur Aus- 
fahrung gelangte, wird nicht mitgeteilt. 



VIII 

Das erste Fünftel des Werkes enthält eine gedrängte 
Darstellung der politischen Geschichte der Mongolen, für 
welche der Verfasser nach seiner eigenen Mitteilung neben 
anderen mongolischen Geschichtswerken hauptsächlich 
das des Sanang Setsen benutzte. Dann folgt der Haupt- 
teil, die Geschichte des Buddhismus in der Mongolei, auf 
Grund tibetischer Quellen, namentlich der Biographieen 
der grossen lamaistischen Geistlichen und hohen Kirchen- 
fürsten. Die Darstellung beginnt mit der sehr eingehenden 
Erzählung der ersten Verbreitung der lamaistischen Lehre 
zugleich mit der Einführung der Schrift in der Mongolei 
durch das Priestergeschlecht der Sa-skya's, deren Haupt- 
vertreter uns in ausführlichen Biographieen geschildert 
werden. Des weiteren wird C c os-kyi <od-zer's wichtige 
Thätigkeit beschrieben und danach die minder bedeut- 
same Zeit bis zum Auftreten bTson-k c a-pa's, des Re- 
formators der lamaistischen Kirche, kurz behandelt. Von 
da ab wird ihre Ausbreitung und Fortentwickelung in der 
Form von Biographieen einer grossen Anzahl der ver- 
dienstvollsten und bekanntesten Sendboten und Lehrer 
des Lamaismus geschildert, deren unermüdlicher, allen 
Hindernissen und Gefahren des unwirtlichen Landes 
trotzender Eifer uns eine Vorstellung gestattet von dem 
religiösen Ernst dieser Männer wie von der tiefen, macht- 
vollen Wirkung, welche der Buddhismus auch auf die 
Gedanken und Gefühle der Völker Oentralasiens auszu- 
üben vermochte. 

Der Wert des vorliegenden Werkes für die Erforschung 
des Lamaismus liegt in der ausserordentlichen Fülle von 
Angaben über die inneren Verhältnisse, Zustände und 



IX 



Institutionen der verschiedensten Gebiete des lamaistisch- 
kirchlichen Lebens, die uns bisher grösstenteils ganz oder 
fast ganz unbekannt waren, und zu deren vollständiger 
Kenntnis und Erkenntnis allerdings auch noch andere 
Quellen benutzt werden mössen. Die Ausbildung, Lauf- 
bahn, Lehrthätigkeit und hierarchische Organisation der 
Geistlichkeit; die Entwicklung der buddhistisch-lamaisti- 
schen Lehren ; die Formen des Kultus und der priester- 
lichen Magie; die äussere Geschichte des Lamaismus in 
der Mongolei und zum Teil auch in Tibet; die religiöse 
Litteratur, namentlich der original - tibetische Teil der- 
selben: sie alle erhalten durch das Werk mannigfache 
und bedeutsame Aufhellung und werden unserer Kenntnis 
uud unserem Verständnis beträchtlich näher gebracht. 
Aber auch mit Bezug auf die politische Geschichte der 
Mongolen und ihrer Nachbaren, sowie auf die geographi- 
schen Verhältnisse ihrer Länder, wie auch betreffs ge- 
wisser sprachlicher Erscheinungen des Tibetischen, Mon- 
golischen und Chinesischen, speciell in lautgeschichtlicher 
Hinsicht erfährt unser Wissen vielfache Bereicherung. 
Die auf allen diesen Gebieten sich ergebenden Re- 
sultate beabsichtige ich in ihrer Gesamtheit zugleich mit 
eingehenden Einzeluntersuchungen im Anschluss an meine 
demnächst erscheinende Uebersetzung des vorliegenden 
Textes zu veröffentlichen. 

Es liegt mir noch die angenehme Pflicht ob, dem 
Hohen Königl. Preussischen Unterrichts -Ministerium für 
die gütige Unterstützung, durch welche mir die Publication 
dieses Werkes ermöglicht wurde, sowie der Königlichen 



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20 cfe$qx:v%:- Qgp& 1 gfi • tfjq-qV^' q*W qS^oj*! I 



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(^^•q^^-y^rq^Spi | 

^t%^-qg-q-^^ | 
^'^•^q-y^'ql^-q | 

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^•(^^•^^q-B^qSj | 16 



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S^^q^^^qnp^qsi | ^q^-q^tS£*r^q[;-g«r 

^^c-W^q^sj'^^-g-g^^sic-'q'i jg^-qftT^F* 15 
^tj^q'^^^^c'Sj'^rq^r j ^qr^'§'^*;q*r 



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qwrä*;^ | q'^'q^^i^^c'^'^rSj'^c'qs^'^' 
^1 «jS^fq^-q^-^igsr^F* | ^'^^TV^^'^^'ff 



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^•q^-=i|^^-q-|^^-^- *j*r-qw m ^cSfggaj- cfi$5W&[ 20 



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5 arq^-Sc- ^fq^T q'|^*F/ §^«r^' ^ft*r 5^'^fr 

Wrfrjaj- qi^-q?^- *|^T|*rq- ^g-q&rq- «NC'^p q^'^pr 
Vfc-SI&ffiffi] ^rq/q^'Sjg^' | q^wqfqprq^'S^* 

q^-flflj^Cj ^r^'i qwq^q^q^'si^w^p | 

^•^C'q|^-q^q-q | qgq*^'»K*^*j§pr^ | 
|-^-cr|^C?rq^^q'q|q^ | ET^q^Tar^qprq^^ | 

q^'ST|^r|r^|^'|^q-f 5I?T | gor^C-^q^arappi 1 

fl^^p^'ofaprqsraj | E-Sfq^apar^qprq'S^ | 
ort^-ETj^c^-q'^-si-gaj-q^'^c^-^-^-^'l^'^'^'SC 



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^q-q-rT|^^-g-^-^T|^-^-^-|^^-^ | 



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^•^•^•q^^-g-l^q^^-q-^c'^^-q | 

^q-q^^'^'^^f§^^-q^^q-^-%cr| | 

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^•^•^q^^'g-^^SW | 15 

^•^•^ar^^q-c^-q-S} | 






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^•q^q^'aj-^^-^^-g | 
^^'^•^^•q^C-q|^-q^'^'^c;-Q^ | 20 



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(^3^^'3fcq*r<*|)rq'$ | 



&.-..,. „Aw, 






V3 \D '>£ ^ NO 



*tf*\ 1 1 ! 



Anmerkungen im Text. 

pag. 4, Z. 8 zu 53°» I %** — Z. 9 zu Sjr^^W '. 
»fl»|-q-«aj-q^ _ Z. 11 zu fpTSJ | Jf^ — zu y 

3fa^r^T|<sf ; wqa^ _ z. i 2 zu ^*'2f : ojjca — 

pag. io, z. 8 zu £rf)*j : *r*zppR$^'i^'< : $fc; 
pag. i9, z. 7 zu ^lpi : <qs°$'***^|*nK — 



VJÜ 



Kritische Anmerkungen 

auf Grund der Schiefner 'sehen Copie. 

1,3 8fiV\ — 4,5 gp£ft — 5,19 das Ende dieses 
Verses ist nicht bezeichnet — 6,3 G^fÖj — 19 |pj. 
meine Verbesserung jSj* *J stützt sich auf Sanang Setsen, 
Geschichte der Ostmongolen (mongolisch), herausgegeben 
und Obersetzt von I. J. Schmidt, St. Petersburg 1829, 
p. 58,1 (59,2): negüri ( 4 lieu oü s'arrete un peuple nomade', 
Kowalewski, s.v.) 'Zugstrecke' — 7,2 äf^ftj*! — 5 *J|^*1 

— 8,6—7 äf^jSJ — 13 ^*2JQ^ ; meine Verbesserung^^ 

(s. 'Berichtigungen') stützt sich auf Sanang Setsen, p. 60,14: 
Chobol— i7q^-9,8*J^W«pi— sP^pf^ oder^f? 
undeutlich— ia|"^— 10,3 fö — 11,4 jjc'q oder «I? 
undeutlich — 12,19 3 — 13,2 3fa - 3 «rSfe — 5 
§*| _ 8 ^ - 14,5 g*l — 18,7 |fl - 9 |q) — 12 
ff*! — 19,1 SJCS^ — 20,12 c6^ — 23,2 § undeutlich 

— 24,1 gÄ*q*_- 2 g*f — 18 *\& — 25,5 -A|| — 19 

*?£ — 26,5 Sn&tJ — 16 ^PTOI — 27,13 ^ — u 2fWI 



vx 



— 30,2 q^ — 10 9* — 15 3 s^§*r* — 31,2 |C oder 
SC? undeutlich — 4 ^T^; ob meine Coniectur richtig 
ist, ist zweifelhaft; vielleicht ist ^ eine der vielen im 






Tibetischen üblichen Zusammenziehungen zweier Wörter 

— 16 ^ifSj — 32,2 ^ oder ^T? undeutlich — 10 §p — 
33,2 Ipjj ist vielleicht nur infolge der grossen Aehnlichkeit 
der Schriftzeichen statt Qn^W verschrieben; vgl. Z. 12 — 15 
|pr"jfc — 16 ^ — 34,7 *f sehr unsicher, vielleicht *I 

— ii «W oder q*I? undeutlich — 12 2fyq*f _ 15 5jr 
zfc — 35,14 *M) _ 36,u ^qftpi — ig GpTWs — n 
q£^ — 37,1 q$dj _ 7 Srfp — 17 qjfl - q'^q — 
38,4 SHÖf3f — 7 C$fc*f — 1^ — 39,2 | oder g? un- 
deutlich — 5 9jyrp _ 21 "*f^ — 40,5 SJTgiaj _ is ^ in 

%j fehlt — 41,n '^p^'^f ; meine Verbesserung stutzt 
sich auf 41,4 — 2iqin gp undeutlich — 42,1 *»|§*rW 
SJ — 43,3 <ö'2fc — 20 *'^ oder «&? undeutlich — 44,1 

/ \* >o -^ 

^ — io £pi — 16 ^C'5 — 45,3 q^ — 46,4 q$j _ 
11 q*?j _ 47,3 9p\ — q|R — 17 ^ — 19 «ISP'q' oder 
2f? undeutlich — 21 qtrjjarq^ — 48,3 q^ — 19 *fSfq 

— -21 q'§ — 50,5 vor ^W^ fehlt der senkrechte Strich 

— fi q^; dahinter fehlt, der senkrechte Strich — 10 
I«? — 51,8 *FftK— H §*! — 52,5 2P — 53,2 ^TO} 



VJ3 

— 9-io $*T§C - u w£$ — Q^T| _ 54,11 *ps# oder 
■If^ oder *T^$? undeutlich — 19 ^ — 55,9 in die- 
sem Verse ist eine Silbe zu viel — 13 Spf^F* — 56,13 

^jfl — 58,4 fjfSß&pi — 59,9 q^ — «orq^ — go, 13 

» — 64,9 in diesem Verse sind zwei Silben zu viel — 
65,io Qj& — 66,8 ^ÖfWI — 20 Pfl*| — y9Ä|(?) _ 
67, 15 §aj — 21 &$ — 68,7 sTRpq — 8 | undeutlich — 
17 «Jflpfcf — 69,10 SJ in 8^ undeutlich — 16 jk|?J _ 18 
vielleicht %'«!? vergl. übrigens 71,10 — 70,10 flwK'Sr 
$j^r| _ i7 Cj|-«5 — 71,6 8^ — io vielleicht qj|'«l? vgl. 
übrigens 69,18 — 13 qj&Wf — 15 ^'^ — 16 5fä5^ — 21 
SiajSroW — 72,16 ^OT*K — 73,2 g«f — 12 in dieser 
Zeile fehlt eine Verssilbe — 75,5 q^F* — 7 «ü — 12 
C\£Pl _ 14 M')^ - 3*W — 76,9 ^5fi'*W — 11 ^Of 
oder «jQf ? undeutlich — 78,4 ^ — 81,6 SftK — 82,8: 
^ — 83,20 S'*r*goi — 21 ^If3^| — 84,1 *$*•«$ — 
85,19 ^C'5r|^'B^: „im Holz-Mause-Jahr«, = A. D. 1242, 
was als Karma Bakshi's Geburtsjahr ganz falsch ist, vgl. 
J. A. S. Beng. 1889, p. 51. — 86,1 §j*J — 11 ^ — 14 
cprÄ _ 15 ^ _ 88,19 q&\S$ — 90.12 SflP&sOf— 
92,2 J^-8^- 93,3 ^ — 5 Jpj — 94,17 fjq — 

95,2 9|l*r*rjg — 4 jq — 97,11 ^gc — 98,15 gc _ 99,10 

19 



33° 



||c— *p — 100,12 *k£s'«]^ — 20 sjw;^ _ 101,3 1^ 

_ i5 q£jj — is qffcA — 102,5 qfjaj — 103,7 ^ — ii 

"^ _ 104,15*^51 _ ^'(S^) — 17 6^ — 20 flJ^i^ - 

105,7 jfc — 106,15 ^C'^v undeutlich — 109,8 SJSSj - 
13 q«^ — 18 e\spi _ no,ii g _ lll,ii im 2. Verse 
ist eine Silbe zu wenig — 16 ^W7| — 1 1 2,5 Q^C — 8 
der senkrechte Strich fehlt — 15 g*T«l — 113,2 "^j — 

8 "<qp*i _ i7 swm — 2o "fäc: — 1 14,2 ^C — 5 w*i 

oder «HOT? undeutlich — 7 ^ — 10 ^"W — 116,19 f 
$1 — 117,7 ^ST«F — 16 ^*«F — 118,3 q$BT«l — 4 
s^-q _ ig ^ —Sfi— 20 nj?jarq _ 119,2 q"fft — 5 

in diesem Verse ist eine Silbe zu viel. — 14 %f\ — 
122,16 fta — 124,7 ^WOWI — 126,21 «raj— 128,20^*^ 
jg^ _ a i c§o&T*p ... 130,3 §"^'^fai — 6 0^ — 9 
«x^ _ 12 q-"Ä| — 20 "^T^ — 1 31,14 «sr*fc — 15 W 

Z^ _ #S& _ 132 ,6 ffl? — 13 3&PWE — 133,18 §f"^ 
— 134,4*^5^ — 9 g*T«W — 135,1 $ — 9 6 — 13 

"fa] _ 136,10 "|C _ 15 q)_q"^q<^ _ 19^ — 137,14 
q&H __ 138,7 qffc — 139,n g — 140,20 «J — 141,3 
qsi^f — 15 ^N^, was in dem Zusammenhang jener Stelle 
falsch ist — 142,3 J^ — 5 ^'^**£^'^ — 20 «f — f 
Sf _ 143,3 «fqpi — 7 Sfcq — 13 $ — 17 *CTfi*f — 18 



4©? 

Sjsoj ._ 144,6 qc^qffcj — 12 ^ — 19 qffi - 147,12 
q|p]*f _ is crj^C _ i48,n ^ _ 151,18 8&&\ — 20 
$1^ _ 152,2 qJprq — f]'^*f — 158,8*^51 — 9 
2& _ 12 AS oder G<5? andeutlich — 18 GJCq — 154,13 
flqfl _ 14 SJE^ — 157,2 WÖ^ — fljOJ — 158,2 g"q 
_ 4 ^jfc*» — 6 ^rpa^sj — 13 ^ - 18 *]äfc'q^ _ 
1 59,2 K*Sfi — 6 ^"pV^ hinter *J gänzlich verderbt; 
aus (Jos-kyi ni-raa (ed. Sarat Chandra Das, J. A. S. 
Beng., 1882, p. 65,7) ergänzt — ^*J — 9^' 
cj _ 13 gq _ is JJ'apX^ — 160,4 q^»I — 161,i 
fppj - 19 gq^ — 162,8 |^ — 9*^5^ — 165,u s$T 
^ — 1 66,7 gpj — 18 ^f "1%^ — 19 in diesem Verse 
fehlen 2 Silben — 168,17 «j — 20 dgarq — 169,6 C\j£* 
q* — S$WC!"£J; die Wiederholung von CJ ist aber wohl 
nur dadurch verursacht worden, dass in Schiefner's 
Copie hinter CI die Zeile abbricht. — 15 * — 170,11 ^F> 
— 171,5 gcq^ _ 17 nrj — 20 qTprqsj— 172,13 a&lTF 
5 _ l73,3Qß*J — 9 Q£W — 12 statt <§'§ steht Sffjq 

*\i ND ^1 

„Feuer- Affen (-Jahr)", was aber in den Zusammenhang 
(vgl. Z. 9. 12. 13—14 auf derselben Seite) durchaus nicht 
passt. — ig ^SPi — 175,4 ^ oder 3^? undeutlich — 
c ^ — 7 *p — s ^1*T§ — 21 £ — 176,8 Tfi _ Tfj^ 

19* 



40? 



9 qfifi _ | _ 15 ^TJ _ g _ 18 |^C — 21 fjO! — 

177,5 1* — 178,6 ^ — 16 T^fi — 20-21 fift^ — 
179,9 «$$* — 13 ^f — 16 g — 19 flffr — 180,0 ^ 

— 19 £*T undeutlich — 1 8 1 ,3 T^ — 9 0^ — 20 g*J — 
183,3 ^ — 4 1^ _ 21 OTT^I — 184,2 j^ — 17 §* — 
186,ir> 3sR — 188,2 &*T?fc — 18 ^'pr^ — 190,2 8&f 
opam _ 17 qj*T£^ — 191,9 «jorq^ — jjfq — 192,3 
qppr^f— 7 «l^K*^ — 193,10 q£ — 194,2 gt; —7 
^51*3'*! — 9 der senkrechte Strich hinter ^Gfi'*I fehlt — 
195,1 Sfrj*! — 20 A** _ 197,14 &JTJ — 17 §S^f — 19 
QfipTQ^ — 198,9 üA — 200,3 3 — * &*TQ^ — 5 ^ 

^ — 14 Q^irlfa — 17 SRflFft «der ^^C? un- 
deutlich — 202,3 ^fl — 203,4 QX| — 7 SJ& — 8 |$ — 
10 ^^T^I — 12 3$äf _ is 5J* oder ^? undeutlich — 
204,16 |W _ 205,1 nj#2f*l — 5-6 in diesem Verse ist 
eine Silbe zu viel - 7^ oder ^? — 9 ^"^ — 11 |pT| 

— 21]^ - 206,3 qprg — |pi — 207,12 *^|ai oder 
^p\ ? undeutlich — ic ffc — 208,8 ^ — 209,9 g — 12 
«F| — 21^ — 210,4 hinter «Jfc fälschlich ein senkrechter 
Strich — 13 |3^ — 14 | — 21 §|Q^ — 211/> W& — 14 

Na ^ 

2}*]*! _ 212,5 *m — 7 ^'ÖW — 10 tfj oder 2f«5? un- 
deutlich — 213,15 £ — CJS^ — 214.ßYoder"^? undeut- 



NS 

13 



«3* 

lieh — u |C — 20 ^5T* — 21 5^ — 2l5,u |'^ — 16 
^ _ 20 *f3R oder ^'Sq? undeutlich - 216,6^ — 

8 "^T^C — 10 ^ oder "£? undeutlich — 16*^ — 
217,2 q§C — 9 ^ - 14^ — i 9 qßS«^— 2l8,u fl^nr 
q _ 15 SOJ _ 219,6 qfjft — 221,18 f^ — 222,7 &f — 
15 qflpr«!^ oder ^? undeutlich — 225,5 QJM] — flffl 
— 226,11 QflSJ — 227,8 Tf*f — n £ — 228,20 Q^jgC^T — 
229,6 ^T^fX — 17 ^C — 19 q^C — 230,3 Pj^W — 
231,5 mqqw — 12 Wf*W — 20 TO: — 232,7 OKT®j — 

9 hinter *) fehlt der senkrechte Strich — 12 ßI?T5^ — 
233,9 SIE^ — u qp _ 234,5*55? oder^V undeutlich — 
17 "$jMj _ 235,1 P^Ps - 12 ^ — 237,3 5-*JT 
5j^ _ 238,4 *p?»| — 21 dN — 240,18 ^*<S^ — 242,10 
q&'q oder R ? undeutlich — 20 Öfc — WTO — 243,2 
in ^ ist Jj undeutlich — 5 fQtiF> — » **«\ — 245,1 | 
_ 7*5: _ ^'q^oder^'q^? undeutlich — 246,6 «0| _ 
13 ^CP|?J — 15 P]^ — 247,2 in diesem Verse ist eine 
Silbe zu viel — 4 ^ oder ^C? undeutlich — 6 *^T^* 

_ 8 J — 9 5JPs — 16 Sfl| — 250,2 C^K — 15 §'^C — 17 

nrjq-'q*' _. 251,5 cwpi — 17 a«rq^ — 21 gpq — 252,4 
q|q|^ _ 17 ^sr^SJ _ 253,5 ^qlSJ — 18 §^— 19$*T 
q<s^ _ 254,9 q]<5fM^srs&SJ — 14 g^'5 — 15 ^ in ^$5 



ganz verderbt — 255,2 ^2f — 15 ^ — 17 sß^jj — 
257,4 §jq — l7i|pr£l^ — 258,14 hinter^ ein senkrechter 
Strich — 259,1 G$R — 3 ^ — 12 ^ oder ^? un- 
deutlich — 260,2 §^*| — 20 ^ — 2 % 61,6 qq^ — 9 9fc 
_ 9 _ 10 q?fa|?J _ 262,21 *\*f;q — 263,1 5fgc — 7§W 
q) _ i5 J^ — 20 ^35*1 — 264,4 p^ — 15 q^*^, wohl 
nur infolge eines Versehens Schiefner's, in dessen Copie 
die Seite nach dem ersten q^ abbricht. — 20^J — 265,5 
der Schluss dieses Verses ist nicht bezeichnet. — 12 
36&pi, cf. 266,5 _ 17 §3j — 21 gJoderSJ? undeutlich — 

266.7 SC — 15WI — 3C — 267,8^*1—267,12. 268,5.7. 

13. 15. 17. 269,8. 12. 14. IG. 270,2. 6. 14. IG. 18. 271,4. 6. 8. 
10. 12. 14. IG. 18. 272,2. 4. G. 8. 10. 273,2. 4. 8. 12. 14. IG. 18. 

274,2. 12. 16. 275,2. 4. 6. 8. die beiden letzten Silben sind 
in eine zusammengezogen. — 267,13 ^W| — g — r? 
*r^ — 19 STS 9 wohl nur durch das Abbrechen der Zeile 
nach dem ersten 3 in Schiefner's Copie veranlasst. — 

268.8 ?pi — 269,4 ^5j^ -5|^ ganz verderbt — 7 
pC — 15 ff*! undeutlich — 18 ^ — 270,11 JF — 271,4 
in dem ersten Verse fehlt eine Silbe — 5 ^$Tq^ — 
272,1G WI — 274,18 9*f — 276,9 ^C'SJ^ — G$*J — 19 
gq-q^ — 21 Q^C — 277,g qo^ — » ^ _ u der 



Schluss des ersten Verses ist nicht bezeichnet — 278,6 
*fi — 279,14 gC — 280,14 ^C'CI^ — 19 ^pipr — 
281,1 JjCW — 14 «^ — 20 C in ^C sehr undeutlich — 
282,7 ^ — i) W%( — is ^j — l» & — C^'^, was 
metri causa unzulässig ist — 283,9 dcPi — 284,5 ffo — 
16 q in ^gWT undeutlich — 285,2 ^ — n %?R%f. — 
286,3 ^ — 



Berichtigungen. 



pag. 8 Z. 13 



9 
25 
41 
52 
54 



;>o 



;>o 



3 
14 
11 

9 
18 



55 , 7 



*, 



9 
13 



statt *)?$f*f\ lies ^2Jor^ 






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61 Seitenzahl^ ©? 






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g. 94 Z. 5: statt ^ lies «J^ 



»5 



113 , 14 



„ 120 „ 3 



124 . 13 



„ 145 

n 177 



67 

80 

182 

194 

219 



1 
16 



178 „ 10 



189 „ 14 



, 14 
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resp. ^ 



Druck >on Gebr. Unger in Berlin. Schöne bergerstr. 17 a. 






Geschichte 



des 



Buddhismus in der Mongolei. 



w 















Geschichte 



des 



Buddhismus in der Mongolei 



Mit einer Einleitung: 



Politische Geschichte der Mongolen. 



Ans dem Tibetischen 

des 

Jigs -med nam-mka 



herausgegeben, übersetzt und erläutert 

Ton 

Dr. Georg Huth, 

PrivatdoceDt an der Universität zu Berlin. 



Zweiter Teil: 



Nachträge zum ersten Teil. Übersetzung. 



STRASSBURG. 
KARL J. TRÜBNER. 

1896. 



Dem Andenken 



meines geliebten Vaters. 



Vorrede. 



Als ich im Sommer 1892 den tibetischen Text des 
vorliegenden Werkes veröffentlichte, glaubte ich in der 
Vorrede das baldige Erscheinen der Übersetzung in Aus- 
sicht stellen zu dürfen. Diese Erwartung hat sich jedoch 
erst jetzt erfüllen lassen, da sich einerseits eine noch- 
malige Durcharbeitung des Inhalts und eingehende Vor- 
untersuchungen über einzelne Punkte als notwendig er- 
wiesen, andererseits eine Anzahl anderer Arbeiten, deren 
sofortige Inangriffnahme und Veröffentlichung mir wichtig 
erschien, mich lange Zeit in Anspruch nahm. Indess 
sind auch diese der vorliegenden Publikation in hohem 
Masse zu statten gekommen, nicht nur indirekt durch 
die Bereicherung und Vertiefung meiner zu ihrer Bear- 
beitung erforderlichen sprachlichen und realen Kennt- 
nisse, sondern vor allem dadurch, dass sie, auf Grund 
einer Fülle inhaltlicher Beziehungen zu diesem Werke, die 
Reichhaltigkeit, Gründlichkeit und historische 
Glaubwürdigkeit seiner Angaben auf dem Gebiete 
der Religions-, Litteratur- und politischen Geschichte der 
Mongolen und Tibeter in überraschendster Weise dar- 
gethan und sogar gezeigt haben, wie dieselben für so 
manche Frage überhaupt erst die Entscheidung bringen, 
so manchem Vorgang erst die richtige Beleuchtung 
geben und oft andere Quellen wesentlich ergänzen, 



Vorrede. 



Als ich im Sommer 1892 den tibetischen Text des 
vorliegenden Werkes veröffentlichte, glaubte ich in der 
Vorrede das baldige Erscheinen der Übersetzung in Aus- 
sicht stellen zu dürfen. Diese Erwartung hat sich jedoch 
erst jetzt erfüllen lassen, da sich einerseits eine noch- 
malige Durcharbeitung des Inhalts und eingehende Vor- 
untersuchungen über einzelne Punkte als notwendig er- 
wiesen, andererseits eine Anzahl anderer Arbeiten, deren 
sofortige Inangriffnahme und Veröffentlichung mir wichtig 
erschien, mich lange Zeit in Anspruch nahm. Indess 
sind auch diese der vorliegenden Publikation in hohem 
Masse zu statten gekommen, nicht nur indirekt durch 
die Bereicherung und Vertiefung meiner zu ihrer Bear- 
beitung erforderlichen sprachlichen und realen Kennt- 
nisse, sondern vor allem dadurch, dass sie, auf Grund 
einer Fülle inhaltlicher Beziehungen zu diesem Werke, die 
Reichhaltigkeit, Gründlichkeit und historische 
Glaubwürdigkeit seiner Angaben auf dem Gebiete 
der Religions-, Litteratur- und politischen Geschichte der 
Mongolen und Tibeter in überraschendster Weise dar- 
gethan und sogar gezeigt haben, wie dieselben für so 
manche Frage überhaupt erst die Entscheidung bringen, 
so manchem Vorgang erst die richtige Beleuchtung 
geben und oft andere Quellen wesentlich ergänzen, 



— vm — 

ja selbst zum Nachweise und zur Berichtigung 
grober Entstellungen und Fälschungen, die sich 
in diesen finden, dienen. Es ist hier nicht der Ort, die 
in jenen Arbeiten enthaltenen, zum Teil sehr umfang- 
reichen Momente zum Beweise fftr alles das noch einmal 
zusammenzustellen; ich muss mich daher mit einem Hin- 
weis auf diese Schriften und die speziell für das Gesagte 
in Betracht kommenden Stellen derselben begnügen: 

Die Inschriften von Tsaghan Baisin. Tibetisch- 
mongolischer Text. Mit einer Übersetzung, sowie sprach- 
lichen und historischen Erläuterungen herausgegeben. 
Leipzig 1894. — speziell pp. 24—28: Anm. 8. 12. 14. 27. 
28.31.33; pp. 48— 51: Anm. 4. 9. 12. 14. 18; pp. 55— 61; 
vgl. hierzu ferner meinen auf dem X. Internationalen 
Orientalisten-Congress zu Genf im September 1894 ge- 
haltenen Vortrag: Sur les inscriptions en langue 
tibetaine et mongole de Tsaghan Baisin, et sur 
le rapport de ces monuments avec „PHistoire 
du Bouddhisme en Mongolie", composee en 
tibetain par Jigs-med nam-mk'a, dessen Ver- 
öffentlichung in den Verhandlungen des Congresses gegen- 
wärtig vorbereitet wird. 

Note preliminaire sur l'inscription de Kiu- 
yong koan. (Suite.) Quatrieme partie: Les inscriptions 
mongoles: Journal Asiatique, 1895 (mars-avril), pp. 351 
bis 360. — speziell pp. 357— 3G0: note 5.9. 11. 19. 

Verzeichnis der im tibetischen Tanjur, Ab- 
teilung mDo (Sütra), Band 117 — 124, enthaltenen 
Werke: Sitzungsberichte der Kgl. Akademie der Wissen- 
schaften zu Berlin, 1895, pp. 267—286. — speziell p. 272. 



- I* _ 

Nachträgliche Ergebnisse bezüglich der 
chronologischen Ansetzung der Werke im 
tibetischen Tanjur, mDo, 117—124: ZDMG., Bd. 49 
(1895), pp. 279—284. — speziell p. 279. 

Einen weiteren Beweis für den hohen geschichtlichen 
Wert gewisser Partieen des Werkes wird eine andere 
von mir demnächst zu veröffentlichende Schrift liefern. 

So bestätigen alle diese Arbeiten durch die erfolg- 
reiche Verwertung der Angaben des vorliegenden Werkes 
für anderweitige Forschungen die hohe wissenschaftliche 
Bedeutung desselben, die ich ihm schon zuvor wegen 
der reichen und vielfältigen Ausbeute seines Inhalts rein 
an sich zugesprochen hatte (s. meine Vorrede zur Aus- 
gabe des Textes und meinen Vortrag „Hör c'os byun: 
Geschichte des Buddhismus in der Mongolei, 
in tibetischer Sprache", in den Transactions of the 
Ninth International Congress of Orientalists, London 
1893, vol. II, p. 636—641). — 

Um das Erscheinen der Übersetzung nicht noch 
länger hinauszuschieben, habe ich mich, unterstützt durch 
das freundliche und dankenswerte Entgegenkommen meines 
Herrn Verlegers, entschlossen, die Anmerkungen er- 
klärenden und historisch-kritischen Inhalts, 
auf welche ich bereits in den Fussnoten zur Übersetzung 
mehrfach Bezug genommen habe, sowie die Indices 
sämtlicher in der Übersetzung vorkommenden sanskriti- 
schen, tibetischen, chinesischen, mongolischen und sonstigen 
Eigennamen und Termini in einem besonderen 3. Teil 
zu veröffentlichen. Auch die text kritische Ver- 
gleichung meiner Ausgabe mit dem „gedruckten Exem- 



— X — 

plar" und der „von diesem etwas abweichenden Ab- 
schrift der Originalhandschrift des Verfassers" die sich 
(wie ich zur Vorrede zum 1. Teil, p. vn, nachzutragen 
habe) laut Mitteilung Wassiljews in den M. A. I, 363, 3—5 
in der ehemals Kasan'schen, später mit der Petersburger 
Universitätsbibliothek vereinigten Bibliothek befinden, so- 
wie mit den von Schiefner angefertigten und aus seinem 
Nachlass mir von Herrn Professor Grube freundlichst 
zur Benutzung Oberlassenen Abschriften von vier kleinen 
Prosapartieen (= pp. 18, 15-19, 19; 64, 13—66, 6; 83, 11 
bis 84, 6 und 103, 17—105, 10 meiner Ausgabe) und einer 
grösseren Anzahl in den Text eingestreuter Strophen 
(s. unten p. XXIX ff.) behalte ich mir aus dem bezeichneten 
Grunde für den 3. Teil vor. 



In Wehmut gedenke ich beim Abschluss dieses Teiles 
zweier Männer, die dem vorliegenden Werke ein un- 
erschöpfliches Interesse entgegenbrachten, und die ein 
seltsam tragisches Geschick wenige Tage nach einander 
dahinraffte: Professor Georg von der Gabelentz, dem 
ich in herzlicher Dankbarkeit für die eifrige Bethätigung 
seiner warmen Anteilnahme den ersten Band widmen 
durfte, und mein unvergesslicher Vater, der noch auf 
seinem Krankenlager, von dem er sich nicht mehr er- 
heben sollte, seiner Sorge um die Vollendung des Werkes 
tief rührenden Ausdruck gab. 

Januar 1896. Georg Huth. 



Inhalts -Übersicht. 

Seite 

Vorrede VII 

Erklärung der Abkürzungen und Verzeichnis der abgekürzt 

citierten Werke XIX 

Nachträge zum ersten Teil. 

A. Berichtigungen der Textausgabe .... XXIII 

B. Text-Emendationen XXV 

C. Bemerkungen über einige in den Text ein- 
gestreute Strophen XXVIII 



Übersetzung. 



Einleitung. 

Gebet an Buddha 1 

Gebet an einige berühmte Kirchenfürsten, die die Aus- 
breitung des Buddhismus in der Mongolei am meisten 

gefördert haben 2 

Inhalt und Einteilung des Werkes 3 

Erster Teil. 
Politische Geschichte der Mongolen. 

Einleitung: 

Geschichte des tibetischen Herrscherhauses 3 

Geschichte dos Buddhismus in Tibet 6 

Hauptstück: 
Geschichte des mongolischen Fürstengeschlechtes. 

I. Die Zeit bis zur Vertreibung der Mongolen 

aus China. 

Ursprung des Herrschergeschlechtes 10 

Die ersten Fürsten bis Cingis Khan 11 



— XII — 

Seite 

Cingis Khan 14 

Die Nachkommen von Cingis Khan's 2. Sohn 

Caghatai . . . .' 29 

Cingis Khan's Nachfolger bis Khubilai 29 

Khubilai 32 

Dessen Nachfolger bis Toghan Temür 35 

Toghan Temür 37 

II. Die Zeit bis zum Sturze des Legs-ldan Khutuktu: 

Die Fürsten bis Day au Khan 41 

Die Nachkommen des 1. Sohnes des Dayan Khan bis 

Legs-ldan Khutuktu 48 

Legs-ldan Khutuktu 49 

Episode: Geschichte des mongolischen Königssiegels 53 

III. Geschichte der Nachkommen des 3. Sohnes 

des Dayan Khan: 

Altan Khan 57 

Seine Nachkommen 58 

IV. Genealogie der späteren Fürsten: 

Die Nachkommen des 1. Sohnes des Dayan Khan (Fort- 
setzung) 60 

Die Nachkommen des 3. Sohnes des Dayan Khan (Fort- 
setzung) 60 

Die Nachkommen der übrigen Söhne des Dayan Khan . 61 
Die Nachkommen von Cingis Khan's Bruder Khabutu 

Khasar 62 

Die Nachkommen von Cingis Khan's übrigen Brüdern. 62 
Die Nachkommen von Cingis Khaifs Bruder Khabutu 

Khasar (Fortsetzung) 63 

Die Nachkommen einer Seitenlinie der mongolischen Fürsten 65 
Die Nachkommen von Cingis Khan's 2. Sohn Caghatai 

(Fortsetzung) 65 

Die Nachkommen von Cingis Khan's 1. Sohn Jüci . . 65 

Geschichte der Mih-Dynastie 66 

Geschichte der T f sin-Dynastie 73 



— xm — 



Zweiter Teil. 
Geschichte des Buddhismus in der Mongolei. 

Erster Abschnitt. 
Geschichte des Buddhismus in der Mongolei im allgemeinen. 

Einleitung. 

1. Dogmatisches. 

I. Der Buddha. Selte 

A. Das Wirken eines Buddha im allgemeinen .... 79 
Die Einteilung des Wirkens des Buddha Qäkyamuni 

im besonderen 80 

a) am Anfang: das Richten der Gedanken auf die 
Bodhi 81 

b) in der Mitte: die Anhäufung der „Ansammlungen" 81 

c) am Ende: die Samyaksambuddha- Werdung in 

den vier Kaya's: '. 83 

a) Svabhavakäya 85 

ß) Jriäna-Dharmakaya 86 

y) Sambhogakaya 86 

d) Nirmäuakäya 86 

B. Die Art des Wirkens eines Buddha zum Heile der 
Wesen 89 

2. Der Dharma. 

A. Begriff 

a) des Dharma im allgemeinen 92 

b) des gegenwärtigen Dharma 94 

B. Segensreiche Wirkung des Dharma infolge 

a) des Hörens 96 

b) des Nachdenkens 96 

c) des Meditierens 97 

C. Einteilung des Dharma: 

a) Agama^äsanani 97 

b) Gativäsanam 99 

II. Geschichtliches. 

Verbreitung der buddhistischen Lehre in Indien .... 100 
Ausbreitung der buddhistischen Lehre nach China ... 101 



— XIV — 



Uaupt8tück: 

Seite 

Prophezeiung über die Ausbreitung des Buddhismus in 

der Mongolei 103 

Die ersten Anfänge des Buddhismus in der Mongolei 
unter Cingis Khan (seine Huldigungsgesandtschaft an 
Sa(-skya-pa) cfen(-po) Kun-dga snin-po 1206 A.D.) 105 

Geschichte der Sa-skya-pa c r eii-po*s: 
Ursprung des Geschlechtes und Hauptglieder in der 

ältesten Zeit 106 

Biographie des K r on dkon-mc'og rgyal-po. . . 106 
Biographie des Kun-dga snin-po (1091 — 1157) . . 107 
Biographie des bSod-nams rtse-mo (1141 — 1184). 112 
Biographie desGrags-pa rgyal-mfsan (1146—1210) 114 
Biographie des Sa-skya Pan-cfen (geb. 1181) bis 

zu seinem Fortgang in die Mongolei 118 

Die ersten Anfänge des Buddhismus in der Mongolei unter 

Cingis Khan (Fortsetzung der Erzählung) .... 126 

Das Wirken des Sa-skya Pan-cfen (gest. 1250) iu der 

Mongolei unter Godan {1233—1250)*) 129 

Karma Bakäi (1203-1282) unter Münke {1251—1258) 

und Khubilai {1259—1295) (Biographie) 136 

P'ags-pa (1234-1279) unter Khubilai {1259—1295) 

(Biographie) 139 

— 

CTos-sku <od-zer unter Uljeitü {1296 — 1306) und 

Khaisan Kü\ük {1307— 1310) (Biographie). ... 160 

Don-yon rgyal-mt'san unter Buyantu {1311 — 1319) . 165 
bSod-nams rgyal-mt'san unter Gegen Khan {1320 — 

1322) v 165 

dGa-ba bsod-nams und Ses-rab sen-ge unter Yisun 

Temür {1323—1327) 166 

Rin-c f en dban-po unter Rin-c f en pags {1328) . . 166 

Nam-mk'a rgyal-mt'san unter Kosala {1328) . . . 166 
Te-äe8 rin-cen und Ran-byun rdo-rje unter Jiya- 

ghatu {1328-1331) 166 

Sans-rgya8 dpal unter Rin-cen dpal {1331) . . . 166 



1) Die kursiven Zahlen hinter den Namen der Fürsten bezeichnen die 
Regierungszeit derselben. 



— XV — 

Seite 

Kun-dga blo-gros und Rol-pai rdo-rje unter 

Toghan Temür {1332-1369) 166 

Biographie des Ran-byun rdo-rje (1283—1338) ... 167 
Biographie des Rol-pai rdo-rje (1339—1382) .... 169 
De-bzin y&egs-pa (1383-1414) unter Yun lu (1398— 

1419) (Biographie) 171 

Aufzählung seiner Inkarnationen, die gleich ihm als Kirchen- 

fürsten thätig waren 173 



Zweiter Abschnitt. 

Ausführliche Geschichte des durch bTson-ka-pa refor- 
mierten Buddhismus (dOe-lugs-pa-Lehre). 

Prophezeiung über bTson-k'a-pa's Wirken 175 

Biographie des bTsofi- k'a-p a (1356-1418) 176 

Aufzählung seiner Schüler 185 

Aussprüche über sein Wirken 186 

Byams-cen Cos-rje (1353—1434) unter Yun lu 

(1398—1419) (Biographie) v ... 189 

Amogha-pa, bSod-nams ses-rab und yZon-nu 

dpal-ldan unter Zon te (1420—1430) 199 

Der 3. Dalai Lama bSod-nams rgya-mt'so dpal bzari- 
po (1542—1587) unter Altan Khan (gest. 1582) und 
Senge Dügürüh Temür (1583-1586) (Biographie) 200 

Biographie des 4. Dalai Lama Yon-tan rgya-mt'so 

(1588—1615) 232 

Die Thaten des Gusri Gegen Khan (geb. 1581) zum 

Schutze der dGe-lugs-pa-Lehre 248 

Biographie des Ecige bla-ma 1ha btsun Neicitoyon 

(1556—1652) 253 

Wirken des Ilaghuksan Khutuktu unter T ai tsun 

Khan (von 1634 an) 261 

Der 5. Dalai Lama (rGyal-dbaü läa-pa) Nag-dban blo- 
bzan rgya-mfso (1616—1681) unter Zi tsu Sun 
te (1643—1660) (Biographie) 265 

Nag-dban blo-gros rgya-mt'so (geb. 1634) unter 
Zin tsu K'an zi bDe-skyid (1661—1721) (Bio- 
graphie) 269 



— XVI — 

v Seite 

Nag-dban blo-bzan cos-ldan (1641—1713) unter Ziä 

tsu K c aü fci bDe-skyid (1661—1721) (Biographie) 272 
Nag-dbafi cos-kyi rgya-mt'so (1679-1735) unter 

Zin tsu K'an *i bDe-skyid (1661-1721) (Bio- 

graphie) 280 

Wirken des Rol-pai rdo-rje undBlo-bzai'i bstan-pai 

ni-ma unter Zi tsun Yun ten (1722—1734) und 

K c yän lun lHas-skyon (1735—1795) 289 

Der Pan-cen rin-po-ce Blo-bzan dpal-ldan ye-ses 

dban-po (1737—1779) unter K'yän lun lHas-skyon 

(1735—1795) (Biographie) 299 

Aufzählung von Kirchenfürsten unter Saisiyultai liü- 

geltil Cyü ein (von 1795 an) 324 

Aufzählung der buddhistischen Prediger bei dun Khalkha 326 
Die Verbreitung des Buddhismus bei den Torghod . . 327 
Gründung von Predigtschulen im Gebiet von AlakSa und 

Uran 328 

Die Verbreitung des Buddhismus in anderen Gebieten der 

Mongolei 328 

Jam-dbyaös bzad-pa dKon-mc'og c jigs-med dban- 

po (1727 — 1790) unter dem Fürsten Khamuk Bayas- 

khulantu der Kharcor Tümed (Biographie) . . . 329 

Biographie des Nam-ink'a bzan-po 356 

Biographie seiner nächsten Inkarnation, des Jigs -med 

uara-mk f a, des Verfassers des vorliegenden Werkes 357 

Biographie des Blo-bzan don-grub 360 

Biographie seiner nächsten Inkarnation T c ub-bsian ni-nia 362 

Das Wirken des & Jam-dbyans bses-j'üen 364 

Gründung von Klöstern und Schulen im Gebiete der 

Mongholcin 366 

Wirken des Nag-dbari blo-gros 367 

Wirken des Blo-bzan p'un-t'sogs und des niT'u-stobs 

ni-ma 372 

Buddhistische Prediger bei den Küre und Aukhan . . 374 
Prediger des Byan-c'ub lam-gyi rim-pa. . ... 374 

u. a.: bKra-sis dar-rgyas 375 

Nag-dban don-grub dpal bzan-po (1747 

bis 1796) (Biographie) 376 

Nag-dban ses-rab 397 



— XVII — 

Seite 

Bericht über die Handhabung und die Gegenstände der 
Studien und Predigten in den verschiedenen Gebieten 
der Mongolei zur Zeit der Abfassung des ^vorliegenden 
Werkes 399 



Schilderung der berühmtesten Kultstätten und Heilig- 
tümer und ihrer Geschichte: 

Das Tsandan jo-bo in Pei-cin 408 

Der Wallfahrtsort Ri-bo rtse-lna (Pünfgipfliger 
Berg, Nu t'äi sän) in Nordchina 412 

Die beiden grossen weissen Stüpa in Ri-bo rtse- 
lna und Pei-ciü 414 

Der bronzene Elefant und der schreitende Stüpa 
in Alaksa . 414 

Die Bilder der sechzehn Sthavira's in Ban smug 
c'as can in China 414 

Die Heiligtümer in und bei Lyan jo an der 
Grenze von China und Tibet 416 



Anhang: Erörterungen über Einzelheiten der Religion. 

Die Lehre von dem Entschwinden aus dem Samsära . . 420 

Detaillierte Ausführung dieser Gedanken in 

73 Strophen aus dem Subhäshitam des 7. Dalai 

Lama Blo-bzan bskal-bzan rgya-mt e so . . 421 

Der unendliche Segen des Anschlusses an ausgezeichnete 

Kalyänamitra's , des Anhörens der Lehre und des 

Glaubens 434—445 

Hohes Verdienst dessen, der Religionsschriften 

erklärt 436—438 

Der richtige Weg zur Erfassung der heiligen 

Lehre 440 

Die Vorbedingung und die richtige Art der reli- 
giösen Belehrung 440 

Die drei Phasen des Studiums der Religion: Hören, 

Nachdenken, Meditieren 441 

Das Zusammenwirken des Lama's und des frommen 

Laien 444—445 

B 



— xvin — 

Seite 

Schlussgebete 445 

Veranlassung zur Abfassung des vorliegenden Werkes . . 446 
Mitarbeiter, Quellen, Ort und Zeit der Vollendung des 

Werkes 447 

Die Schreiber 448 

Segensspruch 448 

Berichtigung der Irrtümer und Drucklegung durch Blo- 

bzaÄ cos-op'el 449 

Schlussgebet des letzteren 449 



Zusätze und Berichtigungen zur Übersetzung 450 



Erklärung der Abkürzungen und Verzeichnis 
der abgekürzt citierten Werke. 

(Diejenigen Schriften, bei denen hier über die Art der Anfahrung; nichts be- 
merkt ist, sind nach Seiten und Zeilen citiert.) 

A. G. = Annales du Musee Guimet. Paris. 

Bendali = Catalogue of the Buddhist Sanskrit MSS. in the Uni- 
versity Library, Cambridge. By C. B endall. Cam- 
bridge 1883. 

Böhtlingk = Sanskrit -Wörterbuch in kürzerer Fassung, bear- 
beitet von Otto Böhtlingk. 7 Teile. St. Petersburg 
1879—1889. 

Böhtlingk, Nachtr. = Die Nachträge zu dem vorstehend ge- 
nannten Wörterbuch. St. Petersburg 1879—1889. 

Bull. = Schiefner, „Über die logischen und grammatischen 
Werke im Tanjur a , in: Bulletin de la classe historico- 
philologique de TAcademie Imperiale des Sciences de 
St. Petersbourg, Bd. IV (1848), pp. 284-302. 

Burnouf, Introd. = Introduction ä l'histoire du Bouddhisme indien, 
par E. Burnouf. 2'* me edit. Paris 1876. 

Qakyamuni = Schiefner, „eine tibetische Lebensbeschreibung 
Qäkyamuni's", in: Memoires des savants etrangers, 
St. Petersburg 1849, t. VI pp. 231—333. 

C. & E. = Catalogue of Buddhist Sanskrit MSS. in the possession 
of the R. A. S. (Hodgson Coll.), by E. B. Cowell and 
J. Eggeling. Hertford s.a. [auch im J. R. A. S., VIII 
(N. S.) (1876)]. 

Childers = Pali Dictionary, by R. Childers. London 1875. 

chin. = chinesisch. 

Dharmas. = The Dharmasamgraha. An ancient collection of 
Buddhist technical terms, prepared by Kenjiu Rasa- 
s' 



— XX — 

wara, ed. by Max Müller and H.Wenzel. (Anecdota 
Oxoniensia, Arian series, vol. I, part V.) Oxford 1885. 
Nach Kapiteln und Nummern citiert. 

Eitel = A Chinese Dictionary in the Cantonese Dialeit, by 
E. J. Eitel. London & Hongkong 1877. 

Eitel, Handb. = Handbook of Chiuese Buddhism, by E. J. Eitel. 
2 üd ed. London 1888. 

Foucaux = Grammaire de la langue tibetaine, par Ph. Ed. Fou- 
caux. Paris 1858. 

(ilr. = rüyal-rabs ysal-bai me-lon, „der die Königsgeschichte 
klar aufzeigende Spiegel", Geschichte Tibets in tibetischer 
Sprache. Mir liegt eine von Dr. Wenzel angefertigte 
und mir zur Benutzung überlassene Abschrift eines aus 
Jäschke's Besitz in den des British Museum über- 
gegangenen und dort unter no. 1 1 der tibetischen Drucke 
aufbewahrten Holzdruckes vor. — Nach Folios und 
Zeilen des letzteren citiert. 

Hunter = Catalogue of Sanskrit MSS., collected in Nepal by 
B. H. Hodgson. Compiled by W. W. Hunter. London 
1881. 

Jäschke = A Tibetan -English Dictionary, by H. A. Jäschke. 
London 1881. 

Jäschke, Gr. = Tibetan Grammar, by H. A. Jäschke. Second 
ed., prepared by Dr. H. Wenzel. London 1883. 

J. A. S. Bong. = Journal of the Asiatic Society of Bengal. 

Kanjur-Index = Der Index des Kanjur. Herausgeg. von der 
Kaiserl. Akademie der Wissenschaften und bevorwortet 
von I. J. Schmidt. St. Petersburg 1845. 

Kern ==■ Der Buddhismus und seine Geschichte in Indien, von 
H. Kern; übersetzt von H. Jacobi. 2 Bde. Leipzig 
1882—84. 

Koppen, H = Die Religion des Buddha von K. E. Koppen. 
Bd. II: Die lamaische Hierarchie und Kirche. Berlin 
1859. 

Kowal. =• Dictionnaire mongol-russe-frangais, par J. E. Kowa- 
lewski. (3 Bde.) Kasan 1844-49. 

M. = Mahävyutpatti (buddhistisch-terminologisches Wörterbuch 
in vier Sprachen): Sanskrit-Text, herausgegeben von 
Minayeff in seinem „Buddhismus: Untersuchungen und 



— XXI — 

Materialien" (russisch). Bd. I, Heft 2. St. Petersburg 
1887. — Nach Kapiteln und Nummern citiert. 

M'. = Dasselbe: Sanskrittext, aus der von Minayeff 1. c. (s. unter 
M.), Vorrede, p. V, no. 3 als M. bezeichneten Peters- 
burger Handschrift zusammen mit M. Tib. (s. unten) 
von Schiefner abgeschrieben und aus seinem Nachlass 
von Herrn Professor Grube mir zur Benutzung freund- 
lichst überlassen. — Nach Kapiteln und Nummern citiert. 

M. A. = Melanges Asiatiques, tires du Bulletin historico-philo- 
logique de l'Academie Imperiale des Sciences de 
St. Petersbourg. 

mong. = mongolisch. 

Ms. = Die meiner Ausgabe dieses Werkes zu Grunde liegende 
Schiefner'sche Abschrift des im Asiatischen Museum zu 
St. Petersburg befindlichen Holzdruckes (s. Vorrede zum 
1. Teil, p. VII). 

M. Tib. = Mahävyutpatti : Tibetischer Text. Näheres s. oben 
unter M'. — Nach Kapiteln und Nummern citiert. 

n. = Fussnote. 

Pantheon - Das Pantheon des Tschangtscha Hutuktu. Ein Bei- 
trag zur Iconographie des Lamaismus, von E. Pander, 
herausgeg. und mit Inhaltsverzeichnissen versehen von 
A. Grünwedel. (Aus den Veröffentlichungen des 
Kgl. Museums für Völkerkunde.) Berlin 1890. — Nach 
Nummern citiert. 

R. = Tibetische chronologische Tafel von 1026 — 1745 A. D., von 
Sum-pa mk'an-po. Von Sarat Chandra Das im J.A.S. 
Beug., 1889, p. 40—84 (vgl. p. 39) ins Englische übersetzt. 

R. Mitra = The Sanskrit Buddhist Literature of Nepal, by 
Räjendralala Mitra. Calcutta 1882. 

Rockhill = Tibet. A Geographical, Ethnological, and Historical 
Sketch, derived from Chinese sources. By W. W. Rock- 
hill, im Journal of the Royal Asiatic Society of Great 
Britain and Ireland, 1891. 

Schlagintweit = Le Bouddhisme au Tibet, par E. Schlagint- 
weit, traduit par Milloue (Annales du Musee Guimet, 
tome nP™). Paris 1881. 

skr. = Sanskrit. 

S. S. = Geschichte der Ostmongolen und ihres Fürstenhauses, 
verfasst von Sanang Setsen. Aus dem Mongolischen 



— xxn — 

übersetzt und mit dem Originaltext herausgeg. von 
I. J. Schmidt. St. Petersburg 1829. 

Tar. = Taranäthae de doctrinae buddhicae in India propagatione 
narratio. Contextum tibeticum edidit A. Schiefner. 
Petropoli 1868. 

Tar. Ueb. = Täranätha's Geschichte des Buddhismus in Indien, 
aus dem Tibetischen übersetzt von A. Schiefner. 
St. Petersburg 1869. 

tib. = tibetisch. 

Tj.-Verz. = Verzeichnis der im tibetischen Tanjur, Abteilung 
mDo (Sütra), Bd. 117—124 enthaltenen Werke, von 
(1. Huth, in den Sitzungsberichten der Kgl. Akademie 
der Wissenschaften zu Berlin, 1895, pp. 267 — 286. 

Trigl. = Buddhistische Triglotte, d. h. Sanskrit-tibetisch-mongo- 
lisches Wörterverzeichnis, herausgeg. von A. Schiefner. 
St. Petersburg 1859. — Nach Kapiteln und Nummern 
citiert. 

Ueberschr. = Ueberschrift. 

Verz. = Verzeichnis der tibetischen Handschriften und Holz- 
drucke im Asiatischen Museum der Kaiserl. Akademie 
der Wissenschaften, von I. J. Schmidt und 0. Böht- 
lingk. St. Petersburg 8. a. 

Wassiljew =■ Der Buddhismus. Seine Dogmen, Geschichte und 
Litteratur. Von W. W'assiljew. Aus dem Russischen 
übersetzt. St. Petersburg 1860. 

ZDMG. = Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesell- 
schaft. 



i 



Nachträge zum ersten Teil. 



A. Berichtigungen der Textausgabe. 

Die grossen Ziffern bezeichnen die Seiten, die kleinen die Zeilen. 
7, 12: statt S$C lies SßjC 



8, 13: die Berichtigung auf 

p. 295, 9 kommt in 
Fortfall. 

9, 7: pjS^ oder Jw^ unsicher. 
9, 13: statt 3 lies # 



10, 2: 
15, 6: 
15, 20: 
17, t: 
23,2: 



CS 









r 

die kritische Anm. auf 

p. 287, 16: „23, 2 ^ 

undeutlich" kommt in 
Fortfall. 

24, 8: statt (*{*$ lies ^j^ 

29,3: „ isA „ §«& 



32 

33 

34 

41 
41 
41 
41 

44 

44 



46 
40 
48 
48 
53 



21: statt Q^ lies Q^ 



5: 



2F 



S^ 



7: , ** „ ^ 
4: *^ oder äC, unsicher. 
4: statt <9?PT] lies *)W\ 

es es 

10: Qf „ «C 

11: V oder ?, unsicher. 

9: lies l?)fapf 

16: statt ^C'^ lies ^'^; 
vgl. die kritischen Anm. 
11: statt "^ lies ^ 

„ «NC 



12: 






21: „ 

9—10: statt ^*f§C lies 



5ii 



— XXIV — 



^?*r|p, vgl. die kritischen 
Anm. und p. 183, 19. 
55, 7: statt ^ lies ^ 



57, 20: 


n »fj n 


3 


61, 20: 


» ^ » 


^ 


63, 20: 


„ ^ „ 


^ 


65, 10: 


» °^ * 


c\&*| 


69, 10: 


„ ^ r, 


9^ 



87,3: „ «^ „ «^ 

90, 12: Die von mir ur- 
sprünglich verworfene Text- 
lesart ^£JWI (s. die kriti- 
schen Anm.) muss statt 
der von mir konjicierten 

Lesart ^C"$? eingesetzt 
werden. 
92, 1-6: Es sind je 3 Zeilen 
(je 6 Verse) zusammen- 
zufassen. 

99, 16: statt ^*J lies *»fi5| 






105, 8: „ 

106, 15: „ 

114, 2: „ 

114, 6: „ 

117,7: „ q^ „ q^ 



55 



55 



55 



f 



55 



118, 4: statt ^C lies ^ 



127, 2: 



55 



55 



1 



136,21: „^ „ £ 

l 

152, 19: „ Sl<&fq$! lies 

154, 9—10: der 2. und 3. Vers 
sind zusammenzufassen (s. 
die Text-Emendationen). 

159, 7: statt ßSW lies pW 

170, 6: „ q5C ,, q3C 

172,14: „ "|^ „ | 

186,15: „ «$C'S^ „ ^C'SF- 

187,10: „ qm „ q*W 

210,8: „ ^qoj „ ^qoj 



216, io: „ <$ 



» 



<5 



216, 12: „ ?J«1 „ ^51 

237, 18: <*?| ist einmal zu 

streichen. 
247, 15 : statt a$N lies Q$M 

» 1 



266,19: „ 

269, 13: „ 5j£ „ SJÖ^ 

277,21: „ ^ „ ffl 
287, 18: hinter W! füge ein: 
21 3K 



XXV 



289, 14: statt «W? lies q«l 

289, 17—19: Diese Zeilen 
müssen folgendermassen ab- 
geändert werden: „Im Ms. 

steht ^if^-aft; $p?tf 

$$fc, 'im (weiblichen) 
Holz-Vogel-Jahr\ = A. D. 
1224, würde ganz falsch 
sein, da nach J.A.S.Beng. 



1889, p. 51 Karma Baksi 
A.D. 1203 geboren wurde; 

deshalb habe ich ^C^§^' 

ßJ^v, 4 im (männlichen) Holz- 

Mause-Jahr', = A. D. 1203, 
konjiciert." 

293, 22: vor^ ist einzufügen : 

SR 



B. Text-Emendationen. 



7, 1 : statt *j$^ lies SJ§5^ 



8,21: 


» -3^ ■>■> 




8, 21: 


„ Tift „ 


*Wp» 


9, 3: 


„ ^ „ 


^ 


10, 5: 




\ 


22, U: 


„ ^ „ 


Q%jW 


23, 15: 


„ T*W „ 


r*w 


24,17: 


„ ^ „ 


"%*[Q 


31, 4: 


1 • 1 * * ^ 


lies 'MR 



35, 10: statt SF| lies ^ 



35, 16: „ ^C 



19 



^C 



36, 2: „ q^'q^ „ q^xj 

36, 18: „ ^ „ 3^ 

37, 16: „ * ^ 



99 



vgl. die kritischen Anm. 
31, 8: statt «J lies p 

vgl. die kritischen Anm. 



37,21: „ TjJ „ Hß 
: 38, 7 : „ Q$C*f „ Q^C*J 
(aus G\CöWJ konjiciert). 
40, 7: statt *F|$T lies R%fa 
44,11: „ 3p| „ 2f^| 

45,15: „ =T|^ „ =qc 



48, 18: „ OJ51 



99 



«TSl 



— XXVI — 



50, 3: statt 5^ 


lies ^ 


53,4: „ ^ 


- "^ 


55, 16: „ gai 


- S" 


61,6: „ 3jq 
68, 18: „ ffc 





131,2: stattl'^ I. IST^C 
132, 17: „ *T«I]*1 „ *r^ 



136, is: „ g*q 

138, 14: „ SJ£^ 



91 



15 



w 



srä^ 



73,2: „ S^J „ f** 

73, 12: „ %fl\ ,, cf^ 

damit 9 Silben heraus- 
kommen. 

79, 13: statt ^ lies ^'*J 
94,3: ,,^a}-^„^q-^ 

99,16: „ ^ „ ^ 

105,19: „ fWf „ <W| 
(J.A.S.Beng. 1882, p.6 1,15: 

106,18: statt tXfS lies Sfc 
114, 12: „ 3& „ 3&J 



141,3: ., gw „ *;m: 

im Ms. steht g$W (vgl. 
die kritischen Anm.); meine 
neue Konjektur stützt sich 
auf die Analogie des parallel 
stehenden Instrumentalis 
affi^ofijfi auf Z. 4. 

144, l: statt (^J*f lies Qpjfi 

144, 6: „ §^ l ies 3 C > wie 
im Ms. richtig steht (s. die 
kritischen Anm.). 

152, 16: statt ^C lies 



^ 



117, 20: 

118, 17: 
125,20: 
130, 18: 
1 30, 19 : 






« 



5? 



51 



« 



vgl. unten p. 206,18 und n.9. 



153,5: „ CK 



?? 






5 



153,6: ., 

154,9.10 „ *Wfq „ ««p; 

es handelt sich demnach 
um einen 7 silbigen und 
zwei 6 silbige Verse. 
154, 12: $f ist zu streichen. 

168, 4: statt 2J^ lies 2Jc 
168, 19: „ ^ „ C 



— xxvn — 



172, 16: statt »F, lies »K 
178,4: „ (§C „ <3fc 
1 88, 2 : „ ÄTlf^ l.&'Sfäft ; 

im Ms.: <3fc*r?fc (s. die 
kritischen Anm.). 
191, 0: statt SR lies ^ 

197,17: „ g^T „ $f$ 
204,3: „ fjjSW „ fym 

221,2: „ Sft „ IJC 



223, 13: „ ^TjO, 



235. 5: 



51 



^ 



11 



11 



W 



23C, 15: ,y» q-J)*? „ qj*! 
239, 12: „ g^ „ »gq*«$ 

242, lo : hinter QpTgSfl ist 

°\ oder °W einzuschieben. 

242, 14: statt 3fl lies jp 

243,K): ,, «f^pj „ q*p? 

247, 4: „ ^ lies GE, vgl. 
auch die kritischen Anm. 



247,19: statt \*$f lies £*T 

249,18: „ UJ* li es WR 
252,11: „ fC „ §* 
254,6: „ ff«^ „ p*3^ 



255, 17: 


H 


«IBf 


>1 


qa^l 


256, 8: 


11 




11 


^ 


258, 3: 


?? 


^ 


«1 


^ 


259,21: 


11 


äffc 


11 


^ 



263, io: „ afpi^r „ *pr*j 

263, 10: h| ist zu streichen. 

265, 21: statt & (im Ms. un- 
.. deutlich, s. die kritischen 

Anm.) lies $ 

266, 10: statt 0^ lies oQo| 
266, 20: ., Sfc^ „ *fc'f 



270,5: „ q$p 
277, 12: „ % 



?5 



^ 






— XXVIII — 

C. Bemerkungen über die eingestreuten Strophen. 

1. Die Quellen. 

Bei vielen in den Text eingestreuten Strophen ist 
nur der Verfasser (Sa-skya Pandita oder Nägärjuna) 
angegeben, jedoch ist es mir möglich gewesen, bei den 
meisten von ihnen die Quellen genau festzustellen: es 
sind dies: 

S. = Sa-skya Pandita's Subhäshitaratnanidhi 
(Legs -par bsad-pa rin-po-c c ei j'ter): 454 
Strophen, von denen 234 von Csoma de Koros im 
J.A.S.Beng., Bd. 24(1855) p.Hlff. und Bd. 25 (1856) 
p. 257 ff. mit einer englischen Übersetzung heraus- 
gegeben wurden (Cs.). (Eine Auswahl von 134 Strophen 
hieraus mit französischer Übertragung ist Foucaux' 
4 Le tresor des belles paroles', Paris 1858.) Ausser- 
dem liegen mir aus dem Nachlasse Schiefners seine 
Abschriften einer Petersburger Handschrift (S p .) und 
einer Handschrift des India Office in London (S r ) vor. 

P. = Prajnä^atakanämaprakaranam (Ses-rab 
brgya-pa zes bya-bai rab-tu byed-pa), dem 
Nägärjuna zugeschrieben: im Tanjur, Abteilung 
mDo (Sütra), Bd. 123: fol. 161a— 165a der Aus- 
gabe von Potala = fol. 140b — 145a der Ausgabe von 
Peking; von letzterer, die sich im Asiatischen Museum 
zu St. Petersburg befindet, liegt mir eine Abschrift 
Schiefners aus seinem Nachlass vor. — Vgl. Bull. 301, 
Tj.-Verz. 274. 

N. = Nitifjästraprajnädanda (Lugs-kyi bstan- 
beos ses-rab sdon-bu), dem Nägärjuna zuge- 



— XXIX — 

schrieben: im Tanjur, mDo, Bd. 123, fol. 165a bis 
176a (Potala) = fol. 145a — 156b (Peking); von 
letzterer Ausgabe liegt mir eine Abschrift Schiefners 
aus seinem Nachlass vor. — Vgl. Bull. 301, Tj.- 
Verz. 274. 

Von einem grossen Teil der aus diesen Werken ent- 
lehnten und hier vorliegenden Strophen befindet sich 
eine besondere Zusammenstellung (Z.) Schiefners in 
seinem Nachlass. 

Einige Strophen von S., P. und N. hat Schiefner 
auch in seinen Anmerkungen zu Böhtlingks „Indischen 
Sprüchen", 3 Bde., 2. Aufl., St. Petersburg 1870—73, 
herausgegeben und übersetzt. 

Übersicht über die hier vorliegenden Strophen 

aus diesen Quellen. 

Die Strophen des vorliegenden Werkes sind nach dessen Seiten und Zeilen, 
die von S. nach Kapiteln und Strophennummern, die von P. und N. nach 
fortlaufenden Strophennummern citicrt. — Die in der oben erwähnten be- 
sonderen Zusammenstellung sowie die bei Csoma, Foucaux und Schiefner (in 
Böhtlingks „Indischen Sprüchen* ) (s. oben) vorkommenden Strophen sind 
durch in Klammern beigefügtes Z., Cs., F. und B.-Schf. nebst fortlaufender 
Strophennummer der betreffenden Sammlung bezeichnet. 



8, l = P. 39 (Z.). 
1 2, 13 = S. II, 28 (Cs. 33, 

B.-Schf. II, zu 2132). 
13,6 = S.VII,5(Z.,Cs.l39). 
13, 13 = P. 77 (Z.). 
14, ir, = N. 96 (Z., B.-Schf. 

I, zu 469). 



15, lü = S. VII, 2 (Z., Cs. 

137, F. 79). 
17, 4 = S. V, 26 (Z.). 
17,ii = N. 1 (Z.). 
19, 19 = S. II, 9 (Z.). 
20, 2 = S. VI, 44 1 ) (Z., Cs. 

124, F. 7ö). 



1) In Z. steht die Bleistiftnotiz VI, 44 ohne jeden weiteren Zusatz. 



— XXX — 



20,8 = S.VI,9 1 )(Z.,Cs.99). 

21, n = P. 31 (Z.). 

21, 17 = P. 47 (Z.). 

25, 10 = P. 25 (Z.). 

25, 13 = S. V, 28 (Z., Cs. 

92, F. 48). 
27, 12 = S. V, 25 (Z., Cs. 

91, F. 47). 
27, 20 = S. V, 9 (Z.). 
29, 12 = N. 81 (Z.). 
31, i = S. IV, 34 (Z.) 
31,4 = S. VII, 34 s ) (Z., Cs. 

157, F. 89). 
32, 2 = S. V, 35 (Z.). 
34, 7 = S. V, 38 (Z., Cs. 94, 

F. 50). 
34, 20 = N. 3 (Z., B.-Schf. I, 

zu 694). 



35,9 = N. 173 (Z., B.-Schf. 

II, zu 3197). 
35, 12 = S. V, 1 (Z., Cs. 86). 
35,20 =S. VII, 27 (Z.,Cs.l53). 
36, 21 = P. 61 (Z., B.-Schf. 

II, zu 2335). 
39, 15 = S. IV, 5 (Cs. 1 G 1 , 

F. 29). 

40.5 = S. I, 15. 

49, 2 = S. VI, 26 (Z.). 

49, 13: Nägarjuna 8 , (Z.). 

50, 2: Nägarjuna 3 ) (Z.). 

51.6 = P. 13 (Z). 
51, 15 = P. 23 (Z.). 
52, u = S. V, 18 (Z.) 
55, 6: Nägarjuna 3 ). 
74, 12: 



74, 14: 



Sa-skya Pandita 4 ). 



1) Der Text schreibt diese Strophe irrtümlicher Weise dem 
Nägarjuna zu. 

2) In Z. steht (ohne jeden weiteren Zusatz) die Bleistiftnotiz VI, 30 
statt VII, 34, ein Irrtum, der wohl durch das gleiche Anfangswort 
(ha-can) beider Strophen in S. veranlasst wnrde. 

3) Diese als von Nägarjuna herrührend bezeichneten fünf 
Strophen habe ich weder in P. und N. noch in dem ihm gleichfalls zu- 
geschriebenen Werke Lugs-kyi bstan-c'os skye-bo vso-bai 
t'igs-pa zes bya-ba (dessen verderbten Skr.-Titel Schiefner in 
Jana püj an o päy anäman itic&stram rekonstruiert) (Tanjur, müo, 
Bd. 123: vgl. Bull. 301, Tj.-Verz. 274) gefunden. 

4) Im Text (vgl. uuten die Übersetzung p. 119, 18) werden diese 
Strophen als ein „Ausspruch des Herrn selbst" bezeichnet, der nach 
dem ganzen Zusammenhang (vgl. unten p. 118 fg.) wohl nur Sa-skya 
Pandita, schwerlich Grags-pa rgyal-mt'san sein kann. In S. 
aber habe ich diese Strophen nicht gefunden. 



— XXXI — 

86,18: Nägärjuna 1 ) (Z.). i 165,12: 



87, io: Nägärjuna 1 ) (Z.). 



165,14:1 Sa " sk y a Pa, . u ) ita2 > 
266, 15 = P. 88. 



2. Die wichtigsten Resultate der Textvergleichung. 

13, 7: Bei weitem vorzuziehen ist die Lesart von Z. S p . 

S,. Cs. : ^'^^^'5^1'^'a wegen des besseren 

Sinnes und vielleicht auch wegen des in tibetischen 
Versen so häufigen trochäischen Rythmus, der durch 
dieselbe hergestellt wird. Es ist in Anlehnung an 
Cs. zu übersetzen: „Fressen etwa andere Tiere einen 
Löwen ausser den Würmern in seinem Körper?" 

15, io: Cs. (F.) ^'f^'S'T^I, was Cs. fälschlich 'to 

act indiscretely' übersetzt, während F. richtig 'me- 

diter des choses impossibles' hat — ^5T^"^ 

wird wohl mit Cs. und F. durch 'mit Starken streiten' 
zu übersetzen sein (richtiger als meine Übersetzung: 

p. 24, 4) — 15, ll: Cs. (F.) 3^'^*^ c to be 

passionate for the female sex' — Cs. (F.) Q^C"(^E(^ 

'to cleave to what is bad'. 

17,4: S^ ä'^pi«!, S p . &r^F]*i. 

20, 2: Rfo ist besser mit „Anlehnung" als mit „Anhäng- 
lichkeit" zu übersetzen (vgl. Cs. und F.). 

25, 13: Cs. (F.) ^3^r«r^flf^r^g f ganz verderbt und 



1) Siehe n. 3 auf voriger Seite. 

2) Die9e dem Sa -sky a Pandit a zugeschriebenen Strophen 
habe ich in S. nicht gefunden. 



— XXXII — 

unverständlich. — 14 S,. und Cs. (F.) q^f«W«I 

'an Achtsan)keit den Kurzeren ziehen' (schlechtere 

Lesart). — S^ @*r^, verderbt. — Cs. (F.) hat 

die ganz unerklärliche Übersetzung: 'Judge not 
before you have examined. It often happens that 
an upright man, if he loses his cause, is thougt to 
be a knave. He that acts with discretion, has many 
enemies'; F. verbessert jedoch die Übersetzung des 
verständlichen Anfangs des Textes : 'Avant d'avoir 
examine, n'accordez de confiance a qui que ce soit'. 

27,20: S p . q3C'2j%W 'gute Gesinnung'. — 21 S^ */ 

^VS ( oder 3 ? ) ^"Wf ( eine Vej ' ssilb e zu wenig!), 
- ^ g^. - S,. S p . ^*|. - Sp. Q$\ 'kochen', 
Sj. Q^dfe 'verkaufen'. 

31, 4: S^ Cs. (F.) &*ppf, S p . W*pi*J. — S p . Sj. Cs. 

(F.) |T«l^ft. 

32, 3: Sj. S p . qÄI. 

34,8: S p . *lf[^I, S,. OT»|, Cs. (F.) ^^3*1. — 

Meine Übersetzung (unten p. 49, 21—23) ist nach Cs. 
folgendermassen zu verbessern: „Oft haben, nach- 
dem sie von Grossen eine Belohnung (Bestechung) 
genossen, Freunde (ihre eigenen Freunde) bethört"; 
F.'s Übersetzung dieses zweiten Teils der Strophe ist 
falsch, weil nicht im Einklang mit dem ersten Teil. 

40, 6: S,. ^VV^"^; ^ 'Borax. 

49, i4: z. g^rSta. 



Übersetzung. 



Geschichte der heiligen Religion in dem grossen 

Mongolenlande, genannt: Die das Kleinod der 

Lehre des Jina 1 ) erhellende Leuchte. 



Verehrung dem ehrwürdigen Manjunätha! 

Der aus voller Herzenskraft den Wunsch gehegt, sein 5 
mächtig Sehnen nach vollkommener Erkenntnis 
zu stillen, 

Und durch seinen schier unermesslich guten Lebens- 
wandel an das Ende des Meeres der beiden 
Ansammlungen 2 ) gelangte, 10 

Dann, die vier Körper aufweisend, solange seine Existenz 
währte, dem Heile anderer sich widmete, 

Dem hohen Büsserfürsten 8 ) samt seinen Jüngern ehr- 
furchtsvollen Gruss! 



1) Eine Bezeichnung Buddha's. 

2) Die Ansammlung der Erkenntnis und die Ansammlung der 
Tugend. 

'6) T'u b-pai d b a n - p o = skr. Munindra, eine Bezeichnung 
Buddha's. 






— 2 — 
Vor oJttiii-mgon *) Sa-skya Pan-c'en 2 ), Gro-ingon 3 ) 

4 

oP'ags-pa, C c os-sku ,od-zer, 
rGyal-ba yfiis-pa 4 ), Byams-c'en C f os-rje 5 ), bSod- 
namsfrgya-mt'soi zabs 6 )] und Yon-tan 
5 rgya-mt'soi zabs 6 ), 

rJe-btsun dam-pa, Jayapandita und den übrigen * 
alten Heiligen 

Und gnadenreichen Lamen verneige ich mich ehrfurchts- 
voll. — Auf die Bodhi richtet euren Sinn! 

lo Auf dass des alldurchdringenden Herrn 7 ) und 

Meisters Wort erfüllet werde, 
Gewann im Lande der Mongolen die heilige Re- 
ligion Bekenner. 

Wie dies geschah, hab 5 ich, der alten Heiligen 
15 Berichten folgend, in kurz gedrängter Fassung hier 

beschrieben. 

Der grosse Lehrmeister 8 ), Gott £!iva 9 ), stand mir 
dabei zur Seite. 



1) Skr. Manjunätha. 

2) Pan-c'en = skr. Mahäpandita. 

3) Skr. Jagannätha. 

4) „Der zweite Jina tf , eine ehrende Bezeichnung des bTson- 
k'a - p a. 

f>) C'os-rje = skr. dharmasvamin. 

(5) Zabs = skr. piidäs oder caranas am Ende eines Kompositums 
als respektvolle Bezeichnung einer Person. 

7) K'yab-bdag wird in M.Tib. als Aequivalent von skr. Vibhu, 
einer Bezeichnung Buddha's (M. 1,30), angegeben. 

8) Slob-dpon c c en-po = skr. mahäcftrya. 

9) Tib. Zi-ba. 



— 3 — 

2 „Das einzige Mittel für das Leid der Wesen, 

„Der Urquell aller Freuden 
«Ist die Lehre — , a 

so sagt ein Ausspruch. Darnach hat das ganze gegen- 
wärtige und zukünftige Glück und Heil der Menschheit 5 
seinen Ursprung in des Jina heiliger Religion. Wie nun 
dieses Kleinod der Lehre in der Mongolei sich ent- 
wickelte, soll hier erzählt werden. Diese Darstellung 
zerfällt in zwei Teile: Die wahrheitsgetreue Erzählung 
^ der Geschichte des Königsgeschlechtes und der 10 
O Art wie die Lehre des Jina Bekenner gew r ann. / 



Erster Teil. 

Nördlich von China und Tibet liegt das grosse 
Mongolenreich. Das mongolische Königsgeschlecht in 
demselben stammte von Mahäsammataräja 1 ) ab. In 15 

A 

alter Zeit lebte nämlich in Indien, in Ary ade?a 2 ), Ma- 
häsambhati [d. h. Man-pos bkur-ba 8 )]-räja 4 ). In 
# dessen Nachkommenschaft ereignete sich Folgendes: Im 
Mafijucrimülatantranr') wird betreffs der Könige 
von Tibet prophezeit, dass sie 20 



1) Tib. M a n - b k u r r gy a 1 - p o. 

2) Tib. ^«ags-yul. 

3) 'Von vielen geehrt 1 . 

4) Tib. rgyal-po. 

5) Tib. Jam-dpa) rtsa rgyud. 



/ 



— 4 — 

„Im Geschlecht der LicchaviV) erstehen werden". 
Als nun die Zeit für die Erfüllung dieser Prophezeiung 
gekommen war, wurde einem Könige aus dem Qäkya- 
Licchavi 1 )- Geschlecht ein mit folgenden Kennzeichen 

5 ausgestatteter Sohn geboren: Die Augen unten verdeckt, 
die Brauen türkisenblau, die Zähne von der Farbe der 
Trompetenmuschel (schneeweiss) und in vollem Umkreis 
vorhanden, auf den Handflächen die Figur eines Rades, 
die Finger (und Zehen) durch eine Schwimmhaut ver- 

10 bunden. Da nun die Zeichendeuter den Knaben nicht zu 
untersuchen wagten, so befürchtete der König, er werde 
ihm Unheil bringen. Er liess daher ein Stück Kupfer 
an seinem Körper befestigen und ihn in die Garigä 
werfen. Da fand ihn ein Landmann und zog ihn auf. 

15 Als er nun herangewachsen war und von seiner Ver- 
gangenheit Kunde vernahm, erfasste Unmut sein Herz, 
und er eilte fort in das Gletscherland (Tibet). Bei seiner 
Ankunft von Viehhirten bemerkt und nach seiner Her- 
kunft gefragt, sagte er: „Ein Edler bin ich" und streckte 

20 dabei den Finger gen Himmel. Da meinten jene, er sei 
von den Göttern herniedergestiegen, erklärten ihn für 
würdig, König des Tibeterreiches zu sein, setzten ihn 
auf einen hölzernen Thron, uud vier Mann trugen ihn 
auf ihren Nacken daher. Da verneigte sich das ganze 3 

25 tibetische Volk vor ihm und gab ihm den Namen ^Na 
k f ri btsan-po („der auf den Nacken thronende Edle"). 
Dessen Nachkommen waren der Reihe nach: Mu k'ri 
btsan-po, Den k'ri btsan-po, So k'ri btsan-po, 



1) Im Text (p. 2, 10—11. 12): Lits t'savyi. 



— 5 — 

Mer k'ri btsan-po, yDags k'ri btsan-po, Sribs k c ri 
btsan-po — die yNam-gyi k'ri bdun ('die sieben 
Throne des Himmels'). Des Sribs k c ri btsan-po Sohn 
war König K'ri gum btsan-po. Dieser wurde von 
seinem Minister namens Bio -nan getötet, worauf dieser 5 
den Thron bestieg. Da flohen die drei Söhne jenes 
Grosskönigs, Bya k'ri, Sa k'ri und Na k'ri mit Namen, 
nach dem Lande sPo-bo, resp. Nan-po und rKon- 
po. Die Minister jenes früheren Königs aber flüchteten 
sich mit dessen Gemahlin, versammelten darauf das ganze 10 
# Volk und töteten den König Blo-nan, nachdem er erst 
ein halbes Jahr den Thron innegehabt hatte. Jetzt be- 
schlossen sie, einen von den drei Söhnen zum Könige 
zu ernennen. Da sagte deren Mutter: „Bevor Bya k'ri 
geboren wurde, däuchte es mich in einem nächtlichen 15 
Traume, als liege ich mit einem weissfarbigen Manne 
zusammen. Infolgedessen kam ein weisses Ei zum Vor- 
schein; dieses barst, und es erschien jener Knabe. Darum 
denke ich, dieser dürfte wohl zum Könige geeignet sein. 
Ihn rufet also herbei; er soll auf dem Throne sitzen." 20 
So riefen sie ihn denn aus dem Lande sPo-bo herbei 
und setzten ihn auf den Thron. Er wurde König Bya 
k'ri oder sPu de kuri rgyal genannt. Seine Nach- 
kommen waren der Reihe nach: 'E so legs, De so 
legs u. s. w. — die Sai legs drug ('die sechs 25 
Guten der Erde'); ferner Za nam zi lde u. s. w. — 
die Bar-gyi lde brgyad ( c die achtffcfe des Zwischen- ^ 
raumes') und die übrigen Generationen der Könige 
von Tibet. 

Der °siebenundzwanzig8te in der Reihe der 30 



is 



O 



— 6 — 

Könige war der als Inkarnation des Samantabhadra 1 ) 
geltende IHa t'o t'o ri ^nan btsan. Zu dessen Zeit 
wurden die Anfänge der heiligen Religion gewonnen. 
Ueber die Geschichte der Geburt seines fünften 
5 Nachfolgers ist Folgendes zu bemerken: Nach dem von 
dem Kun-mk'yen 2 ) Jam-dbyans bzad-pa rdo-rje 4 
verfassten bsTan-rtsi 8 ) wurde der gnadenreiche Lehrer 
(Buddha) im Feuer-Pferde-Jahre (916 vor Chr.) geboren, 
gelangte im 36. Lebensjahre, im Eisen-Schlangen- Jahre 

10 (881 vor Chr.), zur Buddhaschaft, predigte in dem darauf- 
folgenden Jahre, dem Wasser-Pferde-Jahre (880 vor Chr.), 
das Kalacakramulatantram 4 ) und ging im 82. Lebens- 
jahre, im Feuer-Hasen-Jahre (835 vor Chr.), ins Nirvana 
ein. Als danach 1450 Jahre verstrichen waren, im Feuer- 

is Rinder- Jahre (616 A.D.), wurde der als eine Inkarnation 
des ary a -£\ v a 1 o k i t e y v a r a 5 ) geltende Dharmaräja 6 ) 
Sron btsan sgam-po geboren, im Einklang mit den 
Aussprüchen im Manju^rimülatantram: 

„Der da für diese Lehre des Tathägata 
20 „Thaten mannichfacher Art vollbringen wird, 

„Wird, nachdem sie dem Nordlande sich zugewandt, 
„In dem Zeitpunkt geboren werden. 



1) Tib. K u n - 1 u bzan-po. 

2) 'Alles wissend'. 

3) Vielleicht identisch mit dem bei Jäsclike p. 225 b erwähnten 
Werke bsTan-rtsis, \i chronological work relative to the year of 
Buddha's death'. 

4) Tib. Dus-k'or rtsa rgyud. 

5) Tib. p'ags-pa sPyan-ras-j/zigs. 
G) Tib. c'os-rgyal. 



— 7 — 

„Der in dem „Götterland" 1 ) genannten 

„Gletscher-Bergland thronen wird, 

„Der König, der da heisset „Gott der Menschen", 

„Wird im Geschlecht der Licchavi's 2 ) geboren 

werden." 5 

# und ferner: 

„Die als Erlöserin (Tiirä 8 ) der Welt 4 ) Be- 
rühmte 
„Und auch die weissgewandige Göttin (De vi 5 ) 6 ) 
„Werden als grosse Durgä 7 ) nach dem Heil des 10 

Nächsten trachten 
„Stets unermüdlichen Sinnes. 

„Wie es in diesem Wort und anderen aus- 
gesprochen ist, 
„So werden viele Könige wirken: 15 



1) Im Text (p. 4, 8): lHa-ldan yul (wortlich: «das Götter 
besitzende Land'), nach einer Anmerkung im Texte (s. Bd. I, p. 2SG) 
= llla-sa ('Götter-Land'', Name der Hauptstadt von Tibet); auch 
nach Jäschke s. v. war früher lHa-ldan ('Götter besitzend 9 ) der Name 
dieser Stadt. 

2) Im Text: Litsavyi; eine Anmerkung (s. Bd. I, p. 286) fugt 
erklärend hinzu: »von Yans-pa-can (Vaicali)". 

3) Tib. sGrol-ma. 

4) Eine Anmerkung (s. Bd. I, p. 286) enthält die Erklärung: „die 
Chinesin." 

5) Tib. 1 H a - m o. 

6) Eine erklärende Anmerkung hierzu (s. Bd. I, p. 286) lautet: 
„die Nepalesin. u 

7) Tib. d Kar- mo; dazu findet sich im Texte die Anmerkung 
(s. Bd. I, p. 286): Briii-za, wahrscheinlich ein Name der Göttin 
Durgä, vielleicht mit der Bedeutung: 'das Mittlere (d. h. vielleicht 
Eingeweide, Herz) verzehrend', wozu die Legende Pantheon p. 96 zu 
vergleichen wäre. 



— 8 — 

„An Aussehn vielfach unterschieden, 

„An Farbe mannichfach und mannichfach auch an 

Gestalt." 
u. s. w. 

5 Im 10. Lebensjahre, im Feuer-Hunde-Jahre (625 A.D.), 

gelangte er auf den Thron, nahm die Nepalesin K'ri 
btsun zur Gemahlin, Hess die beiden jo-bo, Aksho- 
bhyavajra 1 ) und Maitreyadharmacakra 2 ), kommen, 
nahm im 20. Lebensjahre die Chinesin Küfi cu zur 

10 Gattin, Hess den jo-bo von oP'rul-snan kommen, er- 
richtete ein Kloster und sandte den T'on-mi sambhota 
nach Indien. Dieser studierte bei dem Brahman en Li vi- 5 
kära 8 ), bei Devavidyäsimha 4 ) und anderen eifrig die 
Sprachkunde, kehrte darauf nach Tibet zurück, verfasste 

15 acht wissenschaftliche Werke (Qästra's) Tiber das tibetische 
Alphabet, die tibetische Grammatik u. s. \v., übersetzte 
viele Religionsschriften und Qastra's und verbreitete da- 
durch das Kleinod der Lehre. 

Unter seinem sechsten Nachfolger, dem als In- 

20 karnation des Manj ughosha 5 ) geltenden K'ri sron 
lde btsan, wurde der Mahopädhyäya 6 ) ^antira- 
kshita 7 ), der Mahäcärya 8 ) Padmasambhava und viele 
andere vollkommene Pandita's berufen, welche unzählige 



1) Tib. Mi-bskyod rdo-rje. 

2) Tib. Byams-pa c'os-k'or. 

3) Tib. Li-byin. 

4) Tib. lHa rig-pai seii-ge. 

5) Tib. Jam- pa i d by ans. 

6) Tib. mk^n-c'en. 

7) Tib. Zi-ba 1*80. 

' o 

8) Tib. slob-dpon c*en-po. 



— 9 — 

Sfttra's, Tantra's und Qastra's Obersetzten; die sieben 
Probeschüler, unter ihnen sPas rat na 1 ), traten in den 
Priesterstand; zwölf grosse Schulen wurden gegründet, 
und auch im übrigen wurde in reichem Masse für die 
Lehre gewirkt. 5 

Darauf wirkten nach einander Dharmaräja's, Lo- 
* tsa-ba's und Pandita's für die Lehre; namentlich aber 
haben der Jo-bo rje 2 ) 9rl 3 )-Ativa, dpal-ldan Sa-kya-pa 
und sein Jünger, der Grub-dban 4 ) Mar-pa und sein 
Jünger, und andere, ferner besonders von rGyal-baio 
ynis-pa und seinem Jünger bis zu dem Scheitelschmuck 
von Srid-zi, dem Pan-c'en 5 ) T'ams-cad mk c yen-pa 6 ) 
rJe-btsun 7 ) Blo-bzan dpal-ldan bsTan-pai ni-ma 
p'yogs-las mam-rgyal dpal bzafi-poi zal-sna-nas 8 ), 
und den übrigen viele mit den beiden Gelehrsamkeiten 15 
ausgerüstete Mahapurusha's 9 ), mit denen das Gletscher- 
Bergland gleichsam vollständig angefüllt wurde, die un- 
verfälschte ursprüngliche Beschaffenheit der heiligen Re- 



1) Vielleicht statt 8 Bas ratna (= skr. G uptaratn a?); Glr. 
fol. 85 b , 6 hat sBa san sii bu Ratna: 'Ratna, der Sohn des sBa 
san si\ 

2) D. h. 'Herr und Meister"; die Bezeichnung jo (-bo) ist bei 
Atica besonders häufig. 

'S) Tib. dpal-ldan. 

4) 'Herr der Zaubermacht 1 (skr. siddhicrara) oder 'Herr der 
Glückseligen' (skr. siddhecvara) ? 

5) Skr. mahäpandita. 

6) 'Alles wissend'. 

7) 'Ehrwürdiger Herr', 

8) Wörtlich : 'aus dem Bereiche seines Gesichts 7 , eine in derselben 
Weise wie zabs (s. oben p. 2, n. 6) gebrauchte Wendung, 

9) Tib. skyes-mc'og. 



— 10 — 

ligion des unvergleichlichen Büsser-Fürsten 1 ) sonnenklar 
aufgehellt. Dies geschah aber auf folgende Weise: 

Ins Gletscherland riefen des Grossen Erbarmers 2 ) 

Inkarnationen, Könige und Minister, 
öAusAryade^a Scharen von Mahäpurusha's und voll- 
kommenen Gelehrten. 
Diese verbreiteten des Qäkya-Fürsten kostbare Lehre 

der Ermahnung und Erkenntnis 
Gar weit und breit; im Andenken an dieses gute Werk 6 
10 empfinden herzliche Verehrung wir. 

Diese Verse enthalten das Resume jenes Zeit- 
raumes. 

Nach dieser so weit ausgesponnenen Einleitung 
[kommen wir zur eigentlichen Darstellung]: Jener jüngste 

15 Sohn des Königs K'ri gum btsan-po, mit Namen 
Na k'ri oder mongolisch Porta Zeba, nahm sich aus 
dem Lande rKon-po eine Gattin G w ö Maral mit 
Namen, ging mit ihr in die Mongolei und kam an den 
Berg P or hau Galt w ona am Ufer des Päigal-Seees. 

so Dort wohnte der Volksstamm der Pete. Als diese ihn 
nun nach der Veranlassung seines Erscheinens fragten, 
erzählte er ihnen ausführlich, welches der Ursprung 
seines Geschlechts und seiner Familie sei, von der Ab- 
stammung aus dem Geschlecht des alten Mahäsamma- 

25taräja an, ferner aus welchem Lande er gekommen, 



1) Tib. T'ub-pai dban-po = skr. Munindra. 

2) Tib. T'ugs-rje c'cn-po, eine Bezeichnung de9 Avaloki- 
t e c v a r a. 



— 11 — 

welches die Veranlassung seines Erscheinens sei u. a. m. 

* Da berieten sich die Leute jenes Volksstaumies und 
kamen zu dem Entschluss: „Da dieser von edler Ab- 
kunft und Familie ist, so wäre es gut, wenn wir ihn 
zum Herrscher machten." So huldigten sie ihm denn 5 
" als ihrem Herrscher, bezeigten ihm ihre Ehrerbietung 
und nannten ihn Porta C'ino. — Er hatte zwei Söhne, 
Bat* w osasahan und BätVoc'ägan. — Von diesen 
hatte PatVoc'ägan einen Sohn, T'amac'ig. — Dessen 
Sohn war Hörac'ir Me r gen. Dieser gilt noch jetzt 10 
als Inkarnation des Padmasambhava 1 ), weil er einen 
Dämon überwältigte. — Dessen Nachkommen waren der 
Keihe nach 'Ag w ocim Pog w orol — Sali Galcig w o — 
Yehe Nidun — Samsuji — Hali HarcVo — Bor- 
jigitai Mergen — T w oralcin Päyan. — Die Ge- 15 
mahlin dieses letzten, Porogc'in G w ö, gebar einen 
Sohn, welcher nur ein Auge auf der Stirn hatte, dabei 
aber drei Zugstrecken weit sehen konnte und daher den 
Namen T w obo Sohor 2 ) erhielt. Sein jüngerer Bruder 
war T w obon Mergen. — Von den beiden Brüdern 20 
hatte T w obo Sohor mehrere Söhne mit Namen Ton oi, 

7 Togs in, 'Emiig und "Erhe. Von diesen gingen die 
vier stammverwandten Volksabteilungen der 'Oirod, die 
'Ugelud, PägatVod, Hoid und Herenud, aus. 

Jener T w opon Mergen nahm die Tochter des 25 
Gociltai Mergen vom Stamme Hure Turned, namens 
'AI on G w ö, zur Gattin. Als ihm zwei Söhne, Balg w otai 



< 



1) 'Lib. P a dm a byoü-^nas. 

2) Mong. soklior bedeutet *blind\ 



— 12 — 

und Bagontai, geboren waren, starb T w obon Mergen. 
Als nun darauf seine Gattin Trauer hielt, erschien ihr 
viele Nächte hindurch im Traume ein bildschöner Mann 
mit jugendlichem Körper, legte sich zu ihr und entfernte 
5 sich bei Tagesanbruch wieder. Diesen Traum berichtete 
sie ihren weiblichen Verwandten. So wird erzählt. 
Andererseits aber wird in einigen Quellen berichtet, es sei 
ein regenbogenähnlicher Lichtstrahl vom Himmel herab- 
gekommen und in ihren Leib geglitten, und dadurch 
10 hätte sie ein Lustgefühl empfunden. Wie dem aber auch * 
gewesen sein mag, sie gebar infolgedessen drei Söhne: 

V 

Pög w o Hat'igi, Pög w o Salc*ig w o und Pötonc'ar. 
Als nun die Mutter einstmals die Söhne unter sich un- 
einig sah, gab sie jeden) Sohne ein Stück Eis mit der 

15 Aufforderung es zu zerbrechen. Da zerbrachen jene das 
Eis, worauf sie dasselbe fortwarf. Darauf gab sie ihnen 
zusammen ein Stock fünffachen Eises mit der Aufforde- 
rung es zu zerbrechen. Da mühten sich die Fünf der 
Reihe nach ab es zu zerbrechen, erwiesen sich aber als 

20 unfähig dazu. Da sagte die Mutter: „ Meine beiden 
ältesten Söhne haben mir auf das Gerede der Leute hin 
Verachtung und Hohn bezeigt. Diese drei [jüngeren] 
Söhne sind Söhne göttlicher Abkunft." So erzählte sie 
ihnen denn den früheren Sachverhalt. Dann fuhr sie 

25 fort: „Wenn ihr uneinig seid — gleichwie jene ersten 
Stücke Eis — , so wird es selbst für einen einzigen 
Menschen leicht sein, euch zu vernichten ; wenn ihr aber 
einig seid — gleich jenem Stück fünffachen Eises — -, so 
ist es selbst für viele Menschen schwer, euch zu ver- 



V (> .. 

— 13 — 

nichten." Und wie es in einem Ausspruch des Qri- 
nätha-ärya-Nägärjuna 1 ) heisst: 
8 „Verständige sollen — auch wenn sie ihrem Ohr 

nicht angenehm — 
„Nützliche Worte, Heilmitteln gleich, befolgen. 5 

„Denn einst in Zukunft werden auch diese 
„In echten Nektar gleichsam sich verwandeln," 
so nahmen auch jene die heilsamen Worte aus dem Munde 
der Mutter sich zur Richtschnur und lebten in Freund- 
schaft und Liebe mit einander. So wurden die Nach- 10 
kommen der drei Söhne nachmals zu drei Herrscher- 
geschlechtern: von Pög w o Hat'igi entstammten die 
Fürsten der Hat'ig w od, von Pöh w a Salc'igwO die der 
Salc'igwod, und von Pöt w onc c ar die der Pörcikid. 

Als nun später das väterliche Hab und Gut geteilt 15 
wurde, erhielt Pötwonc'ar nichts als ein schlechtes 
Pferd. Er aber, der an ausgezeichneter Stärke, Klug- 
heit und Tapferkeit nicht seines Gleichen hatte, ging in 
die Fremde und wurde Herrscher des grossen mongoli- 
# sehen Volksstammes Pörcikid. — Er nahm sich ein 20 
Weib namens Böt w on, und als er von ihr einen Sohn 
bekam, nannte er ihn Prinz Habic'i Bägat c ör. — Dessen 
Nachkommen waren der Reihe nach Pihir Pägat' w or 
— Mahä T c w otan — Hac'i Hulug — Päras Son- 
hor Togzin — Pombigai Sec'en — Habol Hana —25 
Pärtam PägatVor. — Pärtam PägatVor hatte 
fünf Söhne: Yisuhei PägatVor, Nigun Tasasi, 



/ 



-i 



1) Tib. dPal- mgon p'ags-pa Klu-sgrub. 



- 14 — 

Menget'u Sec'en, T'aritai und ^Oc'igin. Einst, als 
Yisugei Pägat'or auf einem Wege ein her seh ritt, sah 
er, dass auf dem Wege, auf welchem ein Wagen mit 
vielen Insassen gefahren war, ein Mädchen Wasser ge- 

5 lassen hatte. „Dieses Mädchen könnte wohl einen tüch- 
tigen Knaben gebären !* dachte er bei sich und jagte ihr 
nach. Nun aber führte ein Mann mit Namen Yehe 
C'ilet'u jenes Mädchen namens 'Egulen, das ersieh zur 
Braut aus dem Lande J 01g w on w od genommen hatte, 

10 heim. Nachdem nun jener den Bräutigam über drei 

Thäler hinaus verfolgt hatte, floh derselbe, und jener 

machte das Mädchen zu seinem Weibe. 9 

Von diesen Eltern wurde der als eine Inkarnation 

£ des ^rl-wajrapani 1 ) geltende, vom Himmel eingesetzte 2 ) 

15 Sai t'sans-pa, der mächtige Cakravartin 3 ), der Gross- 
könig Pogta C'ingis, geboren. Im Wasser-Pferde-Jahr 
des 3. Cyklus (= 1161 A.D.) wurde nämlich ein mit den 
vorzüglichsten Wunderzeichen ausgestatteter Sohn ge- 
boren, dem der Name Pemucen gegeben wurde. Ausser 

20 diesem existierten noch drei jüngere Brüder: HabotVo 
Hasar, Hart c w o Hac*ig w o und 'OitVo 'Oc'igwO, und 
die Prinzessin T'umelun G w ö, ferner zwei Söhne der 
Nebengemahlin Tanagzi: Puhe Begt'er und Puhe Bei- 
ge töi, also im Ganzen sechs Geschwister. Einst ging 

25 der Vater, um für Temucan um ein Weib zu 
werben, nach dem Lande seines Schwagers, zu den 



1) Tib. dpal-t^yag-na rdo-rje. 

2) Vgl. S. S. 62,9 (Text). 63, 17: tegri-yin ugguksen, 'der von 
den Göttern (oder: vom Himmel) verliehene'. 

3) Tib. k'or-los bsgyur-ba. 



— 15 — 

•fc 'OlgwOiiwod. Da sah ihn Tayi Sec'en von den II o n- 
girad und sprach zu ihm: „Verwandter vom Stamme 
H w id und vom Geschlechte Pörcikid, wohin gehst du?" 
Da erzählte er ihm den Sachverhalt, worauf jener fort- 
fuhr: „In einem Traume der letzten Nacht däuchte es 5 
mir, als sitze ein weisser Sonhor 1 )- Vogel auf meiner 
Hand und spiele, und da ich darüber nachgedacht 
habe, weiss ich, dass dies eure Schutzgottheit war. Ich 
besitze eine einzige Tochter Porta Cisin, die will ich 
dem T'e mucen geben. u T'e muce n erklärte sich da- 10 
mit zufrieden, gab ein Paar schöner Rosse zum Geschenk 
und nahm das Mädchen zum Weibe. Später, am Beginn 
seines 28. Lebensjahres, im Erde -Vogel -Jahr (1188), 
weilte er in dem besonders ausgezeichneten Lande, der ^ 
grossen Mongolei, am Ufer des Herulen-Flusses. Und iö-^^ 1 ^ 
wie es in einem Ausspruch des Lehrers Buddha heisst: * s ^tf- 

„Der Tugendreiche ist wohlauf, 
„Und zum Gegenstande des Begehrens wird er um 

seiner Tugend willen; 
„Wer der Tugend Gut besitzt, erringt Glanz, 20 

„Um seiner Tugenden willen erlangt er die Herrschaft a , 

10 so wurde er in Gemässheit dieses Wortes zum Herrscher 
und König der Vierhunderttausend des Volkes Bete ein- 
gesetzt. Von eben dem Tage an, an welchem ihm die 
Herrschaft übertragen wurde, sass drei Tage hindurch 25 
zur Morgenzeit auf einem grossen Quaderstein an der 
Front des Palastes ein nie zuvor gesehener reizender 




1) S. S. 62, 15 (Text): sinkhur 'Falke'; vgl. Kowal. II, U62 b : 
sinkhur, 1536 b : suiikhur. 



'\ 



— 16 — 

Vogel mit wohllautender Stimme, dessen Halsfedern und 

Schwingen nach Art des Regenbogens fünffarbig bunt 

waren, und rief lange mit lieblicher Stimme 'c'ingis, 

JfT^^^A c'ingis'. Die Beamten fassten dies als ein wunderbares 

5 Zeichen und glückliches Omen auf und gaben daher dem 
1$, I Könige den Namen Pogta/C^ngis 1 ). Jetzt ist der Name 
im Tibetischen verstümmelt und wird Jihgir ausge- 
sprochen. Da barst der grosse Quaderstein plötzlich * 
ganz von selbst, und in seinem Innern kam das Königs- 
10 siegel yYun-drun rin-po-c'e 2 ) oder Has-päu t c a- 
maga 'erteni 8 ) zum Vorschein, w r elches in der Länge 
und Breite eine Spanne gross war und auf der Rück- 
seite die Figur einer Schildkröte, auf welcher sich zwei 
Drachen in einander schlangen, in schön ciselierter Dar- 
io Stellung zeigte. Dieses Königssiegel war derart, dass es, 
auch wenn es auf tausend Bogen Papier gedrückt wurde, 
vollständig durchdrang. 

Der Ruhm seiner Regierung erfüllte das grosse 
Mongolenland. Was die Abstammung des Pogta be- 
20 trifft, so war er nicht bloss ein Nachkomme des Mahä- 
sammataräja, sondern er wird in alten Traditionen 
sogar als ein Götterspross angesehen, und zwar gilt er 
nach der allgemeinen Annahme für einen Sohn des 



1) Eine Anmerkung im Texte (s. Bd. I, p. 286) besagt: „Dieses 
Schlu88-s muss nach indischer Weise ausgesprochen w erden u , d. h. es 
darf nicht, wie in allen tibetischen Dialekten mit Ausnahme des Nord- 
ladakischen (Jäscbke, Gr. § 5, 4), in der Aussprache verschwinden. 

2) 'S vastika- Edelstein.' 

3) 'Das Kleinod des Jaspis-Edelstcin-Siegels' oder 'das kostbare 
Jaspis-Edelstein-Siegel'. 



— 17 — 

Pätarangwoi Cagagan Pengeri 1 ). Dagegen haben 
ihn die alten Heiligen für einen Spross des ,Od-ysal 
lha 2 ) erklärt. Es ist gewiss, dass Pogta Khan 3 ) ein . 

segensreicher, vom Himmel eingesetzter 'Sai ts'aris-pa^ ^ 
ein mächtiger Cakravartin und inkarnierter grosser 5 
Dharmaräja war, sodass der Ruhm, dass er über mehrere 
Gebiete einiger Clans von je hundert Häusern mit Macht 
als Cakravartin herrsche, nicht etwa trügerisch fingiert 
II war. Durch welche Ursachen wurde dies bewirkt? Pogta 
Khan und seine Söhne unterwarfen fast alle Bewohner 10 
des Erdenrunds ihrer Macht und herrschten nach Norden 
bis zu dem Volke K'inc'a, nach den drei übrigen Rich- 
tungen über China, Tibet und die Mongolei, und zwar über 
die Inselbewohner yZi-pen, über Hp'usan, Siyanlo, 
Ziyan u. s. w., und über die Hälfte von Jambudvlpa 4 ), 15 



Ct " '' nämlich Kä<?mlra 5 ), Hot'on u. s. w., und so entstanden 






Glück und Segen, gleichwie ein Freudenfest, ein zweites 
Kritayuga 6 ), wie es nie wieder einem Könige Chinas, 
der Mongolei oder Tibets zuteil geworden. 

Pogta Khan zeigte häufig magische Fertigkeiten, 20 
z. B. in folgendem Falle. Seine beiden jüngeren Brüder 
* HabotVo Hasar und Buhe Belgetei, stolz auf ihre 
Geschicklichkeit im Bogenschiessen und ihre Kraft, hegten 



1) (Mong. Badaraiighui Tsaghakhan Teiigeri) 'der flam- 
mende weiss liehe Gott 9 . 

2) (Tib.) 'der hell leuchtende Gott'. 

3) Tib. rgyal-po. 

4) Tib. o Dsam-glin. 

5) Kashmir; Tib. K c a-c c e. 
i 6) Tib./rdsogs-ldan. 

2 



— 18 — 

hochmütige Gesinnung und sprachen zu einander: „Wer 
sonst als wir beide ist der Förderer der Herrschaft dieses 
Pogta?" Als dies Pogta 1 ) Khan erfuhr, verwandelte er 
sich, damit jene ihren Hochmut fahren Hessen, in einen 

5 entkräfteten alten Mann und ging, einen Bogen feilbietend, 
bei den Nachbarn umher. Da sahen ihn die beiden und 
höhnten ihn mit den Worten: „Alter, wozu soll dein 
Bogen da gut sein?" Der Alte entgegnete: „Ihr beitten 
Jünglinge, wie könnt ihr spotten, ohne den Bogen zu 

10 besichtigen? Besichtiget ihn, dann werdet ihr ihn kennen ! a 
Mit diesen Worten reichte er den Bogen dem Bel- 
gete 2 ). Der war jedoch trotz seines Hohns und Ge- 
lächters nicht imstande, die Bogensehne einzuhaken. Da 
hakte der Alte dieselbe ein und reichte den Bogen dem 

löHabotVo Hasar. Der nahm ihn, konnte aber die 
Bogensehne nicht spannen. Da verwandelte sich der 
Alte vor ihren Augen in einen Greis mit weissem Haupt- 
und Barthaar, der auf einem blauen Maultier mit weissem 
Scheitel ritt, legte einen Pfeil auf den Bogen und schoss 

20 auf einen Felsen so, dass derselbe in zwei Hälften zer- 
barst. Da sagte er: „Ha, ihr beiden Jünglinge seid Maul- 
helden, der Alte aber ist etwas mehr 3 )!* Mit diesen 



1) (Meng, bogda) 'heilig, gottlich, ehrwürdig, Herr'. 

2) Der dem casus Instrumentalis Bclgetes (Text p. 11, 16) zu 
gründe liegende Namen Belgete scheint aus ßelgetei infolge 
fälschlicher Auffassung dieses Wortes als genitivus erschlossen 
zu sein. 

3) Das im Text (p. 11, 21) stehende rgyai-po soll hier wohl 
einen Doppelsinn ausdrücken, nämlich zugleich 'König' und 'hervor- 
ragend, leistungsfähig', letzteres in Anspielung auf die vorangegangene 
Scene. 



— 19 — 

12 Worten ging er fort. Da erkannten die beiden klar, 
dass der Alte kein gewöhnlicher Mensch, sondern eine 
magische Verwandlung des Pogta Khan sei. Seit 
dieser Zeit empfanden sie Furcht und Scheu vor Pogta 
Khan und wandelten auf dem rechten Wege. 5 

Ferner ereigneten sich auch, als Pogta Khan in der 
sogenannten „Blauen Stadt 1 )" residierte, viele w r under- 6 

bare Vorgänge von der Art des folgenden: Wenn er von 
diesem Orte nach dem 'Alfan Hankai -Gebirge im Lande 
der Hai ha auf die Jagd zog, kehrte er an demselben 10 
Tage, nachdem er umhergeschweift war, nach der Residenz 
zurück; ebenso kam er, wenn er von diesem Orte nach 
Mugten 2 ) in Ziyari zog, an demselben Tage, nachdem * "m £ ' 
er umhergeschweift war, nach der Residenz zurück. In ^ • // 
beiden Fällen brauchten einige Beamte und andere Leute 15 
seiner nächsten Umgebung, wenn sie, ohne es dem 
Pogta mitzuteilen, unterwegs ein wenig aufgehalten 
wurden, für diesen Weg von einem halben Tage zwei, 
drei Monate. 

# Von den von Pogta Khan unterworfenen Gebieten, 20 

deren vollständige Aufzählung zu lange Zeit in Anspruch 
nehmen würde, seien einige wenige erwähnt. Gleichwie 
es in einem Ausspruch des Jam-mgon Sa-skya Pa- 
ndita heisst: 

„An dem Orte, wo der Mahätman 8 ) weilt^ 25 

„Wer zählt da die übrigen Weisen? 



1) mK'ar-siion (= mong. Kuke Kbota), eine Stadt in der 
Mongolei. 

2) Die Hauptstadt der Mandschurei. 

3) Tib. bDag-nid c'en-po = Buddha. 

2* 



L 



— 20 — 

„Wenn am Himmel die Sonne aufgegangen, 
„Werden die Mondhäuser, trotz ihrer Menge, nicht 

gesehen u , 
so floh auch Wanzun, der VasallenfQrst der Manju 
5 Jurc'id, und zog fort, nachdem er den Pogta Khan 
erblickt, als dieser im 29. Lebensjahre, im Eisen- 
Hunde -Jahr (1189), einen Vogel vor sich her 
sendend, auf der Jagd umherzog. Der aber zog an 
der Spitze eines Heeres gegen ihn und belagerte seine 
10 Festung. Dann Hess er ihm sagen: „Gieb mir — falls 
du eine solche Menge auftreiben kannst — zehntausend 
Schwalben und tausend Katzen; so will ich abziehen." 
Die wurden denn auch geliefert. Da Hess er an die 
Schwänze aller dieser Tiere Baumwolle nebst Wollenzeug 
15 stecken und anzönden und sie dann freilassen. Diese 
eilten nun alle auf ihre Nester und auf die Häuser los 
und steckten dadurch die Festung in Brand. So wurde 13 
dieser VasallenfQrst und sein Volk unterworfen. 

Als (Pogta Khan) im 31. Jahre stand (1191), führte 
20 er sein Heer gegen die nach der Richtung des Sonnen- 
aufgangs ansässigen Solong w o. Der Schirmherr dieses 
Landes, C'agan, erschrak heftig, bot ihm seine Tochter 
H w olan G w ö an und w T urde samt seinem Volke unter- 
worfen. 
25 Ein Ausspruch des Jam-mgon /Sa-skya Pa- 

ndit a 1 ) lautet: 

„Den Grossen bereitet ihre eigene Umgebung noch 
viel mehr Verderben als ihre Feinde, 



1) Hier und häufig im Folgenden abgekürzt Sa- Pan. 



— 21 — 

„Wenn des Löwen Körper keine Insekten hat, sind die 
übrigen Geschöpfe für ihn von geringer Be- 
deutung." 

So grub der Nachkomme des Bat' wo Saihan, TVici 1 ) 
LiJuhe C'ilger, in seinem Herzen von Eifersucht und 5 
* Missgunst gequält, in seinem Hause eine tiefe Gruft, 
legte darauf eine Decke und auf diese Filz und lud dann 
Pogta Khan ein. Der ging also in Begleitung seiner 
jüngeren Brüder Habot' w o Hasar und 'OitVo J Oc c igwO 
und anderer hin. Allein, wie QrlnAtha-ZNagarjuna 3 ) 10 / 

sagt: 

„Die mit grosser Klugheit Begabten 
„Werden die Feinde nicht überwältigen; 
„Wer in der richtigen Anwendung des geeigneten 

Verfahrens tüchtig ist, 15 

„Dem wird selbst Gift geradezu zu Nektar," 

er wurde durch den Anschlag seiner Feinde nicht über- 
wältigt sondern besiegte und unterwarf sie. 

Darauf residierte er in seinem Palaste. Da fiel — 
gleichwie ein Ausspruch des Lehrers Buddha besagt: 20 

„Die Tugendreichen werden um ihrer Tugend willen 
„Durch den blossen Gedanken vom Himmel 
„Kleidung und Speis und Trank und Juwelen, 
„Kurz alle Freuden erlangen" — 

14 plötzlich ein Gefäss aus ftias 'erteni 8 ) voll Nektar vom 25 
Himmel herab und kam in seine Hände. Als er es 



L 



1) (Mong. taiji), 'Prinz, Edier'. 

2) dPal-mgon Klu-sgrub. 

3) (Mong.ikhas erteni) 'Jaspis-Edelstein'. £ 



— 22 — 

nahm, stieg ein starker Wohlgeruch daraus hervor. Da 
fragten seine vier jüngeren Brüder: „Den Götter-Nektar 
nimmst du allein* Pogta?" Da er diese Frage für be- 
rechtigt hielt, reichte er ihnen den Rest. Da versuchten 
5 die vier der Reihe nach zu trinken, brachten es jedoch 
nicht fertig, den Trank hinunterzuschlucken. Da be- 
zeigten sie ihm ihre Verehrung und sagten: „Da der 
Himmel auch auf diese Weise dich eingesetzt hat, so 
bist du denn wirklich König. Darum wollen wir von 

lü jetzt ab so wie du anordnest handeln." Hierauf ent- 
gegnete Pogta: „Zu Anfang als ich den Thron bestieg, 
hat der Himmelsgott mich für den Königssitz geweiht, 
und der König der unteren Drachen hat mir das Königs- 
siegel ^Yun-d run rin-po-c'e verliehen; jetzt, nachdem 

15 ich meine Feinde besiegt und gleichsam zu Schlachtopfern 
gemacht habe, hat mir der Götterkönig den Götter-Nektar 
beschert. Darum also verhält es sich vielleicht so, wie * 
ihr gesagt habt." 

Am Beginn seines 33. Lebensjahres (1193) ver- 

20 trieb Pogta Khan den König 'Alt'an von China aus 
seinem Lande, unterwarf alle Völker des in dreizehn 
Muci 1 ) zerfallenden China und schaltete als König von 
China; nachdem er südwärts gezogen, berief er einen 
mit den chinesischen Religionssystemen vertrauten Mann; 

25 so wurde er unter dem Namen Täi-min S w ot' w o 2 ) 
C'ingis Khan berühmt. 

Als der König vou Tibet T'o ce oder Zit w org w o 



I. . 1) (Mong. ,'moji) 'Provinz'. 

2) (Mong. fsutu) 'hervorragend'. 



— 23 — 

Hakan von seinem so erworbenen Ruhme hörte — 
gleichwie Qrinätha-^ägärjuna sagt: ^ 

„Wer mit Energie, Mut und Standhaftigkeit, 
„Mit Kraft und über die Gegner siegendem Verstand 
„Und mit Streben: mit diesen sechs Vorzügen aus- 5 

gerüstet ist, 
„Vor dem befällt selbst die Götter Furcht ft — 
schickte er einen Gesandten zu Pogta Khan mit der 
Botschaft: „Ich will wie deine Hand sein und dir Tribut 
zahlen. u Darüber freute sich Pogta Khan, reichte dem 10 
Gesandten Geschenke und entliess ihn. 

Als er hoch im 34. Lebensjahre stand (1194), zog 
er gegen T'od-dkar oder rGya-ser oder Sart*ag w ol, 
15 besiegte den König dieses Stammes mit Namen Suiten 
und unterwarf dessen ganzes Volk seiner Herrschaft. 15 

Als er hoch im 35. Lebensjahre stand (1195), zog 
er gegen T'ogmog, besiegte den König dieses Landes 
namens Mang w ölig Suiten und brachte dessen ganzes 
Volk in seine Gewalt. 

Als er hoch im 37. Lebensjahre stand (1197), 20 > 
brachte er den König der Heriyed mit Namen 'Uli in /CtA&A* 
seine Gewalt und unterwarf dessen Reich und Volk ins- 1fL A4 
gesamt seiner Herrschaft. i 

Am Beginn des 39. Lebensjahres (1199) trieb er 
den König der Näiman namens T'äyan an des Landes 25 
Grenze und brachte dessen Beamte und Volk insgesamt 
in seine Gewalt. 

Als er hoch im 41. Lebensjahre stand (1201), nahm 
er Närin, den König von Görl w os, lebend gefangen 
und brachte sein ganzes Reich und Volk in seine Gewalt. 30 



- 24 — 

Als er hoch im 43. Jahre stand (1203), bewahr- 
heitete sich das Wort des oJam-mgon Sa-skya Pandita: 

„Ohne Fähigkeit ein Werk beginnen, * 

„Gegen viele grollen und mit Heftigkeit streiten, 
5 „Ein misstrauisches Weib und die Liebe: 

„Das sind die fünf Ursachen schnellen Verderbens." 
Der König von Harlig w od mit Namen 'Arsalan, 
der ein grosses und stolzes Heer besass, sprach nämlich 
in seiner Selbstüberschätzung: „Ein gewisser T'e mucin 
10 C'iiigis zieht mit seinem Heere zu Felde und ist dabei, 
sich viele Vasallenfürsten zu unterwerfen. Ich will ihm, 
bevor er kommt, entgegenziehen und ihn besiegen!" 
Sprachs und brach mit seinem Heere gegen ihn auf. 
Pogta Khan aber sandte fünf Heerführer, unter ihnen 
15 den Häuptling Moholai, mit einem Heere ab, besiegte 
so jenen Vasallenfürsten im Getümmel und unterwarf 
sein ganzes Volk. 

Als er hoch im 45. Lebensjahre stand, im Feuer- 
Hasen- Jahre des 4. Cyklus (1206), zog er nach der 
20 tibetischen Provinz dBus. Da gingen ihm der sDe-srid 
/Jo-^dga, der T'sal-pa^Kun-dga rdo-rje 1 ) und andere, 
im ganzen dreihundert Mann, als sie es erfuhren, ent- 
gegen und veranstalteten ein grosses Fest. Darauf 
sandten sie zunächst einen Boten an ihn mit der Mel- 16 
25 dung, dass sie sich ihm unterwürfen, huldigten ihm und 
lieferten ihm die drei Gebiete von mNa-ris 2 ), die vier 
Teile von dBus und yTsari und lHo, K'ams und 
sGan sämtlich aus. Da gab er ihnen reiche Geschenke. 

A 

J) Skr. Anandavajra. 
2) m N a - r i s skor ^sum. 



— 25 — 

So brachte er ganz Tibet unter seine Herrschaft. 
Darauf sandte er an den Lama Sa-c c en Kun-dga 
sfiin-po 1 ) Geschenke und einen Brief des Inhalts: 
„Heiliger, ich möchte dich wohl berufen. Da jedoch 
einige meiner Regierungsgeschäfte noch nicht erledigt 5 
sind, so berufe ich dich einstweilen nicht. Jedoch werde 
ich dir von hier aus anhängen; behüte du mich von dort 
her! Bei späterer Gelegenheit, wenn meine Thaten ihr 
Ziel erreicht haben werden, sollst du samt deinen Söhnen 
im Mongolenlande die Lehre des Jina verbreiten." Dort- 10 
# hin gelangte der nun in Wirklichkeit nie; aber nach 
langer Zeit nahm ihn (Pogta Khan) zum Lama, bezeigt« 
den drei Symbolen 2 ) von dBus und yTsah sowie der 
Geistlichkeit seine Verehrung und wurde Gabenspender 
der Lehre und Dharmaräja. 15 

Ueber eine lange Zeit darauf zog er aus, um den 
König von Indien samt seinem Volke zu unterwerfen. 
Als er nun auf einen hohen Bergpass gelangte, kam ein 
Waldtier von grüner Farbe, welches den Leib eines 
Hirsches, den Schwanz eines Pferdes und auf dem Kopfe 20 
ein Horn hatte, dahergelaufen, beugte vor dem Pogta 
die Kniee und bezeigte ihm drei Mal seine Ehrfurcht. 
Darüber gerieten alle in Erstaunen, Pogta Khan aber 
sprach: „Vajräsana 3 ) in Indien ist die Stätte, wo die 
früheren Buddha's geweilt, und die Geburtsstätte der 25 



A 

1) Skr. A nandagarbha. 

2) Das Symbol der Person Buddha's (sein Bild), da9 der Lehre 
(ein Band der heiligen Schriften), das der Gnade (eine Pyramide): 
s. Koppen II 294; Jäschke 213 b . 

3) Tib. rDo-rje yd an. 



— 26 — 

Bodhisattva's und Maharaja's. Zu welchem Zwecke hat 
mir also jetzt dieses der Rede unkundige Waldtier wie 
ein Mensch seine Ehrerbietung bezeigt? Vielleicht wird es 
mir Verderben bringen, wenn ich dahin ziehe. Ist es ein 
5 von meinem Vater, dem Götterkönig, gesandtes Zeichen?" 17 
Da er dies bedachte, zog er wieder in sein Land zurück. 
Im 47. Lebensjahre, im Erde-Drachen- Jahre (1207), 
sandte er an den König "Ampäkai von Sarfagc'in 
einen Eilboten mit der Aufforderung, Tribut zu entrichten. 
10 Allein — wie Jam-mgon Sa-skya Pandita sagt: 
„Wer gar zu laut und gewaltig prahlt, 
„Stürzt sofort in eine Kette von Leiden; 
t Dem Löwen wurde infolge seines grossen Hochmuts 
„Des Fuchses Last aufgeladen. So hören wir in 
15 der Fabel" — 

jener gehorchte nicht, sondern sprach Worte ungebühr- 
lichen Hochmutes und verhielt sich widerspenstig. Da zog 
(Pogta Khan) an der Spitze seines Heeres gegen ihn; 
der aber rückte ihm mit einem Heere von hunderttausend 
ql\ *) fl.( 20 Mann entgegen. Es kam am Ufer des Päigal-Seees zur 
P/U :?( Schlacht; (Pogta Khan) schlug den Feind in die Flucht 

und unterwarf das ganze Reich und Volk. 

Darauf kehrte Pogta Khan nach seinem Palaste # 
zurück, und nun that er nach dem Worte des (^rlnätha- 
25 Nägärjuna: 

„Die rauhen Menschen soll man zähmen, 
„Die tugendhaften soll man ehren; 
„Durch ehrenhaften Lebenswandel soll man seinen 

Schatz füllen 
30 „Und seines Landes Umkreis schützen." 



\ 



— 27 — 

So verlieh er seinen jüngeren BrQdern und seinen Söhnen, 
sowie den tapferen und klugen Beamten dem jeweiligen 
Rang entsprechende Titel, nämlich: Herr einer Hundert- 
schaft, einer Tausendschaft, einer Zehntausendschaft, einer 
mehrfachen Zehntausendschaft. Auch Hess er dem ganzen 5 
Volke seines Reiches Geschenke und hervorragende Gunst- 
bezeugungen zu teil werden und verkündete: „Dem von 
meinem Vater Qatakratu 1 ), dem Fürsten der Himmels- 
götter, erteilten Befehle gemäss habe ich die zwölf Könige 
der Welt unterjocht. Die Vasallenfürsten, die den Weg lü 
der Widersetzlichkeit betreten hatten, habe ich besiegt 
und den neun grossen Stämmen und allen übrigen Unter- 
thanen meines Reiches dauernd Glück und Segen und 
Wohlfahrt bereitet. Jetzt werden sie körperlich und 
18 geistig glücklich sein." 15 

Von diesem Erde -Drachen -Jahr (1207) bis zum 
Feuer-Hunde-Jahr (1225), während neunzehn Jahren, 
wetteiferte gleichsam das Glück und Heil des Königs, 
der Beamten und des Volkes insgesamt mit der Selig- 
keit der Götter. 20 

Danach, als er hoch im 66. Lebensjahre stand, im 
Feuer-Schweine-Jahr (1226), führte er sein Heer gegen 
Mi -nag, [einen Distrikt von] Tibet. Er beraubte den 
neunten Herrscher dieses Landes rDo-rje dpal oder 
T'o ce oder auf mongolisch Ziturg w o Pulgen Hakan 25 
des Lebens und unterwarf das ganze Volk. 

Zwar wird erzählt, dass er dadurch ums Leben kam, 
dass ihm die Gemahlin jenes Fürsten, Gurbulcen G w o, 



1) Tib. brGya-byin. 



— 28 — 

Schaden zufügte. In Wirklichkeit jedoch äusserte er: 
„Weil den Habot' w o Hasar Strafe traf und wegen 
anderer Thaten sind meine Söhne nicht glücklich; das 
ist mein Verderben." Da ihm also jene Königin keinen 
5 Schaden anzuthun vermochte, so traf sie ihre Anord- 
nungen, sprang in den „Schwarzen Fluss 1 )" und kam * 
um. Infolgedessen heisst dieser Fluss HatV on Muren 3 ). 
Pogta Khan verlegte nach Vollendung seiner Thaten 
während des Sommers seine Residenz an das Ufer des 

10 „Schw r arzen Flusses". Da wurde er, während er dort 
residierte, krank und ging am zwölften Tage des siebenten 
Monats desselben Jahres (1226), nachdem er röstigen 
Leibes den alten Za-ma-tog 3 ) abgelehnt hatte, zur 
Seligkeit ein. Da gewann er, anders als gewöhnliche 

15 Sterbliche, eine leuchtende Gesichtsfarbe, Jugendfrische 
des Leibes und grosse Schönheit. 

Pogta Khan hatte vier Söhne: Juc'i, C'agatai, 
"Ugetei und T'oloi, und eine Tochter: Sec'en KQn cu. 
Der Vater ernannte den ältesten Sohn Juc'i zum Könige 

20 des Landes T'ogmog. Dem zweiten, C'agatai, verlieh 
er die Würde eines C'in-wan und ernannte ihn zum 
Könige von T'od-dkar oder *Oros w o, worauf dieser 
seinen Hofhält in der Stadt Yedk'en etablierte. Den 
dritten, 'Ugetei, mit einem Herzen voll Sehnsucht und 

25 Schwung, klug und erfahren, dabei von einem Naturell, 



1) Nag-cu = moog. Khar a Muren. 

2) D. h. 'Königin-Fiuss'. 

3) Hier wohl Bezeichnung eines medicinischen Werkes (vgl. 
Koppen II 58, n. 1). 



— 29 — 

19 dem alle Unbeständigkeit fremd war, setzte er als seinen 
eigenen Thronfolger ein. 

T'aitsi C'agatai hatte fünf Söhne: Der älteste, 
"Aptola, wurde des Vaters Nachfolger. Der zweite, 
'Imamahuli, wurde zum Könige von Kä<?mlra er- 5 
nannt und residierte in der grossen Stadt Sämargan. 
Der dritte, 'Atiramahämäta, wurde zum Könige des 
Ostens von Indien ernannt und residierte in der Stadt 
Pälasa; dieser soll eine Inkarnation gewesen sein. Der 
vierte, Kodk'ar, wurde zum Könige des Landes Rom 10 
eingesetzt und residierte in der Stadt Stambhola 1 ). 
Der fünfte, T'emur, wurde zum Könige von'Orwonk'o 
ernannt und residierte in der Stadt Bhuhara. Diese 
herrschten über die bezeichneten Länder. 

Paitsi 'Ugetei, im Schaf-Jahre (1186) geboren, ge- 15 
langte am Beginn seines 42. Lebensjahres, im Erde-Mause- 
* Jahr (1227), zur Herrschaft über das chinesisch-mongo- 
lische Reich. Vormals hatte Pogta Khan, trotzdem er 
als Herrscher über das weite Reich schaltete, dennoch die 
althergebrachten chinesischen Einrichtungen und Gesetze 20 
mit peinlich genauer Sorgfalt beachtet. Daher hatte er 
von dem aus dem Stamme der K'idan hervorgegangenen ,^ 

Minister Yeluic'u t'sai, der sowohl in der orthodoxen /^ ? ^ - 
als in der T'a-sfiad-Litteratur wie auch in vielen Lehr- ts(*t* *^A 
meinungen und Sprachen bewandert, bei einer durch den 25 ''* t 
König aus der Jurc'id -Dynastie ySer 2 ) veranlassten fQ'^^tu 

1) Eine Anmerkung des Textes zu dem Namen dieser Stadt ' * 
(9- Bd. I p. 286) lautet: „soll zu einem Teile von Qambhala gehören." 

2) Mong. Altan, chin. Kin (Gold); vgl. S. S. 421. 



— 30 — 

Prüfung Studierender in die Reihe der Gelehrten ein- 
getreten und danach unter dem Namen „der Jur-c'id 
C'wa Mergen" berühmt geworden war, ein astronomisch- 
chronologisches Werk und viele andere wünschenswerte 
5 Qästra's nach chinesischer Art abfassen und auch vielen 
anderen Unterricht erteilen lassen. So war dieser, in 
Gemässheit des Wortes des Jam-mgon Sa -sky a 
Pandita: 

„Wer die späteren Folgen lange bedenkt 
10 „Und neben Gewissenhaftigkeit grosse Geduld und 

Ausdauer besitzt, 
„Von grossem Eifer, standhaft^ dabei klug 
„Und auch unterthänig ist, der wird das Haupt," 
Präsident des geheimen Ministeriums des Innern gewor- 
15 den. Und nun bewährte sich das Wort des o Jam-mgon20 
Sa-skya Pandita: 

„Durch Anhänglichkeit und Hingabe an Grosse 
„Werden auch Kleine gross; 

„Sieh, wie die an den Paradiesbaum sich anlehnende 
20 „Schlingpflanze zum Wipfel sich emporwindet": 

auch der junge König ernannte den C'wa Mergen zum 
Präsidenten des Staatsministeriums, und dieser Hess, in- 
dem er seine Sorge den Hauptinteressen von Kirche und 
Staat widmete, die Wurzeln und Zweige der Glück- und 
25 Segensthaten erstarken und wachsen. (^!rinätha-Näga- 
rjuna sagt: 

„Durch einen klugen und geraden Minister 
„Wird Fürsten und Volk aller Segen bereitet; 
„Ein gerader Pfeil, von einem Kundigen geschossen, 
30 „Trifft jeden, auf den er gerichtet ist." 



— 31 - 

# So erliess nunmehr jener Hauptminister, nachdem er 
dem Könige die Sache vorgetragen, das Gesetz, dass 
man von nun ab nicht mehr seine Sklaven und Diener 
töten dürfe, und dass von den Unterthanen eine Steuer 
an Ackerland und Vieh, und von den Kaufleuten ein Zoll 5 
erhoben werden solle. — Der junge König verschied, 
nachdem er sechs Jahre lang des Herrscheramtes ge- 
waltet hatte (1232), 

Von seinen beiden Söhnen bestieg der ältere, 
Guyug, geboren im Rinder -Jahr (1204), am Beginn 10 
seines 29. Lebensjahres (1232), den Thron und ver- 
schied, nachdem er denselben sechs Monate lang inne- 
gehabt hatte. 

Sein jüngerer Bruder Go dan, geboren im Tiger- 
Jahr (1205), " gelangte, als er hoch im 29. Lebensjahre 15 
stand (1233), auf den Thron, hatte denselben achtzehn 
Jahre inne und verschied dann (1250). 

T'aitsi Toloi hatte vier Söhne: Munk'e, H w opilai, 
'Ulehu und 'Arig Puhe. 

Der -älteste von ihnen, Muiik'e, nahm, als er hoch 20 
im 46. Lebensjahr stand, den Thron ein und starb, nach- 
dem er ihn acht Jahre lang inne gehabt. Dieser König 
übergab seiner Zeit fünf Heerführern, darunter seinem 
21 jüngeren Bruder H w opilai, fünf Heere. Mit diesen 
zogen sie gegen Indien zu Felde und brachten den 25 
schwarzfarbigen Volksstamm, den am Geschlechtsglied 
mit Edelsteinen geschmückten Volksstamm und andere 
Stämme, sieben und dreissig an der Zahl, und vierzehn 
grosse Städte in ihre Gewalt. 



j 



— 32 - 

Sein jüngerer Brüder, der grosse Erdbeherrscher 
H w opilai, geboren im Holz-Schweine- Jahr (1214), ge- 
langte, als er hoch im 46. Lebensjahre stand, im Eisen- 
Affen-Jahr (1259), auf den Thron. Er erbaute vier 
5 grosse Städte: die Stadt Täitu, die Stadt C'agan, 
die Stadt Huriyet'u und die Stadt Lantfin, er- 
nannte tüchtige Männer zu Präfekten und brachte alle 
königlichen Erlasse und Gesetze, auch die von früheren 
Königen herrührenden, mit höchster Genauigkeit und 
10 Korrektheit zur Ausführung. Und wie es bei Qrinätha- * 
Nägärjuna heisst: 

„Mit Hilfe von Beamten, die mit den Sitten 

wohl vertraut, 
„Beherrschet zwar die Menschen allesamt 
15 „Ein König; jedoch allein, durch eigene Kraft 
„Zwingt er die Länder all in seine Macht,' 4 
so unterwarf dieser König viele grosse Reiche Chinas, 
Tibets, der Mongolei und anderer Länder, die von den 
früheren Königen nicht unterworfen worden waren, und 
20 wurde unter seinem Herrschernamen Tai Ywan be- 
rühmt. Da bestätigte sich das Wort des Qrlnätha- 
Nägärjuna: 

„Wer freigebigen, selbstlosen Sinnes, 
„In Worten wahr und lauter ist und seine Handlungen 
25 darnach einrichtet^ 

„Dem folgen beständig Glanz und Ruhm 
„Gleich einem Schatten nach." 
Da er von lauterer Gesinnung und festem Glauben, nach 
Reichtümern und Schätzen nicht begierig, in der Ver- 
30 Schmelzung geistlicher und weltlicher Interessen gewandt 



— 33 — 

und von grosser Einsicht war, alle Unterthanen nach den 
Geboten der Religion regierte und andere Vorzüge mehr 

22besass, so preisen und verehren ihn alle Chinesen noch 
heutigen Tages unter .dem Namen „König You sun". 
Er vernichtete die Schriften der chinesischen Bon-po 5 
Tou-si grösstenteils durch Feuer. 

Von C'ingis Khan's Zeit bis auf die dieses letzteren 
Fürsten wurden der Reihe nach folgende Völker unter- 
than: Die blauen Mongolen 1 ), über vierhunderttausend 
Häuser, die roten Chinesen, die schwarzen Tibeter, die 10 
gelben Sart'ag w ol, die weissen Solong w os: die zu 
ein und derselben Gruppe gehörigen Leute mit je einer 
von den fünf Farben; ferner vier weitere Völkerschaften: 
die Tsug-te-Amazonen, die j'Yon-ru 2 ), die mit einem 
Auge auf der Brust und die mit Hundeköpfen. Des 15 
weiteren sollen da über siebzig an Gestalt, Tracht, Lebens- 
weise u. s. w. vollkommen verschiedene Nationen gewesen 

# sein: Erstens das Volk der K'inca oder auf Mongolisch 
K c emk c emce, deren Land im Nordwesten, hinter den 
Torgod liegt; dieselben w r ohnten in einem dreissigtausend 20 
Hörweiten von dem Palaste des Khans entfernt gelegenen 
Gebiete. Die Leute dieses Landes besassen zum grössten 
Teil Reichtümer, namentlich waren viele im Besitze von 
zehntausend schönen Pferden. Sie hatten blaue Augen 
und rote Haare, waren an Aussehn und Gestalt häss- 25 
lieh und legten beständig verschiedene Arten von Waffen 
an. Ferner das Gebiet von dieser Gegend an, wo im 



1) Sog-po sn on -po = mong. Küke Mo rig hol. 

2) Wörtlich 'linker Heeresflügel\ 

3 



— 34 — 

Sommer die Tage lang und die Nächte sehr kurz sein 
sollen, bis zu den kleineren Ländern im Osten und Süden: 
G w öli, Manju, den Inselbewohnern yZi-pen, Hp'u safi, 
Siyanlo, Ziyari u. s. w. und im Südwesten bis zu der 

5 Mitte von Indien und der Grenze von Ka<?mira. 

Die Zahl der zu dem Reiche dieses Königs ge- 
hörigen grossen und kleinen Tempel und Klöster be- 
trug nach dem „Blauen Buch 1 )" im ganzen 42318; 
grössere und kleinere Ordensgemeinschaften bestanden 

10 im ganzen 213 100. Grosse Städte unter der Bezeich- 23 
nung Hp e u soll es 169, mittlere mit dem Namen Ceu 240, 
kleine Städte mit der Bezeichnung Shian 398; ferner 
kleine Städte, sogenannte 'Ui, 1165; Beamte für die aus- 
wärtigen Angelegenheiten, hohe und niedere, 2730, für 

J5 die inneren Angelegenheiten 121 gegeben haben. 

Nachdem dieser Fürst nun 20 Jahre lang nach der 
Art und Weise der mongolischen Herrscher die Regierung 
gehandhabt hatte, gab er den chinesischen Einrichtungen 
und Gesetzen den Vorzug und hatte danach noch 15 Jahre, 

20 im ganzen also 35 Jahre den Thron inne, und sein grosser 

Ruhm als Cakravartin Secen Khan drang in alle Lande. 

Im 82. Lebensjahre, im Feuer-AfFen-Jahre (1295), ging 

er ins Land der Götter ein. * 

Secen Khan hatte vier Söhne: rDo-rje, Ma- 

25 ngala, Cingem und Nomohan, und eine Tochter: 
See ig. Der dritte Sohn Cingem geleitete ehemals, zu 
Lebzeiten des Secen Khan, im Feuer-Mause-Jahr (1275), 



1) Im Text (p. 22, 21): sDeb-snon statt (De b (-t f er) snon 
(-po)j vgl. über dieses Werk M. A. I p. 409. II p. 302. 



v_ 



— 35 — 

den Lama und Dharmaräja Pags-pa, als er nach Tibet 
zurückkehrte, nach Sa-skya. Bei seiner Rückkehr er- 
nannte sein königlicher Vater in der Freude seines 
Herzens durch eine Ordre diesen seinen Sohn zum 
Thronfolger. Allein da verschied dieser. 5 

(Xingem hatte drei Söhne: Kamala, Dharmapäla 
und T'ubu Temur. Von diesen bestieg T'ubu T'emur, 
geboren im Holz-Rinder- Jahre (1264), am Beginn seines 
30. Lebensjahres, im Holz-Pferde- Jahr (1293), den Thron 
und legte sich den Namen 'Ulj ei t'u Hakan bei. Dieser 10 
König hatte zwar schon zu Lebzeiten des Sec c en Khan 
den Thron inne, hatte jedoch die Zügel der Regierung erst 
nach dem Hinscheiden seines Gross vaters Secen Khan, 
vom Feuer- Vogel-Jahre (1296) an, in Händen. Nach Ver- 
lauf von elf Jahren, im 43. Lebensjahr, verschied er. Diesem 15 
24 Könige kam seiner Zeit das hochberühmte chinesische 
Königssiegel ^Yun-drun rin-po-c c e in die Hände. 

Sein älterer Bruder Dharmapäla hatte zwei Söhne, 
Ilaisan und "Ayurparpata. Der ältere, Haisari, ge- 
boren im Eisen-Schlangen- Jahr (1280), bestieg, als er 20 
hoch im 28. Jahre stand, im Erde-Affen- Jahr (1307), den 
Thron und erhielt den Namen K'ulug Hakan. Nachdem 
er vier Jahre lang durch die Verschmelzung geistlicher 
und weltlicher Interessen Kirche und Staat regiert hatte, 
verschied er im 31. Lebensjahre (1310). 25 

Nach ihm bestieg sein jüngerer Bruder 'Ayurpata, 

geboren im Holz-Vogel-Jahr (1284), als er hoch im 

28. Jahre stand, im Wasser -Mause -Jahr (1311), den 

Thron und erhielt den Namen Pöjant c w o Khan. Näch- 
st 



— 36 — 

dem er neun Jahre den Herrschersitz innegehabt hatte, 
verschied er im 36. Lebensjahre (1319). 

Dessen Sohn Quddhep'al, geboren im Wasser- 
Hasen-Jahre (1302), gelangte am Beginn seines 19. Lebens- * 

5 jahres (1320) auf den Thron und erhielt den Namen 
Gegen Khan. Nach dreijähriger Regierung verschied er 
im 21. Lebensjahr (1322). Wahrend die früheren Könige 
die mongolischen Sitten, bis auf Mütze und Kleid herab, 
beibehalten hatten, schien dieser König sich vollständig 

10 in einen Chinesen verwandelt und umgestaltet zu haben. 

Danach hatte der Sohn des Taitsi Kamala, Tai 
tin Khan, mit dem weiteren Namen Yisu Temur, 
geboren im Wasser-Hasen-Jahr (1302), fünf Jahre lang, 
vom 22. Lebensjahr, dem Holz-Mause-Jahr (1323), bis 
15 zum Erde-Drachen-Jahr (1327), den Thron inne und 
verschied im 26. Jahr (1327). 

Darauf bestieg der älteste Sohn des Königs Haisan 
Hulug, Rin-cen op'ags, geboren im Eisen-Mause-Jahr 
(1299), zu Anfang des 30. Lebensjahres, im Erde-Schlangen- 

20 Jahr (1328), den Thron und starb nach Verlauf von 
vierzig Tagen. 

Sein jüngerer Bruder Min tsun Khan mit dem 
weiteren Namen Kosala, geboren im Schlangen- Jahre 
(1304), bestieg in jenem Jahre (1328), gegen Ende 

*2f> seines 25. Lebensjahres, den Thron. Er verschied nach 
Verlauf von fünfzig Tagen. 

Danach gelangte des Pöyant\ v o Khan jüngster 
Sohn Jiyagat- w o Khan mit dem weiteren Namen T'og 



— 37 — 

25Temur, geboren im Drachen-Jahr (1303), im Erde- 
Schlangen-Jahr (1328), zu Anfang seines 26. Lebens- 
jahres, auf den Thron und starb im 29. Jahre (1331). 

Der Sohn des Min tsuri Khan[Kosala, Rin-c f en /_ 

dpal, geboren im Feuer-Tiger-Jahr (1325J, nahm zu 5 
Beginn seines siebenten Jahres (1331) einen Monat hin- 
durch den Thron ein und starb dann. 

Darauf bestieg der Sohn des Jiyagat c w o Khan, 
/Tog an Temur, geboren im Erde-Pferde-Jahr (1317), 
zu Anfang seines 16. Jahres, im Wasser-Vogel-Jahr (1332), io 
den Thron und erhielt den Namen Sun dhi oder wOha- 
kat c w o Hakan. Er berief seiner Zeit den Lama Sa- 
skya-pa Kun-dga blo-gros 1 ) und regierte den Staat 
durch die Verschmelzung geistlicher und weltlicher Inter- 
essen. Nun war in dem Hause eines Mannes aus dem 15 
chinesischen Geschlechte Jü unter vielen guten Vor- 
zeichen ein Sohn geboren worden. Dieser, mit Namen 
Jüge, war in der Ueberredungskunst und dem Betrug 
wohl bewandert. Den ernannte der König, ohne ihn zu 
erproben und unter Hintansetzung jeder Vorsicht, zum 20 
Oberbefehlshaber der Provinzen. Da bestätigte sich das 
Wort des Qrinätha-pägärjuna: 
# „Wenn ein Kluger die schädlichen Worte der Listigen . 

„Nicht gehörig prüft, 

„So ist es, wie wenn diejenigen Tiere des Waldes, 25 

welche die Töne nicht prüfen, 

„Von den übrigen bethört werden," 



L 



1) Skr. A n an da mat i. 



— 38 — 

L und ferner das Wort des oJam-mgon (jßa-sky a) Pandita: 

„Ohne zu prüfen, darf man nicht jedermann 
„Vertrauen schenken und Aufträge erteilen; 
„Aus Hintansetzung der Vorsicht entsteht Leid, 
5 „Aus Hintansetzung der Achtsamkeit erwachsen häufig 

Feinde": 
Jener brachte alle Provinzen Chinas in seine Gewalt. 
Darauf verleumdete er, in der Absicht die Herrschaft an 
sich zu reissen — gleichwie es im Vinayägama 1 ) heisst: 

10 „Ein Mensch, der auf die Guten Bedacht nimmt, 

„Darf mit keinem schlechten Menschen umgehen; 
„Siehe, als Löwe und Hammel befreundet waren, 
„Entzweite sie der Fuchs" — 

alle mutigen und klugen königlichen Beamten für die 
15 inneren Angelegenheiten beim Könige, veranlasste ihn, 
den Chef des Ministeriums des Innern, TVogt'ahwO 
TVitsi, hinzurichten, und bewirkte, dass vielen anderen 26 
Beamten vom Könige die Schnur zugeschickt wurde. 
Darauf schickte er sich an, diesen mit seinem Heere zu 
20 bekriegen. Bevor dies geschah, erschien dem Könige in 
einer Nacht im Traum ein Greis mit weissen Haaren 
und sprach: „Du hast den treuen Hund, der dein Haus 
bewachte, zu Boden gestreckt. Nun kommt ein reissender 
Wolf von aussen eilends heran; wie gedenkst du dioh 
25 gegen ihn zu verhalten?" So schalt er in heftigem Zorn 
und verschwand. Darob geriet der König in Schreck 
und Sorge und erwachte. Am folgenden Morgen er- 
zählte er die Sache seinem Lama. Der Lama aber ver- 



1) Tib. Dul-ba lun. 



- 39 - 

harrte eine Zeit lang in vollständigem Schweigen und 
sagte dann: „Da du deinen einem treuen Hunde gleichen- 
den Minister des Innern preisgegeben und den einem 

# reissenden Wolfe gleichenden Jüge zum Chef des Ministe- 
riums des Innern erhoben hast, so ist dies ein Vorzeichen, 5 
dass dem Reiche Unheil widerfahren wird." Auf die 
Frage des Königs, welches Verhalten dagegen von Nutzen 
sein würde, entgegnete der Lama: „Einst, zur Zeit deines 
Ahnherrn Pogta H w opilai Secen Khan, weinte 
unser 1 ) Scheitelschmuck, der Dharmaräja Pags-pa, 10 
drei Tage lang, und als der König nach der Ursache 
dessen fragte, sprach der Lama: 'Es wird ein Ereignis 
eintreten, welches allerdings nicht deine und meine Zeit 
betreffen wird. Aber neun oder zehn Generationen nach 
uns wird ein König mit Namen Togan leben; unter 15 
diesem werden Kirche und Staat, die wir beide ge- 
schaffen, beide dahinsinken. Aus diesem Grunde weine 
ich.' Da fragte der König: c O Lama, w T oher w r eisst du 
bei deinem jugendlichen Alter diese Thatsache einer 
fernen Zukunft?' Der entgegnete: c Herr, nicht nur dies 20 
allein, sondern sogar, dass in alter Zeit in diesem Lande 

27 sieben Tage lang ein starker Blutregen fiel, w r eiss ich.' 
Da befahl der König die alten Berichte durchzulesen, 
und als man dieselben einsah und untersuchte, fand man, 
dass zur Zeit des alten chinesischen Kaisers TaUtsuft 25 
aus der Tan -Dynastie in diesem Lande sieben Tage 
lang ein starker Blutregen gefallen sei, sowie auch, dass 
bei dieser Gelegenheit der chinesische Lo-tsä-ba fan 



1) D. h. der Lamen aus dem Sa-s kya-Ge9chlecht. 



— 40 — 



[^Yan-tsun, ein Schüler des Äcärya 1 ) pasubandhu 2 ), 
eine auf die Zukunft bezügliche Prophezeiung verkündet 
habe. Da erwies jener König dem Lama Pags-pa 
noch viel grössere Ehrerbietung und Verehrung als früher. 
5 Da nun die Zeit für die Erfüllung jener Weissagung des 
ehrwürdigen Herrn gekommen ist, w r er könnte dieselbe 
da abwenden? Wenn du jedoch an den Lama und die 
Kleinodien inbrünstige Gebete richtest, unsere Religion * 
schützest und Opfer spendest, so wird das vielleicht von 
10 Nutzen sein.* 4 Allein — wie Jam-mgon [jia-skya 
Panel ita sagt: 

„Die da nützlich reden, sind selten, 
„Noch seltener jedoch, die solche Leute anhören; 
„Einen der Heilmittel Kundigen zu finden ist schwer, 
15 „Deren aber, die nach seinem Worte handeln, giebt 

es noch weniger" — 

der König geriet in Zorn gegen den Lama: „Lama, geh 
zurück in deine Heimat!" Der Lama aber entgegnete 
hocherfreut: „Dass diese Aufforderung in mein Land 
2o zurückzukehren jetzt, wo Kirche und Staat noch so 
florieren, an mich ergeht, ist eine Gnade des gütigen 
Lama." Darauf machte er sich auf gen Sa-skya. 

Danach erfüllte sich das Wort des Jam-rngon 
I Sa-skya Pandita: 

25 ? 5 Der Heuchler nimmt das Betragen des Edlen an, 

„Betrügt aber in Wahrheit hinterrücks; 



1) Tib. slob-dpon. 

2) Tib. dÜyig-yfien. 



— 41 — 

„Nachdem der Hirsch den Schwanz gezeigt, 
„Schwindet seine Scheu und er verkauft des Esels 

Fleisch." 
Im achten Monat des Erde-Affen-Jahres (1367), in 
28seinem 2K. Lebensjahre, lud nämlich der Chinese Jüge, 5 
unter dem Vorgeben, es seien Güter und Schätze, Krieger 
in sechstausend Wagen und zog so in den königlichen 
Palast ein. Sobald das Zeichen zum Abfeuern der Ge- 
schütze gegeben wurde, stiegen die Krieger heraus und 
bemächtigten sich des Reiches. Da floh der König 10 
wOhakat c w o Tokan Temur. So ging denn die Herr- "£kl£. 
schaft über das chinesische Reich in andere Hände über. 4, ^}pj/ 
Er aber erbaute, an das Ufer des K'erlun-Flusses ge- f/ +c 
langt, Pära Hot w o und wurde dort König der Mongolen 
allein. Nachdem er drei Jahre dort residiert, verschied 15 
er im 53. Lebensjahr, im Eisen-Hunde- Jahr (1369). 

In den hundert und fünf und siebzig Jahren seit 
dem Holz-Tiger-Jahre (1193), in welchem vormals Cingis 
Khan seine Herrschaft auf China ausdehnte, bis zu 
diesem Erde -Affen -Jahre (1367) regierten fünfzehn 20 
Generationen der Mongolenkönige das Reich. 

# Der Sohn dieses letzten Königs, Piligtfu, geboren Ä*^*^ 

im Erde-Tiger- Jahr (1337), bestieg zu Anfang seines ^ 4 rp. *j 
34. Lebensjahres, im Eisen-Schweine-Jahr (1370), den f ' tf 
Thron und verschied nach dem 41. Lebensjahre (1378). 25 

Sein jüngerer Bruder VOsagal, geboren im Pferde- 
Jahr (1341), gelangte gegen Ende seines 38. Jahres, im 
Erde-Schaf-Jahr (1378), auf den Thron .und starb im 
47. Jahre (1387). 



— 42 — 

Dieser hatte drei Söhne 'Ei'ihe Jorigt'u, "Elbeg 
Niguleshui und Harg w ocag Dügururi Hon T'aitsi. 
Von diesen bestieg der älteste, Enhe Jorigt'u, geboren 
im Schweine-Jahr (1358), gegen das Ende des 31. Lebens- 
wahres, im Erde-Schlangen- Jahr (1388), den Thron und 
starb im 34. Jahre (1391). 

Sein jüngerer Bruder 'El beg Niguleshui, geboren 
im Rinder- Jahre (1360), nahm zu Beginn des 33. Lebens- 
jahres, irn Wasser-Vogel- Jahr (1392), den Thron ein. 
lo Als sieben Jahre verstrichen waren, da bestätigte sicli 
der Ausspruch des Lehrers Buddha: „Weswegen führt 
das Weib seinen Namen? Wegen der vielen Frevel und 
des endlosen Betruges, deswegen führt es diesen Namen; 
'Trug' also bedeutet der Name 'Weib'. Wer in des Weibes 
15 Gewalt gerät, fällt in des Teufels Hand; wer in des 
Teufels Hände fällt, gerät in die Gewalt der Sünder. 
Das Weib ist reich an Freveln und unerschöpflich an 29 
Betrug, schwachen Geistes, veränderlichen Geistes, un- 
beständigen Geistes, sehr beweglichen und unstäten 
2o Geistes: kurz mit dem Geiste eines Affen behaftet, dem 
Affen ähnlich, in der Anstellung eines Betruges gewandt, 
deswegen heisst es 'Weib'"; — ferner das Wort im 
Manj uvrlmülatantram: 

„Wer durch Liebe zum Weibe bethört ist, 
25 „Wird von allen Seiten vollständig umringt, 
„Sinkt in einen grossen Sumpf ein 
„Und bleibt im Meere des Kreislaufes der Wieder- 
geburt befangen. 
„Der thörichte Mann, der ein Weib liebt, 
30 „Gleicht dem Fuchs beim faulenden Aas; 



i 



— 43 — 

„Das Weib, in welches verliebt ein Mann 
„Arge, böse Leiden erduldet, 
* „Betleckt die lautere Religion"; — 

und endlich der Spruch des ^rlnatha-magarjuna: 

„Der Fürst, der von Liebesverlangen erfüllt ist, 5 
erkennt Nutz und Schaden nicht mehr; 
„Wie der vor Ungebundenheit und Ausgelassenheit 

berauschte Elefant benimmt er sich, 
„Und hinterher stürzt er, von Reue heftig gequält, in 

den Abgrund der Sorgen-Qual; 10 

,,Der halt seiner Umgebung ihre Sünden vor, doch 

seine eigenen Fehler kennt er nicht": 
Der König liebte die 'Ulcii H w on G w ö, die Gattin 
seines jüngeren Bruders Dügurun H w on Taici, heftig; 
um sie also in seinen Besitz zu bringen, tötete er seinen 15 
Bruder, nahm die'Ülcei H w an G w ö zur Gemahlin und 
lebte eine Zeit lang mit ihr. Da bewahrheitete sich das 
Wort des Lehrers Buddha: 

„Diese Geschöpfe verschlingen aus Zorn 
„Eins das andere; 20 

„Immer und immer wieder werden sie in der Ver- 
dammnis 
„Durch viele Qualen heftig bedrückt": 
30'Uheci Ilasaha, ein Taici der 'Oirad, aufgeregt 
durch die Macht der Eifersucht, tötete den König, nahm 25 
die Königin 'Ulcei Il w on G w o zur Gattin und unter- 
warf den grössten Teil der Mongolen. So w r ird erzählt. 
Nun aber war zur Zeit, als die Königin H w on G w o 
dem TaitsijDügurun angehörte, in ihrem Schoss Leben 
erzeugt worden; nach Verlauf von drei Monaten seit 30 



— 44 — 

diesem Zeitpunkt nahm sie der König 'Elbeg Nigu- 
leshui sich zu eigen; als danach vier weitere Monate 
verstrichen waren, entriss ihm 'Uheci Iiasaha dieselbe; 
und als die Zeit erfallt war, gebar sie einen Knaben und 
5 gab ihm den Namen 'Ajai. 

Der älteste Sohn des Königs "Elbeg Niguleshui, 
Gun T'eraur, geboren im Schlangen -Jahr (1376), be- 
stieg zu Anfang seines 24. Lebensjahres, im Eisen-Drachen- 
Jahr (1399), den Thron und starb im 26. Jahre (1401). 

10 Dessen jüngerer Bruder 'Ulcii T.emur, geboren im # 

Schaf-Jahr (1378), gelangte gegen Ende seines 25. Jahres, 
im Wasser-Schaf-Jahr (1402), auf den Thron und starb 
im 32. Jahre (1409). 

Sein Sohn Tel beg, geboren im Schweine-Jahr 

15(1394), gelangte zu Anfang seines 17. Lebensjahres, im 
Eisen-Hasen-Jahr (1410), auf den Thron und starb in 
seinem 21. Jahre (1414). 

Nach ihm bestieg der Sohn des "Uheci von den 
'Oirod, 'Esenhu, geboren im Hasen- Jahr (1386), den 
20 Thron und verschied im 39. Jahre (1424). 

Darauf kam der Sohn des Dügurun, 'Ajai Taitsi, 
der aus dem Lande der J Oirod geflohen war, in seine 
Heimat, verband sich mit 'Atai Taitsi, einem Nach- 
kommen des 'Ocigin, zog gegen die 'Oirod zu Felde 
25 und unterwarf das Volk der 'Oirod. 'Atai Taitsi 
hatte am Anfang seines 37. Lebensjahres, im Feuer- 
Pferde-Jahr (1425), den Thron bestiegen. Im 13. Jahre 
seiner Regierung wurde er von dem Sohne des 'Oirod- 



— 45 — 

Königs "Esenhu, Tog an Taici, getötet. Danach be- 
stätigte sich der Ausspruch des Jam-mgon Sa- sky a 
Pandita: 
31 „Ohne nach allen Seiten zu prüfen, 

„Sich auf den Feind zu stürzen, ist ein Zeichen von 5 

Thorheit; 

„Ins Licht der Lampe fliegt aus Verblendung 

„Die Motte kühn, oder weshalb sonst?", 
und ferner: 

„Wer überschäumende Kraft besitzt, 10 

„Bereitet selber sich den Tod; 

„In der Schlacht trifft der Tod zum grössten Teil 

„Oft gerade die Starken": 
Vor dem Palaste Pogta C'ingis Khan's führte näm- 
lich (T'ogan) mit hochfahrendem, anmassendem Be- 15 
nehmen viele thörichte Reden voll Geringschätzung gegen 
Pogta Khan. Da brach aus seinem Munde Blut her- 
vor, und er verschied. 

Sein Sohn "Esen, geboren im Schweine-Jahr (1406), 
hatte nur ein Jahr hindurch, im Anfang seines 32. Lebens- 20 
# jahres, im Erde- Pferde- Jahr (1437), den Thron inne; dann 
ging seine Herrschaft in andere Hände über. 

Der älteste von 'Ajai T'aitsi's drei Söhnen, Pai- 
tsun, geboren im Tiger- Jahr (1421), hatte nämlich vom 
Beginn seines 18. Jahres, dem Erde-Schaf-Jahr (1438), 25 
an vierzehn Jahre lang die Herrschaft inne. Nach einem 
Kampfe mit 'Esen von den 'Oirod im Wasser-Affen- 
Jahr (1451) starben beide. 



— 46 — 

Danach bestieg der Sohn des T'aitsun, Merhurgen 

T'aitsi, geboren im Feuer-Tiger-Jahr (1445), in seinem 

siebenten Lebensjahr, im Wasser- Affen- Jahr (1451), den 

Thron, wurde aber im folgenden Jahr (1452) von To- 

5golon Taici von den Tolon 1 ) T'umed ermordet. 

Merhurgen 's älterer Bruder Mol on T'aitsi, ge- 
boren im Schlangen-Jahr (1436), gelangte zu Anfang 
seines 17. Lebensjahres, im Wasser-Vogel-Jahre (1452), 
auf den Thron und starb im folgenden Jahre (1453). 

lo Darauf bestieg der dritte Sohn des \Ajai T'aitsi, 

Mant w ag w ol, geboren im Pferde-Jahr (1425), am An- 
fang des 38. Lebensjahres, im Wasser-Schaf-Jahr (1462), 
den Thron. Nachdem er den Togolan Taici getötet 
hatte, machte er sich das Volk der Tolon 1 ) Turned 
15 unterthan. Später wurden zwischen dem Könige und 
Päy an Munhe Polh w o Jin w on, dem Sohne des 
Hargwoc'ag, des Sohnes von 'Ajai Tai t si's zweitem 
Sohne 'Anaparji, von anderen, schurkischen Menschen32 
fortwährend Verleumdungen ausgestreut. Und wie es bei 
20 oJam-mgon Sa-skya Pandita heisst: 

„Von einem Menschen, der stets Zwietracht zu 

säen trachtet, 
„Werden selbst treue Freunde entzweit; 
„Wenn das Wasser beständig thätig ist^ 
25 „Entstehen da nicht in einem Felsen Spalten?", 

so kam es infolge der Verleumdungen zwischen den 
beiden zum Kampf, Polh w o Jin w on wurde besiegt 
und floh in eine andere Gegend. — König Mant w og w ol 

1) (Kalmückisch und burjatisch: dolön = mong. dulughan) 'sieben'. 



— 47 — 

starb am Anfang seines 42. Jahres, im Feuer-Schweine- 
Jahr (1466). 

Nachdem dieser König ohne Kinder zu hinterlassen 
gestorben war, machte ein Fürst namens Noyanpolod 
aus dem Geschlecht des HabotVo Hasar 1 ), des Herr- 5 
schers der H ore in, Anstalten, seine jüngere Gemahlin 
* Mant w ohai Secen zur Gattin zu nehmen. Die Königin 
aber willigte nicht darein, sondern begehrte den Ab- 
kömmling Pogta CTirigis Khan's zum Gemahl. Dann 
hotte sie den Sohn des Päyan Munhe, Pät c w o Munhe, 10 
der im Hause des Temur Hatag erzogen wurde und 
aufwuchs, als er sieben Jahre alt war, und machte ihn 
zu ihrem Gemahl. Nachdem beide den Göttern und 
Ahnen Opfer dargebracht und ihre Verehrung bezeigt 
hatten, sprach die Königin folgendes Gebet: „Auf dass 15 
die Reihe der Dynastie Pogta Khan's nicht unter- 
brochen werde, habe ich diesen kleinen Knaben zu 
meinem Gemahl gemacht, sodass er nicht länger miss- 
achtet wird. Um deswillen mögen mir sieben Söhne 
und eine Tochter geboren werden ! Dann will ich diese 20 
Söhne 'die sieben Pol od' nennen. Möge dadurch, o 
Pogta Khan, deine edle Dynastie wachsen!" Nach- 
dem sie dieses Gebet gesprochen, vermählte sie sich 
dem Knaben. In demselben Eisen-Tiger-Jahr (1469), 
in welchem Bät c w o Munhe, geboren im Holz-Affen- 25 
Jahr (1463), im Anfang seines siebenten Lebensjahres 
die im Erde-Pferde-Jahre (1437) geborene, 33 Jahre alte 
Man twohai Secen zu seiner Gemahlin gemacht hatte, 



1) Cingis Khan's Bruder; s. oben p. 14, 20 — 21. 



— 48 — 

bestieg er den Thron und wurde allenthalben unter dem 
Namen Täyan Hakan berühmt. Mant w ohai Sec*en33 
gebar, wie sie erfleht^ die Zwillinge T'uru Bolod und 
w J 01 w o Bolod, dann eine Tochter T'urut'u Kun-cu 

5 und (einen Sohn) Pärasbolod, gleichfalls Zwillinge, 
ferner \Ars w opolod, darauf die Zwillinge 'AlcVo- 
polod und 'Oc'ir Pol od, dann Nerebolod. Ferner 
besass der König von seiner Gemahlin Jaliyar zwei 
Söhne: Gere Bolod und Geresenje, und von seiner 

10 Gemahlin Husai (aus dem Volke der) J Oirod zwei 
Söhne: Gert'u und 'Upasanc'a C'iri T'aici, im ganzen 
also elf Söhne. Nachdem Täyan Khan so vier und 
siebzig Jahre lang regiert hatte, starb er im 80. Jahre, # 
im Wasser -Hasen -Jahre (1542). — Seine Söhne T'uru 

15 Bolod und w J 01 w os Pol od waren noch zu Lebzeiten 
ihres Vaters gestorben. 

Der älteste Sohn des T'uru Polod, Poti 'Alag 
T'aitsi, geboren im Holz-Mause-Jahr (1503), hatte vom 
Anfang seines 41. Jahres, dem Holz-Drachen-Jahr (1543), 

20 bis zum Feuer-Schaf-Jahre (1546), also vier Jahre, den 
Thron inne und verschied dann. 

Dessen Sohn Tarass w on Hüten T'aici, geboren 
im Drachen -Jahr (1519), bestieg zu Anfang seines 
29. Lebensjahres, im Erde- Affen- Jahr (1547), den Thron 

25 und starb in seinem 38. Jahre (1556). 

Von seinen vier Söhnen regierte der älteste, T'umen 
T l aici, geboren im Seh weine- Jahr (1538), vom Anfang 
seines 20. Jahres, dem Erde-Pferde- Jahr (1557), bis zum 
Wasser-Drachen-Jahr (1591), also fünfunddreissig Jahre, 

30 und. starb dann. 



— 49 — 

Von dessen elf Söhnen gelangte der älteste, Pöyan 

T'aitsi, geboren im Hasen-Jahre (1554), am Anfang 

seines 39. Lebensjahres, im Wasser-Schlangen-Jahre(1592), 

auf den Thron und starb im 49. Jahre (1602). 

Von seinen drei Söhnen, Mang w os, Rab-dkar5 

und Mag w o Hit'ad, starb der älteste, Mang w os, zu 

34 Lebzeiten seines königlichen Vaters. Von seinen beiden 

Söhnen Legs-ldan Bägat' w or T'aitsi und Sahgarjas 

J Odhan Taitsi gelangte der ältere Taitsi, Legs-ldan 

Pagat c w or, geboren im Wasser-Drachen-Jahr (1591), am 10 

Beginn seines 13. Lebensjahres, im Holz-Drachen-Jahr 

(1603), auf den Thron und wurde als H w ot'ogt c w o Hakan 

von den C'ahar berühmt. — In der Periode, in welcher 

König Legs-ldan H w ot c ogt w o in religiöser Hinsicht 

rein war und für die Lehre eine eifrige Thätigkeit ent- 15 

faltete, bewahrheitete sich an ihm das Wort des Jam- 

mgon Sa-skya Pandita: 

„Wer, im Grunde verdorben, auf Reichtümer 

Wert legt, 

..Ist selbst als Freund unzuverlässig; 20 

„Bei den Grossen haben ihre Freunde oft erst drei 

Mahlzeiten genossen, 

„Dann aber dieselben bethört 44 : 

Ein Chinese von feindseliger Gesinnung sandte näm- 

# lieh dem Könige heimtückischer Weise eine Zeichnung, 25 

auf welcher er zwei Schlangen, eine mit einem Kopfe 

und vielen Schwänzen und eine mit vielen Köpfen und 

einem Schwänze, dargestellt hatte. Als der König nach 

der Bedeutung fragte, erklärte der Bote: „Gleichwie die 

Schwänze der Schlange mit einem Kopfe, obwohl zahl- 30 

4 



— 50 — 

reich, dennoch dem Kopfe nachfolgen, so haben auch 

* wir Chinesen zwar nur°einen König, aber gleichwohl 

handeln alle Unterthanen nach seinen Befehlen. In 

deinem Mongolenreiche hingegen giebt es neben dem 

5 festgewurzelten Königstum zahlreiche Herrscher. Unter 
diesen Umständen ist es wie bei der vielköpfigen Schlange 
schwer, dass alle sich nach einem Willen richten. Da- 
her dürfte die Herrschaft schwerlich lange Bestand haben. 
Dies ist der Sinn. u Der König hielt diese Worte für 

10 zutreffend. Daher verwickelte er sich mit den ihm 

verwandten Grossfürsten in innere Streitigkeiten und 

schmähte sie heftig und fügte ihnen dadurch eine schwere 

Kränkung zu. Infolgedessen zogen sich — im Einklang 

L mit den Worten des Qrinätha/Nägärjuna: 

15 „Ein schlechtes Weib und einen schlechten Freund, 

„Einen schlechten König und schlechte Verwandte, 
„Einen schlechten Nachbar und ein schlechtes Land 
„Muss man weit von sich abweisen" — 
alle jene verwandten Grossfürsten unmutig und unwillig 35 

20 samt ihrem Volke aus dem Gebiete der Turned von 
Küke Khota ('Blaue Stadt') in ihre Länder zurück 
und schlugen dort ihre Residenz auf. 'Ombu C c uhur 
Noyan und andere kamen in dieses Land. Darauf 
wurde dem Nairamt'ah w o Pogta Sec'en Khan die 

25 Oberherrschaft übertragen , und die von H ab o t\ o 
Hasar abstammenden Grossfürsten des Horchen- Ge- 
bietes wurden allesamt Chefs des inneren Ministeriums 
dieses Pogta Khan. Doch damit war es nicht genug. 
Zu Anfang seines 43. Lebensjahres (1633) wurde sein 

30 Herz von der Liebesgöttin in Erregung versetzt. Und 



L 



— 51 — 

ferner bestätigte sich an ihm das Wort des Qrinätha- 
L Nägärj una: 

„Eine Schlange besitzt Gift, und ein Bösewicht 

besitzt Gift, 
„Jedoch schlimmer als das Gift der Schlange ist das 5 

des Bösewichts; 
* „Schlangengift wird durch Heilmittel und Besprechung 

bezwungen, 
„Doch das Gift des Bösewichts, wodurch wird das 

gelindert?", 10 

und der Ausspruch des Jam-mgonLSa-skya Pandita: L^ 

„Führt ein listiger Mensch einschmeichelnde Reden, 
„So ist's nur um des eignen Vorteils w r illen, nicht aus 

Achtung; 
„Der Eule demutvolles Lachen 15 

„Giebt uns ein schlimmes Zeichen, nicht geschieht's 

aus Freude" : 

Nämlich: Tay an Khan's zehnter Sohn Geresenje 
hatte sieben Söhne; der Enkel des dritten von diesen, 
J Onoh w o J Us Jin, war O'ohor C'ogtVo. Dieser, aus 20 
seinem Lande Ha lha vertrieben, kam zu dem See und 
sandte dem Könige folgende Botschaft: „Während in 
diesem unserem Lande von alters her die/Sa-skya-pa- £ 
Lehre verbreitet war, herrscht jetzt die dGe-lugs- 
pa- Sekte. Wenn diese unterdrückt würde, wäre es 25 
gut." An diesem schlimmen Rat, den jener ihm er- 
teilte, fand der König Gefallen, als ob er gerechtfertigt 
wäre. Gemäss den Worten des pJam-mgon/Sa-skya 
Pandita: 

4* 



— 52 - 

„Hört die Tugend auf, so entstehen böse Gedanken; 

„Hört die Familie auf, so entstehen schlechte Geburten; 

„Hört der Besitz auf, so entstehen Verlangen und Gier; 

„Hört die Lebenszeit auf, so zeigen sich Todes- 

5 Vorzeichen", 

zog er daher, nachdem er sich mit dem Könige von 36 
Tibet, dem sDe-srid ^Tsari-pa [P'un-t'sogs rnam- 
rgyal, verbündet hatte, in der Absicht, die dGe-lugs- 
pa-Lehre der Namenlosigkeit preiszugeben, mit einem 

10 Heere gegen Tibet. Als er jedoch nach Zirat'al im 
Norden von Kökö Noor /'Blauer See') kam, vertrieb 
ihn der Dharrnaräja Jam-dpal bka-sdod. Infolge- 
dessen verfiel er selbst sowohl als das mongolische Reich. 
Die Haupt- und die Nebenkönigin Nian T c ai heu und 

15 Sut'aiT'ai heu, die beiden Prinzenknaben 'Ecei Hongor 
und 'Apanai und ihre nächste Umgebung, viele tausende 
Krieger aus dem C'agar-Volke, welche in acht Trupps 
eingeteilt waren, wurden bloss gefangen genommen. Alles 
übrige Volk, sowie der grösste Teil der Schätze ging dahin 

20 wie vom Winde verscheucht. Dies geschah im Holz-Jahre 
(1633). Nun war da eine aus Gold gefertigte Statue des * 
Familienschutzgottes Gur-mgon 1 ), zu w r elcher Gro- 
mgon A>P c ags-pa persönlich alle Proportionen angegeben 
und alle Dhärani-Anordnungen und Weihen erteilt hatte, 

25 und die nun im Zustand des Verfalls und vernachlässigt 
war. Auf diese legten sie aus Verzweiflung ihr Antlitz 
wie auf einen Pfühl und streckten sich hin; dann rich- 
teten sie ein grosses Opfer her und opferten. Da nun- 



1) 'Beschützer des ZcltC9', vgl. Pantheon, no, 242. 



— 53 — 

mehr die beiden Witwen und Waisen die Hoffnung, einst 
in selbständiger Grösse dazustehen, aufgegeben und 
nur noch auf die Abhängigkeit von einem Grossen 
Anspruch hatten, sprachen sie das aufrichtige und 
inbrünstige Gebet: „Wenn wir einem Grossen eines 5 
Landes angehören sollen, so mögen wir nach diesem 
jetzt und in Zukunft gesegneten Lande hin unser Ant- 
litz wenden." Damit schliefen sie ein. Da sollen sie 
denn ihr Antlitz nach der der buddhistischen Lehre er- 
gebenen südöstlichen Gegend gewendet haben. Darauf 10 
gingen sie, da sie schon früher von dem Ruhme des 
Nairamt c ah w o 'Anter Pogta T c ai tsun Khan gehört 
hatten, und auch die Gegend die richtige 1 ) war, — im 
Einklang mit dem Spruch des Qrlnätha-jNägärjuna: 

„Durch den Anschluss an grosse Förderer und 15 

Helfer 

„Gelangt man auch als Geringer zur Macht; 
37 »Der auf den emporstrebenden Meru 2 ) sich stützende 

Vogel 

„Nimmt nach der Sage Goldfarbe an* — 20 

nach der Residenz Mug ten, übertrugen dem Pogta 
Khan die Herrschaft und übergaben ihm das Siegel 
Rin-po-c'e. 

Die Geschichte dieses Siegels aber ist folgende: 
Vor Zeiten gab es im Lande China sieben Herrscher, 25 
genannt n die sieben Pä a . Zur Zeit eines derselben, des 



1) Nämlich die südöstliche, im Einklang mit dem kurz vorher 
erzählten Momente. 

2) Tib. Ri-rab. 



\ 



— 54 — 

i ^aC'u Wan, sah ein Mann namens Pian ho, wie der Vogel- 
jfM ükönig^H p*u ri hwaan sich auf den Berg Kin san nieder- 

^^^^"Tiess. Da nun aber dieser Raubvogel auf Stellen, welche 
keine Edelsteine enthalten, sich nicht herablässt, so 
5 dachte er nach, woran dies liegen könne, und trat hin- 
zu, um die Sache zu untersuchen. Da strahlte Feuer 
aus einem grossen Stein hervor. Den nahm er und 
brachte ihn dem Wan; der aber schenkte der Sache 
keinen Glauben. Als er jedoch nachher den Stein zer- 

10 brach, kam aus seinem Innern ein Stück des in der 
Welt äusserst seltenen rostfreien weissen Yan-ti-Edel- 
Steines, so gross um eine Schale zu füllen, zum Vor- 
schein. Von Zeit zu Zeit strahlte er Licht und helles * 
Feuer aus, und wenn man ein Gebet sprach, zeigte er 

15 verschiedene glückbringende Zeichen und Figuren. Als 
der Wan aus der C'in- Dynastie dies vernahm, wollte er 
ihm den Stein für fünfzehn Schlösser und Festungen 
abkaufen, er aber trat ihn nicht ab. Später, als Si 
hwaan von der C c in- Dynastie sich des ganzen chinesi- 

20 sehen Reiches bemächtigt hatte, gelangte der Stein in 
seine Hände. Er Hess ein Siegel daraus anfertigen, 
und sein Minister Li zi Hess in rings herum laufender 
Schrift folgende acht Charaktere eingravieren: 
seu min yui fian'\ ki zeu yuh taiv \ 

25 das heisst auf tibetisch, mit acht Worten ausgedrückt: 
yiiam-gyis bskos-pas \ Vse rgyun yun riiv \ : 
„da (du) vom Himmel eingesetzt bist-, so (wird dein) 
Leben (und) der Strom (deiner Nachfolger durch) lange 
Zeit (sich hinziehen)". Der Sinn dieser Worte ist fol- 

30 gender: „Da du kraft deiner Verdienste, ohne Rücksicht 



t 



— 55 — 

auf irgend welche äussere Veranlassung, um deiner eige- 
nen Persönlichkeit willen zum höchsten Herrscher ein- 
gesetzt bist, so wird dein Leben wie auch der Strom 
deiner Nachkommen, ohne je unterbrochen zu werden, 
lange Zeit sich erhalten." Dieses Königssiegel yYuii- 5 
dm li übergab der dritte König aus der C c i n - Dynastie, 
Wan Tsi yin, dem Kau tsu aus der H an -Dynastie. 
Als im Laufe von vierhundert Jahren, in den Zeiten der 

38 Könige der Hän-Dynastie, Könige und Minister wechsel- 
ten, trat ein Verfall ein. Da brach auf dem goldenen 10 
Dache des Palastes Feuer aus, und als eine Hofdame 
der Königin diesen Edelstein forttrug, verlor er sich in 
einen Brunnen im Innern. Nach Verlauf eines Zeit- p y y , 
raumes von zehn Jahren sah der Feldherr Sun kian^t**, A y t* 
in einer Nacht aus jenem Brunnen Lichtstrahlen hervor- 15 
dringen und leuchten. Da suchte er nach und fand 
den Edelstein. Danach ging derselbe der Reihe nach 
von einem Könige von China auf den andern über, bis 
schliesslich auf den letzten König aus der Späteren 1 ) 
Pari -Dynastie, Lü Wan. Als dessen Reich in andere 20 
Hände Oberging, band er den Stein wegen seines grossen 
Unifanges an seinen Hals, sprang ins Feuer und kam 
um. Während der rohen Herrschaft der Dynastieen der 
Späteren 1 ) Jin, Späteren Hän und Späteren Jeu 
und der Sun war von dem Edelstein nur noch der 25 
Name in der Welt ftbrig. Später, als das Heer des 

* Königs der grossen Mongolei in das Land der Mitte kam, 
kam ein Mann, der diesen Edelstein gefunden hatte, und 



1) P'yi-ma - chin. heu. 



— 56 — 

übergab ihn dem Oberbefehlshaber M oh w oli. Da dieser 
ihn aber nicht kannte, legte er ihn unter die gewöhn- 
lichen Edelsteine. Als mehrere Jahre seitdem verstrichen 
waren, nach dem Hinscheiden des Sec'en Khan, wurde 
5 der Stein dem 'Ulceit'u Khan gebracht. Dann ging er 
die Reihe der mongolischen Herrschergenerationen hin- 
durch bis zu König Legs-ldan. Das war eben jenes 
Königssiegel Rin-po-c'e. 

^^^ • 

Da (T'ai tsun Khan) auf solche Weise beschenkt 

10 wurde, behandelte er die beiden Königinnen und die 

Prinzen gleich von vorn herein mit grosser Gnade und 

nahm, um der Zwietracht und Furcht vorzubeugen, beide 

Königinnen zu Gemahlinnen. Von der jüngeren wurde 

ihm T c u zan na C'in-wan geboren. Dem 'Ecei Hongor 

15 wollte er seine Tochter Gurni Kuri-cu zur Braut geben; 

da sie aber (für diesen) zu jung war, so verlieh er 

seinem jüngeren Bruder 'Apanai die C'in-wari-Würde, 

gab ihm dann auch die Kun-cu und ernannte ihn zum 

Chef des Ministeriums. So schlug die einheitliche Ver- 

20 Schmelzung der Mandschuren und Mongolen Wurzeln. 

Von dessen Söhnen Purin Wan u. s. w. stammen39 
cviv^k* 1 die Fürsten der acht Divisionen der C'agar. 

/ .... - "~ 

Der dritte Sohn des früheren Königs Pät c w o Muirk'e 

Tay an Khan, Bärasp olod, welcher Oberherr über 
25 die Bevölkerung des rechtsseitigen Landes, die Drei Zehn- 
tausend, war, hatte sieben Söhne: Kun Bilig, 'Alt* an 
Hakan, Lapug T'aitsi, Päyasgäl Huntulen Han, 
Päyantära Närin T'aitsi, Potitära w J Ohakan 



- 57 — 

Taici und Tarhai Taici. — Der erste von diesen, 
Gün Pilig, wurde zum Mergen Jin w on Ober die 
Zehntausend oder Turned des 'OrtoswO- Volkes er- 
nannt. 

'Alt'an Gegen Hakan, geboren im Feuer-Hasen- 5 
Jahr (1506), herrschte über den grössten Teil der Zwölf 
Turned, wurde später Khan und unterwarf durch einen 
Feldzug das ganze Volk der 'Oirod. Als er sein Heer 
gegen China führte, sandte der chinesische König Tai 
min aus Furcht einen seiner Beamten für die inneren 10 
* Angelegenheiten mit folgender Botschaft: „Ich habe dir 
den hohen Ehrentitel Sun J i wan und das goldene 
Siegel verliehen. Ist es nicht gut, wenn wir beide 
Freundschaft mit einander halten und in Frieden leben?" 
Da bestätigte sich das Wort des Jam-mgon Sa -sky a 15 
Pandit a: 

„Der Edle, wenn auch erzürnt, lässt sich besänf- 
tigen, wenn man sich vor ihm beugt, 
„Niedere werden, wenn man sich vor ihnen beugt, 

noch hartnäckiger; 20 

r Gold und Silber, wenn auch hart, lassen sich 

schmelzen, 
„Aus Hundedünger steigt, wenn man ihn schmilzt, 

übler Geruch*: 
'Alt'an Gegen Hakan kehrte, über den König von 25 
China erfreut, in sein Land zurück. Darnach zog er 
zu Anfang seines 67. Lebensjahres, im Wasser -Vogel- 
Jahre (1572), mit einem Heere gegen Tibet und unter- 
warf das ganze tibetische Volk. Nun hatte des Gün 
Pilig Mergen Cin w on vierter Sohn Nom l v arni30 



- 58 — 

H w on T'aici einen Sohn namens H w ot' w ogt f äi Sec'en 
H w ori T'aici. Dieser, der im Besitz der übernatürlichen 
Einsicht und der Verwandlungsfähigkeit war, kam zu 40 
jener Zeit gleichfalls nach Tibet, brachte es, indem er 
5 vor einigen Lamen und einigen Magiern magische Fertig- 
keit zeigte, in seine Gewalt und übte auch auf seinen 
Grossoheim 'Alt'an Gegen Hakan seinen Einfluss aus. 
Als dieser Khan alt geworden, beriet er sich, im Einklang 
mit dem Spruch des Jam-mgon [Sa -sky a P audita: 

lü „Wenn zwei Verständige sich beraten, 

„Ist es möglich, dass der Verständigere nachgiebt; 
„Durch Gelbwurz und Alaun 
„Wird die Farbe verändert^ 44 

zusammen mit HwOtVogt'ai Sec'en H w on T'aici, be- 
15 rief dann seine Söhne und Minister und erteilte ihnen 
folgenden Befehl: „In Anbetracht des zu wiederholten 
Malen geschilderten Zustandes des Edelsteins der Lehre 
und der drei Kleinodien und des Segens der gänzlichen 
Vollkommenheit, dürft ihr von jetzt ab dem Edelstein # 
20 der Lehre und den Geistlichen absolut keinen Schaden 
zufügen. a Und damit die Ausübung dieses Gebotes von 
langem Bestände sei, Hess er dasselbe als königliches Ge- 
setz schriftlich fixieren und aufstellen. Darauf ging er 
im 77. Lebensjahre, im Wasser-Schaf- Jahre (1582), in 
25 die reinen Gefilde ein. 

Der älteste Sohn dieses Königs, Senge Dügururi 
T'emur H w on T'aitsi, geboren im Erde -Hunde -Jahr 
(1537), bestieg im Anfang seines 47. Lebensjahres, im 
Holz-Affen-Jahr (1583), den Thron. 



5 

10 



9 (, Z< : U f ,im turn.* /^4/ £1 2. ) 

— 59 — 

Er besass sechs Söhne: Sümir Tai c'ip H w oh 
T'aici, GältVo T'aici, T f w olgatVo T'aici, C'ogtVo 
T'aici, TVolmotVo TVici und Porhat'wO T'aici. 

Der älteste, Sümir Tai c'in H w on T'aici, war der 
vierte lHa rGyal-dban rin-po-c'e 1 ) Y on- tan rgya- 5 
mt'so dpal-bzan-po. Der zweite Sohn Gält w o Taici 
hatte zwei Söhne: 'Ombu Cf w uhur und Hitahai. 

Der Jasag dieser unserer Turned Sog, J 0.mbu 
C'wuhur, hatte drei Söhne: Jasag Pei-se /Kumu 
Pyag-rdor und Sog dor. 
41 Der sechste Sohn des Pei-se (Kumu war Pei-se 
I Bla-skyabs. . 

Dessen ältester Sohn war Pei-se (Ban de. 

Dessen einziger Sohn war der mit einem festen 
Glauben an den Lama und die drei Kleinodien ausge- 15 
rüstete und in der Verschmelzung kirchlicher und staat- 
licher Interessen erfahrene grosse Gabenspender der 
Lehre, der C'ian ced men Götfig, Jasag der Turned 
Sog, Pei-se[Hamaka Päyasg w olant' w o. 

Dessen Sohn war der aus tiefer Verehrung gegen 20 
den Lama und die drei Kleinodien an der heiligen Re- 
ligion sich erfreuende und von Eifer für sie erfüllte 
Jasag Pei-se[Pun-t c sogs rin-cen. 

Dessen dritter Sohn ist der grosse Herrscher 
?o(?) men Göcig Gurni 'E-hp'u Jasag Pei-se Man i- 25 
bhadra, dem der jetzige Kaiser aus der Tai CTin- 
Dynastie nach Ernennung zum Chef des Ministe- 
riums des Innern seine Tochter Gurni Kun-cu 

1) rGyal-dban rin-po-c'e ist ein Titel des Dalai Lama. 



- 60 — 

zur Braut gab, der bei allen chinesischen und mongoli- 
schen Beamten in höchstem Masse beliebt und mit den # 
sieben Edelsteinen der Himmelstugenden schön geschmückt 
ist und infolge seiner Gewandtheit in der Verschmelzung 
5 geistlicher und weltlicher Interessen sow T ohl Kirche als 
Staat ordnungsgemäss regiert. 

Dies ist das Geschlecht der Fürsten der von den 
alten bekannten Zwölf Turned versprengten und in 
dieses Land gekommenen Turned Sog. 

o 
10 Der älteste Sohn des Täyan Khan war Tum 

Bolod, dessen Sohn Poti 'Alag Khan, dessen ältester 

Sohn Tärassun Hüten. Dieser hatte vier Söhne: 

Turned, Cugt'u, Tarni Pah a und Tai c'iri. Die 

Nachkommen des zweiten von diesen, Cugt c u T w oral 

löNoyan, bilden das Geschlecht der Fürsten derHuic'ed. 

Der dritte Sohn des Poti 'Alag war 'Ong w on 

T w oral. Dessen Nachkommen bilden das Geschlecht 

der Fürsten der Sun id. 

Ferner: Der Sohn des 'Ong w on Tural war Pä- 

2oyantai Noyan. Von diesem stammt das Geschlecht 

der Fürsten der 'Ucumuc'in ab. 

Der fünfte Sohn des Poti Khan war Nomt'u. 

Dessen Nachkomme soll jener mGon-po skyabs 

k 1 u n sein. 

25 Der jüngere Bruder des Poti 'Alag w r ar 'Am n ig, 42 

dessen dritter Sohn Samala, dessen zwei Söhne Toc'afi 

T w oral und 'Esen *Uijen. Deren Nachkommen bilden 

das Geschlecht der Fürsten der 'Auhan und Nairn an. 

Ferner: Der dritte Sohn des Täyan Khan war 



— 61 — 

Pärasbolod Sain 'Alag Cin w on, dessen ältester 
Sohn Kün Piligt'u Mergen Cin w on. Dessen Nach- 
kommen bilden das Geschlecht der Fürsten der sechs 
Divisionen der J Ortos w o, welches C'irigis Khan's 
Dynastie u. s. w. fortpflanzt. 5 

Der vierte Sohn des Tay an Khan war 'Ars w o- 
bolod, dessen Sohn Mergen H w on T'aici. Dessen 
Nachkommen bilden das Geschlecht der Fürsten der 
Tolokan 1 ) T'umed. 

Der fünfte Sohn des Täyan Khan war 'Oc'irlO 
Pol od. Von diesem stammt das Geschlecht der Fürsten 
der Hesikt'en ab. 

Der°sechste Sohn des Täyan Khan war J Alc c w o- 
* bolod, dessen Sohn Horkac'i Hasar. Von dessen 
fünf Söhnen war der älteste w 'Opazi J Ui Jen. Dessen 15 
Nachkommen bilden das Geschlecht der Fürsten der 
Jär w od. 

Der zweite war Süpuhai Darhan Noyan. Dessen 
Nachkommen bilden das Geschlecht der Fürsten der 
Parin. 20 

Der neunte Sohn des Täyan Khan war Gere 
Pol od. Dessen Nachkommen bilden das Geschlecht 
der Fürsten der J Orong w od. 

Der zehnte Sohn des Täyan Khan war Gere- 
serije. Dieser hatte sieben Söhne. Deren Nachkommen 25 
bilden das Geschlecht der Fürsten der in sieben Di- 
visionen oder vier Stämme zerfallenden Hai ha. 

Ferner: Der dritte Sohn des Geresenje war 



1) (Mong. dulughan) hieben'. 



— 62 — 

*Onoh w o 'Aijeri. Dessen Nachkomme war 'Asut'ai 
Khan, dessen Enkel rDo-rje T'usiyet'u Khan. Als 
dessen Sohn kam die leibliche Wiedergeburt des Tära- 
natha, rJe-btsun dam-pa blo-bzan bstan-pai 
5 rgyal-mt'san, zur Welt. 

Der elfte Sohn des Täyan Khan war Cin T'aici. 
Dessen Nachkommen bilden das Geschlecht der Fürsten 
der T'atarun. 

. Der letzte in der Reihe der Nachkommen von Pogta 

lofC'ingis Khan's jüngerem Bruder HabotVo Hasar 
war M uii he Corgol. Dieser besass vier Söhne: Der 
älteste von ihnen war Päh w on Noyan, dessen Sohn 
P w orgai. Von diesem ging das Geschlecht der Fürsten 
der 'Urad aus. 

15 Der vierte war C'ic'egei 'Upazi Tusiyet'u. Dessen43 

Nachkommen bilden das Geschlecht der Fürsten der zehn 
Divisionen der Horc'en. 

Ferner: Päh w on Noyan hatte mehrere Söhne: 
Nomt'u Huntulen Tai c'iri, Habör Pägat c w or 

20 u. s. w. Deren Nachkommen bilden das Geschlecht 
der Fürsten der 'Aru Horc'en. 

Ferner: Päh w on Noyan hatte einen Sohn 'Untei 
'Onhan. Von diesem stammen die Fürsten der Dur- 
pen Heuhed ab. 

25 Auch das Geschlecht der Fürsten der Mou-minkan 

stammt von HabotVo Hasar ab. 

Die Nachkommen von C'ingis Khan's jüngerem 



— 63 — 

Bruder Hart' w o Hac*ig w o sollen als Fürsten der 
T'ogwarcag geschaltet haben. 

Die Nachkommen von Cirigis Khan's jüngerem 
Bruder Puhe Bel get e 1 ) bilden das Geschlecht der 
Fürsten der vier Divisionen der 'Apaga. 5 

(Tingis Khan's jüngerer Bruder J Oit' w o J Ocig w o 
* waltete als Herrscher der Hurlud, hatte aber keine 
Nachkommen. 

Die Fürsten der 'Ugelud aber stammen von 'Orog 
Temur, dem zweiten Sohne des 'Asgaltai Noyan, 10 
des sechsten Nachkommen HabotVo Hasar's, ab. 

Was das Gebiet der vier Abteilungen der 'Oirod 
anlangt, so war der letzte in der Reihe der Nachkommen 
des Habot c w o Hasar in der mit 'Orog Temur be- 
ginnenden Linie Huse (Xinsari. Dessen ältester Sohn 15 
Pöbui Mardsa hatte zwei Söhne: Hanai Noyan 
Hongor und Ham w og. Der ältere von diesen, Hanai 
Noyan, nahm sich die 'Ahai Hat' w on zur Gattin 
und bekam von ihr fünf Söhne, welche „die fünf 
Päras 2 ) der 'Ahai Hat c w on a genannt wurden. Der 20 
dritte von diesen war Gusri Gegen Han. Dieser 
Khan hatte drei Gemahlinnen; von denen hatte die erste 



1) Im Text (p. 43, 8) steht Beige tei nach Analogie der zahl- 
reichen entsprechenden Falle vorher, offenbar im Genitiv, mithin ist als 
fälschlich erschlossener Stamm Be 1 get e anzunehmen; vgl. oben p. 18, n. 1. 

2) (Mong. bars) 'Tiger'. 



— 64 — 

vier Söhne: Jegzitfu Täyan Han, 'Atsara Secen 
H w on Taici, Tälai 'Ayusi Päyan 'Apagai und 
Talant'ai; die zweite Gemahlin fünf Söhne: Tse-riri 
'lltuc'i, rDo-rje Tälai H w on Taici, Hurimazi 

5'Erteni Tai c c iri, mGon-po t'se-dbari und Sarigar- 
cai; und die dritte Gemahlin 'Enhe einen Sohn: bKra-44 
sis Pägat'or — im ganzen also existierten zehn Söhne. 
Dieser letzte war König von Kökö Noor, hingegen 
wurde der älteste Sohn Jigzit'u Täyan Han zum 

10 Könige von Tibet ernannt. Er besass sechs Söhne; von 
diesen hatte der älteste, Talai Han, seinerseits zwei Söhne: 
bsTan-odsin dbari-rgyal und lHa-bzari Han. 
Dieser letztere hatte den Thron von Tibet dreizehn 
Jahre lang inne und steigerte Glück und Wohlfahrt der 

15 Lehre und der Wesen von dB us und j'Tsan mehr 
und mehr. Der fünfte Sohn des Kusri Gegen 
Han, Tse-rin 'Iltuci, hatte zwei Söhne: inK'a- 
ogro und Dar-rgyal Pösogt c w o Cin w on. Dieser 
letztere hatte fünf Söhne: Tse-dbari dpal-obar, 

2oMergen Noyan, Tai tfin Hosig^oei, dGa-ldan 
Pösogt'wO und Don -grub bkra-sis. Dem Tai 
ein llosigwoci verlieh später Yuii ten oder Nai- * 
ralt c w o Tub Khan die Cin-wari -Würde. bKra-sis 
PägatVor hatte zwei Söhne: Tan 1ha skyabs 

25 und C'in-waii Blo-bzari bstan- dsin. Einigen von 
diesen wird zugeschrieben, dass sie die Herrschaft 
über die tibetischen Provinzen dBus und j'Tsan 
inne gehabt hätten; nach anderen Nachrichten jedoch 
waren sie als Fürsten der 'Ugelud in Kökö Noor 

30 und von mDo, K'ams und Grosstibet thätig. 



— 65 — 

Ferner: Unter den Nachkommen Habot e w o Hasar's 
bildete die von Tälai w'Opazi ausgehende Linie das 
Fftrstengeschlecht von Unter-'Alagsa. 

Die von Ham w og ausgehende Linie bildete die 
Dynastie der drei- und dreissig Taici von Ober-Kökö 5 
No or — u. s. f. 

Die Nachkommen der oben 1 ) erwähnten vier Söhne 
des Tobo Sohor, Todai u. s. w., waren die Könige 
und Fürsten des grössten Teiles der 'Ugelud in 
Cun kar, der Pägat c w od, Hoid und Herenud. 10 

Das Königsgeschlecht von J Oros w o oder rGya-ser 
stammte von (Tingis Khan's Sohn Cagatai ab, und 
diese Nachkommen sollen Pogta C'ingis Khan's Königs- 
siegel Rin-po-c c e besessen haben. 

45 Was aber das Königsgeschlecht von Pogmog be- 15 
trifft, so war die Reihenfolge der Generationen nach 
dem in dem Geschlecht von CTingis Khan's Sohn 
Juci geborenen Teuk'e folgende: Suite, Pägat c w or, 
Jarigir, Hasag w o u. s. w. 

Somit existierten von Pogta Cingis Khan's 20 
Thronbesteigung in seinem 43. Jahre, dem Erde -Vogel- 
Jahr des 3. Cyklus (1188), bis zu dem Erde-Affen-Jahr 
(1367), in welchem Togan Temur w 'Ohakat' w o 
Khan die Herrschaft Ober das chinesische Reich verlor, 

1) p. 11, 21—24. 



— 68 — 

Zeichendeuter kommen und befragte ihn. Da sagte der: 
„Majestät, die beiden Drachen sind deine beiden könig- 
lichen Söhne; der Drache zur Rechten ist der Sohn der 
chinesischen Gemahlin, der zur Linken der Sohn der 

5 mongolischen Gemahlin. Alle beide besitzen für das 
Herrscheramt nicht geringe Vorzüge." Da dachte der 
König: „Diese Knaben sind darin einander gleich, dass 
sie alle beide meine Söhne sind. Indess, der ältere ist47 
der Sohn derjenigen Gemahlin, die ehedem mein Feind zu 

10 seiner Gattin gemacht hatte; wie sollte es also angemessen 
sein, diesen für den Thron zu bestimmen ?" In dieser 
Erwägung wies er diesem seinem ältesten Sohn in einem 
anderen grossen Palast, den er erbauen Hess, Wohnung 
an. Nachdem König T'ai tsu so ein und dreissig Jahre 

15 lang regiert hatte, starb er im 55. Lebensjahre (1397). 

Danach bestieg sein Sohn Cen wen, geboren im 

Hunde-Jahr (1369), gegen Ende seines 29. Lebensjahres, 

im Erde-Tiger- Jahr (1397), den Thron. Jedoch bereits 

nach Verlauf von über vier Monaten zog jener von der 

20 Gattin des vormaligen Königs T'ogan Temur geborene 
Prinz mit sechstausend mongolischen und dreissigtausend 
Jure id -Kriegern und einem Heer Nord-Chinesen gegen 
jenen König. König Cen wen wurde vertrieben und $ 
seiner Herrschaft beraubt. 

25 Dieser Sohn des 'OhakatVo Khan bestieg am 

Anfang seines 32. Lebensjahres, im Erde-Hasen-Jahr 
(1398), den Thron, legte sich den Namen Yun lu 
bei, hatte den Thron zwei und zwanzig Jahre lang inne 
und starb im 53. Lebensjahre (1419). 

30 Dessen Sohn Zon te, geboren im Tiger- Jahr (1385), 



— 69 — 

bestieg gegen Ende seines 36. Lebensjahres, im Eisen- 
Rinder- Jahr (1420), den Thron und starb nach Verlauf 
von zehn Jahren (1430). 

Sein Sohn Cin tun, geboren im Pferde-Jahr (1401), 
gelangte am Anfang des 30. Lebensjahres, im Eisen- 5 
Schweine- Jahr (1430), auf den Thron und starb in 
seinem 32. Jahre (1432). 

Dessen Sohn Cin tei, geboren im Hunde -Jahr 
(1417), gelangte zu Anfang seines 17. Lebensjahres, im 
Holz-Tiger-Jahre (1433), auf den Thron. Nach Verlauf 10 
von fünf Jahren, im Erde-Pferde- Jahre (1437), verwickelte 
er sich mit dem Taitsi der 'Oirod, 'Esen, in einen 
Krieg; "Esen nahm den König lebend gefangen und 
führte ihn davon. Sein jüngerer Bruder Ci nun, ge- 
boren im Mause- Jahr (1419), bestieg im 20. Jahr, im Erde- 15 
Schaf- Jahr (1438), den Thron und starb im 27. Lebens- 
jahre (1445). Darauf bestieg der vormalige König Cin 
tei, der im fünften Jahre der Regierung seines Bruders, 
48 des Königs Ci nun, aus der Mongolei in sein Land zu- 
rück gekehrt war, am Beginn seines 30. Lebensjahres, 20 
im Feuer-Hasen-Jahre (1446), wiederum den Thron, 
legte sich den Namen „König Tian sun a bei, regierte 
siebzehn Jahre und starb im 46. Lebensjahre (1462). 

Sein Sohn Cin hwa, geboren im Tiger-Jahr (1433), 
gelangte zu Anfang seines 31. Jahres (1463) auf den 25 
Thron und starb im 53. Lebensjahre (1485). 

Dessen Sohn H w on ci, geboren im Schlangen- 
Jahr (1448), bestieg gegen Ende des 39. Lebensjahres, 
im Feuer-Schaf- Jahr (1486), den Thron und starb im 
56. Jahre (15U3). 30 



— 70 — 

Sein Sohn *U tsuri/Cin tä, geboren im Hunde- 
Jahr (1465), nahm im 40. Lebensjahr, im Holz-Rinder- 
Jahre (1504), den Thron ein und starb im 55. Jahre 
(1519). 
5 Dessen Sohn Zi tsun^Ca ein, geboren im Pferde- 

Jahre (1497), gelangte im 24. Jahre, im Eisen-Schlangen- 
Jahre (1520), auf den Thron und starb im 68. Lebens- 
jahre (1504). 

Sein Sohn Lun ein, geboren im Pferde-Jahr (1521), 
10 bestieg am Anfang des 45. Lebensjahres (1565) den* 
Thron und starb im 51. Jahre (1571). 

Dessen Sohn Zen tsun [Wan li, geboren im 
Schweine-Jahr (1550), bestieg im 23. Lebensjahr, im 
Wasser -Vogel -Jahr (1572), den Thron und starb im 
15 70. Jahr (1619). 

Sein Sohn Tai ein, geboren im Schlangen -Jahr 
(1580), gelangte am Anfang seines 41. Jahres, im Eisen- 
Vogel- Jahr (1620), auf den Thron und starb in dem- 
selben Jahr. 
20 Sein jüngerer Bruder T'ian ci, geboren im Drachen- 

Jahr (1603), bestieg am Beginn seines 19. Jahres, im 
Wasser- Hunde-Jahr (1621), den Thron und starb im 
25. Jahre (1627). 

Dessen Neffe T c un cen, geboren im Seh weine- Jahr 

25 (1598), nahm zu Anfang seines 31. Lebensjahres, im 

Erde-Schlangen- Jahr (1628), den Thron ein und verlor 

nach Verlauf von sechzehn Jahren, im Holz-Affen-Jahr 

(1643), die Herrschaft. 

Der Ilerrschername dieser Dynastie war Tai Min. 
30 Ihre Macht war, da sie nicht die nördlichen und östlichen 



— 71 — 

Gebiete beherrschte, schwächer als die zur Mongolen- 
zeit bestehende; nach den übrigen . Richtungen hingegen 
war sie durchaus nicht geringer als die zur Zeit der 
hochansehnlichen Dynastieen Hän und T'an. Während 
276 Jahren lebten 16 Fürsten. Die aber verloren, mit 5 
49 Ausnahme des ersten und dritten, — gleichwie es bei 
oJam-mgon[Sa-skya P audita heisst: 

„Wer keine Ausdauer besitzt, bringt, wenn auch 

noch so ehrenwert, . 
„Sich selbst sowohl als anderen Verderben; 10 

„Der Pfeil durchbohrt und tötet — 
„Oder bricht selbst 44 — 

durch übergrosse Milde die Zügel der Regierung an ge- 
wisse Eunuchen und schlechte Minister, und es ent- 
standen viele Wirrnisse in der Regierung. Namentlich 15 
bewahrheitete sich bei dem zehnten König J U tsun der 
Ausspruch des Lehrers Buddha: 

„Der Mann, der sich sehr am Weintrunk ergötzt, 
„Vermag sich selbst keinen Ruhm und anderen keine y 

Freude zu bereiten; 20 
* „Stumpfheit und hässliches Aussehn ruft der Wein 

hervor, 
„Wie Hala-Gift ist er, nicht ein Getränk* — 

sowie des Qr!nätha|Nägärjuna: 

„Wenn die Menschen vom Weine erfasst werden, 25 
„Wird ihre Habe schwinden und ihr Vermögen auf- 
gezehrt werden; 
„Der Betäubte thut, was er nicht thun soll; 
„Darum meidet den Wein beständig!" — 



— 72 — 

ferner die Aufzählung „der fünf und dreissig üblen Folgen 
des Weines im Nandikasütram 1 ): Schwinden des Ver- 
mögens, Zunahme der Krankheiten, Entstehung von Streit 
und Hader in solchem Falle u. s. \v. a , jenes unbemerkte 
5 Versinken in dem schwarzen Schlamm des Weingenusses, 
— vor allem aber das Wort des Lehrers Buddha: 

„Viel Staub, vorn Boden aufgestiegen, 
„Wird (den Weintrinker) einhüllen und fesseln: das 

wird er erleiden, 
10 „Und die Höllenwächter w r erden ihn brennen 

„Und sicherlich fesseln: auch dies wird er erleiden u 
und des Qrlnätha-Nägärjuna: 50 

„Wer sich beim Jucken kratzt, empfindet Vergnügen, 
„Doch mehr Vergnügen als dieser empfindet, wer über- 
15 haupt kein Jucken hat; 

„Ebenso empfindet, wer das Verlangen nach Vergäng- 
lichem hat, Vergnügen, 
„Doch mehr Vergnügen als dieser empfindet, wer 

überhaupt kein Verlangen hat u : 

20 Durch seine Spiele und Vergnügungen mit Weibern, seine 
leichtsinnigen Genüsse und viele andere für das Reich 
schädliche Dinge streute er den Samen der Verwirrung 
aus. — Der elfte König Zi tsun trat zur Bon-Keligion 
über und Hess das Staatsschiff von einem jungen Menschen 

25 von niederer Herkunft lenken. Er selbst aber w T ar ein 
halber Beschützer der Bon's. So regierte er fünf und 
vierzig Jahre. — Der unschönen Gestalt des dreizehnten 



1) Tib. dGa-ba-can-gyi mdo, 8. Kanjur- Index, p. 51, 
no. 332. A. G. 11 281. 



— 73 - 

* Königs Sen tsun entsprach sein träger Gesichtsausdruck. 
Jedenfalls aber regierte er acht und vierzig Jahre. Seinen 
Beamten jedoch gab er nur die Hälfte oder ein Drittel 
ihres Soldes, Hess ihnen aber denselben — bloss aus dem 
Verlangen nach Ruhe — für einen grossen Zeitabschnitt 5 
(auf ein Mal) auszahlen. — So Hess der grosse Nebel 
des oben, unten und im Innern herrschenden Dunkels den 
Baum der Verwirrung vom Schössling bis zur Erlangung 
von Aesten und Blättern emporschiessen ; seine Frucht 
aber reifte zur Zeit des sechzehnten Gliedes der Dynastie, 10 
des Königs Pun cen, indem die Herrschaft in die Hände 
des Räuberhauptmannes Li zi c'in Oberging. Jri "/J^/i -»ck#4 

L - ; t & & 

Danach gelangte unsere Hohe Tai C c i n - Dynastie 
zur Herrschaft. Diese stammt von den alten Königen 
'Alt'an der Jurc'ed ab, welche von dem Volksstamm 15 
der CVolkir Mongol in dem linksseitigen Gebiet der 
Mongolei sich getrennt hatten und fortgezogen waren. 
Nämlich: Vor Zeiten kamen zuweilen Göttermädchen zu 
dem nahe bei dem Cägan J Ag w ola gelegenen acht- 
teiligen See und badeten sich. Einstmals nun legte ein 20 
Keka, die Inkarnation eines Gotte6, eine rote saftige 
Frucht in das Gewand eines Mädchens. Dieses ass die- 
51 selbe nach beendigtem Bade und wurde schw r anger. Sie 
konnte daher nicht in das Götterland zurückkehren und 
gebar dort einen Sohn. Den legte sie auf ein Stück 25 
Holz und trug ihn ins Wasser. Da fanden ihn Manju 
und zogen ihn auf. Unter seinen Nachkommen erstand * / / 
der starke, kluge und kühne w * r h ac'i Paga ty or. Er 
bewahrheitete den Spruch des Qr!nätha-/Nägärjuna: 



— 74 — 

„Wer sich im Herzen der Nachwelt ein Denkmal 
gründen will, 
„Muss nach dem Wohle der Mitmenschen trachten; 
„Wer, ohne die Vorbereitungen für sein Fortleben im 
5 Andenken der Nachwelt getroffen zu haben, 

„Wirkt, was wird von dem erreicht?": 
Dieser Held strebte zu allen Zeiten nach dem Heile 
seines Nächsten; die Rohen vernichtete er mit Gewalt, 
die Schwachen verteidigte und schützte er aus beson- 
10 derer Liebe; seine Gefolgsmannen hielt er wie Söhne.* 
Aber auch die übrigen Unterthanen, mehr als zehn- 
tausend an der Zahl, liebte er innig und hielt sie die 
ganze Zeit hindurch so in Ehren, dass seine Regierung 
einem Feste glich. Darum verkündeten sie seinen hohen 
15 Ruhm, sodass er in alle Länder drang. Infolgedessen 
übertrug ihm — entsprechend den Worten des Qrinätha- 
^Nägärjuna: 

„Einen Mann, der das, was man nicht thun darf, 

unterlässt, 
20 „Wenn er seine Vorbereitungen getroffen, seinen 

Zweck erreicht, 
„Und, nach einem Ziele strebend, während der Zwischen- 
zeit (ruhig) wartet, 
„Wer ehrt einen solch klugen Mann nicht?" — 
25 eine Schar von tapferen und klugen Männern die Führer- 
schaft. So herrschte er über alle Nordostchinesen, die 
neuen und alten Manju und eine Anzahl Mongolen. 

Sein zweiter Sohn, der H w oii T'aitsi, geboren 

im Wasser- Drachen -Jahr (1591), wurde nach seinem 

30 29. Jahr Befehlshaber von vier Heeresabteilungen, zog in 



— 75 — 

eigener Person gegen China zu Felde, besiegte den 
52 chinesischen Feldherrn Sun pin und eroberte drei 
grosse Festungen. Dadurch wurde seine Macht sehr 
bedeutend. Ferner Obertrugen ihm die Stammfürsten 
der zehn Divisionen der Ho rein und viele andere 5 
mongolische Stammfürsten samt ihren Unterthanen von 
seinem 44. Jahre, dem Holz-Schweine- Jahre (1634), an 
die Herrschaft; ebenso thaten auch die beiden Ge- 
mahlinnen des Legs-ldan Khan von den C'agar und 
die beiden T'aitsi das Gleiche und Obergaben ihm das 10 
Königssiegel Rin-po-ce. So wuchsen seine Macht, seine 
Gewalt und sein Reichtum ganz ausserordentlich. Darauf 
gaben ihm die vierzig Divisionen der Mongolen, die 
Manju Jurc'id und viele andere Völkerschaften, unter 
der Führung der von Hapot e w o Hasar abstammenden 15 
Fürsten der zehn Divisionen der Horc'en, nachdem 
sie sich mit einander beraten hatten, den Ruhm- 
und Ehrentitel "Ag w ota 'Uruziyegc'i Tegetu 
'Ertemt'u Nairamt e ah w o Pogta Sec c en T'ai tsun 
* Khan. Dieser König führte sechs Jahre in der 20 
Stadt Mugten die Regierung. Danach, im Holz- 
AfFen- Jahre (1643), brachen die Kriegerscharen des 
Königs in vier Heeresabteilungen nach dem Lande der 
Mitte auf, und in Bethätigung des Wortes des Jam- 
mgon/Sa-skya Pandita: 25 

„Durch Rauhheit wird der Rauhe bezähmt werden, 

„Wo aber könnte man ihn durch Milde zähmen? 

„Ein Geschwür wird man durch Brennen und Schneiden 

beseitigen, 

„Durch ruhiges Verhalten wird es Gift," 30 



p. 

f. 



— 76 — 

vernichteten sie den Räuberhauptmann Li zi c'iri und 
die ganze übrige wilde Räuber- und Diebesbande. 

Darauf zog der Sohn jenes Königs, der Taitsi, 

geboren im Erde -Tiger -Jahr (1637), nach erlangtem 

;Ju i ' » 5 ?• Lebensjahr (1643) in den Palast von Pei ein ein, 

. wurde überall unter dem Herrschernamen f Zi tsu 

ivu^- ' L * 4 "' Geugulegsen Hwan di 5 Eye-per Jasagci Sun ti 

. 4* Khan berühmt und machte alle Unterthanen durch die 

Gewährung sicheren Schutzes glücklich. Der unvergleich- 
10 liehen Ri-bo dGe-ldan-pa-Sekte bezeigte er durch 
Darbringungen und Geschenke seine Anhänglichkeit. Er53 
liess mehrere Werke, vor allem über die drei (Religions-) 
Systeme, abfassen. Nach achtzehnjähriger Regierung ging 
er im 24. Lebensjahre (1660) ins Götterland ein. 
,r p y 15 Der Sohn dieses Zi tsu Hwan di, Ziri tsu 'Uru- 

1 & ü ziyelt'u Hwan ti bDe-skyid Khan, geboren im 

T Holz-Pferde-Jahr (1653), hatte von seinem 9. Lebens- 

* Jahr, dem Wasser-Tiger- Jahr (1661), an ein und sechzig 

Jahre lang den Thron inne und herrschte über die ganze 
20 Erde. Die Ashtasähasrikä Prajnapäramitä 1 ) liess 
er ins Mandschurische übersetzen und entfaltete auch 
sonst eine eifrige Thätigkeit zu Gunsten der Lehre. 

Sein vierzehnter Sohn Zi tsun Yuri tin Nai- 
\L. * x \ ralt c w o Tub Khan hatte vom Wasser -Hasen -Jahre 

**' 25 (1722) an dreizehn Jahre lang den Thron inne und re- 
gierte, indem er geistliche und weltliche Interessen in Ein- 
klang mit einander brachte, nach den Geboten der Religion. 
Danach bestieg der Sohn des Königs Yuri ten, 
Se. Majestät der vom Himmel eingesetzte Herrscher Tai * 

1) Tib. »Ses-rab-kyi p'a-rol-tu p'yin-pa brgyad-ston-pa. 



1 



• 

i ■ 



— 77 — 

zan Hwan ti K c yän lun, geboren im Eisen-Hasen- Jahr 
(1710), im 26. Lebensjahr, im Feuer-Drachen-Jahr (1735), 
den Thron, regierte sowohl Kirche als Staat nach den 
Geboten der Religion und versetzte dadurch alle Ge- 
schöpfe ohne Unterschied in die Herrlichkeit eines 5 
zweiten Kritayuga 1 ). 

Darauf wurde der Sohn König Tai zan Hwah 
ti's, König Saiziyalt'ai Yerugelt e u Cyä ein, geboren %bifi~ 
im Eisen-Drachen-Jahr (1699), in seinem 371 Lebens- cl'* 
jähre, dem Feuer- Drachen -Jahr (1735), vom Himmel 10 
eingesetzt und erlangte als tugendreicher, kraftvoller 
Cakravartin des ganzen Reiches über die grossen Macht- 
haber Gewalt. Nun regierte er sowohl Kirche als Staat 
nach den Geboten der Religion, und sein Wirken dieser 
Art gereichte allen Geschöpfen zum grössten Segen. 15 

Als in dieser sehr entarteten Zeit zwölf Herrscher 
Offenkundig das Heil und Glück der Wesen zu ver- 
nichten geneigt waren, 
Erstand des Büssers 2 ) Eilbote Guhyadharapati 8 ) 
54 In Gestalt eines Fürsten 4 ), ja wahrlich! 20 

Gleichwie der König von Tibet, Sroh btsan sgam- 
po, vollkommen erlöst wurde, 
Und wie der Löwe der May a den Stier der Mäyä bezwingt, 

1) Tib. rdsog8-ldan. 

2) T'ub-pa = Muni, eine Bezeichnung Buddha's. 

3) Tib. j/San- dsin bdag-po, offenbar identisch mit ySan- 
bai bdag-po (skr. Guhyapati), einem Beinamen des rDo-rje 

c'an (Vajradhara) oder P'yag-na rdo-rje (Vajrap&ni); 
s. Böhtlingk s. v. Guhyapati, Jäschke 8. v. ^san-ba. 

4) Cingis Khan, s. oben p. 14, 14. 



— 78 — 

So wurden die rohen Horden besiegt: hier im Mongolen- 
lande 

Verbreitete sich und wuchs des Jina Lehre, und so 
ward es Frühling. 

5 Bei aller Rauhheit des äusseren Benehmens nahmen 

die Helden der Lehre doch aus Liebe zu den 

leidenden Wesen das Gelübde auf sich, 

Und auch wenn sie die Tracht der Laien annahmen, 

flutete das Meer der Milch der hauptsächlich auf 

10 die Förderung der Lehre gerichteten Denkungs- 

art hervor; 
Das Spiegelbild der Wunderthaten, der Güte und Gnade 
des Sa-yi t'sans-pa 1 ) und aller seiner Söhne 
und Enkel 
15 Erschien im Meer des lauteren Gemütes. Welcher Be- * 

sonnene hätte da nicht mit Herz und Händen 3 ) 
zugegriffen ? 

Diese Verse enthalten das Resume jenes Zeitraumes. 



1) D. i. Cingis Khan, 8. oben pp. 14, 15. 17, 4. 

2) Wörtlich: „Hand-Lotus und Herz"; dab-brgya (Text, p. 54, 11) 
'hundertblüttrig' ist offenbar eine Uebersetzung von skr. catapatfra, 
'eine am Tage sich öffnende Lotusblute' (Böhtlingk s. v.). 



— 79 — 



Zweiter Teil. 

Wahrheitsgetreue Erzählung der Art wie die Lehre des 
Jina in dem grossen Mongolenlande Bekenner gewann. 

Diese zerfällt in zwei Abschnitte: 
Allgemeine Geschichte des Kleinods der 5 
Lehre des Jina und Specielle Geschichte des 
Kleinods der Lehre des Jam-mgon IrGyal-ba L 
yfiis-pa 1 ), des grossen /bTson-k'a-pa. / 

Erster Abschnitt. 
Allgemeine Geschichte. 10 

Alle Buddhas der drei Zeiten und zehn Weltgegenden 
werden — ohne sich in ihrem überaus seligen Dharma- 
käya erschüttern zu lassen — von einem den Himmel 
durchdringenden, alle Geschöpfe mit inniger Liebe um- 
55 fassenden grossen Erbarmen erfüllt und schaffen daher 15 
persönlich wie auch durch Schüler aller Art, solange 
sie sich in unendlichen Inkarnationen im Kreislaufe der 
Wiedergeburt bewegen, den Wesen des Segens Fülle. 
Vor allen jedoch wirkte der vierte der in diesem Bha- 
drakalpa 2 ) des gesamten Weltalls erscheinenden hoch- 20 

1) *Der zweite Jina', 8. oben, p. 2, n. 4. 

2) Tib. bskal-pa bzan-po. 



— 80 - 

berühmten tausend Buddha's, der hervorragendste unter 
den Erlösern, jener unvergleichliche Q&kyamuni 1 ), für 
das Heil unzähliger Wesen, indem er, gemäss dem Wort 
des Qrinätha-ärya-Nägärjuna: 
5 »Der da erst seine Gedanken auf die Bodhi 

richtete, 
„Dann in drei unberechenbaren Kalpa's die Ansamm- 
lungen aufhäufte, 
„ Darauf vier hinderliche Mar a 's 2 ) bezwang, 
10 „Dem siegreichen Qäkyasimha 3 ) bezeuge ich die 

tiefste Ehrfurcht*, 
zuerst seine Gedanken auf die Bodhi richtete, im mitt- # 
leren Stadium in drei grossen unberechenbaren Kalpa's 
die Ansammlungen aufhäufte, zuletzt unter der Gestalt 
15 der vier Kaya's Samyaksambuddha 4 ) wurde. 

Zuerst also richtete er seine Gedanken auf 
die Bodhi. Die Art wie dies geschah war folgende: 
In längst verflossener Zeit, in jener Zeit, seit wel- 
cher Kalpa's zahllos wie der Sand des Ganga-Flusses 
20 vergangen sind, war dieser unserer Lehrer der Brahmane 
Samudrarenu 5 ). Da schaute er in Gegenwart des 
Buddha Ratnagarbha 6 ) mit innigem Erbarmen auf die 
unreine Fläche des Weltgefildes und die verderbten, sehr 



1) Tib. Qftkya t'ub-pa. 

2) Tib. bDud. 

3) Tib. Qäka (sonst Qakya) sen-ge. 

4) Tib. müou-par nteogs-par 8aii9-rgyas. 

5) Tib. rGya-mt'soi rdal. 

6) Tib. Rin-c'en 8nin-po. 



— 81 — 

schwer zu bekehrenden Wesen, die die zehn Laster 
übten, einen unlauteren Lebenswandel führten und die 
fünf Todsünden begingen, verrichtete fünfhundert grosse 
Gebete und richtete seine Gedanken (auf die Bodhi). 

Im mittleren Stadium häufte er in drei r> 
grossen, unberechenbaren Kalpa's die Ansamm- 
lungen auf. Dies geschah folgendermassen: Im Bodhi- 
sattva-Stadium „des Weges der Ansammlung 14 und „des 

56 Weges der Vorbereitung" 1 ) wurden die Ansammlungen 
des ersten, auf der ersten bis siebenten Stufe die An- JO 
Sammlungen des zweiten und auf der achten, neunten 
und zehnten Stufe die des dritten unberechenbaren 
Kaipas beendet. So war z. B. eben unser Lehrer in den 
oben dargelegten Stadien der r Wege u der König Candra- 
prabha 2 ), der in dem Königspalast Bhadracilä 3 ) 15 
als Cakravartin eines Dvlpa herrschte, ein frommer 
Dharmaräja war und aus seinem Körper Licht aus- 
strahlen Hess. Er regierte die ganze Bevölkerung von 
Jambudvipa nach den Geboten der Religion. Zu der 
Zeit wohnte auf dem Berge Gandhamädana 4 ) ein 20 
Hrahmane namens Rudräksha*). Der erbat sich des 
Königs besten Körperteil, seinen Kopf. Um nun diesen 

* dem Brahmanen zu geben, ging er mit ihm zu einem in 
der Mitte des Ointämanigarbha 6 )-Haines stehenden 

1) T'sogs-lam und sbyor-lam. 

2) Tib. Zla % od. 

3) Tib. rDo-bzans. 

4) Tib. sPos-kyi nad-ldan, 8. M. 194, 13 = M. Tib. 1 85, 12. 

5) Tib. Drag-poi mig. 

6) Tib. Nor-bu rin-po-c'ei snin-po. 

6 



— 80 - 

berühmten tausend Buddha's, der hervorragendste unter 
den Erlösern, jener unvergleichliche Qäkyamuni 1 ), für 
das Heil unzähliger Wesen, indem er, gemäss dem Wort 
des Qrinätha-ärya-Nägarjuna: 
5 »Der da erst seine Gedanken auf die Bodhi 

richtete, 
„Dann in drei unberechenbaren Kalpa's die Ansamm- 
lungen aufhäufte, 
„Darauf vier hinderliche Mär a 's 2 ) bezwang, 
10 „Dem siegreichen Qäkyasimha 3 ) bezeuge ich die 

tiefste Ehrfurcht", 
zuerst seine Gedanken auf die Bodhi richtete, im mitt- * 
leren Stadium in drei grossen unberechenbaren Kalpa's 
die Ansammlungen aufhäufte, zuletzt unter der Gestalt 
15 der vier Kaya's Samyaksambuddha 4 ) wurde. 

Zuerst also richtete er seine Gedanken auf 
die Bodhi. Die Art wie dies geschah war folgende: 
In längst verflossener Zeit, in jener Zeit, seit wel- 
cher Kalpa's zahllos wie der Sand des Ganga-Flusses 
20 vergangen sind, war dieser unserer Lehrer der Brahmane 
Samudrarenu 5 ). Da schaute er in Gegenwart des 
Buddha Ratnagarbha 6 ) mit innigem Erbarmen auf die 
unreine Fläche des Weltgefildes und die verderbten, sehr 



1) Tib. Qftkya t'ub-pa. 

2) Tib. bDud. 

3) Tib. Qäka (sonst Qäkya) sen-ge. 

4) Tib. mnou-par rdsogs-par sans-rgyas. 

5) Tib. rGya- mt'soi rdul. 

6) Tib. Rin-c'en 8nin-po. 



— 81 — 

schwer zu bekehrenden Wesen, die die zehn Laster 
übten, einen unlauteren Lebenswandel führten und die 
fünf Todsünden begingen, verrichtete fünfhundert grosse 
Gebete und richtete seine Gedanken (auf die Bodhi). 

Im mittleren Stadium häufte er in drei /> 
grossen, unberechenbaren Kalpa's die Ansamm- 
lungen auf. Dies geschah folgendermassen: Im Bodhi- 
sattva-Stadium „des Weges der Ansammlung" und „des 

56 Weges der Vorbereitung" 1 ) wurden die Ansammlungen 
des ersten, auf der ersten bis siebenten Stufe die An- 10 
Sammlungen des zweiten und auf der achten, neunten 
und zehnten Stufe die des dritten unberechenbaren 
Kaipas beendet. So war z. B. eben unser Lehrer in den 
oben dargelegten Stadien der „Wege" der König Candra- 
prabha 2 ). der in dem Königspalast Bhadracila 3 ) iä 
als Cakravartin eines Dvipa herrschte, ein frommer 
Dharmaräja war und aus seinem Körper Licht aus- 
strahlen Hess. Er regierte die ganze Bevölkerung von 
rlambudvipa nach den Geboten der Religion. Zu der 
Zeit wohnte auf dem Berge Gandhamädana 4 ) ein 2<> 
Brahmane namens Rudräksha*). Der erbat sich des 
Königs besten Körperteil, seinen Kopf. Um nun diesen 

* dem Brahmanen zu geben, ging er mit ihm zu einem in 
der Mitte des Ci u tarn a nigarb ha 6 ) -Haines stehenden 

1) T'sogs-lam und sbyor-lam. 

2) Tib. Zla- od. 

3) Tib. rDo-bzans. 

4) Tib. sPos-kyi nad-ldan, 8. M. 194, 13 = M. Tib. 185, 12. 

5) Tib. Drag-poi mig. 

6) Tib. Nor-bu r i n - p o - c c e i s n i ii - p o. 

6 



— 82 — 

Campaka-Baum. Da sagte die Göttin des Haines: „Wie 
kommt dieser sündige Brahmane dazu, dir Unschuldigem 
das Haupt abzuschlagen?" Der König aber wies die 
Göttin ab, indem er sagte: „Göttin, ich habe früher in 

5 eben diesem Hain ungefährt tausend Mal meinen Kopf 
hingegeben" — u. s. w. Diese Erzählung trug nun der 
Lehrer (seinen Jüngern) vor 1 ) und bemerkte auf eine 
Frage des ehrwürdigen Maitreya 3 ), die Menge des 
Bluts und Gebeins, welches er vormals den Wesen 

10 hingegeben habe, sei weit grösser als die vier grossen 
Oceane, die der hingeopferten Augen weit grösser als 
der Umfang des Meru, und auf eine Frage des ehr- 
würdigen Pur na 8 ) hin äusserte er: „Maudgala 4 ), selbst 
wenn ich einen Kalpa oder mehr als einen Kalpa hin- 

15 durch die Fälle aufzählte, in denen ich früher, als ich 
den Wandel eines Bodhisattva führte, die hungernden 
und dürstenden Wesen mit meinem Fleisch und Blut 
gesättigt habe, würde ich damit nicht zu Ende kommen." 
— Diese Erzählung nun enthält ein Beispiel der schier 

20 unermesslichen sechs Päramitä's 5 ), in denen sich die 57 
beiden Ansammlungen 6 ) zusammenfassen lassen. Diese 
also häufte er in unfassbarer Fülle auf. 



1) In der viel späteren Existenz, in welcher er die Buddhaschaft 
erlangte. 

2) Tib. Byam8-pa. 

3) Tib. Gan-po. 

4) Im Text (p. 56, 18) fälschlich Mou-dgal statt Maud-ga-la 
oder Maudga-la. 

5) Sic illustriert nämlich die erste P&ramita, die der Mildthätig- 
keit (skr. dänam, tib. sbyin-pa 'das Geben 1 ). 

6) S. oben p. 1, n. 2. 



— 83 - 

Zuletzt wurde er in Gestalt der vier/Käya's 
Samyaksambuddha 1 ). Das ging so zu: Im ärya- 
I Lankävatärasütram 3 ) heisst es: 

„Nachdem er in der mit Edelsteinen mancher 
Art geschmückten 
„Freudenvollen Akanishtha 3 )-Region 4 ) 

1) S. oben p. 80, n. 4. 

2) Tib. p'ags-pa Lari-kar ysegs-pai mdo, s. Kanjur-Index, 
p. IS, no. 107°= A. G. II 237 fg. M. 65, 13 und M'. 60, 13 (Lanka- 
vatäram!) = M. Tib. 60, 13. Hunter, s. Index. R. Mitra, p. 113 fg. 
Was9iljew, s. Index. Tar. Ueb., s. Index. 

3) Tib. Og-min. Dass im Laiikävat&ra unter dieser Be- 
zeichnung die Akanishtha's zu verstehen sind, wird dadurch höchst 
wahrscheinlich, dass dieselbe nach ihrer Bedeutung 'keinen Niedrigeren 
habend' nur das Aequivalent von Akanishthäs, 'keinen Geringsten 
(oder: Jüngsten) habend', sein kann, und dass in M. Tib. 161, 5 Og- 
min als tibetischer Name der Akanishtha's (M. 135, 5), 161, 6 
j/Zugs-mt'a als derjenige der A ghanishtha's (M. 135, 6) an- 
gegeben wird. Trigl. p. 24 b , 4 — 5 fungiert zwar Og-min als 
Aequivalent von Aghanishthäs, da jedoch dort die Akanisb tba's 
überhaupt nicht genannt werden, so darf man wohl — zumal nach 
Analogie zahlreicher anderer Fälle in dem genannten Werke (s. die 
Anmerkung) — fur die Trigl. das blosse Vorliegen einer falschen Les- 
art von A kanish thäs annehmen, wiewohl überhaupt Aghanishthäs 
ursprünglich nichts weiter als eine solche falsche varia lectio war und 
sich erst sekundär zu selbständiger Geltung entwickelte und Bezeich- 
nung einer besonderen Region neben der Akanishtha-Region wurde 
(vergl. die Anmerkung). Auch unser Autor selbst wendet unten p. 84. 8 

Og-min als Aequivalent von Akanishthäs an. An der hiesigen 
Stelle dagegen deutet er, wie aus p. 84, 7 — 9 hervorgeht — durch ab- 
weichende kosmologische Vorstellungen beeinflusst (s. die Anmerkung) 
— Og-min als gleichbedeutend mit Aghanishthäs. 

4) Da sich aus n. 3 die grösste Wahrscheinlichkeit dafür ergeben 
hat, dass der Lankavatära unter Og-min die Akanishthäs 
versteht, diese aber der Reinen Sphäre angehören (s. die Anmerkung), 
übrigens auch von unserem Autor unten p. 84, 8 derselben zugewiesen 
werden, so müssen wir sten (Text p. 57, 6) in der Bedeutung 'hoch in — * 



n+ 



— 84 — 
6 
„Hoch in der Reinen Sphäre 1 ) geweilt, 

,, Wirkte er als wirklicher Buddha [samyak(sam)- 

buddha 2 )] dort als Buddha; 
„Mit dem magischen (Körper) [nirmäna(käya)] 
5 behaftet 8 ), wirkte er hier auf Erden als 

Buddha." 

Im Einklang mit diesen Worten wurde er in der über 

ö 
den Akanishtha's der Reinen Sphäre gelegenen 

Aghanishtha 4 ) (-Region) Buddha in Gestalt der vier # 

10 Käya's, nämlich der beiden die Befriedigung der eigenen 

Interessen 5 ) erzielenden Kaya's, des Svabhavakäya 6 ) und 



auffassen und somit annehmen, dass der Laükävatära die Aka- 
nisbthfts an einer hohen — richtiger vielleicht: an der höchsten — 
Stelle der Reinen Sphäre ansetzt. Unser Autor dagegen nimmt 
sten vielleicht in dem an und fur sich allerdings ebenfalls richtigen Sinne 
'über, oberhalb 9 ; über diese Möglichkeit s. die Anmerkung. 

1) vTsan-mai ynas, die in M. Tib. 153 vorkommende Gesamt- 
bezeicbnung der in M. 161. M. Tib. 153 aufgezählten Himmelsregionen 
(s. jedoch die Anmerkung). 

2) Tib. y an -dag sans-rgyas, wohl aus metrischen Gründen aus 
yah-dag-par rdsogs-pai sans-rgyas (s. Trigl. 1; M. Tib. 1, 5) verkürzt. 

3) Sprul-pa-po. 

4) Tib. Og-min sDug-po bkod-pa. Ueber Og-minals 
A equivalent von skr. Aghanishtha s. oben p.83, n.3. DieUebersetzung 
sDug-po (Schlecht; das Böse') bkod-pa ('hingestellt, gegründet') 
beruht offenbar auf falscher Zerlegung von Aghanishtha (s. oben 
p.83, n.3) in agha ('schlimm; UebeP) und nishtha ('in etwas gelegen, auf 
etwas befindlich, beruhend'). Die zweite Uebersetzung ist offenbar zur 
Unterscheidung dieses ^g-min (= Aghanishtha) von dem unmittel- 
bar vorherstehenden .Og-min (= Akanishtha) hinzugefugt. 

*-5) Ran-don = skr. svärtba. 
L. L 6) Tib^rio-bo-nid sku ; kyabhäva als Skr.-Aequivalent von no-bo- 

nid findet sich M. 37 ? (16.) 17. 18 = M. Tib. 34, (16.) 17. 18. Trigl. 
18, (16.) 17. 18. Bei Wassiljew 237 uud Eitel, Handb. 167 a ist der 
Svabhavakäya mit dem Dharmak&ya identisch. 



— 85 — 

des /jfiäna-Dharmakäya 1 ), und der die Befriedigung 
fremder Interessen 2 ) erzielenden Käya's, des^Sambhoga- 
käya 3 ) und des Nirinänakäya 4 ). 

Der erste von diesen, der Svabhävakäya, zerfällt in 
zwei Teile: den der natürlichen Reinheit 5 ) teilhaftigen 5 
Svabhävakäya, dem wir Allwissenheit 6 ), Wahrheit 7 ), 
Leere 8 ) u. s. w. beilegen, und den der sekundär erworbenen 
Reinheit 9 ) teilhaftigen Svabhävakäya, dem wir Lossagung 
von der Preisgabe 10 ) der beiden Verdunklungen 11 ) beilegen. 

1) Tib. ye-ses c<os sku. _.,,,> n ■ < *»**, U* /*» 



2) A/Zan-don = skr. parärtha. > / 

3) Tibijons-spyod rdsogs-pai sku, ebenso auch Trigl. 2, 2. 
M. Tib. 3, 13; hingegen Jäschke 21 b :^ons-spyod sku. 

4) Tib.Äprul-pai sku. 
5)LRau-bzin rnam-dag = skr.^rakritivicuddhi;4;an-bzin =^prakriti 

s. M. Tib. 34, 12 = M. 37, 12 ; ^rnam-par dag-pa = jheuddhi s. M. Tib. 
3, 7. (15, 23. 32.) 16, 1. = M. 4, 6. (18, 23. 32.) 19, 1. 

6jf rNam-mk'yen, etwa = skr. ^jjn&ti. 

7)£bDen-pa = skr.^atyam. 

8)^Ton = skr. tyinyam. 

9) julo-bur rnam-dag = skr. vikj-itivi^uddhi ; vikriti 'Veränderung; 
Entwickelung; Aufregung 9 kann an sich wohl schon als Aequivalent von 
glo-bur 'plötzlich; neu 1 gelten, bestätigt aber wird diese Gleichsetzung 
durch die zwischen &jkriti (vikära) und/prakriti obwaltende Beziehung 
(8. Böbtlingk s. vv.). 

10) Wörtlich: 'Das Aufgegeben haben des Aufgegebenhabens (der 
beiden Verdunkelungen^'; betreffs der Skr.-Aequivalente füq/spahs-pa, 
resp. die Praesensforn^span-ba^ßpoii-ba s. die Anmerkung. 

11/sGrib yius = skr.^&varane dve (Dharmas. 115);£sgrib-pa = 
L ävaranam in M. Tib. 16, 6. 27, 9.37.40. 60, 59 = M. 19,6. 3ü, 9.27.40. 
65, 58, hingegen in M. Tib. 16, 34. 20,7. 103,64 (= M. 19,72. 23,7. 
109,64) =(nivaranam,j)iväranam, das aber eine ähnliche Bedeutung hat. 
Gegen Jäschke's Vermutung (p. 120 b ), dass^sgrib-pa Ina 'die fünf Ver- 
dunkelungen" = skr/ panca kashäyäs (d. h. c die fünf Arten des Verfalls 1 ) 
seien, spricht vielleicht die Grundbedeutung von kashäya: 'Unreinlich- 
keit', sowie die Wiedergabe von kashäya (M. 124) durch /snigs-ma, 



L 



L 



— 86 — 

Dem zweiten, dem Ufiäna-Dharmakäya, legen wir 
sämtliche das klare Verständnis 1 ) aller Dharmäs er- 
zielenden Kenntnisse bei. 

Der dritte Käya, der erste der auf fremde Inter- 

<C 5 essen hinzielenden Käya's, der/Sambhogakäya 2 ), ist mit 

fftnf Momenten verknüpft: dem Moment des Ortes: 

Aufenthalt einzig und allein in der Akanishtha- 

Region; dem Moment der Religionslehren: Hersagen 

ausschliesslich von Mahäyäna-Religionslehren; dem Mo- 

/ lo ment der Umgebung: nur von dem Bodhisattva Arya 3 ) 

umgeben; dem Moment des Körpers: mit den^akshana*s 4 ) 

£ und A^yafijanaVQ geschmückt; dem Moment der Zeit: 

solange sich der Kreis (der Wiedergeburt) nicht leert, 

bietet er nicht den Schein des Eingehens ins Nirvana. 58 

£ 15 Der vierte, derj.Nirm&riak&ya, zerfällt in drei Teile: 



/ 



•unreiner Bodensatz 1 , auch 'Zeitalter des Verfalls' (Jäschke 197 b , 
übrigens ebenda von ihm selbst mit skr. kasbäya identi(iciert). Aller- 
dings könnte man andererseits zu Gunsten jener Vermutung anfuhren, 
dass, ebenso wie ein lävaranam , auch ein kashaya die Bezeichnung 
/klcC/a° trage, mithin eine innere Beziehung zwischen jenen beiden Kate- 
gorieen vorzuliegen scheine, ja dass die „fünf kashäya's" vielleicht nur 
eine sekundäre Fortbildung der „zwei ävarana's" seien. 

l)(mNon-sum-du = skr. Ipratyaksham, M. Tib. 190, 15. 191,20 
= M. 199, 15. 200, 19; (miion-sum-du rtogs-pa ist vielleicht =£skr. 
pratyakshajnätiain (s. Böbtlingk s. v.), oder identisch niit\jniion-par 
rtogs-pa = skr. (abhisamaya (s. M. Tib. 51, 20. 90, 7. [134, 6.] = 
M. 54, 20. 95, 7. [142, 6.] 

2) Tib.Uons-sku. 

3) Tib/ P'ags-pa, nach Jäschke 355 b eine Bezeichnung des 
[Avaloki tec vara. 

4) Tibljnt'san. 

5) Tib. (Text p. 57, 20):dpe-byad; dagegen Text p. 59, 18:^dpe- 
byad bzari-po, wie M. Tib. 15. 



/ 



— 87 — 

Der erste von diesen ist de* Höchste Nirmänakäya 1 ). 

Maitreyanäthabhattäraka 2 ) hat gesagt: 

„Nachdem der Weltenkenner 8 ) mit grossem Er- 
barmen 4 ) 
„Auf die ganze Welt geschaut, 5 

„Zeigt er — ohne sich in seinem Dharmakäya er- 
schüttern zu lassen — , 
„Infolge seiner vielfältigen magischen Natur, 
„Verlassen der Geburt und Wiedergeburt, 
„Und der Tushita 5 ) (-Region), 10 

„Eintritt in den Mutterleib und Geburt, 
„Fertigkeit auf den Gebieten der Kunst, 
„Fröhliche Vergnügungen im Kreise seiner Frauen, 
T Auszug 6 ), Bussübungen, 

„Eindringen in den Kern der Bodhi, 15 

„Sieg über Mära's Scharen, Vollendung, 
„(Drehen des) Dharmacakram 
„Und Eingehen ins Nirvana: diese Thaten, 

lYmC'og-gi sprul-pai ska. 

2) Tib. rje-btsun^Byams-pa mgon-po. 

3)J Jig-rten mk'yen = skr. /Lokavid, eine Bezeichnung 
Buddha^»- M. Tib. 1, 8 = M. 1, 8. 

4)£Tugs-rjc c'en-po (ebenso oben p. 79, 15 = Text p. 54, 20; 
vgl. auch p. 80, 22 = Text p. 55, 19) = skr./mahakarunft ; s. M. Tib. 7 
= M. 10: Ueberschrift und no. 32. 

5) Tib.[dGa-ldan. 

(>) Tib.£iies- o byun, verkürzt aus/ries-par byun-ba (s. unten p. 88, 
n.G), so auch Trig! 2 3, 12. M.Tib.27759. 58,32. 123,8.9.10. Foucaux 
177; hingegen M. Tib. 51, 13: Qies-pa byun-ba. Das Skr.-Aequivalent 
ist M. 54, 13 Jnihsaipnam (Trigl. 23, 12 zu ^iparana verstümmelt), 
M. 63, "20. 129, 8[niryänam, (vgl. flies-par byin-pa = nairyänika, 
M. Tib. 51, 17 = M. 54, 17), M. 30, 60. 129,°92niryftt«, M. 129, 10. 
Foucaux 177Lniryali. 



/ 



— 88 — 

„Solange in diesen ganz unreinen KshetraV) *■ 

„Leben existiert. b 

So bietet er mit dem Höchsten Nirmänakäva im Reich 

• » 

der Menschen den Schein der zwölf Tkaten, und zwar 
5 zeigt er in den tausend Millionen Jambudvipa's der zu 
[^ dem /Buddhakshetram 2 ) des Jina (^äkyamuni, diesem 
Sahälokadhätu *), gehörigen tausend Millionen je vier 
Dvipa's umfassenden Welten die zwölf Jina-Qäkya- 
muni-Thaten tausendmillionenmal zugleich: nämlich das 
10 Verlassen der Tushita-Region zeigt er tausendmillionen- 
mal zugleich; ebenso bietet er den Schein der Empfäng- 
nis und Geburt von tausend Millionen königlichen Vätern 
Q u d dh od ana 4 } und tausend Millionen Müttern Mäyä- 
devisundari 5 ), der jugendlichen Vergnügungen und 
15 Spiele, der Vergnügungen im Kreise seiner Frauen, des 
Auszuges 6 ), der Bussübungen, des Ganges zum Bodhi- 
Baum, der Ueberwindung des Mara, der Erlangung der 
Samyaksambuddhaschaft 7 ), des Drehens des Dharma-59 
cakram und des Einganges ins Nirvana tausendmillionen- 
20 mal zugleich. Wenn er nun in diesem Kshetram den 
Schein des Eingehens ins Nirvana tausendmillionenmal 

1) Tib./zin, s. n. 4. 

2) Tib./sans-rgyas-kyi ün '(Arbeits-)Feld [Wirkungskreis] eines 
Buddha'; s. M. 154, 20 = M. Tib. 146, 20. 

3) Tib.[nu-rnjed-kyi jig-rten-gyi k'am9, 'die irdische Weltregion', 
d. i. die von den Menschen bewohnte Welt, s. M. 154, 21 = M. Tib. 
146, 21 und Böhtlingk s. v. 

4) Tib. Zas -'tsaii-ma. 
, 5) Tib. sGyu-ma 1ha mdsea. 

6) Tib.(jfies-par byuii-ba? s. oben p. 87, n. G. 

7) Tib.[muon-par rdsogs-par sans-rgyas-pa^ s. oben p. 80, n. 4. 
p. 83, n. 1. 



— 89 — 

O 

zugleich bietet, bietet er in den übrigen Kshetra's 

teils den Schein seiner Geburt, teils seiner Erlangung 
der Buddhaschaft, teils des Drehens des Dharmacakram 
u. s. w. tausendmillionenmal zugleich. So verfährt er, 
bis sich der Kreis der Wiedergeburt leert. — Unter 5 
dem zweiten, dem Nirmänakäya der Kunstfertigkeit 1 ), 
stellen wir uns gleichsam eine Inkarnation des Vi<?va- 
k arm an 2 ) vor, des Meisters in den verschiedenartigen 
Gebieten der Kunst 3 ). — Unter dem dritten, dem 
Nirmänakäya der Geburt 4 ), denken wir uns die In- 10 
karnationen verschiedener Arten von belebten und un- 
belebten Wesen: König oder Minister, Brahmane, Haus- 
besitzer, Vogel, Wild u. s. w., ferner Edelstein, Wunsch- 
baum u. s. w. 

* So sind alle Thaten dieses unseres gnadenreichen 15 

Lehrers am Anfang, in der Mitte und am Ende nur 
zum Wohle der andern. Wenn ihr aber fragt, auf 
welche Art er für das Heil der andern wirkt — nun — 
wie ein Spruch besagt: 

„Die Muni's waschen die Sünden nicht mit 20 

Wasser ab, 
„Beseitigen nicht die Leiden der Wesen mit ihren Händen 
„Und pflanzen nicht ihre Erkenntnis anderen ein, 
„Sondern lehren die wahre Wesenheit, und dadurch 
erlösen sie" — 25 

1) yZo-ba (= skr. cilpata) sprul-sku. 

2) Im Text (p. 59, 6): Picvakarma. 

3)(bZoi-yuI, wohl =Q>zoi ynas = skrlcilpasthänam (M. Tib. 71,5 = 
M. 76, 5); s. auch Tanjurlndex: A.G.II 3757 «<>• 121. Eitel, Handb. 153 b . 
4V*8Kye-ba sprul-sku. 



— 90 — 

durch das Predigen der heiligen Religion wirkt er für 
das Heil der anderen. Da nämlich der Körper des 
Lehrers Buddha mit den zwei und dreissig Lakshana's 1 ) 
und den achtzig Anuvyanjana's 2 ) geschmückt, und er 

5 im Besitze der sechzig Glieder der Sprache 3 ) ist, so ist 
er imstande, mit ein und denselben Sprachlauten jedes 
von den Wesen in seiner Sprache in der Religion zu 
unterweisen, und indem er persönlich in alles, was er 
wissen muss, Einsicht nimmt, beweist er den Wesen 60 

10 in unparteiischer, gleichmütiger Weise inniges Erbarmen. 
Sein Werk aber besteht in folgendem: In einem Sfitra 
heisst es: 

r Eher wäre es möglich, dass im Meer, dem Sitz 
der Seeungeheuer, 

15 „Ebbe und Flut ausbleiben, 

„Als dass für Jünger, die bedürftig der Bekehrung, 
„Buddha die Zeit versäumte. * 
So zögert der barmherzige Lehrer keinen Augenblick, 
wenn es die Unterweisung Bekehrungsbedürftiger gilt, 

20 sondern schaut, in dem Gedanken: 'ich will ohne Be- 
mühung (von Seiten anderer), selbst den Anfang machen', 
solange er im Kreislauf (der Wiedergeburt) umherirrt, 
infolge seiner Begabung mit unfassbaren, für die übrigen 
Geschöpfe segensreich wirkenden Tugenden, auf alle die 

25 leidenden Wesen, die dadurch gequält werden, dass sie 

1) Vgl. M. 17:/dvfttrim9ad mahäpurushalaksbanftni = M. Tib. 14: 
(^skyes-bu c'en-poi mt'san sum-cu rtsa yfiis. 

2) S. oben p. S6; n. 5. Vgl. M. 18: t*$ity anuvyafijan&ni = 
M. Tib. 15: ^pe-byad bzan-po brgyad-cu. 

3) "ySuri yan-Iag drug-cu; vgl. M. Tib. 17: ^dbyans-kyi yan-lag 
drug cu = M. 20: fchashtyai'igasvara. 



— 91 — 

von dem Schleier 1 ) des Nichtwissens bedeckt, von der 
Fessel der Selbstsucht gebunden, von dem Berge des 
* Hochmuts erdrückt, von dem Feuer der Begierde ge- 
quält, von der Waffe des Hasses verwundet, in der Öde 
des Kreislaufs befangen sind und den Strom der Ge- 5 
burt, des Alters, der Krankheit und des Todes noch 
nicht überschritten haben, erweckt 2 ) in den Wesen, 
damit sie davon erlöst werden, durch Magie ver- 
möge übernatürlicher Kraft 8 ) den Eifer 2 ), gewinnt 
durch Magie vermittelst Mitteilungen 4 ) persönlich 10 
Einblick in den körperlichen und geistigen Zustand 
u. s. w. jedes einzelnen der zahllosen Bekehrungsbedürf- 
tigen und lässt ihnen auf Grund der so gewonnenen 
unübertrefflichen , alle Momente umfassenden Einsicht 
seine Hilfe angedeihen. Darauf trägt er vermittelst Magie 15 
durch Unterweisung 5 ) die ganze Masse der vierundachtzig- 
tausend Predigten zur Heilung der vierundachtzigtausend 
Leiden der Wesen vor und lässt von den zahllosen 
Jüngern, unter denen die Mitglieder der drei Klassen 
der QravakaV), Pratyekabuddha's 7 ) und Mahäyänisten 8 ) 20 



L 



u 



1) Wörtlich: 'Häutchen auf dem Auge\ / 

2) /Dun-pa bskyed = skr./chandam janayati, M. Tib. 36, 1 — 4 = 
M. 39, 1-4. Trigl. 26, 1-4. 

3 )üJ) 8U - P <ru l-gyi c'o-j/rul = skr. A-iddhipr&tiharyam, s. M. Tib. 
13, 1 = M. 16, 1. Dharmas. 133, 1* 

4)oCun-tu brjod - pai c c o- p'rul = skr. (&de$anäprätih&ryam , 8. 
M. Tib. 13, 2 = M. 16, 2. Dha°rmas. 133, 2. , 

5)^Jes-su bstan-pai c'o- p'rul = skr. janac&saniprätihäryam, s. ^ 

M. Tib. 13, 3 = M. 16, 3. Dharmas. 133, 3. 

6) Tib./iian-t'os-kyi rigs-can. / 

7) Tibfran-rgyal-gyi rigs-can. y 

8) Tib« Yeg-c'en-gyi rigs-can. £-. 



— 92 — 

die grösste Bedeutung haben, diejenigen, in deren Herzen 
die Wurzel der Tugend noch nicht entstanden ist, die- 
selbe erzeugen; diejenigen, bei denen sie entstanden ist, 
reifen; die Gereiften erlöst werden und die Erlösten 61 
5 zum Ziele gelangen, und erfüllt dadurch alle gegen- 
wärtigen und zukünftigen Hoffnungen der Frommen. 
Vor den sehenden Augen einiger irreligiöser Jünger aber 
bot er zwar den Schein des Einganges ins Nirväna, in 
Wahrheit und Wirklichkeit jedoch ging er nicht ins 
10 Nirväna ein, und zwar aus dem im Suvarnapra- 
bhäsa 1 ) angegebenen Grunde: 

„Der Buddha geht nicht gänzlich ins Nirväna ein, 
„Auch der Dharma wird nicht verfallen: 
„Um die Wesen zu bekehren, 
15 „Zeigt er das Eingehen ins Nirväna. * 

-i ° 

So besteht der Begriff des »Dharma' im all- 
gemeinen in zehn Punkten, wie von dem zweiten 
Sarvajna 2 ), Vasubandhu 8 ), gesagt worden ist: 

„Der Dharma besteht in dem erforderlichen * 
2o Wissen 4 ), dem Wege 5 ), 



t- 1) Tib^ySer-od, s. Kanjur-Index p. 81 fg., no. 555—557 = 

A. G. II 315 fg. M. 65, 14 = M.Tib. 60, 14. Hunter, 9. Index. R. Mitra, 
8. Index. Bendali 12 fg. I. J. Schmidt, Mongol. Gram mat., St. Peters- 
burg- 1829, pp. 129—176. S. S. 307—309. Burnouf Introd. 2 471—478. 
Wassiljew 166. Kern II 509 fg. Eitel, Handb. 166 b . 

2) Tib. Kun-mk'yen, eine Bezeichnung Buddha's, s. M. 1, 14 = 
M. Tib. 1, 14. 

3) Tib. jdByig-yiien. 

4) .Ses-bya = skr. jfieyam. 

5) Lam = skr. märga (sehr häufig in M., M. Tib.), gati (Jäschkc544 b ). 



— 93 — 

„Dem Nirvana, den Gegenständen des Manas 1 ), 
„Dem Verdienst, der Zeit, dem Kanon 2 ), 
„Dem Werden und Vergehen, dem Feststehenden 8 ) 

und der Natur und Art." 
Hierbei bedeutet nämlich ^as erforderliche Wissen, 5 
nach einem Sütra: 

„Wisse, dass alle Dharmäs dieser Art sind"; 
der Weg: 

„Die Rechtgläubigkeit, das ist der Dharma"; 
das Nirväna: „zum Dharma seine Zuflucht genommen 10 
haben"; die Gegenstände des/Manas: „diefl)harmä- *— 

yatanaV)"; das Verdienst: „Religionsübungen zu- 
sammen mit dem weiblichen Gefolge und den JQng- 
lingen"; die Zeit: „das Hochhalten der Vorschrift, 
Kinder zu sehen"; der Kanon: „die Religionsschriften 5 ), 15 
d. h. JSütrasenä 6 ) und ^eyasenä 7 )"; das Werden und 



1)/Yid; vgl. M. 106, 11 = M. Tib. 100, 11. Dharmas. 24, 6. L 

Childers 75 b , no. 6 der Aufzählung. 

2)A/Sun-rab = skr. £ravacanam, 8. M. Tib. 61, 4 = M. 66, 4. / 

Trigl. (43.) 44 = Dharmas. 62. Der den beiden Abschnitten M. 62 
ravädacängadharmapravacanam) und M. 63 ^harmaparyayÄs) ent- / 

sprechende Abschnitt M. Tib. 58 trägt die den letzteren Titel wieder- 
gebende IJeberschrift gam-pai) c'oa-kyi rnam-grans. ^ 

3)£Nes (-pa), wohl = skr^niyatam, s. M. Tib. 19, 10. 57, 4. 
90, 13 = M. 21, 10. 61,4. 95, 13. Kanjur-Index, p. 34, no. 202. 

4) Tib./cos-kyi skye-mc'ed; vgl. M. 106, 12 = M. Tib. 100, 12. L 
Dharmas. 24, 12. Childers 75 b , no. 12. 

5) Cos = skr. [dharma. t- 

6) Tib/mdoi sd"e, vgl. Trigl. 44, l. M. 62, 1 = M. Tib. 58, 1. / 
Dharmas. 26, 1. Childers 33 b , no. 1. 

7) Tib^dbyans-kyis bsnad-pai sde (vgl. Trigl. 44, 2. M. 62, 2 L 
= M. Tib. 58, 2. Dharmas. 26, 2. Childers 33 b , no. 2), wörtlich: 'die 
Klasse der mit Gesang vorgetragenen (Werke) 9 ; nach Kern II 457 



— 94 — 
O 

Vergehen: „das Gesetz, class dieser unser Körper 
altert"; aas Feststehende: „die Religion der Qra- 
mana's"; jNatur und Art: „die Eigentümlichkeiten des 
Landes und die Sitten des Volkes". In diesen zehn 
[^ 5 Momenten also besteht (der Begriff des fl)h arm a im all-62 

gemeinen). Dagegen ist der gegenwärtige Dharma 
nach den Worten des Maitreyanäthabhattäraka 1 ) 
„Die alle Leiden 
„Und jegliche Verblendung verscheuchende heilige 
10 Religion," 

die heilige Religion, durch welche ein künftiges Auf- 
hören aller Leiden und Verblendungen der Geschöpfe, 

die da nach den Geboten der Pflicht leben, ermöglicht 

o 
wird. Nämlich in dem „erforderlichen Wissen" 

15 werden die Lehre von dem Thema 2 ) der Unterweisung 3 ) 

als der Grundlage 4 ) derselben: die subjektive und die 

absolute Wahrheit 5 ); in dem „Wege" die Lehre von 

der Methode 6 ) der Unterweisung: sowohl Praxis als 

(515, n.) „nehmen Dämlich die Nordbuddhisten an, dass Geya's religiöse 
Loblieder sind; offenbar verwechseln sie Geya mit Gäthä u . 

l)lrJe-btsun (s. auch p. 87, n. 2) = skr. Qbhattäraka, s. Kanjur- 
Index, po. 81. 100. 114. 125 (no. 549. 723. 870. 973). 

2)/brJod-bya =1 brjod-par bya-ba = fckr. vftcyam, M. Tib. 190, 73 
= M. 199, 72. 

3)[^Zi = skr. Lülam, M. Tib. 250, 73. 254, 12. 13. 15. 16. 264, 1 
= M. 261, 73. 265, 12. 13. 15. 16. 275, 2. 

4)jbsTan-pa, wohl = skr.[c&sanam , s. M. Tib. (1, 11.) 61, 5. 
120, 86^= M. (1, 11.) 66, 5. 126, 86. 

5).Kun-rdsob bden-pa = skr. samvritisatyam, und fon-dam bden- 
pa = skrTparamärtbasatyam ; vgl.Dharmas. 95. Childers 409 a . Wassiljew 
321—329. Schlagintweit 24. 28. M. 65, 43. 94, Ueberschr. u. no. 1 = 
M.Tib. 60, 44. 89, Ueberschr. u. no. 1. A.G.II 256.368. Eitel, Handb.ll5 a . 

6)/Lam = skr.Jmarga, gati (s. p. 92, n. 4) 'Weg ; Art u.Weise, Verfahren'. 



— 95 — 

Theorie 1 ); in dem „Nirvana" die Lehre von der 
Frucht 2 ) der Unterweisung: /Dharmakäya und /\Rüpa- 
* käya 3 ); und in dem „Kanon" diese Lehren von der 
Grundlage, der Methode und der Frucht der Unter- 
weisung zum Gegenstand der Besprechung gemacht 4 ); 5 
mithin sind die über die Unterweisung handelnden 5 ) 
(Werke) die/Neyärtha 6 )- und die^ltärtha 7 )feravacana's 8 ). 

Ferner ist nach einem Sütra die heilige Religion 
„am Anfang Segen 9 ), in der Mitte Segen 10 ) und am Ende 
Segen 11 )," und nach deny Tan traräjalakshanaväda 13 ): 10 



^[T'abs ses (ynis), wahrscheinlich = dem in t'abs ses-pa-la mk'as- 
pa = skr. upäyajfiänakucala (M.Tib. 27, 32 = M. 30,32) vorkommenden 
t'abs ses-pa; die Identificierung miy t'abs dan ses-rab 'art and science' 
['matter and spirit'] (Jäschke 229 b ) ist an hiesiger Stelle wohl durch 
den Zusammenbang ausgeschlossen. 

2)/Bras-bu = skr. phalam. 

3)7j/Zug8-sku. 

4)/T>rJod-byar (s. oben p. 94, n. 2) byas(-nas). . 

5)£>sTan-pai brjod-byed, s. M. Tib. 190, 74f rjod-par byedpa 
= M. 199, 73: ^£äcaka, 'sprechend, handelnd über etwas' (Genitiv, 
s. ßöhtlingk s. v.); s. ferner oben p. 94, n. 3. p. 95, n. 4. 

6) Tib./ciran-don = jdran-bai /jjon (s. M. 74, 4 = M. Tib. 69, 4) /_ 
'dessen Sinn herauszuziehen (zu eruieren) ist'. 

7) Tib^es-don = nes-pai don (s. M. 74, 4 = M. Tib. 69, 4), 
'dessen Sinn bestimmt ist (feststeht) 1 . 

8) Tib./ysun-rab-rnams, s. oben p. 93, n. 2. 

9) JT'og-mar dge-ba = skr££dau kalyänam, M. Tib. 58, 14 = /_ 
M. 63, 2. 

10) Bar-du dge-ba =J}kr. madhye kalyänam, M. Tib. 58, 15 = 
M. 63, 3. *~ 

11) T'a-mar dge-ba = skr./paryavasäne kalyänam, M. Tib. 58, 16 
= M. 63, 4. ~ 

12) Tib. rGyud-kyi rgyal-po mt'san-brjod; überjrgyal-poi 
mt'san-ma lna-po, 'die fünf Insignien eines Königs', s. Jäschke 454 a ; 



— 96 — 

„Ära Anfang, in der Mitte und am Ende Segen." 
Den Sinn dieser Worte erklärt Maitreyanätha- 
bhattäraka durch den Ausspruch: 

„Weil sie die Ursache des Glaubens 1 ), der Freude 2 ) 

5 und des Verständnisses 8 ) ist, 

„Darum ist diese Religion Segen. u 
Nämlich: Zunächst hört 4 ) man; dadurch erkennt man 
das Nichterkannte 5 ) und erlangt so in erster Reihe 
Glauben; insofern die heilige Religion dies ver- 

10 ursacht, ist sie am Anfang Segen. Nachdem man 
den Sinn des Gehörten mit Hilfe zahlreicher logischer 
Abhandlungen ordnungsgemäss genau geprüft hat, denkt 
man (Ober ihn) nach 6 ): dadurch versteht man seinen 
Sinn und empfindet infolgedessen grosse Freude im 

Jo Herzen: da (die heilige Religion) dies veranlasst, ist sie 
in der Mitte Segen. Nachdem man diesen Sinn, den 
man sich vermöge der aus dem Nachdenken hervor- 
gegangenen Einsicht 7 ) systematisch zurechtgelegt, im 63 



Lakshanav&da wird auch von Böhtlingk s. v. als Titel eines 
Werkes angegeben. 

l)LPad-pa = skr. (jraddhft. 

2)(dGa-ba, in M., M. Tib. häufig = skr./ priti. 

3)lJBlo = skr. J)uddhi, M. Tib. 16, 1.60. 134,1. 135,». 192,8 
= M. 19,1. 13. 142, 1. 143, 9. 201, 8. 

4)|To8-pa; vgl. M. Tib. 70, 1 : /t'os-pa-las byun-bai Ises-r ab = 
M. 75, 1 : f crutamayi {jjrajfiÄ. ^ — 

5)LMa ses-pa = skr. tyn&tam. 

6)|bSam-pa; vgl. M. Tib. 70, 2 : Ibsam-pa-las byun-bai ses-rab 
= M. 75, 2:Uintamayi prajfiä. 

7); bSam-byun-gi ses-rab = bsam-pa-las byun-bai ses-rab = skr. 
cint&mayi prajna, M. Tib. 70, 2 = M. 75, 2, s. n. 6. 



— 97 — 

Geiste erforscht hat, meditiert man (Ober ihn) 1 ); 
dadurch erlangt man das Verständnis, d. h. das in der 
klaren Erkenntnis 2 ) der Wesenheit 8 ) bestehende zweifel- 
lose Wissen 4 ); indem (die heilige Religion) dies ver- 
ursacht, ist sie am Ende Segen. 5 

Die heilige Religion, die Lehre Buddha's, zerfällt 

A 

— gemäss dem Ausspruch des Acärya Vasubandhu: 
„Des Lehrers heilige Religion ist von zwiefacher 
Art: 
„Belehrenden und erkennenden Charakters 5 )" — 10 

A 

in zwei Teile: Agamapäsanam 6 ) und Gati^äsanam 7 ). 

A 

Zum Agama^äsanam gehören sowohl das Buddho- 
ktavacanam 8 ) als auch die von hervorragenden Gelehrten 



lVbsGom-pa; vgl. M. Tib. 70, 3: bsgom-pa-las byun-bai ses-rab 
= M. 75, 3 : bhävan&mayi prajnft. 

2)/mNon-8um-du rtogs-pa s. obea p. 86, d. 1. 

3)jDe-k c o-nid = £e-kVna-nid = skr/tattvam, M. Tib. (29, 4.) 
89, 2 = M. (32, 4.) 94, 2. 

4)£rNam-par mi rtoe-pai (vgl. M. Tib. 16, 62. .190, 67. 68 = 
M. 19, 15. 199, 66« 67.) Are-ses = skr.^vikalpakamjnänam, s. Dhar- 
mas. 114, 1. 

5)^un daü rtogs-pai bdag-nid, etwa = skr^ägamagatyätmaka, 
s.M.TibT60, 96—99. 61, 2. 190, 5. 12. 17 = M. 65, 97-100. 66, 2. 
199, 5. 12. 17. — M. Tib. 27, 62. 134, 3. 10= M. 30, 62. 142, 3. 10 
[aber M. 142, 7. 11 (= M. Tib. 134, 7. 11): avabodha]. — M. Tib. 
191, 23 = M. 200, 22. 

6)(Xun-gi bstan-pa, in Unterweisung bestehende Lehre, etwa = 
skr.jlgama^&sanam, vgl. n. 5. 

7) rTogs-pai bstan-pa, auf Erkenntnis zielende Lehre, etwa = 
skr. jrati^äsanam, vgl. n. 5. . 

8) Tib./ sans-rgyas-kyi bka, wohl = skr.^Jbuddhavacanam (s. 
ßöhtlingk s.v.; vgl. Jäschke I2 b ) oder jbuddhoktavacanam (vgl./buddho- 
kta(sarnsärämaya) bei ßöhtlingk s. v.). 



— 98 — 

verfassten (^ästraV). Das Vacanam zerfällt in das 
J Tripitakam 2 ) und die Vier Klassen der /Tantra's 3 ). Zum 
Tripitakam gehören das /Vinayapitakam 4 ), das /Sütra- 
pitakam 5 ) und das /Abhidharmap itakam 6 ), zu den Vier * 

5 Klassen der Tantra's die /jvarmatentra's 7 ), die /Acära- 
tantra's 8 ), die ^Xogatantra's 9 ) und die Anuttarayoga- 
tantra's 10 ). — Der von bedeutenden indischen und 
tibetischen Gelehrten verfassten (^ästra's zur Aufklärung 
des Sinnes und der Bedeutung des Tripitakam und der 

10 Vier Klassen der Tantra's giebt es sehr viele. 'Qästra's' 

heissen Schriften, welche die beiden Eigenschaften des 

* 

Besserns und Behütens besitzen. Ein Wort des Acärya 
Vasubandhu lautet: 

„Durch die Besserung aller sündigen Widersacher 
15 „Und ihre Behütung vor dem Reich der Hölle 11 ): 

„Durch diese Eigenschaften wird (ein Werk) zum 

Qästra, 
„Und diese beiden sind keiner anderen (Gattung von 

Werken) eigentümlich." 
20 Im Einklang damit besteht das 'Qästra' in der Reinigung 



1) Tib./bstan-bcos. 
2} Tib. -8 



2) Tib. sde-snod ysum, M. Tib. 60, 86 = M. 65, 87. 

3) Tib. rgyud-sde bzi. 

4) Tib./^dul-bai sde-snod, vgl. M. Tib. 60, 89 = M. 65, 90. 

5) Tib./mdo-sdei sde-snod; vgl. M. Tib. 60, 87 = M. 65, 88. 

6) Tib. r müon-pai sde-snod; vgl. M. Tib. 60, 88 = M. 65, 89. 

7) Tib.bya-bai rgyud. 

8) Tib. spyod-pai rgyud. 

9) Tib. .rnal- byor-gyi rgyud. 

10) Tib. rnal- byor bla-med-kyi rgyud. 

11) ftan- o gro°= skr. durgati, M. Tib. 202 (= M. 211): üeber- 
schrift und no. 1. 



— 99 — 

von den innerlich aufgenommenen 1 ) drei Giften 3 ) und 
dem schlimmen Lebenswandel 8 ) der Wesen als Ursache 
64 und ihrer Behfitung vor allem in der Verdammnis 4 ) 
und Seelenwanderung zu Tage tretenden Verfall als Folge. 
Darnach hat man auch das Vacanam als Qästra anzusehen. 
Zum Gati<?äsanam gehören die drei Adhi^iskshä's 5 ):. 
Qila<?ikshä 6 ), Samädhi<?ikshä 7 ) und Prajnäpikshä 8 ); der 
Sanimitta 9 )- und der Animitta 10 )-Yoga u ), der Utsa- 
krama 12 )- und der Sampannakrama^-Yoga 11 ), die Da?a- 



1) Tib. ran nams-su blan-ba, vgl. M. Tib. 93, 7: nams-su len-pa 
= M. 98, 9: ftsthitikriya, M'.°kriy&; Böhtlingk VII 209 b , s. v. ftsthita. 

2) Tib. dag j/sum, etwa = skr. trivisharo. 

3) Tib. fies-spyod = skr. duräcära. 

4) N'an-son = skr. ap&ya, M. 202, 2 = M. 2 1 1, 2. Foucaux 169. 

5) Tib. lhag-pai bslab-pa, vgl. M. Tib. 33 (= M. 36): Ueber- 
scbrift und no. 1—3. Trigl. 24, 1—3. Dharmas. 140, 1—3. Childers 
475 a , 8. v. sikkh&ttayam. 

6) Tib. t'sul-k'rims-kyi bslab-pa, vgl. M. Tib. 33, 1 = M. 36, 1. 
Trigl. 24, 1. Dharmas. 140, 2. Childers 475* no. 1. 

7) Tib. tin-üe- dsin-gyi bslab-pa; dagegen M. 36, 2. Trigl. 24, 2: 
adhicittam = M. Tib. 33, 2. Trigl. 24, 2: lhag-pai seas. Dharmas. 
140, 1 (adhicittacikshft). Childers 475 a , no. 2 (adhicittasikkhä). 

8) Tib. ses-rab-kyi bslab-pa, vgl. M. Tib. 33, 3 = M. 36, 3. 
Trigl. 24, 3. Dharmas. 140, 3. Childers 475 a , no. 3. 

c c * 

9) Tib. mt san-bcas = mt san-ma bcas (vgl. n.10); [über mt san-ma 
= skr. nimittam s. M. Tib. 27, 14. 68, 2. 77, 6 = M. 30, 14. 73, 2. 
82,7 (bis);] vielleicht ist nimittaka° oder nimittavat°als Skr.-Aequivalent 
anzunehmen, aber die Analogie von non-mons-pa dan bcas-pa und won- 
mons-pa mirf-pa (M. Tib. 18, 113) = skr. «a-rana und a-rana (M. 21, 
113) spricht für obige Wiedergabe. 

10) Tib. mt'san-med = mt c san-ma med, s. M. 30, 14. 73» 2. 82, 7 
= M. Tib. 27, 14. 68, 2. 77, 6. Wassiljew 326. 

11) Tib. rnal- o byor. 

12) Tib. bskyed-rim, s. Jäschke 30 a . 

13) Tib. rdsogs-rim, s. Jäschke 30 a . Böhtlingk s. v. 

7* 



— 100 - 

bhümi 1 ), die Pancagati 2 ) u. s. w. Damit stimmt auch 
folgende Stelle im Susthitamatidevaputraparipri- 
cchäsütram 8 ) Oberein: 

„Alle Religionsschriften sind in zwei (Sammlungen), 
5 dem Vacanam und den Qftstra's, vereinigt: 

„Die Subhäshita's 4 ) und ihre Kommentare 5 ). * 

„Kraft deren aber wird die Qäkya-Lehre 
„In dieser Weltregion 6 ) lange Zeit bestehen." 

Also wurden jene Fundgruben aller Schatzsamm- 

10 lungen der heiligen Religion 7 ) des Lehrers Buddha 

von ärya-Mahäkäcyapa 8 ) und den übrigen Mahä- 

Vrävaka's 9 ), von Maitreyabhattäraka, Manju<?rl- 

1) Tib. sa-bcu, s. Jäschke 545 b . 569 b . Eitel, Handb. 41 ^ 

2) Tib. lam-lna, 8. Jäschke 545 b . Dharmas. 57 und 'note'. A. G. 
V 514 ff. Eitel, Handb. 58*- b . 

3) Tib. lHai bu blo-gros rab-j/noh-gyis zus-pai mdo, 
vgl. Kanjur-Index, p. 13, no. 80 = A. G. 11 217 (rab-ynas = skr. su- 
sthita, wofür hier vielleicht nur irrtumlich rab-ynon steht). 

4) Tib. legs-par j/suns, s. M. 138, 14 = M. Tib. 130, 13. 
Richtiger wäre jedoch hier vielleicht als Skr.-Aequivalent süktam; das in 
M.Tib. 130, 12 (= M. 138, 13) fur letzteres gebrauchte Tib.-Aequivalent 
legs-par bsad-pa ist in dem Titel von Sa -sky a Pandita's Spruch- 
sammlung Legs-par bsad-pa rin-po-e'ei j/ter (= skr. Subhä- 
8hitaratnanidhi) (s.Yerz. no. 345) die Uebersetzung von subhashitam. 

5) dGoiis grel-pa, etwa = skr. vritti (oder arthavritti?), vgl. 
M. Tib. 61, 20:° o grel-ba = M. 66, 20: vritti. 

6) o Jig-rten°k < ams = skr. lokadhfttu, s. M. Tib. 146, 15 = M. 
154, 15 und oben p. 88, n. 3. 

7) Tib. dam-pai c c os-kyi mdsod legs-t'sogs tams-cad-kyi byun- 
vnas, etwas skr. saddharmakocasarvasaipcity&kara; über dam-pai c c os = 
skr. saddharma s. M. Tib. (58, Uebschr.) 60, 10= M. (62, üebschr.) 65, 10. 

8) Tib. o p c ags-pa ^Od-sruns cen-po, vgl. M. Tib. 44, 2: ^Od- 
sruns-pa (=M.47,2: Kä^yapa), sonst (z.B. Jäschke 502 b ): Od-srun. 

9) Tib. nan-t os c en-po-rnams. 



— 101 — 

bhattäraka 1 ), ärya-Sauiantabhadra 2 ), Guhyapati 3 ) 
und anderen ordentlich gesammelt und, nach diesen, 
der Reihe nach von Qrlnätha-ärya-Nägärjuna und 

A 

Aryäsanga 4 ), den beiden hervorragendsten von den 
sechs Zierden von Jambudvlpa, und den Übrigen, 5 
sowie von zahllosen anderen Pandita's und zur Voll- 
endung gelangten Heiligen 5 ) in A ry ade 9 a in Indien 
sehr weit verbreitet. 

Ferner, nach Verlauf von 1013 Jahren, seit der 
65 Lehrer Buddha den Schein des Eingangs ins Nirvana 10 
geboten, kamen unter Kaiser Min di aus der Hohen 
Hän-Dynastie der Arhant Matinga aus Kä^yapa's 
Geschlecht und der Pandita Bharana 6 ) aus Indien 
nach China. Der Kaiser zog ihnen entgegen und be- 
zeigte ihnen seine Ehrerbietung. Hierauf wurden die 15 
dort heimischen Bon-po Dou si neidisch und trugen 
dem Kaiser viele Gründe vor, weshalb die fremde 



1) Tib. rje-btsun Jam -dpa). 

2) Tib. p ags-pa Kun-tu bzan-po. 

3) Tib. ySan-bai bdag-po, s. oben p. 77, n. 3. 

4) Tib. o P c ag3-pa T'ogs-med. 

5) Grub-pa t ob-pai skyes-bu dam-pa = skr. siddhasatpurusha, 
s. Jäscbke 78 a . — M. Tib. 78, 2 = M. 83, 2 (vgl. M. Tib. 60, 10 = 
M. 65, 10); Böhtlingk s v. satpurusha; übrigens könnte, da dam-pa 
auch = skr. uttama ist (M.Tib. 122, 5 = M. 128, 5), skyes-bu dam-pa 
auch = skr. purushottama sein [oder auch = skr. uttamapurusha?, oder, 
da dam-pa auch = skr. parama ist (s. M. Tib. 34, 6. 60, 44. 56. 122, 13 
= M. 37, 6. 65, 43. 55. 128, 13), auch = skr. paramapurusha?, s. 
Böhtlingk s. vv.]. 

6) sKal-ldan = skr. bbavya M. Tib. 169, 22. (214, 115) = 
M. 177, 22. (223, 147.) 



— 102 — 

Religionsübung in diesem Lande sich nicht verbreiten 
dürfte. Da verordnete der Kaiser, man solle die Re- 
ligionsbücher beider in. Brand stecken und dann die- 
jenigen, welche nicht verbrennen, zum Gegenstand der 
5 Verehrung machen. Als man demgemäss verfuhr, ver- 
brannten die Schriften der Dou si, die buddhistischen 
Schriften dagegen blieben vom Feuerschaden unversehrt. 
Da sprangen die beiden Führer der Dousi, Selou* 
und CTu s an sin ins Feuer, die beiden Pandita's aber er- 
10 hoben sich gen Himmel und zeigten wunderbare Zauber- 
künste. Darauf erlangten König, Beamte und Volk alle- 
samt Glauben an den Dharma, und der König sprach 
ein Lobgedicht mit folgenden Worten: 

„Die vom Fuchs Geborenen gehören nicht zum 
15 Löwen (-Geschlecht); eine Lampe 

„Wird nicht wie Sonne und Mond leuchten, 
„Ein kleiner See ist nicht so umfassend wie der 

Ocean ; 
„An dem Glanz des Sun cu-Berges hat ein kleiner 
20 Berg keinen Anteil. 

„Thaten, welche bewirken, dass die Wolke der 
Religion die glückliche Welt umfasst 
„Und reiner Regen auf die Saat der Wesen fällt, 
„Zuvor nie dagewesene Thaten schauen wir jetzt leib- 
25 haftig vor Augen; 

„Dies wird den Wesen aller Gegenden zur Leitung 

dienen." 
In der Stadt He nan hp'u wurden sieben Tempel, 66 
unter ihnen als der bedeutendste der des Pei ma zi, 
30 sowie drei Tempel für die Priesterinnen errichtet, der 



— 103 — 

Kaiser nahm das Upäsaka-Gelübde 1 ) auf sich, und über 
tausend Männer, voran einige Minister, traten in den 
geistlichen Stand. Durch diese und andere Dinge ver- 
breiteten und förderten sie das Kleinod der Lehre des 
Jina 2 ). Seitdem befindet sich dieselbe noch bis auf den 5 
heutigen Tag im Wachstum und Gedeihen. 

Der Jina prophezeite, dass das Klefnod der Lehre 
Buddha's sich in dem grossen Mongolenlande ausbreiten 
werde; es heisst nämlich in der in den drei Zeiten 
siegreichen Mätrikä 8 ), dem ärya-Praj näpäramitä- 10 
stitram 4 ): „nach meinem vollständigen Nirväna 5 ) wird 
diese Praj näpäramitä 6 ) von Madhyade^a 7 ) aus in 
den Tantra's der südlichen Gegend Verwendung finden"; 
hierauf: „von der Nordgegend aus wird sie sich eben in 
# der Richtung der Nordgegend verbreiten"; schliesslich 15 
wird — entsprechend der Prophezeiung ihrer Verbreitung 
von Norden nach Norden — die Art und Weise ihrer 
Verbreitung nach den nordöstlich von Indien gelegenen 
Ländern, Tibet und Mongolei, angegeben. — Nun 



1) sDom-pa = skr. uddftnam (M. Tib. 61, 44. 45. 46 = M. 66, 
45. 46. 47) und samvara (vgl. M. Tib. 79, Ueberschr. 254, 3. 270, 163 
= M. 84, Ueberschr. [samv&ra]. 265, 3. 281, 161). 

2) rGyal-bai bstan-pa = skr. jina^&sanam. 

3) Tib. Yum, s. A. G. II 145. 

4) Tib. p ags-pa Ses-rab-kyi pa-rol-tu pyin-pai mdo, 
s. A. G. II 199—208. 

5) Tib. yoiis-su mya-nan-las das(-pa) = skr. parinirvanaiu. 

6) Tib. Ses-rab-kyi pa-rol-tu pyin-pa, s. A. G. II 
199—208. 

7) Tib. Yul-dbus. 



— 104 — 

heisst es in dem VimaladevlparipricchäsiUram 1 ): 
„2500 Jahre nach meinem vollständigen Nirväna (1665 
A. D.) wird sich die heilige Religion in dem Lande der 
Rotgesichter ausbreiten;" damit sei — so hat nament- 
5 lieh unser Lama Gun-t c an t'ams-cad mk'yen-pa 2 ) 
gemeint — die Art und Weise prophezeit, wie die Lehre 
sich nach/der grossen Lamaseriej bKra-sis- k c yil 
verbreiten werde N Und so ist es auch. Allein, da ein 
und dasselbe Wort oft in mehreren Bedeutungen an- 

10 gew T andt wird, so kann man in obiger Stelle auch 
eine Prophezeiung, dass die Lehre sich nach der 
Mongolei verbreiten werde, erblicken. So hat denn 
der bedeutendste unter den Gelehrten, Sumbha 
mk'an-po rin-po-ce, erklärt: da die Lehre sich 

15 viel früher als 2500 Jahre nachdem Buddha den 
Schein des Eingehens ins Nirväna geboten — gleichviel 
ob dies im Feuer-Hasen-Jahr oder im Eisen-Drachen- 
Jahr stattgefunden — in 'China und Tibet. sehr stark 
ausgebrettet habe, so sei jene Auffassung schwerlich 

20 richtig; nun seien aber in dieser Gegend die Mongolen 67 
diejenigen, deren Khane sich sämtlich als Dharmaräja's 
gezeigt hätten, auch würden die Mongolen 4 Rot- 
gesich ter' genannt; mithin sei zw ? ar in diesem Lande 
die blosse Verbreitung der Lehre in ihren Grund- 

1) Tib. lHa-mo dri-ma med-pas zus-pai mdo, vielleicht 
identisch mit Vi malada tt&paripricc h&fnämam ahäy ana]- 
sütram (Dri-ma med-kyis byin-pas zus-pa [zes-bya-ba 
t'eg-pa cen-poi] mdo), 8. Kanjur-Index p. 13, no. 77= A. G. II 217. 

2) T'ams-cad mk'yen-pa, *alles wissend', identisch mit kun- 
mkyen (s. oben p. 6,6 und n.2), beide = skr. sarvajna, M. Tib. 1, 14 = 
M. 1, 14. 



— 105 — 

ziigen 1 ) schon früher erfolgt, jedoch das starke, 
kraftige Gedeihen der in Unterweisung und Erkennt- 
nis bestehenden Lehre 2 ) stimme mit dem in der Prophe- 
zeiung angegebenen Jahre wesentlich überein: es datiere 
nämlich vom 12. Cyklus (1686) an. Infolgedessen gelten 5 
die Ansichten beider Herren für sehr plausibel. 

Also, im Feuer-Hasen-Jahre des 4. Cyklus (1206), 
nach Verlauf von 2041 Jahren seit eben jenem 
Feuer-Hasen-Jahre, in welchem Buddha den Schein des 
Eingehens ins Nirväna bot — vorausgesetzt eben, dass 10 
man dieses in das Feuer-Hasen-Jahr setzt — sandte 
jener irdische Brahman 8 ), der Dharmaräja Pogta Cin- 
gis, einen Gesandten von der tibetischen Provinz 
* dBus nach j/Tsan, machte dem Sa-skya-pa cen- 
po rje-btsun Kun-dga snin-po Huldigungs-Ge- 15 
schenke und Hess von dBus und yTsan die drei 
Symbole holen. Darauf erlangten alle Mongolen uner- 
schütterlichen Glauben an dieselben, erwiesen ihnen Ver- 
ehrung und nahmen das Upäsaka- und die anderen Ge- 
lübde auf sich. So wurden im Mongolenlande die An- 20 
fangsgründe der heiligen Religion angenommen. Darauf 
Hess der Pogta Khan das Freudenfept des von Sonne 
und Mond — nämlich von Kirche und Staat in ihrer 
Vereinigung — ausgehenden Glückes und Segens gleich 
einem See zur Regenzeit wachsen. So wurde er 25 



1) Rab bstan-pa = skr. prac&9anara. 

2) Luii-rtogs-kyi bstan-pa = skr. ägamagati^äsanam, s. oben 
p. 97, nn. 5. 6. 7. 

3) Tib. sai t'sana-pa, 8. oben pp. 14, 15. 17, 4. 78, 13. 



— 106 — 

durch seine unfassbare Güte für alle Geschöpfe des 
Mongolenlandes ein trefflicher, schützender Freund 1 ). 

Da also die erste Verbreitung der Lehre in der 

Mongolei von der Sekte der dpal-ldan Sa-skya-pa's aus- 

5 ging, so sei hier einiges aus der Geschichte der dpal-ldan 

Sa-skya-pa c'en-po's in genealogischer Folge mitgeteilt: 

Die allenthalben berühmten 'Sa-skya-pa's' nah- 
men mit oK'on dkon-mcog rgyal-po ihren Anfang. 
Das Geschlecht der oK'on stammte nämlich von t Od- 
10 y sal 1ha 2 ) ab; nachdem es der Reihe nach seinen 
Fortgang genommen hatte, trat Kon klui dban-po 
srun-ba auf. Dieser, an Weisheit der bedeutendste 
unter den in den Priesterstand aufgenommenen sieben 
Probeschülern des Mahopädhyäya (^äntirakshita, hing 

A 

lodern Acärya Padma(sambhava) an und hörte seineoo 
Lehrvorträge. Von diesem bis zu Kon rog ses-rab 
t'sul-k'rims waren die Nachkommen ausschliesslich 
Anhänger der ySan-snags rNin-ma's. Dieser letzte 
Heilige sprach zu seinem jüngeren Bruder 

2u K l on dkon-mcog rgyal-po, 

welcher mit dem ganzen Mantra 3 ) -Wesen sehr vertraut 
war, als in iMyu-gu-luii O ßrog mi lo-tsä-ba yäkya 
ye-ses, ein grosser Gelehrter, weilte: „Geh dorthin 
und lerne neue Geheim-Mantra's 4 )." Dieser Aufforde- 



1) S. oben p. 24 fg. 

2) Etwa = skr. Prakä^adeva. 

3) Tib. 8 nags. 

4) Tib. ysaii-snags, in M. 186, 81 (= M. Tib. 178, 81), Kanjur- 
Index, p.64, no. 429; p. 82, no. 563 (= A.G. II 297. 317) = mantra allein. 



— 107 — 

rung folgend, ging dKon-rncog rgyal-po zu Brog 
mi und lag dem Studium der Geheim -Mantra's ob. 
Nachdem er sich des weiteren noch dem Sohne des 
oGos k'ug-pa 1ha, dem kaschmirischen Pandit Han 

* du dkar-po, sowie dem rMa lo-tsä-ba rin-cen 5 
mcog, dem Dsim-pa lo-tsä-ba und vielen anderen 
gelehrten Lamen angeschlossen hatte, wurde er das 
Haupt der Jünger des Brog mi. Im 40. Lebensjahre 
errichtete er nach sorgfältiger Prüfung und Besichtigung 
des Landes auf dem Boden des weisserdigen dB us ein 10 
Kloster, das seit dieser Zeit den Namen 'Sa-skya-pa' 
führt. 

Der leibliche Sohn dieses Heiligen war der rJe-btsun 

Kun-dga sniA-po. 
Dieser wurde als Sohn der jüngsten Gattin des dKon- 15 
m cog rgyal-po im [männlichen] Wasser- Affen- Jahre 
(1091) geboren. Ausgestattet mit ausgezeichnetem 
Verstände, den er vermöge seiner Geburt erlangt hatte, 
wurde er schon von Jugend auf mit den Wissenschaften 
vertraut. Bei seinem Vater h&rte er den Hevajräbhi- 20 
sheka 1 ); dann, als in seinem 11. Jahre (1101) auf Anord- 
nung seiner Mutter Ba ri lo-tsä-ba berufen wurde, hörte 
er alle demselben zu Gebote stehenden Belehrungen voll- 
ständig. Da sprach Ba-ri-ba: „Junger Herr, um Studien 
zu machen, ist Weisheit erforderlich. Darum mache dir 25 
den Weisheitsgott Manjughosha durch den Arapa- 
cana geneigt." Dies that er denn auch, und nach Ver- 

69 lauf von sechs Monaten erschaute er das Antlitz des 



1) Tib. Kye-rdor-gyi dbaü. 



— 108 — 

ärya-Mafiju^rl 1 ) leibhaftig vor Augen; dieser erteilte 
ihm die Weihe 2 ) und gewährte ihm Unterweisung in der 
Enthaltung von den vier Begierden 8 ) und in den übrigen 
P&nraiit&'s. Darauf studierte er bei Bran ti dar-ma 

5 snin-po und vielen anderen Gelehrten viele Schriften 
über den Abhidharma, Madhyamaprainänam 4 ) und 
die Geheim-Mantra's. Dann ging er zu dem in Gun- 
t'an residierenden Mal lo-tsä-ba, um ihn um Vorträge 
zu bitten. Um nun zu prüfen, ob er sich zum Schüler 

10 eigne, und ob er junkerlichen Dünkel besässe oder 
nicht, hielt der Lama denen, die ihn um einen Vor- 
trag gebeten hatten, keinen zusammenhängenden 5 ) Vor- 
trag, sondern Hess nur ein Gemurmel 6 ) hören. Als 
nun Kun-dga snin-po zu seiner Gattin zurück- 

15 kehrte, und unterwegs viele Leute mit der Bitte 
um Vorträge und mit Geschenken erschienen, Hess er 
die ganze Masse der Geschenke, achtzehn Unzen Gold, 
zu dem Lama Mal bringen. Darüber freute sich der 



1) Tib. p'ags-pa Jam-dpal. 

2) Tib. byin-gyisVlabs, vgl. M. Tib. 75 (= M. 80), Ueber- 
schrift und no. 1-4. M. Tib. 188, 31 = M. 197, 30: byin (-gyis) 
brlabs (-pa) = skr. adhishthänam. 

3) bZeu-pa, etwa = skr. gredha, M. Tib. 104, 10. 235, 1253 = 
M. 1 10, 10. 245, 1145; in M. Tib. 104, 30 und 37 = M. HO, 30 und 
36 aber ist bzen-pa = skr. ästhft und gärdham; vgl. noch M. Tib. 
104, 28. 29 = M. 110, 28. 29. 

4) Tib. dBu-t'sad = dBu-rua t'sad-ma 'die Logik der M a d h y a m a 
(-Lehre)'. 

5) T ( sogs; vgl. t'sogs-pa = skr. samagra 'vollständig', M. Tib. 
214,213 = M. 223,243. 

6) P yugs-ma; vgl. p c yugs-pa = 8kr. prakslivedanam, 'das Brummen', 
M. Tib. 130,23 = M. 138, 25. 



— 109 - 

* Lama, und da nun eine Gewähr für seine Würdig- 
keit vorhanden war, so Hess er ihm sagen: „Da ich 
schon alt bin und nicht mehr lange leben werde, so 
komme schnell, meinen Unterricht zu empfangen." So 
ging denn der Sa-c'en 1 ) wiederum zu Mal. Der fiber- 5 
inittelte ihm die Dharmavacana's 2 ), welche er besass, 
ferner namentlich die vollständige Belehrung 3 ) Ober den 
Luftwandel 4 ) des Samvara 5 ) und des Näro, sowie 
die Einweihung 6 ) in den 'Käfig' 7 ) des Nätha 8 ) und die 



1) = Sa-skya(-pa) cfen-po. 

2) Tib. c os-bka. 

3) j/Dams-pa = skr. avavada (M. Tib. 61, 11 = M. 66, 11; 
Kanjur-Index, p. 37, no. 221 = A. G. II 263) oder de^a (Kanjur-Index, 
p. 35 fg., no. 214. 215 = A. G. II 262). 

4) mK c a-spyod = skr. khasarpanam, s. Tär. 112, 3—4. 5 = 
Tär. Ueb. 144, 16. 19. 

5) Tib. bDe-mcog. Qambara, im Skr. auch ungenau Sa- 
mvara geschrieben, wird im Tib. auf Grund der Bedeutung 'das Sich- 
hüten vor der Aussenwelt' des letzteren Wortes durch sDom-pa, in- 
folge falscher Deutung als Kompositum von vara (= tib. mcog 8. M. 1, 
51. 52 = M. Tib. 1 , 50. 51) und sani° (= tib. bde, s. Foucaux 192) durch 
bDe-mcog wiedergegeben. 

6) rJes-ynaii = ynaii-ba (s. Jäschke [18i b .] 3ü8 b ) = skr. adhi- 
väsanam, M. Tib. 270, 182 = M. 281, 179. 

7) Gur = skr. panjaram (s. Kanjur-Index, p. 62, no, 415 = A. G. 
II 293: mK c a- gro-ma rdo-rje gur = skr. Däkinivajrapa- 
njaram), d.h. nach Böbtlingks.v.: 'Käfig', ferner im übertragenen Sinne 
„wohl 'bestimmte Gebete und Formeln, mit denen man eine Gottheit 
gleichsam [wie in einem Käfig] gefangen hält'" [vgl. auch ßöhtlingk 
s. v. vajrapanjara[m], 2)]. Diese Auffassung von gur, sowie die durch 
dieselbe ermöglichte Deutung des ganzen Titels steht in vollem Ein- 
klang mit der von Jäschke 121 a,b erörterten brahmaniscb-buddhistischen 
Anschauung. — Die bei Jäschke s. v. gur angegebene Bedeutung 'Zelt' 
(vgl. M. Tib. 217, 48 = M. 226, 49: kbaragriham 'Zelt'), deren An- 
nahme an hiesiger Steile durch die Existenz des Gur-gyi mgon-po 



— 110 — 

Methode seiner Citierung 1 ), die (Lehre vom) Karman 2 ), 
von den Ansammlungen u. s. w. und bestellte ihn zum 
Aufseher. Darauf wandte er sich an den Lama yNam- 
k'au-pa, um sich in der Methode der Citierung des 

5 vierantlitzigen <,T*-Nätha, in der Unterweisung (im 
Mysticismus) 3 ) u. s. w. zu vervollkommnen. Der nun 
ernannte ihn zum Dharmapäla 4 ). Von da ab wurde er 
bei Gross und Klein als c Sa-skya-pa Dharmapäla' 
bekannt. Auf den heiligen Stuhl gelangt, wirkte er 

10 in ausgedehntem Masse für das Heil der Lehre und der 
Wesen. Als er 47 Jahre alt war (1137), kam der grosse 
Heilige 5 ) Birwa-pa, unter dem Anschein, als wolle er 
sich in die Religion einführen lassen, nach Sa-skya 
und bat um Unterweisung in den siebzig doppelsinnigen 

15 Tantra's im allgemeinen, besonders aber um die einem 



('Beschützer des Zeltes") (s. oben p. 52, 22 und n.l; Pantheon, no. 242), 
einer Specialform des mGon-po (Nätha), nahegelegt wird, durfte 
dennoch hier schwerlich vorliegen. Zwar wäre es nach Jäschke, s. vv. 
sgrub und yuan, möglich, sgrub-t c abs als 'Mittel zur Erlangung' und 
rjes-vnan als 'Gabe, Gewährung' (vgl. — ähnlich — M. Tib. 270, 16: 
j/nan-ba = M. 281,16: abhyanujnä) aufzufassen, was aus dem Grunde 
nötig wäre, weil das Einweihen nie von der citierten Gottheit, 
sondern stets nur vom Lehrer ausgesagt wird (s. unten an mehreren 
Stellen); allein dann müssten wir, dem tibetischen Sprachcharakter 
entsprechend, mgon-po gur rjes-j/naü statt mgon-po gur-gyi rjes-ynan 
(Text p. G9, 13) erwarten. 

8) Tib. mGon-po, s. Pantheon, no. 231. 241—243. 255—261. 

1) sGrub-t'abs = skr. sädhanam, s. Tär. Üeb. 1 77, 5. 6 [= T&r. 
136, 4 (bis)]. 330, 30. 

2) Tib. las. 

3) Man-nag, s. Jäschke 41 l a . 

4) Tib. c os-skyon. 

5) Grub-c en = skr. mahäsiddha. 



— Ill - 

Walle 1 ) gleich unQbersteigbaren 2 ) vier tiefen Lehren 8 ) 
u. s. w., kurz er wollte sich mit dem Nektar der mit 
klarer Stimme und in geschlossenem Zusammenhang 
70 vorgetragenen tiefen Belehrung sättigen. Als nun durch 
einige Schüler Irrglauben entstand, sagte der Sa-cen 5 
dem Mantrivajräcärya 4 ), die Erregung des Irrglaubens sei 
höchst wahnsinnig, zeigte darauf beide Fusssohlen, zeigte 
sie ferner, nachdem er das Hevajra- und das Cakra- 
samvara-Mandalam 5 ) (darauf) beschrieben, in glänzendem 
Zustande, schaute das Antlitz der (beiden) Götter und 10 
zeigte sich in sechs verschiedenen Körperformen zu 
gleicher Zeit. Da dies sowie die Schilderung seiner 
Aufnahme von Convertiten u. s. w. unfassbar war, so 
galt er als eine Inkarnation des Aval okite^ vara 6 ). 
Als Schüler aber gingen von ihm drei, welche das 15 
Höchste erlangt hatten 7 ), sieben, welche die Geduld er- 
langt hatten 8 ), achtzig kenntnisreiche 9 ) und viele sonstige 
Geistessöhne aus. Im 67. Lebensjahre (1157) bot erden 



1) lCag8-ri, wörtlich 'Eisen-Berg', nach Jäschke 148 b : *a wall 
encircling an estate, a town etc. 9 , hier aber vielleicht = skr. Lohagiri, 
Name eines Berges; vgl. M. Tib. 178, 116. 241, 3: leags = M. 186, 
117. 251, 3: loha. — M. Tib. 155, CO. 185, Ueberschr. 214, 148. 172: 
ri = M. 163, 59. 194, Ueberschr., 223, 181. 205: giri. 

2) Richtiger vielleicht: 'undurchdringlichen'. 

3) Zab-c os bzi. 

4) ySan-snags-pai rdo-rje slob-dpon. 

5) Tib. Kyai rdo-rje dan K'or-lo b D c-m c'o g-gi dkyil- k'or. 

6) Tib. sPyan-ras n/zigs. 

7) mCfog t'ob-pa = uttarapratilabdha, 8. n. 8 u. Wassiljew 151. 

8) bZod-pa t ob-pa = skr. kshäntipratilabdha, s. M. Tib. 27, 35 
= M. 30, 35. Wassiljew 151. 

9) rTogs-ldan. 



— 112 — 

Schein des Eingehens zur Ruhe. In Sukhävatl 1 ), 
Potala, Udyänam 2 ) und ySer-mdog-can im Norden 8 ) # 
aber soll er in vier Körperformen, für das Wohl der 
Wesen wirkend, noch jetzt fortleben. 

5 Der Sa-cen hatte vier Söhne: Kun dag bar, 

bSod-nams rtse-mo, Grags-pa rgyal-mt'san und 
dPal-cen /)d-po. 

Von diesen ging der erste nach Indien und starb 
in Magadha. 

10 Der Acärya 

bSod-nams rtse-mo 4 ) 
wurde im (männlichen) Wasser-Hunde -Jahr (1141) 
geboren. Zu der Zeit schrieben die Däkini's 5 ) an 
den Thorsturz von Vaj rasa nam 6 ) in Indien: „Des 

löManju^ri Inkarnation, der Upädhyäya 7 ) bSod- 
nams rtse-mo, der höchste Herr des ganzen 
Vajrayänam 8 ), ist in Sa-skya geboren/ 4 Dies 
machte der Pandit Devamati aus Kau^ämbi 9 ) 
in allen Gegenden bekannt, und da soll erforscht 

20 worden sein, dass jener Ort das Sa-skya in Tibet 
sei. Gleich nach seiner Geburt nahm bSod-nams 



1) Tib. bDe-ba-can. 

2) Tib. 'U-rgyan. 

3) byaii ySer-mdog-can. 

4) Skr. Pun ya$ik harn. 

5) Tib. mk a- gro ma-rnams. 

6) Tib. rDo-rjei ydan. 

7) Tib. rok'an-po. 

8) rDo-rje t'eg-pa (= skr. vajrayänam, 8. Tar. Ueb. 241, n. 1) 
mt'a-dag-gi dbaii-p'yug dam-pa = skr. sarvavajrayänaparame^vara. 

9) Im Text (p. 70, 17): Kosambhi, vgl. die Päli form Kosambi. 



— 113 — 

rtse-mo mit beiden Füssen die Vajra- Kreuzstellung ein 
und sagte zweimal: „Ich bin über das Kinder-Gebahren 
hinaus." Als er 3 Jahre alt war (1143), schaute er das 
Antlitz des Manjughosha, des He vajra und der Tara 

71 und sagte die drei Tantra's 1 ), das Samvaramülata- 5 
ntram 2 ) und den Vi<? vakarmasamgraha 3 ) auswendig 
her. Von da ab bis zum 16. Lebensjahre (1156) lag er 
dem Tantra-Studium u. s. w. ob und nahm dann das 
Amt des Mahävajräcärya 4 ) wahr. Darauf ging er nach 
dBus zu P'ywa-pa c c os-kyi sen-ge und studierte 10 
die Päramitä's, Logik 5 ) u. s. w., bis er mit (allem,) was 
zum Wesen (dieser Studien) gehört, vertraut war. Im 
18. Lebensjahre (1158) nahm er den heiligen Stuhl von 
dpal-ldan Sa-skya ein und reformierte die Lehre 
Buddha's durch Erklärung, Disputation und Abfassung 15 
von Schriften. Im 28. Lebensjahre (1168), als er über 
die Frucht des Lebenswandels 6 ) sprach, zeigte er sich 
in drei Körperformen zu gleicher Zeit: rje-btsun Grags- 
pa rgyal-mt c san 7 ) schaute ihn als Manjughosha, der 

* Jüngling lCags-rdor 8 ) sah ihn als Barwi-pa, und 20 
gNags und alle übrigen sahen ihn in der Gestalt des 



1) rGyud ysum. 

2) Tib. bDe-mc c og rtsa rgyud. 

3) Tib. Kun las btus; 3. Böhtlingk s. v. 

4) rDo-rje slob-dpon c'cn-po. 

5) T c sad-ma = skr. pram&nam, e. M. Tib. (97,3. 150,2. 151,2.) 

191, 2 = M. (103, 3. 158, 2. 159, 2.) 200, 2. 

6) Lam- bras. 

7) Skr. Ya<?odhvajabbatf&raka, s. Tftr. Ueb. 31 und n. 1; oder 
Kirtidhvajabhaftäraka? 

8) Etwa = skr. Lo ha vajra. 

8 



— 114 — 

Avalokite^vara. Er verfasste die 'Pforte zun) Ein- 
tritt in die Religion' 1 ) und viele andere Qästra's. Er 
hatte viele Schiller, der hervorragendste unter ihnen 
aber war der rJe-btsun cen-po 2 ) (d. i. sein Bruder 

5 Grags-pa rgyal-mt'san). Diesem überlieferte er alle 
in Mantra's und Kennzeichen zusammengefassten tiefen 3 ) 
und ausgedehnten 8 ) Lehren, indem damit gleichsam eine 
volle Flasche in eine andere gegossen wurde, und über- 
gab ihm die Lehre. Im 44. Lebensjahre (1184) ging 

10 er während einer Religionspredigt von dem Lehrstuhl 
nach Sukhävati ein. 

Sein jüngerer Bruder, rJe-btsun c'en-po 

Grags-pa rgyal-mfsan, 
wurde im (weiblichen) Feuer-Hasen-Jahr (1146) ge- 

15 boren. Als er das 8. Lebensjahr erreicht hatte (1153), 
nahm er bei Byan-seras zla-ba. rgyal-mt'san 4 ) das 
Upäsaka-Gelübde des reinen Lebenswandels auf sich und 
befleissigte sich der Enthaltung von Speis und Trank 
u. s. w. Im 10. Jahre (1155) hörte er das Samvara- 

20 vim^akam 5 ), das Sädhanasaroruham 6 ) und andere 
Werke. Im 11. Jahre (1156) träumte er, ihm werde 
das Buch der drei Tantra's vorgelegt, und in demselben 



1) C'os-la jug-pai sgo, etwa = skr. Dharmaprave^a- 
dv&ram; 8. M. Tib. 18, 12: cos-la jug-pa = M. 2 1,12: dharmapraveca. 

2) Skr. mab&bhattäraka. 

3) Zab und rgyas, nach Wassiljew 359 Bezeichnung der M&dhya- 
mika- und der Yogäcära- Schriften. 

4) Skr. Bodhisatt vacandradh vaja. 

5) Tib. sDorn-pa iii-£u-pa, vgl. Tär. Ueb. 166, wo auch die 
Zugehörigkeit dieses Werkes zum Tanjur konstatiert wird. 

6) Tib.sGrub-t'abs rot'so skves, s.Tar. 148,2 (Tär. Ueb. 19 3). 



— 115 — 

72 Augenblick prägte sich seinem Geiste die Wesenheit 
aller Dharmäs ein. Iin 12. Jahre (1157) hörte er bei 
seinem Vater, was dieser von Sam vara- Kalender, 
-Astrologie und -Glocke besass, ferner die Belehrung 
über den Luftwandel des Näro 1 ) u. a. m., wie wenn 5 
eine volle Flasche in eine andere gegossen wird. Im 
13. Jahr (1158) gelangte er auf den heiligen Stuhl. 
Wegen seiner Auslegung der Geheim-Mantra's priesen 

A 

ihn alle Gelehrten. Auch von anderen Acärya's und 
von sonstigen Männern hörte er Predigten über die 10 
Sütra's und Tantra's, Unterweisung (im Mysticismus) 
u. s. w. und nahm sie in seinen Geist auf; er schaute 
das Antlitz des Manju^righoshabhattaraka 2 ) und ge- 
wann dadurch in allen Gegenständen des Wissens eine 
unerschütterliche Sicherheit; auch vermochte er sich 15 
aller seiner sieben früheren Geburten zu erinnern. Als 
er die Bitte aussprach, sein (verstorbener) älterer Bruder 
(bSod-nams rtse-mo) möchte wiederkehren, hörte 
er von einer bienenartigen Stimme die Weissagung: „In 
* der nördlichen Weltregion ySer-mdog-can, während 20 
der Lehre des Tathägata Suvarnaprabhäsavikri- 
dita 3 ), wird er als Sohn des Qakravartin bSod-nams 
mt'a-yas 4 ), mit Namen Y on- tan mt c a-yas 5 ), wieder- 
geboren werden." Auch eine Vision, dass er fünf, sechs 
Schüler, welche die Geduld erlangt, und viele, denen 25 



1) Nftro mk'a-spy od-kyi ydams-pa. 

2) Tib. rje-btsun Jam-dpal-d byaris. 

3) Tib. j/Ser-od rnam-par brtsen-pa. 

4) Skr. Anantaguga. 

5) Skr. A n a n t a p u n y a. 

8» 



— 116 — 

die Erkenntnis aufgegangen, haben würde, hatte er im 
Traume. Im 56. Lebensjahre (1196) lehrte nach der 
Mahäprabhäsaf raddha 1 ) der Lama Sa-cen den 
Jiiüiiäloka 2 ); darauf sann er Ober die Frucht des 

5 Lebenswandels, genannt: die recht eindringliche Be- 
lehrung, nach, sodass ihm die Ausdrucks- und Vortrags- 
weise s ) klar wurde. — In Indien starb ein Mann, der 
hinsichtlich des Utsakrama des Bhairava 4 ) erleuchtet, 
hingegen für den Sampannakrama und auch im übrigen 

10 geistig unbegabt war. Als ein böser, gefährlicher Dämon 
namens Navakam balaküta 5 ) wiedergeboren, kam er 
nach Tibet und konnte von niemandem gebannt werden. 
Als aber eben dieser Herr (Grags-pa rgyal-mt'san) 
im Geiste die Austreibung desselben vornahm, floh er 

15 nach China. So wird erzählt. — Von seinem 61. Jahre 



1) Tib. ^Od-vsal c'en-poi dad; vielleicht ist ,od-vsal c'en-po 
nicht = skr. mahäprabhäsa, sondern = mah&prabhä oder mahäprakä^a. 

2) Tib. Ye-ses snan-ba; über snafi-ba = skr. äloka s. M.Tib. 
18, 52. 29, 2. 3. 95, 39. 144, 3. 166, 6 = M. 21, 52. 32, 2. 3. 
101, 39. 152, 3. 174, 6; äloka 'Anblick; Licht' ist hier vielleicht die 
Bezeichnung eines Abschnittes, da der Titel des ganzen Werkes, zu 
welchem derselbe möglicherweise gehört, ein Wort mit der Bedeutung 
'Licht, Helle' (s. n. 1) enthält, s.Böhtlingk s.v. äloka, 5). Vielleicht aber 
bedeutet ye-ses snan-ba einfach 'Weisbeitsbegri tP. Weniger wahrscheinlich 
ist es, dass snan-ba hier = skr. darcanam (s. Jäschke s.v.) ist, dajnäna- 
darcanam, 'eine höhere Erkenntnis' (Böhtlingk, Nachtrages, v.), in M.Tib. 
6, 16. 76, 10 (= M. 9. 16. 8 1 , 10) durch ye-ses mt'oii-ba wiedergegeben wird. 

3) brDa- don, vielleicht richtiger: 'die Aussprache der Wörter'. 

4) Jigs-bycd,s. Pantheon, no. 61, wo ausser Bhairava auch 
der Name Bhayainkara angegeben wird; M. Tib. 172, 33. 34: Jigs- 
byed = M. 180, 33. 34: Bhima. 

5) Tib. Wa-ba dgu brtsegs; QTq (wa-ba) statt ^"^ (Iwa- 
ba); s. Jäschke 541*. Tftr. Ueb. 188, n. 2. 



— 117 — 

(1201) an erschienen immer und immer wieder Boten 
73der Däka's, um ihn nach Sukhävati zu holen. Da 
aber die Bekehrung dieses Kshetram noch nicht vollendet 
war, weigerte er sich mitzugehen. Als er im 70. Lebens- 
jahre (1210) bei dem Dharmasvämin Sa-skya Pandita 5 
weilte, schauten beide den Vyüha 1 ) der Sukhävati - 
Region 2 ). Da sprach er zu dem Dharmasvämin: „Ich 
gehe für eine kleine Weile in Sukhävati ein; nachdem 
ich dort kurze Zeit zugebracht, bearbeite ich sodann in 
ySer-mdog-can das Land mit den Cakravartin-Werk- 10 
zeugen. Es ist Aussicht vorhanden, in der dritten 
Wiedergeburt von da an, ohne vorher meinen Körper 
aufzugeben, die Vorzüglichste Mahämudrä-Siddhi 3 ) zu 
erlangen. 4 Nach diesen Worten ging er in Sukhä- 
vati ein. 15 

Diese drei vorstehend behandelten Bhattäraka's 
(Kun-dga sfiiti-po, bSod-nams rtse-mo und 
Grags-pa rgyal-mt'san) schätzten ihre geringen 
Leistungen aus der Zeit, wo sie ihrer Stellung nach 
noch Upäsaka's waren, später als sie emporgestiegen 20 
waren, nicht gering, sondern legten grosses Gewicht 
auf die Uebung, im Einklang mit dem Ausspruch des 
Lehrers Buddha: 



1) Tib. bkod-pa, 'Aufbau'; vgl. Jäschke 96 a . M. Tib. 18, 87. 108. 

162, io. 164, 9 = M. 21, 87. 108. 170, io. 172, 9. 

2) Vgl. Sukha vativyüha = tib. bD e-ba-can-gyi bkod- 
pa, Kanjur-Index, p. 19, no. 115 = A. G. II 243; auch sonst kommt 
vyüha (= tib. bkod-pa) in Titeln von Werken vor: Kanjur-Index p. 8, 
no. 49; p. 20, no. 116 = A. G. II 214. 243. M. 65, 16. 17. 56 = M. Tib. 
60, 16. 17. 57. 

3) Tib. P yag-rgya c f on-po mcog-gi diios-grub. 



— 118 — 

„Von dem durch die Pratimoksha^-Gebote 2 ), die * 
ich, der Jina, verkündet, 
„Geheiligten 2 ) ganzen Vinaya 

„Soll ein mit den Mantra's vertrauter Laie Vorzeichen 
5 und Ceremonienvollziehung meiden, 

„Mit den übrigen Dingen hingegen sich befassen." 
Des rje-btsun Grags-pa [rgyal-mt'san] jüngerer 
Bruder dPal-c c en <od-po hatte einen Sohn 

oJam-mgon Sa-skya Pan-cen. 
10 Derselbe wurde am 26. Tage des Monats dBo 3 ) des (mann- 

* 

liehen) Wasser-Tiger-Jahres (1181) unter aussergewöhn- 
lichen Ereignissen — wie Ueberschwemmung voll Regen- 
bogen und Licht, Zusammenströmen zahlreicher Däka's 4 ), 
Blumenregen u. s. w. — geboren. Schon nach Verlauf 
15 eines einzigen Jahres war er imstande, das Lane a- und 
das Bardhu- Alphabet auf den Fussboden zu schreiben 
und Sanskrit zu lesen. Auch Tibetisch konnte er 
fliessend lesen und schreiben. Zuerst nahm er bei dem 
rJe-btsun rin-po-c'e (d. i. sein Oheim Grags-pa rgyal- 
20mt c san) das Upäsaka-Gelübde des reinen Lebenswandels 
auf sich, und es wurde ihm der Name Kun-dga rgyal-74 
mt'san 5 ) gegeben. Infolge der (bei ihm angewandten 
Erziehungs-) Methode beider 6 ) Stände richtete er seinen 
Sinn auf die höchste Bodhi, und infolge der Einführung 

1) Tib. So-so r t c ar-pa. 

2) T'sul-k rims rnam-dag, etwa = skr. cilavi^uddha (vgl. Böht- 
lingk: £ilavicuddha[netra]). 

3) Skr. Phälguna, Jäscbke 491 a . M. Tib. 243, 41 = M. 253, 44. 

4) Tib. mk'a- gro. 

5) Skr. An andad h vaj a. 

6) Des geistlichen und des weltlichen Standes. 



— 119 — 

und vollkommenen Einweihung in das Hevajrama- 
n dal am 1 ) nahm er das Mantra-Gelflbde auf sich. Sein 
Haupt-Lama 2 ), welcher die Gnade hatte, ihm die drei 
Gelübde 8 ) in der ihnen eigentümlichen Reihenfolge zu 
übermitteln, war der rJe-btsun rin-po-ce selbst. Der 5 
rJe-btsun rin-po-ce war nämlich der unabänderliche 
geistliche Berater 4 ) und Schutzgott 5 ) dieses Mahätman 6 ) 
(d. i. Sa-skya Pandita) während vieler Geburten. 
Daher sagte er, nachdem er auf den (Thron-) Himmel 
der Religionspredigt 7 ) in Sa-skya als der rJe-btsun 10 
rin-po-c'e Grags-pa rgyal-mt'san gelangt, war, 
[zu Sa-skya Pandita]: „Während fünfundzwanzig 
Geburten, in welchen du immer wieder als Mensch 
zur Welt kamst, wurdest du ein in den fünf Wissens- 
# gebieten 8 ) gelehrter Pandita, und so lange war ich 15 
dein Lama. Kein anderer als ich ist fähig dich zu 
erziehen." Dies steht denn auch irn Einklang mit dem 
Ausspruch des Herrn selbst (nämlich des Sa-skya 
Pandita): 

„Der du das Wissen aller Buddha's 20 

„In eins vereint besitzest, Manjughosha, 



1) dGyes-pa rdo-rjei dkyil-k'or. 

2) rTsa-bai bla-ma. 

3) sDom-pa j/sotn. 

4) dGe-bai bses-ynen = skr. kalyänamitra, Jäschke 568 a . 
5)lHag-pai lba = skr. adhideva, vgl. Böhtlingk s. vv. adhi- 

devatä, adbidaivam, adhidaivatvam. 

6) Tib. bDag-frid c'en-po. 

7) D. h. auf den heiligen Stuhl. 

&) Rig-pai ^nas Ina = skr. panca vidyästhftnftni, M. Tib. 71 = 
M. 76. Vgl. p. 120, 22—23. u. n. 2. p. 126, 5 u. n. 4. 



i 



— 120 — 

„Der du mich die vortreffliche Qrävaka-Weihe lehrtest 
„Und so das Netz meiner Verblendung zerrissest; 

„Der du das Wort: 'Seit langer Zeit ist dieser 
„Dein geistlicher Berater', 
5 „Im Himmel hast verkündet 

„Und trefflich mich ermahnt, dir biet ich ehrfurchts- 
vollen Gruss." 
So waren denn nun alle Vorbedingungen für das geist- 
liche und weltliche Gedeihen des Sa-skya Pandit a 
10 von Seiten des rJe-btsun rin-po-c e selbst erfüllt. Da bot 
der rJe-btsun rin-po-c e einmal den Schein des Erkrankens, 
und nun bewies ihm der Mahätman solch unerschütter- 
liche Hingebung, dass er sich sogar der last igen Mühe 
unterzog, seinen Unrat fortzuthun. Hierüber erfreut, 
15 überlieferte ihm nun der rJe-btsun den Uttarayoga des 
Tiefen Weges 1 ). Darauf schaute er den Lama rJe-75 
btsun als den allen Buddha's gleichkommenden Mafiju- 
ghosha, und dadurch brach die geistige Kraft zur 
genauen Prüfung des untrüglichen Verständnisses 
20 des Kernes aller Religionsschriften aus seinem Innern 
hervor. Infolgedessen besass er eine alles durch- 
dringende Kenntnis der fünf exoterischen Wissens- 
gebiete 2 ) und eine zur Besiegung aller Gegner fähige 
unerschrockene Lehrweise. Selbst die stolzen Könige 
25 Tibets beugten sich vor ihm, kurz alle Götter, 
Dämonen und Menschen unterwarfen sich seiner Macht. 



1) Tib. Lam zab-mo bla-mai mal- byor. 

2) P'yi ses-bya rig-pai ynas loa, vgl. p. 119, 14—15 u. n. 8; 
p. 126, 5 u. n. 4. 



— 121 — 

Hervor brach, das Aeussere nach innen kehrend, 
unaufhaltsam der starke Strom der Contemplation 1 ). 
Dieses Ereignis schildert er in folgenden Worten: 

„Als ich in den Tiefen Weg eingeweiht war, 
* „Erblickte ich den rJe-btsun Lama als Manjughosha, 5 

„In einem einzigen Augenblick erfasst' ich alle Dharmäs 

da im Geist; 

„Erlöst, neig' ich mein Haupt vor dir." 
Die Art und Weise nun, wie er seine in Erklärung, 
Disputation und Abfassung von Schriften bestehende 10 
Lehrthätigkeit zur Blüte brachte, war folgende: Im 
9. Lebensjahre (1189) trug er das Sädhanasaro- 
ruham und kleine Geheim-Mantra's aller Art vor. Im 
IL Jahre (1191) trug er „die beiden Untersuchungen 2 )" 
und den Buddhasamayoga 3 ), im 12.Jahre(1192) dasPa- 15 
njaram und den Sambuta 4 ) vor. Bis zum 70. Jahre (1250) 
hielt er ununterbrochen Lehrvorträge über die Sütra's, 
die Mantra's, die Wissenschaften u. s. w. Im 18. Jahre 



1) Tiii-ne- o dsin = skr. samädhi, M. Tib. 3, 3. 6, 10. 18, Ueber- 
schr. und no. 1— °12. 13 (bis). 14—108. 109 (bis). 110—117. 20,27. 21, 
Ueberschr. 27, 58 64. 66. 68. 77. 38, 4. 39, 4. 40, 6. 60, 7. 98, 11. 
102, 17 = M. 4, 2. 9, 10. 21, Ueberschr. und no. 1—12. 13 (bis). 
14-109. 110 (bis). 111—118. 23, 28. 24, Ueberschr. 30, 58. 64. 66. 
68. 77. 41, 4. 42, 4. 43, 6. 65, 7. 104, 11. 108, 17. Trigl. 7, 2. 

28, 4. 29, 4. 

2) brTag yfiis. 

3) Tib. Sans-rgyas mnam sbyor, 8. Tär. Ueb. 67. 221 = 
Tar. 53, 21. 168, 22. 

4) Tär. 330. 331: Saniputa; vgl. Kanjur-Index, p. 57, no. 378: 
Sambutanämamahätantram = A.G.II295: Samputi; Kanjur- 
Index, p. 57, no. 374: Cat uryogi nisarnbutatan tranäma = A.G. 
II 295: °saniputa° (Tär. Ueb. 331: 8auiputa°). 



— 122 — 

(1198) hörte er nach der Prahhäsa^raddhä 1 ) von 
dem Acärya Vasubandhu in einer einzigen Nacht in- 
folge einer einzigen Recitation den Abhidharmako^a 2 ) 
ein einziges Mal und prägte sich beim Erwachen den 

5 Wortlaut und die Bedeutung vollständig ein. Nachdem 
er namentlich bei dem kaschmirischen Mahäpandita 3 ) 
Logik gehört hatte, trug er, um die Gute dieses Herrn 
zu vergelten, bis zu seinem Fortgang nach China im 76 
(53. Lebensjahre (1243), die Schriften über Logik täg- 

lo lieh, in jedem Tagesabschnitt, ohne jemals auszusetzen, 
vor. Ferner: da man bei den hervorragendsten seiner 
Jünger: Sar, Nub und Gun, K'aii, ^Nan und Zari, 
^U-yug-pa, Rig-pai sen-ge 4 ) und anderen erklärende 
Vorträge hörte, so hat sich sein kommentierender Sprach- 

15 gebrauch bis auf den heutigen Tag als der bei Erläute- 
rungen in Anwendung kommende erhalten. Indem er 
bei dem Pandita Samghacri und anderen Gelehrten 
Logik, die Päramitä's, Grammatik 5 ), Poetik 6 ), Metrik 7 ), 
Lexikographie 8 ), Tanzkunst 9 ) u. s. \v. studierte, gelangte 

20 er an das jenseitige Ufer des Meeres der Wissenschaften. 
Nach Verlauf von 25 Jahren (seit seiner Geburt) (1205) 



1) Tib. Od-y8al-gyi dad. 

2) Tib. raNon-pa mdsod, 8. T&r.Ueb. 125. 130. 1G0. 174. 319 fg. 

3) U. i. Q&kya^ri, 8. unten p. 123, 1 — 2 und Tar. Ue)>. 233. 
261. 331. J.A.S.B., 1882, p. 19. 

4) Skr. Vidyäsiiuha. 

5) sGra — skr. fabda, M. Tib. 207, 5 = M. 216, 5. 
G) sNan-nag. 

7) sDeb-sbyor = skr. chandas, M. Tib. 61, 34. 43 = M. 66, 35. 44. 

8) mNon-brjod = skr. abhidh&nam, s. Jiischki* 133 a . 

9) ZI os-gar. 



— 123 — 

wurde er, indem der kaschnriirische Mahäpandita (^Jäkya- 
pri als Upädhäya, sPyi-bo lhas-pa als Acärya und 

* Zu-op'rad-pa als Lehrer der Mystik 1 ) fungierten, ordi- 
niert 2 ) und betrieb das Studiuni bei diesen eifrig. Als 
nun der Ruhm dieses Mahätman auch nach dem ganzen 5 
östlichen und westlichen Indien drang, unternahmen es 
Harinanda 3 ) und andere Nichtbuddhist.cn aus Miss- 
gunst, in unerträglicher Weise mit ihm zu disputieren. 
Nachdem die Disputation dreizehn Tage lang in sKyid- 
grori in der Provinz Man-yul stattgefunden, unter- 10 
lagen die Nichtbuddhisten, an des Mahätman rechten 
Arm aber trat M anj ughoshabhattäraka in eigener Person 
und half ihm beim Disputieren. Da sprach Harinanda: 
„Nicht du, sondern der an deinem rechten Arm, 
„Der Rotgelbe mit dem Schwerte ist unbezwinglich. 15 
«Darum bist du Sieger, ich Besiegter. u 
Mit diesen Worten flog er zum Himmel auf und 

77 begann dort einherzuschreiten, dpal-ldan Grub-fob 
odar-op'yar 4 ) aber zwang ihn durch Zauberei vom 
hohen Himmelszelt herab. Darauf schor er sich vor 20 
dem Mahätman seiner Locken Last und Hess sich in den 
Priesterstand aufnehmen 5 ). Darauf sprach er die Verse: 



1) j/Sah-ston, vgl. M. Tib. 259, 17: jsan-ste ston-pa = M. 
270, 17: raho'nuy&saka, kurz vorher, M. Tib. 259 (= M. 270), 14. 15, 
werden die hier erwähnten Aemter mk an-po (upädhy&ya) und slob- 
dpon (äcärya) angeführt. 

2) bsNcn-par rdsogs(-pa) = skr. upa?ampanna, M.Tib. 259, 2 = 

M. 270, 2. 

3) Tib. Prog-byed dga-ba. 

4) Etwa = skr. cri-Siddhaketu. 

5) Rab-tu byun(-ba) = skr. pravrajita, M. Tib. 259,1 = M. 270,1. 



— 124 — 

„Des Meer's Umkleidung ist des Meeres Ende; 
„In diesem Sa-cen ist lHa cen-po 1 ) einbegriffen." 
und ferner — mit Doppelsinn 2 ) — 

„So sollen auch in Zukunft die Tirthika's 3 ) alle- 
5 samt, durch den Dharma bezwungen, 

„Die Wonne-Trophäe in Gestalt der Lehre des Su- 

gata 4 ) erfassen!" 5 ) 
Die Locken aber dienen — als ein den Ruhm und Preis 
der für die Lehre des Jina vollbrachten Thaten wie mit * 
10 Glock- und Paukenschall verkündendes Symbol — auch 
jetzt noch als Säulenschmuck des dpal-ldan Sa-skya- 
Klosters. So heisst es denn: 

„All die Widersacher mit ihrer verderblichen 
Dialektik sind zurückgeschlagen, 
15 „Die Dialektik der von Stolz Aufgeblasenen ist besiegt, 
„Vom Ruhm des Meisters ist das ganze Erdenrund 

erfüllt: 
„Furchtloser, vor dir neige ich mein Haupt." 
So brachten die Strahlen der Predigt-Sonne den Lotus 
20 des klaren Verständnisses der Bekehrten zum Blühen; 
so riss der Blitzstrahl der Disputation den Felsenberg 
der bösen Widersacher nieder, und dadurch wurden 
Thaten für die Lehre des Jina vollbracht. Doch damit 



1) Skr. Mahädeva, d. i. Qiva. 

2) S. n. 5. 

3) Tib. inu-stegs-byed. 

4) Tib. bDe-bar vsegs-pa, eine Bezeichnung BuddhaV, M.Tib. 
1, 7 = M. 1, 7. 

5) Zweiter Sinn dieser zweiten Halbstrophe: „An die Verkörpe- 
rung der Lehre des Sugata, den Kun-dgai rgyal-mtsan (= 

C A 

Kun-dga rgyal-mt san = skr. A nan da- dh vaja) sich anschliessend 



— 125 — 

war es nicht genug; er Hess auch durch eine Reihe gut 
abgefasster Werke auf dem ganzen Umkreis der grossen 
Erde die unverletzte Lehre des Jina in hellem Lichte 
erstrahlen; es waren dies folgende drei Schriften: zur 
Unterscheidung zwischen Religion und Irreligiosität: das 5 
alle Sutra's und Tantra's in einem einzigen Buch ent- 
78haltende Qastra sDom-pa ysum-gyi o&Adu dbye- 
ba 1 ); zur Unterscheidung zwischen einer Wissenschaft 
von wahrer Kraft und einer Wissenschaft ohne eine 
solche: die Quintessenz der „Sieben Abteilungen u 2 ), 10 
der Pramänavidyäkopa 3 ); und zur Unterscheidung 
zwischen weltlicher und nicht- weltlicher Lebensführung: 
der Subhäshitaratnanidhi 4 ). Diese Werke sind 
gleichsam der Augenstern 5 ) der Kritiker geworden und 
werden noch bis zum Ende der Welt für die klar und 15 
deutlich erläuternde Belehrung über den Begriff des 
rechtgläubigen Lebenspfades die vorbildliche und mass- 
gebende Quelle bleiben. Ferner verfasste er für die 

1) Etvf& = skr. Trisam var amadhy avibhaga; über dbye-ba 
= skr. vibh&ga s. M. Tib. 194, 10 = M. 203, 10. 

2) sDe bdun, s. Wassiljew 228. 

3) Tib. T8ad-raa rig-pai yter. 

4) S. oben p. 100, n. 4. 

5) Mig-pu scheint nur eine phonetische oder graphische Variante 
von mig-bu zu sein; Jaschke 414 b führt die von Schmidt entlehnte Be- 
deutung dieses Ausdruckes 'Augenklappe 1 mit einem Fragezeichen an; 
mig-bu dürfte wohl Diminutivum von mig 'Auge' sein (s. M. A. 1 357), 
mithin 'Äuglein', weiterhin aber auch das 'verkleinerte Auge', das 'Kleine 
im Auge', also 'Pupille, Augenstern' bedeuten. Der Sinn ist, unbildlich 
ausgedrückt: die angeführten Werke des Sa -sky a Pandit a gaben 
den Massstab für die Beurteilung aller Schriften ab, welche die in 
ihnen behandelten religiösen Themata (s. die obigen Angaben) irgend 
berührten. 



— 126 — 

die Erlernung der Mahäyäna-PäramitäV) vollständig er- 
läuternde Belehrung die Munibhävaprakä^ikä 2 ) und un- 
endlich viele andere Qästra's. So war denn dieser Mahätman 
der bei weitem hervorragendste Pandita hier im Gletscher- 
5 lande 3 ) (Tibet), mit einem in allen fünf Wissensgebieten 4 ) 
bewanderten, alles durchdringenden Verstände begabt. 

Nach dieser Abschweifung kehren wir nun wieder * 
zu dem irdischen Brahman Pogta (Hingis Khan zurück: 
Ein Ausspruch des Lehrers Buddha lautet: 
10 «Die Jina's, die dahingegangen, und die noch 

nicht erschienen, und die in den zehn 
Weltgegenden weilen: 
„Alle diese an das jenseitige Ufer des W r eges Gelangten 

existieren, die übrigen existieren nicht; 
15 „Diese an das jenseitige Ufer Gelangten sind für die 

in der höchsten Bodhi Weilenden 
„Die besten Leuchten und Lampen und Lichter und 

Lehrer. So verkünde ich;" 
ein anderer: 
20 „Die Buddha's, welche dahingegangen, 

„Die Buddha's, welche noch nicht erschienen, 
„Die Buddha's, w r elche, das Elend beseitigend, 
„Jetzt in grosser Anzahl leben, 

„Sie alle blieben der heiligen Religion 
25 „Ergeben und werden es fürder bleiben 



1) Tib. T'eg-pa c'en-po p'a-rol-tu p'yin-pa. 

2) Tib. T'ub-pa dgoi'19 ysal; vgl. Böhtlingk 8. v. 

3) Gans-rii Ijoiis. 

4) lNa rigses-byaij/naakun, vgl.p. 119,14-15u.n.8; I20,22u.n.2. 



— 127 — 

79 „Und ebenso bleiben sie jetzt ihr ergeben: 

„Dies ist die Buddha-Natur. 

„Darum sollt ihr, da ihr für euer Ich 1 ) Gutes 

ersehnt, 

„Das Grosse Ich 2 ) aber für die Gesamtheit Gutes 5 

erstrebt, 

r Der Lehre Buddha's verlangend gedenken 

„Und ihm eure Verehrung gegen die heilige Religion 

beweisen;" 
und wieder ein anderer: 10 

„Diese menschliche Natur wird vergehen, 

„Rasch tritt der Todesgott die guten Menschen an, 

„Dieses dein Dasein ist nicht beständig; 

„Darum, o König, lass ab von deiner Unachtsamkeit. 

„Wer Hab und Gut preisgeben will, will seinen 15 

Leib behütet sehen; 

„Wer seine Glieder preisgeben will, will sein Leben be- 
hütet sehen; 

„Doch wer Hab und Gut und seine Glieder und ebenso 

sein Leben, 20 

•fc „Kurz alles preisgeben will, bei dem wird die Religion 

behütet sein." 

Zunächst also war das in diesen Worten angedeutete 

Motiv für die Annahme der heiligen Religion — d. h. 

aller hervorgebrachten Buddhas der drei Zeiten; der 25 



1) bDag. 

2) bDag-nid c'en-po = skr. Mahatman ('Weltseele'), eine 
Bezeichnung Buddha's, s. M. Tib. 1, 29 = M. 1, 29. Jäschke 268 b ; da- 
gegen ist oben pp. 119, 7. 120, 12. 123, 5. 11. 22. 126, 4 und an 
anderen Stellen Mahatman eine Bezeichnung hoher Kirchen forsten. . 



— 128 — 

Mutter, welche diese hervorgebracht (d. i. der Dharmd); 
und des vortrefflichen Sairtgha 1 ): alles dessen — in 
hohem Grade wirksam; auch bildete das Land der 
Buddha's den Gegenstand der Verehrung. Aus diesen 
5 Gründen folgte denn (Pogta C'iiigis Khan) der 
schönen Sitte und Gewohnheit der tibetischen Dharma- 
räja's, die mit Hingabe von Leib und Leben die 
heilige Religion gefördert hatten. Er wählte daher, 
hauptsächlich in der trefflichen Absicht, seine Ergeben- 
10 heit und Verehrung für die heilige Religion zu be- 
thätigen, — wie bereits oben 2 ) erzählt — den heiligen 
Lama Sa-c'en Kun-dga snin-po auf schriftlichem 
Wege zu seinem Lama, bat ihn, ihm seinen Schutz an- 
gedeihen zu lassen, und richtete an ihn die Aufforde- 
15 rung: „Wollest du samt deinen Jüngern im Mongolen- 
lande das Kleinod der Jina-Lehre verbreiten", sowie 
auch ein Huldigungsschreiben mit den Worten des 
Lehrers Buddha: 

„Der du die mannichfaltigen Leiden der Wesen 80 
20 verscheuchest, 

„Unvergleichlicher, dich ehren und schauen 
„Und hören ist schon von solcher Wirkung! 
„Darum wirst du hohen Rang, ewige Jugend und 

Unsterblichkeit erringen." 
25 (Darauf Kun-dga snin-po:) „Grosskönig! Da jener 
Bhikshusamgha 3 ) unermessliche Religiosität besitzt, so 
wird er in reichem Masse den Gegenstand von Be- 



l) Tsogs. 

2) p. 24 fg. (und p. 105). 

3) dGe-sloii-gi dge- dun. 



- 129 — 

scherungen bilden und der Huldigung von Seiten aller 
Götter und Menschen würdig sein." (Der König aber 
entgegnete:) „Da die Erzeugung der Tugendwurzel im 
Samgha unzählbar und unermesslich ist, so wird der 
Kreislauf (der Wiedergeburten) sein Ende finden; da 5 
sie aber nicht gänzlich aufgebraucht werden wird, so 
erlangen wir andererseits das Nichtaufhören des Ein- 
* gehens ins Nirvana. — Nicht mich verehre man, son- 
dern den Samgha verehre man; in der Verehrung des 
Samgha liegt die 'Verehrung der drei Kostbarkeiten *)'." 10 
Im Einklang mit diesen Worten brachte er den drei 
Symbolen 3 ), der Geistlichkeit u. s. w. von dB us und 
yTsan Gaben und Ehrbezeugungen in grosser An- 
zahl dar. 

Nachdem auf diese Weise der Pogta Khan seinen 15 
Wunsch, die Jina-Religion zu verbreiten, zur Ausführung 
gebracht hatte und der schönen Sitte und Gewohnheit 
gefolgt war, that später auch sein Enkel Godan Khan 3 ) 
ein Gleiches: 

Ein Ausspruch des Lehrers Buddha lautet: 20 

„'Gute und den Lamen ehrfurchtsvoll ergebene 

Schüler 
„'Sollen stets den gelehrten Lamen anhängen. 
„'Warum? Weil, wenn sie sich zu jenen gelehrten 

Fertigkeiten aufschwingen, 25 
„'Sie dann die Prajnäparamitä zu lehren haben. 



1) dKon-mc'og ysum = skr. Triratnam. 

2) rTen ysum, s. oben p. 25, n. 2. 

3) S. oben p. 31, 14—17. 



— 130 — 

„'Die Lehren Buddha's werden in der Hand der geist- 
lichen Berater ruhen.' 
„So spricht der mit den allerhöchsten Tugenden be- 81 

gabte Jina." 
5 und ferner: 

„Wenn jemand ein Gebiet^ so gross als ich mit 

meinen Buddha-Augen fiberschauen kann, 

„Mit Edelsteinen angefüllt, [mir,] dem Tathägata, 

bescherte, 
10 „Jedoch diese religiöse Belehrung von solcher Art 

nicht anhörte, 
„Dessen Verdienst war nur gering. — Dies sage ich. 
„Doch wer die von erhabenem Inhalt erfüllten, 
feinen, tiefen 
15 „Und schönen Sütra's hört, 

„Dann vollständig erfasst, und wenn er sie erfasst 

hat, liest, 
„Der hat ein viel ausgezeichneteres Verdienst als jener." * 
Im Einklang mit dem Sinn dieser Worte, welche in so 
20 beredter Weise den Segen des Anschlusses an geistliche 
Berater und den Segen des Studiums der heiligen Re- 
ligion schildern, schickte Go dan Khan, um den Maha- 
tiuan oJani-mgon Sa-skya Pan-c'en, der mit seinem 
Kuhine ganz Jambudvlpa erfüllte, zum Zwecke der Vcr- 
25 breitung und Befestigung der Jina-Lehre im Mongolen- 
lande zu berufen, den hohen Herrn Darhan T'aitsi 
Torta nebst Gefolge mit folgender Botschaft: „Ich, 
der König, befehle: Dem Sa-skya Pandita Kun-dga 
rgyal-mt'san dpal bzan-po time ich kund und zu 
3o wissen was folgt: Um meiner Kitern Gnade zu ver- 



— 131 — 

gelten, bedarf ich eines Opferpriesters. Nachdem ich 
hierüber Erwägungen angestellt, bist du als geeignet 
erschienen. Ehrwürdiger Herr! Da Ihr das Heil und 
Wohl der Lehre und Wesen zu fördern wünscht, dürft 
Ihr des Weges Mühsal und Beschwerden nicht scheuen. 5 

82 Wenn du auf dein zu hohes Alter hinweisest: denkst 
du nicht daran, dass ehemals Munindra um der Ge- 
schöpfe willen seinen Leib unzählige Male schenkend 
hingab? Und willst du dennoch nicht, so werde ich 
ein grosses Grenz-Heer aufbieten. Und wenn ich da- 10 
durch vielen Geschöpfen Leid bereite, wirst du auch 
dann dich nicht schrecken lassen?" Als nun (der Ge- 
sandte) mit dem Briefe, der dieses und anderes enthielt, 
und mit Seidenstoffen, Lu-haii, einem goldfarbigen 
Wams und unermesslich vielen anderen ausgezeichneten 15 
Gegenständen als Ehrengeschenken anlangte, da erinnerte 
sich (Sa-skya Pandita), dass ihm einst der Lama 
rJe-btsun c'en-po (d. i. Grags-pa rgyal-mt'san) ge- 
weissagt hatte: „Am Ende deines Lebens, wenn du in 
den Ländern von dreihundert und sechzig verschiedenen 20 
Nationen und in den Lauten von siebenhundert und 
zwanzig verschiedenen Sprachen gepredigt haben wirst, 
wird aus einem Reiche der Nordgegend, dem Mongolen- 
lande, eine Bodhisattva-lnkarnation, König Godan, einen 
Schnellfüssigen namens Dorta schicken, welcher einen 25 

#• Hut von dem Aussehn eines Sperbers und schweins- 
rüsselförmige Stiefel tragen wird. Wenn der gekommen 
sein wird, um dich zu rufen, geh schnell, ohne Zaudern. 
Denn Buddha's Lehre und den Geschöpfen wird uner- 

9* 



— 132 — 

messlicher Segen daraus erwachsen/' Ein Ausspruch 
des Lehrers Buddha lautet: 

„Wer, in dem Wunsche segensreich zu wirken, 
„Die allen Wesen in den drei Welten 
5 „Zukommenden Freuden allesamt 
„Einem einzigen Wesen beschert, 

„Wird von dem, der diesem von Buddha's Moral- 
sprüchen 
„Auch nur eine einzige viergliedrige Strophe 1 ) verkündet, 
10 „An segensreichem Wirken weit übertroffen, 

„Darum also wird dieser von den Leiden erlöst 

werden. 
„Wenn jemand die wie der Sand der Ganga83 

zahlreichen Buddhakshetra's 
15 „Mit den sieben Kleinodien 3 ) vollständig anfüllte 

„Und dann mit freuderfülltem Herzen [mir,] dem 

Jina, brächte, 
„Ein anderer aber einem einzigen Wesen eine 

Strophe (ethischen Inhalts) darböte, 
20 „So käme jene Schenkung der Kleinodien, so 

reich, so gross, 
„Doch jener Strophen -Gabe, von teilnahmsvollem 

Herzen dargebracht, 



1) T'sig bzii t'sigs-su bead- p a = skr.catushpadagfttha, vgl. M. Tib. 
235,90: t'sig bzi-pai t'sigs-su -»cad-pa (sie!) = M. 244,86: catu9hpadikä 
g&thft; über t'sig = skr. padam 9. auch M. Tib. 98, 75. 191, 1. 
250, = M. 104, 76. 200, 1. 261, 9; über t'sigs-su bcad-pa = skr. 
gatha M. Tib. 27, 44. 58, 4. 61, 30 = M. 30, 44. 62, 4. 66, 31. 

2) Rin-c'en bdun = skr. sapta ratn&ni, s. M. Tib. 173 (= M. 
181), Ueberschr. und no. 10—16. Ja9chke 529 b . Dharmas. 85 und die 
in der 'note' dazu angeführten Werke. 



— 133 — 

„Nicht gleich an Wert, und irgend welcher Ruhm 

war' nicht dabei: 
„An zwei und drei gar nicht zu denken. 44 
Dieser Ausspruch und andere über den Segen der An- 
nahme der heiligen Religion im allgemeinen und nament- 5 

* lieh über den unerfassbaren Segen der Annahme und 
Verbreitung der heiligen Religion in dem barbarischen 
Grenzlande nahmen (Sa-skya Pandita's) Herz ge- 
fangen. Er begab sich daher im 65. Lebensjahre, im 
(männlichen) Feuer - Pferde - Jahre ( 1 245), nach dem lo 
grossen Palaste Lan ju. Zu der Zeit kehrte König 
Go dan, der in die Mongolei gezogen war, zurück und 
traf mit ihm im ersten Monat des Schaf-Jahres (1246) 
zusammen. Sie führten viele geistliche und weltliche 
Gespräche, und Sa-skya Pandita erweckte in dem 15 
Könige Sinn für das Mahäyänam und überlieferte ihm 
die Hevajravapitä und viele andere tiefe und aus- 
gedehnte Lehren. Darauf Hess er die Bewohner des 
Mongolenlandes, nachdem sie den drei Kostbarkeiten 
ihre Verehrung bezeigt und noch andere verdienstliche 20 
Handlungen vollführt und das sündhafte Thun und 
Treiben allmählich aufgegeben hatten, in das Kleinod 
der Lehre Buddha's eintreten. Ferner zeigte er magische 
Künste und weihte dieses Land durch die Darstellung: 
schwarzer Menschen-Hände und -Füsse in Stein, Sand 25 
u. s. w. und durch andere Dinge mehr. Vor allem aber 
bildete er, da der Wunsch nach der Herstellung einer 
mongolischen Schrift rege wurde, dadurch, dass er zu 

84 der Zeit ein Weib ein Stück Holz mit zugerichteter 
Rinde (d. h. ein eingekerbtes Stück Holz) tragen sah, 30 



— 134 — 

veranlasst, folgende neuen Buchstaben, denen er eine 
diesem (Stück Holz) ähnliche Form gab: 
a, e, i. na. ne, ni. pa, pe, pi. ha, he. hi. ka. ke, ki. 

ma, me, mi. la, le, li. ra, re. ri. sa, se, si. t'a, t'e, t'i. 
h ta, te, ti. ca, ce, ci. ya. ye, yi. c'a, c c e, c'i. wa, we. 
Diese vereinigte er zu je dreien: „männlich, weiblich, 
ungesrhlechtig", oder: „regulär, schlaff, schwach*'. Durch 
dies und anderes wirkte er sieben Jahre lang zum Heil 
der Lehre und der Wesen. 

lo So also gedieh das erhabene Werk im Mongolen- 

lande. Der ursächliche Zusammenhang aber war folgen- 
der: Schon ein alter Ausspruch des Mahätman selbst 
besagte: 

„Infolge einiger Vorgänge, die noch filter als ich sind, 

15 „Geht die Sonne der Lehre in der Ostgegend auf.'* * 

Ferner: Als der rJe-btsun c'en-po in der Ni-lun^-Grotte im 
Norden weilte, erschien ein Reiter in mongolischer Tracht, 
welcher so gross war, dass er den Kaum der (ganzen) 
Flur bedeckte. Da gingen alle SchQler, verwundert, was 

20 dies bedeuten möge, in die Grotte, in welcher der Lama 
rJe-btsun weilte, und setzten sich ihm gegenüber. Da 
erhob sich ein Jüngling mit türkisenblauem Schopf und 
in vollem Umkreis vorhandenen Zähnen von der Farbe 
der Trompetenmuschcl. Der sprach — die mongolischen 

25 Worte ins Tibetische übersetzt — folgende Bitte aus: 
„Ich bin der Schutzgott der Mongolen, ;'Nam-sde 
dkar-po. Darum bitte ich den rJe-btsun selbst, ins 
Mongolenland zu gehen und dort allen Göttern und 

1) D. h. 'SonnenthaP. 



— 135 — 

Menschen Segen zu bereiten." Der rJe-btsun aber 
entgegnete: „Ich bin zwar schon hochbetagt. Da 
jedoch euch Mongolen nicht das verdiente Glück 
zu teil geworden, so berufe in der Zukunft meinen 
Neffen Kun-dga rgyal-mt c san; daraus wird grosser 5 
Segen erwachsen. u Diese Antwort teilte der Jüng- 
ling — nachdem er sie ins Mongolische übersetzt 
hatte — den Mongolen mit. Es war aber dieser Jüng- 
ling der Gandharva-König, dessen Name in der Ueber- 

85setzung yNan-c'en tfan 1ha lautet. Da streute der 10 
rJe-btsun den Mongolen etwas von dem Zaubertrank 
hin, indem er ihn mit drei Buchstaben weihte, und er- 
weckte ihnen dadurch die ganze Nacht hindurch die 
Vorstellung, sie tränken Nektar. Dazu sangen sie in 
mongolischer Sprache und tanzten mit Stampfen. Am 15 
folgenden Morgen, nachdem die Nacht verstrichen, 
machten sich alle auf und gingen davon. Weiter: 
als einst der rJe-btsun in dem Felskastell C'u-lun 
rdo-rje 1 ) bei der Andacht auf einem einzigen Punkt 
verweilte, baute prl-Ganepa 2 ) eine Korallentreppe, be- 20 
rief ihn in die hohe Himmelsregion, zeigte ihm deutlich 
alle Länder der Mongolei und sprach zu ihm: „Diese 
sollen von dir bekehrt werden." Er aber blieb bei 
seiner Willenserklärung: „Nicht in meiner Hand liegt 
das verdiente Glück der Mongolen; hingegen meinem 25 
Neffen, der Inkarnation des Manjughosha, dem Kun- 

* dga rgyal-mt'san, lass in der Zukunft diese Länder 



1) D. h. 'Wasser- (oder: FIuss-) Thal- Diamant'. 

2) Tib. dpal T'sogs-kyi bdag-po. 



— 136 — 

zur Bekehrung zufallen. 4 * — So sollten denn also in der 
Folgezeit alle Länder der Mongolei von dem Mahätman 
oJam-mgon Sa-skya Pandita, seinem Neffen und den 
übrigen Nachkommen bekehrt werden. 

5 Später, im 70. Lebensjahre (1250), ging er in 

Lan ju in dem Hause des sPrul-pa sde in die Selig- 
keit ein. In der folgenden Wiedergeburt bewohnte er 
den Himmel 1 ) und wurde dann in der östlichen Gegend 
Mumuni Sohn des Königs Ni-ma stobs opel 2 ) und 

10 wandelte meist auf den (ffinf) Pfaden 8 ) zu den (zehn) 
Stufen 4 ). Darauf ging er in die Abhirati 5 )-Kegion 
zur Seligkeit ein und ringt (nun) in Vitnalacri 6 ) nach 
der Buddhaschaft. So ist erzählt worden. 

Später, zur Zeit des Muiik'e Khan 7 ), kamen Kar in a 
15 Paksi und andere und lehrten die Religion. Dieser 

Karma PakSi 
war im (männlichen) Holz-Mause-Jahr (1203) geboren, 
führte den Titel Dharmadhara 8 ) und galt als In- 
karnation des Saraha. Mit fünf, sechs Jahren (1207. 
20 1208) konnte er geläufig schreiben und lesen; vom 
10. Jahre (1212) an prägte er sich alle Buddhaprava- 
cana's 9 ) durch blosses Lesen ein. Er schloss sich dem 86 

1) mK ( a spyod (-pa) (9. Jäschke 54 a ), etwa = &kr. khacara. 

2) Skr. Adityabalavardhana. 

3) S. oben p. 100, n. 2. 

4) S. oben p. 100, n. 1. 

5) Tib. mNon-dga. 

6) Tib. Dri-med dpal. 

7) S. oben p. 31, 20—29. 

8) Tib. Cos - Q d 8 in. 

9) Tib. Saus-rgyas-kyi "suii-rab-riiams. 



— 137 — 

DharmasvAmin s Bom -brag-pa und anderen an, hörte 
die Va^ita, die Unterweisung u. s. w. und erhielt 
die Bezeichnung Dharmottara 1 ). Nachdem er sich 
zehn Jahre lang ununterbrochen, ordnungsgemäss der 
Andacht hingegeben, entstand in ihm ausgezeichnetes 5 
Verständnis. InK'ams sammelte er fünfhundert Schüler 
und predigte ihnen die Religion. Als sein Ruhm sehr 
gross war, erging an ihn von Seiten des Mongolenkhan's 
Murine, der einen Gesandten schickte, die Berufung. 
Da machte er sich auf nach dem Lande China. Schon 10 
unterwegs traf er Einrichtungen zu Gunsten der Geist- 
lichkeit, baute einen verfallenen Vihära (wieder) auf und 
vollbrachte viele andere Werke. Nachdem er den König 
samt seiner Umgebung zum Nachdenken veranlasst hatte, 
leitete er sie zur höchsten Bodhi hin. Nach seiner An- 15 
kunft in China und der Mongolei erklärte er vielfach 
* auch Vorzeichen für das Gelingen und zeigte magische 
Künste. Infolgedessen verneigte sich auch der Fürst 3 ) 
H^opilai Khan zu seinen Füssen. Nachdem er für 
das Heil der Lehre und der Wesen in ausgedehntem 20 
Masse gewirkt hatte, bot er, 80 Jahre alt, im 3. Monat des 
(weiblichen) Wasser-Schaf-Jahres (1282), den Schein des 
Eingehens ins Nirvana. In der Stadt Lan ju befindet sich 
ein als 'Stüpa des Karma Lisi' bezeichnetes (Grabmal). 
Dies ist jedoch der Stüpa des Karma Paks i, in ver- 25 
stümmelter Aussprache aber lautet seine Bezeichnung: 
'Stüpa des Karma Lis i\ So haben einige Heilige erzählt. 



1) Tib. C c 9 bla- ma. 

2) Sa-btlag, nach M. 186, 2 (= M. Tib. 178, 2) ss skr. p&rlhiva. 



— 138 — 

Ein Ausspruch des Qrlnätha-Nagarjuna lautet: 
„Dem Fürsten, der am Beginne seiner Thaten 
seine (alte) Religion aufgiebt, 
„Dann die (buddhistische) Religion annimmt und 
5 zuletzt 

„Den Besitz der Religion pflegt, 

„Widerfährt kein Leid hienieden sowie anderswo. 

„Um der Religion willen wird ihm hienieden 
Ruhm und Glück, 
10 „Hienieden und im Augenblick des Todes Furcht- 
losigkeit, 
„In anderen Welten aber grosses Glück zu teil; 87 

„Drum soll er stets der Religion ergeben sein. 
„Da Religion das moralisch Höchste ist, 
15 „Wird er um der Religion willen in die Welt Abhi- 

rati eingehen 
„Und w T ird auch in die Welt Rati 1 ) eingehen 
„Und wird hienieden sowie anderswo nicht getäuscht 

werden." 
20 Dem Sinne dieses Ausspruches gemäss regierte jener 
irdische Mahe^vara 2 ), der inkarnierte Dharmaräja H w o- 
bilai, alle Menschen nach den Geboten der Religion 
trefflich und war auch mit unendlichen anderen Vor- 
zügen ausgerüstet. Sein Hauptverdienst jedoch (bestand 
25 in Folgendem): Kin Ausspruch des Lehrers Buddha lautet: 
„An Glauben und Sittlichkeit vollkommen, 
„Weisheitsbegabt und ein grosser Büsser, 

1) Tib. dGa-ba. 

2) Tib. sai dbaii-p'yug c f en-po; vgl. die Bezeichnung C'ingis 
Khan's als irdischer Brahman oben pp. 14,15. 17,4. 78, 13. 105,13. 



— 139 — 

„Dem geistlichen Berater ergeben, 
„Wurde er bald zum Tathägata", 
und ein Ausspruch des Qrlnätha-Nägärjuna: 
* „Jemand, der vom Gipfel des Bergfürsten 1 ) ge- 

stürzt ist, 5 

„Wird fallen, auch wenn er nicht fallen will; 
„Wer durch des Lama's Güte segensreiche Belehrung 

erhalten, 
„Wird erlöst werden, auch wenn er nicht erlöst 

werden will." 10 

Diesen Worten entsprechend erwog (H w opilai) den 
Segen der Hingabe an einen geistlichen Berater und 
des Studiums der heiligen Religion. Er berief daher 
zur Befriedigung dieser beiden Bedürfnisse den Lama 
Dharmaräja P c ags-pa Blo-gros rgyal-mt'san 2 ) aus 15 
Sa- sky a und ernannte ihn zu seinem Lama. Es war 
nämlich dieser Dharmaräja oP'ags-pa der hervor- 
ragendste von den mit tmfassbarer Güte begabten 
Schülern des Sa- sky a Pan -c c en. Dieser 

c Gro-mgon P c ags-pa 20 

wurde als Sohn des Acärya Zans-t'sa bsod-nams 
rgyal-mt c san, des jüngeren Bruders des Sa-skya 
88Pa»-c'en, und der Ma cig kun sky id am 6. Tage 
des 3. Monats des Holz-Schaf-Jahres (1234) geboren. 
Die näheren Umstände bei seiner Geburt als Sohn dieser 25 
beiden waren folgende: Sein Vater Zaiis-t'sa citierte 
einst den Gane^a herbei und schaute sein Antlitz. Da 



1) Ri-dbari = 9kr. G i r i n d r a. 

2) Skr. Arya Matidhvaja. 



— 140 — 

fasstc ihn Gane? a mit der Spitze seines Uiissels, führte 
ihn auf den Gipfel des Meru und sprach zu ihm: „Schau 
hin!" Zans-t'sa vermochte vor Schreck lange nicht 
hinzuschauen. Dann erhlickte er d Bus, ;'Tsari, K'ams, 
5 kurz alle Hauptteile Tibets. Da sprach Ganeca: „Was 
dir seihst nur als Anblick zu teil wird, dB us, j'Tsan, 
K'ains u. s. w., wird dein Nachkomme — Sohn oder 
Enkel — thatsächlich in Besitz nehmen. Da du es 
nicht sofort geschaut hast, wird dir selbst dieses Los 

lo nicht zu teil werden." Da ihm jedoch lange Zeit kein 
Sohn geboren wurde, so wurde Zans-t'sa's gläubiges 
Vertrauen schwächer, und er traf Anstalten, welche auf * 
die Erfüllung (seines Wunsches) seitens Gane?-a's hin- 
zielten. Infolge davon kam einst, als Avale kite? vara 

15 und, (mit ihm) persönlich ein Gespräch führend, Se-ston 
ri-pa oder Si-si ri-pa in Gun-t'an weilten, Ganeca 
hinzu und sprach: „Zans-t'sa hat mich mit der Auf- 
forderung bestürmt-, ihm solle (das Los zufallen), dB us, 
j'Tsan und K'ams sich unterthan zu machen; und doch 

20 kommt ihm selbst dies nicht zu, hingegen, dass seinem 
Sohne eine grosse Weltregion unterthan werde, darum 
möchte ich dich dringend gebeten haben; das liegt in 
deiner Hand. Deshalb, und weil die Sachlage die ist, 
dass, wenn die Geburt eines Sohnes des Zans-t'sa er- 

25 reicht wird, dB us, yTsan und E'ams und die übrigen 
Provinzen allesamt ihm unterthan werden sollen, möge 
doch ja die Geburt (eines Sohnes) erlangt werden!" So 
bat er beharrlich, und die Bitte wurde denn auch ge- 
währt. Beim Eintritt in den Mutterleib und bei der Ge- 

30 burt zeigten sich viele ausserordentliche Wunderzeichen. 



- 141 — 

Schon von klein auf konnte (oP'ags-pa) vermöge seines 
sehr klaren Verstandes und Sinnes ohne Schwierigkeit 

89 schreiben, lesen u. s.w. Die Wissenschaften prägte er sich 
insgesamt durch blosses Anschauen ein. Er w T ar auch 
mit durchdringender Hellseherei, vermöge deren er sich 5 
an seine frühere Daseinssphäre erinnern konnte, begabt. 
Als er nach Verlauf von 3 Lebensjahren (1236) das 
Sädhanasaroruham und andere Schriften aus dem 
Kopfe hersagte, gerieten alle darüber in Erstaunen und 
riefen aus: „Der ist fürwahr hervorragend ( p c ags-pa) ! u 10 
Seitdem wurde er 'oP'ags-pa' genannt. Im 8. Lebens- 
jahr (1241) sagte er die Jätaka's, im 9. Jahre (1242) 
„Die beiden Untersuchungen" her. Durch seine Predigt 
vor einer Versammlung wurde der Dünkel aller Ge- 
lehrten gebrochen. Im 10. Lebensjahre (1243), auf einer 15 
Reise, welche er als Diener, Vorläufer und Begleiter des 
Dharmasvämin 1 ) (d. i. Sa- sky a Panel it a) mitmachte, 
trat er vor dem Jo-bo von lHa-sa, indem der Dhar- 
masvämin als Upädhyäya und Zul-p'u-ba als Acärya 
fungierten, in den Priesterstand und erhielt den Namen 20 
Matidhvaja. Bei dem Upädhyäya für die wörtlich 

* nachzusprechende Unterweisung, Ser-seh 3 ), hörte er die 
Lehren für die präm an era's 8 ). Im 13. Lebensjahre 
(1246) ging er als Diener des Dharmasvämin nach der 
Mongolei. Da er in allen zur Stellung eines Dharma- 25 
svämin 1 ) gehörigen Eigenschaften durchaus vollkommen 
war, so freute sich der Dharmasvämin 1 ) sehr, bescherte 

1) C'os-rje-ba. 

> 

2) = Ses-rab sen-ge = skr. Praj ri&9imha. 

3) Tib. dge-t'sul, s. M. 270, 6 = M. Tib. 259, 6. 




\ CK 



— 142 — 

ihm eine Almosenschüssel, eine auf Hörweite vernehm- 
bare weisse Trompetenmuschel fur den Kultus und 
anderes mehr und übergab ihm die Lehre. Als dann 
der Dharmasvamin in das reine Gefilde einging, vollzog 
5 P c ags-pa auch die Ausführung seiner Absichten eifrig. 
Im 19. Lebensjahre (1252) berief ihn der Mongolenkhan 
Hwobilai Secen, damit das Kleinod der Jina-Lehre 
sich verbreite und ausdehne, in seinen Palast. Das 
Trachten dieses Herrn (oP'ags-pa) aber stand nach einem 
10 segensreichen Wirken von solcher Art, wie es in dem 
Ausspruch des Lehrers Buddha geschildert ist: 

„Wenn ein Bodhisattva alle die Gefilde der un- 
ermesslich weiten zehn Weltgegenden, 
„Die ich mit meinen Buddha- Augen überschaue, 
15 „Mit Edelsteinen reichlich angefüllt, 
„Als Gabe mir darbrächte, 

„So würde er von dem, der ein von vielen 90 
Buddha's verkündetes, 
„Sehr schönes, fleckenreines Sütra, so wie dieses, 
2o „Erklärte oder läse oder andere lehrte, 

„An Verdienst bei weitem übertroften werden." 
Als er nun im Rinder-Jahre (1252) in den Palast des 
mongolischen Dharmaraja H w obilai kam, legte der 
Khan samt seiner Gemahlin und seinen Söhnen (oP'ags- 
25 pa's) Fuss auf sein Haupt und führte mit ihm viele 
Gespräche über das Verhältnis zwischen Laien und 
Priester. Als nun da der Mahatman sich wie der 
Grosskhan gerierte, fragte ihn der Khan: „Du dünkst 
dich so hoch; was bin ich, der Grosskhan, denn da? 
;*o Welche (Stellung) besitzest du denn?" Da erwiderte * 



— 143 — 

der Mahätman: „Wir sind seit alter Zeit als Lamen und 
Opferpriester der Könige u. s. w. von China, Mi- nag, 
Indien, Mon und Tibet thätig gewesen. Somit war, 
mit Verlaub, unser Rang ein hoher. u Da sagte der 
Khan: „Wann thaten dies die Könige von Tibet? Wel- 5 
eher König ehrte euch, und welcher bat um die Weihe? 
Die Priester sind Lügner, die bei den Tibetern nicht 
beliebt sind." Der Mahätman aber entgegnete: „Wir 
sind ehemals Könige von Tibet gewesen, und indem wir 
Krieg mit China führten, wurden zwei Drittel von Ja- 10 
mbudvipa von den Königen von Tibet unterworfen"; 
dann erzählte er, wie nach der Herstellung freundlicher 
Beziehungen zwischen China und Tibet Run ju und 
Jo-bo berufen wurden. Da befahl der König: „Ob 
dies wahr oder unwahr, sehe man in den Geschichts- 15 
dokumenten nach." Als man diesem Befehle gemäss 
nachsah, ergab es sich so wie der Mahätman gesagt 
hatte. Darüber freute sich denn der König. Ferner 
erzählte P c ags-pa auch, dass in Jambudvlpa in 
alter Zeit, vor zehn Millionen Jahren, ein Blutregen 20 
sieben Tage lang gefallen sei, und da dies auch durch 
91 die chinesischen Geschichtsurkunden bestätigt wurde, so 
glaubte es der König 1 ). Darauf sagte des Königs Ge- 
mahlin, namens mDses-m,a* bzah-mo, weiche sehr 
kenntnisreich und klug war, zum Könige: „Da der Sa- 25 
skya-pa (d. i. l Jf ags-pa) die besondere Lehre des 
keinem anderen eigenen Abhisheka 3 ) der tiefen Geheim- 

1) S. oben p. 39, 21-27. 

2) Tib. dban-bskur, s. M. Tib. (22, 1.) 188, 23. (24.) = M. 
(25, l.) 197, 22. (23.) 



— 144 — 

Mantra's besitzt, so wäre es zweckmässig, ihn um denselben 
zu bitten. a Da entgegnete der König: „ Bitte du ihn 
zuerst darum, dann will ich ihn darum bitten. u In- 
folgedessen bat ihn die Königin um die Hevajra- 
5 va^itä 1 ) und wurde dadurch sehr gläubig. Auf die 
Frage, was er als Lohn für die Va^itä wünsche, ant- 
wortete der Mahätman: „Mein Körper, meine Reich- 
tümer, mein glückliches Geschick, meine Macht, alles 
ist mir bereits geschenkt; du mögest mir gerade das 
10 schenken, was du selbst für etwas Bedeutendes ansiehst. u 
In dem Buche „Die fünfzig Lamen 3 )" heisst es: * 

„Dies gegeben zu haben, ist so viel wert, als 
w r enn man allen Buddha's 
„Immerwährend Geschenke gereicht hat; 
15 „Dieses geschenkt haben, bedeutet eine Ansammlung 

von Verdiensten, 
„Durch diese Ansammlung aber gelangt man zur Vor- 
züglichsten Siddhi 3 )." 
Dem Sinn dieser Stelle entsprechend schenkte ihm die 
20 Königin eine auf der oberen Seite eines Ohrenschmuckes 
angebrachte grosse Perle, mit dem Bemerken: „Dies ist 
ein wertvolles Erbstück, das mir mein Grossvater, als 
ich mich im Brautstand befand, schenkte/ 1 l J< ags-pa 
verkaufte die Perle an einen Mongolen und sandte den 

1) Tib. Kyai-rdor-gyi dbaii, ebenso oben zu p. 133, 17; vgl. 
auch p. 137, 2. Auf p. 107, 20—21 ist Kye-rdor- gyi dban (s. da- 
selbst, n. 1) fälschlich durch skr. llvv&jrdbhisheka wiedergegeben. Ueber 
dbaii = skr. vayüä s. M. Tib. 24 (= M. 27), üeberschr. u. no. 1—10; 
vgl. auch M. Tib. 45,3. 188,11. 192,14 = M. 48,3. 197,10. 201,14. 

2) Bla-raa liia-bcu-pa. 

3) d5jos-grub mc'og. 



% 



— 145 — 

Erlös daraus, eine Anzahl grosser Bre Gold und tausend 
grosse Bre Silber, nach dem Hochland (von Tibet); die- 
selben sollen den Fond für das C'os-ok'or der Quelle 
des j/Tsan, sowie fQr das grosse Golddach von Sa- 
skya gebildet haben. Darauf sprach die Königin zum 5 
Könige: „Der Lama P*ags-pa besitzt eine weit aus- 
gezeichnetere Lehre als die übrigen; diese anzuhören, 
ist von Nutzen." Infolgedessen willigte auch der König 
ein. Im ^rl-Mahämudrätilakatantram 1 ) heisst es: 
92 „Sobald ein Schüler auch nur ein wenig 10 

„Ein Mal mit den Vapitä's ausgerüstet worden, 

„Ist er für die Verkündigung grosser Geheimnisse 

„Fürwahr ein würdig Gefäss geworden. 

„Wo keine Va^itä, da keine Siddhi, 

„Gleichwie beim Pressen des Sandes keine Butter 15 

(herauskommt). 
„Wer im Dünkel ob seiner Tantra-Studien 

„An dem An-abhisheka *) festhält, 

„Der fährt — ob Lehrer oder Schüler — sobald er 

gestorben, 20 

r Wenn er auch die Siddhi erlangt hat, zur Hölle. 

„Darum erflehe (ich) mit allen Kräften 

„Vom Lama den Segen der Vapitä." 
Dem Sinne dieser Worte entsprechend, bat der König 



1) Tib. dpal P'yag-c'en lig-lei rgyud, 8. Kanjur-Index p. 62, 
no. 416: ^ri-Ma ham uid ratilakanamamahfty oginitan traräjä- 
dhipati (dpal P*y a g" r gy a c'en-poi t e ig-le £es-bya-ba rnal- 

byor-ma c ( en-moi rgyud-kyi rgyal-poi runa-bdag) = A.G. 
II 293: Mahamudratilakam (P'yag-rgya cen-poi tig-le). 

2) Tib. dban-bskur med-pa; vgl. an-abhisbecaniya (Böhtlingk s.v.). 

10 



— 146 — 

den Lama Pags-pa Rin-po-ce: „Jene besonders 
ausgezeichnete Lehre der tiefen He v aj ramahäva^itä 1 ) 
bitte ich dich mir zu überliefern." Da sagte der Mahä- 
tman: „Da du der Grosskhan bist, so bist du nicht im- * 

5 stände, das Religionsgelübde zu beobachten. Bis jetzt 
giebt es (hier) nicht einmal einen gelehrten Uebersetzer; 
wenn du mir jedoch in Zukunft einen zur Verfügung 
stellst, wird eine Religionsunterweisung (möglich sein)." 
Der König fragte: „Was für ein Gelübde muss ich denn 

10 beobachten ?" (oP'ags-pa) antwortete: „Nachdem du um 
den Abhisheka gebeten, nimmt der Lama den obersten 
Platz ein, du aber musst mit dem Leib: durch Vernei- 
gung, mit Worten: durch Anhörung dessen was ich sage, 
mit dem Geist: durch Seelenruhe dich vorbereiten." 

15 Da sagte der König: „Ein derartiges Gelübde bin ich 
nicht imstande zu beobachten." Die Königin aber sagte: 
„Folgendes ist ein Ausweg: In den Momenten der re- 
ligiösen Besprechung und bei der Anwesenheit nur 
weniger Leute steht der Lama in der Mitte, hingegen 

20 bei grossen Versammlungen von Vasallen, Präfekten und 
anderen Leuten steht der König in der Mitte. Wenn 
Angelegenheiten des Landes Tibet besprochen und dar- 
nach erledigt werden sollen, darf der König keinen Be- 
fehl erteilen, ohne den Lama befragt zu haben. Hin- 

25 gegen in Angelegenheiten , die damit nichts zu thun 
haben, sie mögen nun wichtig, unwichtig oder sonstwie 
sein, soll des Lama's Meinung und Persönlichkeit nicht 
bestimmend wirken." Hierauf ging denn auch der Mahä- 
tman ein und versah das priesterliche Amt. Auch wurde 93 

1) Tib. dGyes-pa rdo-rjei dbaii-c'en. 



— 147 — 

er ermächtigt, während dieser Zeit Uebersetzer zu be- 
rufen. Nachdem so der Unterbrechung des Kultus ein 
Ende gemacht worden, setzte o^'ags-pa die Va^itä- 
Geräte 1 ) in Bereitschaft, weihte fünfundzwanzig fromme 
Männer, den König voran, in die Qri-Hevajramahä- 5 
va^itä 2 ) dreimal ein und verbreitete in dem grossen 
mongolischen Königreich das Fest der Mantra- und 
Vajra-Yäna 3 )-Lehre. So wurde denn auch der König 
sehr gläubig. Im Samvarodayatantram 4 ) heisst es: 

„Wer, auf alle Ehren verzichtend, 10 

„Die Ehrung des Lama's richtig vollführt, 

„Der wird in Freuden das allerkennende 

„Höchste Wissen erlangen. 

„Wenn ein das Höchste vollbringender Acarya 

m 

„Den Vajrasattva 5 ) sehr verehrt: 15 

* „Welche Tugend giebt es, die dieser nicht übte, 
„Welche Busse, der dieser v sich nicht unterzöge? 

„Furcht und Sünde hat er fahren lassen, 
„Und Tugendhaftigkeit ist ihm eigen." 
Im Einklang mit dem Sinn dieser Worte überwies ihm (der 20 
König) als ersten Lohn für die Va<?itä die dreizehn K'ri- 
skor; als zweiten Lohn für die Va<?itä die drei C'ol-k'a 
von Tibet, vor allem aber eine auf Hörweite vernehmbare 



1) Tib. dbau-gi yo-byad-rnams — skr. vacit&parishk&räs ; über 
yo-byad = skr. parishkftra, s. M. Tib. 24, 3. 132, 13. 224, Ueber- 
schr. u. no. 1. 230, Ueberscbr. 261, 13 = M. 27, 3. 140, 13. 233, 
Ueber8cbr. u. no. 1. 239, Ueberscbr. 272, 73. 

2) Tib. dpal Kyai-rdo-rjei dban-mo c e. 

3) Tib. j/san-snags rdo-rjo t'eg-pa. 

4) Tib. sDom byuii-gi rgyod; s. Böhtlingk s. v. 

5) Tib. rDo-rje 'sems-dpa. 

10* 



— 148 — 

weisse Trompetenmuschel für den Kultus; als letzten 
Lohn für die Vapitä Gross-Mi-yur in China. Hier- 
über hocherfreut, vollzog der Mahätman die Weihe mit 
folgenden Worten: 

5 »Auf dass durch die auf diese Art erfolgte Glücks- 

entscheidung 
„Des weisen Herrschers Wünsche sich erfüllen, 
„Die Heilslehre weit sich ausdehnen, 
„Des Fürsten Dasein aber lange währen möge, darauf 

10 erteil' ich meinen Segen." 

Nachdem auf diese Weise der Mahätman der Tisri des 
Grosskhans geworden, sass der Siddha Karma Pakshi94 
mit untergeschlagenen Beinen am Himmel, ging durch 
einen Berg hindurch und zeigte noch unendliche andere 

15 Zauberkünste. Der König geriet bei diesem Anblick in 
Erstaunen und sagte zu seinem Gefolge: „Hinsichtlich 
der Hervorzauberung und des Verständnisses von Blend- 
werk ist dieser kenntnisreiche Chinese von höherer Natur 
als unser Lama." Als sich nun eine Gelegenheit bot, 

20 trat die Königin betrübten Sinnes dem Mahätman vor 
Augen, unterbreitete ihm des Königs Auslassungen und 
drang dann in ihn mit den Worten: „Wenn der Lama 
keine Zauberkünste zeigen wird, so wird des Königs 
Hoffnung nicht erfüllt, und es steht zu befürchten, dass 

25 infolgedessen in seiner Gesinnung ein Wandel eintritt." 
Da gab der Mahätman die Zusicherung: „Des Paksi 
Zauberei ist in Wirklichkeit die meinige (d. h. von mir 
in Scene gesetzt), da die Zeit der allgemeinen Bekehrung 
gekommen ist. Jedoch darf die Hoffnung des gläubigen * 

30 Königs nicht unerfüllt bleiben; daher will ich, nachdem 



— 149 — 

ich die Sünde nach dem Vajrayänam ausführlich er- 
läutert, Zauberwerke verrichten." Darauf gab der Ma- 
hätman vor dem Könige und seinem Hofstaate seine Er- 
klärungen und sagte, als alle versammelt waren: „Die 
Königin selbst bringe mir ein scharfes Schwert." Die 5 
Königin leistete der Aufforderung Folge und «brachte 
ihm ein Schwert. Er nahm es und sagte:. „Ich werde 
meine Glieder in die fünf Jina's 1 )' verwandeln, ihr aber, 
König und Minister, sendet Bitten empor um Wieder- 
geburt in derjenigen Region von den fünf, welche einem 10 
jeden von euch gefällt. Wer aber nicht daran glaubt, 
der trete, wenn mein Körper als ein Ganzes auf der 
Lagerstätte liegen wird, an ihn heran." Darauf nahm 
er seine Glieder auseinander und verwandelte sein Haupt 
in den Vairocana 2 ), seine beiden Hände und Füsse 15 
aber in die übrigen vier (Dhyäni-Buddha's), und so 
kamen die fünf Jina's 1 ) einherschreitend zum Vorschein. 
Da verrichteten der König und die Königin samt ihrem 
Gefolge von Ministern und Unterthanen, da in ihnen ein 
sterker, kräftiger Glaube entstanden war, unter Ver- 20 
95neigungen und Umzügen Gebete. Als darauf der König 
und die Minister an den Körper herantraten, sahen sie 
ihn auf der Lagerstätte, ein wenig mit Blut befleckt. 
Erschrocken sandten sie mit lauter, starker Stimme Ge- 
bete empor, jedoch der Zauber schwand nicht. Da rief 25 
die Königin bittend: „Wenn der Lokanätha 8 ) nicht 
sofort den Zauber aufhebt, könnte des Königs Herz 

1) Tib. rGyal-ba rigs 1ha. 

2) Tib. rNam-par snaü-mdsad. 

3) Tib. Jig-rten mgon-po. 



— 150 — 

brechen, und er könnte sterben." Da erhob er sich 
aus dem Zauber, und der König und sein Gefolge wur- 
den von Freude und Wonne erfüllt. Seit dieser Zeit 
stieg, so oft ein Siddhapurusha 1 ), welcher Art auch 
5 immer, kam und Zauberei übte, im Herzen des Königs 
der Gedanke auf: „Wenn auch seine Zauberei sehr 
wunderbar ist, so übertrifft er doch nicht unseren Lama 
an Fähigkeit zum Verständnis des Erhabenen." Darauf 
legte der König dem Mahätman den Titel Tisri bei und 

10 überreichte ihm ein kostbares Siegel; ferner schenkte * 
er ihm eine Mischung aus Gold und Perlen, Kleidung, 
Hut, Handschuhe, einen Sessel, eine goldene Kanzel, 
einen Schirm, Speisen und Getränke, eine Schüssel 
und alles derartige, ein Kamel, ein Maultier und einen 

15 goldenen Sattel mit allem Zubehör. Als er das 20. Jahr 
erreicht hatte, im Tiger-Jahre (1253), gab er ihm sechs 
und fünfzig grosse Bre Silber, zweihundert Körbe Thee, 
achtzig Stück Zeug, elf hundert bandförmige Stücke 
Seidenstoff u. s. w. Bei dieser Gelegenheit erliess er 
I"*- 20 auch auf die Bitte des Mahätman die Anordnung, dass 

kein Bote in dem Hause eines Priesters Rast machen, 
und dass von einem solchen keine postalische Leistung 
gefordert und keine Steuer erhoben werden dürfe. 
Ferner erliess der König den Befehl, dass die Sa- 

25 skya-pa's den Priestern des Westens verständliche 
Instruktion darüber, wie sie sich zu verhalten hätten, 
erteilen sollten. Des weiteren Hess der König den Be- 
fehl ergehen, dass es im Lande Tibet nicht gestattet 



1) D. h. 'Zauberer'; tib. Grub-pa t'ob-pai skyes-bu. 



— 151 — 

sein solle, ein anderes Religionssystem als das der Sa- 
skya-pa's zu befolgen. Da aber sagte der Mahätman, 

96 dies dürfe man nicht thun; man müsse jeden sich seines 
Religionssystems bedienen lassen. „Ein Edikt an Priester 
und Laien verkünde allen: Pflege des eigenen Religions- 5 
systems von Seiten eines jeden." So sprach er. So wird 
denn auch die Einrichtung, dass jede der verschiedenen 
Schulen Tibets bei dem Religionssystem, das sie ange- 
nommen hatte, verharren durfte, der Gnade dieses Ma- 
hätman zugeschrieben. Ebenso erläuterte er ferner auf 10 
Anregung des Grosskhans in vielen verschiedenen 
Sprachen viele religiöse Wörter und Bezeichnungen. Er 
führte, nachdem er auf Bitten des Königs die mongolische 
Quadratschrift geschaffen hatte, das Anhören der Vor- 
träge, die Anstellung der Meditation und die übrigen 15 
praktischen Uebungen ein und wirkte für das Wohl der 
Lehre und der Wesen in reichem Masse. Der König 

* liess die drei Symbole: Buddha-Reliquien u. 8. w., in 
grosser Anzahl aus Indien kommen, errichtete einen 
Klostertempel 1 ), gründete ein Kloster für die Geistlich- 20 
keit 2 ) und verbreitete die Lehre. Darauf wurde ein 
Eilbote nach dB us gesandt, und der Beherrscher des 
Tripitaka-Meeres 3 ), Grags-pa sen-ge 4 ) aus sNe-t'an, 
berufen. Danach, in seinem 21. Lebensjahre, am 15. Tage 
des 5. Monats des (weiblichen) Holz-Hasen-Jahres (1254), 25 
wurde ( Pags-pa), indem Grags-pa sen-ge aus 



1) yTsug-lag-k'an = skr. vihftra, s. Jäschke 433 b . 

2) dGe- dun-gyi sde, vielleicht = skr. saipgh&räma. 

3) 8De-snod rgya-mtsoi miia-bdag. 

4) Skr. Eirtisirpha. 



— 152 — 

sNe-t'an als Upädhyäya, bSod-nams rgyal-mt'san 1 ) 
aus Jo j/dan by ad als Karmäcärya 3 ), und Byan-c c ub 
rgyal-mt'san 8 ) ausYar-lun als Raho'nu^äsaka fungier- 
ten, und Tsul-k'rims rin-c'en 4 ) aus yNam-p'ar und 

5 andere das Anhängsel 5 ) bildeten, ordiniert und wurde 
das Scheiteljuwel aller Vinaya-Kenner 6 ). Bei dem Upä- 
dhyäya hörte er die Päramitäpadadyotinl 7 ) und 
anderes mehr, bei dem Äcärya das Pratimoksha- 
sutramftlam 8 ) u. s. w., bei dem Raho'nu<?äsaka unter 

10 anderem die „Sieben Abteilungen". Hierauf ging 
oFags-pa zu der Aufenthaltsstätte des Manjughosha- 
bhattaraka, dem ffinfgipfligen Berge 9 ). Da zeichneten ihn 97 

1) Skr. Punyadhvaja. 

2) Tib. las-slob, offenbar identisch mit dem in M. Tib. 259 (== 
M. 270). 16 zwischen upädhyäya und äcärya einerseits und raho'nucä- 
saka andererseits (vgl. oben p. 123, 2 — 3 und n. 1) angeführten las 
byed-pa = skr. karmakära (M\ °käraka). Dass slob hier eine Ab- 
kürzung von slob-dpon (== skr. äcärya), nicht von slob-pa (etwa = 
skr. cikshaka) ist, darf man vielleicht nach Analogie der in demselben 
Kapitel von M. Tib. (M.), kurz hinter las byed-pa, unter no. 19, ange- 
führten Amtsbezeichnung klog-pai slob-dpon (= skr. pathäeärya) an- 
nehmen. 

3) Skr. Bodhidhvaja. 

4) Skr. Qilaratna. 

5) K*a-skon. 

6) Tib. dul-ba dsin-pa = skr. vinayadhara, s. M. Tib. 214, 97 
= M. 223, 70. 

7) Tib. P'ar-p'yin t'sig-vsal; vielleicht ist aber für T'sig- 
ysal statt Padadyotini (s. ßöhtlingk s. v.) ein anderes Skr.-Acqui- 
valent anzunehmen, etwa Padajyotis (s. ßöhtlingk s.v.), oder, da 
nach M. Tib. 130, 49. 200, 6 (= M. 138, 50. 209, 6) t'sig auch = 
skr. väkyam ist, etwa Väkyadipikä, prakä^a, pradipa (s. 
Böbtlingk s. vv.). 

8) Tib. So-tar mdo rtsa. 

9) Ri-bo rtse Ina = chin. Nu täi sän, 8. Pantheon no. 145. 



— 153 — 

alle Menschen durch ihre Begrüssung und Huldigung in 
hervorragendster Weise aus. Der Mah&tman aber pries 
den Herrn des fünfgipfligen Berges 1 ) in einem Lob- 
gesang. Dann kehrte er wieder in den Palast des Königs 
zurück und drehte das Rad der Religion unendlich. Zu 5 
dieser Zeit lebte im Lande China eine sehr grosse Zahl 
von Volksstämmen unter dem Namen Zin sin, welche 
den vor ihnen (nach China) gekommenen T'ai sail la 
gyin nachgefolgt waren. Dieselben waren vollständig 
dem Ketzertum ergeben. Da nun der Grosskhan sah, 10 
dass daraus diesen und den übrigen Unheil entstehen 
werde, so befahl er, diese ketzerischen Schulen, dem 
Gebot der Religiop gemäss, aufzuheben. Nachdem man 
den Lehrer der Zin sin's schnell beseitigt hatte, 
kamen sie mit ihren Quellen zu Ende und wurden so, 15 
siebzehn an der Zahl, durch die richtige Dialektik be- 
# siegt, von ihrer Ketzerei abgebracht und zur Annahme 
des rechten Glaubens veranlasst. Darauf Hessen sie sich 
in den Priesterstand aufnehmen und läuterten die Lehre 
des Muni 2 ) ungemein. Da verfasste der Mahätman ein 20 
Gedicht über die Bekehrung der Zin sin's," in welchem 
es heisst: 

„Nachdem ich diese, deren Gemüt rein, und deren 
körperliche Beschaffenheit wie von Eisen ist, 
„Mit der wahrheitverkündenden Lehre 25 

„Goldbereitendem Safte sorgsam behandelt, 



1) Ri-bo rtse lria-pa, d. i. Mafijughosha; s. oben p. 152, n. 9 
und Pantheon 1. c. 

2) Tib. Tub-pa = Q&kya tub-pa (Q&ky amuni). 



- 154 — 

„Brachte ich sie zu dem heiligen Gelübde und Streben, 

„Den Bussübungen eines Muni ganz sich hinzugeben. 44 

Nachdem er so in dem grossen Reiche des Ostens 

der Lehre und den Wesen unermessliches Heil bereitet 

u hatte, ging er, um im Schneelande 1 ) (Tibet) die Be- 
kehrungsbedürftigen aufzunehmen, im 31. Lebensjahre, 
im (weiblichen) Holz-Rinder-Jahr (1264), wieder lang- 
sam nach der grossen Residenz dpal-ldan Sa- sky a zu- 
rück und bereitete den unendlich vielen hohen, niederen 

lo und mittleren Wesen durch Hören, Sehen, Gedenken 
und Fühlen Nutzen. Da schenkten von denen, welche 98 
ausgedehnte Reichtümer und Güter erworben hatten, 
einige an hervorragend berühmte und verehrungswürdige 
Stätten wie Vajräsanam (die Mittel zu) Kultusgerät- 

15 Schäften, andere errichteten sehr schöne und ausgedehnte, 
aus zahlreichen Edelsteinen angefertigte Vihära's und 
Stüpa's, welche letztere viele Tathägata-Bilder enthielten, 
und verfertigten für die hunderttausend Bilder der hohen 
Lamen goldene Schirme und dergleichen mehr; wieder 

20 andere stellten aus Juwelen viele Pravacana's des Tathä- 
gata zusammen; noch andere brachten zahlreichen Geist- 
lichen ununterbrochen eine Reihe von Huldigungen dar; 
andere endlich machten den Qramana's, Brahmanen und 
Armen reiche Bescherungen und wirkten mit gänzlicher * 

25 Hintansetzung des eigenen Wohles nur für das Heil des 
Nächsten. Für die gleich einer Wolke sich häufenden 
unendlichen Kalyänamitra's von dBus, j/Tsan und 
K c ara8 Hess er durch das eifrige Drehen des Rades der 



1) iTa-ba-can. 



— 155 — 

tiefen und ausgedehnten Lehre das Kleinod der Buddha- 
Lehre gleich einem von den Lichtstrahlen der Sonne 
getroffenen Lotus leuchten. 

Darauf sandte der König wiederum fortwährend 
einen Gesandten nach dem anderen, um ihn zu holen. 5 
So ging denn l y ags-pa im 33. Lebensjahr, im (weib- 
lichen) Feuer-IIasen-Jahr (1266), nachdem er Schulen 
für die dreizehn Aemter eingerichtet hatte. Zu dieser Zeit 
griff ihn der bCom-ldan Ral-gri mit den Worten an: 

„Buddha's Lehre und Wort sind von unreinen 10 
Wolken verdunkelt; 
„Das Glück der Wesen ist in die Hand der Fürsten 

übergegangen ; 
„In der entarteten Zeit befolgen die Qramana's den 

Lebenswandel der Fürsten; 15 

„Diese drei Dinge nicht einzusehen, ist nach meinem 

Dafürhalten keine Vortrefflichkeit 1 )." 
99 Hierauf gab der iVfahätman zur Antwort: 

„Dass in der Lehre Wachstum wie Abnahme 

herrschen werde, hat der Jina verkündet; 20 
„Jedes Wesens Glück hängt von seinem Thun ab; 
„Wo Bekehrung, da Belehrung; 

„Diese drei Dinge nicht einzusehen, ist nach meinem 

Dafürhalten Unwissenheit." 
Zu dieser Zeit bereiteten ihm der Grosskhan, seine Söhne 25 
und seine Gemahlin, eine grosse Schar von Beamten 
u. s. \v., allesamt auf indischen Elefanten, mit durch ein 
Edelsteingitter gezierten Thronen, Baldachinen, von denen 

1) P ags-pa min-pa, wohl eine Anspielung auf den Namen des 
Pags-pa. 



— 156 — 

Edelstein-Quasten in grosser Fülle herunterhingen, Tro- 
phäen, Standarten und Musikinstrumenten in vielen * 
grossen Mengen und mit den übrigen grossen Schätzen 
des Königs eine unennesslich grossartige Begrüssung 
5 und Huldigung, holten ihn nach dem grossen Palaste 
und befragten ihn über viele Eigentümlichkeiten der 
tiefen und ausgedehnten Lehre. Da erhellte er die 
Lehre Buddha's ungemein, wie wenn die Lichtstrahlen 
des Mondes auf einen Garten von Kumuda- Blumen 

10 scheinen. Danach, in seinem 36. Lebensjahre, im (männ- 
lichen) Eisen-Pferde-Jahre (1269), begabte er den König 
auf seine Bitte mit der H e v a j r a va^itä. Als Lohn für 
die Va<?ita schenkte er ihm ein Krystallsiegel mit den 
sechs Silben 1 ), und ein ausgezeichnetes Diplom und gab 

15 ihm die Titel Indischer Devaputra 3 ) unter dem Himmel, 
auf Erden, Inkarnierter Buddha, Schrifterfinder, Länder- 
eroberer, Der fünfteiligen Wissenschaft 8 ) Pandita oPags- 
pa Tisri. Auch gab er ihm unendliche Geschenke: über 
tausend grosse Bre Silber, neun und fünfzig tausend 

20 Seidenstoffe zu Gewändern und andere Dinge mehr. 

Nachdem Pags-pa so in China und der Mongolei 
für die Angelegenheiten der Buddha-Lehre und das Heil 100 
der unermesslichen Bekehrungsbedürftigen gewirkt hatte, 
schaute er wiederum auf die Bewohner des Schneelandes 

25 mit Barmherzigkeit und gedachte ihrer in Liebe. So zog 
er denn, während ihm eine grosse Schar von Schülern 



1) Nämlich dem sechssilbigen Gebete 'Om ma-ni pad-me hüip. 

2) Tib. lHai sras-po. 

8) yNas Ina rig-pa, vgl. oben pp. 119, 14—15 u. n. 8; 120, 
22—23 a. n. 2; 126, 5 u. n. 4. 



— 157 — 

und des Landesherrn und Königs Sohn, Prinz C'ingem 1 ), 
nebst einem grossen Heerestrupp das Geleit gaben, lang- 
sam auf die grosse Residenz zu. Auf den Wegen be- 
reiteten ihm unterwegs Menschen und nicht menschliche 
Wesen mit grossen Reichtümern in unermesslich gross- 5 
artiger Weise Begrüssung, Geleit, Darbringungen und 
Ehrenbezeugungen; Ober die schwer zu passierenden 
Flüsse schlugen alle Menschen und Nicht-Menschen 
Brücken und vollbrachten noch anderes, sodass alle 
Zuhörer und Zuschauer, während sich die Spitzen 10 
ihrer Härchen am ganzen (Körper) sträubten, Thränen 
* vergossen. Während diese und unermessliche andere 
ausserordentliche Wunder sich begaben, liess er diese 
Menschen, indem er, dem geistigen und körperlichen Zu- 
stand jedes einzelnen entsprechend, die heilige Religion 15 
lehrte, zur Reife und Erlösung gelangen. So langte er 
denn im Mause-Jahre (1275) unter vielen wunderbaren 
Vorzeichen in der grossen Residenz dpal-ldan Sa-skya 
an. Sogleich strömten die in dB us und yTsan weilen- 
den grossen Kalyänamitra's, welche auf das Heil der 20 
Religion bedacht waren, mit einer grossen Schüler- 
schar, sowie viele Grossen zusammen; auch aus Indien, 
Kaschmir u. s. w. kamen auf die Nachricht hiervon viele 
Pandita's. Alle diese brachten ihm — jeder nach seinem 
Vermögen — grosse Ehrengaben und Huldigungen dar, 25 
und nachdem sie die Tugendwurzeln in grosser Menge 
erzeugt hatten, baten sie ihn, die heilige Religion zu 
predigen. Da sprach der Mahätman: „Da ich viele 
Vacana's über die Va^itä und das Adhishthänam, die 

1) S. oben pp. 34, 25— 35, 6. 



— 158 — 

zur Stellung eines Dharmasvamin 1 ) gehören, viele Uebung 
in der Erklärung, wie auch alle die feinen und feinsten 
Erfordernisse für die Unterweisung in der Mystik in ge-IOI 
hörigem Masse besitze, so möget ihr jetzt jeder einzelne 

5 die Lehren alle, an denen er Gefallen findet, von mir 
erfragen." Darauf gewährte er zahllose Zugänge zu der 
sehr tiefen und ausgedehnten Lehre, ohne Beispiele zu 
sparen, und spendete auch reichlich Geschenke von 
Gütern. So befriedigte er die Bewohner des Gletscher- 

10 landes sowohl durch Lehren als durch Güter. In der 
grossen Residenz wurden durch ein derartiges Verfahren 
im Verlauf von einem Tage und einer Nacht viele Wesen 
zur Reife und Erlösung gebracht. Darauf, im ersten 
Frühlingsmonat des (weiblichen) Feuer- Rinder- Jahres 

15 (1276), als der Prinz C'ingem, nachdem er sich als 
Gabenspender bethätigt hatte, an der fernen Quelle des 
j/Tsari das Rad der Religion (C^os-o^or) eifrig drehte, 
verehrte der Mahätman über siebentausend Geistlichen 
Nahrungsmittel in Fülle, teilte jedem Geistlichen unter * 

20 anderem je ein Zo Gold zu und drehte das Rad der 
tiefen und ausgedehnten Lehre. Dann, als die dort zu- 
sammengekommenen siebzigtausend Geistlichen , ferner 
viele tausend predigende Kalyänamitra's, welche an das 
jenseitige Ufer vieler Quellenschriften gelangt waren, so- 

25 wie gewöhnliche Leute, alle zusammen an die Hundert- 
tausend heranreichten, Hess er sie den einzigen, von 
allen Jina's beschrittenen Hohen Pfad, die Erzeugung 
des auf die Höchste Mahäyäna-Bodhi gerichteten Sinnes, 



1) Tib. C'os-kyi rje-irid = skr. dharmasvämitä oder svämitvam. 



— 159 — 

erfassen, ja befestigte sogar sie alle in der von dem 
höchsten Erfolge gekrönten Bodhi 1 ). Schliesslich nahm 
der Mahätman die grosse Verkündigung der Beloh- 
nungen ftlr den Segen 2 ) mitten in dem Meere des 
versammelten Samgha vor. Nachdem er ein hervor- 5 
ragender Mahäpurusha, der Fahnenträger (Anführer) 
auch der aus (dem Anhören) seiner Predigt hervor- 
gegangenen Schüler, des Zan dkon-mcog dpal, des 
Sans-rgyas bum aus dBus und anderer Erklärer und 
Meditierender, geworden war, beleuchtete er sehr ein- 10 
gehend das ursprüngliche, fleckenlose (d. h. noch nicht 
102 entstellte) System des Sugata. Dann, im 46. Lebens- 
jahre, im (männlichen) Eisen-Drachen-Jahre (1279), am 
22. Tage des 11. Monats, bot er in der Mitte des 
Morgens, nachdem er die Vorbereitung einer grossen 15 
Opfermenge angeordnet und Vajra und Glocke 3 ) zur 
Hand genommen hatte, um die weltlich gesinnten Be- 
kehrungsbedürftigen (zur Annahme) der Religion zu be- 
stimmen, den Schein des Eingehens ins Nirvana. Dar- 
auf wurde er auf das Leichenfeuer gelegt, und seine 20 
sterblichen Ueberreste wurden zu einem grossen Re- 
liquienhaufen, während dessen aber zeigten sich auch 
viele Wunderzeichen. 

Als der Jo-bo rje prl-Ati<?a nach Tibet kam, weis- 
sagte er, da er an dem Abhang des Berges von Sa- 25 
sky a zwei wilde Yaks sitzen sah, dass zwei Mahä- 



1) Bras-bu bla-mt med-pa rdsogs-pai byan-c ub-tu nes-pa [k'o- 



nalr radsad. - • 



2) bsfto-ba, 8. aucb oben p. 148, 3. 10. 

3) Dril-bu = skr. ghantft. 



- 160 — 

käla's das (Bekehrungs-) Werk in der Zukunft voll- 
bringen würden; es waren dies aber zwei Gur-zal. 
Nachdem er sich nach der Weissen Erde (d. i. dB us 1 )) 
hin verneigt hatte, waren da sieben Schriftzeichen „Dhl" 
5 und ein Schriftzeichen „Hum to . Infolge dessen weis-* 
sagte er, dass acht Männer, nämlich sieben Inkarnationen 
des Manjughosha und eine Inkarnation des Vajra- 
päni 2 ), zum Heil der Wesen wirken würden. Dem- 
entsprechend erschienen die vier Söhne des Sa-c'en 

10 (d. i. Kun-dga snin-po), sowie Sa-skya Pandita, 
Zans-t'sa bsod-rgyan und Pags-pa als Inkarna- 
tionen des Manjughosha, oP'ags-pa's jüngerer Bruder 
rGya-gar P c yag-na als die des Guhyapati 8 ), und 
Sa-c'en selbst als die des Avalokite^vara, und 

15 zwar , die sieben Manjughosha (-Inkarnationen) in auf- 
einanderfolgenden Generationen. Von diesen werden 
Sa-c'en, bSod-rtse 4 ) und Grags-rgyan 5 ) 'die drei 
Weissen', Sa-skya Pandita und oP'ags-pa 'die beiden 
Roten' genannt^ diese zusammen aber als 'die fünf Hohen 

2oSa-skyaV bezeichnet. 

Danach, zur Zeit des 'Uljit'u Khan 6 ) wurde der 
Kun-mk'yen Cfos-sku ^od-zer 7 ) berufen. Dieser Kun- 



1) Vgl. oben p. 107, 10. 

2) Tib. P'yag-rdor = P'yag-na rdo-rje. 

3) Tib.ySan(-bai) bdag(-po); identisch mitVajrapäni, 8.p.77,u.3. 

4) = bSod-nams rtse-mo. 

5) = 6rags-pa rgy a I -in t'san. 

6) S. oben p. 35, 7—17. 

7) Skr. Dharmakäyaracnii; od-zer = skr. ra^mi s. M. Tib. 
18, 14. 144, 2 = M. 21, 14. 152, 2.' 



— 161 — 

nik'yen war als Sohn des Yoge^vara 1 ) ySer ldins-pa 
lOS/zon-nu ^od und derSes-rab vgy an 2 ) geboren. Gleich 
als er aus dem Mutterleib herausgeholt wurde, gingen aus 
dem Leibe der Mutter die versammelten zwei und dreissig 
Götter hervor, und noch andere Erscheinungen zeigten 5 
sich. Es wurde ihm der Name b Dag -med rdo-rje 3 ) 
gegeben. Nach Verlauf von fünf Jahren nahm er ein 
ganz ungewöhnlich grossartiges Auftreten an. Als er bei 
seinem Vater die Religionsunterweisung hörte, schalt ihn 
der Vater: „bDag-med rdo-rje, missachtest du mich, 10 
oder missachtest du meine Religionsunterweisung ? u Da 
kniete er nieder, legte die Handflächen zusammen und 
fragte: „„Was ist die Ursache dieser (Vermutung)?" — 
„Sobald ich den Religionsunterricht beginne, beginnst du 
zu spielen. Der Anfang des Religionsunterrichtes und 15 
der Anfang des Spieles sind gleichzeitig." — „„Inwie- 
fern widerstreitet denn die Zulässigkeit des Spiels der 
Hände und Fösse dem Anhören des Religionsunterrichtes 
mit den Ohren ? au — „Nun wohl, das wird mir klar; so 
# sprich denn meine Lehren nach!" So sagte er denn inner- 20 
halb dreier Tage alle gehörten Lehren, ohne sich bei 
einem Worte zu irren, auswendig her. Da sagte (der 
Vater): „Der ist ein grösserer Nirmänakäya als Kun- 
ha! a Danach, später, wurde ihm der geistliche Name 



1) 'Meister in der Zauberei' oder 'Meister im Yoga' (s. Böhtlingk 
s. v.) ; lib. rNal- byor dban-p'yug. 

2) Skr. Prajnälamkärä; rgyan = skr. alamkära 8. M. Tib. 
228 (= M. 237), Ueberschr. und no. 1. 

3) Skr. Anätma vajra. 

11 



— 162 — 

C'os-kyi ^od-zer 1 ) beigelegt, Gro-bai mgon-po oP'ags- 
pa aber gab ihm den Namen C c os-sku «od-zer. In 
welche Schule er auch ging, er vermochte Mal für Mal 
alle Lehren zu behalten; da dachten die übrigen, er 

5 lüge wohl, und unterzogen die Sache einer Prüfung; es 
hatte jedoch alles seine Richtigkeit. Alle seinem Vater 
eigentümlichen angeborenen Vorzüge, aber auch unfass- 
bar viele andere grosse Fähigkeiten besass er. Dieser 
Kun-mkyen C'os-sku t od-zer nun fungierte als Opfer- 

10 priester 'Uljit'u Khan's, und nach dessen Tode, unter 
Haisan Hulug Khan 3 ), ebenfalls als Opferpriester 
des Khans. Diesen Kun-mk'yen bat Haisan Ilulug 
Khan, von den Buddhavacana's die Sütra's und Ma- 
ntra's ins Mongolische zu übersetzen. Infolgedessen be- 

15 dachte der Kun-mk'yen, im Einklang mit den Worten 104 
des Lehrers Buddha: 

„Die Seligkeit der Bekenner der heiligen Religion 

ist so gross, 
„Dass, selbst wenn alle Buddha's emsiglich 

20 „Sie in zehn Millionen Kalpa's verkündeten, 
„Sie damit nicht zu Ende kommen würden," 
den Segen der Verbreitung der heiligen Religion. Da 
er aber mit der von Gro-mgon P'ags-pa erfundenen 
Quadratschrift die Religionsschriften nicht ins Mongolische 

25 übersetzen konnte, so bildete er aus 14 von den 15 männ- 
lichen Buchstaben *a, na u. s. w., welche die erste 
Reihe der von dem alten Sa-skya Pandita erfundenen 



1) Skr. Dharmara^mi. 

2) S. oben p. 35, 19—25. 



— 163 — 

42 Buchstaben 1 ) 'a, 'e, 'i u. s. w. bilden, und aus 14 von 
den 15 weiblichen Buchstaben 'e, ne u. s. w. 56 (zur 
Hälfte) männliche, (zur Hälfte) weibliche Buchstaben 
durch Ableitung, wie folgt: 
* 'o, w 'o, w 'e, 'u. no, n w o, n^e, nu. po, p w o, p w e, pu. 5 
ho, h w o, h w e, hu. go, g w o, g w e, gu. mo, m w o, m w e, mu. 
lo, l w o, l w e, lu. ro, r w o, r w e, ru. so, s w o, s w e, su. 
t'o, t* w o, t c w e, t'u. to, t w o, t w e, tu. co, c w o, c w e, cu. 
yo, y wo, y w e, yu. c'o, c^o, c' w e, c c u. 

Das sind die geschlechtigen Buchstaben. Aus den 14 un- 10 
geschlechtigen und aus den letzten Buchstaben wa und 
we leitete er keine ab. So ergaben sich 98 Buchstaben 3 ), 
und zwar sind die obigen Buchstaben w 'e, n w e, p w e u.s. w., 
da sie sich im Tibetischen durch die Schrift nicht wieder- 
geben lassen, auf jene Art geschrieben worden, die Origi- 15 
nal-Schriftzeiehen aber sind nicht so. Der Buchstabe n 
steht im Mongolischen nicht im Anlaut, dagegen kommt 
er häufig im Auslaut 8 ) vor. Infolgedessen giebt es 
11 Auslautbuchstaben, nämlich die 10 Buchstaben n 
u. s. w. und der Buchstabe ri, also: n, b, g, m, 1, r, s, 20 
d, j, ^u, n. Treten diese als Auslaut 3 ) z. B. an den 
Buchstaben 'a, so erhält man: 'an, 'ab, 'ag, 'am, 'al, 'ar, 
'as, 'ad, 'ai, 'au, 'an; u. s. f. Auch weitere Anfügungen 4 ) 



1) S. oben p. 134, 1 — 7; die beiden letzten Buchstaben von Sa- 
skia Pandita's Alphabet, wa und we, werden hier also nicht mit- 
gezählt; vgl. n. 2. 

2) Nämlich die 42 Buchstaben von Sa- sky a Pandita's Alpha- 
bet (vgl. n. 1) und die von Cos-sku <od-zer erfundenen 56 neuen 
zusammengerechnet. 

3) rJes- jug, etwa als 'primäre Anfügung 9 aufzufassen; vgl. n. 4. 

4) Yan- jug, etwa als 'sekundäre Anfügung 1 aufzufassen; vgl.n. 3. 

11* 



— 164 — 

(kommen vor): tritt an den aus dem Buchstaben a 
und unmittelbar darauf folgendem 1 ) i bestehenden (Di- 
phthongen) *ai 

als weitere Anfügung 2 ) d. Buchst, n an, so entsteht Vm; 
5 tritt als weitere Anfügung d. Buchst, b an, so entsteht Vib; 105 

tritt der Buchstabe g an, so entsteht 'aig; 
tritt der Buchstabe m an, so entsteht 'aim; 
tritt der Buchstabe 1 an, so entsteht 'ail; 
tritt der Buchstabe r an, so entsteht J air; 
JO ebenso bildete er analog 'ein, Vib, 'eig, "eim, 'eil, 'eir und 
viele andere Schriftzeichen. Ferner schuf er, da fur die 
mongolische Uebersetzung der Religionsschriften die be- 
treffenden Schriftzeichen überhaupt noch nicht vorlagen 3 ), 
neu die Typen 8 ) für die Buchstaben 
15 p<a, p'e, p'i; p c o, pV>, p< w e, p< ll; 

sa, se, si; so, s w o, s w e, su, 

sowie für die Zeichen des Genitivus, Instrumentalis 
u. s. w. Danach übersetzte er die Dhärani 4 ) Grwa 
Ina und einige andere Vacana's und Qästra's ins 
20 Mongolische und verbreitete dadurch die heilige Re- 
ligion sehr weit, wodurch er eine unfassbare Wohlthat 
vollbrachte. 



1) S. p. 163, d. 3. 

2) S. p. 163, n. 4. 

3) Der Sinn ist: Fur diese Buchstaben und Suffixe lagen in 
dem alten Alphabet des Sa -sky a Pandita nicht die konsonantischen 
Grundtypen vor, wie in den anderen Fallen, wo C c os-eku ^d-zer 
nur hinsichtlich der Vokale eine Veränderung vorzunehmen brauchte; 
somit niusste er fur dieselben vollkommen neue Typen (tib. c ( a-rkyen) 
erfinden. 

4) vZuns. 



— 165 — 

* Danach machte Pöyant'ö Khan 1 ) den Mahätman 2 ) 

Don-yon rgyal-mt'san 8 ) von Sa-skya zu seinem 
Opferpriester. Als unter ihm ein Schüler des bCom- 
Idan 4 ) Rig-ral von sNar-t'an, der mK'as-pa 5 ) Jam- 
dbyans-pa, nach der Mongolei kam, machte er ihn 5 
zum Opferpriester. Dieser hatte, als er sich in sNar- 
t'aii aufhielt, durch das Tragen einer Maske den Rig- 
ral erschreckt und sich dadurch den Unwillen des 
Lama zugezogen; danach hatte er in Sa-skya gelebt 
und wurde nun von den Mongolen berufen. Aus der 10 
Mongolei schickte er nun eine grosse Menge Requisiten 
zur Drucklegung des bKa-ogyur und bsTan-ogyur, 
namentlich aber schenkte er gute chinesische Schwärze, 
eine kleine Schachtel voll. Darüber freute sich der 
Lama. Mit den gesandten Druckplatten 6 ) druckten Bio- 15 
y sal aus dßus und andere in T<ugs-k<u den bKa- 
ogyur und bsTan-ogyur und beantragten die Auf- 
stellung dieses Exemplares im Manj ughosha-Tempel 7 ) 
in sNar-fan. Nachdem dieser Weg eröffnet war, 
mehrten sich die bKa-ogyur- und bsTan-ogy ur- 20 
Exemplare in Menge. 

Der Sohn dieses Königs, Gegen Khan 8 ), machte 



1) S. oben p. 35, 26 — 36, 2. 

2) Tib. bDag-c'en = bDag-nid c'en-po. 

3) Wohl = 8 kr. A rthagunadh vaja. 

4) 'Der Siegreiche'. 

5) 'Der Gelehrte'. 

6) C a-rkyen (wörtlich etwa: 'gegenständliche Unterlage'); vgl. 
denselben Ausdruck fur 'Type' p. 164, n. 3. 

7) Tib. Jam-dbyans lha-k'an. 

8) S. oben p. 36, 3—10. 



— 166 — 

den Lama bSod-nams rgyal-mt'san von Sa-skya 
zum Opferpriester. 

Darauf Hess Yisun T'emur Khan 1 ) sowohl den 106 
Lama dGa-ba bsod-nams von Sa-skya als den 
5 mongolischen Lo-tsä-ba Ses-rab sen-ge viele Prava- 
cana's übersetzen. 

Danach machte König Rin-c'en op'ags*) den Lama 
Rin-c'en dbari-po 8 ) von Sa-skya zum Opferpriester. 

Später, unter Kosala Khan 4 ), wurde der Nam- 
lOmk'a rgyal-mt'san 5 ) zum Opferpriester gemacht. 

Hierauf berief Jiyagat c w o Khan 6 ) den Lama Ye- 
ses rin-c'en 7 ) von Sa-skya sowie den Karma-pa 
Ran-byun rdo-rje 8 ) und machte sie zu Opferpriestern. 
Nachdem der König nebst der Königin bei Ran-byun 
15 rdo-rje die Mahäva\ntä und andere Lehren studiert 
hatte, förderte er die Angelegenheiten der Lehre sehr. 

Unter König Rin-cen dpal 9 ) wurde der Lama 
Saris -rgy as dpal 10 ) zum Opferpriester gemacht. 

Darauf wurden unter T'ogan T'emur Khan 11 )** 
20 sowohl der Lama Kun-dga blo-gros von Sa-skya 



i) S. oben p. 36, ll— IG. 

2) S. oben p. 36, 17—21; skr. Itatnärya. 

3) Skr. Ra tuend ra. 

4) S. oben p. 36, 22— 2G. 

5) Skr. Ak&cadhvaja. 

6) S. oben pp. 36, 27—37, 3. 

7) Skr. Jriänaratna. 

8) Etw a = skr. S v a y a m b h u v a j r a. 

9) S. oben p. 137, 4—7; skr. Ratnacri. 

10) Skr. Buddbae,ri. 

11) S. oben pp. 37, 8 — 41, IG. 



— 167 — 

als auch der Karma-pa Rol-pai rdo-rje 1 ) berufen 
und zu Opferpriestern gemacht, und der (Khan) studierte 
(bei ihnen) die Religion. 

Hier sei einiges aus den Berichten der alten Heiligen 
über die oben und (weiter) unten 2 ) erwähnten Karma-5 
pa's mitgeteilt: 

Des oben erwähnten Karma Pakshi Inkarnation, 
der Dharmasvamin 

RaA-byuA rdo-rje, 
wurde in dem Geburtslande des rJe-btsun Mi-la im 10 
Holz-Affen-Jahre (1283) geboren. Darauf erhoben sich 
Vater, Mutter und Sohn gen Himmel 3 ). Da glich der 
Körper des Heiligen einem Regenbogen, und er schien 
infolgedessen in sich selbst zu entschwinden. Nach 
Verlauf von 5 Jahren (1287) sagte der Mahäsiddha 4 ) 15 
U-rgyan-pa: „Morgen wird mein Lama, der Karma- 
pa, kommen." Daraufhin wurde ein hoher Polstersitz 
zurechtgemacht. Als nun (jener) dort, bei dem Mahä- 
siddha 4 ), angelangt war, stieg er ohne Zaudern auf den 
Polstersitz und setzte sich nieder. Da sagte der Mahä- 20 
siddha 4 ): „Kind, wie kannst du dich denn auf den Sitz 
meines Lamas setzen! Der aber erwiderte: »Der Lama 
bin ich eben." Da richtete 'U-rgyan-pa seinen Sinn 
107 auf die Höchste Bodhi und übermittelte ihm die Cakra- 



1) Skr. Laiita vajra. 

2) Nämlich : soeben. 

3) Im Text (p. 106, 15) dinri, aus mong. teiiri, 'Himmel', ver- 
stümmelt. 

4) Tib. Grub e'en (-pa). 



— 168 — 

samvaraghantämatava^itä 1 ) und viele andere Lehren. 
Im 7. Lebensjahre (1289) Hess er sich von dem Upä- 
dhyäya Kun-ldan ses-rab in den Priesterstand auf- 
nehmen. Dann ging er nach der Residenz oT'sur-p'u 
5 und bat yNan-ras dge- dun bum und andere um 
viele Lehrvorträge. Im 18. Jahre (1300) wurde er von 
dem Upädhyaya yZon-nu byan-c'ub 2 ) ordiniert und 

A 

hörte bei ihm die Vier Klassen der Agaraa's 8 ) u. a. in. 
Darauf gründete er die Einsiedelei lHa-stens, hörte 

10 von vielen Lamen zahlreiche Lehrvorträge und machte 
sich dann auf den Weg nach dB us, wo er von fan- 
lha bewillkommt wurde. Hierauf ging er nach oTsur- 
p'u. Da gewährte es den Anblick, als ob die Dharma- 
päla's Freude empfänden. Als er in lHa-sa dem Jo-bo 

15 einen Schirm bescherte, schien es, als ob er auch den 
Tathägata's der Weltregionen der zehn Himmelsgegenden 
Opfergaben darbrächte. Das Wohl des Nächsten förderte # 
er sehr. Im Affen -Jahre (1331) erging der Ruf des 
Jiyagat c w o Khan an ihn 4 ). Da machte er sich dahin 

20 auf und gelangte im 10. Monat nach dem Palast des 
Khan's. Dem König nebst der Königin erteilte er den 
Abhisheka, steigerte das Wohl des Nächsten unermess- 
lich und kehrte dann nach Tibet zurück. Darauf machte 
er sich auf nach dem fünfgipfligen Berge, ging alsdann 

25 nach dBus und wirkte für das Heil der Lehre und der 



1) Tib. Kor-lo sdom-pa dril-bu lugs-kyi dban; lugs 
= skr. matam°s. M. Tib. 61, 13 = M. 66, 13. 

2) Skr. Kumarabodhi. 

3) Tib. lun-sde bii. 

4) S. oben p. 166, 11-16. 



— 169 — 

Wesen, brach wieder nach China auf und verschied im 
56. Lebensjahre, im Erde-Hasen- Jahr (1338). Danach 
zeigte der Dharmasvämin (d. i. eben der hingeschiedene 
Ran-byun rdo-rje), dass er in der Mondscheibe 
weile, und darob wurde der Khan mitsamt seinem Ge- 5 
folge sehr gläubig. 

Dessen Inkarnation war der Dharmasvämin 

Rol-pai rdo-rje 1 ). 
Als dieser rJe-btsun infolge des ihm bei seinem Aufent- 
halte in der Tushita-Region von Bhagavant 2 ) Mai- 10 
treya erteilten zwingenden Auftrages in den Mutter- 
leib eintrat, ertönten die Laute des Mani 3 ). Im Eisen- 
Drachen-Jahr (1339) wurde er geboren, und sogleich 
Hess er das Mani und, in deutlichen Lauten, folgende 
Worte hören: „Ich bin eine Wiedergeburt des Karma 15 
Paksi. Wer mein Antlitz erschaut, wird nicht in die 
l08Hölle fahren. Auch nach oT'sur-p'u, Karma und dem 
Königspalast gehe ich der Reihe nach. Im Königspalast 
giebt es derer, die von mir zu bekehren sind, unermess- 
lich viele." Dann forderte er, um die übrigen gläubig 20 
zu machen, sie auf, ihm einige Einwürfe zu machen. 
Da baten sie sich Wein aus und sagten: „Bitte, nimm 
davon! Giebt es in der Tushita-Region etwas Der- 
artiges?" — „„Etwas Berauschendes von dieser Art 
giebt es nicht; Nektar giebt es. aa — „Giebt es in der 25 
Tushita-Region auch nichts den Steinen des Menschen- 



1) S. oben p. 167, 1—3. 

2) Tib. bCom-ldan- das. 

' o 

3) D. h. das 'Orp ma-ni pad-me hüni. 



— 170 — 

reiches Aehnliches?" — „ ^Alle Steine sind aus Edel- 
steinen gemacht." u Danach hörte er bei dem rTogs-ldan 
mGron rgyal-ba 1 ) die Vafitä, „die sechs Lehren 
des Näro" 2 ) und viele andere Utsa- und Sampanna 
5 (-Krama's). Bei dem Lama Ses-rab dpal 8 ) hörte er 
die Belehrung Ober den ganzen bKa- gyur und über 
viele Qästra's. Ebenso hörte er von vielen anderen 
Lamen zahlreiche Lehrvorträge. Hierauf folgte er einem * 
Rufe nach oT'sur-p'u, Hess sich von dem Upädhyäya 

10 Don-grub dpal 4 ) in den Priesterstand aufnehmen und 
erhielt den Namen Dharmakirti. Bei ;'Yun ston-pa 
hörte er u. a. die Vajramäläva^itä 5 ). Im 18. Lebens- 
jahre (1356) wurde er von dem vorher genannten Upä- 
dhyäya ordiniert und förderte das Wohl des Nächsten. 

15 Darauf folgte er im IS). Jahre (1357) einem Rufe des 
Mongolenkhans T'ogan T'emur 6 ) und seines Sohnes 
und steigerte selbstlos das Wohl des Königs und seines 
Gefolges sowie des Nordlandes unermesslich. Nach Karma 
zurückgekehrt, förderte er das Wohl der Lehre und der 

20 Wesen. Auf eine erneute Berufung des vorher erwähnten 
Khans ging er im Eisen -Mause -Jahr (1359) nach der 
Stadt Tai tu. Da machte er den Khan samt seinem 
Gefolge durch das blosse Anschauen seines Gesichts und 
die Anhörung seiner Rede starkgläubig. Namentlich 



1) Skr. Nathajin a. 

2) N&roi c*o9 drug. 

3) Skr. Prajnä^ri. 

4) Skr. Sidd här tha^ri. 

5) Tib. rDo-rje p c ren-bai dbai'i. 

6) S. oben pp. 166, 19. 167, 1—3. 



— 171 - 

dadurch, dass er dem Könige und seinem Sohne die 
Yoginiva^itä 1 ), die Jinasägarava^itä 2 ), „die sechs 
Lehren des Näro über die Methode der (rich- 
tigen) Mittel 3 )" u. a. m. übermittelte, befestigte er un- 
ermesslich viele mongolische und sonstige Grossen und 5 
109 Präfekten in der allerhöchsten Bodhi 4 ). Auch linderte 
er Hungersnot, epidemische Krankheiten u. s. w. und be- 
glückte dadurch das Königreich. Daher wurde er 'der 
segensreiche Lama' genannt. Dann ging er nach Tibet 
zurück und bewies den Geistlichen von dB us und io 
j'Tsan seine Verehrung und errichtete eine sehr grosse 
Statue des Mahämuni 5 ), deren Breite vom rechten 
bis zum linken Ohr elf Klafter betrug. Durch dies 
und anderes erwies er der Lehre grosse Dienste. Im 
44. Lebensjahre, im Wasser-Schweine- Jahr (1382), ging 15 
er zur Seligkeit ein. 

Dessen Inkarnation war der Dharmasvämin 

De-bzin /$egs-pa. 
Im Holz-Mause-Jahr (1383) geboren, erörterte er im 
2. Lebensjahre (1384) ausführlich die Abhijnä 6 ) und 20 
zeigte viele Zauberkünste. Als er auf einen Stein stieg, 
erschienen seine Fussspuren leuchtend. Als er das 4. Jahr 
* erreicht hatte (1386), machte er dem Dharmasvämin 

1) Tib. rNal- byor-mai dban. 

2) Tib. rGyal-ba rgya-mt'soi dban. 

3) Tib. T'abs-lam Näroi cos drug. 

4) Tib. Bla-na mod-pai byan-c'ub-tu nes-par mdsad. 

5) Tib. T'ub-pa c'en-po; eine Bezeichnung Buddha's, 9. Böht- 
lingk s. v. Mahämuni. 

G) Tib. mnon-par mk yen-pa. 



— 172 — 

mK'a spy od -pa 1 ) seine Aufwartung und hörte bei 
ihm die Vajramäläva<?itä u. a. m. Von dem Maho- 
pädhyäya bSod-nams bzan-po 2 ) liess er sich in den 
Priesterstand aufnehmen, und es wurde ihm der Name 
5 Cos- d pal bzan-po 3 ) gegeben. Im Gebiete von Karma 
drehte er das Rad der Religion. Im 20. 4 ) Lebensjahr, 
im Pferde-Jahr (1401) 4 ), wurde er von dem vorher er- 
wähnten Upädhyäya ordiniert und förderte das Wohl 
des Nächsten. Einem Rufe des erlauchten Kaisers Yun 

10 lu aus der Dynastie Tai Min leistete er Folge. Zu der 
Zeit liess er das Land der Chinesen von Lust erfüllt 
sein, im Schauhause sich eine Regenbogen-Säule auf- 
richten, zwischen den Wolken Buddha und die Bodhi- 
sattva's leibhaftig erscheinen und die Götter-Söhne und 

15 -Töchter vom Himmel her leibhaftig Huldigungsgaben 
darbringen und zeigte noch unermessliche andere Zauber- 
werke und Wunderzeichen. Dadurch steigerte er bei 
dem Grosskönig und seinem Gefolge den Glauben ausser- 
ordentlich und brachte sie so auf den rechten Weg. 

20 Vom Kaiser erhielt er den Namen De-bzin ysegs-pa. 
Wunderbare, hervorragende Grossthaten vollbrachte er 
hundert und acht an der Zahl. Nachdem er die Be-||0 
kehrungsbedürftigen auf den rechten Weg gebracht, 
kehrte er nach Tibet zurück. Dort lehrte er grosse 



1) Skr. Kbasarpana, s. oben p. 109, n. 4. 

2) Skr. Punyabhadra. 

3) Skr. Dharmacribhad ra. 

4) Hier muss ein Verschen vorliegen; denn i. J. 1401 stand De- 
bzin ysegs-pa erst im 19. Lebensjahr, da er 1383 geboren wurde 
(s. oben p. 171, 19, bestätigt durch R. 62). 



— 173 — 

Guru's, weltliche Grosse u. a. die Religion; dadurch wurde 
sogar die Zahl der zur Reife und zur Erlösung gebrach- 
ten Laien unfassbar; (aber auch) zahlreiche kenntnis- 
reiche Schüler gingen von ihm aus. Im 32. Lebensjahre, 
im Feuer-Schaf-Jahre (1426) 1 ), ging er zur Ruhe ein. 5 

Es folgte seine Inkarnation, mT c on-ba don-ldan 2 ), 
dann C'os-grags rgya-mt'so 3 ), Mi-bskyod rdo- 
rje 4 ), dBan-p c yug rdo-rje 5 ), Cfos-dbyins rdo-rje 6 ), 
Ye-ses rdo-rje 7 ), Byan-c'ub rdo-rje 8 ) und bDud- 
btul grags-pa rdo-rje 9 ), von denen jeder die In- 10 
karnation des Vorhergehenden w r ar. Alle diese berühmten 
Lamen förderten das Wohl der Lehre und der Wesen 
in hohem Masse. 

* Von des T c ams-cad mk c yen-pa Sa-skya Pandita 

Kun-dga rgyal-mtfsan, 15 

Des Dharmasvämin oP'ags-pa Blo-gros rgyal-mt'san 
Und des Kun-mk'yen C'os-sku <od-zer und seiner 

Söhne und Enkel 



1) Statt me-lug-gi lor (Text p. 110, 4) muss es heissen: sin- 
lug-gi lor, ( im Holz-Scliaf-Jahr' (1414), da die Ansetzung des Todes 
des De-bzin ^segs-pa im 32. Lebensjahr (= 1414; über das Ge- 
burtsjahr s. p. 172, ii. 4) durch R. 64 bestätigt wird. 

2) Etwa = skr. Darcanärthin. 

3) Skr. Dharmakirtis&gara. 

4) Skr. Akshobhyavajra. 

5) Skr. Icvaravajra. 

6) Skr. Dharmadhätuvajra. 

7) Skr. Jnänavajra. 

8) Skr. Bodhivajra. 

9) Etwa = skr. Vinitam&rakirti vajra. 



— 174 — 

Hehrer Tugend einen Teil als durchaus vollkommen 

helles Licht besitzend, 
Beriefen sie der irdische Brahman 1 ), der Dharma- 

räja, 1 ), samt Söhnen und Enkeln 
5 Mit von gläubiger Verehrung erfülltem Sinne durch 

Eilboten. 
Da verbreiteten sie in diesem Lande hunderttausend 

kühle Strahlen der Erklärung, Disputation 

und Schriftabfassung, 
10 Ueberwanden der verfallenden Menschheit Glut, Leiden- 
schaft und Verblendung, 
Vergrösserten den Freudenhain der ganzen Muni- 

Lehre beträchtlich 
Und steigerten so das Freudenfest des Heils und 
V) Segens der Wesen. Diese Gutthat 

Gereichte allen Nachfolgern auf dem Wege zur Bodhi 

zu schier unermesslich 
Grossem Segen. Der Gedanke an die Art wie dies 

geschah erweckt herzliche Verehrung. 
20 Diese Verse enthalten das Resume jenes Zeitraumes. Ill 



Des Gottes, der die Kenntnis, Liebe, Fähigkeit 
der Jina's der drei Zeiten in Eins ver- 
eint besitzt 2 ), 
Des Schützers der drei (Wesens-) Klassen 2 ) fernere 
25 Inkarnation w r ar der Herr bTsori-k'a-pa; 



1) D. i. C* i n g i 8 Khan, s. oben p. 105, 12 und n. 3. 

2) D. i. Maiijaghosha; vgl. oben p. 1 19,20-21. 120,17—18. — 
J.A.S. Beug. 1882, p. 53, 10—11. 



— 175 — 

Wie das Kleinod seiner durch unentstellte Ausübung 

unvergleichlich schönen dGe-lugs-pa- 

Lehre in diesem Lande sich ausbreitete, wird in 

diesem (Abschnitt) erzählt. 

Zweiter Abschnitt. 5 

Specielle Geschichte des Kleinods der Lehre des O jam-mgon 
rGyal-ba ^nis-pa, des grossen bTsori-ka-pa. 

Im Manju^rimulatantram findet sich eine Stelle: 
„Wenn ich ins Nirväna eingegangen sein werde, 
„Und dieses Erdenrund leer sein wird, ' 10 

* „Wirst du in Knabengestalt die Buddha-Thaten voll- 
bringen, 
„Dann wird ein von hoher Freude erfülltes grosses 

Kloster 
„Das Schneeland sein." 15 

In diesen Worten ist sehr deutlich prophezeit, dass in 
Tibet der eine Jinapitar 1 ), Manju^rlbhattäraka, die 
Lebehsweise eines gewöhnlichen Bhikshu 3 ) annehmen 
und die heilige Religion verbreiten und dadurch Buddha's 
Thaten vollbringen werde 8 ). Dementsprechend war der 2o 
Lebenslauf dieses Herrn folgender; ^ri-Guhyapati- 
Vajrapäni sagte zu dem Mahopädhyaya Las-kyi rdo- 
rje 4 ): „Nicht einmal ich, Vajrapäni 5 ), vermag ein 



1) Tib. rGyal-bai yah ycig. 

2) Tib. dGe-slon, s. M. Tib. 259, 4 = M. 270, 4. 

3) Nämlich in einer Inkarnation. 

4) Skr. Karmavajra. 

5) Tib. Lag- na rdo-rje. 



— 176 — 

Ende der Tugenden des Matibhadra zu erkennen." 
Wie sollten also andere imstande sein, sie zu schildern? 
Gleichwohl will ich, entsprechend den Worten des rJe 
rin-po-ce selbst: 

5 „Zuerst hörte ich fleissig lange Vorträge, 

„Dann erschien ich beim Unterricht in den Quellen- 
schriften, 
„Zuletzt sann ich bei Tag und Nacht fortwährend nach; 
„Alles aber will ich der Verbreitung der Lehre weihen", 112 

lo seinen Lebenslauf mit Berücksichtigung der allgemein 
verbreiteten Bekehrungsgeschichte erzählen. 

Dieser Herr wurde nach Verlauf von 2191 Jahren, 
seitdem Buddha den Schein des Einganges ins Nirväna 
geboten, in dem j'Ser-op'yun 1 ) benannten (weiblichen) 

15 Feuer- Vogel-Jahre des 6 Cyklus (1356) in Ober- m Do, 
in rTai c'ol-k^i 2 ), einem der drei C'ol-k'a's von Tibet 8 ), 
in dem von den zehn Tugenden erfüllten Orte bTson- 
k'a, im Geschlechte der Mal als Sohn des Klu- bum 4 ) 
und der Sin-bza *a cos unter zahlreichen Wunder- 

20 zeichen geboren. Aus dem nach Abschneidung der 
Nabelschnur hervordringenden Blute spross ein weisser 
Sandelbaum auf; auf jedem seiner Blätter befand sich 
das Bild des Jina Simhadhvani 5 ), im ganzen ein- * 
hunderttausend. Von diesem Phänomen ausgehend, baute 

25 man die Stelle zu einem Caitya 6 ) aus, und jetzt heisst die- 

1) Skr. Hemälambin, s. Foucaux 152. 

2) mDo-smad rTai col-k'a. 

3) Bod c'ol-ka ysum. 

4) Skr. Nägalaksha. 

5) Tib. Seii-gei na-ro, 8. J. A. S. Beng. 1882, p. 53, 8—9. 

6) Tib. mc'od-rten. 



— 177 — 

selbe sKu-obum 1 ). Im 3. Lebensjahr (1358) nahm er 
bei dem Dharmasvämin Karma-paRol-pai rdo-rje 
das Upäsaka-Gelübde bei der Ordination auf sich, und es 
wurde ihm der Name Kun-dga sfiin-po 8 ) gegeben. 
Zu dieser Zeit däuchte es dem Dharmasvämin im Traum, 5 
als ob in diesem Lande ein sehr grosser Sandel-Paradies- 
baum emporgewachsen sei, und zahllose lebende Wesen 
in seines Schattens Kühle ausruhten. Er prophezeite 
den Eltern: „Dieser Knabe wird einst einen hohen Rang 
einnehmen und ein grosser Bodhisattva werden; darum, 10 
meine Teuren, thut was dabei von Nutzen ist. In kurzem 
wird aus dem nach Abschneidung der Nabelschnur her- 
vorgeströmten Blute ein herrlicher Paradiesbaum empor- 
wachsen, und dieser Baum wird in Zukunft den Wesen 
zum Segen sein." Im G. Lebensjahre (1361) trat er dem 15 
Dharmasvämin Don -grub rin-ccn-pa 3 ) vor Augen. 
Dieser Dharmasvämin nun Hess ihn, da er ihn für würdig 
erachtete, zum Eintritt in das Mantra- und Vajra-Yänam 
113 heranreifen und gab ihm den Geheim- Namen Don-yod 
rdo-rje. Nach Verlauf von 7 Lebensjahren (1362) trat 20 
er, indem der Dharmasvämin Don-grub rin-c'en-pa 
als Upädhyäya und yZon-nu by a n -cub als Acärya 
fungierten, aus dem Heim in die Heimatlosigkeit, in den 
Priesterstand, nahm das Gelübde der ersten Stufe, als 
(^rämanera, rite auf sich und erhielt den Namen Bio- 25 
bzan grags-pai dpal 4 ). Indem dieser Lama den 



1) D. h. 'die hunderttausend Bilder 9 . 

2) Skr. A nandagarbha. 

3) Skr. Siddhärtharatnaka. 

4) Skr. Matibhadrakirti^ri. 

12 



— 178 — 

Herrn von Kindheit an zu sich heranzog und ihm bei 
seinem Eintritt in den Priesterstand die Mahnung zu 
hören und nachzudenken gab und auch seinem Fort- 
gang nach dB us eifrige Förderung zu teil werden Hess, 

5 machte er ihn zu dem einzig dastehenden segensreichen 
Lama. Dadurch dass er schreiben und lesen lernte, 
prägten sich ihm alle Wissenschaften ohne Schwierig- 
keiten ein. Nachdem er das 17. Lebensjahr erreicht 
hatte (1372), ging er, um ein Geschenk von Subhäshita's 

10 in Empfang zu nehmen, nachdem ihm der Upädhyäya * 
seine Huld bewiesen, nach dem Lande dB us. In Bri- 
gun tel hörte er bei sPyan-sna C'os-kyi rgyal-po 
die ^Erweckung des Sinnes" 1 ), den „Besitz der 
fünf MahämudräV 2 ) u.a.m. Bei dem Nebengeist- 

15 liehen 8 ) Lama Kun-blo bya-ba hörte er die Vajra- 
mäläva^itä mit absoluter Vollkommenheit. Dann ging 
er nach der grossen Schule bDe-ba-can in sNe-t'ari 
und widmete sich der mT'san-fiid-Partei. Bei dem 
heiligen Lama bSod-nams rgyal-mt'san hörte er 

20 die Einweihung in den Manjughosharapacana 4 ) und 
die Einweihung in die Samvaraghantä^arirama- 
ndalava^ita 5 ) und den Panjaranätha 5 ). Im 19. Lebens- 
jahr (1374) machte er in Gegenwart von Gelehrten die 



1) Sems-bskyed. 

2) Tib. P'yag-c'en lria-ldan, vielleicht aber ist dies = skr. 
Paricam ah&mudrikä. 

3) Zur 0*08- pa. 

4) Tib. Jam-dbyaiis 'Arapatsanai rjes-vnan. 

5) Tib. bDe-mc'og dril-bu 1 us-dk y il-gyi dban dan G ur- 
nig on (= Gur-gyi mgon-po)-gyi rjes-ynan, vgl. oben p. 109 fg., 
n. 6 u. 7. 



— 179 — 

^ri-Guhyakllapäramitä 1 ) zum Schulthema und riss 
dadurch den Berg des Dünkels aller Gelehrten nieder. 
Danach wurde dadurch, dass er in dpal-ldan Sa-skya, 
bZan-ldan und Dam-rin die Päramitä zum Schul- 
thema machte, gleichsam die Fahne seines Ruhmes auf- 5 
gepflanzt. Hierauf ging er nach rTse-c'en in Ober- 
Nan und hörte bei dem Haupte der mK'as-pa^s 2 ), Na- 
U4dpon kun-dga dpa-ba, ein einziges Mal den klaren 
Vortrag der Päramitä und wurde dadurch hocherfreut. 
Zu dieser Zeit war auch rJe-btsun Red-mda-pa aus 10 
Sa-skya nach rTse-c'en zu Na-dpon-pa gekommen. 
Durch die Wirkung einer früheren (Handlung) hatte er 
einen Menschenleib angenommen. Durch die einmalige 
Anhörung des Vortrages des Ko$a 3 ) wurde bTson-k'a-pa 
hochbefriedigt, und es entstand in ihm ein fester Glaube. 15 
Nachdem der Sommer-Kursus in rTse-c'en absolviert war, 
gingen Lehrer und Schüler zusammen im Herbst mitten 
im Kursus nach bSam-glin in Ober- Nan und hörten 
bei Red-mda-pa den Vortrag des Madhyamävatära 4 ). 
Bei dem Herrn 5 ) K'yud-po lhas-pa hörte bTson- 20 
k'a-pa unter anderem die Mitra<?atakamahäva<?itä 6 ). 
Im 30. Lebensjahre (1385) wurde er in rNam-rgyal in 
Yar-lun, indem der Upädhyäya von Jo-ydan t'sogs- 

1) Tib. dpal-ldan ySaii-p'ur p'ar-p'yin -gyi grwa-skor mdsad; 
p'ur = skr. kila s. M. Tib. 188, 152 = M. 197, 153. 

2) mK'as-pai dbafi-po. 

3) Tib. mDsod. 

4) Tib. dßu-ma jug-pa; im Tanjur enthalten, 8. Tftr. Ueb. 
148. 174. 322. Tanjur-Index: A. G. II 367, no. 61. 

5) rJe. 

6) Tib. Mitra brgya-rt9ai dbaii-c'en. 

12» 



— 180 - 

pa, T'sul-k'rims rin-e'en, als Upädhyäya, der Upä- 
dbyäya von Bye-rdsin, Ses-rab mgon-po 1 ), als * 
Aeärya, und der Vorsteher 2 ) bSod-nams rdo-rje 3 ) 
als Raho'nu^asaka fungierten, ordiniert und wurde das 

5 Scheiteljuwel der Vinayadhara's. In yDan-sa t'el 
hörte er bei sPyan-sria Grags-pa byan-cub 4 ) die 
Unterweisung in den „Sechs Lehren des Näro" 
u. a. in. Im Tempel Ke-ru hielt er vor T'sa-k'o 
d p o n - p o und vielen anderen Pitakadhara's eine 

10 Predigt über die Vier Grossen Kasteiungen 5 ), in sKyid 
sod t'sal gewährte er eine Uebersicht und einen Ein- 
blick in den bKa- gyur, in 1 Ha- s a trug er die grossen 
Wunschgebete ffir die (verschiedenen) Krankheitsarten und 
in bDe-ba-can viele Lehren vor. Vor allem aber war 

15 seine Predigt in bKra-sis yd on, einer Stadt in Mon, 
vor einem Meere gleichsam von Gelehrten, wobei er 
mit fünfzehn indischen Sprachen gleichzeitig den Anfang 
machte, die hervorragendste von seinen Leistungen. Auf 
diese Weise schloss er sich vielen Gelehrten von dB us 

20 und yTsan an, studierte dadurch die heilige Religion 
in weitem Umfange, nämlich ebensowohl die Profan- 
wissenschaften wie die Unterweisung in dem Tripitakam 
und den Vier Klassen der Tantra's, und dadurch kam 



1) Skr. Prajriänfitba. 

2) dHu-mdsad. 

3) Skr. Punyavajra. 

4) Skr. Kirtibodhi. 

f>) dKa-cen bzi = skr. catväri mahäkricchi&ni (catväro mah&- 
kricchrns) oder catväri mahätnp&ipsi; dka = skr. kricchra(m) s. M. Tib. 
120, 83 = M. 126, 83, Jäschke s. v.; dka = skr. tapas s. Jäschke 
s. v. (vgl. auch M. Tib. 79, 9 = M. 84, 9). 



- 181 — 

er tüchtig empor. Darauf hörte er bei Manjughosha- 
bbattäraka, der als Mädhyamika-Lama brTson-ogrus 

H5seh-ge Menschenleib angenommen hatte, viele tiefe 
Lehren. Da sagte der rJe-btsun: „Von nun an richte 
deine Gebete an den von dir in einer Person erwählten 5 
Lama und Schutzgott; beseitige die früher angehäuften 
Sünden und Fehler und trachte nach der Anhäufung 
und Ausübung einer immer mehr und mehr zu er- 
höhenden grossen Summe von Tugend; schliesse dich 
der Klasse der Mahäyänisten an und stelle über den Sinn 10 
der Stitra's, der Tantra's und der Kommentare insgesamt 
die drei Untersuchungen dreimal genau an und präge ihn 
dir ohne Unterlass ein! Dann wirst du dir in kurzer 
Zeit das Wesen der Doktrin durch und durch erwerben, 
sowie auch eine unbeirrte Sicherheit in dem vollständigen 15 
Sinn der Sütra's und Tantra's." Diesen Worten ent- 
sprechend verfuhr (bTson-k'a-pa) mit Eifer, und nach- 
dem er das Gedankenwerk Nägärjuna's und seiner 

* Jünger als untrüglich erkannt hatte, entstand in ihm 
die tiefe madhyamistische Anschauung. Bei dem Mahä- 20 
siddha von lHo-brag, Nam-mk'a rgyal-mt'san, so- 
wie bei dem Mahopädhyäya von Bra- gor, Cfos-skyabs 
bzan-po, hörte er den „Kreis der Vorschriften" 1 ), 
prägte sich dieselben ein und Hess alles Pravacana's in 
den Vorschriften gehörig hervortreten. Danach sprach 25 
Manjughoshabhattäraka: 

„Diesen wilden, schwer zu zähmenden Geschöpfen 
„Zu predigen, wie könnte das grossen Segen bringen? 



1) bEa-vdams-k ji skor. 



— 182 — 

„Darum denke daran, dich der Meditation zu widmen 

und der Einsamkeit zu ergeben 
„Und so den Weg zum eigenen Glück und dem des 

Nächsten zu finden' 1 
5 und: „Wenn auch von jetzt an gepredigt würde, würde 
sich keine als segensreich erscheinende That ereignen. 
Darum nimm eine Weile das Asketentum auf dich, er- 
gieb dich der Einsamkeit und mache die Meditation zur 
Hauptsache ! a Mit diesen Worten ermahnte er ihn, sidi 
10 der Meditation zu befleissigen. Infolgedessen trat er in 
seinem 36. Lebensjahr (1391) mit dem von seinem 116 
Schutzgott (Manjughosha) in der Prophezeiung an- 
gegebenen Gefolge von acht Männern als Dienern, näm- 
lich dem Lama Jam dkar-ba, dem rTogs-ldan Jam- 
15 dpal rgya-mtso und anderen Heiligen, in das Asketen- 
tum ein. Sie gingen nach ^01- k c a und blieben im Winter 
und Frühling in Cos -hin in 01-k'a. Alle Meister und 
Schüler ergaben sich einem an Kasteiungen 1 ) reichen 
Leben und befleissigten sich emsig der Ansammlung und 

DO © 

20 Ausübung der gesamten vier Kräfte 2 ). Auch rJe rin- 
po-c'e selbst legte hundert Geständnisse von Sünden ab 
und verrichtete bei der Darreichung des Mandalam und 
sonstigen Gelegenheiten schwere Bussübungen. Auch 
dem Maitreya von rDsiri-p'yi machte er seine Auf- 

25 Wartung. Dann ging er nach rGya-sog p'u in sMan- 
1 uii. Da schaute er des Manjughoshabhattäraka voll- 



1) dKa-t'ub = skr. tapas, p. M. Tib. 79, = M. 84, 0. 

2) sTobs bzi t'san-ba. 



— 183 — 

endete Majestät, umgeben von Nägärjuna, Asanga 1 ) 
* und vielen anderen Pandita's, und von Indrabhüti 2 ), 
Sarah a und vielen anderen Mahäsiddha's; ferner zeigten 
sich an jenem Orte unermessliche Erscheinungen. Indem 
er so die Standarte der Meditation aufpflanzte, entstand 5 
in seinem Geiste ausgezeichnetes, unfassbares Verständnis 
der Tantra- Einweihung in viele Schutzgottheiten und 
Lamen 8 ) und anderer profaner und nicht profaner Dinge. 
Danach richtete Manjughoshabhattäraka die Aufforde- 
rung an ihn, dieses und jenes Qästram zu verfassen. 10 
Demgemäss fasste er die Quintessenz aller Sütra- und 
Mantra-Pravacana's 4 ) klar zusammen und verfasste die 
wunderbar grossartigen Darstellungen der Lehre: „die 
Bodhi-Weg- Stationen' 45 ), „die Geheimmantra- 
Weg- Stationen" 6 ) und viele andere Sütra- und Mantra- 15 
Texte, mündlich. Nachdem er diese durch die drei 
Prüfungen geläutert, wurden sie eine schöne Zier des 
Kleinods der Lehre. Im 53. Lebensjahre, im (weiblichen) 
Erde-Rinder-Jahr (1408), führte er das Grosse Beten 
von lHa-sa 7 ^) vom 1. bis 15. Tage des Co - pr u 1 - Monats 20 
117 ein, bescherte über achttausend Geistlichen Huldigungs- 
gaben in reicher Zahl und reformierte die über das ganze 
Gebiet des Kleinods der Lehre hin verbreiteten Gebete. 
Er gründete Brog Ri-bo ce dGe-ldan mam-par 

1) Tib. 1*0 gs -med. 

2) Im Text (p. 116, 10): 'Indrabhüti. 

3) Yi-dam-gyi 1ha dah bla-ma du-maa rgyud byin-gyis rlabs-pa. 

4) Tib. mDo-snags-kyi ysun-rab. 

5) Tib. By an -cub lam-gyi rim-pa, s. Verz. 412. 413. 

6) Tib. ySaii-siiags lam-gyi rim-pa. 

7) lHa-8a smon-lam c'en-mo. 



— 184 — 

rgyal-bai gliri, das die einzige Ausgangs- und Ur- 
sprungsstätte fur die Verbreitung und Ausdehnung der 
den goldfarbigen Kopfschmuck tragenden Sekte in allen 
Gegenden und Himmelsrichtungen wurde. Auch zeigte 
5 sich jener Klosterberg 1 ) von zahllosen leuchtenden, von 
selbst entstandenen Symbolen des Leibes, der Rede und 
der Gnade erfüllt. Nachdem er die Klosterstatte von 
dieser Art sowohl durch die Predigt des Kleinods der 
Lehre als auch durch Meditation sonnenhell erleuchtet 

10 hatte, geruhte er elf Jahre lang sie als Hauptresidenz 
innezuhaben. Im 63. Lebensjahre, im Erde-Schweine- * 
Jahr (1418), trug er unendlich vielen Pitakadhara's 
Byan-c'ub lam-rim, das Guhyasamaya-Samvara- 
t an tram 2 ), und unermessliche andere Schriften vor. 

15 Darauf erschien er vor dem Jo-bo rin-po-c'e, richtete 
in reichem Masse Ehrenbezeigungen und Gebete an ihn 
und sprach die Bitte aus, dass das Kleinod der Lehre 
lange Zeit bestehen möchte. Da ertönte laut vom Himmel 
her der Götter-Glocke 3 ) Schall, da kehrte er in seine 

20 Residenz dGa-ldan zurück. Dort gab er seinem Haupt- 
Jünger, dem rGyal-t'sab rin-po-c c e 4 ), ' Mütze und 
Pelzmantel, bestimmte ihn ausdrücklich für den Heiligen 



1) j/Nas-ri, offenbar mit Ri-bo dGe-ldan (wortlich: 'der Berg 
d O e - 1 d a n ') identisch. 

2) Tib. ^San- dus bDe-mc'og-gi rgy ud; (dpal-) ySan (-ba) 
o dus (-pa) 8. Pantheon no. 62. 68. — Kanjur-Index: A. G. II 299; 
Tanjur-Index: A. G. II 304, no. 21. 

3) Im Text (p. 117, 14): ganti statt ghanti. 

4) rGyal-t'sab: 'Vize-Herrscher, Stellvertreter in der Regierung 
(= skr. Yuvaräja, s. M. Tib. 178, 4 — M. 186, 4); Nachfolger', 
rGyal-t sab rin-po-ce: offenbar respektvolle Bezeichnung dieser Würde. 



— 185 — 

Stuhl und sagte zu ihm: „Zu Füssen des Sthavira 1 ) 
Rin-c'en rgyal-mt'san und anderer sitzend, erkenne 
dieses Verfahren und erwecke in dir den Sinn für die 
Bodhi!" Darauf verwandelte er sich am 25. Tage des 
10. Monats, in der Mitte des Morgens, in der reinen 5 
Residenz dGe-ldan, im ^Od-j'sal- Tempel 2 ) sterbend 
in den Dharmakäya und Hess dabei als Zwischenstadium 
einen Körper, der wie ein Trugbild des Sambhoga 
aussah 3 ), und als nächste Existenz leibliche Wieder- 
geburt in Tushita als Jinaputra 4 ) Jam-dpal snin- 10 
ll8po r> ) erstehen. In der Zukunft wird er in dem Adbhu- 
tavyühakshetram 6 ) als Jina Simhadhvani den 
Schein der Buddhawerdung bieten und das Phantom 
der zwölf Thaten zeigen. 

Ferner: Die durch die Predigt dieses Mahätman er- 15 
weckten Schüler, nämlich : die vier welche Lamen wurden : 
rJe-btsun Red-mda-pa u. s. w., der rGyal-t'sab Dar-ma 
rin-c'en, der Vinayadhara Grags-pa rgyal-mt'san, 
der Gelehrte dGe-legs dpal-bzan, Q Jam-dbyans 



1) Tib. j'Nas-brtan, M.Tib. 259, 20 = M.270, 20; Jäscbke 310 b . 

2) Tib. ^Od-ysal lha-k'aii. 

3) Bar- do loris-spyod rdsogs-pa sgyu-ma lfa-bui gku rab-bzei'is. 
Der Sinn ist: in dem Zwiscbenstadium (zwischen Tod und Wieder- 
geburt) glich sein Körper dem Sarabhogak&ya. 

4) Tib. rGyal (-bai) sras (s. M. Tib. 19, 5 = M. 22, 5), eine 
Bezeichnung der Bodhi9attva's. 

5) Skr. Maiijucrigarbha. 

6) Tib. No-mt'sar rmad-byun bkod-pai Jin; rmad-byun 
(= no-mt'sar rmad-byun) = skr. adbhuta s. M. Tib. 58, 11 = 
M. 62, 11. 



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/i „r'ri^l nach /I*:* Lehrer* Sütrcn rü^ Pr«r«liat ei>ehallen 



I; Skr. M ii ii j ugh o>»h a- I)li a r ma«! i ä min. 
^ Skr. M A i t r <• y a - \) h a r rn a » v a rn i n. 
«)y Hk r, S i d rj h a » a i\i % h a. 
4; tSk r. M a n j u <; rin/tgar a. 

i*;; A.)om-|m ymun-xy'i t'Hul-k'rimft = »kr. trisainvara«.ilam. 
.1; Kky.fH-!Hi ^»uin-gyi lanirim. 

7) 'lit;. Kirn-pa viiift-kyi mal- byor; gcnjcint int der Utsakrama- 
yotf/i mill der Siii|i|iaiiiiakrariiay(»gu. 
H) Tib, K un-d^a-lM). 
II) (ii'iiicinl. in. dim KlontiT d( J <»- 1 d a u. 



— 187 — 

„Im Tempel Ka-ba sin lo-can 
„Wird er meinen beiden Körpern 
„Einen Hauptschmuck darreichen und Verehrung erzeigen 
„Und die Bitte an mich richten, 
119 „Dass die Lehre tausend Jahre währen möge. 5 

„Aus diesem (irdischen Sein) entschwindend, wird er 

in des Nordostens 
„Schöner Adbhutavyüha-Welt 
„Als Simhadhvani erscheinen. 

„Dort wird er gläubig werden und dort wieder- 10 
geboren werden; 
„Dieses Paradies ist bei weitem das herrlichste" — 
ferner eine Stelle aus dem Padma bka-cems: 

„Des Manjughosha Inkarnation, der Herr der 

Lehre für die VineyaV), 15 

„Der Bekenner der Stitra- und Mantra-Lehre, mit 

Namen Blo-bzari Grags-pa, 
„Der die Geheim-Mantra's so lehrt, dass sie über 

acht Menschengenerationen hin reichen, 
„Wird, wenn er aus diesem Kshetram entschwunden 20 

sein wird, zu Maitreya eingehen; 
„Dessen Stammhalter wird in einer Lebensperiode 

Buddha sein" — 
* und endlich ein Ausspruch des <?rl-Vajrapäni; [es 
sprach nämlich] '25 

„Guhyadhara 2 ) zu Karmavajra: 
„ c Es ist eine direkte Wirkung aus früherer Zeit: 

1) D. h. 'Zögling, Schüler 9 ; tib. j/dul-bya-ba, sonst ydul-bya, 'der 
zu Bekehrende, Bekehrungsbedürftige' (s. oben an vielen Stellen). 

2) Skr. j/Saii- o dsin = ySaü- dsin bdag-po (skr. Guhya- 
dharapati); vgl. oben p. 77, n. 3. 



— 1%8 — 

..'•l)\(:r(;r filo-bzaii {jra^B-pa. 
„ ; Der aller Uuddha's Inkarnation i*t. 
./Krklärte, nachdem er den Körper de> Mahapandita 

rGvaii angenommen. 
5 „'Den Sinn der Sutra* und Mantra.*: 

„'Darum erlangt er ganz »icher die Buddhaschaft. 
„'In den Ländern Indien. China, Nepal 
,,'Lnd dB us, yTsan, in Do und K'ams 
„'Leitet er, nachdem er die Wiedergeburt erlangt hat, 
10 alle Wesen 

„'Auf den Pfad der Erlösung: 120 

,,'oJam-pai dbyans 1 ), sein Schutzgott, 
„'Ist grösser als dIJyans-can-ma 2 ) 3 ,; 

„'Darum erlaugt er ganz sicher die Bodhi. 
\b „'Hervorragende Schüler scharen sich um ihn; 

„'Wenn er diesen (irdischen) Leib verlässt, wird er 

in Tushita 
„'Zu Maitreya eingehen und (bei ihm) die Religions- 
lehre hören; 
20 „'Als oJani-dpal sfiiri-po, 

„'Von Liebe zu allen Wesen erfüllt, 
„'Krreicht er das Ziel: Da^abhumi/* 
Ferner entspricht die Art, wie er, solange die Lehre be- 
steht, in verschiedenen Inkarnationen für das Heil des 



1) Skr. Manjnghosha. 

2) Skr. Saras vati. 

8) Di« beiden Glieder des Vergleiches erhalten in dem sich 
wiederholenden Worte dbyans auch noch einen äusserlichen Ausdruck 
ihrer Zusammengehörigkeit. 



— 189 — 

Nächsten wirkt, folgender Stelle aus dem „Buche der 
Vorschriften" 1 ): 

„Ein und dieselbe heilige Inkarnation von mir 
„Nimmt bald das Wesen eines Bhikshu an 
„Und hat als solcher dieses Kloster inne; 5 

„Bald nimmt sie die Gestalt eines Kindes an; 
„Bald ist die Gestalt eines armen Bettlers, 
„Bald die Gestalt eines Vierfüsslers, Vogels, Hundes, 
* „Bald die Gestalt eines Gebetlautes, 

„Bald die Gestalt einer einzelnen Buchstabenform 10 

„Der berühmte Bhikshu. 

„Solange die Lehre besteht, erscheint er immer und 

immer wieder." 



Derjenige, welcher die Lehre dieses Jam-mgon 

rGyal-ba j'fiis-pa in China zuerst verbreitete, war 15 

der Mahäpurusha 

Byams-cen C'os-rje. 

Dieser wurde in dem Sitz des Herrschers von Zan 
ogro-ba, dem zu T*sal guri-t'an 2 ) gehörigen Dorfe, 
geboren. Von klein auf Hess er häufig Worte der Er- 20 
innerung an frühere Existenzen hören. Nachdem er 
seine Liebe zum heiligen Stande sorgfältig geprüft hatte, 
trat er an die Pforte der Buddha-Lehre, Hess sich in 
den Priesterstand aufnehmen und erhielt den Namen 
Qäkya ye-ses 3 ). Von da an gab er durch Muni-Buss- 25 



1) bKa-vdams glegs-bara. 

2) Oder: 'zum Haine Guh-t'an'? 

3) Skr. (päkyajiiäna. 



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der Sohn de* MonzoJer;kha:i- Togari Teiuur. der chi- 

l'ß n^M^:\$t' Kai-^r Yuj'i hi* a«i* d-rr Tä M::*i-Dvr.astie — 

irn Kinklari^ mit d^n Au^-prilch^ii de^ Lehrers Buddha: 

.-Obwohl ich in allen Kalpa\ in den drei Zeiten 

„l>i': dn;i Kleinodien verehrt 

„1,'nd da-, Lehen von zehn Millionen lebender Wesen * 
JW he»ehntzt habe. 

„Krlan^e ieh in diesem Leben nicht die Buddhaschaft. 

„Hingegen, wenn ich dein Lama Gunasägara 

„hurrJi mein gläubiges Gemüt Freude bereitet habe, 

\) h<io ''Himi, nach Jäschke 115 ]| 4 the three media or spheres of 
moral nrfivily: /m«, /i////, »//>/, action, word and thought'. 

% l) Wörtlich: 4 or hclilos» sich dern Fusslotus (zabs-pad = skr. 
pAdapadfiia) virler Freiitidif an*, vgl. oben p. 2, 4 — 5 und n. 6. 

;i) Skr. M ill apt ajiiil. 

4) h/i -h i'icy A-pn. 

U) Skr. < J ii h )• a h a rn a y a p a n c a k r a m a. 

r.) S. oben p. (58, 19 — 2Ö. 



— 191 - 

„Werden mir die besten wie die alltäglichen Eigen- 
schaften 
„Jn diesem Leben sicherlich die (Buddhaschaft) aus- 
wirken", 
und ferner: 5 

„Durch Hören gelangt man zur Kenntnis der 
Schriften, 
„Durch Hören wendet man sich von der Sünde ab, 
„Durch Hören giebt man das Unnütze auf, 
„Durch Hören erlangt man das Nirvana" — 10 

die Segnungen des Anschlusses an einen Kalyänamitra und 
der Anhörung der Religion. Er beabsichtigte daher, aus 
dem Gletscherlande einen zum Opferpriester geeigneten 
heiligen Mahäpurusha zu berufen. Als er nun des rJe 
rin-po-c e Ruhm vernahm, sandte er Eilboten mit vier 15 
Tä zin 1 ) an der Spitze ab. Als die nun nach Tibet 
kamen, trat rJe rin-po-c e in eigener Person zunächst 
122 an die hochheilige Grenze und gewährte ihnen eine 
Audienz. Darauf Hess er den Meister 2 ) Nam-mk'a 
bzan-po-pa 3 ) und andere, voran den Fürsten Grags- 20 
pa rgyal-mt'san-pa 4 ), als Unterhändler holen. Da 
vergossen die Gesandten Thränen und trugen ihre Bitte 
mit grosser Dringlichkeit vor. Infolgedessen gewährte 
er den Gesandten, als sie nach Se-ra kamen, eine 
(zweite) Audienz und nahm denn nun die Aufforderung 25 
und die Menge Geschenke Sr. Majestät des Kaisers, 



1) Chin.ta zin, 'great men, (His) Excellency, Sire 1 (Eitel 688 a . 962 a ). 

2) dPon. 

3) Wohl = skr. Äkä^abhadraka. 

4) Wohl = skr. Ya 901I h vaj in ; oder K ir tidhvajin? 



— 192 — 

welches beides sie ihm überbrachten, entgegen. Er ent- 
schied sich jedoch, nicht zu kommen, indem er unter 
anderem als Grund angab, wenn er, der Herr, in eigener 
Person nach China käme, so entständen grosse Schwierig- 
5 keiten, und dabei wäre der Nutzen nur gering. Ua modi- 
ficierteu die Gesandten ihre Bitte so: wenn schon der 
Herr nicht selbst kommen könne, so möchte er doch 
einen ihm selbst nicht ungleichen Schüler als Opfer- 
priester entsenden. Daraufhin befahl er, dass von seinen 

10 Schülern, welche ausserordentlich hervorragende Gelehrte * 
waren, dieser C'os-rje als sein Vertreter gehen solle, 
gab ihm genaue Vorschriften und Belehrungen, wie das 
Heil der Wesen zu erwirken sei, und bestimmte den 
Maharaja 1 ) Vaivravana 3 ) zum Hüter des Gelingens des 

15 Werkes dieses C'os-rje. Darauf zogen C'os-rje und 
seine Schüler, sow f ic die vier Tä zin und die übrigen, 
indem sie die Provinz Li-t c an inSüd-K'ams passierten, 
nach China. Als sie nach Zeu c'won gelangten, be- 
grüssten chinesische Fürsten sie mit ihren Kriegsmannen. 

20 Dann, als sie nach der Stadt T'en tu hu kamen, er- 
schienen des weiteren vier Tä zin, die mit einer Menge 
Gaben von Sr. Majestät dem Kaiser zur Begrüssunji 
abgesandt waren, und brachten und überreichten eine 
Menge von Geschenkgegenständen , sowie den Erlass, 

25 dessen Anfang mit den Worten des Königs folgender- 
massen lautete: „Du, Lama ("äkya ye-ses, dessen Er- 

1) Til». rGyal-c f en; über die vier Maharaja's s. Koppen 1,250.526. 
II, 261. 2l»6. 35*9- Pantheon, vor no. 262 und no. 280. 2S1. 282. 284. 

2) Tib. rNam-t'o*-kyi sras, vgl. Koppen I 251. II 298. 
Pantheou, no. 2SI. 



— 193 — 

kenntnisfähigkeit erhaben und gross, dessen Weisheit 
gross und leuchtend, dessen Gebet von tiefer Kraft 
ist, der du mit der Erkenntnis eines Tathägata aus- 
gerüstet bist und die Vineya's auf milde Weise be- 

123 kehrst." — Als sie darauf im Verlaufe der Reise in die 5 
Nähe des Palastes gelangten, kamen ihnen die Minister 
entgegen. Dann gelangten sie zu dem Kloster He yin 
zi nördlich von Ser-po, der inneren Burg des Palastes, 
und verweilten daselbst. Darauf fand im Innern des 
königlichen Palastes die Begegnung und Begrussung mit 10 
dem Kaiser statt. Da wurden ihm von Sr. Majestät dem 
Kaiser eine Ehrenbezeugung und zahlreiche ihn hoch- 
erfreuende Unterhaltungen zu teil; hierbei geruhte (der 
Kaiser) zu sagen: „Wollest du jetzt in dem Kloster 
He yin zi verweilen und den Kult 1 ) des ganzen Be- 15 
reiches der Vier Klassen der Tantra's versehen." Darauf 
versah er in ausgedehntem Masse den Kult desGuhya- 
samaya, des Samvara 2 ), der Gesamtheit der neun 
und vierzig MahäcakrabhairavaV) und der Genien 
der Heilung 4 ). Zu dieser Zeit Hessen auch die Götter 20 

* vom Himmel her Musikklänge erschallen, sodass es alle 



1) sGrub-mcod, wörtlich: 'Citierung (durch die Kraft der Medi- 
tation) und Verehrung 1 . 

2) S. Pantheon, no. (53.) 63. 

3) K'or-c'en jigs-byed ze-dgu-ma, etwa = skr. Ekona- 
pancä<;ad mahaeak rabhairavi, ein Dvigu-Kompositum mit der 
Feminiu-Endung (entsprechend tib. nia) ; über raa als possessivbildende 
Partikel s. Jäschke 408 b und M. A. I 392. Ueber Mahäcakra [tib. 

K c or (-lo) c'eii (-po)] s. Pantheon no. 64, über Bhairava 8. Pantheon 
no. 61 (vgl. oben p. 116, n. 4); betreffs der 40 -Zahl vgl. Pantheon, 
p. 61, 3 zu no. 61. 

4) sMan-bla, vgl. Schlagint weit 171 — 173. 

13 



— 194 — 

vernahmen, und am Himmelszelt sahen alle Menschen zu 
wiederholten Malen verschiedenartige Trophäen, Vajra's, 
Räder, Lotusse und einen Regenbogen von der Gestalt eines 
Vajra in harmonischer (Anordnung) erscheinen. Auch 

5 fiel oftmals aus wolkenlosem Himmel ein Blumenregen 
herab. Dadurch erlangten alle festen Glauben. Ferner 
däuchte es dem Könige im Traum, als ob an dem über 
He yin zi (sich ausdehnenden Teile) des Himmels alle 
Buddha's und Bodhisattva's der zehn Weltgegenden er- 

10 schienen und sich niederliessen; er freute sich sehr über 
den Traum, und es entstand ein ausserordentlich fester 
Glaube in ihm. Dem C'os-rje gab er folgende Titel: 
„Allwissender 1 ), Hoch verständiger 2 ), Allbeschützer 8 ), 
Allgütiger 4 ), Beglücker aller grossen Reiche 5 ), Spender 

15 der Weihe auf die Scheitel aller 6 ), Jinaputra des 
Westens 7 ), in der Herrschaft über das Glück un- 
wandelbar fester Grosslama 8 ), Tä kou sri Byams- 
c ( en CTos-rje"; ferner schenkte er ihm ein aus Gold 



1) T'ams-c'ad mk'yen-pa = skr. Sarvajna. 

2) Bio- gros c'en-po = skr. Mahämati. 

3) Kun-gyi skyob-pa = skr. Sarvatr&tar (vgl. Jäschke32 a ). 
4)Byams-pa c'en-po = skr. Mahämaitra oder Mahä- 

ni a i t r e y a. 

5) Yans-pai rgyal-k'ams t'ams-cad bde-bar sbyor-ba. 

6) Kun-gyi vtsug-tu dban-bskur-ba. 

7) Nub-p'yogs-kyi rgyal-bai sras-po = skr. Paccima- 
digjinap utra; nub = skr. pac,cima s. M. Tib. 244, 4 = M. 254, 4 
(M'. 244, 4: °mä); p'yogs = skr. di<? s. M. Tib. 244, 1 = M. 254, 1. 

8) sKyid-pai rgyal-srid mi- gyur brtan-pai bla-ma 
c'en-po; vielleicht ist aber dieser Titel aufzufassen als 'Grosslama des 
unwandelbar feststehenden glücklichen Reiches'; möglicherweise ist 
aber der Doppelsinn beabsichtigt. 



— 195 — 

124 und Schwarz verfertigtes Siegel u. s. w. und nannte ihn 
„Scheitelschmuck aller Bekenner der Lehre" 1 ). Er berief 
ihn in seinen Palast und gab ihm einen Thron von 
gleicher Höhe wie sein eigener königlicher; auch an 
dem landesüblichen Banquet Hess er ihn teilnehmen, als 5 
er für dasselbe Sorge trug. Darauf erteilte dieser dem 
hohen kaiserlichen Herrn die Ayurvapitä 3 ) nach der 
Methode des Siddha Jaya 8 ), die Samvaramaranä- 
ntakarava<?itä 4 ) nach der Methode des Mahäsiddha 
Te-lo-ba u. a. m. Als er das Gefäss auf des Kaisers lo 
Haupt legte, floss Nektar über die OefFnung des Ge- 
fässes hinaus, und nach geraumer Zeit zeigte sich eine 
Licht-Ausströmung und andere Erscheinungen mehr. 
Dadurch wurde der König noch weit gläubiger. Als 
Lohn bescherte er ihm Gegenstände in grosser Menge. 15 
Darauf ging er zu dem fünfgipfligen Berge und schaute 
das Antlitz des Mafijughosha, des Jo-bo Atipa und 

* seines Jüngers, und des Lama oP'ags-pa. Während er 
dort weilte, kamen aus verschiedenen Gegenden viele 
geistliche Herren 5 ) und, von ihnen geführt, unendlich 20 
viele andere Menschen zu seiner Begrüssung. Diesen 



1) bsTan - dsin mt'a-dag-gi ytsug-rgyan = skr. Sarva- 
cäsanadharacüdälarnk&ra; ytsug = skr. cüda 8. M. Tib. 20, 14. 
60, 33. 160, 22. 44. 53. (220, 4.) = M. 23, 14. 65, 38. 168, 22. 44. 
53. (229, 4.) 

2) Tib. T c se-dban, vgl. t c se-la dban in M. Tib. 24, 1 = 
M. 27, 1. 

3) ?, tib. rGyal-ma. 

4) Tib. bD e-m^o g o'i-ba mt'ar-byed-ky i dban; c'i-ba 
= skr. maranam s. M. Tib. 106, 4. 214, 240 = M. 112, 4. 22°3, 269. 

5) ßla-ma dpon-po. 

13* 



— 196 — 

erteilte er die Va<?itä, das Adhiväsanam 1 ), die Einfüh- 
rung in den Unterricht 2 ), das Pravrajyä 3 )-, Upaväsa 4 )- 
und Fasten 5 )-Gelöbde und liess den starken Regen auch 
noch anderer heiliger Religionslehren nach Massgabe der 

5 Würdigkeit eines jeden herabströmen und brachte sie s6 
auf den rechten Weg der Reife und Erlösung. Dadurch 
dass er einen sehr harten, blauen, festen Stein wie 
Schlamm knetete und sogar einen Abdruck seiner Hand 
darauf zurückliess, versetzte er alle Bewohner jener 

10 Gegend in Erstaunen. Dann kehrte er zurück und sorgte 
in reichem Masse für das Wohl der Lehre und der 
Wesen. Vor allem beleuchtete er die unverfälschte, auf 
die Sutra's und Mantra's zurückgreifende Sekte der Ri-bo 
dGe-ldan-pa's 6 ). Als er wieder nach dBus zurück- 

15 kehrte, bescherte ihm Se. Majestät der Kaiser unendlich 
viele Dinge, voran eintausend Seidenstoffe. Danach 
kam er im Verlauf der Reise zuerst nach dGa-ldan, 
wo er dem rJe bDag-nid c'en-po seine Aufwartung 125 
machte und Geschenkgegenstände überreichte, deren An- 

20 nähme mit der Wolke der Opfer des Samantabhadra 
wetteiferte. Hierauf nach Se-ra berufen, machte er sich 
durch das eifrige Drehen des Religionsrades auf dem 
Se-ra- Gipfel verdient. Man hörte bei ihm die Be- 



1) rJes-ynan, vgl. oben p. 109, n. 6. 

2) K'rid bsnen - rdsogs ; bsiien-rdsogs = skr. upasarnpatti , vgl. 
oben p. 123, n. 2. 

3) Tib. Rab-bynn, vgl. oben p. 123, n. 5 und ßohtlingk s. v. 

4) Tib. bsNen-ynas, 8. M. Tib. 79, 21 = M. 84, 21. 

5) sMyaii-ynas. 

6) Ri-bo dGc-ldan-pai indo-snags-kyi rin-Iugs dri-ma med-pa 
ysal-bar mdsad. 



— 197 — 

sprechung des Kommentars Prakä^olkä 1 ), die ab- 
schliessende Unterweisung 2 ) im Pancakrama 8 ), die Be- 
sprechung des grossen Kälacakra 4 ) -Kommentars Vi- 
malaprabhä 5 ), die Unterweisung im Shadyoga 6 ), 
den Vortrag des Sainvaramölatantram, die sechs 5 
Lehren des Ndro, die Unterweisung in der Ma- 
dhyama-Theorie 7 ) und unermessliche andere tiefe und 
ausgedehnte Lehren. Zu dieser Zeit erteilte rJe rin-po- 
c c e, auf die Reformierung der Lehre bedacht, diesem 
Herrn den Befehl, er solle eine echte Tantra-Schule 10 
errichten und Se-ra feg-c'en gliii gründen. Der 
leistete diesem Auftrag Folge und gründete dpal-ldan 
rGyud-smad grwa-t'sah 8 ) und, im Erde-Schweine- 
# Jahr (1418), Se-ra tfeg-cen gliii. Im Innern dieses 
Vihära stellte C c os-rje-ba aus weissem Sandelholz ge- 15 
fertigte, in Behältern steckende ausgezeichnete kleine 
Figuren, die er selbst aus China mitgebracht hatte, auf: 
den Lehrer und die sechzehn Sthavira's, den dGe-bsnen, 
den Hwa-san u.s.w.; er Hess wundervolle bKa-ogyur- 

1) Tib. sGron-vsal; 8gron(-ma) = skr. ulkä 8. M. Tib. 18, 95 
= M. 21, 94; vgl. Böhtlingk s. v. 

2) dMar-k'rid. 

3) Tib. Rim Ina. 

4) Tib. Dus-kyi o k c or-lo, s. Kanjur-Index, p. 54, no. 360. 361 
(= A.G. II 292); p. 55, no. 362. — Tanjur-Iodex: A. 6. II p. 360, no. 1; 
p. 362, no. 1. — Burnouf, Introd. 480 fg. C. & £. 39. Bendali 69. 

5) Tib. Dri-med ^od, s. Tanjur-Index: A. 6. II p. 362, no. 2. 

6) Tib. sByor drug; sbyor = skr. yoga s. M. Tib. 103, 60. 
189, 14 = M. 109, 61. 198,14. 

7) Tib. dBu-mai lta = skr. Madhyamadar9anam; lta-ba 
= skr. darcanam s. M. Tib. 61, 12 = M. 66, 12. Jaschke 217 a . 

8) D. h. 'ehrwürdige Schulklasse fur den niederen Tantra (-Unter- 
richt)'. 



— 188 — 

„'Dieser Blo-bzari grags-pa, 
„'Der aller Buddha's Inkarnation ist, 
„'Erklärte, nachdem er den Körper des Mahäpandita 

rGyan angenommen, 
5 „ fc Den Sinn der Sutra's und Mantra's; 

„'Darum erlangt er ganz sicher die Buddhaschaft. 
„'In den Ländern Indien, China, Nepal 
,,'Und dB us, j'Tsari, mDo und K'ams 
„'Leitet er, nachdem er die Wiedergeburt erlangt hat, 
10 alle Wesen 

„'Auf den Pfad der Erlösung; 120 

„oJam-pai d by ans 1 ), sein Schutzgott, 
„'Ist grösser als dßyans-can-ma 2 ) 3 ); 

„'Darum erlangt er ganz sicher die Bodhi. 
15 „'Hervorragende Schüler scharen sich um ihn; 

„'Wenn er diesen (irdischen) Leib verlässt, wird er 

in Tushita 
„'Zu Maitreya eingehen und (bei ihm) die Religions- 
lehre hören; 
20 „'Als oJam-dpal snin-po, 

„'Von Liebe zu allen Wesen erfüllt, 
„'Erreicht er das Ziel: Da^abhumi.'* 
Ferner entspricht die Art, wie er, solange die Lehre be- 
steht, in verschiedenen Inkarnationen für das Heil des 



1) Skr. Manjughosha. 

2) Skr. Sarasvati. 

3) Die beiden Glieder des Vergleiches erhalten in dem sich 
wiederholenden Worte dbyans auch noch einen uussertichcn Ausdruck 
ihrer Zusammengehörigkeit. 



— 189 — 

Nächsten wirkt, folgender Stelle aus dem „Buche der 
Vorschriften" 1 ): 

„Ein und dieselbe heilige Inkarnation von mir 
„Nimmt bald das Wesen eines Bhikshu an 
„Und hat als solcher dieses Kloster inne; 5 

„Bald nimmt sie die Gestalt eines Kindes an; 
„Bald ist die Gestalt eines armen Bettlers, 
„Bald die Gestalt eines Vierfüsslers, Vogels, Hundes, 
* „Bald die Gestalt eines Gebetlautes, 

„Bald die Gestalt einer einzelnen Buchstabenform 10 

„Der berühmte Bhikshu. 

„Solange die Lehre besteht, erscheint er immer und 

immer wieder. u 



Derjenige, welcher die Lehre dieses Jam-mgon 

rGyal-ba j'fiis-pa in China zuerst verbreitete, war 15 

der Mahäpurusha 

Byams-cen C'os-rje. 

Dieser wurde in dem Sitz des Herrschers von Zan 
ogro-ba, dem zu T'sal gun-t'ari 2 ) gehörigen Dorfe, 
geboren. Von klein auf Hess er häufig Worte der Er- 20 
innerung an frühere Existenzen hören. Nachdem er 
seine Liebe zum heiligen Stande sorgfältig geprüft hatte, 
trat er an die Pforte der Buddha-Lehre, Hess sich in 
den Priesterstand aufnehmen und erhielt den Namen 
Qäkya ye-ses 3 ). Von da an gab er durch Muni-Buss- 25 



1) bKa-vdams glegs-bam. 

2) Oder: 'zum Haine Gun-t'an'? 

3) Skr. (^äkyajiiäua. 



— 190 — 

Übungen den drei Sphären (seines sittlichen Thuns) 1 ) 

vollkommene Festigkeit. Er sass zu Füssen vieler 

Freunde 2 ), studierte die Quellen und erlangte den Rang 

eines Gelehrten. Vor allem sass er zu Füssen des 121 

5 grossen Dharmaräja bTson-k'a-pa und studierte rTs a - 

ba ses-rab 3 ), das Buch r Die Vierhundert 4 )", Byan- 

c'ub lam-rim, ;'San- dus rim Ina 5 ) und alle übrigen 

Sutra- und Mantra-Schriften in reichem Masse, wie wenn 

eine volle Flasche in eine andere gegossen wird. Nament- 

10 lieh machte er die Pflege der Liebe und des Erbarmens 

und die mit der Hochhaltung der Sittengebote gepaarte 

geheime Pflege des Utsa- und Sampanna (-krama) des 

Guhyasamaya zur Hauptsache. Einstmals nun erwog 

der Sohn des Mongolenkhans T'ogan Temur, der chi- 

15 nesische Kaiser Yuri lu 6 ) aus der Tä Miri-Dynastie — 

im Einklang mit den Aussprüchen des Lehrers Buddha: 

„Obwohl ich in allen Kalpa's in den drei Zeiten 

„Die drei Kleinodien verehrt 

„Und das Leben von zehn Millionen lebender Wesen * 
20 beschützt habe, 

„Erlange ich in diesem Leben nicht die Buddhaschaft. 

„Hingegen, wenn ich dem Lama Gunasägara 

„Durch mein gläubiges Gemüt Freude bereitet habe, 



1) 8Go j'sum, nach Jäschke 115 b 'the three media or spheres of 
moral activity : /«*, nag, yid, action, word and thought'. 

2) Wörtlich: 'er schloss sich dem Fusslotus (zabs-pad = skr. 
p&dapadma) vieler Freunde an', vgl. oben p. 2, 4 — 5 und n. 6. 

3) Skr. Mulaprajnä. 

4) bZi-brgya-pa. 

5) Skr. Guhyasamayapancakrama. 

6) S. oben p. 68, 19-29. 



— 191 - 

„Werden mir die besten wie die alltäglichen Eigen- 
schaften 
„In diesem Leben sicherlich die (Buddhaschaft) aus- 
wirken", 
und ferner: 5 

„Durch Hören gelangt man zur Kenntnis der 
Schriften, 
„Durch Hören wendet man sich von der Sünde ab, 
„Durch Hören giebt man das Unnütze auf, 
„Durch Hören erlangt man das Nirvana" — 10 

die Segnungen des Anschlusses an einen Kalyänamitra und 
der Anhörung der Religion. Er beabsichtigte daher, aus 
dem Gletscherlande einen zum Opferpriester geeigneten 
heiligen Mahäpurusha zu berufen. Als er nun des rJe 
rin-po-c e Ruhm vernahm, sandte er Eilboten mit vier 15 
Tä zin 1 ) an der Spitze ab. Als die nun nach Tibet 
kamen, trat rJe rin-po-ce in eigener Person zunächst 
122 an die hochheilige Grenze und gewährte ihnen eine 
Audienz. Darauf Hess er den Meister 2 ) Nam-mk ( a 
bzan-po-pa 3 ) und andere, voran den Fürsten Grags- 20 
pa rgyal-mtfsan-pa 4 ), als Unterhändler holen. Da 
vergossen die Gesandten Thränen und trugen ihre Bitte 
mit grosser Dringlichkeit vor. Infolgedessen gewährte 
er den Gesandten, als sie nach Se-ra kamen, eine 
(zweite) Audienz und nahm denn nun die Aufforderung 25 
und die Menge Geschenke Sr. Majestät des Kaisers, 



1) Chin.tä zin, 'great men, (His) Excellency, Sire' (Eitel 688 a .962 a ). 

2) dPon. 

3) Wohl = skr. Äk&c^abhadraka. 

4) Wohl = skr. Yac^odhvajin; oder Kir tidhvaj in? 



- 192 — 

welches beides sie ihm überbrachten, entgegen. Er ent- 
schied sich jedoch, nicht zu kommen, indem er unter 
anderem als Grund angab, wenn er, der Herr, in eigener 
Person nach China käme, so entständen grosse Schwierig- 
5 keiten, und dabei wäre der Nutzen nur gering. Da modi- 
ficierten die Gesandten ihre Bitte so: wenn schon der 
Herr nicht selbst kommen könne, so möchte er doch 
einen ihm selbst nicht ungleichen Schüler als Opfer- 
priester entsenden. Daraufhin befahl er, dass von seinen 

10 Schülern, welche ausserordentlich hervorragende Gelehrte * 
waren, dieser C'os-rje als sein Vertreter gehen solle, 
gab ihm genaue Vorschriften und Belehrungen, wie das 
Heil der Wesen zu erwirken sei, und bestimmte den 
Maharaja 1 ) Vaivravana 3 ) zum Hüter des Gelingens des 

15 Werkes dieses C'os-rje. Darauf zogen C'os-rje und 
seine Schüler, sowie die vier Tä zin und die übrigen, 
indem sie die Provinz Li-t c an in Süd-K'ams passierten, 
nach China. Als sie nach Zeu c'won gelangten, be- 
grüssten chinesische Fürsten sie mit ihren Kriegsmannen. 

20 Dann, als sie nach der Stadt T'en tu hu kamen, er- 
schienen des weiteren vier Tä zin, die mit einer Menge 
Gaben von Sr. Majestät dem Kaiser zur Begrüssung 
abgesandt waren, und brachten und überreichten eine 
Menge von Geschenkgegenständen, sowie den Krlass, 

25 dessen Anfang mit den Worten des Königs folgender- 
massen lautete: „Du, Lama Qäkya ye-ses, dessen Er- 



1) Tib. rGyal-c'en ; über die vier Maharaja's s. Koppen I, 250. 526. 
II, 261. 296. 299. Pantheon, vor uo. 262 und no. 280. 281. 282. 284. 

2) Tib. rNam-t'os-kyi sras, vgl. Koppen I 251. II 298. 
Pantheon, no. 281. 



— 193 — 

kenntnisfähigkeit erhaben und gross, dessen Weisheit 
gross und leuchtend, dessen Gebet von tiefer Kraft 
ist, der du mit der Erkenntnis eines Tathägata aus- 
gerüstet bist und die Vineya's auf milde Weise be- 

123 kehrst. u — Als sie darauf im Verlaufe der Reise in die 5 
Nähe des Palastes gelangten, kamen ihnen die Minister 
entgegen. Dann gelangten sie zu dem Kloster He yin 
zi nördlich von Ser-po, der inneren Burg des Palastes, 
und verweilten daselbst. Darauf fand im Innern des 
königlichen Palastes die Begegnung und Begrüssung mit 10 
dem Kaiser statt. Da wurden ihm von Sr. Majestät dem 
Kaiser eine Ehrenbezeugung und zahlreiche ihn hoch- 
erfreuende Unterhaltungen zu teil; hierbei geruhte (der 
Kaiser) zu sagen: „Wollest du jetzt in dem Kloster 
He yin zi verweilen und den Kult 1 ) des ganzen Be- 15 
reiches der Vier Klassen der Tantra's versehen." Darauf 
versah er in ausgedehntem Masse den Kult desGuhya- 
samaya, des Samvara 2 ), der Gesamtheit der neun 
und vierzig MahäcakrabhairavaV) und der Genien 
der Heilung 4 ). Zu dieser Zeit Hessen auch die Götter 20 

* vom Himmel her Musikklänge erschallen, sodass es alle 

1) sGrub-mc od, wörtlich : 'Citierung (durch die Kraft der Medi- 
tation) und Verehrung'. 

2) S. Pantheon, no. (53.) 63. 

3) K'or-c'en j igs-byed ze-dgu-ma, etwa = skr. Ekona- 
paricäyad mahäeak rabhairavi, ein Dvigu-Kompositum mit der 
Feroinin-Endung (entsprechend tib. ma) ; über ma als possessivbildende 
Partikel s. Jäsehke 408 b und M. A. I 392. Ueber Mahäcakra [tib. 

K'or (-lo) c'eii (-po)] s. Pantheon no. 64, über Bhairava 8. Pantheon 
no. 61 (vgl. oben p. 116, n. 4); betreffs der 40 -Zahl vgl. Pantheon, 
p. 61, 3 zu no. 61. 

4) sMan-bla, vgl. Schlagintweit 171 — 173. 

13 



— 194 — 

vernahmen, and am Himmelszelt sahen alle Menschen zu 
wiederholten Malen verschiedenartige Trophäen, Vajra's, 
Räder, Lotusse und einen Regenbogen von der Gestalt eines 
Vajra in harmonischer (Anordnung) erscheinen. Auch 

5 fiel oftmals aus wolkenlosem Himmel ein Blumenregen 
herab. Dadurch erlangten alle festen Glauben. Ferner 
däuchte es dem Könige im Traum, als ob an dem fiber 
He yin zi (sich ausdehnenden Teile) des Himmels alle 
Buddha's und Bodhisattva's der zehn Weltgegenden er- 

10 schienen und sich niederliessen; er freute sich sehr über 
den Traum, und es entstand ein ausserordentlich fester 
Glaube in ihm. Dem C'os-rje gab er folgende Titel: 
„ Allwissender 1 ) , Hoch verständiger 2 ), Allbeschützer 8 ), 
Allgütiger 4 ), Beglücker aller grossen Reiche 5 ), Spender 

15 der Weihe auf die Scheitel aller 6 ), Jinaputra des 
Westens 7 ), in der Herrschaft über das Glück un- 
wandelbar fester Grosslama 8 ), Tä kou sri Byams- 
c'en CTos-rje"; ferner schenkte er ihm ein aus Gold 



1) T'ams-cad mk'yen-pa = skr. Sarvajiia. 

2) Blo-gros cen-po = skr. Mahämati. 

3) Kun-gyi skyob-pa = skr. Sarvaträtar (vgl. Jäsehke32 a ). 

4) ßyams-pa c c en-po = skr. Mahäoiaitra oder Mahä- 
maitrcya. 

5) Yans-pai rgyal-k'ams t ( ams-cad bde-bar sbyor-ba. 

6) Kun-gyi j/tsug-tu dbaij -b skur-ba. 

7) Nub-p'yogs-kyi rgyal-bai sras-po = skr. Pac/cima- 
digjinaputra; nub = skr. paccima s. M. Tib. 244, 4 = M. 254, 4 
(M'. 244, 4: °mft); p'yogs = skr. die s. M. Tib. 244, 1 = M. 254, 1. 

8) sKyid-pai rgyal-srid mi- gyur brtan-pai bla-ma 
c'en-po; vielleicht ist aber dieser Titel aufzufassen als 'Grosslama des 
unwandelbar feststehenden glücklichen Reiches 9 ; möglicherweise ist 
aber der Doppelsinn beabsichtigt. 



— 195 — 

124 und Schwarz verfertigtes Siegel u. s. w. und nannte ihn 
„ Scheitelschmuck aller Bekenner der Lehre" 1 ). Er berief 
ihn in seinen Palast und gab ihm einen Thron von 
gleicher Höhe wie sein eigener königlicher; auch an 
dem landesüblichen Banquet Hess er ihn teilnehmen, als 5 
er für dasselbe Sorge trug. Darauf erteilte dieser dem 
hohen kaiserlichen Herrn die Ayurvapitä 3 ) nach der 
Methode des Siddha Jaya 3 ), die Samvaramaranä- 
ntakarava^itä 4 ) nach der Methode des Mahäsiddha 
Te-lo-ba u. a. m. Als er das Gefäss auf des Kaisers 10 
Haupt legte, floss Nektar ober die Oeffnung des Ge- 
fässes hinaus, und nach geraumer Zeit zeigte sich eine 
Licht-Ausströmung und andere Erscheinungen mehr. 
Dadurch wurde der König noch weit gläubiger. Als 
Lohn bescherte er ihm Gegenstände in grosser Menge. 15 
Darauf ging er zu dem fünfgipfligen Berge und schaute 
das Antlitz des Manjughosha, des Jo-bo Atipa und 

* seines Jüngers, und des Lama oP'ags-pa. Während er 
dort weilte, kamen aus verschiedenen Gegenden viele 
geistliche Herren 5 ) und, von ihnen geführt, unendlich 20 
viele andere Menschen zu seiner Begrüssung. Diesen 



1) bsTan - dsin mt'a-dag-gi ytsug-rgyan = skr. Sarva- 
(;äsanadharacüdälamkära; vtsug = skr. cüda s. M. Tib. 20, 14. 
60, 33. 160, 22. 44. 53. (220, 4.) = M. 23, 14. 65, 38. 168, 22. 44. 
53. (229, 4.) 

2) Tib. T'se-dban, vgl. t'sc-la dban in M. Tib. 24, 1 = 
M. 27, l. 

3) ?, tib. rGyal-ma. 

4) Tib. bD 0-1110*0 g c'i-ba m t c ar-byed-ky i dban; ci-ba 
= skr. maranam s. M. Tib. 106, 4. 214, 240 = M. 1 12, 4. 22°3, 269. 

5) Bla-ma dpon-po. 

13* 



— 196 — 

erteilte er die Va^itä, das Adhiväsanam 1 ), die Einfüh- 
rung in den Unterricht 2 ), das Pra vrajy ä 3 )- 5 Upaväsa 4 )- 
und Fasten r, )-Gelübde und Hess den starken Regen auch 
noch anderer heiliger Religionslehren nach Massgabe der 

5 Würdigkeit eines jeden herabströmen und brachte sie so 
auf den rechten Weg der Reife und Erlösung. Dadurch 
dass er einen sehr harten, blauen, festen Stein wie 
Schlamm knetete und sogar einen Abdruck seiner Hand 
darauf zurftckliess, versetzte er alle Bewohner jener 

10 Gegend in Erstaunen. Dann kehrte er zurück und sorgte 
in reichem Masse für das Wohl der Lehre und der 
Wesen. Vor allem beleuchtete er die unverfälschte, auf 
die Sutra's und Mantra's zurückgreifende Sekte der Ri-bo 
dGe-ldan-paV). Als er wieder nach dBus zurück- 

15 kehrte, bescherte ihm Se. Majestät der Kaiser unendlich 
viele Dinge, voran eintausend Seidenstoffe. Danach 
kam er im Verlauf der Reise zuerst nach dGa-ldan, 
wo er dem rJe bDag-nid c c en-po seine Aufwartung 125 
machte und Geschenkgegenstände überreichte, deren An- 

20 nähme mit der Wolke der Opfer des Samantabhadra 
wetteiferte. Hierauf nach Se-ra berufen, machte er sich 
durch das eifrige Drehen des Religionsrades auf dem 
Se-ra- Gipfel verdient. Man hörte bei ihm die Be- 



1) rJes-vnan, vgl. oben p. 109, n. 6. 

2) K'rid bsiien-rdsogs; bsiien-rdsogs = skr. upasarnpatti , vgl. 
oben p. 123, n. 2. 

3) Tib. Rab-byun, vgl. oben p. 123, n. 5 und ßöhtlingk s. v. 

4) Tib. bsNen-ynas, 8. M. Tib. 79, 21 = M. 84, 21. 

5) sMyun-ynas. 

6) Ri-bo dGc-ldan-pai mdo-snags-kyi rin-lugs dri-ma rned-pa 
V8al-bar mdsad. 



— 197 — 

sprechung des Kommentars Prakä^olkä 1 ), die ab- 
schliessende Unterweisung 2 ) im Pancakrama 8 ), die Be- 
sprechung des grossen Kälacakra 4 ) -Kommentars Vi- 
malaprabhä 5 ), die Unterweisung im Shady oga 6 ), 
den Vortrag des Samvaramülatantram, die sechs 5 
Lehren des Naro, die Unterweisung in der Ma- 
dhy a ma- Theorie 7 ) und unermessliche andere tiefe und 
ausgedehnte Lehren. Zu dieser Zeit erteilte rJe rin-po- 
c'e, auf die Reformierung der Lehre bedacht, diesem 
Herrn den Befehl, er solle eine echte Tantra-Schule 10 
errichten und Se-ra feg-c'en gl in gründen. Der 
leistete diesem Auftrag Folge und gründete dpal-ldan 
rGyud-smad grwa-t c sah 8 ) und, im Erde-Schweine- 
# Jahr (1418), Se-ra t'eg-cen gl in. Im Innern dieses 
Vihära stellte Cfos-rje-ba aus weissem Sandelholz ge- 15 
fertigte, in Behältern steckende ausgezeichnete kleine 
Figuren, die er selbst aus China mitgebracht hatte, auf: 
den Lehrer und die sechzehn Sthavira's, den dGe-bsnen, 
den Hwa-san u.s.w. ; er Hess wundervolle bKa-ogyur- 

1) Tib. sGron-vsal; sgron(-ma) = skr. ulkä 8. M. Tib. 18, 95 
= M. 21, 94; vgl. Böhtlingk s. v. 

2) dMar-k'rid. 

3) Tib. Rim Ina. 

4) Tib. Dus-kyi ^or-io, 8. Kanjur-Index, p. 54, uo. 360. 361 
(= A.G. II 292); p. 55, no. 362. — Tanjur-Iodex: A. G. II p. 360, no. 1 ; 
p. 362, no. 1. — Burnouf, Introd. 480 fg. C. & E. 39. Bendall 69. 

5) Tib. Dri-med ^od, s. Tanjur-Index: A.G. II p. 362, no. 2. 

6) Tib. 8Byor drug; sbyor = skr. yoga s. M. Tib. 103* 60. 
189, 14 = M. 109, 61. 198, 14. 

7) Tib. dBu-mai lta = skr. Madhyamadarsanam; lta-ba 
= skr. darcanam s. M. Tib. 61, 12 = M. 66, 12. J&schke 217 a . 

8) D. h. 'ehrwürdige Schulklasse fur den niederen Tantra (-Unter- 
richt)'. 



— 198 — 

Exemplare, die er aus China gebracht hatte, hineinschauen. 
Zwei Jahre lang drehte er das Rad der Religion. Da- 
nach erging im Eisen-Rinder- Jahr (1420) von neuem 
fortgesetzt der Ruf des hohen kaiserlichen Herrn an ihn. 
5 Da bestimmte er einen persönlichen Schüler des rJe rin- 
po-c'e, den Dharmasvämin Dar-rgyas bzan-po, für 
den Heiligen Stuhl und ging dann mit vielen Schülern 
und Kalyänamitra's , voran Amogha C'os-rje 1 ) und 
bSod-nams ses-rab C'os-rje 2 ), aus Tibet nach China. 

10 Als sie sich nun dem Palast und den Häusern näherten, 
war der Kaiser gestorben, und Zon te 3 ) sass jetzt auf 
dem Thron. Der aber hatte schon zu Lebzeiten seines 
königlichen Vaters dem C'os-rje hohe Verehrung und Ehr- 
furcht bewiesen. So gab dieser, um des Königs Wunsch 126 

15 zu erfüllen, eine Analyse des Kreises der Vier Klassen 
der Tantra's und versah den Kultus. Da erschien ein 
Regenbogen, ein Blumenregen strömte herab u. s. w. 
Dadurch geschah es, dass König Zon te's Glaube immer 
mehr erstarkte. Nachdem jener dem Könige seine Dienste 

20 geleistet, errichtete er in den einzelnen Landesteilen 
China's neue Vihära's, Statuen und brTen-pa's 4 ), stiftete 
viele Klöster für die Geistlichkeit, Hess die alten Tempel 
restaurieren und leistete der Lehre noch andere voll- 
kommene Dienste. Begabten Gelehrten verlieh er hohe 

25 Titel und Würden, wie Ko sri, C'an si, und erwies ihnen 
grosse Gunst. Nachdem er auf diese Weise das Wohl 



1) Skr. A mogha-Dharmasvämin. 

2) Skr. Punyaprajna-Dharmasvämin. 

3) S. oben pp. 68, 30—69, 3. 

4) D. h. 'Stützen', vielleicht sind 'Pfosten, Säulen 9 gemeint. 



— 199 — 

der Lehre und der Wesen gefördert hatte, übergab er 
im 82. Lebensjahre, am 18. Tage des 10. Monats des 
* Holz-Hasen-Jahres (1434) den beiden C'os-rje 1 ) sein 
Vermächtnis und bot am 24. Tage den Schein des Ein- 
gehens in das Reich des Friedens. Als seine sterblichen 5 
Ueberreste dem Feuer übergeben wurden, geschahen 
viele Wunderzeichen, und auch Reliquien entstanden in 
Menge. 

Seine Schüler, die beiden CTos-rje aus sNe-t c an, 
Amogha-pa und bSod-nams ses-rab, schalteten 10 
gleichfalls als die Tisri König Zon-te's, und die 
Thätigkeit beider Stände 2 ) gedieh trefflich. 

Der Schüler dieser beiden Lamen, der Dharma- 
svämin /Zon-nu dpal-ldan 3 ), fungierte ebenfalls als 
königlicher Lama und Opferpriester, schützte die Klöster 15 
der Geistlichkeit und brachte das Kleinod der Jina-Lehre 
zum Gedeihen. 

Somit ist denn die seit dieser Zeit bis auf die 
Gegenwart erfolgte Verbreitung und Zunahme der un- 
vergleichlichen unverfälschten Ri-bo dGe-ldan-pa- 20 
Sekte in der grossen königlichen Residenz Pei ein als 
das Verdienst des C'os-rje anzusehen. 

Derjenige, welcher das Kleinod der Lehre des 
oJam-mgon rGyal-ba ynis-pa hier in der Mongolei 
zuerst verbreitete, war der Schützer der Wesen des 25 



1) Nämlich Amogha C'os-rje und bSod-nams ses-rab 
C c os-rje, 8. oben p. 198, 8. 9. 

2) Nämlich des geistlichen und des weltlichen Standes. 

3) Skr. Kumära^ri. 



— 200 — 



Gletscherlandes l ), der Pundarikadhara 2 ), der dritte 127 
rGyal-dban, rJe 

bSod-nams rgya-mf so dpal bzaii-po 8 ). 
Die Geburt dieses Herrn fand in folgender Weise statt: 
5 In dem „Buche der Vorschriften" findet sich 

die Prophezeiung: 

„Am Ende der neun Kaliyuga's 4 ) 
-Wird der Träger des Namens des höchsten moralischen 

Verdienstes (bsod-nams) 
10 „Gleichsam in einem Meere (rgya-mt'so) von Predigt- 
Versammlungen 
„Der Lehre erloschenes Feuer wieder anfachen", 
und ferner: 

„Vom Norden Tibets aus wird nach Norden 
15 r Ein Mann — deine heilige Inkarnation — 
„Gehen, um viel schutzloses Volk zu leiten." 



1) Gans-can gro-bai mgon-po; vielleicht muss man aber in dieser 
Bezeichnung Gro-bai mgon-po (skr. Jagannätba) als einheit- 
lichen Begriff auffassen und demnach übersetzen: Magannätha des 
Gletscherlandes''. 

2) Tib. Pad-dkar dsin-pa, wohl identisch mit Padmapani, 
d.i. A valokitec-vara. Damit stimmt der Umstand überein, dass 
alle Dalai Lama's als Inkarnationen des Avaloki tec vara gelten, 
8. Koppen II 127. 

3) Skr. Punyasfigaracribhadra. 

4) Tib. rTsod-dus; s. M. Tib. 243, 75 = M. 253, 79. 
M. 253, 76-79 l 



und Jäscbke255 a :l 



M. Tib. 243, 72-75: 



Jaschke 255 a : 



kritayugam 
trctfiyugam 
dvfiparayugam 
kaliyugam 



rd90g8-ldan-gyi dus 
j/sum-ldan-gyi dus 
c c a-"/iiis dus 
rtsod-pai dus 



yar-ldan, oder: rdsogs-ldan 
yar-rabs, oder: j eum-ldan 
rtsod-ldan, oder: ynis-ldan 
siiigs-ma 



Jäechke führt für das erste yugam auch den Namen satyain an. 



— 201 — 

Als für die Erfüllung dieser Prophezeiung die Zeit ge- 
kommen war, wurde in einem Teile der Provinz sKyid- 

* sod im Ritterstande von dem in weltlichen wie in geist- 
lichen Dingen wohl bewanderten und dem esoterischen 
Geheimmantra - Samädhi 1 ) eifrig obliegenden sDe-pa 5 
rNam-rgyal grags-pa 2 ) und der dpal- Dsom-bu 
k c rid unter vielen Wunderzeichen am 25. Tage des 
ersten Frühlingsmonats des (w r eiblichen) Wasser-Hasen- 
Jahres (1542) als Inkarnation ein Knäblein geboren, 
schöner noch und lieblicher anzuschauen als ein Götter- 10 
söhn, eine Augenweide, sodass man sich nicht satt daran 
sehen konnte; an seinem Körper zeigte sich ein weiss- 
roter Glanz, und er war mit allen Lakshana's und Anu- 
vyanjana's eines Mahäpurusha versehen; auf dem Ober- 
körper trug er ein geistliches Gewand, zarter noch als 15 
das Götterkleid Kasika 3 ) und weiss wie eine weiche 
Eierhülle; auf dein Unterkörper trug er ein Untergewand, 
ganz scheckig mit naturlicher Tigerfell-Zeichnung, das 
Bein bis unter das Knie bedeckend; mit seinen beiden 
wie Lotusblätter schönen Augen blickte er Oberall um- 20 
her und Hess ein leises Lächeln ertönen. Bei diesem 
Anblick gerieten alle, die Mutter samt ihrer Umgebung, 

128 in Entzücken. Der nun setzte sich nach Verlauf von 
drei Monaten nach seiner Geburt früh bei Tagesanbruch 
zu stets zeitigerer Stunde in hockender Stellung hin, 25 



1) Tib. Nan j/aaii-snags-kyi tiri-ne- dsin. 

2) Skr. Vijayakirti. 

3) Vgl. skr. Käcikavastram, sükshmam 'feiner Baumwollenstoff 
aus Benares' (Böhtlingk s. vv.) 



— 202 — 

störte auch die Amme vom Schlaf auf, zupfte sie mit 
den Händen an den Haaren und Hess sie Mani her- 
sagen und in hockender Stellung sich hinsetzen. — 
Einstmals begann Konig Blon-gori, den Priestern 
5 durch die Krürarüpa's 1 ) Hindernisse zu bereiten. Als 
nun Bhagavant Vajrabhairava einen vollständigen 
Sieg über Mär a davongetragen hatte, sah er mit eigenen 
Augen jene bösen Geister vernichtet. — Eines Tages 
verneigte jener sich in einem «Od-gur-k'an 2 ) mehrere Male. 

10 Da fragten ihn seine Begleiter, was das zu bedeuten 
habe. Er aber erwiderte: „Seht ihr es denn nicht? Der 
rJe rin-po-c'e Tsoii-k'a-pa ist erschienen und ist noch *fr 
jetzt anwesend.* Dann verneigte er sich auch nach den 
vier Seiten und fuhr fort: „Auf den vier Seiten des rJe 

15 rin-po-ce befinden sich unermesslich viele Buddha's: 
die auf der Ostseite sind blau, die auf der Südseite 
gelb, die auf der Westseite rot und die auf der Nord- 
seite grün." — In dem Alter der jugendlichen Spiele 
und Vergnügungen erklärte er, jede alltägliche Art der 

20 Beschäftigung weit von sich abweisend, Religionsschriften, 
versenkte sich in den Samädhi, gründete Klöster und 
brachte, indem er mehrere Steine in eine Reihe ordnete 
und festsetzte, sie sollten die und die üharmapäla's vor- 
stellen, diesen Huldigung und Lobpreis dar u. s. f. Mit 

25 diesen Dingen verging die Zeit. Da kam ein Scholar, 
um ihm seine Aufwartung zu machen und übergab eine 



1) Tib. Ma runs-pai (= skr. kriira s. M. Tib. 138, 4 = M. 
146, 4) yzugs. 

2) Wörtlich: •Licht-Zeil -Haus'. 



— 203 — 

Statue des rJe-btsun bTson-k'a-pa in seine Hände, 
wodurch er ihm eine ganz ausserordentliche Freude be- 
reitete. Er bat ihn, auf einem hohen Stuhle Platz zu 
nehmen, und brachte ihm darauf seine Huldigung und 
seine Geschenke dar. Der aber sagte: „Meinen Eltern 5 
bringe deine Huldigung und deine Geschenke dar!" Da 
erwiderte der Scholar: „„Ich besitze keinen Glauben an 
jenen deinen Lama. aa Darauf jener: „Wenn Ihr an 
diesen meinen ausgezeichneten Lama nicht glaubt, so 
129 seid Ihr selbst wohl als tausendfacher Segen in meine 10 
Hände gefallen." Und jener, mit vornehmem Ausdruck 
des Unmutes über diese Worte: „„Wohlan, so wollen 
wir beide die Huldigung darbringen und eine Bildsäule, 
gross wie eine Menschenwohnung, errichten!"" Hierüber 
erfreut, belehrte ihn jener nach dem „Vortrag über 15 
das dMigs brtse-ma" 1 ). — Diesem Herrn enthüllten 
einerseits viele von Vertrauen auf (die Kraft) ihrer Ver- 
senkung erfüllte Yogin's 2 ), dass er die Inkarnation des 
rJe t c ams-ead mk'yen-pa dGe- dun rgya-mt'so 8 ) sei, 
und andererseits wurde dadurch, dass er die Bral-span 20 
sGrol-dkar 4 ), den Rosenkranz aus Krystall u. s.w. ganz 
deutlich erkannte, und durch andere Dinge mehr ein unbe- 
irrter Glaube daran erweckt. Am 2. Tage, rGyal-ba, der 



1) dMigs brtse-ma (ein von bTson-k'a -pa verfasstes Ge- 
bet, 3. Wassiljew 95) vsuii-iiag. 

2) Tib. rNal- byor-pa. 

3) Skr. Samghasagara; der zweite rGyal-dban, s. Koppen II 
133 fg. 

4) sGrol(-ma) dkar(-nio) = skr. Sitat&rft, 'Weisse Tftra\ 
s. Pantheon (p. 60, zu no. 60.) no. 160. 



— 204 — 

lichten Hälfte 1 ) des Monats Nag-pa 2 ) des Feuer-Pferde- 
Jahres (1545) kamen der sDe-pa rin-po-c'e nebst seinem 
Gefolge und der Upädhväya, Aeärva u. s. w. des Grossen 
Klosters 3 ) und andere, nebst einem Vortrab von Berittenen # 

5 mit gel blich- roten Bannern, nahe an die Seite des Grossen 
Klosters dpal-ldan Bras-spuris; darauf trat ferner 
unter Vorantritt zahlloser Geistlicher, die mit dem geist- 
lichen Gewand sNam-sbyar 4 ) angethan und mit gelblich- 
roten Abzeichen schön bekleidet waren und Rauchfässer 

10 trugen, gehoben durch den Aufzug der in Procession 
einhergetragenen, mannichfaltigen Kultusgerätschafren, 
der magische Dharmapäla 5 ) Pe-kar 6 ; in das Innere und 
schritt zur Begrüssung heran. Ein Haufen Menschen, 
nahe an zehntausend, kam herbei, um ihn ehrerbietig 

15 zu begrftssen. Dann zog er unter Blumenregen, Regen- 
bogen-Licht-Zelt und anderen vollkommenen göttlichen 
und menschlichen Wunderzeichen nach dpal-ldan 
oBras-spuns c'os-kyi sde cen-po p'yogs t'ams-cad-las 
rnam-par rgyal-bai glin und setzte den Lotus seines 



1) dKar-p'yogs = skr. cuklapaksha, aber in M. Tib. 243, 54 
(== M. 253, 58) wird dies durch zla-ba yar-gyi no, 'zunehmender Mond', 
krishnapaksha, ( die dunkle Monatshülftc', (M. 253, 50) entsprechend 
durch zla-ba mar-gyi no, 'abnehmender Mond', (M. Tib. 243, 55) 
wiedergegeben. 

2) Skr. Caitra, s. M. Tib. 243, 42 = M. 253, 45; Jäschke 491 a . 

3) C'os-sde c'en-po, gemeint ist wohl das Kloster ßras-spuns, 
8. Z. 5—6. 18 und unten p. 208, 8—9. 

4) 'A sort of loose mantle for priests' (Jäschke s. v.). 

5) C'os-skyon; über die C'os-skyoiVs vgl. Koppen II 201 fg. 
Jäschke 31 b . 

6) = Bi-har, s. Schlagintweit 99 fg. 113 fg. Jäschke 7 b . 324 b . 



— 205 — 

Fusses auf den Furchtlosen Grossen Löwensitz 1 ) (Thron) 
im dGa-1 dan- Palaste. Darauf nahm er bei dem Pan- 
c'en bSod-nams grags-pa 2 ) das Ordinations-Upäsaka- 
Gelübde auf sich und erhielt den Namen bSod-nams 
I30rgya-mt c so dpal bzan-po bsTan-pai ni-ma p'yogs 5 
t'ams-cad-las rnam-par rgyal-ba 3 ). Den Ver- 
sammelten bereitete er grosses Vergnügen. Als die 
Sitzreihen sich geleert hatten, fiel er in einen leisen 
Schlummer. Währenddessen fragten Vater und Mutter: 
„Ist der Glaube an bSod-nams grags-pa geschwun- 10 
den?" Er aber erwiderte: „Saget derartiges nicht! Er 
ist mein Lama. Es ist mir von Dharmasvämin bSod- 
nams grags-pai zal-sna 4 ) gesagt worden." Als er im 
5. Lebensjahre stand (1546), baten ihn einige um eine 
Vorschrift. Da erteilte er ihnen folgende Weisung: 15 

„Glauben bethätigt gegen die drei Kleinodien, 

„Liebe ersinnet für die Wesen, 

„Rettet euch aus dem Kreislauf (der Wiedergeburt) 5 ) 

und gehet ein in die Leere 6 ): 

„Darin zeiget eure religiöse Würdigkeit!" 20 



1) Jigs-pa med-pai sen-gei k'ri c c en-po = skr. Abhayamahft- 
simhäsanam. 

2) Skr. Punyakirti. 

3) Der zweite Teil des Namens ist = skr. Sarvadigvijaya- 
cäsanäditya. 

4) Zal-sna, 'in Gegenwart jemandes", wird wie zabs (= skr.°pädas, 
s. oben p.2, n.6) als respektvolle Bezeichnung einer Person, am Schluss 
des Chandoratnäkara (s. meine Ausgabe, pp. 19, 21. 20, 23.) sogar 
als Aequivalent von skr. pä-dä-s gebraucht. 

5) K'or = skr. saipsära. 

6) sTon-pa = skr. cunyam. 



— 206 - 

Im Monat Nag- pa des Erde- Affen- Jahres (1547) ging er * 
nach Ra-sa op'rul-snan. Den Drei-Symbolen, voran 
Jo (^äk 1 ), reichte er Goldwasser 2 ), Weissfeuer 8 ), Götter- 
Speisendarbringung 4 ), sNan-dar und unfassbar viele 

5 andere Arten von Opfergaben , brachte ihnen Lob- 
preisungen und Huldigungen dar und verrichtete ein 
sehr langes Gebet. Infolgedessen soll der Jo-bo rin- 
po-ce dem Jüngling erschienen sein; den dort Weilenden 
trug er in Gegenwart des Jo-bo den Uttarayoga vor. 

10 Dadurch wurden die Aussichten auf Befestigung der 
Wurzel aller guten Ansammlungen gunstig. Einem 
Schwärm von über zehntausend Menschen trug er die 
Unterweisung in der Flüsterung des Sechssilben-Gebetes 5 ) 6 ) 
und die Flüsterung der Vajrasattvabhävanä 7 ) vor. Da- 

15 durch also versetzte er alle in das Land der Gläubigkeit. 
Im Monat Sa-ga 8 ) des Erde- Vogel- Jahres (1548) nahm er, 
indem der Pan-cen bSod-nams grags-pa als Upä- 
dhyäya, der Navaka 9 ) Dharmasvämin Legs-pa don- 

1) = Jo-bo Q&kya. 

2) ySer-c'ab. 

3) dKar-me; oder: 'Lichter, Kerzen'? (s. J fisch ke 9 a ). 

4) Hla-bsos = skr. naivedyam (nivedyam), 8. M. Tib. 188, 118 
= M. 197, 119 (M\ 188, 118). 

5) D. i. das 'Oip ma-ni pad -me hum. 

G) Yi-ge drag-pai (= skr. Shadaksharam, vgl. Kanjur- 
Index, p. 84, no. 575 = A. G. II 325) bzla9 lun. 

7) Tib. rDo-rje sems-dpai sgom bzlas; (b)sgom-pa = skr. 
bh&vanft s. M. Tib. 30, 10. 70, 3. 80, 8. 88, 4. 103, G8 = M. 33, 10. 
75, 3. 85, S. 93, 4. 109, 69; vgl. M. Tib. 16, 44. 115, 14 = M. 
19, 82. 121, 14. Jäschke s.v. 

8) Skr. Vaic&kha, 8. M. Tib. 243, 43 = M. 253,46. Jäschke491 b . 

9) Statt ysan-p'u (Text p. 1 30, 19) ist wohl j/sar-bu, 4 new be- 
ginner, tyro, novice' (Jäschke s. v.), = skr. navaka (navika) (s. M. Tib. 



— 207 — 

grub als Karmäeärya, und Sar-rtse legs don -pa als 
Zeitangeber 1 ) fungierten, das Qrämanera-Gelübde auf sich 
und erlangte in Wahrheit das Feuer des heiligen pflicht- 
gemässen Strebens. Bei dem Pan-c'en bSod-nams 
I3lgrags-pa hörte er den Vortrag des Tse-dbah grub 5 
rgyal-ma und der „Gesichte des Nätha, des 
Dharma, der Devi und der rNam-sras" 3 ); bei dem 
Dharmasvämin Legs-don und anderen die „Leuchte 
des Weges" 3 ), den grossen und den kleinen Lam- 
rim, Mrtlam und Avatara 4 ), die grosse Tlkä zu diesen 5 ) 10 
und viele andere Werke. Im Eisen-]Hunde-Jahr (1549) 
trug er den sKu-mt c sams sin-tu dam-pa vor; darauf 
trug er die „Dreizehn Hunderttausend Besänfti- 
gungen des Amitäyus 446 ) und die „Einundzwanzig 
Hunderttausend Besänftigungen des Haya- 15 
griva" 7 ) vor; infolgedessen gewährten ihm beide Schutz- 



259, 29 = M. 270, 29. M'. 259, 29), 'ein jüngerer Mönch' (Bobtlingk, 
Nachtrag, s. v.), m lesen. 

1) Das sgo-ba. 

2) Tib. idGod Cos lHa-mo rNam-sras zal-rnams; über 
lHa-mo (= skr. Devi) s.Pantheon no. 232.248; über die drei rNam- 
sras s. Pantheon, nach no. 261; no. 262—264. 

3) Lam-sgron; ein Werk des Atic/a, s. Pantheon no. 29. 

4) Tib. rTsa Jag; gemeint sind dBu-ma rtsa-ba (= skr. 
Madhyamak amülam) and dßu-ma-la jug-pa (skr. Madhya- 
makävatära) s. Tär. Ueb. 147 fg. 321 fg. 

5) Im Text (p. 131, 3): dei fig cen. 

6) T'se dpag-med-kyi bsfien-pa bum-t'so bcu-vsuui. 
Ueber Amitäyus s. Pantheon no. 85. bsNen-pa = skr. bhajanam 
s. M. Tib. 92, 26 = M. 97, 26. 

7) rTa-mgri n-gy i bsilen-pa bum-rto ni-su rtsa rcig. 
Ueber Hayagriva und seine verschiedenen Formen s. Schlagintweit 
167. Pantheon p. 60, zu no. 61; no. 166—168. 



— 208 — 

gottheiten die Gunst, sich in eigener Person sehen und 
sprechen zu lassen. Im Eisen-Schweine-Jahr (1550) trug 
er gleichsam vor einem Meere von einheimischen und 
auswärtigen Geistlichen das Werk 1 ) Byan-c'ub lam- 
5 gyi rim-pa vor, woraufhin täglich ein Blumenregen fiel. 
Im (männlichen) Wasser- Mause- Jahr (1551) setzte er * 
den Edelstein seines Fussnagels auf den Furchtlosen 2 ) 
Upädhyäya-Lehrstuhl 2 ) des Grossen Klosters dpal-ldan 
oBras-spuns. Bei dem Pan-c'en bSod-nams grags- 

10 pa hörte er die Vajrabhairavava^itä 3 ), die „Ein- 
weihung in das Meer der Citierungs-Methoden" 4 ) 
und viele andere Schriften. Im Wasser-Rinder-Jahr 
(1552) trug er bei dem Grossen Beten von lHa-sa unter 
anderem vier und dreissig Jätaka's 5 ) vor. Da sprach 

15 er einstmals: „Ich habe viele Mantra-Recitationen voll- 
zogen; sagt an, wie viele habt ihr vollzogen? Ich habe 
„Yamaräja", „Qäsana", „Bhyo rakmo", „Käla- 
rupa a6 ), jedes unter dem Schall der Trompetenmuschel 7 ), 
vollzogen, habe eine Million „Camundi" 8 ) vollzogen 

20 und habe auch sonst viele Recitationen vollzogen. u Da 
sagte sein persönlicher Diener, der Dharmasvämin Yan 

1) bKa-c c 08 = skr. vacanadharma. 

2) Mi -Jigs c'os-k'ri = skr. abhiru (s. M. Tib. 93, 27 = M. 
99, 1) -dharm&9anam; vgl. oben p. 205, 1 und n. 1. 

3) Tib. rDo-rje jigs-bycd kyi dbaii. 

4) sGrub- t'abs rgya-mt'soi rjes-vnan, etwa = skr. 
S&dhanas&garädhiv&sanam. 

5) Tib. sKyes-rabs. 

6) D. i. Qiva; im Text (p. 131, 15): Kalarüpa. 

7) Dun = skr. ^aiikha, s. Pantheon no. 2D4 und p. 110. 

8) Einer der Namen von Qiva's Gattin; im Text (p. 131, 15): 
Tsa tnunti. 



— 209 — 

dgon-pa: „Der Zeitpunkt des Eintritts und der Grad 
der Veränderung von Sonnen- und Mondfinsternissen 
lässt die Möglichkeit einer Berechnung nicht zu; jene 
andern alle erfolgen nicht." Darauf erwiderte (bSod- 
nams rgya-mtso): „Da ich elf Gesichter besitze, so 5 
erfolgen mit jedem Male je tausend Reeitationen ; auf 
die Veränderung der Sonnen- und Mondfinsternisse achte 
nicht! Wenn du es nicht glaubst, so könnte ich ja die 
Devi als Zeugin anrufen und einen Eid leisten; im 
übrigen ist ja Anlass genug dafür, dass dies in euren Ver- 10 
132 stand gehen sollte, vorhanden; aber es geht (nun eben 
einmal) nicht in denselben." Nachdem der opags-sDe 1 ) 
den Lo-tsä-ba Doktor dGe- dun 2 ) aus bKra-sis rgyal 
berufen hatte, hörte er (bei ihm) zunächst in voll- 
kommener Weise die Avalokite^varämoghapäpa 3 )-, 15 
die Ekäda^avadana 3 )- und die Navämitäyurdeva- 
v a (} i tä 3 ), sowie die P a n caca t vä r i m^ ad in a n d al a- 
va^itä 4 ), in welcher die Vajramälä und der Kriyä- 
samuccaya 5 ) zusammen beschrieben werden. Ferner 
hörte er sowohl die Methode Dus-pa op'ags als auch 20 
die Methode Ye-s es zabs der Ingitavacanavavitä 6 ), 

1) Wohl = sDe-pa (rm-poVe). 

2) Skr. Sa mg ha. 

3) Tib. 9 Py an-ras-vzigs Don-zags | bCu-veig zal ( fc der 
Hlfgesichtige', eine Form des A valokite^vara, s. Pantheon no. 05) I 
T'se dpag-med 1ha dgu j/surn-gyi dbaü; zags-pa = skr. pä?a s. 
Pantheon p. 108; zal = skr. vadanam s. M. Tib. 15, 45.46 = M. 18, 46. 47. 

4) Tib. dKyil- k'or ze-liiai dban. 

5) Vgl. Böhtlingk (s. v.): 'Kriyasam uccay a, der Titel eines 
Werkes 9 ; Hunter 18: Kriyäsam u ccay atan tram. Im Text (p. 
132, 4): Kpyasainutst'sa. 

G) Tib. Zur-bkai dban; vgl. zur-tsam-gyis go-ba (M.Tib. 120, 
33) = skr. ingitajnä (M. 126, 33). 14 



— 210 - 

b D e - in c o g L ü - h i - p a *), 6 h a n t ä b a h i r m a n d a 1 a n i *) 
und K&y a man rial a in 3 ), sowie viele Va^itävacanaV) 
bezüglich folgender (Gottheiten): Bhairava und Käla- 
<;atru 5 ) nach der Methode Rwa, der Kreis der acht 

5Vetäla's 6 ) und Kälacatru nach der Methode yNos, 
die Gesamtheit der Neunundvierzig 7 ) nach der 
Methode Zan, u. a. m., wie auch die heiligen Schriften 8 ) 
über Kwa-po-ta, den Kunstgriff des Yama 9 ) und 
den Sechsarmigen Nätha 10 ) und eine unendliche * 

10 Reihe anderer Va?-it&'s, Adhiväsana's, Unterweisungen 

A 

und Agama's, wie wenn eine volle Flasche in eine andere 
gegossen wird. — Im 16. Lebensjahr, im Erde-Pferde- 
Jahr (1557), gelangte er bei günstiger Konstellation der 
Gestirne am 15. Tage des 5. mongolischen Monats auf 
15 den Lehrstuhl von Se-ra t'eg-c'en glin. Als er die 



1) Vgl. T&r. Ueb. (s. Index): Lü-yi-pa, Lü-'i-pa; Pantheon 
no. 12 : L üVi - p a, Lü-yi-pa, und p. 110: L u - y I - p A. 

2) Tib. Dril-bu p'yi-dkyil; vgl.bahirmandala[stha] (Böhtlingk 
s. v.); p c yi = skr. baliis 8. M. Tib. 188, 128. 270, 141 = M. 197, 129. 
281, 139. 

3) Tib. Lus-dkyil; auch oben p. 178, 21 ist lus in lus-dkyil 
durch kaya , nicht durch carira , wiederzugeben, da in M. (M. Tib.) 
letzteres sehr selten, käya dagegen fast an allen Stelleu als Aequivalent 
von lus gebraucht wird. 

4) Tib. dßaü-bka. 

5) Tib. dGra-nag. 

6) Tib. Ro-laiis brgyad skor. 

7) Ze-dgu-ma, vgl. oben p. 193, 18—19 und n. 3. 

8) Heu -bum, s. Jäschke 370 b . 

9) Tib. vSin-rjei krul-k'or; über Yama und seine ver- 
schiedenen Formen s. Pantheon p. 61 und no. 238 — 240, über die j/>Sin- 
rje-Form speciell no. 239. 

10) Tib. tiiOuu-po pyag-d rug-pa, vgl. Pantheon no. 230. 



— 211 — 

„Sammlung von Bücher-Kleinodien" 1 ) wohl vor- 
trug, Hessen die Götter einen Blumenregen herabfallen, 
sodass alle gläubig wurden. Indem er über dieses Ge- 
biet heiTschte, bereitete er beiden Ständen ein grosses 
Fest. Im 22. Lebensjahr,, im (männlichen) Holz-Mause- 5 
Jahr (1563), am 15. Tage, dem Vollmond stage, des vierten 
mongolischen Monats Sa-ga, in welchen die drei 
Feste der Samyaksambuddhawerdung fallen, nahm er, 
indem der K'ri rin-po-ce Zur-pa mk'as-grub von d Ga- 
ldan, dGe-legs dpal bzan-po, als Upädhyäya, des 10 
K'ri-Ias t'ogs-pa Kalyänamitra Po-to-ba Inkarnation 
dGe-odun bstan-pa dar-rgyas als Karmäcärya, der 
Dharmasvämin P'yogs-las rnam-rgyal-ba von Sans 
dge-opel als Raho'nu^äsaka, und der lHai btsun-pa 
bSod-nams dpal-bzan 2 ) als Zeitangeber fungierten, 15 
133 inmitten der ganzen Zahl der gläubigen Geistlichkeit das 
Upäsaka-Gelübde auf sich und verehrte dem Upädhyäya, 
dem Acärya u. s. w. unermessliche Huldigungsgeschenke. 
Im Erde-Schlangen-Jahr (1568) leistete er der von Laien 
und Geistlichen aus yTsan schon vorher wiederholt an 20 
ihn ergangenen herzlichen Einladung Folge, machte sich 
auf und gelangte an rGyal-byed t'sal 3 ), «U-yug, Sans 
und dBen-sa vorbei nach bKra-sis lhun-po. In 
diesem Kloster ertönte bei klarem Himmel lautes Donner- 
getöse, und Regenbogen, Blumenregen und viele andere 25 



1) Glcg8-bam rin-po-c'ei t'sogs. 

2) Skr. Punyacribhadra. 

3) Skr. Jetavanam, offenbar nach dem berühmten, aus der 
Lebensgeschichte Buddha's bekannten Haine benannt; vgl. den ana- 
logen Fall des Namens Potala bei Koppen II 341, n. 

14* 



— 212 - 

Zeichen und Wunder geschahen. In einer sehr grossen 
Menschenmenge that sich eine Lücke auf, und man er- 
blickte Avalokite^vara. Täglich erklärte jener auf der 
Fläche vor dem Kloster ein Buch. Es fiel ein Blumen- 

5 regen, so gross, dass man ihn mit Händen greifen konnte. 
Viele hunderte von Ordinationen gewährte er. Dann * 
ging er zu K'ro-p'u. Der von K c ro-p c u lo-tsä-ba 
errichteten Maitrey a -Statue, deren Umfang für das 
Gletscherland Tibet gross war, widmete er Huldigungen 

10 und Gebete. Infolgedessen erschaute er Maitrey a - 
bhattäraka, umgeben von den Buddha's der zehn Welt- 
gegenden. Er wurde darauf nach rGyal-mk'ar rtse 
berufen. Den im Wachstum befindlichen Ueberresten 
von König Ajäta^atru's 1 ) — in einem Schrein auf- 

15 bewahrtem — Anteile aus den in acht Teile eingeteilten 
sterblichen Ueberresten des Tathägata brachte er Huldi- 
gungen und Gebete dar; infolgedessen kamen fünfzehn 
Reliquien, von selbst herniederfallend, in seine Hand. 
Auf diese Weise drehte er in dem Gebiete von dB us 

20 und yTsan bis zum Feuer-Mause-Jahr (1575) predigend 
und meditierend das Rad der Religion eifrig. Nun war 
die Zeit der Erfflllung gekommen für die obige Prophe- 
zeiung in dem Buche 3 ) und für den Ausspruch, den vor 
Zeiten der Jagannätha Dharmaräja Pags-pa gethan 

25 hatte; als ihm nämlich, wie oben 8 ) erzählt worden, 
H w obilai Secen Khan drei grosse Schenkungen — 
am Anfang, in der Mitte und am Ende — machte und 

1) Tib. Ma skyes dgra. 

2) S. oben p. 200, 5—16. 

3) S. oben pp. 147, 20— 148, 2. 



— 213 — 

ihm danach sieben Stück schwarzen und dann ein Stück 
weissen Seidenstoff bescherte, sagte der Lama: „Wir 
beide werden während sieben Wiedergeburten nicht zu- 
sammentreffen; danach wirst du als König unter dem Namen 
134-ySer 1 ), und ich als Kou (?) unter dem Namen Las by as- 5 
pa geboren werden, dann werden wir uns begegnen und 
das Wohl der Wesen fördern." Da hielt der Dharmaräja 
'Alt'an Gegen Hakan 2 ), welcher früher von mDso- 
dge 'A-seii bla-ma die Lebensgeschichte dieses Herrn 
genau erfahren und dadurch unerschütterlichen Glauben 10 
erlangt hatte, mit seinem Grossneffen HwOt'agt'ai Sec'en 
II w on Taici und anderen eine beratende Versammlung 
ab 3 ) und erwog darauf — im Einklang mit dem Aus- 
spruch des Dharmasvämin rGyal-sras rin-po-ce 4 ): 

„Durch dessen Einfluss die Sünden aufhören 15 

„Und die Tugenden dem zunehmenden Monde gleich 

wachsen werden, 
„Den heiligen Kalyänamitra mehr noch als das eigene 

Leben 
$ „Hochhalten — das ist praktische Handhabung des 20 

Jinajüngertums", 
und dem Wort des Lehrers Buddha: 

„Die Buddhawerdung wird unter hundert Fällen 

einmal erlangt, 
„Schon die Geburt als Mensch erlangt man nur mit 25 

grosser Schwierigkeit; 

1) = Mong. Altan. 
. 2) S. oben pp. 57, 5—58, 25. 

3) S. oben p. 58, 8. 14. 

4) Skr. J inaputraratna. 



— 214 — 

„Freunde aber, die da gläubig sind und die Religions- 
lehre hören, 
„Solche sind selbst in hundert Kalpa's schwer zu 

finden" — 
5 den Segen des Anschlusses an einen heiligen Kaly&na- 
mitra und den richtigen Weg zu der sehr schwer zu 
erlangenden Anhörung der Religionslehre. Infolgedessen 
schickte er an jenen Herrn (bSod-nams rgya-mt'so) 
einen Gesandten mit einer höflichen Einladung. Der 

10 Herr gewährte ihm — als Priester dem Laien — 
in mT'so-k'a eine persönliche Zusammenkunft, über 
deren Verlauf folgende Einzel momcnte zu erwähnen 
sind: Einstweilen sandte (bSod-nams rgya-mt'so) 
den Vinayäcärya 1 ) brTson-ogrus bzan-po als 

15 Lama und Opferpriester ab. Er zeigte das Staunens- 
werte Wunder, dass eine von ihm gereichte Flasche, 
obwohl zehntausend . Menschen, der König als erster, 
daraus tranken, nicht leer werden konnte. — Im 
Feuer- Mause -Jahr (1575) kam noch eine zweite Ge-135 

20 sandtschaft des Khan's zum Zwecke der Berufung, 
'Atwosa Darhan u. a., überreichte ein Sendschreiben 
und Geschenke und lud ihn höflich ein zu kommen. 
Da geruhte der Herr zu lächeln und sprach: „Da 
die Wirkung der früheren Ereignisse euch günstig ist. 

25 so muss ich auf jeden Fall gehen. Ihr Gesandten, 
gehet voraus und lasset den König und die übrigen es 
wissen!" Sprachs und schickte sie mit einem Briefe ab. 
Als die nun in ihre Heimat kamen und den Sachverhalt 



1) Tib. dul-ba slob-dpon. 



— 215 — 

vortrugen, waren alle erfreut, und man errichtete in der 
Landschaft Cabciyal in Kökö Noor einen grossen 
Vihära. Im Feuer-Rinder-Jahr (1576) wurden nach 
einander viele Scharen von Grossen zur Begrüssung ab- 
gesandt. Darauf geruhte der Herr, das Beten im sPrul- 5 
* pa-Vihära zu lHa-ldan 1 ) auf eine frohere Zeit zu ver- 
legen, und lenkte am 26. Tage des 11. mongolischen 
Monats sein Ross aus oBras-spuns. Zunächst besuchte 
er das Rwa-sgren -Heiligtum 2 ) und gab folgende Weisung: 

„Da ich vom Mongolenkönige berufen bin, 10 

„So habe ich mich aufgemacht, nach der Stätte des 

barbarischen Nachbarlandes zu ziehen; 
„Jedoch ihr müsst ohne Säumen euch als Mithelfer 

bethätigen 
„Und während dessen dies bedenken: 15 

„Seid auf das Gedeihen der Klosterresidenz dpal-ldan 

oBras-spuns 
„Und des heimischen dGa-1 dan -Palastes nebst seiner 

Umgebung 
„Bedacht und lasst den Erfolg nicht an die Le-pa's 20 

verloren gehen, 
„Ihr selbst aber glaubet an die Lehre der Wieder- 
vergeltung 
„Und strebet und trachtet nach guten Thaten!" 
136 Dies und anderes sprach er. Es erschienen aber, als 25 
er fortzog, zu seiner Begleitung der K'ri rin-po-c'e 
von dGa-ldan und andere Grosslamen sowie der Fftrst 



1) S. oben p. 7, n. 1. 

2) Rwa-sgrei'i-gi rten. f 



— 216 — 

bKra-sis rab-brtan und andere. Fürst bKra-sis-pa 
fasste den Steigbügel des Rosses und sprach: 

„Der unsrer Lehre Heil geworden, des Lama's 
mächtige Persönlichkeit 1 ) 
5 „Soll mit den Wesen, die zur Lehre sich bekennen, 

das ganze Erdenrund erfüllen — a 
Kaum hatte er diese beiden Verse begonnen, da er- 
stickten Thränen seine Stimme, und er vermochte nicht 
weiter zu sprechen. Da erwiderte jener vom Rosse 
10 herab: 

„Die Gabenspender der Lehre mögen an Macht 
und Reichtum wachsen, 
„Das Glück des langen Bestandes der Lehre möge 

uns zu teil werden!" 2 ) 
15 Danach gelangte er weiterhin nach Ober-Na-mt'so. * 
Da versammelte sich eine grosse Menge Laien und 
Priester, voran dGon-pa, und bescherten ihm reiche 
Geschenkgegenstände, voran dreitausend Unzen Gold. 
Da gewährte er ihnen den Uttarayoga und die 
20 „Unterweisung in der Flüsterung des Sechs- 
silben-Gebetes 4 ' 3 ), nahe an tausend Aufnahmen in 
den Priesterstand und Ordinationen — u. s. f., und 
brachte sie dadurch allesamt auf den Pfad der Erlösung. 

1) Wörtlich: 'staiker Fuss-Lotus', s. oben p. 190, n. 2. 

2) Die im Original (p. 136, 4. 5. 8. 9.) vorliegende Wieder- 
holung des Wortes bstan-pa, 'Lehre', am Anfange jedes der vier Verse 
ist an und für sich schon poetisch sehr wirksam und dient hier noch 
dem besonderen Zweck, die für den inneren Zusammenhang der ganzen 
Situation bedeutsame Zusammengehörigkeit der beiden Halbstropheu 
auch äusserlich hervorzuheben. 

3) Etwa = skr. Shadaksharajäpägama; vgl.p.2Ü(i, \o u. n.G. 



— 217 — 

Da zeigte sich auf dem Steine des Steigbügels an der 
Rückenseite des Sattels deutlich des Vierarmigen Grossen 

Erbarmers 1 ) leibhaftige Erscheinung. Darauf gelangte 

* 

er nach bZugs-sga am Ufer des rMa- Flusses 3 ). Da 
wurde ihm berichtet, die diesseits befindlichen Leute 5 
könnten diesen Fluss, da er sehr gross sei, eine Zeit 
lang nicht passieren. Als sie jedoch am nächsten Morgen, 
nachdem die Nacht verstrichen, hinsahen, war die Tiefe 
nur so gross, dass man nur bis zum Knie einsank. Dar- 
über waren alle sprachlos. Auf der Weiterreise zogen 10 
ihm auf dem Wege sich aufhaltende Menschen und 
Nichtmenschen 8 ) entgegen und erwiesen ihm unermess- 
liche Verehrung. Eines Abends erschienen eine Menge 
mongolische Götter und Dämonen in zauberischen Ver- 
137 Wandlungen als Kamele, Pferde, Mäuse u. s. w. unter 15 
Fuhrung des Dharmapäla Beg-tse. Er aber bannte 
sie, worauf sie einen Eid leisteten, den Religiösen 
keinen Schaden zuzufügen. Auch BegrQssungsscharen von 
Mongolen erschienen dann weiter; da schaute Secen 
II w on T'aici ihn als den Vierarmigen Grossen Erbarmer. 20 
Dann zog (bSod-nams rgya-mt'so) weiter. Da, am 
15. Tage des 5. mongolischen Monats des Erde-Tiger- 
Jahres (1577), als er in Begleitung von Weissgewandigen 4 ), 
rGya-glin's und Beamten 5 ), nach ihrer Rangfolge, und 

l)Tugs-rje c'en-po p'y ag-hzi-pa (= skr. Caturb&hu- 
mahäkaruna), d.i. A valokitecvara, 8. Pantheon no. (75.)S9.(U7.) 

2) rMa-cu, 'the river Hoangho', Jäschke s. v. 

3) Mi ma-yin = skr. amanushya, das übrigens auch 'Unhold 9 be- 
deutet (Böhtliugk 8. v., 2). 

4) sKya-dar. 
6) Las-! san. 



— 218 — 

anderen zu Lamen des erlauchten Khan's geeigneten 
Grossen, gleich einem zu dem Badeteich des hoch- 
gemuten unsterblichen Indra 1 ) langsam auf dem Boden 
dahinwandelnden Elefanten einherschreitend, zur Rechten, 
5 zur Linken und im Rücken umgeben von vielen tausend 
chinesischen und mongolischen weltlichen und geistlichen 
Berittenen, sodass der ganze Erdboden davon bedeckt 
schien, dahinzog, erschien 'Alt'an Khan, der durch des 
Himmels Macht sein langes Leben hindurch in streit- «& 

10 erfüllter Zeit 2 ) das Rad drehte, in eigener Person. Um 
anzudeuten, dass das dunkle barbarische Grenzland nun- 
mehr hell geworden, war er mit einem weissen Gewand 
bekleidet; er war von zehntausend Gefolgsleuten, ebenso 
seine Gemahlin von einer zahlreichen Dienerschaft um- 

15 geben. Beim Beginn des Festes der BegrOssung zwischen 
Priester und Laien (d. h. zwischen bSod-nams rgya- 
mt'so und Altan Khan) überreichte dieser jenem ein 
aus fünfzehn Unzen Silber gefertigtes Mandalam, eine 
goldene Schale von dem Rauminhalt eines chinesischen 3 ) 

20 Bre, angefüllt mit Edelsteinen, und unermessliche andere 
Geschenke. Dann zogen, inmitten der versammelten 
Menge von Hunderttausend, Priester und Laie (d. h. Lama 
und König), gleich Sonne und Mond, zusammen weiter. 
Darauf hielt der H w on Taici folgende Rede, welche Gusi 

25 Baksi verdolmetschte: „Vor Zeiten hing der durch seine 
Abstammung vom Geschlechte des Himmels Hoch- 



1) Tib. dBan-po. 

2) rTsod-dus-kyis; vgl. oben p. 200, 7 und n. 4. 

3) Wörtlich: 'im Bre-Mass des Landes der Mitte/. 



— 219 — 

gewaltige 1 ), nachdem er China, Tibet und die Mongolei 
mit starker Hand unterworfen, dem Sa-skya-pa an 2 ): 
dem Priester der Laie, und es verbreitete sich die Re- 
ligion. Später, von Togan T'emur Khan 8 ) an, er- 
losch die Religion : alles Thun war eitel Sünde, Nahrung 5 
Fleisch und Blut allein; so lebten sie, und (unser Land) 
glich einer Insel in einem dunklen, schwarzen Blutmeer. 
Da that sich durch den Segen der innigen Vereinigung 
138 von Priester und Laien gleich Sonne und Mond der Pfad 
der heiligen Religion auf; das Blutmeer wandelte sich in 10 
Milch: dies war ein grosser Segen. Darum sollen 
alle, die in diesem Lande weilen: Chinesen, Tibeter, 
Hör und Sog, sie alle in dem „Gesetze der zehn 
Tugenden'* 4 ) verharren. Seit alten Tagen haben bei 
den Mongolen hauptsächlich folgende Gesetze gegolten: 15 
War früher ein Mongole gestorben — gleichviel ob einer 
hohen oder niederen Klasse angehörig — , so wurden 
sein Weib, seine Sklaven, seine Pferde, sein Vieh u. s. w. 
getötet; von nun an hingegen sollen so viel Güter, als 
man ideell als gleichwertig den zum Töten bestimmten 20 
Pferden, Vieh u. s. w. schätzt, der Geistlichkeit und dem 
Lama dargebracht werden; diese sollen um ein gemein- 
sames Gebet ersucht werden; die fingierte Tötung des 
Toten soll garnicht vorgenommen werden. — Wie früher 

1) D. i. Cingis Khan, s. oben pp. 16,21—17,3. S.S. 67, 
1*2. 15. 34. 37 7, n. 15. 

2) S. oben pp. 25, 2-15. 105, 11—106, 2. 

3) S. oben pp. 39, 14—17. 40, 2. 17—22. 

4) dGc-ba bcui krims, = mong. Arban buyantu nora- 
un tsagliadsa, 'Gesetz der zehn moralischen Verdienste' (S.S. 
234, 1<>). 



— 220 — 

verliert, wer einen Menschen getötet hat, nach dem Ge- 
setze Leib und Leben; wer ein Pferd oder ein Stück * 
Vieh getötet hat, geht nach dem Gesetze seiner ganzen 
Habe verlustig; wenn jemand einen Lama und Träger 
5 geistlicher Tracht gestossen, geschlagen oder sonstwie 
Hand an ihn gelegt hat, so wird des Thäters Wohnsitz 
zerstört. — Früher wurde regelmässig am Vollmonds- 
tage, am Neumondstage 1 ) und am achten jedes Monats, 
wo die 'Origod 2 ) genannten figürlichen Darstellungen 

10 der Verstorbenen mit Namen angerufen wurden, mit 
dem Blute geschlachteter Pferde und Stücke Vieh 
geopfert, und bei den Opfern zu bestimmten Zeiten 
im Jahre eine unendliche Zahl hoher und niederer 
Gattungen (von Tieren) geschlachtet. Von heute ab 

15 sollen jene greifbaren Bilder verbrannt werden. Ferner 
soll bei den Opfern zu bestimmten Jahres- und Monats- 
Zeiten durchaus keine Tötung vorgenommen werden; 
nimmt aber jemand eine solche vor, so soll die gesetz- 
liche Strafe dafür der Verlust des Zehnfachen aller ge- 

20 schlachteten Pferde und Stücke Vieh sein. Wenn jemand 
die 'Ongod nicht verbrennt, so soll sein Haus zerstört 
werden. An Stelle der J Ongod soll jeder ein Bild des 
Sechsarmigen Schützers der Weisheit 3 ) nehmen und auch 
ihm nur das Opfer der drei reinen (Speisen) 4 ) dar- 



1) sTon, wohl Abkürzung von ston-pa Meer', offenbar mit Rück- 
sicht auf die Gestalt der Mondscheibe zur Zeit des Neumonds. 

2) Mong. onghot; 8. Kowal. 353 b . 

3) Ye-ses-kyi mgon-po p f yag-drug-pa, wohl identisch 
mit mGon-po p'yag-dr u g-pa (= skr. Shad bäh unätha). 

4) dKar j/sum, d. i. 'milk, curd, cheese or butter' (Jaschke lü a ) 



— 221 — 

bringen, keinesfalls aber mit Fleisch und Blut opfern. — 
139 Ferner sollen alle nach Tugend trachten und am Voll- 
mondstage, am Neumondstage und am achten das 
Fasten 1 ) beobachten, keine Beraubung oder Eroberung 
unternehmen, die nicht für alle: Chinesen, Tibeter und 5 
Mongolen (Hör) erforderlich ist — kurz alles Thun und 
Treiben soll in diesem Lande genau so sein, wie es in 
den tibetischen Ländern dB us und yTsari ist." So 
verkündete er zahlreiche Gesetze. Den Vortrag der 
„Unterweisung in der Flüsterung des T'ugs- io 
rje c'en-po" 2 ) übersetzte der Lo-tsä-ba ins Mongolische, 
sodass alle ihn verstehen konnten; infolgedessen begannen 
alle, Hoch und Niedrig, sich der Flüsterung des Sechs- 
silben-Gebetes hinzugeben. Da zeigte sich ein Zelt aus 
Regenbogen-Licht, und ein starker Blumenregen fiel. Da- 15 
nach entspann sich ein eingehendes Gespräch zwischen 
Priester und Laien; da sprach der König folgende Bitte 
aus: „Vor Zeiten, als l 3c ags-pa den Klostertempel von 
Sih-kun errichtete, war ich Sec'en Khan und du der 
Lama P'ags-pa; du weihtest den Klostertempel ein. 20 
* Der früheren Kxistenzen, in denen ich von da an bis 
jetzt umherge wandert bin, wolle dich erinnern. 11 Da 
sagte der rJe T'ams-cad mk'yen-pa lächelnd: „Wir sind 
nicht nur jetzt allein zusammengetroffen, sondern schon 
früher hat vielmals ein Zusammentreffen und eine Be- 25 
gegnung stattgefunden. 'Alt'an Khan, du warst ehe- 
mals zur Zeit des Büsserfürsten der Ko sal a -König 

1) bsl7eu-j/naft. 

2)T < ugs-rjc c'en-poi bzlas lun, etwa = Mahäkaruna- 
j&pägama; bzlas-brjod = japa 8. M. Tib. 188, 17 = M. 197, 16. 



— ili — 

P rasen aj it 1 ). Dann warst du Hobilai Sec'en Khan 
aus des l'ogta C'ingis Geschlecht; da war ich oPags- 
pa h I a- ma; dieser wurde von dem Khan berufen und 
erteilte ihm und seiner Gemahlin den Hevaj räbhisheka 2 ), 
5 woraufhin jener ihm grosse Geschenke machte und u. a. 
den Titel Tisri verlieh. Der Scc'en H w oft T'aici hier 
war vormals der Magadha a )-König Bimbisära 4 ); der 
Gusri Pak si hier war ehemals der Lo-tsä-ba Mati- 
madprajna ft ) und zu P c ags-pa bla-ma's Zeit der 

10 Lo-tsä-ba KäläV'Vin 6 ; und diente sowohl dem Könige als 
oP'ags-pa als Uebersetzer. Heute nun hat er uns 
dreien Dolmetscherdienste geleistet. Diese drei Male 
also ist er mein Schüler geworden." Dies und anderes 
gab er zur Antwort. Darauf schenkte er dem Khan in 140 

15 einem die fünf Kasten symbolisierenden fünffarbigen 
Tuche ein mit einer diamantenen Spange als Siegel 
geziertes Amulet und eine Juwelenschale, mit ver- 
schiedenartigen Körnern angefüllt. Darauf wurde an 
der Stelle, wo die Hegrüssung zwischen Priester und 

20 Laien stattgefunden hatte, der Boden zur Errichtung eines 
Klostertempels zugerichtet, Schreine, von denen je einer 



1) ;-Sal-rgyal, s. M. Tib. 17l>, 7 = M. 184. 7. 

i*) Tib. Kyai-rdor-gyi dban bskur-ba; hier (Text p. 139, IG) 
wie oben p. 1G8. 21. 22 (= Text p. 107, 12) ist bskur (-ba) verbum 
tiuitum. 

3) Im Text (p. 139, 17—18): Magata. 

4) Tib. y Z u g s - c a n s ii i i'i - p o , 8. M. Tib. 1 7l>, ö = M. 184. 5. 
;>^ Tib. Bio -Id an ses-rab; bio in M. Tib. (= M.) häufig = 

skr. inati; aber bU»(-daii) Idan(-pa) in M. Tib. 19, 3 (= M. 22, 3) = 
skr. dhimant, in M. Tib. 135. (= M. 143. ?) = buddhimant. 
«0 (Wer Krish näo vi nr; tib. rTa-nag-pa. 



— 223 — 

unter anderem die Bilder der Buddha's der drei Zeiten, des 
rJe bla-ma (d. i. bTsori-k'a-pa) und des Herrn selbst 
(nämlich des bSod-nams rgya-mt'so) enthielt, u.a.m. 
nach chinesischer Art aufgestellt, (der Klostertempel) 
mit drei Reihen von Mauern umgeben, und ihm der 5 
Name T'eg-cen c'os-ok'or glih beigelegt. Zu dieser 
Zeit ordinierte er den Dharmasvämin von sToii-ok'or, 
Yon-tan rgya-mt'so 1 ), und erfüllte seine Hoffnung 
so vollständig, dass dieser ihn um Lehren, welche er 
begehrte 2 ;, bitten kam. Darauf gab ihm der König 10 
ausser einer grossen goldenen Schale voll Perlen 
* und vielen anderen vorzüglichen Gerätschaften den 
Titel Tälai bla-ma Vajradhara 3 ), d. h. 'All- 
umfassender Herr, Vaj rahalter 4 ;. Dem Könige anderer- 
seits gab jener die Bezeichnung Dharmaräja lHai t'sans- 15 
pa c'en-po; dem Sec'en H w on Taici, dem Gusri 
Paksi und den übrigen verlieh er, je nach dem Range 
eines jeden, Titel beider Stände 5 ). Eben jener lHai 
t'saris-pa 6 ) schenkte ihm ein aus hundert Unzen Gold 
gefertigtes, mit fünf Drachenklauen geziertes Siegel, auf 20 
dessen Vorderseite eben (zu dem Zwecke) die mongolische 
Aufschrift „Ausgezeichnetes Siegel des rDo-rje c c an 
Tälai bla-ma u angebracht war, einen aus Gold an- 



1) Skr. Gun as agar a. 

2) o Dod c c os. 

3) Im Text (p. 140, 10): Vadsradh&ra. 

4) K'yab-bdag rDo-rje can; der erste Teil dieser Ueber- 
tragung giebt nur den begrifflichen Sinn, nicht die Wortbedeutung von 
Dalai bla-ma wieder. 

5) D. h. teils geistliche teils weltliche Titel. 
G) Skr. De v a bra hin a n. 



— 224 — 



O, 



gefertigten Kopfschmuck, eine Flasche und andere ganz 
vorzügliche Geräte. Hundert Edle, darunter die Prinzen, 
Hess er in den Priesterstand treten. Nach dBus schickte 
er zur Verteilung an Se (-ra), Bras (-spuns), dGe- 

5 ldan u. s. w. eine Menge Thee und andere bedeutende 
Geschenke. Die einzelnen Fürsten teilten Schenkungen 
aus, die dem Palastschatze des rNam-sras 1 ) glichen. 
Danach trug jener dem Könige und den einzelnen 
Fürsten die Lehren, die sie wünschten, ausführlich vor 

lo und vollzog über tausend Priester- Aufnahmen und Ordi- 
nationen. Im 8. mongolischen Monat verlieh ihm der 141 
Kaiser von China, Wan li, den Titel 'Aller Reiche Hort 
und umschlingendes Band, $rf, ein Siegel u. s. \\\ und 
lud ihn höflich ein zu kommen. Bei diesen Anlassen 

15 überschritten die Geschenke vieler chinesischer Fürsten 
und die Huldigungen seitens der Geschöpfe jede Zahl. 
In alle streute er den Samen der Erlösung und All- 
Erkenntnis; über tausend Priester- Aufnahmen und Ordi- 
nationen nahm er vor; durch vernunftgemässe Lehren 

20 stellte er sie zufrieden. 

Dann brach er mit einem grossen Lager nach mDo, 
K'ams und Li-t'an hin auf. Als einstmals der Grosskhan 
'Alt'an ihn (von neuem) höflich zu sich einlud, sandte er 
einstweilen als seinen Stellvertreterden Dharmasvämin von 

25 sTon-ok'or, Yon-tan rgya-mt'so, in die Mongolei. Im 
Eisen-Drachen-Jahr (1579) gründete er in Li-t'an ein * 
Kloster und stellte in demselben einen aus vergoldetem 
Kupfer hergestellten Mahämuni auf, der über die drei 

1) (iott des Reichtums, s. Pantheon no. 263. 



— 225 — 

Reiche 1 ) emporragte und im Rucken vier und sechzig 
Spannen mass. Dem Kloster wurde der Name Tub- 
bstan byams-cen p'yogs t'ams-cad-las rnam-par 
rgyal-bai sde gegeben. Ueber hundert Priesterauf - 
nahmen und Ordinationen nahm er vor. Im Eisen- 5 
Schlangen-Jahr (1580) folgte er einem Rufe der Be- 
wohner von (Tab- m do und Hess den Regen begehrter 
Lehren herniederströmen. 

Der Grosskhan J Alt c an war zu Anfang seines 
76. Lebensjahres, im Wasser-Pferde- Jahr (1581), infolge 10 
einer schweren Erkrankung dem Sterben nahe. Da 
führten einige Grossfürsten, Beamte und Unterthanen 
Schmähreden gegen die (in) dem Lama (vereinigten) (drei) 
Kleinodien. Da versammelte sTon-ok'or sprul-sku 
rin-po-c'e Fürsten und Volk insgesamt und predigte die 15 
Lehre von der Unbeständigkeit. „Jedoch hat der rJe 
t'ams-cad mk'yen-pa erklärt, dass dieser Grosskhan ein 
Bodhisattva ist. Darum — kraft der Wahrheit des 
Kleinods der Lehre, des allwissenden Herrn 2 ) der Be- 
kenner der Lehre, und des Dharmaräja und Gaben- 20 
I42spenders der Lehre — werde du, o König, gesund!" 
Nachdem er diese Worte der Beschwörung gesprochen 
und dreimal r König! König!" gerufen hatte, wurde der 
Grosskönig wieder gesund und sprach: „Was ist der 
Grund, dass ihr, Fürsten und Volk, gegen die von mir 25 
eingeführte heilige Religion und Geistlichkeit Schmäh- 
reden führt? Habt ihr früher, als die Religion noch 

1) K'ams ^'sum (s. M. Tib. 145, Ueberschr. 147, Ueberschr.; 
Jäschke 39 b ) = Tridhätu. 

2) rJe t ams-cad ink yen-pa. 

15 



., . *.r war, einen Menschen gesehen, 
" u . ..... ^v.;ern am Lehen geblieben wäre? 

• 7r l •*'* fams-cad mk'yen-pa §a"en hören, 

"**' ' . 'ivvaräia 1 ), um die Wesen an die 

' s .. mahnen, den Schein des Hinscheidens 






-. » .• 






. - ■» 



*\ose und andere belehrende Worte sprach 

me Gemahlin, seine Söhne und alles Volk 

t -:d leisteten einen Kid, seiner Verordnung 

•0 dem Lama (vereinigten) (drei; Kleinodien 2 ) 

vUiden zuzufügen: auch stellten sie dement- * 

. N ..,* oine schriftlich abgefasste gesetzliche Verord- 

„,; Darüber freute sich der Grosskhan. Danach 

•V 

^»v sich in einem Jahre die Krankheit, und er ver- 

^*? im folgenden Jahre, dem Wasser -Schaf- Jahre 

N x : '\ Als zu dieser Zeit rJe tams-cad mk'yen-pu ver- 

oO^c seiner Abhijna ersah, dass 'Alt'an Khan in die 

«•(»oitige Welt eingegangen sei, legte er ihn auf dem 

tiiiifcl des Meru in ein Sa in varamandalanr 5 ) hinein, 

.vMgte ein Götter-Antlitz, erteilte ihm den Segen und 

v nahm ihn zu sich auf. 

Danach hestie«^ der Sohn dieses Königs. Sen<r<* 

Diigurun 4 , im Wasser-Schaf- Jahr (ir>82)') den Thron. 

Gemäss dem hinterlassenen letzten Willen seines Vaters 

ging unter Führung eines Taici eine Gesandtschaft zur 

*j:> Berufung des rJe t'ams-cad mk'yen-pa ab. Der Herr 

1) Tib. C&kyai rgyal-po. 

2) Bla-na dkon-mc'og, ebenso oben p. 225, 1.* — 14. 

3) Tib. bDe-mc'og-gi dkvil- k'or. 

4) S. oben p. 58, 20—29. 

5) Oben p. 58. 29 ist als Jahr dor Thronbesteigung das Ilolz- 
Atfen-Jahr (15S3) angegeben. 



— 227 — 

war an den (Kökö)Noor 1 ) gelangt. „Ein Gebet, kraft dessen 
König 'Alt ( an im Reiche der Gedanken 2 ) am höchsten 
geehrt wird, sei dein ein freundliches Lächeln zeigender 
Bote!*' Die Erfüllung dieser Bitte gewährte er. 

Zunächst gelangte er nach sKu- bum, dort er- 5 
lichtete er eine Predigtschule 3 ) neu und übergab sie den 
l43Dharmagupta's 4 ) von bsTan-pa rgyas-pa zur Ob- 
hut. Darauf gelangte er nach Ri-bo Nan-tig, woselbst 
er eine lange Rast beliebte. Da erschaute er die Schar 
der vri-Cakrasamvara-Götter 5 ). Nach Yaii-tig, 10 
Siri-kun und vielen anderen grossen Klöstern gelangt, 
wirkte er in reichem Masse für das Wohl des Nächsten. 
Darauf kam er weiter auf das Gebiet des Fürsten von 
Ort w os w o, Secen Hon T'aici, zu und erteilte Va^itä's, 
Adhiväsana's und viele andere gewünschte Lehren. Im 15 
Holz -Vogel-Jahre (1584) vollzog er nahe an tausend 
Priesteraufnahmen. Die Fürsten, Cin w oh und der Khan 
der vierzig grossen Divisionen der Mongolen luden ihn, 
indem sie ihm entgegenzogen, zu sich ein, bescherten 
ihm eine Juwelenschale, hundert Stücke Seidenstoff, 20 
tausend Unzen Silber u. s. w., insgesamt zehntausend 
Geschenke. Diesen Khan, Sec'en Hon Taici, Sec'en 

1) mT so, = mT so-snon = mong. Kökö Noor; ebenso oben 
p. 51, 21 (= Text p. 35, 16) und p. 214, 11, wo entsprechend zu ver- 
bessern ist. 

2) dMig8-yul-du. 

3) b^ad-grwa. 

4) Tib. C'os-srun-rnams; M. Tib. 264, 4 (= M. 275, 5) 
und Wassiljew 254: C*os - srun-sde; Tftr. 3, 3: C'os-bsruns, 
207,9: C'os-bsrun, 208,2: C'os-bsrun-ba, 206,9—10.19. 
207, 1: C'os-sbas-pa. 

5) Tib. dpal- K'or-lo sdom-pai 1ha t'sogs. 



16 



,• 



— 228 — 

Tai c'in und andere Hess er in ein <;rl-Hevajra- 
ma ii dal a in treten und erteilte ihnen den Abhisheka. * 
Der Khan fibergab seinem Sohne die Herrschaft, ver- 
zichtete auf die Annehmlichkeiten des Hoflebens und 

5 trat in den Priesterstand. Von 'Ombu Cuhur Noyon 1 ) 
eingeladen, Hess er den Taici 2 ) nebst seinem Gefolge in 
ein Amritadundubhis varamandalam*) treten und 
erteilte ihnen den Abhisheka. Im Feuer-Hunde-Jahr 
(1585) richteten 'Alt'an Khan's Sohn Senge Dügurun 

10 Khan und andere Grossfflrsten die Bitte an ihn, er 
möchte doch in dieses Land kommen. Demgemäss 
machte er sich gleichsam nach dem Orte der Götter- 
stadt — genannt Koke Khota — auf und langte da- 
selbst unter wundervoller Bewillkommnung an. An dem 

15 von 'Altfan Khan errichteten silbernen Bilde des Qäkya- 
muni nahm er feierlich die ^Zuns-^zug(-Ceremonie) 
und die Einweihung vor. Der König bescherte ihm 
zehntausend Geschenke, darunter ein goldenes Man- 
dalam. Der Herr erteilte einigen Unterthanen den 

2oHevajra- und den v-rt-Cakrasamvaräbhisheka. Die 
Gebeine des 'Altfan Khan hatte man in die Erde 
hineingelegt; dies tadelte er, indem er sagte: „Wie 
könnt ihr ein derartiges unschätzbares Kleinod und 
Juwel in die Erde legen?" So grub man denn die 144 
Erde fort, sammelte (die Ueberreste) und legte sie auf 

1) S. oben p. 50, 22—23. 

2) D.i. eben dieser Ombu Tsokhor Noyon. 

3) Tib. C'i-med riia-sgrai dkyil-k'or. rNa-sgra = 
8kr. Dundubhisvara, vgl. M. Tib. 17, 41 =°M.20, 41; nach Böbt- 
lingk 8. v. ist dies (= svarar&ja) 'Nomen proprium verschiedener 
BuddbaV, nach Jäscbke 133 b = Amoghasiddha (der fünfte Dbya-ni 
buddba). 



— 229 — 

das Leichenfeuer. Da wurde der ganze Himmel von 
einem Netz von Regenbogen-Licht erfüllt, ein Blumen- 
regen fiel herab, „Hüm u , „Hri" und andere Schrift- 
zeichen, sowie unermessliche Reliquien zeigten sich. 
Zum Andenken für die Nachwelt errichtete er einen aus 5 
tausend Unzen Silber angefertigten Stupa und weihte 
ihn ein. Darauf, im Feuer-Schweine-Jahr (1586), ver- 
schied Senge Dügurun Khan. Bei der Veranstaltung 
der Totenfeier für ihn widmete (bSod-nams rgya- 
mt'so) fromme Gaben denen, deren Reinheit vollkommen 10 
w r ar. — Eines Tages ging er an eine Stelle des Waldes 
oT'or-re-ba. Da begrösste er sich mit einem Bhikshu, 
der sich als Gewand Lumpen und Fetzen aufgelesen hatte, 
und hatte ein langes Gespräch mit ihm, worauf jener in 
einem Augenblick im Dickicht des Waldes verschwunden 15 
war. Als seine Begleiter Fragen an ihn richteten, erklärte 
er: „Von Jina über den Göttern droben 1 ) ist der Mahä- 
* siddha T'ar-pai rgyal-mtfsan gekommen, da ich die 
Zeit, wo ich gehen muss, erreicht habe." Er bot den 
Schein einer leichten Erkrankung. Gesandte aus dB us 20 
und yTsan, die ihn einladen sollten, trugen ihm die 
Bitte vor, er möchte doch nach dem Hochland • (von 
Tibet) kommen. Er aber ging auf die höfliche Ein- 
ladung des Khan's der Horc c en nach diesem Lande und 
erteilte jenem unter anderem die Hevajrava^itä. Dort 25 
war ein Kloster für die Geistlichkeit errichtet worden; dies 
weihte er feierlich ein. Im 46. Lebensjahre, im Erde- 
Mause-Jahr (1587), sah er vom Ende des 1. Monats an 
ein w T enig erkältet aus. Der Kaiser von China schickte, 



1) Tib. rGyal lba-t'og sten-nas. 



— 230 — 

um ihn einzuladen, dass er in seinen Palast kommen 
möchte, einen Gesandten, welcher von acht Männern 
(in einer Sänfte) auf den Nacken getragen wurde, und 
verlieh ihm den Titel Kwan tin Tä ko sri. Nach- 
5 dem er über die Auspicien nachgedacht, gab er das Ver- 
sprechen, nach dem Palaste zu kommen. Vom Monat 
Nag-pa an bot er den Schein einer schweren Form der 
Erkrankung. Darum hob er seinen letzten Sang 1 ) an. 
Da richteten die Fürsten mit tief betrübtem Gemüt 
10 die Bitte an ihn: „Allwissender Herr! Wollest du deine 
nächste Wiedergeburt in jedem Falle in unserem Stamm 
erstehen lassen!" Da erwiderte der Herr: 145 

„Verehrung den untrüglichen Zufluchtsstätten, den 

drei Kleinodien! 
15 „Wohlan, hier in dem grossen Reiche, dem Lande 

der Mongolen, 
„In welchem alle Reichtümer und Schätze auf- 
gehäuft sind, 
„Werdet ihr, deren Haupt er, König Altan 2 ), 
20 gewesen, 

„Ihr Saft und Kraft spendenden Gabenverteiler und 

Schüler, — 



i' 



Durch ein nicht unwesentliches Zusammenwirken dück- 



&' 



licher Umstände in der Vergangenheit \ 
25 „Durch die ausgezeichnete Wirkung früherer 

Thaten in dei* heutigen Zeit, 
„Durch die Kraft des Gebetes in (nächster) Zu- 
kunft 

1) vSun-mgur. 

2) j/Ser-gyi rgyal-po, s. oben p. 213, 5 und n. 1. 



— 231 — 

# „Und durch einen derartigen guten Wandel im 

Mahäyänam in noch späterer Zeit — 
„Zu der Ehre gelangen die Frommen zu leiten" 
und ferner: 

„In dieser Lehre von der ursächlichen Ver- 5 

knüpfung der Erscheinungen 
„Sind die Glück gewährenden drei Sphären zum Felde 

der Thätigkeit geworden. 
„Mit diesem Leibe zwar werde ich in der Seligkeit 

aufgehen, 10 

„Jedoch die dreizehn ^rl-Däkinfs 1 ) werden einem 

dem Lama 
„Völlig gleichkommenden Herrn das Werk über- 
tragen." 
So schied er — ohne die Bekehrung in eigner Person 15 
ganz beendet zu haben — am 26. Tage des Monats 
Nag, bei Tagesanbruch, aus dem Behälter des groben 
Nirmänakaya den Sambhogakäya und den Jnänamayä- 
käya 2 ) ab und ging zu Manju^rtgarbhabhattäraka 3 ) 
ein. Als seine Gebeine auf das Feuer gelegt wurden, 20 



1) Tib. mK'a- gro, hier wohl zu mk c a- gro-ma (skr. d&ktfit) zu er- 
gänzen, da die P&k?m's, nicht die Däka's, gewöhnlich als Schutzgeister 
der Religion bezeichnet werden ; s. Schlagintweit 160 fg. Pantheon p. 46 
(no. 187— 189. 223—2*28). Vielleicht ist demgemäss auch oben pp. 117,2. 
118, 13 mk'a- gro = d&ktm aufzufassen. 

2) Tib. Loüs-sku Ye-ses sgyu-mai sku. Höchst wahrscheinlich 
ist der letztere Kaya mit dem Dharmak&ya identisch ; dies ergiebt sich 
ebensowohl aus dem Zusammenhang der hiesigen Stelle wie aus der 
Kombination der obigen Stellen pp. 85, 1 u. n. 1. 86, 1: Jfiana- 
Dharmakäya und p. 185, 8 — 9 u. n. 3, wo sgyu-ma (= skr. mayft) mit 
einem mit seinem üblichen Namen bezeichneten Kftya zusammensteht. 

3) Tib. r Je-btsun J a m - d p a 1 s h i ü - p o. 



— 232 — 

verwandelten sie sich in den Körper des Samvara 
und des A valokitev vara, in zahlreiche Buchstaben 146 
und in eine runde Krone. Sie wurden ein Haufen von 
Reliquien; nachdem dieser nach allen Seiten verteilt 
5 worden, fand seitens der einzelnen (Empfänger) eine Er- 
richtung zahlloser Caitya's statt, die sich der Errichtung 
der zehn Millionen Stupa's durch Dharmaräja AQoka 1 ) 
würdig an die Seite stellte 2 ). 

Auf ihn folgte der Jagannätha, der vierte rGyal-dban 
io Yon-tan rgya-mfso dpal bzaA-po'). 

Jener rGyal-dban bSod-nams rgya-mt'so hatte ausser 
jenen oben 4 ) erwähnten Abschieds Worten noch weitere 
Abschiedsworte gesprochen: 

„Der Fürst, der die Freude des Volkes und der vom 
15 Himmel Eingesetzten erweckt, 

„Dessen Zeichen (Name) die überall ausgebreitete 

Tugend (Yon-tan) ist, 
„Wächst an Ruhm immer mehr, gleich dem zu- * 

nehmenden Mond", 
20 Worte, deren Sinn der war: 'Ein vom Himmel Ein- 
gesetzter, d. h. ein aus dem Geschlecht der C'irigis- 
Dynastie Entsprossener, wird die Freude seiner Eltern 
und der übrigen Bewohner jenes Landes erwecken', und 
in denen eine Anspielung auf den Namen Yon-tan 



1) Tib. Mya-uan med. 

2) Wörtlich: % die der Errichtung verschwistert (mcVd- 

zla) war'. 

3) Skr. Gunasagara^-ribbadra. 

4) pp. 230, 13-231, 2. 231, 5-14. 



— 233 — 

thatsächlich ausgesprochen lag. Im Einklang mit diesen 
Worten trat (Yon-tan rgya-mt'so), um alle Reiche 
der grossen Mongolei mit der unverfälschten Doktrin 
des Jam-mgon bla-m a zu erfüllen, aus der Tushita- 
khacara-Region 1 ), einer dahinschiessenden Sternschnuppe 5 
gleich, in den Schoss der Täre oder Pähan C w ola, 
der Gattin des Sümir Tai c f in H w ori T'aici 2 ), des 
ältesten Sohnes des Senge Dügurun Khan, am Tage 
yNam-gan des Monats Nag-pa des Erde-Mause- Jahres 
(1587) in der Gestalt eines einen Rosenkranz aus Krystall 10 
tragenden weissen Knaben ein. Zu dieser Zeit sahen 
alle mit eigenen Augen, wie in das Zelt der Mutter ein 
fünffarbiger Regenbogen zu wiederholten Malen drang 
und ein Blumenregen fiel. Unter diesen und vielen 
anderen stets von neuem eintretenden merkwürdigen 15 
l47Zeichen und Wundern wurde er am ersten Tage, dGa- 
ba, des Monats C'o-op'rul des (weiblichen) Erde-Rinder- 
Jahres (1588), bei Sonnenaufgang — dem weissen Lotus 
gleich, der durch des Schlammes Widrigkeit nicht be- 
fleckt wird — aus des Mutterleibes Sündennetz befreit 20 
und gleich mit dem vollen Körperumfang eines Drei- 
jährigen und mit so grossem Schönheitsglanz, wie wenn 
eine goldene Opferkerze vom Strahl der Sonne getroffen 
wird, in der Hand einen krystallenen Rosenkranz haltend, 
geboren. Eines Tages sagte er zu seiner Mutter: „Hole 35 
mir aus dem Tempel ein Originalstück vom bKa-ogyur." 
Als sie dem Folge geleistet, nahm er es, sah das Buch 



1) Tib. dGa-ldan mk'a-spyod-kyi vnas. 

2) S. oben p. 59, 4—6 und die Berichtigung zu dieser Stelle. 



— 234 — 

an und sagte: ,,Dies ist meine Lebensbeschreibung.** Er 
öffnete das Buch — es war die im Saddharmap unda- 
rika 1 ; enthaltene Lebensgeschichte des Amoghapäca*). 
Infolgedessen glaubten alle daran, dass er Avaloki- 

5tecvara 7 s Inkarnation sei, und richteten Bitten an ihn. * 
Früh und spät baute er Lehrstühle, sammelte Teile zer- 
fallener Keligionsschriften und viele kleine Steine, ordnete 
sie in Reihen und sagte: „Dies sind die und die Körper- 
formen der Bla-ma's, Yi-dam's, Buddha's und ßodhi- 

lo sattva's 8 )" u. s„ w. Eines Tages hatte er die Vision des 
Ye-ses mgon-po {/yag-drug-pa, Las-;'sin. rXam- 
rsa.s 4 ,, P'yag bzi-pa 5 ), Gur-zal 6 ) und vieler anderer 

1) Tib. Dam(-pai) c'os pad (-ma) dkar(-mo); übersetzt von 
Burnouf ('Lotus de la bonne loi', Paris 1852} und Kern (Oxford 1SS4): 
«. ausserdem Wassiljew 103 fg. R. Mitra 203—207. Hunter (s. Indrx). 
Bendall (s. Index). Kanjur-Index p. 19, no. 113 = A. G. II 242 — 244. 
Kowal., Vorrede, XI h . (Kommentar u. Erklärungen dazu ». Tanjur- 
Index: A. O. II 37L no. 07. Wassiljew 243). 

2) Tib. Don-yod zags-pa. Amogbap&ca ist, nach Bohtliogk 
8. v., 'Nomen proprium eines Lokeevara bei den Buddhisten*, Lo- 
ke<;vara aber, nach Böbtlingk 3. v., unter anderem 'Beiname A?a- 
lokite<?varaV ; nach Csoma-Feer (A. G. II 384) eio saint deifie"; 
nach Pantheon no. 90 ist er die Nebenform eines berühmten ßodhisattva,, 
und zwar, nach dem Zusammenbang, in welchem er dort erscheint 
f *. No. 'M. itf), und der Stelle hier oben p. 209, 15—16 u. n. 3 zu 
ftchliessen, höchst wahrscheinlich die des Avalokitecvara. 

3) Vgl. genau dieselbe Reihenfolge in der Einteilung des Pautheon 
de* Tuch angtscha Hutuktu, s. Pantheon p. 45 fg. 

4) Da e*< mehrere Gottheiten dieses Namens giebt (vgl. oben 
I». 207. n. T). ho ist i*s unsicher, ob hier diese insgesamt oder eine 
«•inzelne (vgl. p. 224, 7 u. n. 1) gemeint ist; vgl. den analogen Fall 
in no. <). 

h) Skr. C a t u r h ä h ii , = s P y a n - r a s - v z i g s p c y ag-bzi-pa, 
d. h. derjenigen Form des A va loki teyvara, die sich in jedem Dalai 
Lama inkarni* rt (-. Pantheon no. 89), und die deshalb eine hervor- 



— 235 — 

Dharmapäla's, erzahlte dann, sie wären unter solcher 
(und solcher) Gestelt erschienen, und führte sie in zahl- 
reichen Schaustellungen vor. Als ein Jahr um war 
(1589), zur Zeit der Einweihung des Opferhauses seines 
Vaters, streckte diese Inkarnation den Finger gegen das 5 
Bild des früheren rGyal-ba 1 ) aus und sagte: „Das bin 
ich." Da baten ihn viele Anwesende um die Hand- 
Vavitä 2 ). Daraufhin erteilte er mit beiden Händen, mit 
einer Hand u. s. w. die starke und die schwache Hand- 
Vavitä. Dem Mundschenk und den übrigen alten Dienern 10 
legte er die Hand aufs Haupt und nannte dabei jeden 
148 einzelnen mit Namen. Als man dies wahrnahm, erlangten 
alle, (vor Erstaunen) unfähig zu sprechen, Glauben, In 
einem Zeitraum zeigte sich dieser rJe t c ams-cad mk'yen-pa 
den zu seiner Begrüssung Erschienenen in der Gestalt 15 
des T'ugs-rje cen-po p'yag-bzi-pa, eines weissen 
Schriftzeichen „Hum", eines weissleuchtenden Flecken 
und auch einfach in der eines Lamas, der eine Haar- 
flechte und ein weisses P c yam 3 )-rtso trug, sowie in vielen 

ragende Rolle in dem Leben jedes einzelnen Dalai Lama spielt 
(vgl. z. B. oben pp. 209, 5 verglichen mit n. 3; 212, 3; 217, 1—3. 
20 und n. 1). 

G) Oben p. GO, 2 werden zwei Gur-ial erwähnt. Es ist un- 
sicher, ob liier eine oder mehrere Gottheiten dieses Nameus gemeint 
sind ; vgl. den analogen Fall in n. 4. 

1) Hier offenbar = rGyal-dban. 

2) Tib. P'yag-dban = skr. p&ni?acJtä (oder hastavacJtä?, in 
M. Tib. (M.) ist p c y a g bald =: skr. p&ni, bald = skr. hasta). 

3) Vielleicht ist p yam = p'yam-pa = skr. kutapam (s. M. Tib. 
278, 55 = M. 284, 79), eine Decke von Ziegenhaar* (s. Böhtlingk 
s. v., I.) 



— 226 — 

nicht (bei uns) verbreitet war, einen Menschen gesehen, 
der nicht gestorben, sondern am Leben geblieben wäre? 
Habt ihr nicht den rJe t'ams-cad mk'yen-pa sagen hören, 
dass einst sogar Qäkyaräja 1 ), um die Wesen an die 

5 Unbeständigkeit zu mahnen, den Schein des Hinscheidens 
geboten habe?" Diese und andere belehrende Worte sprach 
er. Da waren seine Gemahlin, seine Söhne und alles Volk 
hocherfreut und leisteten einen Eid, seiner Verordnung 
gemäss den (in) dem Lama (vereinigten) (drei) Kleinodien 2 ) 

10 keinen Schaden zuzufügen: auch stellten sie dement-* 
sprechend eine schriftlich abgefasste gesetzliche Verord- 
nung auf. Darfiber freute sich der Grosskhan. Danach 
steigerte sich in einem Jahre die Krankheit, und er ver- 
schied im folgenden Jahre, dem Wasser -Schaf- Jahre 

15 (1582). Als zu dieser Zeit rJe t ams-cad mk'yen-pa ver- 
möge seiner Abhijnä ersah, dass 'Altan Khan in die 
jenseitige Welt eingegangen sei, legte er ihn auf dem 
Gipfel des Meru in ein Sa in vara man dal am 3 ) hinein, 
zeigte ein Götter- Antlitz, erteilte ihm den Segen und 

20 nahm ihn zu sich auf. 

Danach bestieg der Sohn dieses Königs, Senge 
Dügurun 4 ), im Wasser-Schaf- Jahr (1582) r ') den Thron. 
Gemäss dem hinterlassenen letzten Willen seines Vaters 
ging unter Führung eines Taici eine Gesandtschaft zur 

25 Berufung des rJe t c ams-cad mk c yen-pa ab. Der Herr 

1) Tib. Qäkyai rgyal-po. 

2) Bla-rua dkon-mc'og, ebenso oben p. 225, 13—14. 

3) Tib. bDe-mc'og-gi dkyil^k'or. 

4) S. oben p. 58, 26—29. 

5) Oben p. 58, 29 ist als Jahr der Thronbesteigung das Holz- 
Affen- Jahr (1583) angegeben. 



— 227 — 

war an den (Kökö)Noor 1 ) gelangt. „Ein Gebet, kraft dessen 
König J Alt c an im Reiche der Gedanken 2 ) am höchsten 
geehrt wird, sei dein ein freundliches Lächeln zeigender 
Bote!" Die Erfüllung dieser Bitte gewährte er. 

Zunächst gelangte er nach sKu- bum, dort er- 5 
richtete er eine Predigtschule 3 ) neu und übergab sie den 
l43Dharmagupta's 4 ) von bsTan-pa rgyas-pa zur Ob- 

• 

hut. Darauf gelangte er nach Ri-bo Nan- tig, woselbst 
er eine lange Rast beliebte. Da erschaute er die Schar 

der <?ri-Cakrasamvara-Götter 5 ). Nach Yan-tig,l0 

* 

Sin-kun und vielen anderen grossen Klöstern gelangt, 
wirkte er in reichem Masse für das Wohl des Nächsten. 
Darauf kam er weiter auf das Gebiet des Fürsten von 
Ort w os w o, Secen Hon T'aici, zu und erteilte Vapitä's, 
Adhiväsana's und viele andere gewünschte Lehren. Im 15 
Holz -Vogel- Jahre (1584) vollzog er nahe an tausend 
Priesteraufnahmen. Die Fürsten, Cin w on und der Khan 
der vierzig grossen Divisionen der Mongolen luden ihn, 
indem sie ihm entgegenzogen, zu sich ein, bescherten 
ihm eine Juwelenschale, hundert Stücke Seidenstoff, 20 
tausend Unzen Silber u. s. w., insgesamt zehntausend 
Geschenke. Diesen Khan, Sec'en Hon T'aici, Sec'en 

1) mT so, = mT so-snon = mong. Kökö Noor; ebenso oben 
p. 51, 21 (= Text p. 35, 16) und p. 214, 11, wo entsprechend zu ver- 
bessern ist. 

2) dMigs-ynl-du. 

3) bSad-grwa. 

4) Tib. C'os-srun-rnams; M. Tib. 264, 4 (= M. 275, 5) 
und Wa8siljew 264: Cos - srun-sde; Tar. 3, 3: C'os-bsruns, 
207,9: C^s-bsrun, 208,2: C'os-bsrun-ba, 206,9—10.19. 
207, 1: C'os-sbas-pa. 

5) Tib. dpal - K'o r-losdora-pai Ilia t'sogs. 

15* 



— 228 — 

Tai c c in und andere Hess er in ein ^ri-Hevajra- 
m a n dal am treten und erteilte ihnen den Abhisheka. * 
Der Khan übergab seinem Sohne die Herrschaft, ver- 
zichtete auf die Annehmlichkeiten des Hoflebens und 
5 trat in den Priesterstand. Von 'Ombu C'uhur Noyon 1 ) 
eingeladen, Hess er den TVici 2 ) nebst seinem Gefolge in 

ein A m r i t a d u n d u b h i s v a r a m a n d a 1 a in s ) treten und 
• • • • 

erteilte ihnen den Abhisheka. Im Feuer-Hunde-Jahr 
(1585) richteten ^Alt'an Khan's Sohn Senge Dügururi 

10 Khan und andere Grossförstcn die Bitte an ihn, er 
möchte doch in dieses Land kommen. Demgemäss 
machte er sich gleichsam nach dem Orte der Götter- 
stadt — genannt Küke Khota — auf und langte da- 
selbst unter wundervoller Bewillkommnung an. An dem 

15 von 'Alt'an Khan errichteten silbernen Bilde des (^äkya- 
muni nahm er feierlich die ;'Zuns-;'ZUg(-Ceremonie) 
und die Einweihung vor. Der König bescherte ihm 
zehntausend Geschenke, darunter ein goldenes Man- 
dalam. Der Herr erteilte einigen Unterthanen den 

2oHevajra- und den ^ri-Cakrasani varäbhisheka. Die 
Gebeine des 'Alt'an Khan hatte man in die Erde 
hineingelegt; dies tadelte er, indem er sagte: „Wie 
könnt ihr ein derartiges unschätzbares Kleinod und 
Juwel in die Erde legen?" So grub man denn die 144 
Erde fort, sammelte (die Ueberreste) und legte sie auf 

1) S. oben p. 50, 22—23. 

2) D. i. ebon dieser Ombu T s o k h o r Noyon. 

3) Tib. C'i-med rna-sgrai dkyil-k'or. rNa-sgra = 
skr. Dandubhisvara, vgl. M. Tib. 17, 41 = M.20, 41; nach Böbt- 
lingk s. v. ist dies (= svarar&ja) 'Nomen proprium verschiedener 
Buddha's', nach Jäschke 133 b = A moghasiddha (der fünfte Dhya-ni 
buddha). 



— 229 — 

das Leichenfeuer. Da wurde der ganze Himmel von 
einein Netz von Regenbogen-Licht erfüllt, ein Blumen- 
regen fiel herab, „Hüm u , „Hri" und andere Schrift- 
zeichen, sowie unermessliche Reliquien zeigten sich. 
Zum Andenken für die Nachwelt errichtete er einen aus 5 
tausend Unzen Silber angefertigten Stüpa und weihte 
ihn ein. Darauf, im Feuer-Schweine-Jahr (1586), ver- 
schied Senge Dügurun Khan. Bei der Veranstaltung 
der Totenfeier für ihn widmete (bSod-nams rgya- 
mt'so) fromme Gaben denen, deren Reinheit vollkommen 10 
war. — Eines Tages ging er an eine Stelle des Waldes 
T c or-re-ba. Da begrüsste er sich mit einem Bhikshu, 
der sich als Gewand Lumpen und Fetzen aufgelesen hatte, 
und hatte ein langes Gespräch mit ihm, worauf jener in 
einem Augenblick im Dickicht des Waldes verschwunden 15 
war. Als seine Begleiter Fragen an ihn richteten, erklärte 
er: „Von Jina über den Göttern droben 1 ) ist der Mahä- 
* siddha T'ar-pai rgyal-mtfsan gekommen, da ich die 
Zeit, wo ich gehen muss, erreicht habe." Er bot den 
Schein einer leichten Erkrankung. Gesandte aus dB us 20 
und yTsan, die ihn einladen sollten, trugen ihm die 
Bitte vor, er möchte doch nach dem Hochland • (von 
Tibet) kommen. Er aber ging auf die höfliche Ein- 
ladung des Khan's der Horc'en nach diesem Lande und 
erteilte jenem unter anderem die Hevajravapitä. Dort 25 
war ein Kloster für die Geistlichkeit errichtet worden; dies 
weihte er feierlich ein. Im 46. Lebensjahre, im Erde- 
Mause-Jahr (1587), sah er vom Ende des 1. Monats an 
ein wenig erkältet aus. Der Kaiser von China schickte, 



1) Tib. rGyal lha-t'og ßten-nas. 



— 230 — 

um ihn einzuladen, dass er in seinen Palast kommen 
möchte, einen Gesandten, welcher von acht Männern 
(in einer Sänfte) auf den Nacken getragen wurde, und 
verlieh ihm den Titel Kwan tin Tä ko sri. Nach- 
5 dem er über die Auspieien nachgedacht, gab er das Ver- 
sprechen, nach dem Palaste zu kommen. Vom Monat 
Nag-pa an bot er den Schein einer schweren Form der 
Erkrankung. Darum hob er seinen letzten Sang 1 ) an. 
Da richteten die Fürsten mit tief betrübtem Gemüt 
10 die Bitte an ihn: „Allwissender Herr! Wollest du deine 
nächste Wiedergeburt in jedem Falle in unserem Stamm 
erstehen lassen!" Da erwiderte der Herr: 145 

„Verehrung den untrüglichen Zufluchtsstätten, den 

drei Kleinodien! 
15 „Wohlan, hier in dem grossen Reiche, dem Lande 

der Mongolen, 
„In welchem alle Reichtümer und Schätze auf- 
gehäuft sind, 
„Werdet ihr, deren Haupt er, König Altan 2 ), 
20 gewesen, 

„Ihr Saft und Kraft spendenden Gabenverteiler und 

Schüler, — 



o 



Durch ein nicht unwesentliches Zusammenwirken dück- 



© 



licher Umstände in der Vergangenheit ', 
25 „Durch die ausgezeichnete Wirkung früherer 

Thaten in der heutigen Zeit, 
„Durch die Kraft des Gebetes in (nächster) Zu- 
kunft 

1) vSun-mgur. 

2) ySer-gyi rgyal-po, 8. oben p. 213, 5 und n. 1. 



— 231 — 

* „Und durch einen derartigen guten Wandel im 

Mahäyänam in noch späterer Zeit — 
„Zu der Ehre gelangen die Frommen zu leiten" 
und ferner: 

„In dieser Lehre von der ursächlichen Ver- 5 

knüpfung der Erscheinungen 
„Sind die Glück gewährenden drei Sphären zum Felde 

der Thätigkeit geworden. 
„Mit diesem Leibe zwar werde ich in der Seligkeit 

aufgehen, 10 

„Jedoch die dreizehn ^ri-Däkinfs 1 ) werden einem 

dem Lama 
„Völlig gleichkommenden Herrn das Werk über- 
tragen." 
So schied er — ohne die Bekehrung in eigner Person 15 
ganz beendet zu haben — am 26. Tage des Monats 
Nag, bei Tagesanbruch, aus dem Behälter des groben 
Ninnänakaya den Sambhogakäya und den Jnänamäyä- 
käya 2 ) ab und ging zu Manju^rlgarbhabhattäraka 3 ) 
ein. Als seine Gebeine auf das Feuer gelegt wurden, 20 



1) Tib. mK'a- gro, hier wohl zu mk'a- gro-wia (skr. däkim) zu er- 
gänzen, da die D&k?/» 8, nicht die Däka's, gewöhnlich ata Schutzgeister 
der Religion bezeichnet werden; s. Schlagintweit 160 fg. Pantheon p. 46 
(no. 187—189. 223—228). Vielleicht ist demgemäss auch oben pp. 117, 2. 
118, 13 mk c a- gro = däkm* aufzufassen. 

2) Tib. Lous-sku Ye-ses sgyu-mai sku. Höchst wahrscheinlich 
ist der letztere Käya mit dem Dharmak&ya identisch ; dies ergiebt sich 
ebensowohl aus dem Zusammenhang der hiesigeu Stelle wie aus der 
Kombination der obigen Stellen pp. 85, 1 u. n. 1. 86, 1: Jnäna- 
Dharmakäya und p. 185, 8—9 u. n. 3, wo sgyu-ma (= skr. mäyft) mit 
einem mit seinem üblichen Namen bezeichneten Käya zusammensteht. 

3) Tib. rJe-btsun Jam-dpal sniu-po. 



— 232 — 

verwandelten sie sich in den Körper des S am vara 
und des A valokitev vara, in zahlreiche Buchstaben 146 
und in eine runde Krone. Sie wurden ein Haufen von 
Reliquien; nachdem dieser nach allen Seiten verteilt 
5 worden, fand seitens der einzelnen (Empfänger) eine Er- 
richtung zahlloser Caitya's statt, die sich der Errichtung 
der zehn Millionen Stupa's durch Dharmaräja A^oka 1 ) 
würdig an die Seite stellte 2 ). 

Auf ihn folgte der Jagannätha, der vierte rGyal-dbari 
io Yon-tan rgya-mfso dpal bzaA-po'). 

Jener rGyal-dban bSod-nams rgya-mt'so hatte ausser 
jenen oben 4 ) erwähnten .Abschiedsworten noch weitere 
Abschiedsworte gesprochen: 

„Der Fürst, der die Freude des Volkes und der vom 
15 Himmel Eingesetzten erweckt» 

„Dessen Zeichen (Name) die überall ausgebreitete 

Tugend (Yon-tan) ist, 
„Wächst an Ruhm immer mehr, gleich dem zu- * 

nehmenden Mond", 
20 Worte, deren Sinn der w r ar: 'Ein vom Himmel Ein- 
gesetzter, d. h. ein aus dem Geschlecht der C'irigis- 
Dynastie Entsprossener, wird die Freude seiner Eltern 
und der übrigen Bewohner jenes Landes erwecken', und 
in denen eine Anspielung auf den Namen Yon-tan 



1) Tib. Mya-iian med. 

2) Wörtlich: ; die der Errichtung verschwistert (mcVd- 

zla) war'. 

3) Skr. G uy asagaracribbadra. 

4) pp. 230, 13-231, 2. 231, 5-14. 



— 233 — 

thatsächlich ausgesprochen lag. Im Einklang mit diesen 
Worten trat (Yon-tan rgya-mt'so), um alle Reiche 
der grossen Mongolei mit der unverfälschten Doktrin 
des oJam-mgon bla-ma zu erfüllen, aus der Tushita- 
khacara-Region 1 ), einer dahiuschiessenden Sternschnuppe 5 
gleich, in den Schoss der Täre oder Pähan C w ola, 
der Gattin des Sümir Tai c'iri H w on T'aici 2 ), des 
ältesten Sohnes des Senge Dügurun Khan, am Tage 
yNam-gan des Monats Nag-pa des Erde-Mause- Jahres 
(1587) in der Gestalt eines einen Rosenkranz aus Krystall 10 
tragenden weissen Knaben ein. Zu dieser Zeit sahen 
alle mit eigenen Augen, wie in das Zelt der Mutter ein 
fünffarbiger Regenbogen zu wiederholten Malen drang 
und ein Blumenregen fiel. Unter diesen und vielen 
anderen stets von neuem eintretenden merkwürdigen 15 
l47Zeichen und Wundern wurde er am ersten Tage, dGa- 
ba, des Monats C'o-op'rul des (weiblichen) Erde-Rinder- 
Jahres (1588), bei Sonnenaufgang — dem weissen Lotus 
gleich, der durch des Schlammes Widrigkeit nicht be- 
fleckt wird — aus des Mutterleibes Sündennetz befreit 20 
und gleich mit dem vollen Körperumfang eines Drei- 
jährigen und mit so grossem Schönheitsglanz, wie wenn 
eine goldene Opferkerze vom Strahl der Sonne getroffen 
wird, in der Hand einen krystallenen Rosenkranz haltend, 
geboren. Eines Tages sagte er zu seiner Mutter: „Hole 35 
mir aus dem Tempel ein Originalstück vom bKa-ogyur." 
Als sie dem Folge geleistet, nahm er es, sah das Buch 



1) Tib. dGa-ldan mk a-spyod-kyi vnas. 

2) S. oben p. 59, 4—6 und die Berichtigung zu dieser Stelle. 



— 234 — 

an und sagte: „Dies ist meine Lebensbeschreibung." Er 
öffnete das Buch — es war die im Saddharmapunda- 
rlka 1 ) enthaltene Lebensgeschichte des Amoghapäpa 2 ). 
Infolgedessen glaubten alle daran, dass er Avaloki- 

5 tepvara's Inkarnation sei, und richteten Bitten an ihn. # 
Früh und spät baute er Lehrstühle, sammelte Teile zer- 
fallener Religionsschriften und viele kleine Steine, ordnete 
sie in Reihen und sagte: „Dies sind die und die Körper- 
formen der Bla-ma's, Yi-dam's, Buddha's und Bodhi- 

10 sattva's 8 )" u. s> w. Eines Tages hatte er die Vision des 
Ye-ses mgon-po p'yag-drug-pa, Läs-ysin, rNam- 
rsas 4 ), P'yag bzi-pa 5 ), Gur-zal 6 ) und vieler anderer 

1) Tib. Dam (-pai) c'os pad (-ma) dkar (-mo); übersetzt von 
Burnouf ("Lotus de la bonne loi', Paris 1852) und Kern (Oxford 1884); 
8. ausserdem Wassiljew 1G3 fg. R. Mitra 203—207. Hunter (s. Index). 
Bendall (s. Index). Kanjur-Index p. 19, no. 113 = A. G. II 242—244. 
Kowal., Vorrede, XI b . (Kommentar u. Erklärungen dazu s. Tanjur- 
Index: A. G. II 371, no. 67. Wassiljew 243). 

2) Tib. Don-yod zags-pa. Amoghap&ca ist, nach ßöhtlingk 
8. v., 'Nomen proprium eines Lokecvara bei den Buddhisten', Lo- 
kecvara aber, nach Böbtlingk s. v., unter anderem 'Beiname Ava- 
lokitec varaV; nach Csoma-Feer (A. G. II 384) ein 'saint deifie'; 
nach Pantheon no. 96 ist er die Nebenform eines berühmten ßodbisattva, 
und zwar, nach dem Zusammenbang, in welchem er dort erscheint 
(s. No. 94. 95), and der Stelle hier oben p. 209, 15—16 u. n. 3 zu 
schliessen, höchst wahrscheinlich die des Avalokitecvara. 

3) Vgl. genau dieselbe Reibenfolge in der Einteilung des Pantheon 
des T8changtscha Hutu k tu, s. Pantheon p. 45 fg. 

4) Da es mehrere Gottheiten dieses Namens giebt (vgl. oben 
p. 207, n. 2), so ist es unsicher, ob hier diese insgesamt oder eine 
einzelne (vgl. p. 224, 7 u. n. 1) gemeint ist; vgl. den analogen Fall 
in no. 6. 

5) Skr. Caturbähu, = sPyan-ras-j/zigs p c yag -bzi-pa, 
d. h. derjenigen Form des Avalokitecvara, die sich in jedem Dalai 
Lama inkarniert (*. Pantheon no. 89), und die deshalb eine hervor- 



— 233 — 

thatsächlich ausgesprochen lag. Im Einklang mit diesen 
Worten trat (Yon-tan rgya-mt'so), um alle Reiche 
der grossen Mongolei mit der unverfälschten Doktrin 
des Jam-mgon bla-m a zu erfüllen, aus der Tushita- 
khacara-Region 1 ), einer dahinschiessenden Sternschnuppe 5 
gleich, in den Schoss der Täre oder Pähan C w ola, 
der Gattin des Sümir Tai c c in H w on T'aici 2 ), des 
ältesten Sohnes des Senge Dögurun Khan, am Tage 
yNam-gan des Monats Nag-pa des Erde-Mause-Jahres 
(1587) in der Gestalt eines einen Rosenkranz aus Krystall 10 
tragenden weissen Knaben ein. Zu dieser Zeit sahen 
alle mit eigenen Augen, wie in das Zelt der Mutter ein 
fünffarbiger Regenbogen zu wiederholten Malen drang 
und ein Blumenregen fiel. Unter diesen und vielen 
anderen stets von neuem eintretenden merkwürdigen 15 
l47Zeichen und Wundern wurde er am ersten Tage, dGa- 
ba, des Monats C c o- p c rul des (weiblichen) Erde-Rinder- 
Jahres (1588), bei Sonnenaufgang — dem weissen Lotus 
gleich, der durch des Schlammes Widrigkeit nicht be- 
fleckt wird — aus des Mutterleibes Sündennetz befreit 20 
und gleich mit dem vollen Körperumfang eines Drei- 
jährigen und mit so grossem Schönheitsglanz, wie wenn 
eine goldene Opferkerze vom Strahl der Sonne getroffen 
wird, in der Hand einen krystallenen Rosenkranz haltend, 
geboren. Eines Tages sagte er zu seiner Mutter: „Hole 35 
mir aus dein Tempel ein Originalstück vom bKa-ogyur." 
Als sie dem Folge geleistet, nahm er es, sah das Buch 



1) Tib. dGa-ldan mk'a-spyod-kyi j'nas. 

2) S. oben p. 59, 4—6 und die Berichtigung zu dieser Stelle. 



— 236 — 

anderen verschiedenen Erscheinungsformen. Dadurch ge- 
wannen alle Menschen die feste unbeirrte Ueberzeugung, 
dass er der Höchste Nirmänakava 1 ) des vorhergehenden 
rJe (Herrn) 2 ) sei. Infolgedessen gelangten Huldigung, 

5 Umschreitung, Gabendarbringung, Gebet und die übrigen 
Methoden der Ausübung der zehn Tugenden zur Blüte. Im 
Wasser-Drachen-Jahr (1591) wurde er, gemäss der von 
ihm gegebenen Zusage, bald nach Küke Khota zu 
kommen, von Grosslamen und weltlichen Grossen ab- 

10 geholt. Da brach er auf, umgeben von einer Eskorte * 
zu Pferde, bestehend aus tausend Keitern, voran sein 
Vater. An jene von dem vorhergehenden rJe in eigener 
Person gesegnete ausgezeichnete Stätte gelangte er, indem 
er von den dort heimischen Geistlichen durch die Herbei- 

15 bringung vieler Arten von Huldigungsgeschenken geehrt 
wurde. Auf den Heiligen Stuhl 3 ) setzte er seinen Fuss- 
lotus. Mitten in einer grossen Menge dort anwesender 
Laien und Priester verkündete er die Reihe der Thaten 
des vorhergehenden rJe in kurzer Zusammenfassung und 

20 eine fortlaufende Reihe von Prophezeiungen über sein 
zukünftiges Auftreten mit beherzten Worten. Darauf 
lernte er während kurzer Zeit schreiben, das Geschriebene 
lesen, Beispiele verstehen und die Reihe der übrigen 
Studien durch den Vortrag des Rin-po-c'e Kun-bzan 

25rtse-nas, ohne der Mühen zu achten, mit geringen 
Schwierigkeiten. Darauf brach der Grossschatzmeister 
dPal-ldan rgya-mt'so, als er die frohe Kunde von 

1) niC'og-gi sprul-sku, vgl. oben pp. 87, 1 und n. I — 89, 5. 

2) D. h. des vorhergehenden Dalai Lama. 

3) GoLi-ma bzugs-k'ri. 



— 237 -^ 

dein Erscheinen des Höchsten Nirmänakäya 1 ) in der 
Mongolei vernahm, von dB us auf; dementsprechend 
kamen viele hohe und niedere Adelige, Abgesandte von 
den bedeutendsten Klöstern, voran Se-ra, Bras 
149 (-spuns) und dGe(-ldan), u. a. m. nach Küke Khota. 5 
Zuerst, bei der Begrüssung, hielt er viele Predigten Ober 
die Wahrnehmung des rJe der vorhergehenden Existenz 
vermöge der Erinnerung. Infolgedessen erinnerten sich die 
alten Druri-ok'or, voran der Schatzmeister, an den früheren 
rJe und zeigten ein verschiedenartiges Benehmen, welches 10 
ihre Freude verriet und sie gleichzeitig als Wiedergeburten 
(von Zeitgenossen des vorhergehenden Dalai bla-ma) er- 
kennen Hess 2 ). Jener KYi zur rin-po-c'e rGyal-k'an 
rtse-ba von dGa-ldan, dPal- byor rgya-mt'so, 
sagte bei der Abreise des Grossschatzmeisters in die 15 
Mongolei: „Da ich hochbetagt bin, ist es mir unmöglich, 
in eigener Person nach der Mongolei zu gehen. Nun 
aber bin gerade ich gegenwärtig in dB us und j/Tsan 
Senior der Lamen unserer Partei, und die Folge davon 
ist, dass es mir zufällt, (dem neuen Dalai bla-ma) den 20 
* Titel Rin-po-c'e zu Füssen zu legen. Darum musst du 
ihm den Titel Pams-cad mk c yen-pa Y on- tan rgya- 
mt'so dpal bzau-po überbringen." Der überbrachte 
denn auch denselben, und seitdem ward dieser Name 
bei allen, Hoch und Niedrig, wie Sonne und Mond be- 25 
rühmt. — Bevor er das 14. Lebensjahr (1600) erreichte, 
lebte er für die Wesen der grossen Mongolei. An jedem 

1) S. oben p. 236, 1 u. n. 1. 

2) Wörtlich: 'ein Benehmen, welches eine Mischung aus Freude 
und Wiedergeburt war.' 



— 288 — 

Tage wurden ihm von Seiten der grossen Mongolen- 
Divisionen Geschenke u. s. \\\, gleich den vom Grosskhan 
einzutreibenden Steuern, und Reichtümer und Schätze, 
gleich dem Schatze des Vaiv ravana 1 ), zuteil. Man 
5 Hess aus dBus den Arzt für Lahme 2 ) Ses-rab rgyal- 
mt'san nach der Mongolei kommen und übertrug ihm 
die Oberaufsicht über die Vorbereitungen zum Kommen 
und Gehen 3 ). Der König, die Königin und die übrigen 
suchten ihn durch zahlreiche Mittel zurückzuhalten, 
10 jedoch der Grossschatzmeister befreite ihn durch ein auf 
gewissen Kunstgriffen beruhendes Blendwerk 4 ) von den 
Hindernissen. So gelangte er denn, nachdem er den 
Weg durch das der chinesischen Mauer benachbarte 
äussere Gebiet zurückgelegt, zunächst nach (Kökö) Noor. 
15 Dort verweilte er auf die Bitte des Fürsten K'o lo c'e zwei, 
drei Monate und legte in die Bewohner dieses Landes den 
Samen der Erlösung und All-Erkenntnis. Dann brach er 150 
wieder auf und gelangte nach Rwa-sgren: hier betrat 
er den Lehrstuhl und hielt Vorträge über das «Buch der 
20 Vorschriften u , woraufhin sich Blumenregen, ein Zelt 
aus Regenbogen- Licht und andere unfassbare Wunder- 
n/eichen zeigten. Daraufzog ihm zur Begriissung eine Schar 
von Grosslameih unter ihnen der K'ri zur rin-po-ce von 
dGa-ldan, Sans-rgyas rin-cen, sowie die rechtmässige, 
25 saflrangelbe Geistlichkeit voraus entgegen. Als er dann 
nach dGa-ldan gelangte, fiel ein starker Blumenregen. 

1) Tib. rNam-t os-kyi bu. 

2) Ja t'so-byed. 

3) D. h. wohl zur Hin- und Rückreise. 

4) T'abs-ink'aa-kyi p'rul c'en-pos. 



— 239 — 

Als er dem silbernen Leichentuch des Yab-rje 1 ) seine 
Verehrung bezeugte, hatte er die Vision des Jam- 
mgon bla-ina*). Vor einer grossen Schar predigte er 
ober die Wirkungen der Religion 8 ). Als er nach 
lHa-sa kam, sprach die nach Zehntausenden zählende 5 
* Menge unter sich: „Eine solche Augenweide ist wohl das 
Zauberwerk eines Magiers u , und alle vergossen durch die 
Kraft der Sehnsucht, mit der sie jenes Tams-cad 
mk c yen-pa bSod-nams rgya-mtso dpal bzan-po ge- 
dachten, Thränen, und nachdem diese versiegt waren, 10 
erhoben sie mit lautem Murmeln ihre Stimmen zum 
Gebet. Am 15. Tage versammelten sich die Samgha^s 
von Se-ra, oBras(-spuns), dGa(-ldan), sKyor 
und zahllosen anderen Klöstern der nächsten Umgegend 
und zogen mit lange Zeit hindurch angelegten Processions- 15 
rosenkränzen, welche infolge der Farbe der passenden 
und die richtige Grösse besitzenden Gewänder selbst auf 
dem ganzen Himmelspfade den Goldglanz beizubehalten 
vermochten, mit einer unfassbaren Menge von Huldi- 
gungen: Schirmen, Trophäen, Standarten, Musik, Blumen 20 
u. s. w. voraus, ihm entgegen. So gelangte er auf den 
Thron von dpal-ldan Bras-spuns pyogs t'ams-cad-las 
rnam-par rgyal-bai glin, dem des Zweiten Potala 4 ) 
und dem des dGa-ld an -Palastes. Für die zu seiner 



1) 'Väterlicher Herr'. 

2) D. i. bTson-k'apa; vgl. p. 233, 3—4. 
8) C'os-kyi brel-ba. 

' o 

4) Tib. Gm- dsin "fiis-pa; betreffs des Skr.- A equivalents 
s. Jäschke 77 b , betreffs der Bezeichnung 'zweites' s. 1. c. und Koppen II, 
341, ii. 1. 



— 240 — 

Bewillkommnung und zur Begleitung bei seiner Ankunft 
dort zusammengeströmte Schar von Laien und Priestern 
veranstaltete er ein grosses Fest. Darauf empfing er 151 
vor dem Jo-bo Qäkyamuni, indem der Upädhyäya 

5 tur die Aufnahme in den Priesterstand 1 ), der KYi rin- 
po-ce zur-pa zal-sna-snas 2 ) von dGa-ldan, Sans-rgyas 
rin-cen, und der Kri rin-po-c c e (von dGa-ldan), 
dGe-odun rgyal-mfsan, als Aeärya's zu fungieren 
geruhten, die Utensilien eines Pravrajitavrämanera 3 ) und 

10 wurde der hauptsächlichste Gegenstand der Bescherungen 
aller Wesen. Darauf wurde aus bKra-sis lhun-po 
der Pan-cen t c ams-cad nik'yen-pa Blo-bzan cos-kyi 
rgyal-mt'san dpal bzan-po 4 ) berufen, bei dein er 
Va^itä's, Agama's und viele andere heilige Lehren hörte. 

15 Nachdem er die Lehren gehört hatte, verlieh er ihm 
einen Thron und andere einem Tisri zukommende 
Ehrengeschenke von immer höherer Kunstfertigkeit. Im 
Holz-Drachen -Jahr (1602) gelangte er zum Vorsitz der 
Darbringung des Cfo-op'rul c c en-po- Gebetes 5 ) und trug 



1) Tib. Rab-tu byun-bai mk'an-po = skr. pravrajyopadhväya. 

2) Aus der hiesigen Stelle sowie aus der Stelle p. 9, 14 u. n. 8 
ergiebt sich unzweifelhaft, dass zal-sna-nas, nicht zal-sna allein, als 
genauer Wortlaut der oben p. 205, u. 4 besprochenen respektvollen Be- 
zeichnung anzusehen ist. Folglich ist in der daselbst angeführten Stelle 
des Chand oratnakara, sowie in dem der obigen Stelle p. 205, 
12—13 zu Grunde liegenden Text (p. 1 30, ö — 6) zal-sna-nas als eiu 
Ganzes, als Casus indelinitus, nicht als Ablativus von zal-sna, auf- 
zufassen und letztere demgemäss zu übersetzen: ^Dharmasvämin bSod- 
naras grags-pai zal-sna-nas hat es mir gesagt u . 

3) Tib. Rab-byun dge-t'sul. 

4) Der erste Pan-cen rin-po-c c e, s. Rockhill 288. Pantheon no. 
47. J. A. S. Beng., 1882,"pp. 25—27. 

5) Co- p'rul c'en-poi smon-lam-gyi mc'od-pai gral-dbur p'ebs. 



— 241 — 

* der in grosser Zahl zusammengeströmten Menge vier- 
unddreissig Jataka's 1 ) in schöner Vorlesung und klarer 
Darstellung vor, sodass alle sagten: „Dass trotz der Ein- 
kleidung in die tibetische Sprache die Sprache von 
sTon lun-mda so unverfälscht geblieben ist, ist ein 5 
grosses Wunder !* und Gläubigkeit und Verehrung be- 
zeigten. Darauf folgte er einem Rufe der Grosslamen 
des grossen und kleinen R is -med -Klosters 2 ) und der 
Grossfürsten 3 ) und erfüllte durch die Gewährung von 
Lehren und Geschenken die Hoffnung der geistlichen 10 
Schülerschaft 4 ) der einzelnen Klöster vollkommen. Dar- 
auf baten ihn die Gabenspender der Schülerschaft des 
Gebietes von yTsan (zu sich), und er gab seine Zu- 
sage. Demgemäss kam aus bKra-sis lhun-po der 
dPon-slob von dGra- dul, um ihn abzuholen. Unter- 15 
wegs auf der Reise von B ras- s puns nach j/Tsan Hess 
er durch Belehrungen und Beschenkungen für alle 
Menschen hoch und niedrig das Fest des Krita(yugam) ■ 
erstehen. Am Tage der Ankunft in bKra-sis lhun-po 
kamen, angeführt von dem Fürsten der gänzlich voll- 20 
152 kommenen Lehre 5 ), dem Pan-c c en rin-po-ce Blo-bzan 

1) Tib. k'runs-rabs, offenbar = skve-rabs. 

2) Oder ist dies ein Appellativum und bedeutet Einsiedler- 
Kloster? und ist in diesem Falle hier vielleicht von mehreren grossen 
und kleinen Einsiedler-Klöstern die Hede? 

«;) Sa-skyon c'en-po-rnams ; ist dies vielleicht, analog dem bla- 
cY'ii-rnams 'Grosslamen', Regens von Bis-med-kyi dgon-pa ce-cun, 
und ist dementsprechend die Bedeutung dieses Ausdrucks zu modi- 
ficieren, resp. derselbe hier geradezu ebenfalls als Bezeichnung einer 
kirchlichen Wurde aufzufassen? 

4) Bla-ma grwa-rigs. 

5) Yons-rdsogs bstan-pai mna-bdag. 

16 



— 242 — 

c r os-kyi rgyal-mt'san dpal bzan-po, die Acärya's 
zu Rosse zu seiner Begrüssung. Bei seiner Ankunft sah er 
zu seinen Füssen Hro-me sitzen. Als er vom Pferde stieg, 
rühmten ihn einzelne Kalyänamitra's mit den Worten: „Er 

5 entspricht der Beschreibung des Lehrers u . Von einer Pro- 
cession von nahezu tausend Geistlichen begleitet, kam er 
nach der grossen Religionsschule bKra-sis lhun-po. 
Darauf verteilte er viele an die Menge, gab dem Pan-c'en 
rin-po-c'e hundert und verbreitete sie auch auf sonstige 

10 Weise. Danach hörte er auch viele Va<?ita s und Dharma's. 
Zu allen Klöstern jener Provinz ging er und streute in alle 
Laien und Priester den Samen der Erlösung. Dann 
kehrte er nach Bras-spuiis zurück und blieb dort * 
eine Zeit lang, der Anstellung der tiefen Meditation ob- 

15 liegend. Darauf, im Eisen-Schweine-Jahr (1610), kam 
der Pan-cen rin-po-ce nach Bras-spuns, erhob sich 
zum Leiter des Mandala-Meeres 1 ) und geruhte diesem 
rJe (Yon-tan rgya-mfso) die Vajramälävacitä zu 
erteilen. Einstmals kamen der Zabs-druri von sTon- 

20 ok'or: rGyal-ba rgya-mt f so, der Höchste Nirmänakäya 
des oP'ags-pa 1ha: P ags-pa cos-kyi rgyal-po, 
Ba-so sprul-sku und viele andere Grosslamen von 
Unter-mDo 2 ) und der Mongolei 3 ) und brachten zahllose 
der Eigenart ihrer Heimatländer entsprechende Geschenk- 

25 gegenstände. Da erfüllte er ihre geistlichen und welt- 
lichen Hoffnungen vollständig. Sowohl dem P r ags-pa 
lha als dem Ba-so sprul-sku nahm er das Scheitel- 



1) Tib. flKyil- k'or rgya-mt c so. 

2) mDo-smad. 
o) rGya-sog. 



— 243 — 

Haarbüschel 1 ) ab. Er verlieh ihnen unter anderem die 
Va^itä der Gesamtheit der dreizehn Vajra- 
bhairava's 2 ). Im 26. Lebensjahr, im Holz-Tiger- Jahr 
(1613), an einem günstigen Zeitpunkt und Tage des 
12. mongolischen Monats nahm er in dem grossen 5 
Kloster dpal-ldan Bras-spuns inmitten der vollzähligen 
Geistlichkeit, indem der Pan-cen rin-po-ce Blo-bzan 
c'os-kyi rgyal-mt'san-pa als Upädhyäya, und des 
Pan-c'en bSod-nams grags-pa Inkarnation bSod- 
nams dge-legs d pal -bz an als Karmäcärya fungierten, 10 
ferner einer Raho'nu^äsaka, einer Zeitangeber und die 
übrigen das Anhängsel (Publikum) der (feierlichen) 
153 Handlung 8 ) waren, vermittelst der fehlerlosen, voll- 
kommenen Tuch - Oeremonie 4 ) das Ordinationsgelübde, 
das den Höhepunkt des priesterlichen Lebens bildet, auf 15 
sich und wurde dadurch die höchste Trophäenspitze der 
Träger der saffrangelben (Tracht). Auf diese Weise 
studierte er bei dem Pan-c c en rin-po-ce und vielen 
anderen heiligen Lamen so viele Sütra- und Mantra- 
Schriften, als in der Ordnung war. Als er bei einem 20 
inneren Heiligtum, einer runden Urne (mit den Gebeinen) 
des einzigen Auges der Welt, des rJe-btsun Rwa-cen- 
zabs, 5 ) weilte, recitierte er vor jenem geheiligten Bilde, 



1) yTsug-p'ud = skr. cüdä, s. M. Tib. 220, 4 = M. 229, 4. 

2) Tib. rDo-rje jigB-byed bcu-ysum-mai d ban = skr. 
Trayoda^avajrabhairaviva^itä. 

3) La8«kyi k'a-skon-ba. 

4) Dar-cog; vielleicht aber bedeutet dar hier 'Flagge'? oder 
'Seide'? 

5) Text p. 153, 4—5: Jig-rten-gyi mig j/cig-bu rJe-btsun 
Rwa-c en-zabs-kyi pun ril-po nah-rten. 

16 # 



— 244 — 

welches, infolge der Zauberkraft des grossen Jina bTson- 
k c a-pa, bei der Flüsterung von je tausend „Yamaräja's" 
der Speichel auf jeder mit einem Lehm-Anwurf ver- 
sehenen Mauer (des Heiligtums) gebildet hatte, unzählige 

5 Reihen von Flüstergebeten 1 ), und weil im allgemeinen 
Edle seine Vineya's waren, zeigte er sich als Gelehrter, 
als Siddha, als Bhadanta 2 ), als Guter und in mannich- * 
fachen anderen Erscheinungsformen. Danach beschäf- 
tigte er sich in diesem Leben hauptsächlich mit dem 

10 Verfahren bei der Hingabe an die Kontemplation 
sehr eifrig. Im 3. Monat des Feuer-Drachen-Jahres 
(1615) sandte der Kaiser von China, Zun su wan, mit 
der Regierungsbezeichnung 3 ) Tai wan, den Lama bSod- 
nams blo-gros und viele andere chinesiche Männer, 

15 verlieh ihm den Titel K c yab-bdag rDo-rje caii sans- 
rgyas und Amts-Mütze, Amts-Tracht und Siegel. Jener 
Hess sie nach Bras-spuns in das Haus der Chinesen- 
gemeinde rufen, machte ihnen Geschenke und vollbrachte 
spielend viele Wunder. Als sie ihm ihre Bitte, er solle 

20 nach China kommen, vortrugen, sagte er infolge der 
Auspicien zu. Nach dem in China errichteten Tempel 
des Lama bSod-nams blo-gros hin warf er von der 
Spitze des dGa-1 dan -Palastes, mit dem Gesicht nach 
dieser Richtung blickend, trockene Gerste. Als nun die 

25 Zeit gekommen war, wo die Gerste in alle Aussen- und 



1) bZlas-brjod = *kr. j&pa, s. oben p. 221, d. 2. 

2) Tib. btsun-pa, vgl. M. Tib. 270, 20 = M. 281, 20. Jäschke 
8. v. Tar. Ueb. 4, n. 7. 

3) Einfach durch die häufig bei Specialisierungen gebrauchte 
Partikel ste ausgedrückt. 



— 245 — 

Innenräume des Opferhauses gefegt werden sollte, nahm 
man auf der Brust einiger (Götter-)Bilder Blumen wahr; 
auch andere von starkem Geiste eingegebene mächtige 
Zaubergestaltungen führte er vor. Als er nach ySan 
154 yib c'ad c'in kam, zeigte sich auf einem Stein deutlich 5 
der Abdruck seines Fusses. Nach dem Schatzmeister 
Gusri cen-po zeigten sich der Neffe des vorigen rJe, 
rTse-k'a-nas Cfos-rje, und andere dem Tragen der 
Last des Schatzmeister(-Amtes) gewachsen. Entsprechend 
dem Sinn der Worte des Sanges des rJe t'ams-cad 10 
mk c yen-pa dGe- dun rgya-mt'so: 

„Der Schwärm der Schüler, die dem Lama dienend 
folgen, 
„Verachtet, wenn vom Brande des Reichtums erfasst, 

das Gesetz der Vergeltung der Thaten; 15 
„Durch langen Umgang erkennt man die Schwächen, 

und der Glaube nimmt ab u 
und dem Ausspruch des rJe-btsun Mi-la: 

„Die Substanz des Glaubens der Gläubigen ist 

folgendermassen beschaffen: 20 

* „Wenn du auf die Erde schlägst, birst die Erde, 

„Wenn du auf einen Stein schlägst, birst der Stein", 
führten viele, welche dadurch dass die Flamme des 
starken Genusses der infolge ihrer Teilnahme an dem 
Werke mit Macht ihnen zugeflossenen Reichtümer das 25 
Paradies ihres Handelns, Redens und Denkens 1 ) voll- 
ständig verbrannte, verkohlte Scheite ungebührlichen 



1) Lus (wörtlich Körper') nag yid ysura, vgl. oben p. 190, 1 
und d. I. 



— 246 — 

Denkens und Thuns sehr hoch aufgeschichtet hatten, eine 
Lebensweise mannichfacher Art. Trotzdem liebte er 
diese herzlich, gleichwie Prinz dGe-don den sDig-don 
liebte 1 ). Danach bot er den Schein der Erkrankung, zog 
5 am 15. Tage des 12. mongolichen Monats den ganzen 
Komplex seines Rüpakäya in den Dharmadhätu zusammen 2 ) 
und verschied im d G a - 1 d a n - Kloster. Darauf ver- 
anstaltete man neunundvierzig Tage lang eine grossartige 
Totenfeier 8 ). Am Schluss der Feier im Feuer-Schlangen - 

10 Jahr (1616) legte der Pan-c c en rin-po-ce mit einer mit 
den Tantra's übereinstimmenden hochheiligen Ceremonie 
die kostbaren Gebeine aufs Feuer. Da kamen der ab- 
getragene Turban, sowie Herz, Zunge, Augen und viele 
Gebein -Reliquien zum Vorschein. Der Hai ha- Fürst 155 

15 CVuher Hess den Turban, und der T'umed-T'aici 
Blo-bzari bstan-odsin rgya-mt'so das Herz in das 
in ihren beiderseitigen Ländern in die Erscheinung ge- 
tretene 4 ) Gefilde der Heiligkeit 5 ) holen. Ein die Gebein- 
Reliquien enthaltender Stüpa 6 ) wurde errichtet und von) 

20 Pan-c'en rin-po-c'e und anderen eingeweiht. 

1) S. die Legende von dGe-don and sDig-don im Dsanglun, 
Uebersetzung, pp. 262 — 281, besonders p. 279 fg. 

2) O'Zugs-skui bkod-pa (= skr. rüpak&yavyüha) cos-dbyius-su 
bsdus. 

3) dGoiis-rdsogs; ebenso oben p. 229, 7—8 (Text p. 144, 5); 
dementsprechend muss es auch oben p. 198, 14 — 15 (Text p. 125, 21 
— 126, 2: rgyal-poi dgoüs-rdsogs-su) statt 'um des Königs Wunsch 
zo erfüllen 9 heissen: 'bei der Totenfeier fur den König 9 . 

4) D. h. von ihnen repräsentierte. 

5) bSod-nanis-kyi zin, eigentlich entweder 'Gefilde des Glückes" 
oder 'Gefilde der Tugend', aber das Skr.-Aequivalent punyakshetram 
bedeutet nach Böbtlingk 8. v. 'heiliges Gebiet, Wallfahrtsort'. 

6) mC'od-sdon. 



— 247 — 

So wurde, nachdem von 'Alt'an Gegen Khan der 
rJe t'ams-cad mk c yen-pa bSod-nams rgya-mtso be- 
rufen, der Fortbestand der den Lebenden und Toten nach 
ihrem Glücke trachtenden Tötung und ariderer verwerf- 
licher Sitten verhindert, (das Land) mit dem reinen 5 
Lichte der heiligen Religion erfüllt, und die Uebung der 
Lehre der Gelbmützen 1 ) eingeführt war, die Inkarnation 
dieses in der Mongolei ins Nirvana eingegangenen rGyal- 
dban, der in der Mongolei geborene vierte rGyal-dban 
* Y on- tan rgya-mt'so, namentlich für die Ausbreitung 10 
der Lehre in der Mongolei ein Helfer. Infolge des 
segensreichen Wirkens dieser rGyal-dban's hielten auch 
die Nachkommen des markigen Pogta C'ingis Khan, 
die Fürsten der Halha und der in den neunundvierzig 
grossen Divisionen Lebenden, an dem die drei Kleinodien 15 
(in sich vereinigenden) Lama 2 ) fest und bezeugten den 
Anhängern u. s. w. der dGe-lugs-pa-Lehre tiefe Ver- 
ehrung. Nach diesem Beispiele wurden alle Mongolen 
Gabenspender der dGe-ldan-pa(-Sekte). 

Nachdem der rGyal-dban Yon-tan rgya-mt'so 20 
nach dB us gekommen war, ernannte er des rJe-btsun 
Byams-pa rgya-mt\so Inkarnation, den Rin-po-ce 
dGe-odun dpal-bzan rgya-mt'so, zu seinem, des 
rGyal-dban, Vertreter (Regenten) 8 ). Der nun ging in 
die Mongolei und wurde nach seiner Einsetzung auf den 25 
Thron des rGyal-dban bSod-nams rgya-mt'so unter 
dem Namen Mai tri HwOt'uoktVo berühmt. 



1) Zwa-ser. 

2) (dKon-)mcog ysum bla-raa; vgl. p. 248, 16-17. 

3) (rGyal-tTsab;) nämlich für das Gebiet der Mongolei. 



— 248 — 

Des rJe bSod-nams rgya-rat'so persönlicher 
Schüler, der Pandit von Ki'ike Khota, Zereget'u 
Gusri C'os-rje, übersetzte die Erweiterte, die Mitt- 
lere und die Zusammengezogene Mätrikä 1 ), des 
5 rJe-btsun Mi-la Biographie 2 ) und Hunderttausend 
Gesänge 8 ) und viele andere Sütra's und Qästra's ins 156 
Mongolische. Zur Zeit des C'ahar Legs-ldan H w o- 
t'ogt'wO 4 ) übersetzten viele Lo-tsa-ba's, voran Kun-dga 
<od-zer, vollständig den ganzen bKa-ogyur und viele 

10 andere heilige Werke ins Mongolische. Seitdem gediehen 
bis auf die Gegenwart die Uebersetzung der Schriften, 
die Anhörung der Erklärungen und die übrigen Religions- 
übungen vortrefflich, und infolgedessen begannen alle 
Gegenden der Mongolei auf dem Pfade lauterer Tugend zu 

15 verharren und sich eifrig der Gläubigkeit vermöge deren 
sie an dem die drei Kleinodien (in sich vereinigenden) 
Lama festzuhalten vermochten, der Freigebigkeit un d 

OD 

einer sonstigen vornehmen Lebensweise zu bcfleissigen. 

Wenn ich die Art, wie der hier oben 5 ) erwähnte 

20 Guiri Gegen Han 

für die dGe-lugs-pa-Lehre eintrat, auf Grund einer 
Zusammenstellung der Angaben der unvergleichlich gnä- 
digen Manjughosha (-Inkarnation), des Dharmaräja # 
rJe-btsun dRon-mc'og jigs-med dban-po, erzählen 

25 soll, so verhielt es sich damit folgendennassen : 

1) Yum rgyas Q brin bsdus vsum. 

2) rNam-t c ar. 

3) mG-ur bum. 

4) S. oben,°p. 49, 8-15 ff. 

5) pp. 63, 21. 64, 16—17. 



— 249 — 

In dem Lande der 'Oirod im Norden lebte der 
Dharmaräja Gusri Han, ein Anhänger der Lehre: 
Nämlich in einer Weissagung im ^ Ter- st on dri-med 
lhun-po: 

„So wird denn nach siebenmaligem allgemeinem 5 

Grenzkrieg 
„Ein König, des Vajrapäni Inkarnation, 
„Das Tibeterreich insgesamt zum Glücke führen" 
ist eine Prophezeiung betreffs einer Inkarnation des £rl- 
Guhy apati-Vajrapäni 1 ) ausgesprochen, und diese er- 10 
schien denn auch in der Gestalt eines auf Erden weilenden 
(d. h. irdischen) Bodhisattva: eines religiösen Königs 2 ). 
Eben dieser König wurde im (männlichen) Wasser- 
Pferde-Jahr (1581) geboren, und ihm der Name T'orol 
Päihur gegeben. Im 13. Lebensjahre 8 ) (1593) zog er 15 
an der Spitze eines -Heeres von zehntausend Mann 
mGo-dkar 4 ) zu Felde, besiegte die ganze gegnerische 
157 Heeresmacht und erlangte dadurch den Ruhm eines voll- 
ständigen Sieges. 

Zu jener Zeit war in jenem Lande die Religion 20 
noch nicht verbreitet. Später aber erwachte infolge des 
Anhörens des blossen Namens der Religion bei der 
Kunde, dass in den übrigen mongolischen Landschaften 
infolge des Segens der Vereinigung des Priesters und 
des Laien, des rGyal-dban bSod-nams rgya-mt < so25 
und des Königs Altan, die heilige Religion verbreitet 



1) Tib. ySaü-bai bdag-po P'yag-na rdo-rje. 

2) Sar ynas-kyi byaü-seras c'os-ldan rgyai-po# 

3) dGun-lo bcu-vsum lon-pai t ( se. 

4) D. h. 'Weissköpfe'. 



— 250 — 

sei, in hohem Masse der Glaube in ihm, und er verneigte 
sich nach jener Richtung zu wiederholten Malen so sehr, 
dass seine Stirn anzuschwellen begann; so wird erzählt. 
— Einstmals waren die Hai ha und die J Oirod unter 

5 einander uneinig, und es entstand ein grosser Streit. Da 
kam er, von Teilnahme überwältigt, ohne Zaudern zu 
der Versammlung der Hai ha und bewirkte, dass sie 
sich unter einander aussöhnten. Darüber freuten sich 
der Dharmasvämin von sTon-ok'or 1 ) und Khan und 

10 Minister der Ha lha sehr und verliehen ihm den Titel * 
Tai Gusri. Dann kehrte er in sein Land zurück. 

Als (einst) ein Mann von den 'Oirod dem rGyal-ba 2 ) 
bSod-nams rgya-mt c so gegenüber mit Ehrfurcht 8 ) 
von dem Sütra Su varnaprabhäsottama 4 ) sprach, 

15 fragte ihn (bSod-nams rgya-mtfso) nach dem Titel. 
Da antwortete 6r : „' A 1 t'a n K e r e 1 u . 5 ) Darauf prophezeite 
jener: „Mann, in zwanzig Jahren wird sich in eurem 
Lande diese Religion verbreiten." Im Einklang damit 
wurde (Gusri Khan) Gabenspender, Hess den Prabhä- 

2osottama und viele andere Schriften übersetzen und 
führte die Uebung der Lehre ein. 

Der oben 6 ) erwähnte CTohor C c ogt c w o kam, aus 
seinem Lande vertrieben, nach (Kökö) Noor, brachte die 
3 A -m do -Provinzen in seine Gewalt und gelangte in 

1) sToii- k c or c'os-rje. 

2) Hier = rgyal-dban. 

3) P'yag-nas. 

4) ySer^od dam-pa, Tgl. oben p. 92, 10—11 und n. 1. 

5) Mong. Altan Gerel = 9kr. Su varnaprabhäsa = Tib. 
j/Ser^od. 

6) p. 51, 20—26. 



— 251 — 

kurzer Zeit zu grosser Macht. Darauf kam diesem 
(Gusri) Khan der Thatbestand zu Ohren, welches 
Leid von ihm der Lehre im allgemeinen und derRi-bo 
dGe-ldan-pa-Lehre im Besonderen zugefügt worden 
sei. Da er des rJe rin-po-ce (d. i. bTson-k r a-pa) 5 
Lehre einzig und allein hochschätzte, brach er mit einem 
grossen Heere aus seinem Lande auf, gelangte im 
1. Monat des Feuer-Rinder-Jahres (1636) nach (Kökö) 
Noor, besiegte in einer Schlacht C'ogtVo's aus vierzig- 
tausend Mann und anderem bestehendes Heer, sodass nichts 10 
158 davon übrig blieb, und brachte das ganze Gebiet von 
Unter- mDo in seine Gewalt. Dann zog er, um dem 
rGyal-ba und seinem Sohn 1 ) (d. h. dem Dalai bla-ma 
und dem Pan-c en rin-po-c'e) seine Aufwartung zu machen, 
nach dB us. Er machte der Person 2 ) des Grossen 15 
Fünften rGyal-dban und des Pan-c en Blo-bzan cos- 
kyi rgyal-mt'san seine Aufwartung und ergab sich 
ihnen als seinem Scheitelschmuck. Als er nach dGa-ldan 
zum Besuche ging, herrschte in der Abenddämmerung, 
obwohl es der 27. Abend (im Monat) war, noch helles 20 
Dämmerlicht, bei welchem man sogar kleine Steinchen 
sehen konnte. Somit waren die Auspicien für eine lautere 
und milde Entwickelung aller kirchlichen und staatlichen 
Angelegenheiten günstig. 

Inzwischen fügte Beri Khan Don-y od der Buddha- 25 
Lehre grossen Schaden zu und verehrte nur die Bon- 
Sekte hoch. Als (Gusri Khan) den Sachverhalt ver- 



1) rGyal-ba yab-sras, wörtlich: 'rGyal-ba Vater und Sohn.' 

2) ZaJ, wörtlich 'Antlitz'. 



— 252 — 

nahm, kam er im 5. mongolische!) Monat des Erde- 
Hasen- Jahres (1638) mit grosser Heeresmaeht über Be ri * 
und nahm sein ganzes Reich und Volk in Besitz. Beri 
Khan floh in eine andere Gegend, wurde aber am 
b 25. Tage des 11. ^mongolischen Monats des Eisen- 
Drachen-Jahres (1639) ergriffen und in einen Kerker 
geworfen, die im Gefängnis befindlichen Sa (-sky a 
-pa)-,dGe(-lugs-pa)-, Kar(-ma-pa)-, Brug(-pa)-, 
sTag-lun pa- und sonstigen Kirchenfürsten 1 ) aber 
10 wurden in Freiheit gesetzt und in ihre Wohnsitze ge- 
schickt. — Die Bewohner von Jan, bis hinauf zum 
Könige, zahlten Vermögensabgaben und beflissen sich 

© ' DO 

demütiger Unterwürfigkeit. 

Zu dieser Zeit war König von dB us und j'Tsaü 

15 der bDe-srid yTsan-pa 2 ). Dieser stellte die Karin a-pa 
(-Sekte) über die Lamen und Opferpriester und 
schmiedete gegen die dG e- lugs- Partei viele schlimme 
Pläne. Infolgedessen brach dieser (Gusri)Khan mit 
grosser Heeresmacht gegen dßus und yTsaii auf. Er 

20 besiegte alle Heere des ^Tsari-pa, nahm König 
yTsan-pa und seine Minister gefangen, warf sie in 
ihrem Heimatsort sNeu in dB us ins Gefängnis und 
brachte das ganze Gebiet von dBus und jTsan in 
seine Gewalt. Er wurde König der Drei C'ol-k'a von 

25 Tibet, und der reine Schirm des Gesetzes umspannte 
seine Herrschaft bis hinauf zur Spitze. Alle die dGe- 
lugs(- Lehre) unrechter Weise verletzenden übelgesinnten 159 



1) Bla-dpou, wörtlich 'Lamenanfuhrer'. 

2) §. oben p. 52, 7. 



— 253 — 

Menschen vernichtete er. Auch der König von Indien 
Ra-k'o-siri, der König von Yambu in Nepal, der 

* 

König von mNa-ris und viele andere benachbarte 
Vasallen machten ihm Geschenke je nach der Art ihres 
Landes. Das ganze Reich und Volk von dBus und 5 
yTsan Obergab er dem rGyal-dban t'ams-cad mk'yen-pa. 
Da die Hoheit der Macht und Grösse des vom Himmel 
eingesetzten dGa-ldan-Palastes den Himmel erreicht 
hat, so wird bis auf die heutige Zeit das irdische d Ga- 
ldan 'Himmlisches dGa-ldan' genannt. Dies gilt so- 10 
mit als das Verdienst dieses Khan's. 

Nach jenen beiden vorhergehenden rGyal-dban's ver- 
breitete der unter dem Namen 

'Ec'ige bla-ma lha btsun Neicit'oyon 
hochberühmte Herr das Kleinod der Lehre in der grossen 15 
* Mongolei. Dieser Herr wurde als Sohn eines aus- 

* 

gezeichnete Reichtümer und ein Heer von zehntausend 
Mann besitzenden Fürsten namens Mergen T'epena, 
des Oheims des 'Ayusi Khan, Herrschers der in der 
Nähe des nordwestlich von dBus undj'Tsan gelegenen 20 
Sambhala ansässigen 'Ugelud T'orgod, im Feuer- 
Schlangen-Jahr des 9. Cyklus (1556) geboren, und ihm 
der Name 'Apita gegeben. Schon von seinem Jugend- 
alter an empfand er infolge seiner edlen Naturanlage 
Mitleid und Liebe für die Leidenden. Da er nie ein 25 
rauhes Wort oder eine Lüge aussprach und sehr 
scharfsinnig war, so gab ihm sein Vater den Namen 
Neie itoyon. Einstmals veranstaltete er mit zahlreichen 



Freunden eine Jagd und schoss auf eine trächtige wilde 



— 254 — 

Eselin einen Pfeil ab. Als er nun ihren Bauch öffnete 
und das Junge herausnahm, beleckte die Eselin dasselbe 
mit der Zunge. Bei diesem Anblick regte sich sein 
Herz, und ein Widerwille stieg in ihm auf, sodass er auf 

5 seine Umgebung wie auf einen Feuerpfuhl schaute. Da 
kam ihm der Gedanke in den Priesterstand zu treten. Er 
bat daher seinen Vater, in den Priesterstand treten zu 
dürfen, jedoch der Vater gab dies nicht zu, sondern er- 
klärte, er müsse sich durchaus ein Weib nehmen. 

10 Willenlos nahm er sich ein Weib, und sogar ein Sohn 
wurde ihm von ihr geboren , dem er den Namen 160 
'Ertemun Talai gab. Danach empfand er Ueberdruss 
gegen Weib und Kind und traf Vorbereitungen für den 
Eintritt in den Priesterstand. Als dies sein Vater be- 

15 merkte, liess er ihn durch viele Leute beobachten und 
bewachen. Eines Tages, als er mit dem Lesen des 
„Buches der Belehrung über die Zuflucht" 1 ) 
beschäftigt war, erhob sich plötzlich ein Wirbelwind und 
führte das Buch mit sich fort. Er eilte nach und ent- 

20 fernte sich dabei weit, ohne dabei von den Wachtleuten 
gesehen zu werden. Da er hierdurch Gelegenheit zur 
Flucht gefunden hatte, ging er nach dB us und j/Tsari; 
als dies sein Vater hörte, eilte er ihm nach, fand ihn 
jedoch nicht. Darauf kam er zunächst nach bKra-sis 

25lhun-po; bei dem Pan-c'en t c ams-cad mk'yen-pa Bio- 
bzan c'os-kyi rgyal-mt'san -gyi zal-sna-nas wurde 
ihm der Ordinationsname T'sul-k^ims ^tsan-ba bei- * 
gelegt. Nachdem er die Sütra's und Mantra's studiert 



1) sKyabs- krid-kyi dpe-c'a. 



— 255 — 

hatte, wurde er ein Gelehrter; danach hörte er bei dem 
Pan-c'en rin-po-ce und anderen viele Va^itä's und Vor- 
schriften 1 ). Darauf bat er den Pan-c'en rin-po-c'e: „Ich 
möchte in ein anderes Land gehen und Meditationen 
anstellen." Da prophezeite der Pan-c'en t'ams-cad 5 
mk'yen-pa: „Die durch die Wirkung deines vorherigen 
Wunsches dir zufallenden Vineya's wohnen im Osten; 
darum wird, wenn du nach dem Osten gehst, das Heil 
der Lehre und der Wesen gross werden. u 

Hierauf ging er, dem Gebote dieses Herrn gemäss, 10 
nach dem Osten. Unterwegs, als er die „ Bergketten a - 
Einsiedeleien 2 ) durchstreifte und meditierend der Reihe 
nach zu den einzelnen ging, kam er in das Gebiet von 
Koke Khota und gab sich in den „Bergketten" 3 ) desselben, 
rGyab-ri u. s. w., fftnfunddreissig Jahre lang mit 15 
mannigfachen Bussübungen hauptsächlich der Versenkung 
hin. In hohem Masse entsagte dieser Herr dem welt- 
lichen Thun, legte den Stolz ab, demütigte sich und 
bereitete der Lehre und den Wesen Heil. Vor allem 
161 Hess er sich nicht von dem Schmutz der ketzerischen 20 
Theorieen, der rNiri-ma- Schule u. s. w. beflecken, 
sondern hing der unbefleckten Original(-Lehre) des 
Blo-bzari rGyal-ba j/fiis-pa eifrig an, lernte den 
Lam-rirn und den Utsa- und den Sampanna(-krama) 
des Guhyasamäja 4 ) und der Dreizehn Bhairava- 25 

1) *'Dams-mig, = vdams-pa = skr. avavAda; 8. oben p. 109, n. 3. 

2) Ri-k rod-kyi vnas. 

3) Ri-k rod, hier wohl in dem Sinne von 'Einsiedeleien' (s. 
Gaschke 526 a ) zu verstehen; vgl. auch n. 2. 

4) ySan- o dus; auch oben pp. 184, 13. 190, 13 u. n. 5. 193, 
18 ist °s a may a in sam&ja zu verbessern. 



— 256 — 

Götter 1 ) und ermahnte auch seine Anhänger zu einein 
derartigen Verhalten. Danach berief ihn 'Omp w o H w on 
Taici von Kuke Khota und bat ihn um religiöse 
Belehrung: demjremäss erteilte er ihm die Guhva 
5 (-sainäja)-, Samvara- und Bhairava- und andere 
Vayitä's. Da warf ein Bon-po aus Missgunst Fröchte 
auf den Lama; der Lama aber sammelte die Früchte 
und. gab sie ihm. Hierdurch erlangte dieser Glauben und 
trat in den Priesterstand. Nach diesem Beispiel sprach er 

10 oben und unten von zahlreichen Abhijna's, und häufig zeigte 
er sogar Zaubereien, verbreitete sich aber nicht darüber. 
So stellte er, in vielen r Bergketten * umherwandernd, un- # 
unterbrochen den Yoga der vier Nachtwachen an: in 
den Pausen der Nachtwachen aber befriedigte er die 

15 Frommen durch Ordinationen, Vacitä's, Agama's und 
andere religiöse Gaben, und die Armen durch materielle 
Gaben: diese seine Thätigkeit wuchs, dem zunehmenden 
Monde gleich. — Darauf machte er, weil die Auspicien 
für die Verbreitung der Lehre angemessen waren, mit 

20 dreissig Bhikshus als Dienern in Mugten dem 'Unter 
Pogta Tai tsun Khan 2 ) einen Besuch. Da sagte der 
Khan zu ihm: «,Sei du mein Opferpriester!" [Kr aber 
erwiderte:] Tm Derartige Fähigkeiten besitze ich nicht* und 
bat, in die Mongolei gehen zu dürfen. Diese Bitte ge- 

25 währte ^der Khan) und gab jedem ein Stück rotes 
Baumwollenzeug. --- Danach ging jener in das Land des 



1) Jig8-byed lba beu - vsuui = skr. Trayodaca 
Bhairavadev&s. 

2) S. oben pp. 50,24-28. 53, 11-12. 21-23. 5(5,S»-2U. 74,28-76,2. 



— 257 — 

T'aniyet'u Han. Da Hess dieser Han, nachdem er ihn 
um religiöse Belehrung gebeten, unter Glockenschall 
verkünden, dass man nach dem Gebote des Lama in 
jenem Lande durchaus nicht die Bon-po- u. s. w. 
(Doktrinen) befolgen dürfe. Er sammelte alle und ver- 5 
brannte sie und Hess die Buddha-Lehre sich ausbreiten, 
162 — Darauf ging er nach Horc'en. Als er dem Jorigt'u 
C'in-wan 'Ogsin und anderen die ^rl-Trayoda^a- 
vaj r ab ha i r a v ad e va v a 9 it ä 1 ) erteilte, schaute dieser 
Wafi den Lama als Vajrabhairava mit seiner Yum. 10 
Ferner trug er vielen Menschen mit verschiedenen 
Sprachen alle die verschiedenartigen Gelübde der 
acht Pratimoksha - Abteilungen 2 ) vor und ver- 
mehrte dadurch die Klasse der Pravrajita's; er trug 
die Unterweisung im Bla-mai rnal-obyor 8 ) dMigs- 15 
brtse-ma, die Unterweisung im Utsa- und Sa- 
mpan na(-krama) des Bhairava, die Guhyasamäja- 
va<?itä 4 ), das Mülatantram 5 ) und viele andere Lehren 
vor und verbreitete dadurch das Kleinod der Lehre. 
Danach errichteten die Grossfürsten der zehn Sog 6 ), 20 
nachdem sie eine Beratung abgehalten, an dem Wohn- 



1) dpal rDo-rje jigs-byed 1ha bcu-vsuin »gyi dbari. 

2) So-t'ar rigs brgyad. 

3) Skr. uttarayoga. 

4) o'San- du s dban. 

5) rTsa-rgyud. 

6) Dies ist vielleicht das tibetische Wort sog 'Flügel', wurde 
demnach hier so viel wie '(Volks^Abteilung'' bedeuten (vgl. unser 
'Flügel" im militärischen Sinne); andererseits aber ist zu beachten, dass 
Sog in Turned Sog ein mongolisches Wort zu sein scheint; vielleicht 
aber ist dieses mit jenem gar nicht identisch. 

17 



— 258 — 

sitz des Lama, im Gebiet von Pävan Holo. ein Kloster 
und legten in demselben unter anderem einen bKa- * 
ogyur dauernd nieder, und der Lama weihte es ein. — 
Danach folgte er einem Rufe in das Gebiet von Korl w os 
6 und gewährte dem rGva-mt'so T'aici, der Xogon 
Tare Hat* v on und anderen die Unterweisung in der 

Bhairavava? itä 1 ) u. s. w. Zahllosen Leuten aus vielen 

« 

Sog*) trug er die sämtlichen verschiedenartigen acht Prat i- 
moksha- Abteilungen vor; durch dies und anderes füllte 

10 er (das Land) bis zu den Solong w o*s hin mit Trägern 
des saffranfarbigen (Gewandes). — Darauf beriefen ihn 
grosse und kleine Fürsten samt ihren Untertbanen, voran 
der Jasag der Turned Sog, 'OmpwO C'wuhur 8 ), und der 
Jasag der Mongolcin, Sampa, u. a. m. Demgemäss 

15 ging er zu diesen und trug eingehend die Belehrung 
ober die Zuflucht 4 ), die Vajrabhairavava^itä, die 
Belehrung Ober den Utsa- und Sampan na(-krama), den 
Uttarayoga, die Belehrung über den Vajrasattva 5 ) 
u. a.m. vor. Daraufrichteten die Grossförsten an den Lama 

20 die Bitte, ein Kloster für seinen Aufenthalt zur Winterszeit 
in dieser Gegend errichten zu dürfen; er gestattete es, 
und so errichteten sie im Lande der Mongolcin ein 
Kloster und übergaben es ihm. Einstmals, als der Lama 163 
in das Zelt des H w on Pägat c w or Wah der Nairn an 

25 Sog kam, geriet dieser Wan in Zorn und sprach: „Gehe 
sofort hinaus!" Da sagte der Lama: „Du kennst mich 

1) Jigs- byed-ky i dbaii k'rid. 

2) 8. oben p. 257, n. 6. 

3) 8. oben p. 59, 7. 8—9. 

4) sKyabs-k'rid. 

5) r Dor-sems -kyi k'rid. 



— 259 — 

gewiss nicht; vielleicht wirst du mich in diesem goldenen 
Körper des rJe bTson-k c a-pa erkennen" und bot in 
dieser Gestalt den Schein des Lächelns. Da sagte der 
Wan: „Dies ist der, der den Titel c Lama' führt; als 
Buddha erkenne ich den Lama. Dass ich, obwohl er 5 
der Lama ist, den Buddha (in ihm) erkenne, das ist ein 
grosses Wunder !", und es erwachte in ihm ein starker 
Glaube an den Lama, und er verneigte sich vor ihm. 
Seitdem wuchs und erstarkte der Glaube des Wan an 
die (in) dem Lama (vereinigten) drei Kleinodien. — JO 
Darauf folgte er der Einladung der Jasag's, Grossfürsten 
u. s. w. der einzelnen Sog: der 'Auhan, 'Ohfiod, 
Jar w od, *Aru Horcen, Pägarin u. s. w. und erteilte 
# die (Guhya)samäja- und Bhairava-Va^itä u. s. f. 
wie vorher und verbreitete den Edelstein der Lehre gar 15 
weit. — Danach, als er sich im Kloster Päyan Hosogon 
aufhielt, errichtete er aus dem gereinigten Golde, welches 
der Wan, der Pei-li und andere fromme Gabenspender 
beschert hatten, die Statuen des Jo-bo Qäkya T'ub-pa 
und des rJe rin-po-ce (d. i. bTsori-k'a-pa) und hun- 20 
dert und acht Stüpa's von je einer Kubik-Elle Aus- 
dehnung; ferner errichtete er unzählig viele von nur 
einer Spanne (Länge) und fünf, sechs Zoll (Höhe). 
Dann nahm er feierlich die yZuns-yzug(-Ceremonie), 
die Einweihung u. s. w. vor, überwies (alles dies) den 25 
Wari's, Pei-li's, Pei-se's, Gun's, Taici's und den übrigen 
frommen Gabenspendern und Schülern als Gegenstand ihrer 
Verehrung 1 ) und sagte: „Bringet beständig eure Huldi- 



1) mC'od-pai rten. 

17< 



— 260 — 

gung und Verehrung dar!* Darauf kaufte er in der 
Stadt Mug ten Papier, Tinte und Zinnober, Hess Schreiber 
zusammenkommen und den bKa- gvur rin-po-ce 
schreiben. Nachdem nach und nach die hundert und 

5 acht (Bände) fertig hergestellt waren, gab er sie den 
vorher erwähnten frommen Gabenspendern und Schülern 
als Gegenstand der Verehrung. Ferner bescherte er 164 
nach allen Seiten hin den Armen in reichem Masse 
materielle Gaben an Gold und Silber und allen übrigen 

10 Arten von Gütern und Schätzen, welche die Gaben- 
spender herbeibrachten, in der Weise, dass er z. B. 
für das Auswendiglernen des Vajrabhairava-, 
des Guhyasamäja - Abhisamaya 1 ), des Guhya- 
samäjamülatantram 3 ) je eine Unze Gold schenkte. 

15 Infolgedessen gab es u. a. sehr viele, welche den Guhya 
(-samäja)- und Bhairava-Abhisamaya 8 ) im Ge- 
dächtnis hatten. Der Ruhm seines Namens aber wett- 
eiferte gleichsam mit dem Rollen des Donners. Indem 
er auf solche Weise zahllose Bild-, Lehr- und Gnaden- 

20 Symbole 4 ) herstellte und (damit das Land) bis zum Ufer- 
rand 5 ) des östlichen Oceans wohl anfüllte, liess er 
den Edelstein der Jina-Lehre im allgemeinen und be- 
sonders der Lehre des Zweiten Jina (rGyal-ba ynis-pa) 
hell leuchten, wie wenn über einem finsteren Eilande 



1) Tib. rDo-rje jigs-byed dair j/San- dus mnon- 
rtogs. 

2) Tib. v San- das rtsa rgyud. 

3) ySan- Jig8-kyi innon-r togs. 

4) sKu-vsun-t ugs-rten. 

Ä) Gos-can-gyi mta, wörtlich 'Grenze des Kleid-Habens; Saum 
der Umkleidung'; vgl. oben p. 124, 1. 



> 



— 261 — 

# die Sonne aufgeht. Zu Anfang seines 97. Lebensjahres, 
am 15. Tage des 10. mongolischen Monats des Wasser- 
Schlangen- Jahres (1652), bot er den Schein des Eingehens 
zur Ruhe. Als man die teuren Gebeine zum Verbrennen 
hinlegte, stieg ein Wohlgeruch auf, ein Regenbogen baute 5 
sich auf, und ein Blumenregen fiel. Es entstanden zahl- 
lose Reliquien von der Grösse eines Senfkorns, die man 
in dem Kloster Päyan Hosog w on in einem Stüpa 
dauernd niederlegte. 

Ferner: was diese unsere (vom Himmel) eingesetzte io 
grosse C in-Dynastie betrifft, so verliehen, als der höchst 
verehrungswördige T'ai tsun 'Unter Pogta Khan 
kraft seiner Verdienste in der Stadt Mugten residierte, 
die Inkarnation des Jina Amitäbha 1 ), des Beherrschers 
des Sukhävatikshetram 2 ): der Pan-cen t c ams-cad 15 
mk'yen-pa Blo-bzan c'os-kyi rgyal -mt c san, und 
der Jagannätha des Gletscherlandes 3 ): der fQnfte rGyal- 
dban Nag-dbari blo-bzan rgya-mtfso, dem Gusri 
Sec en C'os-rje von Mi-nag den Titel 'Ilak w ogsan 
H w ot c ogt c w o und sandten ihn mit einem Huldigungs- 20 
schreiben an den Brahman des Ostens, den T c ai 



1) Tib. sNan-ba tnta-yas. 

2) Tib. bDe-ldan zii'i. 

3) Aus dem Umstände, dass der vierte Dalai Lama, welcher 
mongolischer Abkunft war, nur die Bezeichnung Gro-bai mgon-po 
(Jagannätha), ohne den Zusatz Gans- can ('Gletscherland', d. i. 
'•Tibet'*), führt (s. oben p. 232, 9), gebt hervor, dass meine oben p. 200, 
n. 1 geäusserte Vermutung zutrifft, mithin die Uebersetzung 'Schutzer 
der Wesen des Gletscherlandes 1 (s. oben pp. 199, 25 — 200, 1) un- 
richtig ist. Der Zusatz Gans-can gehört also zu dem ganzen Aus- 
druck Gro-bai mgon-po und bezeichnet die Herkunft der Jaga- 
nnätha' s (Dalai Lama's). 



— 262 — 

tsui'i Pogta Khan, ab. Dieses von ihm überbrachte 165 
Schreiben hatte folgenden Wortlaut: „Im allgemeinen, wenn 
man auf die zahlreichen übrigen die drei Reiche durch- 
wandernden Wesen blickt, sind diejenigen, welche das 
5 Kleinod eines mit den specifisch menschlichen Seg- 
nungen ausgestatteten Menschenleibes 1 ) erlangen, noch 
viel seltener als ein bei Tage sichtbarer Stern; unter 
diesen aber ist einer, der ein die ganze Menschheit unter- 
werfender Khan geworden ist, so schwer zu finden, wie 

10 jener Edelstein, der das Denken erhebt und die Wünsche 
erfüllt. 3 ) Darum also wäre es dem Sinne des Namens 
Pogta Khan entsprechend, wenn du jetzt, da du Herr- 
scher und Grosskhan der Wesen des Kaliyugam geworden 
bist, alle Wesen recht nach den Geboten der Religion 

15 regiertest. Mögest du vor allem, indem du die Wurzel 
des Heils und Segens, den Edelstein der Jina-Lehre, von 
Herzen beachtest, gut regieren!" Diesen Brief geruhten 
sie zu senden. Als der Pogta Khan diese Thatsache 
vernahm, ging er hocherfreut in eigener Person aus seinem * 

20 Palaste heraus (dem Gesandten) entgegen und bezeigte 
dem Schreiben seine Ehrerbietung. Es giebt einen Aus- 
spruch des o Jam-mgon Sa- sky a Pandita: 

„Obgleich die Sonnenstrahlen sehr heiss sind, 
„Ensteht doch, wenn kein Brennglas da ist, kein Feuer; 

25 „Ebenso kann auch der Segen Buddha's, 3 ) 
„Wenn kein Lama da ist, nicht Platz greifen. 



1) Dal- byor-gyi mi-lus; über dal- byor 8. Jäschke 251 b — 252 a . 

2) bSam- p el yid-bzin-gyi nor-bu. 

3) Sans-rgyas byin-rlabs = skr. Buddb&dhisbth&nam. 



— 263 — 

„Darum werden dadurch dass du geneigt bist, 

„Alle Buddha's geneigt sein. 

„Zu dir, o Lama, in dem die drei Kleinodien zu Einem 

vereint sind, 
„Nehme ich meine Zuflucht," 5 

und ein Wort des Lehrers Buddha: 

„Möglich, dass es in hunderttausend Millionen 1 ) 

Kalpa's 
„Vielleicht keine Anhörung der Religion mehr geben 

wird — sei es! 10 

„Ihr habt die Gegenwart erlangt, 8 ) 
„Darum lasset gänzlich ab von aller Indolenz!" 
166 Im Einklang mit diesen Aussprüchen erwog (der 
Pogta Khan) den Segen des Anschlusses an einen 
heiligen (Kalyäna)mitra und den richtigen Weg zu der in 15 
zehn Millionen Niyuta's 3 ) von Kalpa's schwer zu er- 
langenden Anhörung der Religion. Er nahm daher den 
"Ilakwogsan H w ot e ogt c w o zum Lama an, studierte die 
Vapitä's, Agama's und viele andere tiefe Lehren und ge- 
wann eine grosse Verehrung für die unvergleichliche Ri- 20 
bo dGe-ldan-pa-Lehre. Später, als dieser Sec'en 
C'os-rje nach dB us ging, gab er ihm reiche Geschenke, 
nahm den rGyal-ba und seinen Sohn 4 ) heimlich zu Lamen 
an, Hess ihnen einen grossen Haufen Edelsteine, Gold, 



1) K'rag-k'rig (s. auch M. Tib. 236, 5. 237, 7. 238, 2. 3. 
239, 12.) = skr. niyutam (M. NT. 246, 5. 247, 7. M' 248, 2. 3); = 
nayutam (M. 248, 2. 3); = nayuta (M. M' 249, 12). 

2) D. h. 'ihr lebt in der Gegen wait.' 

3) D. i. eine Trillion, vgl. Z. 7 u. n. 1. 

4) S. oben p. 251, 13-H u n. 1. 



— 264 — 

Silber und andere Geschenke überreichen und sagen: * 

„Da ich nahe daran bin, Reich und Volk des Königs 

aus der Tä Min-Dynastie zu unterjochen, so werde ich, 

wenn ich dieses Vorhaben ausgeführt haben werde, euch 

5 beide, rJe rGyal-ba und Sohn, ehrerbietig berufen, euer 

volles Antlitz begrüssen und den Edelstein der Lehre 

verbreiten." Dies Hess er ihnen mitteilen. Dem un- 

.ermesslieh umfangreichen Kloster bSad-sgrub in Tibet 

Hess er eine Fülle von Geschenken austeilen und wurde 

10 ein grosser Gabenspender der Ri-bo dGe-ldan-pa- 

Lehre. Kurz darauf unterwarf sein Sohn, der Kaiser Zi 

tsu Sun te 'Eye-per Jasagc'i 1 ), die Menschenscharen 

Chinas, Tibets und der Mongolei und ebenso (anderer) 

gleicher oder geringerer (Länder). Danach handelte er, 

15 um den Befehl seines königlichen Vaters auszuführen, im 

Eisen-Hasen-Jahr (1650) gemäss dem Sinne folgender 

Aussprüche des Lehrers Buddha: 

„Wenn ein Bodhisattva der Belehrung gemäss 

handelt 
20 »Und, seine geistigen Kräfte gebrauchend, keinerlei 

Hochmut gegen den Lama übt, 
„So werden um deswillen seine Wünsche alle in Er- 
füllung gehen, 
„Und er erlangt sogar, im Besitz des Buddhajnänam 2 ) 
25 und der Bodhi, die so erforderlich 

sind, die Buddhaschaft" 
und: 



1) 3. oben p. 76, 3-14. 
•2) Tib. sana-rgyas ye-sea. 



— 265 — 

167 „Menschwerdung und Buddhawerdung sind schwer 

zu finden, 
„Auch die Lauterkeit ist sehr schwer zu finden, 
„Die vollzogene Lossagung von den acht Hindernissen 

(der Seligkeit) 1 ) ist schwer zu finden — 5 
„Jedoch die Anhörung der Lehre bildet den Gipfel- 
punkt (der schwer auffindbaren oder er- 
reichbaren Dinge). u 
Er berief nämlich aus dB us und ^Tsan sowohl den 
Pan-c'en t c ams-cad mk'yen-pa Blo-bzaii c c os-kyi rgyal- lü 
mt'san als auch den mit dem ärya-Loke^vara 2 ) identi- 
schen Grossen Fünften rGyal-dban 3 ) ehrerbietig in dieses 
Land, um die Standarte der Lehre aufzupflanzen. Da 
Hess der Pan-cen rin-po-ce ihm sagen: „Ich kann meines 
sehr hohen Alters wegen nicht kommen* und ging nicht 15 
mit; der rGyal-dban rin-po-c'e aber ging. 

Dieser 

rGyal-dbart IAa-pa 4 ) 

wurde im (weiblichen) Feuer-Schlangen -Jahr des 10. 
Cyklus (1616) geboren. Sein Vater war der Minister 5 ) 20 
des dpal P f ag-gru-pa, des Herrn von Sin-dgos-can 
# in Tibet: der von dem indischen Mahäsammata ab- 
stammende und einer Familie von Za-hor angehörige 
Fürst und Herrscher dGra- dul rab-brtan, seine 



1) Mi-koru-pa brgyad, 8. Jäschke 44 b . 

2) Tib. p^ags-pa Jig-rten dban-p'y ug; ein Beiname A va- 
lokitepvara's (s. ßöhtlingk ß. v. Loke^vara). 

3) rGyal-dban lna-pa c c en-po. 

4) S. Pantheon no. 46. 

5) bKa-blon. 



— 266 — 

Mutter die Fürstin 1 ) Kun-dga 1ha mdses. Ein Zelt 
aus Regenbogen-Licht (zeigte sich), und ein Blumenregen 
fiel. Da sein Wahrnehmungsvermögen klar war, soll er 
bei der Geburt die Vision des rJe 2 ) gehabt haben. Am 
5 Anfang seines 6. Lebensjahres (1621) wurde er nach dem 
grossen Kloster dpal-ldan Bras-spuns p'yogs t e ams- 
cad-las rnam-par rgyal-bai glin berufen. Als er in dem 
zweiten, irdischen «Og-min 8 ), dem dGa-1 dan -Palaste, 
seinen Fuss-Lotus auf den goldenen Thron setzte, freuten 

10 sich die lichten Geister sehr und begannen den Pauken - 
schall seines Ruhmes ertönen zu lassen. Zu Anfang 
seines 8. Lebensjahres (1623) nahm er bei dem Pan- 
cen t'ams-cad mk c yen-pa Blo-bzan c'os-kyi rgyal- 
mt c san, dem Scheitelschmuck aller Gelehrten von 

15 Jambudvlpa, das Qr&mauera-Gelübde auf sich und 
füllte dann seinen Geist in hohem Masse mit dem Nektar 
des Studiums ausgezeichneter Sittengesetze. Dadurch 
wurde er ein Reformator der reinen Lehre des Muni. 
Im 11. Lebensjahre, in dem Anfangsjahr — dem Feuer- 168 

20 Hasen-Jahr — des 11. Cyklus (1626), bot er, während 
.der Doktor der Schriften(kunde), 4 ) Prediger 5 ) und K c ri 
rin-po-ce dKon-rac'og c < os- o p c el die Gabenüber- 
reichung leitete, den Schein des gelehrten Studierens der 



1) Kri-lcam, wörtlich 'Thron - Fürstin' ; gemeint ist wohl die 
Hauptgemahlin des Fürsten. 

2) D. h. des vorhergehenden (vierten) Dalai Lama. 

3) Skr. Akanishtha(-Region). 

4) vZuu-lugs rab- byams. 

5) sMra-ba. 



— 267 — 

fünf grossen Kasteiungen. 1 ) Danach hörte er vom 17. 
Lebensjahre (1632) an bei P'a-bon k'ab-rje, dPal- 
obyor lhun-grub 2 ), und vielen anderen Gelehrten 
viele Sütra's und Tantra's und alles: Va^itä, Agama, Be- 
lehrung 3 ) und Upade^a 4 ) neuer und alter Geheimmantra's. 5 
Da er an alle Lamenschulen 5 ) der grossen und kleinen 
Klöster dringend die nachdrückliche Mahnung zum Hören, 
Nachdenken und Meditieren, sowie zum Anhören der 
Predigt richtete, so wurde Jambudvipa nicht nur von 
Gelehrten, die je eine Schrift 6 ) kannten, sondern von 10 
vielen Gelehrten, die auf dem weiten Gebiete der Prava- 
* cana's zu Hause waren, 7 ) erfüllt. Darauf nahm er, nach- 
dem er den Pan-c'en t'ams-cad mk'yen-pa Blo-bzah c'os- 
kyi rgyal-mtsan dpal bzan-po gebeten hatte, als 
Upädhyäya (dabei zu fungieren), die Utensilien eines 15 
ordinierten Bhikshu an und wurde der ganz vollkommene 
Meister der Muni -Lehre. Von da an bis zum 66. Lebens- 
jahre (1681) förderte er das Wohl der Lehre und der 
Wesen in hohem Masse. 

Im Besonderen (ist Folgendes zu berichten) : Auf 20 
die Einladung des Kaisers lenkte er im Anfang seines 
35. Lebensjahres, im Eisen-Hasen-Jahr (1650), sein Ross 



1) dKa-c en Ina = skr.paüca raah&kricchr&ni (oder mabätap&rnsi), 
8. oben p. 180, 10 und n. 5. 

2) Oder: 'bei dem r.Je (Herrn) von P'a-boii k'ab, dPal- 
byor lhun-grub.' 

3) K'rid. 

4) Tib. man-nag. 

5) Bla-grwa, oder bedeutet dies 'Oberschule, Hochschule*? 

6) y Zun -lugs. 

7) ySun-rab rab- byams-la ran-girod- spypa. 



— 268 — 

nach dem (kaiserlichen) Palast und traf im Wasser- 
Drachen- Jahr (1651) mit dem grossen Kaiser, (gleich- 
sam dem zweiten) Mafijughosha, dem irdischen Bra- 
hman 1 ), — der Priester mit dem Laien — zusammen, 
5 und (beide) verneigten sich ehrfurchtsvoll. Darauf er- 
nannte (der Kaiser) diesen rGyal-dban zum Herrn der 
Lehre 2 ) und verlieh ihm die Ernennung zum Vajra- 
dhara und ein Siegel, 8 ) welches den einst dem Q Gro- 
mgon oP'ags-pa (verliehenen Titeln und Siegeln 4 )) 

10 gleichkam. Nachdem er, umgeben von den Leuten, täg- 
lich, der Zahl der Leiden auf der ganzen grossen Erde 
entsprechend, Lehrvorträge gehalten und Hand- Va^itä's 
vorgenommen und dadurch für sie die Wirkung, dass 
alle Wesen in der Tushita (-Region) wiedergeboren 

15 wurden, erzielt hatte, kehrte er nach dB us ins Hoch- 
land zurück. Der Kaiser nahm heimlich den Pan-c c en 
rin-po-ce zum Lama und bescherte ihm reiche Ge- 169 
schenke. Durch Errichtung zahlreicher Klostertempel, 
Gründung von Klöstern für die Geistlichkeit u. dgl. m. 

20 bewies er der Lehre des unvergleichlichen Munin dra 
hohe Verehrung, alle die Wesen aber regierte er nach 
den Geboten der Religion, sodass er das ganze Erden- 
rund mit dem Ruhm seines Namens erfüllte. 

Sein Sohn, der grosse Fürst und leibhaftige Ma- 

25 iiju^rlghosha, Kaiser Sin tsu bDe-skyid 5 ), dessen 



1) Jam -d by aus goii-ma sai t'sans-pa c en-po. 

2) bsTanpai bdag-po. 

3) Vadsradharai luii dan t am-ka. 

4) S. oben pp. 150, 9-10. 156, 13-18. 

5) S. oben p, 76, 15-22. 



- 269 — 

ausgezeichneter Glanz und Ruhm dem Schwärm der in 
ihrem Hochmut mit Geringschätzung auf die alte Zeit 
herabblickenden Fürsten den Dünkel benimmt, und dessen 
Schritt auf den Diademen von hundert Millionen benach- 
barter Vasallen ruhte, stiftete viele Klöster für die Geist- 5 
* lichkeit und errichtete zahllose Bild-, Lehr- und Gnaden- 
Symbole. Den KVi rin-po-ce Nag-dbaü blo-gros 
rgya-mt c so, den lCah skya t'ams-cad mk c yen-pa Nag- 
dban blo-bzan cos-ldan, den T'uu bkwan rin-po-c'e 
Nag-dban c f os-kyi rgya-mt so und viele andere 10 
bedeutende Gelehrte berief er aus den einzelnen Landes- 
teilen und Hess sie die Lehre verbreiten. 

Der K c ri rin-po-c'e 

Nag-dbaA blo-gros rgya-mtso 

wurde in Ra-ldin, einem nahe bei dem berühmten 15 
bTson-k'a, der Geburtsstätte des rJe bDag-nid c'en-po 
(d. i. bTson-k c a-pa), gelegenen Orte in Mi -nag, im 
(weiblichen) Holz -Schweine -Jahr (1634) als Sohn 
des rTag pyug t c se dar und der T c se smon 
rgyal geboren. Von Kindheit an wich seine Natur von 20 
derjenigen der der Sündhaftigkeit unterworfenen Alltags- 
menschen ab. Ja, mehr als das: wenn ihn Furcht befiel, 
oder bei sonstigen Anlässen murmelte er das dMigs brt se- 
in a und die Vajrapänidhäran! 1 ) her und richtete 
Gebete an die Götter und Lamen. Im 7. Lebensjahre 25 
(1G40) vollzog er bei seinem Oheim, dem Arzte Byams- 
pa rgya-mt r so, durch die Einprägung der segens- 

1) Tib. Vadsrapanii ^zuns-snags. 



— 270 — 

reichen Vollziehung der Zufluchtnahme und der (segens- 
reichen) Ceremonie der Va^itä der Erzürnten Kali 1 ) 
seinen Eintritt in die Anfangsgrunde der Geheimmantra's. 170 
Durch die ausserordentlich grosse Kraft seiner hohen 

5 geistigen Begabung prägten sich schon von Kindheit an 
die Buchstaben u. s. w. ohne Schwierigkeit seinem Geiste 
ein. Zu Anfang seines 1 1. Lebensjahres (1644) trat er, 
indem der Dharmasvämin Nomon Han als Upädhyäya 
fungierte, in den Priesterstand. Im Drachen- Jahr (1651) 

10 begrüsste er den rGyal-dban lria-pa c c en-po, als 
dieser an den Hof des Manj ugh os ha- Kaisers 2 ) ritt, 
unterwegs, erstattete ihm gesprächsweise günstigen Be- 
richt 3 ) und genoss den Nektar seiner Unterhaltung. In 
diesem Jahre machte er sich nach dB us auf. In elf 

15 Monaten gelangte er nach bKra-sis lhun-po. Bei 
dem Pan-cen t'ams-cad mk r yen-pa Blo-bzan c f os- 
kyi rgyal-mt c san-gyi zal-sna-nas nahm er die Gelübde 
und Pflichten vom Upäsaka an bis zum Qrämanera auf 
sich und hörte viele Adhiväsana's und Agama's. Darauf $ 

20 ging er nach dem grossen Kloster dpal-ldan Bras- 
spuns, trat in die Religionsschule von bKra-sis sgo-mari 
ein und genoss zunächst das Vergnügen, von dem Meister 
des wissenschaftlichen Vortrages 4 ) s Go- man p c rin- 
las lhun-grub-pa Saft und Kraft 5 ) einer gedrängten 



1) sKyab8- o gro byed-lugs dan K c ros-ina Nag-uioi dban- 
c og skal-ldan. 

2) o Jam-dbyanB gon-ma, 8. oben p. 268, 2-3 u. n. 1. 

3) brGya- bul bzan-po p c ul. 

4) Rig-pa smra-bai dban-p c yug. 

b) Worlich: *Saft uod Eingeweide'. 



— 271 — 

Darstellung 1 ) der Logik und Dialektik als Einleitung in 
die Wissenschaft 2 ) (zu hören). Von rGyal-dban ltia- 
pa c c en-po und vielen anderen Lamen empfing er viele 
religiöse Belehrungen. Gegen Ende^seines 27. Lebens- 
jahres (1660) wurde er, indem der Pan-c f en t'ams-cad 5 
mk r yen-pa Blo-bzan c r os-kyi rgyal- mt c san als 
Upadhyäya fungierte, ordiniert. Im 29. Jahre (1662) 
trat er in die Tantra-Schule ein. Während zwölf Monaten 
dieses Jahres nahm er den Hohen Lehrstuhl 3 ) von bDe- 
yans grwa-t'san 4 ) ein; im 31. Lebensjahre (1G64) 10 
gelangte er auf den (Lehr-)Stuhl von sGo-man grwa- 
t r sah; daraufnahm er den Lama-Stuhl 5 ) von sMad-rgyud 
grwa-t'san ein; im 48. Jahre, im Wasser- Hunde- 
Jahr (1681), am 15. Tage des mittleren Herbstmonats, 
setzte er in dGe-ldan rnam-par rgyal-bai gliri sein Fuss- 15 
paar auf den goldenen Hohen Stuhl des Dharmaraja der 
drei Welten, 6 ) des grossen bTsoh-k r a-pa. 
171 Danach Hess der Man jughosha- Kaiser K f ah zi 

bDe-skyid, als er der Zusendung eines Lamas, durch 
den mit Sicherheit der Lehre und den Wesen in diesem 20 
Lande eine Förderung erwachsen würde, bedurfte, dem 
Tams-cad mk'yen-pa Tälai bla-ma ein Sendschreiben zu 
Füssen legen. Nun war zwar dieser Anlass eine Gelegen- 
heit, ihm das Hinscheiden des Fünften rGyal-dban heimlich 



1) Wörtlich: 'Schule'. 

2) Rig-pai sgo-byed t c sad-ma rigs-pai bsdus grwai rtsi-bzag. 

3) Cfos-kyi k c ri mt c on-pa. 

4) Grwa-t r 8an etwa 'Fakultät, Universitut.' 

5) Bla-mai k r ri. 

6) Tib. K'ams-ysumc'os-kyi rgyal-po = 8kr.Tridhatudharinaraja. 



— 272 — 

mitzuteilen; er bedachte jedoch auf Grund eines früheren 
Falles, dass dieser Erlass eines Schreibens eine Verordnung 
des Lama sei. Infolgedessen geruhte er einzuwilligen und 
im Feuer-Hasen-Jahr (1686) zu Ross sich aufzumachen. 
5 Nachdem er mit dem Kaiser zusammengetroffen, feierte 
ihn dieser durch immer grössere Ehren und Huldigungen. 
Darauf gewährte er vielen Menschen des Gebietes der 
Mongolei und von Unter-mDo einen grossen Anteil an 
der heiligen Religion und gereichte ihnen dadurch zu 
10 un fassbarem Segen. 

Der Fürst der gänzlich vollkommenen Lehre, der # 
lCah-skya rin-po-c'e 

Nag-dbaA blo-bzaA cos-ldan dpal bzart-po 
wurde in dem bekannten Dorfe rTa-p'yug, welches 

15 zu einem Teil des Distriktes j'Yi-dge von bTsori- 
k c a in Unter-mDo gehört, als Sohn des Jan ye 
har und der T'ar-mo int'so im Wasser-Pferde-Jahr 
(1641), in der Nacht des 10. Tages des Monats mGo, 1 ) 
geboren. Zur Zeit als er in den Mutterleib eingetreten 

20 war, hatte es der Mutter im Traum geschienen, als ob 
sie die Sonnenscheibe von der Erde aufhöbe, und noch 
viele andere wunderbare Vorzeichen hatten sich gezeigt. 
Danach zog man ihn mit den geeigneten Veranstaltungen 
auf. Nach Verlauf von einigen Jahren sagte er vermöge 

25 der Erinnerung an seine früheren Existenzen: „Ich bin 
der lCan-skya bla-ma: ich besitze die Schüler und Drei- 
Symbole namens so und so." Derartige deutliche Reden 

1) Skr. Mp'ga^irsha (M. 253, 53 = M. Tib. 243, 50); 
M&rgacirsha (M\ 243, 50). 



— 273 — 

führte er. Seine Eltern aber hatten von der Existenz 
von Wiedergeburten nichts gehört und wussten daher 
nichts davon. Infolgedessen verboten sie ihm, diese 
Reden zu führen. Daraufhin verhielt er sich vollkommen 
schweigsam und blieb wie stumm. Da waren die Eltern 5 
betrübten Herzens und wandten Mittel an, um ihm den 
Mund zu öffnen, und gaben ihm viele gute Worte, jedoch 
ohne Erfolg. Da wandelte er sich, brachte es bis zum 

172 Upäsaka, 1 ) erhielt den Namen dGe- o dun skyabs und 
erlangte allmählich die Sprache wieder. Der Pan-c'en 10 
rin-po-c'e gab deutliche Erklärungen ab wie die: „Er 
ist eine unzweifelhafte Wiedergeburt des Dharmasvämin 
Grags-pa «od-zer". Später, als er das 5. Lebensjahr 
erreicht hatte (1(545), beriefen ihn Boten von dGon-lun 
spye sger, der Direktor von lCan-skya nebst 15 
Schülern, nach Tan-rin t'ar-pa glin und bestimmten 
ihn dort zu bleiben. Von dem Mahäsiddha von o Dan-ma 2 ), 
T'sul-k'rims rgya-mt'so, und dem K'ri t r og-pa Fun- 
t'sogs bzan-poi mfsan-can Hess er sich in den 
Priesterstand aufnehmen und erhielt den Namen bsTan- 20 
odsin legs-bsad rgya-mt c so. Danach schloss er sich 
dem Kab- o byams-pa von sKya-bri 3 ), Zer-pa dge- 

* rgan, an, lernte (bei ihm) lesen und konnte es ohne 
Schwierigkeit, sodass er alle Arten der Religionsübung 
seinem Geiste einprägte. Zu Anfang seines 9. Lebens- 25 
jahres (1649) wurde er nach dem grossen Kloster dGon- 
luri byams-pa glin berufen. Im 11. Jahre (1651) 



1) dGe-bsnen-du bsgrubs. 

2) Dan-ma grub-c en. 

.'*) s K y a - b r i rab- byams-pa. 

18 



— 274 — 

begrüsste er den nach dem Reiche 1 ) Pei ein reisenden 
rGyal-dban lna-pa c'en-po unterwegs, nahm das 
Upäsaka- und Pravrajita-Gelübde auf sich und hörte auch 
das Mahäkarunädhiväsanam. 3 ) Darauf hörte er bei 

5 dem K c ri t c og-pa Tar-po bkra-sis rgyal-mt c san auch 
(Vorträge) über Rigs-lam-gyi p r ro und über die 
verschiedenen Päramitä-Texte, 3 ) wodurch sich der In- 
halt dieser Texte seinem Geiste vollständig einprägte. Da- 
nach wünschte er über die Sütra- und Tantra-Texte ordent- 

10 liehe Studien zu machen und ging deshalb nach dem 
Lande dB us. Bei dem Tams-cad mk c yen-pa lna-pa c c en- 
po 4 ) nahm er das Qrämanera- Gelübde auf sich und er- 
hielt den Namen Nag-dban blo-bzan c'os-ldan. 
Darauf machte er dem rGyal-sras rin-po-ce Blo-bzan 

15 bstan-odsin seinen Besuch und hörte bei ihm Lehren aller 
Art. Danach ging er nach bKra-sis lhun-po, machte 173 
dem Pan-c c en Blo-bzan cos-kyi rgyal-mtfsan seine 
Aufwartung und bat ihn eindringlich und inständig, materielle 
Gaben (von ihm) anzunehmen. Auch den äusseren und 

20 inneren Heiligtümern 5 ) stattete er sorgfältig seinen Besuch 
ab. Dann ging er nach dB us und verblieb während des 
ganzen Winters, den er in dem grossen Kloster dpal- 
ldan oBras-spuhs zubrachte, in der Religionsschule 
zu dpal-ldan bKra-sis sgo-man, der Ruhestätte 

25 zurückgezogen lebender hervorragender Gelehrter. Bei 



1) rGyal-k'ams. 

2) Tib. T c ugs-rje cen-poi rjes-ynari. 

3) P r ar-p c yin-gyi yzun-t c san. 

4) = rGyal-dbafi lna-pa c en-po. 

5) P*yi-nau-gi rten. 



— 275 - 

dem Acärya P r rin-las lhun-grub-pa studierte er 
drei Jahre lang die gänzlich vollkommenen Päramitä's 
und wurde ein unvergleichlicher grosser Lehrer in der 
Erörterung des Sinnes und der Bedeutung derPrajnä- 
päramitä. Als er das 23. Lebensjahr erreicht hatte 5 
(1663), nahm er bei dem rGy al-dban lfia-pa c r en-po 
das Ordinations -Gelübde auf sich und bewahrte die 
Religionsgebote wie seinen Augapfel. Im 24. Lebens- 
* Jahr, im (weiblichen) Holz-Schlangen-Jahr (1664), hörte 
er bei dem zur Anhörung der Predigt in dpal-ldan bKra- 10 
sis sgo-man erschienenen o Jam-mgon Nag-dban blo- 
gros rgya-mt'so die „Uebereinstimmungen des 
Madhyamako^a" 1 ) acht Jahre lang und vervollkommnete 
sie. Im Wasser-Mause-Jahr (1671) wurde ihm in dpal-ldan 
oBras-spuns der Name Glin bsre bka bcu gegeben. 15 
Am Anfang seines 33. Lebensjahres (1673) ging er nach 
bKra-sis lhun-po in Ober-^Tsan 3 ) und begrösste den 
inkarnierten Pan-c'en t'ams-cad mk r yen-pa. 8 ) Den Upä- 
dhyäya von Sar-rtse, Blo-bzah padma, den rJe 
dGe-odun don-grub und viele andere (Kalyäna-) 20 
mitra's bat er um viele Vapitä's, Unterweisungen und 
Avaväda's 4 ; So hörte er während seines Aufenthaltes 
in dBus und yTsan vom 21. bis zum 42. Lebensjahr 
(1661—1682) von den Kalyänamitra's der mT'san-nid- 
Schule 5 ) viele tiefe und ausgedehnte heilige Lehren, und 25 



1) Tib. dBu-tna mdsod dura-rnams. 

' o 

2) j'Tsan-stod bKra-sis lhun-po. 

3) Fan-c cm» t'ams-cad mk r yen-pai sprul-sku rin-po-ee. 

4) Tib. j/dams-nag = vdams-pa = skr. avav&da, 8. oben 
p. 109, n. 3. 

5) mT f san-nid dan ldan-pai dge-bai bscs-vnen-rnams. 

18* 



— 276 - 

so wurrle das schöne Gefäss seines Geistes vollständig 
mit Subhäshitaratna's angefüllt. Danach ging er im 
Wasser-Schweine-Jahr (1682) nach Unter- m Do. Da- 
raufkam dieser Herr, als der K'ri-c'en Blo-gros rgya- 

5 mt'so, nach der königlichen Residenz Pei ein berufen, 174 
an dein Kökö Noor anlangte, zu seiner Begrössung 
herbei, und als dieser ihn aufforderte, er solle mit ihm 
mitkommen, reiste er daraufhin als sein Gefolgsmann 
mit. Im Feuer-Hasen- Jahr (1686), als dem K'ri rin- 

10 po-e'e seitens des Kaisers zweimal eine Audienz gewährt 
wurde, kam sowohl beim früheren als beim späteren 
Mal auch dieser Herr zu derselben. Bei der ersten 
Audienz stellte der grosse Kaiser Fragen und bescherte 
ihnen Begrüssungstücher, Seidenzeuge und sonstige A us- 

15 Zeichnungen in Menge. Bei der späteren Audienz ver- 
anstalteten angesichts des Tsan-dan Jo-bo auf Befehl 
des Kaisers der Zabs-drun von yNas-rnin 1 ) und dieser 

• 

Herr (Nag-dban blo-bzan c'os-ldan) eine Disputation, 
worauf der Kaiser, erfreut, Glöckstöcher 2 ) schenkte. 

20 Der Kaiser erteilte den Befehl, dass dieser Herr sowie 
der Vorsteher 8 ) in Pei ein bleiben sollten; daraufhin 
erbat er sich von dem K e ri rin-po-c c e auf kluge Weise 
die Erlaubnis hierzu, die ihm gewährt wurde. Darauf # 
ging er im Erde-Drachen-Jahr (1687) nach 'A-mdo, 

25 gelangte auf den Stuhl von dGon-lun byams-pa 



1) vNas-rniri zabs-drun, ebenso: 8 Ton- k'or zabs-drun 
(Text p. 152, 11); Dan-ma zabs-drun (rin-po-cV) (Text 
p. 176, 4-5). 

2) dPal-dar. 

3) dBu-mdand. 




— 277 — 

glin und hatte in hohem Masse die Güte, tiefe und 
ausgedehnte Lehren zu erteilen. Im Eisen-Pferde-Jahre 
(1689) ging der Herr in eigener Person nach der Ein- 
siedelei Byan-cub glin und prägte die „Stitra- und 
Mantra- Weg-Stationen ul ) vollständig seinem Geiste 5 
ein. Als dann die Zeit herangenaht, wo eben dieser Herr 
durch die Kraft seines Wunsches die chinesischen Vineya's 
bekehren sollte, erliess der Kaiser b De- sky id folgenden 
wichtigen Befehl: „Da für mich ein mit grossen Vor- 
zügen ausgestatteter Grosslama nötig geworden ist, du 10 
aber ein mit grossen Vorzügen ausgestatteter guter Lama 
bist, so soll es so sein, wie wenn (ich dich) berufen hätte, 
und (du daraufhin) gesandt worden wärest." Demgemäss 
lenkte er, mit einem Gefolge von vielen dKa rab- byams 
unter Anführung des Zabs-drun rin-po-ce von Sumbha, 15 
sein Ross nach China. Dann traf er im Verlauf seiner 
Reise mit dem Kaiser zusammen. Von Seiten des grossen 
Kaisers wurden diesem Herrn samt seinen Gefolgsleuten 
175 vollständige Bekleidung und sonstige Gunstbezeugungen 
in unermesslichem Grade gewährt. Im 56. Lebensjahre, au 
im Feuer-Rinder-Jahre (1696), ging er auf Befehl des 
grossen Kaisers nach dB us und bestimmte den sechsten 
rGyal-dban rin-po-c'e für den Heiligen Stuhl. Dem Pan- 
cen rin-po-ce und anderen Lamen aber überbrachte er 
Geschenke in Menge, berichtete über die Entwickelung 25 
der Religion und kehrte wieder zurück. Auf Befehl des 
Kaisers verbrachte er in jedem Jahre 2 ) den Winter in 



1) mDo-snags-kyi I a in - gy i r i m - p a. 

2) Lo-ltar-gyis. 



— 278 — 

Pei ein, den Sommer in dem Kloster von Dolo on 
No or 1 ). Da strömten Scharen von Grossfürsten und 
Bewohnern der grossen Mongolei, darunter der Gross- 
först der neunundvierzig äusseren Divisionen 2 ) nebst 
5 Unterthanen und über fünfzig Jasag's der Halb a's, durch 
seine unfassbare Tüchtigkeit in der Belehrung und Er- 
kenntnis 8 ) angezogen, — gleichwie an einem Lotussee 
ein Zusammenströmen von Insekten stattfindet — aus 
den einzelnen Gegenden als ein unendlicher Zug von 

lo Menschen, welche nach tiefen Lehren trachteten, zu- $ 
sammen. Diesen trug er (die Gelübde) vom Upäsaka- 
bis zum Ordinations-Gelübde, den Byan-c'ub lam-rim, 
die Guhya(samäja)-, Samvara-, Bhairava- und 
andere Va^itä's vor. Durch das Fallen des starken 

15 Regens der Agama s, Unterweisungen und sonstigen 
heiligen Lehren Hess er auf dem Felde, ihres Geistes die 
Schösslinge der Bodhi wachsen. Als sich aber sein 
lauteres Thun und Treiben in die zehn Gegenden er- 
streckte, wurde es ein vortreffliches Heilmittel für die 

20 Gemüter aller Menschen. Im 65. Lebensjahr, im (männ- 
lichen) Feuer-Hunde-Jahr (1705), wurde von dem grossen 
Kaiser diesem Herrn die Ernennung zum bKwan tin 
P'uu san bKwan tsi Tä kau Sri, d. h. auf Tibetisch: 
Byams-brtses kun-gyi spyi-bo-nas dbah-bskur- 

25 bai kun-mk'yen bla-ma cen-po 4 ), sowie das Diplom, 

1) Tib. tuT'ao -bd u n , 'Sieben SecenV 

2) P'yii t*8o ze dgu. 

X) Luft (= skr. ägama) - rtogs (= skr. gati), 9. oben pp. 97, 
10— 11 und n. 5—7. 

4) D. h. 'mit Barmherzigkeit und Liebe allen die Scheitelweihe 
erteilender allwissender Groäslama . 



— 279 — 

das aus achtundachtzig Unzen Gold, acht Drachmen und 
acht „Sternen" 1 ) gefertigte goldene Siegel, die Macht- 
vollkommenheit 2 ) und das Amt 2 ) (eines solchen) verliehen. 
Im 69. Lebensjahre, im Eisen-Tiger- Jahre (1709), ging 
er nach dGon-luri; als nun der Kun-mk'yen o Jam- 5 
dbyans bzad-pai rdo-rje zu seiner Begrössung 
176 erschien, erteilte dieser Herr dem o Jam-dbyans bzad- 
pa rin-po-c'e folgenden Auftrag: „Da du früher erklärt 
hast, man müsse die Anhörung von Mantra-Erklärungen 8 ) 
einführen, und nun die Zeit hierfür gekommen ist, so 10 
wollest du dieselbe einführen". Da also that der nach dem 
Befehl des Lama. Dem K'ri rin-po-c'e des Klosters, dem 
Zabs-drun rin-po-ce von Dan-ma und anderen gewährte 
er die Belehrung über den Vortrag des vierfachen Kom- 
mentars 4 ); zum Acürya der Tantra-Schule ernannte er den 16 
Zabs-drun von Dan-ma und zum Vorsteher der Lamen 
den Kun-mk'yen Blo-gros rgya-mfso. Er gründete 
eine Schule für abgekürzten Tantra-Unterricht 5 ) nach 
Art von dpal-ldan sMad-rgyud. Nachdem er in dieser 
Gegend das Heil der Lehre und der Wesen gefördert so 
hatte, kehrte er nach Pei ein zurück und förderte das 
Wohl des Nächsten. Zu Anfang seines 72. Lebensjahres 
(1712) sass auf Befehl des Kaisers dieser Herr mit dem 
* Kaiser zusammen vor versammelter Menge auf ein und 
demselben Thron. Als zwei Doktoren 6 ) seines Gefolges 25 

1) sKar-ma. 

2) Lun-la9. 

3) sNugs-kyi c ad nan. 

4) Grel-pa bzi-sbrags. 

5) Dus-pai rgyud-grwa. 
G) ilKa-ratns. 



— 280 — 

eine Disputation veranstalteten, freute sich der Kaiser 
und erliess an diesen Herrn folgenden gütigen, von einem 
Begrüssungstuche begleiteten Befehl: „Dieser Tempel ist 
für alle Aussen-Mongolen 1 ) errichtet worden. So möge 
5 denn durch die Kraft der feierlich von dir vollzogenen 
Opferceremonie allen Mongolen vollkommenes Glück zu 
teil werden und jetzt, so wie früher, lange Zeit dauern! 
Zum Wahrzeichen dessen beschere ich dir dieses Tuch." 
So wirkte er bis zum 73. Lebensjahre, dem Holz-Pferde- 

10 Jahr (1713), zum Heile der unendlich vielen Vineya's 
von dBus, mDo, China und der grossen Mongolei und 
machte die Jina-Lehre im allgemeinen und die unver- 
fälschte Sekte des Jam- mg on bin- ma im besondern 
hell leuchtend wie die Sonne. Vom 13. Tage des 5. 

15 Monats dieses Jahres an bot er den Schein der Er- 
krankung. Dann, am 25. Tage, Hess er sein Wort er- 
schallen und erteilte vielen Schülern die Hand-Va^ita. 
Die Schüler betrachtete er einzeln und beruhigte ihre 
Zweifel. Während zur Zeit der Umwandlung 2 ) die drei 177 

20 Qünya's nach einander dahinschwanden, und alle das helle 
Licht des ^ünyam-Begriffes 8 ) wahrnahmen, bot er den 
Schein des Eingehens zur Ruhe in die Khacara-Region. 4 ) 

Der rJe T*uu bkwan rin-po-c f e 

Nag-dbart cos-kyi rgya-mfso 
25 wurde nicht gar weit von dem Orte bTson-ka in Unter- 
mDo in einem Dorf namens Car zen ein im (männ- 



1) P yii Sog-po. 

2) sPrul-gyi du8. 

3) sToii-pa don. 

4) iuK a -spy od-kyi «'iias. 



— 281 — 

liehen) Eisen-Affen- Jahr (1679) geboren. Einstmals, als 
der K f ri-c f en Blo-gros rgya-mt'so in den chinesi- 
schen Palast kam, brachte jenen seine Mutter zu diesem 
zur Begrftssung. Da berührte der K r ri-c c en sein Haupt 
und sprach: r Möge sein Leben zu einer starken Trophäe 5 
werden!" Alle aber sagten: „Dieses Kind ist ein den 
* übrigen nicht ahnliches." Im 3., 4. Lebensjahr (1681, 
1682) teilte er, auf Grund seiner Erinnerung an seine 
früheren Existenzen, einige Schilderungen seiner früheren 
Daseinsformen mit. Als ihn verschiedene seiner Schüler 10 
von früher hörten, stellten sie fest, dass er die leibliche 
Wiedergeburt 1 ) des rJe Blo-bzaii rab-brtan-pa sei. 
Darauf wurde er nach dem grossen Kloster dGon-luii 
berufen und für den Heiligen Stuhl ernannt. Bei dem 
lCan-skya t'ams-cad mk c yen-pa Nag-dban blo-bzan 15 
cos -1 dan nahm er das Pravrajita-Gelübde auf sich, 
erhielt den Namen Nag-dbah c r os-kyi rgya-mt r so 
und schaltete mit Liebe. In die Religionsschule zu dGon- 
lun eingetreten, studierte er in kundiger Weise das 
System der Logik. 2 ) Als er vor einer Versammlung 20 
über den Prajnägarbha 3 ) predigte, vernahm er vom 
Himmel her den ganz vollständigen Wortlaut des Praj nä- 
garbhasütram 4 ) und erlangte dadurch Sicherheit in 
der Beschauung der Leerheit. 5 ) Seitdem sagte er das 
Sütra Prajnägarbha jeden Tag auswendig her. Einsfr- 25 



1) sKui skye-ba. 

2) Rigs- lain. 

3) Tib. S es -rab snin-po, 'Quintessenz der Weisheit'. 

4) Tib. Ser-sfiin-gi mdo. 

5) sToi'i-fiid (= skr. c^ünyatä) -kyi lta-ba. 



— 282 — 

mals nun sah er den Himmel voll von goldfarbigen 
'A-Schriftzeichen. Da erwachte in seiner Seele das Ver- 
ständnis der Beschauung, 1 ) das er nie zuvor in sich 
aufsteigen gefQhlt hatte, gleichwie des Zuckers Ge- 
5 8chmack, wann er zum ersten Male gekostet wird. So 178 
wurde erzählt. — Einst, als er in die bergige Umgebung 
von dGon-lun kam und dabei an den Fuss des Berges 
oK c or-lo sgan gelangte, sah er deutlich den Manju- 
ghoshabhattäraka in der Mitte eines gelbrot glänzenden 

10 Licht-Zelt-Hauses 2 ) sitzen. — Ferner, als er einmal froh 
am Morgen erwachte, hörte er ein Vöglein auf der Dach- 
zinne des Schlafgemaches viele Reden über die Vergäng- 
lichkeit führen. Dies wurde für ihn die Veranlassung, 
in dauernde Abneigung gegen das verkehrte Haften an 

15 dieser Welt des Scheins zu geraten. Nachdem er bei 
dem rDo-rje c r an Nag-dbaft blo-bzan c c osldan-pa 
die ^rl-Trayoda^amahävajrabhairavadeviva^itä 8 ) 
gehört hatte, hielt er die Idee des Utsa- und Sampanna 
(-krama) ohne die geringste Unterbrechung fest. Dann 

20 ging er nach dBus und yTsan und trat in dem grossen * 
Kloster dpal-ldan Bras-spuns in die Religionsschule zu 
bKra-sis sgo-mah ein. — Den Kun-mk c yen o Jam- 
dbyans bfcad-pai rdo-rje nahm er als Krone der 
Wissenschaft 4 ) an und genoss das Vergnügen tiefer und 

25 ausgedehnter heiliger Lehren. Da er mit dem Kun- 



1) ITa-bai go-ba. 

2) /)d-kyi gur-k r an, vgl. p. 202, 9 u. n. 1. 

3) dpal rDo-rje jigs-byed cen-po lha bcu-j'sum- 
mai (3 ban. 

4) Rigs-kyi cotl-pan. 



- 283 — 

mk'yen o Jam-dbyans bz ad-pa seit vielen Existenz- 
Perioden verknüpft und daher auch in diesem Leben 
ein Herz und eine Seele mit ihm war, erteilte dieser 
jenem Herrn alle Lehren, die er besass, wie wenn eine 
volle Flasche in eine andere gegossen wird. Darauf ging 5 
er nach yTsan und nahm bei dem Pan-c'en fams-cad 
mk'yen-pa Blo-bzan ye-ses dpal bzan-poi zal-sna- 
nas das Ordinations-Bhikshu-Gelübde auf sich. Zu dieser 
Zeit erteilte ihm der Pan-c c en rin-po-c c e die Weisung, er 
solle grosse Thaten für die Lehre vollbringen. Darauf 10 
ging er nach dGon-lun, nahm auf Befehl des rGyal- 
sras rin-po-c r e den Upädhyäya-Stuhl 1 ) von dGon-lun 
ein und veranstaltete die Predigt-Anhörung 2 ), sodass 
alle sagten: „Bei keinem Lama von dGon-lun hat es 
eine Predigt-Anhörung gegeben, welche der unter diesem 15 
Herrn (stattgehabten) gliche a . Danach gründete er die 
Einsiedelei CTos-bzaft und vollbrachte daselbst in Ge- 
meinschaft mit sieben Einsiedlern, welche dem weltlichen 
179 Leben entsagt hatten, mit jener Lust der Beschaulichkeit 
die Zeit. Da schaute der Herr Antlitz und Hände des 20 
9ri-Vajrabhairava ganz vollständig, ferner das Antlitz 
der fünfunddreissig Buddha's und der sechzehn ärya- 
Mahästhavira's; 8 ) seine kontemplative Erkenntnis wuchs 
wie ein See im Sommer. Darauf wurde er auf Befehl des 
Kaisers bDe-skyid nach China in den Palast berufen. Nach 25 
dem Zusammentreffen mit dem grossen Kaiser gab ihm 
dieser in seinem herzlichen Freudengefühl, dem bei einem 



1) mK'an-k'ri. 

2) ^'ad-fian. 

3) p^gs-pai vNas-brtan c'en-po. 



— 284 — 

grossen H w ot c w agt r w o üblichen Brauche gemäss, äusseren 
Unterhalt, Geschenke u. s. w. Einstmals, zur Zeit als — 
glaub' ich — der in Li-t c an geborene sechste rGyal- 
dban nach seiner Berufung nach dB us den Heiligen 
5 Stuhl inne hatte, erschienen, von diesem Herrn geführt, 
die chinesischen und mongolischen Grossfürsten, gemäss * 
der an sie ergangenen Aufforderung, zu kommen, in dBus 
Vor dem rGyal-dban rin-po-ce. Da Hess ihn der Gon-sa 
fams-cad mk c yen-pa auf einem Throne Platz nehmen. Dem 

10 Pan-c'en mc f og überreichte er u. a. das vom Kaiser er- 
lassene Sendschreiben; den heiligen Mahäpurusha's, voran 
dem rGyal-ba Vater und Sohn, machte er Geschenke, und 
an die Geistlichen von Se (-ra), Bras (-spuns) und 
dGe (-ldan) und anderen (Klöstern), an das lHa-sa- 

15 Beten u. a. m. machte er grosse Zuwendungen u. s. w. 
in sehr reichem Masse. In Bras-spuns lha-dban 
gl iii verlieh er über tausend würdigen Schülern die $ri- 
Trayoda^amahävajrabhairavadev! va^itä. Auch 
der rJe Nag-dban mcog-ldan und viele andere Gross- 

20 lamen hörten seine Religionsvorträge. Dann ging er 
wieder nach China. Als er mit dem nach dem Hinscheiden 
des Kaisers bDe-skyid auf den Thron gelangten Yun 
ten 1 ) zusammentraf, bethätigte der grosse Kaiser ein ausser- 
ordentlich lebhaftes Freudengefühl. Nachdem jener einen 

25 Bericht über Tibet erstattet und andere Gnadenbeweise 
mit Eifer geliefert, ernannte er ihn und setzte ihn ein zum 
Lama mit dem Siegel 'Vortrefflicher Lehrer aller gelben 
Lamen in den für beide Stände geltenden Vorschriften'. 180 

1) S. oben p. 76, 23—27. 



— 285 — 

Zu einer Zeit war des Kaisers besonderes Augenmerk 
auf den Fürsten von Kökö Noor, bsTan-odsin c'en 
wan, gerichtet. Dieser baute eine kleine chinesische 
Stadt namens Zen ein, nachdem Dologtsis, ungezügelt 
durch Tugend, sie mit einem mongolischen Heere zer- 5 
stört u. s. w. hatte, in (ihrer früheren) Schönheit wieder 
auf. Zu dieser Zeit ging ein mongolischer Schüler des 
Klosters bTsan-po, Sec'en rab- o byams-pa mit 
Namen, mit vielen seinem eigenen Geschlechte an- 
gehörigen Schülern zu mongolischen Kriegskameraden 10 
über; infolge dieses Umstandes und anderer übler Vor- 
gänge wurde zuerst Kloster ^Ser-k'og, danach dGon- 
luh und viele andere grosse und kleine Klöster von 
s A-mdo von einem chinesischen Heere unter Anführung 
* des You jan jun und des Nen guh zerstört, Kloster- 15 
tempel und Hütten in Brand gesteckt, sogar die Träger 
priesterlicher Abzeichen und Trachten vernichtet. Zu 
dieser Zeit erging von dem grossen Kaiser folgender 
Befehl: „Mein Vajräcarya, des lCan-skya Kau sri 
c en-po Inkarnation, soll unbeschädigt und unverletzt 20 
auf jeden Fall hierher berufen werden l u Demgemäss 
wurde er von den beiden Befehlshabern geholt und kam 
so nach Pei ein. Bei der Begegnung mit diesem Herrn 
freute sich (der Kaiser). Darauf stellte dieser Herr in 
geschickter Weise dem grossen Kaiser einige Jahre lang 25 
immer wieder den Ruhmesglanz vor, den ihm der Wieder- 
aufbau der Klöster von Unter- mDo verschaffen würde. 
Da geruhte der Kaiser auf seine Kosten zwei Klöster 
nebst Versammlungshäusern und Zellen neu hinein- 
brechen zu lassen. In alledem hat man ausschliesslich 30 



— 286 — 

das Verdienst dieses Herrn zu erkennen. Während seines 
Aufenthaltes im Palaste erteilte ihm der ICan-skya rin- 
po-ce die Vajrabhairavava^itä und andere Vacitä's, 
Unterweisungen, Agama's, Adhiväsana's und viele andere 
5 tiefe Lehren, wie wenn eine volle Flasche in eine andere 
gegossen wird. Bei einer Gelegenheit wurden auf Befehl 
des Kaisers diesem Herrn der Ehrentitel Jin ziu Can zi, 181 
d. h. 'Hochheiliger, gelehrter Dhyänäcärya', 1 ) Siegel und 
Sendschreiben verliehen; dieses lautete folgendermassen : 

lo „Befehl des bHwaii ti: dem vortrefflichen Lehrer der 
gelben Hof-Lamen in den für beide Stände geltenden Vor- 
schriften, dem Jasag tä bla-ma T'uu bkwan HwOt'ogtVo, 
thue ich kund: der Edelstein der Lehre Buddha's, der 
sich zuerst in Aryade^a, darauf in Mahäcina 2 ) und in 

15 Bhota verbreitet hat, ist allein das Mittel zur Beseitigung 
der Leiden aller Geschöpfe und die Ursprungsstätte aller 
Freuden. 3 ) Darum ist es Brauch und Sitte grosser Herr- 
scher, denjenigen, welche den Edelstein der Lehre durch 
Anhörung der Erklärung des Tripitakam und durch Be- 

20 herzigung der drei Lehren erfassen und fördern, Ehre * 
und Ruhm zukommen zu lassen. T'uu bkwan Hwot'ogtVo, 
du bist ein edel veranlagter heiliger Mann, der über 
eine hohe, durchaus reine Gesinnung und Begabung 
zu Agama und Gati verfügt. Im besonderen bist du, 

25 obwohl viele Jahre seitdem du mir Dienste leistest ver- 
strichen sind, nicht müde geworden; ja Glauben und 
Gläubigkeit u. s. w. sind sogar in stetem Wachstum 

1) Tib. rnam-dag bslab-ldan bsam-j/tan-gyi alob-dpon. 

2) Im Text (p. 281, 6): Mahfttsina. 

3) Offenbar eine Paraphrase der oben p. 3, 1-3 citierten Verse. 



— 287 — 

begriffen. Für alles das ist nun die Zeit gekommen dich 
zu preisen. Darum habe ich dir Machtbefugnis und 
Amt eines Jih ziu CTan zi verliehen. Du aber wirke, 
meiner Gunst gedenkend, unermüdlich für die Interessen 
der Lehre. Diejenigen von den Leuten der drei höheren 5 
Stände, welche dem Hl nay an am 1 ) ergeben sind, führe 
durch kluge Leitung dem Mahäyänam 2 ) zu; die Leute 
gewöhnlichen Schlages dagegen leite an und mache ge- 
schickt, den Trefflichen nachzueifern. So trachte, den 
Absichten meines Vaters und meiner Vorfahren und 10 
meinem eigenen Willen entsprechend, in den drei Sphären 
(moralischen Thuns) nach den Mitteln und Wegen immer 
182 steigenden Wachstums des Kleinods der Lehre. u Hierauf 
erwiderte jener diesem Spross der Tä Cin-Dynastie vor 
der Versammlung der gelben Lamen: „Dies ist just das 15 
erste Mal, dass das Siegel eines Can zi verliehen wird." 
Da der Kun-mk'yen o Jam-dbyaiis bzad-pai rdo-rje 
einerseits sein Haupt-Lama 3 ), andererseits ein hoher 
Kirchenfürst, in dem sich Wissen mit Vollkommenheit 
verband 4 ), war, so lag jenem daran, dass dieser einer 20 
Förderung seiner uneigennützigen Thätigkeit teilhaftig 
werde. Er verwendete sich daher bei dem Hohen 
Kaiserlichen Herrn dafür, worauf denn (der Kaiser dem 
Jam-dbyans bzad-pai rdo-rje) eine Förderung zu- 



1) Tib. T r eg-pa cuii-nn, k das Geringe Y&uam', sonst lib. 
Teg- pa d man-pa, 9. Jäschkc 235 b . 

2) Tib. T*cg-pa mcog, 'das Beste Y&nanf, sonst tib. T'eg- 
pa c'en-po, s. Jäschke 235 b . 

3) rTsa-bai bla-ma; s. oben p. 1 19, 3 u. n. 2. 

4) mK r a8-grub rnis dsoms-kyi bstan-pai mna-bdag c en-po. 



— 288 — 

teil werden Hess, indem er ihn unter anderem durch 
Titel lind Siegel eines 'die Lehre erfassenden und ver- 
mehrenden 1 ) 'Erteni Nomon Haif auszeichnete. — 
Während sich (Nag-dbari c'os-kyi rgya-mt'so) in Pei 
5 c i li aufhielt, verneigten sich aber viele mit kirchlichen 
Aemtern belastete Grosslamen und Gelehrte aus der 
grossen Mongolei, darunter Sireget'u H w ot r ogt c w o aus * 
Kfike Khota, Neicit'oyon H w ot'ogt c w o, Jayapa- 
ndita sprul-sku, Q'iva 1 ) sprul-sku und Dus-ok'or 

10 P audita, zu seinen Füssen und baten ihn um religiöse 
Belehrung. Nach dem Beispiele des Wan der Harc'en, 
Yi-dam skyabs, der den Mittelpunkt der Gabenspender 
bildete, baten die Wari's, Pei-le's, Pei-se's, GuiVs und 
sonstigen grossen und kleinen Fürsten der neunund- 

15 vierzig grossen Divisionen, acht grossen Schwadronen, 
sieben Hai ha- Di Visionen u. s. w. — voran die Jasag's 
und Fürsten der fünf Ho-so der Harc'en — nebst ihren 
Völkern diesen Herrn um religiöse Belehrung und 
wurden Gabenspender. Auf solche Weise verbreitete er 

20 die Lehre in der Mongolei. Zu Anfang seines 57. Lebens- 
jahres (1735) wies er in der Einsiedelei rGyab-ri von 
dGon-lun den Jnäna-Dharmakäya auf. 

So berief Kaiser bDe-skyid zuerst den KVi-c'en 
Nag-dban blo-gros rgya-mt'so und dann viele 
25 andere Mahäpurusha's, in denen sich Wissen mit Voll- 
kommenheit verband, und wirkte dadurch in reichem 
Masse für die Interessen der Lehre. Auch ging er, 

1) bsTan-pa dsin-cin spel-bar byed-pa. 

2) Tib. Zi-ba. 



— 289 — 

infolge seiner allumfassenden Liebe zu allen Geschöpfen 
der Welt im allgemeinen und allen Menschen der Mongolei 
183 im besonderen, viele mit den mongolischen Uebersetzungen 
sämtlicher Bestandteile des Jina-bKa- gy ur 1 ) Ver- 
trauten mit Bitten an und Hess sie diese in der ge- 5 
hörigen Weise redigieren; dann Hess er dieselben im 
Druck herstellen. Auf diese Weise öffnete er den 
Gläubigen und Frommen hundert Thörflügel der Religions- 
Erteilung und befriedigte sie dadurch. Diese und andere 
Thaten, die er vollbrachte, waren das Siegeszeichen des 10 
Gedeihens eben dieses Edelsteins der Jina-Lehre. 

Danach berief des weisen Herrn der Menschen 
Manju^ri zauberische Verkörperung, Kaiser Zi tsun 
Yuri ten, den Opferpriester seines Vaters, den T'uu 
bkwan rin-po-ce; ferner den höchsten Hort und J5 
Schützer aller Wesen des entarteten Zeitalters 2 ), des 
lCari - skya t'ams - cad mk c yen - pa erhabenen Höchsten 
Nirmänakäya 8 ), Rol-pai rdo-rje; den Kirchenfürsten 
* und inkarnierten K'ri-cen 4 ) Blo-bzan bstan-pai ni- 
ma und viele andere Grosslamen, und so schloss sich 20 
der Laie mit den Priestern zu einer Vereinigung zu- 
sammen. Die drei Kleinodien verehrte er als das 



l)rGyal-bai bKa- gyur-ro-cog Hor-gyi skad-du bsgyur- 
ba-rnams. 

2) sNigs-dus = snigs-ma = skr. kashaya (s. oben p. 85 fg., 
no. 11); identisch mit rtsod(-pai)dus = skr. kaliyugam (s. oben p. 200,7 
und n. 4; Böhtlingk, s. v. kashaya). 

3) Tib. mcog-sprul rin-po-ce, wohl respektvolle Bezeichnung 
für mc og-gi sprul-sku. 

4) KTri-c'en sprul-sku. 

19 



— 290 — 

Höchste, die Sekte der Gelbmötzen *) Hess er mehr und 
mehr emporwachsen und wirkte für die Interessen der 
Lehre, in gleicher Weise wie dies froher geschehen war. 
Namentlich aber widmete sich dieser Herrscher dem 
5 Studium der tiefen Madhyama-Theorie. Von grosser 
Liebe zu allen Unterthanen seines Reiches erfüllt, re- 
gierte er infolge guter Gesetze, welche auf die Vereini- 
gung kirchlicher und staatlicher Interessen abzielten, 
segensreich. Durch die neue Drucklegung des gesamten 

loTanjur 2 ) und andere des einstimmigen Preises der Ge- 
lehrten würdige Thaten erfüllte er das Erdenrund 3 ) mit 
Glückseligkeit. 

Sein Sohn, der grosse Kaiser Kyän lun 4 ) der 
Götterschützling 6 ), der Eumära gewordene Manjuv-rl 6 ), 

15 trachtete nur nach Mitteln zu immer höherer Steigerung 
der edlen Gewohnheiten seiner Vorfahren, wie auch 
einer segensreichen Regierung, da er alle seine Unter- 
thanen von Herzen liebte. Infolgedessen w r ar er auf 
die Förderung der Jina-Lehre im allgemeinen und der 184 

20 Lehre der Gelbmützen im besonderen und überhaupt 
auf die höchste Reife aller Menschen und speciell der 
Hör und Sog bedacht. Es erging daher folgender Be- 



J) Zwa-ser cod-pan can-ba, wörtlich 4 Gelbmutzen-Kopt- 
putz-Träger' ; vgl. unten p. 299, n. 3. 

2) bsTan-beos- gyur-ro-cog. 

3) Nor- dsin (= skr. vasudh&, vasudhara) -gyi k c yon. 

4) S. oben pp. 76, 28— 77, 6. 

5) IHas-skyon, vgl. unten die Berichtigung zu der Textstelle Bd. I 
p. 53, 9—10 und zu der Stelle hier oben Bd. II p. 76, 29. 

6) Tib. Jam-dpal j/zon-nur gyur-pa; vgl. Pantheon, no. 93. 
Vielleicht ist aber hier einfach „der verjüngte Ma fi j ucri u zu übersetzen. 



— 291. — 

fehl von ihm: „In heutiger Zeit ist der Edelstein der 
Buddha-Lehre in der Mongolei weit verbreitet. Während 
nun der bKa-ogyur auf Befehl des Kaisers Sin tsu 
bDe-skyid in seiner ganzen Vollständigkeit^ in mongo- 
lische Schrift übertragen, im Druck hergestellt worden 5 
ist, existiert bisher keine Uebertragung des ganz voll- 
ständigen bsTan-ogyur in mongolische Schrift. Darum 
nehmet ihr beiden, lCan-skya t'ams-cad mk c yen-pa Rol- 
pai rdo-rje und KVi-c'en racog-sprul rin-po-ce rJe- 
bteun Blo-bzan bstan-pai fii-ma, zusammen die 10 
Last auf euch, den gesamten den bKa(-ogyur) kom- 
mentierenden Tanjur 1 ) ins Mongolische zu übersetzen." 
# Die beiden Herren nahmen dem Befehle gemäss die 
grosse Last auf sich und gingen an das Uebersetzen. 
Da nun aber die Sprachen der verschiedenen Landes- 15 
teile der grossen Mongolei zwar in ihren Grundzügen 
gleich sind, in mancherlei Einzelheiten aber unter ein- 
ander zahlreiche Verschiedenheiten zeigen, und da nament- 
lich bezüglich der für die Uebersetzung der Religions- 
schriften in Betracht kommenden Namen und Wörter 20 
keine festgesetzte einheitliche Ausdrucksweise existierte, 
so hatten viele Lo-tst'sa-ba's je nach ihrem eigenen Be- 
lieben mannichfache, von einander abweichende Aus- 
drücke geschaffen und dadurch Schwierigkeiten des Ver- 
ständnisses für diejenigen, welche das Nachdenken über 25 
das Gehörte betrieben 2 ), und viele andere Uebelstände 
verursacht. Hierdurch veranlasst, verfassten (jene beiden 
Gelehrten) eine in grossen Zügen gehaltene Sammlung 

1) bKai dgons- grel-gyi beTan-bcos- gyur-ro-cog-rnamg. 

2) T 08-bsam byed-pa-rnams. 

19» 



— 292 — 

der Ausdrucksweisen hinsichtlich der in der Heiligen 
Schrift vorkommenden Namen und Wörter, Hessen die- 
selbe drucken, verbreiteten sie überallhin und Ober- 
reichten sie in geziemender Weise dem grossen Kaiser 

5 als Ruhmesleuchte. Da erteilte dieser ihnen hocherfreut 
den Befehl, darnach zu verfahren. Darauf traf der ICan- 
skya rin-po-c e zunächst über den Inhalt und die Ueber- 
setzungsweise die Entscheidung: „Ein reines Schrifttum 
ist die Quelle des Wissens." Dann nahmen sie eine 

10 Einteilung in folgende Kapitel vor: Päramitä, Madhyama 
(-Lehre), Abhidharma: Teil I und II 1 ), Vinaya, Siddhänta- 
Abteilung 2 ), Mantra-Abteilung 8 ) , und die Abteilungen 185 
Logik 4 ), Sprachwissenschaft 5 ), Technologie 6 ), Heilkunde 7 ), 
neue und alte Orthographie 8 ), verarbeiteten den ganzen 

15 Wortschatz zu einer „Uebersicht der Verschiedenheiten der 
tibetischen und mongolischen Sprache" 9 ), verfassten so 
zum ersten Male ein noch nicht dagewesenes Subhäshita- 
$astram und gaben es heraus. So wird denn das Volk 
der Hör und Sog schwerlich je eine Grenze seiner 

20 Wertschätzung dieser einzig dastehenden Wohlthat finden. 
Auf diese Weise erfolgte die Festsetzung entsprechend 



1) mNoD-pa gon-og. 

2) sGrub-mt'ai skor. 

3) sNags-kyi skor. 

4) yTan-t'sigs rig-pa = skr. hetuvidyä, s. M. Tib. 71, 2 = M. 
76, 2. 

5) sGra rig-pa = skr. Qabdavidyä, s. M. Tib. 71, 1 = M. 76, 1. 

6) bZo rig-pa = skr. ^ilpakarmavidyft, vgl. M. Tib. 71,5 = 
M. 76, 5. 

• 7) ySo-ba rig-pa = skr. cikits&vidyft, s. M. Tib. 71,4= M. 76,4. 

8) brDa ysar-rnin. 

9) Bod-Sog-gi skad-ynis san sbyar. 



— 293 — 

dem in froherer Zeit unter dem König- und dem Minister- 
Bodhisattva 1 ) bestehenden Brauche, dass Lo-tsa-ba's und 
Pandita's aus A ry ade 9a die heiligen Schriften in Tibet 
übersetzten. Hierauf machten die beiden, der lCan-skya 
rin-po-c c e und der K'ri-cen sprul-sku rin-po-ce, als die 5 
* Leiter des Uebersetzungswerkes und ferner viele gelehrte 
Kaly&namitra's, welche die Quellen studiert hatten, und 
beide Sprachen sprechende Lotst* sa-ba's u. s. w. im 
(weiblichen) Eisen -Vogel- Jahre (1740), am rGyal p c ur 
grub sbyor-Tage des Monats sM in -drug 3 ), den Anfang 10 
und waren mit der ganzen Uebersetzung am 15. Tage 
des Monats mGo des (männlichen) Wasser-Hunde- Jahres 
(1741) vollständig fertig. Danach überreichten sie die- 
selbe dem grossen Kaiser zur Einsicht und Prüfung. 
Der nun Hess ihnen voller Freude in reichem Masse 15 
Lobeserhebungen zu teil werden und Hess den Ueber- 
setzern Dankgeschenke und unfassbare andere Gnaden- 
bezeugungen zukommen. (Die Uebersetzung) Hessen diese 
auf Kosten des Kaisers drucken und in alle Landesteile 
der grossen Mongolei verbreiten. Dies war die Haupt- 20 
Ursache des Fortbestehens des Edelsteins der Lehre. Im 
Holz-Mause-Jahr (1743) richtete der grosse Kaiser an 
den lCan-skya rin-po-c'e eingehende Fragen darüber, 
wie der Edelstein der Lehre sich in Tibets Gletscher- 
gefilden verbreitet hätte, was für heilige, der Lehre 25 
anhängende Mahäpurusha's aufgetreten wären, und in 



1) Nämlich unter König Sron btsan sgam-po und seinem 
Minister T'on-mi sambbota. 

2) Skr. K&rttika, s. M. Tib. 243, 49 = M. 253, 52; 
Jäschke 491 a . 



— 294 — 

welcher Art die b Sad -s grub -Schule 1 ) aufgekommen 
wäre. Da trug ihm dieser Herr die Berichte über die 
verschiedenen Gegenstände vor. Da ward des Kaisers 
Herz von dem Segen der Anhänglichkeit an die heilige 

5 Religion eingenommen, wie er in den Worten des Lehrers 
Buddha geschildert ist: 

-Der Anhänger der heiligen Religion des Tathägata 
„Wird (^atakratu, Brahman, ebenso Lokapäla*), 
.Cakravartin und Menschenfürst; 

10 r Durch Glück und Seelenfrieden erlangt er die Bodhi 

und wird Buddha: 1 * 
Infolgedessen äusserte er: „Die Verbreitung, das Wachs- 
tum und das lange Bestehen der Buddha-Lehre hängt 
von der bSad-s grub- Schule ab. Darum würde es 

15 denn für den Fortbestand der Lehre von Nutzen sein, 
wenn für alle Wissensgebiete, welche die Sütra's und 
Mantra's zur Voraussetzung haben, je ein grosses Kloster 
als Lehrschule für die Veranstaltung des Nachdenkens 
über das Gehörte 3 ) entstünde. Wenn auch in früherer #. 

20 Zeit in diesem Lande oJam-mgon Sa-skya Pandita 
und oP'ags-pa rin-po-ce und andere die oC'ad-nan- 
Schule 4 ) gestiftet haben, so ist doch heutzutage nur 
noch der Name davon übrig geblieben." Darauf erging 
an diesen Herrn und den KVi-cen sprul-sku rin-po-c'e 

25 folgender seltsam wunderbare Erlass: W~enn auch diese 
königliche Residenz Pei-cih ein sehr bedeutender 



1) bSad-sgrub-kyi sde. 

2) Skr. Jig-rten sky oft. 

3) T 08-bsam byed-pa. 

4) C ad-nan-gy\ sde. 



— 295 - 

beiliger Ort sei, und zur Zeit seiner kaiserlichen 
Ahnen die Uebung der Lehre weit verbreitet und in 
Blute gewesen sei, so sei doch auf dem ganzen Gebiet 
der profanen und geistlichen Wissenschaften die eifrige 
Uebung des CTad-nan nicht verbreitet. In Zukunft wolle 5 
er auf das Gedeihen der Lehre des Muni im allgemeinen 
und der der Gelbmützen im besonderen und auf die Er- 
füllung des Wunsches seiner kaiserlichen Vorfahren, die 
Steigerung des Glückes der Wesen, bedacht sein; daher 
wolle er in dieser Behausung, in welcher sein könig- 10 
lieber Vater residierte, w r enn er seines Herrscheramtes 
waltete, einen Tempel, ein Versammlungshaus, Zellen 
und andere ausgedehnte klösterliche Statten neu schaffen 
und in ihnen Schulklassen 1 ) für die Veranstaltung des 
oC'ad-fian 2 ) auf den fünf Wissensgebieten neu errichten 15 
187 lassen. Bei beiden Heiligen herrschte darüber grosse 
Freude, und sie sprachen: „Soweit es in unseren — wenn 
auch schwachen — Kräften steht, wollen wir dir zu 
Diensten sein," worüber der grosse Kaiser sich sehr 
freute. Nicht lange danach wurde auf Kosten des 20 
grossen Kaisers der Thürflügel der Darbringung ver- 
gänglicher Opfer geöffnet; er Hess nämlich auf seine 
Kosten die Riten-Schule 8 ) der neuen Klosterschöpfung 
errichten, den Aussen wall mit einer sehr weiten Mauer 
umgeben und in der Mitte ein geräumiges Versammlungs- 25 
haus für eine grosse Menge, rechts davon einen Götter- 



1) Grwa-t'safi. 

2) C ad -nan byed-pa. 

3) Las-grwa. 



— 296 — 

tempel, links einen Nätha-Terapel und viele andere 
Göttertempel, ferner ein Versammlungshaus für die vier 
Fakultäten 1 ): mTsan-iiid, Tantrismus 2 ), Sprachkunde und 
Poetik 3 ), Heilkunde 4 ); eine Küche, eine Lamenwohnung, 
5 viele grosse und kleine Häuser für die einzelnen Schüler 
nebst sonstigem zahlreichen und geräumigen vereinzelten 
Zubehör 5 ), in den Vihära's unfassbare Bild-, Lehr- und * 
Gnaden-Symbole und in den Versammlungshäusern und 
den Hütten der Lamenschule alle dringend erforder- 

10 liehen Gerätschaften bis herab zum Kehrbesen durchaus 
vollständig herstellen. Er gab dem Kloster den Namen 
dGa-ldan by in c'ags gl in, viele Geistliche, voran 
die beiden Heiligen, erteilten ihm drei Tage lang feier- 
lich die Weihe, und grosser Weisheitssegen senkte sich 

15 hernieder. Auch seitens des Kaisers erfolgten reiche 
Bescherungen ausgezeichneter Geschenke. Im Laufe des- 
selben Jahres (1743) Hess er von den 49 grossen Divisionen 
der Mongolen, den 57 Divisionen der Hai ha u. s. w., und 
ferner aus Tibet 500 junge geistliche Herren mit gutem 

20 Verständnis und Wissen zusammenkommen und wies sie 
insgesamt (den verschiedenen Fakultäten) zu, und zwar 
300 Schüler der mTsan-iiid-Fakultät, 100 der Fakultät 
des Tantrismus, je 50 der medicinischen Fakultät und 
der der Sprachkunde und Poetik. Es erging der Befehl, 

25 die Art der Einberufung von Versammlungen, die Art 



1) Grwa-t'saii. 

2) rGyud-pa. 

3) sGra snan-dnags. 

4) sMan. 

5) ySag skor. 



— 297 — 

der Anstellung von religiösen Predigt-Studien 1 ), die Me- 
thode der fortlaufend zusammenhängenden Darstellung 2 ) 
u. s. w. müsse mit der rechtgläubigen Ausübung der 
188 Lehre im Einklang stehen. Der hohe Herr geruhte 
zu wiederholten Malen zu erscheinen, zu inspicieren 5 
und zu prüfen und gab den Geistlichen aus seinem 
Schatze ein monatliches Gehalt nach Massgabe (ihrer 
Leistungen). Es wurde eine Verordnung erlassen etwa 
des Inhalts, es sollten für die einzelnen Fakultäten 
Kalyänamitra's, welche zu Lamen und Schulmeistern io 
geeignet wären, aus Tibet berufen werden. Dem- 
gemäss berief man zum Lama der mPsan-fiid-Fakultät 
den Rab-obyams-pa von Bras-spuns Ha-sdon, 
Nag-dban c'os- p r el; zum Lama der Fakultät des 
Tantrismus den Lama von Sraft-rgyud, dKon- 15 
mcog bstan-dar; zum Lama der Fakultät der Wissen- 
schaften 3 ) den rMog-lcog-pa zabs-druh, und zum 
Lama der medicinischen Fakultät den Pun-t c sogs 
odsam-glin, und zu Lehrmeistern der Scharfsinnigen 
achtzehn Kalyänamitra's aus den drei grossen Residenzen 4 ), 20 
sowie aus rGyud-stod und -sin ad 5 ) u. s. w. Die er- 
schienen denn auch. Da geruhten (die beiden Herren) 



1) C os q c ad-nan byed-p»i, etwa = 'Anstellung homiletischer 
Studien (Uebungen)'. 

2) rGyun-gyi sgrigs lam. 

3) Rig-p/nas, offenbar hier = sgra snan (-diiags) 'Sprachkunde 
und Poetik', s. oben p. 296,3-4. 24 und n. 3. 

4) yDan-sa cen-po vsum. 

5) rGy ud-stod-smad, vgl. oben p. 197,13: rGyud-«niad 
grwa-t'saii, p. 271, 12-13: öMad-rgyud grwa-tsan, p. 
279,19: sMad-rgyud. 



— 298 — 

die aus Tibet gekommenen Kalyänamitra's eine Disputation * 
anstellen zu lassen, worauf der Kaiser, hocherfreut, jedem 
einzelnen der Acäryas Gewänder, Tucher und andere 
Geschenke, und den Schülern Spitzmiitzen, halbkreis- 

5 förmiges Geld und sonstige Gaben in Fülle bescherte. 
Im Feuer -Tiger- Jahr (1745), im Laufe des 2. Monats, 
wurde in dem neuen Kloster die Gebetsübung 1 ) ein- 
geführt; an eben demselben Tage übernahm sogar der 
hohe Herr den Vorsitz der Versammlung und legte 

10 den beiden Heiligen die Verpflichtung zu religiösen 
Disputationen und (zur Besorgung) der Schul-Themata 2 ) 
des neuen Klosters auf. Da verzichteten viele Kalyäna- 
mitra's auf die Disputation. Darauf geruhte er die Sitte 
der Namengebung bei jedem Grossen Beten von lHa- 

15 1 dan 8 ) einzuführen. Auf Befehl des Kaisers hielt in 
seiner Anwesenheit der lCan-skya rin-po-ce vor ver- 
sammelter Lamen- Congregation eine Predigt über die 
Lehre 4 ), worauf der Kaiser den beiden Lamen eine 
grosse Menge von Gegenständen, vor allem einen Diwan, 

20 ein Polster und andere höchst brauchbare Dinge, und 
auch den unter ihnen stehenden Lamen und Schüler- 
kreisen 5 ) je nach ihrem Rang reiche Geschenke be- 
scherte. So führten der grosse Kaiser und Dharmaräja, 189 
sowie seine Helfer, die beiden heiligen Mahäpurusha's, 



1) sMon-lam-gy'i srol. 

2) Grwa-skor, vgl. oben p. 179,1 und n. 1; oder bedeutet dies 
hier 'Schul-Utensilien'? 

3) IHa-ldan (=IHa-sa) smon-lam c en-mo bzin min-btags. 

4) bKa-c r os vnaii. 

5) Bla-naa grwa-rigs-rnams. 



i 



— 299 - 

und andere in diesem entarteten Zeitalter 1 ), kraft ihres 
hochverdienstlichen Gebetes um Abwehr des Verfalles 
sämtlicher Geschöpfe Oberall 2 ) und um das Gedeihen 
dieser unserer bezüglich der ganzen Quintessenz der 
gänzlich vollkommenen Muni-Lehre nicht abweichenden 5 
Sekte der Gelbmützen 3 ), den (verschiedenen) Klassen von 
Herren und Gefolgsleuten und anderen (die Lehre) vor 
Augen. Infolgedessen wurde die wunderbare, durchaus 
lautere That der gemeinschaftliehen Zusammenkunft in der 
Residenz Gegenstand der Lobpreisung aller Jina's samt 10 
ihren Jüngern, und alle je nach Beschaffenheit und Art 
einteilenden Untersucher 4 ) gerieten in gläubige, freudige 
und anhaltend fröhliche 5 ) Stimmung. Vor allem aber 
# berief dieser Kaiser, um der Lehre und der Wesen Heil 
und Glück noch höher zu steigern, meinen erhabenen 15 
Upädhyäya 6 ) — um ihn beim Namen zu nennen — : jenen 
Pan-cen sNan-ba mt'a-yas rJe-btsun 

Blo-bzaA dpal-ldan ye-ies dbart-poi zal-sAa-nas 

in dieses Reich. Über diesen sei, da die Biographie des 
Paii-e'en t'ams-cad mk'yen-pa unendlich wie der Himmel 20 
ist, nur kurz Folgendes mitgeteilt: Dieser Herr war in 
einer längst verflossenen Zeit, seit welcher Kalpa's 
zahllos wie der Sand des Gangä-Flusses verstrichen sind, 



1) sts T ig8-mai dus = skr. kaliyugam, s. oben p. 200, n. 4. 

2) mT r a-dbas-kyi gro-ba mt'a-dag, wörtlich: 'sämtlicher Ge- 
schöpfe (an) der Grenze und (in) der Mitte'. 

3) Zwa-ser cod-pan dsin-pa, vgl. p. 290, n. 1. 

4) T^ul-lugs ji-lta-ba bzin-du byed-pai dpyod-Idan mta-dag. 

5) rJes-su yi-ran-ba. 

6) mK r an rin-po-c r e. 



— 300 — 

ein Cakravartin mit Namen Aran e mi 1 ). Da richtete 
er in Gegenwart des Buddha Katnagarbha seinen Sinn 
auf die höchste Bodhi. Infolgedessen gelangte er an 
das jenseitige Ufer des Meeres der schier unermesslichen 

5 beiden Ansammlungen 2 ) und wurde in der höchsten 
reinen Region 3 ) des Westens Sukhävati Buddha: als 
Üharmakäya in Gestalt des sNan-ba mt'a-yas 4 ), als 
Sambhogakäya in Gestalt des T'se dpag-med 5 ), als 
Nirmänakäya in Gestalt 'des <Od dpag-med 6 ). Darauf 

10 Hess er in die unendlichen Welten der zehn Gegenden 
Buddha's und Bodhisattva's, (^rävakaV) und Pratyeka- 190 
buddha's 8 ) sowie Brahman 9 ) und Indra 10 ), Cakra- 



1) Tib. rTsibs-kyi mu-k'yud, s. M.Tib. 168,24 = M.17G,25. 

2) T'sogs-vnis, d. i. die Ansammlung der Tugend und die An- 
sammlung der Weisheit (bsod-nams-kyi t'sogs dan ye-ses-kyi t'sogs), 
s. Jäschke 452* 

3) Dag pai ziii rncog. 

4) Nach Jäschke 318 b (s. auch Pantheon no. 59) ist sNan-ba, 
mui-yas = Od dpag-med (Amitäbha), mit dem ich ihn dem- 
gemäss oben p. 2G1 identificiert habe; nach der hiesigen Darstellung 
jedoch stellen sNah-ba mt'a-yas, T'se dpag-med und Od 
dpag-med verschiedene Formen ein und dei'selben Gottheit dar, und 
zwar — nach dem Range der entsprechenden Käya's zu schliessen 
(s. darüber Jäschke 22 b und hier oben pp. 84—89) — der erste die 
höchste, der letzte die niedrigste Form. Eine wenigstens zweifache 
Differencierung findet sich im Pantheon, wo Amitäyus (no. 85) als 
Yi-dam neben A m i t ab ha (no. 59) als Dhyanibuddha angeführt ist. 

5) Skr. Amitäyus, 8. Pantheon no. 85. 

6) Skr. Amitabha, s. M. Tib. 2,3 = M. 2,3. Tär. 73,20. 
Tär. Ueb. 93,15. Pantheon no. 59. 

7) Tib. nan (-t'os), vgl. Pantheon, p. 45, n. 1. 

8) Tib. ran (-sans-rgyas), vgl. Pantheon, p. 45, n. 1. 

9) Tib. T'saüs (-pa). 
10) Tib. dBan (-po). 



— 301 — 

vartin's und unfassbare andere reine und unreine Nir- 
mänakäya's (aus sich) hervorgehen und wirkte, so lange 
er sich im Kreislauf (der Wiedergeburt) bewegte, zum 
Wohle der Wesen. Danach zeigte er sich auch in 
dieser irdischen Welt 1 ) in folgenden Nirmänakäya's: zur 5 
Zeit des Buddha Qäkyaräja als Qramanera Pad-mai 
nad-ldaii der Sthavira's ärya-Subhüti 2 ) und ärya- 
Kä<yyapa 3 ), als der Mahäcärya Bhävaviveka 4 ), 
als der Acarya Vajraghanta 5 ), als der Acärya 
Abhayäkaragupta 6 ), als der Kulika 7 ) -König des 10 
Qam bhal a - Landes Manju^rikirti 8 ), als der Mahä- 
cärya Padmasambhava, als der Arya 9 ) P c ul-byun 



1) Mi-rojed-kyi jig-rten = skr. sah&loka, s. oben p. 88,7 
and n. 3. 

2) Tib. p c ags-pa Rab- Q byor, s. M. Tib. 44,6 = M. 47,6. 

3) Tib. p'ags-pa Od-8run, vgl. oben p. 100, n. 8. 

4) Tib. Legs-ldan byed-pa = Legs-ldan (skr. Bhavya), 
8. Tär. Ueb. 127 und n. 6. 136 ff. und n. 3 und die daselbst im Index 
s. v. Bhavya angeführten Stellen. Wassiljew, s. Index s. v. 
Bhavya. 

5) Tib. rDo-rje dril-bu, s. T&r. Ueb. 170 und n. 1. 177. 
322 fg. 

6) Vgl. T&r. Ueb. (s. Index 8. v.); hier im Text (p. 190,7) 
steht fälschlich Abbakaragupta. 

7) Tib. Rigs-ldan, vgl. R. in J. A.S. Beng. 1889, p. 40, wo der 
mir von Herin Professor Grube aus dem Nach lass Schiefner's freund- 
lichst überlassene tibetische Originaltext Rigs-ldan hat; dieselbe 
Identificierung, doch nicht ganz ohne Bedenken, macht Schiefner in 
T&r. 3, 9. T&r. Ueb. 5, 1. 62, 22 uud n. 1 (vgl. daselbst Index s. v. 
Kulika); betreffs rigs = skr. kulam s. M. Tib. 43,3. 120,85. 177,4. 
179, 6. 7.8. 9. 11 = M. 46, 3. 126,85. 185,4. 187,6.7.8.9.11. 

8) Tib. Q Jam-dpal grags-pa; vgl. T&r. Ueb. 212 fg. und n.4. 

9) Tib. jo-bo, s. M. Tib. 178,79 = M. 186,80 (M': ftrya). 



- 302 — 

zabs 1 ), als der Acärya Bhavabhadra 2 ), als der Lo- * 
tst r sa-ba K r ug-pa lhas-btsas 8 ) von Gos 3 ), als der 
unvergleichliche sKam- po-pa b S o d - n a in s r i n - c e n 4 ) , 
als Sa-skya Pan-cen Kun-dga rgyal-mt'san, als der 

5 rGyal-ba yYuii-ston 5 ) Vajra<?ri 6 ), als der Gelehrte 
dGe-legs dpal-bzaii, als der Grub-dban bSod-nams 
p c yogs-kyi glaii-po, als der dBen-sa-pa cen-po 7 ) 
rGyal-ba Blo-bzan don-grub, als der Pan-c'en C'os- 
kyi rgyal-po Blo-bzan cos-kyi rgyal-mt r san und 

10 als der Pan-c en T'ams-cad mk c yen-;/zigs c en-po 8 ) rJe- 
btsun Blo-bzan dpal-ldan ye-ses und wirkte zum 
Wohle der Wesen. 

1) Vielleicht = »kr. Atitavahana; p'ul (-tu) byuii (-ba), 
'hervorragend', nach Jäschke344 b als Eigenname = A ti ca, in einem in 
Tär. Ueb. 65, n. 1 angeführten Titel eines Werkes im Tanjur = 
aiicaya, kann sehr wohl auch Aequivalent von skr. atita sein; zabs, 
'Fuss', hat auch die Bedeutung 'bottom of a lake, of a vessel; lower 
end of a staff (Jäschkc 472 a ) und kann somit wohl auch = skr. va- 
hanatn in der Bedeutung 'unterster Teil einer Säule' (s. Böhtlingk 
s. v., 2,f) sein. In Tär. 200, 12. (Tär. Ueb. 263,16: Atitavahana) 
wird Atitavahana als transcribierter (nicht übersetzter) Name eines 
Fürsten angeführt, womit die hiesige Bezeichnung des P'ul-byuii 
zabs als 'Herr, Edler 9 sehr gut im Einklang steht und darum zur Be- 
stätigung der obigen Identification dient. 

2) Vgl. Tär. Ueb. 5, 258 fg. 

3) Darnach ist auch oben p. 107,3—4 (= Text p. 68,9: o G'os 
K'ug-pa lhas-btsas, wonach wahrscheinlich ein I einzufügen ist) 
statt „dem Sohne des Gos k'ug-pa lha tf zu übersetzen: „dem 
K r ug-pa lhas-btsas von Gos" und Z. 5 „sowie" zu streichen. 

4) = Skr. Punyaratna. 

5) Vgl. oben p. 170,11. 

6) Tib. rDo-rje dpal; in Tär. 193, 2. 22 (Tär. Ueb. 254 fg.) 
ist der Skr.- Na me transcribiert, nicht übersetzt. 

7) D. b. 'der grosse Einsiedler 9 . 

3) D. h. 'der grosse Allwissend-Allsehende'. 



— 303 — 

Dieser Pan-c c en rin-po-c c e nun also wurde in dem 
Distrikt bKra-sis rtse des Bezirkes Sans der Provinz 
j/Tsah im (männlichen) Erde-Pferde-Jahr des 12. Cyklus 
(1737), am 11. Tage des 11. mongolischen Monats, ge- 
boren. Sein Vater hiess Tan- lha; seine Mutter, welche 5 
aus dem Geschlecht des Mahäsammata stammte, war 
für ein Weib wenig listig und von aufrichtigem Charakter, 
dem Lama und den (drei) Kleinodien 1 ) gläubig zugethan 
191 und mit vielen anderen Tugenden geschmückt. Bei 
seiner Geburt drang, mit dem Sonnenlicht vereint, ein lo 
fünffarbiger Regenbogen in das Haus, und auch viele 
andere wunderbare Vorzeichen zeigten sich. Schon nach 
2 Monaten legte er beide Handflächen zusammen; nach 
7 Monaten sagte er, plötzlich die Stimme erhebend, 
zu wiederholten Malen Mani her; nach 8 Monaten 15 
recitierte er dMigs brtse-ma auswendig. Kr sagte: 
„Nachdem ich mir des vorhergehenden rJe 2 ) Körper ge- 
liehen, bin ich dieser." Nie that er weinen, auf der 
Seite liegend schlafen u. dgl. m. nach Art der gewöhn- 
lichen Kinder, sondern geruhte die Handflächen auf der 20 
Brust zusammenzulegen und nach Art der Kreuzbein- 
stellung dazusitzen. So kehrte er schon in der Zeit, in 
der er noch klein an Körper war, allen Gepflogenheiten 
gewöhnlicher Kinder den Rücken. Er war mit Gläubig- 
# keit, Lossagung (vom Irdischen), natürlicher Fassungsgabe 25 
und vielen anderen vornehmen Gepflogenheiten ge- 
schmückt. Den (drei) Symbolen brachte er Opfer dar, 



1) Bla-ma dan dkon-mc og (ysum). 

2) D. h. des vorhergehenden Pan-c en rin-po-c e e. 



— 304 — 
bezeigte ihnen seine Verehrung, sagte murmelnd tiefe 



Geheim-Mantra's her u. s. w. So war der Heilige einzig 
und allein auf einen rühmenswerten, unbefleckten Lebens- 
wandel bedacht. Später, im Eisen -Affen -Jahr (1739), 
5 im 8. Monat, kamen Fürst bSod-nams stobs-rgyas, 
des rGyal-dban mcog Vertreter 1 ) mGron-/ner nag- 
dban blo-bzah, aus bKra-sis lhun-po geschickte 
Abgesandte und andere bei ihm zusammen und beriefen 
ihn sogleich als milden grossen Dharmapäla über das 

10 neue dGa-ldan-Haus. Auf die dringende Bitte um eine 
deutliche Prophezeiung, wo überall in dB us, yTsan 
und K'ams sich wohl das Leben des sKyabs-mgon 
Pan-c c en tfams-cad mk c yen-pa (d. i. er selbst) abspielen 
werde, antwortete der grosse Dharmapäla (d. i. wiederum 

15 eben dieser selbst) unter anderem Folgendes: 

„Des Klosters bKra-sis lhun-po Herr in eigener 
Person — 
„Im Bezirke bKra-sis rtse geboren — 
,Nun bringt mir schleunigst euren Glückwunsch dar (bkra- |Q2 

20 sis mna-ysol mdsod)! 

„Es möge alles von des Glückes (bkra-sis) Glanz erfüllt 

werden!" 
und gab damit eine aus sicherem Wissen geschöpfte 
klare Prophezeiung von sich. Da that auch der rGyal- 

25 dban fams-cad mk'yen-pa die Äusserung: r Dass gegen- 
wärtig diese seine Geburt in bKra-sis rtse-ba, deren 
sichere Kenntnis von irgend woher geschöpft ist, klar 
verkündigt worden ist, das ist sehr gut 6. Nachdem 

l) sKu-tsab. 



— 305 — 

(diese Nachricht) zu den beiden 'Am-ban gedrungen, 
wurde sie auch dem hohen kaiserlichen Herrn zu Ohren 
gebracht. Darauf, am 6. Tage des 9. mongolischen 
Monats, geruhte der rGyal-dban t f ams-cad mk f yen-pa 
c'en-po ihm den Namen Blo-bzan dpal-ldan ye-ses5 
zu geben, schickte im Einklang damit ein grosses 
* Gefolge u.s.w. aus Bla-brah und gab Freudenfeste in 
Fülle. 

Danach, im Eisen- Vogel- Jahr (1740), am 4. Tage 
des 6. mongolischen Monats, erschien der Gross- 10 
Schatzmeister 1 ) und andere, ferner, durch kaiserliche 
Ordre abgesandt, der Tä bla-ma und andere, ins- 
gesamt nahezu zehntausend Geistliche, mit Baldachinen, 
Trophäen und anderen Huldigungsgegenständen mannich- 
facher Art in Prozession vor ihm und beriefen ihn nach 15 
dem grossen Kloster bKra-sis lhun-po, worauf er 
seinen Fusslotus wohl auf den Furchtlosen Löwensitz 
(Thron) 3 ) setzte. Einstmals sass er, nachdem er vor 
dem Thronsitz 8 ) viele Huldigungen dargebracht hatte, 
auf einem Teppich und schien damit beschäftigt, mit 20 
zusammengelegten Handflächen Gebete zu verrichten. 
Da fragte der Schatzmeister Blo-bzan tfse-dban, was 
es denn damit auf sich hätte. Da erwiderte jener: 
„Während auf dem Thronsitz in der Mitte der rJe-btsun 
bTson-k c a-pa c r en-po und rechts und links Ma- 25 
njughoshabhattaraka, Vajrapäni u.s.w. aufgestellt 



1) P r yag-mdsod cen-po. 

2) Mi-Jigs seh-gei k c ri = skr. abhirusimhäsanam , vgl. oben 
pp. 205, l^und n. 5. 208,7—8 und n. 2. 

3) bZugs-k'rii p c yogs-su. 

20 



— 806 — 

sind, werden die Gebete verrichtet." Im Wasser-Hunde- 
Jahr (1741) hörte er bei dem rJe Nag-dban byams- 
pa „die Bodhi-Weg-Leuchte 1 )" und andere Agama's, 193 
und nachdem er das Upäsaka- Gelübde auf sich ge- 

5 noinmen, auch die Vajrabhairavava^itä. Im Wasser- 
Schweine-Jahr (1742) hörte er, nachdem er den rDo-rje 
o dsin-pa Blo-bzan bzod-pa zum Yons- o dsin gemacht 
hatte, (bei diesem) viele Dharma's. Im Holz-Mause-Jahr 
(1743) nahm er, während dieser Yoris- o dsin als Upä- 

10 dhyäya fungierte, das Pravrajita^rämanera-Gelübde auf 
sich und wurde das Scheiteljuwel der nach Erlösung 
Trachtenden. Im Holz-Rinder-Jahr (1744) hörte er bei 
diesem bsDus-grwai ;'san-sbyoh, die Hundert- 
tausend Aussprüche 8 ) des rJe rin-po-ce (d. i. 

15 bTson-k'a-pa), des Pan-c c en Blo-bzan cos-kyi 
rgyal-mt c san und des Pan-c r en Blo-bzan ye-ses 
u. a. m. Am Anfang seines 13. Lebensjahres (1749) ver- 
fasste er rJe bla-ma mcog 8 ) ran-nid-kyi zabs- 
brtan j'sol-odebs und die Aussprüche Blo-gros 

20 dpag-bsam-ma's und anderer. Im 15. Lebensjahr, im * 
Wasser-Affen-Jahr (1751), hörte er bei der Inkarnation 4 ) des 

im 

sNin-rje cen-po 5 ) aller Jina's, dem siebenten rGyal- 
dban Blo-bzan bskal-bzan rgya-mfsoi zal-sna-nas, 
die Schatzkammer der vier Klassen der Tantra's 6 ): die 

1) Byan-c'ub lain sgron. 

2) j'Suii- bu m. 

3) D. i. bTson-k c a-pa. 

4) Ran-j'zugs. 

5) = T ugs-rje cen-po (skr. Mahaka r una), c der grosse 
Erbarmer\ d.i. A valokitecvara. 

6) rGyud-sde bzii ban-mdsod. 



— 307 — 

Vajramälä- und Mitrapataka-Mahävapitä, die <?ri- 
Kälacakramahävacitä 1 ), die cri-Trayoda^ava- 
jrabhairavadevamahäva^itä 2 ), Adhiväsanam, Agama 
u. s. w. des sNar-t f an brgya-rtsa, Ba-ri brgya- 
rtsa und Sädhanasägara 8 ), den Agama der 5 
Hunderttausend Aussprüche des rGyal-dbah 
mcog und viele andere Dharma's. Nach Erteilung der 
Vajrabhairavava^itä that der rGyal-dban mc c og die 
Aeusserung: „Wenn du eben diesen hohen Gott 4 ) 
zum Mittelpunkt deiner Meditation machst, wird deine 10 
Vollendung im Erhabenen wie im Alltäglichen 5 ) bald sich 
vollziehen." So ernannte der Pundarlkadhara 6 ) eben 
diesen Herrn zum Herrn der Lehre der grossen Mystik 7 ). 
Im 20. Lebensjahre, im Feuer-Rinder-Jahr (1756), am 
4. Tage des 6. Monats, am Tage des Festes des Drehens 15 
des Dharmacakram 8 ), nahm er, während u. a. der Sthavira, 
194 grosse Vinaya-Bekenner 9 ) und Yohs-odsin zal-sna-nas 
Blo-bzan c os- pel als Upädhyäya, und der Tos-bsam 
gleit zal-sna-nas Blo-bzan bkra-sis als Karmäcärya 
fungierten, das Upasampannabhikshu 10 )-Gelübde in ge- 20 
höriger Weise auf sich und wurde der Scheitelschmuck 



1) Tib. dpal Dus-kyi k c or-loi dban-cen. 

2) dpalrDo-rje jigs-byed 1ha bcu-y sum-gy i dban-cen. 

3) Tib. sGrub-t r abs rgya-rotso, vgl. T&r. Ueb. 3301g. 

4) lHa-mcog. 

5) mC og dan t un-mon-gi dnos-grub. 

6) D. i. der Dalai Lama, vgl. oben p. 200, 1 und n. 2. 

7) ySaii-c en bstan-pai bdag-po = skr. mab&rahonu9&9anapati, 
vgl. oben p. 1 23, 3 und n. 1. 

8) C c os- k r or bskor-bai dus-c en-gyi nin. 

9) Dul-ba dsin-pa c'en-po = skr. mab&vinayadbara. 
10) Tib. bsnen-par rdsogs-pa dge-slon. 

20« 



- 308 — 

aller Vinayadbara's. Bei jenem Yoiis-odsin mk'an- 
c'en 1 ) hörte er die 9ri-Vajrapänimahäcakramahä- 
va^itä 2 ) und viele andere Dharma's. Im 22. Lebens- 
jahr, im Erde-Hasen-Jahr (1758), erteilte eben dieser 

5 Herr auf die von Seiten des ICah-skya fams-cad mk'yen- 
pa Rol-pai rdo-rje fcal-sna-nas geäusserte Bitte mitten 
in dem Meere einer Versammlung zahlreicher Gelehrten, 
bestehend aus ihm selbst und seinen Dienern, dem 
De-mo sprul-sku, dem rJe Nag-dban byams-pa, 

lodern Kun-mk'yen bla-ma o Jam-dbyans bzad-pa, dem 
rJe-btsun dKon-mcog jigs-med dban-po, dem 
Brag-yyab spnil-sku, Jinaputra's, Sattva's 8 ) und dem * 
rJe-druri sprul-sku, dem bTsan-po Nomon Han, 
dem T^uu bkwan rin-po-ce Kyab-bdag blo-bzah cos- 

15 kyi ni-ma, dem Piligt'u Nomon Han, den Lamen 
und der Schülerschaft 4 ) von Se(-ra), oßras (-spuns) und 
dGe(-ldan) und anderen Wissensdurstigen 5 ), Ober zwei- 
tausend an der Zahl, die ^ri-Kälacakramahäva^itä, 
indem er sie mit seltsam-wunderbaren Subhäshita's aus- 

20 schmückte, in gehöriger Weise. Im Wasser-Pferde-Jahr 
(1761) sprach der rJe Maitrii mtsan-can zu diesem 
Herrn: „Erfasse, schütze und fördere doch durch Er- 
klärung, Disputation und Abfassung (von Schriften) die 

1) Skr. mahopädhy&ya. 

2) dpalPyag-na rdo-rje kor-lo cen-poi dban-cen; 

Cr ^ 

über Kor-lo cen-po (skr. Mali&cakra) s. oben p. 193, n. 1. 

3) Tib. sems-dpa. 

4) Bla-ma dan grwa-rigs; dementsprechend ist auch oben 
p. 241, 10—11 (vgl. n.4) bla-ma grwa-rigs-rnams 'Lamen und Schuler- 
schaft', nicht 'geistliche Schülerschaft', zu übersetzen; vgl. p. 298, 
21-22 und n. 5. 

5) Don-yner-can. 



— 309 — 

Jina- Lehre; namentlich übermittele den Strebsamen 1 ) 
das Pravrajita- und das Upasampanna-Gelübde ; da dem 
Vinaya gemäss seit deiner unter der Funktion eines 
Pravrajita- und Upasampanna-Upädhyäya 2 ) erfolgten Auf- 
nahme als Upasampanna 8 ) fünf, sechs Jahre verstrichen 5 
sind, so übermittele doch, auf den Fortbestand der Lehre 
bedacht, den Strebsamen das Upasampanna- Gelübde; 
jetzt müsstest du dem erhabenen Nirmänakäya des 
G P c ags-pa 1ha von C r ab-mdo den Anfang des Pravra- 
I95jita (-Gelübdes) übermitteln. u So drang er mit Bitten 10 
in ihn. Infolgedessen geruhte jener einzuwilligen und 
übermittelte, während eben dieser Herr als Upädhyäya 
fungierte, dem Höchsten Nirmänakäya des oP c ags-pa 1ha 
das Upäsakapravrajita^rämanera 4 )-Geliibde. Im Wasser- 
Schaf-Jahr (1762), am 12. Tage des 1. Monats, über- 15 
mittelte er, während eben dieser Herr als Upädhyäya 
fungierte, zweiundneunzig Sädhya's 5 ) das Upasampanna- 
Gelübde. Im Holz-Vogel-Jahr (1764), am 12. Tage des 
1. Monats, gewährte er die gute Gabe der von dem 
rGyal-dban mcog gestatteten Neueinführung des Kala- 20 
cakram 6 ). Im 3. Monat zeichnete er, da von sechzehn 
in den Mantra's bewanderten Schülern der Magie 7 ) die 



1) Don-yfier-ba-rnams. 

2) Tib. rab-byoii bsfien-rdsogs-kyi ink c an-po. 

3) bsNen-par rdsogs bzes-nas; vielleicht ist dies aber zu über- 
setzen: 'seit deiner Uebernahme des Upasainpanna (-Gelübdes)'. 

4) Tib. dge-bsnen rab-byun dgc-t'sul. 

5) Tib. b8grub-bya. 

6) Tib. Dus- k c or vsar- o dsugs. 

7) sNags-pa c c og-grwa-pa. 



— 310 — 

Einführung des Kälacakra-Kultus 1 ) gewünscht wurde, 
am Morgen des 10. Tage» das durch gefärbten Staub 
(sichtbar gemachte' Mandalam der gänzlich vollkommenen 
£ri-Kälacakr a -Statue, -Lehre und -Gnade 2 ), brachte vom * 

5 15. Tage an bis zum Ende der Kultus- Woche Brandopfer 3 ) 
u. s. w. dar und erwies während der ganzen Dauer 
der Verehrung des (r)-Kälacakra durch Predigt*) un- 
übertreffliche vollkommene Gnadenbezeugungen. Darauf 
ging er, da der Wunsch etwa (des Inhalts) laut wurde: 

10 er mochte doch sein Ross gen dB us zu der erhabenen 
Inkarnation des rGyal-dban mcog zu lenken geruhen, um 
als Upädhyäya bei der bevorstehenden Uebernahme des 
(^räuianera-Lehr-Gelübdes 5 ) zu dienen, nach dB us. Am 
4. Tage des 6. Monats übermittelte er dem erhabenen 

15 Nirmänakaya des rGyal-dban mcog das Qrämanera- 
Gelübde und trug ihm, nachdem ihn (dieser) zum 
Grossen Beschützer der Lehre und der Wesen 6 ) ernannt 
hatte, die Erklärung und den Agama des Lam- 
rim cen-mo 7 ), „die Unterweisung im Glücks- 

2o weg" 8 ), „die Erweckung des Sinnes* 9 ), „die Ver- 
ehrung" 10 ) u.a.m. vor. Im Feuer-Hunde- Jahr (1765) 

1) Dus- k c or-gyi sgrub-mcod. 

2) dpal Dus-kyi k r or-loi sku y sun tugs yoiis-su rdsogs-pai 
rdul-t'son-gyi dkyil- k or, 

3) sByin-sreg = skr. homa, s. Jäschke 405 . 

4) dpal Dus-kyi k c or-loi blad-sgrub. 

5) dGe-t'sul-gyi bslab-sdom. 

6) bsTan- groi dpuii-vnen c en-po. 

7) L a in - r i m cen- m oi bsad-Iun. 

8) bDe-lam-gyi k rid. 

9) Soms-skyed. 
lü) inC od-pa. 



— 311 — 

sandte der Kaiser den Jasag bla-ma Nag-dban dpal- 
O byor H w otogt' w o und andere und erliess folgendes 
Huldigungsschreiben an ihn: „Indem dir von mir ein 
Diplom und Handschreiben verliehen wurde, habe ich dir 
wie deinen Vorgängern den Ehrentitel Pan-cen 'Erteni 5 
196 verliehen und dich zum Herrn des grossen Klosters bKra- 
sis lhun-po erhoben. Du aber lass, nachdem du für 
viele Samgba-Häupter die Glocke der Vinaya-Gebote hast 
ertönen lassen und nach heiliger Lebensweise getrachtet 
hast, in dB us lind yTsan die Lehre gänzlich unent- 10 
stellt wie früher wachsen und erweise ihr in diesem 
meinem Lande der Mitte unermüdeten Sinnes ordent- 
lich Verehrung l u Dieses Schreiben Hess er ihm über- 
reichen. — Einstmals kam er nach Potala und trug 
dem rGyal-dban rin-po-ce die Guhyasamäja-Aksho- 15 
bhyavajra- 1 ), die Qrl-Cakrasamvara- und die 91I- 
Vajrabhairava-, ySed-drnar 2 ) und dGra-nag-ste 
bcu-^sum-ma-Mahävapitä 3 ), die Vajramälä-, Mitra- 
<?ataka- und andere Va^itä's, zahlreiche Adhiväsana's: 
zum Sädhanasägara, Pa-ri brgya-rtsa und anderen 20 
* Haupt- 4 ) und Neben-Vacana's, und endlich die mündliche 
Belehrung 5 ) über die Hunderttausend Aussprüche 
des rJe rin-po-c e und viele andere Dharnia's vor. Einst 



1) Tib. vSan-dus Mi-bskyod rdo- rje(i dban-cen). 

2) D. h. 'Roter Henker'. 

3) Die drei letzten Glieder sind durch den Zusatz ysum 'drei 1 
(Text p. 196,7) hinter dGra-nag-ste bcu-j/sum-ma als eng zu 
einander gehörig bezeichnet. 

4) sPyi-bka dan zur-bka; dementsprechend ist auch oben 
p. 209, 21 (vgl. n. 6) zur-bka durch 'Neben-Vacanam' zu übersetzen. 

5) Uags-luii. 



— 312 — 

fibermittelte er, während der rJe t c ams-cad mk r yen-pa 
selbst als Upädhyäya fungierte, dem rGyal-dbaü rin-po-c c e 
das Upasampanna-Gelübde und dergleichen mehr. Un- 
fassbare glaubensstarke Vineya's aus den Provinzen 
ödßus und yTsan und allen Landesteilen von 'A-mdo 
und der grossen Mongolei ehrten ihn durch ein Meer 
von Opfergaben — gleichsam Wolken — , bestehend in 
hervorragenden materiellen Schätzen. Danach erfüllte 
er durch (die Uebermittelung) des Upasampanna-Ge- 

10 liibdes je nach Wunsch und Verlangen eines jeden und 
durch das Drehen des Rades der tiefen und weiten 
Lehre das Erdenrund mit klugen Menschen. Im 1. Monat 
des Erde-Schweine- Jahres (1778) wurde von dem vom 
Himmel eingesetzten grossen Manjughosha-Kaiser selbst 

15 — im Einklang mit dem Sinne der Worte des Jam- 
mgon bla-ma bTson-ka-pa cen-po: 

„Aengstlich auf sein Benehmen achtend und ein 
milder Fürst, 
„Einem Kalyänamitra, der durch den blossen Anblick 197 

20 die Herzen anderer gefangen nimmt 



n 



Und durch seine blosse Freundschaft die Tugend 



ev 



wachsen und das Laster schwinden macht, 
„Sich anschliessend und ein Landesvater — u — 
dieser rJe-btsun bla-ma mcog nach der königlichen 
25 Residenz berufen, und ihm der Befehl erteilt, er solle 
zu einer Audienz kommen. Infolgedessen lenkte er am 
17. Tage des G. Monats, während eine Menge Na- 
kshatra's als Beherrscher der Nacht 1 ) ihn umgaben, sein 



1) mT san-moi mgon-po rgyu-skar-gyi t sogs. 



_ 313 — 

Ross aus dem grossen Kloster bKra-sis lhun-po. 
Umgeben von einer berittenen Eskorte, bestehend in den 
von den 'Am-pan von Tibet aufgebrachten, sechs Mann 
hoch aufgestellten tibetischen Kriegern, /und zahllosen 
* anderen , zog er fort. Der rGyal-dban mcog sorgte 5 
reichlich für die Sicherheit seines Lebens und für Weg- 
zehrung. Darauf kam jener auf seiner langsamen Reise, 
während welcher er all den aus der Gegend zusammen- 
geströmten Menschen die Hand-Va^itä und die ge- 
wünschten tiefen und weiten Lehren erteilte, am 15. Tage 10 
des 10. Monats zu dem grossen Kloster sKu- bum 
byams-pa glin im Orte bTson-k c a, der Geburtsstätte 
des oJam-mgon rGyal-ba ^fiis-pa, und brachte (da- 
selbst) das grosse Fünf-Spenden-Opfer 1 ) dar. Während 
er sich vom Spätnachmittag des 10. Tages des 1 1. Monats 15 
an einen Monat lang von der Aussenwelt abschloss 2 ), 
lag er der Besänftigung und Citierung 3 ) des prl-Vajra- 
bhairava ob und brachte zuletzt auch ein Zi-rgyas-dban- 
drag 4 )- Brandopfer dar. Darauf, im Eisen-Mause-Jahr 
(1779), am 10. Tage des S.Monats, lenkte er sein Ross 20 
von sKu-obum fort. Zu dieser Zeit wurden der Gross- 
schatzmeister und die übrigen Gefolgsleute nicht von den 
Pocken befreit. Da erteilte eben der Herr dem Kun- 
mk r yen bla-ma dKon-mcog jigs-med dbafi-po 
den Befehl: „Wirf du für diese einen Steinhaufen 5 ) auf!" 25 

1) INa-mc'od-kyi me'od-pa rgya-c'en-po. 

2) (sKu-) mt'sams mdsad. 

3) bsNen-sgrub. 

4) Vgl. hierüber Jäschke 80 b . 354 b . 474 b . 

5) IHa-t'or. 



— 314 — 

Demgemäss warf (dieser), als (der Herr) mit einem Gefolge 198 
von dreihundert Priestern und Laien, unter ihnen dem 
Grossschatzmeister , weiter nach dem Kloster bsTan- 
rgyas glin in 'Alagsa kam, einen Steinhaufen auf. 

5 Dadurch betreite er diese alle, ohne dass ihnen ein 
Leid geschah, von den Pocken 1 ). So gereichte eben 
dieser Kun-mk r yen bzad-pa rje allen Gefolgsleuten 
zu unfassbarem Segen. Darauf reiste er nach und nach 
weiter und übermittelte in der Provinz 'Ot'og Peili in 

lO'OrtoswO vierhundert und fünfundachtzig Sädhya's das 
Upasampanna-Gelubde. Im Lande C'ahar übermittelte 
er einhundert und siebenundsechzig Sädhya's das Upa- 
sanipanna-Gelubde. Am 20. Tage des 6. (Monats) ge- 
langte er nach Dolo on No or. Ein vom Kaiser er- 

15 lassenes Schreiben sowie Geschenkgegenstände wurden 
ihm überreicht. Eben der Herr trug dem lCan-skya 
rin-po-c c e und zahlreichen Scharen sonstiger Lamen und 
Schüler 2 ) das Bla-mcod bde-ston dbyer-med-nia * 
und andere Dharma's vor. Täglich neigten die aus 

20 allen Gegenden der Mongolei zusammengeströmten Gross- 
lamen, Grossfürsten und zahllose andere Wesen tief ihr 
Haupt vor ihm. Die Reichen bescherten ihm unermess- 
liche materielle Schätze, den Abgaben an einen Gross- 
könig gleich. Indem er die grosse Pauke der Religion 

1) lHa- brum. 

2) Bla-grwai t'sogs; aus dieser Stelle ergiebt sich, dass bla- 
grwa = bla-ma dari grwa-pa 'Lamen und Schüler', ist; dies ist auch 
oben p. 267, 6 statt „Lamenschule u einzusetzen; vgl. daselbst n. 5; 
die dort ausgesprochene Vermutung, dass bla-grwa vielleicht 'Ober- 
schule, Hochschule' bedeuten könne, ist nach dem eben Gesagten 
hinfällig. 



— 315 — 

schlug, verscheuchte er den Herzenskummer der Menschen 
gänzlich und Hess den Edelstein der Muni -Lehre sich 
ausbreiten wie das Meer 1 ), mit dem Regen des Krita 
(-yugam) vereinigt. Während seines dortigen Aufent- 
haltes übermittelte er bei Gelegenheit ausserordentlich 5 
häufiger Audienzen sehr zahlreiche Gelübde für männ- 
liche und weibliche Upäsaka's, für Pravrajita's und Pra- 
vrajitä's 3 ), und für männliche und weibliche Qrämanera's; 
die Möglichkeit zur Uebermittelung des Upasampanna- 
Gelübdes wurde ihm dagegen nicht gegeben. Am 10 
29. Tage brach er von Doloon No or auf und erteilte 
unterwegs unzähligen Laien und Priestern die Hand- 
Va<?ita. Auch das Upasampanna-Gelübde übermittelte er 
199 drei Mal: beim ersten Mal, am ^Nam-gan-Tage, nahm 
er 10i Upasampadä's, beim zweiten Mal, allein am 7. Tage, 15 
218 Upasampadä's vor, beim dritten Male, am 5. Tage, 
machte er in Gemässheit des Umstandes, dass dieser 
Tag (auf seine Ankunft) in dem Gebiete von C c agan 
jalag fiel 8 ), von der Zeit des Aufganges eines Sonnen- 
viertels anfangend 4 ), bis in die Mitte des ersten Nacht- 2o 
Abschnittes hineinreichend 5 ), 403 Sädhya's, unter ihnen 
den Maitri H w ot*ogt r w o, zu Upasampanna's. Zu dieser 
Zeit nahm auch ich 6 ) meinen Anteil an dem Upasa- 



1) C'u-yter, vgl. skr. apärp nidhi, 'der Bebälter (aller) Ge- 
wässer, das Meer* (Böhtlingk 8. v. nidhi). 

2) Skr. rab-byun-ma. 

3) Ca-gan ja- lag ces-pai sa-c ar zag babs dan bstun-nas. 

4) Ni-ma bzi-c'a sar-bai dus-nas mgo brtsams-te. 

5) mTsan-moi t'un dan-poi dkyil-tsam-du sleb-pai bar-la. 

6) Nämlich der Verfasser des vorliegenden Werkes, Jigs- 
med nam-mka. 



— 316 - 

mpanna-Gelübde auf mich, und es entstand ein Wetteifern 
der Sinne, das schöne Baumwollenbiischel des Geistes zu 
erreichen 1 ). Indem er auf diese Weise täglich den aus allen 
Gegenden wolkengleich zusammengeströmten Laien und 
5 Priestern, über zehntausend, die Hand-Vapitä und viele 
Dharma's gewährte, kam er allmählich weiter. Am * 
22. Tage des 7. Monats traf er, umgeben von dem 
lCan-skya t r ams-cad mk r yen-pa und vielen anderen Be- 
grüssenden und Geistlichen in Prozession, in dem grossen 

10 Palast des Parkes von Yai ho mit dem Marij ughosha- 
Menschenfürsten zusammen, Oberreichte dem grossen Kaiser 
ein Nan-mdsod-Begrüssungstuch 3 ) und bekomplimentierte 
ihn. Der Kaiser seinerseits gab ihm ein Nan-mdsod- 
Begrüssungstuch und führte in freudiger Stimmung die 

15 Unterhaltung. Einen aus einer kostbaren Schnur von 
unschätzbaren, wie ein Aprikosenkern grossen Perlen 
bestehenden Schmuck, den er auf seinem Körper trug, 
u. a m. schenkte er dem Herrn und befahl ihm, nach 
allen Seiten des Parkes hin den Segen zu sprechen. 

20 Demgemäss sprach er denn den Segen Darauf kam er 
nach der Residenz bKra-sis lhun-po 8 ), worauf (der 
Kaiser) dem Herrn unfassbare materielle Gegenstände 
zur Sicherung seines Lebens gab und ihm zu Ehren ein 
Schaustück verschiedener Tanzspiele veranstalten Hess. 

->5 Als sie den Thee einnahmen, sagte der Kaiser: „Dass 200 

1) Yid-kyi siii-bal- dab bzan dba?i-poi bgrod-par gran-pa byun. 

2) Nan-mdsod k'a-btag9. 

3) D. i. ein nach dem Mustor der gleichnamigen Residenz des 
Pan-cen rin-po-c e in yTs&ii gebautes neues Kloster in China; vgl. 
hier unten pp. 317,23-24. 318,25-319,1 u. J. A. S. Beng. 1882, 
39, 4-6. 35. 



— 317 — 

der Pan-cen 'erteni 1 ) zu Anfang des grossen Päyar 3 ) 
meiner 70 Jahre (d. h. meines 70. Geburtstages) bereit- 
willig gekommen ist, das ist zum grossen Segen für 
die Buddha-Lehre und die Wesen dieses Landes. Ich 
habe während vieler Jahre von dem lCan-skya H w of ogt c w o 5 
etwas Religion gelernt; doch diese Buddha-Religion ist 
tief wie ein See und ausgedehnt, und ich habe die Ge- 
schäfte und Angelegenheiten der Regierung und die An- 
gelegenheiten des Erdenrunds allesamt zu besorgen und 
habe darum keine Müsse. Auf diese Art war das Zu- lo 
standekommen einer Erkenntnis auf Grund des Nach- 
denkens über die von dem H w ot c ogt c w o gelernten Dharma's 
unmöglich; jedoch befinde ich mich in der Lage stetig 
zunehmender Sicherheit (in denselben). Jetzt hat diese 
deine, des Priesters, Zusammenkunft mit mir, dem Laien, 15 
die alten Gebete und Gedanken (wieder) erweckt, und 
die Zeit ist gekommen, wo die guten Folgen (verdienst- 
licher) Thaten sicherlich reifen werden; darum soll von 
mir an eben den Lama die Bitte um zahlreiche Dharma's 
* und Adhiväsana's ergehen. Vormals, schon als der 20 
Fünfte Tälai bla-ma kam, erbaute mein königlicher Ahn den 
gelben Tempel; dieser Gewohnheit und Art entsprechend, 
ist jetzt von mir in der Wohnstätte eben des Lama 
dieser bKra-sis lhun-po ähnliche Tempel errichtet 
worden. Ich habe früher die tibetische Umgangssprache 25 
nicht verstanden; aber als eben des Lama's Kommen in 
Aussicht stand, habe ich bei dem H w ot f ogt c w o sofort mit 



1) = Paij-c'en rin-po-c'e. 

2) (Mong. bayar) 'Freude (Lustbarkeit)'. 



— 318 — 

Fleiss und Eifer die dringend erforderliche Umgangs- 
sprache vollkommen erschöpfend gelernt, bin jedoch 
kein genauer Kenner 1 ) derselben. Die Feinheiten der 
religiösen Unterhaltung mag der H w ot r ogt f w o übersetzen 

h und verdolmetschen ! u Diesen guten Befehl erteilte er. 
Nachdem der Kaiser fortgegangen war, sagte der lCari- 
skya rin-po-c'e zu dem Herrn: „Was die von dem grossen 
Kaiser gegen den Herrn bethätigte unfassbare Gläubigkeit 
und besonders die Freudenempfindung anlangt, so habe 

10 ich alter Mann, obwohl ich bis in ein solches Alter mit 
diesem Könige zusammen gewesen bin, eine derartige 
Freudenempfindung (an ihm) überhaupt nicht kennen ge- 
lernt." Alles dies erschien als Anzeichen dafür, dass kraft der 
hochwogenden Gedankenerweckung des Priesters sowohl 

15 als des Laien diese Lehre des rGyal-ba bTson-k'a-pa 
cen-po von neuem immer mehr und mehr zu gedeihen 201 
begann. Infolgedessen richtete (der Kaiser an den Pan- 
nen rin-po-c'e) Fragen, die von sehr grossem Wohl- 
wollen zeugten, und überreichte ihm ein Päyar-gyi k'a- 

20 btags 2 ). Am 6. Tage des 8. (Monats), als Priester und 
Laie zur Leitung der Betversammlung in bKra-sis 
lhun-po zusammenkamen, wurde von dem Herrn der 
Segen und ein Glückwunsch für das Gedeihen der Lehre 
u. s. w. gesprochen. Auf einen vom Kaiser ergangenen 

25 Befehl geruhte er, nach dem Muster des in bKra- 
sis lhun-po in ^Tsan, (der Residenz) eben dieses 

1) Hyaii-po scheint mit der aus Jäschke s. v. byan, 3) zu 
erschliessenden Bedeutung zusammenzuhängen. 

2) Mong. bayar-un khadak ergükü, 'offrir un khadaque de 
joie, c. a. d. ftliciter' (Kowal. II, 780 b . 1086 b ). 



— 319 — 

Herrn, bestehenden Brauches' in diesem Kloster die 
Uebung der Stitra- und Mantra-Ceremonieen u. a. m. neu 
einzuführen. Am 7. Tage wurden von dem Herrn, im 
Einklang mit dem grossen Päyar der zehntausend und 
aber zehntausend Glückwünsche zum 70. Geburtstage 5 
des grossen M a njughos ha -Kaisers, dem grossen Kaiser 
Gegenstände von hohem sPam, voran das Bild-, Lehr- 
* und Gnaden-Symbol, beschert. Ferner geruhte er ihm die 
von ihm verfassten und von dem lCan-skya rDo-rje can 
ins Mongolische übersetzten überfliessenden Schilderungen 10 
und Darstellungen der unfassbaren Herrscherthaten und 
persönlichen grossen Ruhmeswerke des grossen Ma- 
njughosha-Kaisers vorzutragen. Der grosse Kaiser, von 
unfassbarer Freude und Verehrung erfüllt, gab u. a. 
folgende tiefe und weite Antwort: „Da der Pan-c'en 15 
'erteni Buddha ist, so sind nunmehr alle Aeusserungen, 
welche (von mir) ausgegangen, Sitz der Wahrheit allein. 
Da ich die Regierung nach den Geboten der Religion 
geführt habe, so sind in Palasträumen und anderen 
Stätten und Plätzen, an denen die Buddha-Lehre thront, 20 
viele Tathägata-Bild-, Lehr- und Gnaden-Symbole er- 
richtet w r orden und gemessen Verehrung; ferner sind 
viele Klöster für die Geistlichkeit neu erbaut worden, 
und es wird ihr durch Gewährung des Unterhalts Ehre 
erwiesen. Dadurch ist die Buddha -Lehre zu immer 25 
grösserem Gedeihen gebracht worden." Am 9. Tage 
übermittelte er einem Kreise von 240 Sädhya's das 
202 Upasampanna-Gelübde. Am 13. Tage, an dem grossen 
Päyar des Nativitäts-Gestirns des grossen Kaisers, ver- 
fasste der Herr , nach Gewährung der Sicherung seines 30 



— 320 — 

Lebens, eine Geschichte des Ursprungs des Kaisers, auf 
eine von demselben ausgesprochene Bitte hin, zum 
ersten Male; in derselben war folgende Geschlechtsfolge 
seiner Ahnen enthalten: zur Zeit des Lehrers Buddha 

5 König Prasenajit; danach Mahäku^ali 1 ); der Fürst 
Buddhadiv 2 ); der König von Tibet Muni btsan- 
po; ferner in Indien der Siddha Samayavajra 8 ); in 
Tibet rDog legs-pai ses-rab; dpal-ldan o Dar- 
o p f yar-ba; der Dharmaräja der grossen Mongolei 

loHopilai Secen: o Jam-dbyans sMon-lam dpal-ba; 
der Je sKyabs-nicog dpal-bzan; der Pan-c'en 
sByin-pa rgya-mt'so: die das Rad des Gesetzes 
drehenden, von den Göttern eingesetzten Maharaja's. Am * 
15. Tage übermittelte er 476 Sädhya's das Upasampanna- 

15 Gelübde. Am 17. Tage übermittelte er 472 Sädhya's das 
Upasampanna- Gelübde. Am 18. Tage wünschte der 
grosse Kaiser die Lehre zu hören, im Einklang mit dem 
Sinne des Ausspruches des criinacChüra (A- u V-rtmat- 
güra) 4 ): 

2ü „Wer, nachdem er durch das Hören (der Lehre) 

gläubigen Herzens geworden, 
,,In hohe Freudigkeit und Festigkeit versetzt wird, 
„Erkenntnis in sich aufsteigen fühlt und zur Geistes- 
klarheit gelangt, 

1) Tib. Kusali ce-ba. 

2) Tib. Sans-rgyas p r y ogs; bei Wa98iljew 223 wird ein 
König namens Buddhadi^, aber mit einem Fragezeichen hinter 
diesem Namen, erwähnt. 

3) Tib. Dam-t'sig rdo-rje; vgl. T&r. 3,19 = T&r. Ueb. 5,17. 

4) Tib. dpal-ldan dPa-bo; vgl. T&r. 3,15. T&r. Ueb. 5. 90 
u. n. 1. 136 u. n.2. 140. 181. 204 u. n.8. 



— 321 — 

„Der muss, (durch inneren Drang getrieben), und wäre 

es auch mit eigenem Leib, (das Hören der Lehre) 

sich erkaufen. 

„Das Hören (der Lehre) ist die das Dunkel der 

Geistesnacht verscheuchende Leuchte; 5 

„Der Schätze bester, (weil er) die Diebe u.s.w. nicht 

anlockt; 
„Die die gänzlich verblendeten Gegner bezwingende 
Waffe; 
203 „Durch die Erteilung von Weisungen Ober Mittel und 10 

Wege der beste der Freunde" 
und anderer Aussprüche Ober den unfassbaren Segen 
der Anhörung der heiligen Lehre. Daraufhin geruhte 
(der Pan-cen rin-po-ce) ihm die „Gute Erteilung 
der Ayurva<?itä des weissen Samvara" 1 ), von 15 
dem ICan-skya rin-po-c e ins Mongolische übersetzt, vor- 
zutragen. Auf diese Weise bereitete er in dem Gebiete 
von Yai ho der Lehre und den Wesen unfassbares Heil. 
Am 25. Tage reiste er nach dem grossen Palast in der 
Residenz; unterwegs Hessen, nachdem er zum Wohle so 
anderer gewirkt, der Zan ICan-skya rDo-rje c can und 
andere eine ausgedehnte Wolke von Darbringungen von 
Geschenkgegenständen sich ausbreiten — ein grosses 
Fest! Danach ging er, um sich das Schauspiel in dem 
grossen Haine von Yo mi ywan anzusehen. Unter- 25 
wegs erblickte er einen gelehrten Tä Hwa-san; er ge- 
# ruhte mit ihm Ober den Kreis des Vinaya 2 ) und anderes 



1) Tib. bDe-mcog dkar-poi tsf.'-dban legs-par p'ul-ba. 

2) Tib. Dul-bai »kor. 

' o 

21 



- H22 — 

zu sprechen und ihn zu befragen, und da dieser ohne 
Zaudern Antwort gab. rühmte er ihn voller Freude. 
Ata die- der Kaiser hfirte ; verlieh er jenem Hwa-^ao 
da* Siegel eines Can zi Darauf kam er zu des Kaisers 

h Wohnsitzen, zu dem Tsandan jo-bo-Tempel u. s. w. 
Am 3. Tage des 10. (Monats), bei einer Zusammenkunft 
des Priester«* und des Laien (d. h. des Pan-c en rin-po-c c e 
und des Kaisers) in Pou ha tian, gab (der letztere) dem 
Herrn ein reiches Bankett. Als dieser in dem Palaste 

to weilte, übermittelte er 17i> Sädhya's das Upasampanna- 
Gelübde und drehte auch im übrigen das Rad der tiefen 
und ausgedehnten Lehre eifrig. Darauf wurde ihm von dem 
grossen Kaiser ein goldenes Mandalam geschenkt. Seinem 
Wunsche gemäss trug er ihm das von dem rJe bla- 

\u in a mcog flüchtig abgefasste 1 ) (Werk) Ye-ses-kyi 
mgon-po pyag drug-pai rjes-ynan 2 ), mit sorg- 
fältigen Erklärungen versehen und von dem ICan-skya 
rin-po-c c e ins Mongolische übersetzt, vor. Als Dank- 
geschenk gab ihm (der Kaiser) ein Mandalam. zweiund- 

fl> siebzig Schatz-Seidenstücke 8 ) u. a. m. Von dem Herrn 
aber wurden dem Kaiser ein Ehrentuch, Bilder des 204 
Natha, des Dharma und der Devi, eine indische 
Feuerwaffe, deren Entladung durch eine Feuer -Vor- 
richtung bewirkt wurde, und ein Schwert geschenkt und 

25 von jenem mit grosser Freude und Ehrerbietung an- 
genommen. Vom 24. Tage an bot er den Schein, als 
ob sein körperliches Befinden etwas schwanke; da be- 

1) Myur mdsad. 

2) = Skr. S hadbähup rajnänäthadhi väsanaro. 

3) rnÜsod gos-yug. 



- 323 — 

wiesen ihm der lCan-skya rin-po-c'e, der grosse Kaiser 
und andere unaufhörlich ihre Anhänglichkeit 1 ) und 
sandten Wunsch(gebete für ihn) empor. Er aber sagte 
zu ihnen: „Keine Sorge!"* Auf diese Weise setzte er 
seinen Zehennägel-Lotus vollkommen in einen grossen 5 
Teil des Mahäcina-Landes, erfüllte des grossen Cakra- 
vartin's Herzenswunsch, drehte für die von den Chinesen, 
Mongolen und Manju aufgebrachten zahllosen frommen 
Vineya's das Rad der tiefen und ausgedehnten Lehre und 
führte sie auf den Weg der Erlösung und Allerkenntnis. 10 
* Auch im übrigen erfüllte er alle Reiche der Ostgegend 
mit reichlichen Anzeichen des Glückes und Segens, wie 
wenn ein Buddha in der Welt erschienen wäre. Danach, 
am l.Tage des 11. mongolischen Monats, bot dieser einzige 
erhabene Schützer 2 ) der Lehre und der Wesen, nachdem 15 
er nur gealtert, den Schein des Eingehens seiner Körper- 
hülle 3 ) in das Herz des Jina Amitäbha. 

Nicht lange danach schaute er angelegentlich auf 
die rohen Vineya's des gar sehr entarteten Zeitalters 
mit grossem Erbarmen voll inniger Liebe. Infolgedessen 20 
zeigte er sich gar wohl in seinem (nächsten) erhabenen 
Höchsten Nirmänakäya als der Scheitelschmuck von 
Srid-zi 4 ) und waltete, indem er mit einer Gutthat, die 
so seltsam wunderbar, wie wenn sie alle Thaten der 



1) Zabs-brtan p'ul. 

2) dpal mGon-po = skr. ^n-Nätha. 

3) yZugs-skui bkod-pa, wörtlich 'das Gefuge (oder: der 
Körper) seines ßüpak&ya'. 

4) D. i. Blo-bzan dpal-ldan bsTan-pai ni-ma p'yogs-las 
rnam-rgyal dpal bzaii-po, s. oben p. 9, 11 — 14. 

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U;tih,,',U *\.*:**u \kU*MT yzXz\+KT -^irvfsKT Kaiser und 
Kot.»'/ hufAi'f nit' m Yiru^ejT'w Cvä eiri~ behielt * 
b»< taut *A:H*i-r+<-\t* de- Kai-er* Tai zah Hwaii di iiute 
■>iM<* und Oev,ohnh<'if fV*M bei. Dadurch wurde uns allen. 
iU'u yi*'u**'\ii'U 'diina* und der Mongolei, gleichsam ein 
<#/»H<'i f ln»'. /u feil. Der mit unfaßbarer Gnade regierende 
i'-rluilffiif Hort machte u. a. den Lama der Wesen der 
dm Welh'ii, di'H ICan-.skya erhaltenen Höchsten Ni- 
i f iifii.ifik/iyii : rDo-rje e'an Ye-ses bstan-pai rgyal- 
mThiiii ^yi zal-hüa-mis; den (erhabenen Höchsten Ni- 
rniAiuikfiyii <len K'ri-een: den K'yab-bdag bla-ma Nag- 
« I l»iii'i t'iih-bNtun (I l)un-|>' y ii <; dpal-ldan p c rin -las 

I) l> I. Amitftlilui. 
.') S oliuii, |i 77, 7 Ui. 



- 32.0 — 

rgya-mtfsoi zal-sna-nas, und den erhabenen Höchsten 
Nirmänakäya des K'ri-cen Nam-uik c a bzaii-po: den 
dKyil-ok'or rgya-mt'soi mna-bdag rDo-rje caii Jigs- 
med nam-mk r ai fcal-sha-nas 1 ) zu Opferpriestern und 
erwies den drei Kleinodien Verehrung. So war denn 5 
das Gluck und Wohl der Wesen und der Lehre in 
immer steigender Zunahme begriffen. Ferner wurden 
unter den Kaisern der Fürst der gänzlich vollkommenen 
206 Lehre Ba-so rje-drun, der erhabene Höchste Nirmäna- 
käya 2 ); der bTsan-po sMin-grol Nomon Han rin- io 
po-ce 8 ); der Tuu bkwan und erhabene Höchste Ni- 
rmänakäya 4 ) K'yab-bdag K'or-loi mgon-po Blo-bzan 
c'os-kyi ni-mai zal-sna-nas 5 ); der sTon- k c or Manju- 
Vrl Nomon Han; rJe 'A-kya, der erhabene Nirmäna- 
käya 6 ); rJe Nag-dban dpal- byor H w ot c ogt r w o und 15 
viele andere gelehrte Grosslamen und Kalyänamitra's, 
in denen sich Wissen mit Vollkommenheit verband, be- 
rufen; so wurde für die Interessen der Lehre gesorgt. 
Auf diese Weise hingen die Kaiser der Tai CT in -Dynastie 
ausschliesslich den Mahäpurusha's der unvergleichlichen 20 
dGe-lugs-pa (-Sekte), in dem Verhältnis von Laien zu 
Priestern, an. Alle diese heiligen Mahäpurusha's be- 
friedigten die Bewohner aller Landesteile China's, der 



1) Der Verfasser des vorliegenden Werkes. 

2) Ba-so rje-druü mcog-sprul rin-po-c'e; offenbar identisch 
mit rJe-drun sprul-sku oben p. 308, 13; vgl. auch p. 289, n.3. 

3) Offenbar identisch mit bTsan-po Nomon Han, p. 308, 13. 

4) T'uu bkwan mc og-sprul rin-po-c'e. 

5) Offenbar identisch mit dem T'uu bkwan rin-po-c'e K'yab-bdag 
Hlo-bzan cos-kyi ni-raa oben p. 308, 14—15. 

G) rJe J A-kya sprul-sku rin-po-ce. 



— 316 - 

mpanna-Gelübde auf mich, und es entstand ein Wetteifern 
der Sinne, das schöne Baumwollenbüschel des Geistes zu 
erreichen 1 ). Indem er auf diese Weise täglich den aus allen 
Gegenden wolkengleich zusammengeströmten Laien und 
5 Priestern, über zehntausend, die Hand-Vapitä und viele 
Dhariua's gewährte, kam er allmählich weiter. Am * 
22. Tage des 7. Monats traf er, umgeben von dem 
lCau-skya t'ams-cad iuk r yen-pa und vielen anderen Be- 
grüssenden und Geistlichen in Prozession, in dem grossen 

10 Palast des Parkes von Yai ho mit dem Manjughosha- 
Menschenfttrsten zusammen, überreichte dem grossen Kaiser 
ein Nan-mdsod-Begrüssungstuch 3 ) und bekomplimentierte 
ihn. Der Kaiser seinerseits gab ihm ein Naii-mdsod- 
Begrüssungstuch und führte in freudiger Stimmung die 

15 Unterhaltung. Einen aus einer kostbaren Schnur von 
unschätzbaren, wie ein Aprikosenkern grossen Perlen 
bestehenden Schmuck, den er auf seinem Körper trug, 
u. a m. schenkte er dem Herrn und befahl ihm, nach 
allen Seiten des Parkes hin den Segen zu sprechen. 

20 Demgemäss sprach er denn den Segen Darauf kam er 
nach der Residenz bKra-sis lhun-po 8 ), worauf (der 
Kaiser) dem Herrn unfassbare materielle Gegenstünde 
zur Sicherung seines Lebens gab und ihm zu Ehren ein 
Schaustück verschiedener Tanzspiele veranstalten Hess. 

25 Als sie den Thee einnahmen, sagte der Kaiser: „Dass 200 

1) Yid-kyi siii-bal- dab bzan dban-poi bgrod-par gran-pa byuü. 

2) Nan-mdsod k c a-btag9. 

3) D. i. ein nach dem Muster der gleichnamigen Residenz des 
Pan-cen rin-po-c e in yTsan gebautes neues Kloster in China; vgl. 
hier unten pp. 31 7,23-24. 318,25-319,1 u. J. A. 8. Beng. 1882, 
39, 4-6. 35. 



— 327 — 

stellen soll — , sowie der Belehrung über den bKa- 
ogyur, der Mitravajramalamahäva^itä 1 ) und an- 
derer vortrefflicher Dharma's reichlich herniederströuien 
Hess und dadurch die Werke der Lehre eifrig vollbrachte: 
des Pan-cen t'ams-cad mk'yen-pa Blo-bzan eos-kyi 5 
rgyal-mt'san und des rGyal-dbaii lna-pa persön- 
licher Schüler Jayapandita Blo-bzan pi % in-las; 
der Halha Manju^r! Nomon Han; der Halha 'Erteni 
Pandita dBah-c f en Nomon Han; der C c in su Tsugt'u 
Nomon Han und viele andere heilige Mahapurusha's. 10 
In den verschiedensten Gegenden wurden viele grosse 
Klöster errichtet und mT'san-iiid- Fakultäten, Tantra- 
* Schulen und andere Fakultäten in grosser Zahl gegründet. 
So brachten sie das Kleinod der Lehre zu Blüte und 
Gedeihen. 15 

Ferner verbreitete sich die Jina-Lehre auch in das 
Land des Königs 'Ayusi der T'org w od. In den zur Zeit 
des Mongolenfürsten dGa-ldan Jorigt r u Hun T'aici er- 
richteten vier Fakultäten für mTsan-fiid, Lam-riru, Tantris- 
mus u. s. w. im Osten dieses Landes lebten über zwanzig- 20 
tausend bettelnde Qrämanera's. Diese beobachteten streng 
die Gelübde und Gebote und studierten die keinerlei Bei- 
mischung und Zusatz aufweisenden Sütra's und Tantra's 
sowie, ausser den Heiligen Schriften des rJe bTson-k c a 
und seines Jüngers und des Pan-cen Blo-bzan cos- 25 
rgyan, das o r ad-nan und die drei Lehren 2 ) in gehöriger 
Weise. Sie waren quasi berühmt in dieser Hinsicht und 
dienten als Vorbild. 



1) Tib. Mitra rdor- pren-gi dban-c en 

2) bSlab-pa vsum. 



— 32* — 

Ebenso errichtete im Gebiet von 'Alagsa des- rJe 
fJwaga-po erhabener Höchster Niruiäuakava Kun-grol 
Nomon Han uiTSan-nid-PredigtM;hulen u. *. w. und 
wirkte no für die Interessen der Lehre. 
r, Im w'O ran -Gebiete gründete der Fürst der Ge- 

lehrten liua-ok'or naudita Pad-dkar c'os-üliiu er- 
richtete mT.san-fiid- und Kälacakra- Fakultäten und 
verbreitete die Lehre. 

Nach diesem Beispiel wurden zu den 'Oirod, Koko 208 

n» Noor, Cahar, Sunid, 'Apäga, Durped, Pärin, 
'Arn Horc'en, Cegun Horcen, 'Auhan, Xaiman, 
'Oiiu w od, Jar w od und in die übrigen grossen Provinzen 
der äus*eren und inneren Mongolei aus dB us, j'Tsafi, 
f A -m do u. s. w. viele heilige Mahapurusha's berufen, 

15 welche die Sütra- und Mantra- Texte in kundiger Weise 
studiert hatten. Diese sowohl als auch viele, welche — 
da sehr viele Scholaren aus den verschiedenen Sog nach 
dßus, ^Tsari, 'A-mdo u. s. w. gingen — Studien ge- 
macht hatten und infolgedessen gelehrt waren, gründeten 

■jo in den verschiedenen Gegenden sehr viele grosse und 
kleine Klöster und errichteten niTsan-nid-Predigtschulen, 
Tantra- Schulen, Lam-rim- Fakultäten u. s. w. So dran«; 
gleichsam das Kleinod der Jina- Lehre durch das An- * 
hören der Erklärung (oC* ad-haii) , das Festhalten an den 

w> Gelübden und Geboten u. s. w. nach allen Richtungen 
in die Mongolei ein. Wo wäre man also im Stande 
alles zu erzählen? Von einigen Gebieten jedoch sei 
etwas erwähnt: 

V 

In diesem unserem Soj* der H arc er T'urned 



:k> wurde durch die Kraft des früher angesammelten reichen 



- 329 — 

sittlichen Verdienstes der mit den sieben himmlischen 
Tugenden schön geschmückte, mit einem unerschütter- 
lichen Glauben an den Lama (und) die drei Kleinodien 
ausgestattete lCari-skya rin-po-ce zum Lama ange- 
nommen. Hierauf gründete jener der Lam-rim- und 5 
Geheimmantra- Methode mit aller Konzentration ob- 
liegende, unter dem Namen Jasag Pei-se Hämoka 
Päyasgwolant'wO hochberühmte Mahäpurusha und 
grosse Gabenspender der Lehre, auf Verbreitung, Blüte 
und langes Bestehen des Kleinods der Buddha-Lehre be- 10 
dacht, nahe bei seinem Palast ein Kloster, dessen Glanz- 
punkt ein grosser Tempel von anmutender Schönheit 
bildete. In diesem richtete er eine mTsan-nid-Fakultät 
209 neu ein und schenkte den Geistlichen Gegenstände, 
Requisiten und Medikamente. Auch dem Jina Vater und 15 
Sohn von dBus und yTsan (d. h. dem Dalai-Lama 
und dem Pan-cen rin-po-ce) verehrte er Geschenke in 
hohen Haufen und erwies ihnen auch sonstige Dienste. 
Namentlich aber ist er dadurch, dass er die Gnade 
hatte, jenen an Güte unvergleichlichen 20 

Kun-mk'yen bla-ma Jam-dbyarts bzad-pa rje-btsun dKon-mcog 

Jigs-med dbart-poi zal-srta-nas 

in dieses unser Land zu berufen und nach dem Beispiel 
dieses Ho-so 1 ) in vielen Gegenden der Mongolei die 
Lehre in hohem Masse zum Gedeihen zu bringen, ein 25 
ganz ausserordentlicher Wohlthäter geworden. 

Hier sei etwas von dem Lebenslaufe eben dieses 
Dharmaräja Jam-dbyans erzählt: 

1) Vgl. Kowal. II, 90G b : khoioi — chines. kho-*o — 'province'. 



— 330 — 

Dieser Herr wurde in dem Orte sNan-ra in Unter- 
inDo als Sohn des Nag-dban rnam-rgyal — des 
jüngeren Bruders des Manju^ri rje von sTon-ok'or, 
Nag-dban bsod-nams rgya-mt c so, — und der* 

5^Nam-skyid im Erde-Affen-Jahr des 12. Cyklus (1727) 
unter vielen wunderbaren Vorzeichen geboren. Es wurde 
ihm der Name Rin-c f en mk c ar gegeben. Schon in 
seiner Kindheit war er nicht von dem Schmutz der In- 
dolenz befleckt, sondern durch einen reinen Wandel 

10 schön geschmückt und darum Gegenstand des allge- 
meinen Lobes. Im 6. Lebensjahre (1732) trat er unter 
dGe-p'yug c'os-rje don-grub rgya-mt'so in den 
Priesterstand und erhielt den Namen Nag-dban rgyal- 
mt c san. Nachdem er sich seinem Oheim angeschlossen 

15 hatte, brauchte er das Lesen so wenig erst zu lernen, dasa 
er, sobald man ihm nur den Anfang sagte, fliessend lesen 
konnte. Zu Beginn seines 13. Lebensjahres (1739) nahm 
er bei seinem Oheim, dem Manjupri rin-po-ce von sTori- 
ok'or, das (^ramanera-Gelübde auf sich und erhielt den 

20 Namen Nag-dban ojani-dbyans prin-las rgyal- 
mt c san dpal bzan-po. Auch rgyan (Schmuck) sowohl 
als ojug nahm er in gehöriger Weise an. Bei jenem 
Herrn hörte er die Ekavajrabhairava^üravapitä 1 ) 
und prägte sie ohne Anstoss seinem Gedächtnis ein. 

25 Auch die Unterweisung in dem „Again a des Ant- 
litzes des Manjupri" 2 ), die Einführung in die 



1) Tib. rDo-rje jigs-byed dpa rcig-gi dban; dpa nach 
M. (M. Tib.) = 9kr. <jüra und vira. 

2) Jam-dpal zal luu (= Manjq^ri vadanäga ma)-gi k'rid. 



- 331 — 

210 „Schrift über die Belehrung" 1 ) und viele andere 
Dharma's. Nach Ablauf des 16. Lebensjahres (1742) 
entschieden die Dharmapäla's (Cos-skyon) Le-mo, 
yNas-curi und dGa-j'don, dass er (die Inkarnation) 
des rJe Jam-dbyaris bzad-pai rdo-rje sei. In- 5 
folgedessen gelangte er in die Residenz bKra-sis 
o k* y i 1 als dessen Nachfolger im (Drehen) des Rades zur 
(Abhaltung) des Betens von bKra-sis ok'yil und der 
Lehrreden und erfüllte denn auch die Versammelten mit 
Freude über seine Lehrpredigten und sein Segensgebet, lo 

* 

Er schloss sich dem Kalyänamitra Nag- d ban bstan- 
odsin als seinem Sittenlehrer an und verstand durch 
das Studium des abgekürzten Unterrichts 2 ) nach ein, 
zwei Tagen die Beweisführung klar und ordentlich. 
Nachdem der Fürst der gänzlich vollkommenen Lehre, 15 
der Mahopädhyäya von dpal oK'or cos sde, rDo-rje 
ocan dGe-odun rgya-mtfso, hinberufen war, studierte 
* er bei ihm sowohl die Trayoda^abhairavl- 8 ) als auch 
die Guhyasamäja-Va^itä, die Ekädapamahäkaruna- 
vadanavav'itä 4 ) und andere Arten von Mahäva<?itäV, 20 
das Adhiväsanam des sNar-t'aii brgya-rtsa, des 
Sadhanasägara und anderer Haupt- Vacana's; viele 
Adhiväsana's von Neben - Vacana's , so z. B. das der 
„Dreizehn Aussprüche des Nätha u5 ), „der weissen 



1) Rig-byed-mai rjes-vnan. 

2) bsDus-grwai sbyans-pa; vgl. oben p. 306, 13. 

3) Jigs-byed bcu-vsum-ma(i dban). 

4) Tib. T c ug8-rje cen-po beu-veig zal-gyi dban. 

5) mGon-po bka beu-ysum. 



i 



— 332 — 

Tara ttl ), „des schwarzen Garuda u2 ) und des y, ge- 
streiften Gam da* 8 ); „die sechs Texte der Lehr- 
vorschriften" 4 ), „die drei Kranz-Kreise" 5 ), „die 
Hunderttausend Aussprüche des Pan-c f en u6 ), 

5 „die Hunderttausend Aussprüche des lCan- 
skya tt7 ) und viele andere Arten von Agama's und viele 
sonstige tiefe und ausgedehnte heilige Dbarma's. Im 22. 
Lebensjahre (1748) erhielt er in dGon-lun byams-pa 
glin, nachdem er den Scheitelschmuck aller Gelehrten, 

lo den ICan-skya rin-po-ce Ye-ses bstan-pai sgron-mei 
zal-sna-nas als upädhyäya (dabei zu fungieren) gebeten 
hatte, die Upasampadä Im Herbst dieses Jahres (1748), 
nachdem der sTori- k r or rin-po-ce (d.i. sein Oheim 
Nag-dban bsod-nams rgya-mt f so) nachdem neuen 

15 Kloster bKra-sis rab-brtan berufen war, studierte er 
(bei ihm) die Vajramälä- und Kriyä sprags-pa- 
Mabäva<?itä ganz vollkommen. Nach Ablauf des 25. 
Lebensjahres, im (männlichen) Wasser-Affen-Jahre (1751), 
kam er nach dem Lande dB us und brachte in dem 211 

20 grossen Palaste Potala dem rGyal-dban t r ams-cad 
mk'yen-ciri j'/igs-pa cen-po Bio - bzan bskal - bzari 
rgya-mtso und dem Pan-cen t'ams-cad mk'yen-pa 
Blo-bzari dpal-ldan ye-ses seine Huldigung dar. 
Als er von dem Pan-cen rin-po-c c e bei dem rGyal-dban 



1) sGrol dkar. 

2) K yuü nag. 

3) K y un k l ra. 

4) bKa-vdarus j/zun drug. 

5) P ren-ba 9k or vsuin. 

6) Pan-cen j/9un- bum. 

7) ICnri-frkvH ysun- bum. 



— 333 — 

mc'og Vacanadharma's zu hören Gelegenheit hatte und 
in der Reihe der Predigt-Hörer sass, hörte er u. a. das 
Adhiväsanam des Sädhanasägara, Ba-ri brgya- 
rtsa, sNar-t'an brgya-rtsa und sMan-bla, den 
Agama der Hunderttausend Aussprüche des rGyal- 5 
dban selbst und viele andere Dharmavacana's. Als er 
darauf in B ras- sp uns in der Religionsschule von bKra- 
sis sgo-man weilte, hörte er bei dem Mahopädhyäya 
Sans-rgyas rdo-rje „das Innerste der Astro- 
logie al ), schloss sich dem Herrn der Wissenschaft 2 ) 10 
*Klu- Q bum blo-bzah dar-rgyas als seinem Sitten- 
lehrer an und studierte die Prajnäpäramitä-Texte. 
Als er zu dem Meister der in der Schüttelung des Zauber- 
dolches vollkommenen Herren, dem Acärya Byams-pa 
rin-po-c'e, zur Begrüssung kam, drückte seine Haltung 15 
Freude aus. Auf seine Bitte um eine kleine Predigt, er- 
teilte er ihm eine Belehrung über das Leben der Weissen 
Tara. Im Wasser-Vogel-Jahre (1752) gewährte auf die 
Bitte eben dieses Herrn an den rGyal-dbaft rin-po-c c e 
dieser ihm in seiner Herzensfreude die Belehrung über 20 

A 

^den Bodh i -Heils weg" 8 ), sowie Erklärung und Agama 
des „Vierfachen Kommentars" 4 ). Einstmals, als aus 
K'ams der rDo-rje c'ari sTag-p'u rin-po-c'e gekommen 
war, hörte er bei ihm die Samvara-Lü-'i-pa-Va^itä 5 ), 
„die Sa-skya-Goldlehre u6 ) u. s. w. Bei dem dPon- 25 



1) rTsis-bzag. 

2) Rig-pai dban-p'yug =r= skr. vidye9(var)a. 

3) Byan-c c ub bde-lam-gyi k'rid. 

4) Grel-pa bzi-sprags. 

5) bDe-mc'og Lü-'i-pai dbaö. 

6) Sa-skyai yser-c'oe. 



— 324 — 

Buddha's der drei Zeiten und der zehn Weitgehenden 
in einem einzigen Kern in sich vereinigte, das Kleinod 
der Lehre des oJam-mgon rGyal-ba j'fiis-pa taghell 
leuchten liess. Dies geschah folgendennassen: 
5 Nachdem der Herr 1 ) des Sukhävatikshetram 205 

in dieses Land sein Fusspaar gesetzt, erfüllte 
er, dem Paradiesbaum gleich, 
I)es Manjughos ha- Kaisers Wunsch und befriedigte 
die durch Sehen, Hören, Bewusstsein, Fühlen 
io u. s. w. der Kausalität unterworfenen 

Wesen des China- und Mongolenlandes allesamt durch 

die vier anzusammelnden Dinge gar wohl. 
Daraufhin fand infolge der Erinnerung an die wunder- 
bare Gutthat, die auf den guten Weg, der eine 
15 günstige Wiedergeburt sichert, hinleitete, die Zu- 

fluchtnahme (bei den drei Kleinodien) statt. 

Nämlich dieser unser jetziger grosser Kaiser und 

König Saiziyalfai Yirugelt'u Cyä ein 2 ) behielt # 

hierauf seinerseits des Kaisers Tai zan Hwan di mite 

20 Sitte und Gewohnheit fest bei. Dadurch wurde uns allen, 

den Menschen Chinas und der Mongolei, gleichsam ein 

Götterlos zu teil. Der mit unfassbaier Gnade regierende 

erhabene Hort machte u. a. den Lama der Wesen der 

drei Welten , des lCari-skya erhabenen Höchsten Ni- 

25 rmänakäya: rDo-rje oc'an Ye-ses bstan-pai rgyal- 

mt'san-gyi zal-sna-nas; den erhabenen Höchsten Ni- 

rmänakäya des K c ri-een: den K'yab-bdag bla-ma Nag- 

dban t'ub-bstan dbari-p'yug dpal-ldan op'rin-lass 

1) D. i. Amit&bha. 

2) S. oben, p. 77,7-15. 



— 325 — 

rgya-mt e soi zal-sna-nas, und den erhabenen Höchsten 
Nirmänakaya des KVi-cen Nam-mk c a bzan-po: den 
dKyil- k f or rgya-mt'soi mna-bdag rDo-rje can Jigs- 
med nam-mk'ai zal-sna-nas 1 ) zu Opferpriestern und 
erwies den drei Kleinodien Verehrung. So war denn ö 
das Glück und Wohl der Wesen und der Lehre in 
immer steigender Zunahme begriffen. Ferner wurden 
unter den Kaisern der Fürst der gänzlich vollkommenen 
206 Lehre Ba-so rje-drun, der erhabene Höchste Nirmäna- 
kaya 2 ); der bTsan-po sMin-grol Nomon Han rin- 10 
po-ce 8 ); der Tun bkwan und erhabene Höchste Ni- 
rmänakaya 4 ) K c yab-bdag oK'or-loi mgon-po Blo-bzafi 
c'os-kyi fii-mai fcal-sria-nas 5 ); der sToii- k c or Manju- 
vrl Nomon Han; rJe 'A-kya, der erhabene Nirmäna- 
käya 6 ); rJe Nag-dban dpal- byor HwOt'ogt'wO und i< r > 
viele andere gelehrte Grosslamen und Kalyänamitra's, 
in denen sich Wissen mit Vollkommenheit verband, be- 
rufen; so wurde für die Interessen der Lehre gesorgt. 
Auf diese Weise hingen die Kaiser der Tai CTin-Dynastie 
ausschliesslich den Mahäpurusha's der unvergleichlichen 20 
dGe-lugs-pa (-Sekte), in dem Verhältnis von Laien zu 
Priestern, an. Alle diese heiligen Mahäpurusha's be- 
friedigten die Bewohner aller Landesteile China's, der 



1) Der Verfasser des vorliegenden Werkes. 

2) Ba-so rje-drun mcog-sprul rin-po-e'e; offenbar identisch 
mit rJe-drun sprul-sku oben p. 308, 13; vgl. auch p. 289, n.3. 

3) Offenbar identisch mit bTsan-po Nomon Han, p. 308, 13. 

4) T'uu bkwan mc og-sprul rin-po-c e. 

5) Offenbar identisch mit dem T uu bkwan rin-po-c c e K'yab-bdag 
Blo-bzan cos-kyi ni-rna oben p. 308, 14—15. 

6) rJe J A-kya sprul-sku rin-po-c e. 



— 326 - 

Mandschurei und namentlich der grossen Mongolei, und # 
zwar Beamte — voran die grossen dBon — und Volk, 
indem sie einen starken Regen von tiefen und umfang- 
reichen Religionslehren reichlich herniedersandten. Da- 
5 durch verbreiteten und förderten sie das Kleinod der 
Lehre des Blo-bzan rGyal-ba 1 ) in allen Gegenden 
gar sehr. Indem auf diese Weise die Gesetzes-K aiser 
aus dB us, yTsan, mDo u. s. w. viele mit Wissen und 
Vollkommenheit ausgerüstete heilige Mahäpurusha's be- 
ll) riefen, Hessen sie in den grossen Landesteilen China's 
und der Mongolei die Buddha-Lehre taghell leuchten, 
indem diese z. B. vortreffliche Belehrungen über die 
Sütra\s, die Mantra's und die terminologische Wissen- 
schaft erteilten. Durch diese guten Thaten und Werke 
15 wurde gleichsam der Herzensdünkel darüber, dass die 
tibetischen Dharmaraja's aus Aryade^a viele Gelehrte 
beriefen und dadurch die Lehre verbreiteten, ver- 
scheucht. 

Ferner erstanden in der grossen Provinz Halb a 
20 der das Rad der Siddhi drehende 2 ) Nag-po spyod-pa; 
der Kun-mkyen Jam-dbyaris C'os-rje; des Mahä- 
siddha Täranätha Höchster Nirmänakäya: der Mahä- 207 
purusha, der einen starken Regen der Reihenfolge der 
früheren und späteren Geburten des rJe-btsun dam- 
25 pa Blo-bzan bstan-pai rgyal-mf san 3 ) — welcher 
die Thaten des „In dem Dunkel gut einhersch reitender 
(Sugata) Nam-mk'ai t'ig-le" genannten Buddha dar- 

1) D. i. bT8on-k c a-pa, vgl. oben pp. 177. 186—188. 255. 

2) Grub-t'ob-kyi k or-los bsgyur-pa. 

3) D. i. Täranätha, a. Tär. Ueb., Vorrede, p. vm. 



— 327 — 

stellen soll — , sowie der Belehrung Ober den bKa- 
ogyur, der Mitravajramälamahävacitä 1 ) und an- 
derer vortrefflicher Dharma's reichlich herniederströmen 
Hess und dadurch die Werke der Lehre eifrig vollbrachte: 
des Pan-cen tfams-cad mk'yen-pa Blo-bzah cos-kyi 5 
rgyal-mt f san und des rGyal-dban lna-pa persön- 
licher Schüler Jayapandita Blo-bzan prin-las; 
der Halha Manjupri Nomon Han; der Halha 'Erteni 
Pandita dBan-c c en Nomon Han; der CT in su Tsugtfu 
Nomon Han und viele andere heilige Mahäpurusha's. 10 
In den verschiedensten Gegenden wurden viele grosse 
Klöster errichtet und mT'san-nid- Fakultäten, Tantra- 
* Schulen und andere Fakultäten in grosser Zahl gegründet. 
So brachten sie das Kleinod der Lehre zu Blüte und 
Gedeihen. 15 

Ferner verbreitete sich die Jina-Lehre auch in das 
Land des Königs 'Ayusi der T c org w od. In den zur Zeit 
des Mongolenfürsten dGa-ldan Jorigt r u Huh T'aici er- 
richteten vier Fakultäten für m'Fsan-nid, Lam-rim, Tan tris- 
mus u. s. w. im Osten dieses Landes lebten über zwanzig- 20 
tausend bettelnde Qrämanera's. Diese beobachteten streng 
die Gelübde und Gebote und studierten die keinerlei Bei- 
mischung und Zusatz aufweisenden Sütra's und Tantra's 
sowie, ausser den Heiligen Schriften des rJe bTsori-k f a 
und seines Jüngers und des Pan-cen Blo-bzan cos- 25 
rgyan, das C r ad-nan und die drei Lehren 2 ) in gehöriger 
Weise. Sie waren quasi berühmt in dieser Hinsicht und 
dienten als Vorbild. 



1) Tib. Mitra rdor- pren-gi dbaii-cen 

2) bSlab-pa vatim. 



— 328 — 

Ebenso errichtete im Gebiet von 'Alagsa des rJe 
Dwags-po erhabener Höchster Nirmänakäya Kun-grol 
Nomon Han mPsan- nid -Predigtschulen u. s. w. und 
wirkte so für die Interessen der Lehre. 
5 Im w '0 ran -Gebiete gründete der Fürst der Ge- 

lehrten Dus-ok'or pandita Pad-dkar c'os-gliii, er- 
richtete mTsan-nid- und Kälacakr a - Fakultäten und 
verbreitete die Lehre. 

Nach diesem Beispiel wurden zu den 'Oirod, Kökrt 208 

lo No or, Cahar, Sunid, 'Apäga, Durped, Pärin, 
'Aru Hure en, Cegun Horc'en, J Auhan, Naiinan, 
*0nn w od, Jar w od und in die übrigen grossen Provinzen 
der äusseren und inneren Mongolei aus dB us, yTsai'i, 
'A-mdo u. s. w. viele heilige Mahäpurusha's berufen, 

15 welche die Sütra- und Mantra- Texte in kundiger Weise 
studiert hatten. Diese sowohl als auch viele, welche — 
da sehr viele Scholaren aus den verschiedenen Sog nach 
dBus, yTsan, 'A-mdo u. s. w. gingen — Studien ge- 
macht hatten und infolgedessen gelehrt waren, gründeten 

•20 in den verschiedenen Gegenden sehr viele grosse und 
kleine Klöster und errichteten mTsan-nid-Predigtschulen, 
Tantra- Schulen, Lam-rim- Fakultäten u. s. w. So drang 
gleichsam das Kleinod der Jina- Lehre durch das An- * 
hören der Erklärung (oC l ad-ua?i), das Festhalten an den 

25 Gelübden und Geboten u. s. w. nach allen Richtungen 
in die Mongolei ein. Wo wäre man also im Stande 
alles zu erzählen? Von einigen Gebieten jedoch sei 
etwas erwähnt: 

V 

In diesem unserem Sog der H arc e r T c u m e d 
30 wurde durch die Kraft des früher angesammelten reichen 



- 329 — 

sittlichen Verdienstes der mit den sieben himmlischen 
Tugenden schön geschmückte, mit einem unerschütter- 
lichen Glauben an den Lama (und) die drei Kleinodien 
ausgestattete ICaii-skya rin-po-ce zum Lama ange- 
nommen. Hierauf gründete jener der Lam-rim- undo 
Geheimmantra- Methode mit aller Konzentration ob- 
liegende, unter dem Namen Jasag Pei-se llä in oka 
P äy as g w o 1 a n t\ o hochberühmte Mahäpurusha und 
grosse Gabenspender der Lehre, auf Verbreitung, Blüte 
und langes Bestehen des Kleinods der Buddha-Lehre be- lo 
dacht, nahe bei seinem Palast ein Kloster, dessen Glanz- 
punkt ein grosser Tempel von anmutender Schönheit 
bildete. In diesem richtete er eine mTsan-nid-Fakultät 
209 neu ein und schenkte den Geistlichen Gegenstände, 
Requisiten und Medikamente. Auch dem Jina Vater und 15 
Sohn von dBus und yTsan (d. h. dem Dalai-Lama 
und dem Pan-cen rin-po-ce) verehrte er Geschenke in 
hohen Haufen und erwies ihnen auch sonstige Dienste. 
Namentlich aber ist er dadurch, dass er die Gnade 
hatte, jenen an Güte unvergleichlichen 20 

Kun-mk'yen bla-ma Jam-dbyarts bzad-pa rje-btsun dKon-mcog 

Jigs-med dbart-poi zal-srta-nas 

in dieses unser Land zu berufen und nach dem Beispiel 
dieses Ho-so 1 ) in vielen Gegenden der Mongolei die 
Lehre in hohem Masse zum Gedeihen zu bringen, ein 2f> 
ganz ausserordentlicher Wohlthäter geworden. 

Hier sei etwas von dem Lebenslaufe eben dieses 
Dharmaräja Jam-dbyans erzählt: 

1) Vgl. Kowal. II, 906 b : khosoi — cbines. kho-*o — 'province 1 . 



— 330 — 

Dieser Herr wurde in dem Orte »Nan-ra in Unter- 
m Do als Sohn des Nag-dban rnam-rgyal — des 
jüngeren Bruders des Manju^ri rje von sTon-ok'or, 
Nag-dban bsod-nams rgya-mt r so, — und der* 

5^Nam-skyid im Erde-Aften-Jahr des 12. Cyklus (1727) 
unter vielen wunderbaren Vorzeichen geboren. Es wurde 
ihm der Name Rin-cen mk r ar gegeben. Schon in 
seiner Kindheit war er nicht von dem Schmutz der In- 
dolenz befleckt, sondern durch einen reinen Wandel 

K) schön geschmückt und darum Gegenstand des allge- 
meinen Lobes. Im 6. Lebensjahre (1732) trat er unter 
dGe-p c yug c'os-rje don-grub rgya-mt'so in den 
Priesterstand und erhielt den Namen Nag-dban rgyal- 
mfsan. Nachdem er sich seinem Oheim angeschlossen 

15 hatte, brauchte er das Lesen so wenig erst zu lernen, dass 
er, sobald man ihm nur den Anfang sagte, fliessend lesen 
konnte. Zu Beginn seines 13. Lebensjahres (1739) nahm 
er bei seinem Oheim, dem Manjupri rin-po-ce von sTon- 
ok'or, das Qramanera-Gelübde auf sich und erhielt den 

20 Namen Nag-dban ojam-dbyans p rin-las rgyal- 
mt c san dpal bzan-po. Auch rgyan (Schmuck) sowohl 
als ojug nahm er in gehöriger Weise an. Bei jenem 
Herrn hörte er die Ekavajrabhairavapüravaf itä 1 ) 
und prägte sie ohne Anstoss seinem Gedächtnis ein. 

25 Auch die Unterweisung in dem „Agama des Ant- 
litzes des Manjupri" 2 ), die Einführung in die 



1) Tib. rDo-rje jigs-hyed dpa rcig-gi dban; dpa nach 
M. (M. Tib.) = skr. <jüra und vira. 

2) Jam-dpal zal lun (= Mafij qc^ri vadan äga ma)-gi k € rid. 



- 331 — 

210 „Schrift über die Belehrung" 1 ) und viele andere 
Dharma's. Nach Ablauf des IG. Lebensjahres (1742) 
entschieden die Dharmapäla's (Cos-skyon) Le-mo, 
yNas-cun und dGa-ydoii, dass er (die Inkarnation) 
des rJe Jam-d byans bzad-pai rdo-rje sei. In- 5 
folgedessen gelangte er in die Residenz bKra-sis 
o k* y i 1 als dessen Nachfolger im (Drehen) des Rades zur 
(Abhaltung) des Betens von bKra-sis k f yil und der 
Lehrreden und erfüllte denn auch die Versammelten mit 
Freude über seine Lehrpredigten und sein Segensgebet, lo 
Kr schloss sich dem Kalyänamitra Nag- d ban bstan- 
odsin als seinem Sittenlehrer an und verstand durch 
das Studium des abgekürzten Unterrichts 2 ) nach ein, 
zwei Tagen die Beweisführung klar und ordentlich. 
Nachdem der Fürst der gänzlich vollkommenen Lehre, 15 
der Mahopädhyäya von dpal K c or cos sde, rDo-rje 
ocandGe-odun rgya-mtfso, hinberufen war, studierte 
* er bei ihm sowohl die Tray odapabhairavi- 3 ) als auch 
dieGuhyasainäja-Va? itä, die Ekädapamahäkaruna- 
vadanava<?itä 4 ) und andere Arten von Mahäva<?itäV, 4 20 
das Adhivasanam des sNar-t'an brgya-rtsa, des 
Sfidhanasägara und anderer Haupt- Vacana's; viele 
Adhiväsana's von Neben -Vacana's, so z. B. das der 
„Dreizehn Aussprüche des Nätha ur> ), „der weissen 



1) Rig-byed-mai rjes-vnan. 

2) bsDus-grwai sbyatis-pa : vgl. oben p. 306, 13. 

3) »Jigs-byed b c u - vs u m - in a (i dban). 

4) Tib. T'ugs-r je cen-po bcu-orig zal-gyi dban. 

5) inGon-po bka bcu-vsum. 



— 332 — 

Tara* 1 ), «.des schwarzen Garuda u2 ) und des r ge- 
streiften Garuda* 8 ); „die sechs Texte der Lehr- 
vorschrifteir 4 ), „die drei Kranz-Kreise u 5 ) , „die 
Hunderttausend Aussprüche des Pan- c c en u6 ), 

5 „die Hunderttausend Aussprüche des lCan- 
sky a** 7 ) und viele andere Arten von Agama's und viele 
sonstige tiefe und ausgedehnte heilige Dharma's. Im 22. 
Lebensjahre (1748) erhielt er in dGon-lun byams-pa 
glin, nachdem er den Scheitelschmuck aller Gelehrten, 

in den ICan-skya rin-po-ce Ye-ses bstan-pai sgron-inei 
zal-sria-nas als upädhyäya (dabei zu fungieren) gebeten 
hatte, die Upasampadä Im Herbst dieses Jahres (1748), 
nachdem der sTon- k' or rin-po-ce (d.i. sein Oheim 
Nag-dban bsod-nams rgva-mt'so) nachdem neuen 

lü Kloster bK ra-s is rab-brtan berufen war, studierte er 
(bei ihm) die Vajramälä- und Kriyä sprags-pa- 
Mahäva^itä ganz vollkommen. Nach Ablauf des 25. 
Lebensjahres, im (männlichen) Wasser-Affen-Jahre (1751), 
kam er nach dem Lande dB us und brachte in dem 211 

•jo grossen Palaste Potain dem rGyal-dban t'ams-cad 
mk'yen-cin y/igs-pa cen-po Blo-bzan bskal - bzan 
rgya-mt.so und dem Pan-cen t'ams-cad mk'yen-pa 
Blo-bzan dpal-ldan ye-ses seine Huldigung dar. 
Als er von dem Pan-cen rin-po-c e bei dem rGyal-dban 

1) sGrol dkar. 

2) K y u n ii a «. 
.*i) K y u ii k ra. 

4) b K a - y d a in s y z u ii d r u g. 

5) P r i? ii - 1) a s k o r y s u in. 
G) Pan -c en *'8uii- bum. 

/ o 

7) I C a ii - 8 k y a yfluii- bum. 



— 333 — 

mc'og Vaeanadharma's zu hören Gelegenheit hatte und 
in der Reihe der Predigt- Hörer sass, hörte er u. a. das 
Adhiväsanam des Sädhanasägara, Ba-ri brgya- 
rtsa, sNar-t'an brgya-rtsa und sMan-bla, den 
Agama der Hunderttausend Aussprüche des rGyal- 5 
dbah selbst und viele andere Dharmavacana's. Als er 
darauf in B ras- sp uns in der Religionsschule von bKra- 
sis s go -man weilte, hörte er bei dem Mahopädhyäya 
Sans-rgyas rdo-rje „das Innerste der Astro- 
logie" 1 ), schloss sich dem Herrn der Wissenschaft 2 ) 10 
*Klu- bum blo-bzan dar-rgyas als seinem Sitten- 
lehrer an und studierte die Prajnäpäramitä -Texte. 
Als er zu dem Meister der in der Schüttelung des Zauber- 
dolches vollkommenen Herren, dem Acärya Byams-pa 
rin-po-e'e, zur Begrüssung kam, drückte seine Haltung 15 
Freude aus. Auf seine Bitte um eine kleine Predigt, er- 
teilte er ihm eine Belehrung über das Leben der Weissen 
Tärä. Im Wasser-Vogel-Jahre (1752) gewährte auf die 
Bitte eben dieses Herrn an den rGyal-dbah rin-po-c c e 
dieser ihm in seiner Herzensfreude die Belehrung über 20 

A 

„den Bod hi- Heils weg* 8 ), sowie Krklärung und Agama 
des „Vierfachen Kommentars" 4 ). Einstmals, als aus 
K'ams der rDo-rje oc'an sTag-p'u rin-po-c'e gekommen 
war, hörte er bei ihm die Sanivara-Lü-'i-pa-Vapitä 5 ), 
„die Sa-skya-Goldlehre" 6 ) u. s. w. Bei dem dPon- 25 



1) rTsis-bzag. 

2) Rig-pai dban-p'yug = skr. vidye9(var)a. 

3) Byan-^ub bde-lam-gyi k'rid. 

4) Grel-pa bzi-sprags. 

5) bDe-mc'og Lü-'i-pai dbafi. 

6) Sa-skya! vser-c'os. 



— 834 - 

slob Byams-pa rin-po-c'e studierte er die Unter- 
weisung im „Heilswege" 1 ), sowie den Bhairava- 
Utsa- und Sampanna (-krama) 2 ) in ordentlicher Weise. 
Danach ging er nach yTsan und hörte bei dem Pari- 
5cen rin-po-ce die Ayurva^itä u. a. Nach Sa-skya 
gekommen, hörte er bei dem rJe Nag-dbah kun-dga 
blo-gros die Kalasamvaravapitä und andere köst- 
liche Predigt-Ströme aller Art. Zu dieser Zeit hörte ei^ 212 
nachdem der ICan-skya rin-po-ce nach d Bus gekommen 

10 war, bei eben diesem Herrn die GuhyasamäjavaQitä, 
die Vacitä der beiden Mandala's der äusseren 
und der inneren Samvara- Glocke 8 ), den Utsa- 
und Sampanna (-krama) des Körperumfangs des 
Samvara 4 ), die acht grossen Belehrungen 5 ) u.a. m. 

15 Bei dem Byes dpon-slob zur Nag- d ban don -grub 
hörte er Erklärung und Agama des Lam-rim cen- 
mo. Von dem rJe yan dgon snags rams-pa Blo-bzan 
don-grub hörte er den Sädhanaratnäkara 6 ) und 
viele andere Dharmavacana's. Nachdem er das Studium 

^o des dBu-par und die Anhörung der Sutra's und Ma- 
ntra's eifrig betrieben, ging er im Krde-Affen-Jahr (1758) 
nach der grossen Lamaserie bKra-sis okyil und 
schaltete in geistlichen und weltlichen Dingen segens- 

1) bDe-lam. 

2) Jigs-byed-kyi bskyed-rdsogs. 

3) bDe-mc ( og dril-bu pyi-nan-gi dkyil- k c or j'fiis- 
kyi dban. 

4) bDe-mcog lus- dkyil-gy i bskyed-rdsogs. 

5) Krid-cen brgyad. 

6) Tib. sGrub-tabs rin- byun; rin- byun ist wohl eine Ab- 
kürzung von rin-cen byun-ynas = skr. ratnäkara. 



— 335 — 

* reich. Im 33. Lebensjahre (1759). am Neumondstage 1 ) 
des 2. Monats, betrat er den oC'ad-fian-Lehrstuhl und 
drehte, indem er z. B. den rTsis-bzag („das Innerste der 
Astrologie") aus den fünf grossen reinen Büchern 2 ) vor- 
trug, für die aus allen Gegenden zusammengeströmten 5 
zahllosen Frommen das Rad der tiefen und ausgedehnten 
Lehre in ununterbrochenem Verlauf. Zu einer Zeit ver- 
lieh der Manjughosha-Kaiser diesem Herrn den Titel 
„die Lehre hochhaltender und fördernder 'Erteni No- 
mon han* nebst Siegel, Diplom u. s. w. Ganz zu Anfang 10 
seines 36. Lebensjahres (1762), als von dem Pan-cen 
tfams-cad mk'yen-pa der Befehl erging, er solle eine 
Kälacakra-Fakultät gründen, da dachte er an die Ehre 
u. s. w., den Befehl ausführen (zu dürfen), und gründete 
infolgedessen eine Kälacakra-Fakultät. Danach führte 15 
der Herr in eigener Person, u. a. durch den Vortrag 
einiger gebräuchlicher Lehren, das oC'ad-nan (Anhören 
der Erklärung) in gehöriger Weise ein. Der von den 
höchsten Beamten 3 ) von dGon-lun, namentlich dem 
Tuu bkwan rin-po-ce, ausgesprochenen Bitte gemäss, 20 
nahm er den Lehrstuhl von dGon-lun ein und ver- 
schönte dadurch das Freudenfest der Religion. 
213 Als er hoch im 38. Lebensjahre stand (1764), be- 

trat er auf die von den Scholaren von sKu- bum aus- 
gesprochene Bitte den Lehrstuhl eben dieses (Klosters) 25 
und drehte das Rad der Lehre eifrig. Auf diese Weise 



1) Yar-t'ses 

2) dKar bot cen-po liia; po-ti, po-ta, pot, bot aas skr. pusta. 

3) Las sne-ba. 



- 33ti — 

sättigte er Hie grossen und kleinen Klöster «1er verschie- 
denen Gegenden, voran die drei grossen Klöster, ferner 
die Grossfürsten von Kökö No or und unendlich viele 
andere Vineya's von Tibet und der Mongolei mit dein 

A 

5 Nektar der Va^itä's, Adhiväsana's, Agama's, Belehrungen 1 ), 
Upasampanna^-Gelübde und sonstiger tiefer und ausge- 
dehnter Lehren. Früher hatte er in dGon-lun den 
sehnlichen Wunsch etwa des Inhalts ausgesprochen, bei 
dem lCan-skya rDo-rje Q c € &h die Mitrava^itä 2 ) zu 

10 hören. Da sagte der die Namen aufrufende Upädhyäya 3 ), 
der habe sie erst von dem K'ri-c'en sprul-sku gehört; 
folglich wäre es gut, wenn er diesen darum anginge. 
Dementsprechend (erklärte jener), er wolle (den K'ri-e'en 
sprul-sku) um die Mitravavitä, den rDo-rje caii selbst 

15 aber um die Predigt und den Agama „der die fünf 
Stufen erhellenden Leuchte 1 * 4 ) bitten. Demgeniäss * 
lenkte er, um der heiligen Stätte des fünfgipfligen Berges 
seinen Besuch u. s. w. abzustatten, am 22. Tage des 
Monats Vai^äkha des Erde-Rinder-Jahres (1768) sein 

20 Ross nach dem fünfgipfligen Berge. Auf der Reise zu 
wiederholten Malen von Seiten der Grosslamen, Gross- 
fürsten u. s. vv. mit BegrOssung und Geleit, mit Bitten 
um Predigten und mit ausgezeichneten Ehrenbezeugungen 
geehrt, gelangte er zu dem fünfgipfligen Berge. Da 



1) K'rid bsnen-rdsogs; dementsprechend ist auch oben p. 196, 
1—2 (s. auch n. 2) statt: „die Einfuhrung in den Unterricht, das Pra- 
vrajyft-, . . . Gelübde" zu übersetzen: „die Belehrung, dasUpasampanna-, 
Pravrajita-, Gelübde". 

2) Tib. Mitrai dbah. 

3) raT'san-sgrogs mk'an-po. 

4) R im -In a ysal sgron. 



— 337 — 

zogen ihm die Schulklassen, geführt von den Grosslamen, 
in Prozession zum Willkommen entgegen. Da zu dieser 
Zeit die Situation die war, dass der ICan-skya t'ams- 
cad mk c yen-pa in gar gewaltigem Ansehen stand, machte 
er eben diesem Herrn allein persönlich seine Aufwartung, 5 
wobei ein Gespräch über die zwischen den beiden Stän- 
den (Geistlichkeit und Laien) obwaltenden inneren har- 
monischen Beziehungen sehr in Fluss kam. Im 7. Monat 
begab er sich in die Umgegend der heiligen Stätte des 
fiinfgipfligen Berges. Da hatte er eine ganz vollkommene 10 
Vision des Antlitzes und der Arme des Bhairava 1 ) in 
vollständiger Klarheit, wobei er mit ihm persönlich 
sprach. Am 8. Tage, als der ICan-skya rDo-rje oC'an 
seine Abschliessung von der Aussenwelt beendete 2 ), trug 
dieser letztere auf die von eben (jenem) Herrn ge- 15 
äusserte Bitte ihm samt seinem Gefolge eine ausser- 
214 gewöhnliche Einleitung zum Heilswege u. a. m. und eben 
dem Herrn allein einige tiefe Lehren vor. Nachdem sein 
Wunsch nach dem Besuch u. s. w. der heiligen Stätte 
des fünfgipf ligen Berges erfüllt war, ging er zunächst 20 
auf die von dem Schützer der Religion Tiyanci 3 ) vor- 
gebrachte höfliche und dringende Einladung nach Küke 
Khota. Dann folgte er einem Rufe der Grossfürsten der 
Durped und der rechten und linken Sunid. Während 
er bei den Durped weilte, erschien der von dem grossen 25 



1) Tib. o Jig8-byed. 

2) sKu-mt'sarns grol ; vgl. oben p 313, 16 und n. 2. 

3) Mong. Diyanci; als appellalivum = 'contemplateur, crmite' 
(Kowal. Ill, 1780 b ), nomen agentis von dyan = »kr. dhy&na (1. c. 
p. 1779 b fg.). 

22 



— 338 — 

Gabenspender der Lehre, dem Pai-sa der T'uraed, mit 
einer Compagnie 1 ) u. s. w., um ihn zu berufen, abge- 
sandte Doktor 3 ) Nag-dbah ses-rab. Er gewährte ihni 
eine Audienz und gab ihm seine Genehmigung, dass 

5 er zurückkehren dürfe. Darauf begab er sich nach 
Doloon Noor und Yai hör und veranstaltete das 
Freudenfest der Religion. Zu dieser Zeit kam der 
von dem edlen Haupt -Gabenspender, dem Hamoga 
PäyasgolantVo Pei-si der T'umed, mit Vorspann 3 ) «* 

10 abgeschickte Berufungsgesandte. Infolgedessen lenkte er 
im 12. (Monat) sein Ross dahin und kam allmählich 
näher. Da huldigten ihm der Pei-se der T'umed samt 
Beamten und Gefolge, eine berittene Eskorte der höch- 
sten amtierenden Klosterlamen 4 ) und anderer, eine Pro- 

15 Zession zahlreicher Geistlichen mit mannigfachen Opfer- 
geräten u. a. m. So langte er im Kloster an. Wäh- 
rend er in demselben verblieb, vollbrachte der Pei-si 
die höchsten Leistungen an Huldigungsbeweisen und 
Ehrenbezeugungen für den Herrn und sein ganzes Ge- 

20 folge. Im Eisen-Tiger-Jahr (17G9) — so z.B. als der 
Tag der Verrichtung des magischen Gebetes 5 ) herankam 
— trug er auf die von verschiedenen Seiten: von dem 
Pei-si, seinen Söhnen und anderen, geäusserten Bitten die 
Dvishashticakrasainvaradeva- 6 ), die Trayoda^a- 

1) Mong. jalan, 'une compagnie des bannieres' (Kowal. III,2279 b ). 

2) rDo rams-pa. 

3) (Mong.) ulä=zulagha; letzteres nach Kowal. 1 , 309 a : 'relais, 
chevaux de relais'. 

4) dGon-pai bla-ma las sne. 

5) C*o- o prul smon-lam-gyi ysuii t f ses. 

6) Tib. q K* or-lo sdom-pa 1ha re-ynis (-kyi dban). 



k. 



— 339 — 

bhairavi- 1 ) und die Ekayrtra- 2 )(Vafitä), (die Va<?itä) 
derOeffnung der Himmelsthör 8 ) und andere Vapita's; 
die Unterweisung im Utsa- und Sampanna(-krama) sowohl 
des Guhya(samäja) als des Samvara; die Unterweisung 
in dem roten T'sem-bu 4 ) und viele andere tiefe Lehren 5 
vor. Sehr vielen Sädhya's übermittelte er das Upaväsa-, 
215 das Upasaka- und andere sowie das Qramanerabhikshu- 5 ) 
Gelübde. Täglich erfüllte er unparteiisch vielen tausend 
versammelten Besuchern durch die Hand-Va^itä u. s. w. 
ihre Wünsche. Am 2. Tage machte er sich auf nach 10 
dem Palaste, am 3. Tage hörte er zu Füssen des Mandala- 
Meer-Beherrschers, des ICah-skya rDo-rje c c an, ausführ- 
lieh Erklärung und Agama „der die fünf Stufen — den 
eigentlichsten Kern der Subhäshita's des Jam-mgon 
bla-ma 6 ) — erhellenden Leuchte" und richtete 15 
durch den nachmals oft wiederholten Vortrag derselben 
die Standarte des nicht vergehenden Kleinods der Ma- 
hämantravajrayäna 7 )- Lehre fest auf. Darauf kam er 
weiter nach Yai-hor. Indem er hier, (allen) voran, 
dem Vortrag der Mitravacana's 8 ) Gehör schenkte, 20 
empfing er, am 13. (Tage) des 4. Monats beginnend, von 



1) Tib. Jigs-byed bcu-j/sum-ma(i dban). 

2) Oder Ekavira? tib. dPa-bo */cig-pa(i dbah). 

3) Nam-mk'a 8go byed(-kyi dban). 

4) T'sem-bu dmar k r rid; t c sem-bu nach Jäschke 451 a 'what has 
been stitched, darned, quilted'. 

5) Tib. dgo-t c sul slon. 

6) D.i. bTsoh-k'a-pa. 

7) Tib. vsan-c en rdo-rje t'eg-pa, wohl == ysan-snags rdo-rje 
t c eg-pa (mantravajrayanaro) oben p. 147, 7—8 und n. 3. 

8) Tib. Mitrai bka-rnams. 

22* 



— 340 — 

dem grossen rDo-rje dsin-pa eben jener vollen zwanzig 
äusseren und inneren (Mitravacana's), dem mTsan- * 
sgrogs mk'an rin-po-ce 1 ^ Blo-bzah dar-rgyas-pai 
zal-sna-nas, die Quintessenz des Geistes des Siddha- 

5 cakravartimitrayogin*); den Korb der bezüglich der 
mystischen Unterweisung alle Wünsche erfüllenden kost- 
baren Juwelen: nämlich der — vermöge der Zusammen- 
drängung sämtlicher von dem Tantra - Lehrer und 
grossen rDo-rje cah ausgesprochener Mandalacakra's 3 ), 

10 zehn Millionen an der Zahl, in Gruppen — auf einen 
Punkt zusammengehalten Segenssprüche; das nach dem 
Eiland der j'Zun- jug 4 )- Juwelen abfahrende grosse Schiff, 
dem alle erfahrenen See -Kapitäne — die Meister des 
Yoga — sich anvertrauen, und die als Mitra^ataka 

15 berühmte ganz vollkommene Mahäva<?itä innerhalb 
eines Cyklus von vierzig Tagen in reifer Entwicklung. 
Infolgedessen gedieh des mK'an rin-po-c c e Werk gar 
sehr. Auf die von dem mK'an rin-po-c e seinerseits an 
eben den Herrn gerichteten Bitten um zahlreiche Adhi- 

20 väsana's und einige tiefe Lehren erfüllte (dieser) seinen 
Wunsch. Einem Rufe des Wan der Harc'en folgend, 
trug er u. a. die Belehrung über den Heilsweg und die 216 
Trayodavabhairavivavitä vor und erfüllte täglich die 



1) Vgl. oben p. 336,10 und n. 3. 

2) Tib. G r u b - p a i k* o r - 1 o s b s g y u r - b a m i t r a d 8 o k i i 
t'ugs-bcud. 

c * 

3) Tib. dkyil- k or-gyi k or-lo. 

4) Nach J tisch ke 488 b *a technical term of practical mysticism, 
the forcing the mind (sems) into the principal artery, in order to pre- 
vent distraction (of mind)'. 



— 341 — 

Wünsche vieler tausend Besucher. Dann folgte er der 
Einladung einer Schar von Jasag's, Gun's und Wan's und 
des rDo-rje can lHa ram-pa 1 ) bKra-sis dar-rgyas- 
kyi zal-nas und anderer und sättigte sie mit dem Nektar 
der Lehren. Darauf ging er zu dem Kloster des Pei-si 5 
der Turned und trug auf die von eben diesem frommen 
Landesherrn ausgesprochene Bitte in dem Versammlungs- 
hause vor der ganzen Versammlung eben dieses Volkes 
sowie den Fürsten, den Beamten und dem Gefolge: vor 
allen diesen und noch anderen die Navämitäyu- 10 
rde va-, ^Sed -dinar- 2 ) und dGra-nag 8 )-Mahäva- 
V i t ä vor. Damals genoss auch meine Wenigkeit^) die 
Freuden des Nektars der religiösen Belehrung, sodass 
eine unvergängliche Lust und Freude (in mir) erwachte. 
In einem kleinen Wohnraum versammelte er den Pei-si 15 
* und einige wenige Gefolgsleute und trug ihnen „den 
giftmächtigen gewaltigen Pfau u5 ), „die sechs 
grossen Ne-gu u6 ) und viele andere tiefe Lehren vor. 
Nahezu tausend Sädhya's übermittelte er das Upasa- 
nipanna-Gelübde. Dadurch bewirkte er die Wohlthat, dass 20 
das ganze Reich des weiten Ostens mit Saffran(-Gewand) 
tragenden Geistlichen gleichsam erfüllt wurde. Des wei- 
teren erschien ein ihn einladender Gesandter von den 



1) D. h. 'Doktor der Theologie-'. 

2) D. h. 'roter Henker'. 

3) D. h. 'schwarzer Feind (Dämon)'. 

4) Nämlich der Verfasser des vorliegenden Werkes, Jigs -med 
nam-mk ( a. 

5) Dug dbaii rma-bya rgvas-pa. 

6) Ne-gu c c e drug. 



— 338 — 

Gabenspender der Lehre, dem Pai-sa der T'umed, mit 
einer Compagnie 1 ) u. s. w., um ihn zu berufen, abge- 
sandte Doktor 3 ) Nag-dban ses-rab. Er gewährte ihm 
eine Audienz und gab ihm seine Genehmigung, dass 

5 er zurückkehren dürfe. Darauf begab er sich nach 
Doloon Noor und Yai hör und veranstaltete das 
Freudenfest der Religion. Zu dieser Zeit kam der 
von dem edlen Haupt -Gabenspender, dem Hamoga 
PäyasgolantVo Pei-si der Turned, mit Vorspann 3 ) •* 

10 abgeschickte Berufungsgesandte. Infolgedessen lenkte er 
im 12. (Monat) sein Ross dahin und kam allmählich 
näher. Da huldigten ihm der Pei-se der T'umed samt 
Beamten und Gefolge, eine berittene Eskorte der höch- 
sten amtierenden Klosterlamen 4 ) und anderer, eine Pro- 

15 Zession zahlreicher Geistlichen mit mannigfachen Opfer- 
gerfiten u. a. m. So langte er im Kloster an. Wäh- 
rend er in demselben verblieb, vollbrachte der Pei-si 
die höchsten Leistungen an Huldigungsbeweisen und 
Ehrenbezeugungen für den Herrn und sein ganzes Ge- 

20 folge. Im Eisen-Tiger-Jahr (17G9) — so z. B. als der 
Tag der Verrichtung des magischen Gebetes 5 ) herankam 
— trug er auf die von verschiedenen Seiten: von dem 
Pei-si, seinen Söhnen und anderen, geäusserten Bitten die 
Dvishashtieakrasamvaradeva- 6 ), die Trayoda^a- 

1) Mong. j'a/fffi, 'une compagnie des bannieres' (Kowal. III, 2279 b ). 

2) rDo rams-pa. 

3) (Mong.) ulä=z ulaglta; letzteres nach Kowal. 1 , 30!) a : 'relais 
chevaux de relais'. 

4) dGon-pai bla-ma las sne. 

5) Co- prul suion-lam-gyi ysuii t ses. 

6) Tib. K* o r - 1 o s d o iii - p a 1ha r e - y ri i s (-kyi dban). 



— 339 — 

bhairavl- 1 ) und die Eka<;fira- 2 )(Va<?itä), (die Va^itä) 
derOeffnung der HiinmelsthQr 8 ) und andere Vapitä's; 
die Unterweisung im Utsa- und Sampanna(-krama) sowohl 
des Guhya(samäja) als des Samvara; die Unterweisung 
in dem roten T'sem-bu 4 ) und viele andere tiefe Lehren o 
vor. Sehr vielen Sädhya's übermittelte er das Upaväsa-, 
215 das Upäsaka- und andere sowie das Qrämanerabhikshu- 5 ) 
Gelübde. Täglich erfüllte er unparteiisch vielen tausend 
versammelten Besuchern durch die Hand-Va^itä u. s. w. 
ihre Wünsche. Am 2. Tage machte er sich auf nach lo 
dem Palaste, am 3. Tage hörte er zu Füssen des Mandala- 
Meer-Beherrschers, des ICan-skya rDo-rje c c an, ausführ- 
lich Erklärung und Agama „der die fünf Stufen — den 
eigentlichsten Kern der Subhäshita's des Jam-mgon 
bla-ma 6 ) — erhellenden Leuchte" und richtete 15 
durch den nachmals oft wiederholten Vortrag derselben 
die Standarte des nicht vergehenden Kleinods der Ma- 
hämantravajrayäna 7 ) -Lehre fest auf. Darauf kam er 
weiter nach Yai-hor. Indem er hier, (allen) voran, 
dem Vortrag der Mitravacana's 8 ) Gehör schenkte, 20 
empfing er, am 13. (Tage) des 4. Monats beginnend, von 



1) Tib. Jigs-byed bcu-j/suni-ma(i dban). 

2) Oder Ekavira? tib. dPa-bo j'cig-pa(i dban). 

3) Nam-mk'a sgo byed(-kyi dban). 

4) T'sem-bu drnar k c rid; tfsero-bu nach Jäschke 451 a 'what has 
been stitched, darned, quilted'. 

5) Tib. dge-t r sul slon. 

6) D.i. bTsoh-k'a-pa. 

7) Tib. V9an-c en rdo-rje t'eg-pa, wohl == vsaii-siiags rdo-rje 
t r eg-pa (mantravajrayänam) oben p. 147, 7 — 8 und n. 3. 

8) Tib. Mitrai bka-rnams. 

22* 



— 340 — 



dem grossen rDo-rje dsin-pa eben jener vollen zwanzig 
äusseren und inneren (Mitravacana's), dem mT'san- * 
sgrogs mk'an rin-po-ce 1 ) Blo-bzan dar-rgy as-pai 
zal-sna-nas, die Quintessenz des Geistes des Siddha- 

5 cakravartimitrayogin 2 ); den Korb der bezüglich der 
mystischen Unterweisung alle Wünsche erfüllenden kost- 
baren Juwelen: nämlich der — vermöge der Zusammen- 
drängung sämtlicher von dem Tantra - Lehrer und 
grossen rDo-rje ean ausgesprochener Mandalacakra's 3 ), 

10 zehn Millionen an der Zahl, in Gruppen — auf einen 
Punkt zusammengehäuften Segenssprüche; das nach dem 
Eiland der j'Zun- jug 4 )-Juwelen abfahrende grosse Schiff, 
dem alle erfahrenen See -Kapitäne — die Meister des 
Yoga — sich anvertrauen, und die als Mitra^ataka 

15 berühmte ganz vollkommene Mahäva^itä innerhalb 
eines Cyklus von vierzig Tagen in reifer Entwicklung. 
Infolgedessen gedieh des inK'an rin-po-c c e Werk gar 
sehr. Auf die von dein mK'an rin-po-c e seinerseits an 
eben den Herrn gerichteten Bitten um zahlreiche Adhi- 

20 väsana's und einige tiefe Lehren erfüllte (dieser) seinen 
Wunsch. Einem Rufe des Wan der Harc'en folgend, 
trug er u. a. die Belehrung über den Heilsweg und die 216 
Trayodavabhairavivavitä vor und erfüllte täglich die 



1) Vgl. oben p. 336, 10 und n. 3. 

% 2) Tib. Grub-pai k'or-los bsgyur-ba rnitra dsokii 
t'ugs-bcud. 

c <■ 

3) Tib. dkyil- k or-gyi k or-lo. 

4) Nach Jäschke 488 b 'a technical term of practical mysticism 
the forcing the mind (sentit) into the principal artery, in order to pre- 
vent distraction (of mind)'. 



— 341 — 

Wünsche vieler tausend Besucher. Dann folgte er der 
Einladung einer Schar von Jasag's, GuiVs und WaiVs und 
des rDo-rje can IHa ram-pa 1 ) bKra-sis dar-rgyas- 
kyi zal-nas und anderer und sättigte sie mit dem Nektar 
der Lehren. Darauf ging er zu dem Kloster des Pei-si 5 
der Turned und trug auf die von eben diesem frommen 
Landesherrn ausgesprochene Bitte in dem Versainmlungs- 
hause vor der ganzen Versammlung eben dieses Volkes 
sowie den Fürsten, den Beamten und dem Gefolge: vor 
allen diesen und noch anderen die Navämitäyu- 10 
rdeva-, ^Sed-dmar- 2 ) und dGra-nag 3 )-Mahäva- 
^itä vor. Damals genoss auch meine Wenigkeit*) die 
Freuden des Nektars der religiösen Belehrung, sodass 
eine unvergängliche Lust und Freude (in mir) erwachte. 
In einem kleinen Wohnraum versammelte er den Pei-si 15 
* und einige wenige Gefolgsleute und trug ihnen „den 
giftmächtigen gewaltigen Pfau u5 ), »die sechs 
grossen Ne-gu u6 ) und viele andere tiefe Lehren vor. 
Nahezu tausend Sädhya's übermittelte er das Upasa- 
mpanna-Gelftbde. Dadurch bewirkte er die Wohlthat, dass 20 
das ganze Reich des weiten Ostens mit Saffran(-Gewand) 
tragenden Geistlichen gleichsam erfüllt wurde. Des wei- 
teren erschien ein ihn einladender Gesandter von den 



1) D. h. 'Doktor der Theologie'. 

% 2) D. h. 'roter Henker'. 

3) D. h. 'schwarzer Feind (Damon)*. 

4) Nämlich der Verfasser des vorliegenden Werkes, Jigs -med 
nam-ink'a. 

5) Dug dbaii rma-bya rgyas-pa. 

6) N e - g u c c e drag. 



— 346 — 

grihlta 1 )-, Ekonapaficä^ad- 2 ) und Vajradhatu- 
Vapitä 3 ) und anderer Lehren. 219 

Auf diese Weise Hess er, indem er in der grossen 
Mongolei umherzog und vermittelst der Anhörung vieler 

5 gewünschter Vacanadharma's und durch Sehen, Hören, 
Gedenken und Fühlen alle dem Kausalitätsgesetz unter- 
worfenen Menschen ordentlich auf den guten Pfad der 
sicherlich guten günstigen Wiedergeburt 4 ) führte, die un- 
verfälschte Sekte des Vaters (Lehrers) rJe bla-ma 

10 (d. i. bTson-k r a- pa) bis zum Strande des östlichen 
Oceans wachsen. 

Danach geruhte er weiter zu reiten und gelangte 
am 11. Tage des CTo-op* rul -Monats des Drachen- Jahres 
(1771), während eine Prozession von Geistlichen von 

löBla-bran c c en-po 5 )und kleineren Klöstern, sowie über 
zehntausend herbeigeströmte gläubige Begrüssende u. a. 
ihm entgegengingen, nach Bla-bran c r en-mo. Nach 
einer Ruhepause von einem Tage ging er ans Predigen 
und Lehren und sprach u. a. über das Menschen- #• 



1) Oder parishanna? tib. Jigs-byed ro-lans brgyad 
bskor(-gyi dban). 

2) Tib. Ze dgu-ma(i dban). 

3) Tib. rDor-dbyins-kyi dban. 

4) mfton-mt'o nes legs. Nach M. Tib. 215,8 = M. 224,8 ist 
inüon-par mt r o-ba = skr. abbyudaya ('glücklicher Erfolg, Glück, Heil': 
Böhtlingk s. v.). Die Ueberschrift dieses Abschnittes der Mah&vyutpatti 
lautet: „Namen von Himmeln (mt'o-ris, d. i. 'heaven, paradise': 
Jäschke s. v.), Arten des Verlangens u. s. w. tf ; jedoch sind unmittelbar 
vor abbyudaya die „Erde tt und die „Menschen weit" angeführt. Nach 
Jäschke 133* bedeutet mnon-mt r o re-birth as god or as man' und ist 
'also name of a region in Paradise". 

5) 'Die grosse Lamaserie', d. i. bKra-sis k'yil. 




— 343 — 

anderen Studienbeflissenen Predigt und Agama des Lam- 
rim c'en-mo sehr ausführlich vor. Auch das neue, 
44. Lebensjahr, das (weibliche) Eisen-Hasen-Jahr (1770), 
widmete er dieser (Thätigkeit). Die Wunsche der aus 
(dieser) Gegend zusammengeströmten Besucher, über 5 
hunderttausend an der Zahl, befriedigte er. Eines Tages, 
* als ich in die Religionsschule kam, erging von ihm der 
Befehl, ich solle „das aus siebzig Punkten be- 
stehende Innerste der Astrologie" 1 ) vortragen. 
Nun hatte er zu der Zeit, als er in höchsteigener Person 10 
den Stuhl von sKn- bum innehatte, bei einem Zu- 
sammentreffen mit C'agan Täyanc'ii sprul-pai sku auf 
dessen Reise von d B u s nach dem Tief lande diesen ge- 
fragt: wenn in seinem (des C'agan Täyanc'i) Kloster 
eine wesentliche (Einrichtung) Wurzel gefasst habe, 15 
welcher Art die wohl sei, worauf (dieser geantwortet 
hatte): wenn eine wesentliche (Einrichtung) Wurzel ge- 
fasst habe, so sei es das Gedeihen der guten Predigt- 
Anhörung ( cad-7ia?i). Als er nun später mich auf- 
forderte, ich solle „das aus siebzig Punkten be- 20 
stehende Innerste der Astrologie" vortragen, da 
stieg in ihm einesteils die Erwägung auf, dass die Auf- 
forderung zum Vortrag des „Innersten der Astrologie" 
infolge der blossen freudigen Empfindung darüber, dass 
die Untersuchung eine gute sei, nur ein Aussprechen des 25 
Kausalzusammenhanges sei; andernteils sagte er, da zu 
jener Zeit auch in der Fakultät Schulen des Begreifens 2 ): 



1) Don bdun-cui rtsis-bzag. 

2) Dsin-grwa. 



— 344 — 

für verkürzten Unterricht 1 ), für verstandesmässige Be- 
weisführung 2 ) u. s. w. nach einander eröffnet wurden, 
und somit die Zeit gekommen war, wo es höchste Zeit 
für die Einbürgerung einer Schule des Begreifens für 
5 „die siebzig Punkte" wurde, und er sich dabei nunmehr 
des Sinnes des damaligen Ausspruches (des C'agan 
Täyane i) entsann, von jener Zeit an, dass bei dem 
Gedanken, dass man alle diese Zukünftigen wohl leib- 
haftig schauen würde, die fromme Ergebenheit und die 

lo Predigtanhörung ( cad-naii) gedeihen würden. Infolge- 
dessen gelangten (wir) zu einem festeren Glauben. Darauf- 
hin versammelten sich Meister und Schüler allesamt mit 218 
unermesslicher Freude in der Heligionsschule, wo ihnen 
von dem Herrn selbst „das aus siebzig Punkten 

lobestehende Innerste der Astrologie" vorgetragen 
wurde. Auf die Bitte des sPrul-sku verfasste er auch 
„die Fessel eines kurzen Auszuges der siebzig 
P unkte" 3 ). Während früher beim Anhören der Predigt 
zuweilen Verstösse vorkamen, gelangte seitdem ununter- 

20 brochen das Anhören der Predigt zu Blüte und Ge- 
deihen. „Dies ist eben dieses Herren Gnade*, sagten 
alle Scholaren einstimmig. Da erteilte er einer zahl- 
reichen Versammlung die (Va<?itä) des Weissen 
Schirmes und andere Vavitä's. Der höflichen Ein- 

25 ladung des Grossfürst Pei-li und anderer folgend , er- 
teilte er Va<;ita s, Adhiväsana's und viele andere Vacana- 
dharma's. — Darauf ging er zu dem Kloster des Pei-se 



1) bsDu8-grwa. 

2) Blo-rtags. 

3) Don bdun-cu nun dus-sig-gi leags. 



— 845 — 

der T'umed und brachte durch Vacanadharma's, Hand- 
Va^itä's u. s. w. die (Thaten-) Frucht eines jeden zum 
Reifen. Danach ging er auf die höfliche Einladung der 
* Grossfürsten der einzelnen Sog zu den 'Onn w od, den 
Pärin, den rechten und linken 'Ucumuc'in, den 5 
'Apäga's u. s. w. und sättigte sie mit dem Nektar der 
Sam vara- und Akshobhya - Va^itä 1 ) und anderer 
Lehren. Darauf ging er weiter nach Doloon No or 
und überreichte dem T'ams-cad mk f yen-pa ICafi-skya 
rin-po-ce tausend Unzen Silber und andere Geschenke 10 
mehr. Zu dieser Zeit studierte der Herr der gänzlich 
vollkommenen Lehre, der Halha rJe-btsun dam-pai 
sprul-sku rin-po-ce, der dabei war, bei dem ICafi-skya 
rdo-rje c c an die Religion zu studieren, mit jenem Herrn 
zusammen die Guhy a (samäja)-, Samvara- und 15 
Bhairava-Va^itä und viele andere Vacanadharma's. 
Dabei brachte ihnen die Menge Spenden dar. Für den 
rJe-btsun dam-pai sprul-sku rin-po-ce hob (jener) 
Gaben auf 2 ); aber auch eben jener Herr (der rJe-btsun 
dam-pa) bescherte seinerseits (diesem) eine Menge 20 
Gegenstände. Darauf folgte er einer Einladung der 
Grosslamen und Grossfürsten der rechten und linken 
Sufiid, Durbed, Halha, Kökö Khota, 'Ortos w o, 
'Alagsa u. s. w. und befriedigte sie durch Gewährung 
des Nektarschmauses der Ashtabhairavavetälapari- 25 



1) Tib. bDe-mc'og daii Mi k r rugs-pai dban; Mi 
k c rugs-pa nach M. (M. Tib.) 2, 2 = Akshobhya, aber nach 

Jäschke 62 b 'name of a Buddha, not = Mi skyod-pa' [d. i. 
Akshobhya: 8. Jäscbke 32 a ]. 

2) Die ihnen offenbar zu Füssen gelegt worden waren. 



— 346 — 

grihlta 1 )-, Ekonapancä^ad- 2 ) und Vajradhätu- 
Vapitä 3 ) und anderer Lehren. 219 

Auf diese Weise Hess er, indem er in der grossen 
Mongolei umherzog und vermittelst der Anhörung vieler 

5 gewünschter Vacanadharma's und durch Sehen, Hören, 
Gedenken und Fühlen alle dem Kausalitätsgesetz unter- 
worfenen Menschen ordentlich auf den guten Pfad der 
sicherlich guten günstigen Wiedergeburt 4 ) führte, die un- 
verfälschte Sekte des Vaters (Lehrers) rJe bla-ma 

10 (d. i. bTsoh- k r a- pa) bis zum Strande des östlichen 
Oceans wachsen. 

Danach geruhte er weiter zu reiten und gelangte 
am 11. Tage des C'o-op'rul-Monats des Drachen-Jahres 
(1771), während eine Prozession von Geistlichen von 

löBla-bran c c en-po 5 )und kleineren Klöstern, sow T ie über 
zehntausend herbeigeströmte gläubige Begrüssende u. a. 
ihm entgegengingen, nach Bla-bran c c en-mo. Nach 
einer Ruhepause von einem Tage ging er ans Predigen 
und Lehren und sprach u. a. über das Menschen- <* 



1) Oder parishanna? tib. Jigs-byed ro-lans brgyad 
bskor(-gyi dban). 

2) Tib. Zedgu-ma(i dban). 

3) Tib. rDor-dbyins-kyi dbaii. 

4) mNon-mt'o lies legs. Nach M. Tib. 215,8 = M. 224,8 ist 
müon-par mt f o-ba = 9kr. abhyudaya ('glücklicher Erfolg, Gluck, Heil': 
ßöhtlingk a. v.). Die Ueberschrift dieses Abschnittes der Mah&vyutpatii 
lautet: „Nanien von Himmeln (mto-ris, d. i. 'heaven, paradise*: 
Jäschke 8. v.), Arten des Verlangens u. s. w.*; jedoch sind unmittelbar 
vor abhyudaya die „Erde tt und die „Menschenwelt" angeführt. Nach 
Jäschke 133 a bedeutet mnon-mt c o re-birth as god or as man' und ist 
'also name of a region in Paradise'. 

5) c Die grosse Lamaserie', d. i. b Kra- sis k l yil. 



— 347 — 

geschlecht. Den Geistlichen vieler Klöster der verschie- 
denen Gegenden, voran Bla-bran cen-po, machte er 
Zuwendungen, Hinterlegungen u. s. w. in Fülle. Früh 
und spät, zu jeder Zeit, drehte er das unendliche Rad 
der frl -Kälacakra-, der Guhya(samaja)-, Sa- 5 
nivara- und Bhairava -Va^itä und anderer Lehren 
eifrig. Er gab ein Mittel an, wie man die Sitzbänke des 
vorderen Versammlungshauses für die grosse Menge, der 
inneren Kapelle mit den 80 Säulen und der Nätha- 
Halle 1 ) nicht zu bewegen brauchte. Alle übrigen Wände 10 
liess er niederreissen und auf einem Raum von 60 Säulen 
an der Front, rechts und links wieder aufführen und 
schuf so einen neuen grossen Versammlungssaal mit 140 
Säulen. Auf der inneren Wandseite liess er den rJe 
rin-po-ce (d. i. bTson - k'a-pa), den Jina Kun-15 
j'zigs, den Vajrabhairava, die tausend Buddha's des 
Bhadrakalpa, die Weisse Schirmgöttin 2 ), Haya- 
griva, Tärä, Nat ha, Dharma und sehr viele andere 
Schutzgottheiten (yi-dam) und Schützer der Lehre (c'os- 
skyon, dharmapala) in schöner Ausführung darstellen. 20 
Seine zahlreichen jährlichen Erteilungen des Upasa- 
mpanna- und sonstiger Gelübde und seine Vacanadharma- 
220 Vorträge sind erhaben über jede Beschreibung; nur 
einiges sei hier in groben Zügen aufgezählt: die Vajra- 
mäläva^itä nämlich erteilte er in dem Kloster dPa- 25 
rii t'ur-cTen auf die Bitte des Dwags-po rin-po-c c e 
Kun-grol Nomon Han und anderer einmal, in dem 



1) mGon-k'an. 

2) vDugs dkar; wohl identisch mit vDags-ma c Göttin des 
Schirmes' (in Pantheon 293). 



— 348 — 

Kloster 'A-mcog einmal, auf die Bitte des Wan Nag- 
dban dar-rgyas und anderer einmal, im Ganzen 
also drei Mal; ferner trug er Predigt und A gam a des 
Lam - rim c en-mo, den Mafij ufrivadanägama 1 ) 

5 und die Unterweisung im Heilswege, den Utsa- 
und Sampanna(krama) des Sam vara, Guhya(samäja) 
und ßhairava, den vierfachen Kommentar, die 
den Pancakrama (die fünf Stufen) erhellende 
Leuchte und das Adhiväsanam der Neben-Vacana- 

10 und Haupt- Vacana- Va^itä 2 ) sehr häufig vor. 

Als im Knie -Schweine -Jahr (1778) der Pan-c'en 
rin-po-ee nach China ging, begrüsste (jener) ihn auf 
der Reise, indem er ihm durch eine berittene Kskorte 
seine Huldigung bezeigte. Erfreut würdigte ihn dieser 

15 einer Unterhaltung und schenkte ihm das beste Stück # 
aus seinem Besitz: ein zweischneidiges Messer. Dieses 
Geschenk schien ein Vorzeichen zu sein. Der von dem 
Pan-c en rin-po-c'e erteilten Genehmigung gemäss Hess er 
für mehr als dreihundert Menschen früherer und späterer 

20 Zeit, namentlich den Grossschatzmeister und den Meister 
Mundschenk eben jenes Herrn, Steinhaufen aufwerfen 
und machte sie denn auch damit mit einem Schlaffe 
fehl- und sündlos, selig, erlöst. Von dem Pan-c'en 
t c ams-cad mk'yen-yzigs cen-po aber w r urde ihm infolge- 

25 dessen in unermesslich freudigem Gefühl ein Diplom ver- 
liehen, dessen schmeichelhafte einleitenden Worte, wie 

„An den mit dem reichen Schmuck und der hohen 



1) Tib. Jam-dpal zal luü. 

2) Tib. Zur-bka dan spyi-bkai dbaü. 



— 349 — 

Schönheit des Edelsteins der Kenntnis des 

A 

Umfanges der Agama-Gattungen 
„Und mit den Haupt- und Neben-Kennzeichen der 

drei Lehren vollkommen ausgestatteten, 
„In den Eigentümlichkeiten jeder Qualität und 5 

Quantität gänzlich vollkommenen, 
„Freundlich lächelnden Manju^rlvajra 1 )," 
eine grosse Auszeichnung bedeuteten. Ferner verlieh er 
ihm Titel und Diplom eines Ye he 'Ac'it'u 2 ) Mahä^rl- 
pandita und schenkte ihm ein Nan-mdsod-Begrüssungs- K) 
221 tuch, eine Unze Gold, zehn Klumpen Silber von der 
Form eines Pferdehufes 3 ) und andere ausgezeichnete Ge- 
schenke in hohen Haufen 4 ). Eb en dieser Herr (der Pan- 
cen rin-po-ce) sagte: „Als ich in der Stadt sTon 5 ) 
weilte, hatte ich folgenden Traum: Ich befand mich 15 
innerhalb einer runden eisernen Mauer, welche keine 
Thftr hatte, sodass ich keinen Ausgang linden konnte. 
Da kam ein Mann, um mir zu sagen, dass hier Jam- 
d by ans bzad-pa t f san eine Leiter errichtet habe, und 
es fand sich denn auch eine goldene Leiter daselbst. Auf 20 
diese stieg ich denn und kam so heraus." Diesen Traum 



1) Rab-tu bzad-pai Jam-dpal rdo-rje ist offenbar eine An- 
spielung auf den Namen Jam-dbyans bzad-pa. 

2) (Mong.) Yeke Acitu, 'der grosse Wohlthäter'. 

3) Oder Pferde- Hufeisens; nnig bat beide Bedeutungen. 

4) sPam mto-ba; spam wohl = sbam in sbam-pa r to collect, to 
gather' (Jäschke 403 b ); darnach ist auch oben p. 319,7 statt „von 
hohem sPam u zu übersetzen „in hohen Haufen*. 

5) sToii rokar ist vielleicht identisch mit sTon- k'or mk r ar 
in 'A-mdo (s. J. A. S. Beng. 1882, p. 47), dem östlichsten Grenzlande 
Tibets gegen China bin. 



- 350 — 

erzählte er. Aber mein unvergleichlich gütiger Lama 
Gun-t'an t'ams-cad mk'yen-pa sagte: „Ich denke 
mir: ob das nicht ein Vorzeichen für diese Scene war? u 
Zu jener Zeit gewährte ( Jam-dbyans bzad-pa) auch 
5 in den verschiedensten Gegenden Vapitä's, Agama's und 
viele andere Vacanadharma's. Darauf ging er im Holz- 
Drachen-Jahr (1783) nach dBus und /Tsan und über- 
reichte dem rGyal-dban rin-po-c e, dem Pan-cen rin-po- * 
ce und anderen Lamen Geschenkgegenstände in hohen 

10 Haufen. Se(-ra), Bi % as(-spuhs) und dGe(-ldan), 
ferner bKra-sis lhun-po und vielen anderen grossen 
und kleinen Klöstern erwies er die Ehre reicher Zu- 
wendungen in hohem Masse. In ^Tsan trug er dem 
erhabenen Nirmänakäya des grossen Uebersetzers *) die 

löVajramälä- und Mitra^ataka - Vafitä u. s. w. , den 
übrigen die Kälacakra-, Guhy a(samäja)-, Bhai- 
rava- und andere Vavitä's, sowie Adhiväsana's und sehr 
viele andere Vacanadharma's vor. Er verfasste u. a. des 
Pan-cen rin-po-c e ausführliche Biographie. Im Gebiete 

20 von dBus aber drehte er auf die von dem Brag yab ce 
t r sad sprul-pai sku Blo-bzan dpal-ldan bstan-pai 
rgyal-mt'san vor allem mit grosser Dringlichkeit ge- 
äusserte Bitte hin vor diesem, dem rJe-druii sprul-pai 
sku rin-po-ce Ye-ses bstan-pai mgon-po, dem Jam- 

25 mgon bla-ma oJam-dpal snin-dnos 2 ) Guri-t'an tams- 
cad mk'yen-pa dKon-mcog bstan-pai sgron-inei 
zal-sha-nas und anderen Grosslamen und Kalyänamitra's, 
über vierhundert an der Zahl, eifrig das Rad der Vajra- 

1) Lo-c en sprul-sku rin-po-c'e. 

2) 'Des Maoj 1191*1 Kero-Substanz 3 . 



— 351 — 

222 mala- und Miti-a^ataka-Mahava^itä, des Adhiväsa- 
nam und Agama zum Sädhanasägara, Ba-ri brgya- 
rtsa, Trayoda^anäthavacanam 1 ) u. s. w. und anderer 
tiefer und ausgedehnter Lehren. Auf Bitten des Klon- 
rdol bla-ma rin-po-c'e und anderer trug er früh und 5 
spät die Manjuvriguhyaka 2 )-, Kälasamvara-, Va- 
jradhätu- und andere Va^itä's, „die dreizehn Gold- 
Lehren von Sa-skya 3 ) u und viele andere Adhiväsana's, 
Erklärung und Agama des Sub has h itagar b ha 4 ) und 
Vacanadharma's vor und hob durch dies und anderes in 10 
dB us und yTsan das auf der Harmonie von Kirche 
und Staat beruhende Heil der Lehre und der Wesen auf 
eine hohe Stufe. 

In seiner Residenz Bla-bran cen-po angelangt, 
regierte er mit Hülfe der drei Räder segensreich. Na- 15 
tt mentlich verlieh er auf die von den versammelten Spitzen 
der geistlichen Behörden der grossen Residenz samt dem 
Oberhaupt 5 ) vor allem zu wiederholten Malen geäusserte 
Bitte hin dem Vorsitzenden der grossen Versammlung: 
K'yab-bdag bla-ma rDo-rje can dKon-mc'og bde-20 
cen, dem K'ri-c'en mcog-sprul rDo-rje oc'an Jigs- 
ii) e d rig-pai sen-ge, dem K f ri-c*en mc'og-sprul rDo- 
rje can oJigs-med nam-mk'a 6 ), dem Grub-dbah 
sde-k f ri sprul-sku rin-po-ce K'yab-bdag Jam-dbyans 



1) Tib. mGon-po bka bcu-j/sum, 'die dreizehn Aus- 
sprüche des Nätha'. 

2) Tib. Jam -d pal rsan-ldan (-gyi dbaii). 

3) Sa-skyai yser-c'os bcu-ysum. 

4) Tib. Legs-bsad süih-po. 

5) Bla-ma las sue dus spyi-bcas. 

6) Der Verfasser des vorliegenden Werkes. 



— 352 — 

t f ub-bstan fii-ma und anderen Priestern und Laien, 
über fünftausend an der Zahl, die dem Mahäsiddhepvara 
Mitrayogin 1 ) von dem Mahäkaruna Jinasägara 3 ) 
in eigener Person vorgetragene Mitra^atakamahä- 
5 va^itä. Auf die Bitte des Ye-ses rgya-mt'so, des 
Bla-ma yons- dsin dam pa des Secen Hau der Hai ha, 
gewährte er die dem Pan-cen Jigs-med <>byuh- 
ynas von dem rje-btsun rDo-rje rnal- byor-ma in 
eigener Person vorgetragene Vajramäläva^itä voll- 
10 ständig und trug das bDe-mcog Lü-'i-pa- und das 
äussere und innere GIocken-Mandalam 3 ); die Ekavajra- 
bhairava<?üra- 4 ), Trayoda^adevl- und viele andere 
Va^itä's; ferner den Kleinen Lam-rim 5 ); Predigt und 223 

A 

Agama des Utsakrama des Guhyasamäja, des Sä- 
15 dhanasägara und der die Fünf Stufen des Sa- 
mpannakrama erhellenden Leuchte 6 ); die sechs 
Arten [der Wahrnehmung] nach der Madhyania- 
Logik 7 ); die hundert kleinen Lehren 8 ), das Buch 
der Vorschriften, die Biographie und die Hundert- 
20 tausend Gesänge des rJe-btsun Mi-la und andere 
Agama's, die Unterweisung in der Lamen-Ver- 



1) Tib grub-pai dban-p r yug cen-po Mitradsoki. 

2) Tib. T c ugs- rje c'en-po rGyal-ba rgya-mt'so. 

3) bDe-mc og Lü-'i-pa dan dril-ba pyi dan nan dkyil vnis, 
vgl. oben p. 210,1 und n. 2. 

4) Tib. rDo-rje jigs-byed dpa-bo ycig-pa(i dban). 

5) Lam-rim cun-nu. 

6) rDsogs-rim rim-lna ysal-sgron. 

7) dBu-ma rigs tsogs-drug; über tsogs-drug vgl. 
Jäschke 452 a ; skr. shadgana oder shadvarga. 

8) C 08-c un brgya-rtsa. 



— 358 — 

ehrung 1 ) und dein P'yag-c'en sbrag-ma, sowie viele 
andere Unterweisungen vor (und übermittelte) das Pra- 
vrajita-, Upasampanna- und andere Gelübde in sehr 
grosser Anzahl. Das Rad dieser und anderer unerfass- 
licher Lehren drehte er eifrig. Diese (Lehren) erbat 5 
auch meine Wenigkeit 3 ) allesamt von seiner Güte. Um 
alle an die Verknüpfung mit eben dem Herrn gebundenen 
Vineya's in das reine Tushita -Gefilde zu Maitreya- 
* bhattaraka zu geleiten, errichtete er als hauptsächlichstes 
der inneren Heiligtümer des neu erbauten grossen golde- lo 
nen Hauses eine grosse goldene Statue des sehenden, 
segensreichen Mahämaitreya. Auf die von den höch- 
sten geistlichen Garuda-Behörden 8 ) ausgesprochene Bitte 
hin betrat er die Kanzel dieses grossen Klosters und be- 
reitete damit ein wahres Fest der Lehre. Während er lo 
mit einer eifrigen Untersuchung über die von Alters her 
mit der alten Richtung der Lehr -Tradition des bKa- 
ogy ur rin - po - ee nicht zusammenhängende, unver- 
fälschte Ueberlieferung in ganz mDo und dB us be- 
schäftigt war, kam bei Gelegenheit seiner Besteigung des 20 
Garuda-Stuhles aus dem Ca har -Lande der Yons- dsin 
dam-pa C'os-rje Blo-bzan bkra-sis zur Begrüssung; 
diesem gewährte er eine Unterredung und erkannte in- 
folge dieser, dass die Lehr-Tradition wohl begründet sei. 
Auf eine von neuem an ihn ergangene Aufforderung, in 25 
bKra-sis ok'yil eine Unterweisung im bKa- gyur vor- 



1) Bla-ma mc'od-pa. 

2) Nämlich der Verfasser des vorliegenden Werkes, Jigs- mod 
nam-mk'a. 

3) Bya-k'yuh-gi bla-ma las sne-ba. 

28 



— 364 — 

zunehmen, ging eben jener unvergleichlich gnädige, im 
bKa-ogyur bewanderte Lama, der Cfos-rje rin-po-ce, 
nach der grossen Lamaserie bKra-sis k e yil und be- 
wies die Gnade, über dreissig Kalyänamitra's und Scho- 

5 laren, vor allem dem bsTan-pai j'sal-byed dbal- 
man sprul-sku rin-po-ce, die von dem Herrn der ganz- 224 
lieh vollkommenen Lehre, Jayapandita, unmittelbar 
überkommene, durchaus unverfälschte mündliche Unter- 
weisung im bKa-ogyur ganz vollständig zu gewähren. 

10 Infolgedessen nahm der Kalyänamitra Jigs-rned rab- 
rgy as in der grossen Lamaserie bKra-sis k*ril, in sKu- 
obum byams-pa glin, im Bezirke Cone und an an- 
deren Orten fünf Mal eine Unterweisung im bKa- gyur 
vor. Durch dies und Aehnliches brachten dBal-maii 

15 sprul-sku rin-po-ce und andere dieselbe zu grosser Blüte. 
So verbreitete und förderte er das Kleinod der Jina- 
Lehre überall in Tibet und der Mongolei. Diese klugen, 
edlen Thaten kennend, wollen wir der unfassbaren Wohl- 
that eingedenk bleiben! Nachdem er auf diese Weise 

20 das Werk der Bekehrung in eigener Person gänzlich 
vollbracht hatte, ging er im Eisen-Schweine-Jahr (1790), * 
in der Abenddämmerung des 28. Tages des 10. mongo- 
lischen Monats, unter Zurücklassung seiner sterblichen 
Körperhülle 1 ), nach dGa-ldan, dem herzerfreuenden, 



1) Im Text (p. 224,10 — 11): rags-pai j/zugs-skui za-ma-tog bor- 
nas. Diese Stelle wirft auch Licht auf die Textstelle p. 18,13: ska 
rags-pa rnin-pai za-ma-tog dor-te, deren Uebersetzung (hier oben p. 
28, 12 — 13) darnach folgendermassen zu verbessern ist: „nachdem er 
seine sterbliche (wörtlich: „grobe") alte Körperhülle abgelegt hatte*. 
Infolgedessen muss die 3- Fussnote auf p. 28 fortfallen. 



— 355 — 

die Lehre stützenden, zum Sitze des Jina Ajita- 
nätha 1 ) ein. 

Danach bestieg als vollkommener erhabener Schützer 
der Lehre und der Wesen der erhabene Nirmänakäya, 
das herzgewinnende Kleinod, dieser unser unvergleich- 5 
lieh gnädige hehre Hort Blo-bzan t'ub-bstan ojigs- 
med rgya-mt'soi zal-sna-nas in der grossen Residenz 
den Furchtlosen Lehrstuhl. Sein lauteres Walten ist, 
dem Mond des Vollmondstages gleich, in stetem Zu- 
nehmen begriffen. 10 

Auch drei vortreffliche Jünger, welche unter den 
Jüngern eben jenes Kun-mk c yen bla-ma bZad-pa rin- 
po-ce hoch emporragen wie die Blume einer Standarte, 
nämlich: 

der gütige rTsa-bai bla-ma (Haupt-Lama) rDo- 15 
rje oc'an T'uu bkwan rin-po-c'e Dharmavajrai zal- 
sna-nas, 

der ehrwürdige Schatz des Erbarmens, der gütige 
rTsa-bai bla-ma btsan-po smin-grol Nomon han rin-po- 
ce Nag-dban op^'in-las rgya-mt'soi zal-sna-nas 20 
und der leibhaftige rje-btsun Ja«i-dpal dbyans, 
225 der Manju^ri von sTon-ok'or, Nag-dban ojam- 
dbyans bstan-odsin rgya-mt' soi sku-zabs, 
erschienen auf eine höfliche Einladung in diesem unserem 
Lande und schaffen das Heil der Lehre und der Wesen 25 
in reichem Masse. 



1) Tib. Mi-p am mgon-po, der nach Jäachke 356 a ( is stated 
tobe J a m- dbyans' ( M arij ugh 09 ha). 



28' 



— 356 — 

Eben jenes Kun-mk'yen bla-ma Jam-d by ans e'os- 
kyi rgyal-po vortrefflicher Jünger, der K r ri-c c en incog- 
sprul rin-po-ce K'yab-bdag rDo-rje oc'an 

Jigs-med nam-mk'ai zal-sAa-nas, 1 ) 

5 ist ein Verbreiter der Lehre in der Mongolei. 

Dessen frühere Daseinsform war der K c ri-c en Nam- 
mk'a bzan-po. Dieser, in Nan t'san rdo zug in 
J A-mdo geboren, kam, nachdem er in den Priesterstand 
getreten, nach der tibetischen Provinz dBus, hielt sich 

10 in oBras-spuns in der Vereinigung der Leute aus dem 
Mittelland auf. lag dann in der Provinz mDo dem Stu- 
dium des verkürzten Elementar-, Mittel- und Hochschul- 
kursus sowie der fünf Quellen werke 2 ) ob und erwarb # 
sich, als er damit fertig war, den Doktorgrad des lHa- 

15 sa-Betens 3 ). Er ging nach rGyud-stod, studierte die 
Mantra's und ging dann, da er sich mit voller {Concen- 
tration der Siddhi zu befleissigen wünschte, nach der 
„Bergkette" (Einsiedelei) dGe- p c el, dem Rückenberge 
(rgyab-ri) von Bras-spuns. Nachdem er im Andachts- 

20 hause des Kun-mk'yen bla-ma Jam-dbyans bzad-pai 
rdo-rje geweilt hatte, widmete er sich dem Studium 
der Sütra's und Mantra's. Darauf war er als Lama von 
rGyud-stod und Sar-rtse thätig und bestieg dann 
den Goldenen Stuhl des rJe bla-ma (d. i. bTson-k r a- 

25 pa) in dGa-ldan und brachte die Jina-Lehre im all- 



1) Der Verfasser des vorliegenden Werkes. 

2) yZun po-ti Ina. 

3) IHa-sai smon-lam rab- byams-pai grwa skor mdsad, wörtlich: 
„er machte das Doktor-Schulthema (oder „das zur Doktor-Schule Ge- 
hörige**?) des lHa-sa-Betens tt . 



— 357 — 

gemeinen und besonders des Jam-mgon bla-ma (d.i. 
bTson - Ita- pa) gute Schule zu grossem Gedeihen. 
Schliesslich ging er bei seinem Hinscheiden in die Tu- 

DC 

shita-Region ein. 

Einstmals richtete der Scheitelschmuck von Srid- 5 
zi, der Pan-cen t'ams-cad mk c yen-pa, in der Andacht, 
mit welcher er vor vielen versammelten Scholaren Va- 
canadharma's vortrug, die Augen nach oben und zeigte 
ein Lächeln. Da sagte er, nach der Ursache gefragt: 
„Damit der K r ri-cen Nam-mk'a bzan aus der Tushita- 10 
226 Region komme, bin ich in dieser Welt erschienen." 

Im Einklang mit diesem Ausspruch wurde er an 
einem von dem Kloster Bla-bran bKra-sis ok'yil 
nicht weit entfernten Orte wiedergeboren. Schon in 
jungen Jahren kam er nach Bla-bran c en-po. Er 15 
nahm den sKyabs-mgon rDo-rje can c en-po als Krone 
der Logik (nyäya) 1 ) an, trat in den Priesterstand und 
nahm das Gelübde des ersten Gliedes 2 ) auf sich. Die 
grossen Quellen werke des (Buddha-) Wortes 3 ) studierte er 
eifrig. Zu Füssen des sKyabs-mgon rin-po-c f e nahm er 20 
auch das Upasampanna- Gelübde auf sich. Indem mit 
dem Nektar ausgezeichneter tiefer und weiter Lehren, 
wieder Qii-Vajrabhairava- und der bDe-mc'og Lü- 
'i-pa-Vapita und der Vacita von anderen Neben- Vaca- 
nas, der Vajramalä-, Mitra^ataka- und vieler Reihen 25 
von anderen Va^itä's, der dreizehn grossen Aus- 



1) Dementsprechend muss es auch oben p. 282, 23. 24 (vgl. auch 
n. 4) in derselben Wendung statt „Wissenschaft heissen: „Logik u . 

2) T sigs sna-mai sdom-pa. 

3) "Zun bka pot c en-po-rnams. 



— 358 — 

Sprüche des Nätha und einer Reihe von anderen 
Adhiväsana's, der tiefen Unterweisung in dem Kreis der * 
Nätha -Lehre 1 ) und vieler anderer Unterweisungen, 
Agama's und Vorschriften, das schöne Gefäss seines 
5 Geistes gefüllt wurde, wurde er zum Meister der Lehre. 
Darauf ging er, um die sehnsüchtigen Wünsche der 
Scholaren und Gabenspender der grossen Mongolei zu 
erfüllen, in das Gebiet der Sunid und bereitete ihnen 
das Vergnügen heiliger Religionspredigten in reichem 

10 Masse, ging wieder nach Bla-braii cen-po(d.i. bKra- 
sis ok'yil) und dann, im Wasser-Hunde- Jahr (1801), 
nach dem heiligen Lande dBus -yTsaii, überreichte 
dem rGyal-dban rin-po-c e und anderen reiche Geschenke 
und hörte viele heilige Lehren. Auf ein von dem Kaiser 

15 an den Gofi-sa rin-po-c e erlassenes Sendschreiben mit 
der Bitte, ihm einen mit hohen Vorzügen ausgestatteten 
Lama zu schicken , sandte (letzterer) eben jenen Herrn 
ab. Im Wasser-Schweine-Jahr (1802) nach dem grossen 
kaiserlichen Palast gelangt, enthüllte er deutlich die höchst 

k io verwickelten äusseren und inneren Angelegenheiten alle- 
samt durch seine klare Einsicht ohne Schwierigkeiten 
und lieferte ihm den Beweis für die Besiegung feind- 
licher Länder durch Veranstaltung von Opferceremonieen. 
Durch dies und anderes wurde des grossen Kaisers Herz 227 

25 hoch erfreut und gläubig; so war jener sein vortreff- 
licher Opferpriester. Als er den Lehrstuhl des aus vier 
vollständigen Fakultäten bestehenden grossen Klosters 
Yun he gun innehatte, versetzte er die Versammelten in 



1) Tib. mGon-poi c os-skor. 



— 359 — 

geistlicher und weltlicher Hinsicht in die Herrlichkeit 
eines noch nicht dagewesenen zweiten Krita(yugam). 
Infolgedessen bereiteten auch diese ihm eine Reihe von 
Huldigungen, indem sie ununterbrochen Gesänge voll 
hoher Freude zu seinem Lobe und Preise anstimmten. 5 
Um vermöge seines ausserordentlich grossen Verdienstes 
die an die Verknüpfung mit diesem Herrn gebundenen 
Wesen allesamt auf dem guten Wege des mit der tiefen 
Madhyama-Theorie zusammenhängenden Vajrayänam, 
vermöge dessen sie, nachdem Manj u^rigarbhabhattä- 10 
raka, in dessen Wesenheit alle drei Zufluchtstätten ein- 
geschlossen sind, sie aufgenommen, in der Zukunft in 
♦ jenem seligen reinen Adbhutavyüha-Gefilde die Höch- 
sten in der Umgebung des Jina Simhadhvani werden, 
zu einer dem Edelstein, mit dessen Hülfe man bei ein 15 
und derselben Rede drei Körper aufzuweisen vermag, 
gleichenden Bekehrung zu führen, errichtete er eine 
einem Werke des Vivukarma 1 ) gleichende, wunderbar 
ausgezeichnet erscheinende, sehr grosse Statue des Jina 
Simhadhvani aus Kupfer und Gold. In Bla-bran20 
c'en-po bKra-sis k c ril Hess er eine vierstöckige Ka- 
pelle mit allem Zubehör schön herrichten und sprach 
den Wunsch aus, sie solle stehen auf einem Gefilde der 
Menschentugenden. Des Jam-dbyans c'os-kyi rgyal-po 
Kun-m^yen bla-ma erhabenem Höchsten Nirmäna(käya) 25 
brachte er eine unfassbare Reihe Huldigungen dar, be- 
stehend in für den Verstand anderer gleichsam nicht 
fassbaren Geschenkgegenständen. Auch den Geistlichen 



1) Verstümmelt aus Vi^vakarman. 



— 360 — 

gewährte er reiche Austeilungen von Thee u. s. w. in 
Menge. Noch heute befindet er sich voll Ansehens in 
dem Range eines Siegel-Lama's 1 ) des von dem Kaiser 
zum Heile aller Mongolen erbauten grossen Klosters von 

oDoloon Noor. Indem er von dem ersten Augenblick 228 
an, da er in dieses Land gekommen, fQr zahllose 
fromme Vineya's von den Chinesen, Mandschuren und 
namentlich den Sun id, Hal ha, Harc'en, T'umed 
und sehr vielen anderen grossen Abteilungen der grossen 

10 Mongolei — der äusseren sowohl wie der inneren — , 
ihre Grosslamen und Grossfürsten voran, den starken 
Regen der Auferlegung von Gelübden und Geboten für 
die Bekehrung je nach der für einen jeden geeignetsten 
Art, der Gewährung klarer Prophezeiungen, der Va$itä's, 

15 Adhiväsana's, Agama's, Unterweisungen und sonstiger 
tiefer und ausgedehnter Lehren hat herabströmen und so 
in dem Ackerland ihres Charakters den ausgezeichneten 
Samen der Erlösung und Allerkenntnis hat aufkeimen 
lassen, ist er jetzt dabei, das Werk (der Bekehrung) dein 

2o zunehmenden Monde gleich wachsen zu lassen. 

Ferner verbreitet des Jam-dbyaris tfos-kyi rgyal- * 
po bZad-pa rin-po-c'e vortrefflicher Jünger, der sDe- 
pa meog-sprul K f yab-bdag bla-ma 

Jam-dbyaAs Tub-bstan ni-mai zal-sAa-nas, 

25 in diesem Mongolenlande die Lehre. 

Dieses Herrn frühere Daseinsform war der Si- 
ddhe^vara süe-pa Blo-bzan don-grub. Eine Prophe- 

1) TVma-ka bla-ma. 



— 361 — 

zeiimg der grossen Yum des Jina, Ma-cig lab-sgron, 
lautet: 

„Der Meister der Scharen der Verblendeten 
„Und der Quell der Seharen der Erlösten, der Jina's, 
„Werden in Ra und K f ri geboren werden." 5 

Derjenige nun, auf welchen sich die Prophezeiung, dass 
der Ma-cig eigener vortrefflicher Jflnger, jener „Meister 
der Scharen der Verblendeten", in der Zukunft in dem 
Gebiete von sNan-ra werde geboren werden, bezieht, 
ist der Kun-mk f yen bla-ma bZad-pa mc'og-sprul rin- lo 
po-ce, und gemäss der Prophezeiung, dass jener Jünger 
der Zukunft, der „Quell der Scharen der Erlösten, der 
Jina's", in dem Gebiete von K'ri-k'a werde geboren 
werden, wurde (der letztere) in diesem Orte geboren. 
Schon in jungen Jahren trat er in den Priesterstand, 15 
229 kam in die tibetische Provinz dB us, studierte die fünf 
grossen Werke des (Buddha-)Wortes 1 ) und erwarb sich, 
als er damit fertig war, zu Anfang seines 25. Lebens- 
jahres, den Doktorgrad des lHa-sa-Betens. Er wurde 
des Kun-mk'yen bla-ma J a m-<l byans bzad-pai rdo- 20 
rje bester Jünger. Er gründete Bla-bran e'en-po 
bKra-sis ok'yil neu, verbreitete die Anhörung der 
Relijrionserklärung und vernichtete alle ihm dabei feind- 
lieh gegenübertretenden Parteien mit einem gar mäch- 
tigen und gewaltigen Vajra. Als Nachfolger des Jam- 25 
dbyans bla-ma K'ri rin-po-ce Nag-dban bkra-sis-pa 
nahm er den Lehrstuhl der grossen Versammlung ein 
und schaltete auf geistlichem und weltlichem Gebiete 



1) liKa bot e en-po Ina 



— 362 — 

ausgezeichnet. Namentlich aber erkannte ihn der Kun- 
mk'yen bla-ma bZad-pa rdo-rjei mcog-sprul rin-po- 
c c e sehr wohl als unser einziges göttliches Teil, als den 
erhabenen Schutzer in Person, berief ihn daher höflich * 

5 in die grosse Residenz und bestimmte ihn für den Furcht- 
losen Löwensitz. Danach bezeigte er die unübertreffliche 
Gnade, die Standarte des reinen Werkes auf dem Gipfel 
des Staates aufzupflanzen 1 ). Da er volle vierzig Zähne 
und andere vollkommene Zeichen, sowie unfassbare 

10 grosse Eigenschaften, so u. a. die Bethätigung einer 
Kraft, vermöge deren die Veränderung eines auf 
einen sehr harten Stein gelegten Porzellan -Yu-rins sich 
deutlich zeigte, besass, so galt er sogar als Inkarnation 
des Siddha des <?rl-Vajrapäni, des Mahäsiddlia von 

15 lHo-brag, Nam-mk'a rgyal-mt'san. 

Dieses ehrwürdigen Herrn erhabene Inkarnation 
nun, eben dieser Herr ( Jam-dbyans Tub- bs tan ni- 
ma), wurde in der oberen Mongolei geboren. Schon in 
jungen Jahren wurde er nach Bla-bran cen-po <*e- 

20 laden. Er nahm den sKyabs-mgon bZad-pa rin-po- 
c c e als Krone der Logik an, studierte die Quellen- 
werke des (Buddha-)Wortes ordentlich, hörte bei dem 
sKyabs-mgon rin-po-ce die Vajramälä- und Mitra- 
pataka-Va<?itä und viele andere Dharmavacana's, nahm 

25 auch bei dem Gun-t r an rin-po-ce das Upasampanna-Ge- 230 
lübde auf sich, hörte auch von eben jenem rJe t c ams- 
cad mk c yen-pa und dem Hor-t c san yser-k r ri rin-po-ce 



1) D. h. die Kirche zum Hauptfaktor des staatlichen Lebens zu 
erheben. 



- 363 — 

und anderen Va^itä's, Adhiväsana's und Agama's, Unter- 
weisungen und viele sonstigen Vacanadharma's, und indem 
so das schöne Gefäss seines Geistes mit dem Nektar 
der Lehre wohl gefüllt wurde, bereitete er den Vineya's 
das Vergnügen der Religionsbelehrung. Darauf folgte 5 
er einer höflichen Einladung des grossen Gabenspenders 
der Lehre, des Pei-le der J Aru Horc'en, um alle 
Vineya's dieses Landes zu leiten. Er trug in diesem 
Sog die tiefe ?ri-Kälacakramahäva<?itä vor und er- 
richtete auch eine Käl a cakra- Fakultät neu. Auch 10 
hierher, in den Sog der Turned, kam er auf wieder- 
holte Einladungen und erteilte in dem grossen Tempel- 
* kloster Yid-^on bde-ba den aus allen Gegenden zu- 
sammengeströmten Vineya's, über zehntausend an der 
Zahl, die ^ri-Kälacakramahäva^itä in gehöriger 15 
Weise. Ferner erteilte er in dem Kloster To Ion Pölag 
auf die Bitte vieler Gabenspender der Lehre die Käla- 
cakramahavapitä und errichtete auch eine Käla- 
cakra- Fakultät. Durch dies und anderes sättigte er 
die zahllosen Vineya's — voran die Grossfürsten — 20 
dieses Sog, sowie die der Mongolcin, Harcen, Näs- 
iii an und vieler anderer grosser Abteilungen mit dem 
Nektar der Lehre und führte sie so auf den guten Weg 
der günstigen Wiedergeburt und des sicherlich Besten 
(d. h. der Erlösung von der Wiedergeburt). Um die an 25 
die Verknüpfung mit ihm, dem Herrn, selbst gebundenen 
Wesen allesamt, wenn Jara-mgon bla-ma und die 
tausend Buddha's des Bhadrakalpa sie aufgenommen, 
in jenes selige reine Gefilde des Jam-dbyans Kun- 
yzigs zu leiten, errichtete er eine sehr grosse Statue 30 



— 364 — 

des oJam-dbyans Kun-yzigs aus Kupfer und Gold, 
rechts und links grosse goldene Statuen des unvergleich- 
lichen Munindra und des Maitreyanäthabhattaraka 
und die goldenen Statuen der tausend Buddha's des 231 

5 Bhadrakalpa in sehr schöner Ausführung und Dar- 
stellung. Darauf Hess er in Bla-bran bKra-sis 
ok € yil einen grossen Klostertempel nebst Zubehör her- 
stellen und übergab ihn den Insassen (jener Lamaserie) 
zum Bewohnen. Noch heute blüht der Lotus seines 

10 Lebens 1 ) als erhabener Schützer der Lehre und der Wesen, 
und sein lauteres Werk ist, einem See im Sommer gleich, 
im Wachsen und Zunehmen begriffen. 

Ferner verbreitet des Jam-dbyans c'os-kyi rgyal- 
po vortrefflicher Jünger, des K'yab-bdag rDo-rje c r an 
15 mTsan-sgrogs mk'an-c en erhabener Höchster Ninnäna- 
(käya), 

c Jam-dbyaAs b$es-/nen-gyi zal-sAa-nas, 

in der Mongolei die Lehre. Dieser Herr kam schon in 
seiner Kindheit nach Bla-bran een-mo bKra-sis 

20 o k f yil, trat unter sKyabs-mgon t'ams-cad mk'yen-pa 
bZad-pa rin-po-c'e in den Priesterstand, nahm den # 
Nektar der Vajramälävagitä und anderer heiliger 
Lehren reichlich in sich auf, ging dann nach dB us und 
füllte seinen Geist gar wohl mit tiefen und ausgedehnten 

25 heiligen Lehren, (die er) von vortrefflichen Kalyäna- 
mitra's (hörte). Darauf folgte er der höflichen Einladung 
des grossen Gabenspenders der Lehre, des Waii der 



1) Wörtlich: 'sein Lebens-Fusslotus ist kräftig 9 . 



— 365 — 

Pär in, der ein Schüler von ihm in der vorhergehenden 
Existenz und (nun) das Haupt der Gabenspender war, 
und brachte, wie in diesem Sog, so auch in vielen 
anderen Landesteilen der Mongolei das Freudenfest der 
heiligen Religion zum Gedeihen. Auf solche Art erhält, 5 
schützt und fördert er gegenwärtig des Jam-mgon 
rGyal-ba ;'fiis-pa unverfälschte Sekte immer mehr 
und mehr. 

So traten alle diese heiligen Mahäpurusha's, die an 
der Herrlichkeit des Meeres der Fähigkeiten zu den 10 
oben 1 ) erwähnten Agama und Gati sich erfreuten, zu- 
gleich mit ausgezeichneter Geisteskraft zur Förderung 
des Kleinods der Jina-Lehre im allgemeinen und der 
Lehre des rGyal-ba ynis-pa im besonderen durch 
mannigfache Thaten der Klugheit ausgerüstet waren, 15 
232 über das vollkommene Werk, die an die Verknüpfung 
(mit ihnen) gebundenen Wesen allesamt durch Sehen, 
Hören, Bewusstsein und Fühlen an sich zu ziehen und 
sie auf den guten Pfad der Bodhi und der Erlösung zu 
führen, verfügten und von der Last unfassbarer Güte 20 
gegen alle Vineya's der grossen Mongolei beschwert 
waren, ohne sich durch Trachten nach eigenem Vorteil, 
Gewinn und Ansehen oder sonstige Unlauterkeit auch 
nur im geringsten zu beflecken, in dem barbarischen 
Grenzlande auf, um ihren edlen Wunsch nach Förderung 25 
des Kleinods der Buddha- Lehre, sowie die frommen 
Vineya's unter den an die Verknüpfung mit ihnen ge- 



1) pp. 97—100. 



— 366 — 

bundenen Geschöpfen auf den guten Weg der Reife und 
Erlösung zu führen. Dies ist eine Gutthat, die noch 
viel wunderbarer und seltsamer als ein Wunder war, 
wie es denn auch in einer Zukunftsprophezeiung des 
5 sPrul-sku Grags-pa rgyal-rat'san heisst: # 

„Aus dem auf Erden bestehenden Gefilde des 

Maujufrl, 
„Dem kalten Lande, werden sogar viele, die ßhikshu- 
„ Standarte tragend, 
10 „Zum Heile vieler Geschöpfe 

„In jenes Land, auf Almosen ausgehend, zusammen- 
strömen.' 4 

Des Pogta J Ec f ige bla-mai gegen persönlicher 
Schüler, C'agan Täyanc'i, der sich in drei ver- 

15 schiedenen Einsiedeleien des Mongolcin - Sog acht- 
zehn Jahre lang mit aller Koncentration der Andacht 
hingegeben hatte und dadurch ein Mahäpurusha, der 
die höchste Erkenntnis gefunden, geworden war, 
gründete in dem Mongol ein -Sog ein Kloster. Später 

20 richtete sein erhabener Nirmänakäya eine mT c san-fiid- 
Fakultät und eine Fakultät für Mantrismus 1 ) ein und 
förderte das Kleinod der Jina- Lehre gar sehr. In 
diesem Kloster befindet sich, leibhaft zu schauen, des 
Yon-tan rgya-mt'so Gnaden-Symbol. Dieses wächst 

25 vermöge der vollendeten Kraft des Gebetes des Er- 
halters der heiligen Religion jenes rJe bla-ma (d.i. 
bTsori- k'a - pa) auch heute noch immer höher und 233 



1) sNags-pa grwa-tsan. 



4 

i 



— 367 — 

höher. Ausserdem gründete er auch eine medizinische 
Fakultät, sodass im ganzen drei Fakultäten dort be- 
stehen. 

Ferner gründete auch des Pan-c'en t'ams-cad mk c yen- 
pa vortrefflicher Jünger, der erhabene Fürst der Ge- 5 
lehrten, der Lama Nag-dban rgya-mt'so, in (dem 
Gebiet der) Mongolcin ein Kloster, stiftete eine mT'san- 
nid-Fakultät und eine Fakultät für Mantrismus und brachte 
dadurch das Werk der Verbreitung und Förderung des 
Kleinods der Lehre in guten Fortgang. Auch der er- 10 
habene Nirmänakäya eben dieses Herrn trat auf und 
wirkt gegenwärtig für die Interessen der Lehre. 

Ferner gründete in dem zu einem Teile des Sog 
der Mongolcin gehörigen T*ank w od Halha-Lande 
der grosse Reformator der Lehre Maitri H w ot € ogt r w o 15 
ein Kloster, stiftete eine mTsan-nid-Fakultät und wirkte 
so für die Interessen der Lehre. 
* Ferner empfing jener in der Provinz Jungar 

J Ugelud der grossen Mongolei geborene heilige Mahä- 
purusha mit dem Namen Mergen bla-ma Nag-dban 20 
blo-gros von Jugend auf bei dem Rab- byams-pa 
HwOt'ogtVo seinen Anteil an den heiligen Lehren und 
übersetzte den Byaii-cub lam-rim c c en-po in das 
Mongolische. Dann ging er nach dB us in Tibet, trat 
in die Religionsschule von sGo-mah in Bras-spuhs 25 
ein und machte Studien. Als er nun zum Päramitä- 
dharmacakram 1 ) kam, erwachte in ihm ein starker 
Hochmut und Dünkel auf seine Kenntnis der Religion, 



1) Tib. P'ar-p'yin-gyi c'os- k'or. 



— 368 — 

dann (aber) erkannte er selbst seinen Dünkel und trat 
zum Zwecke der Selbstzucht in die Religionsschule ein. 
Als er nun über die anzustellenden Studien nachdachte, 
überlegte er bei sich: „Wenig, wenig weiss ich von der 

5 Religion; das muss, scheint mir, der Grund fftr das sich 
stets erneuernde Wachsen meiner Sünden sein. In die 
Einöde will ich gehen, will meine Seele erziehen und 
dann zurückkommen." So ging er denn in ein an der 
Seite der „Bergketten "(-Einsiedelei) dGe- p c el gelegenes 

10 Haus und beschäftigte sich da mit dem Nachdenken 
über die Uttarayoga- und die Qünyatä-Theorie. Als er 234 
nun danach eines Tages, mit dem Anzünden des Feuers 
zum Theekochen beschäftigt, an den Sinn der Qünyatä- 
Theorie dachte, erkannte er zuletzt plötzlich die Leerheit 

15 (^ünyatä) mit vollkommener Klarheit. Dadurch wandelte 
sich alles in das absolute Nichts, sodass das dicht neben 
ihm befindliche Haus, sein eigener Leib und alle Körper 
in der Einbildung unsichtbar waren. Sogleich erschrak 
der Mergen bla-ma, geriet in Erstaunen und erhob sich. 

20 Aber obwohl er das Bewusstsein 1 ) des Gehens hatte, 
war sein Körper physisch nicht sichtbar, und ohne 
Hindernis ging er hin und her durch die Gegenstände 
hindurch. Da sah ein alter Hirt von einem hohen Berg- 
gipfel her, dass genau aus jener Richtung Rauch auf- 

25 steige; als er nun genauer zusah, ging der Scholar (jener 
Mergen bla-ma) durch die Seitenwand des Hauses hin- 
durch unbehindert hin und her. Da geriet jener Alte 



1) Nom-pa; vielleicht mit nam(s) und snam-pa verwandt. 



— 369 — 

* in Zweifel 1 ) und ging, obwohl keine Thür vorhanden 
war, durch die Mauer des Hauses hindurch. Das war 
eine Freude und ein Staunen! r Ich will doch ein Mittel 
anwenden, das zu sehen" dachte er bei sich. Er nahm 
Kuhmilch, ging hin und rief mit lauter Stimme: „Ich 5 
bin hier, um Milch zu geben." Da wurde er auf seine 
Bitte plötzlich sehend. (Der Mergen bla-ma) öffnete 
die Thür und Hess ihn eintreten. Er goss die Milch in 
den Thee, nahm ihn zu sich und gab auch dem Alten 
davon. Der trank den Thee, bezeigte seine Ehrerbietung, 10 
erblickte hierauf den Bhikshu und ging erfreut hinaus. 
Als er darauf den benachbarten „Bergketten "-Einsiedlern 
erzählte: „Dieser Bhikshu geht und kommt unbehindert 
durch die Mauer des Hauses", stellten die „ Bergketten "- 
Einsiedler der Umgegend Ober das früher nicht Erkannte 15 
seit jener Zeit Reflexionen an und erkannten es. Darauf 
ging jener Mergen bla-ma zu dem dPon-slob 2 ) von 
sGo-man, Hör smin-grol cos-kyi rgyal-po, und 
sagte: „Mir hat sich ein derartiges Vorzeichen gezeigt. 
Ich scheine an das Ende meiner Strafe gelangt zu sein. 20 
235 Wenn dem so ist, so weisst du mir gewiss frei und 
unverhohlen Belehrung und Auskunft zu geben, wie 



1) Som-iii (bei Jäschke fehlend) nach M.Tib. 103,46 (M. 109,47) 
= 9kr. k&nksh&, sonst: 'Verlangen' (s. Böhtlingk 8. v.), hier aber: 
'Zweifel', was au9 dem Umstand hervorgeht, dass es in M. zwischen 
nirvid (109, 46) und vimati (109,48) steht, und wozu die Bedeutung 
von kftukshita: 'in Zweifel seiend' bei Böhtlingk, Nachtr. 8. v. eine Ana- 
logie ist (vgl. auch vi-k&iiksh 'abwarten', so viel als: 'sich bedenken 9 
bei Böhtlingk s. v.). 

2) D. h. 'Lehrer und Meister'. 

24 



— 370 — 

lange Zeit ich noch nicht aus der Hölle herauskommen 
werde." Da gab ihm Hör smin-grol c'os-kyi rgyal-po 
zur Antwort: „Ich verstehe die Qünyatä nicht und kann 
es daher nicht wissen. Wenn du es jedoch auf Grund 

5 der mT'san-nid-Logik untersuchst, so ist darüber nach- 
zudenken : Ob du sündhaft bist oder beim Nachdenken 
sündlos erscheinst — ob du sündlos bist oder beim 
Nachdenken sündhaft erscheinst. Ich kann deine Zweifel 
nicht lösen, aber von jenem Lama namens Srah rgyud 

iordo-rje oCah heisst es, er sei ein Lama, der die 
Qünyatä klar erkenne. Darum geh zu diesem Lama. 
Ein Reittier, Reise - Utensilien u. s. w. werde ich dir 
geben." Darauf übergab er ihm ein Reittier, Wegzehrun & 
u. s. w. und entliess ihn. Als nun der Mergen bla-ma 

15 zu Srah rdo-rje c c an kam, war jener rDo-rje c c an * 
gerade dabei, zahlreichen Scholaren die Lehre zu er- 
klären. „Durch die Klagelaute eines Weinenden wird 
mir ein diesem gleiches Vergnügen bereitet*, dachte er 
bei sich und erzählte obigen Sachverhalt. Da lächelte 

20 der rDo-rje c f ah, Hess ihn Platz nehmen, nahm ein Buch 
und gab es ihm. Während er nun mit der Erklärung 
der Lehre über die gläubige Kontemplation beschäftigt 
war, schaute jener in dieses Buch und trank den Thee. 
Da sagte (der rDo-rje can): „Sobald ich mit dem Halten 

25 meines Vortrags fertig bin, komm her", und gab dem 
Mundschenk den Befehl: „Mache diesem Scholaren mit 
Thee u. s. w. die Aufwartung!" Da jenes ihm gegebene 
Buch eine Unterweisung in der Kontemplation war, so 
wurden durch blosse einmalige Einsichtnahme alle seine 

30 Zweifel gelöst, und mit wohligem Glücksgeffthl ging er 




— 871 — 

davon. Da wusste Stsan rdo-rje c c ah, dass der 
Mergen bla-ma die Qünyatä klar erkannt habe, sagte: 
„Nunmehr brauche ich nicht mehr zu sagen, als was in 
diesem Buche steht" und war hoch erfreut. Darauf hielt 
er eine unfassbare Reihe von religiösen Vorträgen. 5 
236 Danach ist er um seiner HülfsbereiUchaft willen eine 
der in dem ganzen Gletscherlande berühmten sogenannten 
„Fünf Srah rgyud- Generationen" geworden. Bei eben 
jenem rJe bla-ma hörte auch der Kun-mk c yen bla-ma 
oJam-dbyans bzad-pai rdo-rje die Lehre. Auch io 
jenes Haus der „Bergketten" (-Einsiedelei), in welchem 
er gewohnt hatte, schenkte er dem Kun-mk c yen bZad- 
pa rin-po-ce. Der Kun-ink'yen bla-ma Hess jenes 
Haus wieder ausbessern. Bei dieser Gelegenheit wies, 
da diese Thür eine von dem (Mergen) bla-ma in eigener 15 
Person hergestellte mongolische Zelt-Thör zu sein schien, 
jemand, der auf ihre Notwendigkeit achtete, auf diesen 
Umstand hin. Darauf Hess er die Sache auf sich be- 
ruhen. Nachdem er in jenem Hause lange Zeit gewohnt 
hatte, gab er sich der Vertiefung in die Andacht hin 20 
und Oberlegte sich: „Ich habe doch eine gesegnete 
Stellung, indem ich ein Lama bin." Dann befasste er 
sich mit der Ordnung u. s. w. der Madhyama(-Litteratur), 
* der Kommentare und der Siddhänta's und gab jenem 
Hause den Namen „Himmelsbewohner-Zelthaus 1 )". Als 25 
er zu dem hoch betagten Mergen bla-mai sku-zabs kam, 
da fragten ihn die Scholaren, als sie ihn die Rosenkranz- 
Zahl im Gedächtnis behalten sahen: „Was für Recitationen 



1) mE a-spyod gur-k c an. 

24« 



— 372 — 

aus dem Kopfe sind es denn hier, die du im Gedächtnis 
behältst?" Er gab zur Antwort: „Wie viele Recitationen 
aus dem Kopfe ich auch zu machen habe, ich habe, da 
ich die Anzahl der Zufluchtssuchungen bei den drei 

5 Kleinodien im Gedächtnis behalten habe, keinerlei Ver- 
wirrung angerichtet." Durch das Festhalten der Anzahl 
der Hersagungen jener (Formel): „Bei dem Lama suche 
ich meine Zuflucht" wird der Nachweis der bis zu dem 
dereinstigen Lebensende erfolgten Zufluchtssuchungen 

10 bei dem Lama (und) den drei Kleinodien ermöglicht. 

Ferner: ein heiliger Mahäpurusha von den Jim gar 
J Ugelud, des Kun-mk'yen bla-ma oJain-dbyans bfcad- 
pai rdo-rje persönlicher Schüler, der sich an der Herr- 
lichkeit des Meeres der Fähigkeiten zu Agama und Gati 

15 vollauf erfreuende und darum den Lehrstuhl von bKra- 
sis s go -man in dem grossen Kloster dpal-ldan oBras- 
spuhs einnehmende Fürst der Gelehrten Blo-bzan 
p c un-t c sogs-kyi zal-sna-nas, und zweitens des grossen 237 
Gabenspenders der Lehre, des Ratnasiddhi Tä wan 

20 der Harc'en, vierter Sohn — welcher letztere schon 
in jungen Jahren in den Priesterstand trat und nach 
dGon-lun kam, den Tuu bkwan sku-zabs rin-po-c c e 
zur Krone der Logik 1 ) annahm, die Methode der 
Logik 2 ) studierte und reichlichen Nektar heiliger Lehren 

25 zu sich nahm; darauf in die tibetische Provinz dBus ge- 
langte, in die Religionsschule von sGo-man eintrat, die 
fünf grossen Werke des (Buddha-) Wortes studierte, und 



1) Vgl. über diesen Titel oben pp. 357, 16—17 und n. 1. 362, 21. 

2) Rigs-kyi lam. 



— 373 — 

als er damit fertig war, die Verleihung des Titels „ Doktor 
der Theologie" erhielt; an den rGyal-dban rin-po-c c e, den 
Klon-rdol bla-ma rin-po-ce und andere sich anschloss 
und mit dem Nektar tiefer und weiter Lehren das edle 
Gefäss seines Geistes wohl anfüllte, den Lehrstuhl von 5 
* bKra-sis sgo-mah betrat und die Anhörung der Predigt 
in Schwung brachte; einer zahlreich zusammengeströmten 
Menge mundliche Belehrung Ober die Hunderttausend 
Aussprüche des rGyal-ba ynis-pa rje-btsun 
bTson-k r a-pa c c en-po erteilte und durch dies und 10 
anderes das Kleinod der Lehre des Jam-mgon bla-ma 
zum Gedeihen brachte — mein unvergleichlich gütiger 
Kyab-bdag bla-ma rJe mTu-stobs ni-mai zal-sna- 
nas: diese beiden Bla-zur 1 ) von sGo-man, Hessen, 
nachdem jeder von beiden in seine Heimat gelangt war, 15 
einen grossen Regen von Sutra's, Tantra's, Lam-rim's, 
Va<?itä's, Agama's, Adhiväsana's und anderen Lehren 
herabströmen und wurden die Leiter der sich nach Er- 
lösung sehnenden frommen Vineya's und der das Kleinod 
der Lehre verschönende höchste Schmuck. 20 

Ferner traten der den Lehrstuhl von sGo-man ein- 
nehmende Torgod Don-grub rgya-mt r soi fcal-sna-nas, 
der Torgod Kalyänamitra Blo-bzan snan-grags und 
viele andere heilige Mahäpurusha's auf und erschienen, 
um das Kleinod der Lehre zu fördern; doch ob der Tiefe 25 
ihres Geistes verzagend, wage ich es nicht, sie zu 
schildern. 

Ferner ging der Herr der gänzlich vollkommenen 



1) Lama- Adjunkten? 



\ 



- 374 — 

Lehre, der vorzüglichste der Gelehrten, der Ha] ha P'yag- 238 
rdor mk'an-po rin-po-ce, um sich in diesem Lande 
der Vineya's anzunehmen, in den Sog der Hure und 
trug den aus allen Gegenden zusammengeströmten vielen 
5 hundert Frommen, voran den Grosslamen und Gross- 
fftrsten, Lam-rim, Heilkunde, Astrologie, Poetik u. s. w. 
in Uebersetzungen vor, gab ihnen Weisungen darüber 
und erteilte ihnen Vavitä's, wie die Vajramäläva^itä, 
Adhiväsana's, Agama's und praktische Unterweisungen 
io und wirkte so für die Interessen der Lehre in aus&e- 
dehntem Masse, 

Im Lande der Auhan ferner wirkte ein Kalyäna- 
mitra, der ein vortrefflicher Angehöriger 1 ) der Lehre 
war, mit Namen Bla-ma Nag-dban blo-bzan nicht 
ir> nur selbst für die Interessen der Lehre, sondern berief 
auch einen Jünger des Tuu bkwan rin-po-ce, einen vor- 
trefflichen Gelehrten namens Wan sku-zabs rin-po-c c e 
Ye-ses dar-rgyas, und brachte vermittelst der drei * 
Räder in diesem Sog wie auch in anderen Sog's das Kleinod 
ä) der Lehre zum Gedeihen. 

Ferner erschienen in dieser nahe benachbarten 

Mongolei viele heilige Mahäpurusha's, welche das Werk 

des By an -cub lam-gyi rim-pa, des Kerns der 

Lehre des Jam-mgon bla-ma, verbreiteten und för- 

25 derten. Von diesen seien einige genannt: 

Des lCan-skya t'ams-cad mk f yen-pa Nag-dbaii 
blo-bzan c r os-ldan und des Kun-mk e yen Jam-dbyans 
biad-pai rdo-rje persönlicher Schüler, der 'Uc im uc'en 
sMon-lam bla-ma rin-po-ce bsTan-odsin grags-pai 

1) rTfla-lag = skr. bandhu. 



— 375 — 

zal-sna-nas, brachte in seinen früheren und späteren 
Geburten mit Hülfe des Lam-rim das Anhören der 
Predigt zu gar hoher Blüte. 

In dem Harcen-Sog wurde mein 1 ) Lama, eben jener 
K c yab-bdag rDo-rje c r afi c'en-po Doktor bKra-sis dar- 5 
rgyas-kyi ial-sha-nas, in hohem Geschlecht geboren. 
In früher Jugendzeit kam er nach dem Kloster mCTod- 
rten ysum 8 ) im Gebiete der Turned, sass zu Füssen 
239 des Näsman Yogatsäri bla-ma und hörte viele Jahre 
hindurch eifrig Lam-rim, wodurch sein Wissen sehr 10 
zunahm. Darauf ging er nach dB us in Tibet, nahm den 
Stellvertreter des Jam-mgon bla-ma, den K r ri-c c en 
Nam-mk c a bzan-po, zur Krone der Logik an, 
studierte die fünf grossen Quellenwerke des (Buddha-) 
Wortes ordentlich und erhielt auch den Titel „Doktor 15 
der Theologie". Dieser Herr hörte die pry-Ekavajra- 
bhairava^üramahäva^itä und viele andere Vacana- 
dharma's und empfing ferner von dem rGyal-dban Vater 
und Sohn, dem lCan-skya rin-po-ce und vielen anderen 
Lamen eine schöne Reihe heiliger Lehren in ordentlicher 20 
Weise. In seine Heimat zurückgekehrt, gründete er die 
beiden grossen Klöster Porhant c w o und Täla, errichtete 
eine Lam-rim- Fakultät und förderte das Lam-rim- 
Werk in hohem Masse. In den Sog's der Harc'en, 
# 'Auhan, Turned und in anderen Gegenden drehte er 25 
das Rad der tiefen und weiten Lehren, so u.a. der Vajra- 
mäläva^itä, eifrig. Bei seinem Hinscheiden bot er den 
Schein des Eingehens in die höchste Region der Vollen- 

1) D. b. des Verfassers Jigs -med nam-mk'a. 

2) D. h. 'drei StüpaV. ° 



— 376 — 

dung, in das Gefilde von Potala 1 ), zu ärya-Mahäka- 
ruiia. Sein erhabener höchster Nirmänakäya erschien kurz 
darauf in dieser Welt und fördert gegenwärtig als er- 
habener Schützer der Lehre und der Wesen das (Be- 
5 kehrungs)-Werk. 

Von diesen verschiedenen Gütigen ausgehend, er- 
standen viele Gusri's, Dharinasvämin's u. s. w. bei den 
Turned, Mongolcin und HarcTen, sowie bei den 
Näsman und anderen und brachten die Anhörung der 

10 Erklärung des Lam-rim zur Blüte. In dem Sog der 
Mongol ein zunächst verbreitete und förderte der Ge- 
lehrte Gängan-gyi dka-bcu bla-ma rin-po-c e die 
Anhörung der Erklärung des By an -cub lam-rim. 
Hier, in dem Tu med -Sog, aber traten des Lama Lo- 

15 tsä-baPaksi und des Nasman Yogatsäri bla-ma Schüler 
Hilagant'ai Blo-bzan cos-rje bla-ma und viele 
andere in der Erklärung des Lam-rim bewanderte Ge- 
lehrte auf. Vor allen aber förderte der unvergleichlich 240 
gütige Lama, der Herr der gänzlich vollkommenen Lehre, 

20 des unvergleichlichen Munlndra Nachfolger und Stell- 
vertreter 2 ), der K r yab-bdag rDo-rje can cen-po Yoga- 
tsäri bla-ma 

Nag-dbaA don-grub dpal bzaA-poi zal-sAa-nas, 

den Byan-cub lam-rim in sehr hohem Masse. 
25 Dieser rJe bla-ma wurde in dem Orte Mann od dieses 

V 

unseres Sog als Sohn des Tälai und der w > Org w o- 
mal unter vielen Wunderzeichen in dem Vibhava 3 ) ge- 



*. . 



1) Tib. Gm- da in zin. 

' o 

2) j'Dun-t'sab. 

3) Tib. rnam-byun. 



— 377 — 

nannten Erde-Drachen- Jahr des 13. Cyklus (1747) ge- 
boren. Schon von Jugend auf machte er den guten 
heiligen Lebenswandel sich zu eigen. In seinem 6. Lebens- 
jahre (1752) kam er in das Kloster Hil k an t'ai und 
lernte Schreiben und Lesen, sowie das Zufluchtsuchen, 5 
* Herbeicitieren, Badnehmen, Weisheit zur Erlösung u. s. w. 
ohne Schwierigkeiten. Darauf, im 8. Lebensjahre (1754), 
wurde er von einem guten Lama namens Täyanci 
Gusri bKra-sis in den Priesterstand aufgenommen und 
erhielt den Namen Blo-bzan don-grub. Bei eben 10 
diesem Lama erlernte er viele Arten von Recitationen, 
wie die Lamen-Verehrung, die Vajrabhairava- und 
die Sarvavid-Ceremonie 1 ). Schon von Jugend auf war 
er, wenn ihm mehrere Leute viele Zahlen von 50, 70 
u. s. w. Stellen einzeln nannten und ihn aufforderten, 15 
ihre Summe anzugeben, sobald diese sie genannt hatten, 
ohne sich auch nur im geringsten zu besinnen, imstande 
zu sagen: die (Summen-)Zahl beläuft sich auf so und so 
viel. Wenn dann jene genau nachrechneten, zeigte es 
sich, dass dieselbe weder zu hoch noch zu niedrig war. 20 
Da die Schüler, Gabenspender u. s. w. dieses Lama aus 
den verschiedensten Gegenden stammten, so fragten ihn 
einige, was für eine Reise man bis dahin zu machen 
hätte; da nannte er ihnen die Namen der betreffenden 
Stationen, die Pferde 2 ) u. s. w., und es war so, wie er 25 
241 sagte, und kein Irrtum dabei. Dadurch wurde das Mass 



1) Kuo-rig-gi co-ga; Sarvavid ist vielleicht identisch 
mit Sarvajna, einer Bezeichnung Buddha's. 

2) Damit ist wohl gemeint, dass er die Plätze, an welchen Relais 
zu nehmen war, genau angeben konnte. 



— 378 — 

des allseitigen Erstaunens voll. Dieser Vorgang stimmt 
genau mit folgendem fiberein (der sich frfiher zugetragen 
hatte): Zu der Zeit nämlich, als Qäriputra vormals der 
Rishi sNan-ba 1 ) war, erkannte er durch Berechnung 

5 vermöge seiner Hellseherei die Anzahl der Blätter des 
Nyagrodha-Baum -Fürsten innerhalb zwölf Jahren und 
sieben Tagen\ als nun zu einem anderen Zeitpunkt der 
Lehrer Buddha, welcher vormals der Brahmane (pyäma 2 ) 
war, zu jenem Baum kam, und ihn der Rishi sNah-ba 

10 nach der Anzahl der Blätter dieses Baumes fragte, gab 
er dieselbe sofort (genau) — weder zu hoch noch zu 
niedrig — an. — Nachdem er bei eben jenem Gusri bla- 
ma die erklärende Unterweisung in „der vollkommenen 
Erhellung der Religionsübung aS ), der von dem 

15 lCah-skya t'ams-cad mk f yen-pa verfassten „Ueber sieht 
der Belehrung fiber den Pfad" 4 ) und anderen 
Schriften auf Grund der mongolischen Uebersetzun«* 
erhalten hatte, bot er den Schein des erwachenden Ver- 
ständnisses im Lam-rim. Darauf ging er gegen Ende * 

20 seines 14. Lebensjahres (17G0) mit einigen seiner Ge- 
nossen nach jenem 'Ucimucin Halagai sume 5 ) be- 
nannten Rin-c en mcog-grub gl in, trat in die mTsan- 
nid-Fakultät ein und studierte die als Einführung in die 
Logik dienenden gesammelten Quellenwerke , wodurch 

1) Wohl = skr. Aloka, vgl oben p. 116, n. 2. 

2) Tib. sNo-bsaüs (s. M. Tib. 103, G = M. 109, 6); vgl. 
R. Mitra 136 fg. und n. 

3) C'os-spyod rab-vsal. 

4) Lam k'rid zin-bris. 

5) (Mong.) Üdsümücin Khalkha-yi sume, Tempel der 
Udsü mucin KhalkhaV 



— 879 — 

das Verständnis ohne Verzögerung in ordentlicher Weise 
in ihm erwachte. Bei diesen Gelegenheiten aber studierte 
er das Uebersetzen und die erklärende Unterweisung im 
Lam-rina Blo-sbyon 1 ) und anderen (Werken), wo- 
durch sein Verständnis gar sehr wuchs. Während über 5 
dem Studium dieser Dinge viele Jahre vergingen, betrieb 
er mit heissem Bemühen gar eifrig das Meditieren und 
bot den Schein, dadurch die Erkenntnis, dass alles dem 
Tod und der Vergänglichkeit unterworfen sei, in hohem 
Masse sich erworben zu haben. Nachdem er dort drei lo 
Jahre geweilt, kehrte er in seine Heimat zurück und 

A 

empfing von dem Coni Täyanc c i den Agama des Sütra 
„Grosse Erlösung"*), der Hunderttausend Aus- 
Sprüche deslCan-skya rin-po-c'e Nag-dbah blo- 
bzah ti os-ldan-pa u. s. w. und einige Va^itä's. Darauf, 15 
zu Anfang seines 17. Lebensjahres (1763), ging er nach 
der tibetischen Provinz dB us, trat in die Fakultät sGo- 
man 8 ) des grossen Klosters dpal-ldan Bras-spuns ein 
242 und schloss sich dem Upädhyäya Sans-rgyas <od-zer als 
seinem Lehrmeister an. Bei dem Lama von s Go- man, 20 
Nag-dban dge-legs rin-po-ce, hörte er ,,das 
Innerste der Astrologie" und studierte das Innerste 
der höchsten Vollkommenheit in den siebzig Punkten 
der verstandesmässigen Beweisführung 4 ). Dadurch wuchs 
sein Verständnis der Heiligen Schrift. Unter diesen Um- 25 
ständen betrieb er, Nahrung, Kleidung und Unterhaltung in 



1) D. b. 'Uobung des Verstandes im Lam-rim'. 

2) mDo T c ar-pa c'en-po. 
3)sGo-raangrwa-t < san. 

4) Blo-rtags don bdun-cu p r ar-p r yin-gyi vian-rnams. 



— 380 — 

den Wind schlagend, ohne mit jemandem Freundschaft 
oder Bekanntschaft zu schliessen, Tag und Nacht in 
einem fort das Hören, Nachdenken und Meditieren in 
ununterbrochener Folge. Obwohl ihn die anderen ge- 
5 ringschätzig und verächtlich behandelten, zeigte er weder 
eine Wahrnehmung dessen, noch gab er eine Antwort 
darauf, gleichwie man einen zerbrechlichen Erdenkloss 
geringschätzt und belächelt. Schliesslich sagten alle 
immer und immer wieder: „Dies ist ein Yogin !~ Da- 
li) durch erhielt er die Bezeichnung Yogin, und die grosse 
Menge brachte den Kranz der Zaubersprüche zum Wachsen. 
Darauf hörte er einstmals bei dem frommen, reinen * 
(Kalyäna) mitra Lama Ye-ses dpal - byor-gyi zal- 
sna-nas das Sitasarasvatyadhiväsanam 1 ), und als 
15 er damit fertig war, sprudelte die reiche Ader seiner 
tiefen Kenntnis aller Heiligen Schriften hervor. Bei 
demselben Lama hörte er die Guhyasamäj a- und 
Vajrabhairava-Mahäva^itä und viele andere Vacana- 
dharma's. Als er Studien über die Päramitä's machte, 
20 stellte er ferner genaue Untersuchungen an über „die 
vollkommene Beleuchtung des Sinnes der Er- 
klärung" 2 ), über „den die Erklärung des Wan- 
deins (auf dem Tugendpfade) klar aufzeigenden 
Spiegel" 3 ), über „den Kern der Subhäsh ita's u4 \ 
25 „die Untersuchung des Madhyama-System s a5 ) 



1) Tib. dByaii s-can -nia dkar-moi rjes-ynaii. 

2) rNam-bsad dgoii9-pa rab-vsal. 

3) Jug g re l ysal-bai me- Ion. 

4) Legs-bsad siiiii-po. 

5) dßu-mai mt'a dpyod. 



— 381 — 

u. a. m. So rang er sich tüchtig durch zu Geltung und 
Ansehen. Darauf erwog er, dass es wegen des Lärniens 
an der Zeit sei, in einer Einsiedelei den Sinn des Ge- 
hörten ordnungsgemäss zu überdenken, und traf deshalb 
Vorkehrungen zur Abreise. Als dies einige Freunde 5 
merkten, hielten sie ihn zurück, indem sie zu ihm sagten: 
„Da du gute Anlagen zum Studium hast und auch noch 
jung an Jahren bist, so musst du noch mehr Studien 
machen." Als darauf einige Monate vergangen waren, 
243 befiel seine beiden Augen plötzlich eine schwere Krank- 10 
heit, und nichts half dagegen. Da kam er zu dem Pan- 
e'en t'ams-cad mk c yen-pa, um ihm dies zu erzählen und 
ihn um eine Untersuchung zu bitten. „Wenn du gleich 
nach dem Ausruhen in die „Bergkette" (Einsiedelei) 
gehst und die Zufluchtssuchung vornimmst, wirst du 15 
von deinem Gebrechen frei werden"; dieser Bescheid 
wurde ihm zuteil. Dadurch war denn sein eigener 
Wunsch erfüllt, und so ging er im Monat Vai^Akha 
des Erde -Rinder- Jahres (1768) nach der „Bergkette" 
(Einsiedelei) Brag-ri 1 ). Dem grossen Gelehrten Bla- 20 
zur rin-po-c'e von Ni-ma t'an, rJe Nag-dban don- 
grub -kyi sku-zabs, trug er den Sachverhalt vor und 
sprach die Bitte aus, er möchte ihn annehmen. Daraufhin 
erteilte ihm dieser mit Freuden die Unterweisung in der 
Zufluchts(suchung), und gemäss dieser Unterweisung lag 25 
jener derselben einige Tage ob. Dadurch wurden seine 
beiden Augen ordentlich klar. Infolgedessen entstand 
in ihm in ungewöhnlichem Masse ein Glaube an diese 



1) D. b. l Fel8enberg\ 



— 382 — 

beiden rJe bla-ma's (Herren Lama's). Bei diesem rJe 
bla-ma nahm er das Upasampanna- Gelübde auf sich, 
worauf jener ihm den Namen Nag-dbah don-grub 
gab. Nachdem er den Kreis des Vinaya 1 ) gründlich * 

5 studiert hatte, wurde er der Hervorragendste unter den 
Vinayadhara's. Nachdem er Ansammlungen, welche Zu- 
fluchtssuchungen, ausgestreckte Hände und dargebrachte 
Mandala's, von jeder (Gruppe) hunderttausend, enthielten, 
aufgehäuft und über einander geschichtet hatte, geruhte 

10 er, über den Grossen und Kleinen Lam-rim nach- 
zudenken und zu meditieren. Nachdem er diesen rJe 
bla-ma zehn Tage lang um die tiefe Unterweisung in 
dem Heilsweg gebeten hatte, handhabte (dieser) dieselbe 
sechs Monate; dadurch entstand in ihm eine ausgezeich- 

15 nete Erkenntnis des Weges. Im Vipa^yana 2 )- Zustand 
stellte er, da er an der Unbestreitbarkeit des Frei- 
seins von Einheit und Vielheit festhielt, eine Unter- 
suchung über die Theorieen an; da zeigte sich eine Er- 
scheinung, fiber welche er sehr erschrak: er bot näm- 

20 lieh den Schein, die Madhyama- Theorie gefunden zu 
haben. Danach ging er ferner zu den Vorträgen 
jenes rJe bla-ma über Vacanadharma's, jedesmal wenn 
dieser namentlich die Unterweisung im (Heils)wege 
handhabte, ohne einmal auszusetzen; die Reihenfolge 

25 des (auf diese Weise) Gehörten war folgende: ärya- 



1) o Dul-bai skor, wie oben p. 321,27 (vgl.n.2), wo es ebenfalls 
„Kreis des Vinaya" statt „Vinaya-Themata" heissen rauss. Gemeint 
ist der ganze Kreis der zum Vinaya gehörigen Schriften, Einrichtungen 
und Verhältnisse. 

2) Tib. lhag-mt'oii. 



'_ 383 — 

Ashtasähasrikä (Prajnapäramitä), die Sütra- 
Sammlung Bhadrakalpa 1 ), die sechs Sammlungen 
der Madhyama -Logik 2 ) und viele andere um- 
fangreiche Original werke; die Hunderttausend 
Aussprüche des rJe rin-po-c'e, des Pan-c c en 5 
Blo-bzan c'os-rgyan, des lCan-skya rin-po-c'e 
244 Näg-dban blo-bzan c'os-ldan und des rGyal-ba 
bsKal-bzan rgya-mt'so Hunderttausend Aus- 

A 

sprüche und viele Reihen sonstiger Agama6; die Be- 
lehrungen über die Lamen-Verehrung und den Utsa- lo 
und Sampanna (-krama) sowie viele Reihen sonstiger 
Belehrungen hörte er. Für alles, was er auch immer 
hörte, entlieh er Beispiele, und weil er gut las, trug er 
dem ßla-ma rin-po-c'e die schweren Stellen der Sütra's, 
der Mantra's und des Lam-rim, der die Fünf 15 
Stufen erhellenden Leuchte, des vierfachen 
Kommentars u. s. w. vor. So schwang er sich auf zur 
Belehrung über alle Heiligen Schriften — die Original- 
texte der in den Doktorschriften und Kommentaren be- 
handelten Sütra's und Mantra's — und Hess dadurch 20 
seine Kenntnis wachsen gleich dem zunehmenden Monde. 
Ferner hörte er bei dem Bla-zur rin-po-c'e von sGo- 
mah, rJe dGe-odun bde-c'en, die Trayodapavajra- 
•fr bhairavadeva- und Eka<?tira-Va$itä. Bei dem 
Kalyänamitra des Neuen Klosters, sNan-grags, hörte 25 
er die Va^itä's des Guhyasamäja, des Samvara- 



1) mDo-sde bsKal-bzaü. 

2) dBu- mai rigs (= skr. Madhy amanyäya) t'sogs-drug; 
vgl. Tar. Ueb. 71, 26. 302. So ist auch p. 352, .16— 18 (vgl. n. 7) 
zu übersetzen. 



- 384 — 

Lü-'i-pa und des Mahäkarunaikäda^avadana 1 ) 
gründlich und machte sich jeden einzelnen von diesen 
in vollem Masse geneigt, und das als Anhang damit in 
Verbindung stehende Samädhi - Brandopfer 2 ) (brachte 

5 er ebenfalls ordentlich dar). Auf die Gewinnung des 
Vaj rabhairava vor allem verwendete er sechs Monate. 
Als sich nun viele wunderbare Zeichen und Symptome 
zeigten, da sagte der Bla-nia rin-po-ce von Ni-t'ari: 
„Dieser Yogin dient als Massstab für die Vervollkomm- 

10 nung des groben Utsakrama." Ferner bat er diesen 
Bla-ma rin-po-ce um den Segen und den Unterricht der 
vier Vapitä's der Lehre von dem Luftwandel 
des Näro 8 ), worauf die Begütigung (dieser Gottheiten) 
ihr richtiges Mass erreichte. Infolgedessen zeigte sich 

15 ihm, als er sich eines Morgens früh von der geistigen 
Erleuchtung durch den Schlaf erhob, die Vision eines 
Weibes, welches mit dem Aussehen, als ob sie um ge- 
röstetes Mehl bettele, an der Thor, durch welche man 
zum Eingang gelangte, stand. Ferner hörte er bei 

20 diesem Lama das Adhivasanam des Ba-ri brgya-rtsa, 
das Trayoda^anäthamahävacanadhiväsanam 4 ), 
das Adhivasanam des exoterischen, esoterischen 
und mystischen Dharmaräja 5 ) und viele andere 245 
Vacanadharma's. Als er die Begütigung des Nätha 



1) Til). T c ugs-rje cen-po beu-yeig zal, vgl. oben 
p. 209, 16 und n. 3; Pantheon, no. 95. 

2) Tiii-iie- dsin-gyi sbyin-sreg. 

3) Nä-ro mk'a-spyod-mai dban bzii byin-rlabs daii k'rid. 

4) Tib. mGon-po bka-cen bcu-yanm-gy i rjes-^nah. 

5) C* o s - r gy a 1 p* y i nan y 8 a n y s u m - gy i r j es - y n a n. 



— 385 — 

und des Uh arm a unternahm, veranstaltete er ununter- 
brochen Streuopfer. Als in dem Hause, in welchem er 
weilte, eine Bodhi-Blume aufspross, sagte der Herr Lama 
von Ni-t'an: „Wo der auf die Bodhi gerichtete Sinn 
fehlt, spriesst diese Blume nicht. u Auf diese Weise 5 
machte er während mehr als vier Reihen von Lebens- 
kräften 1 ) die Hingabe an das Herbeicitieren (von Gott- 
heiten durch Meditation) zur Hauptsache und wies wäh- 
rend dieser Zustände die äusseren und inneren Geräusche 
weit von sich ab. Den Bla-ma rin-po-ce von Brag- 10 
rgyab 3 ) bat er um die Belehrung über „die drei- 
tägige Candä* 8 ), und als dieser sie ihm erteilte, schlug 
an drei Enden die heisse Glut der Seligkeit aus, sodass 
er ein einfaches Baumwollengew ? and tragen konnte. Alle 
Gegenstände, gross und klein, die zum Vorschein kamen, 1» 
bescherte er dem Lama. Darauf stellte er Bussübungen 
(zur Erlangung) des heilkräftigen Blumen-Elixiers an und 
wurde dadurch unter den zu den vier hohen Klassen 
* Gehörigen gleichsam der grosse Allentsagende 4 ), der Jina- 
Einsiedler. So wuchs seine ausgezeichnete Erkenntnis, 20 
dem zunehmenden Monde gleich, und er gelangte zu 
einem hohen Grad von Vollkommenheit. So auch hat 
der T'uu bkwan rin-po-c'e rDo-rje cah Blo-bzah c'os- 
kyi ni-mai zal-sna-nas mit den Worten 



1) ?, tib. bla- p c ren. 

2) D. h. 'Felsrucken'. 

3) Tib. j/ Tu 111 -mo zag-rsum-mai k'rid. Candft ist ein 
Beiname der Durgä; oder bedeutet j'tum - mo hier *Furie'? vgl. 
Jäschke 208 a . 

4) Kun -spans cen-po. 

25 



— 386 — 

„Aller Doktorschriften und Belehrungen Quintessenz 
r Hat er, dem Willen des Munlndra gemäss, 
„In der Einsiedelei ordnungsmässig studiert; 
„Darum richte ich meine Bitten an den, dem sieh 

5 (aller) Doppelsinn von selbst löst" 

die grossen Tugenden eben dieses rJe bla-ma entsprechend 
geschildert. 

Als darauf die Frucht des früheren Gebetes dieses 
rJe bla-ma um Erweckung des Sinnes reifte, und damit 

10 die Zeit zur Ausstreuung des Samens der Erlösung in 
unsere Herzen gekommen war, sandte der Oheim eben 
dieses Herrn, ein Lama, zu wiederholten Malen einen 
Boten zu ihm mit der schriftlichen Bitte, in dieses unser 
Land zu kommen. Diesen Hergang der Aufforderung 246 

löteilte er dem Herrn Bla-ma rin-po-ce von Ni-ma t c ah 
mit und fragte ihn: „Wer wird, wenn (ich) in die Mon- 
golei gegangen sein werde, hier weilen?" Da erwiderte 
der Bla-ma rin-po-c c e: r An welchem Aufenthaltsort auch 
immer ein Yogin, der im Geiste Festigkeit errungen hat, 

20 weilt, das macht keinen Unterschied. Wenn (du) jedoch 
bei deinem Fortgang in (deine) Heimat als ein den zahl- 
reichen frommen Vineya's Heil Bringender kommst, so 
ist es gut." Diesem Bescheide entsprechend, traf er 
seine Entscheidung, und so brach er im 26. Lebensjahre, 

25 im Wasser-Schlangen- Jahre (1772), nachdem er dem Bla- 
ma rin-po-c e die Zufluchtssuchung richtig vorgetragen, 
in dieses unser Land auf. Ein Bhikshu aus der Schüler- 
schaft von 8Ku- bum, dPal-ldan grags-pa mit Na- 
men, begrüsste in Zi-lih den Bla-ma rin-po-c r e und 

30 richtete wie ein Diener seine Fragen und Bitten an ihn. 



— 387 — 

* Dieser gründete in jenem wald- und blumengeschmückten 
Thale Domot' w o an der Rückseite jenes grossen, glanz- 
entstiegenen Berges 1 ) w '01an Hara, dem Berge im 
Kücken 3 ) des Päy an w '01an, eine „Bergkette* (Ein- 
siedelei) und berief im Holz-Pferde- Jahr (1773), am 15.) 5 
Tage des ö. (Monats) den Bla-ma rin-po-ce. Danach 
brachten ihm alle dort versammelten Laien und Priester 
mit unermüdlicher gläubiger Verehrung ihre Huldigung 
dar. Darauf öffnete er, auf die Bitte um den Uttara- 
yogatushitadeva^atakägama 3 ) hin, da diese und die 10 
mündliche Belehrung über das dMigs brtse-ma sich 
durchaus als für die Lehre des Jam-mgon bla-ma 
günstige Auspicien eigneten, (hiermit) zuerst die Thür- 
flügel des (Bekehrungs-)Werkes. Danach übersetzte er 
für zweiundsechzig Schüler und andere, die sich nach 15 
und nach versammelten, die von dem lCah-skya rin-po-c'e 
gehaltene Vorlesung über die Belehrung über den 
Pfad u.a.m. ins Mongolische, erteilte wunderbare theo- 
retische Unterweisung darin und lag dem mit der Zu- 
fluchtssuchung 4 ) und der Tushitadeva^atikä 5 ) ver- 20 
knüpften dMigs brtse-ma und anderen religiösen 
Uebungen ob. Ferner drang, im Einklang mit dem Aus- 
spruch des Lehrers Buddha: 
247 «Der die religiösen Gebote befolgende Bhikshu 

strahlt im Glanz, 25 



1) Sa- dsin = skr. bhümidhara, kshitidhara oder muhidhara. 

2) rGyab-ri. 

3) Tib. Bla-inai mal- byor dga-ldan 1ha brgyai luri. 

4) sKyabs- gro = skr. ^arayagamanam. 

5) Tib. dGa-ldan 1ha brgya-ma. 

25» 



— 386 — 

-Aller Doktorschriften und Belehrungen Quintessenz 
«Hat er, dem Willen des Munindra gemäss. 
An der Einsiedelei ordnungsmässig studiert; 
.Darum richte ich meine Bitten an den, dem sich 

5 (aller) Doppelsinn von selbst löst* 

die grossen Tugenden eben dieses rJe bla-ma entsprechend 
geschildert. 

Als darauf die Frucht des früheren Gebetes dieses 
rJe bla-ma um Erweckung des Sinnes reifte, und damit 

10 die Zeit zur Ausstreuung des Samens der Erlösung in 
unsere Herzen gekommen war, sandte der Oheim eben 
dieses Herrn, ein Lama, zu wiederholten Malen einen 
Boten zu ihm mit der schriftlichen Bitte, in dieses unser 
Land zu kommen. Diesen Hergang der Aufforderung 246 

15 teilte er dem Herrn Bla-ma rin-po-ce von Ni-ma t c an 
mit und fragte ihn: „Wer wird, wenn (ich) in die Mon- 
golei gegangen sein werde, hier weilen?* Da erwiderte 
der Bla-ma rin-po-c'e: „An welchem Aufenthaltsort auch 
immer ein Yogin, der im Geiste Festigkeit errungen hat, 

•20 weilt, das macht keinen Unterschied. Wenn (du) jedoch 
bei deinem Fortgang in (deine) Heimat als ein den zahl- 
reichen frommen Vineya's Heil Bringender kommst, so 
ist es gut. a Diesem Bescheide entsprechend, traf er 
seine Entscheidung, und so brach er im 26. Lebensjahre, 

25 im Wasser-Schlangen- Jahre (1772), nachdem er dem Bla- 
ma rin-po-ce die Zufluchtssuchung richtig vorgetragen, 
in dieses unser Land auf. Ein Bhikshu aus der Schüler- 
schaft von sKu-obum, dPal-ldan grags-pa mit Na- 
men, begrilsste in Zi-liri den Bla-ma rin-po-ce und 

3o richtete wie ein Diener seine Fragen und Bitten an ihn. 



— 389 — 

sie viele Gespräche über das Gedeihen der Religion. 
Bei eben diesem Herrn füllte er das schöne Gefäss seines 
Geistes mit dem Nektar der Religionslehren wie: die 
Unterweisung in der „Schrift über die Ueberliefe- 
rung der Reden der Uttarayoga-Gelehrten al ), die 5 
tiefe Unterweisung im „ Heils weg e a2 ), die „T'sem- 
bu dam - Unterweisung 44 , die Unterweisung in der 
„Fasten - Ceremonie" 3 ) u. s. w., ferner der Agama 
der „Sechs Bücher der Hunderttausend Aus- 
sprüche dieses Herrn" 4 ), das Adhiväsanam des „Nä- 10 
gendraräja und des Vajrasattva nebst seiner 
Yuui* a ) u.s.w. Danach aber handhabte er infolge des 
Repetierens, Ansammelns und Studierens die Unter- 
weisung im Heilswege ausgezeichnet. Nachdem aber 
!48 der rJe Tuu bkwan rin-po-c e in seine Heimat zurück- 15 
gekehrt^ spricht er viel Rühmendes von diesem rJe bla- 
ma. Auf diese Weise wuchsen von jenem Holz-Pferde- 
Jahr (1773) an bis zum Feuer-Schlangen-Jahr (179«), 
während 24 Jahren, die frommen Vineya's der Turned, 
Mongol ein und vieler anderer Sog, die verständigend) 
Scholaren und gläubigen Gabenspender voran, in jedem 
Jahre zu immer grösserer Zahl an; diesen sehr zahlreich 
Versammelten hielt er einen ganz wundervollen Vortrag: 



1) Bla-mai mal- by or mk c as-grub t'sig brgyud- 
mai k'rid. 

2) bDe-lam-gyi zab-k'rid. 

3) sMy u ii-ytias co-gai k'rid. 

4) rJe de (d. i. Blo-bzan c os-kyi iii-nia)i vsui'i- bum 
po-ti drug- gi lun. 

5) Klu-dban rgyal-po dan | rDo-rje 8 ein 8- dpa yum- 
bcas-kyi rjes-vnan. 



— H88 — 

r Der die religiösen Gebote Befolgende wird berühmt* 

erlangt die Seligkeif, 
durch die Anhäufung der gänzlich lauteren Religions- 
gebote der Ruhm dieses Herrn in alle Gegenden. In- 

h lolgedessen strömten, gleich den im Lotusteich ver- 
sammelten Scharen von Gänsen, immer mehr und mehr 
Verständige, welche religiöse Belehrung sich zu erwerben 
trachteten, zusammen, und alle befriedigte er durch «lie 
einem jeden angemessenen Lehren. Auch ich 1 ) habe 

10 zu Füssen dieses rJe bla-ma fünf Jahre lang um die 
Gnade der Unterweisung im Lam-rim und vieler 
Unterweisungen in Va^itä's, Adhiväsana's und der 
Methode der grossen Mystik 2 ) gebeten. Im Wasser- 
Hasen-Jahre (1782) ging er zu dem reinen Gefilde des 

15 M anju vrlbhattäraka, dem Fünfgipfligen Berge, und 
stattete dem Heiligtum seinen Besuch ab. Da der lCari- * 
skya t'ams-cad mk c yen-pa dort weilte, bat er ihn um 
häufige Untersuchungen seiner Skrupeln, worüber (dieser) 
den Schein grosser Freude bot. Bei diesem Herrn hörte 

20 er die Guhyasamäja-A kshobhyavajra-Mahäva^itä, 
das Adhiväsanam d es Weissen und des Schwar- 
zen Manjughosha 3 ) u. a. m. Während er in Nor 
bzan p c ug fünf, sechs Monate weilte, förderte er seine 
Meditation. Einstmals, als er dem Tuu bkwan rDo-rje 

95 oCari Bio- bzan c'os-kyi rii-mai zal-sna-nas seine Auf- 
wartung machte, worüber sich dieser sehr freute, führten 

1) Nämlich der Verfasser des vorliegenden Werkes, Jigs- med 
nam- in k* a. 

2) vSaii-c'en lam. 

3) o Jam-dbya£is dkar-po dan nag-poi rjes-j/nan. 



— 391 — 

in ihre Herzen ausgezeichneten Samen der Erlösung 
und Allerkenntnis. Ferner beliebte er sich in jedem 
Jahre zur Winterzeit zwei, drei Monate lang streng von 
der Aussenwelt abzuschliessen *) und beschäftigte sich 
eifrig mit der Unterweisung im Pfade und dem tiefen 5 
Utsa- und Sampanna (-krama) -yoga. Darauf machte er 
für die aus allen Gegenden zusammengeströmten Scho- 
laren das Studium des Uttarayoga zur Grundlage. Ausser- 
dem brachte er, beginnend mit dem Mittel zu gänzlich 
lauteren Gelübden und Geboten: der wichtigen Mass- 10 
nähme der Erweckung des Glaubens an (das Gesetz der) 
Vergeltung der Thaten 2 ), und mit dem Mittel zur Un- 
abhängigkeit von den Vorstellungen dieses Lebens: der 
Massnahme des Nachdenkens über die schwer zu er- 
langenden „Segnungen der Menschheit 44 und über Tod 15 
249 und Vergänglichkeit, den Verstand allmählich dazu, die 
Unterweisung und den Heilsweg zu erfassen. Indem er 
so die Belehrung erteilte, leitete er die geistige Aus- 
bildung. Auf diese Weise gewährte er die Vorbereitung 
und später, für diejenigen, die zuvor die Va9itä erlangt 2<> 
hatten, das Mittel zur Läuterung des feierlichen Gelübdes 
und gewährte während dessen, dem Wunsche jedes ein- 
zelnen entsprechend, das Adhiväsanam und die Unter- 
weisung in dem Rötlich gelben und dem Weissen 
Manjughosha 8 ), dem Mahäkaru na, der Grünen und 25 
der Weissen Tara, dem Amitäyus und anderen 



1) sKu- t'sams dam-po yimii ; vgl. oben p. 3 1 3. 16 und u. 2. 

2) Las (karman)- bras (plialam). 

3) Jam-db)aüs dmar-ser dan dkar-po. 



— 392 — 

Adhldeva's und führte sie dadurch auf den Mantra-Pfad 1 ). 
Auf die Bitte einiger weniger Frommen erteilte er mit 
sehr knappen Worten auch die tiefe Unterweisung in der 
Vri-Vajrabhairavava?itä und den beiden Krama's 
5 nebst den Anhängseln. Bei der theoretischen Unter- 
weisung in dem Grossen und Kleinen Lam-rim 
und dein Manju<?rlvadanägama und bei anderen (der- 
artigen Gelegenheiten) aber gab er täglich eine in diesem * 
Lande noch nie dagewesene, höchst wundervolle Er- 

lo klärung, die er, ohne dass auch nur ein Wort fehlte, 
auf einige wenige — etwa ! j 2 — 1 — Bogen zusammen- 
drängte, (seinen Zuhörern) als religiöse Belehrung, die 
sie im Gedächtnis behalten sollten, und nahm dann das 
zu memorierende Pensum noch einmal heran. Durch 

15 dieses und andere Mittel gewährte er die unfassbare 
Gnade, das Werk (die Arbeit) des Byan-c r üb lam-rim, 
der die Quintessenz des Geistes des Jam-mgon bla-ma 
bTsori-k c a-pa cen-po, des Inbegriffs aller drei Zu- 
fluchtsstätten 2 ) zusammengenommen, darstellt, in allen 

jo Gegenden zu gar hoher Blüte zu bringen. Auf diese 
Weise wurde eben dieser heilige Hort und Schützer, der 
Bla-ma rin-po-ce, als die Inkarnation des Pan-c c en Nä- 
ro-pa berühmt. Als man ihm aber sagte, dies bedeute, 
dass er als Nirmänakäya des Näsman Yogatsari bla- 

•25 ma, der den Lam-rim ausserordentlich gefördert hatte. 
erschienen sei, ging ihm ein klares Verständnis auf, und 
demgemäss wünschte er, als eine Berufung an ihn er- 

1) sNaga-lam, nach Jäschke 545 u eine Bezeichnung der dBu-ma- 
(Madhvama)-Lehre oder des Mysticismua. 
*2) D. i. Buddha, dharma und sarpgha. 



— 393 — 

ging, trotz der Bitten von dieser Seite die Würde des 
Grosslama's durchaus nicht, sondern verhielt sich ruhig. 
In exoterischer Hinsicht hielt er die strenge Ausübung 
des Vinaya hoch, in esoterischer Hinsicht widmete er 
sich eifrig dem Kern der r Methode der grossen 5 
!50 Mystik". Ohne Falschheit nahm er sorgfaltig Rück- 
sicht auf die Annahme oder Ablehnung der Vergeltung 
der Thaten und verschmähte jetzt lange Zeit die Be- 
mühung um grosse und kleine weltliche Geschäfte und 
Massnahmen aller Art; er wählte für sich die sehr be- 10 
scheidene Funktion, sich eifrig mit dem Lebenslauf des 
oBrom-ston rGyal-bai byun-j/nas zu beschäftigen; 
unter all den anderen grossen und kleinen (Heiligen und 
Kirchenvätern) schrieb er ihm keinerlei Fehler zu, sondern 
erwähnte nur seine Vorzüge, seine eigenen unfassbaren 15 
Vorzüge aber, wie z. B. seine ungehemmt hervorsprudelnde 
tiefe Kenntnis der heiligen Schriften , verbarg er, wie 
(man) eine Lampe in einer Flasche (verbirgt), und machte 
seine Darstellung immer so zurecht, als ob die Fehler 
ihm zukämen. Wenn er aber schlechte Handlungen 20 
seiner Schüler dem Sachverhalt entsprechend erfuhr, sagte 
er nichts direkt auf sie Bezügliches, sondern brachte sie 
durch eine kluge Massregel, wie etwa dadurch, dass er 
ihnen eine Erzählung aus der Vergangenheit vortrug, (von 
# ihrem Lebenswandel) ab. So zeigte er sich in der Vor- 25 
bereitung für die Studien und in der Methode den Geist 
zur Religiosität anzuleiten sehr bewandert. Da er nie 
ein Wort ohne Zweck sprach, hatte das, was er auf eine 
plötzliche Eingebung hin sprach, und alles, was er sonst 
sagte, immer gerade die Wirkung, dass es nur direkt 30 



— 394 — 

auf jenen Endzweck hinzielend gesagt zu sein schien. 
Vor allem hielt eben der rJe bla-nia die drei Gelübde 
gar sehr hoch (und behütete sie) wie seinen Augapfel. 
Infolgedessen entstieg seinem Körper der Wohlgeruch 
5 seiner strengen Keligiosität in starkem Grade, und das 
Behaftetsein mit dem Wohlgeruch der strengen Religiosität 
verlieh schliesslich allen Denkern das übereinstimmende 
(charakteristische) Gepräge, gleichsam bis herab auf das 
Gewand, welches sie anlegten, und die in ihrer nächsten 

10 Umgebung befindlichen Gegenstände. In einem fort 
stellte er die tiefe Meditation der vier Nachtwachen eines 
ganzen Tages 1 ) ununterbrochen an und gewährte aus 
diesem Zustand heraus den Vortrag und die Erklärung 
des Lam-rim u. s. w. Auf Bitten der Vineya's drehte 

15 er eifrig das Rad der tiefen und ausgedehnten Lehren 
wie: die Ashtasähasrikä Praj näpäramitä, die Ver- 
kürzung*) (derselben), die Sütra-Klasse Bhadrakalpa, 
das Srttra der Erlösung und viele andere Siitra's und 
Tantra's, viele Hauptschriften des rJe rin-po-c e, die 29 

^Hunderttausend Aussprüche des Pan-c c en Blo- 
bzan cos-rgyan, des lCan-skya rin-po-c e Nag- 
dban bio-bzan cos-ldan und des Tuu bkwaii 
rin-po-c e und viele andere derartige mfindliche Be- 
lehrungen; die Unterweisung in der Lama-Verehrung 

1) Nin-zag-gi t'un-bzii mal- byor zab-mo. 

2) sDud-pa, vgl. oben p. 248, 4 und n. 1; ob aber an letzter 
Stelle unter der Verkürzten Mätrikä (Yum bsdus) eine Ver- 
kürzung der Ashtasdhasrikd Prajnäpäraiiiitft zu verstehen ist, 
erscheint deshalb zweifelhaft, weil diese im Kanjur als die kleinste 
Praj näparam i ta (hinter derjenigen von 100 000, 25000, 18000 und 
10000 Qloka's) angeführt wird (s. Kanjur-Index p. 2. A. G. II 199 fg.). 



— 395 — 

dem Fasten und dem Utsakrama und viele andere tiefe 
Unterweisungen, und die Adhiväsana's (Finweihungen) in 
viele Adhideva's. So Hess er in diesem grossen Mon- 
golenlande das Kleinod der Lehre des Jina im allgemeinen 
und der Lehre des sGrub-rgyud (d. i. bTsori-k f a-pa) 5 
im besonderen gar sehr wachsen und sich ausbreiten. 
Nachdem er auf diese Weise während 24 Jahren die 
Standarte der in diesem grossen Mongolenlande noch nie 
dagewesenen heiligen Jina-Lehre, des Stitramanträgama- 
# gati^äsanäm 1 ), durch Predigt und Andacht 2 ) fest auf- lo 
gepflanzt hatte, trat eine vollständige Unterbrechung in 
den von ihm persönlich vorgenommenen Bekehrungen 
ein: in der Mitte des Morgens des 3. (Tages) rDsogs- 
pa der lichten Hälfte des Monats Ashädha 8 ) des Feuer- 
Srhlangen-Jahres (1796) bot er, unter Zurücklassung der 15 
groben H Tille des Nirmänakäya, den Schein des Eingehens 
in den Religionspalast Tushitakhacara, in die Religions- 
Residenz des Ajitanäthabhattäraka 4 ), des Inbegriffs der 
erbarmenden Liebe aller Jina's. 

Eben dieses unvergleichlich gnädigen rJe bla-ma ao 
heiliger Junger, des Ayusi Mergen cos-rje erhabener 
Nirmänakäya, jener H w otfogt c w o bla-ma mit Namen Nag- 
el ban blo-bzan rgya-mfso, gab, da der das Kleinod 
der Jina-Lehre verbreitende und fördernde lHag-bsam 

1) Tib. mdo-snags lun-rtogs-kyi bstan-pa. 

2) bSad-sgrub. 

3) Tib. CT u -8t od; vgl. M. Tib. 243, 45 = M. 253, 48 und 
Jforhke 4Ü0 a (daselbst Cu-snod). 

4) Tib. rje-btsun Mi-p'am riigon-po. 



— 396 — 

rnam-dag in seinem Wohnsitz, jenem Hilaganfai-Kloster 
dGa-ldan p c un-fsogs glin, eine Predigtschule errichtet 
zu sehen wünschte, die gewichtige Antwort: „Da du mich 
Trägen zum Uebermittler des „Innersten der Astro- 
ölogie" bestellt hast, so möge eine mTsan-nid-Fakultät 
errichtet werden ! a , ordnete diese Antwort jedoch der 
drei, vier Mal an ihn ergehenden dringenden Bitte unter 
und errichtete die Predigtschule. Mit „der hellroten 252 
Farbe des Unterrichts in der Verkürzten (Mft- 

lotrikä?)" 1 ) beginnend, trug er „den Unterschied der 
Verkürzten und der Grossen (Matrikä?)" 3 ), „die 
siebzig Punkte der verstandesmässigen Schluss- 
folgerung u8 ) und „das Innerste der Astrologie bis 
zur richtigen Grenze der Päramitä" 4 ) vor. Ebenso 

15 recitierte er auch „das Kleine Innerste der Astro- 
logie, Se-re tt5 ). Am Schluss der meisten (Vorträge) 
machte er eine lange Reihe von erklärenden Zusätzen, 
welche das Verständnis erweckten, gab Hinweise auf 
Bücher, nahm eine Lektion „des Innersten der Astro- 

2ologie u und eine Lektion der „Unterweisung in der 
Logik" 6 ) vor und veranlasste (seine Zuhörer), eifriges 
Streben auf das Erfassen, Repetieren, Studieren und 
Lernen zu verwenden. Infolgedessen erstanden noch 



1) bsDus-grwai k'a-dog dkar-dmar. 

2) b s D u s - c c e n bar. 

3) Blo-rtags don bdun - cu-rnam s. 

4) I > ar-p y in-gy i yan-dag mt'ai bar-du rtsisbzag. 

5) r T s i 8 - b z a g nun S e - r e. 

6) Rigs-lun. 



— 397 — 

zahlreichere Studierende, welche Untersuchungen an- 
stellten; dies wird als das Werk der heiligen Lama's 
bezeichnet. 

Ferner erwies unseres heiligen höchsten vortreff- 
lichen Führers, eben jenes rJe bla-ma's, Jünger, ein 5 
ohne Seinesgleichen dastehender Gelehrter, mein 1 ) 
* Aintsgenosse, der Kalyänamitra und Reformator der 
Lehre, der mK'an-zur rin-po-c'e von rTses-t'an, jener 
Heilige mit Namen 

Nag-dbaA ies-rab, 10 

dem Kleinod der Lehre einen wahrhaften Dienst. Dieser 
Mahäpurusha wurde in dem Orte C'ic'art'ai in diesem 
unserem Sog geboren. Die durch die Geburt erlangte 
Weisheit glühte (in ihm) gleich einem Feuer. Schon 
von Jugend auf übersetzte er bei vielen heiligen Ka- 15 
lyanamitra's den Lam-rim blo-sbyon und andere 
(Werke) ins Mongolische und lernte sie ausserdem. 
Kr schloss sich besonders dem K'yab-bdag rDo-rje can 
cen-po Yogatsäri bla-ma rin-po-ce in theoretischer 
und praktischer Beziehung pflichtgemäss an und 20 
studierte den Lam-rim blo-sbyon u. s. w. gründ- 
lich. Dadurch wurde er der beste von den eifrigen 
Schülern des rJe bla-ma rin-po-c'e. Darauf erteilte ihm 
der Bla-ma rin-po-ce im Hinblick auf seine Weisheit 
und sein Streben und auf seine Tugend folgenden Be- 25 
fehl: „Gehe du nach dBus in Tibet und mache gute 
Studien in der mT\san-nid- Abteilung und der Tantra- 



1) Nämlich des Verfassers des vorliegenden Werkes, Jigs- 
med nam-mk'a. 



i 



— 39* — 

Schule!* Diesen nahm jener mit einer Verneigung des 
Hauptes hin und machte sich, um den Befehl aus- 253 
zuführen, auf nach dB us. Er trat in die sGo-ni an- 
Fakultät ein, studierte die „Fünf grossen Bücher 
5des (Buddha-) Wortes", erhielt den Titel ^Ser Rab- 
obyams-pa und verrichtete auch die Funktion des 
Klassen-Censors 1 ). Darauf trat er in rGyurl-smad 2 ) 
ein, studierte die Sütra's sowohl als die Mantra's grund- 
lich und fungierte auch als Censor der Mantra-K lasse. 
10 Er schloss sich dem Jina Vater und Sohn (d. h. dem 
Dalai Lama und dem Pan-c'en rin-po-c f e), dem Klon- 
rdol bla-ma rin-po-c'e, dem Kun-mk'yen Jam-dbyans 
bzad-pa rin-po-c'e und anderen an und füllte seinen 

A 

Geist mit dem Nektar der Va<?itä's, Agama's, Adhi- 
15 väsana's und anderer Lehren reichlich an. Hierauf ge- 
ruhte der erlauchte Kaiser, da die Reihe der Ehrungen, 
bestehend in den Harmonieen des lauten Paukenschalles 
des Ruhmes des Gelehrten, das Gehörorgan des er- 
lauchten Kaisers erfüllte, und er hierüber erfreut war, 
20 ihn zum Upädhyäya des grossen Klosters rTses-t'an,* 
welches der ehrwürdige, höchste 3 ) P'yag-na padmo, 
Hie Verkörperung des Erbarmens aller Jina's, in eigener 
Person eingeweiht hatte, zu ernennen und einzusetzen. 
Demgemäss nahm er den Lehrstuhl dieses (Klosters) ein 
25 und besorgte die Geschäfte der Lehre. Darauf in seine 
Heimat zurückgekehrt, nahm er den Lehrstuhl der 



1) Grwa-t'saii dge-bsgo. 

2) D. h. 'Untere Tantra (-Klasse)'. 

3) P'ags-me'og. 



l 



— 399 — 

mT'san-nid- Klasse des grossen Klosters des grossen 
Gabenspenders der Lehre, des Pei-se Noyon, ein, trug 
„das Innerste der Astrologie" vor und förderte 
das Anhören der Erklärung (oC'ad-nan). - In diesem 
seinem Geburtslande gründete er ferner ein Kloster, 5 
richtete eine Lam-rim-Klasse ein und veranstaltete das 
Anhören der Erklärung. Dadurch brachte er die Lehre 
des oJam-mgon bla-ma zu Blüte und Gedeihen. In 
dem an dieser heiligen Stätte von seinem alten gütigen 
Vater gegründeten kleinen Kloster ferner errichtete er 10 
eine Predigt-Schule für die Kombination einerseits der An- 
hörung der Erklärung der theoretischen Unterweisung in 
dem Byah-c üb lam-rim, der vortrefflichen Quintessenz 
des Geistes des Jam-mgon bla-ma, nach erfolgter 
Uebersetzung ins Mongolische, des Ganges der 15 
klaren Schlussfolgerung des Innersten der Astro- 
logie 1 ) u. s. w., und andererseits der Anhörung der 
54 Erklärung des pry-Ädibuddhakälacakra 3 ). (Diese 
Predigtschule) aber steht jetzt in hoher Blüte. 

In der grossen Mongolei brachten ehemals der rJe- 20 
btsun bla-ma Jayapanditai ial-sna-nas, der bKa- 
gyur-pa Nomon han rin-po-c'e Blo-bzan t'sul-k'rims, 
Nan-Tsan HwOt'ogt'wO rin-po-ce, der C'ahar Yoga- 
tsäri bla-ma rin-po-ce samt seinen Nachkommen die 
Lehr-Ueberlieferung der in zehn Millionen Kalpa's un- 25 
erhörten Heiligen Schrift des Jina, des bKa- gyur 
rin-po-c'e, im Hai ha- Lande und in anderen (Gegen- 



1) rTsis-bzag rtags-ysal-gyi gros. 

C 

2) Tib. dpal-ldan Dan-poi sans-rgyas dus-kyi kor-lo. 



— 400 — 

den) zu hoher Blüte. Vor allem erweist mein 1 ) Yoiis- 
odsin dam-pa rin-po-c'e, der C'ahar Blu-ma bKa- gyur-pa 
üos-rje Blo-bzan bkra-sis-pai zal-sna-nas, die un- 
ermessliche Gnade, (dieselbe) in Bla-bran c'en-po bKra- 
5 sis ok'yii und an anderen (Orten) zu höher Blüte zu 
bringen. Dagegen ist von einer Erteilung von Unter- * 
riclrt im bKa- gy"r bei den Hare en, Turned, Mon- 
gol ein u. s. w. nie etwas gesehen oder gehört worden. 
Die von vielen erhabenen, heiligen, barmherzigen LamaV 

io ohne Zeit für die nimmer ruhende Arbeit zu verlieren. 
abgesandten unermüdlichen Sendboten veranstalteten ver- 
möge des bis zur Ohnmacht gesteigerten dritten Be- 
wusstheitszustandes 2 ), gleichwie durch Buddha's Se^en 
von dem Paradiesbaum die Worte der Lehre ertönten. 

15 vom Sommer des Eisen-Affen-Jahres (1799) an in diesem 
unserem Soiz; der Turned und bei den Mongolei» 
3 mal den von rJe Jayapandita überkommenen Unter- 
richt in der Lektüre des bKa- gyur rin-po-c'e. 
Ausserdem veranstalteten sie Unterricht in der Lektüre 

20 des ganzen Kreises der Prajnä(päramitä-Schriften) 3 ), des 
Mahävatamsaka 4 ) und des Ratnakftta 5 ), insgesamt 
38 Bücher, ferner der Ashtasähasrikä (Prajnäpä- 

1) Nämlich des Verfassers des vorliegenden Werkes, Jigs- 

O " 

med nam-mk'a. 

2) oDu-ses (skr. samjiift) j'sum-pa. 

3) JSer p yogs yoris-rdsogs ; s. Kanjur-Index p. 2 — f>. A. G. 11 
199—208. 

4) Tib. P'al-c en, = Buddhävatamsaka (Saris-rgyas 
p' al-po ce), s. Kanjur-Index p. 7. A* G. II 208 — 212. 

5) Tib. dKon-brtsegs, e. Kanjur-Index p. 7 — 15. A. G. II 
212—218. 



— 401 — 

ramitä) 9 mal, des Erlösungs-Sütra (T'ar-mdo) 11 mal, 
u.s.w., ferner der „Fünf Maitreya-Werke" 1 ), „der 
sechs Sammlungen der Logik", „der sechs Original- 
texte der Vorschriften" 3 ) und mehr als zehn anderer 
Bücher, aus denen nur zwei, drei Einzelabhandlungen 5 
nicht zu dem gegenwärtigen Umfange der im heutigen 
bsTan-ogyur enthaltenen Lehren 8 ) gehören. Ferner 
255 fand häufig auch mehrmalige Lektüre statt, wie die fünf- 
malige der Maitreya- Werke und die viermalige der 
Sammlungen der Logik. Sie veranstalteten sehr io 
zahlreiche Einführungen (Adhiväsana's) in Haupt-Vacana's 
und Neben-Vacana's, so z. B. in den bKa-ydams, den 
Lam-rim, „das Beispiel-Werk" 4 ) und das blaue 
Werk 5 ), des rJe-btsun Mi-la Biographie und 
Hunderttausend Gesänge, das Buch des Homes 15 
des Vaj rabhairava 6 ), das Buch des Nätha: 
Hunderttausend Worte des Jina-Sohnes 7 ), Va- 
Vitä, Adhiväsanam u. s. w. der Hunderttausend 
Worte des lHo-brag 8 ) und des rJe rin-po-c'e (d.i. 
bTsoii-k'a-pa) Hunderttausend Aussprüche 2 mal, 20 



1) Tib. Byams-cos-sde Ina; vgl. T&r. Ueb. 111, 12. 

315-17. 

2) bKa-ydams j/zun drag. 

3) Den-san bsTan- gyur nan-gi lun bzugs fsad. 

4) dPe-c'os. 

5) Be- bum snon-po. 

6) Jigs-byed rwa pot = skr. Vajrabhai ravak ar na- 
p u 8 1 a. 

7) mGon-poi be-bura rGyal-sras bka- bum. 

8) IHo-brag (s. Pantheon no. 39) bka- bum dban rjes- 
vnan bcas. 

26 



— 402 - 

den gegenwärtigen Umfang des Agama 1 ) der 
Hunderttausend Aussprüche des rJe Dul- 
odsin-pa. rGyal-fsab rje* ur;d mK'a-grub rje 5 )* 
die Hunderttausend Aussprüche der rGyal-ba's 

5dGe- dun grub-pa 4 ^ und dGe- dun rgya-mfso, 
des Pan-c'en Blo-bzan cos-kvi rgval-infsan, des 
Kun-mk r yen Jam-dbvans bzad-pai rdo-rje, des 
oJam-dbyans c c os-kyi rgyal-po rJe-btsun dKon-mc og 
ojigs-byed dban-po und des dPon-slob Byarns-pa * 

lOrin-po-ce je 1 mal. die Hunderttausend Worte 
des dBen-sa 5 ' 2 mal, die Hunderttausend Aus- 

m 

sprüche des ICan-skya t'ams-cad mk'yen-pa Nag -d ban 
blo-bzan c c os-ldan 4 mal, die Hunderttausend 
Aussprüche des Kun-mk'yen Rol-pai rdo-rje 2 mal, 

15 die Erklärung und den Agama des Grossen 
Lam-rim von mCan-j'Sum sbrag-ma 6 , 4 mal, die 
Erklärung und den Agama des Kleinen Lam-rim 7 ) 
2 mal, die Unterweisung im Heils weg, im Haupt- 
pfad 8 ), in der Lehre von den sieben Punkten der 

20 Verstandesthätigkeit 9 ) viele Male, eine Reihe von 
Agama's zu den Hundert Verstandesübungen, der 



c 

1) Luü bzQgs t sad. 

2) S. Pantheon no. 40. 

3) S. Pantheon no. 42: rnlTas-grab rje. 

4) Der erste rGyal-dban (Dalai bla-ma); s. Pantheon no. 43. 

5) S. oben p. 302, 7 — 8 und n. 7 and Pantheon no. 45. 

6) Lam-rim cen-mo mCfan-j/som sbrag-mai bsad-Iun. 

7) Lam-rim c on-nui bsad-lan. 

8) Lam-ytso. 

9) Blo-spyod don-bd an-ma. 



— 403 — 

vollkommenen Erhellung der Religionsübung 1 ) 
u. s. w., den hergestellten Kreis der Mahäva^itä's 
oder das Meer der Kleinodien 2 ), den Agama u. s. w. 
des ausgedehnten Textes des Sädhanasägarädhi- 
väsanam 3 ) 2 mal, den Agama u. s. w. des aus- 5 
gedehnten Textes des Adhiväsanam des Ba-ri 
brgya-rtsa 4 ) 3 mal, das Adhiväsanam des sNar-t c an 
brgya-rtsa 2 mal, das Adhiväsanam des Kreises der 
Manjughoshadharmäs und der einundzwanzig Jo- 
lugs sGrol-ma's 5 ) je 3 mal, die Dreizehn Worte lo 
des Nätha 6 ) und die Fünfzehn Worte des Vai- 
256 vravana 7 ). Aul diese Weise wurden vom Eisen-Affen 
(-Jahr) (1799) bis gegen das Erde-Hasen (-Jahr) (1818) 
in Zun bgran yfci, damit der gütigen heiligen Lama's 
Wunsch und Wort erfüllt werde, jedes Jahr vom Frühling 15 
oder Sommer bis zum Herbst vor allem der Grosse 
und der Kleine Lam-rim, dann aber auch 
der Manju<?rivadanägama und der Abriss des- 
selben 8 ), der Kreis des Lam-rim blo-sbyon: 



1) Blo-sbyon brgya-rtsa daü Cfos-spyod rab-ysal 
sogs luii-gi rim-pa. 

2) dBaii-c'en-gyi skor byas-paam Rin-cen rgya-mtso. 

3) Sgrub-t c ab8 rgya-mt'soi rjes-vnaii rgya-yzungi 
luri-bcas. 

4) Ba-ri brgya-rtsai rjes-vnan rgya-j/zun-gi lun- 

bcas. 

5) Jam-dbyans c ( o8-skor dari Jo-lugs sGrol-ma 
ner-^/cig j'fiis-kai rjes-ynan. 

6) mGon-po bka bcu-vsum. 

7) rNam-8ra8 bka bco-lna. 

8) Jara-dpal zal lun dan dei zin-bris. 

26* 



— 404 — 

Elenientar-Yerstandesübung u. s. w. '), von Zeit zu Zeit 
die Erklärung des Hauptsinnes des Vinaya*), 
die Vorschriften über die drei Gelübde 5 ) u.a.m. 
ins Mongolische übersetzt, und es werden erstens Er- 

5 klärungen aller Art u. s. \v. beim Unterricht im bKa- 
ogyur und sonstigen Gelegenheiten jetzt ununterbrochen 
veranstaltet, zweitens die Studien über die drei Grund- 
lagen des Vinaya 4 ) betrieben, drittens die Prati- 
moks ha- Verpflichtungen 5 ) auferlegt: vor allem die mit 

10 der Zahl der zur Upasampadä gehörigen Skandha's und * 
Sinne 6 ), dann aber auch die mit der Zahl der Monate 
für die Belehrung über die Meere und Berge bei der 
Tsi-lu- Ansammlung und -Zusammenhäufung 7 ). Wenn 
jemand sich im Erwecken (von Religiosität) 8 ) hervorthat^ 

15 so dachte man daran, vielleicht der Notwendigkeit, ihn in 
die Reihe der als Förderer des Fortbestandes der Re- 
ligion durch Bilder Ausgezeichneten einreihen zu müssen, 
nahe zu kommen; darin nun bestand gerade die Gnade 



1) T'og-mai blo-sbyou sogs Lam-rim blo-sbyon- 
gi skor. 

2) Dul-bai spyi-don-gyi bsad-pa. 

3) sDom- vsum-gyi bslab-bya. 

4) Dul-bai yzi j/sum. 

5) S o - t*a r - gyi sdom-pa. 

6) bs>Ien-rdsog8 raüa p'un dban-poi graüs-Idan. 

7) Tsi-lu sogs dan bsdom-na cu-^ter sa- dsin rig-byed zla-bai 
grans-ldan. 

8) Kun-slon, vgl. Arun-nas «/on-ba-po = samutthäpaka, 'erweckend, 
erregend' (Böhtlingk, Nachtr., s. v.), in M. Tib. 198 (= M. 207), 
überschrieben „Aufzählung der Eigentümlichkeiten eines Tirthaka" (tib. 
mu-stegs-can-gyi bdag-tu brjod-pai min-la, skr. tirthak&tmaparyayäs), 
an 16. und letzter Stelle, 



— 405 — 

der unvergleichlich gütigen heiligen Lama's. Auf diese 
Weise veranstaltete aus der Menge der bei der drei- 
maligen Lektüre im bKa- gy ur-Unterricht gewonnenen 
Schüler der dKa-bcu dKon-mc c og nor-bu an des 
Bla-ma rin-po-c'e Andachtsstätte einmal Unterricht im 5 
Lesen; der Doktor der Theologie dKon-mc'og bsam- 
grub veranstaltete in diesem Kloster 1 ) einmal Unterricht 
im Lesen; auch heute noch lassen der dKa-bcu dKon- 
mc'og dpal-ldan und ein Dharmasvämin zusammen 
hier bei den Turned, zwei andere Dharmasvämin da- 10 
gegen in dem Sog der Mongolcin den Unterricht im 
bKa-ogyur gedeihen. Nachdem der erste Unterricht 
im bKa-ogyur vollständig unterbrochen worden, er- 
257 teilte der grosse Kalyänamitra, der mK c an-zur rin-po-c r e 
von rTses-t c ah, in dem Sog der \Auhan vor Kalyä- 15 
namitra's, Grosslamen u. s. w. den von dem Klon-rdol 
bla-ma rin-po-c'e überkommenen Unterricht im bKa- 
ogyur einmal; dann erteilte er in den Sog's der Turned 
und Mongolcin auch je eine Belehrung über die Er- 
weiterte Matrikä; ferner trug er auch an der An- 20 
dachtsstätte des Bla-ma rin-po-c c e die Hunderttausend 
Aussprüche desrJe rin-po-c'e und an verschiedenen 
anderen Stellen die Hunderttausend Aussprüche 
folgender rJe-btsun bla-ma dam-pa's vor: lCan-skya rin- 
po-c*e Nag-dban blo-bzan c c os-ldan, rGyal-dban 25 
Blo-bzan bskal-bzan rgya-m^so, mK c an rin-po-c e e 
Pan-cen t r ams-cad mk'yen-pa Blo-bzaii dpal-ldan 

_ • 

ye-ses dban-po, dPon-slob Nag-dban byams-pa 

1) D.i. wohl bKra-sis dga-ldaa bsad-sgrub gliü, der 
Ort der Abfassung des vorliegenden Werkes. 



— 408 — 

tum und Gedeihen gegen früher. Somit sind diese 
Männer sicherlich u. a. deshalb, weil die Zeit (zur Er- 
füllung) der Prophezeiung des Jina gekommen, und 259 
durch die unfassbare Kraft der guten Thaten und Werke 
5 zahlreicher heiliger Mahäpurusha's, wie des rGyal-dbari 
Vater und Sohn, der heiligen Nachfolger und Stell- 
vertreter 1 ) des Munindra, erstanden. 

Ausserdem existieren auch ausgezeichnete günstige 
Auspicien, wie der Umstand, dass jenes von des (ü&kyaräja 

io eigener Person sich in nichts unterscheidende Tsaiidan 
Jo-bo rin-po-ce selbst in leibhafter Gestalt Gegenstand 
der Verehrung der Bewohner der Mongolei ist. Bezüglich 
dessen sei einiges — nach der Darstellung der „Geschichte 
des T 8 an da ii Jo-bo tt2 ) von dem lCafi-skya rin-po-c'e — 

15 erwähnt: Als unser Lehrer in seinem 38. Lebensjahre vor- 
mals für das Heil seiner vorher aus Jambudvipa hin- 
geschiedenen und bei den TrayastriiiiQat wiedergeborenen 
Mutter Mäyädevisundari wirkte und ferner, um sich * 
der seligen Trayastrim^ad deväs anzunehmen, in 

20 das Götterreich ging, blieb er dort drei Monate, in- 
dem er den Sommer über verweilte, und führte seine 
Mutter und viele Vineya's von den Göttern zur Wahr- 
heit und wirkte durch dies und anderes zu ihrem Heile. 
Zu dieser Zeit w r ar König 'Utrayana (Udayana) von 

25Waranasi (Väränasl), weil viel Zeit verging, ohne 
dass er dem Antlitz des Lehrers seine Huldigung dar- 



1) yDun- o t f sob. 

2) Tsandan Jo-boi lo-rgyus. 



— 407 — 

nach diesem erteilte der Beherrscher der Predigt von 
hundert Texten 1 ), der Doktor der Theologie mit Namen 
Ye-ses don-grub, in dem Tempel des Klosters des 
Pei-se der T^med, Yid-,oh bde-ba, den von dem 
Kloh-rdol bla-ma rin-po-c e überkommenen Unterricht 5 
in der bKa- gyur- Lektüre einmal. Hierdurch ver- 
breiteten und förderten diese drei das Kleinod der Jina- 
Lehre. — Ferner nahm ein Doktor der Theologie, ein 
in den Sütra's und Mantra's ganz vollkommener Kalyä- 
namitra, jener Yons- dsin dam-pa mit Namen Jasag Bla- 10 
* ma rin-po-ce Rin-cen rgya-mtfso, in jenem Kloster 
des C'agan Täyanc c i. H w ot r ogt c o den Lehrstuhl der 
mTsan-nid-Klasse ein und erteilte mündlichen Unterricht in 
den Hunderttausend Aussprüchen des Jam-mgon 
bla-ma bTson-k'a-pa c'en-po. So wie er sind bei 15 
den Mohgolcin, Turned und in sehr vielen anderen 
Landesteilen der grossen Mongolei sehr viele Kalyäna- 
mitra's, namentlich lHa-Doktoren 8 ), rDo-Doktoren 8 ) und 
dKa-bcu Rab obyams-pa's, hervorgetreten; alle diese sind, 
nach dem Masse ihres Könnens, in der Gegenwart dabei, 20 
sich eifrig mit den Mitteln zur Ausbreitung und Förde- 
rung des Kleinods der Jina-Lehre im allgemeinen und 
der Lehre des Jam-mgon bla-ma bTson-k c a-pa cen-po 
im besonderen zu beschäftigen. So befindet sich denn 
der Urquell aller guten Ansammlungen von Glück und 25 
Segen, das Kleinod der Jina-Lehre, in jetziger Zeit in 
diesem grossen Mongolenlande in hundertfachem Wachs- 

1) vZuh-brgya smra-bai dbaü-po. 

2) IHa rams-pa ('Doktoren der Theologie'). 

3) rDo rams-pa. 



— 410 — 

Treppen aus Edelsteinen hin: zur Rechten erschien Ma- 
häbrahman 1 ), einen weissen Schirm mit goldenem 
Grille tragend, von den Rupadhätudevas 2 ) umgeben; 
zur Linken (^atakratu, einen weissen Cämara- Wedel 

5 mit einem Griff aus Juwelen haltend, von den Scharen 
der Kämadhätudeva's 3 ) umgeben, und von der mitt- 
leren Treppe herab — während von oben her zahlreiche 
Söhne und Töchter der Götter der Region der 
Reinen Sphäre 4 ), mannichfache Opfergeräte tragend, 

10 ihm opferten, und von vorn her die Götter der Region * 
der C ä t u r m ah ar&j a k äy i k a d e v äs 5 ) , wohlriechenden 
Weihrauch tragend, ihm zur Huldigung entgegenzogen — 
der Lehrer selbst mit seinen grossen und kleinen Schönheits- 
abzeichen 6 ), der Sonnenscheibe mit ihren hell leuchten- 

15 den Lichtstrahlen vergleichbar, hell, klar, sichtbar, ab- 
wechselnd bald auf zauberhafte Weise, bald zu Fuss. 
Da brachten die Bhikshusamgha's 7 ), der König, die Mi- 
nister, Brahmanen, Bürger und Bürgerinnen je nach ihren 
Mitteln Opfergegenstände mannichfacher Art und brachten 

20 ihm ihren Willkomm dar. Hierbei zeigte dieses Bild 
folgendes Verhalten: es erhob sich gen Himmel, ging 
ihm sechs Schritte entgegen, begrüsste den leibhaftigen 
(Buddha) ehrfurchtsvoll und fragte ihn dabei mit drei- 



1) Tib. T f aaris-pa c'en-po. 

2) Tib. yZugs-k ams-kyi« lha-rnams. 

3) Tib. Dod-k ams-kyi lha. 

4) y N a s y 1 8 a n - m a i r i 9 - k y i lha. 

5) rGyal-cen bzii ris-kyi lha-rnams; vgl. M. Tib. 148 
(= M. 156), 3; M'. hat catur°. 

6) niT san (dan) dpe (-byad). 

7) Tib. dge-slon-gi dge- dun-rnarns. 



— 409 — 

bringen konnte, bedrückten Herzens; er beabsichtigte 
daher, ein Bild, welches der leibhaften Erscheinung des- 
selben gleich wäre, errichten zu lassen, und schickte 
nach Maudgalyäyana 1 ). Dieser aber begab sich mit 
zweiunddreissig geschickten Künstlern mittelst Zauberei 5 
in das Götterreich und Hess sie des Lehrers leibhaftige 
Erscheinung anschauen. Infolge des Glanzes der unend- 
lichen Lichtfülle und Majestät Bhagavant's konnten jedoch 
die Künstler die Beschaffenheit der Merkmale seines 
Körpers nicht im Geiste erfassen. Daraufhin begab sich 10 
der Lehrer an das Ufer eines Flusses; hier erschien sein 
Abbild, wie er in aufrechter Körperhaltung dastand, 
im Wasser, und dreimal wiederholte sich dies. Da 
schauten sie dieses an und erfassten im Geist die Vor- 
züge seiner schönen Körpermerkmale und stellten dar- 15 
260 nach ein Bild aus Tsandan gau^irsha 2 ) her. Da aber zu 
jener Zeit sein Gewand das Aussehen hatte, als ob es 
von den Falten (Wellen) des Wassers bewegt (ge- 
kräuselt) werde, so nahmen sie dies zum Vorwurf (für 
ihre Darstellungsweise) und legten ihr die Form der 20 
Wasser (wellen) zu Grunde 3 ). Nachdem sie dieses 
(Bild) nun durch des Lehrers Segen an einem Tage 
vollendet hatten, diente es als Gegenstand der Verehrung 
für König 'Utrayana. Als danach der Lehrer wieder 
in das Menschenreich zurückkehrte, zauberte er drei 25 





1) Tib. Mou-gal-gyi bu. 

2) Entstellt aus goclrshacandana (eine bestimmte Art Sandel- 
holz); vgl. Q&kyamuni, p. 273. 

3) D. h. sie gaben dem Gewand des Buddhabildes ein wellen- 
förmiges Aussehen. 



- 410 — 

Treppen aus Edelsteinen hin: zur Rechten erschien Ma- 
habrahman 1 ), einen weissen Schirm mit goldenem 
Griffe tragend, von den Rupadhätudevas 2 ) umgeben; 
zur Linken (^atakratu, einen weissen Cämara- Wedel 

5 mit einem Griff aus Juwelen haltend, von den Scharen 
der Kämadliätudeva's 3 ) umgeben, und von der mitt- 
leren Treppe herab — während von oben her zahlreiche 
Söhne und Töchter der Götter der Region der 
Reinen Sphäre 4 ), mannichfache Opfergeräte tragend, 

10 ihm opferten, und von vorn her die Götter der Region * 
der C ät u r m ah är äj a k äy i k a d e v äs 5 ) , wohlriechenden 
Weihrauch tragend, ihm zur Huldigung entgegenzogen — 
der Lehrer selbst mit seinen grossen und kleinen Schönheite- 
abzeichen 6 ), der Sonnenscheibe mit ihren hell leuchten- 

15 den Lichtstrahlen vergleichbar, hell, klar, sichtbar, ab- 
wechselnd bald auf zauberhafte Weise, bald zu Fuss. 
Da brachten die Bhikshusamgha's 7 ), der König, die Mi- 
nister, Brahmanen, Bürger und Bürgerinnen je nach ihren 
Mitteln Opfergegenstände mannichfacher Art und brachten 

20 ihm ihren Willkomm dar. Hierbei zeigte dieses Bild 
folgendes Verhalten: es erhob sich gen Himmel, ging 
ihm sechs Schritte entgegen, begrüsste den leibhaftigen 
(Buddha) ehrfurchtsvoll und fragte ihn dabei mit drei- 



1) Tib. T f sans-pa c'en-po. 

2) Tib. yZugs-k ams-kyi« lha- rn a ms. 

3) Tib. Dod-k ams-kyi lha. 

4) j'Nas j'tsan-mai ris-kyi lha. 

5) rGyal-cen bzii ris-kyi lha-rnams; vgl. M. Tib. 148 
(= M. 156), 3; M'. hat catur°. 

6) qiT »an (dan) dpe (-byad). 

7) Tib. dge-slofi-gi dge- dun-rnams. 



— 411 — 

maligem Verneigen des Hauptes nach seinem Befinden. 
Da streckte der Lehrer seine Rechte nach dem Haupte 
des Bildes aus, legte sie auf dieses, rühmte seine Aehn- 
lichkeit mit dem leibhaften Buddha und sprach folgende 
Prophezeiung aus: 5 

„Wenn nach meinem Nirväna 
„Zehn mal hundert Jahre verstrichen sein werden, 
„Wirst du nach Osten in das Chi na- Land 
„Zum Heil der Lehre und der Wesen gehen." 
261 Darauf sagte er zu König 'Utrayana: „Vortrefflich 10 
fürwahr! Gesegnet seiest du! Diese erste Errichtung 
meines Bildes ist die Ursache davon, dass die Interessen 
meiner Lehre wahrgenommen wurden, viele fromme 
Menschen in das heilige Gefilde der Tugend gelangten, 
und ferner unermesslich viele Geschöpfe die Tugend- 15 
wurzel erzeugt haben. Dir, der du das höchste Mittel zur 
Beseitigung des Sündenschmutzes, den Brauch Bildnisse 
des Sugata zu errichten, als erster (der Nachwelt) über- 
lieferst, dir gleicht keiner!" Und so ist es auch. In 
der Brust dieses (Bildes) befand sich beständig ein Be- 20 
hälter 1 ) von der Grösse eines Rossschweifes, und zwischen 
den Fusssohlen und dem Sitz befand sich ein leerer 
Raum von der Ausdehnung, dass ein Faden 2 ) darin Platz 
hatte. In welcher Weise auch immer von anderen 
Künstlern ähnliche Bilder hergestellt worden sein mögen, 25 
sie kommen schwerlich an Grösse und Beschaffenheit 
* dem Bilde gleich und sind auch mit vielen anderen Ab- 



1) ?, dron; vgl. dron-ma 'grosser Deckelkorb'; in M. Tib. 120 
(M. 126), 44 ist dron = skr. mftträ, 'Mass'. 

2) sKud-pa. 



— 412 — 

weichungen behaftet. Danach diente es nach einander als 
Gegenstand der Verehrung für die grossen Landesfürsten 
u.s.w. von Indien, dem Lande Li und dem China- 
lande. Zur Zeit der Jurcid Tai Oin wurde es nach diesem 
5 Palast von Pei-cin geholt, und nun machten es die 
einzelnen Herrschergenerationen und andere zum Gegen- 
stand ihrer Verehrung. Darauf erwiesen alle Generationen 
des Herrscherhauses der grossen Mongolei, und nament- 
lich Hobilai Secen Khan, letzterer nach Erbauung 
10 eines neuen grossen Tempels und Errichtung eines 
Klosters für die Geistlichkeit, eben diesem Heiligtum 
(dem Bilde) die höchste Ehre. Die späteren mongo- 
lischen Herrschergenerationen und die ganze Tai Min- 
und Tai C* in -Dynastie machten es zum Gegenstand ihrer 
15 Verehrung, und die von allen Seiten herbeiströmenden 
Menschen verrichteten unter Darbringung von Opfern Ge- 
bete. Durch deren Kraft befinden sich jetzt das Glück der 
Menschen und die Werke der Lehre in Blüte und Gedeihen. 
Ferner: Im ärya-Manju^rimiilatantram heisst es: 
20 „In Indien und Grosschina 

„Wird Manjughosha sich ganz vollenden: 
„Der Bodhisattva-Mahävira 1 ) 262 

„Manjughosha, der hellglänzende, 
„Weilt in eigener Person in jenen Ländern 
25 „In Kindesgestalt gegenwärtig; 

„Auf dem Gefilde der Vollkommenheit, dem er- 
habenen, heiligen, 
„Wird er die Menschen gänzlich vervollkommnen", 



1) Tib. byaiWub sems-dpa dpa-bo c c e. 



— 413 — 

und in der Sütra- Gruppe 1 ) Pal-po ce 2 ) wird gesagt: 
„Der Berg Dwans-bsil 3 ) an der Nordostgrenze wird 
zur Zeit des ersten Kalpa die Stätte der vollständigen 
Versammlung der ßodhisattva-Scharen sein. Jetzt aber 
weilt der Kumära gewordene Bodhisattva Manju<?ri5 
mit seinem Gefolge, einer Schar von zehntausend Bodhi- 
sattva's, beständig an jener Stätte und ist eifrig damit 
beschäftigt, die heilige Religion zu lehren." Mit diesen 
Worten wird von dem Lande Grosschina prophezeit, dass 
* es eine von ärya-Maftj u^rl gesegnete Stätte sein werde; 10 
nun aber haben der Pan-cen t c ams-cad mk'yen-pa und 
andere heilige Männer erklärt, dass auch das Gebiet der 
Mongolei zu Grosschina gehöre. Dementsprechend giebt 
es einen grossen Wallfahrtsort an der Landesgrenze von 
China und der Mongolei: es ist dies einer von den vier 15 
grossen Wallfahrtsorten von Jambudvlpa, derjenige 
'welcher der Erzählung des lCan-skya t'ams-cad mk f yen-pa 
entspricht, dass in jenem von dem Lehrer Buddha als 
Aufenthaltsort des ärya-Manju^ri deutlich prophetisch 
vorherbezeichneten, unter dem Namen „Fünfgipfliger 20 
Berg a (Ri-bo rtse-lna) hochberühmten magischen 
erhabenen Wallfahrtsort 4 ) der einzige Vater aller Jina's 5 ), 
der Manj uvribhattäraka, die Gruppe der Fünf 
(Dhyänibuddha's) 6 ) und viele andere Buddha's und 



1) mDo-sde. 

2) Identisch mit P r al-c'en; vgl. oben p. 400, 21 und n. 4. 

3) D.h. 'reine Kuhle'. 

4) sPrul-pai ynas-mcog. 

5) rGyal-bft kun-gyi yab-j'Cig. 

6) Rig s -Ina, vgl. Pantheon p. 59, 6— -7. 



— 414 — 

ßodhisattva's, fünfhundert indische Pandita's u. a. in. in 
eigener Person weilen, und der Bhattäraka für die zahl- 
losen Bodhisattva's seines Gefolges ununterbrochen das 
unfassbare Rad der Sütra- und Mantra-Lehren: Lam- 

5rim, Madhyama, Guh ya(samäja)-, Samvara- und 
Bhairava-Utsa- und Sampanna(-krama) u. s. w. drehe. 
— Ferner befindet sich in diesem (Wallfahrtsort) sowohl 263 
als in dem grossen Palast von Pei-ein (je) ein grosser 
weisser Stupa. In diesen legte der Lehrer Buddha, um 

10 in denjenigen Menschen, die nicht seine persönlichen 
Vineya's geworden waren, den Samen der Erlösung und 
Allwissenheit auszustreuen, durch die Kraft inniger Ge- 
bete geweihte, wachsende Reliquien in sehr grosser An- 
zahl als bleibenden Bestand nieder. I)a ging auch bei 

15 Nacht Licht von diesen aus; an bedeutsamen Zeitpunkten, 
wie am 8. und 15. Tage (jedes Monats), aber zeigte sich 
vor aller Augen das Hervorbrechen einer grossen Licht- 
strahlen-Erscheinung. Ausser diesen beiden grossen 
weissen St-Apa's, die ein Schatz von solchem Segen 

20 waren , und anderen giebt es ferner, in der Provinz 
'Alagsa nämlich, einen bronzenen Elefanten, der in 
dem SOitra der Elefantenberg-Weissagung 1 ) be- 
sprochen wird, und einen Stüpa, der auf der Erde * 
Schritte macht. — Ferner: Einst baten in China die 

25 Minister des Königs Dsui Dsun aus der Tan-Dynastie 
(diesen): ^Wenn du ein Dharmaraja bist, so richte, da es 
verlautet, dass die sechzehn M ahästhavira's das Werk 
der Leitung der Lehre vollbringen, an diese die Bitte, 



1) G 1 a ii - r i 1 u ii - b 8 1 a n - g y i mdo. 



— 415 — 

hier die Sommerzeit zu verbringen (Varsha zu halten) !* 
Der König sprach diese Bitte aus, und daraufhin er- 
schienen sie am 13. Tage des Monats Ashädha in Ban 
smug c'as can in China und hielten dort den Varsha. 
Der König Hess sechzehn Häuser erbauen, und als sie 5 
in diesen wohnten, brachten der König samt seiner Um- 
gebung und alle Menschen dieses Landes Zeug-, Seiden- 
und sonstige Gewänder in grosser Menge herbei und 
bescherten sie in Hülle und Fülle, sodass ihr Aussehen 
dem des Arhant Sambhogakäya 1 ) glich. Als aber 10 
das Ende der Periode der Zurückgezogenheit (d. h. des 
Varsha) gekommen war, bat sie der König noch zu 
bleiben; sie aber willigten nicht ein. Da sagte der 
König: „Da ich ein Dharmaräja (Religionskönig) bin, 
habe ich sie zum Sommer eingeladen, und so haben sie 15 
während des Sommers hier geweilt; wenn ihr religion- 
schützende (dharmapäla) Minister seid, so richtet an sie 
264 die Bitte, während des Herbstes hier zu bleiben!" Die 
Minister sprachen eine dahingehende Bitte aus, aber 
(jene) erwiderten: „Wir müssen gehen, um in einem 20 
anderen Dvipa für das Wohl der Geschöpfe zu wirken. 
Darum lasset ohne Zögern je ein Abbild von uns her- 
stellen; dieses wird den Geschöpfen zum Heil gereichen." 
Da Hess der König in jenen Häusern je ein Abbild her- 
stellen, und diese (Bilder) dienten als Gegenstand der 25 
Verehrung. Durch den Vortrag der von den Sthavira's 
während jenes Sommeraufenthaltes vorherverkündeten 
Sütra- Klasse aber wurden die Mahäyäna-Lehren sehr 



1) Tib. Loüs-sku. 



— 416 — 

verbreitet. Auch die grosse Macht und der Reichtum 
Chinas soll ein Segen sein, der durch die Sthavira's 
begründet ist und nun fortdauert. Solche geheiligten 
Bilder der sechzehn Sthavira's also giebt es. — Ausser- 

5 dem (befindet sich) an der Grenze von China und Tibet, 
in der Stadt Lyan jo, ein Stupa, der als derjenige des * 
Kämalapila (Kamalavila) bezeichnet wird; ausserhalb 
der Stadt (liegen) vier Klöster: im Osten das Zauber- 
kloster 1 ), in welchem der Stupa mit den Gebeinen 

lodesSa-skya Pandita und viele andere Stüpa's sich be- 
finden; im Süden das von Sa- sky a Pandita eingeweihte 
Kloster des irdischen Indra 2 ); im Westen das 
Kloster Padma 3 ), in welchem sich die Gebeine der 
bZod-pa rin- in o befinden; im Norden das See- 

15 Kloster 4 ), in welchem sich die Däkini Ran-byon auf- 
hält. Südwestlich von den vier Klöstern (befindet sich) 
eine grosse, 18 Klaftern hohe (Statue), angeblich die in 
der „ Elefantenberg- Weissagung" erwähnte Statue 
des Buddha Sukhäkara 5 ). Diesen und verschiedenen 

20 anderen, in grosser Anzahl an vielen Orten Chinas und 
der Mongolei befindlichen geheiligten grossen Wallfahrts- 
orten und ausgezeichneten Bildwerken erwiesen die Be- 
wohner Chinas und der Mongolei — voran die Herrscher- 
generationen — Verehrung. Durch die Kraft der dabei 

1) sPrul-pai 8<le. 

2) Sai dban-gi sde. 

3) P a d m a i sde. 

4) rGya-int'soi sde. 

5) Tib. bDe-bai byun-ynas; nach Böhtlingk s. v. ist Su- 
khäkara im Sadd har mapundar ikarn Name einer buddhistischen 
Welt. 



— 417 — 

unter Opferdarbringungen verrichteten Gebete durch- 
dringt die Welt ein bedeutsames gunstiges Vorzeichen 
des Glückes. Auf diese Weise also sind gegenwärtig 
die zahlreichen ausgezeichneten Auspicien dafür, dass das 
Kleinod der Jina-Lehre in alle Gegenden sich verbreite, 5 
gedeihe und lange bestehe, ganz ausserordentlich günstig. 

265 Jetzt, da wir der Gnade des gewaltigen Oceans 

— benannt rGyal-ba ynis-pa (d. i. bTson- 

k f a-pa) — , 
Von dem man nicht Grund noch Ufer — hinsichtlich lo 

des umfassenden, nach Erkenntnis trachtenden 

Geistes — kennt, 
Der mit den herzerfreuenden Juwelen — guten, re- 

spektabeln Kenntnissen — angefüllt ist, 
Und dessen Wellen — die wunderbaren Subhäshita's — 10 

in langen Reihen wogen; 
Dann dessen, der, dem Fahrzeug des hochwogenden 

(innigen) Gebetes sich anvertrauend, 
Das gute Mittel zur Vereinigung der Sütra's und 

Mantra's, die Haupt -Va^itäV), 20 

Auf den weissen Erdboden Chinas und der Mongolei 
Mit Eifer überführte, dann die Ehre des Erklärens, 

Disputierens, Schriftverfassens 
* Erwies und dadurch des Glücks und Segens Regen 

strömen Hess, 25 

Dein Verfall der Bewohner des barbarischen Nachbar- 
landes ein Ende machte 



1) niDo-8iiag8 zun brel Iam-bzan dban-gi rgyal. 

27 



— 418 — 

Und hunderttausend Zehnmillionen Freudenfeste der 

Herrlichkeit guter Ansammlungen 
In reichem Masse veranstaltete, des , Beraters und 
Opferers l ) 
5 Byams-c'en CTos-rje, und (endlich) des rGyal- 
„ dban (lria-pa) — dieser drei; 
Des Pan-ccn sNari(-ba) mt'a (-yas) 2 ) [rje] und des 

(Nag- dban) Bio (-gros) rgya-mt c so rje, 
Des rJe-btsun dam-pa, Neic'it'oyon 8 ) zabs, 
10 Jay a pan-c'en 4 ), Kun-mk c yen bZad-pa rje, 

Des Tuu-bkwan zabs und des sMon-lam bla-ma 5 ), 
Des unvergleichlich Gütigen mit Namen (Nag- dban) 

Don-grub 6 ) und anderer 
Mahäpurusha's gedenken, 
iä Wächst Glücks(gefühl) und fromme Ergebenheit vor 

freudigem Erschauern 7 ). 

Jetzt, nachdem die reformierende Kraft vieler der 266 
wunderbaren guten Sekte des Jam-ingon 
bla-ma anhängenden Forscher und Gelehrten 
20 Von einer Schar edler Rosse — den Dharmaräja- 

Landesherru und -Fürsten Chinas und der 



1) mC'od-sbyin-mk'nn. 

2) D. i. ttlo-bzan dpa 1-1 dan ye-scs dbari-po, 8. oben 

p P . 299, 17-323, 17. 

3) S. oben pp. 253. 12 — 261, 9. 

4) D.i. Jayapandita. 

5) Vgl. oben pp. 342, 23—24 u. n. 6. 374, 29. 

6) S. oben pp. 37C, 18 — 395, 19. 

7) Wörtlich: 'vor freudigem Sträuben der H Archen (am Körper)'. 



— 419 — 

Mongolei — (in diese ihre Länder) gar wohl 
geschafft worden, 

Wo infolge von hunderttausend Sonnen — guten 
Thaten — das Prangen des Kranzes von 
Wäldern weisser Lotusse — guter Ansamm- 5 
lungen der Lehre und der Wesen — seinen 
Höhepunkt erreicht hat, 

Geniessen wir die Fülle des Honigs — des Glücks 
und Segens — , indem wir den Saft eines gün- 
stigen Schicksals erhaschen, ungestört. Welch 10 
grosses Wunder ist doch dieses! 

Diese Verse enthalten das Rdsuine jenes Zeitraums. 



Nachdem auf diese Weise der Hauptgegenstand 
* meines Themas erledigt ist, will ich anhangsweise einige 
Erörterungen über Einzelheiten der Religion anstellen. 15 
Man könnte fragen: für wen? Nun, für die in religiöser 
Beziehung Sehenden geschieht es nicht, wie es ja für 
die, die da Augen haben, keines Wegweisers bedarf; 
für die Thoren, die im Wissensdünkel befangen sind, 
und für die Bösewichter, die ohne Streben, geschieht äu 
es nicht. So hat auch Qrinätha-ärya-Nägärjuna 
gesagt : 

„Wenn man einer Schlange Milch zu trinken 

giebt, 
„Hat dies keine andere Wirkung als nur die, dass 25 

ihr Gift sich vermehrt; 
„So auch giebt eine den Bösen erteilte Lehre 
„Nur ihrem Zorne Nahrung, statt sie zu besänftigen. u 

27* 



— 420 — 

Nun denn: für die wenigen Strebsamen, die in der 
gleichen Lage wie wir, will ich das Wesen der Lehre 
von dem Entschwinden aus dem Samsära 1 ) mit wenigen 
Worten erörtern. Der Lehrer Buddha hat gesagt: 
5 „Diese Wesen werden bei der Wahl von Name 

und Körperlichkeit 2 ) geboren; 
„ Kings im Umkreis des Kreislaufs, der dem Kreisen 

des Windes gleicht, wandern sie umher; 
„Die umherirrenden Wesen gleichen dem Wild, das 26i 
10 weitab sich verirrt. Wer das erkannt hat^ 

„Der Weise steigt gen Himmel, vollständig einem 

Vogel gleich. 
„Wie er das Elend begreift, so weist er überall 
darauf hin. 
15 „Wer sich das Ich 3 ) und das Meine 8 ) nicht vorstellt 4 ), 

der ist gänzlich geläutert. — Dies habe (ich) 
verkündet. u 
Der Sinn dieser Worte ist der: Da wir Erdgeborenen an 
den fünf Skandha's — (unserem) Licht und Urgrund 5 ) — , 
20 als ob das Ich und das Mein real wären, leidenschaftlich 
hängen 6 ), schweifen wir im Samsära umher. Durch die 
in dem Erkennen des Nicht-Ich 7 ) bestehende Weisheit 
aber wird unsere Erlösung aus dem Samsära zu Wege 

K'or- das- k vi c os. 

00 

2) Min dun j'zugs (skr. namarfipam)-kyi dam-la c'ags. 

3) bDag (skr. atman) dan bdag-gir (skr. atmaniyam). 

4) D. h. sich nicht als existierend vorstellt. 

5) yDags-j/ii p'uri-po Ina. 

(>) Zen-cin c'ags-pa; vgl. M. Tib. 104 (M. 110), 1. 2: c c ags-pa 
= rakta; zen-pa = sakta. 
7) bDag- med. 



— 421 — 

gebracht. Folglich müssen wir nach dem Mittel zur 
Erweckung jener Weisheit trachten. 

Ferner heisst es in dem Subhäshitam des siebenten 
rGyal-dbaft Blo-bzan bskal-bzaii rgya-int c soi zal- 
sria-nas: 5 

* „Welches ist das grosse Meer, 

„Aus welchem je befreit zu werden schwer ist? 
„Der Kreislauf der Wiedergeburt in den drei Welten ist's, 
„Bei welchem wir in der grossen Leidensflut uraher- 

geworfen werden." 10 

„Welches ist jene erste Ursache 
„Davon, dass Leid die Wesen verfolgt? 
„Das Geborenwerden in der Welt, 
„In welcher That stets Leid bedingt. — Dies ist es." 
„Welches ist die grösste unter den Verblendungen 15 
(das schlimmste von allem Nichtwissen), 
„Indem wir Tag und Nacht beständig darunter leiden? 
„Dass wir, indem die Herrlichkeit der Jugend wie ein 

Augenblick 
„Verrauscht, dahinaltern. — Dies ist es." 20 

„Wer ist jener Meister, der da lehrt, 
„Wie alle Menschen gute Thaten vollbringen? 
„Der über die ganze Welt herrschende 
„Todesfürst 1 ), König Mahäcanda 2 )." 

„Wer ist der Dämon, der, ohne zu hungern, die 25 

übrigen Geschöpfe 

1) tfi-bdag. 

2) Tib. vTum-c'en. Can da ist Bezeichnung einer Form des 
Qiva oder Bbairava. 



— 422 — 

„Verschlingt und frisst? 

„Kin Herr und Fürst, der von so niedriger Gesinnung, 268 

dass er seinen Mitmenschen den 
Pulsschlag prüfen (ins innerste Herz 
5 hinein schauen) möchte, 

„Und von dem seine Unterthanen zu leiden haben." 

„Wer sind jene 
„Im Reich der Menschen hausenden Höllenwesen? 
„Die in eines schlechten Herrn und Forsten Dienst 
10 stehenden 

„Diener und Unterthanen." 

„Wer ist es, der, obschon er Ueberfluss an Speis 

und Habe hat, 
„Doch hungert und somit ein Preta bei des Tages 
15 Licht ist? 

„Der Reiche in der Habsucht Fesseln, 
„Der nicht zu geben noch auch zu geniessen vermag." 
„Wer ist das: ein zweibeiniger Mensch und zugleich 
„Ein aufrecht gehend Tier? 
20 „Wer für die Gebiete (Gegenstände) des Wissens der 

Verblendung 
„Laster mitbringt." 

„Welches sind die ungünstigen Vorzeichen, 
„Die den Anstoss zu jeglichem (Streben nach) Be- 
25 freiung von den Skandha's geben? 

„Die begehrten Güter, 

„Die in dem Bereiche der Sinne wahrgenommen 

werden. — Die sind es. a 
„Wer sind jene Gewaltigen, * 

30 „Die des Leidens Geschwür beseitigen? 



— 423 — 

„Die Vortrefflichen dieser Zeit, 

„Die man im Geiste nicht erfassen kann." 

„Wer ist jener Dämon, der den Untergang . 

herbeiführt, 

„Indem er, auch wenn er sich beugt, nur Unheil 5 

vollführt? 

„Der böse Lastergenosse, 

„Der (des anderen) Sünde und schlechten Lebens- 
wandel noch steigert." 
„Welches ist jener üble Geruch und Staub, 10 

„Der uns leicht anfliegt, aber nur schwer verlässt? 

„Der Lebenswandel eines schlechten Freundes, 

„Der in Unordnung geraten." 

„Welches ist jenes starke Hala-Gift, 

„Das, selbst zwar winzig, doch die Ursach' grossen 15 

Leids? 

„Die Sünde im Thun, Reden, Denken, 

„Die nicht bereut wird, gegen die kein Mittel hilft." 
269 „Wer ist der Unwürdigste 

„Unter allen Menschen auf dieser Welt? 20 

„Wer sich in schlechte Handlungen eingelassen, 

„Die gegen Zucht und Sitte streiten." 
„Was ist es, was allein die Wurzel 

„Der Verderbnis aller Tugenden ist? 

„Die Indolenz, die lässig sorglos 25 

„Gegen lasterhafte Handlungen innerhalb der drei 

Sphären (des sittlichen Thuns) ist." 
„Welches ist jener feste Klebesaft, 

„Der die Menschen an die Gegenstände der Begierde 

heftet? 30 



— 424 — 

„Das ist die Leidenschaft, die gierig trachtet 
„Nach Dingen, die das Herz uns reizen. 44 

„Fragst du, welches das grosse Feuer sei, 
„Das alle, die in seine Nähe kommen, verbrennt: 
5 „Das ist die heftige Ungeduld und Wut 
„Auch bei nur geringfügigen Anlässen. a 

„Welches ist jene schwarze Finsternis, 
„In der man auch nicht einen sichtbaren Gegenstand 

erkennt? 
10 „Die seit Ewigkeit herrschende * 

„Geistesnacht des Nichtwissens. u 

„Welches ist jenes feurige Ross, 
„Das (seinen Reiter) hochhebt, doch in den Abgrund stürzt? 
„Das ist das hochmütige Hochhalten des Stolzes: 
15 „Das Pochen auf die eigenen Vorzüge." 
„Wer ist jener Verleumder 
„Selbst eines geliebten Freundes, wenn er scheidet? 
„Wer der Missgunst Qualen anheimgefallen, 
„Die das Glück des Nächsten nicht ertragen kann." 
20 „Wer ist der Leiter der Kampfübung, 

„Der keinen einzigen von den Streitern ans Ziel ge- 
langen lässt? 
„Die lässige Schlaffheit ist's, 

„Die zur Ausführung des Begonnenen nicht antreibt, u 
25 „Welches ist jener des Geistes Festigkeit schwächende 

„Wind, der an die Lebensader geht? 
„Der als 'völlige Unachtsamkeit' bezeichnete (Zustand), 
„In welchem der Geist sich etwas Nutzlosem widmet." 

„Welches ist die grosse, feste Fessel, bestehend 270 
30 in Juwelen, 



1? 






- 425 — 

Die, obschon vorhanden, nicht viel Nutzen gewähren? 

Die Habsucht der Reichen ist es, 

Die ihren Besitz nicht gemessen können." 

„Wer ist der Räuber und Dieb, 
„Der selbst ein kostbares Juwel, das in eine Hand- 5 

fläche hineingeht, raubt? 
Der schwankende Zweifel ist's, 
Der den Gutgesinnten entgegengebracht wird." 

„Wer gleicht einem verkehrt handelnden, trunkenen 

Elefanten, 10 

„Der, obwohl begleitet, doch seine eigenen Genossen 

vernichtet? 
„Wer im Herzen Gedanken trägt, 
„Durch die er anderen Böses ansinnt. * 

„Was gleicht einem Schwert, 15 

„Welches alle Paradiesbäume der Tugend niederhaut? 
„Alle Theorieen, welche, die unmittelbare Erkenntnis 

der Wahrheit 1 ) lästernd, 
„Ihre Nicht-Existenz lehren." 

„Was gleicht einem Berg, von dem man ebenso 20 

weit wieder herunter fallt, 
„Als man ihn nach und nach erklommen? 
„Die irdischen Guter und Schätze, die wir (im Tode) 

aufgeben müssen, 
„Sobald wir sie mit Mühe erworben." 25 



1) Yan-dag don; nach Jäschke 248 a yah-dag don 'seems to be = 
nes-don\ das nach Jäschke 128 b 'is said to mean immediate knowledge 
of the truth, which may be obtained mystically by continued contem- 
plation, and is opposed to dran-dort, knowledge obtainable through the 
medium of the sacred writings'. 



— 426 — 

„Wer ist es, dessen Hand leer bleibt, obwohl er 
„In den drei Welten, um (etwas) zu erringen, umher- 
wandert? 
„Die seit Ewigkeit umherschweifenden, 
b „Leidenden im Samsära Befangenen." 

„Welches ist jenes erhabene Gefilde der Seligkeit, 
„In welchem nicht einmal der Name des Leidens zu 

hören ist? 
„Das Erlöstsein voll seliger Ruhe: 
10 „Die Befreiung aus den Fesseln des Thuns und der 

Sündenpein." 
„Welches sind die Stätten untrügerischer Hoffnung, 
„Die vor allen Leiden zu schützen vermögen? 
„Die drei kostbaren Kleinodien, 
15 „Bei denen es keinerlei Bedrückung durch Furcht 

giebt." 
„Wer ist das Scheiteljuwel derjenigen, 
„Die, gleichgültig gegen alle Gegenstände des Begehrens, 

eifrig streben? 
20 „Der Lama des Mahäyänam, 

„Das auf den richtigen Weg (den Weg zur Erlösung) 

führt. * 
„Welches ist der beste von den Edelsteinen, der 271 

allein genügt, 
25 „Um alle Not zu verscheuchen? 

„Der die Unruhe des Herzens beseitigende 

„Glaube, der durch keine Zufälle geraubt werden kann. 1 * 

„Welches ist das edle Zauberross, 
„Das zu den Gegenständen des Wunsches hinzuführen 
30 vermag? 



— 427 — 

„Der energische Eifer, durch den 
„Ein angefangenes Werk ohne Ermatten zu Ende ge- 
führt wird." 
„Welches ist jener vortrefflichste von den Freunden, 
„Der uns sicher zu der für uns erforderlichen Lebens- 5 

läge verhilft? 
„Das Nicht -Vergessen und Gedenken der Annahme 

oder Verwerfung 
„Des altgewohnten Hörens und Denkens." 

„Welches ist jene Ruhestätte, entsprechend gross, 10 
„Um seinen Geist in Seligkeit ausruhen zu lassen? 
„Die tiefe ordentliche Kontemplation (samaclhi), 
„Die nicht gestört wird durch die 'vollständige Un- 
achtsamkeit'. " 
„Welches ist das beste Auge, allsehend, 15 

„Zur Zeit des Samsära und des Nirväna? 
# „Die bezüglich der Art und Beschaffenheit der beiden 

Wahrheiten 1 ) 
„Unterscheidende klare Erkenntnis 2 )." 

A 

„Wer ist ein weiser Acärya, 20 

„Der das Nichtsthun von seiner Wohnstätte fernhält? 
„Wer im Einklang mit seiner Einsicht, 
„Wie seine Lebenslage beschaffen sei, handelt." 

„Wer ist jener kühne Held, 
„Der von niemandem überwunden werden kann? 25 

„Der Mensch, der nicht befleckt ist von Sünden, 
„Die ihn vom rechten Wege abbringen." 

1) bDen-pa ynis = skr. satyadvayam. Näheres 8. oben p. 94, 
16—17 und n. 5. 

2) Ses-rab ysal-ba. 



— 428 — 

.Wer ist auf dieser Welt unter allen Menschen 
„Der hervorragendste Redner? 

„Der Mensch, der die Wissenschaft an den Quellen 
„Studiert hat und darin zu Hause ist. tt 
5 „Wer wird gleichsam als die Krone auf dem Haupte 

„Aller Menschen geschätzt? 
„Der mit Fähigkeiten ausgestattete Gelehrte, 
„Der für die Gegenstände des Wissens empfänglich ist. u 

„Was ist das, was allen Menschen auf dieser Welt 272 
10 r Zu Herzen geht? 

„Ein vollkommen reiner Lebenswandel, 
„Der dem höchsten Adel gleichkommt. " 

„Welches ist die Rede, die für alle ergötzlich, 
„Dem Ohre ein Wohllaut ist? 
15 „Die sinnreichen 

„Reden, in dem richtig sanften Tone vorgetragen." 

„Wer gleicht der Wolke, die Segen schaffet 
„Allen nah und fern? 
„In wessen Herz 
2i) »Der Wille, anderen Gluck und Segen zu bereiten, 

eingezogen ist." 
„Welcher Mensch lebt, von Fesseln befreit, 
In Freude und Fröhlichkeit? 
Wer frei ist von den Begierden 
25 „Nach den Gegenständen des Verlangens. a 

„Fragst du, wer im Besitz des höchsten Glücks, 
„Von Begierden frei zu sein: 

„Wer frei ist von der Last des Thuns, Trachtens und * 

Denkens, 
30 „Das eigenen oder fremden Vorteil stiften soll.** 



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— 429 — 

„Was gleicht der Thorheit derer, die alles zu 

verstehen (behaupten), (selbst) das 
Sausen der Wolken, 
„Wobei die grosse Bedeutung in dem Begreifen des 

schwer Begreiflichen liegt? 5 

„Die Selbstgefälligkeit 1 ) der Leute, 
„Die mit Macht und Reichtümern gesegnet sind." 

„Was gleicht dem Nektar, der so heilsam, 
„Da man bei seinem Genuss nicht satt davon (d. h. 

seiner nicht überdrüssig) wird? 10 

„Gut erteilte Ratschläge, 
„Die mit der Religion in Zusammenhang stehen. u 

„Welches ist jener vortrefflichste Edelstein, 
„Der, wenn er beständig festgehalten wird, uns zu 

schützen vermag? 15 

Das Verständnis des Sinnes des Gehörten, 
Dessen grosse Bedeutung in der Hingabe auf lange 

Zeit liegt u 
„Was ist das, in dessen Hand es liegt, 
„Wie viel Glück als Belohnung (aus einer Handlung 20 

folgt)? 
„Aller günstigen Wiedergeburten 
„Urquell, genannt 'Tugend 1 . tt 
273 „Was ist das Beste 

„Von allem, was Nutzen bringt? 25 

„Die Vorbereitung für die heilige Religion, 
„Da sie den, der sie liebt, vor Sünde schützt. u 



v 



1) Ran-t'sod: 'das Selbst als Massstab', d. h. Selbstgefälligkeit, 
Selbstgenügsamkeit, Kurzsichtigkeit, Beschränktheit, Einbildung alles 
zu verstehen« 



„Welches ist das in Städten oder Häusern 
„ GlDck bringende Vorzeichen? 
„Die Liebe, die die Herzen beiderseits erfasst 
„Und nach Glück verlangt." 

,; Welches ist jenes Gelübde, das nicht um 
bleiben darf, 
„Und wenn es auch dabei ans Leben ginge')? 
„Der rechte Zustand der heiligen Religion, 
„Der in dieser Welt wie in der anderen Heil 
Segen bringt." 
„Welches ist jenes Moment, das man 
„Im Zusammenleben mit anderen beobachten im 
„Ein Verhalten in Handlungen und Worten, 
„Aus dein ein vollkommenes Verständnis ersichtlich 
„Welches ist jenes Moment, das man bewi 
muss, 
„Da es stets die Ursache von Nutzen oder Sei 

wird ? 
„Wie der Zustand des eigenen Herzens 
„Beschaffen sei: tugendhaft oder sündig." 

„Welches Leben von den (Wesen), die auf » 
Welt Menschenleib erlangt hal 
„Hat einen Zweck? 
„Dasjenige, welches Tag und Nacht 
„Der eifrigen Ansammlung sittlicher Verdienste 
wendet ist." 
„Wer ist es, der der Hervorragendste 
„Von allen Gelehrten ist? 



1) Wörtlich: , 



auch das Leben un üi«? Kehle gin 



— 431 — 

„Wer die Entscheidungen Ober das Für und Wider 

einer Erkenntnis 

„Selbst in die Hand nimmt." 1 ) 

„Wer ist der Beste von den Edlen, 

„Die mit religiöser Scheu geschmückt sind? 5 

„Bei dem das Seil der Verbindung des Herzens 

„Mit den Irrtümern dieses zeitlichen Daseins abge- 
schnitten ist." 
„Welches ist das höchste von den Gütern, 

„Deren Nützlichkeit für alle Wesen feststeht? 10 

„Das Hingelangen des schwer zu zähmenden Herzens 

zu Ruhe 

„Und Sanftmut." 
274 „Wer ist der Allerreichste, dem Reichtümer 

„Nach Wunsch und Willen zur Verfügung stehen? 15 

„Der Mensch, der Zufriedenheit 

„Auch mit nur kargem Erwerb besitzt." 
„Was ist es, woran wir denken müssen 

„Tag und Nacht auf dieser Welt? 

„Dass Leid das Wesen des Samsära ist, 20 

„Der einem ewig lodernden Feuer gleicht." 

„Was ist es, worauf man sein Augenmerk zu 

richten hat, 

„Wovon auch nur einen Augenblick sich ablenken zu 

lassen schwer ist? 25 

„Auf die Furcht vor Vergänglichkeit und Tod, 

„Bei der wir nicht sicher sind, ob nicht gerade heut 

derselbe eintritt." 



1) Also der Feind des Autoritätsglaubens. 



„Was ist es, was den Kern 
„Der heiligen Lehren auf dieser Welt bildet? 
„Was, als Heilmittel gegen die Sünden dienend, 
„Dem eigenen Herzen frommt." 

„Was ist, weil anderen Leid bereitend, 
„Sicherlich zu vermeiden? 
„Die Dinge, die einem unerwünscht sind, 
„Wenn man selbst von seiner Höhe herabgestfl 
sein wird." 
„Was ist eine gute Handlung, der 
„Als gleichwertige (Belohnung) irdisches Glück ei 

spricht? 
„lieber eigene und fremde Tugend-Ansammlung 
„Von Herzen hoch erfreut zu sein." 

„Welches ist jenes erfolgreiche Mittel zu 
Genuss 
„Aller Herrlichkeiten und Freuden der Befreiung vo 

Samsära? 
„Der höchste Bodhi-Sinn, der anderen Heil bringt, 
„Nachdem man dem Eigennutz den Rucken gekehrt 

„Welches ist der beste Schatz, 
„Von welchem niemals etwas abgeht? 
„Die Bescherung der Guten und der in den Gefilde 

der Quäl 
„Verzweifelnden," 

„Welches ist der Zauberspruch, dem 
„Selbst der erbittertste Feind sich fügen muss? 
„Die sittlichen Gebote, die den bösen Handlungen i 

Thaten und in Worten 
„Gehörig Einhalt thun." 



— 433 — 

!75 „Welches ist die feste Rüstung, 

„Die durch Beschädigung von feindlicher Seite nie 

durchbohrt wird? 
„Geduld gegen rauhe Worte und peinliche 
„Unglückslagen." 5 

„Welches ist der ungetrübte Spiegel, in welchem 
„Auch das Abbild der Geheimwissenschaft 1 ) erscheint? 
„Die reine Seelenruhe-Meditation 2 ), 
„Die von keiner Schlaffheit und Zerstreutheit gestört 

wird." 10 

„Wer durchfliegt und durchschwebt ohne 

Schwierigkeit 
„Das endlose Himmelszelt? 
„Die Kontemplation, bei welcher das All, das weite 

Himmelsfirmament 15 

„Und alle Gegenstände des Denkens geschwunden sind." 
„Welches ist das wunderbare Schauspiel, welches wir 
„Auf unserem eigenen Platze bleibend schaun? 
„Die Erkenntnis aller Dinge, die im Bereich der Sinne 

erscheinen, 20 

„Als blosse Täuschung." 

„Wer gleicht einem Menschen, der mit einem Auge 

wandert, 
„Das ihn zum Land der Allerkenntnis gelangen lässt? 
* „Wer gross an Weisheit, die das Wesen aller Dinge 25 

erkennt, 
„Und an klugen Handlungen ist." 



1) IKog-gyur ses-bya. 

2) Zi-ynas mal- by or (= skr. (jamathayoga). 

28 



434 



„Welches ist die einzige Wurzel guter An 
lungen 
„Von weltlichen und weltentrückten (Verdienste 
„Die eigene Seele selbst, die hellen Glanz 
5 „Der fleckenlosen Naturanlage verleiht." 

Im Einklang mit diesen Worten muss man 
Annahme oder Verwerfung 1 ) der vollkommenen R 
trachten. Auf diese Weise also ist die Meidun 
Samsära, nachdem man denselben als das Prinz 
10 Tendenz zur vollständigen Sündhaftigkeit erkanni 
die Erstrebung des Nirväna, nachdem man dieses : 
Prinzip der Tendenz zur vollkommenen Reinheit er 
im letzten Grunde abhängig von der ordnungsgei 
Lehre ausgezeichneter Kalyänamitra's und der 
15 zeugten Gläubigkeit. So hat auch Jam-nigon 
ma bTson-k'a-pa cen-po gesagt: 

„Der Urheber aller Vollkommenheiten, 
r Die zum Glück in dieser Welt und jenseits 
Welt führen, ist jener Wohlthäter'% 
20 und der Lehrer Buddha: 

„Dadurch dass der Glaube wie nie zuv» 
weckt wird, 
„Werden alle Vorzüge beobachtet und gedeihen. 
„Durch Reinheit des Geistes wirst du Götter 
35 Menschen-Glück, 

„Das Paradies und Läuterung und Erlösung erla: 

,,Wer uns führt, durch den kommen wir e 
„Darum ist der Glaube das beste Vehikel. 



— 435 — 

„Folglich hält ein verständiger Mensch 

„An der Folgsamkeit gegen den Glauben fest." 

* So beträgt denn die Dauer der Jina-Lehre 5000 Jahre; 

jedes Jahrtausend hiervon zerfällt in 2 Hälften, sodass 
10 Perioden von je 500 (Jahren) entstehen; und zwar 5 
heissen die ersten, zweiten und dritten 500 (Jahre), weil 
in ihnen viele Arhants, resp. Anägämin's und Srotaäpanna's 
auftraten, „die Arhant-Periode", ^die Anägämin-Periode" 
und „die Srotaäpanna- Periode", zusammen „die drei 
Perioden des eifrigen Studiums" 1 ); ferner die vierten, 10 
fünften und sechsten 500 (Jahre), weil in ihnen viele 
VipaQyin's 2 ), resp. Samädhin's 8 ) und Qllin's 4 ) auftreten, 
„die Vipa^yanä-Periode", „die Samädhi-Periode" und „die 
Q$la-Periode a , zusammen „die drei Perioden des Herbei- 
zwingens (von Gottheiten)" 5 ); ferner die siebenten, achten 15 
und neunten 500 (Jahre), weil in ihnen viele Lehrer auf- 
treten, welche den Abhidharma, die Sfttra's und den 
277 Vinaya lehren, „die Abhidharma-Periode", „die Sütra- 
Periode" und „die Vinaya-Periode", zusammen „die drei 
Perioden der Belehrung 1 ' 6 ); die zehnte Periode von 500 20 
(Jahren) ist, weil es in ihr kein Ablassen von allen Vor- 
zeichen für den Eintritt in den Priesterstand in Theorie 



1) K'oh-du c'ud-pai leu vsum. 
"2) Tib. lhag-mt'ou (dah ldan-pa). 

3) Tib. tin-iie- dsin (dah ldan-pa). 

4) Tib. t c sul k'rinis dah ldan-pa; tTsul-k'rims ist in M. Tib. (M.) 
stets = skr. ^ilam. 

5) sGrub-pai leu j/sum. 

6) Luh-gi leu vsum. 

28* 



und Praxis 1 ) giebt, die Periode des Festhaltens an all 
Vorzeichen'), diese wird „die letzte (Periode von) 5 
(Jahren)' 1 *) genannt. In diesem gegenwärtigen Jafc 
nun stehen wir mitten im 110. Jahre der Qila-Periot 
5 indem es nämlich, nachdem von der 5000jährigen Dau 
der Buddha- Lehre 2ü00 Jahre und 9 Jahre verstrich 
sind, ins 10. (Jahr) geht; folglich währt die Lehre d 
Herbeizwingung (von Gottheiten) (nur noch) sehr kur 
Zeit. Daher müssen die nach Erlösung Trachtend 
iu sich läutern, indem sie sich mit starkem Glaubenseif 
an Männer mit tiefem religiösen Gefühl anschliesse 
So hat auch der Acärya Vasubandhu gesagt: 

„So sollen, wenn sie erkennen, dass die Zeit (< 
ist), wo es der Lehre der Muni's 
15 „Gleichsam ans Leben geht, und die Befleckungen 
„Macht gewinnen, 



„Die 



nach Erlösung Trachtenden religiösen Ernst bt 
thätigen!" 



„Die da so, wie es froher in der Vergangenhei 
geschehen, 

„Dieses Sütra in späterer Zeit 
„Schriftlich fixieren und seine Erklärung anhören, 
„Führen — da ich es für die Menschenwelt bescher 
habe — 
5 „Das Werk des Tathagata aus." 
So heisst es. Ja sogar, wenn man heilige Religions- 

1) ITa-gpyod. 

2) rTagB-tsam dain-pai len. 
8] INa-brgya t'a-ma. 



— 437 — 

Schriften nur so weit erklärt, dass man sie ihrer ex- 
klusiven (esoterischen) Stellung entreisst, so ist es von 
grossem Nutzen. Darum heisst es in eben jenem Sötra: 
„Wer, wenn der König der Aerzte 1 ), der Tathägata, ins 
Parinirväna eingegangen sein wird, diese religiöse Ab- 5 
handlung erklärt oder sogar nur soweit, dass er sie 
ihrer exklusiven (esoterischen) Stellung entreisst, auch 
nur einem einzigen Wesen vollständig erklärt oder lehrt, 
dieser edle Herr oder diese edle Frau aus dem Ge- 
278 schlecht des Königs der Aerzte (Buddha) ist des Tathä- io 
gata Abgesandter; so sollt ihr wissen! Da dieser edle 
Herr oder diese edle Frau das Werk des Tathägata aus- 
führt, müsst ihr wissen, dass er von dem Tathägata be- 
auftragt ist." 

Die Predigt der Religion ist die höchste Ehrerweisung 15 
für den Lehrer Buddha. Von diesem Segen heisst es 
bei Bhagavant: 

„Wem gereicht dies zum Nutzen? 
„Durch ordnungsgemässes Lehren meiner Religion 

wird mir Verehrung erwiesen; 20 

„Hingegen mit Blumen, Salben, Lampen 

„Wird dem Jina keine wahre Huldigung dargebracht", 

im Sütra der unfassbaren Mystik 2 ): „Wenn jemand 

eine viergliedrige Strophe einer heiligen Religionsschrift 

* eines einzigen reinen Tathägata ganz erfasst hat, 25 

wird er die Bodhi der vergangenen, zukünftigen und 



1) sMan-gyi rgyal-po. 

2) vSan-ba bsam-gyis mi k c yab-pai mdo. 



— 438 - 

gegenwärtigen Tathägata's ganz erfassen. Weshalb? D 
Bodhi der reinen Tathägata's ist durch die Lehre z 
ihrer Festigkeit gelangt; folglich ist sie durch die* 
Lehre zu ehren, nicht aber durch ausser! ich e Geger 
5 stände. Die Ehrung durch die heilige Lehre wird di 
höchste unter allen Ehrungen genannt" — und in „de 
Aufeinanderfolge der Wesenheiten in verkürzte 
Reihe" 1 ): 

„Wenn man ober Buddha's Abzeichen u. s. v 
10 spricht, 

„Wird grosses Glück erlangt. 
„Und sogar ohne sittliches Verdienst erlangt ma 

schnell 
„Durch Gewährung der religiösen Belehrung die Siddhi. 
lö Ja, mehr als das: Die Männer, welche die Lehre predigen 
hochhalten, heisst: man soll sich vor der Gegenparte 
hüten und auf diese Weise an der heiligen Religion fest 
halten. Dies steht im Einklang mit den Worten des 
Anavataptanägaräjaparipriechäsütram 8 ): „Wei 
20 den Predigern dieser Religion , die in Wahrheit das 
grosse Fahrzeug (Mahäyänam) bestiegen haben, voll- 
ständig folgt und fest an ihnen hält, der erfasst die 
heilige Religion vollständig." 



Von grösserem Segen als das Festhalten an der 
25 heiligen Religion in dem anderen reinen Gefilde 8 ) (im 



1) De-k'o-na-nid bedus-pai rgyud p'yi-mai p'yi-ni 

2) Tib. Klui rgyal-po Ma droa-pas zas-pai md 
. Kaujur-lndex p. 26, no. 156. A. G. II 253. 

3) Dag-pai ün viati. 



— 439 — 

Jenseits) für zehn Millionen Kalpa's ist das Festhalten 
an der heiligen Religion in diesem irdischen Gefilde 1 ) 
nur für einen einzigen Morgen. So heisst es denn in 
dem Brahmavi$eshacintiparipricchäsiUram 2 ): 

„Weit klüger als das Wesen, 5 

„Das für zehn Millionen Kalpa's in dem anderen (jen- 
seitigen) Gefilde 
„An der heiligen Religion festhalten wird, 
„Denken diejenigen, welche nur für einen einzigen 

Morgen in der irdischen Welt (an 10 
ihr festhalten)." 
„In der Welt, die mit hohen Freuden erfüllt ist 

(Abhirati), 
# „Und ebenso in des Amitäyus seliger Sukhävati 

(-Region) 15 

„Giebt es nicht Leid, nicht einmal den Namen des 

Leids; 
„In diesen ist die Ausübung der Tugend kein grosses 

Wunder. u 
„In dieser sündenvollen Welt, der Geburtsstätte 20 

des Elends, 
„Die grossen Unbilden der Uebelwollenden zu ertragen 
„Und so auch die anderen zu dieser Religion zu leiten, 
„Das gereicht zu grösserer Freude als jenes." 
Folglich müssen die Verständigen eifrig nach dem Mittel 25 
zur Erfassung und Förderung der heiligen Religion 
streben. 



1) Mi-mjed-kyi zin (= skr. sah&k shot ram) di. 

2) Tib. Tsaiis-pa k'yad-par sems-kyis zus-pai mdo, 
s. Kanjur-Index p. 27, no. 160. A. 6. II 254. 



Was nun den richtigen Weg zur Erfassung jer 
heiligen Religion anlangt, so ist, im Einklang mit d 
Worten des Mahäcärya Vasubandhu: 

„Dies besteht eben in Erfassen, Predigen 
5 „Und Ausübung", 

das untrügliche gewichtige Predigen oder Erklären t 
im A gam a bestehenden heiligen Lehre der Masssi 
für die Erfassung der im Agama bestehenden heilig 
Lehre, und die untrügliche Ausübung der in der G; 
io bestehenden heiligen Lehre der Massstab für die 
fasBung der in der Gati bestehenden heiligen Lehre. 

Was ferner die Erlangung des Segens der Religio 
predigt anlangt, so muss man, gemäss dem Ausspri* 
des Acfirya Vasubandhu: 
15 „Ein Spender religiöser Belehrung, der frei i 

Sünden, 
„Lehre Sütra's und anderes, wie es der Rechtgläul 
keit entspricht" 
und dem des Mahäcärya Q&ntideva 1 ): 
20 »Der Spender religiöser Belehrung ist, ohne et' 

zu besitzen, 
„Der Urheber des Wachstums des sittlichen V 
dienstes," 
in der Weise lehren, dass man von den aus Besitz t 
25 Ehre entspringenden , sowie den übrigen Sünden 
berührt bleibt, und der Wortsinn derjenigen Religio 
schriften, welche man erklärt, nicht verkehrt ist. 

Femer: Was die Phasen des Studiums jener heilij 



1) Tib. Zi-ba lha. 



— 441 — 

Religion, bestehend in Hören, Nachdenken und 
Meditieren 1 ), anlangt, so hat der Acärya Vasu- 
bandhu gesagt: 

„Nachdem man sich, bei den Religionsgeboten 
verharrend, das Hören und das Nach- 5 
denken zu eigen gemacht, 
„Widmet man sich eifrig dem Meditieren." 
Im Einklang damit erweckt man, indem man infolge der 
vollständigen Koncentration in den Pratimoksha-Geboten 
fest verharrt, infolge des Freiseins von Verblendung 3 ), 10 
durch ordnungsgemässes Hören der heiligen Religion, 
die aus dem Hören entspringende Weisheit in sich; 
darauf erwirbt man infolge des systematischen Anordnens 
die aus dem Nachdenken entspringende Weisheit; 
dann widmet man sich infolge des Freiseins von Ver- 15 
dunklung 3 ) eifrig dem Meditieren. Dadurch wird man 
ohne Schwierigkeit zu dem Range eines Buddha ge- 
langen. 

Auch die Gabenspender der Lehre haben Ober den 
unfassbaren Segen der durch die gläubige Verehrung des 20 
Lama's (und) der drei Kleinodien veranlassten Religions- 
anhörung und Ehrerweisung gesprochen. So heisst es 
im Stitra der unfassbaren Mystik: 
>8I „Wer die Lehre hört, entgeht der Höllen -Ver- 

dammnis vollständig; 25 

„Wer die Lehre hört, wird in den Himmel eingehen; 
„Wer die Lehre hört, dessen Leiden werden aufhören, 

1) Vgl. oben p. 96 fg. 

2) Mi rmoris-pa. 

3) sGrib-pa dan bralba. 



442 



„Und er wird einen trefflichen Zustand der 
erlangen;" 
im ärya-Katnajäliparipricchäsutram 1 ): 

„Wer in zehn Millionen Kalpa's einen 
5 Lebenswandel führt, 

„Dessen unendlicher Nutzen fur die Welt wird 
inals ein früher bereiteter seil 
der Vergangenheit angehören 
„(Hingegen) wer in zukünftiger Zeit diese 
) Sammlung 

„Hört, dessen Verdienst wird nie altern;" 
in der Sütra-Saminlung Bhadrakalpa: 

„Die Weiten der Himmel kann man erfasse 
„Und des grossen Oceans (Wassermenge) schll 
5 einmal auszählen; 

„Jedoch an die Buddha's zu glauben — sei es 

nur teilweise , 
„Dieses Verdienstes drösse wird man seh Werl i 
erfassen vermögen." 
» „So lange man nicht das Entschwinden am 

Leiden (das Nirväna) als Se! 
fühlt, 
„So lange wird man die (acht) Hindernisse (der 
keit) a ) nicht als Leiden empfi 
j „Darum soll ein Mensch von religiösem Ernst, w» 
das Jina-Tugend-Gefilde erreid 
„Ehrerweisung und Opfer veranstalten;" 



1) Tib, p'ags - p« R i n - 
»: h. Knnjur- Index p. 27, no 

2) Mi k'nm(-pa brgj>ad). 



163. A. G. II 254. 



"gyis i t 



— 443 — 

A 

ferner im Mahäkarunäpundarlkasütram 1 ): „Ananda! 
Einerseits giebt es Wesen, bei denen infolge der Er- 
innerung an den Tathägata grosse Energie zu Tage tritt, 
!82 andererseits solche, bei denen das sogenannte Sträuben 
der Härchen (Erschauern) eintritt. Diese Wesen ge- 5 
langen nicht in die Hölle, das Tier-Geburtsreich oder 
die Welt des Yam a und befleissigen sich mit aller 
Kraft der vollkommen vollendeten Bodhi;" ferner im 
ärya-Lalitavistarasütram 2 ): „Jene, welche, auf ihr 
Vertrauen gestützt, die Tugendwurzel erzeugen, werden 10 
von den zukunftigen Tathägata's, Arhant's und Samya- 
ksambuddha's gekannt, und jene Wesen sind die alten 
Freunde der Tathägata's. Infolgedessen denken jene 
(Wesen) in ihrem Sinn: „„Sie (die Tathägata's) sind 
auch unsere Freunde." u Nachdem ich nun den zu- 15 
* künftigen Tathägata's, Arhant's und Samyaksambuddha's 
(die Lehre) überliefert habe, wissen jene (Wesen) ihrer- 
seits, dass diese (Tathägata's) denken: „„Sie (jene Wesen) 
sind auch unsere Freunde," u und werden daraufhin 
ihre Absichten ausführen" — und im Maitreyavyäkara- 20 
nasütram 3 ): 

„Wenn ich die Lehre Qäkyasimha's 
„Durchaus zur Grundlage der Belehrung genommen 
„Und ganz so, wie er gepredigt hat, es ausgeführt 

haben werde, 25 

„Werden sie sich um meine Lehre scharen. 



1) Tib. sNin-rje c'en-po padma dkar-poi mdo, 8. Kanj ur- 
Index p. 19, no. 111. A. G. II 239— 24*. 

2) Tib. p c ags-pa rGya-c'er rol-pai mdo. 

3) Tib. Byarus-pa I un-bstan-pai mdo. 



— 444 - 

„Wenn ich ferner der Geistlichkeit P 
ge wänder 
„Und Speis und Trank 

„Und mannichfache Gaben zur Heilung von I 
5 „Gegeben haben werde, (werden) sie sich un 
Lehre scharen. 
„Wenn ich am 14. und 15. Tage (des Mc 
„Und ebenso am 8. Tage (jedes) Halbmonats 
„Und im Monat C'o- urul 
io „Die acht Abteilungen des Fastens 1 ) beobachte 
„Und Opfer und Beichte ordentlich veranstalte 

werde, 
„Werden sie sich um meine Lehre scharen." 
Diesen Worten entsprechend, werden, indem 
15 künftigen Buddha's (die Menschen) in ihre Obhut i 
die Ausführung aller frommen Wünsche und Ai 
und alle anderen guten Ansammlungen ihre £ 
finden. So hat auch rJe-btsun Mi-la gesagt: 

„Der auf einem Felsen in Meditatk 
20 sunkene grosse Meditierer 

„Und der für den Lebensunterhalt s 
Gabenspender (fromme Laie) 
beiden 
„Bilden die Voraussetzung für eine gern 
■25 Buddhawerdung, 

„Den Kern der Voraussetzung (für diese aber 
die Erteilung des Segens." 2 ) 



1) bsNen-vnas yau-lag brgyad. 

2) bsNo-ba. 



— 445 — 

Im Einklang mit diesem Ausspruch sollen beide, der 
den Gegenstand der Verehrung bildende Lama und der 
seine Ehrerbietung beweisende Gabenspender (fromme 
Laie), Ober den Segen gemeinsamer Buddhawerdung 
u. s. w. nachdenken und sich dem Werke der Verehrung 5 
des Lama's (und) der drei Kleinodien widmen. 

Mögen, indem diese Reihe von Darbringungen von 
Lichterscheinungen der die Jma-Lehre er- 
hellenden Leuchte — 
* Der genauen Darstellung, wie die Jma-Lehre sich in 10 

diesem unserem Mongolenlande verbreitete, — 

Gleichsam zu einer Wolke von Darbringungen (Opfern) 
wird, die das Herz des Lama's, in welchem alle 
Jma's sich vereinigt haben, erfreuen, 

Alle Glück- und Segenswünsche aller Jina's und Jina- 15 
Junger sich erfüllen! 
Dass der Segen dessen, der in dieser Welt für 
einen einzigen Tag an der heiligen Religion festhält^ 

Sehr viel grösser sei, als der desjenigen, welcher in 

dem jenseitigen reinen Gefilde für zehn Millionen 20 
Kalpa's an der heiligen Religion festhält, 

An diesen Ausspruch mögen die Verständigen Glauben 
in sich erwecken 

Und die heilige Religion nach jeder Richtung hin 

fördern! Dies erflehe ich von Herzen. 25 

Durch verdienstliche Werke wie das hier vorliegende 
verbreitete sich und wuchs die Jina-Lehre in 
allen Ländern und zu allen Zeiten, 



— 446 — 

Die Anhänger der Lehre aber haben Bich in der Bl 

ihres Daseins meiner und aller Qbrigen We 

angenommen. 

Dadurch aber, dass ich von heute ab des Jina heil 

5 Religion in jeder Hinsicht erfasse und förd« 

Mögen Geschöpfe, (an Zahl) unendlich wie der Himn 

bald auf den Pfad der Reife und Erlösung , 

langen ! 

Mit diesem Wunsche (schliesse ich) diese G 

U> schichte der heiligen Keligion in dem gross 

Mongolenlande, genannt: die das Kleinod d 

Lehre des Jina erhellende Leuchte. Der Ffii 

der gänzlich voll komm enen Lehre, K'ri-c'en mc*og-spi 

Zam-t'sa sku-zabs rin-po-c'e. lud eben jenen Rigs-ki 

15 K'yab - Ixlag rDo- rje c'aii c'en-po J ig s-m e d na n 

mk'ai zal-sna-nas 1 ) höflich in das Kloster des grossi 

Gabensptmders der Lehre, des Pei-se Noyon unser 

T timed -Sog, ein. Als ich ( Jigs-med nam -in k'; 

daraufhin kam und ihm meine Aufwartung machte, ti 

2» aus dem Munde dieses Herrn folgende Anrede auf nie: 

Haupt: „Verfasse du in gesonderten Abschnitten d 

Geschichte der Verbreitung des Königsgeschlechtes ui; 

derjenigen der Jina-Lehre in der Mongolei, sowohl i 

einem tibetischen wie in einem mongolischen Werke. 

25 Als ich hierauf erwiderte, ich würde wegen der Schwierij 

keit der Erforschung der Quellen für diese (Werke) wol 

nicht imstande dazu sein, wiederholte er seine Rede ni 

Nachdruck : „Du musst (die Werke) verfassen, so gi 



1) S. oben pp. 356, 1 — 360, iO. 



— 447 - 

du es vermagst.' 1 Da gab ich denn unterthäiiig nach. 
Darauf habe ich im Interesse der Sache einen Mann, 
den ich mit Namen nennen will: den des Pan-cen 
t f ams-cad mk f yen-pa Blo-bzan dpal-ldan yes-ses 
dbari-poi zal-sria-nas und des oJam-dbyans c'os-kyi 5 
rgyal-po rJe-btsun dKon-mc'og jigs-med dban- 
po — des Vaters und des Sohnes (d. h. des Meisters 
und des Jüngers) — Fussstaub zum Scheitelschmuck 
nehmenden, an dem verehrungswürdigen Leibe krankenden 
Gusri dKa-bcu Sudhi 'Ayuwarta oder, mit anderem 10 
Namen, dByans-can sgeg-pai blo-gros Jig-nied rig- 
pai rdo-rje berufen, die mongolische Königsgeschichte 
auf die von dem Enkel des Hwot'ogt'ai Sec en H w on 
T'aici, Sec f en Sa-snaii Taici, verfasste Geschichte 
des Königsgeschlechtes, die dem Zwecke den Blumenhof 15 
zu sehen dient, und andere mongolische Geschieh ts werke 
basiert, die Biographieen der Mahäpurusha's, welche das 
Kleinod der Lehre zur Blüte gebracht haben, aus den 
von vorzüglichen tibetischen Gelehrten verfassten Subhä- 
285 shita's sehr kurz zusammengefasst und in dem in der 20 
Sanskritsprache 1 ) Pramädi 2 ), in dem kalten Lande (Tibet) 
Myos-ldan, im Mahäeina- Lande Gyi mau genannten 
Erde -Hasen -Jahr des 14. Cyklus (1818), im Monat 
Bhädrapada 3 ), am 3. Tage, dGa-ba, der lichten 
Hälfte, in bKra-sis dga-Idan bsad-sgrub gl in 25 
die Abfassung (des vorliegenden Werkes) beendet. Die 



1) Legs-sbyar-gyi skad. 

2) Richtiger pramäthi (noro. sing, von pramäthin). 

3) K'rums, vgl. Jäschke 491* M. Tib. 243, 47 ( o K < rum- 
smad) = M. 253, 50. 



Niederschrift haben Gusri B 1 o-bzan I e gs- b s a d 
rgyas und Gusri Legs-bsad c'os-ods'm angef 
Möge auch durch dieses Werk das Kleinoi 
Lehre in allen Ländern und zu allen Zeiten siel 
5 breiten, wachsen und lange Zeit bestehen, und 
Wesen reicher Segen daraus erblühen! 

Möge, indem alle Befleckung durch Sünde, 

Leid und aller Schmutz, wo sie eingedri 

hinweggespfilt werden, 

10 Und ein schönes Leben voll Gluck und Segen i 

Gegenwart und Zukunft gar wohl erlangt 

Das grosse Meer der die Hoffnung auf die Besch 

deß alle Wünsche erfüllenden Edelsten 

der vollkommenen Erlösung — erfüllende 

15 Muni-Lehre bis an das Ende der Welt 1 ) siegreich 

Von dieser Religionsgeschichte, welche zunäch 
Art, wie in diesem Mongolenlande die gr 
Gabenspender der Lehre, 
Die Herrschergenerationen, auftraten, 
20 Und ferner die Art, wie diese, aus Tibet Ä 

purusha's 
Berufend, für des Jina und des Zweiten 

(rGyal-ba ^nis-pa) 
Lehre Thaten vollbrachten, 
35 Sodann den Segen des Anschlusses an Berater 

Und der Erfassung der heiligen Religion und ai 

I) Oder: 'bis /um Aufhören alles Seine'? 



— 449 — 

Wesentliche Punkte, die anzunehmen oder zu ver- 
werfen sind, behandelt, 

Hat der mit Glauben, Eifer und kritischem Sinn 
ausgestattete 
286 Gusri cos-rje Blo-bzan cos-op'el 5 

Vermöge seiner hervorragenden Geisteskraft und 
Tugend die Irrtümer berichtigt und die Druck- 
legung besorgt. 

Mögen durch Verdienste wie dieses eben dieser 
Dharmasvämin und die übrigen 10 

Geschöpfe alle, nachdem sie auf einer Schnur von 
Existenzperioden 

Gute Darbringungen aufgereiht, an das Ziel des 
(Da<?a)bhümi -Weges gelangen, 

Und die Lehren aller Buddha's allesamt 15 

In allen Ländern und zu allen Zeiten sich aus- 
breiten und gedeihen! 



Heil ! 



>— ■ 



29 



Zusätze und Berichtigungen zur Übersei 

Die grossen Zahlen bezeichnen die Seiten, die kleinen die 



2—U: verbessere: „bot den Schein des Eingel 

Nirvana", 
n. 2: es ist hinzuzufügen: = skr. sarvajfia. 
8: statt „ursprüngliche Beschaffenheit" lies: 

meinung". 
: verbessere: „und in diesem Zustand befin 

(die Religion) sich noch". 
: statt H w id lies: Hwid. 
r. statt „Schwingen" lies: „Schwingfedern". 
: statt „ Gebiete ■ einiger Clans von je 1 

Häusern" lies: „Häuptlinge, welche Ober 

Clans von je hundert Häusern geboten - . 
4: verbessere: Hp'u-sah. 
8: „ Kritayugam. 

a. 3: „ erdeni. 

4: „ Vajräsanani. 

3: „ Ye lui C'u t'sai. 

: „ Jurc'id. 

■: „ Tai tu. 

■: „ La i'i t'ili. 

4: „ „Einen kundigen Arzt". 



— 451 — 

41,2—3: verbessere: „und er empfindet Freude fiber des 

Esels Fleisch". 

45, 11: „ „bereitet (selbst) seine Ueberwindung 

vor". 

46, 23: „ „werden entzweit werden". 
46, 24: „ „gewesen ist". 

46, n. l: vor „kalmückisch" füge ein: „vulgär-mongolisch". 
51, 20: verbessere: "Usjih. 

51, 2i: statt „zu dem See" lies: „an den (Kökö) Noor"; 

vgl. oben p. 227, i und n. 1. 
52,2: statt „Geburten" lies: „Kinder". 

52, 21: verbessere: „aus lauterem Gold". 

52, 26—27: verbessere: „Diese legten sie auf ein Polster 
nieder, sodass das Antlitz derselben dieses be- 
rührte." 

59,4: statt „der älteste, S. T. H. T\" lies: „des ältesten 
Sohnes S. T. H. T\ Sohn". 

61, 15: verbessere: 'Uijen. 

62, 1: statt „Nachkomme" lies „Sohn". 
62, 2: verbessere: T'usiyet'u Han. 

62^ 3—4: verbessere: Täranätha (im Text steht Tära- 
natha). 

76,29: statt „Herrscher" lies: lHas-skyon (Götter- 
schützling) (= mong. Tegri-yin tetküksen = 
chin. K'ien luh); vgl. die kritischen Anm. zur 
Textstelle, Bd. I p. 53, 9— 10 und hier oben p. 290, 
13—14 und n. 5. 

77, 6: verbessere: Kritayugam. 

77, 9: statt 1699 lies: 1759. 

77, 10: statt 1735 lies: 1795. 

29* 



79, 15—18: verbessere: „schaffen daher, persönlich w 
auch durch Nachfolger aller Art, in unendlich) 
Inkarnationen, solange der Kreislauf der Wiede 
geburt dauert, den Wesen die Fülle des Segens 

79, so: statt „des gesamten Weltalls" lies: „des Sah. 

lokadhätu". 

80, 19: verbessere: Gahgä (im Text steht Ganga). 
83, n. 3.Z. 5. 6: statt 161 lies: 153. 

83, n. 3, Z. fi. 7; statt 135 lies: 161. 

83, n. 4, z. 2: verbessere: Lahkävatära. 

84, n. c, Z. 3: verbessere: Wassiljew 137. 
86, 12: verbessere: Anuvyanjana's. 

88, n. 3.Z. 3: statt „s.v." lies: „s. vv. 2. saha, 3)a) ui: 

sahalokadhätu". 
90, 22: verbessere: „solange der Kreislauf (der Wiede: 

geburt) dauert". 
99,6: verbessere: Adhicikshä's. 

101, 13 und n.ß: n. 6 ist hier zu streichen und auf S. II! 

zu dem Worte „glückliche" auf Z. 22 zu setzen. 

102, 22: s. das soeben zu 101, 3 und n. c Bemerkte. 
102, 26—27; statt „wird zur Leitung dienen" lies: „diet 

zur Leitung" (wortl.: „ist zur Leitung geworden" 
104,5: verbessere: „mein Lama -1 . 
105, 12—18: „ G'ihgis. 

106,11: _ oK'on. 

107,20—21: . ,,die Hevajravacitä". 

115, 22; „ Cakravartin. 

123,2: „ Upädhyäya. 

134,3: „ 'a, 'e, J i. 

138, li. 2: „ Ci ngis. 



— 453 — 

141, 17. 19: *) muss statt auf Z. 17 auf Z. 19 zu Dharma- 

svämin gesetzt werden. 
148, 8: statt „vollzog d. M. die Weihe" lies: „erteilte d. M. 

den Segen". 
155, n. 1, Z. 2: verbessere: P c ags-pa. 
160, 19: statt „Hohen" lies: „Älteren 4 '. 
162, 10: im Texte steht 'Aljit'u. 
174, n. l: verbessere: Cingis. 
176, 15: „ Unter-mDo. 

178, 12: „ t c el. 

178,20—22: „ statt „und die Einweihung in die 

S. und den P. a lies: „die S. und die Einweihung 

in den P.* 
184, 13: verbessere: Guhyasamäja. 
186, n.2: „ Mahämaitreya. 

190, 13: | 

190 *>• i ver bessere: Guhyasamäja. 

191, 17—19: verbessere: „gewährte ihnen rJe rin-po-c'e in 

eigener Person, nachdem er zunächst in äusserst 
strenger Abschliessung von der Aussenwelt ver- 
harrt hatte (sku-mtfsams sin-tu dam-par bzugs- 
nas) (vgl. pp. 207, 12. 313, 16 und n. 2. 337, 14 
und n.2. 391,3-4 und n. l), eine Audienz. - 

193,17—18: verbessere: Guhyasamäja. 

196,2: verbessere: Pravrajita. 

196, n.2: statt „upasampatti" lies: „upasampadä (vgl. 
Böhtlingk, Nachtr., s. v.)\ 

207, 12: d. h. «„Die äusserst strenge Abschliessung 

von der Aussenwelt". 

208, 14: verbessere: „die vierunddreissig Jätaka's u . 



454 



208, 19: verbessere: CäroundL 

209, 12: „ oP'ags. 

214,11: statt „in niT'so-k'a" lies: „an dem (Kökö) 
Noor"; vgl. oben p. 227, l und n. l. 

215, 25— 26: statt „als er fortzog" lies: „bei seinem 
Kommen". 

225, 13—14: verbessere: „gegen den Lama (und) die (drei) 
Kleinodien". 

226,9: verbessere: „dem Lama (und)den (drei) Kleinodien". 

238, ii: statt „Blendwerk" lies: „grosses Blendwerk". 

239, 13: verbessere: spuns. 

239, n.2: „ bTson-k'a-pa. 

240, 5: „ „für die in den Priesterstand Auf- 

genommenen (Novizen)* 1 . 
240, ii.l: verbessere: pravrajitopädhy&ya. 

240, n. 2, Z. 2: statt zal-sha lies: zal-sna. 

241, l— 2: verbessere: „die vierunddreissig Jätaka's". 
241, 14: verbessere: sis. 

241, n. 4: „ grwa-rigs-rnams. 

247, iö— IG: I verbessere: „an den drei Kleinodien (und) 

248, lü— 17: | dem Lama". 

251, 8—9: verbessere: „an den (Kökö) Noor". 

253,21: „ Qambliala. 

258, 7: hinter r Zahllosen" füge ein: „versammelten". 

258,24: verbessere: Näsman. 

2(57, n.7: „ ran-gir spyod-pa. 

292,6—t): verbessere: „Darauf setzte der ICan-ßkya 
rin -po-c'e durch (sein Werk): „Verfahren bei 
der erstmaligen (originalen) Übersetzung von Ge- 
spräch sthematen und Litteraturwerken, genannt: 



— 455 — 

'Fundgrube für den Gelehrten' (mK r as-pai 
obyun-^nas; vgl. M. A. I, 383, 19-25)", ein reines 
Schrifttum fest." Oder ist statt dag-yig, 'reines 
Schrifttum', zu verbessern: nag-yig, 'Rede und 
Schrift'? Dies würde der Einteilung in 'Gesprächs- 
themata' und 'Litteraturwerke' genau entsprechen. 

299, n. l: verbessere: sNigs. 

305, l: „ 'Amban. 

307, n. 7: „ mahäraho'nu^ . 

308, 13: lies: bTsan-po Nomon Han. 
308,14: lies: K'yab-bdag Blo-bzan. 
313, 3: verbessere: 'Ampan. 

313, n. 2: lies: sku-mt'sams. 

314,7: lies: Kun-mk'yen bZad-pa rje. 

331, 3: verbessere: „von Le-mo". 

333,9—iü und n. i: bzag ist wohl vielmehr als pf. von 

qjog-pa aufzufassen und rTsis-bzag demgemäss 

mit „Anordnung (System) der Astrologie" 

zu übersetzen. 
335, 3—4: vgl. das soeben zu 339, 9— 10 und n. 1 Bemerkte. 
337, n. 3, Z. 2: verbessere: diyan. 
340, 9: verbessere: c c an. 

343,9.21.23 und n. 1:1 vgl. das zu 339, 9— 10 und n. i 
344, 15: J Bemerkte. 

351,4—5: verbessere: „Bla-ma rin-po-c c e von Klofi- 

rdol". 
354, 5— 6: verbessere: „Reformator der Lehre (bstan-pai 

ysal-byed) d Bai -man". 
373, 3: vgl. das zu 351, 4—5 Bemerkte. 
379, 22: vgl. das zu 339, 9— 10 und n. i Bemerkte. 



— 456 — 



382, 
396, 

39*, 
399, 

405, 

4U7, 

447, 



15 : verbessere : VipacyanÄ. 

4— 5. 13.16-16. 1»— 20 und n.5: vgl. das zu 339.9—1 

und n. 1 Bemerkte. 
n—12: vgl. das zu 351, 4-5 Bemerkte. 
3. IC— 17 und n. 1: vgl. das zu 339, 'J— in und n. I Be 

merkte. 

vgl. das zu 351, 4—5 Bemerkte. 

14-16: Vielleicht sind die Worte des Textes (Bd. I 
284, i*j— -20): me-tog-gi fsoms mfoii-ba äon-ldan 
nicht als ein Zusatz zu der von Sanan Setsen 
„verfassten Geschichte des Königsgeschl echtes* 
aufzufassen, und demgemäss meine obige Über- 
setzung: „die dem Zwecke den Blumenhof zu sehen 
dient" irrig. Sie könnten , selbststandig ge- 
nommen, entweder der vollständige Titel eines 
anderen Geschichtswerkes, und zwar vielleicht 
des zweiten, dritten oder fünften von den sieben 
Quellenwerken des Sanan Setsen (s. S.S. 299.423), 
sein, oder aber eine Zusammenstellung von 
Abkürzungen der Titel dreier Geschichtswerke, 
und zwar vielleicht der eben erwähnten drei. In 
jedem Falle sind die deutlichen Anklänge (vgl. 
me-tog-gi t'soms 'Blumenhof mit tsetseglik 'Bluinen- 
gnrten', dem Stichwort des 5. Titels ; mfon-ba 
'.sehen' mit üdsegdekin 'gesehen zu' werden' im 
3. Titel, und don-ldan 'einen Sinn habend' mit dem 
gleichbedeutenden utkhatu, dem Anfangs- und Stich- 
wort des 2. Titels) höchst auffallig. 




A 



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